M.88 Erstes Blatt 188. Jahrgang Donnerstag, 14-WH938 Lrjcheim t»g ltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Schollr Monalr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern 'infolge höherer Gewalt üernsprechcmschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzeu postschecktonto: Frankfurt am Blain 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitvng und Geschäftsstelle: Schulstraße 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg. 25°/0 mehr. 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Eden hat dann gegenüber Italien trotz des von Ciano und ihm abgeschlossenen Gentleman-Agreement vom 2. Ian. 1937 die Politik d e r Nadelstiche gegen Mussolini fortgesetzt. Das Abkommen blieb unfruchtbar, und der hervorragendste Publizist Italiens zieh England einfach des mangelnden guten Willens. Mussolini hatte in seiner Mailänder Rede vom 1. November 1936 den Engländern begreiflich zu machen versucht, daß das M i t t e l m e e r „das Leben" für Italien bedeute, für England aber nur einen der vielen ihm zur Verfügung stehenden Seewege. Es war vergeblich. Ein volles Jahr verging mit dem Irrsinn der vergeblichen Illusionspolitik Edens gegen Italien, während die Italiener zurückschlugen, Mussolini nach Libyen ging und das Schwert des Islam nahm. Der Sender von Bari entfaltete eine Tätigkeit, die England schließlich auf die Nerven ging. Italien begann seine mohammedanische Politik. Darüber ist es zu der entscheidenden Auseinandersetzung zwischen Chamberlain und Eden gekommen. Eden handelte wie ein Spieler, der einige Einsätze um Abessinien, in Genf und gleichzeitig auch gegen Deutschland verloren hatte und nun, da die Spannung zwischen England und Italien ihren Höhepunkt erreicht hatte, gewillt war, die englische Politik bis zu dem von Moskau und gewissen französischen Volksfront kreisen gewünschten Knalleffekt eines neuen Krieges weiterzutreiben. Dies Risiko war dem Premierminister zu groß. England steckte mitten in der größten Aufrüstung, die jemals-ein Land vorgenommen hat. Also entschied sich Chamberlain für einen Verständigungsversuch. Dieser neue Weg hatte ganz selbstverständlich zur Grundlage die Anerkennung der italienischen Tatsachen und der Achse Ber!in — Rom als notwendige Folgerung der Politik der beiden europäischen Großmächte. Nach einem Jahr fruchtlosen Anrennens gegen den Tatsachenblock mußte Eden gehen, und Chamberlain warf das Steuer des britischen Staatsschiffes wieder in den alten Kurs. Im Februar bekannte sich Chamberlain zu Verhandlungen mit Deutschland und- Italien. Die Opposition Edens und der Labour Party aber war der klarste Beweis dafür, mit welchen kleinlichen Mitteln eine Politik bekämpft wurde, die aus dem Zusammenbruch des Kollektivitätswahns die Folgerungen ziehen mußte, wenn sie es nicht zu einer Katastrophe kommen lassen wollte. Das Gentlemen-Agreement ist die gemeinsame Grundlage geblieben, aber es ist erweitert worden. England erkennt jetzt das italienische Imperium an. Es hat einen entsprechenden bevölkerung im Hinterland von Aden als „die wirksamste und humanste Methode, um mit der Lage fertig zu werden", eingesetzt und die Araber gewaltsam unterworfen. Es hatte sich also s e l b st gegen die Genfer Satzungen vergangen, die es für andere Staaten durchzuführen versuchte, wobei Eden und Genossen sich als „Retter der Humanität" in die Brust warfen. Das Abkommen, das in diesen Tagen unterzeichnet werden soll, ist nur durchführbar, wenn auf beiden Seiten guter Wille dazu vorhanden ist. Italien hat ebensowenig wie Deutschland Konfliktspunkte mit England, wenn sie von den Briten nicht selbst geschaffen werden. Daß es ost nur böser Wille war, der die Konflikte im Mittelmeergebiet hervorrief, wird am besten die rasche Erledigung der englisch-italienischen Verhandlungen beweisen, nachdem Englands Premierminister entschlossen an sie herangetreten ist. Auf die gesamteuropäische Entwicklung ergeben sich mit dieser Einigung neue, hoffnungsvolle Ausblicke. —rt. Dank an die GA. Berlin, 13.April (DNB.) Der Stabschef der SA. bringt in der NSK. durch folgenden Tagesbefehl den Führern und Männern der SA. für ihren vorbildlichen Wahleinsatz seinen Dank zum Ausdruck: - „SA.-Führer und -Männer! Ein geschichtlicher einziger Erfolg krönt Eueren rücksichtslosen und opfervollen Einsatz der letzten Wochen und Jahre im Ringen um das Großdeutsche Reich. Es drängt mich daher, Euch allen, meine Kameraden, ganz besonders aber den Führern und Männern der österreichischen Sturmabteilungen, meinen Dank und meine Anerkennung für die gezeigten Leistungen auszusprechen. Ihr habt, an der Spitze der Bewegung kämpfend, dem Erfolg die Bahn gebrochen, und in diesem Sinne soll Euch die künftige Zeit auf dem Posten finden. Heil unserem Führer und unserem Großdeutschen Reich." Ostasien, unter der Wirkung des „machtpolitischen Dreiecks". x , Englische Politik ist immer Strategie, rote auch die französische, ganz anders als die deutsche, der dies zu Unrecht unterstellt wird, während sie, ost vom Führer erläutert und durch die Geschichte erhärtet, nur das Ziel der Erhaltung von Volk und Rasse im angestammten und oft geplünderten Raum kennt ohne Gedanken an Ausbreitung und Eroberung. Der Zwiespalt Eden-Chamberlain und die Regierungserklärung gestatten keine Rückschlüsse auf eine Aenderung der strategischen Endzwecke, wie sie sich ausprägen in der nie vorher gesehenen Ausrüstung und der diplomatischen Arbeit, zunächst am Ausgleich" mit Italien. Kommende Tage erst können zeigen, ob England seine Furcht vor dem neuen Mitteleuropa überwindet, die grundlegende Aende^ runq der Machtverhältnisse und zugleich den Friedenswillen der führenden Kräfte anerkennt und sich mit ihnen im gleichen Geiste auseinandersetzt, anstatt die alten Wege der Gewaltanspannung zu Ende zu gehen, wie sie von den Alt-Konservativen und der englischen Linken blind gefordert werden, und die seine Kräfte vielleicht doch übersteigen. Mailand, 14. April (DNB. Funkspruch.) Turiner „Gazetta del Popolo" erblickt in Regelung der Beziehungen zwischen Italien und Großbritannien die Anzeichen für eine neue europäische Polt tt k. Die Nachricht von der bevorstehenden Unterzeichnung des Abkommens habe die internationale Presse zu einer weniger pessimistischen Beurteilung der Lage geführt. Eine Hinauszögerung- der Annäherung, wie Eden sie betrieben habe, hätte den geraden Weg zum Krieg bedeutet. Die Verständigung wäre nicht möglich gewesen wenn Chamberlain vorher nicht eine klare Ueberstcht über die Lage und die Möglichkeiten sowie die Kraft gehabt hatte, sich Edens zu entledigen und Frankreich schaltei sich ein. Daladier und Bonnet fahren zu Ministerbesprechungen nach London. England und Italien ziehen einen Schlußstrich Anerkennung der italienischen Tatsachen und der Achse Berlin—Nom. Antrag beim Rat der Genfer Liga gestellt, der die juristische Voraussetzung hat, daß der Negus in Abessinien keine Regierung mehr ausübt, also seiner übrigens nur durch Ermordung des wirklichen „Königs aus Juda", Lidsch Jassu, gestohlenen Souveränität verlustig gegangen ist. Die Mittelmeerfrage wird im Sinne des Abkommens vom 2. Januar 1937 erledigt, die Spanienfrage dahin, daß Italien gar keine territorialen Ansprüche erhebt, wie Mussolini schon immer betont hat. Der Status quo im Mittelmeer greift aber auch auf die arabische Welt über. Es ist bezeichnend, daß Italien Englands Protektorat über das Hinterland von Aden anerkennt und damit auch die Annexion der vier bisher unabhängigen Sultanate von Hadramaut, eines bisher verschlossenen Gebietes von 151 000 Quadratkilometer mit mehr als 120 000 Einwohnern. Die Genfer Liga untersagt bekanntlich die Annexion. Im Falle Abessinien hatte England diese Genfer These zwar befolgt, aber gleichzeitig seine Lustgeschwader gegen die Zivil- den Angriffen der internationalen Mächte Widerstand zu leisten. Chamberlain hätte aber auch nichts Entscheidenderes erreichen können, wenn er bei Mussolini nicht einen ebensolchen guten Willen und einen nicht geringeren Friedens- wünsch vorgefunden hätte. Zu den unmittelbarsten Folgeerscheinungen des bevorstehenden Abkommens" gehöre der Anfang einer Neuorientierung Frankreichs. Man spreche in Frankreich nicht mehr von Einmischung in Spanien und von einem „Zusammenschluß der großen Demokratien gegen die totalitäre Herrschaft", sondern beeile sich, dem Beispiel Englands zu folgen. Nach halbamtlichen Auslassungen habe die Regierung Daladier die Anerkennung des italienischen Imperiums, die Ernennung eines französischen Botschafters in Rom und die Wiederannäherung anJtalienim Programm. Auch in dieser Hinsicht werde das italienisch-englische Abkommen als ein entschiedener Beitrag zur Besserung der europäischen Lage anzusehen sein. Freie Vahn für Datadm Parts, 13. April. (DNB.) Nach den Abstimmungsziffern wurde das Ermächtigungsgesetz der Regierung vom Senat mit 290 gegen 0 Stimmen angenommen. 13 Senatoren der äußersten Rechten enthielten sich der Stimme, 8 weitere waren beurlaubt. In der Aussprache nahm auch Ministerpräsident Daladier .kurz das Wort. Er betonte, daß es sich bei der Abstimmung nicht um seine Person und um die Regierung, sondern um Frankreich handele. Nach der Annahme der Ermächtigungsvorlage beschloß der Senat einstimmig die Teilnahme Frankreichs an der Internationalen Ausstellung in Neuyork im Jahre 1939. Der Senat vertagte sich dann auf den 31. Mai. Die Kammer war in den späten Abendstunden zu einer Sitzung zusammengetreten, um eventuell eine zweite Lesung der Regierungsvorlage über das Ermächtigungsgesetz vorzunehmen. Da diese Vorlage jedoch in unveränderter Fassung vom Senat angenommen worden war, erübrigte sich eine zweite Lesung. Die Kammer verabschiedete daher lediglich die Vorlage über die Beteiligung Frankreichs an der Internationalen Ausstellung Neuyork 1939 und vertagte sich bann ebenfalls auf den 31. Mai. Arbeiter gegen StaA-Mbner. Paris, 14. April. (DNB. Funkspruch.) 8000 Arbeiter und Techniker der Renault- und Caudron- Werke haben sich am Mittwochabend im Pariser Wagram-Saal versammelt, um gegen bie form Haden. Es fragt sich zunächst, ob bie Logik der neueren Geschichte der Logik dieser Gedanken entsprochen hat. Das Machtaufgebot gegen Deutschland im Weltkrieg lag zweifellos in dieser Linie. Die F r jede n s d i k t a t e und ihre Durchführung waren dagegen eine Inkonsequenz, denn sie hinterließen nicht nur ein übermächtiges Frankreich in Europa, sondern auch eine große Reihe nationaler Ungerechtigkeiten und Brandherde, darunter die völkische Zerstümmelung des Deutschtums, die verweigerte Selbstbestimmung für Oesterreich, aber auch anderer, wie Ungarns und Bulgariens. Der Zerrüttung des freien Welthandels.infolge der unsinnigen Reparationen und Kriegsverschuldung wurden keine Heilmittel geboten, sondern eigene Zollschranken des Weltteichs mit feinen Tochterstaaten entgegengestellt. Erst mit dem Erwachen des faschistischen Italiens und des nationalsozialistischen Dritten Reiches sieht man die alte Linie wieder ausgenommen. Hier sind Verneiner des Liberalismus, sie sind unbequem mächtig, sie streben zur Selbstversorgung, also muß England ihr Gegner sein. Dies ist einstweilen nur die Lesart der O p p o - sition, jedoch ein wichtiger Bestandteil der derzeitigen Meinungsbildung. Betrachten wir, um der amtlichen Zielsetzung, die in Reden und Erklärungen nur verschleiert sein kann, auf die Spur zu kommen, den Verlauf der neueren Ereignisse und der Lage. Von England gesehen, müssen sich diese Ereignisse wie eine lange Reihe von Mißerfolgen und Rückschlägen ausnehmen. Da ist zunächst das katastrophale Versagen der Genfer Einrichtung. In der Genfer Liga seit 1933/34 sind noch zwei Großmächte, dazu Sowjetrußland, dessen Rolle nur zu gut erkannt wird: Abspringen der kleinen Neutralen, Auflehnung Belgiens 1936/37 gegen den Zwang des Durchmarsches und Ueberfliegens, damit die „Grenze am Rhein" zurückoerlegt. Der russische Partner, den Minister Eden 1935 neu entdeckte, von inneren Krämpfen geschüttelt, nur im Mittelmehr von Nutzen zur Beihilfe für Rotspanien, dem Englands Sympathie gehört. Aber Franco kommt durch, und auch diese Rechnung geht nicht auf, samt dem Zweifel über das Schicksal der englischen Bergwerke in Spanien, die spanisch-italienische Machtstellung und über bie Festigkeit des französischen Staatswesens, dem man sich auf Gedeih und Verderb verbunden fühlt. Damit nicht genug, der Einbruch Japans in den chinesischen 'Interessenraum, Italiens in bie Zitabelle Norbafrika mit seiner Zangenstellung gegen ben Suban unb Aegypten, ber Schatten ber italienischen Macht über bem Mittelmeer unb Eng- Der Ausgleich zwischen E n g I a n b unb Italien breht sich um bie Anerkennung der von Italien geschaffenen Tatsachen. Die Weltgeschichte verlief in der letzten Zeit gar nicht nach den englischen Wünschen. Deutschland unb Italien haben nicht um bie Gunst Englanbs geworben, fonbern „ihre Sache selbst" gemacht. Die englische Oeffent- lichkeit unb Politik hat sehr unwillig Abessinien zu Italien kommen sehen, genau wie sie den An- chluß Oesterreichs an Deutschland mit den üblichen Mätzchen, Falschmeldungen und Stimmungsmache- reien begleitete, die nun einmal in England zum Handwerk der Politik gehören. England hat aber chließlich unter der Führung des Realpolitikers Chamberlain nachgegeben. lands Hauptverkehrsader, nicht mehr zur See leicht angreifbar und hörig wie 1914, sondern im Rücken aufs stärkste gedeckt 'durch das Deutsche R e i ch. Dieses selber mächtig gestärkt, zur Einheit geschmie- bet, zum Großreich erweitert, mit sicheren Wirtschaftsbeziehungen nach bem Süboften unb Süden, wo sich ein selbsttersorgter Wirtschaftsblock abzuheben beginnt, ber nicht nur krisenfest, sondern eines Tages auch wehrwirtschaftlich felbftgenügenb sein kann. Hiermit zeichnet sich vor englischen Augen mit seltener Offenherzigkeit in einer Zuschr ii fit an bie „Times" beleuchtet, bas Bilb eines Mitteleuropa ab, bas sich ber englischen Machtsphäre zu entziehen droht, bas ber trabitionellen ©eroalt ber Blockabe, bie noch gegen Napoleon unb im Weltkrieg gewann, innere Wiberstanbskraft unb bie Luftwaffe entqegenftent. Das bebeutet, vom Weltreich her gesehen, bas Enbe bes Gleichgewichts unb bes englischen Uebergewichts in Europa, bebeutet für ein (fnglanb, bas'an jenem Axiom ber Gegnerschaft gegen eine solche „biktatonsche Machtbilbung festhalten will, hohe Rüstungslasten, schwere Bin- bungen unb nach wie vor eingeengte Handlungsfreiheit auf ben Weltmeeren, im Mittelmeer wie in Englands politischer Weg. Von Konteradmiral a. d. Gadow. Die letzten amtlichen Erklärungen 'ber englischen Regierung zur europäischen Politik unb zu ben „automatischen Beistanbsverpflichtungen" haben eine so verschiebene Auslegung erfahren, baß es notwenbig ist, ihrem Grunbgehalt nachzugehen unb vor allem, sie in bas viel weiter gespannte System der Weltreichbebürfnisse einzuordnen. Dazu ist nicht nur ber Wortlaut der Chamberlain-Rebe vom 23. März, fonbern auch ber Tenor der Einwände der Opposition und die Fülle ber sonstigen öffentlichen Aeußerungen zu beachten. — Die Grundregel der großen englischen Politik bezieht sich stets a u f das Ganze d e s Weltreichs, auf die