Ur. 268 Erstes Statt 188. Jahrgang Dienstag, 15. November 1958 krlchetni tftgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uuftriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle MonalS'Sezugsprets. Mtt 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten- Anzeiger Gietzev Postscheckkonto: Kranlfnrt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittag» Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Brette 7 Rpf., für Text* anzergen von70mm Brette 50 Rps..Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg 25°/e mehr. 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Ob andere das tun, was insbesondere England in der Judenfrage tut oder läßt, ist für uns nicht von Belang und von keinerlei Einfluß auf unsere Haltung. Ebenso ist es nicht Englands Sache, tote wir in Deutschland die Judenfrage lösen werden." Auf die Frage, wie die Abgabe von einer Milliarde Reichsmark Praktisch durchgeführt werde, antwortete der Minister: „Lie wird in Form einer Abgabe eingezogen. Das jüdischeBermögen inDeutschland beträgt, wenn ich recht orientiert bin, etwa 8 Milliarden Reichsmark. Eine Reihe von weiteren Maßnahmen sind für die nächste Zeit zu erwarten. Im wesentlichen bewegen sie sich in wirtschaftlicher Hinsicht, und zwar dahingehend, daß wir die Juden aus dem offenen wirtschaftlichen Leben entfernen wollen, damit es nicht wieder Zusammenstöße gibt, wie sie in dieser Woche vorgekommen sind. Jedesmal, wenn in der Judenfrage eine akute Situation entsteht, hält sich das deutsche Volk an den, den es fassen kann. Es ist unmöglich, daß in einem nationalsozialistischen Staat, der antisemitisch eingestellt ist, ganze Straßenzüge von jüdischen Geschäften besetzt sind. Diese Geschäfte werden allmählich in arischen Besitz übergcführt. Zum Teil erstrecken sich die Gesetze auch auf das kulturelle Gebiet. Wir wollen die Juden nicht kulturell vernichten. Sie sollen ihre eigene Kultur pflegen. Es gibt in Deutschland einen jüdischen Kulturbund, der in Berlin Theater, Varietes usw. betreibt und über Konzertsäle und eigene Orchester verfügt. Er war vor drei Tagen geschlossen worden. Ich habe ihn wieder geöffnet. Mit anderen Worten: Wir wollen eine ganz reinliche Scheidung zwischen Deutschen' und Juden. Den Juden ist auch ein eigenes Winterhilfswerk gestattet worden. A)ie reichen Juden können Unterstützungen für die armen Juden geben, wir nehmen selbst keinen Pfennig von diesem Geld. Im übrigen ist man sich in der Welt im unklaren darüber, wie reich die Juden in Deutschland noch sind. Das zeigen die ganzen Reihen jüdischer Geschäfte am Kurfürstendamm, in der Friedrichstraße u. a." Mr. Joung ft eilte dann die Frage, ob diese Gesetze das jüdische Problem in Deutschland endgültig lösen würden. Die Antwort lautete: „DaS hängt vom Judentum selbst ab; davon, ob die Juden die Stellung im öffentlichen Leben einzunehmen gewillt sind, die wir ihnen zubilligen, nämlich die Stellung einer fremden Rasse, von der wir wissen, daß sie dem deutschen Botte ablehnend gegenübersteht. Versuchen sie wieder, durch die Maschen des neuen Gesetzes hindurchzuschlüp- feu, so wird eS neue Gesetze geben, damit neue Demonstrationen vermieden werden. Eine andere Mglichkeit besteht nicht". Zur Frage, ob sich die neuen, Gesetze auch auf britische, ame.ikanische und andere fremde Juden beziehen, gab der Minister folgende Erklärung ab: „Britische, amerikanische und Juden anderer Nationalität sind für uns Angehörige der britischen, amerikanischen oder anderen Nationalität. Darüber, ob sie Briten sind, haben wir nicht zu entscheiden, sondern das britische Volk selbst. Also können sich auch 'diese Gesetze nicht auf Juden anderer Nationalität beziehen. Sie gelten für uns als Ausländer. Reichsminister Dr. Goebbels betonte u. a., daß keine Absicht bestehe, die Juden in bestimmte Stadtviertel zusammenzuzwängen. Aber es seien natürlich Maßnahmen zu erwarten, um dem unmöglichen Zustand ein Ende zu machen, daß Judenfamilien mit zwei bis drei Köpfen Villen mit 20 bis 30 Zimmern bewohnen, während angemessener Wohnraum für deutsche Volksgenossen noch fehle. Die Juden könnten ihre Geschäfte verkaufen, von chren Renten leben oder sich nutzbringender Arbeit zuwenden. Es werde aber im Augenblick, in dem die Juden weiterhin provozieren und die Lage verschärfen, auch diese Tätigkeit eingeschränkt werden müssen. „Ich kann nur dringend betonen", so erklärte der Minister, „daß die ausländischenJuden, die jetzt gegen Deutschland eine Riesenkampagne entfesseln, ihren Rassegenossen im Reich einen denkbar schlechten Dienst erweisen. Ich betone, daß wir unsere Maßnahmen nicht aus einem Rachegefühl treffen, sondern daß das eine Frage der Zweckmäßigkeit ist. Auf eine Frage, ob denn die JudenDeutsch- land verlassen könnten, da man ihnen doch die Pässe abgenommen habe, stellte der Minister fest, daß dies den Tatsachen nicht entspreche. Soweit es doch geschehen sei, würden die Pässe wieder auSgehändigt. Deutschland habe nur ein Interesse daran, daß die Juden aus dem Lande gehen. Sie dürften einen gewissen Prozentsatz ihres Vermögens mitnehmen, natürlich im Rahmen des deutschen Devisenvorrats. Auf ausländisches Kapital und ausländische Unternehmen in Deutschland würden die Maßnahmen gegen die Juden selbstverständlich nicht angewandt werden. Mr. Joung wies dann auf Veröffentlichungen der deutschen Presse hin, daß Kritiken an den antijüdischen Demonstrationen durch einzelne Personen in England in Deutschland besonderen Widerspruch finden, weil die Art und Weise, in der England die Lage in Palästina behandele, ebenfalls Kritik herausfordere. „Sind Sie der Ansicht, Herr Reichsminister, daß diese beiden Fälle parallel lausen?" Dr. Goebbels bejahte diese Frage und fügte hinzu, er würde es begrüßen, wenn die englische Publizistik innerdeutschen Vorgängen gegenüber genau so fair und zurückhaltend wäre, wie die deutsche Publizistik es innerenglischen Vorgängen gegenüber sei und bei kritischen Anlässen öfter unter Beweis gestellt habe. Was insbesondere die Behauptung der Auslandspreise von einem „Bürgerkrieg" in Deutschland betrifft, so muß ich feststellen: Von Bürgerkrieg könne gar keine Rede sein. Ein 80-Millio- nen-Volk erhebe sich gegen die Provokationen von 600000 Juden. Das sei kein Bürgerkrieg, sondern die Auseinandersetzung eines Volkes mit seinen Parasiten. Die letzte Frage des Reuterkvrrespondentcn lautete: „Glauben Sie persönlich an die Möglichkeit besserer Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien?" Reichsminister Dr. Goebbels versicherte: „Ja, das glaube ich und wünsche ich. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden. Wichtiger noch als die politischen sind die Voraussetzungen psychologischer Art. England muß sich ein für allemal darüber klar sein, daß wir ein gleichberechtigter Partner sind, nicht mehr die Nation vom November 1918. Wenn aber die Welt weiter in der Mentalität von Compiegne und Versailles lebt, kann es keine guten Beziehungen geben weder mit -dem Volk noch vor allem mit den verantwortlichen Führern, die aus dem Volk hervorgegangen sind. Deutschland ist manchmal gerade in psychologischer Hinsicht schwer verletzt worden. Wenn das geändert würde, dann wäre damit für eine deutsch-englische Verständigung sehr viel getan." lichkeit annimmt, daß sie längst emigriert sind. Wider Erwarten hielten sich die besser situierten, versnobten, stark assimilierten, weltstädtischen europäischen Juden vom Besuch der jüdischen Veranstaltungen fern. Sie gingen lieber in ein deutsches Kulturinstitut. Dagegen ist mit der neuen Anordnung endlich eingeschritten worden. Das Ausland habe bisher von der Arbeit jüdischer Kulturorganisationen nur in ganz wenigen Fällen Notiz nehmen wollen. Man wolle nicht zugeben, daß es innerhalb des nationalsozialistischen. Deutschlands ein täglich spielendes jüdisches Theater gebe, in dem sich jeden Abend die Juden versammeln könnten und sich dort palästinensische oder ostjüdische Produkte, jüdische Dramatiker und Sonstiges aus ihrem Leben ansehen könnten. „Selbstverständlich genehmigen wir", so untersttich Hinkel, „in den jüdischen Programmfolgen keine Werke deutscher Meister, wie Wagner, Beethoven, Mozart. Ebenso im Schauspiel. Die Juden können aber aus dem Ausland alles an klassischen oder modernen Stücken holen, was nichts mit der deutschen Kunst zu tun hat. Es existieren heute noch in Deutschland jüdische Zeitungen und Zeitschriften, die aber ausschließlich vost Juden bezogen werden können und selbstverständlich auch nicht öffentlich verkauft werden. Diesen ist alles erlaubt, was nur jüdische Fragen, besonders was die Auswanderung in jeder Weise propagiert und Möglichkeiten füh die Juden aufzeigt, in andere Länder zu gehen. Selbstverständlich ist dieser jüdischen Presse nicht gestattet, daß sie sich um deutsche Fragen kümmert. Auch einer Reihe von Verlagen in Deutschland, die sich in volljüdischem Besitz befanden, ist genehmigt worden, Bücher jüdischer Autoren über jüdische Fragen, jüdische Novellensammlungen, Talmud-Hebersetzungen usw. herauszubringen; die meisten dieser altbekannten jüdischen Verlage hatten nicht zu klagen. Ebenso sind jüdische Buchhandlungen in den meisten Großstädten genehmigt worden, die natürlich ebenfalls schon äußerlich als „Jüdische Buchhandlung" zu erkennen sind. Auch zu gesellschaftlichen Veranstaltungen, zu Tanzveranstaltungen und ähnlichem könnten die Juden in bestimmten Lokalen sich zusammenfinden. Kein Jude mehr auf deutschen Hochschulen. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Der Reichsminister' für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat schon seit langem Juden nur in ganz beschränktem Umfange zum Studium an den deutschen Hochschulen zugelassen. Ein in Vorbereitung befindlicher Gesetzentwurf sieht vor, daß künftig kein Jude mehr zum Studium an deutschen Hochschulen zugelassen wird. Die auf Grund der ruchlosen Freveltat des'Klüden Grünspan entstandene Empörung des deutschen Volkes erforderte eine sofortige Maßnahme, da es nicht mehr länger deutschen Studenten zugemutet werden kann, in den Hochschulen und ihren Einrichtungen mit Juden zusammenzuarbeiten. Reichsminister Rust hat daher durch telegraphische Weisung an die Rektoren der deutschen Hochschulen ungeordnet, daß den Juden die Teilnahme an Vorlesungen und Hebungen sowie das Betreten der Hochschulen untersagt wird. Restlose Entfernung der Juden aus deutschen Schulen. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Nach der ruchloses Mordtat von Paris kann es keinem deutschen Lehrer und keiner deutschen Lehrerin mehr zugemutet wer* ben, atz jüdische Schulkinder Unterricht zu erteilen. Auch versteht es sich oon selbst, daß es für deutsche Schüler und Schülerinnen unerträglich ist, mit Juden in einem Klassenraum zu sitzen. Die Rassen- trennung im Schulwesen ist zwar in den letzten Jahren im allgemeinen bereits durch geführt, doch ist ein Restbestand jüdischer Schüler auf den deutschen Schulen übriggeblieben, dem der gemeinsame Schulbesuch mit deutschen Jungen und Mädeln nunmehr nicht weiter gestattet werden kann. Vorbehaltlich weiterer gesetzlicher Regelung hat daher Reichserziehungsminister Rust mit sofortiger Wirkung^ folgende Anordnung erlassen: Ju, den.ist der Besuch deutscher Schulen nicht gestattet. Sie dürfen nur jüdische Sckulen besuchen. Soweit es noch nicht geschehen sein sollte, sind alle zur Zeit eine deutsche Schule besuchenden jüdischen Schüler und Schülerinnen sofort zu entlassen. Wer jüdisch ist, bestimmt § 5 der Ersten Verordnung vom 14.11.1935 zum Reichsbürgergesetz (RGBl. I S. 1333). Diese Regelung erstreckt sich auf alle mir unterstellter» Schulen einschließlich der Pflichtschulen. Oes Führers Dank an die französischen Aerzie. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler, als Schirmherr des Deutschen Roten Kreuzes- hat den französischen Aerzten Professor Dr. Baumgartner und Dr. Paul als Zeichen seines Dankes für ihre von großer menschlicher Teilnahme erfüllten Bemühungen um den durch Meuchelmord tödlich verletzten Gesandschaftsrat vom Rath die Erste Klasse des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes verliehen. Die Heberreichung der Auszeichnungen erfolgte durch den deutfchen^Botschafter in Paris. Franz Sioehr t- Berlin, 15. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der F üch r e r sandte an die Witwe des verstorbenen alten nationalsozialistischen Kämpfers, des Ober* bürgermeisters v o n^ Sch n e i d e rn ü h l^ Franz S t o e h r, folgendes Beileidstelegramm: Nehmen Sie zu dem schmerzlichen Verlust, der Sie durch den Tod Ihres Mannes, meines alten Mit- kulturelles Eigenleben der laben in Deutschland. Oie Arbeit des Reichsverbandes jüdischer Kulturbünde. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Der Abteilungsleiter im Propagandaministerium, Hinkel, erklärte der Presse in Ergänzung der Anordnungen von Dr. Goebbels, die den Juden die Teilnahme an öffentlichen kulturellen Veranstaltungen verbietet, der nationalsozialistische Staat hat bereits im Sommer 1933 den damals aus dem deutschen Kunstleben, insbesondere aus dem deutschen Theater- und Musikleben ausgeschiedenen Juden zugestanden, sich in einer eigenen Kulturorganisation zur Pflege des eigenen jüdischen Kulturlebens zusammenzufinden. So ist bereits im Juli 1933 in der Reichshauptstadt der Jüdische Kulturbund gegründet worden. Vom 15. Oktober 1933 an spielte in der Reichshauptstadt ein rein jüdisches Theater vor ausschließlich jüdischem Publikum. Die Juden bekamen ein Theatergebäude zur. Verfügung gestellt, in dem sie mit jüdischen Künstlern Opern, Operetten und Schauspiele aufführten. Auch) betätigte sich die Ortsgruppe des Jüdischen Kulturbundes im Musikleben. In den nächsten Monaten bildeten sich solche Ortsverbände in den übrigen' Großstädten. Im Reichsverband sind 184000 volljüdische Mitglieder erfaßt worden. Die Organisation ist bisher nur einmal auf vier Wochen verboten gewesen, nämlich nach der Ermordung Gustloffs. Sonst hat sie in den vergangenen fünf.Jahren vollkommen ungestört gearbeitet. In der Winterspielzeit 1936/37 fanden im damaligen Reichsgebiet 2211 Veranstaltungen statt, Theater, Konzerte, Vorträge, Kleinkunstveranstaltungen, Unterhaltungsabende u. a. Im Reichsverband jüdischer Kulturbünde ist ein großer Teil jener Juden tätig, von denen sogar die deutsche Oeffent- Barbarische Methoden in Palästina. Englands Vernichtungskampf gegen die Araber. Neue Häusersprengungen. Jerusalem, 14. Nov. (DNB.) In Gaza wurden von britischem INilitar 8 Häuserin die Cuff gesprengt als Strafmaßnahme für die Beschießung von zwei Soldaten. Heber die Stadt wurde außerdem das Ausgehverbot verhängt. Das Dorf Quasiel unweit von Nazareth wurde von britischem Utilitär durchsucht. Als die Truppen abzogen, fielen einige Schüsse, die die Soldaten erwiderten. Angeblich gab es dabei mehrere Verletzte. Im Bezirk von Samaria wurden Durchsuchungen in den Dörfern Attara und Jammaia von britischen Truppen vorgenommen. Dabei wurde ein Araber auf der Flucht verletzt. Sechs Araber wurden festgenommen. In B e i s a n explodierte eine Bombe in einem Araberhaus, jedoch kam niemand zu Schaden. In Haifa ging ein jüdisches Geschäftshaus in Flammen auf. ■* Immer wieder kommen solche und ähnliche Nachrichten über den furchtbaren Dernichtungsfeldzug, den die britischen Behörden mit brutaler Herzlosigkeit gegen die arabische Freiheitsbewegung führen, zu uns nach Europa. Wenn sich bislang weite Kreise in ihrer Kritik weitgehende Zurückhaltung auferlegten, weil sie sich nicht in frerndeAn - gelegenheiten einmischen wollten, ist nun doch die Stunde gekommen, wo es sich nicht umgehen läßt, das Augenmerk der zivilisierten Welt auf jenen barbarischen Vernichtungskampf zu lenken, den britischen Imperialismus und internationale Bodenspekulation gegen den Lebenswillen eines freiheitsliebenden Volkes führen. Das ist um so mehr angebracht, als die englische Pressepropaganda jedesmal ein furchtbares Gezeter erhebt, sobald die zu ihrem völkischen Bewußtsein erwachten Nationen Europas sich von ein paar jüdischen Schmarotzern befreien, während dieselbe Presse es offenbar für ganz natürlich hält, wenn in Palästina ganze Dörfer in die Luft gesprengt werden und Frauen und Kinder dabei zugrunde gehen, nur weil ein freiheitsliebendes Volk sich in seiner Existenz auf das schwerste bedroht fühlt. So wurden in nur vier Monaten nach einer amtlichen Verlautbarung mehr csis 1000 Araber hingemetzelt, davon im Oktober allein 449. Was aber in Palästina an „Vergeltungsmaßnahmen", Strafaktionen, Todesurteilen, Häusersprengungen von den britischen Mandatsbehörden unternommen wird, um ein seit vielen Jahrhunderten im Besitz der Araber befindliches Land den Juden auszuliefern, ist der Gipfel brutaler Kolvnisativnsmethvden, in denen die Engländer ja schon immer Meister waren. Wir brauchen nur an die Kämpfe gegen die Waziris an der indischen Nordwestgren^e zu erinnern und an den Burenkrieg, in dem unschuldige Mütter und Kinder in Konzentrationslagern in einer allen menschlichen Gesetzen hohnsprechenden Weise behandelt wurden. Die gleichen Blätter, die alle diese zynischen Verbrechen an menschlicher Kultur und Moral mit Stillschweigen oder Achselzucken übergehen, ent» blöden sich nicht, gegen Deutschland eine wüste Gräuelhetze zu entfesseln, weil das deutsche Volk zur Abwehr eines feigen Meuchelmordes eine durchaus gerechtfertigte und sich in humanen Grenzen haltende Aktion gegen die Juden innerhalb seines eigenen Gebietes eingeleitet hat. Dies Ablenkungsmanöver ist nichts als eine bodenlose Heuchelei. Aber es verfängt heute nicht mehr, denn in der ganzen Welt gibt es trotz der infamen Gräuelhetze englischer und amerikanischer Blätter noch genug urteilsfähige Menschen, die wissen, daß Englands Kolonialgeschichte mit einem Strom von Blut geschrieben wurde, was sich auch durch ein noch so lautes Geschrei über die Maßnahmen gegen die Juden in Deutschland nicht aus der Welt schaffen läßt. Arabische Bedingungen für die Londoner Konferenz. Kairo, 14. Nov. (Europapreß.) Der in Syrien lebende G r o ß m u f t i von Jerusalem erblickt in der von England verlangten Ausschließung der sämtlichen arabischen Führer von der Londoner Konferenz einen neuen Versuch, die arabische Bewegung in Palästina ihrer Führung zu berauben. England versuche damit auch, diese Bewegung zum Zusammenbruch zu bringen. Weiter wird in arabischen Kreisen betont, England glaube, mit Hilfe ihm freundlich gesinnter Araber, wie des Emirs von Transjordanien, seine Absichten verwirklichen zu können, das werde jedoch ebenso fehlschlagen, wie der seinerzeitig Versuch einer Zerschlagung des Arabischen Komitees. Die arabische Führung sei dagegen bereit, mit London auf der Grundlage der in Kairo auf dem Panislamitischen Kongreß be- fchlossenen Mindestforderungen zu verhandeln. Eine Milliarde gro- Füh. Panik «us, bei der zahlreiche Personen zu Fall kamen und Verletzungen erlitten. Zwölf Verletzte sollen in die Krankenhäuser gebracht worden sein. Als einziger Redner sprach der Vertreter der französischen Regierung, Innenminister S a r r a u t. Dann verließ der mehrere Kilometer lange Trauerzug den Platz vor der Bibliothek. Seine Spitze traf erst gegen Mittag auf dem Friedhof von St. Pierre ein. Dort schritten der Innenminister und die zahlreichen Abordnungen noch einmal die Reihen der aufgestellten Särge ab. Dann erfolgte die Beisetzung in dem von der Stadt Marseille errichteten Gemeinschaftsgrabe. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, soll es bei der Begräbnisfeier zu zwei Z w i s ch e n f ä-l - l e n gekommen sein. Bei dem ersten soll es sich um eine Explosion gehandelt haben, bei der drei Personen verletzt wurden. Wie verlautet, sind die Gerätschaften eines Pressephotographen in Brand geraten, und explodiert. Den zweiten Zwischenfall verursachte ein für den Absperrdienst eingesetzter Senegal-Schütze, der plötzlich irrsinnig Frankreich unter dem Regime der Notverordnungen. den Forsten. Im Bekleidungsgewerbe tritt jetzt in der Hauptarbeitszeit der Mangel an gelernten Arbeitern und Arbeiterinnen deutlich hervor. Die Reichsbahn hat Nachwuchskräfte in ßerer Zahl eingestellt. Postsparkaffendienst im ganzen Estrich. Aufnahme am 2. Januar. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Nachdem vom OieBeisetzung der Todesopfer von Marseille. Paris, 14.Nov. (Europapreß.) Unter der Teilnahme von Hunderttausenden fand am Montagmittag in Marseille die Beisetzung der 73 Todesopfer des Riesenbrandes in der Canebiere von Mar- eille statt. Aus ganz Südfrankreich waren die Menschenmassen herbeigeströmt. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren nicht weniger als 10 000 Mann Polizei und Militär aufgeboten worden. 48 Särge und sechs kleine Särge — die letzteren mit den sterblichen Ueberresten der nicht identifizierten Leichen —, waren in dem Hofe der Bibliothek aufgebahrt worden. 2000 Kränze schmückten die Särge als letzten Gruß der Hinterbliebenen und der Bevölkerung. Der Trauergottesdienst wurde von dem Marseiller Bischof, Msgr. Delay, abgehalten. raschend gute Fahreigenschasten, die ihn zu einem Wunderwerk deutscher Technik werden lassen, da er nicht nur billig in Anschaffung und Unterhaltung, sondern auch äußerst zuverlässig ist. polens neues Parlament Von unserem TV ^.