Nr. 58 Erstes Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 15. Februar 1938 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drndi und Verlag: vrühlsche Univerfttatsdruckerei R. Lange In Stehen. Schriftleltvng und Geschäftsstelle: Schulftrahe ? Annahme von Anzeigen für öie Mrttagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift nach oorh. Dereinbg.25"/„ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche AnzeigenbRpf. 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Ging diese Umwertung aller technischen Dinge zunächst vom Weltanschaulichen aus, so hat sie heute auch im Bereich der praktischen Wirtschaftspolitik allerhöchste Bedeutung erlangt. Wir sehen das am Beispiel der großen nationalsozialistischen Arbeitsprogramme, die infolge des eingetretenen Facharbeitermangels nur noch durch Rationalisierung, d. h. durch weitgehende Verwendung der Maschinen statt der Handarbeit, bewältigt werden können. Wir sehen das aber auch in der Außenhandelspolitik, die einerseits bestimmt ist durch unseren Mangel an gewissen Rohstoffen und anderseits durch die Notwendigkeit der Devisenbeschaffung. Der Ausfuhrerfolg der deutschen Maschinenbau-Industrie in den letzten Jahren zeigt, daß von hier aus ein wesentlicher Teil des Außenhandelsproblems gelöst werden kann. Dank des außerordentlich hohen Standes der deutschen Qualitätsarbeit und der deutschen Jn- genieurkunst ist es gelungen, den Maschinenexport so sehr zu steigern, daß er uns im vergangenen Jahre einen Gegenwert von 700 Millionen Reichsmark in Devisen einbrachte. Wie der Leiter der Außenhandelsabteilung der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau, Otto Q u i t t m a n n, mitteilt, trägt Deutschland heute zu einem Drittel zu der Weltmöschinenausfuhr bei, während sein Gesamt-Außenhandel nur etwa ein Zehntel des Welthandelsvolumen ausmacht. In der Rangfolge der Maschinenausfuhrländer stand Deutschland 1936 sogar an erster Stelle vor Amerika und England, während uns die Vereinigten Staaten 1937 infolge ihrer günstigeren Produk- tions- und Absatzbedingungen etwas überflügeln konnten. England dagegen ist noch weiter zurückgefallen. Allein von den drei Ländern Deutschland, USA. und England werden etwa ungefähr 80 v. H. der Weltmaschinenausfuhr bestritten. Es ist klar, daß uns sehr viel daran liegen muß, diese hervorragende Stellung des deutschen Maschinenbaus in der Welt künftig zu erhalten, wenn nicht noch zu verbessern. Zahllose Schwierigkeiten stehen diesem Ziele entgegen: die außerordentlich starken Kapitalreserven der Amerikaner urti> Engländer, ihre Rohstoffreichtümer und ihre Vorzugszollsysteme, die Versuche zum Aufbau heimischer Maschinenfabriken in den überseeischen Agrarländern, die Konkurrenz hochwertiger Erzeugnisse aus kleineren europäischen Industriestaaten. Um in diesem großen internationalen Wettbewerb siegreich zu bestehen, gibt es jedoch für den deutschen Maschinenbau immer einen gangbaren, wenn auch steinigen Weg. Bezeichnenderweise war nämlich auch im vergangenen Jahre das industriell hochentwickelte E u ■ ropa ein weitaus besserer Kunde für unsere Maschinen als der übrige Teil der Welt, denn über 60 v. H. aller deutschen Maschinen blieben in unserem Erdteil. Das heißt mit anderen Worten, daß wir unsere Ueberlegenheit auf den Absatzmärkten vor allem der höchstspezialisierten S p i tz e n l e i - st u n g der deutschen Maschinenindustrie verdanken. Solange also Deutschland seine führende Stellung im Bau von Qualitätsmaschinen behauptet kann, wird es um den Absatz nicht besorgt zu sein brauchen. Ja, voraussichtlich wird sich das Schwergewicht unserer Maschinenproduktion immer mehr auf das Gebiet der hochwertigen S p e z i a l m.a s ch i n e n verlagern, nicht nur um große Außenhandelsumsätze zu erzielen, sondern auch für den inneren Gebrauch unserer Wirtschaft. Voraussetzung für eine solche wünschenswerte Entwicklung aber ist das Vorhandensein einer genügenden Anzahl von Menschen, die diese Aufgabe z u l ö s e n vermögen. Es handelt sich also um das N a ch w u ch s p r o b l e m für den Beruf der Techniker und Ingenieure. Der Bedarf an wissenschaftlich gebildeten Technikern, die Mut und Ausdauer zu großen Leistungen haben, die zum Teil auch befähigt sein müssen, die deutsche Maschinenindustrie mit kaufmännischem Geschick im Auslände werbend zu vertreten, ist ungeheuer groß. Aber dieser Bedarf steht leider im umgekehrten Verhältnis zur Ziffer der jungen Männer, die in Deutschland den Beruf eines Ingenieurs ergreifen wollen Auf den deutschen Technischen Hochschulen waren zwischen 1925 und 1930 durchweg 20 000 Studierende immatrikuliert. Nachdem 1930 em Höchststand von 23 749 Technikstudenten erreicht war, ging ihre Zahl in den folgenden Jahren dauernd zurück, bis im vorigen Jahr nur noch 9602 Studenten dem technischen Studium oblagen. Ein ähnlicher Rückgang ist auf den Fachschulen zu verzeichnen. Es gibt für diese Erscheinung verschiedene Gründe vor allem die Aussichtslosigkeit «ller geistigen und naturwissenschaftlichen Berufe in der Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs vor 1933^ Dazu kamen später die Anforderungen, die nach dem Umvrucy von anderen Berufen an die junge Mannschaft gestellt wurden. Aber so einleuchtend diese Grunoe auch sein mögen, so können wir uns doch mit dem Tatbestand nicht einfach abfinden. Der Nachwuchs- manqel für Ingenieure und Techniker mutz cmoe- dingt behoben werden, weil davon die ro,rt^a£ liche Zukunft unseres Volkes in weitestem Mage abhängt. Es werden verschiedene Maßnahmen nor- wendig sein, um für den jungen Mann das technische " Berufsziel lockender zu machen. Dazu gehört die Erleichterung des Ausbildungsganges. dazu gehört eine früh z e, - tige und bessere Bezahlung, dazu gehört Die Landwirlschast braucht Facharbeiterinnen. Ein Aufruf der Reichsreferentin für den BNM. Berlin, 14. Febr. (DRB.) Die Reichsreferentin für den BDM. beim Reichsjugendführer, Jutta Rüdiger, wendet sich mit folgendem Aufruf an alle vor der Berufswahl stehenden Mädel: „Deutsches Mädel! Willst du einen ländlichen Beruf ergreifen oder willst du Bäuerin werden, dann gehörst du in die ländliche haus- arbeilslehre. Für alle deutschen Mädelberufe in der Landwirtschaft ist heute die Hausarbeitslehre in einem ländlichen haushalt der notwendige A n - fang der fachlichen Ausbildung. Deutsches Mädel, das Land, das unser Volk ernährt und erhält, deine Heimat, ruft dich! Daß du diesem herrlichen deutschen Land angehören darfst, danke ihm durch Einsatz und Arbeit. ♦ Im Kampf um wirtschaftliche Freiheit unseres Volkes spielt, wie der Reichsjugendpresse- dienst hierzu schreibt, die Ernährungsfrage eine bedeutende Rolle. Eine intensive Bewirtschaftung des Bodens ist aber nur möglich, wenn dem Lande A r- beitskräfte in genügender Anzahl zur Verfügung stehen. Dem Lande geeignete junge Kräfte zu gewinnen und für dauernd zu erhalten, ist daher» Hauptziel der heutigen Berufslenkung. Auch die Landfrau steht mit ihrer Sorge für den ländlichen Haushalt an verantwortungsvoller Stelle. Um ihr für diese Arbeit das nötige Rüstzeug mitzugeben, wurde die ländliche Hausarbeitslehre geschaffen. Alle Mädel, die bereits in einem ländlichen Haushalt beschäftigt sind, werden sich nunmehr ihre Tätigkeit durch den Abschluß eines Lehrverhältnisses zum 1. April 1938 als Berufsausbildung a n = erkennen lassen. Auch eine nachgewiesene Arbeitszeit wird nachträglich als Lehrzeit angerechnet. Die ländliche Hausarbeitslehre umfaßt eine Lehrzeit von zwei Jahren. Lehr- oder Kostgeld darf nicht erhoben werden, dagegen erhält der Lehrling Tariflohn. Die Tätigkeit im Landjahr oder im Landdienst wird auf die ländliche Hausarbeitslehre angerechnet. Der zweijährigen ländlichen Hausarbeitslehre, möglichst bei gleichzeitigem Besuch einer ländlichen Berufsschule oder der zusätzlichen Berufsschulung des Reichsnährstandes, folgt die Anerkennung als ländliche Hausgehilfin. Hier bieten sich dem Mädel auf Jahre hinaus gute Anstellungsmöglichkeiten in allen bäuerlichen und landwirtschaftlichen Betrieben mit guten Löhnen bei freier Unterkunft und Verpflegung. Außerdem besteht die Aufstiegsmöglichkeit zur geprüften Wirtschaftsgehilfin, zur geprüften Wirtschafterin, landwirtschaftlichen Rechnungsführerin, ländlichen Haushaltspflegerin u. a. Auch verantwortungsbewußte Mädel aus der Stadt, die Lust und Liebe zum Landhaushalt haben, werden sich daher einem dieser Berufe zuwenden: nicht aus einer falschen, romantischen Einstellung dem bäuerlichen Leben gegenüber, sondern in dem Bewußtsein, mit der Arbeit auf dem Lande einen wichtigen Beitrag zur Freiheit und Unabhängigkeit unseres Volkes leisten zu können. 3m Reichsberufswettkampf. Im ganzen Reich steht jung und alt im Reichsberufswettkampf. Hier sieht man einen Lehrling des ersten Lehrjahres in einer Lehrwerkstätte eines großen Jndustriewerkes beim Drehen eines Scherenbolzens, was zu einer feiner Prüfungsaufgaben gehört. — (Scherl-M.) „Warmes Essen im Betrieb." Das Amt „Schönheit der Arbeit" in der Deutschen 21 r b e 11 s fj o n t beginnt heute mit einer neuen Werbeaktion, die darauf hinzielt, m möglichst vielen Betrieben die Einrichtung eines warmen Mittagessens in der Kantine oder im Gemeinschaftsraum zu erreichen. In kleineren Orten besteht dieses Problem selten. Dort erreicht der Angestellte oder Arbeiter seine nahegelegene Wohnung früh genug, um ein regelmäßiges Mittagessen einzunehmen, in vielen Betrieben wird es ihm vom Hause aus zur Arbeitsstelle gebracht. Anders liegen die Dinge für solche Arbeitnehmer, die weit entfernt von ihrer Wohnung den Arbeitsplatz haben. Hier ist die Gefolgschaft meist auf das Butterbrot angewiesen, das der einzelne von Hause mitgebracht hat. Das Bestreben'der neuen Aktion geht dahin, in möglichst vielen Betrieben die Errichtung von Küchenanlagen zu erreichen, damit die Versorgung der Belegschaft mit einem warmen Mittagessen durchgeführt werden kann Die warme Mahlzeit bat vom ärztlichen Standpunkt aus den Vorzug der besseren Verdauung. Das Mittagessen in einem Raum, der vom Arbeitsplatz getrennt liegt, entspannt Körper und Nerven. Nach der Essenspause geht der einzelne mit um so größerer Spannkraft wieder an das Tagewerk. Auf die Dauer gesehen, wird auch die Hausfrau finden, daß ein warmes Essen für ihren Mann billiger ist, weil es zuträglicher ist und seine Arbeitskraft der Familie länger erhält. Die Veranstalter der Aktion rechnen mit einem Preise von 35 bis 40 Pf. für das Mittagessen. Auf die Preisgestaltung und die dafür gebotene Qualität kommt es natürlich entscheidend an; denn der Volksgenosse will nicht, daß dem Familienhaushalt ein zu großer Wochenbeitrag entzogen wird. Für Betriebe, die diesen Anregungen folgen, ergibt sich naturgemäß eine Reihe von Fragen, deren Beantwortung zunächst von der Stärke der Gefolgschaft abhängig sein wird. Die Auswahl des richtigen Personals für die Küche, feine Befähigung im Einkauf, in der Aufbewahrung und Verwertung der Vorräte und andere Einzelfragen spielen eine Rolle. Für Architekten und Bauherren ergeben sich neue Aufgaben in der Errichtung von Küchen und Kantinen. Es ist aber kein Zweifel, dgß hier ein Weg beschritten wird, der immer größere Nachfolge finden muß. Für die Gesundheit des Volkes, für die Verwertung der Lebensrnittel und für die Arbeitsfreudigkeit der Belegschaften werden sich daraus wichtige Folgerungen ergeben. B. R. vor allem auch die Steigerung des Ansehens, das der Ingenieur als Schrittmacher des deutschen Wiederaufstiegs heute schon im Volke genießt. Gerade fetzt veranstaltet der NS. - Bund Deutscher Technik, der unter der Führung von Dr. Todt steht, unter dem Motto „Jugend, die Technik ruft e u ch" eine große Werbeaktion, der man nicht nur im Hinblick auf unsere großen nationalen Aufgaben, sondern auch im Interesse der technisch begabten deutschen Jungen den besten Erfolg wünschen muß. Denn wer sich heute dem Beruf eines Ingenieurs verschreibt, wird es im späteren Leben bestimmt nicht zu bereuen haben. Heinrich Evers. Siam und feine politische Bedeutung. Japans gegenwärtige Kriegsoperationen in Süd- china und der chinesischen Südsee, die im Osten von Borneo, den Philippinen und Taiwan, im Westen von der indochinesischen und der Malakka-Halbinsel begrenzt wird, lenken den Blick auf das heute mehr denn je im Interessenbereich der Weltmächte liegende Königreich Siam. Auf der Erdkarte des Ptolemäus aus dem zweiten Jahrhundert heißt der Golf von Siam „Magnus Sinus“ und liegt in der Vorstellung der damaligen Zeit am Rande der Welt. Der große, 168 Millionen Quadratkilometer umfassende „Stille Ozean" war damals noch ein mare incognitum. Das heutige Königreich Siam ist im Westen von der englischen Kronkolonie Birma, und im Osten von Französisch - Jndo - China eingeschlossen. Im Süden, am Golf gleichen Namens entlang, reicht es über den Isthmus von Kra bis an die Grenzen Britisch - Malakkas (Kronkolonie 0 100 Enh> Ajufhia HIN# K. Camay Golf von S VÖ CHINES\S CHES '°n9 Höhen. „ , ui Metern •G von Siam «enguj- ArcMpeR IfcJ TONGk Hanoi m ( <-> "** v£» V ,250? l-g. ’Pimai NO i MEER "^VEREINIGTE ^MALAIEN- — 3oo(GT4ATEN Straits Settlements und Schutzstaaten), dessen südlichster Punkt die Panzerfeste Singapore ist. Die Bodenfläche Siams beträgt etwa 520 000 Quadratkilometer bei einer Bevölkerung von schätzungsweise 11 bis 13 Millionen, darunter ein recht erheblicher Prozentsatz Chinesen, deren Zahl infolge weiterer Abwanderung aus China sich noch erhöhen dürfte, ein Umstand, der von der argwöhnischen Außenwelt bereits dazu benutzt wurde, die Siamesen mit dem Chinesenschreck mobil zu machen. Siam mit seiner Hauptstadt Bangkok ist ein Königreich. Der Herrscher ist chinesischer Abkunft, und seit der Befreiung des Landes von den Birmanen im Jahre 1768 auf Erhaltung der Unabhängigkeit feines Reiches bedacht. Er regierte in alter patriarchalischer Form mit einem Stab von Ministern prinzlichen Geblüts, so auch noch König Prajadhipok. Dieser stellte sich in kluger Einsicht im Interesse seines Landes auf den Boden der Tatsachen, als im Jahre 1932 eine unblutige Revolution, hervorgerufen von jungen Offizieren und Politikern, dem Königreiche eine neue staatspolitische Form gab und die Mitwirkung des Volkes bei allen Entscheidungen der Staatsführung verlangte. 1935 dankte König Prajadhipok zugunsten feines jetzt zwölfjährigen Neffen Ananda ab. Den noch unmündigen, übrigens irr Heidelberg geborenen. König vertritt ein Regentschaftsrat, während die Regierung, der Senat und Vvlksportei zur Seite stehen, der General Phya Bahvl führt. Das somit konstitutionelle Königtum will kein von der Gnade der Großmächte geduldeter Puffer- und Kolonialstaat sein, sondern ein völlig unabhängiges Reich. Daher ist der Wehrpolitik der Primat eingeräumt. Es gilt die allgemeine Wehrpflicht. Der Ausbau von Eisenbahnen, Strpßen und Kanälen, die Ausnutzung der Wasserkräfte durch Talsperren, für Schaffung einer eigenen Industrie, die Hebung des Handels — Siam verfügt über wichtige Rohprodukte, wie Zinn, Teakholz, Baumwolle — berücksichtigen in erster Linie die Landesverteidigung zur Wahrung der Neutralität im Falle kriegerischer Verwicklungen. Reis ist nach wie vor Hauptausfuhrartikel. Fühlten sich bis zum Weltkriege die europäischen Länder, insbesondere England, berufen, sich des Königreichs Siam anzunehmen, um ihrer selbst willen seine Unabhängigkeit zu hüten, auf den Zinnbergbau im eigensten Interesse zu achten und Kriegsschiffe nach Bedarf zu liefern, so hat sich inzwischen, namentlich seft 1932, das Verhältnis Siams zum Abendlande wesentlich geändert. Siam weiß, daß es im Schnittpunkt verschiedenartiger außenpolitischer Kraftlinien liegt, es sucht heut nicht mehr den Anschluß an eine Mächtegruppe, sondern verfolgt eine auf Neutralität bedachte, f e l b ft ä n = b i g e Politik. Als fernöstliches Land trägt es den Strömungen der Meltpolitik Rechnung und hat zum Aerger der abendländischen Welt, speziell Englands, Als weißer Lunge unter den Gioux-Lndianern. „Arizona Bill" erzählt aus seiner Kindheit. Seitdem Fennimore Cooper durch feinen „Lederstrumpf" den Wilden Westen europäischen Jungen nahebrachte, ist alles Jndianertum und Trapperleben aus den Tagen der weißen Pioniere mit dem Schimmer unsterblicher Romantik umwoben. Aber irgendeine uns zeitlich gar nicht so ferne Wirklichkeit liegt ja all den unzähligen Wildwest-Geschichten Zugrunde. „Arizona Bill" zum Beispiel, ein heute dijähriger Greis, mit seinem wirklichen Rumen Raymond Hatfield Gardner, ist ein Mann, der feit seinem ersten Lebensjahr unter Rothäuten als einer der Ähren aufgewachsen ist, fast sein ganzes späteres Leben aber dem Kampf gegen sie gewidmet hat. Er erzählt in „Pearsons weekly“ die aufregende Geschichte seiner Kindheit. „Das Schicksal wollte es, daß man eigener Skalp für mich mehr» wert war als meine Augen. Ich bin vor 91 Jahren geboren, aber wäre ich nicht rot» haarig zur Welt gekommen, so hätte ich mein erstes Jahr nicht überlebt. Und das kam so: meine Eltern brachen kurz nach meiner Geburt mit einem Trupp Auswanderer von Logansport in Louisiana nach bcm Westen auf. Bei meiner Geburt war meine Mutter 14 Jahre alt und mein Vater nur ein paar Jahre älter. Niemand fand darin etwas Besonderes, denn es war üblich, daß Mädchen in dem Alter heirateten und Kinder bekamen, und wenn em Junge mit 18 Jahren nicht feinen Mann im Leben stehen konnte, schämte seine Familie sich seiner. Mein Vater war ein so geschickter Jäger und Pfadfinder, daß er meistens vorausgeschickt wurde, um den Weg zu suchen oder Nahrung zu schaffen, wodurch er jchließlich von dem Haupttrupp ganz abgetrennt wurde. Dies stürzte meine Eltern und mich in eigene Abenteuer und machte aus mir ein Jndmnerkind. Eines Tages ritten meine Eltern von unserem Wagen fort, um Büffel zu jagen. Sie blieben nicht lange aus, aber bei üjrct Rückkehr cnb lerstühl werden sollen. Weiter sei beachtlich, daß Des inneren Schutzes hat die Einfuhr Stalin diesmal auf die Aufteilung der nichtbolfche- ° « * n un£ Zeitschriften aus Sowjet- -,s..sch- Slaalen ,r. s°sch.ft.,ch. und d-m°kr°N,che. roie das auf dem 1. fiongteß der ftomintern ge-1 Estland besteht schon seit dem Jahre 1924. Reval, 14. Febr. (DNB.) Die Untersuchung des blutigen Grenzzwischenfalls auf dem Eise des Pei- p u s - S e e s hat Anhaltspunkte für die Vermutung gegeben, daß es sich um einen Racheakt foro« jetrufsifcher Grenzwächter handelt. Der estländische Gesandte in Moskau ist beauftragt worden, bei den Sowjets Protest zu erheben. Der „Chef des inneren Schutzes" hat die Einfuhr fchehen war, verzichtet habe. Die Worte Stalins seien ein Zeugnis dafür, daß die fowjelruffi- scheu Rüstungen ein deutliches Ziel haben, nämlich die hervorrufung oder die Beschleunigung der bolschewistischen Weltrevo- l u l i o n. Darum seien die nicht sowjetrussischen Rüstungen gegen alle nichlbolschewistl- schen Staaten ohne Rücksicht aus ihre Verfassung gerichtet. Estland protestiert in Moskau gegen die Gren-sübergriffe. Maske fallen und beabsichtigt jetzt offenbar nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis mit neuen Mitteln und Methoden das alte, in Wirklichkeit niemals aus dem Auge gelassene Programm der bol sch ewi st i schen Weltrevolution wieder aufzugreifen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß das Vorgehen Stalins als erneute Legitimation des Kreml für die Komintern und deren revolutionäre Tätigkeit im Ausland auszufassen ist. Englischer Besuch in Gtolp Der Beruf eines Journalisten verpflichtet. Hört der Zeitungsmann, daß in seinem Arbeitsbereich wichtige Ereignisse im Werden oder Abrollen sind, so kann es für ihn