Sicherheit der Verbindungen zu den Außenteilen und der Außenteile selber, und damit auf die Sicherheit des unaufhörlich fließenden Handels als Quelle der Macht unb bes Wohlstanbes. Das Streben zur absoluten Seeherrschaft und zum Besitz einer allen Möglichkeiten gewachsenen Flotte, heute wieder mächtig erneuert nach einem Zeitraum geringeren Aufwandes, ist der unmittelbare militärische Ausdruck dieser Grundforderung. Als vertragliche Schutzobjekte wurden genannt: Frankreich, Belgien, .Portugal, Irak und Aegypten, dazu der Hinweis auf „mögliche" weitere Jnterefsennahme in Europa. Für die Haltung Englands gegenüber dem e u r o- päifchen Festland, das durch die Frage „Tschechoslowakei und Frankreich" im Vordergrund steht, entspringt aus der gleichen Ursache das Bestreben, dort die Karten so zu mischen, daß die maßgeblichen Kräfte einander das Gleichgewicht halten. England unterstützt das friderizia- nische Preußen gegen eine zu mächtig erscheinende Koalition und stellt die Zahlungen ein, als Preußen die Anzeichen überlegener Großmacht erkennen läßt. England bekämpft das dourbonische und napoleonische Frankreich und das kaiserliche Deutschland, dem es vom Tage seiner Gründung an abgeneigt ist, es maßt sich das göttliche oder Naturrecht an, bie ihm zu hoch wachsenden Bäume kappen zu helfen und richtet danach (eine Bündnisbeziehungen ein. Daneben zieht sich durch seine Politik ein weltanschaulich getarntes zweites Prinzip, niedergelegt in der grundlegenden Denkschrift von Sir Eyre C r o w e, einem der geistigen Urheber des Weltkrieges, vom Jahre 1907 und heute wieder stark beachtet: England, als Inhaber riesigen Besitzes und Reichtums, fast ohne Ausnahme erworben auf Kosten anderer, muß mit Neid unb Eifersucht im weiten Umkreise rechnen. Es muß seine politische Moral unb Geschäftsführung baher in Ueberein- ftimmung mit ben vorherrschenden allgemeinen Idealen der Menschheit bringen. Diese Ideale sind, kurz zusammengefaßt: Liberalismus der Regierungsform, Freihandel -der Wirtschaft, Schutz der schwächeren Nationen. Gegen jede politische Diktatur ober übermäßige ©ruppenbilbung, sagt diese Ueberzeugung, muß England daher fast naturgesetzmäßig in Gegnerschaft stehen unb wird dabei die Mehrheit in der Welt auf feiner Seite London, 14. April. (DNB. Funkfpruch.) Die Londoner Morgenpresse beschäftigt sich ausführlich mit einer angeblich bevorstehenden Zusammenkunft britischer unb französischer M i - n i ft e r. Die „Time s" beschränkt sich babei auf einen Bericht ihres Pariser Korresponbenten, wonach D a - lädier und Bonnet voraussichtlich mit Chamberlain unb Lorb Halifax eine Reihe europäischer Fragen besprechen würben, die eine englisch-französische Zusammenarbeit erforderten. Als Zeitpunkt werde das Wochenende nach Ost e r n genannt. Cs fei aber nicht bekannt, ob bie Besprechungen in Lonbon ober in Paris ftattfinben. Der diplomatische Korresponbent bes „Daily Telegraph" schreibt, bie Besprechungen würben sich wahrscheinlich um bie gemeinsame 23er- teibigung ber beiben ßänber brehen. Man nehme allgemein an, daß Frankreich unter feiner neuen Regierung bereit sei, mit Englanb bei ber Zusammenfassung ber Hi 1 fsquel - 1 e n zusammenzuarbeiten. Nach bem biplomatischen Korresponbenten ber „Daily Mail" soll auch bie Zujammenarbe i t ber britischen und der französischen Marine besprochen werden. Das englisch-italienische Abkommen werde einen weiteren Verhanblungs- gegenftanb bilden, und es bestehe kein Zweifel, daß die französischen Minister Englands Wunsch nach einer baldigen Anerkennung der italienischen Herrschaft in Abessinien unterstützen würden. Frankreich sei allem Anschein nach zu sofortigen Verhandlungen mit Italien bereit. Der politische Korrespondent des „Daily Expreß" nennt bereits genaue Pläne für eine weitgehende politisch-technische Zusammenardeitder G e ° n e r a 1 ft ä 'b e. „Anzeichen für eine neue europäische Politik " munistischen Machenschaften, die die Arbeitsniederlegung in den verschiedenen Fabriken zur Folge haben, zu protestieren und die nötigen Gegenmaßnahme n zu treffen. Die Versammlung wurde unter dem Vorsitz eines bisher dem marxistischen Gewerkschaftsverband angehörenden Werkmeisters abgehalten, der nachdrücklich für die Bildung eines Blockes gegen den Kommunismus eintrat. Der Redner betonte, daß es den Kommunisten in Wirklichkeit gar nicht um eine Besserstellung der Arbeiter zu tun sei, sie wollten vielmehr auf Befehl Stalins die französische Regierung zur Oeffnung der Grenzen nach Sowjetspanien zwingen. Den Streik bezeichnete er als ein zweischneidiges Schwert, da die Arbeiter keinen Gewinn davon hätten. Am Schluß der Versammlung wurde eine Entschließung angenommen, in der sich die Arbeiter gegen den von den Kommunisten heraufbeschworenen Streik wenden und eine neue und geheime Abstimmung über die Fortsetzung der Arbeit fordern. Englische Flugzeugkäuse in Amerika und Kanada? London, 14. April (DNB. Funkspruch.) Ein Teil der Londoner Morgenpresse befaßt sich mit Die internationale Melancholische Betrachtung London, 14. April. (DRB.) Das Oberhaus behandelte am Mittwoch auf Grund eines Antrages des Labour-Lords Maley die Frage der internationalen Rohstoffverteilung. Für die Regierung sprach der Unterstaatssekretär im Außenamt Lord Plymouth. Die Regierung versuche keinen Augenblick die Wichtigkeit dieser Frage herabzusetzen. Die Schwierigkeiten zu einer praktischen Lösung des Problems seien aber recht erheblich, da das Problem sehr verwickelt sei. Die Zusammenarbeit aller Nationen an einer Frage dieser Art sei unbedingt nötig, wenn man zu einem Erfolg gelangen wolle. Daß die Frage des Zuganges zu den Rohstoffen in erster Linie eine koloniale Frage sei, so sagte Lord Plymouth, könne man nicht behaupten. Besonders wichtig sei an dieser Frage die Arbeit der Vereinigten Staaten. Vor irgendwelchen internationalen Verhandlungen müsse man die Einstellungen der verschiedenen Negierungen prüfen. Die englische Regierung habe die Hoffnung auf eine Lösung der vielen internationalen Wirtschaftsschwie- einer Erklärung, die der stellv. Luftfahrtminister Lord Winterton am Mittwoch im Unterhaus abgab, wonach die Regierung jetzt endgültig überprüfe, wie weit die britische Luftwaffe mit Lieferungen aus den Vereinigten Staaten und Kanada versorgt werden könne. Nach Ansicht der Zeitungen ist die Prüfung dieser Frage darauf zurückzuführen, daß die britische Industrie nicht in der Lage ist, das erweiterte Rüstungsprogramm beschleunigt durchzuführen. Ferner wolle die Regierung durch Anlage von Fabriken in Kanada die Versorgung der Luftwaffe unabhängig vop Angriffen machen. „News Chornicle" schreibt, eine Abordnung von Luftfahrtsachoerständigen werde sich am 20. April nach Amerika begeben. Der Neuyorker Korrespondent des Blattes will sogar wissen, daß England beabsichtigt, 500 Bombenflugzeuge in USA. z u kaufen. Nach Ansicht des „Daily Expreß" würden aber zunächst nur Einzelteile nach England geliefert werden. „Daily Mail" meint, daß sich wahrscheinlich aus dem Ankauf technische und politische Schwierigkeiten ergeben würden. Die Antworten der Vereinigten Staaten und Kanadas auf die britische Anfrage würden in den nächsten Tagen erwartet. Rohstoffverteilung, en im englischen Oberhaus. rigkeiten auf der Grundlage des van-Zeeland-Be- richtes nicht aufgegeben. Als nun ein anderer Labour-Lord die Ausführungen von Lord Plymouth melancholisch genannt und von der englischen Regierung gefordert hatte, in der Rohstofffrage die Führung zu übernehmen, nahm Außenminister Lord Halifax das Wort, um, wie er sagte, einer falschen Auslegung der Plymouth-Rede entgegenzutreten. Lord Plymouth habe, so unterstrich Lord Halifax, besonderes Gewicht darauf gelegt, daß es ganz unmöglich sei, in dieser Frage die Initiative zu ergreifen, ober zu irgend einem wirklichen Fortschritt zu gelangen, wenn nicht alle Nationen oder ein wesentlicher Teil von ihnen eine gemeinsame Anstrengung machten. Völlig zwecklos sei es, eine Regierung für etwas verantwortlich zu machen, was vielleicht ein Fehler einer großen Anzahl von Regierungen oder der ganzen Welt sei. Man müsse auch Gewicht darauf legen, daß viele Regierungen innere Schwierigkeiten hätten. Die englische Regierung sei in dieser Frage weder gleichgültig, noch untätig gewesen. Handelsverträge als Friedensinstrument Eine Hede des neuen amerikanischen Botschasters in Berlin. Berlin, 14. April. (DNB.) Zu Ehren des neuen amerikanischen Botschafters Wilson und von Frau Wilson gab die Amerikanische Handelskammer in Deutschland am Mittwoch im Hotel Kaiserhof eine Abendveranstaltung. Als deutsche Gäste waren u. a. Ministerialdirektor Wiehl, Geheimrat Dr. Davidsen, General v. Massow, Staatsrat v. Stauß und Dr. Jllgner, der Präsident der Carl-Schurz-Gesellschaft, erschienen. Ferner sah man Mitglieder des amerikanischen Generalkonsulats sowie Vertreter von Handel und Wirtschaft. In seiner Begrüßung des neuen Botschafters und feiner Gattin führte Louis P. Loch n er, der Vorsitzende der Amerikanischen Handelskammer, aus, daß sich Botschafter Wilson während seiner ganzen amtlichen Tätigkeit als Diplomat an das Vermächtnis des „Vaters der Nation", George Washington, gehalten habe, indem er jene Worte der berühmten Abschiedsbotschaft Washingtons stets beherzigt habe: „Haltet Euer Wort und seid gerecht gegenüber ollen Nationen, fördert den Frieden und die Eintracht mit allen... Um dies zu verwirklichen, ist nichts unerläßlicher, als daß dauernde, hartnäckige Antipathien gegen bestimmte Nationen und leidenschaftliche Zuneigungen zu anderen aus dem Spiele ^gelassen werden und daß statt dieser gerechte und freundschaftliche Beziehungen zu allen gepflegt werden." Botschafter Wilson erklärte in einer längeren Ansprache, daß er setzt zum dritten Mal der amerikanischen Botschaft in Berlin zugeteilt sei. Das erste Mal war er in Deutschland vor Amerikas Eintritt in den Weltkrieg und dann unmittelbar nach dem Kriege. Bei beiden Gelegenheiten habe er an Deutschland und den deutschen Dingen starken Anteil genommen, und er werde auch dem heutigen Deutschland dasselbe Interesse entgegenbringen. Als Ministerialdirektor der politischen Abteilung habe er sein besonderes Interesse der Politik der Handelsvereinbarungen zugewandt. Denn schon immer seien die internationalen Handelsbeziehungen ein wichtiger Faktor zur Förderung des Wohlergehens der Völker gewesen. Es gebe daher keinen größeren Fehler, als zu glauben, daß Außenhandel weder nötig noch wünschenswert sei und daß eine Nation ihrer Wirtschaft am besten diene durch Herstellung alles Nötigen im eigenen Lande. Der Botschafter schilderte dann ausführlich die Gründe für die amerikanische Wirtschaftsdepression und erklärte, daß die Regierung bestrebt sei, die Irrtümer der Vergangenheit gutzumachen und das Land von den Wirkungen der Wirtschaftsdepression zu befreien. Sie schlage zu diesem Zweck einen Mittelweg ein zwischen den Experimenten eines sentimentalen Internationalismus und einer Isolierungspolitik. Das Hauptinstrument dieser Politik seien die Handelsverträge. Da diese Politik eine gerechte Basis für den internationalen Handel darstelle, sei sie gleichzeitig ein wirkungsvolles Friedensinstrument. Der Botschafter erklärte u. a. ropiter, daß die amerikanische Regierung bereit sei, mit allen Nationen Handelsverträge auf der Basis der Meistbegünstigung abzuschließen. Er wandte sich dann gegen den Vorwurf, daß die Vereinigten Staaten keine Außenpolitik, oder nur eine negative hätten. Sei die Politik der Handelsvereinbarungen etwa wertlos? Zu den positiven Arbeiten der amerikanischen Außenpolitik gehöre auch die Politik der Interessengemeinschaft der amerikanischen Nationen. Das amerikanische Volk wolle den Frieden, und die amerikanische Regierung sei bestrebt, eine solche Politik durchzuführen. Nach Schluß der Rede des Botschafters Wilson überreichte Präsident Louis P. L o ch n e r dem Botschafter die Urkunde seiner Ehrenmitgliedschaft in der Handelskammer. Brandstifter Gowjetrußland. politischen Unterkommissaren sowie den Häuptlingen Mit KdF. nach England. Deutsche Volksgemeinschaft auf der Themse. Bon unterem ZZ.-Sonderderichiersiaiier Um Mitternacht verließ das neue KdF. - Schiff „W ilhelm G u st l o s f" den Hamburger Hafen. Noch stand drüben das rote Licht auf Sturmwarnung. Aber die Schiffsführung brauchte den Sturm nicht zu fürchten — hatte doch der „Wilhelm Guft- loff" schon auf seiner zweiten Fahrt bei Windstärke 10 bis 12 seine ganze Seetüchtigkeit erwiesen. Jetzt ging es nach England. Zum ersten Mal wollte ein KdF.-Schisf in der Themse anlegen, um deutschen Volksgenossen Gelegenheit' zu geben, an der Abstimmung und Wahl teilzunehmen. Die 1400 Urlauber aus Deutschland, die gleichzeitig an Bord einige Tage der Erholung verbrachten, sahen gespannt der Begegnung mit den England- Deutschen und der englischen Küste entgegen. Es war bekannt geworden, daß die bevorstehende Ankunft des „Wilhelm Gustloff" in Londoner Zeitungen mehrspaltig aufgemacht und nicht überall freundlich kommentiert worden sei. Gerüchte von geplanten Demonstrationen englischer Linksparteiler am Anlegeplatz, von Schutzmaßnahmen der Regierung und großen Polizeiaufgeboten schwirrten durch Kabinen und Decks. Als wir das zweite Mal erwachten, legte das Schiff gerade an der Tilbury Bridge in Gravesend an. Die erste Enttäuschung war da, allerdings eine angenehme Enttäuschung: Von dem berüchtigten Londoner Nebel war nichts zu sehen. Die Sonne strahlte über dem breiten Bett der Themse. Hier beginnt der Londoner Hafen. In den großen Docks von Tilbury heben sich die hellen Aufbauten mächtiger Dampfer von den rußgeschwärzten Arbeitshallen und Hafenanlagen wirkungsvoll ab: — das Knipsen kann beginnen. Von Menschenansammlungen und Polizeiabsperrungen ist keine Spur zu'sehen. Wartend stehen einige Polizisten am Kai. Englische Photographen wärmen sich die Hände in den Taschen, und die Filmleute schaffen sich mit kurzen Trippelschritten auf den Verdecks ihrer Autos Bewegung: denn für die Londoner ist heute ein kalter Tag. Unter dem wärmenden Anhauch des Golfstroms ist dort die Obstblüte schon beendet, und die Fliederbüsche stehen in vollem Schmuck. Während der wellblechumkleidete Landungssteg auf Laufschienen an eine geöffnete Tür des Hinterschiffs heranrollt, sehen wir vom obersten Deck in die Bahnhofsanlagen von Tilbury ein. Ein langer Zug windet sich durch die grüne Wiesen- lcmdschaft des Hintergrundes, lieber die Lautsprecheranlage unseres Schiffs wird bekanntgegeben, daß ss der erste Sonderzug der englanb» deutschen G ä st e ist. Kaum haben sich die Türen geöffnet, da beginnt ein Rufen und Winken. Die Ankömmlinge grüßen schon vom Bahnsteig das Schiff, und über die Hafenanlagen brausen die Heil-Rufe der deutschen Urlauber. Das Musikkorps einer Abteilung der deutschen Kriegsmarine, das die Fahrt des „Wilhelm Gustloff" begleitet, spielt die englische Königshymne. Während die Deutschen den Arm zum Gruß erheben, nehmen auch unten auf dem Kai die Tommies stramme Haltung an und salutieren. Die deutschen Nationallieder folgen, und unter den Klängen flotter Weisen ziehen die Gäste aus England auf dem stolzen KdF.