Nr. 241 Erstes Blatt 188. Jahrgang Zreitag, 14. Moder 1958 Keine Volksabstimmung im Gubeienlanb Einstimmiger Beschluß des Internationalen Ausschusses Endgültige Grenzfestsetzung in deutsch-tschechischen Verhandlungen spat innahmtn 38 Be nschl. Sonntag V adser ien Bäueli Hoden hinweggegangen würde. Gerade dies Deutsch- 1 : die Der tschecho-slowakische Gesandte in Berlin, Mastny, begrüßt Außenminister Chvalkowski nach der Ankunft in der Reichshauptstadt. — (Scherl-M.) sonen in Berlin, Rom und Tokio, heute eine gute Empfehlung seien. „Der Besuch des tschecho-slowa- kischen Außenministers kann als Grenzstein in der Außenpolitik des tschecho-slowakischen Staates bezeichnet werden." Die geplanten Reisen nach Warschau und Budapest seien der Ausdruck des Wunsches der Tschecho-Slowakei, die Linie der bisherigen tschechischen Außenminister einer Korrektur zu unterziehen. Der lschecho-slowakische Außenminister in Berlin. rlin, 13. Oft (DRB.) Am Donnerstag um Die Verhandlungen in Komm abgebrochen. Ungarn lehnt die tschecho-slowakischen Gegenvorschläge als ungenügend ab. Appell an die Münchener Signatarmächte. haw läge bezogen werden müsse und alle übrigen Gesichtspunkte in den Hintergrund treten müßten. * Wenn die ungarische Regierung in den Verhandlungen von Komorn keine Grundlage für die Erfüllung ihrer Ansprüche gesehen hat und nun einen Beschluß der vier Großmächte im Sinne des Münchener Abkommens herbeiführen will, so wird dabei der Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts allen in der Tschecho-Slowakei lebenden Volksgruppen zuteil werden müssen, gleichgültig, ob es sich um Ungarn oder Slowaken handelt. Von diesem Gesichtspunkt aus werden gewiß auch die Großmächte an die Ungarn appellieren, die für die neue Grenzziehung gemachten Vorschläge der ungarischen sowohl wie der slowakischen Regierung beurteilen. Oer Führer in der Wefimark. Begeisterte Kundgebungen in Mainz, Koblenz, Godesberg und Essen. Essen, 13.Oft (DRB.) Der Führer stattete am Donnerstag der Firma Krupp in Essen einen Besuch ab und besichtigte eingehend mehrere Werkanlagen. Auf seiner Fahrt durch die Westmark unternahm der Führer auf dem neuen Verkehrsboot der Stadt Köln „hansastadt Köln" von Mainz nachGodesbergeineRheinfahrt.ander die Gauleiter Florian, Grohe, Simon, Sprenger und Terboven teilnahmen. Die Bevölkerung an beiden liefern des Rheins bereitete dem Führer auf feiner Fahrt überall begeisterte Kundgebungen, besonders bei der Abfahrt in Mainz, beim Passieren von K o b l en z und bei der Ankunft in Godesberg, wo der Führer im Rheinhotel Dreesen Wohnung nahm. Mit Böllerschüssen und Sirenen feierte das Rheinland den Besuch des Führers. Auch in Essen wurde der Führer überall, wo die Bevölkerung seiner bei der Durchfahrt gewahr wurde, begeistert begrüßt. Das Expeditionskorps der British Legion wird entlassen. London, 14. Oft (Europapreß.) Rach dem Beschluß in den tschecho-slowakischen Grenzgebieten keine Volksabstimmung abzuhalten, ist auch die Entsendung eines Expeditionskorps der British Legion in die Abstimmungsgebiete hinfällig geworden. Am Donnerstagabend wurde bekanntgegeben, daß die 1200 Mann der englischen Frontkämpfervereinigung noch am Samstag entlassen werden. Frankreich und derneueTatbestand. Von unserem E. ^.-Korrespondenten Paris, Oktober 1938. Paris hat am Mittwoch wieder eine Stunde rasch aufflam^nenden Elans durchlebt, als der König d.er Belgier zusammen mit dem Prä« sjdenten der französischen Republik das Reiter- st a n d b i l d des Königs Albert I., des „Roicheoalier", an der Einmündung des Cours- la-Reine auf die Place de la Concorde enthüllte. Jedem, der über diesen repräsentativen, so oft beschriebenen Platz, den „Platz der Eintracht", in der Richtung nach dem anderen Seineufer, vor allem nach der Abgeordnetenkammer und dem Außenministerium zu, schreitet, wird künftig das kühn geformte und edel wirkende, von dem Rompreis- träger Martial geschaffene Reiterstandbild zwischen den hohen Baumreihen auffallen. Der Blick nach rückwärts, auf die jetzt schon zwanzig Jahre zurückliegende französisch-belgische Waffenbrüderschaft im Weltkrieg, der hier im Geist des Franzosen ausgelöst wird, dringt durch eine Zone stiller Wehmut, die den Rausch der siegreichen Stunde der nüchternen Wirklichkeit des Heute gegenüberstellt. Hier, wie immer, wenn seine Armee an ihm vorübermarschiert, wird der Wunsch nach Einheit, nach Stärke und Größe im Franzosen übermächtig. Aber er muß ihn mit den Gegebenheiten des Tages in Einklang bringen, die oft in eine andere Richtung weisen. Der ■ Blick auf die nüchterne Wirklichkeit hat seit den ereignisreichen Stunden des Münchener Friedens an Tiefe und Schärfe gewonnen. Frankreich hat nach dem Taumel des Friedensrausches rasch begonnen, sich in eine selb st gewählte Isolierung zurückzuzjehen, von der im Grunde nur England ausgenommen wird. Und nun tritt, wie schon die Abgeordneten der Rechten es vor einer Woche in der Kammer gefordert hatten, immer mehr die eine Frage in den Vordergrund: Wie können wir uns wieder stark machen? Aber auch andererseits: Wie können wir unsere Außenpolitik von unvernünftigen, uferlosen Zielsetzungen fernhalten, denen wir nicht gewachsen sind? Annäherung an Italien, an Nationalspanien sind Forderungen, die in die letztere Richtung weisen und durch die bevorstehende Ernennung eines Botschafters in Rom nach zweijährigem Interregnum bereits eine teilweise Erfüllung gefunden haben. Ministerpräsident Daladier ist emsig bei der Arbeit, die dem Parlament in einer zermürbenden Nachtsitzung abgerungene und mit Vollmachten ausgestattete Frist bis zum 15. November auszunutzen, um in Form von Dekreten das Notwendigste an gesetzgeberischen Maßnahmen unter Dach und Fach zu bringen, das der Stärkung der Finanzen und dem Ausbau der Rüstung dienen soll. 2,2 Milliarden Franken hat Daladier sofort im Verordnungsweg dem Kriegsund dem Marineministerium für den letzteren Zweck zugebilligt. Aber wird die Frist bis zum 15. November ausreichen? Vor allem, um die auf dem Gebiet der Wirtschaft von den meisten Franzosen als so dringend notwendig empfundenen, kühnen Maßnahmen zu treffen, die die industrielle Erzeugung Frankreichs endlich über den Stand von 1913 hinausführen? Solange das nicht geschehen ist, wird sich die Regierung immer wieder den Vorwurf der „beschämenden Unterproduktion" gefallen lassen müssen, und solange werden auch die Rüstungsbetriebe, vor allem die Lieferwerke für die Flugwaffe, unter dieser Unterproduktion zu leiden haben. Aber steht nicht immer wieder die Sozialistische Partei und der Gewerkschaftsbund bereit, das Recht auf die Vierzigstundenwoche und die sonstigen Errungenschaften der Sozial-Gesetzgebung aufs äußerste zu verteidigen? Es scheint nur eine langsame Evolution, ein langsames Abgleiten von der' Volksfront zu geben, bei dem Daladier von Fall zu Fall immer wieder auf die Hilfe der Parteien der Rechten zurückgreifen kann. Die Idee einer Gewaltlösung, eine Auflösung der Kammer und des direkten Appells an das Land, scheint Daladier nicht zu liegen. Manche Politiker der Rechten haben diese Forderung in bestimmter Form aufgestellt, und es ist kein Zweifel, daß vor allem die Kommunisten, die heute in der Kammer 73 Abgeordnete haben, nach einer Kammerauflösung bei einer Neuwahl schwere Verluste erleiden würden. Besonders gewisse Vorgänge bei der Teilmobilmachung, die ' Frankreich ' vom 24. September bis in die ersten Oktobertage durchlebte, haben bewiesen, wie wenig der Kommunismus bei den französischen Soldaten Wurzel geschla- gen hat. Es wird uns von Mannschaits-Transport- zügen zur Maginot-Linie berichtet, die in riesigen Kreidebuchstaben auf allen Waggons die Inschrift trugen: „Es lebe Frankreich, nieder mit Moskau!" Die Offiziere hatten es kaum nötig, gegen einzelne verführte Elemente, die die „Internationale" singen wollten, einzuschreiten. Das besorgten die national denkenden Kameraden dieser Soldaten, die bei solchen Gelegenheiten den Jüngern Moskaus eine sehr handgreifliche Belehrung zuteil werden ließen. Diese Stimmung hätte man zur Brechung des Einflußes der Moskauer Partei, vielleicht zu einer Eindämmung der Sozialistischen Partei benutzen können, aber man entscheidet sich in Frankreich nicht so leicht zu der Maßnahme der Kammerauf- lösung, der nun einmal etwas „Autoritäres" anhaftet. Der Führer der Frontkämpfer, Ptchot, hat Vorschläge für die Bildung einer Regierung der „Nationalen Wohlfahrt" gemacht, mit dem prompten Ergebnis, daß die Sozialdemokraten so etwas Berlin. 13. Oft (DRB.) Der Internationale Ausschuß für die Regelung der sudeten- deulschen Frage trat am 13. Oktober nachmittags zusammen. Er stellte fest, daß die en d g ü t 1 i g e Abgrenzung des an Deutschland fallenden fu- detendeutfchen Gebietes auf der Grundlage der am 5. Oktober vom Ausschuß fest- ge st eilten Linie erfolgen kann, und zwar mit den etwaigen Abänderungen, die der Ausschuß nach dem Wortlaut des Artikels 6 des Münchener Abkommens Vorschlägen könnte. Unter diesen Umständen hat der Internationale Ausschuß einstimmig beschlossen, daß von Volks- abstimmungen abzusehen sei. Er nahm Kenntnis von dem zwischen der deutschen und der tschecho-slowakischen Regierung erzielten Einvernehmen darüber, die Arbeiten zur Berichtigung und endgültigen Festsetzung der Grenze auf der Grundlage der vorerwähnten Linie sofort aufzunehmen. Außerdem hat er von der Bildung des in Artikel 7 des Münchener Abkommens vorgesehenen deutsch-tschecho-slowa- kischen Ausschusses Kenntnis genommen, der die Ausübung des Optionsrechtes regeln soll. Schließlich hat der Internationale Ausschuß den Bericht des wirtschaftlichen Unterausschusses entgegengenommen und mit Befriedigung' die beachtenswerten Fortschritte vermerkt, die bei der Lösung der schwebenden Fragen bis seht erzielt worden sind. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: • Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B 6.30 Uhr traf der tschecho-slowakische Außenminister Chvalkovsky in Begleitung seines Kabinettschefs, Legationsrat M a s a r y k, mit dem fahrplanmäßigen Zug auf dem Anhalter Bahnhof ein Zu seiner Begrüßung hatten sich der tschecho-slowakische Gesandte in Berlin, Mastny, mit Mitgliedern der Gesandtschaft und der Vertreter des Chefs des Protokolls, Legationsrat v. Halm, eingefunden. Der tschecho-slowakische Außenminister nahm im Hotel Adlon Wohnung. Der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop empfing um elf Uhr den tschecho-slowakischen Außenminister zu einer Aussprache über die schwebenden deutsch-tsche- cho-slowakischen Fragen. Die Unterredung mar um 13 Uhr beendet. Die Prager Blätter schenken dem Besuch größte Aufmerksamkeit. Der Besuch sei, so erklärt der „Telegraph", der e r st e offizielle Besuch eines tschecho-slowakischen Ministers in der Reichshauptstadt seit Bestehen der Republik. Eine persönliche Fühlungnahme in Warschau und Budapest soll folgen. Der „Prazsky List" betont, daß Chval- kovskys frühere Tätigkeit, insbesondere seine Mis- SW 25, MM I hch, - Ä i oqn ,b «4 bmatfi .K L S b« 46,5 ^el'32*' "SA«' äugeteilt^ Kaufen »Men! 65 nielteufd yer-! Kampf eines , 1 Glück gege» ' r verkommen«! Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UntverfitätsSrurkeret «.Lange in Siegen. Schriftleitvng und Seschästsftelle: Schulstrohe 7 Komorn, 13. Okt. (DNB.) Die tschecho-slowa- kisch-ungarischen Verhandlungen wurden abgebrochen, nachdem Außenminister v. K a n y a folgende Erklärung abgegeben hatte: Wie bereits wiederholt erklärt, sind wir mit den besten und aufrichtigsten Absichten und mit der sicheren Zuversicht hierhergekommen, daß es binnen kurzer Zeit gelingen werde, eine Abmachung zu treffen, die das Verhältnis zwischen unseren beiden Ländern auf eine sichere Grundlage basiert. Leider ist diese unsere Hoffnung nicht in Erfüllung gegangen. Ich will mich hier nicht von neuem auf gewisse ungünstige Erscheinungen berufen, denn mir haben dies im Laufe der Verhandlungen rniederholt getan. Ich muß jedoch nachdrücklich hervorheben, daß der auf die neuen Grenzen bezügliche und heute früh überreichte Gegenvorschlag von unserer Auffassung, bergest alt abrneicht und hinsichtlich des Grundsatzes der Neuregelung ein solcher Abgrund zwischen den von den beiden Delegationen vertretenen Standpunkten vorhanden ist, daß dessen Ueberbrückung unserer Ueberzeugung nach von diesen Verhandlungen nicht erwartet werden kann. Aus diesem Grunde hat die Königlich Ungarische Regierung beschlossen, diese Verhandlungen ihrerseits als abgeschlossen zu betrachten und die ehebaldige Regelung der der Tschecho-Slowakei gegenüber erhobenen Gebietsforderungen Ungarns von den vier Signatarmächten des Münchener Protokolls zu verlangen. Die in ungarischer Sprache verlesene Note wurde dem Führer der tschecho-slowakischen Abordnung Ministerpräsidenten Dr. T i s o überreicht, der die Note zur Kenntnis nahm. Während der Verhandlungen haben die Tschecho-Slowaken die große Schütt-JnselsamtKomorn und noch einige andere Grenzstreifen angeboten, insgesamt sieben Verwaltungsbezirke mit einer Einwohnerschaft — wie sie von tschecho-slowakischer Seite angegeben wurde — von rund 480 000 Ungarn, 50 000 Slowaken, 30 000 Karpatho-Ukrainern, 10 000 Deutschen und 50 000 Juden. Die Abtretung acht weiterer strittiger Verwaltungsbezirke wirb von ben Tschecho-Slowaken abgelehnt. Die größeren Städte im Grenzgebiet sollten auch weiterhin ber Slowakei verbleiben. Der Führer der ungarischen Abordnung, Kultusminister Graf Te° leki, bezeichnete diese Vorschläge als unannehmbar und wies darauf hin, daß die vorgelegte tschecho-slowakische Landkarte nicht auf volkskundlicher Grunblage fertiggestellt würbe, fonbern vor allem wirtschaftliche, verkehrspolitische u n b strategische Gesichtspunkte in Betracht ziehen. Der ungarische Standpunkt sei demgegenüber der, daß die neue Grenze ausschließlich auf volkskundlicher Grund- Auf der Münchener Konferenz der vier Großmächte war eine Internationale Kommission mit der Durchführung der Münchener Beschlüsse beauftragt worden. Sie bestand aus dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts Freiherrn von Weizsäcker als Vorsitzenden, den Berliner Botschaftern Frankreichs, Italiens und Englands und dem tschecho-slowakischen Gesandten in Berlin. Diese Kommission hat nun bei Nachprüfung der von ihr als provisorische Grenze festgelegten Besetzungslinie festgestellt, daß diese Linie jenes Gebiet umfaßt, das als geschlossener deutscher Sprachboden in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Reiche steht, diese Linie also die Grundlage für eine klare ethnographisch bedingteGrenz- ziehung bildet, da außerhalb dieser Linie keine geschlossenen, von Deutschen bewohnten und unmittelbar an das Reichsgebiet grenzenden Landstriche mehr bestehen, in denen eine Abstimmung über ihre Zugehörigkeit zum Deutschen Reich oder zur tschecho-slowakischen Republik als unerläßlich ungesehen werden könnte. So hat die Internationale Kommission Volksabstimmungen für überflüssig erachtet. Dadurch bleiben natürlich einige Hunderttausend eingesessene Deutsche in einer Reihe von Städten uni) Sprachinseln innerhalb des tschechi- Brjdjetnt täglich, außer Sonntage und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat,m Bild Die Scholle Monatsvezugspretr: Mit 4 'Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach' richten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granff urt am Main 11686 Kommission zeige, daß eine in Godesberg von Hitler gezogene Linie im großen und ganzen sich ziemlich an die Volksgrenze anlehne. Zwar komme das Reich durch die neuen Grenzen an einer (Stelle auf eine Entfernung von nur 20 Meilen an die tschechische Hauptstadt heran. Aber dieser Bezirk sei von Deutschen bewohnt. Dieselbe Beobachtung könne man im größten Teil der jetzt östlich von Zwickau dem Reich zugestandenen Gebiete machen. Die schmale Stelle b e i Brünn, die jetzt nur noch etwa 40 Meilen breit sei, sei schließlich nicht einmal so schrecklich schmal, wie man es in Praa schon einmal befürchtet zu haben scheine. Schließlich bleibe Brünn, obwohl es eine beträchtliche Anzahl deutscher Einwohner habe, bei der Tschecho-Slowakei. ckum hat seit 700 Jahren Außerordentliches für Hebung von Wirtschaft und Kultur Böhmens geleistet. Wenn das Reich im Sinne feiner nationalsozialistischen Außenpolitik darauf verzichtet, Chancen, die sich hier vielleicht bieten könnten, auf Kosten des tschechischen Volkes auszunützen, so setzt dabei das deutsche Volk doch voraus, daß seinen , innerhalb des tschechischen Staatsverbandes verbleibenden Volksgenossen die kulturelle und ^wirtschaftliche E x i st e n z gesichert wird. Niemals wird das Großdeutsche Reich sich an dem Schicksal dieser deutschen Volksgenossen desinteressieren. tyodiensd^ rtund 8.80 Uy ihr und 8.30 iDieLondonerpreffezurEimgung im Internationalen Ausschuß. London, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die endgültige Abgrenzung des an Deutschland fallenden sudetendeutschen Gebietes durch die internatio- liale Kommission und das Absehen von A b - ftimmungen finden in der Londoner Morgenpresse günstige Aufnahme. Der Zusammen- druch der tschechisch-unaarischen B e - Iprechungen und die Ankündigung des ungarischen Außenministers, daß er die ungarische Minderheitenfrage vor die vier Mächte bringen werde, werden daneben in den Londoner Morgenblättern sehr beachtet. „Times" schreibt, die reue Grenze zwischen der Tschecho-Slowakei und fDeutschland sei, soweit vernünftigerweise möglich, Nit der völkischen Grenze in Einklang stbracht worden. Zwar bringe die neue Linie schwere Nachteile für das Wirtschaftsgebäude der Tschecho-Slowakei mit sich, aber solche Nachteile 'nen so lange von der praktischen Operation einer lSrenzänderung untrennbar, als eine Trenyuna Jon Völkern gleichzeitig eine Spannung innerhalb oes wirtschaftlichen Systems bedeutet, wie es unglücklicherweise in Europa größtenteils der Fall sei. Tas Ergebnis der Beratungen der Internationalen .verKuiuu.v-. Ichen Hoheitsgebietes, da sie durch tsche- =====^==^l chisches Siedlungsgebiet vom Reich getrennt sind I und auch durch Abstimmung nicht zu diesem gelangen könnten, ohne daß über tschechischen Volks- N I m 73 Der japanische Vormarsch in Güdchina leben werben. Demobilisierte Matratzen von Leeb. International'' Aito-Ausstellung n In taq früh vier Uhr bis sechs Uhr abends stand Der Wunsch des Ministers sei, die landwirtschaft- taq früh vier Uhr bis sechs liche Produktion Bulgariens bis zu den Grenzen Sofia unter Belagerungszuita des Verbrauches auszudehnen und damit gleich-l vormittags riegelten starke Mi Y Um vier Uhr vormittags riegelten starke Militär- und Gend-ar- ab. Die in den in London und Paris. Deutsche Firmen gut vertreten. Anwesenheit des Derkehrsministers Leslie Negierung im äußersten Fall sein sollte, sondern daß für diesen Zweck eine mittelfranrösische Stadt ans- ersehen war, die durch ihre berühmte gotische Kathedrale bekannt ist. Zur Demobilmachung der Matratzen kommt noch die Demobilmachung der Pariser Näherinnen. Denn di" Amerikanerinnen, die sich frais über Kopf auf die Rückreise rüsteten, vergaßen doch nicht, noch schleunigst ihre Am 11. Oktober war die Demobilmachung des französischen freeres, das während der tschechischen Krise wesentlich verstärkt worden war, im großen und ganzen beendet; aber inzwischen ist noch eine Demobilmachung im Gange: Die Demobilmachung der Matratzen. Damit hat es folgende Bewandtnis, die, bei allem Ernst des Hintergrundes, doch humorig genug ist, um erzählt zu werden. Als die tschechische Krise auf dem Höhepunkt war, wurden die Bewohner von Paris, Lyon und des nordfranzösischen Industriegebietes sacht, aber bestimmt dahin beraten, daß es besser sei, die großen Städte zu verlassen und zu Verwandten auf das Land zu ziehen. Die Wirkung dieses Stichwortes, insbesondere auf die französischen Rentner, ist unschwer auszumalen. Wenn ein sorgsamer Hausvater in Paris oder Lyon keinen aufnahmefreudigen Verwandten oder Bekannten auf dem Lande hatte, so mietete er in Mittelfrankreich eine Landwohnung. Bald ging der Preis für solche Landwohnungen, die sonst nur im Sommer an Gäste vermietet werden, scharf in die Höhe und der drängenden Nachfrage stand nur ein durchaus ungenügendes Angebot gegenüber. Es wurden auch zahlreiche Svmmerhäuschen an der mittelfranzösischen Küste vermietet und nicht zuletzt auch die vielen „Schlößchen", die auf der Höhe der Weinberge liegen und die wir auf den Etiketten der Flaschen bewundern können, wenn uns unser Geldbeutel erlaubt, einer Flasche Burgunder oder Bordeaux den, Hals umzudrehen. Die Pariser und Lyoneser zogen also mit Kind und Kegel, Hausgeschirr und Matratzen in die zum Teil recht unwohnlichen Landwohnungen, von denen ein großer Teil, wie gesagt, für ihre neue Zweckbestimmung erst infolge der lockenden Mietsummen frei gemacht wurden. Als dann am 30. September die Friedensnachricht aus München kam, begann die Rückwanderung. Wiederum mit Kind und Kegel, Hausgeschirr und Matratzem Sie war nicht gerade glorreich und deshalb sind jene sorgsamen französischen Hausväter bemüht, die Heimkunft der Matratzen in aller Stille und möglichst im gnädigen Dunkel der Nacht zu bewerkstelligen. Interessant ist übrigens, daß die französische Riviera und auch die Atlai.Usche Küste südlich von Bordeaux von den Auswanderern aus Paris und Lyon wenig aufgesucht wurde, weil die Nähe der italienischen und nationalspanischen Grenzen nicht gerade einladend schien. Bei der Gelegenheit erfährt man auch, daß Bordeaux nicht mehr, rote 1870 und 1914. Zufluchtsort der französischen Schnellautträae der ameri*mtf'fpn Kundinnen zu ihrer Vorbereitung keine Zeit ließen. ____,t v. Brauchitsch Karlsbad in Richtung