nichts anderes geben, als sich für diese Angelegenheit zu interessieren. Nun haben die an Zahl nicht geringen Vertreter der Auslandspresse in Berlin während der ganzen letzten Woche in ihren Blättern die merkwürdigsten Berichte aus Deutschland gelesen, die wie bekannt, in irgendeiner Lügenschmiede fabriziert und als Berliner Berichte auffrisiert worden sind. Kaum einer dieser Herren hat es jedoch für nötig gehalten, sich einmal selber in der Reichshauptstadt und draußen im Lande umzusehen. Sie hätten als ehrliche Berichterstatter diese blutrünstigen Greuelmärchen dementieren und die Wahrheit melden können, daß eben in Deutschland tiefster Frieden herrscht und ein jeder seiner gewohnten Arbeit nachgeht. Nur einer, der Sonderberichterstatter von „News Chronicle", hat sich doch aufgerafft und die Fahrt nach Stolp angetreten, wo es bekanntlich auch heiß hergegangen fein soll. Er ist, wie wir in seinem Bericht lesen, dort angekommen, hat überall in der Stadt herumgehorcht und schließlich, als er bei der Bevölkerung nur negative Auskünfte erhielt, direkt den Weg zum Kasino des in Stolp liegenden Kavallerie-Regiments eingeschlagen. Man hat ihn freundlich empfangen, aber als er die endlosen Geschichten über die Vorgänge in Stolp erzählte, mußte er sich von den unmittelbar Beteiligten sagen lassen, daß ihnen nichts von irgendwelchen Zwischenfällen bekannt wäre. Sonntag wurde er von der SA. zum Erbsenfest in das Schützenhaus eingeladen. Mit dem Regimentskommandeur, dem Kreisleiter, dem Bürgermeister, dem Brigadeführer der SA. und vielen anderen nahm er hier in harmonischer Gesellschaft einen Schlag Speckerbsen zu sich. (Sorgfältige und eingehende Untersuchungen, so berichtete dieser Korrespondent, die er in Stolp durchgeführt habe, hätten ihn endgül- tig zu der Ueberzeugung gebracht, daß es überhaupt keineZwischensälle dort gegeben habe, die irgendwie die geheimnisvollen Gerüchte der Weltpresse bestätigen könnten. Offiziere des in Stolp stationierten 5. Kavallerie-Regiments hätten ihm die Versicherung abgegeben, daß auch uichts sich in der kleinen Stadt ereignet habe. Im Gegenteil, alle Offiziere im Kgsino seien ehrlich erstaunt gewesen, afe er an sie derartige Fragen gerichtet habe. Er habe weder bei den militärischen Stellen, noch bei den Partei- und staatlichen Behörden in Stolp irgendwelche Spannungen festgestellt. Die gleichen Feststellungen hätten' auch alle anderen Auslandsberichterstatter treffen können, als die Warschauer Greuelmärchen auftauchten. schen Bundesarmee finden in der Neuyorker Bresse ein ekstaunlich geringes Echo, obwohl die Maßnahmen des englischen Kriegsministers Zur Verjüngung der britischen Armeeleitung wie auch die Reorganisation im Oberkommando der deutschen Armetz die amerikanische Presse tagelang beschäftigte und vielfach als eine gewaltige Sensation aufgebauscht wurde. Als bisher einziges Blatt nimmt die „Neuyorker Staats- 3 e i t u n g" zu dem im Einvernehmen mit dem amerikanischen Kriegsminister Woodring getroffenen Anordnungen des Generalstabschefs Cra » gh Stellung. Nicht persönliche Unzufriedenheit mit den verabschiedeten Offizieren und ihren Leistungen sei der ausschlaggebende Faktor dafür gewesen, sondern vielmehr die Erkenntnis, daß eine moderne Armee ihre Schlagkraft nur bewahren könne, wenn die Armeeleitung zeitweilig frisches Blut erhalte. Auch die Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses spiele hierbei eine große Rolle. Die Anforderungen, die im Zeitalter der mechanisierten Kriegsführung an die Offiziere gestellt würden, seien größer als je zuvor. Gerade in einer Armee — und die amerikanische mache dabei keine Ausnahme — bestehe oft eine Neigung zur Vergreisung und Vernöcherung. Daher müsse der oberste Befehlshaber, in diesem Falle also Roosevelt» von Zeit zu Zeit jene Aenderungen vornehmen, die im Landesinteresse notwendig erschienen. „Der Soldat des Friedens." Professor Grimm sprach vor französischen Frontkämpfern in Besan^on. Kein amerikanisches Zugeständnis in der Kloitenfrage. Technik und Vogelleben. Die Frage, in welcher Beziehung die fortschrei- tende menschliche Zivilisation und das Leben der Vögel zueinander stehen, erfuhr durch einen Vor- trag des bekannten englischen Ornithologen Professor James Ritchie von der Universität Edinburgh, eine neue Beleuchtung. Den Wert, den die Vögel für die Landwirtschaft haben können, erläuterte er durch einige Zahlen. In Kalifornien zum Beispiel werden von den Lerchen während der Nistzeit täglich 3340 Doppelzentner Insekten als Futter für ihre Jungen vertilgt, und in dem Staat Iowa fres- sen die Spatzen während eines Winters 8750 Doppelzentner Unkrautsamen auf. Anderseits hat der Mensch schon seit der neueren Steinzeit die Früchte seines Feldes und feine Herden von den Räubereien der Vögel zu schützen gehabt, und der Kampf hat Zur Verminderung und manchmal zur Ausrottung früher bei uns heimischer Vogelarten geführt. So ist der Adler aus unseren Breitengraden so gut wie verschwunden, der Rabe, der die Straßen mittelalterlicher Städte als willkommener Straßenreiniger durchwanderte, ist eine Seltenheit geworden. Dazu kommt die Nachstellung, die manche Vogelarten, die als seltene Jagdtrophäen oder als Leckerbissen' gelten, erdulden müssen. Wenn auch hier das Gesetz wie die öffentliche Meinung in den letzten Jahren manchen Wandel geschaffen hat, so wurden doch noch in den Jahren 1932 bis 1934 aus Aegypten 1 170 364 Wachteln nach Italien und England ein- geführt, von denen 500 000 für den englischen Markt bestimmt waren. Erst vor wenigen Wochen hat das englische Oberhaus ein Gesetz angenommen, das die Einfuhr von Wachteln verbietet. Dazu kommen die Gefahren, die die moderne Technik für das Leben der Vögel bietet. An den hellen Scheiben der Leuchttürme finden alljährlich Hunderttausende von Zugvögeln ihren Tod, ebenso vielen wird das Oel verhängnisvoll, das die neuzeitlichen Schiffe auf der Meeresoberfläche verbreiten. Dennoch kann man nicht sagen, daß die moderne Zivilisation sich ausschließlich schädlich für das Vogelleben auswirkt. Der Getreidebau deckt auch den Vögeln einen reichen Tstch. f° daß in Agrarländern die heutige Dogelbe- völkerung ihre ursprüngliche Zahl bei weitem über« freiten W,W. Warschau, 5. Febr. (DRB. Funkspruch.) Das Schreiben Stalins wird in der polnischen Presse als Ankündigung einer neuen Offensive der Komintern auf die benachbarten Staaken auf- gefaßt. „Gazeta Polska" schreibt, die Ankündigung der Verstärkung der Fäden, die die Sowjetunion mit den marxistischen Truppen der „bürgerlichen Staaten" verbinden und gleichzeitig die Ankündigung sowsetxussischer Rü st ungen zu Land, zur See und in der Luft, alles das entspreche den Tra- dationen der sowjetrussischen Politik aus den Jahren des kriegerischen Kommunismus. Das offene Bekenntnis Stalins zum Krieg des Bolschewismus in anderen Landern, mit anderen Dorten zur Weltrevolution, lasse eine starke Aktivierung der Tätigkeit der Komintern erwarten. Ls sei nicht ausgeschlossen, daß die bisherigen Moskauer Agitationsmethoden jetzt durch Drohungen militärischer Ratur un- der Weltrevolution als deren eigenste Zweckbestimmung festlegen will. Man erinnert sich, daß Stalin noch vor kaum zwei Jahren in einem Interview gegenüber dem amerikanischen Journalisten Roy Howard die weltrevolutionären Absichten des Sowjetstaates als „tragikomisches Mißverständnis" bezeichnet hatte. Im Gegensatz zu einer solchen Verdunkelungstaktik (die freilich mit der Praxis z. B. in Spanien in krassestem Widerspruch stand), läßt Stalin nunmehr wieder die Größte Beachtung in Polen. Oie neue Akt vierung der bolschewistischen Agitation bedroht alle Völker. deckten sie, daß der Wagen ausgeplündert und alles, was irgendwie von Wert war, gestohlen war, einschließlich meiner Person. Ich war keine Kostbarkeit. Weiße Babies bekamen von den Rothäuten gewöhnlich einen Hieb über den Kopf, der verhinderte, daß sie zu weißen Männern und Frauen aufwuchsen. Als der Komanche an jenem Tage in unseren Wagen schaute und mich sah, war sicher seine erste Absicht, seinen Tomahawk auf meinen Schädel sausen zu lassen. Aber dieser Schädel war mit einem Schopf goldroten Haares bedeckt, und das hielt den Hieb auf. Reinblütige Indianer, zum mindesten die Komanchen, find niemals rothaarig, aber einige ihrer Götter waren es. Ich war eine Rarität, stand vielleicht in Beziehung zu den Göttern. So kam ich, in dem nackten Arm eines Wilden in Kriegsbemalung, in das Komanchenlager. Dort wuchs ich auf und wurde ein richtiger Indianer bis auf Haut und Haar. Ich war klein für mein Alter, aber stämmig und kräftig, und mit neun Jahren war ich ein so guter Reiter, daß die Komanchen daran dachten, mich zu einem Krieger ZU machen. Aber da geschah etwas, was mich statt einem Komanchen zu einem Sioux werden ließ. Eines Tages nach einer Beratung zwischen Komanchen und Sioux sahen einige der Sioux mich zu Pferde und wünschten meinen roten Kopf in ihrem Stamm zu haben. Sie machten den Komanchen ein Angebot, das sie stufenweise erhöhten, bis es bei neun Ponies, neun Pferdecken und zwei Mädchen, darunter ein weißes, stand. Das war ein hohes Angebot, zu hoch, um zurückgewiesen zu werden. Ich glaube, sie hätten mich billiger haben können, aber die Sioux find nun einmal die „Könige der Prärie", die nobelsten und tapfersten der Prärie-Indianer, etwas weniger grausam als die Komanchen und keine Teufel wie die Apachen. Die Sioux lehrten mich den Gebrauch von Pfeil und Bogen, Speer, Büchse, Tomahawk und Skal- piermesfer. Ich wurde von dem Häuptling, John Gall, adoptiert, der mich mit freundlicher Strenge erzog und in allen Künsten des Jagens und Tötens unterrichtete. Meine Pflegemutter liebte mich chohl, aber nach indianischer Sitte zeigte sie es mir niemals in der Oefentlichkeit, weil mir das zur Un- ebre gereicht hätte, und niemals privat, weil mich das. oerweichluht hatte. Mit zchu Jahren war ich begründet werde. Amerika habe kein Recht, so sagte er zum Schluß, Japan zum Verlassen Chinas aufzufordern, solange es nicht seine eigenen imperialistischen Bestrebungen aufgebe. „Ein bequemer Vorwand." Rom, 14. Febr. (DNB.) Japans Ablehnung, das Schiffsbauprogramm bekanntzugeben, ■ wird von den römischen Blättern mit vollem Verständnis gewürdigt. „Giomale d'Jtalia" erklärt, Japan betrachte sich an die Londoner Abkommen von 1936 gebunden und befinde sich der feindseligen Politik einer Koalition der Vereinigten Staaten, Englands und Frankreichs gegenüber. Diese Politik sei in den Drohungen Roosevelts in Chikago klar zum Ausdruck gekommen. Roosevelts Behauptung einer angeblichen Bedrohung der amerikanischen Küsten sei nichts anderes als ein bequemer Vorwand für das gewaltige amerikanische Rüstungsprogramm. — Auch die „Tribuna" befaßt sich mit den riesigen Seerüstungen der „großen Demokratien" und betont, daß dieses Wettrüsten nichts anderes sei als eine neue Offensive der überreichen gegen die weniger reichen und bie armen Mächte. Die Verjüngung der amerikanischen Armee. Die große Presse schweigt über die umfassendenPersonaländernngen ein Siouxkrieger, stolz und glücklich, und hätte von mir aus mein ganzes Leben lang einer bleiben ■ können. Aber es sollte anders kommen. Damals kämpfte mein Stgmm und andere Indianer erbittert gegen die Goldsucher, die sich in die Black Hills ergossen. Jeder Wagenzug wurde angegriffen, aber viele waren von Soldaten begleitet, und die meisten Auswanderer waren erstklassige Schützen und ließen viele Rothäute ins Gras beißen. Die Indianer entwickelten den Trick, im Galopp an den Wagen vorbeizureiten, an der entgegengesetzten Seite des Pferde^ hängend und unter dem Pferdehals hin-, durchfeüernd. Natürlich benutzten sie keine Sättel, sie ritten auf blankem Pierd oder auf Decken. Mit 14 Jahren kam ich in Kontakt mit weißen Männern in Fort Sill und anderen (Soldaten- ftationen. Von ihnen schnappte ich ein paar englische Worte auf und begriff, daß ich ein Weißer war. Aber dies gab mir anfangs keine Veranlassung, meine Siouxfreunde zu verlassen. Eines Tages jedoch sprach Major Elliot, ein überall oielbewun- derter Offizier, ein paar Worte zu mir. „Mein Junge", sagte er, „du bist ein Weißer, du solltest mit uns leben. Was würden deine Siouxfreude von einem Sioux denken, der mit Weißen anstatt mit seiner eigenen Rasse lebte? Du weißt, sie würden ihn verachten. Sollen deine eigenen Leute dich als eine Art Deserteur betrachten?" Meine Antwort war wahrscheinlich ein Knurren, und ich bin gewiß, daß mein Ausdruck nicht wechselte, aber seine Worte trafen hart. Das Ergebnis war schließlich, daß ich die Sioux verließ und ein Pfadfinder in der amerikanischen Armee wurde, mit 15 Dollar die Woche. Meine Pflegeeltern und Freunde sagten mir Lebewohl, ohne irgendwelche Gefühle zu zeigen, aber ich weiß nicht, wgs hinter ihren ernsten Gesichtern vorging. Ob sie je begriffen haben, was sie angerichtet hatten? Durch ihre Erziehung hatten sie sich einen viel gefährlicheren Feind geschaffen, als die Armee selbst je heroorgebracht haben könnte. Ich konnte auf dem Bauch kriechen lautlos wie eine Schlange, ich wußte, welche Fallen sie dem weißen Manne stellen, und ich konnte denken wie sie. Ich konnte mich auch, wenn es sein mußte, als In. dianer verkleidet unter sie mischen, und ich habe §2 gelegentlich getan." Washington, 14. Febr. (DNB.) Im Staatsdepartement wurde erklärt, daß die japanische Antwortnote Gegenstand von Beratungen mit England und Frankreich sein werde. Man verspreche' sich nichts von der Einberufung einer Abrüstungskonferenz, wie Senator King sie, gestützt auf das in der japanischen Not enthaltene Angebot einer allgemeinen Flottenbegrenzung, verlange. Man fei darüber unterrichtet, daß Japan heute genau wie 1936 in London ein Abkommen nur unterzeichnen mürbe, wenn ihm darin völlige Gleichheit der Gesamt-Tonnage zugestanden wird, anstelle des früheren Verhältnisses von fünf amerikanischen und fünf britischen zu drei japanischen Kriegsschiffen. In Washington ist man entschlossen, ein derartiges Zugeständnis nicht zu geben, man behauptet, daß Flottengleichheit Japan den Angriff gegen Amerika ermöglichen würde. Im Marineausschuß des Abgeordnetenhauses befürwortete der republikanische Abgeordnete Hamilton Fish die Gewährung der Flottenparität an Japan. Das geplante Flottenbauprogramm sei u n - vereinbar mit Amerikas überlieferter Politik der Neutralität und Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder. Die Marinesachverständigen hätten erklärt, Japan könne selbst im Falle der Flottenparität keinen Angriff auf Amerika unternehmen. Warum gebe man Japan nicht die G l e i ch b e r e ch t i g u n g zur See, wenn Amerika nicht die Absicht habe, den „W e l t p o l i z i st e n" zu spielen? Die USA.» Flotte sei heute bereits stärker als zur Verteidigung notwendig sei und führe im Rennen um die Flottenüberlegenheit. Fish bekannte sich zu der Notwendigkeit, den Kommunismus zu bekämpfen und widerlegte das Agitationsgerede von einer drohenden Gefahr, mit dem die Aufrüstung Neuyork, 14. Febr. (DNB.) Die für Friedenszeiten außerordentlich umfassenden P L s o n a l -1 Frontkämpferaufgabe der d e ränd er ungen in der amen kani -1 innerte daran, daß Hitler Paris, 15. Febr. (DNB.) Der Vizepräsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Professor Dr. Grimm (Essen), sprach vor den ehemaligen französischen Frontkämpfern in Besan^on über Adolf Hitlers Friedensbestrebunaen und bie Frontkämpferaufgabe ber Völkeraussöhnung. Er er« : vom Soldaten des Die Weltrevolution bleibt bas Ziel des Volfchewismus Komintern und Rote Armee die Offensivkräste Gtalins. Moskaus Ziel bleibt das gleiche. Moskau, 14. Febr. (DNB.) Die parteiamtliche „Prawba" veröffentlicht ein Schreiben Stalins an einen unbekannten Provinzfunktionär des kommunistischen Jugenbverbandes als eine Art offener Brief des Parteidiktators an die gesamte Sowjetöffentlichkeit zum Zwecke der erneuten Bestätigung der weltrevolutionären Doktrin des Bolschewismus. Mit nachdrücklicher Entschiedenheit bezeichnet Stalin darin bie Ansicht als völlig falsch, baß bie Ausrottung aller antibolschewistis ch e n Elemente an sich schon die „endgültige" Verwirklichung des kommunistischen Programms bedeute. Die Aufrechterhaltung des bolschewistischen Regimes in ber Sowjetunion sei vielmehr lediglich als b i e eine Hülste, als ein Teilstück einer Gesamtausgabe zu verstehen, die auf die Aufrichtung eines von Stalin mit Vorsicht als „Sozialismus" bezeichneten Regimes auf der ganzen Welt hinauslaufe. Lenin herbe als Lebensgesetz des bolschewistischen Staates verkündet, daß dessen Existenz neben den „imperialistischen" Staatswesen in der sogenannten „kapitalistischen Einkreisung" auf die Dauer unmöglich sei. Daraus ergebe sich notgedrungen die „Zusammenarbeit" und wechselseitige Unterstützung zwischen dem bolschewistischen Staat einerseits und den revolutionären Bewegungen aller übrigen Länder anderseits. Deshalb gelte es, die ,Ä n - ternationalen proletarischen Verbindungen" zwischen ber Sowjetunion und den revolutionären Bewegungen ber „bourgeoisen Länder" zu verstärken und zu befestigen. Ferner müßten die rote Armee, bie rote Flotte und die rote Luftwaffe auf jede Weise a u s g e - baut werden. Es müsse „die ganze Sowjet- beoölferung im Zustanb ber Mobilisierung gehalten werben". Es kann kein Zweifel barüber bestehen, baß Stalin bie bolschewistische Partei und deren ausländische Trabanten wieder nachdrücklich auf bie Grundsätze freundschaftliche Beziehungen zu Japan aufgenommen, bie auch bem Austausch geistiger Güter mit dem rasseverwanbten Jnselvolk Asiens bienen sollen. Die Englänber haben von jeher bie Malaien« Halbinsel als ihre eigene Lcmbbriicke, bie von London, Indien, Birma über Singapore nach Australien führt, betrachtet und find daher von ber Einflußnahme Japans in Siam wenig angenehm berührt. Sie haben es beshalb nicht unterlassen, im Bunbe mit Holland. bie Öffentlichkeit auf bie Ge- fobr hinzuweisen, bie burch einen Durchstich ber in Siam liegenden ßanbenge von K r a erwachsen könnte. Ein Kanal an biefer Stelle war bereits Don Lesfeps geplant. Sein Bau würbe Japan vielleicht Vorteil bringen unb bie Stellung Englanbs in Singapore schwächen. Noch aber existiert er nicht, darum bleibt abzuwarten, wie sich bie ^Zukunft gestaltet. Japan bemüht sich nach bem Beispiel Mandschukuos in Siam wirtschaftliche Interessen zu erwerben, u. a. Baumwollplantagen cmzu- legen, um von ber amerikanischen Baumwolleinfuhr unabhängig zu sein. Diese wirtschaftliche Durchdringung wirb burch. Entsenbung militärischer Missionen unterstützt. Die luftpolitischen Beziehungen Japans zu Siam sollen bas eigene Flugnetz von Tokio über Taiwan weiter nach Sübo'sten aus- behnen. 30 Prozent bes siamesischen Staatshaushaltes bienen ber Lanbesverteibigung unb Aufrüstung Siams. Eine große Zahl siamesischer Kriegsschiffe erbauen japanische Werften in Verbinbung mit ber Ausbilbung siamesischer Marineoffiziere unb Mannschaften burch Japan. Der fteigenbe Einfluß' Japans in diesem Wetterwinkel flößt namentlich England große Besorgnis ein und zeigt gleichzeitig an, daß stch die abendländischen Kolonialmächte hier in einer Verteidigungsstellung befinden. C. O. Weltkrieges zum Soldaten des Friede n s gviüc:uen sei. Noch nie Hube ein Staatsmann bi? d. ich. n V ckkes so entschieden die Theorie vom rb'elnd als überwunden bezeichnet wie Girier. D^r Nationalsozialismus habe keinerlei C k o b e r u n g s a b s i ch t e n , sondern achte ge! ide aus seinen Grundsätzen heraus das Recht der anderen. Professur Dr Grimm wurde vor seinem Vortrag imRathausvon Besan^on empfangen. Er hatte ferner Gelegenheit, der Vorführung eines Films vom großen deutsch-französischen Frontkämpfertreffen, das in Besan^on im Herbst vergangenen Jahres stattfand, beizuwohnen. Engste Zusammenarbeit Mischen KdF. und Dopolavoro. Berlin, 14. Febr. (DRV.) In dem Bestreben, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien weiter auszubauen, ist jetzt ein neues Abkommen vom Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sowie dem Generalsekretär S t a r a c e unterzeichnet worden, nach dem künftig alle in Deutschland lebenden Italiener, sofern sie in den Listen der Opera Nazionale Dopo- lavoro geführt werden, dieselben Vergünsti- g u n g e n erhalten wie die DAF.