-Korrespondenten. Warschau, November. Die Wahlen zum polnischen Sejm vom 6. November haben dem „Lager der Nationalen Einigung" und damit der Regierung den erwarteten Erfolg gebracht. Von 17,6 Millionen Wählern haben 11,8 Millionen von ihrem Stimmzettel Gebrauch gemacht, so haß die Regierung in der Lage ist, ouf eine Wahlbeteiligung von 67 v. H. gegenüber 46 v. H. bei den letzten Wahlen' im September 1935 hinzuweisen. In den Sejm ziehen 208 Abgeordnete ein, von denen 161 — von insgesamt 183 Polen — dem „Lager" angehören. Die Ukrainer haben ihre Zahl von 19 Mandaten behauptet, die Juden eines zu ihren bisherigen vier Mandaten hinzugewonnen. Hingegen sind die Deutschen auch im neuen Sejm nicht vertreten, weil die Bestimmungen der Wahlordnung ihren geschlossenen Einsatz bei der Aufstellung der Kandidaten nicht ermöglichen. Als Hauptaufgabe des neuen Sejm wurde in dem Dekret des Staatspräsidenten vom 13. September über die Auslösung der beiden Kammern die Aenderung der Wahlordnung bezeichnet, die von der Opposition stark bekämpft wird. Die Regierung ging hierbei von dem Gedanken aus, durch dieses Zugeständnis der Opposition aus den Reihen der Nationaldemokraten und der 1 bäuerlichen Dolkspartei den Wind aus den Segeln zu nehmen und eine versöhnliche Atmosphäre zu schaffen. Als sich der Sejmmarschall Oberst S l a - wek weigerte, die von ihm geschaffene Wahlord- ' nung fallen zu lassen und den bestimmenden Ein- 1 siuß auf die im Jahre 1940 fällige Neuwahl des 1 Staatspräsidenten preiszugeben, entschloß sich die ' Regierung zu einem entscheidenden Gegenzug: Sie - löste beide Kammern kurzerhand auf und schrieb > Wahlen aus. Das vorliegende Wahlergebnis hat - bewiesen, daß die Rechnung des Regierungslagers ■ richtig gewesen ist. Die großen europäischen 93er» ■ änderungen, der durch die Eingliederung des Tesche- . ner Ländchens und die Grenzverbesserüngen in den Deutschen, die vielfach in geschlossenem Zuge mit ihren Fahnen zur Wahl marschierten, wird auch in der polnischen Presse anerkennend hervorgehoben. Eine hohe Wahlbeteiligung weisen auch die- von Uk'rainerw bewohnten Provinzen im Südosten des Staates auf. Ueberraschung hat die Niederlage des bisherigen Sejmmarschalls Oberst S l a w e k ausgelöst, der in Warschau glatt durchfiel. Er ist seinem eigenen Wahlgesetz erlegen. Ein anderes bemerkenswertes Zwischenspiel ereignete sich in Wilna, wo dem Obersten Chef des „Lagers" General Skwar« czynski, der Eroberer von Wilna, General Z e l i g o w s k i entgegentrat, der als Gegner des „Lagers" bekannt ist. Hier wurden beide Gene"- rale gewählt, Zeligowski konnte aber um einige Tausend Stimmen mehr erreichen als sein Gegner. Von der Regierung gehören nunmehr vier Mitglieder, nämlich der Premier, der Vizepremier, der Fürsorge- und der Verkehrsminister dem Sejm an. Die eine Woche später stattfindenden Wahlen zum Senat haben an diesem Ergebnis, das einer Stärkung der Regierung gleichkommt, nichts mehr geändert und auch die bevorstehenden G e - m e i n d e w a h l e n, die den einzelnen Parteien die Einbringung selbständiger Kandidatenlisten ermöglichen, können zwar der Opposition einigen Spielraum, doch keinen unmittelbaren Einfluß auf die Staatsführung gewähren. Mit diesem Sejm ist eine Aenderung der Wahlordnung im Sinne der Regierung ohne Schwierigkeiten zu erreichen. Außerdem muß er sich mit den fälligen Budgetarbeiten befassen. Damit dürfte seine Arbeit im wesentlichen erledigt sein. Wahrscheinlich werden im kommenden Frühjahr wiederum Sejmwahlen, aber bereits auf Grund der neuen Wahlordnung vorgenommen, worauf die Kammern den Staatspräsidenten neu zu wählen haben, da Moscickis Amtszeit im Jahre 1940 abläuft. Wie verlautet, soll aber der Wechsel in diesem höchsten Amt der Republik schon vor dem Ablauf der verfassungsmäßigen Frist erfolgen. Rur noch eine Partei in der Slowakei. Einige Tausend Juden abgeschoben. Preßburg, 14. Nov. (Europavreß.) Abgeord- neter S i d o r hat als Führer des slowakischen Nationalausschusses einen Aufruf herausgegeben, in dem er erklärt, die slowakische Volksgemeinschaft sei errichtet. Seit dem 8. November gebe es in der Slowakei keinerlei Fraktionen der zentralistischen Parteien mehr, sondern lediglich eine einzige, einige, starke und geschlossene Slowaki'che Volkspartei Hlinkas. Deshalb hätten die örtlichen Organisationen aller politischen Parteien und ©nippen in der Slowakei zu bestehen aufgehört, also auch die Slowakische Nationalpartei und die in Bildung begriffene Nationalpartei des arbeitenden Volkes, der Nachfolge» Organisation der slowakischen Sozialdemokrat t e n. Auch die aus den slowakischen nationalen Par« teien gebildeten lokalen Nationalausschüsse würden aufgelöst. Ihr gesamtes Vermögen würde in das Eigentum der Hlinka- Gar de übergehen. Bestehen blieben lediglich die Bezirksausschüsse und alle übergeordneten Stellen des Nationalausschusses, insbesondere die unter Sidors Vorsitz stehende Zentrale. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro ferner meldet, teilte der Abg. Sidor bei einem Aufmarsch der Hlinkagarde in Malacky mit, daß die slowakische Re- gierung von der Preßburger Universität 4 6 5 jüdische Hochschüler ausgeschlossen habe. Einige Tausend Juden seien nach dem Auslande abgeschoben worden. Minister Durcansky betonte gleichfalls, daß die Slowakei den Slowaken gehöre, ein Regieren fremder Elemente werde nicht geduldet werden. Umbildung der bulgarischen Regierung Sofia, 14. Nov. (Europapreß.) Die bereits vor einigen Tagen angekündigte Umbildung der Regierung Kjosseiwanoff ist mm in arö- ßerem Ausmaß, als man erwartet hatte, durchgeführt worden. Don den bisherigen Mitarbeitern Kjosseiwanoffs sind nur drei auf ihrem Pojtsn ver- kämpfers Franz Stoehr, betroffen hat, meine aufrichtig st eAnteilnahme entgegen. Adolf Hitler. Die Nachricht vom Tode des Oberbürgermeisters Franz Stoehr in Schneidemühl bringt einen Namen in Erinnerung, der einst viel genannt wurde. Franz Stöhr gehörte zu der älteren Generation des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes. Er hat als Gauleiter seines Verbandes in Brandenburg und Pommern eine bedeutsame Rolle gespielt und war 1924 einer der Abgeordneten, die aus Thüringen in den Reichstag entsandt wurden. Als die Nationalsozialisten die Stärke von 107 Abgeordneten erreichten, wurde Stoehr zum ersten Vizepräsidenten des Reichstages gewählt. Nach der Machtergreifung berief chn das Vertrauen der Partei und des Staates an die Spitze der grenzmärkischen Hauptstadt Schneidemühl. Dort ist Hans Stoehr, der seit längerer Zeit leidend war, im Alter von 59 Jahren gestorben. Anhaltend starke Nachfrage nach Arbeitskräften. Berlin, 14. Nov. (DNB.) Wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung mitteilt, ist die Beschäftigung im ganzen auf einen Stand von 20,8 Millionen angespannt geblieben, wenn sie auch aus jahreszeitlichen Gründen in einzelnen Berufen und in einzelnen Bezirken leicht nachgelassen hat. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten wurde im Monat Oktober durch die aus dem Wehrdienst und Arbeitsdienst Entlaßenen beeinflußt. Ferner, sind zahlreiche Sudetendeutsche, die Arbeit im Reich angenommen hatten, in ihre Heimat zurückgekehrt. Die anhaltend starke Nachfrage nach Arbeitskräften hat wieder zu einer Zunahme der Frauenarbeit um 48000 auf 6,6 Millionen geführt. Die Zahl der arbeitslosen Frauen hat noch um 1400 abgenommen, während die Zahl der arbeitslosen Männer um 9400 auf 103 000 gestiegen ist, von denen jedoch nur 14 000 voll einsatzfähig sind. Da die Vermehrung der Facharbeiter auf Schwierigkeiten stößt, mußte die Arbeitszeit verlängert werden, um die gestellten Aufgaben erledigen zu können. Bei der großen Nachfrage war es nicht schwie- . rig, die entlassenen Soldaten und Arbeitsdienstmänner in Arbeit zu bringen. Dabei zeigte es sich, daß ein Teil der Soldaten nicht an die Arbeit zurückkehrte, die sie vor dem Wehrdienst ausgeubt hatten. Die Eisen- und Metallindustrie, die Maschin eninoustri e und das Baugewerbe haben eine große Anziehungskraft aus- geübt. Es war schwierig, Arbeiter für die Kartoffel- und Rübenernte und für die Arbeit in den Zuckerfabriken zu stellen. Ein weiterer Arbeiterbedarf entstand mit dem einsetzenden Holzeinschlag in Karpathen erfolgte Machtzuwachs Polens sowie eine intensive Wahlpropaganda des „Lagers" unter Einsatz aller staatlicher Machtmittel wirkten zusammen, um die Opposition im Sejm bis auf einen verschwindenden Rest auszumerzen. Während das „Lager" sich vor den Wählern mit sichtbaren Erfolgen der Außenpolitik des Obersten Beck ausweisen konnte, vermochte die Opposition ihr im Jahre 1935 erprobtes Mittel des Wahlboykotts diesmal nicht anzuwenden, weil er jetzt auf Grund eines Gerichtsurteiles als strafbare Handlung angesehen wird, obwohl kein Wahlzwang besteht. Gewiß konnte der Regierung bei geschickter Handhabung des Wahlgesetzes die Mehrheit im Sejm nicht verloren gehen, weil sie sich der Wahlmänner sicher ist, die Über die Kandidaturen zu entscheiden haben. Da aber gerade von der Opposition die Wahlent- Haltung der Mehrheit der Wähler im Jahre 1935 als Mißtrauenserklärung gegenüber der Regierung ausgelegt worden war, machte die Regierung diesmal alle Anstrengungen, eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, womit die Aufforderung zur Wahlbeteiligung geradezu den Charakter einer Volksabstimmung erhalten hat. Rund zwei Drittel der Wähler sind denn auch, nach den amtlichen Angaben, diesem Ruf gefolgt. Die Boykottaktion der Opposition hat fast durchweg versagt. Nur in den Hochburgen der bäuerlichen Dolkspartei in der Wojwodschaft Krakau blieb ein großer Teil der Wähler den Abstimmungslokalen fern. In den Westprovinzen dagegen wurde die stärkste Wahlbeteiligung erzjell, vor allem deshalb, weil in einigen Städten dem Kandidaten des „Lagers" ein Oppositioneller gegenüberstand und beide gegnerischen Parteien ihre Anhänger zur Stimmenabgabe aufforderten: ferner hatten d i e Deutschen beschlossen, für die Regierung zu stimmen, obwohl sie keinen einzigen Kandidaten besaßen. Dadurch wurde die Wchlzifser in den Provinzen Posen, Pomerellen und Schlesien bis auf 8 3 v. H. einporgetrieben> Die ftrenge Disziplin der weit hinter dieser Summe zurück. Anders ausgedrückt: in den Händen einer kleinen rassefremden Minderheit ballt sich noch heute ein Vermögen zu- ammen, das in keinem Verhältnis zum Anteil des Judentums an der Gesamtbevölkerung besteht. Wenn 700 000 Juden 8 Milliarden RM. besitzen, o ist das ein Beweis dafür, daß es ihnen zweifellos besser ging, als den 78 Millionen heutiger Volksgenossen. Im übrigen wird die Feststellung des jüdischen Besitzes, die im vergangenen Sommer erfolgte, die genauen Unterlagen für die Aufbringung der Geldbuße liefern. Das schnelle Eingreifen des Generalfeldmarschalls Göring, für das er den Dank des deutschen Volkes verdient hat, hat dafür gesorgt, daß gesetzliche Grundlagen für die restlose Beseitigung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben geschaffen wurden. In wenigen Wochen also wird es keine jüdischen Geschäfte mehr geben. Reichsminister Dr. Goebbels hat bereits mit Recht darauf hingewiesen, daß jede weitere Aktion gegen heute noch vorhandene jüdische Geschäfte tatsächlich nicht mehr den augenblicklichen jüdischen Besitzer, sondern das deutsche Volk selbst schädigen würde. Paris, 14.Nov. (DNB.) Die Veröffentlichung der Notverordnungen wird eingeleitet durch einen Bericht des Ministerpräsidenten und des Finanzministers. Es wird darin festgestellt, daß für das Jahr 1939 die öffentlichen Ausgaben im ganzen auf 137 Milliarden geschätzt werden müßten. Da nach optimistischen Schätzungen das nationale Einkommen im ganzen auf 250 Milliarden geschätzt wird, würden die Ausgaben über d i e Hälfte des nationalen Einkommens betragen. Den Ausgaben von 137 Milliarden würden Einnahmen von nur 85,5 Milliarden gegenüberstehen, so daß der Fehlbetrag, der durch das Schatzamt zu decken wäre, 51,5 Milliarden betragen würde. Wenn dazu noch die Sius« jaben für das Getreide — und Alkoyolmonopol, ür die staatlichen Flugzeugwerke und für Anleihen an die nordafrikanischen Kolonien und an ausländische Regierungen dazu gerechnet werden, so würde die Gesamtsumme auf 57 Milliarden steigen. Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen ollen an Einsparungen rund 5 Milliarden und an Neueinnahmen (durch die außer- ordenlliche 2prozentige Einkommensteuer und durch Erhöhung sonstiger direkter und indirekter Steuern omie Gebühren) etwa 10 Milliarden einbringen. Auf weitere fünf bis sechs Milliarden werden die Mehreinnahmen des Staates dank der verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und finanzpolitischen Maßnahmen geschätzt. Im ganzen wdrden also rund 21 Milliarden aufgebracht werden. Der Rest, der zum größten Teil auf Rüstungsausgaben entfällt, muß durch Anleihen aufgebracht werden. Die Regierung will iedoch während der nächsten sechs Monade den Geldmarkt nicht durch Anleihen in Anspruch nehmen, um der Wirtschaft die Möglichkeit zur Nutzung des Kredites zu geben. Das Schatzamt verfügt über rund 15 Milliarden Franks, die Regierung hofft, daß dieser Betrag ausreicht, um bis zum Frühjahr ohne Anleihen auszukommen. Die Hälfte dieser Summe ergibt sich aus der Erhöhung der ständigen Vorschüsse der Bank von Frankreich an den Staat. Die neue Einschätzung des Goldbestandes der Bank von Frankreich ergibt einen Zuwachs von rund 31 Milliarden Papierfranks. Dieser Betrag soll zur Deckung eines Teiles der provisorischen Vorschüsse der Bank von Frankreich an den Staat, die im ganzen 52 Milliarden betragen, verwendet werden. Die Opposition her Gewerkschaften. Jahresversammlung des Allgemeinen Gewerkschaftsverbandes. Paris, 14. Nov. (Europapreß.) Die 21. Jahresversammlung des Allgemeinen Französischen Gewerkschaftsoerbandes wurde in Nantes eröffnet. Man erwartet, daß auf ihr die Vertreter der Ar- detterschaft zu den neuen Verordnungen der Regierung Stellung nehmen werden. Die letzte Jahresversammlung fand im März 1936 in Toulouse statt. Damals gehörte die Mehrzahl der teilnehmenden Delegierten der Sozialistischen Partei an. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Heute sind drei Viertel der Teilnehmer Mitglieder der K o m - munistischen Partei. Man schreibt der Kommunistischen Partei die Absicht zu, versuchen zu wollen, den Nationalrat, den Verwaltungsausschuß und das Büro des Verbandes vollkommen mit eigenen Leuten zu besetzen und somit diese größte französische Gewerkschaftsorganisation, die vier Mililonen Mitglieder umfaßt und in der fran/ zösischen Innenpolitik eine wichtige Rolle spielt, fest in ihre Hand zu bekommen. Der Generalsekretär L6on I o u h a u x forderte gleich zu Beginn der Tagung, daß der CGT.-Ver- band gegen d i e Notverordnungen des Kabinetts Daladier Stellung nehmen müsse. Aber man würde nicht mit einigen Worten auf die Regierungsdekrete antworten können, sondern diese Opposition müsse „konstruktiv" sein. Man dürfe bei den Beratungen nie aus den Augen verlieren, daß die Lage sowohl vom internationalen wie auch vom nationalen Standpunkt aus „besonders gefährlich" sei. Man werde diesen Gefahren nur Widerstand leisten können, wenn die Einheit der Gewerkschaftsbewegung gewahrt werde. Feste Börse in Paris. Paris, 14. Nov. (Europapreß.) Die Pariser Börse bestätigte am Montag der französischen Regierung das Vertrauen, das nach der Veröffentlichung der von Finanzminister Paul Reynaud ausgearbeiteten Verordnungen in den französischen Wirtschaftskreisen herrscht. Vor allem zeichnete sich der Montag dadurch aus, daß das französische Fluchtkapital massenweise in die Staatskassen zurückzu strömen begann. Es wurden Pfund- beträge im Werte von einer Milliarde Franken an den Schaltern der Bank von Frankreich in französisches Geld umgewechselt. EinesranzösischeWirtschastsabordnung für Südosteuropa. Paris, 14. Nov. (Europapreß.) Unter der Führung des Direktors der Handelsverträge im Quai d'Orsay, A l p h a n d, hat eine aus Vertretern des Quai d'Orsay und des Handelsministeriums sowie von Wirtschafts- und Bankkreisen bestehende Abordnung die Reise nach Südosteuropa angetreten, um dort Verhandlungen über eine Steigerung des Warenaustausches mit Frankreich, vor allem in Rumänien und Jugoslawien, zu führen. In Paris macht man kein Hehl daraus, daß übertriebene Hoffnungen auf einen raschen Erfolg dieser Besprechungen fehl am Platze seien. Frankreich steht von allen größeren Ländern gegenwärtig im Wirtschaftsverkehr mit Südosteuropa anletz - t e r Stelle. Man ist sich außerdem klar darüber, daß eine Ausdehnung des Warenaustausches mit diesen Ländern infolge des dort herrschenden Regimes der Devisenkontrolle, der Kontingente usw. auf Schwierigkeiten stoßen muß. Den Juden in Deutschland ist eine Buße von einer Milliarde Reichsmark auferlegt worden. Aufzubringen ist diese Buße von der 700 000 Köpfe starken jüdischen Gemeinde. Tatsächlich ist das Judentum stärker, wenn man die Mischlinge berücksichtigt. Wie hoch das Vermögen der Juden in Deutschland tatsächlich ist, läßt sich nicht genau feststellen. Vor 1933 sollen es weit über sechzehn Milliarden gewesen sein, wahrscheinlich achtzehn Milliarden. Dann kam die Periode der Kapitalflucht, die fast ausschließlich durch Verschiebung der jüdischen Vermögen erfolgte. Es hat hier Schatzungen gegeben, bie bis zu fünf und sechs Milliarden gingen. Nach 1933 ist die Abwanderung des Kapitals nur noch im Rahmen der Auswanderung von Juden erfolgt. In ausländischen Zeitungen - - V-- - -v „ . ... - - . . ,wird behauptet, daß heute noch ein Vermögen von wurde, sich auf die Zuschauer stürzte und auf sie eI= b-g ÖIf Milliarden vorhanden wäre. Man mit dem Gewehrkolben einschlug Es brach eine Qebt aber aud) bei ben Schätzungen bis auf acht rcorfnnon -N Milliarden hinunter. Angenommen, die letzte Zahl würde stimmen, dann könnte man in Anwendung des Prinzips der gleichmäßigen Beteiligung folgende Rechnung aufmachen: das Judentum bildet etwa 1 Prozent des Gesamtvolkes im Reich und besitzt 8 Milliarden. Das Gesamtvolk müßte ein Vermögen von 800 Milliarden vorweisen können. Tatsächlich bleibt das deutsche Volksvermögen weit. rer und Reichskanzler durch Erlaß vom 26. August । 1938 die Ausdehnung des Postsparkas- sendienstes auf das gesamte Groh- deutsche Reich angeordnet worden ist, hat der Reichspoftminister am 11. November 1938 die P o ft« jparfaffenorbnung erlassen, die am 1.Januar 1939 in Kraft tritt. Sie ist so ausgestaltet, daß die besonderen Vorteile des Postsparkassendienstes — unbeschränkte Freizügigkeit der Postsparbücher — Ein- und Rü^zahlunA bei allen Postämtern, Postscheckämtern, Postagenturen, Poststellen, Posthilfs« stellen und Landzustellern, unbedingter Geheimnisschutz, keine Gebühren — dem gesamten deutschen Volk nutzbar gemacht werden. Postsvarbücher werden vom 2. Januar 1939 ab bei allen Postämtern ausgegeben. Mit dem Postsparbuch erhält der Sparer eine Ausweiskarte, die bei Abhebungen vorzulegen ist. Abhebungen durch Dritte sind ohne besondere Vollmacht zulässig. Für Sparer, die dies vermeiden wollen, sind Postsparbücher mit Berechtigungsausweis vorgesehen. Kleine und kleinste Sparbeträge werden durch die Postsparkarten erfaßt, die mit Postwertzeichen von beliebigem Wert im Gesamtbetrag von drei Reichsmark zu bekleben sind und als unbare Einlagen entgegengenommen werden. Einlagen zahtt der Sparer mit Einzahlungsscheinen ein, sie können auch vom Postscheckkonto überwiesen werden. Rückzahlungen bis zu täg- lief) 100 Mark werden — bis zum Betrag von 1000 Mark im Monat — ohne Kündigung sofort geleistet. Beträge über 100 Mark sind zu kündigen, werden jedoch bis zu 1000 Mark ohne Kündigungsfrist zurückgezahlt. Auch auf diesem Wege können monat» lich bis zu 1000 Mark abgehoben werden. Bei Beträgen über 1000 Mark beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Die Spareinlagen werden mit 2% v. H. verzinst. KdF.-Wageu werden im Gau gezeigt. N S G. Seit Sonntag befinden sich drei K d F.« Volkswagen der ersten Bauserie auf einer Rundreise durch den Gau Hessen- Nassau, um jedem Volksgenossen den Wagen praktisch vor Augen zu führen. Die Wagen fuhren vor dem Haus der Arbeit in Frankfurt am Main an. Der neue Wagen hat nicht nur eine prachtvolle stromlinienförmig gebaute Stahlkarosserie, sondern ist auch so geräumig, daß auf dem Rücksitz ruhig drei Personen, wenn sie nicht gerade allzu rundlich sind, Platz nehmen können. Der Wagen ist in allen seinen Teilen bequem und zweckmäßig konstruiert und ausgestattet. Vorn ist Platz für das Gepäck und den Benzintank, der somit von dem Motor getrennt ist. Im vorderen Kofferraum befindet sich auch das Ersatzrad. Am Armaturenbrett ist der Einbau eines Lautsprechers berücksichtigt, daneben befindet sich noch ein Kästchen für Landkarten und andere Klei- nigteiten. Auch das Schaltsystem für das Viergang, getriebe ist außerordentlich einfach. Der Motor — ein luftgekühlter Heckmotor — läuft sehr ruhig und ist im 4. Gang fast nicht mehr zu hören. Der Wa- gen fahrt wundervoll. Durch die Einzelradaufhan- gung liegt er auch bei schlechtem Pflaster gut auf der Straße. Trotz der guten Durchschnittsgeschwin- bigfeit und einer Spitzengeschwindigkeit von 100 Kilometer, die auch auf Der Autobahn gehallen wer. den kann, hat der Wagen nur einen Benzinoer. brauch von 6 bis 7 Liter. Sowohl in der Ebene als auch in den Bergen hat der Volkswagen über- pirows Europa-Besuch ( w< MR.EN Der Landesverteidigungsminrster der Südafrikanischen Union, Oswald Pirow, der in den letzten Tagen mit der nationalspanischen und der portu- giesischen Regierung verhandelt hat und zur Fortsetzung des Kolonialgesprächs in London eintraf, ist, wie sein Vorname zeigt, deutscher Abstammung. Der Großvater des heute 48jährigen war deutscher Missionar; die Gattin des Ministers ist Südafrikanerin, stammt aber ebenfalls aus einer deutschen Familie. Auch seine Erziehung hat Minister Pirow zum Teil in Deutschland erhalten. Der Regierung der Südafrikanischen Union gehört er bereits seit neun Jahren an, und zwar zuerst als Justizminister. Später übernahm er dann das Amt des Verteidigungsministers und hat es erreicht, daß Südafrika hinsichtlich seiner Wehrbereitschafk unter den englischen Dominien heute zweifellos an der Spitze marschiert. Rach Meldungen aus London dient der Aufenthalt Pirvws dort dazu, um zu prüfen, wie sich die Kolonialmächte zu dem deutschen Kolonialanspruch stellen. Als der Minister vor zwei Jahren in London war, drehte sich das Gespräch im Zusammenhang mit dem abessinischen Krieg um die Sicherung bzw. den Ausbau des britischen Seeweges um Afrika herum nach Indien. Minister Pirow hat wiederholt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich gelenkt, wenn er zu Fragen der großen Politik (Stellung nahm. Im September 1936 erklärte er in einer Rede in Lyden- burg, die Regierung habe nicht im geringsten die Absicht, die frühere deutsche Kolonie Südwest- afr i k a der Union einzuverleiben, und fügte hinzu: „Selbst wenn wir die Einverleibung von Südwestafrika wünschen sollten, so kann ich mir doch nicht vorstellen, daß irgendeine Regierung so närrisch sein würde, diesen Schritt zu tun, ohne Deutschland, eine große und mächtige Nation, zu Rate zu ziehen." Im Oktober vergangenen Jahres erregte seine Erklärung über das Verhältnis Südafrikas zu England im Kriegsfälle großes Aufsehen in London. Er wandte sich gegen die Behauptung, daß die Union durch Verträge an England auf Gedeih und Verderb auch für den Kriegsfall gebunden sei, und betonte: „Ich als Verteidigungsminister gebe such die Zusicherung, daß ich nichts unternehmen werde, wenn ihr euch weigert, für England in den Krieg zu ziehen. Ich persönlich jedenfalls würde als erster dagegen rebellieren." Im Aprll dieses Jahres machte er dann eine Aeußerung, die, auf den ersten Blick gesehen, einigermaßen im Widerspruch zu der ersten oben wiedergegebenen Bemerkung zu stehen schien. Auf die Frage, was er im Fall eines „ausländischen Angriffs" auf das ehemalige Deutsch-Südwestafrika tun würde, antwortete er: „Wenn irgend jemand etwas nimmt, was mir gehört, dann kämpfe ich." Aber