rn.267 Erstes Blatt 188. Jahrgang Montag, 14. November 1958 Lrlchetn! rügttch. autza Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gtehenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monatS’Besngspretr. MU 4 Beüagen RM.1.9S Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr e -L5 Auch bei Nichterscheinen von - einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 8ernsprechonschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Sieben Postscheckkonto: grankfurl am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Stehen. Schrtstlettvng und Geschäftsstelle: schulsttahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittag- Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text* anzeigen von 70mm Breits bO Rpf..Platzvorschrift nach oorh. Dereinbg. 25°/„ mehr. 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Dr. Goebbels leitete diese Stunde der Gemeinschaft mit einer Ansprache ein, in der er nach Abstattung seines Dankes und seiner Anerkennung für die Helfer des WHW. auch auf den PariferMeuchelmorddesJudenGrün- f p a n und die entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen der Reichsregierung zu sprechen kam, die zusammen mit der vom Minister in Form einer neuerlichen scharfen Abrechnung gegebenen Begrüdung durch imfner wieder aus- brechende, stürmische Zustimmungskund- gebungen als eine Willenskundgebung der Na t i o n als solcher eindeutig unterstrichen wurden. Dr. Goebbels, auf dessen persönliche Anregung die Einführung der Eintopfsonntage zurückzuführen ist, wies zunächst darauf hin, daß diese Solidaritäts- bekundung des deutschen Volkes von Jahr zu Jahr volkstümlicher geworden fei und sich zu einem charakteristischen Kennzeichen des vom Volke und vor allem vom deutschen Arbeiter selbst getragenen Sozialismus der Tat entwickelt habe. Wie einst schon mit heiligem Ernst gerade hier in Berlin um die Seele des deutschen Arbeiters gerungen worden sei, so sei auch heute der Staat Adolf Hitlers zutiefst von dem Wunsche beseelt, vom Vertrauen und von der Liebe der breiten Schichten des Volkes getragen zu werden. Eine Regierung, hinter der nicht als die eigentliche Kraft der Nation die Arbeiter und die Bauern stünden, werde zu großen innen- und außenpolitischen Handlungen völlig unfähig sein. Sie könne sich nicht lediglich auf eine dumme und meist recht wankelmütige Oberschicht von Int e l l e k t u e l l e n stützen. Wenn Geschichte gemacht werde, dann müsse das Volk in seiner Gesamtheit die Nerven behalten. Von nichts komme auch in der Politik nichts, und es sei meist ein großes Risiko nötig, um einen großen Erfolg zu erzielen. Gestützt auf die deutsche Nation, die einmütig und geschlossen hinter ihm stand, habe der Führer in den- vergangenen fünf Jahren auch diese Risiken nicht gescheut, und es sei dabei aus einem ohnmächigen, getretenen und verachteten, am Boden liegenden Deutschland eine Weltmacht geworden, die zugleich auch die stärkste Militärmacht der Erde sei. Cs fei sehr kurzsichtig, die Behauptung auf- zustellen, daß in einem Staatswesen, in dem ein IHann befehle und das Volk ihm folge, sehr leicht zu regieren sei. Wenn eine Regierung sv wie die nationalsoziatistische an ihrem Volke hange, wenn sie mit dem Herzen bei seinem Schicksal fei, ja, wenn fie ihr eigenes Schickfal mit dem des Volkes identifiziere, fo bedeute es im Gegenteil ein Unmaß von Verantwortung, gewagte Lntfchluffe zu faffen, von deren Ausgang Führung und Volk zugleich in ihrem Bestände abhängig find. Der Minister nahm auch hier mieber Gelegenheit dem deutschen Volk und insonderheit der großen Masse feiner Werktätigen d e s Führers Dank dafür zum Ausdruck zu bringen, daß ste stch bei den weltpolitischen Ereignissen dieses Jahres so treu, so tapfer, so verstehend u n d f o einsichtsvoll hinter seine Führung ‘gefteut haben. Der Lohn dafür fei nicht ausgeblieben. Mir tiefer Beglückung, so stellte der Minister unter stürmischem Beifall fest, stünden wir dank dieser Einmütigkeit der Nation heute vor der Tatsache, datz nicht ein einziger dieser großen und,schweren Entschlüsse des Führers zu einem Fehlschlag geführt habe, daß sie im Gegenteil alle von niegea h n - ten Erfolgen gekrönt worden sind. Ein großartiger Beweis für dieses grenzenlose Vertrauen des Volkes zu seiner Führung sei die tn der ganzen Welt ohne Beispiel dastehende soziale Aktion des WHW. Was könne die Welt chm gegenüberstellen! Das ruchlose Attentatvon Paris habe unser Volk erneut nicht zü der an sich wohl verdienten Ruhe kommen lassen. Dr. Goebbels erinnerte, von stürmischen Entrüstungskundgebungen begleitet, an den Hergang und die ersten Auswirkungen dieses feigen Mordanschlages, mit dem ein gedungener Judenjunge nicht einen einzelnen Mann, sondern, nach seinen eigenen Erklärungen, das deutsche Volk habe treffen wollen. Aber bei diesem zweiten Anschlag sei die Geduld des Volkes und der Regierung zu Ende gewesen. Immer wieder von stürmischer Zustimmung unterbrochen, zerriß Dr. Goebbels das Lügengewebe, mit dem die internationale Judenp reffe das Verbrechen des Juden Grünspan zu bemänteln und zu beschönigen versucht. Er legte den eigentlichen Plan dar, den das Judentum mit dieser Tat verfolgte. „Man wollte", so erklärte Dr. Goebbels unter stürmischer Zustistmmung, „einen deutschen Diplomaten niederschießen, um damit eine Trübung des Verhältnisses zwischen Deutschland und den Europäischen Größmächten herbeizuführen und so die sich aufhellende internationale Atmosphäre aufs neue zu stören." Der Schuß ist allerdings nach hinten losgegangen. Das deutsche Volk wurde hellhörig und reagierte dementsprechend. Mit Nachdruck wandte sich der Minister in diesem Zusammenhang gegen die Behauptung der internationalen Judenpresse, daß die Aktionen gegen jüdische Geschäfte und Synagogen von der Regierung provoziert oder organisiert worden seien. „Das deutsche Volk war", und stürmischer Beifall unterstrich diese Feststellung, „von einer nie dagewesenen Empörung erfüllt; es hat sich übrigens nicht gegen die Personen/ sondern nur gegen die Sachen gewandt." Dr. Goebbels schilderte dann die am Samstag beschlpsfeven einschneidenden Verordnungen und Maßnahmen der nationalsozialistischen Staatsführung, wobei er unter stürmischem Beifall feststeltte, daß ihr Erfolg besonders dem außerordentlich schnellen und radikalen Durchgreifen Generalfeldmarschalls Göring zu verdanken sei. Er habe nicht gefackelt und das Problem mutig beim Schopfe gefaßt. Diese Verordnungen sind, wie Dr. Goebbels betonte, erlassen worden, weil nach nationalsozialistischer Staatsauffassung das Handeln der R.egierung sich stets in Nebereinstimmung mit dem Willen des Volkes befinden mutz. Der immer wieder aufbrausende stürmische Beifall zeigte, wie' sehr die vom Minister im einzelnen erläuterten Matznahmen dem einmütigen Willen des deutschen Volkes entsprechen. „Der Jude Grünspan hat erklärt, er habe das beut- Berlin, 12.Nov. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Beauftragten für den Vierjahresplan, General- feldmarfchall Göring, fand heule im Reichsluft- fahrtminisierium eine Ehefbesprechung der beteiligten Minister mit ihren nächsten Mitarbeitern über die dringend notwendig gewordene Lösung der Judenfrage statt. An dieser Be- fprechung nahmen die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Dr. Gürtner.Graf Schwerin von Krosigk und Funk teil. Die Besprechung ergab vollkommene Uebereinftimmung in der Beurteilung und Behandlung der zur Debatte stehenden Fragen. Es wurden eineReihevoneinschneidendsten Maßnahmen zur Lösung der 3ubenfrage besprochen und zum Teil schon entschieden. Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, erließ eine Verordnung, derzu- folge Juden vom 1. Januar 1939 der Betrieb von Einzelhandelsverkaufs st eilen, ver- sandgeschäften oder BefteUfontoren sowie der selbständige Betrieb des Handwerks untersagt wird. Ebenso kann nach dieser Verordnung ein Jude vom l.