-Schiff ein. Das erhebende Schauspiel wiederholt sich bei der Ankunft des zweiten Sonderzuges. Jetzt sind die Decks und das Innere des Schiffs mit Menschen dicht gefüllt. Rund 2000 Ausländsdeutsche durchstöbern es von oben bis unten. Im Hochgefühl des Tages sind Bekanntschaften schnell geschlossen. Die jungen Männer stellen fest, daß unter den Gästen das weibliche Element erfreulich zahlreich vertreten ist. Die Deutschen aus London und vielen englischen Provinzstädten werden von hilfsbereiten Arbeitskameraden aus dem Reich in die prachtvollen Gesellschaftsräume, in die Speisesäle und Kabinen bis hinunter in das wunderbare Schwimmbad geführt. Auch die Mannschaften lassen es sich nicht nehmen — trotz ihrer überaus starken Beanspruchung an diesem Tage —, den England-Deutschen einen Blick in die aus wahrhaft sozialistischem Geist geschaffenen Wohn- und Aufenthaltsräume der Besatzung zu gewähren. Inzwischen ist das Schiff von Schleppern ein Stück die Themse hinuntergezogen worden. Mit eigener Kraft setzt es nun seinen Weg in dem breiter und breiter werdenden Strom fort. Die letzten Wolken verschwinden, und in sommerlicher Wärme gleitet das Schiff wie ein schwimmendes Hotel hinaus in die See, um jenseits der Dreimeilenzone den Wahlgang zu eröffnen. Blieben im Hafen alle Demonstrationen und Unfreundlichkeiten aus, so ist das Interesse Englands an dieser Fahrt doch nicht zu verkennen. Ob die Aufmerksamkeit der Militärflieger, die über unser Schiff hinwegziehen und dann immer hinter einem Berghang auf geheimnisvolle Weife verschwinden, dem „Wilhelm Gustloff" gilt, ist nicht ohne weiteres festzustellen. Aber die drei kleinen Sportflugzeuge umkreisen mit sichtlichem Interesse das Schiff. Was mögen sie wollen? Bedrohlich nahe kommen sie heran, bis zum unteren Promenadendeck gehen sie nieder, und manchmal scheint es, als wollten sie auf dem „Wilhelm Gustloff" landen. Mit dem Fernglas erkennt man deutlich die Absicht: Hinter dem Piloten sietzt ein Photograph mit einer großen Kamera und knipst das Schiff von allen Seiten. Nach einer halben Stunde sind auch diese „Fliegen" verschwunden, und wir passieren vom ofsiziellen England nur noch Zwei vor Anker liegende Kriegsschiffe. Bekanntmachungen in englischer Sprache über die Lautsprecher belehren uns, daß engllscheIour» nalisten an Bord des KdF-'Schiffs gekommen sind. Bald haben wir einige von ihnen festgestellt. Die Bekanntschaft ist schnell geschlossen. Von ihnen hören wir, daß die Flugzeugaufnahmen für die Presse bestimmt sind und wahrscheinlich schon in den Sonntag-Abendblättern Londons erscheinen, bevor wir wieder in Tilbury angelegt haben. Auch auf die englischen Pressemän- ner an Bord, zwanzig an der Zahl, verfehlt das Schiff seinen Eindruck nicht. Scherzworte über die Berufstätigkeit der Pressevertreter in beiden Ländern lassen politische Meinungsverschiedenheiten gar nicht erst aufkommen. Schließlich rückt einer damit heraus, daß er Hitler verehrt und als Andenken ein Geldstück haben mochte, das im Dritten Reich geprägt worden ist. Wir suchen in unseren Börsen nach Fünf- und Zehnpfennigstücken, die das Hakenkreuz aufweisen, und tauschen ein paar der erstaunlich großen englischen Penny-Stücke dagegen ein — die Devisenstelle wird uns diese Andenkenjägerei wohl verzeihen. Nach der Abschiedsflasche Whisky können wir gewiß sein, - die Meinung der englischen Presseleute über ihre deutschen Berufskameraden ein bißchen verwandelt zu haben. Doch nicht alle gehen sie von Bord. Einer ist unter ihnen — sogar ein sehr einflußreicher — auf den das Leben an Bord und die Wahlhandlung einen so starken Eindruck gemacht hat, daß er sich entschließt, die Fahrt des „W i l h e l m Gust» lofs" noch bis Hamburg zu begleiten. Er hatte mit einem anderen englischen Pressevertreter zusammen auch der Auszählung der Wahlstimmen beigewohnt und sich überzeugt, daß das fast hundertprozentige Ja-Ergebnis ohne Druck und Fälschung en zustande gekommen ist. Nur wenige Stunden hatte die Wahlhandlung in Anspruch genommen. Deckspiele, Tanzvorführun- gen einer Gau-Mustergruppe des Sportamtes der NSG. „Kraft durch Freude" in Hamburg, akrobatische Darbietungen und musikalische Vorträge ließen die Zeit im Fluge verstreichen. Die festliche Erregung des wundervollen Tages zitterte nach in einem Abschied zwischen den reichsdeutschen uni) den england-deutschen Kameraden, der fast den Charakter einer Kundgebung annahm. Die Heil-Rufe, die Sprechchöre, die Lieder wollten kein Ende nehmen, und noch aus den Fenstern der davonbrausenden Sonderzüge winkten die Volksgenossen aus England unserem stolzen Schiffe zu, bas ihnen für einen Tag Heimat und Volksgemeinschaft zurückgegeben hatte. zur Pflicht gemacht wird, den „Freiwilligen" und Milizen anzudrohen, daß Ueberläufer erschossen würden. Der Terror steigt. Bilbao, 13.April. (DNB.) Ueber die von Tag zu Tag stärker werdende Terrorisierung der Bevölkerung in den noch von den Bol- schewisten drangsalierten spanischen Prvvitzzen liegen neue Berichte vor. So wird aus Barcelona bekannt, daß allein am heutigen Vormittag in Madrid 50, in Barcelona 85, in Valencia 48 und in Castellon 32 Personen wegen angeblicher „staatsgefährlicher Betätigung" eingeferFert wurden. Der neue berüchtigte Tscheka-Kommissar Paolino Gomez hat „Richtlinien" zur verschärften Durchführung der bolschewistischen Unterdrückungsmaßnahmen herausgegeben. Weiter wird bekannt, daß Barcelona wegen des mageren Ergebnisses der von den Gewerkschaften durchgeführten freiwilligen Werbungen die Mobilmachung von drei weiteren Jahrgängen innerhalb der nächsten fünf Tage angeordnet habe. Ein vor zwei Tagen aus Barcelona entkommener Spanier berichtete, wie aus Salamanca gemeldet wird, daß in Katalonien zahlreiche Tschekaabteilungen wüten. Mehrere hundert Personen seien spurlos verschwunden. Die nationalen Behörden erhielten ferner die Meldung, daß die von N e g r i n ausgegebene Mobilmachungsorder in den katalanischen Orten neue Protestkundgebungen der geknechteten Bevölkerung hervorgerufen habe. Die Folge sei eine neue Terrorwelle durch die GPU.-Agenten. Kleine politische Nachrichten. Der neuernannte Königlich-Bulgarische Gesandte Parvan D r a g a n o f f traf gestern auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein. * Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat den Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall G ö • ring als Ausdruck der Verehrung und Verbundenheit zum Ehrenmeister des deutschen Handwerks ernannt. Der kunstvoll ausgeführte Ehrenmeisterbrief, der insbesondere auf die Förde- rung hinweist, die der Generalfeldmarschall auch dem Handwerk angedeihen ließ, ist am 9. April vom Reichshandwerksmeister und von Vertretern der Reichsinnungen überreicht worden. Oer Aufbau in Oesterreich. Wien, 13. April. (DNB.) Unter Vorsitz des Reichsstatthalters fand Mittwoch ein Minister- rat der österreichischen Landesregierung statt. Die Sitzung wurde eröffnet mit einem Treuebekenntnis zu Führer und Reich. Die Landesregierung dankte dem Beauftragten des Führers für die Volksabstimmung, Gauleiter Bürckel, und dem Landesleiter Klausner für ihre unermüdliche und aufopfernde Tätigkeit. Ferner sprach sie allen Partei- und Amtsstellen, die durch ihre zielbewußte Arbeit zu dem einzigartigen Erfolg der Volksabstimmung beigetragen haben, ihren Dank aus. Sodann besprach der Ministerrat verschiedene laufende Anträge und nahm die Verfügung des Reichsstatthalters zur Kenntnis. Insbesondere wurde die Aushebung des Eheverbots für die Mitglieder der Exekutive beschlossen und grundsätzlich einem Gesetz zugestimmt, das für die Hinterbliebenen der Opfer der nationalen Erhebung Vorsorge trifft. Mit der Verkündung des Aufbauprogramms für Deutsch Österreich hat Ministerpräsident Goring als Beauftragter für den Vierjahresplan die schnellste Beseitigung der Arbeitslosigkeit in der deutschen Ostmark gefordert. Zur raschen Erreichung dieses Zieles muß die Wiedereingliederung der Arbeitslosen einheitlich gelenkt und planmäßig durchgeführt werden. Ebenso wie im Altteichsqebiet, gelten auch im Lande Oesterreich die Arbeitsämter, sowie die Landesarbeitsämter als jene Stellen, die für die Unterbringung der Arbeitslosen in Lohn und Brot und die damit zusammenhängenden Fragen allein in Bettacht kommen. Zur Erleichterung der Arbeit dieser Dienststellen und, um ihnen mit den während der Arbeitsschlacht im Altreich gesammelten Erfahrungen zur Seite zu stehen, wurde im Einvernehmen mit Gauleiter Bürckel die Errichtung einer Zweigstelle Oesterreich der Reichsan- ft a 11 verfügt. Zu ihrem Leiter wurde der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen, Gärtner, berufen. Der Reichsbauerirführer R. Walter Darr € hat anläßlich feiner Anwesenheit in Oesterreich die führenden Männer des agrarpolitischen Apparates der Landesleitung der NSDAP, in Oesterreich mit Wirkung vorn 10. April 1938 zu Mitgliedern des deutschen Reichsbauernrates ernannt. I 1-r e h°> UTtÜ 3«l der.^,2b,undW M* tii ul juchun8 «* jetten form- J! Ä s--' SMS ne64n$ !en unb nn •yi 17 °-r. W knipst Wunbeii, nb nur noch & ^er die ^e3ouri ihnen geichlosfen. ^Eugauf, ? und oenbblätiem lilburn dresseniän, verfehlt dar tte über di« beiden Län. Seiten gar e^er damit ld als An. 9k das i m n ist. Dir und Zehn, weifen, und n.englischen '"stelle wird nhen. Nach gewiß fein,; ■ über ihre verwandelt Hutten-Gedenkfeier auf der Steckelburg. Aus Anlaß der 450. Wiederkehr des Geburtstages Ulrich van Huttens veranstaltet die Gauleitung Hessen-Nassau der NSDAP, auf der Steckelburg, der Geburtsstätte des Dichters, am 21. April, 11 Uhr, eine Feierstunde, bei der Reichsleiter Alfred Rosenberg sprechen wird. Hundertjahrfeier des 1. Deutschen Sängerfestes 1938 in Frankfurt. Die Vorbereitungen für die Hundertjahrfeier d e s er ft en deutschenSängerfestes 19 3 8 in Frankfurt und der damals begründeten Mozartstiftung, die mit einer Festwoche des Chor- gefanges begangen wird, find im wesentlichen beendet. Der Ehrenausschuß für das Fest weist eine große Reihe bedeutender Namen auf. Die Schirmherrschaft hat Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger übernommen. Walfangboot gestrandet und gekentert. Das Walfangboot „Süd VI", das sich in Begleitung des Mutterschiffes und einiger Fangboote auf der Rückkehr aus der Antarktis befand, ist bei Gcmdoriff auf der kanarischen Insel Gran Canaria gestrandet und ging durch Kentern verloren. Von der 14köp'figen Besatzung fand der norwegische Messejunge Christiansen den Seemannstod. Das gekenterte Boot war 1929 in England erbaut und im vorigen Jahr aus norwegischem Besitz in die vorn Hamburger Walfangkontor G. m. b. H. betriebene Walfangflotte eingegliedert worden. Das Urteil im Koblenzer Bestechungsprozeß. In dem großen Bestechungsprozeß gegen John unb Genossen vor der Großen Strafkammer Koblenz wurde jetzt das Urteil verkündet. John erhielt wegen teils einfacher teils schwerer Bestechung und wegen fortgesetzter Untreue eine Gesamtstrafe von 5 Jahren Z u chthaus, 5000 Mark Geldstrafe unb fünf Jahre Ehrverlust. Zwei Jahre Untersuchungshaft werben angerechnet. Der Betrag von 17 330 Mark, ber bei dem Angeklagten beschlagnahmt wurde, wird als dem Staat verfallen erklärt. Der Angeklagte Dr. Müller wurde wegen fortgesetzter aktiver Bestechung und fortgesetzten Betruges zu 3% Jahren Gefängnis unb 1000 Mark Geldstrafe verurteilt. Ein Jahr Untersuchungshaft wird angerechnet. Der angeklagte Jude Meyer erhielt wegen fortgesetzter aktiver Bestechung und wegen Betrugs 2% Jahre Gefängnis und 1000 Mark den angerechnet. Der Angeklagte Zenzen wurde den angerechnet. Der Angeklagten Z e n z e n wurde wegen Betrugsversuchs zu 5000 Mark Geldstrafe verurteilt, während das Verfahren gegen Mar- mann eingestellt wurde. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. In der Urteilsbegründung wurde betont, in den Methoden des John sei eine außerordentliche Raffinesse zu erkennen. Seine Machenschaften seien geeignet gewesen, das Ansehen der Beamtenschaft im ganzen Deutschen Reich zu '• Emer ist ßreicher - ihlhandluua daß er sich Im Gust, egleiten. i Presseoer. ber Wahl- t baß bas rgebn'u uftanbi Der Jahrgang 1927/28» Feierliche Aufnahme j durch den Reichsjugendführer. i Berlin, 13. April. (DNB.) Am Vorabend des , Geburtstages des Führers, am 1 9. April, findet, wie alljährlich, die feierliche Aufnahme- Verpflichtung des neuen Jahrganges der zehnjährigen Jungen und Mädel durch den Jugendführer des Deutschen Reiches statt. In einer Feierstunde f im Großen Remter der Marienburg, ber : „Burg bes beutschen Jungvolks", wirb Reichsjugend- führer Baldur von Schirach über alle deutschen । Sender zu den Hunderttausenben Jungen unb Mädeln sprechen, die im ganzen Großdeutschen Reich zu dieser Feierstunde im Rahmen eines Stand- o r t a p p e l l s vor den Lausprechern angetreten sind, und zur deutschen Elternschaft. Der Rundfunk überträgt die Feier aus der Marienburg am Dienstag in der Zeit von 17 bis 17.30 Uhr. Wie der Reichsjugendpressedienst erfährt, hat die Werbeaktion der HI. zur Erfassung der zehnjährigen Jungen und Mädel den erwarteten Erfolg gebracht. Die geschlossene freiwillige Eingliederung des gesamten Jahrganges 1927/28, bei dem es sich vor allem um die zwischen dem 1. Juli 1927 und dem 30. Juni 1928 geborenen Jungen und Mädel handelt, in die Gemeinschaft der Jugend wird am Vorabend des Geburtstages unseres Führers in ber Feierstunde auf ber Marienburg erfolgen können. Die beutsche Elternschaft macht damit beni Führer ein Geburtstagsgeschenk, wie es schöner unb größer nicht sein kann. Das Organisationsamt der Reichsjugendführung hat eine künstlerischeAufnahmeurkunde geschaffen, die reichseinheitlich den in das Jungvolk und in den Jungmädelbund aufgenommenen zehnjährigen Jungen unb Mädeln bei ber Verpflichtungsfeier übergeben wirb. Die Aufnahmeurkunde enthält das Bild des Führers mit ber Verpslichtungs- forme! unb ist mit ber Unterschrift des Jungbannführers ober der Jungmädel-Untergauführerin unb mit dem Dienstsiegel des Jungbannes bzw. Jung- mäbel-Untergaues versehen. Berlins Maibaum im Salzburger Land gefällt. Oberhalb des Ortes Seekirchen, 14 Kilometer vor Salzburg, wurde in Gegenwart des Kreisleiters f) a s I a u e r sowie anderer Persönlichkeiten der Bewegung der M a i b a u m gefällt, den die deutsche Ostmark zum 1. Mai in die Reichshauptstadt schickt. 