ltr. 65 Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch, 16. März M8 krfchetnr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilfl§tn: Die Illustrierte GiehLver Familienblätter Heimat ihn Bild • Die Scholle MonatL-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätrdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleltung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/.Uhrdes Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach oorh. Vereinby. 25% mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Heute huldigt das Reich dem Führer. Berlin rüstet zum festlichen Empfang des Vollenders der deutschen Einheit in der Reichshauptstadt. Wir alle wollen Zeugen sein. Ein Aufruf von Dr. Goebbels. Männer und Frauen der Reichshauplstadl! Berliner! heute Mittwoch, um 17 Uhr, fährt der Führer nach Berlin zurück. Damit ist ein großes geschichtliches Ereignis abgeschlossen: das deutsche Oesterreich ist in den Schoß des Reiches zurückgekehrt. Was Generationen erträumten und ersehnten, wofür Millionen gekämpft, geopfert, gelitten und geblutet haben, das ist nun Wirklichkeit geworden: das einige, große Reich der Deutschen. Berliner! In tiefer Ergriffenheit habt ihr in diesen Tagen bis in die Rächte hinein an den Lautsprechern gesessen und klopfenden Herzens den nationalen Aufbruch eines Volkes miterlebt, lieber die Aetherwellen wäret ihr mit dem Jubel und der Begeisterung unserer deutschen Volksgenossen in Oesterreich verbunden. Wer hätte da nicht manchesmal gewünscht, auch mit dabeisein zu können? Run fährt der Führer zu uns zurück. Wir wollen ihm einen Empfang bereiten, wie ihn die Reichshauptstadt noch niemals sah. Millionen Münder sollen ihm zurufen und ihm die Dankbarkeit der ganzen Bevölkerung entgegenrufen. Keiner darf in den Straßen fehlen, wenn der Führer kommt! Berliner! Schließt die Betriebe! Schließt die Geschäfte! Seid zeitig auf euren Plätzen! Marschiert auf nach den Anweisungen der Amtswalter der Partei und der Deutschen Arbeitsfront auf der Straße Flughafen Tempelhof — Lolumbiastrahe — Berliner Straße — Belle-Alliance plah — hallesches Tor — Belle-Alliance-Plah — Wilhelmstraße — Wil- helmplah. Ganz Berlin ist zur Stelle! Keine Wohnung, kein Gebäude, kein Geschäft ohne Girlanden und Flaggenschmuck! Bekränzt die Häuser in den Durchfahrtsstraßen! Deutsche im Reich! Seid an den Lautsprechern Zeugen dieser denkwürdigen Volkskundgebung, die über alle Sender übertragen wird. Dir wollen den Führer begrüßen und umjubeln mit der ganzen tiefen Dankbarkeit, die uns alle erfüllt. Ls lebe Adolf Hiller! Es lebe unser Volk und unser Reich. gez. Dr. Goebbels, Gauleiter von Berlin. Der Dank der Ration. Von unserer berliner Schristleiiung. Am Mittwochabend wird der Führer wieder in Berlin eintreffen. Die reichshauptstädtische Bevölkerung brennt darauf, ihm durch einen großartigen Empfang, durch eine einzigartige Huldigung den Dank für seine unerhörte Leistung, die er in den letzten Tagen für unser gemeinsames deutsches Vaterland durchgesührt hat, auszudrücken. Der Einzug des Führers wird ein einziger Triumph für ihn fein. Denn die Berliner sind sich der Tatsache bewußt, daß sie ihm nicht allein einen Empfang als Bürger der Reichshauptstadt, sondern als Vertreter des gesamten deutschen Volkes bereiten. Setzt sich der überwiegende Teil von ihnen aus Angehörigen aller deutschen Stämme zusammen, so wird sich auch in der Huldigung eine gewaltige Dankesbezeugungder gesamten Nation widerspiegeln. Eine festliche Stimmung sondergleichen roirt) der Führer antreffen, wenn er die kilometerlangen Straßen bis zur Reichskanzlei abfährt, wenn er rechts und links die unübersehbaren Massen sieht, die Stunde für Stunde während des Ablaufes der Ereignisse in Oesterreich bei ihm waren. Denn ganz Berlin, das ganze deutsche Volk fieberte, als es die Kunde erhielt, daß nunmehr der große, sehnsüchtig erwartete Augenblick herangekommen sei, der ein Großdeutschland bringen werde. Alle Herzen schlugen schneller, nicht einen gab es in den Gauen unseres Vaterlandes, der nicht im Geiste den Führer auf seiner Triumphfahrt durch Oesterreich verfolgte. Und wer ein Rundfunkgerät besaß, der ließ es sich nicht nehmen, besondere Eindrücke zu gewinnen. Kurzum, so wie unsere österreichischen Volksgenossen dem Führer zujubelten, so wußte er hinter sich 68 Millionen Deutsche, die mit ihren Wünschen zum Gelingen dieses Werkes bei ihm waren. Nur 4 Millionen indessen dürfen sich glücklich schätzen, den Führer bei seiner Rückkehr in die Reichshauptstadt zu empfangen. Aber diese 4 Millionen sind eben hie Vertreter unserer Volksgenossen in Ost und West, in Nord und Süd. Ihr Jubel, der dem Führer am Mittwochabend entgegenbrausen wird, ist der Jubel der ganzen Nation. Ihre Begeisterung ist der Ausdruck der unerhörten Freude aller deutschen Volksgenossen. Ihre stürmischen Ovationen sind die Huldigung des Deutschen Reiches, eines Reiches, das allein durch die Kraft dieses Mannes wieder zu einem mächtigen, einflußreichen Staat geworden ist, das aber auch die Fähigkeiten erhielt, den Herzenswunsch von 6 Millionen Deutschen auf österreichischem Boden zu erfüllen. Wir, die Zeitgenossen des Führers, können ihm den Dank für seine Tat nur durch unseren Jubel und durch unsere tägliche Arbeit und Disziplin abstatten. Aber wir wissen, daß es die Geschichte ist, die die Taten des Führers aufzeichnet. Und der Raum, den das Werk des Führers künftig in der deutschen Geschichte einnehmen wird, wird der schönste Dank und das herrlichste Denkmal sein, das ihm errichtet werden kann. D. S. Em Oesterreicher, der Schmied des Großdeutfchen Reiches. Alfred Rosenberg zum Einzug des Führers. Berlin, 16. März. (DNB.) Die gesamte Berliner Presse steht am Mittwochfrüh im Zeichen des feierlichen Einzuges des Führers in die Hauptstadt des Großdeutschen Reiches. Alfred Rosenberg schreibt im „Völkischen Beobachter", eines sei es, was den Tag der Einigung allen besonders teuer mache: daß es ein Oesterreicher bajuwarischen Stammes ist, der das volksbewußte Großdeutsche Reich geschmiedet hat. Es sei so gekommen, wie es schöner und folgerichtiger nicht hätte kommen können. Die österreichische Ostmark habe jenen Mann geboren, der als Süddeutscher vollenden konnte, was der Norddeutsche Bismarck zu seinem Teil verwirklicht hatte. Deutsch-Oesterreich habe durch Adolf Hitler in wahrhaft geschichtlich-symbolischer Weise den großüeutschen Gedanken marki- W i e n. 15. März. (DRB.) Der Text des Stimm- zettels, der für die Volksabstimmung am 10. April 1938 ausgegeben wird, laufet folgendermaßen: „Bekennst du dich zu unserem Führer Adolf Hiller und damit zu der am 13. Wärz 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich?" Stimmberechtigt sind alle spätestens am 10. April 1918 geborenen Hlänner und Frauen, die die österreichische Bundesbürgerschaft besitzen oder auf Grund der Ausbürgerungsverordnung von 1933 ausgebürgert wurden und nicht vom Stimmrecht ausgenommen oder ausgeschlossen sind. Ausgenommen vom Stimmrecht sind Juden. Die S 1 i m m 1 i st e ist auf Grund des Einwohnerverzeichnisses anzulegen. Die Stimmlisten werden vom 27. bis 31. Wärz 1938 zur öffentlichen Einsicht aufgelegt werden. Der Führer wird im Abstimmungskampf in Oesterreich in einer Reihe von Versammlungen sprechen. Die erste Kundgebung, auf der der Führer das Wort ergreifen wird, wird in Graz stattfinden. Seyß-Jnquatt Reichsstatthatter vonOesterreich. Wien, 15.Wärz. (DRV.) Der Führer und Reichskanzler hat den österreichischen Bundeskanzler Dr. Seyß-Jnquart zum Reichsstatthalter von Oesterreich mit dem Sih in Wien ernannt. Der Führer und Reichs- M ü n ch e n, 15. März. (DNB.) Der Führer ist, aus Wien kommend, am Dienstag um 19 Uhr auf dem Münchner Flugplatz Oberwiesenfeld gelandet und wurde von den Spitzen der Partei, des Staates und der Wehrmacht unter dem gewaltigen Jubel einer vieltausendköpfigen Menschenmenge empfangen. Zur Begrüßung waren auf dem Flugplatz Reichsleiter Reichsstatthalter General Ritter von Epp, Oberbürgermeister Fiehler, der bayrische Ministerpräsident Siebert, die Gauleiter Adolf Wagner und Schwede-Coburg und der stellvertretende Kommandierende General des VIII. Armeekorps, General Ritter von Prager, erschienen. Ehrenformationen der Wehrmacht und der Partei erwiesen die Ehrenbezeugungen. Reichsstatthalter General Ritter von Epp begrüßte den Führer mit einer kurzen Ansprache, in der er die Bedeutung dieser geschichtlichen Tage für das deutsche Volk würdigte. Der Führer trat dann unter dem immer neu ausbrechenden begeisterten Jubel der Massen die F a h r t i n d i e S t a d t an, in deren Straßen ein gewaltiges Spalier von 15 000 Fackelträgern ein einziges Lichtmeer bildeten. Auf dem ganzen Weg, den der Führer vom Flughafen bis zu feiner Wohnung zurücklegte, feftiert, wie er bewußter in der deutschen Geschichte noch nicht in Erscheinung getreten sei. Die Kraft der Leidenschaft, die Oesterreich heute dem ganzen Reich zuführe, werde ein weiterer Garant für dessen Stärke sein und die Sendung des Führers und seiner ganzen kämpferischen Generation vollenden. Gegen zweierlei Mß. Eine Zuschrift an den Daily Telegraph. London, 16. März. (DNB. Funkspruch.) Eine Zuschrift an den Daily Telegraph fordert Verständnis für die Wiedervereinigung Oesterreichs mit Deutschland, die ein historisches Ereignis sei. 400 Jahre lang hätten sich die Engländer mit Kanonen und Bajonetten in der Welt das angeeignet, was ihnen wertvoll schien. Wenn Hitler heute den deutschen Traum des Anschlusses Oesterreichs durch Ueberzeugeü und ohne Blutvergießen Wirklichkeit werden lasse, da bezeichneten ihn die Engländer als Feind des Friedens und der Freiheit. Friede aber bedeute weiter nichts, als nationale Bestrebungen ohne Krieg zu verwirklichen. England solle doch endlich von seiner Heuchelei lassen und mit den Realisten dieser Welt Freundschaft schließen. Sie würden gern ihr Wort halten, wenn man es ihnen ermögliche, frei von jedem wirtschaftlichen Druck und allen Drohungen mit etwaigen Folgen ausgehandelte Verträge zu unterzeichnen. kanzler hat auf Vorschlag des Reichsführers ff den Reichsstatthatter in Oesterreich, Dr. Seyß-Jnquart, zum ff- Gruppenführer ernannt. ^-Standartenführer Josef F i tz t u m wurde unter Beförderung zum ^-Oberführer zum Polizeipräsidenten von Wien ernannt. Der Stabsleiter der Landesleitung der NSDAP., Odilo Glo- p o t f ch n i g g , und der Leiter des Politischen Amtes der Landesleitung, Dr. Fritz Rainer, wurden zu Staatssekretären ernannt. Der Leiter der Abteilung 7 der Landesleitung, Dr. Müh l- mann, wurde zum Staatssekretär für Propaganda ernannt. Oie außenpolitische Vertretung auf das Veich übergegangen. Berlin, 15. März. (DNB.) Die diplomatischen Vertreter des Reiches haben gestern Weisung erhalten, den fremden Regierungen das