ar. 112 Erste? Blatt 188. Jahrgang Samstag, l§./8omitag,l5. Mai 1958 trlchemr rüg Uch. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mil 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Gietzev poftschecklonto: Kranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühlsche UnivrrfitStrdruckerei R.Lange in Gießen. Schristleitvng und SeschSstrstelle: Scholfttaße 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer ois 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf.. für Text« anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorfchrist nach vorh Dereinbg. 25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie ein« spaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der erste Spatenstich zu den Reichswerken Hermann Goring in Linz. Plattform für die gefamie Wirtschaft der deuischen Ostmark. Linz, 13. Mai. Schon in den frühen Morgenstunden ist die ganze Stadt auf den Beinen. Die Straßenzüge sind in ein leuchtendes Rot von Fah» nen getaucht und die Häuser tragen prachtvollen Girlandenschmuck und Tannengrün. Auf dem Bahnhofsvorplatz hatten Abteilungen der Bewegung, Wehrmacht und Polizei Aufstellung genommen. Auf dem Bahnhof ist ein riesiges Transparent angebracht: „Linz grüßt den Befreier der deutschen Wirtschaft". Auf einem Tisch sind Geschenke des Gaues Oberösterreich für den Gast aufgestellt. Dor der Einfahrt des Sonderzuges versammelten sich die zahlreichen Ehrengäste, unter ihnen Gauleiter Bürkel, Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller und Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnguart. Generalfeldmarschall Göring wurde von einer begeisterten Menschenmenge begrüßt, worauf er sich durch ein dichtes Spalier zum Festgelände nach St. Peter bei Linz begab. Hier schreitet er die Front der Knappen vom Erzbergbau ab und nimmt dann die Ehrengaben der Bauern entgegen, Obstmost und Aehren. Nun geht er an der Front der Arbeiter von Steyr und von Salzgitter entlang und betritt unter nicht endenwollenden Heil-Rufen die Festtribüne. Hermann Göring spricht. Am Anfang seiner Rede erinnerte Generalfeldmarschall Göring daran, daß nach der Verkündung des großen Aufbauprogramms in Wien die ausländische Presse erklärt habe, ein solch gewaltiges Programm könne überhaupt nicht durch- geführt werden. Allerdings fei dies unmöglich in jenen Staaten, wo nicht Männer der Tatkraft, sondern eine Anzahl von Interessenten mitredeten. Ich habe nicht zuerst geredet, sondern gehandelt, und als ich das Arbeitsprogramm in Wien verkündete, stand das heutige Werk in seinen Grundzügen bereits fest. Es kam ja nur darauf an, daß jeder einzelne, der an diesem Werk des Aufbaues der Ostmark beteiligt 'st, mit Hand anlegt, und zwar in schärferem Tempo, als man es bisher gewöhnt war. Deshalb habe ich schon in Wien erklärt: Bildet euch nicht ein, daß wir aus dem Altreich gekommen sind, um euch das Bett zu bereiten, in das ihr euch hineinlegen könnt. Wir sind nur gekommen, um euch zu helfen. A r - beit schaffen müßt ihr selb st. (Stürmische Zustimmung.) Ihr müßt die Wett Lügen strafen, die das Wort von der österreichischen Gemütlichkeit geprägt hat. Gemütlichkeit nach der Arbeit ist sehr schön, Gemütlichkeit während der Arbeit aber i st Faulheit. So werdet ihr jetzt beweisen, daß der Deutsche in der Ostmark genau so hart zu arbeiten versteht und große Leistungen vollbringt wie der Arbeiter im übrigen Reich, vergeht auch ihr niemals, daß unsere Generation in jenen furchtbaren Tagen des Jahres 1918 und in den darauffolgenden Jahren versagt hat. Dafür müssen wir jetzt doppelt arbeiten. Es ist niemandem in der Welt etwas geschenkt worden, und wir wollen uns auch nichts schenken lassen. Wer mithelfen will, ein Reich aus solchem Verfall und solcher Ohnmacht, Schande, aus Rot und Elend aufzubauen, der darf nicht nur ad)l Stunden am Tage arbeiten, der muh schaffen, wie nie zuvor gearbeitet wurde, hier gibt es für niemanden eine Ausnahme. Versäumtes müssen wir nachholen und Gewaltiges aufbauen! Unsere Generation muh nun wieder gutmachen, was sie einstmals versäumt hat. wir wollen, dah es denen, die nach uns kommen, einmal besser geht. Wir schuften und schaffen für die Zukunft, für das ewige Reich. Das Arbettsprogramm für die Ostmark ist ganz unabhängig von der Arbeitslosigkeit von mir festgelegt worden Es ist ein Programm, das das Fundament für das kommende Leben in der Ost mark bildet. Nicht nur vorübergehend werden einige hunderttausend Arbeitslose in Arbeit und Brot gebracht werden, eine gewaltige Plattform wird geschaffen, auf der nun ein einzigartiges Wirtschaftsleben beginnen kann. Aus diesem Aufbauprogramm heraus sollen jene Ströme fließen, die dereinst euch allen hier und denen, die nach euch kommen, dieses Leben besser gestalten und den Standard emporheben. Dieses Aufbauwerk gibt die Möglichkeit, alles auszunutzen, was an Kräften brach lag und an Schätzen ungehoben war Was menschlicher Geist formen kann, was der Mensch zu gestalten vermag, das werden wir dem Boden abringen, zum Preis und zum Lohn des deutschen Volkes, in Sonderheit aber des Volkes hier in der Ostmark. Das Hüttenwerk, das wir hier errichten wollen, hat in diesem Programm eine gewaltige Bedeutung. Als ich den Vierjahresplan übernahm, da Unser Bild von der festlich geschmückten Baustelle bei St. Peter, einem Vorort von Linz, gewährt einen Blick auf die Tribüne, auf der Hermann Göring am Rednerpult steht. Rechts sieht man den 100 Tonnen schweren Bagger. — (Scherl-Bilderdienst-M.) habe ich mit Erschrecken feststellen müssen, daß Deutschland dereinst angewiesen sein wird, den Roh st off Eisen fast ausschließlich aus dem Ausland einzuführen. Reben dem Brot, neben der Ernährung ist kein Rohstoff so wichtig wie Eisen. Wögen andere Gold besitzen — wir sind glücklich, dah wir Eisen besitzen. (Lebhafter Beifall) Wit dem Gold handelt man, das Eisen aber sichert die Freiheit der Ration. (5e- wih, es ist sehr schön, auch Gold zu besitzen, aber alles Gold nützt nichts, wenn kein Eisen vorhanden ist, um den Besitz zu sichern und zu schützen. Gold mag als Gradmesser der Wohlhabenheit einer Ration gelten, das Eisen aber gehört dazu, den Lebensstandard und die Wohlfahrt eines Volkes zu schützen und zu schirmen. Eisen und kohle sind die Grundrohstoffe, und auf diesen beiden Grundstoffen baut sich alles auf. Wit ihnen wird sich unsere Wirtschaft in der Welt zu behaupten wissen. Entscheidend für das Blühen der Wirtschaft ist schließlich immer nur die A r b e i t s l e i st u n g. Wir Deutschen können stolz sein auf unsere Arbeitskräfte, die gewaltige Werte schaffen. So wird nun auch hier als Tochter der gewaltigen Hüttenwerke in Salzgitter durch harte Arbeit das größte Werk des Donauraumes entstehen. An der Stelle, wo wir jetzt stehen, werden einstmals gewaltige Hämmer dröhnen, wird die Sinfonie der Arbeit brausen. In diesem Walzwerk wird das Eisen zur letzten Stahlhärte geformt. Hier geht die Umformung vor sich: aus Kohle und Erz wird Stahl. Angeschlossen an den Erzreichtum der Alpen, aus denen heraus die vollbeladenen Züge mit Er; hierher fahren werden, wird in wenigen Jahren diese Stadt auch eng verbunden sein m i t dem deutschen Kohlenrevier. Denn ohne Kohle kann Erz nicht gestaltet, nicht geformt werden. Wenn darum heute mit aller Kraft und aller Energie in schärfstem Tempo die Wasserver» bindung Rhein-Main-Donau vollendet wird, dann sind auch hier wieder die Anforderungen dieses Werkes tonangebend für das Tempo. So wird Linz aus dem bisherigen Traum eines kleinen Provinzstädtchens auswachen zu einem mächtigen Wirt schaftszent rum, eng angeschlos- sen an die gewaltigen Lebensströme Deutschlands. Wenn heute hier Bauern von ihrer alten Scholle umgesiedelt werden mußten, so mögen sie darüber nicht gram sein. Ich weiß, wie schwer es ist, sich von der Scholle zu trennen, aber alle, die durch die Entstehung dieser Werke sich zunächst geschädigt fühlen, werden bald erkennen, daß auch für sie ein neues und schöneres Leben beginnt. Meine besten und aufrichtigsten Wünsche gelten der Zukunft dieser Bauern. Von all jenen aber, die hier mitwirken dürfen, verlange ich Höch st e Anspannung, h ö ch st e n Einsatz. Möge dieses Werk stets die Liebe seiner Arbeiter besitzen, dann wird es jede Schwierigkeit überdauern So wie die Sonne wieder scheint im reinen Glanze, so möge ewig die Sonne dem- Werke scheinen und seinen Arbeitern Kraft und Freude spenden. Das Werk soll mühen und arbeiten zum Segen der Stadt, zum Segen der Ostmark, und zum Segen der ganzen deutschen Nation. So gebe ich denn den Befehl: Die Arbeit beginne! Der Generalfeldmarschall, Staatssekretär Körner und der Generaldirektor des gewaltigen Werkes, Pleiger, betreten die Brücke des Riesenbaggers. Ein Griff an den Hebel, Dampfhähne zischen, langsam senkt sich der riesige stählerne Arm, die gewaltigen Zähne der Förderschale fressen sich tief in die Erde, die jetzt noch zartes Grün und Blumen trägt. Ein Förderzug fährt heran, mit der schweren Last schwenkt der Greiser hinüber zum Wagen, die Förderschale gibt die Erde frei und der erste Wagen füllt sich. Der Generalfeldmarschall verläßt die Brücke des Baggers wieder und schreitet zur Ehrentribüne. Der Bann löst sich in brausenden Jubelstürmen. Die Lieder der Nation beenden die Feier. Der Spatenstich mit dem Vagger. Der gewaltige Bagger, mit dem Generalfeldmarschall Hermann Göring gleichnishaft für das neue Hochofenwerk bei Linz „d e n ersten Spatenstich tat", ist.Symbol eines Wandels, den vor fünf Jahren die wenigsten Menschen in Deutschland selbst erwarteten. Damals galt es zuerst Millionen und Millionen Menschen in Arbeit zu setzen und der Spaten war gegenüber der Maschine durchaus bevorzugt; die Erleichterungen, die Wirtschaftsunternehmungen auf steuerlichem und rein wirtschaftlichem Gebiet für Neueinstellung von Arbeitern gewährt wurden, waren noch gebunden an die Verpflichtung, in möglichst weitem Umfange Handarbeit einzusetzen. Die damals häufig verdammte Maschine ist heute das Symbol eines anderen Daseins. Und noch ein anderer Wandel sticht in die Augen. Von vornherein wird ein Groß werk hingesetzt, zu dem eine zahlreiche Belegschaft gehört. Sofort werden für die Stammarbeiter des eigen:» lichen Jndustriewerkes Wohnungen auf Grund aller Erfahrungen des modernen Jnduftriesiedlungsbaus errichtet. Zwei Vergleichszahlen sind ungemein interessant. Das Gelände der eigentlichen Reichswerke Hermann Göring in Linz umfaßt 500 Hektar oder 5 Quadratkilometer; das sofort zu erschließende Siedlungsgelände verlangt allein 200 Hektar oder 2 Quadratkilometer. Ein eiliger Fußgänger braucht gute 75 Minuten, um dieses Siedlungsgelände zu umschreiten. Ohne Straßen, Plätze usw., die natürlich von der Wohn- und Siedlungsfläche abzurechnen sind, entfallen 660 Quadratmeter auf den Arbeiter; rechnen wir alle Nutzflächen einschließlich der Wohnhauten ab, so wird eine Fläche von 400 bis 500 Quadratmeter als Gartenland zu jeder Arbeiterwohnung herausspringen. Dritter Wandel: Wie vor fünf Jahren der Führer den ersten Spatenstich für die Autobahnen tat, so jetzt der Generalfeldmarschall für das erste neue große Hochofenwerk in der alten Ostmark. Das ist das Symbol dafür, daß die Technik des Verkehrs und der Industrie zum Handwerkszeug des Staatsmannes und des Generals gehören! Dr. Ho. Phantom und Wirklichkeit. Der Führer ist bei feiner Rückkehr aus Italien in allen deutschen Gauen, die fein Sonderzug durchfuhr, und vor allem in der Reichshauptstadt mit einer Herzlichkeit empfangen worden, die noch einmal vor aller Welt bekunden wollte, wie sehr die Politik der Achse Berlin—Rom, der Verständigung und Freundschaft mit dem nun auch direkt benachbarten italienischen Imperium eine Sache des ganzen deutschen Volkes ist. Wie eine riesige Brücke festen Landes mitten durch das stürmische Meer, so empfinden wir heute die erprobte Beständigkeit der Nord-Süd-Achse vom Belt bis nach Afrika hinüber als eine sichere Friedensbürgschaft, die in einem beträchtlichen Teil der Welt, der durch viele Jahrhunderte hindurch bis in unsere Tage hinein bevorzugter Tummelplatz widerstreitender Interessen gewesen ist, nun jedes Moment der Unruhe für alle Zeiten ausschließt. Aus der Kampfgemeinschaft gegen die zynische Vergewaltigung der natürlichen Lebensrechte erst spät national geeinter und nun mit aller Kraft emporstrebender Völker ist die deutschitalienische Freundschaft entstanden als Bund zweier Nationen, die aus ähnlichen Weltanschauungen als Ergebnis ähnlichen geschichtlichen Werdens die gleichen Prinzipien einer Außenpolitik entwickelt haben, die eine neue europäische Friedensordnung auf Grund der Anerkennung des Grundsatzes der uneingeschränkten Gleichberechtigung im Zusammenleben der Völker und der selbstverständlichen Achtung ihrer legitimen nationalen Interessen schaffen will. Diese sittlich fundierte Außenpolitik hat sich in den letzten fünf Jahren bereits überall gegen eine Politik durch- gcsetzt, die einen durch das Diktat der Pariser Friedensverträge geschaffenen Zustand der Rechtlosigkeit und gewaltsamen Stauung des Lebensstroms emporstrebender Völker mit Hilfe eines Netzes von Militärbündnissen verewigen wollte, das für Leute mit moralischen Gewissensskrupeln durch das Monstrum der Genfer Liga und das zweifelhafte Ideal des kollektiven Sicherheitssystems notdürftig verhüllt wurde. Das Gesunde und Natürliche hat sich Bahn gebrochen gegen eine Politik des Status quo, die eine Episode im Völkerleben für ewige Zeiten festlegen wollte. Die Revision, für die Deutschland und Italien gekämpft haben, feit sie wieder zu sich selbst zurückgefunden haben, ist Tatsache geworden. Das Werden des Großdeutschen - Reiches und des italienischen Imperiums beweist es. Die Trinksprüche, die am 7. Mai im Palazzo Venezia zu Rom zwischen den beiden Reichsgründern Adolf Hitler und Benito Mussolini ausgetauscht wurden, haben die Existenz beider Reiche als Ansatzpunkte der neuen europäischen Friedensordnung ausdrücklich betont. Als ihre Grundelemente hat der Duce in seinem Trinkspruch die loyale Anerkennung des Rechts eines jeden Volkes auf Leben, Arbeit und Verteidigung und ein politisches Gleichgewicht bezeichnet, das auf der Wirklichkeit der geschichtlichen Kräfte beruht, die es begründen und bestimmen Beide Nationen haben der Welt über die Fruchtbarkeit eines solchen außenpolitischen Regimes gegenseitiger Anerkennung natürlicher Lebensrechte der Völker einen eindrucksvollen Anschauungsunterricht erteilt, als Deutschland während des Abessinienfeldzuges Italiens Recht auf koloniale Expansion anerkannte und Italien die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich als natürliches Ergebnis der geschichtlichen Entwicklung betrachtete. Und Adolf Hitler hat in Rom diesen Grundsatz der Achtung geschichtlich gewordener Tatsachen bekräf- tigt durch die feierliche Erklärung, daß die von Vorsehung und Geschichte zwischen beiden Volkern gezogene Alpengrenze für Deutschland immer unantastbar sein werde und die klare Trennung der Lebensräume beider Nationen nicht nur eine friedliche und dauernde Zusammenarbeit ermöglichen, sondern auch als Brücke gegenseitiger Hilfe und Unterstützung dienen werde. Diese feierliche Erklärung setzt den Schlußstrich unter Auseinandersetzungen, die säst zwei Jahrtausende hindurch ein Hauptproblem der europäischen Politik gewesen sind. Diesmal wird der Friedensschluß zwischen Rom und Germanien ein dauernder fein, weil er nicht dem Zufall übereinsttmmender Interessen entspringt, sondern auf dem Gleichklang weltanschaulicher Ideals beruht und deshalb von dem Willen der durch Faschismus und Nationalsozialismus zu einem stählernen Block zusammengeschweißten Völker getragen wird, die ungeachtet des auf feste Freundschaft gegründeten engen Einvernehmens sich doch eine eigene politische Linie und die volle Freiheit der Entschließung in all ihren Lebensfragen vorbehalten haben. Gerade hierin dürfen wir den Friedenscharakter der deutsch-italienischen Freundschaft am stärksten sich ausprägen sehen im Gegensatz zu den Verträgen und Bündnissen, die ihre Kontrahenten für alle möglichen Fälle an bestimmte Abmachungen binden und für freie Entschlüsse keinen Raum lassen, womit die Verantwortung für Krieg und Frieden von den Völkern und ihren Führern auf den toten Mechanismus der „Verträge" abgeschoben wird. Die Trinksprüche von Rom haben endgültig der Vorstellung ein Ende gemacht, die Achse' Berlin- Rom sei das mehr oder weniger zufällige Ergebnis einer bestimmten politischen Konstellation, und eine Verlagerung der Kräfte müsse notwendigerweise auch auf das deutsch-italienische Einvernehmen von Einfluß sein. Für alle, die sich im Ausland mit dieser Theorie zu trösten suchten und die politische Wirklichkeit nicht sehen wollten, mag es eine besondere Lektion gewesen sein, daß die Jtalienreise des Führers und die Trinksprüche von Rom fast unmittelbar auf den englisch-italienischen Dfterafforb gefolgt sind, womit unbeabsichtigt, weil ja die Reise schon lange vor Abschluß der britisch-italienischen Verhandlungen festgelegt worden war, aber, deshalb besonders eindrucksvoll unterstrichen wurde, daß biä Regierungswechsel in Ungarn wirtschaftlichen Kreisen ungeteilte Sympathie findet. V II UUi 'N 6 , Budapest, 13. Mai. (DNB.) Das in den letzten Wochen im Parlament und in der Oeffentlichkeit heiß umstrittene Juden gesetz ist heute im Abgeordnetenhaus mit überwältigender Mehrheit a n - genommen worden. Für das Gesetz stimmten geschlossen die Partei der nationalen Einheit (Regierungspartei) und die unabhängige Kleinlandwirtepartei. Das Judengesetz, das einen ersten entschlossenen Schritt zur Regelung der das gesamte nationale Leben Ungarns seit Jahrzehnten schwer belastenden Judenfrage darstellt, führt im gesamten wirtschaftlichen Leben sowie für alle fteien Berufe den Numerus clausus von 2 0 d. $). für die Beteiligung der jüdischen Bevölkerung ein. Die Verhältniszahl von 20 v.H. gilt nicht allein für die zahlenmäßige Vertretung des Judentums, sondern beschränkt in dem gleichen Maße das Gesamteinkommen der Juden in den einzelnen Unternehmungen und Betrieben. Vor der Abstimmung erklärte Justizminister Dr. Mikecz, dieses Gesetz yätte eigentlich schon vor 50 Jahren geschaffen werden müssen. Wäre schon Oer Vormarsch östlich von Teruel. Salamanca, 14. Mai. (Europapreß.) Dos nationalspanische Hauptquartier erklärt: An der Front von Teruel haben die nationalen Truppen im Kampfabschnitt von Cantavieja, 40 Kilometer nordwestlich von Albocacer, den Widerstand des Feindes gebrochen, der die Stellungen auf der Straße von Villafranca del Eid besetzt hielt. Die Schwierigkeiten, die das Gelände dem Vordringen der nationalen Truppen in den Weg legt, find außerordentlich. Ein Berggipfel nach dem anderen muß genommen werden gegen einen sich hartnäckig verteidigenden Feind, der immer erst dann seine Stellungen aufgibt, wenn er umfaßt zu werden droht. Neben der Schwierigkeit des Kampfgeländes haben die nationalen Truppen auch noch Nachschub- schwierigkeiten, die ihnen durch das unwegsame Gelände bereitet werden. Die Lebensmittel müssen fast immer auf Saumpfaden durch Maultiere herangebracht werden. Wendung- ihres Statuts verlangt, wenn dies den Interessen der westlichen Demokratien strikt zu- widerläuft und daraus sich die gefährlichsten Komplikationen ergeben. Aber das ist ja Litwinow- Finkelstein und seinem Moskauer Herrn grade recht. So wird in seinen Händen die Genfer Liga zum Werkzeug, um eine Verständigung der Westmächte mit den autoritären Staaten, zu der der englisch-italienische Ausgleich der erste Schritt ist, zu durchkreuzen. Die Abessiniendebatte in Genf wird Franzosen und Engländern einen Vorgeschmack gegeben haben, wessen sie sich noch von Moskau zu versehen haben werden, wenn sie bei ihrem Wunsch nach europäischer Zusammenarbeit Phantom und Wirklichkeit nicht säuberlich ausein- anderzühalten vermögen. Dr. Fr. W. Lange. Die „Times" meint, daß Henlein in London vor allem klarmachen wolle, daß die Autonomie das unentwegte Ziel der Sudetendeutschen _ sei. „Daily Telegraph" schreibt, man könne nicht übersehen, daß Henlein seit seinem letzten Besuch in London seine politischen Ansichten völlig gewandelt zu haben scheine. Damals habe er nämlich mit Nachdruck erklärt, daß die Sudetendeutsche Partei keine Autonomie wünsche und die Außenpolitik der Tschechoslowakei nicht beeinflussen werde, daß sie sich ebrnjo mcht um einen Anschluß an das Reich Der an Schan, Die japan finit, wie i jjauptquarti über die Kr im KM, Hoüza, die Einzelheiten in einer Rundfunkansprache bekanntzugeben. Am 24. Mai wird Außenminister Dr. Krosta im Prager Parlament Bericht erstatten. Später soll eine Aussprache darüber stattfinden. Jedoch wird schon jetzt daraus hingewiesen, daß di« Regierung an den wesentlichen Grundgedanken der Vorlage festzuhalten beabsichtige. Werden in der Parlamentsaussprache von den Parteien Aenderungswünsche oorge- bracht, so will die Regierung sie n u r d a n n berücksichtigen, wenn sie nicht di« grundsätzliche Stellungnahme betreffen. Das heißt mit anderen Worten, daß die Prager Regierung die Nationalitätenfrage regeln will, ohne die Vertreter der Nationalitäten selbst zur Mitarbeit heranzu- ziehen. Konrad Henlein in London. Aussprache mit Churchill und Bansittart. London, 13. Mai. (Europapreß.) Der Führer der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, der sich zur Zeit auf einer Privatreise in London aufhält, wurde am Freitagmittag von Winston Churchill zu einem Essen in dessen Privatwohnung empfangen. Zu dem Besuch, der etwa zwei Stunden dauerte, war auch der Fraktionsvorsitzende der unabhängigen Liberalen, Sir Archibald Sinclair, erschienen. Reuter meldet, daß Konrad Henlein noch eine private Aussprache mit benr Diplomatischen Berater der britischen Re- gierung, Sir Robert Bansittart, haben werd«. Henlein ist heute abend Gast des Unterhausabgeordneten Harold Nicholson. Henlein erklärte der Presse, er sei von guten alten Freunden nach England eingeladen worden. Seine Unterredungen seien rein privater Natur gewesen. Die tschechoslo- wakische Frage hätte bei diesen Gesprächen natürlich im Vordergrund gestanden, denn die Haltung Englands zur politischen Entwicklung in Europa sei von allergrößter Bedeutung. Der tschechoslowakische Gesandte in London, Masaryk, hatte eine längere Unterredung mit dem ständigen Unterstaatssekretär im Außenministerium, Sir Alexander C a d o g a n, sowie mit Bansittart. damals die (Einwanderung des Judentums nach Ungarn gesetzmäßig geregelt worden, so hätte die Entwicklung einen anderen Verlauf genommen. Das Judengesetz suche jetzt die Entwicklung in g e * sünde,re Bahnen zu lenken, da die überhöhte Verhältniszahl der Juden in Ungarn eine fast unerträgliche Spannung geschaffen habe. Man könne nicht daran zweifeln, daß das Judentum ein eigenes von den übrigen Völkern abweichendes Dolkselement darstelle. Daran könne die Taufe nichts ändern, die lediglich den israelischen Juden zu einem getauften Juden mache. Die Taufe bedeute noch keine Assimilierung. Eine Assimilierung der großen Masse des Judentums sei keineswegs zu wünschen. Das Judengesetz sei durchaus human, da der fünfprozentigen jüdischen Minderheit in Ungarn eine 20° v. - H. -Beteiligung am Wirtschaftsleben eingeräumt werde. Die gesetzliche Regelung der Judenfrage solle dem ungarischen Volk das natürliche Gleichgewicht sichern, damit es im Donauraum seine geschichtliche Mission erfüllen könne. bemühe. Das habe sich aber geändert. Der Besuch Henleins habe in politischen Kreisen Londons Interesse hervorgerufen, weil man vielfach die Ansicht vertrete, daß die Forderunaen der ungarischen Minderheit in der Tschechoslowakei a u f dieselbe Grundlage gestellt werden sollten wie die der Deutschen. Ein „Sreewilliger Deutscher Schuhdienst $.©.* des Sudetendeutschtums. Prag, 13. Mai. (DNB.) In Eger fand die GründungsversanTmlung des vom Prager Innenministerium genehmigten Verbandes „Freiwilliger Deutscher Schutz dien st F. S." statt. Henlein hat zu seinem Stabschef den Verbands- turnwart Willi Brandner ernannt. Der Schutzdienst ist keine Paradetruppe, sondern eine Kämp - ferschicht, die die Ordnung und Zucht der großen Kundgebungen zu wahren hat. Sie muß das stets wache Gewissen des Sudetendeutschtums sein im Kampf für Reinheit, Schlagkraft, Zucht und Unerschütterlichkeit der Volksgruppe. Sie suchen eine Ursache für Ihr blasses Aussehen, für Ihre Appetitlosigkeit? Bei vielen Menschen, besonders bei schulpflichtigen Kindern wirkt sich die sitzende Lebensweise und der Mangel an Bewegung in frischer Luft ungünstig auf das Allgemeinbefinden aus. Sie fühlen sich abgespannt und müde wie nach einer überstandenen Krankheit. In diesen Fällen leistet das blutbildende Kräftigungsmittel Bioferrin vorzügliche Dienste. Bioferrin enthält sämtliche Nährstoffe des Blutes. Z'b'X / A X (BAYER) \ E 7 XR/ Rücktritt -er belgischen Regierung Außenminister Gpaof mit der Kabinettsbildung beauftragt. Das Wengefetz vomunganschenAbgeordnetenhausangenommen einsrechts ahndet. Der größte Beifall wurde dem Blinisterpräsi- denken jmredy zuteil, als er fein Sozialprogramm bekanntgab, das in den Haupt- ° punkten vorsieht: Berstaaklichung der Arbeitsvermittlung; Einführung des obligatorischen Arbeitsdienstes; Errichtung einer ungarischen Freizeitbewegung nach Art der deutschen Organisation „Kraft durch Freude" und der italienischen Bewegung Dopolavoro, wobei aber diese ausländischen Borbilder den ungarischen Berhältnissen angepaßt werden sollen; soziale Fürsorgemaßnahmen für die Landbevölkerung. Anpassung der Löhne der landwirtschaftlichen Arbeiter an die gesteigerten Preise und Hebung der Bolksgesundheit auf dem Lande; Einführung des Berufskammernfystems auf allen Gebieten der Erzeugung. UflJV ' Priv, vorra triebe 3d)t< rabfa warn Das Prager Aattonalttatenslailtt Hebet denKoPf der Nationalitäten hinweg! Prag, 14. Mai. (DNB.) Eine amtliche Meldung über die Sitzung des Ministerrates am Freitag besagt, daß ein Referat über das Ergebnis der Beratungen des Ministerausschusses zur Abfassung eines Nationalitätenstatuts entgegengenommen wurde. Es könne festgestellt werden, daß die Vorbereitungen im wesentlichen fertig seien. Die Regierung sei daher in der Lage, an die Verwirklichung ihrer Pläne und Vorschläge durch Verhandlungen mit. den interessierten Faktoren wie auch auf legislativem Wege zu gehen. Die Regierung habe weiter beschlossen, daß ihre Mitglieder an Wahlversammlungen im Lande Böhmen und Mährisch-Schlesien nicht teilnehmen. Der Minister des Innern erörterte dann die Maßnahmen, die in den national gemischten Gebieten ,yur Sicherstellung von Ruhe und Ordnung getroffen werden. Wie verlautet, wird das Nationalitätenstatut aus einem Hauptgesetz mit etwa 80 Paragraphen und einer Reihe von Sondergesetzen über einzelne Fragen der nationalen Angelegenheiten bestehen. Dem Gesetz wird eine historische Einleitung vorangehen, in der die Lage der Nationalitäten in der Tschechoslowakei vor und nach dem Weltkriege geschildert wird und die heutigen Beziehungen zwischen Tschechen und Slowaken und den übrigen Volksgruppen dargestellt werden. Die Durchführung der Bestimmungen des Nationalitätenstatuts soll durch ein eigenes Inspektorat überwacht werden, zu dem auch Vertreter der Nationalitäten herangezogen werden. Am A. Wsi llEchM MmPerxcMcltt Dl Zmredys Programm. Budapest, 13. Mai. (Europapreß.) Der neuernannte Ministerpräsident Jmredy hat im Klub der Regierungspartei seine Pläne bekanntgegeben. Nach der Hervorhebung des ch r i st l i ch - n a t i o . nalen Charakters seiner Regierung und nach einem Hinweis .auf die unverändert« Fortsetzung der bisherigen Außenpolitik des Ministers Kanya kündigte Ministerpräsident Jmredy bereits für Samstag die Vorlage von zwei Gesetzentwürfen im Parlament an, durch die d i e innere Ruhe und Ordnung wiederhergestellt werden soll. Der erste Gesetzentwurf verschärft die Strafmaßnahmen des Gesetzes über den wirksameren Schutz der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung, während der zweite Mißbräuche des Versammlungs- und 23er= Der neue Ministerpräsident Jmredy, der bereits als Finanzminister der Regieruna Gömbös angehörte und sodann die Leitung Der Ungarischen Nationalbank übernahm, genießt den Ruf eines befähigten Wirtschafts, und Finanzmannes von nationaler Weltanschauung. Die Weiterführung der ungarischen Außenpolitik in dem bisherigen Geist ist durch das Verbleiben des Außenministers von Kanya gewährleistet. Der neue Ackerbauminister Sztranyavsky spielte bereits seit Jahren als Präsident der Regierungspartei und sodann als Präsident des Reichstages eine hervorragend« Rolle und galt als ein enger Mitarbeiter und Freund des verstorbenen Ministerpräsidenten Gömbös. Zu Brüssel, 13. Mai. (Europapreß und DNB.) Die belgifd^e Regierung Janson ist zurückgetre- ten. Der Rücktritt ist durch die Demission der drei katholischen Mini st er verursacht worden, di« angesichts des Konflikts der katholischen Parlamentarier mit der Regierung über die Finanzfragen ein weiteres Verbleiben in der Regierung nicht mehr für möglich erachtet hatten. Die Katholischen Parlamentarier hatten mehr Einsparung e n gefordert, als sie das Regierungsprvjekt vorsah, dafür aber feine Steuererhöhun- gen bewilligen wollen. Der bisherige Außenminister S p a a k ist vom König mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt worden. Paul Henri Spaak ist mit 39 Jahren einer der jüngsten Staatsmänner Belgiens. Im zweiten Kabinett van Zeeland wurde er mit der Leitung des Außenministeriums beauftragt, das er im Kabinett Janson, im vergangenen November, beibehielt. Er war schon während der letzten Mi- nifterfrife mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt worden, scheiterte jedoch an dem Verhalten der Katholischen Partei. Als Außenminister ist Spaak der energischste Vertreter der belgischen Unabhängigkeit, die er im Sinne König Leopolds gegen die Machenschaften der radikalen Marxisten durchzusetzen vermochte. Er ist an dem Zustandekommen der deutschen Garantieerklärung für die belgische Ungbhäugigk-2 vom OIwb;r 1937 hervorragend beteiligt. Durch feine Bemühungen um die Anerkennung des italienischen Imperiums gelang es ihm, die Beziehungen zu Italien wieder in ein freundschaftliches Fahrwasser zu lenken. Die Hintergründe. Don unserem Koc.