-Mitglieder. Ebenso werden allen Mitgliedern der DAF., die i n Italien leben, dieselben Vergünstigungen zustehen, wie den Mitgliedern der Opera Nazionale Dopolavoro. In jedem Jahr werden mehrere Führer der DAF. und der Opera Nazionale Dopolavaro unter sachkundiger Führung das nationalsozialistische Deutschland oder das faschistische Italien kennen lernen. In den Monaten April bis Oktober schickt die Opera Nazionale Dopolavaro etwa 6000 Personen in Sonderzügen nach Deutschland. Die deutsche Organisation wird zu einer ihr günstig erscheinenden Zeit ebenso viele KdF.-Rei- sende nach Italien senden. Reisedauer und Kilometerzahl sind für die Reisenden beider Länder dieselben. Endlich wurde vereinbart, daß für die von der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" angesetzten Jtalienreisen die Opera Nazio- nale Dopolavoro während des ganzen Aufenthaltes der deutschen Gäste in Italien die D u r ch - führung des Programms übernimmt. Griechenland ehrt Reichsminister Rust. Berlin, 14. Febr. (DNB.) Reichsminifter Rust empfing den Kgl. Griechischen Gesandten Seine Exzellenz Rizo R a n g a b 6 in Begleitung des zur Zeit in Deutschland weilenden Ministerialdirektors M a r i n a t o s, des Prof. K a l i t s o u n a k i s, des Presseattaches der griechischen Gesandtschaft Major Kriaekoukis und des Herrn Dr. Walafis, als Vertreter der Athener Studentenschaft, in Anwesenheit von Staatssekretär Zschintzsch, der Ministerialräte Graf zu Rantzau und Frey und des Presfereferenten Rechtsanwalt G l a u n i n g. Exzellenz R a n g a b 6 wies in einer herzlichen Ansprache auf die Hundertjahrfeier der Universität Athen im Vorjahre und deren seinerzeitige Gründung durch König Otto von Wittelsbach hin und auf die engen geistigen Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland. Sodann fuhr er forh „Ich schätze mich besonders glücklich, als Enkel desjenigen Mannes, welcher vor mehr als 50 Jahren mein Vaterland in diesem Lande vertreten hatte und welcher jahrelang die lebendige Verbindung zwischen der Athener Universität und der akademischen Welt Deutschlands gewesen ist, daß mir heute dieser mich ehrende Auftrag zuteil wurde, Ihnen, Herr Reichsminister, dessen Begeisterung für das grie- chische Ideal ich ibesonders schätze, das Diplom und die Medaille Ihrer anläßlich der Hundertjahrfeier erfolgten Ernennung zum Ehrendoktor der Universität zu überreichen, ein geringes Zeichen großer Dankbarkeit für alles, was die deutschen Gelehrten unter Ihrer zielbewußten Führung für die Wissenschaft und die griechische Kultur und Gesittung getan haben." Anschließend wandte sich Pros. K a l i t s o u n a - kis im Auftrage der Universität Athen an Reichsminister Rust und überreichte ihm das Ehrendiplom der philosophischen Fakultät der Universität Athen, das Tephisma, und die silberne Jubiläumsplakette. Er wies darauf hin, daß der Rektor der Universität das Diplom mit einem Briefe begleitet habe, in dem es heißt, daß die Ernennung in Anbetracht der hohen Wirksamkeit von Reichsminister Rust in allen Unterrichtsangelegenheiten Deutschlands und der mit so großer Liebenswürdigkeit erfolgten Wieder- aufnahme der Ausgrabungen in Olym- p.i a erfolgt fei, für die der Führer in so edler Weise die Mittel zur Verfügung gestellt habe. Der Besuch des Ministers in Griechenland und die Herzlichkeit, mit der er überall empfangen worden sei, bezeuge, wie tief die Sympathie des griechischen Volkes für Deutschland und für die Männer sei, die es heute fuhren. Reichsminister Rust dankte für die Ehrung, die er im Namen der deutschen Wissenschaft entgegennahm. Er erinnerte an den feierlichen Augenblick, als der Fackelträger das Feuer von Olympia durch das Marathontor des Olympia-Stadions in Berlin gebracht habe und wies darauf hin, daß uns heute durch unser eigenes völkisches E r - wachen das hellenische Volk wieder lebendig und nahe gebracht worden sei. Wir sehen im alten Hellenentum die Offenbarung des Gesamtmenschentumes, in dem die Einheit der Frömmigkeit, der Kunst und des politischen Denkens sich in seltener Harmonie gebildet habe. Er nehme das Diplom auch im Namen der nationalsozialistischen Bewegung an, bei der die alte Liebe der Deutschen zu Hellas einen neuen Sinn erhalten habe. Anschließend überreichte der Presseattache Major Kriaekoukis Reichsminister Rust ein besonderes Exemplar seines gemeinsam mit Dr. Böhmer verfaßten Buches „Hellas und das neue Deutschland" mit einer Widmung. Die Kämpfe am Hwai-Fluß. Wir lesen nun schon wochenlang von Kämpfen zwischen Japanern und Chinesen am Flusse Hwai in Mittelchina. Dieser Fluß ist auch auf guten Karten großer Atlanten nicht leicht zu finden, weil er nicht in das Meer, sondern in einen der großen mittelchinesischen Binnenseen, den Hungtsöhu mündet. Er entspringt in dem Hwai- frnajh NTUNC NGAN- -'..WH El ^1OST- i/WcHIN Gebirge, einem Gebirgszug, der bis zu 1500 Meter Höhe aufsteigt und der die große nuttelchmesische Ebene von dem unteren Tale des Hankiang trennt. Würden die Japaner diese Wasserscheide zwischen dem Hwai-Fluß und dem Hankiang, einem Nebenfluß des Jangtsekiang, überschreiten, so wurden sie H a n k a u , den augenblicklichen Regierungssitz der chinesischen Behörden am mittleren Jangtsekiang um einige 100 Kilometer überflügeln! Damit deuten wir aber im Grunde Zukunftsperspektioen an. Zunächst handelt es fid) um Kämpfe am unteren Hwai, dessen wesentliche strategische Eigenheit darin besteht, daß eine japanische Nord- und eine japanische Südarmee die chinesischen Streitkräfte, die noch Widerstand leisten, in die Zange zu nehmen versuchen. Lange hat man als das Ziel des japanischen Fortschrittes die Stadt H s ü tf ch a u angegeben und das mit einigem Recht, denn diese Stadt liegt an der Kreuzung der von Tientsin nach Nanking führenden Bahn und der wichtigen Ostwestbahn, die in dem mittelckinesischen Hafen Haitschau beginnt und einmal die Nordsüdbahn Tientsin —Nanking und dann die Nordsüdbahn Peking — Hankau kreuzt, um an der Westgrenze Honans zu enden, und zwar gerade an dem Punkt, wo der berühmte „Gelbe Fluß", der Hoangho, seinen großen Knick aus der Nordsüd- nach der Westostrichtung macht. Im Gegensatz zu diesen Vermutungen über einen bestimmten örtlichen Zielpunkt Der Japaner steht offenbar jetzt ihr strategisches Ziel, dieses ganze Eisenbahnnetz als solches anzuschneiden und für die Chinesen unbrauchbar zu machen, ohne daß einzelne besonders wichtige Eisenbahnknotenpunkte in den Vordergrund geruckt werden. Damit verlieren die zum Schutze dieser Knotenpunkte ausgebauten chinesischen Feldbefestigungen wesentlich an Wert. Eine Reise nach Tokio. I Von unserem H. Tr.-Äerichierstatter. VI. Blick aufs Festland... Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tokio, im Januar 1938. Eine japanische Zeitung stellte soeben fest, daß sich in verschiedenen japanischen Bezirken bereits ein erheblicher M a n g e l a n l an Ö mir t s ch aft- lichen Arbeitskräften bemerkbar mache. Und zwar, weil ein Teil der Landarbeiter in die 1 gut verdienende K r i e g s i n d u st r i e abgewandert und der Rest zum H e e r e s d i e n st emgezogen fer Mit anderen Worten: Das ganze Ausmaß der japanischen militärischen Krastanstrengung kann man erst dann würdigen, wenn man °°n,T°kw aus einen „Blick aufs Festland wirft, wo fick die militärischen Operationen weiter entwickeln. Will man die Singe, die auf dem pefttan?‘uü jpielen, einigermaßen richtig werten bann muß m°n °uch d°rt M —' ®biV Ä fft etU ”o graf wie Deutschland, und Frankreich zusammengenammen. Das von den jap°- ? ® jSiL'L L ® ataeto» 370 000 2u°dratmeilen m dmen nur an nas’Ä’»: arme- mcht » Gruppe durchgesiihrt werden dann^liegt auf der Hand. Man wird nun uerftefjen, warum die Chinesen glauben, gewisse Hoffnungen auf den Kleinkrieg setzen zu können, zu dem sie sich entschlossen haben. Detin die chinesischen Armeen, die als sogenannte „Provinzial-Armeen" in dem jetzt völi den Japanern besetzten Nordchina gestanden haben, sind zwar geschlagen, ab e r nicht vernichtet worden. Sie haben sich in kleine und kleinste Formationen aufgelöst und sich irgendwo in Sicherheit gebracht. Also — um bei geläufigen europäischen Begriffen zu bleiben —: eine „Armee hat sich in die Karpathen zurückgezogen, eine andere hat sich in die „Böhmischen Wälder" geflüchtet, die dritte hat sich im „Ost- preußischen Seengebiet" versteckt, eine andere ist nach Süditalien gezogen, wieder eine andere hat sich die italienischen Alpen ausgesucht usw. Die Japaner haben also zwar Nordchina erobert, aber dies Riesengebiet muh nun erst noch von den versprengten chinesischen Truppen gesäubert werden. Vorsichtige Rechner nehmen die Zahl Der japanischen Besatzungstruppen mit 500 000 Mann an. Diese Zahl ist vielleicht stark übertrieben. Immerhin fällt die gesamte Besatzungsarmee für Operationen gegen eine Dritte angreifenDe Macht aus, weil jeher Mann zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in einem feindlichen Gebiet von riesengroßer Ausdehnung gebraucht wird. Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Japaner mit ihrer gewohnten Energie sofort Daran gegangen, im besetzten Gebiet wenigstens klare politische Verhältnisse zu schaffen. Zu diesem Zweck ist durch den japanischen Generalmajor Kita in Pe- fing eine „autonome Regi.erung" gebildet morden die aber selbst von den Japanern noch als „Provisorium" bezeichnet wird, well sich bisher keine geeignete chinesische Persönlichkeit von Ansehen und Einfluß zur Uebernahme dieses' Postens gefunden hat. Zunächst aber kommt es Darauf an, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen und wieder Handel und Wandel in Gang zu bringen. Und hier erhebt sich ein neues Problems Die Haupteinnahmen der chinesischen Regierung bildeten die See-Zoll-Einnahmen, aus Denen auch Der Zinsendienst für die europäischen Anleihen bestritten wird. Da Der europäische Handel mit dem Fernen Osten infolge der Kriegswirren außerordentlich stark zurückgegangen ist, sind auch die Zolleinnahmen entsprechend gefallen, und da die japanischen Waren fast durchweg in Nordchina zollfrei eingeführt werden, fallen hier die Zolleinnahmen vollkommen fort. Das aber kann natürlich nicht im Interesse der neuen „autonomen Regierung" dzw. Der Japaner liegen, wie erklärlicherweise auch diese neue Regierung nicht auf die Hölle Verzicht leisten kann. Also muß Japan einen Zoll auf seine eigenen Waren legen. Nun hofft man in Japan allerdings, daß sich alle diese Schwierigkeiten überwinden lassen und daß sich mit den natürlichen Reichtümern Nordchinas die gesamten Kriegskosten bezahlen lassen werden. Immerhin gilt es zu bedenken, daß viele Werte entweder durch die kriegerischen Operationen oder von den Chinesen absichtlich vernichtet worden sind, so daß sehr viel Zeit und Geld erforderlich sind, um diese Werte wieder ertragsfähig zu machen. Und dies wird von den Japanern durchaus erkannt und in Rechnung gestellt. Der Gauleiter überreicht das goldene Ehrenzeichen. NSG. Auf einer Zusammenkunft des hesten- nastauifchen Führerkorps der Partei überreichte der Gauleiter am Montagnachmittag den Parteigenossen: stellvertretender Gauleiter e. h. Staatssekretär Reiner, Kreisleiter e. h. Landrat Lammet, Gauamtsleiter e. h. Ministerialrat Löwer, Gauamtsleiter Bürgermeister Bremmer, Kreisleiter e. h. Bürgermeister Hollenders das ihnen am 30. Januar vvm Führer verliehene goldene Ehrenzeichen derPartei. Im weiteren Verlauf des Zusammenseins sprachen NSKK.-Ober- gruppenführer S e y d e l über das Aufgabengebiet des NSKK. und Gauamtsleiter Prof. Dr. Kranz über rassenhygienische Fragen. Parle-gründuugsfeier in der Hauptstadt der Bewegung. München, 14. Febr. (DNB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, gibt bekannt: Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei begeht am 24. Februar 1938 ihren Gründungstag. Wie alljährlich, so werden sich auch Heuer die ältesten Kämpfer Der Bewegung an Diesem Tage im denkwürdigen Hofbräuhaus versammeln. Infolge Der Dortigen beschränkten Platzverhältnisse wird eine Parallelkundgebung im Bürgerbräukeller stattfinden. Teilnahmeberechtigt sind: Die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der Partei, Die gleichzeitig im Besitz Des Blutordens sind. Die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens. Die Inhaber des Blutordens. Die Sterneckergruppe. Die Teilnahme an der Feier im Hofbräuhaus kann nur in b e - fchränktem Maße erfolgen, da sich eine große Anzahl von Altparteigenossen aus dem ganzen Reich gemeldet hat. Die auswärtigen Teilnahmebe.rechtig- ten müssen bis spätestens 18. Februar Antrag an die Gauleitung München, Prannerstraße 20, stellen. Schafft Schießstände für die Hiller-Zugend! Berlin, 10. Febr. (DNB.) Eine Million Jungen üben heute am Kleinkalibergewehr, und bald soll jeder, der mit 18 Jahren die Hitler-Jugend verläßt, wenig st ens ein guter Durchschnittsschütze sein. 7000 Hitlerjungen haben im vorigen Jahre im ersten Reichsschießwettkampf um den Ehrenpreis des Reichsjugendführers und um den Titel des R.eichsfiegers bei den HI.-Kampfspielen in Nürnberg gekämpft, und bei Den jetzt beginnenden Ermittlungsschießen für den Reichsschieß- wettkampf 1938 sollen bereits alle HI.- Einheiten vertreten sein. Schießen ist Uebungssache, urib die Bekanntschaft mit Kimme und Korn wird deshalb am besten schon in Der Jugend gemacht. Das heißt nicht — wie von maßgebender Stelle immer wieder eindeutig festgestellt wurde —, daß wir etwa nach Dem Muster vieler anderer Länder schon den Jüngsten oder gar der weiblichen Jugend Die Kriegswaffe in Die Hand geben. Die Luftbüchse des Jungvolkes und das Kleinkaliber-Gewehr Der HI. dienen nicht dazu. Den Jungen das Kriegshandwerk einzudrillen. Vielmehr gehört die Schießausbildung in den planvollen Erziehungsweg, auf dem die Jugend heute pon Der Pimpfenprobe über Die Grundschule Der Leibesübungen bis zu Den Leistungsabzeichen z u erhöhter körperlicher unD geistig-charakterlicher Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft geführt wird. Wie jeher Junge schwimmen und boxen lernt, so muß er auch in Der Handhabung des Gewehrs sicher sein, die ihm Verantwortungsbewußtsein und Sicherheit, Kon- zentrations- und Entschlußkraft anerzieht. Da Die HI. nicht in Der Lage ist, aus eigenen Mitteln Schießstände zu bauen, wird es auf die Unter st ützung Der Gemeinden, Der Partei und ihrer Gliederungen ankommen. Was der gemeinsame Einsatz aller beteiligten Stellen auch mit geringen Mitteln in kürzester Frist vermag, Dafür hat Das Baujahr Der Hitler-JugenD genügenD nachahmenswerte Beispiele geliefert. Die Reichsstelle für Sippenforschung Berlin, 11. Febr. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei Himmler und Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, ^-Oberführer Dr. Stuck art besichtigten die Reichsstelle für Sippenforschung in Berlin. Die Führung hatte ^-Sturmbannführer Reichsamtsleiter Dr. Mayer, Der Den Aufgabenkreis (Klärung schwieriger Abstammungsverhältniffe im staatlichen unD parteiamtlichen Interesse) umriß unb Die Sicherung und Auswertung des Quellenmaterials im Interesse einer lebendigen und zukunftsfrohen Bevölkerungspolitik herausstellte. Die aus den bereits erteilten, rund 70 000 Abstammungsbescheiden und anderen Quellen erwachsene sogenannte F r e m d st ä m m i g e n - K a r t e i und die Ahnen st arnm-Kartei (Ahnen vor 1800) fanden besonderes Interesse. Durch photographische Aufnahme von Kirchenbüchern und Erstellung von Neubüchern wurde bereits Erhebliches für Rettung gefährdeter Quellen getan. Der Reichsführer ff gab der Hoffnung Ausdruck, daß von allen Dienststellen Der Partei und des Staates Der Reichsstelle für Sippenforschung noch mehr Die Möglichkeit gegeben werde, für Die Durchführung Des Programmpunktes 4 Der NSDAP, zu wirken. Kleine politische Nachrichten. Der Gauleiter der Reichshauptstadt, Reichsminister Dr. Goebbels, überreichte den Parteigenossen Staatssekretär Hanke, Ministerialrat Häger t, Polizeipräsident Graf He11dorf, ff- Gruppenführer Moder und Drtsgruppenleiter Wollenberg das Goldene Ehrenzeichen der Bewegung, das ihnen der Führer anläßlich des 30. Januar verliehen hatte. ♦ Die Deutsche Lufthansa hat für ihre Ausstellungserzeugnisse auf der P a r i s e r Weltausstellung einen Grand Prix erhalten. Anerkannt wurden vor allen Dingen die Darstellung des Lufthansa-Fernstreckenverkehrs, die zeigte, wie umspannend das Luftverkehrsnetz der deutschen Han- delsluftfahrt ist, und die ausgezeichnete Zusammenstellung Der gesamten Anschauungsstücke. Mussolini spenDete im November vorigen Jahres für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 10 00 Doppelzentner Harr ar-Ka f - f e e. Nachdem 100 Doppelzentner bereits Anfang Dezember in München eingetroffen waren, wurden am Montag die restlichen 900 Doppelzentner in Hamburg ausgelaben. * Der Kaiserlich JapanischeBotschafterund Frau Togo gaben einen Tee-Empfang in der Botschaft. Das Diplomatische Korps war zahlreich ver- Die Rachwehen der Grippe wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwächezustände und Frösteln werden wie die Grippe selbst mit toilfe v "N Klosterfrau-Melissengeist leichter überwunden. Man trinkt dreimal täglich eine Tasse heißen schwarzen Tee oder Pfefferminztee, dem 1 bis 172 löffel Klosterfrau - Melissengeist zugeselzt werden. Sehr gut ist es auch, Klosterfrau - Melissengeist- Heißtrank (nach Gebrauchsanweisung) zu trinken oder zweimal täglich Klosterfrau-Melissengeist in einem geschlagenen rohen Ei unter Zusatz von etwas Zucker zu nehmen. Sie erhalten Klosterfrau- Mellssengeistin Apotheken unb Drogerienin Maschen von 90 Pf. an. Nur echt in der blauen Packung mit Den Dtei Nonnen; niemals lose. esrv treten. Unter Den Deutschen Gästen sah man Reichs- außenminister vonRibbentrop sowie viele füh- renDe Vertreter von Staat, Partei, Wehrmacht, Kunst unD Wissenschaft. Die nieberlänbische Regierung hat Die Beglau- b i g u n g 5 f d) r e i b e n für Den neuernannten nie- berlänbischen Oefanbten in Rom Dr. Hubrecht fertiggestellt. Obgleich Dies nicht besonders betont wird, werben bie Beglaubigungsschreiben an ben König von Italien, Kaiser von Aethio- pien gerichtet sein, so baß ihre Ueberreichung einer tatsächlichen Anerkennung ber italienischen Besitzrechte in Afrika burch bie Nieberlanbe gleichkommt. Die sowsetamtliche ,Hswestija" erwähnt an versteckter Stelle, baß bas Oberkommando über bie gesamten sowjetischen ßuftftreit- f r ä f t e gegenwärtig ber Armeekorpskommanbeur Loktionow inne hat, ber bisher Befehlshaber im Militärbezirk Sowjet-Mittelasien war. Er hat also Die Nachfolge Des verhafteten Armeekomman- banten Alksnis als Chef ber roten Militärluftflotte angetreten. Das amtliche Enbergebnis ber Wahlen z u m No rb irischen Parlament hat für bie Regierungspartei bes englanbfeinblichen Lorb Crai- g a ü o n 39 von 52 Sitzen gebracht, währenb sämtliche anderen Parteien zusammen nur 13 Sitze erhalten haben. Die Regierungspartei hat gegenüber den letzten Wahlen 3 Sitze gewonnen. Kunst und Wissenschaft. Oer Rassenforscher Professor Ludwig Schemann f. Der Ehrenbürger der Stabt Freiburg, Professor Dr. Lubwig Schemann, ist gestorben. Der Oberbürgermeister ber Stabt Freiburg, Dr. Kerber, hat Die Ratsherren zu einer Trauersitzung zusammenberufen. Schemann, ber im 86. Lebens- fahr ftanb, lernte im Hause Richarb Wagners ben Grafen (Bobine a-u kennen, besten Arbeiten über Die Rastenfrage er ber beutschen Welt zugänglich machte. Der Bedeutung Schemanns trug bas Dritte Reich baburch Rechnung, daß ber Führer ihm am 16. Oktober 1937 bei Vollenbung feines 85. Lebensjahres bie Goethemebaille für Kunst unb Wissenschaft verlieh. Schemann würbe am 16. Oktober 1852 in Köln geboren, wirkte von 1875 bis 1891 als Bibliothekar in Göttingen unb griinbete 1894 bie Gobineau-Ver- einigung. Neben feinen Arbeiten über Oobineau und feinen „Erinnerungen an Richard Wagner" schrieb Schemann über Lagarde und Cherubim, ferner „Don deutscher Zukunft" unb „Die Rasse in ben Geisteswissenschaften": auch gab er Gobineaus und Schopenhauers Briefe heraus. Aus aller Wett. Schneestürme über ganz Europa. Die starken Schnee stürme übet Südeng » land und den Küstengebieten hielten weiter an. Der Kanalverkehr ist infolge des Sturmes teilweise stillgelegt. Am Montagvormittag strandete der englische Dampfer „Tartary", ber sich auf dem Wege von Rotterdam nach . Hüll befand, an der Küste von Norfolk. Den Rettungsmannschaften von Gorleston gelang es erst nach dreimaligem Versuch, Die Besatzung zu retten. Das Hochwasser bat'in der Grafschaft Norfolk schweren Schaden angerichtet. Weite Flächen in ber Gegend von Horsey stehen unter Wasser, zahlreiches Vieh ist ertrunken. Der Ort Horsey ist von jeder Verbindung abgeschnitten. ♦ Ganz Belgien wurde von schweren Stürmen heimgesucht, bie großen Schaden anrichteten. Die Küstenschutzgebiete wurden an zahlreichen Stellen durch Die Fluten zerstört In Marckendries wurde durch die Gewalt des Sturmes ein Haus 3um Einsturz gebracht. Der auf Der Strecke Dover - Ostende verkehrende Kanaldampfer „Prinzessin Astrid" mußte eine ganze Nacht lang auf der Hohe »von Dünkirchen warten, bevor er in Ostende ein* laufen konnte, da der Hafen infolge des Sturmes völlig unzugänglich war. In ganz Polen richtete ein S ch n e e ft u r m in einzelnen Landesteilen, besonders in Krakau und Lodz, großen Schaden an. Mehrfach wurden Telephonleitungen zerstört. In Lodz mußte infolge der Schneeverwehungen der Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt werden. Auch der Autobusoerkehr konnte dort sowie in der benachbarten Woiwodschaft Kielce nicht aufrechterhalten werden. * In Oberitalien bei Aosta tobte in der Nacht zum Dienstag ein heftiger S ch n e e st u r m , wie man ihn seit Menschengedenken nicht mehr erlebt hat. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt. General der Infanterie von Plettenberg f. Im 86. Lebensjahr starb in Bückeburg der General der Infanterie a. D. Karl Freiherr von Plettenberg, der vor kurzem sein 65. Militär-Dienstjubiläum hatte begehen können. Er war 1852 in Neuhaus in Westfalen als Sohn eines preußischen Majors geboren, trat nach Besuch des Kadettenkorps 1870 in das Jnf.-Regt. Nr. 55 in Köln ein und erwarb sich im Kriege das Eiserne Kreuz und das Leutnantspatent. Später stand er an der Spitze des Garde-Jäger-Bataillons und des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Von 1899 bis 1906 war er Inspekteur der Jäger und Schützen, sowie Kommandeur des Reitenden Feldjägerkorps. Von 1906 bis 1910 war er Kommandeur der 22. Division in Kassel", dann kommandierender General des XI. Armeekorps in Kassel und seit 1913 des Garde- Korps, 1915 erwarb er sich im Osten in der Schlacht von Gorlice - Tarnow den Pour le merite. 1917 wurde er zur Disposition gestellt. Die Ursache der Typhus-Epidemie in Croydon. Die Londoner Morgenblätter veröffentlichen in größter Aufmachung den Bericht des Ausschusses, der die Ursachen der Typhus-Epidemie in dem Vorort Croydon erforscht hat. Die Epidemie war im Oktober v. I. ausgebrochen. Sie hat nach den amtlichen Mitteilungen 43 Todesopfer gefordert und ist bis heute noch nicht überwunden. Wie es in dem Bericht heißt, haben „überraschende und bedauerliche Umstände" zum Ausbruch der Seuche geführt. Ein typhuskranker Arbeiter hatte in den Grundwasseranlagen des städtischen Wasserwerkes gearbeitet, und Ms Nachlässigkeit ist das durch ihn verseuchte Grundwasser ohne hygienische Reinigung in die Wasserleitung der Stadt Croydon eingedrungen. Die Blätter bringen ihre Empörung über diese Nachlässigkeit der Wasserwerksverwaltung zum Ausdruck. Hinrichtung des Mörders von Waldesch. In Berlin ist der 1897 geborene Johann Michels aus Waldesch hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Koblenz wegen Mordesin fünf Fällen zum Tode verurteilt worden ist. Michels hat am 8. Juli 1937 seine schlafende Ehesrau und seine vier Kinder in grauenvoller Weise ermordet. Gasexplosion in Danzig-Oliva. Im Danziger Vorort Oliva ereignete sich in einer leerstehenden Wohnung eine Gasexplosion. Die Wohnungsinhaberin hatte mit dem Einräumen von Möbeln begonnen und anscheinend den Gas- hahn offengelassen. Der Hausmeister bemerkte bei seinem Kontrollgang Gasgeruch und zündete vermutlich ein Feuerzeug an, ym nach der Ursache zu forschen, wobei die Explosion erfolgte. Er wurde schwer verletzt. Die Fenster wurden mit den Rahmen herausgerissen. Eine Wand, die einstürzte, fiel über einer in der Nebenwohnung schlafenden Frau zusammen, so daß sie von den herabfallenden Steinen getötet wurde. Der schwerverletzte Hausmeister wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Gegenwart hat wieder den Blick für die Bedeutung der Baukunst geschärft und uns gelehrt, in den Bauten den Geist einer Epoche zu erkennen. Als S ch l ü t e r und Schinkel mit ihren Werken Berlin schmückten, schufen sie den „preußischen Stil", der im Brandenburger Tor des Meisters Langhans seine bekannteste Form gefunden hat. Adolf Hitler als Baumeister des Reiches gab Männern wie dem verstorbenen Professor Tro ost und dem Generalbauinspektor für Berlin, Speer, die Möglichkeit, unserer Zeit Denkmale aus Stein zu setzen, die in hundertfältiger Wiederkehr die Gesinnung dieser Epoche des Aufbaues und Neubaues verkörpern. Das 20. Jahrhundert hat es mit den Mitteln der Technik und des Verkehrs leichter, große Bauten zu errichten als unsere Vorfahren. Die reichen Hansestädte hatten es nicht allzu schwer, große Baukünstler zu werben, Sandstein und Marmor heran-1 zuholen, um ihre Dome und Türme zu erachten. Um so anerkennenswerter ist die Leistung der preußischen Könige, die mit sehr bescheideneren Mitteln bleibende Werte aufrichteten, nicht nur in ihren Residenzen, sondern auch auf dem flachen Lande, in der Siedlung und industriellen Entwicklung der Ostprovinzen. Mit Unterstützung des preußischen Finanzministers Dr. Popitz ist in Berlin «ine Ausstellung von Plänen und Entwürfen „aus dem Schaffen altpreußischer Landbaumeister im deutschen Osten unter vier preußischen Königen" eröffnet worden, die bis zum 1. April in den Räumen des Verkehrs- und Baumuseums stattfindet. Diese Ausstellung ist eine Ehrentafel vom Können und Planen unserer Vorfahren aus einem Jahrhundert, etwa die Jahre von 1720 bis 1820 umfassend. Die Fürsorge preußischer Könige, besonders Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs des Großen, ist es gewesen, die das weite Land zwischen Elbe und Memel aus der Zeit der Kriegsnöte und des Zerfalls zu wirtschaftlicher Blüte geführt und damit zu einer Hochburg des Deutschtums gemacht zu haben. Es hat naturgemäß verschiedene Abschnitte dieses Kulturwerkes gegeben. Ihre Höhepunkte sind in der Wiederherstellung Ostpreußens unter Friedrich Wilhelm I. um 1720 zu suchen, dann in der Kolonisierung der Niederungen von Oder, Warthe, Netze usw., die Friedrich der-Große ebenso einleitete wie die Schaffung der oberschlesischen Industrie, ferner in der Kulturarbeit in den gewonnenen Provinzen West- und Neu-Ostpreußens, die heute teilweise nicht mehr in unseren Grenzen liegen. Nebenher ging das ständige Bestreben der Könige, ihren Staat möglichst von fremder Einfuhr unabhängig zu 3n der Dahn einem Herzschlag erlegen. Der ordentliche Professor der Technischen Hochschule Danzig, Henry Behrens, ist gestorben Behrens hatte vor kurzem eine Berufung nach Hannover erhalten. Er befand sich zu Besprechungen dorthin unterwegs, als er in der Eisenbahn einem Herzschlag erlag. Professor Behrens war auch Direktor der Betriebsabteilung Eisenbahnwerkstätten Troyl bei Danzig. machen, so daß sich eine eigene Wirtschaft in Hütten und Fabriken entwickeln konnte. Ueber seinen leitenden Beamten und Künstlern stand natürlich der König selbst, der es an Mahnungen und Ratschlägen wenig fehlen ließ, ebenso an scharfer Kritik. Da sieht man Skizzen, die der' Soldatenkönig selbst korrigierte, weil er ein Stockwerk für ausreichend hielt, das andere also wegstrich. Oder man lieft die bissigen Randbemerkungen des alten Fritz: „Die Esels werden was Rechtes untersuchen", ober „Das Direktorium soll sich was schämen, daß solchene Sachen acht Jahre trainiert hot", oder „Das muß mit Ernst nachgesehen werden und wenn die Räthe des Direktoriums nicht Blei im Hintern haben, muß der Treibsamste hin- geschickt werden, umb die Arbeit zu accelieren (beschleunigen)". In landwirtschaftlichen Siedlungen wurde der Amtshof, der Sitz des Pächters, der zugleich die staatliche Autorität vertrat, die Grundform des Ortes. Eine streng symmetrische Fassade, Ställe, Scheunen, Wirtschaftsgebäude und Arbeiterwohnungen fanden ihre Eingliederung in den Hof nach klar gegliedertem Maß. Gebäude für Gestüte ober Schafhaltungen, Häuser für Gerichte unfr „Jnkulpanten" (Verhaftete), Ober- unb Unterförste- reien entstehen nach klug unb zweckmäßig gewählten Bauformen. Es hat sich also schon bamals ein besonderer Typenbau d e r Ostsiedlung ausgebildet. Lehmpatzen- oder Füllhausbau waren in Ostpreußen die erprobten Methoden. Daneben war der Bau aus Feldsteinen die vielgebrauchte Form. Die Bauten mußten sich eben den Bedingungen der Landschaft anpassen und waren dem Gesetz eiserner Sparsamkeit unterworfen. Ein „Schulhäuslein" auf dem Lande soll 1736 einen Staatszuschuß an die Gemeinde von höchstens 15 Talern erfordern! Einfachheit bei aller Zweckmäßigkeit der Verhältnisse zeichnet auch das industrielle Siedlungswesen aus (so würde man es heute nennen). In der Mark und in Schlesien erstehen Fabriken und Bergwerke. Daher ist der Wohnungsbau für Arbeiter notwendig. Noch heute ist trotz mancher Trübung des Bildes die schöne ursprüngliche Ortsanlage klar zu erkennen. In Oberschlesien schuf Preußen seine eigene Montanindustrie um 1800. Dieses Gebiet sollte einmal die Waffenschmiede der Freiheitskriege werden. In den großen Waldungen des Landes erstanden dazu die großzügig und planmäßig angelegten Mrbeiterfieblungen, jebes Haus mit einer Felbzalage. Eine Sehenswürdigkeit für sich — wenigstens für den Liebhaber der Geschichte — sind die beiden Reisehandbücher, die sich Friedrich der Große für die Reisen in die Kurmark anfertigen ließ. Siefe- enthalten genaue Lagepläne der Siedlungen, öi£ der König gerade besichtigen wollte, mit allen dazugehörigen wirtschaftlichen Angaben. Aus dieser reichhaltigen Sammlung spricht die Vergangenheit zur Gegenwart. Auch heute müssen wir siedeln und das Kulturgut des Landes hüten und vermehren. Wiederum ist die Aufgabe gestellt, möglichst viel aus dem eigenen Boden herauszu- holen, heimische Werkstoffe zu verarbeiten und dennoch die Gebote der Schönheit und der Zweckmäßigkeit zu beachten. Diese Ausstellung zeigt, daß die Vergangenheit der deutschen Ostsiedlung große und bleibende Werte erschaffen hat. Viele der dort gezeichneten Häuser und Höfe haben den Wechsel der Zeit überdauert und ^zeugen heute noch von ihren Baumeistern. Li. Wetterbericht Die Großwetterlage hat sich wenig geändert. Deutschland liegt noch immer im Zufuhrbereich mehr oder weniger kalter arktischer Luftmassen, wobei seit Montag die Fröste allgemein angezogen haben. Da zwischendurch immer wieder mit der Zufuhr feuchtmilder Luftmassen gerechnet werden muß, bleibt das Wetter unbeständig unb zu leichten bis mäßigen Schneefällen geneigt. Aussichten für Mittwoch: Meist bewölkt unb zeitweise leichter bis mäßiger Schneefall, bei lebhaften Winden aus Nord bis Ost Frost. Lufttemperaturen am 14. Februar: mittags 1 Grad Celsius, abends —0,9 Grad; am 15. Februar: morgens — 2,9 Grad. Maximum 1,1 Grad, Minimum heute nacht — 3,3 Grad. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Februar: abenbs 0,6 Grab; am 15. Februar: morgens 0,5 Grab. — Nieberfchläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 1,6 Stunden. ’ Vintersporl-Wellerberichl. - Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Bewölkt, — 7 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, verweht, Ski unb Nobel sehr gut. — Hoherods- fopf: Bewölkt, —9 Grab, 80 cm Gesamtschneehöhe, 9 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. -S a u e r l a nd. Winterberg: Bewölkt, —9 Grad, 58 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 12 Grad, 282 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Schneefall,—8 Grad, 66 cm Gesamtschneehöhe, 8 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. Z8: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, Mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Aus dem Schaffen alchreußischerLandbaumeister. Eine zeitgemäße Ausstellung in Berlin. Heute morgen 4%Uhr entschlief sanft unsre liebe treusorgende Mutter Schmitz, Frau Marie Listmann Wwe. SonnenstratzelZ Mdcta im 83. Lebensjahre. In tiefer Trauer: 6. Ziehungstag 14. Februar 1938 Dipl -Ing Karl Listmann ön der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen und Frau, geb. Kölsch Oberreg.-Baurat Heinrich Listmann 14914 und Frau, geb. Wiske Marie Listmann. | Kaufgesuche | Hungen. Höchst a. M , Berlin, den 14. Februar 1938. Kräftige Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr taiitisto 96 Gewinne zu 500 NM 37077 statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. 995V Unser lieber Vater Hans Krauß Asthma Kunstmaler ist am Abend des 13. Februar entschlafen. In der heutigen Nachmittagszle'hung wurden In tiefer Trauer: Zuverlässiges (Verschiedenes] München (Georgenstraße 59 IV), den 14. Febr. 1938. Verloren 0666 Suche z. 1. Avril fleißiges 996Ö dalner Neuenweg (beiHartmetz) D bZw. an Ort und Stelle, Bekannt- Betitelet 2 GM-M-SAMkl 1 Worlli'SAMer nur erstklassige Kräfte, gesucht. andere. 1003V Fettkes Sprechkörner sind KleineAnzeigen -KveveviL Gohn Blockstraße 7. mid! Sttiovs hervorragend für Ihren Sittich 'm Gießener Anzeiger Gerichtsvollzieher, Schillerstr. 5. 115588 147784 230640 310610 378237 185136 211764 240798 255090 318025 359819 80688 45533 222144 228038 123925 160666 201227 228880 247397 272776 345190 396704 119304 178946 255886 355842 377670 185391 199363 240001 261671 348689 396708 112856 146303 220881 249695 371262 124277 170059 203339 230126 252246 276561 348107 141077 193811 280114 357790 397707 162729 190227 205890 244395 270240 354992 397319 146748 179158 209939 232397 253892 286372 356181 141797 209670 281361 366053 134985 170237 179985 216208 238426 271015 302495 317499 356484 396001 164211 240888 311053 366813 189029 215651 244525 264048 318895 362333 93414 96970 313962 23270 174281 192592 219215 252909 300086 371113 . 180171 13004 1 86736 144055 188818 241336 344926 140419 177241 204845 224445 253589 280367 307438 324483 369659 298607 15964 110234 144739 218206 243112 360012 130968 166013 179143 212822 238158 270848 299461 309309 339381 383112 163341 190258 211625 248111 278603 359089 146625 7830 61589 257737 354767 384636 26273 107876 174473 244260 321100 373652 113370 166030 192120 219122 245333 271774 339208 388831 36122 125219 264086 357238 390023 27239 109900 175701 249411 335755 376594 164992 178435 211216 237039 268549 286549 307734 334970 375233 120866 149015 231051 313978 388699 339468 103669 299475 88122 89402 299460 . 6813 13528fr 174163 191867 221948 240988 276803 303008 323593 363085 46735 139229 182031 196437 237745 2ü4192 323753 383625 164332 191901 213443 251215 291909 368553 139402 163653 231276 343179 Nachlässe vonzvn 20 v. S. erholten 6ie bei wiederholten Aufnahmen einer Ametg, 140940 177338 210090 233011 262263 284403 307675 332755 369874 gezogen 348647 tt.600Kemvten (Allgäu). 999D 6 Gewinne zu 3000 RM. 16 Gewinne zu 2000 RM. 230579 249643 289842 Mittwoch, den 16. Febr. 1938, nachmittags 2 Uhr,versteigere ich 127365 135473 228185 230871 308394 330391 342002 352350 366827 369721 376714 376729 72 Gewinne zu 500 RM 15523 42361 59126 81033 87338 97660 6 Gewinne zu 2000 RM. 74 Gewinne zu 1000 RM 33851 37997 38655 53710 180 Gewinne zu 300 RM 4802 15359 15374 15577 21269 27614 36475 37032 41265 52719 56422 57205 59777 60262 60882 72030 75964 76319 77679 87941 88227 90861 91258 92025 93719 96247 97790 108072 114787 118597 119140 123338 127759 128917 ------ ------ ------ 96 Gewinne zu 500 RM 37077 41754 53435 62073 79320 83979 102209 126868 143987 ------ ------ ------ ------ Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II am Sonntag zwisch. 1 u.2 Uhr mittags auf dem Wege Schanzen- straße—Werner- wall rotes Ko- rallenarmband (Andenken). Abzugeben gegen gute Belohnung bei Plank Mühlstrane 3 I. für ruhigen Beamten-Haushalt (2Erw., 2 Kind.) gesucht. 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Husten Ordentliches oesv Tages- mädchen sofort gesucht. m Betr.: Bereinigung der Neubesitzanleihen der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände). Bekanntmachung. Durch die Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregieruna — zur Durchführung des Reichsgesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925 (Reichsgesetzbl. I S. 137) oom 15. Februar 1938 ist bestimmt worden, daß die von Gemeinden und Gemeindeverbänden des Landes Hessen begebenen Anleiheablösungsschulden ohne Auslosungsrechte — sog. Neubesitzanleihen — von den Schuldnern am 2. Januar 1970 in einer Summe zum Nennwert einzulösen ist. 9920 Ich mache hiermit den Gläubigern der Anleiheablösungsschuld ohne Auslosungsrechte der SWdt Gießen das bis zum 30. Juni 1938 befristete Angebot, die in ihrem Besitz befindlichen Schuldverschreibungen zum Kurse von 28,25 v. H. in bar anzukaufen. Gläubiger, die von dem Angebot Gebrauch machen, haben unter Angabe einer entsprechenden Erklärung die Schuldverschreibungen bis zum 30. Juni 1938 bei dem Oberbürgermeister in Gießen einzureichen. Gläubiger, die von dem Angebot keinen Gebrauch machen, können Befriedigung nur nach Maßgabe der Verordnung oom 15. Februar 1938 verlangen. Gießen, den 15. Februar 1938. _________Der Oberbürgermeister: R i 11 e r. Bekanntmachung. Betr.: Zulassung von Elektro-Installateuren. Wir haben Veranlassung. bekanntzugeben, daß der Elektro-Jnstallateur Hermann Röhl, Wieseck, Alicestrahe 46, bei uns nicht konzessioniert ist. Von ihm ausgeführte Anlagen und Aenderungen werden nicht abgenommen und nicht in Betrieb gesetzt. Gießen, den 12. Februar 1938. MvlWe Beiriede ©leßen. M.MklrW.'sMrk Direktion. 