Donnerstag, 14.ZuliOZ8 188. Jahrgang ttr. 162 Erstes Statt EineMllionSiMgegnermSowjetgesängMen Minister- Am Pranger -er Wettmeinung j Von unserer Berliner Schristleiiung. News Chronicle", das international ohnedies nicht in gutem Geruch steht, ist mit dem Schwindel iber die angebliche Rede eines hohen deutschen Of- jziers so bös hereingefallen, daß es ganz verdad- »ert ist. „News Chronicle" wehklagt, das deutsche Dementi sei hart ausgefallen, die deutsche Presse taffe nicht weniger hart England und Frankreich , «wie vor allem die englische Presse an! Das jüdisch- öberale Blatt, in dem bolschewistischer Schwmdel- -afer sehr oft gegen gute Bezahlung in die Halme Meßt, hält sich in einem Anfall von schlechtem Gewissen für die — englische Presse. Pie Drahtzieher, die „News Chronicle" veranlaßt haben, sich Moskau zur Verfügung zu stellen, werden nun iud) wohl darauf stoßen, daß „News Chronicle" ^cht ungeschickt war. Es ist zunächst einmal alter Schnee, was dies Blatt aufgetischt hat, denn die Jeschichte mit der Rede des hohen deutschen Offiziers iber Spanien ist schon vor Wochen vom Moskauer Sender verbreitet und von etlichen französischen Skandalblättern nachgedruckt worden. Aber diese Skandalblätter haben nirgendwo einen Kmes, so daß »iese Sensation glatt unter den Tisch fiel, well «dermann fühlte, es sei ein dreister Schwindel von oben bis unten. Im „News Chronicle rufe das ebenfalls nicht beachtet worden fein, denn Hn Blatt, das selbst auf Sensationen verpicht ist, eistet sich einen schlechten Gefallen, wenn es mit «ächerlichen Hirngespinsten aus Moskauer Sendern und dem „Oeuvre" daherkommt. Aber nicht um den törichten Hereinfall des jüdisch- iberalen „News Chronicle" handelt es sich, sondern am den Zweck der Uebung. Das bolschewistische Gangstertum von Moskau bis Barcelona unt) darüber hinaus hat mit Unbehagen feststellen müssen, daß die totalitären Staaten gemeinsam mit Den Demokratien eine Formel gefunden haben, um wenigstens den Versuch zu machen, den spanischen (Gefahrenherd auszurotten. Wenn der Versuch tat» sachlich glückt, wenn es gelingt, die Pyrenaengrenze gu sperren, wenn kein getarnter bolschewistischer Dampfer Kriegsmaterial nach Valencia und Barcelona bringen kann, so wird der rotspanische Widerstand in verhältnismäßig kurzer Zeit zusammen- gbrechen. Aber Moskau hat so viel auf die rotspa- mische Karte gesetzt, hat so viel gewagt, um von Spanien aus Westeuropa bolschewistisch aufzurol- llen, daß jedes Mittel recht ist, um aus der spanischen Krise eine europäische Katastrophe zu machen. Wie sehr man mit allen Mitteln in diesem Augenblick versucht, das Abkommen über die Nichteinmischung und die Zurückziehung der Freiwilligen zu Hintertreiben, zeigen die Berichte von zwe i '.Franzosen aus Rotspanien, die erzäh- Üen, daß den dort kämpfenden Ausländern unter Worwänden die Ausweispapiere entzogen würden. Dafür erhielten sie neue Ausweise, Die auf geläufige spanische Namen lauteten und die spanische Nationalität des Inhabers bezeugte". In Derselben Absicht, die ausländischen Freiwilligen vor Dem Inkrafttreten des Planes als Spanier zu maskieren, seien auchdieAusländer-Brigaden «aufgelöst und ihre Mitglieder mit funkelnagel- meuen spanischen Namen in rotspanische R e - i m e n t e r eingegliedert worden. Nur zwei 1 Brigaden von Ausländern sollten zur Täuschung einer etwaigen Kontrollkommission beibehalten werden. Gerade auch diese interessante Mitteilung beweist, welch ungeheuere Angst die Roten vor •einem Inkrafttreten des Beschlusses des Nickstein- -mischungsausschusses haben, der — wie Herr Blum ganz offen zugibt — jetzt mit allen Mitteln durchkreuzt werden muß. eiferet Ausbau Der englischen Luststteiiktäste Der entflohene Gpll.-Kommissar Ljuschkow über das Moskauer Lchreckensregime. Präsidenten Spaak, er werde an der Konferenz der nordischen Staaten in Kopenhagen teilnehmen, ist nicht zu Unrecht allgemeiner Aufmerksamkeit begegnet. War sie doch einmal em Beweis dafür, daß Belgien an der vor zwei Ialften eingeleiteten Unabhängigkeitspolitik entschlossen sesthält, ja, diese Politik entgegen gerochen Einflüsterungen fremder Interessenten konsequent und verstärkt fortzuentwickeln gedenkt. Darüber hinaus waren die Aeußerungen Spaaks aber auch von Bedeutung im Hinblick auf die gesamteuropäische Lage und die sie bestimmenden Tendenzen. Zu der Kopenhagener Zusammenkunft sind von den nordi- scheu Staaten außer Belgien auch noch Holland und die Schweiz eingeladen worden. Diese Staaten sind die Träger der westeuropäischen Neutrali- tätsbewegung. Aus den Worten Spaaks ergibt sich also die interessante Tatsache, daß sich diese westeuropäische Neutralitätsbewegung mit jener des Nordens offenbar vereinen wird und daß m Kopenhagen zweifellos der Versuch gemacht werden soll, auf dieser größeren Basis die Neutralitätspolitik Offensichtlich eine Fälschung. Ere Nouvelle verlangt Nachforschungen. P a r i s , 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Während die sattsam bekannte Märchentante des „Oeuvre" getreu ihrem Moskauer Auftrage munter weiter hetzt und dreist behauptet, daß der sogenannte B e - richt eines deutschen Offiziers „in England womöglich ein noch größeres Aufsehen erregt habe als in Frankreich", stellt die radikalsoziale „Ere Nouvelle" eindeutig fest, daß diese angeblichen Erklärungen offensichtlich eine Fälschung feien, deren wahrer Ursprung leicht zu ermitteln sein würde, wenn die zuständigen Behörden alle ihnen zur Verfügung stehenden Untersuchungsmittel in Anwendung bringen würden. Das Blatt schließt mit der Aufforderung, in Paris und in London solle unverzüglich mit den unerläfelichen Nachforschungen begonnen werden. Keine olympischen Spiele in Tokio. Tokio, 14. Iuli. (DRV. Funkspruch.) Der japanische Kultusminister Kido hat, wie die Agentur Domei berichtet, am Donnerstag den Entschlafe der japanischen Regierung bekanntgegeben, die olympischen Spiele in Tokio 1940 nicht st altfinden zu taffen« Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* /.Uhr des Vormittags (6ninöpretfe für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf.. für Textanzeigen von 70mm Breits 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg. 25°/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie em- fpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf..Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenöRpf. Mengenabschlüsse Staffel B London, 13. Juli. (Europapreß.) Der am 12. Mai angekündigte weitere Ausbau der englischen Luftrüstungen hat nun neue Anforderungen des Luftfahrtministeriums notwendig gemacht. Ein Nachtragshaushalt sieht die Ausgabe von weiteren 22 901 000 Pfund (rund 285 Millionen Mark) vor. Mit diesem Nachtragshaushalt steigen die Gesamtausgaben des Luftfahrtministeriums für das tauende Haushaltsjahr auf 134,4 Millionen Pfund rund 1670 Millionen Mark). Don den zusätzlich angeforderten Summen entfallen rund 10 Millionen Pfund auf den Banne uerFlugzeuge, während der in dem ursprünglichen Haushalt vorgesehene Posten für Munition und Ersatzteile um 1,2 Millionen Pfund auf 14,1 Millionen Pfund erhöht wird. Weiter wird durch den Zusatzhaushalt Vorsorge für die Einstellung von 13 000 Offizieren und Mannschaften getroffen. DieFlugzeugausträgesürKanada „Eine rein geschäftliche Angelegenheit". ausgesetzt waren. Damit sind auch die tieferen Ursachen des Wiederauflebens der Neutralität berührt. Die Apostel des Kollektivismus und des unteilbaren Friedens mochten noch so sehr die Neutralität als eine „Pflicht- veraessenheit gegenüber der Staatengemeinschaft" brandmarken — am Ende liefe sich doch die Erkenntnis nicht aufhalten, daß mit jenen Methoden nicht die kollektive Sicherheit, sondern eine kollektive Gefahr organisiert wurde. Wenn heute auf dem gesamteuropäischen Feld eine allgemeine Reaktion gegen diesen Kollektivismus im Gange ist, so kommt das also praktisch einem Mißtrauensvotum gegen die englisch-französische Nachkriegspoli- tik gleich, vor allem gegen die von den beiden Westmächten geduldete und geförderte Einschaltung Moskaus in die europäische Politik. Es erscheint dabei wie eine Ironie der Geschichte, daß sich dieser Schachzug der beiden Westmächte schließlich gegen fie selbst gewendet hat, und daß das an sich chon verderbliche kollektive System durch die In- izierung mit dem bolschewistischen Bazillus vollends ad absurdum geführt worden ist. Zwanzig Jahre verrufen und verpönt erweist nun der Neutralitätsgedanke wieder stärker denn je feine Anziehungskraft. Man mag in Genf und Paris und erst recht natürlich in Moskau diese Entwicklung mit Unbehagen verfolgen, man mag sich z auch die größte Mühe geben, um diesen Prozeß zu stören und zu erschweren. Tatsache ist, daß die Flucht aus der Kollektivität in die Neutralität heute nicht mehr aufzuhalten ift Der Wille zu einer auf Vertrauen und nicht auf kollektivem Mißtrauen begründeten europäischen Ordnung hat sich mit elementarer Gewalt Bahn gebrochen. tisch. ren\ArQU hol» ■la9 A. Anton & (fr • nettes Bilderbuchs Ethier Fritz Saur 1 Märchen gestaltet. ? in Diersarbendn lustigen Randleisten ir ' kindlichen Vorstellung ipp: So solltül hläge für Gesunde L i, vernünftigen ßebr äßen Heilmethode. 1 itet von Dr. med, G i, 191. bis 200. TaiA Mark. Verlag Kösel ir. — „So sollt ihr W bald fünf Jahrzehnt." ßanbpfarrer Seich" Englands Nahrungsmittel- Versorgung. Llohd George gegen Chamberlain. London, 13. Juli. (Europapreß.) Die Haltung der Regierung gegenüber der Landwirtschaft war am Mittwoch das Ziel heftiger Angriffe im Unterhaus, die sämtlich von der Voraussetzung ausgingen, daß England im Kriegsfälle verhungern müsse, wenn die Regierung nicht im Zuge ihrer Rüstungen auch die Nahrungsmittelproduktion bis zum Aeußersten steigere. Unmittelbaren Anlaß zu diesen Angriffen gab die Rede des Ministerpräsidenten in Kettering Anfang des Monats, in der Chamberlain erklärt hatte, daß England in erster Linie ein Industriestaat und eine große Nahrungsmittelproduk- tion nicht wünschenswert sei. befestigen. Auf eine Frage, warum die nach Ljusch- kows Schilderung so große Anti-Stalin-Be- roegung nicht aktiv werde, erklärte Ljuschkow, daß die ermordeten Anti-Stalinisten unfähige Politiker gewesen seien, die Stalin nur im engsten Kreise kritisiert hqtten. Ständig seien sie überwacht worden, und ihr Leben, wie auch das ihrer Angehörigen, sei dauernd bedroht gewesen. Heute herrsche in der Sowjetunion der absolute Terror Stalins, der sich mit willfährigen, schwächlichen und charakterlosen Personen umgaben habe. Zum Schluß wiederholte Ljuschkow, daß an der Mandschureigrenze ft arte s o w j e tr u ss i s ch e Truppenmassen konzentriert würden, die meist in kleineren Abteilungen untergebracht seien, um dadurch Verschwörungen zu verhindern. In seiner Außenpolitik sei Stalin ein Abenteurer, der mit dem Mittel arbeite, eine Bedrohung Sowjetrußlands durch Japan vorzuspiegeln. Stalin unterstütze Tschiangkaischek und habe geheim mit Sun Fo verhandelt. Sein Ziel sei, den Chinakonflikt in die Länge zu ziehen und Japan zu schwächen. Stalin habe keineswegs Sympathien für China, er benutze es nur als Werkzeug gegen Japan. Die wahre Absicht Stalins sei, ein durch lange Kämpfe geschwächtes China zu bolschewisieren. Die Drohung der rotspanischen Bolschewisten, rote Bomber über italienische Schiffe und Städte fliegen zu lassen, wurde in London und Paris abge- 'dreht. Gleich darauf tischten französische Skandalblätter, die von und für Wirrköpfe geschrieben wer- iden, die abscheulich dumme Lüge des Moskauer Senders über die angebliche Spanienrede eines deutschen Generals auf. Wieder vergeblich, obschon mach Auffassung der Bolschewisten aus der Sache »etwas zu machen gewesen wäre. Die Verwirrung in bolschewistischen Kreisen wurde um so größer, als im Nichteinmischungsausschuß endlich eine Verständigung erreicht wurde, die die Taktik Moskaus bisher immer zu hintertreiben verstanden hatte. War schon das bolschewistische Märchen ruchlos und gemein, so wurde es dennoch für wirksam gehalten, wenn die öffentliche Meinung in England darauf hineinfiel. „News Chronicle" weiß heute gegen die deutsche Darstellung der höchst interessanten Zusammenhänge über das Entstehen dieser Lugen- meldung sachlich nichts entgegenzusetzen, denn niemand wird eine von diesem Blatt veröffentliche Aeußerung des englischen Oppositionsliberalen Roberts ernst nehmen, in der dieser, sich DerJ.efen windend, sagt, das Dokument über den angeblichen Vortrag habe „alle Anzeichen der Echtheit an sich . Um fo bemerkenswerter ist die Tatsache, das „News Chronicle" davon zu berichten weiß, daß eine große Anzahl von Oppositionsabgeordneten wegen dieser Enthüllungen Anfragen im Unterhaus stellen wollen, d. h. also, man hat bereit 5 vor Tagen eine Unterhausdebatte vorbereitet, um an Hand einer aus Moskau stammenden Lüge über die englische Opposition der Spanienpolitik Chamberlains und dem Zustandekommen einer Einigung in der Freiwilligenfrage jede nur mögliche Schwierigkeit zu bereiten. Deutlicher kann m'an die eigene Taktik nicht verraten. Der Zweck der Uebung war also, dem Ministerpräsidenten Chamberlain innerpolitische Schwierigkeiten zu machen; es ergibt sich also zwingend, daß „News Chronicle" nur den Auftrag hatte, durch I die Veröffentlichung Unruhe hervorzu- rufen. < . Daß die roten Drahtzieher in London und Paris über die unglaubliche Torheit des Moskauer Märchens unterrichtet waren, geht daraus hervor, daß das französische Marxistenblatt „Peuple" dreist und frech schrieb, die ganze Sache könne ja erlogen und geschwindelt sein, allein sie sei trotzdem bedeutsam genug! Da haben wir das Eingeständnis, daß es sich Um einen frechen und dreisten Schwindel handelt, daß es aber den großen Drahtziehern mcht auf diesen Schwindel angekommen ist, sondern darauf, internationale B r u n n e n v e r g, f - tung in ungeheurem Ausmaß zu machen. Sie sind einander wert: die Moskauer Henker und Friedensstörer, die Brandstifter von Valencia und Barcelona, die Giftköche des „News Chromcle" und des „Peuple". Sie stehen heute wieder einmal von der öffentlichen Meinung gestäubt und gebrandrnarkt da, sie können sich hinter die Ohren schreiben daß ihr Handwerk das schmutzigste und verächtlichste das es gibt. Aber solange die öffentliche Meinung in den westlichen Demokratien sich nicht dazu auf- rafft, diese Giftköche und politischen Gangster preis- zugeben, solange wird der Frieden Europas, wird die Gesittung und die Wohlfahrt der Volker von diesem roten' Banditentum gefährdet fein. u. d. Stalins Politik in Ostasien. Tokio, 13. Juli. (DNB.) Der kürzlich nach Mandschukuo entflohene und jetzt in Tokio befindliche GPU.-Kommissar des Fernen Ostens, Ljuschkow, schilderte Ausländskorrespondenten die Zustände im Stalin-Rußland. Ljuschkow ist seit der bolschewistischen Revolution in der Sowjetunion tätig gewesen und hat als Mitglied der Unter- siichunasbehörden in zahlreichen Mordprozessen der letzten Jahre gegen die StalimOpposition mitgewirkt. Er erklärte, daß über eine Million Menschen in den Sowjet-Gefängnissen säßen. Da die Gefängnisse überfüllt seien, habe Stalin besondere Lager für d i e Todeskandidaten eingerichtet. Westlich des Urals gebe es 30 solcher Lager und in Sibirien 5. Mehr als 10 000 hohe Regierungsbeamte und Offiziere der Roten Armee feien Stalins Blutterror bereits zum Opfer gefallen. Es sei unwahr, daß Sinowjew und Kameneff Spionage-getrieben hätten oder daß die Trotzkisten Beziehungen zu Deutschland untechalten hätten. Unwahr sei auch, daß Sinowjew und Kameneff mit der Opposition um Bucharin in Verbindung gestanden hätten. Besonders den Fall Kirow habe Stalin zum Anlafe genommen, um zahlreiche Gegner zu voranzutreiben. Diese Vorgänge verdienen stärkste Beachtung. Laufen sie doch auf nicht weniger als auf eine Wiedergeburt d e r Neutralität hinaus, eines Prinzips, das sehr zu Unrecht in den letzten zwanzig Jahren in den Hintergrund getreten war. Das lag freilich nicht darin begründet, daß die Neutralität irgend etwas von ihrem friedenfördernden Wert, von ihrer segensreichen Bedeutung für das zwischenstaatliche Leben eingebüßt hatte. Es mar vielmehr so, daß von der Versailler und Genfer Politik her die Neutralität als ein störender Fremdkörper in jenem System der „kollektiven Sicherheit" empfunden wurde, das ganz mechanisch und automatisch jeden Staat in jeden Konflikt hineinziehen wollte. Dieses System, das seine Gefährlichkeit und seine Unnatur unter der Formel vom „unteilbaren Frieden" verbarg, sollte die größte Errungenschaft der Nachkriegszeit sein. In Wahrheit war es der größte Irrtum und Betrug zugleich. Der größte Irrtum, weil die Volker heute wie ehedem zwar für ihre eigenen Lebensinteressen zu kämpfen bereit sind, nicht aber um irgendwelcher wesenlosen Paragraphen willen marschieren. Der größte Betrug, weil es auch in der internationalen Politik keine Unfehlbarkeit gibt und weil die Genfer Sanktionsmaschinerie und die von der Liga vertretenen Prinzipien von Anfang an schwerstem. Mißbrauch krfchetttt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Vießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monair-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . . - 25 . Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Lernsprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: ZranNurt am Main 11686 Diese Entwicklung hat im einzelnen sehr verschiedene Formen angenommen. Je nach der politischen Ueberlieferung der geographischen Lage und schließlich auch nach dem Stande der eigenen öffentlichen Meinung steckt man noch in den Anfängen oder ist man schon weiter vorangekommen. Da sind zunächst die westlichen Staaten, wie Holland, Belgien und sodann die Schweiz. Aus dem ihnen gemeinfapien Bestreben, sich auf jeden Fall aus fremden Konflikten herauszuhalten, haben sie zunächst sich darum bemüht, von den Genfer Fesseln loszukommen. Vollständig _ und mit allgemeiner, wenn auch von den Westmächten schweren Herzens gegebener Zustimmung hat die Schweiz dieses Ziel durch die Rückkehr zu ihrer klassischen Neutralitätspolitik erreicht. Holland und Belgien wiederum sind bisher nicht so weit vorgedrungen. Immerhin nehmen sie heute das Recht der eigenen Entscheidungsfreiheit gegenüber dem Genfer Sanktionsartikel für sich in Anspruch, ohne daß fie allerdings die Anerkennung dieses Rechtes von der Genfer Liga bisher erreicht hätten. Hand in Hand mit dieser Loslösung von Genf ging das positive Programm. Belgien und die Schweiz schufen sich ihre Sicherheit durch Garantieerklärungen der Nachbarstaaten. Im Fall Belgien ge- schah dies auf der Basis der Unabhängigkeit, wah- itznd die Schweiz auf der Basis der Neutralität zum Ziele kam. Holland ging insofern seinen eigenen Weg, als es feine Unabhängigkeit als eine London, 13. Juli. (Europapreß.) Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood kündigte im Unterhaus die Entsendung einer Militärabordnung nach Kanada zur Vergebung von Auf-. trägen für den Bau englischer Bombenflugzeuge an die kanadische Industrie an. Die Abordnung soll auch die Ausbildung englischer Flieger In Kanada vorbereiten. In Ottawa soll von dem kanadischen Ministerprästden- den Mackenzie King erneut betont worden sein, daß die Ausbildung der englischen Piloten i n k a - nadisch en Fliegerschulen vorgenommen werden müsse und Kanada unter keinen Umständen seine Zustimmung dazu geben könnte, daß auf seinem Hoheitsgebiet einer anderen Macht (also England) unterstehende Militärstreitkräfte stationiert würden. Die Entscheidung über Krieg und Frieden hänge von dem kanadischen Parlament und n i ch t von England ab. Weiter habe der Ministerpräsident betont, die kanadische Regierung halte es für wünschenswert, wenn die von England an die kanadische Industrie gegebenen Rüstungsaufträge als eine rein geschäftliche Angelegenheit behandelt würden. Zum Sprecher der Kritiker machte sich der ehemalige Ministerpräsident Lloyd George, der den Ministerpräsidenten beschuldigte, das Wohl des Landes zu vernachlässigen. Die englische Bevölkerung sei seit dem Jahre 1914 um fünf Millionen g e ft i e g e n , während die Nahrungsmittelerzeugung flurücf gegangen sei. Ueberaü m England, sagte Lloyd George, sei immer mehr anbaufähigen Landes brach gelegt worden; seit dem Jahre 1921 seien nahezu ein Drittel der landwirtschaftlichen Arbeiter in die Städte abgewandert, während die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Jugend um 44 v. H . zurückgegangen sei. Wenn der Ministerpräsident in Kettering erklärt habe, daß England sich in feiner Nah- rungsmittelversorgung auf seine Schisse verlassen könne, fuhr Lloyd George fort, so müsse er daran erinnern, daß auch der englische Schiffsbestand seit dem Kriege zurückgegan- g e n sei, während die U-Boot-Gefahr heute größer denn je sei. Hinzu käme noch die Gefahr von Luftangriffen auf Handelsschiffe, die im letzten Kriege überhaupt nicht bestanden hätte. Lloyd George schloß mit der Forderung an die Regierung, alles Daran zusetzen, um die Produktion der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erhöhen. LSF! Hw w- 41'1 33 hbis 59 to'b”4 b's 50), cl™ 6i5 «I ! b>- 37), c Mf, 37 (57) bl\J"s! 50 (MH,?,6 ,Si *' und k " tabTL778 Ä 4"!? i.a -ljch a) 80 Wihfr . bis 80 a 65“ttnsW C’W bi-1 »■ -» ö ®emüfetnarft Stachelbeeren in Cnc. ^lebhaften < ö ^-sührt. 