diese Bemerkung, die so kriegerisch klang, wurde erstens mitten im Wahlkampf gemacht und zweitens weiß natürlich auch Minister Pirow sehr genau, daß Deutsch-Südwestafrika nicht etwa der Union „gehört", ja, daß es der Union nicht einmal angegliedert ist, ein Bestreben, das ja wiederholt sowohl von britischer als auch von südafrikanischer Seite ausgegangen ist. Deutsch-Südwestafrika ist lediglich ein Mandat, das ursprünglich van England selbst verwaltet und dann der Südafrikanischen Union übertragen wurde. Nach der Satzung der Genfer Liga ist Südwestafrika ein „E-Mandat", d. h. es soll mach den Gesetzen des beauftragten Staates und als integrierender Bestandteil seines Gebietes verwaltet werden. Die Tatsache aber, daß weder England, noch sein Dominion, die Südafrikanische Union, gegen die eindeutigen Willensbekundungen der Bevölkerung des deutschen Kolonialgebietes seine Angliederung an die Union durchzuführen gewagt haben, zeigt zur Genüge, daß man sich sowohl in London wie in Kapstadt über d i e Rechtslage vollkommen klar ist. Diese Rechtslage wird ja zudem ergänzend auch noch durch die Tatsache beleuchtet, daß gerade Südwestafrika auf Grund der bekannten Koloniallüge in Versailles dem Deutschen Reich geraubt wurde, unter der Behauptung nämlich, Deutschland sei unfähig, Kolonialgebiete mit farbiger Bevölkerung zu verwalten. Nun, abgesehen von den zahlreichen und eindrucksvollen Bekundun-- gen der Eingeborenen für Deutschland hat die Ein- geborenen-PÖlitik des Mandatars, also der Union, ihre häufigste und nachdrücklichste Kritik gerade in — England gefunden. Besonders viel bemerkt wurde auch die Aeußerung Pirows bei einem Besuch des Kreuzers „Emden" in Afrika. Er erklärte, nach feiner Auffassung müsse Deutschland wieder in den Kreis der afrikanischen Mächte eintreten. Diese offenherzige Bemerkung trug ihm mancherlei Kritik, vor allem in England, ein, und es geht zweifellos auf „höhere Empfehlungen" zurück, wenn der Minister diese Erklärung kurz darauf dahin einschränkte, daß West- und Ostafrika davon ausgenommen sein sollten. Es ist nicht bekannt, welche Instruktion Minister Pirow aus Kapstadt für seine Informationsreise nach Europa mitbekommen hat. Ob der Minister irgendwelche Vorschläge zur Kolonialfrage nach London mitgebracht hat, dürfte sich bald Herausstellen. Da zu Chamberlains Derständigungswillen auch die Erörterung der Kolonialfrage gehören soll, so darf man annehmen, । daß der Aufenthalt Pirows in London die schon seit Wochen im Gange befindliche Diskussion über [ das Kolonialproblem zum mindesten fördern wird. gebiet des Reiches entwickelt. Diese Stellung wird nun nach Fertigstellung des Kanals noch verstärkt. Hier ist der Knotenpunkt wichtiger Eisenbahn-Fern- verbindupgen, die Autobahnen Berlin—Hannover und die Planung Leipzig—Halle—Magdeburg durchschneiden es, an Wasserstraßen stehen Elbe, Mittellandkanal, Saale und Elster-Saale-Kanal dem Ver- flocken fabriken und O e l m ü h l e n. Wirklich mög lich wurde aber der Aufbau dieser Industrie nur durch die gute Beschaffungsmöglichkeit von Brennstoffen aus den benachbarten Braunkohlengruben. ‘ Die Bezirksgruppe Mitteldeutschland der Fachgruppe Braunkohlenbergbau stellte 1937 68,8 v. H. der gesamten deutschen Braunkohlenförderung. Anderseits war die Braunkohle in Gemeinschaft mit dem Kali auch die Grundlage für den Aufbau einer großen chemischen Industrie, deren bekannteste Werke bei Leuna, Bernburg, Bitterfeld und Wolfen entstanden. Recht frühzeitig wurde in diesem Gebiet auch die Energiewirtschaft ausgebaut, wir wissen, daß heute in der Provinz Sachsen, dem Land des Braunkohlestromes, einige große Erzeugungsstätten elektrischen Stromes zu finden sind. Selbstverständlich erleichterte deren Vorhandensein wiederum die Anlage stromoerbrauchender Großindustrien, von denen hier nur auf die oberschlefifche Erze verhüttende Zinkelektrolyse bei Magdeburg hin- gewiesen sei, die jährlich etwa 40 000 Tonnen Zink erzeugt. Auch das Vorkommen von Kupfererzen im Mansfelder Revier fei hier bei der Aufzählung der natürlichen Reichtümer gestreift. Vorhanden waren weiter eine leistungsfähige alte Metall- und Mafchineninduftrie und die Grundlage für eine Flug- zeugerzeugung. Haben schon früher diese günstigen Vorbedingungen viele Unternehmer veranlaßt, ihre Werke in Mitteldeutschland aufzubauen, so bekam beim Neuaufbau von Industrien im Zuge des Vierjahres- planes und der Wehrhaftmachung bief*9 ipittelbeut- sche Wirtschaftsgebiet deshalb den Vorzug, weil es im Herzen des Reiches gelegen, eine wehr- technisch günstige Lage hat, während bisher die großen deutschen Industriegebiete gerade an den Grenzen des Reiches massiert waren. Werke der Flugzeugindustrie, der Braunkohlenverschwelung, der Buna- und Zellwolle-Erzeugung und der Leichtmetallherstellung entstanden. Ihnen allen kam die günstige Derkehrslage zugute, sie alle haben ihre Vorteile vom Bau des Mittellandkanals. Neue Bedeutung erhielt der Kanalbau aber in dem Augenblick, als man beschloß, die eisenarmen Erze des Harzgebietes und der Gegend um Peine-Salzgitter zu erschließen und den Aufbau derReichswerkeHermannGö- r i n g in Angriff nahm. Für die von dort anfallenden Maffentransport war der Wasserweg das Gegebene. Deshalb hat man auch vom Mittellandkanal zu den Reichswerken einen 18 km langen Stichkanal Bleckenstedt—Hallendorf begonnen. Die Erze aus dem Salzgittergebiet werden so auf dem Wasserwege ins westdeutsche Industriegebiet kommen, während das Ruhrgebiet seinen Koks nach Mitteldeutschland ver- Mitteldeutschland - Deutschlands jüngstes Industriegebiet und stürzte mildem sich mehrmals überschlagenden Wagen die etwa 5 Meter hohe Böschung hinab. Der Anhänger landete schließlich in der Nahe, wo er nur noch mit dem Verdeck aus dem Wasser ragt. Italienische Küstenbahn von Kalabrien bis Ventimiglia elektrifiziert. Der italienische Verkehrsminster B o n n i hat in einem Sonderzug den elektrischen Betrieb auf der Linie der Staatsbahn Rom — Diareggio ein- gewejht. Der Sonderzug des Ministers erreichte auf einigen Strecken eine Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometer. Mit der Elektrifizierung dieser Strecke ist die ganze Küstenlinie'von Kalabrien bis Ventimiglia an der französischen Grenze nunmehr in elektrischen Betrieb genommen. Die Fahrzeit wird dadurch wesentlich verkürzt. Sie beträgt von Rom bis Turin nur noch sieben Stunden, von Rom nach Genua fünf Stunden. Von Sprengpatronen zerrissen. Bei Straßenarbeiten in Jseltwald am Brienzersee verunglückte ein Baunternehmer. Aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache kamen Sprengpatronen, die er bei sich trug, zur Explosion, die den Unglücklichen in Stücke rissen. Schweres Einslurzunglück in einer mexikanischen Silbergrube. Ein schweres Einsturzunglück ereignete sich in einer Silbergrübe bei Guanajuato (Mittelmexiko). 60 Arbeiter wurden durch den Einsturz eines Stollens begraben. Nach stundenlangen Bemühungen konnten 40 Arbeiter aus den Trümmern gerettet wer- Tag des Gewissens. „Tag des Gewissens", so wollen wir den B u ß - t a g einmal nennen. Vielleicht verstehen manche, denen der Begriff Buße zu fremd und zu schwer geworden ist, dann leichter, was dieser Tag von ihnen will. Vielleicht stehen sie dem Worte offen: Tut Buße, d. h. denkt an euer Gewissen! Aber was ist das eigentlich, dos Gewissen? Die Meinungen darüber sind verschieden. Die einen sagen: Das Gewissen sind im Grunde wir s e l b st, unser eigenstes und innerstes Ich. Diese uns allen wohlbekannte Stimme, die leise und eindringlich, mahnend und warnend, manchmal auch fordernd und drohend sich immer wieder in unserem Innern erhebt, sie kommt auch nirgends anders her, als aus uns selbst, aus den Tiefen unserer Seele. Freilich hat sich dies Gewissen allmählich entwickelt und verfeinert, denn Dinge, die wir heute aufs Entschiedenste verwerfen — Menschenopfer, Blutrache, Selbstverstümmelung und anderes mehr — hat man einst für recht und gut, ja für fromme Pflicht gehalten. Erst langsam hat sich das Gefühl ! dafür verfeinert und bann auf die späteren Geschlechter vererbt. So ist das Gewissen den Niederschlag solcher Entwicklung durch lange Zeiten hindurch, es ift der Ertrag der Erziehung, der Erfolg der Arbeit der Menschengeschlechter und was damit Verkehrsunfall bei Bingerbrück. In Bingerbrück ereignete sich ein V e r k e h r s - Unfall, der großen Materialschaden im (Befolge hatte. In einer Kurve hinter der Herter-Brucke loste sich der Anhänger eines fchwerbeladenen Lastzuges, rutschte auf der nassen Straße und schlug um. Das Straßengeländer konnte bid Last bes fallenden Wagens nicht halten; es brach, ben Bürgersteig auf einer Länge von etwa 30 Meter aufreißend, em Berlin, 15. Nov. (DNB.) Der südafrikanische Wehr- und Wirtschaftsminister Oswald Pirow wird am 17. November zu einem mehrtägigen Besuch in der Reichshauptstadt eintreffen. Der Führer wird den südafrikanischen Staatsmann empfangen. Ferner sind Empfänge vorgesehen bei Generalfeldmarschall Göring, beim Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, beim Reichswirtschaftsminister Funk sowie beim Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel. Der südafrikanische Gesandte und die Deutsch-Südafrikanische Gesellschaft haben gesellschaftliche Veranstaltungen geplant. Außerdem wird ein Jagdausflug in die Schorfheide stattsin- den. In dem bulgarischen Hafen Warna fand auf dem protestantischen Friedhof die Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des im Jahre 1916 vor W a rna gesunkenen deutschen Unterseebootes 45 statt. An der Feier nahmen teil Kriegsminister General D a s f a I o f f, der deutsche Gesandte Rümelin, der Chef der bulgarischen Marine, Konteradmiral W a r l k l e t s ch k o f f, der Kommandant des im Hafen vor Anker liegenden Kreuzers „Emden", Kapitän zur See, Wen er, und der Landesgruppenleiter Bulgarien der NSDAP., Drechsel. Nach einer Gedenkrede des bulgarisch-protestantischen Pfarrers enthüllte Kriegsminister Daskaloff unter den Klängen des Liedes vom güten Kameraden das von bulgarischer Kunst- lerhand geschaffene Ehrenmal. Das Mah das an der oberen Stirnseite das deutsche Hoheitszeichen und das Eiferne Kreuz, am Fuße als Symbol der deutsch-bulgarischen Kameradschaft tm Weltkrieg das bulgarische Tapferkeitskreuz trägt, hat die Inschrift: „Den deutschen Helden für „treue Pflichterfüllung von der bulgarischen Armee." Schokoladenfabrik in Vromberg eingeäfcherl. Ein Groß feuer vernichtete die Schokoladenfabrik „Holandja" in Bromberg. Das Feuer entstand wahrscheinlich beim Mahlen von Kakaobohnen, indem ein Metallstück in die Mühle geriet unt> einen Funken erzeugte, der den Kakaostaub m Brand setzte. Das Feuer dürfte dann durch die jßentilatof ren angefacht worden fein. Der Brand ^störte bie Fabrik und die Seitenhallen vollständig, doch blieben die Maschinen fast unbeschädigt. Bel den to|erarbeiten wurden zwei Arbeiter schwer verletz l. V. A. Wer sich jetzt mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des kommenden Mittellandkanalverkehrs befaßt hat, der hat in erster Linie die Fernwirkungen dieses Baues beachtet, b. h. er hat ben Kanal alsdieVerbinbungzwischenJn- dustrie - Westen unb Agrar-Osten gewürdigt und die technische Leistung der Schließung des deutschen Wasserstraßennetzes anerkannt. Dabei hat man im allgemeinen weniger der st r u k t u r e l l en Veränderungen gedacht, die bieser Bau für bie Landschaft, die er durchzieht, mit sich bringt. Hierbei sind vor allem drei Gebiete zu nennen: das Wirt- schaftgebiet um das Wasserstraßenkreuz Elb e — Mittellandkanal mit dem Kernpunkt Magdeburg, das Jndustrierevier am Südflügel des Mittellandkanals dis L e i p z i g und schließlich das b r a u n f ch w e i g i f ch - n i e d e r - sächfifcheLandim Bannkreis der neuen Wasserstraße. Jenes Gebiet, das wir als Mitteldeutschland bezeichnen wollen, liegt es doch verkehrstechmsch gesehen im Schnittpunkt der großen Fernverbindungen Berlin—Köln, Berlin—München, Hamburg—Leipzig, blieben, der Kriegsminister Daskaloff, der Han- i delsminister Kojucharoff und der Minister für \ öffentliche Bauten (Bane ff. Unterrichtsminister \ wurde Professor Bogdan S i I o f f; bisheriger Rek- i tor der Universität Sofia; Justizminister Abgeordneter I o t o f f; Landwirtschaftsminister Abgeordneter Bagrjonoff; Eifenbahnminister Acora- m o f f; Finanzminister der Gouverneur der Natio- ( nalbcmk Woschilof f; Innenminister General . Nedeff. Das interessanteste Merkmal der neuen " Regierung ist die Tatsache, daß zwei Minister aus ; den Reihen der Abgeordneten des Sobranje ent- . nommen sind, obwohl das neue Gesek über das । Sobranje ausdrücklich vorsieht, daß Abgeordnete nicht Mitglieber der Regierung fein können. Man ( erwartet daher mit großem Interesse die Regie- ; rungsertlärung vor dem Parlament. Neuer chinesischer Aufmarsch. Schanghai, 14. Nov. (Euxopapreß.) Japanische Kreise versichern, daß Marschall Tschiang- k a i s ch e k sein Hauptquartier aus Tschangtscha nach dem westlichen Teil der Provinz Hunan verlegt habe. Man glaubt, daß Yuanling am Yuan- kiang-Fluß, 240 Kilometer südwestlich des Tung- king-Sees als Sitz bes neuen Hauptguartiers ausersehen ist. Die 26. chinesische Division, die als Dorhut bezeichnet wirb, soll Yuyang im Südosten der Provinz Szetschuan erreicht haben. Die Kernarmee des Marschalls in Stärke von 100 000 Mann stehe ebenfalls in Szetschuan. Zwei weitere Armeen in Stärke von je 100 000 Mann sollen in Richtung Waitschau und in die Provinz Kiangsi entsandt werden, um den Fall von Tschangtscha und Hengyang zu verzögern. Die japanischen Streitkräfte marschierten an der Hankau—Kanton-Bahn entlang auf Tschangtscha. Sie erreichten am Montag einen Punkt, der noch 15 Kilometer südlich von $ o t f d) a u liegt. Potschau ist rund 120 Kilo- „ meter von Tschangtscha entfernt. Bei der Räumung von Tschangtscha soll es zu zahlreichen Bränden gekommen sein. Der Vormarsch am Ebro-Aogen. Bilbao, 15. Nvv. (DNB. Funkspruch.) Der na- tioncüspanifche Heeresbericht gibt bekannt, daß der Vormarsch der nationalen Truppen am Ebro- Bogen weiter anbauert. Die Ortschaft Fata- r e 11 a würbe besetzt. Gleichzeitig konnten rote Positionen im Fatarella-Geblrge erobert werden. Auf dem linken Flügel beherrschen die nationalen Truppen das gesamte Gebiet von der Mündung des Matarrana-Flusses in den Ebro bis in die Nähe von Ribarroja. Auch auf dem rechten Flügel konnte der Vormarsch fortgesetzt werden, der stellenweise bis zu 11 Kilometer tief in das rote Gebiet führt. Der Gelänbegewinn beträgt über 100 Quadratkilometer, darunter befinden sich 10 Kilometer der Eifenbahnstrecke Saragossa—Barcelona. In die Hand ber nationalen Truppen fielen 1263 Gewehre, 27 Maschinengewehre, mehrere Mörser und Munitionsdepots. Es konnten wieder 190 Gefangene gemacht werben. An der Segre-Front flog ein fowjetrufsifcher Tank in bie Luft. Zwei rote Jagdflugzeuge wunden abgeschossen. Smetona zum litauischen Staatspräsidenten wiedergewählt. K o w n o , 14. Nov. (DNB.) Unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Mironas fand die Neuwahl bes litauischen Staatspräsidenten statt. Die 120 sogenannten besonberen Volksvertreter entschieden sich mit 118 Stimmen erneut für den bisherigen «Staats- präsibenten Antanas Smetona, der damit auf weitere sieben Jahre wiedergewählt wurde. Zwei Stimmen waren ungültig. Smetona steht im 64. Lebensjahr. Er war der erste litauische Staatspräsident bis 1922 und wurde dann 1926 nach dem Militärumsturz wieder Staatspräsident. 1931 wurde er auf Grund der neuen litauischen Verfassung auf sieben Jahre gewählt. z Aus aller Wett. Ein deutsches Ehrenmal in Warna. .Nb 8.' Wn Senau eMi *fl)n Kapital: Jaq der Nun. warben N Kg, fwerung Wangen 3?n oon ’■ Man wf acht Zahl oenbunq lng fal- n bildet sich unb i&te ein können, en weit, ,ausge: fremden gen zu- 'teil bes besteht, besitzen, Deifel- beuMer Steilung Sommer Aufbrin. ingreifen das er hat, hat für die deutschen wenigen ifte mehr at bereits eitere Ak- Geschäfte jüdischen schädigen zusammenhängt. Die andern dagegen sagen: Das Gewissen ist nicht bloß etwas in uns und von uns her, sondern es ist etwas anderes, etwas über uns, vor dem wir uns beugen müssen wie vor einer höheren, überirdischen Macht. Es ist etwas Hohes und Heiliges, bas ba tief in unserer Brust zu uns redet. Daß es nicht bloß unsere eigene Stimme sein kann, zeigt sich in der Tatsache, baß sie unseren eigenen Wünschen und Neigungen sich oft aufs Schärfste widersetzt, und meist aus Gründen, die außerhalb uns liegen. Es kann auch nicht bloß anerzogene und fortschrittlich entwickelte Stimme der Menschheit fein, denn sie bringt uns gerade oft in den schärfsten Gegensatz zur Menschheit, wenn auch zu Zeiten viel geredet worden ist von einem allgemeinen „Menschheitsgewisfen" und von einem „Weltgewiffen", an bas man auch in großen Menfchheitsfragen appelliert hat. Nun, gerade wir Deutschen, denen gegenüber man ja auch mit biefem sogenannten „Welt- gewissen" operiert hat, wir.haben es erfahren und wollen es uns nun enblich einmal merken: die Welk hat kein Gewissen. Was ist das Gewissen? „Im Gewissen sieht Gott auf einen Menschen, so daß ber Mensch nunmehr in allem auf ihn sehen muß" ... Man kann auch nicht etwas einzelnes zu einer Gewisfenssache machen; entroeber muß man alles bazu machen ober gar nichts. So hat es der große Philosoph Sören Kierkekaard einmal ausgedrückt. So ist also bas Gewissen bie Stimme Gottes und des Guten, die ernst und eindringlich in uns und zu uns spricht. Gewiß sind wir es auch selbst, aber eben nicht wir, wie wir nun einmal sind, sondern wir, wie wir jein f o 111 e n ! Es ist der neue, bessere Mensch in uns, von dem Nietzsche einmal gesagt hat: „Der ich bin, sucht trauernd den, der ich sollte sein!" Und auch gerade in der allmählichen Entwicklung und Verfeinerung des Gewissens, die wir gar nicht bestreiten wollen, ahnen wir einen höheren Willen, der die Menschheit hinaus- und hinauf- führen will über die einfachen, ursprünglichen Unterschiede von nützlich und schädlich zu der höheren Erkenntnis von recht und unrecht, gut unb böse, Segen und Sünde. B. R. den. Ferner mürben bis jetzt fünf Lei'chen geborgen. Man befürchtet, baß die noch unter den Bergmassen liegenben 15 Arbeiter nicht mehr am Leben sind. Verheerendes Hochwasser im Iran. In der Nähe von Nahavend (Iran), wo erst kürzlich ein Unwetter 208 Menschenleben gesondert hatte, verursachten schwere Wolkenbrüche eine schwere Hochwasserkatastrophe. Dabei wurden 150 Häuser zerstört. Die Anzahl der T o d e s o pf e r ist bisher noch unbekannt. holländisches Passagierflugzeug bei Amsterdam verunglückt. Das Flugzeug .Ljsvogel" der holländischen Luftfahrtgesellschaft K. L. M. ist von Berlin kommend, kurz vor dem Amsterdamer Flughafen Schihol durch unfreiwillige Bodenberührung verunglückt. Das Unglück wird auf plötzlich auffommenben Bodennebel zurückgeführt. Bisher wurden fünf Tote geborgen. Das Flugzeug hatte 14 Fahrgäste an Bord. Unter den Toten befinden sich ber zweite Flugzeugführer, der Funker unb der Mechaniker. Der Flugzeugführer wurde schwer verletzt. Don den beiden ums Leben gekommenen Fahrgästen wird noch einer vermißt. Elf Fahrgäste würben zum Teil schwer verletzt. Laut Angaben der Luftfahrtgesellschaft K. L. M. befinden sich unter den Fahrgästen acht Personen deutscher, vier englischer und zwei tschechischer Staatsangehörigkeit. Durch den ungeheuren Anprall würbe das Flugzeug, eine amerikanijche Douglas-Maschine, völlig zerstört. Feine Frauenarbeit strengt die Augen immer an. Man verwende in der Ständerleuchte eine loo-Watt-W.Lampt ober zwei Stück so-Watt W-Lampen. Fordern Sie im Cleltrolicht-Fachgeschäft immer bie innenmattierten Zuge mit d auch in ^gehoben. r j die von Südasien bisherigen • ist, der in n eigenen tensroertes wo dem Skwar« i, General legner des de Gene- nn ein/ge n GegM. r Mgl^ lier, bet iejm an. afften ms, das ui, n'Ms Len Ge« Parteien nliften er« m einigen iinM QUf ungiur erung M muß er M en. Damit ledigt fein , Fruhjch auf Grün en, worauf nten neu t im Jahre ber Wechsel on vor dem folgen. fei kehr zur Verfügung. Neben dieser günstigen Verkehrslage hat das Vorhandensein natürlicher Reichtümer, wie Braunkohle, Kali unb guter Böben schon feit Jahrzehnten einen Anreiz zu inbuftrieller Betätigung geboten. Die Lanbwirtfchaft mit ihren vor allem in ber Magdeburger Börde und in der Goldenen Aue überdurch- fchnittlichen Hektarerträgen und den Obstanbaugebieten in Braunschweig und der Provinz Sachsen schuf bie Grundlage für Deutschlands Konservenindustrie, für den Aufbau ber mittelbeutfdjen Zuckerindustrie, die heute rund 33 v. H. bes beutschen Zuckers erzeugt, sie machte weiterhin Magbeburg zu einem ber bebeutenbften (Betreibe: Ibandelsplätze und begünstigte die Anlage von s., * i"ä Sw SEWiS । U .