Samstag, 16./$onntag, iL Hpril 1938 188. Jahrgang Hr.89 Erstes Blatt 25424 nf >38. Ä ge 2373 2519 A ten Valencia von allen Zufuhren abgeschnitien t zur Küste mehrere Ortschaften. London Tatsache, 1 bist und iwald), nann 2536D 'eg 17 ’eiderei Inzwischen sind schon wieder fünf Wochen seit dem 13. März vergangen, erlebten wir die beispiellose Konzentration des großdeutschen Volkes auf die letzte friedliche Schlacht, die den Kampf um die großdeutsche Einigung beenden sollte, sahen wir die Triumphzügen gleichenden Fahrten unseres Führers durch alle deutschen Lande, von Königsberg bis hinunter nach Köln, von Köln bis nach Wien und Graz. Bei aller Mißgunst ausländischer Kreise konnte man doch immer wieder in jenen Wochen Schilderungen des Staunens und der Bewunderung darüber lesen, in welcher Entschlossenheit und Geschlossenheit die 50 Millionen der Stimmberechtigten in ganz Deutschland zu der Front des 10. April aufmarschierten. Auch diese letzte friedliche Schlacht, so unblutig und so siegreich wie die Arbeits- und die Ernährungsschlachten des Nationalsozialismus, liegt nun schon eine ganze Woche hinter uns. Nichts ist bezeichnender für die wahrhaft schöpferische Energie und das Leistungstempo des neuen Reiches, daß die politische, die wirtschaftliche, die kulturelle Fundamentierung für den Neubau des Landes Oesterreich nicht erst nach dem 10. April einsetzte, sondern daß am Tag der ruhmreichen Abstimmungs- schlacht schon in ganz Oesterreich die lebenssprühen, den Auswirkungen einer vierwöchigen Aufbauarbeit in demselben Lande zu sehen und zu hören waren, dessen Menschen noch vor wenigen Wochen zwischen Sehnsucht und Verzweiflung hin und her gerissen wurden. Haben wir jemals, vom politischen Standpunkt aus betrachtet, die Ostertaqe festlicher, erhobener gestimmt gefeiert als im ersten Osterfest Gro^ deutschlands? Nur die Ostertage von 1933 lassen sich Telegraph" schreibt u. a., Winston Churchill habe bei seinem inoffiziellen Besuch in Paris mit den französischen Staatsmännern über alle schwebenden Fragen gesprochen, und das bri- Lnnahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite bORpf.,Platzvorschrist nach oorh.Dereinbg.250/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzer- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B unterrichten Sir sich am besten ages, Derlin- Luchhändler dar ! guter Bücher' London, 16. April. (DNB.-Funkspruch.) Wie aus einem Teil der heutigen Londoner Morgenpresse heroorgeht, hat der britische Botschafter in Paris nunmehr den Ministerpräsidenten Daladier und den Außenminister Bonnet formell zu einem Besuch in London eingeladen. Es gelte als ziemlich sicher, daß der Besuch am 2 7. oder 2 8. April stattfinden werde. Wie der diplomatische Korrespondent der „Ti- m e s" hierzu schreibt, war die Einladungsadresse schon vor Wochen in London ausgeschrieben worden. Die Regierung habe nur auf einen günstigen Augenblick zu ihrer Ueberreichung gewartet. D a - lädier werde dem britischen Kabinett einen Bericht der französischen Besorgnisse hinsichtlich Spaniens und Mitteleuropas geben. Die britischen Minister ihrerseits würden ihm über das englisch-italienische Abkommen voll unterrichten und „zweifellos die Hoffnung ausdrücken, daß der Weg zu einer italienisch-französi- schen Annäherung bedeutend leichter geworden sei". Da die französischen Minister noch vor der Genfer Ratssitzung nach London kämen, werde man ein Abkommen zur Sicherstellung einer gerechten Behandlung der nach Ansicht der britischen Regierung nicht normalen Lage im Hinblick auf die Anerkennung Jtalienisch-Aethiopiens anstreben. Der diplomatische Korrespondent des „Daily als Vergleich heranziehen. Inmitten eines Frühlings, der allen Segen der Natur für die Ernte dieses Herbstes erhoffen läßt, blicken wir in diesen wahrhaft festlich beschwingten Tagen bereits wieder vorwärts in die Zukunft, bemüht, dem Beispiel des Führers zu folgen, der bei der weiteren Gestaltung seines gewaltigen Lebenswerkes einen bedingungslos verpflichtenden Anspruch auf unsere ständige Mitarbeit und Einsatzbereitschaft hat. Das, was wir dabei an Tatsächlichem beitragen können, ist gering, verglichen mit dem, was der Führer selbst sich aufgebürdet. Abex wir selbst, das großdeutsche Volk, und auch die Deut- schen draußen in aller Welt, werden die reichste Ernte davontragen. G.W. Salamanca, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht bestätigt die Einnahme der Küstenorte Vinaroz, Benicarlo. Ealig, San Jorge und der an der Grenze von Castellon und Taragona gelegenen Ortschaften Ulldecona, San Raphael und Lacenia. Damit ist die Verbindung zwischen Katalonien und dem übrigen noch von den Bolschewisten unterdrückten Teil Spaniens in einer Breite von 2 5 Kilometer unterbrochen. Die hierdurch herbeigeführte Unterbrechung der Verbindung zwischen dem südlichen und dem nördlichen Spanien ist eine Folge der schweren Niederlagen, welche die Bolschewisten bei ihren Widerstandsversuchen in den letzten Tagen einstecken muhten. In Benicarlo wurden fünf noch verwendungsfähige sowjetrussische Tanks, eine große Zahl von Maschinengewehren und mehrere Munitionsdepots erbeutet. Außerdem fielen hier 700 Gefangene den nationalspanischen Truppen in die Hände. Westlich von M o r e l l a gelang es, wichtige feindliche Stellungen zu erobern. Auf dem Frontabschnitt in den Pyrenäen setzten die Navarra-Brigaden ihren Vormarsch nach Horben fort. Den nationalen Truppen gelang es, an der westlichen Pyrenäen-Front den 3 300 Meter hohen Gipfel des Maladetta-Gebirges einzunehmen. Zugleich fielen den Rationalen acht Ortschaften in die Hönde, von denen die wichtigste. Der Durchbruch zur Küste wurde in bester Zusammenarbeit der Kolonnen der Generale A r a n d a , V a l i n o , E s c a m e z und den Legionär-Formationen durchgeführt. Die Legionäre durchstießen nach Säuberung der westlich von Tortosa gelegenen Gebirge den südlichsten Zipfel der Provinz Tarragona auf der Straße Tortosa— Vinaroz. Sie besetzten den 16 Kilometer südlich von Tortosa gelegenen Ort Ulldecona. Die Kolonnen des Generals Aranda nahmen auf dem Wege „Französische Besorgnisse." - Das italienische Imperium. krfchetnr tlgltd), außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . e - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammeinummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11688 "7.................. ........................ !l'ne*nlel B ""ihig Breechas” '«•Fährst, Großdeutsche Ostern. An diesem Osterfest werden im größeren Deutschland die Glocken von Turm zu Turm in festlichem Geläute den überwältigend schönen Sieg des deutschen Volkes feiern. Das Reich ist wiedererstanden. Das herrliche Gefühl, ein Deutscher zu sein, ist über- 1 all lebendig, soweit die deutsche Zunge klingt. Ich ! bin ein deutscher Bürger! Das Wort hat wieder 1 Klang und Geltung, einen hellen Klang sogar, weil , die große Schöpfertat des Führers sich in Frieden , und' Freiheit vollzogen hat. In der Tat: ein wahrhaftes Fest hat uns^ der Wiederbegründer Großdeutschlands zu diesen Ostern 1938 bereitet. Zum ersten Mal feiern wir es zusammen mit dem Lande Oesterreich im Rahmen eines Deutschland, dem unser Führer Adolf Hitler der friedlichste Mehrer wurde. Während dieser ganzen Jahre seit der Machtergreifung hat die österliche Zeit wie durch eine seltsame Fügung des Schicksals immer unter dem Eindruck eines großen geschichtlichen Vorganges oder einer bedeutsamen Aktion des neuen Reiches gestanden. Die Ofterzeit von 1933 trug das Kennzeichen der Reichstagswahlen vom 5. März, der ersten großen siegreichen Wahlschlacht, die Adolf Hitler im befreiten Deutschland schlug. Der Staatsakt von Potsdam war feierlichstes Symbol jener Tage. Ganz eigenartig dann der politische Rahmen der Ofterzeit von 1934: noch wirkte in Europa der Eindruck der Februarrevolution in Oesterreich nach, mit ihren Hunderten von Toten — fast zur gleichen Zeit konnte das nationalsozialistische Deutschland, Friedensbereiter mitten in einem friedlos gärenden Europa, einen neuen Kranz um das Banner feiner froyen Volksgemeinschaft winden, indem es die ersten tausend Arbeiter mit ,Kraft durch Freude" in Urlaubszügen zur Erholung nach den bayerischen Bergen sandte. Es war ein Zeichen der Zeit, daß dieses lebensfreudig beschwingte Werk „Kraft durch Freude" damals von der Umwelt vielfach mit spöttischem Lächeln abgetan wurde; heute, wo ein geradezu riesiger Verattstaltungsplan dieses Werk in seiner ganzen imponierenden Größe repräsentiert und wo die KdF.-Flotte soeben durch den zweiten Großschiffs-Neubau vermehrt wurde, sieht die Welt mit lauter oder mit verhohlener Bewunderung auch guf dieses Teilgebiet nationalsozialistischer Friedensarbeit. 1935 feierten wir Ostern im Zeichen der Rückkehr des Saargebietes, im Zeichen des Neubaues der Wehrmacht, im Zeichen der Wiedereinführung der allgemeinen Dienstpflicht. Die österliche Zeit von 1936 brachte die Wiederbelegung der Rheinlandgarnisonen und den großen Befriedungsplan der Reichsregierung für Europa, der mit feinen 19 Punkten in der Reichstagsrede des Führers verkündet wurde. 1937 trug die Ofterzeit das Merkmal der (Erneuerung des Kolonialanspruches Deutschlands, formuliert in der Rede des damaligen Botschafters von Ribbentrop auf der Leipziger Frühjahrsmesse, wobei er gleichzeitig ebenso wirksam wie nachdrücklich alle Einwände zurückwies, die den deutschen Anspruch bestreiten wollen. Ist es nicht, als fei die kurze Reihe der Osterzeiten seit 1933 zu vergleichen den Stationen des Siegeszuges eines friedlichen Eroberers, der uns binnen fünf Jahren aus völliger Recht- und Wehrlosigkeit zu der steilen Höhe emporführte, auf der das neue Großdeutischland liegt? Wer unter uns hätte damals diesen steilen Aufstieg und gar diesen Gipfelpunkt zu erhoffen gewagt! Salamanca, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Am 37. Tage der Offensive gelang den national- spanischen Truppen der Durchbruch zum M i 11 e t m e e r. 250 Marschkilometer wurden von Saragossa aus über Alcaniz, Caspe und Morella zurückgelegt. Die Unterbrechung der Verbindung zwischen Barcelona einerseits und Valencia und Madrid anderseits beschwort für die bolschewistische Herrschaft schwerwiegende Folgen herauf, muß doch damit gerechnet werden, daß die bolschewistischen Horden über keine einheitliche Führung mehr verfügen, sondern in ein katalanisches und ein ßeoante= Heer gespalten sind. Sehr bedeutsam dürfte sich der Riegel der nationalspanischen Truppen auswirken für die Lebensmittelzufuhr und den Nachschub an Kriegsmaterial au s Frankreich. Madrid und Valencia erhielten aus Frankreich über Katalonien bisher monatlich etwa 500 Tonnen Lebensmittel. Da nunmehr die Wirksamkeit der nationalen Blockade von der See her wesentlich erhöht wird, ist der Verkehr mit den Levantehäfen Valencia Alicante, Cartagena und Almeria fast unmöglich gemacht. Valencia und Madrid erhielten aus Katalonien die notwendigen Rohstoffe zur Herstellung von Waffen und Munition, ferner Benzin in großen Mengen. Die K r a f t str o m v e r s o r g u n g Valencias hängt zum größten Teil von der Zufuhr aus Katalonien ab Die (Erae aus den Gruben von Almadea und dem bolschewistischen Andalusien, die den Valencia^Bolschewisten zum Austausch von Waffen dienten, können die Erzeugungsstätten nicht mehr erreichen Es ist weiterhin zu berichten, daß infolge der wirksameren Blo- kade die K o h l e n l i e f e r u n g e n aus den anda- Daladier und Vonnel nach London eingeladen. | Der Sieg des Lebens. Wenn Faust, in Goethes ewiger Dichtung die Verkörperung des problematischen Deutschen mit seiner unstillbaren Sehnsucht, alle Lust und Qual, alle Wunder und Geheimnisse zwischen Himmel und Erde in einem einzigen Menschenleben auszuschöpfen, in der Dämmerfrühe des Ostermorgens die tod- _ „ bringende Schale durch des „Glockentones Fülle" tische Kabinett sei bei der Prüfung des Berichtes vom Munde gezogen wird, spüren wir mit elemen- zu der Ansicht gekommen, daß fein Besuch in Paris toter Gewalt die bewegende Kraft in dem symbo- einem nützlichen Zweck gedient habe. Freilich dürfe lischen Vorgang. In der Begrenzung des Mensch- man nun nicht gleich onnehmen, daß man bereits lichen liegt es beschlossen, daß die Urgegensätze des Pläne auf der Linie des inoffiziellen Gedanken- Lebens zwischen dem erdgebundenen Körperlichen austausches zwischen Churchill und den französischen und der metaphysischen Allweite, zwischen Zeitlich- Staatsmännern mache. feit und Ewigkeit, zwischen den Trieben der Sinne tfx- und dem Frieden der Seele, zwischen der Unvoll- OtplOtnOtl!U)C 41itlVltät Itl pOri0. kommenheit des Irdischen und der Vollkommenheit m n r : 6 ic 9[nr;r /wnra \ Außenminister im Wunschbild des Idealen, die dem Ausgleich sich ®?nn «mpfmg 8=iU »i- ‘ Präsidenten b er Republik empfangen. gerufen öurd) eine doppelte Kraft: durch die „holde Der enalikcke Krieasniinister in Neapel. Nachricht" von oben, durch Glockenklang und Engel- L-er eiiyniiwc 311 ivyvimiiMivi durch bie Erinnerung an das Glück einer un- Rom, 13. April. (DNB.) Der englische Kriegs- schuldigen Kindheit, und durch den Zauber, den ein minister Hore-Belisha ist am Freitagnachmit- „unbegreiflich holdes Sehnen" auf ihn ausübt in- tag an Bord eines Militärflugzeuges in Neapel mitten der erwachenden Natur, der österlichen Um- eingetroffen, wo er vom Präfekten und hohen faschi- weit, die wie eine neue Schöpfung aufersteht. Und stischen Beamten, sowie dem englischen Konsul be- immer wieder, wenn mir die Osterfeier begehen, grüßt wurde. Hore-Belisha wird Samstag vor- das älteste und eigentlich höchste Fest der Christen- mittag seinen Flug nach Catania und Malta heit — Weihnachten dämmert in seiner rührenden fortsetzen. Schönheit aus dunklen und ungeklärten Dorzeittagen herauf, Pfingsten, die Feier , des heiligen t. e a Geistes in der Gestalt der vom Himmel herab- Francos Durchbruch zum Msitelmeer fest; äs. sää s • »vf I Festes offenbar: in der Einheit des Rufes von oben, in 25 Kilometer Breite aelunqen !" ÄÄsyasÄ ax III I ö ö ♦ |unb blühenden Erde, „der Frühlingsfeier freies Die Verbindung zwischen Valencia und Barcelona bereits unterbrochen. Glück" zu künden. Ostern war immer ein Fest der Freude — Ha««,««« "«■ ’S KÄS Hl— «S Bolsch-wift-nschifi- gefasert «’t “‘fe" ÄÄ» Große Beute der nationalen Truppen. Licht^u'b^egrüße^m irWe $Iammc ba51)immI,fd)C Salamanca, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Es sind die letzten Ausläufer alten Volksglaubens Die nationalspanischen Truppen wurden bei ihrem aus grauer Vorzeit. Uns ist es gegeben, das Licht Einzug in die eroberten Küstenstädte Vinaroz in uns zu entzünden und zu bewahren in künftige und Benicarlo mit unbeschreiblicher Be - Zeit. Das wachsende Licht der Tage ist die nährende geistern n g von der Zivilbevölkerung empfangen. Hoffnung auf das sich stetig erneuernde Leben — Im Hafen vonVinaroz gelang es, das größte die Flamme in uns weckt Tat und Liebe. So schrieb Schiff sowie zahlreiche kleinere Dampfer, auf denen dmn auch Geibel vor heute fast hundert Jahren: sich bereits eine große Anzahl von Bolsche- „Das Herz hat auch sein Ostern, wo der Stein wisten zur Flucht eingeschifft hatten, zu Vom Grabe springt, dem wir den Staub nur weihten; tapern. Die Beute an Gefangenen und Kriegs- Und was du ewig liebst, ist ewig dein." material ist sehr umfangreich. * ' ' " Es ist wohl so etwas wie dunkle Schicksalsbestimmung, die dem deutschen Volke auferlegt ist, daß es im Lauf seiner Geschichte durch so viele und schwere Passionszeiten hat hindurchgehen müssen, die bis hart an die Grenze der Möglichkeit des Erduldens und des Ertragens, bis an die Grenze des Opfertodes herangingen. Aber immer wieder kam eine österliche Auferstehung und führte es aus der Tiefe zur Höhe, immer wieder wuchsen die zerstörten Lebenskräfte aus einem gesunden Wurzelbereich von neuem empor, immer wieder erblühte eine neue »en k.>« volkliche Äugend. Vielleicht ist das, was wir das Schicksal des deutschen Volkes nennen, in hohem Maße auch durch seine geographische Lage bedingt, da es nun einmal das Volk der europäischen Mitte mit gleichsam offenen Grenzen ist, eingeengt im gefährdeten Raum, mit Argwohn von den Nachbarvölkern beobachtet. Nun sind wir, nach einem beispiellosen Heldentum im Weltkrieg und einem in der Geschichte wohl beispiellosen diktierten Frieden, der das Gebäude unsers volklichen Seins bis in die Grundmauern erschüttern ließ, wieder ein freies Volk der Kraft und der Ehre geworden, das nicht mehr Spielball fremder Mächte, sondern selbst- bestimmend in der Lage ist, nach der Ueberwinduna einer ihm zugewiesenen passiven Lebensrolle sich aktiv eine neue deutsche Wirklichkeit zu schaffen. Wir haben — im übertragenen Sinne — den Stein von der Tür des Grabes gerückt und haben Grund, die österliche Auferstehung unsrer volklichen Befreiung zu feiern. Wir wissen auch und können es auch ohne Selbstüberhebung aussprechen, daß uns, rückblickend auf das Geleistete an Werken und Werten zum Segen der Menschheit, noch weitere und bedeutsame Aufgaben von der Vorsehung bestimmt sind, ohne geringer zu denken von dem, was auch andre Völker an großen und wegweisenden Beiträgen der Welt geschenkt haben. Än der jungen Kraft unsers Volkes ruhen, das fühlen wir, noch viele ungehobene Möglichkeiten der Entwicklung. Wir vertrauen auf den österlichen Geist, der uns die Zukunft erst eröffnet, auf der „Frühlingsfeier freies Glück", das uns hineinführt in das Walten edlerer Kräfte im Goetheschen Sinne. Was brauchen wir dazu, um auf diesen Weg zu gelangen? Da fiel mir ein Spruch in die Hand, ein altes Wort aus des Justus Gesenius Buch „Von der Auferstehung", das eine wahrhaft zeitlose Einsicht enthält: „Das ist die reiche osterbeut, Der wir theilhafftig werden, Fried, fremde, heil, gerechtigkeit Im Himmel und aufs erben." Das schrieb Gesenius ungefähr ein Jahrzehnt nach dem Dreißigjährigen Kriege, 1657, und es hat eine überraschende aktuelle Bedeutung gerade auch nach dem mörderischen Völkerringen des Weltkriegs. Sollen wir nicht diese „osterbeut" auch unserm Volke von neuem wünschen? Frieden braucht es, daß es in Würde und Ehre weiter aufwärts zu steigen vermag in den Geltungsbereich der führenden Stimmen der Erde; von Freude werde die Arbeit bewegt, den Wohlstand zu mehren und die Wohlfahrt aller zu pflegen; Heil und Segen ruhe auf allen Werken der Kraft des Geistes und der Hände, die berufen sind, uns eine neue Zukunft zu schaffen; und es werde uns — dies nicht zum wenigsten, was wir so lange entbehrt haben und noch immer entbehren — Gerechtigkeit im Urteil der Welt. D. H. Sarnetzki. Von Tschammer und Osten Staatssekretär. Berlin, 14. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick dem Reichssportführer von Tschammer und Osten den Rang eines Staatssekretärs verliehen. Amerikas Flottenaufrüstung Bau von 45000-Tonnen-Schlachtfchiffen. Washington, 15.April. (DNB.) Nach längeren Verhandlungen genehmigte der Marineausschuß des Senats am Freitag die Flottenauf- r ü st u n g s v o r l a g e, die insgesamt 1156 Millionen Dollar vorsieht. Dieser Betrag übersteigt den vom Abgeordnetenhaus bereits angenommenen Gesamtbetrag um 35 Millionen Dollar. Senator Walsh, der Vorsitzende des Ausschusses, erklärte, der Ausschuß habe die Aenderungen der Flottenvorlage gutgeheißen, um dem Marineministerium den Bau von drei 45000-Tonnen- Schlachtschiffen zu gestatten. Die Baukosten für jedes dieser Schiffe werden auf 90 Millionen Dollar geschätzt. Der Marineausschuß des Senats hat ferner die Erhöhung des Tonnengehalts der beiden vorgeschlagenen Flugzeug- träne r genehmigt, sowie den Bau von 26 Hilfsschiffen gegenüber den 22, die in der Flottenoorlage des Abgeordnetenhauses vorgesehen waren. Gestrichen hat der Ausschuß aus der Vorlage den Posten von 15 Millionen Dollar für Versuchszwecke der Marine. Lllrich-von-Hutten-Ausstellung in Schlüchtern Ulrich von Hutten, der große Rufer im Streit um deutsche Freiheit und Einigkeit wurde am 21. April 1488 auf der Steckelburg bei Schlüchtern geboren. Aus Anlaß feines 45 0. Geburtstages findet in Schlüchtern eine große Hutten-Ausstellung statt. Sie wird Originaldrucke aller Werke Huttens und seiner Mitkämpfer, darunter seltene Werke Eobanus Hesses und Willibald Pirckheimers zeigen. Auch Oiginaldrucke der Schriften Franz v. S i ck i n- g e n s werden zu sehen sein. Daneben Oriainalbriefe Huttens und Sickingens, Dokumente der Vorfahren Huttens sowie Funde aus der Steckelburg. Die Ausstellung wird ergänzt durch zahlreiche Bildnisse Huttens und seiner Zeitgenossen. Das Protektorat hat Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger übernommen. Am 5. Juni beginnen die Ulrich-oon-Hut- ten-Festspiele auf der Steckelburg. Aus der im vergangenen Jahre neu errichteten Freilichtspielstätte im Burghof wird allsonntäglich das Hutten-Festspiel von Erich Bauer unter der Regie Bauers zur Aufführung gelangen. Die Darstellung haben Mitglieder des Gießener Stadttheaters übernommen. * NSG. Die für den 21. April angekündigte Feierstunde auf der Steckelburg aus Anlaß der 450. Wiederkehr des Geburtstages Ulrich von Huttens, bei der Reichsleiter Alfred Rosenberg sprechen sollte, wird im Hinblick auf die nach dem Wahlkampf angeordnete Dersammlungsruhe verschoben. Der neue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Die Hutten-Ausstellung wird am 21. April durch Gauleiter Sprenger feierlich eröffnet. Vertrieb von Lichtbildern Deutschösterreichs unterliegt der Prüfung und Genehmigung. Das Reichsluftfahtministerium weist daraufhin, daß nach der Vereinigung Deutschösterreichs mit dem Reich nunmehr auch der Vertrieb von Luft- bildern Deutschösterreichs verboten und strafbar ist. Das gilt auch für alte Luftbilder von Deutsch-Oesterreich, die vor 1938 hergestellt worden sind. Sollen solche Bilder in Verkehr gebracht wer- Den, müssen sie vorher von der Prüfstelle für Luftbilder im Reichsluftfahrtministerium freigegeben werden. Beitrag zum europäischen Frieden. Das engUsch-italienische Abkommen beendet gefährliche Spannungen. — Oie Achte Berlin-Rom ist das Grundelement der tatsächlichen europäischen Lage. Rom, 15. April. (DNB.) Am Vorabend der Unterzeichnung des englisch-italienischen Abkommens am Samstagnachmittag in Rom betont die römische Presse, die „Richtschnur zur Zusammenarbeit" stelle einen konkreten Beitrag für den europäischen Frieden dar, was auch vom gesamten Ausland mit Ausnahme der bekannten antifaschistischen Kreise anerkannt werde. Der Direktor des „G i o r n a 1 e d ' I t a l i a" erklärt, die Rückkehr zu einer freundschaftlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit stelle gerade in einem Augenblick, wo auf der Außenpolitik Europas und der Welt so viele Probleme lasteten, eine wesentliche Voraussetzung zur Stabilisierung des europäischen Systems dar. Dieses neue System der Klärung und Uebereinkommen zwischen Italien und Großbritannien diene dem Frieden und der internationalen Zusammenarbeit sowie dem gegenseitt- gen Schutz der nationalen und imperialen Interessen der beiden Mächte, habe aber keine polemische Spitze gegen diese oder jene Nation. „Die italienische Politik", so betont das halbamtliche Blatt, „bleibe unverbrüchlich an die vom Duce eindeutig definierte Linie gebunden, die im System der internationalen Abkommen verankert ist. Es ist nicht Brauch der italienischen Politik, sich nach dem winde zu drehen und nach den Jahreszeiten zu ändern. Sie verfolgt ihren durch den Grundpfeiler der Achse Rom — Berlin bestimmten Kurs, den das neue italienisch-englische Abkommen in keiner Weise berühren kann. Die beiden Richtlinien, die von Rom nach Berlin und heute nach London ausgehen, zielen beide, wenn auch mit verschiedenen Funktionen und Wesenszügen sowie zu verschiedenen Zeiten reif geworden, auf den Frieden und eine neue und dauerhafte Ordnung in Europa hin. Sie schalten sich gegenseitig nicht aus und stehen auch nicht im Widerspruch zueinander. Dies ist Roms entschiedene Ueberzeugung und Taktik, die auch durch die Tatsache bewiesen wird, daß die italienische Regierung die deutsche Regierung über den Gang der Verhandlungen ständig auf dem laufenden gehalten hat." „M e s s a g g e r o" erklärt, das Abkommen beschließe endgültig eine Periode der Spannungen, die zuweilen einen sehr ernsten Charakter angenommen hätten, und schaffe die für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit günstige Atmosphäre. Die Zukunft werde unter das Zeichen der erneuerten Freundschaft gestellt. Das sei nicht etwa nur für Italien und England von unschätzbarem Wert, sondern für alle Länder. Die Ankündigung des erfolgreichen Abschlusses der italienisch- englischen Besprechungen habe in der Tat überall lebhafte Genugtuung ausgelöst und die günstigste Beurteilung gefunden. Es fehlten freilich auch Stimmen nicht, betont das Blatt, die versuchten, Mißverständnisse zu schaffen, absurde Hoffnungen au wecken und unerlaubte Spekulationen zu versuchen. Derartige Manöver müsse man sofort zurückweisen. Einige französische Blätter möchten von einer möglichen „Rückkehr zur Stresa-Front und einem bevorstehenden Zusammenbruch der Achse Rom—Berlin" faseln. „Die Achse Rom—Berlin“, erklärt der „IHef- faggero“ demgegenüber, „bleibt unberührt und unerschütterlich." Diejenigen, die die Vergangenheit und längst zerstörte Positionen wieder aufleben lassen möchten, stünden nicht nur außerhalb jeder historischen Realität, sondern übersähen geflissentlich alle politischen Regeln. In seinen Verhandlungen mit England habe Italien nie irgendwelche Einwände hinsichtlich der englisch- französischen Beziehungen erhoben. Es wäre wünschenswert, daß auch von französischer Seite nicht etwa der Anspruch erhoben werde, die italienischenglische Wiederannäherung zum Vorwand für eine Einmischung in die Beziehungen zwischen Nom und Berlin zu nehmen; ebenso wünschenswert wäre es, daß man in Frankreich, anstatt sich ein Bild von der Lage zu machen, das den eigenen Wünschen entspricht, endlich die reale Lage erblicke. Die Achse Rom—Berlin stelle heute jedenfalls das Grundelement der tatsächlichen europäischen Lage dar. Auch der Mailänder „Coxriere della Sera" unterstreicht, daß die Unterzeichnung des italienisch- englischen Abkommens weder außerhalb der Politik der Achse Berlin—Rom liege, noch gegen sie gerichtet sei. Es könne vielmehr einen ersten Schritt zu einer allgemeinen Entspannung bilden, denn die italienisch-englischen Beziehungen seien nicht Selbstzweck. Logisch sei es natürlich, daß man ihre Entwicklung zunächst abwarten müsse, bevor man ihre ganze Tragweite abschätzen könne. , Nach der „Stampa" ist man im Begriff, ein langes und schmerzliches Kapitel in den italienischenglischen Beziehungen abzuschließen, in dem geschichtlich nicht widerrufliche Ereignisse vorgefallen seien. Chamberlain komme das Verdienst zu, diese erkannt und mit Verständnis ausgenommen zu haben, so daß ein unüberwindlicher Gegensatz mit dem britischen Imperium habe vermieden werden können. Nun könnten Italien und England nach einer Erweiterung des Atemraumes das Werk der Zusammenarbeit auf dem Boden der moralischen, polittschen und strategischen Gleichheit aufnehmen. Dämpfer für Paris. P a ris, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Samstag-Frühblätter geben sich erneut alle Mühe, eine Aussöhnung Frankreichs mit Italien als äußerst wünschenswert darzustellen. Allerdings hat diese Stimmungsmache einen fühlbaren Dämpfer erhalten, nachdem die in den Vortagen mit ungezügeltem Eifer vorqebrachte Hoffnung auf Wiederherstellung der Stresa- Front und auf eine Abkühlung der Freundschaft Rom —Berlin von der italienischen Presse mit Entschiedenheit negativ beantwortet worden ist. Wehleidig beifjt es im „M atin", ohne offen von einem Dreieck London — Rom — Berlin zu sprechen, machten die italienischen Leitartikler jederzeit Andeutungen auf diese neue Figur der europäischen Polittk. In Rom stelle man ganz klar eine Bedingung: Eine eventuelle französisch-italienische Annäherung müsse unter Berücksichtigung der Achse Rom—Berlin und im Rahmen der deutschitalienischen Freundschaft aufgefaht werden. Eine Beeinträchtigung dieser Freundschaft werde in keiner Weise irgendwelche Bestrebungen zu einer Bereinigung zwischen Rom und Paris begünstigen. Die Wintermonate sind eine starke Belastungsprobe für die Gesundheit. Besonders Kinder befinden sich, ohne eigentlich krank zu sein, am Ende des Winters oft in einem Zustande der Erschöpfung und Schwäche, welcher demjenigen nach schwerer Krankheit ähnlich ist. Die Ursache ist eine leichte Störung des Stoffwechsels, die durch die winterliche Ledens- und^Ernährungsweise bedingt ist. Ein gutes Kräftigungsmittel dürfte in dieser Zeit besonders angebracht sein. Geben Sie Ihrem Kinde zur Appetitsteigerung und Kräftigung täglich einen Löffel Bioferrin, welches auf den Allgemeinzustand günstig einwirkt und das körperliche Wohlbefinden und frische Aussehen bald wiederherstellt. Es ist wohlschmeckend und für Magen und Darm unschädlich. 