-Korrespondenien. Brüssel, 13. Mai. Tatsächlich richtete sich der Kampf der Katholiken weniger gegen die neuen Steuermaßnahmen als gegen die Politik des Kabinetts Janson überhaupt und vor allem gegen den marxistischen Regierungsflügel. Die Zeiten, in denen Katholiken, Liberale und Sozialdemvkraten einmütig allen Reaierungsvorschlägen zustimmten, sind endgültig vorüber. Schon vor der gegenwärtigen Kri>e war es Janson nur durch ununterbrochene Manöver und Ueberrebungsfünfte gelungen, die „nationale Koalition", die in allen Fugen und Ecken krachte, überhaupt zusammenzuhalten. Nicht nur in der Finanzpolitik, sondern auch in der Außenpolitik, in der Schulfrage und hinsichtlich des Sprachenprvblems und der Derwaltungspolitik herrschten unüberbrückbare Unstimmigkeiten zwischen den Katholiken und oen Marxisten. Die Katholiken drängten täglich mit ar öfterem Nachdruck auf die Entsendung eines belgischen e E wS der W hÄU' ä.i äm«d6‘ übergeh KA gntnW durchaus « L'S' CS politischem planten M Steuern, aus hiek eigene © bisher nur pen wüten großen Ma! getragen ho Sevies die und die Um MsfnetenZ Die Schilt unerläßlich, ihrer Tragn lief darauf traten, 1 24 Sitze 11 Frattionspl treu bleibt' wurde die gel der Kc und den ft Die chrM sagte, daß belgischen Demokrat« ständen m fam Fron war das son gesich traten sti knappe 9 Minister i ihre Polit lehnt wur damit die! zeugende Argument gefunden. Es kann indessen ich den Gutgläubigsten nicht mehr darüber täuschen, daß die Genfer Liga selbst England und Frankreich unbequem zu werden beginnt, seitdem Litwinow-Finkelstein sie immer krasser für die Zwecke der bolschewistischen Dölkerverhetzung mißbraucht. Er wird zum Totengräber der Genfer Entente, indem er konsequent auch dann die An- deutsch-italienische Solidarität, so wenig si« die Verständigung eines ihrer Partner mit einer dritten Macht ausschUeßt, durch einen solchen Ausgleich nicht berührt wird, der gefährliche Reivungsfiächen zu glätten unternimmt. Ja, solche Bemühungen liegen nur im Interesse beider Partner, denn es ist ja der Sinn ihrer politischen Grundauffassung und natürlich auch das Streben ihrer praktischen Politik, durch zweiseitige Verständigung stabile Voraussetzungen einer auf Gleichberechtigung und Achtung der nationalen Lebensrechte eines jeden Volkes berührenden internationalen Zusammenarbeit zu schaffen. Denn so wenig bisher die Politik Deutschlands und Italiens, die das Großdeutsche Reich und das italienische Imperium schuf, echte Lebensinteressen anderer Völker irgendwo beeinträchtigt hat, so wenig wollen ja Deutschland und Italien die von ihnen verkündeten Prinzipien der Freiheit und Selbstbestimmung andern Völkern vorenthalten. Nein, gerade durch Verallgemeinerung dieser Grundsätze soll ja die neu« Ordnung ermöglicht werden, die einen wahren und darum allein dauerhaften Frieden verbürgt. Die deutsche und italienische Politik der letzten fünf Jahre gibt ja den Fingerzeig dafür, daß die noch bestehenden Gefahrenherde nur dadurch beseitigt werden können, daß den natürlichen Lebensrechten der Völker die Entwicklung freigegeben wird, statt sich ihr mit allen Mitteln entgegenzustemmen, um am Ende doch sich vor der Gewalt der politischen Wirklichkeit als geschlagen bekennen zu müssen. Die eben eröffnete RatstagungderGenfer Liga ifrottiert auf eine für alle Beteiligten geradezu peinliche Weise dies Eingeständnis einer vergeblichen Jagd nach einem Phantom. Die Vertreter aller noch in Genf vertretenen Mächte beeilen (ich zwar, sich gegenseitig ihrer unwandelbaren und unerschütterlichen Treue zu den Grundsätzen derGenferLiga zuversichern, müssen aber dann, sobald sie von der Theorie in die Praxis kommen, einen wahren Eiertanz aufführen, um zu begründen, warum in diesem besonderen Fall, sei es nun Abessinien, Spanien oder der Ostasienkonflikt, die Grundsätze der Genfer Liga nicht anwendbar sind, weil sie der natürlichen Entwicklung sowohl wie ihren eigenen nationalen Interessen entgegenstehen. England hat im Osterakkord von Rom das italienische Imperium in Ostafrika anerkannt, sich aber eines geordneten Rückzuges in den Augen der britischen Opposition wie der l'^a- treuen öffentlichen Meinung anderer Länder zuliebe das Joch auferlegt, erst in Genf die Freigabe der Anerkennung des Imperiums durchzudrücken. Lit- winow-Finkelstein, der sich in Genf wie immer in der Pofe des Gerechtigkeitsfanatikers gefällt, um eine Zusammenarbeit der europäischen Mächte und ein« Entspannung der politischen Atmosphäre zu hintertreiben, hat, wie Chinesen und Sowjetspanier, auch den Exnegus von Abessinien unter seine Fittiche genommen, und da es der britischen Diplomatie hinter den Kulissen nicht gelungen war, ihn mit dem Hinweis der Erfolglosigkeit seiner Intrigen zum Verzicht auf seine Schaustellung zu bewegen, mußte sich notwendigerweise jene amüsante Szene abrollen, die am Genfer Ratstisch den brittschen Außenminister als Widersacher des einst auch vom offiziellen England höchlichst hofierten und nun mit seinen englischen Anwälten persönlich erschienenen Exnegus Halle Selassie auftreten sah. Das Beschämende dieser Szene und das Bewußtsein, eine nicht nur politische, sondern auch moralische Niederlage erlitten zu haben, die bei weniger Selbstqerechtigkeit und mehr Sinn für die politischen Wirklichkeiten hätte vermieden werden können, haben ober weder den britischen noch den französischen Außenminister daran gehindert, die falsche Abessinien- Politik entschlossen zu liquidieren „angesichts der Tatsachen und auf Grund der Umstände", wie die in Genf übliche Formel für einen solchen Rückzug aus dem Reich der Phantome in die rauhe Wirklichkeit lautet. „Frankreich glaubt", so deklamierte sein Außenminister Bonnet pathetisch, „daß man vor allem dem Friedenswillen gehorchen müsse, der das Fundament und die Seele des Völkerbundes ist." So ist auch wieder für diesen peinlichen Salto mortale aus der Theorie in di« Praxis das über« Der Rücktritt Darcmyis. Budapest, 13. Mai. (Europapreß.) Die alt- konservative Mehrheit des Oberhauses hat das Kabinett Dar ant)i gestürzt. Die Oberhausmitglieder haben dem Ministerpräsidenten eine Forderung überreicht, bis zum 18. Mai Maßnahmen zu treffen, die geeignet seien, d i e ö f f e n t» liche Ruhe und Ordnung gegen die extremen radikalen Strömungen zu sichern. Da Ministerpräsident Daranyi in dieser Forderung einen 2111 ) e s Mißtrauens erblickt hat, hat er den Ge- amtrücktritt der Regierung bekanntgegeben. In Siner amtlichen Verlautbarung über die Gründe des Rücktritts heißt es, der zurückgetretene Mini- terpräsident habe sich bei der Uebernahme der Negierungsgeschäfte eine Reihe von Aufgaben geteilt, die nunmehr als gelöst angesehen wer- den könnten. Hierzu gehörten die verfassungsrechtlichen und sozialen Reformen, die zur Wahrung der staatlichen Ordnung notwendigen pressepolizeilichen Maßnahmen, das Gesetz über die Sicherung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gleichgewichte (Judengesetz) und das große Investitions- Programm, das dem Aufbau der Honvedarmee und der Wirtschaft dient. All« dies« Reformen hätten ihre parlamentarische Erledigung ge« unden. Damit wäre ein fest umrittener Abschnitt in dem Aufgabenkreis und der gesamten Tätigkeit der Regierung eingetreten. Aus diesem Grunde habe ich Ministerpräsident Daranyi veranlaßt gesehen, dem Reichsverweser seinen Rücktritt anzu- bieten. Das neue Kabinett Jmredy. Reichsverweser Admiral von H or t h y hat auf Vorschlag Daranyis den bisherigen Wirtschaftsminister und Nationarbankpräsidenten Jmredy zum Ministerpräsidenten ernannt und mit der Neubildung der Regierung betraut. Die neue ungarische Regierung setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident und Handelsminister: Adalbert Jmredy, bicher Volkswirtschaftsminister und Präsident der Ungarischen Nationalbank; Innenminister: Franz Keresztes-Fischer, bisher Präsident der Geldinstitutszentral« und ehemaliger Innenminister der Kabinett« Bechlen und Gönckos; Außenminister: Koloman von Kanya (wie bisher); Honvedminister: Generäl der Infanterie Eugen Ratz, bisher Generalstabschef der Honved; Finanzminister: Ludwig Romenyi-Schnel- ler (wie bisher); Kultus- und Unterrichtsminister: Gras Paul von T e l e k y, ehemaliger Ministerpräsident; Justizminister: Edmund Mikecz (wie bisher); Jndustrieminister: Bornemisza (wie bischer); Landwirtschaftsminister: Alexander Sztrani- avszky, bisher Präsident des Abgeordnetenhauses; Dolkserziehung und Propaganda: Valentin H o m a n , bicher Kultus- und Unterrichtsminister. Das Kabinett Jmredy weist denselben Charakter auf wie das zurückgetretene Ääb'inett Daranyi. Der rechtsradikale Flügel der Regierungspartei hat seine Stellung noch erweitert, indem zu den bisherigen rechtsradikalen Ministern Homan, Bornemisza, Mikecz nun als vierter der Führer des rechtsnationalen Flügels der Regierungspartei, Alexander Sztraniayfzky, hinzukommt. Die übrigen Kabinettsmitglieder gehören dem rechtsnationalen Zentrum der Regierungspartei an, wie dies schon bei dem zurück- getretenen Kabinett Daranyi der Fall gewesen war. Der ganze Wechsel gegenüber dem bisherigen Kabi- nett Daranyi besteht darin, daß das b i sch e r i g e Programm des Kabinetts Daranyi unter Einbeziehung neuer Kräfte in einem noch stärkeren Tempo durchgeführt werden wird. Das Kabinett Jmredy kann außer auf die Regierungspartei auch mit der wohlwollenden Neutralität der beiden rechtsgerichteten Oppositionsgruppen (Der. der Ernennung des Generalstabschefs General Ratz zum HonvedMinister wird auf das uneingeschränkte Vertrauen hingewiesen, das ihm vom gesamten Offizierkorps entgegengebracht wird. Der neue Innenminister, Koresztes-Fischer, war bereits beim Abschluß der Regierungsepoche des Grafen Stefan Bechlen Innenminister. Der neue ---------- . ... . Y .. . Unterrichtsminister, Graf Paul Teleki, der einigte Christliche Partei und Klein-Landwirte- vor der Regierungszeit des Grafen Bechlen einmal Partei) rechnen. Eine ruhige parlamentarische Ar- kürzere Zeit Ministerpräsident war, genießt den beit scheint also gewährleistet, um so mehr, als Rus eines der bekanntesten Wissenschaftler und Ministerpräsident Jmredy in allen politischen und Geschichtsforscher des ungarischen Geisteslebens. ®*"*"^** ,,*'2‘aA,r4'* ii Handelsvertreters nach Burgos, wahrend die Mar« xisten diesen Vorschlag mit aller Schärfe ablehnten. Die belgische Neutralitätspolitik.war ebenfalls der Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Ein Teil der Sozialdemokratischen Partei, an ihrer Spitze Dandervelde, lief Sturm gegen die Unab- hängigkeitspolitik und forderte eine Rückorientie- rung nach Frankreich oder doch eine gemeinsame Front mit den demokratischen Ländern, worunter diese Herren nicht nur Paris und London, sondern auch Moskau verstehen. Der marxistische Abgeordnete Truffaut hat neulich in einem Zeitungsartikel erklärt, daß die wallonischen Regimenter, wenn es zu einem Krieg gegen Frankreich kommen sollte — d. h. also im Falle eines französischen Einmarsches in Belgien, wenn Frankreich seinen osteuropäischen Verbündeten zu Hilfe eilen würde —, mit fliegenden Fahnen zur Grande armee übergehen würden. Solche Auslassungen rufen nicht nur bei den Flamen, sondern auch bei der Mehrzahl der Katholiken aller Färbungen große Entrüstung hervor, und es darf nicht bezweifelt werden, daß die maßgebenden belgischen Stellen durchaus entschlossen sind, mit aller Loyalität das Unabhängigkeitsprinzip, wie es im Oktober 1936 durch König Leopold verkündet wurde, festzuhalten. Ein Element stärkster Beunruhigung auf innenpolitischem Gebiet war auch das Verbot der geplanten Mittelstandskundgebung gegen die neuen Steuern. Man befürchtete, daß dje Rexisten aus diesen Kundgebungen Vorteil für ihre eigene Sache ziehen würden, da sie den bisher nur innerhalb der parlamentarischen Gruppen wütenden Kampf um die Finanzpolitik auf großen Massenkundgebungen vor die Oeffentlichkeit getragen hätten. Die Unsicherheit der Regierung bewies die Tatsache, daß das Zentrum der Stadt und die Umgebung des Parlaments von schwer bewaffneten Gendarmen besetzt wurden. Die Schilderung dieser vielfachen Spannungen ist unerläßlich, um die Ereignisse der letzten Tage in ihrer Tragweite zu verstehen. Das ganze Problem lief darauf hinaus, ob die christlichen Demokraten, die unter 63 katholischen Abgeordneten 24 Sitze innerhalb der Fraktion innehaben, der Fraktionsparole, gegen das Kabinett zu stimmen, treu bleiben würden oder nicht. In letzter Minute wurde die Parole ausgerufen, daß der rechte Flügel der Katholiken eine Koalition mit den Rexisten und den flämischen Nationalisten herbeiführen wolle. Die christlichen Demokraten wurden rebellisch. Man sagte, daß der Kardinal von. Mecheln, der in der belgischen Politik eine große Rolle spielt, christlichen Demokraten die Weisung erteilte, unter keinen Umständen mit den Rexisten und Nationalisten gemeinsam Front gegen die Regierung zu machen. Damit war das Vertrauensvotum für das Kabinett Janson gesichert. Beinahe sämtliche christlichen Demo- traten stimmten für das Kabinett, wodurch eine knappe Mehrheit zustandekam. Die konservativen Minister sahen sich in einer unhaltbaren Lage, da ihre Politik von ihren eigenen Anhängern abge- lehnt wurde. Sie sind zurückgetreten und haben damit die Regierungskrisis ausgelöst. Oer japanische Vormarsch an der Lunghai-Vahn Schanghai, 13. Mai. (Europapreß. Funkspruch.) Die japanischen Truppen an der Lunghai-Vahn sind, wie in einem am Freitag vom japanischen Hauptquartier in Schanghai ausgegebenen Bericht über die Kriegslage in Westschantung erklärt wird, im Begriff, die chinesischen Stellungen längs der Lunghai-Eisenbahn an mehreren Stellen zu durchstoßen, so daß der seit Monaten heiß umkämpfte Eisenbahnknotenpunkt H s u t s ch a u m unmittelbarer Gefahr schwebe, von den japanischen Truppen von allen Seiten her eingeschlossen zu werden. Die aus dem Norden von Tsining her oorstoßende japanische Hauptgruppe hat die 80 Kilometer nördlich der Lunghaibahn liegende Stadt Taichi besetzt, während die von Mangs ch eng her nach Norden oorstoßende Abteilung die 50 Kilometer südlich der Eisenbahnlinie liegende Stadt Vungtscheng am Freitagabend erreichte. Nach japanischen Angaben befinden sich die japanischen Truppen jetzt nur noch zehn Kilo- meter von der Lunqhai-Eisenbahn entfernt, und zwar südlich von öinyi. Der Widerstand der >chinesischen Streitkräfte, der in den letzten drei Tagen erheblich gewesen sei, soll am Freitag zusammengebrochen und damit der Vormarsch der Japaner an die strategisch wichtige Eisenbahnlirfte ermöglicht worden sein. Nach japanischen Meldungen hat bei den letzten Kämpfen die Artillerie in erster Linie zu dem Erfolg beitragen können. Die japanischen Blätter erklären, daß ein Sieg bei Sütschau nicht nur infolge der damit erlangten Kontrolle über militärisch wichtige Bahnstrecken eine bedeutende Nachschuberleichterung und bamit eine Frontverkürzung bewirken würde, sondern daß^ zugleich auch eine Vereinigung der bereits besetzten Gebiete in Nord- und Mittelchina erfolgen könnte. Es müsse allerdings vor übereilten Rückschlüssen auf Beendigung des Krieges gewarnt werden. „Asahi Schimbun" erklärt, auch die Einnahme Sütschaus werde den Widerstand der Chinesen nicht vollkommen brechen, vielmehr müsse Japan gerade jetzt zum wirklich entscheidenden Schlag seine Anstrengungen verstärken. Schafft uns Jugendherbergen? »Oie deutschen Jugendherbergen erfüllen eine nationalsozialistische Aufgabe - Sin Ausruf des Führers zum Reichswerbe- und Opfertag. Berlin. 13. Mai. sDNB.) Anläßlich des Reichswerbe- und Opferlages für die Jugendherbergen 1938 erließ der Führer und Reichs- fünfer den folgenden Aufruf: ..Die deutschen Jugendherbergen erfüllen eine nationalsozialistische Aufgabe. Sie sind Wahrzeichen unserer Jugend und dienen ihrem Glück und ihrer Gesundheit. Es ist mein Wunsch, daß auch der'diesjährige Reichswerbe- und Opfertag zum weiteren Aufbau des deutschen Jugendherbergwerkes beiträgt. Mögen alle Männer und Frauen unseres Volkes in diesem Sinne ihre Pflicht erfüllen. Zum Reichswebbe- und Opfertag für die Jugendherbergen am 14. und 15. Mai überreicht die deutsche Jugend den Spendern in diesem Jahr Plaketten mit acht verschiedenen Ansichten von Jugendherbergen, Jugendburgen, Jugendhöfen und einem Jugendherbergschiff. Erstmalig wurden auch für Autos und Haushalte Papierplaketten zum Ankleben herausgegeben. Insgesamt wurden 18 Millionen Ansteckplaketten und 2 Millionen Papierplaketten geschaffen, mit deren Herstellung in Betrieben der Notstandsgebiete in Sachsen, Thüringen und im Ruhrgebiet viele Tausend Menschen monatelang beschäftigt waren. Die Ansteckplaketten bestehen aus Prchspan. einer neuen Masse, die, deä Forderungen des Vierjahresplanes entsprechend, z u Dreivierteln aus Müll- Produkten besteht. Die Papierplaketten wurden im Fettfarbendruck herausgebracht. Sie zeigen die im Bau befindliche Jugendherberge in der Kaiserstallung auf der Nürnberger Burg und tragen die Inschrift: „Schafft uns' Jugendherbergen!" Der Entwurf ist die Arbeit eines unbekannten jungen Künstlers. Die Bilder ihrer Häuser überreicht die deutsche Jugend am 14. und 15. Mai allen Spendern, die durch ihren Beitrag mit den Grundstein legen zu neuen notwendigen Bauten Miko bricht die Beziehungen zu England ab. Englands Forderung auf Ersahzahlungen für Hevolulionsschäden. — Oie Nationalisierung der britischen Oelfelder in Mexiko im Hintergrund. Mexiko-Stadt, 14. Mai. (DNB. Funkspruch). Mexiko hat die diplomatischen Beziehungen zu England abgebrochen und seinen Gesandten in London, Primo Villa Michel, ab berufen. Am Freitagnachmittag überreichte der mexikanische Außenminister Eduardo Hay dem britischen Gesandten Owen St. Clair O'Malley die Antwort auf die britische Note über Fragen der reklamierten Schadenersatzzahlungen mit einem Scheck über 361 737 mexikanische Pesos a l s Jahreszahlung für die reklamierte Forderung. Dabei wurde dem brittschen Gesandten notifiziert, daß „angesichts der wenig freundschaftlichen Haltung der britischen Regierung Mexiko gegenüber" die mexikanische Regierung die Abberufung ihres Gesandten in London und des Gesandtschaftspersonals für notwendig halte. Die Gesandtschaft werde geschlossen und die Archive wurden dem mexikanischen Generalkonsul übergeben. In der mexikanischen Note heißt es, daß die Bereitschaft Mexikos, die Revolutionsschäden von Ausländern zu bezahlen, ein Akt des Entgegenkommens der mexikanischen Regierung gewesen fei, aber feine etwa durch das internationale Recht festgelegte Verpflichtung. Ferner wird der britischen Regierung das Recht abgesprochen, sich durch Hinweis auf die mexikanischen Schulden kritisch mit der inneren Lage Mexikos zu befassen. Es wird betont, daß auch wichttgere Staaten mit reichlichen Hilfsquellen fick nicht brüsten könnten, mit allen ihren Verpflichtungen auf dem laufenden zu fein. Der jetzt erfolgte Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko und Großbritannien ist der zweite innerhalb von 15 Jahren. Im Jahre 1924 wurden wegen der Ermordung der Landbesitzerin Rosailie Evans im Staate Puebla schon einmal die Beziehungen abgebrochen. Damals wurde der britische Vertreter aufgefordert, das Land innerhalb 24Stunden zu verlassen. Als er sich weigerte, wurde er in der Gesandtschaft be- lagert, bis er mehrere Tage später abreifte. Man glaubt, daß auch diesmal der britische Gesandte tn Mexiko seinen Posten verlassen wird. Die mexikanische Regierung rechnet offenbar fest damit Der Gesandte hat bisher noch keine Instruktionen aus London. Da die Angelegenheit in einem Kabinettsrat behandelt werden dürfte, kann eine Entscheidung wohl kaum vor Mitte nächster Woche zu erwarten fein. Die mexikanische Presse hatte den Text der briti- scken Note, in der die Zahlung der am 1. Januar 1938 fällig gewesenen Raten der Schadensersatzleistungen Mexikos an England f ü r Reoolu- tio ns schaden in der Zeit von 1910 bis 1920 angemahnt und zum Schluß erklärt wurde, wenn Mexiko nicht einmal in der Lage sei, seinen laufenden Verpflichtungen nachzukommen, habe es kein Recht, britische Oelfelder zu enteignen, durchweg kommentarlos veröffentlicht. Hingegen hatte das Nachmittagsblatt „Ultimos Noticias" die Note als „impertinent" bezeichnet. Sie fei von der Ansicht inspiriert, Mexiko zu demütigen. Wenn Mexiko eine Großmacht wäre, wäre die britische Note ein Anlaß zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Besonders erbost hatte sich „Ultimos Noticias", weil die britische Note die gewaltige mexikanische S ch u l d e n l a st angeführt und damit erklärt hätte, Mexiko wäre insolvent. Meine politische Nachrichten. Generaladmiral Dr. h. c. Raeder hat nach zweitägigem Besuch, in dessen Verlauf er dem Reichsverweser Admiral von Horthy die Einladung des Führers und Reichskanzlers an dem (Stapellauf eines deutschen Krieas- schiffes übermittelte, Budapest wieder verlassen. Wetterbericht Am gestrigen Freitag erreichten die Höchsttemperaturen in unserem Bezirk vielerorts über 25 Grad, womit der erste (Sommertag in diesem Jahr verzeichnet wurde. Die weitere Weiterentwicklung wird bestimmt durch die Zufuhr feuchter Luftmassen, die die Ausbildung von örtlichen Wärmegewittern und vorübergehender Bewölkung bewirkt. Der Hochdruckeinfluß schwächt sich wieder ab. Aussichten für Sonntag: Heiter bis bewölkt, vereinzelt Wärme-Gewitter, sonst trocken, warm bis schwul, schwache bis mäßige Winde um Süd und Südwest. Aussichten für Montag: Abgesehen von örtlichen Gewittern freundlich und warm. Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 24,8 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 14. Mai: morgens 10,5 Grad. Maximum 24,8 Grad, Minimum heute nacht 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mai: abends 19,1 Grad; am 14 Mai: morgens 13,2 Grad. — Sonnenscheindauer 11,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Dl umschein. Verantwortlich für Polittk und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 38: 9614. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vorn 1. September 1937 gültig. , E jte MW i I I V 4 • 'EM ^3 '4. MZW V. v „Bergfreudigkeit und zähes Durchziehen** — bestätigt Dipl.-lag. Waldmann, der Chef-Ingenieur des Benzol-Verbandes — „sind besondere Vorzüge von B. V.- Aral: Folgen des hoben Benzolgehalts. Benzolgemisch ist klopffest und vereinigt gleichzeitig die anderen Vorteile in sich, die einen Kraftstoff wertvoll machen: weiche und restlose Verbrennung, leichte Vergasbarkeit, Reinheit und große Reichweite. Gerade luftgekühlte Motoren sind für einen klopffesten Kraftstoff dankbar. 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V.-Aral auch bei allen Wagen, ganz besonders aber bei den Jeicbten“ — gleich ob Zweioder Viertakter — die viel häufiger als schwere Wagen bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beansprucht werden.“ * ■ """ 11 Wohnort:................................................................ Besser'führen — uno-spüren /, ............................................................................ A ra LI W 3i>ad tU)itdiuigm für Hure u.J?)£cm Eine tz trug den Frauen f untnittelbi Zerantwo gestand e Werke sch L. würd- Banner si Das ®s gierung entge£’ d-uO» ter in I' kn k°n" - m»ß * äu5»'itun Stuft«6*f" in» l° scheu ua w »* getioartige' tW- lann mch> dch K>n ethisch-«'' Blüte ist; politesh Zahlreich flut W.' eher W1 tidjet als» einen Kin^ Leben ur Völker zur ist zunachl Selbster besteht, har Qualität je' seinen sozia ähnlich wi' gesunde Le pslanzung, roinnt an bleibt in uns hier nach wa sondern d tungsrr Stärke. ri den Scho ist eine g nalen St Zukunft । Eine st fern eine lich die £ reiche Na Flotten a schreckende zum Schc seine Zuki Millionen gänzen m Waffe eii rung feim hen Täte nicht volk- wohl taun in Erschein der starken ebenbürtige stammte.'s Jahr Geb „Unsere t reichen E daß- uns hat. 