■■■■» ■ M.,..s.... f i. LS jobeiu > es in intraliffl* ««ae, mm9 > SI5*’ «w K -n $ stehet 0 , .r m^' erner . Ä VW' ien. -en M < M ■Ä': —J M U / iw.. ÄWMMi ?x I . ~~ • . ...;WX^;/' -. I SIEG DER SCHÖNHEIT Da« Gebiß wird )ebiß über Morgen« «Ur ■ii. .Iliii'iHiimHiHil m iMUlIP’ Zu allen spendende K> ein immer« Musizierlust zu beweisen von unseren häuslichen K Die Haus Werter mu Äach datier Hann Seb milie, sie rei Thüringen b: mufici innel ihrer Berus griff gewort Mitte des musiker aa Familiensin baren Aus! Familienfe Arnstadt bi Wenn mai 43 Musi ffamifie eine fßorftell tiefer fieierli tem Progran Choral Mi der göttliche, und Begab, aber gewan gen aus bu possierlichst, aber war Volksweise dah zwar Wammen! den warer wehr höre Mhlichkeii neu berüf Me Form griffen !:H Vielleser WL'« «dir 7°^ ^g§>, Ät Iforj < M y*hj des große $as Hau- si°rschel i falzte j gierige $ -^n 0rt de £Ml. wor A.r it« D- W zu \ >rie y W und fc'4 S “> W‘ Siri frachten wird. Schon heute rechnet das Reichsoer» kehrsministerium mit 14 Millionen Tonnen Fracht jährlich allein durch die Reichswerke, während der durch die ebenfalls am Mittellandkanal zu errichtende Dolkswagenfabrik Fallersleben bedingte Frachtenanfall auf 1,5 Millionen Tonnen geschätzt wird. Vergleichsweise sei erwähnt, daß der Frachtraum der privaten Wirtschaft 8 Millionen Tonnen ausmachen soll. Das Wachsen dieses neuen Industriegebietes Mtt- teldeutschland hat natürlich zur Folge gehabt, daß in großen Mengen Arbeitskräfte aus anderen Teilen des Reiches hier eingesetzt worden sind. Die Arbeitseinsatzstatistik allein vermag uns auch einen Ueberblick über das Ausmaß des Industriezuwachses in Mitteldeutschland zu geben, solange nicht eine neue Volkszählung bessere Unterlagen in die Hand gibt. Zunahme der Beschäftigung von 1929 bis 1937 in v. $).: Gebiet Arbeiter Angestellte Sachsen-Anhalt 12,1 20,1 Hannover-Lippe-Oldenburg 12,0 30,2 Braunschweig 13,1 23,2 Reichsdurchschnitt 3,2 17,9 Diese Zahlen bedürfen keines Kommentars. Wir wollen nur noch erwähnen: es sind in einigen Bezirken heute mehr Arbeitende ermittelt worden als 1932 Arbeitende und Arbeitslose zusammen. Man darf erwarten,'daß diese Entwicklung zur Industrialisierung des mitteldeutschen Raumes nach voller Inbetriebnahme des Kanals weitergehen wird, zugleich darf man hoffen, daß sich daraus ergebende Probleme wie Landflucht und Wassermangel gemeistert werden können Büchertisch. — Gottfried Zarnow: Gekrönt — entehrt, Europas Schicksal, Habsburgs Schuld. Mit 10 Lichtbildern. Preis in Leinen geb. 6 Mark. Volkschaft-Verlag in Dortmund — (250) — Der Verfasser, der aus seinem Kampf gegen die volksfeindliche Justiz der Systemregierungen in Preußen bekannt geworden ist, greift in diesem Buch die schwere Schuld auf, die der letzte Habsburger Kaiser Karl und noch mehr die in ihrem Ehrgeiz vor nichts zurückschreckende Kaiserin Zita mit ihrem Verrat fahren. Wetterbericht Wind Wasser und Wolken umspielt, die als Hintergrund die Menschen und ihre Geschicke verdeutlicht. Der ständige Kampf mit den. Elementen hat die Bewohner der Insel hart gemacht. Verschlossen und abweisend sind sie gegen Maren, die Zugewmiderte, Kinderlose. Einsam bleibt sie unter den Dorfbewohnern- auch die Liebe ihres Mannes ist nicht stark genug, ihr die innere Verlassenheit zu er» paren Aber die starke Mütterlichkeit ihres Wesens wächst und setzt sich durch: „Mutter Maren wird sie für alle, die ihre selbstlose Gute hilfreich er- Trotz der weiteren Verstärkung und Ausweitung des osteuropäischen Hochdruckgebietes hat sich zur Zeit eine Wetterverschlechterung eingestellt. Dabei kam es am Dienstag auch in unserem Gebiet zu neblig-trüber Witterung und strichweise auch zu geringfügigem Regen. Es kann wieder mit Wetterverbesserung gerechnet werden, doch wird infolge verbreiteter Nebelbildung die Auswirkung des Hochdruckgebietes .beeinträchtigt fein. . Vorhersage für Mittwoch: Zunächst vielfach neblig-trüb, doch nur einzelner, geringfügiger Regen, zeitweilig aufgeheitert, für die Jahreszeit zu mild, schwache veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 14. November: mittags 13,4 Grad Celsius, abends 9 Grad; am 15. November: morgens 9,8 Grad. Maximum 13,5 Grad, Minimum heute nacht 7,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. November: abends 8,8 Grad; am 15. November: morgens 8,5 Grad. — Niederschläge 1,0 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hcms Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 38: 100’13. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig ier in der deutschen Kirche in Paris. des Bundesgenossen am gesamten deutschen Schicksal auf sich geladen haben. Ein besonders aktuelles Kapitel ist der „Schöpfungsgeschichte" der Tschecho- Slowakei gewidmet, die in diesen Tagen dafür büßen mußte, was ihre Gründer vor 20 Jahren gesündigt hatten. Das Buch ist belegt durch eine Unmenge von hochinteressanten Dokumenten, die gerade heute, wo den schmählichen Machenschaften dieses Kreises um Zita durch die Wiedervereinigung der Ostmark mit dem Reiche für alle Zeit ein Ende gesetzt worden ist, unser ganzes Interesse beanspruchen dürfen. L. — Felicitas Rose: Der Mutterhof. Ein Halligroman. Jubiläumsausgabe 200. Tausend. Ganzleinen 2,85 Mark. Verlagshaus Bong & Co., Berlin-Charlottenburg. — (300) — Im „Mutterhof" der kürzlich verstorbenen Felicitas Rose ist es die Hallig, die kleine, einsame Nordseeinsel, von Dor der Ueberführung des Sarges mit den sterblichen Ueberresten Ernst v o m R a t h s nach Deutschland fand in der deutschen Kirche in Paris eine eindrucksvolle Trauerfeier statt, an der neben zahlreichen Diplomaten auch der französische Außenminister Bonnet teilnahm. Unsere Aufnahme zeigt Staatssekretär Freiherrn v. Welzsacker (links) wahrend seiner Ansprache, nach der er im Auftrage des Führers einen Kranz aus weißen Lilien niederlegte. (Schexl-Bilderdienst-M.) Heute morgen 6’/2 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unser lieber Onkel und Schwager Wilhelm Hardtmann II. 7371D Nachruf Am 14 November verschied nach längerem Leiden unser lieber Arbeitskamerad Herr Willi Schädlich im Alter von 36 Jahren. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen treuen, stets hilfsbereiten Kameraden, dem wir ein ehrendes Gedenken bewahren. Die Angehörigen der Abteilung Projektion der Leitz-Werke Für das Inkasso unserer Orts' Verwaltung Gießen-Stadt suchen wir geeigneten Wi. Herrn Stiöoerfa BeffitheningsanHolt a. G. für fjanöroert, Handel und Gewerbe In Zranlfnrl a. DL Bezirksverwaltung Gießen Goethestraße 10. 7374p im 78. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 15. November 1938. Schriftliche Angebote erbeten an GM. SeelvM, Gletzeu, Selle» 20 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. November, nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause, Gießener Straße 75, aus statt. 7357V jüngere MtlW verfekt in Stenographie, Maschinenschrift und sonstigen Kontorarbeiten per bald gesucht. 7382 D gesucht 7347° Arzt. 16. 11. Seltersweg 19.1 Walltorstrahe 48. Arzt. 16. 11. Dr. med. Wolf, | Empfehlungen] Brombeer- sträucher.amerik Riesen, großfr. Massenträger ü. 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Halbla^smädchen oder Fran z.l.Dez. f. einige Stunden vorm. gesucht. 05136 Wo, sagt die Geschäftsstelle des Gießen. Anzeig. Suche tüchtiges Mädchen für den Haushalt und etwas Mithilfe im Geschäft. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d.Gieß.Anz.7,73v Kirchliche Anzeigen. Mittwoch, 16. November (Butz- und Bettag). Kirchberg. G. 10, G. 14._______ GonntagSdienstfürAerzte Mim gesucht dreimal wöchentlich. Gsell l 05125 Friedrichstr. 57. Msrnn MMWen für nachmittags gesucht. >L>chr Angeb.unt. 05117 a.d.G.A. Hm- und Knchenmädchen 3um sofortigen Eintritt wird Mehger- geseile gesucht, l 73091) Metzgerei Pirr, Neuen Baue. Tapezier gehilfe sofort gesucht Th. Erb. Sonnenstraße 12 Saub., ehrlicher ** im Alter von 14 b. 15 Jahr., f. sofort gesucht .7366^ A.KochNachflg. Mäusburg 15. | Vermietungen"! 5-6-Zimm.- Wohnung Kaiserallee 27, Erdgeschoß, alsbald zu vermiet. 7319O Näheres: A. Becker, Kevlerstratze 9. Aelterer Herr gibt an solides Ehepaar 2 leere Zimmer mit Küche ab. Schr.Angeb.unt. 05130 a.d.G.A. 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Heute entschlief plötzlich und unerwartet unser lieber, treu* sorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Eduard Engeler. Gießen (Bruchstraße 9), den 14. November 1938. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 17. November, um 14% Uhr statt 73680 Drogerie Elges Seltersweg 66 Ruf 3458 7375 A Die Beerdigung findet Mittwoch, 16 Nov., 31/? Uhr, vom Trauerhause Wieseck, Alten-Busecker Str. 43 aus statt. __________________________________________________73780 Heute nacht entschlief sanft nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden unser innigstgeliebter Sohn, unser guter Bruder, Enkel und Neffe Erwin Schneider im 14. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Schneider nebst allen Angehörigen. Wieseck, Heuchelheim. Lauterbach, Hanni eim, den 14. November 1938. Die Schönheitsspezialistin der Firma LE ICHNER erwartet Sie in meiner Drogerie vom 17. bis 19. 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Wenn wir heute ihren Weg überdenken und sehen/ wie die Familie in ihrer schöpferischen Betätigung, in ihrem Gemeinschaftswirken die Keimzelle zu großem Schaffen geworden i\t, tonn sollten wir mehr noch als bisher die Schlußfolgerung für uns daraus ziehen und gerade dem Musizieren in klein st em Kreise einen weit größeren Raum in der musikalischen Betätigung unserer Zeit auf, wenn das Auge wieder über grüne, mit Gesträuch und niedrigen Bäumen bewachsene Hügel hinwegschweift. Das karstartige Bergland der Ci- renaica ist, wo der Humus noch nicht von den Regengüssen hinweggeschwemmt wurde, recht fruchtbar und wird eine ertragreiche Bewirtschaftung gestatten, sobald erst die W a s f e r f r a g e ihre Lösung gefunden haben wird. Zur Zeit sind die dort an- gesiedelten italienischen Bauern auf das in Zisternen aufgefangene Regenwasser angewiesen: in etwa einem Jahre wird dies jedoch anders werden, da dann die große Wasserleitung fertiggestellt werden soll, die von Ain Mara, einem dreißig Kilometer westlich von Derna gelegenen Höhlenbewohnerdorf, Quellwasser in reichlichen Mengen zu den Kolonie- sierungszonen von Beda Littoria, Razza, Battisti, d'Annunzio, Oberdan und Baracca führen wird. Die Kosten dieser 150 Kilometer langen Leitung, an die noch ein rund 50 Kilometer umfassendes Rohrnetz angeschlossen wird, werden 70 Millionen Lire übersteigen. Dafür wird die Leitung täglich 4320 Kubikmeter Wasser herbeischaffen, d. h. sie wird die Sieülungsmöglichkeiten im Djebel b^rächtlich Doch auch ernsthafte Hausmusik wurde gepflegt. Johann Sebastians Liebe zur Geige und Bratsche führte ihn naturnotwendig zur Gemeinschaftsmusik. Johann Nicolaus Forkel, sein erster Biograph, erzählt: ,>Es war ihm stets ein Vergnügen, in einer Gesellschaft, in der vollstimmige Jnstrumentalsätze aufgeführt wurden, die Bratsche mitzuspielen, er befand sich mit seinem Instrument gleichsam in der Mitte der Harmonie, aus der er sie von beiden Seiten am besten hören und genießen konnte." Schließlich gibt die Fülle seiner Kammermusik ein beredtes Zeugnis von seiner Vorliebe für das gemeinschaftliche Musizieren im Haus und Freundeskreis. Und an Mitspielern fehlte es nie. In den überdurchschnittlich begabten Söhnen — Wilhelm Fiedemann, der genialische aber haltlose Liebling, Philipp Emanuel, uns heute in seinem „Versuch,i?ber die wahre Art das Clavier zu spielen" immer noch richtungweisend, Johann Christian Bach, der „Londoner Bach", der das Erbe Händels in London verwaltete und als vierter, bedeutender Sohn Johann Christoph Fried- r i ch Bach, Kapellmeister der Königin Louise — in ihnen wuchsen dem Vater Erben und Helfer heran, die das musikalische Gut der Familie Bach an Königshöfe und in ferne Lande trugen. Ueber dem Ruhm der Söhn-e konnte die Welt sogar anfangs das überragende Genie des Vaters verg'essen. Er ober war ihre Quelle und ihr Lehrmeister. Den Söhnen übergab er sein Erbe, die Weisheit und die Erfahrungen eines ganzen Lebens. Ihnen schrieb der Vater die Lehrstücke für das Klavierspiel, und in glücklicher Freude fanden sich Vater und Kinder in den gemeinschaftlichen Hausmusiken zusammen. Die Blütezeit dieser Hausmusiken liegt in den Jahren 1730 und 1733, als die Söhne noch nicht in die Welt geflogen waren. Alle seine Klavierkonzerte hat Bach für sie geschrieben, sowohl die Originalkonzerte wie auch die Uebertragungen eigener wie fremder Diolin-Konzerte. Seine Konzerte für 2, 3 und 4 Cembali geben uns heute noch einen Begriff von dem ungeheuren Reichtum und dtzr unerschöpflichen Kraft dieser Hausmusiken, die die Söhne als bleibender Wert auf ihren weiten Derna (Ostlibyen), November 1938. ( Wir haben in sechs Tagen fast alle Dörfer f besichtigt, die Marschall Balbo in den vier 1 Küstenprovinzen Libyens hat errichten lassen, um i die Mafsenbesiedlung des „vierten Ufers" durch ita- । lienische Bauern in die Wege/ zu leiten. In diesen l sechs Tagen haben wir zweitausend Kilometer im 1 Kraftwagen zurückgelegt. Von den Siedlungen in । der näheren Umgebung von Tripolis ging es zu den , Dörfern südlich von Misurata, etwa 250 Kilometer östlich von Tripolis. Dann machten wir mit unserer Automobilkolonne, die rund vierzig Wagen zählt, einen „Gewaltmarsch"; an einem Nachmittag rasten wir mit 100 bis 120 „Sächelchen" rund um die Syrte herum von Misurata nach Benghasi, für afrikanische Entfernungsbegriffe ein „Katzensprung" von etwa 850 Kilometer. Von Benghasi fuhren roii* am folgenden Tage weiter nach Osten, nach Eirene und weiter zu dem paradiesischen Städtchen Derna, von wo aus mir wieder einen Tag später die öst- .lichen Siedlungen besuchten. Nichts kann dem Reisenden den rasch wechselnden Charakter der nordafrikanischen Landschaft eindringlicher vor Augen führen als so eine Eilfahrt. Das sandige, flache Steppenland Westlibyens, das aber bereits in fünfzehn bis zwanzig Meter Tiefe Grundwasser birgt, ist ein Gebiet, in dem die Siedlungsbehörden den Typ der Güter mit gemischter Bewirtschaftung, d. h. mit künstlicher Bewässerung von einem Fünftel des Bodens, wählen konnten. Weiter nach Osten, ipo der Boden noch sandiger und das Wasser wesentlich knapper ist, wie bei dem hundert Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Dorf Breviglieri, herrscht die vollständige Trockenkultur (Oliven, Mandeln, Wein, Getreide) vor; die Brunnen liefern lediglich Wasser für Menschen und Tiere. Wieder etwa 125 Kilometer weiter östlich gestatten die bessere Beschaffenheit des Bodens und das aus artesischen Brunnen reichlich fließende Wasser eine intensive Bewirtschaftung der Güter, die daher bedeutend kleiner gehalten sind als die Siedlergrundstücke in allen anderen Teilen Libyens. In der Gegend von Crispi und Gioda sahen wir mächtige Sammelbecken, die von den Brunnen gespeist wurden und insgesamt 300 Kubikmeter Wasser in der Stunde durch Betonrinnen auf die umliegenden Felder, eine Fläche von 4600 Hektar, verteilen. Wie fruchtbar diese Gegen- ist, geht aus der Aussage eines Bauern hervor, der uns erklärte, daß er seine Luzernefelder sieben- bis zehnmal in einem Jahre mähen könne. Wohl das trostloseste Gebiet Libyens, wenn man von der Sahara absieht, ist die „S i r t i c a", der Landstrich südlich der gleichnamigen ausgedehnten Mittelmeerbucht. Stundenlang rollt der Wagen die prächtige Uferstraße, die erst vor anderthalb Jahren von Mussolini eingewe'cht wurde, entlang durch das eintönig flache Gelände, in dem kärgliche Stauden graugrüne Flecke auf den rötlichen Boden malen. Nur wenige Ortschaften säumen in Abständen von : vielen hundert Kilometer die Straße, sonst erblickt । man hin und wieder die Kamele, die Ziegen- und Schafherden nomadisierender Araber. Die einzige : „Abwechslung", die wir auf der endlosen Fahrt i durch diese Verschmelzung von Wüste und Steppe erlebten, war ein unvorsichtiger Schakal, der am i späten 'Abend in das Scheinwerferlicht unseres Wa- > gens geriet. : Kommt man aus dieser Einöde nach Benghasi i und in den Dfebel Cirenaica, so atmet man befreit cmräumcn. Denken wir im Verlauf der Jahrhunderte weiter an das Musizieren im Hause M o - zart, ap das Musizieren Beethoven^ ntit seinen Jugendfreunden Breuning, an Schubert und (einen musikalischen Kreis, um nur ganz wenig Beispiele herauszugreifen, so wird uns das Beispiel der großen Vergangenheit den Weg zu unserem eigenen Musizieren zeigen, das seinen eigentlichen Ausgangspunkt in der Hausmusik haben muß. * Hausmusik in der Familie Bach Zum Tage der deutschen Hausmusik am 15. November. Von Adolph Meuer. Die Reichsjugendführung wirbt für den Jnstrurnentalunterricht in der Hitler-Jugend mit bestem Erfolg, die Freude an der Musik ist gerade bei unserer Jugend groß. — (Scherl-M.) Zu allen Zeiten ist die Hausmusik eine lebenspendende Keimzelle des deutschen Musiklebens und ein immerwährend wirksamer Erwecker deutscher Mufizierlust gewesen. Nichts vermag das deutlicher zu beweisen als die Stellung, die der Hausmusik von unseren großen Meistern der Musik in ihrem häuslichen Kreise eingeräumt wurde. Die Hausmusik als Ausdruck fröhlicher, unbeschwerter musikalischer Gemeinschaft in der Familie Bach datiert nicht erst aus der Zeit des großen Johann Sebastian Bach und seiner engeren Familie, sie reicht weit zurück in eine Zeit, in der in Thüringen die Bachs das ehrenvolle Amt der Stadt- muftei innehatten und durch die Ausschließlichkeit ihrer Berufswahl zum Musiker geradezu ein Begriff geworden waren. Nannte man doch bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts in Erfurt die Stadt- musiker ganz einfach „die Bache". Ein starker Familiensinn war den Bachen eigen. Seinen sichtbaren Ausdruck fand er unter anderem in häufigen Familienfesten, die man in Eisenach, Erfurt ober Arnstadt beging. Fröhlich muß es da zugegangen fein. Wenn man bedenkt, daß Johann Sebastian allein 4 3 Musiker seines Namens und seiner Familie aufzählen konnte, so hat man ungefähr eine Vorstellung, zum mindesten von der Lautstärke dieser Feierlichkeiten, die im übrigen nach festgesetztem Programm zu verlaufen hatten. Ein feierlicher Choral zwang den großen Kreis in Achtung vor der göttlichen Gewalt, die dieses Geschlecht an Zahl und Begabung so sichtbarlich gesegnet hatte. Dann aber gewann die Freude die Herrschaft und es klangen auf die „allerliebsten, benebenst auch die aller- possierlichsten Lieder und Arien". Ein Hauptspaß aber war has sogenannte Quodlibet, in dem Volksweisen aus dem Stegreif so gesungen wurden, daß zwar die verschiedenen Stimmen harmonisch zusammenklangen, die Texte hingegen alle verschieden waren, so daß schließlich keiner den anderen mehr hören konnte und sich alles in Lachen und Fröhlichkeit auflöste. Johann Sebastian hat in seinen berühmten „G o l d b e r g v a r i a t i o n e n" diese Form des Quodlibet noch einmal humoristisch aufgegriffen. vergrößern, da sie den Wasserbedarf von mehr als 40 000 Menschen zu decken vermag. Da bisher, einschließlich der Neuankömmlinge, nur etwa 10 000 Menschen sich in dem Bergland niedergelassen haben, ist damit zu rechnen, daß der Djebel Cirenaica für die nächste Zeit das bedeutendste Siedlungszentrum Libyens bleiben wird. Weite Strecken des Berglandes eignen sich allerdings wegen ihrer felsigen Beschaffenheit nicht für landwirtschaftliche Betriebe; dieses Gelände wirb von ber faschistischen Forstmiliz soweit wie möglich aufgeforstet und auf diese Weise nutzbringend für die allgemeine Wirtschaft des Landes verwertet. Man würde sich übrigens irren, wollte man in dem Gelände, das der Faschismus sich als Siedlungsgebiet für seine Bevölkerungsüberschüsse ausgesucht hat, Neuland erblicken. Die libyschen Küstenprovinzen sind im Gegenteil ä l t e st e s Kolonisationsgebiet. Im grauen Altertum nahm der östliche Teil Libyens am Leben des griechischen. Kulturkreises teil, , wie das Ausgrabungen von Eirene, Berenice, 2rpoIIonia, Tolemaide und viele auf dem ganzen Djebel verstreute 11 eher reffe griechischer Bauwerke beweisen, während der Westen zunächst von den Phöniziern und später von den Römern besiedelt wurde, wovon die prachtvollen Baudenkmäler von Sabratha und vor allem L^ptis Magna zeugen, in denen uns, wie vielleicht nirgendwo sonst auf ber Welt in solcher Vollkommenheit, bas Bilb einer Großstabt ber römischen Kaiserzeit in allen seinen Einzelheiten überliefert worben ist. So knüpft die umfangreiche Siedlungstätigkeit des faschistischen Italien wie so viele andere Leistungen des Faschismus an altrömische lieber- lieserungen an. Gewaltig ist Arbeit, die Marschall Balbo 2000 Kilometer an der libyschen fiüfle entlang Von unserem H G -Korrespondenten SkLMN-I.-! Wilhelm Herschel. Zum 200. Geburtstage des großen Astronomen am 15. November. Das Haus des „Royal Astronomers“ William Herschel in Slough bei Windsor war eine Wallfahrtsstätte für die ganze gelehrte oder auch nur neugierige Welt, und ein Zeitgenosse nannte es ,chen Ort der Welt, wo die meisten Entdeckungen gemacht worden sind". Dieser Astronom Herschel war trotz seines englischen Adelstitels ein Deutscher, ber Sohn eines hannoverschen Militärmusikers, ber zunächst ebenso wie auch alle seine Bruder bie Laufbahn bes Vaters ergriff. Im Jahre 1755 famen Vater und Söhne mit ihrem Regiment nach England, bas Wilhelm Herschel dann nur noch zu vorübergehenden Reisen verlassen hat. Doch blieb er nur noch kurze Zeit in Militärdiensten, versuchte vielmehr, sich als Musiker selbständig zu machen. Nach Jahren der Entbehrung gelang es ihm 1766, eine Stellung als Organist an der Octogon-Kapelle in Bath zu finden, wo er viel komponierte. Von der Theorie der Musik kam er auf Mathematik und Physik und endlich auch auf die Astronomie, die schon seinen Vater beschäftigt hatte. Diese Wissenschaft zog ihn aanz in ihren Bann, so daß er ihr seine gesamte Freizeit widmete. Da die einfachen Instrumente, die er sich mit seinen knappen Mitteln kaufen konnte, seinem Forschungsdrange nicht gr= nügten, beschloßt er, sich selbst bessere zu bauen. Er kaufte von einem Quäker, der sich früher mit Spie- gelschleifen beschäftigt hatte, das gesamte Werkzeug und seine unvollendeten Spiegel und ging mit rastlosem Eifer ans Werk. Eine getreue Gehilfin war ihm stets seine Schwester Caroline, die er aus Hannover hatte Nachkommen lassen. Ohne ihre sorgsame Pflege, aber auch ihren wissenschaftlichen Beistand hätte er das Werk vielleicht kaum vollenden können. Er arbeitete die halben Nächte hindurch, und damit er dabei nicht von Müdigkeit überwältigt wurde, mußte Caroline ihm währenddessen aus „Tausend und eine Nacht oder aus dem „Don Quixote" vorlesen. Nach vielen mißglückten Versuchen gelang es Herschel, mittels erfundener und verbesserter Methoden ein großes Spiegelteleskop von fast sieben Meter Länge zu bauen. Im Jahre 1774 konnte er durch dieses Teleskop den Planeten Saturn mit seinem Ring sehen. Dieser schöne Erfolg feuerte ihn zum Ban immer größerer Instrumente und zur systematischen Durchsuchung des Himmels an, In der Nacht des 13. März 1781 war er mit der Untersuchung einiger schwacher Sterne in den Zwillingen beschäftigt, da stieß er auf ein Gestirn, das er zunächst für einen Kometen hielt. Bei näherer Beobachtung stellte er jedoch fest, daß es sich nicht um einen Kometen, sondern um einen oberen Planeten handelte. Die Entdeckung erregte in der ganzen Welt ungeheures Aufsehen und machte Herschel mit einem Schlage berühmt nicht nur als astronomischen Entdecker, sondern auch als Erfinder und Besitzer von Instrumenten von bisher unerreichter Kraft. Dem König Georg III. von England zu Ehren, der sich selbst leidenschaftlich für Astronomie interessierte und eine Privatsternwarte in Richmond besaß, wollte Herschel den neuen Planeten Georgsstern, Sidus Georgium, nennen. Durch Bode in Berlin wurde jedoch der Name Uranus vorgeschlagen, der sich dann auch durchsetzte. Herschel war, als er durch die Entdeckung des Uranus die Grenzen unseres bis dahin bekannten Planetensystems um das doppelte erweiterte 43 Jahre alt und betrieb die Astronomie immer noch nebenher, aus Liebhaberei, während seine Stellung als Musiker ihm die Mittel zum täglichen Leben liefern mußte. Auf die Entdeckung hin aber ernannte König Georg ihn zum „Royal Astronomen“ mit 200 Pfund Jahresgehalt, damit er sich endlich ganz der Sternenkunde widmen könne. Zu Ostern 1782 wirkten er und feine als Sängerin ausgebildete Schwester Caroline zum letztenmal als Musv fer bei einer Aufführung von Händels „Messias" mit Darauf siedelten