Ilr. 61 Erstes Blatt 188. Jahrgang Montag, H- März 1938 Bestandteil der deutschen Wehrmacht Vereidigung auf den Führer angeordnet tz 13 • leidet! 157QA Angehörige des bisherigen österreichischen Bundesheeres sind auf mich als UR na= iflO® fol- Truppenteilen, denen die freudige Nachricht immer beauftrage ich den General der 3n- B o cf, Oberbefehlshaber der VIII. der von Der Bundesverfaf- 2B iedervereini- dem Deutschen Reich hiermit deutsches Landesgrenzen fanterie von Armee. 4. Sämtliche ihrem Ober ft cn Befehlshaber unverzüglich zu vereidigen. General der Infanterie von Bock trifft sofort die notwendigen Anordnungen. Linz, 13. Marz. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat verfügt: 1. Die österreichische Bundesregierung hat soeben durch Gesetz die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich beschlossen. Die deutsche Reichsregierung hat durch ein Gesetz vom heutigen Tage diesen Beschluß anerkannt. 2. Ich verfüge auf Grund dessen: Das österreichische Bundesheer tritt als Bestandteil der deutschen Wehrmacht mit dem heutigen Tage unter meinen Befehl. 3. Mit der Befehlsführung der nunmehrigen deutschen Wehrmacht innerhalb der österreichischen Not! Standartenführer Dr. Dr. Sammern-Frankeneck Tagen aus Wollersdorf und anderen berüchtigten Folterlagern der Systemzeit entlassen worden sind. Kann es für sie eine schönere Freude geben als diesen Vorbeimarsch vor dem Führer mit ihren alten Kameraden, mit ihren alten Formationen, unter dem Jubel ihrer Volksgenossen aus dem ganzen großen Deutschland? Wahrend des Vorbeimarsches kreisen Bomber, Jagdflugzeuge und Fernaufklärer über der Stadt. In das Jubeln der Menge, in das Spielen der Musikzüge mischt sich ihr Donner aus den Lüften zu einem ehernen symbolischen Gleich- tlang. So zieht Sturm um Sturm der SA. am Führer vorbei. Dann meldet der ff-Führer Oberösterreichs, Mit der Vorbereitung der Volksabstimmung beauftragt. Linz, 13. März. (DNB.) Der Führer hat gende Verfügung erlassen: 1 e i ch s g e s e h: es hat folgenden Wortlaut: Auf Grund des Artikels 3 Absatz 2 des Vundes- lierfafsungsgesehes über außerordentliche Maßnah- nen im Bereich der Verfassung BGB. I Nr. 155/1934 hat die Bundesregierung beschlossen: Artikel 1. Oe st erreich! st ein Land des Deutschen Reiches. 1- Ich erteile Gauleiter Bürckel, Saar-Pfalz, den Auftrag, die NSDAP. in Oesterreich Zu reorganisieren. 2. Gauleiter Bürckel ist in dieser Eigenschaft als kommissarischer Leiter der NSDAP. von Oesterreich mit der Vorbereitung der Volksabstimmung betraut gez. Adolf Hitler. Oesterreichische Soldaten besuchen ihre Kameraden in Deutschland. München, 13. Marz. es nationalsozialistischen Soldatenbundes, Oberst des Generalstabes Maximilian Angelis, zu Staatssekretären ernannt. Dr. Wimmer wurde dem Bundeskanzler zur Vertretung im Gesamtbereich des Bundeskanzleramtes beigeordnet, Dr. Kaltenbrunner dem Bundeskanzler in den Angelegenheiten des Sicherheitswesens und Staatssekretär Angelis in den Angelegenheiten des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Staatssekretär Dr. S k u b l ist als Staatssekretär für Sicherheitswesen zurückgetreten. GauleiierVürckelkommiffarischer LeiierderASDAp.mOesterreich Drog.H.EIges, bei, Frankfurt, reuzplatz 9/10» ichottiLsämt- bach: Solms- arlKlelmjwy Inanzeigen 'mäßigte" 5 pt. für die reröffentllcht Der erste Vorbeimarsch der österreichischen Nationalsozialisten vor dem Führer in Linz Oie deutsch-österreichische Jugend umjubelt den Führer. Vertin, 13. März. (DRV.) Reichsminister Dr. Zoebbels gab Sonntagabend vor Vertretern der jeutschen Presse die folgenden Gesetze und Versü- zungen bekannt: Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz befchloffen, das hiermit verkündet wird: Das von der österreichischen Bundes- Das österreichische Bundesheer Bestandteil der deutschen Wehrmacht Vereidigung aus den Führer und Obersten Befehlshaber. IAH er r -r, n. IER nd ihl tn erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Setlogen: Die Illustrierte Lietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-vezugspreis: jjlil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 üud) bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer ©eroott §ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 llnschnfi für Drahtnachrichten Anzeiger Sichen Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686 seine Männer vorn Schwarzen Korps. Ungewohnt ist ihr Anblick im Zivilanzug mit Stahlhelm und Hakenkreuzarmbinde. Auch ihnen wird eine stürmische Begrüßung durch die riesige Menge am Donauufer zuteil. Bannführer S ch o p p e r meldet dem Führer seine Jugend. Dann kommen die Jungen, die in ihren Schulen und an ihren Arbeitsplätzen so viel Verfolgungen ausgesetzt waren, die aber nun mit stolzer Freude an diesem Ehrentag der österreichischen Nationalsozialisten teilnehmen. Ihnen schließen sich die Reihen des BDM. an. In wunderbarer Disziplin ziehen die Mädel am Führer vorbei. Gerade ausgerichtet sind ihre Rei- hen, obwohl man ihnen allen ansieht, daß sie am liebsten zum Führer vorstürmen und ihm alle die Hand schütteln möchten. Den Beschluß des Vorbeimarsches bildet wieder eine Abteilung der ff. Fast eine ganze Stunde hat der Vorbeimarsch gedauert. Der brausende Jubel und die unendliche Begeisterung, die während der ganzen Zeit ununterbrochen angehalten haben, verstärken sich noch einmal in diesem Augenblick, als der Führer nach allen Seiten die Volksgenossen grüßt und sich ins Hotel zurückbegibt. - Das Großdeutsche Reich. In seinem Artikel 88 bestimmte das Diktat von St. Germain: „Die Unabhängigkeit Oesterreichs ift unabänberlid), es sei denn, daß der Rat des Völkerbundes einer Abänderung zustimmt. Daher übernimmt Oesterreich die Verpflichtung, sich außer mit Zustimmung des gedachten Rates, jeder Handlung zu enthalten, die mittelbar oder unmittelbar oder auf irgendwelchen Wege, namentlich bis zu feiner Zulassung als Mitglied des Völkerbundes — im Wege der Teilnahme an den Angelegenheiten einer anderen Macht seine Unabhängigkeit gefährd en könnte." Nachdem bereits am Samstagabend in Linz das Haupt der neuen nationalsozialistischen Bundesregierung Oesterreichs, Bundeskanzler Seyß-Jnquart, in seiner Begrüßungsansprache an den Führer des gesamtdeutschen Volkes Adolf Hitler die Ungültigkeit dieses Artikels erklärt hatte, hat die österreichische Bundesregierung nun auch durch den formellen Beschluß der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich das schmachvolle Diktat hinweggefegt, das deutsche Brüder, deutsche Länder für immer voneinander trennen wollte. Das Großdeutschs Reich, von dem die Besten unseres gesamtdeutschen Volkes geträumt haben, seit das herrliche Reich der deutschen Kaiser des Mittelalters verfallen und schließlich nach einem langen Schattendasein, - von mächtigen Territorialfürsten in den Hintergrund gedrängt, ja von den letzten Trägern der Kaiserkrone zugunsten der habsburgisch-lothringischen Hausmacht selbst zurückgestellt worden war, bis schließlich Kaiser Franz II. 1806 die Kaiserkrone niederlegte, das Großdeutsche Reich ist nun Wirklich« feit geworden. 1848 die deutsche Revolution und der Versuch des Frankfurter Paulsparlaments waren gescheitert, 1866 hatte gezeigt, daß die kleindeutsche Lösung eine notwendige Etappe auf dem Weg zum Reich aller Deutschen war. Die Waffenbrüderschaft im Weltkrieg, der Zerfall des österreichisch - ungarischen Völkerstaates und die Verkündung des Anschlusses an das Reich durch die damalige Regierung Deutsch- Oesterreichs ließen die nationalen Hoffnungen wieder erstehen. Aber eine entscheidungsoolle Stunde fand im Reich ein schwaches Geschlecht. Das brutale Verbot der Entente verhinderte den Zusammenschluß. Erst das unter der nationalsozialistischen Staatsführung innerlich gesundete und erstarkte, mit stolzem gerechtfertigtem Selbstbewußtsein erfüllte deutsche Volk schuf die Voraussetzung, den Fehler von damals wieder gutzumachen. Ein bis aufs äußerste gequältes Volk hat in Oesterreich durch einen revolutionären Akt echter nationaler Leidenschaft sich eines volksfremden Regimes entledigt und dabei eine Disziplin bewiesen, daß der im Volke vollzogene Anschluß an das Reich nun schon nach drei Tagen durch Gesetz besiegelt werden kann, lieber den Ausgang der für den 10. April anberaumten Volksabstimmung kann kein Zweifel bestehen. Deutsch-Oesterreich will zum Reich und auf ewig mit den übrigen deutschen Stämmen vereinigt bleiben. Darüber gibt man sich auch im Ausland keinerlei Täuschung mehr hin. Der Traum der deutschen Einheit ist durch Adolf Hitler Wirklichkeit geworden. Daran ändern auch keine papierenen Proteste der Demokratien des Westens, dis den Ereignissen, die sich in diesen Tagen in Oesterreich abgespielt haben, hinterher hinken. Ueberall dort aber, wo man den Sinn der Geschichte begriffen hat und die Elemente einer neuen politischen Ordnung in Europa erkannt hat, wie in Rom und Belgrad, empfindet man dankbar, daß die Wiedervereinigung Deutsch-Oesterreichs mit dem Reich die Beseitigung eines gefährlichen Spannungsherdes in Mitteleuropa bedeutet. Das wird man auch in Prag, London und Paris einsehen lernen und den vollzogenen Anschluß als das zu würdigen wissen, was er in seiner Auswirkung tatsächlich ist, ein wesentlicher Beitrag zur Konsolidierung Mitteleuropas und damit zur Befriedung der Welt. L. WieninderhistorischenGiunde Freudentaumel bei derBerkündung der Wiedervereinigung Wien, 14. März. (DNB.) Nach den Tagen der ungeheuren Spannung brach am Sonntagabend Wiens größte Stunde an. Um 21 Uhr verkündeten die Lautsprecher den vielen hunderttausenden in den Straßen die stolze Kunde von der amtlich vollzogenen Wiedervereinigung Deutsch-Oesterreichs mit dem Reich. Ein einziger jubelnder Aufschrei der Erlösung brauste über die Straßen, vom Stephansplatz über die Kärntnerstraße bis zum Ring, vom heldenvlatz vor der Burg, wo Tausende den nächtlichen Aufmarsch der Hitler-Jugend erwarteten, hier verkünden die Führer der Hitler-Jugend ihrer Gefolgschaft diese historische Nachricht. „Der Anschluß i st dal" braust es mit unbeschreiblichem Jubel wie ein Sturmwind über den Platz. Nicht geringer ift der Jubel bei den immer noch einrückenden 3. Ich habe (Bauleiter Bürckel mit der Vollmacht ausgestattet, alle Wahnahmen zu ergreifen oder anzuordnen, die zur verantwortlichen Erfüllung des erteilten Auftrages erforderlich sind. Linz, den 13. Wärz 1938. Gez.: Adolf Hitler. Die Führer von DAF. und SA. in Oesterreich. Wien, 13. März. (D!^B.) Die Volkspolitischen Referate haben zu bestehen aufge- hört. Die bisherigen Dolkspolitischen Referenten unter Leitung von Dr. Walter P e m b a u r sind beauftragt, die Wiedergutmachung von Schäden, die die Nationalsozialisten erlitten haben, zu organisieren. Der österreichische Rundfunk wurde der Hauptabteilung 7 Propaganda der Landesleitung Oesterreich der NSDAP, angegliedert. Er wird mit den reichsdeutschen Sendern in treuer Kameradschaft Zusammenarbeiten. Der Führer der österreichischen Nationalsozialisten, Lan- Metzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vrnL und Verlag: vrühische Unlverfilätsdruckerei «.Lange in Siehe». Schristleiivng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Mich. Veschluß der österreichischen Bundesregierung als Reichsgesetz verkündet. — Bundespräsident Miklas zurückgetreten. — Am -IV.April Volksabstimmung in Oesterreich.—Gauleiter Bürckel mit der Vorbereitung beauftragt.-Das Bundesheer Linz, 13. März. (DNB. Zum ersten Male marschierten am Sonntagnachmittag in Linz d i e österreichischen Nationalsozialisten in ihren alten geschlossenen Formationen der SA., ff, der HI. und des BDM. am Führer vorbei. Die Männer, die jahrelang in Kamps und Verfolgung, unter dem Gummiknüppel und in den Folterlagern der vergangenen Systemzeit für den Führer und die Bewegung gekämpft haben, wurden an diesem Tage für ihre beispiellose Treue und Aufopferung zwei Tage nach dem Umbruch herrlich belohnt. Zum ersten Male marschierten sie noch in Zivil zwar — am Führer vorbei und bewiesen ihm, daß Deutsch-Oesterreichs SA. und ff und die tionalsozialistische Jugend trotz Verfolgung und in alter Kampfbereitschaft steht. Das Donauufer am Hotel Weinzinger bei großen Donaubrücke von Linz nach Urfahr ist einer unübersehbaren Menschenmenge besetzt. Führer tritt auf die Straße, empfangen von dem tosenden Jubel. Neben ihm sieht man den Landeshauptmann und Gauleiter von Oberösterreich, Pg. Eigruber, mit anderen österreichischen Parteigenossen und der Begleitung des Führers. Parter- genoffen und SA.