Passau zu einem Besuch der Heeresgruppe Generaloberst Der Reichsleiter besichtigte weiter den Petroleumbetrieb der Creditul Minier und stattete dem rumänischen Arbeitsminister R a l e a und dem Außenminister Petrescu-Comnen Besuche ab. Beide Minister gaben ein Essen. Ausweitung des deutsch-bulganscben Handels. zeitig der deutschen Industrie den bulgarischen Markt weiter zu öffnen. Der Reichswirtschaftsminister erwiderte, die besondere Bewunderung Deutschlands gelte dem bulgarischen Bauern, der es in hervorragendem Maße verstanden habe, seine Arbeit den Bedürfnissen des Land-es anzupassen. Das Ziel werde eine Erweiterung des Handelsumfanges der beiden Länder, die Erhöhung der Produktion, die Verbesserung des Verkehrs und der allgemeinen Methoden des deutsch-bulgarischen Güteraustausches sein. Die beiden Länder wollten die Verträge über mehrere Jahre erstrecken, um vor all"m dem bulgarischen Bauern eine Stabilität der Produktion und der Preise sichern zu können. vierzehnsiündiger Belagerungszustand in Sofia. Sofia, 13. Okt. (Europapreß.) Von Donners- Englische Krisengewinnler Das Geschäft mit Gandsäcken blühte. Sofia, 14. Oktober. (DNB.) Handelsminister Nikiforoff gab zu Ehren des Reichswirtschaftsministers Funk ein Abendessen. Der Minister wies auf den ersten Wirtschaftszweig Bulgariens, auf die Landwirtschaft hin, den Bulgarien auch in Zukunft weiter zu entwickeln und zu rationalisieren bestrebt sei. Besonders groß sei die Freude des bub aarischen Produzenten, daß die landwirtschaftliche Produktion den besten Absatz in Deutschland finde, eine Tatsache, die auf die ausgezeichneten politischen Beziehungen zurückzuführen sei. Sturm der Entrüstung ausgelöst haben. In der Grafschaft Essex stieg der Preis für Sandsäcke innerhalb von zwölf Stunden von 2,5 Pence (0,13 Reichsmark) auf 10 Pence (0,52 RM), stellenweise wurden im letzten Augenblick sogar 11,25 Pence (0,59 RM.) gefordert. In der Grafschaft Yorkshire sahen sich manche Stadtverwaltungen gezwungen, von der Bestellung von Sandsäcken abzusehen und durch Arbeiter Holztisten mit Sand füllen zu lassen. Ein Beispiel: eine größere Londoner Firma kaufte vor etwa 14 Tagen 500 000 Sandsäcke zu einem Preis von 3 Pence (0,16 Reichsmark) und verkaufte sie wenige Stunden später mit einem lOOprozentigen Preisaufschlag pro Stück. Doch nicht nur an Sandsäcken sondern auch an Eisen wurden Riesensummen verdient. Der Preis für eine Tonne Eisen betrug zu normalen Zeiten 18 Pfund (221 RM.), als die Aufträge getätigt wurden, stieg er auf 23 Pfund (283,50 RM.), auf 25 (308,50 RM.), und als die Bestellungen abgeliefert wurden, forderte man 27 Pfund (333,50 RM.). Das Innenministerium hat sich bereit erklärt, den Fall einer genauen Untersuchung zu unterziehen, verschiedene Unterhausabgeordnete haben bereits angekündigt, daß sie nach Wiederzusammentritt des Parlaments die Angelegenheit zur Sprache bringen werden. Zahlreiche Stadtverwaltungen haben sich geweigert, die eingelaufenen Rechnungen vor. der Klärung dieses Preisaufschlages zu bezahlen. Die Grjmwahlen in polen. Die Kandidatenliste aufgestellt. W a r s ch a u , 14. Okt. (DNB.) Für die am 6. No- oernber stattfindenden Sejmwahlen wurden in den 104 Wahlbezirken des Landes die Kandidaten gewählt, unter denen die Wahlberechtigten am Wahltag die Abgeordneten auswählen müssen. Aus den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen geht hervor, daß die überwiegende Mehrheit aller Sejmabaeord- neten im neuen Sejm Mitglieder und Anhängch: des Lagers der nationalen Einigung sein werden, das im aufgelösten alten Parlament in der Minderheit war. — Die Vertreter des von der Tschecho-Slowakei an Polen abgetretenen Olsage b i e t e s werden durch persönliche Ernennung des Staatspräsidenten Mitglieder des Parlaments werden. Die eigentlichen Oppositionsparteien haben beschlossen, sich nicht an den Wahlen zu beteiligen. Don den nichtpolnischen Volksgruppen in Polen werden auch in dem neuen Sejm nur Ukrainer und Juden vertreten sein. E n Denkmal für König Konstantin von Griechenland. A t h e n, 13. Okt. (Europapreß.) In einer glanzvollen Feier, an der die Regierung, 'die auslündi- schen Diplomaten, die Spitzen der Behörden und eine mehrtausendköpfige Menschenmenge teilnahm, enthüllte König Georg auf dem Marsfelde in Athen ein Reiterdenkmal für Öen Befreierkönig K o n st a n t i n, den Vater. König Georgs, der von Veniselos und der Entente während des Weltkrieges vertrieben wurde, und, nach dem Tode König Alexanders 1920 durch Volksabstimmung zurückgerufen, 1922 nach dem Feldzug gegen die Türken auf den Thron verzichtete. Nach der Denkmalsweihe überreichte Ministerpräsident Metaxas als Kriegsminister König Georg den Marschallstab der griechischen Armee. Darauf legte der König einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten nieder. Zum Andenken König Konstantins hat die griechische Postoerwal- tung eine neue Briefmarkenserie mit dem Reiterdenkmal des Befreierkönigs herausgegeben. Grenzen geraten könne, aufmerksam gemacht. Der englische Botschafter habe auch auf große Ernährungsschwierigkeiten, die für die Zivilbevölkerung der Kronkolonie entstehen können, hingewiesen, da Hongkong den größten Teil feiner Nahrungsmittel aus dem benachbarten chinesischen Gebiet erhalte. Amtliche Warnungen von englischer Seite .lägen ckicht vor. Maßnahmen in Honkong. Die Chinesen wollen den KanLon-Flutz sperren. — Eine Schlacht im Gange. Hongkong, 13. Okt. (Europapreß.) Die gesamten englischen Polizeireserven im Gebiet von Hongkong sind am Donnerstag mobilisiert und dem Oberbefehl des Gouverneurs Sir Geoffrey A. S. North- c o t e unterstellt worden. Sie sollen mit dazu dienen, die Grenzen der englischen Besitzung beim japanischen Vormarsch in Südchina zu sichern. Die ausländischen Konsularoertretungen in Kanton, mit Ausnahme der deutschen, haben ihre in diesem Gebiet wohnhaften Staatsangehörigen zum sofortigen Verlassen der Stadt aufgefordert. Sämtliche Engländer werden Donnerstag von Kanton nach Hongkong gebracht werden. Gerüchtweise verlautet, daß die Chinesen beabsichtigen sollen, die Zufahrt zum Kanton-Fluß durch Sperren unpassierbar zu machen. Hierdurch würde Hongkong vom Festland und besonders von der Lebensmittelzufuhr a b g e s ch n i t-- t e n werden. Die chinesische Fluß-Sperre müßte mit Rücksicht auf den Flüchtlingsstrom der Europäer und Chinesen nach Hongkong schwere Folgen nach sich ziehen. Fünf englische und je ein amerikanisches und französisches Flußkanonenboot, die sich zur Zeit auf dem Konton-Fluß befinden, würden durch die chinesische Fluß-Sperre von der See a b geknittert werden/ London, 13. Okt. (Europapreß.) Die englischen Krisengewinnler haben in diesen Tagen ihre Rechnungen für dieMillionen vonSand- s ä ck e n hinausgeschickt, die vor etwa 14 Tagen von Stadtverwaltungen und privater Seite bestellt worden waren. Die lokalen Behörden rechneten mit Durchschnittspreisen und müssen nunmehr feststel- len, daß diese Preise nicht selten bis zu 500 v. H. überschritten worden sind. Diese Steigerung ist zum Teil in einer Zeitspanne von wenigen Stunden vor sich gegangen und konnte nicht aufgehalten werden, da die Lieferanten die Auftraggeber vor die Alternative stellten: kaufe und zahle den hohen Preis, oder kaufe nicht und bleibe ungeschützt. Die Stadtverwaltungen haben sich nun an das Innenministerium gewandt und verlangt, daß die Regierung einen größeren Hundertsatz dieser Ausgaben decke. In manchen Städten hatte man bereits vor Monaten im Zuge der Luftschutz-Werbekampagne größere Mengen Schutzmaterials bestellt, diese Mengen belaufen sich jedoch nicht annähernd auf die Vorräte, die man später zu benötigen glaubte. Während der Zuspitzung der Krise erteilte bann das Innenministerium den Rat, größere Mengen auf Stapel zu legen, bis dann plötzlich die Anordnung zum sofortigen Abschluß der Kaufverträge kam. Diesen Äugenblick machten sich die Krisengewinnler zunutze und forderten Preise, die nunmehr in weiten Kreisen Englands einen Tokio, 14. Okt. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Das japanische Hauptquartier in Südchina gibt bekannt, daß die japanischen Landungstruppen, die von der Biasbucht aus ihre Operationen begannen, nunmehr die Linie Tamshui erreicht haben. Der Vorstoß werde weiter nach Westen auf K o w 1 o o n an der Kanton-Bahn geführt. Die Japaner erreichten bei Tamshui die Ber- kehrsstraße, die vom Südteil der Hongkong-Kanton- Bahn nach Huitschou (auch Hweitschau, Waiyeung und Waichow genannt) führt. Von Kanton her sind chinesische Truppen im Anmarsch auf Huitschou. Nordöstlich und nördlich von Hongkong werden Verteidigungslinien vor bereitet. Chinesische Flieger warfen über der Biasbucht mehrmals Bomben ab. In Hankau wurden zwischen führenden chinesischen Militärs Beratungen über die Lage in Südchina geführt. Die Vorbereitungen für den Fall einer Abschnürung Hankaus von der Außenwelt nehmen ein beschleunigtes Tempo an. Auf Befehl des Kommandanten von Hankau müssen alle brauchbaren Personen- und Lastkraftwagen sowie die aus mehreren tausend Fahrzeugen bestehende Dschunkenflotte bis Mitte des Monats Hankau verlassen. VisherkeindiplomattscherSchntt Englands. Tokio, 14. Okt. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Zu den zahlreichen Gerüchten über diplomatische Schritte Englands anläßlich der japanischen Aktionen in Südchina erklärte der Sprecher im japanischen Außenamt, Englands Stellungnahme habe sich bisher ausschließlich auf persönlich geäußerte Bedenken des englischen Botschafters C r a i g i e beschränkt. Einen Tag vor Bekanntwerden der japanischen Landung in Südchina habe Botschafter Craigie auf die großen Schwierigkeiten, in die Hongkong durch militärische Maßnahmen in der Nähe seiner Oer Oberbefehlshaber des Heeres im Egerla d. Neber all jubelnde Begrüßung durch die sudetendeutsche Bevölkerung. Karlsbad, 14. Okt. (DNB.) Nach einem Be- such in Karlsbad begab sich der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, im Kraftwagen über Petschau nach Marien- bad, das ihm ebenfalls einen herzlichen Empfang bereitete. Hier geleitete der Kommandierende General des XIII. Armeekorps den Oberbefehlshaber des Heeres zur Paradeaufstellung der Truppen am Kurgarten. — lieber Michelsberg führte dann öie Fahrt nach Plan und weiter nach Mies. Ueberall an den Straßen hatten die Truppen Auf- fteUung genommen, und überall wurde der Generaloberst von den Sudetendeutschen mit Heilrufen gegrüßt. Ostwärts Mies wurden tschechische Befestigungsanlagen besichtigt. Dann ging es weiter bis zum vordersten Posten der Grenzlinie an der Straße Tuschkau —Bärenklau. Nach einem kurzen Feldküchenfrühstück inmitten der Truppen und der Bevölkerung setzte sich die Wagenkolonne wieder in Bewegung über Lubenz—Kriegern vorüber an den tschechischen Befestigungsanlagen in der Richtung Saaz. Geleitet von dem Kommandierenden General des XVI Armeekorps schritt der liche Kundgebungen. Italien ernennt einen Botschafter in Paris. Paris, 14. Okt. (Europapreß.) Italien wird wieder einen Botschafter in Paris ernennen. Am Donnerstagabend hat die italienische Regierung beim Quai d'Orsay um die Erteilung des Agrements für den bisherigen italienischen Botschafter /n Buenos Aires, ©uarriglia, nachgesucht. Or. Ley in Rumänien. B u t a r e ft, 13. Okt. (DNB.) Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wurde im Schloß Sinaia von König Carol in mehr als einstündiger Audienz empfangen. Es ergab sich dabei Gelegenheit zu einer Unterhaltung über Aufbau und Zielsetzung der in Sofia stattfindenden Südo st-Wander- ausftellung „Freude und Arbei t", die im Frühjahr 1939 auch in Bukarest eröffnet werden wird. Äuf dem Wege nach Sinaia besuchte Dr. Ley die Führerschule der Staatsjugend „Wacht des Landes" in Breaza, die ihn besonders dadurch erfreute, daß sie das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied in deutscher Sprache sang. ähnliches wie eine Wiederholung der blutigen Vorfälle bei den Demonstrationen vom 6. Februar 1934 an die Wand malen. Man sieht also, wie riesengroß die Widerstände sind, auf die jeder Vorschlag stoßen muß, durch den die Parlamentarier 3um Verzicht auf einen Teil ihrer Vorrechte auch im Fall äußersten Notstandes bewogen' werden sollen. Um solche und ähnliche Vorschläge zur Loslösung der Regierung von dem Hemmschuh der parlamentarischen Bevormundung wird sich aber, solange das Parlament seine jetzige Zusammensetzung hat, jede künftige Auseinandersetzung bewegen, die die Wie- deraufrichtung Frankreichs zum Gegenstand hat. Frankreichs Verhältnis zu Deutschland? Ueber die Möglichkeit neuer persönlicher deutsch- französischer Kontakte seit München war vielleicht etwas zuviel gemeldet worden; man hatte dementieren müssen. Die Dinge bleiben bei ihrem gegenwärtigen Stand. Frankreich sieht aus der Entfernung und zugleich ein wenig staunend und erstaunt zu, wie Deutschland seine Beziehungen zur Tschecho- Slowakei rasch ordnet, nachdem einmal die Sudeten- frage geregelt und Herr Benesch verschwunden ist. Belgiens Unabhängigkeit. Spaak von den Erklärungen der Großmächte befriedigt. Brüssel, 13. Okt. (Europapreß.) Vor dem Außenpolitischen Kammerausschuß erklärte Ministerpräsident S p a a k, Belgien sei in die tschechoslowakische Frage nicht verwickelt gewesen. Wenn sich die Lage verschlimmert haben würde, so wäre das internationale Statut Belgiens dadurch nicht geändert worden. Wenn ein Krieg ausgebrochen wäre, würde Belgien alles getan haben, um außerhalb des Konfliktes zu bleiben. Belgiens Nachbarn hätten die bereits früher abgegebenen Versicherungen über die Achtung der belgischen Neutralität wiederholt. Immerhin sei die belgische Regierung gezwungen gewesen, Maßnahmen zu ergreifen, um allen Eventualitäten vorzubeugen. Auf die Frage, ob Belgien von der französischen Regierung während der letzten Krise die Versicherung erhalten habe, die französischen Truppen würden nicht durch belgisches Gebiet marschieren, antwortete Ministerpräsident Spaak, er habe von der französischen Regierung diese Versicherung erhalten. Er habe volles Vertrauen zu den Versicherungen der Großmächte und zu der Garantie, die Deutschland der belgischen Neutralität gegeben habe. Die neuen deutschen Grenz- befeftigungen bei Aachen hätten einen rein defensiven Charakter und dürften Belgien Bürgin eröffnete der Bruder des Königs, der Herzog von Kent, die 3 2. I n t e r n a t i 0 n a I ,e Kraftfahrzeug-Ausstellung in den Ausstellungshallen des Londoner Vororts Earlscourt. Der Herzog wies in feiner Rede auf die Fortschritte hin, die seit der vorjährigen Ausstellung auf dem Gebiete des Kraftfahrzeugbaues festzustellen seien. Nach dem Urteil englischer Fachleute ist die Ausstellung die größte und beste, die seit fünf Jahren in England abgehalten worden ist Vertreten sind 66 verschiedene Kraftfahrzeugwerke, darunter vier deutsche, und zwar Mercedes-Benz mit fünf Wagentypen und einem bisher auf einer Ausstellung noch nicht gezeigten Chassis für ein achtzylindriges Fahrzeug; Auto-Union mit sechs Wagentypen, darunter ein großer Horch V 8; BMW. mit fünf Wagentypen und Opel mit Öret Typen, und zwar den Kleinfahrzeugen. Neben Kraftfahrzeugen werden auch Zubehörteile für Kraftfahrzeuge, Ausfluaswagen, Motorboote und dergleichen gezeigt. Die Ausstellung steht unter dem nicht beunruhigen. Die Rede König L e 0 p 0 l d s bei der Einweihung des Denkmals seines Vaters in Paris war Gegenstand verschiedener Anfragen. Der Sozialist Van- dervelde erklärte, er schließe sich der neuen belgischen Unabhängigkeitspolitik, wie sie der König in Paris gekennzeichnet habe, an. Er habe sie bereits als Minister im Oktober 1936 gebilligt. In den Wandelgängen der Kammer erklärt man, diese „Richtigstellung" der belgischen Außenpolitik durch den König sei eine Folge der Erfahrungen gewesen, die die belgische Regierung aus den jüngsten politischen Ereignissen gesammelt habe. Führt England die allgemeine Dienstpflicht ein? London, 14. Okt. (Europapreß.) Einen deutlichen Fingerzeig in Richtung einer sofortigen Einführung der allgemeinen Dienstpflicht in England machte Schatzkanzler Sir John Simon in einer Rede in Sheffield. Wenngleich er auch nur von der Notwendigkeit der Einführung eines „organisierten Pflichtdienstes im Staat" sprach, welche Form er auch immer annehmen möge. Die Einführung dieser Dienstpflicht, so sagte Sir John Simon, müsse sofort geschehen. England könne es sich nicht leisten, zu warten, bis eine neue Krise eintrete. Dies sei eine Lehre, die England aus der Krise der letzten Wochen gezogen habe. Er betonte weiter, daß sich bereits große Kreise der Bevölkerung mit diesem Gedanken vertraut gemacht hätten, was aus den Tausenden von Briefen, die in den verschiedenen Ministerien aus allen Teilen des Landes einliefen, bewiesen werde. Die Rede Simons war die erste eines Kabinettsmitglieds, in der in so eindeutiger Weise auf die Möglichkeit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hinaewiesen wird. Obgleich der Ministerpräsident in Der letzten Woche noch im Unterhaus erklärt hatte, daß ihm der sehnliche Wunsch der Bevölkerung, ihre Dienste dem Staat anzubieten, bekannt sei, gab er am darauffolgenden Tage auf die Frage eines Abgeordneten eindeutig zu verstehen, daß die Regierung eine solche Maßnahme in Friedenszeiten als für nicht erforderlich halte. Wiederaufnahme der englisch-italienischen Besprechungen. London, 13. Okt. (DNB.) Nach mehrtägiger Unterbrechung sind die Besprechungen zwischen dem italienischen Außenminister und dem englischen Botschafter wiederaufgenommen worden. „Daily Expreß" stellt fest, daß „das Hindernis" für eine englisch-italienische Einigung in der spanischen Frage jetzt beseitigt sei. In Cadiz treffen ständig weitere Transporte der italienischen Freiwilligen ein, die von den verschiedenen Standorten National- [paniens zurückkehren, um am 18. Oktober zur Heimreise nach Italien eingeschifft zu werden. Die Bevölkerung bereitete den Scheidenden überall Herz- Generaloberst die Front der hier aufgestellten Truppenteile ab. Auch in Saaz waren Straßen und Marktplatz reich geschmückt und dicht umsäumt von einer frohbewegten Menge. — Auch die Stadt ---d-u— —........ . Kaaden, die nun durchfahren wurde, zeigte das Toilette zu vervollständigen. Es setzte eine Auf- gliche Bild eines festlichen Empfanges. — Gegen traqsschwemme bei den berühmtesten Pariser; ig zo Uhr verließ der Sonderzug des General- Schneidern ein, die ihr Personal bis lange in die oberst 1 ~ ..... " ' ' " ' *' *** " ' Nacht arbeiten lassen muhten. Aus demselben ... Grunde sind auch die Vorführungen der Winter- modelle wesentlich verschoben worden, da die merieabteilungen sämtliche Straßen der Hauptstadt Bevölkerung mußte den ganzen Tag über Wohnungen bleiben; das G e sch ä f t s * xvwv. ruhte völlig. Nur die Bäckerläden durften am Morgen eine Stunde lang geöffnet ___..... Auch der Telephon- und Telegraphenoer- kehr nach dem Ausland und mit dem Innern des Landes war die ganze Zeit über eingestellt. Während der Absperrung wurden in zahlreichen Häu- fern Haussuchungen vorgenommen. Um echs Uhr abends wurde der Belagerungszustand wieder aufgehoben. Amtlich wurde bekanntgegeben, daß bei den Haussuchungen eine große Anzahl von Verhaftungen vorgenommen worden sei im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Generalstabschef P e j e f f. Unter den Festgenommenen befinden sich Persönlichkeiten mehrerer oppositioneller Richtungen, darunter solche, die der mazedonischen revolu- tionären Organisation angehört hatten, ferner Anhänger des ehemaligen Ministerpräsidenten Kimon Ge orgieff und des ehemaligen Obersten Wo lisch e f f, der seinerzeit wegen eines Militärputsches zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden war. Auch Anhänger des linken Flügels der Agrarpartei befinden sich unter Öen Verhafteten. Neuer Tiefstand der Arbeitslosenziffer. Stärkste Anspannung der Arbeitsreserven. Auch in der Ostmark Arbeitslosigkeit auf ein Sechstel gesunken. /^'tsatz: Billigere uni) bessere, wenn auch nicht gänzlich neuartige Typen. Besondere Aufmerksamkeit findet ein Tropenfahrzeug von Mercedes- Benz. Es ist das einzige und zugleich erste Fahrzeug dieser Art, das bisher in London gezeigt worden ist, nämlich ein vierrädriges Fahrzeug mit Dierrad-Steuerung, das zur Sicherung eine Verbindung mit der zivilisierten Welt bei Reisen in unerforschte Gegenden mit einer kleinen Sendeftation ausgerüstet ist. Nach den ersten Verkaufsergebnissen muß der Geschäftsumfang auf der diessah- rigen Schau bisher nicht erreichte Ausmaße annehmen. * Der Pariser Automobil-Salon 1938 wurde eröffnet. Die Eröffnung, die ursprünglich am 6. Oktober erfolgen sollte, hatte infolge der Tellmobi- lisierunq und des Mangels an Arbeitskräften m dieser Zeit um eine Woche verschoben werden müssen In diesem Jahre werden keine Motorräder und Fahrräder gezeigt. Wie im vergangenen Jahr, beherrscht auch diesmal wieder der sparsame Mittelwagen das Bild der Ausstellung. In Fach- und Wirtschaftskreisen hofft man- nach den vergangenen Krisenwochen und insbesondere nach der großen Wirtschaftsflaute im September auf ein regeres Interesse bei Besuchern und Käufern. Die französischen Automobilkonstrukteure wünschen darüber hinaus, daß die Regierung in Zukunft eine verständnisvollere Politik treiben möge. Der Automobilsalon zeigt in seiner Gesamtheit einen schönen und geschmackvollen Aufbau. Die Zahl der Aussteller ist die gleiche wie im Vorjahr, etwa 800, einschließlich der Zubehörfirmen. Unter den Autofirmen befinden sich auch drei deutsche Fabriken. Daimler-Benz zeigt auf ihrem Stand im wesentlichen Wagen der bekannten Mercedes-Benz-Typen, außerdem einen Rennwagen, der im Mittelpunkt des Interesses steht und stark umlagert ist. Auch der Stand der Opelwerke findet außerordentlich großes Interesse, vor allem der in Plexiglas aus- geführte „Kadett" sowie der „Admiral". h a n o - mag zeigt in erster Linie den 6/35 „Rekord" mit Spezialkarossevie. Aus aller Wett. Glückwünsche zmü 70. Geburtstage von Dr. August horch. Der Führer hat Dr. August horch zu dessen 70. Geburtstage telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt. Auch von vielen maßgebenden Persönlichkeiten der Politik und der Automobilindustrie sind Glückwunschtelegramme eingegangen, u. a. von Reichsminister Rudolf Heß, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsarbeitsminister Seldte, Reichsverkehrsminister Dorpmüller, Generalinspektor Dr. Todt, Korpsführer Hühnlein und vielen anderen. Polnischer Stratosphärenballon vor dem Start explodiert. Der in dem polnischen Höhenkurort Zakopane am Fuße der hohen Tatra geplante Aufstieg des pol- Berlin, 13. Okt. (DNB.