-Januar 1939 ab nicht mehr Betrieb s^ührer im Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 1. Januar 1934 sein. Ist ein Jude in leitender Stelle eines Wirtschaftsunternehmens tätig, ohne Betriebsführer zu sein, so kann das Anstellungsverhältnis durch den Betriebsführer mit einer Frist von sechs Wochen gekündigt werden. Weiterhin erließ der Beauftragte für den Vier- jahresplan eine Verordnung, derzufolge alle Schäden, welche durch die Empörung des Volkes über die Hetze des internationalen Judentums gegen das nationalsozialistische Deutschland am 8., 9. und 10.November 1938 an jüdischen Gewerbebetrieben und Wohnungen entstanden sind, von den jüdischen Inhabern bzw. jüdischen Gewerbetreibenden sofort zu beseitigen sind. Die Kosten der Wiederherstellung hat der Inhaber der betroffenen jüdischen Gewerbebetriebe bzw. Wohnungen zu fragen. Versicherungsansprüche von Juden deutscher Staatsangehörigkeit werden «zugunsten des Reiches beschlagnahmt. | Die weiteren einschneidenden Maßnahmen fche Volk treffen wollen. Dieses Volk hat jetzt burch seine Regierung eine entsprechenbe Antwort erteilt. Es hat sich als Volk zur Wehr gesetzt gegen bic Rasse, bic burch bcn Juben Grünspan auf einen beutschcn biplo- matischen Vertreter geschossen hat." (Lebhafte Zustimmungskunbgevungen.) In überzeugender Weise führte Dr. Goebbels seinen Zuhörern vor Augen, wie lächerlich die Behauptung einer gewissen übelwollenden Auslandspresse ist, die deutschen Juden könnten für das in Paris begangene Verbrechen nicht verantwortlich gemacht werden. Er stellte demgegenüber unter stürmischer Zustimmung fest, daß gerade die deutschen Juden die eigentlich Schuldigen sind; sie arbeiten in aller Welt gegen Deutschland und müssen nun auch die Folgen ihrer vielfachen Verbrechen tragen. Dr. Goebbels verwies in diesem Zusammenhang darauf, daß es in Wirklichkeit den Jüden in Deutschland bisher wirtschaftlich viel zu gut gegangen sei. Man habe sie allzu lange geschont aus deutscher Großzügigkeit und Gutmütigkeit, nun aber sei Schluß damit. Mit besonders stürmischem Beifall dankten die Anwesenden dem Minister für die Mitteilung, daß im Rahmen der jetzt ergriffenen Maßnahmen jüdische Geschäfte aus dem deutschen Wirtschaftsleben überhaupt zum Verschwinden gebracht und in arischen Besitz übergeführt würden. Mit dem gleichen Jubel wurde die weitere Mitteilung über die von Dr. Goebbels erlassene Verordnung ausgenommen, wonach es Juden verboten ist, deutsche Theater, Kinos oder Varietes zu besuchen. „Es ist eine Entwürdigung unseres deutschen Kunstlebens, daß einem Deutschen zugemutet werden soll, in einem Theater oder Kmo neben einem Juden zu sitzen!" (Lang anhaltender Beifall.) An bie Schilderung biefer gesetzlichen Maßnahmen müpfte ber Minister eine ernste Mahnung an bie Bevölkerung. Durch alle biefe Gesetze unb Bcrorbnungen, so erklärte er, wirb bas Geschäftsleven bes Jubentums in zur Ausscheidung des Judentums aus dem deutschen Wirtschaftsleben und zur Abstellung provokatorischer Zustände werden in kürze st er Frist in Form von Verordnungen und Gesehen getroffen werden. Vor allem wurde der Beschluß gefaßt, den deutschen Juden in der Gesamtheit in Form einer Geldbuße von einer Milliarde Reichsmark die Strafe für den ruchlosen Word in Paris aufzuerlegen. Dieser Betrag verfällt in voller Höhe dem Reich. Der Beauftragte für den Vier- jahresplan hat bereits eine dementsprechende Verordnung erlassen. Die Sühne. Vom 1. Januar 1939 ab wird also die deutsche Wirtschaft vollkommen judenfrei sein. Man hat den jüdischen Unternehmern aller Art eine Uebergangs- frist gewährt, bie sie nunmehr benutzen müssen, um ihren Besitz abzustoßen. Die Frist ist, gemessen an dem Zeitraum, der den Juden seit 1933 zur Verfügung stand, sehr kurz. Sie sind in den vergangenen Jahren immer wieder gewarnt worden, sie haben aber die Zeichen der Zeit zum größten Teil - unbeachtet gelassen, weil sie meinten, ihr wirtschaftliches Schwergewicht und ihre finanzielle Verankerung würden stark genug, sein, um eine Operation, wie sie jetzt durchgeführt wird, unmöglich zu machen. Sie haben sich getäuscht, die Scheidung auf wirtschaftlichem Gebiet tritt nunmehr ebenfalls radikal ein, mit einem Schlag wird das Judentum ausgeschaltet. Das war nötig, weil der derzeitige Zustand auf die Dauev unhaltbar war und weil die Herausforderungen durch das Weltjudentum über kurz oder lang ähnliche Ausbrüche des Volkszorns, wie wir sie eben erlebt haben, wieder heraufbeschworen hätten. Der feige Mord in Paris fällt dem gesamten Judentum zur Last. Das Weltjudentum, das gegenwärtig wieder eine maßlose Hetze gegen uns betreibt, hat genau gewußt, daß das nationalsozialistische Deutschland einem zweiten Mord gegenüber nicht die Geduld an den Tag legen werde, wie das seinerzeit nach der Ermordung Wilhelm Gustlosfs der Fall war. Trotzdem schuf man die Voraussetzungen für die Bluttctt in der Pariser Botschaft, trotzdem drückte man einem Juden die Pistole in die Hand, damit er hingehe und einett Vertreter des nationalsozialistischen Deutschlands feige und heimtückisch niederstrecke. Diese Schandtat erheischt Buße und Sühne. Sie ist zunächst in die Form eines Strafgeldes in Höhe von einer Milliarde Reichsmark beutfchc Hände übergeführt. „Es gib^alfo heute keine Möglichkeit mehr", betonte Dr. Goebbels mit Nachbruck, „burch Aktionen gegen Geschäfte ober Unternehmungen bcn Juben überhaupt zu treffen, da sein Besitz in kürzester Frist in beutscheHänbegelangt. Wer sich mithin künftig gegen solche Geschäfte ober Betriebe wen- bet, schädigt nur bas beutsche Volksvermögen. Es barf also in Zukunft solche Aktionen nicht mehr geben. Wer sie unternehmen sollte,' vergeht sich jetzt nur noch am beutschen Volks- vermögen unb hat bie entsprechenbe Strafe zu gewärtigen." „Die Regierung steht auf der Wacht!", stellt« der Minister unter immer neuen Zustimmungskunb- gebungen fest. „Sie wird keine Provokation des internationalen Judentumes unbeantwortet lassey! Ich habe vorgestern den Vertretern der Auslandspresse in Berlin in aller Deutlichkeit vor Augen gehalten, daß jede Aktion des internationalen Judentums in der Welt nur den Juden in Deutschland Schaden zufügt. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß sich die deutsche Regierung damit in vollkommener und restloser Uebereinftimmung mit dem deutschen Volke befindet. Die Judenfrags wird in kürzester Frist einer das deutsche Volks- empfinden befriedigenden Lösung zugeführt! Das Volk will es so, und wir voll st recken nur seinen Willen!" Daß ein Teil der Auslandspreise noch Haß äusstreue, berühre uns nidft, Deutschland sei gefestigt und gesickert, und niemand, habe ihm dareinzureden, wenn es sich gegen lästige Parasiten zur Wehr setze. X Dr. Goebbels schloß mit einem herzlichen Dank an die vielen selbstlosen ehrenamtlichen Helfer des' WHW. Er empfinde tiefe Freude darüber, fo viele Menschen als Mitarbeiter zur Verfügung zu haben. Daß in Berlin und im Reich Hunderttausende freiwillig daran Mitarbeiten, sei ein wunderbares Zeichen für unsere Berliner Bevölkerung wie für unser ganzes deutsches Volk. „Als der Führer bic Führung des deutschen Volkes übernahm, befand es sich in einem erbarmenswerten, heute kaum noch vorstellbaren Zustand. Er hat in diesen fünf Jahren gewaltige Erfolge zu verzeichnen gehabt: Er hat große Gebiete und 10 Millionen Deutsche dem Reich wieder zugeführt, eine Armee errichtet, Autobahnen gebaut, ein Winterhilfswerk durchgeführt. Alles das aber ist nur wenig gegenüber der Tatsache, daß er ein anderes Volk erzogen hat, daß das von Neid unb Haß zerrissene Voll von 1933 mit bem von 1938 gar nid)t mehr zu vergleichen ist. Das deutsche Voll von heute ist eine wirkliche große, kameradschaftliche Gemeinschaft! Im Geiste dieser Gemeittschaft wollen wir diese schöne Stunde gemeinsam verleben." gekleidet, die das Judentum in Deutschland auf* zubringen hat. Ferner müssen bie Juben alle Schüben wieder Herstellen, die in den letzten Tagen eingetreten sind, ohne daß fie dafür bie Versicherungen in Anspruch nehmen bürfen. Vielmehr werben bie Versicherungsansprüche burch bas Reich beschlagnahmt. Diese Maßnahmen werben bestimmt ihre Fortsetzung finben, wenn bas Weltjubentum meint, es müsse nun bie Hetze gegen uns auf bie Spitze treiben unb alle möglichen finsteren Pläne, an benen man namentlich in ben Vereinigten Staaten arbeitet, ber Verwirklichung entgegenführen. Es kann ben Juben im Auslanbe nur geraten werden, schleunigst bie Hetze einzustellen unb sich barauf zu besinnen, baß Deutschland sich in ber Abwehr befinbet. Die Grenzen biefer Abwehr sinb noch längst nicht erreicht. Es ist burchaus möglich, baß noch ganz anbere Saiten aufgezogen werben, wenn zu alten Herausforbe- rungen neue hinzutreten. Man würbe bamit ben Juben in Deutschland nur einen sehr schlechten Dienst erweisen. D. 8. Juden bei kulturellen Veranstaltungen nicht mehr zugelaffen Berlin, 12.Nov. (DRV.) Dr. Goebbels hat in seiner Eigenschaft als Präsident der Reichskulturkammer mit sofortiger Wirkung allen Theaterleitern, Konzert- und Vortragsveranstaltern, Film- thealerunternehmern, artistischen Unternehmern, Veranstaltern von Tanzvorführungen und Veranstaltern öffentlicher Ausstellungen kultureller Art untersagt, jüdischen- Personen den Besuch ihrer Unternehmeu zu gestatten. Uebertretungen ziehen für die Veranstalter und besonders für die Juden schwere Strafen nach sich. In seiner Anordnung verweist Reichsminister Dr. Goebbels darauf, daß der nationalsozialistische Staat den Juden seit nunmehr schon über fünf Jahren innerhalb jüdischer Organisationen die Pflege ihres e i gegen e n Kulturlebens ermöglich habe. Damit entsteht keine Veranlassung mehr, den Juden den Besuch der bezeichneten Veranstaltungen und Unternehmungen zu gestatten. Die von Reichsminifter Dr. Goebbels angetünbigte, im Auftrage des deutschen Volkes von der Reichs» regierung erteilte Antwort auf den feigen Meuchelmord an Herrn vom Rath in Paris erfolgt Schlag Die ersten Maßnahmen -er Reichöregierung. Ausschaltung -es Judentums aus -em -eutschen Wirtschaftsleben. Eine Buße von einer Milliar-e RM. - Gcha-enbeseitigung auf Kosten -er Fu-enschast. Oie Trauerfeier in Paris i gewissen Berufen, wo gegenwärtig Arbeitsmangel herrscht. Neuregelung der Preisgestaltung. N e u - n gunsten der S t e i Steigerung der Rüstungs» vorgesehen. Weitere Notverordnungen arbeiten Berlin, 12. Nov. (DNB.) Die Verordnung zur । Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirt- . schaftsleben, die der Beauftragte für den Met- ; iahresplan, Generalfeldmarschall Göring, erlassen . hat, lautet: Auf Grund der Verordnung zur Durch- < führung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936 . (RGBl. I Seite 887) wird folgendes verordnet: •§ 1, Juden (§ 5 der Ersteh Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 RGBl. I Seite 1333) ist vom 1. Januar 1939 ab der Betrieb von Einzelhandelsverkaussstellen, Versandgeschäften oder Bestellkontoren sowie der selbständige Betrieb eines Handwerks untersagt. Ferner ist ihnen mit Wirkung vom gleichen Tage verboten, auf Märkten aller Art, Messen oder Ausstellungen Waren oder gewerbliche Leistungen anzubieten, dafür zu werben oder Bestellungen darauf anzunehmen. Jüdische Gewerbebetriebe( Dritte Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. Juni 1938, RGBl. I Seite 627), die entgegen diesem Verbot geführt werden, sind polizeilich zu schließen. § 2. Ein Jude kann vom 1. Januar 1939 ab nicht mehr Betriebsführer im Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 (RGBl. I Seite 45) sein. Ist ein Jude als leitender Angestellter in einem Wirtschafts- Unternehmen tätig, so kann ihm mit einer Frist von sechs Wochen gekündigt werden. Mit Ablauf der Kündigungsfrist erlöschen alle Ansprüche des Dienstverpflichteten aus dem gekündigten Vertrage, insbesondere auch Ansprüche auf Bersorgungs- bezüge und Abfindungen. § 3. Ein Jude kann nicht Mitglied einer Ge- . nossenschaft sein. Jüdische Mitglieder von Genossenschaften scheiben zum 31. Dezember 1938 aus. Eine besondere Kündigung ist nicht erforderlich. §4. Die zuständigen Reichsminister werden ermächtigt, die zu dieser Verordnung erforderlichen Durchführungsbestimmungen zu erlassen. Sie können Ausnahmen zulassen, soweit diese infolge der Ueberführung eines jüdischen Gewerbebetriebes in nichtjüdischen Besitz, zur Liquidation jüdischer Gewerbebetriebe oder in besonderen Fällen zur Sicherstellung des Bedarfes erforderlich sind. Wiederherstellung des Straßenbildes hei jüdischen Gewerbebetrieben. Berlin, 12. Nov. (DNB.) Die vom Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, erlassene Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben hat folgenden Wortlaut: Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936 (RGBl. 1 Seite 887) verordne ich folgendes § 1. Alle Schäden, welche durch die Empörung des Volkes über die Hetze des internationalen Judentums gegen das nationalsozialistische Deutschland am 8., 9. und 10. November 1938 an jüdischen Gewerbebetrieben und Wohnungen entstanden sind, sind von den jüdischen Inhabern oder jüdischen Gewerbetreibenden sofort zu beseitigen. würdigte.- _ . p„, . Dann wies Staatssekretär von Weizsäcker auf die Große des Sterbens des Dahingegangenen hin, dessen Schicksal nicht nur ganz Deutschland, sondern auch Frankreich mit einer echten und tiefgehenden Teilnahme verfolge. Der Staatsfekretär hob die Treue des Toten zum Führer bis zum Letzten hervor und sagte ihm den Dank des Reichsministers des Auswärtigen für diese Treue. Wenn man den auswärtigen Dienst ernst nehme, müsse man sich wie Rath mit Leib und Seele vor die Hermat stellen, sie gegen jeden Angriff und gegen die trüben Mächte decken, die die Hand der feigen Waffe geführt haben. Vom Rath sei als erster Blutzeuge des Auswärtigen Amtes für das Dritte Reich gefallen. Seine Perfönlichkeit habe sich als rein, klar und untadelig erwiesen. Seine Kameraden, vor allem aber fern Minister, feien auf ihn stolz und würden ihn als eine Persönlichkeit in Erinnerung behalten, die trotz seiner Jugend ihr Lebens- werk vollendet habe. Der HU Beginn eines aussichtsreichen Werdeganges Dahingeschiedene gehöre seinen Kameraden vom Auswärtigen Amt; aber auch ganz Deutschland nehme ihn für fich in Anspruch. Der Staatssekretär schloß mit den Worten: Trete an die Fahrt in die Heimat — ganz Deutschland erwartet dich! Dann legte der Staatssekretär den Kranz des Führers und Reichskanzlers und Botschafter Graf Welczeck einen Kranz des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop am Sarge nieder, an dem eine von den Mitgliedern der Botschaft und der Partei gestellte Ehrenwache sowie eine Abordnung der Politischen Leiter und der Faschistischen Partei Aufstellung genommen hatten. Landesgruppenleiter Gesandtschäftsrat Dr. Ehrich schloß sich mit einem Kranz des Gauleiters Weitere Maßnahmen betreffen die Aufhebung der staatlichen Lotterie, Zuleitung der Arbeitslosen zu der Auslandsorganisation der NSDAP., Bohle, an. Nach dem Segen verließ der Vertreter des Präsidenten der Republik, begleitet vom deutschen Bot- chafter, als Erster die Kirche. Dann führte Staats- ekretär von Weizsäcker die Eltern des Verstorbenen zu ihrem Wagen. Der Staatssekretär und die Mitglieder seiner Delegation, der Botschafter und der Landesgruppenleiter nahmen anschließend im Vor-1 raum der Kirche die Beileidsbezeugungen der Trauergäste entgegen. Neben dem Außenminister Bonnet sah man die Vertreter des Ministerpräsidenten, des Senatspräsidenten und des Kammerpräsidenten- des stellvertretenden Ministerpräsidenten und zahlreiche Kabinettsmitglieder, ferner den Generalsekretär des Quai d'Orsay, Botschafter Leger, den neuernannten französischen Botschafter in Berlin, Coulondre, den Chef des Protokolls, den Präfekten des Seine-Departements, den Polizeipräfekten von Paris, den Präsidenten des Staatsrates, den Präsidenten der Pariser Handelskammer und zahlreiche Vertreter weiterer Behörden sowie den Präsidenten Scapini und mehrere Vorstandsmitglieder des Comite France-Allemagne. Das diplomatische Korps war sehr zahlreich unter der Führung seines Doyen, des brasilianischen Botschafters, vertreten. am Sonntagabend Gauleiter Sprenger in einer überfüllten Massenkundgebung im Kurhaus i Donnerstag Staatsbegräbnis in Düsseldorf. IP» werden am Dienstag im Amtsblatt veröffentlicht werden. Es handelt sich vor ollem um Notverordnungen, die das Wirtschaftsleben sowie die vorgesehene Alterspension für Arbeiter betreffen. Reynauds erste Notverordnungen Verlängerung der Arbeitszeit und Steuererhöhungen. Geteilte Gefühle. Paris, 13. Nov. (Europapreß.) Die Notverordnungen sind in der Öffentlichkeit mit gemisch - t e n Gefühlen ausgenommen worden. Die neuen Steuerlasten befriedigen selbstverständlich niemand, am wenigsten diejenigen, die sie tragen müssen. Es sind besonders die indirekten Steuern und die Tariferhöhungen, die die breiten Massen betreffen und voraussichtlich au einer neuen Verteuerung der Lebenshaltung Anlaß geben werden. Die Aufhebung der „Woche der zwei Sonntage" ist indessen besonders auch von den zahlreichen kleinen Handwerkern und Geschäftsleuten sehr begrüßt worden. „Matin" schreibt, eine ausschlaggebende Bedeutung allem der kleinen Beamten, wofür ein Kredit von 1,8 Milliarden Franken zur Verfügung gestellt wird. Schließlich ist eine (Überprüfung des Programms für die großen öffentlichen Arbeiten zu- Die Erzeugung muß gesteigen werden. Finanzminister Paul R e y n a u d hielt eine Rund-1 funkansprache, in der er betonte, daß diese Notverordnungen nur den ersten Schritt bedeuteten; denn in acht Tagen könne man nicht eine seit acht Jahren andauernde Krise beseitigen. Es sei dafür ein Dreijahresplan vorgesehen. Im Vergleich zu den andern Ländern sei die Erzeugung Frankreichs außerordentlich stark aesunken. Frankreich stehe an letzter Stelle. Es produziere heute viermal weniger als Deutschland. Frankreich lebe von seinem Kapital und von seinen Reserven. Die Bautätigkeit allein habe in Frankreich um 50 v. H. abgenommen, während sie in Deutschland außerordentlich gestiegen sei. Die Zahl der Unternehmen, die etwas einbrächten, nehme ständig ab. Es gehe um das tägliche Brot eines jeden. Als er die Bilanz der heutigen Lage aufstellte, hätten seine Mitarbeiter ihm nachgewiesen, daß infolge der Unterschüsse des Haushalts der Gemeinden, der Eisenbahn usw. im nächsten Jahre rund 60 Milliarden Franks durch Anleihen be- schafft werden müßten. Das fei unmöglich. Ab nächstes Jahr würde die Anstellung von Beamten gedrosselt werden. Es würden allein 40 000 Eisenbahner weniger eingestellt werden, denn die Fabriken brauchten Arbeiter. Ein Land, das 2 5 Milliarden für Rüstungen benötige, könne sich leider nicht den Luxus großer Arbeiten erlauben. Mit der Politik der Ausgabekürzungen müsse Hand in Hand eine Politik der Steigerung der Einnahmen gehen. Er fei gezwungen gewesen । sowohl zu einer Erhöhung der indirekten als auch der direkten Steuern. Dafür feieh bedeutende