m. 138 Erstes Blatt 188. Jahrgang Donnerstag, 16. Juni 1938 krfchetm tag ltd), äuget Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gtegener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle monat$-Be$ugsprei$: Mit 4 Betlagen RM.l.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zeritsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UnlversttSK-ruckerel R.Lange in Sieben. Schristleitvng und SeschSstrftelle: §chulftrabe 7 Annahme oon Anzeigen füi die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Bereinbg.25°/6 mehr. Lrmähigte Grundpretfe: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» n. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Brief aus Kopenhagen. Don unserem Gi.-Korrespondenien. Kopenhagen, Juni 1938. Durch die dänische Presse ging Ende Mai eine lakonische Notiz, die besagte, daß die Oslo- Staaten, also Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Holland, Belgien und Luxemburg, das Haager Abkommen vom 28. Mai 1937 nicht mehr erneuern. Das Abkommen hatte den Handel zwischen diesen Staaten fördern sollen. Doch die Weltkonjunktur ist dawider, und das Abkommen läuft am 1. Juli ab. Manche Hoffnung ist dadurch >u Wasser geworden, wenn auch die praktische Bedeutung der Kündigung des Abkommens als nicht sonderlich groß angesehen wird. Nicht viel größer erscheint die praktische Bedeutung der neu aufgestellten Neutralitäts- Regeln, die kürzlich in Stockholm von Vertretern der nordischen Außenämter unterzeichnet wurden. Diese Regeln enthalten nicht, wie man annehmen tonnte, Entschließungen über die Führung einer gemeinsamen nordischen Neutralitätspolitik, im Rahmen der neueren Erkenntnisse über den Paragraph L6 der Genfer Statuten. Jeder der nordischen Staaten hat feine eigene Neutralitätserklärung abgegeben oder wird es dieser Tage tun. Die „Neu- iralitätsregeln" enthalten nur „neutralitätstechnische" Bestimmungen, Ergänzungen zur bestehenden Ordnung unter Berücksichtigung der modernen Waffen mie Unterseeboot und Flugzeug. Um die nordische Aufrüstung ist es stiller geworden. Alle nordischen Staaten haben vor • irrigen Wochen außerordentliche Sonderkredite zur Ergänzung, der Ausrüstung von Heer und Flotte bewilligt. Damit glaubt man genug getan zu haben. Hur die Unentwegten schreiben noch in den Gazetten liber die „immer notwendiger werdende Abwehr fllres Pangermanismus". Die Zeitungen bringen diese Ergüsse unter: Eingesandt. Ernst nimmt man j diese Dinge nicht. Selbst von der tschechoslowakischen Krise hat Kopenhagen sich nicht sehr berühren lassen. Für Dänemark gibt es wichtigere Dinge, so die große landwirtschaftliche Ausstellung auf „Bellahöj" bei Kopenhagen in der zweiten Junihälfte. 150 000 Kronen kostet die Ausstellung, Zehntausende von 1 Besuchern aus dem In- und Auslande werden erwartet. Neben wertvollem dänischen Nutzvieh | lönnen die Besucher die ausgezeichnete Organisation der dänischen Milch- und Butterwirtschaft studieren, l'oon der Kuh bis zu den elektrisch gekühlten Butter- vagen des Süd-Expreß, das Schwein von der Schlachtbank bis zu den Lastwagen, die den eng- Irschen Frühstücksspeck nach den Schiften bringen. Weiter werden Pelztiere ausgestellt: die Verwaltung ton Grönland zeigt die Erzeugnisse ihres Landes. Sine Jagdabteilung wird die Teilnahme der Jäger inben. Es wird eine sehr beachtliche Ausstellung «erden, der man viele Mühe zuwendet, ba sie Dänemarks wichtigstem Erwerbszweig gilt, der Landwirtschaft. Die Ausstellung wird nicht die einzige Sensation fieses Sommers sein. Englische und ame° t'titanische Kriegsschiffe werden erwartet, ein französisches Kanonenboot mit echten Senegal- i Legern unter der Besatzung und ein holländisches vanzerschift, das jedes Jahr zu Besuch kommt. 3or allem aber kommt im Sommer das Berliner Staatstheater, um auf dem echten historischen Grund — dem Schloßhof von Kron- lorg — den „Hamlet" zu spielen. Der beste leutsche Hamlet, Gustaf Gründgens, war vor lurzem hier, um sich den Schauplatz für die Jnsze- r.ierung anzusehen. Die Abendblätter brachten ein interview mit „Ekscellence" Gründgens und schenk- ten ihre Aufmerksamkeit nicht nur dem großen Künstler, sondern auch seiner gepflegten Kleidung. Der „Hamlet" wird in deutscher Sprache gespielt. Im vorigen Jahr waren die Engländer hier, l- tom altberühmten Theater „Old Vic" sogar; aber man war nicht so ganz zufrieden, obwohl es doch Engländer waren. Englisch ist nämlich in Dänemark noch immer Trumpf. Um so betrübter ist man, »laß die Engländer den Dänen nicht so viele land- virtschaftliche Erzeugnisse abnehmen, wie sie nach Kopenhagens Ansicht sollten oder könnten. Wenn man einen Dänen fragt, was die Engländer denn im Laufe der letzten Jahrhunderte für Dänemark tigenrtid) getan hätten, begegnet man einem Achsel- furfen. Man weiß es nicht. Es ist auch nicht viel, immerhin haben die Engländer den Dänen im iahre 1806 die weitere Sorge um ihre Kriegsflotte c'bgenommen, indem sie die dänischen Schifte verbrannten ober nach England führten. In der Mitte les vorigen Jahrhunderts nahmen sie Dänemark t ie Last der Verwaltung der Nicobaren im Jndi- 'chen Ozean ab. Diese Inseln sind seitdem aus den dänischen Schulbüchern verschwunhen. Trotzdem sind He Dänen nach wie vor von einer großen Vorliebe für alles Englische erfüllt. Die Haltung gegenüber dem anderen Hauptabnehmer nämlich Deutschland,_ ist gänzlich cnders. Sie ist korrekt und liebenswürdig, wie der Däne überhaupt liebenswürdig ist. Man bewundert iie Deutschen, beneidet sie wegen ihrer staunenswerten Arbeitskraft, aber weiter gehen die Gefühle richt. Nun ist es zu begrüßen, wenn in Kopenhagen < chte und beste deutsche Kunst gezeigt wird. Deutsch verstehen fast alle Dänen, englisch weniger gut, wenn auch das Englische seit Versailles im Schulunterricht den Vorrang erhalten hat. Eng- lsches Wesen, englische Bücher, englische Jndustrie- cirzeugnisse, englischer Tabak ujw. finden in immer s eigendem Maße Eingang. England macht eine sehr 1 ««schickte Werbung. Erst kürzlich war der Lordsiegel- ' tewahrer Earl de la Warr in Kopenhagen. Gr sagte den Dänen viele nette Worte, gerade die, welche man hören wollte. Oie Gudetendeutschen bei Hodza. Llnerläßlichkeiten zur politischen Neuordnung. Sine amtliche Mitteilung. Prag, 15. Juni. (DNB.) Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit: „Dienstagabend waren die Vertreter der Sudetendeutschen Partei, die Abgeordneten Kundt, Dr. Peters, Dr. Rosche, Dr. Sebekowsky und Dr. Schicke- tanz beim Ministerpräsidenten Dr. Hodza, um die Antwort der Regierung auf das Memorandum der Sudetendeutschen Partei entgegenzunehmen. Ministerpräsident Dr. Hodza erklärte namens der Regierung, daß diese sowohl das Memorandum der Sudetendeutschen Partei als auch das Nationalitätenstatut der Regierung als Grundlage der Verhandlungen betrachten wolle. Um die gegenseitige Stellungnahme zu ermöglichen, finde eine weitere Aussprache in den nächsten Tagen statt. Abgeordneter Kundt nahm die Mitteilung des Ministerpräsidenten zum Anlaß, um das Memorandum neuerlich zu begründen und legte besonderen Nachdruck auf die Feststellurig, daß dieses keine Theorien enthalte, sondern Unerläßlich k e i t e n, die nach 20jährigen Erfahrungen zur Sicherung des Sudetendeutschtums und zur Neuordnung der politischen Verhältnisse im Staate notwendig sind." In der Unterredung mit Ministerpräsident Dr. Hodza brachten die Vertreter der Sudetendeutschen Partei auch jene Erscheinungen und Vorfälle des öffentlichen Lebens bis auf den letzten Tag zur Sprache, die es insbesondere der Oeffentlichkeit schwer verständlich erscheinen lassen, daß auf gewisser tschechischer Seite ernste Absicyten einer Regelung und Ordnung bestehen. Sie brachten insbesondere die unverständliche und störende Zensurpraxis, die gegenüber den deutschen Zeitungen gehandhabt wird, zur Sprache, die es unmöglich macht, daß selbst wahrheitsgemäße Berichte unter persönlicher Haftung der Betresfenden und von Abgeordneten über Tatsachen und Ereignisse veröffentlicht werden können. Die amtliche Berichterstattung erzeugt in der deutsche« Oeffentlichkeit den Eindruck einer vollständigen Einseitigkeit und Voreingenommenheit. Demgegenüber ist es vor allem der tschechischen Presse und selbst Zeitungen von Regierungsseite gestattet, Eigenberichte über solche Ereignisse ohne Ueberprüfung des wahren Sachverhaltes zu veröffentlichen, wobei die Gelegenheit benutzt wird, gegen die Sudetendeutsche Partei, mit der die Regierung des Staates seit drei Wochen offizielle Besprechungen führt, zu hetzen. Des weiteren brachten die Vertreter der Sudeten- deutschen Partei neuerliche Beschwerden über die Fortdauer der außerordentlichen Maßnahmen vor, die auch in Bereichen nicht behoben werden, für welche bereits verbindliche Zusagen vorliegen. Die Normalisierung der Verhältnisse bedeutet eine unaufchieb- bare Notwendigkeit im Interesse des Fremdenverkehrs, des freien Handels, der Feldbestellung und der industriellen Produktion. Im besonderen wurden die Vorkommnisse bei den einzelnen Wahlen am vergangenen Sonntag behandelt. Weiter wurde die Erledigung der eventuell eingebrachten Beschwerden, die r a s ch e st e Konsti - tu i e r u n g der Gemeindevertretung en und die umgehende Bestätigung der Vorsteher und Bürgermeister gefordert. G e ge n das Verhalten der Sicherheitsorgane, wie in Mährifch- Schönberg, Grünwald, Warnsdorf, Reichenberg, Trautenau, Neuern, Winterberg, Eisenstein wurde nachdrücklichst Beschwerde eingelegt. Schließlich wurde neuerdings die Notwendigkeit der Zahlung von Entschädigungen im Zu- sammenhang mit den Militärmaßnahmen der letzten Wochen und eine sofortige Klärung der Rechtslage verlangt. Der Ministerrat nahm das mitgebrachte Material entgegen, das durch weitere Darstellungen ergänzt wird. — Es verlautet, daß die näd) ft e-Unterredung zwischen Ministerpräsident Hodza und den Vertretern der SudetLndeutschen Partei am Freitag stattfinden wird. Tlationalspanischer Erfolg an der pyrenäensront. Note Division bei Bielsa aufgerieben und über die französische Grenze geflohen. Salamanca, 16. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht teilt mit: An der Pyrenäen-Front im Abschnitt Cinqueta und Alto Cinca nahmen die nationalen Truppen auf ihrem weiteren Vormarsch die Ortschaften Salinas, Saravillo, Tella und Revilla sowie eine Reihe von Höhen ein, die das Gelände um Bielsa beherrschen, das ehemals das bolschewistische Hauptquartier beherbergte. An der Andalusien-Front gelang es im Abschnitt Codoba bei Penarroya die nationalen Stellungen weiterhin zu verbessern. Seit Dienstag beträgt der Vormarsch auf diesem Abschnitt 15 Kilometer. Von besonderem Vorteil erscheint die Besetzung des Toboso- und des Miron- Gebirges sowie einiger anderer Höhen. Unter der Beute befindet sich auch eine Batterie von 7,5= Zentimeter-Geschützen. An der Castellon- Front versuchten die Bolschewisten einen heftigen Gegen st oß bei der Ortschaft Villareal. Der Angriff wurde energisch a b g e ro i e f e n. lieber 1000 Gefangene, darunter eine vollzählige Kompanie, sowie sonstige reiche Beute an Kriegsmaterial blieben in Händen der nationalen Truppen. Das gesamte Nordufer des Mijares-Fluffes wurde besetzt. Die nationalen Truppen erreichten Alma- zora und besetzten südlich von ßucena den Ort Alcora, wo sie die nach Onda führende Sttaße abschnitten. Nach in Burgos eingegangenen Meldungen ist die „4 3. f o w j e t f p a n i s ch e Division", die den nationalen Truppen in der Gegend von Bielsa hart an der Pyrenäengrenze dank der ständigen Unterstützung aus Frankreich heftigen Widerstand leistete, völlig aufgerieben worden. In der Nacht zum Donnerstag trafen in Frankreich größere Scharen von Flüchtlingen dieser Division ein; nach und nach überschritten mehrere tausend S o w j e t s p a ni e r in voller Ausrüstung die Grenze bei Fabian, wo sie unverzüglich entwaffnet wurden. Nach Aussagen der Flüchtlinge sollen nur noch 800 Mann zur Deckung der Flucht nach Frankreich in der Nähe des Krankenhauses von Bielsa stehen. Die Flüchtlinge weisen jedoch darauf hin, daß dieser letzte Rest sicherlich im Laufe des Donnerstag noch gefangengenommen wird, sofern es chm nicht gelingen sollte, die französische Grenze zu erreichen. Wie die Nationalen nach Einnahme der Stadt Castellon festgestellt haben, versuchten die roten Milizen vor ihrer Flucht, die Zivilbevolke- r u n g zu zwingen, mit ihnen in Richtung Valencia z u fliehen. Die Bevölkerung, die die Befreiung durch die nationalen Truppen längst herbeigesehnt hatte, weigerte sich. Es kam zu schweren Kämpfen mit beherzten Teilen der Bevölkerung. Die roten Untermenschen schreckten nicht zurück, etwa 400 Einwohner jeden Alters und Geschlechts umzubringen, nur weil sie die Flucht ins Sowjetgebiet nicht mitmachen wollten. Die Bevölkerung hatte während der letzten fünf Tage überhaupt nichts mehr zu essen, da alle ßebensmittelbeftänbe von den Bolschewisten fortgeschafft ober vernichtet worden waren.' Die. Franzosen zeigen sich weniger geschickt. Sehr erzürnt war die dänische Presse, als der „Paris Soir" eine gänzlich irreführende Meldung darüber brachte, daß die Nichte des „schwedischen" Märchendichters H. C. A n d e-r s e n den Sohn des britischen Kriminalschriftstellers Conan Doyle geehelicht habe. Es war fast eine Tragödie. Andersen ein Schwede! „Ckstrabladet" berichtete dieser Tage über eine weitere Tragödie auf der ersten Seite. Seit sechs Jahren bezieht da ein Mann Gehalt vom Staat, ohne daß er etwas dafür zu tun hätte. Man hat ihn offenbar vergessen. Seit sechs Jahren gibt es nämlich — mit Ausnahme der Garde — keine Militärmusik mehr in Dänemark. Den Kapellmeister der Marine aber hat man zu verabschieden vergessen. Er hat sich auch nicht beschwert und ruhig sein Gehalt weiterbezogen. So schreibt wenigstens das „Ckstrabladet", und da muß es wohl stimmen. Große Goldkäufe in London. London, 15. Juni. (Europapreß.) Gerüchte über eine neue Abwertung des Dollars, verbunden mit der anhaltenden Schwäche der amerikanischen Währung an der Londoner Devisenbörse, führten in den letzten Tagen zu einer ungewöhnlich ft arten Nachfrage nach Gold. Am Dienstag und Mittwoch wurden Goldbarren im Werte von 4,7 Millionen Pfund (rund 57 Millionen Mark) an getauft. Die Kaufaufträge stammten zum größten Teil aus Frank- reich und überseeischen Ländern, vor allem aus Indien. Die neue Terrorwelle in der (Sowjetunion. London, 16. Juni. (DNB.-Funkspruch.) lieber neue Hinrichtungen und Erschießungen in der Sowjetunion weiß die Times zu berichten. Aus Leningrad, der Utraine, dem Kautafus und Sibirien feien Berichte über die neue Säuberungswelle eingetroffen. In vielen Fällen wurden nur d i e Nummern der Opfer betannt« gegeben. In Chabarowsk seien am Wochenende 17 Personen erschossen worden. Es habe sich um Kommunisten gehandelt, die noch vor kurzem führende Posten im Fernen Osten begleitet hätten. In Georgien seien drei hohe Eifenbahnbeamte wegen „Nachlässigkeit im Dienst" erschossen worden. Lleberschwemmung als Kriegsmiiiel. Im Kampfgebiet des Gelben Flusses, des Hoang- ho, ist eine Überschwemmung eingetreten, dis Taufende von Opfern gefordert hat. Wie die Japaner behaupten, haben die chinesischen Truppen die Dämme des Riesenflusses durchstochen. Im Raume von Kcrifeng-Tschengtschau steht das Wasser des Gelben Flusses über vier Meter hoch und behindert die japanischen Operationen gegen Hankau, gegen das längst des Jangtsekiang eine japanische Kolonne von Nanking aus sich in Marsch setzte, die unterstützt werden sollte durch eine nördliche Armee aus dem Hoanghogebiet. Der Hoangho stießt, wie der Jangtsekiang, durch weichen Lößboden, also aufgeschwemmte Erde. Beide Ströme wechseln oft ihr Bett, wobei dann China jedesmal von riesigen Ueberschwemmungen heimgesucht wird. Di» unzähligen Kanäle und kleinen Rinnsale, die das Wasser sonst auf die Felder des fleißigen chinesischen Bauern leiten, sind dann nicht imstande, die Wasserfluten aufzunehmen. Die Deiche werden fort- geschwemmt und Hunderttausende von Chinesen gehen dabei zugrunde. Erst im Jahre 1931 wurden 28 Millionen Menschen in diesem (Stromgebiet obdachlos, Hunderttausende ertranken. Die letzte Ueberschwemmung im Jahre 1935 riß ebenfalls Millionen ins Verderben. Die jetzige Katastrophe scheint aber einen militärischen Zweck zu haben. Die Chinesen sahen kein anderes Mittel als das Wasser, um den vorwärts- dringenden Feind aufzuhalten. Ob auch Hunderttausende des eigenen Volkes dabei umkommen — Menschen spielen in China, das nicht einmal genau angeben kann, wieviel Einwohner es hat, ob 400 oder 500 Millionen, keine Rolle. In der chinesischen Philosophie werden solche Katastrophen sogar als gerechte (Strafe der Götter für die sündigen Menschen angesehen und von der Masse stoisch ertragen. Es ist daher sehr wohl anzunehmen, daß die chinesischen Militärs den Todesfluß als Waffe gegen die Japaner eingesetzt haben, genau so, wie schon zu Tacitus Zeiten die Bataver, die Vorfahren der heutigen Niederländer, im Kamps des Claudius Civilis gegen die Römer die schützenden Dämme ihres Landes durchstachen, um den römischen Legionen das Vordringen zu erschweren. Holland griff im Kamps gegen Feinde oft zu diesem Verteidi- gungsmittel. Seine protestantischen Geusen haben gegen die spanischen Truppen Albas im niederländischen Freiheitskriege wiederholt die Dämme durchstochen. Auch Ludwig XIV. von Frankreich hat die Niederlande, nicht bezwingen können, weil die Dämme dem Lande einen natürlichen Schutz gaben und ihre Durchstechung die französische Soldateska zurücktrieb. Allerdings schlug einmal dieses Mittel fehl. Als die französischen Revolutionsheere im Jahre 1794 die Niederlande bedrohten, griff das Volk wieder zum letzten Mittel des Dämmedurchstechens, aber ein harter Frost fetzte ein und ermöglichte es dem General Pichegru, über das Eis zu marschieren, Amsterdam durch einen Handstreich zu nehmen und damit der niederländischen Selbständigkeit bis 1815 ein Ende zu bereiten. Doch entscheidender war die Ueberschwemmung an der I s er, die 1914 dem Vordringen deutscher Truppen in Belgien ein Ziel setzte, Wir hatten bis Ende Oktober 1914 unsere Angriffe an der Pser bis vor Ramskappelle und Pervyfe fortgetragen. Am 28. Oktober 1914 begann der neue Angriff gegen die belgisch-französische Linie. Der Bahnhof von Pervyfe wurde genommen, der Angriff wälzte sich an den Damm heran. Da stieg in dem schwappenden Polderland, das schon vorher durch Regen- e aufgeweicht war, plötzlich das Grundwasser. 30. Oktober standen zwischen der Pser und dem Damm bereits große Lachen. Die Belgier hatten die Dämme durchstochen, das Meerwasser kam von unten herauf und während die Belgier den Bahndamm abgedichtet und alle Durchlässe verstopft hatten, stieg das Grundwasser zwischen dem Damm um dem Pserdeich. Hungernd, frierend, durchnäßt lagen unsere Sturmtruppen in den immer mehr überschwemmten Gräben' und konnten nicht mehr daran denken, von Ramskappelle und Pervyfe aus auf Furnes' durchzubrechen und damit die ganze Front des Feindes vom Meer her aufzurollen. Das Meer, von den Belgiern gerufen, war der Waffen Meister geworden. Alle Verbindungen wurden unterbrochen, die deutschen Geschütze und Zugtiere versanken im Schlamm, die Verwundeten liefen Gefahr, zu ertrinken. Am 31. Oktober begann der Rückzug von Ramskappelle und Pervyfe. Ueberall lauerte das Wasser upb stieg und stieg, Bauernhöfe und Straßen versanken in der grauen Flut, und mit Tränen des Zornes sahen die Deutschen, wie das Wasser sie um die Früchte blutig errungener Erfolge brachte. Als deutsche Pioniere am 1. November 1914 die Schleusenbrücke bei Beverdyjk sprengten, war bas von ben Belgiern herbeigerufene Meer Sieger geblieben über bie in Waffen unbesiegten deutschen Truppen. rt. Der japanische Vormarsch am Zanglse. Hankau, 15. Juni. (Europapreß. Funkspruch.) Die iapanischen Heereseinheiten, die von Anking einerseits und Hofei andererseits auf Hankau mar* schieren, haben sich am Dienstag bei Tung» sche.ng vereinigt, nachdem dieses von den Chinesen aufgegeben worben ist. Die Chinesen haben sich in bie Hügelgegenb westlich von Tung- scheng zurückgezogen, wo sie ausgebaute Stellungen bezogen. Die japanischen Heeresabteilungen stoßen nunmehr westwärts in zwei Richtungen vor. Am Mittwochfrüh erreichten die japanischen Trup- ( < l c f- 5 Y„.