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung zählte Ende September 20 850 000 beschäftigte Arbeiter und Angestellte einschließlich Kranke, das sind rund 1,2 Millionen Beschäftigte mehr als im September 1937. Die besonderen Ereignisse im September machen sich in einer Anspannung des Arbeitseinsatzes geltend. Die dadurch hervorgerufenen großen Veränderungen in der Beschäftigung konnten nur 3- T. durch Ersatzkräfte ausgeglichen werden. Don den bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen wurden weitere 23000 in Arbeit gebracht. Bei ihnen handelt es sich allerdings um Arbeitskräfte mit geringerer Leistungsfähigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen sank auf 156 000, das ist eine bishernoch nicht erreichte niedrige Zahl. Darunter sind noch 12000 volleinsatzfähige Kräfte, die nur aanz vorübergehend infolge Wechsels der Arbeitsstelle arbeitslos sind. Zahlreiche sudetendeutsche Flüchtlinge fanden im Reich Beschäftiguna. Ferner konnten Ersatzkräfte aus den Kreisen herangezogen werden, die bisher nicht oder nicht mehr als Arbeiter oder Angestellte tätig waren. Die Zahl der beschäftigten Frauen hat um 25 000 zugenommen. Sie wurden eingestellt im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe sowie im Bekleidungsgewerbe. Die Metallindustrie forderte in großer Zahl Hilfskräfte an. Um sie zu stellen, mußte auch auf Personen zurückgegriffen werden, die bisher noch nicht als Arbeiter oder Angestellte tätig waren. Mit dem Beginn der Hackfruchternte steigt der Kräftebedarf in der Landwirtschaft, der z. T. durch den Einsatz von Erntehelfern gedeckt werden konnte. Seit der nischen Stratosphärenballons ist durch eine Kette widriger Umstände gescheitert. Mit der Füllung des Ballons, der in den ersten Morgenstunden des Freitags aufsteigen sollte, wurde am Donnerstag um 22 Uhr begonnen. Am Freitag, gegen 3 Uhr, mußte man sich entschließen, wegen des immer heftiger werdenden Windes den Start aufzugeben. Es wurde darauf mit der Entleerung der Ballonhülle begonnen. Dabei ereignete sich eine Explosion, und ein Teil der hülle ging in Flammen auf. Personen kamen bei dem Unglücksfall nicht zu Schaden, lieber die Ursache der Explosion besteht noch keine völlige Klarheit. Man vermutet, daß an der dem starken Wind ausgesetzten Ballonhülle Reibungselektrizität entstanden ist und dann ein Funke das Füllgas zur Explosion brachte. Die Beschädigung der Ballonhülle macht umfangreiche Ausbesserungsarbeiten notwendig, so daß mit einem neuen Aufstieg des Ballons in diesem Herbst kaum mehr zu rechnen sein dürfte. Eingliederung ins Reich ist die Arbeitslosigkeit in der O st m a r k, die im März 1938 rund 600 000 betragen hatte, a u f ein Sech st el gesunken. Der Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung veranschaulicht in geradezu drastischer Welse die Tatsache, in wie hohem Maße die frühere Arbeitslosigkeit in das Gegenteil, in empfindlichen Mangel an Arbeitskräften, umgeschlagen ist, nicht zuletzt illustriert das die Tatsache, daß man zu den bereits werktätigen Frauen noch weitere 25 000 hinzuziehen mußte. Zum Vergleich erinnern wir daran, daß gegenüber den heutigen 21 Millionen Beschäftigten im Oktober 1932, also vor sechs Jahren, im tiefsten Stand des deutschen Wirtschaftsrückganges, 11,5 Millionen Beschäftigte bei 6 Millionen Arbeitslosen gewählt wurden. Aus diesen Zahlen folgt also, daß heute nicht nur all^ echten Arbeitslosen wieder in das Erwerbsleben zurückgeführt werden konnten, sondern daß auch so gut wie sämtliche A r b e i t s r e s e r v e n eingesetzt sind. Diese Tatsache kann man aber nur dann richtig würdigen, wenn man bedenkt, daß ja seit 1933 die Bevölkerungszahl merklich gestiegen und außerdem noch das Saargebiet hinzugekommen ist. Es ergibt sich also gegenüber den beiden obengenannten Zahlen von 11,5 und 6 Millionen eine zusätzliche Arbeitskapazität von 3,5 Millionen. — Die Ueber- führung einer vollen halben Million Arbeitsloser in die Reihen der Erwerbstätigen im Lande Oesterreich binnen eines halben Jahres besagt für die dortige Aufbauarbeit unter dem Nationalsozialismus genug. 10 lote, 19 Schwerverletzte bei einem Lastautounglück. In der Ortschaft Felsenberg (Niederdonau) ereignete sich ein schweres Autounglück, das zehn Todesopfer gefordert hat und durch die unverantwortliche Sorglosigkeit des Lenkers und Besitzers des Kraftwagens verursacht worden ist. Ein mit 29 Personen voll besetzter Lastkraftwagen eines Autounternehmers aus Neu-Dietmann fuhr auf der Straße von Edelbach nach Neu-Pölla mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometer in die Ortschaft Felsenberg ein. Infolge Verfallens der in schlechtem Zustande befindlichen Bremsen raste der Wagen, dessen Geschwindigkeit sich infolge des Gefälles noch steigerte, in einer Kurve gegen eine Gartenmauer und kippte schließlich um. Mmtliche Insassen wurden dabei mit voller Wucht g^en das an der Straße gelegene Haus geschleudert. Zehn von ihnen erlagen in kurzer Zeit ihren Wunden. Die übrigen haben alle schwere Verletzungen davongetragen. Fünfzehn riesige Benzinbehäller fliegen in die Luft. Ein Explosionsunglück ereignete sich in Linden im Staate New Jersey, wo 15 riesige Benzinbehälter mit einem Inhalt von über 2 7 Millionen Liter Benzin in die Luft flogen. Die Ursache ist noch unbekannt. Die Feuerwehr ist machtlos gegen das riesige Feuer. Die Flammen schlagen bis zu 100 Meter in d^ Luft, und die Hitze ist so stark, daß ein mehrer« Quadratkilometer großes Gelände geräumt werd-m mußte. Da in der Nähe des Brandherdes noch weitere Benzinbehälter stehen, beschränkt sich die Feuerwehr darauf, diese vor einem Uebergreifen des Feuers zu schützen. Der Sachschaden beläuft sich nach den vorläufigen Schätzungen auf über eine Million Dollar. Aulobus verunglückt. — 3 Tote, 18 Verletzte. Vor Metzdorf kam ein mit Arbeitern besetzter Autobus so dicht an die Straßenkante, daß er abrutschte und die etwa 15 Meter hohe Böschung hinab auf das Bahngleis der Strecke Bitburg—Igel stürzte. Bei dem Unglück sind drei lots, sechs Schwerverletzte und zwölf Leichtverletzte zu beklagen. Zahlreiche Opfer der Waldbrände in USA. Entlang der Grenze zwischen Minnesota und Ontario (USA.) wüten noch immer große Waldbrände, die sich immer mehr ausdehnen. Bisher sind 17 Personen ein Opfer der Flammen geworden. Aus Dancetownship (Ontario) wird berichtet, daß man dort allein über 30 Personen in den in Flammen stehenden Wäldern vermisse. Der Schaden, vor allem an der Ernte, ist riesia. Zahllose Häuser, Schulen usw. fielen dem Riesenfeuer zum Opfer. Vorzeitfunde in der Zuiderfee. Beim Sandbaggern südöstlich von Schokland für den Deichbau des werdenden Nord-Ost-Polders sind in den letzten Monaten interessante Funde gemacht worden. Schokland ist eine in den letzten Jahrzehnten unbewohnte Insel in der Zuiderfee. Dort fand man im Boden den Schädel eines wollhaarigen Nashorns, einen Stoßzahn, einen Backenzahn und eine Rippe von einem Mammut, den Schädel.eines Riesenhirsches, das Geweih eines Edelhirsches, den halben Kiefer eines Wildschweines, Knochen von Rindern und Pferden. Die Funde stammen aus der sogenannten holozänen Zeit und sind rund 25 000 Jahre alt. Neuer Erfolg deutscher Bergsteiger. Die Erfolge deutscher und italienischer Bergsteiger in diesem Sommer, die durch die Bezwingung der Eiger-Nordwand und des Nordpfeilers des Hauptgipfels des Grandes Jorasses bekanntaeworden sind, werden mit der ersten Durchkletterung Der Nordwand des 3871 Meter hohen Montblanc de Chei- 1 o n (Wallis) ergänzt, die 800 Meter hoch, aus Eis und senkrechtem Fels gebildet, aufragt. In aller Stille hatten Ludwig S t e i n a u e r (München) und Wolfgang G o r t e r (Bad Tölz) die Unternehmung vorbereitet. Bei der Durchführung überraschte die Berg- [iiiiiüüiüiiiiüil Mantelstoffe wie sie sein sollen, modern, schön, preiswert und von guter Qualität finden Sie bei uns in großer Auswahl. Aus der Fülle unserer Mantelstoffe seien erwähnt: Kamelhaarflausch , Velour-Diagonal engl. gemusterte Stoffe aparte Mantelschotten Marengo für den prakt. 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Es wurde dort ein großer Parkplatz, der auch als Aufmarschplatz benutzt werden kann, geschaffen. In nächster Zeit soll der Bergfried 16 Meter in die Höhe geführt werden. Damit dürfte der Ausbau der Jugendburg Stahleck beendet sein. 150 Jahre hn Dienste der Gehörlosen und Taubstummen. Die Staatliche Gehörlosenschule und Aus- bildungsanstalt für Taubstummenleh- r e r und Lehrerinnen in Berlin-Neukölln begeht in diesen Tagen die Feier chres 150jährigen Bestehens Sie ist die älteste Anstalt Preußens. In ihr haben etwa 2000 taubstumme Kinder und rund 600 Taubstummenlehrer ihre Ausbildung erhalten. Mit der Feier wird eine Arbeitstagung der Taubstummenlehrer verbunden, zu der neben rund 300 Taubstummenlehrern aus dem Reich Vertreter aus 12 Ländern gemeldet sind. In einer fachkundlichen Ausstellung wird ein Bild von der Arbeit und den Leistungen der deutschen Gehörlosenschule und dem Schaffen und Streben der gehörlosen Volksgenossen gegeben. Der Verein gehörloser bildender Künstler Deutschlands veranstaltet zu gleicher Zeit in der Staatlichen Gehörlosenschule eine Kunstausstellung. Der Wett nördlichstes Hotel eröffnet. Das erste Nordpolhotel ist dieser Tage in Kingsbay aus Spitzbergen eröffnet worden. Es ist das am nördlichsten gelegene Hotel der Welt überhaupt. Das Interesse für Spitzbergen steigt von Jahr zu Jahr. Bisher konnten die Besucher nur auf Schiffen, die in einer geschützten Bucht vor Anker gingen, untergebracht werden. Das neue Hotel in Kingsbay bietet Raum für 12 Gäste und hat modern eingerichtete Zimmer. Die Umgebung ist ein Dorado für alle Touristen. Es ist Gelegenheit zum Klettern, zum Fischen, zum Seehundfang und zur Entenjagd. Motorboote führen die Besucher zu den Eisfeldern und Eisbergen. Mit dem neuen Hotel ist auch den Wissenschaftlern ein großer Dienst erwiesen worden, die Jahr für Jahr zu Studienzwecken Spitzbergen besuchen. Gemeingefährlicher Betrüger unschädlich gemacht. Vor einigen Tagen ging durch die Presse die Warnung vor einem Betrüger, der es in der Hauptsache auf Aerzte abgesehen' hatte. Jetzt kommt aus Hannover die Nachricht^ daß es der dortigen Polizei gelungen ist, den Betrüger, einen gewissen Hans Reinhard, in dem Augenblick auf dem Flugplatz festzunehmen, als er einem Verkehrsflugzeug entstieg. Dieser Betrüger hat in zahlreichen deutschen Großstädten annähernd 150 Aerzte geschädigt. Der Bursche rief in Wohnungen und Sprechzimmern von abwesenden Aerzten an und teilte mit, daß der betreffende Arzt ein Instrument oder einen teuren Apparat bestellt habe; ein Bote werde bald erscheinen und die.von dem Arzt zugesicherte Anzahlung in Empfang nehmen. Dieser „Bote" war Reinhard gewöhnlich selbst ober ein von ihm Beauftragter. Manchmal gab sich der Betrüger auch als Hausmeister der Aerztekammer aus, wo angeblich die bestellten Instrumente abgegeben sein sollten. Leider ist dem raffinierten Burschen der Trick oft gelungen. Obwohl dem vielfach vorbestraften Verbrecher erhebliche Summen in die Hände gefallen waren, hatte er bei seiner Festnahme nur noch wenig Bargeld bei sich. Die erschwindelten Gelder hatte er mit seinen Freundinnen bereits durchgebracht. Kleine politische Nachrichten. Am 15. Oktober jährt sich zum fünften Male der Gründungslag des Reichsbundes der deutschen Beamten. In dieser Einheitsorgani- sation, die vom Hauptamt für Beamte der Reichsleitung der NSDAP, geführt wird, schlossen sich auf den Ruf des Reichsbeamtenführers Hermann Neef im Jahre 1933 die deutschen Beamten zusmn- men. heute umfaßt der RDB. nach Eingliederung auch der saarländischen und ostmärkischen Beamten 1,4 Millionen Mitglieder und damit rund 98 v. h. aller deutschen Beamten.« Der Chef der polnischen Wehrmacht, Marschall Rydz-Smigly, weilte im Olsagebiet. Er besichtigte Jndustriewerke in Karwin und Trinietz und nahm die tschechischen Befestigungslinen entlang der Grenze in Augenschein. Don Teschen fuhr er nach Warschau zurück. Wetterbericht Dem sich von Spanien her über das Alpengebiet ostwärts erstreckenden hochdruckrücken stcht außerordentlich lebhafte, über Skandinavien hinwegfegende Wirbeltätigkeit gegenüber. Letztere macht sich vor allen Dingen in den norddeutschen Gebieten stark bemerkbar, flaut nach Süden hin aber ab. Unser Gebiet bildet den Uebergang zwischen beiden Einflüssen, doch macht sich zur Zeit die nordeuropäische Wirbeltätigkeit etwas stärker be- merkbar. Starker Druckanstieg läßt jedoch eine Kräftigung und Erweiterung des Hochdruckgebietes und damit Wetterbesserung erwarten. VorhersagefürSamstag: Morgens vielfach dunstig, sonst häufig aufheiternd und meist trocken. Abflauende westliche Winde, leichte Abkühlung. Lufttemperaturen am 13. Oktober: mittags 14,5 Grad Celsius, abends 12,3 Grad; am 14. Oktober: morgens 12,1 Grad. Maximum 15,1 Grad, Minimum heute nacht 11,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 13. Oktober: abends 11,8 Grad; am 14. Oktober: morgens 11,4 Grad. — Sonnenscheindauer 1 Stunde. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: EmstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom l.,September 1937 gültig im 73. Lebensjahr. Gießen, Wuppertal-Elberfeld, Friedrichshafen, den 14. Oktober 1938. 04644 gegeben werden. 6568 D Heute | Samstao ] Gießen (Liebigstraße 47), den 12. Oktober 1938. nehmen zu wollen. 6555V Bauschutt JÄ. // Sl llffl jBaldrian-Perle n Pelz-Reparaturen kann laufend abgeladen werden auf Fabrikgrundstück: Zu haben: DletL-Drogerie H. E ges, Sandkautevtves 15 Seltersweg 68 a. esoiV 6550 A GEBR. IM HEUS ER am Markt Das Fachgeschäft für Damen- und Mädchenkleidung / Hüte Stadttheater RuhigenSch/af mit Auf Wunsch unserer lieben Verstorbenen findet die Beisetzung in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand 20—23 Uhr: Der süßeste Schwindel der Welt Lustsp. - Optte. von R. Stolz. Preise: [e«oD RM. 0.90—3.50 Die Beerdigung findet Montag, den 17. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 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Wahrend bie Wagen entleert werden, das Weh in die Ställe kommt fprmgen d,e Buben noch für kurze Zeit auf die Gaffe, Sie kommen ia in diesen Tagen so wenig zu ihrem Spiel, Aber jetzt, im Zwielicht, gibt es allerhand zu tun. Sie haben sich schon bei Gelegenheit eine schöne, runde, rotschimmernde Runkelrübe ausgesucht und zurückgelegt Nun holt einer sein Taschenmesser heraus (welcher Bube hat es nicht?) und fängt an, die Dickwurz auszuhöhlen. Zuerst wird vorsichtig ein Deckel abgeschnitten. Sachverständige Blicke und Ratschläge der anderen helfen. Es dauert immerhin einige Zeit, bis die Rübe so dünnwandig hergestellt ist, wie sie die Buben brauchen. Dann kommt der Hauptkünstler dran. Er schneidet die Augen, die Nase und den Mund. Das muß allerdings verstanden sein. Das kann nicht jeder. Das bestimmte Verhältnis, die Größe usw., alles das muß genau gewahrt werden, damit ein richtiges „Gesicht" zustandekommt. Gar oft schneidet das Messer zu tief, und das ganze Gebilde fliegt in die Ecke. Aberschnell ist eine neue Rübe zur Stelle. Endlich ist es soweit. Fachmännisch wird die hohle Dickwurz begutachtet, sie geht von Hand zu Hand. Dann wird sie auf eine Stange gesetzt, eine Kerze wird entzündet und hineingestellt, der Deckel kommt drauf. Run leuchtet der „Kopf" glutrot. Fertig! In irgendeiner Ecke haben die Buben ihr „Gespenst" fertiggemacht. Die kleinen Kinder dursten nicht zusehen. Inzwischen ist es fast dunkel geworden. Die Straßen sind leer, die großen Leute sind im Diehstall. Die Kinder sitzen in der Stube. Das ist die rechte Zeit für den „Dickwurzmann". Leise schleichen sich die Buben von Haus zu Haus, und plötzlich erscheint am Fenster das rotglühende Gesicht des „Gespenstes". Die dichten Vorhänge sind noch nicht herabgelassen. Mit schrägstehenden Augen, mit der hohlen Rase und dem allzu großen Munde grinst der „Dickwurzmann" aus der Dunkelheit zum Fenster herein. Da läuft selbst den Großen eine Gänsehaut über den Rücken. Die kleinen Kinder fangen an zu schreien. Sitzen aber Kameraden im Zimmer, die etwas von der Sache wissen, dann reißen sie das Fenster auf und versuchen, den „Dickwurzmann" zu fassen. Aber das gelingt selten. So schleichen die Buben von Haus zu Haus und beleuchten die Fenster. Erstaunen, Schreckensrufe von innen, Schreien der Kinder ... Wenn die Buben das hören, dann find sie zufrieden, dann hat der „Dickwurzmann" feinen Dienst getan. Und weiter geht es, während die volle Dunkelheit hereinbricht ... Und doch ist die Hauptblütezeit der „Gespenster" vorbei. Das war vor 40 und 50 Jahren ganz anders. Da hatten wir noch kein elektrisches Licht, da gab es nur selten Vorhänge in den Bauernstuben. Mit dem Petroleum mußte gespart werden. In der Dämmerung saß man fast immer ohne Licht im Zimmer. Die Kinder spielten vielleicht noch, vielleicht erzählte auch die Großmutter eine schöne Geschichte, während draußen der Herbststurm an den Läden rüttelte. Im Ofen brannte das Feuer ... Dann erschien plötzlich das Gesicht des „Gespenstes". Da konnte man die Schreckensrufe der Kinder hören, wie sie sich zusammenscharten um die Großmutter! Im sicheren Schutz der warmen Stube schauten alle mit großen Augen nach dem glutroten Gesicht. Wie klopften da die kleinen Herzen! Wie gruselig war das! Und doch wie schön! Berubigend sagte die Großmutter: „Das ist ja nur ein ,Dickwurzmann' ..." , Lang, lang ist's her. Aber heute noch freuen wir uns, wenn wir die Buben so durcb die dunklen Dorfgassen mit ihrem roten „Gespenst" ziehen sehen. H. Oie neue Bahnhofskaffe in Gießen. Der seit der Machtübernahme von Jahr zu Jahr stärker gewordene Gepäck- und Expreßgutverkehr macht es notwendig, die Räume der Gepäck- und Expreßgutabfertigung im Bahnhof Gießen erneut zu vergrößern. Wie vielen Lesern noch bekannt sein wird, befand sich die Gepäckabfertigung früher in der Empfangshalle an der Stelle, wo sich heute die Bahnsteigsperren befinden. Die Reisenden konnten damals zwar durch mehrere Bahnsteigsperren gehen, der Gesamtverkehr von und zu den Bahnsteigen 1, 2 und 3 mußte aber durch eine einzige Tür, die zum Bahnsteig 1 führte, geleitet werden. Auch war das Betreten der Bahnhofsgaststätten nur möglich, wenn der Besucher eine Bahnsteigkarte löste. Der Gepäck- und Exprehgutlagerraum selbst war klein und genügte nicht mehr den Anforderungen. Deshalb entschloß sich die Reichsbahn damals, die in verschiedener Hinsicht unzulänglichen Verhältnisse zu beseitigen und durch Verlegung der Bähnhofskasse in ihre jetzigen Räume Platz zu schaffen für die notwendig und dringlich gewordene Verlegung der Gepäck- und Expreßgutabfertigung. Inzwischen hat der seit 1933 stärker gewordene Gepäck- und Expreßgutverkehr, bedingt durch den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung, die Durchführung des Vierjahresplanes, die Vergrößerung der Einwohnerzahl Gießens und den Militärverkehr eine weitere Vergrößerung der Gepäck- und Expreßgutabfertigung erforderlich gemacht. Platz war nur durch Verlegung der Bahnhofskasse aus ihren jetzigen Räumen zu schaffen. Deshalb hat sich die Reichsbahn entschlossen, für die Bahnhofskasse neue Räume durch Anbau an ein der Reichsbahn gehöriges Gebäude in der Frankfurter Straße,' in dem die Bahnmeistereien untergebracht sind, zu gewinnen. Dieser Anbau ist nunmehr fertiggestellt und fügt sich architektonisch gut in das Straßenbild. So schmuck, wie sich der neue An- und Gesamtbau des Dienstgebäudes nach außen präsentiert, so geschmackvoll und neuzeitlich wird sich auch die Inneneinrichtung der Bahnhofskasse dem Auge des Besuchers zeigen. Es ist das Verdienst des Vorstandes des Reichsbahn-Verkehrsamts Gießen, Reichsbahn-Oberrat N i e r m a n n , dafür gesorgt zu haben, daß eine nach neuzeitlichen Gesichtspunkten errichtete Bahnhofskasse in Kürze chrer Bestimmung übergeben wird. Gießen hat die zweitgrößte Vahnhofskasse im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt (21L). Sie wird an Geschäftsumfang nur von der Bahnhofskasse Frankfurt (211.) Hauptbf. übertroffen. Die Bahnhofskasse Gießen betreut in geldlicher Hinsicht 850 aktive Beamte, 600 Ruhegehaltsempfänger, 250 Hinterbliebene von Beamten, 550 Rentenempfänger, ferner erhalten rund 1500 Arbeiter ihre Löhne durch diese Kasse. Daneben hat sie Zahlungen an Dritte zu leisten, die Lieferungen oder Arbeiten für die Reichsbahn ausgeführt haben. Weiterhin hat die Bahnhofskasse^die Mieten für die zahlreichen bahneigenen Mietwohnungen, Lagerplätze und Gleisanschlüsse, sowie für das von den Wohnungsinhabern usw. zu zahlende Entgelt für die Entnahme von Strom, Wasser usw. einzuziehen. Die Gepäck- und Expreßgutabfertigung Gießen ist ebenfalls die zweitgrößte Verkehrs- dienststelle dieser Art im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt (21L). Jährlich werden 24 000 Gepäck- und 131000 Exprehgutsendungen im Ortsverkehr behandelt. Dazu kommen noch 148 000 Gepäck- und über eine Halbe Million Expreßgutsendungen, die hier urn- gelaöen werden müssen, denn Gießen als wichtiger Eisenbahnknotenpunkt ist Umladestelle für die Hauptstrecken Frankfurt und Kassel nach den Ober- hessischen Bahnlinien, der Lahn- und Siegstrecke, sowie dem Ruhrgebiet und umgekehrt. Die Zahl der täglich ladedienstlich zu behandelnden Reisezüge ist in diesem Jahr auf 218 gestiegen. Der Dienst ruht hier nie; es wird Tag und Nacht, sowie Sonn- und Feiertags gearbeitet, deshalb kann auch Gepäck und Expreßgut zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Beförderung übernommen und aus- geliefert werden. In den Spitzenverkehrszeiten an Ostern, Pfingsten und Weihnachten reicht der jetzige Lagerraum nicht aus. Deshalb mußte ein Teil der eingetroffenen Expreßgüter, und zwar die von dem bahn- amtlichen Rollfuhrmann abzufahrenden, zum Ell- gutschuppen gefahren und dort bis zur Abfuhr gestapelt werden. Dies konnte nur ein vorübergehender Behelf fein, denn der Eilgutschuppen wird für die Lagerung der (Eilgüter und zur Stapelung der Wagendecken, die leihweise an die Verfrachter abgegeben werden, dringend benötigt. Die Eilgutabfertigung Gießen ist Deckenoorratsstelle und verfügt über einen Bestand von 140 Wagen- decken. Wegen Platzmangels im Gepäcklagerraum mußten auch die Fahrräder der auf Zeitkarten fahrenden Reisenden seither im Eilgutschuppen aufbewahrt werden. Diese verbilligte Fahrrad auf bewah- rung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Zur Zeit werden über 100 Fahrräder zu diesem Sondertarif aufbewahrt. Die Herausnahme der Fahrräder aus dem Eilgutfchuppen 'ist äußerst dringlich. Dies kann aber nur geschehen, wenn der Gepäcklagerraum vergrößert wird. Durch das Freiwerden der jetzigen Räume der Vahnhofskasse, die an die Gepäckabfertigung grenzt, und durch einen weiteren Umbau der jetzigen Anlagen, insbesondere auch des . eigentlichen Abferkigungsbüros, das an eine andere Stelle verlegt wird, hofft man so viel Platz zu gewinnen, daß den gestiegenen Anforderungen des Verkehrs auch in räumlicher Hinsicht voll entsprochen werden kann. Es wird dann möglich sein, wieder sämtliche Fahrräder bei der Gepäckabfertigung aufzubewah- ren, was von den Fahrradeigentümern sicher begrüßt wird, da sie den Weg von und zur Eilgutabfertigung ersparen. Nach dem Wegzug der Bahnhofskasse aus dem Bahnhofsgebäude wird vorerst dafür gesorgt werden, daß die Fahrräder in diesen Räumen aufbewahrt werden können. Vornoiizen Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der süßeste Schwindel der Welt". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ich liebe dich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Spieler". Wiederholung: „Der süßeste Schwindel der Welt." Heute abend Wiederholung von „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspieloperette in drei -Akten von Rudolf Weys, Musik von Robert Stolz. Spielleitung: Gert Buchheim, musikalische Leitung: Joachim Popelka. Tänze: Thea Maaß. Die Vorstellung findet als 3. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. BOM.-Untergau 116 Gießen. Velr.: Wochenendschulung am 16.10. Am 16.10. findet in folgenden Orten die erste Wochenendschulung statt: Gießen (Antreten 8 Uhr Ludwigsplatz oder 8.15 Uhr Studentenheim), Leihgestern, Grünberg, Hungen, Allendors a. d. Lda., Friedberg, Griedel, Größ^Karben (jeweils in den Heimen). Die vorgesehenen Schulungen in Butzbach und Langsdorf werden hiermit nach Griedel und Hungen verlegt. Jede Führerin begibt sich zu dem Schulungsort, der ihrem Wohnort am nächsten liegt. Mitzubringen sind: Dienstbücher der Einheit, Schreibzeug, Verpflegung, Liederbuch. Beginn der Schulung 8.15 Uhr, Ende gegen 17 Uhr. Befr.: Ueberroeifung in die NSF. Alle gemeldeten Mädel zur Ueberroeifung in die NSF. treten am Sonntag, 16.10., in Kluft zur Ueberroeisungsfeier um 19.45 Uhr am Br and platz (Rotes Kreuz) an. Die Mädel des Kreises Friedberg werden um 15 Uhr in Friedberg (Burg) übernommen. Ein guter Bekannter — die Gammelbückse. NSG. Lange Monate haben die Sammelbüchsen des WHW. an ihren AufbewahruNgsplätzen sozusagen ihren „Sommerschlaf" gehalten. Am Samstag und Sonntag treten sie nun zum ersten Male in diesem Winter wieder in Tätigkeit. Welche Erinnerungen mögen an jeder einzelnen Sammelbüchse hangen, die schon so manche Winterschlacht gegen Not und Elend mitgemacht hat. Welch' hohes Lied vom Einsatz des ganzen deutschen Volkes könnten sie singen, die so manchen Groschen zum stolzen Ergebnis der bisherigen Wknterhilfswerke zusammentragen halfen. Mit der ersten Straßensammlung erhalten wir in diesem Jahre wieder die im letzten Winter so sehr begehrten kleinen Bilderbücher, die in ihrer netten Zusammenstellung viel Freude machen. Die kleine Bilderbibliothek wird also fortgesetzt. Zu den 20 Millionen Büchlein des letzten Jahres sind diesmal noch 5,1 Millionen mehr hinzugekommen, damit sich unsere Brüder und Schwestern in den Ostmarkgauen ebenfalls ihren Anteil sichern können. Insgesamt 25,1 Millionen Bilderbücher warfen am Samstag und Sonntag darauf, gekauft zu werden. Im vorigen Jahre zeigten sie uns den Führer und die Bewegung, den Führer bei der Wehrmacht, bei seiner Jugend und seinen Arbeitern, sowie den Führer in den Bergen. In diesem Jahre führen uns die Büchlein in die Heimat des Führers, sie zeigen uns den Führer und Mussolini, den Führer bei seinen Bauten, dem WHW. und seinem Volk. Wenn wir diese Utiec £cdix täglich 6ci dec 4fand9 hat SduJuueek 6lank und elegant! QUALITÄTS.ERZEUGNIS DER SIDOL.WERKE neuen entzückenden Büchlein in Händen haben, werden wir uns gern nochmals die vo mletzten Jahre hervorholen und Bild für Bild die große Zeit und den überwältigenden Aufbau nacherleben. • 25,1 Millionen Büchlein warten auf ihren Käufer — warten auf jeden von uns. Und zum ersten Male in diesem Winter wird die längst vertraute Sammelbüchse wieder ihr „Danke" klappern. Treudienst-Ehrenzeichen für Reichsbahnbeamte. In einer schlichten, eindrucksvollen Feier wurde den nachstehend genannten Beamten des Bahnhofs Gießen das Treudienstehrenzeichen in Gold für vierzigjährige Dienstzeit ausgehändigt: Reichsbahn- Oberinspektor Karl Luh, Reichsbahn-Obersekretär „Oer Spieler." Lichtspielhaus. Was sonst meist nur als Zwischenspiel, als Episode und stimmunggebende Kulisse in andern Zusammenhängen im Film zu erscheinen pflegt — die Arena der rollenden Glückskugel, die Spielsale der eleganten Kurorte, wo die große Welt ihr Geld viel seltener gewinnt als verliert, — das ist hier nicht Beiwerk und Intermezzo, sondern Kernstück und Zentralmotiv einer Handlung, die von D o st o - jeroskis berühmter Erzählung ihre Anregung empfing. Daß es sich in diesem Umkreise keineswegs ausschließlich um gute Gesellschaft, um die sogenannte große Welt handelt, sondern ebenso oft auch um die halbe, um Abenteurer, Glücksritter und Hochstapler, bedarf • ebensowenig der Hervorhebung wie der Umstand, daß die Fabel, aus dem unerschöpflichen Menschenrefervoir des russischen Romanciers gespeist, einen gewaltigen Auftrieb erhält: nicht nur was Handlung, Spannung und äußeren Szenenreichtum betrifft, sondern auch im Hinblick auf die seelische Durchdringung und die menschlichen Hintergründe, die da, in einer manchmal erschreckend vollkommenen Demaskierung, offenbar werden, wo sonst die Kamera allermeist nur die Oberfläche abtastet und selten mehr als Bild- und Stimmungs- werte zu erzielen sucht. Hier erlebt man einmal die ganze abgründige Dämonie der rollenden Kugel, einen gespenstigen Totentanz um Liebe und Geld, ein Panorama der enthüllten Seelen, eine Bildergalerie von verzweifelten, hoffenden, hassenden, liebenden und sich gegenseitig bis aufs Blut auälenden Geschöpfen, die von der Spielleidenschaft völlig verwirrt und ganz verdorben sind. Es ist fast aussichtslos, den Gang der Handlung nacherzählen zu wollen, die sich, nach langsamem Auftakt, schnell steigert, überschneidet und mehrfachen Katastrophen entgegensteuert. Man spürt durch die Bilder des Films hindurch die Figurenfülle und Handlungsdichte der Erzählung, die schonungslos ist in der Entlarvung der Charaktere und Leidenschaften; man denke nur beispielsweise an die Gestalt des pensionierten kaiserlich russischen Generals und vormaligen Gouverneurs von Tula, der ein Vermögen verspielt hat und nun von Tag zu Tag auf den Tod seiner Schwiegermutter lauert, um sie zu beerben und mit der Erbschaft eine Schuldenlast abzudecken, die ihn samt seiner Tochter Nina zu vernichten droht; im kritischsten Augenblick, als ihm das Wasser sozusagen schon am Halse steht, empfängt er ein Telegramm aus der russischen Heimat: Babuschka, Schwiegermama, habe nun endlich die große Reise angetreten ... er ist entzückt über die Nachricht, deren Wortlaut er für eine zartfühlende Umschreibung hält, und steht fassungslos, als die Totgeglaubte, zwar gelähmt im Rollstuhl, sonst aber beneidenswert frisch und lebendig im Zimmer auftaucht: es war keine Umschreibung, sondern Babuschka hat wahrhaftig eine sehr weite, aber ganz irdische Reise angetreten, nicht etwa, um dem Schwiegersohn, Seiner Exzellenz, Geld zu bringen, sondern um alsbald ebenfalls der Spielleidenschaft zu verfallen und ihr ganzes, beträchtliches Vermögen einzubüßen, das der General zu erben hoffte ... * Dem Regisseur Gerhard Lamprecht ist es gelungen, die filmisch nicht unergiebige Atmosphäre des eleganten Kurortes und der Spielsäle mit einer zwingenden Realität lebendig werden zu lassen und überdies, im Sinne Dostojewskis, nicht bloß ein Figuren-Schema in diese Kulisse hineinzustellen, sondern unter die glänzende Oberfläche zu bringen und wirkliche Charaktere zu zeigen. Der menschliche Reichtum der Vorlage spiegelt sich auch in der sorgfältig gewählten, differenzierten Besetzung. Staatsschauspieler Eugen Klöpfer macht aus dem General eine ungemein belebte Gestalt, er gibt mit einem großangelegten Umriß das Bild eines innerlich abgleitenden, seelisch gleichsam zerbröckelnden Menschen, dessen Zusammenbruch gerade durch den Kontrast der äußeren Erscheinung Eindruck macht, der strotzende körperliche Fülle, weltmännische Haltung und der Glanz einer großen Vergangenheit nicht zu bestreiten sind. Die B a a ro v a spielt sehr fesselnd die Generalstochter Nina in ihrer hochmütigen Kühle, ihrer Angst vor der Katastrophe, ihrer schwankenden Liebe, mit einem stets wachen, aber stets beherrschten Gefühl. Hannes Stelzer war der gegebene Mann für den jungen Sekretär Alexej, dessen geöemütigter Stolz nach gewaltsamer Entladung drängt und am Ende von der Woge einer nicht mehr gehemmten und kontrollierten Leidenschaft weg'geschwemmt roirb, Ihm gegenüber der ruhige, vornehme, verläßliche Dr. Tronka: Albrecht Schoenhals, ber, wie wir hören, bemnächst persönlich bei uns in Gießen zu Gast sein wirb. Die Bleib treu gibt bie Babuschka, eine äußerst plastische, temperamentvolle Erscheinung, bereu Helle Kommandostimme mit ihrer körperlichen Hilflosigkeit ebenso kontrastiert wie mit ihrer unbeherrschten und jäh entfesselten Spielwut. Karl Martell spielt den Vincent als einen eiskalt berechnenden, skrupellosen Halsabschneider; neben ihm bie schillernbe, geschmeibig-undurchbringliche, kokotten- haste „Komtesse Blanche", ber Hübe Körber eine unheimliche Realität verleiht. — Drehbuch von Peter Hagen; Musik von Giuseppe B e c c e. — (Tobis.) V ♦ Im Beiprogramm läuft ein Kulturfilm mit Bibbern von ben Kostbarkeiten bes Bamberger Domes: ein ausgezeichnetes, mehr als ergiebiges unb bank- bares Motiv, leiber beeinträchtigt burch Lichteffekte, von benen sich bie Hersteller viel zu viel versprochen haben. Die Bamberger Architektur und Plastik bedarf keiner äußeren Hilfsmittel, um zu wirken. Zudem geht über zahlreichen, an sich großartigen Details ber Blick aufs Ganze verloren: wer ben Dom nicht gesehen hat, wirb sich nach diesem Film kaum bie rechte Vorstellung bavon machen können. Hans Thyriot. Der gut empfohlene,/Dottor". In einer heiteren unb kenntnisreichen Plauberei, bie Philipp Gottfrieb Maler über ben Moselwein im Oktoberheft von Velhagen & Klasings Monatsheften veröffentlicht, finbet sich auch eine hübsche Geschichte über ben Bernkasteler Doktor unb woher er feinen Namen trägt. Ein Trierscher Kurfürst unb Erzbischof war krank. Niemanb konnte ihm helfen, bis ber Mann mit bem Fäßchen kam, aus bem sich ber hohe Herr bie Gefunbheit trank — vom Bernkasteler Doktor. Nicht minber lehrreich ist bie anbere Geschichte vom Ritter, ber sich aus Verzweiflung über Not unb Krankheit tottrinken wollte, aber bie Ge- sunbheit gewann, weil er an ben Bernkasteler Doktor geraten war. UeberaU wohnen Tob unb Leben nahe beieinanber. Sollte es beim Wein anbers fein? Bei Taufenben hat ber Einunbzwanziger Freube geweckt unb Leben gesteigert. Aber irgenbroo hat ein wohl- habenber Winzer auf ein Faß eben fertigen Einunb- zwanzigers bie prophetischen Worte geschrieben: „Der ist mein Tob". Was übrigens ben Bernkasteler Doktor angeht, so ist fein schöner Name gewiß mehr Menschen bekannt als ber Wein selber. Jährlich etwa zehn Fuber (1 Fuber = 975 Liter) von biefer besonders gesegneten Bergnase — bas ist nicht viel. Doch ist bie Mosel ja nicht in Verlegenheit um anbere ausgezeichnete Lagen, flußabwärts bei Graach, Wehlen, Zettingen, Uerzig, Erben, Cröv, flußaufwärts bei Liefer, Brauneberg, Piesport, Drohn, Trittenheim unb anbersroo. Der Moselwein steht seit vielen Jahrzehnten hoch in ber Gunst bes Kenners, vor allem seitdem die getf ngroertige Elblingrebe durch ben Riesling ersetzt würbe. Ein wiederentdeckter Leonardo. Zur Vorbereitung ber großen Leonardo- Ausstellung, die im nächsten Jähre in Mailand statt- finden wird, wurde eine Liste von 19 Werken des Künstlers veröffentlicht, über die Berichte vorliegen, die aber heute verschollen sind. Die Hoffnung, solche noch aufzufinden unb zu ber Ausstellung zu erhalten, scheint sich in einem Fall zu erfüllen. Es wird berichtet, daß bas Bildnis von Cecilia Gallerani, das in ber Liste angeführt wirb und das von Leonardo da Vinci hn Jahre 1498 rm Auftrage von Lodovico il Moro ausgeführt wurde, sich gegenwärtig im Besitz der Familie Frisiani in Corbetta befindet, eines alten edlen Geschlechtes, das es gegen Ende des 18. Jahrhunderts von einem Geistlichen, ber lange bei ben Frisiani zu Gast war, als Geschenk erhalten hat. Das Gemälbe -mißt 56 :42 cm und stellt das Brustbild einer jungen Frau in hervorragender Ausführung dar. Eine Reihe.von Sachverständigen, die das Bild untersuchten, sind nach der rounberbaren Technik der Ansicht, daß es sich um ein echtes Werk Leonardos handelt. Ferner wird die Tatsache angeführt, daß ein zerrissenes Stück Papier, das an der Rückseite bes Werkes angebracht war, den Namen ßeonarbos trug. Die Frage rft aber, ob dieses Bild wirklich bas der Cecilia Gallerani ist, die Leonardo gemalt hat. Sie soll durch weitere Untersuchungen geklärt werden. Hochschulnachrichten. Geheimer Medizinalrat, Professor Dr. med., phil. unb med. vet. Karl Subhoff, ber ent« pflichtete Drbinarius für Geschichte ber Mebizin an der Universität Leipzig, ist im 85. Lebensjahre g e ft o r b e n. Von feinen zahlreichen Veröffentlichungen sind besonders die Paracelsus-Forschungen hervorzuheben. Dr. Karl G l e u, Dozent in der Mathematisch- naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena, wurde zum nb. ao. Professor ernannt 1932 habilitierte er sich für 6as Fach Chemie. Dr. Hans Hermann Adler, Leiter des Instituts für Zeitungswissenschaft an ber Universität Heibel- berg, hat bie Dienstbezeichnung Honorarprofessor erhalten. Dr. Abler war im Verlagswesen unb später als Schriftleiter tätig, zuletzt als Theater- unb Musikkritiker an ber „Schlesischen Zeitung", Breslau, bis ihm an ber Universität Heibelberg ein hauptamtlicher Lehrauftrag für Zeitungskunbe erteilt roi^rbe. Er würbe 1935 auch zum Direktor bes dortigen Dol« metscher-Jnstituts ernannt. Aus der engeren Heimat wurde Oie Festpreise für Winterkartoffeln fahren. Einweihung Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld (ßitoig^r! Dnefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) I. Qu. in G. Der von Ihnen mit dem Ankauf bestimmter Materialien beauftragte Arbeiter hat infoweit entgegen der ihm erteilten Vollmacht gehandelt, als er auf Ihren Nqrnen Kreditkäufe tätigte und den ihm zur Begleichung des Kaufpreises übergebenen Betrag unterschlug und für sich verbrauchte. Die Lieferfirma verlangt nunmehr mit vollem Recht den gesamten Kaufpreis von Ihnen, denn diese braucht sich in der Regel nur um die Dollmachtmäßigkeit des Geschäfts zu kümmern. Rur wenn der Bevollmächtigte das betreffende Geschäft unter offenbaren, dem anderen Teile erkennbaren Mißbrauch der Vollmacht dem Interesse des Vollmachtgebers zuwider abgeschlossen oder gar in der dem anderen Teil bewußten Absicht, den Geschäftsherrn zu schädigen, gehandelt hat, tonn der Vertretene entweder die Abmachung des Be« betrug 4,2 Millionen Tonnen im Jahre 1933 und belief sich auf 9,4 Millionen Tonnen im Jahre 1936. Im lebten Jahre ist der Schrottverbrauch noch weiter gestiegen, Durch die Rüstungsanstrengungen des Auslandes ist die Deckung unseres Schrottbedarfs durch Einfuhr immer fchwieriger geworden. Abgesehen von der Devisenersparnis, ist also die Alteisenscrmmlung auch wegen dieser Entwicklung für uns notwendig gewor- den. des Marburger Staatsarchivs. Lpd. Marburg, 13. Ott. Rach dreijähriger Bauzeit wird das im Südviertel am Adolf-Hitler« Rohstoff für die eisenerzeugende I n - d u st r i e ist. Dies gilt vor allem für die Siemens- Martin-Stahlwerke, welche für bie Stahlerzeugung auf den Schrott nicht verzichten können. Bei der Stahlgewinnung durch das Siemens-Marttn-Ver- fahren wird ungefähr 75 v. H. an Schrott benötigt. 55 v. H. unserer gesamten Stahlerzeugung bestehen aus Siemens-Martin-Stahl. Diese Zahlen geben eine Vorstellung von der Bedeutung, die gerade dem Schrott in der' deutschen Eisen- und Stahlindustrie zukommt. Durch den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland ist auch der Schrottverbrauch der deutschen eisen- erzeugenden Industrie außerordentlich gestiegen. Er Darum ergeht nochmals der Appell an die Bevölkerung, die Alteisen-Sammelaktion der SA. wirksam zu unterüfcen. Macht den Männern die Arbeit Arbeiter der Stirn und der Faust sammeln — Arbeiter der Stirn und der Faust geben zur ersten Reichsstraßensammlung am kommenden Samstag und Sonntag. Spende auch du wie das ganze Volk! Der zweite Referent der Tagung, Steueramtmann Hübner Vorstand des Finanzamts Alsfeld, sprach*über „Die Ausstellung der Steuer- karten für 1939". Er wies auf die Bedeutung der Steuerkarte hin, welche die richtige Abführung der Lohnsteuer gewährleisten soll. Deshalb sei es wichtig, daß die Steuerkarten sorgfältig und genau ausgestellt würden. Sodann erläuterte er die hauptsächlichsten Bestimmungen über die Ausschreibung der Steuerkarten für 1939 durch die Gemeinden. Es sei insbesondere zu beachten, daß die Ausstellung bis spätestens Ende Oktober erfolgt sein müsse, andernfalls die Anforderung der Bürgersteuer auf der Steuerkarte nicht möglich sei. Besonders wichtig sind die Bestimmungen über die Bescheinigung der Wehrsteuerpflicht auf der Steuerkarte 1939. Der Redner machte insbesondere noch darauf aufmerksam, daß Aenderungen auf der Steuerkarte nur aufgehoben. Rundfunkprogramm Samstag, 15. Oktober. Die Alteisen-Sammelakiion -er SA Wirtschaftlich gesehen. von denjenigen Behörden vorgenommen werden - dürfen, welche die Einttäge gemacht haben, d. h. von dem Bürgermeister oder dem Finanzamt. Unter „Mitteilungen" gaben Kreisdirektor Dr. S ch ö n h a l s und feine Sachbearbeiter verschie- bene Verfügungen und Anordnungen der Hessischen Landesregierung und des Kreisamts an die Bürgermeister bekannt. Dabei war die Mitteilung von Interesse, daß im Kreise Alsfeld die Maul- und Klauenseuche wieder zugenommen hat. Der Kreisdirektor empfahl den Bürgermeistern, alle Vorsichtsmaßnahmen gegen eine weitere Verbreitung und Verschleppung der Seuche anzuwenden. Von allgemeinem Interesse war auch die Belehrung über die neuen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetz' buches über das Rot-Testameizt nor bem Bürgermeister auf Grund des Gesetzes vom 31. «Juli 1938 über die Errichtung von Testamenten und Erb» vertrügen. Danach ist zur Aufnahme des Rot-Testa« ments jetzt der Bürgermeister und nicht mehr der Ortsgerichtsvorsteher zuständig. Verwaltungs-Inspektor D i p p e l l gab eine Darstellung der wichtigsten Bestimmungen der Verordnung über Kenn karten vom 22. Juli d. I. und machte die Bürgermeister mit diesem neuen Arbeits« gebiet der Gemeinden vertraut. Der Kreisamtsleiter des Amts für Kommunal» Politik für den politischen Kreis Alsfeld-Lauterbach, Bürgermeister Thiele (Lauterbach), gab Anweisungen hinsichtlich der Meldungen zu den Lehr- gängen der kommunalpolitischen Schule des Gaues Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. Nach Erledigung verschiedener Einzelanfragen schloß der Kreisobmann die Tagung mit dem Trett- gelöbnis an den Führer. Der Frosch bürgt seit Jahrzehnten für die Güte des- altbewährten Erdal. Achte darauf beim Einkauf von Schuhcreme, nimm £1(1(11 Georg Kühn und Reichsbahn-Sekretär Georg . Stern. ] Die Treudienftehrenzeichen wurden durch den Be- i triebsführer des Bahnhofs Gießen, Reichsbahn- । amtmann Wahl, persönlich überreicht. Dabei i wies der Betriebsführer in herzlichen Worten auf i die langjährige verdienstvolle Tätigkeit der Jubilare 1 im Eisenbahndienst hin; sie könnten auf die schmucken Ehrenzeichen in Gold sowie auf die per- sönlichen Urkunden des Führers besonders stolz jein. Der Betriebsführer gedachte dabei auch des Mannes, der es allein ermöglicht hat, daß eine solche Feier wieder stattfinden kann, und schloß die Feierstunde mit dem Gruß an den Führer und Reichskanzler. Platzkonzerte zur Sammlung der OAF. Anläßlich der ersten Reichsstraßensammlung der DAF. für das WHW. werden am 15. und 16. Oktober folgende Platzkonzerte durchgeführt: 15. Oktober in Gießen: Marktplatz, von 17 bis 18 Uhr, Musikzug der SA.