931a Nr.38 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 15.5ebruaN938 Aus der Stadt Gießen. Der Glücksfall. In einem kleinen Cafe. Der Raum ist wohlig durchwärmt und macht einen behaglichen Eindruck. Nur wenige Menschen sind da, wie gewöhnlich um die Stunde nm späten Nachmittag. An einem Disch- chen wird Schach gespielt, in der Ecke sitzt ein pensionierter Beamter, der hier fast täglich Zeitungen liest, während in der Nische ein junger Mann mit Schreiben beschäftigt ist. Aber es ist noch jemand da. Eine junge Dame. Sie hat sich vor etwa zehn Minuten an einem Tischchen niedergelassen und blättert nun in Zeitschriften. Daran ist nichts Besonderes. Junge Damen gehen gern mal ins Cafe und blättern ebenso gern in Zeitschriften. Aber mit dieser jungen Dame scheint es eine eigene Bewandtnis zu haben, denn sie ist auffallend unruhig. Man merkt das an der Art, wie sie in die Zeitschriften schaut, wie sie nervös die Blätter wendet, und zwischendurch immer mal einen hastigen Blick zur Tür wirst. Zweifellos: sie wartet auf jemand. Und tatsächlich, mit einem Male geht, nein fliegt die Tür auf. Zugleich mit dem Geruch der appetitlichen Backwaren aus dem Borraum dringt ein junger Mann herein, der auch sogleich an den Tisch der jungen Dame stürzt. Sein Gesicht ist vor Freude gerötet, und während er sich rasch aus dem Mantel schält, sprudelt er laut einige Sätze heraus, die sich förmlich überstürzen. Die abgehackten Worte wecken ein freudiges Echo bei ihr. Sie strahlt über das ganze Gesicht. Wer dann schaut sie in den Raum, wird verlegen und bedeutet ihm, leiser zu sprechen. „Ach was", erwidert er vergnügt, „meinetwegen kann es die ganze Stadt wissen. Schließlich ist es ja keine Schande, daß ich die Stellung bekommen habe." Allerdings dämpft er feine Stimme doch ein wenig, immerhin bleibt sie noch laut genug. So sitzen sie beide und unterhalten sich frohlockend über das große Ereignis. Er ist zur Vorstellung gewesen und hat einen guten Eindruck gemacht. Die neue Stellung ist ihm sicher. Sie ist besser als die bisherige und wird auch besser bezahlt. Diese Tatsache bedeutet für beide, daß mit der Heirat nun Ernst gemacht werden kann. Und das ist der besondere Grund der Freude, weswegen die beiden fast ausgelassen fröhlich sind. Din Wunder ist es «nicht. Seit Wochen galten ihre Gedanken der Bewerbung, sie setzten ihre Hoffnung auf die Vorstellung und erleben nun die schöne Erfüllung ihrer Wünsche. Es ist im besten Sinne des Mortes ein Glücksfall, der sie selig macht. Der Glückssall! Er ist es, der uns allen gelegentlich den Alltag verschönt und auf den wir hoffen, wenn es uns im gleichmäßigen Einerlei nicht mehr recht gefällt. Der Glücksfall schwebt wie ein freundlicher Stern über allen kleinen Dingen des Lebens und schenkt uns eines Tages die Stunde freudigen Erlebens. Freilich, es dauert häufig lange, aber um so größer ist dann die Freude, genau wie bei jenem glückerfüllten Paar in dem kleinen Cafe ... H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Küpreß in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsvereins. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Urlaub auf Ehrenwort". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Gewitterflug zu Claudia". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. Mary Wigman im Stadttheater. Die Intendanz des Stadttheaters hat Mary Wig- man für ein einmaliges Gastspiel am Donnerstag, 17. Februar, verpflichtet. Das vielseitige Programm sieht u. a. vor: Tänze aus der „Spanischen Suite", aus dem Zyklus „Opfer", aus den „Frauentänzen", aus dem Zyklus „Herbstliche Tänze" ufw. Am Flügel Sorgfalt bei der Führung des Arbeitsbuches. Jeder Betriebsführer wird die Nachricht über die -Vereinfachung der A r b e i t s b u ch m e l- düngen an die Arbeitsämter lebhaft begrüßt haben. Vom 15. Februar an gelten die An- und Abmeldungen bei den Orts-, Land- und Jn- nungskrankenkaffen gleichzeitig als Llrbeitsbuch- meldungen an die Arbeitsämter über Einstellungen und Entlassungen, lieber das Verfahren hierbei wird noch einiges zu sagen sein. Zunächst aber muß gerade die Nachricht von der erfreulichen Verein- fachung im Formularwesen der Personalabteilungen für uns Veranlassung sein, die Notwendigkeit der Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt bei der Führung der Arbeitsbücher zu betonen. Wir alle wissen, daß allein eine planvolle Leitung des Arbeitseinsatzes die erforderlichen Arbeitskräfte für die wichtigsten Aufgaben des Staates und der Wirtschaft sicherstellen farm. Hierfür aber ist das Arbeitsbuch unerläßlich. Es wird naturgemäß wertlos, wenn es nicht durch die gesetzlich vorgeschriebenen Eintragungen der Betriebsführer auf dem Laufenden gehalten wird. Aber nicht mir dann. Die Arbeitsämter können den Arbeitseinsatz nicht planvoll durchführen, ohne einen Ueberblick über die Beschäftigten ihres Bezirks zu haben. Dafür find gleichzeitig mit der Ausgabe der Arbeitsbücher die Arbeitsbuchkarteien eingerichtet worden. Früher, in den Jahren der Millionen-Arbeits- lofigkeit, genügte es, wenn die Arbeitsämter Kartei über die Arbeitslosen ihres Bezirkes führten. Zahl und Beruf der Beschäftigten waren ihnen nicht unmittelbar bekannt. Jetzt ist der Arbeitseinsatz zur Hauptaufgabe geworden. Damit aber ist auch die früher allein geführte Arbeitslosenkartei an die zweite Stelle gerückt. Wichtiger und notwendiger sind jetzt die genauen Unterlagen über hie Beschäftigten. Sie liefert die Arbeits- buchkartei, in der für jeden Arbeitsbuchinha- ber genau die gleichen Eintragungen verzeichnet sind wie im Arbeitsbuch selbst. Deshalb müssen die Betriebsführer die verschiedenen gesetzlich oorge- schriebenen Meldungen an die Arbeitsämter machen, damit diese wissen, welche Neueintragungen in die Arbeitsbücher erfolgt sind, und sie in die Arveits- buchkartei ebenfalls eintragen können. Wer sich Wichtigkeit und Bedeutung der Arbeitsbuchkartei für einen erfolgreichen Arbeitseinsatz richtig klarmacht, der wird ganz von selbst die vorgeschriebenen Meldungen mit Sorgfalt erstatten. Es liegt aber auch im unmittelbaren Interesse jedes einzelnen, die Gesetzesbestimmungen über das Arbeitsbuch genau zu beachten. So stand kürzlich ein Ziegeleibesitzer, fein Werkmeister und sechs Ziegeleiarbeiter vor dem Strafrichter. Der Betriebsführer und fein Werkmeister, weil sie die sechs Ziegeleiarbeiter eingestellt hatten, ohne daß diese imBe - fitz ihres Arbeitsbuches waren. Die Arbeiter, weil sie sich ohne Arbeitsbuch hatten einstellen lassen. Das Verfahren endete mit harten Strafen für alle Angeklagten. Die Ziegeleiarbeiter hatten ihren letzten Arbeitsplatz unter Arbeits- oertragsbruch verlassen. Entsprechend der Anordnung vorn 22. Dezember 1936, die für die Eisen- und Metallwirtschaft, das Baugewerbe, die Ziegelindustrie und die Landwirtschaft gilt, hatte der von dem Arbeitsvertragsbruch betroffene Betriebsführer die Arbeitsbücher bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist zurückbehalten. Als dann die Vertragsbrüchigen sich nicht mehr meldeten, stellte der frühere Betriebsführer Ermittlungen an, um ihnen die Arbeitsbücher wieder zustellen zu können. Hierdurch kam dann die unberechtigte Einstellung ohne Arbeitsbuch heraus. Die Folgen waren Strafverfahren und Bestrafung. Noch ein anderer Fall soll erwähnt werden. Eine Hausange st eilte hatte ein Ersatzarbei ts- buch beantragt, weil sie angeblich ihr erstes Arbeitsbuch verloren hätte. In Wirklichkeit hatte sie ihr erstes Arbeitsbuch „verpfände t". Auch das kam ans Tageslicht. Auf die Strafanzeige des Arbeitsamtes erfolgte die Verurteilung der Hausangestellten zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen, weil sie unter unwahren Behauptungen ein zweites Arbeitsbuch beantragt hatte. Noch mancher andere Fall könnte erzählt werden. Das Gesagte möge aber genügen. Es zeigt deutlich die unbedingte Notwendigkeit für jeden einzelnen, die Arbeitsbuchbe- ftimmungen genau einzuhalten. Wer Zweifel hat, wende sich an fein Arbeitsamt. Es wird stets bereitwillig Auskunft erteilen. Zu der eingetretenen Vereinfachung der Arbeitsbuchmeldungen feien noch einige Worte gesagt. Die An - und Abmeldungen für die Krankenversicherung oder, bei Angestellten mit einem Einkommen über die Krankenversiche- rungspflicht hinaus, nur für die Arbeitslosenversicherung dienen zukünftig gleichzeitig als Meldungen an die Arbeitsämter, soweit die Meldungen an Orts-, Land- oder Jnnungskranken- kafsen erstattet werden. Das Formular für die An- und Abmeldungen enthält einen dritten Abschnitt für die Bestätigung des Betriebsführers, daß die vorgeschriebene Eintragung im Arbeitsbuch vorgenommen ist. Die Meldungen find in doppelter A u s f e r t i g u n g zu erstatten, damit die Krankenkassen ein Exemplar an b i e A r - b e i t s ä m t e r weiterreichen können. Wer eine Bestätigung der Meldung durch die Kasse wünscht, muß drei Ausfertigungen einreichen mit einem frei- gemachten Umschlag, falls Rücksendung durch die Post gewünscht wird. Diese Vereinfachung dient nicht nur dem Betriebsführer, sondern sichert auch ein vollständigeres Eingehen der Meldungen bei den Arbeitsämtern. Deshalb hat jetzt zum Beispiel auch der Reichsinnenminister verfügt, daß die Standesbeamten von ihnen beurkundete Todesfälle von Personen über 14 Jahren den Arbeitsämtern zu melden haben. Wir sehen hieraus, wie wichtig die Meldungen an das Arbeitsamt sind. Ziehen wir deshalb die Schlußfolgerung, auch in diesem Punkt gewissenhaft unsere Pflicht zu erfüllen. Dr. E. S. Hanns Hosting. Das Tanz-Gastspiel findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Froher Vortragsabend: Lachendes Leben. Am Mittwoch, 16. Februar, wird , wie man uns mitteilt, die bekannte Sprecherin Friedel Hintze auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins einen Vortragsabend unter dem Titel „Lachendes Leben" geben. Friedel Hintze wird einige Stunden fröhlicher Laune vermitteln. Kneipp-Dewegung, Gruppe Gießen. Am morgigen Mittwochabend veranstaltet die Gruppe Gießen der Kneipp-Bewegung einen Vortrag von Dr. Spengler über das Thema „Herzleiden und Kreislaufstörungen". Zuteilung von amtlichen Kennzeichen für Kraftfahrzeuge. Der Reichsverkehrsminister weist in einem im Reichs-Verkehrs-Blatt veröffentlichten Erlaß darauf hin, daß jetzt die Zuteilung der amtlichen Kennzeichen für Kraftfahrzeuge grundsätzlich von der Zulassungsstelle für Kraftfahrzeuge erfolgt, in deren Bezirk das Fahrzeug seinen regelmäßigen Standort (Heimatort) hat, also nicht mehr von der Zulassungsstelle am Wohnort (Wohnsitz) des Fahrzeugeigentümers. Ausnahmen können nicht genehmigt werden. Für die vor dem 1. Januar d. I. zugelassenen Fahrzeuge hat eine hiernach etwa erforderliche Ummeldung sofort zu erfolgen. Auch „alte Haseu^ lernen zu. „Na Fritz, treff' ich dich auch mal wieder? Wie fühlst du dich denn so als neugebackener Radfahrer? Bist sicher schon oft über die Lenkstange gerutscht? Hahaha! Kann ich mir denken; ging mir auch so, als ich vor 25 Jahren zum erstenmal aufs Zweirad stieg." „Darin kann ich dir nun nicht recht geben. Bin noch nicht über die Lenkstange gerutscht wie du meinst. Außerdem fahre ich mit Vorsicht und Ueber- legung und ganz im Sinne der neuen Straßenverkehrs-Ordnung, da kann mir wenig zustoßen." „Hoho, nur nicht so altklug einem alten Hasen gegenüber. Laß mal deine Karre sehen, ob sie überhaupt in Ordnung ist. Nicht mal einen Rückstrahler hach du hinten am Schutzblech, und da willst du von Verkehrszucht sprechen?" „Braucht's auch gar nicht, ich habe meine Rückstrahler an den Pedalen, und zwar an jedem zwei, also insgesamt vier Stück." „an Zahnsteirt klein« „An den Pedalen — vier Stück? Ich glaube, du bist verrückt." „Ich sehe schon, du hast keine Ahnung von der neuen Straßenverkehrs-Ordnung. Da, lies mal den § 25 durch." „Ausrüstung des Fahrrades, Fahrräder müssen an beiden Seiten der Tretteile (Pedale) Rückstrahler von gelber Färbung führen. Die Rückstrahler dürfen weder verdeckt, noch verschmutzt sein. Für ihre Anbringung, Beschaffenheit und Prüfung gelten die Vorschriften der Anlage 2." — Wahrhaftig, du hast recht. Da muß ich ja schleunigst mein Fahrrad danach in Ordnung bringen." „Nein, das ist für neue Fahrräder erst ab 1. Juli 1938 notwendig, für alte wird der Zeitpunkt vom Ches der Deutschen Polizei erst noch bekanntgegeben. Aber achte darauf, daß du den Termin nicht übersiehst." „Also Fritz, ich danke dir, daß du mich darauf aufmerksam gemacht haft. Als alter Hase habe ich geglaubt, ich brauche mich um die neue Straßenverkehrs-Ordnung nicht zu kümmern, aber ich sehe schon, es ist doch nötig." Riras. Schickt eure Hausgehilfin zum Berufswettkampf. NSG. Die Hausgehilfin ist die unentbehrliche Helferin der deutschen Familie und gleichzeitig Treuhänderin der hauswirtschaftlichen Werte. Ihre verantwortungsreiche Tätigkeit setzt besondere Perufs- kentnisse voraus, und die Hausfrau handelt' nur in ihrem eigensten Interesse, wenn sie ihrer Gehilfin ermöglicht, jede Gelegenheit zur Weiterbildung in ihrem Berufe wahrzunehmen. Der jährliche Berufs- wettkampf ist, wie für jeden anderen Beruf, auch für die Hausgehilfin ein zusätzliches Berufserziehungsmittel. Die Reichsfrauenführerin, Frau S ch o l tz - Klink, richtet daher an alle deutschen Mütter und Hausfrauen einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: „Es ist eure Pflicht, ihr Frauen und Mütter des deutschen Volkes, eure eigenen Kinder und bje euch anoertrauten Jugendlichen in eurem Haufe zum Wettkampf der Tüchtigsten und Besten zu schicken. Hinderungsgründe darf es nicht geben, auch dann nicht, wenn die Beteiligung der Jugend am Berufs- wettkampf eine Unbequemlichkeit, oder eine Umstellung in der eigenen Familie, oder in der Haushaltsführung mit sich bringt." Gleichzeitig fordert auch die Leiterin der Reichsfachgruppe Hausgehilfen in der DAF., Erna Dan- „Llrtaub auf Ehrenwort." Gloria-Palast. Herbst 1918. Die deutsche Front steht in schwerem Abwehrkampf gegen eine immer erdrückender werbende Uebermacht, aber sie steht. In der Heimat warten sie sehnsüchtig auf Frieden, auf tue Rückkehr der Männer, in der Heimat beginnt das Gespenst des Hungers umzugehen; Unzufriedenheit, Erbitterung und Hoffnungslosigkeit greifen um sich wie eine gefährliche Seuche. Es gibt nicht viele Männer mehr daheim, aber es gibt immer mehr Drückeberger, Deserteure, politische Agitatoren und rote Hetzer, die ihre Stunde für gekommen halten und nur darauf warten, einen von der Front in die Finger zu kriegen, zu bearbeiten und mürbe zu machen. Aber die Front braucht jeden Mann. . . notiger vis je zuvor in den vier Jahren. Da fahrt eines Tages ein Truppentransport von Schneidemuhl nach Brandenburg: siebzig Mann, aus der Genesendenkompanie und aus dem Rekrutendepot, von einem Leutnant geführt. In Brandenburg fall der Transport zu einem neuaufgestellten Regiment stoßen und noch am selben Abend an die Front Lehen Die Siebzig fahren über Berlin und haben da sechs Stunden Aufenthalt. Die Mehrzahl der Leute ist aus Berlin; in zehn, in zwanzig Minuten könnten sie daheim sein, Frau, Kinder, Mutter, Bräute, Freunde Wiedersehen nach Jahren oder Monaten, vielleicht zum letzten Male... sechs arm- fcliae Stunden. Erst kommt einer, dann kommen fa|t9aHe und bitten um Urlaub: Kompam^uhrer weiß genau, daß es gegen leben ' ■ JL vors Kriegsgericht muß, wenn sie nicht ' kommen; wie leicht kann em ^01111, 9 Soldat verschwinden und un ertauchen m der > iionenftabt. Aber der Offner begre ft dever zweifelte Unsinnigkeit der Lage; er will bi Leu e nicht sechs Stunden erbittert aus dem Bahnte 9 liegen und warten lassen, er kennt s „ daß er sich auf sie verlassen kann: nimmt also me Verantwortung auf sich und 9^t Urlaub «uf Ehren wort; Mann für Mann versprechen sie bem Leut nant in bie Hand, baß sie punftlid), >ne ^albe Stunbe vor Abgang bes Zuges, Zurück s n Dann laufen sie glückselig heim, ^ch später finb sie zurück; nicht alle, vier seh , Minuten vergehen, aber auch die vier an, im letzten, im allerletzten Augenblicks Unb dan^ kann der Leutnant dem neuen Kommanbeu Transport vollzählig melden. Dies ist der äußere Umriß, der Lahmen de Fabel. Felix Lützkendorf schrieb das Dreh cy für die Ufa noch Anregungen von Kilian K 0 11, Walter Bl 0 em und Charles Klein. Es ist ein unerhört spannender, aufregender und erregender Film daraus geworden; das Bild einer längst vergangenen, historisch gewordenen Zeit steigt heraus, die meisten von uns haben sie bewußt und leibhaftig miterlebt, haben sie vielleicht vergessen, aber das Bild ist von einer unheimlichen Wirklichkeit und menschlichen Nähe. Man sieht die kleine Kompanie im Zuge, auf dem Marsch, auf dem Bahnsteig, und bann sieht man, wie die Kompanie sich gleichsam in ihre persönlichen und charakterlichen Bestandteile sind Einzelerscheinungen auflöst. Sechs Stunden Urlaub für eine Handvoll Leute, junge, alte, aus den verschiedensten Berufen und Lebenskreisen. Sechs Stunden der Entscheidung, der Prüfung und Bewährung... eine Handvoll Menschen in einer Riesenstadt verstreut, eine Handvoll Schicksale, all- täaliche, vergessene, dennoch wichtige, lehrreiche und beispielhafte. Ein winziges Stück deutscher Chronik vom letzten Kriegsjahr. Für sechs Stunden ist der Krieg vergessen, und die abgezirkelten, vielfältig von einander verschiedenen, privaten, zivilen Welten tun sich auf, die Heimkehrer zu empfangen. Einer darf still und glücklich bei seiner Frau sitzen, die ein Kind erwartet, einer feiert ein stürmisches, nicht minder glückliches Familienfest, einer kommt eben zur Aufführung seines Klavierkonzertes zurecht, einer findet seine Braut bei einem andern wieder, einer kehrt in die bunte Betriebsamkeit eines Artistenhotels heim, einer bekommt in seinem Friseurladen von der Mutter den Kopf gewaschen und schwelgt in Zukunftsphantasien, einer läuft all die Stunden vergeblich seinem Mädel nach, kann's nicht finden und verfährt, weil er kein Geld mehr hat, seinen kostbarsten Schatz, ein halbes Kommisbrot als Brautgeschenk, mit dem er ein hungriges Kind hätte glücklich machen können... und so einer nach bem andern. Da sind auch die beiden unsichersten Kantonisten der Kompanie dabei, der eine in einem üblen Bouillonkeller, der andere in einem Literaten- cafe, und es fehlt bei beiden nicht viel, daß sie dort den Versuchungen, Einflüsterungen, Hetzreden erliegen ... Aber als die letzte, allerletzte Frist abgelaufen ist, sind sie Mann für Mann wieder da, auch die letzten vier und auch bie unsicheren Kantonisten. Keiner fehlt. Kamerabschaftlichkeit, Ehrgefühl, Pflichtgefühl und Verantwortungsbewußtsein waren stärker als alle Hoffnungen, Träume, Sehnsüchte und Beschwörungen, als alle süßen und bitteren Lockungen der armen, aufgewühlten, ausgehungerten und demoralisierten Heimat. * In solcher Ueberroinbung bes berühmten inneren Schweinehunbes, wozu, wie man wieber sieht, auch außerhalb ber Feuerlinie mancherlei Gelegenheit gegeben war, in ber Sauberkeit ber Gesinnung unb ber menschlichen Anstänbigkeik bes Empfinbens unb Hanbelns, bie hier bie Oberhanb behält unb sich burchsetzt, liegt der vorbildlich erzieherische Sinn des Films, seine moralische Wertbestänbigkeit, bie schlichte, selbstverstänbliche, ethische Haltung. Das rechtfertigt vor allem bie Auszeichnung mit den höchsten Präbikaten — „Staatspolitisch unb künstlerisch befonbers wertvoll" —, bie wir zu vergeben haben. * Der Spielleiter Karl Ritter hat das Drehbuch auf eine Weife ins Bilb umgefetzt, bie meisterhaft genannt werben barf. Er arbeitet mit Mitteln, bie menschlich wie künstlerisch von einer unanfechtbaren Überzeugungskraft finb. Er hat bas Bilb jener Zeit mit einer Sicherheit bes Zugriffs herauf- befchworen, bie fast unheimlich ist. Er macht bas ganz gelassen, ohne fälschenbe Sentimentalitäten unb ohne unangemessenes Pathos. Er hat Sinn für mancherlei Komik, bie ber Situation entspringt — er kennt auch bie trüben unb traurigen Seiten ber Epi- sobe unb hat nichts verheimlicht unb nichts beschä nigt. Eben biefe Ehrlichkiet unb Menschlichkeit, mit ber die Dinge gesehen und dargestellt sind, geben