2665 V /b\ < A > BAYER < E ) XR/ Jta-ienische Absage. Kein Interesse an Frankreichs Generalstabsplänen. Rom, 15. April. (DNB.) Zu den Nachrichten über eine Art militärischer Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich erklärt „Teuere", daß Frankreich zur Wiedererlangung seiner Hegemoniestellung heute die Volksfrontpolitik abschwäche, und da es nicht die Kraft habe, diese Positionen mit eigenen Mitteln wieder zu erobern, sich an England wende. Die Meldung, daß bereits Besprechungen zur Vereinigung der englischen und französischen Luftstreitkräfte unter dem Kommando eines französischen Generals im Gange seien, müsse man als geradezu sensationell ansehen. Die erste internationale Kundgebung der neuen französischen Regierung bestehe in dem Versuch, die militärische Stellung einer Großmacht für die Bedürfnisse einer sinnlosen und bankerotten Politik zu kompromittteren. Das Programm einiger englischer konservativen vorn Typ Churchills, die die polizeigewatt der Welt den vereinigten Kräften Frankreichs und Englands anvertrauen möchten, d. h. eine englische Hegemonie zur See und eine französische zu Lande zu schaffen wollen, fei lächerlich und veraltet. Die Zetten, in denen man Europa in zwei Lager teilen konnte, auf der einen die Braven, auf der anderen die Bösen, die Wärter und die Bewachten, seien für immer vorbei. Während England sich von diesen Gedankengängen freigemacht Halle, versuche Frankreich, sie wieder auferstehen zu lassen und als harmlose Vorsichtsmaßnahme zu tarnen. „Militärische Abkommen, an denen Frankreich teilnimmt, interessieren direkt alle Mittelmeerstaaten und vor allem Italien wegen der besonderen Stellung, die es nach der Eroberung des Imperiums einnimmt. Sollten sich die pläne, die die englische presse den französischen Ministern zuschreibt, als Tatsachen erweisen, sei es angebracht, sofort zu erklären, daß eine Entspannung in Europa nicht möglich sein wird, wenn man versucht, tendenziöse Ausgleichsposten in den Rahmen aufrichtiger Uebereinkommen hineinzuschmuggeln. Frankreich hat natürlich bas größte Interesse, Italien mißtrauisch zu machen. In Europa haben allerdings nur noch wenig ein Interesse, sich für Frankreichs Spiel herzugeben." Londoner Erwartungen. Die „Simeer sieht immer noch Schwierigkeiten. London, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Londoner Morgenpreffe befaßt sich mit dem englisch - französischenAbkommen, bas heute in Rom unterzeichnet und in Rom und London gleichzeitig veröffentlicht wird. Ein Teil der Blätter knüpft an bas Abkommen bereits Kombinationen über bie Möglichkeiten eines französisch-italienischen Abkommens. Einige anbere Blätter lassen auch bie Hoffnung auf bas Zustandekommen eines Viermächtepaktes durchblicken. Der diplomatische Korrespondent der „Time s" schreibt, wenn der Text bes römischen Abkommens veröffentlicht worben sei, werbe man feststellen, baß ein Teil ber Bedingungen für die Wieberherstellung der Freundschaft London—Rom noch zu erfüllen bleibe. Die beiben Hauptprobleme, bie noch immer als Schwierigkeiten anzusehen seien, blieben bie An erfennung der italienischen Eroberungen in Ostafrika und bie Zurückziehung ber italienischen Freiwilligen aus Spanien. In Genf werbe Sowjetrußland wahrscheinlich darauf bestehen, daß die äthiopische Frage vor bie Vollversammlung gebracht werbe, wo sie infolge ber Nichterzielbarkett einer Einstimmigkeit eine neue Verzögerung erleiden werde. Was die Freiwilligenfrage angehe, so stoße die britische Vorbedingung für das Inkrafttreten des englisch-italienischen Abkommens — nämlich eine zumindest substantielle Zurückziehung — auf Schwierigkeiten, wenn der Krieg in Spanien bis zum Ende bes Sommers anbauere, wie es bie Ansicht ber Sachverstänbigen sei. Immerhin könnten biefe Schwierigkeiten bei bem guten Willen, ber in bem Vorwort in bem Abkommen von beiden Seiten zum Ausdruck gebracht werde, überwunden werden. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" befaßt sich ebenfalls noch einmal mit Einzelheiten des Abkommens, wobei er insbe- sottdere auf die Unwahrscheinlichkeiten von Landabtretungen am Tanasee eingeht. Die jüdische Vorherrschaft in Ungarn. Ein Dokument über die Verjudung des ungarischen öffentlichen Lebens. Budapest, 15. April. (DNB.) Die nunmehr dem Abgeordnetenhaus zugestellte B e - grünöung der Regierung zum Iudengesetz nimmt in ber Regierungs- und Rechtspresse einen hervorragenben Platz ein unb wirb fast im Wortlaut miebergegeben. Die Begründung entrollt ein erschütternbes Bild bes jüdischen Einflusses auf allen Gebieten des ungarischen Lebens. Eindringliche statistische Angaben bekräftigen die unerläßliche Notwendigkeit dieser Regierungsmaßnahme. Ausgehend von der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, stellt die Begründung fest, daß das Judentum in den letzten 90 Jahren von 241 000 auf 851 378 Personen angewachsen sei. Nachdem die Juden, wie üblich, zunächst das wirtschaftliche Leben an sich gerissen hätten, habe sich das Judentum dann sämtliche geistigen Gebiete des ungarischen Lebens angeeignet. Weder der Krieg, noch die Nachkriegszeit hätten dem unaufhaltsamen Vordringen der Juden auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens einen Damm fetzen können. Besonders in der Industrie habe sich die Zahl der Juden erhöht. Die jüdischen Handelsange st eilten seien auf 5 2,8 v. H. angewachsen. Die Statistik zeige, daß das Judentum in Ungarn in jeder Beziehung im wirtschaftlichen Leben ein weit größeres Gebiet einnehme, als ihm zustehe. Diese Erkenntnis habe bereits vor dem Kriege Unruhe hervorgerufen. Die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse der Nachkriegszeit aber hätten in gesteigertem Maße die Aufmerksamkeit auf den Umstand gelenkt, daß das Judentum trotz aller Wirtschaftskrisen seinen Besitz noch zu steigern vermochte. Wie in ber Jnbustrie, habe auch bas Gleichgewicht zwischen Juden und Nichtjuden in den freien Berufen wiederhergestellt werden müssen, schon um eine Hebung ber trabitionellen Werte bes Un- gartums herbeizuführen, ba nicht zu leugnen sei, daß jübische Elemente niemals Träger unb Vermittler wahrer ungarischer Geistigkeit sein könnten. Schließlich weist die Begründung auf die Notwendigkeit des Wirkens der P r e f f e im nationalen unb christlichen Geist hin. Eine umfassende statistische Uebersicht weist die Beteiligung des Judentums an der presse allein in Budapest mit 35,3 v. h.» am Theaterleben mit 30,3 v. h. aus. Der Anteil der jüdischen Rechtsanwälte für Budapest betrug im Jahre 1930 55,8 v. h. und der jüdischen Aerzte 54,5 v.H. Dabei gilt diese Statistik nur für das konfessionelle Judentum! Abschließend stellt die'Begründung die Dringlichkeit des Inkrafttretens des Judengesetzes sofort nach Verkündung besonders heraus. Sollten sich Unternehmungen diesen Bestimmungen widersetzen oder versuchen, das Gesetz zu umgehen, so stellt die Regierung zu Lasten des Unternehmens einen behördlichen Leiter an die Spitze des Betriebes, der die Geschäftsführung so lange beibehält, bis das Unternehmen seinen Verpflichtungen nachgekommen ist. Ungarische Inden treiben Boykotthetze. Bisher 10 Verhaftungen. Budapest, 15. April. (DNB.) Die Polizei hat am Freitag hundert jüdische Angestellte verschiedener Firmen einem strengen Verhör unterzogen, die beschuldigt werden, Flugzettel her- gestellt und verteilt zu haben, in denen das Iu - bentum zum Boykott rein ungarischer Unternehmen aufgeforbert wirb. Es hanbelt sich anscheinenb um eine Protestaktion jübischer Kreise gegen bas Jubengesetz der Regierung. In den letzten Tagen war in den Straßen Budapests eine große Anzahl solcher Flugzettel zur Verteilung gelangt, und einige jüdische Zeitungen fühl- ten sich sogar veranlaßt, die Hilfe der Polizei gegenüber diesen, den Pfeilkreuzlern von den Juden in die Schuhe geschobenen Störungsakt anzurufen. Die Polizei hat bisher zehn jüdischeHandlungs- lungsgehilfen in Haft behalten, wodurch der Beweis für den wahren Ursprung der Hetze klar erbracht ist. Die polizeilichen Erhebungen dauern an. Die geheimen Kurzwellensender in der Sowjetunion. Warschau, 15. April. (DNB.) Die die polnische Presse zu berichten weiß, ist der von der GPU. fieberhaft gesuchte geheime Kurzwellensender noch immer in der Sowjetunion tätig. „Kurjer Czerwonny" meldet, daß in Moskau 12 (klein garantiert 3 Rezeptgetreue Dauermischung 2 Tabak edelster Orientauslese 1 Ausgewogenes Vollformat Eckstein No. 5 garantiert fünf Eigenschaften verpackt 5 überzeugende Fachleistung 4) Die Entwicklung des VollaromasisteineFrage der natürlichen Frische des Tabaks. Der Tabak der Eckstein No. 5 wird in klimagerechter Pflege zu seiner natürlichen Frische aufgeschlossen, und die fertige Zigarette wird „natur- frisch" in Aluminiumeinschlag verpackt. M entsprochen. > „Daily iod) einmal n er insbt- id)teiten nasee ein- Gtaatsschuhgeseh in Rumänien Strenge Bestimmungen über die politische Betätigung. Ausländern kein Geld angenommen werden. Sämtliche politischen Parteien. Verbände und Vereinigungen aller Art sind aufgelöst, ihre Neubildung ist verboten. Die erlaubte politische Betätigung der Staatsbürger wird in einem neuen, eigenen Gesetz noch geregelt. Die Zeitungen, die früher Sprachrohr politischer Gruppen waren, können verboten werden. O es - fentliche Beamte und Studenten dürfen an keinerlei Ebch watzde.das s kahmstnBFSKZ fen an keinerlei politischen K u n dg e - b u n g e n teilnehmen, widrigenfalls sie ihrer Stellung enthoben bzw. von den Hochschulen ausgeschlossen werden können. Handelsgesellschaften, die verbotene politische Handlungen fördern, werden mit Geldstrafe bis zu 500 000 Lei belegt, ihre Leiter außerdem auch persönlich bestraft. Gasthäuser, Gaststätten und alle anderen Lokale können, falls fie die öffentliche Ruhe gefährden oder als politische 23er« sammlungsstätten gebraucht werden, geschlossen werden. Alle Uebertretungen des Staatsschutzgesetzes werden vom Militärgericht abgeurteilt. Richter, die guf Grund dieses Gesetzes böswillig Strafen verhängen oder freisprechen, werden bestraft. Als Strafen sieht das Staatsschutzgesetz Gefängnis von sechs Monaten bis zu zwei Jahren und Geldstrafen von 10 000 bis 20 000 Lei vor. Außerdem hat der Innenminister das Recht, gewissen Personen einen sammentritt. Sibirische Bahn gesperrt. Kriegsvorbereitungen in Aernost? Warschau, 15. April. (DNB.) In polnischen Agenturmeldungen aus Tokio wird darauf hin- gewiesen, daß die sowjetischen Konsulate Reisenden, die sich durch Sibirien nach Europa begeben wollen, keine Durchreise-Sichtvermerke mehr erteilen. Dieses Vorgehen habe militärische Gründe, denn Die sibirische Eisenbahn sei jetzt vollständig durch Transporte von Kriegsmaterial und Truppen für den Fernen Osten in Anspruch genommen. Die sowjetrussischen Reisebüros im Fernen Osten hatten vom Derkehrskommissariat in Moskau sogar Anweisung erhalten, keine Fahrkarten für die Transsibirische Bahn mehr zu verkaufen. Die polnische Presse sieht in der Einstellung des Personenverkehrs auf der transsibirischen Bahnlinie Anzeichen für kriegerische Vorbereitungen der Sowjets im Fernen Osten. Ein Unfall bringt es an den Tag. Paris, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung des „Jour" aus Rouen führte der unter der Flagge Panamas wahrende Dampfer „Virginia" eine Kriegsmaterial- laöung an Bord. Der Kapitän hatte offiziell 500 Tonnen landwirtschaftliche Maschinen angegeben. Bei einem Unfall während der Verladung im Hafen von Honfleur seien jedoch plötzlich Kanonen und Maschinengewehre zum Vorschein gekommen Zwangsaufenthalt für die Dauer von sechs Mona-' ten bis zu einem Jahr anzuweisen. Verbot deutscher Zeitungen in Rumänien. Bukarest, 15. April. (DNB.) Die ruämnische Regierung hat die beiden einzigenZeitungen Der deutschen Volksgruppe Bessarabiens, die „Deutsche Zeitung Bessarabiens" und das „Deutsche Volksblatt" verboten. eben«. r jüdischen im Jahre leiste 54,5 für das um! ie Dring' es Juden- Inders her- e|en Besöm- as Gesetz zu Lasten des iier an "g:V Bukarest, 15. April. (DNB.) Die Regierung erließ am Donnerstagabend das schon seit einiger Zeit angekündigte S t a a t s s ch u tz g e s e tz , welches alle bisher auf diesem Gebiet erlassenen Bestimmungen zusammenfaßt und ergänzt. Das Gesetz Der« bietet jede Propaganda, die auf die Aenderung ber Regierungsform abzielt oder Vermögensaufteilung, Steuerbefreiung und Klaffenkampf zum Ziele hat. Kirchen-, Schulen und andere öffentlichen G e - b ä u b e bürfen zu politischen Zwecken nicht benutzt werben. Kein Priester barf einen Eib ablegen, ber nicht burch ein Gesetz vorgeschrieben ist. Verboten wirb ferner bas Marschieren in geschlossenen Kolonnen, bas Singen politischer Lieber, bie Bilbung bewaffneter, militärähnlicher Verbände, zu politischen Zwecken und die Verbreitung von politischen Flugschriften und Zeichnungen. Für bie Durchführung solcher verbotener Ziele darf von en, daß bie imlung ge< ierzielbarkeii jerung erleb ■ anaehe, so . Das Jnkrasb lens-nänv ikziehung - in Spanien , wie es bie eri)in fönrt' Willen, btt on beiben )erwunben Zwei d'e Braven und die Be.' ^nd Eng, .lleigemachi ''^stehen zu hme zu (ar, [ Frankreich Imeerftaafen 'deren 6fe(. Imperiums i)e presse . als laf. sasor! zu 1 Europa versucht, Böhmen ijmuggdn. 'teresse, J(a. r°pa haben 'sse, sich für heute k- 15 4t !' "tn «S «n. l'* La 'one *>£ n?em Der. °^cht für bankerotten onservati. '^gemalt "nnkreichg d- h- eine le sranzg. 1 IddlPrlU Kunst und Wissenschast. Ausstellung prähistorifcher Felsbilder in Amerika. I Im vergangenen Sommer veranstaltete bas „Museum of Modern Art“ in Neuyork zum ersten Male in Amerika eine Ausstellung prähistorischer Felsbilber, die Professor Frobemus (Frankfurt a. M.) dem Museum leihweise überlassen hatte. Es handelte sich um eine reichhaltige Auswahl aus der „Reichsbildergalerie prähistorischer Fels- bilder" im Kulturmorphologischen Institut in Frankfurt, die Prof. Frobenius in 40jähriger Tätigkeit zusammengetragen hat. Die Ausstellung fand in Amerika so starkes Interesse, daß sie als Wanberaus-1 fteüung für viele amerikanische Stäbte fortgesetzt werben mußte. Professor Frobebius wirb im Herbst eine Vortragsreise burch Amerika unternehmen, um bie ausgezeichneten Beziehungen, bie bas Kulturmorphologische Institut mit amerikanischen Museen unterhält, weiter zu festigen. Vor einigen Tagen ist Fräulein Dr. Hissing vom Kultur- morphologischen Institut aus Amerika nach Frankfurt zurückgekehrt. Sie war beauftragt, eine Zweitkopie bes in natürlicher Größe roiebergegebenen steinzeitlichen Deckengemäldes der Altamira-Höhle in Nordspanien als Geschenk des Institutes für! das American Museum of Natural History in Neuyork zu überbringen. Das 5,80:8,20 Meter große Felsbild wurde im Frankfurter Institut als riesenhaftes Oelgemälde hergeftellt. Fräulein Dr. Hifsrng wurde in Amerika herzlich empfangen. Italienische Südamerika-Fluglinie in Vorbereitung. Das italienische Vekehrsflugzeug Z505 der Ala- Litoria legte bei seinem Versuchsflug für bie geplante Sübameritalinie insgesamt 24000 Kilometer mit dem Stundenmittel von etwa 200 Kilometer zurück. Es hat damit den Erwartungen umfangreiche Aktion ber HRi! 118rb e-i Hörden ein. Polizei, Mobilgarbe unb Truppen fuhren in Militärlastkraftwagen durch die Städte, schlossen die Parteiräume und nahmen alle leitenden Persönlichkeiten der Eingeborenenbewegung in Haft. Allein in Tunis, Sfax, Beja unb Bizerta wurden 18Neu-De st our-Führerverhaftet. Seit vergangenen Samstag find rund 200 Verhaftungen vorgenommen worden. Alle, die mit den blutigen Zusammenstößen vom 9. April in Zusammenhang stehen, werden von einem militärischen Sondergericht abgeurteilt, das am 18. April zu- müffe. nationale Araberbewegung gegen Frankreich. Paris, 15. April. (DNB.) Der ©eneralrefibent von Tunis hat auf Grund eines im französischen Ministerrat vom 12. April gefaßten Beschlusses bie nationalistische tunesische Araberbewegung, bie Neu-De st our-Partei, wegen Provozierung bewaffneter Kunbgebungen und Verletzung der Rechte der Schutzbehörden a*u f g e l ö ft. Etwa 50, feit dem vergangenen Sonntag verhaftete Agitatoren, wurden dem Gericht zur Aburteilung übergeben. In Tunis ist ein bei den blutigen Zusammenstößen Schwerverletzter gestorben, womit sich die Gesamtzahl der getöteten Eingeborenen auf 15 erhöht. Nach Auflösung der arabischen Neu-Destour- Partei setzte am Freitag inganzTunesien eine Personen verhaftet worden seien, weil sie nachts im Gemeinschaftsraum der Fabrik heimlich bie Sendungen des Senders empfangen hätten Die Bemühungen der GPU., dem geheimen Sender, der nach wie vor f ch ä r f ft e n s gegen Stalin und feine Clique Stellung nimmt auf d'e Spui zu kommen, sind bisher ergebnislos verlaufen, obwohl neuerlich besondere Peilungsabteilungen der Roten Armee eingesetzt worden sind. Das Warschauer Blatt spricht die Vermutung aus, daß evsich bei den allabendlichen Sendungen auf der Welle 29 m nicht nur um einen, sondern um mehrere Geheimsender handele, die von verschiedenen.Ortschaften abwechselnd senden, um die Nachforschungen zu erschweren. Gegen die Wühlarbeit der Komintern. Beratungen der Autzenminister Lettlands und Littauens. Warschau, 16. April. (DNB. - Funkspruch.) Dem gestrigen Besuch des lettischen Außen- Ministers Munters beim litauischen Außenmini st er in Kowno schenkt die polnische Presse starke Beachtung. Die mehrstündige Besprechung soll nach polnischen Berichten vor allem der sowjetrussischen Frage gegolten haben. In gutunterrichteten politischen Kreisen wisse man, daß Moskau angesichts der eindeutigen Abwehrstellung Finnlands und Estlands einerseits, sowie Polens und Rumäniens auf der anderen Seite beschlossen habe, Litauen und Lettland als Ausfalltore für bie Komintern-Ar- beit für Westeuropa auszubauen. Die Außenminister biefer beiben ßänber hätten nunmehr barüber zu beraten, wie diesen Absichten Moskaus wirksam entgegenzutreten sei. Pariser Metallarbeiterstreik staut ab. isend" Ik. , der i-S-12 1t. Km i L!«»' • eitel l1’ •n bas 3“ | on lib'1* f Ztz- »flS- )tn I.« -"d'Lch 'Ti® «* Paris, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Der Pariser Metallarbeiter ft reit, an dem nahezu 200 000 Mann beteiligt waren, ist im Abflauen begriffen. Am Freitag hat bie Metallarbeitergewerkschaft Anweisung gegeben, bie b e - setzten Fabriken noch am Adenb z u räumen. Daraufhin verließen die Streikenben in etwa 30 Fabriken bie Werkräume. In allen übrigen Werken finb sie ber Gewerkschaftsanweisung bisher noch nicht nachgekommen. Am Samstag sollen bie Räumungen jedoch beschleunigt fortgesetzt werden Die Schiedsrichter der beiden Parteien sind zu keiner Einigung gelangt. Nun soll ein Oberschiedsrichter binnen 48 Stunden einen endgültigen Spruch fällen. Der Arbeitsminister empfing am Freitag noch einmal die Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. In ber Besprechung erklärten sich bie Unternehmer mit ben Bekundungen bes Arbeitsministers, im Gegensatz zu ben Arbeitnehmern, ein» verstauben. Sie machten aber geltend, baß bie Räumung ber Fabriken Dorbebingung für die Anerkennung bes späteren Schiedsspruches fein Wetterbericht xrotz weiterer Abschwächung behält das ost- atlantische Hochdruckgebiet noch seine bestimmende Rolle für die Zugrichtung der Teilstörungen bei Da die Druckoerteilung über Mitteleuropa eine ziemlich schwache geworden ist, dürften die Störungen auch auf unser Wetter jetzt wieder stärkeren Einfluß gewinnen, wobei es bei zunehmender Bewölkung vor allem im Norden des Bezirkes zu Niederschlägen kommen wird. Aussichten für Sonntag: Wolkig bis bedeckt, leichte Niederschläge, besonders im Norden, Temperatur wieder zurückgehend, Winde um Nord. Lufttemperaturen am 15. April: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 9,4 Grad; am 16. April: morgens 7,5 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum heute nacht 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. April: abends 11,6 Grad; am 16. April: morgens 9 Grad. — Sonnenfcheindauer 2,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (verreist), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. III. 38: 10 355. Druck und Verlag Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültist. Jbad.'UHfdungtn fiuTliue uütfaM Feinkr. —- geruchl. — säurefr. Spars, u. bequem anwendbar W Für Obst und Gemüse Wiesen und Blumen Lieferbar durch Stadt. Betriebe Gießen Adlig. 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Zu Pfingsten 1935 war das, da lohnte man die junge ^rou hier zum ersten Nale erblicken, aber das ist lange her, und die ; junge Frau war damals noch gar nicht verheiratet, sondern erst ein be- jauberndes kleines Fräulein, blauäugig und dun- lelblond, namens Marie Luise; am Pfingstsonntag, morgen stand sie unter .einem großen alten Baum, wd) auf einer blühenden Diese, angetan mit einem lieblichen Frühlingskleid- djen, das über und über mit lustigen zitronengelben Tupfen bedeckt war, und mit einem wundervoll durchbrochenen und geschwungenen Hütchen auf dem Kopf, einem klei- : nen pastellenen Pftngst- gedicht, welches fünf Mark fünfundachtzig gekostet hatte. Das Hütchen ist inzwischen unansehnlich geworden und in der Mottenkiste verschwunden, ... der junge Mann aber, auf den Marie Luise damals wartete, der ist noch immer da: ©unter heißt er mit Vornamen, das wußte sie damals selber erst kurze Zeit, denn zu Himmelfahrt hatte es angefan- gen, es mar eine ganz junge Liebe, und es war eir herrlicher Tag gewesen, blau und warm und erfüllt vom Duft der weißen Flieders, des dunklen Goldlacks und der rosigen Apfelblüte. Darüber sind also nun fast drei volle Jahre hingegangen. Marie Luise hat zu ihrem hübschen Vornamen einen neuen Zunamen bekommen, und daö kleine Fräulein von damals ist eine junge Frau und Mutter geworden. Für weißen Flieder und dunklen Goldlack ist es noch zu zeitig im Jahr, ober der Apfelbaum blüht schon, und die österliche Sonne scheint so warm und mild, daß man in aller Feiertagsfrühe unter rosigen Blüten im Freien sigen kann. Alles ist in Erfüllung gegangen, woran die beiden damals auf ihren stillen gemeinsamen Wegen am Pfingstsonntagmorgen vielleicht nur im innersten Herzwinkel zu denken wagten. Ein paar Wochen später ist aber das Paddelboot getauft worden, ba? der junge Mann damals als seinen kostbarsten Besitz mitgebracht hatte. Es war blank und frisch gelrichen, hellgrün und leuchtend rot, würzig nach Oll färbe riechend, ein Wimpel flatterte, und mit zä'tlichen, weißen Buchstaben war der neue Name darauf gepinselt: mit einem großen M fängt er an, (Aufnahme: E. Hase, Frankfurt a. M.) Feldhasen von Albrecht Dürer. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis die junge Frau unter dem blühenden Baum aus ihrer Beschaulichkeit und ihren schweifenden Gedanken geweckt wird, die in der feiertäglichen Stille des Morgens noch einmal den weiten Weg gegangen find, welcher von der Pfingftwiefe vor drei Jahren bis zu dem Häuschen und dem blühenden Ostergärtchen von heute führt. Weiter Weg ... kurzer Weg, nicht einmal drei volle Jahreskreife umspannend, aber was ist alles darin beschlossen ... Zwei Stimmen werden sogleich an Marie Luises Ohr bringen: eine dunkle, männliche und eine kleine, Helle, kindlich-unfertige und krähende. Die dunkle gehört Günter, aber die Helle, kleine Krähstimme gehört ihrem Sohn Peter, der eben zwei Jahre alt geworden ist und heute den ersten, winzigen Osterspaziergang seines Lebens unternehmen kleiner Sturm im Gärtchen, denn nun erscheint der Vater mit seinem Sohn auf dem Arm, und der Sohn im blauen Kittelchen ist großer Erlebnisse gewärtig und strebt emsig vom väterlichen Arm zur Erde nieder. In den Garten will er, den österlich blühenden, von milder Sonne beschienenen, und selber auf schmalen, gewundenen Wegen auf die Suche gehen... Er wird ja nicht weit kommen mit feinen kleinen dicken Beinen, die noch ein wenig krumm und sehr unsicher sind. Sein Ziel sind heute weder die schüchternen Veilchen noch die gelben Schlüsselblumen, sondern die bunten Eier, die lockend und leuchtend und kaum versteckt im Grase, am Zaun und an der Hecke liegen. Zwischen Vater und Mutter, die ihn lächelnd an den Händen halten, strebt das winzige Menschenkind den Wundern des Ostermorgens entgegen. erlöschen. Die Stunde darauf, der nächsteMorgen überströmt fein Herz mit Kraft und Glauben aus unbekannten Tiefen. Gealtert, verdrossen, höhnisch und kalt schleppte sich gestern das Leben durch uns hin. Heute strahlt es von Liebe und Feuer! Als ein Festsaal liegt draußen der Frühling ums Haus, dis Morgensonne überm Wald hat Versprechungen wie in goldenen Kindertagen, das Herz stimmt in jeden Vogelruf ein: Es fängt wieder an! Das Leben fängt wieder an! Die tote Stunde im Volk hing wie ein schwarzes Grabtuch überm Land. Aber eines Tages hebt sich ein Wille, ein neues, strahlendes Erkennen — und mit einem Zauberschlage verwandelt sich das Volksleben, das gestern eine öde Wildnis war, in einen blütenüberschütteten Garten. Geburt ereignet sich nicht nur am Beginn unseres Daseins. Sie ereignet sich vielemal in ihm, als und Erde, Frühling und Himmelsbläue bekennt. Er ist da als ein „toter Punkt" im Leben eines Volkes, wo plötzlich alle Säfte stocken, Haß die Blutsbrüder trennt und kein Gedanke des Ganzen mehr die Kräfte zu geordneter Auswirkung bringt. Tod ist überall da, wo ein Herz sich bitter verschließt, wo kalte Kritik die Liebe erwürgt. Nicht nur am Ende unseres Daseins ist Tod. Er zieht schon weithin durch unser gelebtes Leben seins dunkle Spur. Das Kind in uns muß sterben ... Jeder von uns hat einmal einen Glauben, eine Liebe zu Grabe tragen müssen. Zustände und Menschenverbindungen, die unlösbar mit unserem Dasein verschweißt schienen, sind wie Nebelgebilde zerstoben. Vieles erleben, heißt Vieles überleben; der Tod geht ständig mit uns einher. Es ist nicht anders mit dem Begriff Geburt. Wir reden von Geburt, wo etwas beginnt und anhebt, also wo ein Mensch zur Welt kommt oder wo ein Samenkorn den ersten grünen Strahl aus der Erde ins Sonnenlicht entsendet. Aber in Wirklichkeit hat das Leben in einem Menschen nicht nur einen einmaligen Anfang, sondern es fängt hundertmal, tausendmal neu in ihm an. Die „tote Stunde" nimmt ihn in eine finstere Verzagtheit hinunter, in der alle Werte wird. Seine Mutter hat ihm gestern abend norm Schlafengehen das Dürersche Häschen gezeigt und ihm eine lange Geschichte davon erzählt. Die Mutter weiß nicht, wieviel der kleine Sohn von diesem Wunder in sich ausgenommen hat. Ihm ist bis heute noch kein lebendiger und leibhaftiger Hase vor die staunenden Augen gekommen, bloß Hühner und Spatzen, hin und wieder ein großmächtiges Pferd und dann und wann ein Hund... Aber nun hat es der Hase ihm angetan, und er brennt darauf, ihn im Gärtchen sitzen zu sehen, lebendig, atmend, mit großen spielenden Ohren und einem weißen Stummelschwänzchen, und das Schönste ist, daß er wie die Hühner im Stall auf einem Nest mit Eiern hockt. Schon erhebt sich ein kindlicher Lärm und ein und heute ist die Farbe schon ein wenig blaß und unscheinbar geworden. Ader in den großen Ferien des Jahres 1935 schwamm das Schiffchen auf der Mosel, und es war eine unvergeßliche Fahrt zu Zweien im hohen Sommer, und damals wurde der Bund geschloffen, der sich nun fast drei Jahre lang bewährt hat und mit dem schönsten Geschenk für Zwei junge Liebende besiegelt worden ist. Daheim, in dem Häuschen hinterm Apfelbaum, das man auf unferm Bilde nicht sehen kann, sind die kleinen Gaben des Ostermorgens auf dem festlich gedeckten Tisch vereinigt: da liegt neben einem dicken Strauß gelber Himmelsschlüssel der schmale rote Band, der den unvergänglichen Reichtum des „Faust" umschließt, das ewige Ostergedicht der Deutschen, und auch das geliebte Blatt mit dem Glaube an das Leben. Don Wilhelm Michel. Die Begriffe Geburt und Tod streifen fast täglich durch unser Denken hin. Aber sie werden gerade vom Alltagsgedanken durchgehend zu eng verstanden. Wir reden von „Tod" im allgemeinen nur da, wo ein ganzes Gefüge, ein Mensch, ein Tier, eine Pflanze zu leben aufhört. Aber der Tod hat in Wirklichkeit zahlreiche verteilte Erscheinungen unter uns. Er ist da als eine „tote Stunde" in unserem Taglauf, wo der Geist matt und zweiflerisch ist und mit keinem feurigen Liebesgedanken sich zu Sonne Osterspaziergang. (SHne Geschichte von Peter Mattheus. Es war ein alter Plan. Vor Wochen schon fyitten Lisa und Irene verabredet, am Ostersonntag einen gemeinsamen Ausflug zu machen. In den «stunden, in denen es im Büro weniger zu tun gab, steckten sie die Köpfe zusammen und beratschlagten über Ziel und Mundvorrat, was man «msiehen sollte und dergleichen. Das Wetter versprach schön zu werden, obwohl es noch immer ziemlich kühl war. Der Samstag kam, der Sonntag kam. Irene kam nicht. statt dessen läutete bei Lisa in' aller Frühe bcs Telephon. „Lisa? O Himmel — ich bin ganz unglücklich! 3c) kann nicht mitkommen. Schimpf nicht, es ist richt meine Schuld. Du kennst doch Onkel Gustav? Dcis heißt — du kennst ihn nicht, aber ich habe dir von ihm erzählt. Er liebt nun mal die Ueber- raschungen. Heut morgen ist er bei uns eingetrudelt, um die Dftertage mit uns zu verleben. Von vorheriger Anmeldung natürlich keine Spur. Und nun märe er bitterböse, wenn ich — seine Lieblingsnichte — nicht im Schoße der Familie bleiben mürbe. Sag selbst: kann ich etwas anderes tun, als dir abzusagen?" „Nein, natürlich nicht", sagte Lisa. „Da kann man halt nichts machen." Sie fegte ein wenig ärgerlich den Hörer auf und öffnete die Balkontür. Das Wetter war wirklich schön, geradezu verlockend. Sie beschloß, den Osterausflug auf eigene Faust zu unternehmen. — Der Zug war ziemlich voll. Es glückte ihr jedoch, einen Sitzplatz zu erwischen. Als sie sich umsah, bekam sie einen Schreck und blickte hastig-zum Fenster hinaus. Da saß ihr doch wahrhaftig dieser junge Mensch gegenüber, den sie oft morgens im Autobus sah, und der sie immer so anstarrte Jetzt starrte er wieder. Lange Zeit sah Lisa aus dem Fenster. Draußen flogen Schrebergärten und Lauben vorüber. Dann strich sie sich den Rock glatt und legte das Butterbrotpaket genau rechtwinklig auf ihre Tasche. Und dann las sie sämtliche Anschläge im Abteil — die Reklame-Anschläge und die amtlichen. Bis zu „Notbremse", Tür schließen" und „Nicht aus dem Fenster lehnen!" — Der junge Mann starrte immer noch. „Unverschämtheit!" dachte sie. „Jetzt werde ich ihn mal anstarren, damit er merkt, wie flegelhaft er sich benimmt." Und sie starrte. Etwa in die Gegend seines dritten Westenknopfes. Ungefähr vier Sekunden lang. Dann sah sie hastig wieder aus dem Fenster. Anstarren ist offenbar eine Sache des Talents. Als ihre Haltestelle gekommen war, klemmte sie Paket und Tasche unter den Arm und sprang aus dem Abteil. Der junge Mann sprang auch. Lisa ging durch die Sperre und lief — viel eiliger, als sie im Grunde beabsichtigte — einen Waldweg entlang. Der junge Mann auch. „Unmöglich!" dachte Lisa. „Einfach unmöglich!" Am Ende des Wäldchens, an einer Stelle, wo der Weg sich gabelte, blieb sie stehen und drehte sich resolut um. „Wollen Sie eigentlich noch lange hinter mir herlaufen?" fragte sie spitz. Der junge Mann lächelte und zog höflich den Hut. „Seien Sie nicht böse", bat er. „Sehen Sie — seit Wochen fahren wir fast jeden Morgen zusammen im Autobus, und- seit Wochen habe ich den Wunsch, Sie kennenzulernen. Aber immer ist Ihre Freundin bei Ihnen. Ich habe nichts gegen Ihre Freundin — sie ist nur ein bißchen gar zu anhänglich, finden Sie nicht auch? Daß wir uns heute hier allein getroffen haben, ist doch ganz sicher ein Wink des Schicksals. Wenn Sie also nicht müssen, jagen Sie mich nicht fort, nein? Bitte — tun Sie's nicht!" Lisa suchte nach einer niederschmetternden Entgegnung. Da sie in der Eile keine fand, schwieg sie. Und als ihr Gedankenapparat wieder einwandfrei arbeitete, war es bereits zu spät. Da schritt der junge Mann schon neben ihr her und erzählte von seiner Arbeit in einem großen Industrie-Werk. Er erzählte nicht einmal schlecht, fand Lisa. Die Gerechtigkeit verlangte diese Feststellung. Sie trennten sich nicht mehr. Viele Stundeis wanderten sie gemeinsam. Ihren Mundvorrat verzehrten sie in einer grasbewachsenen Mulde, um die herum junge Birken standen. Der Zauber junger Birken ist erstaunlich. Lisa sagte aus Versehen zweimal „Erich" statt „Herr Stoll", und er sagte „Lisa". Später blieben sie dabei. Sie tranken in einem Gartenlokal Kaffee und machten sich zusammen auf den Rückmarsch. Am Abend langten sie wieder in der Stadt an. Als sie — sehr übermütig und vergnügt — die Bahnhofstreppe hinuntergingen, entdeckte er eine Fernsprechzelle und blieb plötzlich stehen. „Du, Lisa", sagte er, „was hast du mir erzählt von deiner Freundin? Warum konnte sie nicht kommen? Weißt du was? Jetzt rufen wir Onkel Gustav an und bedanken uns bei ihm? Ich finde, das verdient der Mann." Trotz ihrer Proteste schleppte er sie in die Zelle und redete ihr zu, bis sie die Verbindung machte. Dann nahm er ihr den Hörer aus der Hand. „Hallo?! Ja bitte — kann ich Onkel Gustav sprechen? ... Onkel Gustav, sind Sie's... Ach, hören Sie: ich danke Ihnen herzlich, daß Sie so überraschend zu Ostern gekommen sind. Das haben Sie wirklich fein gemacht!... Wie —? ... Sie kennen mich gar nicht? — Das macht nichts — ich kenne Sie ja auch nicht. Also nochmals — herzlichen Dank! Vielen herzlichen Dank!" Er hängte ab. Fernsprechzellen sind ziemlich eng. Als sie herauskamen, stand da ein Bahnbeamter, ein älterer Herr mit einem buschigen grauen Schnauzbart, und schmunzelte über das ganze Gesicht. „Na, na, na — diese jungen Leute!" sagte er. Die beiden rannten an ihm vorüber. Im Durchgang zur Straße jedoch drehte sich Lisa noch einmal um und rief lachend: „Fröhliche Ostern!" „Fröhliche Ostern!" rief der Beamte zurück und winkte. Dann hob er die Hände an den Mund und rief wie durch ein Sprachrohr: „Und viel Glück!" Dom Hasen, der richtige Eier legte. „Haf, Has', Osterhas', leg uns deine Eier!" singen die Kinder in den Tagen vor dem Osterfest, und manche schauen, wenn es draußen hell zu werden beginnt, hinter den Gardinen über die Straße auf die Felder hinaus, ob sie nicht den Osterhasen sehen könnten. Die größeren Jungen und Mädel lachen sie dann aus und sagen wohl: „Das ist doch bloß ein Märchen! Der Hase kann ja gar keine Eier legen!" Er legt aber doch Eier! Wer es nicht glauben will, der muß nach Ansbach fahren und in die Naturaliensammlung gehen, die es dort gibt. Da kann er nämlich drei Eier sehen, die nach einem von drei Zeugen unterschriebenen Protokoll wirklich ein Hase um die Osterzeit gefegt haben soll? Es ist jedenfalls eine merkwürdige Geschichte, die uns in diesem alten Dokument erzählt wird. Anno 1755 war es, da ging der Förster Johann Friedrich Fuhrmann aus Solnhosen'am Bartholomäitage mit seiner Frau zur Kirchweih. Sie wanderten von ihrem einsamen Forsthaus durch den großen, dichten Laubwald nach dem Dorfe. Plötzlich hielt die Frau ihren Mann fest und flüsterte: „Sieh! Dort! An der Eiche! Da bewegt sich etwas!" Der Förster schritt leise näher an den mächtigen Baum. Zwischen Büschen und Gräsern saß ein winziger Junghase. Blitzschnell packte der Förster zu und hielt das zappelnde kleine Tier in der Hand. „Den nehmen wir mit nach Hause!" sagte er. „Wir wollen ihn großziehen." So kam es, daß die Förstersleute auf ihrem Gang zur Kirchweih verzichteten und das Häslein heimtrugen. Sie setzten es in eine hölzerne Truhe, die sie mit schönem weichen Stroh füllten, und fütterten es mit Getreidekörnern und Kohl. Und sie hatten es nicht zu bereuen, daß sie dem Häslein einen Tag Vergnügen geopfert hatten. Der Hase wuchs zu einem stattlichen Meister Lampe heran und belohnte feine Pfleger durch eine seltsame Fähigkeit. Als es nämlich Ostern wurde, fanden die Förstersleute eines Morgens in der Truhe ihres Hasen ein Ei, so groß wie ein kleines Hühnerei. Und ein Jahr darauf, wieder zur Osterzeit, legte der Hase abermals zwei Eier — und dann verließ er eines Tages das Försterhaus und kehrte in den freien Wald zurück. Das ganze Land aber sprach von dem Wunder in dem Försterhaus zu Solnhofen, und der Reichs- Erbmarfchall Graf von Pappenheim selbst kam bei einer Jagd zu dem Förster Fuhrmann und begehrte die Eier des Osterhasen zu sehen. Der Förster schenkte ihm eines von seinen drei Haseneiern, und als der Marschall es öffnete, war nichts als süßes, weißes Wasser darin. Durch den Grafen von Pappenheim aber wurde die Geschichte von dem eierlegenden Osterhasen auch dem Landesfürsten bekannt. Er lud den Förster vor sich und ließ sich die ganze Geschichte berichten. Dann kaufte er ihm die Eier ab und ließ sie in die Naturaliensammlung bringen. Ein amtliches Protokoll wurde aufgesetzt, in dem der Förster und zwei Zeugen sich bereiterklärten, ihren Bericht „im Fall Verlangens eidlich zu erhärten", und zu den Eiern gelegt. Und nun liegen die Eier mit dem Protokoll in der Ansbacher Sammlung und bezeugen, allen Ungläubigen und Zweiflern zum Trotz, daß der Hase doch Ostereier legt — wenigstens hin und wieder, wie damals, vor 180 Jahren, im Försterhaus zu Solnhofen. —foe. ' - ' Ä KW« V.t, /- - V.'. • ■ »M ■MmR r <;> * Ostertei aber tun? Du gehst wieder fröhlich zur Türe hinaus! Ueber- all ist Auferstehung und Erwachen. Der Segen der Erde verschwendet sich von neuem. Lasse ihn nicht ungenützt, schließe auch du dich dem Jubel an! den sei — und es ist doch schon millionenfach erlebt worden seit Jahrtausenden. nenfalters treibt am offenen Fenster vorbei ... auf dem heckenumsäumten Weg gehen Arm in Arm die Liebespaare ... Wer Augen hat. der schaue; wer Ohren hat, der höre: Gottes Garten ist in der ganzen deutschen Heimat aufgetan. Ungestüm reden die Dogelstim- men. Ungestüm quaken die Frösche in) Abendland. Um den Schäfer Hüpfen die neugeborenen Lämmer. Durch das Helle Wipfelgrün streicht der frische, gewürzte Wind. Selig und ungestüm klopft das Blut der Liebenden, wenn die Birke zu grünen anfängt, der Flieder zu blühen. Sie haben die Empfindung im Her» Zen, als ob sie allein wären und als ob ein gütiger (Bott ihretwegen die ganze Welt grünend und blü- hend gemacht hätte. Gin Gleichklang ist zwischen ihnen und der österlichen Natur. Sie glauben, daß das, was sie nun erleben, noch niemals erlebt wor- Solche Bilder kommen um die österliche Zeit ins Auge: blumenpslückende Kinder, ein Bogel, der Moos und Federflaum in das Gartengebüsch trägt ... die Bank in der Allee ist voll sonnen- hungriger alter Leute ... auf der Landstraße zieht eine singende Wanderschar hinein in die Wälder, hinauf in die Berge ... das gelbe Blatt eines Zitro- Welch ein Jubel und Trubel! Jetzt muß man wandern. Jetzt muß man sich Hügel suchen, unter denen Acker und Wiesen wie blühende und grünende Platten liegen. I^tzt muß man die Bauern- landschüften aufsuchen, die Heide mit den schimmernden Birkenhaaren, die stillen Feldwege, die an dem weißen Wall der Schlehen vorbeifuhren. Entlang den Bachläufen und durch den leichten Schatten der Buchenwälder muß man schlendern; denn alles hat einen neuen Schein. Der Sieg des Lebens eilt ungestüm über die Bauernerde und küßt ihr ewiges Antlitz. Auf der reichen Tafel der österlichen Tage steht das Verstecken und Finden der Ostereier, der Landausflug, die fröhliche Einkehr im Dorfwirtshaus, das Schmausen von saftigen Osterschinken, die jubelnde Auferstehungsfeier in der Dorfkirche, der Veilchenstrauß, der das Zimmer durchduftet, das Lagern an einem sonnigen Rain, das Luftspiel der Schmetterlinge, die Ausfahrt in einer klappernden Bauernkut- sche, der Besuch der mittelalterlichen Stadt Rothenburg, unter der die grünende und blühende Schale des Taubertales liegt. An den Ostertagen muß man auf den Rebhügeln von Meersburg stehen und in den traumhaft schönen und blütenumkränzten Seespiegel des Bodensees hinunterschauen. Schön sind die Ostertage in den bayerischen Bergen, wenn die Lawinen, von warmen Föhnwinden gelockert, aus den Wänden donnern, während die Almwiesen weiß von Narzissen und blau vom Frühlingsenzian sind. Man muß durch das Bienengesumm blühender Kirschbäume wandern, die wie eine schäumende Welle die Rheinebene gegen die Ausläufer des südlichen Schwarzwaldes anbranden. ^eiseo.g darauf blasen. Und wenn du auch weite Wege rund um den Hügel gingest, kleiner Michael, wenn dir nichts in der Welt so gleichgültig wäre wie meine Kuckuckspfeife, schließlich stündest du ja doch hinter mir, und alles in deinem Aepfelgesicht wäre feucht von Neugierde und Verlangen! Michael, würde ich sagen, du siehst wohl, wie es sich mit dieser Pfeife verhält, es gibt nicht viele von ihrer Art, so lange Pfeifen, und mit zwei Löchern! Und Michael würde das einsehen, es wäre kein gewöhnlicher Handel um Schneckenhäuser und Geierfedern. Er stünde vor mir und dächte nach, Michael bekäme dicke Fab ten über seiner Nase, so schwierig wären seine Gedanken, und zuletzt zöge er wohl doch die Hand aus der Tasche und zeige mir etwas in seiner schmutzigen Faust, eine Glaskugel mit vielen farbigen Fäden. Ich kenne sie, aber selbst für diese wunderbare Kugel könnte ich ihm meine Pfeife nicht geben, vielleicht hätte ich überhaupt meine besondere Absicht damit. Ich kann von meinem Hügel aus dis ganze Wiese überschauen, es gibt da nichts, keinen Strauch, den ich nicht kenne, kein Mäuseloch, und nun liegt dort plötzlich etwas Fremdes im Schatten unter dem Ahorn, ein blauweißes Ding! Es lag auch gestern schon dort, gestern sang es sogar, das konnte ich deutlich hören. Michael, würde ich also sagen, zehn Glaskugeln sind nichts gegen meine Pfeife. Aber du sollst sie trotzdem haben. Sieh her, du sollst damit über das Feld gehen und blasen, es liegt ein blauweißes Ding in meiner Wiese. Vielleicht ist es nur Zucker- hutpapier, es könnte aber auch sein, daß es aus Seide wäre und plötzlich zu reden anfinge, wenn du vorübergehst, — und feine Stimme wäre möglicherweise auch aus Seide. Nein, ich will nichts derartiges Hoffärtiges in meiner Wiese haben. Das ist aber eine schöne Maipfeife! sagt das blau- weiße Ding zu dir. Nein, eine Kuckuckspfeife! antwortest du. So? Willst du mich einmal darauf blasen lassen? Nein, du kannst dir selbst eine holen. Ach, gern? Wohin soll ich gehen? Zum Kuckuck ... Ach, Sabine, blauweißes Ding, du fröhlicher Vogel in meiner Wiese! Wenn du lachst, dann zuckt eine Ader in deinem Hals, und überdies ist auch die Nase so winzig klein und rund wie eine braune Ostergarten deutscher Heimat. Von Anton Schnack. Ostern: ein herrliches, leuchtendes Wort. Voll und hoch wie eine Glocke. Ein Wachaufruf. Ein Wort voll Hoffnung und Freude. Es kommt ein neues Licht in die Lust, ein satteres Blau in den aufgespannten Himmel, eine wär- mere Sonne brennt auf die Erde. Die Dinge werfen wieder stärkeren Schatten. Die Tage werden sichtbar länger. Das ganze Land wird grün. Jeder Tag läßt neue Blumen blühen. Die Raine und Wiesen bedecken sich hold und schön. Zuerst kommen die weißen Farben, noch zur zarten Erinnerung an den kaum geschmolzenen Schnee. Der Reigen der Anemonen tanzt im lichten Wald, die Schneeglöckchen machen die Sumpfwiesen heiter, im Bergland glänzen sternhaft die vielen Narzissenkelche. Dann kommen die blauen Blumentöpfe. Das Veilchen schlägt die sanften Augen auf, und die Leberblume sonnt am warmen Rain behaglich den blauen Rock. Da die Sonne von Tag zu Tag goldener und kräftiger wird, ist auch schon die metallische gelbe Farbe da. In den Stab des Huflattichs, in die Röhre der Schlüsselblume und in das fette Gesicht der Butterblume ist sie eingedrungen und blitzt aus dem hellen Grün. Die Vögel sind heimgekehrt. Die Lerche schwebt wieder trillernd über dem Saatgrün. Der Star schlägt die Flügel, pfeift und tobt voll Lebenstrunkenheit auf dem Dachfirst. Das scheue Rotkehlchen flüstert seine zarte Strophe in die silberne Abend- bämmerung hinein. Die Schwalbe, selig über die wiedergefundene deutsche Heimat, zwitschert und fliegt unermüdlich durch die enge Winkelgasse. Auf dem Mllhlenwehr wippt die Bachstelze und schießt nach dem Abendtanz der Mücken. Den Knaben fällt das Pfeifenmachen aus Haselnußholz ein, den kleinen Mädchen das Spielen mit dem Ball, den großen Mädchen die Liebe, dem Schreiber auf dem Büro das Paddelboot und die grünen Ufer der Flüsse, der alte Gärtner aber nimmt Hacke und Spaten, sät, gräbt, häufelt die Erde und neigt sich selig über die ersten Blumen. Haselnuß; nie im Leben habe ich so eine Nase ge« fehen. Winzig klein bist du überhaupt, Sabine, das Gras reicht bis an dein Kinn, und ich stehe vor dir und ziehe den Hut als ein artiger Riese und lächle aus den Wolken herab. Wahrscheinlich leuch* ten meine Obren glühend rot in der Sonne ich lächle trotzdem, was könnte ich Besseres Es ist immerhin eine Hilfe für den Anfang. »Das L des Lj Rornantiscl Fran Oslersams 20-21 Itbenimuh ' tmnehmen. Wirkt! • gend-gut,, Nach U»l 0,e'i,P'«be o Familien. Di JWfrlMSc Well empfi( Vereir Ein Mädchen in der Wiese. Von Karl Heinrich Waggerl. Es ist Frühling, Wind kommt aus der Tiefe des Gebirges, lauer Wind, satt von Feuchtigkeit und vom Geruch der tauenden Erde. Die Wolken sind schon rund miss im Sommer, sie breiten schneeweiße Flügel aus und spreizen ihr Gefieder in der Sonne, göttliche Wolkentiere mit flaumiger Brust. Es liegt ein tiefer Klang in der Luft, ich selbst fühle diesen Ton in meinem ganzen Leibe und summe ihn laut vor mich hin, und der Wind trägt meinen Gesang weit über die Felder. Hier auf meiner Wiese ist der Wind immer unterwegs, immer vergnügt und voller Einfälle. Ich habe ihn oft wie Wasser in den Bäumen gurgeln gehört, und ein anderes Mal stand ich lange im Kornfeld, da trieb er sich herum und pfiff auf einem gebrochenen Halm. Und die Zeit wächst ungeheuer über mich hinaus. Ich bin kein Mensch mehr, noch jung, noch voll von allen Täuschungen des Blutes. Hier bin ich tausend Jahre alt und im Wesen nicht mehr verschieden von der Luft, vom Gras, vom Gestein der Berge. Gräser fügen sich in meine Hand, ein kleiner Vogel streicht so nah vorbei, daß ich den Wind seiner Flügel spüren kann, und er schreit mir etwas zu. Ich habe gestern die Jungen dieses Vogels gesehen, er hat fünf Junge in feinem Nest. Sie recken Pch, und ihre Schlünde schwanken wie seltsame rote Blümchen auf den haarigen Stielen der Hälse. Einen Augenblick später welken sie wieder hin und sind gar nichts mehr, ein zuckender Klumpen, etwas gänzlich Mißratenes aus Flaum und bläulicher Haut. Mein kleiner Vogel aber sitzt im Busch und äugt umher, er singt auch ein bißchen und schaukelt auf seinem Zweig; da sieht jeder, was für ein tüchtiger kleiner Bursche er ist. Ich will jetzt auch etwas tun, ich mag mir nichts von kleinen Vögeln zurufen lassen. Vielleicht kann ich eine Pfeife aus Weidenrinde machen, es ist möglich, daß später noch Kinder in mein Feld kommen; und wenn es eine schöne Pfeife würde, eine Kuckuckspfeistz, die zwei Löcher hat, dann könnte mir wohl ein Handel damit gelingen Ich würde hier fitzen und mit aller meiner Kunst Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise. Don Or. Paul Rohrbach. die eine durchgreifende Erneuerung unseres Daseins bringen. Das Kind, so sagten wir, muß in jedem von uns einmal sterben. Aber was wäre unser Leben, wenn das Kind in uns nicht im dreißigsten, im fünfzigsten Lebensjahre wiedergeboren würde? Eine Liede kommt und macht uns jung. Eine Begeisterung am Vaterland, eine neue tiefe Freude an der Natur kommt und setzt unser ganzes Wesen auf Jahrzehnte wieder in Schwung. Nichts ist unser Leben, wenn es nicht eine Folge ständig wiederholter Wiedergeburten ist. An das Leben glauben, heißt an die immerwährende Auferstehung glauben. Diesen Glauben bringt d i e Osterbotschaft wieder an uns heran. Sie stellt unferm Herzen, un- ferm Geist keine Zumutung, die ihm fremd wäre. Sie entspricht unserem tiefsten Wesen, unserer sichersten und ältesten Erfahrung. Der Osterbotschaft widerstrebt nur das in uns, was tot ist. Aber alles, was in uns ans Leben glaubt, auf Leben hofft, jubelt ihr Jahr für Jahr, Tag für Tag fein Ja entgegen. Wiedergeburt, als Auferstehung aus den taufend Gräbern, die uns von eigener Torheit und Herzensdürre gegraben sind Alte törichte Gedanken sterben in uns ab, neue jugendliche Gedanken werden in uns geboren. Hätten wir mit unfern kleinen armen Hilfsmitteln, mit unserer eignen Klugheit das Leben allein zu bestreiten, wir wären bald am Ende Aber eine unbegreifliche Kraft kommt an allen gefährlichen Wegstellen unserem Leben zu Hilfe — sofern es sich nur in der Zuversicht erhält. Wer hat sich nicht schon an einem Abend zu Bett gelegt in Verzweiflung und Ratlosigkeit vor einer Aufgabe, einer bösen Verstrickung, die er nicht lösen konnte? Und wer hat nicht schon er» fahren, daß ihm am nächsten Morgen der Ausweg blitzartig aufging, als ein Geschenk, für das er nur zu danken hatte? Wir machen Augenblicke im Leden durch, wo wir mit geheimer Angst fühlen: wir find mit bisheri- gen Denkbahnen und bisherigen Verfahrungsweisen an ein Ende gekommen; wie wird es weitergehen? Und unverhofft brechen bann, mitten aus dem Geheimnis unserer Brust, gänzlich neue Quellen auf, Gartenbekannten angelegt sind, und der schmale Wasservorrat nicht gespart wird, um dies freundliche Bild zu erhalten. Eine Inschrift auf einem kleinen Denkmal meldet, daß die Oase 1899 von einer französischen Kolonne unter einem Hauptmann Pein erobert wurde, der 1915 als Oberst bei Artois vor der deutschen Front fiel. Gegenüber der Kaserne liegen zwei große, ummauerte Höfe voller Kamele, die hier entweder auf ihre Last zum Weitermarsch warten — oder auf den Metzger. Offenbar wird das Kamel in der Sahara ebenso zu Schlacht- wie zu Transportzwecken gezüchtet. Rindvieh gibt es nicht; außer dem Kamel nur noch Hammel und Huhn. Die Mahlzeiten im Hotel stehen daher schon stark im Zeichen der Konserven. Stockfisch, Würstchen und sonstiger Doseninhalt. Getrunken wird immer noch der rote algerische Wein ä discretion. Ein Spaziergang in dem großen Palmenwald aibt vollen Anschauungsunterricht über die Grundlagen des Lebens in der Oase. Wo kein Wasser hin gelangt, herrscht der Tod. Es ist ein Rätsel, woher die unterirdischen Wasservorräte in der Sahara stammen, deren Dasein sich in Abständen von Hunderten von Kilometern in den Oasen und dazwischen in einzelnen, seltenen Brunnen offenbart. Eine Hypothese zu ihrer Erklärung bejaht, daß es sich vielleicht um Wasserreste aus der Pluvialzeit handelt, die in den südlichen Gegenden der nord- und mitteleuropäischen Eiszeit entsprach und reiche Regenmengen über die heutige Wüste ausschüttete. Anders sind auch die großen, offenbar von fließendem Wasser ausgetieften Trockenbetten nicht zu erklären, in denen jetzt nur in jahrelangen Zwischenräumen etwas Wasser fließt. In El (Botea war seit zwei Jahren kein Tropfen Regen gefallen, und es gibt Stellen in der Wüste, wo ein Mensch nur