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Bahnhofstraße 49 Gieren. p LocVjtr.J Stadttheater Nr.M Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 14-/15. Mai M8 Quelle deutscher Volkskrafi. Von £. K. poczatek. Das Bemühen unserer nationalsozialistischen Regierung dem bis zum Umbruch in Deutschland beängstigend zunehmenden Geburtenrückgang entgegenzuwirken und Quellen zukünftiger gesunder, deutscher Volkskraft zu erschließen, ist, wie der Führer in seiner großen Rede mit Genugtuung feststellen konnte, nicht ohne Erfolg gebliebem Dennoch muß aber noch viel geschehen, um die nachteiligen Auswirkungen des marxistischen und liberalistischen Zeitalters vollends zu überwinden. Die Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches hat als vornehmste Aufgabe sich die gestellt, die wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen der deutschen Familien zu sichern, daß die Angst vor Dem Kinde immer mehr schwindet. Gerade im gegenwärtigen Kampf Deutschlands um seine politische, wirtschaftliche und nationale Weltgeltung kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß Kinderreichtum nicht nur eine Quelle ethisch-religiöser Kraft und wirtschaftlich kultureller Blüte ist, sondern nicht minder auch eineQuelle politisch - nationaler Kraft. Zahlreiche Menschen, die mit ihrer dichten Wogenflut das Gebiet eines Staates bedecken, find in jeder Beziehung eine Quelle der Kraft, sowohl sittlicher als materieller Kraft. Ein Volk bekundet durch seinen Kinderreichtum energischen Willen zum Leben und ungebrochene Lebenskraft. Was die Völker zur Steigerung ihrer Geburtenzahl antreibt, ist zunächst rein instinktiv der Trieb zur S e l b st e r h a l t u n g. Denn wie lange ein Volk besteht, hängt zu allererst von der Quantität und Qualität seiner Fortpflanzung und dann erst von feinen sozialen und kulturellen Zuständen ab. Es ist ähnlich wie in der Welt des Qrganischen: Jedes gesunde Lebewesen trägt in sich den Keim der Fortpflanzung, das stärkere und lebenskräftigere gewinnt an Boden, und nur die schwache Pflanze bleibt in ihrem Gedeihen zurück. Und, worauf es uns hier ankommt: Richt bloß der Zahl nach wächst ein Volk durch starken Nachwuchs, sondern das nationale Selbstbewußtsein, der Geltungswille im Ringen der Völker gewinnt an Stärke. Das Selbstgefühl aber, soweit es sich in den Schranken der Vernunft, und des Rechts hält, ist eine gewichtige Voraussetzung in der internationalen Stellung und damit bedeutungsvoll für die Zukunft eines Volkes. Eine starke Zunahme der Menschen ist auch insofern eine Quelle nationaler Kraft, als sie gewöhnlich die Finanzkraft eines Landes stärkt. Nur volkreiche Nationen sind in der Lage, große Heere und Flotten aufzustellen und auch auszurüsten. Ein abschreckendes Beispiel bietet dafür Frankreich, das zum Schaden seiner Art und verhängnisvoll für feine Zukunft das fehlende Menschenmaterial nach Millionen mit rassefremden, schwarzen Menschen ergänzen muß. Die stärkste und unüberwindliche Waffe eines Volkes zur Behauptung und Sicherung feines Bestandes, die Vorbedingung aller großen Taten ist feine ausgiebige Nachkommenschaft, nicht volks- und artfremde Sölnerheere. Dos dürfte wohl kaum jemand leugnen, daß die im Weltkriege in Erscheinung getretene hohe, sittliche Kraft aus der starken Bevölkerungszahl im Bunde mit einer ebenbürtigen Kultur, also aus der Familie stammte. Nach den Worten Moltkes bedeutet ein Jahr Geburtenrückgang eine verlorene Schlacht. „Unsere kinderreichen Mütter haben uns die glorreichen Erfolge gebracht. Ihnen verdanken wir es, daß uns die russische Dampfwalze* nicht erdrückt hat. Wehe unserer Zukunft, wenn sie in dem bisherigen Umfange zunehmend versagen würden?" — Ja, darin würde eine ungeheure Gefahr liegen. Doch in den zurückliegenden fünf Jahren nationalsozialistischer Volkführung hat sich auch gezeigt, daß trotz der unseligen Einwirkungen des liberal-marxistischen Zeitgeistes die deutsche Volkskraft in ihrem Kern noch immer unversehrt ist. Es ist bekannt, daß gesunde, lebenskräftige Völker ihre im Kriege erlittenen Verluste mit überraschender Geschwindigkeit wieder ausgleichen. Das sehen wir gerade an der Geschichte des deutschen Volkes. Unsere germanischen Vorfahren hatten nach vorliegenden Zeugnissen eine hohe Geburtenzahl. Ebenso hatte das Mittelalter eine große Fruchtbarkeit. Diese Tatsache war es, die es der deutschen Familie ermöglichte, die schweren Krisen, die über sie hereinbrachen, zu überwinden und die Lücken in der Volkszahl zu füllen, Lücken, die im Mittel- alter Seuchen, vor allem die Pest, und die zahllosen Fehden und Kriege gerissen hatten. „Die Jahrhunderte des Mittelalters hallten von Kriegen und ewigen Fehden wider, von Kriegen zwischen den Völkern, Kriegen zwischen den einzelnen Teilfürsten um dem König, von langwierigen und mörderischen Kämpfen um di» Gewaltherrschaft." — Die deutsche Hausfrau und Mutter des Mittelalters sah sich aber umringt von einer großen Kinderschar. Nach zweihundert Jahren waren selbst die furchtbaren Schäden des Dreißigjährigen Krieges durch eine erneute genügende Kindergebärung wieder ausgeglichen. Und ebenso raffte zwar der „schwarze Tod" im 14. Jahrhundert die Hälfte der Bevölkerung hinweg. Doch schon hundert Jahre später war das Land wieder bevölkert und, wie Max v. Gruber feststellt, in zweihundert Jahren die alte Volkszahl wieder erreicht. Gerade die Gefahr der Entvölkerung, einer physiologischen Herabsetzung der geistigen wie sittlichen Entartung der Rasse, machte von jeher den Nationalökonomen, Eugenikern und Politikern der Kul- Df. Großdeutschland - im afrikanischen dusch erlebt. B a n g a s s o u, April 1938. Seit über einem Monat begleitet uns, bald laut, bald leiser, der Widerhall des Ereignisses „Groh- d e u t s ch l a n d " durch das englische und französische Afrika. Es war am 12. März in der französischen Grenzstation Sinder, unmittelbar bevor wir nach Kano in Brittsch-Nigeria kamen, daß der französische „Commandant" auf meine beiläufige Frage, ob es in Europa etwas Neues gäbe, etwas zerstreut antwortete: „Doch, ja, deutsche Truppen sollen in Oesterreich eingerückt sein." Er gab uns dabei das hektographierte Blatt mit den letzten Radionachrichten, aber fein Interesse war offenbar viel mehr bei den inner französischen Angelegenheiten, der ständigen, eben wieder akut gewordenen Kabinetts- und Finanzkrise und den in aller Ausführlichkeit mit geteilten Pariser Personalfragen. Ueberhaupt machen wir die Erfahrung, daß für die Menschen hier draußen all das stark abgeblaßt ist, ma£ man zu Hause „große Polittk" nennt. In einem französischen Hause, in dem wir später einmal unterwegs Gastfreundschaft genossen, hing eine Tafel an der Wand, auf der zu lesen stand: „Wer von Politik spricht, bezahlt eine Flasche Champagner!" Europa ist so weit entfernt, daß es nur noch wie ein Schatten empfunden wird. .Auf uns wirkte die Nachricht in Sinder wie eine einschlagende Bombe. Wir ryaren zwei Wochen durch die Sahara unterwegs gewesen und hatten während der Zeit kein Wort aus der Heimat ge» hört. Die Fassung des ftanzösischen Radiogramms war jedoch so wenig klar, daß man sich kein Bild davon machen konnte, was wirklich geschehen war. Am nächsten Abend spät — es war der 13. März — fuhr unser Wagen auf den Hof des ftanzösischen Campements in Kano, und wir hörten aus einem anstoßenden Hause plötzlich deutsche Stim- turvölker schwere Sorgen. Deswegen sagt Rademacher mit Recht: „Ein Volk, das physisch entartet und zahlenmäßig abnimmt, hat seine Rolle in der Geschichte ausgespielt und wird über kurz oder lang von seinen gesünderen und stärkeren Nebenbuhlern zum politischen und bann leicht auch zum kulturellen Helotentum verurteilt." Die kinderreichen Nattonen sind es, die sich behaupten. Ein an Zahl wachsendes Volk hat den Anspruch, sich auszudehnen. Ganz von selbst fallen ihm entvölkerte Länder zu. Qrganisch wächst der Staat, wenn die zunehmenden Spannkräfte der Kultur und Dolksverdichtung nach Erfüllung größerer Gebiete, nach Raum drängen. Nichts vermag die Ansicht zu widerlegen, daß für jedes Volk das Vordringlichste das primum vivere, d. h. b i e Sorge für seinen Bestaub ist. Die Opfer, bie dadurch geforbert werben, finb nicht vergeblich gebracht, sie tragen Frucht, stärken mit dem sittlichen Geist auch bie physische Kraft, währenb es unter den Zeichen, welche auf ben Verfall eines Volkes Hinweisen, fein ernsteres gibt als bas Nachlassen ber Fruchtbarkeit, weil biefe bas erste unb wesentlichste Element bes Fortschritts ist. Aller Fortschritt ist mit ber Zunahme ber Bevölkerung verknüpft. Ein Blick auf ben Auf- ober Abstieg ber Völker, Rassen unb Nattonen im gewaltigen Um- wertungs- unb Gärungsprozeß ber Welt in unseren Tagen bietet jebem, ber nicht absichtlich und töricht demgegenüber die Augen verschließt, eine Bestätigung dafür, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. men und deutsche Worte aus einem Radioapparat. Man wird begreifen, daß wir ohne viel Umstände eintraten und uns bekannt machten. „De ft erreich i st beim Reich — Adolf Hitler i ft m Wien!" riefen uns die Landsleute entgegen und boten uns die Gläser 3um ersten Trunk auf Grohdeutschland. Noch war es mit uns allen wie ein Traum, aber schon am anderen Tage, dem 14. März, versammelte sich die kleine Zahl der in Kano ansässigen Deutschen beim ältesten Mitglied der Kolonie, um die Abendnachrichten des deutschen Senders mit dem Richtstrahler nach Afrika zu hören. Der Empfang war ausgezeichnet deutlich, wir hörten die Verkündigung des Reichsgesetzes über den vollzogenen Anschluß, wir hörten den Jubel der Hunderttausende aus der Heimat herüberschallen und waren in tiefster Ergriffenheit Zeugen dieser geschichtlichen Stunde, der großen Stunde des Führers! Das war für lange Zeit die einzige und letzte unmittelbare Berührung mit den Ereignissen. Seitdem sind wir wochenlang durch Nigeria und das ftanzösiche Aequatorialafrika gefahren und hatten nirgends Gelegenheit zu einem Radioempfang. Es war aber wie ein unsichtbares, stets spürbares Fluidum, das uns bei jedem Zusammentreffen mit den Ausländern umgab. Hier und da fiel auch ein englisches ober französisches Wort, aus bem gehaltene Bewunderung für Deutschland und seinen Führer hervorklang, gemischt mit kaum verhohlener Melancholie über den Mangel an zielbewußter Führung im eigenen Lande. Anfangs waren wir nicht frei von Besorgnis, die stimmungsmäßige Reaktion und die Einigung Gesamtdeutschlands könne unfreundliche Folgen für uns zwei einzelne Deutsche hier in der fremben afrikanischen Weite haben. Aber nie ist uns dergleichen begegnet. Je länger, desto deutlicher ist es uns geworden, daß der alles beherrschende Eindruck der Tat des. Führers der ist: Großdeutschland ist eine so imponierende Tatsache und zugleich das Schlußstück einer so konsequenten Polittk, daß es ihr gegenüber nichts anderes gibt, Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil. Briefe von einer Afrika-Reise. Von Dr. Poul Rohrbach. als stillschweigende Bewunderung und Resignation. Nun haben wir wieder ein unmittelbares Heimaterlebnis gehabt. Die letzten Tage waren recht ermüdend gewesen: forcierte Tagesfahrten, mangelhafte Nachtquartiere in den primitiven Busch- Campements, die nichts bieten als ein Dach über einem staubigen Lehm-Estrich, unb auch mit ber Verpflegung war es nicht weit her. Wir fahren mit einem griechischen Geschäftsmann, einem prächtigen Menschen, ber uns einlub, ben Abend mit feinen Freunden hier zu verbringen. Ban gas- s o u liegt am M' Bomou, einem ber Quellflüsse bes mächtigen Ubangi. Drüben am anderen Ufer ist schon belgisches Gebiet, bie Kongo-Kolonie, nach ber wir heut noch übersetzen wollen. Währenb bes Abendessens wurde am Radlo hin und her versucht, Verbindung mit dem deutschen Sender zu bekommen. Mit einem Male gelang es .verdünnen. 7)n< neue 'Reaßftf&udi .»duckt Ihnen ktotentoo die Citrovin-Fabrik G.m.b.H. Frankfurt%<| — wir kamen mitten in bie Rebe von D r. Goebbels in Wien, ber die bevorstehende große Führerrede, den letzten Appell vor dex Volksabstimmung, ankündigte. Von den Griechen verstand niemand deutsch, aber jeder von ihnen wollte, zum ersten Male im Leben, bie Stimme Adolf Hitlers hören! Gespannt schauten sie auf uns beide. Es dauerte ziemlich lange, bis endlich der Führer selbst das Wort nahnz und wir unfern Gastfreunden zurufen konnten: „Voila Hitler!" Im Augenblick gab es bei ben Gästen eine Stimmung, die ich nicht anbers bezeichnen kann, als lauNose, tiefe Ehrfurcht. — Wir übersetzten ihnen einiges, bann würbe bie Übertragung leiber wieder undeutlich. Immerhin, die Gastfreunde und auch wir hatten den großen Moment gehabt und mitten im Busch die Stimme des Schmiedes von Grohdeutschland vernommen. Nach einer Weile des Schweigens wandte sich der Hausherr, ftanzösisch, mit den Worten zu uns: „Ein solcher Hitler täte vielen Ländern not!" Es hatte uns aber vorher Mühe gekostet, ihn davon zu überzeugen, daß bie Defterreid)er — wirklich Deutsche seien. Die Mitarbeit der Altherrenverbände. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Der Führer des NS. - Altherren b und es ber deutschen Studenten, Reichsstudentenführer Dr. Scheel, hat bestimmt, daß Altherrenvereinigun- gen ehemaliger Korporationen, die bis zum 15. Mai 1938 über ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit im Rahmen einer Altherrenschaft des NS. ° Altherrenbundes der deutschen Studenten keine bindende schriftliche Erklärung abgegeben haben, nach diesem Zeitpunkt zur Mitarbeit im NS.-Altherrenbund der deutschen Studenten nicht mehr herangezogen werden. Durch das vor wenigen Tagen erfolgte Aufgehen der waffenstudentischen Altherrenverbände in der NS.-Studentenkampfhilfe ist teilweise die irrige Auffassung entstanden, daß nun die einzelnen Altherrenvereinigungen der ehemaligen waffenstudentischen Korporationen der Pflicht enthoben seien, diese schriftliche Erklärung abzugeben. Die .Reichsstudentenführung weist deshalb ausdrücklich darauf hin, daß der Erlaß des Reichsstudentenführers vom 2. März 1938 durch die Aufgabe der Selbständigkeit der waffenstudentifchen Altherrenverbände i n keiner Weife berührt wird. Altherrenvereinigungen ehemaliger Korporationen, die noch zllr Mitarbeit im NS.-Altherrenbund der deutschen Studenten herangezogen werden wollen, müssen daher dem zuständigen Gaustudenten- führer sofort eine bindende schriftliche Erklärung abgeben. Mütterlichkeit. Von Hans Hartmann. Eme der Morgenfeiern des Deutschlandsenders trug den Titel: „Die Männer sind die Ehre, die Frauen sind der Segen der Nation". Wir fühlen unmittelbar, was das heißt: in Arbeit, Werk und Verantwortung der Männer handelt es sich um den Bestand einer Nation; ohne daß sie unvergängliche Werke schaffen, wäre ein Volk nicht wert zu leben, es würde nur ein Schattendasein führen. Die Männer sind berufen zum Geist und zum Gedanken, zur schöpferischen Tat und zum Bilde der Zukunft, bas sie gestalten. Anders die Frauen. Sie haben einen eigenen Bereich, in dem s i e walten dürfen und in dem sie, ohne herrschsüchtig zu werden, doch ganz von selbst als Herrscherinnen berufen sind. Das ist der Bereich des Gefühls, der Hingabe, des Schöpferischen im Kleinen, des anscheinend Alltäglichen, das aber durch eine höhere Idee geweiht ist. Die Mutter, die den Beruf der Frau am höchsten erfüllt, wird immer wieder ihr Kind betreuen, wird es mit unendlicher Geduld, die die Männer um ihres Werkes willen gar nicht aufbringen können, an Sitte unb Anstand gewöhnen. Sie wirb in kranken Tagen nicht von feinem Bette weichen unb wirb babei noch bie oft nicht leichte Aufgabe haben, ben Mann zu verstehen, ber zur Arbeit muß, unb dessen Gebauten nicht ausschließlich um bas kranke Kind kreisen können. " So sind die Frauen der Segen der Natton. Sie walten über dem Leben „an sich". Sie schaffen aus dem Urstrome eines Volkes neues Leben und verbinden so die Vergangenheit mit der unmittelbar erlebten Gegenwart und diese wieder mit der freudig geglaubten und erhofften Zukunft. 'Diese Weisheit, die eigentlich selbstverständlich sein sollte, war in der Mechanisierung und Technisierung des letzten Jahrhunderts zum Teil abhanden gekommen. Eine Nation aber wäre verloren, wenn die Mutterschaft nicht als etwas Hohes und Heiliges, unendlich Beseligendes von allen Dolks- aenossen verehrt würde. Das haben nun die Völker, bie sich auf sich selbst und ihre Aufgabe in der Welt besannen, erkannt, und sie haben die Folgerung daraus gezogen. In Italien fing es an. Als der Faschismus im Sdbre 1922 zur Macht kam, da schuf er alsbald jenen schönen Bezirk jenseits des politischen Kampfes und feiner unerbittlichen Notwendigkeiten: In der Maternitä, die das gleiche bedeutet wie unser Hilfswerk Mutter und Kind",^vurde Dilles das nicht nur durchdacht, sondern auch getan, was den Segen ber Mütterlichkeit für die Nation sicherstellt. Unb als nach einem Jahrzehnt in Deutschland ber Führer bie Zügel bes Reiches ergriff, da würbe auch bei uns von allen dazu Berufenen in Regierung unb Volkswohlfahrt bie Jbee ber Mütterlichkeit von neuem zu einem Siege geführt, ber den Bestand der Nation sichern hilft. Nun wollen wir uns ber Gefühlsmacht des Muttertums von ganzem Herzen hingeben. Die Kinder, die wissen, was sie ihren Müttern verdanken, blicken ihnen in die Augen — auch wenn sie nicht viele Worte machen, ist ihr Dank ein stilles Gelöbnis, die Mutter zu ehren und ihr wohlzutun. Wortlos und selbstverständlich bringen die Mütter ihren Kindern Opfer, ohne Dank zu verlangen, aber sie freuen sich in tiefster Seele, wenn der Dank der Tat nicht ausbleibt. 0er Meister des Wohllautes. Von Wilhelm Schä er. Ein Wunderkind kam nach Wien; ein Knabe aus Salzburg, Mozart geheißen, spielte der Kaiserin auf dem Klavier, und alle die Herren und Damen Maria Theresias staunten, wie solch ein Kind schon ein Zauberer wäre, mit seinen Tönen den süßen Genuß der Gefühle zu lenken. Und wie in Wien, geschah es in London, im Haag, in Paris: überall staunte das Kerzenlicht um den Knaben aus Salzburg, der das Klavier gleich einem Großen zu meistern verstand. Lärmender Beifall und lockender Ruhm war um den Knaben, aber der strenge Vater ließ ihn nicht locker in der Zucht feiner Kunst: Beifall und Ruhm sollten seiner Musik nicht die Quellen verschütten. Vor den Herren und Damen der Höfe zu spielen, war nur ein Gauklergewerbe; aber den Menschenseelen Gesang und dem Wohllaut der Geigen, Flöten und Hörner harmonische .Fülle zu geben, hieß ein Musikmeister der Ewigkeit sein. So wurde das Wunderkind Mozart ein Jüngling und Mann, ber seiner Musik beh echten Zauberstab hielt; so wuchsen bem Rosenjahrhundert der Pompadour Flügel, in den Himmel der Töne zu fliegen. Als ‘ Maria Theresia starb, rief Joseph, ihr schwärmender Sohn, Mozart nach Wien, daß er fein Kammermusikus würde; doch hatte der hitzige Schmied kühner Herrscherpläne kein Ohr, das Wunder der Töne zu hören. Indessen der Kaiser den Blasebalg zog, das störrische Eisen der Herkunft zu schmieden, indessen sein Hof ein kühner Gedankenplatz war, indessen die Stadt an der Donau, unbesorgt solcher Gedanken, die Fröhlichen lockte mit reichen und rauschenden Festen, saß Mozart in mancher Bedrängnis. Er hatte die schöne Konstanze gefreit, und sein Klavier stand nicht still, um die Gulden zu spielen, die seine Frau fröhlich verbrauchte; auch waren die welschen Musiker dem Neuling aus Salzburg feind, uno den Höflingen galt er als eine Marotte des neuerungssüchtigen Kaisers. Aber in blinkenden Nächten, von den Plagegeistern der Tage, von Sorgen und Süchten umlauert, riß seine Seele die Sterne vom Himmel und barg ihre ewige Tröstung in seiner Musik. Als sie in Wien die Hochzeit des Figaro spielten, das fröhliche Stück von dem frechen Barbier im Perlengewand Mozartscher Töne, da flog dem Zauberer aus Salzburg anderer Beifall und Ruhm zu, denn da er als Wunderkind am Klavier die Herren und Damen der Höfe mit flinken Fingern entzückte. Da hörte das leichtgeschürzte Jahrhundert den gläsernen Ton seiner Schalmei, da war die Marquise von Pompadour seine schelmische Göttin geworden; der Zauberer hielt ihr das Schellenband hin, mit schlanken Beinen hinüber zu springen. Ihm aber, der ihr und der Zeit mit seiner hellen Musik das Schellenband hielt, ihm lagen schon andere Töne im Qhr: aus der Tiefe stieg die Vergeltung mit steinernen Schritten; der Boden barst unb bie Zeit versank mit ihren Lüsten unb Lastern, mit ihrem Gelächter und gläsernen Glück in den Abgrund, als Mozart den Don Juan schrieb. Nie hatte die Kühnheit Heller geprahlt, als da der freche Verführer Himmel und Hölle zum Trotz sein Champagnerlied fang; nie hatte die Ewigkeit fo ihren Donnermund aufgetan, als da der steinerne Gast den Lästerer holte. So rief er der Zeit den Tag feines Zorns unb war doch ihr eigenstes Kind; zwischen Himmel und Hölle tapfer ein Mensch zu sein, ließ Mozart zuletzt die Zauberflöte erklingen. Da hing die irdische Liebe gläubig der eigenen Glückseligkeit an, Schuld und Bedrängnis vermochten nicht, ihren Weg zu beschatten: wie die Sonne am Mittag schritt ihre Allgewalt über die Ströme und finsteren Wälder, über die Felsen und Abgründe in seligen Tönen hinüber. Als Mozart der Menschheit solche Musik schrieb, hatte ber Tob fein Herz schon berührt: noch konnten bie fiebernben Hände sein Requiem schreiben, bann sank er selber hinein in bie ewige Ruhe. Er war ein Kind feiner Zeit wie keiner: alles, was sie zu lächeln vermochte, lächelte er; als ob bie Erde ein Blühegarten der Freude, als ob der Mensch aller Blüten und Freuden Nutznießer wäre, fo machte Mozart, der Meister des Wohllauts, Musik. Tennis seit sechs Jahrhunderten. Wer Tennis spielt, ber möchte natürlich auch gern wissen, wie dieses Spiel entstanden ist, und es wird manchen überraschen, zu hören, daß dieses Spiel schon eine jahrhundertealte Tradition besitzt. Tennis wird, wenn auch in abgeänderten Formen, bereits feit sechs Jahrhunderten in Europa gespielt; es hat sogar zeitweise eine Volkstümlichkeit gehabt, die nur noch mit der des heutigen Fußballspiels zu vergleichen ist. Vielerorts hat man sich sogar zu einem Verbot des Spiels entschlossen, und dieses Verbot ist bann wohl auch schuld daran gewesen, daß das Tennisspiel zeitweilig wieder, fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Wie bei vielen anderen Sportarten, ist es auch hier England gewesen, das die Tradition dieses Spiels auftechterhalten hat und daher mit Recht als das zweite Mutterland des Tennissports gilt. Allerdings dürfte Tennis urfprüngfid) hauptsächlich auf dem Kontinent und vorwiegend in Frankreich gespielt worden sein. Aus Frankreich stammt auch die damalige Bezeichnung des Spiels, das sich „Paume" nannte und in eigens dafür errichteten Hallen betrieben wurde. Im 16. Jahrhundert war die erste Blütezeit des Tennis. Damals gab es in Paris Hunderte von „Ballhäusern", die täglich mit Spielern und Zuschauern gefüllt waren. Wo unb wie ber spätere Name Tennis" aufgekommen ist, läßt sich heute nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Jahrhundertelang gab es keine festen Regeln für bas Tennisspiel; in jedem Lande spielte man es anders, und da man früher keinen internationalen Sportbetrieb in unserem Sinne kannte, ergaben sich daraus auch weiter keine Schwierigkeiten. Ein Engländer kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, die ersten internationalen Tennis- regeln feftgelegt zu haben. Major Wingfield war so begeistert vom Tennisspiel, daß er sich die Mühe machte, Regeln aufzustellen, die allerdings heute längst keine Gültigkeit mehr haben; 1874 erhielt er sogar ein Patent darauf. Wenige Jahre, nachdem in England eine feste Organisation der Tennisvereine gebildet worden war, wurde das Tennisspiel auch in Deutschland eingeführt, und zwar durch Engländer, die in Homburg v. d. H. zur Kur weilten. Dieser Ort war daher auch lange Zeit der Mittelpunkt des deutschen Ten- nissports. In Deutschland war es in erster Linie Freiherr v. d. Sieben, der sich sehr um die Verbreitung des Tennis bemühte. Geschichten aus aller Welt Vermögen eingebüßt. Mehrere etrage von 360 000 Mark hat Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Prozeß um eine Poker-Partie. zug gegen die Aenderung des Wahlrechts, durch die das Deutschtum in Oesterreich vollends zu einer bedeutungslosen Minderheit hinabgedrückt worden wäre, schloß Schönerer 1907 seine öffentliche Laufbahn als Politiker ab. Anläßlich der Jahrhundertfeier der Leipziger Völkerschlacht hielt er im Wiener Sophiensaal seine letzte große Rede. Noch einmal gab der Einunsiebzigjährige seinem Glauben an Großdeutschland Ausdruck, einem Glauben, der durch alle Verfolgungen und Enttäuschungen nicht hatte erschüttert werden können. Und er schloß mit dem Rufe: „Heil dem Bismarck der Zukunft, dem Retter der Deutschen und Gestalter Alldeutschlands!" Ein Jahr darauf setzten die Schüsse in Seraiewo dem Leben des Thronfolgers Franz Ferdinand ein Ende. Mit tiefer Besorgnis verfolgte Schönerer den Verlauf des Krieges und schrieb schon im Frühjahr 1917 ahnungsvoll: „Die Früchte dieses gewaltigen Riesenkampfes werden den übergroßen Opfern in keiner Richtung entsprechen". Die Revolution und die Nachkriegsjahre brachten dem Greis, dem seine Schwäche und die zunehmende Erblindung nicht mehr zu schreiben und zu lesen ge- (th) Los Angeles. Um eine Poker-Partie dreht sich ein Prozeß, der demnächst in Los Angeles zur Entscheidung kommen soll. Das Verfahren ist von Mr. Henry Clifton angestrengt worden, der auf diese Weise die Spielverluste einklagen will, die er bei diesem Spiel Poker eingebüßt hat. Es ist allerdings keine Kleinigkeit, um die es bei diesem Poker-Spiel geht. Mr. Clifton hat ein r Kleine politische Nachrichten. Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley traf am Freitag in Graz ein. Er begab sich sofort ins Koeflacher Bergbaugebiet (Steiermark). In der Aula der Akademie für Deutsches Recht eröffnete der Chef der Kanzlei des Führers, Reichs- leiter Bouhler, die erste Tagung des Amtes für G n a d e n f a ch e n, an der neben führenden Männern von Partei und Staat, Vertretern der Gliede« rungen der Bewegung und Vertretern des deutschen Rechtslebens, die Beauftragten der Gauleitun- gen der NSDAP, für Gnadensachen teilnehmen. Im Marschallsaal des französischen Kriegsmimste« riums trat die dritte Tagung des Gemischten Deutsch-Französisch-Englischen Ausschusses für Kriegsgräberfürsorge zusammen. Sie wurde in Gegenwart des britischen Botschafters und eines Vertreters des deutschen Botschafters von General Guilleaumat eröffnet, deffen Ausführungen deutscherseits Vizeadmiral v. Trotha und englischerseits Sir Fabian Ware beantwortete. Klugwerbung unter der deutschen Jugend. Berlin, 13. Mai. (DNB.) Als Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa wurde die Hansa- F l u g d i e n st G. m. b. H. in Berlin gegründet. Die Hauptaufgabe des neuen Unternehmens ist die Durchführung eines alle Gebiete Deutschlands erfassenden Rundflugbetriebes. Außerdem wird sich die Hansa-Flugdienst mit Bedarf-, Sonderund Reklameflügen beschäftigen und Flugzeuge ver- chartern. Die neue Gesellschaft steht unter Leitung von Direktor Walter, Oer vorher lange Jahr? Vertreter der Lufthansa und Direktor der Deutsch- Chinesischen Luftverkehrsgesellschaft „Eurasia" war. Dem Aufsichtsrat gehören die beiden Vorstandsmitglieder der Deutschen Lufchansa Direktor Luz und Freiherr von Gablenz an. Der Hansa- Flugdienst hat sich als vornehmste Ausgabe das Ziel gesetzt, der deutschen Jugend das Erlebnis des Fluges mit Verkehrsflugzeugen zu vermitteln. Es ist insbesondere die Absicht, abseits der großen Luftverkehrswege mit den Maschinen der Hansa-Flugdienst zu erscheinen. Für Rundflüge wird in erster Linie die 12sitzige Messer- schmidt M 20, die 10 Erwachsene oder 17 Kinder aufnehmen kann, verwendet. Dieses Flugzeugmuster bietet als Hochdecker von allen Kabinenplätzen aus beste Sicht. Daneben gehören verschiedene Junkersmaschinen zum Park der Hansa-Flugdienst, außerdem auch Klemm-Leichtflugzeuge sowie zweimoto- rige Focke-Wulf 58 „Weihe , die als Luftbild-Flugzeuge verwendet werden. Schecks im Gesamtbeträge von 360 000 Mark hat er seinen Spielpartnern aushändigen müssen. Mr. Clifton behauptet jetzt, daß eine Abart dieses Spiels, der sogenannte „stud poker“ gespielt worden ist, die in Kalifornien durch Gesetz zum Glücksspiel erklärt worden und daher verboten ist. Seine glücklichen Gegenspieler dagegen erklären, es sei der gesetzlich erlaubte „draw poker“ gespielt worden. stattete, die Bestätigung seiner Befürchtungen. Zu seinen Leiden kamen „bie tieftraurigen Zustände in den deutschen Dolkskreisen und das Gefühl, daß die stets steigende Verjuduno eine immer weiter greifende Entdeutschung heroeiführen wird". In diesen Tagen entwarf er die Inschrift für seine Grabplatte. Unter dem Namen und den Lebensdaten sollten nur die Worte eingemeißelt werden: „Ein Kämpfer für Alldeutschland". Am 14. August 1921 ist Schönerer auf feinem Landsitz in Niederösterreich gestorben. Sein Sarg wurde nach Friedrichsruh übergeführt: und dort, unter den hohen alten Bäumen des Sachsenwaldes, unweit der letzten Ruhestätte des von ihm abgöttisch verehrten Bis- marck, liegt Ritterer von Schönerer begraben. Daß in jenen trostlosen Tagen in München schon der Mann wirkte, der einst die Wiedervereinigung der deutschen Ostmark mit dem Reiche vollziehen sollte, hat Schönerer nicht mehr erfahren. Adolf Hitler, ein Sohn dieser Ostmark, wurde Gestalter des Großdeutschen Reiches, dem vor fünfundzwanzig Jahren in Wien Schönerers Hell-Ruf galt. Walter Schwerdtfeger. Georg Schönerer. Ein Kämpfer für Großdeutschland. Dor fünfzig Jahren wurde Georg von Schönerer in den Kerker geworfen. In diesen Tagen, da der Traum vom Groß- deutschen Reich zur Wirklichkeit geworden ist, erscheint das gedruckte Gesamtwert Georg Schönerers, der in den siebziger Jahren das österreichische Deutschtum aufgerufen hat zum Kampf gegen die zersetzenden Einflüsse des Judentums, gegen die politischen Machtansprüche der römischen Kirche und gegen die kernfaule Dynastie der Habsburger. „Ohne Juda, ohne Rom baut sich auf Alldeutschlands Dom!" das war sein Glaubensbekenntnis. Schönerers erstes politisches Auftreten fiel in die Gründerzeit, in der — nach den Worten des Führers — „der manchesterliche Liberalismus jüdischer Grundeinstellung" seine Sumpfblüten trieb. Im Oktober 1873, wenige Monate nach jenem „schwarzen Freitag", der zahllose Existenzen vernichtet hatte, wurde Schönerer von seinem Wabl- kreis im niederösterreichischen Waldviertel als Abgeordneter in den Reichsrat entsandt. Bereits in feiner ersten Rede erklärte er, „daß den bisher bevorzugten Interessen des Kapitals und der Herrschaft der semitischen Phrase in Hinkunft die Interessen der ehrlichen Arbeit entgegengestellt werden müßte". Drei Jahre parlamentarischer Tätigkeit genügten ihm, zu erkennen, daß das „Hohe Haus" nichts war als eine verrottete, untaugliche „Diätenvertilgungsmaschine"; er legte deshalb sein Mandat nieder. Immerhin hatte er durch seine bewußt deutsche Haltung während dieser Zeit in hohen und höchsten Kreisen soviel Anstoß erregt, daß Ministerpräsident Gras Taaffe, der Führer einer aus Deutsch- klerikalen, Tschechen und Polen bestehenden Majorität, Schönerers Wiederwahl 1877 als „einen höchst bedauerlichen Skandal" empfand. Unter Taaffes Amtsführung wurde die Ausrottung des Deutschtums in der Donau-Monärchie mit den brutalsten Mitteln ins Werk gesetzt. Die nationalen Zeitungen wurden immer wieder beschlagnahmt; das Tragen von Kornblumen, das Heben der Hand als Gruß, der Besitz eines Schonererbildes genügte, um Haussuchungen, Verhaftungen und Kerkerstrafen zu verhängen. Das Geschäft der Spitzel und Angeber, der „Naderer" wie man in Wien sagte, blühte. Daß Schönerer unbedingt für den Anschluß Oesterreichs an das Reich eintrat, machte ihn natürlich in den Augen schwarz-gelber „Patrioten" zum Hoch- und Landesverräter. Im „Linzer Programm" von 1883 faßte er seine Vorschläge dahingehend zusammen, daß die Bukowina, Galizien und die südslawischen Gebiete abgetrennt und der deutsche Kern Oesterreichs als Bundesland dem Reiche eingegliedert werden sollte. Diese Haltung brachte ihn natürlich in Gegensatz zu den Habsburgern. „Zum erstenmal in der neueren deutschen Geschichte schied sich der landläufige dynastische Patriotismus von nationaler Vaterlands- und Volksliebe. Die legale Staatsgewalt fußte damals auf dem deutschfeindlichen Boden des Parlaments und dem ebenso deutschfeindlichen Herrscherhaus. Es ist das Verdienst der Alldeutschen Bewegung Deutsch-Oesterreichs ... den herrlichen Begriff der Vaterlandsliebe aus der Umarmung Zur Reichsiagung „Kraft durch Freude". EinAufrufDr.Ley s: Deutschland die Heimat der wahren Lebensfreude. Kiel, 13. Mai. (DNB.) Zu der im Juni in Hamburg stattfindenden Peichstagung „Kraft durch Freud e", an der als Ehrengäste der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und Generalfeldmarschall Göring teilnehmen, hat Reichsleiter Dr. Ley folgenden Aufruf erlassen: Alljährlich findet in Hamburg die große Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt. Die Deutsche Arbeitsfront stellt mit dieser Reichstagung folgende Ziele auf: Auf den großen Rejchstreffen will die NS.