-Männer auf Motorrädern und Kraftwagen eröffnen mit wehenden Fahnen den Vorbeimarsch. Dann kommt die österreichische SA., vorweg der Musikzug der Standarte Linz, der mit dem Badenweiler Marsch vor dem Führer einschwenkt. Der Stabsführer der SA.-Bri- gade Oberösterreich, Standartenführer Franz herb, meldet dem Führer die österreichische SA. harte, kantige Gesichter, die jetzt vor Freude aufleuchten, da sie zum ersten Male wieder an ihrem Führer vorbeimarschieren. Unvergeßlich für sie alle ist dieser Augenblick, da der Führer jeden einzelnen von ihnen mit erhobener Rechten grüßt, jedem einzelnen von ihnen ins Auge schaut und ihnen dankt für ihren Kampf und ihre Treue. In ihren Reihen sind viele DA.- und ff-Männer, die erst in den letzten MM ■< M x Ars M M r. M Adolf Hitler." nie vergessen! bebe- „Voce d'Jtalia" schreibt zu diesem Beschluß: „Italien betrachtet die innere Entwicklung Oesterreichs in der Richtung auf ein nationalsozialistisches Regime, das es immer enger an Deutschland anschließt, als die unmittelbare und notwendige Folge der Realität der nationalen deutschen Einheit. Gegenüber dieser weit mehr nationalen und spontanen als politischen und im voraus berechneten Tatsache konnte Italien Oer Führer an den Ouce. Linz, 13. März. (DJ123.) Der Führer sandle am Sonnlag an den Duce folgendes Telegramm: „An Seine Exzellenz den italienischen Ministerpräsidenten und Duce des faschistischen Italien Benito Mussolini. Mussolini, ich werde Ihnen dieses wieder von den begeisterten Menschen zugerufen wird, daß sie nun Soldaten des Großdeutschen Reiches sind. Aus dem Haus der ehemaligen Vaterländischen Front, seit heute der Sitz der Landesleitung der NSDAP., verkündet Stabschef Globotfchnigg den Rücktritt des österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s und die vollzogene Wiedervereinigung mit dem Reich. Bei den Worten der Verordnung: „Oesterreich ist ein Land des Deutschen Reiches" bricht die Menge in minutenlange, nicht endenwollende Heilrufe aus, die sich mit gleicher Gewalt wiederholen, als die Volksabstimmung angekündigt wird. Oer Reichsjugendführer in Wien. Die ehemaligen Grenzzollhäuser werden HJ.-Heime. Wien, 13.März. (DNB.) Die Ankunft des Reichsjugendführers von Sch i - rach in Wien hat sich schnell unter der österreichischen HI. herumgesprochen. Auf dem Westbahnhof meldete der Führer des Gebietes Oesterreich unter unendlichem Jubel seiner jungen Kameraden und Kameradinnen 2 6 0 0 hitlerjun gen sowie 1400 hitlermädel, die in mustergültiger Disziplin mit ihren Fahnen angetreten waren. Ihr diszipliniertes und uniformiertes Auftreten in solcher Stunde war ein anschauliches Bild dafür, wie die nationalsozialistische Jugendbewegung Oesterreichs während der Zeit des Verbots und der Unterdrückung unerschütterlich zusammengehalten hatte. Baldur von Schirach richtete folgende Ansprache an die Hitler-Jugend: Jugend Deutsch-Oesterreichs! Ich überbringe euch die Grüße von sieben Millionen Jungen und Mädel, die Adolf Hitler gehören und die euch durch mich ihr Glück und ihre Freude über eure Freude Oer Reichsaußenminister wieder in Berlin. Berlin, 13. März. (DNB.) Der ReichsminM des Auswärtigen, von Ribbentrop, hat mit seiner Begleitung London am Sonntag im Flugzeug verlassen und ist nach Berlin zurückge« kehrt, wo er am Abend eintraf. Die Ausländskorrespondenten berichten... Englischen Augenzeugen fehlen die Worte angesichts des Ireuderauschs in Oesterreich. Italien lehnt jede Art der Einmischung ab Beschluß des Großen Rats des Faschismus. - Ablauf eines unaufhaltbaren natürlichen Prozesses. ien jubelt den deutschen Soldaten zu Oie erste reichsdeutsche Infanterie Traditionsbataillon der österreichischen Hauptstadt. entgegenstellen zu wollen. Selbst wenn sie in einem Friedensvertrage verbrieft sein sollten! Die italienische Außenpolitik arbeite mit dem Gefühl für die Wirklichkeit, für die Gerechtigkeit und die nationale Achtung. Das ist nicht eine Politik von Formeln, sondern eine Politik des Volkes. Italien kann sich in keiner Weise einer Bewegung widersetzen, die mit dem Wahrzeichen des nationalen Willens Oesterreich und Deutschland solidarisch macht." Englische und französische Verwahrung als unzulässig zurückgewiesen. Berlin. 12. März. Die britische und die französische Regierung haben unter Hinweis auf gewisse ihnen aus Wien zugegangene Nachrichten durch ihre Botschafter Verwahrung gegen den angeblich vorn Reich auf die Entwicklung in Oesterreich ausgeübten Zwang eingelegt. Die deutsche Regierung hat diese Verwahrung als unzulässig zurückgewiesen und gleichzeitig die den beiden Regierungen vorliegenden falschen Informationen r i ch t i g g e st e l l t. Jugoslawien erstatt: Sine rein innere Angelegenheit des deutschen Volkes. Belgrad, 13. März. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: 1. Die Vereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich wird von Jugoslawien als eine rein innere Angelegenheit des deutschen Volkes betrachtet, in die'es sich nicht ein- mifcht. 2. Jugoslawien war stets ein Vorkämpfer des Grundsatzes der nationalen Vereinigung aller Stämme eines Volkes. Es bleibt diesem Grundsatz treu. 3. Jugoslawien steht in freundschaftlichenBeziehungen mit dem Deutschen Reich. Diese Freundschaft bestimmt auch jetzt seine Haltung, wo das Reich sein direkter Nachbar geworden ist. — An zuständiger Stelle wird weiter erklärt, daß Jugoslawien sich von dem Anschluß eine wesentliche Steigerungsei.n er Ausfuhr und eine B e- lebung seines Fremdenverkehrs verspricht. Die halbamtliche „Vreme" erinnert an die Saar-Abstimmung und an die Freude, die damals geherrscht habe. Alle Blätter weisen daraufhin, daß Jugoslawien jetzt an seiner 323,7 Kilometer langen Grenze mit Deutschland 7 5 Millionen Freunde st e h e n habe. Stark beachtet und begrüßt wird ferner die Haltung Italiens. Die Ehrende Wirtschaftszeitung „Jugoslovenski Lloyd" schreibt, wir wissen genau, daß es ohne die Liquidierung des bisherigen Oesterreich weder eine Liquidierung der Habsburger Frage, noch jener internationalen Intrigante n k ü ch e gab, die bis gestern noch Unfrieden in Europa gestiftet hat. Ein großer Trumpf wurde jener Diplomatie aus der Hand genommen, die Oesterreich und Habsburg zusammenführen und auf uns damit einen Druck ausüben wollte. Es ist deshalb zugleich ein Sieg für Jugoslawien. Prag erklärt: Eine familiäre Angelegenheit. Prag, 14. März. (DNB.) Sämtliche tschechischen Zeitungen erklären, die große ge- ■ schichtliche Tatsache sei als unabänderlich an- ' zusehen, daß nach Jahrhunderten die deutsche Ost- ' mark wiedergeboren wurde. Die territorialen Be- Wien, 13. März. (DNB.) Zu einem Erlebnis von unerhörter Eindruckskraft wurde am Sonntagnachmittag die Ankunft der ersten reichsdeutschen Jnfanterietruppen in Wien. Obwohl keine genaue Ankunftszeit feststeht, sammeln sich schon frühzeitig Scharen von Mannern und Frauen an den umliegenden Straßen und Plätzen der Wiener Bahnhöfe. Selbst das wolkige und kalte Wetter bringt die Massen nicht zum Weichen. Nationale Lieder, „Heil!"-Rufe auf den Führer und vorbeifahrende Kolonnen verkürzen die Wartezeit. Von Stunde zu Stunde wächst die Menge. Draußen an der Ausladerampe des Südbahnhofs in Matzleinsdorf, weit entfernt vom Weichbild der Stadt, Menschen, Fahnen, Jubel und Begeisterung. Plötzlich knappe Kommandos: Die Ehrenkompanie des Wiener Infanterieregiments 15 rückt an. Dann rollt der erste Transportzug an. Er bringt die erste reichs- deutfche Infanterie, ein Bataillon aus Augsburg. Als erster entsteigt der Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant Schneider, dem Zug. Generalmajor Stümpfe! geht ihm entgegen und drückt ihm die Hand. Ein Trompetenfignal: Wie ein Mann springt das Bataillon aus dem Zug. Harte, wettergebräunte Männer, kräftige junge Burschen mit lachenden Gesichtern stehen im nationalsozialistischen Wien. A l s Brüder sind sie zu Brüdern gekommen, und von dort, wo die Wartenden stehen, brandet ein Jubelschrei her: „heil Hitler!" Dann steht das Bataillon wie eine Mauer. Wieder knappe Kommandos: Das Bataillon marschiert im Paradeschritt auf gleiche höh« mit den Wiener Ehrenkompanien und macht Front zu den Kameraden. Die beiden Ehrenkompanien präsentieren. Die Nationallieder ertönen. Die Ofsiziere senken den Degen. Tausende und Abertausende grüßen mit dem Gruß der Deutschen. Generalmajor Stümpfe! spricht kurze soldatische Worte. Er erinnert an die Jahre der Waffenbrüderschaft, gibt der Freude Ausdruck, daß Oesterreich wieder heimgefunden hat zum Deutschen Reich. Oberstleutnant Schneider dankt für den herzlichen Empfang. Der Bürgermeister der Stadt Men, Major i.R. Lahr, überbringt den Soldaten aus dem Reich in ftohen Worten den Willkomm der Bundeshauptstadt und gibt bekannt, daß die Truppen aus dem Reich in dieser historischen Stunde als Traditionsbataillon in das Wiener Buch eingetragen sei. Noch einmal klingt das Deutschlandlied auf. Dann setzt sich das Bataillon in Marsch durch die fahnengeschmückte Stadt, das dichte Spalier entlang nach Himberg an der Ostbahn. Zu einem unvergleichlichen Erlebnis wird der Marsch der reichsdeutschen Feldgrauen, und im Schritt und Tritt schlägt ihnen das deutsche Herz entgegen. und über eure Tapferkeit übermitteln. So wie ihr froh seid, so sind wir alle froh und glücklich. Der heutige Tag ist der schönste in unferm Leben, weil wir uns wieder in die Augen sehen und weil wir Schulter an Schulter hinter der gleichen Fahne den ewigen Pulsschlaa unserer großen Gemeinschaft spüren. Keine Klasse, kein Stand und keine Konfession zerreißt mehr Deutsch-Oesterreichs deutsches Jungvolk. In der kommenden Zett gilt es, d i e ganze deutsche Jugend aus das Werk des Führers auszurichten und in den jungen Kameraden, die jetzt in eure Reihen eintreten werden, jene Ideale und jene Treue zu verwurzeln, die ihr Deutsch-Oesterreich und dem ganzen deutschen Volk in einer furchtbaren und harten Zeit vorgelebt habt. Mit einem nicht endenwollenden „Slea-Heil! aus den Führer wurde die erste große Kundgebung der nationalsozialistischen Jugend Oesterreichs nach dem Umsturz beendet. Der Jugendführer des Deutschen Reiches begab sich dann zu der ehemaligen Landesführung des österreichischen Jungvolks am Hof und gab dem Führer des Gebietes Oesterreich, Bannführer S ch o a s , sowie seinen Mitarbeitern die ersten Anweisungen, um die überall der hitler- Juqend zuströmenden Jugendlichen zu erfassen. Der ehemalige Bundesführer des österreichischen Jungvolkes, Graf Dhun-Valfassina, ist zurückgetreten. Der Reichsjugendführer legte am Sonntagabend im Rahmen einer Kundgebung von 40 000 öster- reichifchen hitlerjungen und BDM.