\ l r । ■ 1 o s 9 ti ii h d,. r ü. , . sc fl r r . r n n (E li a, di r eui lich spa bei]''' Hai Zu aii' crfi gez gel . sich Fr ftef Un obe> hur' schc nei, । abt 9 Bo ßü< tsch oer lei Be; ,, gen brei Kri Inf . lin bärfr We dun Kri von En; mar We entt Hör pcn die Stadt ß t u f a n , 240 Kilometer östlich von Hsinyang an der Tientsin—Ha nkau-Bahn entfernt. Militärische Beobachter sind der Ansicht, daß der japanische Dorstoß auf Hankau, nachdem die Honan-Provinz überschwemmt ist, allein im Jangtse-Fluß vorgetragen wird. Die japanische Offensive am Jangtse trifft noch chinesischen Meldungen auf wachsenden Widerstand. Nack Berichten aus Hankau sind die bei An- king gelandeten und unter Umgehung des Jangtse- bogens in gerader Richtung auf Hankau zu eingesetzten japanischen Truppenteile bei T s ch i n *- schau, etwa 50 Kilometer nordwestlich von An- king, zurückgeworfen worden. Weiter wollen die Chinesen zwischen Anking und Kweitsching zwei japanische Kriegsschiffe durch Bombenangriffe versenkt und zwei weitere schwer beschädigt hoben. Diese chinesischen Meldungen entziehen sich «jedoch jeder Nachprüfung: sie werden von japanischer Seite be st ritten. gen, sondern wahrscheinlich auch große Menschen- und Materialverluste zur Folge haben, wovon in erster Linie die chinesische Bevölkerung dieses Gebietes betroffen werden würde. Gerüchte wollen wissen, daß Marschall T s ch i a n g k a i f ch e k, der sich zuerst der Zerstörung der Deiche widersetzt habe, doch dem Einfluß der Kommunisten habe nachgeben müssen. Chinesische Banden suchten die Eindeichungsversuche der Japaner überall mit der Waffe zu verhindern. Deutschland undMandschukuo Hsinking, 15. Juni. (DNB.) Anläßlich der Ratifizierung des deutsch-mandschurischen Freund- schaftsvertrages durch die mandschurische Regierung erließ der Ministerpräsident von Mandschukuo, Marschall Chang-Ching-Hui, eine Botschaft an das deutsche Volk. In dieser heißt es: Das deutsche Volk bewies uns große Sympathie zu einer Zeit, als wir in einer schwierigen internationalen Lage waren, zuerst durch Handelsabkommen, alsdann durch das Antikomintern-Abkommen mit Japan. Nun unternahm das deutsche Volk Schritte, um durch einen formalen Vertrag die Freundschaft zwischen den beiden Ländern zu verewigen. Ich bin mir voll bewußt, daß alles dies nur dem Scharfblick und der Weitsicht des großen Führers der deutschen Nation zu verdanken ist sowie dem Mut, mit dem Deutschland, für das das mandschurische Volk hohe Bewunderung und tiefe Dankbarkeit empfindet, an den ewigen Gesetzen von Recht und Gerechtigkeit festhält. Ich glaube auch, daß die nächste Aufgabe der beiden Völker darin besteht, der Zusammenarbeit gegen den Bolschewismus durch den Abschluß eines Vertrages ton trete Form zu geben. Die Werschwemnmngskatastrophe am Hoangho Schanghai, 15. Juni. (Europapreß.) Die Fluten des Gelben Flusses haben nach den letzten Meldungen von der japanischen Front Renting erreicht. Dieser Ort liegt etwa 80 Kilometer südlich der Lunghai^Bahn und rund 100 Kilometer von der Stelle entfernt, an der die Chinesen die Deiche des Gelben Flusses durchstochen haben. Die Fluten des Gelben Flusses bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von dtwa sechs bis sieben Kilometer in der Stunde vorwärts. Die Hoffnung, daß es den japanischen Pionieren gelingen werde, die Deiche wieder instand zu setzen, wird auch in japanischen Kreisen als äußerst gering bezeichnet. Die japanischen Truppen stellten — nach einem DNB.'Bericht — im nördlichen Teil der Honan- Provinz alle Gefechtshandlungen ein und nahmen dafür, unterstützt von 300 000 chinesischen Bauern, unter Einsatz aller technischen Formationen den Kampf gegen den Gelben Fluß auf. Die zwölf Meter hohen und 200 Meter dicken Deiche lassen sich an den Bruchstellen nicht mehr flicken, so daß das ausströmende Wasser durch Anlegen neuer Deiche und den Bau von neuen Kanälen gebändigt werden soll. Diese Arbeit vereinigte zum erstenmal Japaner und Chinesen zur Abwehr einet beide gemeinsam bedrohenden Gefahr. Die Hauptstadt von Honan Kaifeng, die von Flüchtlingen überfüllt ist, gleicht einer hoch ummauerten Insel in wildbewegter See. Solange die Mauern der Stadt und die mit Sandsäcken verrammelten Tore dem Wasserdruck standhalten, besteht keine unmittelbare Gefahr. Zehntausende von Flüchtlingen, die vor den Fluten sich retten konnten, sammelten sich auf den nicht zerstörten Teilen des Lunghai-Bcchndammes. Hunderte von Flößen versuchen, Ertrinkende zu retten. Um die Stadt O h u n g m o n hat sich ein riesiger See gebildet, der 500 Quadratkilometer groß und vier Meter tief ist. In ihm schwimmen unzählige Leichen. Wenn es nicht gelingt, die Deiche wiederherzu- stellen, besteht die Gefahr, daß der Gelbe Fluß ganz Schantung, Nord-Honan und Kiangsi überflutet und dann in sein im Jahre 18 5 2 oer» (offenes altes Bett zurückkehrt. Eine solche Entwicklung würde nicht nur die japanischen Kampfhandlungen vollständig zum Stillstand brin- Die Aufgaben -er Gemeinden im Dritten Reich. Zahrestagung -es Deutschen Gemein-etages in Berlin. Berlin, 15. Juni. (DNB.) In der Reichshauptstadt ist der Deutsche Gemeindetag zu seiner 5. Jahrestagung zusammengetreten, an dem zum ersten Male im wiedererstandenen Großdeutschland die österreichischen Gemeinden vertre- ten sind. Der Vorsitzende, Reichsleiter Oberbürgermeister F i e h l e r, konnte unter der großen Reihe von Ehrengästen zahlreiche Vertreter von Staat und Partei, der Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes begrüßen. Aeichsminifter Dr. Frick betonte einleitend, die Eingliederung der österreichischen Gemeinden in die deutsche Selbstverwaltung stelle eine Reihe bedeutsamer und schwieriger Ausgaben. Neu ist für die österreichischen Gemeinden die unbedingte Führer st ellung, die mir in der Deutschen Gemeindeordnung dem Bürger- m e i ft e r eingeräumt haben. Dieser einzigartigen Stellung entsprechend, sind auch die Anforderungen, die an den Bürgermeister gestellt werden müssen. Es muß immer wieder betont werden, daß Führertum auch in der Gemeinde sich keinesfalls darin erschöpft, unbekümmert um die Auffassung der Gemeinschaft, zu kommandieren und zu befehlen. Gewiß verlangen mir von unseren Bütizermeistern klare Entscheidungen. Sie müssen aber geboren sein aus der steten Verbindung des Bürgermeisters mit der ihm anvertrauten Gemeinschaft, getragen fein von dem Vertrauen dieser Gemeinschaft. Deshalb muß er die ihm zur Beratung beigegebenen Gemeinderäte oder Ratsher- ren fo heranzieben, daß sie für ihn wirklich d i e Brücke zum Volk werden. Eine weitere Frage, die die Wiedervereinigung Oesterreichs auf der Seite der Gemeinden in unser Blickfeld rückt, geht von der Erkenntnis aus, daß Selbstverwaltung, ausreichende Finanzausstattung Der Gemeinden und eine richtig bemessene eigene F i - nanzverantwortung in untrennbarem Zusammenhang stehen. Nötig ist deshalb, auch diesen Gemeinden sobald als möglich die finanziellen Grundlagen zu schaffen, die wir in mehrjähriger Aufbauarbeit den deutschen Gemeinden gegeben haben. Di« Aufbauarbeit in Oesterreich, insbesondere auch ?n den österreichischen Gemeinden, kann selbstverständlich nicht — auch nicht im Wege sogenannter Patenschaften — von einzelnen Gemeinden getragen werden. Sie wird vielmehr die Leistungskraft ves ganzen deutschen Volkes hinter sich sehen; sie wird deshalb an das Reich besondere Anforderungen stellen, die zu den ohnehin gewaltigen Leistungen hinzutreten, die die großen nationalen Aufgaben des deutschen Volkes unabweisbar bedingen. Die außerordentlichen Anstrengungen, die zur Bewältigung dieser Aufgabe gemacht werden müssen, werden d i e Finanzlage unserer deutschen Ge- meinden nicht unberührt lassen können. Wir sind uns von jeher darüber klar gewesen, daß alle Träger öffentlicher Finanzwirtschaft in Deutschland eine große Schicksalsgemeinschaft bilden. Es wird deshalb in Kürze an die Gesamtheit der Gemeinden die Notwendigkeit herantreten, auf gewisse Einnahmequellen zu- g un st en des Reiches zu verzichten, weil das Reich die aus ihnen fließenden Mittel für wichtigste Zwecke unabweisbar benötigt. Mchserziehungsmintster Ruft umriß die Stellung der Schule in der revolutionären Entwicklung unserer Zeit. Nicht durch eine Reform der bestehenden Einrichtungen bereite man in erster Linie der neuen Schule den Weg, sondern durch die Schaffung eines neuen E r - zieher stände s. Diese Erkenntnis habe der nationalsozialistischen Lehrerbildung den Weg vorgezeichnet, deren Wesen an den Hochschulen für Lehrerbildung der Minister erläuterte. Hierbei ging Reichsminister Rust auf die Frage nach der Beseitigung der Lehrernachwuchsnot ein. Er wies darauf hin, daß es sich hier um Auswirkungen einer allgemeinen beoölkerungs- politischen Entwicklung handele. Der Mi- Nister wies aus die Reform Der höheren Schule hin. Entscheidend sei dabei die Festste!- lung, daß die innere Zielsetzung der höheren Ziele tn Uebereinftimmung mit der Lebenswirklichkeit und der Arbeitswelt unseres Volkes gebracht worden ist. Die Gesamtarbeit der höheren Schule steht unter Dem Gedanken der Auslese und L e i - stung, Der sich nicht auf die intellektuelle Be- aabung beschränkt, sondern auch Dem ganzen Men- sch en gilt. Eine Vorbedingung für He Leistungsfteigerung, die für alle höheren Schulen geboten ist, bildet d i e Herabsetzung der Besuchsziffern der einzelnen Klassen. Da eine so- fertige Herabsetzung der Klassenstärken zu Härten für Schüler und Schulträger führen würde, sei die strenge Durchführung der neuen Richtsätze von heute auf morgen nicht verlangt worden. Der Minister bat jedoch an dieser Stelle die Gemeinden, dafür Sorge zu tragen, daß He Richtsätze im Laufe der nächsten dreiJahre allmählich erreicht werden. Die Neuordnung der höheren Schulen habe infolge des grundsätzlichen Verzichts auf die mittlere Reife in der hoyeren Schule die Neuordnung des mittleren Schulwesens dringend gemacht. Die erste wirtschaftliche Grundlegung für einen Neuaufbau bildete das Mittelfchul-Finanzaesetz. Es bedeute eine Erleichterung für leistungsschwache Schulträger. Die mittleren Schulen verfolgten, ohne Der Berufsausbildung vorzugreifen, ein Uebunas- und Erziehungsziel, das in besonderem Maße den Anforderungen für Den Eingang in die gehobenen BerUfslausbah- nen in Wirtschaft und Verwaltung genügt. Der Minister kündigte einen Rahmenerlaß über das mittlere Schulwesen an. Hiernach werde es künftig als Hauptform die gründ st an- Reichsleiter Fiehler der Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung, Vorsitzender des Deutschen Gemeindetages, machte bann folgende Ausführungen: Die Mehreinnahmen derGemeinden und Gemeindeverbände aus ihren eigenen Steuern belaufen sich gegenüber dem Rechnungsjahr 1932 im Jahre 1936 auf fast 700 Millionen Mark; die Mehreinnahmen aus Steuer überwei junge n auf fast 440 Millionen Mark — hiervon allerdings rund 100 Millionen aus der Körperschaftssteuer Der öffentlichen Betriebe — im gleichen Zeitraum. Auch im Rechnungsjahr 1937 ift noch eine Steigerung der gemeindlichen Steuereinnahmen um rund 400 Millionen Mark zu verzeichnen. Die Minderung der Fürsorgeausgaben Der G^e m e t n D e n unD GemeinDeoerbänDe betrug 1936 gegenüber 1932 1326 Millionen. Im Jahre 1937 ift noch eine weitere Minderung eingetre» ten, so Daß insgesamt die Minderausgabe in der Wohlfahrtspflege auf 1,5 Milliarden gegenüber 1932 anzusetzen ist. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Gemeinden demgegenüber auf der Elnnabmeseite rund 700 Millionen Mark jährlich an Reichswohlfahrtshilfe verloren haben. Neben Der schon erwähnten Erleichterung der Gemeindefinanzen durck Umschuldung und Zinssen- k u n g baoen die Gemeinden auch noch erhebliche finanzielle Verbesserungen durch Mehrung ihrer Einnahmen aus Verwaltungs- gebühren, Rückerstattungen und einer Reihe- von kleineren wieder besser fließenden Einnahmequellen erlangt. Soweit es sich bei den erwähnten Auswirkungen des nationalsozialistischen Aufstieges uni Mehrung von Gemeindeeinnahmen und um Minderung von Gemeindeausgaben handelt, haben sich diese erfreulichen Tatsachen sehr rasch herum- gesprochen und da und dort den Eindruck erweckt, als ob die Gemeinden nunmehr im Geld schwimmen würden. Es ist dies aber ein großer Irrtum. Zunächst einmal muß festgestellt werden, daß ein erheblicher Teil der finanziellen Verbesserung der Gemeinden notwendig war, um aus Der fortgesetzten Unterbilanz herauszukommen. Denn wenn 1932 ein Fehlbetrag von fast 1,2 M i l- l i a r D e n ausgewiesen wurde, so war ja schon alljährlich mindestens eine halbe Milliarde an Mehreinnahmen notwendig, um die Gemeindehaushalte auszugleichen. Trotz des überhöhten Schuldendienstes mußten die Gemeinden zu Beginn der Arbeitsschlacht noch weitere Schulden aufnehmen, so daß sich Der Gesamtschuldenstand bis Enoe 1934 um etwa 500 Millionen erhöhte. Von da ab ist es den Gemeinden jedoch gelungen, ihre Schulden um etwa 1 Vk Milliarden zu senken, so daß nunmehr noch ein Gefamtschuldenstand von 10,5 Milliarden be- steht. Daraus ist ersichtlich, daß die Gemeinden in den letzten Jahren die finanziellen Verbesserungen großenteils zur Tilgung überhöhter Schulden verwendet haben. Zur nachhaltigen Sicherung der Gemeindehaushalte mußten die Gemeinden sobald als möglich neue Rücklagen bilden. Die Grundlage hier- 1 für bildete die Rücklagenoerordnung, auf deren Eindige fechskl affige Mittelschule und einen viertlafsigen Aufbauzug an Volksschulen, beide je mit einem Plan für Jungen und Mädchen geben. In beiden Formen werde Englisch die Pflichtsprache sein. Im Laufe dieses Schuljahres würden sodann neue Richtlinien über die Aufgaben der mittleren Schule erscheinen. Diese Maßnahmen im Verein mit der Neuordnung der höheren Schule und Den gleichfalls in Vorbereitung befindlichen Richtlinien für die Volksschule ergänzen sich gegenseitig, so daß der Gesamtaufbau der deutschen Schule bis in die Einzelheiten auch für Die Gemeinden sichtbar werde und eine großzügige Planung einsetzen könne. Das Gesetz über die Schulpflicht im Deutschen Reich werde erstmalig von Reichs wegen auch die bisherigen stark zersplitterten Bestimmungen über die B e - rufsschulpflicht zusammenfassen. Reichsminister Rust kam schließlich auf die Auswirkungen zu sprechen, Die sich aus Der Einführung seiner neuen Richtlinien für die Leibeserziehung an Den Jungenschulen für die Gemeinden ergeben. Unter Den beteiligten Ministerien werde in Kürze völlige Uebereinftimmung über die Notwendigkeit einer zentral geleiteten Uebungsftättenplanung hergestellt sein. Haltung auch Der diesjährige Haushaltserlaß des Reichsministers des Innern vom 10. März 1938 mit großem Ernst hinweist. Die Gemeinden haben injten letzten Jahren aus laufenden Mitteln gewaltige Leistungen vollbracht: Wohnungs- und Siedlungsbau, Schulhaus- und Krankenhausbauten, Altstadtsanierung, Straßen- und Brückenbau, Schaffung von Sport- und Spielplätzen usw. Auch Die Leistungen für Die Kulturpflege sind dauernd gestiegen. Auf Dem Gebiete des Gesundheitswesens, Der Bevölkerungspolitik, Der Familienforschung unD Biologie sind Den Gemeinden wichtige Ausgaben neu erwachsen. Ich halte es für notwendig, daß sich alle öffentlichen Stellen nach Kräften bemühen, gegen die Gefahr von lleberorganijation vorzugehen. In diesem Zusammenhang seien auch Die hohen Mitgliedsbeiträge für Verbände und Wirtschaftsgruppen aller Art erwähnt, deren baldiger Abbau Dringend zu wünschen wäre. Die Gemeinden und Gemeinbeverbände stehen zur Zeit vor weiteren großen Aufgaben unD Schwierigkeiten. Ich bin mir bewußt, daß sich dies in der Folgezeit immer wiederholen wird. Unsere Aufgabe ist daher für alle Zukunft keine leichte. Wir müssen in erster Linie die Organisation unserer eigenen Verwaltungen und Betriebe nach allen Richtungen Dahin überprüfen, was noch verbessert werden kann, um Die gemeindliche Selbstverwaltung für Die großen Aufgaben Der Zukunft noch schlagkräftiger, beweglicher unD leistungsfähiger zu machen. Die Fortführung Der Tätigkeit eines Beamten oDer Angestellten ist nicht schon deshalb wichtig und richtig, weil sie seit einer Reihe von Jahren von Dem Betreffenden oDer feinem Vorgänger nach gleichem Schema aus- geführt worden ist. Der Papierkrieg ist eine leider sehr häufige Erscheinung, die aber gerade in Der heutigen Zeit unoedingt vermieden werden muß. Die gewissenhafteste Prüfung bei her Anstellung von Arbeitskräften und gelegentliche Ueber- Prüfung ihrer Arbeit ist notwendig. Ebenso wichtig aber ist es, der Verantwortungs- und Arbeitsfreude des einzelnen weiten Spielraum zu lassen. Grundsatz jeder Verwaltung von oben nach unten muß es fein, nur das zu organisieren und zu reglementieren, was einheitlich geregelt werden muß, nicht das, was man vielleicht noch einheitlich regeln konnte. Die Verwaltung muß nicht nur sparsam unb sorgfältig haushalten mit den Geldmitteln, sondern erst recht mit dem für unser Volk unersetz- lichen Gut Der Arbeitskraft. Es gilt heute, mit allem Ernst zu versuchen, wertvolle Ar- b e i t s k r ä f t e für hochwertige Arbeit in Vermal- hing unb Betrieben freizumachen, fei es durch Verzicht auf nebensächliche Arbeiten ober durch Ein- satz von Maschinen. Es ist Ihnen wohl bekannt, daß eine Aenbe - r u n g des Finanzausgleichsgesetzes beabsichtigt ist. Wir haben das Vertrauen, daß die verantwortlichen Reichsstellen auch die Leistungs- moglichkeiten und -Notwendigkeiten der gemeindlichen Selbstverwaltung voll berücksichtigen werden. Dringend erwünscht ist Die Lockerung oes Korn- Probleme nationalsozialistischer Kommunalpolitik m u n a l kr e d i tv e rb 0 ts für die Sparkassen und Girozentralen. Schwerwiegende Fragen sind auf Dem Gebiete der Energiewirtschaft zu losen. Die Gemeinden haben selbst seit langem Den dringenden Wunsch, die Finanzzuschläge weiter ab zu bauen. Erfreulich ist es, daß immer mehr Städte entsprechend den vom Deutschen Gemeindetag auf gestellten Richtlinien dazu übergehen, ihre Abwasser landwirtschaftlich zu nutzen und Damit zur Losung Der schwierigen Humusfrage beitragen. Es muß auch weiterhin gelingen, den nicht anders verwertbaren Fein-Müll in größerem Maße als bisher Dem Acker zuzuftH, ren. Wichtig erscheint es mir, daß mir in Zukunft Die Fürsorge noch mehr auf Die Erkenntnisse und Grundsätze der nationalsozialistischen Welt- anschauung aufbauen, von Dem völkischen, biologischen unb sozialen Wert des einzelnen ausgehend. Eine weitere Aufgabe ist Der Ausbau der Standesämter zu Sippenämtern. Dis Gemeinden haben zwar schon manches getan für Die würdige Ausgestaltung der Trauungsräume. Der Deutsche Gemeindetag steht mit dem Reichsmini, fterium des Innern unb Den zustänb'igen Partei- stellen in Verhandlung über Einführung einer geeigneten Amtstracht für die Standesbeamten und über Die würdige Ausgestaltung Des Trauungs« aktes. Die Gemeinden haben schon bisher mit großen Opfern den Wohnungs- und Siedlungsbau gefordert. Es darf wohl erwartet roeroen, baß sich an Der Ueberwindung her Wohnungsnot in einem großen Teil Der Deutschen Städte auch Die private Bauwirtschaft unb Jnbustrie in Zukunft stärker als bisher beteiligt. In kurzer Zeit gilt es, besonders im Hinblick auf die Schaffung des Volkswagens, das örtliche Straßennetz det schon eingetretenen und in noch weit größereiy Maße kommenden Verkehrs st eigerung anzupassen und zugleich für große Park« flächen und Sammelgaragen im Jnnertt Der Städte Sorge zu tragen. Das Lugendschutzgesetz. Der Dank des ReichsjugerrdführerS. Berlin, 15. Juni. (DNB.) Den Abschluß einet 100jährigen Entwicklung vom Preußischen Regu, lativ über Die Arbeit von Kindern des Jahres 1838 zum vorbildlichen Jugendrecht Des nationalsozialisti, chen Reiches stellte die Verkündung des Jugcknd« chutzgesetzes am 30. April d. I. Dar. Der Ju« zendrechtsausschuß Der AkaDemie für Deut« ches Recht, Der Die Gestaltung Des Gesetzes auf Der Grundlage eines Entwurfs des Reichsacheits. Ministeriums in Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen schuf, veranstaltete aus diesem Anlaß eine Sitzung, auf der Obergebietsführer Axmann er. erklärte: Wenn heute die menschliche Ar, beitskraft der bedeutendste Faktor im Wirtschaftsleben ist, Dann ist es auch erforderlich, diese Arbeitskraft auch ausreichend zu schützen. Das gilt besonders für die Jugend. Axmann hob besonders das grundsätzliche Verbot der Kinder- arbeit und Die reichsgesetzliche Regelung des Ur» laubs hervor. — Reichsarbeitsminister Seldte betonte. Das Gesetz ift der Erkenntnis entsprungen, daß ein Volk nur bann zu höchsten Leistungen be« fähig! unb berufen ift, wenn es eine an Leib unb Seele gef unb e Jugenb besitzt. Das Gesetz versucht ein Höchstmaß an fürsorgerischer Betreuung Der arbeitenDen Jugend sicherzustellen und andererseits Dejt wechselnden Anforderungen Des Wirtschaftslebens Rechnung zu tragen. Reichsjugendführer von Schirach richtete fei. nen Dank an alle Stellen, die an der Schaffung des Jugendfchutzgesetzes tätig mitarbeiteten. Innerhalb unseres Volkes ist die Jugend nicht mehr eine Opposition gegen den Staat, sondern ein mitverantwortlicher, tragender Teil dieses Staates. Dieser Wandel in der Lebensordnung der Jugend mußte auch zu einem Wandel in der Rechtsordnung führen. „Daher proklamierten wir unsere Forderung nach einem deutschen Jugendrecht." Unter stürmischem Beifall überreichte Baldur oon Schirach Reichsminister Dr. Frank als Anerkennung für diese Arbeit das Goldene Ehrenzeichekl Der HI. — Der Präsident Der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, betonte, daß Die Akademie nach ihrer Struktur nichts anderes konnte, als durch Heranziehung aller Reichs- unb Parteistellen Dafür zu sorgen, daß aus Dem politi« schen Wollen einer revolutionären Grundhaltung Das elementare Buch einer Gemeinschaftsordnung im legalen Sinne wurde. Daß das Gesetz nach na- tionalsozialistischer Methode kein Endpunkt, fonbem ein Anfang ist, sei feierlich versichert. - Abschluß des Kinderschutzkongresses. LPD. Frankfurt a. M., 15. Juni. Auf bet Schlußsitzung Des Internationalen Kinderschutzkon. gresses gaben Die Generalberichterstatter Die Beschlüsse her Sektionen bekannt, hie von den Delegierten her 33 Nationen einstimmig angenommen wurden. Die bisher von Deutschland geleistete Arbeit auf dem Gebiet her Kinderfürsorge wurde als allgemeine Grundlage anerkannt. Reichs- Hauptamtsleiter H i l g e n f e l b t dankte allen Teilnehmern, besonders Minister Ja spar, der fiif Die Idee Des Kinderschuhes nun schon viele Jahrzehnte arbeite. „Allgemein müssen mir", so erklärte Hilgenfeldt, „in Der Arbeit Des Kongresses Die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Nationen feststellen. Wir Dienen Der SBerftän- bigung her Volker unb damit dem Frieden, wenn wir das Gemeinsame, Das uns verbindet, erkennen. Alle Volker haben gemeinsame Begriffe her Mütterlichkeit und Des Schutzes des Kindes. Es ift nützlich, wenn wir das, was wir hier erfahren haben, mit hinaustragen unb unseren Völkern diese Gedanken vermitteln, damit sind wir nicht nur Diener des Lebens, sondern auch Träger des Lebens. Und Das ist die letzte, die schönste und höchste Aufgabe, die Der Mensch in allen Völkern hat." • An Stelle Des Dienstlich verhinderten Gauleiters begrüßte Der stellv. Gauleiter Linder Die Dele- gierten und den neuen Präsidenten her Association Internationale pour la Protection de l'Enfance, Reichshauptamtsleiter Hilgenfeldt, im Wiesbadener- Kurhaus. Reichshauptamtsleiter Hilgenfeldt und Exzellenz Gaetano, her italienische Delegierte, dankten im Namen her Kongreßteilnehmer. Auf her Fahrt nach Wiesbaden war auch das Müttererholungs- heim in Falkenstein besichtigt worden, wo Gauamtsleiter Haua den Delegierten einen kurzen Ueber- blick über die Arbeit der NSV. und die Betreuung der Mütter und Kinder gab. Der Ehrenvorsitzends des Kongresses, her ehemalige belgische Minister- Präsident Jaspax, äußerte sich sehr guerkenneiÄ ßei) mahnt' an bie Zuku lung noch n nur geahnt Bau dieser S'.rKH die Uui Bttlin hat an den folgendes! Die roi i > 7 llnsei s" her r s te Minen, iinas*)tin » ®ene' Menb, bit bamdJ Berpsl'ch As Dem i Mannern" geni«* I Milch, ' U jer trit(n Weiten rtein-W ititt t*5 ” NI Wen W unb bas Erb slcht auf em flugs o m nahmen. 