-G. »Kraft durch Freude" einen Ueberb lick ihres Schaffens geben. Sie will damit einmal im Jahre Freude und Schönheit als die Grundlage jedes sozialistischen Schaffens bewußt in das Blickfeld des gesamten deutschen Volkes stellen. Der Höhepunkt dieser Reichstagung, der große Fe st zug, wird in diesem Jahr eine einzige Symphonie dieses Wollens des neuen Deutschlands sein Die Deutsche Arbeitsfront halt die Reichstagungen alljährlich in Hamburg ab, um damit dieses vor Deutschland und der Welt, zur „kraft-durch-Freude" - Stadt zu machen. Mit Freude und Schönheit ist überall Großzügigkeit und Kühnheit verbunden. Deshalb glaubten wir, als Standort unserer Reichstagung keine bessere Stadt als Hamburg wählen zu können. Als zweite „Kraft- durch-Freude"- Stadt in Großdeutschland wird nach der Wiedervereinigung bet Ostmark mit dem Reich das alle herrliche Dien ausgebaut werden, um damit der wundervollen deutschen Stadt ihre klingende unfr singende Mission zurückzugeben. Die Reichstagung der NS.-G. „Kraft durch Freude" in Hamburg ist bereits zum Mittelpunkt eines großen Welttreffens aller jungen Menschen geworden, die im Nationalsozialismus nicht . mehr die Verwirklichung des Klassenhasses sehen, sondern die vielmehr daran glauben, daß Nationalsozialismus darin besteht, die Menschen glücklich und froh, kräftig unb gesund und damit zufrieden zu machen. Sowjetrußland hat das Lachen verloren. Der Bolschewismus nimmt dem Menschen die Freude. Deutschland dagegen lebt in Gesundheit unb ist bie Heimat der wahren ßebensfreube geworben. Deutschland ist bas Land von Kraft burch Freude. Davon kann sich jeder auf der Reichstagung in Hamburg überzeugen. Alles für den Führer! Alles für Deutschland! Heil Hitler! Bon der Fußspur zur Eisenbahnfahrkarte. (—) London. Früher war es in England nicht ganz einfach, eine Ersenbahnfahrkarten in der Tasche unterzubringen. Sie hatten eine gewaltige Breite und Länge und enthielten die unmöglichsten Angaben über den Fahrgast. Alle Fahrkarten wurden außerdem mit der Hand ausgeschrieben. Eines Tages nun ging ein kleiner Angestellter einer Eisenbahngesellschaft in der Nähe des Bahnhofs spazieren und beobachtete, wie sein Fuß sich tief in die feuchte Erde eingrub. Sofort sagte er sich, daß man doch mit Hilfe eines einfachen Drucks die Fahrkarten viel einfacher Herstellen könnte. Schnell setzte er sich mit einem alten Freund, einem Uhrmacher, in Verbindung. Einige Wochen später war die erste Fahrkartenmaschine erfurtben. Seitdem hat die Maschine des Thomas Edmonfon -eine interessante Entwicklung genommen. Aber im Grunde handelt es sich immer noch um die gleiche Maschine, die Edmonson damals erfand, als 'es rn der Nähe seines Bahnhofs geregnet hatte. Sechs Astrologen und ein Fakir ... B. Paris. Vor einer Pariser Strafkammer wird gegenwärtig eine Anklage gegen sechs Astrologen und einen Fakir verhandelt, bei der sich zeigt, welchen erstaunlichen Umfang das Wahrsagerwesen im Lande hat. Das Merkwürdigste aber ist, daß diese falschen Propheten nicht nur jedermann seine Zukunft voraussagen, sondern daß sie behaupten, daß das Schicksal keineswegs unbeeinflußbar sei, sondern daß sie die Möglichkeit hätten, es zu verbessern und in eine andere Bahn zu lenken. Wenn jemand in der Lotterie kein Glück hat, oder wenn er liebt und keine Erhörung findet, wenn er fürchtet, irgendein Ziel seines Ehrgeizes nicht erreichen zu können, so braucht er anaeblich nur diese Astrologen um Rat zu fragen, uno sie werden schon dafür sorgen, daß alles nach seinen Wünschen geschieht. Das Honorar ist dabei durchaus nicht hoch. So kommt es, daß die Zahl dieser Rat und Hilfe Suchenden so groß ist, daß einer dieser Astrologen nicht weniger als 252 000 Briefe in zwei Jahren erhalten hat; er beschäftigte 35 Sekretärinnen, um seine Riesenpost durchzusehen und bann Horoskope unb Talismane zu schicken. Ein anderer hatte sogar 50 Sekretärinnen. Schon das Aeußere der Angeklagten verrät etwas von dem fragwürdigen Beruf, den sie ausüben, und ihre Namen sind entsprechend hochtönend, der erste ist ein Schwarzer, der vom Senegal nach Frankreich gekommen ist, ein anderer, ein Mann von dreißig Jahren, trug einen langen weißen Prophetenbart, wenn er seine Orakelspruche gab, der britte ließ sich von einer geheimnisvoll erscheinenden Dame assistieren; auch ein Türke ist darunter. Da hervorragende Anwälte zur Verteidigung aufgeboten sind, sehen die Pariser den Verhandlungen mit Spannung entgegen. So ein Pech ist selten, AS. Nantes. Ein mehrmals vorbestrafter früherer Soldat eines afrikanischen Strafbataillons, der soeben eine Ge- ' fängnisstrafe abgesessen hatte, hat bei der Wiederaufnahme seiner Einbrechertätigkeit in der bretoni- > schen Hafenstadt ßorient ungewöhnliches Pech gehabt. ' Nachdem dem unverbesserlichen Sträfling bereits > mehrere Kircheneinbrüche in einer einzigen Nacht ge- i langen waren, drang er auch noch in ein Altersheim l ein, wo er unbekümmert um die Hilfeschreie der aus ! dem Schlaf gescheuchten Insassen erst nach Leerung > der Wäscheschränke die Flucht ergriff. Als der Misse- - tätet sich von der ihn verfolgenden Menge unb dieser traurigen Dynastie erlöst zu haben... Schönerer hat bas zwangsläufige Enbe bes österreichischen Staates richtiger und klarer erkannt als irgendein anderer. Würde man besonders im Reiche seine Warnungen vor der Habsburger Monarchie besser gehört haben, so wäre das Unglück des Weltkrieges Deutschland gegen aanz Europa nie gekommen." (Adolf Hitler, „Mein Kampf", I.) Schönerers Antisemitismus zeigte sich besonders in den Kämpfen um die Verstaatlichung der Nordbahn, durch die er Rothschild und Genossen um ein Geschäft von dreihundert Millionen Gulden brachte. „Die Beseitigung des jüdischen Einflusses auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens ist unerläßlich!" Das war Schönerers Forderung. Das führte natürlich zur Mobilmachung der verjudeten Wiener Presse gegen den „Sankt Georg von Zwettl", ro)e man ihn nach seinem Wahlbezirk höhnisch nannte. Vor fünfzig Jahren, im Mai 1888, gelang es ihr, den unerschrockenen- Drachentöter endlich zur Strecke zu bringen. Als eine Anzahl Wiener Tageszeitungen mit verfrühten und widerrufenen Todesmeldungen über den im Sterben liegenden alten Kaiser Wilhelm ein glänzendes Geschäft in Extrablättern machte, ging Schönerer, über dieses schamlose Treiben empört, mit einem derben Stock bewaffnet auf die Schriftleitung des „Neuen Wiener Tageblatts", wo es zu einer „Aussprache" mit den ausnahmslos jüdischen Redakteuren kam. Ein schrilles Pogromgeschrei ging daraufhin in den Zeitungen los. „Ja, gibts denn keinen Paragraphen, mit dem man diesen Menschen unschädlich machen kann?" fragte ein Mitglied des Kaiserhauses den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, der übrigens dem Vereiy zur Abwehr des Antisemitismus öngehörte. Der Paragraph wurde gefunden; Scho- nerer, trotz seiner Immunität als Abgeordneter, wegen „Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit" vor Gericht gestellt, „zur schweren Kerker st r a f e in der Dauer von vier Monaten, verschärft durch zwei Fasttage im Monat, verurteilt unb gegen ihn ber Abelsoerlust ausgesprochen". Als er seine Strafe antrat, mußte ein Bataillon Infanterie zum Schutz bes Oeridjtsgebäubes aufmarschieren, unb vor dem Bahnhof ritten Polizeischwadronen immer wieder in die demonstrierenden Menschenmassen hinein. Das Unwahrscheinliche geschah: Nach Wiederge- winnyssg ber bürgerlichen Ehrenrechte zog Schönerer 1897 mieber in den Reichsrat' ein. Im Gegensatz zu ber inzwischen gegrünbeten Christlich-Sozialen Partei, bie Schönerers Rasse-Antisemitismus zu einem kirchlich-konfessionellen verwässerte, wandte er sich jetzt immer schärfer gegen die deutschfeindliche Politik der Ultramontanen. Mit seinem Feld- einem Rudel auf ihn gehetzter Hunde in bie Enge getrieben sah, flüchtete er sich im letzten Augenblick ins Innere eines Hauses. Unb siehe, es war bas Haus eines Polizeikommissars, ber ihn mit weit geöffneten Armen willkommen hieß unb in sicheren Gewahrsam nahm. Die geliebte Köchin. X. Rom. Orlanbini hieß ber Mann, der vor bem Gericht in Rom erschien unb alle Paragraphen ber italienischen Gesetzbücher gegen einen fünfundzwanzig- jährigen Spezereiwarenhändler an gewendet wissen wollte. Vor Wut zitternd trug er seinen. Fall vor: „Es sind jetzt dreizehn Jahre her, da machte ich in ber Lotterie einen Haupttreffer. Ich beschloß, ein gutes Werk zu tun, ließ mich zum Vormund eines Waisenmädchens ernennen und ließ es auf meine Kosten zur Köchin ausbilden. Das Mädchen wurde eine Kochkünstlerin ersten Ranges, und als ihre Ausbildung beendet war, begann für mich eine herrliche Zeit, ich speiste wie Lukullus. Aber da geschah das Unerhörte: Die Undankbare, die noch nicht volljährig ist, lernte den Spezereiwarenhändler kennen, und da ich natürlich meine Einwilligung zur Heirat nicht gab, entführte er sie. Ich klage ihn an, eine Minderjährige entführt zu haben." Die Richter wiegten nachdenklich die Köpfe. Ein olcher Fall war ihnen noch nicht vorgekommen. Auf alle Fälle hielten sie es aber für geraten, auch den Beschuldigten zu hören. Der schien die Sache weiter nicht schwer zu nehmen. In glühenden Worten sprach er von seiner Liebe zu der jungen Köchin und entkräftete bie Anklage mit der Erklärung, daß die Obervormundschaft schon die Einwilligung zur Ehe gegeben habe. Von einem Verbrechen könne also nicht die Rede sein. „In acht Tagen ist Hochzeit", so schloß er, „und wenn der Herr Vormund will, so kann er an diesem Tage bei uns speisen." Damit war der Fall entschieden. Der künftige Ehemann wurde ft eigesprochen. Völlig gebrochen sank der Vormund nach der Urteilsverkünduna auf seinen Stuhl. „Wenn es denn schon sein muß , bat er mit kläglicher Stimme das junge Paar, „so nehmen Sie mich doch in Kost, ich whle Ihnen, was Sie wollen." Und so kam es. Zugleich mit der jungen Frau hielt der alte Feinschmecker seinen Einzug in das Haus des Spezereiwarenhändlers, um bis an fein Lebensende die gute Köchin für fein leibliches Wohl sorgen zu lassen. Er führte ein Doppelleben. C. K. W t e n, In einer vornehmen Villa am Ufer des Wörthersees bei Velden ertönten in einer der letzten Nächte .plötzlich die Alarmglocken, die zum Schutze gegen Einbrecher angebracht waren. Die Tochter des Pförtners eilte mutig auf den Gang unb sah noch, wie ein Mann schleunigst floh. Schnell waren die Nachbarn alarmiert, auch einige Polizisten tarnen hinzu, und es begann eine dramatische Verfolgung des Einbrechers. Der Unbekannte, der das Gesicht mit einer Maske verdeckt hatte, sprang, als man ihm näherkam, in das Wasser des Sees und suchte sich durch Schwimmen zu retten. Schnell waren einige Boote besetzt und nahmen die Verfolgung im Wasser auf. Obwohl er lange Strecken unter Wasser schwamm, war der Mann bald umzingelt, unb er begann einen erbitterten Kampf, bei Dem er sogar einige . der leichten Boote umwarf. Es dauerte eine volle Stunde, bis er gefangen werden konnte. Als man ihn zur Polizei brachte, erkannte der Kommissar zu seiner höchsten Ueberraschung in dem Einbrecher einen Bürger der Stadt, der sich bis dahin der allgemeinen Achtung erfreut hatte. Den Tag über war er Angestellter im ersten Sanatorium des Ortes, während er nachts auf Raubzüge ausging. In einem von ihm gemieteten Haus wurde eine reiche Diebesbeute gefunden, die drei Waggons füllte, Kleider, Felle, Radioapparate und photographische, alles Sorgfältig geordnet und katalogisiert. Rekord im Mandarinen-Essen. (ob) Athen. Die Angestellten einer großen Athener Südfrüchteexportfirma veranstalteten ein Wettessen von Mandarinen, die bie Firma in jebem Jahr zu die- fern Zwecke zur Verfügung stellt. Sieger in diesem „Mandarinen-Marathon" wurde ein achtzehnjähriger Laufbursche, ber in ben zwei Stunden bes .Kampfes" 86 Mandarinen versveiste. Der hoffnungsvolle junge Mann gab zum Schluß des Wettbewerbs der Hoffnung Ausdruck, im nächsten Jahr auf die doppelte Anzahl zu kommen ... QuarkstolLen meMunb„Ba*in"werbengemif'chtunbaufeinBa*brettgefiebt Jn bie mitte wirb eine Oertiefung gemacht Zucker. Eier unb 6e- toüqe hineingegebenunbmit etwas oonbem (Hehlju einem Brei verrührt Dann gibt man ben gut abgelaufenen, burch ein Sieb gestrichenen Quart, bie in Stücke geschnittene halte Butter, geriebene (Tlanbeln unb gereinigte Rofinen barauf unb verknetet von 500 ö IDeüenmeM 1 Dämchen Dr. Oetker s „Boehm* 200 e Zucker — 2 Ger 1 flaschchen Dr. Oetker» Bartöl Zitrone 1 fläfchdien Dr. Oetker» Rum-Aroma 250 g Quart — 125 ö Butter 125 g nianbeln ober Duflhetne 200-250 g Rofinen 50-100 g Butter jum Bestreichen Puderzucker 3um Bestäuben ber mitte au» alle Zutaten schnell ju einem glatten Teig. ITIan formt einen Stollen (stehe Bild) «nb legt ihn auf ein gefettetes, mit mehl bestäubtes Bachblech. Sogleich nach bem Backen wirb er mit zer lassen er Butter bestricken unb mit Puderzucker bestäubt. Der Teig haw auch in einer st astenform gehörten werben. Badezeit: 60-70 miauten bei guter ITIittelhitje. Bitte ouoschnelven! Wir backen den guten Vr.Oetkers 'BackpwLu&r SJL-tfpoit Epielvereinigung 19001. komb. — Grotzen-Buseck I. 2Iuf dem Trieb treffen sich am kommenden Sonntag die beiden Mannschaften zu einem Gesellschaftsspiel. Großen-Buseck, das in der vergangenen Spielserie in der I. Kreisklasse spielte, ist ein spielstarker ®egner. Die Gießener Blauweißen nehmen dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter, was auch die Mannschaftsaufstellung bestätigt. Wenn auch die Soldaten nicht mit von der Partie sein können, so ist doch eine recht spielstarke Mannschaft aufgestellt. Die Mannschaft stellt sich aus sechs Stamm- pielern der 1. Mannschaft und drei Nachwuchs- pielern zusammen. Zwei Neuerwerbungen vervoll- tändigen die Mannschaft. Man darf gespannt sein, wie sie sich in das Mannschaftsgefüge einpassen. Das Spiel wird erst mit dem Schlußpfiff entschieden sein. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Herborn I. Morgen empfängt die 1. Mannschaft des Sportvereins Lollar die 1. Elf von Herborn. Die Gäste, die im Dillkreis in der 1. Kreisklasse einen achtbaren Platz einnehmen, sind hier zu wenig bekannt, um eingehendes Urteil abzugeben. Soviel steht aber fest, daß in ihrem Kreis ein zweckmäßiger Fußball gespielt wird, und, wie aus den Kämpfen der Bs- zirksklasse noch erinnerlich, mit vollem Einsatz hart gekämpft wird. Die Lollarer dürften sich demnach auf einen schärferen Kampf als am letzten Sonntag gefaßt machen. Die Hauptstütze der Gäste, dürfte, soweit bekannt ist, in der Stürmerreihe und in ihrem vorzüglichen Torhüter zu finden sein. Es gilt für die Lollarer, eine Manschaft auf die Beine zu bringen, die die Widerstände zu meistern weiß. Auf Grund ihrer größeren Spielerfghrung sollte ihr dies auch gelingen. Lollar II — SA.Kampfgemeinschaft Gießen I. Ein interessanter Kampf ist bei diesem rückständigen Verbandsspiel zu erwarten. Der seinerzeit angesetzte Kampf mußte der schlechten Witterung wegen ausfallen. Das Vorspiel konnte die SA. knapp mit einem Tor Unterschied für sich entscheiden. Auch für morgen dürften ohne restlosen Einsatz jedes Spielers die Aussichten nicht so günstig stehen. Nur wenn die Platzbesitzer sich wieder zu einer guten Gesamtleistung aufschwingen, dürfte ihnen der Platzvorteil noch zugute kommen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I. — Großen-Linden I. . Für den nächsten Sonntag hat. die Spielver- einigung 1926 Leihgestern sich die 1. Mannschaft der Fußballabteilung des Turnvereins Großen-Linden zum fälligen Rückspiel verpflichtet. Beide Mannschaften haben sich schon svannende Kämpfe geliefert. Wie dieser Kampf ausgehen wird, ist nicht vorauszusagen. Man hofft aber, daß Leihgestern auf Grund des Platzvorteils das Spiel, wenn auch knapp, für sich entscheiden wird. Leihgestern wird, wieder mit einer starken Elf das Spiel bestreiten können, jedoch ist man sich über die Aufstellung noch im Unklaren. — Die Jugendmannschaft ist abermals spielfrei. VfB.-Reichsbahn Gießen. Wißmar I. — VfV.-Reichsbahn III. Die dritte Mannschaft trägt morgen ihr letztes und entscheidendes Spiel um die Meisterschaft in der 2. Kreisklasse aus. Der Tabellenführer Wißmar ist der Gegner. Wenn die Dritte dieses wichtige Spiel für sich entscheiden kann, hat sie die Meisterschaft errungen, während der Gegner nur ein Un- entschieden zur Meisterschaft benötigt. Die Platzherren mußten zwar beim Dorspiel eine hohe Niederlage hinnehmen, doch hinterließ die Mannschaft einen vorzüglichen Eindruck. Die Grünweißen haben in letzter Zeit nicht mehr gespielt, und sie werden sich sehr anstrengen müssen, wenn der große Wurf gelingen soll. Den Ausgang des Spieles kann man als offen bezeichnen.» Turnverein Krofdorf. Fußball-Abteilung. Die neu gegründete Fußball-Abteilung des Turnvereins Krofdorf trägt am kommenden Sonntag ihr erstes Spiel aus. Gegner ist Heuchelheims 2. Mannschaft. Die Gäste treten mit einer spielstarken 2. Mannschaft an. Auch Krofdorf möchte im ersten Spiel günstig ab schneiden. Rheinland hat gute Zagdschühen. Am vorletzten Tag des Meisterschaftsschießens der deutschen Jäger in. Berlin-Wannsee warteten die Mannschaften des Jagdgaues Rheinland-Nord mit den besten Leistungen auf. Mit 2047V3 Punkten reihte sich die erste Mannschaft im Gesamtstand an fünfter Stelle ein, gefolgt von der zweiten Vertretung mit 2021 P. In der Einzelmeisterschaft kommt Emil Martin (Bonn) mit seiner Dreikampfleistung von 55073 P. auf den sechsten Platz. Die Ergebnisse der übrigen am Freitag am Wettbewerb beteiligten Jagdgaue: Westfalen-Mitte 1929 P., Württemberg I 1931, Unterfranken 183773, Württemberg II 18317s, Baden-Süd 1741, Rheinland- Süd 1674. HZ. - ORL. Der beste Uebungsleiter gehört der Jugend' Vom Bann 116 der Hitler-Jugend, Stelle für körperliche Erziehung, wird uns geschrieben: Im Rahmen der zwischen dem Reichsjugenüführer und dem Reichssportführer getroffenen Vereinbarungen sind von der Führung des Bannes 116 im Einverständnis mit dem Kreisführer des DRL. praktische Anordnungen für die Zusammenarbeit der HI. mit den Vereinen des DRL. erlassen worden, von denen zu erwarten ist, daß sie die immer noch vorhandenen Mißverständnisse und Unklarheiten beheben und aus dem Neben- und Gegeneinander zu einer ersprießlichen Zusammenarbeit führen werden, lieber alle Fragen der Zuständigkeit hinweg mußte sich ein Weg finden lassen, der sowohl der Auffassung von der politischen Notwendigkeit der Leibesübungen, als auch dem rein sportlichen Leistungsgedanken gerecht wird. Es muß erneut festgestellt werden, daß laut Vertrag zwischen dem Reichsjugendführer und dem Reichssportführer die HI. das absolute Aufsichtsrecht über jegliche sportliche Betätigung von Jugendlichen — auch den Vereinen des DRL. — aus- ubt. Es können den Vereinen nur Jugendliche angehören. die Mitglieder der HI. sind. Daraus folgt der selbstverständliche Schluß, daß der diese Jugend- liche betreuende Vereinsjugendwart oder Fachwort vom zuständigen Bannführer bestätigt sein muß. Und so wie der Reichssportführer als Führer des DRL. zugleich Beauftragter des Reichsjugendführers für die körperliche Erziehung der gesamten deutschen Jugend ist, so ist de r v o n d e r HI. betätigte Vereinsjugendwart Beauftragter der H I. Er sbll nach Möglichkeit Mitglied der HI. werden und als Sportwart einer HJ.-Einheit über den Rahmen seiner Vereinsarbeit hinaus die sportliche Betreuung der gesamten Einheit übernehmen. Damit ist den Vereinen durch die Person des Vereinsjugendwartes praktisch die gesamte sportliche Betreuung der Jugend in die Hand gegeben. Im Bewußtsein dieser großen Verantwortung sollte jeder Vereinsführer seinen tüchtig st en MannderJugendzur Verfügung stellen. Tut er dies nicht, dann beweist er, daß er sich nur dem eng begrenzten Aufgabengebiet seines Vereinslebens verpflichtet fühlt. Es ist aber ein ebenso unhaltbarer Zustand, daß der erfahrene Hebungsleiter nur wenigen Vereinsmitgliedern zur Verfügung steht, während die breite Masse der Jugend sich ab- müht, aus eigenen Kräften eine eigene sportliche Lebensform im Rahmen ihrer politischen Sendung zu finden, wie es auf die Dauer nicht angeht, di« aus reinstem Idealismus für den Leistungssport ge* leistete jahrelange Arbeit einfach zu übersehen und als überstüssig zu betrachten, wenn nicht gar zu bekämpfen. Jede praktische Lösung der sportlichen Betreuung der Jugend hat den guten Willen zur gegenseitigen Anerkennung von berechtigter Forderung und geleisteter Arbeit ebenso zur Voraus- setzüng, wie die Erkenntnis, daß die sportliche Lebensform des Leistungssports die notwendige Ueberhohung einer im Sinn der Wehrertuchtlgung liegenden sporllichen Lebensform der allgemeinen körperlichen Grundausbildung darstellt. Kurz gesagt: Der Leistungssport, die Spezialleistung hat die Grundausbildung zur Voraussetzung, was auch daraus heroorgeht, daß der Eintritt eines Jugendlichen in einen Verein von dem Erwerb des HJ.-Leistungsabzeichens abhängig gemacht wird Die Schwierigkeit in der Zusammenarbeit zwischen HI. und DRL. bestand schon immer in der Abgrenzung der sporllichen Aufgaben, gebiete. Jede Ueberschneidung ist unfruchtbar und führt zu Zusammenstößen. Es wurde deshalb im Bereich des Bannes 116 folgende Regelung getroffen: Die Sportausbildung der HI durch die wöchentlich einmal als planmäßiger HD.-Dienst ab- zuhaltende allgemeine HJ.-Sportstunde ist Grundausbildung. Diese ist die Zusammenfassung aller Hebungen der lebenswichtigsten Hebungsgebiete, wie Körperschule, Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, Fußball, Handball, Ringen, Boxen und Rudern (für Marine-HI.). Die Hebungen der Grundschule sollen ohne Betonung der Spezialleistung von einer möglichst großen Anzahl von Teilnehmern zugleich ausgeführt werden können. Die Grundausbildung findet ihren Abschluß mit dem Erwerb des HJ.-Leistungsabzeichens. Mit der Durchführung der Grundausbildung sollen die Hebungsleiter der Vereine betraut werden. Damit ist aber auch der Rahmen für die Arbeit des Hebungsleiters im Verein bestimmt und garantiert: nämlich die Betreuung des gesamten Leistungssports der HI. Die Hebungsleiter der Vereine sind die Beauftragten der HI. für den Leistungssport und stellen mit ihrer Arbeit im Verein kein sportliches Konkurrenzunternehmen der allgemeinen HJ.-Sportstunde dar, sondern setzen sich lediglich im Auftrag der HI. die mit der Grundschule begonnene Arbeit unter anderen, organisch aus der Praxis gewachsenen Arbeitsbedingungen fort. Der Besuch der Vereinsübungsstunde befreit den Jgg. unter gewissen, auf seine anderweitige dienstliche Führung sich erstreckenden Voraussetzungen von der allgemeinen HJ.-Sportstunde (Grundschulung) und ist für ihn HI.-Dienst, wenn der betreffende Verein seiner Verpflichtung in der Grundschulungsarbeit einer Einheit nachgekommen ist. Die Gefolgschaftsführer sind angewiesen, durch entsprechende Festlegung des übrigen HJ.-Dienstes dem Jgg. den Besuch der Vereinsstunde so oft, wie es geht, zu ermöglichen. Allen Jgg., die das HJ.-Leistungsabzeichen erworben haben oder auf Grund ihrer allgemein- sportlichen Leistungen heroorragen, wird nahege- legt, zur besseren Entfaltung ihrer Anlagen sich leistungssportlich in einem Verein z u betätigen. Besteht kein Verein, so übernimmt die HJ.-Sportleistungsgruppe der Einheit selbst die weitere Förderung auf einem Spezialgebiet. Sportleistungsgruppen an Orten, an denen Vereine mit gleicher Sportart bestehen, sind nur unter ganz bestimmten Hmständen zugelassen und bedürfen in jedem Fall der Genehmigung des Bannes. Durch die klare begriffliche Trennung von Grundschule und Leistungssport und den Grundsatz vollkommener Gegenseitigkeit ist der Weg zu einer ersprießlichen Zusammenarbeit frei gemacht worden. Die tlare begriffliche Trennung von Grundschule und Leistungssport bedeutet jedoch keinesfalls eine Scheidung in zwei feinliche Lager, sondern vielmehr die Abgrenzung zweier Aufgabengebiete, die als lebensnotwendige Elemente unseres sportlichen Lebens und der Leibeserziehung vollständig aufeinander angewiesen sind und durch die Persönlichkeit des Vereinsjugendwartes zusammengehal- ten werden. Der beste Hebungsleiter gehört also der Jugend! Zuaendliche in Breslau. Diejenigen Vereine, die Jugendliche nach Breslau melden wollen, geben die Meldungen unter Angabe von: Name, Geburtsdatum, Gefolgschaft, Wettkampf (6- oder 3-Kampf) oder nur Festteilnehmer sofort an den Bann 116, Gießen, Bahnhofstraße, ab. Hitler-Lugend Bann 116 Giehen Der Gefolgschaftsführer Opfermann, Gießen, ist mit sofortiger Wirkung mit der Leitung der Stelle für Leibeserziehung im Bann 116 beauftragt Der Führer des Bannes 116. Dreigestirn -er Rennfahrer im Film. IWfW 4 ANW x.4. ' . . Drei Mercedes-Benz Rennwagen mit Caracciola, von Brauchitsch und Lang als Mitwirkende im neuen Tobis-Großfilm „Es leuchten die Sterne**. Handball im Kreis Gießen. Einen schier aussichtslosen Kampf hat der Meister des Gaues Hessen in Weißenfels zu bestreiten. Die Wetzlarer fahren auch diesmal wieder ersatzgeschwächt und dürften in den Platzbesitzern einen Gegner vorfinden, der die erforderliche Lehre aus der vorsonntägigen Niederlage gezogen haben wird. Die Mannschaft des Turnvereins Lützellinden hat zwar ebenfalls ein sehr schweres Spiel vor, der Gang ist für sie aber keineswegs aussichtslos. Man ist im Gegenteil allgemein der Ansicht, daß Kesselstadt keineswegs besser als Butzbach ist, wenn auch im ersten Spiel ein knapper Sieg zustande kam. Lützellinden konnte erst am Sonntag Butzbach, sicherer noch als das Ergebnis besagte, schlagen, so daß die Aussichten selbst auf frembem Platze keineswegs gering sind. Zudem fährt Lützellinden mir seiner stärksten Besetzung und mit dem notwendigen Siegeswillen, so daß also die Voraussetzungen für ein günstiges Abschneiden gegeben sind. Es kommt eben nur darauf an, ob dieselbe Harmonie besteht, die nicht zuletzt das vorsonntägige Ergebnis beeinflußte. An der Stärke bes Gegners braucht der Siegeswille keineswegs zu scheitern. Die Mannschaften der Bezirksklasse haben lausend mit Schwierigkeiten zu kämpfen. So ist es beispielsweise 1 9 0 0 Gießen nicht möglich, eine Elf zu dem angesetzten Spiel nach Marburg zu schicken. Damit aber tritt nach den Bestimmungen Punktverlust ein. Das Spiel Hörnsheim gegen Heuchelheim mußte aus dem gleichen Grunde abgesagt werden. Lediglich Tuspo Wetzlar- Niedergirmes und Turnverein Roth treffen aufeinander. Heber den Ausgang dürfte kein Zweifel bestehen, nachdem Roth erst am letzten Sonntag eine überaus schlechte Leistung gezeigt hat. In der zweiten K r e i s k l a s s e ist M t v. Gießen durch die Absage des T v. 1 8 4 6 kampflos Sieger in dem noch ausstehenden Spiel geworden, während der lachende Dritte der Tv. Lich ist, der damit Staffelsieger und Teilnehmer an den Aufstiegspielen wird. .Der letzte nunmehr noch ausstehende Staffelsieger der II. Kreisklasse dürfte in dem Spiel T v. Wetzlar II. — S A. I. 33 Wetzlar ermittelt werden. Verliert Wetzlar, so ist die Mannschckft der SA. Sieger; Im umgekehrten Falle ist ein weiteres Entscheidungsspiel notwendig. An Freundschaftsspielen wurden abgeschlossen: Dornholzhausen — Pohl-Göns; Holzheim — Kirch-Göns; Ehringshausen — Dillenburg; Münchholzhausen — Garbenheim. Dornholzhausen ist zur Zeit sehr gut auf der Höhe und sollte unter diesen Umständen — zumal auf eigenem Platze — einen sicheren Sieg erzielen. Ob allerdings Holzheim der Mannschaft des Turnvereins Kirch-Göns trotzen kann, ist kaum anzunehmen, denn die Leistungen der Elf sind noch nicht wieder vollwertig. Garbenheim hat in Münchholzhausen nach seiner letzten Leistung kaum eine Gewinnchance. Kurze Gportnotizen. Stabschef Viktor Lutze hat für den Hindenburg-Gepäckmarsch drei Preise gestiftet, die den besten SA.