Ur. 62 Erstes Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 15. März M8 Er1d)etnt täglief), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätrdruckerei 8. Lange in Siehe«. Schriftlettvng und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhtz für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrist nach vorh. Der ein bg. 25% mehr. 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In allen Orten stehen dichtgedrängt und zusammengeballt die Volksgenossen, die aus Ober- und Niederösterreich an die Fahrstraße des Führers geeilt sind. Die Arbeiter sind im Arbeitsanzug aus der Fabrik und den Werkstätten gekommen, die Bauern haben ihre Landarbeit verlassen, die Kinder haben schulfrei, die Angestellten verlassen ihre Kauf- Heute mittag Heldenehrung in Wien. Wien, 14. März. (DNB.) lieber das Programm des Dienstag wurde befannigegeben: Am Dien 5 tagvormitfag 11 Uhr findet die Begrüßung des Führers und Reichskanzlers auf dem hetdenptah vor der Hofburg statt. Dienstag, um 14 Uhr, findet auf dem Ring vor dem heldendenkmal die Helden- eh r ung statt, an die sich eine Truppenparade anfchließt. laben — sie alle bauen sich an der Straße des Führers auf. Sie bilden zusammen mit den reichsdeutschen Truppen und den auf den Führer vereidigten deutsch-österreichischen Soldaten das symbolische Spalier des ganzen großen deutschen Volkes, das den Führer bei seiner Heimkehr in dessen Heimatland begleitet. Auf der Landstraße zwischen Linz und Enns ist plötzlich Halt. Zwei BDM.-Mädchen in braunen Kletterwesten stehen auf der Straße. Der Führer läßt den Wagen halten und drückt den beiden Mädeln die Hand. Dann ging die Fahrt im 80- Kilometer-Tempo weiter. In A m st e t t e n , wo sich noch in voriger Woche marxistische Provokateure der Vaterländischen Front erdreisteten, das bolsche- wisttsche Hammer- und Sichel-Abzeichen zu tragen, ist die Begeisterung besonders groß. Der ganze marxistische Spuk der Vergangenheit ist verflogen, und die Stadt ist reich, ist überreich mit Girlanden und Hakenkreuzfahnen geschmückt. Immer wieder treffen wir auf der Straße größere r e i ch s - deutsche Truppenformationen. Begeistert grüßen die deutschen Soldaten, die sich durch ihre wunderbare Haltung und Disziplin überall die Herzen der Bevölkerung im Sturm erobert haben, ihren Führer und Obersten Befehlshaber. Aufrecht im Wagen stehend fährt der Führer an den langen Wagenreihen vorbei und grüßt mit erhobener Rechten die Mannschaften, die vor den Wagen Aufstellung genommen haben. In rascher Fahrt geht es weiter nach Pöchlarn. Auf einer steilen Bergkuppe überblicken wir von hier oben das gesamte Donautal bis hinüber zur Wachau und schauen über dieses kerndeutsche Land mit seiner Jahrtausende alten deutschen Geschichte, die uns in der Nibelungensage und anderen Heldengeschichten überliefert ist. Beim Eingang zum Ort Melk erwartet eine Abteilung der am Montagmorgen auf den Führer vereidigten deutsch- österreichischen Armee den Führer. Der Kommandeur erstattet dem Führer Meldung. Zum erstenmal präsentieren die Soldaten vor ihrem Führer und Obersten Befehlshaber. Die Glocken läuten, und das Donnern der Böllerschüsse mischt sich in das Tosen und Brausen der Heilrufe. In der Hauptstadt Niederösterreichs St. Pölten wartet eine vieltausendköpfige Menschenmenge auf den Führer und bereitet ihm, als er hier um 13.45 Uhr eintrifft, einen unvorstellbaren Empfang. Die Freude der Bevölkerung und der Tausende, die hier zusammengeströmt sind, wird noch größer, als bekannt wird, daß der Führer einen Aufenthalt .3 u r Mittagsrast nehmen wird. Nach mehr als einstündigem Aufenthalt in St. Pölten tritt der Führer die Weiterfahrt nach Wien an, die nun ohne wetteren Halt durchgeführt wird. An den Toren Wiens. Don allen Seiten strömte die Bevölkerung auf die Sttaße, auf der die Wagenkolonne des Führers sich auf Wien zubewegte. Böllerschüsse verkündeten bei den einzelnen Dorfeingängen der Bevölkerung den Augenblick des Eintreffens des Führers. Die ganze Bevölkerung umschloß in einem einzigen Jubelansturm den Wagen des Führers, so daß immer wieder das Begleitkommando dem Wagen wieder freie Fahrt verschaffen mußte. Bei den einzeln liegenden Höfen haben sich die Familien und Sippen zusammengefunden, um vom Großvater an bis zum jüngsten Enkel geschlossen den Führer zu begrüßen. Die Liebe eines ganzen Volkes schlägt so überströmend und so vertrauend und herzlich dem Führer entgegen, daß er immer wieder den Wagen halten läßt, um wenigstens einige Hände von den vielen, die sich ihm entgegensttecken, zu drücken. Immer wieder werden ihm Dankesworte zugerufen, immer wieder sieht man Männer und Frauen tief erschüttert und ergriffen vom Wagen des Führers zurücktteten mit Tränen in den Augen, weil man es fast noch nicht glauben kann, daß in diesen zwei Tagen sich alles in so gründlicher Weise gewandelt hat. Schon 30 Kilometer vor Wien begrüßt d i e Hauptstadt den Führer. Hier sind ganze Belegschaften auf ihren Lastkraftwagen dem Führer entgegengefahren und entbieten ihm nun den ersten Willkommensgruß der Donaustadt. Etwa 12 Kilometer vor der Stadt beginnt das Spalier dichter und dichter zu werden. Reichsminister Frick ist bis hierher dem Führer entgegengefahren, um ihn zu begrüßen. Noch einmal nimmt uns alle die Frühlingsschönheit des Wiener Waldes gefangen. Dann aber sind die ersten Häuser ba; die Arbeitervorstädte Wiens, die heute in einem Flaggenschmuck ohnegleichen prangen. Hier trifft der Führer gleich zuerst auf die Getreuesten der Getreuen, auf die Arbeiterschaft Wiens, die stets in ihrem Deutschtum und in ihrem Bekenntnis zum nationalen Sozialismus nicht wankend geworden. Alle Fenster sind geöffnet und dicht mit Menschenmassen gefüllt. Auf den Bürgersteigen könnte nicht ein einziger Mensch mehr Platz finden, und nur mühsam gelingt es, die Menschenmassen zurückzuhalten. Die Glocken beginnen zu läuten. Kaum gelingt es, die Rührung zu verbergen, die jeden erfüllt. An der Grenze der inneren Stadt empfängt Bundeskanzler Seyß-Jnquart den Führer und nimmt in seinem Wagen Platz. Nun geht es über den R i n g , die Prachtstraße Wiens. Kopf an Kopf steht die Bevölkerung. JedesFenster ist vier- bis fünffach besetzt, jeder Balkon ist mit Menschentrauben angefüllt. Auf allen Mauern, auf allen Bäumen, auf den Masten der Straßenlaternen hocken sie, um einen Blick des Führers zu erfassen und ihm ihre Liebe, ihre Dankbarkeit uüd ihre Treue entgegenzurufen. 75Äonen des deutschen Volkes in einemReich Oie ersten Begrüßungsworte des Führers an seine Wiener. Von unserem Sbi.-Sonderberichterstatier. Wien, den 14. März. Noch niemals hat das altehrwürdige Wien eine derart unerhörte, sich Überschlagende und ständig steigende Begeisterung gesehen, wie das am 14. März 1938 der Fall war, als der Führer gegen 18 Uhr feinen Einzug in die Donaustadt hielt. Taufende, Zehntausende, Hunderttausende Woben und drängten sich seit den Morgenstunden durch die Straßen der Stadt. Ueberall suchten sich die Wiener und die aus der Umgebung herbeigeströmten österreichischen Volksgenossen einen Platz am Rande der Straßen zu sichern, die der Führer bei seiner Fahrt von Linz her passieren mußte. Jeder wollte dabei sein, niemand wollte diesen historischen Augenblick versäumen, der in der Geschichte unseres großen deutschen Vaterlandes einen hervorragenden Platz einnehmen wird. Ganz Wien hatte sich aufgemacht, dem Führer einen Empfang zu bereiten, von dem die ganze Welt und von dem noch in fernen Zeiten die Nachfahren unserer heutigen Generation reden sollten. Alle Betriebe hatten so zeitig geschlossen, daß auch jeder an der Huldigung Adolf Hitlers teilnehmen konnte. Niemand sollte daheim bleiben, niemand an seinen Arbeitsplatz gefesselt bleiben. Alle, alle sollten Zeugen eines Vorganges fein, wie er sich noch niemals im Schatten des Stefansdomes abgespielt hat. Noch immer, obwohl der geradezu unbeschreibliche Einzug des Führers hinter uns liegt, dröhnen einem die Ohren von den zum abendlichen sonnen- durchgluteten Himmel emporschlagenden Ovationen, noch immer sieht das Auge die tief gegliedert en Massen längs der Straßen, sieht die emporgereckten Arme, sieht den Führer in seinem Auto, wie er nach allen Seiten hin grüßend durch die Gasse fährt, die Absperrmannschaften in die jubelnden, sich vor Begeisterung förmlich überschlagenden Massen gelegt haben. Unvergeßlich und unbeschreiblich sind die Eindrücke dieses Empfanges, einer Begrüßung, wie sie wohl nur der Führer allein vorausgeahnt Hal, der feine engeren Landsleute kennt und der weiß, zu welcher Begeisterung und zu welchen Freudenausbrüchen sie fähig sind, wenn das Wort nicht mehr ausreicht. die Gefühle des Herzens und die Schwingungen der Seele auszudrücken. Und dann die Stunden vor dem Quartier des Führers, dem Hotel Imperial am Schwarzenbergplatz. Eine Ehrenkompanie ist mit dem Musikzug aufmarschiert. Sie erweist dem Führer die Ehrenbezeugungen, sie steht vor ihm, als wäre sie aus Erz gegossen. Doch rund herum drängt sich Kopf an Kopf, eine zusammengekeilte Menschenmasse, die wirklich unübersehbar ist und die sich zahlenmäßig nicht abschätzen läßt. Immer neue Menschenmafsen drücken aus den Seitenstraßen zum Hotel Imperial. Die Absperrmannschaften müssen übermenschliche Arbeit leisten, um zu verhindern, daß die sich vor Freude gar nicht mehr kennenden Wiener in das Hotel hineinstürmen. Unaufhörlich dröhnen Heilrufe zu den Fenstern des Hotels hinauf, der Führer erscheint mehrmals, um sich der Wiener Bevölkerung zu zeigen. Immer wieder brausen die Rufe der Sprechchöre nach dem Führer empor, sie vermischen sich zu einem Tosen der Begeisterung, daß im wahrsten Sinne des Wortes die Scheiben der Fenster der umliegenden Hauser zu klirren beginnen. 3e starker die Kundgebungen für den Führer werden, je länger halten sie an, und je länger sie sich hinziehen, desto gewaltiger wird wieder das Jauchzen der Wiener Bevölkerung, die sich wie von einer Last befreit fühlt, die es gar nicht fassen kann, daß über Rächt ein politischer Umschwung eingetreten ist, der es dem Führer gestattet, dort zu erscheinen, wo man ihm noch vor Tagen einen Kampf bis aufs Messer angedroht hatte. Irgendwo wirb plötzlich bas Deutschland- lieb angestimmt, begeistert fallen die Umstehenden ein, und im Augenblick singt alles ergriffen die Nationalhymne mit, an die sich das Horst - Wessel-Lied anschließt. Eine neue Huldigung des Führers, aber auch ein Bekenntnis zu dem großen gemeinsamen Vaterland. Doch kaum sind die letzten Töne verklungen, da geht schon wieder eine Welle der Begeisterung durch die nicht weichenden und wankenden Massen. Nur mühsam vermag sich ein Sprecher Gehör zu verschaffen, der das Programm des nächsten Tages verkündet. Kaum haben die Wiener vernommen, daß der Führer am Dienstagvormittag um 11 Uhr zu ihnen sprechen wird, da packt aufs neue einen jeden der Freudentaumel, der in der Stunde einsetzte, als unter dem Geläut der Wiener Glocken Adolf Hitler den Boden dieser schönen Stadt betrat. Doch niemand will das Fleckchen, das er sich vor dem Hotel Imperial erobert hat, verlassen, ohne den Führer aller Deutschen noch einmal gesehen und auch gehört zu haben. Alles ruft nach dem Führer, alle verlangen stürmisch, daß er zu ihnen spricht. Und schließlich öffnen sich wiederum die Fenster und die Türen, der Führer gibt nach, er richtet, innerlich lief bewegt, einige Worte an die Versammelten. Er spricht von dem gleichen Willen, er spricht vom unzerreißbaren Reich und dem einigen Volk aller deutschen Gaue. Er berührt die Empfindungen der Wiener, die die gleichen des 75 Millionen Köpfe zählenden deutschen Volkes sind. Er sagt: Dleine deutschen Volksgenossen und -genafin- nenk Was Sie empfinden, habe ich selbst in diesen fünf Tagen auf das tiefste miterlebt. Es ist eine große geschichtliche Wende, die unserem deutschen Volke zuteil wurde. Was Sie aber in diesem Augenblick erleben, erlebt mit Ihnen das ganze deutsche Volk. (Minutenlange brausende Heilrufe branden zum Führer empor.) Richt nur zwei Millionen Menschen in dieser Stadt sind es, sondern 7 5 Millionen unseres Volkes in einem Reich. Sie alle sind tief ergriffen und bewegt von dieser geschichttichen Wende, und sie alle weihen sich einem Gelöbnis: Was immer auch kommen mag, das Deutsche Reich, so wie es heute steht, wird niemand mehr zerschlagen und niemand mehr zerreißen können! keine Rot, keine Drohung und keine Gewalt kann diesen Schwur brechen. Dies sprechen heule gläubig aus alle deutschen Menschen von Königsberg bis Kötn, vom Hamburg bis nach Wien! Minutenlang jubeln die Hunderttausende dem Führer zu. Immer aufs neue tosen ihre Heilrufe wie ein Orkan über den weiten Platz. Nach allen Seiten grüßend zieht er sich zurück, während zu feinen Füßen erneut eine Begeisterung aufspringt, die sich in nichts von den leidenschaftlichen und hingebenden Huldigungen des Führers bei feinem Einzug in Wien unterscheidet. Sa» MflemichiUk Heer. Don Robert Hohlbaum. Im Augenblick, wo das bisherige österreichische Bundesheer als Bestand der deutschen Wehrmacht auf den Führer und Obersten Befehlshaber vereidigt wird, mag es sich ziemen, dem so oft verkannten altösterreichischen Heer, dem treuen Waffengefährten des Weltkrieges, ein Wort dankbaren Gedenkens zu widmen, wie es der folgende Aufsatz des österreichischen Dichters Robert Hohl- bäum unternimmt. Zu meinen frühesten Erinnerungen zählt die an die österreichische Armee, An einen kleinen Teil natürlich, an das 5. und 16. Jägerbataillon, an die Kaiser-Infanterie, Formationen, die, hätten wir diese Einrichtung gehabt, gewiß unter den Garderegimentern geführt worden wären. Von ein paar schlesischen Tschechen abgesehen, bestanden diese Regimenter und Bataillone aus Deutschen, Arbeitern aus der Tuchmacherstadt Jägerndorf und Bauern aus dem Umland. Frische Burschen waren es, und es war schon eine Freude zu sehen, wenn sie in ihrer kleidsamen Uniform durch die Stadt marschierten. Auch die Offiziere waren Deutsche, versippt, verschwägert mit dem Lande und den Bewohnern ihrer Garnisonstadt. Das deutsche Element war der Träger des Heeres- und Wehrgedankens in Oesterreich, die Deutschen und neben ihnen noch die Kroaten und Magyaren, jene Truppen, auf die sich ein militärischer Führer verlassen konnte. Die Taten, die das Heer im Laufe der Jahrhunderte vollbracht hatte, waren deutsche Taten, geleistet, wenn nicht im Bewußtsein, so doch im Interesse eines großdeutschen Zieles. In seinem Dienste wehrten deutsche Soldaten und deutsche Bürger die Türken stürme ab und retteten dadurch nicht nur Oesterreich und Deutschland, sondern auch Europa, deutsche Siege erfocht der große Wahldeutsche Prinz Eugen, den erst vor kurzem das neue Deutschland in richtiger Erkenntnis seiner wahren Bedeutung als National- helden gefeiert hat, und so spann es sich fort bis in den Frühling des Jahres 1809, da ein deutscher Prinz, Erzherzog Karl, mit einem wahren Dolks- heer, dem ersten der deutschen Geschichte, b e i Aspern die Unüberwindlichkeit Napoleons brach. Dann stehen deutschösterreichische Soldaten auf verlorenem aber ehrenvollen Posten in Oberitalien, erringen Sieg um Sieg, im Dienste einer veralteten Idee freilich, aber was sie bewahren, ist deutsche Waffenehre. Und diese retten sie auch durch den Bruderkrieg von 1866, der verklärt und verschönt ist durch die Ritterlichkeit auf beiden Seiten, durch die beiderseits befolgte Parole: In der Schlacht der Feind, in der Gefangenschaft der Bruder? Deutsche Soldaten bringen, unbedankt und kaum beachtet, auf dem Balkan vor, unter den schwierigsten Verhältnissen erobern sie Bosnien und die Herzegowina, und dann folgt eine lange, aber nicht unfruchtbare Friedenszeit, die jäh der Weltkrieg unterbricht. Aber diese Spanne Zeit zwischen der Eroberung und dem Attentat von Serajewo ist erfüllt von der Tragik der Entfremdung zwischen Heer u n d V o l k, zwischen den Führern des Heers, dem Offizierkorps, und den Trägern der erwachenden nationalen Idee in Oesterreich. Das Heer war — soweit es auf Deutsche ankam — die andern Nationen nahmen es weniger genau — durchaus unt politisch. Die Deutschen gingen so wett, daß sie auch das Bekenntnis zum eigenen Volke für ein Politikum hielten, daß sie sich zu national-geschlechtslosem Wesen degradieren ließen. Allerdings — das muß betont werden, aus einem gewissen Ethos heraus, aus Lehenstreue, aus einer mißverständlichen Auslegung des Eides für Kaiser und Vaterland. Sie allein — neben den Beamten der Verwaltung und Regierung — verstanden unter dem Worte Vaterland noch Oesterreich, und so wurden sie, die eigentlich für das Volk da waren, Selbstzweck, lebten im luftleeren Raum. Daneben wuchs die nationale Jugend auf, die freilich etwas damals Unmögliches wollte, die „Los von Habsburg, hin zu Hohenzol- lern!" rief, die nicht sah, daß diese, ja selbst unser Gott Bismarck, weit entfernt waren, ihre Wünsche befriedigen zu wollen, ober nur ernst zu nehmen, daß im großen, satten, besitzenben Deutschland kein Herz für biefe Jbealisten schlug, ja, baß man von ihnen nichts wußte unb auch nichts wissen wollte. Hier rühren wir an eines ber traurigsten Kapitel deutscher Geschichte. Während das neue Deutschland in vorbildlicher Weise das großdeutsche Verständnis im Volke weckt, dachte das Wilhelminische Deutschland auch kulturell rein staatsdeutsch, für dieses waren Grenz- und Ausländsdeutsche eben Ausländer wie jeder andere, wenn sie unbequem wurden, sogar lästige Ausländer. Von den tatsächlichen Verhältnissen in Oesterreich wußte man daher sogar an offiziellen Stellen nur soviel, als die offiziellen Stellen Oesterreichs ihnen mitzuteilen für tunlich hielten. Jeder Gnmnasiast, jeder Kausmanns- lehrling im deutschen Grenzland wußte über das verhängnisvolle Nationalitätenproblem mehr unb bester Bescheid, als bie hohen Verantwortlichen des Vorkriegsdeutschland, von denen das Schicksal des Hundertmillionenvolkes abhing. Deshalb die furchtbaren Enttäuschung des Weltkrieges, vielleicht zum Teil sogar deshalb die furchtbare Niederlage. Von uns wunderte sich fein Mensch, daß die Tschechen im dritten Kriegsjahr übergingen, wir wunderten uns, daß sie immerhin zwei Jahre bei der Stange blieben. Das ist bas Ver - bien ft der Friedensarbeit des österreichischen Heeres. Den führenden Männern war es gelungen, dieses innenpolitisch so volks- frembe Heer doch zu einer Diganifation voll Kraft und Standesstolz zu formen. Die österreichische Armee war etwas, und selbst