-Standarte 116. 15. Oktober in Grünberg: Marktplatz, von 17 bis 18 Uhr, NSKK.-Standarten-Musikzug. 15. Oktober inButzbach : Marktplatz, von 17 bis 18 Uhr, Werkscharen-Kapelle. 15. Oktober in F r i e d b e r g : am Kriegerdenkmal, von 17 dis 18 Uhr, Musikzug der SA.-Standarte 222. 16. Oktober in Gießen: Seltersweg, von 11 bis 12 Uhr, Kreis-Musikzug der NSDAP. Wetterau. Schwurgerichtstagung in Gießen. Der Pressedezernent beim Landgericht Gießen teilt uns mit: ' Die nächste diesjährige Tagung des Schwurgerichts beim Landgericht Gießen beginnt am Montag, 17. Oktober, und steht unter dem Vorsitz von Lcindgerichtsrat Locher. Es kommen folgende Anklagen zur Verhandlung: Montag, 17. Oktober, Strafsache gegen Hermann Ditzel aus Lehrbach wegen Meineids; Dienstag, 18. Oktober, Strafsache gegen Wilhelm Stark aus Zeilbach wegen Meineids; Donnerstag, 20. Oktober, Strafsache gegen Karl Franz aus Nidda und drei andere wegen Abtreibung; Freitag, 21. Oktober, Strafsache gegen Kaspar Heß aus Weckesheim wegen Meineids; Montag, 24. Oktober, Strafsache gegen Minna Erk aus Schwickartshausen wegen Kindestötung. Einschränkung zusätzlicher Hausschlachtung von Schweinen. ZdR. Die Zeit der Hausschlachtungen steht jetzt vor der Tür. Sie find und bleiben ein altes Vorrecht der Bauern und Selbsterzeuger, die das Fleisch im eigenen Betriebe im Winter verwenden. Wenn auch an diese Kreise wegen des knappen Schweinebestandes die Aufforderung gerichtet wird, nur die wirklich für den Bettieb notwendigen Haus- fchlachtungen vorzunehmen, die übrigen Schweine Platz mit einem Kostenaufwand von 1,8 Millionen Mark errichtete Staatsarchiv am 22. Oktober feierlich seiner Bestimmung übergeben. Bei der Feier werden u. a. der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Prinz Philipp von Hessen, der preu- ßische Finanzminister Staatsminister Dr. Popitz, der Generaldirektor des Staatsarchivs Dr. Zipfel und der Präsident des Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde, Professor Dr. Stengel, Ansprachen halten. Mit der Weihe des neuen Gebäudes ist eine Archivau*sstellung verbunden. Vorgeschichtliche Funke. Lpd. Aus dem Ebsdorfer Grund, 13. Oft. Bei einer Absuchung der Kartoffeläcker nach dem Kartoffelkäfer, die Lehrer W ö l l e r aus Wittelsberg mit feinen Schulkindern oornahrn, fanden diese eine beschädigte Pfeilspitze und einen Schaber aus vorgeschichtlicher Zeit. Lehrer Möller, der u. a. die große jungsteinzeitliche bandkeramische Siedlung in Arnsbach bei Borken entdeckt hat, ist kürzlich zum Pfleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer im Bereich des Kreises Marburg ernannt worden. Kreis Wetzlar. * Dutenhofen, 13. Oktober. Die Gemeinde Dutenhofen hat jetzt den Haushaltsplan für 19 3 8 fertiggestellt. Der ordentliche Haushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 102 000 Mark, der außerordentliche Haushalt mit 8800 Mark ab. Die Grundsteuer für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen wird mit 200 v. H., die Grundsteuer für Grundstücke mit 220 v. H., die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital mit 200 v. H. und die Bürgersteuer mit 350 v. H. erhoben. Im neuen Rechnungsjahr sind u. a. für die Kanalisierung der Münchholz« hausener Straße 5000 Mark eingesetzt. 3800 Mark werden für die Einrichtung eines Brausebades im Schulgebäude bereitgestellt. Das Feuerlöschwesen wird ausgebaut; dafür steht ein Gesamtbetrag von 5400 Mark zur Verfügung. Die Errichtung einer Zisterne erfordert einen Kostenaufwand von 3500 Mark. Die Gesamtausgabe für das Straßenwesen erfordert einen Aufwand von 8600 Mark. Für das Kapitel Volksbildung, Heimat- pflege und Kirche wird mit einer Gesamtausgabe von 3275 Mark gerechnet. Die Ausgaben, die für die Wasserleitung, wie auch für die Elektrizitätsversorgung gemacht werden müssen, werden durch _ Einnahmen voll gedeckt. Die Kosten für öffentliche Fürsorge sind von 6000 auf 5000 Mark zurückgegangen. Für die Schaffung eines Sport« planes wurde ein Betrag von 2000 Mark als Rücklage eingesetzt. Die allgemeine Verwaltung erfordert einen Aufwand von 10 200 Mark, , in dem allerdings die Kosten für einen Rathausumbau in Höhe von 2000 Mark enthalten sind. Die Schulden beliefen sich, entsprechend dem Stand vom 1. April 1938, auf etwa 91 000 Mark. In den vergangenen fünf Jahren konnten 22 400 Mark Schulden abgetragen werden. Die Rücklagen betrugen zu Beginn des Rechnungsjahres 38 300 Mark. Nach dem Haushaltsplan sollen diesen Rücklagen weitere 8800 Mark zugeführt werden. Pfarrer Schick i. 5t. 75 Zahre alt * Laudach , 14. Oft. Der feit 1929 hier im Ruhestand lebende Pfarrer Schick kann am morgigen Samstag, 15. Oktober, in guter Gesundheit fein 7 5. Lebensjahr vollenden. Don 1905 bis zu seinem Uebertritt in den Ruhestand im Jahre 1929 war Pfarrer Schick evangelischer Gemeindepfarrer für die Orte Queckborn und Lauter. Vorher wirkte er in Stumpertenrod und in Burg-Gemünden. Der Jubilar hat sich in den langen Jahren seines Wirkens in den Gemeinden Queckborn und Lauter, aber auch darüber hinaus in dem Umkreise des engeren Heimatgebietes ein hohes Maß von Wertschätzung in allen Kreisen der Bevölkerung erworben. Als guter Kenner der alten Heimatgeschichte hat er durch interessante schriftstellerische Arbeiten, die u. a. aud) im „Gießener Anzeiger abgedruckt wurden, viel zur Verbreitung und Vertiefung des heimatgeschichtlichen Wissens in weiten Bevölkerungskreisen beigetragen. Der oberhessischen Landschaft brachte er als eifriger Wanderer allezeit große Liebe entgegen. Dem Jubilar, einer charaktervollen und liebenswürdigen, stets gefälligen Persönlichkeit, bringen auch wir zu seinem Geburtstage herzliche Glückwünsche dar. Preiskontrollen in Grünberg und Lich Vom Kreisamt Gießen wurden am Mittwoch und am Donnerstag in Grünberg bzw. in Lich Preiskontrollen in den Ladengeschäften durchgeführt. Im allgemeinen haben sich dabei keine Beanstandungen ergeben. Jedoch mußten in einigen Fällen die Ladeninhaber darauf hingewiefen werden, daß die Preisschilder nicht nur in dem Laden, sondern auch in den Schaufenstern angebracht ein müssen und stets die für die einzelnen Waren geltenden Preife aufzuweisen haben. Ferner ist darauf zu achten, daß z. B. auch die in den Metzgerläden im Schaufenster und auf dem Verkauf s t i f ch ausgelegten Wurftforten mit Preisschildern zu versehen sind. Diese Hinweise sind richtunggebend auch für alle anderen Gemeinden. Feuerwehrmaterial für die Bezirks-Motorspritzen. Bei dem kürzlich von uns berichteten Verkauf der Kreis-Motorspritze an die Stadt Gießen hat das Kreisamt Gießen das umfangreiche Schlauchmaterial der früheren Kreis-Motorspritze, sowie die Strahlrohre und die Verteilungsstücke in jenen Verkauf nicht mit eingeschlossen. Dieses Material wurde vielmehr zur Verbesserung der Ausrüstung der Bezirks-Motorspritzen bestimmt. Nunmehr haben die sieben Bezirks-Motorspritzen in Lollar, Großen-Buseck, Londorf, Großen-Linden, Grünberg, Lich und Hungen je 150 Meter Gummischlauch, ferner Strahlrohre und Verteilungsstücke erhalten. Damit hat die Schlagfertigkeit der Bezirks-Motorspritzen in erfreulicher Weise eine erhebliche Steigerung er» 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk- pause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland 10: Schulfunkfeierstunde: Bach-Feier. 11.45: Ruf Ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Heiterer Sang — froher Klang. 15: Der letzte lieber» lebende vom Kreuzer „Köln" erzählt. 15.30: „Frisch bläst der Wind vom Land, juchhe!" Eine Sendung der Rundfunkspielschar 8 Ffm. 16: Sing-Sang und Gel- qenklang. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Blasmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Großer Operettenabend. 22: Nachrichten. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert. $ Alsfeld, 13. Okt. Am gestrigen Mittwoch fand hier unter dem Vorsitz des Kreisobmanns, Bürgermeister Dr. V öl sing, eine Arbeitstagung der KreisabteilungAlsfelddes Deutschen Gemeindetags statt, zu der auch Kreisletter Z ü r tz erschienen war. Nahezu alle Gemeinden des Kreises Alsfeld waren durch ihre Bürgermeister vertreten. Als erster Referent sprach der Kreisgruppenführer ür den zivilen Luftschutz für den politifchen Kreis Alsfeld - Lauterbach, Stadtbauinspektor Braun (Lauterbach), über „Das Erfassungswesen i m Luftschutz". Der Vorttagende wies in seinen Ausführungen darauf hin, daß neben den zahlreichen anderen Ausgaben den Bürgermeistern in ihrer Eigenschaft als Ortspolizeiverwalter auch die Bearbeitung der Angelegenheiten des zivilen Luftschutzes obliegt. Das neue Luftschutzrecht habe den Grundsatz der Lustschutzpflicht eingeführt. Der Red- ner erläuterte sodann die hauptsächlichsten Bestimmungen über die Erfassung zum zetten Luftschutzdienst auf Grund der Durchführungsverordnung und legte dabei die Mitwirkung der Bürgermeister hinsichtlich ihrer polizeilichen Tätigkeit dar. Kreisleiter Zürtz sprach im Anschluß an diese Ausführungen über die allgemeinen Pflichten des Bürgermeisters als Orts Polizei - oerm alter und über seine Tätigkeit im zivilen Luftschutz, sowie über die Wichtigkeit des Luftschutzes auch für die Orte des flachen Landes. Es sei eine vollständig falsche Auffassung, daß mit Luftangriffen im Ernstfälle nur die größeren Städte und Industrie-Zentren zu rechnen hätten. Der Kreisleiter gab bann einen Ueberblick über die außenpolitische Lage und warnte davor, im Han blick auf die überwundene Krise im September nunmehr zu glauben, daß jede Bedrohung für Deutschland vorhei fei Dhr internationalen Kriegshetzer seien immer noch am Werk gegen Deutschland, und wir mühten immer auf der Hut sein. Wie wir aus verschiedenen Anfragen entnehmen, herrschen sowohl bei Erzeugern, als auch bei Verbrauchern noch einige Unklarheiten über die Festpreise für Winterkartoffeln. Auf Anfrage bei der zuständigen Stelle wird uns mitgeteilt, daß die Festpreise seit dem 24. September eindeutig festliegen, und sie haben seitdem keine Acnderung erfahren. Bei der Preisgestaltung wird zwischen zwei Kartoffelgruppen unterschieden: weiße, rote und blaue Kartoffeln sind im Preise etwas niedriger gehalten, als gelbe Speisekartoffeln. In Städten, Jndusttiebezirken und sonstigen Orten, in denen die Versorgung mit Speisekartoffeln nicht unmittelbar durch den Erzeuger sicher- gestellt werden kann, d. h. überall da, wo eine Wegstrecke zurückgelegt werden muß, um die Kartoffeln zum Verbraucher zu bringen, koßen weiße, rote und blaue Sorten einschließlich eines Entgeltes für den Transport vom Erzeuger zum Verbraucher — frei Keller — 2,85 Mark; für gelbe Sorten beträgt der Preis 3,15 Mark je Zentner. Diese Preise gelten insbesondere für Gießen, ferner für die Städte Bingen, Darmstadt, Mainz, Worms, Offenbach, Buchschlag und Neu-Isenburg. In allen übrigen Städten und Dörfern beträgt der Preis bei Lieferung vom Erzeuger zum Verbraucher — frei Keller — für weiße, rote und blaue Sorten 2,70 Mark, für gelbe Sorten 3 Mark je Zentner. , . Für den Fall, daß der Verbraucher seine Kartoffeln selbst beim Bauern, also beim Erzeuger ab» holt, beträgt der Preis je Zentner für weiße, blaue und rote Sorten 2,35 Mark, für gelbe Sorten 2,65 Mark. Werden die Kartoffeln vom Händler bezogen, so beläuft sich, ebenfalls frei Keller, der Preis für weiße, rote und blaue Sorten auf 3,15 Mark, für gelbe Sorten auf 3,45 Mark je Zentner. Bei der Abgabe von Kartoffeln aus der Verkaufsstelle des Kleinhändlers können für je 10 Pfund 37 bis 40 Pf. verlangt werden. aber restlos den Märkten zuzuführen, so können vorläufig Genehmigungen zusätzlicher Hausschlachtungen durch Privatpersonen, die die Schweine nicht selbst gezogen haben, also kaufen müssen, nicht erteilt werden.. Es ist also zwecklos, jetzt schon Anträge auf Hausschlachtungen an die Sachbearbeiter und Außenstellen des Viehwirtschaftsverbandes einzureichen, da solche Anträge abgelehnt werden müssen. Die Verbraucher haben zudem Gelegenheit, überall ihren Fleischbedarf beim Fleischer einzukaufen. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der H. P. aus Frankfurt a.M. vor der Großen Strafkammer wegen Unterschlagung zu verantworten. Der Angeklagte war an den Unregelmäßigkeiten in der Viehverwertungsgenossenschaft Hungen, die schon einmal die Große Strafkammer beschäftigt hatten, maßgebend beteiligt. Der Geschäftsführer der Genossenschaft wurde vor einiger Zeit in der gleichen Angelegenheit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Das Verfahren gegen den jetzigen Angeklagten mußte seinerzeit abge- trennt werden, da er infolge eines Unfalls nicht zur Hauptverhandlung erscheinen konnte. Der Angeklagte hatte in acht Fällen Gelder, die er aus Verkäufen von Schlacht- und Zuchtvieh für die Genossenschaft vereinnahmt hatte, nicht abgeführt, sondern in seine Tasche gesteckt und so die Genossen- jchaft um rund 2300 Mark geschädigt. In der gestrigen Hauptverhandlung war der Angeklagte restlos geständig. Zu seiner Entschuldiguna gab er seine wirtschaftliche Notlage an, die durch verschiedene geschäftliche Fehlschläge hervorgerufen worden sei. Mit Rücksicht auf sein Geständnis und auf die Tatsache, daß er non dem Fehlbettag 1500 Mark wieder abgedeckt hat, beließ es das Gericht bei einer verhältnismäßig geringen Strafe und erkannte auf zwei Monate und zehn Tage Gefängnis. Die zehn Tage gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der Haftbefehl V. A. Seit mehr als drei Monaten wird nun von 1 der SA. die Alteifen-Sammelaktion im ganzen Reich durchgeführt. Damit gibt die SA. einen neuen Beweis ihrer steten Einsatzbereitschaft, denn in mühevoller Kleinarbeit wird hier eine Arbeit geleistet, tue darauf gerichtet ist, die Widerstandskraft Deutschlands weiter zu festigen. So muß diese Alteisen- Sammelaktton der SA. zunächst als politische Leistung beurteilt und bewertet werben. Generalfeldmarschall Göring hat auf dem Reichspartettag einen Begriff von der polittschen Bedeutung der Rohstoffe und der Wirtschaft überhaupt gegeben. Politik und Wirtschaft gehören im Dritten Reich zusammen. Wirtschaft ist nach nationalsozialistischer Auffassung ein Bestandteil der Politik. Es lohnt sich, die Alteisen-Sammelaktion auch einmal nur von der wirtschaftlichen Seite zu betrachten. Millionenwerte werden dadurch aufgebracht und der Volkswirtschaft zur nutzvollen Verwendung zugeführt. Bereits im März d. I. hat die SA. eine Älteisensammlung durchgeführt und etwa 100 000 Tonnen zusammengetragen. Unter Zugrundelegung eines Preises von ungefähr 25 Mark pro Tonne wurde damals von der SA. Alteisen im Werte von kund 2,5 Millicmen Mark gesammelt. Der ^Referent beim Reichskommissar für Altmaterialverwendung, Dr. Adolf Stöcker, hat in einer Broschüre, „Die Bedeutung der Altmaterialwirtschaft in Deutschland", unseren Schrottbedarf auf 10 Millionen Tonnen pro Jahr veranschlagt. Wir decken den Schrottverbrauch etwa zu 90 v. H. aus dem Inland. Durch die Alteisensammlung soll also ein möglichst großer Anteil der fehlenden Spitze zusätzlich herbeigeschafst werden. Jede Torme Alteisen bedeutet zugleich eine Ersparnis von 25 Mark an Devisen, denn was aus dem Inland noch herausgeholt werden kann, brauchen wir nicht einzuführen. Eine Vorstellung von der Wichtigkeit gerade der Alteisensammelakti'on gibt auch die Ueberiegung, daß iwu o« “'“““p1“- hör0iHon+l neben Eisenerz der Schrott der wichtigste leicht, indem ihr rechtzeitig das Alteisen berettlegtt SJl.-'fpoit Wirtschaft CD: In Zürich wurde bei der Tagung des Internationalen Fußball-Verbandes die Mannschaft des Kontinents für den Kampf gegen England, der in London ausgetragen wird, aufgestellt. Insgesamt sind 16 Spieler bestimmt worden. Unter ihnen befinden sich auch (von links) die Deutschen Torwart R a f t l (Wien), Albin K i tz i n g e r (Schweinfurt) und Andreas Kupfer (Schweinfurt). — (Scherl-Bilderdienst-M.) Mein-Mainifche NSrse. Mittagsbörse still, uneinheitlich. Frankfurt, a. 800!Dlti wirtschaft. )le Grund. Gewerbe- Gewerbe, teuer mit Uhr sind cunchhvlz. WO Mark ebabes erlosch. Gesamt« He Errich« ^oftenauf« für bas swand von 19- Heimat« imtausgabe 200 Mark,, n Rathaus« en sind. Die Stand vom 3n den Der« Diart Schul«' »n betrugen Mark. Nach igen weitere Wer Sa&utuutder trägt, ist richtig anaexogeiiL Lleber dem letzten Fünf-Jahresdurchschnitt Oie Oetreideernte.1938 in Hessen-Nassau und in Hessen. be« uttelz. > sanden ? ilnen r?öi. b°ndkera. 1 °ntdE Amtliche Marburg Die Schützengefellschaft 1926 Gießen hielt ihr diesjähriges Königsschietzen ab, das sich von Jahr ju Jahr einer größeren Beliebtheit erfreut. Einundzwanzig Schützen waren angetreten Bei etwa 350 Schuß auf den bunten Adler wurde lach VA Stunden auf 1OO Meter mit Großkaliber ton Kamerad Willi Becker der letzte Rest des Ldlers von der Stange geschossen. Er wurde somit Schützenkönig für das Jahr 1938. Erster Ritter nurbe Heinrich Balzer und zweiter Ritter Fritz D e w a l d. Die Schießfreudigkeit der anwesenden Schützen war durch dieses Schießen noch lange nicht erschöpft, beachtliche Dividendenerhohung der MAR. um 2 d. Sy auf 8 v. H. MAR selbst erschienen mit Plus-Zeichen, und wurden mit 140 (134) genannt. Eßlinger gewannen 1,5 v. H. auf 107,50, Feinmechanik Jetter 1,25 v. H. auf 94,25, Rheinmetall gut behauptet mit 128,90, Junghans jedoch 0,50 v. H. abbröckelnd auf 104,25, auch Daimler 0,75 v. H. ermäßigt auf 135,25 Montanwerte lagen still und fast unverändert, Hoesch 112, Vereinigte Stahl 104,25, Mannesmann 0,40 v. H. ermäßigt auf 108,65. JG.-Farben blieben mit 151 behauptet, Metallgesellschaft weiter rückläufig auf 125,75 (126,75); Scheideanstalt erschienen trotz kleinsten felh von mi. Sheisbirefior eiter verichie- der Hessischen an die 8ür: Mitteilung vor Kaul« uni immen hc meistern, ab tere an$uwenben. )it wrung Juten dor dem M 31. »n und Erd« ; M-Testa« st mchr der ab eine Dar« Derock Juli d.Ä- ituen Arbeit- r Kommun^' »ld'Lautetbach, gab Anw-'' w den W ule des mit dem Treu [en kan" de» Le« ffiott. Mkeitd-r uns °es p, rlantrei5 Dt,n ts zu/Lende )°s be3 er* 4«'" gntettfl1 ZdR. Die zweite Vorschätzung der Getreideernte, die zu Anfang September durch das Statistische Reichsamt durchgeführt worden ist, ergab im ganzen Reichsgebiet eine Verbesserung der ersten Ergebniswerte, die sich auf den durchschnittlichen Hektarertrag der einzelnen Getreidearten erstrecken. Auch in der Provinz Hessen-Nassau konnte durchschnittlich eine höhere Schätzung der Erträge gemeldet werden, die eine wesentliche Verbesserung der örtlichen Getreideversorgung bedeuten. Damit ist der Ia hres- ertrag der zurückliegenden fünf Jahre 1932 bis 1937 überall beträchtlich überschritten worden. Für Winterweizen gilt jetzt in Hessen- Nassau ein Hektarertrag von 26,9 dz gegen den Fünfjahresdurchschnitt von 23,4 dz, in Hessen sogar 27,5 gegen 23,6. Der Durchschnitt in Preußen beträgt zwar infolge der hohen Erträge in Norddeutschland 28,3 dz, und liegt damit um 5 dz über dem Fünfjahresdurchschnitt. Aber der Durchschnittsertrag im ganzen Reich wird nur mit 26,7 dz je Hektar angegeben, was allerdings auch ein Mehr von 4,4 dz gegenüber dem Fünfjahresertrag ist. Die Vorschätzung in den österreichischen Anbau- gebieten ergab einen Durchschnitt von 17,7 dz gegen den fünfjährigen Durchschnitt von 16,5 dz. Bei Sommerweizen, dessen Anbau in Hessen-Nassau sehr zurücktritt, liegen die Durchschnittserträge bei 22,6 dz, in Hessen bei 23,3 dz, in beiden Gebieten über dem Fünfjahresdurchschnittsertrag. Winterroggen brachte in diesem Jahr in Hessen-Nassau einen Ertrag von 22,8 dz gegen 19,9 dz in den Jahren 1932 bis 1937, in Hessen 21.8 dz gegen 20,0 dz. Der Reichsdurchschnitt lag mit 19,9 dz beträchtlich niedriger, aber doch höher als der fünfjährige Durchschnittsertrag von 17,5 dz. In ’?