Reichsgesetz über die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich vom 13. März mit dem Zusatz zu notifizieren, daß die bisherigen österreichischen diplomatischen Vertreter im Ausland den Auftrag erhalten hätten, sich mit ihrem Personal den deutschen Vertretungen zu unterstellen. Der Bundesminister des Aeußern, Dr. Wilhelm Wolf, übergab die Geschäfte des österreichischen Außenamtes an den Reichsaußenminister von Ribbentrop. Er erklärte: „Als letzter österreichischer Außenminister übergebe ich, in tiefster Seele erfreut, die Geschäfte des österreichischen Außenamtes in Ihre Hände. Wir Oesterreicher haben nur ein Vaterland. Das ist Deutschland." spielten die in das Spalier eingereihten Musikkapellen nationale Lieder, die von den tiefbewegten Massen mitgesungen wurden. Der Gesang hallte noch lange durch die Straßen, nachdem der Wagen des Führers längst vorüber war. Fast 10 Kilometer lang ist der Weg vom Flughafen zur Wohnung Adolf Hitlers. Der Führer erschien amFensterseiner Wohnung uid grüßte nach allen Seiten. Ergriffen erklangen die Lieder der Nation und brandeten die Heil-Rufe empor. Es waren hier wie in Wien dieselben Rufe des Dankes und der Freude: „Führer, wir danken dir!" und „Ein Volk! Ein Reich! Ein Führer!" Richtlinien des Führers für die österreichischen Gaue. W ü n ch e n, 15. Wärz. (DRV.) Sofort nach feiner Ankunft in Wünchen hatte der Führer — wie die RSK. melde! — eine mehrstündige Konferenz mit feinem Stellvertreter Rudolf heß. Er gab dabei die Richtlinien, die für den Wiederaufbau der RSDAp. in Oesterreich gültig fein werden. Die Sendung der Ostmark. Durch die Rede des Führers vorn 15. März hat Oesterreich seine uralte Bestimmung zurückerhalten, die es, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, seit Jahrhunderten ausgeübt hat und die es nun auf alle seine kommenden Geschlechter wie ein heiliges Vermächtnis übertragen wird. Die deutsche Ostmark soll künftig sein: Bollwerk der Nation, eiserner Garant für die Sicherheit des Deutschen Reiches, Schutz und Schirm für das gesamtdeutsche Volk, für sein Glück und seinen Frieden. Nicht nur das Gelöbnis, das Wehrma.cht und Volk in Oe st erreich während der letzten Tage vor dem Führer abgelegt haben, sondern auch sine tausendjährige ruhmvolle Geschichte dieses Landes bürgt dafür, daß es sich in seiner Treue zur großen deutschen Volksgemeinschaft von keinem anderen Stamm oder Land des Reiches übertreffen lassen wird. Denn wenn auch Oesterreich lange ein staatliches Sonderdasein geführt hat, wenn es auch oft, so lange es noch Mittelpunkt des Reiches war, die Interessen der übrigen deutschen Gebietsteile vernachlässigte, so geschah dies doch niemals aus dem Willen seiner Bevölkerung, sondern höchstens aus dem Eigennutz eines allmählich verderbten Herrscherhauses, das seinen Familienbesitz auch um den Preis deutschen Landverlustes zu vergrößern trachtete. Nun aber ist diese Periode einer Hausmachtpolitik endgültig vorüber. Oesterreich ist unwiderruflich, nach innerem Recht und Gesetz, ein Land des Deutschen Reiches geworden. Die unter äußerem militärischen Druck entstandenen Dertrags- paragraphen, die Englands Ministerpräsident mit leisem Bedauern glaubte erwähnen zu müssen, können niemals ein höheres Recht beanspruchen als die Stimme des Blutes. So war die Heimkehr der deutschen Ostmark in das Reich sine geschichtliche Notwendigkeit, ein elementarer Ausbruch des Volkswillens, vor dem sich schließlich auch die Konstrukteure des Versailler Unfriedens zu beugen haben. Die Volksabstimmung vom 10. April wird nur die äußere Bestätigung einer bereits abgeschlossenen Entwick- luna, nämlich des legalen Aktes der nationalsozia- l'stischen Machtergreifung bilden. Der bisherige Bundeskanzler Dr. S e y ß - I n q u a r t ist Reichs- st a t t h a l t e r geworden, die sonstige Eingliederung in organisatorischer, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht wird schrittweise folgen. Schon hat der Führer die Inangriffnahme großer sozialer und wirtschaftlicher Aufgaben angekündigt, schon arbeiten alle berufenen Stellen fieberhaft daran, um die östliche Hochburg nationalsozialistischer Gesinnung auch zu einer Hochburg verdeutschen Arbeit zu machen. So wie einst im Mittelalter germanische Stämme mit Schwert und Pflug die Ostmark sicherten, so wie deutsche Kaiser in diesem Land ihre Abwehrschlachten gegen Hunnen, Avaren, Ungarn und Türken schlugen, so wird Oesterreich in alle Zukunft ein Bollwerk deutscherKultur in Europa bleiben, das Arbeiter, Bauern und Soldaten in unzertrennlicher Gemeinschaft und in unerschütterlicher Treue zum Gesamtvolk verteidigen. H. Evers. Ungarn, der neue Nachbar, gratuliert in Berlin. Berlin, 15. Wärz. (DRV.) Der ungarische Gesandte S 31 o j a t) suchte den Staatssekretär von Wackensen im Auswärtigen Amt auf, um folgendes zu übermitteln: Die Königlich-Ungarische Regierung habe ihn beauftragt: Erstens, dem Führer und Reichskanzler die wärmsten Glückwünsche zu der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich zum Ausdruck zu bringen und dabei besonders zu betonen, wie sehr man es in Ungarn zu würdigen wisse, daß sich diese Wiedervereinigung ohne jedes Blutvergießen vollzogen habe; zweitens der stärksten und freudigsten Hoffnung auf ein weiteres gutes und f r e u n d n a ch b a r 1 i ch e s Verhältnis Ausdruck zu geben und drittens dem Führer und Reichskanzler zur Kenntnis zu bringen, daß die Königlich-Ungarische Regierung sich entschlossen habe, die bisherige ungarische G e - sandtschaft in Wien in ein General- ko n s u 1 a 1 umzuwandeln. Mussolini spricht heute in der italienischen Kammer. Rom, 15. März. (DNB.) Mussolini wird am Mittwoch um 17 Uhr in der italienischen Kammer sprechen. Seine Rede wird von allen italienischen Radiostationen und zahlreichen ausläitisi« schen Stationen übertragen werden. Der Deutsch« landsender überträgt die Rede des italienischen Regierungschefs nach den Empfangsfeierlichkeiten für den Führer in Berlin. „Bekennst Du Dich zu unserem Führer Adolf Hitler?" Oer Stimmzettel für die Volksabstimmung am 10. April. Begeisterter Empfang in München. Durch ein Spalier von Fackeln zum Prinzregentenplah. Die Ostmark des Reiches Vollwerk der deutschen Ration und Trutzburg nationalsozialistischer Gesinnung. Der Führer spricht auf -em Heldenplatz zu den ihn umjubelnden Wienern. Aus dem Heldenplatz. Seit Stunden warten in den breiten Straßenzügen zum Heldenplatz und auf diesem Hunderttausende von freudigen Menschen. Ueberall Freude und Begeisterung in den Augen. Die Jugend hat in ihrer Begeisterung die Bäume erklettert und hängt auf den Gittern um den Platz. Warmer, strahlender Sonnenschein liegt über allem. Da — es ist 11 Uhr — kommt Bewegung in die unübersehbaren Massen. Bon fernher bringt eine stürmisch anschwellende Welle von Heil-Rufen; jetzt kommt die Kraftwagenkolonne des Führers in Sicht. Der Führer aufrechtstehend im Wagen grüßt die Hunderttausende, die ihm zujubeln. Als der Führer die ersten Stufen zum Balkon der Hofburg emporsteigen will, überreichen ihm zwei Mädchen in schmucker Heimattracht einen Blumenstrauß. Der Führer streicht den Mädeln über die blonden Köpfe. Dann steigt er die Treppe zum Portal der Burg hinauf. Gleichzeitig geht die Führer standarte auf dem Balkon der Hofburg hoch. Sie funkelt im strahlenden Sonnenglanz, stürmisch begrüßt von dem Jubelschrei der Massen auf dem Riesenplatz. Der Führer betritt den Balkon. Unbeschreiblich ist die Begeisterung auf dem Heldenplatz. Immer wieder geht der Blick des Führers stolz und glücklich zugleich über dieses Riesenfeld, über das Weichbild der alten deutschen Kaiserstadt, bis weit hinein in den Wiener Wald und hinüber in die Lande der deutschen Südostmark. Und wohin das Auge schaut, überall der gleiche Jubel, die gleiche Freude, der gleiche Glanz und die gleiche Begeisterung. Minutenlang dauert es, bis dieser unerhörte Jubelsturm sich soweit legt, daß Reichsstatchalter Dr. Seyß-Jnquart endlich das Wort ergreifen kann. Seyß-JnquattbegrüßldenFührer Mein Führer! so sagt er: Als letztes oberstes Organ des Bundesstaates Oesterreich melde ich dem Führer und Reichskanzler den Vollzug des gesetzmäßigen Beschlusses nach dem Willen des deutschen Volkes und seines Führers. Oe st erreich ist ein Land des Deutschen Reiches. (Stürmischer Beifall.) Dem deutschen Volke und der ganzen Welt verkünde ich, daß Adolf Hitler als Führer und Reichskanzler zur Stunde in die Burg der alten Reichs- Hauptstadt, der Hüterin der Krone des Reiches, eingezogen ist. (Erneuter Jubel.) Wonach Jahrhunderte deutscher Geschichte gerungen haben, wofür ungezählte Millionen der besten Deutschen -geblutet haben und gestorben sind, was in heißem Ringen letztes Ziel, was in bittersten Stunden letzter Trost war — heute istes vollendet: Die Ostmark ist heimgekehrt. (Erneuter Begeisterungssturm: Sprechchöre: „Wir danken unserem Führer!") Das Reich ist wiedererstanden, das volksdeutsche Reich ist geschaf- f e n? Mein Führer! Die Kräfte aller Generationen des deutschen Volkes sind in Ihrem Willen zusammengeballt, und Sie, mein Führer, schufen das Werk für alle Generationen der deutschen Zukunft, heute grüßen alleDeutschen aus der Ewigkeit den Führer als den Vollender, heute grüßt der Führer das neue ewige Deutschland! (Erneuter Jubel.) (Flugzeuge brausen über den Platz.) Mein Führer! Wir können nur eines: Wir dank en dem Führer. Wir sagen Dank (wiederum Begeisterungsstürme und Sprechchöre: „Wir danken unserem Führer!"), wir sagen Dank, den Dank, der r e st l o s e Liebe undbedingungsloseTreueist. Mein Führer! Wie immer der Weg führt, wir folgen nach! heil mein Führer! Die Rede des Führers. Deutsche! Männer und Frauen' In wenigen Tagen hat sich innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft eine Umwälzung vollzogen, die wir heute wohl in ihrem Umfange sehen, deren Bedeutung aber erst spätere Geschlechter ganz ermessen werden. Es ist in den letzten Jahren von den Machthabern des nunmehr beseitigten Regimes oft von der besonderen „Mission" gesprochen worden, die in ihren Augen dieses Land zu erfüllen hätte. Ein Führer der Legitimisten hat sie in einer Denkschrift genau umrissen. Rach ihr war es die Aufgabe dieser sogenannten S e l b st ä n d i g- k e i t des Landes Oesterreich, die in den Friedensoerträgen fundiert und von der Gnade des Auslandes abhängig wird, die Bildung ein^s wahrhaft großen Deutschen Reiches zu verhindern und damit den Weg in die Zukunft des deutschen Volkes zu verriegeln. (,,Pfui!"