die Geschwister nach Datchet und wenige Jahre später nach Slough über, wo ihnen noch 36 Jahre gemeinsamer fruchtbarer Arbeit bis zum Tode Wilhelms im Jahre 1822 be- schieden waren. Die Forschungen Herschels erstreckten sich vor allem auf die Welt der Doppelsterne, Nebelflecke und Sternhaufen, über die er völlig neue Theorien veröffentlichte. Da keiner seiner Zeitgenossen Jn- sttumente von derselben Schärfe besaß wie er, konnten viele seiner Behauptungen zu seinen Lebzeiten nicht nachqeprüft werden und begegneten deshalb bei den Fachgenossen häufig großer Skepsis. Das meiste aber hat sich später als richtig bestätigt. Unter anderem stellte er als erster die Bewegung unseres Sonnensystems nach dem Sternbild des Herkules fest. Die von ihm angewandte statistische Methode und seine Sternzeichnungen erschlossen der praktischen und beobachtenden Astronomie eine ganz neue Epoche und schulen ein neues Bewuüftein für die Unendlichkeit des Kosmos. I Im Jahre 1788 vermählte Herschel sich mit einer l reichen Witwe, so daß er nun aller wirtschaftlichen Sorgen enthoben war. Der glücklichen Ehe entsproß der Sohn John, der später das Werk seines Vaters glanzvoll fortsetzen sollte. Für die treue Schwester war die Veränderung anfangs ein schwerer Schlag. Sie gab das Zusammenleben mit dem Bruder auf, blieb jedoch seine wissenschaftliche Gehilfin und Mitarbeiterin, die ‘übrigens auch eine Reihe selbständiger astronomischer Arbeiten durchführte. Herschel war cs noch beschieden, die ruhmreichen Anfänge seines Sohnes zu erleben, bevor in seinem 84. Jahr der Tod seinem arbeits- und erfolgreichen Leben eine Ende machte. In den letzten Jahrzehnten war er mit Ehrungen aus der ganzen wissenschaftlichen Welt überhäuft worden. Auch Caroline, die nach seinem Tode nach Hannover zurückkehrte, genoß hier als „Priesterin des Sternenhimmels" die Verehrung der Zeitgenossen. Die 25 Jahre, die sie ihren Bruder überlebte, benutzte sie unter anderem dazu, nachgelassene Werke von ihm herauszugeben und ihre Erinnerungen aufzuschreiben, denen wir viel zur Kenntnis von Wilhelm Herschel verdanken. Piefke und sein Oüppelinarsch. Kurz vor der Erstürmung der Düppeler Schanzen stand Prinz Friedrich Karl in seinem Quartier Gravenstein dicht neben der Musikkapelle des Leib- Regiments (Nr. 8) und hörte einem Marsch zu, den der Musikmeister Gottfried Piefke komponiert hatte. Dieser Marsch, der damals zum erstenmal gespielt wurde, gefiel dem Prinzen so gut, daß er sagte: , „Ich hoffe, der Marsch wird die Zukunft des Radetzky-Marsches haben." Diefer Wunsch ist auch in Erfüllung gegangen, beim bald wurde er, der nach der Erstürmung der Düppeler Schanzen den Namen „Düppeler Marsch" erhielt, derartig volkstümlich, daß seine Melodie in jener sturmbewegten Zeit überall gesungen, gepfiffen und gespielt wurde. Am 18. April hatte Piefke Befehl erhalten, während des Sturmes in der dritten Parallele mit feinem Musikkorps einen Avanciermarsch zu blasen. Als die Truppen vorgingen, standen die Musiker hinlerm Wall gedeckt. Piefke allein hatte dessen Brustwehr erstiegen und dirigierte von dort oben, statt des Taktstockes einen Degen schwingend, und während ihn die Kugeln umpfiffen, feinen „Düppel-Marsch". Da — mit einem Male — heulte und zischte es. Krach-bum wühlte sich dicht an Piefkes Seite eine Granate in die Erde und überschüttete die Blech- pufter mit ihrem Segen. Mit einem Schlage sind bie.. Instrumente verstummt, scheu blicken bleiche Gestatten um sich. Nur Pieste steht unbeweglich, orbnet seinen Haufen und tommanbiert: „Das Trio noch einmal!" Sogleich setzen seine Leute mit Mut bie Instrumente an unb blasen ben Marsch weiter. Als König Wilhelm bie Truppen von Düppel unter ben Klängen bes „Düppel-Marsches" an sich vorbei- befiüeren ließ, wanbte er sich lächelnb an Piefke: „Vergessen Sie bie Pause mit ber Granatkugel nicht!" Diese Pause würbe feitbem trabitioneü. In allen Konzerten, in benen Piefke feinen beliebten „Düp- pel-Marsch" dirigierte, wurde sie eingehalten. Und jedesmal klatschte das Publikum begeistert Beifall. Karl Alexander Prusz. Zeitschriften — „21 u s der Natur" (Der Naturforscher), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. Preis vierteljährlich 2/50 RM., Einzelheft 1,— RM. — Aus Anlaß der Heimkehr der Sudetendeutfchen ins Großdeutsche Reich führt Professor Dr.W.Schoenichen im November-Heft in den Kubany-Urwald, ein sudetendeutsches Naturschutzgebiet. Dr. W. Flemmig zeigt, wie deutscher Erfindungsgeist die Aufbereitung und Verhüttung der Salzgitterer Eisenwerke ermöglicht hat. Dr. v. Frankenberg erläutert an Hand der Naturaufnahmen von F. O. Böhme-Rabes die Eigenart der Biologie des Nogelhalses. Dr. phil. nat. R. Bader stellt die Einrichtungen zur Luftatmung ber Fische zusammen. Professor Dr. W. E. A n k e l, Zoologisches Institut Gießen, weiß an Hanb zahlreicher Aufnahmen Merkwürbiges über bie La ich kapsel der Purpurschnecke unb bie Entwicklung ihrer Jungtiere au berichten. Dr. Karl Helbig hat Sftibien an ben Funbstätten ber Borneo-Diamanten gemacht. Kleine Beiträge aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten, Forschungsergebnisse, Anregungen zur Naturbeobachtung („Der gestirnte Himmel im November"), die Bücherschau und die Preisfrage beschließen das Novemberheft. Hocbscbulnacbrichten. Professor Dr. Hero Möller, Ordinarius für Nationalökonomie, Finanzwissenschaft und Statistik an der Universität Erlangen, Mitglied der Akademie für Deutsches Recht, erhielt einen Ruf auf das an der Universität Tübingen durch den Fortgang des Professors Dr. Eduard Lukas freigewordene Ordinariat für Volkswirtschaftslehre. Professor Dr. Friedrich P l a 11 n e r , Ordinarius für Physiologie an ber Universität Königsberg, wurde in gleicher Diensteigenschaft nach Wierr berufen. Hausmusik und Gießener Konzertwinier. Don Karl Ehrist, Musikbeaustragtem der Stadt (Siegen. und seine Mitarbeiter vollbracht haben: Hm den 1800 Familien, die in diesen Tagen von Italien nach Libyen verpflanzt wurden, die Möglichkeit zu geben, ohne Zeitverlust ihre landwirtschaftliche Tätigkeit aufzunehmen, mußten nicht nur die Häuser und Dörfer bis zum letzten Nagel fertiggestellt werden, sondern es mußten 73 000 Hektar Land vorbereitet, gerodet, eingeebnet uud umgepflügt werden. Da die Bau- und Landarbeiten nicht mehr als etwa sieben Monate dauern durften, wenn die Siedler noch rechtzeitig zur Herbstsaat auf ihren Gütern eintreffen sollten, mußten etwa 33 000 Arbeiter eingesetzt werden, und dies in einer Zeit, in der ganz Libyen, von der Hauptstadt Tripolis bis hinunter ins kleinste Araberdorf, ein riesiger Bauplatz ist. Infolgedessen mußten 5000 Arbeiter aus Italien geholt werden. Die Gesamtausgaben der Regierung und der mit der Siedlung betrauten Körperschaften stellten sich auf 510 Millionen Lire. Wir sahen Marschall Balbo auf einem Rundgang durch das Zeltlager in Zliten, in dem 450 Siedlerfamilien übernachteten, da sie ihre neue Heimat nicht in einem Tage erreichen konnten. Für jeden hatte er ein freundliches Wort, erkundigte sich nach den Familienverhältnissen, der Kinderzahl, den Kriegsdiensten der Männer, nach der Verpflegung. Und als gerade ein Soldat mit einem großen Kessel Nudelsuppe über die Zeltgasse lief, da ließ er sich von ihm einen Löffel geben, wische ihn an ben, Marschallstreifen seines Aermels ab und führte eine kräftige Kostprobe zum Munde, an der er übrigens nichts auszusetzen fand. Auch von den Arabern wurde Marschall Balbo mit offensichtlich aufrichtiger Begeisterung begrüßt, als er in den beiden Dörfern El'Glaa und El Atrun erschien, die von der libyschen Regierung ausschließlich für die mohammedanischen Eingeborenen errichtet werden. Vier weitere Dörfer sollen noch im nächsten Jahre gebaut werden. Diese Em- geborenensiedlung stellt einen neuen interessanten Abschnitt der faschistischen Polittk gegenüber den Arabern dar. Italien unternimmt zum erstenmal unter allen Kolonialmächten den Versuch, die nomadisierenden Eingeborenen an die Scholle zu fesseln. Jedes Dorf wird eine Moschee, die Amtsgebäude, eine Schule, eine Markthalle und etwa 30 Häuser umfassen. Die beiden ersten der Vollendung entgegengehenden Dörfer liegen in einem Talkessel in der Nähe des Meeres: ein über die Hänge herabplätschernder Bach liefert für beide Dörfer genügend Wasser. Infolgedessen ist eine intensive Bewirtschaftung der Grundstücke von je 1,5 Hektar, die den Arabern kostenlos überlassen werden, möglich, so daß die Eingeborenen ebenfalls an der Verwirklichung der wirtschaftlichen Unabhängig keit des Landes" Mitarbeiten. Daneben sollen sie jedoch die Viehzucht, die sie bisher fast ausschließlich betrieben, fortsetzen: durch Verbesserung der Tränken und Weidegründe in Ostlibyen und der Sorte soll sogar eine Vermehrung des gegenwärttg 800 000 Stück betragenden Viehbestandes bis zu dessen Verdoppelung erreicht werden. — So weist der Faschismus auch auf dem Gebiet der kolonialen Be- völkerungspolittk den alleren Völkern neue Bahnen. Der alte Satz: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" ist nicht nur eine allgemein menschliche, sondern im höchsten Grade auch eine staatspolitische .Weisheit. = . Wenn wir uns zum Tage der Hausmusik daran erinnern, so deshalb, weil wir wissen, daß die Pflege der Hausmusik und des Volksliedes für den Deutschen mindestens genau so notwendig, für die Gesundheit seines Geistes und seiner Seele genau so wichtig ist, wie die körperliche Ertüchtigung. Der Deutsche braucht die Musik zum Leben so notwendig, tote der Chinese den Reis. Allerdings, soll der Geist und der Körper gesund bleiben, soll er einen Ausgleich haben in der uns vielfach aufgezwungenen Unrast des Lebens, dann müssen wir uns vor allem darüber klar sein, daß ein wirklich kunstempfindendes und zur Kunst erziehendes Leben nicht möglich ist ohne größte Auf- richttgkeit. Es gab und gibt vielleicht hier und da noch heute eine Sorte von Menschen, denen die Beschäftigung mit der Kunst, mit der Musik, nichts anderes als ein gesellschaftlich notwendiges Uebel ist. Man sprach über Kunst und Literatur, weil man etwas davon verstehen muß, man spielte Klavier, weil es zum guten Ton gehörte. Man wagte sich aus Ettelkett an Dinge, die zu meistern man den Voraussetzungen nach nicht imstande war, man spielte Sonaten, vielleicht sogar technisch einwandfrei, aber ohne eine Spur von Musikalität, und deswegen völlig wertlos. Wir glauben, diese Zeiten sind gründlich vorbei. Hausmusik basiert auf einer ganz anderen Voraussetzung. Während der Snobismus ja letzten Endes nur der persönlichen Eitelleit dienen wlll, dient die Hausmusik der Gemeinschaft. Anderen und sich selbst eine Freude zu machen, seine eigene Seele über den Alltag hinauszuheben und zum Klingen zu bringen — das ist das Wesen des innigen Musizierens in der deutschen Familie. Wer früh in einer musikglischen Atmosphäre auf- wächst, wer früh im gemeinsamen Musizieren an Disziplin, Fleiß und Hingabe gewöhnt wird, der nimmt aus diesen Stunden der Hausmusik einen Schatz mit hinaus ins Leben, der ihm auch in den wehesten Stunden ein liebevoller Begleiter sein mag. Für Starmatzchen und sogenanntes brillantes Spiel ist in der innigen und erwachen Hausmusik kein Platz. Diese Musik kommt von der Gemeinschaft und dient der Gemeinschaft, sie soll die Menschen zueinander führen, hier spielt man nicht vor, hier spielt man nur mit und — für den andern. Ich glaube, ein Mensch, der mit dieser Voraussetzung zum Musizieren kommt, bringt von sich aus schon den Fleiß und die Gewissenhaftigkeit zur Erlernung des notwendigen handwerklichen Könnens mit sich. Kein vernünftiger Mensch wird an die Hausmusik denselben Maßstab anlegen, wie an das Musizieren berufsmäßiger Musiker. Denn: ob der eine oder andere „Laie" es im Laufe der Zett zu einem technisch vollendeten, aber vielleicht zu einem im übriyen seelenlosen Spiel bringt, das'ist gewiß völlig gleich- gültig und nutzt noch nicht einmal ihm selber. Nicht unwichtig aber ist, ob ein ganzes Voll wieder zum Singen und einfachen Musizieren kommt. So sehr die Hausmusik eine Gemeinschaft voraussetzt, so sehr ist das Erlebnis der Musik ein einsames. Peter Raabe sagte einmyl in einer Düsseldorfer Rede: „Die Kunst wendet fich immer an den einzelnen, auch, wo sie im Konzertsaal oder im Theater vielen zugleich geboten wird. Nicht, was sich durch den gemeinsamen Beifall kundgibt, sondern das einsame Erlebnis ist es, worauf es bei der Wirkung der Musik ankommt... Das Radio und die Schallplatte, deren hohe Bedeutung im übrigen durchaus nicht bestritten werden soll, sind dazu ungeeignet, namentlich den Heranwachsenden zum musikalischen Erlebnis zu führen. Dazu gehört eben das Selbstmusizieren, und zwar in der stillen Kammer, tm kleinen Kreise, ohne den Anspruch auf Oeffent- lichkeit." Wenn die Aufforderung, Hausmusik zu treiben, immer und immer wieder an die alten und jungen Freunde der Musik ergeht, so auch deswegen, wett der Weg zum rechten Verständnis der Musik unserer Meister, so wie wir sie in unseren großen Konzerten hören, über die Hausmusik führt. Wer Hausmusik treibt, braucht das Erlebnis unserer Konzerte, er braucht es zur Schulung, zur Bereicherung seines musikalischen Weltbildes, er braucht es, wett das gute Konzert eben einsames Erlebnis ist. Wir haben in Gießen auch in diesem Winter keinen Anlaß zur Klage: Das Programm des Konzertvereins ist gut und kann sich mit jedem Programm — wenn auch nicht zahlenmäßig — einer Großstadt messen. Die Namen der zahlreichen Solisten — Namen, die in aller Welt bekannt sind, geben Gewähr für auserlesene Kunstwiedergabe. Dazu kommt das Städtische Orchester, dessen Güte längst schon über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt ist. Vielleicht könnte aber den Gießnern manchmal noch mehr geboten werden, könnten auch hier in Gießen noch nicht bekannte und auch junge Künstler zu Gehör kommen, wenp sich die Veranstalter darauf verlassen könnten, daß auch bei einem unbekannten Namen auf dem Programm der Saal gut gefüllt sein wird. Darum rufen wir erneut zum Besuch aller Konzerte auf. Unser Musikleben kann und muß noch reicher werden, es darf keinen Konzertabend mehr geben, der nicht ausverkauft wäre! Gelingt das in diesem Jahre, so können wir im kommenden Jahre ein noch größeres Programm aufstellen. 60 Jahre Gchützenverein Gießen Zeitschriften. -r In einem großen Land sch aftsauftatz im November-Heft der „neuen linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Preis des Heftes 1,— RM.) schwingt die Melodie des deutschen Sudetenlandes, das hier ih schönen Bildern festqehallen ist. Es ist die gleiche Melodie, die in den Werken deutscher Meister, wie ein zweiter Aufsatz ..Deutsche Meister in Böhmen" zeigt, von der Gotik bis zum Barock monumental zum Ausdruck kommt. — Dem Bergmann, der jeden Tag in die Grube einfährt, ohne zu wissen, ob er wieder mit heiler Haut herauskommt, ist mit einem Beitrag „Antlitz unter Tage", Porträts einer Grubengemeinschaft vom Obersteiger bis zum einfachen Kumpel, ein Denkmal gesetzt. — Aus dieser Welt kommen wir mit einem Beitrag über neue Kinder- gymnastik in jenes glückliche Land, wo Medizinbälle und kleine Jungens lustig durcheinanderkugeln. — Auf zwei Farbseiten wird in diesem Heft, das noch interessante Reise- und Kunstbeiträge sowie praktische Vorschläge fist den Bücherfreund bringt, dem Zauberreich der Bücherecke eine Liebeserklärung gemacht. _______________ In den Räumen des Gesellschaftsvereins beging am Samstagabend der Schützenverein Gießen die Feier feines 60jährigen Bestehens. Vertreter der Stadt, der Wehrmacht, der Polizei, der Httler- Jugend, wie auch der befreundeten Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen konnten begrüßt werden. Vereinsführer Georg erinnerte in feiner, Begrüßungsansprache an jene seit vor der Machtübernahme, da man glaubte, das Wort „Wäffe" müsse aus dem deutschen Sprachschatz verschwinden. Heute werde dem Schießsport erfreulicherweise wieder größte Bedeutung beigemessen. Diese Entwicklung begrüße der Verein. Der Schützenverein werde .deshalb auch alles tun zur Förderung des Schießsports, der zum Volkssport werden müsse. Daß er dazu auf dem besten Wege sei, gehe schon daraus hervor, daß die alljährlichen Volksschießen des Schützenvereins immer stärker besucht sind. Das diesjährige Jubiläumsschießen sei mit dem Dolks- schießen verbunden gewesen. Bürgermeister Prof. Dr. Hamm als Vertreter der Stadtverwaltung sprach dem Verein herzliche Glückwünsche zum Jubiläum aus. Er betonte, daß die Traditionen des Vereins stark und tief mit denen der Stadt verwurzelt seien. Der Redner erinnerte u. a. an die Jahre,,in denen der Verein um seiner wehrhaften Haltung willen manchen Kampf zu bestehen gehabt habe. Das seBihm nicht vergessen! Der Verein könne mit Zuversicht in die Zutim ft blicken. Vereinsführer G e o r H nahm im Verlaufe des Abends die Ehrung einiger verdienter Mitglieder vor. In Anbetracht ihrer Verdienste um den Verein ernannte er die Kameraden August K i l b i n - g e r und August Pascoe unter Ueberreichung eines entsprechenden Ehrenschildes zu Ehrenmitgliedern des Vereins. Die gleiche Auszeichnung wurde dem Waffenmeister Schönau zuteil, der sich als langjähriger Meister auf Jagdscheiben hervorgetan, auch durch seine sorgfältige Betreuung der Waffen des Vereins, wie durch die Betreuung der Kampfmannschaft für viele Kämpfe dem Leistungssport im Verein außerordentlich gedient habe. Die Siege des Vereins feien auch die Siege Otto Schönaus. Herz- I liche Worte des Dankes widmete er dann dem Ka- I meraden Pascoe, der durch die Stiftung eines Pokals der Wettkampftätigkeit im' Verein einen neuen Impuls verschafft habe. Kamerad Kilbin- g e r dankte dem Vereinsführer auch im Namen der anderen ausgezeichneten Schützen für die Ehrung. Vereinsführer Karl Müller überbrachte die Glückwünsche des Männerturnvereins, indem er darauf hinwies, daß der Männerturnoerein aus dem Schützenverein hervorgegangen fei. Er würdigte die Tätigkeit des Vereins als Dienst am Volk und Vaterland. t , ,, , Der unterhaltende Teil des Abends brachte neben ausgezeichneter Musik der Kapelle Wigger einige graziöse Tanzoorführungen der Turnerinnen des Männerturnvereins, schließlich auch ein Menuett (Frl. Keil und Frl. Sommerlad), die außerordentlichen Beifall fanden und wiederholt werden mußten. In schöner Kameradschaft verliefen dann auch die restlichen Stunden des Abends. Gondergenchi in Gießen. Vor dem Sondergericht hatte sich in der gestrigen Vormittagssitzung der Richard Frank aus Frankfurt a. M., zuletzt in Großen-Linden wohn- haft, zu verantworten. Der Angeklagte ist wegen einer gehässigen politischen Aeußerung im Jahre 1934 schon einmal bestraft worden. Als er vor einiger Zeit in einer Gastwirtschaft in Großen-Linden zechte, führte er wieder gehässige Reden. Er hatte sich deshalb wegen Vergehens gegen § 2 des Heimtückegesetzes zu verantworten. In der Beweisauf- Höec £ddix tätlich 6el dec Jjand, hat Sckukuteck &lank und elegant! nähme wurden sechs Zeugen gehört. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten im Sinne der Anklage für überführt und beantragte gegen ihn eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Das Gericht verurteilte Frank wegen Vergehens gegen § 2 des Heimtückegesetzes zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Da der Angeklagte zur Zeit der Begehung feiner Tat stark angetrunken war, wandte das Gericht zu seinen Gunsten noch §51 Abs. U StGB. an. In der gestrigen Nachmittagssitzung hatte sich der 64jährige Martin M y j a aus Zamoß, Bezirk Ostrowo, zu verantworten. Der Angeklagte stammt aus den bei Kriegsende an Polen abgetretenen Gebieten. Er ist aber Reichsdeutscher. Myja ist bereits seit dein Jahre 1894 unterwegs. Mit gelegentlichen Arbeiten in landwirtschaftlichen Betrieben schlägt er sich durchs Leben. Zur Zeit des diesjährigen Getreidedrusches half er einem Dreschmaschinenbesitzer in der Nähe von Ober-Erlenbach. Eines Tages verließ er plötzlich, nachdem er drei Wochen lang beim Dreschen geholfen hatte, seinen Arbeitsplatz, um sich nach einer anderen, leichteren Arbeit umzusehen. Unterwegs will er sich stark betrunken haben. Zwei junge Gärtner sahen ihn in der Nähe ihres Gartengrundstücks im Chausseegraben sitzen. Als sie ihn ansprachen, kam der Angeklagte näher und spielte den Politiker. Besonders die Außenpolitik schien es ihm angetan zu haben. Er machte, einige äußerst gehässige Bemerkungen. Seine jungen Zuhörer waren aber von seinen Auslassungen nicht überzeugt, sie ließen ihn vielmehr durch einen Wegewärter festnehmen. Der Angeklagte.bestritt nicht die Aeußerungen, er behauptete vielmehr, an dem damaligen Tage stark betrunken gewesen zu sein. Die später gehörten Zeugen hatten aber von Trunkenheit nichts bemerkt. Insbesondere wurde der Wegewärter über die Schutzbehauptung des Angeklagten gehört. Er hatte zwar den Angeklagten angetroffen, als dieser auf offener Landstraße sich entlaufen wollte; von einer Trunkenheit hatte er aber nichts bei ihm bemerkt. Der Staatsanwalt beantragte gegen den geständigen Angeklagten eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Er betonte, daß von Trunkenheit des Angeklagten zu damaliger Mik AM M MM» Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i.Sa 32 Fortjetzung. (Nachdruck verboten!, „Nun sieh doch einer an!" poltert Wernicke endlich los. „Das ist doch hanebüchen! Ja, da soll man doch gleich —" „... zur Tagesordnung übergehen!" unterbricht Karajan. Er hat still zugehört, aber jetzt lesen sie alle aus seinen Mienen, daß er dieses Gespräch nicht billigt. „Was gehen uns die Privatangelegenheiten Meßdorffs an? Das soll er selbst auslöffeln. Ich möchte nicht, daß wir so etwas überhaupt diskutierend „Aber Karajan! Seine Frau hat doch keine Ahnung! Wenn die das erfährt..." „Und was hat das mit uns zu tun? Nichts, Schorsch. Ich möchte jedenfalls nicht, daß wir uns darum noch irgendwie Kopfschmerzen machen. Klatsch ist keine Männersache! Und Meßdorffs unsaubere Geschichten können mir gestohlen bleiben!" Da bricht man das Gespräch ab und ist bald wieder beim Fachsimpeln. Aber Schorsch Hausmann ist noch nicht fertig damit. Er beschließt auf alle Fälle, seiner Entdeckung nachzugehen. Vielleicht...? Vielleicht kann man daraus eine Waffe schmieden, die zu gegebener Zett Wunder wirkt. Basta. Schorsch ist Realist. Er denkt nicht daran, den andern aus Anstand zu schonen, wie es Karajan tut. Er benutzt ungerührt auch die Waffe des Gegners, wenn es fein muß. Nun wächst das Werk mit Riesenschritten. Eines Tages brummen große Lastkraftwagen heran, und man fängt an, Maschinenteile abzuladen, gewaltige Stücke, deren Bedeutung niemand kennt. Das beginnt am frühen Morgen und ist erft Tage später zu Ende. In