dem Film seine nachklingende Wirkung. * Es gibt eine Fülle von Bildern und Szenen darin, die den Beschauer unmittelbar anpacken, weil sie ein Stückchen deutscher Vergangenheit bewahren und eine Handvoll einfacher Schicksale ins Licht heben ober nur streifen, heiter, traurig, rührenb, erschütternb ... Wir haben anzubeuten versucht, wie ber Film, ber so prall gefüllt ist mit Erlebnis unb Hanblung, so farbig, vielfältig gestuft unb reich an Gesichtern, Gestalten, Charakteren und kleinen Bildern des täglichen Lebens, eben in so vielschichtiger Gleichzeitigkeit des Vorganges die Möglichkeiten der Kamera ausschöpft und endlich bas Ganze zu- fammenhält unb vorwärtstreibt in einer erregenben, zitternben Spannung, bie man innerlich mitempfim oet, währenb man ben Ablauf ber Stunben, Vier- telftunben unb letzten Minuten ber Entfcheibung unb Bewährung vom Zifferblatt ber großen Bahnhofsuhr ablieft. * Ein hohes Verdienst ber Spielleitung ist enblich bie gleichmäßig gute, lebenbig echte, zuverlässig treffsichere Besetzung. Das Aufgebot ber Darsteller ist so groß, baß man nur einzelne von vielen ausgezeichneten Leistungen herausgreifen kann. Rolf Moebius ist der junge Leutnant, ernst, still und gelassen, untadelig als Mensch und als Offizier, bie schmalen Schultern mit einer fast übermenschlichen Bürde der Verantwortung beloben. Neben ihm Jngeborg Theek, Schwester Inge, seine Braut: fein unb klug, mit zartem Gefühl unb wacher Aufgeschlossenheit ben Ernst ber Stunbe begreifenb. Wunbervoll ist bie Gruppe ber Urlauber in ihre Jnbivibualitäten aufgegliebert; mit ben schärfsten Umrissen zeichnen sich wohl bie beiben innerlich schwächsten, am meisten gefährbeten ab: Corl R a b -> datz unb Rene D e 11 g e n. Dann Kämpers, eine ganz klare unb gerablinige Figur, ein Mann, auf ben unbebingt Verlaß ist; bann Sa 0 0, Sinn, Schmitz und Heinz W e l z e 1, ber rüh- renbe, kleine Rekrut mit bem halben Kommisbrot. Von den Frauen: Berta IDrems, Iwo Wanja, Lotte Werckmeister unb Elisabeth Wenbt. Eine Menge vortrefflicher Leistungen bis in bie kleinsten Ausschnitte hinein, alle eingefügt ins Gesamtbild ohne falschen Ton; eine darstellerische Gemeinschaftsarbeit von ungemein disziplinierter Geschlossenheit. — An der Kamera stand Günther Anders. — ♦ Im Vorprogramm: ein aktueller Kulturfilm (Baumwolle und Zellwolle), die Wochenschau mit Bildern vom 30. Januar, ein Vorspann „Wie einst im Mai". Dazu auf der Bühne: Bernhardi, Gedächtnisphänomen am Flügel, spielt auf Anhieb jede gewünschte Melodie; ein tolles Potpourri, mit verblüffender Sicherheit und Schnelligkeit zum Besten gegeben. — Hans Thyriot. Zeitschriften. — „Das Innere R e i ch." (Herausgeber: Pauk Alverdes und K. B. von Mechow; Verlag Albert Langen-Georg Müller, München.) Das Lebenswerk des frühvollendeten deutschen Philosophen Heinrich von Stein erfährt in einer Studie von Günter Ralfs im Februar-Heft eine tiefgreifende, für die Gegenwart aufschlußreiche Deutung. An weiteren essai- istischen Beiträgen sei vor allem der Arbeit von Konrad Pfeiffer über Schopenhauer gedacht, ferner der Betrachtung ber „Dichterischen Arbeiten Eugen Gottlob Winklers" von Johannes Pfeiffer unb des „Traktates über das Wesen der Filmkunst" von Gunter Groll, der neuartige Ausblicke eröffnet. Daneben kommt auch die Dichtung zu ihrem Recht, unb zwar mit dem Schlußteil des demnächst zur Uraufführung gelangenden tragischen Schauspiels „Der Hochverräter" von Curt Langenbeck und dem Anfang der fesselnden Erzählung „Ein Mann, der nichts schuldig blieb" von Eduard Lachmann, auch mit lyrischen Zeugnissen bekannter Autoren, wie Franz Turnier, Hermann Claudius, Friedrich Schnack und Johannes Linke. Das Heft findet durch die Selbstbarstellung der Malerin Henny Protzen- Kundmüller und die beigegebenen sechs Wiedergaben ihrer bekanntesten Werke feine bildliche Ausschmückung. kos, alle Hausgehilfen zur Teilnahme am Leistungswettkampf auf. Die deutschen Hausgehilfinnen als Helferinnen der Hausfrau sind mitverantwortlich für die Lösung der Aufgaben der deutschen Familie beim Wiederaufbau unserer Nation. Nur durch beste Fachkenntnisse werden die Aufgaben gelöst. Die Zeit der Ungelernten ist auch im Haushalt vorbei! Oie Plakette für den Reichshandwerkerlag. V Am 8. Mai findet in Frankfurt a. M. der diesjährige Reichshandwerkertag statt. Von den zahlreichen, im Rahmen eines Wettbewerbs eingegangenen Entwürfen für das Abzeichen wurde die hier gezeigte Arbeit des Kreisfachschaftswalters der Goldschmiede in Pforzheim, Herterich, ausgewählt. Die Prägung des Abzeichens erfolgt in dem neuen Werkstoff Elektron. — (Scherl-B ilderdienst-M.) Oie Wehrmacht im Dienste des WHW. Am nächsten Samstag und Sonntag werden die Truppen unserer Garnison ihre Kräfte wiederum für das Winterhilfswerk einsetzen. Nach den Veranstaltungen vom Samstag, über die wir bereits berichtet haben, werden unsere Soldaten am kommenden Sonntagoormittag bei Kasernenbesichtigungen durch die Bevölkerung mit der Vorführung von Waffen und Geräten allen Besuchern einen Üeberblick über das vielfältige Schaffen des Soldaten geben. Zu Gunsten des Winterhilfswerks wird bei diesem Besuch der Kasernen ein Eintrittsgeld von 20 Pfennig in Sammelbüchsen erhoben werden, ferner kann man bei dem Kasernenbesuch auch das WHW.-Abzeichen dieses „Tages der Wehrmacht" (eine Achselklappe) erwerben. Wer den Wunsch hat, ^im Anschluß an die Kasernenbesichtigung mit den Soldaten gemeinsam das Mittagessen einzunehmen, kann sich auch daran beteiligen. Es wird dabei zu einem mäßigen Preise ein gutes Sonntagessen der Soldaten verabreicht, nicht etwa Eintopf, sondern Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Also können auch die Hausmütter diesen Sonntagsbesuch mitmachcn, weil ja in den Kasernen ein guter Sonntagsschmaus geboten wird. Zagdgebrauchshundeverein Oberheffen. „Ohne den brauchbaren Hund keine weidgerechte Jagd" war der von Oberstjägermeister Scher- ping ausgegebene Leitspruch, unter dem eine aus allen oberhessischen Jagdkreisen besuchte Versammlung stand, die am vergangenen Sonntag in Gießen im Hotel Schütz stattfand. Veranstalter war der Jagdgebrauchshundeverein Oberhessen (mit dem Sitz in Gießen), Ziel die Erfassung der oberhessischen Jägerschaft zu gemeinsamer Arbeit für den unentbehrlichen Weidgesellen des Jägers, den Gebrauchshund. Zwar schreibt das Reichsjagdgesetz das Vorhandensein eines als „brauchbar" anerkannten Hundes für Jagdbezirke von einer bestimmten Größe vo-r, aber die Heranzüchtung eines solchen Hundes und seine Prüfung auf Leistung überläßt die Deutsche Jägerschaft den Gebrauchshundefachschaften, die im Deutschen Jagdgebrauchshundeverband zusammengeschlossen sind. So kommt es, daß Oer „Flugblattkrieg" als Kampfmittel. Ein aufschlußreicher Vortrag über die feindliche Agitation gegen Deutschland während des Weltkrieges. Der Standortälteste der Garnison Gießen, Generalleutnant Oßwald, hatte auf den gestrigen Montagabend wiederum zu einem Vortrag im Offiziersheim eingeladen, bei dem sich eine große Anzahl Gäste aus Gießen und aus den Nachbarorten mit den Offizieren des Standorts Gießen zu einer fesselnden Vortragsstunde und zu einem anschließenden kameradschaftlichen Beisamemnsein vereinigten. Nach kurzen Gruß- und Einführungsworten des Hausherrn, Generalleutnant Oßwald, sprach der Leiter des Instituts für Zeitungswissenschaft an der Universität Berlin Prof. Dr. D o v i f a t über das Thema „Der Kampf des Gegners um die Seele des deutschen Soldaten im Weltkriege". In aufschlußreicher Weise machte der Vortragende seine große Hörergemeinde mit all' dem bekannt, was der Frontkämpfer einst den „Flugblattkrieg" nannte. Dabei brachte der Redner eine Fülle von Material, wie sie in jenen Kriegsjahren an der Front naturgemäß dem einzelnen Soldaten nicht zu Gesicht kam, weil er eben im engen Raume seines Kampfabschnitts immer nur gerade das bemerken konnte, was innerhalb seines Gesichtskreises sich ereignete. So ist es denn erklärlich, daß Prof. D o - vifat in seinem Vortrage auch den einstigen Feldsoldaten neben manchen „alten Bekannten" der feindlichen Agitation viel neues brachte, das mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde, zumal das Material in der Geschlossenheit seiner Zusammenfassung einen außerordentlich weiten Üeberblick über die vielfältigen Mittel und Wege gab, die von den Feindbundmächten des Weltkrieges gegen unsere Kampffront und gegen die deutsche Heimat als Instrument zur Zermürbung des kämpferischen Geistes eingesetzt wurden. Der Vortragende erinnerte zu Beginn seiner Darlegungen daran, daß das deutsche Heer und das deutsche Volk am Anfang des großen Krieges hinsichtlich der geistigen Waffen im Kriegsfälle eine Einstellung hatten, die dem Worte von Bismarck entsprach: „Man schießt nicht mit öffentlicher Meinung, sondern mit Pulver und Blei". Daher ging denn auch unser Volk in den ihm aufgezwungenen Verteidigungskrieg ohne die Waffe der Propaganda, die ihm damals noch unbekannt war und die auch monatelang später in ihrer Wirkung nicht recht erkannt und eingeschätzt, ja von der deutschen Führung mit größter Zurückhaltung gehandhabt wurde. Erst der raffinierte und in den Mitteln völlig skrupellose Einsatz der feindlichen Hetze gegen unsere kämpfende Front und gegen die deutsche Heimat zeigte auch dem mit der Waffe kämpfenden deutschen Mann, welch starkes Kampfmittel diese geistigen Geschosse der Agitation darstellten. Der Vortragende schilderte an Hand zahlreicher Einzelheiten des Materials und der Fälle die Tätigkeit der feindlichen Hetzarbeit, bei der auch damals schon, mitten im schwersten Daseinskämpfe des deutschen Volkes, neben seinen Hauptgegnern, den Engländern und Franzosen, deutsche Emigranten gegen das eigene Volk kämpften und alles für die Sache des Feindes einsetzten, ferner damals auch schon der Jude in Gestalt eines zu den Feinden übergelaufenen jüdischen Rechtsanwalts namens E ck - st e i n aus Dresden die deutsche Sache bekämpfte. Allerdings wurde diese unsaubere Gesellschaft später, als man ihrer nicht mehr bedurfte, von der Feindseite fallengelassen, jedoch ließ man vorher ihren Haß gegen alles Deutsche sich unbeschränkt austoben. Eingehend schilderte der Vortragende besonders die Agitationstätigkeit der Engländer, sowohl in ihrer Technik als auch in ihrer Auswirkung auf die geistigen Kräfte der damals mit uns verbündeten Völker und auf unsere eigene äußere und innere Front; vor allem kennzeichnete er in diesem Zusammenhänge den im August 1922 verstorbenen Lord Northcliffe, der in seiner „Daily Mail" und auch als Leiter der gesamten englischen Kriegs- aoitation mit allen, auch den verwerflichsten geistigen Mitteln gegen Deutschland kämpfte. Der Vortragende gab dafür in Wort und Lichtbildern eine Fülle von überzeugenden Beweisen. Er versäumte aber auch nicht, in die Erinnerung zurückzurufen, welche Fehler damals auf unserer Seite gemacht wurden, insbesondere durch mancherlei leichtfertige und dumme Briefschreibereien ins Feld, die unseren Feinden in die Hände fielen und propagandistisch gegen unser Volk ausgenutzt wurden. Am Schlüsse seines Vortrages umriß der Redner klar und überzeugend die Erkenntnisse, die unser Volk aus jenen Jahren für alle Zeiten als beherzigenswerte Lehre zu ziehen hat. bis jetzt eine verhältnismäßig kleine Zahl von Jägern sich uneigennützig bemüht, dem deutschen Weidmann den Hund zu geben, der erst sein Jagen zum Weidwerk im besten Sinne des Wortes werden läßt. Es ist für einen Gebrauchshundemann eigentlich unverständlich, wie man eine Jagd mit nennenswertem Niederwildabschuß ohne den Gebrauchshund bejagen kann, ohne dabei mit den Gesetzen der deutschen Weidgerechtigkeit in Konflikt zu kommen. Auch bei uns in Oberhessen liegen die Dinge vielfach recht im argen. Dabei können wir mit Recht sagen, daß durch die Liebe zu Wild und Hund gerade in unserem Gebiete hervorragende Gebrauchshundestämme herangezogen worden sind. Woran wir kranken, das hat Oberjägermeister O st e r m an n vom Reichsjagdamt vor kurzem ausgeführt. Die große Masse der Jäger ist noch gar nicht in der Lage, einen Hund wirklich zu führen, geschweige denn etwa selbst abzurichten. Die Ausrichtung der Jägerschaft auf dieses Können ist daher als vordringlichste Aufgabe bezeichnet worden. Ueber diese Notwendigkeit herrsche unter den oberhessischen Kreisjägermeistern und Gebrauchshundemännern volle Einmütigkeit. Die Erfahrungen mit den sogenannten „Brauchbarkeitsprüfungen" sprechen in dieser Hinsicht Bände. Der Vorschlag, die seither auf die „Gießener Ecke" beschränkte Tätigkeit des Jagdgebrauchshundevereins Oberhessen auf alle oberhessischen Kreise auszudehnen, fand einmütige und dankbare Zustimmung. Die organisatorische Grundlage wurde in großen Zügen festgelegt, die finanzielle Beanspruchung der Mitglieder auf ein Mindestmaß heruntergedrückt unter der Voraussetzung, daß kein Jäger, vor allem aber kein Revierinhaber, sich der moralischen Verpflichtung entziehen kann, der Arbeit seine Unterstützung zu leihen, die die Ethik der Jagd heben, dem Wild Qualen ersparen und der Volkswirtschaft Werte erhalten will. Um das Wissen um den Hund zu vergrößern, werden in allen Jagdkreisen im Laufe des Jahres Vorführungen, Prüfungen und ähnliches stattfinden. Eine gemeinsame Verbandsjugendprüfung wird im Kreise Gießen abgehalten, eine Gebraüchsprüfung im Kreise Friedberg, Spezialprüfungen und Vorführungen in den anderen Kreise. Sache der Jägerschaft ist es. zu erkennen, daß dies alles um ihretwillen gescyieht und daß ihr daraus eine Verpflichtung erwächst. „Deutscher Jäger! Bedenke, daß vor deinem Recht zum Jagen deine Pflicht zur Weidgerechtigkeit steht. Zur Weidgerechtigkeit aber gehört in erster Linie der brauchbare Jagdhund." So lesen wir im letzten Jahrbuch der Deutschen Jägerschaft. Mögen alle oberhessischen Jäger sich dessen erinnern, wenn der Werberuf sie erreicht! „Mit vereinten Kräften für das deutsche Weidwerk" muß die Losung sein! Gießener lvochenmarktpreiie * Gießen, 15. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, Klaffe D 10%, Wirsing, % kg 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, % kg 12 bis 25, Birnen 25, Blumenkohl, das Stück 45 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellereie 10 bis 35 Pf. * ** D i e Bereinigung der Neubesitzanleihen der Länderund Gemeinden ist Gegenstand einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, die heute veröffentlicht wird. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** R i ch t i g st e l l u n g. In dem Bericht vom Samstag über den Lichtbilderoortrag im Gsflügel- züchterverein Gießen muß es richtig heißen, daß das Ziel für jeden Hühnerzüchter darin besteht, von der gegenwärtigen Durchschnittsleistung von 90 Eiern auf 160 Eier pro Huhn und Jahr zu kommen. Amtsgericht Gießen Gestern hatte sich die T. K. vor dem Amtsgericht wegen Körperverletzung und Beleidigung zu verantworten. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Angeklagte war vor ihrer Haustür beschäftigt, während ihr Söhnchen auf der Straße spielte. Eine mit einem Kinderwagen vorbeikommende Bekannte berührte das spielende Kind ein wenig mit dem Ergebnis, daß das Kind zu seiner Jetzt Möbel billig kaufen im Total-Ausverkauf Möbelhaus KOOS Marktstraße 8« 1. Stock 993a Kein Laden Mutter, der Angeklagten, hinlief und sich dort beklagte, es sei von der Zeugin angefahren worden. Daraufhin stellte die Angeklagte die Zeugin zur Rede. Es kam zu einer erregten Auseinandersetzung, in der zunächst Schimpfworte fielen, und die schließlich damit endete, daß die Angeklagte mit einem Stück Holz auf die Zeugin, die ihr körperlich weit unterlegen war, einschlug und diese stark verlegte. In der gestrigen Hauptoerhandlung gab die Angeklagte den Sachverhalt an sich zu, behauptete jedoch, daß die Zeugin die Schuld an diesem Zwischenfall trage. Die Beweisaufnahme ergab jedoch das Gegenteil. Das Urteil lautete auf insgesamt zwei Monate eine Woche Gefängnis. Raubüberfall in Sprendlingen. Lpd. Offenbach a. M., 14. Febr. In der Nacht zum Montag wurde in einer Bäckerei in Sprendlingen ein Raubüberfall verübt. In Abwesenheit des Bäckers und seines Sohnes drang in der Zeit zwischen 24 und 1 Uhr ein Unbekannter durch ein Fenster in die Backstube und von dort in das angrenzende Zimmer ein, nachdem er vorher alle Lampen, auch auf dem Mehlboden, ausgedreht und die Telephon- und Klingelleitungen durchgeschnitten hatte. Er brach zunächst die Tür zum Laden auf und begab sich, als er dort die gesuchte Beute nicht fand, über den Flur ins Wohnzimmer. Dort hörte ihn vom Schlafzimmer aus die Frau des Bäckermeisters, die die Rückkehr ihres Mannes erwartete und Licht machte. Der Einbrecher stürzte sich mit dem Ruf „Licht aus!" auf die Frau und schlug mit einem harten Gegenstand auf sie ein. Etwa eine Stunde später wurde die Frau von den heimkehrenden Männern mit schweren Verletzungen in ihrem Blute liegend aufgefunden. Sie hat u. a. einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung und wurde dem Kreiskrankenhaus zugeführt. Nach der Tat hat der Verbrecher die auf dem Tische des Wohnzimmers liegende Tageskasse an sich genommen, während ihm zu einer gründlicheren Durchsuchung offenbar die Zeit fehlte, denn er hat einen größeren, im Zimmer aufbewahrten Geldbetrag übersehen. Mit einem auf dem Hof vorgefundenen neuen Fahrrad hat der bis jetzt unbekannte Täter die Flucht ergriffen. Oie Mädchen aus der Burgfiraße. Teoman von Hilde K Lest. 