-Mädel im Ehrenraum des Heldendenkmals einen Kranz zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Bewegung nieder. Safbur von Schirach gab bekannt, daß die Zollhäuser an den Grenzen Oesterreichs und Bayerns zu Heimen und Herbergen für die Hitler-Jugend erklärt werden. Die Fahne der österreichischen HI., die Karl- Th o m a s - B! u t f ah n e , die zur Zeit der Verfolgung der Reichsjugendführung übergeben worden war, verlieh er dem Bann Wiener Neustadt der HI. vollendet worden. „Der Anschluß ist Tatsache!" Die Haltung der Pariser Presse. Paris, 14. März (DNB. Funkspruch). Der 13. März 1938 ein historischer Taa, den man fest, halten muß...! „Der Anschluß ist .Tat. fache!" — Diese Sätze laufen wie ein Leitmotiv durch zahlreiche Montagfrühblätter. In ausführ, lichen Berichten heben die nach Oesterreich gesandten Sonderberichterstatter der Zeitungen d i e st u r» mische Begeisterung hervor, mit der die Deutschen in Oesterreich ihren Führer Und seine Männer und Soldaten begrüßen und sich so zum Nationalsozialismus bekennen. Trotz dieser Berichte geben sich die Meinungsmacher und Leitartikler in Paris die redlichste Mühe, dieses Bekenntnis der Oesterreicher zu ihrem Deutschtum und zum Führer zu ignorieren, wobei sie auf die komischsten Dinge kommen. „Petit Parisien" schreibt: Seit Sonntagabend ist Oesterreich ein Bestandteil des Dritten Reiches. Der Anschluß ist nicht nur Tatsache, sondern sogar schon durch Gesetz bekräftigt. Der begeisterte Empfang des Fu^ rers in Oesterreich, die Schnelligkeit, mit der sich der Einzug der reichsdeutschen Truppen in Men abrollt, und vor allem die Tatenlosigkeit der am Schicksal Oesterreichs inter. essierten Mächte haben den Führer ermutigt schnell zu handeln und alles auf einmal zu machen. Der Berliner Berichterstatter des „Journal ist der Ansicht, Frankreich habe vielleicht die schwerste Niederlage seiner ganzen Geschichte er. littep. Das 1918 besiegte Deutschland habe die Lage umgestoßen, und das sei das Werk Hitlers. Um die Reaktion des Auslandes kümmere sich Deutschland nicht. Es verwirkliche Punkt um Punkt seines ungeheuren Programms. Für die Proteste habe es nur ein mitleidiges Lächeln. „Echo de Paris" schreibt, theoretisch müßten die West. Mächte nach der Kündigung des Artikels 88 von St. Germain sich in Bewegung setzen. „Petit Jour, nal" sagt, die Deutschen hätten den Franzosen ge. zeigt, daß man in 24 Stunden etwas machen könne, was keiner vorher in einem Jahrhundert zu tun vermochte. Das Echo in London. London, 14. März. (DNB. Funkspruch.) Die Wiedervereinigung Oesterreichs mit Deutschland zu einem Großdeutschen Reich beherrscht völlig die Londoner Presse. Waren die Berichte der Blätter in den letzten Tagen schon in selten gekannter Ausführlichkeit, so gibt es heute kaum eine Zeitung, die nicht seiten- und seitenlang über Oesterreich berichtet oder sich mit Oesterreich befaßt. In riesigen Schlagzeilen verkünden die Blätter das große Ereignis des Tages, den endgültigen Anschluß. Lange Spalten füllen die Schilderungen über den Einmarsch deutscher Truppen in Oesterreich, ihre Ankunft in Wien, den Besuch des Führers in Linz und die Begeisterung, mit der der Führer und die deutschen Soldaten überall willkommen geheißen wurden. Sie berichten über die Volksabstimmung vom 10. April, über den Tele- grammwechsel zwischen dem Führer und dem Duce und weisen auf die dramatischen Folgen der Ereignisse hin, die den beiden letzten Tagen ihren Stempel aufdrückten. Unter den Schilderungen der Londoner Morgenzeitungen verdient der Wiener Bericht der Times besondere Beachtung. Er versucht, die Sonntagsereignisse in Oesterreich sehr eindrucksvoll und anschaulich zu schildern. Zum Eintreffen des Führers in Oesterreich heißt es u. a., wenige Staatsmänner der Geschichte hätten je einen solchen Empfang gekannt. Es ehlten die Worte, um den Jubel zu beschreiben, mit dem Hitler von der Bevölkerung in Linz begrüßt worden sei. Aber auch der deutschen Wehrmacht sei in Oesterreich ein triumphaler Willkomm bereitet worden. Mit Blumen habe man den Weg der ratternden Motor- und Panzerwagen bestreut, hätte es Oesterreicher gegeben, die noch am Freitag gegen Hitler gewesen seien, so hätten die sich entweder versteckt ober sie seien gestern unb vorgestern end- g'ültig bekehrt worbsn. Selbst in ben Tagen les österreichischen Kaiserreichs habe bas Lanb olche Freuden st immungnichtgekannt. Der kommende Volksentscheid roetbe Hitler bie gesamte Zustimmung Oesterreichs bringen, heute tauchten die Leute, die noch vor 48 Stunden zuversichtlich eine Volksbefragung vorbereitet hätten, wie lang vergessene Schatten der Vergangenheit auf. In Oesterreich habe sich das Bild völlig verändert. Im „Sunday Expreß" ermahnt Lord Beaverbrook die Engländer, die österreichische Lage so hinzunehmen, wie sie fei. „Sunday Dispatch" meint, in britischen Regierungskreisen habe man den Eindruck, daß die Regierung nichts mehr an den vollR o m, 12. März. (DNB.) Der Große Rat des Faschismus hat die Bildung der Faschistischen und Korporativen Kammer zum 23. März 1939, dem 20. Jahrestag der Gründung der faschistischen Kampfbünde, beschlossen. Die Zahl der Mitglieder wird ungefähr 600 betragen. Die Deputierten der alten Kammer werden ihr Mandat mit dem Ablauf der Session verlieren, zu der sie gewählt wurden. Der Groß« Rat des Faschismus hat weiter nach Bericht des Außenministers über die Vorgänge in Oe st erreich eine Entschließung gefaßt, in der sestgestellt wird, daß die italienische Regierung aus begreiflichen Gründen entschlossen sei, sichin keiner Form in bie innere Politik unb bie Entwicklung einer Bewegung nationalen Charakters einzumischen, beren logischen Ausgang man leicht voraussehen konnte. „In ganz besonderer Weise betont ber Große Rat, daß ber von Bundeskanzler Schuschnigg plötzlich angesetzte Volksentscheid von Der italienischen Regierung glatt abaeraten worden war. Der Große Rat betrachtet die Vorgänge in Oesterreich als den klaren Ausdruck der Gefühle unb bes Willens bes österreichischen Volkes, die in unzweibeutiqer Weise durch bie machtvollen öffentlichen Kundgebungen bestätigt worben sinb, mit benen diese Ereignisse begrüßt wurden. Außerdem nimmt ber Großrat davon Kenntnis, daß die faschisttsche Regierung den französischen Antrag auf Vereinbarung einer Aktton abgelehnt hat, einer Aktion, die, da sie ohne Grundlage unb ohne Ziel war, nur dazu beigetragen hätte, die internationale Lage noch schwieriger zu gestalten, unb stimmt ben von ber faschistischen Regierung befolgten Richtlinien zu, bie von einer realistischen Bewertung ber Lage in bezug auf die nationalen italienischen Interessen ausgehen." ftimmungen der Friedensverträge seien gefab len. Es handele sich hier jedoch um inner eAn- gelegenheiten des deutschen Volkes. Sogar das tschechisch-marxistische „Pravo Lidu" betont, England unb Frankreich würden sich auf einen ent- schi'ebenen biplomatischen Schritt beschränken, weil es sich sozusagen um eine familiäre Angelegenheit hanbele. Es habe sich nichts zu Ungunsten ber Tschechoslowakei geänbert, bah ber Anschluß vollzogen sei. DerBundeskanzler ehrt General Krau« Wien, 13. März. (DNB.) Der Bundeskanzler hat an General ber Infanterie Alfred Kraus folgendes Schreiben gerichtet: „Euer Exzellenz! In Würdigung Ihrer hervorragenden Verdien st e um unsere Arbeit, die Sie so erfolgreich geführt haben, habe ich veranlaßt, daß der Staatssekretär für Landes- oerteibigung, Oberst Angelis, Eurer Exzellenz einen persönlichen Adjutanten zur Verfügung stellt. Ferner wird ein Dienstwagen bes Heeresdienstes bereitgestellt. Dies möge ber Ausbruck ber Dankbarkeit bes deutschen Volles in Oesterreich fein." Provokateure der Vaterländischen Front festgenommen. Linz, 13. März. (DNB.) Eine Anzahl von jungen Mitgliedern der ehemaligen Vaterlan- bischen Front hatte Gerüchte über Südtirol verbreitet. Eine Gruppe dieser Provokateure wurde sofort festgenommen unb in Haft gesetzt. Sie gestanden, daß ber Zweck ihrer Ausstreuungen war, zwischen Deutschland unb Italien Schwierigkeiten zu schaffen. Sie werben exemplarisch bestraft. Der Gnmiknüppel abgeschafft. Der Staatssekretär für bie Angelegenheiten des Sicherbeitswesens hat auf Weisung bes Reichsführers ff unb Chef ber beutfchen Polizei ben Gummiknüppel als Waffe ber Sicherheitswache abgeschafft, da die Verwendung des Gummiknüppels mit der Würde des deutschen Volkes nicht vereinbar ist. Oie Deutsche Studeuteuschast Oesterreichs wieder errichtet. Wien, 13. März. (DNB.) Die Landes« studentenführung Oesterreichs bes Na« tionalsozialistischen Studentenbundes teilt mit: „Der Lanbesstudentenführer bes Nationalsozialistischen Deutschen Stubentenbunbes, Dr. Hubert Freis« leben, hat bie Deutsche Stubentenscha ft in Oesterreich roieber errichtet. Mit ber Machtübernahme des Nationalsozialismus in Oesterreich war bie im Jahre 1933 burch Schuschnigg erzwun« gene Auflösung ber Deutschen Studentenschaft unb Einrichtung ber Sachwalterschaft hinfällig geworben. Die Deutsche Stubentenschaft in Oesterreich, in beren Hänben bie stubenttsche Selbstverwaltung liegt, ist roieber ein Teil ber gesamtbeut« schen Stubentenschaft. Der Lanbesstuben- tenführer hat bereits an ben einzelnen Hochschulen Studentenführer eingesetzt." zogenen Tatsachen ändern könne. Warb Price richtet in ber „Sunbay Dispatch" aus Linz in sonbers ergreifenben Worten. Die Begeisterung und bie Darkbärkeit, bie Oesterreich für feine Vereinigung mit Deutschland empfinde, fei über jeden Zweifel erhaben. In einem einzigen Tage habe der Führer 6 Millionen Deutsche mehr gewonnen. Die. fer Tag werbe in bie Geschichte eingehen, beim dir Vereinigung Oesterreichs mit Deutschland sei gestern sich nur eine Politik der Ruhe unb ber freunb- schaftlichen Beobachtung unter Ausschluß jeher Einmischung auferlegen, bie eine Beleidigung ber Natur, b. h. des Rechtes bes befreunbeten beutfchen Volkes gewesen wäre. Arttkel 88 des Vertrages von St. Germain, der Oesterreich zur ewigen Trennung von Deutschlanb verpflichtete, ist ebenfalls verfallen. Italien sieht in dieser Tatsache den Abschluß eines unaufhaltbaren natürlichen unb geschichtlichen Prozesses. Es wäre vergeblich unb widersinnig unb sogar gefährlich, diesem Prozeß bie kurzlebige Formel eines Verbotes ober einer willkürlichen chemischen Dosierung der Völker Dar -E'L" < llnd er^111 ■ r ä L-L KZS.7L Fiihtt esö mir BS a-rade B s NÄ1 dieses Sta- Maaten. B Wins uns iiiiifl ^"^luführe^ hilft! Wtt F 6id nfi ui* EdasSta Loschen q Gayern gehörte, 1 tes* •S"Ä- sis des Wes. Bon Braunau aus r St« Ml und bis E Men Marchseldes fe heilige germamfc Am wird. Ln tiefer u während der letzte Liche Geist, der « ; ile, der in diesem ! ! d!l alten Grenze, leber । Kutschen Wehrmacht, i Offiziere und Man und Dörfern des östei fi« sanden in den W leine Gegner, sondern laben. Gemeinsam ? die Straßen, wahrer Mktag begingen, da schon einmal das Stämme 'm treuer B deutschen Kärnten Helden geden/Mn bie Stelle ffljen ins As ^(dgerbataitton VII oMn. Gefallen si W Dieser ästen A nicht für die Dy .Wand verströmte Inders, als Herma Mrieges ehtte. 8on Braunau richt kommende Seit, die Wes, gewidmet ist. P schaffen für unser sslch, das wird eine Men M Monate tonenleben in Euro W des Reiches g e mn und gegenüb Men. Nun erst i rann Göring beim f Kl«» «Utmacht." 3n Es gibt für &hQS fresse p unserer G ?,ne weiße, ?,Wn und Ä’ Ä &n' das ' Sn® Schaltwerk" h tzKqs fei rdL KdK: i ihSLS en? r fcSl mung gilt es mir bilden $reul • ♦ k°xichs Dieses kleine Grenzstädtchen Braunau — von Adolf Hitler einst als „Symbol einer großen Auf- , größeren Zukunst unseres geeinten uno geeinigten Volkes geworden. Dieses uralte Braunau, das schon im Jahre 1202 das Stadtrecht erhielt, das als Grün- Heilige Heimat. Die Fülle und Vielfalt außerordentlicher Eindrücke and Ereignisse, die seit Tagen ununterbrochen auf ans einstürmen, gehen fast über unsere Fassungskraft. Und doch beseelt uns bei jeder neuen Nach- richt, bei jedem Erlebnis, bei jedem Gedanken nur rin herrliches Gefühl: Volk und Reich find eins! Noch klingen uns die vieltausendstimmigen Gesänge und Chöre in den Ohren, die wir aus Braunau, Linz und Leoding hörten, als Adolf Hitler in bie Stadt feiner Jugend nach über fünfundzwanzig- e seien gefal« m innereSIn- i Volkes. Sogai io Lidu" betont ich auf einen ent befdjränten, weil miliare 21n« ! sich nichts -in ändert, daß len 1 mratSroW er Bundeskanzls jlfred Kraus fol Rh... lei Über ?1' Rä Nu* Nfe. tlidje Punkt un mms. Fjjr bu Lächeln. „Eifn üßten die West Artikels 88 vor ;en. „Petit Jouo m Franzosen go as machen könne rhundert zu hu M 'st nicht nm Durch Geset W°ng des Fül! Dt, mit der ftd Mppen in Mi ff^losigkeii U'chs inten Führer ermuhd ilnal zu machen » „Journal^ e vielleicht n Geschichte en l-md habe dii * sei das Werl Landes tümmen iaung Jhrri nfte um unser ührt haben, hab! etär für Landes r Exzellenz eins zur VersiigllN! stwagen bei Dies möge oe itschen Volles u Kampfbuch des Führers: „Als glückliche Bestimmung gilt es mir heute, daß das Schicksal mir zum Geburtsort gerade Braunau an Inn zuwies. Liegt doch dieses Städtchen an der Grenze jener zwei deutschen Staaten, deren Wiedervereinigung mindestens uns Jüngeren als eine mit allen Mitteln durchzuführende Lebensaufgabe erscheint! Deutsch-Oesterreich muß wieder zurück zum großen deutschen Mutterlande ..." jähriger Trennung wieder einzog. Noch beben unsere Herzen in reiner Mitfreude, wenn wir zurück- Mbenfen an jene Stunden, da unserem Führer das höchste Glück eines deutschen Mannes widerfuhr: Die Wiedervereinigung mit der Heimat, mit der heiligen Erde der Ahnen. Der Auftrag, der dem Leben eines großen Mannes vom Schicksal gestellt wurde, hat damit seine Erfüllung . gefunden. Denn so lauten die ersten Sätze aus dem Kampfbuch des Führers: „Als glückliche Bestim- Luna des bajuvarischen Stammes auch ursprünglich zu Bayern gehörte, das dann 1779 an das habsburgische Oesterreich fiel und sogar bis 1808 als befestigter Platz mitten in deutschen Landen unsere völkische Zwietracht verkörperte, dieses Braunau wird als Geburtsstätte des deutschen Befreiers und als. Erfüllungsort eines tausendjährigen Traumes aller Deutschen ewig mahnend fortleben im Gedächt- jüß des Volkes. Von Braunau aus richtet sich der Blick über den gesamtdeutschen Raum, der nun von den meeres- mnspülten Küsten Schleswig-Holsteins bis zu den schneebedeckten Häuptern