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Schristieitung und SejchSsttftelle: Schulftrahe 1 t ME' । Achsen oder In der der elber mitschuf, blenden lassen, sondern blieb im Glück und Unglück der Deutschen Station stets der Stimme seines Gewissens gehorsam — ein unbe« techlicher und offener Mahner. Kirdorf nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es galt, im allgemeinen Interesse die Schwächen der wilhelminischen Aera oder des späteren Parteienstaates aufzudecken. Schon, als er mit Bismarck an einem Tische saß, hat er die mangelnde völkische Grundlage des damaligen Kaiserreiches erkannt. In einer vom KohlensynDi- ©er „Wilhelm Gustloff" wieder in der Heimat. Der Kongreß „Arbeit und Freude" ein voller Erfolg. Dr. Ley, der die Reise mitgemacht hatte, erklärte: „Ich freue mich außerordentlich, wie schön alles verlaufen ist. Ich habe gesehen, daß eine solche Reise die be st e Erholung ist, die man einem Menschen geben kann. Es ist nur zu hoffen, daß wir mit der Zeit viele solcher Schiffe bekommen, um die ganze breite Masse unseres Volkes daran teilnehmen lassen zu können und um die Idee von der Freude und der Arbeit möglichst weit in die Welt hinauszutragen. Sie wird ein wirksames Gegengewicht gegen die Haßgesänge der kommunistischen Internationale sein. Der Weltkongreß „Arbeit und Freude" in Rom war wundervoll, ja begeisternd. Jeder, der an ihm teilgenommen hat, wird davon überzeugt sein, daß diese Idee von der Freude und der Arbeit marschiert, und daß vor allem Deutschland und Italien führend in dieser Arbeit sind." Geheimrat Emil Kirdorf. — (Scherl-Bilderdienst-M.) lusk, der Sie und die Ihren betroffen hat, bitte ich Sie, die Versicherung meiner herzlichen Anteilnahme entgegenzunehmen. Die Verdienste, die sich der Verstorbene um die deutsche Wirtschaft und die Wiederauferstehung unseres Vol- kes erworben hat, werden mir unvergessen bleiben. Adolf Hitler." Reichswirtschaftsminisler Junf sandte an Frau Kirdorf folgendes Beileidstelegramm: „Soeben erhalte ich die Trauerkunde, daß Emil Kirdorf in die Ewigkeit eingegangen ist. Wit Ihnen stehe ich lief erschüttert an der Bahre dieses hervorragenden Wenschen und Wirlschaftsführers, dessen Tod nicht nur die gesamte deutsche Wirtschaft, sondern auch das ganze nationalsozialistische Deutschland auf das tiefste bedauert. Emil Kirdorf war nicht nur der erfolgreiche Vorkämpfer für die nationale Wirtschaftskraft, sondern auch der Wegbereiter unseres Führers Adolf Hitler in der deutschen wirt- d) a ff. In der Geschichte des deutschen Bergbaues wird der Vame Emil Kirdorf für alle Zeiten als leuchtendes Vorbild verzeichnet werden. In aufrichtiger Anteilnahme Walter Funk." Die amerikanischen Weliflieger auf ihrer letzten Etappe Bereits über den Vereinigten Staaten. Eine Deutsche von polen exmittiert. Posen, 13. Juli. (DNB.) In einem Dorfe des Kreises Schubin wurde am Dienstag die deutsche Ansiedlertochter Ohlinger, die 1919 Alleinerbin eines 62 Morgen großen Bauernhofes wurde, nach einer Klage des polnischen Fiskus exmittiert. Für die glänzend bestellte Wirtschaft mit sämtlichem Inventar wurden der exmittierten Deutschen etwa 7500 Zloty zugebil- hat Rach Abzug verschiedener Gebühren, Neuschätzungen, Gerichtskosten usw kam es zur Auszahlung von insgesamt 4300 Zloty. Die Möbel der exmittierten Deutschen wurden, da diese zunächst kein anderes , Unterkommen hatte, a u f d i e Q V 9 c f i 11 und damit einem um die Mittagsstunde niedergehenden Gewitterregen mit allen seinen verheerenden Folgen schutzlos ausgesetzt. Emil Kirdorf i”. Essen. 13. Juli. (DNB.) Geheimrat Emilkir- darf, der Nestor des deutschen Bergbaues, ist in der Nacht zum Mittwoch auf dem Streithof bei Mülheim an der Ruhr im Alter von 91 Jahren verstorben. Der Führer und Reichskanzler Hal an Frau Kirdorf, Mülheim/Ruhr-Speldorf, folgendes bolschewistische Front bereits an mehreren Stellen durchbrochen und die ersten sowjetspanischen Verteidigungslinien auf breiter Front eingedrückt. Die nationalen Truppen unter dem Oberbefehl General Darelas rückten in drei Kolonnen vor, die mittelste ging längs der Straße Teruel — Sagunt vor, die beiden anderen parallel dazu nördlich und südlich der Straße. Die nördliche Kolonne erreichte in raschem Vorstoß die Straße zwischen Mora de R u ° bielos und Albssntosa; dadurch sind die starken bei Mora de Rubielos stehenden feindlichen Kräfte nahezu eingeschlossen. Die mittlere Kolonne umzingelte nach Ueberwindung des feindlichen Widerstandes den Ort S a r r i o n. Als der Feind erkannte, daß die Aufgabe Sarrions unvermeidlich war, sprengte er die Kirche und eine Reche Gebäude, bevor er flüchtete. Die Nationalen stießen über Sarrion hinaus vor und befinden sich bereits 40 Kilometer von Teruel entfernt bei Albe n t o s a an der Straße Teruel—Sagunt, das sie umzingelten. Die nationale Luftwaffe, die das Vorgehen der Infanterie nachhaltig unterstützte, schoß vier rote Jäger und einen Martin-Bomber ab. riiejler, Achlllß des Reinigung M wurde ^kleine kr NSDAP Sl"l)ofei Glieder A reiMle Wen ti 85 bis k ^ernahme d Schwaben dm Holz und das W des g ^lpenblunien Seietffu Nt den Po a es für ihr, H* r-eü ^enlreuzfah ««Uesen r ft** ® h"3 Well ÄÄS grotesk- Kleids steten des ba5 SÄ Htenho Mch j0J.r9 Ut KS w« u Le- fittli* Stt ,iine1 S-c «°Khr° fYJ Ms» »öH’A; wendet »er Regung beir Das Leben Emil Kirdorfs ist gekennzeichnet durch unermüdlichen Kampf und einzigartigen Erfolg. Als jüngster von drei Söhnen des Webereibefitzers Martin Kirdorf in Mettmann geboren, oerbanb Emil Kirdorf fein Schicksal mit dem Ruhrbergbau. 1872 übertrug man ihm die kaufmännische Leitung der Gelsenkirchener Bergwerks-AG., die er durch eine 15jährige schwere Wirtschaftskrise hindurch und aus kleinen Anfängen heraus zur bedeutendsten Montangesellschaft Europas machte, die nach dem Kriege und dem Versailler Diktat mit einen die Ruhrwirtschaft schwer erschütternden Aus- virkungen berufen war, der Mittelpunkt der wirt- chaftlichen Wiederaufbau- und Zusammenschluß- beftrebungen zu werden, die in der Schaffung der Vereinigten Stahlwerke ihre Krönung fanden. Als Kirdorf im Jahre 1926 von der Führung zurücktrat, hatte er 53 Jahre lang der Gelsen- kirchener Gesellschaft und fast 55 Jahre lang dem lands, wie nach der Seite der Sowjetunion. Polen habe beschlossen, an der Ostsee ein Partner zu schöpferischer Zusammenarbeit und nicht ein Konkurrent zu sein, lieber Artikel 16 des Völkerbundspaktes hätten Lettland und Litauen die gleiche Anschauung wie Polen, die nordischen Staaten und Estland. Der der Regierung nahestehende „Expreß Poranny" stellt fest, daß die zahlreichen Besuche des polnischen Außenministers bei den baltischen Nachbarn Polens die Welt daran erinnern, daß Polen ein baltischer Staat sei. Das Militärblatt „Polska Zbrojna" schreibt, die beste Gewähr für die Bewahrung des Gleichgewichts im Ostseeraum sei die uneingeschränkte Unabhängigkeit der baltischen Staaten, eine Unabhängigkeit, die die polnische Außenpolitik stets voll würdige. Das Echo der Oaladier-Rede „In Prag zur Verständigung raten". Paris, 13. Juli. (Europapreß.) Die Daladier- Rede hat in der französischen Presse ein außerordentlich günstiges Echo gefunden. Die feste Erklärung des französischen Kabinettschefs, daß er nicht an einen Krieg in Europa glaube, und seine zum Ausdruck gebrachte Hoffnung aüf eine europäische Entspannung sind in der französischen Oef- fentlichkeit mit Erleichterung aufgenommen worden. Der „Temps" schreibt, niemand habe ein Interesse daran, die in den englisch-italienischen Beziehungen eingetretene Entspannung zu beeinträchtigen. Mit besonderem Nachdruck werden von dem halbamtlichen Blatt die von dem französischen Ministerpräsidenten an die Adresse Deutschlands gerichteten Worte vermerkt. Es wird die Tatsache unterstrichen, daß Frankreich zu seinen Bündnis- Derpffid)tungen gegenüber der Tschecho - Slowakei st^he, jedoch gleichzeitig betont, daß dies Frankreich ein Recht daraus gebe, bei der tschecho-slowakischen Regierung seinen ganzen Einfluß geltend zu machen, um ihr zur Verständigung zu raten und keine Anstrengung zur Aufrechterhaltung des europäischen Friedens unversucht zu lassen. Die Rede des Ministerpräsidenten sei ein „klares Bekenntnis des unerschütterlichen Willens Frankreichs, einen Frieden der Würde und der Achtung vor den Gesetzen auftecht zu erhalten". Das Journal des' Debats" schreibt, Daladier habe den friedlichen Absichten Deutschlands, die so oft vom deutschen Reichskanzler öffentlich versichert worden seiep, ehrenvolle Anerkennung gezollt. Frankreichs Feinde hätten auf den Schlachtfeldern die militärische Achtung der Franzosen errungen. Man wolle nicht zögern, dies ausdrücklich zu sagen, und die Franzosen glaubten auf der anderen Seite, daß man ihnen nicht die gleiche Anerkennung verweigern werde. „Wenn ihre Kräfte und die unsrigen, statt sich in gegenseitigem endlosen Kampfe abzunutzen, zur Organisierung des Friedens sich vereinigen würden, dann könnte dies nur zum Heile Europas und vielleicht der ganzen Menschheit sein." Rationaispanische Offensive ans(Sagunt Bereits am ersten Tage iiberSarrion hinaus Pans, 13. Juli (Europapreß.) Die anqekün- dlgte große nationalspanische Offensive in der Judjtung auf Sagunt hat am Mittwochmorqen mit voller Wucht eingesetzt. Von der Morgendam- merung an nahmen die Artillerie und die Luftwaffe ihre Tatiakeit südlich von Teruel mit voller Wucht auf, um die gegnerischen Linien sturmreif zu machen. Vorrmttags ging dann die Infanterie Francos m mehreren Sturmwellen flum Angriff vor, q lfz 2Ir.!’tIcric ihr Sperrfeuer vorverlegte und die Luftwrfte das rückwärtige Gelände hinter den sowietspanisck)en Stellungen bombardierte, um Die Heranführung von Verstärkungen zu verhindern. In den frühen Nachmittagsstunden war die Hamburg, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) den frühen Morgenstunden traf das Flaggschiff KdF.-Flotte „Wilhelm G u st l o s f" von Jtalienreise wieder in Hamburg ein. Eine vielköpfige Menschenmenge hatte sich zur Begrüßung eingefunden. Frohes Winken und Rufen von Huben nach Drüben setzte ein, als das Schiff vor Anker ging. Beladen mit vielerlei Erinnerungsstücken und noch ganz erfüllt von den schönen, unvergeßlichen Eindrücken ihrer Reise, zogen in langer Reihe die Urlauber mit ihren Koffern über die Laufbrücke an Land. Selbstverständlichkeit bezeichnete, die einer formellen Garantie nicht bedarf. Der andere Träger der Neutralitätsbewegung, die nordische Staatengruppe, hat von Haus aus schon den Vorteil, daß sie außerhalb der eigentlichen europäischen Konfliktsbereiche liegt. Aber auch hier haben die Sanktionserfahrungen und das Vorhandensein einer so unheimlichen Macht wie der Sowjetunion zu einem immer lebhafteren Interesse für die Fragen der Unabhängigkeit und Neutralität geführt. Das heutige Verhältnis dieser Staaten zu Genf entspricht dem Belgiens und Hollands. Wie diese, so lehnen auch die nordischen Staaten den Zwangscharakter des Artikels 16 ab. Auch sie behalten sich das Recht vor, ihre eigenen Entschlüsse in den Fällen einer etwaigen Anwendung des Sanktionsartikels zu treffen. Freilich rft auch ihnen die Anerkennung und Billigung dieses Standpunktes von der Genfer Liga versagt geblieben. Es sind zweifellos gute Absichten, die hinter dieser Distanzierung der nordischen Staatengruppe auf Genf stecken. Sie knüpfen damit an ihre besten lleberlieferungen an. Anderseits liegt aber auch die Halbheit ihrer augenblicklichen Position klar zutage. Einmal schwebt über diesen Staaten immer noch die Gefahr, daß die von ihnen proklamierte Ent- scheidungsfrecheit gegenüber Artikel 16 nicht anerkannt wird und daß man gegebenenfalls mit ent- sprechei-vem Druck doch noch versuchen kann, die nordische Gruppe irgsnbroie wieder einmal in Die Sanktionsmaschinerie hineinzuzwängen. Darüber hinaus ist aber brr Anspruch, lediglich nach eigenem, subjektiven Ermessen entscheiden zu wollen, ob eine „kollektive Aktion" berechtigt ist oder nicht, zweifellos sehr anfechtbar. Die Genfer Liga ist ja nicht zuletzt an der Unmöglichkeit gescheitert, in Konfliktsfällen — siehe Abessinien — eine objektive Entscheidung über den „Angreifer" zu erzielen, denn der Rat der Liga hat sich eben als alles andere, nur nicht als eine wirklich objektive Instanz erwiesen. Wenn nun jedes Genfer Mitglied alle diese Entscheidungen lediglich aus eigenem E r - messen vornehmen will, dann kann das Uebel nur noch verschlimmert werden. Auch von hier aus ergibt sich also wieder die Schlußfolgerung, daß eine klare Position nur dann erreicht werden kann, wenn man dem Genfer Irrgarten radikal und vollständig den Rücken kehrt und einen endgültigen Trennungsstrich gegenüber dem Sanktionsgedanken zieht. Man täte Den nordischen Staaten nun allerdings gewiß unrecht, wollte man ihnen Tendenzen, wie die eben angedeuteten, unterstellen. Wenn sie heute Handlungsfreiheit in der Sanktionsfrage in Anspruch nehmen, so geschieht das gewiß nicht, um den Genfer Irrwahn noch mehr auf die Spitze treiben zu können. Vielmehr handelt es sich hier um einen positiven Vorgang, um eine Etappe in dem Kampf um die völlige Loslösung vom Kollektivismus. Und viele Anzeichen sprechen dafür, daß dieser Kampf nun auf der Kopenhagener Konferenz in eine neue, interessante Phase treten wirb. Der Ausgangspunkt für Kopenhagen unb zugleich der Wegweiser für die Arbeit der Konferenz ist bas neue Neutralitätsstatut der Schweiz. Die uneingeschränkte Neutralität der Eidgenossenschaft ist zwar von den Westmächten in jeder Weise als ein „Sonderfall" hingestellt worden, der unter keinen Umständen Schule machen dürfe. Das ändert fteilich nichts daran, daß gerade dieser Sonderfall im Mittelpunkt der Kopenhagener Beratungen stehen und st ä r k st e Anziehungskraft ausüben wird. Erst kürzlich hat der norwegische Außenminister K o h t diese Frage berührt. Vor dem norwegischen Parlament erklärte er, daß sich die Schweiz in einer besonderen geographischen und völkerrechtlichen Lage befinde, daß jedoch eine Reihe der Argumente, mit denen sie ihre völlige Neutralität durchsetzte, auch auf die anderen kleineren Staaten zutriftt. Das ist sehr deutlich und zeigt, in welcher Richtung man in Kopenhagen zu operieren gedenkt. Es ist , sogar nicht ausgeschlossen, daß sich die Träger der Neutralitätsbewegung im Sinne des Schweizer Vorbildes orientieren und entsprechende grundsätzliche Forderungen auf der nächsten Genfer Tagung zur Sprache bringen werden. Es muß dahingestellt < bleiben, wie weit diese Staaten dabei zunächst kommen werden, lieber eines kann man allerdings schon jetzt klar sehen: der ihnen allen gemeinsame . Wille, den eingeschlagenen Weg unbeirrt fortzu- ' setzen, ist stärker denn je vorhanden, und er bildet ' eine Realität, mit der die europäische Politik ’j rechnen muß. Deutschland hat diesen Bestrebungen ■ und Tendenzen von Anfang an größtes Verständnis entgegengebracht. Es sieht in dieser Neutralität- 1 bewegung ein wesentliches und bedeutsames Ele- : ment Der Neuordnung der europäischen Verhältnisse, und es kann diese Neutralitätspolitik um so mehr begrüßen, als alle diese mittleren und kleineren ; Staaten Damit nicht nur ihrem eigenen Interesse ' Dienen, sondern auch im wohlverstandenen Interesse Des europäischen Friedens handeln, wenn sie es ad- lehnen, sich in irgendwelche Mächtegruppierungen und Frontstellungen gegen Dritte einreihen zu lassen. Dr. Hans von Malottki. Oer polnische Außenmnnster in Riga. Polens Rolle im Baltikum. Neuy or k, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der amerikanische Welt flieg er Howard Hughes ist am Mittwoch um 1.0,08 Uhr MEZ. in der ostfibirischen Stadt Jakutsk gelandet und 13 Uhr zum Weiterflug nach Alaska gestartet. Am Mittwoch um 20.17 Uhr Neuyorker Zeit landete er in Fairbanks (Alaska) und flog bereits um 21.26 UhrnachNeu- york weiter. Dem Flughafen Edmonton (Kanada) hat er funkentelegraphisch mitgeteilt, daß er Kurs auf St. Paul (Minnesota-US^.) halte. Howard Hughes nähert sich mit feinem Flugzeug „Neuyork Worldfair" seinem Endziel. Mit großem Interesse hat Die Weltöffentlichkeit diesen Versuch verfolgt, in noch weniger als sieben Tagen den Erdball zu umfliegen. Besondere Aufmerksamkeit rief es hervor, daß es sich bei Howard Hughes keineswegs um einen Berufsflieger handelt, dem etwa der Ehrgeiz weitgesteckte Ziele gestellt haben könnte. Er ist ein schwerreicher Mann, der fein vielfaches Millionenoermögen voll in den Dienst Der Fliegerei gestellt hat. Howard Hughes tauchte vor Jahren zunächst in Hollywood auf, um sein Talent als Filmregisseur zu erproben. Dort lernte er auch seine spätere Frau, Katherine Hep - burn, kennen. In Hollywood drehte Hughes eine Reihe von Fliegerfilmen. Diese Beschäftigung mit fliegerischen Problemen führte ihn völlig der Fliegerei zu. Er errichtete in Kalifornien ein Flugzeug- Konstruktionsbüro und verpflichtete eine Reihe von bekannten amerikanischen Ingenieuren, ihm ein Flugzeugmodell auszuarbeiten, mit dem er eine Reihe von Rekorden aufstellen könne. In der Tat gelang es Howard Hughes, am 13. September 1935 dem Franzosen Delmotte den bisher von diesem gehaltenen Geschwindigkeitsrekord zu rauben. Hughes erreichte mit feinem Flugzeug eine Geschwindigkeit von 567 Kilometern in der Stunde. In dieser Zeit stellte er auch einen Rekordauf der Strecke Los Angeles— Neuyork auf und flog von der pazifischen zur atlantischen Küste mit einer Geschwindigkeit von 526 Kilometern in der Stunde. Sein Traum war jedoch immer, den von dem Piloten Wiley P o st am 15. bis 22. Juli 1933 aufgestellten Rekord Aur Umfliegung der Welt zu schlagen. Jahrelang gingen hierzu Die Vorbereitungen. Ruhrbergbau in ieitenDer Stellung gedient. Zum Schicksal für Den Ruhrbergbau aber wurDe es, daß Kirdorfs wirtschaftlicher Klarblick weit über Die ihm Nun steht Howard Hughes vor der Erfüllung seiner Träume. Es ist bereits der fünfte Versuch, den Flug um die Welt zu machen. Den Der amerikanische Millionär HowarD Hughes jetzt unternommen hat. Schon 1924 ist Der erste Flug um Die Welt erfolgreich unternommen worden. Es war sogar ein Grupvenflug, den Die Amerikaner Damals Durchführtsn. Aber es Dauerte vom 19. März bis zum 28. September, also über sechs Monate, bis die Drei Flugzeuge, Douglas-Zweidecker, die von Den Fliegern Smith, Nelson und Wade geführt wurden und die in Wasserflugzeuge verwandelt werden konnten, ihr Ziel erreicht hatten. Ihre Strecke führte über Seattle, den nördlichen Teil des Stillen Ozeans, Japan, Saigon, Kalkutta, Persien, Paris und Island. Im Jahr 1931 vollbrachten Post und G a t y auf einem Lockheed-Dega-Wasp-Flugzeug die damals hervorragende Leistung, den Flug um Die Welt in 17 Tagen auszuführen. Sie flogen von Neuyork über Berlin, Moskau, Sibirien, Kamtschatka und Alaska wieder nach Neuyork, nahmen alfo Den Weg, Den jetzt auch Hughes gewählt hat. Den bis jetzt bestehenDen RekorD für den Flug um die Welt stellte vom 15. bis 22. Juni 1933 der berühmte einäugige Flieger Wiley Post auf, Der genau 7 Tage 18 Stunden 50 Minuten mit demselben Flugzeug, das durch automatische Steuerung und Radiokompaß verbessert war, brauchte. Ein tragisches Ende nahm der vierte Versuch, Der Flug der berühmten Amelia E ar Hardt, Die Die längste Strecke näher dem Aequator gewählt hatte, über Den südlichen Stillen Ozean, nachdem sie den Süd- atlantik, Afrika und Asien überquert hatte. Im Juli 1937 ist Die Fliegerin Dann mitten im Stillen Ozean verschollen. Hughes, Der wie Wiley Post die kürzeste Strecke gewählt hat, weicht damit von Der vom Internationalen Aeronautischen Verband festgesetzten Strecke ab. Der Bibesco-Po- k a l für einen Schnelligkeitsrekord beim Fluge uffe die Welt wird für eine festgelegte Strecke mit Stationen in Karachi, Tokio, San Franzisko, Neuyork und einer europäischen Hauptstadt, Die vorher gewählt werden muß, zuerkannt. Der erste Gewinner Des Pokals muß über 100 Kilometer in Der StunDe zurückgelegt haben, was für moderne Flugzeuge ja ein Leichtes ist, aber enDgültig geht Der Besitz nur an Den Flieger über, Der eine mittlere Geschwindigkeit von 500 Kilometer in Der Stunde erreicht hat. Riga, 13. Juli. (Europapreß.) Der polnische Außenminister, Oberst Beck, ist im Flugzeug in Riga eingetroffen. Auf Dem Flugplatz wurde er von Außenminister Gunters empfangen. Wäh- renD eines Gala-Essens betonte Außenminister M unters, die Politik Lettlands habe' sich immer auf die Grundsätze des Friedens, der internationalen Zusammenarbeit und der organischen Anpassung an die durch die geographische Lage bedingten Gegebenheiten gestützt. In diesem Punkte begegne sich die lettländische Politik mit der pol- Nischen, unb dieser Tatsache seien auch die engen Beziehungen und die gegenseitige Freundschaft zwischen den beiden Staaten zuzuschreiben. — In seiner Antwort erklärte Außenminister Beck, die Stabilisierung der Verhältnisse in einem bestimmten Gebiet trage zu der allgemeinen Zusammenar- beit bei und bewahre die Einzelstaaten vor den Schwankungen der internationalen Politik. „®axcta Polska" weist darauf hin, daß die pol- nische Politik an der Ostsee ein einziges Ziel habe, die Zusammenarbeit der Staaten zu festigen, die unmittelbar an der Aufrechterhaltung Des Gleich- aewichts in diesem Abschnitt interessiert sind. Po- len beabsichtige keineswegs irgendwelche Blöcke, Fronten aufzurichten, auch jede Be-' ftrebuna nach einer Hegemoniestellung im baltischen Raum sei ihm fremd. — Lettland, Estland und Litauen besäßen ihrerseits auf Grund ihrer besonderen geopolitischen Lage ihre eigenen lebenswichtigen j Fragen, unb zwar sowohl nach der Seite Deutsch-1 durch fein Amt gesteckten Grenzen hinausging und ne Ursachen Der krisenhaften Zustände in der Deut« chen Kohlenwirtschaft und Die Wege zur Gesundung erkannte. Wenn er Die Berggerechtsame der Gelsenkirchener Gesellschaft immer mehr ausDehnte, so geschah Das nicht, um Herr eiper möglichst großen Aktiengesell- chaft zu werDen, sondern weil ihm von Anfang an ne Notwendigkeit einer Konsolidierung des urcheil- voll zersplitterten Grubenfelderbesitzes im Ruhrgebiet vorfchwebte. Unermüdlich strebte er diesem Ziele zu. Und am 16. Februar 1893 vollendet sich mit Der Gründung des Rheinifch-Westfä« lischen Kohlenfyndikats unter seiner Führung Das Werk, Das er sich zur Lebensaufgabe ge« etzt hatte. 