-Rufe.) Ich proklamiere nunmehr für dieses Land seine neue Mission. Sie entspricht dem Gebot, das einst die deutschen Siedler aus allen Gauen des Altreiches hierher berufen hat. Die älteste Ostmark des deutschen Volkes soll von jetzt ab damit das jüngste Bollwerk der deutschen Ration und damit des Deutschen Reiches sein. (Starker anhaltender Beifall.) Jahrhundertelang haben sich in den unruhevollen Zeilen der Vergangenheit die Stürme des Ostens an den Grenzen der alten Mark gebrochen. Jahrhundertelang für alle Zukunft soll sie nunmehr ein eiserner Garant sein für die Sicherheit und Freiheit des Deutschen Reiches und damit ein Unterpfand für das Glück und für den Frieden unseres großen Volkes. Und ich weih, die alte Ostmark des Deutschen Reiches wird ihrer neuen Aufgabe genau fo gerecht werden, wie fie die alte einst gelöst und gemeistert hat. (Stürmische Zustimmung.) Ich spreche im Namen der Millionen Menschen dieses wunderschönen deutschen Landes, im Namen der Steierer, der Nieder- und Oberösterreicher, der Kärntner, der Salzburger, der Tiroler und vor allem im Namen der Stadt Wien, wenn ich es den in diesem Augenblick zuhörenden 68 Millionen übrigen deutschen Volksgenossen in unserem weiten Reich versichere: Dies Land ist deutsch, es hat seine Mission begriffen, es wird diese erfüllen, und es soll an Treue zur großen deutschen Volksgemeinschaft von niemandem jemals Ich kann diesen Appell an Sie aber nicht schließen, ohne nun der Männer zu gedenken, die es mir mit ermöglicht haben, die große Wende in so kurzer Zeit mit Gottes Hilfe herbeizuführen. Ich danke den nationalsozialistischen Mitgliedern der Regierung, an ihrer Spitze dem neuen Reichsstatthalter Seyß-Jnquart. (Lebhafte Zustimmung der festlich gestimmten Menge.) Ich danke den zahllosen Parteifunktionären, ich danke aber vor allem den ungezählten namenlosen Idealisten, den Kämpfern unserer Formationen, die in den langen Jahren der Verfolgung bewiesen haben, daß der Deutsche, unter Druck gesetzt, nur noch härter wird. (Erneute Ausbrüche jubelnder Begeisterung.) Diese Jahre der Leidenszeit haben mich in meiner Reberzeugung vom Werte des deutsch- österreichischen Wenschen im Rahmen unserer großen Volksgemeinschaft nur bestärkt. Die wunderbare Ordnung und Disziplin dieses gewaltigen Geschehens ist aber auch ein Beweis für die Kraft der diese Menschen beseelenden Idee. Ich kann somit in dieser Stunde dem deutschen Volke die größte Vollzugsmeldung meines Lebens abftalten. (Gewaltig branden die „Heil!"-Rufe zum Führer.) Als der Führer und Kanzler der deutschen Ration und des Reiches melde ich vor der Geschichte Der Führer ehrt die Toten des Weltkrieges und der Vewegung. Wien, 15. März. (DNB.) Den Höhepunkt des zweiten Tages des Führerbesuches im befreiten Wien bildete die glanzvolle Parade der in der VIII. deutschen Armee zusammengefaßten bisherigen deutsch-österreichischen und reichsdeutschen Truppen vor dem Führer auf dem Ring vor dem Heldendenkmal. In gespannter Erwartung stehen die Massen vor dem Heldendenkmal. Lange Hakenkreuzbanner wehen im Scheine der Frühlingssonne -J f f-fc ■: BMA vM MKS MM ♦wdi l .L, 1 1 .MMM MI I „Die größte VMugsmetbung meines Lebens." Tag her Wehrmacht im deutschen Wien. Große Parade der VIII. Armee vor dem Führer. — Nie Bevölkerung Wiens begrüßt jubelnd die Soldaten -es geeinten Reiches. durch die Reihen, als die motorisierten Artillerie - Formationen Dorbeirücfen: das AR. 74 und die Schwere Artillerie-Abteilung 620. Die Panzer-Abwehr-Abteilung 38, das Pionier-Batl. 38 und die Nachrichtenabteilung 38. Dann rattert mit seinen für die vielseitigste Verwendung bestimmten Fahrzeugen bis zu den schweren Waffen das Regiment „General Göring" vorüber. Es folgen die Tanks der 2. Panzer-Brigade, die leichten, kleinen, auch im schwierigsten Gelände brauchbaren Raupenfahrzeuge, die schweren großen und stark bestückten Panzerfestungen. Deutsch-österreichische Soldaten tragen bereits das Hoheitszeichen. Dann naht im strammen Paradeschritt das erste Musikkorps der Fußtruppen mit dem Spielmanns- korps. Es ist d e u t s ch ö st e r r e i ch i s ch e I n - fanterie, an der Spitze der Brigadekommandeur Generalmajor Bornemann mit Adjutant. Das JR. 4 mit seinen drei im großen Block von Zwölferreihen zusammengefaßten Bataillonen zeigt den strammen Schritt des Parademarsches der deutschösterreichischen Wehrmacht, wie es der deutschen Ueberlieferung seit den Zeiten des Prinzen Eugen entspricht. Dem Dröhnen dieser Batillons- blocks folgen die Minenwerfer-Kompanien und die Jnfanterie-Kanonen-Kompanien. Die Soldaten der deutschösterreichischen Wehrmacht tragen bereits am Stahlhelm in leuchtenden frischen Farben die gleichen Waffenbilder, wie es bei den zum Verbrüderungsmarsch herübergekommenen Truppen schon seit Jahr und Tag der Fall ist: rechts das schräggestreifte Schwarzweißrot, links den hellen Hoheitsadler im schwarzen Feld. Als ein besonderes Zeichen des Stolzes dieses ersten gesamtdeutschen Wehrmachtstages hat jeder den Stahlhelm links mit einem Büschel Eichenlaub geschmückt. Damit wird ein schöner alpenländischer Brauch des naturverbundenen Schmuckes in der Stunde der Erhebung fortgesetzt. Nach einer kurzen Pause reitet der Komlnandierende General des VII. Armeekorps, Generalleutnant Ritter von Schobert, heran, der sein Armeekorps dem Führer meldet und ihm zur Linken Aufstellung nimmt. Vor den Batillonsblocks der 27. Division reiten die Kommandeure mit ihren Stäben. Jeder muß die musterhafte Ordnung und den gleichmäßig-strammen Paradeschritt dieser Männer anerkennen, die in den letzten Tagen außerordentliche Marschleistungen hinter sich haben. Lange dauert es, bis die Regimenter 40, 63 und 91 vorbei sind. Kavallerie-parave unter denKlängen des „Prinzen Eugen" Der Infanterie folgt ein Bild von besonderer Schönheit: nur wenig über 100 Meter von dem berühmten Reiterstandbild des Prinzen Eugen entfernt, erklingt der Marsch von Prinz Eugen dem edlen Ritter, der von jeher mit besonderem Stolz von der deutschen Reiterei zu einem der ihren gezählt worden ist. Man hat für die feldgraue Uniform des deutschösterreichischen Dragoner-Regimen ts 1 den altbekannten Schmuck der österreichischen Reiterei mit einem engen Rock und einer darübergeworfenen, nur über äer linken Schulter hängenden und innen hell gefütterten Jacke übernommen. Es wirkt wie ein Bild der Vergangenheit und ist doch durchaus lebendige Gegenwart. Bespannte Artillerie der deutsch- österreichischen Truppen schließt sich an, ein Regi- mentsstab und eine bespannte Abteilung, wie bei der Reiterei die Pferde sauber geputzt und gestriegelt, mit blinkendem Zaumzeug und'leuchtenden Zugsträngen und Zügeln. Den Abschluß bildet das AR. 2 7. An drei leichte Abteilungen schließt sich eine schwere an, die mit ihren von getrennten Bespannungen gezogenen Lafetten und Rohren besonderen Eindruck macht. Oie Leibstandarte des Führers. Nach einer Pause, während welcher der Reichsführer *1*1 und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler neben den Führer tritt, marschiert in Paradeuniform eine Abteilung der Polizei vorüber. Mit lautem Jubel begrüßt, löst das Musikkorps der L e i b st a n d a r t e „Adolf Hitler" die Spielleute der Polizei ab. Obergruppenführer Sepp Dietrich marschiert seinen Männern voran. Und nun folgt in geschlossenen Blocks Kompanie auf Kompanie, Bataillon auf Bataillon, die Männer der Leibstandarte mit aufgepflanztem Seitengewehr. Eine stolze und eindrucksvolle Parade ist zu Ende. Die Bevölkerung, die bisher den weiten Platz vor dem Heldendenkmal gegenüber der Tribüne des Führers freigelassen hatte, drängt nun durch die Absperrketten der Polizei. Mit emporgereckten Armen grüßt die jubelnde Menge den Führer. Immer wieder grüßt er vor der Abfahrt aus dem Wagen und mit stolzem Blick über die unendlichen Massen nimmt er Abschied. Oie Reichshauptstadt stiftet für Wien das erste Hitler-Zugendheim. B e r l i n , 16. März. (DNB.) Die Stadtverwaltung Wien hat dem Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten der Stadt Berlin, Dr. Lippert, ein Gruß- telegramm zugehen lassen. In ihrer Antwort hat die Stadtverwaltung Berlin mitgeteilt, daß sie zum Zeichen der äußeren Verbundenheit der Reichshauptstadt mit dem nationalsozialistischen Wien die Errichtung des ersten Hitler-Jugend- Heimes in Wien übernehmen werde. 1,5 Millionen Reichsmark aus dem Oankopfer der Nation für Oesterreich. Wien, 15. März. (DNB.) Die O b e r st e S A.- Führung stellt aus den Mitteln des Dankopfers der Nation den Betrag von 1,5 Millionen RM. zur Errichtung von Arbeitersiedlungen und Einzelhäusern für verdiente alte Kämpfer der Bewegung in Oesterreich zur Verfügung. Mit dem Bau der Siedlung wird sofort begonnen. Der Reichskassenverwalter der SA., Gruppenführer M a - p e s, ist mit der sofortigen Durchführung aller hierfür erforderlichen Maßnahmen beauftragt. Japan beglückwünscht den Führer. • Berlin, 15. März. (DNB.) Der japanische Ministerpräsident Fürst Konoye hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Anläßlich der feit Jahren von Ihnen erstrebten Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich beehre ich mich Eurer Exzellenz meine aufrichtigen Glückwünsche auszusprechen und verbinde damit meine herzlichsten Glückwünsche für Ihr Wohlergehen sowie für das Gedeihen des deutschen Volkes" Der Führer und Reichskanzler hat geantwortet: „Eurer Exzellenz danke ich herzlich für die mir anläßlich der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reiche ausgesprochenen Glückwünsche Ich benutze diese Gelegenheit, um Ihnen meine aufrichtigen Wünsche für das Gedeihen und die Größe Japans zu erneuern. * Wie die Nachrichtenagentur Domei meldet, ist das japanische Außenministerium durch den Geschäftsträger der deutschen Botschaft, Dr. N o e b e l, davon unterrichtet worden, daß Oesterreich seinen Anschluß an das Deutsche Reich vollzogen habe. — In der gleichen Meldung heißt es, daß die japanische Regiegierung bei nächster Gelegenheit ihren Gesandten aus Wien abberufen werde, um hierdurch ihre Anerkennung der Vereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich zum Ausdruck zu bringen. An Stelle der Gesandtschaft werde Japan in Wien ein Generalkonsulat errichten. Oer deutsche Goldaienstefel. Von unserer berliner (Schriftleitung Zuerst waren sie platt, die Herren „Wahrheits- sanatiker" der Presse der westlichen Demokratien. Ihnen blieb, um einen geläufigen Ausdruck zu gebrauchen, die Spucke weg. Denn mit dieser Wendung der Dinge in Oesterreich hatten sie nicht gerechnet, konnten sie allerdings auch nicht rechnen, da sie sich in ihre eigenen Verdrehungen schon derart hineingelebt haben, daß sie für Realitäten, wie etwa das allen ruhigen Beobachtern längst bekannte Hinschwenken fast der gesamten österreichischen Bevölkerung zum Nationalsozialismus, längst keinen Sinn mehr besitzen. Peinlich für sie, plötzlich Tatsachen gegenüberzustehen, die nicht mit ihren „sachverständigen" Beurteilungen der österreichischen Frage, nicht mit ihren Prophezeiungen und ihrem sonstigen Geschwätz übereinstimmen. Noch peinlicher für