einer kleinen Kneipe, drei Häuser nebenan, essen die Fahrer zu Mittag, packen ihre dicken Wurststullen aus und trinken ein oder zwei hiesige Helle dazu. Und wie von ungefähr findet sich da ein freundlicher beleibter Herr zu ihnen. Der scheint ein ganz gemütliches Haus zu fein. „Kommt alle Tage auf eine Stunde oder zwei herum", meint der Wirt, als ihn der junge Doktor fragt, der am lebten Tage als Stellvertreter Wernickes die Abladcarbciten beauffichttgt hat und nun mit den Fahrern gemeinsam zu Mittag ißt. „Redet und fragt er immer soviel wie heute?" „Das soll wohl fein. Der fragt Ihnen noch Löcher in dell Bauch." Grote sieht fich den Mann ein wenig näher an. Nichts Besonderes zu sehen. Ganz durchschnittliche Erscheinung, gegen vierzig Jahre alt, schon ein Spitzbauch und eine Glatze. „Wohnt der Mann hier in der Nähe?" Der Wirt läßt Bier einlaufen, in einem Zug gleich acht Gläser, denn der freundliche Herr hat eine Runde bestellt. „Keine Ahnung. Er kommt erst seit einer Woche. Vorher habe ich ihn nie gesehen. Aber der hat den Bogen vielleicht raus, Herr Doktor, der redet und redet, und dann gibt er mal wieder ’ne Runde ... nischt für ungut, ich verdiene allerhand an ihm ... aber so ganz ohne... nee... ich weiß nicht... sympathisch ist mir der Bursche nicht! Aber ich bitte Sie..." Dabei legt er beschwörend den Zeigefinger auf die Lippen. „Keine Bange!" winkt der junge Doktor lächelnd ab. Zu dem Dicken ist er ganz besonders freundlich. Er stößt mit ihm an, er lacht und macht Witze. Der Dicke strahlt und ist selig, beim dieser junge Doktor hat es ihm scheinbar angetan. „So ein junger Kerl wie Sie... und dann schon so gemaltige Sachen? Die Leute haben mir gesagt. Sie wären das, der die Maschinen da draußen gemacht hat! Stimmt denn das? Kann ich mir gar nicht denken!" Der junge Doktor bläht sich auf vor Stolz. „Ich habe den größten Teil entworfen. Ja, da staunen Sie, Herr ... Herr ..." „Müller", verneigt sich der Dicke kurz. „Müller mit Doppel-Ell." „Also, Herr Müller! Da können Sie mal sehen, was die Jugend heute leistet. Sagen Sie mal, verstehen Sie denn überhaupt was von Maschinen?" „Ich?" Der Dicke wischt mit großer Gebärde über die Tischplatte. „Das will ich wohl meinen. Ich bin doch acht Jahre Werkmeister gewesen! Da hat man allerhand zu sehen gekriegt! Ha... ich kann Ihnen flüstern!" „Fachmann, wie?" „Und ob! Noch heute, Herr Doktor! Wenn einer heute kommt und sagt mir: „Müller, besehen Sie fich mal die Skizze hier! Ich habe ’ne neue Sache. In vier Stunden muß die Zeichnung fertig fein!" ... dann ist er bei Müller an die richtige Adresse gekommen." Der Dicke neigt sich vertrauensvoll an des Doktors Ohr. Schade, daß man fo — ohne Arbeit rumfitzt! Bei Ihnen ist noch nichts frei, was?" Der junge Doktor nickt ernsthaft, als wäre das zu erwägen. „Kann ich im Augenblick nicht sagen, Herr Müller! Aber warum gehen Sie nicht ins Personalbüro?" Oje, macht der dicke Müller entsetzte Augen! Was er sich beim bächte! Nein, er wäre eine besondere Kraft, ein Spezialist sozusagen! Nein, aber wenn der Herr Doktor ihm mal so unter der Hand sagen könnte, ob sich was für ihn tun ließe... bann wolle er sich nicht lumpen lassen. Der junge Doktor sieht sich um. Die Transportarbeiter sind schon längst wieder draußen. Er sitzt mit dem Dicken ganz allein am Tisch. Hm. Er hat schon lange vermutet, daß hier irgend etwas nicht ganz in Ordnung ift; nun scheint er sich ziemlich im klaren zu fein. Der Kerl da ist nicht nur dick, sondern hat scheinbar auch allerlei Nebenabsichten. „Sind Sie verheiratet, Herr Doktor?" „Nein, noch nicht." „Verlobt?" „Ja. Es hat aber noch Zeit. Außerdem langt es nicht ganz. Sie verstehen, zum Heiraten gehört mehr als der gute Wille." Der Dicke seufzt tief auf. „Ich weiß, ich weiß, heiraten ist ein teures Vergnügen! Herr Wirt... bringen Sie uns noch zwei Helle! ...Sie nicht mehr, Herr Doktor? Ach, machen Sie keine Geschichten! Wer weiß, wann wir so jung wieder zusammenkommen! Auf das Wohl Ihrer Braut! Sie soll leben!" Der junge Doktor nickt ganz ernsthaft und trinkt auf bas Wohl feiner Braut, die er bis heut« noch nicht kennt. „Wie ift’s eigentlich mit dem Gehalt in der neuen Fabrik? Diel verdienen tun Sie wohl noch nicht, was?" Der Dicke wischt sich behaglich ben Schaum aus betn kurzen Bart und beutet über die Schulter hinweg nach bem Neubau. „Verdienen?" Der Doktor stellt sich um. „Wie meinen Sie bas, Herr Müller?" „Na, wenn Sie anständig bezahlt würden, bann brauchten Sie doch nicht hier in dieser Kneipe Ihre Schnitten zu verdrücken? Na... ftimmt’s ober nicht?" „Zugegeben. Aber was soll benn bas alles, Herr Müller? Wir sinb im Ausbau! Es wirb sich alles entwickeln. Warum machen Sie mir eigentlich ben Mund wässerig?" „Weil ich Ihnen helfen will, junger Freund!" Er drückt dem jungen Ts',,tor mit beschwörender Gebärde die Hand. , h's gut mit Ihnen meine. Müller meint es ... Jjaupt immer gut! Ist doch ’ne ganz reelle Sache! Sie besorgen mir ’ne Stellung... und ich... na sagen wir, ich helfe Ihnen zu 'nem anständigen Herrenzimmer für die neue Wohnung, nicht?" „Also Sie wollen mir Geld pumpen? Danke schön, Herr Müller! Das mache ich nicht mit. Die ewige Abstotterei und bann womöglich Zinsen, baß einem die Haare grau werden, nee, lieber warten wir noch ein Weilchen mit der Heiraterei!" „Wer hat denn was von Geldborgen gesagt, junger Freund?" Mit einer schnellen Bewegung greift der dicke Müller in die Rocktasche. „Hier sind bare tausend Mark! Bitte sehr!... Die Hälfte ist Ihr Eigentum, wenn Sie... na, Sie wissen schon!" / „Alle Achtung! Das ist schweres Geschütz! Wirklich zehn brave Hunderter!" Der Dicke wirft einen schnellen Blick auf ben Doktor, der ba fo verzückt auf die Brieftasche schaut. Dann wagt er sich endgültig hervor. „Sie gehören sang- und klanglos Ihnen, wenn ich Sie mal so ein bißchen besuchen kann brühen und wenn Sie bafür sorgen, baß ich später 'ne Stellung kriege." Grote macht ein ganz kindliches Gesicht. „Ach nee. Für ’nen gewöhnlichen Besuch tausend Mark! Das ist doch nicht Ihr Ernst?" „Vollkommener Ernst! Ich bin ein Mensch, ber sich für alles Neue interessiert! Hauptsache, daß mich niemand stört. Ist das ’ne große Sache oder ist sie das nicht?" Ein behäbiges Lachen kollert hinterher. Aber es bleibt bem Dicken mit einem Male im Hals stecken. Der Doktor ist mit einem hastigen Ruck aufgesprungen, die Brieftasche fliegt über den Tisch hinweg auf die Erde, ein Bierseidel geht mit dabei. „Na, na, was ist denn —" stammelt der Dicke. „Ich habe doch bloß —" Weiter kommt er nicht. Es dröhnt plötzlich dumpf in seinem Gehirn, vor ben Augen tanzen ihm Sonne, Mond und Sterne, eine purpurne Tiefe umhüllt ihn, und dann ist tiefe Nacht „... acht, neun, zehn, aus! Alle Achtung, Herr Doktor! Der saß! Traut man Ihnen gar nicht zu. Ader darf ich mir gehorsamst die Anfrage erlauben, warum Sie diesen Herrn da auf die Diele meiner Gastwirtschaft gelegt haben?" Der Wirt steht neben bem jungen Doktor, grient und kratzt sich hinterm Ohr. Eben unterhallen sich die beiden noch ganz friedlich, er ist hinter der Theke sogar ein bißchen eingenickt, mit einem Male ist der Doktor hoch wie ein Löwe und pflanzt dem Dicken eins unters Kinn v . (Fortsetzung folgt!) Ti Mäntel JJ ab .38.00 Aus Lodenstoffen 32.00 24.00 19.50 Umhänge — Trenchcoats Leder-Kleidung DAS HAUS ■ DER GUTEN QUALITÄTEN k Marfctstraße 4-8 J jerke t Staats- der An» i ihn eine 15 Gericht n §2 des ■ Ünterju» Angeklagte angetrun» i Gunsten r, ich HK mer für *»e fe sich der, ß, Bezirk' ;te stammt lenen Geist bereits ' egentlichen •en schlägt iesjährigen >maschinen- ich. Eines rei Wochen m Arbeits- iren Arbeit betrunken i der Nähe iben Dn. igle nähet ru&enpoli> ■ mach le. line W la\\Wn 1x4) einen bestritt elmehr, an gewesen zu n aber von bere mrde uptung bes i AnM' Landstrch enheit hatte »taatsanwatt klagten eine betonte, baß । damaliger gestrigen nf aus J wohn. |t wegen 11 Aahre vor eini- v-Linden Er hatte 15 Heim, weisaus- lte neben r einige S1 de- Menuett ' außer- werden en dann tS> 'S ??bet Arung. te er P,n aus 4 wür. ltn Volk •en? [*t nut Zinsen, daß Lr märten ierei!" rgen W Bewegung i Fer W schütz! ®,rf‘ SÄ? »S ch IP»«1 n M * «ftinf auf,^' ,->teer irrie * MCI K"- srfr st ein«"'. 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Die furchtbare Lage Deutschlands: zusammenbrechende Landwirtschaft, erliegende Industrie, über sechs Millionen Arbeitslose zwangen, um des Volkes willen, zu Maßnahmen, die von weiteren Naturzerstörungen begleitet sein mußten. Hätte man diese Entwicklung aber treiben lassen, ohne auf die Grenzen ihrer Notwendigkeit zu achten, so war das Endergebnis klar: die Einheitskultursteppe, die Nichts-als-Nutz- landschaft. Und dagegen erhoben sich die Warnungen und Notrufe der Heimat- und Naturfreunde und der Wissenschaft, die forderten, daß das Nützliche mit dem Schönen sich einen müsse. Die Schützer deutscher Heimatschönheit konnten Hinweisen auf ein Wort des Führers: „Die natürlichen Schönheiten unseres deutschen Vaterlandes, seine mannigfaltige Tier- und Pflanzenwelt, müssen unserem Volke erhalten bleiben; sie sind die Urquellen der Kraft und Stärke der nationalsozialistischen Bewegung." Das Reichsnaturschutzgesetz zur Reichsautobahn, auf die Dorfstraße sprang, kam im gleichen Augenblick ein Motorrad mit Seitenwagen in der Richtung nach Gießen angefahren. Der Knabe wurde von dem Fahrzeug erfaßt und ein Stück mitgeschleift. Dabei erlitt das bedauernswerte Kind erhebliche Verletzungen, so daß es sofort durch die Sanitätsbereitschaft Gießen in das Evangelische Schwesternhaus nach Gießen gebracht werden mußte. Soweit sich zunächst feststellen ließ, hatte das Kind einen Schädelbruch und Rippenbrüche erlitten. Leider v e r st a r b der arme Junge noch am späten Nachmittag an den schweren Verletzungen. Lieferauto überschlägt sich bei Lich. } Lich, 13. November. Zu einem noch glimpflich verlaufenen Auto Unfall kam es gestern nachmittag auf der Kreisstraße Laubach— Lich. Unweit des Ortes Nieder -Bessingen, in der letzten Kurve vor dem Wald, der Nieder- Bessingen und Lich trennt, wurde ein aus Richtung Nieüer-Bessingen kommender Lieferwagen, wahrscheinlich infolge allzu hoher Geschwindigkeit, aus der Fahrbahn getragen. Der Wagen geriet in den Straßengraben, überschlug sich mehreremale und landete schließlich einige Meter entfernt auf dem Ackergelände. Der Wagen wurde schwer beschädigt, u. a. wurde das Führerhaus und die Motorhaube weggerissen. Von den Insassen, einem Engländer, der bei einer Baufirma in hiesiger Gegend beschäftigt ist, dessen Ehefrau und 6 Uhr: Frühkonzert. 7: Nachrichten. ,8.10: gelische Morgenfeier. 8.45: „Ein Erzieher zur Nation." 9: Deutsche Meister. Robert Schumann. 9.45: Gegen Haarausfall Schuppen, Jucken der Kopfhaut, das altbewährte echte Brennnesselhaarwasser von Hof- apotb. Schaefer, fein parfümiert! Flasche mitbring. V4 Ltr. 0.75 Mk-, 1hLiter 1.25 Mk. Zu haben Engel-Apotheke. 6935V Dichter aus dem Sudetenland: „Dom Heldentod des Albert Scharnagel". Aus dem Roman „Heimat in Ketten" von Rudolf Haas. 10: „Feierliche Musik". 11: Lebenswege deutscher Künstler". Margarete Klose, Karl Böhm, Paul Graener und Hans-Her- mann Nissen. Hörfolge. 12: Mittagskonzert. 14: ftür unsere Kinder: Heute basteln wir wieder einen Adventskranz. 14.30: Orchester-Konzert. 15.15: Kammermusik. 16: Nachmittagskonzert. 18: Kleine Abendmusik. 18.45: „Zwischen Volk und Menschheit". Dem Dichter Richard Dehmel (f) zum 75. Geburtstag (18.11.). Hörfolge. 19.30: Sportspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Die Schill- schen Offiziere. Hörspiel. 21.15: Deutscher Liederzyklus. Lieder und Gesänge von Johannes Brahms. Donnerstag, 17. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 11.45: Rus ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Heitere Welt der Bühne. Mozart — Wagner. 15: Für unsere Kinder. Wir spielen ein Märchen von Grimm: „Kennt ihr die zwölf Jäger?". 16: Nachmittagskonzert. Einlage: Ein Herbsturlaub. Plauderei. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: Volksmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien. „Das koloniale Rüstzeug des Auswanderers."______________ Kinderwagen gebraucht, sehr gutserhalt.,preiswert abzugeben. Gödicke.Gießen, Liebigstr. 37 H. BjpoMeo auf Altbesitz bis 70"/L,Baufinanzierungen bis 80% Beleihung vermittelt [05138 M. 8. Benner Wieseck/Gießen Grabenstratze 32 Drogerie Kreiuplatz 10 Verkaufe schöne 11 Monat alte Drahthaar- zmmlm (Hündin) mit la Stammbaum. 05140 Muster- Geflügelhof Nordeck über Gießen. 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Wenn alle diese Bemühungen, über die Hermann Löns wegen ihrer Unzulänglichkeit als „Naturdenk- mälchenschutz" spottet, zu keinem durchgreifenden Erfolg führen konnten, so lag dies vor allem darin begründet, daß es der damaligen Denkweise unmöglich erschien, einem privaten Grundbesitzer etwa irgendwelche Eigentums- oder Nutzungsbeschränkungen auferlegen zu können. Die Anschauung, daß di edeutfcheNatur Volks- und Gemein» g u t sei, blieb auch den maßgebenden Kreisen nach 1918 vollkommen fremd, obwohl die Verfassung von Weimar in Artikel 150 auch den Naturschutz erfaßte. Aber in der Wirtlichkeit bestand alles Wohlwollen für die immer mehr verarmende deutsche Natur nur in der Theorie. Irgendwelche Aussichten Elaienttier aller Größen in Gießen u.anßer- halv, 05139 Geschäftshäuser d. Lebensrnittel- Bäcker-.Metzger-, Schuhwaren-, Gastw.' u.CafH- branche bzw. für Großhandel und Gewerbe, rn. Lagern. 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Wohl infolge der Nässe des Straßenpflasters kam ein Autofahrer bei der dortigen starken Linkskurve zu weit nach rechts, so daß das Auto wider die rechte Schutzmauer stieß und diese auf eine Länge von 6 Meter umrannte. Die etwa 60 Zentimeter starke Mauer sauste den hohen Abhang ins Brunnental hinunter, während das Auto umschlug und oben liegen blieb. Die beiden Insassen, ein älteres Ehepaar aus Weilburg, kamen mit dem Schrecken davon. Das Auto wurde beschädigt und mußte zur Reparaturwerkstätte gebracht werden. Landkreis Gießen. wg. Großen-Buseck, 15. Nov. Am morgigen Mittwoch, 16. November, feiern der Landwirt Karl Schwalb und Frau Marie, geb. Frank, Zeil- straße 23, das Fest der Silbernen Hochzeit. Das gleiche Fest begehen am gleichen Tage der Landwirt und Tiefbauunternehmer Karl Alt haus und Frau Luise, geb. Klingelhöfer, Zeilstraße 28. Wir beglückwünschen die beiden Jubelpaare herzlich. 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Auch die beiden Silcherschen Volkslieder „Ach du klarblauer Himmel" und „Hand- werksburschen-Abschied" fanden stilgerechte, echt volksliedmäßige Wiedergabe. „Hymne" und „Danklied" aus der Kantate „Heil'ges Vaterland" von Fr. Philipp, die bei dem Sängerfest in Gießen in diesem Sommer zur Aufführung kamen, wurden mit Orchesterbegleitung in schönster Weise vorgetragen und zeichneten sich besonders durch Klangfülle und Reinheit aus. Besondere Höhepunkte bildeten die beiden Straußwalzer „Rosen aus dem Süden" und „An der schönen blauen Donau", bei denen die Tanzgruppe des Turnvereins Wieseck mitwirkte, deren Leistungen hohes Lob verdienten. Besonders der letzte Walzer vot im Zusammenwirken von Chor, Orchester und Tanzgruppe, von Musikalischem und Turnerischem, ein Gesamtbild von ungewöhnlichem Reiz. Die Einstudierung der Tänze hatte Lehrer Heller übernommen. „Die Mühle im Schwarzwald" von Eilenberg und der Marsch „Frei weg" von Latann zeigten noch einmal Chor und Orchester in vorzüglicher Zusammenarbeit. । Der instrumentale Teil des Abends wurde von der Kapelle Krengel-Gießen bestritten, die ihrer Aufgabe in bester Weise gerecht wurde. Neben der Begleitung der bereits erwähnten Chöre bot sie beste Musik. Im „Italienischen Konzert für Flöte" von Deversemann zeigte Herr Kehrmann sein virtuoses Können, während Herr Schwarzlose ein Solo für Trompete „Webers letzter Gedanke" von Ph. Eilenberg brachte. Reicher Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft lohnte die Darbietungen, so daß Zugaben gewährt werden mußten. Der Abend, der mehr war als ein Konzert, und besonders wegen der Vereinigung und des Zusammenwirkens der verschiedenen örtlichen Kräfte als „Heimat- und Volksgemeinschaftsabend" bezeichnet werden kann, bedeutete für die Veranstalter und ihren Chorleiter einen schönen Erfolg. Schwerer Derkehrsunfall in Steinbach Achtjähriger Junge tödlich verunglückt. * S t e i n b a ch , 15. Nov. Gestern um die Mittagsstunde ereignete sich in unserem Orte ein Unfall, bei dem leider ein Kind tödlich verletzt wurde. Der achtjährige Sohn Karl Ludwig des Einwohners Ludwig Pitz II. war nach Schulschluß dabei, einige VdA.-Blätter auszutragen. Als her Junge aus einem Haufe, unmittelbar am Zubringer SelwlM mit Bremse neuwertig preiswert z. verkaufen. :?354D Chr.Jnderthal Gießen Seltersweg 55. Gaskocher Zflammig Mikroskop zu verkauf. l?J«i^ Wo, sagt die Geschäftsstelle des Gießen. Amem. Bettfedern 7376 A füllkräftige Qualitäten immer billig bei Ludwig Haas Gießen Plockstr. 7 Gießen Wieseck, 14. Nov. Die Gesangsabteilung Turnvereins 1862 Wieseck veranstaltete gestrigen Sonntagabend im Saale der Gastwirtschaft Braun ein Konzert, bei dem die Chor- gruppe-Meyer, Wieseck, die „Sängervereinigung Lollar", die Gesangsabteilung des Turnvereins Wieseck, die Tanzgruppe des Turnvereins Wieseck und die Kapelle Krengel-Gießen mitwirkten. Die Vortragsfolge wies reiche Vielseitigkeit auf. Durch WETTERMÄNTEL aus Popeline, regensicher, ■ Valmeline und Foulweline I 32.50 Die zweireih. Form 38.00 Aus gummierten Stoffen 24.00 19.50 16.50 12.50 Zeit nicht die Rede gewesen sein könne. Das Gericht nahm die Schwätzereien des alten Mannes nicht allzu tragisch und verurteilte ihn wegen Vergehens gegen §2 des Heimtückegesetzes zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen. Die ©träfe gilt als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Große Strafkammer Gießen. Wie wir in unserer gestrigen Ausgabe bereits berichteten, nahm gestern das Verfahren gegen die Eheleute D. aus Friedberg seinen Anfang. Wie aus unserem Berichte hervorging, sind die beiden Eheleute des betrügerischen Bankrotts (§239 ÄD., §§ 47, 73 StGB.) angeklagt. In der gestrigen Hauptoerhandlung, die bis in die Abendstunden andauerte, wurden drei Zeugen zur Frage der Zahlungseinstellung gehört, ohne daß diese Frage restlos geklärt werden konnte. Die Verhandlung wurde heute vormittag fortgesetzt. Amtsgericht Gießen Der I. Z. aus Annerod hatte nicht angekörte Schafböcke zur Weiterzucht verwandt. Wegen Ueber- tretung der 1. Verordnung zum Schutze der deutschen Tierzucht hatte er einen Strafbefehl in Höhe von 50 Mark erhalten, gegen den er Einspruch eingelegt hätte. In der gestrigen Hauptoerhandlung vor dem Einzelrichter versuchte sich der Angeklagte damit zu verteidigen, daß er die betr. Verordnung nicht gekannt habe. Da aber Unkenntnis grundsätzlich nicht vor Strafe schützt, blieb es bei einer Geldstrafe in Höhe von 50 Mark. Daneben hat er noch die Kosten des Verfahrens zu tragen. Rundfunkprogramm Mittwoch, 16. November. «Künstliche Augen fertigen wir naturgetreu für unsere Patienten F. flö. müder Söhne ■ WIESBADEN S I In Gieben: Unlv.-Augen- klinik, Friedrichstr.18, am I 23. u. 24. Nov. 1938. Zugel. bei Kass. u. Behörd. ”“V MLKooieneiiöien der Seesener Blechwarenfabrik für Haus - Schlachtungen usw. ab Fabriklag. Gießen-Wieseck. Lieferung nach auswärts durch Bahn od.Post. Verschluß-n. Abscbneidemaschinen. BECKER Gießen-Wieseck, Karisruhweg, Fernsprecher 2807. 05134 Gut erhaltenes Mer- NWlcheu zu verk. Marb. Straße 25(Lad.) | Kaufgesuche | Gebrauchte Schreibmaschine zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. mit System und Preisangabe n. 05127 an d.Gieß. Anzeiger erbet. L-B. Volkslum und Heimat Mittwoch, den 16. Nov.,um 15 Uhr: GangiirtiM*! Jedermann willkommen. ?3»3P WIESECK Mittwoch abend ab 7 Uhr TANZ Zum kühlen Grund Inh.: Adolf Schepers. sonst, daß „auch die Umgebung eines Denkmales bestimmten Gegend -aeschütztrnerderrkann-und muß. 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Aufgabe der durch dieses Gesetze geschaffenen Naturschutzbehörden, von denen die unteren die Naturschutz st ellen bei den Kreisämtern sind, ist es nun, das Wollen des Gesetzgebers zur Tat werden zu lassen. Da über den Rahmen der Naturschutzarbeit innerhalb eines Kreises eine weitgehende Unklarheit besteht, mögen die folgenden Ausführungen einen kleinen Einblick gewähren. Gegen st ände des Naturschutzes find „Pflanzen und nicht jagdbare Tiere, Naturdenkmale und ihre Umgebung, Naturschutzgebiete und schließlich sonstige Landschaftsteile der freien Natur". Dabei muß die Erhaltung dieser Gegenstände wegen ihrer Seltenheit, Schönheit, Eigenart oder wegen ihrer wissenschaftlichen, heimatlichen, forst- oder jagdlichen Bedeutung im allgemeinen Interesse liegen. Damit ist der äußere Rahmen für die Naturschutzarbeit gegeben und zugleich festgelegt, unter welchen Gesichtspunkten eine etwaige Inschutznahme zu prüfen wäre. Heber die Frage, ob einzelne Pflanzen- oder Tierarten zu schützen sind, hat nur die oberste Naturschutzbehörde (Reichsforstmeister) zu entscheiden. Sie ist in der oben erwähnten Naturschutzverordnung geregelt. So ist z. B. der Türkenbund, der ja an mehreren Stellen im Kreise Gießen vorkommt, überall geschützt, wo er auch wachsen mag. Anderseits kann eine Pflanze in manchen Teilen Deutschlands so häufig vorkommen, daß kein Interesse vorliegt, der Bieroerleger ihre Wagen darunter abstellen, wie ich dies alles'im Kreise gesehen habe. Hier erwächst der Dorfgemeinschaft, dem Bürgermeister, dem Ortsringleiter des Landschaftsbundes Bollstum und Heimat eine dankbare Aufgabe, Wandel zu schaffen und zugleich die Augen zu öffnen für solche Geschmacklosigkeiten, die weit entfernt sind, dem „schönen Dorf" zu bienert. Bringt man dagegen unter solchen Bäumen eine dazu passende Sitzgelegenheit an, dann können sie wieder ihrer alten Bestimmung zugeführt werden. Besonders belebend können schöne Wasserflächen wirken; so konnte im letzten Jahre erfreulicherweise der Sicklerteich bei Londorf mit seinen weißen Seerosen zum Naturdenkmal erklärt werden, die A l t l a h n bei Ruttershausen wird folgen. (Schluß folgt.) Seim jeder Ureis em Xeistun^sfeeroeis! ■ ■ti'.'-'v/y. n- -y Oos Explosionsunglück in Offenbach. Fünf lote aus den Trümmern des eingestürzten Hauses geborgen. LPD. Offenbach, 14. Nov. Das Explosionsunglück in Offenbach (über das wir gestern bereits preiswerte und gute Kinderschuhe aller Art Elegante Damenschuhe Herrenschuhe Militär-Zug- u. Schnür-Stiefel Mars di-Stiefel Orthopäd, Schuhe, Berufsschuhe, Sportschuhe, warme Hausschuhe, Gummischuhe Meine Damen und Herren! 