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Da erwiderte der Kutscher: „Majestät, Sie harn wohl 'n morschen Keks oder vasehentlich ne warme Semmel in’n Schlips jebunden!", sprach's, stieg ab, spannte seine Rosse aus und ritt schnurstracks in seine Heimat. Da mußten der König und die Königin zu Fuß zum nächsten Bahnhof gehen. Und sie fuhren zurück, jeder mit einem anderen Zug, beide aber in dem Gefühl, eine arge Niederlage erlitten zu haben." „Und die Moral von der Geschicht'?" fragte Ursel. „Sie hat zwei Moralen", sagte Viereck. „Die eine dürfte wohl sein, daß die Königin in ihrem Grimme sich an jedem Manne wird rächen wollen, der ihren Weg kreuzt, um ihr Gefühl der Ueberlegenheit wiederzuerlangen. Denn da man sie immer nur als Königin behandelt und verehrt hat, hält sie alle Manner für ein Spielzeug, das man nach Gutdünken gebrauchen oder — zerbrechen darf. Sollte sich ihr also ein Prinz nahen wollen, so wird er von her Art sein müssen, die kräftig zupackt und ihren Willen dem seinen unterorbnet." „Ich sürchte nur", sagte Ursel, „dieser Prinz wird nicht Dr. Mansfeld heißen dürfen." „Das fürchte ich auch", sagte Viereck, „und das ist die zweite Moral von der Geschichte. Als nämlich einige Tage vergangen waren, saß der Kutscher mit einem Mädchen, das keine Königin war, in einem ganz kleinen Vorgarten am Wedding, das Mädchen hielt eine Katze auf dem Schoß, und man trank Limonade aus Biergläsern. Da sagte der Kutscher: „Wie glücklich bin ich, daß du keine Königin bist, und wie klug bist du, daß du nicht danach strebst, eine zu sein." Aber weiter kam er nicht in seiner Rede, denn er mußte einsehen, daß das Mädchen sein kleines Herz schon verschenkt hatte, und daß sie nur gekommen war, seinen Rot zu holen ..." „Ist dieses Vertrauen nicht eine Entschädigung für einen wohl nicht allzu großen Schmerz?" „Ueberschätzen Sie den Karl Viereck nicht, Fräulein Ursel. Man darf ihm nicht allzusehr vertrauen. Er erzählt zwar Märchen, worin Königinnenkronen eine schlechte Rolle spielen, ober er wäre doch imstande. Ihnen ein kleines Krönlein aufzusetzen. Das stände Ihnen nämlich gar nicht übel. Unti dann wäre er kaum noch imstande, Ihnen zu eines Dritten Gunsten gute Ratschläge zu geben." Ursel drohte ihm lachend mit dem Finger. Es war spät geworden, und Ursula nahm dankbar an, als Viereck sich erbot, sie in einem Wagen des Bruders nach Hause zu fahren. „Halten Sie bitte vor dem ,Känig von Spaniens Ich glaube, daß man den Assessor vor einer Enttäuschung behüten muh." „So ließe sich wohl jeder gern behüten." . „Ich verstehe Sie nicht." „Du verstehst mich sehr gut, Mädel." „Duu? Aber Herr Viereck!" „Du weißt, es drängt mich manchmal, zu vergessen, wer ich bin, besonders vor Königinnen." Ursel legte die Hand zu ihm aufs Steuerrad. „Das darfst du tun, auch wenn ich keine Königin bin. Du bist ein merkwürdiger Kauz. Du sagst mir du in dem Augenblick, in dem du mich zu einem andern bringst. Wenn andre Männer du sagen ..." „Still!" sagte Viereck, „mach' keine Marmarstatue aus mir. Ich könnte sonst sehr lebendig werden, an deinem ,König von Spanien* vorbeifahren und den Wagen nicht mehr anhalten, bis ihm draußen in einem einsamen Walde das Benzin ausgeht. Aber um eines Herrn Assessors willen wollen wir doch lieber stehenbleiben. Da hast du deinen ,König van Spanien*. Grüß ihn von mir oder tu es lieber nicht. Mach, was du willst. Leb wohl, Mädel, ich halte dir den Daumen." „Der Herr Assessor ist im Schreibzimmer", sagte der Portier auf Ursels Frage. Als Ursel eintrat, stand Mansfeld vom Schreibtisch auf und schob mit sichtlicher Erleichterung einen Stoß Bücher beiseite. Er strahlte über das ganze Gesicht. „Du bist es, Ursel — welche Ueberraschung!" „Tu doch nicht so, als ob du dich freuen würdest!" „Ich bin ein schlechter Schauspieler", sagte Mansfeld, „wenn ich so tue, freue ich mich auch. Was bringst du für Nachrichten?" „Könnte ich nicht mal ohne Nachricht zu dir kommen?" Du kommst meist nur, wenn man dich schickt." „Hör auf, ich habe ernsthaft mit dir zu reden." „Vielleicht wieder ein Kapitel »Umgang mit jungen Mädchen*? Ich höre ..." „Ich wollte dich fragen, welchen Eindruck du heute von Carla erhalten hast. Ich habe Angst um dich, um deine Hoffnungen .. " „Du brauchst nichts auszusprechen", sagte der Assessor. „Ich habe mich getäuscht. Ich wünschte sehr, frarla w'""'de aus meinem Irrtum keine falschen Schlüsse ziehen." „Das jagst du jo ruhig, so jewstverständlich?" „Ursel, versteh mich recht; ich sage das mit einer großen Erleichterung. Ich hätte nicht zurückgekonnt, wenn Carla mich freudig begrüßt hätte. Nun ist eine schwere Last von mir genommen. Ich glaube, ich darf wieder frei sein in meinen Entschlüssen. Kannst du das verstehen?" „Nein", sagte Ursel leise, aber in ihren Augen stand ein deutliches Ja zu lesen. Dr. Mansfeld sprach mit seltsam weicher Stimme. „Ich weiß nicht, ob ich dir das recht erklären kann. Carla war das erste Mädchen, das ich näher kennenlernte, alles war so neu für mich, so wunderlich und überraschend, so ... ja, Ursel, wie soll ich dir das sagen, ich wußte doch gar nicht, ob das Liebe war, vielleicht habe ich es nur dafür gehalten." „Du sprichst, als ob du jetzt mehr Erfahrung hättest." „Dürfte ich sie nicht haben ...?" sagte er unsicher. „Sprich doch", sagten ihre Augen. Er suchte nach Worten und fand sie nicht, trat verlegen an den Schreibtisch und blätterte in den Büchern, die darauf lagen. Ursel war aufaeftanben und trat neben ihn. Sie suchte feinen Blick. „Was hast du da?" Er lachte gezwungen. „Bücher über Dampfkessel", sagte er, „aber ich verstehe sie nicht." „Wozu solltest du sie auch verstehen?" „Du weißt nicht, daß ich' von- morgen an mich um Machers Geschäft kümmern soll? Meine Eltern haben Mittel zur Verfüaung gestellt, damit mir Macher helfen und seine Sachen in Ordnung bringen." „Wir?" — „Nun ja doch, Lisbeth und ich. Meine Mutter hat Lisbeth kennengelernt. Sie gefällt ihr offenbar sehr. Sie wollte Lisbeth eine Freude bereiten." „Das freut mich für Lisbeth!" Mansfeld fuhr zusammen, der schneidende Ton dieses Ausrufs traf ihn wie ein Peitschenhieb. „Aber Ursel ...", sagte er. „Soll ich mich etwa nicht für Lisbeth freuen? Nun gut, ich freue mich auch für Machers. Ich freue mich auch für dich. Ich freue mich für euch alle! Du haft ja keine Ahnung, wie ich mich freue! Hörst du? Ich freue mich, wie nur ein Kind sich freuen kann! Ich wünsche euch allen viel, viel Glück!" Da hatte sie schon die Türe hinter sich zugeknallt. Mansfeld hörte, wie sie die Treppe hinunterlief. Der Assessor stand immer noch am Schreibtisch, seine Füße hafteten mit bleierner Schwere nm Loden. „Laus ihr nach! Lauf um dein Glück!" sagte eine innere Stimme. Aber man hatte dem kleinen Walter nie das Laufen gelehrt. Man erwog kühl und langsam in der Grunewaldvilla. Seit Generationen war gewiß kein Sproß der Häuser Mansfeld und von Plittwitz an neugierigen Hotelportiers vorbei hinter einem kleinen Mädel hergerannt. Wie sollte das jüngste Glied des Stammes wissen, daß man auch das mitunter tun soll? 13. „So wie Sie den Mann schildern", sagte Frau Macher zu Lisbeth Lenz, „versteht er von Gelddingen noch weniger als mein Gunter und ist also der letzte, der die schönen 20 000 Mark richtig ansetzen kann. Und ich? Nee, ich hätte Angst vor der Ollen. Die hat uns hier behandelt, als ob wir Luft wären, ich möchte mir von ihr nichts sagen lassen, daß ich mich auch nur eines Pfennigs von ihrem Geld bemächtigen möchte. Wir find für die Frau Justizrätin nur eine Gelegenheit, dem Assessor und Ihnen ’ne Freude zu machen. Also müssen auch Sie tiafür sorgen, daß er den schönen Zaster nicht verpulvert ..." „Ihm und mir?" erwiderte Lisbeth voller Staunen, „mir eine Freude machen? Was habe ich denn mit der Justizrätin zu tun, außer, daß ich ihr einmal meine Meinung sagte? Wie sollte sie jetzt dazu kommen, mir eine Freude zu machen? Natürlich freut es mich, wenn Ihnen geholfen wird und wenn wir hier endlich in Fahrt kommen. Aber das geht doch wohl in erster Linie Sie an und nicht mich." Frau Hedwig schüttelte energisch den Kops. „Lisbeth", sagte sie, „ich mische mich sonst nicht in Ihre Angelegenheiten. Aber Sie können mir doch nicht weismachen, daß Sie nicht wissen, wozu Ihnen die olle Justizrätsche den Assessor und zwanzig Mille beigefellt." „Nun schlägt's aber dreizehn!" und Lisbeth schlug wahrhaftig mit der flachen Hand auf den Tisch, daß das Möbel wackelte. „Verzeihung ..." sagte sie sogleich, denn das war an sich nicht ihre Art. „Verzeihung, Frau Macher, haben Sie vielleicht heute schlecht geträumt, oder wie kommen Sie sonst zu diesen komischen Andeutungen?" „Wie ich dazu komme? Nun, auf ganz direktem Wege. Weil wir die Justizrätsche natürlich gefragt haben, warum und wieso. Weil sie ganz einfach erklärt hat: weil üch meunem Sohn, döm Hörrn Assessor Mansfeld, und döm Fröillöin Lüsbeth eune Freude machen möchte. Und weil wir, der Gunter und ich, uns darauf den einzigen Reim gemacht haben, den man machen kann: daß nämlich der Asi feffor und unsere Lisbeth ’n Paar werden sollen!" (Fortsetzung folgt.) Aus der engeren Heimat Wirtschaft lag Aktienmarkt kamen vorläufig nur sehr Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. ließ. Am 0,723 5,694 62,37 48,95 11,275 63,97 57,42 8,691 2,473 zum Wochenbeginn sehr still. Die Zurückhaltung hat sich weiter verstärkt. Aus dem Publikum fehlten Aufträge fast völlig, so daß auch der berufsmäßige Handel jede Unternehmungslust vermissen 0,725 5,706 62,49 49,0? 11,295 64,08 57,55 6,704 2,478 Buenos 'Lues . Brüssel....... iRto ve Janeiro Voten........ Kopenhagen... T anzig....... London....... freliingfoti.... Paris........ Holland...... Gailen....... 0,725 5,706 62,49 49,05 11,295 64,09 57,54 8,709 2,477 0,723 5,694 62,37 48,35 11,275 63,96 57,43 8,686 2,474 wenig Kurse zur Notiz, die kein einheitliches Gepräge hatten, wobei sich Rückgänge und Besserungen etwa die Waage hielten und nicht über 1 v. H. hinausgingen. Vorwiegend schwächer gestalteten sich Montanpapiere, Verein. Stahl 112,50 (113), Mannesmann 113,75 (114), Hoesch 113,75 (114,13). Niedriger lagen ferner IG. Farben mit 159,50 (160,13), Reichsbank mit 206,50 (207,50) und Kali Aschersleben mit 110,25 (110,50). Leichte Befestigungen verzeichneten Moenus Maschinen mit 136 (135), Daimler Motoren mit 142 (141,50), Felten mit 137,75 (137,25) und Deutsche Erdöl mit 141,75 (141,50). AG. für Verkehr mit 134,25 und Adlerwerke Kleyer mit 119 lagen unverändert. Am Rentenmarkt hielt das Kaufinteresse an. Reichsaltbesitz gewannen 0,13 v. H. auf 131,13, Kommunal-Umschuldung zogen bei einigen Umsätzen auf 95,35 bis 95,40 (95,30) an und 4 v. H. Rentenbank-Ablösung wurden mit 94,25 bis 94,40 bewertet. Erhöhte Nachfrage verblieb sodann am Pfandbriefmarkt. Goldpfandbriefe wurden zumeist wieder rationiert und teilweise gestrichen, von Kom- munal-Obligationen notierten Meininger 99,75 (99,50). Liquidationspfandbriefe lagen unverändert. Stadtanleihen zeigten geringfügige Abweichungen, ebenso Industrie-Obligationen. Dekosama Altbesitz 0,25 v. H. höher mit 136,75. Im Verlaufe gestaltete sich die Tendenz am Aktienmarkt vorwiegend schwächer, da dem kleinen Angebot kaum Aufnahme gegenüberstand. IG. Farben 158,50 nach 159,50, Verein. Stahl 112 bis 112,25 nach 112,50, Rh ein stahl 141,75 nach 142,25, Demag 145,75 nach 146,50. Die später notierten Werte gingen zumeist um 0,50 bis 1 v. H. zurück, darüber hinaus ermäßigten sich Buderus auf 122 (124), Schuckert auf 177,25 (179,25) und Deutsche Linoleum auf 165,50 (167). Am Einheits- markt befestigten sich Mainzer Aktienbier auf 91,25 (90), Großbankaktien lagen unverändert. Der Freiverkehr mar sehr ruhig. Schwächer lagen Verein. Fränk. Schuh (Berneis) mit 75 (76,25), Ufa Film mit 69,13 (69,75) und Franks. Maschinenbau mit 163,50 (164,50), Dinqler Maschinen knapp gehalten mit 87,50 (87,75). Tagesgeld wieder leichter mit 2,75 (3) o. H. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hobe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. ReichsbonkDiskont 4 v H. LombarDzinsfuß 5 o. H Mein-Maimsche Börse. HTitfagsbörfe zurückhaltend. Frankfurt a. M., 14. Febr. Die Börse Verlauf des Abends brachte ein reichhaltiges Programm; Aufführungen, Gedichtvorträge, Lieder und Musik wechselten in bunter Reihenfolge miteinander ab. Die Darbietungen fanden reichen Beifall. Eine Verlosung war mit schönen Gewinnen ausgestattet. <£ Dutenhofen, 11. Febr. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt im Saale der Gastwirtschaft „Zum Adler" einen Volksgemeinschaftsabend ab. Diele Kameraden, auch von auswärts, hatten sich mit ihren Angehörigen eingefunden. Kameradschaftsführer Weber hieß alle herzlich willkommen, insbesondere den Ortsgruppenleiter Lenz und den Kreispropagandaobmann A n a ck e r. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Filmvorführung, die den Film „Der Kampf um Verdun" brachte. Der Kreispropagandaobmann würdigte im Zusammenhang mit der Vorführung die überragenden Leistungen der deutschen Soldaten während des Weltkrieges. Der Film hinterließ einen tiefen Eindruck. In ernstem Gedenken wurden dann die Gefallenen des Weltkrieges geehrt. Ein Kulturfilm gelangte ebenfalls zur Aufführung und fand ungeteilte Aufmerksamkeit. der Frauen. Sie wies darauf hin, daß ein nicht geringer Teil des Volksoermögens durch die Hand der Hausfpau geht, die darum ein besonderes Maß von Verantwortung für die Durchführung des zweiten Vierjahresplanes trägt. Sie ermahnte die anwesenden Frauen, im Blick auf die Sicherstellung der Dolksernährung alle Nahrungsgüter pfleglich zu behandeln, insbesondere dem Verderb des Obstes nach Kräften zu steuern. Anschließend fand noch eine rege Aussprache über praktische Fragen des Obstbaues statt. Die Rechnungsablage durch den Vereinsrechner Heinrich Hoppe ergab einen ansehnlichen Ueberschuß, der es dem Vereinssührer ermöglicht hatte, die Mitglieder durch eine Gratis- verlosung zu überraschen. Jedes Mitglied erhielt einen Gewinn. Es kamen hauptsächlich Busch- und Beerensträucher zur Verlosung. Außerdem konnte dem Winterhilfswerk noch ein Betrag von 5 RM. überwiesen werden. Mit dem Gruß an den Führer und an den Reichsbauernführer wurde die Versammlung geschlossen. In froher Geselligkeit, wobei auch die alten Spinnstubenlieder wieder gesungen wurden, verlebten die Familien noch einige Stunden echt dörflicher Gemeinschaft. Landkreis Gießen. "Y Laubach, 14. Febr. Am Freitagnachmittag erlegte Graf Georg Friedrich zu Solms- Laubach im Distrikt „Hirschroth" einen kapitalen (ungeraden) Achtzehnender. — Dieser Tage wurde im Hofe der Oberschule von Professor Dr. Linke (Frankfurt a. M.) eine Kurortklimabeobachtungsstelle eingerichtet, deren Beaufsichtigung von Architekt Silß übernommen wurde. Kreis Büdingen. ch Nidda, 8. Febr. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Oberschule in der Turnhalle bei starker Beteiligung der Bevölkerung eine Schulfeier. Nach der Begrüßung durch Studiendirektor Dr. C u l m a n n lenkte Studienrat B r a u n e w e l l die Zuhörer in seinem Vortrag „Der deutsche Osten in der zeitgenössischen Dichtung" hin zu den Grenzlanddeutschen, hauptsächlich im Osten, die dort zur Erhaltung ihres Deutschtums einen harten Kampf bestehen müssen. Ebenso lebhaft verfolgte man den Vortrag von Dr. Culmann über „Nationalsozialistische Erziehung und Ausbau der Oberschule". Im Nahmen der Veranstaltung warteten Schüler und Schülerinnen aller Klassen in reicher Abwechslung mit Reigen und Gesang der Mädchen, deklamatorischen Vorträgen, Bodengymnastik und drolligem Ringkampf der Knaben sowie einem Spiel „Deutsches Volk, du schaffst dich frei", auf. Kreis Wetzlar. ch Lützellinden, 10. Febr. Die Schweinezuchtgenossenschaft hielt dieser Tage ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Landwirt Johannes Krombach, erstattete den Jahresbericht. Ausgaben und Einnahmen glichen sich aus. Der Vorsitzende Krombach, der dieses Amt schon seit 40 Jahren versieht, wurde einstimmig als Vorsitzender wiederbestätigt. Er hat sich um die Förderung der Schweinezucht in unserem Orte sehr verdient gemacht. In diesem Jahre soll wieder, wie bisher üblich, der Eber von der Genossenschaft angekauft werden. Die Anschaffungskosten werden durch eine Umlage, entsprechend der Zahl der gehaltenen Zuchtsauen, von den Mitgliedern erhoben. Die Haltungspflicht des Zuchtebers geht nach jedem Jahre fortlaufend auf ein weiteres Mitglied über. Der seitherige Eberhalter Gustav S ch a ab wird von dem diesjährigen Halter Friedrich L e n z Wwe. abgelöst. Das Zuchtziel der hiesigen Schweinezuchtgenossenschaft ist die Züchtung des veredelten Landschweines. In der Genossenschaft sind etwa 30 Landwirte und Bauern vereinigt. O L ü tz e l l i n d e n , 14. Febr. Unser Hauptlehrer Frölich tritt mit Wirkung vom 1. April in den Ruhestand. = Dutenhofen, 9. Febr. Im „Iagdschlößchen" fand ein Dolksge meinschaftsabend des Jungvolks statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Ortsgruppenleiter Lenz hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Der Jungbannführer sprach anschließend über die Zielsetzungen des Jungvolks, Die Jungen selbst ermahnte er, immer bereit zu sein im Dienst für den Führer. Der weitere Kreis Alsfeld. —Homberg (O h m), 10. Febr. Der hiesige Wanderverein hielt einen Heimatabend ab. Wanderführer Allendörfer begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und sprach, nachdem eine Reihe von Bildern aus unserer Heimat gezeigt worden war, über das Wesen der Heimat und unser Verhältnis zur heimischen Landschaft. Sodann ge- langten verschiedene Gedichtvorträge zu Gehör. Auch das von dem hiesigen Lokaldichter Langst r o f f verfaßte Gedicht „Mei Humerg, de best wunnerscheh" wurde vorgetragen und fand reichen Beifall. In einem Zwiegespräch wurde auf den Luftschutzaedanken hingewiesen. Lieder und Volkstänze, von Frau Bensel einstudiert, sowie der Auftritt einer Puppengruppe, fanden starken Beifall. Zum Schluß des Abends wurden mehrere Wanderkameraden für regelmäßige Beteiligung an Den Wanderungen ausgezeichnet. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bls 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Gaudienststelle „Das schöne Dorf" sorgt für Abhilfe. NSG. Wer hat nicht schon erlebt, daß gerade in dem Augenblick, als er eine schöne Landschaft bewundern wollte, Reklameschilder von irgendeiner Stiefelwichse oder Zahnpasta sich dazwischendrängten und das schöne Bild mit einem Male zerstörten? Müssen Häuser und Scheunenwände mit Reklarne- und Plakatresten beklebt und Krämerläden mit Reklameschildern so bedeckt fein, daß man die dahinterliegende Ware kaum erkennen kann? Der Werberat der Deutschen Wirtschaft hat die Reklame durch Anordnungen bereits in vernünftige Bahnen geleitet; allein auf dem Dorfe sieht man immer noch Auswüchse früherer Zeit. Die Gau- idienststelle Hessen-Nassau „Das schöne Dorf" der MS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ist bemüht, hier Abhilfe zu schaffen. Sie strebt auch danach, daß notwendige Bauten und Anlagen wie Tankstellen, 'Transformatorenhäuser, Telegraphenmasten, Lichtanlagen usw. nicht das schöne Bild eines Hauses, ieines Dorfes oder einer Landschaft stören und zerstören. Absolut zu verneinen sind in Form und Ausführung städtische Bauten und Bauformen im Dorf. 'Wir brauchen hier keine Mietskasernen, sondern !wollen das typische deutsche Bauernhaus, verschie- Idenartig im Ausdruck wie die deutschen Landschaften, sauber und schön. Auch hier hat Fremdes ur- fsprünglich schöne Eigenart verdeckt und fast zerstört. 'Nehmen wir die falsche Tünche fort, wo es möglich iist. Und das schöne alte deutsche Fachwerkhaus, wie »es in unserem Gau immer wieder die Menschen erfreut hat, steht neu vor uns. Oie Diebstähle tim Frankfurter Schlacht- und Viehhof. Zwei Metzgereien geschlossen. Lpd. Frankfurt a. M., 14. Febr. Wie gemel- ldet, war die Kriminalpolizei Diebstählen im 'Frankfurter Schlacht- und Viehhof •auf die Spur gekommen. Die Täter hatten u. a. mon den Tierärzten als krank erkannte Lebern bei- jseite geschafft und an Metzger verkauft. In Der- siolg dieser Angelegenheit hat die Polizei das offene Ladengeschäft Des festgenommenen Metzgermeisters Arnold S ch ö n e w o l f, Wallstraße 17, geschlossen. Auch der im Schlachthof gelegene Betrieb Des »gleichfalls verhafteten Großschlächters Josef Heil- vnann aus dem Wasserweg 6 wird nicht fartige führt. Eine Erklärung der Fleischerinnung. Die Frankfurter Fleischerinnung nimmt zu den Vorgängen wie folgt Stellung: „Die Gesamtheit Der Frankfurter Metzgermeister v e r u r t e i l t auf üD a s schärfste Das gewissenlose und »gemeingefährliche Treiben Der beiDen Metzger, Die sich Durch ihr volksschädigenDes Verhalten selbst außerhalb j e*D e r Volks- Nemeinschaft gestellt haben. Der Metzgermeister Arnold S ch ö n e w o l f, Wallstraße 17, und Der Großschlächter Josef Heilmann, Wasserweg 6, «verden Die Strafe erhalten, die sie verdient haben. Die Oeffentlichkeit darf davon überzeugt sein, daß ses sich hier um einen Einzelfall handelt, der aoon jedem Metzgermeister auf das frfjärffte mißbilligt wird. Selbstverständlich hat Der Vorstand Der Fleischerinnung alles Erforderliche veranlaßt, diese Schädlinge aus den Reihen Des Handwerks auszu stoße n." Landkreis Gießen. <5p Watzenborn-Steinberg, 15. Februar. Western nachmittag stießen hier an der Ecke Wilhelm- sstraße und Grüninger Straße ein Motorrad- ffahrer aus Holzheim, von Gießen kommend, mit Bem Auto eines Einwohners von Großen-Linden, Bas von Watzenborn kam, zusammen. Hierbei wurde Bas Motorrad stark beschädigt, während der Fahrer -mit einer leichteren Handverletzung davonkam. Das Auto konnte seine Fahrt fortsetzen. 