Steuererleichterungen für neue Unternehmen zur Ankurbelung der Wirtschaft vorgesehen. Besonderen Nachdruck legte der Finan Minister auf die Notwendigkeit der Arbeite st eigerung., Die Erzeugung müsse unbedingt um 30 bis 40 v. H. zuneh- men. Wenn man alle Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß einschalten würde, würde eine Steigerung von nur 7 v. H. erreicht werden können. Es müsse folglich die Arbeitszeit verlängert werden. Die Woche der „zwei Sonntage" habe durch die unterzeichneten Notverordnungen auf« gehört. beroertung des Goldbestandes der Bank von Frankreich, der Bank von Algerien und der übrigen Kolonialbanken, auf der Grundlage von 170 Franken für das englische Pfund. Der gegenwärtige Kurs des englischen Pfundes schwankt zwischen 178,50 und 178,80 Franken. Aufbesserung der Gehälter vor Dresden, 13. Nov. (DNB.) Am Sonntag feierte die Bergakademie Freiberg in Sachsen ihr 174. Gründungsfest. Ausgehend von den Erkenntnissen der nationalsozialistischen WeUanschauung stellte der Reichsdozentenführer Prof. Dr. S ch u l tze die Erörterung des Nachwuchsproblems der Hoch- Das Staatsbegräbnis für Gesandtschaftsrat Ernst schule in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, wo- vom Rath findet am Donnerstag, dem 17. Novern- hei er auch auf die Notwendigkeit einer politi - der, in Düsseldorf statt. Der Sarg wird in scheu Auslese der Hochschullehrer eineinem französischen Sonderzug zunächst nach ging, hätten sie doch die Ausgabe, die Kräfte heran« Aachen geleitet, wo er am Mittwochfrüh eintrifft, zubilden, die in absehbarer Zeit an einer führenden Die Fahrt nach Düsseldorf über Köln und Köln- Stelle im öffentlichen Leben stehen werden. Wir Mülheim wird auf allen Bahnhöfen, die der Son- dürfen, sagte der Redner, im Namen der deutschen derzug in langsamer Fahrt passiert und wo die Hochschule fordern, daß nur Männer mit größter Angehörigen der Parteigliederungen Spalier bilden, Verantwortung und voller persönlicher Einsatzfähig- der Bevölkerung der westdeutschen Grenzgaue Ge- ^it als Lehrer berufen werden. - legenheit geben, dem für Deutschland Gefallenen ihren letzten Gruß zu entbieten. Auf dem Bahnhof XOtlÖClttOru-tjClCr in Düsseldorf findet eine Feier auf dem Bahnhofs- • ^erlitter oorplatz statt. Alsdann setzt sich der Trauerzug zur 'M Beniner jeugpau©. Rheinhalle in Bewegung. Die Straßen werden Berlin, 13. Nov. (DNB.) Die Reichsstudenten- einen würdigen Trauerschmuck erhalten, inmitten -führung veranstaltete mit dem NS.-Reichskrieger- von Blumen und Kränzen wird dann der Sarg m hunh und dem Langemarck-Ausschuß beim Jugend- der Reinhalle aufgMchrt. Ihrem Wunsche entspre- sichrer des Deutschen Reiches im Zeughaus die Machend wird die Bevölkerung dort an dem Sarg vor- hitionelle Langemarckfeier, nachdem schon am beiziehen. Am Donnerstag um 12 Uhr finbet.bann1 - ™ • • * ~ " 1 - v — die offizielle Trauerfeier statt. Anschließend wird die Leiche zum Nordfriedhof übergeführt, wo die Beisetzung in einer Familiengruft erfolgt. Reich habe jeder Volksgenosse Anspruch auf Anerkennung, wenn er da wo er stehe, feine Aufgabe erfülle. Das Volk kenne heute keinen Unterschied mehr, es seien alle Angehörige eines Blutes. Die Partei habe das Selbstbewußtsein des deutschen Volkes geweckt und durch die Partei werde es noch weiter gesteigert werden. Die Einigkeit des Volkes se: das Bollwerk gegen den Bolschewismus, vor dem das deutsche Volk immer auf der Hut fein müsse. Bad Schmalbach. In seinen oft von großem Beifall unterbrochenen Ausführungen, rechnete der Gauleiter mit dem internationalen Judentum ab und stellte die Einheit des deutschen Volkes heraus, die der beste Garant für den Frieden und das stärkste Bollwerk gegen den Bolschewismus ist. Es gebe keine verschiedenen Juden, weil sie in verschiedenen Ländern wohnen, sondern nur Angehörige eines Judenreiches, dem die Aufgabe bestimmt ist, die Völker zu zerstören und aus den Trümmern die Weltmacht des Judentums aufzubauen. In den Judenknechten hätten sie getreue Helfer; die Mittel zur Erreichung ihres Zieles feien Mord und Totschlag. Die neueste Mordtat habe das Judentum in Paris ausgeübt. Die richtige Antwort habe das hätten in dem konstruktiven Plan des Finanzmini, sters die sozialen Maßnahmen, die darauf hinausliefen, der Arbeit wieder zur Ehre zu verhelfen. Es sei sehr gut, daß Reynaud den Mut gehabt fabe, dem Lande zu sagen, daß Frankreich nicht den Ge- fahren widerstehen könne, wenn es sich zwei Tage in der Woche ausruhe. Der Jour stellt fest, heute müßten die Franzosen die Rechnung der Volksfront bezahlen, und zwar mit einem äußerst hohen Preis. Schon begänne sich in den extremlinken Kreisen eine Zersetzungskampagne gegen diese Maßnahmen des öffentlichen Wohles abzuzeichnen, die notgedrungen unpopulär feien. Falls wieder auf dem Wege der nationalen Wiedergeburt Hindernisse errichtet werden sollten, mußte [man sie brechen. Wladimir d'Ormesson schreibt im Figaro, die internationale Konjunktur sei einer energischen Wiederaufrichtung günstig. Die französischen Preise lägen unter denen des Weltmarktes. Ein allgemeiner Aufschwung zeichne sich in der Weitab. Jeder verantwortungsbewußte Franzose mutze jetzt die Aktion der Regierung ohne Murren unter- I stützen Ein' linksgerichtetes radikalsozialistisches Blatt er- I klärt dagegen, daß man in den parlamentarischen Kreisen etwas anderes, etwas Neues und.^ü^eres erwartet habe. Blum schreibt im sozialistischen „Populaire", das Hauptziel Reynauds fei eine Bor- senhausse und die Rückkehr der im Auslande befind I lichen Gelder gewesen. Daladier und Reynaud setzten nicht nur auf den Liberalismus, sondern auch auf den Kapitalismus. Blum wendet sich dann besonders scharf gegen die neue Arbeitszeitverordnung, Reynaud richte nicht mehr einen Appell an die Notwendigkeit der Arbeit, sondern er untersage die Möglichkeit der Freizeit. Das Nachwuchsproblem der Hochschule. Reich erteilt. Da der einzelne Jude sich für 2HIiuba einsetzt, soll Alljuda auch für den einzelnen Juden einstehen. Der Ewigkeitswert des deutschen Volkes liege in'der Rassenreinheit, so rein wie die Partei von Anfang an war, so rein müsse auch das Volk sein. Der Sieg von 1933 sei errungen worden, weil keine Spaltpilze in den Reihen der Bewegung waren und wenn es heute noch Volksgenossen gäbe, die gegen die mühsam errungene Volksgemeinschaft sind, bann würde sie das gleiche Schicksal treffen wie die Juden. Im Dritten Paris, 12. Nov. (DNB.) Die deutsche Kirche in Paris war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die deutsche Delegation unter Führung des Staatssekretärs Freiherrn von Weizsäcker, der Ge- andter Dienstmann und der Ches des Protokolls, Gesandter Freiherr von Dörnberg, angehoren, zur Trauerfeier für den durch ruchlosen Meuchelmord gefallenen Gesandtschaftsrat Ernst Eduard vom Rath eintraf. Der deutsche Botschafter Graf Welczeck empfing den Vertreter des Präsidenten der Republik, Oberstleutnant Tafsin. Von Botschaftsrat Dr. Bräuer geleitet, nahmen bann die Eltern des Verstorbenen vor dem mit Blumen und Kränzen umgebenen Sarge Platz. Nach einem Orgelvorspiel und nachdem das Wendlmg- Quartett ein Adagio von Rosenmüller gespielt hatte, hielt Pastor Dahlgrün die Trauerrede, in der er Lob und Trost dieses Sterbens mit bewegten Worten auf Schlag: sie tritt in gesetzlicher Form mit verdienter Strenge und Härte die gesamte Judenschaft innerhalb des deutschen Reichsgebietes und wendet innerhalb des kulturellen Raumes sinngemäß an, was, auf das wirtschaftliche Leben bezogen, bereits vorausging: die Anordnung des Präsidenten der Reichskulturkammer schließt sinngemäß die Juden von allen kulturellen Veranstaltungen des deutschen Volkes in gleicher Weise aus, wie die Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben ausgeschaltet worden sind. Die Trennung ist endgültig und von absoluter Schärfe; sie ist die folgerichtige Fortführung früherer Bestimmungen, welche die Juden auch in kultureller Hinsicht auf'sich selbst verwiesen. Das deutsche Volk wirb künftig auch auf diesem Gebiete unter sich sein. Die Juden haben hinfort im Theater, im Konzert, im Film usw. als lästige Eindringlinge zu gelten. Kei- nem Deutschen kann nach den Ereignissen der letzten Tage eine weitere Berührung, geschweige denn Gemeinschaft mit Angehörigen jüdischer Rasse zuge- mutet werden. Ausschüttung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben. Paris, 13. Nov. (Europapreß.) Heber die von der französischen Regierung genehmigten 32 Notverordnungen veröffentlichen die Blätter ausführliche Auszüge. Zu den wichtigsten Verordnungen gehören jene über die Arbeitszeit. Die Vierzig- tundenwoche wird zwar aufrechterhalten, aber )ie zweitägige Arbeitsruhe in der Woche wird aufgehoben werden. Im allgemeinen wird wieder iüe Sechstagewoche eingeführt. Alle Betriebe verfügen über einen Ueberstunden-„Kredit" von fünfzig Stunden. Wenn diese fünfzig Ueber- tunden aufgebraucht sind, können sie über weitere ünfzig Ueberstunden