wir, die wir im ständigen Krieg mit den anationalen Offizieren lagen, wurden vom Rhythmus der hinreißenden Märsche ergriffen, die schließlich klingendes Sinnbild einer ruhmreichen Ueberlieferung waren. Mit dem Augenblick des Kriegsbeginns hörte die Spannung auf, das Heer trat aus seinem innerpolitischen Stadium, das wir ablehnten und ablehnen muhten, in sein außenpolitisches, diente einem großdeutschen Ideale, demselben, dem wir unser Leben geweiht hatten. Und wenn wir heute an die alte Armee zurückdenken, so ist jede Bitterkeit, jedes Mißverstehen geschwunden, da dürfen wir uns ohne Hemmung dem Zauber hingeben, der schon mit den Namen der altberühmten Regimenter aufklingt, der Kaiserjüger, der Landesschützen, der Einser, Vierzehner, Neunundfünfziger, Siebenundzwanziger, Siebener und Dreiundsiebziger, der Deutschmeister von Hoch und Spleni, wie der Wiener sie liebevoll nannte, der vielen, vielen, die im Frieden geglänzt und im Krieg geblutet haben, wie nur je ein anderes deutsches Regiment. Den Deutschen des Wilhelminischen Reiches fehlte leider die Schulung, das österreichische Problem zu sehen, wie es war. Wenn Tschechen übergingen, aus Feigheit, wie man fälschlich meinte, so waren es eben Oesterreicher, schlappe Oesterreicher. Man warf alles in einen Topf. Man wußte wohl, daß man dort, wo fremd nationale Truppen versagt hatten, Ordnung machen mußte, daß man den Durchbruch bei Gorlice entschieden hatte, man wußte aber nicht, daß das österreichische Heer am Beginn des Weltkrieges unter unendlichen Opfern, unter der Führung des Allerbesten, den wir besaßen, Conrads von Hötzendorff, den Stoß der Russen gegen das Herz Deutschlands aufgehalten hatte, in selbstverständlicher, schlichter Bundestreue. Man wußte nicht, daß von den Tirolern 25 vom Hundert gefallen sind, daß von dem steierischen Hausregiment, das mit 4000 Mann ins Feld rückte, bereits im Herbst 1914 nur mehr 217 unverwunüet, daß von den Khevenhüllern schon im Jahre 1915 mehr als 2000 Tote waren, daß von den Einwohnern der südsteierischen Grenzstadt Pettau, gemessen an der Gesamtbevölkerung, 20 v. H. fielen, man kannte nicht die erschütternde Tatsache, von der heute die Inschrift am Gefallenendenkmal in Klagenfurt meldet, daß vom 8. Jägerbataillon, das mit 1222 aus- zog, von diesen ein Mann heimkehrte. Nein, man tat Unrecht daran, hier oberflächliche Gesamturteile abzugeben, man hätte aus dem Uebergehen nichtdeutscher Regimenter nicht Schlüsse auf die Wehrmacht Oesterreichs, sondern auf die Schwierigkeit des Problems Oesterreich ziehen sollen, das Schule und andere Aufklärungsinstitute des Vorkriegsdeutschland geflissentlich vernachlässigt hatten. Der Siebenbürger Fritz Heinz R e i m e s ch , der selbst als österreichischer Soldat unter den Fahnen stand, hat in mühevoller, aber dankenswerter Arbeit die Militärmärsche des alten deutschen Oesterreich zu einer funkelnden Kette vereint, die schon in manchen Sendestunden glänzende Kunde gab vom Heldenmut des deutsch-österreichischen Heeres. Schon Liliencron in seiner ersten Kriegsnovelle, der „Sommerschlacht", meldet von dem Zauber, der von den österreichischen Musikkapellen ausging, die den Angriff von Nachold mit dem Radetzkymarsch begleiteten. Sie sind nicht nur Klang und Rhychmus, sie sind Sinnbilder der großen Taten der Jahrhun- hunderte, in ihnen klingt das Genie Eugens, Erzherzog Karls, Conrads von Hötzendorff und Alfred Krauß', des Siegers von Flitsch, der zu unserer Freude heute noch in voller Kraft als unerschrockener deutscher Bekenner lebt, in ihnen schwingt der Humor des alten Galgoczy, in ihnen aber braust vor allem das Heldenlied der Millionen, die ihr Leben einsetzten, und, verklärt durch die Erfüllung eines großen Deutschland, die wir heute erleben, durch das Verstehen, das es eben auch dem alten österreichischen Heere entgegenbringt, der Todeschoral der Hunderttausende, die für Oesterreich und somit auch für Deutschland gefallen sind. Oie Begleitung des Führers. In der Begleitung des Führers beenden sich: der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, Reichsführer ff Himmler, Reichsprefsechef Dr. Dietrich, die Reichsleiter Bo uhler und Bormann, Staatssekretär General der Flieger Milch, ^-Gruppenführer Korn und Keppler, die Adjutanten des Führers, SA.-Obergruppenführer Brückner und ^-Gruppenführer Schaub, ferner Generalmajor Bodenschatz, die militärischen Adjutanten des Führers, Major S ch m u n d, Hauptmann von Below und Hauptmann Engel. Am Schwarzenbergplatz stehen Schulter an Schulter in einer Linie die Ehrenkompanien eines Münchener Infanterie-Regiments und ein Bataillon des Wiener Garde-Regiments. Vor dem Hotel Imperial wurde der Führer von zahlreichen Persönlichkeiten begrüßt. Man sah u. a. den General Kraus, ferner den Reichsminister van Ribbentrop, Reichsminister Dr. Lammers, Stabschef Lutze, die Reichsleiter Rosenberg, Reichsjugendführer Baldur von Schirach, Amann, ferner den Botschafter von P a pe n. ,,^-Oberabschnilt Oesterreichs Wien, 14.März. (DNB.) Der Reichsführer ff Himmler hat befohlen: Mit Wirkung vom 12. März 1938 wird der durch die illegalen Maßnahmen der früheren österreichischen Regierungen verbotene ^-Abschnitt VIII mit dem heutigen Tage wieder öffentlich aufgestellt. Das bisherige Gebiet des ^-Abschnitts VIII, der das Gebiet Gesamtösterreichs umfaßt, wird zum ff => 0 b e r» ab schnitt Oe st erreich erhoben. Der ^-Ober- abschnitt Oesterreich umfaßt drei ^-Abschnitte und sechs bis acht ^-Standarten. ^-Oberführer Dr. Kaltenbrunner wurde unter gleichzeitiger Beförderung zum ^-Brigadeführer zum Führer des -Oberabschnitts Oesterreich ernannt. Oesterreich zollrechtlich vorerst dem Freihafen Hamburg gleichgestellt. Berlin, 14. März. (DNB.) Das Reichsfinanz- ministerium gibt bekannt: Das Reichsgesetz vom 13. März 1938 bestimmt, daß das derzeit i n Oesterreich geltende Recht bis auf weiteres in Kraft bleibt. Daraus ergibt sich, daß das österreichische Zollrecht vorläufig weiterbesteht. Es muß daher die Zollgrenze einstweilen aufrechterhalten bleiben, d. h. Zölle und sonstige Abgaben werden an der deutsch-österreichischen Zollgrenze vorläufig wie bisher erhoben. So wie der Freihafen Hamburg Reichsgebiet, aber Zollausschluß ist, so ist Oester- reich vorerst zwar Reichsgebiet, aber Zollausschluß, und das entsprechende gilt in Oesterreich hinsichtlich des bisherigen Reichsgebietes. rer land in unerschütterlicher Treue zu seinem Füh- und Obersten Befehlshaber Adolf Hitler. Tagesbefehle an das bisherige Vundesheer. Wien, 14. März. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, Generaloberst von Br auch itsch, hat folgenden Tagesbefehl an das bisherige österreichische Heer erlassen: Mit dem heutigen Tage rückt auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht das österreichische Bundesheer in den Verband des deutschen Heeres ein. Als sein Oberbefehlshaber begrüße ich alle österreichischen Soldaten vom Aeltesten bis zum Jüngsten mit aufrichtiger Freude in unseren Reihen. Aus der Waffenbrüderschaft im Weltkriege ist eine unzerreißbare Einheit geworden. Ich bin überzeugt, daß es in Zukunft nur noch deutsche Soldaten ohne Unterschied geben wird. Die ruhmreiche Geschichte der alten österreichischen Armee aber wird mit euch eingehen in die Wehrmacht des Dritten Reiches. Für alle gilt die gleiche Parole: Vorwärts für das nationalsozialistische Deutsch- „Oie ruhmreicheGeschichte deralten österreichischen Armee wirdmitEuch eingehen in die Wehrmacht des Dritten Reichs." hing unserer soldatischen Pflicht, in der opferfreudigen Hingabe an unseren Führer und das großdeutsche Vaterland. (gez.) von Bock, General der Infanterie. Vereidigung der Innsbrucker Garnison aus den Führer. Innsbruck, 14. März. (DNB.) Feierlich wurde die Innsbrucker Garnison auf dem Plag vor der Hofburg, der seit Sonntag den stolzen Namen Adolf-Hitler-Platz trägt, auf ihren Obersten Befehlshaber, den Führer und Reichskanzler, vereidigt. Tausende von Volksgenossen umsäumten die weite Fläche, als vom Jnnsteg her die Innsbrucker Garnison der Wehrmacht ausmarschierte. An der Spitze das Tiroler Jägerregiment, das Traditionsregiment der ruhmbedeckten Tiroler Kaiserjäger. Nach der Aufstellung der Truppen begleitete unter den Klängen des Tiroler Kaiserjäger-Marsches eine Ehrenkompanie die Fahne des derzeit in Innsbruck liegenden Gebirgsjäger - Regiments der reichsdeutschen Wehrmacht auf den Platz. Staffeln der reichsdeutschen Luftwaffe flogen einige Schleifen. Während die beiden Kommandeure die Front der Truppen abschritten, stimmte zuerst die Musik des Bayerischen Gebirgsjäger-Regiments den alten österreichischen Präsentiermarsch an, worauf die Musikkapelle des Tiroler Jäger-Regiments die beiden deutschen Hymnen spielte. Nach der Hissung der Reichskriegsflagge hielt der als Vertreter des Divisionärs erschienene Generalstabschef der 6. Oesterreichischen Division, Generalstabsoberst E g l s e e r an die Truppe eine kurze Ansprache, in der er die Eingliederung des österreichischen Bundesheeres in die deutsche Wehrmacht verkündete. Dann sprach der österreichische Kommandeur den Soldaten die Eidesformel der deutschen Wehrmacht vor, und tausende brave Söhne des deutschen Tirols sprachen feierlich den Eid auf den Führer nach. Nach der Eidesleistung hielt der Kommandeur des Grenzschutzabschnittskommandos 10, Generalleutnant D ö h l a, eine kurze Ansprache, in der er sie als Kameraden innerhalb der reichsdeutschen Wehrmacht begrüßte. Ein Vorbeimarsch vor den beiden Kommandeuren beendete das packende militärische Schauspiel. gegenüber dem tschechischen Nationalgedanken und vor den nationalen Bedürfnissen der Tschechoslowakischen Republik. Die VerständigungvonVolk zu Volk muß auf diesem gemeinsamen Boden gelingen." Der Minister für Nationaloerteidigung M a ch n i k erklärte, daß die Situation der Tschechoslowakischen Republik in jeder Richtung fest und von den letzten Ereignissen inkeinerWeisebetroffen sei. „Mit aufrichtiger Beruhigung kann ich Ihnen hier mitteilen, daß an irgendeine Bedrohung unserer Sicherheit auch nur von ferne niemand denkt. Ich sage dies auch im Hinblick auf die letzten amtlichen Erklärungen, welche wir diesbezüglich hörten und zur Kenntnis genommen haben." DasHabsburgerproblem erledigt Pressestimmen aus Rumänien. Bukarest, 14. März. (DNB.) Die rumänische Öffentlichkeit steht unter dem tiefen Eindruck des gesamtdeutschen Zusammenschlusses. Der linksstehende „Semnalul" schreibt, der Munn von der Straße, mit dem gesunden Menschenverstand, scheine geneigt, zu glauben, daß sich nichts Besonderes ereignet habe. Aller Lärm nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Oesterreich sei nur wie eine Lohe, die, mehr von der Presse verursacht, unfähig fei, sich in einen zerstörenden Brand zu verwandeln. Schließlich war Oesterreich deutsch und ist in seine natürlichen Grenzen eingekehrt. Dies und nichts mehr. — Auf dem Grabstein der Habsburger Ueberrefte habe Hitler den Grundstein einer neuen deutschen Ordnung errichtet, schreibt „Cuoantul". — Aehn- lich schreibt „Buna Venttre": Das nationale Bewußtsein habe alle diplomatischen Erwägungen überwunden. Der Vorgang der B i ld u n g d e r großen nationalen Staaten, der feit hundert Jahren andauere, sei in Europa zu Ende gegangen. Der Anschluß habe dem Habs- burger Problem ein Ende bereitet. Diese Familie von Gespenstern, Phantomen einer für immer vergangenen Welt, trete endgültig in das Dunkel der Geschichte. Alle Hoffnungen gewisser Kreise seien zunichte geworden. „Die Toten stehen nicht mehr auf!" „Wien wie nach einem großen Siege"... An die deutschen Soldaten Oesterreichs. Der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, (gez.) von Brauchitsch, Generaloberst. * Der Oberbefehlshaber der VIII. Armee, General der Infanterie von Bock, hat folgenden Tagesbefehl erlassen: Der Führer und Oberste Befehlhaber hat mich mit der Führung über die gesamte deutsche Wehrmacht innerhalb der österreichischen Landesgrenze beauftragt. Die Waffenbrüderschaft in schweren Kriegsjahren hat damit endlich ihre Erfüllung gefunden. Die Vereinigung des österreichischen Bundesheeres mit dem Heere i ft vollzogen. Als Ehre und Auszeichnung bettachte ich es, die Führung einer Truppe zu übernehmen, die aüfge- baut ist auf der ruhmreichen Ueberlieferung der alten österreichischen Armee. Dieses stolze Erbe der Vergangenheit wollen wir mit freudigem Herzen in eine neue deutsche Zukunft tragen in eiserner Manneszucht, in treuester Erfül- DerVerbriideningsmarschnachOestmeichWem steberall begeisterter Empfang. - Beste Zusammenarbeit mit allen Behörden. Alle Marschziele restlos erreicht. Erhebliche Leistungen vollbracht. Wien, 15. März. (DNB.) Die Truppen, die zur Zeit ihren Verbrüderungsmarsch in die österreichischen Lande fortsetzen, haben eine gewaltige Marschleistung vollbracht. Sie haben die ihnen gesteckten Marschziele restlos erreicht. Das Grenzschutzabschnittskommando unter General Döhla steht in Innsbruck. Das VII. Armeekorps hat mit den ersten Kolonnen der Gebirgsbrigade die Gegend von Gmunden am Traunsee erreicht, während eine Division nach Eisenbahntransporte in Wien untergebracht ist. Eine weitere Division steht zur Zeit in Bad Hall, westlich von Steyr in Oberösterreich. Der Hauptteil der 10. Division marschiert bis nach Altenhof zwischen Ried und Wels in Oberösterreich. Die motorisierten Truppen unter Führung des Kommandierenden General der Panzertruppen, Generalleutnant Guderian, die am 12. März morgens die Grenze überschritten hatten, erreichten bereits in der Nacht zum 13. März das rund 300 Kilometer entfernte Wien. Die nicht motorisierten Truppenteile des VII. Armeekorps unter dem Befehl des Generals von Schober und das XIII. Armeekorps, General Frhr. von Weichs, mußten Tagesziele von etwa 40 Kilometer Entfernung erreichen. Ungemein erfreulich gestaltete sich von vornherein die Zusammenarbeit mit den österreichischen Heeres stellen und sämtlichen Behörden. Die gesamte militärische Leitung unterstand dem Armeeoberkommando VIII, General der Infanterie von Bock mit Generalmajor Ruoff als Generalstabschef. Die Truppe selbst, die von Anfang an alles einsetzte, um die ihr gestellte Aufgabe zu bewältigen, wurde durch den herrlichen begeisterten Empfang der Bevölkerung Deutsch- Oesterreichs zu immer stärkeren Leistungen ange- feuert. Sie fühlte, daß sie feit langem sehn- lichst erwartet worden war. Seit dem Augenblick, da die Meldung über die vollzogene Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich im Lande bekannt geworden ist, hat sich der Jubel über den Einzug der deutschen Truppen noch gesteigert. Mit größter Bereitwilligkeit wird den Truppen jeder Wunsch erfüllt, wo es irgend geht, sucht man ihnen Erleichterungen und Hilfe zukommen zu taffen. Durch persönliche Anteilnahme und persönlichen Einsatz versucht jeder einzelne zu beweisen, daß die deutschen Truppen nicht Gäste find, sondern daß Brüder zu Brüder kamen, die durch ein geschichtliches Unrecht bisher von einander getrennt waren. Die „Salzburger" in München. Begeisterter Empfang der deutsch- österreichischen Heeresabordnung. München, 14. März. (DNB.) Mit unendlichem Jubel begrüßte die Bevölkerung der Hauptstadt der Bewegung am sonnenüberfluteten Montagnachmittag die Kameraden aus Deutsch-Oesterreich, die aus Salzburg gekommene Kompanie des oisherigen österreichischen Infanterieregiments 2. Auf dem Bahnsteig, auf dem eine Kompanie der Kriegsschule und eine Kompanie der Luftwaffe angetreten waren, hatten sich Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner und der stellvertretende Kommandierende General des VII. Armeekorps, General der Infanterie Ritter von Prager eingefunde-n, der auf die kampferprobte Waffenbrüderschaft des Weltkrieges hinwies und betonte, daß es das erstemal seit jener Zeit sei, wo österreichische Kameraden auf deutschem Boden stünden. Gauleiter Adolf Wagner begrüßte die Soldaten im Namen der NSDAP, in der Hauptstadt der Bewegung, die über den Besuch glücklich sei. Der Einzug in die Hauptstadt der Bewegung gestaltete sich dann zu einem einzigartigen Triumphzug. In fünf, sechs und mehr Rechen säumten die Münchener die Straßen bis zur Feldherrnhalle und hinaus bis zur Artilleriekaserne. Am Spätnachmittag fand ein Empfang imRathaus statt. Der große Saal des Münchener Löwenbräukellers hätte zwei-, dreimal so groß feig müssen, um die Menschen zu fassen, die am Montagabend zu dem Konzert des Salzburger Infanterie-Regiments 12 gekommen waren. Jubelnde Zurufe und Sprechchöre begrüßten die Ehrengäste, General Ritter von Prager und Gauleiter Wagner hielten Ansprachen. Tiefbewegt sagte der Führer der österreichischen Ehrenkompanie, Hauptmann Pon- g r u b e r , herzlichen Dank. Die folgenden durch die ewig schönen österreichischen und deutschen Märsche verlebten Stunden schlugen alle Teilnehmer in den Bann einer einzigen großen Kameradschaft. Anhaltendes Interesse des Auslandes. Starker Eindruck der Wiener Ereignisse. „Wie ein Triumphator empfangen." Pariser Pressebericht. Paris, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Der Einzug des Führers in Wien wird von der ganzen Pariser Frühpresse in großen Schlagzeilen gemeldet. Stark beachtet werden die kurzen Begrüßungsworte des Führers an die Wiener, wobei die Stelle von den 75 Millionen des deutschen Volkes in einem Reich besonders unterstrichen wird. „Journal" läßt sich von seinem Sonderberichterstatter melden: Adolf Hitler hat heute feinen größten Triumph verwirklicht; er ist nach Wien zurückgekehrt, das er gestern zu e i n er deutschen Stadt gemacht hat. Seit Jahren hat Hitler unerschütterlich das gewollt, was fortan vollendete Tatsache ist. Anhaltender Jubel habe den Führer bis zum Hotel „Imperial" begleitet, wo er vom Balkon herab mit erhobener Rechten die von einem magischen Strom ergriffene, den weiten Ring füllende Menge begrüßt habe, worauf der Jubeltaumel mit „Heil-Hitler"-Rufen sich noch mehr Luft gemacht habe. Als der Führer erklärt tzabe^ daß das Reich von Königsberg his Köln und von Hamburg bis Wien nur eine einzige unbesiegbare Nation bilde, habe ein riesiger Aufschrei diese Einheit besiegelt. „Excelsior" schreibt, Reichskanzler Hitler sei wie ein Triumphator in Wien empfangen worden. Eine Million Menschen hätten ihn gegrüßt. Immer wieder fei das Wort erklungen: Ein Polt, ein Reich, ein Führer! Oder: Wir danken unserem Führer! Alles sei ein Schauspiel gewesen, wie es der Berichterstatter, der