40 Meter hoch ist die Fichte. Ein Sinnbild ber Treue unb Standhaftigkeit der österreichischen Brüder. Die Gemeinde Seekirchen, einer ber am heißesten umkämpften Orte bes Lanbes Salzburg, hat unter ber Verfolgung bes berüchtigten Systems viel leiden müssen. Vier ihrer Söhne ließen ihr Leben für die Bewegung; einer starb im Konzentrationslager an den Folgen von Mißhandlungen unb Entbehrungen, drei wurden 1934 von den Kugeln ber Schergen Schuschniggs hingestreckt. Es gibt keinen Buben unb kein Mädel irt ber Gemeinde von 3500 Einwohnern, die nicht eingesperrt gewesen sind. Unter den Ermordeten war der Vater unb ber Bruder eines ber vier Männer, bie ben Baum fällten. Alle vier Füller finb alte Kämpfer bes Fuh- rers unb haben manche Verfolgungen des Systems mit Bekennermut erbulbet. Der Baum soll in ber Reichshauptstadt stehen als Baum der Lebensfreude am Tage der Arbeit, an dem die Schaffenden Oesterreichs sich einreihen in das große Heer aller Arbeiter Deutschlands und mit ihnen ein neues Jahr der Arbeit beginnen an den großen gemeinsamen Aufgaben, die der Führer dem deutschen Volk gestellt hat. gestellt, daß auch die Ehelichkeit solcher Kinder an- aefochteck werden kann, die im Zeitpunkt bes Inkrafttretens des Gesetzes bereits geboren wqren. Das Gesetz bestimmt ferner, baß von bem Ehetz i n b e r n i s ber Schwägerschaft, bas im Interesse ber Reinerhaltuna bes Familienlebens besteht unb deshalb auch aufrechterhalten wird, B e • Freiung erteilt werben kann. Damit bie Gültigkeit eines Kindesannahmevertrages nach oft jahrelangem Bestehen nicht durch Formfehler in Frage gestellt werden kann, bie bei ber Bestätigung bes Vertrages möglicher- weise übersehen moroen sinb, ist bestimmt, baß durch die rechtskräftige Bestätigung die Verletzung einer für die Annahme an Kindes Statt oorgeschriebenen Form geheilt wird. JDie Vorschriften über bie Annahme an Kindes Statt finb ferner burch Bestimmungen über bie gerichtliche Aufhebung von Kinbesannahmeverhältnissen ergänzt. Damit werben bie Adoptionsverhält- niffe in Fortführung der Gedanken bes Gesetzes gegen Mißbräuche bei ber Eheschließung unb ber Annahme an Kindes Statt vom 23. November 1933 weiter bereinigt. Die Aufhebung eines Annahmever- h ä l t n i s s e s , bie bisher nur durch Abschluß eines besonderen, ber gerichtlichen Bestätigung hilfsbedürftigen Vertrages bewirkt werden konnte, kann künftig auf Antrag eines Dertragsteiles oder der höheren Verwaltungsbehörde durch gerichtliche Entscheidung herbeigeführt werden, wenn wichtige Gründe in der Person eines Verttagsteiles vorliegen, bie bie Aufrechterhaltung des Annahme- verhältnisses sittlich nicht mehr gerechtferttgt er- scheinen lassen. Auch auf die Wirksamkeit einer Ehelichkeitserklärung soll es künftig ohne Einfluß sein, wenn das Vorhandensein einer ihrer gesetzlichen Voraussetzungen zu Unrecht angenommen worben ist. Wirb festgestellt, daß bas Kinb nicht von dem Manne stammt, als dessen eheliches Kind es irrtümlich erklärt worden ist, so kann die Ehelichkeits- erklärung zurückgenommen werden. Schließlich bringt das Gesetz eine Aenderung der Vorschriften über die Rechtsstellung der Staatenlosen, deren Rechtsverhältnisse künftig ausnahmslos nach ben Gesetzen desStaates beurteilt werden sollen, in dem sie sich aufhalten. Die Durchführungsbestimmungen für das Gesetz werden in Kürze erlassen. Berlin, 13. April. (DNB.) Im Zuge der Neugestaltung des bürgerlichen Rechtes hat die Reichsregierung ein Gesetz über die Aenderung unb Ergänzung familienrechtlicher Vorschriften und über bie Rechts st ellung ber Staatenlosen vom 12. April 1938 (RGBl. I Seite 380) erlassen. Dieses Gesetz nimmt aus Teilgebieten des Familienrechtes, dessen Neugestaltung auf verschiedenen Gebieten vorbereitet wird, einige Fragen von besonderer Dringlichkeit vorweg, um sie noch vor dem Abschluß der umfassenden Erneuerung ber einzelnen Rechtsgebiete schon jetzt einer befriebigenben Lösung zuzuführen. Es handelt sich dabei vorwiegend um die Aenderung von Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches, deren Weitergeltung sich immer mehr als Hemmnis für bie Verwirklichung ber national- sozialistischen Auffassung von ber Bedeutung ber blutsmäßigen Abstammung und der Si p p e n z u g e h ö r i g k e i t des Men- Friihjahrsausslellung der Genossenschaft ber bildenden Künstler Wiens. Unterrichtsminister Dr. M e n g h i n eröffnete im Künstlerhaus die diesjährige Frühjahrsausstellung ber Genossenschaft ber bildenden Künstler Wiens. Die Ausstellung, bie erste nach ber nationalen Erhebung, legt Zeugnis ab für bie starken Werte, bie bie befreite österreichische Künstlerschaft zum gesamtdeutschen Kunstschaffen beizutragen vermag. In ber Ausstellung ist auch eine Reihe von Künstlern vertreten, bie voriges Jahr auf der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus ber Deutschen Kunst zu München ausgestellt hatte. Unterrichtsminister M e n g h i n hob hervor, daß der Staat der Kunst nicht teilnahmslos gegenüberstehen dürfe, er sei verpflichtet, eine Kunstpolitik zu machen, die der Gemeinschaft diene, Schädigung von der Gemeinschaft abwehre und dem Staat die Weihe des Geistigen verleihe. Im Dritten Reich sei eine Kunstausstellung Angelegenheit des Volkes. Wahrer Kunst stehe im neuen Deutschland, dem Deutschland des großen Bauherrn Adolf Hitler, eine Blüte bevor, wie es sie seit Jahrhunderten nicht gab. Wetterbericht Das ostatlantische Hochdruckgebiet macht seinen Einfluß noch immer geltend. Die gestern efngeftröm- ten feuchten Luftmassen führten zwar im Laufe der Nacht zu einzelnen leichten Niederschlägen, doch wirb bas Wetter daburch keine weitere Verschlechterung erfahren. Aussichten für Freitag: Bebeckt bis wolkig, zeitweise aufheiternb, höchstens einzelne un» bebeutenbe Niederschläge, Temperatur wenig Der- änbert, schwache nordwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Leicht wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 13. April: mittags 10,5 Grad Celsius, abenbs 8,7 Grab; am 14. April: morgens 7,7 Grad. Maximum 11,7 Grad, Minimum heute nacht 6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. April: abends 8,9 Grad; am 14. April: morgens 7,8 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: Dr. Fr. W. Lange (verreist), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. III. 38: 10 355. Druck und Verlag Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. scheu erwiesen hat. Um zu gewährleisten, daß zur Klarstellung ber Abstammung eines Menschen alle verfügbaren Erkenntnismöglichkeiten verwertet werden können, ist für >as Verfahren in familienrecktlichen Streitigkeiten in allgemeiner Weise bestimmt, daß sich Parteien unb Zeugen, soweit dies zur Feststellung der Abstammung eines Kindes erforderlich ist, e»gen müssen 5m Ber- «etbung von Äerlusten auf oer zHüdfette Jia. men unb Wnfthrih o« Bewerbers tragen I faubürlmühelosjeine Mßuevhrnft ist groll! A276C/37 Hergestellt in den Persilwerken. ' 4-ß-Zimm.Wolin. unb M-Zim-Wolm. zu sofort ober später gesucht. oi798 Dr* Krüger Oberh. Museum. im Alter von 72 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Wilhelmine Strack, geb. Pfeiffer Richard Pfeiffer nebst Frau und Kindern. Ged MZ Ani Anfänge Manie Wort de des Meisters Er er mit uns ist j mit!" So wäre j ms, das uns 2 glichen Umt J™ wirklich ber Meichgewicht b leer- l'° i Agrunü des Wlf der Wel können i fe für d-„ W 8t de?KL-id-n Wandern ist schön wenn alles Im Rucksack ist, was Sie unterwegs brauchen, wie Brot- und Butterdose, Trinkbecher, Isolier- u. Feldflasche. Das und noch vieles andere für Ihre Wanderung bekommen Sie bei J.B. Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 Wecen Aufgabe des Haushalts findDonnerstag und Samstag dieser Woche zu verkaufen: 01797 Betten m. Feb.- Bett., Schränke, Vertiko,Komin., Tisch u. Stühle, Küchenmöb,verschieb. anberesu. 1 Eisenb.-Mant. AmRiegelptad96l. Saal-11. Svelse- Kartoffeln Böhms allerfr., Jnbustrie, Erb- golb unb Ackersegen; sowie la Kuhmist zu verkauf. 01797 Krofdorf. Str. 5 A u ■ Fleitz., ehrliches, nicht zu junges Mädchen f. Geschäftshaus- balt (2 erwachs. Person.) gesucht. Lohn RM. 40- monatl. Schrift!. Angeb. u. 2543 D anoenGietz.Anz. Erfahren., solib. MM zum 1. 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Diktat 160/200 (SilBt mit Uebungen 8. Diktat 200 Silben it. höher mit Praktiker- Uebungen Nr. 88 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, N. April (938 Manche behaupten, daß Machematiker und Physiker den Grund zu großen Gedanken, an deren Ausbau sie ein Leben lang arbeiten, bereits zwischen 23 und 30 legen. Das mag eine Regel sein; zigjährigen aber bezeichnete er als v brauchbar. Ob Sir Osler heute noch Menschen erreichte Lebensalter ganz gewaltig heraufzuschrauben: Man kann heute rechnen, daß die Menschen der europäischen Kulturstaaten und namentlich Deutschlands 60 Jahre alt werden. un- enn nahmen: Als z. B. Max Planck die Quanten« cheorie begründete, war er mit 42 Jahren immerhin schon in das Alter vorgerückt, das Osler „unfähig" nannte, und Thomas Edison hat einen sehr noch reichlich andere Tiere, die unangenehm für den Menschen werden können, so Skorpion und Hundertfuß, deren giftige Stiche oft gefährliche Folgen haben. Mit Schlangen und S i a - f u 5 (wandernden Ameisen) habe ich gleich in den ersten Tagen Bekanntschaft gemacht. Als ich bei meinen Bekannten im Garten über den Rasen ging, raschelte es vor meinen Füßen, und eine grüne Baumschlange ringelte sich an der neben mir stehenden Palme empor, vor der ich erschreckt zurückwich. Einige Tage vorher hatte die Dame des Hauses eine große Schlange in der Ecke ihres Wohnraumes gefunden. Aber auch ahnungslos in einen Zug der ©iafus zu geraten, ist sehr ungemütlich. Allerdings merkten wir es sofort und konnten die Tiere,' die sich fest ins Fleisch verbeißen, mit unseren Schühen und Strümpfen von uns schleudern. Aber bei Siafus hat mancher schon mehr als nur Schuhe und Strümpfe ausgezogen. Auch für Haustiere sind sie oft große Quälgeister und haben schon manches Küken bei lebendigem Leibe aufgefressen. Aber trotz oller Entbehrungen und Gefahren hängen die Deutsch-Ostafrikaner sehr an ihrer zweiten Heimat, die zum größten Teil l a n d s ch a f t - lich sehr reizvoll ist und noch große Wild- reservate besitzt. Die Perle des früheren Deutsch-Ostafrikas ist das Usambaragebirge, das wildromantische Felsentäler, hohe, über 2000 Meter ansteigende Berge und mächtige Urwälder J)at. Es ist reichlich durch Reger besiedelt. Auch liegen im ganzen Gebirge zerstreut einzelne d e u t s ch e F a r - men. In der Hauptsache wird dort europäisches Gemüse und Obst gepflanzt und nach den Hafenstädten Tanga und Daressalam versandt. Alle ,Far° Der große deutsche Arzt Hufeland hat um 1800 festgestellt, daß jedes Lebewesen von Natur aus fünfmal so lange leben könne und solle, als es zu seiner vollen Entwicklung braucht. Demgemäß müßten die Menschen, die doch erst etwa mit 25 Jahren wirklich „reif" und „erwachsen" sind, normalerweise 125 Jahre alt werden. Tatsache ist jedoch, daß auch zu Hufelands Zeit die durchschnitt- liche Lebenserwartung nur etwa 35 Jahre betrug. In den letzten fünf Jahrzehnten aber ist es der ärztlichen Fürsorge gelungen, das von den meisten In der Steppe befinden sich in der Hauptsache ausgedehnte Sisalpflanzungen, in höheren Lagen dann noch Kaffee- und Teeplantagen. Eine sehr hübsche Autofahrt durch große Waldungen von Kokospalmen machten wir von Tanga aus nach der Mündung des Panganistromes, in dem es viele Kr o k o d i l e gibt. An den weiter flußaufwärts gelegenen Panganifällen ist in den letzten Jahren mit englischem Kapital ein großes Kraftwerk entstanden, das Tanga und viele Pflanzungen mit elektrischem Strom versorgt. Die Brandung des Indischen Ozeans an der Panganimün- dung ist ziemlich stark, und es macht Vergnügen, darin zu schwimmen, nur mußten wir uns erst an die unheimliche Wärme des Wassers, die einem warmen Bad bei uns zu Hause gleichkommt, gewöhnen. Auf dem Rückwege kamen wir am Abend durch ein Negerdorf, in dem gerade eine Ngoma (Tanz) stattfand. Das Licht des Vollmondes siel auf dunkle Gestalten, die sich in zwei Reihen tanzend gegenüberstanden. Aus der Mitte erscholl eigenartige Trommel- und Rasselmusik. Die Frauen bewegten sich unter eintönigem Gesang in ständigen Tanzbewegungen hin und her. Sie waren mit bunten Ketten und Schmuck behängt und hielten kleine Tücher zwischen ihren Händen, die sie im Rhythmus der Musik hoben und senkten. Ihnen gegenüber tanzten lebhaft und unter kleinen Schreien die Neger, und ab und zu wirbelte einer aus einer Reihe und zu den Frauen hinüber, um einer oder mehreren ein Geldstück zwischen die Lippen zu schieben, das diese dann in ihrer Hand verschwinden ließ. Immer wilder wurde der Tanz und immer lauter die Schreie der Neger, und als wir schon ein Stück wieder entfernt waren, hörten wir noch die dumpfen erregenden Töne der Negerinstrumente durch die afrikanische Nacht klingen, in der die Luft schwer und schwül über dem Boden lagert und die Palmen fremd und seltsam gegen den leuchtenden, sternübersäten Tropenhimmel stehen. Ein „Menschenalter" berechnen wir gewöhnlich auf 30 Jahre. Diese Auffassung von der „Lebenserwartung" des Menschen geht aber wohl auf die Tatsache zurück, daß z. B. die alten Römer — und auch noch die Menschen vieler späterer Jahrhunderte — durchschnittlich wirklich nur 29 Jahre alt wurden. Für unser heutiges, statistisch geschultes Auge haftet dieser Angabe freilich ein kleiner Schönheitsfehler an: Wir wissen, daß berühmte Römer, wie z. B.' Cato wesentlich älter geworden sind, wissen — oder können es doch Nachlesen —, daß Julius Cäsar fast 66 Jahre alt wurde und daß der „Senat", die oberste Behörde des republikanischen Rom ausdrücklich ein „Rat der Alten" war, wie sein Name sagt. Zweifellos hat die außerordentlich große Kindersterblichkeit früherer Zeiten das Bild verschoben und so zu der Berechnung eines Menschenalters auf 30 Jahre geführt. Deutsche Frau im Schwarzen Erdteil Erste Eindrücke und Erlebnisse in Ostafrika. Don Or. Käte paschen, Gießen, z. Z. Kunguruwi-Estate, Ostafrika. Eigenartigerweise gibt es aber Menschen, die darin gar keinen so begrüßenswerten Fortschritt sehen. Bereits im Jahre 1905, als wir erst einen Teil dieser Entwicklung hinter uns hatten, und die Menschen noch 15 Jahre jünger starben, behauptete ein Sir William Osler in Baltimore bei einem Vortrag, daß die Männer um die 40 herum schon unfähig seien. Sonst nennen wir dieses Alter gerade „in den besten Jahren". Die Sech- Daß Kant sein Hauptwerk, die „ K r i t i k der reinen Vernunft", erst mit 57 Jahren veröffentlichte, scheint Osler und den vielen, die mit ihm Menschen dieses Alters schon zum „alten Eisen" werfen wollten, entgangen zu sein, ebenso wie die Tatsache, daß Leopold von Ranke seine berühmte Weltgeschichte erst mit 80 Jahren begann und noch vor seinem Tode im 91. Lebensjahr vollendete. Komponisten wie Händel oder Verdi haben wertvolle Werke noch mit 70 und 72 Jahren konzipiert; seinen „Othello" komponierte Verdi sogar erst mit 80. Michelangelo aber malte noch im 89. Lebensjahr emsig an seinen gewaltigen Wandbildern, und Tizian, der mit 75 Jahren sogar einen neuen Anlauf und neuen Schwung schöpfte, hätte vielleicht noch mit 100 Jahren Meisterwerke geschaffen, wenn ihm nicht im 99. die Pest den Pinsel aus der Hand gerissen hätte. Mögen die Genannten — ihre Reihe ließe sich unschwer erweitern — Heroen an Schaffens- und Lebenskraft gewesen sein. Sicher ist, daß der Mensch in dem Alter, das er dank ärztlicher Kunst heute durchschnitttich erreicht, durchaus nicht „verbraucht" sein muß. Wann ist man im „besten" Alter? Wie alt wird der Mensch? — Mit 40 Jahren ist man noch nicht verbraucht. — Tizian malte mit 99. Don Do. 3- Zinsser. er 1905 vielleicht 30 Jahre alt war, so würde er heute auch schon tief im „unbrauchbaren Greisentum" stehen. Wir wissen es nicht. Aber bereits 1905 konnten der kühnen Behauptung Oslers zahllose lebende Gegenbeweise vorgehalten werden, und die Geschichte hat die Reihe der berühmten und noch im hohen Greisenalter leistungsfähigen, ja äußerst schöpferischen Männer seitdem