der Hohen Tauern, von den Wäldern des Warndt bis zu den Wassern der Memel und bis zu der fruchtbaren Ebene des blut» gedünkten Marchfeldes ein gewaltiges Reich, bas heilige germanische Reich deutscher Ration bilden wird. In tiefer Ergriffenheit gewahrten wir es während der letzten 48 Stunden: Es ist der gleiche Geist, der gleiche Glaube, der gleiche Wehrwille, der in diesem Raum, jenseits und diesseits der alten Grenze, lebendig ist. Die Angehörigen der deutschen Wehrmacht, die Flieger und Infanteristen, die Offiziere und Mannschaften, die in den Städten und Dörfern des österreichischen Landes erschienen, sie fanden in den Angehörigen des Bundesheeres keine Gegner, sondern Freunde, Brüder und Kameraden. Gemeinsam zogen die Truppenteile durch die Straßen, während wir im Reich den Heldengedenktag begingen, als Erinnerung an jene Zeit, da schon einmal das vergossene Blut alle deutschen Stämme in treuer Waffenbrüderschaft verband. Im deutschen Kärnten stehen auf einem schlichten Heldengedenkstein die einfachen Worte: „Von dieser Stelle zogen ins Feld am 4. August 1914 das Feldjägerbataillon VIII — 36 Offiziere und 1222 Soldaten. Gefallen sind 36 Offiziere und 1221 Mann." Dieser österreichischen Männer, die ihr Blut nicht für die Dynastie Habsburg, sondern für Deutschland verströmten, gedachten wir gestern ganz besonders, als Hermann Göring die Opfer des Weltkrieges ehrte. Von Braunau richtet sich auch der Blick auf die kommende Zeit, die dem inneren Ausbau des Reiches gewidmet ist. Arbeit und Brot und Freude zu schaffen für unsere Brüder im deutschen Oesterreich, das wird eine Aufgabe sein, die die nächsten Wochen und Monate erfüllt. Aber das deutsche Zusammenleben in Europa muß auch die politische Stellung des Reiches gegenüber feinen Nachbarn und gegenüber allen anderen Völkern be- einflusfen. Run erst recht gilt das Wort, das Hermann Göring beim feierlichen Staatsakt in Berlin aussprach: „Deutschland ist wieder eine Weltmacht." In diesem Satz liegt keine Dro- I cen man itfi, 6. ift l , L-2 Q’4sfüi)i. "°'ch. gesandt r h, der bie w mb Jb?1 gäbe21 bezeichnet — ist nun das Sinnbild einer Ochsten D' höheren Zukunft unseres geeinten und geeinigten öonntflni mV* hung, sondern die Bürgschaft eines ehrlichen und gerechten Friedens. Mögen auch aus den westlichen Demokratien noch zahlreiche Stimmen der Enttäuschung, des Hasses und der Bosheit, der Verständnislosigkeit und Borniertheit herübertönen — der Schritt der Geschichte ist nicht mehr rückgängig zu machen. Es sind im wesentlichen auch nur die Giftmischer der öffentlichen Meinung und die internationalen Friedensstörer, nicht aber die Völker selbst, die sich durch den Zusammenschluß aller Deutschen beunruhigt fühlen. Die logische Folgerichtigkeit der österreichischen Entwicklung, die rechtliche Unangreifbarkeit der deutschen Haltung, die absolute Legalität des deutschen Vorgehens hat ihren Eindruck auf die maßgebenden Kreise des Auslandes nicht verfehlt. Die erste Aufregung hat sich gelegt, die Wellmeinung ist ruhiger geworden und führende Auslandspolitiker sehen in der Befreiung Oesterreichs die Ausschaltung eines weiteren Unruheherdes in Mitteleuropa, von dem aus die bekannten internationalen Störenfriede immer wieder versuchten, Europa und die Wett in Brand zu stecken. Daß diese Erkenntnis besonders im faschistischen Italien realpolitischen Ausdruck gewann, erfüllt uns mit tiefer Genugtuung. Am Brenner haben sich deutsche und italienische Truppenteile als Kameraden begrüßt und so durch die Tat dem Briefe Nachdruck gegeben, den Adolf Hitler an den Duce geschickt hat. Angesichts des großen Verständnisses, das der Duce in diesen entscheidungsvollen Tagen für die deutsche Nation gezeigt hat, stimmt unser ganzes Volk aus innerstem Herzen dem Telegramm des Führers zu: „Mussolini, ich werde Ihnen die» ses nie vergessen!" Die Achse Berlin—Rom hat damit ihre äußerste Leistungsprobe bestanden, sie ist zum stärksten und von nun an unzerstörbaren Pfeiler des europäischen Friedens geworden. Wir haben die Interessen anderer Völker nicht verletzt. Nun erwarten wir von den Regierungen dieser Völker, daß sie der neuen weltgeschichtlichen Realität Rechnung tragen. H. Ev. Oesterreichs Land und Leute. -ener. 'dae yegen Passau Schardingj München & Rosenheim OBER- NIEDER. •Lin Wel?r..nvrFRRFirH T STEIERMARK KÄRNTEN 6*ra2 > Charakteristisch ift, daß sich die Einwohnerzahl Wiens gegenüber seiner Bevölkerung von 1910 um fast 200 00 Menschen verringert hat. Nach den Stürmen der Völkerwanderung wurde in dem heutigen Oesterreich teils deutsch, teils roma- nisch in einem Volksdialekt gesprochen, wie er sich bis aus unsere Tage noch in Graubünden erhalten hat. Dom 8. Jahrhundert an begann von Bayern her eine sehr großzügige und zielstrebige Besiedlung, die einmal Anschluß an die in Oberitalien sitzenden Langobarden suchte und zum zweiten dem Donaulaufe folgte. Deutsche und keltische Volks- elemente haben sich in Oesterreich vielfach gemischt. Erstaunlich ist aber die Fülle der rein germanischen Typen, die man auch südlich der Alpen sehr oft antrifft. Ganz und gar nicht darf das „Wiener- tum" mit dem „Oesterreichertum" zusammengeworfen werden. Es ist gewiß, daß auf die Seelenbildung des Wieners die starke Abhängigkeit vom „Hof" eingewirkt hat. Aber gewisse unerfreuliche Ellchei- nungen sind erst durch die massenhafte Zuwanderung volksfrem'der und jüdischer Elemente in den letzten 100 Jahren geschaffen worden. Der Alpen- ländler als solcher ist davon nur sehr wenig berührt. Der Bundesfreistaat bestand aus neun Bundesländern. Das größte ist Niederö st erreich (Hauptstadt St. Pölten), besten Einwohnerzahl mit 1,6 Millionen beinahe an die Einwohnerzahl der Bundeshauptstadt Wien (1,8 Millionen) herankommt. An zweiter Stelle steht Steiermark (Hauptstadt Graz), an dritter Stelle Tirol (Hauptstadt Innsbruck) und an vierter Oberösterreich (Hauptstadt Linz). Es folgen dann Kärnten (Hauptstadt Klagenfurt), Salzburg (Hauptstadt Salzburg), Vorarlberg (Hauptstadt Bregenz), Burgenland (HauptstadtEisenstadt) und schlleß- lich die Bundeshauptstadt Wien, die mit einem Flächeninhalt von 278 Quadratkilometer das kleinste Bundesland bildet. Vorarlberg steht mit 145 241 Einwohnern an letzter Stelle. Dreister Unverstand der politischen Kriegsgewinner verbot dem übriggebliebenen Rumpf-Oesterreich den ursprünglichen Namen „D e u t s ch-O e st e r- r e i ch". Symbolhaft wurde dieser Staat zur Führung der Firma „Republik Oesterreich" ae- zwungen. Und noch eines ist ein Symbol. Dieses Rumpf-Oesterreich ist ungefähr so groß wie die habsburgische Hausmacht, die der erste Habsburger Kaiser Rudolf 1. hier gründete, nur mit dem wichtigen Unterschied, daß der recht ansehnliche, wohlhabende und strategisch wichtige Hausbesitz der habsburgischen Grafen in der Schweiz, in Baden und im Elsaß sich im Lause der Zeit verkrümelt hatte. Die Habsburger, bzw. das Haus Habsburg-Lothringen- Bourbon, endete 1918 mit weniger, als es 650 Jahre früher begonnen hatte! Wenige Zahlen machen den infamen Unsinn der Grenzschneiderei klar, die in den Pariser Vororten, in denen die „Friedensverträge" geschlossen wurden, getrieben wurde. Die „Republik Oesterreich" erstreckte sich von Westen nach Osten in einer Länge von 550 Kilometer bei einer Breite von 40 bis 250 Kilometer. Es wurde also ein richtiger Sack zusammengeflickt, der oben, nämlich im Westen, schmal beginnt und sich dann nach Osten hin verbreitert. Mit Ausnahme von Vorarlberg, das an den Bodenfee grenzt, also zum Flußsystem des Rheines gehört, münden alle Flüsse Oesterreichs in die Donau: Vom Inn angefangen, der im Engadin bei St. Moritz entspringt und bei Passau endet, bis zur Sau oder Save, die oberhalb Belgrads ihre Wasser der hier auf den Balkan einbiegend en Donau zuführt. Die Bevölkerungszahl beträgt etwa 6,65 Millionen. In all den Jahren seit Den „Friedensverträgen" schwebte der Volkstod über dem schönen Lande. Die Geburtenzahl ist katastrophal zurück- gegangen, es besteht ein erheblicher Sterbeüberschuß. Der Auftrieb unserer Tage wird, so Gott will, auch für den österreichischen Nachwuchs sorgen. einen °|lu ’T ctre'5 EM, .*»5: kO. Selbst de"'' in ö litte M-Hl en e über Sudt^ ,Mtateure*r& t gefeit «* sffrenungen Schwierigkeit isch bestraft- geftbofit ffS* seligst Schiet. 5 teilt W»•.'m Das Schaltwerk der Gedanken. Neue Untersuchungen über das Gehirn. Don Dr. 2B. Kehl. Es gibt für die Wissenschaft wohl kaum etwas Interessanteres als das Gehirn, den Sitz unserer Gedanken und Empfindungen. Eine weiße, weiche Masse mit allerlei Windungen und Vertiefungen, durchsetzt mit kleinen roten Aederchen, umrandet von einer hellgrauen Schicht, dem „Hirngrau", geborgen in Drei feinen Häuten und endlich in Der knöchernen Kapsel des Schädels, das ist unser Gehirn, Das Zentralorgan alles bewußten Denkens, Fühlens und Wollens, in Dem all unsere „Lebensfasern", Die Nerven, zusam- menlaufen und dort in wechselvollem Zusammenspiel ein ungeheuer kompliziertes „Schaltwerk" darstellen, lieber den Bau und die Funktionen dieses wichtigsten Organs aller höheren Lebewesen liegen nun aus der letzten Zeit einige; sehr wichtige neue Forschungsergebnisse vor, über Die unser Artikel berichtet. Am Gehirn kann man im wesentlichen drei Hauptteile unterscheiden: Großhirn, Kleinhirn und verlängertes Mark. Das Großhirn, in zwei symmetrische Hälften geteilt, nimmt den ganzen vorderen Teil der Schädechöhle ein, es ist der Sitz alles geistigen Lebens und somit beim Menschen am höchsten entwickelt. Je weiter wir in der Entwicklungsgeschichte Der Tiere zurückgehen, um so mehr tritt Die Entfaltung Des Großhirns zugunsten Des Rückenmarks zurück. Niedere Tiere haben nur einzelne Nervenknoten, „Ganglienzellen", Die alle Nerven- und Gehirnsunkttonen übernehmen müssen. Die meisten Tiere haben ein zu ihrer Körpermasse ttlattv leichteres Gehirn als der Mensch; einige Affen und Vögel haben allerdings ein relativ viel schwereres Gehirn als wir. Dazu gehören auch die Papageien, die ihrem auffallend schweren Gehirn eme ziemlich hohe Intelligenz und vielleicht auch ^ bekanntlich sehr hohes Alter verdanken. Das Gehirn eines erwachsenen Menschen wiegt etwa Drei L'Uud und macht den vierzigsten bis fünfzigsten fJJ* . gesamten Körpergewichts aus. Frauen V 250 GP-PAKET HAFERFLOCKEN Brühl'sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf 225t Schlüter Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 "f gangs in Treue gedacht haben, und dem trostreichen Worte recht herzlichen Dank. 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Oeffentlicher drennholzverkaus der Markgenossenschaft Grüningen-Darf-Gill in der Turnhalle zu Grüningen. Donnerstag, den 17. März 1938, vormittags 8% Uhr, aus den Forstorten: Fliegenstall, Judenwäldchen, Weißedriesck, Reichholzberg und Schlemperwald: Scheiter A rm: Buche 208, Hainbuche 22, Eiche 41, Esche 1, Erle 1, Kiefer 10; knorrholz B rm: Buche 27, Hainbuche 1, Eiche 13, Kiefer 44, Fichte 7; Knüppelholz A rm: Buche 121, Hainbuche 48, Eiche 164, Esche 3, Kirsche, Erle 1; Linde 1, Kiefer 17, Lärche 5; Anbruch rm: Buche 10, Eiche 4, Aspe 1, Kiefer 7, F'chte 2; Reiferknüppel kl.l: Buche 8, Fichte 1; 2 i§JanJe”Feif!0) rm: Buche 93, Hainbuche 146, Elche 502; Reisig kl. 3 (Astreisig) rm: Buche 27?, ^ambud)e 69, Eiche 280, Kiefer 234, Fichte 164; Stockholz rm: Buche 24, Eiche 3. 1648V ^ie ^lau unterstrichenen Nummern werden nicht verkauft. Wer mit Bezahlung früherer Schuldigkeiten noch im Rückstand ist, kann kein Holz erhalten. Es wird empfohlen, das Holz vorher anzusehen, da nachträgliche Beanstandungen nicht angenommen werden« Auskunft erteilt Forstwart Schäfer, Dorf-Gill. _l Der Vorsitzende des Markvorstandes. Gez.r Suhnev» -v stellte er eine furchtbare Verheerung Sinter feines Herde fest. 42 Schafe waren getötet, manche Tiers waren von den Hunden buchstäblich zerrissen worden; eine größere Anzahl Schafe war verletzt. Die | von der Gendarmerie angestellten Ermittlungen i nach, den Besitzern der Hunde waren von Erfolg. Die Hundehalter werden für den Schaden von | rund 3000 Mark auszukommen haben. Die wildernden Hunde wurden erschossen. Dorfbrände in Polen. Mehrere Dörfer in Mittel- und Ostpolen wurden von Feuersbrünsten heimgesucht, die infolge st arten Sturmes ungeheuren Schaden anrichteten. In der Nähe von Kielce brannten, bevor überhaupt noch Abwehrmaßnahmen getroffen werden konnten, 17 Wirtschaften mit viel Vieh nieder. In den Flammen kamen auch zwei Kinder eines Bauern ums Leben. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr dem Dorf Uchrynowo Gorne bei! Stanislau in Ostgalizien, wo trotz des ichnellcn - Eingreifens sämtlicher Feuerlöschzüge aus Stanis- lau 50 Wirtschaften mit dem meisten lebenden Inventar verbrannten. In dem Dorf Cimocha bei Bialystok brannten 31 Wirt« schäften nieder. Schreckliche Blultat in einem Dorfe bei Belgrad. Der Bauer Zdravko Oruschewitsch aus dem Dorfe Leikowaz bei Belgrad, der als gewalttätiger Mensch bekannt war, hatte ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau, das aber von ihr gelöst wurde. Nun suchte Oruschewitsch seine Geliebte wieder auf. Als diese sich weigerte, wieder zu ihm zu ziehen, e r st a ch er sie. Die hinzukommende fünfjährige Tochter der Frau brachte er gleichfalls um. Auf dem Nachhauseweg traf er ihren Mann, mit dem er Streit anfing und ihn dann erschlug. Darauf brachte er sich selbst lebensgefährliche Verletzungen bei, denen er nach zwei Stunden erlag. Wetterbericht Das europäische Hochdruckgebiet verlagert sich mit feinem Kern über Deutschland hinweg südostwärts. Es beherrscht mit seinem Einfluß auch unser Wetter. Doch kommen wir an seine Westseite, so daß mit rascher Wärmezunahme gerechnet werden kann. Aussichten für Dienstag: Meist heiter, trocken, nachts stellenweise leichter Frost, mittags warm, südöstliche Winde. Lufttemperaturen am 13. März: mittags 10,3 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 14. März: morgens — 4,6 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum —4,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. März: abends 5,1 Grad; am 14. März: morgens 2,1 Grad. — Sonnenscheindauer 9,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. II. 38: 10788. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. MonatsbeZugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaüfs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gewluoouszug 5. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten & 'Lt durch V d°- ifi) n torH iM, «n» ffreilt*. AB) Il«t "v LöWr b «L® Serlin". “ Aich"9 ^ hem Draußen au, Flugzeug eiter srsÄf. i* "x Mukicheu .. L'Ss vergangen, UHauB B Sn wenigen W« lärme unter un. große »-»-"y Dill nid)f ub» 0- mitten unter te * eit jo inilen 3*n $ie „Snunelmann 1 Fiihrerstandarte Mg linde, iubeto;.®' unjagbar glücklich m sein läßt, grüßen hi selbes Adolf tritt und den Gruß । statt der Bewegung nimmt. Majchine au das Lied der Flugi Reise des Führers Gespräch mit Gaule über das Rollfeld u W 611 i Der Erinnerungen tnoL baten, bie uns umg dm Märztage vor z 'Ma, um dabei zu INI dem Rheinlai Werne Panzer de Anzing gleiten v brach am Himmel Wehrmacht, grau hauen vorüber. In den Stahlhelmen \ und Glückes. Darbe und der Polizei, fr, mir d i e Wager der Kolonne die Fi Aus den Kurver Standarte de- Knkordel gleißt i schoßt sich der Kol Ken kleiner Ortscha ”1 «m 3nn. von unsagbarer « Nrnfölange , Ser $ ult Leiter folgen ihu, ft* Me5 W« «»lt« Weitet fii^Aen «erb ^'‘"tfigen'fc9 b= SSSe BZ N ben »hebens. Ichen, Altöb r>° Sfon frmert csftn •4® «« I KB September 1937 LüOn Nn W5 Sie< ie01'" N„ brannt?n!" men !r>Äi Ihelm Lange. : Ernst Mm. für die Bilder: -hansThyriol: )ein. Anzeigenden Inhalt der ■ H.38: 10 §88. ersitätsdruckerei MonatsbeZugs- Zustellgeböhr, Einzelverkaitfs- Pf., mit der r. 1 m »« • M F- Sn"? In”"«, k^dem Sorte E9erM P!1 einer veü LjcIoF wurde, ku^ieder auf. 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Da, links am Wege steht das Haus, in dem er dem deutschen Volke geboren wurde. Und hinter und vor uns steht das Deutschland, das feinen Namen trägt. Wir drücken viele Hände. Wir erleben Oesterreichs große Stunde. Und wissen: Nicht eine Sekunde vergessen wir davon. In Begleitung des Führers befanden sich der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht General Keitel, Reichspressechef Dr. Dietrich, die Reichsleiter Bormann und B o u h l e r , Gauleiter B Ü r ck e l, die Adjutanten des Führers Obergruppenführer Brückner, ^-Gruppenführer Schaub und Hauptmann a. D. Wiedemann, außerdem Generalmajor Bodenfchatz, die militärischen Adjutanten des Führers Major Schmundt und Hauptmann von Below sowie Reichsbildberichterstatter Hoffmann. Tausende umdrängten den Wagen des Führers, der sich nur mühsam den Weg durch die gesteigerten Massen bahnen konnte. Der Kreisleiter der Partei tritt vor den Führer und entbietet ihm den Gruß der Heimat, den Gruß des dankbaren Oesterreichs mit einem dreifachen „Sieg- Heil!", in das die Menschenmassen mit unbeschreiblicher Begeisterung einstimmen. Es beginnt d i e Fahrt durch Braunau; alle Häuser sind mit Hakenkreuzfahnen geschmückt. Auch von den Türmen der Kirchen wehen die Hakenkreuzflaggen. Die Menschenmafsen toben vor Begeisterung. Eine Musikkapelle spielt das Deutschlandlied. In tiefer Rührung fingen die Massen mit, während der Führer sichtlich bewegt — an seinem Geburtshaus vorbei — die Fahrt ins österreichische Land fortsetzt. Die fast vierstündige Fahrt des Führers von Braunau nach Linz gestaltete sich zu einem einzigen unbeschreiblichen Triumph. Das österreichische Volk hieß Adolf Hitler in seiner Heimat in einer unvorstellbar elementaren und spontanen Begeisterung als seinen Führer willkommen. In der Hauptstadt des Bundeslandes Oberösterreich, in Linz, wurde dann dem Führer ein Empfang bereitet, der die Krönung seines triumphalen Einzuges am ersten Tage seines Oefterreicbbesuches darstellt. Jedes Dorf, jeder Flecken, ja jedes Haus prangte im Flaggenschmuck und zeigte die Hakenkreuzfahne. Jede Ortschaft war mit Girlanden geschmückt. Das österreichische Volk, jung und alt, stand auf der ganzen Fahrtstrecke Spalier und bereitete dem Führer unßin Schnappschuß von den großen Freudenkundgebungen in Wien am Abend des 11. Mrz. | WWW V; " vs MM A ■ ■ . WW, MÄ V W'ijU- WW. z ■ y„-x % - " ? • ?£-v. ■ % & .....X- \ •v ' MM unterbrochen Kundgebungen des Dankes und der Treue. Immer wieder brausen deutsche Flugzeuge über die Kolonne des Führer hinweg, und das bekannte Langsamflugzeug „Fieseler-Storch", das auf kürzeste Strecke landen und aufsteigen kann, geht unmittelbar neben dem Wagen des Führers nieder, erstattet Meldung und steigt sofort wieder senkrecht in die Höhe. InLambachhat der Führer die Schule besucht. Obwohl auf dem Marktplatz in Lambach von allen Seiten die Menschenmassen den Führer fast erdrücken wollen, findet er doch Zeit, einen Blick auf die Klosterschule zu werfen, die sich wie eine Trutzburg aus dem Innern heraushebt. Nach Lambach kommt die nationalsozialistische Hochburg Wels. Brausende Heil-Rufe klingen uns aus einer Kaserne von österreichischen Soldaten entgegen. Ganze Stürme der österreichischen SA. haben sich zu beiden Seiten der Straßen aufgebaut und begrüßen den Führer ununterbrochen mit Sprechchorrufen: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!", bis die Kolonne längst ihren Blicken entschwunden ist. Der Einzug in Linz. Etwa 15 Kilometer vor Linz erwarten Bundeskanzler Dr. Seyß-Jnquart und Reichsführer ff Himmler den Führer, ferner Vizekanzler Glaife-Horstenau, Bundesminister Hue- b e r, Landesleiter Major Klausner und Staatssekretär Keppler. Nun beginnt der Einzug in die oberösterreichische Hauptstadt Linz. In Linz kommen die Wagen nur noch zentimeterweise vorwärts. Der Führer steht aufrecht in seinem Wagen und grüßt nach allen Seiten. Immer wieder versuchen die Männer und Frauen die Hand des Führers zu ergreifen. Sie dürfen jetzt dem Manne persönlich ihre ganze Begeisterung und ihre Treue bezeugen, für den sie viele, viele Jakhre gekämpft und gelitten, geopfert und gedarbt haben. Endlich ist der Rathausplatz erreicht! Die Begeisterung ist auf ihrem Höhepunkt. Der Führer betritt mit Bundeskanzler Dr. Seyß-Jn- quart, mit den führenden österreichischen Parteigenossen und seiner Begleitung das Rathaus. ' Hier liegt der treue nationalsozialistische Vorkämpfer, der SA.-Brigadeführer P e t e r s e i l, auf feinem Krankenbett an den Folgen von Verletzungen aus der Zeit des Kampfes und der Verfolgung schwer danieder. Der Führer tritt zu ihm und spricht ihm in herzlichen Worten seinen Dank aus. Dann tritt der Führer auf den Balkon des Rathauses. Bundeskanzler Seyß-Znquari hält eine Begrüßungsansprache, in der er gleichzeitig in feierlicher Form den Artikel 88 des Diktats von St. Germain, der die Selbständigkeit Oesterreichs beschränkt, als unwirksam erklärte. Der Bundeskanzler führte aus: Mein Führer! In einem für das deutsche Volk und in seinen Fernwirkungen für die Gestaltung der europäischen Geschichte bedeutsamen Augenblick begrüße ich Sie und mit mir die ganze Heimat, mein Führer und Reichskanzler, zum er st en Male wieder in Oesterreich. Die Zeit ist da, in der trotz Friedensdiktat, Zwang, Mißgunst und Unverstand einer ganzen Welt endgültig Deutsch zu Deutsch gefunden hat. Heute steht das deutsche Volk einmütig und endgültig zusammen, um jeden Kampf und jedes Leid als ein Volk zu bestehen. Der Weg war schwer, hart und opservoll. Er führte über die erschütterndste Niederlage des deutschen Volkes, aber gerade aus ihr erwuchs die große, herrliche Idee der unteilbaren Schicksalsgemeinschaft, das Bewußtsein des einen lebendigen Volkes, die Idee des Nationalsozialismus! Sie, mein Führer, haben Volksnot und volksleid als Sohn dieser Grenzmark erfahren. Aus diesem Wissen erwuchs in Ihnen der große Gedanke, alles einzusehen, um das deutsche Volk aus dieser seiner schwersten Niederlage herauszuführen. Sie haben es herausgeführt! Sie find der Führer der deutschen Nation im Kampf um Ehre, Freiheit und Recht! Jetzt haben wir Oesterreicher uns für alle Zeit frei und offen, stolz und unabhängig zu dieser Führung bekannt, indem wir zugleich in feierlicher Weise den Artikel 88 des Friedensvertrages als unwirksam erklären! Des Reiches gewaltige Wehr rückt unter dem Jubel Oesterreichs in unser Land ein. Oesterreichs Soldaten begrüßen deutsche Graue, nicht uns zum Trutz, sondern zur klaren, endgültigen Bestätigung, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit änge- trcten ist, um deutsches Recht vor aller Welt zu sichern und für alle Zeiten zu schützen! Das volksdeutsche Reich der Ordnung, des Friedens und der Freiheit der Völker ist unser Ziel, und wir stehen an der Schwelle seines Anbruches, und Adolf Hitler ist sein Führer! Mein Führer! WirOesterreicher dankenJhnen! Ich kann nur schlicht und als einfacher Mann, aber aus dem Herzen von Millionen Oesterreichern sagen: Wir danken Ihnen! Wir haben immer mit Ihnen gekämpft in der Bestimmung und Haltung, die uns in dieser Grenzmark zukommt, ausdauernd bis zur äußersten Duldung. Ich glaube, wir haben bis zuletzt einen guten Kampf geführt. Jetzt aber grüßen wir Sie mit dem Jubel aller deutschen Herzen: Heil mein Führer! Die Ausführungen Seyß-Jnquarts wurden immer wieder, nahezu nach jedem Satz, von brausenden Zustimmungserklärungen unterbrochen, und dann spricht zu der Menge der Führer. Der Führer spricht. Deutsche! Deutsche Volksgenossen und -genossi«. nen! Herr Bundeskanzler! Ich danke Ihnen für Ihre Vegrüßungsworte. 3dj danke aber vor allem euch, die ihr hier an- getreten seid und die ihr hier Zeugnis ablegt dafür, daß es nicht der Wille und der Wunsch einiger weniger ist, dieses große volksdeutsche Reich zu begründen, sondern daß es der Wunsch und Wille des deutschen Volkes ist! (Lang anhaltende Heil!