schon Zeuge vieler großer Kundgebungen vor dem Führer ge> wesen fei, bisher noch nicht triumphaler erlebt habe. Prag in keiner Weise betroffen. P r a g, 14. März. (DNB.) Die tschechischen Blätter sprechen wiederholt davon, daß es sich um eine innere Angelegenheit der deutschen Nation handle. Im „Narodny Listy" heißt es, dernatio - nale Gedanke habe sich wieder einmal als der beherrschende Zeitgedanke erwiesen, mit dem sich kein anderer meßen könne. Schuschniggs „ständischer Gedanke" fei vor der deutschen Einheit dahingeschwun- dem Diefer «allerletzte österreichische Umsturz" sei Eindrucksvolle Schilderungen der englischen Presse. London, la. März. (DNB. Funkspruch.) Des Führers Einzug in Wien wird in der Londoner Morgenpresse eindrucksvoll geschildert. So heißt es ' im Wiener Bericht der „Times", in Wien habe es gestern ausgesehen, als wenn die ganze Stadt gerade die Nachricht von irgendeinem^ Sieg erhalten habe und sich jetzt vorbereite, die heimkehrenden Truppen zu empfangen. In der ganzen Stadt habe es kein Anzeichen dafür gegeben, daß sich ein Volk einem fremden Joch unterwerfe, im Gegenteil: man habe den Eindruck gehabt, daß alle Wiener das Hakenkreuz am Arm ober Haken- kreuzfähnchen in der Hand tragen. „Daily Telegraph" schreibt, in Wien habe es gestern Szenen von unbeschreiblicher Begeisterung gegeben. Selbst alte Männer und Frauen hätten beim Anblick des Führers Fr enden tränen in den Augen gehabt. Hitlers Einzug in Wien fei der größte von den vielen Triumphen feines Lebens gewesen. Gestern sei er zum Führer eines großen Reiches von 74 Millionen geworden. — Auch der „Daily Herold", das Blatt der Arbeiterpartei, meldet, Adolf Hitler habe gestern unter den Begeisterungskundgebungen von über einer Million Wienern Besitz von der Stadt ergriffen. — Das liberale „News Chronicle" meint erstaunt, Hitler fei anscheinend der Aufnahme in Wien sehr sicher gewesen, die seiner in Oesterreich erwartet habe. Chamberlain vor dem Unterhaus „Nichts würde die Handlung Deutschlands anfgehalten haben." London, 14. März. (DRV.) Vor dem Unter« 9aus gab der Premierminister Chamberlain zunächst einen Rückblick auf die Ereignisse der letzten Tage. Er schilderte die verschiedenen Proteste der britischen Regierung und verlas sodann die Zurückweisung der englischen Protestnote durch einen Brief Freiherrn von Neuraths vom 12. d- M. Er müsse es zurückweifen, wenn behauptet werde, daß die britische Regierung sich nicht innerhalb ihrer Rechte gehalten habe, wenn sie sich an der Unabhängigkeit Oesterreichs interessiert habe. Mit einem Ton der Befriedigung bezeichnete Cham« berlain das deutsch-tschechoslowakische Verhältnis als korrekt. Großbritannien sei mit der französischen und italienischen Regierung zur Konsultation verpflichtet gewesen, falls eine Handlung begangen werde, welche die österreichische Unabhängigkeit berühre. Dieser Der- pfllchtung fei Großbritannien voll nachgekorn« m e n. Als Ergebnis dieser Konsultation habe die sranzösische Regierung einen ähnlichen Protest in Berlin abgegeben, wie die britische. Von der i t a l i e n i s ch e n Regierung habe die britische Regierung keinerlei Mitteilung ihrer Ansichten erhalten, jedoch werde die Ansicht der italienischen Regierung in den Presfemitteilungen mit großer Präzision zum Ausdruck gebracht. Wörtlich erklärte Chamberlain dann: „Wenn man die kürzlichen Ereignisse beurteilen will, ist es notwendig, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen. Wie wir sie auch immer beurteilen mögen, und wie wir auch immer erwarten mögen, daß sie aus die internationale Lage wirken werden, wie sie heute vorhanden ist, die harte Tatsache ist — und von diefer Wahrheit kann sich jedes Mitglied des Hauses selbst überzeugen — daß nichts diese Handlung Deutschlands aufgehalten haben würde, es fei denn, daß wir und andere bereit gewesen wären, Gewalt anzuwenden, um sie zu verhindern." Sie können von der britischen Regierung nicht gleichmütig und gleichgültig angesehen werden. Dao unmittelbare Ergebnis müsse eine Intensivierung der Desuhlo der Ungewißheit und Un- sicherheit ,n Europa fein. Es sei j^och kein Augenblick für hastige Entscheidungen oder für un. bedacht« Worte. Man müsse die neue Lage II« uni mit kalter Beurteilung ansehen. Er habe es immer klargemacht, daß das britische Verteidigungsprogramm flexibel sei und daß es zu jeder Zeit im Lichte irgendeiner internationalen Richtung revidiert werden würde. Es würde eitel sein, wenn man vorgeben würde, daß die kürzlichen Ereignisse nicht der Wechsel der Lage seien, an den er dabei gedacht habe. Infolgedessen habe sich die britische Regierung entschlossen, eine neue Ueberprü- fung zu veranstalten, und nach angemessener Zeit werde sie ankündigen, was für weitere Schritte sie für notwendig halte. Die Aussprache. Die Genfer Entente soll helfen. Der Führer der Opposition, Attlee, stellte eine Verschlechterung der europäischen Lage fest und verlangte die Einberufung der Genfer Entente. Archibald Sinclair, der Führer der liberalen Opposition, erklärte, er verstehe diejenigen, die die deutsche Regierung haßten, er verstehe aber auch, warum das deutsche Volk die deutsche Regierung unterstütze. Dazu sei es durch das Zögern der anderen Staaten veranlaßt worden, Deutschland die Gleichberechtigung zu gewähren. Man müsse jetzt jedoch vereint „gegen die italienisch und deutsche Verschwörung" stehen. Churchill meinte, Widerstand werde schwierig sein. Das Unterhaus werde aber die Regierung dabei unterstützen, eine Rolle in der Erhaltung des europäischen Friedens zu spielen. Die Regierung müsse auch in stärksten Worten ihre Anhänglichkeit an die Enfer Entente zum Ausdruck bringen. Auch zwei Konservative und ein Labour-Mann kamen zu keiner besseren Idee, als die Einberufung des Genfer Rates vorzuschlagen, damit dieser den Verlust eines Mitgliedes des Vereins mit langen Reden beweine. Lawbert Ward sagte dabei auch einige vernünftige Sätze über die deutsche Minderheit in der Tschecho- s l o w a k e i, die während der letzten zwanzig Jahre „wie Hunde" behandelt worden sei. Unterstaatssekretär Butler erklärte, die englische Regierung habe mit „Freunden der Genfer Entente" die neue Sachlage behandelt, es sei Einstimmigkeit vorhanden gewesen, daß eine Erörterung der österreichischen Lage in Genf zu keinem zufrieden st eilenden Resultat führen würde, sondern, daß das Ergebnis wahrscheinlich wieder irgendeine Demütigung sein würde. England habe keine Sondergarantie für die — im Vertrag von St. Germain erzwungene — „Unabhängigkeit" Oesterreichs übernommen. Das Hakenkreuz auf dem Brenner nicht die geringste Beunruhigung für Italien. Oie italienische presse wehrt scheinheilige Ratgeber ab. Mailand, 15. März. (DRV. Funkspruch). „Corriere della Sera" erklärt mit einem deutlichen Blick nach dem westlichen Nachbarn und die unversöhnlichen Gegner des Deutschen Reiches in England, d i e A n g st sei eine schlechte Beraterin, in ernsten Augenblicken benehme sich jeder nach seiner Eigenart. Italien sei ruhig geblieben und habe die Lösung des Problems, das schon so lange Zeit immer Verwirrungen schuf mit Sympathie begrüßt. Mit beißender Ironie wendet sich das Blatt gegen jene Kreise, die sich durch Lockungen und Drohungen in allen Tonarten den Anschein neben, auch einmal mit briÄerlicher Besorgnis sich der Sicherheit Italiens anzunehmen. Ausgerechnet jene Zeitungen und die gleichen Politiker, schreibt das Blatt, die sich vor zwei Jahren mit aller Energie um die Durchsetzung der Sühnemaßnahmen gegen Italien bemühten und die unausgesetzt von Erdrosseln, Ersticken und In-die-Knie-zwingen redeten, zitterten jetzt um die Zukunft Italiens. Es fei doch sonnenklar, daß die Berührung mit dem neuen und größeren Reich am Brenner für Italien niemals so gefährlich sein werde, als jene mit aller Hinterlist ausgeklügelten Pläne der Sanktionisten- Koalition, die die italienischen Soldaten in Abessinien abschnüren, Italien durch Aushungern zum Nachgeben zwingen und das Regime stürzen wollten. Es fei ein für allemal festgestellt, daß das Hakenkreuz auf dem Brenner Italien nicht im gering st en beunruhige. Auch der „Popolo d'Jtalia" stellt fest, daß die Haltung Italiens Europa in einer Stunde der demokratischen Unordnung und moskowitischen Unruhe den rechten Weg gewiesen habe. Die italienische Stellungnahme habe neue Irrtümer im Sinne von Versailles und der Genfer Liga zu verhindern verstanden. Aus den Ereignissen und aus den Depeschen, die die Führer der nationalen Revolutionen in Deutschland und Italien in dieser entscheidenden Zeitspanne ausgetauscht haben, gehe die Festigkeit der Achse Rom — Berlin und ihr Funktionieren für das Gleichgewicht und den Frieden in voller Klarheit. Sie zeigten, daß der Geist der Zusammenarbeit auch in Europa vom Morgen das Lebenselement sein werde. Mussolinis Antwort an den Führer. Rom, 14.März. (DRV.) Auf das Telegramm des Führers an den Duce hat Mussolini am Montag wie folgt geantwortet: „Hitler, Wien. Meine Haltung ist bestimmt von der in der Achse besiegelten Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern. Mussolini." Die Wiedervereinigung war ein Friedenswerk. Eine Unterredung mit dem Führer. — OsS Führers Entschluß die Antwort auf Schuschniggs Verrat. London, 14. März. (DNB.) Der Führer gewährte dem englischen Sonderberichterstatter Ward Price in Linz eine Unterredung, die die „Daily Mail" veröffentlicht. Ward Price berichtet zunächst, er habe den Führer gefragt, ob die gestrigen Ereignisse in Oesterreich irgendwelche Auswirkungen auf die beginnenden deut sch - englischen Besprechungen haben würden. Der Führer antwortete: „Von unserer Seite nicht im gering st en, und ich hoffe, auch nicht von britischer Seite. Welches Unrecht haben wir irgendeinem fremden Lande zugefügt, wessen Interessen haben wir verletzt, wenn wir mit dem Willen der überwältigenden Mehrheit des österreichischen Volkes, Deutsche zu werden, übereinstimmen?" Auf die Frage, welche Haltung der Führer gegenüber der englisch - französischen Protestnote einnehme, antwortete Adolf Hitler, er könne einen derartigen Schritt nicht verstehen. „Diese Leute hier sind Deutsche. Eine Protestnote von anderen Ländern über mein Vorgehen in Oesterreich hat nicht mehr Sinn, als eine Note der Reichsregierung sie haben würde, in der gegen die Beziehungen der britischen Regierung zu Irland protestiert würde. Ich versichere Ihnen in aller Aufrichtigkeit, daß ich v o r d i er Jahren keine Ahnung von alledem hatte, was sich heute hier ereignen sollte oder daß Oesterreich ein deutsches Land werden sollte wie Bayern oder Sachsen. Ich habe dies getan, weil ich von Herrn Schuschnigg getäuscht wurde, und Verrat ist etwas, was ich nicht dulden werde. Wenn ich meine Hand und mein Wort in irgendeiner Sache gebe, dann stehe ich auch dafür ein, und ich erwarte von jedem, der mit mir eine Abmachung abschlieht, daß er das Gleiche tut. Ich hatte mich mit Herrn Schuschnigg darüber geeinigt, daß er seine Unterdrückung der Mehrheit des Volkes in seinem Lande e i n stellen sollte. Ich befaßte mich mit ihm völlig fair in meiner Reichstagsrede. Ich gab ihm die Gelegenheit zu sagen: „Ich habe mich mit der Reichsregierung geeinigt, und ich werde in loyaler Zusammenarbeit die Vereinbarungen durchführen." Stattdessen versuchte Herr Schuschnigg, diesen Volksentscheid durchzudrücken, den er für fein Land geplant hatte. Zunächst konnte ich die Nachricht gar nicht glauben. Ich schickte einen Abgesandten nach Wien, um festzustellen, o b das wirklich wahr sein könnte. Dieser teilte mir mit, daß dies wirklich wahr sei, und daher beschloß ich, sofort zu handeln, und zwar so, daß ich an dem gleichen Tage, an dem Schuschnigg seinen Volksentscheid abhalten wollte, die Vereinigung Oesterreichs mit Deutschland verwirklicht hätte. Diese Vereinigung wird einem anderen, einem nationalen Volksentscheid unterworfen werden. Sie werden aber das Ergebnis sehen. Es wird eine überwältigende Mehrheit sein wie an der Saar. Hier ist meine Heimat. Lange habe ich darunter gelitten, das Volk, zu dem ich durch Geburt gehöre, unterdrückt und leiden zu sehen. Mehr als 2000 von ihnen haben ihr Leben gelassen. Viele sind im Gefängnis gewesen. Einige von ihnen sind wegen ihrer politischen Anschauungen und wegen ihres Glaubens an die deutschen Ideale gehenkt worden. Eine Minderheit von 10 v. H. hat die Mehrheit von 90 v. H. unter» drückt. Dem habe ich ein Ende gesetzt. Ich habe sogar mehr getan. Ich verhinderte, daß die Mehrheit sich an ihren Unterdrückern räche. Ich hoffe, daß die Welt verstehen wird, daß das einFrie- d e n s w e r k ist, was ich hier geleistet habe. Wenn ich nicht interveniert und wenn die Schuschnigg- Regierung versucht hätte, ihren Trick-Volksentscheid durchzuführen, dann würde es hier eine blutige Revolution gegeben haben. Oesterreich hätte dann sehr gut ein zweites Spanien im Herzen Europas werden können. Ich bin ein Realist. Schauen Sie sich meine Beziehungen mit Polen an. Ich bin voll bereit, zuzugestehen, daß Polen — ein Land von 33 Millionen Einwohnern — einen Ausgang zur See benötigt. Es ist bitter für uns, daß dieser Zugang zur See auf Kosten eines Korridors durch deutsches Gebiet ermöglicht werden muß. Wir aber verstehen, was dies für Polen bedeutet. Unter polnischer Regierung leben Deutsche, und Polen leben unter deutscher Herrschaft. Wenn die beiden Länder sich streiten würden, dann würde jedes Land seine Minderheiten unterdrücken. Es war weitaus besser, durch ein Abkommen unsere Differenzen zu bereinigen. Ich hoffe, daß alle Nationen an dem, was sich jetzt in Oesterreich ereignet hat, den Unsinn erkennen werden, ihre nationalen Minderheiten zu unterdrücken. Warten Sie ein bißchen, dann werden Sie sehen, was ich für Oesterreich tun werde. Kommen Sie in vier Jahren hierher zurück, und Sie werden feststellen, daß die Zahl der österreichischen Arbeitslosen sehr zurückgegangen ist. Sie werden dann sehen, wieviel besser es dann dem österreichischen Volke geht, und wie es glücklicher sein w i r d." Gebet für eine glückliche Zukunft. Ein Aufruf des Kardinals Jnnitzer. W i e n , 14. März. (DNB.) Wie die amtliche Nachrichtenstelle meldet, hat der Erzbischof der Erzdiözese Wien, Kardinal Jnnitzer, folgenden Aufruf erlassen: „Die Katholiken der Wiener Erzdiözese werden ersucht, Sonntag zu beten, um Gott dem Herrn zu danken für den unblutigen Verlauf der großen politischen Umwälzung und um eine glückliche Zu- funft für Oesterreich zu bitten. Selbstverständlich muß allen Anordnungen der Behörden gern und willig Folge geleistet werden." Hierzu schreibt die „R e i ch s p o ft": „Wir sehen in der Liede zu unserem Volk den besten Dienst am Schöpfer und geben freudig dem Volke, was des Volkes ist, und gläubig Gott, was Gottes ist. Der höchste Kirchenfürst unseres Landes hat die lang- ersehnte Stunde der deutschen Einigung gesegnet. So dürfen wir, dem Führer offen ins Auge blickend, Das Großdeutsche Reich. POLEN Wl FRANKREICH BELGIEN C HAMBURG .EN Reich ^KLAGENFURT Deutsche Unsere neuen Nachbarn. Durch dos deutsche und österreichische Gesetz über die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich haben wir sehr beachtliche neue Nachbarn erhalten. Die Reichsgrenze zwischen Deutschland und Ungarn hat eine Länge von 180 Kilometer. Sie beginnt an der Donau gegenüber von Preßburg in einer Entfernung von nur 60 Kilometer östlich von Wien in der Luftlinie und verläuft südlich bis an die südslawische Grenze einige Kilometer jenseits des Flusses Raab. Das Rumpf-Ungarn unserer Tage zählt -8,6 Millionen Einwohner, also immerhin 92 auf einen Quadratkilometer. Wie gesagt schließt hier die südslawische Grenze an, die ihrerseits in einer Länge von 323,7 Kilometer nach Westen verläuft. Südlich von Kärnten bildet der pittoreske Alpenkamm der Karawanken eine Gebirgsscheide zwischen dem Deutschen Reich und Südslawien. In Der alten österreichischen Monarchie gehörte der jetzige südslawische Regierungsbezirk S l o v e n i e n teils zu dem südlichen Steiermark, teils zu dem alten Kronlande Krain mit Laibach als Hauptstadt. Ein anderer, nicht unerheblicher Teil Krains fiel durch die Friedensverträge an Italien. Wir vermerken noch, daß Südslawien insgesamt etwa 14 Millionen Einwohner, also etwa 60 auf den Quadratkilometer zählt. Die eigentliche Südgrenze des Deutschen Reiches ist jetzt weit über Bayern hinausgerückt. Sie beginnt unmittelbar westlich der Karawakken und führt in einem weiten Bogen bis an die Dreiländergrenze, wo Deutschland, die Schweiz und Italien zusammenstoßen. Diese Dreiländergrenze liegt etwas südlich von dem Punkte, wo der Inn, der im oberen Engadin bei St. Moritz entspringt, die Tiroler Grenze erreicht. Italien ist die eigentliche Großmacht unter unseren neuen Nachbarn und zählt über 42 Millionen Einwohner, also etwa 130 auf den Quadratkilometer. In dieser Aufstellung muß auch erwähnt werden, daß sich die Grenze Deutschlands gegenüber der Tschechoslowakei um 553 Kilometer verlängert, so daß die Gesamtgrenze zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei jetzt 2103 Kilometer ausmacht. Ebenso verlängert sich die deutsch- schweizerische Grenze, angefangen von jener schon erwähnten deutsch-italienisch-schweizerischen Dreiländerecke im Osten bis Bregenz bzw. Lindau im Nordwesten. Um auch den Scherz bei der Nennung so vieler Zahlen zu seinem Recht kommen zu lassen, sei erwähnt, daß wir jetzt auch Siebten ft ein zu unserem unmittelbaren Nachbarn gewonnen haben, jenes kleine Ländchen von 159 000 Quadratkilometer und 10 213 Einwohner, dessen Hauptstadt Vaduz 1715 Einwohner zählt. sagen: Die Deutschen Oesterreichs treten heute geschlossen ein in die deutsche Volksgemeinschaft. »Deutscher Alpenverein!* München, 14. März. (DNB.) Der 1. Vorsitzende des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Professor Dr. Raimund von Klebels- b e r g (Innsbruck) und der Verwaltungsausschuß Stuttgart geben bekannt: Dor bald 70 Jahren haben sich die Bergsteiger des Deutschen Reiches und Oesterreichs zum Deutschen und Oe st erreich ischen Alpenverein zusammengeschlossen. Nachdem nunmehr aus den Staaten e i n einiges Deutsches Reich geworden ist, sind wir der „Deutsche Alpenverein". Galgenfrist von 24 Stunden. 17 Nwskauer Verurteilte erwarten die Hinrichtung. Moskau, 15. März. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt, daß das „Präsidium des Obersten Rates der Sowjetunion" die Gnadengesuche von 17 der insgesamt 18 zum Tode verurteilten Angeklagten des Moskauer Schauprozesses a b g e l e h n t hat. Demnach erwarten rm Laufe der nächsten 24 Stunden ihre Hinrichtung: Bucharin, Rykow, Jagoda, Krestinski, Iwanow, Tschernow, Grinko, Selenski, Jkramow, Chodschajew, Scharan- gowitsch, Subarew, Bulanow, Lewin, Kasakow, Maximow und Krjutschkow. Der vom Gericht gleichfalls zum Tode verurteilte Rosengolz ist in der Verlautbarung nicht erwähnt. Man kann daher annehmen, daß er fein Gnadengesuch eingereicht hat und vielleicht bereits erschossen ist. Denn es gibt keinen Grund, weshalb gerade etwa Rosengolz aus der Zahl der Todeskandidaten ausgenommen worden wäre. Oer nationalspanische Vormarsch an der Aragon-Front. Salamanca, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, besetzten die Nationalen auf ihrem Vormarsch an der Aragon-Front die Straßenkreuzung Ca- l a n d a sowie die wichtige Stadt A l c a n i z. Die Zahl der Gefangenen beträgt über 1500, darunter viele ausländische Bolschewisten. An der Granada-Front wiesen die Nationalen feindliche Gegenangriffe auf die in den letzten Tagen eroberten Stellungen zurück. Sieben sowjetspanische Flugzeuge wurden a b g e s ch o s s e n. Die in den von den Bolschewisten geplünderten und verwüsteten Ortschaften zurückgebliebenen Einwohner berichten über entsetzliche Mordtaten der geflohenen Machthaber. In der Stadt Alcaniz, deren Kathedrale von den Sowjets in einen Speicher umgewandelt worden war, konnten mehrere nationale Frauen, die erschossen werden sollten, in letzter Minute befreit werden. Aus aller Welt. Greta Garbo verheiratet. Die Filmschauspielerin Greta Garbo (als Greta Gustafson 1903 in Stockholm geboren) hat sich, wie man hört, mit dem amerikanischen Dirigenten Leopold S t o k o w s k y verheiratet und befindet sich gegenwärtig auf der Hochzeitsreise in Italien. Stokowsky, polnisch-schottischer Herkunft, ist 1883 in London geboren und hat sich als Leiter des Philadelphia-Symphonie-Orchesters einen international bekannten Namen gemacht, vor allem auch durch die zahlreichen Grammophon-Platten, die vom Philadelphia-Orchester unter seiner Lei- tung verbreitet sind. Stokowsky war früher mit der Pianistin Olga S a m a r o f f verheiratet. Die Garbo war hier zuletzt in der Rolle der Kamelien- öame zu sehen; die durch Napoleon bekannte Gräfin Walewska soll im Mittelpunkt ihres nächsten Films stehen. Das Große Los gezogen. Am Montagfrüh wurde in der laufenden Klaffe der Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie das Große Los in Höhe von je einer Million Reichsmark gezogen. Es fiel auf die Losnummer 2 3 3 5 2 8. — Die Glücksnummer wird in der ersten Abteilung in Viertellosen in einer rheinischen Lotterieemnahme und in der zweiten Abteilung in Achtelteilen in einer Lotterieeinnahme in der Provinz Sachsen gespielt. (Ein Raubmörder zum Tode verurteilL Das Weimarer Schwurgericht fällte gegen den Mörder des Zugführers Zeiger aus Weimar, Otto Schmidt, das Urteil. Der Angeklagte wurde zum Tode verurteilt und verliert die bürgerlichen Ehrenrechte. Der Angeklagte hatte den Zugführer Zeiger in einem Personenzug auf der Strecke Gera—Weimar mit einem Hammer erschlagen und die Leiche aus dem sayrrrchen Zuge geworfen. Aus dem Packwagen hatte er dann mehrere 100 Mark geraubt. Rundfunkprogramm Mittwoch, 16. Mörz. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Das Volk erzählt. 10: Schulfunk: Kämpfendes Herz. Eine Feierstunde für Friedrich Hebbel. 11.40: Aus dem Kalibergbau. 11.55: Offene Stellen. 12: Aus Friedberg (aus dem Ueberlandwerk Oberhessen in Friedberg): Werkskonzert. 13: Nach- richten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Kleines Konzert: Neue deutsche Lieder. 15.30: Der Käppn, der Stuer- mann, der Bootsmann und ich. Pimpfe mit den Kameraden der Marine-HI. auf Hochseefahrt. 16: Nachmittagskonzert. 18: Kammermusik. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21: „Versprich mir nichts!" Ein Hörspiel nach dem gleichnamigen Bühnenstück. 22: Nachrichten. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. eroor» ester- Form den r- Gießen, Walltorstraße 63 1.95 2.45 1.25 1.50 G/ESSEN'MMJMURGIO 1676A iVerschiedenesi KerzlicheEinladulig 3 1 in der 1675D Kavelle des Alten Friedhofs Z Marktstr. 23 1674a Tel. 2417 ■ Heute | Mittwoch ■ Preise: 1660D Kreuzplatz 15 985* RM. 0.60-3.00. HM. 0.60-3.00. "9 Stadttheater Staatl. Lotterieeinnahme und legt daher auf elegante Strümpfe ganz besonderen Wert Wir haben unsere Frühjahrsauswahl in modernen Damen-Strümpfen bes. schön und umfangreich zusammengestellt und allen Wünschen Rechnung getragen. 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Die Straße lärmender Be Brausen eine: weg zu den 2 ganzer in g< schritten so u Andere blieb man das mi es vielleicht k höchst entrü Ellenbogen meinen ma Minderzahl, man kannte der ßefdjäft iiberwanMm tonnte griißtt man mußte dämm ein me Manchen E alles, auch bi gleichsam aus sich beherrscht in der Gewa die yülle der erregte und etwas Bekle Gefangenen einen sonne- werden: die täubten sie. Plötzlich l Bürgersteigs Strömung di junge Fran t Donau-Stil. Albrecht Altdorfer, einem Meister dieses Stils, dem größten Schüler Dürers, einem Sohn des Donaulandes, wurde durch eine Donaufahrt der Sinn für die Bedeutung der Landschaft erschlossen Er begründet den Ruhm des deutschen Landschaftsbildes und wird der erste klassische Maler des deutschen Waldes. Die Donau ist es, die auch den andern Meister dieses Kreises, dem Passauer Wolf Huber, tief beeinflußt. Daß die Werke beider Meister in den Stiften längs der Donau zahlreich und schön vertreten sind, beweist die Aufnahmebereitschaft, mit der das Donauland die Kunst des deutschen Westens empfing. In solcher Ueberein- stimmung geht die Entwicklung weiter. Als das Zeitalter des Barock anbricht, der längs der Donau zu schöner und eigenartiger Blüte gelangt ist, sind in Süddeutschland und in Oesterreich die gleichen künstlerischen Anschauungen für die Auftraggeber und für die Künstler wirksam, und wie oft C.Röhrs Co. Bahnhofstraße 44 1664A Männliches Lehrpersonal zu Ostern gesucht der Kunst, stärksten Bande geknüpft hat, durch die Menschen und Völker vereinigt werden, im Seelischen und Geistigen. Es geschieht im 13. Jahrhundert, daß sich eine neue, eine deutsche Kunstform durch die Donauländer auszubreiten beginnt, die G 0 t i k. Man befreit sich von den Formen des Romanis- mus, Glaubensinnigkeit und Glaubensstärke des deutschen Gemüts offenbaren sich in den herrlichsten Bauten. Alle — und ihre Zahl im Donautal ist sehr groß — werden überragt von der Gestalt des Wiener Stefansdomes, dem erhabenen Wahrzeichen, zu dem die Geschlechter in immer gleicher Ehrfurcht aufgeschaut haben. Zwischen dem Regensburger und dem Wiener Dom reihen sich an den Donauufern entlang die vielen kleineren gotischen Gotteshäuser, und zahllos sind die gotischen Burgen- und Hausbauten, von denen der Strom zu beiden Seiten bekränzt ist. Baukunst, Malerei, Plastik, tragen im Donautal die herrlichsten Früchte. Es entsteht hier eine bestimmte Kunstform, die von Regensburg und Passau ausgeht und sich längs des Flusses entlang bis in die Seitentäler erstreckt. Die Kunstgeschichte nennt diese Wetterbericht Das festländische Hochdruckgebiet hat sich unter Verflachung südostwärts verlagert, beherrscht aber immer noch die Witterung Deutschlands. Die atlantische Wirbeltätigkeit hat sich verstärkt und kann jetzt ungehindert über Skandinavien ostwärts ziehen, ohne vorerst nennenswerten Einfluß auf unsere Witterung zu nehmen. Aussichten für Mittwoch: Morgens vielfach dunstig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts nicht mehr^fo falt, tagsüber ziemlich warm, Winde meist um Süd. Aussichten für Donnerstag: Im wesentlichen freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 14. März: mittags 12,4 Grad Celsius, abends 1,8 Grad; am 15. März: morgens — 4,2 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum heute nacht —4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. März: abends 4,8 Grad; am 15. März: morgens 2 Grad. — Sonnenscheindauer 8,3 Grad. (Parkplatz) 2 X 1412 A Fernruf Nr. 2145-2146 J&Ättbge voim. Frensdorf. Gießen. ____________________________1677D 19.30-22.15Uhr 24. Mittwoch- Miete : WilhelinTell Schauspiel von Schiller. Preise: Fifdie lind billig! ff. Filets.....V2 kg v. 38 -Han ff. Kochfische, l/2kgv. 3 (Man zu einem Bittgottesdienst am Mittwoch, 16. März 1938, Mittwoch, den 16. März 1938, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier Neuenweg bei Hartmeü bzw. an Ort und Stelle zwangsweise gegen bar: Haus-, Laden- und Büromöbel, Näh- u.Schreibmaschinen, Radios, Klaviere, Bücher, Schreibtischgarnituren, Gesangbücher, Gasherde, Bettfedern, Möbel- u. Vorhangstoff Sofas, Handharmon., Geige, Kass.- Schrank,Instrumentenschr.,Staubsauger, Kleid., Mäntel,Grammoph. Freihändig werden verlauft: Küchenschränke u. and. Möbel, isssv Bitton. Gerichtsvollz., Schillerstr. 5 Zirka 300 qm Ackerland zu verpacht. 01214 Ludwigstraße 8 H. vart. 01214 Ctl)Qlt vl)Qrl MÜS ÜI Zunge weibliche Vürokrasl Schreibmaschine u. Stenographie Bedingung, zum möglichst sofort. Eintritt gesucht. 1668d Südversa, Gießen, Goethestr. 10. schaffen auch die gleichen Meister Huben und bru« den! Was sich im allgemeindeutschen Raum allent halben ereignet, läßt sich im Gebiete der Donau besonders weit und deutlich zurückverfolgen: keine politische Grenze hat das starke Strömen zwischen den Ländern jemals verhindern können, die sich immer als eine völkische und geistige Schicksalsgemeinschaft gefühlt haben. Was sich so durch die Jahrhunderte vorbereitete, ist durch die weltgeschichtliche Tat des Führers endlich zur Wahrheit geben. Mit dem Schicksal Deutschlands und D reichs erfüllt sich auch die Sendung der Donau Wegen Verheiratung meines Mädchens suche z. bald. Eintritt tüchtiges (1662D Mleinmädchen mit gut. Zeugn. Frau Dr. Langsdorf Bad-Nauheim Kurstraße 21 Telefon 2416. Ehrliches [i66?d Wi gesucht. Lohn 30 Mark.Vorzustell. Walltorstr. 17. Ehrliches, steitzig. MW das im Haushalt bewandert ist, kann sofort eintreten. 1678D Bahnhofstraße? Kohlen Koks mmD Briketts Eitorm Happel&Co. 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Das Römische zerfällt, Goten, Franken, Alemanen brechen ein, und unter den Stürmen der Völkerwanderung stürzen die römischen Siedlungen, die Donau verödet. Dann gleiten die Schiffe der Kreuzfahrer auf dem Flusse entlang, die Donaustädte blühen auf und werden zu Zentren, von denen ein reges geistiges und künstlerisches Leben ausstrahlt. Abermals entsteht eine Stockung, als der Donauhandel über Venedig und Genua abgeleitet wird, als zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Mongolen einfallen und Stromräuber und Zöllner den Fluß unsicher machen. Während des 15. und 16. Jahrhunderts sind zerstörte Städte und Burgen die Flammenzeichen von Gegenreformation und Bauernkriegen; spanische Söldner, schwedische Reiter, Magyaren und Türken lagern an den Ufern des Nibelungenstromes. Die glückliche Beendigung der Türkenkriege bringt endlich auch für die Donau friedlichere Zeiten. Maria Theresia und Joseph II. bemühen sich um Hebung der Schiffahrt, und seit dem Ende des 18. Jahrhunderts verkehren auf der Donau regelmäßig Passagierschiffe. Napoleon erkennt die Wichtigkeit des alten Nibelungenweges, läßt eine Donauflotte ausrüsten und eine neue Stromkarte Herstellen. Am 1. Februar 1831 beginnt die Donau- Dampfschiffahrt-Gefellschaft ihren Betrieb, aber erst 1842 wird die Strecke von Wien nach Linz eröffnet. So hat die Donau Jahrhunderte darauf warten müssen, daß endlich ihre Sendung erfüllt werde, ein wahrhaftes Bindeglied zwischen den Völkern zu sein. In den Völkerschicksalen, die an ihren Ufern geschahen, spiegelt sich die deutsche Geschichte, spiegeln sich Machtlosigkeit und Verfall unserer Vergangenheit. Die Gage. Die geschichtliche Verbundenheit Oesterreichs mit der deutschen Volksgemeinschaft, von der der Führer in seiner Proklamation gesprochen hat, ist wahrhaftig ewig. Sie beginnt in jenen Zeiten, da sich der Mythos zur Saae verdichtet, als das Vdlk sich seine Helden erschafft, als das Epos „D e r Nibelungen N 01" entsteht. Als die Boten Etzels die Königin Kriemhild zum Hofe des Hunnen- fürften geleiten, damit sie ihm dort vermählt werde, fährt der Brautzug die Donau entlang. Er kommt an den Ortschaften Bergen (dem heutigen Pföring) und Pledelingen (Platlling) vorüber und wird in Pazzouwe (Passau) vom Bischof T/gerin und in Bechelaren (Pöchlarn) vom Markgrafen Rüdiger ausgenommen; dort fitzen die Gäste in einem weiten Palast, die Fenster sind geöffnet, unter ihnen strömt die Donau dahin, und sie erfreuen sich an der Weite der Aussicht. Die Fahrt geht nach Melk und Traismauer, wo der Hunnenkönig feine Braut erwartet. Nach vielen Jahren fährt abermals ein anderer Zug die Donau stromabwärts, die Nibelungen find es, die von Kriemhild an Etzels Hof geladen wurden, von denen keiner mehr in die Heimat zurückkehren sollte. Oie Geschichte. Wie die Donau in der Sage die natürliche Straße zwischen Westen und Osten bildet, so hätte sie auch diese Aufgabe in der Geschichte erfüllen sollen, denn scheint es nicht Schicksal und Sendung des Stromes zu sein, das Band zwischen Osten und Westen klarzustellen. Diesen Gedanken wollten verwirklichen das römische Imperium, Karl der Große und nach ihm alle weitblickenden Staatsmänner. Aber staatliche Eifersucht, nationale Zersplitterung und die Machtgier Einzelner haben die hoffnungsvollen Keime dieser Nee immer wieder vernichtet. Wie sich Epochen harter Völkerkämpfe mit denen friedlichen Lebens abwechseln, das spiegelt sich so in keinem Sttom abwechslungsvoller als in den Fluten der Dpnau. Jung., tüchtiger Schneider- gehilfe 1 f. sofort gesucht. Herrenschneidern Willi.Kreiling Heuchelheim Wilhelmstraße26 Mann für Gartenarbeiten gesucht. 01207 Hindenburg- ___wall 16 I. Fleißig., ehrlich. Hausbursche in Bäckerei gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle des Gieß. 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Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift >andern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben bei- iegenl — Lichtbilder undBewerbungsunter- tgen müssen zur Ber- meidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen l Junger TecMer gesucht. lezoD Architekt Nicolaus A.d.Joh.Kirche5 Was me schah abseits Oie Kunst Staatsmänner nicht vermochten, ge= vom lauten Leben in den Bereichen die auch im Donautal schon längst die Oie Straße der Tnbemngen Don der Sendung und vom Schtchal der Donau. ßekomv auch die, neue^Scltuke,^ Gießen, 1679A Edmund dchuhhaus Ld „Oie Fledermaus." Lichtspielhaus. Es ist bereits das zweitemal. daß der Film sich der berühmten Operette bemächtigt, und es ist auch diesmal etwas sehr Hübsches und Originelles daraus geworden. Die Drehbuchoerf-asser W. Wassermann und C. H. Silier waren gescheit genug, sich zu sagen, daß es mit einer einsachen text- und tongetreuen Verfilmung der „Fledermaus" nicht getan sei: sie haben natürlich die Hauptstücke der unverwüstlichen Musik von Strauß übernommen, auch charakteristische Partien des Librettos, teilweise wörtlich und mit den traditionellen Bühneneffekten und Pointen, die man aufs Stichwort erwartet, wie etwa den Quietfcher der Adele oder die Geschichte mit dem Hut im dritten Akt ... Aber sie haben den Bühnenvorgang mit einem originellen Einfall den Kulissen entrückt und ihn gleichsam auf einer anderen Ebene des Bewußtseins wieder auftauchen lassen: man sieht und hört hier die Operette nicht im Theater, vom Parkett aus, sondern als die Traumvision eines Darstellers, der den Eisenstein eben zum 300. Male gesungen hat und kurz vor der Jubiläumsfeier eingeschlafen ist — nur ein Diertelstünd- chen, aber es genügt, die „Fledermaus" dem Beschauer, der im Film mitträumt, auf eine neue und witzige Weise zu servieren. Daß dabei vom musikalischen Reiz des Originals nichts verloren geht, wurde schon gesagt; wohl aber wird der Film auf diese Art der stets peinlichen Notwendigkeit enthoben, bloß Theater zu photographieren, und die Kamera erhält außerdem lohnende Anregungen und Aufgaben. Der Spielleiter Paul Verhoeven, früher ein geschätztes Mitglied des Frankfurter Schauspielhauses, hat die Intentionen des Drehbuches mit Schwung, Heiterkeit und einem prickelnden, spritzigen Temperament ins Bild umgesetzt und — mit Hilfe des sehr begabten Kameramannes Bruno Mondi — dem Bilde auch jene schwebende Wandelbarkeit und Transparenz verliehen, die der Einfall der Autoren erfordert. So entstand nicht nur eine Verfilmung, sondern ein richtiger Film, der besonders in den ersten Teilen mit einer bestechenden Leichtigkeit auf der schmalen Grenze zwischen Ku- lissenwelt, Traum und Realität spielt, der durch die Einkleidung auch szenisch eine feste Rahmung und durch die Musik (Alois M e l i ch a r mit den Berliner Philharmonikern) eine musikalische Fundierung erhält, die überaus füllig und elegant wirkt Einen ebenso erfreulichen Eindruck hinterläßt allenthalben die Besetzung; es wird mit jener heiter angesäuselten, allen Verwandlungen und Ueberraschungen gewachsenen Champagnerlaune gespielt, deren jede gute „Fledermaus"-Aufführung bedarf. Lida B a a - rova, die man sonst in einer weit seriöseren Umgebung antrifft, ist eine blendend aussehende, scharmante und amüsante Rosalinde, Hans S ö h n t e r als Eisenstein so locker und schwungvoll im Spiel, wie man ihn selten sah. Friedl C z e p a macht die muntere Adele; die Herren Frank und Falk sind mit Georg Alexander und dem kürzlich zum Intendanten ernannten Harald P a ulfen blendend besetzt. Gut auch Karl St e panek als Orlowsky; und daß für Hans Moser die Verwandlung vom Garderobier Huber zum Gefängniswärter Frosch mit Verlaub ein gefundenes Fressen sein würde, war ohne weiteres vorausyusehen. Daß auch an der Ausstattung nicht gespart worden ist, bedarf kaum ausdrücklicher Versicherung. — (Tobis.) Hans Thyriot. Oberhessischer Kunstverein. Ausstellung Georg Nöder: „Deutsche Landschaft." Der Maler und Zeichner Georg Röder, dessen Kollektivausstellung „Deutsche Landschaft" am Sonntagvormittag vom Oberhessischen Kunstverein der Oeffentlichkeit übergeben wurde, ist gebürtiger Gießener, lebt und wirkt aber seit mehr als einem halben Jahrhundert in. Wuppertal. Weihnachten vorigen Jahres feierte er den 70. Geburtstag; er begann, wie wir hören, als Zeichner und Lithograph und hat auch als Büchillustrator und auf dem Gebiete des Werbebildes bemerkenswerte Leistungen aufzuweisen. Die im Kunstverein vereinigte Kollektion beschränkt sich auf reine Malerei und Zeichnung; sie enthält Oelgemälde, Tempera-Blätter, farbige, Federund Rötel-Zeichnungen und wird unter dem gemeinsamen Titel „Deutsche Landschaft" zusammengefaßt. Was man hier vereinigt findet, rechtfertigt die summarische Bezeichnung durchaus und scheint der thematischen Vorliebe wie der malerischen Eigenart Röders zu entsprechen. Abgesehen etwa von dem stillen und sachlichen Gemälde „Meine Mutter" (Privatbesitz), das auf den ersten Blick kaum wie ein Porttät wirkt, begegnet man so gut wie nirgends figürlichen Themen, dagegen immer neuen landschaftlichen Motiven aus den verschiedensten Gegenden unserer deutschen Heimat. Will man den Gesamteindruck formulieren, so wird man sagen dürfen, daß hier eine ruhige, Ur. 62 Zweites Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 15. Marz M8 f W ?" W . 