32 Jahre lang, bis zum 21. April 1925, ührte Kirdorf mit beispiellosem Erfolg diese für die < leutfche Mrtfchaft so bedeutsame und in der ganzen Welt einzig dastehende Institution des Ruhrbergbaues. Als Ehrenpräsident des Kohlenfyndikats, der Vereinigten Stahlwerke und der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. blieb Geheimrat Kirdorf auch nach einem Ausscheiden eng mit Dem deutschen Bergbau lerbunDen, der in ihm auch über den Tod hinaus einen Führer verehrt. Auf allen Schachtanlagen des Ruhrgebiets wehen zum Zeichen der Trguer von den Fördertürmen und Verwaltungsgebäuden die Fahnen halbmast. Mit den Kunipels und Unternehmern des Ruhrreviers steht aber das ganze Deutsche Volk trauernd an Der Bahre Emil Kirdorfs, jenes Mannes, dessen Name^ein Begriff geworden ist für den Aufstieg Des deutfchen Kohlenbergbaues nicht nur, andern für eine charaktervolle und gemeinfchafts- bewußte deutsche Wirtschaftsführung überhaupt. Von ihm läßt sich sagen, was nur für wenige Menschen gilt: Er ist seiner Zeit voraus gerne- e n ! Als ein Kind des 19. Jahrhunders geboren, hineingewachsen in das junge deutsche Kaiserreich, hat er sich doch in keinem Augenblick von den; äußerlichen Glanze, Der ihn umgab und Den er pen diesjahE urer Gtabt ft ft5 EÄ-* gSSft im ersten W . neuen, große" ui Fannhauser lassen ist man dm kühne nicht geradl benWW eine moderne Gros hält sie doch aw FeMele auch m t zwar keine D' ilebenbühne. aus ilder aufgebaut »en Wönchsbergs Minen. Lebhaftes Tre der „Egmont^ «o bisher die „i nach dem Umbf 'Bühne für Goe nach den Planei nenbildner vom nigen Wochen e l erreichbar stiim bekannten, in l bauenen brei 2 ganje Stabt „Tgmont"chaM für das Armbrust Palast der Nege der handroerter lich Arrangierpr gisseur Äntendr den schon anm zu leiten. Die ,, musik Ludwig ner inne. Voi eingetroffen u iEgmont), W Thimig (Bracke ftrieba Richard ftitfenfäilbt (R mnfl finbet bete - - -v,----. Englischer Schützengraben im märkischen Sand Eich für die natwnalsozvamnM- Strecke wird van sämtlichen Marschteil- Die letzten ^ebensiahre g s nehmern in einem großen geschlossenen Marschblock zurückgelegt. Auch die Proben zu Kleists „Amphitryon" Salzburg, 11. Juli. iS» der burger selbst sein. einiger mäcktiger Sugäuer Grundherren bi---um m «w.« W gst-rre chstch? Gen- 3on"8emem1am 16 Adolf-Hitler-Marsch der deutschen Jugend warum kam Grote so blaß von der See? W-ii s>- vergaß, ihre Haut mit Nivea ein- zureiben. Nivea mindert die Ge« fahr des Sonnenbrandes und fördert die natürliche Bräunung 'Ailderdienst-^ hat. biffe ich "herzliche, ieiL Die Bet. um die deutsch >ug unseres Boi. ersessen bleiben sandte an Jta n: »Soeben et. l Kirdorf in dit en stehe ich lh hervorragendn dessen Tod nidjl st, sondern auch itschland auf da; r nicht nur bet für die nu- , sondern auch es Zührerr Ischen Viri- Ischen Bergbau alle Zeiten ab rdev. 3n aufridh der Berliner Ausstellung mit schönsten und wertvollsten Schätzen altjapanischer Kunst als besonderes Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaft dazu bestimmt sei, das Verständnis für den Geist und das Wesen japa- nrscher Kunst und damit des japanischen Volkes tn Deutschland und durch deutsche Vermittlung bei den europäischen Völkern zu verbreiten. Die Ausstellung möge als Ausdruck friedlicher kultureller Zusammenarbeit auch für die Völkerverständigung wirken. „Der deutsche JNeisterVeitSwß" Eröffnung der Breslauer Ausstellung. Die neuen Ausstellungsräume des Breslauer Schloßmuseums wurden mit der Ausstellung „Der deutsche Meister Veit Stoß" eröffnet. Der Direktor der Sammlung, Dr. Barthel, erklärte, die Kunst keines anderen deutschen Meisters sei so weit tn den Ostraum von der Ostsee bis (Siebenbürgen vor- gestoßen wie die des Veit Stoß. Die Forschungen letzten Jahre haben vor allem der Familien- Das Ende einer Siaatsgroteske Das Kleine Walsertal dem Allgäu angegliedert. Kunst und Wissenschaft. Ausstellung altjapanischer Kunst in Berlin. Der Ausschuß für die Betreuung der Staatsschätze genehmigte für die Ausstellung altjapanischer Kunst in Berlin erstmalig die Verwendung von 30 Staats- schätzen. Hierzu kommen erstmalig für eine auswärtige Ausstellung überhaupt 13 Stücke au s kaiserlich-japanischem Besitz/ sowie 100 weitere repräsentative Kunstwerke. Außenminister U g a k i erklärte, daß der Entschluß zur Beschickung Oie Kämpfe um Kiukiang. Hankau, 13. Juli. (Europapreß.) Die Kämpfe um Kiukiang, von deren Ausgang auch das Schicksal Hankaus abhängt, nehmen immer größeren Umfang an. Die japanischen Angriffe konzentrieren sich zur Zeit auf den L ö w e n h ü g e l, zwanzig Kilometer östlich von Kiukiang, am Südufer des Jangtse, wo chinesische Batterien den Sttom sperren und die schmale Einmündung des Poyang-Sees in den Jangtse beherrschen. In Kiukiang hört man Artilleriefeuer von den Uferbatterien her, die ebenso wie die Minenfelder an der Seemündung Bestandteile der chinesischen Verteidigung bilden. Am Mitt- wochmorgen wurde Kiukiang erneut von japanischen Fliegerstaffeln Mit Bomben belegt. Gleichzeittg wurden Zettel abgeworfen, die die Bevölkerung und die Verteidiger zur Räumung der Stadt und zur lieber- gäbe aufforderten. Die Telephonverbindung zwischen Hankau und Kiukiang war durch das Bombardement für kurze Zeit unterbrochen, konnte aber bald wiederhergestellt werden. Rechte bis auf die niedere Gerichtsbarkeit zum größten Teil verlor. Zwar erhielt das Walsertal 1563 ein eigenes Gericht „Mittelberg , doch wurde auch dieses 1807 aufgehoben. waren jedoch aus den fünf ober sechs Schweizer Familien, die um das Jahr 1290 eingewandert waren, stattliche Dorfgemeinschaften geworden. Schon 1485 zählte die Gemeinde Riezlern 40 Häuser. In der Folgezeit wurde dann ine ganze Gegend um Bödmen und Mittelberg von den ehemaligen Wallisern urbar gemacht. Als wetterharte Bauern aus alemannischem Volkstum vermischten sie sich allmählich mit den benachbarten Ba,uwaren 2ii einem trutzigen, bodenständigen Geschlecht, das keinen Feind auf seinem Heimatboden duldete. Groteske Auswirkungen eines Ooppelverhältniffes. ^^Ncttürlich hatte dieses Doppelverhältnis geradezu groteske Folgen. Wer einen Brief abschicken wollte, mußte ihn mit österreichischen ^'efma^en fron- fieren konnte diese aber nur mit deutschem Geld bezahlen. Auch in den Gastwirtschaften und Laden- aekhaften galt die Reichsmark als das bevorzugte Wungsmittel. Schillinge nahm man nur, wenn Bewegung ein. D.«. -------» - . - . Cannes 'sind überstrahlt von dem Glanz des jun° »n volksdeutschen Reiches, das der tätige Mann einst hoffnungvoll erträumt hat. Lv- _ cMHnkfen Hebt man in UN- haben begonnen. Seit dem 5. Juli treffen sich die Den diesiahngen F s fp Erwartungen ent- Schauspieler, so Ferdinand Marian, der den Jupiter serer.Stadt mit Mgefpannten ung« ent (Amphitryon), Erhard Sie- Riezlern. 13. Juli. (DRV.) Durch einen Beschluß des Reichskommissars für die Dieder- ! Vereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich wurden die Gemeinden Jungholz und kleines walsertal vom Gau Tirol der NSDAP, abgetrennt und dem kreis Sonthofen im Gau Schwaben an- gegliedert. Damit ist eines der landfchaft- tich reizvollsten Gebiete des Alpenraumes nach 487 Jahren wieder zum Allgäu gekommen, zu dem es bis dahin gehört hatte. Aus Anlaß der Aebernahme der beiden Gemeinden in den Gau Schwaben durch Gauleiter Wahl beging Jungholz und das Walsertal einen Festtag. Jedes Haus des ganzen Tals war mit Sahnen, Alpenblumen und Tannengrun geschmückt 3n einer Feierstunde in Riezlern bantfe Gauleiter Wahl den Parteigenossen des kleinen Walser- tales für ihre in der schweren Kampfzeit bewiesene Treue und übergab ihnen eine neue Hakenkreuzfahne als Geschenk. Zur Erinnerung an diesen Tag soll an e.nem der toonften Plätze des Tals ein HZ.-he.m ernchiel werden, für das Gauleiter wühl 10 000 Mack zur Bet- füauna gestellt hat. . Mit der Angliederung dieser Gemeinden ani ben Gau Schwaben werden die Grenz- und Rechtsve hältnisse endgültig bereinigt, tue rote eine ®taialts groteske anmuteten und teilweise noch °3 n U e b e r bleibsel aus dem Mittel alter waren. Man schrieb das Jahr 1290, als Ei n wo:bner des Schweizer Kanton Wallis, durch die ewigen Fehden ihrer Grundherren in gebens rkch?en bedroht, ihre schone Heimat °-rli°ß°n. den Tannenberg überquerten und sich J m B reit ach iol unweit von Oberstdorf mederließen Sie wur den dort L - h - nsleute 6er ®r asen vo n Rettenberg und brachten es durch ihre Genug famkeit sowie ihren zähen Fleiß und ein unent wegtes Festhalten am Gemeinschaftsgedanken bald zu einem gewissen Wohlstand. . , . 6 Jahrhundertelang blieb das Walsertal im Besitz ... ’ ..." ___rUritnhhorron. VIS es Um gefchichte des Künstlers gegolten. Dr. Jager (Rum- berg) fei es gelungen, den Stammbaum der Familie Stoß aufzustellen. Diese Forschungen erbringen den, Nachweis, daß Veit Stoß einem Bodensee-schwäbischen Geschlecht zugehört. Vor allem ist es Ravensburg, wo dieses Geschlecht ansässig war. Von besonderem Interesse für Breslau sei die Feststellung, daß em Ullrich Stoß der Heitere nach Breslau zog und 1441 das Breslauer Bürgerrecht erwarb. Veit Stoß sei blutsverwandt mit diesem Zweig der Familie Stoß, so erkläre sich der mehrfache Aufenthalt des Veit Stoß in Breslau, der bisher für die Jahre 1485 und 1525/26 feftgeftellt fei. Die in der Ausstellung in Photos festgehaltenen Werke des Künsllers finden ihre Krönung im Mtttelsaal durch das Riefenphoto des Krakauer Marienaltars. — Unser Bild zeigt einen Apostelkopf von diesem Krakauer Altar des Meisters Veit Stoß, über dessen Leben und Werk wir unsere Le er m unserem Feuilleton vom Mittwoch schon ausführlich unterrichteten. (Scherl-M.) Schneewetter behindert die Nanga-Parbat - Expedition. Die deutsche Ranga-Parbat - Expeditton war in .der letzten Zeit sehr behindert durch starke M>n«. fälle. Sie brachten solche Schneemassen, daß das Lager 4 (6200 Meter) vorübergehend mit den un- t-r«n Lagern keine Verbindung hatt^ Auch iy diesem Falle bewährte sich wieder das Flug. Ein idealer Wintersportplah. Mit den Pfarrdörfern Hirschegg, Riezlern und Mittelberg, ein Gebiet von 97 Quadratkilometer umfassend, gilt das schneereiche Walsertal seit langem als idealer Winter- s p o r t p l a tz , den während der kalten Jahreszeit regelmäßig Tausende von Fremden aus dem alten Reich bevölkern. Jedem Schifahrer sind dre prachtvollen Abfahrtsmöglichkeiten an den Gottesackerwänden, am Hohen Jfen und im Schwarz- massertal bekannt. Sie können in Zukunft durch eine Verlängerung der Straße über den Hochalppaß, die die Verbindung mit Vorarlberg herstellt, noch besser ausgenutzt werden. Bayern wird somit durch die Eingliederung des Walsertales um eines der landschaftlich schönsten Alpengebiete des Allgäu bereichert. Die Walser aber erhalten endlich das Heimatrecht, das ihnen schon so lange zusteht. Einst nur em Symbol, heute Wirklichkeit geworden, ist das Kriegerdenkmal in Hirschegg. Man sieht darauf einen österreichischen und einen deutschen Sold ctt e n,.die sich in unverbrüchlicher Waffenbrüderschaft die Hände reichen. Und die das Standbild schmückende Erztafel fuhrt die Namen von 82 Walsern, die im Weltkrieg für ihr gemeinsames großdeutfches Vaterland gefallen sind. Ihr Vermächtnis ist nun erfüllt, das Walsertal ist heimgekehrt ins Reich. * J- M. Dienst. Die direkten Steuern waren nach Oesterreich zu entrichten, für alle indirekten Steuern aber galten die deutschen Bestimmungen. Es ist klar, daß die Bewohner des Walsertales, das bis jetzt staats- polittsch und wirtschaftlich gewissermaßen tn der Luft schwebte, 'unter diesen Verhältnissen schwer zu leiden hatten. Sie fühlten sich als Menschen ohne Vaterland, die weder zu Deutschland, noch zu Oesterreich gehörten. Um so größer war ihre Freude, als durch den Anschluß diese unhaltbaren Zustände wenigstens zum Teil über Nacht ihr Ende sanden. Der Rest wurde nunmehr durch die Angliederung des Walsertales an den Gau Schwaben für immer beseitigt. """Mb. °°°51 RJP Berlin, 14. Juli. Am 15. Juli beginnt der Adolf-Hitler-Marsch der deutschen Jugend. Am Ehrenmal des Hitlerjungen Hans Mallon bei Bergen auf Rügen wird als erste des Reiches die Marscheinheit des Gebietes Pommern mit ihren Bannfahnen in einer Feierstunde verabschiedet. Zum erstenmal nimmt in diesem Jahre auch eine Marscheinheit von 60 Teilnehmern aus der befreiten Ostmark mit ihren Fahnen teil. 2000 Hitler- jungen im Durchschnittsalter von 17 Jahren legen über 700 Tage lang täglich etwa 23 Kilometer Marschstrecke zurück. Sie marschieren in voller Uniform, die Fahnen der Jugend auf den Schultern, bei jedem Wetter. Die Gesamtstrecke dieses Sternmarsches, dessen Ziel die Stadt der Reichsparteitage ist, beträgt zusammengerechnet- etwa 12 200 Kilometer. Dazu kommt, wie im Vorjahre, nach den großen Festtagen in Nürnbergs der Marsch von Nürnberg nach Landsberg am Lech zu der Festung, in der der Führer einst das Buch „Mem Kamps ÖLLjaujpieiei, |U yeiumuiiu ;uiuliuh, uvi wt-ii vur“— gibt, Raimund Bucher (Amphitryon), Erhard Siedel (Merkur), Wilfried Seyfert (Sofias), Heidi Kuhlmann (Alkmene) und Clisäbeth Flickenschildt (Charis) unter der Leitung von Regisseur Erich ' Engel in der Aula des Studiengebäudes gegenüber , dem Festspielhaus, in der die Proben einstweilen < tattfanben, da die große Bühne des Festspielhauses ] noch nicht spielfertig war. Seit Freitag werden die f Proben im Stadtsaal des Festspielhauses fortgesetzt, ; bis sie bann auf die Bühne übersiedeln können. | Denn .Amphitryon" wird nicht, wie man annahm, 1 im Hofe des Stiftes von St. Peter aufgeführt, : sondern im Festhaus se 1 bst; es soll auch nicht etwa an Stelle von „Jedermann auf dem Domplatz gegeben werden. Die Orchesterproben für bie Festspiel-Opern werden Mitte Juli beginnen, während die Solistenproben schon vorher einsetzen werden. Es sind schon viele Opernkrafte in Salzburg aufgetaucht, sie ziehen es aber derzeit vor, die wenigen Tage, die ihnen bis zum Einsetzen der Proben noch übrig bleiben, in der Umgebung Salzburgs, vor allem auch im Salzkammergut, zu verbringen. , v . Man hat sich nach dem Umbruch an den berufenen Stellen lange darüber Gedanken gemacht, ob und in welcher Form die Salzburger Festspiele weitergeführt werden sollen. In der richtigen Erkenntnis, daß Salzburg, die schon landschaftlich so begnadete Stadt, auch eine künstlerische Mission zu erfüllen hat, die nicht bloß mit dem Namen Mozart verbunden ist, wurden die Festspiele in Salzburg mit ihrem auch gesellschaftlich glanzvollen Rahmen erhalten. Ja, sie haben nun reich dazu gewonnen, sind sie doch jetzt wahre deutsche Festspiele geworden, Festspiele, nicht mehr als Mittel, einer undeutschen, ja gegen das nationalsozialistische Deutschland gerichteten Propaganda einer volks- fremden Klique wie in den letztvergangenen Jahren, sondern Festspiele als Ausdruck des deutschen künstlerischen Schaffens in Vergangenheit und Gegenwart, an denen auch das kunstbegeisterte Ausland teilhaben wird. Der Vorverkauf zu den Festspielen ist nach wie vor günstig, wenn natürlich auch nicht jetzt schon von ausverkauften Salzburger Festspi^en 1938 gesprochen werden kann. Wenn die Zeichen ■ nicht trügen, so wird Salzburg in diesem Sommer das Bild einer wahren deutschen Festspielstadt zeigen, nicht bloß äußerlich, sondern auch in dem Geist, der sie, die schöne Stadt an der Salzach, erfüllen wird. Am glücklichsten darüber werden die Salz- Im Jahre 1891 wurde bann bas Walsertal nach einem zwischen bem Reich unb Oesterreich Zustanbe- gefommenen Vertrag in bas r e i ch sb e u t f che Zollgebiet miteinbezogen. Die Veranlassung hierzu gab die überaus mer murbige geographische Lage des herrlichen Erdenfleckchens, das oonP Oesterreich fast völlig abgeschlossen war nach Bayern zu hingegen offen dalag. Das bisherige Mutterland war vom Tal aus nur über eine höhere Gebirgskette, über die lediglich emige Saumpfade rührten, zu erreichen. Hingegen besteht mit bem Oberallgäu burch eine gute Zufahrtstraße über Oberstdorf eine auch in der schneereichen Jahreszeit jederzeit nutzbare Verbindung. Trotzdem gehörte das weltabgeschiedene Hochgebirgstal b's vor kurzem politisch zu Oesterreich. Gendarmerie und Postämter verstanden infolgedessen bem ehemaligen Bundes- ftaat, Währung und Zollwesen hingegen waren kennzeichnet M ^artigen EG WeSereibchls boten, oeW i Ruhröerg-au. Mische Leitung । ro e r t s • O., Wrtschaftskch i heraus zur bt- opas machte, bi( triller Diktat nti schlitternden Aur- ttpunkt der wirt' Zusammenschluß er Schaffung dkl mng fanden, on der FHmz mg der Seifen- Jahre lang dew ig gedient. Zuin r wurde es, datz leit über die W hinausging um inbe in der deut- je zur Gesundung t. 1° 9* m 1 non toM ® >runa des uiN' Ss im W Li- «6* 893 nofatii« nifch'Deftsu 'SW AW ■ “ä Ä<« n Trguel h-n»".ch, 8 IS'&'S s'Os «61 igenbu,^ ff . < ’f;>Ä 6* -L-V Lebhaftes Treiben herrscht vor allem auch aus Ler „E gm o n t" - Bühne in der Feifenreitschule vo bisher die „Fauststadt" stand. Diese wurde bald Tach dem Umbruch abgerissen und hat nun einer Bühne für Goethes „Egmontt Platz gemacht die nach den Plänen von Ernst Schutte, dem Bühnenbildner vom Deutschen Theater in Berlin, m we- tiigen Wochen erstanden ist. Mit ihr hat m der un- rrreichbar stimmunasvollen Felsenreitschule mit den «farmten, in die senkrecht abfallenden Felsen gehauenen drei Arkadengängen gewissermaßen die ganze Stadt Brüssel mit allen Schauplatzen für ine Eqmont".Handlung Gestalt angenommen, der Platz sür das Armdrustschleßen, das Haus des Egmont, der ßalaft der Regentin, Märchens Haus die Stuben her Handwerker ufm. Seit dem 7. 3uli fmben tag- Iich Arrangierproben zu „Egmont statt. Der Re- siffeur Intendant Heinz Hilpert rst der den Proben schon anwesend, um selbst die Vorbereitungen ->u leiten. Die musikalische Leitung für die Bealett- musik Ludwig van Beethovens-hat Wilhelm Low- ’ner inne. Don den Hauptdarstellern sind bereits »ingetroffen und proben fleißig: Ewald Balser Egmont), Werner Krauß (Herzog Alba) Hans Thimig (Brackenburg), Angela Salloker (Klärchen), Frieda Richard (Märchens Mutter) und Eti abeth Flickenschildt (Regentin). Die erste Egmont-Ai fuh- rung findet bekanntlich am 28. Juli statt. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanz!er empfing den neuernannten Botschafter der U d S S R. in Berlin Merekaloff sowie den ebenfalls neuernannten Königlich - A e g y p t i s ch e n Gesandten in Berlin Sid AhmeL> Pascha zur Ueberreichung ihrer Beglaubigungsschreiben. r । * Der Generalstabschef der faschistischen Miliz General Russo ist mit einer Abordnung von Miliz- offneren nach Deutschland abgereist, wo er als Gast des Stabschefs der SA. einen Gegenbesuch abstattet und dabei vor allem dem Reichs- wettkampf der SA. in Berlin beiwohnen wird. l * Die in Helsinki geführten Besprechungen für bie Durchführung der d eu ts ch - f l n ni s ch e n W i r t. schaftsvereinbarungen haben zu einer Einigung geführt. Auf verschiedenen Gebieten laßt sich eine9 Erhöhung der für die ftnnlfche Ausfuhr nach Deutschland vorgesehenen Zahlungsmoglich- keiten vornehmen. GleichMig wurde ^ne Vereinbarung über bie aus ber Eingliederung Oesterreichs sich ergebenden Fragen getroffen. Asahi Schimbun" veröffentlicht die amtliche Meldung, baß bie japanische Re g t eryn 9 die für 1940 geplante Weltausstellung verschoben hat, unb zwar bis zur „Wiederherstellung des Friedens • Bor den Salzburger Festspielen Von unserem Dr. (S.3 -Korrespondenten. Die Aufnahmen für ben neuen Ufa-Silm „Pour e m6nte“, dessen Regle Kar Ritter fuhrt, sind in vollem Gange. Für die Knegsaufnahmen wurden m der Ufa-S adt bei Berlin ein regelrechtes Kampfgelande aufgebaut Hier sieht wan Karl Ritter bei em Regieanweifung für eine Kampffzene in einem englischen Schützengraben, dessen Naturtreue nichts zu wünschen übrig läßt. — (Scherl-Bilberdienst-M.) gegen. Sinb es boch bie ersten Salzburger Festspiele im Rahmen Großbeutschlands. Noch ist freilich das Festspielhaus selbst und der Platz vor ihm mit Arbeit erfüllt, das seit dem Doricchr grundlegend umgebaute Haus ist für die Eröffnungsvorstellung am Samstag, 23. Juli, auch m den Einzelheiten fertigzuftellen. Nach ist der Zuschauerraum Jon Malern und Installateuren bevölkert, noch arbeitet man an der Ausgestaltung der Führer-Loge im ersten Rang, und schon finden auf der Duhge £s neuen, großen Festspiel-Bühnenhauses die ersten technischen Proben statt, so zu den .-Meistersingern , in „Tannhäuser" und „Fidelio". Mit den Gr geb- Men ist man durchweg zufrieden, wenn auch die Kühne nicht gerade in Ausmaß unb Reichhaltigkeit len Anforberungen entspricht, bie man heute an tine moberne Großstabtbühne Men konnte so ent- ält sie boch alles, was ben Ruf der Salzburger feftfpiele auch in technischer Hinsicht rechtfertigt. Es -t zwar keine Drehbühne vorhanden, aber bte rebenbühne, auf ber jeweils bie folgenben Szenen- tlber aufgebaut werben unb bie unmittelbar an en Mönchsbergfelfen anstößt, genügt doch voll- {at zu seinem 75. Geburtstag 1922 herausgegebenen tsifchrift heißt es: Niemals beugt er sich vor ächtigeren, ob Kaiser ober sozialistischer Agitator Sein Kampf gilt ber ihm entgegentretenden Unzu- virlässigkeit und Unwahrhaftigkeit. Er sucht den «llmpf nicht; friedlich schaffen zu können ist sein Mansch. Ader er würde es sich nie verzeihen können, wenn er darum die Auseinandersetzung scheuen «ollte. Das Leben ist ihm ein schweres Ringen. Kampf pnb sittliche Pflicht ist e's, Gesinnung zu vertreten und zu verteidigen. Wer ihm dann ver° hinten ist, dem hält er unwandelbar tee Treue. Unter dem Weimarer Regime sieht der große In dustrieführer keine Hoffnung niehr für sein JöolE. Joch dann beginnt 1923 die innere Wende im Leben nunmehr Sechsundsiebzigjähngen. In diesem Iohre kommt Kirdorf zum erstenmal mit der na- konalsozialistischen Bewegung in Berührung und Bürt den Führer sprechen. Es folgt .der Cd)Iag eom 9. November. Aber nach dem Wiederaufbau d>r Partei wendet sich Kirdorf erneut ber beutschen Freiheitsbewegung zu, spricht 1927 dum erftenmal prfönlid) mit bem Führer, wird Mitglied ber i-SDAP. unb tritt mit seiner ganzen Autorität mn auch öffentlich für bie nationalsozialistische 1 ______ .-ts:- fAkf-AH Qöhönainhrp Oreifett X 2hre Vermählung geben bekannt Adolf Muhl Anni Muhl, geb. Weimar Gießen, Bahnhofstraße 56 Gelnhausen den 14. Juli 1938 03204 Gießen, 13. Juli 1935 [verschiedenes 11 HRrTRIl - M3I1IbI Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen allelästtg.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- svross. usw. entf. u.Gar.Utr immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechst.Freitag Gießen, Am Rie- gelpfad 32, 9—6V2 Dhrdurchgehend. Oie glückliche Geburt ihres Töchterchens Dorothee beehren flch anzuzeigen Gertrud Kockerbeck, geb. Facobl Or. med. Ernst Kockerbeck Solides Mädchen das schon4Jahre in Stellung war, sucht Stelle in kinderlos. Haus- balt ob. bei ölt. Ehepaar zum 1. Zugust. Schriftl. Angebote unter 03208 a.ü.G.A. . 5 Sloriai’^'-len: am Dienstagabend 4712D im Cafe Amend vertauscht. Umt-ausch oder nähere Angaben an Deichert Liebigstratze 69. KleineAnzeigen ftn Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet unö geleite. i Mer zu verkauf. 03211 Sonnenftr.il II. Kleine Anzeige» richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: SHeinan* zeigen in die Hei* matzeitung, den Gießener Anzeiger Musikinstrumente wie neu: 1 Piston ES _ .. 37 RM. 1 Flugelhorn B 36 RM. 1 Ten.-Bast-Po- saune 8 57 RM. 1 Tuba ES 118 RM. 1 Bariton B 86 RM. 1 Althorn ES 4685DJ 52 RM. zu verkaufen. J. Fehl III. Angersbach. P Kaufgesuche""| "s2 d-" Mütlj r r" ‘brenn-"-; Mit l)i"“b ’L riU 7-zL-i aus el1 ilM @olbmo L hie Son W-E buni ben s%SS> K-! fe*”’ Sünden nui ETf S ifeStf M mächtigen MM 1 fiaubert, eint W der 6d)»ule d kbeitHe SWe «N Üben. Bell')' M tturjt noch die ich hntmortet und der l jtuhigenb die erhitz ker ben lmsternder Utr die M« ' Mckenschlvarm, gr i Linnen an, das m I nählt, nachdem m W sich gestärkt. Wasser ist das Himmel des Luii. mit Wonne in seil ßbersprühen und ganzen Leibe me Lus dem Wasser; durchströmt vom 1 Wags, bann in e ju lanben unb in icuerlfäen Träumt höchsten Genüssen,: der Wind schlumm vom Lanzenwald Märchenhasten Gr Weiher und Teen die gelbe Mumn ous Der Flut ge ihre großen Wat Tiefen spannen. Oft lauert hint den Schwüle gen nur auf ben Stu reißt. Aber Misch dem Gebrüll des tränkt bie ledern wurzelt unb lebt einem Bernitter, rm W Kraft und j Ne verschwenden 1 Wn ijt der Jul ™ Wen Duschen 3rief eii ""b h int >/•? a | L5 *r* S8rötd)er »Meine , j ,!\ Wir haben 'l l*1Dj mit tk 2 $ Iinte Eli 5 > »ittaq, ZL ’Ä-n"; bÄ«.*' M bl!Llnen Rrf.”rQ119ten sig ®iel J?n^'^bmutter Sem Ctail ?en Sufo S? waren wie Ns'S unb bai ^E°hr üb Sen.ÄniO( ^rnel, d ^^chte % nur ei zSüg, das von den Jtzsassen dieses Lagers mit Hilfe ihres tragbaren Funkgerätes herbeigerufcn wurde. Es brachte ihnen durch Abwurf bie, benötigten Gegenstände, vor allem Brennstoff und frische Lebensmittel. In den folgenden Tagen stiegen die meisten Bergsteiger unter Zurücklassung einer kleinen Besatzung in Lager 3 und 4 nach dem Hauptlager ab, wo sie auf Besserung des Wetters warten, um einen neuen Dorstoß zu unternehmen. Aus aller Welt. Die Verleihung der Staats, und Ehrenpreise auf der Internationalen Handwerksausstellung. Am Sonntag hat die erste internationale hand- werksausstellung Berlin 1938 ihre Pforten geschlossen. Mehr als eine Million Besucher haben diese Kulturschau gesehen. Als Schlußveranstaltung fand bei Kroll die Verleihung von 82 Staatsund Ehrenpreisen, von 781 Ausstellungsmedaillen und der Donv Reichsorganisationsleiter Dr. Ley» gestifteten 36 goldenen Medaillen statt. Von den Staats- und Ehrenpreisen erhielt Deutschland 13, an zweiter Stelle folgt Ungarn mit sieben und an dritter Stelle die Staaten Italien, Polen, Rumänien und Schweden mit je vier. Von den 781 Ausstellungsmedaillen erhielt Deutschland 175. Hauptversammlung des Odenwaldklubs. Der Odenwaldklub hielt in Schwetzingen feine diesjährige Hauptversammlung ab, bei der von 122 Zweigoereinen 105 vertreten waren. Der geschäftsführende Vorsitzende, Dr. Götz (Darmstadt), gab ein Bild reger Wandertätigkeit, die mit 1466 Wanderungen ebenso zugenommen hat wie die Durchschnittsbeteiligung an den einzelnen Wanderungen. In die Reihe der Vorschläge zur weiteren Auflockerung des Wanderprogramms gehörten Nachmittagswanderungen, Frühgänge, Ferienfahrten für Berufstätige. 116 Zweigvereine führten regelmäßige Wanderungen durch. Der Wegbezeichnungsausschuß befaßte sich mit der Ergänzung des 4000-Kilometer- Wegenetzes. Die Gersprenz-Quelle an der Neun- kircher höhe soll neu gefaßt werden. Zum Himmelfahrttag 1939 wird man sich in Wiesloch treffen. Als Tagungsort der nächsten Hauptversammlung wurde für 17./18. Juni 1939 S) ö d) ft i. O. bestimmt. Regierungsdirektor Professor Dr. Wer- n e r (Breslau), der von seinem seit 1933’ innegehabten Amt als 1. Vorsitzender zurücktritt, wurde herzlicher Dank für seine hingebende Arbeit ausgesprochen und seine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden mitgeteilt. Er übergab die Führung des Klubs, der 1000 Mitglieder umfaßt, in die Hände von Landesforstmeister Staatsrat Dr. Hesse (Darmstadt). Windhose über Niederbayern. Während eines Gewitters entstand bei der Ortschaft Kirchdorf bei Abensberg ein Sturmwirbel, der mit ungeheuerer Geschwindigkeit ostwärts zog und schwere Schäden verursachte. Dachgebälk», und Stallwände wurden eingedrückt. Am schlimmsten haü die Windhose in M a n t e l k i r ch e n gehaust, wo kein Dach unbeschädigt geblieben ist. Abgedrehte junge Obstbäume liegen haufenweise umher, die Straßen sind mit Dachziegeln besät. Auch aus Niedereulenbach werden ähnliche Schäden gemeldet. Drei Personen bei einem Autounglück verbrannt. Auf der Straße Eldena — Greifswald raste eine viersitzige Limousine mit hoher Geschwindigkeit auf den Bürgersteig und dann gegen einen Baum, wobei der vordere Teil des Kraftwagens eingedrückt wurde. Ein des Weges kommender Arbeiter versuchte die Türen aufzureißen und den Insassen Hilfe zu bringen. Die Türen waren jedoch f e st g e k l e m m t, so daß er Hilfe herbeiholen mußte. Einige Minuten später ging der Wagen m Flammen auf, und die drei Insassen verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Man nimmt an, daß sie schon bei dem Anprall gegen den Baum getötet wurden. Da der Wagen eine ostpreußische Nummer trug, wandte sich die Polizei nach Ostpreußen und erfuhr,-daß der Besitzer des Wagens der Dentist Gutzeit aus Königsberg ist. Bei den beiden Mitfahrenden dürfte es sich um seine Frau und seinen Vater handeln. Fünf Tote bei einem Autounglück in Polen. Auf einem ungesicherten Eisenbahnübergang bei Sosnowize konnte ein Sani t ä t s a u t 0 vor einem Schnellzug nicht schnell genug die Schienen überqueren, wurde erfaßt und 300 Meter mit fortgerissen. Der Fahrer des Autos und die vier Fahrgäste — Angestellte einer Versicherungsanstalt— wurden getötet. Vom D-3ug erfaßt unb getötet. Auf her Reichsbahnstrecke zwischen Neuwied und Fahr wurde ein 45jähriger Bauführer aus Duisburg, dessen Firma hier Gleisarbeiten durchführen läßt, von einem D-Zug erfaßt, als er den Bahndamm benutzte, um zur Bauhütte zu gelangen. Er wurde auf der Stelle getötet. Omnibus in eine Schlucht gestürzt. Zwischen Mogador und Agadjr in M a r 0 k k 0 ist ein mit zehn Personen besetzter Reiseomnibus in eine 40 Meter tiefe Schlucht gestürzt. V i e r I n s a s s e n waren auf der Stelle t 0 t, die übrigen erlitten sämtlich schwere Verletzungen. Schwere Folgen eines Blitzschlages. Ein furchtbares Geschick traf eine polnische Bauernfamilie. Ein Blitz schlug in die Hütte des Bauern Macharowski imDorfCmelno ein, verletzte den Bauern und seine Frau schwer und tötete alle drei Kinder, von denen das älteste 17, das jüngste fünf Jahre alt war. Französische Soldaten hissen die Trikolore auf dem TNont Blanc. Seit Mittwoch nachmittag weht auf dem Gipfel des Mont Blanc die Trikolore. 30 französische Alpenjäger haben im Rahmen von Manövern diesen höchsten Berg Europas in sieben Stunden geschafft. Weitere Soldaten vom 6. Alpenjäger-Bataillon beabsichtigen, diesem Beispiel ihrer Kameraden in der nächsten Woche zu folgen., Büchertisch. — Markomanu s: Brennpunkt Böhmen Die Tschecho-Slowakei in beschleunigter Aufrüstung. 3 Skizzen, 1 Kartenbeilage. Kartoniert 1,80 Mark. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (196) — Ein Kenner unterrichtet uns über die wehrpolitische Lage in der Tschechei, dieses „französischen Statthalters in Mitteleuropa". Seine Sachkunde und die knappe Klarheit der Darlegungen verschafft dem Leser mühelos einen umfassenden Ueberbllck über dieses in den Mittelpunkt gespannter Aufmerksamkeit gerückten Landes der europäischen Mitte.'Markomanus schildert zunächst den wenig ruhmreichen Werdegang von Heer und Staat, dann die militärgeogkaphische Lage, das strategische Eisenbahnnetz, die Zusammenfassuna des „Staats- oolks" in halbmilitärischen Kampfoerbänden, die Gliederung und Zusammensetzung des Heeres, den Stand der Rüstung, das Geflecht der gegen Deutschland und Ungarn gerichteten Militärbündnisse und das voraussichtliche Zusammenwirken mit Frankreich und Rußland im Kriegsfall. , — Ein Zufall will es, daß in den neuerschienenen Lieferungen des „Handbuchs der Kulturgeschichte" (Akademische Verlagsgesellschaft Athe- naion, Potsdam) zwei bedeutsame Arbeiten abgeschlossen werden, die beide auch den italienischen Lebensraum umspannen, die „Kultur der Antike" von Prof. Dr. Ernst howald und die „Kultur Italiens" von Pros. Dr. h. Gmelin im Rahmen der „Kultur der romanischen Völker", howalds Arbeit beschreibt die Ausdrucksformen, die das kollektive Leben im Altertum gefunden hat, mit einer großartigen Eindringlichkeit. Von dem kretisch-homerischen Kreis spannt sich der Bogen über die archaischen Kulturen Ioniens und des griechischen Mutterlandes, die klassische Kultur Athens, die Entartung der Demokratie zur Plutokratie, den Hellenismus und seine Reaktionserscheinungen gegen die Herrschaft der attischen Kultur bis zu den einzelnen Epochen der römischen Kultur, die in der augusteischen Kultur mit ihrer Ueberwindung des individualistischen Strebens gipfelt, schließlich in den Literaturbetrieb der späten Kaiserzeit absinkt und in der religiösen Erneuerung durch das Christentum endet. — Erwähnen wir noch die weitergeführten Beiträge Gumbels „Deutsche Kultur vom Zeitalter der Mystik bis zur Gegenreformation", ferner den Beginn der „Kultur der orientalischen Völker" mit der Schilderung Chinas und Japans von E. Schmitt bzw. O. Krehler, endlich den Beginn von Prof. Wilhelm Bauers Darstellung der „Deutschen Kultur von 1830 bis 1870", so ist damit kurz Charakter und Rahmen dieses Handbuchs angedeutet, dessen Anschauungsmaterial einem Bilderatlas der Kulturgeschichte gleichkommt. Witterungsvorhersage für die Zeit vom 14. bis 23. 3u(L herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersage des Reichs. Wetterdienstes in Bad Homburg am 13. Juli. Fortdauer der unbeständigen Witterung, jedoch im großen und ganzen freundlicher als in den letzten Tagen. Zwischen den meist von West nach Ost fortschreitenden Störungen mit Regenfällen wer- den jetzt ganztägige Aufheiterungen und mehrtägige niederschlagsfreie Zeitspannen auftreten. Tempera- turen schwankend, im ganzen jedoch ansteigend, so daß sie in der zweiten Hälfte des Vorhersagezeitraumes wahrscheinlich mindestens im Westen und in Süd. deutschland im Durchschnitt über dem Regelwerk liegen werden. Niederschläge vielfach in Verbindung mit Gewittern und teilweise recht ergiebig. Gesamtsonnenscheindauer in dem zehntägigen Zeitraum in Süddeutschland einschließlich Ostmark meistenorts größer als 70 Stunden, in Nordwest* deutschland wahrscheinlich vielerorts unter 60 Stunden. Wetterbericht Ausgedehnter Luftdruckanstieg über dem Festland hat dort zur Ausbildung eines flachen Hochdruckgebiets geführt, das uns am Donnerstag heiteres und warmes Wetter bringt. Eine neue von England herankommende Störung wird jedoch schnell wieder Einfluß auf unser Wetter nehmen, so daß kein länger anhaltendes beständiges Wetter auf*.' kommt. Vorhersage für Freitag: Wolkig, besonders nördlich des Mains, zeitweilige leichte! Niederschläge, mäßig warm, etwas schwül, mit westlichen Winden. Vorhersage für Samstag: Teilweiss aufgeheitertes, jedoch nicht beitänbiges Wetter. Lufttemperaturen am 13. Juli: mittags 19,1 Grad Celsius, abends 13,1 Grad: am 14. Juli: morgens 9,5 Grad. Maximum 19,6 Grad, Minimum 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Julit abends 17,8 Grad; am 14. Juli: morgens 14,0 Grad. — Sonnenscheindauer 2,5 Stunden. häuptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blum* schein. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (in Urlaub, i. V.: Dr. Fr. W. Lange); für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck« Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 38: 9035. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September^l937 gültig. Jm fiiiferoerh .Hlyttet unö ftinD* oerteilte hie NSv. bisher 1009914 Betten, Damit einmal ieDeefomillen- Mitglied fein eigenes Bett bekommt» H I LF5WE R K fflüH GetvkrmavSzug {L Klasse 51. Preußisch-Süddeutsche (277. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewahr __________ Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 13. Juli 1938 Sn der heutigen Vormlttagszlehung wurden gezogen 240628 9501 16324 21301 23698 31447 149417 383916 388508 945 984 2371 3161 5363 252400 316524 380246 291485 345702 307489 310321 363524 369027 117136 130721 175790 199665 222316 266288 297162 323942 349220 360011 387348 136710 192580 202308 236108 247473 271120 296092 314644 336158 351240 373654 392054 145408 194346 203658 236389 251411 273837 298696 318159 336245 354606 373817 392645 325655 20813 123607 145782 182650 205440 229524 271145 301780 331235 356284 368563 185632 331554 40221 56990 205443 332388 71516 202707 266563 313310 313165 116914 124330 156071 185985 206816 253245 275812 303905 332842 356578 368664 121758 176359 198523 218728 243305 259385 283640 306950 328504 343069 365346 383395 396948 119601 138737 180916 200327 227465 268413 298544 328596 354978 362114 396447 27564 194547 257244 313167 393422 147521 196351 212820 238346 251498 273878 300322 323158 337662 35603t» 380341 392949 41555 194639 233709 285282 13870 101793 129977 164052 196802 217446 265836 291862 323861 343326 357877 382514 122162 182438 200868 221899 244545 268353 291201 310061 334844 350709 372806 385601 398915 261208 339216 95146 126454 160448 195762 216944 261768 283963 307278 338687 357746 380458 307268 355374 395435 366057 112205 159609 19213 124880 254009 311696 383298 61861 344907 364846 94203 207353 63058 68259 75781 80557 86454 91408 92375 18 Gewinne zu 800 RM/ 186596 241159 251507 20939 154045 232726 62625 65115 65468 67220 69401 70900 75279 76272 76646 87164 90683 109376 198 Gewinne zu 400 RM. ____ _________ 34606 36789 39525 50914 55938 60133 36 Gewinne zu 800 RM. 57991 73206 133287 221410 227408 230260 363611 375078 385074 52 Gewinne zu 500 RM. 72042 79497 104813 204136 206232 211283 281676 283367 302025 328626 363244 371513 I 29972 60405 73590 118879 162460 197311 216862 242169 255485 278919 305630 324335 340994 358739 382256 394205 180 Gewinne zu 400 RM. ______________ ____ 17437 17708 20399 23136 23307 23808 36976 38601 40967 42934 45280 50125 59994 62823 2 Gewinne zu 10000 RM. 4 Gewinne zu 3000 RM. 8 Gewinne zu 1000 RM. 383860 <3n der heutigen NachmittagSziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 6 Gewinne zu 2000 RM. 16 Gewinne zu 1000 RM. ____- ...... 120993 212979 215684- 312647 376361 18 Gewinne zu 800 RM 106186 149417 64 Gewinne zu 500 RM. ____- _____ 43758 53999 62633 72450 76734 95593 95704 118909 135647 168743 187439 215998 234108 Ein deutschsprachiger Paramount-Film REGIE: LOUIS KING " In den Hauptrollen: JohnBarrymore Louise Campell, John Howard Ein spannender Kriminalfilm um eine aufregende J agd hinter einem Sprengstoffdieb Dramatik! Liebel Humor! Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche Gloria-Palast Heute Donnerstag Erstaufführung! Seltersweg Täglich 4, 6, 8.30, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr 4705 A Die trauernd Hinterbliebenen. Gießen, den 14. Juli 1938. 471 ID 4707D Die Beerdigung findet Donnerstag, 14. Juli, nachmittags 3/4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Am 12. Juli 1938, vormittags 5 Uhr, verstarb kurz nach Vollendung des 81. Lebensjahres unser lieber nachdem er 67 Jahre zu den Unseren gezählt hat Wir betrauern in dem Heimgegangenen einen beliebten Fachmann aus unserem alten Gefolgschaftsstamm, einen Mitarbeiter von Anhänglichkeit und von bester Gesinnung. Gießen, den 13. Juli 1938. Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. Am 12. d. M. verschied unser lieber Arbeitskamerad, der Schriftsetzer Herr Theodor Loos Theodor Loos Schriftsetzer i. R. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 | Vermietungen"] Garage Bleichstraße 36 p sofort oder alö- bald zu vermiet. 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E ; -M Donnerstag, U.JuU 1958 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) 162 Zweites Blatt Rege Bautätigkeit in Gießen Arbeit, wobei es sich neuen Hausen (Aufnahmen |4] 9leu- ufnahmen 4 Neu- Betrievsraume Dringen, oie aua, öui uuihumu« Gießener Anzeiger.) weiterter maschineller Anlagen dienen werden. ner, Dorothee worden: Unsere Hitler-Lungen im Nassauer Land 7,10 RM. 6,65 „ 6,10 „ 5,60 „ 5,60 „ 5,35 „ blaue Sorten 6,70 RM. 6,25 „ 5,70 „ 5,20 „ 5,20 „ 4,95 „ lange gelbe Sorten 7,50 RM. 7,05 „ । 6,50 „ ' 6,00 „ । 6,00 „ 1 5,75 „ Kirchenplatz-Lindenplatz-Schloßgasfe im Gange. Hier ist eine mächtige Baugrube ausgeschachtet, an deren Ausmaßen der Umfang des künftigen großen Quergebäudes oom Lindenplatz her zum Kirchenplatz deutlich sichtbar ist; für das kleinere Anschlußgebäude an der Schloßgasse werden bereits die Maurerarbeiten in den ersten Anfängen durchgeführt. Bei diesem Bauprojekt werden in dem Quergebäude Dierzimmerwohnungen geschaffen, während in dem Gebäude an der Schloßgasse Drei- und Zweizimmerwohnungen zur Befriedigung des Kleinwohnungsbedarfs errichtet werden. Die Volkswohnungsbauten am Leimen- merinnen bei Kaffee und Kuchen, gemeinsamen Liedern und Gesangsvorträgen einige schöne Stunden bereitet. Stadtmitte ist zur Zeit, als Teil der Altstadt- kauterweg sind mittlerweile sertigzestellt und ,anierun7 I des große Wahnhausbau am auch schon bezogen worden. Dort haben die b». U . , ® .. < _ i. o : -Vs hmnen Bewobner der Baracken an der Ne b e n st e h e n d: Ein Schaubild von dem geplanten Erweiterungsbau der Brauerei Denninghoff (Von der Schottstraße au- gesehen.) Oben: Bild links oben: Wohnhausbauten an der Fröbelftraße. Rechts oben: Bild vom Stand der Bauarbeiten in der Schwarzlach. Unten rechts: Umfangreiche Wohnhausbauten am Tannenweg. Links unten: Betriebserweiterungsbau der Molkerei Grieb. tun am besten daran, ihr Geld den vorhandenen Kreditinstituten zur Verwaltung zu übergeben. Frühkartoffel-Erzeugerpreise vom 14. —16. Juli. Fwd. Durch Anordnung der HV. der deutschen Kartoffelwirtschaft sind für deutsche Speise-Frühkartoffeln bisher die folgenden, zeitlich gestaffelten Er- zeugerWpreise je 50 Kilogramm netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation festgesetzt herigen Bewohner der Baracken an der K a i s e r a l l e e, gegenüber der Kaserne, eine neue und bessere Unterkunft als bisher gefunden. Die Baracken sind jetzt bis auf weniae Raume bereits vollständig frei; sie dürften wohl schon in aller Kürze niedergelegt werden, um auch an dieser Stelle weitere Wohnhausbauten zu schaffen, bet denen es sich vor allem um zeitgemäße Dreizimmerwohnungen handeln soll. Bei den Bauten sür Betriebszwecke handelt es sich um Bauunternehmungen der Firmen G i e« ßener Brauhaus A. und W. Denninghoff und der Milchzentrale Gebrüder Grieb. In beiden Fällen ist das Ziel, mit Hilfe dieser Bauten künftighin den betrieblichen Anforderungen noch besser als bisher gewachsen zu sein. Auf dem Grundstück der Brauerei Denninghoff entsteht an der Ecke Wernerwall-Schotfftraß^ Walltor ein neues Büro- und Wohnhaus, dem sich nach dem Wernerwall zu eine Erweiterung des Hauptbaues der Brauerei zugesellt. Das jchige Büro- und Wohnhaus wird nach der Fertigstellung des neuen Baues abgerissen und der Platz für die Erweiterung des Brauereibaues mitverwandt. Ferner entsteht an Stelle des bisherigen Holzschuppens am Wernerwall ein neuer massiver Bau für Be- triebszwecke. Der Erweiterungsbau der Milch- zentrale Gebrüder Grieb geht von dem bisherigen Betriebsgebäude an der Straße am Pfarrgarten aus unter Benutzung des großen Gartengrundstücks in der Richtung nach Oswalds- garten zu. Der Erweiterungsbau wird neue größere Betriebsräume bringen, die auch zur Aufnahme er- Aus der Gladl Gießen Juli-Bilderbuch. Wer in diesen Wochen durch die Straßen der Gießener Stadtviertel schreitet, kann allenthal- ~ den die erfreuliche Wahrnehmung machen, daß die Bautätigkeit überall rege im Gange ist. Im Vordergründe des Bauens steht die Errichtung zahlreicher neuer Wohngebäude, u. a. auch im Zuge der Altstadtsanierung in der Stadtmitte, außerdem sind noch einige größere Bauten für Betriebszwecke im Entstehen begriffen. Die Wohnungs- bautätigkeit tritt zur Zeit am stärksten in der Schwarzlach und im Eichgärtengebiet zutage. Im Laufe der letzten Monate ist eine ganze Reihe neuer Häuser im Zuge der Fröbel- st r a ß e, zwischen Curt- mannstraße und Volkshalle, ^entstanden und gegenwärtig im Stadium des letzten Ausbaues begriffen. Dicht unterhalb dieses neuen Straßenteils, in der Nachbarschaft des Arbeitsdienstlagers, 1 ist im weiteren Ausbau 1 des Tannenwegs 16. 6. —19. 6. 20. 6. — 26. 6. 27. 6. — 2.7. 4.7.— 9.7. 11.7. —13. 7. Neue Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Giehen. Wie die Industrie- und Handelskammer Gießen uns, mitteilt, hat der Herr Reichs- und Preußifche Wirtschaftsminister mit Erlaß vom 30. Ium 193« die Herren Emil Robert Niederhausen Gießen, Dr. Adolf Noll, Gießen, Friedrich Hofmann, Grünberg, zu Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer Gießen berufen. , Gietzener IDocbenmarttpreile. ** Professor D r. Gustav Baader, der Ordinarius für Forstwissenschaft an der Universität Gießen, hat einen Ruf auf den freien Lehrstuhl für Forsteinrichtung und Ertragskunde an der Forstlichen Hochschule Han n. - M u n d e n erhalten. ** 30Jahre Evangelische Frauenhilfe in Gießen. Bei zahlreicher Beteiligung beging die Evangelische Frauenhilfe in Gießen die Feier ihres 30jährigen Bestehens. Nach einem FestMes- dienst in der Stadtkirche mit der Festpredigt von Propst Knodt fand in der Turnhalle am Os- waldsqarten die Nachoersammlung statt Nach der Begrüßung der etwa 400 Frauen durch Frau Becker überbrachte Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r die Glückwünsche der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde und gab dabei eine kurze Schilderung über die Gründung und Entwicklung der Gießener Evangelischen Frauenhilfe. Frau Dr. Schmidt (Darmstadt) überbrachte den Gluckwunsch des Verbandes hessischer Evangelischer Frauenhilfen Im weiteren Verlaufe der Feier wurden den Teilneh ilhelm Lange. ''..Ernst Blum. 1 für die Bilder; rJjans Thyriot für den übrigen er: Hans Beck, feigen: Theodor ck und Verlag; Lange, K.-G, rreis M. 2,05 der Illustrierten Pf. und Sams« 15 Pf. mehr. Septembei»1937 Kirberg, 13. Juli 1938. „Sooo weit müssen wir heute noch marschieren?" fragt Helmut den neben ihm im Straßengraben liegenden Fahrtgruppenführer und Mißt die Entfernung zwischen zwei Orten auf der Karte ab. „Ja, wir müssen seh'n, daß wir bis Mittag bajmö und st noch ein warmes Mittagessen bekommen. ,Affen aufnehmen!" Schnell wird sich wieder marschbereit gemacht; einige humpeln hintenan, sie haben Blasen an den Füßen. Ein zackiges Lied reißt alle wieder empor, und bald wird auch das tief unten im Tal liegende Quartierdorf Wbar. Nach der Anmeldung beim Bürgermeister erhalten die Fahrtengrnppen ihre Quartierfcheine und bekommen ihr Nachtlager angewiesen Die Darfiugend, die sich unterdessen gesammelt hat, begleitet die fütlermngen in die Quartiere. Nach dem Mittagessen und einer Ruhepause folgen Sport und Spiel oder Wanderungen in die Umgebung des Dorfes. 21m Abend nach dem Essen kommen die Hessen-Nassau- Fahrer mit ihrey Quartierleuten und der Jugend des Dorfes zum Kameradschaftsabend zusammen. * Am Tag des deutschen Liedes" in Nassau hat die Hitler-Jugend am letzten Sonntag ihren befon- deren Teil dazu beigetragen. Die gesamte ßager. Mannschaft des Zeltlagers Muhlbachtal m Starke von 260 Mann marschierte am Abend m Nassau- Scheuen zu einer eindrucksvollen Kundgebung auf °em Marktplatz aus. Nach einer Ansprache de- Lagerleiters fangen unsere Fahrtengruppen Lieder öer9 Lagergemeinschaft, Lieder der Marschkolonne, de Treue und Liebe. Die deutsche singende Jugend Siefen spannen. _ , ,, Oft lauert hinter der Stille, wenn sie zur lasten- d n Schwüle geworden ist, ein Wetter und wartet tut auf den Sturm, der ihm das Einfallstor auf- r ißt Aber zwischen dem Feueratem der Blitze und d m Gebrüll des Donners rauscht der Regen und tiänft die lechzende Erde und alles, was tn ihr wurzelt und lebt. Wundervoll zu wandern nach kviem Gewitter, wenn aus allen Poren des Landes teuc Kraft und Lebensfreude dampfen und die 1 üfte verschwenderischer und stärker wehen. Schön ist der Juli mit all seinen Sommerextasen imi) kühlen Duschen. 1 • Brief eines Ferienkindes. Liede Mutti! weiße, rote runde gelbe ~ Sorten hat schon viele Lieder, die in ihrer Gemeinschaft geboren wurden und deren Dichter selbst mitten unter ihr in der HI. wirken. .. Steil senken sich die bewaldeten Höhen abwärts zum Talkessel, in dem der schöne Ort Nassau liegt. Hier hallten die Lieder der Jugend am Sonntagabend durch die Straßen und Gassen. Nassau und die umliegenden Dörfer sind die letzten Orte, die wir abwärts der Lahn anwandern. Und hier entwickelt sich auch alle drei Tage ein neues Bild: während Abteilungen mit Sang und Klang aus dem Lager ziehen, marschieren andere unter der Obhut des Lagerleiters zu ihrem dreitägigen Zeltlager ein. (Tn. Don Limburg bis Nassau, ap den vielen Windungen der Lahn entlang, in den Dörfern links und rechts der Lahn, weit in das Nassauer Land hinein wandern unsere Fahrtengruppen seit dem letzten Freitag. Aus der ganzen Fahrt haben wir bis jetzt regnerisches Wetter gehabt. „Erst die Ge- sundheit" ist das oberste Gesetz auf unserer Fahrt. Durch das freundliche Entgegenkommen der Bürgermeister und der Bevölkerung haben wir jeden Abend unser warmes Essen und unser Nachtlager im Stroh. Gießener Pimpfe gehen auf Fahrt. Am nächsten Montag werden 840 Pimpfe des Jungbannes 116 Gießen mit einem Sonderzug von Gießen nach dem unteren Lahntal abfahren, um von dort aus auf zu gehen. Arn Montagoor- mittag findet als Auftakt für die Großfahrt des Sommers 1938 ein Appell der Fahrtteilnehmer auf dem Platze vor der Alten Klinik statt. L ^lkig, b-, SS* wfi i)Q)uI' Mit west. 19 • Teilweise Setter iS w ®t«b morgens ®rab '«13. 3uli( S-n-14,0 Erad Es ist sehr schön hier. Ich habe gut sWafen und bin um W? aufgewacht. Zum Frühstück gab . e warme Brötchen, darauf schmilzt die Butter. • iLnb was für feine Milch! Es ist ein kleines Mao- tpen hier, die heißt Inge und ist jetzt meine Freun iim. Wir haben Puppenwasche gehalten, dann hielten wir mit den Puppen. Meiner ging der Arm ab, Tante Elli hat ihn aber wieder ange- väht. Zum Mittagessen gab es Spinat! Es war 6e ■ Oes . Mk «'tun9 1 »Is i‘S 5»n $)J(n >», chöchL--« -NNT° 15 -m-t Lm Juli wandelt die Sonne aus dem Zeichen des ; ßftbfes in das des Löwen hinüber. Darum weht emas vom Gluthauch der Wüste durch die heißen Mwochen, vor allem durch die am 23. beginnenden । Suiöstage, über deren Morgendämmerung das fieuergeftirn des Sirius funkelt. Sn den Gärten prangt die Rose immer noch am Wrschwenglichsten. Ost sind Zäune und Mauern iibcr chüttet von den hell- und dunkelroten Bluten- hukaden der Kletterrosen, und über den Toren ran» tc; sie Triumpfbogen. Dahinter kredenzen Baum- uni) Büsche ihre Duftkelche in allen Farben. c-,uer3 und Moosrosen, Teerosen und Zentifolien lalern wie brennende Herzen. Doch bückt man sich orn tiefer hinab zu den flammenden Grasbuscheln h r Nelken, denen die Liebe des Volksmundes den ickinen Namen Federröschen schenkte. Neben ihnen bttinnt der Phlox seine leuchtenden Fackeln zu ent- zuiiden, tänzelt aus einzelnen schwanken Stengeln L zierliche Goldmohn, der in zerbrechlichen Mütenschalen die Sonnenstrahlen auffängt, grup= lüirt sich das bunt bemalte Löwenmaul Zu üppigen Sirä'ußen, behaupten die Stiefmütterchen und Maß- lirichen voll unermüdlichen Blüteneifers noch immer bei nämlichen Platz, wie feit den ersten Fruhlings- tncchen. Ueber sie alle hinaus sind wie Pappeln Arr Wiesenblumen, die Malven aufgeschossen, die fianten Riesinnen, als ob sie mit ihren kerzen- föen Schäften ihre Blüten direkt an der Sonne e^zünden wollten. Mit einem ihrer Blatter, die ftcrten Händen mit gespreizten Fingern gleichen, Hinten sie eine ganze Kolonne Sttesmutterchen zu- dicken, so groß sind sie. Ueber jedem Blatt treibt eie runde Knospe wie ein kleiner Ball hervor und ijr net sich zu -einer vollen Rosette, die wie die Lchtglocke eines Leuchtkörpers strahlt. Blute und zatt umzirken in anmutigem Ringeltanz den Schaft b,7 mächtigen Blume und wiederholen das ent- itfenbe Licht- und Schattenspiel bis zur Spitze Licht und Schatten sind auch überall in der Land- sco t chöne und angenehme Kontraste. Einem grell konnten Wiesenweg folgt, von Baumwipseln hm- flixaubert, eine lange Inselkette dunkler Schatten, d> der Schwüle des staubigen Fußsteigs ihre lciende Kühle entgegensetzen und zu köstlicher Rast leien. Welche Erquickung, roemt dem brennenden Pirst noch die leise Musik eines kristallenen Quells etmortet und der Atem seiner feuchten Frsiche be- rchigend die erhitzte Stirne umweht! Wahrend iier den knisternden Aehren der Weizen- und Korn- ftler die Mittagsglut flimmert mie ein wirbelnder jl ückenschwarm, greifen sich die Gräser wie frisches innen an, das man sich mit Behagen zum Lager !rählt, nachdem man in langen Zügen aus dem Lei sich gestärkt. Wasser ist das Begehrenswerteste unter dem $ mmel des Juli. Menschen und Tiere stürzen sich rät Wonne in seine Fluten, lassen sich schwimmend versprühen und tauchen, bis kein Plätzchen am eiinzen Leibe mehr trocken und ungekuhlt bleibt, taf bem Wasser zu pabbeln und rudern, die Lunge t-irchströmt vom herben Hauch schäumenden Wogen- fnlaas, bann in einer einsamen Uferbucht bas Boot V landen und in Sanb und Sonne gebettet aben- tmerlichen Träumen nachzuhängen, gehört zu den lp.chsten Genüssen, wenn unter wolkenlosem Himmel dr Wind schlummert. Manchmal lockt der Strand, twm Lanzenwald mannshohen Schilfs bewacht, zu märchenhaften Geheimnissen stiüer, abgenegelter Ueiher unb Seen, wo bie weiße Waßerrose und be qelbe Mummel wie liebliche Undinengesichter eus der Flut getaucht in die Sonne lächeln und ihre großen Blattschirme lockend über verschwiegene ** Vom schwarzen Geldmarkt. Immer wieder hört man von Fällen, in denen Volksgenossen, die ihr Geld nicht den berufenen Kreditinstituten übergeben, sondern es selbst ausleihen, hierdurch erheblich geschädigt werden. Ein besonders gefährliches Gebiet find die Beteiligungen als stille Gesellschafter usw. an Firmen, die man nicht kennt. Kürzlich ging in Rostock ein Prozeß gegen den Inhaber eines Verkehrsunternehmens zu Ende, der es verstanden hatte, mehrere Volksgenossen um erhebliche, zwecks „Beteiligung" hergegebene Betrage zu prellen. Es kann daher jedem Volksgenossen, der Spargeld ober sonstige Rücklagen anlegen will, nur größte Vorsicht bei solchen Geschäften angeraten werben. Zumal diejenigen, die in geschäftlichen und finanziellen Angelegenheiten weniger erfahren sind, 14. 7. — 1b. /. __J7O8D Verkäufe Ein ffiurf ebenfalls eine ganze Reihe neuer Wohnhäuser in der ------- durchweg um die Schaffung von Kleinwohnungen Hannett, da gerade auf diesem Gebiete des Wohnungsbedarfs stärkste Nachfrage herrscht. Der Schaffung derartiger Wohnungen dient auch das große Bauunternehmen in der Schwarzlach, über das wir schon wie-derholt berichteten. Dort werden bekanntlich rund 300 Kleinwohnungen errichtet die bis jetzt zum Teil schon unter Dach gebracht sind, während in der Hauptsache überall die Rohbauarbeiten noch im Gange sind. In diesem Baublock werden angesichts der zahlreichen Hauser, Die mehrere Straßen umfassen werden, auch einige Läden geschaffen, da man es ja hier fast mit einem kleinen Stadtviertel zu tun hat. In der Sommerliche Freuden und Sorgen im Wald. Don ß. O. von Bonin-Ponih. Im Wechsel der Jahreszeiten bietet der Sommer für den Jäger und Forstmann mehr Ruhe, weniger Sorgen und viele Freuden, besonders wenn es gelang, das Wild gut durch den Winter zu bringen und die Hauungs- und Kulturarbeiten zu Ende zu führen. Jäger und Forstmann können es sich jetzt eher gönnen, längere Zeit und besonders in den Morgenstunden im Revier zu sein, um das Wild zu beobachten und die köstliche Frische des Morgens zu genießen. Da die Abschußpläne schon längst ein- gereicht sind, und die Hauungs- und Kulturpläne für das nächste Jahr bereits im Juni fertiggestellt wurden, drohen auch Nicht so viele unangenehme Schreibarbeiten zu Hause. Damit ist aber nicht gesagt, daß der Jäger und Forstmann sich allzu großer Muße hingeben dürfen. Begleiten wir einmal einen Forstmann, der ja immer zugleich Jäger ist, auf seinem Gang durch das Revier. Da der Jäger gestern bis spät in den Abend auf den alten, sehr heimlichen Rehbock gelauert hat, der schon längst hätte abgeschossen werden müssen wegen seiner schlechten Gehörnbildung, war die Nachtruhe für den Jäger nur kurz. Noch vor Tau und Tag sitzt er, begleitet von seinem treuen und unermüdlichen Teckel-Rüden, wieder hinter dem Holunderbusch, der ihm genügend Deckung bietet, falls der Rehbock endlich wieder seinen sonst so gern benutzten Wechsel hält. Das Warten wird dem Jäger nicht lang, da er genug zu beobachten hat. Außer dem Sonnenaufgang beschäftigt ihn der Zustand der Kiefernkulturen, über die der Rehbock seinen Wechsel nehmen muß. Der Forstmann stellt nebenbei fest, daß diese Kulturen mit Kupfervitriol- Brühe gegen Schütte zu spritzen sind. Außerdem fällt ihm aus, daß in dem jenseitigen Teil des Waldes wieder eine Durchforstung notwendig wird. Er will sich deshalb nach dem Ansitz den Bestand genauer ansehen und vielleicht schon den ersten Streifen auszeichnen, denn diese Arbeit muß nach Möglichkeit bis zum September erledigt sein, weil dann wieder andere Aufgaben drängen und die im Herbst eingesetzten Waldarbeiter zuerst in dem alten Holz mit den Durchforstungen beginnen müssen. Diesmal ist es endlich gelungen, daß ihm der gesuchte Rehbock schußgerecht kommt und mit einem weidgerechten Blattschuß gestreckt werden kann. Nach der Abnutzung der Zähne zu urteilen, scheint er mehr als zehn Jahre alt zu sein. Nachdem der Bock sorgfältig aufgebrochen und zum Auskühlen an einem schattigen Platz in guter Deckung aufgehangen ist, begibt sich der Jäger und Forstmann, geschmückt mit einem schweißgetränkten Bruch, auf eine Wanderung durch sein Revier. Den Tag über will er mit Freunden und Weidgenossen auf dem großen See, der in seinem Revier liegt, auf Wildenten jagen. Sorgfältig prüft er deshalb, ob die Hackarbeiten aus der großen Brandkultur durchgeführt sind, ob auf der daneben liegenden Kiefernsaat schon wieder so viel Unkraut wächst, daß Frauen mit Hacken eingesetzt werden müssen. Er überzeuat sich weiter von dem Stand der Arbeiten an mehreren Holzabfuhrwegen und schätzt, daß die Waldarbeiter hier noch mindestens eine Woche Arbeit haben. Da chm von den an sein Revier angrenzenden Bauern wiederholt Wildschaden angdmeldet war, öffnet er die Tore des einen Wildgatters und räumt die Hürden des Zaunes teilweise fort, damit das Wild hier zur Aefung gehen kann. Weiter beobachtet er Mit großer Freude ein Rudel Rothirsche, die ihre Kolbengeweihe fertig geschoben haben und bald fegen werden. Beim Damschaufler kann er feststellen, daß er sein neues Geweih noch schiebt. Hin und wieder erfreut er sich auf den beiden Waldwiesen am Anblick einiger guter Böcke, von denen er vielleicht einen nach der Blattzeit zur Strecke bringen wird. Gegen 8 Uhr ist unser Forstmann wieder zu Hause, sieht schnell die nicht allzu umfangreiche Post durch und stellt mit Befriedigung fest, daß ihn heute der Schreibtisch nicht mehr sehen wird. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer gemütlichen Pfeife zieht der Jäger seinen ältesten Schilfanzug und die durchlöcherten „Entenschuhe" an, nimmt seinen Münsterländer in das Auto und fährt zum verabredeten Treffpunkt. Schnell sind die Schützen auf den schon vorbereiteten Ständen verteilt und die Treiber an- gesetzt. Es wird Befehl ausgegeben, daß führende Enten und nicht voll flugfähige Iungenten geschont werden müssen. Mit einer kurzen Mittagspause wird den ganzen Tag über getrieben und weit über hundert Enten zur Strecke gebracht. Einem besonders eifrigen Schützen ist es gelungen, vier zu geringe Iungenten zur Sttecke zu bringen, wofür er neben dem Spott auch noch eine Buße zu Gunson der Hmterbliebenen von Forstbeamten zahlen muß. Als Sttecke gelegt wird, stellt der Jäger durch Befragen fest, wie wenige Weidgenossen genau die verschiedenen zur Strecke. gekommenen Entenarten zu unterscheiden wissen. Nach der Jagd und dem Abendbrot geht der Forstmann und Jäger wieder aus, um in einem ln ben er seltener kommt, Forst- und Jagdschutz auszuüben, vor allem die Pilz- und Beerensammler zu kontrollieren, die besonders häufig sich aus er nahegelegenen Stadt dort einfinden. So war dieser Julitag des Forstmannes und Jagers voll ausgefüllt und bot chm eine Reche von schonen Erlebnissen und die Erledigung vieler wichttger Aufgaben. Marburger Festspiele 1938. Shakespeare: „Sommernachtstraum". Die Marburger Festspiele 1938 sind ganz Shakespeare, seinen Lustspielen und Rüpelkomödien gewidmet. Nachdem schon zahlreiche Aufführungen der Lustspiele „Diel Lärm um N'chts" und „Wie es Euch gefällt" vorausgegangen waren, fand nun gestern abend die dritte Erstaufführung der Spielzeit, die Aufführung von Shakespeares „Sommernachtstraum" statt — jenes Spieles, das so recht geeignet ist, den Sommer abend für eine Freilichtbühne auszufüllen. Das Spiel stand dabei — kaum wagte man es nach den Tagen des kühlen und regnerischen, wenig sommerlichen Wetters zu $ offen unter glücklichen Sternen. Unter Sternen im wahrsten Sinne des Wortes! Der geftriaen Aufführung war der schönste Abend beschießen, den bisher der Juli bringen konnte. Der nächtliche Himmel wurde mit seinem kraftvollen Dunkelblau zum großartigen natürlichen Rundhorizont, an dem die Sterne blitzten. Der Mond kam auch zu rechter Zeit herauf und übergoß mit seinem bleichen Licht die romanttsche Landschaft, die unter den drei hohen Bogen der Bühne hervorgezaubert worden mar. Nachtfalter und Glühwürmchen gar, die ab und zu über Bühne und Zuschauerraum erschienen, erinnerten lebhafter als sonst daran, daß Sommerabend war. Als unten in der Stadt die ersten Lichter aufblitzten, begann oben das Spiel vor noch hellem abendlichen Himmel. Für zwei Stunden mar man gerne dazu geneigt, die Schicksale der Liebenden mitzuerleben, die sich nach wirklichkeitsnahem Beginn in die Wirrnis phantastischer Träume verloren, um zum guten Schluß wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden. Willig ließ man sich ein- beziehen in Oberons und Titanias Welt der Elfen und Kobolde, freute sich über das bewegte Spiel, über die abwechslungsreichen Szenen, die durch Oberon und seinen Kobold Droll heraufbeschworen wurden, sah mit großem Vergnügen die Liebesleute in ihren Zwiegesprächen und die verliebten Paare in chren wortreichen Streitgefechten. Und mit nicht weniger Freude verfolgte man die Vorbereitungen für das Spiel, das die biederen Athener Handwerker zum Hochzeitstag ihres Herzogs Theseus und der Hippo- lyta aufführten. Den schwerelosen Reigen der Elfen folgte man aerne mit den Augen. — So insgesamt wurde die Aufführung zu einem schönen Erfolg der Festspiele, und alle, die an diesem Abend vom Schloßberg schieden, hinabgingen in die Stadt (die im Glanze vieler Lichter und von Abendnebeln mystisch umzogen, einen wunderbaren Anblick darbot), waren tief befriedigt von diesen Stunden. Die Trunkenheit des Mslfahrzeugführers und ihre Folgen drastischen Mittel Aus der engeren Heimat Verkehrssünder kommen vor den Schnellrichter! Wer gegen die Derkehrsordnung verstößt, wird festgenommen und eingesperrt geklagte fuhr aber mit 25 bis 30 Stundenkilometer über die Kreuzung. Es wurde ihm gesagt, daß unter mäßiger Geschwindigkeit ein Tempo von 10 Stundenkilometer zu verstehen sei. Der An- geklagte erhielt 30 Mark Geldstrafe. Die gleiche Kreuzung überfuhr ein Lastwagen mit Anhänger in einer Geschwindigkeit von etwa 45 Stundenkilometer. Der Fahrer dieses Wagens wußte nicht einmal, was das auf der Spitze stehende Dreieck als Verkehrszeichen bedeutet. Der Vertreter der Anklage empfahl ihm, einen Kursus mitzumachen, um in Zukunft orientiert zu fein. Dreimal schon hat der Angeklagte Geldstrafen erhalten, weil er gegen die Verkehrsregeln verstieß. Jetzt erhielt er eine Wache Haft. Der soeben bestomimmaH sehen, dnh di Entwicklung । fortschreitende sen die Fimn Berichtsjahre geführt werb bienft würbe 2)er iBeftan betrug bei ber 81 Mionen livnen Reichs! Reichsmark a fallen. Die re Kommunalda rund 2,4 R nungSbau ü im Jahre T ihr zur Ver Wohnungen zum weitau. Sie ber B , kaffe für fyf gearbeitet. 3 verfehlen wird: auf der Stelle fest genommen und bis zu ihrer Aburteilung durch den Schnellrichtep eingesperrt. Am heutigen Mrttwoch wurde erstmalig in dieser Werse durchgegriffen. Polizeikonfr ollen in den verschiedenen Stadtteilen nahmen von den frühen Morgenstunden an die Verkehrssünder fest, die dem Polizeigefängnis zugeführt wurden und gegen 14 Uhr in das Jüfttzgebäube kamen, wo in zwei Sälen abgeurteilt wurde. Den Verhandlungen wohnten Vertteter der Partei, der Polizei, des Gerichts und der Staatsanwaltschaft bei. Etwa fünfzehn Fälle gelangten zur Aburteilung. Zu Beginn der Verhandlungen rvies Oberamtsanwalt Heckner auf Bedeutung und Zweck des neuen Verfahrens hin. Er betonte, daß ttotz der Verkehrsunfallverhütungswoche eine Besserung nicht eingetreten sei. Um die Derkehrsunfälle einzudämmen, müsse jetzt mit dem Verfahren Schluß gemacht werden, gegen Verkehrssünder milde vorzugehen. Sogenannte Kavaliersttafen gäbe es nicht mehr; wer gegen die Derkehrsordnung verstoße, habe eine empfindliche Strafe zu gewärtigen. Hauptsächlich drei Gruppen seien es, die die Sicherheit des Der- kehrs am meisten gefährdeten: einmal die Fahrer mit zu großer Geschwindigkeit, dann diejenigen, die das Vorfahrtsrecht nicht beachteten, und schließlich die Leute, die sich betrunken ans Steuer setzten. Betrunkenen Kraftfahrern werde künftig der Führerschein entzogen. Nachstehend einige Fälle, die zur Aburteilung kamen: Gefahrenquelle: kreuzungspunkk. Ein 25jähriger Autofahrer führ durch die Men- delssohnsttaße und überquerte mit zu großer Geschwindigkeit den Kettenhofweg. Im Gesetz heißt es: „ ... Wer eine Hauptstraße überqueren will, hat mäßige Geschwindigkeit einzuhalten..." Der An- Hochschulnachnchten. Im Alter von 75 Jahren starb der frühere Direktor der Kunst- und Altertumssammlungen der Veste Koburg, Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Ludwig Kämmerer. Er war Direktor des Kaiser-Friedrich-Museums in Berlin und Professor an der Technischen Hochschule in Posen. In Koburg machte er sich um die Neuordnung der Sammlung auf der Veste Koburg besonders verdient. Der beamtete ao. Professor Dr. Georg L ö n i n g ist zum o. Professor in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald ernannt. Sein bisheriger Lehrauftrag für deutsche Rechtsgeschichte, bürgerliches und Handelsrecht bleibt unverändert. An der Universität Freiburg wurde dem Dozenten , Amtsgerichtsrat Dr. Adolf Schänke aus Berlin der Lehrstuhl für deutsches und ausländisches Strafrecht, Zivil- und Strafprozeßrecht sowie forftmirt« schaftliche Rechtskunde übertragen« S&S Ml ii.< bie <5$ -f11 pflichtige Verwarnungen erteilt Trotzdem wird täglich in der gröbsten Weise gegen die Verkehrsordnuna verstoßen. Um hier gründlich Wandel zu schaffen, hat die Behörde jetzt zu einem ' gegriffen, das seinen Zweck nicht Verkehrssünder werden LPD. Frankfurt a. M., 13. Juli. Trotz aller Aufklärung und Ermahnung hat sich die Disziplin im Straßenverkehr Nicht gebessert. Die Polizei und die anderen zuständigen Stellen haben sich bislang bemüht, durch Belehrung und Schulung auf die Verkehrsteilnehmer einzuwirken, um so die Unfallziffenr herabzudrücken. Es war alles vergebens. Seit Mitte Februar wurden in Groß- Frankfurt über 25 000 gebühren - Oie Schäden des Hagelunwetters im Vogelsberg. NSG. Das Hagelwetter im oberen Vogelsberg, das am 8. Juli in der Hauptsache die Dörfer Breungeshain, Busenbovn, Michelbach, Eschenrod, Rudingshain, Hof Zwiefalten und Burkhards betraf, hat leider nach den bisherigen Feststellungen ganz erheblichen Schaden angerichtet. Außer Breungeshain, wo so ziemlich die ganze Ernte vernichtet wurde, ist im allgemeinen die Bruchfrucht am schlimmsten betroffen worden. Die Verluste betragen hierbei 90 bis 100 v. H., so daß sich tatsächlich die Dreschkostem nicht mehr lohnen. Achnlich liegen die Dinge bei der Sommergerste, während es beim Hafer mit durchschnittlich 60 v. H. Verlusten etwas besser sicht. Glimpflicher ist der Weizen davongekommen, bei dem der Hagelschlag 40 bis 50 v. H. des Bestandes zerstörte. Der Raps hingegen ist völlig vernichtet worden, er war reif und zum Teil schon gemäht. Bei den Kartoffeln betragen die Verluste etwa die Hälfte bis dreiviertel der Ernte. Auch bei den Rüben ist der Schaden sehr groß, aber man erwartet hier, daß er sich in der nächsten Zett noch etwas ausgleicht. Die endgültigen Zahlen der Schadensuntersuchung werden erst Ende dieser oder Anfang nächster Woche feststehen. Es bestätigt sich nunmehr, daß dieses Hagelunwetter von einer noch nie erlebten Gewalt war. Seine Auswirkungen für die Landwirtschaft des betroffenen Gebietes sind deshalb besonders bedauerlich, weil in diesem Jahre im oberen Vogelsberg Für die Aufführung selbst waren mit glücklicher Hand viele Kräfte aufgeboten worden. Regie führte Dr. Fritz Budde, für den Bühnenbau war Franz Mertz und für die vielen schönen Tänze Günther Heß verantwortlich. Hans Albert S ch e w e gab edel und mit sicherem Gefühl den Herzog Theseus; Ruch Ines Ecker mann zeigte sich m schöner menschlicher Größe als Hippolyta, die Königin der Amazonen. Feurige Liebhaber waren Robert Harprecht als Lyfander und Henry Rübesam als Demetrius. Reizend und liebenswürdig Ilse Knochenhauer als Hermia und eindrucksvoll in Leid und Liebeskummer die Helena von Lilo Dietrich — beide wahrhaft streitbar in der Szene zwischen den beiden Paaren. Hans Joachim Reck- 'n i tz gab den Oberon mit schönem Schwung und mit aller Liebenswürdigkeit; Inge Conradi war die hoheitsvolle Königin der Elfen. Güncher Heß als Droll erwies sich in Sprache und im mimischen Ausdruck wie auch in der tänzerischen Bewegung als von einer überraschenden Kraft und Frische. Seine springlebendige Darstellung war nicht zuletzt mit ausschlaggebend für den Erfolg des Abends. Mit besonderer Liebe hatte man auch die Rollen für das „Theater im Theater", für das Spiel der Athener Handwerker, besetzt, die oft genug zu herzlichem Lachen hinrissen. Herzlich statteten die vielen Zuschauer ihren Dank an die Darsteller ab, die zum Schluß in elfenhaftem Reigen und beim verglimmenden Lichte der Scheinwerfer über die Bühne tanzten. Heinrich Ludwig Neuner. Mitmenschen Leben und Gesundheit aufs Spiel setzen, auch in der Öffentlichkeit zu brandmarken, ist angeordnet worden, daß die Polizeibehörden bei Bekanntgabe der amtlichen Ermittlungen über Straßenverkehrsunfälle an die Tagespresse den vollen Vor- und Zunamen, sowie die Wohnung der Kraftfahrer (ebenso auch der anderen unter Alkohol stehenden Verkehrsteilnehmer) anzugeben haben, bei denen nachweislich übermäßiger Alkoholgenuß zu einem Derkehrsunfall geführt hat. Außerdem werden diese Personen sofort festgenommen und bleiben bis zur gerichtlichen Verhandlung in Hast. In diesem Zusammenhang sei noch bemerkt, daß es Pflicht jedes Volksgenossen ist, einen Verkehrsteilnehmer, der in betrunkenem oder angetrunkenem Zustande ein Kraftfahrzeug fahren will, auf die Strafbarkeit und die evtl, sonstigen Folgen seines Handelns aufmerksam zu machen und erforderlichenfalls die Polizei zu benachrichtigen. harter < bei de" H Bei den ' M js M*15 i .. An W. «Phung ■ ÄS bs* - r-v-5 auch die von o vermieten 2)epi einlagen zu W te «ft«" W Mark um 11.JJ : lionen Mark- D' - Bestandes vorn Die Gesamte! ■ Sparkassen sind i lausenden W aus 803,40 M Landest« vorzügliche Ernteaussichten bestanden. Eine gute Ernte wäre für dieses Gebiet sehr begrüßenswert gewesen, denn die meist kleinen landwirtschaftlichen Betriebe erlebten 1937/38 eine starke Auswinterung ihrer Fkucht und schwere Schädigungen durch Schneckenfraß. Landkreis Gießen. > Annerod, 14. Juli. Hier hörte man gestern zum ersten Male wieder die Dreschmaschine brummen. Diesmal wurde jedoch nicht Getreide, sondern Raps gedroschen. Auch aus dem Nachbarorte Rödgen waren mehrere Bauern mit ihren beladenen Fuhrwerken zum Rapsckrusch erschienen. Anstatt des früheren mühsamen Flegeldrusches konnten mit der Maschine bis zum Abend 26 Wagen voll gedroschen werden. * Staufenberg, 14. Juli. Der Landwirt Heinrich Becker II., Dbergaffe 17, wird am nächsten Samstag, 16. Juli, in körperlicher und geistiger Frische 7 8 Jahre all. Wir gratulieren! <£ Leihgestern, 13. Juli. Der im Jahre IMsi nach Trenton (Nordamerika) ausgewanderte Karl Schaum traf dieser Tage zu einem mehrwöchigen Besuche hier ein. Der Gesangverein ,Liederkranz", dem er früher angehörte, brachte ihm als Willkommensgruß feiner Heimat ein Ständchen. * Obbornhofen, 14. Juli. Der Landwirt Karl Kammer I. wurde erneut zum Bürgermeister unserer Gemeinde ernannt. * Rabertshausen, 14. Juli. Der Landwirt und Metzger Rudolf Sang ist zum Bürgermeister unserer Gemeinde ernannt worden. Manches Mc E ihm gepa, fetter Kerl. $ mit raschen B ’Wi davon gliche Auge «Wen @eft£ U uni in 2? «u .N»nen 6 ich lei, iiafi [ Ab , Meinung R tapfer ihr ?er Ebene gebt > mit N Mer auf hierrft x^lerlaj Si?» SS« Wid) SS wjj* «Ä feste" Von Assessor Münch, Gießen. KFG. nach den Regeln der Gefährdungshaftung (Paragraphen 8 bis 15 KFG.), da er feine Trunkenheit selbst verschuldet hat. Dritte Personen, z. B. Insassen eines Kraftfahrzeuges, die einen Fahrzeugführer betrunken machen, sind für einen durch die Trunkenheit des Fahrers verursachten Unfall ebenfalls strafrechtlich verantwortlich. Eine besondere, auf ihrer Berufspflicht beruhende Sorgfallsvflicht obliegt auch den Gastwirten; sie machen fiif) strafbar, wenn sie an trunkene Kraftfahrzeugführer Alkohol verabreichen (Paragraphen 16 Ads. 1 Nr. 3, 29 Nr. 8 des Gaststatten- gesetzes), außerdem können sie sich einer fahrlässigen Tötung' oder Körperverletzung dadurch mitschuDig machen, daß der nunmehr durch weiteren Alkoholgenuß noch stärker betrunkene Kraftfahrer jetzt einen Verkehrsunfall herbeiführt. Um diejenigen Kraftfahrzeugführer, die durch ihren verantwortungslosen Leichtsinn ihr und ihrer Lin Fahrlehrer unter den Verkehrssündern! ,Lch bin noch nicht vorbesttaft, ich werde auch nie besttaft werden", äußerte im Brustton ber Ueberzeugung ein angeklagter 38jährtger Fahrlehrer, der als kluger Mann vorbauen wollte und eine Abfuhr erlitt, als er dem Polizeibeamten, der feit 18 Jahren im Derkehrsdienft sicht und feine Pap. p.enheimer kennt, mit guten Ratschlagen kommen wollte. Der Vorsitzende wies den Angeklagten ge. hörig zurecht. Der Angeklagte kam von der Wil- Helmsbrücke mit feinem Auto durch die Bluchersttaße und bog mit 30 Stundenkilometer Geschwindigkeit in die Gutleutstraße ein. Das war zu schnell. Der Oberamtsanwalt beantragte eine empfindliche Geld, strafe. Der Fahrlehrer habe seinen Schülern mit gutem Beispiel voranzugehen. Es wäre besser gewesen, wenn er sich dazu bekannt hätte, gefehlt zu haben, statt sich aufs hohe Roß zu setzen und deiy verdienten Beamten noch zu raten, wie er künftig abschätzen solle. Das Gericht erkannte auf 50 Mark Geldstrafe. Das Vorfahrtsrecht darf nicht erzwungen werden. Von der Men Brücke kommend, überquerte ein Autofahrer mit 40 bis 45 Kilometer Geschwindig- feit das Deutfchherrnufer und mißachtete das Vor. fahrtsrecht eines Lastwagens und zweier Autos, die auf der Uferstraße fuhren. Der Anklagevertreter betonte, daß der Angeklagte den anderen das Dor- fahrtsrecht überlassen mußte, und daß es nicht angängig sei, durch lautes Hupen sich dieses Recht zu erzwingen. Der Angeklagte wurde zu der bean« fragten Geldstrafe von 30 Mark verurteilt. Frankfurter Schaufenstereinbrecher in Köln verhaftet. F r a n k f u r t a. M., 12. Juli. (Lpd.) Vor einigen Monaten waren in den Frankfurter Geschäftsvierteln nachts wiederholl Schaufensterscheiben ein» geschlagen und wertvolle Auslagen g e st o h l e n worden. Die Diebe waren stets im Auto vorgefahren und hatten, während sie die Scheiben zertrümmerten und die ausgestellten Waren stahlen, den Motor laufen lassen. Mit ihrch Beute — meist wertvollen Waren — flüchteten sie bann in dem Auto, ohne daß sie gefaßt werden konnten. Nunmehr ist es gelungen, die Täter in Köln fest zunehmen. Es wird jedem vernünftigen Menschen einleuch- ten, daß ein betrunkener oder angetrunkener Kraftfahrer nicht an das Steuer eines Kraftfahrzeugs gehört. Trotzdem werden gerade in den Sommermonaten sehr viele Kraftfahrzeugunfälle von Fahrern verursacht, die unter dem Einfluß von Alkohol stehen. Ein ausdrückliches Verbot, wonach demjenigen die Führung eines Kraftfahrzeugs untersagt wird, der unter der Wirkung von geistigen Getränken steht, ist zwar in den heute für den Straßenverkehr maßgeblichen Gesetzen, nämlich der Verordnung über das Verhalten im Straßenverkehr (StVO.) und der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Straßenverkehr (StVZO.), nicht enthalten. Daraus ist aber nicht etwa zu schließen, daß es erlaubt fei, in betrunkenem ober angetrunkenem Zustande Kraftfahrzeuge zu führen. Ein derartiges Verhallen wird nicht nur aufs schärfste mißbilligt, sondern auch streng bestraft, insbesondere bann, wenn durch die Trunkenheit ein Verkehrsunfall herbeigeführt wird. Grundlage für die Bestrafung trunkener Kraftfahrer bildet der § 2 Abs. 1 der StVZO. Danach darf nicht am Verkehr teilnehmen, wer sich infolge körperlicher ober geistiger Mängel nicht sicher im Verkehr bewegen kann. Diese Bestimmung ist in ständiger Rechtsprechung der höchsten Gerichte dahingehend ausgelegt worden, baß unter die körperlichen unb geistigen Mängel auch der Zustand erheblicher Beeinflussung durch Alkohol fällt, und daß deshalb eine in einem derartigen Zustand befindliche Person nicht am Verkehr teilnehmen darf. Der Kraftfahrer, der in trunkenem Zustand ein Kraftfahrzeug führt, wird daher wegen Uebertretung des § 2 Abs. 1 StVZO, nach § 71 StVZO, bestraft. Eine Bestrafung wegen Trunkenhett setzt auch nicht etwa voraus, daß ber betreffende Kraftfahrer sinnlos betrunken ist. Wenn auch nicht von einem Kraftfahrzeugführer verlangt werden kann, daß er vor oder während einer Fahrt überhaupt keinen Alkohol zu sich nimmt, so ist doch zu bedenken, daß schon geringe Mengen Alkohol die Fähigkeit zur sicheren Führung eines Kraftfahrzeuges beeinträchtigen und so die Ungeeignetheit zur Teilnahme am Verkehr herbsiführen können. Denn selbst kleine Mengen Alkohol führen zunächst durch Steigerung der Unternehmungslust zu Leichtsinn, hinterlassen aber vorzeitige Ermüdung unb mangelndes Wahr- nehmungsvermöaen und schwächen dadurch die Fähigkeit zum schnellen lieb erlegen und Handeln in der Gefahr. Einen sicheren Anhaltspunkt für ben Grrch der Trunkenheit und die damit verbundene Beeinflussung der Fahrfähigkeit bietet bei Kraftfahrzeugunfällen die Alkohol-Blutprobe, die vorzunehmen ist, sobald der Verdacht des Alkoholgenusses bei einer an dem Unfall beteiligten Person besteht. Wenn diese Blutprobe, die nach der Mikromechode des schwedischen Arztes Prof. Dr. Widmark vorgenommen wird, einen Alkoholgehalt von 1,5 je Tausend im Blute ergibt, so wird Fahrunfähigkeit angenommen. Ein betrunkener oder angetrunkener Kraftfahrer, der durch diesen Zustand einen Verkehrsunfall herbeiführt, hat außer seiner strafrechtlichen Verfolgung (z. B. wegen fahrlässiger Tötung ober Körperverletzung Paragraphen 222 oder 230 StGB, in Tateinheit mit Uebertretung ber Paragraphen 2 Abs. 1, 71 StVZO.) mit der Entziehung seines Führerscheines zu rechnen, da er durch seinen Leichtsinn gezeigt hat, daß er nicht geeignet ist, im heutigen Verkehr die verantwortungsvolle Aufgabe eines Kraftfahrzeugführers zu erfüllen (§ 3 Abs. 2 StVZO., §4 KFG.). Zivilrechtlich haftet ein Kraftfahrer wegen eines durch seine Trunkenheit mit einem Kraftfahrzeug verursachten Schadens für Fahrlässigkeit nach den Grundsätzen ber Verschuldenshaftung gemäß § 827 Satz 2 BGB. und außerdem gemäß § 18 Abs. 1 Arbeitsmaiden proben für Breslau Wirtschaft 193,25. . Am Rentenmarkt blieb es recht ruhig- Einige Umsätze erfolgten zunächst nur m Korn- rnunal-Urnschuldung zu unv 95 70 Reichsaltbesitz bröckelten 0,25 v. H. ab auf 131, Reichsbahn-Ml. unv 124,40. Für Dekosama-Saarausgabe hielt Die Nachsrage bei etwa 111 an. Am Psandbri-imarkt lagen Liguidationswerte bis 0,25 v. j). schwacher, itben. Eine gut hr begrüßensm .andwirtschaflliche irte^iLsminterur: i)Qbigungtii bind * Paddelzweier „ohne' Geschichte einer feuchten Verlobung. Don Peter Sixt. Abendbörse gut behauptet. Die Kurse blieben an der Abendbörse auf dem etwas verbesserten Stand des Mittagsverkehrs überwiegend gut behauptet. Zu nennenswerten Umsätzen kam es auf keinem Marktgebiet, da sowohl Käufe als auch Verkäufe kaum vorgenommen wurden. Lediglich in der Farben-Aktie kam etwas Material heraus, so daß sich der Kurs weiter etwas senkte auf 152,40 bis 152 (152,50). Etwas niedriger gefragt waren MAN. mit 129 (130), Daimler mit 133,25 (133,50). Von Bergwerkswerten gewannen Rheinstahl und Verein. Stahl je 0,25 v. S). auf 142 bzw. 105, Buderus 0,50 v. H. auf 115, wahrend Hoesch mit 110 und Mannesmann mit 109,aO vo behauptet blieben. Sonst veränderten sich u. a. Ge fürel auf 132,50 (132), Holzmann auf 149,75 (149) Adlerwerke auf 112,50 (112) und Schuckert auf 167,75 (167,50). Unveränderte Kurse zeigten u. a. Bembera mit 134,75, Scheideanstalt mit 220, Moe- nus mit 128, Rheinmetall mit 128,25, DDM. mit 168 und alle Bankaktien. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 13.Juli. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R 12 180, R 15 183, R 18 187, R19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Jftjtto“ Hafer —. Weizenmehl Type 812 W13 29,10, W 16 toqer Ä ß ,be«wt(n ? Itu M 1 ÖQre k.rr^ X hatte, Jfe.Si n n' Vie er irJ?1 * «M SW W verurteilt. . ereinbrecher stet. M) Bor einifth Scheiben ein. N.Sest°hle, ^ut0 Vorgefühl Jj1 Sertrünnnerts den Motz " W wertvolle ?uto, ohne U ■9r ist es gelungen Kreis Aisfeld. । 8 'Alsfeld, 12. Juli. Der hiesige Zweig- verein des VHC. unternahm am Samstag und Sonntag eine Wanderung in das Knüllgebirge, wobei der interessanten Ruine Bur g H a u U e ck in der Rahe des Stoppelsberges bei Neukirchen ein Besuch abgestattet wurde. Die Burgruine ist tn ihrem Hofe zu einem herrlichen Freilichttheate r mit etwa 600 Sitzplätzen umgewandelt worden. Zum Schluß fand unter sachkundiger Führung eine Besichtigung von Bad Hersfeld statt. A 21 lsfeld , 13. Juli, Der R e i ch s a r b ei t s - dienst errichtet gegenwärtig hier in der verlanger- ten Jahnstraße eine Grotzdamp wasch erel, die voraussichtlich für mehrere Arberisdienstgruppen beftimmt ift. Der Unterbau wird aus Beton herge- ftellt während die Halle in einer Lange von etwa 40 Meter aus Holz errichtet wird. Die Fertigstellung soll noch im Laufe des Herbstes erfolgen. Die Wasch- anstatt wird auf städtischem Gelände errichtet, das dann wieder bekäme. . Wenn Kurt nun allerdings gemeint hatte er dürfe jetzt die ganze Strecke heim mit der erhöhten Last seines Bootes allein paddeln und ihm bei diesem trüben Gedanken schon ein wenig schwumm- ria zu Mute wurde, so -täuschte er sich gründlich: Kaum war das Mädchen in Kürze einigermaßen zu sich gekommen, so griff sie mit dem Reservepaddel, das sie irgendwo zu ihren Fußen aufgestöbert hatte, tüchttg zu wie die sicherste und er- fabrenste Paddlerin, und so gingen die beiden also daran, ohne viel Umstände und schweigend gegen alle Widrigkeiten die lange Heimfahrt zu schaffen. Einmal nur wechselten sie, im Sturm sie sichzu- rufend, kurz ein paar Worte aus denen Kurt er> fuhr daß seine unbekannte und, wie er sah, hübsche Fahrtgenossin, am liebsten sich allein auf dem Wasfer Herumtriebe, denn die Männer seien alle meist so „komisch" und bildeten sich gleich <»in, wenn sie mit einem Mädchen paddelten, auch sich besondere Männerrechte anmaßen zu dürfen, sturt vermochte, für seinesgleichen beschämt, keineswegs viel darauf zu erwidern, zumal sie auch noch ihre Behauptungen mit Beweisen belegte, die in gewisser Manches Mädchen wäre Sonntags nicht ungern i mit ihm gepaddelt, denn Kurt war ein wirklich i netter Kerl. Wenn er in seinem Zweierbootsaß, < mit raschen Bewegungen ferner kräftigen Anne rudernd davonfuhr, dann Mute wohsmanche weibliche Auge seiner von Wind und Sonne gebräunten Gestalt mit dem fn^en klaren Gesich nach, und in manchem Madchenkopf tauchte bei einem Blick auf den vorderen, leeren, persenmng- überzogenen Sitz der Gedanke auf, wie schade.es doch sei, daß so ein junger Mensch allem umhen gonble... Aber Kurt wollte gar nichts anderes er lehnte weibliche Begleitung ab, denn — so war feine Meinung — mit den Paddelmadchen verhalte es sich wie mit den Schmiechen: wie diese ers ganz tapfer ihre. Schier allein tragen, wenn e m der Ebene geht, so tun jene am An^ng auch recht brav mit. Dann jedoch kommt nach einer ©eile unweigerlich der aus Liebe und Leid unschuldsooll gemischte, um Hilfe werbende Auaenaufschlag, der da heißt: „Ich weiß nicht, heute Ducken wich di Bretter auf den Schultern wie nochi me oder auf das Paddlerlatein übertragen: -Kinder, Kinder, kriegst du auch sooo 'ne Blasen an die Pfoten. Und dann ist es aus. Dann darfst du allem und im Schweiße deines Angesichts Zwanzig Kilometer im Gegenwind zurückpaddeln, wahrend stchvorblr e reizend anzusehendes, lockenkopfiges GeMpf mollig in Kissen und Decken hüllt und leise flötet. „Ist es "^Ö^Surt jeden — funtt der ihn nach dem Grund seines Allem paddelns fragte, und eine verächtliche Handbewegung deutete an: „Bei mir ohne! Daß das natur lick auf gewissen Seiten, die eine freundliche Berücksichtigung auf eine sonntägliche Einladung zu einer Paddeltour zu haben wähnte, AergerMs^her- vorrief ist zu begreifen, ändert aber nichts an Kurts Entschluß, hart zu bleiben. Umsonst.kenterten mit großem Geschick ab und Ssi sust dort wo er gerade fuhr, Boote, oder es riefen angeblich Cr trinkende ihn um Hilfe an: Wenn er h"fsbereit zu den Unfallsstellen steuerte und jeweils den mit dem feuchten Element anscheinend verzweifelt kämpfen den Menschen an Bord, gehievt hatte, stellte sich jedesmal nachträglich heraus, daß es .irgendeine Bekannte war, welche die Sache inßemert hatte. IMttagsborje teilweise leicht erholt. Frankfurt a. M., 13. Juli. Nach unemheit- lichem Beginn war die Börse am Aktienmarkt im Verlaufe auf Teilgebieten etwas erholt. Das Angebot hat nachgelassen und wurde größtenteils durch limitierte Aufträge der Kundschaft aufgesoaen, so daß der Markt etwas Boden erhielt. Größere Aufträge lagen allerdings trotz der niedrigen Kurse noch nicht vor, immerhin war die Umsatztatigkeit zeitweise verhältnismäßig lebhaft. Bevorzugt wurden die besonders abgesunkenen Montanpapiere, m denen größeres Geschäft zustande kam. Mannesmann 109 bis 109,25 (108,50) Derem Stich! 104,40 bis 104,65 (104), Rheinstahl 139,75 bis 140 (139), Hoesch 108,90 (108,13), Buderus 114,oO (114). JG -Farben lagen ziemlich ruhig und noch schwacher mit 152,40 (152,90), ferner büßten Metallgesellschaft erneut 2 v. H. ein auf 128, hingegen erholten sich Scheideanstalt um 1 v. H. auf 220 Der Elektromarkt brachte noch meist stärkere Abschwächungen so bei Felten auf 127,50 (129,40) und bet Gesfure^ auf 132 (133,75). Auch Maschinenwerte gingen noch um 0,50 bis 0,75 v. H. zurück Demag —1^13 vH auf 144,25, ferner ermäßigten sich Zellstoff Waldhof auf 142,75 (143,50). Reichsbank behauptet mit um auf Kurts Vordersitz zu gelangen und vielleicht dadurch eine unter Freundinnen abgemachte Wette zu gewinnen, den jungen Hagestolz zu einer Fay" „herumgekriegt", oder ihm ein lustiges Schnippchen geschlagen zu haben. Freilich, nach der gemerkten Absicht verstimmte so etwas Kurt erst recht, und fortan gab er seinen Klubkameraden und Klub- kameradinnen halb ernst, halb scherzhaft zu verstehen, wenn er jemals wieder mit einem Mädchen im Vordersitz am Bootssteg anlegen sollte, konnten sie ihn gettost als mit der Betreffenden „verlobt betrachten. Aber er gedächte ihnen m Den nächsten Jahren keinen Anlaß dazu zu verschaffen... Eines stürmischen Sonntags nun, als Kurt wie stets auf den Gewässern unterwegs war, einer der wenigen, die sich bei dem — was so ganz,j^nem Paddelgeschmack entsprach! — heftigen, S?wittmgen Sturmwetter mit ihrem „Kahn durch die Wellen schlingerten, geschah es, daß er wieder einmal, m einiger Entfernung mitten im großen See, ein Boot in Not" bemerkte. „Sicher wieder ein Schwindelmanöver", dachte er gewitzigt infolge besagter trüber Erfahrungen, zumal er einen weiblichen Insassen zu erkennen glaubte, nicht unähnlich einem Mädchen vom Klub, das in der Frühe trotzig allein herausgerudert war, nachdem er verschmäht hatte, sie mitzunehmen. Auf jeden Fall hielt er einmal auf die Stelle Sosehr vorsichtig sich heranpirschend, um eine gute Ruckzugsmoglichkeit ,u haben, falls sich' das Ganze wiederum als fm- ai°rt-° Schiffbruch Herausstellen fallt- Aber es schien doch ernst zu sein, denn offensichtlich war das tiefliegende Boot ziemlich vollgeschlageni ober leckte mächtig; die Paddlerin wenigstens schöpfte unergründliche Wassermengen aus dem Innern. Kurt, dem sie bei genauerem Zusehen doch un- . bekannt war, bot ihr, nahe herankommend seine Unterstützung an, wurde aber zu feinem Erstaunen 1 reckt grob abgewiesen. „Ich werde schon allem ■ fertig", rief es zurück, wobei die Antwortende, die , in ihrem Badeanzug reizend aussah, nicht einen i Augenblick von ihrer Schopferarbeit aufblickte. „Dann eben nicht", dachte Kurt argerlich und mit einem kleinen Stachel im Herzen zog er werter seines Weges; im Innern mußte er jedoch 3uge^n, bah ihm bas Mäbel, wie sich es da tapfer mit dem Boot abrackerte und kühn (was ihm noch me vvr- Franksurker Schlachtviehmarkk. Frankfurt a. M., 14. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1178 Rinder (darunter 240 Ochsen, 190 Bullen, 512 Kühe, 236 Färsen), 538 Kälber, 48 Hämmel, 17 Schafe, 115 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 34 bis 44; Kälber 35 bis 65; Hämmel 35 bis 50; Schafe 25 bis 42; Schweine 50 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zuge- teilt; Hämmel und Schafe mittel. Runbfnttfprogramtn Freitag, 15.3u!L 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym- nastik. 6.30: Frühkonzert. Wohlauf Kameraden aufs Pferd, aufs Pferd. In der Pause, 7: Nachrichten. 810- Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Im Planschbecken. 10.30: Acht Tage vor dem großen Preis von Deutsch- land. Rennwagen und Motorräder auf dem Nur- burg-Ring. 12: Von der Reichsautobahn — Baustelle Nentershausen: Werkskonzert. Ausführung: Musikkorps des Jnf.-Regts. 116, Gießen. Leitung: Musikmeister Wohlfarth. 13: Nachrichten. 13.15: Don Saarbrücken: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 1410: Musikalische Kurzweil. 15: Kleines Konzert. 16: Vom Landessender Danzig: Nachmittagskonzert. ...und nun klingt Danzig auf. — Das Mikrofon unter- wegs —. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.10: Erinnerungen an Enrico Ca- ruso. Ein Gespräch zu britt von Dr. Erich Fortner. 20: Nachrichten. 20.15: Steierische Volks- unb Heimatlieber. 21.10: Schaltpause. 21.15: Die Heimat ruft Breslauer Festtage ber Auslanbsbeutschen. 22: Nachrichten. 22.30: Tanz unb Unterhaltung. 24 bis , 3: Nachtkonzert. iOen. ü'S&i Berlin Dr- &unh n* Starker Spareinlagenanstieg bei den hessen-nassauischen Spartaffen. Fwd. Bei ben hessen-nassauischen Sparkassen hat der Spareinlagenanstieg im laufenden Jahre schnelle Fortschritte gemacht. Der Gesamtbestand ber Spareinlagen erhöhte sich von 654,58 Millionen Mark auf 686,83 Millionen Mark. Die Zunahme betragt also 32,25 Millionen Mark ober 4,93 v. H. des Jahresanfangsbestanbes. Dieses Znuschenergebnis ist außerordentlich günstig. Im gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres betrug bie Spareinlagenzunahme tn Hessen-Nassau 17,06 Millionen Mark, und auch im ersten Halbjahr 1936 wurden nut einer Bestands- erhöhung um 11,03 Millionen Mark die diesjährigen Ziffern nicht annähernd erreicht. Am 30. Juni 1938 hatten die hessen-nassamschen Sparkassen in ihrer Gesamtheit erstmals die Spar - einlaaenbestände von 1914 überschritten. Sie verfügten am Ende des ersten Halbjahres 1938 über 102 v. H. des Dorkriegsbestandes, gegen 97 v.H. am 31. Dezember 1937 und 88 v. H- am Ende des Jahres 1936. Einen erheblichen Anstieg haben auch die von den hesien-nassauischen Sparkassen verwalteten Depositen-, Giro- und Kontokorrenr- einlaaen zu verzeichnen. Sie erhöhten sich im Laufe des ersten Halbjahres 1938 von 104,83 Millionen Mark um 11,74 Millionen Mark auf 116,57 Millionen Mark. Die. Zunahme beträgt 11,20 v. H. des Bestandes vom 31. Dezember 1937. Die Gesamteinlagen der 54 hessen-nassauischen Sparkassen sind in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres mithin um 43,99 Millionen Mark auf 803,40 Millionen Mark gestiegen. Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen. der Reichsarbeitsdienst zu diesem Zwecke von der Stadt gepachtet hat. Da ber Betrieb nur mit Zivil- angestellten arbeiten wird, ergibt sich eine neue willkommene Arbeitsgelegenheit für weibliche Arbeitskräfte. — Das langjährige (3a ft haus „Vater- I a n b" bahier hat am 1. Juli für immer feine Pforten g e f ch l o s f e n. Der mit bem Anwefen verbun- bene Saalbau steht zur Zeit unbenutzt. Die Eigentümerin bes Anwesens, bie Genossenschaftsbrauerei Alsselb, hat Antrag auf Nieberlegung bes Saales gestellt. Die Entfcheibung über den Antrag ist aber noch nicht getroffen. Wie wir hören, hat sich bie Stabtverwaltung gegen bie Nieberlegung bes Ge- bäubes ausgesprochen, ba bie Erhaltung bes Saales im öffentlichen Interesse liegt im Hinblick auf bie Aufwärtsentwicklung ber Stabt und die vorhandene Raumnot für öffentliche Zwecke. Das Vorder- gebäube bes Anwesens soll für Mietwohnungen her- gerichtet werden. Weise Gegenstücke zu feinen Erfahrungen genannt werden konnten. Stumm verdutzt unb heimlich voller Bewunderung über die Art Der mit ihm sich so wacksr Durchkämpfenden, als wäre das alles ganz selbftverstäMich nach ihrer Wasserpanne, mußte er nur immerzu auf ihre Nackenlinie vor ihm schauen, die sich über ben Kragen fernes ihr geliehenen unb ihr viel zu weiten Trainingsanzuges hinausschob, eine fast zärtlich geschwungene Lime von Schulter zum Hals bis zum kindlich bezaubern- den Ansatz des dunklen Haares. Eine Aussicht auf so etwas schien chm plötzlich doch nicht so übel... Als die zwei nach schweren Mühen — Kurt mußte es sich eingestehen, baß er es allein vielleicht überhaupt nicht geschafft hätte — endlich am Landesteg von Kurts Klub anlegten, wurden sie nut großem Hallo empfangen unb, ohne daß sie sich mehren konnten, auf die Schultern gehoben und als „Verlobte" ins Bootshaus geschleppt. Vergeblich suchte Kurt, dem sein leichtsinniger Ausspruch heiß einfiel, das Mißverständnis dieser „Verlobung aufzuklären, unb fassungslos blickte das ftemde Mädchen auf das, was mit ihr geschah: Im Grunde waren sie beide so zum Umfallen müde, daß sie diese Begrüßung über sich ergehen ließen nur nut bem einen Wunsch, andere Sachen anzuziehen, sich zu wärmen- und auszuruhen. Später, als sich bann bei Kurts Freunden und Klubkameraden alles rlch- tig herausstellte, wie es sich mit Den »Verlobten verhielt, gab es erst recht einen Spaß. Ob sie wollten ober nicht, mußten Retter unb Gerettete zusammen tanzen, waren sie auch beide erst innerlich wütend auf bie ganze Geschichte, die ihn plötzlich zu einem Mädchen und sie plötzlich zu einem Manne nötigte, denn so war ja Die Rettung nicht gemeint gewesen. Doch schließlich machten sie gute Miene zum bösen Spiel, das sie bald gar nicht mehr so böse fanden, wenn sie sich ttäher betrachteten; und je mehr die mit viel Ulk betriebene 3eremome bes „Verlobungsabends" voranfchritt, desto mehr mischte sich in beider Lacken ein wenig richtiger Ernst dazu. Vor allem Kurt, wenn er an die Nackenlinie vor ihm im Boot dachte und gleichzemg den empfangenen Korb und das mutige Wasser- schöpfen und die stumm kämpfende Mithilfe bei der Heimfahrt im rechten Maße erwog, kam es auf einmal doch nicht mehr ganz so schlimm vor, den zweiten und bisher leeren Sitz vorn mit etwas Weiblichem besetzt zu haben... Und da trotz allem Suchen in Der fommenDen Woche das Boot des Mädchens mcht mehr aufzutreiben war und es gewiß einen andern slicktuch- tigen Liebhaber gefunden hatte — was blieb schon anderes übri?, als daß E Sonntag Kurtz Zweier vollzählig „bemannt" zu starten bereit lag» gekommen war!) auf feine männliche Hilfe verzichtete, imponierte. Aber, so suchte er sich über den eben erhaltenen Korb zu trösten, bekannüich ist auch des Paddlers Wille sein Himmelreich — soll sich das Mädchen abmühen, wenn es ihren Sonntagsspaß ausmacht!!... Drei Stunden später, auf der Rückfahrt, kam Kurt, halb zufällig, halb in neugieriger Absicht, wieder an der Stelle ungefähr vorbei, wo er vorher die männerabweisende „Wasferschöpferin" angetroffen hatte. Zu feinem Schrecken trieb ihr Boot nun kieloben inmitten der Wellen, welche infolge des wachsenden Windes ungemütlich zunahmen, so daß er, Kurt, sogar rechte Anstrengungen. machen mußte, dagegen an- unb weiterzukommen m Richtung Heimathafen. Don der Paddlerin war nichts zu sehen — doch ja, da hing sie auf der andern Seite und hielt sich anscheinend schwimmend fest; nur ihr Kopf tauchte zuweilen hinter dem Steven auf. Sofort traf Kurt alle notwendigen Anstalten, das Mädchen zu retten; es gelang ihm auch, sie nach schwierigem Kampf gegen Sturm und Wellen in steter Gefahr, selbst zu kentern, uberzunehmen und bie halb Ohnmächtige und von dem imfrey willigen Aufenthalt im Wasser völlig Durchkaltete auf seinen Vordersitz zu bringen. Das andere Boot allerdings, ein schöner Zweier, in bem em breiter Riß in Der Gummiwand klaffte, vermochte er nicht mehr ins Schlepptau zu nehmen; er mußte es seinem Schicksal überlassen, bas es sicher irgendwann einmal an Land treiben würde, wo man es Der soeben erschienene Geschäftsbericht der Lan- deskornmunalbank-iAirozentrale für Hessen läßt ersehen, daß die Bank im Jahre 1937 eine günstige Entwicklung genommen hat. Dank Des gewaltigen, fortschreitenden Aufschwungs hat auch tm Lande Hessen die Finanzwirtschaft der Gemeinden wahrend des Berichtsjahres einer weiteren kräftigen Besserung zugeführt werben können. Der Zinsen- unb Tilgungs- bienft würbe roteber regelmäßig erfüllt. Der Bestaub an langfristigen Kommunalbarlehen betrug bei ber Bank am Enbe bes Berichtsjahres über 81 Millionen RM., wovon nahezu 71,8 Millionen lionen Reichsmark, wovon nahezu 71,8 Millionen Reichsmark auf planmäßige Tilgungsbarlehen entfallen. Die regelmäßigen Tilgungen auf langfristige Kommunaldarlehen beliefen sich im Jahre 1937 auf rund 2,4 Millionen Reichsmark. Den Klemwo^ nungsbau im Lande Hessen konnte bie Bank auch im Jahre 1937 wieder fördern. Mit Hilfe der von ihr zur Verfügung gestellten Darlehen mürben 798 Wohnungen erstellt. Die Darlehensnehmer stammen zum weitaus größten Teil aus Arbeiterkreisen Die der Bank angeschlossene Oeffentliche 23aufpar- kasse für Hessen hat im Berichtsjahre lehr erfolgreich ’ gearbeitet. Die Summe der in 1937 neu abqeschlos- enen Verträge war mehr als doppelt so hoch als in 1936. Es fanden zwei Zuteilungen statt, wobei rund 700 000 Reichsmark auf rund 175 Vertrage zugeteilt werden konnten. Die Bausparkasse hat bis zum Jahresende einen Bestand von über 3300 Verträgen mit 13 750 000 Reichsmark erreicht. Die Bilanzsumme der Bank echöhte sich um über 15 Millionen auf rund 171,8 Millionen. An reichsmündelsicheren Inlands - Schuldverschreibungen Der Bank waren Ende 1937 rund 44,5 Millionen Reichsmark in Umlauf. Neue Schweinepreife ab 18. Juli. Fwd. Mit Wirkung vom Montag, 18. Juli 1938, treten im ganzen Reichsgebiet neue Schweinepreye in Kraft. Auf die seit dem 30. Mai 1938 gültigen Grundpreise kommt der jahreszeitlich höchste Zuschlag von 3 Mark je 50 Kilogramm Lebendgewicht. Danach sind ab 18. Juli im Rhein-Main- Gebiet auf ben Märkten. Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaben, Darmstadt und Worms nachstehende Preise bis zum 4. September 1938 in Gültigkeit: Für Die Schlachtwertklasse a) 59 bis 60 Mark, bl) 58 bis 59 Mark, b2) 57 bis 58 Mark c) 55 bis 56 Mark, d—f) 53 Mark, gl) unb i) 57 Mark, g2) und h) 55 Mark, je 50 Kilogramm Lebendgewicht. Rhein -Mainische Börse. m°r das G-jchäst bei um. Surfen 129,20, W19 29,20, WM 29 58. Raggenmchl 8 Staatsanleihen lagen still. 997 5t 12 22,45, R15 22,80 R18 22,95 ...... ... . ------- 23,30, R19 23,50, do. Type 1150 Abschlag 50 Pf. (alle Mehlpreise zuzüglich 50 Pf. Frachtausgleich). Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W20 11,20. Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Müh. lenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen -r-, Erdnußkuchen —, Treber —, Trockenschnitzel —, Heu —, Stroh —. Tendenz: ruhig. im übrigen war Das _ . , . ruhig. Auch Stadt- und Staatsanleihen lagen still, j Von Industrie-Obligationen befestigten sich 4^5prvz. Krupp auf 100,13 (99,90). ... Im weiteren Verlaufe schrumpfte Das Geschäft wieder start zusammen, Da weitere Auftrage ausblieb en. Die Haltung blieb aber auf dem etwas gebesserten Stand behauptet, vereinzelt unterlagen die Hauptwerte am Aktienmarkt, wie Verein. Stahl, JG.