3d imerjüglich Zöhrer lehr ml ßraflfah iignung n übet rod ben jufläni Sesel »irb Aerlin Reichsbu wieder ju Haltet unb verlehrsmi das bishe unternehm adobal 1938 eben waltung. * Reichgbi das deutsch, sitzender de- mit werden Berwaltuna M Die IW Reichs Walten •'Msautobi arbeiten eii Ä? Schv.r- 2er »j; St $MntQ6 Noif» 'n 6jft ’ v «Arrak 4?^ ihW bestrS'tün te; 5'*k D>Ä k °"ch ih Fliegertechnische Vorschule Die große Wanderlehrschau „Das Lebensbild des mit Spannung den Aussagen der anderen Sach« Aus aller Welt ihrer». verständigen entgegen. Hauptversammlung des Deutschen Atpenvereins. bundes der deutschen Studenten. Es wird hierbei angeknüpft an die Tradition der deutschen Stuben- tentage, die seit dem Weltkrieg von der Deutschen! Don Dienstag, den 21. Juni, bis Samstag, den 25. Juni, findet in Heidelberg der „Deutsche Studententag" statt. Tausend Studentenführer aus Verstärkung -er französischen Lustwaffe Dom Alpenoereinszweig Friedrichshafen erging die Ausschreibung der Tagungsfolge zur vier« ' zigsten Hauptversammlung de 6 „Deutschen A l p e n v e r e i n s Die Haupt« Versammlung ist nach ihrer Tagesordnung ein- Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem früheren Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr ». Fritsch in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Wiederaufbau des Heeres im Dritten Reich zum Chef des Artillerieregiments 12 in Schwerin ernannt. ♦ Der Führer und Reichskanzler über* mittelte dem Kommandeur der Luftkriegsakademie General der Flieger v. Stülpnagel anläßlich der Vollendung feines 60. Geburtstages seine besten Glückwünsche. Aus Anlaß seiner 30jährigen Tätigkeit erhielt P g. Rudolf Jung ein Bildnis des Führers im Silberrahmen mit folgender Widmung: „Dem alten nationalsozialistischen Vorkämpfer Rudolf Jung Zum 15. Ium 1938 mit den herzlichsten Wünschen. Adolf Hitler." Ueberdies verlieh ihm der Führer den Titel Professor. Drr Führer ordnet Maßnahmen gegen die Unfälle mit Reiseomnibuffen an. Berlin, 15. Juni. (DNB.) Der Führer Hal an den korpsführer des JISftfL, Hühnlein, folgendes Schreiben gerichtet: Die wiederholten Unfälle mit Aus- flugso mnibussen erfordern schnelle Blaß- nahmen. Ich beauftrage Sie. Korpsführer Hühnlein, unverzüglich durch sachverslgndige JtSftft.* Führer sämtliche im Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen eingesetzten Kraftfahrer auf ihre persönliche und fachliche Eignung nachprüfen zu lassen. Ihre Vorschläge über weitere Sicherheitsmaßnahmen bitte ich. den zuständigen Reichsministern zu übermitteln. (gez.) Adolf Hitler. Gesellschast Heichsautobahnen wird reine Reichsverwaltung. Die Standorte des Handwerks Raumordnung im Wirtschaftsleben. s$s* 1 di« y |i es x - iber die vorbildliche Betreuung der Mütter und Knder in Deutschland. Unser Fliegernachwuchs. K Srofo werden. Kungs^ Mte aud) leit gilt e- des Volks, -netz V . größeren ,l9erun» 3,e W* 'm Ämtern beuttoeSn 6anbmert5r"ein Sranifurt aus Anlaß bes wirb fortgefeljt. Die tzanbwerkskammern, Kreishanb. dieses reichlich mit Zündstoff g-iob-n-n Vechond. Reichshanbwerkertages, wirb in allen Schichten werter,chaften und zuw> Teil auch, d.e Innung-r> lungot^s °t. Mch.ger^ gewählt. Der 500 000. Besuch beim Luftschiff „Graf Zeppelin". Das Luftschiff „Graf Zeppelin" im Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main wurde jetzt von dem 5 0 0 0 0 0. Besucher, Fräulein Hanni Deines aus Darmstadt, besichtigt. Oberingenieur Beuerle überreichte als Betriebsleiter Fräulein Deines als Andenken eine Vase aus Luftschiffmetall. Drei Tote bei einem Deckeneinsturz in Berlin. Bei dem Versuch, auf dem Dach einer neuerrichte« ten Garage in Berlin einen Dachgarten anzulegen, stürzte die Eisenbetondecke plötzlich ein. Drei Perso« nen, die sich gerade in der Garage befanden, wurden unter den Trümmern begraben. Alle drei konnten von der Feuerwehr nur als Leichen geborgen werden. Einskurzunglück in einer rumänischen Kirche. In der Trinitatiskirche in Braila (Rumänien) stürzte bei einer Taufe der Fußboden ein; die verfaulten Bretter des Bodenbelages waren durchgebrochen. Etwa 20 Personen, die an der Taufe teilnahmen, fielen in den Keller und wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Zwei Schwerver, letzte, ein lOjähriger Knabe und eine 36jährige Frau, wurden in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Neun Tote bei einem Hauseinsturz in Saloniki. In der Hauptstraße von Saloniki stürzte ein vierstöckiges noch nicht vollendetes Haus zusammen. Sämtliche an dem Bau beschäftigten Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Bisher sind Neun Leichen geborgen rporden. Anscheinend wurde das Haus unvorschriitsmäßig errichtet. Jedenfalls hat die Polizei den Architekten verhaftet. Großfeuer im Bukarester TUilitär-ZHufeum. Im Bukarester Militär-Museum brach ein Brand aus, der großen Umfang annahm. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache fing das Kuppeldach Feuer, und in kurzer Zeit stand das gesamte Gebäude in Flammen. Sämtliche Feuerwehren der rumänischen Hauptstadt mußten ausrücken. Es gelang erst nach vierstündiger angestrengter Arbeit, und nachdem ein heftiger Regen eingesetzt hatte, des Brandes Herr zu werden. Warschauer Polizei faßt internationalen Verbrecher. Der internationale Verbrecher Jack Erickson aus Reuyork wurde von der Warschauer Polizei gefaßt. Jack, einst einer der besten Boxer der Vereinigten Staaten, fand es für gut, seine Tätigkeit , in der Unterwelt von Reuyork nach Polen zu ver- , legen, weil ihm die amerikanische Polizei auf den , Spuren war. In Warschau nahm er unter dem . Namen Anton Thomson in einem der vornehmsten t Hotels Quartier. Gleich sein erster Betrugsversuch i wurde ihm zum Pechängiiis» Er schickt« den Hotett lung noch nicht abgeschlossen sei und dessen Gröhe nur geahnt werden könne. Wir alle schaffen am Bau dieser großen Zukunft, jeder an seinem Platz. uni. thO" wdttschE' rfannt tu ", 1° < Ä* gesundheitlichen und beruflichen Gründen nieder« gelegt. Sein Nachfolger ist der Leiter des Insel- Verlages, Professor Anton Kippenberg (Leipzig). Zum ersten Vizepräsidenten wurde Professor Hans Wahl (Weimar), zum Zweiten Vizepräsidenten Professor Eduard Spranger (Berlin) 1^. Partei, fl einer ! ^beaMp. ^^niunge, werden auf Anweisung des Reichsstandes des deut- aber war die Aussage des Gerichtsarztes, eines schen Handwerks für ihre Bezirke gleichfalls Lütticher Professors, der neuerdings bekräftigt, bei Standortkarten für jeden einzelnen der Leichenöffnung der beiden letzten Opfer, der Handwerkszweig anlegen. Die Bezirkskar-1 Frauen Weiß und Lange, keinerlei Veraif« ten werden sich also auf die Stadt- und Landkreise tungsspuxen gefunden zu haben. Man sieht dahev erstrecken. Für Stadtgemeinden sind Stadtpläne für ~ die Anfertigung der Standortkarten zu benutzen, so daß aus diesen genau hervorgeht, in welcher Straße ein Betrieb des betreffenden Handwerkszweiges an- säfsig ist. Man wird alsc.in kurzer.Ze" sehr genau Ausschreibung der Tagungssolge zu: wißen, wo ein Handwerker irgendeiner Branche mit M A hauvtvers am ml u na Aussicht auf Erfolg eine Existenz finden kann und I undstchzigsten £ au p t ü e r 1 a m m lun g ?in^ßrieiß5 ^^.naSnhör2ret^n fÖnnCn’ Um Ctne I Versammlung ist nach ihrer Tagesordnung ein- ÄSVÄXf jMj W SÄKX2 tSfÄS 41,7. Für Der djiebene Honbw°rkszwei°e g.bt -s »««r-m »er »reunoe -«- »rpm-n -diu eums un« ausgefprodjene Stanbortverb.chtunaen. Lvoon m°. Der B such b-r Must-n buchen im allgemeinen bie großen Hanbwerkszweige »ngemauer ner «I » I . si ‘ya? aSsÄ «.ÄS™».. ”'z5*. Äw gleichmäßig stark vertreten sind. Die Handwerks- Silvretta bllden den Abschluß. zweige, die sich standortmäßig verdichten, umfassen Deutscher Studententag 1938. die große Gruppe der mehr oder weniger s p e z i a-1 Don Dienstag, den 21. Juni, bis Samstag, den l i s i e r t e n Handwerke, von denen es im Vergleich zu den anderen auch nur wenige Betriebe gibt. I Studententag" statt. Tausend Studentenführer aus Dazu gehören u. a.: die Steinbildyauer, Steinmetze, allen Gauen werden sich versammeln, aemeinsam Marmorschleifer, Stukkateure, Gipser, Töpfer und mit ungefähr 250 Amtsträgern des NS.-Altherren- Ofensetzer, Brunnenbauer, Nagelschmiede, Werk-'" * * 1 '** zeugmacher, Feinmechaniker, Büchsenmacher, Bootsund Schiffbauer, Drechsler, Böttcher und Küfer, _o_r ... v . Musikinstrumentenmacher, Korbmacher, Holzschnitzer, Studentenschaft, die schon damals in sich alle Stu- । Büßten- und Pinselmacher, Schirm- und Stock- denten deutscher Abstammung und Muttersprache ■ macher, Brauer und Mälzer, Kürschner, Weber, I vereinigte, veranstaltet wurden. > Tuchmacher, Wirker, Stricker, Pantoffelmacher, Die Tagung der Goelhe Gesellschafl. : in3n®"mafÄ i^N°uffchek°^?nVL 1 604 588 betraaen (ohne Oester! umrahmte die Sitzung, in der Professor Peter, MWMW8MWWMZ we>ilige Umsatz an teil in einem Handwerks- unternehmen mit Ladengeschäft sich beläuft (für Werkstatt und Laden). Man hat den Einzelhandelsumsatz häufig überschätzt und den Handwerksumsatz unterschätzt. Die Statistik versteht heute unter Handwerksumsatz den gesamten Umsatz, der aus selbsterzeug ten Waren erzielt wird. Der Einzelhandelsumsatz ist dagegen nicht ohne I weiteres der Umsatz, der im Handwerksladen erzielt wird, sondern lediglich der Umsatz, der aus dem Verkauf nicht selbsthergestellter Waren zustande kommt. Den größten Einzelhandelsumsatz haben deshalb die Schuhmachereien, die mit einem Laden verbunden sind (75 v. h.), während z. B. bei den Fleischern der Anteil der nicht selbsthergestellten oder verarbeitenden Waren äußerst gering ist (2,5). Durch das Werk über die Standorte der Handwerkszweige werden rund 250 verschiedene Handwerks- berufe erfaßt. Man rechnet ungefähr mit 135 handwerklichen Vollberufen und etwa 435 handwerklichen Nebenberufen. Es ist also eine sehr beachtliche Spezialisierung oorgenornmen worden. H. D. ‘S mid Junkers-Ausbildungsstätten in Dessau. fAW Dessau, 16. Juni. (DNB.) Aus Anlaß der Ä Nmveihung der Fliegertechnischen Vorschule und FeinÄ! -»er Junkers-Ausbildungsstatte fand m Dessau eine >r iJS Kundgebung statt. Schon seit 1927 gingen die Jun- rerswerke aus der Sorge um eine gediegene Aus- EÄ W her Lehrling- an bi- s°st°ltung -M-S djen S'i i-u-n Ausbilbung-w-I-ns heran. Durch bie Steig«, ta runa ber Gefolgschaft mußte auch b-r Nachwuchs au' ä' durch -ine höhere L-hrlmgszahl ge stch-rt werben. ™ aud) bie Lehrgang- b-r Technischen Ll.eger- -Me hier in Den ’21usDiioung9|ianen uet werke ausgebildet werden und sich auch diese zahlen- J^Qn fe jnäfeia steigern, mußten neue Gebäude errich- tet öerben9 So entstanden die Lehrwerk st üt- malsoziLlis!» ' 3ugfnh( iar. Der 3m ür Deull Gesetzes au' ieichsacheik r beteitigtu Anlaß ein; Ernannt liche »Sin ir im M 'derlich, diiji : schützen llxmann hci ber Äinini mg des Hier Seldti entsprungen^ eiftungen bi- 1 an Leib besitzt. Das rforgerild)tt cherzustellen sarbeiMyen richtete fei' >r Schafsung teten. Önner» cht mehr eine ■in mitoeranl- ses Staa- nunfl der 3u- n der W n wir unten ndrecht.' > Baldur w» als Sn* renzei * is dem # Gnindhollll^ schaftsordM n(ti E punlt |ö«6-® Der Führ - r unb Reichskonzler hat b-m Köni-g von Schweden zum 80. Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. * Der Chef des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, legte in Begleitung des deutschen Gesandten, des Landeskreisleiters der NSDAP, und des deutschen Ml- litärattachös einen Kranz am ungarischen Äe^en- denkmal nieder. Zur Begrüßung des Generals hatte sich der Kommandierende General der Budapester Garnison, Nagy, sowie der Bürgermeister von Budapest eingefunden. General Keitel legte bann auch auf dem deutschen Heldenfriedhof einen Kranz nieder. * Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß und seine Gattin empfingen in den Räumen des Berliner Schlosses Charlottenburg die anläßlich ihres Deutschlandbesuches in Berlin west nehmung der Angeklagten ein anderes Bild. Um acht Uhr brachte die Wirtin dos Frühstück ins Zimmer. Da habe Schönewald sie, wie mit seiner Frau vereinbart war, in das Schlafzimmer geschickt, um ein Paar fremde Schuhe dort wegzunehmen. Schönewald selbst will in diesem Augenblick die Tür zum Flur geschlossen haben, bann sei auch schon der Schuß im Nebenzimmer gefallen. Diesen Schuß habe seine Frau abgegeben, die sich vorher hinter die Tür des Schlafzimmers versteckte. Gegen 8.15 Uhr schellte es, der Geldbriefträaer stand vor der Wohnung. Meine Frau, so fährt Der Angeklagte fort, öffnete die Tür und fragte den Gewzusteller, ob er zu Lange wollte. Als er bejahte, ließ sie ihn ins Zimmer, wo der Mann am Schreibtisch saß. Die Frage des Beamten nach einem Ausweis überraschte beide, da sie hierauf nicht vorbereitet waren. Er selbst habe nun nach einem Ausweis gesucht, da sei hinter ihm der Schuß gefallen, der den Beamten in den Hinterkopf traf. In ihrer alten Wohnung hätten sie dann das Geld gezählt und festgestellt, daß es 3 00 0 Mark und eine 100-Gulden-Note waren. In seiner furchtbaren Angst vor Entdeckung habe er veranlaßt, daß beide in einen benachbarten Wald fuhren und dort die Tasche des Geldzustellers sowie den Mantel des Schönewald verbrannten. Die Piswle soll in einen nahen Weiher geworfen worden sein. Frau Schönewald, die sehr bleich aussieht, und noch aufgeregter als am Vortage spricht, wurde vom Vorsitzenden ernstlich ermahnt, nun einmal der vollen Wahrheit die Ehre zu geben. In vielen Punkten decken sich ihre Aussagen mit denen des. Mannes, Wesentlich weicht bis Frau tin unb entftanb fchließlich bi- neu- Werk- 'ckule für 1000 Lehrlinge mit zahlreichen Klassen- -äumen, Räumen für Verwaltung, Lehrmaterial und loyale Betreuung. Es wurde ferner em L ehr- lingsheim für die auswärtigen Lehrlinge er- richtet. General Milch sprach von dem Gluck der Jugend, die hineingeboren sei m eine große Zeit, die damit aber auch eine ebenso große Verpflichtung auf sich genommen habe. Auf dem Festplatz der Junterswerke hatten die Männer der Arbeit, die Lehrlinge und Abordnun- □en der Luftwaffe Ausstellung genommen. General Milch, der vor Jahren ebenfalls hier im Dienste des Werkes gewirkt hatte, erinnerte an die Zeit ber ersten Entwicklung, als nur ein kleiner Stamm von Arbeitern das große Werk begann. An der Größe des jetzigen Werkes erkenne man den Aufstieg des Reiches. Sodann gab ber Reichsju- aendführer seiner Freude Ausdruck, sprechen au können zu den alten Kämpen der Arbeit und m den Jungen, die hier ihren Lebensweg beginnen und das Erbe weiterführen werden. Diese Jugend ffteht auf einem Boden, in einer Garde als zu- sammengeschmiedete Mannschaft ber nationalsozialistischen Idee. — Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley mckhnte an die Größe des deutschen Volkes, Oer Ooppelmordprozeß Gchönewald. Nachdem in dem Kölner D o p p e 1 m o r d p r o - zeß gegen Otto Schönewald und Frau der Lebenslauf der beiden Angeklagten vor und nach der Tat geschildert worden war, wurden die Töter über die Vorbereitungen zu dem Verbrechen und dessen Ausführung vernommen. Immer wieder unterhielten sich damals beide über die Möglichkeit, in Köln einen G e 1 d z u st e 11 e r zu überfallen. Man beschloß, unter falschem Namen zwei Zimmer zu mieten. Dies geschah unter dem Na- men Student Karl Lange. In der Zwischenzeit hatte die Frau bei der Hauptpost in Köln eine Post- anweisung über 15 Mark an den Studenten Karl Lange aufgegeben. Schönewald will erst bei seinem Einzug bei der Zimmervermieterin Ulla Korte bemerkt haben, daß von dem gemieteten Schlafzimmer aus eine Derbindungstür zu den Raumen der Korte bestand. Er verließ die Wohnung und kehrte zu seiner alten Wohnung zurück, wo seine Frau sich bereits zu Bett gelegt hatte. Der Student erklärte, er könne die Tat nicht ausfuhren, er habe keinen Mut dazu, im übrigen fei ein Mord an einem Geldzusteller unmöglich, da in den Nebenräumen sämtliche Geräusche zu Horen seien. Frau Schönewald war darüber sehr aufgebracht, machte ihm Vorwürfe und erklärte nach längerem Streit: „Wenn du es nicht kann st, tue ich es!' Wenn ursprünglich von der Mordkommission angenommen wurde, daß zuerst der Geldzusteller Körner und bann die Zimmervermietenn Korte erschossen worden sei. jo ergab bis Ver- Berlin, 15. Juni. (DNB.) Nachdem die Reichsbahn 1937 aus der Gesellschaftsform wieder zu einer reinen Reichsverwaltung umgestaltet und die Leitung der Reichsbahn dem Reichs- verkehrsminister übertragen worden ist, erhält nun das bisher als „Gesellschaft" bezeichnete Zweig- unternehmen der Deutschen Reichsbahn, bie Reichs- au tob ahnen, nach dem Gesetz vom 1. Juni 1938 ebenfalls die Form einer reinen Reichsverwaltung. Die Stellen der Neichsautobahnen sind Reichsbehörden. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, wird Vorsitzender des Vorstandes ber Reichsautobahnen. Da- mit werden Aufsicht und Leitung vereinigt. Der Verwaltungsrat wird zu einem „Beirat" umgestaltet, dessen Vorsitz der Reichsverkehrsminister beibehält. Die verwaltungsmäßige Verbundenheit zwischen Reichsbahn und Reichsautobahnen bleibt auf. rechterhalten. Die Reichsbahnbeamten, die für bie Reichsautobahnen tätig sind, verbleiben dort. Auch arbeiten einzelne Geschäftsstellen ber Reichsbahn für die Reichsautobahnen weiter. lenden Mitglieder der British Empire Service, werden in drei (; Leegue Souch Africa der großen südafrikani-I offiziere, darunttr schen Frontsoldatenorganisation und' ihre Frauen, an der Spitze den südaftikanischen Geschäftsträger sowie den britischen Militärattache. Don deutscher Seite waren u. a. erschienen: Reichs- außenminifter von Ribbentrop, Stabschef Lutze, Reichsführer jf Hinzmler, Korpsführer Hühnlein, Gauleiter Bohle und Schwede- Coburg, der Herzog von Eo-burg, Reichskriegsopferführer Oberlindober. Reichshandwerkertages, wird in die Ueberzeugung gestärkt haben, daß der i Handwerker in der. Geschichte unseres Volkes im | städtischen Leben das Gegenstück zum deut- ‘ schen Bauern verkörpert. Auch ber städtische l Handwerker ist einmal aus der ländlichen Schicht > hervorgewachsen. In wirtschaftlicher, Hinsicht prägt । sich wohl bei feinem anderen Berufsstand der Per- - sönlichkeitscharakter stärker als gerade beim Hand- werter aus. Aus alledem geht hervor, wie wichtig es ist, daß dem deutschen Volke ein gesunder Handwerkerstand erhalten 'bleibt. Das nationalsozialistische Reich hat diese Wahrheit von Anfang an erkannt und deshalb durch gesetzliche Maßnahmen wirtschaflliche Förderung und wissenschaftliche Forschung das Handwerk aus der früheren Nivellierung emporgehoben. In diesem Monat, wo nach dem Handwerkertag aus Anlaß der Internationalen Handwerks ausstellung in Berlin, die Handwerksoertreter fremder Völker in großer Zahl in die Reichshauptstadt strömen, wird den deutschen Meistern Gelegenheit geboten, nach fünfjähriger nationalsozialistischer Wirtschaftsführung ihr „meisterliches Können" zu beweisen. Wenn gerade in diesen Tagen das große wissen- schaftliche Werk „Der Standort der Hand- werkszweige" der Oeffentlichkeit übergeben werden konnte, so ist das ein glücklicher Umstand, weil durch diese Untersuchung klargestellt wird, daß das Handwerk in allen Teilen des Reiches die starke Mittelsäule im wirtschaftlichen Aufbau darstellt. Dadurch ist aber auch bereits entschieden, daß das Handwerk aus dem deutschen Wirtschaftsleben nicht wegzudenken ist und gerade die Erfüllung des Dierjahresplanes ein 1 e i st u n g s- fähigesHandwerk erfordert. Aus dem großen Kartenwerk, über die Verteilung der handwerklichen Betriebe eriennt man weiter, wie entscheidend sich die Raumordnu-ig im Wirtschaftsleben aus- wirken kann. Die Standortauswahl für gewerbliche und im besonderen für handwerkliche Betriebe ist ein Teil der großen Gemeinschaftsaufgabe, zu deren Verwirklichung die Reichsstelle füx Raumordnung eingesetzt worden ist. , , „ Der Leiter Der Reichsstelle, Dr. Puttkamer, hat in Der Einleitung zu diesem Werk zum Aus- Druck gebracht, daß es Sinn Der RaumorDnung ist, ■die Nutzung des Raumes und die Verteilung der Bevölkerung im Raume nach den großen vdlkspoli- tischen Richtlinien des Nationalsozialismus zu überwachen und zu lenken. Dadurch sollen ungesunde Bevölkerungsballungen, soweit es möglich ist, verhindert werden. Man will Die wirtschaftlichen Kräfte Der kleinen Städte stärken und die Landflucht bekämpfen. Auch geschwächte Grenz- gebiete sollen in jeder Hinsicht gefördert werden. Das Handwerk in den kleinen und kleinsten Städten stellt ja heute diejenige Gruppe der gewerblichen Betriebe, Die noch nicht alle Folgen Der Systemzeit überwunden hat. Man findet überall im Reich hier und Da noch eine „vergessene Stadt", Die verkehrspolitisch ungünstig liegt und von den groß» zügigen Aufbaumaßnahmen, die überall sonst ein- gesetzt haben, nicht ergriffen worden ist. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der eben nur durch eine vernünftige Raumordnung und Die daraus resultie- renben Maßnahmen sich ändern kann. Deshalb liegt gerade in dieser Feststellung. Die große Bedeutung Des Standortwerkes, denn nun hat man eine weitere Unterlage zur Hand, um der Wirtschaft in Den kleinen Städten erfolgreich unter die Arme zu greifen. Gruppen eingeteilt: 2473 Flieger-, in ihrer Aussage von der des Mannes ab offiziere, darunter 11 Diuisionsgenerale, 18Brigade. ,ie b-streitet, bte ^™«n«“JFKe‘.TtnÄ& nenerale und 65 Obersten. Von diesen 2473 Osst- zu haben: „Ich habe den Schuh nicht zieren bürfen höchstens 223 nichtsti-g-nd- Offiziere UNd n> e nn all«s g °s-n m'ch l?r"ht h>in 33R tedinifche Dffuiere darunter ein Brigade-1Den Mord an dem Geldzusteller streit 1 general und^4 Obersten. 277 V-rwaltungsoffiziere, nicht ab. Nach hnrimhir »in Dhprü Dem ßuftfabrtmin ftenum mung der Frau folgen Gegenuverireuungen veo werden ^für 1938 ^neü eKr^e di te von 47 545 000 ! Angeklagten, die beide bei ihren Aussagen bleiben. Franken zur Verfügung gestellt werden.. Eine £üfftd)Cr GistM0rdvrozeß. periodische Verstärkung der Lustarmee wird je nach WIliW« F 9 Der außenpolitischen Lage und Der finanziellen Be- x>er Tag der Zeugenvernehmung des lastung des Landes erfolgen. Der Luftfahrtminlster I Lütticher Giftmordprozesses stand im wies in Der Kammer darauf hin, daß das beste oei^en ^ner scharfen Attacke der Verteidigung ftanzösische Jagdflugzeug „Moräne 406" bereits in ben Staatsanwalt und Den als Zeugen auf- Serienbau genommen worden sei. JkoA tretenbcn Untersuchungsrichter Destexhe. Deni vor Ablauf von Drei Monaten werde Frankreich Anstoß dazu gab Der Zeuge mit Der Feststellung, mehr als 200 Apparate im Monat her- Angeklagte sei entweder ein Engel oder ein! ausbringen, im März nächsten Jahres rechne man I Dämon, Der Höllenpein verdiene. Er, der Unter« mit einem monatlichen Bau von Trrin'beften5 250 luchungsrichter, glaube letzteres, Denn alle Anzeichen Apparaten. Die hierfür notroenbigen Fabriken seien deuteten auf Die Schuld Marie Beckers hin. Auf zum Teil schon in Betrieb genommen unb arbeite- eine Zwischenfrage Der Verteidigung über den ten ohne Unterbrechung. x Charakter der Angeklagten erklärte Der Zeuge, die Becker sei von ihrer Umgebung entweder gehaßt 1 ober angebetet worden. Seiner Ansicht nach sei fie< wie auch aus Den Aussagen ihres früheren Lieb« Habers yervorgehe, eine Mysterikerin. Die Derteidi« gung wies nicht nur diesen Ausdruck des Zeugeni als ^unpassend zurück, sondern zieh auch das Gericht Der Parteilichkeit. Richter und AngeklagtL .wohnten als stumme Zeugen diesem Duell zwischen , Die Arbeit über die Standortplanungender Verteidigung und dem hauptsächlichsten Zeugen. Paris, 15. Juni. (DNB.) Im „Journal Osfi- o s,.r swwnPT.■ riri" wurde die Gesetzesverordnung über Die Ver- fetWÄ.gÄa..■•«VÄ &KU&VS: - «* biet« x«6kn.l im Obigen aktiven Dienst in Friebens- zriten ist auf 3085 Offiziere und 59 410 Unteroffiziere und Mannschaften festgesetzt. Die Offiziere << t . 35 e d mag nie un uic wh-d1 L7y —7.1' IW M, cn die Zukunft des großen Reiches, dessen Entwick- schen ReP - - •J - <• -<»-<-«-- r- —mrXfeö Jahres W diener in eine Bank, um zehn Dollarnoten einzuwechseln. Auf der Bank wurden vier von den zehn Banknoten als gute Fälschungen erkannt. Eine Anfrage bei der Polizei ergab, daß eine vorliegende Personalbeschreibung auf „Thomson" vorzüglich paßte. Als man ihn verhaften wollte, sprang der Verbrecher aus einem Fenster ins Freie, schwang sich in einen Kraftwagen und versuchte zu entkommen. Die Polizei jagte aber hinter dem Flüchtigen her und nahm ihn fest. Man fand bei ihm drei falsche Pässe und eine Unzahl gefälschter Banknoten. Er wird nach Amerika ausgeliefert werden. Opfer der Arbeit. LPD. Rüsselsheim, 15. Juni. Dienstag vormittag ereignete sich in den Opelwerken ein Betriebsunfall, der leider ein Menschenleben forderte. Arbeiter luden von einem Fernlastzug mit einem Kran größere Mengen Blech ab, als sich plötzlich ein Bund Blech löste und den 35jährigen Arbeiter E h m a n n aus Flörsheim so unglücklich traf, daß das rechte Bein unmittelbar am Rumpf ab getrennt wurde. Arbeitskameraden zogen den Berunglückten, der noch bei Bewußtsein war, unter dem Blechstapel hervor und brachten ihn zur Sanitätsstation, wo er kurz darauf seinen Verletzungen erlag. Unwetter in Ungarn fordert acht Todesopfer. In den letzten Tagen ging ein schweres Unwetter über fast ganz Ungarn nieder. In den verschiedensten Landesteilen, besonders in der nordungarischen Gebirgsgegend wurden Hunderte von Häusern durch Blitzschläge oder Ueberschwemmungen zerstört. Acht Personen wurden getötet und elf schwer verletzt. Rund 15 000 Todesopfer der Cholera in Indien. Die' Cholera-Epidemie in Mittel-Indien hat, nach amtlichen Darstellungen, bisher rund 15 0 0 0 Todesopfer gefordert. Die Zahl der von der Seuche erfaßten Personen beträgt das Doppelte. Die Epidemie ist die verheerendste seit dem Jahre 1928, wo fast 50 000 Personen umkamen. Eine Ziege frißt einen Fünfzig-lNark- Schein. Einen kostspieligen Spaß erlebte ein Landwirt in Bassenheim bei Koblenz. Sein Töchterchen hatte das Milchgeld einkassiert und auf den Küchentisch gelegt. Unter dem Geld befanden sich mehrere Scheine. Durch die offene Tür spazierte eine neugierige Ziege herein, die das Geld beschnupperte und schließlich einen Fünfzig-Mark-Schein verschlang. Bevor sich die Ziege an dem teuren Futter noch weiter gütlich tun konnte, kam die Frau des Landwirts hinzu und verhinderte weiteren Schaden, lieber den schmerzlichen Verlust suchte sich der Landwirt nach dem ersten Schrecken zu trösten indem er meinte: ».Jetzt ist unsere Geiß 50 Mark mehr wert!" Das erste Goldstück der „Cutine“ geborgen. Der Bagger ,Karimata"ist jetzt vor Terschelling auf das Wrack der „L u t i n e" gestoßen. Zuvor hatte man Schwierigkeiten, da die Baggereimer mit den Betonklötzen in Berührung gekommen waren, die der Engländer Lyons bei seinem Bergungsversuch kurz vor dem Kriege dort versenkt hatte. Die Betonklötze wurden schließlich zerstoßen. Dann kamen verschiedene Wrackstücke,, kupferne Nägel und Kanonenkugeln zutage. Schließlich fand sich das e r st e G o l d st ü ck in der Waschtrommel, eine spanische Münze aus dem Jahre 1781. Der Bagger arbeitete auf einer Tiefe von 12 bis 14 Metern. Petri-heil! Seltenes Glück hatte ein Bodenseefischer in Arbon, dem der Fang einer 29 Pfund f ch w eren Forelle gelang. Der Fisch hatte eine Länge von 103 Zentimeter und einen Umfang von 73 Zentimeter. Vor wenigen Tagen hat der gleiche Fischer einen checht von 132 Zentimeter Länge gefangen. 200 Jahre Sevres-Porzellan. Die staatliche Porzellanmanufaktur von Sevres bei Paris kann in diesem Jahre ihr 200jähriaes Bestehen feiern. Die Werkstätten und Brandösen, in denen das weltbekannte blaue Feinporzellan entsteht, waren ursprünglich im Schlosse von Vincennes untergebracht. Das Feinporzellan hat in Frankreich verhältnismäßig spät Verbreitung gefunden. Während die kurfürstliche Manufaktur in Dresden bereits anfangs des 18. Jahrhunderts Feinporzellan herstellte, begnügte man sich in Frankreich damals mit der Nachahmung chinesischer Porzellane. Die staatliche Porzellanmanufaktur von Sevres, die sich der besonderen Förderung der Madame Pompadour erfreute, erfuhr ihren eigentlichen Aufschwung erst, als Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich große Vorkommen an Kaolinerde entdeckt wurden. 3m Dienst der Nächstenliebe. Anstalten der Inneren Mission. Lpd. Wer einmal Gelegenheit hat, einen Blick zu tun in die Arbeit jener Menschen, die ihr Leben in den Dienst der Nächstenliebe gestellt haben, insbesondere der Betreuer von Krüppeln und Epileptikern, wird ihnen dankbare Anerkennung zollen für die selbstlose Hingabe, mit der sie sich täglich bemühen, diesen Armen ihr schweres Los erträglich zu gestalten. Die Innere Mission, die mit den staatlichen Stellen und der NSV. zusammen- arbeitet, unterhält auch in unsereip Gau eine Anzahl von Anstalten, in denen körperlich und geistig Kranken geholfen und versucht wird, sie nach Möglichkeit wieder als brauchbare Glieder dem Volksganzen einzufügen. So liegen unweit von Darmstadt, inmitten einer reizvollen Landschaft des hier beginnenden Odenwaldes, die Nieder-Ramstädter Anstal- t e n. Diese nach dem Vorbild von Bethel auf Initiative von Bodelschwingh im Jahre 1900 gegründete Anstalt beschäftigt sich mit der Pflege von Geistesgebrechlichen (Epileptischen, Schwachsinnigen und Bladen). Für diese Menschen, die in ihrer Hilflosigkeit in der Öffentlichkeit heimatlos sind, wurde hier eine Heimstätte geschaffen, die ihnen Ersatz bietet für all das, was sie infolge ihrer Krankheit fönst entbehren müßten. In den Nieder- Ramstädter Anstalten werden zur Zeit 450 Kranke Neues für bei — Der Neue Brock haus, Allbuch in vier Bänden und einem Atlas. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Preis jedes Textbandes: Ganzleinen 11,50 Mark, Halbleder 15 Mark. Von dem schönen neuen „Brockhaus" liegt nun der dritte Textband vor, der Abschluß des ganzen Werkes wird für diesen Sommer angekündigt. Das Bestreben des Allbuches ist es, lebendige Anschauung zu geben. Bettachten wir beispielsweise einmal die Tafel „Post". Wir verfolgen den Weg eines Briefes von dem Augenblick an, Da er in den Postkasten geworfen wird, bis zum Eintreffen beim Empfänger. Dabei tun wir einen Blick in die Alltagsarbeit eines Berufsstandes, mit dem wir täglich in Berührung kommen und dessen vielfältige Tättgkeit uns durch die Bildertafel des „Allbuchs" vor Augen geführt wird. Andere Fragen, die auf diese Weise anschaulich beantwortet werden: Wie wird Papier oder Porzellan hergestellt, wie Leuchtgas gewonnen? In langem Zug ziehen die Bilder art uns vorüber: berühmte Persönlichkeiten, Kunst, völkerkundliche Bilder, Naturkunde, Technik. Während es die „Konversationslexika" bisher als ihre Aufgabe ansahen, das Gegenständliche darzustellen, bezieht das Allbuch auch das Sprachliche ein. Es beschränkt sich nicht daraus, einen Gegenstand abzubilden, sondern es benennt seine Teile, es stellt seine Arten zusammen. Was ist der Kipphebel einer Lore, Mas die Knopfnut am elektrischen Bügeleisen, der Abzug an der Pistole, der Sterz am Pflug? Was für verschiedene Arten Nägel gibt es, wie sieht eine Häkelnadel, eine Sattlernadel, eine Maschinennadel, eine Stricknadel aus? Bild und Text ergänzen einander. Immer ist darauf Bedacht ge=- nommen, alles so darzustellen, daß wir im täglichen Leben etwas damit anfangen können: lesen wir einmal unter „Miete" nach (Wann können wir kündigen, wenn keine Frist vereinbart ist? Welche Rechte gibt das Mieterschutzgesetz? Was ist unter gesetzlicher Miete zu verstehen?). Die Mundarten sind nicht vergessen. Die Anführung von Sprichwörtern und Redensarten (auch fremdsprachigen), Titeln von Büchern und Theaterstücken, Kurzversorgt, denen durch das Zusammensein mit Leidensgefährten gleicher Art das eigene Kranksein weniger belastend erscheint. Diese psychische Entlastung ändert oft das gesamte Krankheitsgefüge. Auch die Möglichkeit, fast jeden Kranken irgendwie in den Strom der Arbeit hineinzuführen, ist für das Leben des einzelnen von größter Wichtigkeit. Er hat nicht mehr das Gefühl, unnütz und überflüssig zu sein. Hieraus ergibt sich ein Lichtblick; wenn es gelingt, rechtzeitig und intensiv den Kranken mit planmäßiger Arbeit zu befassen, besteht Aussicht, daß die Epilepsie geheilt wird. Seit 1910 widmen sich die Nieder-Ramstädter Anstalten auch Der Krüppelfürsorge. Nach dem Krieg wurde ferner ein Lehrlingsheim für körperbehinderte männliche Jugendliche eingerichtet, das die Erziehung und Berufsausbildung übernimmt. Die Aumühle bei Wixhausen ist ein Ueber- gangshcim für Strafgefangene und aus der Sicherungsverwahrung Entlassene. Es kann bis 30 Personen aufnehmen, die hier unter fachkundiger Leitung mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt und, wenn sie sich bewährt haben, von Freunden der Anstalt, meistens Landwirten im Odenwald, eingestellt werden. Ein erheblicher Teil der hier untergebrachten Leute konnte wieder in ein ordentliches Leben zurückgeführt werden. Bei Eberstadt liegt Haus Burgwald, eine Heilstätte für Alkoholkranke und auch Rauschgiftsüchtige, die freiwillig in die Anstalt gekommen find. Mit psychotherapeutischen und heilpädagogischen Maßnahmen wird der Charakter des Kranken umgeformt und das Selbftverantwortungsbewußtsein gestärkt. Vom ersten Tage an völlige Enthaltsamkeit von Alkohol und eine genaue geregelte Arbeitsweise im Garten ober auf Dem Felde machen aus diesen Süchtigen nach einigen Monaten wieder brauchbare Menschen. Am Fuße des Frankensteins liegt in einem herrlichen Tal das Erholungsheim W a l d m ü h l e, das zahlreichen Müttern und Kindern Den schönsten Aufenthalt bietet. t Büchettisch. Wörtern und Abkürzungen steigert die Benutzbarkeit für den Tagesgebrauch. — Josef Pfitzner: Das Sudeten- d e u t f ch t u m. „Schriften zur völkischen Bildung" im Verlag Hermann Schaffstein, Köln. Preis geh. 0,40 RM. — (177) — Das Sudetendeutschtum als größte außerhalb der Reichsgrenzen lebende deutsche Volksgruppe ist in unseren Tagen mit einer unerhörten Raschheit und Wucht in den Gesichtskreis der europäischen Völker und Staatsmänner getreten. Daher ist es von besonderem Nutzen, wenn in diesem Büchlein die Frage nach Den tragenden Kräften der sudetendeutschen Geschichte erhoben wird. Nur dieser Vorgang gestattet eine Bewertung Der sudetendeutschen Einheitsbewegung. — Der rührige Verlag C. Berte Is mann in Gütersloh gibt eine Reihe wirklich spannender G e - schichten fiü r unsere Jugend heraus, die in sorgfältig gestaltetem buntem Umschlag meist mit mehreren Zeichnungen im Text zu dem verhältnis- mäßig billigen Preis von 20 Pf. unseren Jungen einen wertvollen Ersatz für die Nic-Carter- und Sherlock-Holmes-Hefte früherer Jahrzehnte bieten will. Die Hefte nehmen ihren Stoff aus Dem Weltkrieg, aus Natur und Technik und fernen Welten. L. — Werner Sombart: Weltanschauung, Wissenschaft und Wirtschaft. Preis 0,90 RM. Verlag: Buchholz 8z Weißwange, Char- lottenburg 2. — (181) — Sombart zeigt, wie nicht so sehr Die Wirtschaft Die Weltanschauung bestimmt, als vielmehr diese auf jene ihren Einfluß ausübt: Die Frage: bb es ein „voraussetzungsloses" Wissen gibt, verneint er. Was man billigerweise allein vorn Forscher verlangern.könne, sei die unbeirrbare Absicht, das Richtige zu erkennen, die „verstehende", geistwissenschaftliche Volkswirtschaftslehre wird, eine Wiedergeburt Der alten Kameralistik, Der praktischen Volkswirtschaftslehre, begünstigen. — Peter Purzelbaum: Vom Hundertsten ins Tausendste. III. Töne und Tinte. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis kart, mit buntem Bildumschlag 1,90 RM. — (117) — Musikanten und Bürokraten, Dichtet und Kaufleute erscheinen Arm in Arm, auch Gast» wirte verzapfen ihren trockenen Humor, und braun» gebrannte „Afrikaner" aus unseren Kolonien wissen manch' lust'ges Stück zu erzählen von ihren Aben» teuern pnd von Mohren, die ihre Schuldigkeit getan. — Hans Richter: Wohin gehörst Du, Mario n? Roman. 223 Seiten. Kart. 2,75, Ganz, leinen 3,75 Mark. Verlag Otto Janke, Leipzig. — (192) — Der Roman erzählt die Geschichte des Mädchens Marion, Das, von Den Großeltern in Buenos Aires erzogen, als es erwachsen ist, erfährt, daß der Vater in Deutschland noch lebt. Marion entscheidet sich sofort und fährt nach Europa, um Das Leben des Vaters zu teilen. Das ist nicht leicht, denn der Großvater ist ein reicher Mann und Der Vater lebt in einfachen Verhältnissen. Aber Marion nimmt Den Kampf auf, sie findet gute Kameraden und findet unter ihnen Den Mann, dessen Leben sie einmal teilen wird. — Schlank werden — schlank bleiben auf natürlichem Wege ohne Entbehrungen. Eine praktische Anleitung nach neuesten Erfahrungen für jedes Mädchen, jede Frau und jeden Mann. Von A. Glucker. Mit 70 Bildern. Kart. 1,80 Mark, Seinen 3 Mk. Süddeutsches Verlagshaus G. m. b. H. Stuttgart-Dl. — (153) — Hier wird leichtverständlich gezeigt, wie man ohne Entbehrungen, ohne" Schädigung der Gesundheit auf natürlichem Wege, durch Bewegung, spezielle Muskelschulung, Korrektur der Haltung und Massage, Durch Atmung und richtige Ernährung sich von Korpulenz befreien und eine gute Körperform behalten kann. Witterungsvorhersage für Die Zeit vom 16. bis 25. Juni. Herausgegeben von Der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersage Des Reichs» Wetterdienstes, Bad Homburg v. D. H. Im ganzen Reichsgebiet bis ungefähr Mitts nächster Woche unbeständiges Wetter, häufig wolkig und regnerisch, besonders in Den Alpen und am AlpennorDrand, jedoch mit zwischenliegenden Aufheiterungen von teilweise etwa ganztägiger Dauer. Besonders im äußersten Südosten öfters heiter und trocken. Schwankende Temperaturen, für die Jahreszeit aber meistens, vom Südosten wahrscheinlich abgesehen, zu kühl. In der zweiten Hälfte der nächsten Woche Wetterbesserung. Gesamtsonnenscheindauer in dem zehntägigen ^ett, raum meiftenorts größer als 50 Stunden. Wetterbericht Von Der Rückseite des skandinavischen Tiefdruck« Wirbels, der auch bei uns Unbeständigkeit auslöste, ist ein Vorstoß von Meereskaltluft über das europäische Festland erfolgt. Er macht sich auch, in Deutschland in weiteren Temperaturrückaängen bemerkbar, wirkt sich jedoch gleichzeittg auf das westeuropäische • Hochdruckgebiet nad) Osten hin aus. Damit wird sich auch bei uns wieder häufig auf» heiterndes Wetter einstellen, ohne daß die Gesamt» läge durchaus beständiges Wetter aufkommen läßt. Vorhersage für Freitag: Häufig aufheiternd, aber nicht allgemein niederschlagsfrei, nachts sehr frisch, tagsüber leichte Wärmezunahme, abflauende Winde. V o r h e r s a g e f ü r Samstag: Wechselhaftes und leicht unbeständiges Wetter, tagsüber mäßig warm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen« leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurferei R. Lange, K^G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs« preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gießen, den 16. Juni 1938. 