6 WWW Wr - ■ •'x . '' • J Die Tiroler in herzlicher Freundschaft mit unseren Soldaten. Wie herzlich die deutschen Soldaten in Innsbruck und den umliegenden Orten empfangen wurden, beweist dieses Bild: alt und jung sitzen mit ihnen zusammen, der eine eine gemütliche Pfeife rauchend, der andere mit dem Klampfe ein heimatliches Lied begleitend, und die Jungen alle erwartungsvoll dem lauschend, was die Soldaten aus dem Reich erzählen. — (Scherl-Pilderdienft-M.) Aus der Siadi Gießen. Nerven. Die Straße war angefüllt von einer Unsumme lärmender Verkehrsgeräusche. Wie das verworrene Brausen einer Brandung schluaen sie vom Fahrweg zu den Bürgersteigen, auf denen sich die Fußgänger in gewohnter Sicherheit fühlten. Manche schritten so unbekümmert, als wären sie zu Hause. Andere blieben sogar beieinander stehen, obschon man das mit Rücksicht auf feine Mitmenschen, die es vielleicht eilig haben, nicht tun soll, und sie taten höchst entrüstet, wenn sie einmal unsanft einen Ellenbogen zu spüren bekamen. Aber im allgemeinen waren die Haster und Dränger in der Minderzahl. Es gab soviel zu sehen,unb zu spähen, man konnte sich ebensowenig die neuen Auslagen der Geschäftshäuser entgehen lassen, wie die Vor- überwandelnden, unter denen einem vielleicht Bekannte grüßten oder die gegrüßt fein wollten, und man mußte auch die Vorgänge auf dem Fahrdamm ein wenig miterleben. Manchen Gesichtern, die Augen und Ohren für alles, auch das Nebensächlichste offen hielten, sich gleichsam auf Schritt und Tritt verloren, anstatt sich beherrscht und auf das Wesentlichste gesammelt in der Gewalt zu haben, konnte man ansehen, daß die Fülle der Eindrücke ihnen einen leisen Schwindels erregte und daß die Atmosphäre für sie geradezu' etwas Beklemmendes hatte. Es ging ihnen wie Gefangenen etwa, die aus dämmeriger Stille in einen sonne- und vogelfrohen Frühlingstag befreit werden: die Helle blendete, die Stimmen betäubten sie. Plötzlich liefen die Menschen am Rande des 23ürgerfteigs zusammen, wie ein Wirbel in der Strömung die Wasser in seinen Strudel zieht: eine junge Frau war mit blassem Antlitz und geschlossenen Augen in die Arme eines Mannes gesunken. Ihren spitzen Schrei und das fast gleichzeitige Knirschen des bremsenden Straßenbahnwagens hatten nur die Nächsten ihrer Umgebung gehört. Diese wußten auch, was geschehen war: Die junge Frau hatte etwas überstürzt die Straße überquert, und dabei war es von ihr gar nicht bemerkt worden, daß ihr Bübchen, das ein Handwägelchen hinter sich Herzog, ihre Hand losgelassen hatte. Erst auf dem Bürgersteig hatte sie den Kleinen vermißt und mit entsetztem Mick bedächtig über die Gleise trippeln gesehen, kaum ein paar Schritte von der Straßenbahn entfernt. Der Schreck Hatto die Auf- schreiende wie gelähmt, sie war halt- und besinnungslos zusammeusinkend von einem Manne ersaßt und vor dem Sturz bewahrt worden. Sie hätte sich die 'Aufregung ersparen können, meinte er, als sie eben wieder die Augen aufschlug und ihren Jungen an sich zog, zehn Meter weiter hätte sie die Straße unter dem sicheren Geleit eines Verkehrsschutzmannes wie auf einer Brücke überschreiten können. „Meine Nerven!" stöhnte die Frau. „Ja", nickte der Mann, „der Straßenbahnschaffner hatte bessere, das heißt, er besaß jenen winzigen Bruchteil mehr an Selbstbeherrschung, auf den es im Leben immer antommt." P. B. Dornoiizeri. Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: „Die tote Tante und andere Begebenheiten." — Gloria-Palast (Seltersweg): „Das indische Grabmal." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Fledermaus." — Oberhessischer Kunst- oerein: 17 bis 18 Uhr Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Ltadltheater Gießen. Heute, um 20 Uhr, findet zum letztenmal eine Aufführung von „Die tote Tante und andere Begebenheiten" van Curt Goetz statt. Spielleitung Wolfgang Kühne, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung finbet gleichzeitig als 22. Vorstellung der Dienstag- Miete statt. Ende 22.15 Uhr. Mittwoch, 16. März, Anfang 19.30, Ende 22.15 Uhr, „Wilhelm Teil", Schauspiel von Friedrich von Schiller. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Mittwoch-Miete 24. Vorstellung. Vortrag im Gießener Einzelhandel. Am heuttgen Dienstagabend spricht in einer Versammlung der Kreisgruppe Gießen des Einzelhandels im Cafe Leib Professor Dr. R u b e r g über das Thema „Selbsthilfe des Einzelhandels durch Erhöhung der betrieblichen Leistung". Keine eigenmächtige Rückkehr nach Oesterreich. Das NSDAP.-Flüchttingshilfswerk, Berlin, teilt mit: Die dem NSDAP.-Flüchttingshilfswerk unterstehenden Flüchtlinge aus Oesterreich können eift dann in die Heimat zurückkehren und ihre Arbeitsstellen im Reich verlassen, wenn sie von den zuständigen Parteidienststellen in Oesterreich schriftlich der Leitung des NSDAP.-Flüchtlingshilfswerkes nachweisen können, daß sie in Oesterreich über eine gesicherte Existenz verfügen. In diesem Falle wird eine schriftliche Bescheinigung vom NSDAP.-Flüchtlingshilfswerk erteilt, die den Flüchtling ermächtigt, in die Heimat zurückzukehren. Flüchtlingen, ine in Oesterreich noch keine Existenz haben, ist es Der=, boten, nach Oesterreich einzureisen. Die Polittschen Leiter und die Angehörigen der ff, SA. und HI. erhalten von ihren zuständigen Gliederungsdienststellen im Reiche Sonderweisungen. Reiterscheinprüfungen in den Wehrmeldeamtsbezirken Gießen und Alsfeld NSG. In den Bereichen der Wehrmeldeämter Gießen und Alsfeld finden am Samstag, 19., und Sonntag, 20. März, nachstehende Prüfungen zur Erlangung des Reiterscheins durch den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung statt: Am Samstag, 19 März, um 14 Uhr, Prüfung Nr. 24 in Gießen, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz 5, und um 16.30 Uhr Prüfung Nr. 25 in Galgenberg bei Hungen, Reitplatz. Am Sonntag, 20. März, um 9.30 Uhr, Prüfung Nr. 26 in Schlitz, Reitplatz, um 12 Uhr Prüfung Nr. 27 in Alsfeld, Reithalle, und um 16 Uhr Prüfung Nr. 28 in Odenhausen (Lumda), Reitplatz, Wegekreuzung Kesselbach — Rüddingshausen — Wei- tershain. Oienstjubiläum bei der Reichsbahn. Am heutigen Dienstag, 15. März, kann der Bei triebsführer des Reichsbahnbetriebswerkes Gießen, Reichsbahn-Amtmann Richard G e l d s e tz e r, Wetzlarer Weg 44, auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Der Jubilar, der jetzt im 60. Lebensjahre steht, war in den Jahren 1901 bis 1911 schon einmal in Gießen tätig, wurde bann nach Dillenburg versetzt, wo er'26 Jahre lang dem borkigen Betriebswerk vorstanb, bis er am 1. Juni bes vorigen Jahres als Betriebsführer an bas 384 23 -.4$' <90 •w j _ hiesige Reichsbahnbetriebswerk versetzt wurde. In der kurzen Zeit seines Hierseins hat es Reichsbahn- Amtmann Geldsetzer verstanden, sich das restlose Vertrauen der 600 Mann starken Belegschaft zu erwerben. Die Gefolgschaft des Reichsbahnbetriebswerkes Gießen gratulierte ihrem Betriebsführer herzlich zu feinem heutigen Ehrentage und wünschte ihm auch für die Zukunft altts Gute. Gießener Dochenmorktpreiie. * G i e ß e n, 15. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 147 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 12, Klasse C 11%, Wirsing, % kg 10 bis 14, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 14, gelbe Rüben und Karotted 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Unterkohl- rabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 30, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 55, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Hähne 1,20 Mark, Suppenhühner 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50 Pf., Salat 10 bis 25, Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 20 Pf. * ** Berlin erhält eine „Gießener Straße". Nach einer Mitteilung des Berliner' Stadtpräsidenten Dr. Lippert soll im nächsten Jahre iw dem Berliner Stadtteil Pankow im SA bei der Altpapiersammlung. Wir berichteten gestern bereits, daß die Alt- popier-Sarnrnelaktion der SA. zu einem großen Erfolg werden konnte. Unser' Bild zeigt die SA.- Kameraden in Gießen beim eifrigen Anschleppen des Altpapiers. Das Sammelergebnis erhöhte sich übrigens für den Bereich der SA.-Standarte 116 um ein Beträchtliches, denn auch auf dem Lande wurde eifrig gesammelt. Das Gesamtergebnis im Standartenbereich belief sich auf etwa 800 Zentner Altpapier. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) -W i i sichere, technisch ausgereifte Kunstübung am Werke ist, eine Malerei, welche die Dinge so sachlich sieht und miet)ergibt, wie sie sich dem unverbildeten Auge darbieten; eine künstlerische Auffassung, die jeglichen Experimenten abhold ist, aber Sinn hat für die Feinheiten und das charakteristische Gesicht eines bestimmten Landstriches. Das ist alles mit einem empfindlich reagierenden Farbengefühl und mit einem sehr bewußt aufnehmenden Blick für das Raumelement in der Landschaft, für Perspektive und Tiefenwirkung dargestellt. Solchen malerischen Tendenzen entspricht eine abwechslungsreiche Technik, die ihrer Mittel allenthalben gewiß ist. Die koloristisch feinsten Wirkungen ergeben sich in einer Gruppe von pastellähnlich locker und zart kolorierten Blättern, wie etwa in dem überaus delikat behandelten Motiv aus der Malerstadt Rothenburg ob der Tauber; auch die farbigen Zeichnungen „Aus Tirol" und „Schliersee" sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Die südbayerische Gebirgs- und Seenlandschaft lieferte Georg Röder überhaupt, wovon die Ausstellung vielfach Zeugnis ablegt, eine Anzahl der dankbarsten Motive; vor allem 'gehört hierher das die Rückwand des Saales beherrschende, große, wuchtig komponierte und sorgfältig durchgearbeitete Königsee-Bild, ohne Zweifel das repräsentativste Werk der gesamten Gießener Kollektion. Idyllischer wirkt daneben, ohne die herben Konturen und die dramatischen Akzente der benachbarten Arbeit, die weich gegliederte Schliersee-Landschaft, während auf der anderen Seite die Komposition „Hochofen bei Haspe" einen lebhaften Kontrast ergibt: dies ist ein Bild von farbig eigentümlich zarter Mischung, das dem sehr sachlichen und nüchternen Gegenstände eine fast lyrische Stimmung abgewinnt. Aus der Fülle der übrigen Arbeiten seien ferner die durch ein vielfältig gestuftes, lichtes Frühlingsgrün sich charakterisierende farbige Zeichnung „Eifelvorland" und die dem Königsee-Bilde gegenüber angeordnete große Komposition „Aus dem Hinterland" („Einsamkeit") hervorgehoben. Ein schönes, in sich ruhendes Bild, das ebenfalls an den heimatlichen Ursprung des Malers zurückführt, ist die „Ruine Münzenberg". Eine interessante Ergänzung be? Gesamteindruckes der Ausstellung liefern die in einer Vitrine vereinigten Feder- und Rötel-Zeichnungen, von welchen etwa das leicht und sicher fonturierte und bedachtsam ausgesparte Blatt „Aus der Eifel" notiert fei. — Es ist zu erwarten, daß die zum 70. Geburtstage des Gießener Künstlers zusammengestellte Auswahl aus seinem Lebenswerk sich eines lebhaften Besuches zu erfreuen haben wird. Hans Thyriot. Der hitzige Händel. „St. Grobianus mit dem Taktstock" — diesen Titel hat man einmal Händel beigelegt, dessen Grobheit allgemein gefürchtet war. Der Meister war in zahllose „Händel" verwickelt; das paßte zu seinem Namen. Einmal hatte er einem Tenor eine 2lrie in seiner Oper „Alcina" zu fingen gegeben; aber dieser sandte sie ihm mit dem Bemerken ,31^ rück, sie sei zu leicht und zu gewöhnlich für ihn. Händel stürzte in die Wohnung des Widerspenstigen und schleuderte dem erstaunten Italiener die Worte entgegen: „Du Hund! Weißt du nicht besser, was du fingen kannst und was du nicht fingen kannst? Du wirst diese Arie singen, ober ich schieße dich tot!" Die Arie wurde gesungen und der Tenor blieb am Leben. Ein andermal begleitete Händel einen Sänger am Harpsichord (Klavizimbel), und dieser beklagte sich bitter, daß Händel nicht Takt halte. Er erklärte schließlich wütend, wenn er ihn nicht besser begleite, so werde er auf das Harpsichord herunterspringen und es kaputt treten. Worauf der Meister mit Donnerstimme erwiderte: „Teile uns nur vorher mit, wann du springst^ und ich werde die Sache im Programm ermähnen. Da werden wir doch endlich mal ein volles Haus haben, denn alle werden kommen, um dich springen zu sehen, während keiner kommt, um dich fingen zu hären!" Zeitschriften. — Alle Mütter wird es interessieren, was die Zeitschrift „Mutter u n d K i n d" (Verlag Elwin Staude KG., Berlin \V 30) über die Ernährungsfrage im Kleinkindesalter schreibt. Vom ersten Frühstück bis zum Abendbrot findet die Mutter in diesem lehrreichen Artikel alle Speisen angeführt, die dem Kleinkinde dienlich sind. — Weitere Beiträge: „Allerlei Nachdenkliches über die Fußgesundheit unserer Kinder", „Erziehung zur Ordnungsliebe des Kindes im Spielalter", „Eine Anregung zum Frühjahr", „Frohe Morgenstimmung im Heim" und „Lustige Bekannte aus dem Märchenlande". Hochschulnachrichten. Der Lehrstuhl für organische Chemie an der Technischen Hochschule Karlsruhe ist dem bisherigen nichtbeamteten außerordentlichen Professor Dr. Rudolf C r i c g e e an der Universität Marburg unter Ernennung zum ordentlichen Professor übertragen worden. Criegee habilitierte sich 1932 für Chemie in Marburg, nachdem er vorher am Chemie scheu Institut in Würzburg tätig gewesen war. Auge der Umbenennungen omA ein „Hessisches Mertel" entstehen. Dabei soll m diesem Teile von Groß. Berlin ein Straßenzug die Bezeichnung „Gießener Straße" erhalten. ♦* Polizei gegen Derkehrssüyder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 4. bis 10. März ein: Gegen Krastsahrzeugführer mit 11 Anzeigen und 30 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Radfahrer mit 11 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Fußgänger mit 2 Anzeigen und 1 Verwarnung und Belehrung. NSG. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. 2)erfrag von Professor Dr. Schmltthenner. Am Frvitag, 18. d. M., spricht in Gießen im Cafä Leib der badische Staatsminister Pg. Professor Dr. Schmitthenner über 1665D „Wehrhaftigkeit und Weltanschauung". Dieser Vortrag will darlegen, wie das geschichtliche Schicksal der Deutschen durch die bisherige deutsche Wehrhaftigkeit, die keineswegs eine nur aufbauende Kraft war, sondern auch zerstörende Elemente in sich trug, gestaltet worden ist. Er führt den Beweis, daß wir Deutschen im Nationalsozialismus die Kraft gewonnen haben, die unsere Wehrhaftigkeit vollkommen gestaltet, sie mit der politischen Friedenswilligkeit verbindet und dadurch unser geschichtliches Schicksal glücklicher formt als in der Vergangenheit. Der Vortrag wird durch instruktive Lichtbilder erläutert. Die Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 30 Pf., an der Abendkasse 5OPf. " „Parkstrahe 13.“ Als nächste Vorstellung im Stadttheater Gießen bringen wir das Kriminalstück von Axel Jvers „P a r k st r a ß e 13". Eintrittspreise 90 Pf. und 1,— Mark. Amtsgericht Gießen Am Montag hatte sich der R. aus Trohe vor dem Amtsgericht Gießen wegen Tierquälerei zu verantworten. Die Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Als der Angeklagte mit zwei Schäferhunden spazierenging, näherte sich ihnen ein fremder Hund. Ohne daß es zu einer Beißerei zwischen den Hunden gekommen wäre oder der Angeklagte Frage nicht: was andere geben . . . fmlYwk sondern prüfe, ob Du Deine pflicht U' im WfiW. schon voll erfüllt hast. sonst einen berechtigten Grund gehabt hätte, schlug er dem fremden Hund mit einem Stock derart über die.Schnauze, daß er diesem das Nasenbein zerbrach und der Hund außerdem noch zwei blutende Wunden daoontrug. Wegen der Schwere der Verletzungen erhöhte das Gericht die in dem Strafbefehl ausgesprochene Strafe von 12 Mark auf 20 Mark. Folgenschwerer Zusammenstoß zwischen Motorradler und Auto. * Nidda, 15. März. Am gestrigen Montag- nachmittag ereignete sich auf der Landstraße Nidda —Ranstadt in der Nähe des Straßenabzweiges nach Wallernhausen ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Motorradler und einem Personenauto aus Düren (Rheinland). Bei dem Zusammenstoß wurde der Motorradler, der 17 Jahre alte Autoschlosser-Lehrling Georg Becker aus Obermockstadt, der in einer Autowerkstatt in Nidda beschäftigt ist, sehr schwer verletzt. Der bedauernswerte junge Mann mußte mit einem schweren Schädelbruch, einem Oberschenkelbruch und einem Knöchelbruch nach Gießen in die Klinik gebracht werden, wo er in ernstem Zustande dar- nieb erliegt. Die behördliche Untersuchung über die Schuldfrage ist im Gange. Großzügiger Wohnungsneubau in Gießen. Das Wohnungsbauprojekt in der. Schwarzlach, das ursprünglich für einen Umfang von 208 Wohnungen ausgeschrieben war, hat eine erhebliche Erweiterung erfahren. Nach einem neueren Entschluß der entscheidenden Stellen der Gemeinnützigen Wohnungsbau-G. m. b. H., Gießen, werden nicht 208, sondern 308 Wohnungen gebaut werden. Die Fertigstellung der Wohnbauten soll so erfolgen, daß sie sämtlich noch in diesem Jahre bezogen werden können. Das bedeutet also, daß sich in absehbarer Zeit auch im Schwarzlachgebiet wieder eine Bautätigkeit von außerordentlichem Ausmaß entwickeln wird. Die neuen Häuser werden an der verlängerten , Schottstraße, an der verlängerten Werrastraße und an einer Straße erstehen, die von der Marburger Straße her trassiert und in das Schwarzlachgebiet vorstoßen wird. Diese Straße wird voraussichtlich den Namen „Sandfeld" führen. Mit der Planung der umfangreichen Wohnungs- Die Volksbank Gießen hielt im Cafe Leib ihre Generalversammlung ab. 294 Mitglieder waren erschienen. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Zimmer (Gießen), begrüßte insbesondere Landwirtschafts- lehrer Frech (Frankfurt) vom ländlichen Genossenschaftsverband Rhein-Main-Neckar. Ehrend gedachte er dann der Toten des vergangenen Jahres und widmete dem am 6. März dieses Jahres verstorbenen Mitgründer und langjährigen Aufsichtsratsmitglied der Bank Landwirt Wilhelm Fenchel (Ober-Hörgern) herzliche Worte des Gedenkens. Ferner gedachte er der großen Ereignisse in Oesterreich. In dem bann von Direktor Hartmann erstatteten Geschäftsbericht wurde u. a. gesagt: Die Volksbank Gießen hat im Jahre 1937 ihre günstige Aufwärtsentwicklung fortgesetzt. Es sind 57 Mitglieder beigetreten und 25 ausgeschieden. Ende .1937 zählte die Bank 644 Mitglieder mit 674 Geschäftsanteilen und einer Gesamthaftsumme von 404 400 Mark. Der Umsatz auf beiden Seiten des Hauptbuches betrug 64,9 Millionen Mark. Seit 1934 ist eine Umsatz st eigerung von 100 o. H. z u verzeichnen. Die Bank hat im Berichtsjahr 78 neue Kredite im Betrage von 176 000 Mark bewilligt. 109 000 Mark wurden auf alte Kredite abgetragen, so daß eine Erhöhung der Außenstände um 67 000 Mark eintrat. Insgesamt besitzt die Bank 863 325 Mark Außenstände. Der Zinsfuß beträgt 5 bis 5,5 v. H. Die Bank sieht ihre Aufgabe nicht nur im Kreditgeben, sondern will die Schuldner auch zur Schuldentilgung bzw. zum Sparen erziehen. Es werden deshalb jetzt mit den Kreditnehmern Tilgungsraten vereinbart. Die Einlagen haben sich um 137 000 Mark auf 1179 181 Mark erhöht. Die Steigerung der Einlagen betrug seit 1933 100 v, H. Die Barreserve betrug 32 847 Mark, der Bestand an Schecks und Zinsscheinen 6993 Mark. Der Wechselbestand belief sich auf 101 231 Mark. An eigenen Effekten besitzt die Bank Reichsanleihen und Pfandbriefe im Buchwerte von 241025 Mark. Bei der Landesbauernkasse bestand am Jahresschluß ein Guthaben von 104 782 Mark. Ferner sind noch 1335 Mark Beteiligungen vorhanden. Das Bankgebäude steht mit dem Steuer- wert von 400 000 Mark zu Buch, während das Inventar auf 500 Mark abgeschrieben ist. Die Ge- schäftsgbthaben der Genossen haben sich auf 121 759 Mark erhöht. Die gesetzlichen Reserven betragen 30 600 Mark. Für etwaige Ausfälle besteht ein Wertberichtigungskonto von 12 516 Mark. Der Reingewinn beträgt 8547 Mark. Davon werden 2400 Mark den Reserven überwiesen und 5927 Mark zur Ausschüttung einer fünfprogenügen Dividende verwendet. Die Zins- und Unkostenspanne werden äußerst niedrig gehalten. Die Zinsspanne beträgt 1,8 v. H., der Unkostensatz 1,6 v. H. der Bilanzsumme. Die Volksbank verdankt ein gut Teil ihres Geschäftes der nationalsozialistischen Marktordnung, indem die Erlöse für landwirtschaftliche Erzeugnisse bauten sind in gemeinschaftlicher Arbeit die Architekten Schuhmacher und Fischer betraut. Die Baugenossenschaft 1894 Gießen beginnt Mitte April mit der Verwirklichung eines neuen Wohnhausbau-Projekts. Es handelt sich uift sechs Zweifamilienhäuser, in denen durchweg geräumige Dreizimmerwohnungen mit allem Zubehör errichtet werden sollen und zu denen auch für jeden Mieter ein Stück Gartenanteil gehören wird. Der Mietpreis dieser neuen Wohnungen soll unter dem Durchschnitts-Normalsatz für neue Dreizimmerwohnungen liegen. Die neuen Häuser werden in der Verlängerung der Linie Tannenweg zur Jahn- straße erbaut werden. Der Wohnhaustyp wird sich den jetzigen Wohnhäusern in der Jahnstraße an- passen. Die neuen Wohnungen sollen bereits zum Oktober bezugsfertig sein. Der Entwurf der Bauten stammt von dem Architekten Philipp Nicolaus, Dem auch die Bauleitung übertragen wurde. (Milch, Vieh, Eier, Getreide, Kartoffel, Obst) über die Bank zur Verrechnung bzw. zur Auszahlung gelangen. Die Volksbank ist auch Zahlstelle der La nd e s b a u e r n k a s se Rhein-Main- Neckar, der alle Dorskassen angeschlossen sind. Die Bank besteht erst seit 1924 und fyat sich in den vergangenen 14 Jahren außerordentlich günstig entwickelt. Die 644 Mitglieder setzen sich aus Angehörigen aller Berufe zusammen, die im Umkreis von 30 Kilometer wohnen. Das bäuerliche Clement nahm von jeher die erste Stelle ein. Direktor Hartmann dankte bann der Gefolgschaft für ihre treue Mitarbeit. Er begrüßte es besonders, daß die Bank infolge ihrer günstigen Entwicklung die Hypothekzinsen ab 1. Januar 1938 senken könne. Zum Schlüsse bat er die anwesenden Mitglieder, auch in Zukunft eifrig mitzuarbeiten, damit die Bank ihre Leistungsfähigkeit im Interesse der einzelnen Genossen und der Gesamtheit steigern und damit das Aufbauwerk unseres Führers nach Kräften fördern könne. Die Generalversammlung genehmigte einmütig den Vorschlag des Vorstandes und Aufsichtsrates über die Verteilung des Reingewinnes. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Das ausscheidende Vorstandsmitglied Bauer Uhl (Gießen) sowie die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Bürgermeister Engel (Lützellinden) und Bauer H a n a ck (Watzenborn-Steinberg) wurden wiedergewählt. An Stelle^ des wegen vorgeschrittenen Alters eine Wiederwahl ablehnenden seitherigen Aufsichtsratsmitglieds Oberst a. D. Kock (Gießen) wurde der Landwirt Wilhelm Ludwig Luh (Lang-Göns) gewählt. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Zimmer, dankte dem ausscheidenden Auffichtsratsmitglied Oberst a. D. Kock Mr langjährige fleißige Mitarbeit. Mt Dankesworten des Vorsitzenden an die Mitglieder für die bewiesene genossenschaftliche Treue und der Gefolgschaft der Volksbank für die stete einsatzbereite Mitarbeit wurde die Versammlung geschlossen. * Die Bezirks-Viehverwertung Gießen hielt im Lokale Faulstich ihre vierte Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Landwirt M e n- g e l (Hattenrod), begrüßte insbesondere Lgndwirt- schaftsrat Frech (Frankfurt) vom ländlichen Ge- nossenschaftsoerband Rhein-Main-Neckar, Oberreoi- sor Hartmann (Gießen) von der Kreisstelle Oberhessen-West des ländlichen Genossenschaftsver- bandes und Geschäftsführer Fritz (Heuchelheim) von der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft und Direktor D.a n B e n t h e»i m (Gießen)' von der Oberhessischen Viehversicherung. Er gedachte mit herzlichen Dankesworten des dahingeschiedenen seitherigen Vorsitzenden Landwirts Johann Heinrich Kehr VIII. (Treis a. d. Lda.). Direktor Otto Heß (Leihgestern) erstattete den Geschäftsbericht. Das abgelaufene Geschäftsjahr stand im Zeichen des Ausbaues. Die Mitgliederzahl ist im Laufe des Jahres um 375 auf 946 geftiegeit und beträgt heute 1047. Als tausendstes Mitglied wurde der Bauer Albert Brückel (Lang-Gons) ausgenommen. Das Verttauensmännernetz ist gut ausgebaut. Alle Vertrauensmänner arbeiten zur Zufriedenheit. Im ganzen werden zur Zeit 57 Orts betreut. Der Umsatz an Schlachttieren steigerte sich gegenüber dem Vorjahre u.n mehr als 500 Stück Großvieh. Nur bei Schweinen war ein Rückgang zu verzeichnen. Durch Abschluß von 350 Mastverträgen wird diese Lücke im laufenden Jahre wieder geschlossen. Durch die Erweiterung der Absatzmög- lichtesten, wie Einrichtung des wöchentlichen Gießener Schlachtviehmarktes ufw. sind die Aussichten im laufenden Geschäftsjahr bedeutend größer gewor- den. Dem Zuchtviehgeschäft wurde durch Einsetzung von zwei Bezirksvertretern die nötige Beachtung gewidmet. Der W e r t u m s a tz betrug im Berichts- jahr mehr als eine halbeMillion Mark. Die Viehoerwertung kann mit ihrer Entwicklung im letzten Jahre zufrieden fein. Sie hat als bäuerliches Selbsthilfe-Unternehmen unter schwierigen Verhältnissen bewiesen, daß ein Bedürfnis für eine solche Einrichtung vorhanden ist. Nicht verdienen, sondern dem Bauer dienen, sei ihr Ziel. Ein richtiger Bauerndienst solle die Vieh« Verwertung sein. { Oberreoisor Hartmann berichtete über die vorgenommene Revision und über die Finanzierung der Genossenschaft. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Das ausscheidende Vorstandsmitglied M e n g e l (Reiskirchen) wurde wieder gewählt. Gutäpächter Reinheimer (Odenhausen-Rabenau), Landwirt Weil (Lang- Göns) und Direktor Dr. van Bentheim (Gießen) wurden in den Aufsichtsrat neu gewählt. Der Ausbau des Nutz- und Schlachtviehgeschäftes war Gegenstand einer fruchtbringenden Aussprache. Nach allseitigem Dank der Versammlung an Otto Heß für seine unermüdliche Tätigkeit für die heimische Bauernschaft wurde die. Tagung geschlossen. * Im Lokal „Württemberger Hof" hielt die Eierverwertung Gießen unter dem Vorsitz von Landwirt Görlach (Eberstadt) ihre Generalversammlung ab. Geschäftsführer Dittmar (Gießen) erstattete den Geschäftsbericht. Zum Erfassungsbezirk gehören die Kreise Gießen mit kleinen Nachbarbezirken sowie die Kreise Wetzlar und Biedenkopf, insgesamt 255 Orte. Mele Orte haben jedoch keine Eier abzuliefern. Zur Belieferung der Städte müssen noch größere Mengen von der Reichseierstelle zugeteilt werden. Es wurden insgesamt 1 448 958 Eier erfaßt. Zugeteilt wurden 4 836 295 Eier. Gegenüber dem Jahre 1936 bedeutet dies eine durchschnittliche Steigerung von 50 v. H. Die finanzielle Lage ist gesund. Die Bilanz schließt mit einem Reingewinn von 3069 Mark ab. Die Genossenschaft hat zur Hebung der Geflügelzucht 3000 Mark zur Verfügung gestellt. Der Betrag soll zur Anschaffung von Junghennen verwandt werden. — Oberrevisor Hartmann (Gießen) erstattete den Revisionsbericht. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Nach erfolgter Abänderung der Satzungen gehören dem Vorstand an: Landwirt Görlach (Eberstadt),- Landwirt Menge! (Hattenrod) und Geschäftsführer Dittmar (Gießen). Der Aussichtsrat besteht aus: Landwirt Schäfer (Annerod), Landwirt Weil (Lang-Göns) und Landwirt Marsteller (Grüningen). Nach herz» lichen Dankesworten des Vorsitzenden an Geschäftsführer Dittmar wurde die Versammlung geschlossen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H.C. in A. Wenn Sie und Ihre beiden Nachbarn vor Beginn der Pftasterarbeiten darüber einig waren, daß die Durchfahrt zunächst mit alten Steinen und falls diese nicht ausreichten, roeil verschiedene unbrauchbar waren — was nur der Pftastermeister als Fachmann feststellen konnte —, mit neuen Steinen gepflastert werden sollte, so hat jeder dem Vertrag zu erfüllen, d. h. feinen Anteil zu bezahlen, auch der Nachbar, der sich weigert. TagungderbäuerlichenGenoffenschafieninGießen Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau t. Sa. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Den Umständen nach pasiabel! Allerdings würde ich recht gern erfahren, was Sie mit diesem ganzen Unsinn eigentlich bezwecken?" „Nichts, nichts, mein Lieber! Sie verkennen mich. Sehen Sie, ich liebe die Gastfreundschaft über alles. Es ist eine Leidenschaft von mir, ohne die ich nicht leben kann. Leider wollen mich meine gelegentlichen Gäste meist allzu schnell wieder verlassen. Da bleibt mir gar nichts anderes übrig, als zuweilen Gewalt anzuwenden." „Wunderbar! Da sind Sie ja geradezu das Idealbild eines Menschenfreundes!" „Oh, Sie schmeicheln! Ich bin wirklich gerührt. Uebrigens wünsche ich guten Appetit. Hoffentlich hat meine Tochter Ihren Geschmack erraten?" „Hören Sie mal gut zu, mein Alter! Sie werden Ihr Spiel nicht lange mehr treiben können. Wahrscheinlich vermißt man mich bereits und wird schon dabei sein, meinen Aufenthalt ausfindig zu machen. Besondere Schwierigkeiten dürften sich dabei kaum ergeben. Ich würde an Ihrer Stelle--" „Sparen Sie sich die Worte, junger Mann! Das weiß ich doch selbst. Seien Sie unbesorgt, allen Möglichkeiten ist oorgebeugt. Es wird nichts geschehen, was meine Absichten durchkreuzen könnte." „Was für Absichten? Was haben Sie denn für Absichten mit mir?" ü »Aber mein Lieber, sehen Sie denn nicht, daß Lissy schon eine ganze Zeit mit dem Löffel wartet? Machen Sie doch endlich den Mund auf!" „Ich möchte wissen, was Sie für Absichten mit mir haben!" „Tja, wenn Sie keinen Appetit haben — —! Lissy, nimm das Essen wieder mit hinaus!" „Das fehlte mir noch!" rief Willy und sperrte den Mund auf wie ein kleiner Piepmatz, wenn seine Mutti mit fetten Regenwürmern angeflogen kommt. Es war die verrückteste Mahlzeit, die er jemals eingenommen, wenigstens soweit seine Erinnerung reichte; denn in seinen frühesten Kindertagen mochte man ihn ja auf gleiche Weise gespeist haben. Lissy verstand ihr Geschäft. Da die Brühe noch heiß war, blies sie erst sorgsam auf jeden Löffel, kostete wohl auch mit spitzen Lippen, bevor sie den Inhalt an den Ort feiner Bestimmung weiterreichte. Wenn nur der Alte von der Tür gewichen märe! Aber der stand wie festgenagelt und ließ kein Auge von der rührenden Szene. Die Verabreichung der Makkaroni bereitete zunächst Schwierigkeiten. Lissy schnitt sie schließlich in kleine Stückchen und verfütterte auch sie mitsamt dem Gulasch löffelweise. „Haben Sie das alles selbst zubereitet, Fräulein Lissy? — Ich darf mich doch mit Ihrer Tochter unterhalten — ober ist das verboten?" „Solange sich die Unterhaltung in ehrbaren Grenzen hält--!" „Ach herrje, nun wird's Abend! Der Herr Bargent als Sittenwächter! Sie haben wenigstens Sinn für Humor, Väterchen!" Bargent schwieg gekränkt. „Wirklich, Ihre Kochkunst ist bewundernswert, Fräulein Lissy! Sicher wird mal eine tüchtige Hausfrau aus Ihnen werden!" „Ich heirate nicht!" preßte sie zischend heraus. „Ader warum nicht um alles in der Welt? Sie sind hübsch, jung, besitzen alle Vorzüge, die sich ein Mann nur wünschen kann. — Aber halt, ich glaube, ich bin schon dabei, die Grenzen zu überschreiten, die mir von Ihrem Vater vorgeschrieben sind." Lissy gab keine Antwort. Schließlich war die Mahlzeit beendet. Lissy stellte die leeren Teller auf dem Tragbrett zusammen. Dabei geschah es. Willy Ruland fühlte plötzlich, wie ihre eine Hand sich einen Augenblick heimlich hinter seinem Rücken zu schaffen mochte. Dann spürte er etwas Kaltes an seinen Fingern. Ein Messer! fiel ihm blitzschnell ein. Er warf einen schnellen Blick auf das Tragbrett. In der Tat, das Messer fehlte. Nun kam es darauf an, ob Bargent etwas merkte. Willys Herz klopfte zum Zerspringen, als Lissy nun aufstand und mit dem Tragbrett der Tür zustrebte. „Ich komme dann gegen Abend wieder!" sagte sie und blickte ihn einen kurzen Augenblick in heimlichem Einverständnis an. Hoffentlich langweilen Sie sich nicht zu sehr bis dahin!" fügte Bargent mit spöttischem Lächeln hinzu. . „Ich werde mir schon irgendwie die Zeit vertreiben! Vielleicht mache ich ein schönes Gedicht auf Ihren siebzigsten Geburtstag!" 10. Kriminalrat Gobin nahm den Fernfprechhörer von der Gabel. „Hier Kriminalpolizei! — Ja, am Apparat! — Ah, Herr Direktor Wörlen! Nun, haben Sie schon Nachrichten aus Paris?" Es entwickelte sich folgendes Ferngespräch: „Allerdings habe ich Nachrichten, aber denken Sie bloß, welche! Mein Bote, Herr Ruland, ist einfach verschwunden. Haben Sie Worte?" „Wieso verschwunden?" „Nicht angekommen!" „Zum Teufel! Woher wollen Sie das wissen?" „Da ist- ein Herr — Moment mal, hab mir alles notiert — ein Herr Stadler! Kennen Sie den Namen?" „Hm — allerdings!" „Aha, einer von der Polizei also! — Nun, dieser Herr rief mich vor wenigen Minuten gus Paris an und berichtete mir, daß Herr Ruland den Zug, den er in Berlin nachweislich bestiegen hatte, in Paris nicht verließ. Nach der Vermutung des Herrn Stadler fei er durch einen wahrscheinlich von der Gegenseite verursachten Zwischenfall an der Grenze zum Verlassen des Zuges gezwungen worden. Herr Stadler bat mich. Ihnen zu bestellen, es möchte unauffällig eine Fahndungsaktion eingeleitet werden." „Gut, werde ich sofort veranlassen. Sonst noch etwas?" „Ja, .sehr interessant! Der Herr teilte mir noch mit, daß die Braut von Ruland ohne Wissen ihres Verlobten ebenfalls nach Paris gefahren fei, und daß er, Herr Stadler, sich mit ihr angefreunbet habe." „Au verflucht! Warum müssen überall diese elenden Weibsleute ihre Nase dazwischen haben?!" „Sie wollte ihn beschützen! Stellen Sie sich das mal vor!" „Beschützen? Haha — und nun ist er also gar nicht da, um sich beschützen zu lassen! ... Künstlerpech!" „Na, jedenfalls wissest Sie nun Bescheid, Herr Kriminalrat! Schön finde ich's ja nicht, daß Sie | so ganz still und heimlich auch jemand auf die Resse geschickt haben. Sie hätten mir ja gestern abend ein Wort davon verraten können." „Nun schmollen Sie nicht! Sie sollten eher froh sein, daß nun wenigstens jemand da ist, der die Geschichte weiterverfolgt." „Bin ich ja auch, Herr Kriminalrat! Sehr froh sogar!" „Stadler- ist einer meiner tüchtigsten Beamten. Er wird bas Kind schon schaukeln, verlassen Sie sich barauf!" „Genau so sagte er auch. Unk^— ich habe ihm eine Gratis-Lebensversicherung zugesagt, wenn es ihm gelingt, bas gestohlene Gut wieder herbeizuschaffen." „Großzügig, großzügig!" „Was denken Sie? Sechshundert Mille sind ja auch kein Pappenstiel!" „Da haben Sie allerdings recht! In diesem Sinne also weiterhin Hals- und B'nbruch!" „Danke, gleichfalls, Herr Kriminalrat! Sie halten mich doch auf dem laufenden?" „Selbstverständlich! — Auf Wiedersehen!" Kaum hatte Gobin den Hörer aufgelegt, als er schon auf eine Pignaltaste drückte. Ein uniformierter Beamter erschien im Türrahmen. „Kommissar Herdegen soll gleich mal zu mir kommen. Sehr dringende Sache!" „Gewiß, Herr Kriminalrat!" Der Gerufene war in wenigen Minuten zur Stelle. Herdegen mochte knapp in den Vierzigern stehen und konnte als sehr elegante Erscheinung bezeichnet werden. Die Hose seines tadellos fitzenden Sakkos.zeigte eine messerscharfe Bügelfalte. Das schmal modellierte Gesicht mit dem kantig angesetzten Kinn und die hohe, fast senkrechte Stirn verrieten einen Mann von starkem Willen. „Morgen, Gobin! Brennt es wieder irgendwo?" Einem gewissen Teil seiner Vorgesetzten war Herbegen ein Dorn im Auge, da er es grundsätzlich adlehnte, irgend jemand mit dem ihm gebührenden Titel anzusprechen. Gobin war einer der wenigen, die zufrieden waren, bei ihrem ehrlichen Namen genannt zu werden. „Allerdings, Herdegen!" begrüßte er den Ein- getretenen. „Es brennt. Sind Sie genügend in Form, um eine dicke Nummer schieben zu können?" „Warum nicht? Immer her mit dem Braten!" „Also hören Sie! Da ist irgendwo zwischen Berlin und Paris ein junger Mann abhanden gekommen. Stadler berichtet aus Paris darüber. Er glaubt, es müsse etwas bei der Paßkontrolle, geschehen sein. Am besten, Sie fliegen gleich mal 'rüber und schnuppern dort ein bißchen in der Gegend herum!" „Machen wir!" lächelte Herdegen und nahm ein winzig kleines