sie, daß ihre eigenen Berichter st atter in Wien, Linz, Innsbruck und Graz spaltenlang über den Jubel der Oesterreicher, über die herzliche Begrüßung der deutschen Truppen und die orkanartigen Huldigungen des Führers berichten. Dazu gar nicht tendenziös, gar nicht einseitig, sondern wahr und echt, vielfach sogar selbst ergriffen von der Begeisterung, die alle Deutschen gepackt hat. Das konnten unsere demokratisch-pazifistisch-marxistischen Allesbesserwisser natürlich auf die Dauer nicht hinnehmen. Wie konnte sich der Führer auch unterstehen, nun gerade das zu machen, was sie immer wieder als unmöglich und undurchführbar hingestellt hatten. Welch' ein Katzenjammer bei diesen „politischen" Kavalieren, die zu allem Ueberfluß nun auch noch beim Aufdrehen ihrer Rundfunkgeräte mit eigenen Ohren den grenzenlosen Jubel der Bevölkerung, die Marschmusik der Truppen und auch noch den festen Tritt der dahinmarschierenden Regimenter vernehmen mußten. Rechts und links, rechts und links — und immer wieder der Gleichklang der marschierenden Abteilungen, das Klirren der benagelten Soldatenstiefel. Ha — Soldaten st iefel! Da hatten sie es! Der deutsche Soldatenstiefel ist für sie, die ihre Felle davonschwimmen sehen, der Rettungsanker. Er muß herhalten, er ist es, der den Oesterreichern ins Genick gesetzt wird, er ist es, unter dem sich die Oesterreicher winden und ächzen, unter seinen Nägel^ wird die österreichische Unabhängigkeit zermalmt. So zu lesen in einer ganzen Reihe ausländischer Zeitungen. Furchtbarer Grimm hat von den Schmierfinken dort draußen Besitz ergriffen, weil sie sich mit ihren falschen Prophezeiungen so hineingelegt haben. Aber haben sie nicht immer das nationalsozialistische Deutschland als ein Land der Barbaren, der Mörder und Verbrecher hingestellt? Welch ein Glück für sie. So können sie wenigstens diesen Faden.aufgreifen und nun einmal in Greueln machen, können von unheimlichen Gefahren für das übrige Europa phantasieren und den ihnen wie ein Geschenk des Himmels vorkommenden deutschen Soldatenstiefel auf das österreichische Land setzen. , Wie furchtbar muß indessen ihr Grimm fein, daß sie gar nicht merken, was ihnen bei ihrem Urnsich- schlagen passiert. Sie sehen nicht, wie auf der einen Seite ihrer Zeitungen die ausführlichsten Berichte über die stolze Freude aller Deutschen, über den Jubel der Defterreicber, daß sie nun endlich den Weg ins Reich gefunden haben, erscheinen, während sie, die sich in ihrem Haß gegen alles Deutsche verzehrenden Giftmischer, leitartikelmäßig das gerade Gegenteil behaupten. Man gewinnt fast den Eindruck, als ob sie auf ihre Berichterstatter einschlagen, während es in Wirklichkeit so ist, daß die den deutschen Soldatenstiefel schwenkenden Pressepiraten von ihren an Ort und Stelle sitzenden Berichterstattern eine Ohrfeige beziehen. „Daily Telegraph" berichtete aus Wien über Szenen unbeschreiblicher Begeisterung. Alte Männer und Frauen hätten Freudentränen vergossen. Dasselbe Blatt aber sagt in seinem Leitartikel, Oesterreich sei brutal einverleibt worden. — Die „Time s" sagt in ihrem Wiener Bericht, Blumen seien auf den Weg der ratternden Traktoren und Panzerwagen gestreut worden. Trotzdem fordert das Blatt umfassende Vorsichtsmaßnahmen gegen die Aussichten eines Krieges. — „News Chronicle" erhält eine Schilderung, wonach der Führer nur von einem Polizeiwagen und einigen Motorradfahrern begleitet war, also so gut wie unbewacht war. Er fühle sich offenbar völlig sicher. Jrn politischen Teil schreibt dann die Londoner Redaktion des gleichen Blattes, ein „Bund plündernder Diktatoren" habe sich auf getan und England müsse sich schützen. — Nicht weniger beeindruckt war der Berichterstatter des „Petit P a r i- si e n", der von ehrlichen Begeisterungskundgebungen berichtete, die schwer zu schildern feien. Der Leitartikel aber behauptet, die „Annektierung" Oesterreichs sei in rücksichtsloser Weise durchgeführt worden. Eine „Regierung der Kreaturen und der Soldatenstiefel" habe das Land einem Gewaltakt ausgeliefert. Aehnliche alberne Widersprüche finden ich noch in weiteren Zeitungen des Auslandes. Hier liegt kein Versehen vor, es spiegelt sich das System der sogenannten „Pressefreiheit" wider, die um jeden Preis ihre Sensation betreiben will, gleichzeitig aber den Aufträgen gewisser deutschfeindlicher Stellen entsprechen muß. Man muß sich nur fragen, roaS.be r Leser im Ausland dazu sagt. Er merkt natürlich die Wider- prüche seiner Zeitungen, vielleicht wird er bereifen, daß dieses System ebenso verderblich wie ür den Weltfrieden gefährlich ist. Denn wieder beginnen sich die Elemente zu rühren, die systematisch Gift verspritzen, um eine deutschfeindliche Stimmung zu erzeugen. Sie treten also zur „Gegenoffensive" an, wobei ihnen indessen die Erkenntnis eylt, die man von ihnen auch nicht verlangen kann, daß sie weder in der Vergangenheit noch für die Zukunft politische Entwicklungen verhindern konnten, die auf die Stärkung der deutschen Nation und die Steigerung seiner Macht und seines An- ehens hinauslaufen. D.S. Oie österreichische presse. Die Wiener Presse war in den letzten Jahren — rem technisch und äußerlich gesehen — ein Schatten ihrer einstigen Art. Vor allem fielen eigene ^uslandsberichterstatter fast durchaus weg, und es wurde zu der Notmaßnahme gegriffen, daß ein Wiener Blatt etwa mit einem Budapester Blatt oder auch einem tschechischen Blatt zusammen einen Berichterstatter hielt, um so die Kosten zu er- niedrigen. Die „Neue Freie Presse" hat einfach den Nachrichtendienst der „Times" übernommen. Das c eistlge Niveau war stark gesunken. Die Wiener Presse war vor dem Kriege ausgesprochen verübet. Dieser Zustand hat sich auch in der Zwi- ■ nicht verändert, auch ließ die rein technische Leistung außerordentlich nach, weil durch die Verkleinerung Oesterreichs bas Absatzgebiet sehr be- Oesterreichs Soldaten auf den Führer vereidigt. BWfT" • 'W8M-- M « EMM?-? ? n m r; - ■ «1 K M ■ WB -WWW MW In ganz Oesterreich fanden bald nach dem Aufgehen Oesterreichs im Reich Vereidigungen der österreichischen Wehrmacht auf den Führer des deutschen Volkes und Obersten Befehlshaber Adolf Hitler statt. Unser Bildberichterstatter wohnte der Vereidigung in Innsbruck bei. Man sieht die Soldaten beim Schwur auf Adolf Hitler und im Hintergründe die Berge mit ihrem ewigen Schnee. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Salzburger Truppen in der Kaiiplffadt der Zewegung. W E W ■ ■ W <_____________________- MM . - ■■ ■ - ■ <.< ■ ;r< i Am Montag trafen — wie schon gemeldet — Truppen eines Infanterie-Regiments aus Salzburg in München ein, wo sie von der Bevölkerung mit großer Begeisterung empfangen wurden. Unser Bild zeigt eine Abteilung der Salzburger Soldaten, mit Blumensträußen geschmückt, am Mahnmal der Bewegung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Grenzbäurne fallen. ■ ... I - Wb ! < MM • WE-. ■ Nach der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich beseitigten begeisterrte Grenzbeamte die Schlagbäume, die solange die Deutschen diesseits und jenseits voneinander trennten. Die Zollgrenzen als solche bleiben jedoch vorläufig noch bestehen, bis endgültige Bestimmungen hierüber erlassen sind. — (Associated-Preß-M.) schränkt wuröe. Dazu kam eine Jnseratensteuer, die die sozialdemokratische Mehrheit des Wiener Gemeinderats einführte und die gerade die Wiener Zeitungen schwer traf. Große Papierkonzerne kauften schließlich Zeitungen auf, nicht nur aus politischem Interesse, sondern um einen festen Absatz für Papier zu haben. Außerdem waren die Zeitungen der „Telegraf", die „Stunde", „Der Wiener Tag" und „Der Morgen" direkt oder indirekt im tschechischen Besitz. Sehr lustig ist, daß ausgerechnet der bolschewistisch-jüdische „Telegraf" sich in den letzten Tagen schleunigst in einen „NS.-Telegraf" verwandelt hat. Das „Neue Wiener Tageblatt" teilte seinen Lesern mit, daß es um die Entsendung eines Regierungskommissars gebeten hat. In der „Wiener R e i ch s p o ft", dem christlich-sozialen Hauptorgan, ist der Chefredakteur Dr. Funder ausgeschieden, an dessen Stelle der jüngere Schriftleiter Howorka getreten ist. Eine Eigentümlichkeit der Wiener Presse ist, daß neben den genannten auch im Auslande bekannten Zeitungen billige, reißerisch aufgemachte Blätter, wie z. B. die „Illustrierte Kronenzeitung", an die primitivsten Instinkte des typischen Spießers appellieren und sich dadurch von den eigentlichen Boulevard-Blättern noch zu ihren Ungunsten unterscheiden. In ganz Oesterreich erschienen bisher 38 Tageszeitungen, davon 17 in Wien. Oesterreichs" ii irtschast. Linz. München^ » Salzburg BR Innsbruck Graz Klagenfurt ITALIEN Budapest UNGARN D BVTS&tiLAb H Augsburg 3 s KNeu stadt S ■ » Jf Regensburg Z E IC HENEPKL Ä RUNG Venedig . BW BAUMWOLLE BBLE! K KUPFER BR - BRAUNKOHLE E EISENERZ GGOLD 5 STEINKOHLE T6LAS/ND. SCH. SCHIFFBAU + CHEMISCHE INO. > MET ALLWAREN - IND. PAPIER/NO X EDELMETALL-INDUSTRIE • Brunn- TSCHECHOSLOWAKEI 3 SUED- X SLAWIEN Triest* (Zeichnung H. Betkowski. — Scherl-M.) Einst war Oesterreich die wirtschaflliche Vormacht für die weiten Gebiete die Donau abwärts bis Belgrad, an deren wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung es hervorragend beteiligt war. Durch den Frieden von St. Germain gingen ihm diese Gebiete zum größten Teil verloren und damit sind auch der österreichischen Wirtschaft schwere Wunden geschlagen worden. Ein großer staatlicher und wirtschaftlicher Apparat blieb übrig, für den das restliche Staatsgebiet zu klein war. Im Grunde genommen war das der Grund für die ungünstige wirtschaftliche Lage der Nachkriegsjahre, die noch verschlimmert wurde durch die Mißwirtschaft eines unfähigen Systems. Die Aufgabe, Arbeit und Brot durch die Mobilisierung der Kräfte des Volkes und feiner Wirtschaft zu schaffen, fand keine Lösung. Wirtschaft und Wohlstand der alten deutschen Ostmark blieben weit hinter der allgemeinen Besserung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in der Welt zurück. Mit dem 13. März mag nun in dem vereinigten Reiche der allumfassende völkische Frühling wieder angebrochen fein. Das Reich stand in vorderster Linie, auch noch in dem Abschnitt jener letzten ungünstigen Jahre, innerhalb der Wechselbeziehungen der früheren österreichischen Wirtschaft. Die Ziffern des Außenhandels, des Verkehrs und der Kapitalanlagen beweisen es auf breiter Linie. Im Durchschnitt betrug der deutsche Anteil an der österreichischen Einfuhr etwa 15 bis 20 v. H. und an der österreichischen Ausfuhr ebenfalls etwa 15 bis 18 v. H. Im Jahre 1937 betrug der Anteil der deutschen Ausfuhr nach Oesterreich 233,7 Millionen Schilling, was einen Gesamtanteil an der ganzen österreichischen Einfuhr von 16,1 v. H. bedeutete. Umgekehrt hatte Oesterreich nach Deutschland für 179,5 Mill. Schilling