noch wesentlich vergrößert. Fünf Wochen lang haben Meereswogen den Bug unseres Schiffes umrauscht, das von Hamburg aus sich seinen Weg durch die Nordsee, den Atlantik, an Gibraltar vorüber durchs Mittelmeer, den Suez- kanal und das Rote Meer bis in den Indischen Ozean bahnte. Bunte wechselvolle Bilder der Hafenstädte sind an uns vorübergezogen und die Erinnerung an trostlose, in der Sonne flimmernde Wüste, an Sand und Felsen der letzten Häfen Port Said, Port Sudan und Aden ist noch in uns, als wir uns der grünen Küste Ostafrikas nähern. Zuerst legen wir in Mombasa an, der Hafenstadt der englischen Kolonie Kenya. Dann, nach etwa sechs-' bis achtstündiger Fahrt gleitet der Dampfer, vom Lotsenschiff geführt, in die palmumrauschte Bucht von Tanga ein, wo er vor Anker geht. Bald kommt die Prüfungskommission an Bord, und nachdem unsere Pässe und Papiere durchgesehen sind, übergeben wir unser Gepäck einigen Negern, die es in das Motorboot schaffen, das uns an Land bringt. Zuerst müssen wir durch den englischen Zoll, aber auch hier geht alles glatt, und wir fahren zu dem nahen Krauthotel, das zwischen hohen Palmen liegt und von dem man einen herrlichen Blick über die blaue Bucht mit der Toteninsel hat. Tanga ist die erste Hafenstadt unserer früheren Kolonie Deutsch-Ostafrika und bietet ein buntes Bild. Europäer, Inder, Neger in farbigem Durcheinander beleben die wenigen breiten Geschäftsstraßen der Europäer, an die sich das Jnder- viertel mit seinen vielen Duken (Läden) schließt. Etwas abseits zieht sich malerisch unter Kokospalmen das große Eingeborenendors hin. Außerhalb der Stadt liegen entzückende Villen der Europäer mit großen, in tropischer Ueppigkeit blühenden Gärten. Und über allem brütet die grelle, flimmernde Sonnenhitze der Tropen. Die tägliche Erfrischung und Erholung ist das Baden am Strand, wo besonders gegen abend fröhliches Leben und Treiben herrscht. Die Sonne geht hier, in der Nähe des Aequators, fast regelmäßig schon kurz nach sechs Uhr unter und die Neger zählen die Stunden von Sonnenaufgang, morgens sechs Uhr, bis abends sechs Uhr als die erste bis zwölfte Stunde. In Hotels und Privathäufern bedienen überall Neger, Boys genannt, in langen weißen Gewändern und mit roten Fezen auf den Köpfen. Die Füße sind immer unbekleidet. Die Sohlen sowie die Innenflächen der Hände stechen merkwürdig hell gegen den übrigen dunkelgetönten Körper ab. Die - Verständigungssprache zwischen Europäern und Negern ist im allgemeinen Suaheli, das, ursprünglich nur Küstensprache, heute auch die meisten Neger im Innern verstehen und sprechen. Das Tropenklima in Tanga und den ganzen Küsten- und tiefgelegenen Steppengebieten ist für Europäer anstrengend, und besonders die Frauen haben darunter zu leiden. Auf Hochebenen und im Gebirge ist das Klima gesund; tagsüber nicht allzu heiß, kühlt es abends oft so ab, daß man Feuer in den hier überall vorhandenen Kaminen machen muß. Aber es ist sehr gemütlich, im „heißen" Afrika abends in den hier gebräuchlichen, niederen, mit Kissen ausgelegten Holzsesseln um den flackernden Kamin zu sitzen und beim Schein einer Petroleumlampe zu lesen oder zu plaudern. In Tanga und den übrigen Küstengebieten herrscht die Malaria, die in den hoch gelegenen Gegenden und im Gebirge nur ganz selten zu finden ist. Doch haben auf dem Gebiet der Bekämpfung der Tropenkrankheiten gerade die deutschen Wissenschafter Hervorragendes geleistet und Medikamente hergestellt, die auch die Malaria in den meisten Fällen zur baldigen Ausheilung bringen. Aber es gibt außer den Mos- kit e n, die die lieberträger der Malaria sind, hier Ulm tritt für seinen Schneider ein. Die Gestalt des Albrecht Ludwig B e r b l i n g e r, des Schneiders von Ulm, ist weit bekannt. Aber die Volkstümlichkeit dieses mutigen Flugpioniers, der mit seinem selbstgebauten Flugapparat im Mai 1811 auf der Ulmer Adlerbastei zum Fliegen an- setzte und dabei in die Donau fiel, ist von Beginn an ins Lächerliche verzerrt worden. In einem vom Kreisleiter, vom Oberbürgermeister und üom Stadt- rat für Kultur gemeinsam abgefaßten Aufruf haben sich die Vertreter Ulms jetzt zu einer Ehrenrettung des Schneiders an die Öffentlichkeit gewendet und bageaen Stellung genommen, daß Berblinaer als eine^lächerliche Figur hingestellt wird. Vor allem werden die Ulmer Kunst- und Andenkenhändler aufgefordert, alle unpassenden Darstellungen des Schneiders von Ulm aus dem Handel zu ziehen. In feinem vielgelesenen Roman „Der Schneider von Ulm" hat bereits Max Eyth vor über dreißig Jahren ein Bild des eigenwilligen Flugzeugkonstrukteurs entworfen, dessen Schicksal als das eines „um 200 Jahre zu früh Geborenen" erscheint. Die Flugmaschine Berblingers lehnte sich an das einige Jahre vorher von dem Wiener Uhrmacher Jakob Degen konstruierte Gerät an. Es bestand aus zwei herzförmig geformten Flügeln, die an die Arme geschnallt und durch Muskelkraft bewegt wurden. Der mutige Schneider hat nach dem mißglückten Versuch noch lange unter dem Spott seiner Mitbürger zu leiden gehabt und ist 58 Jahre alt in bitterster Not im Spital zu Ulm gestorben. großen Teil seiner epochemachenden Erfindungen erst nach den mittleren Lebensjahren der Menschheit gegeben, wenn er auch so bedeutsame Entdek- frungen wie den Phonographen oder die Kohlenfadenglühlampe mit 31 bzw. 32 Jahren machte; bis zu seinem Tode im 84. Lebensjahr war er unermüdlich und erfolgreich tätig. Humboldt aber hat sein großes Werk „Kosmos" überhaupt erst mit 76 Jahren in Angriff genommen und nach vierjähriger Arbeit vollendet. Gewiß gab der große schwedische Naturforscher und Arzt Karl von L i n n 6 , der allen Pflanzen ihre lateinischen Doppelnamen verlieh, sein berühmtes siebenbändiges „System der Natur" schon mit 28 Jahren heraus. Als aber Graf Zeppe - l i n 1887 dem württembergischen König seine Denkschrift über die verkehrstechnische und militärische Bedeutung lenkbarer Luftschiffe überreichte, war er bereits 49 Jahre alt, und erst mit 61 Jahren konnte er an die Verwirklichung seiner Idee in der Praxis denken. mer im Gebirge hoben heute wirtschaftlich schwer I aber sie hat zweifellos sehr viel bestätigende Aus> zu kämpfen. nrrbm-pn• Al«; i B Mar Nlanck die Quanten Vom (Sinn des Leidens. Gedanken zum Karfteiiag von Loses Magnus Wehner. Am Anfänge unserer Betrachtung tönt uns jenes seltsame Wort des 13.Jahrhunderts aus dem Munde des Meisters Eckhart entgegen: „Gott spricht, daß er mit uns ist im Leiden. Das ist: Er leidet selber mit!" So wäre denn das Leiden nicht ein Verhängnis, das uns Menschen allein und mit uns dem unendlichen Umkreis der Schöpfung auferlegt ward? Und wirklich berichten die Mythen aller Völker von den Leiden ihrer Götter; sie weisen der Gottheit selber das Recht, ja das Amt des Leidens zu. Gott und Mensch stehen in der Gemeinschaft des Leidens. Erst das Leiden vollendet den glühenden Zusammen- hana alles Lebens. Tod und Leben sind Brüder; sie halten sich feurig die Waage und in ihr das Gleichgewicht der Welt. Wäre die Schale des Leidens leer, so sänke die Schale des Lebens in den Abgrund des Nichts. Nicht so reich erklänge die Musik der Welt, schlänge sich nicht die dunkle Melodie des Todes durch das Geäder ihres Gesanges. Wir können jenen erhabenen Zusammenhang nur ahnen, für den die Sagen zeugen. Meister Eckhart faßt die Erscheinungen des Leidens noch tiefer, indem er ausspricht, daß Gott und Mensch sich im Leid begegnen, ja, daß das Leiden geradezu unseren göNlichen Ursprung beweise. Er sagt: „Aber der gute Mensch ist auch immer darauf aus, zu leiden, um Gott und nicht bloß das Leiden hinter sich zu haben. Er wünscht, durch Gott zu leiden — und erleidet ihn. Und eben darin ist er Gottes Sohn, nach ihm und in ihm geformt." In diesen gewaltigen Sätzen, in denen die göttliche Geburt des sein Leid tragenden Menschen verkündet wird, erhebt sich wie ein aus dem Meere aufsteigender Berg aber auch schon die erste Sinndeutung des Leidens. Im Leiden erblickt der Mensch seinen Gott, im Leiden erkennt Gott den Menschen als seinen Sohn an, der nach seinem Antlitz gebildet wurde. Das Leiden verklärt, ja, es vergöttlicht. Das ist der Sinn, den der deutsche Mystiker dem tragischen Gesetze verlieh. Das Leid entbindet den Menschen zu seiner höheren, zu seiner eigentlichen Gestalt, so drückt dasselbe Urgefühl sechshundert Jahre später Friedrich Nietzsche aus, wenn er bekennt: „Erst der große Schmerz, jener lange, langsame Schmerz, in dem wir gleichsam wie mit grünem Holze verbrannt werdey, der Schmerz, der sich Zeit nimmt — zwingt uns Denker, in unsere letzte Tiefe zu steigen und alles Gutmütige und Verschleiernde von uns zu tun. Erst der große Schmerz ist der letzte Befreier des Geistes." Die Ueberwindung des Schicksals durch den Willen, durch die Tat, das ist der eine Weg, den die Menschen, die Völker beschreiten, um zur eigenen Gestalt zu kommen; das Opfer, der Schmerz ist der andere. Der dunklere Weg läuft gleichsam unter dem helleren einher, oft verschmelzen beide, und unser innerstes Wissen sagt uns, daß die Lebenshelden die Brüder der Tvdeshelden sind. Wie der Baum aus der schwarzen Verwesung der Erde die Kraft zu grünem Wachstum saugt, so wird in jedem Abgrund des Leidens, in dem Krankheit, Verzweiflung und Tod Hausen, der siegreiche Trieb alles Lebens bereitet, das sich nach oben verjüngen will. Die da opfern im Schatten des Daseins, find Geschwister der freubigen Helden, die im Lichte auswärts steigen. Gott leidet mit ihnen um des Wachstums und der Vollendung der Welt willen, vom Blute jener Helden schlägt das Herz der Welt. So wird uns die erhabene Sendung des Schmerzes klar: in seinem scharfen, goldenen Lichte kündet sich die Geburt an; nicht nur der Mensch wird unter den Wehen der Mütter geboren, alles Lebendige, alles Ungeborene, das im Werdesturm nach einem Antlitz schreit, muß durch die' Höhle der Wehen hindurch, ehe es Gestalt gewinnt. Der Schmerz ist der Geburtshelfer der Welt. Darum fürchten die Meister des Lebens, deren Liebeskraft in das dunkle Reich hinunterschaut, das Leiden nicht. Sie find dem heiligen Gesetz des Wachstums, dem glühenden Zusammenhänge, in welchem eines für das andere steht, so tief verbunden, daß sie dem Anruf des Schmerzes mit Hymnen antworten. Alle, die da' leiden, stehen in der erhabenen Ordnung der Welt als die großen Gebenden, als die großen Liebenden da. Ihre Geduld ist die unendliche Geduld alles wahrhaft Wachsenden, dem Körper wie dem Geiste nach. Die Flamme ihrer Qual, die sie verzehrt, ist nicht trübe, sie wird am Ende lauteres Licht sein. Ein Blitz hat sie getroffen und gezeichnet, aber wenn sie sich in den Opfersinn des Stirb und Werde einordnen und ihr Herz in den glühenden Zusammenhang flechten, in dem einer für alle steht, um Gottes willen und damit das Hohe nicht sterbe, dann werden sie die Lähmung überwinden, die den Menschen wohl im ersten Schrecken überfällt, wenn er in den Abgrund der Welt blickt, und sie werden das Feuer, das auf sie siel, als himmlisches Feuer erkennen, das höher verwandelt, indem es verzehrt. "Es find keine bösen Gewalten, es ist immer der eigene Engel, der den Menschen stürzt. „Lebend trag ich Gottes Nähe, sterbend spreng ich Gottes Kraft." Der heldische Glaube an die Schöpfung: durch den Schmerz, um den alle großen Menschen, die Scher, die Schöpfer, die Künstler wissen, ist das Erbteil der Berufenen, die teilhaben an der unendlichen Schöpfung. Eckhart sagt: „Gott hat die Welt nicht so geschaffen, daß alles Schaffen fürderhin ausgeschlossen wäre; nur in der Weise hat er sie geschaffen, daß er sie noch immer erschafft hat ohne Unterlaß." Da die Schöpfung ewig ist, wird auch der Schmerz ewig sein. Groß ist es, zu seinem Schmerz zu stehen, ja, ihn als das Schicksal aller schaffenden Herzen zu lieben. „Liebst du mich und kannst mich schlagen?" So klagt die Seele im Marmor, wenn die Hammerschläge des Meisters auf den Stein fallen. Aber einst wird der geschlagene Stein als Bild der Vollendung dastehen, gegrüßt von den Wogen der Unendlichkeit, ein Standbild, das Gott selber den Mächten der Zerstörung abrang als sein Bild. Hell und freudig diesem Willen zu dienen, das ist die höchste Liebe; in ihr bewährt sich der Segen des Lichtes, das uns schuf und das den Feuermantel des Leidens um unsere Schultern legte, damit wir, wenn der Vater aller Schmerzen, der Tod, ihn abnimmt, wir dastehen im Schweigen der Ewigkeit als unsterbliche Gestalt. Wriße Frau in der Arktis. Frau Ernest Pasley ist die Gattin des Kapitäns Pasley, der seit neun Jahren in Victoria-Land, im arktischen Gebiet des nordwestlichen Kanada, lebt. Frau Pasley, die die ganze Zeit das Leben ihres Gatten im Hohen Norden geteilt hat, weilt augenblicklich zu einem Urlaub in ihrer englischen Heimat und erzählt in der „Daily Mail" von ihren Erlebnissen: „Seit neun Jahren lebe ich in Victoria-Land, und während der ersten vier Jahre war ich die einzige europäische Frau weit und breit. Dort, 600 Kilometer vom nächsten Dorf, Coppermines, ist meine Tochter June Victoria, geboren worden. Ihre Geburt erschien mit als der Gipfel aller Mühsale in dem mühsamsten und einsamsten Leben, das eine europäische Frau sich nur vorstellen kann. Seit acht Tagen wehte ein Schneesturm, und der Arzt, 1600 Kilometer entfernt, konnte nicht rechtzeitig da sein. Wir konnten nicht um Hilfe nach Coppermines gehen, wiel es eine Reise von 600 Kilometer im Hundeschlitten bedeutet hätte, und die kurzen Tage waren angebrochen. Nicht einmal eine Eskimofrau konnte bis zu mir bringen. Nur mein Mann war bei mir. Wir lasen alles, tpas uns vielleicht helfen konnte. Enblich gelang es zwei Männern von der berittenen Polizei bis zu uns durchzudringen. Sie brachten Aether und Chloroform von der Niederlassung der Hudson Bay Companie, lieber dreißig Stunden lag ich in Agonie, während mein Mann mit kleine Züge von Betäubungsmitteln beibrachte, und wir alles versuchten, was wir gelesen hatten. Die drei Männer machten ihre Sache großartig. Es ist erstaunlich, wie richtig mir manchmal die Dinge machen, wenn wir müssen. Mein Haus hat nur einen einzigen Raum. Die Hälfte ist durch Pelze als Wohnküche abgetrennt, wo wir Eskimos empfangen können, wenn sie in Geschäften kommen. Die andere Hälfte ist unser Schlafzimmer. Mein Mann ist auf seinem Handelsschiff oft zwei Monate hintereinander abwesend. Ich kann ihn nicht begleiten, weil es zu gefährlich ist und ich an Seekrankheit leide. Manchmal ist das Schiss monatelang eingefroren. So bleibe ich zu Hause und überlege mir, wie den städtischen Damen zu Hause mein Heim und mein Leben gefallen würden. Den ganzen Winter über, das heißt von September bis Juni, bekomme ich mein Wasser in Gestalt von Eisblöcken. Jedes bißchen zum Kochen ober Waschen muß geschmolzen werden. Das Eis wird von einem See, % Kilometer weit fort geholt und mit Hundeschlitten nach Hause gebracht. Man stelle sich einen Sommer vor ohne Gras oder Laub und doch mit einer Temperatur von 20 Grad Wärme. Es gibt Wolken von Moskitos, aber der Boden taut niemals tief genug auf, um irgendwelche Pflanzen wachsen zu lassen. Nur zwischen den Eisspalten tauchen rätselhafter Weise kleine unscheinbare Blumen auf. Manche erinnern ein wenig an unsere Butterbirnen, aber an sehr kurzen Stielen. Sie