Notizbuch aus der Westentasche. „Ich bitte um Einzelheiten." Gobin gab ihm einen genauen Einblick in die Zusammenhänge. „Ich denke mir", erläuterte er anschließend, „daß die Diebesbande von der Entsendung des Herrn Ruland Wind bekommen hat und den Mann an der Grenze zurückhielt, um in Paris in der Abwicklung der Geschäfte nicht gestört zu werden. — Nun, Stadler wird drüben weiter die Augen offen halten, aber inzwischen können mir den Mann von der JSanitas' dock nicht sitzen lassen!" „Vollkommen im Bilde, Gobin!" lächelte Her- degen, steckte sein Notizbüchlein ein und klopfte sich ein Staubkorn vom Aermel. „Sie brauchen mir lediglich glückliche Reise zu wünschen, dann Bann ich in einer halben Stunde losflattern. Ich werde den Braven schon herbei schaffen, fei es tot oder lebendig." „Nach Möglichkeit lebendig!" (Fortsetzung folgt.) SJiXfpoet An die österreichischenGportkameraden Der Führer des früheren Turnbundes in Oesterreich, Pg. Müller, hat die Führung der Oesterreichi- schen Turn- und Sportfront übernommen und dem Reichssportführer von Tfchammer und Osten von der Uebernahme Meldung gemacht. Der Reichssportführer sandte darauf ein herzliches Begrüßungs- Telegramm an die österreichischen Kameraden, das folgenden Wortlaut hat: „Lieber Pg. Müller! Herzlichen Dank für die mir übermittelten Treuegrüße. In der Welle der beispiellosen deutschen Volkserhebung in Oesterreich brausen die Kräfte der Turner und Sportler gewaltig mit. Nichts mehr trennt Volk von Volk, der Traum Jahns findet seine Erfüllung. Den heimkehrenden Brüdern sind unsere Herzen weit geöffnet. Wir wollen ihnen helfen, wo immer wir können. So grüße ich alle leibestüchtigen Menschen Oesterreichs in herzlicher Verbundenheit. von Tschammer und Osten, Reichssportführer." Deutsche Rennwagen auf i>er Monza-Bahn. Die Rennoorbereitungen der deutschen Rennwagen auf der berühmten Monzabahn bei Mailand haben begonnen. Das Hauptaugenmerk richtete sich auf den Trupp um Rennleiter Dr. Feuereis- s e n, der in aller Stille Chemnitz verlassen hatte. Wie wird der neue Rennstall der Auto-Union aussehen? Das war die wichtigste Frage des Tages. Da alle, die bis jetzt vorgesehen waren, zu Schulungszwecken starteten, hat man schon einen guten Ueberblick. Spitzenfahrer sind natürlich der Sieger des Großen Preises von Belgien, Rudolf Hasse, und der frühere deutsche Motorradmeister H. P. Müller, von dem man sich besonders viel verspricht. Außerdem befindet sich jetzt auch der junge ehrgeizige Kautz (Schweiz) bei der Auto-Union, der in der vergangenen Rennzeit für Mercedes- Benz fuhr. Auf seiner Suche nach weiteren Talenten geht Dr. Feuereissen davon aus, möglichst solche Fahrer für den Rennwagen zu finden, die im Bereich hoher Geschwindigkeiten zu Hause sind, also bereits Erfahrungen — besonders fahrtechnischer Art — besitzen. Zu ihnen zählt Bobby Kohlrausch, der ja selbst auf kleinen Rennwagen groß wurde, ferner der schnelle NSU.-Seitenwagenfahrer Zimmermann (Nürnberg). Dazu kommen noch die beiden Langstreckenfahrer von Han st ein und B i g a l k e. Sie alle drehten zahlreiche Runden auf der Monzabahn, um sich zunächst mit den Wagen vertraut zu machen. Unter Leitung von Rennleiter Neubauer erschien auch der Rennstall der Untertürkl)eimer. Er setzte seine schon bekannten Nachwuchsfahrer Heinz Hugo Hartmann (Dortmund), Heinz Brendel (Frankfurt a. M.), Walter Bäumer (Bünde) und als Neuling den Werksangehörigen Erwin Bauer ein. Deutscher 5teiferfieg in Genf. Mit der Teilnahme am Internationalen Reitturnier in der Genfer Ausstellungshalle eröffnete die Kavalleriefchule Hannover die Reihe ihrer diesjährigen Auslandsstarts. Nach dem Preis von Genf ging gleich am Sonntag zum erstenmal die Hakenkreuzflagge am Siegesmaste hoch. Das über zehn Hindernisse führende Jagdspringen gewann unser vorjähriger Springreiter-Champion Oblt. Brinkmann auf Oberst II mit einem fehlerlosen Ritt in 49 Sekunden. Mit einer nur um zwei Sekunden schlechteren Zeit teilten sich ^-Hauptstuf. Temme auf Nordland und der belgische Hauptmann Ganze auf Ali Baba in den zweiten Platz vor Leutnant de Bartillat (Frankreich) auf Francais. Rittm. Momm auf Alchimist gelangte ebenfalls fehlerlos mit 53 Sekunden auf den siebenten Rang. Kreisspieltag des Fachamtes Handball in Gießen. Zu einer Arbeitstagung waren am Sonntag die Dereinsspielwarte, Uebungsleiter, Schiedsrichter und Anwärter in Gießen zusammengekommen, um einmal den Rechenschaftsbericht des Kreisfachwartes und seiner Mitarbeiter zu hören, und um zum andern die Richtlinien für die zukünftige Arbeit zu erhalten. Eine recht ansehnliche Zahl der verantwortlichen Männer im Handball- hatte sich versammelt, als Kreisfachwart Luh die Tagung mit einem kurzen Hinweis auf die letzten Ereignisse und einem schlichten Heldengedenken eröffnete. Der Jahresbericht ergab eine erfreuliche Zunahme des Spielbetriebes auch in bezug auf die Zähl der teilnehmenden Mannschaften. Daneben war auch eins nicht von der Hand zu weisende Steigerung der Leistungen in allen Klassen festzustellen. Eine erfreuliche Tatsache konnte besonders hervorgehoben werden: Die Pflichtspiele konnten ohne nennenswerte Vorkommnisse restlos gefallen. Daß das Fachamt Handball auch mit den besten Aussichten in die Zukunft sehen könne, beweise bereits heute der stetig wachsende Freundschaftsspielbetrieb. Die Staffelsieger in allen Klassen stehen mit einer einzigen Ausnahme fest, so daß in Kürze schon mit den Aufstiegspielen begonnen werden kann. Der Bericht des Kreisschiedsrichterobmanns Becker unterstrich im wesentlichen die Ausführungen des Kreisfachwartes. Die Lehrgangstätigkeit war sehr rege, und die angesetzten Lehraänge waren ausnahmslos gut besucht. Auch die ost als schwierig bezeichnete Nachwuchsfrage der Schiedsrichter kann als gelöst betrachtet werden. Es gilt jetzt nur dafür Sorge zu tragen, daß auch an der Fortbildung in entsprechender Weise gearbeitet wird. Als Kreisjugendfachwart machte Kamerad Becker längere Ausführungen und besprach sein Programm in Zukunft. Einen breiten Raum nahm die Durchsprache der neuen Handballspielordnung ein, die eine ganze Reihe Aenderungen aufweist. Die wichtigsten Neuerungen wurden herausgestellt und die ergangenen Anweisungen bekanntgemacht. Zu dem Fest der Leibesübungen in Breslau übergehend, wurde darauf aufmerksam gemacht, daß sich auch das Fachamt Handball mit großen Sondervorfüh- rungen beteiligen würde. Es soll u. a. ein Turnier der Städtemannschaften durchgeführt werden, mit dessen Vorbereitungen schon jetzt begonnen werden wird. Innerhalb einer anzusetzenden Runde werden die beiden Teilnehmer des Gaues ermittelt. Die im Anschluß an die Ausführungen durchgeführte Aussprache war rege und ergab eine Fülle von neuen Anregungen. So machte Kamerad Becker, der technische Leiter des großen Gießener Hallenturniers, ins einzelne gehende Ausführungen über die Gestaltung und die Organisation der einzigartigen Veranstaltung. Die Handball-Ereigmffe des Sonntags. Schneller, als man allgemein erwartet hatte, hat sich die Lage m der Gauklasse geklärt. Der Turnv. Wetzlar ist durch seinen Sieg über Jahn Gen- jungen und die Tatsache, daß auch Tusp» Bettenhausen gegen CT. Kassel. verlor, Handballmeister des Gaues Hessen geworden. Damit sind nicht nur alle Terminschwierigkeiten behoben; der Gaufach- wart kann vor allen Dingen auch eine Mannschaft melden, die zur Zeit als die spielstärkste- im Gau angesehen werden muß. Dieser Umstand aber wird sich gerade bei den kommenden Spielen bemerkbar machen. Das Spiel gegen Jahn Gensungen war nochmals eine schwere Nervenprobe und es sah am Anfang noch gar nicht nach einem Wetzlarer Sieg aus. Erst in der zweiten Halbzeit, als sich die Mannschaft gefunden hatte, war es um den Gegner geschehen. In der B e z i r k s k l a s s e standen nur zwei Spiele an. Die Mannschaft des Mtv. Gießen, die eine geschlossene Leistung vollkommen vermissen ließ, mußte sich auf eigenem Platz vom Turnv. Hörnsheim geschlagen bekennen. Hörnsheim hat durch diesen Sieg seine Stellung nicht unwesentlich verbessert. — Eine gute Leistung bot der Turnv. Heuchelheim in Roth. Obwohl die Gäste auf eigenem Platz schon mancher Mannschaft gefährlich ge- rnorden sind, konnten sie einen 10.6-Sieg sicherstellen und so den Turnv. Roth endgültig auf den letzten Platz der Tabelle verweisen. Das prächtige Wetter der letzten Zeit ließ einen erhöhten Freundschaftsspielbetrieb aufkommen. Eine ganze Reihe von Spielen war abgeschlossen worden. Nachstehend die wichtigsten Ergebnisse: Sportv. 19Ö0 Gießen — MSV. Barbara Gießen 1:12, Turnv. Hausen — Turnv. Wißmar 13:3, Tv. Allendorf (Lahn) — To. Nauborn 12:5, Tv. Groß-Rechtenbach — To. Kirch-Göns 8:8, Tv. Dutenhofen — Tv. Grüningen 11:7, Tv. Dutenhofen Jgd. — To. Grüningen Jgd. 3:7, To. Garbenheim — Tv. Katzenfurt 13:6, To. Garbenheim Jgd. — Tv. Nauborn Jgd. 11:3. Wißmar mußte mehr als deutlich erfahren, wie schwer es ist, in der 1. Kreisklasse zu spielen. Jedenfalls hatte seine Mannschaft nicht viel zu bestellen. — Eine gute Figur gab öib Mannschaft des Tv. Allendorf (Lahn) ab, die ihren Gegner nach einem schönen Spiel sicher schlagen konnte. — Der Sieg, Den Dutenhofen über Grüningen feierte, geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Die Gäste liehen das notwendige Zusammenspiel fehlen und kamen so nie richtig in Schwung. 1900 I — III. AR. 9 I 1:12. Das Gesellschaftsspiel der 1900er gegen den MSV. „Barbara" nahm einen unerwarteten Verlauf und endete mit einem überraschenden, um nicht 4" sagen irregulären Ergebnis. Bevor auf die Gründe des Versagens der Platzbesitzer eingegangen wird, sei den Artilleristen bescheinigt, daß sie eine äußerst kampfkräftige Elf ins Feld stellten, die in den einzelnen Reihen gut aufeinander eingespielt war. Anders die 1900er! Die Einstellung von vier Ersatzleuten (Torwart, Außenläufer und zwei Stürmer) bewirkte, daß nur selten einheitliche Aktionen zustande kamen. Die Chance, den Halbzeitvorsprung der Barbarajungens von 4 Toren aufzuholen, wurde durch das Ausscheiden von zwei Spielern, die mit den Entscheidungen des Schiedsrichters nicht einverstanden waren, zunichte gemacht. Iußball-Ergebmiie der Kreisklassen. 1. Kreisklasse. Rodheim — Alten-Buseck 0:3: Es war ooraus^usehen, daß die spielstarken Alten-Busecker in Rodheim ihr Spiel gewinnen würden. Heuchelhei^n I — S A. - Kampfgemeinschaft Gießen I 4:0: Ein flottes Spiel in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit ließ das Tempo auf beiden Seiten nach. Großen-Buseck — Wieseck 9:1: Bei diesem Spiel hatte Wieseck nichts zu bestellen, zudem trat Wieseck mit nur zehn Mann an. Leihgestern — Steinbach 5:0: Die Leih- gefterner hatten einen guten Tag, trotzdem Steinbach neue Leute eingestellt hatten, gewannen die Leihgesterner auch in dieser Höhe verdient. 2. kreisklasse. Flensungen — Queckborn 5:1: Ein schönes Spiel, das Flensungen verdient gewann. Geilshausen — Treis 2:3: Ein spannendes Spiel, bei dem Treis durch Glück zwei Punkte erringen konnte. Muschenheim — Oppenrod/SA. - Kampfgemeinschaft Gießen II — Grüningen I: Zu beiden Spielen traten die Gäste nicht an. Lehn heim — Grünberg 1:7: Die Grünberger haben ihre Mannschaft verstärkt und konnten gegen Lehnheim hoch und verdient gewinnen: SV. Heuchelheim I.— 52L-$fanbarfe 116 I. 4:0 (3:0). Das Treffen der beiden Mannschaften gestaltete sich zu einem Sportereignis für Heuchelheim. Es ging um den zweiten Platz in der Tabelle. Heuchelheim konnte durch überragenden Einsatz in der ersten Halbzeit den Sieg sicherstellen und hiell in der zweiten Hälfte durch aufopferungsvolles Verteidigungsspiel den erkämpften Vorsprung. Heuchelheim spielte mit Müller, Wämser, Kreiling, Henkelmann 21., Waldschmidt, Bach, Christ, Arnold, Hofmann O., Mandler 21., Schmidt. Die S A. trat mit Leimbach, E. Sauer, Weller, Peppler, Heilmann, Glitsch, Lotz, Peusch, Weihrauch, Schmitz und Schneider an. Die SA.-Mannschaft war körperlich leicht überlegen. Heuchelheim dominierte durch besseres Zusammenspiel und Technik. Der beste Spieler auf dem Platze war unbestreitbar Arnold, der drei Tore erzielte. Heuchelheim hatte Mittelanstoß, der Ball wanderte von Mann zu Mann, Arnold erwischte das Leder in aussichtsreicher Stellung, und schon hieß es 1 :0 für die Gastgeber. Heuckelheim lag weiter im Angriff, erzielte mehrere Ecken hintereinander. Bei einem weiteren Durchbruch verwandelte Arnold zum zweiten Male unhaltbar. Auch die SA. drehte nun mächtig auf, mußte aber immer wieder an der eisernen Abwehr der Heuchelheimer scheitern. Der Heuchelheimer Sturm zeigte Kabinettstücke der Kombination. Mandler, der zurückgezogene Stürmer, schickte mit langen, für die Gegner unverhofften Vorlagen seine Stürmer auf die Reise. Nach glänzender Zusammenarbeit im Sturm erzielte Arnold durch Bombenschuß den dritten Treffer für seine Farben. Kurz daraus mar Pause. Die Gäste waren nun etwas deprimiert. Die Blauweißen verteidigen zäh und entschlossen. Der überragende Mittelstürmer der Einheimischen vermochte sogar in der Mitte der zweiten Halbzeit durch forschen Alleingang die Torzahl auf vier ,zu erhöhen. Nachdem der Mittelstürmer der Gäste noch eine sichere Torchance vergaben hatte, fand das Spiel, ohne eine weitere Veränderung im Ergebnis zu erfahren, seinen Abschluß. Schiedsrichter Offenbacher leitete korrekt. Fußball der Zugendmannschasten Spiele um die Vannmeiskerschafl. Gef. 15/116 Großen-Linden — Gef. 17/116 Wieseck 14:1 (5:0). Die Wiesecker Hitlerjungen stießen hier auf einen Gegner, der nicht zu besiegen war. Bis zur Halbzeit leisteten sie trotz der fünf Tore noch heftigen Widerstand. Stand der Vannmeisterfchaftssplele. Spiele Großen-Linden 3 VfB-Reichsbahn 2 Klein-Linden 3 Gew. Verl. Tore Pkte^ 3 0 27:4 6:0 1 1 11:5 2:2 1 2 2:17 2:4 Sportv. 1936 Ettingshausen — Sportv. 1930 jungen 3:2 (1:2). Die Gäste gingen überraschend in Führung. Nach der Pause kamen die Platzbesitzer besser in Schwung und erzielten noch die beiden Tore, die zum Punktgewinn nötig waren. Tuspo Butzbach — 1928 Garbenteich 1:1 (0:1). In Butzbach lieferten sich beide Mannschaften einen äußerst spannenden Kampf. Saasen 1. Jugend 1900 1. Jugend 513 (2:1). Durch ein Mißverständnis traten die Blau- Weißen mit nur zehn Mann auf dem gefährlichen Gelände von Saasen an. Man muß schon weit greifen, wenn man eine Jugendmannschaft finden will, die die 1. Jugend von Saasen auf eigenem Platze bezwingen konnte. Die Blau-Weißen waren ihrem Gegner zu jeder Zeit ebenbürtig, in terfy» nischer Hinsicht sogar während dem ganzen Spiele überlegen. Durch eine starke Verletzung muhte der Tormann der Blau-Weißen während der ganzen zweiten Spielhälfte aussetzen. Trotzdem hielt sich die 1. Jugend von 1900 überraschend gut und eqt in der letzten Viertelstunde gelang es den Platzbesitzern den Sieg an sich zu reißen. Der deutsche Fußball-Mei st er ^Schalke 0 4 lieferte am Samstag vor 20000 Zuschauern in Essen wieder einmal ein wundervolles Spiel und besiegte die gewiß nicht schlechte Mannschaft von Schwarzweiß'Essen überlegen mit 8:1 (2:1). Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. rNitlagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 14. März. Die Börse war im Anschluß an die kräftigen Erhöhungen vom Samstag auch zum Wochenbegmn weiter fest, da sich an Den meisten Gebieten des Aktienmark' t s s Käufe der Kundschaft fortsetzten. Auch die Kulisse sah sich zu weiteren Decfungsfäufen veranlaßt. Der Umbruch in Oesterreich findet stärkste Anteilnahme, auch verschiedene wirtschaftliche Momente regten etwas an. Indessen war die Umsatztätigkeit nur in wenigen Spezialwerten lebhafter. Nach den ersten Notierungen, die durchschnittlich 1 bis 2 v. H. höher lagen, flaute das Geschäft merklich ab und auch die höchsten Kurse wurden nicht immer voll behauptet. Besonders fest lagen unter Berücksichtigung des Abschlages der Dividende und der Ausschüttung des Anleihestocks Reichsbankantelle, die mit 197 (211) rund 3 v. H. gewannen. Ebensoviel höher notierten Bemberg mit 147,50 bis 147 (144,50). Lebhafter waren IG.-Farben mit 159,75 bis 160 bis 159,50 (158,75). Maschinen- und Motorenwerte erhöhten sich um 1 bis 2 v. H., Montanpapiere bei teilweise stärkeren Umsätzen um 1 bis 1,50 v. H., Elektropapiere tarnen größtenteil 1 bis 2 v. H. höher an, Gesfürel plus 2,50 v. H. auf 148,50, dagegen Rheag Stamm 129,25 (129,75). Auch Zellstoffpapiere gewannen bis 2 v. H. Im Freiverkehr fanden Bürbach Kali größeres Interesse bei 72,50 bis 73. An den Rente nmärkten war es dagegen recht still. Reichsaltbesitz blieben mit 132,75 voll behauptet, ebenso nannte man Kommunal-Umschul- dung mit 96 bis 91,05 und 4proz. Rentenbank- Ablösung mit 94,90 bis 95 wenig verändert. In Goldpfandbriefen mar die Nachfrage etwas ruhiger, trotzdem erfolgten bei unveränderten Kursen noch überwiegend Repartierungen. Liquidationspfandbriefe konnten sich zumeist nur knapp behaupten, ebenso lag in einigen Stadtanleihen kleines Angebot vor. Kommunal- und Jndusttle-Obli- gationen waren wenig verändert. Abendbörje ruhig. Die Abendbörse nahm einen ruhigen Verlauf. In einiaen Großwerten erfolgten weiterhin kleine Kundschaftskäufe, die meisten Marktgebiete wurden jedoch vernachlässigt und waren ohne Geschäft. Die Kurse wichen gegen den Mittggsschluß nur unwesentlich ab und lagen zumeist unverändert und nominell. Einiges Geschäft wiesen Reichsbank mit 198 (197), IG. Farben mit 160 (159,75) und Verein. Stahlwerke mit unverändert 113,25 auf, ferner Gesfürel bei unverändert 148,50 und Adlerwerke bei unverändert 120,50. Sonst notierten im einzelnen u. a.: Buderus 120,50, Mannesmann 113,75 (114), Rheinstahl 143, Bemberg 146,50 (147). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. März. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W16 214, W19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R 15 196, R18 200, R19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futter- Hafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95, Roggenmehl Type .1150 R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockeistchnitzel —, Heu —, Stroh —. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 609 Kälber, 57 Hämmel, 59 Schafe, 4332 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 32 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hümmel und Schafe lebhaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben dis Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Aoend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Schlußkurs Schluß?. Abendbörse Schlußkurs Scklußk. Mittagbörse Datum 12-3. 