4090D 4088A Gießen, den 13. Juni 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus, [Stellengesuche! Junge Oester- reicbermm.guter Schulbildung u. gutem Aussehen sucht «Stellung als Haustochter ober Erzieherin in gm. Haushalt. Schr.Angeb.unt. 02809 a.d.G.A. Bekanntmachung. heugrasversieigerung der Stadl Gießen. INontag, den 20. Juni 1938, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich versteigert werden, und zwar: Um 8 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von Den Wiesen in Den Gemarkungen Großen- Buseck und RöDgen, sowie Der Wiesen am Bügeeck unD SchinDerseck. Um 824 Uhr (Zusammenkunft an Der AnneröDer Straße) von Den Wiesen im Utersbrunnen. Um 10 Uhr (Zusammenkunft in Der Restauraration „Zur StaDt Lich", Licher Straße 59) von Den Wiesen im Heegstrauch, Ohleberg, am Weiher, eine Wiese hinter Der Kläranlage, Der Insel, von Den Wiesen im Wiesecktal an Der Eselwiese, 3 Wiesen beim Schlachthof, sowie 2 Wiesen am Lutherberg. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu. besichtigen wünschen, wollen sich an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden. Tüchtige Stenotypistin mit Kenntnissen in der Buchhaltung und guter Handschrift in Einzelhandels - Geschäft für sofort gesucht. Handschriftliche Bewerbungen mit Zeugnisabschriften unt. 02816 an d. Gießen. Anzeiger. Selbständiges Haus» mäddien welch, gut nähen und bügeln kann, in Herrschaftshaus f. baldigen Eintritt gesucht. Bitte um nähere Angabe.Neisew. bezahlt. Frau Julia Merck, Jugenheim a.d. Bergstr., „Haus auf d.Hoh". 4er Selbstlosigkeit im kämpferischen Einsatz. Und wenn unser Regiment sich dann längere Zeit unter den harten Gesehen des Soldatentums auch in den Engen und Niederungen der deutschen Kleinstaaten kämpfend bewegen mußte, so steht doch anderseits die Regimentsgeschichte auch sofort roitber mit an der Spitze des Weges zu einem größeren Deutschland. Vor 125 Jahren, im November 1813, vor Torgau, ertönte aus den Reihen unseres jungen Garde-Füsi- lier-Regiments der denkwürdige Ruf „Es leben alle Deutschen hoch!" Und vor nunmehr 70 Jahren fanden 1868 auf Grund der preußisch-hessischen Militärkonvention, also der ersten Mainlinienüberbrückung, die damaligen Herbstübungen des Regiments erstmals nach berii ehernen preußischen Exerzierreglement statt. In der anschließenden Zusammenlegung beider Stammbataillone des Regiments in Gießen fand diese Entwicklung zu größerer Schlagkraft auch ihren äußeren Ausdruck. Und so gut muß der weit über Landesgrenzen hinausgehende Geist des Preußentums in den Reihen der hessischen Soldaten des weißen Regiments in Gie- Ein Wiesenblumenstrauß. Wir haben uns ein kleines, bescheidenes Teilchen der Blumenpracht von der Wiese mit nach Hause gebracht. Da steht nun der Wiesenblumenstrauß im Zimmer. Der herrliche Farbenreichtum entzückt uns immer wieder. Die einfach blühenden Wiesenblumen erfreuen unser Herz. Wohl blühen im Garten Rosen und Nelken in allen Formen und Farben, aber die Wiesenblumen in ihrer schlichten Schönheit erzählen so viel von der sommerlichen Pracht, daß wir nicht aufhören können, sie zu betrachten. Zwischen einzelnen Gräsern leuchten die breiten Wucherblumen mit ihren weißen Randblättern und dem goldgelben Blütenteller. So sauber und frisch sind die Farben abgetönt. Daneben grüßen die blauen Blüten des Wiesenalbeis, die weißen kleinen Sternchen des Labkrautes, die gelben Hahnenfüße und die roten Köpfe des Ackerklees. Nur ein paar knallrote Mohnblüten und zarte Kornblumen stehen dazwischen... Und der Wiesenblumenstrauß verwandelt unler Zimmer. Er zaubert das holde Bild des Wiesengrundes hervor. Wir sitzen wieder am Waldrand und schauen hinein in die sommerliche Pracht. Das junge, satte Grün der Wiesen, geschmückt mit der Farbenfülle der Blumen, leuchtet uns entgegen. Schmetterlinge gaukeln im Sonnenlicht, Fliegen und ßen heimisch geworden sein, daß später sogar das berühmte „Exerzierreglement für die Infanterie" vom JR. 116 zuerst eingeübt wurde und nur das Lehr-Jnfanteris-Bataillon und die Jnfanterie-Schieß- schule die neue Vorschrift ebenso früh erhielten. Von diesem Reglement bis zur „neuen Gruppe" und bis zum neuen Regiment mit den Spezial- kompunien ist ein weiter Weg, dessen Stationen nicht lange Jahreszahlen bilden, sondern die harten Erfahrungen und blutigen Lehren von Anloy bis Englafontain, von 1914 bis 1918. So wird mancher alte Infanterist bei den Veranstaltungen des Regimentsappells mit Staunen die gewaltige Steigerung der Feuerkraft eines einzigen Regiments feststellen. Aber schon das Stammbataillon unseres Regiments hatte schon vor 1800 zwei dreipfündige Kanonen. Nach dem für unser Regiment beim Beresina-Uebergang vom 22. bis 28. November 1812 besonders ruhmvollen schweren Rückzug Napoleons aus Rußland waren die vom Regiment zurück- aeführten sechs Geschütze überhaupt die einzigen Geschütze der großen Armee, die weder mit Mann noch Roß geschlagen aus jenem Feldzuge zurück- Käfer summen, und die kleinen Bienchen sammeln den Honig. Von den Bäumen erklingt Vogelgesang, und die Grillen zirpen ununterbrochen. Im heißen Sonnenschein flimmert die Luft. Leise und majestätisch rauschen die Bäume des nahen Waldes .. Da tritt, vorsichtig nach allen Seiten äugend, ein Reh ans dem Schatten des Waldes, dann noch eins, und ganz zuletzt kommt das kleine zarte Rehkälbchen. Sie ftshen und schauen. Dann äsen sie. Und immer wieder hebt der Bock den Kopf, um Ausschau zu halten, ob sich kein Feind nähert. Wir sitzen mäuschenstill und können unsere Augen nicht abwenden von dem schönen Bild. Bis plötzlich ein Geräusch von der fernen Straße die Tiere veranlaßt, den Schutz des Waldes aufzufuchen. Wie leicht und frei und zierlich sie über die niedrigen Büsche setzen... So zaubert der Wiesenblumenstrauß. Und wir wollen nicht vergessen, ihm jeden Tag frisches Wasser zu geben, damit er noch lange unser Zimmer mit Freude erfüllt. H. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Dreiklang". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ihr Leibhusar". gebracht worden sind. Damit ruht auch auf den jüngsten Gliederungen unseres Regiments bereits eine besonders ehrenvolle Tradition ungebrochener Einsatzkraft, die weit älter ist als die hinzugekommenen Erfahrungen aus der feldgrauen Zeit. Und auch das Feldgraue steht insofern m einer bemerkenswerten Beziehung zum diesjährigen Regimentstag, als ihm im Vorjahre und Heuer das alte, ewig junge Soldatenlied „Schier dreißig Jahre bist du alt..." besonders gelten darf, denn im Jahre 1907 erhielt unser Regiment die graue Feld- uniform. Aus chr ist wenig später die vom Führer in unsterblichen Worten gekennzeichnete „eiserne Front des grauen Stahlhelms" geworden. Dreißig Jahre alt ist also in unserem Regiment der graue Rock, den unser Oberster Befehlshaber selber „erst nach nahezu sechs Jahren wieder ausziehen sollte". Das muß ein Grund mehr sein, jenes Feldgrau zu lieben und zu ehren, das nun wieder Mann für Mann und Generation für Generation tragen zu dürfen auch die jungen Soldaten und uns etwas älteren Reservisten mit größtem Stolz erfüllt. Ladenschluß in den hessischen Landgemeinden. LPD. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — gibt in einer Anordnung bekannt, daß für offene Verkaufsstellen in Gemeinden mit vorwiegend landwirtschafttreibender Bevölkerung der Ladenschluß während der Zeit bis Ende September 1938 widerruflich bis 20 Uhr festgesetzt wird. Der Kreisdirektor ist berechtigt, auf begründeten Antrag des Bürgermeisters für Gemeinden unter 3000 Einwohnern eine Verkaufszeit bis 21 Uhr zuzulassen. Arbeiter und Angestellte dürfen in der Zeit von 19 bis 21 Uhr nicht beschäftigt werden. Sängerfest im Zeichen der deutschen Kunst. Das I. Hessische Gausänzerfest, das in Gießen in der Zeit vom 8. bis 11. Juli zur Durchführung kommt, erhält jetzt noch eine besondere Bedeutung dadurch, daß es gerade in den Tagen stattfinüen wird, in denen anläßlich des „Tages der deutschen Kunst" die Aufmerksamkeit aller Volksgenossen besonders auf die großen ideellen Werte der Kunst und damit auch auf die Segnungen des deutschen Liedes für unser Volk gerichtet sein wird. Die Vorbereitungsarbeiten für dieses große hessische Sänger- fest, bei dem sich mit den Sängern alle Volksgenossen unserer engeren Heimat im Banne des deutschen Liedes vereinigen werden, sind auf allen Gebieten nahezu abgeschlossen. Nach dem Ergebnis Kostümprobe zu „Wallensteins Lager". MW* WM r -.V? ? f ........«.»r&d Gestern nachmittag bot sich auf dem Trieb ein nicht alltägliches Bild. Pappenheimsche Kürassiere, holkische Jäger, Angehörige der Terzkyschen Regimenter und Truppen des Generals Buttler hielten großes Lager. Mittelalter war lebendig geworden! Fahnen flatterten in den grauen Tag. Zelte wurden aufgebaut, Marketenderinnen gingen mit Krügen und Bechern zwischen den Soldaten ab und zu! Und gegen 17 Uhr konnte die erste Kostümprobe zu „Wallensteins Läger" beginnen. Unsere Bilder lassen ahnen, wie es gestern auf dem Trieb aussah und was nach dieser Richtung hin bei dem 116er-Fest zu erwarten ist. Aus her Stadt Gießen. Oie Ltnbekannte. Von E A Greeven. Die Freundschaft zwischen Max und Otto begann mit einem gemeinsamen Protest. Sie trafen sich täglich um dieselbe Stunde an einem vielbesuchten Mittagstisch, wo sie mit stummer Verbeugung gegeneinander Platz nahmen und widerwillig zwei Scheiben Fleisch zerkleinerten, die Tag für Tag in der gleichen Tunke schwammen. Eines Mittags schoben beide wie auf Verabredung ihre Teller zurück und warfen ihre Sevietten auf den Tisch. Die Eintönigkeit dieses Fraßes war ganz einfach nicht mehr auszuhalten. Ueberrascht von der Gleichzeitigkeit ihres Protestes sahen die beiden sich an, brachen in Lachen aus und begannen zum ersten Male ein Gespräch. Sie beschlossen, gemeinsam eine sympathische Stätte ihres täglichen Mahles ausfindig zu machen, wo es vor allen Dingen etwas mehr Abwechslung gäbe. Die Suche gelang, und die Bekanntschaft festigte sich. Es ergab sich, daß sie beide Prokuristen verwandter Branchen feien. So würde eine Freundschaft daraus: sie tauschten die Adressen ungechlorter Wäscherinnen und unzerbrechlicher Putzfrauen und er- fteuten sich weitgehender Einstimmigkeit in politischen Fragen. Kein Wunder, daß sie sich gegenseitig als angenehme Zeitgenossen schätzten und hochachteten. Nur in der Verwendung ihrer freien Abende und Sonntage zeigte sich bei Max und Otto ein grundlegender Unterschied, der zu häufigen Diskussionen Anlaß bot, ohne jedoch ihrer Freundschaft Abbruch zu tun. Max chielt große Stücke auf die körperliche Ertüchtigung und betrieb mit Eifer die verschiedensten Sports: er schwamm, er ruderte, er spielte Tennis und war ein mit Medaillen dekorierter Turner. Otto hingegen hatte es auf geistige Weiterbildung abgesehen: war Abonnent mehrerer Leihbibliotheken und besuchte Vorträge über Psychoanalyse und die seelischen Grundlagen der gotischen Kunst. Jeder behauptete vom andern, daß er feine schöne Freizeit unverantwortlich und töricht vergeude. Nur die Tatsache, daß sie beide leidenschaftlich dem Bridgespiel huldigten, schuf eine gemeinsame rettende Insel im Wogenprall der Meinungen. Sie waren bereits ein volles Jahr befreundet, als eines Tages während des Mittagessens Max mit der sehr persönlichen Frage herausrückte, ob Otto schon einmal ans Heiraten gedacht habe. Otto errötete ein wenig und erwiderte zögernd, er ijabe allerdings schon mehrfach daran gedacht und gerade in der letzten Zeit sei diese Frage für ihn akut geworden. Max strahlte und drückte seinem Freund über den Tisch hinüber die Hand. Das sei genau auch sein Fall, und er glaube, sagen zu dürfen, daß er nach den üblichen Abenteuern und Mißgriffen auf diesem Gebiet jetzt ein junges Mädchen gefunden habe, das in jeder Beziehung zu ihm passe. An die Wahrheit des Satzes, daß die Gegensätze sich anzögen, glaube er schon lange nicht mehr. Otto stimmte zu; auch er hielt nichts von der Vereinigung gegensätzlicher Temperamente. „Du kannst dir nicht vorstellen" — fuhr Max hocherfreut fort — „wie ausgezeichnet wir, meine Braut und ich, in allen unseren Anschauungen und sogar in unseren Liebhabereien harmonieren. Ich hatte nicht gedacht, daß es so etwas gibt. Es ist geradezu, als habe die Natur dieses Mädchen eigens für mich geschaffen. Vielleicht hat sie das auch — man kann es nicht wissen! Denke dir: meine Braut schwimmt wie ein Fisch, rudert mit Begeisterung von morgens bis abends, ift eine hervorragende Tennisspielerin und macht Dir die Kerze ebenso tadellos wie den Sprung übers lange Pferd. Was sagst du dazu? — Sie ift eben durch und durch sportlich eingestellt, genau wie ich. Im übrigen ist sie blond und schlank. Ich werde sie unbedingt heiraten. Könnte ich eine passendere finden? Was täte ich mit einer, die den ganzen Tag nach Bildung schreit und von mir das Unmöglichste wissen will? Nein, nein — dieses Mädchen ist das einzig Richtige für mich! Sjabe ich recht?" „Zweifellos", nickte Otto und fand die Wahl feines Freundes vortrefflich. Und da Max so offen und ehrlich gesprochen habe, wolle er mit seinen Absichten auch nicht länger hinter dem Berge halten. Er beabsichtige ebenfalls mit dem Heiraten Ernst zu machen. Max war begeistert von diesem unerwarteten Geständnis. „Siehst du", berichtete Otto bedächtig, „es ist mir ähnlich ergangen wie Dir, ich habe vor einiger Zeit die Bekanntschaft einer jungen Dame gemacht, die nichts Schöneres kennt, als meine Interessen mit mir zu teilen. Ein so tiefes Verständnis für alle geistigen Fragen habe ich überhaupt noch nicht gefunden. Wenn das nicht die richtige Frau für mich ist, so gibt es in der ganzen Welt keine mehr. Dir allerdings, lieber Max, würde sie kaum gefallen, obwohl sie auch blond und schlank ist, denn für deinen Sportbetrieb hat sie gar nichts übrig. Die Rekordjagerei widert sie geradezu an, sagt sie. Es sei ihr viel lieber und wertvoller, sich mit mir über alles Mögliche zu unterhalten und geistig weiterzukommen. Für ein gutes Theaterstück verzichtet sie gern einmal aufs Abendbrot, genau wie ich. Und über einem interessanten Buch kann sie alles vergessen — genau wie ich! Ist das nicht großartig? Hast du jemals so etwas von lieber» einftimmung zweier Seelen gesehen? Ich werde sie heiraten, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche." Otto hatte sich ordentlich warm geredet, und Max mußte zugeben, daß die junge Dame zwar durchaus nicht sein Geschmack sei, aber für seinen Freund ohne jeden Zweifel ein ausgesprochenes Juwel. Und nur darauf käme es ja an in diesem Falle. Man gratulierte sich gegenseitig von Herzen zu den beiden Glücksfunden. Es stellte sich im Laufe der Unterhaltung heraus, daß Max und Otto beide für den Abend frei waren, da ihre Bräute zufällig eine andere Verabredung hatten, die eine mußte eine kranke Tante pflegen, und die andere hatte den Besuch eines Onkels aus Pinneberg. Die Freunde blieben daher zusammen und konstatierten bei einer Flasche Wein, daß Ehen im allgemeinen viel zu leichtsinnig und ohne wahre Kenntnis der Charaktere geschlossen würden. Leider — mußte man sagen. Dor solcher Torheit waren sie gottlob geschützt durch ihre gründliche Kenntnis aller Eigenschaften ihrer Auserwählten. Wie es denn überhaupt das erste Erfordernis und das Wichttgste sei, daß ein ernsthaft entschlossener Mann in betreff seiner zukünftigen Fr iu klar sähe. Bis auf den Grund — prost! Sie ftie zen an und waren sehr mit sich und der Welt zufri den. „In dieser Beziehung kann h ganz beruhigt fein: ich kenne Maria", sagte O o mit glücklichem Lächeln. Max blickte erstaunt au . „Wieso du? — ich kenne Maria!" Otto schüttelte den Kopf. „Meine Braut heißt nämlich Maria!" „Meine auch", entgegnete Max, „ein merkwürdiger Zufall!" „Nein, ein schöner Zufall", schloß Otto, „ich finde es finnig, daß zwei Freunde an den gleichen Namen geraten." Es war ein Grund, noch einma anzustoßen und die beiden Marias leben zu lasse! ♦ Zur selbigen Stunde schrieb ein blondes schlankes Mädchen namens Maria an ihre Freundin Lieselotte: „Man hat es wirklich nicht leicht mit den Männern, das kann ich Dir sagen. Sie sind nicht zufrieden damit, uns zu nehmen, wie wir sind, sondern sie wollen immer etwas anderes aus uns machen. Und alle tun sie so als kennten sie ury besser als wir uns selbst kennen. Habe ich Dir schon von den beiden kuriosen Käuzen Max und Otto geschrieben? Beide bilden sich ein, daß ich sie liebe, obwohl ich sie nur gut leiden mag. Der eine will mich von früh bis spät bilden, weil er sich einredet, ich sei klug, was bestimmt nicht der Fall ist, aber ich muß so tun, um ihn nicht zu kränken. Der andere läßt mich kaum zu Atem kommen mit seinem ewigen Schwimmen, Rudern und Springen, weil er behauptet, das seien meine herrlichsten Talente, womit er sich mächtig irrt. Das ganze Unglück kommt nur daher, weil die Männer so dumm sind, zu glauben, daß sie uns kennen. Für Max und Otto werde ich immer die Unbekannte bleiben, wenn sie auch vom Gegenteil überzeugt sind. Heiraten? Ja, ich werde Fritz heiraten. Der will gar nichts aus mir machen, der hält mich weder für klug noch sportlich begabt, der liebt mich nur ganz einfach, und das ist mir schließlich das Liebste. Vielleicht kennt er mich sogar. Jedenfalls besser als alle anderen." Zeitschriften. — Um das Jahr 1000 herum wurden die Zeichen gefunden, aus denen in folgenden Jahrhunderten die Noten entstanden, wie wir sie kennen. Wilhelm Köhler berichtet darüber in der Junifolge von „W e ft ermanne Monatsheften" und in Tiefdruck wiedergegebene Abbildungen zeigen „gedruckte Musik" und die Kunst des Notenstechens. Im selben Heft wird die Geschichte des „Bassenheimer Reiters" erzählt, der etwa 1230 bis 1240 entstanden ist und mit der ein Stück deutschen Schicksals eng verbunden ist. Auf ein anderes, aber nicht weniger interessantes Gebiet führt der Aufsatz „Was Haeckel unerledigt zurückließ". An unterhaltenden Beiträgen sind neben dem argentinischen Roman von Fritz Strome „Kampf um Münsterland" die Erzählung von Stefan Sturm „Eine Mutter siegt über den Krieg", von Gertrud Fußenegger „Der gelbe Saal", Dr. Johannes S. Horstmann „Heinrich der Löwe als Opfer einer Fürstenverschwörung" zu nennen. Die „Literarische Rundschau" bringt einen Beitrag von Dr. Hellmuth Langenbucher, „Deutsche Dichtung in Oesterreich". — Welchen Gefahren sind unsere kleinen Kinder in unserer Wohnung ausgesetzt? lieber solche Gefahren und vor allem darüber, wie man die Kleinen schützen kann, berichtet das Juni-Heft der Elternzeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Elwin Staude, Berlin W 30 und Osterwieck am Harz). Weiter bringt das reich bebilderte Heft den interessanten Beitrag „Wozu eine Serienreife?", ferner die Aufsätze „Kinderglück im Gartenwinkel", „Das Trotzalter", „Das Kind im deutschen Sprichwort", „Hütchen fliegen" — alles Beiträge, die jede Mutter mit großem Interesse lesen wird. MMMMIHSMkk 3^oman von Hanü von Hülsen. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Er kauerte fich im Gestühl zusammen. Ihm war, als müsse er sich klein, ganz klein machen im An- gesicht des Ewigen, das vom Chor her über ihn ausgegossen wurde, wie der Geist der Pfingsten. Die Musik rauschte mit starken Schwingen über ihn weg. Wie lange hatte er so gesessen? Eine Stunde? Die Zeit zersiel um ihn her, er fühlte nicht einmal mehr den haarfeinen Strahl, mit dem sie durch das Stundenglas rann. Als die Orael mit einer unendlichen Klage verstummte, auf der Empore der Schatten wieder um- hcrhuschte und die niedergebrannten Kerzen loschen, stahl er sich still hinaus aus dem kleinen Gotteshaus. Aber die Musik ging mit ihm, während er auf der steinigen Straße zwischen erblindeten Häu- fern durch die Sommernacht hinabstieg zum dunklen See. * Der alte Pfarrer Majelli und sein sonderbarer Freund saßen in dieser Sommernacht lange am offenen Fenster, durch das der geruhige Atem des Sees und der würzige Duft der Pflanzen im Pfarrgarten hineindrang. Majelli hatte eine bauchige Korbflasche roten Weines vom Bort gelangt und ihnen die Gläser vollgeschenkt. Kein Licht brannte, nur der Schein der Sterne beleuchtete silbrig die beiden Gesichter, das altersmilde Gelchrtcngesicht des Priesters und das derde, knochige, wie aus Lindenholz geschnitzte Antlitz seines Gegenübers mit den eingesunkenen Augen, um das grau das schon schüttere Haar wucherte. Sie sprachen wenig, das war so chre Art: sie konnten stundenlang beieinandersitzen und nur einer des anderen Gegenwart fühlen. Die Geschichte dieser Freundschaft zwischen dem Priester und einem Fremden aus dem Norden Deutschlands hatte das kleine Dorf durch Jahre in Aufregung versetzt und Giuseppe Majelli man- cherlei Anfeindung eingetragen. Nun aber war, da Jahr um Jahr seine Ringe am Lebensbaum an- setzte, alle Erregung längst zur Ruhe gekommen. Die Pfarrgemcinde hatte sich daran gewöhnt, daß konnte von befriedigenden Kassenverhältnissen berichten. Die Ausführungen des Obermeisters wurden mit Zustimmung ausgenommen. Bei der sodann durch Obermeister Lich gestellten Vertrauensfrage wurde die Abstimmung vom stell- vertretenden Obermeister Brücke! (Lang-Göns) geleitet, der bei der Auszählung feststellen konnte, daß dem bisherigen Obermeister e i n st i m m i g das Vertrauen der Klempner und Installateure des Kreises Gießen ausgesprochen wurde. Geschäftsführer Dr. Schmidt beglückwünschte Obermeister Lich zu diesem Ergebnis und sprach dann über die Verwendung von Austauschstoffen im Klempner- und Installateur-Handwerk. Seine interessanten Ausführungen wurden mit Beifall ausgenommen. Gewerbelehrer L e i ch u m behandelte anschließend Berufsschulfragen und sprach über gemachte Erfahrungen beim Reichsberufswettkampf. Kreishandwerksmeister Stühler sprach in längeren Ausführungen über allgemeine Handwerkerfragen. Gießener Dochenmarktpreiie. * G i e ß e n , 16. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg, 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück, 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 1C^, Enteneier 11 % bis 12%, Wirsing, grün, % kg, 10 bis 12, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, neue, Bündel 20 bis 25, rote Rüben, % kg, 10 bis 12, Spinat 8 bis 15, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 20 bis 35, Spargel, 1. Sorte 50 bis 52, 2. Sorte 45 bis 48, 4. Sorte 20, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 55, Zwiebeln, neue, Bündel 10 bis 15, Rhabarber, % kg, 10 bis 15, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg, 14 bis 15 Pf., Aepfel, ausländische, 60 bis 65, Kirschen 60 bis 70, Erdbeeren 55 bis 70 Pf., junge Hähne 1,10 bis 1,15 Mark, Suppenhühner —,90 bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück, 55 bis 60 Pf., Blu- menkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 35 bis 50, Einmachgurken 15, Oberkohlrabi 10 bis 18, Lauch 5 bis 10, Rettich, Bündel 20, das Stück 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel, 5 bis 10 Pf. ♦ ** Feuermelder sind blau geworden. In den letzten Tagen sind die Anlagen unserer Feuermelder in den verschiedenen Stadtteilen durch einen Neuanstrich mit dunkelblauer Farbe versehen und dadurch in Hebereinstimmung mit den neuen Anordnungen für das Feuerschutzwesen gebracht worden. ** Hundesteuer bezahlen! In diesen Tagen erhalten die Besitzer von Hunden die Steuerzettel zugestellt, die zur Zahlung der Hundesteuer auffordern. Der Oberbürgermeister veröffentlicht dazu eine Bekanntmachung, die den Zahlungspflichtigen wichtige Hinweise gibt. ** Städtische Heu ar asverst eigerungen finden am nächsten Montag in den verschiedenen Abschnitten des städtischen Wiesengeländes statt. ** Tragischer Unglücksfall beim Rangieren. Am gestrigen Mittwoch ereignete der bisherigen Vorbereitungsarbeiten ist damit zu rechnen, daß die Tage dieses Sängcrfestes vom 8. bis 11. Juli allen Teilnehmern ein besonderes Erlebnis bringen werden. Hilfe bei dem Nachweis der arischen Abstammung. EPNH. Bei dem Nachweis der arischen Abstammung geraten manche Volksgenossen, deren Dorfähren außerhalb der Grenzen des Reiches geboren sind, in große Schwierigkeiten. Vielfach sind die ausländischen Ortsbezeichnungen nicht bekannt, so daß die Anträge auf Ausstellung der Abstammungsurkunden ihr Ziel nicht erreichen. In solchen Fällen ist der Evangelische Verein für Deutsche Ansiedler und Auswanderer, Berlin C 2, Monbijou- platz, bereit, bei Beschaffung von Familienurkunden aus dem Ausland behilflich zu fein. Mit dieser Arbeit verbindet der Verein zugleich die Forschung nach Vermißten aus dem Ausland. In zahlreichen fast aussichtslosen Fällen gelang es, Ausgewanderte nach jahrelangem Schweigen mit ihren Familien- angehörigen in Verbindung zu bringen ober Verschollene wieder aufzufinden. Rheinfahrt der Langemarckschule. Am Dienstag veranstaltete die Langemarckschule, Oberschule für Jungen, eine von schönem Wetter begünstigte Fährt an den Rhein. Alle Lehrer und Schüler, über zweihundert Teilnehmer aus Eltern- kreisen, das Betriebspersonal und vier österreichische SA.-Männer, die augenblicklich in Lang-Göns weilen und als Gäste der Schule ringelnden waren, führen in der Frühe mit Sonderzua Kastel, von dort mit Sonderdampfer nach Rüdesheim. Zu Füßen des Nationaldenkmals vereinte sich die Schulgemeinde zu einer packenden Feier. Ober- ftubienbireftor Angelberger umriß die unvergänglich hohe Bedeutung dieses herrlichen beut- schen Ortes für die gesamtdeutsche Geschichte, wies auf die überragende politische und wirtschaftliche Geltung des Stromes als Band zwischen deutscher West- und Ostmark hin, gedachte des tausendjährigen Ringens um den Rhein und all der Opfer, Die cs verlangte, und dankte mit der Schulgemeinde dem Führer, der in zähem, glaubensstarken Ringen diesen Kampf zu siegreichem Abschluß brachte. Der Schulchor verschönte die Feier durch Liedvorträge. Die weitere Fahrt mit Dampfer nach Koblenz ließ unter den Klängen der rührigen Bordkapelle die ganze Fröhlichkeit wachwerden, die der Rhein zu wecken vermag. Nach einer schlichten Feier am Deutschen Eck und zwangloser Besichtigung der Stadt brachte der Sonderzug alle Teilnehmer nach Gießen zurück. Eine wohlgelungene, allen Beteiligten unvergeßliche Fahrt! Jahreshauptversammlung der Klempner und Installateure. Im vollbesetzten Saale des „Andres" hielt die Klempner- und Installateur-Innung ihre Jahres- Hauvtversammlung ab. Obermeister L i ch begrüßte die Berufskameraden aus Stadt und Kreis Gießeii und hieß besonders den Kreishandwerksmeister Stühler, den Geschäftsführer des Reichs- innungsverbandes, Bezirksstelle Hessen Dr. Schmidt, Frankfurt, und Gewerbelehrer Leich u m herzlich willkommen. Dem vom Obermeister gegebenen Jahresbericht war zu entnehmen, daß sich im abgelaufenen Geschäftsjahre das Jnnungsleben in zufriedenstellendem Rahmen abspielte. 38 Jnnungs-, Bezirks- ober Hauptversammlungen wurden.abgehal- len, eine Filmvorführung und ein doppelter Tageskursus mit praktischem Lehrgang wurden durch- geführt, des weiteren (gelegentlich der Einführung der Buchführungspflicht) für Handwerker ein Buchführungslehrgang. Die restlose Zurverfügung- stellnng der Jnnungsmitalieder ermöglichte die reibungslose Durchführung Des Reichsberufswettkampfes. Der Verkehr mit vorgesetzten Dienststellen, Behörden usw. bewegte sich in guten Bahnen. Bei der Betrachtung der wirtschaftlichen Lage wurde sestgestellt, daß auch im abgelaufenen 'Geschäfts- fahr ein zufriedenstellender Arbeitsanfall zu verzeichnen war. Obermeister Lich gab dann einen Heberblick über die Finanzen der Innung und Jugend arbeitet im Lustschutz mit! Kundgebung und Vorführungen auf Oswaldsgarten. Aus Oswaldsgarten fand am gestrigen Mittwochabend aus Anlaß des Jugend-Luftschutztages eine eindrucksvolle Kundgebung statt. Hitler-Jugend, BDM. und die Führer und Amtsträger des Reichsluftschutzbundes waren dazu angetreten. Zahlreiche Gaste aus dem Kreise der Partei und ihrer Gliebe- rungen, wie auch der Wehrmacht hatten sich ringe- fanden. Bezirksgruppenführer, LS.-Hauptsührer Poppe eröffnete die Kundgebung. In seiner Ansprache wies der Redner darauf hin, wie fünf Jahre Reichs- luftfchutzbund diese Organisation zu einer Volksbewegung werden ließen, die allein 12,5 Millionen Mitglieder zähle, über 630 000 Amtsträger verfüge und in unzähligen Lehrgängen schon Millionen von Volksgenossen mit den Aufgaben des Luftschutzes vertraut gemacht habe. Im Luftschutz komme es, so führte der Bezirksgruppenfüyrer aus, auf die innere Pflichttreue eines jeden einzelnen an, auf den Selbstbehauptungswillen und auf stählerne Entschlossenheit. Auch die Jugend habe im Luftschutz eine Verpflichtung von einem Ernst und einer Tragweite, wie noch keine Jugend zuvor und zu anderer Zeit. Die Jugend für den Selbstschutz zu erfassen, sei eine dringliche Aufgabe. Die Jugend habe die Forderungen unserer Zeit auch schon begriffen. Für die Zukunft werde die Ausbildung im Selbstschutz noch intensiver vorgetrieben werden müssen. Jugendliche und Erwachsene müßten in gleicher Abwehrbereitschaft und Entschlossenheit antreten und ihre Pflicht tun auf dem Platz, auf dem zu stehen ihnen von Führer und Vaterland aufgegeben ist. Stammführer Or. Schneider bestätigte in merügen Worten, daß sich die Jugend auch auf diesem Gebiete, im Dienste des Luftschutzes, ihrer Aufgaben bewußt sei und ihre Pflicht erfüllen werde. Im weiteren Verlaufe der Kundgebung ergriff Kreisleiter Backhaus das Wort zu einer eindringlichen Ansprache. Er wies eingangs auf die stete Kriegshetze hin, die rings um unsere Grenzen in geradezu verbrecherischer Weise betrieben werde. Da sei es unsere Psticht, alle Maßnahmen zu ergreifen, die Volk und Vaterland zu schützen imstande seien. Dabei gehe es nicht nur darum, die technischen Erfordernisse, die die Luftschutzarbeit mit sich bringe, zu beherrschen, vielmehr gelte es auch, sich politisch zu schulen, um ganz verstehen zu können, um was es gehe. Es gehe einfach um die Erhaltung unseres ganzen Volkes, um Die Erhaltung und Forderung unserer kulturellen Werte und unserer Wirtschaft. In weiteren Worten dankte der Kreisleiter allen Amtsträgern des Reichsluftschutzbundes für die bis- her geleistete wertvolle Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß jedermann auch für die Zukunft alle Kraft einsetzen möge, damit die Plattform geschaffen werde für das Deutsche Reich, wie es der Führer wolle und wie es über Jahrhunderte und Jahrtausende Bestand haben solle. Deshalb müßten wir alle erfüllt sein von einem unbändigen Willen zur Selbsterhaltung. Vorführungen. Im Anschluß an die Worte des Kreisleiters zeigten mehrere Kameradinnen des BDM. einige praktische Vorführungen, die von den vielen Teilnehmern der Kundgebung mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurden. Die Mädchen zeigten, angetan mit der Gasmaske, Marsch-, Lauf- und leichte gymnastische Hebungen, die erkennen ließen, daß die Gasmaske in feiner Weise die Bewegungsfreiheit hemmt und die Leistungsfähigkeit nicht über ein erträgliches Maß herabsetzt. Weitere Vorführungen bestanden in der Bildung einer Eimerkette und in Zielübungen nach Blechdosen, die mit dem Wasserinhalt eines Eimers getroffen werden sollten und getroffen wurden. Nachdem die Uebertragung zweier kurzer Rund- funkansprachen aus Berlin, die aus Anlaß des fünften Jahrestages des Reichsluftschutzbundes gehalten wurden, gehört war, zeigte auch noch die Marine-Hitler-Jugend Hebungen mit der Gasmaske. Zur allgemeinen Heberrafchung unternahm es die Abteilung der MHI., unter der Gasmaske zu fingen und bewies, daß auch dies möglich ist. Sodann wurde noch ein Feuer entzündet, das mit der Einstellspritze in wenigen Minuten von der Jugend gelöscht wurde. Mit den Liedern der Nation fand die Kundgebung ihren Abschluß, sich beim Ranglerdlenst ein schwerer Hnglücksfall, dem der 40 Jahre alte Rangierer Jost Weber aus Fronhausen (Lahn) leider zum Opfer fiel. Der bedauernswerte Mann kam zwischen die Puffer zweier Güterwagen und wurde dadurch am Unterleib zu schwer gequetscht, daß er bald nach seiner Einlieferung in die Chirurgische Klinik verstarb. Aus der engeren Heimat. Unfälle auf dem Lande. Der 27 Jahre alte Schlosser Albert Leckens aus Mu scheu heim zog sich bei seiner Arbeit schwere innere Verletzungen, mutmaßlich einen Bruch der Wirbelsäule, zu. — Durch einen Unglück- lichen Sturz erlitt die Bergmannswitwe Katharine Ferber aus Waldgirmes einen Unterschenkel- bruch. — Der Metallarbeiter Ludwig Becker aus Grunin gen, der in einem Gießener Industrie- werk beschäftigt ist, wurde von einer Schleifscheibe, die sich gelost hatte, am Oberschenkel getroffen und schwer verletzt. — Durch einen Unfall an feiner Arbeitsstätte in einer Dampfziegelei zog sich der 33 Jahre alte Maurer Heinrich Weber aus Burkhardsfelden Verbrennungen im Gesicht, an Brust und Händen zu. —> Mit einer schweren Gehirnerschütterung mußte der 37 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Balser aus Leihgestern in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Der 73 Jayre alte Landwirt Heinrich Koch aus Queck> b o r n kam, als er Vieh fütterte, unglücklich zu Fall und zog sich dabei eine erhebliche Schulter- Verletzung zu. — Durch einen Verkehrsunfall erlitt der 20 Jahre alte Installateur Karl Dem aus Großen-Linden erhebliche Prellungen an Becken, Armen und Beinen. Der junge Mann war in Gießen an der Ecke Klinikstraße-Frankfurter Straße mit seinem Motorrad gegen einen Lastkraftwagen gefahren. — Durch einen Autounfall erlitt das siebenjährige Söhnchen des Metzgers Krämer von Lollar eine schwere Gehirnerschütterung. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 16. Juni. Zwei hochbetagte Mitbürger unserer Gemeinde können gegenwärtig G t* 'burtstag feiern. Daniel Oswald, Wagengaffe 5, kann am morgigen Freitag feinen 87. Geburtstag begehen und Schrniederneister Georg B i e r a u wird am heutigen Donnerstag, 16. Jun? 79 Jahre alt. Beide hochbetagte Männer erfreuen fick einer außerordentlichen geistigen und körper- licyen Frische. 00 Klein-Linden, 14. Juni. An den beiden letzten Sonntagen hielt die Kriegerkameradschaft Klein-Linden auf ihren Schießständen ein Kleinkaliberpreisschießen ab. Es wurden von den Schützen je drei Schuß auf die Zwölferring, scheibe auf eine Entfernung von 50 Metern abgegeben. Nach Schluß des Preisschießens am vergangenen Sonntag nahm Schießleiter Gottfried Benderoth die Preisverteilung vor. Sie hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis mit 35 Ringen Otto Müller; 2. mit 35 Ringen Heinrich Weber; 3. Wilhelm Volkert; 4. Gottfried Benderoth; 5. Wilhelm Erle; 6. Wilhelm Weller mit je 34 Ringen; 7. Heinrich Keudel; 8. Mausehund; 9. Paul König; 10. August Pfeifer mit je 33 Ringen. Es wurden im ganzen 17 Preise ausgegeben, der letzte Preis entfiel auf 30 Ringe. # Allendorf (Lahn), 15. Juni. Die diesjährige rege Bautätigkeit hat eine Erweiterung des Ortsnetzes der Wasserleitung bedingt. Die Bergstraße, die nunmehr mit zwei Wohnhausneubauten an ihrer Hangseite bebaut wurde, ist dem Ortsnetz angeschlos- sen worden. Neben einer Anzahl Um- und An, bauten werden vier Wohnhausbauten ausgeführt. Es sind noch weitere Wohnhäuser zum Bau vor- geschen. Während unser Dorf nach Ende des Krie- ges 142 Wohnhäuser zählte, find in den vergangenen 20 Jahren 32 Wohnhausneubauten erstellt worden, so daß unser Dorf aus 174 Wohnhäusern besteht. Die Einwohnerzahl beträgt z. Z. annähernd 900 Personen. — Dieser Tage wurden in unserem Ort die Schafe geschoren. Der Ertrag der Wolle war in diesem Jahre, bedingt durch die erstklassigen Weideflächen, die im vergangenen Jahr der blinde Mann, der des Sonntags und an allen Kirchenfesten droben auf dem Chor die Orgel so wunderbar erklingen ließ, ein Pagano, ein Ungläubiger war, dessen sich der gute, alte Pfarrer in seiner christlichen Güte angenommen, den er stolz vor aller Welt seinen Freund nanpte. Madre di Dio, es war sonderbar! Aber wenn es der hoch- würdige Herr Pfarrer nicht für unrecht hielt, mochte schließlich auch jeder andere im Dorf es recht heißen. Franz Bartold, eines alten Orgelbauers Sohn aus dem Niedersächsischen, hatte mit seinem Regiment an der letzten deutsch-österreichischen Offensive zwischen Asiago und Arsiero teilgenommen, war dort schwer verwundet und durch eine Gasgranate des Augenlichtes beraubt, in die Hand der Italiener gefallen und in ein Kriegsgefangenenlazarett in der Festung Brescia gebracht worden. Dort hatte er, von Franziskanern gesund gepflegt, die Bekanntschaft des damals in seinen besten Jahren stehenden Pfarrers Giuseppe Majelli gemacht, der die fünf, hundert Kranken des Lazaretts geistlich betreute. Musik, für die sie beide — der kaum fünfundzwanzigjährige deutsche Musikstudent und der um reichlich zwei Jahrzehnte ältere Priester — im tiefsten Herzen glühten, hatte rasch eine Brücke zwischen ihnen geschlagen. Nicht, daß sie sich je mit Worten übpr diese geheimsten Dinge verständigt hätten. Bartold aber konnte fein Wort Italienisch sprechen und der Priester kein deutsches Wort; was sie sich sagen wollten, mußte von einem jungen Assistenzarzt verdolmetscht werden, der ein paar Semester, gleich dem Kranken, in München studiert hatte. Aber später, als Bartold das Bett und das Krankenzimmer verlassen konnte, als man ihm die Binde von den Augen nahm, und er doch das goldene Licht des Tages nicht sah, hatte Majelli für den Kriegsgefangenen, der ja keine Möglichkeit 3JJr F^cht besaß,' beim Festungskommandanten das Wenige an freier Bewegung ausgewirkt, das ihm sein zerstörter Augenstern noch ließ; er hatte ihn unter den Arm gefaßt und hinübergeführt in die alte Stadtkirche, die den Namen seines Schutz- heiligen San Francesco trägt, hatte ihn sorglich die stufen hinauf zum Chor geleitet und vor der Orgel medersitzen lassen. II nb bann hatte ber Erblinbete )o wundervoll gespielt, baß es bem im Gestühl ver- borgenen Priester schien, als lausche Morettos Heilige Margareta und Romaninis Madonna andächtig mvauj zum Chor, von bem bie Tone mit starker Gewalt bernicberbrauften. Von diesem Tag an war Freundschaft zwischen ihnen; aus der Musik des Fremden hatte etwas zu der Seele des Priesters gesprochen, das ihn mit starken Banden an jenen band. Iü den langen Monaten der Gefangenschaft, die des Freundes stille Fürsorge und Fürsprache nach Möglichkeit erleichterte, lernte Bartold so viel von der Sprache des Landes, daß sie sich über Dinge unterhalten konnten, die beiden die innerste Seele ihres Lebens bedeuteten, lind als der Krieg endlich zu Ende war, hatte Majelli feinen Schützling stillschweigend mit sich genommen in seine Pfarre am Gardasee, damit er dort in der kleinen Kirche die Orgel spiele und bei ihm lebe und ihm das einzige Gluck gewahre, das die sonst so geliebte Einsamkeit des weltentlegenen Dorfes ihm versagte: den täglichen Genuß edler Musik. Bartold hatte bas Anerbieten Majellis fast ohne Zögern angenommen. 'Wohin auch hätte er sich sonst wenden sollen? Die • Gasgranate, bie im Graben vor ihm erplo- Diene, hatte sein Leben zerstört, wenn sie ihn auch selber übrig ließ; an Fortsetzung seiner Musik- stubien, bie er vor bem Krieg, zuletzt in München, betrieben, war nicht zu benken. Seine beiben Eltern lebten nicht mehr; im letzten Kriegsjahr war auch bie Mutter gestorben, ohne bas einzige Kinb roteber- gesehen zu haben. Von den Verwandten stand keiner ihm so nahe, daß er ihm mit seinem Ge- brechen hatte zur Last fallen mögen. Aeußeren Ehrgeiz hatte seine stille, in sich gekehrte Natur nie besessen. So schwebte er, als der große Raubvogel ihn wieder aus seinen Klauen fallen ließ, sozusagen im luftleeren Raum, nirgends gebunden, nir- gends verwurzelt, außer in der Musik. Unb baß es gerabc ein Dorf am ©arbafee war, daß fortan feine bleibenbe Statt werden sollte das erschien ihm wie ein unmittelbarer Wink des Schicksals. Denn obwohl er nie, unb auch zu Majelli nicht Darnber rebete: bas Ufer bes Gardasees war mit seinem schweren Geschick auf eine unlösbare Weise verbunden, er fühlte es jeden Tag von neuem. Wohl konnte er, als sie mit dem Dampfer von Desenzano über den See fuhren, und das letzte Wegstück Arm in Arm zu Fuß zurücklegten, nichts von der Herrlichkeit sehen, die um ihn gebreitet lag- nicht bas glasklare Wasser, durch das man bis auf Den Grund schaut, unb Indern bie Silberfische spie- len, nicht bie gewaltigen Schneehäupter in ber Runde, noch den feinen Silberstaub über den Olivenwalbern, nicht bas Leuchten der goldenen Li. monen im dunklen Laub, noch die blaue, strotzende Ueppigkeit der Trauben im Rebengewirr; aber er bedurfte des leiblichen Auges nicht, er trug alles das in sich wie ein Unverlierbares, das mit dem schicksalhaften Weg seines Herzens und mit allen Fasern seines inneren Daseins eng verbunden war. .Er richtete sich in dem fühlen, weißgekalkten Zimmer des uralten Pfarrhauses zwischen metcr- dicken Wänden wie in einer Klosterzelle ein. Er de- grüßte das kleine Harmonium, das Majelli ihm aus feinem eigenen Studio hinaufschaffen ließ, wie einen alten Freund. Leicht erlernte er die Gewohnheiten der Gegend und selbst die Mundart ihrer Bewohner. Als Handel und Wandel zwischen den Volkern mit schüchternen Kinderschritten wieder in Gang kamen, verfügte er, daß das Wenige, was die In- flatton in Deutschland von seinem väterlichen Erbe übriggelassen, ihm überwiesen wurde, damit er nicht in allen Stücken dem Freund auf der Tasche läge. Einen erklecklichen Teil davon verwendete er, um bie alte, seit langem baufällige Orgel des Dorf- kirchleins instandsetzen zu lassen; dies vor allem war es, was dem Gezischel unter den Dorffern das Maul stopfte. Und fortan war er, wfewohl ein Fremdling, der Organist und Kantor des Dorfes, der zum Hochamt die Orgel spielte und die zwei Dutzend Schulkinder ehrenamtlich im Gesang unter» wies. So währte es nun bereits siebzehn Jahre. Der Priester war mählich weiß geworden und Bartold — Sor Francesco, wie alt unb jung im Dorf ihn nannte — war ftüher ergraut, als es wohl feinen Zähren zugestanben hätte. Hier und ba in der Ge- genb lachten bie Leute noch manchmal über ihn unb nannten ihn einen „pazzo“, also einen Narren. Aber im allgemeinen liebte man ihn um seines ssillen, immer freunblichen Wesens willen, das nie einem Menschen zu nahe trat, und einige sagten mit scheuen Worten, daß von seinem Antlitz mit den eingesunkenen Augen ein frember, unerklärlicher Schein strahlte, wie von ben Heiligenbildern ber Kirchen rings im ßanbe. Ottenrieth vermochte sich nicht Rechenschaft zu geben, warum er von bem merkwürdigen Erlebnis in der Dorfkirche zu niemand sprach'; doch sagte ihm eine Ahnung, daß diese Scheu aus tiefen Quellen stieg. Nur gegen den Baron äußerte er sich anderntags obenhin. „Was ist denn das für ein sonderbarer Organist in bem kleinen Nest — ich habe den Namen vergessen, es war südlich von Malcesine? Bin zufällig in die Kirche hineingeraten — sitzt ba oben einer unb spielt irgenbroas, was gar nicht richtig in die Kirche gehört — es war zu auffallend " (Fortsetzung folgt Q Ersprieß- gab der / it- Fragen der Gasversorgung 9. Ji.