verfügen. Praktisch besteht also nieder die unbeschränkte Arbeitszeit, jedoch erklärt der Arbeitsminister, daß Mißbräuche bestraft werden. Die Lohnsätze betragen 10 v. H. über dem gewöhnlichen Stundenlohn, und zwar bis zu 250 Ueberstunden. Sie erreichen dann in verschiedenen Stufen eine Höhe bis 25 v. H. bei der 400. Ueberftunbe. Anderseits müssen die Arbeitgeber eine Sonder st euer von 10 v. H. auf die durch die Ueberstunden erzielten Gewinne bezahlen. Die Arbeitervertreter in den Betrieben müssen französischer Staatsangehörigkeit und nicht vorbestraft sein. Ausländer haben kein Wahlrecht mehr zu den Betriebsvertretungen. Gegen Arbeiter, die in der für die nationale Verteidigung arbeitenden Industrie sich weigern, Ueberstunden zu leisten, sind strenge Maßnahmen vorgesehen. Weitere Notverordnungen betreffen eine Reihe von Steuermaßnahmen. Diese sind außerordentliche Besteuerung des gesamten Jahreseinkommens in Höhe von 2 v. H„ Erhöhung der allgemeinen Einkommensteuer von 7,56’ auf 8 v. H., Erhöhung der Mobiliarsteuer, Erhöhung der Erzeugungssteuer von 8,7 auf 9 v. H., bzw. 2,2 auf 3 v. H., Erhöhung der Steuern auf Kaffee, Zucker, Tabak, Alkohol' und Benzin. Der Preis eines gewöhnlichen Päckchens Rauchtabak wird von 3 auf 3,50 Franken erhöht Erhöhung der Tarife in der Pariser Untergrundbahn und bei den Autobussen. Erhöhung der 'Posttarife. Das Jnlandsbriefporto wird von 65 auf 90 Cts. erhöht. Erhöhung der Telephongebühren. Ein Stadtgespräch kostet in Zukunft 85 Cts. statt bisher 65 Cts. frühen Morgen in der Langemarck-Halle unter dem Glockenturm des Reichsfvortfeldes eine feierliche Kranzniederlegung durch SA. - Standartenführer Trumpf, dem Langemarck-Beauftragten des Reichsstudentenführers, erfolgt war. Die festliche Stunde wurde eingeleitet mit der Uraufführung der chorischen Feier „Langemarck". Dann sprach der Reichsstudentenführer, ^Oberführer Dr. Scheel, über den Sinn von Langemarck. Dr. Scheel sprach vom Frontsoldaten Adolf Hitler, der mit ihnen die Feuertaufe erhalten habe, das Lied Deutschland auf den Lippen, als sie dem Tode entgegenstürmten. Er sei im Angesicht ihres Opferganges der ruhige und entschlassene, die letzten Proben des Schicksals in ihrer ganzen Härte mutig tragende Soldat geworden. Er habe zum zwei'en- mal um diese durch ihre Gräber geheiligte flandrische Erde, „dieser Schwurstätte von Treue und Gehorsam bis in den Tod", gekämpft. Als er auf dem gleichen Boden zum Einsatz im letzten Wafsen- gang bereitgestanden habe, sei ihm durch tückisches Gift das Licht der Augen genommen* worden. Und aus Tod und Finsternis habe er das hellste Licht heimgebracht und sei unser Führer geworden: „Adolf Hitler!" Der Führer des NS.-Reichskriegerbundes, ff- Gruppenführer Generalmajor a. D. Reinhard, zeichnete ein wirklichkeitstreues Bild der Kämpfe von Langemarck und schilderte den begeisterten Einsatz der jungen Regimenter. Nach der Feier legten der Stadtkommandant, der Reichsstudentenführer, § 2. Die Kosten der Wiederherstellung trägt der Inhaber der betroffenen jüdischen Gewerbebetriebe und Wohnungen. Versicherungsan- sprüche von Juden deutscher Staatsangehörigkeit werden zugunsten des Reiches beschlagnahmt. § 3. Der Reichswirtschaftsminister wird ermächtigt, im Benehmen mit den beteiligten Reichsministern Durchführungsbestimmungen zu erlassen. Die Siihneleifiung. Berlin, 12. Nov. (DNB.) Die vom Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, erlassene Verordnung über eine Sühneleistung • der Juden deutscher Staatsangehörigkeit hat folgenden Wortlaut: Die feindliche Haltung des Judentums gegenüber Volk und Reich, die auch vor feigen Mordtaten nicht zurückschreckt, erfordert entschiedene Abwehr uno harte Sühne. Ich bestimme daher auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936 (RGBl. I Seite 887) das folgende: § 1. Den Juden deutscher Staatsangehörigkeit in ihrer Gesamtheit wird die Zahlung einer Kontribution von RM. 1 000 000 000 an das Deutsche Reich auferlegt.' § 2. Die Durchführungsbestimmungen erläßt der Reichsminister der Finanzen im Benehmen mit den beteiligten Reichsministern. Die richtige Antwort an die Juden Gauleiter Sprenger sprach in Bad Schwalbach. NSG. Im Rahmen einer Versammlungswelle der Gaupropagandaleitung im Untertaunuskreis, sprach der Reichskriegerbundführer und der Vertreter des Jugendführers des Deutschen Reiches am Ehrenmal Kränze nieder, während das Musikkorps des Wachregiments das Lied vom guten Kameraden spielte Hitler-Jugend und Schule. Babelsberg, 13. Nov. (DNB.) In Babelsberg bet Berlin findet eine Tagung der Schulbe- auftragten der Hitler-Jugend statt. Stabssührer Lauterbacher wandte sich gegen die SßorfteUun^, nach der die HI. Gegnerin- der Schule wäre. Die Hitler-Jugend, die in den letzten Jahren große erzieherische Erfolge erreicht habe, föhne sich nicht an der erzieherischen Arbeit der Schule desinteressieren, . denn die Angehörigen der Hitler-Jugend seien gleichzeitig auch Besucher der Schule. Lauterbacher । äußerte die Ueberzeugung, daß Hitler-Jugend und Schule zwei Einrichtungen seien, die nebeneinander bestehend in Zukunft zwar ihre Aufgaben trennen, aber nach dem gleichen Erziehungsideal arbeiten. Nur so sei der Lehrernachwuchsmangel zu überwinden und nur so würde die Jugend ebenso freudig den $e?uf des Jugendführers wie den des Lehrers ergreifen. Es ginge allein darum, daß für die eine Jugend auch nur ein E r - ziehungstyp, nämlich der wirklichen Berufserziehung, tätig sei. In Zukunft sollte darum nur derjenige Lehrer werden, der schon in der Hitler- Jugend seine erzieherischen Fähigkeiten als Führer einer kleinen Einheit erwiesen habe. „Versammlung der Lugend.- B e r I i n , 14. Nov. (DNB. Funkspruch.) Im Win- terhalbjahr 1938/39 soll, nach einer Vereinbarung zwischen der Reichsjugendführung und der Reichs- propaaanbaleitung in jedem Gebiet der Hitler-Jugend einmal monatlich eine p o - litifche Versammlung stattfinden, in derein Redner der Partei zur Jugend spricht. Mit derartigen Kundgebungen, die unter dem Motto „Versammlung der Jugend" laufen, soll die Jugend indasgroßeErlebniseinerpolitischen Versammlung!) t>n eingeführt werden. Dis Kundgebungen werdey in einen Rahmen eingebaut sein, der geeignet ift,vben Jungen und Mädeln > ein wirkliches Erlebnis zui vermitteln. Südamerikanische Probleme. Man stellt sich fälschlicherweise Lateinamerika vielfach als eine Einheit vor. In Wirklichkeit aber umfaßt es zwanzig Nationen, die in ihrer rassischen Zusammensetzung und in ihrer politischen Ausrichtung nicht weniger vielgestaltig sind, als die romanischen Staaten Europas. Gemeinsam ist ihnen nur die katholische Religion und — von dem portugiesisch sprechenden Brasilien abgesehen — die spanische Sprache. Aber während z. B. Argentinien als Ganzes genommen ein rein weißes Land ist, hat Ekuador nur eine dünne Oberschicht von weißen Bewohnern, die nicht acht o. H. übersteigt, 30 o. H. sind Mestizen, 48 v. H. Indianer und 14 v. 5). Neger. In Peru liegen die Dinge ähnlich, nur daß dort der Hundertsatz der Neger geringer ist. Zudem gibt es in beiden Ländern viele Asiaten, Syrier, Japaner und Chinesen. Paraguay und Bolivien sind indiano- amerikanische Staaten. In Paraguay wird z. B. außerhalb der Städte nicht spanisch, sondern Guarani gesprochen. Zu den rassischen kommen die geographischen und wirtschaftlichen Unterschiede. Die Staaten des Nordens liegen in den Tropen, es gibt dort noch weite, zum Teil unerforschte Urwaldgebiete, in denen wilde Jndianerstämme streifen, die, wie z. B. die Jibaro am Oberlauf des Amazonas, den Fremden mit ihren Giftpfeilen verfolgen und ihn am Lagerfeuer verzehren. Argentinien, Uruguay, der aller- arößte Teil von Chile und weite Gebiete von Brasilien, mit Ausnahme des Amazonasbeckens, sind ganz der Zivilisation erschlossen. Es ist' begreiflich, daß solche Unausgeglichenheiten auf dem Halbkontinent auch eine gewisse politische Labilität bedingen. Die Mehrzahl der zwanzig lateinamerikanischen Staaten wird diktatorisch regiert, entweder von Militärs oder von gewandten Politikern. Uruguay wurde lange Zeit hindurch als ein Beispiel lateinamerikanischen Fortschritts hingestellt. Seine soziale Gesetzgebung und seine offiziellen Einrichtungen wurden mit denen Neuseelands verglichen, aber diese liberal-demokratischen Einrichtungen drohten es an den Rand des Verderbens zu führen. Moskau nistete sich in Montevideo ein, ein Streik jagte den andern, die Sowjetgesandtschast unter Minkin versorgte die Revolutionäre in den Nachbarländern mit Geld und Waffen, bis es schließlich zum blutigen Kommuni st enputsch in Brasilien kam. Nun machte der Präsident von Uruguay diesem Treiben ein plötzliches Ende. Präsident Terra schloß im Jahre 1934 die „Casa de Pueblo", löste das Parlament auf, schickte den Sowjetgesandten außer Landes und brach alle Ve- Ziehungen zu Moskau ab. Sein in diesem Jahr gewählter Nachfolger B a l d o m i r setzt die energische Politik seines Vorgängers fort. Der Gedanke einer