14-3. 12.3. 14-3. Daium 12-3. 14-3. 12.3. 14 3. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1937 4% Deutsche Reichsanl. von 1994 iy.% Deutsche Reichsschatzcmwei- 102 99,9 99,8 108 101,25 100,65 100 132,7 137,5 100 100 100 99,5 139,65 100 101,9 101,9 111,4 135,13 77 131,65 2N 123,25 127,5 116 102 99,9 99,8 108 101,1 100,65 100 132,75 100 101,75 100 100 99,5 139,5 100 100 101,9 101,9 111,4 136 131,65 198 123,25 127,75 116,13 101,9 99,9 99,8 99,8 106 100,9 100 132,75 100 100 100 139,9 101,9 111,6 134,85 77 78 131,75 211 130 123,25 127,5 118 101,9 99,9 99,8 99,8 101 100,9 100 132,9 100 139,65 101,9 136 77,75 78,25 131,9 197,25 130 123,25 127,75 116,13 C < Iccumnlatoren-Fabrtk....... 14 lichafsenburg Zellstoff........6 Zemberg............. O Jelula............ 8 ZuberuS Eisen...... 6 «ment Heidelberg...........7 >ment Karlstadt............6 Dnti Gummi ..............18 Daimler Motoren..........6*4 Miauet Gas ........... 4 deutsche Erdöl..............5 deutsche Gold- und Silber .... 9 deutsche Linoleum......... 10 Beitritte Lieferungen........6 elektrische Licht und Kraft.....7 f. G. Farben-Jndustrie.......7 feiten & Guilleaume.........6 öesfütel.......... 7 H). Goldschmidt.............6 Sritzner Maschinen...........O >arpener................. 8*4 welch Eisen............... 3!? Zhtlivv Holzmann........... 8 Ule Bergbau...... 6 Ule Genüsse................6 kalt Aschersleben............4 llöcknerwerke .............4% ioMroerfe und Chemische Fabrik 7 3ahmeyer ..................6 Jlainltaft.............. 4 Mannesmann.............4% Ransfelder Bergbau......... 7 Retallgelellsckaft.............6 Dtenfiein & Koppel..........0 141 144,5 165,5 166,5 140,5 142 249,5 170 146 158,75 140,25 144,5 48,25 169,75 113 161,5 142,75 117 121 95,75 113,25 137,5 142 126,5 151 177,25 209,25 112,25 97,5 147,5 28,25 141,25 146,5 166 120,5 166,5 212,25 142,75 142 250,5 170,5 146,5 160 140,5 148,5 145 48,65 170 114 162,75 142,5 117,25 121 95,75 113,75 140 232 129,25 143 168 212 113,25 98,75 107,25 148,75 28,25 141,5 145 166 121^ 211 142,4 121 141,25 170,5 145,5 158,4 140 148 145 48,4 169,75 113,5 161,75 142,75 117 158,25 120,75 113,25 138 107,75 130 142,25 127 150,5 178 94,75 202 210 112,25 97,75 147 28,4 230 141,65 146,5 166 121 212,25 143 121,65 142 170,5 130,25 146 159,75 140 148,5 145 49 170 . 114,5 163,25 162,5 142,75 107,5 117,75 159,25 121,25 113,9 140,75 109,13 232 129,75 143 127 152,75 167,5 180,5 95 205,5 211,75 113 98,4 107.5 149 28,5 iyt% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935, II. ftolge ... 4%% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1938, III. Folge .. 5yt% Doung Anleihe von 1930 .. V/i% Hesiische Dolksstaat von 1929 V/t% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I..................... 4*/z% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 1.................. Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos -Rechten .. iy»% Hess. Lan desbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. sy2% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Liqu. Goldpfe. .............. 4%% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4V2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 il/2% Darmstädter Komm.-Lan- Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte I............. 4J4% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4yt% Franks. Hyp. Gold-Komm. Cbl. 2 3............... sy2% Franst Hyp. Liquidation Goldpfe.................... 6*4% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Lteuergullchein-Berrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6H Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg.Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Rettrbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . Commerz, und Privat-Bank ... 6 ttbeinische Elektro............6 »betnstablwerke..............6 lbeinitt-Westfältsche Elektro .. fi iütgerswerke ...............7 Lalzdetsurtb Kali............6 schustert & Co.............. 7 Lchulthets Patzenhofer........ 4 Siemens S Halske....... 0 süddeutsche Zucker.......... 10 bereinigte Stahlwerke......4% Deltdeutsche Kaufhof.........0 Lesteregeln Alkali............ 4 Rellftofj Waldhof ............ 6 Dresdner Bank........ 4 btavt Minen.......... 0,6 Devisenmarkt Berlin - Zrankfur» a. M. 12.März 14.März 12.März 14-NUirz Amtliche Notierung Geld | Briel Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Buenos Arres............. 0,640 0,644 0,640 0,644 Japan................. 0,723 0,725 0,723 0,725 Brüssel................... 41,84 41,92 41,84 41,92 Jugoslawien .............. 5,694 5.706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,144 0,146 0,144 0,146 Oslo ................ 62,32 62,44 62,32 62,44 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien................... 48.95 49,05 48,95 49.05 Kopenhagen............... 55,36 55,48 55,36 55,48 Lissabon............... 11,265 11,285 11,265 11,285 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ................ 63,85 63,97 63,85 63,97 London.................. 12,40 12,43 12,40 12,43 Schweiz................ 57,28 57,40 57,29 57,41 Helsingfor»................ 5,485 5,495 5,485 5,495 Spanten.................. Paris.................... 7,887 7,903 7,722 7,738 Prag................... 8,711 8,729 8,701 8,719 Holland.................. 138,24 138,52 138,26 138,54 Budapest............ gtalten................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,487 2,491 2,483 S.487 (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger) (4 Tonnen = 80 Zentner)! Es ist aus Eifenfchmelz- Klinkermaterial hergestellt. Grundmaterial ist Ton aus den Gailschen Gruben. Der Ton wurde mit einem eisenhaltigen Farbstoff versetzt. Die Herstellung des großen Bildwerkes stellte an alle Beteiligten höchste Anforderungen. Der Herstellungsgang war folgender: Der Künstler fertigte rin Gipsmodell, in ein Zehntel der endgültigen Größe an. Dieses Modell mußte aus 3,5X6 Meter gebracht und ebenfalls in Gips ausgeführt werden. Dabei galt es, den Schwund (11 v H.), der^durch den Brennprozeß entsteht, zu berücksichtigen. Die Vergrößerung geschah durch Uebertragung der Formen mit Hilfe komplizierter Abtast- und Vergrößerungsgeräte im Atelier der Württembergischen Metallwarenfabrik in Grißlingen. Dieses große Modell stellte die Grundlage für die Arbeit in den Gailschen Tonwerken dar. Von diesem Großmodell mußten nun Negativ-Formen geschaffen werden. Auch dies geschah in Geißlingen, da das Großmodell nicht unbeschadet zu bewegen gewesen wäre. Dabei wurde das fERIÖ in 10 Streifen aufgeteilt, und dann nach Gießen geschickt. Aber auch diese 10 Streifen mußten, um sie überhaupt bearbeiten zu können, noch weiter aufgeteilt werden, so daß schließlich etwa i Spitzenleistung der Groß-Keramik. Kunstwerk für ein Marine-Lazarett in einem Gießener Betrieb vollendet. In den Gailschen Tonwerken wurde dieser Tage ein Kunstwerk besonderer Art vollendet! Es handelt sich um eine riesige Reliefdarstellung, die für das neue Marine-Lazarett in Stralsund als Schmuck der Front des Hauptbaues bestimmt ist. Das Bildwerk stellt Herkules im Kampf mit der neunköpfigen Hydra dar. Der Entwurf stammt von dem Berliner Künstler W a m p e r. Das große Relief bedeckt eine Fläche von 3,5 X6 Meter, also 21 Quadratmeter. Es wiegt in gesamter Masse 4000 Kilo 60 Teilstücke entstanden. Diese Negativ?Formteile, die selbstverständlich genau dem plastischen Modell entsprachen (da sie ja von ihm abgenommen worden waren), wurden nun mit vorbereitetem Ton m völlig gleichmäßiger, etwa 7 Zentimeter starker Schicht von Hand und nur unter Faustdruck ausgeformt und mit Befestigungskacheln hintermauert. Die aus den Formen gelösten Teile wurden dann getrocknet und in die Oefen eingebaut Der Arbeitsvorgang war sehr schwierig, da die ganze Masse noch leicht feucht und weich war und nichts abbrechen durfte. Mancher Teil wog über einen Zentner. Drei Oefen wurden mit dem Material gefüllt In diesen Oefen (voneinander völlig unabhängig) galt es in Anfangs-, Mittel- und Schlußbrand völlig gleiche Temperaturen und Atmosphären zu halten. Jedes einzelne der Stücke mußte dabei so eingebaut werden, daß die.Flamme Not macht erfinderisch! Ein Landwirt in Beuern, der das Mutterschwein bei der Geburt von zehn Ferkeln verlor, wollte nicht auch noch die Ferkel verlieren. So wurde dann ein Trog angefertigt, der an seinen Außenseiten- mit Gummisaugern versehen wurde. Wie das Bild zeigt, scheint es den Ferkeln aus diesem Trog gut zu schmecken. Der Bauer hofft, auf diese Weise die Ferkel gufzie- hen zu können, bis sie feste Nahrung aufnehmen können. (Aufnahme: Privat). unterschiedslos alle Teile des Brandgutes gleich intensiv berührte und dabei doch möglichst wenig ober keinen Ruß auf die einzelnen Stücke brachte. Es mußte ja Über alle Stücke eine einheitliche Farbe erreicht werden! Dieser Brand nahm 12 Tage in Anspruch. Der Schlußbrand — entscheidend für die charakteristisch^ Klinkerfarbe und die Struktur der Oberfläche — geschah bei 1280 Grad Celsius. Systematisch und allmählich wurde dann abgekühlt. Am vergangenen Samstag verließ das Werk die Oefen. Auf einem großen Platz wurde es dann zu feiner endgültigen Form zusammengelegt und konnte nun in seiner monumentalen Gesamtwirkung übersehen werden. Sattbraun und gleichmäßig schimmert die Oberfläche, ungemein plastisch bietet sich das Ganze im Lichte der Sonne dar. Unser Bild zeigt einen Ausschnitt des riesigen Reliefs, das nicht nur ein Kunstwerk an sich und vom Künstler her ist, sondern auch eine einzigartige deutsche Werkmannsarbeit darstellt. Bald tritt das Kunstwerk, gut verpackt, in einem Eisenbahnwaggon, die Reise nach dem deutschen Norden an, um bald darauf die Front des Lazarettbaues zu schmücken. Kahrplanverbesserungen im Nahverkehr. Neue Züge im Sommerfahrplan. LPD. Nicht nur im Fernverkehr der Reichsbahn werden im kommenden Sommerfahrplan, der am 15. Mai beginnt, zahlreiche neue Züge eingelegt, vielmehr hat sich die Reichsbahndirektion auch bemüht, dem Nahverkehr neue Verbindungen einzugliedern, um Verkehrslücken auszugleichen. Zwischen Gießen und Frankfurt wird der Werktags-Personenzug Gießen ab 5.28 Uhr, Frankfurt an 7.23 Uhr zur Verbesserung der Sonntagsverbindungen auf der Main-Weser-Bahn künftig auch Sonntags gefahren. Der Personenzug Fran k- furt — Gießen, Frankfurt ab 12.25 Uhr, wird nach Marburg weitergeführt, Marburg an 14.54 Uhr. Personenzug 794 Kassel — Frankfurt hatte bisher in Marburg 44 Minuten Aufenthalt; er wird im Somerfahrplan beschleunigt und der Aufenthalt beseitigt, Marburg ab 15.43 Uhr, Gießen ab 16.38 Uhr, Frankfurt an 18.30 Uhr; die Verbesserung der Reisezeit zwischen Marburg und Frankfurt beträgt 57 Minuten. Personenzüg 764 Gießen ab 13.40 Uhr, Frankfurt an 15.05 Uhr, der zwischen Gießen und Bad-Nauheim nur werktags verkehrt, wird künfUg zwischen Gießen und Frankfurt täglich gefahren. Für den starken Samstagsverkehr wird ein neues beschleunigtes Samstags- Zugpaar Gießens-Frankfurt gefahren: Gießen ab' 14.09 Uhr, Butzbach ab 14.27 Uhr, Bad-Nauheim ab 14.38 Uhr, Friedberg ab 14.46 Uhr, Vilbel ab 15.04 Uhr, Frankfurt an 15.24 Uhr; Frankfurt ab 15.32 Uhr, Vilbel ab 15.51 Uhr, Friedberg ab 16.08 Uhr, Bad-Nauheim ab 16.16 Uhr, Butzbach ab 16.28 Uhr, Gießen an 16.47 Uhr. Auf der Strecke Gießen — Gelnhausen kommt im Sommer ein neues Sonntags-Zugpaar zur Verbesserung der Verbindungen für den Aus- flugsoerkehr. Gießen ab 7.20 Uhr, Nidda an 8.07 Uhr; Nidda ab 22.17 Uhr, Gießen an 23.07 Uhr. Auf der Strecke Stockheim — Vilbel wird der Personenzug Stockheim ab 5.52 Uhr für den Berufsverkehr beschleunigt und nicht mehr nur bis Vilbel-Nord, sondern bis Frankfurt-West durchgeführt. Frankfurt-West an 7.20 Uhr. Der rege Ausflugs- und Militärverkehr hat auf der Strecke Friedberg — Hanau ein neues ll^ A 50^ Di jeJWj!’ .K sHs Sonntags-Zugpaar nötig gemacht. Hanau ab 22.45 Uhr, Friedberg an 23.26 Uhr; Friedberg ab 23.53 Uhr, Hanau an 0.32 Uhr. In Friedberg werden Anschlüsse nach und von Frankfurt und Gießen bzw. Bad-Nauheim erreicht und aufgenommen. Die Nachmittagsverbindungen Friedber g — Frankfurt rperben verbessert durch ein neues täglich verkehrendes Personenzugpaar: Friedberg ab 17.00 Uhr, Frankfurt an 17.55 Uhr; Frankfurt ab 19.38 Uhr, Friedberg an 20.31 Uhr. Die im vergangenen Sommer zwischen Wiesbaden und Bad Homburg und Friedberg gefahrenen Zubringerzüge E 385/386 für D 185/186 werden nicht mehr gefahren. Bad Homburg, Oberursel und die übrige Strecke werden an die D 185/186 und D 177/178 durch: Triebwagen her- angebracht. Bad Homburg ab 14.20 Uhr, Friedberg ab 14.55 Uhr, Bad-Nauheim an 15.02 Uhr; Bad- Nauheim ab 15.20 Uhr, Friedberg ab 15.25 Uhr, Bad Homburg an 15.51 Uhr. Große Strafkammer Gießen. Unter der Anklage des Vergehens gegen das Zuckersteuergesetz, sowie der Beihilfe zum Vergehen Gegen das Branntweinmonopolgesetz hatten sich der I. H. und der O. B. aus Billertshausen (Kreis Alsfeld) zu verantworten. Der Angeklagten B. ist der Schwiegersohn des Angeklagten H. und wohnt mit ihm in Billertshausen in demselben Hause. Zu ihnen kam im Sommer 1933 der berüchtigte Schwerverbrecher Lauser, der schon in verschiedenen Prozessen gleicher Art eine unrühmliche Rolle gespielt hat. Dieser wußte die beiden Angeklagten zu veranlassen, ihm einen Raum zu vermieten, in dem er eine Schwarzbrennerei eröffnete. Die Angeklagten und noch mehrere andere Per, fonen bestellten im eigenen Namen, jedoch für Rechnung des Läufer, d. h. also als dessen Strohmänner, bei verschiedenen Firmen größere Mengen Zucker, die angeblich als Viehfutter verwendet werden sollten. Der Kaufpreis wurde von Läufer beglichen. Diese Manipulationen wurden unternommen, um die Bestimmungen des Zuckersteuergesetzes zu umgehen. Nach diesem Gesetz ist nur der zum Füttern! verwandte Zucker steuerfrei, während bei anderweitiger Verwendung eine ganz erhebliche Steuer entsteht. Läufer gelang es auf diese Weise, eine ganze Zeit lang den Staat um die Zuckersteuer zu! betrügen. Als ihm der Boden zu heiß war, verlegte er seinen Betrieb auf die Rahnmühle bei Ober- Ohmen, wo er sein Unwesen weitertrieb. Auch.hier gelang es ihm, zwei Einwohner zu seinen Zwecken zu mißbrauchen, die im vorigen Jahre wegen des gleichen Vergehens abgeurteilt wurden. In diesem Prozeß hatten die beiden Angeklagten, um eins Strafverfolgung gegen ihre Person zu unterbinden, einen Meineid geleistet, wegen dessen sie zur 'Zeit eine längere Gefängnisstrafe verbüßen. Dem Hauptschuldigen Läufer dagegen gelang es, sich der Bestrafung durch die Flucht ins Ausland zu entziAen. In der jetzigen Hauptverhandlung waren die Angeklagten voll geständig; sie gaben zu, außer dieser Umgehung vber Bestimmungen des Zuckersteuergesetzes dem Läufer auch noch im Betrieb der Schwarzbrennerei mit Rat und Tat zur Seite gestanden zu haben. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß die Angeklagten in der Hauptsache ein Opfer des Läufer seien, und es beließ es deshalb bei einer verhältnismäßig geringen Strafe. Das Urteil lautete gegen H. auf 3 M o na t e Gefängnis und insgesamt 815 0 Mark Geld- und Wertersatz- st r a f e, gegen B. auf 2 Monate Gefängnis, die mit der Gefängnisstrafe von 6 Monaten wegen Meineids zu einer Gesamtstrafe von 7 Monaten zu- sammengezogen wurden, sowie 2 4 5 0 Mark Geld- und Wertersatz strafe. 1 Oil alle M Ml Männer und heule rllilltvoä nach Lerlln Z fchichtliches Lren Oesterreich ist in kehrt. Vas Senei wofür Millionen geblutet haben, । worden: das । Deutschen. Berliner! 3n b fen Tagen bis n sprechet« gesessen lionalen Stufbnil die Aeiherwellen Begeisterung un! Oesterreich oerbm mal gewünscht, Nun fährt d Vir wollen ihm die Reichshaupts Münder sollen i feit der ganzen net darf in der Zührer Berliner! Sd schäfte! 5eid z aus nach den Partei und d Strafte fflugftafi berliner Strafte Tor - Lelle-M felmplatz. (Bar keine Vohnung, Girlanden und : ser in den Dutd Deutsche i GLORIa Premiere Heute Dienstag 16560 Nachdruck verboten Ohne Gewahr 30. Ziehungstag 14. Marz 1938 Ön der heutigen Schluß-Ziehung wurden gezogen 187758 369139 293296 300772 335364 174506 175018 189507 197086 227715 233736 Gießen Marktplatz 298407 1655A Auf der Bühne: 390192 mehr M m M Mi MMMWr-RN! 217977 266522 30894 54156 197516 237115 205246 240501 308711 381374 220097 273718 22818 133332 192685 371419 109552 334492 23122 352822 81416 148595 192988 374848 195193 342575 144367 367642 86507 154947 224950 399700 Es ist so reichhaltig und mit so viel Geschmack ausgesucht, daß Ihnen das Wählen Freude machen wird. Bitte beachten Sie unsere Schaufenster, oder noch besser, kommen Sie zu einer unverbindlichen Besichtigung zu uns. ' PQLQST Giessenr Eewinnauszug 5. Klaffe 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klaffen-Lotterie Theo Fedorovich Wirbelwind-Tanz-Sensation Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche H Täglich 4, 6, 8.30 Uhr Sonntags 3, 5.30 und 8.30 Uhr! Q Herrenbekleidungshaus Adolf Möhl k.-g. Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Kreisgruppe Gießen. Die Mitglieder werden nochmals auf den am Dienstag, dem 15. März 1938. abends 8 Uhr, stattfindenden Vortrag im Caf£ Leib, Gießen, Walltorsträße 36/38, aufmerksam gemacht. Professor Dr. CARL RUBERG, Frankfurt am Main, spricht über: »Selbsthilfe des Einzelhandels durch Erhöhung der betrieblichen Leistung« Ausnahmslose Teilnahme wird erwartet. Ole Ziehung der 1. Klaffe der 51. Preußisch- Süddeutschen (277. Preußischen) Klassen-Lotterie findet am 22. und 23. April 1938 statt. (Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! MUAUWMW Eine allgemeinverständliche Darstellung der ftor 'chunaSeraebnisse über das Seelenleben der Tiere mit nm Uneben Veriuchsanleitunaen von Tr Werner Fische!. Leiter der Forschungsstelle für Tier>eeien- unde am Westfälischen Zool. 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Wieder spielen die Hauptrollen: 1654A Kitty Jantzen, La Jana, Fritz van Dongen, Diessl, Stüwe, Golling, Lingen / Musik: Harald Böhmelt Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Hern Zeugen gebung, die iibei wollen den Züh ganzen tiefen D Es lebe Ado unser Reich. gez. Dr. Go Der Von unfe Am Mittwoch Ein eintrejfei *itun9 »rennt d WjJ, durch U? fJr (ei“ etzien Tagen fü !?ttand durchaest -- »«5 S Nation äh:* sÄr emen Onh untere Sn^ud i?lube|kn fo"*1 tzrK *"»■ ff1*'1 6 "Äe durch e n $ *• N