-Mannschaften in den drei Jahresklassen Zufallen. Rittmeister Mo mm (Deutschland) gewann auf Alchimist das Jagdspringen um den Preis der Stadt Brüssel vor Oblt. v. Bongart auf Litho. Englands Fußballer die Spieler der Nationalmannschaft und auch die Elf von Aston Villa, würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! , Steinhäger trainierten am Freitag zwei Stunden auf dem Reichssportfeld in Berlin und wurden später vom Reichssportführer ofsiziell empfangen. Hermann Lang (Mercedes-Benz) fuhr am zweiten Trainingstag zum Großen Preis von Tripolis mit 224,57 km/std die Tagesbestzeit. Manfred von Brauchitsch kam auf 224,34 km/std. Auch die Alfa Romeo und Maserati drehten schnelle Runden. Der dritte Trainingstag in Tripoli s sah am Freitag wieder die deutschen Mercedes- Benz-Wagen als die schnellsten Fahrzeuge. Herrn. Lang fuhr mit 3:26,24 Minuten — 228,709 km/st die überhaupt schnellste Runde, während von Brauchitsch auf 3:29,66 Min. = 225 km/st kam und Earacciola im Trainingswagen 3:42,2 Minuten erreichte. Den 3. Leichtathletik - Länderkampf bestreiten Deutschlands und Polens Frauey am 14. August in Posen. Die Fecht - Weltmeisterschaften in Bad Pistyan werden ohne deutsche Beteiligung vor sich gehen. Auch Polen hat, wie jetzt offiziell bekannt wird, keine Nennung abgegeben. Norwegens Davispokal-Mannschaft zum Kampf gegen Deutschland am 20., 21. und 22. Mai in Berlin besteht aus Haanes, Bjurstedt, Jensen und Andersen. Am Wochenende trägt Norwegen in Oslo noch einen Freundschaftskampf 'Fdgen die Schweiz aus. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. (G. = Gottesdienst, KG. = Kindergottesdienst, HG. -- Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. = Hauptgottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) 15. Mai. In allen Kirchen Kollekte für die kirchen- musikalische Arbeit. Gießen. Stadtkirche G. 8, Becker, Christenl. Markg., HG. 9.30, Schmidt, KG. 11 Matthg. — Fohanneskirche. G. 8, Ausfeld, Christenl. Johs.- und Militg., HG. 9.30, Bechtolsheimer, KG. 11 Lukg., Taubstummeng. 14, Bechtolsheimer, Lie- bigftr. 56 H., Konf.-Saal, Bibelbespr. 20, Bechtolsheimer. — Saal der Krippe. 11 KG. Johs.- und Militg. — Pelruskapelle. HG. 9.30, Dr. Hnverzagt, KG. 10.45. — Kapelle Alter Friedhof. HG. 9.30, Ordination von Pfarroerwalter Traum. — Wieseck. HG. 9.30, Selzer, KG. 10.45. — Kirchberg. KG. 9, HG.-Abendm. f. d. Jung. v. Mainzlar 10. — Lollar. KG. 9, G. 14. — Garbenteich. G. 10, Christenl. — hausen. G. 13. — Albach. HG.-Abendm. 9.30. — Steinbach. HG. 11, Eröfsng. d. Konf.-Hnt. — Heuchelheim. KG. I 9.15, HG. 10, HA.f.d.Mädch.11, Chr.f.d. Burschen 13, KG. II 13.45. — Klein-Linden. G 9, Christen!, f. d. meibl. Jugd., KG. 10.15 — Llch. B. i. Gemeindesaal 9.15, Gold. Äonfirm., Abendm., Koll., 9.30, Kahn. — Langsdorf. HG. 11, KG. 13.30. — Bettenhausen. Jug.-G. 8.45, HG. 9.30. — Hungen. G. 13. 18. Mai. Gießen. Stadtkirche. AG. 20. 19. Mai. Gießen. Fohanneskirche. Bibelbespr. 20, Ausfeld. Christliche Gemeinde. Zu den Mühlen 2. 15. Mai. Erbauungsstde. 9.45, Sonntagsschule 11, Evangelisat. 20.30. — 17. Mai. Bibel- und Gebetstde 20 $0 Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Lond"-kirchl. Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. 15. Mai. Muttertagsfeier 20.30. — 18. Mai. Bibelstunde 20.30. —- 16. Mai. Jugendbundstde. 20.30. Ev. Stadtmifsion Gießen, Löberstraße 14. 15. Mai. Morgenand. 8.30, Sonntagsschule 9.45, Evangelis.- Dortrag „Mutter" 20.30. — 18. Mai. Bibelstde. 20.30. Die Christengemeinschafl (Bewegung für religiöse Erneuerung), Marburger Straße 15. 17. Mai. Menschenweihehandlung 7. Neuapostolische Gemeinden Gießen, Händelstr. 1, Ederstr. 13. 15. Mai. G. 9.30, 16. — 18. Mai. G. 20.30 (nur Händelstr. 1). Katholische Gemeinden. (B. - Beichtgelegenheit, M. = Messe, K. = Kommunion, P. -- Predigt, HmP. = Hochamt Mit Predigt, VuA. -- Vortrag und Andacht, A. = Andacht.) 14. Mai. Gießen. B. 16.30—18.30 u. 19. 15. Mai. Gießen. B. 6.30, M. (K. d. Männ.) 7, K. 8, HmP. 9, Sing-M. m. P. 11.15, A. 14.30. * Sonntagsdienst für Aerzte. Arzt: Frl. Dr. Gürtler, Stephanstraße 46. — Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Schott, Friedrichstraße 36. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telephon 2751, nur in dringenden Notfällen Telephon 01. Feuerwache: Telephon 2244/45, Notruf Telephon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst, 8 bis 21 Hhr Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Hhr. Sanitätskolonne: Telephon 2500. MOBEI Statt Karten! Statt besonderer Anzeige. Verlobte Fräulein Clara Emmelius 02276 im 82. Lebensjahr. Gießen (Hitlerwall 21), Bad Godesberg, Zürich, 14. Mai 1938. Die Einäscherung fand in Zürich statt 02289 Lollar 3334D Ruttershausen, den 14. Mai 1938. 02318 bis bis bis bis auf btm Reibebrett//vor5utDafd>en",t>enn HmkoblsorgrvasSchmutz- finden Sie im 3335A H 121b/38 61 für Garten, Garage und Industrie 3339V Paul Läufer Ziehen Waßenftasse Aussichtsiurm 3098 A “ WIESBADEN S 1 .Vossalin-Creme psit4C Jahr.glänzend newährt b. Flechten, v. 23. -2 . Mai 1938 Zugel.bei Kasaen u Behörd. Alicenstraße 6 Erholung Natur Professor Soetbeer 3299V 1 d ÄiArtrh-,. - .Schlauche 2 Am 9. Mai entschlief sanft in Zürich, bei ihren Verwandten, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante die richtige Fußbekleidung Jetzt kommen sie wieder, die Feinde der Hausfrau I Beugen Sie vor. Verwenden Sie mein tausendfach bewährtes Mottenvertilgungsmittel „WinterhofFs - Mottentod“ 1 Beutel Mk.0,18, 5 Beutel Mk. 0,80. Ferner sind Mottensäcke’ zum Aufbewahren der Winterkleidung sehr zu empfehlen. Fragen Sie ihren Fachdrogisten FRANZ VOGT & Co. 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Jmpftokal: Turnhalle der Schillerschute, Schillerstraße. . Zu diesen Terminen können alle im Kalenderjahr 1937 geborenen Kinder vorgestellt werden. Ebenfalls zugelassen sind Kinder aus früheren Geburtsjahren, soweit ein Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde. Die Ettern und Pflegebefohlenen der obenbezeich- neten Kinder werden aufgefordert, die Kinder pünktlich zu obigen Impfterminen zu bringen. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß die Kinder und ihre Kleider sich in sauberem Zustand befinden müssen, ferner daß kranke Kinder und solche aus Häusern, in denen zur Zeit ansteckende Krankheiten herrschen, nicht zugelassen werden können. Gießen, den 10. Mai 1938. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. Arbeiisvergebung. Für die Erweiterungsbauten der Schweinemästerei für das EHW. sollen nachstehende Arbeiten ver- geben werden: 3320D 1. Erd- und Maurerarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 3. Dachdeckerarbeiten. 4. Spenglerarbeiten. Angebote auf Vordruck, die ab Dienstag, 17. Mai, zu haben sind, sind bis zum Verdingungstermin am Samstag, dem 21. Mai 1938, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Gießen, den 12. Mai 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. 3297V Rasenmäher Nr. H2 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 14./|5.maiI938 Wiederholungsübung für das SA.-Sportabzeichen. Am morgigen Sonntag Gelegenheit zum Nachholen. SA.-Sportabzeichen-Träger, die aus beruflichen Gründen, Krankheit oder dergleichen am 8. Mai an der Diederholungsübung nicht teilnehmen konnten, ist am Sonntag, 15. Mai, Gelegenheit zur Nachholung dieser Hebung gegeben. Antreten am Sonntag, 15. Mai, 8 Uhr, im Hofe der Standarte 116, Gießen, Senckenberg- strahe 1. Meldung bei Sturmführer Schneider. Mitzubringen find: Leistungsbuch, Vefihzeugnis und 0,50 Mk. für die Sportabzeichen-Urkunde. nach monatelangen Bemühungen des Bürgermeisters der Gemeinde Heuchelheim, Pg. Rinn, sowie der Abtlg. Heimbeschaffung des Gebietes 13 Hessen-Nassau, an Hand einer auszuführenden Gesamtplanung in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Das Heimprojekt gliedert sich in zwei zweigeschossige, senkrecht zueinanderstehende Baukörper, einen im Winkel liegenden großen Appellplatz, einen Heimgarten und eine große Ilebungswiese. Der vom Sportplatz zugängliche Feierbau enthält im Erdgeschoß einen Dorraum, eine Fahnenhalle, Jugend baut in die Zukunst! Der Bann,-1-16 stellt HL-Heim-Entwürse und Bauprojekte im Gtudentenhaus aus. Im Studentenhaus am Leihgesterner Weg veranstaltet der Bann 116 der HI. am morgigen Sonntag von 9 bis 19 Uhr unter dem Motto „Jugend baut in die Zukunft!" eine Ausstellung von Entwürfen für HI. -Heimbau t e n, wie sie den Forderungen der HI. entsprechen. In dieser Ausstellung, die anläßlich einer Tagung von HJ.-Architekten stattfindet, werden die bei dem Gießener Wettbewerb für einen HJ.-Heim- bau mit den drei ersten Preisen ausgezeichneten Entwürfe, ferner die zehn zum Ankauf erworbenen Arbeiten bei diesem Wettbewerb mit einer Anzahl von vorbildlichen Modellen und Plänen der Gebietsführung 13 Hessen-Nassau zu einer lehrreichen Gesamtschau vereinigt. Diese Ausstellung soll allen irgendwie im Dienste der Volksgemeinschaft stehenden Volksgenossen, insbesondere den für die Partei und ihre Gliederungen tätigen Männern und Frauen, den Bürgermeistern, Vereinsführern usw., kurzum allen deutschen Männern und Frauen Gelegenheit geben, sich selbst ein Bild zu machen von dem Streben der HI. nach guten und zweckentsprechenden Heimen mit der ganz im Geiste der HI. durchgeführten Baugestaltung und der im gleichen Geiste vorgenommenen Inneneinrichtung mit schlichten und doch formschönen Möbeln. Nach allem, was wir am aestrigen Freitagnachmittag bei einer Vorschau auf dieser Ausstellung bemerken konnten, wird es für alle Volksgenossen sehr lohnend sein, dieser Schau einen Besuch abzustatten. * Die Ausstellung im Studentenhaus bietet eine Gesamtschau über die Arbeiten der Abteilung „h e i m b e s ch a f f u n g" in der Gebietsführung Hessen-Nassau. Die ausgestellten Modelle und Pläne stellen Heime dar, die jetzt in Angriff genommen wurden und gegenwärtig gebaut werden, ferner solche Arbeiten, für welche die Planungen noch im Gange sind. Die ausgestellten Einrichtungsgegenstände (Schränke, Stühle, Tische, Bildgerät und sonstiges Zubehör) veranschaulichen das Streben der HI. auf diesem Gebiete. Wie notwendig das Streben der Gebietsführung Hessen-Nassau nach guten HJ.-Heimen für unser Gaugebiet ist, beweisen einige Zahlen, die man in der Ausstellung an großen Tafeln bemerken kann. Dort sieht man, daß im Gebiet des Gaues rund 500 000 Jugendliche in der HI. erfaßt sind. Diese gewaltige Zahl junger deutscher Menschen hat aber bis jetzt leider nur rund 700 Unterkunftsräume zur Verfügung, die sämtlich unzulänglich sind. Notwendig sind jedoch bei dieser großen Zahl von Jugendlichen rund 1 2 3 0 0 Heimräume (nicht etwa Heime) zur Unterbringung. Bis jetzt sind in 15 Heimen erst rund 100 Heimräume vorhanden, die den berechtigten Anforderungen der HI. entsprechen. Diese wenigen Zahlen dokumentieren die Dringlichkeit der HJ.-Heimbeschaffung so eindrucksvoll, daß sich weitere Ausführungen hierüber erübrigen. * Im Bereich des HI. - Bannes 116 Gießen sind als baureife HJ.-Heim-Projekte die Entwürfe für Annerod, Heuchelheim und Gießen vorhanden. lieber die voraesehenen Heimbauten in Annerod und in Heuchelheim berichten wir weiter unten Planungen für HJ.-Heimbaut'en im Bereich des Bannes 116 find in Arbeit für die Orte Beuern, Butzbach, Friedberg, Gamdach, Grünberg, Hausen, Hungen, Lang-Göns, Lich, Lollar, Nieder-Weisel, Obbornhofen (zugleich für Wohnbach und Bellersheim), Reichelsheim, Rüddingshaufen und Wieseck * Wie die äußere Gestaltung der HJ.- heime heute schon ein besonderes Gesicht .besitzt, so wird auch deren Inneneinrichtung * sS ■ , Das HJ.-Heim, das in Annerod gebaut wird. — (Aufnahme: Bildstelle des Gebiets 13 Hessen-Nassau.) Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker Jlia&nus ihren eignen Charakter haben. Ausgehend von dem großen Erziehungswerk des im Geiste der HI. gestalteten Raumes wird versucht, auch auf dem Wege der entsprechenden Inneneinrichtung die Erziehung der jungen deutschen Menschen hinsichtlich des Raums und seiner Nutzung zu einer Einheit werden zu lassen, um dadurch bei der Jugend den Grundstein zu einer neuen deuts ch e n Wohnkultur gu'legen. Diese Heranbildung einer neuen Wohnkultur wird natürlich ihre segensreichen Auswirkungen auf die Gestaltung der Wohnräume und der Arbeitsstätten der Heranwachsenden deutschen Generationen haben, so daß also die HI. auf diese Weise ein segensreiches Erziehungswerk von größtem Ausmaß betreibt. Die für diese neue Wohnkultur verwandten und nach dem Wollen der HI. gestalteten Möbel werden aus den in der Landschaft bodenständigen Holzarten angefertigt. Auf diesem Wege wird auch das heimische Schreinerhandwerk zu einer neuen Geschmacksbildung und zu neuen Konstruktionen veranlaßt, die ihm eine gute Zukunft verheißen. * An Hand dieser kurzen Richtgedanken werden unsere Volksgenossen beim Besuch der morgigen Ausstellung im Studentenhaus sich den Ueberblick erleichtern können. Man kann nur hoffen und wünschen, daß viele Männer und Frauen, Jünglinge und Mädchen die Gelegenheit wahrnehmen, sich diese lehrreiche Ausstellung anzusehen. B. Das in Annerod. Oberhalb des Dorfes Annerod auf der „Platte", im. Blickpunkt der Straße Annerod—Gießen, entsteht nunmehr nach endgültig abgeschlossener Planung das HJ.-Heim. Dieses stellt ein1 von dem Gebietsarchitekten Hans Peter, Offenbach, selbst bearbeitetes vorbildliches Musterkleinheim im Bann 116 Wetterau dar. Sein mächtiger, massiyer Feierbau aus einheimischen Bruchsteinen erhebt sich mit seiner Giebelseite rechtwinklig zum steil abfallenden hange dem Dorfe zu. Senkrecht darauf stößt ein eingeschossiger strenger Fachwerksbau mit ausgebautem Dachgeschoß, der eigentliche Heimbau. Er enthält zwei je 50 qm große Scharräume, ein Führerzimmer und Nebenräume. Darüberliegend befinden sich unter dem Dach die Bastelräume. Dem Heimbau vorgelagert tft der große, durch Baum- gruppen unterbrochene Appellplatz. Einen natürlichen Abschluß nach dem steilabfallenden Gelände zu erhält derselbe durch eine in der Verlängerung des Feierraumes sich hinziehende Bruchsteinmauer. An ihrem Anfang bildet die geschickt angebrachte Fahne einen würdigen Auftakt zur Gesamtanlage. So bilden Feierraum, Heimbau, Appellplatz, Baumgruppe, Mauer und Fahne eine harmonische bauliche Lösung. Das HJ.-Heim in Heuchelheim. Die Forderung der Reichsjugendführung, das HJ.-Heim als Mittelpunkt des jeweils zu planenden Jugendgeländes erstehen zu lassen, konnte nunmehr. Wer oft mit der Gießener Straßenbahn fährt, kann dabei mancherlei interessante Wahrnehmungen machen. Damit sind häufig auch Gedanken über Derkehrsverbesserungen eng verwandt. Diese Beobachtungen beschränken sich keineswegs nur auf den Straßenbahnverkehr. Sie umfassen oft auch Momentbilder des allgemeinen Verkehrs und aeradezu klassische Beispiele von Derkehrsdiszipün- losigkeit. Andeutungsweise, nur am Rande bemerkt, sei hier als Beispiel mitgeteilt, daß es immer noch Autofahrer gibt, die der Meinung sind, sie müßten an einem zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste haltenden Straßenbahnwagen unbedingt auf der Seite des Publikumsverkehrs vvrbeifahren. Nicht selten kommt es auch vor, daß Radfahrer zu zweit, ja zu dritt nebeneinander — allen Verkehrsregeln zuwider — vor dem Straßenbahnwagen im Bereich der Geleise einherfahren. Keineswegs selten ist ferner der Fall, daß ein Motorradler oder ein Autofahrer an einer Straßenkreuzung noch einen Meter vor dem heranrollenden Straßenbahnwagen über die Kreuzung jagt. Derartige Vorgänge führen nicht selten zu allerlei Unheil, wovon die Wagenführer der Straßenbahn oft genug ein Lied fingen können. Die Folgen sind Anzeigen, Prozesse und Strafen. Alles Dinge, die wenig erfreulich und vor allem vermeidbar sind, wenn jedermann im Verkehr die dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 Kassenlieferan eine Halle mit Aufgang zum zweiten Geschoß, dem großen Feierraum. Der eigentliche Heimbau umfaßt tm Erdgeschoß für die Jungens vier Scharräume, zwei Fuhrerzimmer und einen Bastelraum, im zweiten Geschoß die gleiche Anzahl Räume für die Mädels, zwei große Appellflure, Geräte- und sonstige Nebenräume. Die Gesamtanlage des Heimes wird in drei Bauabschnitten errichtet werden. HJ.-Heim, sowie Sportplatz, Schwimmbad, Liegewiesen und Umkleide- kabinen fügen sich im Gesamtbild harmonisch in die Landschaft ein. gebotene Vorsicht und Rücksichtnahme walten läßt. Jedoch wollen wir über dieses Kapitel heute nicht weiter sprechen. Es seien dagegen hier einige andere Derkehrsgedanken auf der Straßenbahn in den Vordergrund gestellt. * Zunächst wieder einmal — wie schon wiederholt in diesen Spalten — die Frage an das Publikum: Ist es richtig, an der Straßenbahn- Haltestelle minutenlang untätig auf den Straßenbahnwagen zu warten, mtereffiert nach allen Seiten um sich zu blicken, aber nicht daran zu denken, den Groschen für d i e Straßenbahnfahrt schon während des Wartens in die Hand zu nehmen, um ihn beim Einsteigen sofort auf den Tisch des Hauses zu legen? Erst beim Besteigen des Straßenbahnwagens nimmt jedermann — die Männer sind hier genau so Sünder, wie die Frauen — gemächlich sein Geldtäschchen heraus (die Frauen öffnen möglichst umständlich ihre mehr oder minder großen Handtaschen und gucken dabei nicht selten auch noch in das Wageninnere hinein, um etwaige Bekannte rechtzeitig „dingfest" zu machen), dann wird umständlich der Groschen hervorgeholt, oder noch besser ein großes Geldstück zum Wechseln gegeben, hierauf der Fahrschein in Empfang genommen und Verkehrsgedanken auf der Straßenbahn Oie erste Karte des Großdeurschen Reiches Blick in eine kartographische Anstalt. Der Anschluß Oesterreichs hat in einer bekannten Frankfurter kartographischen Anstalt fieberhafte Aktivität ausgelöst. Unmittelbar nach Bekanntwerden wurden die betreffenden Steine herausgesucht, in mühevoller Arbeit geändert und sofort neu gedruckt. Samstag wurde der Anschluß vollzogen. Drei Tage spater lag bereits die e r ft e Karte Großdeutschlan d s vor und verließ die Frankfurter Druckerei. Fast über Nacht hatten sich die politischen Grenzen geändert. Wir halten die erste Uebersichtskarte von Großdeutschland, die gedruckt wurde, in der Hand Es ist eine Karte, bei der in erster Linie nur die politischen Veränderungen berücksichtigt sind. Spezialkarten von Großdeutschland sind in Arbeit. Das erfordert oft genug langwierige Vorbereitungen. Da sind in dem einen ober andern Fall die politischen Grenzen der einzelnen Gaue noch nicht bekannt, große Straßenbau-Vorhaben werden entwickelt und geplant, liegen aber in Einzelheiten noch nicht fest. Das alles muß der Kartograph berücksichtigen, wenn er eine Karte machen «ill, die einige Zeit Geltung haben soll. Gerade Autokarten sind jetzt stark gefragt, weil zahlreiche Kraftfahrer nach Oesterreich reisen und natürlich eine neue Autokarte von Großdeutschland benötigen. Auf dieser Karte sind aber dann auch schon die in Oesterreich geplanten Autobahnen eingetragen, so daß diese Karte nach einem Jahr nicht wertlos ist, sondern weiter Geltung behält. Die Wirtschaftskarten von Deutschland sind natürlich auch veraltet und müssen ergänzt werden. Der Großkaufmann, der das Reich von seinen Vertretern bereisen läßt, hat nach der Organisationskarte das Reichsgebiet in Vertreterbezirke eingeteilt und organisiert danach seinen Absatz. Auch er braucht eine neue Karte und muß neu einteilen. Die neuen Ergänzungen zu den Organlsationskarten sind ebenfalls im Entstehen. Die politischen Karten mit den genauen Grenzen der politischen Gaue und Kreise sind in Vorbereitung, obwohl man hier natürlich die endgültige Regelung erst abwarten muß. Sehr gestiegen ist der Bedarf an Wander- karten der österreichischen Alpen und wird zur Reise- und Urlaubszeit wohl auch noch erheblich steigen. Hier lagen zu einem großen Teil gute unb brauchbare Karten schon vor. Natürlich wirb auch hier einiges zu ändern sein, neue Straßenbauten müssen eingetragen, alte Grenzen beseitigt werden. In allen Werkräumen der alten Frankfurter kartographischen Anstalt (1831 gegründet) wird eifrigst gearbeitet, und wir haben Gelegenheit, die Entstehung der neuen Karten von Großdeutschland 3u sehen. Da es unmöglich ist, die Kugelgestalt der Erde auf eine Ebene zu projizieren, muß der Kartograph für eine neue Karte zunächst eine Gradnetzkonstruktion anfertigen. In dieses Gradnetz, das gewissermaßen das Gerippe der Karte bildet, wird die geographische Situation eingetragen, das Flußnetz, die Bahnen, die Straßen, Ortschaften, Gebirge, Wald, politische Grenzen und Beschriftung. Die Eintragungen richten sich natürlich nach der Zweckbestimmung der Karte. Eine Wander- oder Autokarte verlangt andere Eintragungen als eine Wirtschaftskarte oder Uebersichtskarte. Auch der Druck der Karte richtet sich nach ihrer Bestimmung. Für jede Farbe ist ein besonderer Druckgang erforderlich. Da nur von Steinen gedruckt wird, muß also für jeden Druckgang, das heißt für jede Farbe, ein besonderer Stein angefertigt werden. Die Anstalt druckt Karten bis zu dreizehn Farben Die Grundlage des Druckers ist in allen Fällen die Originalzeichnung. Sie wird auf den Stein übertragen. Bei wertvollen Karten, von denen eine Neuauflage zu erwarten ist, wird die Zeichnung in den Stein eingraviert. Muß nun wie in diesem Fall eine Aenderung vorgenommen werden, dann wird der Stein an der betreffenden Stelle vorsichtig abgeschliffen, oder es werden neue Eintragungen auf den Stein graviert. Die Aenderung wird natürlich zunächst auf der Zeichnung vorgenommen und dann erst auf den Stein übertragen.. Die Lithographie- fteine sind schwere dicke Kalksteine, die in Solnhofen gesunden werden. Das Archiv des Kartographen nimmt nicht nur sehr viel Raum in Anspruch, sondern hat auch ein gewaltiges Gewicht. Wir wandern im Keller durch lange Gänge, vorbei an zahllosen großen schweren Steinplatten mit ein- geritzten Karten. So mag die Bibliothek unserer ältesten Vorfahren ausgesehen haben, die in grauer Vorzeit ihre Runenschrift auf Steinquadern eingeritzt haben. Dieses Archiv des Kartographen hat mir dann Wert, wenn es dauernd auf dem laufenden gehalten wird, wenn also laufend alle Aende- rungen auf den Steinen eingetragen werden, so daß jederzeit von dem Stern gedruckt werden kann. Diese „Aktualität" ist für den Kartographen die schwierigste und langwierigste Arbeit. R. Duell über den Wolken. Von Ernst UM*). Vom Westen her nähert sich rasch ein Punkt. Zuerst klein und schwarz, wächst rasch im Näherkommen. Ein Spad, ein feindlicher Jagdflieger. Einsamer Einzelgänger wie ich, der hier oben auf Raub ausgeht. Ich rücke mich auf dem Sitz zurecht, es wird Kampf geben. In gleicher Höhe stoßen wir aufeinander zu, sausen haarscharf aneinander vorbei. Wir legen uns links in die Kurve. Der Apparat des andern glänzt hellbraun in der Sonne. Dann beginnt das Kreisen umeinander. Don unten mag das aussehen, als ob zwei große Raubvögel sich im Liebesspiel drehten, aber hier oben ist's ein Spiel mit dem Tode. Wer den Gegner zuerst im Rücken hat, ist verloren. Denn der Einsitzer kann mit seinen fest eingebauten MG s nur nach vorn hinausschießen, hinten ist er wehrlos. Manchmal brausen wir so dicht aneinander vorbei, daß ich ein schmales, blasses Gesicht unter der Lederhaube deutlich erkennen kann. Am Rumpf zwischen den Flächen leudjtet in weißen Buchstaben ein Wort. Als er zum fünften Male an mir vor- beistreicht, so dicht, daß die Böen seines Propellerwinds mich hin- und herschütteln, kann ich's erkennen: „Vieux" steht da, vieux, der Alte. Das ist Guynemers Zeichen. Ja, so fliegt drüben nur einer an dieser Front. Guynemer, der dreißig Deutsche abgeschossen hat, Guynemer, der immer allein jagt wie alle gefährlichen Raubtiere, der von oben aus der Sonne heraus auf die andern hinunterstößt, sekundenschnell die Gegner abschießt und verschwindet. Sv hat er mir auch den Puz abgeschossen. Ich weiß, daß es einen Kampf auf Leben und Tod gibt. Ich drehe einen halben Looping, um von oben auf ihn hinabstoßen zu können. Er hat sofort begriffen und setzt gleichfalls zum Looping an. Ich versuche einen Turn, Guynemer folgt mir. Einmal, aus der Kurve heraus, kriegt er mich für Sekunden zu fassen. Metallene Hagelkörner prasseln durchs rechte Tragdeck, schlagen hellklingend gegen die Streben. Ich versuche, was ich kann, engste Kurven, Turns, seitliches Abrutschen. Aber blitzschnell reagiert er auf jede. Allmählich merke ich, er ist mir über» * Aus dem Buche „Mein Fliegerleben", Deutscher Verlag, Berlin. legen. Nicht nur die Maschine da drüben ist besser. Auch der Mann, der drin sitzt, kann mehr als ich. Aber ich kämpfe weiter. Wieder eine Kurve. Einen Augenblick rutscht er in mein Visier hinein. Ich drücke den Kopf am Knüppel---das Maschinengewehr schweigt.. Ladehemmung! Mit der Linken halte ich den Knüppel weiter umklammert, mit der Rechten versuche ich durchzuladen. Umsonst, die Hemmung bleibt. Einen Augenblick denke ich daran, im Sturzflug nach unten wegzudrücken. Doch es wäre aussichtslos bei einem solchen Gegner, er würde mir sofort im Nacken sitzen und mich zusammenschießen. Wir kurven weiter umeinander herum. Ein wundervolles Fliegen — wenn der Einsatz nicht so hoch wäre. Noch nie habe ich einen so taktisch klugen Gegner gehabt. Für Sekunden vergesse ich ganz, daß der da drüben Guynemer ist, mein Feind. Es kommt mir vor, als übte ich mit einem älteren Kameraden über unserem Flugplatz. Aber das ist nur für Sekunden so. Acht Minuten kurven wir umeinander herum, es sind die längsten acht Minuten meines Lebens. Jetzt saust er auf dem Rücken liegend gerade über mich hinweg. Ich habe einen Augenblick den Knüppel losgelassen und trommele mit beiden Fäusten auf das MG. ein. Ein primitives Mittel, aber manchmal hilft das. Guynemer hat diese Bewegung von oben beobachtet, er muß sie beobachtet haben, und jetzt weiß er, was mit mir los ist. Er weiß, daß ich seine wehrlose Beute bin. Wieder streicht er, fast auf dem Rücken liegend, ganz dicht über mich hinweg. Da geschieht's: Er streckt die Hand aus und winkt mir, winkt ganz leicht und taucht im Sturzflug hinab nach Westen in Richtung auf seine Front. Ich fliege nach Hause, ich bin wie benommen. Es gibt Leute, die sagen, Guynemer habe damals selbst eine Ladehemmung gehabt. Andere, die behaupten, er habe gefürchtet, ich würde ihn aus Verzweiflung in der Luft rammen. Aber ich glaube ihnen nicht. Ich glaube, daß auch heute noch ein Stück vom ritterlichen Heldentum alter Zeiten lebendig geblieben ist. Und deshalb lege ich diesen späten Kranz auf Guynemers unbekanntes Grab. — Hockschulnochnchten. Dem Dr. phil. habil. Gerhard Hesse von der Universität Marburg wurde die Dozentur für das Fach der organischen Chemie verliehen. im