kommen heute und sind morgen verschwunden. Jetzt sind wir mehr Europäer, drei Familien, die im ganzen aus zehn Personen bestehen, einschließlich June und einem kleinen Jungen, der seitdem geboren wurde. Wir europäischen Frauen halten ein gesellschaftliches Leben aufrecht. Wir haben unsere wöchentlichen Nähnachmittage. Dann sprechen wir darüber, was wir tun werden, wenn wir „herauskommen", das heißt wenn wir einmal Urlaub von der Arktis haben. Wir nennen das „das Nächste- Jahr-Land". Das soll bedeuten, daß etwas, was nicht dieses Jahr geschieht, doch vielleicht nächstes Jahr geschehen könnte, aber nicht früher. Wir tragen Pelze als Arbeitskleider, Pelzkappe, Pelzmantel und Pelzhosen, die bis auf unsere Pelzstiefel niederreichen. Ich besitze ein Paar aus weißem Fuchsfell, um die viele Frauen zu Hause mich beneiden würden. Aber ich trage sie niemals. Vielleicht ziehe ich sie einmal während dieses Urlaubs an. Sie sind herrlich für Abendgesellschaften. Aber was nützen sie in der Arktis, wo es keine Abendgesellschaften gibt?. x ‘Bi J Gin neues Gesicht der Paula Wessely. Oie Wandlung zur Medizinstudentin Hanna Karfreit. Ausscheidungskämpfe der Leichtalhleien. Vorbereitungen für Breslau Wien, im April 1938. Im Wiener Tobis-Atelier am Rosenhügel arbeitet jur Zeit Paula Wessely wieder an einem Film, der unter der Spielleitung von Geza von Bol- vary nach dem Drehbuch von I. Sandmeier entsteht und „Der Spiegel" heißen soll. Es sind viele Monate vergangen, seit mir Paula Wessely zum letztenmal vor der Kamera sahen. Das war damals in Berlin im Theater am Schiffbauerdamm, wo Professor Carl Froelich mit ihr — zwischen den regulären Vorstellungen an jedem Abend — die in einem Theater spielenden Szenen des Films „Die ganz großen Torheiten" drehte. Das jetzige Wiedersehen mit Paula Wessely in Wien zeigt uns ein völlig neues Gesicht der Künstlerin. Sie, die in ihrem letzten Film als junge, zwar begeisterte aber doch ungeheuer weltfremde Schauspielschülerin, die über dem Abenteuer ihrer ersten Großstadtnacht ums Haar Kopf und Kragen verloren hätte, vor das Publikum trat, hat in dem Film „Der Spiegel" die Rolle einer Medizinstudentin übernommen, für die es zunächst nichts auf der Welt gibt als diesen Beruf, für den sie sich mit Eifer und Hingabe auf der Universität vorbereitet. Und wie sie so, begleitet von der lautlos hinter ihr herfahrenden Kamera, die Werner Brandes mit der Sicherheit und Ruhe des Vielerfahrenen bedient, durch die langen Korridore einer Universitätsklinik geht, sucht man vergeblich in ihrem Gesicht nach dem schwärmerischen Ausdruck einer romantischen Seele, den man von jenem Film her noch in Erinnerung hat. Ihre Züge haben sich mit der neuen Rolle gewandelt, dieses junge Mädchen gehört der Generation von heute an, ihr Gesicht ist das des jungen Studierenden, der mit Besessenheit täglich weiter in eine Wissenschaft eindringt, die nur einen Zweck kennt und neben einem warmen Herzen für die leidenden Menschen klaren Verstand und mutige Entschlossenheit vor allem fordert. In diesem neuen Gesicht der Paula Wessely prägt sich aus, was ihr die Stunden im Hörsaal der chirurgischen Klinik und die Arbeit im anatomischen Institut oder am Mikroskop an exakter Wissenschaft schon vermittelt haben: Es ist stolz und ernst, erfüllt von der Befriedigung duch die geliebte Arbeit, der ihr ganzes Herz gehört. Der Konflikt, in den diese angehende Medizinerin Hanna Karfreit, wie die Wessely im Film heißt, durch ein Zusammentreffen von Mißverständnissen und Unduldsamkeit ihres Verlobten, des Assistenzarztes Dr. Peter Eberle (Attila Hörbiger), gebracht wird, ergibt sich mit zwingender Folgerichtigkeit aus der interessanten Handlung, die Julius Sandmeier als Grundlage für den Film formte. Außer dem Hochschulmilieu, das absolut wirklichkeitsgetreue Wiedergabe im Film erfahren wird, sind es die im väterlichen Haus und beim Skilaufen m den Bergen spielenden großen Szenen, die dem neuen Wessely-Film bunten, kontrastreichen Hintergrund geben werden. So wie der Regisseur Geza von Bolvary auf die überraschende Tatsache, daß außer der Wessely und Hörbiger (die wegen der Großaufnahmen geschminkt sein müssen) alle Darsteller ungeschminkt vor die Kamera treten, Hinweisen kann, um darzutun, wie sehr größter Wert auf Echtheit in jeder Beziehung gelegt wird, so unterstreicht der Architekt Julius von Borsody, daß feine Aufgabe diesmal nicht nur war, für die Bauten zwischen zwei Stilarten zu wählen, sondern dem Charakter der verschiedenen Personen auch durch die sie umgebende Umwelt deutlich sichtbaren Ausdruck zu verleihen, um aus dem Optischen heraus ihr Handeln und ihre Entschlüsse mit verständlich zu machen. Als schwierigstes Problem bezeichnet Borsody die Wohnung des Juweliers Karfreit, den Peter Petersen spielt. Ihr Stil ist, daß sie überhaupt keinen Stil haben durfte, um die besondere Stimmung dieses versponnenen, eigenartigen Menschen auszudrücken, der ohne es zu wissen, zum stärksten Gegenspieler seiner Tochter wird. Zu allem übrigen hat der Film noch eins, was für die Architektur immer schwer ist — er spielt zur Hälfte bei Nacht. Indes scheinen all diese ungewöhnlichen Umstände die Schaffensfreude — nicht nur des Architekten, sondern wie wir nach den in Wien gewonnenen Eindrücken beurteilen können, sämtlicher Mitarbeitenden — außerordentlich angeregt zu haben. Paula Wessely arbeitet wieder mit ungeheurer Konzentration und hat, solange sie im Atelier steht, kaum einen Blick für das, was außerhalb vorgeht. Sie sagt rundheraus, daß sie „wie im Exil" lebt und ihre Rolle sie so ausfüllt, daß einfach nichts anderes für sie existieren kann. Und demselben Glauben an die Wichtigkeit und Richtigkeit ihrer künstlerischen Arbeit begegnet man bei allen anderen Darstellern, ob es Raoul Aslan ist, der als Professor Tlusty feine Studenten zu Beifallskundgebungen hinreißt, wenn er das Hohe Lied der exakten Medizin singt Und gegen Kurpfuscherei wettert oder ob Walter Surowy und Jane Tilden in einer leichtlebigen Barszene den Schiffbruch im Examen zu vergessen suchen, ob Dagny Servaes als Kathi, Karl S k r a u p als Dorfheilkundiger, Karl E h m a n n als verschrobener Studienrat ober irgendeiner der vielen anderen im Scheinwerferlicht stehen, das trotz der Besetzung der Rollen mit besten Kräften doch auch manchem zum erstenmal schien. Wir denken da besonders an die fünf „Pascher", die für die Aufnahmen im Gasthaus „Zum Hirschen" aus ihren Holzhauerhütten im Salzburgischen ins Atelier nach Wien geholt wurden. Der Wirt in Gößl am Grundlsee mußte sie richtig bei Nacht mit der Laterne zusammenholen, damit sie noch rechtzeitig den Zug in Aussee erreichten. Ihre „Entdecker" waren Paula Wessely und Attila Hörbiger, die sich der stämmigen Burschen von ihrem Sommeraufenthalt in Gößl her noch erinnerten, wo sie zur Unterhaltung der Sommerfrischler durch ihre urwüchsigen Gstanzeln und die vollendete Kunstfertigkeit im „Paschen" (so heißt das nach eigenartigem Rhythmus erfolgende Jneinanderklatfchen der Hände) zuweilen nach Feierabend beitrugen. Aber auch viele ausländische Studierende der Universität, nicht zu vergessen ein berühmter Gehirnoperateur und seine Mitarbeiter, die sich für eine Szene im chirurgischen Hörsaal zur Verfügung gestellt hatten, standen zum erstenmal im grellen Licht eines Ateliers. Hans Lang, der Komponist des Films „Lumpazivagabundus" wird die Musik zu dem Tobis- Vienna-Film „Der Spiegel" schreiben. Hermann Hacker. Erfolgreicher Gegelstreckenflug vom Hümmerich bis Saarburg. Der Segelflieger Köhler, Obersturmführer des NSFK.-Sturmes 5/72, legte mit dem dem Sturm gehörenden Hochleistungssegelflugzeug „Rhönadler" eine beachtenswerte Strecke von 115 Luftkilometer zurück. Er startete auf dem Hümmerich bei günstigem Flugwetter. Der Langstreckenflug führte ihn über die Eifel, Wittlich, Trier nach Saarburg. Ueber der Stadt Wittlich begegnete Köhler einem rumpflosen Segelflugzeug, das von Köln aus unterwegs war und von dem Obergefreiten Scheidhauer gesteuert wurde. Beide Segelflugzeuge gingen kurz nach 16 Uhr in Saarburg nieder, wo sie ungünstige Luftverhältnisse vorfanden. Die Landung in Saarburg erfolgte glatt. Ein Jahr 7IS.-!?>iegerkorps. 180 000 Flugmodelle für das Deutsche Jungvolk. Am 17. April 1937 hat der Führer und Reichskanzler durch einen Erlaß das Nationalsozialistische Fliegerkorps gegründet. Am Tage des einjährigen Bestehens dieser jüngsten NS.-Formation will ihr Korpsführer, Generalleutnant Christiansen, der Jugend eine besondere Freude bereiten. 180 000 kleine Flugzeugmodelle werden am 17. April an das Deutsche Jungvolk im ganzen Reiche verteilt. In der kurzen Zeitspanne seines Bestehens hat das NSFK. weitgehende Aufgaben für die Ertüchtigung des Fliegernachwuchses und die Förde- rung des Luftsportgedankens erfüllt. Große Aufgaben bringt auch die Zukunft. Der Deutfch- landflug 1 9 3 8 ist die erste Veranstaltung, die sich über das gesamte Großdeutschland erstreckt. Sein Ziel ist Wien. Unter den Teilnehmern ist auch schon die neue Gruppe 17 (Oesterreich) mit drei Dreierketten von Flugzeugen vertreten. Der Wettbewerb erstreckt sich vom 22. bis 29. Mai. Am Schlußtag treffen alle Teilnehmer auf dem Ver- kehrsflugyafen Wien-Aspern ein. Außer Wien sind in der neuen Ostmark noch drei Wertungsplätze vorgesehen: Innsbruck, Salzburg und Linz. Osterschispringen auf dem Ieldberg. Das Osterschispringen airf dem Feldberg, bei dem die neue Schanze des Schwarzwald-Schistadions eingeweiht wird, hat eine ausgezeichnete Besetzung erhalten. Deutschlands Meister Franz Haselberger kommt mit seinen bayerischen Kameraden Eisgruber und Weiler, ferner starten die Thüringer Krauß und Marr, die Oesterreicher Krallinaer, Galeitner und Köstinger, Haeckel aus Sachsen und die Schweizer Trojani, Bühler sowie der vorjährige Jumorenmeister Ludi. Wieder Favoriten-Siege in Frankfurt. Tiielkämpfe der deutschen Amateurboxer. Nach dem Riesenprogramm des Eröffnungstages der deutschen Amateurbox-Meisterschaften in Frankfurt a. M. begannen die Kämpfe am Mittwoch erst in den Mittagsstunden. Nach einem noch zur Vorrunde zählenden Kampf zwischen dem Darmstädter Köhler und Hach (Magdeburg) wurde die Zwischenrunde begonnen. Es gab durchweg Favoritensiege. Der Darmstädter Halbschwergewichtler Köhler, der durch das Ausscheiden von Pietsch kampflos in die Zwischenrunde kommen sollte, mußte vorher noch einen Kampf gegen den Magdeburger Hach bestreiten, den dieser durch eine bessere dritte Runde knapp zu seinen Gunsten entschied. Dann wurden sofort die Begegnungen der Zwischenrunde gestartet. Im Fliegengewicht hatte es der Frankfurter Bamberger anfänglich schwer, sich gegen die große Reichweite von Schubert (Hannover) durchzusetzen, blieb aber dann siegreich, nachdem er sich die zweite und dritte Runde geholt hatte. Den Berliner Bruß, der bereits am Dienstag durch unsauberes Kämpfen aufgefallen war, ereilte diesmal das Schicksal. Nach einer Verwarnung in der zweiten, wurde er in der dritten Runde disgualisiziert und Wins- kowski (Magdeburg) zum Sieger erklärt. — Graaf (Berlin) zeigte besonders in den ersten Runden ein sicheres Auge und traf genauer, so daß er den Punktsieg gegen den zuletzt gut aufkommenden Mannheimer Bantamgewichtler Stätter erhielt. Durch seine größere Routine, schnelles Abducken und kluges Sammeln von Treffern kam Stasch (Kassel) zu einem knappen Erfolg über den Erfurter Pfeifer. Diel Mühe hatte der Frankfurter Schöneberger im Federgewicht mit dem in Rechtsauslage boxenden Scholten (Ruhrort). Eine große zweite Runde brachte Schöneberger trotzdem einen klaren Sieg. Als sehr tapferer Gegner erwies sich der Aachener Ostlender, der allerdings in der letzten Runde von dem starken Bochumer Gänserig schwere Brocken einstecken mußte. Als einwandfrei besserer Mann erwies sich der Düsseldorfer Leichtgewichtler Heese gegen Kuklinski (Hamburg). Stark benachteiligt wurde der sehr gut konternde Wiener Swatosch durch die Punktniederlage, die er durch Strehle (München) bezog. Eine schwere Schlacht lieferte der Frankfurter Weltergewichtler Mietschke seinem großen Gegner M u r a ch. Als Mietschke, der übrigens viel mit offener Hand schlug, in der zweiten Runde eine Verwarnung erhielt, kam der Meister durch eine bessere Schlußrunde doch noch zum Siege. In der gleichen Gewichtsklasse gewann der Kölner Ul° derisch knapp gegen Frei (München). — Eine schwache Leistung bot der Berliner Mittelgewichtler Campe gegen Weyrich (Konstanz), während Kubiak (Herne) dem Bremer Trillhase haushoch überlegen war. Maier (Ulm) mußte im Halb- schwergewicht die Ueberlegenheit des technisch und takttsch besseren Hamburgers Schmidt anerken- nen- — Schwergewichtsmeister Runge (Wuppertal) zeigte nicht viel in seinem Kampfe gegen Ortmanns (Köln), der sich tapfer wehrte und nur nach Punkten unterlag. Erwartungsgemäß konnte sich der Nürnberger Zweizentnermann Fischer gegen den härter schlagenden Knorr (Wanne- Eickel) nicht behaupten. Die ersten Ausscheidungen der volkstümlichen Drei-Kämpfe in allen Klassen (auch Frauen) für das Deutsche Turn- und Sportfest in Brelau finden am 24. d. Di. in Heuchelheim statt. Jeder, der sich in Breslau am Drei-Kampf beteiligen will, muß an diesen Kämpfen teilnehmen, hängt doch davon die Wettermeldung zum Gau und darüber hinaus zum Reichsfachamt ab. Meldungen durch die Vereine sind möglichst umgehend — spätestens jedoch bis zum 22. d. M. — zu richten an: Wilhelm Rinn, Heuchelheim bei Gießen, Gießener Straße 51. Auch die für Breslau vorgesehenen Kampfrichter und Riegenführer sind verpflichtet, sich bei diesen Wettkämpfen zur Verfügung zu stellen und müssen ebenfalls durch die Vereine vorher gemeldet werden, um einen reibungslosen und glatten Verlauf der Wettkämpfe zu gewährleisten. Um Unklarheiten auszuschalten, folgen nachstehend die Ausschreibungen. Die Bedingungen sind so, daß jeder Verein in der Lage sein müßte, ein oder zwei Teilnehmer(innen) wenigstens zu diesen Ausscheidungen zu entsenden. Der Einsatz ist klein, und der Preis: Teilnahme als aktiver Wettkämpfer an der größten Heerschau des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen! Ausschreibungen. 1. Dreikampf A — Männerklasse I (Jahrgang 1919 und älter): 100-m-Lauf: 15,6 Sek. = 0 Punkte, 11,6 Sek. = 20 Punkte; Weitsprung: 3,40 m = 0 Punkte, 6,40 m — 20 Punkte; Kugelstoßen: 5,50 m = 0 Punkte, 11,50 m = 29 Punkte. 2. Dreifampf B — Männerklasse I (Jahrgang 1919 und älter): 100-m-Lauf: 15,6 Sek. = 0 Punkte, 11,6 Sek. = 20 Punkte; Weitsprung: 3,40 m = 0 Punkte, 6,40 m — 20 Punkte; Stab- hoch: 2,20 m = 0 Punkte, 3,20 m — 20 Punkte. 3. Dreikampf — Männerklasse II (Jahrgang 1902 bis 1898): 100-m-Lauf: 16,0 Sek. -- 0 Punkte, 12,0 Sek. = 20 Punkte; Weltsprung: 2,80 m = 0 Punkte, 5,80 m = 20 Punkte; Kugel- stoßen: 5,50 m = 0 Punkte, 10,50 m = 20 Punkte. 4. Dreikampf — Männerklasse III (Jahrgang 1897 und älter): 100-m-Lauf: 16,8 Sek. = 0 Punkte, 12,8 Sek. = 20 Punkte; Weitsprung: 2,50 m = 0 Punkte, 5,50 m = 20 Punkte; Kugel- stoßen: 4,50 m = 0 Punkte, 9,50 m ---- 20 Punkte. 5. Dreikampf der Frauen (Jahrgang 1920 und älter): 100-m-Lauf: 17,4 Sek. = 0 Punkte. 