Waren ausgeführt, d. h. Deutschland war an der gesamtösterreichischen Ausfuhr mit 14,7 v. H. beteiligt. In weitem Abstand kommen in der Höhe ihres Anteils der Aus- und Einfuhr andere Staaten, wobei die Tschechoslowakei in der Einfuhr und Italien in der Ausfuhr Oesterreichs an zweiter Stelle stehen. An der Spitze der Wirtschaftskräfte steht naturgemäß der Wald, der 37,5 o. H. der gesamten Fläche in Anspruch nimmt (in Deutschland sind es 27,2 v. H.). In Oesterreich überwiegt dem Charakter der Gebirgslandschaft entsprechend innerhalb der Agrarwirtschaft die Fläche der Wiesen und Weiden mit 26 v. H. (im Reiche 17 v. H.). Während im Deutschen Reich 43 v. H. der Fläche Ackerland waren, sind es in Oesterreich knapp 24 v. H., im allgemeinen aber guter Boden. Allerdings vermochte die Landwirtschaft bei weitem nicht die Selbstversorgung sicherzustellen. Vielmehr standen mengenmäßig Lebensmittel und Getreide der Größenordnung nach an erster Stelle der österreichischen Einfuhr. Zu diesem Zuschußbedarf an Nahrungsstoffen kamen Kohle und Koks, Gewebe, Rinder und Schweine und schließlich Wolle und Maschinen. Umgekehrt rangierten Veredelungserzeugnisse, wie Papier und Papierwaren, Bauholz, Eisenwaren, Wollgarne, Baumwollwaren, Wäsche, Leder und Lederwaren, wie genannt, in der Ausfuhr Naturgemäß spielte von jeher der Fremdenverkehr eine bedeutende Rolle, er war ein wichtiges Aktivum in der österreichischen Zahlungsbilanz. Die recht vielseitige Wirtschaft verfügte über an sich sehr wertvolle, wenn auch nicht gerade in ihrer Ergiebigkeit unbegrenzte Rohstoffgrundlagen. Steinkohle, die sich gut verkoken läßt, wird nur in geringen Mengen gefördert, die Vorräte schätzt man auf 12,5 Millionen Tonnen. An Braunkohle ist mehr vorhanden, doch ist deren Güte nicht bedeutend. 1937 wurden 0,23 Millionen Tonnen Steinkohle in Niederösterreich, 3,13 Millionen Tonnen Braunkohle, davon die Hälfte in der Steiermark, gefördert. Eingeführt wurden im letzten Jahr 2,65 Millionen Tonnen Steinkohle, dabei in steigendem Mgße aus Deutschland, das etwa 21 v. H. gegenüber 11 o. H. im Jahre 1930 bei- steuerte. Wesentlich günstiger liegt die Eisenerzversorgung der dortigen Industrie. Die Eisenerzvorräte werden auf 219 Millionen Tonnen mit 77,4 Millionen Tonnen Eisengehalt geschätzt, wozu noch wahrscheinliche Vorräte mit 23,1 Millionen Tonnen und 8,3 Millionen Tonnen Eisengehalt treten. Sehr bekannt ist der S t e i e r i s ch e E r z - berg, der leicht im Tagebau zu gewinnen ist. Die Erzmengen werden auf 200 Millionen Tonnen mit einer größten Mächtigkeit von 150 Meter geschätzt. Die Eisenerzvorkommen sind teilweise von hoher Güte, die Eisenverhüttung bedeutsam. Die bisherigen Beziehungen können naturgemäß auf eine Erweiterung schließen lassen, da der Stahloerein die Aktienmehrheit an der Alpinen Montangesellschaft besitzt. Schließlich fehlen auch Blei, Zink und Kupfer und Graphit nicht in der Reihe der Bodenschätze. Eine wichtige Stellung liegt auf dem Magnesitmarkt, wo Deutsch-Oesterreich mit einem hohen Prozentsatz an der Welterzeugung beteiligt ist. Es gilt als der zweitgrößte Magnesithersteller der Welt und steigerte in den letzten zehn Jahren seine Förderung auf mehr als die Hälfte der gesamten Weltförderung. Die Stärke der Industrie liegt in der Verarbeitung, in der Herstellung von Fertigwaren für die Ausfuhr. Wiener Strickwaren, Wiener Modeartikel, Wiener Lederwaren und Galanteriewaren sowie die Erzeugnisse der Steiermärkischen Holz- und Papierindustrie haben sich den Weltmarkt erobert Drei Millionen Hektar österreichischer Wald- bestand bilden nicht weniger als 37 v. H. des gesamten Flächenraumes, der deutsche Waldbestand ist also um etwa ein Drittel seines bisherigen Umfanges vergrößert. Er lieferte zuletzt etwa 9 bis 10 Millionen Festmeter jährlich, wovon nicht ganz 30 v. H. ausgeführt wurden. Auch die Z e l l st o f f - erzeugung nahm einen beachtlichen Raum mit ihrer Herstellung von 300 000 Tonnen im Jahre 1937 ein. Schließlich ist noch auf eine Sonderheit zu verweisen, die in der unbegrenzten Möglichkeit der vorhandenen Wasserkräfte mit ihren 1,6 Millionen PS. liegt. Auch ein weiterer Naturstoff, das Erdöl, stellt eine Quelle des natürlichen Reichtums dar. Etwa 10 v. H. des eigenen Mineralölbedarfes wurden durch eigene Rohölförderung gedeckt. In der Zeit, in der Deutschland bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit und seiner Arbeitskräfte beschäftigt ist, in der Deutschland seine wirtschaftlichen Beziehungen mit der Welt immer mehr verstärkt, kehrt die alte deutsche Ostmark ins Reich zurück. Sie kann an dem gewaltigen Auf- schwung unter dem Dierjahresplan teilnehmen und so wieder zur Blüte emporgeführt werden. Kunst und Wissenschaft. Graf Bernhard Bruno zu Solms-Laubach, f Nach kurzer Krankheit verschied am 13. d. M. in Berlin Pg. Graf Bernhard Bruno zu Solms-Laubach im Alter von 38 Jahren. Er war während der Kampfzeit ein beliebter Redner der NSDAP, und als Standartenführer und nationalsozialistischer Abgeordneter des Hessischen Landtags weit über die Grenzen Ob erhellens hinaus bekannt. Graf Bernhard zu Solms-Laubach, der eine Witwe und vier Kinder hinterläßt, übernahm im Jahre 1933, seiner starken künstlerischen Neigung und Begabung entsprechend, als Intendant des Friedrich-Theaters in Dessau, um dessen Ausgestaltung im Gerste des neuen Reiches er sich bedeutende Verdienste erworben hat. Eine hohe Anerkennung seiner Dessauer Jntendantentätigkeit bedeutete die bereits im Jahr darauf erfolgte ehrenvolle Berufung auf den Jntendantenposten an der Volksbühne am Horst-Weffel-Platz in Berlin: als Leiter dieses Theaters, das zu den größten und einflußreichsten der Reichshauptstadt gehört, hat Graf Bernhard eine künstlerisch ebenso verantwortungsvolle wie segensreiche Tätigkeit ausgeübt. Graf Solms war Mitglied des Reichskultursenats und des Präsi- dialrates der Reichstheaterkammer. Weitere politische Nachrichten im Zweiten Blatt! Wetterbericht Mit dem Zurückweichen des europäischen Hochdruckgebietes nach Südosten und Süden unter Belebung der atlantischen Wirbeltätigkeit hat sich auch für Deutschland mit südwestlichen und westlichen Winden eine Zufuhr feuchter Meeresluft eingestellt. Dabei wird es vor allem auch im Norden des Reiches zu leichten Niederschlägen kommen, während der Süden noch überwiegend unter Hochdruckeinfluß bleibt. Unser Bezirk bildet den Uebergang zwischen beiden Einflüssen. Aussichten für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd, südlich ugQHi — pvjjsäD — snunvT smiMMvU asq noch trocken, nördlich davon geringe Niederschlagsneigung, ausgeglichene milde Temperaturen, südwestliche Winde. Aussichten für Freitag: Leicht unbeständiges, aber mildes und nicht ausgesprochen freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 15. März: mittags 15,1 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 16. März: morgens — 0,2 Grad. Maximum 15,9 Grad, Minimum heule nacht —1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. März: abends 5,2 Grad; am 16. März: morgens 2,6 Grad Celsius» — Sonnenscheindauer 8,5 Stunden. $' Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder:' Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- [eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 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(treuen einen MW Uten ist die Heft ganz yuei Eier damit, sieben von unfern neuen Hai ynb verkneten alles mi milch zu einer Kugel, kommt eine Tasse gen der Teig geht wieder, Mtzelsuppe wird zum dem Teig stechen wir fünf Minuten sind sie Mtzelsuppe an. Für (me Dillgurke, für st dieser Menge können sott essen. Das erste, was uns schert, ist jetzt schon zur Abwechselung, sta unsere Fleischsuppe, suppe mit diesem wird freudig begrüß wenig Salj unb .fyi \\ippe, gib eitoas ÜHild, Mer in jeden Telle Nel und eine Spur & wird von nie' Nrzkräuter ir »hn, um immer etwi «i der fyinb zu ho Narkt entlastet werd dieser frischen Kräuter Fensterbrett sein Liel ilien- oder Rosmarir er keine Enttäusc DOn Gewürzkräutern tolle Pflege geben fr Ue köstliche Würze q J°letten Strahlen. D ö,e geschlossenen Gla> "un m ber kalten Ze Herbreit nicht in b *' st-»ich! »hm F° «t.feinen Suft. üa S|eil“ möglichen $i *? [0 halb »enn roir „ ^borbereitt S-r ,e,ngjn5^" 0e6el-n1i pn tonnten in 10^«' He, ßetzApe |d)Iac tin WursM einen Topi .ß. e5 Es gutes und feine Ls braucht vorher _ !Itl se em an ern ? eber nicht 3 öjg heiß /nrach^ orbl nuan orw . paflr |llbhr,n 3 f‘ini ®U s'lfb mir lud) ein S* gern u" °LnI° gut, n -rff tote ®e6elfuppe® Mcht-r flnttoffe'n °° SS'Sn »SK öie gQn,„ 1° eine 80 ? «it t Sen >3 > k'">n St ft" SIn® m! Äfba"° S ? S: löeni9er ä9L M I h ii \®eqem?Utetl I» en Blafff unbeftän» en freunbs Wen hoch, Wnter Le. U sich auch Wveflkch^ M'ngestellt. ■ des Rei. ■ währet Wckeinflutz M Zwischen I Morgens Inb, südlich NVU 13Q derschlagg- uren, süd- ffNo Lm, L< lnb naiio, rn Land, L dinauz °ch. der |x ei9Unq d°nl des EU5Nq[, fj bedeu. leerten, bedeutete volle $e, FIs Leiter f ?fluß- MLern- chngsvolle Solms bes Präsi- 15,1 Grad * morgens mum heule in 10 cm 16. 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Wer nun das Glück hat, selber [ ein Wutzchen zu schlachten, oder von lieber Hand ; einen Topf Wurstsuppe zu erhalten, kann manch gutes und billiges Essen auf den Tisch bringen. Es braucht gar keine frische Wurst dabei zu sein. Die berühmten Löffelerbsen quillt man am Tag vorher in Natronwasser ein und kocht sie ohne Salz am andern Tag im selben Wasser weich, läßt sie aber nicht zerfallen. Dann wird die Metzelsuppe heiß gemacht und die dicken Erbsen hineingeschüttet. Dann kommt ordentlich Majoran und Thymian dran, und wenn die dicke Suppe nicht von selber fett ist, ein paar ganz fein geschnittene Speck- grieben. Ist keine Wurst in der Suppe geplatzt, I können wir auch ein paar Löffel Blut mit lauwarmer Brühe verrühren und hineinschütten. Das Blut gibt uns gern unser Metzger. Ebenso gut, aber ganz anders schmeckt die Metzel- fuppe, wenn wir Linsen ausquellen und, weich gekocht, hinein tun. Dann geben wir statt Majoran und Thymian tüchtig kleingeschnittenen Lauch dazu. Wir können auch etwas ganz anderes als sonst aus der Metzelsuppe machen. Da steht noch ein Rest gekochter Kartoffeln von gestern. Für fünf Pfennig Hefe tun wir in eine Schüssel, zerkrümeln sie und streuen einen Eßlöffel Zucker darauf. Nach 30 Minuten ist die Hefe ganz dünn. Dann verquirlen wir zwei Eier damit, sieben nach und nach 500 Gramm von unferm neuen Haushaltmehl, Type 812, dazu und verkneten alles mit einem Viertelliter Buttermilch zu einer Kugel. Fängt sie an zu gehen, kommt eine Tasse geriebene Kartoffeln dazu, und der Teig geht wieder, aber nicht so sehr hoch. Die Metzelsuppe wird zum leisen Kochen gebracht. Von dem Teig stechen wir eigroße Klöße