4- Grünberg, 14. Febr. Am Samstagabend lljiclt im Gasthaus „Zum wilden Mann" Der O b st - iiin D Garte nbauverein seine Diesjährige -Hauptversammlung ab, Die recht zahlreich besucht »nar. Der Vorsitzende, Berufsschullehrer Geng- in a g e I, erstattete Den Jahresbericht. Danach wur- BDen'im abgelaufenen Jahre wieder Die Spritzungen yur Schädlingsbekämpfung, sowie Der Bezug von iKalk, Torf und Unkrautbekämpfungsmitteln gemein- ijam Durchgeführt. Für Die immer mehr betriebene -Süßmostbereitung wurde eine eigene Obstkelter an* Neschafft. Die Reinigungsaktion Der Obstbäume, Die im abgelaufenen Jahre begonnen wurde, soll fort- i gesetzt und auf alle Dbftbäume ausgedehnt werden. Die Jahresrechnung schloß mit einem kleinen lieber- lchuß ab. Gartenbaudirektor Lange (Frankfurt am Main) sprach dann über „Der Hausgarten im Vier- iahresplan". Als Fachmann auf dem Gebiete des ! Gartenbaus und aus einem reichen Schatz von Er- ahrungen schöpfend, behandelte er eingehend Boden- | Bearbeitung, Düngung, Saat und Pflege des Gar- lens und Der Gartengewächse und wie hier eine Steigerung Der Erträge zu erzielen ist. Aus Die | Dielen Anfragen aus Den verschiedensten Gebieten t nes Obst- und Gartenbaues gab er ausführliche Auskunft. Zum Schluffe fand noch eine Verlosung uon 23 Zwetschenbäumen, Die vom Bezirksobstbau- 71 er band Gießen gestellt waren und weiteren Prei- ien des Vereins statt. — Am Sonntagabend fand n der Turnhalle eine Werbeveranstaltung der ..Deutschen Sporthil fe" statt. Außer Dem Film von Der Sportheilstätte Hohenlychen tarnen noch solche von Der Leichtathletik, vom Turnen, Schwimmen und den verschiedenen Ballspielen zur Vorführung. Die einzelnen Abteilungen des Turn- • Vereins und die Sportgruppen des Jungvolks zeigen Ausschnitte aus ihren Ucbung&gebieten. Am Nachmittag hatte eine Schülervorstellung stattge- 'unden. (D Ettingshausen, 13. Febr. In unserem Dorfe gelangte im Rahmen einer gut besuchten Versammlung des Reichsluftschutzbundes •er Film „Volk i n Gefahr" zur Aufführung. - Anschließend hielt Gewerbelehrer S ch u ch a r d Meßen) einen Vortrag über die Notwendigkeit ies Luftschutzes. -w. Hungen, 13. Febr. Am Samstagabend fand im „Darmstädter Hof" ein Kameradschafts- ibenb Der Fachschaft 3 (Reichssteuer- o e a m t e) statt, an Dem sämtliche Beamten und Angestellten teilnahmen. In einer Ansprache begrüßte Fachschaftsleiter Z o p p k e insbesondere den neuen Vorsteher des hiesigen Finanzamts, (Steuer* imtmann Gröschel, als Betriebsführer. Weiser widmete er einige Abschiedsworte Dem nach Rochlitz (Sachsen) versetzten Steueramtmann Karl Köhler oan hier. Anschließend ehrte er Den in Abendbörse ruhig und behauptet. Auch an Der Abendbörse hielten sich die Umsätze in sehr engen Grenzen, Da Die Zurückhaltung fort- Dauerte. Angebot lag aber nicht vor, vielmehr zeigte sich verschieDentlich auf Dem ermäßigten Stand etwas Nachfrage, Doch kam es zu keinen besonderen Umsätzen. In Den meisten Fällen waren Die Notierungen nominell. Soweit Abweichungen eintraten, betrugen sie 0,25 bis 0,50 v. H. 11. a. notierten Bu- Derus mit 122,50 (122), Verein. Stahl unv. 112,25, Deutsche Erdöl 141 (141,25), Laurahütte 18,90 (18,75), AEG. 117 (117,25), MAN 127,75 (128), Bemberg 139 (139,25), Conti Gummi 192,75 (192,50), Demag 145,50 (145,25), Licht und Kraft 143,75 (143,50), Elektr. Lieferungen 130 (130,50), Schuckert 177,50 (177,25), Südd. Zucker 211 (211,50), Hapag 78,50 (79). Gut behauptet blieben JG.-Far- ben mit 158,75, Adlerwerke mit 119, Moenus mit 136, VDM. mit 173, Scheideanstalt mit 254,50, Gesfürel mit 147, Holzmann mit 160, Metallgesellschaft mit 146. Am Rentenmarkt erhielt sich Interesse für Altbesitzanleihen, ferner für Kommunal-Umschuldung, Die mit 95,40 umgesetzt wurden. Don amtlich notierten Werten bröckelten Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. ab auf 129,75, im gleichen Ausmaß höher gesucht wurden 4,5 v. H. Stadt Heidelberg mit 99,13. Am Einheitsmarkt notierten Bad. Bank nach Pause 1 v. H. niedriger mit 122,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Febr. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 211, W16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Weizenmehl Type 812 W 13 29,40, W 16 29,50, W 19 29,50, W 20 29,85, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,25, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenlfeftpreise ab Mühlenstation; Treber ge-tr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation. Frankfurter Schlachtwehmarkt. Frankfurt a. M, 15. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 672 Kälber, 106 Hammel, 59 Schafe, 3585 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hümmel 30 bis 48, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine zugeteilt. den wohlverdienten Ruhestand getretenen Berufs- kameraden Ulrich durch ein Geschenk, das seine Berufskameraden gestiftet hatten. Steueramtmann Gröschel wies auf den Sinn der KarneraDfchasts- abende hin. Mit dem Gelöbnis, die Pflicht am Aufbau unseres Vaterlandes bis zum äußersten zu erfüllen, und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer fand der offizielle Teil des' Abends feinen Abschluß. * Langd, 13. Februar. Die hiesige Krieger- kameradschaft veranstaltete einen Filmvor- IragsabenD. Kameradschaftsführer Döll begrüßte die zahlreichen Teilneymer. Oberstleutnant a. D. Endres hielt einen Vortrag über Zwecke und Ziele des Kyffhäuserdundes und schilderte Den Werdegang des Bundes von seiner Gründung im Jahre 1786 bis zur Gegenwart. Im Anschluß daran gelangte unter dem Titel „Im gleichen Schritt und Tritt" ein Film zur Vorführung, der in Die Jahre Des Weltkrieges unD Dann in Die deutsche Leidenszeit von 1918 bis 1933 zurückführte. Ein zweiter Film „Unsere neue Wehrmacht" schilderte deren großartigen Aufbau in vielen Einzelheiten. Die Zuschauer dankten mit lebhaftem Beifall. Ein lustiger Film beschloß den Abend. Die Filmveranstaltung wurde am Nachmittag auch der Schuljugend zugänglich gemacht. § Nonnenroth, 10. Febr. Der hiesige O b st - und Gartenbauverein hielt im Saale Des Gastwirts Karl Rücker unter dem Vorsitz des Vereinsführers Mißler seine Diesjährige Generalversammlung ab. Dem Jahresbericht des Vereinsmh- rers war zu entnehmen, daß der Verein auch im abgelaufenen Jahr eine rege Tätigkeit entfaltet hat, Dabei von Dem Bestreben geleitet, Die Versorgung Des Deutschen Volkes mit den Erzeugnissen des heimischen Obstbaues sicherstellen zu helfen. Nicht weniger als 6000 Liter Spritzbrühe kamen bei Der Winterspritzung der Obstbaumanlagen im Jahre 1937 zur Verwendung. Auch der Nachblütenspritzung im Sommer des vergangenen Jahres wurde besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Die Bedeutung gerade dieser Sommerspritzung im Kampf gegen die Schorfkrankheit der Früchte wurde von einem Vereinsmitglied an einem praktischen Fall besonders deutlich gezeigt. Eine besondere Note erhielt die Versammlung dadurch, daß eine große Anzahl Frauen zum ersten Male an der Veranstaltung teil» nahm, um ihr Interesse an Den Fragen Des Obstbaues zu bekunDen. In ihrem Namen sprach Die Ortsfrauenschaftsleiterin, Frau O. Fritz, Worte des Dankes an den Vereinsführer für die Einladung Iavan...... Jugoilawteu Oslo ..... Dien....... Lisiabon.... Stvckbolm .. Sctiweiz.... Spanten.... Drag....... BubapeÜ... Neuyort.... Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlutz'. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag börse Schluß- furs Schluhk. Abend börse Schlug- kurs Schluß!. Mittag- börse Dalum 12.2. 14-2. 12-2- 14.2. Damm 12.2. 14.2- 12.2 14-2- 5% Teutjciie Rctcksanlelüe v. 1927 102 102 101,75 101,75 Aceumulalocen-Fabrik....... 14 — — — 230 4% Dentjche gieicii-anl. von 1931 99,25 99,25 99,25 99,25 Aichafsenburg Zellstoff........6 141 141 141 96 141 139,5 139 139 5 139,25 — — —- _ 170 169,5 170.5 170.25 41/2% Deuljche Reiclislciiatzanwei- Buderus Ciien............... 5 124 122,5 124 123 fangen von 1935, H. ,\olge ... 99,9 99,7 99,9 99,7 Gement Heidelberg...........7 164,75 164,5 — — 4y2°n Deutsche Neichsichayanwei Gement Karlstadt............6 — — —— — 99 99 99 99 Gontt (Mummt....... 12 192 192,75 192 192,5 5l/2% Doung Anleihe von 1930 .. 108 108 Daimler Motoren.......... 6y, 141,5 142 142,25 142,25 113 112,25 113 112,25 Berliner Hande.sqesellschaft 6% 135 135,25 135,25 Westdeutsche Kaujhos......... O 60,25 59,75 60,13 60 Commerz, und Prival-Bank ... 5 122,25 122,25 122,25 122,25 Westeregeln Alkali............ 4 111,5 111 111,9 111,5 Deutsche Diskvi to............ 5 127 127 127 1 127 ZeUktofs Waldhos............6 147,75 147 147,75 147,4 Dresdner Bank.............. 4 114,4 114,4 114,4 I 114,4 Ltavi Minen...............0,6 — 29 29,25 29,13 12.Februar 14-Februar Unn' dl '. 111 fl Ünin ch>'Roi'-zuua Geld Brief Geld Brief 0,662 0.666 0,658 0,662 42,00 42,08 41,99 42,07 0,145 0,147 0,145 0,147 47,00 47,10 47,00 47,10 55,40 55,52 55,40 55,52 47,00 47,10 47,00 47,10 12.41 12,44 12,41 12,44 5.49 5,50 5,49 5.50 8.197 8,213 8,167 8,183 133,35 133,63 138,40 138,68 13,09 13,11 13,09 13,11 12-Februar 14 Februar ’21 mtl'dii- y/iH'-'niug Geld | Brief A nm ich? Notierung Geld , Brief SJLtfport tim ■>:» Welimeisterfchast im Eishockey. Die Vorrundenkämpfe. In ‘|',rnq werden gegenwärtig die Kämpfe um die Mel'meifterichait aüsgelragen. Zahlreiche Mann- fd;afien stehen im Kainpf und traten bereits in vielen B )rrundenbegcgnungen einander gegenüber. Es gab ei ie Reihe dramatischer Kämpfe, deren Ergebnisse hier wiedergegeben seien: Polen, — Litauen 8:1, USA. — Lettland 1:0, Schweiz — Rumänien 8:1, Kanada — Schweden 3:2, Tschechoslowakei — Oesterreich 1:0, England —Norwegen 8:0, Polen — Rumänien 3:0, Ungarn — Litauen 10:1, Kanada — Oesterreich 3:0, Deutschland — Lettland 1:0 (bie deutsche Mannschaft lieferte kein überzeugendes Spiel, obwohl sie in den letzten beiden Dritteln klar überlegen war), Schweiz — Litauen 15:0, England — Lettland 5:1, USA. — Norwegen 7:1. Die Schweiz, England und der Titelverteidiger Kanada haben sich bereits für die Zwischenrunde - i g । i qualifiziert. F ■ J I s VE tih E- Oberjäger Jranj haselberger siegte am Sonntag in Neustadt im Schwarzwald im Kampf um den Deutschen und Wehrmachtsmeister im Spezial-Sprunglauf. — (Schirner-M.) Handball der Studenten um die Gaumeisterschast. Für das am morgigen Mittwoch ftottfinbenbe Entscheidungsspiel um die Gaumeisterschaft im Hochschul-Handball (Gau Südwest) zwischen den Universitäten Frankfurt und Gießen hat die Gießener Studentenschaft folgende Mannschaft aufge- stellt: Wsyer; Bork, Krausch; Ringk, Grünig, Sturm; Götzelt, Rittershausen, Hüfner, Winter, Seipp. Diese Mannschaft stellt die stärkste dar, die gegenwärtig die Universität in den Kampf schicken kann. Ausfälle im Handball des Kreises 8. Wieder einmal hat die Witterung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Grundlose Plätze sorgten dafür, daß es wieder zu Ausfällen kam, mit denen man vorher nicht gerechnet hatte. So konnten allein in der Bezirksklasse zwei Spiele nicht zum Austrag kommen. Aber auch die Spiele in den übrigen Klassen litten darunter. Dazu kamen noch verschiedene Absagen. In der B e z i r k s k l a s s e traten an To. Heuchelheim — Mto. Gießen 4:4 Tv. Münchholzhausen — Tuspo Niedergiryies 9:2. Das Spiel Lützellinden — 1900 Gießen fiel infolge eines Versehens aus und muß deshalb neu angesetzt werden. 1860 Marburg und Roth konnten infolge des schlechten Platzes nicht spielen. — Der Mtv. Gießen hat in Heuchelheim schon immer einen schweren Stand gehabt. In dieser Beziehung hat auch das erneute Zusammentreffen feine Ausnahme gemacht. War Gießen in der ersten Hälfte tonangebend, so kamen die Einheimischen nach der Pause stark auf. Es gelang ihnen bann auch mit bem Einsatz aller Reserven ein berechtigtes Unentfdjieben zu erzielen. Das Spiel war sehr schön unb vor allem jederzeit spannend. — Der Formanstieg der Münchholzhäuser Mannschaft hält an. Wenn auch Niedergirmes nur unvollständig zur Stelle war, so hat bas an ber enbgültigen Entscheibung nichts geändert. Die Platzbesitzer waren jederzeit Herr der Lage unb siegten, wie sie wollten. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. 1. Kreisklasse. SA. -Kampfgemeinschaft Gießen I gegen VfB. - R. Gießen I 4:3. Die SA.-Kampfgemeinschaft siegte verbient. Lollar II — R übbingshausen I. Der amtierenbe Schiedsrichter erklärte ben Platz für nicht bespielbar. Trotzdem würbe bas Spiel unter Leitung eines Schiebsrichters von Rüddingshausen ausgetragen unb enbete mit 5:1 Toren für Rüd- bingshaufem Leihgestern — Lich 2:3. Die Licher konnten bas Spiel mit Glück gewinnen. Beibe Mannschaften kämpften bis zum Schlußpfiff auf bas Aeußerfte um bie Punkte. 2. Kreisklasse. Treis — Flensungen 4:2. Die Treiser Mannschaft ließ sich bie Punkte auf eigenem Platze nicht nehmen, sie gewann verbient. Grünberg — Oppenrob 10:0. Das Spiel würbe sehr hart burchgeführt, Oppenrob konnte noch nicht einmal zum Ehrentreffer kommen. Geilshausen — Göbelnrod. Göbelnrod trat zu diesem Spiel nicht an. SA. -Kampfgemeinschaft Gießen II gegen Staufenberg I 11:1. Die SA. hatte einen guten Tag, nicht nur das Spiel ber 1. fonbern auch ber 2. Mannschaft würbe gewonnen. Daubringen I — Heuchelheim II 6:1. Das Spiel mürbe sehr fair burchgeführt. Daubringen gewann nach Belieben. ZA.-Kampfgemeinschaft schlägt VsV.-R. 4:3. Einen schonen Erfolg hatte am Sonntag bie SA. mit ihren beiden Fußballmannschaften zu verzeichnen. Nachdem bie Zweite gegen Staufenberg I mit 11:1 gewonnen hatte, trat die erste Elf gegen ben Tabellenführer an. Das Spiel begann mit einer Ueberraschung. Schon in der ersten Minute ging bie SA. durch einen Elfmeterball in Führung. In der 15. Minute gelang ben Grünweihen ber Ausgleich unb kurz darauf bei einem Eckball durch Kopfstoß des Rechtsaußen das Führungstor. Die SA. mußte sich in ber Folge stark wehren, um den Angriffen ber DfB.-Stürmer begegnen zu können. Ein schöner Angriff bes linken Flügels ber SA. brachte den Ausgleich. Beiden Mannschaften gelang noch vor Halbzeit je ein Tor. Die zweite Halbzeit sah die SA. mehr im Angriff. Bei einer schlechten Abwehr der Gästeverteidigung gelang es bem Mittelstürmer, an dem herauslaufenden Torwart vorbei einzuschie- ßen. Dieser Vorsprung genügte, um ben Tabellenführer zum ersten Male in dieser Verbandsserie zu schlagen. Mit diesen beiden Siegen hat bie SA. bewiesen, baß sie für die Zukunft noch manchen Gegner vor schwere Aufgaben stellen wird. 1900 1. Jugend — Allen-Vuseck 1. Jugend 3:1 (1:0). Dieses Jugendspiel fiel wohl den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer, denn auf beiden Seiten sah man nur mäßige Leistungen. Die Blauweißen hatten wohl den größten Vorteil vom Spiel, verloren sich aber immer wieder in unnötige Kombinationen vor dem gegnerischen Tore ober bie Stürmer zögerten zu lange mit bem Torschuß. Leiber hinterließ bas Spiel bei ben bereits 2000 Zuschauern einen schlechten Einbruch benn bie Gäste wollten eine Schiedsrichterentscheidung nicht anerkennen unb verließen ohne weiteres das Spielfelb. Hanauer THE. hessischer Tennismeister. Die meisten süddeutschen Hockeykämpfe wurden ein Opfer der ungünstigen Witterung, aber das einzige Spiel im Gau Hessen, bas bie Meisterschaftsentscheidung bringen sollte, wurde burchgeführt. Der 1. Hanauer THE. erreichte gegen Dun- lop Hanau ein torloses Unentschieden, unb dieser eine Punkt brachte ihm bie Gaumeisterschaft vor bem Limburger RV. ein. Mnterhilfsveranstalfung der Schwerathleten. Die Winterhilfsveranstaltung bes 1. Kraft- unb Sportklubs 1893" hatte leiber nicht ben Besuch aufzuweisen, ben sie im Interesse ber guten Sache verdient hätte. Im Gewichtheber-Mannschaftskampf wurden schone Leistungen gezeigt, und Marburg wurde Sieger mit 2510 Pfund Gesamtleistung gegen 2475 Pfund der Gießener Mannschaft. Marburg hatte in dem Leichtgewichtler Irge, bem Mittelgewichtler Hermann unb bem Schwergewichtler Gary ausgezeichnete Leute. Es fei aber auch erwähnt, baß in bem Gießener Verein befonbers Ringen gepflegt wirb unb bie Eewichthebermannfchaft sich meistens aus Ringern zusammensetzt, bie durch schöne Durchschnittsleistungen ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellte. Anschließenb bie Leistungen: Marburg: Bantam: Drücken Psd. Klement 100 Reißen Pfd. 110 Stoßen. Pfd. 130 Zus. Pfd. 340 Leicht: Irge 160 160 225 545 Mittel: Hermann 160 160 200 520 Halbschwer: Beekmann 150 140 195 485 Schwer: Gary 200 180 240 620 2510 Reißen Stoßen. Zus. Psb. Pfb. Pfb. 110 150 375 120 160 400 130 180 430 135 180 435 135 180 445 110 150 390 2475 Die Einlagekämpfe im Ringen zeigten folgenbe Ergebnisse: Leichtgewicht: Eber besiegt Kokke (AR. 9) nach ausgeglichenem Kampf in 7 Minuten burch Doppelnelson. Weltergewicht: Klotz besiegt Kircher (IR 116) in 5K> Minuten durch Ueberstürzer. Mittelgewicht: Gefr. Richter (AR. 9) besiegt Wagenpfeil durch Kopfgriff. Außerdem verriet bie Iugenb in mehreren Kämpfen gutes Können. Gleßei Drücken Pfd. Bantam: Götz 115 Feber: Fr. Funk 120 Leicht: Uffz. Vetter 120 Mittel: Kircher 120 Halbschwer: Schraber 130 Schwer: Wagenpfeil 130 Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten finb ohne Derbinblichkeit ber Schriftleitung) k. W. Gemäß gesetzlicher Bestimmung haben lebiglid) bie Erben Die Kosten ber standesgemäßen Beerbigung zu tragen. Sie als Schwiegersohn sind kein gesetzlicher Erbe. Sollten Sie jedoch laut Testament Erbe geworden sein, so haben Sie Ihren Anteil an ben Kosten zu zahlen unb können, falls Ihr Anteil von den übrigen Erben oorgelegt wurde, von diesen auf Zahlung desselben verklagt werden. Schulden aus Erbschaften ober Vermächtnissen, bie Ihre Frau währenb der Ehe als Vorbehaltungsgut erworben hat, find sogenannte Vorbehaltsschulden, für bie Sie nicht haften; es kann in diesem Fall nur gegen Ihre Frau geklagt und lediglich in das Vorbehaltsgut ihrer Frau vollstreckt werden. Der Erbe ist jederzeit berechtigt, ein Verzeichnis des Inventars bei dem Nachlaßgericht einzureichen. Antragsberechtigt ist ferner jeder Gläubiger, auch ein Pflichtteilsberechtigter oder ein Vermächtnisnehmer. Der Antrag wird beim Nachlaßgericht gestellt. Sind Sie unter den gegebenen Umständen antragsberechtigt, so können Sie den Antrag auch heute noch stellen. Wegen Unterschlagung können Sie Ihren Schwager nicht verklagen. ORunbfunfprogromm Mittwoch, 16. Februar. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. (3ipnnaftif. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 11: Froher Klang zur Werkpause. 11.40: Deutsche Scholle: Notwendige Winterarbeiten im Obstgarten. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musik nach Tisch. 15: Volk und Wirtschaft: Die Südseeinsel Nauru. 15.15: Schreibspiele brauchen nicht langweilig zu sein. 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: Alte Fastnachtslieder und Tänzle. 16.30: Nachmittagskonzert. Als Einlage: Der Frontrunk von Eberhard Meckel. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher (Schallplatten). 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Großes Konzert. 21: Klaviermusik von Chopin. 21.45: Plaudereien von Anton Schnack. 22: Nachrichten. 22.20: Gastspiel der berühmten Tänzerin Manuela bei Rio, des Gitarristen Ioaguin Noca und des Pianisten Javier Alfonso. 22.50: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Gardinen billig 1005 A geben ihre Verlobung bekannt Gießen, Posener Straffe 13 Neunkirchen, Kreis Siegen Mittwoch, ben 16. Februar 1935 0668 Der Konfirmanden-Anzüge ^11 bringen wir wieder in bekannt guten Kammgarn- sowie Kneipp-Anwendungen. — Es spricht: eeeD ioobA Melton-Stoffen in folgenden Ilauptnreislagen: Nichtmitglieder 0.26 RM. Der Vorstand. 985* 914D Mitglieder Eintritt frei, Nichtmitglieder 1 Mark. 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