wenige Male in seinem Leben das Regenwun- der zu schauen bekommt. Unter der französischen Verwaltung sind in den verschiedenen Oasen die früheren Wasservorräte durch artesische Bohrungen, die mehrere hundert Meter tief gehen, stark vermehrt rooroen. Auch wo es sich nur um das natürlich zu Tage tretende Grundwasser und um die Schöpfbrunnen handelt, ergreift es den Besucher aus Europa wie eine Andacht, wenn er das belebende Naß durch die vielen kleinen Bewässerungsgräben im Palmenschatten laufen sieht und sich vorstellt, als welch eine Kostbarkeit es von den Oasenbewohnern gehütet wird. Ein Stückchen Land zwischen den Palmen, noch nicht halb so groß wie ein Tennisplatz, sahen wir mit einem dünnen, niedrigen Lehmwall umgeben und mit Wasser überstaut. Es war ein zukünftiges Gerstenfeld. Das Wasser soll den Boden bis tief hinab durchfeuchten, bevor die Saat eingebracht wird. Dreimal im Jahr kann auf diese Art Gerste V. Oasenbesuch. I n Salah, März 1938. Das Bild hat sich gewandelt: Mit den Märchen- Schlössern, als die uns die Hotels in der Wüste während der ersten drei Tagereisen erschienen, scheint es zu Ende zu sein. Von El Goläa bis In Salah sind es 4 2 0 Kilometer Wüsten- w e a. Nach dem „Fahrplan" war die Abfahrt um 6 Uhr früh und die Fahrtdauer auf 12 Stunden, einschließlich Frühstücksrast und sonstigen Pausen, vorgesehen. Es wurden aber volle 16 Stunden, weil uns der Sand wieder zu schaffen machte und auch die Übliche tägliche Panne von nicht unter zwei Stunden dazukam. Die Wagen werden eben derart angestrengt, daß trotz öfterer Ueberholung während der Ruhetage etwas im Getriebe immer in Unordnung kommt. Es ist daher auch üblich, daß auf besonders schwierigen Strecken möglichst zwei Wagen in Fühlung miteinander fahren. Man hat uns schon darauf vorbereitet, daß es vor In Salah schwere Sandstürme geben würde. Tatsächlich brauchten wir für die letzten 9 Kilometer anderthalb Stunden, und ohne die Hilfe der Eingeborenen, die in finsterer Nacht bei eisigem Wind rätselhaft irgendwoher aus dem Dunkel auftauchten, wäre unserm Chauffeur es wohl kaum gelungen, den Wagen immer von neuem aus dem treibenden Sand auszugraben, der sich über den festen Fahrweg gelegt hatte. Alles atmete auf, als der Schein der Wagenlaternen auf die erste braune Lehmwand fiel, die eine menschliche Wohnung und damit den Beginn einer Oase ankündigte. Ein paar Minuten später hielten wir irgendwo im Dunkeln. „Sind wir schon am Hotel?" hieß es. jawohl, alles aus- steigen!" Man mußte erst um das Wagenungetüm herumgehen, um die Lehmwand und die Türöffnung zu finden, hinter der es in einen zementierten Korridor mit einer Reihe von Zellentüren ging. Zwei saubere Betten waren der ganze Komfort, kein Tisch', kein Stuhl, nur ein paar eiserne Hocker, nicht einmal ein Wasserglas, und für die Beleuchtung ein Kerzenstumpf — das war alles. Endlich also ist die Sache zünftig afrikanisch geworden? In Salah liegt 1370 Kilometer von Algier, ist jedoch immer noch nicht die geographische Mitte der Wüstenstrecke. Es besteht aus einem großen Dattelpalmenwald und einer völlig aus Lehm gebauten Siedlung, die einen Kilometer auseinanderliegen. Trotz des primitiven Materials sind die amtlichen Gebäude, Kommandantur, Kaserne, Post usw. stattlich und durchweg bereits im dekorativen Lehmstil des nördlichen Sudan gebaut. Rührend ist es zu sehen, wie auf der Hauptstraße rechts und links Blumenbeete mit blühender Kapuzinerkresse, Levkojen und anderen heimischen Heuer Ollonumenfalbau (Inter den Linden in Berlin Tin/ neue 'Rentent&udt druckt Ihnen kzwientoo die 1 Citrovin-Fabrik G mb H Frankfurt^! r 3-4 fach! zu i verdünnen] und Viehdoktoren, und rechte Wohltäter der Eingeborenen. Es ist noch nicht zwanzig Jahre her, als dq Pariser Automobilfabrikant Citroen mit feinen Raupenschleppern zuerst versuchte, die Sahara durchqueren. Heute führt die Fahrstraße in langen kunstvoll herausgearbeiteten Kehren die steilsten Stadt Solingen das Ehrenbürgerrecht. Solingen, 3. April 1938. Dr. Otto, Bürgermeister." gesät und geerntet werden. Aus Gerstenmehl ohne Sauerteig werden die flachen Brote gebacken, die für den Wüstenbewohner eine kostbare Speise sind. Auf dem Markt sieht man, in wenig appetitliche, fliegenbedeckte Klumpen zusammengepreßt, die Datteln, die zugleich Nahrung und Ausfuhrartikel sind. Fleisch scheint in den Oasen ziemlich viel gegessen zu werden, was sich wohl dadurch erklärt, daß die Soldaten, Beamten und die manchmal durchkommenden Fremden verhältnismäßig viel Geld unter die Leute bringen. Die Franzosen sind nach dem Krieg von 1870/71 ganz planmäßig in die Sahara eingedrungen. Das Vorgehen über die enormen Durststrecken ohne alle Fahrzeuge kann man sich kaum schwierig genug denken. Die Bevölkerung, meist arabisch sprechende Halb- und Dreioiertelneger, versuchte überall Widerstand zu leisten, aber bis an die Grenze des Tuareg-Gebiets, das mir nun bald erreichen werden, brauchte die Truppe keine großen Opfer zu bringen. Von den Kulturleistungen Frankreichs in der Sahara, namentlich auch auf medizinischem Gebiet, kann man nur mit hoher Achtung svrechen; die französischen Aerzte sind alles zugleich; innere Mediziner, Chirurgen, Apotheker, Zahnärzte Geländebrüche auf und ab. Als aber die erste, Automobile vor diesen Felsschluchten und Abstürze, erschienen, wie wir gestern bei Sonnenuntergang einen — landschaftlich prachtvollen — erlebten, be, Bruchrand des Plateaus von Tademait gegen 3, Salah, da mag ihnen bänglich genug zu Mute ge, wesen sein. Die großartigsten Stellen des Weges, heißt es, ständen uns aber noch bevor! Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem General der Infanterie, Freiherrn v. Lütt- w i tz , zur 60. Wiederkehr des Tages feines Diensteintritts folgendes Glückwunschtelegramm: ,Lhrer Verdienste gedenkend, spreche ich Ihnen anläßlich des 60jährigen Gedenktages Ihres Diensteintritts meine herzlichen Glückwünsche aus. Adolf Hitler." ♦ Die berühmte Schwertschmiede des Reiches, S o - l i n g e n , hat dem am 3. April 1933 an den Führer und Reichskanzler verliehenen Ehrenbürgerrecht der Stadt in einzigartiger symbolischer Form Ausdruck gegeben. Die „Urkunde" darüber, nach uralter Solinger Tradition ein mittelalterlich gestaltetes Kreuzschwert, dessen Entwurf von dem Fachschuloberlehrer Prof. Paul W o e n n e stammt, ist jetzt fertiggestellt worden. Die kunstvoll geschmiedete Klinge aus Damaszener Stahl trägt silbertauschiert die Widmung: „Dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht in diesem Schwert, ihrem edelsten Symbol, die Der Schweizerische Bundesrat hat sich in seiner Donnerstagvormittagssitzung mit einem Artikel der sozialdemokratischen „Berner Tagwacht" und einem dadurch hervorgerufenen Protest der deutschen Gesandtschaft in Bern befaßt. Im Anschluß wurde eine offizielle Mitteilung aus- gegeben, die besagt, daß die Redaktion der „Berner Au« Im Rahmen der baulichen Neugestalung der Reichshauptstadt ist auch ein privates Projekt besonders bemerkenswert, das von der IG.-Farbenindustrie AG. ausgearbeitet wurde. Nach dem Entwurf der Architekten Professor Paul M e b e s und Regierungsbaumeister Emmerich wird an der Ecke Unter den Linden—Neue Wilhelmstraße ein neuer großer Kolonnadenbau errichtet. Unser Bild zeigt das Modell dieses neuen Riesenbaues. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. Das vorläufige Ergebnis der von der DAF. durchgeführten 6. Reichsstraßensammlung am 26. und 27. März, die unter dem Eindruck der glücklichen Heimkehr Oesterreichs stand, beträgt 6 851 083 Mark 18 Pf. Das Ergeonis liegt um rund drei- viertel Millionen Mark über dem bisher bei ewet Reichsstraßensammlung überhaupt erzielten Höchstaufkommen. Das Ergebnis der von der DAF. durchgeführten ersten Reichsstraßensammlung im WHW. 1937/38 belief sich auf 6120 456,13 Mark. imr der vollst« frofefiot Dr.Joha !ir unb langsähr carte Rossitten, i 5 ter von 14 Jc hienemanns üb vilsenschastliche ! (S Shrum Der Führe Winrich Mosel Wenbung feines rrMiiches Glückt !vi zugehen lasset Ansgestallm Reichs« Für die Gestalt Irrtum des Re te r g haben ver lacht. Aus diesen Üeichsehrenmals h«ns Uhl aus ßmmt. In der fad :,kolo^^e WB K-tziü tie . °Spr „Finkenau" genügen. Alle 12 9 Volksge - j o j f e n unter ihnen 18 Oesterreicher, stimmten mit Za. Zahlreiche irische Journalisten haben sich von )er korrekten Durchfühung der Abstimmung über» jeufit. Die Polnische Telegraphenagentur weist in einer jjlelbung aus Prag auf die wachsenden Einflüsse !er Kommuni st en in der tschechischen vakolorganisation hin, die mit 600000 Mitgliedern eine der stärksten Organisationen in der ^chechoslowakei ist und bis vor kurzem nach einer ‘er Hauptstützpunkte des tschechischen Nationa- lit-mus war. Aus dem kommunistischen Blatt „Rude sirüoo" gehe u. a. hervor, daß die Kommunisten fogar an dem diesjährigen 10. Äkoltreffen im Som- ner teilnehmen wollen. Romantische Operette v. Franz Lehar Auch die Gasträume im Vorderbau wurden ein Raub der Flammen. Obgleich sämtliche Feuerwehren der Stadt Lübeck sofort zur Stelle waren — auch die Wehren der Umgegend erschienen in kürzester Zeit — war es nur möglich, das anstoßende Bürohaus der Deutschen Arbeitsfront, das von dem Saalbau durch eine starke Brandmauer getrennt ist, sowie die anliegenden Häuser vor dem Uebergrei- fen des Brandes zu schützen. Autobusunglück in Tirol. Ein Münchener Autobus, der 32 Teilnehmer eines Betriebsausfluges nach Innsbruck bringen sollte, geriet am Karfreitag in einer Kurve oberhalb von Zirl aus der Fahrbahn und stürzte mehrere Meter tief ab. 14 Personen wurden verletzt, darunter zwei schwer. Die Verunglückten sind in das Innsbrucker Krankenhaus gebracht worden. 18 Tote bei einem Verkehrsunglück in Aegypten. In der Nähe von Suez ereignete sich ein Zu - sa mm en stoß zwischen einem Eisenbahnzug und einem Lästkraftwaoen. Dabei wurden 18 Personen getötet und 15 schwerverletzt. weite Wege nr tichael, wenn wäre wie mr Vermählung sanzelgen bei Brühl,Schulstraße 7 Geburtsanzeigen mcht. Solinv irister." .Das Land des Lächelns" Ostersonntag,17. April 19-21.45 Uhr Ostersamstag,16. April 20-22.30 Uhr Ostermontag, 18. April 19—22 Uhr Erstaufführung „Marietta" Operette v. Walter Kollo Mus. Leit.: Joach. Popelka Spielleitung: K. L. Lindt Tänze: Irmgard Zenner Preise 1.20-4.00 RM. 2615D )at sich in (eir’j einem Artikel k. Tagwacht" ir Protest bi in Bern W? t Mitteilung ffi? ktion der „w Aus aller Wett. Vrofeffor Johannes Thienemann f. Die Bahnhof-Gaftftätten erwarten Ihren Besuch und halten an den FE IE RT AG E N für Sie bereit: /her der volkstümlichsten Männer Ostpreußens, Professor Dr. Johannes T h i e n e m a n n, der Gründer und langjährige Leiter der berühmten Vogel- Mrte Rossitten, ist — wie bereits gemeldet — im Alter von 74 Jahren gestorben. Die Forschungen Thienemanns über den Vogelzug waren für die wissenschaftliche Welt von größter Bedeutung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ehrung eines hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat Herrn Heinrich Mosel in Hinterhagen aus Anlaß der Vollendung seines 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Ausgestaltung des Soldatenturms im Reichsehrenmal Tannenberg. Für die Gestaltung des Mosaikfrieses im Soldatenturm des Reichsehrenmals Tannenberg haben verschiedene Maler Entwürfe eingereicht. Aus diesen wurde durch das Kuratorium des Reichsehrenmals der Entwurf des Berliner Malers Hans Uhl ausgewählt und zur Ausführung bestimmt. In dem fortlaufenden gewaltigen Fries im..Saalbau Enöelhanll“ Die Iminen Woge verleben Sie bei guter [2,mD LNufik und Tanz ab 4 Uhr nachmittags in der SflöneWMefilflt Küche u. Keller gut und preiswert. in ja doch l)ir- esicht wäre W j ächael, wiick mit dieser f- rer Art, so ler • ,d Michael r ähnlicher N I )ern. &W y bekäme diaei?- wären seine < och die Hand« seiner schmus irbigen Fade^ liefe wunden eise nicht fl* ie besondere - i Hügel aus., da nichts, keik Mauseloch.^ *5 S Ding'- & L lies Projekt ourde. Nach mmerich onnadenbau ' erdienst-M.) 1.Osterfeiertag, ab 4Uhr KONZERT und TANZ 01810 aus, in dem neben umfangreichen Reparaturanlagen und Werkzeugen rund 5000 Liter Benzol und Oel lagerten. Die Sicherstellung der großen Benzolvorräte gelang restlos. Explodierende Sauerstoffflaschen verhinderten eine Bekämpfung des Feuers, zumal das Wasser zur Löschung aus Dessau herangeholt werden mußte. Der Schaden ist sehr groß, da das gesamte Lager zerstört wurde. Großfeuer in Lübeck. In Lübeck brannte der Saalbau in der Johannisstraße bis auf die Grundmauern nieder. Bei der Bühnenprobe einer Harmonikagruppe entdeckte einer der Mitwirkenden, daß der Bühnenvorhang brannte. Wenige Augenblicke später war der ganze Saalbau ein einziges FlammenMeer. Am 2. Oster-Feiertag: Tanz Auch Ihnen hilft die Tanzschule Kieferdorf wetz/ar das Tanzen fachgemäß zu erlernen. Eröffne am Donnerstag, 21. April, abends 20 Uhr, einen Tand kurfus im, Gesellschaftsverein e.V. (Klub), Gießen, Sonnenstr. Anmeldungen werden entgegengenommen am 21. April 1938, ab 16 Uhr, im Unterrichtslokal. Kopfschmerzen, Druck über den Augen und andere Beschwerden. Vielleicht liegt ein Sehfehler vor ? Eine Brille hilft! Augenärztl. Verordnungen finden meine ganz besond. Beachtung. e33D Optiker a.Bahnhof Vaivl Lieferant auch Ihrer Krankenkasse. ten b’h ,h„ (Stetig »u «mit * * ein ■ isnurS* . in, »ob ’5 •; • onfinfle, ®. nm- . ich will w ie(e haben , ^41 ilen. Die politische Polizei führte eine Haussuchung in )em Warschauer jüdischen Sportklub Zar" durch. Diese Haussuchung zeigte, daß sich )er Sportklub mit kommunistischer Agita- lion befaßte. Er wurde behördlich geschloffen. Cstem tm «adilfie»1" Heuchelheim 2. Osterfeiertag: 26490 u fr86*3 ÄS Ei Ifang- Meter). In der Bakergruppe erreichten die Bergsteiger die Semperspitze (4828 Meter) erstmals über die Nordwand und überschritten außerdem die Eduardspitze (4873 Meter). In der Savoyengruppe wurde die Stainspitze von Norden her erstiegen. Die Ersteigungsgeschichte und die Erforschung dieses selten besuchten Hochgebirges ist somit durch die deutschen Bergsteiger, die ü. a. auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft deutscher Wissenschaft unterstützt wurden, zu einem gewissen Abschluß gelangt. Besonders wertvoll sind die Aufnahme einer Karte des Hochgebirges, der Besuch der am Ru- wenzori wohnenden Gebirgsstämme und die damit verbundenen volkskundlichen Studien. Dornier-Wellrekordflugzeug Do 18 wieder in Deutschland. Das deutsche Dornier-Flugboot Do 18 D-ANHR, das vom 28. bis 29. Mär§ einen neuen Langstreckenweltrekord für Seeflugzeuge aufgestellt hatte, kehrte jetzt nach Travemünde zurück. Wie erinnerlich, war das unter Führung von Flugkapitän von Engel von der Deutschen Lufthansa stehende Flugboot von dem Flugstützpunkt „Westfalen" abgeschossen worden und hatte nach 43stündigem Flug die Stadt Caravellas an der brasilianischen Küste erreicht. Die zurückgelegte Entfernung betrug rund 8500 Kilometer, so daß mit diesem Flug der bisher von Italien gehaltene Weltrekord um weit über 1000 Kilometer Überboten worden war. Wie der Rekordflug konnte auch der Rückflug von der bewährten Besatzung planmäßig zurückgelegt werden. Von Rio de Janeiro, wo sie begeistert geehrt wurden, setzten die deutschen Flieger ihren Flug zunächst nach Fernando Noronha fort. Dort wurde die Maschine vom Flugstützpunkt „Friesenland" zum Flug über die 4000 Kilometer lange Strecke nach Las Palmas abgeschleudert. Der Abflug von dort nach Travemünde erfolgte am Donnerstagabend. Wieder ohne Zwischenlandung nach Bewältigung von 3500 Kilometer wurde Freitagmittag um 12.30 Uhr Travemünde erreicht. Werkslager bei Dessau in Flammen. Ein Großfeuer vernichtete das Werkslager der Firma Stöhr & Co. an dem Reichsautobahnhof Deffau-Oft bei Mildensee. Der Brand dehnte sich mit unheimlicher Geschwindigkeit auf das ganze Lager TANZ Anfang 4Ubr! Seinvlch Die Olympischen Spiele in Berlin werden in der Erinnerung fortleben als das schönste Fest der Völker, das die Welt bisher erlebte. Von diesem Fest wurde im Auftrage des Führers und unter Leitung von Leni R i e f e n st a h l ein Film ausgenommen, dessen Uraufführung nun am Geburtstage des Führers erfolgt. Der Film wird ein Spiegelbild der großen Ereignisse geben, bei denen die besten sportlichen Kämpfer der Welt um den Sieg rangen. Der Film ist ein einzigartiges Dokument unvergeßlicher Tage. Von links: Der Beginn des historischen Fackellaufs von Griechenland nach Berlin. — Mitte: Ein Schnappschuß von der Arbeit der Kameraleute: ein Operateur an der Riesenkamera. — Rechts: Der Diskuswerfer. — (Tobis-Olympia. — Scherl-Bilderdienst-M.) werden Bilder aus dem Leben des deutschen Soldaten dargestellt. Die Ausführung wird in einer Berliner Werkstatt für Mosaik und Glasmalerei erfolgen. Ausstellung „Raffel der llrwaldhölle" in Berlin. Dor einem Kreis geladener Gäste, unter ihnen der deutsche Nationalpreisträger Dr. Filchner sowie Vertreter der Brasilianischen Botschaft, eröffnete Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert in Berlin die Ausstellung der Deutschen Amazonas- und Jary-Expedition „Rätsel der Urw aldh ölle", die der Allgemeinheit die wissenschaftliche und jagdliche Ausbeute dieser großen deutschen Forschungsexpedition zugänglich macht. Rund 3000 Trophäen aus der südamerikanischen Urwaldwildnis und annähernd 1500 aus dem Kul- turbesitz von drei bisher nahezu unbekannten Jn- dianerstämmen werden hier aezeigt, bevor sie Museen und Instituten zur wissenschaftlichen Auswertung übergeben werden. Dr. Lippert stellte mit Genugtuung fest, daß Deutschland heute wieder über einen gutgeführten Forschernachwuchs verfüge, und daß Namen wie Schulz-Kampfhenkel, Gerd Kahle und Gerhardt Krause durch die ganze Welt gegangen seien. Ihre im Dienste der deutschen Wissenschaft geleistete Forschungsarbeit dokumentiere sich in der Ausstellung. Erfolgreiche Afrika-Forschungsfahrl des Deutschen Alpenvereins. Die im vergangenen Winter von Stuttgart zum innerafrikanischen Hochgebirge aufgebrochenen Bergsteiger der Sektion Stuttgart des Deutschen Alpenvereins unter Leitung von Ingenieur E. Eisenmann haben ihre Aufgabe gelöst. Das bergsteigerische Ziel der Forschungsfahrt, die B e - steigung der schwer zugänglichen Fü n f ta u s e n d e r im R uw e n z o r i - Ge b i e t, wurde erreicht. Der Ruwenzori, der unmittelbar neben dem Aequator aus tropisch feuchtem Klima mit dichten Urwäldern zu stark vergletscherten Höhen aufragt, bietet besonders klimatisch große Schwierigkeiten. Trotzdem ist es den Bergsteigern gelungen, eine Reihe von Erstbegehungen durchzuführen. In der Stanley-Gruppe wurden die Hauptgipfel erstiegen, so die Margheritasspitze (5119 Meter) über die Nordostwand, die Albert- spitze (5088 Meter) und die Alexandraspitze (5098 „ -ch»" wegen der von ihr am 12. April ver- Mitlichten ehrbeleidigenden Aeußerungen gegen Qis i [en Deutschen Reichskanzler durch den Bundesrat ‘ e?warnt werde unter Androhung der Ein- ■ellung der Zeitung auf bestimmte Zeit bei jtidtbefolgung der Verwarnung. RÖDGEN 1. Feiertag 264?d TANZ SAALBAU WAGNER von der H immlung am ä inbrud der beträgt 6 Ml um ruiilui-' bisher be> w. erzielten HiH von der M mfammlung ir .20 456,13 M W1ESECK 2. Osterfeiertag, ab 4 Uhr: TANZ 25700 Zum kühlen Grund Inhaber: A. Schepers. SlMnbklg verkehrt im Monat April an Sonn-n. Feiertagen. Ab 1. Mai täglich. Abf.ab Bahnhof Gießen 15.10 Uhr, abSelterst (Gsth.Lamm) 15.12 Uhr, ab Ludwigsplatz......15.15 Uhr. empfiehlt ihre Lokalitäten Vereinen und Ausflügiern 2662d Ski-Klub Gießen Fachamt Skilauf im Reichsbund für Leibesübungen Samstag, den 23. April 1938, in allen Räumen des Gesellschaftsvereins (Klub), Sonnenstraße TirolerSMfianili das Fest der oherhessisdien Skiläufer Saalöffnung 19.30 Uhr Beginn 20.30 Uhr 26ieD Kartenvorverkauf in den Sportgeschäften. An der Abendkasse keine ermäßigten Eintrittskarten Der Omnibus n °es jo, eDorl Gasthaus znr deutschen Eiche Klein-Linden 1. Osterfeiertag: Panz _______________________________2663A WWW Stil- toüflhten gcpfkgkWohnMlur Vurck Wd vonLMer Statt Karten Maria Schäfer Herbert Schneider, Postrat Verlobte Gießen, Dortmund, Großer Steinweg 4 1 Weißenburger Str.49 Ostern 1938 01751 Hildegard Höhle Erich Hochstätler Verlobte Frankfurt/Main-Süd Gießen/Lahn Gartenstraße 36 Brandplah 1 Ostern 1938 2583D A l s Vermahlte grüßen Wilhelm Loeber jr. Bäckermeister und Frau Marie, geb. Fuchs Gießen lWalltorstr. 20), 17. April, Ostersonntag 1938 2587D 2644 A die Bezugsquelle für gute und preiswerte COUCHES SESSEL MATRATZE*. Ihre Verlobung geben bekannt Wilma Leipold Verlobte Willi Lorenz Gießen, Ostern 1938 Ostern 1938 Statt Karten Wir geben unsere Verlobung bekannt Alsfeld Gießen Ostern 1938 (Stott Karten! W i r haben uns verlobt. Ihre Vermählung geben bekannt 01808 Schlitz Ostern 1938 Gießen Marburger Straße 11 Wir zeigen Ihnen: Gießen, Rodheimer Str. 36, den 17. April 1938 70 Schlafzimmer ca. 70 Küchenbüfetts 2646V ca. ca. 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Halleluja! , Dieser alte, triumphierende Ostergesang aus dem 13. Jahrhundert gibt der Freude der Christenheit Ausdruck über Gottes wunderbares Handeln. Das Fest der Auferstehung des Herrn ist ein Fest jubelnder Freude: Leben hat gesiegt über den Tod, Gottes wunderbares Walten hat sich in der Auferstehung des Sohnes offenbart, Ostern hat der Welt ein neues Antlitz gegeben, ein Lebensftrom von einzigartiger Mächtigkeit rauscht vom Ostermorgen her durch die Weltgeschichte. Hell und jubelnd klingen die Osterlieder in unfern Gottesdiensten. Daß unser Gott sich als der Gott des Lebens erweist, vor dessen Gewalt die Macht des Todes zerbricht, das ist der Grund aller Festfreude an Ostern. Gott gibt Leben in wunderbarer Kraft; wo schon menschlich gesehen alles verloren schien, wo Tod und Hölle den sicheren Sieg in Händen zu haben glaubten: da wendet sich mit seiner Auferstehung das Blatt von Grund auf, und die Christenheit hört das Wort ihres Herrn: Ich lebe, und ihr sollt auch leben! Und in die jubelnde Freude über Gottes Großtat scheint uns in der Osterzeit die ganze Natur mit einzustimmen. Mit immer neuem Staunen steht der Mensch Jahr für Jahr vor dem Wunder tausendfach erwachenden und hervorbrechenden Lebens in Feld und Wald. Was dort in langen Todesschlaf versenkt war, regt sich überall zu neuem Leben Die Natur legt ihr Feierkleid an, und ihr erwachendes Leben wird gern von uns als Sinnbild angesehen für Gottes einzigartig großes Tun im Ostergeschehen. Der christliche Osterglaube gibt der Betrachtung des natürlichen Geschehens um uns her, gibt dem natürlichen Gefühl der Befreiung und Erleichterung, der Steigerung unserer Lebenskraft (Osterspaziergang in Goethes Faust!) die Weihe und feste Grundlage. Ostern — Fest der Auferstehung, Sieg des Lebens! Kein menschlicher Verstand hat das Geheimnis des Lebens ergründen, noch wird er es je ergründen können. Es liegt beim Schöpfer beschlossen. Wo neues Leben mit Urgewalt durchbricht, da zwingt es den Menschen in seinen Bann. Leben schafft stets neues Leben. Ganz überwältigend haben wir das in unsrem großen nationalen Geschehen der letzten Wochen erleben dürfen: dunkle, hämische Kräfte der Zerstörung mußten weichen, eine unvergleichliche Steigerung seiner Lebensfreude, seiner Lebensenergien wird dem geeinten großdeutschen Volke geschenkt, das sich über überlebte Grenzen hinweg'die Hände reichen durfte, um nun nie mehr auseinandergerissen zu werden Ungeahnte, vor Jahren nicht nir möglich gehaltene Lebenskraft fühlen wir freudig in unserm Volke sich regen, werden von ihr durchpulst. Osterfreude, unbeugsame Ostergewißheit durchdringen unser Volk an diesem Fest, wo es mit frommem Sinn auf den Auferstandenen schaut: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. —P- Vorrwtiren Tageskalender für Samstag. Stabttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Lanb bes Lächelns". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Die fromme Lüge". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frisco-Expreß". Tageskalenber für Sonntag (1. Feiertag). Stabttheater, 19 bis 21.45 Uhr, „Der Troubadour". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Die fromme Lüge". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frisco- Expreß". Tageskalenber für TUontag (2. Feiertag). Stabttheater: 19 bis 22 Uhr „Marietta". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Musketier Meier III". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): .Der unmögliche Herr Pitt" Der Osterspielplan des Stabttheaters. Der abwechslungsreiche Osterspielvlan bes Stadt- lheaters bringt am O st e r s a m s t a g 16 April, eine Wiederholung des großen Operettenerfolges „Das Land des Lächelns" von Franz Lchär Musi- kalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung sindet gleichzeitig für die KdF.-Miete, Gruppe I (14. Dorstel- lung), statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 30 Uhr. Am 1. O st e r f e i'e r t a g verabschiedet sich Hildegard Jachnow, die für die kommende Spielzeit an die Städtischen Bühnen Wuppertal verpflichtet wurde, vom Gießener Publikum in „Der Troubadour", Oper von Verdi. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Wolfgang Kühne. Die Vorstellung findet außer Miete statt Anfang 19 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Am 2. Osterfeiertag findet die Erstaufführung der bekannten Operette ,Marietta" von Walter Kollo statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt Tänze Irmgard Zenner, Bühnenbild Karl Löffler. Beginn 19 Ühr, Ende 22 Uhr. Außer Miete! Spielplan des Stabttheaters vom 19. bis 24. April: Dienstag, 19. April, Anfang 20, Enbe 22 Uhr, „Die Weiber von Rebbitz", Lustspiel von Forster. Spielleitung Anton Neuhaus. Dienstag-Miete, 27. Vorstellung. Mittwoch, 20. April, Anfang 19.30. Enbe 22 Uhr, Festausführung zum Geburtstag bes Führers, zum letzten Male „Scharnhorst", Schauspiel von Gerharb Menzel. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Mittwoch-Miete, 28. Vorstellung. Freitag, 22. April, Anfang 20, Enbe 23 Uhr, „Marietta", Operette von Walter Kollo. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Linbt. Freitag-Miete, 28. Vorstellung. Samstag, 23. April, Anfang 20, Ende 23.15 Uhr, KdF.-Miete, Gruppe II (14. Vorstellung), „Clivia", Operette von Nico Dostal. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Sonntag, 24. April, 11.30 bis 12.30 Uhr, 14.Mor- genveranstaltunq, Uraufführung „Esmoreit und Damiet", ein Spiel nach dem Altfsämischen frei $übrerbilDnt0 aus der Hand eines GießenerKünstlers Dor einigen Tagen konnte bei der hiesigen Handels- und Gewerbebank eine Führerbüste ausgestellt werden. Das Bildwerk wurde von dem Gießener Bildhauer Güngerich geschaffen und in Bronze ausgeführt. Unser Bild (nach einer Aufnahme des Künstlers) zeigt die Büste, die jetzt repräsentativ den Kassenraum der Bank schmückt Postauto mit Osterpaketen verbrannt. IN I I I Post' mit Päck- war, Am Donnerstagnachmittag ereignete sich in der Roonstraße ein un- ben konnte, aus Vorderbau eines das ganze Fahrzeug ergriffen. Beim Ausbruch des Brandes waren die beiden Postbeamten gerade mit Paketen für die angrenzenden Häuser um terwegs. Ein Anwohner sah zufälfig den Ausbruch des Brandes, schlug Alarm und eilte, wäh- ,, , , . , renb auch die beiden Postbeamten rasch Herbetgelaufen kamen, mit einem anderen Anwohner der Roonstraße zur Hilfeleistung herbei. Gleichzeitig wurde die Feuerwache alarmiert, die in ganz tur» ,?r Zeit zur Stelle war und ebenso wie die beiden Postbeamten und die freiwilligen Helfer zu retten versuchten, was möglich war, zugleich auch den Brand energisch bekämpften. Den vereinten Bemühungen, vor allem dem entschlossenen und tat- kräftigen Vorgehen der Postbeamten und der bei- den Anwohner gelang es, einen ansehnlichen Teil der Pakete und Päckchen zu retten, jedoch fiel mit dem Auto leider auch der größere Teil der Ladung dem Brande zum Opfer. Diele Osterhoffnungen und Osterfreude ist durch die Vernichtung dieser Pakete mit dahingegangen, denn aus den Ueberreften der gewöhnlicher Derkehrs- unfall. Dort schlugen plötzlich, ohne daß jemand die genaue Ursache ange- dem paketautos, das Osterpaketen und chen oollbeladen Flammen heraus, bi$ in wenigen Minuten ben Benzinbehälter mit seinem Inhalt unb bann verbrannten Pakete sah man Wurst- unb Schinkenteile, Kleibungsstücke aller Art usw. alv traurige Reste von Gaben Herumliegen, die mit viel Liebe unb in ber Erwartung, ben Empfängern eine Osterfreube bereiten zu können, zum Dersanb gebracht worben waren. Der Feuerwehr gelang es m verhältnistHäßig kurzer Zeit, ben Brand zu loschen. Wie gewaltig das entfesselte Element war, kann man baraus ersehen, daß — obwohl bas Auto auf ber Fahrbahn ftanb — die Fensterscheiben einer Parterre-Wohnung des nächstgelegenen Hauses durch die gewaltige Hiße geplatzt Jini). Die Ueberreste des Fahrzeuges mußten abgeichleppt werden. Die Ursache des Brandes konnte bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden. (Aufnahme: Schuhmacher-Gießen.) Großes Reiieswerk sür die Arlilleriekaserne in Vorbereitung Im Atelier des Gießener Künstlers und Bildhauers K ö d d i n g ist jetzt der endgültige Entwurf und ein großes Tonmodell herangewachsen, das dann — in Muschelkalk verwirklicht — das Stabsgebäude unserer hiesigen Artilleriekaserne an der Grünberger Straße schmücken soll. Unser Bild zeigt den Künstler bei seiner Arbeit und einen Ausschnitt aus dem Modell, das den Schutz symbolisiert, den die Wehrmacht für die Heimat und den schaffenden Menschen in unserem Vaterlands darstellt. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) bearbeitet von Bruno Loets. Spielleitung Günter Winkel, Musik unb musikalische Leitung Joachim Popelka. — Don 19 bis 21.30 Uhr „Das Lanb bes Lächelns", Operette von Franz Lehar. Musikalische Leitung Heinz Markwarbt, Spielleitung Karl-Lubwig Linbt. Außer Miete! NS. Kriegsopferversorgung, kamerabschaft Gießen. Zum Appell ber Wehrmacht am Geburtstag bes Führers in ber Verbun-Kaserne (Walbkaserne): Antreten am 20. 4. 38, um 10.30 Uhr, vor ber Wache ber Walbkaserne. 2632D BotSherren-Sitzung. Am kommenben Dienstag, 19. April, vormittags 11 Uhr, finbet im Sitzungssaale bes Stabthauses, Bergstraße, eine öffentliche Sitzung ber Ratsherren statt. Auf ber Tagesorbnung stehen bie Festsetzung ber Grunbsteuer-Hebesätze für 1938, ber Haushaltsplan ber Plockfchen Stiftung unb bie Uebernahme ber felbstschulbnerifchen Bürgschaft für ein Darlehen von 100 000 RM. für bie Altftabtsanierung. Oller führten im Sanni 16 (Wetterau). Im Bann 116 (Wetterau) werben bie Osterfahr- ten, bie als Vorbereitung ber Hessen-Nassau-Fahrt, ber Ostmark- unb ber Norbmarkfahrt vorgesehen sinb unb in ber Hauptsache ber praktischen Ausbildung der Fahrtführer bienen sollen, am Ostersonntag burchgeführt. Im alten Bann 116 (Kreis Gießen) wirb eine Sternfahrt nach bem Schiffenberg bei Gießen burchgeführt. An biefer Sternfahrt haben alle Teilnehmer ber Hessen-Nassau-Fahrt, Ostmark- unb Norbmarkfahrt teilzunehmen. Die einzelnen Fahrtgruppen müssen am Ostersonntag bis 11 Uhr auf bem Schiffenberg eingetroffen sein. Um 11.15 Uhr finbet eine kurze Morgenfeier statt, an bie sich bann eine Besichtigung burch ben Bannführer anschließt. Der Nachmittag steht ber Schulung unb praktischen Aus- bilbung zur Verfügung. Im neu hinzugekommenen Teil bes früheren Bannes 254, dem Kreis Friebberg, wirb ebenfalls eine Sternfahrt burchgeführt, bie in Friebberg, auf bem Kunbgebungsplatz, enbet. Bis 14 Uhr müssen hier alle Teilnehmer an ber Hessen-Nassau-Fahrt, Ostmark- unb Norbmarkfahrt eingetroffen fein. Nach einer kurzen Feierstunbe, bie vom Standort Friebberg vorbereitet wirb, schließt sich auch hier eine Besichtigung ber Fahrtgruppen durch den Bannführer an. An die beiden Besichtigungen schließt sich außer der Schulung und der praktischen Ausbildung jedesmal eine eingehende Besprechung mit den Fahrtführern an. Oer Dienst der Gerichte in der 3eif vom 15. bis 20. April. DNB. Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag findet bei den Gerichten der übliche Sonntagsdienst statt. Am Ostersamstag, 16. April, findet auf Grund des Beschlusses der Reichsregierung ebenfalls Sonntagsdienst statt. Da jedoch der Ostersamstag kein Feiertag im Sinne des Gesetzes ist und die auf diesen Tag fallenden Fristen daher gewahrt werden müssen, hat das Reichsjustizministerium veranlaßt, daß unbeschadet der Einschränkung des Dienstes am Ostersamstag bei den Gerichtsbehörden fristgebundene Partei'handlungen vorgenommen werden können. — Am Dienstag, 19. April, ist bei den Gerichten Werktagsdienst ohne Beschränkung, am 20. April 1938 findet beschränkter Werktagsdienst wie an Samstagen statt. Tragischer Tod eines Kindes. Am Donnerstagnachmittag ereignete sich in der Lahnstraße ein Unglücksfall, dem leider ein Kind zum Opfer fiel. Dort befand sich ein Lastfuhrwerk, das Leitungskabel für das Elektrizitätswerk transportierte, unterwegs. Auf dem Wagen fuhr die 12 Jahre alte Hedwig Bender, Kaiserallee wohn- Dem Auge das Beste! Lassen Sie Sich beraten von \ k Optiker JliagiaMS dem Optiker Ihres Vertrauens / Seitersweg 33 hassemieieran haft, mit. Das Kind fiel während der Fahrt des Wagens so unglücklich herab, daß es mit dem Kopf unter die Räder kam und überfahren wurde. Dabei wurde es leider auf der Stelle getötet. Der Unfall ist noch dadurch besonders tragisch, daß der Vater des bedauernswerten Kindes selbst das Fuhrwerk lenkte. Bei der Arbeit schwer verunglückt In den Buderusschen Eisenwerken in Lollar ereignete sich ein tragischer U n - glücksfall bei ber Arbeit Ein schwerer Eisenträger stürzte so unglücklich herab, baß er zwar mit bem einen Enbe in einem Sandhaufen stecken blieb, aber nach der Seite hin umschlug und den 58 Jahre alten Arbeiter Daniel Riedel aus Lollar traf. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei neben schweren Kopfverletzungen einen S ch ä - d e l b r u ch und mußte von der Sanitätsbereitschaft Gießen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen übergeführt werden. Wiederholungsübung für das SA.- Sportabzeichen auf den 8.Mai verlegt. Mit Rücksicht auf die durch die Volksabstimmung hervorgerufene starke Beanspruchung aller Parteigliederungen und weiter Volkskreise wird, wie die NSK. meldet, die zum 24. April festgesetzte Wiederholungsübung für das SA.-Sportabzeichen auf ben 8. M a i verlegt. Musikalische Abendfeier in der Zohanneskirche. Die 28. Musikalische Abenbfeier, bie am Karfreitag bie Gemeinde in die Johanneskirche rief, hatte Werke unserer beiden größten Passionsmusiker Heinrich Schütz unb Johann Sebastian Bach in ben Mittelpunkt der Erbauung unb inneren Sammlung gestellt: Heinrich Schütz, ben Beginn einer großen Entwicklungsepoche einleitenb, Joh. Seb. Bach, sie auf ihren Höhepunkt granbios zusammenfassenb unb zugleich abschließend; der eine schafft und begründet die Werkmittel, der andere erhebt. sie unb ourchbringt sie in höchster Ausbrucks- möglichkeit. Heinrich Schütz schlägt die Brücke zwischen der deutschen Vokalkunst mit ihrer polyphonen Kraft und den Stilwanbiungen, bie sich in Italien um bie Das Militär- Schwimmbad vorderÄollendnng Das Militärschwirnrn- bab, bas in ben vergangenen Monaten an ber Grünberger Straße entstaub, laßt bereits in allen Teilen feine enb- aültige Form erkennen. Das Bab liegt in herrlicher lcmbschaftlicher Umgebung. Das große Schwimmbecken ist bereits oollftänbig fertig- gestellt unb nimmt sich in feinen klaren Formen sehr schön aus. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) - v' Wende zum 17. Jahrhundert hin vollzogen hatten, zur instrumentalbegleiteten Melodie und zur rezita- tivischen Deklamationskunst hin, die mit dem Entstehen der Oper um diese Zeit in Zusammenhang steht. Zweimal war er in Italien und hat dort Einflüsse in sich ausgenommen, sie aber dann in einer dem deutschen Wesen und seinem hohen persönlichen Bildungsstande, entsprechenden Art innerlich verarbeitet und, im Rahmen seiner Zeit gesehen, zu höchsten Ausdruckswerten erhoben. Die Klangpracht seines Chorsatzes ist ganz aus den Vokalen heraus geboren und, obwohl der Herbheit nicht entbehrend, von einer inneren Ausgeglichenheit und anziehenden Frische. Das bezeugte sein „Ehre sei dem Vater" in dem wahlberechtigten Ausgleich der Anwendung homophoner und polyphoner Ausdrucksmittel. Der Sopan spann hier den Bogen über dem „Amen" geschwungen heraus. Die deklamatorischen Gegensätze könnten aber bei Schütz noch viel stärkere Intensivierung vertragen. Zn dem Dialog „O hilf, Christe, Gottes Sohn" gaben Sopran und Tenor (Maria N e b e l i n g , Lic. Friedrich Laun) in Ausgleich und Abstimmung aufeinander mit schlichter Hingegebenheit „ein Dankopfer". Ganz besonders aber waren die „Sieben Worte" der Karfreitagsstimmung angemessen. Dieses Werk gehört mit zu dem Stärksten, was uns Heinrich Schütz hinterlassen hat. Es zeigt uns den Meister in der vielseitigsten Mannigfaltigkeit der Stilmomente. So läßt er die Evangelistenpartie teils zwischen einzelnen Stimmen wechseln, teils nimmt er wieder den Brauch der motettischen Passion auf, durch die Quartettbesetzuna. Nach der von den Italienern überkommenen Art stürzt er die Berichte der Ein - zelrollen durch den Basso continuo. Aus diesem Rahmen hebt er die Worte des Heilandes heraus und verklärt sie durch den Streicherklang. Wie er aber die einzelnen Aussprüche in der melodischen Deklamation zu größter Ausdruckskraft erhebt, überrascht geradezu angesichts der Tatsache, daß hier ein Neuland durch Heinrich Schütz erschlossen wurde. Feinsinnig rahmt er durch den Chor das Ganze ein, die (Stimmung des Betrachtens im Introitus aufschließend und im Schlußteil die Eindrücke ausschwingen lassend. Den inneren Rahmen für die biblische Handlung bildet ein instrumentales Zwischenspiel, eine Symphonia, nach dem Eingangschor und vor dem Schlußchor. Dieses so reife Werk wurde auch hier durch die Aufführung zu einem Quell inneren Erlebens dank der Ausgeglichenheit des Chors, \t>er andächtigen Versunkenheit des Evangelistentenors (Friedrich Saun) und der äußerst ausdrucksstarken Wiedergabe der Worte Jesu durch Ernst Fleischhauer (Bah). An die vielen Helfer (Jutta Adam, Alt, Maria N e b e l i n g, Sopran, Horst U n d e u t s ch , Baß, August Rein, Violine, Georg Scheuermann, Viola, Wilh. Röll, Viola, Ernst Schneider Cello, Wilhelm Amberg, Kontrabaß, Hilde Koch, Orgel), gaben jeder au seinem Teile mit Innerlichkeit ihrem Bemühen das Gelingen. Zu Beginn dieser Feier spielte mit sauberer Technik Joh. Nebeling, der auch die Leitung des Chores geführt hatte, die Variationen über den Passionschoral „Sei gegrüßet, Jesus gütig", die stellenweise bei anderer Registrierung noch mehr an Klarheit des Thematischen gewonnen hätten. Wie weit sich die akustischen Verhältnisse des Raumes ausgewirkt hatten, entzieht sich der Kenntnis des Referenten. Die Arie des Simon von Kyrene aus der Mat- thäuspafsion „Komm, süßes Kreuz" wurde durch Ernst Fleischhauer (Baß) mit bestem Wollen gestaltet; ihn unterstützte dabei trefflich Ernst Schneider (DioloN-Cello), der das Cellosolo mit feiner musikalischer Gliederung spielte. — Eine Weihestunde, die den kirchlichen Feiertag mit dem Lichte des Musikalischen vertiefte und verklärte. Dr. Hermann Hering. Gießener Dochenniarktpreite. * Gießen, 16. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, % kg (gelb) 5 bis 10, (grün) 15 bis 18, Weißkraut 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Ostern im „Faust". Von Dr. Zohanneö Güniher. Wenn Ostern da ist, dann nimmt der Deutsche Goethes „Faust" zur Hand, und die Bühnen spielen Goethes „Faust". Dies Werk gehört zum deutschen Osterfeste, es ist ins Volksbewußtsein übergegangen: der Anfangsakt des ersten Faustteils, also bis zur Schülerszene und darüber hinaus zu den Worten: „Ich gratuliere dir zum neuen Lebenslauf", spielt zur Osterzeit. Obwohl ein Dichter ja eigentlich gar nicht inhaltliche Vorkenntnisse voraussetzen darf, so wissen wir doch, wenn der Vorhang aufgeht, mit der naiven Bereitwilligkeit und Vertrautheit des Mysterienspiel-Zuschauers: es ist Osterzeit. Fausts Famulus muß es wenigstens — um der dramaturgischen Gepflogenheit willen — einfließen lassen: „...morgen, als am ersten Ostertage"; aber im Grunde genommen setzt das Spiel unsere Oster- Einstimmung, unsere Oster-Erwartung voraus, und wir wundern uns nicht, nein, es kommt als Erfüllung über uns, wenn aus der nahen Kirche der Ostergefang in Fausts enges, dumpfes Studierzimmer dringt und ihn vom Selbstmorde zurückhält. Dieser Ostergefang ist übrigens ein Anfangszustand des mittelalterlichen Mysterientheaters in der Kirche: es ist der Wechselchor, die Keimzelle des Dramas. Erst im Lauf der Jahrzehnte haben sich aus den Chorteilen Einzelgesänge, Einzelsprecher, Einzelhandelnde entwickelt. Hier, in der Faust- dichtung, herrscht noch der erste Zustand: Die Engel am Grabe verkünden dem Chore der Jünger und dem Chore der Frauen, Jesus Christus sei auferstanden. Im Einklang mit den alten Worten und doch in reifer Weiterbildung hat Goethe hier herrlich malende Ausdrücke gefunden; sie drängen zur Vertonung, und es ist verständlich, daß es Goethe, als er sich mit dem Gedanken einer musikalischen Untermalung und Begleitung des „Faust" abzu- geben begann und darüber mit Zelter, später mit Eberwein in Ideenaustausch stand, vor allem an einer passenden, eindringlichen Vertonung der Oster- gesang-Texte gelegen war. Faust ist ja ein Magier, ist ja jenseitig gerichtet, ist nur ein gewaltiger Steigerer des Diesseittgen, so muß die Osterbot- schaft auf dem Wege der Musik, mit sinnlich werbender und doch andächtig gepflegter Kraft also, zu ihm bringen. Aber Faust wird ja von den Ostersttmmen nicht eigentlich religiös erfaßt und umgestimmt. Er selber bekennt es: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", und aus den dann folgenden Worten geht hervor, daß ihn die Erinnerung „vom Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 15 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen: 3. April: Heinrich Becker, ohne Beruf, 64 Jahre alt, Neuenweg 6; 5. April: Karoline Schmidt, geb. Müller, o. B., 76 Jähre alt, Bahnhofstraße 64; 6. April: Emilie Stürze!, geb. Thierfeld, 83 Jahre alt, o. B., Crednerstraße 23; 7. April: Elise Eisenbach, geb. Keil, o. B., 69 Jahre alt, Ebel- straße 18; 10. April: Elisabeth Geldbach, geb. Eimer, o. B., 69 Jahre alt, Stephanstraße 37; 10. April: Minna Wolf, geb. Weil, o. B., 57 Jahre alt. Stephan- letzten, ernsten Schritt zurückhält". Der Ostergesang weckt seine Erinnerung an die Kinderzeit, an die Osterfeiern in seiner Jugendzeit — aber auch damals scheint Ostern für ihn schon mehr ein Fest irdischen Ueberschwangs als eine Besinnung aus religiöse Güter bedeutet zu haben. Dies paßt ja zu der gewaltigen Natursehnsucht Fausts, die immer wieder im Laufe der Dichtung auftaucht, freilich keine rechte Erfüllung findet, sondern gebunden, ja vermauert bleibt durch Fausts tragischen Hang zum Studieren, zur individualistischen Ueberhebung. Immerhin: die Jugenderinneruna hat ihren Zauber auf den lebensmüden Faust auch ausgeübt, ja, um den härteren Ausdruck zu wiederholen, den Faust später Mephisto gegenüber braucht, der Gesang hat „den Rest von kindlichem Gefühle mit Anklang froher Zeit betrogen" (im Zusammenhang damit spricht er> ja auch seinen Fluch über den Glauben aus), die Träne quillt nun, und die Erde hat ihn wieder. Faust ist wiedergeboren, ist wieder zum Lebenswege bereit — dies mag eine Art von Auferstehung, ein Ostern sein. ♦ Der „Osterspaziergang" zeigt, wie fröhlich weltlich, wie unbekümmert kreaturhaft in Goethes „Faust"-Dichtung das Osterfest aufgefaßt ist. „Der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend, nur ohnmächtige Schauer körnigen Eises in Streifen über die grünende Flur" — da haben wir auch ein Bild alter, uralt-kultischer Spielfreude erhalten, der Sieg des Frühlings, das „Winter-Austreiben", erste dramatische Ansätze! Faust sucht die stumpfen Sinne seines Famulus zu öffnen für die Schönheiten der aus Winterstarrheit erwachenden Frühlingsnatur, für die noch abwartende, kindhaft leere, nur erst vom zarten Licht und Allerersten Grün überhauchte Welt. Die Verse ,,... vom Eise befreit sind Strom und Bäche" und die folgenden alle, untermischt dann von den spaßhaft verschiedensten (Stimmen der ländlichen und städtischen Frühlingsgäste, die „selber auferstan n sind", bis hin zu der wundervoll gemalten S mmung ,,... betrachte, wie in Abendsonne-Glut die grün-umgebenen Hütten schimmern! ..." sind „aesprochene Dekorationen", die keine Bühnendarstellung aufwiegen kann. Goethe liebte den Frühling Im April 1781 schrieb er an Lavater: „Die nächsten Wochen des Frühlings sind mir sehr gesegnet. Jeden Morgen empfängt mich eine neue Blume und Knospe. Die stille, reine, immer wiederkehrende, leidenlose Vegetatton tröffet mich oft über der Menschen Not, über ihre moralischen und noch mehr über ihre physischen liebet" straße 27; 11. April: Philipp Rahm, Zugführer i. R., 72 Jahre all, Friedrichstraße 10; 9. April: Elisabeth Rothermel, geb. Sahm, o. B., 62 Jahre alt, Wernerwall 5; 10. April: Lina Görlach, Lehrerin, 45 Jahre alt, Bergstraße 25; 11. April: Walter Gehringer, 2 Jahre alt, Hindenburgwall 23; 11. April: Marie Schmoll, geb. Gösele, o. B., 62 Jahre alt, Asterweg 69. ** D i e Gewerbeschule Gießen beginnt ihr Sommersemester am 2. Mai. ** Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterte. Die Ziehung der 1. Klasse der neuen (51./277.) Lotterie findet am 22. und 23. April statt. NSG. 1 0 0,— RM. für das beste Rezept. An dem Preisausschreiben der Gaustelle des Deutschen Frauenwerkes und der Landesbauernschaft Hessen-Nassau beteiligten sich eine große Zahl Volks- genoffinnen unseres Gaues. Fast 2000 Arbeiten wurden eingereicht, die selbstverständlich nicht so schnell zu bearbeiten sind. Die Einsenderinnen müssen sich daher noch etwas gedulden. Das Ergebnis des Preisausschreibens kann erst Anfang Mai mitgeteilt werden. „Die fromme Lüge." Gloria-Palast. Es ist eine in der Produktion nicht selten zu beobachtende Erscheinung, daß ein erfolgreicher Film andere nach sich zieht, die gewissermaßen nach demselben Rezept gemacht sind, auf einer stofflich, regie- mäßig, darstellerisch ähnlichen Linie liegen: das gilt, wie uns scheint, auch für die Filme mit Pola Negri, die letzten jedenfalls, die bei uns zu sehen waren. Mit „Mazurka" fing es an, dann folgten „Moskau — Schanghai" und „Tango Notturno"; „Madame Bovary" lag außerhalb dieser Reihe, während „Die fromme Lüge" die mit „Mazurka" begonnene Linie fortsetzt oder abschlietzt; von einer Entwicklung kann man wohl nicht sprechen, weil dieser Film, bei manchen stofflichen Anklängen, darstellerisch begrenzter und weniger ergiebig wirkt. Die Negri spielt auch hier eine jener Mutter- und Künstlerinnenrollen, von denen die in „Mazurka" einen nicht wieder erreichten Höhepunkt bildete. (Das Drehbuch schrieben diesmal Philipp Lothar M a y r i n g und H. G. Petersen nach einem Stück von Hadrian Maria Netto und H. v. Putt tarn e r.) Die berühmte Sängerin Carmen Casini hat einen unehelichen Sohn, den sie abgöttisch liebt und sträflich verwöhnt. Dieser Cecil ist ein leichtsinniger Bengel, der außer Autofahren nichts gelernt hat und vom (Selbe seiner Mutter lebt. (Der Zuschauer ist ordentlich erleichtert, wenn der Bursche endlich die seit langem fällige Ohrfeige bezieht.) Das Geld wird auch eines Tages alle, und als der Junge bei einem Autorennen stürzt, zieht sich die Casini in der Aufregung, in Sturm und Regen eine Erkältung zu und verliert ihre Stimme. Als Cecil im Spiel eine hohe Summe verloren hat, unterschreibt seine Mutter einen Vertrag, auf t/en sie die fehlende Summe als Vorschuß nimmt, obwohl sie den Vertrag nicht einhalten kann. Sie wird aus Liebe zu ihrem Sohn bewußt zur Betrügerin und muß zum Dank dafür erleben, daß Cecil sich von ihr abwendet. Da greift, als eine Katastrophe schon unabwendbar scheint, Cecils Vater ein, und ihm gelingt es in der Tat, die seit langem gelösten Beziehungen zur Casini neu zu festigen und die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen, indem er einen wohltuenden Einfluß auf den falsch erzogenen, lebensuntüchtigen Jungen auszuüben verspricht. Wesentlicher als die romanhaft konstruierte Fabel erscheint die darstellerische Leistung: Pola Negri bewahrt mit Takt und klug beherrschtem Gefühl die von gefährlichen Sentiments bebrohfe Rolle der Casini vor dem Abgleiten, und obwohl ihr die Figur nicht die starten dra- Osterbranchtmn im Rhein-Main-Gebiet. Von Dr. Carl G. Cornelius. ‘ Ostern, die Feier der Wiedererweckung des Lebens, des Sommersieges über die wachstumfeindlichen Winterkräfte, ist ein tief im Brauchtum unserer nordischen Ahnen wurzelndes Fest. Weihe der Erde und des Wassers, Kult des Lichtes und des Feuers, Segnung der aus dem Ei kommenden Fruchtbarkeit reihten sich schon bei dem indogermanischen Urvolk um die Person der Frühlingsgöttin Ostara, und diese Züge trotzten im Lebensraum des deutschen Bauerntums über den Ansturm der Jahrtausende oft kaum verändert bis auf den heutigen Tag. Im Rhein-Main-Gebiet sind hauptsächlich die Bräuche um das Osterwasser und das Oster-Ei noch üblich, während die Osterfeuer, denen einst das Kloster Lorsch zum Opfer fiel, bei uns im Rückgang begriffen sind ober sich zeitlich verlagert haben. Das Schöpfen von Osterwasser dagegen aus den lebensfrisch plätschernden Bächen unserer Heimat wird an vielen Orten noch heute geübt, so im Hütten- berg in Groß-Rechtenbach, ober bei Gießen in Großen-Buseck und in vielen Dörfern des Hinterlandes. Dor (Sonnenaufgang soll das Osterwasser geschöpft werden, und strengste Stille muß dabei herrschen, wenn es Heilkraft besitzen soll. Schön und tief empfunden ist dafür die Erklärung aus der germanischen Sagenwelt, die die Wassertropfen als die Tränen ansieht, die von den Felsen und Steinen geweint wurden, als Baldur, der Götter Gütigster starb. Deshalb lindern die in ehrfurchtsvollem Schweigen empfangenen gottgeweihten Tränen auch der Menschen Leiden, und besonders die der Augen. Bis zum kommenden Jahr heben an vielen Orten die Bauern dieses Wasser in verschlossenen Steinkrügen im Keller auf, während die Mädchen sich gleich am Bach oder an der Quelle mit dem in bestimmter Richtung geschöpften Naß waschen, wovon die Haut rein und schön werden soll. Die vielfältigsten Bräuche jedoch ranken sich in der Osterzeit um das Ei, aus dem ja die Geburt neuen Lebens in unmittelbarster Form augenfällig wird. Aus dem arischen Persien der vorchristlichen Zeit ist das Eierschenken beim Frühlingsfest ebenso bezeugt, wie aus Gräberfunden für die Germanen des dritten Jahrhunderts. In den verschiedensten Formen zeigt sich dieses Brauchtum, und auch das Bemalen der Eier ist aus germanischer Zeit überliefert, wo es mit Labkraut geschah. Beachtenswert ist endlich die Verbindung des Eierschenkens mit den z. B. in der Schwalm zu Ostern geübten „Mädchenversteigerungen", die ebenfalls auf den ewigen Sinn der Wiedergeburt allen Lebens hinweift. Aus Der engeren Heimat. Hauptversammlung des Vorschußvereins Grünberg. + Grünberg, 15. April. Am Donnerstagnachmittag fand im Hotel „Wilder Mann" die ordentliche Hauptversammlung des Vorschußvereins statt. Vorstandsmitglied Müller erstattete den Geschäftsbericht für das Jahr 1937, das 75. Geschäftsjahr, und gab ausführliche Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz. Die Zahlen des Geschäftsberichtes teigen in den wichtigsten Posten das Bild einer erfreulichen Entwicklung. So stieg der Umsatz nach einer Reihe von Jahren zum ersten Male wieder über die 10-Mil- lionen-Grenze; er betrug 10 234 710 Mark gegenüber 9 486 390 Mark im Vorjahre. Die Bilanzsumme erhöhte sich um gund 140 000 Mark auf 937 766 Mark, die flüssigen Mittel um 133 000 Mark auf 344 300 Mark. Die Spareinlagen und Gelder in lausender Rechnung stiegen von 603 920 Mark auf 696 453 Mark, die ausgeliehenen und angelegten Gelder von 772 158 Mark auf 904 860 Mark, die Rücklagen von 108 886 Mark auf 150 510 Mark. Die Mitgliederzahl stieg von 439 auf 447. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fabrikant Heinrich Schmidt II., verlas die Berichte über die Revision und Depotprüfung der Kaffe durch den Verband, die keine Beanstandungen enthielten. Der Jahresabschluß wurde genehmigt und Vorstand und Auffichtsrat Entlastung erteilt. Ebenso wurde die Verteilung des Reingewinnes von 5415,95 Mark in der vorgeschlagenen Weise gutgeheißen. Danach gelangen, wie im Vorjahre, wiederum 5 v. H. Dividende auf die berechtigten Guthaben mit 3796,95 Mark zur Auszahlung, während 1619 Mark den Rücklagen zugeschrieben werden. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Uuffichtsrates Karl Büttel, Heinrich Christian Schmidt und Julius D o n - E i f f wurden wieder gewählt. Schotten schafft sich einen Ratskeller. LPD. Schotten, 15. April. Das Erdgeschoß des ftäbtebaulid) reizvollen Schottener Rathauses, das visher keine zweckdienliche Verwendung hatte, will die Stadtverwaltung nun zu einem würdigen Ratskeller gestalten, der auch als Versammlungs- und Empfangsraum bei festlichen Anlässen benutzt werden kann. Das wuchtige Eichengebälk der schönen altertümlichen Halle soll durch gute Erzeugnisse der heimischen Handwerkskunst im Sinne einer gediegenen Raumordnung bei der Einrichtung der repräsentativen Gemernschaftsstätte Verwendung finben. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 14. April. Die am Mittwochabend in der Gastwirtschaft Döringer abgehaltene Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Konsumvereins wies einen mäßigen Besuch auf. Der Vorsitzende des Auffichtsrates, Dau- p e r t, erstattete den Geschäftsbericht, dem wir Nach- stehendes entnehmen: Der Warenumsatz weist einen erfreulichen Zuwachs von 14 000 Mark auf und betrug im Berichtsjahr 209 000 Mark. Die Gesamtentwicklung des Vereins ist gut. So wurde im letz- ten Jahr das Anwesen der Verkaufsstelle I käuflich erworben und konnte ein Teil des Kaufpreises sofort aus laufenden Mitteln aufgebracht werden. Ferner konnte ein Reingewinn von 6000 Mark erzielt wer- den, trotzdem die Feier des 50jähriaen Bestehens aus den laufenden Einnahmen gedeckt wurde. Die Reserven, einschl. der beiden Anwesen, weisen eine Höhe von nahezu 50 000 Mark auf, sodaß man nur von einem gesunden Unternehmen sprechen kann. Von dem Reingewinn werden 3 v. H. Dividende an die Mitglieder ausbezahlt, während der Rest den RUHL Seilersweg Nr. 67 I jQ Telephon Nr. 3170 I eparaturen I89VD ■ Reserven zugeschrieben wird. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Der Mitgliederstand Ende des Jahres beträgt 618. Dem Ausschluß von fünf Mitgliedern stimmte die Generalversammlung zu. Zum Schluß dankte Herr Dau- p e r t den Mitarbeitern für ihre Arbeit, die diesen Erfolg ermöglichte. Nach der geschäftlichen ^Aussprache blieb man noch ein Stunde in Gemütlichkeit beisammen. * Lollar, 16. April. Am kommenden Dienstag, 19. April, vollendet unsere Mitbürgerin Frau! Elisabethe Erdmann, geb. Simon, in geistiger und körperlicher Frische ihr 8 0. Lebensjahr. (Seit 50 Jahren gehört die hochbetagte Frau zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen! ch L i ch , 15. April. Zur Freüde von alt und jung haben sich unsere Störche wieder eingefunden und ihr (Sommerquartier auf dem Dach der Ma- rienstistskirche bezogen. — Am Dienstag wurde die elektrische Uhr am Bahnhofsgebäude ihrer Bestimmung übergeben. Die Neuerung wird allgemein begrüßt. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 14. April. Eine rührige Tätigkeit entfaltet der hiesige Schachverein „Alexander Fritz". Nachdem seine Mannschaft kürzlich gegen den Marburger Schachverein in Gießen gespielt hatte, wird in der zweiten Hälfte des Monats Mai ein weiteres Turnier gegen Marburg, voraussichtlich in Neustadt, zum Austrag kommen. Im Laufe des Monats Juni wird wiederum das Bad Salzfchlirfer Schachturnier stattfinden, wobei Alsfeld den im Vorjahre errungenen Wanderpreis, einen Pokal, gegen Fulda und Hersfeld zu verteidigen hat. Im August wird dann das „Meister- Fritz-Gedächtnis-Turnier" zum Austrag kommen. Krankenhausbauprojekt in Wetzlar. LPD. Wetzlar, 15. April. In einer Sitzung der Ratsherren wurde von Bürgermeister Kindermann auch die Ausführung eines Krankenhausbauprojektes in den Vordergrund gestellt. Das neue Krankenhaus soll auf 220 Betten eingerichtet werden. Die Gesamtkosten werden auf rund zwei Millionen Mark geschätzt. Die Vorarbeiten für den Bau sollen im Laufe dieses Jahres soweit erfolgen, daß der Neubau im nächsten , Frühjahr in Angriff genommen werden kann. 4218 Studierende in Marburg. Marburg, 14. April. (LPD.) Das Sommersemester an der Philipps-Universität hat seinen Anfang genommen. Diesmal haben sich 1218 Studierende, 961 Männer und 257 Frauen, eintragen lassen. Dazu treten noch einige Dutzend Gasthörer. Die Studienfächer verteilen sich im diesmaligen Sommersemester wie folgt: Theologie 124 Männer und 9 Frauen, Rechts- und malischen Möglichkeiten gibt, wie sie die erwähnten früheren Filme boten, wird man die noch immer großen und sehr geschickt verwalteten Mittel einer reifen Darstellungskunst nach Gebühr würdigen. Unter der effektvoll pointierenden Regie von Nunzio Malasomma vereinigt sich um die Negri herum ein flüssig zusammenspielendes, sauber abgestimmtes Ensemble. Den Cecil gibt ein bisher unbekannter Darsteller namens Hermann Braun, sehr jugendlich, unbekümmert und unerfahren, genau der Typ, der hier gemeint war, äußerlich ein wenig an Gustav Fröhlich erinnernd. Ausgezeichnet: Harald Paulsen als ahnungslos betriebsamer Manager, Hans Leibelt und Herbert Hübner (man kennt ihn aus dem „Herrscher") in der Rolle des Vaters. Suse Graf gibt Cecils junge Verlobte mit einer hübschen kleinen Szene im Auto, Hansi Arnstaedt mit wienerischem Humor und Gemüt die Frau Latour, die getreue, mütterlich besorgte Garderobiere der Casini. — (Terra.) * Im Beiprogramm sieht man einen Kulturfilm aus der Verkehrsfliegerei, die Ufa-Wochenschau und einen Vorspann („Musketier Meier III.") ' Hans Thyriot. Keilschriften — „Aus der Natur" (Der Naturforscher), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Die altbewährte Zeitschrift bringt unter neuem Namen im April-Heft eine Reihe wichtiger Aufsätze: Professor Dr. E. Hennig schildert seine Ein- drücke über Naturmensch und Umwelt in Ostafrika. In einem durch prachtvolle Aufnahmen unterstützten Aufsatz erzählt der Wildhüter Andrea Rauch, Pon- trefina, von feinen Erfahrungen über die Wiedereinbürgerung des Steinbocks in den Alpen. Die Aufnahmen hierzu wurden in freier Wild bahn gemacht. Forstmeister R. Herber bringt intime Beobachtungen vom scheuen Schwarzspecht. G. Warnecke zeigt schöne Aufnahmen von Schmetterlingen in Ruhestellung. Dr. G. v. Frankenberg erzählt von unserem wunderlichsten Käfer, dem Zimmerbock. Dr. Th. Ph. Haas berichtet von einer tierfangenden Pflanze. Auch hier wurden prachtvolle Bilder beigegeben. Wer möchte in diesem Sommer nicht in die deutsch-österreichischen Alpen fahren? Professor Dr. Walther Schoenichen, Direktor der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin, schreibt über den Naturschutzpark in den Hohen Tauern. Staatswissenschaft 126 Männer und 5 Frauen, Medizin 487 Männer und 91 Frauen, Philosophie 224 Männer und 152 Frauen. Kind von einem Lastkraftwagen getötet. Marburg, 15. April. (LPD.) In E r n sitz aus en wurde ein fünfjähriges Mäd - chev, als es aus dem Haus auf die Straße hinaustrat, von einem Lastkraftwagen erfaßt und mit solcher Gewalt zur Seite geschleudert, daß es sofort t o t war. Der Vater des Kindes ist vor drei Jahren ebenfalls durch einen Ungslücksfall zu Tode gekommen. Eigenartiger Unfall bei einem Fußballspiel. * Gladenbach, 15. April. Der 35jährige Arbeiter Karl Stotz aus Nieder-Neißen sah einem Fußballspiel zu und erlitt dabei auf eine nicht alltägliche Weise einen schweren Unfall. Stotz, der eine kurze Stummelpfeife im Munde hatte und rauchte, wurde plötzlich von dem Ball getroffen, wobei ihm die Pfeife tief in den Rachen gestoßen wurde. Er erlitt eine schwere HalsverleWng, die seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen und zu gleicher Stunde noch eine Operation notwendig machte. — Einen schweren Unfall erlitt auch der 32jährige Schreiner Adolf G l i e m a n n von hier, der mit dem Verschalen eines Daches beschäftigt war und dabei abstürzte. Er fiel dabei auf eine Eisenstange und erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort nach Gießen in Behandlung gebracht werden mußte. Oberlandesgerichtspräsident i. R. Kullmann Darmstadt, 15. April. (LPD.) Im Alter von 90 Jahren ist Oberlandesgerichtspräsident i. R. Gustav Kullmann, gestorben. Lange Jahre war er beim Landgericht Gießen, bis er 1908 zum Präsidenten des Oberlandesgerichts nach Darmstadt berufen wurde. 1916 wurde er unter Anerkennung seiner hohen Verdienste um die Rechtspflege in den Ruhestand versetzt. Hessische Personalien. LPD. D a r m st a d t, 14. April. Durch Urkunde de s Führers und Reichskanzlers wurde der Medizinalrat Dr. Karl W e l ck e r zum Obermedizinalrat ernannt. Komm. Polizeidirektor Meusel in Mainz (früher in Gießen) wurde zum Polizeipräsidenten in Mainz und Regierungsassessor Reichhold bei der Hessischen Landesregierung zum Regierungsrat ernannt. Ein seltenes Dienstjubiläum konnte Oberrechnungsrat Ludwig Metzler (Seeheim) bei der Hessischen Landesregierung feiern, in deren Dienst er jetzt 50 Jahre steht. Neben seiner vorgesetzten Be-. Hörde gratulierte auch der Kurdirektor von Bad- Nauheim, da das Staatsbad Bad-Nauheim auch zu seinem Aufgabengebiet bei der Finanzabteilung der Landesregierung gehört. Die Zeitung dient dem Landvolk auch im Sommer Der Zeitungsdienst des Reichsnährstands veröffentlicht die nachstehende beherzigenswerte Mahnung: ZdR. Auf dem Gebiet der deutschen Landwirtschaft hat sich in den letzten fünf Jahren eine Entwicklung vollzogen, die wir noch kaum richtig ermessen können. Der nationalsozialistische Umbruch hat aus einer Landwirtschaft, deren Kennzeichen Schulden, Zinsknechtschaft, katastrophale Preisstürze, Bodenspekulation und Rechtlosigkeit waren, einen gesunden, hoffnungsfreudigen Be- rufsstand gemacht. Um jeden einzelnen in dieses gewaltige Geschehen tatkräftig einzuschalten, war eine ungeheure Aufklärungsarbeit notwendig, die auch den letzten Bauern und Landwirt im entlegensten Dorf mit den neuen Gedanken und Begriffen vertraut machte. Diese Aufklärungsarbeit war neben den anderen Aufklärungsmitteln nur durch den wohlorganisierten Einsatz der Presse möglich. Sowohl die berufsständischen Fachzeitschriften als auch die Tageszeitungen waren die Verbindgngs- kanäle, die den Willen der Führung der deutschen Landwil'tschaft hinaustrugen bis ins letzte Dorf. Das deutsche Landvolk hat durch die Erfolge und den Aufstieg der letzten Jahre - bewiesen, daß es verstanden hat, sich schnell und geschickt in den lebendigen Gang der Entwicklung einzuschalten. Oft sind grundlegende Umstellungen nötig gewesen. Immer hat das Landvolk erfaßt, worum es ging. Oder ist es kein Zeichen geistiger Regsamkeit, wenn neue Erkenntnisse der Forschung, kaum daß sie in den Zeitungen erörtert wurden, auch schon auf den Bauernhöfen Deutschlands in die Praxis umgesetzt wurden! Nun hat es zu allen Zeiten Einzelgänger gegeben, die sich kaum um den Fortschritt kümmerten und meinten, es ginge auch heute noch so wie zu Zeiten unserer Großväter. Trotzdem haben auch sie längst ihre Oellampen abgefchafft und bedienen sich des elektrischen Lichtes, weil es bequemer ist. Ueber- haupt sind sie in ihren rückständigen Ansichten nicht unbedingt konsequent. Im Winter lesen sie sogar eine Zeitung — aber im Sommer glauben sie, das Geld hierfür sparen zu können. Nun steht aber im Sommer die Regierungsmaschinerie nicht still. Die Reichsnährstandsstellen arbeiten nach wie vor. Genau wie im Winter erscheinen neue Anordnungen und Gesetze, die jeder Landwirt unbedingt wissen muß, denn sie sind zu seinem eigenen Vorteil erlassen worden. Liest er aber die Zeitung nicht, so wird er sich bald darüber wundern, daß er mit den Nachbarn im Dorf nicht Schritt halten kann. Und das liegt eben nur daran, daß er nicht auf dem Laufenden ist über alle Vergünstigungen, die sich die anderen längst zunutze gemacht haben. Und wenn er schließlich doch vom Hörensagen einmal davon erfährt, so ist kostbare Zeit verstrichen oder eine Frist versäumt worden. Ueberall wird er nur Nachteile und Nackenschläge haben. Und das alles nur, weil er keine Zeitungen liest. Zum Glück sind diese Unverbesserlichen eine immer seltener werdende Erscheinung im deutschen Bauernstand geworden. Mit ihnen wäre es auch gewiß nickt möglich gewesen, die deutsche Ernährungswirtschaft in so kurzer Zeit wieder auf gesunde Füße zu stellen. Aus ihnen hätte sich gewiß keine Kampftcuppe formen lassen, die in der Erzeugungsschlacht von Sieg zu Sieg eilt, die sich mit Erfolg dafür einsetzt, dem ganzen Volke das Brot zu sichern! „Haus ver Jugend" Frankfurt — größte Jugendherberge des Gaues. NSG. Durch den gewaltigen Aufschwung, den das Jugendwandern seit 1933 erfahren hat, haben sich die Räume des „Hauses der Jugend" in Frankfurt a. M, in letzter Zeit als viel zu klein erwiesen, um die zahlreichen Besucher unterbringen zu können. Es wird deshalb jetzt ein Erweiterungsbau ausgeführt, der das „Haus der Jugend" zur größten Jugendherberge Hessen-Nassaus macht. 875 Betten werden in Zukunft für die wandernde Jugend zur Verfügung stehen. Durch Errichtung von Notlagern kann die Zahl der Betten auf 1000 erhöht werden. Mit 325 Betten nahm das „Haus der Jugend" im Jahre 1Q30 seinen Betrieb auf, da von dem ursprünglichen Bauplan damals nur ein Teilabschnitt ausgeführt werden konnte. In den darauf folgenden Jahren des wirtschaftlichen Niederganges entfiel ein Großteil der Besucher auf Jugendliche, die lange Erwerbslosigkeit und häusliches Elend auf die Landstraßen geworfen hatten. Sie entfremdeten das Haus zeitweise seiner eigentliches und schöneren Aufgabe, Nastort und Stützpunkt im Rahmen der Urlaubsgestaltung der Jugend zu sein . Sprunghaft stiegen dann die llebernachtungs- zahlen, alle Erwartungen weit übertreffend, von 24 000 im Jahre 1933 auf 66 000 im vergangenen Jahr. Wenn auch in den letzten Jahren in allen nur irgend verfügbaren Nebenräumen des Hauses neue Betten aufgestellt und selbst im Festsaal Notlager errichtet wurden, so reichte doch in den Hauptwandermonaten der Raum nicht aus, so daß sogar als Notlösung zur Errichtung eines großen Schlafzeltes auf der Spielwiese gegriffen werden mußte. Das „Haus der Jugend" will aber wie alle deutschen Jugendherbergen nicht nur eine Massenunterbringung schlecht und recht ermöglichen, sondern der Jugend eine würdige Heimstätte sein. Um diese Aufgabe vorbildlich erfüllen zu können, war eine Vergrößerung des Hauses unbedingt notwendig und gerechtfertigt.' Der Erweiterungsbau, zu dem sich der vom stellvertretenden Gauleiter Linder geführte Verein Haus der Jugend e. V. entschlossen hat, ermöglicht die Erhöhung der Gesamtbettenzahl auf 875 und schafft Raum für die zusätzlich erforderlichen Waschanlagen, Kleidertrocknungsräume und Fahrradkeller. Bei großen Treffen kann das haus durch Errichtung von Zollagern insgesamt 1000 Gäste beherbergen. Hand in Hand mit dem Erweiterungsbau ging schon während des Winters die Erweiterung der Großküche und des Speisesaals sowie die Schaffung neuer Personalzimmer, so daß mit Beginn der Hauptwanderzeit dieses Sommers das Haus allen Anforderungen gerecht werden wird. Insbesondere wird dann der Festsaal wieder uneingeschränkt für die Lichtbildervorträtze zur ^Verfügung stehen, die allabendlich die Gäste des Hauses in die geschichtliche und kulturelle Entwicklung der Stadt einführen, und eine bewährte Vorbereitung für die in den Vormittagsstunden unter fachkundiger Führung kostenlos durchgeführten Stadtbesichtigungen bilden. Die Verwirklichung dieser großzügigen Pläne wurde insbesondere dadurch ermöglicht, daß die Stadtverwaltung Frankfurt a. M. ein Baudarlehen von 95 000 Mark zur Verfügung stellte. Büchertisch. — Priv. - Doz. Dr. Ern st Anrich: Europas Diplomatie am Vorabend des Weltkrieges. Eine Bilanz der wissenschaftlichen Forschung über die Vorgeschichte des Weltkrieges und die Julikrise 1914. Quader-Verlag Aug. Bach, Berlin W 15. Preis gebunden 2 Mk. — (4) — Die Arbeit des Bonner Historikers füllt eine schmerzlich empfundene Lücke aus. Nur wenigen Fachhistorikern war es möglich, die feit 1919 erschienene Memoiren- und Dokumentenliteratur aller Länder über den Kriegsausbruch 1914 zu verarbeiten. Was in Deutschland fehlte, war das Fazit der Gesamtforschung, das ermöglicht, ohne eigenes Studium ein klares und alle tiefen Zusammenhänge der europäischen Vorkriegsgeschichte berührendes Bild der Ereignisse in den letzten Fried,enstagen des alten Europa zu gewinnen. Nhein-Mainifche Börse. Alitlagsbörse: Fest. Frankfurt a. M., 14. April. Die letzte Börse vor den Feiertagen hatte entgegen den vorbörslichen Erwartungen verhältnismäßig lebhaftes Geschäft. Anregung bot die weitere Kundschaftsbeleili- gung, wenn sie sich auch fast ausschließlich auf Spezialwerte erstreckte. Zwar erfolgten zu Beginn wieder einige Verkäufe aus den bekannten Quellen, so daß die Kursgestaltung am Aktienmarkt nicht ganz einheitlich war, im Verlaufe aber Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. überwogen. Im Vordergrund standen wieder einige Montanwerte, insbesondere Mannesmann in Erwartung des Abschlusses mit 121 (120), ferner Verein. Stahl mit 112,25 bis 112,40 (112) und Rheinstahl mit 148 (147,75). Stark gefragt und etwa 2 v. H. höher waren Kali Aschersleben und Westeregeln. Elektropapiere lagen im allgemeinen still, AEG. 125 (124,75), gut erholt Lahmeyer mit 136,13 (133,25). Auch Autoaktien blieben beachtet, besonders BMW. mit 159 bis 159,50 (158,50), Daimler mit 147,50 bis 148 (148,13), Adlerwerke unverändert 124,40. Maschinenaktien lagen still, Rheinmetall nur knapp gehalten mit 144,40 (144,50). Von chemischen Werten bröckelten IG. Farben 0,25 v. H. ab auf 160, hingegen Scheideanstalt 251 (250,50) und Metallgesellschaft 144 (143,75). Im einzelnerl setzten AG. für Verkehr mit 141 bis 141,50 (140,50), Jul. Berger mit 157,25 (156,75), Westdeutsche Kaufhof mit 105,25 (105) und Zellstoff Waldhof mit 151,25 (151,65) ein. Am Rentenmarkt gingen Reichsanleihe-Altbesitz mit 132,80 (132,90), im Freioerkehr Zinsver- gutungsscheine mit 96,50 und 4 v. H. Rentenbank- Ablösung mit 94,90 bis 95 um Kommunal-Um- schuldung lagen mit 96,30 unverändert. Pfandbriefe wurden überwiegend gestrichen, Liquidätionspfand- briefe lagen fast unverändert, auch Staats- und Stadtanleihen wichen kaum ab. Industrie-Obligationen notierten bei einigem Geschäft meist wie gestern, 4,50 v. H. Krupp 100, 5 v. H. Röchling 102,25, 6 v. H. IG. Farben 130,40, 5 v. H. AEG. 102,80. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark ein, da weitere Aufträge ausblieben, während der Berufshandel keine Neigung zu neuen Positionen zeigte. Die Haltung blieb im Grundton aber fest, auch die Kurse lagen zumeist gut behauptet, vereinzelt nochmals bis 0,25 v. H. höher. So u a. Daimler mit 148,25 nach 148, Mannesmann mit 121,25, Kaufhof mit 105,50 und Licht und Kraft mit 146,50 nach 146, dagegen Lahmeyer 136 nach 136,13. Die erst später notierten Werte lagen bis 1 v. H. fester, Ilse Genuß er Dividende plus 2,25 v. H. mit 142,25 (145,50 einfchl. 5,4 v. H. Dividende). Im Freiverkehr befestigten sich Frankfurter Maschinenbau auf 165,50 (164), Rastatter Waggon auf 58 (57) und Dingler auf 95 (94,75). — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Die Abendbörse vom Gründonnerstag fiel aus! Ostern im Rundfunk. Ostersonntag, 17. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Frohe Ostern. Frühling und Sommer aus „Jahreszeiten". Ballett-Suite von Alexander Glasunow. 8.30: Römisch-katholische Morgenfeier. 9.10: Gott wohnt nur in stolzen Herzen. 9.30: Chorgesang. Fröhliche Volkslieder. 10: Denn ohne Treue hat der Glaube keine Macht. 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Vom Adel deutscher Seele. Eine Hörfolge um Friedrich Gottlieb Klopstock. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. Seppel als Osterhase. Ein lustiges Kasperl- spiel. 14.30: Immer guter Laune! (Schallplatten.) 15: Turner auf zum Streite. 16: Nachmittagskonzert. Internationales Hockey-Turnier in Wiesbaden. 18: Altdeutsche Musik zur Osterzeit. 18.30: Wellenbrettl. 19: Nachrichten. 19.10: Sportspiegel des Sonntags. 19.20: Volkstum und Heimat. Oster- bräuche auf dem Lande. 20: Festliches Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Zur Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtmusik. Händel-Zyklus. Ostermontag, 18. April. 6 Uhr: Frühkonzert. „Zum Tor hinaus!" Fröhliche Klänge zum Ostermorgen. 8.10: Osterklänge. 8.30: Evangelische Morgenfeier. 9.10: Dichter im Dritten Reich: Friedrich Schnack: „Wanderung". 9.30: Morgenmusik. 10.15: O wie schön ist ein Feiertag! 11.15: Schon rauscht der Wind im jungen Gras. Eine Hörfolge. 12: Schloßkonzert. 12.55: Sportereignisse des Tages. 13.05. Schloßkonzert. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Heut' bin ich verliebt! 15: Burgen der Gemeinschaft. Eine Fahrt durch die schönsten Jugendherbergen an Mosel und Rhein. 15.45: Internationales Hockey-Turnier in Wiesbaden. 16: Bunte Ostereier. 17.15: Internationales Schispringen auf dem Feldberg (Schwarzwald). 17.30: Unterhaltungskonzert. Kompositionen von Ludwig Siede. 18.45: Sportspiegel. 19: Nachrichten. 19.10: Tän^e von gestern und heute. 20: Einführung in die folgende Oper. 20.05: Aus dem Opernhaus zu Frankfurt a. M.: „Der Zigeunerbaron", Operette in drei Akten. In der Pause: 21.15 bis 21.30: Sportbericht und Einführung in den 2. Akt. In der Pause: 22.20 bis 22.35: Nachrichten und Einführung in den 3. Akt. 23: Musik zu Tanz und Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtmusik. Tanze und sing'! Dienstag, 19. April. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.40: Volk und Wirtschaft. Wir verbrauchen mehr — und warum? 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15:' Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Meister der Orchesterpalette (III). 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Peter Purzelbaums Kadettenstreiche. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.15: Wir Jungen tragen die Fahne. Zum Tage der Aufnahme des Jahrgangs 1928 in die Hitler-Jugend. 18.45: Reichssendung: Fest der Völker — Fest der Schönheit. Olympia 1936 noch einmal erlebt. Anschließend vom Deutschlandsender: Nqchrichten. 19.30: Meister der neuen deutschen Operette. 20.10: Frühlingsbotschaft. 21: Konzert anläßlich des 70. Geburtstages von Max von Schillings. 21.45: Deutschland-Echo. 22: Nachrichten. 22.30: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Aus italienischen Opern. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Karsamstag, 16. April. Gießen". Stadtkirche. 14 Uhr: Beichtgottesdienst für die Konfirmation der Markusgemeinde; Pfr. Becker. Erster Feiertag: (In allen Kirchen am 17. April Kollekte für das Jugendwerk der Landeskirche.) Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Konfirmation der Markusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; Pfr. Becker; 18: Beichtgottesdienft für die Konfirmation der Matthäusgemeinde; Pfr. Schmidt. — Fohannes- kirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kindergottes- dienst für die Lukasgemeinde; 18: Pfr. Ausfeld; anschließend Beichte für die Konfirmation der Johan- nesgemeinde und Militärgemeinde. — Saal der Krippe. 11: Kindergottesdienst für Johannes- und Militärgemeinde. — Petruskapelle, Wetzlarer Weg Nr. 59. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Kapelle des Allen Friedhofs. '9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche; 17: Beichte für die Konfermation der Luthergemeinde. — Wiefeck. 9.30: Pfarraffistent Paetow; 10.45: Kinderkirche. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Gottesdienst; Kirchenchor. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienft unter Mitwirkung des Kirchenchors; Kollekte für das Jugendwerk der Eo. Landeskirche; anschließend Beichte und hl. Abendmahl für die 50 bis 60jährigen; 13: Kindergottesdienst (Alst. 1); 13.45: Kindergottesdienst (Abt. 2). — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Kirchenchor; 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl für die Alten von Staufenberg und die jungen Männer und Frauen von Lollar. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — Garbenteich. 13: Gottesdienst unter Mitwirkung des Gesangvereins „Viktoria". — Haufen. 10: Gottesdienst unter Mitwirkung des Frauenchors. — Steinbach. 10: Festgottes- dienft; Kirchenchor; Kollekte. — Albach. 12.30: Fest- gottesdienft; anschließend Beichte; Kollekte. — Cid). 6: Stiftspfarrer Naumann; Posaunen- und Frauenchor; Kollekte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; Choralschule, Kirchenchor; Kollekte; 11: Kindergottesdienst, Ansprache; Kollekte; 14: Stiftspfarrer Naumann; Beichte zur Konfirmation; Kollekte. — Nieder-Bes- singen. 9.30: Beichte; 9.45: Stiftspfarrer Naumann; Abendmahl; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Virberg. 9.45: Beichte; Konfirmation; Abendmahl; Kollekte. — Veilsberg. 12: Kollekte. — Langsdorf. 11: Festgottesdienst (Kirchenchor); Kollekte; 14: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 9: Festgottesdienst; Kollekte; anschließend Abendmahlsfeier für die jüngeren Gemeindemitglieder. Zwei er Feiertag Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Konfirmation der Matthäusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; Pfr. Schmidt; 18: Pfr. Becker. — Fohauneskirche. 9.30: Konfirmation der Johannes- und Militärgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9 30: Konfirmation der Luthergemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Gottesdienst. — Pelruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Konfirmation der Petrusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; Pfr. Trapp. — Vieleck. 9.30: Konfirmation; im Anschluß Beichte und Feier des hl. Abendmahls; Pfarrassistent Paetow; 20: Bibelstunde. — Wcitzenbv'-n-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 9.30: Konfirmation; Kollekte; anschließend Beichte und hl. Abendmahl; 14: Abcschützen-Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Konfirmation; 13: Sckulanfängerandacht. — Kirchberg. 9.30: Konfirmation; anschließend hl. Abendmahl. — Garbenteich. 9: Konfirmation. — Hausen. 11: Konfirmation. — Albach. 8.15: Konfirmation; Kollekte. — Steinbach. 9.45: Beichte; 10: Konfirmation; Kollekte. — Lich. 9: Beichte im Gemeindesaal für Auswärtige; 9.30: Stiftdechant Kahn; Konfirmation; Abendmahl; Kollekte. — Nieder-Bessingen. 10: Kandidat Döll (Steinbach); Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst. — Wirberg. 10: Kollekte. — Veilsberg. 9.30: Beichte; Konfirmation; hl. Abendmahl; Kollekte. — Harbach. 14: Kollekte. Evangelische Sladlmission, Löberstraße 14. 1. Oster- tag. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 10: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. — 2. Ostertag. 20.15: Evangelisationsvortrag. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Ostersonntag. 10.30 Uhr: Entlassungsfeier; 20.30: Predigt. — Dienstag, 19. April. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Bund freikirchlicher Christen, Gemeinde Gießen, Großer Steinweg 4H. Sonntag, 17. April. 11.30 Uhr: Sonntagsschule; 15.30: Bibelstunde. — Mittwoch, 20. April. 20.15: Bibel- und Gebetstunde. Die Chrislengemeinschafl (Bewegung für religiöse Erneuerung). Ostermontag, 18. April. 10 Uhr: Men- schenweihehandlung. Vaplislen-Gemeinde. Gartenstraße 13. 