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General vertrieb Baums & Treihig Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700. 6941A berichteten), hat jetzt seine Aufklärung gefunden, lieber die Ursache teilt die Pressestellte der Polizei, direktion folgendes mit: Am Montag gegen 8.50 Uhr ereignete sich in dem Hause Bahnhofstraße 20 ein schweres Explosionsunglück. Ein im Erdgeschoß wohnendes Ehepaar hatte in der vorausgegangenen Nacht durch Einatmen von Leuchtgas Selbstmord verübt. Das ausströmende Gas hatte sich in der Wohnung angesammelt und kam am Vormittag zur Entzündung. Durch die Explosion wurde das Haus teilweise zerstört, wöbet weitere drei Personen getötet wurden. Drei Personen aus der Nachbarschaft wurden verletzt. Nach dem Ergebnis der von der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei angestellten Ermittlungen muß mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß die Entzündung des Gases durch einen Funken der elektrischen Hausklingel verursacht wurde. 100 000 Mark Geldstrafe für jüdischen Steuerbetrüger. Lpd. Mainz, 13. Nov. Das Bezirksschöffenge. richt verurteilte den 42jährigen jüdischen Arzt Otto Strauß wegen fortgesetzter und vorsätzlicher E i n- kommensteuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 85 000 Mark und wegen Vermögenssteuerhinterziehung zu 15 000 Mark Geldstrafe, sowie drei Monaten Gefängnis. Die Freiheitsstrafe gilt durch die , Untersuchungshaft als verbüßt.___________________ Sdnihhaus Weidemann Gießen, Seltersweg 59 ziehung dem W und das Leben zu st In der Tc um den M -es 61W gleichen: gan Mütter sich nicht immer unb Parten was in der Musikschulen auf eine gr niusiksteudic Jugend au1 herangeführ deutsche es nicht me bensjahr le kennen. Uni mente herar Blockflöte, j Blich liege, wird in die musikalischen wir zahlren schast bzw. lerischen Rc Das ist i gefähr in s locker zu i sehr musiki wurde, no zu entwick kümmern, meine Wa Generation W nun Gebiete, bie fiter* i etwas davor naturnotwen fentlich verb fiorer von etwas davo gung, Km dann wisse Sinne sch! 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An solchen Bäumen ist der Kreis Gießen erfreulicherweise nicht arm, obwohl einzelne sehr schöne Bäume Dummheit und Geldgier zum Opfer gefallen sind. Sie kennzeichnen ein Landschaftsbild so sehr und haben oft auch so große praktische Bedeutung (Schutz von Weidevieh gegen die Witterung, Ruheplatz für Menschen), daß ihre Erhaltung dringend geboten ist. Nur einzelne Beispiele mögen gegeben sein: die schöne Eiche an der Altlahn bei Ruttershausen, das „Bäumchen" in der Gemarkung Q u e ck b o r n , die „Meßfeldener Eiche" bei Hungen und andere mehr. Besondere Beachtung verdienen dabei die Bäume innerhalb der Dörfer, oder an deren Eingängen, vor allem auch solche, die Brückenzugänge flankieren und oft von hervorragender Wirkung sind. Schöne Dorflinden haben wir noch mehrfach im Kreise, aber es heißt nicht um- K’seid. Fa^onne, 95 cm breit, alle mod. 1 58 Farben, für hübsche Nachmittagskleider, RM. M 9 Wolljacquard, 95 cm breit, in schwarz, O EA marine, h'marine, rost und resede.......RM. 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November (938 Lichtspielhaus: „$rau Sixtos Es ist etwas vom ruhigen Atem und vom epischen Fluß des Romans von Ernst Zahn in diesen Film übergegangen, auch von seiner schwerflüssigen Dramatik, obwohl hier gewiß alle Vorbehalte geltend zu machen sind, die fast stets bei der Uebertragung einer Erzählung in die andere Form des Films sich anmelden: zumal das Problem im Roman noch schwieriger ist, und der Konflikt noch verschärft; es geht um die alte, nie gelöste Frage, die sich aus der Stellung des Mannes zwischen zwei Frauen ergibt. Der Konflikt vertieft sich naturgemäß, wenn die beiden Frauen Mutter und Tochter sind, zwischen denen die ehrliche Neigung des Mannes schwankt, und wenn der Mann überdies ein Fremder ist, der von der kleinen festgefügten Gemeinschaft des Alpendorfes als Eindringling und Störenfried empfunden wird. Dies bleibt, wiederum naturgemäß, nicht ohne Einfluß auf die Entscheidung der Mutter, die ihr Glück dem des Kindes ohne große Worte selbstverständlich zum Opfer bringt. Der Spielleiter Gustav U c i ck y hat den Konflikt kräftig herausgearbeitet und den Stil seiner Darsteller in einen schönen Einklang mit der großartigen Natur ringsum gebracht; es gibt eine Reihe von Szenen in diesem Film, die wie aus den Landschaften Segantinis oder aus den monumentalen Bauernbildern von Egger-Lienz herausgeschnitten scheinen, und diese Bildhaftigkeit (an der Kamera: Hans Schneeberger) gehört zu den unbestreitbaren Verdiensten des Films, für den Max Mell und A. Kutter das Drehbuch geschrieben haben. Für Franziska K i n z war die Rolle der Frau Sixta eine wunderbare Aufgabe, die sie vollkommen ausfüllt; sie ist gebürtige Tirolerin und sie gibt dieser Frau und Mutter so viel natürliche Würde und strenge Anmut, ja eine gewisse Monumentalität des schauspielerischen Ausdrucks, daß ihre Erscheinung immer in der Mitte und im Schwerpunkt der Handlung steht, selbst in den Szenen noch, denen sie fernbleibt. Gustav Fröhlich (Markus) und Ilse Werner (Otti) gehen mit Ernst und echtem Gefühl gegen die von Natur aus blasseren Konturen ihrer Rollen an. Einige Figuren an der Peripherie des eigentlichen Konflikts sind sehr lebendig erfaßt: vor allem Gustav W a l da u als Baron Kramer, Willy Rösner (Vorsteher), Josef Eich he im (Roßknecht) und die kürzlich von Trenker herausgestellte Heidemarie H a t h e y e r sind hier namhaft zu machen» — (Ufa.) Im Beiprogramm sieht man die neue Tobis- Wochenschau und einen Kulturfilm „Jugend im Tanz", der von der Arbeit in einer Berliner Opern, balleüjchule berichtet. Hans Ttync* Aus der Stadt Gießen. *Zch bin unmusikalisch." Von Dr. Günter Schab. Dieser Satz ist so oft zu hören, wenn der oder jener den Rundfunkapparat ausschaltet, sobald die Ansage einer gewichtigeren instrumentalen Sendung eine „Sinfonie" oder auch nur ein „Opus" verheißt. „Ich verstehe nichts von diesen Dingen", sagt der „Unmusikalische", wenn man ihn' aussordert, mit in einen Quartettabend, oder etwa zum Gastspiel eines hervorragenden Pianisten zu kommen. Einige bedauern es vielleicht so ohnehin, in der Jugend nicht genügend oder gar nicht für die Aufnahme „schwerer Musik", wie sie es nennen, vorbereitet worden zu sein, geschweige denn dafür, selbst richtig zu fingen, oder gar ein Musikinstrument mit einiger Sicher- heit zu beherrschen. Sie haben nicht unrecht mit dieser Feststellung des Bedauerns. Denn aus dem Nichts erwächst kaum je eine Verbundenheit mit künstlerischen Werten. Es müssen schon Anregungen vorhanden gewesen sein, und die Er- Du gehörst in die stiiksgemeinschnp für das gesunde Leben k werde Mitglied der NSv. ziehung muß darauf hingewirkt haben, daß dem jungen Menschenkind die Augen, die Ohren und das Herz aufgingen für Werte, welche das Leben zu steigern vermögen. In der Tot hat sich früher die Schule allzuwenig um den Musikunterricht gekümmert, und nicht jedes Elternhaus war bereit, diesen Mangel auszugleichen; ganz abgesehen davon, daß die Väter und Mütter sich die zusätzlichen Ausgaben hierfür auch nicht immer leisten konnten. Hier greifen die Reichs- und Parteidienststellen jetzt tatkräftig ein. Alles, was in der kommenden Zeit zur „Errichtung von Musikschulen" für Jugend und Volk geplant ist, läuft auf eine großzügige Förderung unserer an sich so musikfreudigen Jugend hinaus. Das Volk soll von Jugend auf an eines der schönsten Kulturgüter herangeführt werden, die wir besitzen: an die deutsche Musik! Finanzielle Hindernisse gibt es nicht mehr. Schon das Schulkind im achten Lebensjahr lernt die Grundlagen alles Musizierens kennen. Und die Noten! Jeder kommt an Instrumente heran — fei es das Klavier, die Geige, die Blockflöte, Handharmonika usw. —, die ihm persönlich liegen. Und wer sich besonders bewährt hat, wird in die schon etwas höheren Geheimnisse der musikalischen Kunst eingeführt. Im Uebrigen haben wir zahlreiche Möglichkeiten, uns in der Gemeinschaft bzw. im Musikunterricht evtl, bis zur künstlerischen Reife weiterzubilden. Das ist der richtige Weg, Fähigkeiten, die so ungefähr in jedem Deutschen schlummern, erst einmal locker zu machen. Denn wir sind im Grunde ein sehr musikalisches Volk! Und wer niemals angeregt wurde, natürliche Anlagen auch zu betätigen und zu entwickeln, der läßt etwas Schönes in sich verkümmern. Es ist sehr erfreulich, daß dieser allgemeine Wandel sich nunmehr vorbereitet. Die junge Generation hat es besser, als die Aelteren! Sie erfährt nun eine Betreuung auch auf künstlerischem Gebiete, die es früher nicht gab. Die deutschen Musikerzieher und die ausübenden Künstler werden etwas davon haben, weil sich in absehbarer Zeit naturnotwendig die Schicht der Aufnehmenden wesentlich verbreitern und vergrößern wird. Auch die Hörer von musikalischen Veranstaltungen haben etwas davon, weil sie ja alle selbst sich, je nach Neigung, Können und Veranlagung betätigen und dann wissen werden, daß selbsterarbeitete Musik die Sinne schärft und die Kraft der Einfühlung in Kunstwerke wachsen läßt. Die Werke der großen Meister aber werden in viel höherem Maße zum Allgemeingut des Volkes werden. Denn niemand, er fei denn wirklich unfähig zum Mitschwingen — aber das ist einer der ganz seltenen Ausnahmefälle — darf dann noch sagen: „Ich bin unmusikalisch." Donwtizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Flachsmann als Erzieher". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Veri trauensbruch". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frau Sixta". — Oberhessischer Kunstverein, Gießen- 16 bis 18 Uhr Ausstellung „Das alte und das neue Gießen". — 20.30 Uhr im Anatomischen Institut, Bahnhofstraße 84, Vortrag von Professor Elze: „Aus der Werkstatt des Anatomen". — Kreis- musrkerschast Gießen: 20 Uhr, Neue Aula, „Tag der deutschen Hausmusik". Vereidigung der Rekruten am 2S.Aovember. Oie Bevölkerung als Zuschauer willkommen. Von dem Standortältesten der Garnison Gießen wird uns mitgeteilt: Am Freitag, 2 5. November, 11 Uhr, findet auf dem Trieb zwischen Artilleriekaserne und Volkshalle die Rekrutenvereidigung der Gießener Truppenteile statt. Die Veran- ftaltung wird folgenden Verlauf nehmen: Zur Abholung der Fahnen und der Standarte aus dem Dienstgebäude des Divisionskommandeurs rückt die Fahnenkompanie mit Musikkorps und Spielleuten so aus der Bergkaserne ab, daß sie um 10.15 Uhr mit dem Feldzeichen von der Zeughauskaserne abmarschieren kann. Marschweg hin: Licher Straße, Moltkestraße, Senckenbergstraße, Landgraf-Philipp-Platz, Zeughauskaserne. Marschweg zurück: Zeughauskaserne, Land- grafenstraße, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiserallee, Trieb. 10.40 Uhr wird die Aufstellung der Truppenteile auf dem Trieb beendet sein. 10.50 Uhr marschiert die Fahnenkompanie mit den entrollten Fahnen und der Standarte ein. Die gesamte Aufstellung wird dem Standortältesten, Generalleutnant Oßwald, durch den Kommandeur JR. 116 gemeldet. Der Standortälteste schreitet die Front ab. Sodann werden die Fahnen und die Standarte zu ihren Truppenteilen überbracht. Nach kurzen Ansprachen der Geistlichen beider Konfessionen und des Standortältesten wird die eigentliche Vereidigung in feierlicher Form vorgenommen. Der feierliche Akt wird darauf mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und das Deutsche Reich und Volk abgeschlossen. Das Musikkorps spielt die Nationalhymnen. Danach rücken die Fahnen und die Standarte wieder an den rechten Flügel der Fahnenkompanie, und diese formiert sich zum Vorbeimarsch. Die Truppenteile, Ehrenabordnungen und Gäste bleiben während des Vorbeimarsches der Fahnenkompanie an dem Standortältesten auf ihren Plätzen stehen. Nach dem Vorbeimarsch rückt die Fahnenkompanie sofort weiter zur Abbringung der Fahnen in die Zeughauskaserne ab. Marschweg hin: Kaiserallee, Ludwigsplatz, Neuen Bäue, Schulstraße, Kirchenplatz, Lindenplatz, Brandgasse, Landgraf-Philipp-Platz. Marschweg zurück zur Bergkaserne: Senckenbergstraße, Hitlerwall, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Licher Straße. Die Truppenteile marschieren in ihre Kasernen. Der Bevölkerung ist die Möglichkeit gegeben, an der militärischen Feier als Zuschauer teilzunehmen. Sie wird gebeten, die für die Zuschauer vorgesehenen Plätze längs der Grünberger Straße rechtzeitig, d. h. bis 10.45 Uhr, einzunehmen, den Anordnungen der Absperrkommandos von Polizei und Wehrmacht Folge zu leisten und besonders den feierlichen Akt der Vereidigung nicht durch lautes Sprechen und Rufen zu stören. Adler in Norddeuffchland. Dortrag über ein interessantes Stück Dogelschutzarbeit. Auf Einladung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaftliche Abteilung, und der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenverbandes sprach am gestrigen Montagabend Dr. W. B a n z h a f vor den Mitgliedern der beiden Vereine über „Adler in Norddeutschland". In seinen einführenden Worten kennzeichnete Professor A n k e l Aufgaben und Ziele der neu gegrün- beten „Vogelschutzwarte" in Frankfurt a. M.-Rödel- heim (Schloß), deren Leiter Dr. Banzhaf ist. Vogelschutzwarten dieser Art sind ganz neuartige Gründungen, die dem Reichsforstmeister unterstehen. Alle Fragen des Vogelschutzes und der Vogelhegen werden von hier aus nach einheitlichen Richtlinien bearbeitet mit dem Ziel, eine bodenständige und artenreiche Vogelwelt in ganz Deutschland sicherzustellen. Don der Dogelschutzwarte Frankfurt a. M. aus werden ganz Hessen und die Regierungsbezirke Wiesbaden, Koblenz, Trier und die südliche Hälfte des Regierungsbezirks Kassel betreut. Mit seinem Vortrag führte Dr. Banzhaf in die Grundlage jeder erfolgreichen Vogelschutzarbeit, in die wissenschaftliche Vogelkunde, ein und zeigte am Beispiel der norddeutschen Adler, mit welchen Mitteln der Mensch bemüht ist, den ganzen Lebensablauf der prachtvollen Vögel kennenzulernen. Welche Schwierigkeiten sind allein zu überwinden, bis es dem Forscher gelingt, den auf hohem, schwankenden Baum stehenden Horst aus hinreichender Entfernung zu beobachten oder gar zu photographieren. Nachbarbäume müssen erstiegen, Verstecke gebaut, photographische Apparate in Stellung gebracht werden. So entstanden packende Aufnahmen aus dem Leben des Schrei-Adlers und des riesigen Seeadlers und ein besonders eindrucksvoller Film über den Horstbau und das Brutgeschäft des kleineren Fischadlers. Alle drei Arten kommen heute noch in Norddeutschland vor, und vor allem Pommern mit seinen weitgespannten Flächen, seinen riesigen Seen, Haffen und Wäldern bietet reiche Beobachtungsmöglichkeiten. Planmäßige Vogelschutzarbeit, die bei genauer Kenntnis der Lebensweise der einzelnen Arten wirklich mit Erfolg einsetzen kann, bietet die Gewähr, daß es uns gelingen wird, die letzten deutschen Adler zu erhalten, ja vielleicht sogar ihren Bestand wieder auf frühere Höhe zu bringen. Die zahlreich erschienenen Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall für die gebotenen Einblicke in die Arbeit des Vogelforschers und Dogelschützers und für die zahlreichen eindrucksvollen Bilder. Tageskalender für ANttwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.15 „Rigoletto". — Glo- ria-Palast (Seltersweg): „Vertrauensbruch". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Frau Sixta". — Oberhessischer Kunftverein, Gießen: 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr Ausstellung „Das alte und das neue Gießen". — Landschaftsbund Volkstum und Heimat: 15 Uhr Gang über den Alten Friedhof. Zum lehlenmal „Alachsmann als Erzieher". Heute abend findet die letzte Aufführung des Erfolges „Flachsmann als Erzieher, Komödie in drei Akten von Otto Ernst statt. Spielleitung Dr. Hannes Razum, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 7. Vorstellung der Dienstag» Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Der große Erfolg „Rigoletto". Morgen abend findet die erste Wiederholung von „Rigoletto", Oper in drei Akten von G. Verdi, statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Inszenierung Wolfgang Kühne, Leitung und Einstudierng der Chöre Heinz Markwardt, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Partie der Gilda singt Lotte Grimm a. G. vom Kölner Opernhaus. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 8. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. „Aus der Werkstatt des Anatomen." Im Rahmen der von der Volksbildungsstätte Gießen und deyr NSD.-Dozentendund veranstaltetes Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volk" spricht am heutigen Dienstag, um 20.30 Uhr, im Hörsaal des Anatomischen Instituts, Bahnhofstr. 84, der Anatom der Universität Gießen, Professor Dr, Elze, über das obengenannte Thema. Zu diesem Vortrag sind alle Volksgenossen herzlich eingeladen. Orfsroalfung Giehen-Nord. Die Diensträume der Ortswaltung Gießen-Nord der Deutschen Arbeitsfront befinden sich ab Dienstag, den 15. November 1938, Walttorstrahe 16 (früher Ortsgruppe der NSDAP.). Dienststunden: Dienstags und Freitags von 20 bis 22 Uhr. 7333V Mitglied der DAA.» vergiß bei evtl. Wohnungsveränderung oder Arbeitsplatzwechsel deine Ummeldung nicht." Goldenes Ooktorjubiläum. Die Philosophische Fakultät der Universität Gießen hat dem Oberstudienrat i.R. Professor Dr. Drücket in Darmstadt das vor 50 Jahren erworbene Doktordiplom erneuert, da er „die mathematische Wissenschaft gefördert und zu ihrer Verbreitung beigetragen" hat. Der verdiente Schulmann, der im Jahre 1925 pensioniert wurde, wirkte neben feiner P Apparate und Reparaturen w Zentral-Rundflink Bahnhofstr.58Jm Hause Brinkmann Schultätigkeit 33 Jahre lang als Assistent für Darstellende Geometrie bei Professor Dr. Wiener. Er erhielt einen Lehrauftrag der Technischen Hochschule in Darmstadt über Höhere Mathematik für Chemiker, Papieringenieure und Architekten, den er bis Ende 1933 ausübte. Lubiläumskonzert des Gesangvereins Heiterkeit. Wie im Leben des Menschen, gibt es auch im Werden und Vergehen der Gesangvereine Augenblicke, bei denen man zur kurzen Rast anhält, um Rückschau zu halten und Rechenschaft abzulegen. Gewöhnlich geschieht dies an den Wenden der Jahrzehnte. So feierte vor 10 Jahren der Gesangverein „Heiterkeit" sein 50. Jubiläum unter großer Anteilnahme der Sangesfreunde aus der Stadt und dem Land. In diesem Jahre sind es 60 Jahre, daß der Verein gegründet wurde. Es war in jener Zeit des großen wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Deutsch- französischen Krieg, die den Vereinsgründungen besonders günstig war. Mancher der damals ins Leben gerufenen Vereine ist wieder verschwunden, weil oft die nötige Lebenskraft fehlte oder weil allzu widrige Umstände eine Weiterentwicklung nicht zuließen. Auch die „Heiterkeit" ist während ihres Be- pfitzner, Mozart, Brahms. Zum ersten Orchesterkonzert. Während viele schaffende Künstler erst im allmählichen Heranreifen sich von den Einflüssen der Umwelt zu lösen vermögen und so verhältnismäßig spat zu einem persönlich ausgeprägten SM vor- stoßen, weisen schon die ersten Werke Hans P f i Ö * ne rs die ihm eigentümlichen Merkmale auf. Pfttz- ner zählt nicht zu den Vielschreibern; er kann nur schaffen, wenn ihn sein Inneres mit voller Macht dazu drängt. Jetzt, wo ein reiches Lebenswerk von ihm vorliegt, ist es von besonderer Bedeutung, wenn man sich seiner Jugendschöpfungen annimmt, wie des c-moll-Scherzos für Orchester. Nachdem die Eltern des 1869 in Moskau Geborenen 1872 nach Frankfurt a. M. übergehebelt roaren, wurde der Frankfurter Lebenskreis für den Jungen entscheidend. Reiche musikalische Anregungen des Elternhauses (der Vater war am Stadttheater als Geiger tätig) bestimmten seine musikalische Entwicklung während der Schulzeit. Vom Sommer 1886 ab besucht Pfitzner das Dr. Hochsche Konservatorium, dessen Leiter damals Bernhard Scholz war, einer der Mitunterzeichner des Manifestes von 1860 gegen die Neudeutschen. Ebenso wertvoll wie der Unterricht im Konservatorium wurde für den Werdenden der Umgang mit seinen Studienkameraden durcy die gegenseitige Förderung. Von feiten tes Konservatoriums fanden Pfitzners Fähigkeiten vielleicht nicht die Anerkennung, die seiner Begabung haue zukommen können. Immerhin entschloß sich die Leitung des Konservatoriums, das Scherzo in c-moii für Orchester an einem Uebungsabend und spater in einem Prüfungskonzert (1888) unter der Direktion von Bernhard Scholz zur Ausführung zu bringen. Im November desselben Jahres bestand das Werk im Symphoniekonzert des Frankfurter Palmengartens die Probe vor der Öffentlichkeit. Als Leistung eines 18jährigen zeugt dieses 188/, also im zweiten Studienjahr, entstandene Scherzo von einer überraschenden Reife und einer geradezu erstaunlichen Sicherheit in der Handhabung unö Ausnutzung der klanglichen Mittel wie auch m der formalen Gestaltungskraft. Der romantische Zug, den Pfitzner in kaum einem seiner Werke verleugnet, ist auch hier umxrfennbar, sichtlich genährt von den Meistern, die ihm innerlich damals besonders naye- standen, insbesondere von Robert Schum a n n. Zu Unrecht ist das dem Philharmonischen Orchester in Berlin gewidmet» Werk nicht so häufig zu l^e- hör gebracht worbe:.,.wie es ihm vielleicht zustande. Um so mehr wird man daher der Gießener Aufführung mit besonderem Interesse entgegensetzen. Das Violinkonzert hatte im 18. Jahrhundert sowohl in Italien wie auch besonders in Frankreich, der mu- ikalischen und geistigen Haltung des Landes ent- prechend, eigene Züge gewonnen. Diese wirken in den fünf Diolin-Konzert en Mozarts, die während seiner letzten Salzburger Zeit (1775) ent- standen, nach. Hier zeigt sich der junge Mozart in dem galanten apollinischen Ton als Kind seiner Zeit, und doch läßt es immer wieder aufhorchen, wie er Ueberfommenes, Fremdes und Bodenständiges mit Eigenem durchdringt und den klassischen Typus des Violin-Konzertes heranbildet. Das Soloinstrument wird auf dem Untergründe des mit vielen Feinheiten behandelten Orchesters zum Ausdrucksträger eines reichen, stark pulsierenden Innenlebens, dabei stets das Geltungsbedürfnis des Solisten den musikalischen Bindungen unterorbmmb. Nach ben symphonisch angelegten Orchester-Tutti des ersten Satzes führt sich das Soloinstrument mit einem einhaltenben Abagio fast rezitativartig bekba- mierenb ein; erst bann entwickelte sich bas Allegro aperto mit feiner Fülle von anmutigen Schönheiten. Von inniger Wärme durchflutet, schwingt sich bie gesangliche Linie burch das Adagio. Das Finale stellt ein Menuett-Thema an die Spitze, das zum Hauptgedanken einer rondoartigen Entwicklung wird. Dann fügt sich aber ein Zwischensatz (V«-Takt) ein, der in feiner Moll-Bedingtheit und seinen rhythmischen Akzenten ein