> Hs *i»i °Msche 5ein, Kurze Sportnotizen. Zum Basketball-Länderturnier am 22. und 23. Oktober in Berlin hcK nach Lettland, Frankreich und England nun auch Italien seine Beteiligung zugesagt. Polen erteilte dagegen eine Absage und wird wahrscheinlich durch die Schweiz ersetzt. Das deutsche St. Leger, die letzte große Prüfung der Dreijährigen, wird am kommenden Sonntag in Hoppegarten entschieden. Um das mit 21 000 Mark ausgestattete Rennen (2800 Meter) bewerben sich nur fünf Pferde: Cicerone, Marschall Vorwärts, Elbgraf, Faustitas und der Ungar Dra- gonyos, der von Otto Schmitt geritten wird Frankfurts letzter Renntag in' diesem Jahr bringt am 30. Oktober sieben Rennen. Haupt-« nummer dürfte das II. Frankfurter Querfeldeinrennen über 4600 Meter sein, das von einem Jagdrennen, einem Hürdenrennen und vier Flachrennen umrahmt wird. Alle deutschen Boxmeister sollen sich nach einem Plan von Ministerialrat Metzner demnächst in zwei Großveranstaltungen für das Winterhilfswerk des Führers einsetzen. Die Berufsboxmeister sollen vollzählig in Sechsrundenkämpfen in der Berliner Deutschlandhalle, die Amateure in der Hamburger Hanseatenhalle antreten. Deutschland und Finnland haben vereinbart, am 21. oder 22. Januar in Königsberg einen Boxländerkampf zu bestreiten. Falls im Januar auch der Rückkampf gegen Schweden vonstatten gehen soll, so ist für ihn der 15. Januar vorgesehen. Drei neue Landesrekorde gab es bei einem Frauen-Sportfeft im Mussolini-Stadion zu Turin. Grossi (Bologna) stellte im Kugelstoßen mit 11,69 Meter, Balbo (Turin) im 800-Meter-Lauf mit 2:25,0 Minuten und Filotschnica Mailand über 4X75 Meter in 38,3 Sekunden eine neue Bestleistung auf. H. £. in G. Oberschulen, die vor zwei Jahren aus der Schulform des Realgymnasiums entstanden sind, gibt es außer in Gießen noch in Mainz und in Darmstadt. P. Sch. in S. Ihre Anfrage wegen der Kar- toffelprelse wird in unserem Artikel über „Die Festpreise der Winterkartoffeln" im heutigen Blatte beantwortet. von einem Kameraden gestiftet worden war, wurde von Kamerad Konrad Becker, die zweite von Kamerad Hans Götz und die dritte Scheibe wiederum von Kamerad Konrad Becker erschossen. Schließlich errang die Willi-Wehling- Wandernadel mit 5 Schuß stehend freihand mit Wehrmannbüchse auf die 20er Ringscheibe bei 175 Meter Entfernung mit 87 Ringen (von 100 möglichen) Kamerad Dr. Hans Wil'helmi. Eine sehr beachtliche Leistung. Diese Nadel, für die mindestens 87 Ringe unter den obigen Bedingungen geschossen werden mußten, konnte zum erstenmal innerhalb 3 Jahren an einen Schützen verliehen werden. Nach Einbruch der Dunkelheit nahm dann für den erkrankten Vereinsoorsitzenden dessen Stellvertreter, Kamerad H. H e r r ö b e r, die Königsproklamation vor und an Stelle der seitherigen Orden erhielten in diesem Jahre erstmalig der vorigjährige Schützenkönig Konrad Becker, sowie der diesjährige Schützenkönig Willi Becker und die beiden Ritter Balzer und Dewald je einen goldenen Fingerring mit entsprechender Widmung. Anschließend nahm dann Kamerad Herröder noch die Verteilung der übrigen Ehrenpresse und Ehrenscheiben vor, wobei er außerdem noch an Kamerad Heinrich Balzer die kleine bronzene, silberne und goldene Schießauszeichnung des Deutschen Schützen- Verbandes nebst den dazugehörigen Ehrenurkunden überreichen konnte. Schon im Laufe des Nachmittags hatten sich die Angehörigen der Schützen mit Freunden und Gönnern des Vereins auf dem Schießstande eingefunden, die das Schießen mit Spannung verfolgten. Abends gab es dann ein gemütlichen Beisammensein, bei dem ein von Kamerad Karl Franz anläßlich seines 60. Geburtstages gestiftetes wundervolles Führerbild zur Ausschmückung des erweiterten Schützenhauses überreicht wurde. ten sich dicht bei Frey halten. Als Favoriten im Zweier-Kunstfahren gelten die Brüder Beeschoten (Schiefbahn), die sich bereits zweimal hintereinander den Titel holten. — Im Sechser- K u n st r eigen hofft Wanderlust Heilbronn den vorjährigen Sieg wiederholen zu können. — Im Schulreigen hat „Sturmvogel" Suhl den Titel eines Reichssiegers zu verteidigen. Mannschostskampf im Freistilringen. Deutschland — USA. Als Amerikas Freistilringer nach Europa kamen, da konnte man sich keinen rechten Begriff von ihrem Können und ihrer Stärke machen. Sie dokumentierten aber beides recht eindeutig beim großen Vierländerturnier in Stockholm, wo sie gegen Deutschland (allerdings mit viel Glück!) 4:3 und gegen Ungarn 5:2 gewannen und den entscheidenden Kampf gegen Schweden nur dadurch 3:4 verloren, weil die Kampfrichter nicht ganz auf der Höhe waren. Die Amerikaner hinterließen jedenfalls in Stockholm einen sehr nachhaltigen Eindruck. Sie haben einige Ringer von absoluter Weltklasse in ihren Reihen, so den Halbschwergewichtler Harrell, der den berühmten Schweden Axel Cadier entscheidend besiegen konnte! Aber auch der Bantamgewichtler McDaniel und der Federgewichtler Millard sind von der gleichen Klasse wie Harrell. Diese starke USA.-Streitmacht wird am Sonntag in Stuttgart zu einem offiziellen Länderkampf gegen Deutschland antreten, bei dem die deutsche Mannschaft die Absicht hat, die unglückliche und nicht ganz verdiente Stockholmer Niederlage wettzumachen. Da Deutschland diesmal in wesentlich stärkerer Besetzung antreten kann und außerdem noch „zuhause" kämpft, ist ein Sieg über Amerikas Ringerkönige keine Unmöglichkeit. Deutschlands Saalsport-Meisterschasten in Stuttgart. Württembergs sportfreudige Hauptstadt Stuttgart erlebt am Wochenende wieder zwei bedeutende sportliche Veranstaltungen. Am Samstagabend geben sich in der „Städthalle" die besten Radballspieler und Kunstfahrer Deutschlands ein Stelldichein, um hier die Deutschen Meister zu ermitteln, und kaum 24 Stunden später steigt der Ringerländerkampf zwischen Deutschland und USA. Stuttgart ift für den Radsport ja fein Neuland und so wird man bei den Titelkämpfen der Saalsportler zweifellos ein sehr sachverständiges Publikum finden. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die Meisterschaft im Zweier-Radball, für die Schreiber-Blersch vom RV. „Wanderlust" Frankfurt a. M. als Favoriten gelten. Die Frankfurter gewannen schon zehnmal die Deutsche Mei st erschuft und dazu sechsmal die Weltmeisterschaft. Weitere aussichtsreiche Paare sind Köping-Scyäfter (Hamburg) und Schulz- Rudolf (Chemnitz), die zusammen mit dem Frankfurter Weltmeisterpaar in der Endrunde, wo jeder gegen jeden spielt, erwartet werden. Die insgesamt 12 Mannschaften treten bereits am Nachmittag in drei Gruppen zu den Ausscheidungskämpfen an. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es hier zu der einen oder anderen Ueberraschung kommt, denn der Rachwuchs ist sehr stark. Gespannt darf man vor allem.auf das Konstanzer Paar Kaiser-Stöckle sein! Viel Interesse finden auch die Meisterschaften der Kunstfahrer. Im Einer-Kun st fahren sind 11 Teilnehmer gemeldet. Da Meister Compes (M.- Gladbach), der augenblicklich beim Militär ist, fehlt, wird es Europameister Frey (Chemnitz) nicht allzu schwer haben, sich den Titel x\i sichern. Posch- ßan (Wien) und Alb. Beeschoten (Schiefbahn) soll- so daß sich die Schützengesellschaft veranlaßt sah, noch ein Wettschießen anzuglledern. Von befreundeter Seite wurde ein prächtiger Preis gestiftet, der von dem neuen Schützenkönig Willi Becker mit 155 Ringen bei 15 Schuß auf die 12er Ringscheibe (100 Meter) errungen wurde. Den Wanoerbecher errang zum zweitenmal mit 151 Ringen, ebenfalls mit 15 Schuß auf die 12er Ringscheibe (100 Meter), Kamerad Hans Götz. Aber auch mit diesen beiden Schießen war die Schießlust noch nicht gestillt, so daß noch 3 Ehrenscheiben herausgeschossen wurden. Die erste, eine gemalte große Ehrenscheibe, die Oesterreich lautet die Ernteschätzung auf 16,4 dz gegen 15,3 dz. Die Wintergerstenerträge erreichten in Hessen-Nassau 26,9 dz gegen 23,2 dz, in Hessen sogar 29 dz gegen 24,4 dz im Fünfjahresdurchschnitt. Beide Erträge lagen jedoch unter dem diesjährigen Durchschnittsertrag des Reiches (29,9 dz). Günstiger dagegen ist Sommergerste, wo in Hessen-Nassau 21,4 dz gegen 19,2 dz in den letzten 5 Jahren geerntet wurden, in Hessen sogar 24,3 gegen 22,1 dz. Der Reichsertrag stellte sich auf 22,8 dz je Hektar, während der Durchschnittsertrag von 1932 bis 1937 nur 19,8 dz war. Die Haferernte hat zwar stark unter Regen gelitten, jedoch konnten sehr hohe Ernteerträge eingebracht werden, in Hessen-Nassau 22,7 dz je Hektar gegenüber 20,7 dz, in Hessen 22,7 dz gegen 21,2 dz. Aber diese Erträge liegen unter dem durch-, schnittlichen Ertrag des Reiches, der 23,2 dz erreicht, auf Grund der guten Ernten in^Nord- und Ostdeutschland. Der fünfjährige Durchschnittsertrag war nur 19,9 dz. Die Gesamtgetreideernte in Mais im Deutschen Reich, einschließlich Oesterreich, beziffert sich setzt auf rund 28 Millionen Tonnen, das sind 3.8 Millionen Tonnen oder 15,1 v. H. mehr als im Vorjahre im gleichen Gebiet. Unter Einbezug der in das neue Wirtschaftsjahr herübergenommenen Vorräte stehen jetzt fast 31 Millionen Tonnen zur Verfügung. Der durchschnittliche Getreidebedarf nimmt etwa 25 bis 26 Millionen Tonnen in Anspruch, so daß die diesjährige heimische Ernte nicht nur den Bedarf der Gesamtbevölkerung und der Tierbestände decken, sondern auch noch die Vorräte, die am Ende des Wirtschaftsjahres übrig bleiben, auf das Doppelte erhöhen kann. 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Färsen a) 43,50 bis 45,50 (42 bis 44), b) 40 bis 41,50 (38 bis 40), c) 33 bis 36,50 (31 bis 35). Kälber a) 64 bis 65 (61 bis 65), b) 56 bis 59 (57 bis 59), c) 47 bis 50 (48 bis 50), d) 36 bis 40 (38 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (48 bis 52), c) 42 bis 45 (42 bis 45), d) 28 bis 40 (38 bis 40). Schafe a) 38 bis 42 (37 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 36), c) 18 bis 32). Schweine a) 59 (57), bl) 58 (56), b2) 57 (55), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (54). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe lebhaft. wieder zu den Urquellen seiner Kraft im schollengebundenen Bauerntum zurückgefunden. Bauer sein ist nicht nur ein Beruf wie jeder andere, sondern der Bauer rft der treueste Hüter unseres deutschen Volkstums. Das Landvolk sichert unser Sein in der Gegenwart dadurch, daß es das Brot des Volkes schafft. Es ist aber auch der fruchtbare Boden für die Geschlechter der Zukunft. Bei dieser lebenswichtigen Bedeutung des Landvolkes für unser ganzes Volk ist es selbstverständlich, daß schon die Erziehung in der Schule die Kinder auf die hohen Aufgaben hinlenken muß, die sie später einmal zu erfüllen haben, wenn sie die Bauern und Bäuerinnen in ihrem Dorf sind. Schon in der Schule muß der Gedanke von der naturnotwendigen Verbundenheit zwischen Mensch und Scholle, zwischen Blut und Boden, tief in die Herzen der Landkinder eingeprägt werden. Wenn es gelingt, zwischen dem Dorf und der Schule eine innige Verbindung herzu- stellen, kann von hier aus am besten den Gefahren einer späteren Landflucht mit all ihren verhängnisvollen Folgen für das gesamte Volk vorgebeugt werden. Der Sinn der Landschule muß es sein, dem Kind seine bäuerliche Welt durch Erziehung und Wissen zu bereichern und dazu beizutragen, es auf die Baue gut.... mit Abermann Wer von gutei Kleidung spricht- derspridiMvon Perser »Teppiche! und Brücken, aus erstem vatbesitz,wieTäbris,Heriz,Schiraz Gr. 2x3, 2'/2x3l/3 und 3X4 ge- werbl. preiswert zu verkaufen. Georg Wergien, z. Z. Gießen Offerten unt. F.V. 761 (6551V) an den Gießener Anzeiger erbet sowie gegen Würmer. Geschmack- u. geruchfrei. Monatspackung Hm. L- Achten Sie auf die grün-weiße Packung! Zu haben: Drog. Winter hoff, Kreuzplatz 10: Drog C. Seibel, Frankf. Straße 39; Drog. E- Karn, Schulstraße. 5773 V MKtzV ÄM KKV RMM V V er € Knoblauch-Beeren „Immer fUnger“ machen froh and frisch! Sie enthalt, alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut ver* daulicher Form. Die Landschule hatte in der Vergangenheit fein eigenes Gesicht, in dem sich das Leben des Dorfes widerspiegelte, sondern war lediglich eine primitivere Form der städtischen Bildungsstätten. Die Kinder lernten zwar lesen, schreiben und rechnen, aber die Verbundenheit mit dem dörflichen Leben fehlte meist. Wo sie vorhanden war, war sie nur auf die Persönlichkeit des Dorflehrers, der vielleicht selbst aus einem Bauernhaus kam, zurückzusühren. Früher behandelte man die Dorfschule ebenfalls als zweitrangig. Wie hätte es sonst möglich sein können, daß man städtische Lehrer mit Vorliebe in Landschulen strafversetzte? Diese Einstellung hat sicher dazu beigetragen, daß die Dorfschule selbst bei der Landbevölkerung keine große Achtung genoß. Wer etwas auf sich 'hielt, schickte seine Kinder in die Schulen der nächsten Stadt. Für das Landvolk selbst wurde diese Entwicklung aber ost genug verhängnisvoll. Die Flucht aus der Dorfschule legte meist den Keim, für eine spätere allgemeine Landflucht. Denn die wenigsten, die eine städtische Schule besucht hatten, kehrten in das Dorf zurück, um wieder den Pflug in die Hand zu nehmen und auf der Scholle ihrer Väter zu säen und zu ernten. Heute hat das deutsche Volk Mit 107,50 und Adlerwerke mit 110,50 sowie Moe- nus mit 125, Daimler knapp behauptet mit 135 (135,25). Nicht voll behauptet lagen bei kleinsten Umsätzen auch JG.-Farben mit 151 (151,25), Metallgesellschaft mit 125,50 (125,75). Sonst notierten noch Gesfürel mit 138 (137,75), Scheideanstalt mit 210, Licht & Kraft mit 141,75, Deutsche Linoleum mit 157,50 (157), Bemberg mit 136,25 (136) und Allg. Lokal & Kraft mit 144,50. Bankaktien kamen wie mittags zum Kurs. Der Renten- markt lag äußerst still. 4,5proz. Harpener-Bonds 0,50 v.H. niedriger mit 116,50, andererseits 6proz. JG.-Farben 122,75 (122,50). Im Freiverkehr stellten sich Kommunal-Umschuldung auf unv. 93,90. Sranffurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 13. Okt. Auftrieb: Rinder 1188 (gegen 932 am 6. Okt.), darunter 323 (161 Ochsen, 112 (104) Bullen, 439 (439) Kühe, 314 (228) Färsen. Kälber 304 (257), Hämmel und Schafe MM - A Ihre Geschattsdrucksachen eteilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt eloh die Beschaffenheit Ihrer Waren eo vor, wie man Briefbogen Briefumschläge. Postkarten, Rechnungen QosehMftakarten Ihres Hauses beurteilt uegen sie deshalb Wert au* gepflegte Drucksachen l Wir bieten eie Ihnen | BrUhl'sDbe Druckerei« Schulstr. 7, Ruf 2251 kön"en Herb»t-Neuhe'den utfekht wähle». MaMSlttagl Aelterer, erfahren. Kaufmann, ev. vens. Beamt., zur Führung der Buchhaltung eines Einzelhandelsgeschäftes gesucht. Evtl, auch nur für halbe Tage. Schr. Angebote unter 6556D an den Gießener Anzeiger erbeten. yt-Ht vielten I ist alles mit der Heizung zufrieden. Ich sage immer: „Die & Hauptsache iS^der Brennstoff" . — wenn man sich auf den verlassen kann, dann klappt es schon. Ruhr-Zechenkoks hat mich noch nie.enttäuscht u. ich heize schon 2 Jahrzehnte. 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H. höher notierten Heidelberger mit 97 und Pforzheimer mit 98,50, andererseits Wiesbaden 99 (99,50). Industrie-Obligationen schwankten bis zu 0,40 v. H. Staatspapiere lagen unverändert. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an, und die Entwicklung war nach wie vor vom Zufall abhängig. Insgesamt überwogen gegen den Vortag Rückgänge von durchschnittlich 1 bis 1,50 v. H. Bei einer Anzahl von Papieren betrugen die Minderungen auch 2 v. H. MAN. kamen schließlich mit 141,50 bis 142,50 (134), andererseits Scheideanstalt mit 210 (215,50) zur Notiz. JG.- Farben waren im Verlauf 0,50 v. H. höher mit 151,50. Der Einheitsmarkt nahm gleichfalls einen «unregelmäßigen Verlauf. Abendbörse still. Die Abendbörse kitt unter starkem Auftragsmangel und war daher nahezu geschäftslos. An den Aktienmärkten entwickelten sich die Kurse weiterhin nicht einheitlich, es traten aber feine größeren Abweichungen als 0,25 bis 0,50 v.H. ein. Nur Deutsche Erdöl in Anpassung an Berlin 1,13 v. H. höher mit 130,75. In Erwartung der bevorstehenden JuniMbschlüsse blieben Montanwerte beachtet, wenn auch nennenswerte Umsätze nicht erfolgten und auch die Kurse mir wen'iq verändert lagen. Verein. Stahl unv. 104,25, Buderus 110,75 (110,50), Rheinstahl 138,65 (138), Mannesmann 108,13 (108,65). Von Maschinen- aftiien wurden MAN. weiter gefragt mit 143 (142,50), auch Demag 0,50 v. H. höher mit 147,50, BMW. plus 0,25 v. H. auf 142,90, unv. Eßlinger großen Aufgaben vorzubereiten, die Hof und Felo stellen. Um diese hohen Ziele zu erreichen, sind der Reichsnährstand und der NS.-Lehrerbund gemeinsam be- strebt, die „d 0 r f e i g e n e" S ch u l e zu schaffen, die den Forderungen, die an die Landschule gestellt werden müssen, in jeder Hinsicht genügen kann. Schon der L e h r p l a n wird weitgehend auf die besonderen Bedürfnisse der Landschule abgestellt sein müssen. Ein wichtiges Hilfsmittel für die Herstellung der unmittelbaren Verbindung zwischen der Schule und dem Boden stellen die Schulgärten dar, die in Zukunft mit größerer Sorgfalt ausgestattet werden sollen. Bereits vor längerer Zeit wurden vom Reichs- erziehimgsminifterium unter Mitarbeit des Reichsnährstandes Richtlinien für die Anlage und Unterhaltung von Schulgärten herausgegeben. Dem gleichen Ziel, den Kindern den schweren. Kampf des Landvolkes um das tägliche Brot des Volkes zu Der- anschaulichen und die Verbindung zwischen der prak- tischen Bauernarbeit und der Schule zu festigen, dienen Hofbesichtigungen, die von Zeit zu Zeit unter fachkundiges Leitung durchgeführt werden. Ebenso werden die Schulbüchereien in Zukunft in viel stärkerem Maße als bisher auf alle Fragen des deutschen Bauerntums ausgerichtet werden. Auch in der Ausstattung mit modernen Unterrichtsmitteln darf die Landschule in keiner Weise hinter den Schulen der Stadt zurück- stehen, die ohnehin in den Museen und Sammlungen viel mehr Anschauungsmöglichkeiten besitzen. Um nun die breite Landbevölkerung mit den Gedanken einer darf eigenen Schule vertraut zu machen und sie über den Wert einer Schule aufzuklären, in der die Schulkinder schon in frühestem Aller auf ihren späteren Berus vorbereitet werden sollen, werden in den nächsten Wochen in allen Landesbauernschaften gemeinsam vom NS.-Lehrerbund und dem Reichsnährstand große Kundgebungen veranstaltet. Die Umgestaltung der Schule des Dorfes in eine dorfeigene Schule soll aber nicht etwa einen Gegensatz zwischen den städtischen Schulen und denen des flachen Landes erzeugen. Im Gegenteil. Die Landschulen können sogar befruchtend auf den Schulbetrieb in der Stadt wirken, wenn auch unsere städtische Jugend mehr noch als bisher auf die in unserem Bauerntum verankerten schöpferischen und erhaltenden Kräfte hingelenkt werden soll. ___________________En- JL QtlO flof, *5P°ne E°r. tr iS», bi k'bin Ä?1 vjL «Mb M eh? tof s< b» i müssen Strumpf und Handschuh gewählt werden, wenn die modische Wirkung vollendet sein soll! Auch zu Ihrer Kleidung passend finden Sie schone, preiswerte Qualitäten bei Spezialhaus Mr.Teipel 16 MARKT 16 _______________6553A SYlode^aus Carl Nowadt ______________6560A Es hat sich langst herumgesprochen, das Stoffspezialhaus ist die Einkaufsstätte der klugen Frau. Dort findet sie in einer nicht zu überbietenden Auswahl Qualitätsware, in einer Preiswürdigkeit, wie solche nur ein Stoffspezialhaus bieten kann. Sind es Kleider- oder Mantelstoffe, Buntwaren oderAussteuerartikel, immer wird das Stoffspezialhaus ihre Wünsche bestens erfüllen. 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Deshalb klang die Parlamentsaussprache, aus in der Doppelforderung nach einer Zusammenfassung aller politischen Kräfte des Landes und nach einer Beschleunigung und, sofern nötig, einer Ergänzung und Verstärkung des Auf- rüstungsprogrammes. Es ist nur natürlich, wenn man bei Betrachtung des zweiten Punktes zuerst an die Lücken dachte, die die Generalprobe der letzten Wochen für jedermann hatte sichtbar werden lassen, d. h. an die Rückständigkeit der Maßnahmen für den Schutz der Zivilbevölkerung geaen feindliche Fliegerangriffe. Aber es war auch nicht überraschend, wenn schon so kurze Zeit nach Abebben der Krise der Kriegsminister Hore-Belisha dem eigenen Lande und der Welt Kenntnis gab von dem Neuaufbau, dem die Territorialarmee mit möglichster Beschleunigung unterworfen werden soll. Denn diese Territorialarmee, die, wie schon ihr Name sagt, in erster Linie dem Schutz des heimischen Territoriums dienen soll, ist seit dem Jahre 1935 mit der Aufgabe betraut worden, die Flugabwehr vom Boden aus für das ganze englische Mutterland zu übernehmen. Die Reform, die der Kriegsminister angekündigt hat, geht aber weit über den Rahmen einer bloßen Beschleunigung und Er- aänzung des Systems der englischen Flugabwehr hinaus. Sie ist nicht mit Unrecht in englischen Pressestimmen mit der Heeresresorm Lord Haldanes vom Jahre 1906, in der die Territorialarmee geschaffen und an die Stelle der veralteten Freiwilligen- und Milizformationen gesetzt wurde, verglichen worden. Aehnlich wie vor dieser Reform hatte sich auch in den Jahren seit dem Weltkriege die Kluft, die hinsichtlich Ausbildung, Ausrüstung und Kriegsbereitschaft zwischen dem aktiven S) e er e und der aus Zeitfreiwillige^ bestehenden zweiten Linie der Wehrmacht bestand, fortgesetzt verbreitert und vertieft. Während das aktive Heer den Lehren des Krieges entsprechend mit neuen Waffen ausgerüstet, mechanisiert und motorisiert und in neuartige Verbände gegliedert wurde, blieben die Divisionen der Territorialarmee, sowohl was ihre Organisation wie die Ausrüstung und Ausbildung anbelangte, im wesentlichen auf dem Stande von 1918 stehen. Auch die Betrauung mit der Verantwortlichkeit für die Flugabwehr berührte bisher nur zwei Divisionen. Die von Hore-Belisha angekündigte Reform stellt nun eine Wendung dar. Auf der einen Seite werden die für die Flugabwehr verfügbaren Kräfte erheblich v e r st ä r k t. Zu den bisher bewilligten zwei Luftabwehrdivisionen werden drei weitere treten, die im nächsten Jahre eine Mannschaftsstärke von rund 90 000 Mann erreichen sollen. Das ist, soweit sich übersehen läßt, eine rein mengenmäßige Verstärkung, wobei allerdings berücksichtigt werden muß, daß auch eine beschleunigte Ausrüstung der Luftabwehrdivisionen mit modernen Abwehrkanonen * und verbessertem Scheinwerserund Horchgerät vorgesehen ist. Viel wichtiger aber ist die Ankündigung des Kriegsministers, daß auch die verbleibenden Formationen der Territorialarmee eiae weitreichende Reorganisation durchmachen sollen, die sie zu einer vollwertigen zweiten Linie hinter dem stehenden Heere umgestalten soll. Vollwertig wenigstens in bezug auf Organisation und Ausrüstung, wenngleich nicht im Ausbildungsstand. Denn darin können ihre nur wenige Wochen und Wochenenden im Jahre dienenden Zeitfreiwilligen mit langjährig ausgebildeten Offizieren und Mannschaften des Berufsheeres nicht in Wettbewerb treten. Allerdings macht man in englischen militärischen Kreisen auch in dieser Hinsicht einen Vorbehalt. Die Motorisierung und Mechanisierung hat im aktiven Heere sich an der Schwierigkeit gestoßen, daß dieses sich vorwiegend aus der ländlichen Bevölkerung rekrutiert, die den hohen Anforderungen an das technische Verständnis jedes einzelnen Soldaten, die sich aus der Entwicklung der Waffentechnik und der modernen Taktik ergeben, nicht immer voll gewachsen ist. Für die reorganisierte Territorialarmee