-Farben, Mannesmann, kleinen Schwankungen. Don Den später notierten Papieren gingen Kaliaktien bis 2,5 o. H. unD AEG. um 1,65 v. H. auf 113,50 zurück. Metallgesellschaft erholten sich auf 129,50 nach 128. Am Einheitsmarkt gingen Groh- bantattien 0,25 bis 0,50 v. H. zurück. Der F r e i v e r k e h r lag ruhig und noch etwas schwächer. Katz & Klumpp 101 (102), Rastatter Waggon 52 Brief, Elsass. Bad. Wolle 82 Brief, Vereinigte Fränk. Schuh erneut 2 v. H. mebriger mit 73. Tagesgeld unverändert 2,5 v. H. en. ' hörte man geften > resch maj chivj ich nicht (Betreib ch aus dem Nch chrere Bauern nr nn Rapslkrusch b mühsamen W ine bis zum Abrü' ien. ti. Der Landvi 17, wird am ich rlicher und getfr' •atulieren! )er im > sgenxinberte M lern mehrwöchige! M.Aederttanz' chm als WWov mdchen. li. Der Landm ut zum Bürgen mannt. Juli. Der Canter- ist zum Bürgen mann^worder^ aren mit glückliche orten. Regie W jnenbau mar 8*1 un Tänze ®un»' jert Scheine gw jte sch «.IW ta, die >r waren !Ü{W Henry Mb- liebenam*J-, , unb =*11» e h-l-m- ÄS Litten WS Sri^S ? L an «*!* atf in elftE "'Ludwig Neu««. Während des D eutsch e n Tu rn f e st e s in Breslau werden die Arbeitsmaiden am 30. Juli, ^i Tag der Gemeinschaftsarbeit, zum erstenmal in der Oeffentlichkeit ihre neuartigen S^ab- Übungen vorführen. Hier sieht man A rb e i t s ma id e n Der R e r ch s f u h r e r s ch u l e 9 Finowfurth bei der Probe mit Musikbegleitung. — (Schirner-M.) W 9Jl.-'Sport Sie Äeichswettkämpse der SA. gestartet. Fast eine halbe Million Männer sind in 21 Gruppenbereichen zu den Ausscheidungen für die zweiten Reichswettkämpfe der SA. angetreten. 7000 Mann stehen jetzt bereit und warten auf den ersten Startschuß. Männer im Alter von 20 bis 60 Jahren haben ein Jahr lang unermüdlich an sich gearbeitet, um mit dabei sein zu können. Hunderttausende schieden innerhalb der Ausscheidungen aus, 7000 kämpfen jetzt vom 15 bis 17. Juli im Weichbild der Reichshauptstaüt um die Ehre, nach Nürnberg entsandt zu werden, ein Ziel, das nur wenige erreichen können. Von den 7000 Startern gehören 2700 zu drn Wehrsportlern, der Rest zur Leichtathletik, dem Schwimmen, zum Boxen usw. Bemerkenswert, daß in der Leichtathletik die Klassen B (30 bis 40 Jahre) und C (über 40 Jahre) einen besonders starken Andrang aufzuweisen haben. Die Zuschauer werden in diesem oder jenem Wettbewerb Männer Wiedersehen, deren Namen früher im deutschen Sport einen guten Klang hatten. Zu den in der SA. von jeher besonders geförderten Sportarten gehört das Boxen. Hier treten fast dreimal so viel Männer an wie im Vorjahr, nämlich 173! Außer Runge und Murach wird alles vertreten fein, was im deutschen Boxsport eine Rolle spielt. In Berlin-Wannsee geben am Freitagvormittag 1600 Mann auf 72 Ständen rund 10 000 Schuß ab und werden dabei von 95 Kampfrichtern überwacht. Traten im Vorjahr nur 12 Mannschaften zu den Fechtwettbewerben an, so sind es diesmal nicht weniger als 51. Die Ringer erscheinen in Stärke von 152 Mann auf der Matte, und bei den Gewichthebern zählt man 87 Mann, die unter Führung Sepp Mangers stehen. Eine besondere Zugnummer wird das Wasseballturnier sein, an dem sich sechs Mannschaften beteiligen. Im Handball kämpfen am Freitagabend Brandenburg und Hessen um den dritten Platz, am Sonntag Donau und Niederrhein um den Sieg. Dazu kommen vier Fußball- und acht Kampsball Mannschaften. Außerordentlich stark besetzt sind auch die Reiterwettbewerbe. So gingen für die Dressurprüfung 51 Nennungen ein, für das Jagdspringen 85, für den Geländeritt 43 und für den Mannschaftskampf (1 Führer und 5 Mann) 34. . Das Hauptgewicht der Veranstaltung liegt auf den wehrsportlichen Mannschaftskämpfen. Im Wehrmannschaftssport, der im nächsten Jahr noch weit mehr als bisher im Vordergrund stehen wird, ist man jetzt zu einer Normung der Hindernisbahnen übergegangen. So hat beispielsweise die 400-Meter- Hindernisbahn jetzt spanische Reiter (75X75), eine 1,80 Meter hohe Wand, ein Kriechhindernis und einen Zaun aufzuweisen, während die 250 Meter lange Hindernisbahn aus dem 2 Meter breiten Wassergraben und einem Schützengraben besteht. 352 Wettkämpfer vertreten in Berlin die Gruppe Hessen. NSG. Zu den Reichswettkämpfen der SA. in Berlin entsendet die S A. - Gr u p p e H e f s e n insgesamt 352 Wettkampfteilnehmer, Die mit den Kameraden aus anderen Gruppen ihre Kräfte messen und die Kesten Sportler ermitteln werden, die dann auf den NS.-Kampfspielen in Nürnberg die gesamte SA. vertreten. Den Wehrmannschaftskampf bestreitet von der Gruppe Hessen die Standarte 83 Kassel. Die Radfahrstreife stellt der Sturm 3/81 Frankfurt. Die Standarte I 33, Wetzlar, entsendet drei Mann und einen Führer, die an dem Mannschaftsorientierungslauf teilnehmen. Im Deutschen Wehrwettkampf vertritt die Standarte 87, Limburg, die Gruppe Hessen. Die Standarte 83, Kassel, stellt weiter Männer zum Mannfchaftssünf- kampf. Die Gruppe Hessen stellt dann noch Einzelkämpfer, von denen die je drei Besten der Gruppe in den einzelnen Konkurrenzen starten werden. Die Fechtmannschaften der Gruppe sind wieder wie im Vorjahre ausgestellt. Vier Säbel-, drei Florette- und drei Degen-Mannschaften, von denen jeder der drei Am Mittwochmorgen wurde der 4000-Meter-Geländelauf zum Modernen Fünfkampf im Rahmen der zweiten Reichswettkämpfe der SA. in Berlin ausgetragen. — So wurden die Teilnehmer in Minutenabständen auf die Strecke geschickt. — (Schirner-M.) MMsWMNMWe Vornan von Hans von Hülsen. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell. L7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Ottenrieth neigte sich zu seinem Ohr. „Es sind seine Motive, ich habe sie von ihm empfangen, hier an dieser Stelle. Hier habe ich den Keim zu meinem Werk empfangen. Aus den Phantasien dieses Organisten da oben ist es mir erwachsen. Verstehen Sie nun?" „Keine Spur versteh ich! Wie kommt der Organist zu den Motiven des Toten? Das sind doch dieselben Motive, wenn hier auch alles anders ist als in der Partitur und bei Ihnen wieder anders als hier?" „Der Tote ist nicht tot. Der dort oben spielt ist Dartold. Ich erkläre es Ihnen nachher", setzte er rasch hinzu, denn er sah, daß Armbruster tief erschrak. Ottenrieth wandte sich zu Renata an seiner Linken Der unerschütterlich liebevolle Blick ihrer Augen sagte ihm, daß sie wortlos alles begriffen hatte Stumm legte er seine Hand auf die ihre, wie er damals in Wien, während der Aufführungen feines Werkes, getan. „Kapiert und begriffen!" sagte Fritz Armbruster, aufgeregt mit den HändenOfuchtelnd, als sie aus der kühlen Kirche in den sonnigen Tag hinaustraten. „Das Ganze ist für mich eins der noch ungelösten Weltratseil Das ist ja ein ganz außerordentlicher Kerl, dieser Organist! Was er aus der armseligen Orgel rausholt! Den sollte man direkt mal nach Wien zitieren und den Stephansdom mieten und ihn dort spielen lassen! Wie haben Sie den denn entdeckt?" Ottenriech erzählte es lächelnd und erzählte dann mehr $u Renata gewandt als zu dem geschäftstüchtigen lungen Mann an feiner Seite, was für eine sonderbare Stunde er seinerzeit, vor acht Monaten dort oben im Gestühl erlebt, und wie damals in ihm der große Entschluß sich emporgerungen habe, sein Leben noch einmal zu beginnen. „Schelten Sie die Operette nicht allzu sehr", sagte er, indem er das Gesicht ernst zu Armbruster kehrte „Sie allein hat mir die bescheidene materielle Grundlage gegeben, auf der ich diesen Entschluß fassen konnte. Ich gestehe, ich hätte nichts dagegen, wenn mir der Umweg erspart geblieben wäre." Armbruster schenkte diesen nachdenklichen Betrachtungen keine besondere Aufmerksamkeit. Sein Interesse war auf ganz etwas anderes gerichtet. „Das ist ja eine ganz tolle Entdeckung", rief er „Was wird der alte Hagepreefter sagen, wenn er hört, daß Bartold, sein Lieblingsschüler, gar nicht gefallen ist. Und daß ich ihn hier aufgestöbert habe. Ich muß ihm gleich nachher ein Telegramm schicken. Sagen Sie ehrlich, Herr Ottenrieth, haben Sie wirklich nicht gewußt, daß dieser Organist ein Schüler von Hagepreester war? Sie kennen ihn doch schon eine gan-je Weile, hat er Ihnen nie davon gesprochen?" Ottenrieth schüttelte den Kopf. „Er hat mir nie von seinem Leben gesprochen, er ist immer scheu darum herumgegangen. Es ist, als ob eF*ein Geheimnis hütet. Ich wußte bisher nur, daß er im Krieg blindgeschossen und in italienische Gefangenschaft geraten und hier bei dem Ortspfarrer hängengeblieben ist." „Was Sie sagen!" Armbruster war vollkommen aufgeregt. „Blind ist er noch dazu? Und beim Pfarrer wohnt er?" "Auf Wiedersehen!" rief er und war schon weg und fegte wie ein Wind den Kirchenhügel hinunter in das Dorf. „Was hat er vor?" Ottenrieth schüttelte den Kopf. „Will er zu Bartold? Komm, laß uns ihm nachgehen!" Und er legte die Hand in Renatas Arm und führte sie, die in tiefer Benommenheit schwing, langsam den steinigen Weg hinab und die Dorfstraße entlang — drunten sahen sie den See. der, wie so oft um diese vorabendliche Stunde, in allen Farben der Perlenmuschel schillerte. ,,Nun weißt du, wie alles gekommen ist, sagte er. »Diesem blinden Manne danke ich mehr als allen anderen Menschen auf der Welt. Er weiß nichts davon, aber er hat gemacht, daß mein Lebensschiff wieder auf seinen richtigen Kurs kam, von dem Hunger nach Erfolg es hatten abirren lassen. Ohne ihn und seine Musik hätte ich niemals zu mir zuruckgefunden. Und abseits von dem rechten Kurs meines Lebens wäre ich ja auch an dir vorbei- flJ^ben Wir müssen ihm beide dankbar sein. Und darum, mein Herz, habe ich vorhin gedacht, wenn wir getraut werden, soll es in dem weißen Äirchlem dort oben sein, und er soll dazu die Orgel spielen. ” Sie nickte stumm. Sie mochte nichts sagen, sie mochte selbst dem liebsten Freunde an ihrer Seite niajt sagen, welch ein Aufstand in ihrer Seele war, s lIJ - ?er 3" lesen verstand wie in einem aufgeschlagenen Buch. Sils fie im oberen Stockwerk des Pfarrhauses eintraten sahen sie Armbruster dem Blinden gegen- uber. auf den er mit lebhaften Gesten einredete „Alles in Ordnung!" rief er Ottenrieth zu. 'A"ede, Freundschaft! Ich habe Herrn Bartold alles erzählt, von Haageprester von seiner Partitur ,e,.ne Ueberraschung, was, Herr Bartold? Er hatte keine Ahnung, daß Hagepreester noch lebt — und Hagepreester seinerseits keine Ahnung, daß fTnhü er Schuler noch lebt - es ist ein Mißverständnis allerersten Ranges!" Ottenrieth drückte dem blinden Meister ein paar Ottenrieth aus Wien vorgestellt; sie musterte ihn unauffällig, im Herzen immer die Frage: Wie kommt er zu ihnen, zu denen er so wenig paßt? Modernen Fünfkampf begonnen. Die 36 Starter der beiden Klassen hatten die sandige und bergige Strecke im Grünewald im Regen zu laufen und sahen Kch so vor eine große Leistungsprüfung gestellt. In Klasse A erzielte SA.-Mann Höhlig (Sachsen) mit 13:04 Minuten die beste Zeit, während sich in Klasse B Dtruf. Mestern (Hansa) und Ostuf. Ha acker (Niedersachsen) mit je 14:57 Minuten in den ersten Platz teilten. Ungewöhnlich schwere Anforderungen stellt die Internationale Motorrad-Sechstagefahrt an die Teilnehmer, und zwar sowohl was die Schwierigkeit des Geländes wie auch die Schnelligkeit des Tempos anbetrifft. Hier sieht man eine Kontrollstelle an einem Ort mit dem unaussprechlichen Namen Cwm-Twrch. — (Schirner-M.) neben ihrem Ruhelager niederlegt, hatte Grazia Tudesco von dem improvisierten Autoausflug be^ nachrichtigt. So hatte sie mit dem Nachtmahl gewartet, bis die beiden zurückkehrten. Armbruster wurde ihr als ein Bekannter von Renata und ersten Mannschaften unter Führung des Obergruppenführers Beckerle steht, werden wahrscheinlich in diesem Jahre in Berlin auf einen gleichwertigen Gegner stoßen, der aus SA.-Fechtern von Oesterreich bestehen wird. Fünfkämpfer schon am Werk. Die Reichswettkämpfe der SA. in Berlin wurden am Mittwoch mit dem 4000-Meter-Geländelauf zum mit seinem Gespann aus. Durch den Ausfall von Oettinger ist auch die NSU.-Fabrikmannfchaft „geplatzt". Im Kamps um die Silbervase sind noch sechs Mannschaften strafpunktfrei, darunter das deutsche A-Team. Im Wettbewerb um die Hühnlein^ Trophäe sind noch vier von 27 Gestarteten, darunter zwei Deutsche (wenn nicht Mundhenke von der ff wegen einer geringen Verspätung am Start auf der 3. Tagesstrecke Strafpunkte erhält). Die Fahrer vollbringen staunenswerte Leistungen und auch den Maschinen merkt man die Strapazen an. Das sieht man nicht nur, man hört es! Der größte Teil der Fahrer leidet unter geschwollenen oder aufgeriebenen Händen. Für sie gibt es aber fein Aufgeben, bevor nicht die Maschine streikt. Internationale Deutsche Tennismeisterschaften. Deutsche Niederlagen brachten die Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg am Mittwoch gewissermaßen „am laufenden Band", so daß nicht mehr daran zu zweifeln ist, das beide Ittel in den Einzelspielen ins Ausland wandern. Hans Redl verlor gegen den Ungarn Gabory mit 6:3, 6:1, 6:8, 6:4, und von Metaxa beugte sich dem zweiten Ungarn Szigeti mit 6:8, 7:5, 6:4, 3:6, 6:3. Auch unsere Frauen hatten kein Glück. Marieluise Horn wurde von der Australiern Wynne ausgeschaltet, Frl. Hamel verlor gegen die Engländerin Scott, und schließlich hatte Anneliese U11 ft e i n gegen Hilde Sperling keine Gewinnchance. ZniemalionaleMlorrad-Sechsiagefchrl Deutsche Mannschaften gesprengt. - Unerhörte Strapazen. zusammengelegte Scheine in die Hand, wie er es versprochen. „3a, was sagen Sie zu alledem, Herr Bartold? Sind bas nicht sonderbare krause Wege, die das Schicksal sich ausöenft? Sie haben immer geglaubt, daß alle Brücken abgebrochen wären, oft haben Sie mir das gesagt. Und nun ist plötzlich doch noch eine da, die Sie unmittelbar mit Ihrer Jugend und mit der alten Heimat verbindet!" „Die Brücke war immer da", gab Bartold ruhig zurück, „über ihren Regenbogen kam und ging all meine Musik." „3ar das ist mir fast das Erstaunlichste", rief Armbruster, „daß Sie durch ein ganzes Menschenleben so zäh an dem einen Thema aus ihrer Jugend fest- gehalten haben. Was Sie heute spielten — natürlich, natürlich, das ist ganz anders als die Fuge, die bei Hagepreester liegt, und doch ist es dasselbe, irgendwie sind es dieselben Motive." „Ja", Bartold sagte es aus tiefem Sinnen heraus, „es ist dasselbe. Es ist immer dasselbe gewesen, sooft ich es auch umgeworfen und neu geschaffen habe. Ich weiß, ich habe in der Fuge, die ich damals im ersten Kriegsurlaub komponierte, mein ganzes Leben vorweggenommen. In ihr war alles, was ich als junger Mensch erlebt und erlitten habe. Aber alles, was dann kam, war auch darin. Ich habe im Grunde immer nur sie wiederholt. Und wenn ich jetzt abends vor meiner Orgel sitze und phantasiere — sie ist es, immer nur fie." „Ein Lebenswerk sozusagen, Herr Bartold?" „Ein Lebensthema und ein Lebenswerk." Ottenrieth nahm Renatas Hand und legte sie in die des Blinden. „Renata will Ihnen danken." Bartold umklammerte die kleine Hand mit feinen knochigen Fingern. Sein Herz schlug mit einem Male schnell und jung. Er hatte keine Frauenhand gefühlt seit der Stunde des letzten Abschieds, was war das für ein Wunder, solch eine kleine, weiche, vogelwarme Hand. „Nicht danken", sagte er leise und hielt sie immer noch fest, „nicht danken! Wenn Sie wüßten, liebes Kind, was mir dieser Händedruck bedeutet." Renata tonnte kein Wort sagen. Ihr Herz war übervoll von Hoffen und Fürchten, halbem Wissen und halbem Ahnen und von dem Gedanken an die Mutter Mit einem Augenwink bat sie Ottenrieth daß sie gehen wollten. Und schweigsam blieb sie auch wahrend der ganzen Fahrt um den abendlichen See und nickte auch nur stumm, als Ottenrieth flüsternd verschlug, das strahlende Mondgesicht zum Abendessen m die „Easa Rossa" mitzunehmen, auf daß der Frieden sein Siegel erhalte. Armbruster sagte sofort begeistert zu. Aber vorher muffe er unbedingt noch ein langes Telegramm an SagePreefter schicken. Der werde Augen machen' Em Zettel, den Renata vor dem Aufbruch leise Die Teilnehmer an der Internationalen Motor- rad-Sechstagefahrt im bergigen Gelände von Wales haben es schwer. Welche Anforderungen gestellt werden, zeigt ein Blick auf die „Verlustliste" der ersten Tage. Von 209 Teilnehmern waren bereits 76, darunter sieben Deutsche, aus dem Wettbewerb und nur 95 (darunter 29 Deutsche) waren noch strafpunktfrei. Der Kampf um die Internationale Trophäe ist nun wenig interessant geworden, da außer England die beiden anderen teilnehmenden Mannschaften gesprengt sind. Aus der deutschen Trophäen- Mannschaft ist nun am Mittwoch auf der dritten Tagesstrecke auch S ch e r z e r ausgeschieden, so daß von den ursprünglich vier Mann nur noch der Solofahrer Semmelbauer auf feiner 175er-DKW. im Kampfe liegt. Für jeden ausgefallenen Mann erhalten die Mannschaften pro Fahrtag 100 Strafpunkte. England brachte fein Trophäen-Team auch am dritten Tage strafpunktfrei ins Ziel, obwohl man zunächst um das Gespann arge Sorgen hatte. Die Schwierigkeiten der dritten Tagesstrecke waren wieder vier dicht aufeinanderfolgende Was- serdurchfahrten, von denen eine 35 Meter breit und fast knietief war. Anschließend ging es dann auf steilen Pfaden in Serpentinen auf Die Höhen hinauf und gerade über diese Strecke bewunderte man die stürmische Fahrt der Deutschen. Hecker (Zündapp) und sein Beifahrer mußten nach einem Sturz ins Krankenhaus gebracht werden. Damit ist die deutsche Silbervasen - B - Mannschaft gesprengt. Fritsch von der Wünsdorfer Mannschaft für die Aholf-Hühnlein- Trophäe fiel aus dem gleichen Grunde wie Krauß Der Baron hatte, da der Abend ungewöhnlich mild war, in einer Ecke des Gartens decken und Windlichter auf den Tisch stellen lassen. Durch die Zweige schimmerte die Silberscheibe des Sees, im Gesträuch rumorten Vögel, die der Lichtschein aus dem Schlaf weckte. Alle Pflanzen dufteten fast üben stark.- Ottenrieth erzählte, gut gelaunt, von ihrem Ausflug, daß fie nach Sant Ambrogio gefahren waren, einer ganz unentdeckten Stelle am Ufer des Sees, er persönlich kenne sie bereits feit dem August. „Da gäbe es", sagte Renata, „ein hübsches, altes Kirchlein." Ja, fiel ihr Ottenrieth ins Wort, und einen grund- merkwürdigen Organisten, mit dem er schon früher Manche gute Stunde verplaudert habe. Dieser Organist sei nämlich ein Deutscher. Armbruster war noch immer ganz aufgeregt. „Ein armer Kerl", rief er über den Tisch, „im Krieg blind- geschossen, gefangengenommen, dann hier hängengeblieben!" Er sei, ergänzte Ottenrieth, der Sohn eines niederdeutschen Orgelbauers, Bartold mit Namen, aber alle Leute in der Gegend nennen ihn nur Sor Francesco und verehren ihn fast wie einen Heiligen. Ein wirklicher Künstler, durch und durch, ganz erstaunlich! Ja, was er aus der armen, kleinen Orgel mache! Armbruster schüttelte lebhaft den runden -Kopf Da könnte sich mancher sogenannte Meister ein Beispiel nehmen. So erzählten sie durcheinander, und im matten Schein der Windlichter sah niemand, wie Grazia Tudesco jählings blaß geworden war Niemand sah, wie ihr Messer und Gabel in der Hand zitterten bis sie beides hinlegte, wie sie die Lippen aufeinander- presse, daß sie nur ein schmaler, dünner Strich waren, wie sie Renatas Blick suchte und doch an ihr vorübersah, in eine unendliche Feme. Ottenrieth plauderte fröhlich weiter, er war so vergnügt, daß alle Spannungen des Tages sich in Frieden aufgelöst hatten, daß der wilde Mann hier gezähmt am Tisch saß, er hob sein Glas, in dem der rote Wem schaukelte, gegen die liebste Freundin und sagte leise: „Nicht wahr? Er muß uns spielen an unserem Hochzeitstag!" Da stand Grazia Tudesco auf. Sie sagte rasch ein Wort, das nur wie ein halber, gehauchter Ton war« Und verschwand lautlos im Schatten des Gartens. (Schluß folgt!) illustriert - SÄ'“? ls Dozenten an , ijnter Leitung - puch zum Juoenp '*$ie TnHarfie wird telec Ü bedeutender |Ntn M* M ind. Die Fes U will kcineswek is hoch- oder tiefste btrn ledige M lassen bestehen- 2 Er gibt groß' Mist unterscheidet H nur durch eige Heinere Gru Melmeerische M Zahlreiche gemein^ letzteren Gruppen punkt aus die w 3. Der Nassen gisch er Begr bereiten der Bo : senverschiedenheit Franzosen, den 1 usw. verschieden ' fie eine verschied .Geschichte besitze herausbild 'st- 4. Die Bevo liens ist in Ursprungs, Bevölkerung m mehreren Wf Son der ZioD wenig übrig get wäckgen Aaliene jener gleichen N Gewebe Europa 5. Der Zuslu ■ geschichtlichen ? i Einfall der Lan ' anderen bemer | ereignet, die g . Physiognomie l I. ergibt sich, das Nationen die r< neueren friten ! ra/sijch heute in ihr« wie vor tauf Aaliener von hei 'heit ihre Wan Aalien seit mind nin. AMt aff Nie". Siele !** Mierroa * "üt den ( * iw 3toi M->tde- •ff.? 1,1 W °nen jUr *W if, rata" ^ff d-< LZ, »Än « st* Mm Mirnter ■ KÄlb'U" Ne ha’ ö,e du Nen'tVäni < scheid- öii&H .einem \ 1 un9 erhnh5 Un 8. 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