Geldtäschchen verborgen, dieses in der Handtasche versenkt, einem allzu energisch drängelnden Hintermann ein mißbilligender Blick zugeworfen, vielleicht noch dem kleinen Kind oder dem lieben Hündchen ein freundlich aufmunterndes Wort gesagt, und nun erst gehts „ab nach Kassel", d. h. hinein in das Wageninnere. Während dieser ganzen Prozedur steht nicht selten eine Schlange von Fahrgästen vom Wagentritt aus in einem Klumpen vor der Einsteigetür oder bis in den halben Fahrdamm hinein. Derartige Vorgänge sind keine Seltenheiten. Fast an allen Haltestellen kann man sie in der Hauptverkehrszeit beobachten. Und da ergibt sich die Frage: Muß das so sein? Wir für unseren Teil möchten diese Frage nachdrücklich verneinen. Dagegen möchten wir betonen: Wenn alle Mte schon vor dem Einsteigen chren Groschen e 15 Pfennig für den Fahrschein in die Hand nehmen, um das Geld nur hinzulegen, den Fahrschein zu greifen und sofort weiterzugehen in den Wagen, so wird der ganze Ein- und Aussteigeverkehr in den meisten Fällen wohl kaum mehr als eine Minute in Anspruch nehmen. Dazu gehören aber bei Männern und Frauen D e r - kehrsdisziplin und wirkliches Verständnis für die Erfordernisse einer guten Verkehrsordnung. Wir machen einen Vorschlag: Alle Volksgenossen mögen einmal bei zwei oder drei Straßenbahnfahrten die Probe aufs Exempel im Sinne dieser Gedanken durchführen! Wir glauben, jedermann wird uns dann zustimmen. Also, verehrte Herrschaften, nur mit dem Groschen in der Hand an den Straßenbahnwagen heran! In der oberen Bahnhofstraße, gegenüber der Anatomie, an der Weiche nach der Liebig' st r a ß e zu, kann man schon seit längerer Zeit ein Bedauern und einen Wunsch nicht unterdrücken. Dor der baulichen Umgestaltung dieses Straßen- stückes befand sich an dieser Stelle eine sogenannte Magnetweiche, die von dem aus der Richtung Bahnhof herankommenden Straßenbahnwagen durch einen Schaltvorgang am Motor selbsttätig in Bewegung gesetzt wurde. Seit jener Umgestaltung ist diese praktische Einrichtung der automatischen Magnetweiche d e r/- schwunden. Jeder Wagenführer muß jetzig erst seinen Wagen zum Stehen bringen, mit dem Stelleisen herunterklettern, die Weiche umstellen, den „Rückzug" antreten, und dann kann er erst wieder anfahren. Dieser umständliche Arbeitsvorgang birgt nicht nur Gefahren für den auf dem engen Fahr- bcchnstück schreitenden Straßenbahner in sich, sondern er bewirkt auch, daß Kraftwagenführer, die nicht kurzerhand vorbeifahren möchten — was sie ja nach der Straßenverkehrsordnung auch nicht tun dürfen — ihre Fahrzeuge zum Stehen bringen, wodurch sich oft eine kleine Schlange von Kraftfahrzeugen bildet, bis sich mit dem Ab fahren des Straßenbahnwagens der ganze Troß in Bewegung fetzen kann. Sobald hier wieder die praktische Einrichtung der a u t o m a t i s ch e n W e i ch e geschaffen wird, werden alle Gefahren beseitigt und auch der Verkehr zu jeder Zeit ohne Hemmnis freigegeben. Es wird jedenfalls allseitig mit dankbarer Anerkennung begrüßt werden, wenn man in diesem Falle zum bewährten Alten zurückkehrt. Je früher das geschieht, desto besser. . In dankenswerter Weise hat die Leitung der Straßenbahn die Haltestelle in der Liebigstraße der Fahrtrichtung Bahnhof—Marktplatz gegenüber der Polizeiwache beseitigt und dafür in der Frankfurter Straße, vor dem Gebäude der Reichsbahn, eine Haltestelle dicht am Bürgersteig geschaffen. Diese Maßnahme hat erhebliche Gefahren ausgeschaltet, die in der Liebigstraße für das Publikum auf dem Wege von dem schützenden Bürgersteig über den Fahrdamm zu dem haltenden Straßenbahnwagen stets vorhanden waren. Die Benutzer der Straßenbahn haben diese umsichtige Vorbeugungsmaßnahme der Straßenbahnleitung mit Beifall begrüßt. Ihre dankbare Anerkennung wird noch stärker jein, wenn eine Anzahl ebenso großer Gefahrenpunkte für die Straßenbahn- benutzer an anderen Stellen gleichfalls beseitigt wird, an denen jetzt die Fahrgäste beim Ein- oder Aussteigen den Fahrdamm in ansehnlicher Breite inmitten starken Verkehrs überschreiten müssen. .Betrachten wir uns daraufhin die Strecken. Rote Linie in Richtung Bahnhof — Artillerie- kaserne: Hier sind besondere Gefahrenpunkte die Haltestellen am Caf6 Amend und Ecke Neustadt. Rote Linie in der Richtung Artilleriekaserne — Bahnhof: Derartige starke Gefahrenpunkte bestehen am Ludwigsplatz, an der alten Bürgermeisterei Gartenstraße und Ecke Neuen Bäue/Sonnenstraße. Grüne Linie in Richtung Baknhof — Wieseck: Besondere Gefahrenpunkte am Kreuzplatz, Walltor/Ecke Hitlerwall, Mitte Marburger Straße, Ecke Wiesecker Weg. GrüneLinie in Richtung Wieseck — Bahnhof: Besondere Gefahrenpunkte Asterweg, Sel- tersweg/Ecke Goethestraße und Selterstor. An all diesen Haltestellen müssen sich die aus- oder ein- steigenden Straßenbahngäste jetzt zwangsläufig in den oft sehr tollen Fahrzeugtrubel begeben, wobei sie durch Kraftwagen aller Größen, durch Motorräder, Radfahrer und die übrigen Fahrzeuge in sehr erheblichem Maße gefährdet sind. Das Ausmaß der Gefährdung wird noch größer, wenn kleine Kinder die ein» oder aussteigenden Personen begleiten. Alle diese Gefahrenquellen können von der Straßenbahnverwaltung wohl schon dadurch ausgeschaltet bzw. auf ein garu geringes Maß beschränkt werden, daß man an den vorerwähnten Straßenpunkten gewisse Abweichungen von dem Grundsatz des Rechts - Ein- und Aussteigens zuläßt, indem man den Wagenführern die Ermächtigung gibt, an diesen Haltestellen die Fahrgäste auf der linken Seite ein- und aussteigen zu lasten, damit sich der gesamte Fahrgast-Verkehr stets nur vom Bürgersteig direkt zum Straßenbahnwagen bzw. umgekehrt abwickelt. Für die Anfangszeit wird diese Regelung zwar wohl einige Hemmungen zu überwinden haben. Aber diese Zeit der Anlaufschwierigkeiten dürfte doch wohl sehr rasch überwunden werden, zumal die Fahrgäste sehr schnell die Feststellung machen können, daß die Maßnahme nur zu ihrer persönlichen S i ch e r h e i t im Derkehrsgetriebe der Straße dienen soll. Einige technische Aenderungen an den Wagentüren werden hier sicherlich keinerlei ausschlaggebende Rolle spielen. Es sind kleine Wünsche und alltägliche Gedanken, denen wir hier Ausdruck gegeben haben. Wir wissen, daß viele Benutzer und Freunde der Straßen- bahn, also deren Geschäftskunden, mit uns einer Meinung sind. Weiterreichende Wünsche seien zurückgestellt, da für diese Anliegen die Zeit noch nicht gegeben ist. Die Erfüllung des heutigen Meinen Wunschzettels wird aber mit Dank an. die Straßenbahnverwaltung begrüßt werden. B. Aus der Gi Die alte Linde. Es ist nicht gerade etwas Besonderes an ihr. Sie ist nicht einmal ein Musterexemplar ihrer Gattung, denn es gibt schönere Linden, majestätischer an Wuchs und imponierender in ihrer ganzen Erscheinung. Aber doch ist es mir jedesmal eine Freude, sie zu sehen, wenn ich an ihr vorübergehe im Trubel der Stadt. Sie erhebt sich inmitten des brandenden Verkehrs vor einem alten Gemäuer. Vielleicht ist es gerade dieser Umstand, der sie so reizvoll macht, und der dem ganzen Bilde eine romantische Verklärung gibt, just so, wie wir einen alten Winkel lieben, der sich aus längst verklungenen Tagen in unsere sachliche Gegenwart hinübergerettet hat. Und wieder, wie in jedem Frühjahr, hat sich die Lirche bräutlich geschmückt. Zarte, grüne Blätter bedecken ihre Zweige, unendlich viele kleine Herzen sind es, rührend schön in ihrer Anmut. Der Winkel gewinnt dadurch ein besonders liebenswertes Aussehen, er wird zu einem stillverträumten Idyll an Schönheit und Beschaulichkeit. Ein eigener Zauber ist es, der von dieser Linde ausgeht. Und nicht nur von ihr. Alle Linden, die jetzt in der Stadt ihre glänzenden, samtweichen Blätter treiben, grüßen uns im Straßenbild wie gutvertraute alte Bekannte. Mag fein, daß es an der deutschen Waldromantik liegt, von der sie ein Stück dem Häusermeer vermitteln. Sicher ist, daß wir diesen Baum wie keinen zweiten lieben, und daß er in der Geschichte und im Sagenkreis unseres Volkes einen hervorragenden Platz einnimmt. War er doch schon Wodans Göttin Freya geweiht, der Göttin der Fruchtbarkeit und des häuslichen Herdes. Und feit jenen altersgrauen Zeiten ist er immer und immer wieder in Wort und Lied bis in unsere Tage als Lindenbaum gefeiert worden. Aber nicht nur als Mittelpunkt froher Geselligkeit, auch als Künder des Geheimnisvollen ragt er bis in unsere Zeit. Wie die Dichter heute noch sein Rauschen besingen, galt er unseren Vorfahren als schicksalweisend. Unter den Linden wurde Gerichtstag gehalten, und bekannt sind die Fehmlinden, die in deutschen Landen einst ihre hohe Bedeutung hatten. Vielleicht ist darin die Ehrfurcht begründet, mit der wir heute noch diesem Baum begegnen. Am schönsten aber erscheint mir jene Linde, die sich so eindrucksvoll von dem alten Gemäuer abhebt. Vor allem, wenn in den Abendstunden die Straßenlichter in den Blättern spielen und wenn der Nacht- wind leise die Krone fächelt. Dann überkommt mich immer aufs neue der Gedanke, daß die Stadt bei all ihrer herrischen Lebhaftigkeit doch mancherlei Winkel aufzuweisen hat, in denen die Zeit auszuruhen scheint. H. w. Sch. Bornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Ein Glas Master". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Das Mädchen von gestern Nacht". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es leuchten die Sterne". — Wettbewerb HI.- Heim Gießen: 16 bis 18 Uhr: Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle (Empore). — Oberhefsifcher Kunstverein: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Maienblasen 19 Uhr vom Turm der Johanneskirche. — Gleiberg-Verem: 16 Uhr, Generalversammlung auf der Burg Gleiberg. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr, „Der Ritter": 19.30 bis 22 Uhr, „Marietta". Gloria-Palast (Sel- tersweg): „Das -Mädchen von gestern Nacht". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es leuchten die Sterne". — Wettbewerb HJ.-Heim Gießen: 16 bis 18 Uhr Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle und von 9 bis 19 Uhr im Studentenhaus, Leihgesterner Weg. — Oberhessischer Kunstverem: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Industrie- und Handelskammer Gießen: 9 Uhr, Kurzschrift-Prüfung in der Öffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Wernerwall 11. Spielplanänderung im Stadttheater. Infolge plötzlicher Erkrankung findet heute statt „Scharnhorst" eine Aufführung von „Ein Glas Wasser", Lustspiel in vier Akten nach Scribe von Otto Stockhausen, statt. Spielleitung Hans Geißler. Die Vorstellung findet gleichzeittg für die KdF.- Miete, Gruppe I (16. Vorstellung), statt. Freier Kartenverkauf. Anfang 20, Ende 22 Uhr. Spielplan des Stadttheaters vom 15. bis 22. 2Hai. Am Sonntag, 15. Mai, findet die 15. und letzte Morgenveranstaltung dieser Spielzeit statt. Der junge Dramatiker Georg Basner spricht über „Deutsche Dichtung im deutschen Kampf". Anschlie- ßend gelangt „Der Ritter", ein Spiel vom starken Leben, von Georg Basner zur Uraufführung. Spielleitung: Günter Winkel. Bühnenbild: Karl Löffler. Diese Morgenveranstaltung ist die erste Gemeinschaftsarbeit des Theaters und der Hitler- Jugend. Beginn 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend findet die letzte Operettenvorstellung der Spielzeit statt. Es gelangt die große Erfolgsoperette „Marietta" von Walter Kollo zur Aufführung. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Karl-Ludwig Lindt. Tänze: Irmgard Zenner. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß diese Aufführung um 19.30 Uhr beginnt, Ende gegen 22.30 Uhr. Dienstag, 17. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr: „Versprich mir nichts", Komödie von Charlotte Rißmann. Spielleitung: Hermann Schultze- Griesheim. Dienstag-Miete, 31. Vorstellung. Mittwoch, 18. Mai, Anfang 19.30, Ende 21.30 Uhr: „Ein Glas Wasser", Lustspiel nach Scribe von Otto Stockhausen. Spielleitung: Hans Geißler. Mitt- adi Gießen. 8DM.- u. ZM.-llntergau 116, Gießen. Betr.: Gesundheitsappell. Der für Sonntag, 15.5., angesetzte Gesundheitsappell fällt aus; er findet am 12.6. statt. Jungmädelgruppe 17/116 Klein-Linden. Jungmädel schaffen! Sonntag, 15. Mai, findet im Heim in Klein- Linden eine Werkschau der Jungmädelgruppen 15, 16 und 17/116 statt. Sie soll den Eltern einen Einblick in die Arbeit im Winter 1937/38 geben. Die Werkschau ist von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Die Bevölkerung von Kl^in-Linden und Allendorf ist dazu eingeladen. Sonntag, 15. Mai, tritt die gesamte Jungmädel- gruppe 17/116 in vorschriftsmäßigem Turnzeug um 9.45 Uhr auf dem Sportplatz in Klein-Linden an. Aus der Luthergemeinde. Vom Dekanat Gießen wird uns mitgeteilt: Die durch den Tod von Pfarrer A n t h e s verwaiste Pfarrstelle der Luthergemeinde, die bereits bald nach der Veröffentlichung der Versetzung dieses Geistlichen in den Ruhestand zur Wiederbesetzung ausgeschrieben war, kann nach kirchlichem Recht erst im Laufe dieses Sommers endgültig besetzt werden. Das Landes- kirchenamt hat daher mit Wirkung vom 1. Mai 1938 ab unter dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs dem Pfarramtskandidaten Karl Traum von Freienseen, Kreis Schotten, die vikarische Verwaltung dieser Pfarrei übertragen. In Vertretung des verhinderten Dekans wird die Ordination des jungen Geistlichen am morgigen Sonntag Kantate in der Kapelle des AltßN Friedhofs von dem Dekanstellvertreter, Pfarrer Schmidt von Treis a. d. Lda., vorgenommen werden. Das Briefpäckchen fällt weg. Künftig Briefe bis 1000 Gramm. DNB. Nach einer Verordnung des Reichspost- minifters wird vorn 15. Mai 1938 an das Höchstgewicht für Briefe von 500 auf 1000 Gramm erhöht und der Gebührensatz für Briefe von 500 bis 1000 Gramm im Ortsdienst auf 30 Pfennig, im Ferndienst auf 60 Pfennig festgesetzt. Dadurch wird die besondere Art der Päckchen, das Briefpäckchen, das bis zu 1 Kilogramm zugelaffen war, entbehrlich: es wird mit Wirkung vom 15. Mai abgeschafft. Durch diese Maßnahme werden alle Unklarheiten beseitigt, die beim Versand von Päckchen und Briefpäckchen noch bestanden hoben; denn es gibt künftig statt dieser beiden Päckchenarten nur noch „Päckchen" im Gewicht his zu 2 Kilogramm, Gebühr 40 Pfennig. Außerdem tritt im Ortsdienst für die bisher als Briefpäckchen ausgelieferten Sendungen von 500 bis 1000 Grachm eine Gebührenermäßigung von 50 v. H. ein; diese Sendungen kosten statt bischer 60 Pfennig künftig — als Briefe — nur noch 30 Pfennig. An den Höchst- und Mindestmaßen ändert sich nichts. Kreisgruppenversammlung des AG.-Rechtswahrerbundes. Die Kreisgruppenversammlung des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes, Bezirk Gießen, die am gestrigen Freitagabend im „Bayerischen Hof" ftattfanb, hatte das Gepräge eines „Gießener Heimatabends". In feinen Begrüßungsworten gab Kreisgruppenführer, Oberstaatsanwalt Knauß, der Freude über die rege Beteiligung der Kameradenfrauen Ausdruck und widmete dem „stadt- und provinzbekannten" Bundeskameraden, Amtsgerichtsrat i. R. Gros, sowie Oberstudiendirektor i. R. Dr. Rolosf Dank und Anerkennung für die Ausgestaltung dieser Zusammenkunft. Pach einigen organisatorischen Bemerkungen machte er auf die günstige Gelegenheit zum Besuch des Deutschen Juristentages vom 7. bis 10. Oktober in Leipzig aufmerksam. Die nächste Versammlung, die letzte vor den großen Ferien, findet als Lichtbildervortrag statt. Professor Dr. Fröhlich wird dabei im Kunstwissenschaftlichen Institut sprechen. Oberstudiendirektor i. R. Dr. R o l o f f hielt dann einen anregenden Vortrag über „Gießener Sprache und Art", dem er eine Bitte zur Mitarbeit für Heimat und Volkstum vorausschickte. Dann sprach Bundeskamerad Amtsgerichtsrat i. R. Franz Gros, der durch seine Schilderungen durch die alte Stadt Gießen bei manchen seiner Zuhörer liebe Jugenderinnerungen wachrief und anderen interessante Einblicke in die früheren Verhältnisse der Stadt und in ihre Entwicklung bot. lieber beide Vorträge »■ t J* Don den umfangreichen organisatorischen Vorbereitungen, die das Infanterie-Regiment 116 zur 12 5. Wiederkehr des Gründungstages des Regiments trifft, sei heute folgendes mitgeteilt: Die Straßenbahn der Stadt Gießen wird während der Regimentsappelltage gegen Vorzeigung der Teilnehmer Plakette den Regiments-Appell- Teilnehmern verbilligte Fahrpreise für Straßenbahnfahrt gewahren, und zwar wird eine Dauerkarte für die drei Tage zum Preise von 50 Pfennig zur Ausgabe gelangen, die für alle Strecken und beliebig viele Fahrten Gültigkeit hat. Weiter hat das Regiment eine Anzahl Plaketten für die Bevölkerung von Gießen bereit- gestellt. Diese Plaketten haben Gültigkeit für den Kameradschaftsabend am 18. Juni, für das Wehrsportfest, militärische Vorführungen der modernsten Waffen unter Zusammenhalten wir früher schon berichtet. Den beiden Vortragenden wurde in verdienter Weise mit lebhaftem Beifall gedankt. Der zweite Stall für das EHW. wird gebaut. x Das Stadtbauamt schreibt heute die Vergebung der Erd-, Maurer-, Zimmerer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten für den Bau eines zweiten Stalles für die Schweinemästerei des Ernährungs-Hilfswerkes (EHW.) der NSV.-Kreisamtsleitung in Gießen aus. Mit dem Bau dieses zweiten Stalles soll Anfang Juni begonnen werden. Bis zum Herbst soll er verwendungsbereit sein. Der zweite Stall soll, ebenso wie der bisherige, Raum für die Einstellung von 180 Schweinen zur Mästung bieten. Das EHW. kann dann feinen gemeinnützigen Betrieb der Schweinemästerei aus das Doppelte des bisherigen Umfanges steigern. (Siegener Lttochenmarktprette * Gießen, 14. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 5 bis 10, (Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10^, Wirsing, % kg 20 bis 22, Weißkraut 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12, Spinat 10 bis 15, Römisch- kohl 12 bis 15, Spargel 38 bis 70, Unterkohlrabi 8, Erbsen 28 bis 30, Zwiebeln 20, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 15 bis 20,- Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg 20 Pf., Aepfel 15 bis 40, amerikanische Aepfel 50 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Salat 5 bis 25, Salatgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15, das Bündel 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. * ** Dienstjubiläum bei derStadt G i e- ß e n. Die Stadtverwaltung Gießen teilt mit: Morgen kann der bei der städtischen Straßenbahn beschäftigte Dorschlosfer Karl Welter auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 15 Jahren zurück- blicken. Der Jubilar, der durch Pflichtbewußtsem und Kopfschmerzen, Druck über den Augen und andere Beschwerden. Vielleicht liegt ein Sehfehler vor ? Eine Brille hilft! Augenärztl. Verordnungen finden meine ganz besond. Beachtung. Optiker^* || a.Bahnhof Lieferant auch Ihrer Krankenkasse. Fleiß sich das Vertrauen seiner vorgesetzten Dienststelle erworben hat, wurde im Kreise seiner Arbeitskameraden geehrt und erhielt gleichzeittg ein Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters. ** Silb er ne Hochzeit. Am heutigen Samstag, 14. Mai, begehen die Eheleute Heinrich Metz, Gnauchstraße 14, das Fest der Silbernen Hochzeit. ** Mieterjubiläum. Am morgigen Sonntag, 15. Mai, lind es 40 Jahre, daß der Dienstmann Karl Mandler, Steinstraße 61, in diesem Hause wohnt. Ein für Mieter und Vermieter in gleicher Weife ehrendes Jubiläum. ** Straßenverbreiterung am Nah- runasberg. Der Straßenzug zwischen Gartcn- und Keplerstraße, der bisher einen Engpaß bildete, wird nunmehr verbreitert. Nachdem der Erwerb des erforderlichen Geländes von den Anliegern erfolgt ist, ist man jetzt damit beschäftigt, die Einfriedigungen der Honetten entlang der neuen Siro ßenflucht zur Ausführung zu bringen. Im Anschluß, hieran sollen die Bürgersteige und die Fahrbahn neu befestigt werden. ** Maienblasen. Am heuttgen Samstag um 19 Uhr findet das Maienblasen vom Turm der Johanneskirche mit folgenden Darbietungen statt. 1. Choral: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut", vorreformatorisch Wittenberg 1523 ; 2. „Die Kapelle", Conradin Kreutzer; 3. Volksweise: „Gold'ne Abendsonne", Nägeli. ** Werft keine Obstreste auf die Bürgersteige! Wie beherzigenswert diese Ermahnung ist, beweist ein Vorgang in der Licher Straße. Dort lag auf dem Bürgersteig eine Bananenschale. Eine acht Jahre alte Schülerin trat versehentlich daraus und stürzte so unglücklich, daß sie einen Armbruch erlitt. Für das bedauernswerte Kind mußte die Hilfe der Klinik in Anspruch genommen werden. Eine erneute Mahnung zur Vorsicht! ! zum 116er-Fest. wirken mit der Luftwaffe, „Wallen st ein« Lager", Tanz in der Volkschalle und auf dem Trieb am Sonntag, 19. Juni, und für Montag, den 20. Juni. (Sitzplatz und alle Veranstaltungen.) Dorverkaufsstellen in Gießen sind seit heute eingerichtet bei Firma Georg A l b o l d , Gießen, Seltersweg 39, Firma C. Röder, Offenbacher Lederwaren, Gießen, Mäusburg 14. Das Regiment richtet an dieser Stelle nochmals die Bitte an alle Kameradschaften ehemaliger 116er und der Kriegsaufstellungen, an die Einheiten des Kyfshäuser- und Soldatenbundes und der NSKOV., an sämtliche Bürgermeister der oberhessischen Gemeinden, soweit dies noch nicht geschehen, die Teilnehmerlisten dem Regiment baldmöglichst einzu» fenben, um so auch für ihr Teil.mit dazu beizutragen, dem Regiment eine reibungslose Durchführung der Großveranstaltungen zu ermöglichen. Rundfunkprogramm. woch-Miete, 32. Vorstellung. Freitag, 20. Mai, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: Erstaufführung „Der Mustergatte", Schwank in drei Akten von Hopwood. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete, 32. Vorstellung. Samstag, 21. Mai, Anfang 20, Ende 22.15 Uhr: KdF.-Miete, Gruppe II (17. Vorstellung) zum letzten Male „Candida", Mysterium von Shaw. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Freier Kartenverkauf. Sonntag, 22. Mai, Anfang 19.30, Ende 21.30 Uhr: Zu kleinen Preisen, zum letzten Male „Park- sttaße 13", Kriminalstück von Axel Joers. Spielleitung: Hans Geißler. Außer Miete! Hitler-Jugend Bann 116 Theakerring der Hitler-Jugend — Dorstellungsänderung. Infolge plötzlicher Erkrankung findet die für Montag, 16. Mai, angesetzte 9. Vorstellung für den Theaterring der Hitler-Jugend am Montag, 23. Mai, 20 Uhr, statt. Es gelangt das Schauspiel „Scharnhorst" von Menzel zur Aufführung Sonntag, 15. Mai. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Kleine Morgenmusik. 8.30: Evangelische Morgenfeier. 9.10: „ßanb, mein Land ..." 9.30: Chorgesang. 10.15: Reichssendung: Morgenfeier zum Muttertag. Es sprechen: Reichsminister Dr. Frick, Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink. 11: Festliche Kammermusik. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Uns gehört der Sonntag! 15.15: Ich bin vergnügt und freue mich. 16: „Es zogen drei Regimenter..." Ein Militärkonzert zum 125jährigen Bestehen der drei kurhessischen Stammregimenter in Kassel. 17: Sport- ereignisse des Sonntags. 17.20: Musik zur Unterhaltung. 18: Aus der Jugendzeit klingt ein Lied mir immerdar! Eine Hörfolge um den Dichter Friedrich Rückert. 19: Nachrichten. 19.10: Volkstum und Heimat. 19.30: Sporffpisgel des Sonntags. 19.45: Fünfländerkampf der Radrennfahrer. 20: Orchefterkon^ert. 22; Nachrichten, Montag, 16. Mai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Raffchläge für Küche und Haus. 9.50: Dom Taschentuch. 10: Schulfunk. 11.40: Weltwirtschaftlicher Monatsbericht. 11.55: Offene Stellen. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Traum im Frühling. 15: Klaviermusik von Mozart. 15.30: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: „Barna- Bässe!" Ein musikalisches Plauderstündchen. 20.10: „Der reiche Herr Ooerhues." „Poesie aus Glas." 20.30: Konzert zur feierlichen Eröffnung der Staatlichen Hochschule für Musik der Stadt Frankfurt am Main 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du?. 22.45; Nacht- und Langmut Volkswirtschaftliche Zeitfragen. 10 Für das Reich fmb die Meßzahlen auf 8 und festgesetzt worden. Diese Staffelung bedeutet, wie VelastunKverschiebimgen bei der Grundsteuer. Ab 1. April 1938 wirb die Grundsteuer bekanntlich nicht mehr nach den Vorschriften der 16 verschiedenen Landesgesetze erhoben, sondern nach den für das Reichsgebiet einheitlich geltenden Vorschriften des Reichsgrundsteuergesetzes vom 1. Dez. 1936. Den Steuerpflichtigen gehen in Kür^e die neuen Steuerbescheide zu. Aus diesen ergibt sich teils eine geringere, teils eine höhere Belastung gegenüber der bisherigen. Zu diesen Belastungsverschiebungen haben der Reichsminister der Finanzen und der Reichs- und Preußische Minister des Innern gemeinschaftlich wie folgt Stellung genommen: 1. Allgemeines; hebesähe. Jede Umstellung einer Steuer führt zu Belastungsoerschiebungen. Das gilt ganz besonders für die Grundsteuerreform. Für das Uebergangsjahr 1938 darf die Gemeinde den Hebesatz grundsätzlich nicht höher bemessen, als zur Erreichung desjenigen Aufkommens erforderlich ist, das bei Fortgeltung der bisherigen Vorschriften in der Gemeinde erzielt werden würde (6 8 des Einführungsgesetzes vom 1. Dezember 1936, RGBl. I, S. 961). Daraus ergibt sich, daß die Gesamtbelastung des Grundbesitzes in jeder Gemeinde, d. h. auch die durch- schnittliche Belastung eines Grund - ft tief es, sich infolge der Umstellung nicht ändert. Wohl aber können Belastungsver- schieb ungen beim einzelnen Grundstück eintreten. Was jedoch einzelne mehr zu zahlen haben, haben die anderen weniger zu entrichten, da insgesamt das bisherige Aufkommen nicht überschritten werden darf. Sollte sich im Laufe des Rechnungsjahres 1938 Herausstellen, daß das hiernach zulässige Aufkommen voraussichtlich überschritten werden wird, der ch e b e s a tz also zu hoch bemessen ist, so muß die Gemeinde ihn nachträglich noch für dieses Rechnungsjahr entsprechend ermäßigen. Diese Senkung ist durch besondere Vorschriften für das Uebergangsjahr erleichtert worden. Rach der grundsätzlichen Regelung des § 2, Abs. 2 des Einführungsgesetzes können die chebesätze im Lause eines Rechnungsjahres nur einmal und nicht mehr nach dem 31. Dezember geändert werden. Für das lieber- gangsiahr 1938 ist durch Verordnung vom 19. Ian. 1938 jedoch zugelassen worden, daß eine cherab - fetzung der chebesätze beliebig oft und auch noch nach dem 31. Dezember vorgenommen wird. 2. Ursache der Velastungsverichlebungen. Gin Teil der durch die Grundfteuerreform hervor- gerufenen Belastungsverschiebungen ist gewollt. Eines der wichttgsten Ziele des Grundsteueroesetzes war — neben der Vereinheitlichung des Rechts —, an die Stelle der veralteten, durch die Entwicklung überholten Dorkriegsgrundlagen der Grundsteuer die Gegenwartswerte zu setzen. Für Grundbesttz, dessen Ertrag und Wert sich nach dem Krieg besonders günstig entwickelt haben, ist wegen des Festhaltens an den veralteten Vorkriegsgrundlagen feit vielen Jahren eine erheblich zu geringe Steuer entrichtet worden. Was diese Steuerpflichtigen bisher zu wenig gezahlt haben, haben die anderen Steuerpflichtigen mehr aufbringen müssen. Soweit die Wirkungen des Grundsteuergesetzes in der Beseitigung dieses u n - gerechten Maßstabs für ü i e Verteilung der Steuerlast bestehen, sind sie zweifellos als erwünscht zu bezeichnen. Durch die Umstellung der Grundsteuer ergeben sich auch anders geartete Bela st u na s- Verschiebungen. Es handelt sich hier um Verschiebungen, die sich zwangsläufig aus der Tatsache ergeben, daß an die Stelle von 16 Landesgesetzen ein Reichsgesetz tritt. Die landesrechtlichen B e m e s s u n g s g r u n d » lagen (z. B. Vorkriegswerte, Vorkriegserttäge) waren völlig verschieden: sie sind durch den Einheitswert ersetzt worden. Ebenso waren die landesrechtlichen Tarife völlig verschieden; an ihre Stelle sind die Steuermeßzahlen des Reichs (§ 12 des Grundsteuergesetzes, §§ 28 bis 33 der Durchführungsverordnung) getreten. Die Einheitswerte sind beim land- und forftroirt- fckafttichen Grundbesitz Ertragswerte, beim städtischen Grundbesitz gemeine Werte (Verkehrswerte). Sie sind nach den Verhältnissen vom 1. Januar 1935 ermittelt. Die Auswirkungen, die sich aus der Zugrundelegung dieser Werte für die Grundsteuer ergeben, sind, soweit sie unerwünscht sind, durch die Steuermeßzahlen nach Möglichkeit ausgeglichen worden. Die Steuermeßzahlen konnten, wenn man das Ziel der Vereinheitlichung nicht völlig aus dem Auge verlieren wollte, nur nach den Verhältnissen im Reichsdurchschnitt bemessen werden. Man hätte die Steuermeßzahlen nach den Verhältnissen der einzelnen Länder bestimmen oder nach den Verhältnissen jeder einzelnen Gemeinde berechnen können. Bei einem derartigen Vorgehen wäre jedoch eines der wichttgsten Ziele des Grundsteuergesetzes, die Schaffung ines einheitlichen Rechts für das Reich, verfehlt worden. An einer einheitlichen Rechtsgestaltuna muß jedoch aus ftaatspolittfchen Gründen festgehalten werden. 