hofft man aber anscheinend, t e ch- nisch interessierte und vorgebildete Kräfte aus der Arbeiter- und Angestelltenschaft zu gewinnen, die auch bei verhältnismäßig kurzer rein militärischer Ausbildung mit den modernen Kriegsmaschinen umgehen können. Allerdings wird das eine sehr beträchtliche Aenderung in der personellen Zusammensetzung der Territorialarmee voraussetzen, in der heute die kaufmännische Angestelltenschaft und die Akademiker eine vorherrschende Rolle spielen. Man hofft aber anscheinend in den großen Rüstungsaufträgen ein gewisses moralisches Druckmittel auf die Industrie zu haben, um sie zu veranlassen, ihrem technischen Personal den Eintritt in die Territorialformationen reizvoll zu machen. Wie im einzelnen die Durchführung des neuen Hore-Belisha-Programms in der Praxis vor sich gehen wird, muß abgewartet werden. Schon heute weisen Pressestimmen darauf hin, daß geraume Zeit wird vergehen müssen, bis die Industrie in der Lage sein wird, das notwendige Kriegsmaterial für drei vollmotorisierte und neun normale Infanteriedivisionen und die reichlich bemessenen Zusätzlichen Formationen zu liefern. Die von Lord Baldwin geforderte Mobilmachung der englischen Industrie unter Zurückstellung rein wirf- schaftlicher Erwägungen wird wohl eine notwendige Voraussetzung für eine rasche Sicherstellung der materiellen Seite des Reformprogramms sein. Mittlerweile läßt dessen Gestaltung aber bereits interessante Schlüsse auf die ihm zugrunde liegen- 'den strategischen Auffassungen zu. Wenn man bisher aus der Betonung der Luftabwehraufgabe der Territorialarmee und aus der Vernachlässigung ihrer übrigen Formationen den Schluß ziehen konnte, daß England den Gedanken auf die Entsendung größerer Landstreitkräfte nach dem europäischen Festlande im Kriegsfall aufgegeben habe und sich auf eine Mitwirkung in der Luft und zur See zu beschränken beabsichtige, so läßt sich diese Annahme heute kaum mehr aufrecht erhalten. Niemand rechnet mit der Möglichkeit einer Invasion in England. Für Kolonialkriege kommt die Territorialarmee nicht in Frage, werden außerdem auch so starke, schwerbewaffnete und motorisierte Streitkräfte nach menschlichem Ermessen nicht benötiat. Die Schaffung dieser mit allen modernen Angriffsund Abwehrwaffen ausgerüstete Armee zweiter Linie deutet also darauf hin, daß der Gedanke einer neuen „(kxpeditionary Force" im Falle eines europäischen Krieges wieder ernsthaft erwogen wird, auch wenn dieses Expeditionsheer natürlich eine andere Form annehmen würde als 1914 und wenigstens vorläufig kaum daran gedacht wird, wieder Millionen von englischen Soldaten auf europäischen Schlachtfeldern sich verbluten zu lassen. Gerade aber im Hinblick darauf, daß offenbar beabsichtigt ist, die Territorialarmee wieder zu einem wirklich zeitgemäßen militärischen Instrument zu machen, das im Kriegsfälle in verhältnismäßig kurzer Zeit neben das reguläre Heer treten könnte, erscheint der Vergleich mit der Heeresreform Hal- danes von 1906 gerechtfertigt. Es ist die Wiederholung des gleichen Vorganges in einer den veränderten Zeitoerhältnifsen angepaßten Form. Paradox erscheint nur, daß dieser Uebergang zu einer im tiefsten Grunde offensiven Strategie in einem Augenblicke angekündigt wird, da durch das Abkommen von München, wie der Führer auch in Saarbrücken noch einmal unterstrichen hat, eine territoriale Neuordnung in Europa geschaffen worden ist, durch die die Voraussetzungen für einen neuen Krieg auf absehbare Zeit aus der Welt geschasst sein sollten. Ingrid Larssen das glücklichste Ehepaar sind. Eine Schilderung der Begrüßungsszene erübrigt sich demnach. Dann beginnt aber sofort Herbert Jägers „Abendprogramm". Während Ingrid Larssen-Jäger Zigaretten bringt, fängt es in der Küche nebenan zu prutzeln. Verführerische Düfte steigen auf ... „Ja, mein Mann kocht nicht nur mit Leidenschaft, sondern auch phantastisch. Ich habe' schon mächtig viel von ihm gelexnt", meint die junge Frau, die in einem Berg von Zeitungsausschnitten kramt und mit berechtigtem Stolz auf die lobenden und begeisterten Pressestimmen über ihr Spiel hinweist. Mit Ernst spricht sie von ihrer Kunst. Ingrid Larssen, Tochter eines bekannten Komponisten, sollte zuerst Modezeichnerin werden. Die praktische Durchführung dieses Vorsatzes dauerte ganze acht Tage. Da kam das erste Engagement auf Der Bühnen sch au eines Lichtspieltheaters und somit das erste berufliche Auftreten. Schon nach der Schulentlassung hatte sie ihr Musikstudium, am gleichen Konservatorium wie Herbert Jäger ausgenommen und auch schon mit 17 Jahren ihr erstes Konzert im Beethovensaal gegeben. Ihr Start in die Oeffent- lichkeit war damals recht backfischmäßig: Im Laufschritt und mit fliegendem Atem betrat sie die Bühne. Wenn sie auch heute in gemäßigterem Tempo die Bretter betritt, so hat sie erfreulicherweise nichts von ihrer Quicklebendigkeit eingebüßt. „Ich muß Ihnen was von Herbert zeigen." Ingrid Larssen holt eine Holzschnitzerei herbei: Der Kopf von Herbert Jäger, modelliert von einem Puppenfchpitzer aus dem Erzgebirge während des „Allerlei" und in Dankbarkeit dem Künstler gewidmet. Als Vorlage hatte dem Erzgebirgler lM^lich eine Karikatur in der Zeitung gedient. Herbert Jäger hat indessen die Kartoffeln aufgesetzt und fünf Minuten Urlaub von seinen ,^)aus» frauenpflichten". Schnell bringt er einen Kasten herbei, hebt den Deckel auf. „Das ist ein Klavichord, eine Mischung von Cimbal und Zither ungefähr, das mir ein Berliner Bastler verehrt hat. Als ich es erhielt, war meine Frau gerade im Krankenhaus. Da nahm ich dann zu meinen Krankenbesuchen das Bastlerinstrument mit und spielte Ingrid etwas vor. Den Spender habe ich nie zu Gesicht bekommen, auf mein Dankschreiben aber schickte er mir eine selbstbesprochene und gleichzeitig selbstgeschnittene Blatte, da er „nun einmal nicht von den akustischen Spielereien lassen könnte". Vergoldete Lorbeerkränze in Künstterheimen sind nichts Seltenes. Aber der Aufdruck auf der Schleife macht mich doch stutzig: Sudetendeutsches Wunschkonzert. Bodenbach, 11. März 1938. Dazu zeigt Herbert Jäger eine künstlerisch gebundene Mappe mit Widmung und Bildern „aus dem schönen Elbetal". Das „Allerlei" des Deutschlandsenders war übrigens eine von den ganz wenigen deutschen Sendungen, die in der Tschecho-Slowakei gehört werden durften. Herbert Jäger freut sich schon auf das Wiedersehen mit den nunmehr heimgekehrten Brüdern und seinen Freunden in Sudetendeutschland, die ihn wie einen König damals begrüßten- und ebenso verabschiedeten. Auch in Rumburg, Gablonz und Warnsdorf hat Herbert Jäger auf Anforderung der SDP. gespielt. Dann sprechen wir noch von den weiteren Plänen, die beide geschmiedet haben. Ingrid Larssen, deren Tag mit der Ausübung der gern übernommenen Hausfrauenpflichten, mit Heben, Erledigung der vielseitigen Korrespondenzen, Telephonaten ausgefüllt ist, wird wieder außer den Rundfunksendungen mit Konzerten, Reisen, Schallplattenaufnahmen beschäftigt sein und u. a. Werke „ihrer" Komponisten Dressel, Kaun, Buncke, spielen. Dann aber auch besonders die ihres ureigenen Komponisten — ihres Mannes Herbert Jäger. Mit ihm zusammen wird man sie auch in Konzert und Rundfunk hören und sehen. Wir freuen uns schon jetzt auf das erfte diesjährige Wunschkonzert des W H W., das am 16. Oktober die Reihe dieser Veranstaltungen eröffnet. Und wir freuen uns mit allen deutschen Menschen, daß diesmal 3% Millionen Volksgenossen mehr daran teilhaben können, denen es in ihrer deutschen Heimat Sudetenland bisher verwehrt war. TI. Ein Besuch beim „Jäger aus Kurpfalz" Zum ersten Wunschkonzert des WHW. am 16. Oktober. Herbert Läger erzählt von seinen Erlebnissen im Sudetenland. Ein kleines Fenster eröffnet den Durchblick vorn Plattenspielraum zum technischen Raum, der ge- wifsermaßen die Blickschleufe zum Senderaum 7 im Berliner Funkhaus ist. Durch diese zwei Fenster hindurch sehe ich Herbert Jäger und erlebe gleichzeitig aus dem großen Lautsprecher' neben mir akustisch feine Tätigkeit. „Schallplattenhei n r i ch" — so wird Opitz im ganzen Hause genannt, vom Reichssendeleiter bis zur Putzfrau — gibt Herbert Jäger mit Gesten und Mienenspiel Zeichen: „Ach, er hat sich wieder mal so reingespielt, daß er alles um sich vergißt. Schon zehn vor drei, und noch eine große Platte zu spielen!" Aber pünktlich wie zu Beginn, auf die Sekunde, ist das Programm erledigt. In drei Jahren gemeinsamer Tätigkeit haben sie „den Bogen spitz gekriegt". Das „Allerlei von zwei bis drei" ist beendet. Aus dieser Sendung wie aus dem „Sonntagmorgen ohne Sorgen" und aus den Wunschkonzerten des W H W., deren musikalischer Leiter er ist, kennen Herbert Jäger Millionen von Rundfunkhörern in der ganzen Welt. Während wir dann gemeinsam im Autobus 18 zu seiner Wohnung fahren, erzählt Herbert Jäger von seinen Konzertreisen durch Deutschland und ins Ausland. Auf drei Weltreisen hat er seine Kunst überallhin getragen. Er spricht dann von seinem Entwicklungsgang als Künstler. Seine erste „virtuose" Leistung war, daß er im Alter von drei Jahren glockenklar schon das nachpfeifen konnte, was der Vater auf dem Flügel spielte. Mit vier Jahren spielte er dem Vater schon einwandfrei die Melodien nach — „und nicht nur mit einem Finger". Mit fünf Jahren erhielt er planvollen Unterricht, und als noch nicht ganz Siebenjähriger trat er als „Wunderkind" auf, ohne — wie fein Weg zeigt — das Schicksal so vieler anderer „Wunderkinder" geteilt zu haben und im Alter der eigentlichen künstlerischen Reife von der Bühne der Kunst abgetreten zu sein. Herbert Jäger sollte Lehrer werden und kam ins Internat. Die Zeugnisse des Friedrich- August-Seminars zu Dresden wiesen jedoch im Betragen immer schlechte Noten auf. Er schwänzte dauernd und hockte an der Schulorgel. „Da türmte ich", schmunzelt Jäger, „nach Berlin,' und überhaupt wollte ich kein .Pauker' werden." Er lebte als Gast auf Schloß Wiesenburg und besuchte das jetzige „Konservatorium der Reichshauptstadt Berlin". Die folgenden Zeiten waren mehr als abwechslungsreich. Theaterkapellmeister, Komponist von Filmmusiken, zwischendurch Musiker in Kaffeehäusern, Konzertreisen in die ganze Welt, Schmierenmusikant, aber immer ein Ziel im Auge: Konzertkünstler. Seit 1934 ist er beim Rundfunk. Wir sind im Südende angelangt. Zu einer Garageneinfahrt führt der Weg. Herbert Jäger spitzt den Mund zum Pfiff: „Ein Jäger aus Kurpfalz ..." — „Da, wo dran steht ,Eingang verboten', da wohnen wir!" Wie, wir? Ach so, ja, Herbert Jäger ist ja junger Ehemann. Da wird auch schon die Tür aufgerissen, und vor uns steht — Ingrid Larssen, die blonde jüngste Meisterin des Saxovhons. Im Funkhaus, in dem großen Kreise der Freunde, Bekannten und Berufskameraden ist nicht nur ihre Uebereinftimmung in den Dingen der Kunst bekannt, sondern auch, daß Herbert Jäger und Brisling im Fjord. Von per Schwenzen. Stavanger, im Oktober. Ein Sprichwort, das sich leider nicht jedem veranschaulicht, besagt, daß das Geld auf der Straße liegt. Manchmal liegt es auch im Wasser. Es ist nicht mehr als fünfzig Jahre her, feit die ersten Brislingschwärme in Büchsen gelegt wurden, die damals noch verlötet wurden. Aus diesem „Handwerk", das nur für den Schiffsprooiant der Handelsflotte gedacht war, entwickelte sich in einem kurzen Menschenleben die Haupttndustrie des Landes. Die Stadt Stavanger mit ihren etwa 40 000 Einwohnern hat heute über 70 Hermetikfabriken aufzuweisen. „Brisling im Fjord." Das ist wie ein silberner Klang aus der Tiefe, lieber diesen blitzenden Schwärmen, die durch das Glasgrün der Fjord- tiefen jagen, steht ein Glanz von Geld und Freude. Die Fischerflotten schwärmen aus, überall in den bunten Buchten knattern Motoren, Pfeilen Ruderboote, denn die Fabriken zahlen für den „zarteren Brisling viermal so viel als für „Smaafild" (Junghering). Wenn die Kutter der Einkaufsgenossenschaften aus Bergen oder Stavanger hochbepackt mit Fischkästen den Fjordwinkel verlassen, dann schmunzeln ein paar wetterfeste Seebären in Sogne oder Ha^ banger und rechnen aus, daß die Fanggeräte sich demnächst amortisiert haben werden. Der Disponent ruft an. „Heute haben wir Rohstoff", sagt er, „wenn Sie mal sehen wollen, wie eine Armee, die gestern noch sechs Fuß unter Wasi fer stand, in Oel gelegt wird, bemühen Sie sich her. Ich erwarte Sie im Büro." Die erste Sensation war der alte Jngebretsen. Er ist das Faktotum der Fabrik. Was Jngebretsen auf drei Meter Abstand erspäht, sehen andere auf dreihundert — wer Jngebretsen etwas mitteilen will, muß ein geborener Lautsprecher sein — ja, Jnge- aretsen läßt nach, was die grobe Maschinerie an- betrifft — aber die Zunge, die Zunge! „Ja, Herr Direktor, meine alte Zunge!" sagt Jngebretsen und steckt bedächtig das Holzstäbchen n eine der vier Dosen mit Tomatenpüree, die auf frem Diplomaten des Herrn Disponenten stehen. Langsam zieht er das Stäbchen über das unfehlbare Organ des Wohlgeschmackes. Gespannt hängen die Augen der gesamten Werkleitung an diesem entscheidenden Vorgang, denn es gilt, eine besonders ge-, ngnete Zutat für ein Fabrikat zu wählen. „Gut im 1 Aroma, ein wenig auf herb gestimmt, nicht so intensiv in der Fruchtsüße, aber für die besondere Komposition geeignet. Ich empfehle Sorte drei." „Besten Dank", schreit der Disponent, Jngebretsen zieht seine Zunge ins Futteral zurück, und wir werden im Hintergründe unserer Bescheidenheit entdeckt. — Der Rundgang beginnt. In den flachen Holz- kästen, ben „Skepps, wandert dep „Rohstoff" von Bord der Motorkutter, die am Kai der Fabrik liegen, in die Produktionssäle. Ein Schwarm, der vor ein paar Tagen noch durch die Tiefen jagte, umzirkelt, eingeschnürt und nach drei Tagen Netzhaft gehoben, in tausend Kästen eingesargt, das ist der Rohstoff, der im Lause eines Tages alle Stadien bis zur ettkettierten Dose durchwandert. „Gestern noch in Meerestiefen, Heut' im Oele der Oliven, Morgen schon im Lagerraum..." Zuerst wird die Silbermasse der fingerlangen Fische gewaschen und gelakt, dann wandert sie durch die geistreichen Pfade einer modernen Transportanlage auf die Arbeitstische der kleinen Arbeiterinnen, die mit weißen Hauben und hohen Stiefeln einen Trachtenquerschnitt von Holland bis Rußland vermitteln... Diese slinkfingerigen Mädchen stellen blitzschnell ganze Kompanien Brislinge auf den Kopf, in die Löcher einer listigen Maschinerie, und' jagen der tadellos ausgerichteten Reihe einen perfiden Drahtstab durch die Köpfe. Die Aufgereihten werden in Rahmen gehängt, die Rahmen wandern in die Räucherei. Kammer an Kammer, wie die Spinde einer Kaserne, liegen die Rauchöfen. Die Fischrahmen werden 45 Minuten in den Rauch der glimmenden Scheite gelegt und haben Muße, sich der Entwicklung ihres Aromas hinzugeben. Viels Rahmen stehen und warten auf ein freies Ofenplätzchen. Die Front der blitzenden Fischleiber wirkt im Scheine des elekrischen Lichtes täuschend wie eine aus Metallzungen gefertigte Heizkörperverkleidung. Der ganze Raum zittert vom Stampfen und Schüttern der Maschinen, der Stanzen und Transporte. UeberaU laufen Bänder, neben uns, über uns laufen Büchsen auf Gleitbahnen, fallen in Wagen, wandern auf baggerartigen Transporten in Trockenschächte. .. Die geräucherten Fische, im Rahmen hangend, werden auf die Schienen einer Guillotine mit kreisendem Stahlband gelegt, eine Einrichtung, die Guillot leider nicht mehr erleben durfte. Die Enthauptungsmaschine waltet ihres elektrisch betriebenen Amtes, und die appetttlich geräucherten Leiber fallen in Blechkästen, um alsbald wieder van den Fangarmen, Haken, Walzen und Ketten einer technischen Gegenwart erfaßt und bis an den Arbeitstisch befördert zu werden, wo eine sorgsame Hand sie in das Oel des endlichen Friedens bettet. Eine ratternde Stanzmaschine stampft und falzt den Deckel auf die Büchsen und wirft sie in die Gleitbahn. Die Gleitbahn gibt sie an die Drahtkorbwagen ab, und so fährt das Produkt direkt in die Sterilisierungsöfen, wo es in Dampf und 90 Grad Wärme 70 Minuten lang Zeit hat, sich in fein nahrhaftes Schicksal zu finden. Ein Flaschenzug taucht die gedämpften Büchsen in die Seifenlauge der absoluten Reinlichkeit, und dann beginnt die Baggerfahrt in den Warmluftschrank. Blank und trocken landen die Büchsen auf den langen Tischen der Packerinnen. Wenn der Abend naht und die blonden Fabrikmädchen mit den kindlichen Himmelfahrtsnasen und dem großstädtischen Schick die Regenmäntel anziehen, dann sind tausend Skjepp Brisling den Weg gegangen, der aus den Tangwäldern der Fjorde in Konservenbüchsen und in die Magen der hungrigen Menschheit führt. Ein Museum für Schuhe. In der Neubaugasse in Wien befindet sich in einem Privathaus eine der merkwürdigsten Sammlungen. Dort hat der Schuhmachermeister Ludwig Schmid irf seiner Wohnung ein Museum eingerichtet, das sich mit dem Schuhwerk des Menschen und allem, was dazu gehört, befaßt. Vier Zimmer sind mit den sorgsam gesammelten Schätzen gefüllt. Ludwig Schmid stammt aus einer alten Schuhmacherfamilie. Schon vor Generationen übten seine Vorfahren dieses Handwerk aus. Er selbst studierte eine Zeit lang Kunstgeschichte und zeigte große Begabung zum Malen, aber bann übernahm er doch das väterliche Geschäft im Haus „Zum Greifen". Neben seiner praktischen Betätigung als Schuhmachermeister wirkte er guch als Fachlehrer an der gewerblichen Fortbildungsschule. In feinem Museum finden wir persische Stiefel aus grünem Haifischleder, bunte, 150 Jahre alte Bojarenstiefel aus Saffianleder mit herrlicher Zeichnung oder einen Schuh der Kaiserin Elisabeth, Jagdschuhe Kaiser Franz Josefs und eine Reihe Kuriosa, wie den sieben Kilogramm schweren Stiefel eines preußischen Grenadiers aus dem 18. Jahrhundert. Ein besonderes Zimmer enthält sonderbare Lederarten — bis zum Storchenleder und dem Leder aus gegerbtem Kuhmagen, dem sog. Kuttelfleck-Leder. Bemerkenswerte Dokumente, die sich auf das Schusterhandwerk beziehen, ergänzen die Sammlung. Da finden wir z. B. ein Dekret aus dem Jahre 172H, in welchen den Bürgern von Brandenburg verboten wurde, Holzpantoffeln zu tragen, da dies „den Schustern die Arbeit rauben heißt"; Halseisen, Gefängnis ober eine Buße von 200 Dukaten wird den Pantoffelträgern in Aussicht gestellt, wenn sie sich nicht zum Lederschuh bekehren. In der Sammlung sieht man auch prächtige Zunftkrüge, ferner eine Fachbibliothek und zahlreiche Bilder, die sich auf das Schuh« macherhandwerk beziehen. Zeitschriften. — Blut und Boden sind die Oktober- und Novemberfolge des Reichsschulungsbriefes gewidmet. Im Mittelpunkt steht der Aufsatz Don Günther Pacyna: „Der Kampf um Blut und Boden". Der Verfasser geht von der Grundlage der germanischen Dolksordnung aus, dem Odalsrecht, das seinem Wesen nach den Rassegedanken in sich schloß, weil die Erbfolge an die Geschlechterfolge geknüpft wurde, und durch die Herausbildung des Anerbenrechts eine Abwehrwaffe gegen frühkapita- stische Bestrebungen schuf. Der Aufsatz schließt mit der Feststellung, daß erst durch den Nationalsozialismus das alte deutsche Badenrecht wiederhergestellt und dem Bauern die Stellung in der Volksgemeinschaft eingeräumt wurde, die ihm zukammt und für den Bestand des Reiches notwendig ist. In weiteren Beiträgen wird die nationalsozialistische Agrarpolitik, sowie Sinn und Aufgabe der deutschen Erzeugungsschlacht vorbildlich erläutert. — „W e ft ermanne Monatshefte" erfreuen im Oktober durch eine ausgezeichnete, mit vielen guten Wiedergaben versehene Würdigung des Elberfelder Bildhauers Professor Arno Breker. Hans E. Bielstein entwickelt unter dem Titel „Se- curite und der germanische Westraum" die französische Sicherheitsthese seit ihrer Entstehung und widerlegt sie aus dem geschichtlichen Ablauf. Heinrich Eckmann würdigt „Mühe und Arbeit" im 75jähri- gen Leben und Schaffen Gustav Frenssens. Paul Rohrbach bringt sieben Geschichten aus bäuerlichem Leben in Nordamerika, Schottland, China, Japan, Kamerun, Mexiko und Brasilien. Von der Entwicklung des Liebesbriefes berichtet „Liebe und Freundschaft vor hundert Jahren". Eine lustige Geschichte mit Bildern von Rotraut Hinderks-Kutscher, die Zeit- schau, der bunte Bogen, die Literarische Rundschau und die Kleine Rundschau sowie die Photo- und Rätselecke und die Bilder aus der Zeit runden den Inhalt eines jeden Heftes. der in Reval mit seinem Domberg einen seiner reich". Ein Handbuch. Landschaft. Volkstum, Km Neues für den Büchertisch (Nachdruck verboten!) 