-Rufe.) Möchten doch an diesem Abend hier einige unserer bekannten internationalen Wahrheitsforscher die Wirklichkeit nicht nur sehen, sondern später auch zugeben! Als ich einst aus dieser Stadt auszog, trug ich in mit genau dasselbe gläubige Bekennt« nis. das mich heute erfüllt Ermessen Sie meine innere Ergriffenheit, nach so langen Jahren dieses gläubige Bekenntnis in Erfüllung gebracht zu haben. (Minutenlang jubeln die Massen dem Führer zu.) Denn die Vorsehung mich einst aus dieser Stadt heraus zur Führung des Reiches berief, dann muh sie mir damit einen Auftrag erteilt haben und es kann nur ein Auftrag gewesen sein, meine teure Heimat dem Deutschen Reich wiederzugeben! (Unbeschreiblicher Jubel, minutenlang hindern unablässige Heil- und Dankrufe den Führer am Weitersprechen.) Ich habe an diesen Auftrag geglaubt, habe für ihn gelebt und gekämpft, und ich glaube, ich habe ihn jetzt erfüllt! Ihr alle seid Zeugen und Bürgen dafür! Ich weih nicht, an welchem Tage ihr gerufen werdet. Ich hoffe, es ist kein ferner. Daun habt ihr elnzustehen mit eurem eigenen Bekenntnis, und ich glaube, dah ich vor dem ganzen deutschen Volk dann mit Stotz auf meine Heimat werde Hinweisen können. (Minutenlange Rufe: jawohl! Ja, ja!)" brausen über den weiten Marktplatz.) Es muh dieses Ergebnis dann der Welt beweisen, dah jeder weitere versuch, dieses Volk zu zer- reihen, ein vergeblicher sein wird. So wie ihr danv verpflichtet sein werdet, für diese deutsche Zukunft euren Beitrag zu geben, so ist ganz Deutschland bereit, auch seinen Beitrag zu leisten. Und es leistet ihn schon am heutigen Tage! Sehen Sie in den deutschen Soldaten, die aus allen Gauen des Reiches in diesen Stunden einmarschieren, opferbereite und opfergesinnte Kämpfer für des ganzen großen deutschen Volkes Einheit, für des Reiches Macht, für seine Gröhe und für seine Herrlichkeit, setzt und immerdar! Deutfchland, Sieg-Heil! Die Anfprache des Führers wurde von immer neuen Beifallsstürmen unterbrochen Es war, als ob er sich jeden neuen Satz seiner Rede erst erkämpfen mühte, so ungeheuer war der Jubel und die begeisterte Zustimmung dieser deutschen Menschen in Oesterreich. Der Platz war von brausenden Rufen erfüllt, die über ihn und über diese Stadt hinausgetragen wurden nach ganz Oesterreich, das heute Linz, 13. März. (DRB.) Der F ü h r e r besuchte heute mittag in dem nur wenige Kilometer von Linz entfernt liegenden L e o n d i n g auf dem Friedhof das Grab seiner Eltern. Der Aufenthalt des Führers am Grabe seiner Eltern war für alle Zeugen dieser Stunde ein tiefergreifendes unvergeßliches Erlebnis. Eben noch wurde der Führer auf der kilometerlangen Straße von Linz bis Leonding von dem Jubel und der Beigeisterung der unübersehbaren Menge umtobt, aber von der Nähe des Friedhofes ab machte diese Begeisterung einem würdigen, ehrfurchtsvollen Schweigen Platz. Mit erhobener Rechten säumten hier die Volksgenossen auf dem letzten Teil der Fahrt zu beiden Seiten die Straße. Der Führer betrat nur mit seiner engsten Begleitung den Friedhof und begab sich allein an das Grab seiner Eltern, wo er Blumen niederlegte und längere Zeit schweigend verweilte. Die Zeugen dieses Augenblicks waren bis ins tiefste ergriffen von der inneren Größe dieser Stunde, als der Führer des nunmehr geeinten deutschen Volkes in seiner Heimat an die Grabstätte seiner Eltern zurückkehrte. Auch diese Erde, die Erde seiner Heimat, die das Grab seiner Eltern deckt, hat der Führer nun frei gemacht und befreit aufatmet. Nach der Ansprache des Führers werden spontan das Deutschlandlied und das Horst- Wesiel-Lied angestimmt, die die Menge mit erhobenem Arm singt. Immer wieder brandete draußen der Jubel auf, und wiederholt mußte der Führer auf den Balkon des Rathauses hinaustreten, um sich seinen befreiten deutschen Oesterreichern zu zeigen. Das war der Gruß der Heimat an den Führer der Deutschen. in den Schutz des Reiches genommen. Nachdem der Führer am Samstag in der überwältigenden Kundgebung in Linz vor das ganze deutsche Volk Oesterreichs getreten war, trat er hier auf dem Friedhof von Leonding vor seine Eltern, um auch ihnen Kunde zu geben davon, daß er das Ziel, das er sich einst hier in Linz gestellt hatte, erreicht habe, wie er es im ersten Kapitel von „Mein Kampf" unter der Überschrift ,Lm »Elternhaus" ausgedrückt hat: „Deutsch-Oesterreich muß wieder zurück zum großen deutschen Mutterland. Gleiches Blut gehört in ein gemeinsames Reich." Auch die Rückfahrt des Führers nach Linz legt ebenso Zeugnis ab von der einzigartigen unvorstellbaren Stimmung der Freude und der Dankbarkeit, die die ganze Stadt erfaßt hat. Unmittelbar nachdem der Führer wieder in fein Hotel zurückgekehrt ist, ziehen drei Kompanien des österreichischen Bundesheeres, mit Hakenkreuzfähnchen geschmückt, am Hotel vorbei. Ununterbrochen schallen ihre Sprechchöre: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" und „Sieg-Heil", mit denen sie den Führer grüßen, über den weiten Platz. Der Führer am Grabe seiner Eltern. Ein ergreifender Augenblick auf dem Friedhöfe von Leonding. Die Proklamation des Führers vom 12. März. der deutschen Wehrmacht! Panzer- truppen, Infanteriedivisionen und die ff-ver- bände auf der Lrde und die deutsche Luftwaffe im blauen Himmel werden — selbst gerufen von der neuen Nationalsozialist i- schenRegierunginWien — der Garant dafür sein, dah dem österreichischen Volk nunmehr endlich in kürzester Frist die Möglichkeit geboten wird, durch eine wirkliche Volksabstimmung seine Zukunft und damit sein Schicksal selbst zu gestalten, hinter diesen Verbänden aber steht der Wille und die Entschlossenheit der ganzen deutschen Ration! Ich selbst als Führer und Kanzler des deutschen Volkes werde glücklich fein, nun- mehr wieder als Deutscher und freier Bürger jenes Land betreten zu können, das auch meine Heimat ist. Die Welt aber soll sich überzeugen, dah das deutsche Volk in Oesterreich in diesen Tagen Stunden seligster Freude und Ergriffenheit erlebt. Es sieht in den zu Hilfe gekommenen Brüdern die Retter aus tiefster Rot. Es lebe das nationalsozialistische Deutsche Reich! Ls lebe das nationalsozialistische Deutsch-Oesterreich! (gez.) Adolf Hiller. Berlin, den 12. März 1938. Generalfeldmarschall Göring mit der Vertretung des Führers beauftragt. Berlin, 12. März. (DNB.) Der Führer hak für die durch die Ereignisse notwendig gewordene Zeit seiner Abwesenheit von Berlin Generalfeldmarfchall Göring mit seiner Vertretung beauftragt. Deutsch-österreichische Frontsoldaten grüßen ihre Kameraden im Zürich. Berlin, 12.März. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Samstagoormittag um 11 Uhr im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda die Vertreter der gesamten ausländischen Presse in Berlin, um ihnen die Proklamation des Führers zur Kenntnis zu bringen und über einige im Zusammenhang mit den Ereignissen der letzten 24 Stunden stehende Fragen Erklärungen abzugeben. Der Minister wandte sich besonders gegen eine Reihe von Lügen, die in der Auslandspresse Eingang gefunden hatten. Um 12 Uhr mittags verlas Reichsminister Dr. Goebbels über alle deutschen Sender und eine große Zahl von Sendern des Auslandes die Proklamation des Führers. Sie lautet: Deutsche! Mit tiefem Schmerz haben wir seit Jahren das Schicksal unserer Volksgenossen in Oe st erreich erlebt. Eine ewige geschichtliche Verbundenheit, die erst durch das Jahr 1866 gelöst wurde, im Weltkriege aber eine neue Besiegelung erfuhr, fügt Oesterreich seit jeher ein in die deutsche Volks - und Schicksalsgemeinschaft.. Das Leid, das diesem Lande erst von außen und dann im Inneren zugefügt wurde, empfanden wir als unser eigenes, so wie wir umgekehrt wissen, daß für Millionen Deutschösterreicher das Unglück des Reiches die Ursache Der gleichen Bekümmernis und Teilnahme war. Als in Deutschland die Nation dank dem Siege der nationalsozialistischen Idee wieder den Weg zu dem stolzen Selbstbewußtsein eines großen Volkes sand, begann in Oe st erreich eine neue Leide n s z e i t bitterfter Prüfungen. Ein Regime, dem jeder legale Auftrag fehlte, versuchte seine von der überwältigenden Mehrheit des österreichischen Volkes abgelehnte Existenz durch brutal st e Mittel des Terrors, der körperlichen und wirtschaftlichen Züchtigung und Vernichtung aufrechtzuerhalten. So konnten wir es als großes Volk erleben, daß mehr als sechs Millionen Menschen unserer eigenen Herkunft von einer ziffernmäßig kleinen Minori ° tät unterdrückt wurden, die es einfach verstanden hatte, sich in den Besitz der hierzu notwendigen Machtmittel zu bringen. Der politischen Entrechtung und Knebelung entsprang ein wirtschaftlicher Zerfall, der in furchtbarem Widerspruch zur Entwicklung im neuen Deutschland steht. Der konnte es diesen unglücklichen Volksgenossen verdenken, daß sie ihre Blicke sehnsüchtig nach dem Reich richteten? Rach jenem Deutschland, mit dem ihre Vorfahren durch so viele Jahrhunderte verbunden waren, mit dem sie einst im schwersten Kriege aller Zeiten Schuller an Schulter fochten, dessen Kultur ihre Kultur war, zu der sie selbst aus so vielen Gebieten höchste eigene Werte beigesteuert hatten? Diese Gesinnung unterdrücken hieß nichts anderes als hunderttausende von Menschen zu tiefstem Seelenleid verdammen. Allein wenn vor Jahren dieses Leid noch geduldig ertragen wurde, dann war mit dem steigenden Ansehen des Reiches der Witte, die Unterdrückung zu beseitigen, immer heftiger geworden. Deutsche! Ich habe in den letzten Jahren versucht, die früheren Machthaber in Oesterreich vor diesem ihrem Wege zu warnen. Nur ein Wahnwitziger konnte glauben, durch Unterdrückung und Terror den Menschen die Liebe zu ihrem angestammten Volkstum auf die Dauer rauben zu können. Die europäische Geschichte beweist es, daß in solchen Fällen nur ein um so größerer Fanatismus gezüchtet wird. Dieser Fanatismus zwingt dann die Unterdrücker, zu immer stärkeren Methoden der Vergewaltigung zu greifen, und diese wieder steigern den Abscheu und den Haß der davon Betroffenen. Ich habe weiter versucht, die dafür verantwortlichen Machthaber zu überzeugen, daß es auf die Dauer aber auch für eine große Nation unmöglich, weil unwürdig ist, fortgesetzt zusehen zu müssen, wie Menschen gleicher Volkszugehörigkeit nur wegen ihrer Abstammung oder ihrem Bekenntnis zu diesem Volkstum oder wegen ihrer Verbundenheit mit einer Idee unterdrückt, verfolgt und eingekerkert werden. Ueber 40 OOÖ Flüchtlinge hat allein Deutschland bei sich aufnehmen müssen, 10 000 andere sind in diesem kleinen Lande durch die Gefängnisse, Kerker und Anhaltelager gewandert, hunderttausende sind an den Bettelstab gebracht worden, sind verelendet und verarmt. Keine Ration der Welt würde auf die Dauer diese Zustände an ihrer Grenze dulden können, außerdem, sie verdiente es nicht anders, als selbst mißachtet zu werden. Ich habe mich im Jahre 1936 bemüht, irgendeinen Weg zu finden, der die Aussicht bieten konnte, die Tragik des Schicksals dieses deutschen Bruderlandes zu mildern, um so vielleicht zu einer wirklichen Aussöhnung gelangen zu können. Das Abkommen des 11. Juli wurde aber nur unterzeichnet, umimnäch -- ft en Augenblick schon wieder gebrochen zu werden. Die Rechtlosigkeit der überwältigenden Mehrheit war geblieben, ihre unwürdige Stellung als Paria in diesem Staate wurde in Nichts behoben. Wer sich zum deutschen Volkstum offen bekannte, blieb verfolgt, ganz gleich, ob er nationalsozialistischer Straßenarbeiter oder alter verdienter Heerführer des Weltkrieges war. Ich habe nun nocheinzweitesMal versucht, eine Verständigung herbeizuführen. Ich bemühte mich, dem Repräsentanten dieses Regimes, der mir selbst als dem vom deutschen Volk gewählten Führer ohne jedes eigene legitime Mandat gegenüberstand, — ich bemühte mich, ihm verständlich zu machen, daß dieser Zustand auf d i e Dauer unhaltbar sein würde, da die steigende Empörung des österreichischen Volkes nicht mit steigender Gewalt ewig niedergehalten werden könnte, daß hier von einem gewissen Augenblick an es auch für das Reich untragbar fein würde, einer solchen Vergewaltigung noch länger stillschweigend zuzusehen. Denn wenn heute schon koloniale Lösungen von Fragen des Selbstbestirn- rnungsrechtes der betroffenen niederen Völkerschaften abhängig gemacht werden, dann ist es unerträglich, daß 6 v/i Millionen Angehörige eines alten und großenKulturvolkes durch die Art feines Regimes praktisch unter diese Rechte gestellt sind. Ich wollte daher in einem neuen A b - kommen erreichen, daß in diesem Lande allen Deutschen die gleichen Rechte zugewiesen und die gleichen Pflichten auferlegt würden. Es sollte diese Abmachung eine Erfüllung sein des Vertrages vom 11. Juli 1936. Wenige Wochen später mußten wir leider fest- ftellen, daß die Männer der damaligen österreichischen Regierung nicht daran dachten, dieses Abkommen sinngemäß zu erfüllen. Um aber für ihre fortgesetzten Verletzungen der gleichen Rechte der österreichischen Deutschen sich ein Alibi zu verschaffen, wurde nun ein Volksbegehren ersonnen, das bestimmt war, die Mehrheit dieses Landes endgültig zu entrechten! Die Modalitäten dieses Vorganges sollten einmalige sein. Ein Land, das seit vielen Jahren überhaupt keine Wahl mehr gehabt hat, dem alle Unterlagen für die Erfassung der Wahlberechtigten fehlen, schreibt eine Wahl aus, die innerhalb von knapp 3 % Tagen ftattfinben soll Es gibt keine Wählerlisten, es gibt keine Wählerkarten. Es gibt keine Einsichtnahme in die Wahlberechtigung, es gibt keineVerpflichtigungzurGeheimhal- tung ber Wahl, es gibt keine Garantie für die unparteiische Führung des Wahlaktes, es gibt keine Sicherheit für die Auszählung der Stimmen ufw. Wenn dies die Methoden find, um einem Regime den Charakter der Legalität zu