1. Ostertag, 17. April. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 16: Predigt und Abendmahl. — Mittwoch, 20. April. 20.15: Bibelstunde. Neuaposiolische Gemeinden Gießen, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. 1. Osterfeiertag. 9.30 Uhr: Gottesdienste: 16: Gottesdienste. — Arn 2. Feiertage finden keine Gottesdienste statt. katholische Gemeinden. Ostersonntag, den 17. April. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Feierliches Hochamt mit Predigt und Segen; 11.15: Singmesse mit Predigt; 15: Vesper mit Segen; anschließend Beichtgelegenheit. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Ostermontag, den 18. April. Gießern 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt; 11.15: Singmesse; 14.30: Festandacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Caubad). 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt. — Echzell. 10.45: Hochamt. Oesfenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telephon 2751, nur in dringenden Notfällen Telephon 01. Feuerwach: Telephon 2244/45, Notruf Telephon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst, 8 bis 21 Uhr. S t a d t p o st a m t: Für Schließsachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telephon 2500. Sonntagsdienst für Aerzte. Erster Ostertag. Arzt: Dr. med. Nohl, Neuen Bäue 27. Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Metz, Seltersweg 71. Zweiter Ostertag. Arzt: Frau Dr. Marx, Bleichstraße 10. Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr Kockerbeck, Frankfurter Straße 36. magrnbefchwerden vorbeugenjetzt ,vSu”i8p( Statt Karten Robert Zöller und Kinder Klein-Linden, den 16. April 1938. 2658 D Rödgen, den 16 April 1938 Darmstadt (Roquetteweg 10), den 16. April 1938. 2635D JKotonädev RM. 595, Anzahl. 145 200 ccm 0) 2634D DammstraßeS Gießen Riemen Drei Bücher von den Wundern der Klein welt Grobes Wacengasse Darmstadt, Paulusplatz 2581D insbesondere für den Kleinwohnungsbau 250 350 350 350 500 500 ccm ccm ccm ccm ccm ccm ..roieelH mt pinne »in IMl im »'li Hell" imi ... elo guter Griff - Öer Griff aodi ImII 195 235 265 340 285 350 Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen Für die trauernden Hinterbliebenen: Pfarrer i R Emil Breunlin. Die Beerdigung findet statt auf dem Friedhof zu Darmstadt, Nieder- Ramstädter Straße, Dienstag, den 19. April, nachmittags 3 Uhr. Rekord........ Feuergeist Block . Türen ......... Gelände-Sport. . . Rex-Sport...... Türen. ........ Seltenw. Gespann S o 3 Ö) t® hübsche Ueberraschungl Noch sind die Buchen nicht belaubt, es ist hell lm Buchenwald, und hell leuchten im Lichte der Sonne (das uns hoffentlich an den Ofterfeier- tagen befchieden ist) die schneeweißen Sterne der kleinen Waldanemone aus dem frischen Grün ihrer eigenen Blätter Tausende von Anemonen blühen jetzt, zum Teil stehen sie wie kleine Familien unter Bäumen und Büschen, viele aber bilden in großer Versammlung einen wahren Blumenteppich. — Am Fuße des Schiffenbergs, etwa nach Haufen zu, sahen wir in reichem Flor das bescheidene Waldoeilchen, das zwar nicht so lebhaft buf« tet, wie die Schwester aus Gärten, aber sich nicht weniger lieblich in seiner Umgebung ausnimmt. Auch das aromatische Maikraut ist da. Am Hangelstein stehen auch vielerlei Blumen in Blüte, Blumen, wie man sie nicht überall sieht, aber das Gebiet dort ist nun ganz „tabu", ist Naturschutzgebiet, und man hat ausschließlich auf den Wegen zu bleiben. Derjenige Volksgenosse, der die Natur liebt, hat ohne weiteres alles Verständnis für diese Maßnahme. Wer das Verständnis dafür nicht aufbringt, wird hart eines anderen belehrt. Schlechterdings kann man auf einem vorofterlichen Spaziergang in unserer Stadt und in der Umgebung nicht überall gewesen sein. Aber wohl gehört dazu, daß man sich auch an den Ufern der Lahn einmal umsieht. In der Badeanstalt wird schon für freundlichere Tage gearbeitet. Unablässig wird dort der Pinsel geschwungen und alles mit weißer Oelfarbe überholt. Wenn die Sonne auf die frischweißen Kabinenwände fällt, muß man die Augen bald abwenden. Auf den Plätzen an den Bootshäusern liegt mancher Kahn kieloben und wird nachgesehen. Auf den Bleichen an der Lahn flatterte in diesen Tagen viel Wäsche im Frühlingswind und trocknete so rasch wie man es sich nur wünschen konnte. Durch einen Zufall wurden wir auf unserer Vor« osterspazierfahrt auch nach Watzenborn-Steinberg verschlagen. Dort begegnete uns ein liebliches Bild: um einige dralle kleine Bauernmädchen sprangen zwei schneeweiße Ziegenlämmer herum, und zwar in den merkwüroigen, scheinbar unmotivierten Sprüngen, wie man sie von Ziegenlämmern nun einmal' zu sehen gewohnt ist. Ein hübscher Anblick! Kinder und Ziegenlämmer — Blumen und Maikraut, Blütenschnee und bunte Eier im Nest von Gras und Moos, der Osterhase aus Schokolade und zwei geruhsame Tage, ferne der Pflichten und jeglicher Arbeit — das alles gehört zu einem richtigen Osterfeste! N. W1 W 4l ff L x M. L*' W t V - *' w . • "'. *<■ , ';V* V'; ■ . ‘"‘'V,**' ***£ ' * 4 Bei der Blumenpflege in Gießener Anlagen. Blühende Anemonen im Philosophenwald. Abenteuer in Parte. Vornan von Hans Htrthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister. Werdau l. Sa. (Schluß.) (Nachdruck verboten.) „Ich bin vollkommen im Bilde. Aber ich weiß tatsächlich selbst nicht, wie wir da im Augenblick —" Lissy Bargent, die mit steigender Spannung zugehört hatte, fand endlich eine Gelegenheit, zu Worte zu kommen. Sie griff nach Christian Herdegen^ Hand. In ihren Augen war eine frohe Erregung. „Ich weiß, wo Otto Czibulka wohnt: Boulevard Madeleine 17, im Erdgeschoß!" Heinz Stadler fuhr herum, mit offenem Munde starrte er das Mädchen an. „Ist das wahr? Ist das wirklich wahr? Woher wissen Sie — —? Sagen Sie schnell!" „Ich mußte zu Hause immer die Briefe meines Vaters zur Post bringen, wobei diejenigen von Otto Czibulka die häufigsten waren. Sie waren manchmal nach Berlin gerichtet, zumeist aber nach Paris!" „Fräulein, Sie hat mir der Himmel gesandt!" „Quatjch!" lachte Herdegen. „Ich war derjenige, welcher, verstehst du!" Stadler nickte ihm fröhlich zu Dann wandte er sich hastig an Feuillat. „Mein lieber Kapitän, wollen Sie mir Ihren schnellsten Wagen und einige Leute mitgeben? Hoffentlich kommen wir nicht schon zu spät!" Feuillat stand bereits am Telephon. „Ich bin eben dabei? Sausen Sie nur los! Bis Sie unten im Hof find, steht Wagen und Mannschaft bereit!" Als Heinz Stadler auf dem Hof anlangte, fuhr eben ein schnittiger Achtzylinder aus der Garage. Ohne daß er völlig zum Halten gekommen wäre, sprangen die wartenden Beamten auf und halfen auch dem Deutschen, den fahrenden Wagen zu besteigen. Ein Hupensignal ließ das große Tor aufspnngen. und schon ging es mit aufheulendem Motor auf die nächtliche Straße hinaus Die Kurve zur Straßenrichtung wurde in einem Tempo genommen, daß Heinz beinahe über Bord gegangen wäre. Es dauerte keine fünf Minuten, da hielt das Auto im Boulevard Madeleine. Die Beamten sprangen ab und stürzten hinter Heinz Stadler aus das Haus Nummer 17 zu. Einer der Leute, der mit einer Mustersammlung von Dietrichen ausgerüstet war, schloß die Haustür auf, die Taschenlampen erstrahlten, und es dauerte nicht lange, da war die richtige Wohnungstür gefunden. Wieder trat der Türschloßspezialist in Tätigkeit, und als er die Tür geräuschlos geöffnet hatte, brauchte Heinz Stadler nur dem Lärm nachzugehen, der aus einem der Zimmer drang. Er machte feine Pistole schußbereit, die Leute hinter ihm folgten seinem Beispiel. * Dann drückte er leise die Tür auf, die in Czibul- kas Wohnzimmer führte. Sein erster Blick fiel auf Pawla, die sich mit dem letzten Rest ihrer Kräfte gegen Töne Larrings wehrte. Mit einem raschen Griff steckte Heinz die Pistole ein, sprang auf den Mann zu, der ihm den Rücken wandte, packte die beiden Arme des Ahnungslosen und preßte sie nach rückwärts aneinander. Töne verlor von dem heftigen Ruck das Gleichgewicht und stürzte nach hinten zu Boden. Schon hatten ihn zwei Beamte beim Wickel, zogen ein paar niedliche kleine Handschellen hervor und legten sie dem Verdutzten an, noch bevor er sich völlig klar geworden war, daß der Wind jetzt plötzlich aus einer anderen Richtung blies. Otto Czibulka wollte zuerst Widerstand leisten: als er aber die beträchtliche Uebermacht sah, gab er es auf und fand sich in das Schicksal seines Komplicen. „Heinz, ach Heinz!" — Pawla hing ausschluchzend an seinem Halse. Er strich ihr übers Haar. „Verzeih, Lietffke! Beinahe wäre es schief gegangen!" Er nahm ihren Kopf in seine Hände und küßte behutsam den stolzen Mund „Ich hab dich lieb, Pawla! Jetzt erst weiß ich ganz, wie lieb ich dich habe!" „Heinz — diese letzte Viertelstunde war grauenvoll Ich glaubte an keine Rettung mehr —" „Mein liebes armes Mädel! Aber nun komm, wir wollen fort von hier! Fühlst du dich genug bei Kräften, daß wir unseren Sieg und. unsere Verlobung noch em bißchen feiern?" „Ja. Heinz!" entgegnete sie schlicht und wurde vor Freude rot dabei. „Aber — willst du die Kassette mit den Juwelen skehenlassen?" 34 Als die beiden im Büro von Kapitän Feuillat eintrafen, hatten sie zunächst nichts anderes zu tun, als all die Hände zu drücken, die sich ihnen glückwünschend entgegenstreckten. „Ich gratuliere Ihnen von ganzem Herzen!" sagte Feuillat, „Ihnen sowohl, Monsieur Stadler, als auch den beiden jungen Damen, die sich so tapfer für das Gelingen der Aufgabe einsetzten. Mit Czibulka und Larrings haben wir die Bande vollzählig hinter Schloß und Riegel! Sobald der Auslieferungsantrag einläuft, werden wir Ihnen die ganze Gesellschaft zur Aburteilung zur Verfügung stellen." „Ich werde umgehend die nötigen Schritte veranlassen — Wie steht es mit den Juwelen, Herr Ruland?" „Es ist die Beute aus dem Einbruch in der Friedrichstraße Soweit ich aus der ersten flüchtigen Prüfung ersehe, scheint nichts zu fehlen." Stadler klopfte bejn jungen Mann auf die Schulter, dessen Miene gar nicht recht in die siegesfrohe Stimmung passen wollte. — „So unglücklich, mein Lieber? Ist es so schlimm, daß Sie nicht mit dabei sein konnten?" Gerda Bosch lächelte. Sie trat nahe zu Stadler heran und flüsterte ihm einige Auskünfte ins Ohr. „Ach, so liegen die Dinge? — Ich werde Ihren gestrengen Chef selbstverständlich darüber aufklären, daß die Wiederherbeischaffung der Juwelen und damit der eigentliche Erfolg des Unternehmens Ihnen zuzuschreiben ist. Sie waren es, dem wir die Anwesenheit von Fräulein Bargent verdanken, und — was mich persönlich angeht — ohne diese Ihre Tat hätte ich meine Braut nicht mehr rechtzeitig aus der Gewalt dieser Schurken befreien können. Ich werde Ihnen und Fräulein Bargent ewig verpflichtet fein." Rulands Gesicht hatte sich zusehends erhellt. Nun streckte er dem Beamten in herzlicher Aufwallung die Hand entgegen. „Sie wollen Herrn Direktor Wörlen wirklich in diesem Sinne berichten?" „Natürlich! — Und wie ist es mit Ihnen, Fräulein Bargent? Hätten Sie nicht Lust, nach Berlin zu kommen? Ich könnte Ihnen einen netten Posten in unserem Archiv besorgen — ober sind Sie anderweitig gebunden?" In Lissys Ohren klangen diese Worte wie eine himmlische Musik Und ihre Augen verrieten so deutlich die frohe Ueberraschung, daß Heinz Stadler die Antwort gar nicht erst abwartete. „Abgemacht! Wir nehmen Sie gleich mit, nicht wahr, Christian?" „Geht in Ordnung, Heinzelmännchen! Ich denke, wir fahren mit dem Frühzug um sieben Uhr! Meine Erbtante hat nämlich heute Geburtstag, und ich bin zum Mittagessen eingeladen." „Fabelhaft? Da haben wir gerade noch em paar Stunden Zeit für eine kleine Siegesfeier bei den .Drei Milchfrauen'. Ich labe Sie hiermit alle ein! — Sie fahren doch mit uns zurück?" wandte er sich an Ruland und Fräulein Bosch Die beiden stimmten zu. — Madame Pluchard hatte die letzten Gäste an die Luft befördert und wollte eben ihre Bude schließen, als das Auto mit der ganzen fröhlichen Gesellschaft vorfuhr. Zehn Minuten später saßen sie alle an zwei aneinandergereihten Tischen. — An der Spitze thronte Kapitän' Feuillat, der es sich nicht hatte nehmen lassen, dem fröhlichen Beisammensein durch seine Anwesenheit eine gewisse festliche Weihe zu geben. Das Morgenlicht dämmerte bereits durch die Fenster, da stand Heinz Stadler auf. „Komm, Pawla, es wird Zeit, daß wir gehen. Ich möchte dich nach Hause bringen, bevor ich zum Bahnhof fahre " Pawlas.Gestcht überzog sich mit Trauer. „Muß es denn schon sein. Liebster? Ich werde sehr einsam fein, wenn du nicht mehr da bist." „Ich hole dich bald!" tröstete sie Heinz mit heim« lichem Lächeln. Da nickte sie und begann sich von der fröhlichen Runde zu verabschieden.. Heinz nahm indessen Madame Pluchard beiseite. „Sie sorgen doch dafür, daß mein Gepäck mit zur Bahn kommt! Und vielleicht können Sie irgendwo etwas zum Knabbern auftreiben, eine Schachtel Pralinen ober sonst etwas Gutes, ja?" „Wirb besorgt!" sagte Mabame Plucharb und zwinkerte mit den Augen. „Halt, noch etwas", setzte Heinz, hinzu. „Hier h.abe ich einen Brief an Herrn Armand Larusse. Würden Sie so liebenswürdig sein/ihn dem Empfänger zu übermitteln. Und — trösten Sie ihn bitte. Sie werden schon bald bemerken, warum ..." „Aber, selbstverständlich!" Madame Pluchard und Heinz lachten sich verschmitzt an. — Immer wieder umschlang Pawla Werzewna den Hals des geliebten Mannes, während die Taxe im hellerwerdenden Frühlicht durch die stillen Straßen fuhr. Je näher der Augenblick des Abschieds kam, desto zärtticher und hingehender wurden ihre Küsse. „Wirst du mich nicht vergessen, Heinz?" „Nie, Geliebte!" „Und wirst du mich bald nach Deutschland holen?" „Sehr, sehr bald, mein Kind!" Sie lehnte ihren Kopf an seine Brust, von einem Schluchzen erschüttert. „Ich gehöre dir, Heinz, ich würde nicht mehr leben können ohne dich —" Das Auto hielt. „Ach, Heinz!" schluchzte das Mädchen auf Da nahm er ihren Kopf und sah ihr ganz nahe in die Augen. Dann lachte er auf „Aber Kind, wie kannst du dich nur so anstellen — wegen der paar Minuten? Wenn du dich beeilst, rasch ein anderes Kleid anziehst und deinen Koffer packst, kannst du doch in einer Viertelstunde fertig sein. Länger darfst du allerdings nicht brauchen, sonst versäumen wir den Zug!" „Heinz? — Ich soll ... du willst ... ach, Heinz, du, ist das dein Ernst?" Er zündete sich eine Zigarette an. „Nun paß auf, mein Mädchen. Wenn ich mit dieser Zigarette zü Ende bin, ohne daß du bis dahin zurückkommst, dann fahre ich wahrhaftig ohne dich zum Bahnhof! -" Sie war verschwunden wie der Blitz. Und — bei Gott — sie schaffte es. Als er gerade den letzten Zug tat, kam sie aus der Haustür gestürzt, fix und fertig angezvgen, mit einem ansehnlichen Koffer in der Hand Sie reichte den Koffer in den Führersitz, und da sie beim Einsteigen stolperte, fiel sie dem geliebten Mann geradewegs in die Arme. „Kann ich losfahren?" fragte der Chauffeur. Mer er bekam keine Antwort Sonderstempel der Reichspost Eri'nner!lngsfeierzum2ü.ZahrestagderdesreiiiWNiiliIaM zum Geburtstag des Führers. T0) WWWWW W I I ■ In Helsinki fanden große und eindrucksvolle Erinnerungsfeiern anläßlich der 20. Wiederkehr des Tages statt, an dem Finnland mit der entscheidenden Hilfe der deutschen Truppen den bolschewistischen Terror von sich abschüttelte und seine staatliche Unabhängigkeit fest begründete. Unser Bild zeigt G r a f v o n d e r G o l tz, der die deutschen Truppen vor 20 Jahren führte und der nun zu den Befreiungsfeiern nach Helsinki gekommen war, beim Abschreiten der Front der Ehrenkompanie des finnischen Schutzkorps im Hafen von Helsinki. Ganz links; General De ft ermann, der finnische Armee-Dberbefehlshaber. — (Atlantik-M.) Geschichten aus aller Welt. Zum Geburtstag des Führers hat die Deutsche Reichspost ein neues Postwertzeichen mit dem Bild des Führers herausgegeben. Neben dem Nennwert (12 Pfennig) wird ein Zuschlag von 38 Pfennig erhoben, der dem Kulturfonds des Führers zufließt. Das neue Wertzeichen wird seit dem 13. April bei allen Postämtern des alten Reichsgebiets und vom 19. April an auch bei den Postämtern im Lande Oesterreich abaegeben. Am Geburtstag des Führers, 20. April, werden auch in diesem Jahre wieder eine Reihe von Sonderpostämtern eingerichtet und fahrbare Postämter sowie fahrbare Stempeltische eingesetzt. Die Sonderstempel dieser Sonderpostämter usw. tragen diesmal z. T. Unterscheidungsbuchstaben. Zu den bereits im Vorjahr verwendeten Stempeln für Berlin (mit einer Abbildung der Reichskanzlei), München (Feldherrnhalle), Nürnberg (Burg) und Berchtesgaden (Berchtesgaden mit Watzmann) treten in diesem Jahre weitere Sonderstempel. Ein Sonderstempel für P a s e w a l k zeigt eine Darstellung des zur Weihestätte ausgestalteten Kriegslazaretts, in das der Führer am 21 Oktober 1918 fast erblindet eingeliefert wurde, und trägt die Inschrift: „Ich aber beschloß, Politiker zu werden." Bier andere Sonderstempel zum Geburtstag des Führers von Wien, Linz, Graz und Braunau versinnbildlichen die Eingliederung der Heimat des Führers in das Groß- deutsche Reich. Der Linzer Stempel enthält das Bild des Rathauses, von dessen Balkon der Führer Ostern, das Fest der Auferstehung, ist in deutschen Landen mit altem schönem Brauchtum verknüpft. In den Dörfern Kurhessens spielt am Osterfest das Hasengärtchen für die Kinder eine große Rolle. Daß an diesem Feste gerade der Hase die Rolle des Ostereierlegens im Volksglauben spielt, hat einen tieferen Sinn. Das Geheimnis der Auferstehung in der Natur wird im Osterei symbolisiert. Das große Wunder, das hier geschieht, nämlich die Wiederkehr des Lebens nach langer Winternacht, wird in dem Hasen, der mit einer Blitzgeschwindigkeit läuft, versinnbildlicht. Er wurde wegen seiner Schnelligkeit als Tierwunder angesehen. Daher rührt der Volksglaube, daß er dasjenige Tier sei, welches die bunten Ostereier legt. Geht man am Vorabend des Osterfestes durch ein Dors Kurhessens, so kann man feststellen, daß die Kleinen hier heute noch an den Osterhasen glauben. Ihre Freude über sein Geschäft ist rein und groß. Seht Ä)r den kleinen Christian, wie er beim Abendläuten der Osterglocken die Gartentüre weit aufsperrt? Jetzt legt er noch eine Schicht Moos in sein Hasengärtchen und dann trippelt er fröhlich pfeifend in das Haus. Seine Sache ist in Ordnung, nun kann es Ostern werden. Warum wirft der Knecht des Bauern an diesem Abend einige Bund Stroh mehr als gewöhnlich unter die Pferde und das Rindvieh? Die Tauben erhalten Erbsen in ihrem Schlag, und dem Hofhund wird frische Streu in die Hütte getan. Damit wollen die Landleute ihre Freude über das bevorstehende Osterfest auch auf die Tiere übertragen. Am Morgen des ersten Ostertages sind die Dorfschönen schon seit Tagesanbruch unterwegs. Mit sauberen Gefäßen in den Händen schreiten sie hinunter zum Bach. Wenn die Ostersonne am Himmelsbogen aufsteigt, schöpfen sie das fließende Oster- wasser. Wer es schweigend nach Hause tragen kann, um sich damit zu waschen, wird das ganze Jahr gesund und schön bleiben, heißt es im Volksmund. In vielen Ortschaften der Kreise Fritzlar und Frankenberg wird dieser Brauch heute noch fleißig geübt. In der Hauptsache soll dabei aber der Glaube an die Verjüngung die Wunder des Osterwassers erwirken. Wer nicht daran glaubt, wird auch keinen Erfolg verspüren. Aber auch für denjenigen, der während des Schöpfens oder auf dem Wege hin und zurück ein Wort sagt, etwa einen Gruß, hat das Wasser keine Zauberkraft mehr. In den Kreisen Homberg, Ziegenhain und Marburg an der Lahn herrscht noch die schöne Sitte, daß die Jugend am Dftermorgen bei Sonnenaufgang in die Bodenluken tritt, um in der aufgehen, den Sonne den Tanz des Osterlammes zu beobachten. Dabei ist jedoch keine Schweigepflicht geboten. Schon in aller Frühe hört man die Kinder unter den Hausdächern laute Reden führen: „Siehst du, wie es danzet? Du mußt enke gucken!" Bald läuten die Osterglocken. Die Erwachsenen gehen mit feierlichen Schritten durch das Dorf zur Feierstunde Mährend dieser Zeit legt zu Hause der Osterhase zum erstcnmal die Eier. Nach der Rückkehr werden die Kinder zu den Hasengärtchen ge° am 12. März seine befreite Heimat begrüßte. Der Sonderstempel von Wien hat die Inschrift: „Wien des Führers Geburtstag 20. April 1938'' und bringt ein Bild vom Heldendenkmal auf dem Heldenplatz. Der Grazer Stempel zeigt den Uhrenturm vom Schloßberg, und der Stempel von Braunau mit der Inschrift: „Braunau am Inn Des Führers Geburtstag 20. April 1938" das Geburtshaus des Führers. Sonder- und Gefälligkeitsstempelungen mit diesen Sonderstempeln werden nur ausgeführt: a) bei den Sonderpostämtern in Berlin, München, Nürnberg, Berchtesgaden und Pasewalk für Sonderwertzeichen zum Geburtstag des Führers zu 12+38 Pfennig, für die Führermarken der Ausgabe 1937 und für die Sondermarken zum 30. Januar 1938, und b) bei den Sonderpostättitern in Wien, Linz, Graz und Braunau für die Sonderwertzeichen zum Geburtstag des Führers zu 12+38 Pfennig, für die Führermarken der Ausgabe 1937 und für die Abstimmungsmarken zu 6 Pfennig. Die für die Sonder- stempelung bestimmten Sendungen müssen an den Schaltern oder durch die besonders bezeichneten Briefkästen eingeliefert werden; in die gewöhnlichen Briefkästen eingeworfene Sendungen erhalten die Sonderstempel nicht. Im übrigen führen alle Postämter im Reich am 20. April mit ihren Tagesstempeln Gefälligkeitsstempelungen der Führermarke führt. „Mutter, der Hase hat gelegt!" schallt es dann laut und freudig aus den Gärten und Höfen. Auf der Dorfttraße wird es lebendiger. In der Nachbarschaft rufen sich die Kleinen das freudige Ereignis zu. Bei dem kleinen Wilhelm war ein blauer, beim Hanneschen ein roter und bei der Lisbeth ein gelber Hase. In Gruppen ziehen bann die Kinder zu den größeren Bauerngehöften, überall wird gefragt: „Hat denn bei euch der Hase auch gelegt?" Mit vollen Taschen kehren sie zurück. Es hatte sich gelohnt. Zum Mittagsmahl wird in sehr vielen Familien das gebratene Osterlamm verzehrt; dabei müssen oft Ziegenlämmer den Festbraten abgeben. Wenn nach dem Essen die Kleinen zum Ostereierwerfen fortgegangen sind, verschenkt die Hausfrau aus einem wundervollen Körbchen die Ostereier an das Gesinde. Die Magd erhält in der Regel sechs Eier, während der Knecht mit einer geringeren Anzahl zufrieden ist. Er wird ja noch von der Magd, van den Mädchen seiner Spinnstubenratte oder von der Liebsten am Nachmittage beschenkt. Diese schöne Sitte hat sich in den meisten Dörfern Kurhessens bis heute erhalten. Die Dorfschönen schenken den Burschen, die zu ihrer Rotte gehören oder die sie sehr oft zum Tanze führen, ganz besonders aber ihren Liebsten, heimlich mehrere Ostereier. Drunten in den Wiesen wirft indessen das Jungvolk und die Schuljugend die Ostereier fleißig. Ein großartiges Bild bietet sich dem Zuschauer. Die Erwachsenen machen am Nachmittage ihren Osterspaziergang durch die Flur, in der Hoffnung, am Feldrain die ersten Schlüsselblumen zu finden. Eine schöne Sitte bildet auch bas Eierstoßen. Mäd- chen uni) Burschen stoßen vielfach ihre Ostereier aneinander. Wenn bas Ei bes Burschen babei entzwei geht, erschallt lautes Lachen. In biesem Falle soll sie bei einer Heirat ber beiden der stärkere Teil sein. Am ersten Ostertage, etwa zwischen 16 unb 17 Uhr, läuten in einigen Orten bes Kreises Homberg breimal in kurzen Abstänben die Festtagsglocken. Viele Bauern tränten heute noch während des Läutens das Vieh in den Ställen. Are Väter haben behauptet, daß bas währenb des Oster- läutens getränkte Vieh gefunb bleiben unb einen größeren Milchertrag geben wirb. Am zweiten Ostertage gehen die Paten vielfach über Lanb, um ihren Patenkinbern Ostereier zu schenken. Inzwischen ist auch ber Osterhase müße geworden. In Gruppen stehen die Kinder unb verzehren den Rest ihres Eiersegens. Nur noch wenige tummeln sich brunten in ben Wiesen, wenn ber Abenb sein bunfles Gewand über bas Lanb wirft. Dann aber zieht bie erwachsene Dorfjugenb zum Dorf hinaus und singt: Die Liebe macht alle so reich. Die Liebe macht alle gleich. Die Liebe macht Bettler zum König. Die Liebe macht alle gleich. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Neue Briefmarken in Amerika. (th) Washington. Zum erstenmal seit 15 Jahren hat sich der Generalpostmeister der USA. einen Ruck gegeben und eine grundsätzliche Aenderung aller zur Zeit umlaufenden Briefmarken in den USA. ins Auge gefaßt. Bei Präsident Roosevelt, der selbst ein leidenschaftlicher Briefmarkensammler ist, stieß er auf viel Zustimmung. Insgesamt sollen 31 neue Marken herausgegeben werden. Das ist für die Markensammler der ganzen Welt unbestreitbar ein Ereignis. Man wunderte sich schon über die Beharrlichkeit der USA. in bezug auf die Marken. Aber wenn man die Geschichte Amerikas in dieser Hinsicht verfolgt, bann versteht man bie Verzögerung. Als man im Jahre 1840 in Europa — speziell in Englanb — Briefmarken in Gebrauch nahm, konnten sich bie Amerikaner nicht bazu entschließen, eine Einheitstaxe einzuführen statt der Spezialtaxe nach Phila- belphia und bem Zuschlag nach Baltimore unb ben 25 Cents Aufschlag nach Richmonb usw. Das Jahr 1845 zog über Amerika herauf, ohne baß bie inzwischen in Europa längst bewährten Briefmarken in Amerika hätten eingeführt werben können. Man schickte erst ein paar Amerikaner nach Europa, bie sich ein gutes halbes Jahr in ber alten Welt Herumtrieben und eingehend die Briefmarkenfrage studierten. Endlich im Jahre 1847 war der Kongreß damit einverstanden, daß nun Marken gedruckt werden dürften. Am 1. Juli jenes Jahres gab man in Neuyork die ersten Marken heraus. Aber noch immer gab es in den einzelnen Staaten der Union heftigen Widerstand dagegen, daß man nun nicht mehr große und kleine Aufschläge kassieren konnte. Das gefiel den kleinen und großen Postmeistern gar nicht. Sie sagten den Zerfall der Union voraus. Sie behielten unrecht. Die Briefmarke machte weiter ihren Weg; Aber die Beharrlichkeit scheint den Amerikanern eigen geblieben zu sein. Deshalb gibt es erst heute wieder die erste Aenderung. Em Bild — 5 Kilometer lang. (th) St. Louis. Als kleiner Junge kam Johnny Banvard zum erstenmal zum Mufsissippi. Vor Staunen blieb ihm der Mund offen stehen. Er hatte nicht geglaubt, daß der Mississippi so groß unb so schön sei. Doch als sich sein erstes Staunen gelegt hatte, meinte er zu seinem Vater, er wolle Maler werben unb ben ganzen Mississippi malen. Der Vater lachte unb vergaß bie Bemerkung seines Sohnes. Aber Johnny vergaß sie nicht. Als er größer geworben war, faßte er ben Beschluß, wirklich ben Mississippi bis zur Quelle zu malen. Er wollte bafür nur am Mississippi gewachsene unb gewobene Leinwand verwenden. Ein seltsames Leben begann für ihn. Er ließ sich in irgendeiner Ortschaft am Mississippi nieder, arbeitete dort und malte in seiner freien Zeit die beiden Ufer des Mississippi an jener Stelle. Er malte fast zehn Jahre-lang und hatte dann den ganzen Fluß von seinem Delta bis zur Quelle auf die Leinwand gebannt. In der entsprechenden Verkleinerung waren aus den 5000 Kilometer, die der Mississippi faßt, 5 Kilometer Bild geworden. Johnny Banvard schleppte also eine riesige Rolle Leinwand mit sich — sein Bild vom Mississippi. In den einzelnen Städten wurde das Bild gezeigt. Die Menschen schauten und waren überrascht von ber Genauigkeit, mit ber Banoarb bie einzelnen Partien bes Mississippi auf bie Leinwanb bekommen hatte. Aber nach biefen kleinen Ausstellungen vergaß man jenes Bild, bas boch schließlich nirgenbroo aufgehängt werben konnte. Staub unb Spinnweben umhüllten halb bas vergessene Meisterwerk'— Meisterwerk bestimmt in bezug auf bie Länge. Sogar bie Freunde, bie einst Johnny Banvarb berounbert hatten, ließen ihn nach unb nach im Stich. Johnny Banvard erkannte, daß man ihn, den Maler des größten Bildes aller Zeiten, endgültig vergessen hatte. Er starb als junger Mensch — „an gebrochenem Herzen". Er hat eine Perücke gestohlen ... (—) London. Wohl zum erstenmal in der Geschichte der englischen Gerichte wurde eine Mann deswegen verurteilt, weil er eine Perücke gestohlen hatte. Sein Verbrechen wurde als „schamlos" und als eine Beleidigung der englischen Justiz bezeichnet. Man wird die Empörung der englischen Richter verstehen, wenn man erfährt, daß es sich um die Perücke eines Richters handelte. Bekanntlich tragen alle englischen Richter bei ben Sitzungen sehr schwere unb oft kunstvoll gearbeitete weiße Perücken. Mit einer solchen Perücke, bie einen nicht unbeträchtlichen Wert barstellte, war nun jener Dieb nach einem Einbruch bei einem Richter bavonge-1 gangen. Es nützte nichts, daß er nachweisen konnte, das Gelb nur zur Bezahlung des Begräbnisses seines Vaters verwandt zu haben, nachdem er mit vieler Mühe die Perücke verkauft hatte. Die Perücke ist für die englische Justiz ein Symbol. Wer daran rührt, hat keine Gnade zu erwarten. Rechtsstreit um eine Piratenbeute. (pk) Belgrad. Unlängst wandte sich ber in bem kroatischen Orte Krizevci wohnenbe Rechtsanwalt Dr. Haisler an bas Belgraber Außenministerium mit ber Bitte, ihm in einer Rechtsangelegenheit, d. h. bei ber Geltenbmachung einer Forderung gegenüber dem französischen Staat behilflich zu sein. Der Gegen» stand dieser Forderung ist ganz ungewöhnlich. Dr. Haisler erhebt nämlich Anspruch auf den Nachlaß des im Jahre 1630 auf Korfu verstorbenen, damals sehr berüchtigten Piraten Tibald, ber seinerzeit bas phantastische Vermögen von 20 Mllionen Dukaten Richt nur glanzen sollen Schuhe, wichtiger ist, baß bas Leber gepflegt wirb, bann halten bie Schuhe länger unb bleiben länger schön. Erbal hat sich in Jahrzehnten bewährt. Erbal ist jetzt billiger gewor- den. Erdal hilft sparen unb verlängert bie Freude an schönen Schuhen. In jeher Dose Erdal-Bilder- gutscheine. 1982V hinterließ. Dr. Haisler will nachweisen können, baß das Geld unrechtmäßigerweise in ben Besitz des französischen Staates gekommen sei, daß er, Haisler, selber von rechtswegen Erbe dieser Riesensumme sei, die mit Zinsen und Zinseszinsen heute einen Riefenbetrag ausmachen würde. Die Geschichte dieser Erbschaft ist ein Roman für sich. Atanas Tibald war zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als die Republik Venedig Jahre hindurch mit dem Osmanischen Reich heftige Kriege führte, einer der größten Reeder im Gebiete der Adria. Tibald stammte aus einem fiebenbürgifdjen Dorfe im heutigen Rumänien. Nach allerlei Irrfahrten und Abenteuern war er nach Korfu verschlagen worden, wo er in kurzer Zeit zu großem Reichtum gelangte. Während bes venezianisch - osmanischen Krieges beraubten bie beiden Gegner einander ihre Frachtschiffe, wo sie deren habhaft werden konnten. Tibald verstand es, aus diesem Kriege und aus ben gegenseitigen Seeräubereien Nutzen zu ziehen, inbem er von beiben Parteien zu wohlfeilen Preisen beren Beute abkaufte, ja mitunter nahm er sogar mit eigenen Schiffen an solchen Kaperfahrten teil. Schließlich starb er als steinreicher Mann unb hinterließ ein Vermögen von 20 Millionen Dukaten. Tibald, der als Junggeselle gestorben war, hatte sein ganzes Vermögen einem entfernten Verwandten namens Johann Thierry vermacht. Dieser Johann Thierry stand damals im diplomatischen Dienst der Republik Venedig. Zur Zeit des Todes von Tibald befand sich aber Thierry auf einer Dienstreise, von ber er aus unbekannten Grünben nicht mehr zurückkehrte. Jnfolgebessen nahm bie Republik Venebig bie Hinterlassenschaft Tibalbs in Verwahrung. Fast zweihunbert Jahre vergingen, ohne baß sich irgenb jemanb um jene inzwischen gewaltig angewachsene Summe kümmerte. Bis schließlich Napoleon im Jahre 1804 bie Stabt Venedig zwang, jene Erbschaft einschließlich der Zinsen an den französischen Staat abzuliefern. Wieder vergingen mehr als hundert Jahre, ohne daß irgend jemand auf jene Summe Anspruch erhob. Da meldeten sich vor einigen Wochen bei einem Bukarester Anwalt drei aus Klausenburg stammende Personen, und zwar ein gewisser Toth, eine Frau Moosan und eine Witwe namens Thierry und erklärten, daß sie in der Lage seien, ihre Verwandt- schäft mit dem vor 300 Jahren verschollenen Johann Thierry nachzuweisen. Durch die Zeitungen erfuhr auch der Anwalt Dr. Haisler von den Ansprüchen. Haisler, dessen Familie 1770 aus Lothringen in das Banat eingeroanbert war unb besten Urgroßmutter eine geborene Thierry war, will nun nachweisen, daß. er eigentlich ber berechtigte Erbe jener Hinter« lassenschaft sei. Er besitze, so gibt er an, eine eigen- banbige Erklärung jenes verschollenen Johann Thierry, bie biefer vor bem venezianischen Notar Santo Mibo auf Korfu am 10. Februar 1624 ausgestellt habe unb bie sogar von Tibald mit unter- schrieben worden sei. In dieser französisch abgefaßten Erklärung habe Johann Thierry die Kinder seines Vetters Robert Thierry als spätere Nacherben ein- gesetzt. Die ©ohne jenes Robert Thierry aber seien Dr- Ha,slers Ahnen. Dr. Haisler hat alle Dokumente dem Belgrader Außenministerium eingereicht und das Ministerium ersucht, seine Ansprüche aus Aus- Zahlung der Erbschaft dem französischen Staate gegenüber zu vertreten. aus. „Hat denn bei Euch der Hase gelegt?" Kleiner Osterspaziergang durch Kurheffen. Von B. Schorbach 9J.Jpori llm die Deutsche Kußballmeisterschast. Die Ergebnisse vom Karfreitag. Die Kämpfe um die Deutsche Fußballmeisterschaft wurden am Karfreitag mit sechs Begegnungen fortgesetzt. In der Gaugruppe 1 gab es die erwarteten Siege von Eintracht Frankfurt und Hamburger SV., während aber der HSV. in Insterburg gegen den Ostpreußenmeister klar mit 6:0 (2:0) die Oberhand behielt, landete die Eintracht in Stettin gegen den Pommernmeister nur einen knappen 6:5-(2:1-) Sieg. Die Frankfurter lagen schon 6:2 in Führung, ließen sich dann aber ganz aus dem Konzept bringen und mußten am Schluß froh sein, wenigstens noch ein Tor Vorsprung zu haben. In der Gau gruppe 2 hatte der Mittemeister Dessau 05 gegen Meister Schalke 04 erwartungsgemäß nichts zu bestellen. Mit 6:0 (2:0) behielten die .Knappen" die Oberhand. In Gau gruppe 3 gab es eine kleine lieber* raschung. denn Fortuna Düsseldorf erzielte in Chemnitz vor 30 000 Zuschauern gegen den Sachsenmeister BC. Hartha nur ein 1:1 (0:1). Die Rheinländer diktierten wohl den Kampf, konnten aber die zum Sieg notwendigen Tore nicht schießen, da sich die Sachsen prächtig einsetzten. Durch diesen Punktverlust hat der VfB. Stuttgart, der in Gleiwitz das Rückspiel gegen den Schlesienmeister mit 5:0 (2:0) siegreich gestaltete, wieder die Möglichkeit, aus eigener Kraft an Düsseldorf heranzukömmen. Man darf in dieser Gruppe noch einen packenden Endkampf erwarten. In Gaugruppe 4 endlich schaffte Alemannia Aachen in Hanau einen glücklichen 4:2-(2:2-)Sieg über den Hessenmeister, der damit an letzter Stelle bleibt. HZ.-Meisterschast im Mannschaststurnen. In Stuttgart wird am 23. und 24. April zum ersten Male die Deutsche Meisterschaft im Mann- fchaftsturnen der Hitler-Jugend entschieden. Um den Titel kämpfen die Meister aus den 23 HI.-Gebieten. Die Riegen der bekanntesten deutschen Turnvereine haben sich in den Kämpfen um die Bann- und Gebietsmeisterschaften durchgesetzt. Hallensportkampftag der SA.-Sruppe Hessen verschoben. RSG. Infolge der durch den Reichspropaaanda- leiter und Reichsminister Dr. Goebbels verordneten Derfammlungsruhe bis zum 29. April 1938 muß der für den 22. April vorgesehene Hallensportkampftag der SA.-Gruppe Hessen erneut verlegt werden. Auftakt in Hamburg. Die Schwergewichtler beim Wiegen. Das große Hamburger Ereignis im Boxsport, das am heuttgen Osterfamstag in der Hanseatenhalle steigt, wirft seine Schatten voraus. Unter großer Anteilnahme der Hamburger Bevölkerung, die sich zu Hunderten vor dem Hotel Esplanade ein- aesunden hatte, begaben sich die vier Gegner der beiden Hauptkämpfe zum Wiegen. Hier hatten sich unter den zahlreichen Gästen u. a. der frühere Fliegengewichts-Weltmeister Jimmy Wilde und Schmelings amerikanischer Jnteressenvertreter Joe Jacobs eingefunden. Den körperlich besten Eindruck machte der Engländer Ben Foord mit 94,5 Kilogramm; aber auch die anderen waren gut durchtrainiert. Foords Gegner Walter Reuse! wog 92,7 Kilogramm, während Max Schmeling und Steve Dudas mit 88,3 bzw. 88,5 Kilogramm fast das gleiche Gewicht auf die Waage brachten. 11 Motorrad-Weltrekorde von pagani. Auf der Monzabahn bei Mailand gelang es dem italienifchen Rennfahrer Rello Pagani am Donnerstag 11 neue Motorrad-Weltrekorde auf feiner 250-ccm-Guzzi aufzustellen. Vier dieser neuen Weltbestleistungen wurden bisher von dem deutschen Meister Ewald Kluge (Zschoppau) auf DKW. gehalten. Handball-Freundschaftsspiel zu Ostern. Der Pflichtspielbettieb ruht an Ostern fast vollkommen. Lediglich Marburg 1860 und To. Roth holen ein vor einiger Zeit schon einmal angesetztes Treffen nach. Der Freundschaftsspielbetrieb läßt diesmal zu wünschen übrig. Es mag sein, daß die Vereine mit Rücksicht auf die ungewöhnlich lange Dauer der Pflichtspiele zunächst einmal ausspannen wollen. Einige unentwegte, die immer zur Stelle sind, treten auch diesmal an. 1. Feiertag. Tv. Mendorf (Lahn) — Tv. Dutenhofen. Tv. Holzheim — Tv. Grüningen. Tv. Katzenfurt — Frankfurt-Niederrad. Man darf auf den Ausgang des Lokalkampfes gespcknnt sein. Allendorf hat'in der letzten Zeit wieder sehr gute Leistungen gezeigt; aber auch Dutenhofen ist besser geworden. Es kommt noch hinzu, daß die Gäste verstärkt antreten können, so daß ein etwaiger Erfolg für die Platzmannschaft außerordentlich hoch hängen wird. Der zweite Lokalkampf, der in Holzheim steigt, sollte nicht minder interessant werden. Hier wird es sich zeigen, ob Holzheim in der abgelaufenen Zeit neue Kräfte sammeln konnte, um wenigstens annähernd wieder auf seinen alten Stand zu kommen. Grüningen jedenfalls war aktiver. Die Mannschaft ist heute wieder ausgezeichnet in Form und sollte auch in Holzheim ihren Mann stellen. Ob Katzenfurt gegen die Gäste aus dem Gau 13 gewinnen kann, steht dahin. 2. Feiertag. To. Grüningen — Tv. Dornholzhausen 1. u. Igd. Tv. Atzbach — Ffm.-Niederrad. To. Katzenfurt — To. Hörnsheim. Tv. Garbenheim — Tv. W.-Niedergirmes l.u.2. Dornholzhausen ist, wie die letzten Ergebnisse beweisen, wieder im Kommen, so daß Grüningen schon spielen muß, um zu gewinnen. Dazu kommt noch, daß die Platzbesitzer innerhalb zweier Tage ihr zweites Spiel bestreiten. Atzbach ist in spielerischer Hinsicht zurückgegangen. Die Mannschaft besteht aus überwiegend jungen Kräften und muß erst eingespielt sein, um günstige Ergebnisse zu erzielen. Aus dem Grunde glauben wir kaum an ein günstiges Abschneiden gegen die Frankfurter Mannschaft. Auch Katzenfurt hat sich wohl etwas zuviel vorgenommen. Denn es ist kaum anzunehmen, daß man Hörnsheim den Widerstand entgegenbringt, der erforderlich ist, um einen etwaigen Sieg der Gäste zu gefährden. — Niedergirmes will neue Kräfte ausprobieren. Die Spiele (Vorrunde) zur Deutschen Meister- schäft liegen nunmehr fest. Wetzlar, das, wie vor einiger Zeit schon erwähnt wurde, zur Gaugruppe 2 gehört, hat als Gegner: MTSV. Leipzig, MSV. Weißenfels und Polizei Berlin. Es werden antreten: am 24.4.38 Polizei Berlin, am 22.5.38 MSV. Mels und am 26.5.38 MTSV. Leipzig (Deut- eifter 1936/37), und zwar jeweils in Wetzlar. Letzte Verbandsspiele der Vezirksklasse. Die Derbandsferie 1937/38 findet am 2. öfter« feiertag mit den beiden restlichen Spielen ihren Abschluß. Steinberg — Steindorf, Butzback — Bissenberg. Der Verlauf der seitherigen Kämpfe der beiden Neulinge brachte den Teutonen die wertvolleren Erfolge. Die Tabellenplacierung beweist dies sehr deutlich. Einen Sieg der Platzbesitzer, der beftimmt zu erwarten ist, sichert ihnen die 4. Stelle, während Steindorf vor dem Abstieg nicht mehr zu retten ist. Die Begegnung Butzbach — Bissenberg erscheint für die Platzbesitzer ebenfalls günstiger, da die Formoerbesserunq beider Mannschaften bei den Butzbachern beachtenswerter in Erscheinung getreten ist. Ein besonderer Anlaß besteht für die Gastgeber, sich für die hohe Vorspielniederlage von 10:0 Genug- ruung zu holen. In einem weiteren Pokalspiel, in dem neben Steindorf, das dank dem Entgegenkommen gewisser Umstände, der zweite Vertreter für die Hauptrunden festgestellt werden soll, stehen sich am 1. Osterfeier- tag auf dem Sportplatz an der Neumühle in Steinberg Teutonia Steinberg und die Spiel« Vereinigung 1 9 0 0 gegenüber. Das Spiel, das ursprünglich in Gießen ftattfinben sollte, bringt den Teutonen den großen und in dem Verlauf der seitherigen Tschammer-Pokalspiele wohl einzig dastehenden Vorteil, zum viertenmal hintereinander auf eigenem Platze antreten zu können. Dadurch gestalten sich die Aussichten für die Teutonen weitaus günstiger, zumal die Blauweißen für die in Urlaub befindlichen Soldaten Ersatz einstellen müssen. Unter diesen Umständen wird das Ausscheiden für den Meister nicht so tragisch fein, zumal größere Aufgaben bevorstehen. Zweimal Fußbaükamps an der Aemnilhle. Pokalkampf und Verbandsspiel der Steinberger Teutonen. Teutonia Steinberg I — 1900 Gießen L / Zu einem äußerst spannenden Pokalkampf sollte es am 1. Osterfeiertag auf dem Teutonen-Platze kommen. Beide Mannschaften lieferten sich bisher immer spannende Kämpfe. Noch in guter Erinnerung ist das letzte Verbandsspiel, bei dem 1900 einen Punkt retten konnte. 1900 wie Steinberg haben ihre Mannschaften durch Neuerwerbungen erheblich ver- stärkt. Die Gäste werden alles daransetzen, um ihrem Meistertitel Ehre zu machen. Sie verfügen über eine gute Elf, bei der die Hintermannschaft als Bollwerk bekannt ist. In der Läuferreihe und im Sturm machten sich in letzter Zeit Mängel bemerkbar, doch werden die 1900er morgen alles aufbieten, um den Sieg sicherzustellen. Ob das gelingt, erscheint ungewiß, denn Steinberg hat gerade in letzter Zeit beachtliche Resultate erzielt. Die Teutonen besitzen eine ausgeglichene Mannschaft. Das Spiel wird erst mit dem Schlußpfiff entschieden sein. Teutonia Steinberg I — Steindorf L Am 2. Feiertag tragen die Teutonen ihr letztes Derbandsspiel aus, und zwar gegen Steindorf. Es wäre ein großer Fehler, hier auf einen Sieg der Teutonen zu tippen. Wenn auch die Gäste das Ta- bellenende zieren, so haben sie doch auch in letzter Zeit beachtliche Gegner besiegt. Steindorf ist eine Kampfmannschaft, die im gegebenen Moment mit großer Zähigkeit und großem Eifer einen Gegner niederringen kann. Den Teutonen sollte dies eine Warnung fein. Das Spiel am Vortage wird sich auch nicht gerade günstig auswirken, so^daß Gründe zur Vorsicht genug da sind. Zudem würde sich eine Niederlage auch noch sehr ungünstig auf den Tabellenstand auswirken. Wir trauen den Steinbergern bei diesem Spiel trotzdem einen knappen Sieg zu, denn technisch sind die Platzbesitzer ihrem Gegner einiges voraus. Freundschastsbegegnungen. Spielvereinigung 1900 — Spo. Offenbach. Als Vorbereitung für die im Mai beginnenden Aufftiegspiele haben die Blauweißen für den 2. Osterfeiertag den Sportverein 02 Offenbach verpflichtet. Die Offenbacher gehören als Bezirksklassen- oertreter dem Südmainkreis an, wo sie sich in Gesellschaft von VfL. Neu-Isenburg, dem diesjährigen Meister, Germania Bieber, Heusenstamm, Egelsbach, Bürgel usw. befinden. In dem bis zum Schlüsse anhaltenden Kampf zwischen VfL. Neu- Isenburg und Heusenstamm spielte der Sportverein Offenbach eine ausschlaggebende Rolle, aber lediglich ein Platz in der Spitzengruppe konnte noch erreicht werden, der bei der ausgeglichenen Spielstärke im Südmainkreis sehr beachtlich ist. Die Blauweißen werden es gegen diesen Gegner nicht leicht haben, zumal sie nicht mit vollständiger Besetzung antreten können. Trotzdem bietet bas Spiel einen aufschlußreichen Gradmesser über die Spielstärke anderer Bezirksklassenoereine. Diese kennenzulernen, ist für 1900 fchr wertvoll. Großen-Linden — 1900 II. Die Reserve der Blau-Weißen ist am 1. Ostertag in Großen-Linden zu Gast. In dem Spiel besitzen die Hüttenberger die besseren Aussichten. Jugendspiele der Spielvereiniguyg 1900. 2In Ostern folgen beide Jugendmannschaften der Blauweißen einer Einladung nach Nieder-Weisel. Die Jugendmannschaften von Nieder-Weisel sind hier wenig bekannt. Da die Jungens der Spiel- Vereinigung 1900 voraussichtlich in ihrer stärksten Besetzung nach Nieder-Weisel fahren, erwartet man zwei schöne Spiele. SV. 1920 Heuchelheim I — FL. Union Niederrad. Zu einem Freundschaftsspiel an Ostern hat sich Heuchelheim die verstärkte Reserveelf von Union Niederrad verpflichtet. Die Reserve van Union Niederrad ist diesjähriger Kreisklassenmeister von Groß-Frankfurt, während die erste Mannschaft eine äußerst spielstarke Bezirksklassenelf verkörpert, konnte sie doch in der vergangenen Woche der Frankfurter Eintracht ein ehrenvolles 1:3 abtrotzen! Am ersten Feiertag stellen sich folgende Mannschaften dem Schiedsrichter W. Philipp (Gießen): FC. Union Niederrad: Werner; Schatz, Halbig; Knausmann, Gröll, Rothenburger; Hermann, H. Hermann, Nagengast, Siebert, Stoltze. SB. Heuchelheim: Müller; Volkmann, Römer; E. Arnold, Waldschmidt, Kreiling; Christ, F. Arnold, Garth, Mandler, Schmidt. Die Gäste verfügen über ein gutes technisches Können und werden den Einheimischen, die ja auf eigenem Platze immer die schönsten Spiele zeigen, einen großen Kampf liefern. Union Frankfurt-Niederrad auch im Vufecker Tat. In letzter Minute gelang es dem FC. 1926 Großen-Buseck für den 2. Osterfeiertag einen sehr spielstarken Gegner nach Buseck zu verpflichten. Die Gäste haben ihre stärkste Vertretung zugesagt. Die Schwarz-Gelben werden mit ihrer üblichen, kampferprobten Mannschaft erscheinen, so daß man in Buseck wieder einmal Fußball zu sehen bekommt, wie man ihn lange vermißt hat. Die Gäste treffen schon am 1. Feiertag im Laufe des Abends in Buseck ein. Alten-Bufeck I — Nieder-Florstadt I. Die junge Mannschaft der Alten-Busecker hat die spielstarke Bezirksklassenmannschaft des Sportvereins Nieder-Florstadt verpflichtet. Der Mannschaft geht ein guter Ruf voraus. Wenn auch das spielerische Können der Einheimischen dem der Gästemannschaft etwas nachsteht, so werden sie diese in ihrer kompletten Aufstellung jedoch zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen. Beide Mannschaften werden darauf bedacht sein, ein schönes und faires Spiel durchzuführen. Leihgestern I — Buhbach I. Die Spieloereinigung hat sich für die Osterfeier- tage viel vorgenommen. Butzbach konnte sich durch die Neueinstellung verschiedener Spieler zu einer großen Leistung aufraffen und nicht weniger als sechs Siege nacheinander erringen. Das letzte Punktespiel, das die Butzbacher in Gießen austrugen und 2:2 endete, läßt die Ausgeglichenheit der Butzbacher Elf erkennen. Man hofft, daß es am 1. Feiertag auf dem Platze an der Rindsmühle ein schönes Spiel zu sehen gibt. Leihgestern I — Bad Vilbet I. Für den 2. Feiertag hat sich die Spielvereinigung ebenfalls einen Beziksligisten verpflichtet. Bad Vilbel, der lanae Zeit die Tabelle der Bezirksklasse Gruppe Friedberg anführte und nun hinter Oberursel an zweiter Stelle liegt, trägt an Ostern ein Freundschaftsspiel gegen die Blauweißen der Spielvereinigung aus. Die Platzbesitzer werden auf ein achtbares Ergebnis bedacht sein müssen. Die Spielvereinigung Leihgestern tritt zu den Osterspielen mit folgender Mannschaft an: Duten- höfer; O. Velten, K. Laux; H. Wedemann, Väth, R. Textor; Martini, R. Arnold, Krick, G. Laux und Heß. Spielverbot für Zugendliche am 1. Osterfeiertag für sämtliche Sportarten. Da am 1. Osterfeiertag innerhalb des Gebietes 13 (Hessen-Nassau) der HJ.-Dienst angesetzt ist — es handelt sich um die Fahrtführerschulung für die Hessen-Nassau«, Nordmark- und Ostmarkfahrt —, außerdem der 1. Feiertag auch ein HJ.-Sonntag (3. Sonntag) ist, verfüge ich hiermit Spielverbot für sämtliche Jugendmannschaften sämtlicher Sportarten. — Verstöße gegen diese Anordnung ziehen sofortige Bestrafung der Iugendabteilungen der Vereine in Form von Sperren nach sich. Am 2. Oster- feiertag darf gespielt werden. Deutscher Reichsbund für Leibesübungen, Gau XII/Nordhessen, Kreise 8 und 11. Der Kreisjuaendwart: (gez.) Rabe, L.-Stellenkeiter des Bannes 116. Entscheidungsspiel um die Bannmeisterschast. DfB.-R. Gießen 1. Igd. — Großen-Linden 1. Igd. 0:1 (0:0). Bei schönstem Frühlingswetter trafen sich obige Mannschaften auf dem Waldfportplatz. Sofort nach Anpfiff entwickelte sich ein schnelles Spiel, das beide Mannschaften abwechselnd im Angriff sah, aber Steinhäger- D ^Urquell- J|g würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! die bestgemeintesten Angriffe scheiterten an den beiderseitigen wachsamen Hintermannschaften. Zehn Minuten vor Schluß gelang es den Gästen anschließend an einen Eckball durch einen Bombenschuß seines Mittelstürmers das einzige Tor des Tages und damit die Entscheidung uni die Bannmeister- schaft zu erzwingen. Dem neuen Bannmeister in der Aufstellung Schmelz; Größer, Feller; Velten, Pach, Naumann; Fischer, Schneidmüller, Kolwes, Spengler und Weller gebührt Dank ihrer guten Leistung ein Gesamtlob. DsD.-Reichsbahn Gießen. VfB.-R. I — Germania 08 Warburg Liga 2:1 (0:0). Auf dem Waldsportplatz standen sich beide Mannschaften in einem Freundschaftspiel gegenüber. Die zahlreich erschienenen Zuschauer wurden von der Leistung der Mannschaften enttäuscht, es fehlten auf jeder Seite fünf der etatsmäßigen Elf. Wenn es sich auch um ein Spiel ohne Punktwertung handelte, so hätte man doch von feiten der Grünweißen etwas mehr Einsatz erwarten dürfen. Das Spiel versprach zu Beginn recht spannend zu werden, und die Grünweißen brachten schöne Angriffe vor, aber der sichere Torschuß fehlte. Die Gäste hatten in der ersten Spielhälfte fast nichts zu bestellen, die Grünweißen diktierten eindeutig das Spielgeschehen. Schon vor der Pause waren Gelegenheiten zu Torerfolgen reichlich vorhanden, aber der Sturm zeigte sich von seiner schlechtesten Seite. Wohl waren sechs Ecken für die Grünweißen fällig, aber Erfolge blieben aus. Nach dem Wechsel begingen die Grünweißen den Fehler, die Mannschaft umzustellen, was zur Folge hatte, daß die Gäste etwas mehr vom Spiel hatten, doch auch hier konnten die Torchancen nicht ausgenützt werden. In der 62. Minute wurde endlich der Bann gebrochen, Godglück wurde gut bedient und schoß zum Führungstreffer ein. Das Tempo wurde jetzt verstärkt, und in der 80. Minute glückte den Gästen der Ausgleich. Schon glaubte man an ein Unentschieden, als Bach kurz vor Schluß im Alleingang das Siegestor erzielen konnte. Dem Spielverlauf entsprechend, wäre ein höherer Sieg verdient gewesen. Wehrmacht-Meisterschaft mit 308 Teilnehmern. Die höchste Meldezahl erreicht. M N Vorn 21. bis 23. April werden in Westfalen und im Teutoburger Wald die Kraftfahr-Meister- schäften der Wehrmacht durchgeführt. Unser Bild wurde bei den Probefahrten für diesen großen Wettbewerb gemacht. Diese Orientierungsfahrt auf den Matschstrecken des Teutoburger Waldes erschien sicherlich auch den Teilnehmern schon mehr als eine Geländefahrt. (Schirner-M.) Wenn vom 21. bis 23. April im Gebiet des Teutoburger Waldes zum ersten Male alle drei Wehrmachtsteile gemeinsam die Meisterschaften im Wehr- macht-Kraftfahrsport austragen, ist die stattliche Zahl von 308 Bewerbern zur Stelle. Das bedeutet, daß Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe ihre Meldemöglichkeiten voll ausgenutzt haben. Das Heer ent» endet 191 Teilnehmer (83 Einzelfahrer und 36 Dreiermannschaften), die Kriegsmarine 22 Teilnehmer (vier Einzelfahrer und sechs Mannschaften) und die Luftwaffe 95 Teilnehmer (32 Einzelfahrer und 21 Mannschaften). In den vier Wertungsklassen tarten 65 Krafträder, 160 Krafträder mit Seiten- wagen, 199 mittlere geländegängige Kraftwagen und 130 Lastkraftwagen. In dem Teilnehmerfeld befinden sich einige der bekannten Wehrmachtfahrer, vor allem auch einige der vorjährigen Heeres- und Marinemeister, u. a. aus dem Heer die Feldwebel F ö r ft n e r und Lin - Hardt München), der Meister Oschirrm. Ma- ciewski (Prenzlau), der Pkw.-Meister Hptrn. Riemer (Gotha), sowie aus der Kriegsmarine die Meistermannschaft Kraftsahr-Ob.-Mt. Wäschern ski, Stbs-Krastsahrer R e i ch e l t und Feldw. O f ch i k a (alle Kiel), sowie K.-Kpt. Graben st ein (Wilhelmshaven), der der vorjährigen Wagen-Meistermannschaft angehörte. Bei der jetzigen Veranstaltung wird für alle drei Wehrmachtsteile in den ver- sichedenen Wertungsgruppen nur noch ein Meister ermittelt. Die Beteiligung aus dem Wehrkreis IX. Aus dem Wehrkreis IX sind u. a. folgende Mannschaften beteiligt: Von der Garnison Büdingen ist die Mannschaft Leutnant Blumschein, Uffz. Schneider, Feldw. Grotewohl, Uffz. Menzler, Feldw. Klingebeil, Gefr. Sellethin auf Zündapp-Maschinen mit Beiwagen gemeldet. Von Kassel sind Oberst v. d. Linde und Oblt. Feldtkeller (auf Horch) im Rennen, von Aschaffenburg startet Reg.-Bau- rat Lanig und Lt. Bock aus Mercedes-Benz. Metall-Betten ( ' Deckbetten und 2.85 Bemberg*Lavabel,^ cm br.,der neue 80 Dirndl-Kretonne, 80 cm breit, flotte Modestoff in aparten Mustern p. m neuai tige Ausmusterung p. m 92 wertiger Grundware p. m 1.05 p. m Mustern Gute Qualitäten Niedrige Preise Farben p. m Mantel-Stoff, 145 cm breit, englisch gern allen Farben p. m p. m mustert 2.35 FÜHRENDES UNTERNEHMEN 2.55 Telefon 24947 Ehestandsdarlehen weiß, besonders preiswert p. m Mod. Couchs benzusammenstellungen p. m Bett-Couchs POLSTER. 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