-fport |te Mit. Hundert Ähre M'nnerchor 1838 Butzbach Fahnen- auf der Sänger- auf der goldenes anderen Seite auf blauem Grund ein Hakenkreuz und eine Lyra. für 40jährige aktive Mitarbeit und die Sänger I Am Montag fand noch eine Nachfeier auf dem Fest- Buhlmann, Dörr und Zörb für 25jährige platz statt, und damit schloß das erste Jahrhundert Sängertätigkeit die Ehrennadel. Anschließend fand des Mannerchors 1838 ab. ein Konzert statt. • Ewald Kluge Giegei- in der englischen TT. Kreisverbandstag der Feuerwehren in Krofdorf-Gleiberg. ORunhfunfprogramm Freitag. 17. Juni. pfofl, ,ebet Mer Nu Pnter, leinet arb. nit allen iden war. gekalkten n mehr' i. Er be- jelli W ließ, mit AewohN' irf ihrer Böltern i Gang die > en Erbe t er nicht che läge, er. um ss W 5r allem lern das oohl-e'» Dorfes, die zme' ig unter« hre. pjJ Bartold Dorf feine" 'der Se' Iber ih" en^ das - I* n6®,r" ig 6e» Wagen« 87. Ge« >« •fi Ebenso ausaezeichnet wie die ausländische Besetzung ist auch die deutsche Bis jetzt wurden vom Neichsfachamt für Leichtathletik die folgenden Frauen der Kern- und Nachwuchsmannschaft aufge- I fordert: 100-Meter.Lauf: Krauß, Albus, Winkels, Weizenkorn-Hannover. 100-Meter-Lauf (Mädchen): Wohlfahrt- Waiblingen. Hochsprung: Ratjen-Bremen, Kaun-Kiel, Nie- meier-Emden, Staudt-Limburg. Weitsprung: Kuhlmann-Hamburg, Venus- Nordhausen, Praeh-Salzwedel, Wohlfahrt-Waib- I lingen. Kugel st aßen: Schröder-Mannheim, Wessel- Jserlohn, Kirchhoff-Bielefeld, Bolkhausen-Dortmund. Diskuswerfen: Schröder - Mundenheim: Wessel-Iserlohn, Kirchhoff-Bielefeld, Bolkhausen- Dortmund, Hagemann-Kassel. 4X100-Meter-National st affe l: Al- I bus, Krauß, Winkels, Weizenkorn. Erfolgreiche Marburger Segelflieger. Das Nationalsozialistische Fliegerkorps und die Abteilung Luftfahrt des Hochschulinstituts für Leibesübungen an der Universität Marburg führten vom 1. bis 14. Juni mit 115 Teilnehmern Segelflugkurse für Anfänger und Fortgeschrittene durch. Die Schulung (Gummi, Winde und Flugzeugschlevp) hatte außerordentlich günstige Erfolge zu verzeichnen. Bei einer Gesamtzahl von 13 7 0 Starts wurden 21 A-, 8 ö - G l e i t s l i e g e r - Prüfungen, 2 C- und 2 amtliche C. Prüfungen mit Flugzeugschleppgenehmigung durchgeführt. Die fortgeschrittenen Segelflieger mach- teil Ueberlandflüge von 60, 90, 120 und 190 km; hierbei wurden Weilburg, Melsungen, die Reichssegelflugschule Dörnberg und der Harz angeflogen. Die Kursusteilnehmer setzten sich zusammen aus Studenten der Universitäten Frankfurt a. M., Königsberg, Marburg und der Technischen Hoch- schule Darmstadt. GchwersteEtappederDeutschlandfahrt In der Gesamtwertung haben sich keine grundlegenden Veränderungen ergeben. Schild behielt zwar das gelbe Trikot, verlor aber rund sechs Minuten, da er nur den 31. Platz belegte. Der Chemnitzer hat jetzt noch einen Vorsprung von dreieinhalb Minuten vor Thierbach, Bonduri und Weckerling, der durch den Zeitverlust von de Caluwö auf den vierten Platz vorrückte. Um die deutsche Handball-Meisterschast. Am kommenden Sonntag werden im Handballsport die beiden Mannschaften ermittelt, die al- beste deutsche Vereins-Vertretungen sich am 26. Juni gegenüberstehen werden, um den deutschen Meister 1938 festzustellen. In den beiden Vorspielen der Vorschlußrunde gab es zwei nicht geringe Ueberra- schungen: Waldhof ließ sich zu Hause von den Weißenfelser Soldaten überraschend hoch überfahren, und der MTSA. Leipzig, deutscher Meister 1937, unterlag als Favorit in Minden. Während nun der Mittemeister als Endspiel-Teilnehmer so gut wie sicher ist, wird es in der Messestadt noch einen erbitterten Kampf zwischen Leipzig und Minden um den Eintritt in die Endrunde geben. Mercedes-Benz trainiert in Heims. Die drei Spitzenfahrer der Daimler-Benz-AG.. Rudolf Caracciola, Hermann Lang und Manfred von Brauchitsch erschienen am Dient- tag auf der Rundstrecke bei Reims, die am 3. Juli Schauplatz des Großen Autopreises von Frankreich sein wird, um sich schon jetzt auf den schweren Kampf etwas vorzubereiten. Alle drei fuhren zebn Runden und erzielten dabei bemerkenswert hohe Durchschnitte. Auf der Geraden kam man sogar auf 250 km/st. Caracciola erledigte sein Pensum mit 178,280 km/st, von Brauchitsch kam auf 176,240 km/st und Lang, der noch etwas verhalten fuhr, begnügte sich mit 174,620 km/st. Nach einem Musikstück sprach Bürgermeister Dr. Mörschel, der die Bedeutung der beiden Feste hervorhob, und betonte, daß, wenn in diesem Jahre das Weidig-Bergfest hinter dem Jubelfest des Männerchors 1838 etwas zurückgestanden habe, dies keineswegs als Zurücksetzung zu betrachten sei. Dann wurde noch an alle Vereine, die mit Fahne erschienen waren, als Erinnerungszeichen ein Bild des Marktplatzes überreicht. Unter dem Gesang der Nationallieder fand die Feier ihren Abschluß. Die Vereine begaben sich zum Feftplatz, wo bei Konzert und Tanz ein fröhliches Volksfest gefeiert wurde. Kreisschulungsleiter R e e h (Wetzlar), als Vertreter des Kreisleiters, sprach von der weltanschaulichen Durchdringung des Volksgenossen und der daraus sich ergebenden Verpflichtungen der Gemeinschaft gegenüber. Die Ausführungen des Be- zirksfeuerwehrführers Diehl (Wiesbaden) richteten sich an das Derantwortungsbewußtsein der Wehrführer, gleichzeitig brachten sie näheres über das neue Reichsfeuerwehrlöschgesetz. Einen herzlichen Jubiläumsgruß entbot Kreisfeuerwehrführer Dietz der Krofdorfer Wehr, dankte im gesamten den Kameraden für alle Dienstleistungen des vergan- aenen Jahres und erhoffte weiterhin stete Einsatzbereitschaft. Dem Appell schloß sich ein musterhaft durchgeführter Vorbeimarsch vor dem Pro- vinzialfeuerwehrführer in der Hauptstraße an. Orohbrandangriff auf Burg Gleiberg. Nach der Mittagsrast in den einzelnen Gast-, Häusern versammelten sich die Teilnehmer und mit । ihnen zahlreiche andere Zuschauer aus dem Burg- Hof, um Zeuge eines „Großbrandangriffes" der beiden einheimischen Wehren auf die Gebäude der Burg Gleiberg zu sein. Schwarze Rauchwolken ver- hüllten plötzlich den Nassauerbau, und bald alar- Pb. Butzbach, 14. Juni. Eine girlanden- und fahnengeschmückte Feststadt, insbesondere der alt- ehrwürdige Marktplatz! Hier begann die feierliche Eröffnung der 100-Jahrfeier und gleichzeitig auch die des 2. Weidig-Bergfestes. Vereinsführer Sichau begrüßte nach dem Lied „Die Himmel rühmen" die Ehrengäste, den Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Dr. Mörschel und die Vertreter der 'Wehrmacht. Ortsgruppenleiter Dr. Mörschel eröffnete sodann das Fest und sprach den Sängern [eine Glückwünsche zur Jubelfeier aus. Eine kleine Ausstellung „100 Jahre Männerchor Butzbach", die in Dokumenten, Bildern usw. besteht, wurde daraufhin in der Weiseler Straße im leerstehenden Laden von Mack eröffnet. Der Toten wurde vor Eröffnung des Festes gedacht und durch den Vereinsführer ein Kranz niedergelegt. Abends fand in der Halle am Wetzlarer Tor die Aufführung des Festspiels „Wehrhaft Volk" statt, das aufgeführt wurde vorn Männerchor 1838, dem Musikkorps und dem Spielmannszug des 11/36, dem Sängerchor der Wehrmacht, dem Knabenchor der Stadtschule und einer Abteilung der Wehrmacht. Sprecher war Karl Maas. Die Leitung hatte Musikdirektor Willi I o st (Frankfurt a. M.). Die Aufführung fand starken Beifall. Anschließend überbrachte der Kreisführer des Sängerbundes Lehrer Breidenbach (Hochweisel) für den verhinderten Gauführer, Ministerialrat R i n g s h a u s e n , Grüße des Sängergaues XII und überreichte als Erinnerungsgabe ein Bild, einen Holzschnitt, einen trommelnden Jungvolk- jungen darstellend. Weiterhin überreichte er für den Kreis Wetterau dem Jubelverein eine Erinnerungsplakette. Alsdann nahm er zum Schluß die Ehrung verdienter Sänger vor. So erhielten Ädert S ch o l ! Rach einem verdienten Ruhetag nahmen am Mittwochmorgen noch 49 Fahrer die sechste Etappe der Internationalen Deutschland-Radrundfahrt von Jnsbruck nach dein231,4 km entfernten Friedrichshafen in Angriff.^Mit dieser Tagesstrecke, die über den schwierigen Arlbergpaß führte, wurde zugleich das schwerste Teilstück der ganzen Fahrt erledigt. Der Belgier Wierinckx kam in 6:50,20 Stunden zu seinem zweiten Etappensieg, diesmal vor Aarents und dem überraschend gut fahrenden Dänen Petersen, unserem Orte und die erforderlichen Schutzmaß. nahmen handelte. Die Hebung nahm in allen Teilen elnen befriedigenden Verlauf, dem auch Regie- rungsrat Dr. Krüger vom Kreisamt Gießen, der re?k/ne,5?e9 Reichsluftschutzbundes, Lehrer Mek- kel (Llch) und Oberbrandmeister Roth (Langs- oorf) Ausdruck gaben. Bürgermeister Kneipp, der vor Beginn der Hebung aufklärende Erläute- rungcn über die Hebungslage gegeben und die lei- tenden Persönlichkeiten begrüßt hatte, sprach zum Schluß allen Mitwirkenden, die ihre Kraft Vorbild- uch in den Dienst dieser vaterländisch so notwen- j digen Aufgabe gestellt hatten, wohlverdienten Dank I aus. kameradschaftliches Beisammensein beschloß die Veranstaltung. — Hier fand der R e i ch s b e - ru .9,mtel^amPf statt, der für Haus- und Land- wirtschaft von der Bezirksbauernschaft für den Kreis Gießen durchgeführt wurde. Es nahmen an ihm teil 28 land- oder hauswirtschaftlich tätige Mädchen aus Langsdorf, 4 aus Bettenhausen, 3 aus Nieder-Bef- [ingen, 9 aus Lich, 10 aus Steinbach. Die Wett- kämpfe wurden auf verschiedenen Gebieten der Haus- und Landwirtschaft ausgetragen, soweit sie innerhalb der bäuerlichen Hofreite vorkommen. Mit einer schriftlichen Arbeit fanden die Aufgaben ihren Abschluß. — Die hiesige Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft konnte ihre Mit- glieder zu einer Fahrt an die Edertalsperre ein» I laben. Einige 70 Landwirte nahmen an der in zwei Autobussen durchgeführten Reise teil. Von dem gro- ßen Edersee ging die Fahrt nach Kassel, wo man Schloß Wilhelmshöhe besichtigte und den Herkules bestieg. Am späten Abend trafen die Teilnehmer noch einem genußreichen Tag wieder in der Heimat ein. Zum ersten Male in der 27jährigen Geschichte der ruhmreichen englischen Tourist Trophy ist es damit einem deutschen Fahrer auf deutscher Ma- schind geglückt, einen Wettbewerb der TT, des schwersten Motorradrennens der Welt, zu gewinnen. Korpsführer hühnleiiz beglückwünscht Kluge. Den größten Sieg in feiner an Erfolgen gewiß nicht armen Rennfahrer-Laufbahn hat der deutsche Meister Ewald Kluge am Mittwochnachmittag auf der Insel Man in der Irischen See errungen: er | gewann das Rennen der' 250er-Maschinen auf seiner schnellen DKW. in der neuen Rekordzeit von 3:21,56 mit einem Stundenmittel von 126,301 Kilometer für die 425 Kilometer. Diese Geschwindigkeit hätte noch im Jahre 1934 ausgereicht, Sieger in der Senior-TT (500-ccm-Klasse) zu werden. Der bisherige Rekord des Vorjahressiegers Tenni (Italien), JW Verfügung standen, als fehl gill anzu- sprechen. # Daubringcn, 15. Juni. Die Gemeinde schaffte für Zwecke des Luftschutzes eine neue Sirene für Handbetrieb an. — Auf eigenen Wunsch wurde Pg. Stein vom Amte des e r st e n Bei- g e o r b n e te n entbunden und in der jüngsten Sitzung als Gemeinderatsmitglied eingeführt. < Eberstadt, 15. Juni. Der Eberstädter Spar- und D a r l e h e n s k a s s e n v e r e i n hielt im „Deutschen Haus" eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Rechner Rühl erstattete Bericht über den Stand der Kasie und sprach erläuternd über das neue Kreditgesetz. Es wurde sodann beschlossen, die Pflichteinzahlungen je Ge- schäftsanteil auf 40 RM. zu erhöhen. Ferner wurde beschlossen, die bisher unverzinsten Geschäftsanteile ab 1. Januar 1939 mit dem üblichen Satz zu verzinsen. D Lich, 16. Juni. Schpn seit Menschengedenken gewährt die Stadt Lich ihren Ortsbürgern einen „O r t s b ü r a e r n u tz e n", der zuletzt jährlich 20,70 Mark betrug und den Ortsbürqern entweder in bar ausbezahlt ober bei Verpflichtungen der Stadt gegenüber verrechnet wurde. Im Hinblick auf die Gemeindeordnung, nach Anhörung der Rats- Herren und mit Genehmigung des Kreisamtes wird dieser Ortsbürgernutzen nunmehr aufgeho- b e n. Als Ablösungswert gilt das 15fache des Jahreswertes, der als Tilgungsfchuld von der Ge- meinde übernommen und im Verlaufe von 15 Jahren abgetragen wird. cx) Langsdorf, 15. Juni. Hier fand eine Luftfchutzubung statt, bei deren Plan es sich um die Annahme feindlichen Fliegerbesuchs über em: "Zum erstenmal in der 27jährigen Geschichte der englischen TT, dem schwersten Motorradrennen der Welt, brachten Sie, NSKK.-Sturmführer Kluge, in ber Klasse bis 250 ccm den Sieg an Deutschland. Ich beglückwünsche Sie und die DKW.-Werke zu dieser überragenden Leistung." gez. Korpsführer Adolf Hühnlein. Erste Nennungen zum Internationalen Krauensportfest in Bad-Nauheim. Die Olympiasiegerinnen und Spitzenkönnerinnen folgender Länder haben Einladungen zur Teilnahme am „Internationalen Frauensportfest" in Bad-Nau- heim erhalten: Ungarn: Czak und Vertefsy; England: Obam und Jofsrey; Frankreich: Leißner; Jta- lien: Valla und Testoni; Holland: Koen, Doorgest und van Balen-Blanken. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nach, ruhten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Krnd. 10: Schulfunk. 10.30: SA., Hitler-Jugend, Wehrmacht und zwei Olympiasieger bauen ein Sta- bion. Rundfunkberichte von Paul Gnuva. 12- Mit- tagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzort (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: „Es wohnt am Sesgestade ein armes Fischerpaar" (Szenen aus Lortzings „Undine"). 15: Klaviermusik. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher (Industrie- und Eigenaufnahmen). 19: Nachrichten. 19.10: Sing Sang — Kling Klang. 20.30: Aus Opern von Charles Gounod (geb. 17. 6. 1818). 21: Der Zauberbaum. Musikalischer Schwank. 22: Nachrichten. 22.15: Deutschland-Nad-Rundsahrt. 22.301 Unterhaltung und Tanz. 24 bis ß; Nachtmusis» Kr6”8 I Arbeit I einen Wglürk. ■Jorine |We[, lr aus kustrie. Ildjeibe, fn und I feiner H ber ll °us «cht, pweren p Ar. pn in b Der Puetf. si'ch zu chulter. P erlitt n aus [n an n war 'Hurter k Last, tounfatt ^tzgers Hirner. in die .miede die Feuersirene die Feuerwehrmänner in Krofdorf und Gleiberg. Schnell eilten die (Bleiberger Hierbei und setzten verschiedene Schlauchleitungen an Dem Hydranten des Burghofes an, um sofort den IBau außen und innen unter Wasser zu nehmen. I Mittlerweile kam ein Teil der Krofdorfer Wehr mit dem Kraftwagen an, um die (Bleiberger Kameraden nad) Kräften zu unterstützen. Da aber der greifbare Wasseroorrat für die Bekämpfung eines größeren Brandes kaum ausreichen dürfte, fuhr die Krof- barfer Motorspritze gleich an ben „Rechten Brunnen", legte von der Burg eine mehrere hundert Meter lange Schlauchleitung den Berg hinunter bis an einen wasserreichen Tümpel des Fohnbaches. Zu dessen Verstärkung wurde ein Teil Des Wassers aus dem Schwimmbad abgelassen. Infolge der starken Steigung und der Länge mußten an ber Schlauchleitung 2 Zwischen st ationen eingelegt werben, an denen die Motorspritzen von Robheim und Dutenhofen arbeiteten, während die von Atzbach in Reserve bereitftanb. Das Experiment ! ßriang und bewies, wie weitgehend eine Bekämpfung im Ernstfälle der heimatlich schönen Burg möglich ist. Weiter fanden Vorführungen mit Schaumlöschgeräten auf dem Dach des Albertus- baues, in dem sich das Schulungslager befindet, starke Beachtung. Im Kaisersaal versammelten sich alsdann die Delegierten ber einzelnen Wehren zur Verbandstagung. Nach Begrüßung der Gäste gab der Kreisfeuerwehrführer einen Heberblick über die wichtigsten Gescheh- nisse des Jahres. Der Jahresbericht von Kamerad Ch rist hob den Neuaufbau und die Vervollkomm- nung des Feuerlöschwesens hervor, berichtete von Schon kurz nüch dem großen Sieg von Ewald Kluge in der Leichtgewichtsklasse der englischen Tourist Trophy traf in Douglas für ihn folgendes Glückwunsch-Telegramm des Korpsführers Hühnlein Die Werk-, Verkaufs- und Werbeleiter sowie Gas- beratmimen der Gaswerke des Bezirks Hessen- Naffau hatten sich in Gießen eingefunben, um Berichte über die neueste wirtschaftliche Tarifentwick- hing im Gasfack entgegenzunehmen und im Er- fahrungsaustausch die Mittel und Wege zu be- sprechen, die für eine zweckmäßige Lösung der energiewirtschaftlichen Aufgaben bei den Gasver^ sorgungsunternehmungen erforderlich sind. Der Leiter des Bezirks der Gas- und Wasserver- forgung, Direktor Schumacher (Frankfurt a. M.), mies darauf hin, daß jeder Bezirk auf die Eigen- art seiner wirtschaftlichen Struktur Rücksicht zu nehmen habe, um den besonderen Erfordernissen der energiepolitischen Art vollauf gerecht zu werden. Das einleitende Referat über moderne Gastarif- aeftaltung, das im Anschluß von Dr. Wolff (Berlin) erstattet wurde, ging von einer Würdigung der Tatsache aus, daß rund die Hälfte aller in Deutschland verbleibenden Steinkohlenförderuna entgast werde und daß die Unterbringung der hierbei anfallenden Gasmengen eine volkswirtschaftliche und energiepolitische Aufgabe ersten Ranges sei. Von der Geftaltuna der Gastarife, die auf Grund eines genauen Studiums der jeweiligen MarktverhäÜ- nisse geschehen müsse, hänge die Lösung dieser Aufgabe wefenttich ab. Die Preise müßten so gestaltet werden, daß mit wachsendem Verbrauch die Kosten für die Meßeinheit absinken, und zwar in kräftiger Stufung der Preise, damit die neueren Gasan- wendungsmöglichkeiten in jedem Haushalt rationell ausgewertet werden können. Die starken Anforderungen auf Gasversorgung, die aus den Kreisen des Gewerbes und der Industrie an die Gaswerke gestellt werden, zwingen dazu, daß auch die Gewerbe- und Jndustrietarife überall in eine feste Ordnung gebracht und zeitgemäß gestaltet werden. Die Umstellung der Gas- und Jndustrietarife bei Verwendung des Brenn- stoffes „Gas" gehe im Zuge der modernen Arbeitsgestaltung so rasch vor sich, daß mit der einschlägigen I Reform keine Zeit zu verlieren wäre. Die Erfahrungsberichte bezogen sich hauptsächlich auf die Beobachtungen über die Beratungstätigkeit die erste die Fragen der Haushaltsgasversorgung, die andere die der Gewerbe- und Jndustrieversor- gung behandelte. Aus allen Berichten der 23er» sorgunasunternehmungen ging hervor, daß der Gasabsatz zur Zeit eine sprunghafte Steigerung crufweist und daß die Aufnahmefähigkeit des 'Marktes außerordentlich groß ist. Am Sonntagmorgen trafen die Sänger und auch die Turner zum Bergfest ein. Die Begrüßung der Gäste fand auf dem Marktplatz statt, worauf sich die Sänger zum Wertunassingen in die Turnhalle bzw. den „Hessischen Hos" begaben, während die Turner zu den Wettkämpfen auf den Schrenzer marschierten. Am Nachmittag fand ein großer Festzug statt, der mit verschiedenen Festwagen ausgestattet war, insbesondere fiel der Wagen mit der neuen Fahne des Judelvereins auf, die später enthüllt und feierlich übergeben wurde. Kreisführer Lehrer Breidenbach hielt, nachdem unter der Leitung des Kreischormeisters Hachenberger ein Massenchor von 1200 Sängern der Sängergruß und der Beethovenchor „Die Himmel rühmen" I machtvoll erklungen war, eine längere Rede über die vergangenen 100 Jahre. Dann enthüllte er die neue Fahne und übergab diese dem Vereinsführer L i e b a u, der sie zu treuen Händen der ~ ' aborbnung weitergab. Die Fahne trägt einen Seite das Stadtwappen und das bundeszeichen auf weißem Grund und gründlichen Schulungen sowie von vorgenommenen Ergänzungen und Verbesserungen der Löschgeräte. 