13,4 Sek. = 20 Punkte; Weiterung: 2,70 m = 0 Punkte, 4,70 m = 20 Punkte; Kugelstoßen: 3,60 m = 0 Punkte, 9,60 m = 20 Punkte. Germania 08 Marburg (Liga) auf dem Waldsporiplaü. Lange ist es her, daß sich beide Mannschaften im Kampf um die Punkte gegenüberstanden. Seit Jahren spielen die Germanen in der Gruppe Marburg und kommen somit nicht oft mit den Gießener Mannschaften in Berührung. Die Grünweißen haben ein Freundschaftsspiel abgeschlossen, und man darf diesem Spiel mit Spannung entgegensehen. Die Gäste, die in der Bezirksklasse, Gruppe Marburg, spielen, waren in dieser Serie stark vom Pech verfolgt, fast erging es ihnen ebenso, wie im Vorjahre den Grünweißen, die trotz großen Könnens zum Abstieg verurteilt waren. Noch haben dis Gäste nicht alle Aussicht verloren, denn die Mannschaft konnte in den letzten Spielen durch Siege ihr Punktekonto aufbessern, ein sicheres Zeichen, daß die Elf die Krise überstanden hat. Wir kennen den Gegner und wissen, daß die Mannschaft kämpfen kann, was man von den Grünweißen nicht gerade behaupten kann. Die Gastgeber werden alles daransetzen müssen, wenn sie in diesem Spiel erfolgreich bestehen wollen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Millagsbörse: Freundlich. Frankfurt g. M., 13. April. Das Näher- rücken der Feiertage wirkte sich in nur schwacher Unternehmungslust aus. Aus dem Publikum verblieb weiteres Anlageinteresse, so daß die fteund- liche Haltung forfbeftanb und an den Aktienmärkten bei nicht ganz einheitlicher Entwicklung leichte Steigerungen überwogen. Anfangs erfolgten für verschiedene Werte kleine Verkäufe aus nichtarischen Kreisen, sie wurden bei leichtem Kursdruck verhälntismäßig gut aufgenommen. Die Umsätze waren nach den ersten Kursen teilweise etwas belebter unter dem Einfluß kleiner Sonderbewegungen. Eine solche vollzog sich bei Rheinmetall mit 142,25 bis 144,25 (142), andere Maschinenaktien waren hingegen wenig verändert. BMW. 0,75 v. H. höher, aber Daimler zunächst 147 (148,90), später 147,75. Mehr beachtet waren heute Bergwerkswerte unter Führung von Verein. Stahl mit 111,90 bis 112,25 (111,50) und Mannesmann mit 119,25 bis 119,50 (118,50), matt lagen Ilse Genuß mit 145 (147,75). Am Elektromarkt stellten sich zumeist leichte Erhöhungen ein, Lahmeyer weiter weichend auf 133,75 (135,40). Chemische Papiere waren um Prozentbruchteile befestigt, Metallgesellschaft aber nach Pause 1,25 v. H. schwächer mit 143,75. Zellstoffaktien blieben behauptet. Zement Heidelberg unter dem Eindruck des Ziffernwerts höher mit 174 nach 173,50, auch Berger Tiefbau etwas erhöht mit 156,75 (156,25). Mbenbbörfe: Behauptet. Die Abendbörfe verlief still. Der Auftragseingang war klein, auch die Unternehmungslust blieb wegen der Feiertage schwach. Die Haltung war behaupte^ und die Kurse kamen größtenteils unverändert oder nur um Prozentbruchteile abweichend zur Notiz. Etwas regeres Geschäft verblieb in Rheinmetall zu 144,50 (144,25), die anderen Maschinenwerte lagen behauptet, Demag jedoch 0,75 v. H. niedriger mit 155,75, ebenso MAN. um 0,25 v. H. mit 139. Montanwerte lagen unregelmäßig, Mannesmann 120 (119,75), Rheinstahl 147,75 (147,50), Hoesch 116,75 (117), Verein. Stahl 112 (111,75). Von Autoaktien gewannen BMW. 0,25 v. H. auf 158,50, Adler 0,13 v. H. auf 124,40. Leicht verändert waren noch Reichsban'k mit 198 bis 198,25 (198) und Holzmann mit 165 (164,50). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. April. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219, Roggen R 12 192, R 15 195, R 18 199, R19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhaier —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29.60, W 19 29,60, W 29 29,95, Roggenmchl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 1'8 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10.90, W 19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu, lose 5,50, drahtgepreßt —, Weizen und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,30, aebünbelt 3,00 Erzeugerhöchstpreis frei Erzeugerverlaoestation. Tendenz: ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag, börse Schluß- kurS Schlußk. Abend börse Schluß- kur« Mittag- börse Dalum 12.4. 13.4. 12.4. 13-4. Darum 12-4. 13.4 12.4 134. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 Hess. Lan desbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5%% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Liqu. Goldpfe............... <34% Preuß. Landespfdbr.-Ansi. Goldpfe. R. 19.............. 4Vi% Preuß. Gold-Komm. R. 20 <'/i% Darmstädter Kornm.-Lan desbank R. 6................ 101,9 99,5 99,75 100 103,75 101 100,6 100 132,9 100 101,25 100 100 99,75 101,9 99,C 99,75 103,75 101 100,6 100,1 132,9 137,5 100 101,25 100 100 99,75 101,9 99,5 99,75 100 103,75 101 100,75 100 133 100 1 II 1 1 181 1 III 1 I || Aceurnulatoren-Fabrik.......14 Aichassenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula.....................8 BuderuS Ellen.......... 5 dement Heidelberg...........7 Cement Karlstadt............6 Conti (Summt.............. 12 Daimler Motoren..........6% Dessauer Gas ...............4 Deutsche Erdöl..............6 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Färben-Industrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gessürel....................7 Tb. Goldschmidt.............6 Gritzner Maschinen...........O Harpener................. 8'/, Heesch Eisen...............8% Philipp Hol,mann...........8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 143,5 150 162 121 173,5 211,75 144 250 177,75 123,75 146 160,13 146 153 150,5 173 116 164,75 147,75 109,5 121,75 135^4 118^5 143,5 150,75 162 121 174 212,5 148,13 143,5 250,5 177 146 160,25 144 154 150 49,13 116,75 165 145,5 109,25 123 133,25 98 120 143,75 147,75 127 157 167 184,5 211 219,5 112 105 109,5 151,65 27,5 242 144,4 150 162,75 121,25 212,5 148 126,13 144 177,75 124 146,5 160,5 146 153,5 150,5 49 173,5 116,25 165 147,5 109,25 122 160 135,9 118,75 153,75 144,75 116 232,75 147,5 126,5 156,13 167 186,25 102 210,25 218,5 111,4 104,65 109,5 151,5 142,75 150,5 162,5 121 213 148,5 127 143,5 177,75 124 146 160,4 144,13 154,25 150 49,5 173 116,13 165 162,25 145,25 109,5 123,25 160,65 134 120,13 151,75 144,25 116,75 232,75 130 147,75 126,75 156,75 166,75 186 103,5 212 219,5 111,9 105 110 152 Deutsche Komm.-Cammel-Anlethe Auslos.-Rechte 1.............. 454% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 138,75 138,75 139 — Klöcknerwerke ............. 4*4 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .................. 6 *14% Franks. Hhp. Gold-Somm. Obi. 2 8.................. 5%% Frankl. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 100 101,5 100 101,4 1 1 1 1 Matnkrast................... 4 Mannesmann.............4% Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgeiellschaft.............6 nach Frankfurt an die Zentrale gemeldet, die das Material nun verarbeitet und aus einer längeren Beobachtungszeit ein genaues Bild des Klimas des betreffenden Ortes gewinnt. Im Taunus liegt natürlich eine größere Anzahl Stationen, well das Taunusklima nicht nur als Kurortklima, sondern auch als Heilklima untersucht wird. Ein Ort darf sich nur dann .Heilklimatischer Kurort" nennen, wenn sein Klima nachweislich gesundheitsfördernd ist und heilende Wirkungen hat. Außerdem müssen natürlich an solchen Orten auch Sanatorien sein und die Voraussetzungen zur Krankenpflege und Krankenbehandlung gegeben sein. Ausgezeichnetes Heilklima ist am Südhang des Taunus, Königstein ist der einzige heilklimatische Kurort des Gaues Hessen-Nassau. Weitere fünf Orte sind als heilklimatische Kurorte vorgeschlagen: Homburg, Soden, Schmalbach, Schlangenbad und Ems an der Lahn. Meteorologische Klimastationen sind im Taunus in Kamberg, Neuweilnau, Oberreifenberg, Ruppertshain, Mammolsheim, Eppstein, Kronberg, Königstein, Homburg mit zwei und Wiesbaden mit drei Stationen, außerdem in Schwalbach und Schlangenbad. • An der Lahn sind Stationen in Diez, Nassau und Ems, an der Bergstraße in Jugenheim, Heppenheim, Lindenfels und König. Alle diese Orte, die Stationen haben, werden mit Sicherheit Kurorte werden. Eine Station bleibt meist nur ein Jahr an einem Ort und wird dann an einen anderen verlegt, um so im Laufe der Zeit eine Bestandsaufnahme des Klimas aller Orte durchführen zu können. Beratungsstellen. Das Amt für Volksgesundheit gibt dem Sportamt der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" Anregungen für die praktische Durchführung her Leibesübungen nach volksgesundheitlichen Gesichtspunkten, insbesondere in chrer Anwendung zum Ausgleich einseitiger Berufstätigkeit, während die Durchführung der Leibesübungen selbst in den Händen des Spörtamtes liegt. Die Uebungswarte des Sport- omtes der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Feude werden nach Möglichkett in die Gesundhettstruppe der Werkscharen eingegliedert. _ Durch diese Maßnahme soll erreicht werden, daß in Zukunft auf sämtlichen Gebieten der körperlichen Ertüchtigung die sportfachliche und gesundheitliche Betreuung aller Schaffenden gemeinsam erfolgt. Sechzig Prozent Wasser in der Milch. Frankfurt a. M., 13. April (Lpd.) Bei einem Milchhändler beschwerte sich die Kundschaft, daß die Milch gewässert sei. Der Händler stellte fest, daß sein Austräger morgens eine Kanne mit Wasser bereitstehen hatte, in das er Milch zugoß. Diese Kanne pflegte er dem Händler hinzustellen, der mit dieser Brühe die Kunden belieferte. Eine Probe ergab sechzig Prozent Wasser! Der Einzel- richtcr verurteilte den schon vorbestraften Täter wegen Diebstahls im Rückfall, Betrugs und Nahrungsmittelfälschung zu sechs Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Kleines Spiel — großer Gewinn. Es gibt im Leben ungezählte Möglichketten, ein bißchen Geld aufs Spiel zu fetzen unö dafür nichts oder nur einen flüchtigen Genuß einzuhandeln. „Mustermenfchen", die diesen Versuchungen wider- stehen, gibt es sehr wenige, und soweit es sie gibt, verdienen sie meistens den Namen: Geizhälse. An diese, so wenig wie an geldgierige Raffer, wendet sich die Preußisch-Süddeutsche Ktassenlottexie nicht. Vielmehr kommt sie jenen entgegen, die nach Erfüllung ihrer Lebensbedürfnisse und Lebenspslichten gegen Staat 'unö Familie noch etwas Geld übrig haben — zu wenig, um es auf die Sparkasse zu tragen, zuviel, um es ganz ungenützt zu lassen. Diejes Geld und seine Ersparer pflegen ins Spiel der Klassenlotterie einzutreten. Diese aber bietet dem, der monatlich auch nur drei Mark für ein Achtellos erübrigen und riskieren kann, ein Gewinnkapital von 67 Millionen dar, aus dem 343 000 Sonderspende des Hessischen Handwerks an die NSV. LPD. Darmstadt, 12. April. Im Rahmen einer Feierstunde übergaben Vertreter des hessischen Handwerks in Anwesenheit des NSV.-Gauamtsleiters Haug und Landeshandwerksmeister G a'= mer dem Amt für Volkswohlfahrt des Gaues Hessen-Nassau als Sonderspende des Handwerks unseres Gaues 2 0 0 voll ausgestattete hölzerne Kinderbetten. In den Ansprachen von Gauamtsleiter h4» u g und Landeshandwerksmeister Garner kamen die engen Beziehungen zwischen WHW. und NSV. und dem Handwerk zum Ausdruck. Im Gau Hessen-Nassau hat das Schreinerhandwerk in Verbindung mit anderen Berufen, die mttarbetteten oder Geldbeträge zur Verfügung stellten, dem WHW. für kinderreiche Familien als Sonderspende diese 200 Betten gearbeitet und gespendet. Kampf den Fliegen1 ZdR. Die ungebetensten Küchengäste der wärmeren Jahreszeit sind zweifellos die Fliegen. Man tut gut, beizeiten an die Vernichtung dieser Keimträger der verschiedensten Krankheiten zu denken. An wärmeren, sonnigen Tagen sollte man auf Müll- Haufen, Müllkästen und Dungstätten Kalkpulver streuen; es vernichtet die Brut. Mit einer Alaunlösung wäscht man Fensterrahmen» Wände und Bretter der Vorratskammern und Toiletten ab. Niemals lasse man den Abfalleimer offen herumstehen, denn gerade die hineingeschütteten Speiseabfälle sind ein Dorado für die Fliegen. Auch an gründliche Reinigung des Abfalleimers denke man, vor allem bei warmem Wetter. Die Speisen selbst stelle man niemals ungeschützt beiseite; wir würden sie damit der Vernichtung aussetzen. Auf die Fensterbretter dör Wohnräume oder an anderen Stellen, an denen sich die Fliegen gern aufhalten, streue man irgendwelche Insektenpulver aus. Glühbirnen und Beleuchtungskörper säubert man mit einem Lappen, der mit Petroleum angefeuchtet ist. Die Lüftung der Wohnung wird am besten frühmorgens durchgeführt, wenn die Fliegen noch nicht herumschwirren. Auf diese Weise verhindert man das Eindringen dieser unliebsamen Insekten am sichersten. Die ' Möglichkeiten zur Bekämpfung der Fliegen sind damit gewiß noch nicht erschöpft; wenn jedoch alle diese Vorschläge als Anregung dienen, so wird jede Hausfrau schon das für ihren haushalt wirksamste Mittel herausfinden und anzuwenden wissen. nehmen. Natürlich kann nicht jeder unter allen Umständen gewinnen. Dahingegen muß, nach dem staallichen Lotterieplan, nahezu jeder Zweite gewinnen. Und wiederum ist es natürlich, daß nicht jeder Zweite am Großen Los oder an einem der vielen hohen Gewinne teilhaben kann. Aber dafür sieht der Lotterieplan eine große Menge von mittleren und kleinen Gewinnen vor, die auch schon genügen, um das monatliche Wagnis von drei Mark zu rechtfertigen. Auf jeden Fall also sind die drei Mark nicht ins Leere geworfen, sondern sie werden — und das ist das volkswirtschaftlich Produktive an der kleinen Ausgabe — ein Teil von jener Fülle (wie gesagt 67 Millionen), die restlos als Gewinne unter die aber Tausende von Losinhabern verteitt werden. Die drei Mark allein sind nicht viel. Sie zu besitzen, kann niemand glücklich, sie zu verlieren, niemand unglücklich machen. Aber der Klassenlotterie anvertraut, tragen sie ein Scherflein dazu bei, Tausende von Gewinnern glücklich zu machen, unter denen mit nahezu 50 v. h. Wahrscheinlichkeit der einzelne Loskäufer sich selber befindet. Wer kann „Haushattsrekrnten^ aufnehmen? NSG. Tausende von Mädeln verlassen in diesen Tagen im Gau Hessen-Nassau die Volksschule und treten in das Leben hinaus. Die meisten von ihnen wollen einen Beruf ergreifen. "In diesem Jahre können aber nur die Mädel gleich in Kaufmanns- oder Bürobetriebe oder beim Bekleidungsgewerbe, der Textil- und Tabakindustrie Arbeit nehmen, die sofort eine Lehrstelle annehmen. Alle anderen müssen zunächst ihr hauswirtschaftliches Pflichtiahr ableisten. Viele werden sich zum Landjahr melden, weil dies auf das Pflichtjahr angerechnet wird. Ein großer Teil bleibt aber noch übrig, der das Pflichtiahr in privaten Haushaltungen ableisten muß. Der Bedarf an Hausgehilfinnen ist nun erheblich größer als die Zahl der Mädel, die in die Hauswirtschaft gehen. Es gilt nun, die Mäd^ in geeigneten, vorbildlichen Haushaltungen einzusetzen, damit sie für ihren späteren Hausfrauenberuf das notwendige Grundwissen auch erlernen. Die Aufnahme eines Pflichtjahrmädels ift von verschiedenen Voraussetzungen abhängig, die die Haushaltung erfüllen muß. Jeder haushalt muß geordnete Wirtschafts- und Familienverhältnisie auf- weisen. Selbstverständlich muß die Hausfrau selbst zur Anleitung und Ausbildung befähigt fein. Es muß ein'echtes Arbeitsverhältnis abgeschlossen werden, denn nur ein solches wird vom Arbeitsamt als Pflichtjahr anerkannt. Da die ,Haushaltsrekruten" nur ein kleines Taschengeld bekommen, daneben natürlich auch bei der Krankenkasse anzumelden sind, stellen sich die Kosten für den haushalt erheblich niedriger, als bei einer gelernten Hausgehilfin. Sie werden einschließlich der Naturralleistung etwa 60 Mark monatlich ausmachen. Damit ist schon einem viel größeren Kreis von Haushaltungen die Anstellung einer Hausgehilfin ermöglicht. Aerzte als Drrbinvungsmänuer zum »KdF.