hinein. In fünf Minuten sind sie gar. Wir richten sie mit der Metzelsuppe an. Für salzige Lecker gibt es dazu eine Dillgurke, für süße etwas Marmelade. An dieser Menge können sich drei bis vier Personen satt essen. Das erste, was uns der erwachende Frühling beschert, ist jetzt schon frischer Kerbel. Wir würzen zur Abwechselung, statt mit Petersilie, damit einmal unsere Fleischsuppe. Auch eine Hafermehl- suppe mit diesem ersten frischen Frühlingsgrün wird freudig begrüßt werden. Koche mit Wasser, wenig Salz und Hafermehl eine kundige Mehl- • suppe, gib etwas Milch daran, einen kleinen Strich Butter in jeden Teller, etwas gehackten frischen j Kerbel und eine Spur gut aufgelösten Hellen Honig. Es wird von vielen Seiten dazu geraten, Würzkräuter in Blumentöpfen zu ziehn, um immer etwas frisches deutsches Gewürz bei der Hand zu haben. Auch soll dadArch der Markt entlastet werden. Und mancher Liebhaber dieser frischen Kräuter betreut nun eifrig auf dem Fensterbrett sein Liebstöckel-, Schnittlauch-, Petersilien- oder Rosmarintöpfchen. Wir wollen hoffen, daß er keine Enttäuschung erlebt, denn zum Ziehen von Gewürzkräutern gehört mehr, als nur liebevolle Pflege geben kann. Das, was den Pflanzen ihre köstliche Würze gibt, ist der Einfluß der ultravioletten Strahlen. Diese können aber nicht durch die geschlossenen Glasfenster bringen. Wenn wir nun in der kalten Zeit unsere Pflanzen auf dem Fensterbrett nicht in die Außenluft bringen können ober sie nicht ohne Frostgefahr am offenen Fenster lassen können, so wachsen sie wohl, haben aber fast gar keinen Duft. Darum lüften auch bie Gärtner bei jeher möglichen Witterung ihre Frühbeete. Auch wir müssen, so balb es nur geht, sorgsam acht geben, wenn wir ein Weilchen bie Würzkräutek am Tag in bie frische Luft setzen. Dann werben wir auch keine Mißerfolge haben. ichet! m teilet 3 Paa'’ > fangt nimmt jrsam »shalb Gut borbemtet-W umgezogen Aus der Technik des Umzugs. Es gibt Hausfrauen, bie bereits am Abenb bes Umzugstages nicht nur bie Familienmitglieder, fonbern auch schon bie ersten Gäste um einen sorgfältig gebectten Tisch versammeln — es gibt aber auch solche, bei benen bie unausgepackten Kisten noch nach mehreren Wochen in ber Wohnung herumstehen unb so einen Umzug zum Schrecken für bie ganze Familie machen. Dabei kann ber Umzug, wenn er von ber Hausfrau gut vorbereitet ist, so ruhig unb unauffällig nonftatten gehen, baß er bie arbeitenben Mitglieder der Familie nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Allerdings muß die Frau des Hauses bereits vorher mit ihren Vorbereitungen beginnen. Zu diesem frühen Zeitpunkt kann sie zuerst einmal mit dem Reinigen und Waschen all der Sachen beginnen, die bei dem Transport nicht wieder schmutzig werden, z. B. Decken, Gardinen unb schließlich die Teppiche, die man selbst sorgfältig reinigen kann. Schon bei diesen Arbeiten stößt die Hausfrau auf vielerlei Reparaturen im Haushalt, die schon zu diesem Zeitpunkt gemacht werden können, etwa eine kaputte Steppdecke, eine schadhafte Matratze usw. Auch das Anstreichen und Auffrischen von den Küchen- und Balkonmöbeln ist ein dankbares Betätigungsfeld. Nicht weniger wichtig ist das „in Ruhe aus- sortieren" all der Dinge, die man in die neue Wohnung nicht mitnehmen will. Dazu muß man sich Zeit lassen. Denn in der Hast wirft man doch vielleicht manches fort, was man später doch noch brauchen könnte. In jeder Wirtschaft häufen sich ja doch trotz allen guten Willens bie oerschiebensten unnützen Gegenstänbe an. Unb ger-abe ber Um- 3.ug ist bekanntlich bie beste Gelegenheit, bei ber sich die oerschiebenen Familienmitglieber von so manchem alten Tröbel trennen. Besonbers ber Bücherschrank unb ber Schreibtisch (siehe bas Fach Mit alten Briefen!) sollten einer grünblichen Durchsicht unterzogen werben. Aber auch ber Haushalts- lajrant hat bas meistens nötig, bamit ber „gute Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, lb. März 1958 Aus dem Reiche der Krau. Porzellantopf, echt Meißen", ber so hübsch ist, aber leiber unbicht, nun hoch enblich in ben Mülleimer wanbert. In den letzten zwei Tagen vor dem Umzug hat die Frau des Hauses noch einige besondere Arbeiten, mit deren Durchführung sie sich ben gefürchteten Umzug erleichtern kann. Da muß jeher Schlüssel von ben Schränken abgeschlossen unb abgezogen sein, bann ein kleines Pappschilb mit bem Kennwort „Spielschrank" usw. bekommen, unb schließlich sammle bie Hausfrau alle Schlüssel in einer Tasche. Auch für einen Korb sollte sie sorgen, in bem sich alles an Tellern, Tassen, Löffeln usw. befinbet, was bie Familie zu ben Mahlzeiten braucht. Unb ebenso packe man einen Koffer, 5er all bie Dinge enthält, bie bie Familie zur Nachtruhe benötigt, Nachtzeug, Waschzeug, Hanbtücher usw. Wer gut gegessen unb richtig geschlafen hat, wirb am nächsten Tag bop- pelt so freubig an bas schwere Tagewerk gehen. Bis zuletzt behalte man in her alten Wohnung Besen und Kehrichtschaufel zurück, um die Wohnung „besenrein" übergeben zu können. Vor dem Hinausgehen müssen aber auch bie Fenster gut geschlossen werben, alle Leitungshähne festgebreht sein, unb außerbem vergesse man nie, ben Stanb bes Gas- unb Elektrizitätsmessers abzulesen. Alles bas erspart viel Aerger. Nur so gehe man als Letzter aus ber Wohnung. Trotzbem muß dafür gesorgt werden, daß b e - reite bei ber Ankunft bes Möbelwagens ein Familienmitglied in der neuen Wohnung bereitsteht, bas ben Ziehleuten Bescheib gibt, wohin bie einzelnen Gegenstänbe gebracht werben, in welches Zimmer, in ben Keller ober auf ben Boben. Unnützes Hin- und Herschleppen verärgert nämlich und kostet Zeit. Das Beste ist natürlich, wenn der Hausvater einen Wohnungsplan anfertigt, in dem jeder Raum mit ben ihm gehörigen Möbeln verzeichnet steht. Für schwere Bücher- unb Porzellankisten schasse man umgelegte Teppiche, bamit ber Fußboben nicht unnötig beschäbigt wirb. — Wichtig für ben Umzugstag ist auch der gefüllte unb georbnete Hanbwerks- faffen, bamit nicht nach jebem Nagel ober etwas Gips zum Kaufmann geschickt werben muß. Wer einen Umzug so vorbereitet, braucht ihn nicht zu fürchten. Zu biefen kleinen techyischen Hilfsmitteln vor allem noch ein bißchen Sönnen- schein unb bazu viel gute Laune, — unb man barf ben gutgelungenen Umzug als ein glückliches Vorzeichen für ein neues Beginnen im neuen Heim ansehen. Ch. K. Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Frühjahrskostüme — zweifarbig zeigt heute unsere Modeskizze. Unb zwar besteht bas Kostüm links aus einem schottisch-karierten Fa11enrock unb einer apart geschlossenen, honiggelben Wolljacke, unter ber eine dunkelblaue, kurzärmelige Wollblus^ getragen wird. Die Farben des Schot- ten-Karos sind gelb unb dunkelblau unb elfenfein. Der kleine Hut ist aus gelbem Haarfilz mit blauer Banbgarnitur. Aus einem blaugrauen Rock unb einer bloßroten Jacke in grober, weicher Wolle besteht bas Kostüm in ber Mitte. Apart wirkt bie Schnittform ber Jacke mit ihrem Schulterteil, bem angeschnittenen Halsbünbchen unb ber durchgehen- ben Knopfleiste. Die Bluse ist dunkelblau, ebenso ber kleine Bolerohut. Zu einem graugrünen Fa 11enrock aus grober Wolle zeigt bas Mobell rechts eine sportliche Jacke aus holzfarbenem, groben Leinen mit großen Naturholzknöpfen. Zu ihm wirb ein flacher Hut aus braunem Exotenstroh und eine Bluse aus braun-grün gemusteter Rohseide getragen. H. Mhs? machen Toilette V. A. Wenn bie Möbel beim Umzug auf ber Straße stehen, wollen sie sich ebensowenig wie wir Menschen schmutzig unb unansehnlich präsentieren. Aber auch wenn sie ben Stanbort nicht wechseln, verlangen sie außer ber täglichen Säuberung beim Großreinemachen sozusagen ein grünbliches Bab. Wie bie Haut ber Menschen, so sinh auch bie Flächen unserer Hölzer verschieben empfinblich. Je nach ber Jnbivibualität ber Hölzer müssen deshalb un- terschiebliche Reinigungsmittel unb -verfahren angemenbet werben. Natur Hölzer, z. B. Eichenmöbel, werben nur gut entstaubt unb nicht emgewachst, weil sie sonst leicht blinb werben. Weiße Naturhölzer, wie Tischplatten aus Ahorn, lassen sich leicht mit Seifenwasser unb feinem Sanb reinigen. — Hölzerne Küchengeräte, wie Löffel unb Quirle, werben zeitweise in Essigwasser ausgekocht, um wieher ganz weiß zu werben. Wenn sich kleine Brettchen babei verstehn, läßt man sie, in ein nasses Tuch gewickelt, gut beschwert, ein bis zwei Tage liegen. Ist ber Form wegen Auskochen nicht möglich, bann wirb ber Gegenstanb mit einem Brei aus weißer Walkerbe bestrichen (im Hanbel erhältlich), einen Tag liegen gelassen unb bann gut abgewaschen. Gestrichene Möbel werben mit einem feuchten Tuch abgerieben unb mit einem trockenen Tuch gut nachgerieben. Zur grünblichen Reinigung nimmt man abgekochtes Panamarinbe- ober Kleiewasser, Sollten noch Flecke Zurückbleiben, hilft Sal- miakwasser. Gebeiztes unb gewachstes Holz barf nicht abgewaschen, fonbern nur gut mit einem trockenen, weichen Wolltuch abgerieben werben. Ränber, trübe Stellen unb Flecke entfernt man burch Abreiben mit bem Wolltuch, bas man in eine Mischung von weißem Wachs unb Terpentin getaucht hat. Gebeizte Möbel, bie sehr verkratzt sinh, schleift man mit Glaspapier ab, wäscht sie gut mit kaltem Wasser ab unb trägt bann sofort eine Auffrischungspolitur auf. Polierte Möbel werben täglich nur mit einem sehr weichen Wolltuch abgerieben. Bei emp- finblicher Politur kann schon ein hartes Tuch feine Schrammen verursachen. Zu nerm eiben ist bei polierten Möbeln: Wasser, Seifenwasser, Petroleum sowie Spiritus. Zur grünblichen Reinigung rührt man sich einen bünnen Brei aus Kartoffelmehl unb Del an, trägt ihn leicht auf unb poliert gut nach. Ein gutes Fleckenmittel für polierte Möbel stellt man sich aus gleichen Teilen von Essig, Terpentinöl unb Leinöl her. Durch Aufstellen zu heißer Gefäße entftanbene Räuber vergehen, wenn man bie Stellen einige Zeit lang mit Zigarrenasche eingerieben, stehen läßt unb bann gut nachreibt. Lackierte Gegenstänbe werben mit einem weichen, in Leinöl getauchten Tuch abgerieben. Hartnäckige Flecken unb leichte Schrammen lassen sich burch Abreiben mit einem erwärmten Gemisch aus Mehl unb Del entfernen. Schleiflackmöbel bürfen weher mit Benzin ober Terpentin noch mit scharfen Mitteln behandelt werben. Zur gründlichen Reinigung wäscht man das Holz erst mit kaltem Wasser ab, bann noch einmal mit einer Abkochung von Panamaspänen ober Kleiewasser, spült bann nach unb reibt mit weichem Tuch ober Leber gut trocken, fieber möbel werben mit weißem Schuh- erme aufgefrischt unb abgerieben. Helle Schrammen werben mit Schuhcreme in ber Farbe des Lehers eingerieben unb bann gut nachpoliert. Dr. W. Kind und Tier. Von Julie Schlosser. Kinber beim Spiel zu sehen, ist meistens etwas Wunderschönes. kann auch etwas sehr Bedeutsames sein: im Spiel sagen Kinder unbewußt mehr