3. Die Velaskungsverscksiebungen bei der Landwirtschaft. Bei der Landwirtschaft ist die Regelung der Frage von besonderer Bedeutung, in welchem Verhältnis Groß-, Mittel- und Kleinbesitz besteuert werden soll. In dieser Beziehung lagen die Verhältnisse bisher in den einzelnen Ländern völlig verschie- den. Würden die Steuermeßzahlen nach den Verhältnissen im Durchschnitt der einzelnen Länder bemessen worden sein, so hätten sie etwa wie folgt festgesetzt werden müssen: Land für die ersten angefangenen oder vollen 10 000 RM. des Einheitswerts für den Rest des Einheitswerts Preußen 7 10 Bayern 13 10 Sachsen 9 10 Ißürttemberg 11 10 Haden 8 10 Thüringen 8 10 Hessen 6 10 die vorstehende Ueberiicht zeigt, für die einzelnen tanöer (Preußen, Hessen) eine zu geringe, für andere eine zu starke Entlastung des Kleinbesitzes. Für Bayern und Württemberg hätte, um das gegenwärtige Belastungsverhältnis aufrechtzuerhalten, die Staffelung sogar nicht zugunsten, sondern zuungunsten der Kleinbetriebe gestaltet werden müssen. Aus der Tatsache, daß die Staffelung für Preußen 7 :10, für das Reich 8 :10 beträgt, darf nicht geschlossen werden, daß für alle preußischen Kleinbetriebe eine Belastungsoerschiebung in diesem Ausmaß eintritt. Die Verlagerung wird vielmehr in allen Gemeinden verschieden fein. Sie hängt — abgesehen von der Berichtigung landesrechtlicher Bewertungsfehler durch die Einheitswerte — von der Größenschichtung der betriebe innerhalb der einzelnen Gemeinde ab. In Gemeinden, in denen sich nur Betriebe annähernd gleicher Größe befinden — Westen und Südwesten des Reiches bestehen viele Gemeinden nur aus etwa gleichgroßen Kleinbetrieben —, tritt fast überhaupt keine Belastungsverschiebung ein. Dagegen besteht die Möglichkeit größerer Lastenoerlagerung in solchen Gemeinden, in denen sich Betriebe verschiedener Größe befinden. 4. Die Belastungsverschiebungen bei dem städtischen Grundbesitz. Aehnlich liegen die Verhältnisse beim städtischen Grundbesitz. Im weitaus größten Teil des Reichsgebiets tritt eine Mehrbelastung der Geschäftshäuser (Fabriken, Bürohäuser usw.) und eine Entlastung der Mietwohngrundstücke ein. Das trifft z. B. für Preußen und noch stärker für Bayern zu. Dagegen ist die Wirkung der Umstellung in den mittleren und kleinen Gemeinden in Sachsen die umgekehrte. Auch diese Folge der Grundsteuerreform ist auf die Verschiedenheit der früheren Bemessungsgrundlagen zurückzuführen. Sachsen gehört zu den vier Ländern, die die Einheitswerte bereits früher eingeführt haben. In Sachsen werden die Einheitswerte bereits seit 1925 der Grundsteuer zugrunde gelegt. Sachsen hat jedoch nicht auch die späteren Einheitswerte (vom 1. Januar 1928 und 1. Januar 1931) übernommen, sondern die Einheitswerte vom 1. Januar 1925 beibehalten. Bei dieser Einheitsbewertung waren die Geschäftshäuser im Verhältnis zu den übrigen Grundstücken in kleinen und mittleren Gemeinden, insbesondere den Mietwohngrun'o- stücken, besonders hoch bewertet worden. Die Geschäftshäuser sind daher — vom Standpunkt des gegenwärtigen Belastungsverhältnisses im Reichsdurchschnitt aus gesehen — in diesen Gemeinden zu stark belastet gewesen. 5. Billigkeitsmaßnahmen. Alle diese Belastungsoerschiebungen sind hiernach eine Folge derRechtsoereinheitlichung. Sie müssen deswegen grundsätzlich f) i n genommen werden. Würde man sie im Billigkeits- weg beseitigen, so würde das Ziel der Vereinheitlichung verfehlt werden. Belastungsoerlagerungen, die in Erhöhungen bestehen, können daher lediglich während einer kurzen Uebergangszeit, um die Steuerpflichtigen allmählich an die höhere Belastung heranzuflihrert? gemildert werden. Diesem Zweck dient der Abschnitt II der „Richtlinien für Billigkeitsmaßnahmen auf dem Gebiet der Grundsteuer" vom 19. April 1938, die im Reichssteuerblatt S. 409 und im Reichsministerialblatt S. 664 bekanntgegeben worden sind. Ernste emährungswirlschastliche Mahnung. Eßt mehr Käse! „Eßt mehr Käse!" Dieser Rus klingt in diesen Tagen durch die Werbeaktion für den Der- brauch von Käse. Er hat seine große Berechtigung, denn es wird im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland immer noch viel zu wenig Käse ge- geffen. In Italien wird das Siebenfache und in Frankreich gegenüber Deutschland das Fünffache an Käse verzehrt. Es dürfte vielen noch unbekannt sein, daß wir heute in der Lage sind, fast alle Käsesorten in Deutschland zu erzeugen. Emmentaler, Edamer, Roquefort und Gervais, ebenso der Romadour und Gouda werden alle auch in Deutschland hergestellt, die zahlreichen Camembertsorten nicht zu vergessen. Wir haben es auf diesem Gebiete ferttgaebracht, uns vollkommen auf deutsche Erzeugnisse umzustellen. Wir haben Landschaftsstriche, die man als ausgesprochene Käseländer bezeichnen kann. In unserem Gau Hessen-Nassau mit seinen großen Molkereien ist besonders der Vogelsberg zu nennen. Die ausgedehnte Käsewirtschaft in Deutschland und ihre vielseitigen Produkte, die in Rahm- und Magerkäse, Fett- und Halbfettkäse zerfallen, bedeuten eine wertvolle Bereicherung unserer gesamten Dolksernährung. Wir haben im eigenen Lande die größte Auswahl an Käsesorten, die wiederum ihrer Herstellungsgegend nach jeweils ihren bestimmten Charakter betonen, so daß herbe und milde, weiche und harte Käse, für alle Gaumen passend, mit Leichtigkeit für jeden Verbraucher her- auszufinden sind. Wie aber stellt sich der Verbraucher zum Käse? Leider ist er in den meisten Fällen immer noch mit einer ganzen Menge gedankenloser Vorurteile behaftet. In vorbildlicher Weise hat jetzt die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel gemeinsam mit den zuständigen Fachschaften die Schaufensterwerbung durchgeführt. In den Geschäften locken die schönsten Naturkäse, safttge aufgeschnittene Käse und bunte Camembertschachteln, die vielfach Hessenttachttn, oder die Berggipfel des Allgäu im bunten Bild zeigen. Dazwischen sieht man den altbekannten „Limburger", unseren „Handtäse" und den so köstlichen und vielseitig verwendbaren Quark, gegen dessen schneeige Weiße sich die roten Edamerkäse luftig abheben. Siebkäse! Er kann gar nicht laut genug ange- priesen werden wegen seines Nährwertes und seiner vielfachen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Eine gute Hausfrau wird den Quark immer zu schätzen wissen, zumal sie ihn nicht nur als Nachtessen, sondern auch für Käsekuchen und Käsegebäck verwerten kann. Wer sich aber an der Bezeichnung „Magerkäse" stört und glaubt, hier kein vollwertiges Nahrungsmittel vor sich zu haben, der ist in einem großen Irrtum befangen, denn nicht das Fett, sondern der große Eiweißgehalt und die Nährsalze geben den Magerkäsen ihre gesundheitlichen Vollwerte. Wenn die bunten, eindrucksvoll ausstaffierten Werbewagen, die in Frankfurt aufgebaut wurden, für die Güte des deutschen Käses werden, dann wird hoffentlich der große Siebkäsebottich mit dem Schriftbild „Quark macht stark", der mächtige Emmentaler und die Käsepyramide aus Käseprodukten unseres Gaues jedem klar machen, daß Käse zu den wichttgsten, alle dem Körper notwendige Aufbau- stoffe enthaltenden Nahrungsmitteln gehört und das Schlagwort: „Eßt mehr Käse!" eine ernste ernährungswirtschaftliche Mahnung ist! Ansbildungsdeihilsen Durch die Siebenten Durchführungsbestimmungen zur Verordnung über die Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien vom 13. März 1938 haben nicht nur die Bestimmungen über die laufenden Kinderbeihilfen eine wesentliche Erweiterung erfahren. Vielmehr sind auch Ausbildungsbeihilfen und Freistellen für Kinder kinderreicher Familien eingeführt worden. Durch sie wird gemäß den nationalsozialistischen Grundsätzen gesichert, daß begabte Kinder kinder- reicher Familien nicht hinter jenen Kindern zurückstehen müssen, deren Eltern alles für ein oder zwei Kinder verwenden können. Welche Voraussetzungen bestehen? Aus der Familie, für deren Kinder Ausbildungsbeihilfen gewährt werden sollen, müssen mindestens vier Kinder hervorgegangen sein. Stiefkinder, Adoptivkinder und Pflegekinder werden mitgezählt, Pflegekinder jedoch nur, solange sie im Haushalt der Pflegeeltern leben. Sonst ist es für die Gewährung der' Ausbildungsbeihilfen nicht notwendig, daß noch alle Kinder bei den Eltern leben, also ohne eigenes Einkommen sind. Eine Witwe oder eine andere alleinstehende Frau kann Ausbildungsbeihilfen auch schon bei weniger als vier Kindern erhalten. Im übrigen gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei den Kinderbeihilfen. Die Eltern müssen also deutsche Staatsangehörige, deutschen oder artverwandten Blutes, im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte und national gesinnt sein. Gemäß ihrem Vorleben, ihrem Leumund und ihrem Verhalten muß zu erwarten sein, daß das auszubildende Kind ein nützliches Glied der Volksgemeinschaft wird. Im gleichen Sinne besteht auch die Voraussetzung, daß das Kind selbst erbgesund und geistig wie sportlich entwicklungsfähig ist. Endlich hat die Gewährung der Beihilfe zur Voraussetzung, daß den Eltern nach ihren Einkommens- und Dermögensverhältniffen billigerweise nicht zugemutet werden kann, die Kosten der Ausbildung selbst zu tragen. In welcher Höhe werden Ausbildungsbeihilfen gewährt? Grundsätzlich kommen sie in Frage, falls die genannten Voraussetzungen vorliegen, beim Besuch von mittleren und höheren Schulen, National- politischen Erziehungsanstalten, Fachschulen, Berufsfachschulen und Hochschulen. Beim Besuch von mittleren und höheren Schulen sind dreierlei Beihilfen möglich: Zunächst Beihilfen in Höhe des zu zahlenden Schulgeldes, ferner Beihilfen für die Lebenshaltungskosten, wenn das Kind zum Zwecke des Schulde- fuchs nicht bei den Eltern wohnen kann, und endlich Beihilfen für Lehrmittel. Alle drei Beihilfen können gleichzeittg gewährt werden. Für die auswärtige Unterbringung des Kindes können bis zu 50 Mark monatlich gegeben werden. Wohnt das Kind zwar bei den Eltern, muß es aber täglich zur Schule fahren, so kann bei besonderer Bedürftigkeit auch der Ersatz der Fahrkosten als Beihilfe gewährt werden. Die Beihilfen für Lehrmittel können bis zu 30 Mark im Halbjahr gehen. Auch sie werden allerdings nur bei besonderer Bedürftigkeit zugebilligt. Beim Besuch einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt kann eine völlige Freistelle gewährt werden. Die mögliche Beihilfe ist also bann so hoch, daß aus ihr das Schulgeld, die Kosten für die Unterbringung, für die Lehrmittel und für die Ausrüstung des Kindes gedeckt werden können. Beim Besuch von Fach - und Berufsfachschulen sind zweierlei Beihilfen möglich. Einmal eine Beihilfe in Höhe der Lehrgebühren, jedoch bis zum Höchstbettag von 100 Mark für das Studienhalbjahr. Dieser Höchstbettag kann nur mit Genehmigung des Reichsfinanzministers überschritten werden. Muß das Kind außerhalb des Haushaltes der Eltern wohnen, so kann daneben noch eine Beihilfe für die Lebenshaltungskosten von 300 Mark für das Halbjahr zugesprochen werden. Die gleichen Beihilfen wie beim Besuch von Fach- und Berufsfachschulen kommen für das Studium an den Hochschulen in Frage. Hier jedoch bemißt sich die Beihilfe für die Lehrgebühren nach ihrer vollen Höhe, auch wenn sie 100 Mark im Studienhalbjahr überschreiten. Dann die letzte Frage: Wer kann den Antrag auf Ausbildungsbeihilfen stellen und wie ist er zu stellen? Antragsberechtigt ist der Unterhaltspflichtige, also in der Regel der Vater des Kindes. Auch das Kind selbst kann, wenn es volljährig ist, den An- trag stellen. Er ist für den Besuch von mittleren und höheren Schulen, Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, Fach- und Berufsfachschulen bis zum 1. März des Jahres, in dem das Schuljahr, für das die Beihilfe beantragt werden soll, beginnt, auf einem Formblatt bei der Schule zu stellen. Für das laufende Schuljahr 1938/39 kann der Antrag noch bis zum 3 0. Juni gestellt werden. Auf den Antrag hin prüft die Schule die Förderungswürdigkeit des Kindes und gibt bann den Antrag an das Finanzamt weiter, in dessen Bezirk sie liegt. Das Finanzamt prüft, ob die übrigen Voraussetzungen gegeben sind, und holt die Entscheidung des Oberfinanzpräsidenten ein, die es dem Antragsteller mitteilt. Das Finanzamt zahtt auch die Beihilfen aus. Beim Besuch von mittleren und höheren Schulen überweist es das Schulgeld an die Schule, die übrigen Beihilfen an den Antragsteller, beim Besuch von Nationalpolitischen Erziehungsanstalten die Ausbildungsbeihilfen an die Anstalt, die Beihilfen für Lehrmittel und Ausrüstung dagegen an den Anttagsteller und beim Besuch von Fach- und Berufsfach- schulen den gesamten Beihilfebettag an den Antragsteller. * Die Bewilligung von Beihilfen gilt jeweils für ein Schuljahr, beim Besuch von Fach- und Berufsfachschulen dagegen nur für ein Schulhalbjahr. Es ist also notwendig, daß dann jeweils ein Verlängerungsantrag gestellt wird. Soll eine Äusbildungsbeihilfe zum Hochschulbesuch beantragt werden, so ist der Antrag an das Finanzamt zu richten, in dessen Bezirk der Antragsteller wohnt. Beihilfen für den Hochschulbesuch werden er st malig für das Wintersemester 19 3 8/39 gewährt. Der Antrag muß dementsprechend rechtzeitig vor Semesterbeginn eingereicht sein. Dem Antrag sind beizufügen ein Lebenslauf, eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses, evtl, polizeiliches Führungszeugnis und gegebenenfalls eine Bescheinigung über etwa bisher bezogene Stipendien. Die Beihilfebewilligung gilt jeweils für ein Semester. Auch hier ist also ein Verlängerungsan- trag erforderlich, dem für die Beantragung weiterer Beihilfen zum Hochschulbesuch Fleißzeugnisse beigefügt werden müssen. Unterstützende Arbeitslosenhilfe. Die Handhabung der unterstützenden Arbeitslosenhilfe richtet sich nach der Verordnung vom 22. Dezember 1937. Zu ihrer Durchführung sind vom Reichs- und Preußischen Arbeitsminister gemeinsam mit dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern Durchführungsbesttrnmungen erlassen worden. / Grundsätzlich hängt die Arbeitslosenunterstützung von der Prüfung der Hilfsbedürfttgkeit ab.' Sei Arbeitslosen, die bereits für 36 Tage versicherungsmäßige Unterstützung bezogen haben, gilt dabei Artikel 2 Absatz 1 der Verordnung über die Höhe der Arbeitslosenunterstützung vom 3. Juni 1937. Für verheiratete Frauen gilt § 107 d des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Ferner fallen darunter die ehemaligen Soldaren und Arbeitsmänner, die nach dem zweiten Abschnitt des Gesetzes über Arbeitslosenunterstützung nach Wehr- und Arbeitsdienst vom 30. Sept. 1937 UHL Seilersweg Nr. 67 adlo Telephon Nr. 3170 eparaturen l897D ZU unterstützen sind. Bei Prüfung der Hilfsbedürftigkeit haben die Gemeinden und Gemeindeverbände die Reichsgrundsätze über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge vom 1. August 1931 zugrunde zu legen, und zyiar die Vorschriften über die allgemeine Fürsorge, außerdem § 15 der Reichs- grundsätze. Abweichend hiervon sind aber eine Reihe von Einnahmen der Arbeitslosen außer Ansatz zu lassen, die der Erlaß vom 8. Januar 1938 in 18 Punkten ?enau bezeichnet. Einige davon sind: Anrechnungs- reier Teil des Arbeitsverdienstes, Kriegsdienstrenten und -beihilfen, Pflegezulage, Führerhundzulage und Zusatzrente nach dem Reichsversorgungs- gesetz, Beihilfen an Kriegsteilnehmer, Verstümmelungszulagen nach den bestehenden Vorschriften, Veteranen-Unterstützungen, Chrensolde und Ehren- unterstützungen der NSDAP., Pflegegeld aus der Unfallversicherung, Unterstützungen, die auf Grund eigener Vorsorge für den Fall der Arbeitslosigkeit bezogen werden, Kinderbeihilfen, Leistungen der öffentlichen Fürsorge, Zuwendungen, die die freie Wohlfahrtspflege ober ein rechtlich ober sittlich nicht Verpflichteter zur. Ergänzung ber Arbeitslosenversicherung macht; in gegebenen Fällen mit den im einzelnen aufgeführten Maßgaben. Sehr wichtig ist sodann folgendes: Ist der Arbeitslose Mitglied einer Familiengemeinschaft (Haushaltungsgemeinschaft), so sollen die übrigen Mitglieder ihre Mittel und Kräfte im Rahmen des ihnen Zumutbaren zur Deckung seines notwendigen Lebensbedarfs zur Verfügung stellen, auch soweit sie nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts nicht verpflichtet find, ihm Unterhalt zu gewähren. Der so gewährte Unterhalt ist bei Bemessung ber Unterstützung zu berücksichtigen. Zur Familiengemeinschaft (Haushaltsgemelnschaft) in biesem Sinne gehören Ehegatten, Verwandte, Verschwägerte und Personen, die dem Arbeitslosen gegenüber eine sittliche Pflicht zur Unterhaltsgewährung haben. Bei Entscheidung ber Frage, inwieweit Unterhaltspflichtigen ober Mitgliebern der Familien- bzw. Haushaltsgemeinschaft die Unterstützung des Arbeitslosen zuzumuten ist, bleiben Bezüge außer Ansatz, wie sie in den oben erwähnten Punkten umschrieben sind. Die Verwertung von Vermögen des Arbeitslosen darf nur verlangt werden, wenn sie weder für ihn, noch einen feiner Angehörigen eine unbillige Härte bedeuten würde und auch nicht offenbar unwirtschaftlich wäre. Dabei ist die Lebenshaltung des Arbeitslosen zu berücksichtigen, Kleineres Vermögen, insbesondere Spargroschen, angemessener Hausrat, oder ein kleines Hausgrund- stück, das der Arbeitslose ganz ober zum größten Teil mit seinen Angehörigen bewohnt, haben außer Ansatz zu bleiben. Die Verordnung vom 22. Dezember 1937 hat zur Folge, baß die Bindung der Arbeitsämter und ihrer Spruchausschüsse an die Beurteilung der Hilfs- bebürftigfeit durch die Gemeinden und Gemeindeverbände beseitigt worden ist. Zwar haben die Arbeitsämter trotz dieser Loslösung von ber Beurteilung burch die Gemeinden und Gemeindeverbänbe auszugehen, besonbers beshalb, weil bie dafür maßgebenden Grundsätze bereits die üblichen Richtlinien ber allgemeinen Fürsorge überschreiten. Aber ben Arbeitsämtern obliegt darüber hinaus die Prüfung, ob die Beurteilung der sozialen Stellung des Arbeitslosen, ober ber vollen Erhaltung seiner Arbeitskraft gerecht wirb. In Einzelfällen können sie über bas gemeindliche Gutachten hinaus eine höhere Unterstützung festsetzen. Dabei können auch ber Fa-» milienstanb des Arbeitslosen, ein befonberer Bedarf pflegebedürftiger ober betagter Angehöriger, bie Erhaltung bes Sparsinns, ober sonstige Üm- ftänbe eine höhere Unterstützung geboten erscheinen lassen. In keinem Falle aber barf eine höhere Unterstützung bewilligt werden, als unter sonst gleichen Verhältnissen ohne Prüfung ber Hilfsbedürfttgkeit festzusetzen wäre. Während auf diese Weise einer wirklick^n Hilfst bebürftigfeit weitgehend Rechnung getragen wirb, kann anderseits einem Arbeitslosen die Unterstützung gekürzt ober versagt werden, soweit er siq infolge besonderer Umstände nichr braucht. MW WUckkflü» HoMuk haften eteU eine fteeondeee Haie! 3 große Stoff-Fenster geben Ihnen einen überzeugenden Eindruck von der prachtvollen Auswahl und Preiswürdigkeit unserer Dirndlstoffe und Vistramuslins der Schönheit und der Qualität unserer Klomplet- und Leinenstoffe der geschmackvollen Eleganz unserer bunten Seidenstoffe und Spitzen für NACHMITTAGS- und ABENDKLEIDER Ein modern geschultes Verkaufspersonal steht Ihnen bei j^dem Besuch mit fachlicher Beratung zurVerfügung Modehaus Carl Nowack Gießen Seltersweg 81 FJn def^ Bahnhöf Straße sTreibig GPESSEN k Genera IVertr. 1 finden Sie die 1 berühmten ■ iFirülb^il ■ Hartbrennholz ä Wagen 5 'JJiL, Anmachholz, ä. Wagen 6 Mk-, 1 Sack Anmachholz 1 9Jit. frei Keller. r92d J. Wellhöfer, Televbon 2313, Mark Str. 24. tij B » Leibbinden vom Fachmann K. Kling vorm. Heger Bandagist Marktftratzelll Kassenlieferant Damenbedieng. 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Nun sind die ersten Schultage vergangen. Die Kleinen haben sich an die neue Umgebung, an die Kameraden und auch wohl an den Lehrer oder die Lehrerin gewöhnt. (§ie fühlen sich in der Schule schon wie zu Hause. Der Außenstehende ahnt nicht, welche Mühe und Geduld ein Lehrer mit den Kleinen haben muß, bis sie endlich so weit sind, daß wirkliche Arbeit geleistet werden kann. Anderseits freilich hat der Elementarlehrer auch sehr viele frohe Stunden; denn in diesem Alter sind die Kinder noch sehr vertrauensselig, mitteilsam und dankbar. Ihr Mund steht nie still, und der Lehrer erlebt manches, das in andern Klassen nie vorkommen kann. Wenn so einige ältere Lehrer, die stets die Kleinen betreuten, zusammenkommen und erzählen, was in den ersten Wochen geschah, dann kommt matt oft.nicht aus dem Lachen heraus. Daß die Kleinen in ihrem Lehrer oder in ihrem „Fräulein." den besten Kameraden sehen, ist ganz natürlich und gibt der Arbeit in der ersten Klasse die wundersame Fröhlichkeit. Daß alle den Lehrer duzen, ist ebenso natürlich. Was die kleinen Herzen bewegt, wie sie sich das Leben vorstellen, kann man ganz unverfälscht und offen in der Elementarklasse hören, und es ist keineswegs so, daß die Kleinen nun alles kritiklos hinnehmen, was ihnen gesagt wird. Sie sind oft die schärfsten Kritiker und haben dabei die merkwürdigsten Einfälle. Einige kleine Erlebnisse aus einer Schule bei Gießen mögen hier folgen, um zu zeigen, in welchen Gedankengängen sich unsere Abcschützen bewegen. Die Kleinen haben eben ein Lied gesungen. Es klang freilich nicht gut. Aber es hat ihnen Freude gemacht. Da sagt einer ganz unvermittelt: „Herr Lehrer, ich kann aber auch schon pfeifen." „Gut, dann pfeife einmal!" sagt der Lehrer und stellt sich lächelnd vor den kleinen Kerl. Dieser versucht zu pfeifen, es geht aber nicht. Er spitzt den Mund und versucht es noch einmal, es will nicht klappen. Da sagt er ganz treuherzig zum Lehrer: „Ja, wenn du lachst, kann ich nicht pfeifen!" * Natürlich haben sich die Kleinen den Schulsaal samt dem ganzen „Inventar" genau angesehen. Der Lehrer hilft dabei und zeigt ihnen die verschiedenen Gegenstände, zuletzt auch die große Wandtafel. Daß man diese Tafel verstellen kann, interessiert die Buben sehr stark. Der Lehrer stellt sie ganz tief, daß sie nahezu die Erde berührt. Die Kinder gucken und staunen. Da sagt einer: „Gelt, Herr Lehrer, da hast du drauf geschrieben, als du noch ganz klein warst!" Und im Rechnen will's gar nicht klappen. Unwillkürlich fährt sich der Lehrer durch die Haare, kratzt sich und seufzt hörbar. Da sagt ein kleines Mädchen: „Herr Lehrer, hast du auch Läuse?" * Dann malen die Kleinen schon ein „i". Während des Schreibens stehen die Mäulchen auch nicht still. Gespannteste Aufmerksamkeit. Ein dicker Maurersohn, der wohl zu Hause einiges im Gespräch seiner Eltern aufgeschnappt hat, fragt plötzlich: „Wer verdient dann mehr Geld, ein Lehrer oder ein Maurer?" Der Lehrer erwidert: „Wenn der Maurer recht viel kann und fleißig ist, wird er wohl sehr viel Geld verdienen." Der kleine Kerl sagt darauf nach einigem Nachdenken: „Warum bist du denn kein Maurer gerporden?" * Die Hände eines Jungen waren alles andere als sauber. Der Lehrer gibt sich Mühe, dem Kleinen zu erklären, daß er sich waschen muß, nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Seife. Der Junge — . es war in einem oberhessischen Dorfe — schaut verständnislos 3U dem Worte Seife. Da fällt bem Lehrer ein, die Mundart zu gebrauchen^ das muß ja wohl jeder Lehrer irp Dorfe so machen, und er sagt: „Du mußt ,<5aafe< nehmen." Denn so heißt es ja oie- lerorts. Der Nachbarsjunge begreift plötzlich und sagt: „Herr Lehrer, ihr saht ja Saafe, des häißt doach Seefe!" Und während des Schreibens sagt einer auf einmal: „Gestern hatten wir daheim aber großen Krach. Mein Vater sagte zu meiner Großmutter: Wenn du jetzt nicht das Ätaul hälft, schmeiß ich dir die Kaffeekanne an den Kopf!" Der Lehrer will nicht haben, daß die Kinder aufmerksam werden und sagt: „Erwin, du erzählst uns ja Räubergeschichten". Da steht der Junge auf und sagt mit dem Brustton der Ueberzeugung: „Es ist, weiß Gott, wahr! Herr Lehrer!" ♦ Die Kinder bringen dem Lehrer Sträußchen mit, auch hier und da einen Apfel. Ein Kleiner, der auch gern etwas schenken möchte, sagt: „Morgen bringe ich dir aber eine Gans mit". Im Schulgarten. Ob der Lehrer zufrieden ist? (Aufnahmen (61: Neuner, Gießener Anzeiger.) ) Der Lehrer lacht, und am andern Tage erinnert er den Kleinen daran. Doch dieser erwidert ganz kleinlaut: „Sie ist wieder gesund geworden!" Ein kleiner Junge will sich gar nicht fügen. Er verwechselt immer noch den Schulsaal mit der Straße, läuft von seinem Platz, spielt und will scheinbar gar nicht schreiben. Da muß schließlich der Lehrer energisch werden, als alles Mahnen nichts hilft. Der Kleine schaut zunächst etwas verdutzt, als er seinen Klaps bekommt, dann aber steht er auf, faßt den Lehrer am Rock und sagt ganz aufgeregt: „So, jetzt komm ich dir nicht mehr in die Schule, das hast du davon!" Unter den Frühlingsliedern wird auch das bekannte „Winter, ade, Scheiden tut weh!" gesungen. Da fällt dem Lehrer ein, doch zu prüfen, was sich die Kleinen wohl unter dem Wort „Scheiden" oor- ftelleji, Ein kleiner Bub beantwortet seine Frage so: „Gestern haben wir, unser Karl und ich, die Scheiter (Holz!) gelegt. Da hat mir der Karl eins an den Kopf geworfen. Das hat sehr weh getan!" * Hebung am Lesekästchen. Die erste Schreibprobe. B Daß auch unsere Jüngsten gar oft scharf nachdenken, zeigt folgender Einwand eines Siebenjährigen. Die Schöpfungsgeschichte wurde erzählt. Es wurde erwähnt, daß Gott sprach: Es werde Licht! Dann weiter: „Gott schuf Sonne, Mond und Sterne." Da fragte der kleine Bub: „Woher kam denn das Licht, als die Sonne noch nicht da war?" ♦ Als gelegentlich die Vor- und Zunamen besprochen wurden, fragte derselbe Junge: „Wie heißt denn der liebe Gott mit dem Vornamen?" * Daß es bei der Erzählung der biblischen Geschichten gar oft die merkwürdigsten Stilblüten gibt, soll hier auch erwähnt werden. Echt oberhessisch ist der Satz, ber von der Vertreibung aus dem Paradies handelt. Da erzählte ein Mädchen: „Mit (Dummern (Gurken!) sollst du dich nähren dein Leben lang!" (Mit Kummer!) ♦ Zwei Buben sind aneinandergeraten. Parteien bilden sich. Der eine hat dem andern einfach ins Gesicht gespuckt. Da ereifern sich seine Freunde und sagen: „Spuck ihn doch auch voll!", worauf der an- Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 22. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Marga selber schaut gelassen von einem zum anderen. Was haben sie denn auf einmal alle? Warum ist es denn so wichtig, ob sie schlafen geht oder nicht? Allerdings: was ist denn, bitte, in diesem entzückend geruhsamen, altväterischen, überorganisierten und geordneten Haushalt nicht wichtig? „Ich glaube, ich werde Heber nicht schlafen gehen", sagt sie bann. Die Wirkung ist verblüffenb. Wie Puppen eines Marionettentheaters, beren still hangenbe Drähte plötzlich jemand mit den Händen berührt, so geraten die vier Menschen um sie herum jetzt in Bewegung: Der Doktor murmelt etwas von viel Vergnügen, rafft eilig die Sonntagszeitung auf und klatscht die Tür hinter sich zu. Monika fängt unter Verwünschungen den umhertobenden Seppl em und verschwindet dann ebenso eifrig, den Hund und ein Buch unter den Arm gepreßt. Und Tante Martha rennt nach Margas Wildlederjacke, well sie keinesfalls ohne etwas Warmes hinausdürfe, und räumt Dann in rasender Hast die letzten Ueberbleibfel vorn Essen, Servietten, ein Weinglas, ein paar-unbenutzte Löffel und die Klammer, mit ber ber Doktor sich sonst immer bie Serviette um ben Hals herum festmacht, zusammen, um bann mit einem zärtlichen unb irgenbroie oerftänbnisinnigen Blick auf SDlarga, auch bavonzulaufen. Die zwei Zurückgebliebenen sehen sich etwas verlegen an. ,,Da stimmt was nicht", sagt Marga bann nachdenklich. Aber Lenzsch lächelt nur. „Komm, mein Kind, gehen wir also ein bißchen in den Garten", sagt er dann unb will Marga unterfassen. Aber Marga winkt ab: „Nee, laß mal. Unb wenn Sie sich unterstehen, Walter, unb roieber bu sagen, so gibt’s was! Ich bin fähig unb hole ben Gartenschlauch." „Auch bas wirb meine Begeisterung für dich Vicht abflauen lassen," „Huch nein, wie heroisch!" Das soll nur spöttisch klingen, aber es klingt ausgesprochen böse. Marga weiß selbst nicht, warum. Sie pfeift Tapsy und läuft mit ihm an Walter Lenzsch vorbei in den Garten. Der schaut verstohlen auf die Uhr: Mindestens zwei Stunden lang gehört jetzt Marga Montwill ihm allein, denn vor vier wird sich niemand von den Hammerbachers zeigen. Und bis dahin... Eine knappe Viertelstunde später wirft oben in seinem Zimmer der Doktor wütend die Decke beiseite: Zum Kuckuck noch mal, daß er heute absolut nicht einschlafen kann! Aber wahrscheinlich ist das alberne Hundevieh unten im Garten daran schuld; man hört es ganz deutlich herumrasen Der Doktor setzt sich auf unb lauscht hinaus, die Arme auf die Knie gestützt, bie Fäuste gegen bas Kinn gepreßt. Wenn man sehr aufpaht, kann man von unten herauf auch Stimmen hören. Da, jetzt zum Beispiel, bas ist bas alberne Lachen vom Lenzsch. Unb bas jetzt, bas ist Marga Montwill. Er steht auf unb geht ans Fenster unb schaut hinunter, ohne bie Garbine zurückzusch eben. Unnötig, baß bie ba unten ihn sehen. Ganz unnötig Ja, ba steht also Marga Montwill in ihrer grünen Jacke gegen bie Gartenmauer gelehnt, die ben Garten gegen bas Nachbarhaus hin abschließt, unb vor ihr hockt Tapsy. Vor beiben steht Lenzsch. Hm. Wie großartig ber basteht, bie Arme verschränkt unb bie Beine auseinanber, wie ein alter Reitergeneral. Hm. Unb wie er rebet! Unb jetzt rast Tapsy roieber los unb schleppt einen abgebrochenen großen Ast herbei unb rammt ihn seinem Frauchen beinahe in ben Magen Aber bas Frauchen beachtet ihn gar nicht; sie schiebt ihn nur ganz gebantenlos beiseite, bie Augen unaufhörlich zu Lenzsch hin geroenbet. Wenn man bloß wüßte, was biefer Lenzsch immer zu quatschen hat. Unb übrigens, mehr Haare auf bem Kopfe als man selbst hat dieser Lenzsch eigentlich auch nicht, Kehr spärlich Unb in zwei, brei Jahren erfreut er sich wahrscheinlich einer ganz hübschen Platte. Na, schadet ihm nichts, dem Kümmerling! Hoppla, was wirb jetzt aber bas? Marga Mom- will legt plötzlich beibe Arme 4im Lenzsch unb brückt zu allem Ueberfluß auch noch ben Kops gegen seinen verflixten Eierschädel. Und Tapsy spring: wie verrückt an beiden hinauf und jault unb stellt sich an wie ein wilber Löwe. Ja, sollte bas vielleicht schon ... ? Aber bas wäre boch ... ! „Monika! Monika!" brüllt ber Doktor unb rast aus bem Zimmer, hinüber zu Monikas Zimmertür. „Monika! Wo steckst bu benn?" Aus Monikas Zimmer kommt eine bünne unb gelassene Stimme: „Hier. Was ist benn? Was schreist bu benn so?" Der Doktor bleibt stehen unb streicht sich einmal mit beiden Händen über ben heißen Schäbel. „Komm mal raus. Komm mal zu mir herüber. Aber sofort." Dann rennt er aufgeregt in seinem Zimmer zwischen Tür unb Fenster hin unb her, ohne den Mut zu haben, einen zweiten Blick auf das „Paar" im Garten zu werfen. Als Monika bann — enblich, für fein Gefühl — erscheint, fährt er sie wütenb an: Was bas benn für eine Manier sei, ben Gast so ganz unb gar bem Blöbling von Lenzsch zu überlassen! Ob sie nicht einmal wisse, was sie, als Tochter bes Hauses, ihrem Gast schuldig sei?' „Meinem Gast, Papa? Ich glaube, ich habe mit Fräulein Montwill am wenigsten zu tun'" „Das entzieht sich, glaube ich, deiner Beurteilung", brüllt aufgebracht ber Doktor, „unb wenn ich mir zehn Hottentotten einlabe, so hast bu trotzbem gewisse Verpflichtungen als Tochter bes Hauses. Verstauben? Unb bitte, schau bir bas an, ba steht bas arme Fräulein Montwill unten im Garten herum, holt sich kälte Füße unb amüsiert sich aus lauter Langeweile mit ihrem Hunb. Das kann sie auch in Berlin, liebes Kinb, sich mit ihrem Hunb amüsieren. Verstauben? Also mach, baß bu runter- Eommft unb kümmerst bich um sie!" Monika ist ans Fenster getreten unb schaut hinunter — ebenfalls, ohne bie Gardine beiseitezuschieben. Unnötig, daß bie ba unten sie sehen Ganz unnötig. Der Doktor wartet gespannt eine Sekuube; Monika, am Fenster, starrt hinunter unb rührt sich nicht. „No?" ermuntert er bann. „No? Wirb's balb?" Da breht Monika sich langsam um „Lieber Papa", sagt sie leise unb mit einem beutlicheu Zittern in ber Stimme, „bu weißt ebensogut wie ich, unb ich habe es bir heute schon einmal gesagt, baß die da unten mich absolut nicht brauchen. Die sind viel lieber allein, unb ich habe auch keine Lust, bas britte Rab am Wagen zu sein." Der Doktor schnauft ein paarmal tief unb heftig. „Drittes Rab am Wagen, brittes Rab am Wagen", wieberholt er bann mit etwas gebämpfterer Stimme unb schiebt mit einem energischen Ruck einen Pantoffel beiseite, ber ihm im Wege liegt, „brittes Rab am Wagen — so ein Blobsinn, so ein Unsinn! Hach, was für alberne, verbohrte Geschöpfe werbet boch ihr Mäbel aus ber Kleinstabt! Du benfft immer gleich, wenn zwei sich mal umarmen, ober wenn zwei mal mehr als zehn Worte miteinanber zu reben haben, bie haben was miteinander! Jawohl, kein Wiberspruch, so blöb bist bu! Unb weil sich bie zwei ba unten jetzt gerade mal um ben Hals gefallen finb ..." „Sie finb sich ja gar nicht um ben Hals gefallen." „Jawohl finb sie sich um ben Hals gefallen! Jawohl! Ich hab's boch mit meinen eigenen Augen gesehen. Du wirst mich boch nicht Lugen strafen wollen. Unb wenn bu es nicht gesehen hast, so hast bu eben Glück gehabt..." Er bricht erschrocken ab unb fährt sich mit beiden Hänben über ben Kopf: „Ich meine, ich wollte sagen: so bist bu eben nur zu spät gekommen. Aber bas ist ja auch ganz egal. Die Hauptsache ist..." Er schöpft Atem unb wirft feiner Tochter einen beinahe verlegenen Blick zu und fährt bann viel leiser fort: „Die Hauptsache ist, ich meine, wenn Zwei mal miteinanber intim tun, so braucht ba noch lange nichts babei zu sein. Du kannst ruhig hinuntergehen, Moni, unb kein Mensch wird behaupten, baß bu das britte Rab am Wagen bist." Monika schluckt bebenklich: „Aber in biesem Falle bin ich's bestimmt, Papa!" Wieber entsteht eine lange Stille Der Doktor geht unruhig im Zimmer auf unb ab. Monika zer- breht ihr Taschentuch zwischen ben Hänben unb hat ein nervöses Zittern um bie schmalen Nasenflügel. Dann bleibt ber Doktor stehen. „So", sagt er langsam, „so... Unb bann sage ich bir, baß, wenn bu wirklich bas dritte Rad sein solltest, daß es bann beine eigene Schulb ist." Monika reißt erstaunt bie blauen Augen auf: „Meine Schulb Aber erlaube mal!" (Fortsetzung folgt.) dere sagt: „Fällt mir nicht ein, ich hab doch einen I auf, und da sahen wir, daß oben keine Zähne drin Zuckerstein im Maul!" | waren ..." * Aus aller Wett. Aus der engeren Heimat erlag. Landkreis Gießen. Wirtschaft die wieder auskommende starke Ge chästsstille führte Allerlei Unfälle. Der 33 fort. Die Gange. Ferner werden zur Zeit noch an Wohnhäusern und Stallungen im So Bekämpfen Sie Öen Zahnstein einfach beim Zahnepuhen! Theater für 65 Gemeinden. Neue Aufgaben für die „Rhein-Mainische Landesbühne". Andere sind im Streit, wer am meisten in der Welt zu sagen hat. (Eine sehr wichtige Frage für die Sechsjährigen!) Da sagt einer, der es ganz sicher weiß: ,Zuerst kommt der liebe Gott, dann der Lehrer, dann mein Vater!" Wenn der Schulrat kommt, da geschieht natürlich mancherlei, denn ob da vorn der Lehrer, der Schulrat oder irgendein „Hoher" steht, das ist den Kleinen ganz einerlei. Und so sagt auch ein kleiner Knirps, dem eben der Griffel von der Bank gefallen ist, ganz treuherzig zum Schulrat: „Du, heb mir mal meinen Griffel auf!" Was natürlich auch geschah. Anschauungsunterricht ist ja bei den Kleinen sehr nötig. Mit Bildern ist da nicht viel zu machen. Am besten geht man gleich an die Quelle. Wir sprechen nicht vom Müller, ohne in der Mühle gewesen zu sein, wir schauen dem pflügenden Bauern zu, wir gehen zum jßärtner, zum Schmied usw. ufw. So war auch der Lehrer mit den sechsjährigen Stadtkindern draußen auf einem Bauernhof. Er zeigte ihnen alles, auch den Stall und das Vieh. Am anderen Tage erzählte ein Junge: „... dann gingen wir in den Stall. Da waren vierzehn Kühe drin, und ganz hinten in der Ecke stand ein junges Kälbchen. Da ging der Lehrer hin und riß das Maul Eichendorfs, „Glaube und Heimat" von Schönherr und das „Musikantendorf" von ßorery. Die Befudjeror ganif ation in den einzelnen Städten liegt in den Händen der NS.-Gemeinschaft ,Lraft durch Freude". Die von KdF. in der Durchführung begriffene Saal-Beschaffungsaktion kommt in erster Linie auch der „Rhein-Mainischen Landesbühne" jugute. Sind doch in vielen Fällen die Saal- und Bühnenverhältnisse sehr unzureichend. Hier liegt auch die größte Schwierigkeit für die Herstellung der Dekorationen, die zugleich auf- die kleinste Bühne in Friedberg pnd die größte in Worms passen müssen. Man hilft sich hier mit genau berechneten Aufsatz- und Einsatz-Stücken. gönnen worben, einige Umbauten burchgeführt. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm auf allen Gebieten einen überaus ruhigen Verlauf, da Aufträge nach keiner Richtung hin Vorlagen. Die Kulisse übte mit Rücksicht auf den Wochenschluß Zurückhaltung. Trotz der Stille war die Haltung behauptet, und die meisten der nur wenigen notierten Papiere lagen unverändert. Kleine Veränderungen zeigten u. a. MAR. mit 136,50 (137), BMW. mit 160,25 (160), Bem- berg mit 150 (150,25), Berger mit 158 (157,75), Conti Gummi mit 204 (204,50), Demag mit 148,13 (148,50), Deutsche Erdöl mit 143,50 (143,13), Schöf- ferhof mit 191,50 (191), Verein. Stahl mit 108,90 (109) und Rheinmetall mit 146,40 (146,50). Holz- mann notierten gegen Einheitskurs vom Mittag 1 v. H. fester mit 166,50, andererseits gaben Geffürel auf 147 (147,75) nach. Die Farben-Aktie lag bei sehr kleinem Geschäft mit 158,25 unverändert, ebenso Adlerwerke mit 121, AEG. mit 124,50, RWE. mit 124,50, Metallgesellschast mit 138, Moenus mit 135, Scheideanstalt mit 249, Hapag mit 77 und Bankaktien. Renten waren geschäftslos. Einzig notiert wurden nur 4xk v. H. Harpener Bonds mit 126 (126,13). Kommunal-Umschuldung nannte man wie mittags nyt 96,25. Briefkasten der Redaktion. L. A. L. Der Milchverkauf in verseuchten Gebieten ist in § 48 des Reichsviehseuchengesetzes folgendermaßen geregelt: Das Weggeben roher Milch aus Sammelmolkereien und die sonstige Verwertung solcher Milch können in Zeiten der Seuchengesahr und für deren Dauer verboten werden. Ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche festgestellt, so muß das Weggeben von Milch aus dem Seuchengehöft an die Bedingung der vorherigen Erhitzung bis zu einem bestimmten Wärmegrad und für eine bestimmte Zeitdauer geknüpft werden. Kann eine wirksame Erhitzung nicht gewährleistet werden, so ist das Weggeben von Milch aus dem Seuchengehöft zu verbieten. Für die Abgabe von Milch an Sammelmolkereien, in denen eine wirksame Erhitzung der gesamten Milch gewährleistet ist, können Ausnahmen zugelassen werden. Für Gehöfte, in denen die Seuche nicht herrscht, die jedoch in einem Sperrgebiet liegen, können die nach Abs. 2 zulässigen Anordnungen getroffen werden. Zuwiderhandlungen werden gemäß § 74 Abs. 3 des Gesetzes mit Gefängnis bis zu zwei Jahren ober mit Geldstrafen von 15—3000 RM. bestraft. Auto - Wellblech - Garage. Zur Ausstellung eines Auto-Garage aus Wellblech ist die Genehmigung der Baupolizei ^forderlich, werben im Sommer in Alzey „Der Wider- NS.-Gemeinjchaft „Äraff durch Freude". Theatervorstellung. Samstag, den 14.2Hai 1938, 20 Ahr: Große SdF.-Miete, Gruppe I (16. Vorstellung) statt „Scharnhorst" „Lin Glas wasser", Lustspiel. Karten zu 90 Pf. und 1,— RM. sind in der Kar- tenverkaufssielle, Seltersweg 60, erhältlich. 32350 Omnibusfahrt nach Auerbach am 15. Mai 1938 fällt aus. 33480 Und einige Jahre später. Die Kinder sollen nun zu ihrem Lehrer „Sie" sagen. Ein Junge duzt ihn aber munter weiter. Da bekommt er eine Hausarbeit, fünfzigmal zu schreiben „Wir sollen zu un- serm Lehrer Sie sagen". — Der Vater überrascht den Jungen, als er die Strafarbeit schreibt und sagt: „Du Lausbub, du sagst wohl noch Du zum Lehrer. Jetzt schreibst du es nicht fünfzigmal, sondern hundertmal!" Am andern Morgen sieht der Lehrer die Strafarbeit nach, zählt und schaut erftaurft nach dem. Jungen. Da sagt dieser: „Gelt, da guckst du!" H. . Jahre alte Arbeiter Karl Krämer in Steinbach stürzte beim Aufbau eines Gerüstes so unglücklich ab, daß er mit einem Beinbruch nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte. — Beim Schießen nach Spatzen hantierte ein 25 Jahre Rhein-Mainische Börse. Millagsbörse: weitere Erholungen. Frankfurt a. M., 13. Mai. Wenn sich auch die von der Kundschaft erteilten Aufträge weiterhin in engen Grenzen hielten, so zeigte die Börse an den Aktienmärkten doch eine weitere Erholung, da Abgaben aus den bekannten Quellen nur noch ganz vereinzelt vorgenommen wurden uno auf eine wesentlich gebesserte Aufnahmeneigung stießen. Die weitere Entwicklung der Kurse wird aber nach wie vor von der Kundschaft abhängen. Bei den letzttägigen Anschaffungen handelte es sich schließlich zumeist um Eindeckungen der Kuli se. Die Umsätze blieben somit auch heute wieder ehr gering, und Mainische Landesbühne" an mehreren Spielstätten Gau Hessen-Nassau Freilichtspiele durchführen. In der Nacht zum Freitag fuhr in der Nahe von Beltershain (Kreis Gießen) ein mit drei Personen besetztes Personenauto gegen einen Baum. Von den Insassen wurde einer so erheblich verletzt, daß er nach Gießen in die Klinik eingeliefert werben mußte. Die beiben anberen Mitfahrer kamen mit leichten Verletzungen davon. Ein anderes Auto nahm die Verletzten und den beschädigten Wagen mit sich Ermittlungen der Gendarmerie sind im heftiges Erdbeben in Reu-Gninea. Die Südostküste von Neu-Guinea wurde durch ein starkes Erdbeben heimgefucht. In Sala- maua wurde die Uferstraße von einer Reche hoher Flutwellen überdeckt, und die Lagerhäuser wurden zum Teil beschädigt. Starke Erdbeben werden auch aus dem Golfgebiet Bulolo gemeldet. Verluste an Menschenleben scheinen nicht zu verzeichnen zu sein. Die Erdbeben waren so stark, daß der Seismograph des Observatoriums in Sidney außer Betrieb ge- etzt wurde. — Minister Hughes begibt sich demnächst nach Neu-Guinea, um persönlich die Ent- cheidung über eine Verlegung der Hauptstadt des Mandatsgebietes von Rabaul nach einem anderen Ort zu treffen. Rabaul ist wiederholt von starken Erdbeben betroffen worden. Rätselhafter Fund im Wartesaal. In Villafranche-sur-Mer an der Gote d'Azur wurde von einer Reisenden, die mit dem italienischen Dampfer „Conte di Savoia" aus Neuyork angekommen war, im Wartesaal des Hafenbahnhofs eine Hutschachtel liegengelassen. Als man diese öffnete, fand man darin neben mit Blut befleckten Kleidungsstücken und schmutziger Wäsche auch Schmucksachen im Werte von einer Million. Von der Besitzerin des Paketes ist keine Spur mehr zu finden. Großer heibebrand bei Lingen. Aus bisher noch unbekannter Ursache brach im Eiberger Moor bei Lingen ein großer Heide- brand aus, der durch den herrschenden Wind spenstigen Zähmung" gespielt, in Weilburg auf Dem Schloß Schillers „Räuber" und ebenfalls „Der Widerspenstigen Zähmung". Auch die Burgfestspiele in Eppstein werden von der Rhein-Mainischen Landesbühne übernommen. In diesem Sommer werden „Die Räuber" und „Der Widerspenstigen Zähmung" aufgeführt. Weiter wird auf dem Dillenburger Schloß die „Rhein-Mainische Landesbühne" im Sommer spielen, ferner sind in Hadamar Freilichtspiele geplant. Für Freilichtaufführungen vorgesehen^ sind noch „Die Freier" von _ [ SO.CM solche Ausmaße annahm, daß die Feuerwehr aus Emsbueren nicht mehr des Feuers Herr zu werden vermochte. Tausende von Morgen Heide und kleinere Waldbestände wurden ein Raub der Flammen. Da dringende Gefahr bestand, daß auch die riesigen und uralten Wäldbestände bei Meppen in Mitleidenschaft gezogen wurden, alarmierte man Truppen der Garnison Lingen. Nach Stunden war die Gefahr beseitigt und bas Feuer so gut wie gelöscht. Schwere Dürre-Schäden in der englischen Landwirtschaft. Seit Monaten bereits leidet ganz England unter einer unnatürlichen Dürre, die der Landwirtschaft bereits Riesenschäden gebracht hat Die Schäden sind gebietsweise dadurch verstärkt worden, daß der Obstansatz unter Nachtfrösten erheblich gelitten hat. Wegen der Trockenheit sei bereits an die Öffentlichkeit appelliert worden, den Wasserverbrauch einzuschränken. „Daily Telegraph" berechnet die Dürre-Schäden in der Landwirtschaft aus 200 000 Pfund/ Insgesamt sei bereits ein Schaden von 10,5 Millionen Pfund (130 Millionen Mark) entstanden. Zwei Paddler ertrunken. Zwei junge Männer unternahmen mit einem Paddelboot eine Fahrt auf dem Schweriner See. Infolge des böigen Windes und starken Wellenganges kenterte das Boot, und die beiden Insassen ertranken. Die Leichen konnten bisher noch nicht geborgen werben. EickWaggonmitOelfäfferninKlammen LPD. Aßlar, 13. Mai. Ein auf der Rampe des Bahnhofs abgestellter Eisenbahnwaggon, in dem sich Del f äff er befanden, stand plötzlich in hellen Flammen. Das Feuer hatte innerhalb weniger Minuten auf den nebenstehenden Güterschuppen übergegriffen und drohte ein größeres Ausmaß anzunehmen. Nur dem Zugreifen einiger beherzter Männer, welche sofort bte Situation erkannten und den Waggon auf dem Gleis weiterschoben und so außer Reichweite des Güterschuppens brachten, ist es zu verdanken, daß der Güterschuppen nicht gleichfalls ein Raub der Flammen wurde, sondern mit leichten Brandspuren davonkam. Tod durch Stich ins Ohrläppchen. LPD. Dieburg, 13. Mai. Noch immer herrscht die Unsitte bei Frauen und jungen Mädchen, für Ohrringe ein Loch durch bi e Ohrläpp - ch e n stechen zu lassen oder selbst durchzubohren, obwohl die modernen Ohrringe durchweg nur an- geschraubt werden. Eine 27jährige Frau in Dieburg hatte die bereits gestochenen Öffnungen für Durch- steckohrringe nachgestochen, woraus sich eine Blutvergiftung entwickelte, der die junge Frau, Mutter von zwei Kindern, trotz ärztlicher Hilfe^ Kreis Alsfeld. □ Alsfeld, 11. Mai. Gestern wellte der stellv. Präsident der Reichspostdirektion Frankfurt a. M-, Böttcher, mit seinem Mitarbeiterstabe in Alsfeld, um bei einem Betriebsappell des P o ft a m t s dem Betriebsführer, Oberpostmeister Rehm, und seiner Gefolgschaft die Glückwünsche für die am 1. Mai erhaltene Auszeichnung — bas Diplom für hervorragende Leistungen nationalsozialistischer Betriebsführung — zu überbringen. Anschließend wurden das Rathaus unter Führung von Bürgermeister Dr. Bölling besichtigt, ebenso die alten historischen Baudenkmäler der Stadt. Weiterhin statteten die Gäste dem gleichfalls am 1. Mai mit dem Gaudiplom ausgezeichneten Betriebe der Firma Hutfabrik Rockel & C o. einen Besuch ab, wo ihnen unter sachkundiger Führung die Entstehung der Huterzeugnisse gezeigt wurde. Kreis Wetzlar. * Fellingshausen, 11. Mai. Am vorigen Sonntagabend veranstaltete der hiesige Gesangverein ,L o n k o r b i a" im Saale der Gastwirtschaft von 5)aus ein Konzert, bas durch die Mitwirkung von Mitgliedern des M u s i k z u g e s der SA. - Standarte 116 Gießen verschönt wurde. Nach der Begrüßungsansprache durch Chorleiter Eisbein leitete das Orchester den Abend mit schneidiger Marschmusik ein. Die .Konkordia" brachte sodann, umrahmt von ausgezeichneter Orchestermusik und eolobarbietungen, eine Reihe von Chören und Volksliedern zu Gehör, die sämtlich für bas hervorragende Können des Vereins eindrucksvoll Zeugnis ab legten uni) wohlverdienten Beifall fanden. Das Konzert fand in der üblichen Weise seinen Abschluß. Hierauf blieb man noch einige «tunten in froher .GefEgM beijammen. (D Lollar, 13. Mai. Die Kriegerkarne- radschaft Lollar veranstaltete im Vereinslokal einen Kameradschaftsabend. Kameradschaftsführer Säubert gedachte dabei der großen Ereignisse der letzten Zeit. Alsdann wurden verschiedene ge- chäslliche Angelegenheiten erledigt, in deren Mittelpunkt die Beschlußfassung über die Teilnahme der Kameraden am Reichskriegertag, dem Bezirkskrie- qertag in Lang-Gons und dem 116er-Tag in Gießen fand. Zum Schluß hörte man die Rundfunkrede des Reichskriegerführers Generalmajors a. D. Reinhard. Mit dem Seg-Heil auf den Führer und den beiden Nationalhymnen schloß der Abend. △ Lollar, 13. Mai. Nachdem schon im vorigen Jahre hier zur Förderung der Seidenraupenzucht eine Maulbeerbaum Pflanzung angelegt Worten ist, würben nun dreihundert weitere. Maul- beerbäumchen gepflanzt. Demnächst soll auch mit der Zucht der Seidenraupen zunächst versuchsweise begonnen werden. # Mainzlar, 14. Mai. Am kommenden Dienstag, 17. Mai, kann der Arbeitskamerad Ernst Pfeiffer aus Treis a. d. Lda., beschäftigt als Feuerfestformer bei den hiesigen Didierwerken, auf eine 2 5jährige Tätigkeit in diesem Betriebe zurückblicken. Wir gratulieren. # Daubrinaen, 13. Mai. Hier wurde von der NS.-Frauenschaftsleiterin eine Kinder- gruppe des Deutschen Frauenwerks gegründet, der etwa 50 sechs- bis achtjährige Kinder beitraten. Die Leitung der Kindergruppe hat das Frauenschaftsmitglied Toni Geißler. # Staufenberg, 13. Mai. Die Bautätigkeit ist zur Zeit hier sehr rege. Außer zwei Wohnhäusern ist bei einem weiteren Wohnhausneubau bereits mit den Ausschachtungsarbeiten be« Ratsherrenfihung in Alsfeld. △ Alsfeld, 11. Mai. In der jüngsten Sitzung gelangte der Voranschlag des Hospital- fonbs für bas Rechnungsjahr 1938 zur Vorlage. Dieser umfaßt die Verwaltung des Stiftungsver- mögens Hospital. Der Haushaltsplan bewegt sich mit 3360,06 RM. in Einnahme und Ausgabe und wird in dieser Hohe genehmigt. Die seitherige ge- 1 änderte Verwaltung des Armenfonds fällt vom Rj. 1938 weg und wird künftig an den städtischen Haushaltsplan angeschlossen. Hinsichllich für bas Rechnungsjahr 1938 wirb beschlossen, wiederum, wie in den Vorjahren, zu dem Wassergelb nach Einschätzung und Wassermesier einen Zuschlag von 50 v. H. zu erheben. Hieraus gelangt die Vorlage über die Festsetzung der H e b e s ä tz e der G r u n b ft e u e r für das Rechnungsjahr 1938 zur Beratung. Unter Berücksichtigung bes Veranlagungssolls für die kommunale Grundsteuer bes Rj. 1937 und der staatlichen Grundsteuer des Rj. 1936 und der nach dem Grundsteuergesetz zu berücksichtigenden Ab- und Zuschreibungen werden die Hebesätze wie folgt festgesetzt: Für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe 160 d. S).; für die Grundstücke (Gebäude usw.) 100 o. H. der Steuermeßbeträge. Der Hundertsatz der Grundsteuer für steuerbegünstigten Neuhaus- besitz innerhalb des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens wird auf 50 festgesetzt. Die Gebühren für be n städtischen Schlachthof für bas Rechnungsjahr 1938 werben auf Grund ber vorgelegten Gebührenordnung in derselben Hohe wie im Vorjahre festgesetzt. Erbauung einer Kreisdirektordienstwohnung: 'Das im ehemaligen, von der Stadt erworbenen Kasinogebäude seither untergebrachte staatliche Gesundheitsamt muß anderweitig verlegt werden, um das genannte Gebäude als HI.-Heim umzugestalten, wozu es erworben worden ist. Außerdem bedürfen die Diensträume des Kreis- amts, die unzureichend sind, einer Erweiterung, besonders auch im Hinblick auf den Uebergang einer Anzahl Gemeinden des Kreises Schotten auf den Kreis Alsfeld. Hierdurch ergibt sich die Notwendigfeit, die Räume der gegenwärtigen Dienstwohnung des Kreisbirektors für Bürozwecke in Anspruch zu nehmen, wodurch die Erbauung einer neuen Dienstwohnung erforderlich wird. Diese soll unmittelbar neben dem Kreisamtsgebäude erstellt werden. Hierzu ist erforderlich, daß die im Ortsbauplan bereits dort vorgesehene Straße bis- zur Hersfelder Straße durchgeführt wird. Auf Anregung des Kreisamts wird beschlossen, bas erforderliche Gelände zur Herstellung der Straße zu erwerben. Gleichzeitig wird die Kanalisierung ber betreffenden Straßenstrecke und ber Ausbau der Straße beschlossen. Mit dem Auto gegen einen Baum. Frankfurt a. M., 11. Mai. (Lpd.) Mit ber Gründung des Rhein - Mainiscken G e - meinde-Kulturverbandes ist das Frankfurter Künsllertheater Rhein-Main auf eine neue Basis gestellt worben und hat neue Aufgaben erhalten. Während die Rhein-Mainische Wanderbühne bisher mit 2 Ensembles als Künsllertheater Rhein-Main und „Westmark - Landestheater" in über hundert Städten spielte, die mehreren Gauen angehörten, wirb mit Beginn bet kommenden Spielzeit im Herbst das Rhein-Mainische Künstlertheater nur noch im Gau Hessen- Nassau spielen. Der Gau Koblenz-Trier hat ein eigenes Theater für seinen Bezirk gegründet. Das bisherige Künsllertheater Rhein-Main erhält nunmehr die Bezeichnung „Rhein-Mainische Landesbühne" und wirb zunächst 65 Gemeinden bespielen. Diese Zahl wirb sich sväter noch erhöhen. In 20 ©emeinben wird die Ryein-Mainische Landesbühne regelmäßig jeden Monat eine ober zwei Vorstellungen geben. Damit sind 20 bis 22 Tage des Monats besetzt, die restlichen 8 bis 10 Tage entfallen auf die oerbleibenben 45 Gemeinden. Die kleineren Gemeinden werben nur in größeren Abständen den Besuch der Landesbühne zu erwarten haben. Zu den regelmäßig bespielten Orten zählen Höchst, Offenbach, Rüsselsheim, Wetzlar, Weilburg, Limburg, Alzey u. a. Jedes Stück wirb 25- bis 30mal aufgeführt, es läuft also praktisch einen Monat im Spielplan. Der neue Spielplan. Die neue Spielzeit beginnt am 15. September mit Shakespeares „Wie es euch gefällt". Vorgesehen ist ferner noch „Uta von Naumburg" von Dhünen, „Ein ganzer Kerl" von F. P. Buch, „Weibsteufel" von Schönherr, „Alles für die Katz" von Hinrichs, „Was den Damen gefällt" von Scribe, „Moral" von Thoma und „Das kleine Hofkonzert". Freilichtspiele im Sommer. Während ber Sommermonate wird die „Rhein- im Verlaufe auch schon teilweise zu leichten Rückgängen. Vorerst wurden davon nur IG. Farben betroffen mit 159,13 bis 158,75 (159,25) auf eine ruhigere Beurteilung der besonders gestern aufgekommenen Dividendenerwartungen. Bemerkenswerte Erhöhungen zeigten u. a. andererseits Reichsbank mit 197,75 (196,50), Hoesch Eisen mit 114,25 (113), Aschaffenburger Zellstoff mit 135,75 (134,50), RWE. mit 124 (122,50) und Conti Gummi mit 204/50 (203,25). Sonst hielten sich die Abweichungen bei 0,25 bis 0,75 v. H., wobei Gesfürel, Moenus Maschinen, Deutsche Erdöl und AEG. niedriger wareiv. Am Rentenmarkt blieben Reichsllltbesitz gefragt mit 133,90 (133,75), auch Kommunal-Umschul- dung bei lebhafteren Umsätzen weiter um 5 Pf. erhöht auf 96,25. Für Goldpfandbriefe ist die Nachfrage ruhiger geworden, gleichwohl mußten die meisten Kurse noch repartiert werden. Liquidationswerte lagen teilweise 0,13 bis 0,25 v. H. höher, während Stadtanleihen im gleichen Ausmaß nach beiden Seiten abwichen. Reichsanleihen und Schatzanweisungen bei ruhigem Geschäft unverändert. An den Aktienmärkten herrschte in der zweiten Börsenstunde nahezu völlige Geschäftsstille, so daß die Kurse vielfach um 0,25 bis 0,50 abbröcfel« ten, so u. a. IG. Farben auf 158,25 nach anfangs 159,13 bis 158,75, Hoesch auf 114 nach 114,25. Die später notierten Papiere blieben gegen den Vortag nicht immer ganz behauptet, u. a. Verein. Stahl 109 (109,40), Buderus 120,75 (121), Rheinmetall 146,50 (146,75), Betula 162 (162,25). Kaliwerte notierten nach Pause bis 1,50 v. H. fester, Aschersleben 107,50, Westeregeln 107. Jm_ Freiverkehr entwickelte sich nur wenig Geschäft bei zumeist gestrigen Kursen, höher jedoch Verein. Fränk. Schuh mit 84,25 (83). Rastatter Waggon blieben mit 50 im Angebot. Tagesaeld mar zum Medio gefragt und wurde auf 2,50 (2,25) v. H. er» höht» , altes Mädchen in Rödgen so unvorsichtig mit dem Flobertgewehr, daß ein Schuß losging und dem Mädel als Steckschuß die rechte Hand verletzte. — In Kesselbach verunglückte der 61 Jahre alte Landwirt Balthasar Schäfer mit einem Holzfuhrwerk. Dabei erlitt der bedauernswerte Mann schwere innere Verletzungen, die seine Einlieferung nach Gießen in die Klinik erforderlich machten. Im prehwerk tödlich verunglückt. LPD. Wetzlar, 13. Mai. In den Stahlwerken Buderus-Röchling verunglückte im Preßwerk am Freitagvomnttag der 33 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Walther aus Atzbach. Er wurde von einem abspringenden Maschinenteil getroffen und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus st a rb. Tod im Srubenschacht. LPD. Weilburg, 13. Mai. Wie die Bergverwaltung in Weilburg mitteilt, sind am Freitag- früh auf der Grube „ Richardzeche " bei Niederbiel der Fahrhauer Konrad Mutz und zwei weitere Bergleute schwer verunglückt. Mutz fand dabei den Tod. Die beiden anderen Bergleute, die ebenfalls aus Niederbiel stammen, wurden schwer verletzt nach Wetzlar in das Krankenhaus gebracht. SOLI DOX Gegen Zahnstein