geben, dann waren wir Nationalsozialisten im Deutschen Reich 15 Jahre lang nur Narren gewesen! Durch hundert Wahlkämpfe sind wir gegangen und haben unsmühselig-dieZustim- m u n g des deutschen Volkes erobert. Als mich der verewigte Herr Reichspräsident endlich zur Regierung berief, war ich d e r Führer der weitaus stärksten Partei im Reich. Ich habe seitdem immer wieder versucht, mir die Legalität meines Daseins und meines Handelns vom deutschen Volk bestätigen zu lassen, und sie wurde mir bestätigt. Wenn dies aber die richtigen Methoden sind, die Herr Schuschnigg anwenden wollte, dann war auch die Abstimmung im Saargebiet einst nur eine Schikane eines Volkes, dem man die Heimkehr in das Reich erschweren wollte. Wir sind hier aber einer anderen Meinung! Ich glaube, wir dürfen alle stolz daraus fein, daß mir gerade auch anläßlich dieser Abstimmung im Saargebiet in so unanfechtbarer Weise vom deutschen Volk das Vertrauen erhalten haben. Gegen diesen einzigdastehenden Versuch eines Wahlbelruges Hal sich endlich das deutsche Volk in Oesterreich selbst erhoben, wenn aber dieses Wal das Regime es nun wieder beabsichtigte, mit brachialen Mitteln die I Protestbewegung einfach niederzuschlagen, dann konnte das Ergebnis nur ein neuer Bürgerkrieg fein. Das Deutsche Reich duldet es aber nicht, daß in diesem Gebiet von jetzt an noch Deutsche verfolgt werden wegen ihrer Zugehörigkeit zu unserer Ration oder ihrem Bekenntnis zu bestimmten Auffassungen. Es will Ruhe und Ordnung! Ich habe mich daher entschlossen, den Millionen Deutschen in Oesterreich nunmehr die Hilfe des Reiches zur Verfügung zu stellen. Seit heute morgen marschieren über alte Grenzen Deutsch-Oesterreichs die Soldaten Wien, 13. März. (DNB.) Die Frontsoldaten Deutsch-Oesterreichs übersandten dem Deutschen Reichskriegerbund folgendes Telegramm: „In historischer Stunde entbieten der Bundesfüh- rung und den Kameraden treudeutsche Grüße Grimm, Major, Chef des Evidenzbüros der österreichischen Soldatenfront." — Der Bundesführer des deutschen Kriegerbundes, ^-Gruppenführer Oberst a.D. Reinhard, dankte in einem Telegramm und beglückwünschte die Weltkriegskameraden Deutsch-Oesterreichs, mit denen er und feine Kameraden durch Blut und Eifen verbunden feien, zu dem historischen Ereignis der Verwirklichung gemeinsamen Deutschtums. Mit den deutschen Truppen über die Grenze Jubelnder Empfang in ganz Tirol. — Begrüßung mit den Italienern am Brenner Deutsche Truppen rücken in Salzburg ein. (Im Hintergrund die Feste Hohen-Salzburg.) MW * S- > 4 ? -r< £ Z M L % % S.- LJST- "x MM WMF,i: * K 'M i * IW w M In Wagen eilen wir am Samstagfrüh über Starnberg, Mittenwald bei Scharnitz an d i e Grenze. Bis nach Mittenwald liegt die gewaltige Gebirgslandschaft in tiefster Ruhe. Aber mit dem ersten Sonnenstrahl wird es in den Ortschaften lebendig, die ersten Flaggen erscheinen an den Masten und an den Häusern. In Mittenwald selbst stößt man auf d i e er st en Truppen, Gebirgsjäger. In endlos erscheinender Kolonne zieht Kompanie auf Kompanie hart rechts an der Straße mit Geschützen in voller Ausrüstung der Grenze zu. Stolz weht an der Spitze der Marschkolonne die Fahne des Regiments. kurz nach 8 Ahr überschreitet die Spitze bei Scharnitz die Grenze. Am Schlagbaum stehen die Grenzer, die Beamten der österreichischen Gendarmerie, erheben den Arm zum Gruß. Die Bevölkerung eilt den ersten Soldaten mit Hakenkreuzfähnchen in der Hand jubelnd entgegen. Der Kommandeur des eingetroffenen Regiments nimmt mit feinem Stab vor dem Gemeindehaus von Scharnitz Aufstellung. Vor dem Schulhaus weht die Fahne Adolf Hitlers. Die Truppen der deutschen Wehrmacht marschieren dann unter tosender Begeisterung in Seefeld ein. Im Nu sind Fahrzeuge und Soldaten umringt. Die Bevölkerung, die Gendarmerie, die Gemeinde- beamten, alles läuft auf dem Marktplatz zusammen, wo das Musikkorps des Regiments mit flotten Weisen den Tag einweiht. In Seefeld erstattet auch d i e erste Abteilung des Bundesheeres Meldung. Es gibt ein freudiges Händeschütteln. Menschen haben zusammengefunden, die jahrelang durch eine unsinnige Politik voneinander ferngehalten wurden. In das Glockengeläut der kleinen Kirche klingt immer wieder der Helle Jubel, klingt immer wieder die Musik der Soldaten Die in Kufstein liegende Garnison des österreichischen Bundesheeres stellte sich den Kommandeuren der reichsdeutschen Truppen zur Verfügung: österreichische und reichsdeutsche Truppen marschierten gemeinsam unter dem Subei des gesamten Volkes durch die Straßen der Stadt. So wie in Kufstein war der Empfang der Truppen in allen Dörfern und Städten des Unter« Inn-Tales. UeberaU zeigte sich bei dieser Gelegen« heit, daß auch die deutschen Bauern Tirols zu den treuesten Söhnen des deutschen Volkes zählen. Ueber Zirl rückt die deutsche Truppe weiter nach Innsbruck, wo ihr gegen Mittag ein gleichstür« Wischer Empfang zuteil wird. Unter Führung des Kommandeurs des Jägerregiments, Oberstleutnant Tschörner, der sich als Offizier des Alpenkorps im Herbst 1917 bei der Erstürmung des Matta Eur den Pour le msrite erwarb, setzt sich nun eine kleine Abteilung, bestehend aus einem Zug leichter Maschinengewehre, Kraftradschützen und Panzerabwehren durch die Ortschaften Matrai, Steinach und Gries in Richtung aufden Brenner zu in Bewegung. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich das Eintreffen der ersten deutschen Soldaten a n der österreichisch-italienischen Grenze. Die Kolonne nimmt zwischen dem österreichischen und dem italienischen Schlagbaum Aufstellung. Der Kommandeur begibt sich mit seinen Offizieren an die italienischen Zollschranken, um den Italienischen Be- fehlshaber an der Grenze zu begrüßen. Dabei führt er aus: „Ich habe den Auftrag von meiner vorgesetzten Stelle, mit einer kleinen Vertretung meiner Trupps mich hier an die italienische Grenze tu he- geben. Hier erwartet mich ein höherer italienischer Offizier. Ich habe den Auftrag, dem italienischen vtti- zier zu versichern, daß alle diese Unternehmunaen heute i ne inem durchaus kameradschaftlichen Gefühl vor sich gehen, in einem Geist, ber ben freunö ^11^0 Beziehungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschi« tischen Stallen und der beiderseitigen Armeen ent« spricht Ich bitte Sie, diese Empfehlung dem Befehlshaber an der Grenze im Auftrag meines Kommandierenden Generals zu übermitteln." In einer Antwort gab der italienische Befehlshaber feiner Bewunderung für das große deutsche Heer Ausdruck und erklärte, er sei glücklich über die Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Generalseidmarschall Göring Deutschland ist wieder eine Weitmacht Generalfeldmarschall Göring bei seiner Gedenkrede. Und land Hal. Offizieren der alten ruhmgekrönten Armee und der sungen Wehrmacht, sowie von den Führern der Partei und ihrer Gliederungen besetzt. In den Logen war fast das gesamte diplomatische Korps anwesend Um 12 Uhr erschien Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring, begleitet von Reichs- Minister Dr Goebbels, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Generaloberst o Brauchitsch, dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, General- admiral Dr. h. c. Raed er, dem Kommandeur der Gruppe III, General der Infanterie v R u n d - st e d t. Die packenden, wuchtigen Akkorde des Trauermarsches aus der „Götterdämmerung" von Richard Wagner, gespielt von der Staatskapelle Berlin unter Leitung von Staatskapellmeister Prof. Heger, leiten die Trauerfeier ein. Dann folgt die Gedenkrede des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Äm Mittelpunkt aller Feier stand der Staatsakt in der Reichshauptstadt in der Staatsoper, bei dem Generalfeldmarschall Göring die Gedächtnis- . rede hielt. Schon gegen 11 Uhr waren die Straßen Unter den Linden, der Lustgarten, die angrenzenden Straßenzüge von einer dichten Menschenmenge ange- fülli Das Parkett der Oper war vor allem von hohen Berlin, 13 März. (DNB) Aus der großen Freude heraus über den geschichtlichen Tag des ganzen deutschen Volkes, den heiligen Tag, der die Einheit aller deutschen Volksgenossen brachte, trat Deutschland am Helden- gedenk tag an den Altar, um die zwe» Millionen Helden, die für Deutschlands Ehre und großen 4'/2jähngen Völkerringen ihr gaben, zu ehren Freiheit im Leben hin- Generalfeldmarschall Göring legt im Ehrenmal den Kranz des Führers nieder. Friedensverlrägen, die alles Leben abzukölen schienen, Gelegenheit gegeben, sich frei und ehrlich in voller Offenheit ohne jede (Ein* schränkung vor aller Welt zu bekennen, wie es sein Leben zu gestatten wünscht. Wie aber auch immer sein Spruch ausfalleu wird: Deutschland wird ihn respektieren. Wie er aber ausfallen wird, weiß heute bereits die Welt, die diesen Jubel hört und diese heilige Ergriffenheit erleben kann. So wird der März 1938 auch hier zum Beginn eines neuen Lebens. Der Frühling unseres geeinten Deutschlands ist angebrochen. Möge der Herrgott ihm einen ewigen Sommer folgen lassen. Und so wie wir heute in innerster Ergriffenheit unserer toten Helden gedenken, so gedenken wir im gleichen Atemzuge unserer toten Waffenbrüder aus dem deutschen Oesterreich. Unlösbar werden wir verbunden bleiben. Keine Macht der Welt vermag uns zu scheiden. Es wäre denkbar, daß Deutschland untergeht. Undenkbar aber wird es sein, daß es sich jemals wieder auseinanderreißen läßt. Gedenken wollen wir aber, daß Deutschland stets unbesiegbar und unüberwindlich war, solange es seine Söhne und Töchter in fester G e- schlosfenheit einte. Solange es aber ein zerrissenes Volk war, ehr- und wehrlos sich in unfruchtbaren wirtschaftlichen und politischen Kämpfen erschöpfte, war Deutschland ein Spielball der anderen Völker. Nirgends bot sich eine Freundeshand zur Hilfe in seinem Kampf gegen Not und Elend. Nur immer schärfer entbrannte auch der geistige, wirtschaftliche und moralische Angriff gegen das todwunde Deutsche Reich und Volk. Dem DuceJtaliens in aufrichtiger Dankbarkeit verbunden. Seitdem aber dieses Volk wieder gesundete, das Reich stark und mächtig wurde, hat es auch draußen in der großen Welt wieder Freunde gefunden. Mit freudiger Begeisterung Hal Deutschland dem Duce des befreundeten faschistischen Italiens bei einem Besuch in Berlin zugejubelt. In diesem Jubel liegt mehr als spontane Begeisterung. Das deutsche Volk neigt nicht zu Gefühlsausbrüchen. Es klang darin vielmehr die Freude, die Bereitschaft zum gemeinsamen Kampf um Recht und wahre Freiheit in der Welt auf. Es kam damit zugleich die Genuatuung zum Ausdruck, einen selbstbewußten, zielsicheren Gefährten im Kamvf gegen die dunklen Gewalten der Welt zu haben. Aufs neue fühlt sich das deutsche Volk dem Duce Italiens in aufrichliger Dankbarkeit verbunden. Er hak die Worte von Treue und Freundschaft, die er im vergangenen Jahr zu uns sprach, zu leuchtender Tat werden lassen. Seine ritterliche Haltung und sein hohes Verständnis für Deutschland Ehre, wie er es soeben seht wieder in einer entscheidenden und erhebenden Stunde bewiesen hak, werden ihm unvergessen bleiben. wieder ist es ein März, der für Deutschseine letzte und höchste Erfüllung gebracht Deutschland ist wieder eins griffskraft des deutschen Volksheeres nicht brechen, oder auch nur lähmen können Das Schicksal hat damals trotz allen Mutes und aller Tapferkeit gegen uns entschieden. Der Heldenmut aber, der in der großen Schlacht im besonderen Maße in Erscheinung trat, der Angriffsgeist des deutschen Frontsoldaten zu Lande, auf See und in der Luft hat sich dennoch den Endsieg ertrotzt. Wenn mir heute gerade der großen Schlacht in Frankreich gedenken, so gilt dieses Gedenken zugleich den deutschen Frontsoldaten desWelt- krieges schlechthin. Durch mehr als vier Kriegsjahre lastete das Schicksal des deutschen Volkes auf den Schultern dieser Frontsoldaten. Unerhörte Anstrengungen forderte der Krieg von ihnen, fast übermenschliche Strapazen nahmen sie auf sich, Blut und Leben gaben sie hin im Kampf für Volk Und Vaterland. In West und Ost, in Frankreich und Belgien, in Rußland und in Serbien, in den Bergen der Karpathen, im Schlamm Galiziens und auf den Schneegipfeln der Alpen, im Flachland Rumäniens, in den Wüsten und Steppen Asiens und Afrikas, im Luftraum und auf allen Weltmeeren, überall leuchtete deutsches Heldentum auf, siegend und sterbend Der deutsche Fronksoldak von 1914, der mit dem Deutschlandlied auf den Lipepn in den Tod geht, ist mit Recht unsterblich geworden. Aber auch der Frontkämpfer von 1918, der einsam, stbwelqend. ja fast ohne Hoffnung in vorbildlicher Pflichterfüllung den Heldentod starb, wird immer in unterem Gedächtnis als ewiges Mahnmal leben. Jahre hindurch schien es. als fei alles Kämpfen, alles Bluten und Sterben umsonst gewesen, heute aber wissen wir daß es nickst umsonst mar. Der Geist des deutschen Frontsoldaten schuf das neue Reich. Er erneuerte das alte ewig iunae deutsche Volk. Lr fetzte den Soldaten des Weltkrieges ein Ehrenmal, das noch in Jahrtausenden vom Ruhm des d—cklchen Frontkämpfers, von feiner makellosen Daffenehre. von feiner hingebenden Waffenbrüderschaft künden wird. Skutschland dankt allezeit Adolf gitlrr! Sn einem Frontsoldaten hämmerte das Erleben des Weltkrieges die Weltanschauung des N a t i o - «aljozialismus zu ehernem Gesetz. Ein un- Vorbeimarsch der Ehrenkompanien am Ehrenmal Unter den Linden vor Generalfeldmarschall Göring. ___ Deutschland ehrt seine gefallenen Helden. Generalfeldmarschall Göring hielt die Gedächtnisrede. - Deutschland ist wieder eine Weltmacht, es will einen Zneden der Ehre und der Gerechtigkeit.