87 freiwillige Wehren und eine Werksfeuerwehr gehören dem Kreisverband an. Der Mitgliederstand ist feit 1935 von 2604 auf 3018 gestiegen. Während 1935 nur 13 Motorspritzen vorhanden waren, sind es jetzt 33. Fast in allen Gemeinden wurden die Löschutensilien erheblich vermehrt. An vier Lehrgängen nahmen 300 Männer teil, 33 Feuerwehrführer besuchten Kurse der FSuerwehrschule in Kassel. Brandfälle gab es: zwölf Großfeuer, ein Mittelfeuer, fünf Kleinfeuer, ein Waldbrand. Auch auf dem Gebiete des Luftschutzes wurde ~ ' liches geleistet. Die Rechnungsablage wurde für richtig befunden und Entlastung erteilt. Bürgermeister Schmidt (Krofdorf) gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Tagung auf der historischen Stätte des Gleibergs allen Kameraden in bester Erinnerung bleiben möchte und ein jeder in dem Gedanken an die Volksgemeinschaftsidee geftärft den Grundsatz immer wieder beoenfet „Einer für alle und alle für einen!" Der 2. Vorsitzende des Gleiberg-Vereins, Direktor M e n k e n (ikinzenbach), überbrachte die Grüße von Kreisdirektor Dr. Lotz (Gießen) und dankte dem Verband für die an der Burg gezeigte Hebung, die für den Betreuer der Burg, den Gleibera-Verein, das beruhigende Gefühl ergeben, habe, oaß im Ernstfälle eines Brandes größtmögliche Hilfe geleistet werden kann, wie es auch stets des Vereins Bemühen fei, die Feuersicherheit der wertvollen Burg zu erhöhen. Am Spätnachmittag fand die Tagung ihr Ende. Im Verein mit der Bevölkerung verlebten bann die Kameraden noch fröhliche Stunden auf dem beliebten Ausflugsort. Nuvolan wieder rennbereit? Die römische Zeitung „Jl ßittoriale", die im Mo- torsport sehr gut unterrichtet ist, berichtet, daß Nu- oolari wieder Rennen bestreiten und schon am Großen Preis von Frankreich am 3. Juli teilnehmen werde. Italiens Meisterfahrer Tazio N u v o l a r i erklärte nach feinem Unfall beim Training in Pau, wo er sich mit Mühe und Not aus dem brennenden Wagen retten konnte, er werde nie wieder in den Rennwagen ft eigen. Später schwächte er seine Erklärung ab, er wolle wieder fahren, aber nur in einem Fahrzeug, das nach seinen Plänen gebaut ist. Dann fuhr Nuvolari nach USA. und wohnte als Zuschauer dem Großen Preis von Indianapolis bei. Zn dieser Zeit fiel der Entschluß des Rennstalles Alfa Corse, in diesem Jahre keine Formelrennen mehr zu bestreiten. Nun kehrte Nuvolari wieder zurück. Kaum betrat er in Cherbourg europäischen Boden, da wurde er schon als Starter für Reims bezeichnet. Gauenischeid der studentischen Kameradschasten. In dem Bericht über den Gauentscheid der studentischen Kameradschaften in Darmstadt (in unserer Ausgabe vom Samstag, 11. Juni) und die Beteilt- gung der Gießelfer Studenten ist richtigstellend nachzutragen, daß im Handball nicht die Gau-, fon- dem die Bereichsmeisterschaft ausgetragen wurde. Beim Handball-Bereichssieger handelt es sich ferner um die „Kameradschaft Fr. L. Jahn" der Hniver- fität Marburg (nicht Gießen). * Krofdorf, 14. Juni. Seit 1913 besteht die Krofdorfer Freiwillige Feuerwehr, und sie hat sich bis heute in den 25 Jahren zu einer der stärksten Wehren des Kreises entwickelt. Ihr zu Ehren legte man den diesjährigen Kreisverbandstag der Feuerwehren nach Krofdorf-Gleiberg. Alle Häuser prangten in Würdigung des besonderen Ereignisses im Flaggenschmuck. Am frühen Sonntagvormittag rückten zu Fuß und mit Fahrzeugen von allen Seiten die blauen Kolonnen an. Gegen 10 Uhr war auf dem weiten Platz an der Turnhalle unter den Klängen einer starken Musikkapelle mit einem Spielmannszug der Aufmarsch zum Appell beendet. Nach Abschreiten der Fronten der in einem Viereck angetretenen über tausend Feuerwehrmänner durch den Provinzialfeuerwehrführer 6e- griißte Kreisfeuerwehrführer Dietz (Burgsolms) ie zahlreichen Gäste. In einer Ansprache skizzierte Provinzialfeuerwehrführer Kilian (Kassel) den umfangreichen Aufgabenkreis der Wehren im Rahmen der Neuoraanisation. Regierungsrat Harms (Wetzlar) überbrachte die Grütze des Landrats, Georg 16.3inu» erfreuen körper» n beiden lerabi Wänden den von Werring, m abge, am Der» Gottfried -ie hotte gen Otto ; 3. Wil- Wilhelm 7. Hein- inig; 10. irden im [5 entfiel i. Die it eine der ohe, die an ihrer ngeschlos- und 2In> isgeführt. Bau vor- des Krie. vergan« n erstellt inhäusern »nähernd unserem -traa der lunh die nen Jahr eines bei einer Wirtschaft 6: Vor Zlachd t ’ l d r ü 8 r h< bi Ql P bl 9 t D' D in gl S i>c ihm ein Berufsgeheimnis, nämlich Lage und Art Filmschauspielerin eingebauten Ge- i Interessante Folgerungen können aus den Gr- gebnissen eines Preisausschreibens gezogen werden, das kürzlich die Reichszeitung der Hitler-Jugend, „Die HI.", durchführte. Die Lrchrift- leitung gab uns Einblick in das aus diesem Anlaß eingelaufene, höchst aufschlußreiche Material, das zu mancherlei erfreulichen und auch unerfreulichen Gedanken Anregung gibt. Es handelte sich bei diesem Preisausschreiben um eine „schriftstellerische" Aufgabe, die den Jungen gestellt wurde. Und zwar sollte eine kurze Erzählung fortgesetzt werden, die einen „K r i m i n a l f a l l" zum Gegenstand hatte. Der'Inhalt — soweit er abgedruckt war — ging von der Entführung eines Schlosserlehrlings aus, der von einer Bande festgesetzt wird, um von 1 C'1 Daß fr in den l schein M WüM ny Edel tierung bi sident. N hallen aw kollektioen herzens 1 Englands realistische USA. zu Erklärunc esse" om men aw desregier ßung zui jpanien britischen licher Ak jedoch ke die Poli Man können Erkläru Üntersto ein per Staatsd was fn Grunde politische berlainsch und Jtali Einheitss dankens Welthe diese Mc ideologisch Gefühle d Zweifel n Ministers Äohnso derer eine sich in ? traditione nicht nur eine gute charakterliche, sondern auch eine geschmackliche Bildung. Diese Geschmacksbildung kommt aber noch bewußter zum Ausdruck in den restlichen ö r eife i g Prozent der Einsendungen, die sich über den Fall mit einer oft köstlichen, von Ironie strotzenden Phantasie lustig machen. Unter diese Gruppe fallen erfreulicherweise nahezu alle Einsendungen von Einheiten, ein Beweis dafür, dafe im Kameradenkreis niemand geduldet wird, der seinen Frank-Allan-Kitsch etwa ernst nimmt. Im Gegenteil: jede dieser Einsendungen ist eine gelungene Parodie auf den blutigen Ernst jener kleinen Hefte, die noch allzuoft im Aushang kleiner Papierläden zu sehen sind. Hier sind die Jungen durch die gesunde Umgebung der Kameraden längst die lleberlegenen geworden. Sie lachen laut heraus — die beste Waffe —, wenn ihnen zu- gemutet wird, einen solchen Schmöker anzunehmen. Andere werden sogar böse und schreiben an die Schriftleitung empörte Briefe, wieso sich denn solcher Kitsch in die Spalten der Zeitung habe einschleichen können. Das sind die hundertprozentig Grundsätzlichen, deren Waffe das Dogma ist. Erwähnenswert ist noch, daß die Jungen durchweg hervorragend klar und gut schreiben. Durch die Erzählerwettstreite und auch durch die vielfach bestehenden „Manuskriptarbeitsgemeinschaften" werden auch die Jungen, die bie Schule bereits verlassen haben, angehalten und angeregt, das, was sie bewegt, sprachlich gewandt auszudrücken. Ein sehr erfolgreiches Mittel, den Jungen erlebnisbereiter und selbstbewußter zu machen. Und BtiW Wni ton tiA inhW, fitfllU unter SW Anschrift, potz T ’■ n n E li a di r, tr fr L fr n fr d. rc a: P te Kriminalschmöker — wenig gefragt Widerstand und Echo unter Hitlerjungen. heimfaches, zu erpressen. Die Leser sollten nun die Rettung dieses Jungen „in die Wege leiten". An sich eine nicht weiter belangvolle Idee — wenn nicht die Jungen in eigentümlicher Weise darauf reagiert hätten. Fast 500 Antworten liefen ein, ein schöner Durchschnitt durch vielerlei Auffassungen, die nicht nur eine „Lösungsmöglichkeit", jonbern auch eine „Einstellung" bei jedem Einsender erkennen lassen. Die Schriftleitung hatte den Anfang dieser Erzählung knapp und sachlich gefaßt, gelegentlich mit Andeutungen einer Ironie, die aber keineswegs dem weiteren Verlauf oder der Auffassung der Leser eine Richtung gewiesen hätte, ob etwa ein blutiger „Frank Allan" gewünscht sei oder ein witziger „Flachs". Den jungen Lesern war also volle Selbständigkeit gegeben. Preise waren ausgesetzt sowohl für Lösungen von Einheiten als auch für solche von einzelnen Lesern. Die Lösungen sind in verschiedene Gruppen zu teilen. Zunächst sind die Einsender zu nennen, die „in die Falle gegangen" sind und nun in Erinnerung an Zehn-Pfennig-Schmöker einen Schauerroman schreiben, durchaus ernst gemeint und weift mit geradezu beunruhigender Fülle an Phantasie. Diese Gruppe umfaßt immerhin über drei- feig Prozent. Mit Kriminal-Tricks, Wortwahl und im ganzen fehlgeleiteter Phantasie lassen diese Vst zehn Schreibmaschinenseiten langen Erzählungen deutlich die Herkunft vom gefährlichsten Kitschroman erkennen. Die Prozentzahl der Einsendungen fällt ötterbings babei weniger ins Gewicht, benn gerabe diese Jungen werben burch das Preisausschreiben, mehr als anbere mit gefunberem Instinkt, angeregt Iworden sein: immerhin ist aber festzustellen, dafe der billige Schundroman nicht verdrängt ist und gelegentlich noch verheerende Folgen auf die geistige ßßelt junger Menschen hervorruft. Neben diesen Einsendern steht aber eine weit größere Gruppe, die etwa vierzig Prozent umfafet, und die wohl mit einer gewissen Lust zum Fabulieren auf die Geschichte eingeht, aber dabei eine sehr gesunde Natur verrät. Einfall und Erfindung im grofeen ist bei diesen ebenso wie der Stil im fieinen völlig unabhängig von Lektüre und Geist des Zehn-Pfennig-Schundes. Die Freude am Abenteuer, die Bewunderung für Mut Vnd ®eiftesgegegenroart, meist gepaart mit kleinen Späßen, bricht hier durch, und diese Freude am Abenteuer wird ja in der Hitler-Jugend nicht gedämpft. Denn der draufgängerische und wagemutige Pimpf wird immer lebenstüchtiger sein als der brave Duckmäuser. Dafe Draufgängertum und Unternehmungsgeist aber auch in richtigen Maßen gehalten werden, beweist mit diesen Einsendungen auch ein Beitrag zur Geschmacksbildung durch die Hitler-Jugend. ,, Das Ergebnis dieses Preisausschreibens ist nur ein kleines Beispiel, das durch viele andere, insbesondere durch den persönlichen Umgang mit den Jungen, erhärtet werden kann. Es ist in der Tat so, daß der „Detektiv-Roman", soweit er sich nicht publizistisch verbieten läßt, von den Jungen selbst ignoriert wird. Gelesen wird er von Einzelgängern — übrigens durchaus nicht nur in der Stadt! — und obn den Aelteren, sogenannten „Halbwüchsigen", die nicht von früh an dem Erziehungseinflufe der Bewegung ausgesetzt waren. Der größte Teil der Jungen kennt diese Schmöker aber offensichtlich nicht mehr, und wer von ihnen ihre Bekanntschaft macht, der — lacht. Das geht mit Deutlichkeit aus dieser Umfrage hervor: die Hinwendung zum Natürlichen und Ehrlichen ist auch in der entlegensten und kleinsten Formation nicht fordernde Theorie geblieben, sondern hat in der Lebensanschauung des einzelnen zu einer überraschenden Sicherheit und Unbefangenheit geführt. Ohne Frage: der Kriminal-Schmöker befindet sich innerhalb der Jugend aus dem Rückzug. Er wird mehr und mehr durch guten Lesestoff ersetzt. Die Büchereiarbeit der HI. wendet sich ja nicht nur unmittelbar an die Formationen, die häufig schon mustergültige Bibliotheken aufgebaut haben, sondern in gleichem Maße auch an die Verlegerschaft. Die Erziehungsarbeit an den Verlegern ist schwieriger und geht nur langsam üonftatten — — wird aber durch das gewandelte Lesebedurfms der Jugend unterstützt. Die Jugend will weder Sensations- noch Gefühlskitsch lesen, und diese erfreuliche Wandlung wird der Verleger, der sie nicht begreift, büßen müssen. Seine Bücher und Schriften werden zum Gespött der Jungen und bleiben vergilbend in den Läden liegen. hy. 265 Mill. Mk. Einlagezuwachs bei den Sparkassen im Mai. Fwd. Im jahreszeitlichen Wechsel ist im Mai gewöhnlich ein Nachlassen der Spartätigkeit zu beobachten. Die Einzahlungen im Mai verminderten sich gegenüber dem April nur um 17,5 Millionen Mark, während die Auszahlungen. lediglich um 6,1 Millionen Mark zurückgingen. Damit lag der Einzahlungsüberschufe im Mai 1938 um 11,4 Millionen Mark unter demjenigen des Vormonats (123,3 Millionen Mark). Das sehr hohe Niveau dieses Einzahlungsüberschusses von 111,9 Millionen Mark fällt jedoch gegenüber dem Einzahlungsüberschufe im Dergleichsmonat des Vorjahres besonders auf. Dieser betrug nämlich nur 33,6 Millionen Mark und lag seinerseits um mehr als die Hälfte unter dem Einzahlungsüberschufe des vorhergehenden Monats (+ 71,8 Millionen Mark im April 1937). Die stärkeren Auswirkungen der saisonalen Einflüsse im Vorjahre sind weiterhin daraus zu erkennen, dafe die Einzahlungen im Mai 1937 gegenüber dem April 1937 um 124,7 Millionen Mark und die Abhebungen um 86,5 Millionen Mark zurückgegangen waren. Die seit längerer Zeit überaus» günstige Spareinlagenentwicklung f ührty mithin im Mai 1938 zu einer nahezu völligen Ueberdeckung der jahreszeitlichen Einflüsse im Spargeschäft. Einschließlich der Zinsgutschriften und sonstigen Veränderungen betrug der Spareinlagenzuwachs im Mai 1938 - 131,3 Millionen Mark, d. h. nur 4,8 Millionen Mark weniger als im Vormonat, jedoch mehr als das Doppelte des Zuwachses im Mai 1937 (+ 60,3 Millionen Mark). Die gesamten Gläubiger der Sparkassen, also die „sonstigen Gläubiger",, die „Einlagen deutscher Kreditinstitute" und die bei der eigenen Girozentrale und bei sonstigen Stellen aufgenommenen Gelder und Kredite zusammen, überschritten im Mai 1938 erstmals die 3-Milliarden-Grenze (3016,2 Millionen Mark). Die Gesamteinlagen der Sparkassen nahmen im Berichtsmonat um mehr als eine Viertelmilliarde (+ 265,4 Millionen Mark) zu und erreichten damit einen neuen Höchststand von 19 687,9 Millionen Mark. Mein-Mainische Börse. IHitfagsbörfe allgemein schwächer. Frankfurt a. M., 15. Juni. Die Börse hatte auf ziemlich sämtlichen Marktgebieten weitere Kurs- abschwächungen zu verzeichnen. Einmal sind es Verkäufe aus den bekannten Quellen zum Zwecke der Abwicklung, auf der anderen Seite scheint der vorhandene Geldbedarf für wirtschaftliche Zwecke auch Angebot aus breiteren Kreisen der Bankenkundschaft zu verursachen. Denn es lagen auch zahlreiche Kleinverkäufe in festverzinslichen Werten vor. Somit war die Grundverfassung der Börse in Aktien und Renten schwächer gestimmt. JG.-Farbenindu- strie eröffneten 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,50 v. H. niedriger. Auch Metallgesellschaft und Scheideanstalt, in denen größere Abwicklungsverkäufe Vorlagen, um 1,50 bzw. 1 v. H. gedrückt Von Mo- torenroerten Daimler erneut trotz der zuversichtlichen, Ausführungen in der oHV. um 1,13 v. H. leichter, Adlerwerke auf dem ermäßigten Abendbörsenkurs gehalten. Am Elektromarkte herrschte völlige Geschäftsstille, hier wurden Erstnotierungen zunächst überhaupt nicht festgestellt. Am Montan* markt gaben Verein. Stahlwerke 0,25, Mannesmann 0,50, Rheinstahl 0,90 v. H. nach. Anfangs verloren Westd. Kaufhof 0,40, Zement Heidelberg 0,75 v. H. Festverzinsliche Werte neigten, wie erwähnt, ebenfalls zur Schwäche, allerdings Altbesitz 0,13 v. H. höher. Von festverzinslichen Freiverkehrswerten gingen späte Schuldbücher mit 99,65 (99,75), Kommunalumschuldung mit 96,10 (96,15) v. H. um. Österreichische Werte lagen im Gegensatz zu den Vortagen völlig geschäftslos bei eher etwas rückläufig genannten Kursen. Auch Renten zeigten keinerlei Anregung und Freiverkehrsaktien folgten der allgemeinen Ab- schwächung. Hier waren Elsässisch-Badische Wolle mit 86, Vereinigte Fränkische Schuh mit 78,50, Großalmerode Thon mit 101,50 Angeboten. Abendbörfe knapp gehalten. Die Abendbörse zeigte bei kleinsten Umsätzen keine Veränderung gegenüber der bisherigen schwächeren Grundhaltung. Die Kaufneigung blieb sehr gering, so dafe die herauskommende Ware zu weiterhin ermäßigten Kursen nur unterzubringen war. So drückte ein Angebot von etwas über 10 000 Mark JG.-Farben-Bonds den Kurs um 0,50 auf 129,13. Auch Schuckert 1 v. H., Zellstoff Waldhof 0,75 v. H. unter Mittagsschluß umgesetzt, dagegen Gesfürel 0,40 v. H. befestigt. IG.-Farben konnten ihre nachbörsliche Erholung bis 160,40 nicht behaupten, sie wurden mit 160 fortlaufend und zum Kassakurs notiert. Renten still und ohne jede Veränderung. Es notierten im einzelnen: Farbenbonds 129,13, Adea 103,90, Commerzbank 114,13, Deutsche Bank 120,25, Dresdner Bank 112, Buderus 113,50, Rheinstahl 139,50. Laurahütte 17,75, Adlerwerke Kleyer 114,75, MAN. 134, Bemberg 137, Berger Tiefbau 150, Conti Gummi 205,50, Daimler 145,50, Demag 146,40, Deutsche Erdöl 137, Deutsche Linoleum 158, JG.-Farben 160, Gesfürel 146, Moenus 132, Rheinmetall 143,50, Stempel 105,50, Schuckert 175, VDM. 172, Zellstoff Waldhof 143,25, Reichs- bahn-Vorzüge 125,13, Hapag 75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Juni. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R 12 187, R15 190, R 18 194, R19 196, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete, Futtergerste —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95, Roggenmehl" Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich, Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12. 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlen- festpreis ab Mühlenstation, Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnufekuchen —, Treber getrocknet 14,— Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, - Heu gut gesund trocken 5,50, dto. drahtgepreßt —, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,30, dto. gebündelt 3,— Erzeugerhöchstpreis frei Erzeugerverladestation. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Juni.' (Dorb»richt.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 897 Rinder (darunter 217 Ochsen, 173 Bullen, 368 Kühe, 139 Färsen), 402 Kälber 10 Schafe, 210 Schweine, 12 Hümmel. Es kosteten: Rinder: Ochsen 24 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 28 bis 44; Kälber 35 bis 65; Lämmer und Hümmel nicht notiert; Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hümmel und Schafe mittel. in AI äu, di. *' je! Zc m. toi fei ' de sei । an ßu tei mc Fr all fas ; gri ad da fai Eu wi- eui lief fpo bei j ha. Zu au erf gez gel sich Fr stel Un obe, ' buv ' ■ schc net abl 3 Vo Lü. tsch oer Tei Bei , gen dre Kri Inf . lin dück We dun Kri von En; mac We entl tior 3Mf ches GaiilWett1938in Kietzen Mii vereinigt im Zusammenhang mit dem Tag der deutschen Kunst die hessischen Sänger und alle Volksgenossen! Die Prüfung Ihres Blitzableiters nimmt gewissenhaft vor ElektrosRohrbadi GIESSEN «ces0 Hindenburgwall 20 u. 23, Ruf 3469 Elche zwischen Meer und Memel von Marlin KaKies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers aus 56 Kunstdrucktafeln. 3n Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Für den Abendtlsch! 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Textor-Geißner Vermählte Gießen (Wernerwall 53), am s.Iuni 1938 02810 Kinderheim Nebel Laubach 4ö8sd Schön am Walde gelegen Dauer-und Ferienaufenthalt Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich l Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mSBIgenPrelsen Brühl'sche Druckerei. Schulstr. 7, Ruf 2251 Freitag, den 17. Fuui 1938, ab 2 Uhr nachmittags, verkaufe ich Neuenweg bei Hartmetz, zwangsweise gegen bar: «oeoD 3 Büfetts, 2 Schreibschränke, einen 3teilig. Kleiderschrank, 1 Toilette, 2 Vitrinen, 1 eichenen Lehnsessel, 1 Balmständer, 1 Federeinlegematratze 1 Friseurkommode, einen Küchentisch, 2 Küchenstühle. Der Verkauf ttndet bestimmt statt» Btttovf Gerichtsvollzieher, Schillerstratze 5. Auskunft über Festabzeichen für Angehörige der Kameraden erteilen Kamerad Albold Seltersweg 39, Laden Kamerad Röder Mäusburg 14, Laden. z Zur Sefalleuen-fftruuS Sonntag, den 19. Juni, 9.15 Uhr treten alle ehemaligen Angehörigen des Inf-Rgt 116 sowie die der Kriegsformationen auf dem Lindenplatz bei ihren mit Schildern bezeichneten Kompanien an. 4089V M w S.V klrier h? * ” Bemichm rantane sind, ab England ften uni hitterun tung do einer Hi sparten fair" gel aus Sin ft Zu die andere, wexi'ko recht get Ich» "schen 1 Die Ich einem li uud Ame schon frü wln ge leiten in verkehr ? Wn K *äl bet ( N Ä Nliiue bewerb • treten. Danton । Qal auf, ^shingi Arden $ A'tzrech 7° Tese ft d.« t ’ !« Jt ' «