6. Fortsetzung. o LU C £ ,»1 fef a c 5 E = E 5t c C £ ij % *• ac Der Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig, kündigt folgende Herbstneuerscheinungen an: Robert Henseling: „Umstrittenes WellbiD". Astrologie? Welteislehre? Die Erde im Weltmittelpunkt? Mit zahlreichen Abbildungen und Tafeln. — A. Hillen Ziegfeld: „England in der Entscheidung". Eine freimütige Deutung der englischen Wirklichkeit. — Sa Q 5» 8« 8u|ja:ö ^2 st h® 1 . u bunt zu sein. — Ruth erford Montgomery : Carca» jou. Der Dämon der kanadischen Wälder. Aus dem Englischen übertragen von Gerda Sonama. Mit 15 Textzeichnungen von L. D. Cram. 1938. Franckhsche Derlagsbandlung, Stuttgart. In Leinen gebunden 4,80 Mark. — (283) — Die Indianer glauben, daß Earcasou, der Vielfraß, von dem bösen Geist eines längst verstorbenen Jägers besessen sei. Darum kennt er alle Fallen und Kniffe der Jäger und ist selten zu erlegen. Beutegierig unb schlau, böse und vorsichtig, so ist dieses starke, rvieselähnliche Tier der Herr der nördlichen WäDer. In der Ursprünglichkeit der nordkanadischen Land- schäft, in den einsamen Wäldern und Schluchten überschneiden sich die Lebenskreise von Mensch und .Lasten Sie uns lieber nach Hause gehen! Ich mache mir Sorge um Sie." „Die aber ganz überflüssig ist. Wirklich. Erzählen Sie ruhig weiter! Ich gehe jedenfalls nicht hier fort, ehe ich das Ebbe gehört habe. Und Sie sind erst am Anfang." Kopfschüttelnd betrachtet er sie. Gott sei Dank, die Farbe kehrt in ihr Gesicht zurück. „Bemerkenswerter Dickkopf!" bemerkt er neckend. „Sie verstehen sich durchzusetzen!" „Was kein Schaden sein dürfte! Aber bitte, Karajan. keine Ausflüchte und Abschweifungen! Sie dürfen nicht vergessen, daß wir Frauen von Beruf und Natur neugierig sind. Eine angefangene und nicht zu Ende erzählte Geschichte bereitet uns schlaflose Nächte. Der "junge Mann ... fühlt sich also in seiner Stellung sehr wohl. So war's doch, nicht wahr?" „So war es. Er hockte in seinem Laboratorium, hantierte, probierte und studierte, ja, er hatte den Rest der väterlichen Habseligkeiten dazu verwendet, sich daheim ein nettes privates Labor anzulegen, da konnte er denn in der Nacht seine Arbeit fort- ^n jener Zeit begann man den Preßstvffen, die heute jeder als selbstverständlich hinnimmt, vom Rasierapparat über den unzerbrechlichen Becher bis zum Gehäuse für den Rundfunkapparat, ein wenig schärfer auf die Finger zu sehen. Auch der junge Mann tat das. Er hatte sich's in den Kopf gesetzt, einen Stoft aufzubauen, der keinerlei Rohstoffe aus dem Ausland nötig hat, wie das bei Zelluloid und Kunststoff auf Eiweißbasis nötig ist. Schwer verständlich, wie?" Er lacht verlegen auf, aber sie bleibt ganz ernst. „Gar nicht so sehr. Die Fachausdrücke sind mir natütlich ftemd. Aber die Hauptsache begreife ich durchaus. Sie wollten einen neuen Werkstoff finden. Ist ^hnen das gelungen?" „Dis zu einem gewissen Grade. Damals allerdings glaubte ich, das Verfahren bereits fertig entwickelt zu haben. Es war bereits zum Patent angemeldet." „Und dann —?" fragt Karola mit erstickter Stimme, ohne chn anzusehen. Oh, wie gut sie es weiß, was nun kommt. Wenn er sie jetzt nur untergehen sehen muß. Aber doch ist alles, was an irdischen Gütern verloren geht, nicht wichtig und irgendwie wieder zu ersetzen; wichtig allein ist, daß 1 der Wille sich behauptet, das Deutschtum nun erst recht zu bewahren. — Georg Grabenhorst: „Späte Heim- kehr." Erzählungen. Verlag Albert Langen- Georg Müller, München. — (243 b) — In diesem Bändchen hat Georg Grabenhorst drei Geschichten vereinigt, die von den Prüfungen des Krieges und, den daraus folgenden Erschütterungen des menschlichen Herzens erzählen. Ob es um das Schicksal zweier Jugendfreunde geht, von denen der eine den Krieg überlebt und des anderen Vermächtnis einlöst, ob um das bedrückende Leid eines Menschen, der sein Augenlicht verlor und dessen innere Not nur die opfernde Hingabe wahrer Liebe überwinden kann, oder um das ahnungsvolle Erlebnis eines jungen SoQaten kurz vor seinem Tode: sie alle drei sprechen vom Sinn des Opfers, das den ganzen Menschen sucht, wenn das Leben seine Bewährung fordert. — Meyers Reisebücher: Oberbayern und München mit 13 Karten, 10 Plänen, 13 Grundrissen und 6 Rundsichten. 5. Auflage. Bibliographisches Institut Leipzig, 1938. In Leinen ge- bunden 5,75 RM. — (292) — Das Reisebuch umfaßt außer München und Augsburg und die Umgebung von München das oberbayrische Gebirge von Salzburg und Berchtesgaden bis zum Beginn der Allgäuer Alpen. Die Einleitung enthält alles Wissenswerte über die Reiseverhältnisse, Uebersich- ten der Sommerfrischen, Wintersportplätze und Kraftpostlinien, praktische Ratschläge für Bergsteiger, Angaben über Verkehrsmittel, Unterkunft und Verpflegung, Beschreibungen der Bergstraßen und sonsttge wistenswerte Nottzen für Autoreisende. Meyers Reisebücher gehören seit vielen Jahren zu den beliebtesten ihrer Art, well sie für jede Gattung von Reisenden, mögen sie nun sich auf den Besuch der großen Städte mit ihren Sammlungen und geschichtlichen Sehenswürdigkeiten beschränken oder als Touristen in die Berge streifen, alles Wesentliche und Nützliche bieten. In diesem Bande ist vor allem eine sehr ausführliche Darstellung von München, ferner findet man ausreichende Beschreibun- aen von Augsburg, Innsbruck und Salzburg. Besonderer Wert wird bei Besprechung der einzelnen Reiserouten auf die Angabe von Ausflügen und Touren gelegt. Das Kartenmaterial ist wie immer reichhaltig und vorzüglich durchgearbeitet. —e — Kilian Koll: „Andreas auf ber Fahr t". Erzählung. Verlag Albert LangenMeorg Müller in München. — (243e) — So reich an lieber» raschungen und Abenteuern die Rad- und Zeltfahrt aus die Kurische Nehrung auch ist, das Entscheidende an dieser frisch und unbekümmert erzählten Geschichte ist die selbstverständliche Kameradschaft der Jugend, die phrasenllis den rechten Weg zueinander findet und doch jung, unbelastet und froh bleibt. Kilian Koll, der sich mit seinem „Urlaub aus Ehrenwort" rasch viele Freunde erworben hat, zeigt mit dieser neuen Erzählung Neuland, sie steht so unbeirrbar in der Gegenwart, daß man spürt: der deutschen Jugend, die hier spricht, ist die Zukunft sicher. Neuerscheinungen bei Reclam. WMMMMMNI Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Pferde, Tiger, Bäume, Riesengesichter oder Schneegebirge — . * Er schaut zurück in sein Leben, und die Gestalten ziehen an ihm vorüber gleich jenen gleitenden Wolken — ,Lch habe zwei gute Kameraden. Beide sind wie ich im Felde gewesen. Wir haben zusammengehalten draußen und auch später. Günther Wernicke arbeitet in einem Magdeburger Werk, Schorsch Hausmann in Berlin. Er ist Abtellungsleiter bei einer großen Zeitung Wir benutzten jede Gelegenheit, einander ^Eim/Tages lud er uns zum Presteball ein. Er kennt einen Haufen Menschen dort und ist selbst em sehr amüsanter Kerl — es versprach ein reizender Abend zu werden. Es wurde auch ein schöner Wend. Vielleicht einer der schönsten. Damals lernte ich ein Mädchen ken« nen, das mir ausnehmend gefiel. Es hieß Irene. Später erfuhr ich, daß ihr Vater in ber chemischen Industrie eine leitende Stellung einnimmt Damals war mir das alles gleich. Wir sahen einander — und liebten uns. So meinte ich jedenfalls. Es war der größte Irrtum meines Lebens. Jenes Mädchen heißt heute Frau Irene Meß* borft, und Meßdorff ist ber wahre Herrscher im Betriebe seines Schwiegervaters." Es ist eine Weile sehr still. Nur die Schläge eines Ruders klatschen von fern, über den See fährt ein Boot, in dem zwei junge Menschen sitzen. Nun werden die Ruder eingeholt und das Boot treibt auf der Mitte des Wassers. Man kann ganz deullich sehen, wie sich die zwei bei den Händen halten. „Es nlar meine erste Liebe", fährt Karajan fort, „unb es war meine erste Enttäuschung. Heute lächle ich über jene Zett, auch über mich selbst Damals aber glaubte ich, bar über niemals mehr hinwegzukommen. Jene Frau hat mich verraten, ohne mit der Wimper zu zucken — denn sie war außer meinen Freunden der einzige Mensch, der von meiner Erfindung wußte —" „Wer hat davon gewußt? Irene?" fährt Karola erregt auf. „Sagten Sie nicht eben, daß Irene allein von dieser Erfindung gewußt hat? Nicht etwa auch Meßdorff?" „Aber nein! Ich bin doch kein Narr, daß ich meinem Betriebsleiter eine solche Sache auf die Nase binde! Mer ihr — ihr habe ich's erzählt Ich war ja so verttauensselig in meiner Liebe. Sie war sogar in meinem kleinen Privatlaboratorium und ließ sich alles erklären — oh, unb sie war verdammt schlau! Wer kann denn ahnen, daß sie alles frisch von mir zu ihm — zu jenem Meßdorff trug —!" „Entschuldigen Sie mich!" (Fortsetzung folgt.) Eheleute Paarmann, vertreten durch Doktor Meß- dorff als Bevollmächtigten, Kläger — gegen Doktor Fritz Ernst Herbert Karajan, Beklagten —" Er lacht bitter auf. „Sie sehen, ich kann's bald auswendig. Und hergekommen bin ich nach Deutschland, diesem Meßdorff heimzuzahlen, was er mir angetan hat." „Sie wollen sich — rächen? War er so schlecht?" fragt Karola, und sie muß sich hüten, daß Freude und Erleichterung in ihrer Stimme nicht verraten, wie glücklich sie ist! Karajan hat sie nie gesehen —! Karajan hat nie ihren Namen gehört — er weiß nicht, daß ihr Vater der Klaviervi^llOse Felix West- ner war — Mutters heiße, erste Liebe — Sie ist gerettet! Niemals wird er in ihr das Mädchen von damäls vermuten — die Vergangenheit wird schweigen — die Zukunft liegt lockend vor chr! — „Meßdorfi war bas Muster eines durchtriebenen, gewissenlosen Geschäftemachers jener Zeit. Er benutzte das Gesetz als Waffe, das Gesetz, das in jenem zerfallenden Staat von Kerlen wie Meß- dorff zur Handlangerin des Verbrechens gemacht wurde. Er stellte nämlich kurz entschlossen fest, nicht mir, sondern dem Werk sei das Patent zu erteilen. Die Erfindung fei im Werk gemacht, also Eigentum der bereinigten'." „Und das war — nicht der Fall? „Nein. Denn die Erfindung ist schließlich in meinem Kopf entstanden. Ob sich das Material nun zu gewissen Telle im Werk befand oder daheim in meinem Privallaboratormm — das ist doch gewiß gleichgültig. Ich habe mich immer bemüht, Werkarbeit und eigene Arbeit zu trennen — aber weisen Sie das mal nach! Kommen Sie mal auf gegen zwei Anwälte, die mit allen Mastern gewaschen sind, die Richter und Zeugen und mich selbst so verrückt machen, daß nachher keiner mehr weiß, was vorn und hinten ist —" „Sie haben den Prozeß verloren?" „Mtt Pauken und Trompeten. Mein einziger Trost war nur der, daß die Sache noch nicht produktionsreif war. Meßdorff hat allerhand Schaden damit angerichtet, wie ich gehört habe. Er hat die Sache sogar ins Ausland verkauft — ich bin meiner eigenen Erfindung im Ausland begegnet'— und keiner wußte was damit anzufangen. Das hat mir manche Stunde der reinsten Freude gegeben — ich bin da ganz ehrlich — ja, ich habe dem Burschen den Reinfall gegönnt!" kann bas gut begreifen, Karajan. Und nun sind Sie voller Entrüstung ins Auslarck geaangen?" Karajan blickt in die ziehenden weißen Sommerwolken, die über die flachen Bergkuppen treiben, langsam, unermüdlich neue Gestalten bildend: nicht anschaut Er muß es ja von ihrem Gesicht ab- lesen können, was in ihrem Herzen vorgeht. „Sann hat mir ein Kerl, dem ick bas nie zugetraut hätte, das Verfahren gestoylen." „Gestohlen?" „Na, man kann's auch vornehmer ausdrücken und sagen, er hat mir das Patent ab gejagt. — An jenem Werk herrschten eigenartige Derhclltniste. Die Inhaber kümmerten sich überhaupt nicht um den Betrieb. Sie, die Tochter des alten Battenfeldt, der das Werk auf geb aut hatte, lebte angeblich in Berlin auf großem Fuße. Ihr Mann war krank und reifte von einem Sanatorium ins andere. Er soll ganz tüchtig gewesen sein, sagte man. Ich weiß es nicht, ich habe beide nicht tennengelernt Ich weiß nur, daß er Professor Paarmann hieß. Sein Name ist mir aus den vielen Schriftstücken des Gerichts auf eine besondere Weise geläufig geworden. Er hat noch bas Vergnügen gehabt, seinen Sieg in biefem Prozeß zu erleben, bann starb er. Das ist das Letzte, was ich von meinem Chef weiß. Später hörte ich bann, daß weder er noch feine Frau verantwortlich zu machen waren, sondern vielmehr seine Tochter und ihr famoser Bräutigam, unser Herr Betriebsleiter. Doktor Meßdorff hieß er. „Was für ein Mensch war diese Tochter Ihres Chefs, daß sie Vergnügen daran fartb, Ihnen Ihre Arbeit zu stehlen?" fragte Karola in verzweifeltem Wagemut. Hätte Karajan jetzt nur einmal aufgeblickt, er hätte es sehen müssen, wie Angst und verzehrende Spannung das blaffe Gesicht überschatteten. Aber er lebt ganz in seinen Erinnerungen unb so hört er nicht, was hinter jener Frage schicksalhaft wartet. „Ich weiß es nicht", gibt er gleichmütig zur Antwort. „Irgendein elegantes Luxusweibchen, bas wahrscheinlich Geld brauchte. Sie hat ihre Strafe bereits erhalten. Meßdorfi hat sie sitzenlaffen, als er befaß, was er haben wollte." „Sie haben Fräulein Paarmann nicht gesehen? So hieß sie doch?" „Natürlich hieß sie so. Und gesehen hab ich sie Gott fei Dank auch nicht. Aber —" plötzlich unterbricht sich Karajan, ,chas heißt: genau weih ich nicht, ob sie Paarmann heißt Man redet ja so allerhand in einem Werk, und einmal hieß es auch, sie fei eine Tochter aus erster Ehe — Paarmann sei nur ihr Stiefvater. Mer ich habe mich nie barum gekümmert Was geht mich ber Famllien- tratsch an? Ich habe mich an die Leute zu hcklten, bie meine Gegner waren: „Dereingte Chemische Werke, (E..2L Battenfeldt Nachfolger, Inhaber bie Schule. — Dr. med. G. B e ch e r : „Der neue Haus- arzt". Hanbbuch für gefunbe und kranke Tage. — Uwe Jens Kruse: ,Zch will! Ick kann!". Eine Schule ber Persönlichkeit. — Kruse unb Christiansen: „Die Redeschule". — Kleine illustrierte Reihe, ©ottfrieb Keller: „Sieben ßegenben". — Gunnar Gunnarsson: „Abvent im Hoch- gebirge". — Martin Luserke: ,Lrake kreuzt im Norbmeer". — Große illustrierte Reche: Wilhelm Hauff: „Lichtenstein". Mit 50 Zeichnungen von Kurt Schöllkopf. — Viktor von Scheffel: „Ekkeharb". Mit 40 Holzschnitten von Karl Stratil. — Deutscher Almanach 1939. — „Anno 1791 fing es an..." Franz Berslings Leben, Reisen unb Kriegsfahrten in allen fünf Weltteilen, von ihm selbst erzählt. Mtt zettgenössischen Silbern. Kunst und Wissenschaft. Agnes Straub schwer verunglückt. Wie mir soeben erfahren, ist Agnes Straub, die erst in diesem Sommer hier in Gießen in ber Titelrolle von Roland Schachts Komöbie „Schauspielerin" ein Gastspiel gegeben hat unb am kommenden Montag mit den „Gespenstern" von Ibsen abermals im Stadttheater gastieren wollte, schwer verunglückt. Nähere Einzelheiten, über ben Un» fall waren bis zur Stunbe nicht in Erfahrung zu bringen; fest steht lediglich daß bas Gastspiel am Montag abgesagt werben muß. Wir wünschen von Herzen, baß Frau Straub, bie zu den hervorragendsten Schauspielerinnen unserer Zeit gehört, dem deutschen Theater recht halb völlig wiederhergestellt zurückgegeben werde. Cent Riefenstahl in Norwegen. König Haakon von Norwegen empfing Lem Riefenstahl, die Schöpferin des mit dem deutschen Staatspreis ausgezeichneten Olympia-Films, in einstündiger Audienz, in der er sich für bie Arbeit an diesem Film lebhaft interessierte. Die Blätter oer- öffentlichen Interviews, in denen die Künstlerin erklärte, daß sie von hier nach England und bann nach ben Vereinigten Staaten zu fahren beabsichtige. Är nächster Film werde Kleists „Penthesilea" fein, in dem sie die Hauptrolle spielen werde. Internationaler Kongreß für Sprechen und Singen. Der 5. Kongreßtag war in erster Linie ber Sprech- unb Ausdruckserziehung gemibmet, wobei namentlich Theaterfachleute zu Worte kamen. Der Duisburger Generalintendant Dr. Hartmann sprach über bie Erziehung zur Durchgeistigung des Sängerdarstellers. Oberspielleiter Köhler-Helsf- r i ch vom Breslauer Schauspielhaus behandelle das Thema „Der Dialog in der Oper". Der Operndialog ist nach feiner Ansicht ein wesentlicher Bestandteil eines primär musikalischen Kunstwerkes unb damit dessen ästhetischen und formellen Gesetzen unterworfen. Der Oldenburger Generalintendant Schlenk sprach „Aus der Praxis eines Theaterleiters" und stellte die Forderung auf, baß der junge Schauspieler viel mehr Gewicht auf bie Sprache legen müsse. Dr. Niedecken-Gebhardt (Berlin), ber sich über Aufgabe unb Probleme monumentaler Festspielgestaltungen ausließ, hob hervor, daß bie neu- erstandenen Feierstätten unb der Wunsch des Volkes, sich zu großem Gemeinschaftsleben zusammen- zufinben, einen neuen Stil ber Festspielgestaltung erforberten. Dr. Budde (Marburg) behandelte das Thema „Wortregie im Theater unter freiem Himmel". Weitere Redner behandelten das Thema Stimme, Stimmeinsatz, Stimmbruch, Stimmstörung usw. _________ __________ «t *• Mn v " »LL." K $ ® • •®C 3—3 Tier noch auf eine uns ftemd gewordene Weise, vollen Kampf, den die Deutschbalten in den Wirren Behaglich haust Jim, der gutmütige, zahme Grisly- ber Jahre 1917 bis 1919 für ihr deutsches Volkstum ,_________, bär, in ber Hütte bes inbianischen Jägers „Zwei- gegen Bolschewiken und Esten führen mußten, und Professor Dr. Abolf H e l b o k: „Grenzmark Oester- Grau-Hügel". Und wie Carcajou überallhin Unheil bringt, so bringt bie skrupellose Geldgier zweier Pelzhänbler in den ehrlichen Kampf ums Dasein, den hart und entbehrungsreich alle dort oben führen. Montgomery kennt und liebt diesen Kampf, ber bas Gesetz unberührter Natur ist; aber er glaubt auch an ben Sieg des Guten, ohne dabei die erbarmungslose Härte des Daseins fenttmental zu verfälschen. — Rudolf Schnetzer: Junges Blut. Zwei Erzählungen aus Graubünden. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Gebunden 75 Pf. — (254) — Der junge Schweizer Rudolf Schnetzer fit durch seine Heimatromane „Im Schatten der Gefahr" und „Der Weg der Sühne" im deutschen Sprachgebiet bekannt geworden. Auch die beiden Novellen in dem Bändchen ,junges Blut" sind ein Lied auf die Treue zur Heimat, zur Erde. In der ersten Novelle ,,Der Acker" kämpfen in einem jungen Bauernsohn die Sehnsucht nach der weiten Well unb bie Liebe zur Scholle einen harten Kampf. Leichter, von feinem Humor durchzogen, fit die kleine, lebenswahre Liebesgeschichte „Regina Simo- net". — Carl von Bremen: Der deutsche Berg im Osten. Ein volksdeuficher Roman. 218 Seiten, Leinen RM 5,80. Verlag I. Engelhorns Nachf. Stuttgart. — (279.) — Carl von Bremen, der zuerst durch seine Bücher „Die Kinder am Meer" und „Die Schifferwiege" bekannt geworden ist, wurde 1905 in Mosel (Estland) geboren; er wuchs unter der russischen Herrschaft auf, mußte 1918 beim Bolschewikeneinfall in Estland nach Deutschland fliehen und verlor habet Vater und Heimat. In dem Buche „Der deutsche Berg im Osten" schildert er aus eigenem Erleben den leidens- - Dz - L W ' ’3 ' 5s o2i C 0 t Ilm eine Litfaßsäule drängen sich die Passanten. Ein grellrotes Plakat hält ihren Schritt auf unb erzwingt ihre Aufmerksamkeit. Ein paar Zeilen nur, bie ba stehen. Mer sie berichten vom schmachvollen Tob eines Menschen, ber bas fluchwürbiaste Verbrechen beging, bas es überhaupt gibt: „Der vom Volksgerichtshof wegen des Verbrechens des Landesverrstes zum Tobe verurteille X ist heute hingerichtet worden ..." In den harten unb von schonungsloser Konsequenz getragenen Strafgesetzen, bie das neue Deutschlanb zum Schutz von Volk tinb Reich erlassen hat, spiegelt sich ein grunblegenber Wandel in der Auffassung. „Wer es unternimmt, ein Staatsgeheimnis zu verraten, wird mit dem Tode bestraft Landesverrat fit ein Verbrechen, bas eine verbrecherische Gesinnung voraussetzt. Der versuchte Landesverrat wird daher genau so wie der vollendete bestraft." So beginnt der § 89 des Landesverrats- gesetzes vom April 1934. Die schwerste Strafe gill als Sühne für bas fluchwürdigste und gemeinste Verbrechen, den Landesverrat Seine Bekämpfung findet neben ber skrupellos unb mit ungeheuren Geldmitteln arbeüenben ausländischen Spionage vor allem gewichttge Gegner im eigenen Land: Geschwätzigkeit, Vertrauensseligkeit und Geltungsbedürfnis. Wie oft sind ebenso harmlos wie laut geführte Gespräche in Gaststätten, Bemerkungen in Briefen und Mittellungen erschütternde Zeugen die- ses Erbübels, das der beste Verbündete der feindlichen Spionage fit Die Pflicht zur Geheimhaltung steht über allen privaten Bindungen. Sie muß stärker fein als jedes andere Gefühl. „Denn heute fit jedem Deutschen, — Dorothea Hollatz: Kilian und die Winde. Roman. 223 S. In Seinen 4,80 RM Franck'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (281.) — Mit breiter Brust, ruhig und verläßlich, gleiten die tiefgelabenen Kähne auf dem Strom. Ihnen ist Kilian ähnlich, der Schiffer, dessen Geschichte Dorothea Hollatz erzählt Er ist ein Mann von wenig Worten, stark und bedacht, tüchtig in seinem Berus, von einfacher Klugheit und gütigen Herzens. Aber er treibt im Strom seines Schicksals; die Winde, die hierhin und dorthin wehen, yaben Macht über ihn, der ruhelos unb einsam die Last vieler Erfahrung trägt Mit einer schönen, warmen Menschlichkeit hat Frau Hollatz die eigentümliche Problematik eines Lebens gestaltet, bas, von einer dunklen Unruhe getrieben, sich selbst nicht zu begrenzen vermag. Das Landschaftliche unb Volkhafte ist auf eine ungezwungene Weise ber Erzählung eingewoben, die Hand- ntng selbst, reich an Figuren und Geschehnissen, ist bewegt, ohne je lärmend zu werden, farbig, ohne Ein Helfer dabei fit die Aufklärung. Darum ist das kleine Heft mtt dem Titel „Spione — Verräter — Saboteure", das im Einver- nehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht vom Reichsamt Deutsches Volksbil- dungswerk im Hermann Hillger-Verlag, Berlin, erschienen fit, besonders zu begrüßen. In knapper Form und kurzen Beispielen, zuweilen ledig- lich an Hand von Dokumenten, aber in der besten Form auftlärenb und belehrend, berichtet das Heft von ber Arbeitsweise des ausländischen Nachrichtendienstes und der ausländischen Spionage, von der Spionageabwehr, vom Landesverrat und seinen Folgen. Das Heft kennzeichnet die Sabotage als Schwester des Verrates unb schließt mit bem Auf- ruf zum inneren Fahneneid, der auf Verantwortung, soldatischer Ehre und Pflichttreue in allen dienstlichen Obliegenheiten beruht. Waffendienst unb Arbeit sind gleichermaßen Ehrendienst für Volk unb Staat. Wo dieser Ehrendienst geübt werde, streng, freudig und verschwiegen, da haben Spionage, Sabotage und Feirckpropaganba ausgespielt... Das kleine Heft hat eine große Mission, derentwillen es in die Hand jedes deutschen Mannes unb jeber deutschen Frau, aber auch in die Hand der Jugend gehört! B. H. F e ß 1 e r. zä*.’ *U*4a**ma innerhalb und außerhalb der Wehrmacht, zumal CDplOtlfc* -!>€tTuiCrwvDOPDCCUrC demjenigen in den Schutzorganisatioen des Staats, ber Wirtschaft und des völkischen Zusammenlebens, wie SA., hl. Hiller-Jugend, Luftschutz, Deutsche Arbeitsfront usw., wett mehr, als er es selbst oer steht, ganz persönlich die Sicherheit des Reiches unb das Wohl unb Wehe seiner Kameraden in bie Hand gegeben." Jeder muß darum gerade in diesen Dingen so handeln, als hinge von seinem Tun und Lassen der Bestaick des Volkes unb Reiches ab.