kontinentalen Z u - sammenarbeit hat im Laufe der letzten Jahre in Lateinamerika, namentlich seit Roosevelt auf die Politik des „big stick“ verzichtete und die Politik der guten Nachbarschaft proklamierte, erhebliche Fortschritte gemacht. In Rio de Janeiro wurde vor zwei Jahren zwischen den Präsidenten von Argentinien und Brasilien ein Freundschafts- und Nichtangriffspakt geschloffen, dem sich die meisten Staaten freiwillig anschlossen. Die Annäherung unter den Einzelstaaten wurde durch wirtschaftliche und zollpolitische Abmachungen erleichtert, und schließlich hat sich nach dem kommunistischen Aufstand in Brasilien und nad) der bolschewistischen Verschwörung unter Barcos und Frontera in Argentinien eine gemeinsame Abwehr- front gegen den Kommunismus gebil- oet. Kommunismus und Sozialdemokratie sind in ßateinamerifa. Importware. Sie stehen im Widerspruch zur Lebensauffassung der Mehrheit der Bevölkerung. Im Laufe der Jahre freilich haben sich viele Nachkommen der fpanischen, russischen, jüdischen Einwanderung zum Marxismus bekehren lassen, sie bilden in Buenos Aires und in einigen anderen Städten Südamerikas einen recht beträchtlichen Wahlblock. Im allgemeinen kann man die Behauptung aufstellen, daß die radikalen Phrasen in Südamerika ihre Werbekraft verloren haben. Nicht einmal mehr Lippendienst von Amts wegen roeröen ihnen geleistet, Lateinamerika orientiert sich immer mehr auf den nationalen Gedanken. Diese (Anstellung hat ihre Vorteile und ihre Nachteile, die sich bei den verschiedenen Volksgruppen, die Südamerika bevölkern, empfindlich bemerkbar machen. Sowohl in Brasilien als auch in Argentinien und in einigen anderen Staaten, die alle ein Raum o h n e V o l k sind und die dringend der Einwanderung bedürfen, um das leere Oedland aufzufüllen, macht sich Die Tendenz geltend, die völkische Entwicklung der Einwanderer zu hemmen und aus ihnen, zum mindesten in der zweiten Generation, Brasilianer, Argentinier ufw. zu machen, die sich assimilieren und ihrem Ursprungsland fremd gegenüberstehen. Es treten deshalb bedauerliche Behinde- rungen in der Entwicklung des Schulwesens und der Erziehung ein. Ein geschlossenes fremdes Einwanderungsgebiet, wie es z. B. Südbrasilien in Blumenau besitzt, wird möglichst vermieden, die Rassenfrage darf nicht aufgeworfen werden. — Argentinien, das eine Fläche einnimmt, die etwa vier Fünftel Europas gleichkommt, hat nur rund 12 Millionen Einwohner, wovon ungefähr die Hälfte auf Buenos Aires und die anderen größeren Städte entfällt. Brasilien, das größer als die Vereinigten Staaten ist, hat keine 50 Millionen Einwohner gegen 123 Millionen in USA. In Argentinien leben rund 100 000 Deutsche, von denen sich der größte Teil gegenüber den anderen Einwanderern durch gehobenere soziale Stellungen auszeichnet. Die deutschen Kolonien in der Provinz Missiones zählen etwa 20 000 Einwohner. Diese Kolonien genießen eine hohe Anerkennung. Der frühere Präsident von Argentinien, General I u ft o, hatte für die deutschen Kolonisten, die sich in Mls- siones, Eldorado, Monte Carlo oder San Alberto niederlassen wollten, die hohen Visagebühren von 35 Goldpesos pro Person aufgehoben und die Em- wanderersperre, die 1933 beschlossen war, fallen gelassen. Diese Maßnahme wurde dadurch motiviert, ' daß sich die Regierung Argentiniens davon über« Zeugt habe, daß in den oben genannten Kolonien ein hervorragend tüchtiges und für die Siedlung besonders geeignetes Einwandererelement niedergelassen habe, das vorbildlich sei und durch Ausdauer und Fleiß viel zum Segen der neuen Heimat beigetragen habe. In der „Nacion" berichtete der damalige Direktor der Nationalbank, Uriburu, der die Kolonien am Anto Parana besucht hatte, daß die Leistungen der deutschen Einwanderer nicht hoch genug eingefchätzt werden könnten. Die Wert- sckätzung des Deutschen als Einwanderer schließt aoer nicht das Verlangen aus, ihn zu entnationa« lisisren, d. h. aus ihm einen guten Argentinier, Chilenen oder Brasilianer zu machen, der sich dem großen Dälkergemisch der südamerikanischen Staaten anschließt und in ihm auf geht. Als sehr brauchbares Einwandererelement werden auch die Japaner gewertet. Etwa 200 000 Japaner haben sich in Brasilien niedergelassen, davon 93 v. H. in der Provinz Sao Paulo. Dort bilden sie ein eng zusammenhaltendes Klein-Japan. Sie gelten als die besten Farmer, fangen als Arbeiter an, überflügeln aber schnell die weniger reg- amen Lateiner, Neger und Indianer und besitzen ehr bald eigenen Boden. Im Jahre 1934 gingen 82 v. H. aller japanischen Auswanderer nach Brasilien. Nun faßte die Regierung in Tokio den Be- chluß, mit Hilfe von vier großen Konzernen im Amazonasgebiet eine Million Hektar Boden zu erwerben. Eine Mustersiedlung wurde angelegt. Aber die brasilianischen Patrioten wurden unruhig: die Konzession wurde annulliert, Brasilien Dürfe keine Einwanderer aufnehmen, hieß es, die sich so schwer wie die Japaner assimilieren ließen. Für Japan wurde ein Kontingent von 3000 Einwanderern festgesetzt, die sich nicht in abgeschlossenen Gebieten niederlassen sollen. Auch Peru hat eine blühende japanische Kolonie, aber gleichfalls Die japanische Einwanderung kontingentiert und beschränkt. Das Bevölkerungsproblem ist in den großen südamerikanischen Staaten sehr wichtig. Große und fruchtbare Landstrecken liegen brach, Die der Besiedlung harren. Aber erst die Zukunft wird zeigen, ob und wie sich rassische und völkische Klüfte in jenen Ländern überbrücken lassen. — U. St. Jugoslawien und die neue Lage. Freundschaft mit allen Nachbarn. —Schutz der Volksgruppen. Belgrad, 13. Nov. (Europapreß.) Auf einer Wahlversammlung in Neusatz erklärte Ministerpräfi, dent Stojadinowitsch, Jugoslawien sei von Freunden und guten Nachbarn umgeben. In internationaler Beziehung habe Jugoslawien von Frem- den nichts zu fordern, gebe aber auch keinen Fuß- breit jugoslawischen Bodens ab. Jugoslawien habe mit feinem einzigen Nachbarn über die gegenseitigen Grenzen zu feilschen. Daher werde es auch in Zukunft mit allen Nachbarn in besten Beziehungen leben. Vor kurzem sei in Bled eine Verständigung mit Ungarn erzielt worden. Jugoslawien könne jetzt auch hier mit Recht eine günstige Entwicklung Der gegenseitigen Beziehungen erwarten. Ein Teil Der Bevölkerung Des Donau - Ba - n a t s, dessen Sitz Neusatz ist, setze sich aus ungarischen und deutschen Volksgruppen zusam- men. Der Grundsatz seiner Politik sei die volle Gleichberechtigung aller Glaubensbekenntnisse und Nationalitäten. Das sei Die beste Gewähr für die freie Entwicklung Der Volksgruppen, Deren Sprache, Glaube unD Kultur alle erdenkliche Unterstützung finden werde. — Der Ministerpräsident ist mit Den ÄbgeordnetenkanDtdaten Der deutschen Volks- gruppe in Fühlung getreten. Die Ausstellung von deutschen W a h l k a n d i da t e n in Drei Wahlkreisen ist bereits beschlossen. Die Verhandlungen über Die Kandidatur weiterer deutscher Politiker werden fortgesetzt. Die deutschen Kandidaten treten auf der Liste Der Regierungspartei auf. Oie Neugliederung der Parteien in der Tscheche». Prag, 13.Nov. (Europapreß.) Die tschechische Sonntagspresse beschäftigt sich mit Dem Beschluß der Vertreter Der Tschechischen Agrarpartei, Der Nationalen Vereinigung, Der Faschisten, Der Tschechischen Gewerbepartei und der Nationalen Liga, eine tschechische Partei der nationalen Einheit zu bilden, der sich auch ein Teil Der Tschechischen Volkssozialiften angeschlossen hat. Ungewiß ist jeDoch, welche Persönlichkeit Die Führung in der neuen Partei übernehmen wird. Unklar ist weiter Die programmatische Grundlage Dieses neuen Parteiengebildes. Man ist über den grundsätzlichen Beschluß zur Vereinigung nicht wesentlich hinausgekommen. Die als Nachfolgeorganisation der Tschechischen Sozialdemokratie geschaffene „Nationalpartei des arbeitenden Volkes" veröffentlicht in Dem Hauptblatt Der alten So- zialDemokratifchen Partei, dem Pravo Lidu", eine Kundgebung zur sofortigen Aktivierung Der Organisation Der neuen Partei. Dieser Beschluß ist offen- kundig Die Antwort auf Den Beschluß Der Rechtsparteien, sich zusammenzuschließen. Neue Schikanen gegen die deutschen Kliniken in Prag. Prag, 12. Nov. (DNB.) Trotz Der Zusage Der Prager amtlichen Stellen, Die Deutschen Kliniken freizugeben und Den Zustand, wie er vor Der widerrechtlichen Beschlagnahme bestand, wiederher- zustellen, muß festgeftellt werden, Daß Die Schikanen gegert die deutschen Institute kein Ende nehmen. Im Allgemeine n Krankenhaus, wo Die deutschen und Die tschechischen Kranken gemeinsam untergebracht sinD, war Die Aufnahme Der Kranken seit Jahrzehnten so geregelt, Daß ay einem Tage Die Deutschen unD am anderen Tage Die tsche- schen Kliniken Die neueingelieferten Kranken behan- Delten. Die Deutschen Kliniken wurden allerdings wegen der hervorragenden Ausbildung der deutschen Aerzte von der tschechischen.Bevölkerung besonders gern ausgesucht. Neuerdings ist nun auf Betreiben des Chirurgen Prof. Ji raset, der als Deutschenhasser in den letzten Wochen besonders in Erscheinung getreten ist, unD des jüdisch versippten Krankenhausdirektors Dr, P u ch w e i n ein B o y - kott gegen die deutschen Kliniken ins Werk gesetzt worden. Die Krankenträger schaffen nach den Weisungen des Puchwein alle Patienten in bie tschechischen Kliniken. Durch Nichteinstellung und Nichtbezahlung von deutschen Aerzten und Schwestern versucht man ferner, die Arbeit Der deutschen Institute unmöglich zu machen. Es ist nun an der Zeit, daß die zuständigen Prager Stellen dem Einhalt gebieten, soll ein Verhältnis zwischen Den beiden Völkern angeftrebt werden, wie es von beiden Seiten gewünscht wird. Das Troppauer Landesmuseum ausgeräubert. Reich-nberg, 12.