von sich selber aus, als an irgendeiner anderen Stelle. Was sie beeindruckt hat, was sie an starken Einflüssen umgibt, das stellen sie irgendwie im Spiel bar. Wo nun eine Zeit so sehr von ber Technik beherrscht wirb wie bie heutige, muß es auch bie Welt ber Kinber sein. Und das sagen ihre Spiele ganz deutlich. Das erzählt sogar schon her Wortschatz der ganz Kleinen, — sie sagen „Auto", fast ehe sie Papa und Mama sagen. Auch das moderne Spielzeug unterstützt dieses Interesse für die technischen Dinge. Das hat eine tiefe und starke Wirkung auf den kleinen Menschen im Werden. Vom Wert oder Unwert dieses Zustandes völlig abgesehen: es ist sicher, daß dieser starke Einfluß der Technik, und eines Lebens, das sie so sehr beherrscht, außerordentlich einseitig ist und einen Ausgleich braucht, weil sonst eine Kinderseele sich auch nur einseitig entwickelt, nur krüppelhaft entfalten kann. Wenn ein Mensch nicht verkümmern soll, braucht er irgendeine Berührung mit bem Unermeßlichen besten, was es außer unseren menschlichen Werken gibt, mit bem, was unabhängig von uns ba ist, was in Ruhe wirb, entsteht, nicht fabriziert wirb, was unerklärlich, Geheimnis ist: eben mit ber Natur. Nicht mit der, die mit einem winzigen Teil ihrer Kräfte in unserem Dienst steht, sondern mit her Natur da, wo sie im letzten Grunde unserem Zugriff und Belieben doch unerreichbar bleibt: mit den Tieren und Pflanzen. Aber wenn Kinder Tieren und Pflanzen begegnen, kommt alles darauf an, daß die Tiere und Pflanzen nun nicht einfach auch als Dinge, als Ware, als bloße Nutzungsobjekte betrachtet werden, sondern als das, was sie sind: Wesen, ähnlich wie wir und doch anders, durch die gerade deshalb unsere Welt bereichert und unsere Erziehung vertieft wird. Das stille und wundersame Leben ber Pflanze begegnet uns überall: im Baum auf ber Straße, im Blumentopf am Fenster, in ben bunten Früchten, die auf den Wagen verkauft werden, in ben Blättern, Knollen unb Wurzeln in ben Gemüse- läben. Es begegnet bem Kinb auf Wanberungen mit ber Schule ober im Laubengarten. Man kann bem Kinb selber bie Pflege biefes Lebens anvertrauen, unb hierbei wirb es das stille Werden nach unwandelbaren Gesetzen kennenlernen, demgegenüber es keine Möglichkeit des hastigen Machens gibt. Wo man ihm Tiere nicht nahebringen kann, vermag sie diesen Umgang auch in manchem zu ersetzen. Denn alle Uroorgänge des Lebens sieht es ja in ihr, und obendrein ist sie so wunderbar mit ben Kräften bes Weltalls nerbunben, baß sie immerfort über sich selbst hinaus weist, zu Sonne und Wind, zum Wasser und zu den unsichtbaren Strahlen — denn diese alle schaffen an ihr, und sie selbst schafft lautlos mit. Aus der dunklen Erde und der farblosen Luft baut sie ihren schön gegliederten, lebendigen Leib. Schwerer ist es, einem Stadtkind ben nahen Umgang mit Tieren zu verschaffen. Unb ganz gewiß ist es erzieherisch wertvoller und menschlich besser, man versagt einem Kinde das Tier, das es halten möchte, als daß man die Tiere wieder zum Mittel, zur Sache macht und sie, um dem Kind eine Freude zu bereiten, in Verhältnisse bringt, die eine Qual für sie sind. Bewußter Verzicht, um einem anderen Leid zu ersparen, bedeutet immer einen Gewinn. Tiere sind dennoch in der Welt des Kindes vorhanden. Da sind Katzen im Hof, Vögel, Hunde, Pferde, Infekten — und da find unendlich oft Tiere in Not, oder doch unverstanden in ihrer Wesensart, mißachtet und falsch behandelt. Im all- gemeinen ist ein großes Interesse für Tiere unb ihr Schicksal bei Kinbern zu finden. Kinder haben auch das unmittelbare Gerechtigkeitsgefühl bem Tier gegenüber, bas ihm fein Lebensrecht gönnt, unb berounbern unb lieben es ohne allen Dünkel. Sie sehen baburch oft mehr unb richtiger als bie Erwachsenen: ihr Gefühl ist noch unverbildet, und ihr Auge aufmerksam auf die Dinge gerichtet. Ihre Stellung zum Tier, wie sie nicht immer, aber in ber Regel ist, wirb entzücken!) klar in ben Worten bes Dreijährigen, der mit seinem Fingerchen der Fliege am Fenster folgte und andächtig dazu sagte: „Godes Tier kann lopen!" Aber jeder weiß, daß Kinder auch grausam sein können, Feinde und Quälgeister ber Tiere. Das kommt manchmal nur aus Wißbegierde. Oft kommt es auch bem Verlangen bes kleinen Menschen nach Herrschaft unb Geltung, unb manchmal auch aus wirklichem Quältrieb. Deshalb ist es so wichtig, daß Grausamkeit, ja auch nur Rücksichtslosigkeit 'gegen Tiere nicht gebulbet wirb; bleibt sie unüberwunden, so gibt es einen Bruch in ber Seele bes Kinbes. Entweber Grausamkeit unb Brutalität sind etwas, was ausnahmslos überall verneint wird, — oder man wird nicht Herr über sie. In solcher Grausamkeit steckt aber als etwas Positives der -Tätigkeitsdrang, und dieses Verlangen nach einem Tun, in dem das Kind seine eigene Macht sieht, muß nur auf bas rechte Ziel gerichtet werben. Das Verlangen ber Kinber bannet), etwas zu leisten unb zu sein, kann befriebigt werben gerabe, inbem man sie zu Helfern und Schützern der Wesen macht, die 'in irgendeiner Weise schwächer sind als sie. Eine besondere Schwierigkeit entsteht da, wo Kinder miterleben, daß ein Mensch schädliche Tiere vernichten muß. Oft sehen sie es mitleidlos mit an, oft sind gerade sie bie sehr sachlichen Verteibiger der Tiere. Und diese Gerechtigkeit sollte man ja nicht verletzen, an anderer «feile könnte sie uns sonst einmal bitter fehlen. Aber was denn tun — es geht hoch nicht an, alle Schüblinge leben zu lassen!' Es geht aber wohl an, jebe Vernichtung von Leben als eine ernste Sache zu nehmen 'und sie sich nur m einem wirklichen Notfall zu gestatten. Und es ist zu überlegen, wie man möglichst schonenb unb rasch babei zu Werk gehen konnte. Oft wäre es auch gar nid)! nötig, zu töten, wenn man sich nur die Muhe machte, einen anderen Ausweg zu suchen. Zum Beispiel beim Schutz ber Vogel vor Katzen: Wie schnell ist man bereit, Würgefallen aufzustellen, mit Steinen ein Tier vielleicht blinb zu werfen, während man boch im Garten durch Schutzringe um die Baume und anbere einfache Mittel' sehr wohl das erreichen konnte, was man will. Jeder Tierschutz, verein gibt Auskunft darüber. Nationale Truppen bedrohen Kataiomen Weiterer Vormarsch an der Aragon-Front. - Die Stadt Laspe besetzt. Salamanca, 16. März. /2% Franks. Hyp. Liquidation 6y2% Rheinische Hyp. Liquidation steuergutschein-Berrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6& Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 RetchSbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Privat-Bank ... 6 Deutsche Diskonto............ 6 ZÜ, 14.März 15.März 14.März 15.März Amtliche Notierung Geld | Briet Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld f Brief Buenos Arres............. 0,640 0,644 0,641 0,645 Japan.................... 0,723 0,725 0,723 0,725 Brüssel................... 41,84 41,92 41,92 42,00 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5.706 Rio de Janeiro ............ 0,144 0.146 0,144 0,146 Oslo ............. 62,32 62,44 62,30 62,42 Bolen.................... Kopenhagen............... 47,00 55,36 47,10 55,48 47,00 55,34 47,10 55,46 Wien..................... Lissabon................. 48,95 11,265 49,05 11,285 48,95 11 ,26 49,05 11,28 63.95 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm............... 63,85 63,97 63,83 London .................. helsingsor»................ 12,40 5,485 12,43 5,495 12,395 5,485 12,425 5,495 Schweiz.................. Spanien............. 57,29 57,41 57,22 57,34 Paris.................... Holland ............... 7,722 138,26 7,738 138,54 7,453 138,00 7,467 138,28 Prag..................... Budapek................. 8,701 8,719 8,721 8,733 gtalteu................... 13,03 13,11 13,09 13,11 Neuyork•••••••••••••••••. 2,483 2,487 2,490 2,431 Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. Ettingshausen — Hungen 3 : 2. Am Sonntag trug die 1. Jugendmannschaft ihr letztes Pflichtspiel gegen Hungen aus. Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an. Es entwickelte sich ein spannender Kampf, der die Gäste leicht im Vorteil sah. Diese konnten auch durch zwei Tore ihre Ueberlegenheit ausdrücken. Die Platz- Besitzer konnten ein Tor erzielen. Nach dem Wechsel blieben die Platzbesitzer weiter überlegen und schossen auch bald den Ausgleich und das Führungstor. Somit blieben die Platzbesitzer mit 3:2 Sieger. Leihgestern I — Steinbach I 5:0. Die 1. Elf von Leihgestern konnte wieder einen eindrucksvollen Sieg erringen. Steinbach wurde mit 5:0 Toren geschlagen. Die Gäste legten zwar nach Anstoß mächtig los, kamen aber nicht über die Verteidigung hinaus. Bald setzte sich das bessere Zusammenspiel der Platzbesitzer durch. Arnold brachte seine Mannschaft in Führung. Gegen einen zweiter). Torerfolg, Arnolds wuchtigen Drehschuß,- war der sonst vorzügliche Torhüter Steinbachs machtlos. Leihgestern wurde nun eindeutig überlegen. Ein Bombenschuß, wieder von Arnold und aus dreißig Meter Entfernung, prallte am Torhüter ab, der Nachschuß wurde aber verwandelt. Nach der Pause gingen die Steinbacher noch einmal mächtig ins Zeug, aber die Angriffe wurden alle gestoppt. Die Platzbesitzer waren technisch erheblich überlegen. Das vierte Tor erzielte ebenfalls Arnold, er schied dann aber für kurze Zeit aus, nach Wiedereintritt stellte er aber durch Kopfstoß das Schlußergebnis her. Den tapferen Gästen blieb selbst das Ehrentor versagt. Leihgestern bestritt das Spiel mit folgender Mannschaft: Dutenhöfer; Velten, Laux II., Wede- mann, Dath, Textor; Martini, Arnold, Krieck, Laux I. und Heß. Die neu aufgestellte Jugend der Spvgg. empfing die Zweite des VfB.-R. Gießen zum Gesellschaftsspiel und siegte 5:4, nachdem die Gäste bei Halbzeit mit 4:3 in Führung lagen. 