--Sportamt. NSG. Im Verfolg einer Vereinbarung zwischen dem Sportamt der NS.-Gemeinschaft ,.Kraft durch Freude^ und dem Haupt- und DAF.-Amt für Volksgesundheit wird im Gau und in jedem Kreis im Gau Hessen-Nassau ein Arzt als Verbindungsmann zum Sportamt der NS.-Gemeinschaft,Kraft durch Freude" eingesetzt. Diesem Arzt obliegt im Arbeitsbereich des Sportamtes die Beratung in der körperlichen Ertüchttgung, in der Planung von Sportanlagen, in der Schulung der Uebungsleiter und -Aerzte und in der Einrichtung sportärztlicher Für den durch Wegzug ausgeschiedenen seitherigen Vorsitzenden Bürgermeister Wagner übernahm Bürgermeister Krämer das Amt eines Vorsitzenden. Er bestimmte Bernhard Schreiner als Schriftführer. Der seitherige Ausschuß, bestehend aus den Herren Gg. Allmendinge, PH. Bender, hrch. Rodert, Val. Roth und Ludwig Zinßer, soll durch die Herren Hrch. Balser, Wilh. Dapper, Rich.Jöckel, hrch. Schmidt und K. Schmierer erweitert werden. Der Vertrag mit dem Mitgliede Groß, gegen eine Pau- chälvergütung alle Jnstandsetzgngsarbeiten zu er» ledigen, wurde auch für das neue Jahr gutgeheißen. Oberbahnhofsvorsteher Feist berichtete über den neuen Fahrplan, der die Einlegung neuer Züge auf der Strecke Gießen—Fulda bringt. Einige weitere Angelegenheiten, wie die Anlegung eines Sand- pielplatzes für Kinder auf der Höfetränke, Ehrung )es Rektors Dr. Glaser (Verfafler der „Geschichte der Stadt Grünberg") durch Benennung eines Platzes, bzw. der Volksschule mit seinem Namen, Anlage eines Vogelschutzgehölzes im Brunnental u. a. wurde noch besprochen. guter Gesundheit ihren 7 9. Geburtstag. Ihr Mann Heinrich Arnold, mit dem sie am 24. Februar 54 Jahre verheiratet war, steht im 80. Lebensjahr. Frau Arnold ist in unserem Orte eine sehr bekannte und beliebte Persönlichkeit, bis in die letztverganbe- nen Jahre wirkte sie fast bei allen Familienfesten im Dorf als Köchin mit. △ Saasen, 14. April. Die ältesten Einwohner unserer Gemeinde, der 92jährige Johs. Schmidt, der am 29. April seinen 93. Geburtstag feiern kann, und der im 79. Lebensjahre stehende Johs. S ch e p p waren am vergangenen Wahlfonkitag mit die ersten, die chrer Wahlpflicht genügten. Kreis Büdingen. I I Usenborn, 14. April. In der Nacht zum gestrigen Mittwoch brach in einem Schuppen, der an die Scheune des Ortsbauernführers grenzt, Feuer aus. Lehrer Politsch, der zur Zeit bei seinen Eltern zu Besuch weilt, bemerkte das Feuer und verhinderte entschlossen ein Umsichgreifen des Brandes. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte bann bald die Gefahr enbgültig beseitigen. LPD. Frankfurt a. M., 12. April. Das Rhein- Main-Gebiet ist reich an Kurorten, wie wenig andere Gaue. Neben den weltberühmten Bädern im Taunus gibt es im Odenwald und an der Bergstraße, tm Westerwald, Vogelsberg, Lahngebiet und Taunus zahlreiche kleinere Kurorte, die jährlich Tausende Erholung und Heilung bringen. Natürlich kann nicht jeder Ort sich Kurort nennen, vielmehr muß der Ort, der Kurort werden will, gewisse Voraussetzungen erfüllen, vor allem muß er ein gesundheitsförderndes Klima haben. Um hier alle Wünsche zu überprüfen und einwandfreie Entscheidungen zu treffen, wurde eine Kurortklimakreis- stelle in Frankfurt errichtet, diedas Klima aller Kurorte überprüft und feststellt, gegen welche Krankheit dieses. oder jenes Klima in besonderer Weise sich heilend auswirkt. Letter dieser Klima-Zentralstelle ist Prof. Dr. Linke. Der Kurortklimakreis umfaßt den Gau Hessen-Nassau. v Der bisher arg vernachlässigte Vogelsberg soll als Erholungsgebiet neu erschlossen werden. Diesem Zweck dienen auch die kürzlich errichteten vier meteorologischen Stationen in Laubach, Gedern, Ulrichstein und hochwaldhau- sen-Jlbeshausen. Hach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen ist das Vogelsbergklima zur Erholung durchaus geeignet. Es ift ein Klima für Nervöse und Ueberarbeitete. Das gleiche gilt vorn Westerwald, der ja vor allem in den Sommermonaten bereits als Erholungsgebiet stark bevorzugt ift' Die Kurortklimakreisstelle hat in Hilgert, Marienberg und Montabaur meteorologische Stationen angelegt und wird systematisch das Klima des Westerwaldes untersuchen und den Westerwald mehr noch als bisher als Erholungsgebiet erschließen. ‘ Insgesamt hat die Kurortklirnakreisstelle drei- Hauptversammlung de? Niddaer Bank. 8 N i d d a, 11. April. Bki starker Betelligung ihrer Mitglieder fand die Hauptversammlung der Niddaer Bank AG. im Hotel „Zur Traube" statt. Das Geschäftsjahr 1937 war für die geschäftliche Entwicklung in gleicher Weise günstig, wie das Vorjahr. Der Gesamtumsatz erhöhte sich von 17 772 641,62 Mark in 1936 auf 19 783 669,68 Mark im 1937. Die landwirtschaftlichen Entschuldungen wurden, soweit sie nicht noch schweben, ohne we- entlichen Verlust für die Bank durchgeführt. Die auch in 1937 gestiegenen Einlagen hatten eine Zunahme der jederzeit verfügbaren Geldmittel zur Folge. Die Kreditwünsche, soweit sie oertretbar waren, konnten im Berichtsjahr befriedigt werden. Von dem Wertpapierbestand wurden 18 021,18 Mark zur Unterlegung eines Reichsbankverkehrs ver- wandt. Der Beamtenpensionsfonds wurde weiter um 500 Mark auf 9000 Mark erhöht. Die Wert- berichtigungsposten dienen ebenso wie in früheren Jahren für unerwartet eintretende Ausfälle. So- wett im Zusammenhänge mit der Durchführung im Entschuldungsoerfahren Abstiche . zwangsläufig sich als notwendig erwiesen, blieben sie rntt 1523,23 Mark unter der Dorschätzung. Die Einnahmen und Geschäftsunkosten -sind gegen das Vorjahr nur wenig verändert. Die in 1937 wiederum gestiegenen- Spareinlagen erhöhten sich auf 1 091994 Mark. Die Bilanz schließt am 31. Dezember 1937 rntt 1533 396,41 Mark in Aktiva und Passiva ab. Die Gewinn» und Verlustrechnung weist den Betrag von 43 339,25 Mark auf. Don dem auf 2781,5s Mark sich belaufenden Reingewinn werden 5 v. h. Dividenden = 2384.80 Mark auf das eingezahlte Aktienkapital gezahlt und 396,71 Mark auf neue Rechnung vorgetragen. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats, Wilhelm Kü- fer, Friedrich Reinhardt und Heinrich Rullmann, wurden wiedergewählt. Der Gefolgschaft, im Jahresdurchschnitt 7 betragend, wurde für die erhöhte Arbeitsleistung und stetes Interesse für Weiterentwicklung der Bank volle Anerkennung ge» zolll. Am 1. Februar 1937 konnte Vorstandsmitglied Hermann Seum, Nidda, auf eine 25fahrige Tätigkeit zum größten Tell in leitender Stelle an der Bank zurückblicken. Er hat durch nimmermüdes Streben wesentlichen Anteil an der Aufwärtsentwicklung des Geldinstitutes. / Oie Hefraa im Jahre 1937. Fwd. Das der Preußischen Elektrizttäts » AG. nahestehende Braunkohlen-Schwelkraftwerk Hessen» Frankfurt AG. (heftag) in Wölfersheim berichtet über bisher höchsterreichte Produktionsziffem ihres Bergwerks, Kraftwerks und Schwelwerkes im Jahre 1937. Der durch die Herstellung von flüssigen Schwelerzeugnissen wesentlich beeinflußte Gesamtumsatz betrug 6,1 (5,4) Millionen Reichsmark. Die Kohlenförderung erreichte 773 000 (757 000) Tonnen, die Abraumförderung 798 000 (950 OOO) cbm, die Stromerzeugung 124,43 (119,05 Millionen KWh), der Stromverkauf 102,96 (97,52) Millionen KWh, die Erzeugung flüssiger Schwelerzeugnisse 50 358 (48 910) Tonnen. Es wurde eine wesentliche Er- Weiterung der Anlagen vorgenommen und mit der Gewerkschaft Friedrich in Trais-Horloff ein Pachtvertrag zur Ausbeutung deren Grubenfelder geschloffen. Die Gefolgschaft erhöhte sich auf 1404 (1252) Mitglieder. Für sie wurden freiwillig 120 000 Mark aufgewandt und sechs Siedlungshäuser als Eigenheime erstellt. Die nach neuen Bestimmungen aufgemachte Erfolgsrechnung zeigt einen ausweis- pflichtigen Robüberschuß von 4,35 (5,4, anderseits 1.67 „übriae Aufwendungen") sowie 0,115 (0,046 Millionen Reichsmark ao. (Erträge. Für Löhne und Gehälter wurden 2,65 (2,41), für soziale Abgaben 0,305 (0,294) verausgabt, für Anlageabschreibungen 1,113 (0,769 und 0,033 für andere Zwecke) zur Verfügung gestellt. Der Gewinn von 6 554 (5 474) Reichsmark wird mit dem Vortrag mit nunmehr 22 440 (15 986) Reichsmark weiter vorgetragen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 13. April. In der Turnhalle des Turnvereins Heuchelheim wird am 1. pjterfciers tag, 20.30 Uhr, der h a n d h a r m o n i k a k l u b G i e h en ein K o n z e r t geben und fein Können be- : weisen. Das Programm wird auch einige Solodar- । bietungen bringen. Sicherlich, wird die handhar- monttamusik, die mehr und mehr auf dem Wege ist, volkstümlich zu werden, auch in Heuchelheim Freunde + Grünberg, 14. April. Dieser Tage hielt der Verkehrsverein in der Wirtschaft Schmitz seine Hauptversammlung ab. Der Ehrenvorsitzende Schweißguth berichtete über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1937, die sich in der Hauptsache auf die Unterhaltung des ausgedehnten Wegenetzes in den Anlagen des Brunnentales unb_ in der Instandhaltung der aufgesteltten Ruhebänke — annähernd 80 Stück — befaßte. Der Verein zählt 97 Mitglieder.- Die Rechnung zeigte eine Einnahme von 565,52 Mark und eine Ausgabe von 271,60 Mark, so daß ein Kassevorrat von 293,92 Mark verblieb. Außerdem besteht noch ein von Grünberger Lands- Gewinne gemacht werden. Außerdem besteht noch ein von Grünberger Lands- Das Rechenexempel, das dem Kauf eines Loses leuten in Amerika gestifteter Fonds von 276,06 Mark» voranzugehen hat, ist so einfach wie nur möglich. Der Käufer verzichtet darauf, drei Mark pro Monat für sich zu behalten oder sie in Genüsse umzusetzen und sichert sich dadurch die Möglichkeit, diese drei Mark verhundert- oder vertausendfacht als Gewinn zurückzubekommen. Es ist also kein Hasardspiel, sondern im Gegenteil: er beteiligt sich an einem volkswirtschaftlich gesunden und in einer langen Tradition bewährten Staats- und Volksunter- Mäntel und Anzüge in 42 verschiedenen Größen ---Das macht es j^dem leicht, sich bei KOHLER zu kleiden. Herzerfrischende Farben und sportliche Formen — aber auch grundsolide Wollkammgarn- und Cheviot - Anzüge und - Mäntel 38.- 48.- 56.- 68.- 76 1 das sind Hauptpreislagen Es gibt natürlich auch noch billigere und aber auch bessere ....................................................................................................................................................................................................................................................................... Marken-Mäntel und Modell-Anzüge für allerhöchste Ansprüche .......................................................................................................................................................................................................................................................................... Cheviot-Mäntel, Reise-Mäntel, Gabardine-Mäntel, Loden-Mäntel, Leder-Mäntel, Trenchcoats, Lederol-Mäntel, Gummi-Mäntel, Popeline-Mäntel Zum Kombinieren: Einzelne Sport-Röcke, dazu einzelne Kammgarn- oder Fresko-Hosen - Für die Straße: Sakko-Anzüge, ein- u. zweireihig, aus Wollkammgarn und Cheviotstoffen - Für den Sport und Beruf: Sport-Anzüge mit langer Hose oder Knickerbocker, oder Breeches- Knaben-Kleidung, Berufskleidung, Janker, Knickerbocker, Lodenfrey-Fabrikate ■■ _____ _ IC H I F D 6,essen I I Sei 1% Eckhaus am Seltersweg 17 Die gewissenhaften Bekleidungs-Fachleute mit eigener Maß-Schneiderei l? GL'CRiP 1 PQLQST Giessen' Heute Donnerstag Premiere! Sola in dem neuen Spitzenfilm der Terra Weitere Hauptrollen: HERBERT HÜBNER / HANS LEIBELT/ HARALD PAULSEN SUSEGRAF/HERM. BRAUN Spielleitung: NUNZIO M ALASOMM A Ein Film, der das große Leben zeigt: Oper, Spielsaal, Auto-Rennbahn, Tanzbar rauschende Gesellschaften. — In dieser strahlenden Atmosphäre vollzieht sich das Schicksal der berühmten Sängerin Carmen Casini. Ein Film, dessen Spa*nnung mit großen dramatischen Szenen bis zu dem letzten Augenblick anhält. 2544a Beiprogramm / Ufa-Ton-Woche Tägl. 4,6,8.30. Sonn- u. Feiertag 3,5.30,8.30 LWtWMMUS Ab heute Donnerstag bis 1. Osterfeiertag einschl.: mit JOEL MC CREA BOB BURNS FRANCES DEE fl M Abenteuer u. Romantik, die unendlichen Weiten Nordamerikas, handfester Humor und echtes Mannestum geben diesem Film sein besonderes Gepräge. Beiprogramm u. Ton-Woche Tägl.4,6,8.30, Sonn- u. Feiertag 3,5.30,8.30 2E45A Jugend hat Zutritt! SlaWeater Gießen Karfreitag, 19—21.45 Uhr: Zu kleinen Preisen! Zum letzten Male! Wilhelm Teil Schausviel von Schiller. Preise:-RM. 0.30 bis RM. 1.50 2548D Zohanneskirche Gießen Karfreitag, den 15. Avril 1938, 20 Ubr HEINRICH SCHÜTZ „Oie sieben Worte Christi" Ausführende: Kirchenchor der Gesamtgemeinde C. Fleischhauer, Bah; F. Laun, Tenor: I. Adam, Alt: M. Nebeling, Sopran. Orchester: Mitglieder des Stadt. Orchesters. Leitung u. Orgel: Johannes Nebeling. ■■ 917?? Turnhalle Heuchelheim Am 1. Osterfeiertag, abends 8.30 Uhr: Großes Konzert Ausgeführt v. Handharmonika-Club Gießen (Leitung: Musiklehrer H. Nurtsch, Marburg) Ab 10.30 Uhr abends Tanzmusik Eintritt (einschließlich Tanzgeld) 50 Pfennig ___________________________________________'________2555 D ®Oer erste Krühjahrsfahrplan beginnt Karfreitag, 15. April Ab Mainz täglich 9.15 Uhr Schnellfahrt nach Rüdesheim, Bingen, Koblenz, Köln Sonntags außerd.11 Uhr Personen- fa’lyt bis nach Köln und 14.30 Uhr bis nach Aßmannshausen und zurück Günstige Rückfahrtgelegenheiten mit Schnelldampfer von all.Schnellfahrtstationen bis Koblenz, mit Personendampfer von allen Stationen bis Bacharach Verbilligte Rückfahrscheine Kinder v.6-14 Jahren halbe Fahrpreise Köln-Oüffeldorfer Fahrpläne — Auskunft— Fahrscheine Agentur G.L.Kayser, Mainz, Ruf 31959, u.Hapag-Reisebüro,Gießen,Seltersweg 89 2541 v Geschirre Jsäurefesl innenqlasierle Stahl Geschirre BORRMANN o Gießen - Neustadt 5 - Ruf 4165 Verlobte begrüßen von jeher ihre Freunde und Äekannten durch eine Derlobungsanzelge in der Osternummer ' ihrer Heimafzeifung, • im Gießener Anzeiger Ihre Vermahlung geben bekannt Or. Willy Conrad Henny Conrad geb. Kliffmüller Gießen lSchuberistr.21.), 44. April 1938. 01789 iiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiimn Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Ls- gen Sie deshalb Wart auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2261 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiih Bekanntmachung. Infolge der Osterfeiertage wird vom Freitag, dem 15., bis einschließlich Montag, dem 18. April 1938, kein Hausmüll abgefahren. 2556D Gießen, den 13. April 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. Früchts MerirduenS'l Schwanenweiss^- Mitesser und Pickel entfernt SCHÖNMEITSWASSEP APHRODITE Drog.Winterhoff, Kreuzplatz 10 Fris.-Salon Wahl, Bahnhofstr.63 Löwen-Drogerie, Seltersweg 69 Saatkartoffeln Deutsche Erstlinge, Hochzucht Juli, anerk. Nachbau Flava, mittelfrühe, anerk. Nachbau Industrie, anerk. 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