(Rod. (DNB.) Wie „Die Zeit" aus Troppau berichtet, haben die Tschechen bei ihrem Abzug alle wertvollen Stucke des Landesmuseums mitgenommen. In der prähistorischen Abteilung fehlen prachtvolle illyrische Bronzen, seltene Stücke ihrer Art. Aus Der Gotischen Abteilung ist der große Wollgobelin aus dem 16. Jahrhundert mit Darstellungen von Fabeltieren verschwunden, desgleichen die kleine Bozener Madonna aus dem 15. Jahrhundert.' weiter die sitzende Madonna mit Dem Kind, Die Tafelbilder mit Darstellungen aus der Passion Christi von Hanns von Tübingen, zwei prachtvolle Tafeln mit der Darstellung des Marientodes. Im Barocksaal hatte man es vor allem auf die wundervollen Gold- unD Silberschmiedearbeiten abgesehen. Ebenso wurden Die berühmten vier Egerer Reliefs entwendet, Der prachtvolle große Heliaden-Gobclin, herrliche Elsen- beinarbeiten, Der „Polen-Teppich", eine persische Arbeit aus dem 16. Jahrhundert. Oer Sudetengau erhält einen eigenen Reichssender. Berlin, 13. Nov. (DNB.) In einer Veranstaltung des Reichssenders Breslau in Reichenberg erklärte Reichsamtsleiter Krieg!er, Präsident Der RcichsrunDsunkkammer, daß Reichskommissar und Gauleiter Konrad Henlein an Reichsminister Dr. Goebbels herangetreten sei mit Der Bitte, unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse im Su- Detenkmo und in Würdigung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung des Rundfunks für Den sudetendeutschen Raum Dem Sudetengau einen eigenen Reichssender zu geben. Reichsminister Dr. Goebbels habe grundsätzlich zugestimmt. Bis der neue Reichssender in Betrieb genommen werden könne, würden mit einem Be- yelfssender vorläufige Sendungen von Karlsbad Durchgeführt. Außerdem werde der Sender Mäh- rifch-Oftrau den Namen Troppau erhalten. Dieser Nebensender Troppau werde künftig an den Reichssender Breslau angeschlossen und von Breslau mitbetreut werden. Die für dieses Jahr geplante Auflage von, 70 0000 Deutschen Kleinempfängern, Deren Auslieferung am 15. Dezember beenbet fein werde, werde durch eine zusätzliche Quote in Höhe von 300 000 Kleinempfängern erweitert werden. Ebenso werde die vorgesehene Produktion von 300 000 Volksempfängern mit der neuen Typenbezeichnung VE 301 dyn a u f 450000 Stück erhöht werden, so daß insgesamt Die im laufenden Rund- funkjahr fabrizierten Volksgeräte Die Zahl von 1 450 000 Stück erzielen werden. Das Lugendherbergswerk im Sudelenland. Berlin, 12.Nov. (DNB.) Die Hitler-Jugend wird es im kommenden Sommer als ihre Aufgabe betrachten, bei Der Zusammenstellung Der Fahrtenprogramme besonders auch die sudetendeutschen Gebiete zu berücksichtigen. 150 Herbergen stehen jetzt Dort zusammen mit einer Reihe von Häusern, die von anderen Organisationen übernommen wurden, dem Wanderer zur Verfügung. Wie bei Der Heimkehr Der Ostmark ist es jetzt Die Aufgabe des Jugendherbergs- wertes, auch das Herbergsnetz ün Sudetenland weiter auszubauen. Die ständige Zunahme des Fahrtenbetriebes der Jugend zeigt, daß die'Zahl der deutschen Jugendherbergen, die jetzt trotz weiterer Ausscheidung unzulänglicher Unterkünfte die 2000 Grenze überschritten hat, längst nicht ausreicht. Im letzten Jahr mußten wegen Platzmangels fast zwei Millionen Absagen erteilt werden. Besonders groß ist der Platzmangel auch in den Wintersportgebieten, wo die Jugendherbergen teilweise schon seit Monaten bis April belegt sind. Das eigene Bauprogramm des Reichsverbandes für 1938 umfaßt 50 Neubauten, 13 Ausbauten von Herbergen und 19 Richtfeste bis zum Schluß des Baujahres. Der Reichsverband appelliert besonders an die Gemeinden, den Ausbau des Herbergsnetzes nach Kräften zu unterstützen. Oie Kämpfe in China. Schanghai, 13. Nov. (DNB.) Die japanischen Streitkräfte, die sich auf Tschangtscha zu bewegen, machen nach Den Meldungen des japanischen Hauptquartiers gute Fortschritte. Eine Säule bewegt sich von P o t s ch a u aus an der Hankau— Kanton-Bahn entlang, eine andere östlich davon von T u n g t s ch e n g aus. Potschau liegt 225 Kilometer südlich von Hankau und 128 Kilometer nordöstlich von Tschangscha, der Hauptstadt der Provinz Hunan. An dem 1000 Quadratkilometer großen Tuna- schiangsee mit dem Fall von Potschau ist die wichtigste Außenstellung der Chinesen für die Verteidigung von Tschangscha züsammengebrochen. Die japanische Flotte hat weiter die Kontrolle über die in den Tschungschiangsee mündenden Flüsse gewonnen. Die bedeutenden chinesischen Stützpunkte im Gebiete des Tschungschiangsees, wie Siangyin, An- fiang, Hanschau, Jtschang und Tschangki sind nun von Den Japanern unmittelbar bedroht. Angesichts des Herannahens Der japanischen Truppen haben Die chinesischen Behörden Die Räumung Tschangtschas, Der Hauptstadt Der Provinz Hunan, angeordnet. Ein Teil der chinesischen Provinzbehörden hat bereits die Stadt verlassen. Gleichzeitig hat auch eine Massenflucht der Bevölkerung eingesetzt, die teils auf Dschunken, teils auf Fahrzeugen aller Art oder zu Fuß davoneilke. Nach bisher unbestätigten chinesischen Meldungen sollen Die chinesischen Truppen in, (SÜD- china in Den letzten 24 StunDen Tsungfa, Fahfien, Tanshui und Die beDeutenDe Stadt Weitschau besetzt haben. Die Japaner sollen 10 000 Mann Truppen aus Nordchina in das südchinesische Kampfgebiet geworfen haben. Die größte Lnsektenbörse der Welt. 420000 Exemplare in Frankfurt a. M. Sin seltener Schmetterling kostet ein paar hundert Mark. Don Jürgen Rauch. Aus der ganzen Erde gibt es schätzungsweise 50 000 Jnsettensammler, ungefähr 10 000 davon in Deutschland. Der größte Markt, auf dem die Sammler kaufen und tauschen können, findet einmal im Jahre, im November, in Frankfurt am Main statt. — In diesem Jahre wurden etwa 120 000 I n f e k t e n ausgefteßt, Die unter Glas und Torf aus der ganzen Welt ankamen. Die Frankfurter Entomologen hatten zu „ihrer" Insektenbörse — Der größten der Erbe — eingetaDen. Dem nichtforschenden oder sammelnden Besucher kommt die Sache zunächst etwas komisch vor. Falls er die Nummer Des Ausstellungsgebäudes am Sandweg vergessen haben sollte, fönen ihm die vielen Fußgänger, die, ob alt oder jung, ob schlicht oder elegant, mit einem oder mehreren Kistchen oder Schachteln bewaffnet sind, als Wegweiser dienen: sie streben alle eifrig und erwartungsfreudig der „Börse" zp. Auf langen Tischen sind da köstliche Farbwunder aus aller Herren Ländern ausgebreitet: bald mit dem schimmernden Glanz von Perlmutt, bald mit dem warmen Schmelz des Samtes. Drumherum stehen ernschast und manchmal rührend weltverloren in den Anblick vertieft die „Interessenten". Man muß wieder mal an Das Kind im Manne denken, wenn man hier erwachsene Männer mit Dem Eifer ihrer Knabenzeit, mit demselben Eifer wie ihre Kinder, Die sie vielfach mitbrachten, so andächtig beim Studium sieht. Doll Interesse wird Da ein besonders wertvolles Exemplar besichtigt, Das unter seinen Artgenossen, einer gewöhnlichen Falterart aus Dem Westerwald, Dem Kenner sofort auffällt; feine blauen „Spiegel" sind ein wenig Heller als bei seinen BrüDern, eine Nuance nur in ein leuchtendes Türkis abgewandelt. Diese „F e h l f a r b e", wie Der Fachausdruck Dafür heißt, macht ihn zu einer gesuchten und gutbezahlten Rarität. Gespannt hört man zu, wie Der stolze Besitzer „seine" Fehlfarbe erklärt: ein glückliches, keineswegs vorher zu bestimmendes Zucht- ergebnismitHilfe von Eisschrank und Brutofen! Hitze und Kälte sind die Helfer des Züchters. Auf diese Weise werden z. B. die Raupen der Alpenschmetterlinge, die oft drei Jahre zur Verpuppung brauchen, in wenigen Wochen zum Ausschlüpfen gezwungen, indem man ihnen durch Temperaturwechsel Sommer und Winter vortäuscht. Dabei ergeben sich Denn auch gewisse Abweichungen wie Diese Fehlfarbe. Ein großes Tier fällt be- sonDers durch seine ungewöhnlich einfache und von den anderen abweichende Flügelform auf. In Amerika, in dem (Schmetterlingsparabies Brasiliens, ist er gar nicht so selten. Aber er ist der einzige Vertreter seiner Familie und hat wohl die älteste Tra- dition, die ein Lebewesen auf unserer Erde nachweisen kann: seine typische Flügelform hat man an versteinerten Schmetterlingen aus der Eiszeit festgestellt. Nach solchen Entdeckungen ist man gespannt, was wohl Die private Sammlung eines Entomologen Darüber hinaus noch zu bieten hat. UnD