1. FE. 1926 Großen-Duseck — 1. Tv. Wieseck 9:1. Die Busecker zeigten sich wieder einmal von der guten Seite. Vor allen Dingen konnte der Sturm gefallen. Beide Mannschaften gingen mächtig aus sich heraus. Aber bald sah man die Ueberlegenheit der Einheimischen hervortreten, die Angriff auf Angriff vor das Gästetor trugen, doch vorerst nichts erreichten, bis eine schöne Kombination des gesamten Sturmes vor dem Tore landete. Harbach I. brachte die Einheimischen in Führung. Es dauerte nicht lange, da hieß es durch denselben Spieler 2:0. Harbach hatte einen ganz großen Tag; in kurzen Abständen ließ er noch fünf weitere Tore folgen. Aber auch Wieseck kam inzwischen mehr auf, und ein schöner Durchbruch wurde von dem Halblinken mit dem Ehrentor besiegelt. Kaum hatte man Anstoß gemacht, da erwischte Hofmann das Leder, überspielte die Gäste, dann ließ er aus 16 Meter Entfernung einen Prachtschuß ab, der von der Innenkante ins Tor sprang. Kurz darauf konnte Henß den 9. Treffer folgen lassen. Das Handballspiel in der Halle. Auszug der wichtigsten Spielregeln. Die bisher durchgeführten Gießener Hallen-Hand- ball-Turniere haben immer wieder gezeigt, daß weder die teilnehmenden Mannschaften, noch die Zckschauer die einschlägigen Regeln so beherrschen, wie das im Interesse einer reibungslosen Abwicklung derartiger Turniere von großer Wichtigkeit ist. Wenn sich auch die Spielregeln des Hallen- Handballspiels eng an den Feldhandball anschlie- tzen, so gibt es doch gerade für den Hallensport kennzeichnende Unterschiede. In der Halle erfährt das Handballspiel seine höchste Steigerung was Laufkönnen, Gewandtheit unb blitzschnelles Erfassen der Spiellage, Ballbeherrschung der Spieler und Schnelligkeit anbelangt. Spielfeld und Hallenmannschaft. Die Spielfeldgröße der Gießener Volkshalle beträgt 25X40 Meter. Die Ausmaße der Tore sind 2,10 auf 3,60 Meter. Der Torraum öder auch als Wurfkreis bekannt, wird durch einen 6-Meter- Abstand vom Tor geschaffen. Zu dieser Torraumlinie gleichlaufend wird in drei Meter Abstand eine weitere Linie gezogen, die Freiwurslinie, die bei einem Freiwurf auf das Tor von den Angreifern nicht überschritten werden darf. An Stelle des 13 Meter im Feldhandball tritt der 7-Meter-Wurf. Der Anwurfkreis wird durch die beiden Anwurf- linien, die beiderseits von der Mittellinie 3 Meter entfernt find, ersetzt. Zu jeder Mannschaft gehören 7 Spieler und drei Auswechselspieler. Auswechselspieler ist auf keinen Fall gleichbedeutend mit Ersatzmann! Ein Sieg im Hallcn-Handball ist nicht zuletzt auch ein Erfolg kluger Ablösungstaktik. Allerdings dürfen diese Spieler erst dann eingestellt werden, wenn die zu ersetzenden Spieler das Feld verlassen haben. Hinausstellung auf Zeil. Bei leichteren Vergehen kann der Schiedsrichter auf 2, bei schweren üuf 5 Minuten Zeitausschluß erkennen. Durch diese Handhabe wird sich der Unparteiische eher zu einer Hinausstellung auf Zeit entschließen, wo ihm früher vielleicht eine endgültige Verweisung Dom Spielfelde selbst als zu harte Strafe erschien. Es ist selbstverständlich, daß die betroffene Mannschaft nun auch unvollständig weiterzuspielen hat. Werfen und Fangen. Diese Bestimmungen unterscheiden sich grundlegend von den Regeln des Feldhandballs. Der Ball darf von dem gleichen Spieler zwischen Ballannahme und -abgabe nur einmal getippt werden. Der Spieler kann also im Höchstfälle nur 6 Schritte mit dem Ball laufen. (Ballannahme — drei Laufschritte — Tippen — drei Laufschritte — dann nzuß die Abgabe erfolgen.) Ist dis Ballannahme mit einem Tippen verbunden, dann muß die Weiterleitung schon innerhalb der nächsten drei Schritte erfolgen. Die drei Sekundenregel gilt selbstverständlich auch in der Halle. Die Beschränkung im Halten und Spielen des Balles zwingt zum Mannschaftsspiel. Die Bestimmungen über Spielgerät, Verhalten zum Gegner, Torraum, Torwart, Torgewinn und Einwurf sind die gleichen wie beim Feldhandball. Alle von den Spielfeldgrenzen, vom Tor oder Torwart abprallende Bälle bleiben im Spiel, d.h. es wird nicht gepfiffen. Der Torwart unterliegt nicht den Bestimmungen über Ecke. Er kann also den Ball in der Abwehr über das eigene Tor befördern. Freiwurf. Bei dem Freiwurf gibt es nur in der Nähe tes Tores eine Aenderung. Ist die Stelle bei einem Freiwurf der angreifenden Mannschaft dem Torraum näher als drei Meter, so wird der Freiwurf wenigstens drei Meter vom Torraum, also auf der Freiwurflinie ausgeführt. Nur die verteidigende Mannschaft kann an der Torraumlinie Aufstellung nehmen, während sich sämtliche Angreifer hinter der Freiwurflinie befinden müssen. Der 7-Meker-Wurf. Der 7-Meter-Wurf bringt hinsichtlich im Verhalten zum Gegner eine Verschärfung. Er wird bei groben öder rohen Verstößen aus dem Felde heraus, gleichgültig, wo das Vergehen geschah, gegen die übertretende Mannschaft verhängt. Bezüglich der Anständigkeit des Spielers bedeutet diese Erweiterung der Regel eine zu begrüßende Neuerung und hilft mit zur sportlichen Erziehung. Bei einem .7-Meter-Wurf müssen sämtliche Spieler außer dem Torwart und dem Werfer Aufstellung hinter der Freiwurflinie nehmen. ' Abseits! Beim Hallenhandball gibt es kein Abseits! Auch die Strafecke ist in Fortfall gekommen. An Stelle der Strafecke wird ein Freiwurf drei Meter vom Vorraum (Freiwurflinie), und zwar von der Stelle aus, wo der Fehler begangen wurde, verhängt. Beim Einwurf ist zu beachten, daß durch Einwurf wie auch durch Anwurf unmittelbar kein Tor erzielt werden kann. Es erfolgt in einem solchen Fall Abwurf aus dem Torraum. Decken sich die Seitenlinien mit der Wand oder der Umsäumung der Halle, so bleibt der Ball im Spiel, wenn er die Seitenwand berührt oder von ihr abprallt. Zabresröcksckau des Tv. Mendorf (Lahn) Der Turnverein Allendorf (Lahn) hielt bei Mitglied Henkelmann seine Jahreshauptversammlung ab, zu deren Beginn der Vereinsführer Alb. Luh zunächst des durch Unfall ums Leben gekommenen Mitglieds Heinrich Volk gedachte. Der Vereinsrechner gab sodann den Kassenbericht bekannt, der bei 582,19 RM. Einnahmen 'unb 456,87 RM. Ausgaben, sowie bei 14,10 RM. Außenständen einen Bestand von 125,32 RM. auswies. Das Sparkonto verzeichnete 160 RM. Dem Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr war zu entnehmen, daß der Turnbetrieb reger werden muß. Für die Zukunft soll enge Zusammenarbeit mit SA. und HI. erstrebt werden. Das Wintervergnügen brachte zugunsten des WHW. einen erfreulich hohen Ertrag. Der seitherige Vereinsführer wurde einmütig in seinem Amte erneut bestätigt. Rechnungsprüfer wurden die Kameraden Ernst Baumann und. Friedrich L uh. Abschließend wies der Vereinsfüh'r rer auf das deutsche Turn- und Sportfest 1938 hin. Teilnehmer erhalten einen Zuschuß aus der Veri einskasse. Kurze Sportiwtizen. Die U C I, der internationale Radsport-Vgrband,> hat für ihr Wirkungsbereich die gegen die deutschen Sechstagefahrer Kilian, Vopel, Hürtgen und Kors- meier ausgesprochene Bestrafung (ein Jahr Suspendierung!) 'aufgehoben, so daß einer Teilnahme der Deutschen am Londoner Sechstagerennen nichts mehr im Wege steht. Nundfunkprogramm Donnerstag, 17. März. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zcrt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.55: Der Formfehler. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. Wiederholung des Liederblattes 25. 11.40: Volk und Wirtschaft: Warum Facharbeitermangel? 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Wiener Blut". 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Reichs- schünke Götz von Berlichingen. 15.45: Allerlei vom Sport der Woche. 16: Unser ewiger Wagner (V). 17: Nachmittagskonzert. Musik aus klässischen Spielopern und -operettey. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 19: Nachrichten. 19.10: Abendkonzert: Landschaftsbilder. 20.10: Klang der Landschaft: Waldeck. Das Bergland zwischen Eder und Diemel. 21: Aus Dublin: Irisch-europäisches Konzert. 22: Nachrichten. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der 7 Schriftleitung.) G. in G. Bäume und Sträucher dürfen, soweit fi'e mehr als zwfi Meter hoch sind, nur in einem Abstand von zwei Meter, sofern sie zwei Meter oder weniger als zwei Meter hoch sind, nur iit einem Abstand von einem halben Meter von der Grenze -des Nachbargrundstückes gehalten werden. Der Abstand wird von der Mittelachse des Baumes oder Strauches bis zur Grenzlinie gemessen, und zwar an der Stelle, wo der Baum oder Strauch aus dem Boden heraustritt. Durch Lokalpolizeiverordnung können andere Abstände festgesetzt wer-- den; es kann auch hier bestimmt werden, daß Bäume und Sträucher von mehr als 2 m Höhe in bestimmten Teilen einer Gemarkung nicht gehalten werden dürfen. Werden Bäume oder Sträucher in einem geringeren als den vorstehend angegebene^ Abständen gehalten, so kann der Nachbar deren Entfernung verlangen. Die vorstehenden Vorschriften gelten nicht für Bäume und Sträucher in Gärtest, sofern die Gärten mit einer festen Umfriedigung versehen sind und die Bäume und Sträucher zL einer Zeit angepflanzt werden, zu welcher der Garten nicht an Aecker, Wiesen und Weinberge grenzte. Die gesetzliche Regelung ist erfolgt in § 907 BGB., in Artikel 124 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch, in Artikel 85 bis 87 des Gesetzes die Ausführung des BGB. betreffend, und im Gesetz, die Entfernung der Baumpflanzungen von den Grenzen des Nachbars in den Provinzen Starkenburg und Oberlstssen betreffend, vom 23.1. 1861. Es hat Gott gefallen, unsere liebe Mutter und Großmutter, die 18 März, 14 Uhr, vom Bahnhof aus statt. 1698D Gießen, den 16. März 1938. Die Trauerfeier findet heute Mittwoch, den 16. März, nachm. 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt 01227 Gießen (Kirchstraße 1), den 16. März 1938. Die Beerdigung findet in Rodheim an der Bieber am Freitag, dem Karl Schmidt, Pfarrer Ilse Schmidt, geb. Lohde Heinrich Heymann, Professor und 5 Enkel. Die trauernden Hinterbliebenen : Geschwister Böhling. Pfarrerswitwe Karoline Schmidt, geb. Seipel nach einem gesegneten Leben von 78 Jahren in sein Reich abzurufen. Am 13. März entschlief sanft unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Böhling im 46. Lebensjahre. g. Abstamm. und A. IPasch & Co., Solingen 51. fort preiswert zu Gieß. Anz. iG82d hei Brühl, Schulstr. 1 bester Qualität liefen Fabrik direkt an Private. Sehr preiswert! Bequeme Teilzahlung! 1G93v Gratis-Katalog an fordern! 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März 1938, abends 8.30 Uhr, im Restaurant Frankfurter Hof,' Lindengasse 2 Tagesordnung laut Rundschreiben Mämr-Mm e.V. GIESSEN 1683D brauen fe ' uspfkgrfh r ttl Betr.: Die Bekämpfung des Frostspanners an Obst- bäumen; hier: die Entfernung der Klebegürtel. Bekanntmachung. Ich mache die Obstbaumbesitzer dapauf aufmerksam, daß die an den Stämmen der Obstbäume angebrachten Klebegürtel während des Sommers nicht an den Bäumen bleiben dürfen, sondern alsbald abgenommen und verbrannt werden müssen. Damit bie an den Stämmen unterhalb der Leimringe abgelegten Frostspannereier unschädlich gemacht .werden, sind diese Stammteile mit einer lOprozentigen Obstbaum- karbolineumlösüng zu bestreichen. 1688C Gießen, den 15. März 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat Don Werner Siebold 135 Seiten und 8 Kunstdrucktafeln. — Leinen RM. 2,85 (Es ist ein echtes Naturbuch und zugleich ein richtiges Jugendbuch, also kein trockenes Lehrbuch, sondern ein Lesebuch, spannend und lebendig, aus dem Anschauungs- und Dorstellungskreise etwa eines elfjährigen Buben heraus geschrieben. Wir glauben, daß diese Geschichte jungen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind, vertiefen und befestigen den Eindruck der Lektüre auf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weihnachtsgeschenk für seinen Jungen verlegen ist, wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. Gießener Anzeiger Hugo Bermiihler Verlag,Berlin-Lichterselde