eigenes, fremdartiges ©epräge trägt. Die Wiederaufnahme des Menuett-Gedankens führt im Schluß zu einem gelösten klanglichen Entschwinden der letzten Takte. * Die letzte Symphonie von Brahms (e-moll) gibt einem Lieblingsthema des „Komponisten Raum, dem Gedenken an die Vergänglichkeit, dem er zumal im Requiem und mehr noch in seinen vier ernsten Gesängen nachhängt Brahms hatte, als er die Symphonie schrieb (1885 vollendet), das fünfzigste Lebensjahr überschritten und war sowohl- in der Beherrschung der Mittel rote m der endgültigen Formung seiner musikalischen Gedanken zu einem letzten Grad der Reife und Intensivierung gelangt. Mag rückblickende Erinnerung in dieser Symphonie mitschwingen, ein gewisser Zug von Resignation sich hervorheben, bann aber tritt es uns wie ein Träumen des Norddeutsc^n entgegen mit herben Zügen ungefüllter Sehnsucht. Das bestätigt der erste Satz mit seinen elegischen, an ben Ton einer nordischen Ballade gemahnenden Hauptthema, das sich in eigenartigem Reiz der instrumentalen Untermalung ausbreitet, wahrend der Gegengedanke sich mit rhythmischer, kraftbewußter Bestimmtheit einführt: die weitere Fort- lentokttung strebt melodischer Auswertung zu. Immer wieder aber kündet sich ein Zug, der fast an bas Jenseitige rührt. — Die Durchführung selbst ist verhältnismäßig kurz, sie verliert sich im Absinken; bie Wiederkehr der Themen kündet sich durch bie rhythmische Vergrößerung bes Hauptgedankens an; bie Coba selbst läßt das Hauptthema in Bässen und Hörnern zu machtvoller Ausbreitung heran- wachsen. Eine eigene Welt eröfnen in rosigen Takten bie Hörner und Holzbläser im Andante moderato, bis der Hauptgedanke im Gesang der Klarinette zu dem Pizzicato der Streicher Gestalt gewinnt. Die Grundtonart des Satzes (E-dur) findet in ihrer Abwandlung durch kirchentonartige Züge ganz besondere Ausdruckswerte; der Gesang der Celli führt das zweite Thema ein. Gerade dieses Andante wird in feiner Eigenart zu einem der schönsten langsamen Symphoniesätze. Dem stellt sich ein Scherzo (Allegro giocoso) entgegen voll ungebrochener Lebenskraft und Eigenwilligkeit; ein graziöses Seitenthema läßt das Hauptthema sich zu momentan visionärer Besinnlichkeit versinken. Dann aber bricht dieses mit ungebeugtem Willen wieder hervor. Dem Jnstrumen- talgewand dieses Scherzos geben kleine Flöte, Triangel und Kontrafagott besondere Farbe. Das Finale nähert sich der Grundstimmung des deutschen Requiems. Dem Rückblickenden gilt Brahms' besondere Bestätigung, indem er hier eine alte Form aufgreift, die Ciaconna. Ein von den Bläsern eingeführtes achttakttges Thema kehrt ein- unddreißigmal wieder und wird der Abfolge der Variationen zum leitenden Grundgedanken. Abweichend also von dem tradittonellen symphonischen Aufbau zwingt sich hier der Meister durch bie enge Binbung an bas gestellte Thema zu äußerster Konzentration in ber Ausschöpfung mit der Kraft ber Einbringung in immer neuer seelischer Tiefgründigkeit; vom Versinken im stärksten Schmerz bis zu größter innerer Erregtheit und Fassungslosigkeit, bis zum Gefühl der Geborgenheit in ber tröstenden Kraft des Chorals. Was Brahms hier in ber Vielseitigkeit seines musikalischen Ausdrucksvermö- gens dem Grunbthema abgewinnt, läßt uns auf bas Überzeugendste Einblick in feine hohe Meisterschaft gewinnen, wie er in ständig wechselndem Gewände aus dem Grundthema neues Leben in den sich bildenden Nebenstimmen, neue Farbigkeit des instrumentalen Klanges entwickelt und die Tiefe des Ausdrucks in zwingendster Gestaltung erschöpft. Ein einzigartiges Beispiel in ber Geschichte ber Symphonie. Dr. Hermann Hering. SJJpori Fußball für das Mnlerhilsswerk aber Wirtschaft .Teutonia" Watzenborn-Steinberg — 1900 Gießen. 10 bis 12 Pf. Die Sprecbstundcn ve*r ' 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen. TttSKOV.-Sondervorstellung im Stadttheater. Mitgliederappell und (Siegesfeier im Turnverein Heuchelheim. schäft: Herbst; Pankok, Lippert; Günther, Rensing, Schäfer; Schellhaas, Koch, Theis, Hormel, Heuser. Die Gastgeber werden in bewährter Aufstellung antreten und bemüht sein, sich den Boden für das Punktespiel zu bereiten, sich das Selbstbewuhtsein für den härteren Kampf zu unterbauen. Wie das Spiel endet, ist kaum vorauszusagen. Daß m DÜtzenborn.Steinberg schwer zu gewinnen ist, hat sich allmählich weit herumgesprochen. Die Gießener wissen es jedenfalls sehr gut. Für die Mannschaften der nächsten Nachbarschaft sind folgende Begegnungen vorgesehen. jetzt besser auf der Hut sein wird. Für die Lollorer Elf ist das Spiel gleichzeitig eine Kraftprobe; denn gegen Großen-Buseck hat man ja in der Rückrunde wieder anzutreten. Weitere Handballspiele für das Winterhilfswerk. Es war leider nicht möglich, die vorgesehene Spielfolge zu Gunsten des WHW. am letzten Sonntag restlos abzuwickeln, weil sich verschiedene Verlegungen notwendig machten. So kommt es, daß das Fachamt Handball die Reuansetzungen für Buß- Mühe, die Niederlage noch abzuwenden. Allem bfe eiserne Verteidigung der Gäste ließ den erwünschten und auch verdienten Erfolg nicht eintreten. Tlluschenheim I — Lich I 0:2 (0:1). Mit gemischten Gefühlen fuhren die Rasensvielec am Sonntag zum fälligen Pflichtspiel nach Muschen- heim war es den Gastaebern im letzten Jahre doch zweimal gelungen, die Grün-Weißen mit hohen Er- gebnissen zu schlagen. Schon in den ersten Spiel- minuten verschuldeten die Rasenspieler einen Elf- meterball, den die Platzbesitzer aber verschossen. Durch das vorzügliche Aufbauspiel der Licher Läuferreihe stand die Licher Elf fast während der ganzen Spiel- zeit in der gegnerischen Hälfte. Nur dem guten Unterstützungsspiel hatten es die Gastgeber zu verdanken, daß nicht mehr Tore fielen. Allendorf (Lahn) 1. -^Großen-Linden 1. Igd. Am Sonntag war die Jugend aus Großen-Linden in Allendorf zu Gast. Beide Mannschaften zeigten ein gutes Spiel. Trotz aller Anstrengung der Gaste waren die Gastgeber immer tonangebend. Mit diesem Spiel sind zwei wichtige Punkte in der Verbandsrunde gesichert worden. Lollar — Großen-Buseck. Heuchelheim — Rodheim. Steinbach — Hungen. Leihgestern — Klem-Linden. Wißmar — SA. Garbenteich — Lich. Muschenheim — Grüningen. Rüddmgshausen — Londorf/Geilshousen. Ettingshausen — Harbach. Grünberg — Flensungen/Nieder-Ohmen. Saasen — Göbelnrod. Lollar I — Großen-Vuseck I. Hans gewannen 1 v. H. auf 98,25, MAN. 0,75 v. H. auf 140,75, Adlerwerke 0,50 v. H. auf 107,50 und Metallgesellschaft 0,40 v. H. auf 117,40. Von den ährenden Werten notierten IG. Farben und Verein. Stahl wie am Berliner Schluß mit 146 (146,25) bzw. 105,75 (106), Mannesmann voll behauptet mit 109,75 (109,65, aber 108,75 in Berlin). Leicht ermäßigt waren Schuckert auf 176,25 (176,75). Sonst kamen u. a. Buderus mit 110, Demag mit 147,25, Scheideanstalt mit 200, Gesfürel mit 134, MoenuS mit 126, Mainkraft nach Pause mit 90 jeweils unverändert zur Notiz. Auch Bankaktien notierten wie im Mittagsverkehr, Commerzbank 113, Deutsche Bank 119, Dresdner Bank 112. Renten waren geschäftslos, nur Farben-BondS gingen zum Mittagskurs von 120 in kleinen Beträgen um. Zrankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Nov. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) itt Mark: Weizen W9 202, WH 204, W 12 205, W13 206, W16 209, W 18 211, W 19 213, W20 215, Roggen RH 187, R 12 188, R14 190, R1S 191, R16 193, R17 194, R 18 195, R 19 197 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W13 29,35, W 16 29,35, W18 29,35, W 19 29,35, W 20 (Kreis Alzey) 29,35, W 20 (Kreis Worms) 29,70 plus 20 Pf. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R15 22,80, R16 22,95, R18 23,40, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10.90, W18 11,00. W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreise ab Müh« lenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggen, vollkleie R19 11,00. Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlen, festpreis ab Mühlenstatton. Treber —-. Wieseicheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,00, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh, bindfadenqepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 2,90 bis 3,00, Hafer- und Gerstenstroh, do. 2,40 bis 2,50, Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. $ranffurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M, 15. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Markttage: Vorauf trieb: 401 Kälber, 99 Hammel, 184 Schafe, 2900 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hümmel 34 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. —- Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafs und Hammel lebhaft. burger griffen weiterhin stürmisch an, scheiterten an der sicheren Abwehr ihrer Gäste. 1. Mannschaft des Sportvereins Lollar empfängt die 1. Elf von Großen-Buseck zum Opferspiel. Die Paarung der beiden Mannschaften dürfte allgemeines Interesse finden. Die Großen-Busecker waren es, die den SoHarern gleich im ersten Der- bondsspiel die Punkte abnehmen konnten. Ob morgen schon die Revanche gelingt? Man rechnet den Platzbesitzern diesmal eine größere Chance zu, da die (rif verstärkt werden konnte, und wohl auch Der morgige Buß- und Bettag fit aifi den Fuß- ball-Sportplätzen dem Einsatz für das Wmterhttss- werk gewidmet. In Stadt und Land fmdet eine Reihe von Spielen statt, die sicherlich das Interesse der Fußballfreunde finden werden. Für die Vereine in den Kreisklassen wurden Begegnungen angesetzt, die zum überwiegenden Teil Lokalkämpfe darstellen und Gegner im Kampfe sehen, die schon seit Jahren immer wieder und mit wechselndem Erfolg gegeneinander antreten. Wie diese Spiele ausgehen werden, kann im voraus kaum gesagt werden, denn eine Reihe von Mannschaften hat noch keine endgültige und feste Form gefunden, die mit Sicher- hell einen Schluß auf Sieg ober Niederlage zuließe. Man erwartet ritterliche Kämpfe, die nicht nur dem Winterhilfswerk einen schönen Erttag i bringen, sondern auch eine Werbung für den Fuß- ballsport darstellen sollten. VfV.-Relchsbahn I — Sportverein Wetzlar I. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse schwach. Frankfurt a. M., 14. Nov. Die Börse setzte zum Wochenbeginn am Aktienmarkt in schwacher Haltung ein. Es lagen erneut Abgaben vor, wobei es sich offenbar um Geldbeschaffungsverkäufe handelte. Da die Zurückhaltung in vollem Umfange fortbestand, kam es bei verhältnismäßig kleinen Umsätzen zu durchschnittlichen Einbußen von 2 bis 3 v. H. Später setzten sich jedoch auf dem ermäßigten Stand einige Käufe ein, so daß eine teilweise Erholung Platz griff und die Umsätze etwas lebhafter wurden. Eine inzwischen bekanntgewordene Anordnung, wonach Aufträge aus jüdischem Besitz nicht ausgefährt werden dürfen, trug zu der Erholung wesentlich bei. Starke Rückgänge ergaben sich besonders in Montanwerken, von denen Verein. Stahl auf 105 (108), Hoesch auf 114 (117,25), Mannesmann auf 109,25 (111,40) zurückfielen. Interessante Begegnungen in der Bezirksstaffel Marburg. In der Gruppe Marburg gab es am vergangenen Sonntag einige Ueberraschungen. Das Spiel Wallau —Wetter endete Unentschieden 1:1. Der Neuling Wetter konnte sich damit auf dem Wallauer Platz Werraschend gut behaupten. Eckelshausen Holts sich in Breidenbach mit 1:6 eine derbe Abfuhr. Eins etwas unerwartete Niederlage gab es für die Mannschaft aus Ockershausen. In Sarnau verlorin dis Gäste mit 2:1 Toren. VfL. Warburg — SpV. Voklenhorn 3:3 (3:1). Während / die Marburger zu diesem Spiel itt stärkster Aufitellung antreten konnten, gingen dis Bottenhorner mit gemischten Gefühlen in den Kampf, denn sie hatten ihre Läuferreihe ersetzen müssen. Dieser Umstand machte sich denn auch während des ganzen Spieles bemerkbar. Durch Deckungsfehler des linken Läufers kam Marburg bereits in der ersten Halbzeit zu drei Toren, während die Bottenhorner durch Scheid I nur ein Totf erzielten. In dep zweiten Halbzeit schien bann ein hoher Sieg der Platzbesitzer sicher zu sein, denn Marburg spielte zeitweise überlegen. Doch überstanden die Gäste die Drangperiode gut, zudem des junge Torhüter ausgezeichnet hielt. In der Folgs kam die Gastmannschaft mehr auf und erzielle durch Scheld I auch das zweite Tor. Dadurch angefeuerk gingen nun die Bottenhorner mehr aus sich heraus und im Anschluß an einen Eckball erzielte Maser' durch schönen Kopfball das dritte Tor. ^Die Mar-' st-hens oft g-schütt-lt tootben, aW ihr Sem war, gesund, und was besonders ins Gewicht fiel: an der Spitze standen stets die rechten Männer. Da sind vor allem die Bereinsführer zu nennen, aus deren Reihen die Namen Noll, Seidewand, Berber — um nur einige zu nennen — hervorragen. Bis! auf den heutigen Tag verstanden es diese Manner, das Vereinsschiff so zu steuern, daß große Gefahren und gefährliche Klippen nicht schaden konnten. Ebenso trugen tüchtige Chorleiter immer wieder dazu bei, der Sangesfreudigkeit neuen Aufschwung zu geben. Genannt sei hier Chorleiter Becker, dessen vorbildliches Wirken auch heute noch nicht vergessen ist. Der derzeitige Dirigent, Musiklehrer Schöttler, ist ein würdiger Nachfolger seiner Vorgänger, der nicht nur die Leistungen auf der alten mann und der Vereinsführer Otto Rinn. Dem Turner Stahlhut händigte Dr. Schäfer im Auftrag des Reichssportführers das silberne Leistungsabzeichen des Reichsbundes für Leibesübungen und die Be- sitzurkunde aus. Diese Auszeichnung nebst einer weiteren Urkunde errang Stahlhut für feine Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart, mo er bei den Mehrkämpfen der Leichtathlettk bei schärfster Konkurrenz im Fünfkampf den 5. und im Zehnkampf den 4. Platz belegte. Im Namen der mit der Ehrung bedachten Turner dankte Turner Fabrikant Rinn. Er erinnerte an die Entstehung des Vereins vor 50 Jahren und den Kampf, den der Verein für die Turnsache durchzukämpfen hatte. Der- einsführer Rinn gab dann noch eine Schilderung des Breslauer Festes. Zum Schlüsse nahm Kreis- führer Dr. Schäfer als Beauftragter des Reichssportführers die Weihe der dem Verein verliehenen neuen Reichsbundfahne vor. Die Veranstaltung klang in einem Kameradschaftsabend aus, bei dem der kürzlich vollzogene Zusammenschluß des Sportvereins 1920 mit dem Turnverein zu schöner Geltung kam. Das Spiel, das die genannten beiden Mannschaf, ten am morgigen Mittwoch in Watzenborn^tein- berg austragen, hat den Charakter eines Probe- fpieles, denn schon vier Tage später sollen sich die Mannschaften abermals im Kampf um die Punkte gegenüberstehen. Es ist nur xu wünschen, daß auch das morgige Spiel im Interesse der guten Sache gut ** Aus der Evangelischen Gemeinde Gießen. Nach dem Uebertritt von Pfarrer Bech- t o l s h e i m e r in den Ruhestand sind mit Wirkung o , v vom 1. November ab die Amtsgeschäfte der CEnange-1 befU(^t fejn möge. Die Spielvereinigung 1900 tritt lischen Gesamtkirchengemeinde auf den Seelsorger I ^ri Mann Ersatz an und stellt folgende Mann- der Markusgemeinde, Pfarrer Becker, als neuen Ersten Pfarrer übergegangen. — Zum Nachfolger von Pfarrer Bechtolsheimer als Seelsorger der Lukasgemeinde wurde Pfarrer Lic. Wiß - mann in Darmstadt ernannt, der sein Amt in Gießen voraussichtlich am 1. Januar antreten wird. ** Ein Siebenundsiebziajähriger. Der Oberpostschaffner i. R. Konrad Lehr, Wilhelm- straße 51, kann am morgigen Mittwoch, 16. November, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 77. Geburtstag begehen. Der hochbetagte Mann gehört seit 49 Jahren zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen den alten Auch Braunkohlenwerte sehr schwach, Rhein. Braunkohlen 205,50 (210,25), Ilse Genuß 130 (133). Von chemischen Werten verloren IG. Farben 3,50 v. H. auf 145,50, Deutsche Erdöl 3 v. H. auf 123,50, Metallgesellschaft 2,50 v. H. auf 117. Auch Maschinen- unb Elektropapiere sowie Zellstoffaktien ließen bis zu 3 v. H. nach. Verhältnismäßig behauptet blieben Bekula mit 162,40 (162,75). Am Rentenmarkt war bad Geschäft bei teilweise leicht nachgebenden Kursen klein. Reichsaltbesitz 130,80 (131), ReickSbahn-Vorzugsaktien 125,40 (125,50), Kommunal-Umschuldung halbamtlich 93,35 (93,50). Am Pfandbriefmarkt bröckelten Siquiba* tionSwerte z. T. leicht ab. Stabtanleihen lagen unverändert, auch sonst zeigten festverzinsliche Werte kaum eine Abweichung. Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr ruhig, es herrschte allgemein Zurückhaltung. Auf Teilgebieten ergaben sich Besserungen bis zu 1 v. H., die aber in keinem Verhältnis zu den anfangs eingetretenen Rückgängen standen. Nochmals 1 v. H. niedriger lagen Conti Gummi mit 199 nach 200. Höher waren u. a. Verein. Stahl mit 106,25 bis 106 nach 105, Hoesch mit 115 nach 114, Klöckner mit 117,50 nach 116,50, Mannesmann mit 109,65 nach 109,13, IG. Farben mit 146,25 nach 145,50, Gesfürel mit 134 nach 133. Bei den erst später notierten Werten stellten sich immerhin noch Einbußen von 2 bis 3 v. H. ein, Scheideanstalt verloren sogar 5 v. H. auf 200 und ziemlich schwach lagen auch Westdeutsche Kaufho mit 102,25 (105,50). Der EinheitSmarkt war eben falls recht schwach. «bendbörse behauptet. Wenn auch die Unternehmungslust klein blieb, so schien die Haltung an der Abendbörse nach den Rückschlägen im Mittagsverkehr Wetter etwas beruhigt, zumal weiteres Angebot nicht herauskam. Die Kursentwicklung war etwas uneinheittich und die Umsätze bewegten sich in engen Bahnen. Deutsche Erdöl besserten sich um 1,25 v. H. auf 124,75, Jung- Im Opferspiel für die Winterhilfe stehen sich am Duß- und Bettag auf dem Waldsportplatz die Mannschaften von BfB.-R. und Wetzlar gegenüber. Das Spiel fit gleichzeitig ein Probegalopp, denn die Gegner stehen sich am nächsten Sonntag in Wetzlar im Kampf um die Punkte gegenüber. Die Gäste, die ihren zweiten Tabellenplatz behaupten, sind nach anfänglich schlechtem Start wieder erstarkt und haben Fußball der Kreisklaffen. Lleln-Linden I — Großen-Vuseck I 1:0 (0:0). Was niemand erwartet hätte, traf beim Spiel gegen den. derzeitigen Tabellenführer Großsn-Bu- seck am Sonntag ein. Klein-Linden zeigte, obwohl es den größten Teil der Spielzeit nur mit zehn Mann bestreiten mußte, eine Leistung ersten Ranges. Großen-Buseck mußte die erste Niederlage au eigenem Platze hinnehmen. Der siegbringende Treffer war ein Elfmeterball, der kurz nach Halbzeit fällig war. Eine Möglichkeit zum Ausgleich wurde Großen-Buseck kurze Zeit später ebenfalls in der Form eines Elfmeters geboten. Aber es kam dabei nichts heraus. Klein-Linden hatte seine besten Kräfte in der Hintermannschaft und in der Läuferreihe. Der Sturm konnte sich nicht recht entfalten. Die Großen-Busecker gaben sich die erdenklichste Herrn herzlich zum Geburtstag. **VersetzungenbeiderGendarmerie. Mit Wirkung vom 1. November ab wurden Gendarmeriehauptwachtmeister Klapp von Büdingen als Stationsführer nach Londorf und Gendarmeriewacht-1 meister Maus von Londorf als Stationsführer nach Ober-Erlenbach versetzt. ** Gang über den Alten Friedhof. Wie alljährlich, unternimmt der Ortsring Gießen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat am morgigen Buß- und Bettaa einen Gang an denkwürdige Grabstätten unseres Alten Friedhofs. Oberkriegs- gerichtsrat Koch wird im Anschluß an die Führung in der Alten Friedhofskapelle über alte Gießener Geschlechter sprechen. Den Abschluß bilden Chöre des Kirchengesangvereins unter Leitung von I. Nebe - Ung. Jeder Volksgenosse ist willkommen. ** Verbreiterung der Löcher Straße in Angriff genommen. Im Laufe des gestrigen Tages wurde damit begonnen, auch in der Licher Straße für die geplante Verbreiterung die ersten Vorarbeiten zu treffen. Arbeiter der Stadt, die vor etwa drei Monaten die Bäume in der unteren Kaiser- allee fällten, haben nun auch Hand an die Bäume auf der rechten Seite der Licher Straße gelegt. Kleeheu als Brandursache. Die behördlichen Ermittlungen über die Ursache des großen Brandes in Bellersheim am Sonntagmorgen haben ergeben, daß Brandstiftung nichtin Betracht kommt. Es ist vielmehr mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß der Brand durch Selbstentzündung von Kleeheu entftanben ist. Rekorde des Auslandes. Alle Rückenrekorde für van Feggelen. Die starke Holländerin van Feggelen stellte am Samstag im Amsterdamer Schwimmbad einen neuen Wellrekord über 100 Meter Rücken auf. Sie verbesserte die erst vor zwölf Tagen in Kopenhagen von ihrer Landsmännin Cor K i n t aufge« stelle Bestleistung von 1:13,5 auf 1:13,2 Min. Der anerkannte Rekord lautet noch auf 1:13,6 Min. und gehört der Olymviasiegerin Nida Senfs. Dan Feggelen spielt in her Rückenlage die gleiche überragende Rolle wie Ragnhild Hveger in der Kraul, läge; gehören ihr doch jetzt sämtliche Welt- und Europarekorde im Rückenschwimmen. und Bettag vorgenommen, gleichzeitig aber auch einige weitere Spiele eingeschaltet hat. Es begegnen sich: To. Lützellinden - Hörnsheim — Stadtmann, , schäft Gießen To. Grüningen — T». Nauborn To. Hochelheim — To. Hausen To. Garbenheim — SA. I 33 Wetzlar Zu einem nicht alltäglichen Großkampf mtrb es in Lützellinden kommen. Den Gießenern geht em guter Ruf voraus. Es steht zu erwarten, daß man in Grüningen auch diesmal alles einsetzt, um einen ansehnlichen Betrag dem WHW. zuführen zu können. — Das Vorspiel hat Hausen knapp gewinnen können. Ob es Hochelheim auf eigenem Platz gelingt, diese Scharte auszuwetzen, bleibt abzuwarten. To. Krofdorf — To. Heuchelheim Tv. Dornholzhausen — To. Holzheim To. Holzheim — Tv. Lich Tv. Atz-bach — Tv. Wetzlar. Ein weiterer und vor allen Dingen interessanter Kampf steigt in Krofdorf. Die Heuchelheimer müssen sich sicherlich anstrengen, wenn sie die eifrigen Platzbesitzer schlagen wollen. — In Dornholzhausen sollten sich zwei gleichwertige Mannschaften gegen- überstehen. — In Holzheim wird Lich um eine Niederlage nicht herumkommen. Dielen Kameradinnen und Kameraden der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung wurde am Sonntag eine große Freude bereitet. Die Bezirks- führung der NSKOD. hatte zu einer Sonderbar- stellung im Gießener Stadttheater eingeladen. Stele ... alte Kameraden und manches alte Mütterchen, Die ber”2t{qfe aiusfichten auf den Meistertitel. Die Grünvielleicht zum erstenmal in ihrem Leben im Theater mej&en haben in den letzten Spielen nicht überzeu- waren, fanden sich ein. Das Stadttheater war bis fönncn und werden alles daransetzen müssen, auf den letzten Platz besetzt. Zur Aufführung gelangte P ein achtbares Ergebnis erzielt werden, das Lustspiel „Der Frontgockel", das mit lebhaftem ' ' J ® Interesse und heiterem Schmunzeln verfolgt wurde. Sladtjugevd gegen Landjugend. Die Schauspieler fanden ein sehr dankbares Pu- Dor dem Opferspiel DfB.-R. — Wetzlar treffen blikum. I die beiden HJ.-Mannschaften Stadt und Land auf- Gießener Wochenmorktpreije. einander. Schon oft sind die besten Jugeirdspieler . m ,