Dann sieht man zehntausend bunte Falter im Tresor, in freundlich hellen Glaskasten nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten nebeneinander aufgereiht. Aber diest Sammlung ist nicht in schrulliger Hamsterwut, wie man mißbilligend oder achselzuckend annehmen könnte, zusammengetragen: nein, sie ist Die eingefangene Erinnerung eines naturbegeisterten Herzens an viele schöne Reisen, an mühevolle und doch köstliche Schmetterlingsjagden; Da wird ein schöner Ferientag bei Zermatt z. B. wieder lebendig, wo ganze Schwärme Dieses kleinen, goldgelb gesprenkelten Fallerpaares vor uns wie Nebel über einer Wiese auf und nieder wogten. Wie habe ich jenen Darmstädter Sammler beneidet, Der in einer auf Der Börse aufliegenden Entomologischen Zeitschrift bekanntgab, daß er während feiner Sammeltätigkeit im «Sähen leider jede Korrespondenz unbeantwortet lassen müsse. Erstaunlich ist es überhaupt, welche Reisen diese Sammler machen, um ihre Schätze zu erweitern. Da fahren sie sogar bis zum Roten Meer, wenn Die Beute sie lockt, so wie vor nicht allzu langer Zeit Gustav Lederer, Der Leiter Der Jnsektenbörse. Nun versteht man auch, warum für einen seltenen Schmetterling 3 0 0 bis 400 Mark bezahlt werden. Ja, einem deutschen Sammler, Dem es gelungen war, auf Den Paßübergängen Des Himalaja in 5000 bis 6000 Meter Höhe Das Männchen des Parnassus autocrator zu fangen, wurden mehr als tausend Mark dafür geboten, ohne daß der Besitzer sich entschließen konnte, Diese seltene Schmet- terlingsart ins Ausland zu verkaufen. Besonders erstaunt sind immer wieder die Besucher Der Jnsektenbörse über Die „Schmetterlingsflugkarte", auf der die Flüge Der weltreisenden Schmetterlinge ausgezeichnet sind. Nun, wenn man Friedrich Schnacks scyönes Buch „Im Zauberreiche Der Falter" kennt, weiß man schon mehr von den Geheimnissen des Schmetterlingfluges der Distelfalter, der Totenköpfe, der Postillone, Die einen Sommer lang auf Der Weltreise leben unD Deren Kinder nach ihrem Tode die Reise fortsetzen. Wenn sich nun auch die Falterforscher bemühen, das Geyeimnis Der Schmetterlings-Flugstraßen ganz zu entwirren, so ist es ihnen noch nicht restlos gelungen. Sie merDen weiter forschen müssen, ebenso wie ihre Kollegen immer noch den Geheimnissen Der Vogelflug-Bahnen nachspüren. Für Den Fachmann gibt es auf der Börse erst recht interessante Neuigkeiten. Da bringt ein Sammler aus Zürich „Hebriden" mit: Bastarde aus der Kreuzung eines nordamerikanischen mit einem Schweizer Falter. Bei einem Sammler aus Spanien ist im Tresor der „Spanische Gabelschwanz" in mehreren Exemplaren vertreten. Die erhietten seinerzeit von ihrem Entdecker einen falschen Pflanzennamen beigelegt, damit kein anderer Sammler die Raupen finden sollte. Neuentdeckte Schmetterlinge erhalten nämlich zuerst als vorläufigen Namen den der Pflanzen, auf Denen sie und ihre Raupen gefunDen wurden. — Eigentlich braucht sich aber der „Schmetterlingsmensch" gar nicht so sehr um die „Ausländer zu bemühen, zählt man doch allein in unserer engeren Heimat ungefähr 700 Schmetterlingsarten, ganz zu schweigen von den Kleinschmetterlingen und Motten. Verschiedene davon stehen unter Naturschutz wie beispielsweise der hessische schwarze Apollo aus dem Vogelsberg. Niemand Darf ihn fangen. Aber yeißt es denn nicht jnsektenbörse" auf dem großen SchilD über Dem Eingang?! Und außer den Schmetterlingen sind Doch auch andere Tiere Insekten?! fiaben wir doch in der Schule von 750 000 verschieoenen Insekten gehört! Gewiß, wenn auch acht Zehntel auf Der Börse Schmetterlinge sind, so sieht man doch auch Käfer, lang und breit wie eine Hand mit ihren mächtigen Chitin-Panzern und- ihren Fühlern, die fast viermal so lang wie ihre Körper sind. UnD Heuschrecken von biblischer Größe, wie wir sie Gott sei Dank in Europa nicht kennen. Dicht Daneben hat ein Sammler seine Spinnen-Sammlung, eine der größten der Welt, ausgestellt. Die benachbarten Skorpione haben unter Dem Glasdach all ihre Schrecken verloren. Lieber jedoch werfen wir noch einmal einen Blick auf die über zwanzig Meter langen Tische, darauf Kasten an Kasten mit Den herrlichsten Faltern ruhen, goldenen, violetten, ockergelben, nachtschwarzen, tiefroten ... Schmetterlingen aus Den Urwäldern Südamerikas, die uns einen Abglanz von Urwaldatmosphäre, von tropischer Farbenpracht in unsere Herzen zaubern, * 3 $ V 'M '£ä ? e cjto o C an c §?*3 3®=^ 2fiA2 M «;s5v £x 0>2 EX e$ iii8s ks t£ÄSclO! ®§Stl - . m-3 ■ ® s lötffiScj ü^c X.A J»£ ; fii »Sf| E >rvN tlD0- Z-z- <«c W ’S* 3 U JS \%g« < >' v. * eo 5 •_ 3 ' 2 «7 .£o> S’lHg’E 81s . a 2 5 * Ä * Aus aller Welt. Schwere Explosion in Offenbach zerstört ein Wohnhaus. In dem Wohnhaus Bahnhofstraße 20 ereignete sich eine furchtbare Explosion, wobei das Haus zum grüßten Teil zertrümmert wurde. Bisher gelang es, e i n e n T o t e n zu bergen. Bier Personen werden noch vermißt. Die beiden angrenzenden Wohnhäuser wurden aus Sicherheitsgründen von ihren Bewohnern geräumt. Die Ursache der Explosion steht noch nicht genau fest. Einstellung von Freiwilligen in die Lustwaffe. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: Für die Annahme von Freiwilligen für die Einstel - lung im herb st 19 3 9 steht nur noch sehr kurze Zeit zur Verfügung. Den Bewerbern wird deshalb dringend geraten, sich sofort bei einer Fliegerersatzabteilung, einer Flakabteilung, einer Abteilung oder einer Kompanie der Luftnachrichtentruppe zu melden. Bei später eingehenden Gesuchen besteht die Gefahr, daß das Annahmeverfahren bis zum Meldeschluß (5. Januar 1939) nicht mehr durchgeführt werden kann und die angestrebte Einstellung im Herbst 1939 nicht mehr möglich ist. Auskunft erteilen die genannten Truppenteile, die Wehrbezirkskommandos und Wehrmeldeämter. Einstel- lungsgesuche bei anderen militärischen Dienststellen verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. Neues Präsidium des Mainzer Larneval-Vereins. Der Mainzer Carneval-Derein hielt am Elften im Elften seine alljährliche ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Kassenbericht ergab sich, daß der MCB. an die Mainzer Geschäftswelt Aufträge in höhe von 148 600 Mark gab, an Wohlfahrtsunterstützungen und Zuschüssen an die Garden 6700 Mark, an das Winterhilfswerk 5167,20 Mark. Mit dem Dank an den Kassierer Ludwig O h l verband der Vorsitzende den Dank an den langjährigen verdienten Präsidenten Heinrich Bender, der seines Alters wegen von seinem Posten zurückgetreten ist. Seine Verdienste besonders im Jubiläumsjahr wurÜen mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten und Ehrenvorsitzenden des Vereins gewürdigt. Ebenso wurde Seppel G l ü ck e r t, der "bürd) lange Jahre sich als Sekretär und Protokoller verdient gemacht hat, zum Ehrensekretär ernannt. Neuer Vorsitzender wurde durch einstimmigen Beschluß der bisherige geschäftsführende. Vorsitzende Hans Weis, Präsident und Repräsentant des Vereins Christel Müller, stellv. Vorsitzender und Schatzmeister Ludwig Ohl. Mißglückter Raubüberfall auf der Autobahn bei Heidelberg. Am Sonntagoormittag wurde auf der Autobahnstrecke zwischen Mannheim und Heidelberg kurz vor Heidelberg der Bäckermeister Müller aus Offenbach a. M. von zwei Burschen, die er unterwegs auf ihre Bitte zur Mitfahrt in den Wagen genommen hatte, überfallen. Trotz der erhaltenen wuchtigen Schläge vermochte Müller die Tür aufzureißen und aus dem Wagen zu springen, worauf das Auto die Böschung hinabrollte. Ein unmittelbar darauf die Ueberfallstelle passierender Arzt aus Mannheim verhinderte durch Pistolenschüsse die Flucht der Verbrecher, die ins Heidelberger Gefängnis eingeliefert wurden. Der überfallene Bäckermeister wurde ins Krankenhaus gebracht; er hat mehrere große Wunden am Kopf, die die Verbrecher ihm mit Steinen beigebracht haben wollen. Bei den Tätern handelt es sich um den 18jährigen Herbert Reif aus Eisenach und den 19jä'hrigen, gleichfalls aus Eisenach stammenden Hans Horn. Zwei Todesurteile vollstreckt. Am 12. November sind die 1900 geborene Rosa Hasel und der 1889 geborene Karl Dudeck hin gerichtet worden, die wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode verurteilt worden sind. Die beiden Verurteilten hatten den Händler Leopold Käufer in rohester Weise ermordet und die Leiche zerstückelt. wegen Mordes und Rechtsfriedensbruches zum Tode verurteilt. Der 48 Jahre alte Karl R e i f f i n g wurde vom Sondergericht Stuttgart wegen eines Verbrechens des Rechtsfriedensbruches in Tateinheit mit Mord und versuchtem Mord unter Aberkennung der bürgerlichen Ehenrechte zum Tode verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig. Drei jüdische Aerzte wegen Abtreibung verhaftet. Vor einigen Tagen wurden im Memelland zwei jüdische Aerzte wegen Abtreibung in haft genommen. Jetzt wurde ein dritter jüdischer Arzt, Dr. Berger (Memel) wegen des gleichen Verdachtes verhaftet. Neun Tote bei einem hotelbra»de in Kanada. In dem kleinen kanadischen Ort Rouyn, nördlich von Quebec, entstand ein hotelb