-Das Opfer der Gefallenen wurde zum Sieg für Volk und Reich. deutsche Volk hat m diesem Sinne auch den I Beitritt Italiens zu dem deutsch-sapanischen Sinti- kommtern-Abkommen lebhaft begrüßt. Das weltpolitische Dreieck B e r l i'n — R o m — T o - kio verbürgt die Geschlossenheit im Kampf gegen I r olles zerstörenden Bolschewismuus Ihm gilt unser Kampf in aller Schonungslosigkeit und mit allen Konsequenzen. Wir begrüßen in herzlicher Verbundenheit alle Kampfer gegen den Bolschewis- mus in der Welt Wir gedenken dabei der in diesem Kampf gefallenen Helden, insbesondere auch derer E m Spanien ihr Leben einsetzen für den Sieg der Kultur über die zerstörenden Kräfte der Welt- I revolunon wieder hat der Führer der Welt vertün- oet daß Deutschland trotz seiner inneren Kampseinstellung gegen den Bolschewismus ehrlich den Frie- den will ö Deutschland will den Frieden der Ehre und der Gerechkigkeik. in dem aDe Nationen mit gleichem Rech» und in gtei- djer Freiheit leben können, in dem alle Nationen ihrer Bedeutung und ihrer Bevölkerunqs- zaht entsprechend Anteil an den Gütern der Erde haben. „^urollen dagegen nicht den Frieden des soge- der der kollektiven Sicherheit und Entente, in dem unterschieden wird zwi- chen Besitzenden und Habenichtsen, zwi^ scheu Siegern und Besiegten. Wer mit uns r!re"?b!f,^^Eden will dem gehört un. ' e2*e ehr l, che Freundeshand Der Führer hat mehr als einmal erklärt daß jeder neue Vertrag, den Deutschland abschließt, feierlich bekannter Soldat, damals Gefreiter, heute Oberster Befehlshaber der deutschen Wehrmacht, entzündete die heilige Flamme im Herzen des deutschen Volkes und schuf das neue Reich b e r Deutschen. Immer wieder ihm Dank zu sagen für sein Werk, für sein Wollen und Streben ist uns, meine Kameraden, gerade im Gedenken an bas Heldentum unserer Gefallenen höchste Ehrenpflicht Adolf Hiller, unser geliebter Führer, erfüllte das Vermächtnis der zwei Millionen, die ihr Leben für Deutschland ließen. Erst durch seine nie erlahmende Tatkraft, durch seinen glühen- den Glauben an Deutschland und durch die einzigartige Macht seiner Persönlichkeit ist das Opfer unserer gefallenen Brüder zum Segen für Volk und Reich geworden. Dem Führer dankt das deutsche Volk heule und allezeit für diese Tat. And mil dem deutschen Volk dankt dem Führer das stumme Heer unserer toten Helden. In großer Zeit schuf einst ein Preußenkönig den Helden gedenktag als Tao b»r nationalen Selbstbesinnung und des Gedenkens für die Gefallenen der Freiheitskriege. Ein Tag sollte dem Andenken an das Heldentum dieser Freiheitskämpfer gewidmet fein. Im Laufe der Jahre aber gewann die Trauer die Oberhand, ließ der nationale Schwung dieses Tages nach. Mehr und mehr wurde an diesem Tag aller Toten gedacht, er wurde zum Totensonntag Gramgebeugte Menschen in Trauerkleidern öffneten leise die Friedhofspforten, Tränen im Auge, Kränze am Arm. Erst nach dem Weltkriege kam der wahre Sinn des Heldengedenktages wieder zu Ehren Zum fünften Male gedenken wir heute in tiefer Ehrfurcht der Helden des schwersten aller Kriege. Es ist ein schönes Symbol, daß dieser Feiertag in den März gelegt wurde, in die Zeit des A u f b r u ch e s in der Natur. Wie in den Märztagen draußen allenthalben neues Leben erwacht, so ist auch der März im Leben des deutschen Volkes zum Auf- bruchsmonat der Nation geworden. An einem Märztage vor nunmehr 125 Jahren rief Friedrich Wilhelm III. fein Preußenvolk zu den Waffen, begann der Freiheitskampf dieses Volkes gegen Knechtschaft und Ausbeutung. An einem Märztage vor fünf Jahren besiegelte in der Garnifonkirche zu Potsdam der greife Feldmarfchall des Weltkrieges feinen Bund mit dem Führer der jungen Generation. Das Gute und Erhabene einer großen Zeit verband sich mit dem Schwung und der neuen Lebenskraft einer aufsteigenden und aufstrebenden Epoche. Potsdam wurde zur Wiege des Dritten Reichs. Und wieder an einem Märztage schenkte der Führer dem deutschen Volke feine Wehrfreiheit zurück, zerbrach er die Fesseln des Versailler Diktats. Ein Jahr später schon im März 1936 zeigte das neue Reich zum ersten Male nach außen, daß es aus der Ohnmacht und Wehrlosigkeit neu auferstanden mar. Als deutsche Truppen über den Rhein marschierten, als die ersten Staffeln der jungen deutschen Luftwaffe über dem befreiten Rheinland erschienen, da wurde es jedem Deutschen, aber auch dem Auslande klar, daß nunmehr ein für allemal Deutschland sein Geschick wieder in eigene Hände genommen hatte. Und was damals vielen vielleicht zum ersten Male sichtbar wurde, bat sich seither immer klarer er- miesem geworden, wieder ein Volk, untrennbar verbunden in Not und Leid, in Glück und Freude. In wunderbarem Schwung hat das deutsche Volk in Oesterreich sich in dieser Stunde erhoben und zu seinem Deutschtum bekannt. Knechtschaft, Willkür und Terror einer kleinen Clique hat es im Feuer seiner nationalen Leidenschaft und seines deutschen Bekenntnisses überwunden Ein Jubel, wie ihn die Welt vielleicht noch nie erlebt hat, durchtost heute das deutsche Oesterreich. Staatsmänner der Welt müssen mit Staunen erkennen, wie sie durch Jahre hindurch durch die falsche Darstellung einer kleinen herrschsüchtigen Minderheit getäuscht wurden über die wahren Gefühle des österreichischen Volkes. Der Führer hatte alles versucht, dem deutschen Volke in Oesterreich den inneren Frieden zu geben. Mit maßvoller Zurückhaltung hat er zu diesem Zweck sich mit einem Minimum an Forderungen, die er in der Berchtes- gaöener Zusammenkunft dem damaligen Bundeskanzler Schuschnigg gestellt hatte, begnügt. Aber schon nach wenigen Tagen brach dieser das unterschriebene Wort und versuchte, in einer jeder Gerechtigkeit hohnsprechenden Vergewaltigung den wahren Sinn Oesterreichs, fein deutsches Leben, fein deutsches Sein, fein deutsches Bild durch einen dreisten Wahlbetrug und eine gefälschte A b st i m m u n q zu leugnen. Wo blieb hier das geheiligte Selbstbestimmungsrecht der Völker? Sollte es für Deutsche keine Geltung haben? Das deutsche Volk in Oesterreich, durch entsetzliche Qualen und Vergewaltigungen gehärtet, erhob sich wie ein Mann und verjagte seine Peiniger. Die Gefahr des Bürgerkrieges stand von den Toren Deutschlands, wenn es den Tyrannen geglückt wäre, ihre Machtmittel zur Niederknüppelung der Deutschen in Oesterreich einzusetzen. In höchster Not rief das Volk durch den berufenen Mund seines jetzigen Bundeskanzlers um deutsche Bruderhilfe Es war für uns höchste Ehrenpflicht, dem Rufe zu folgen. Und so traten Einheiten der deutschen Wehrmacht aus Heer und Luftwaffe den Vormarsch m die österreichischen Lande an. Nicht als Eroberer kamen sie, nicht als Feinde, nicht Abwehr und Kampf trat ihnen entgegen. Einzigartig mar rhr Kampf. Jubel umtoste sie, Blumen überschütteten unsere jungen Streiter. Das Volk Oesterreichs ewia deutsch! Jetzt kann die getäuschte Wett erkennen, daß das Volk in Oesterreich ewig deutsch war und ewig deutsch fein wird. Mit Empörung weist Deutschland die Lügen zurück, die das gewaltige Gefühl entheiligen sollen. Wie kann man jetzt von der Vergewaltigung und Nötigung des schwachen österreichi- i schen Volkes sprechen, da es bisher in nie da- gewefener Weise vergewaltigt und genötigt wurde und sein Recht auf Selbstbestimmung mit Füßen getreten war. Wer hat hier das Recht, sich einzumischen, wenn Deutsche zu Deutschen wollen? Welcher Staat ist hier etwa getroffen oder geschädigt worden? Welche anderen Interessen konnten beeinträchtigt werden, da es nur ein einziges Interesse gab, das deutsche. Nicht ein einziger Mensch lebt in Oesterreich, der nicht deutsch ist von Blut und Geist, nicht einer, der eine andere Sprache spricht als I unsere geliebte Muttersprache. Das ist Geist von unserem Geist und Fleisch von unserem Fleisch und Blut von unserem Blut hier hat nur das deutsche Volk in seiner Gesamtheit allein zu entscheiden. Jetzt wird dem deutschen Volk in Oesterreich zum erstenmal seit jenen furchtbaren Kameraden! Deutsche Männer und Frauen! Am 21. März jährt sich zum 20. Male der Tag, on dem die deutschen Sturmkolonnen aus den Graben des Stellungskrieges heraus zur großen Schlacht in Frankreich antraten. Die Tage und Wochen dieses heroischen Kampfes find allen, die dabei waren, unvergeßlich. Jeder Kämpfer wußte, daß es um die Entscheidung, um Leben und Sein Deutschlands ging. Um so wuchtiger war der Einsatz, um so ungestümer der Wille zum Sieg. In jenen Tagen hat der deutsche Frontsoldat seinen ganzen inneren Wert noch einmal unter Beweis gestellt. Vier Jahre zermürbenden Kampfes unter Entbehrungen, körperlichen und seelischen Strapazen hatten den Angriffswillen und die An- M O r Ä 'M:: a dem eine große Geschwindigkeit wurde er jedoch nach > daher zur Bejahu links aus der Kurve herausgetragen und fuhr eine I Einspruch zurück. reisjägermeister Neues für den Büchertisch Vor dem Zeughaus waren inzwischen die Ehrenkompanien der drei Wehrmachtsteile angetreten. Zwischen Lustgarten und Staatsoper bildeten Ehrenabordnungen der Partei Spalier. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Generalfeldmarschall Göring in Begleitung des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst o. B r a u ch i t s ch, und des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Raed er, die Front der Ehrenkom- zu beaufsichtigen. Die vier Personen setzten sich in Gießen in folgender Reihenfolge in Bewegung: Der Angeklagte fuhr mit seinem Wagen voraus. Hinter ihm fuhr der Prüfling, der die Prüfung bestanden hatte, dann ebenfalls hintereinander die beiden Durchgefallenen. An der Eisenbahnunterführung vor Klein-Linden betrug der Abstand zwischen dem Angeklagten und dem letzten Fahrschüler etwa 300 Meter. An dieser gefährlichen Kurve erhöhte der letzte vollkommen unmotiviert seine Geschwindigkeit und wollte den vor ihm Fahrenden in der Kurve überholen. Durch daher den Schüler, aber nicht ihn. Wenn auch der Schüler dieser Verpflichtung nicht nachgekommen ist, so konnte sich der Angeklagte aus diesen Gesichtspunkt nicht berufen, da leine gesetzliche Verpflichtung von dieser Vereinbarung in keiner Weise berührt wird. Das Gericht kam daher zur Bejahung der Schuldfrage und wies den LPD. Darmstadt, 10. März. Unter dem Vor- itz des Landesjägermeisters, Rsichsftatthalter und Gauleiter Jakob Sprenger, fand in Darmstadt eine Arbeitstagung der K " " Unter den Linden, nachdem er die Kriegsveteranen begrüßt hatte. Zwei Offiziere trugen den großen blumengeschmllckten Lorbeerkranz voran den Generalfeldmarschall Göring im Auftrage des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, Adolf Hitler, Wildäckern, Pflege der Waldwiesen u. ähnl.) neben einem angemessenen Abschuß entgegenzuwirken. Weitere Gegenstände der Verhandlung waren die Jägerehrengerichtsverfahren und Fragen der W i l d d i e b s b e k ä m p f u n g. Aus dem Bericht über Schießftandsan- lagen ergab sich, daß die DJ. im Jagdgau erhebliche Mittel zur Anlage brauchbarer Schießstände aufgewendet hat. Es muß nunmehr die Aufgabe der Jünger sein, diese Stände auszunutzen, um im Interesse einer weidgerechten Jagdausübung ihre Schießfertigkeit zu steigern. Die nächsten Aufgaben werden sein, die Jungjägerausbildung im ganzen Jagdgau nach einheitlichen Gesichtspunkten zu regeln, den Jägern durch Anlage von Musterflächen die für ihr Gebiet in Frage kommenden Wildäsungspflanzen vorzuführen, sie in der Seuchenbekämpfung beim Wild zu unterrichten, das Gebrauchshundewesen zu fördern, die wirtschaftlich so wichtige Rieder- w i l d j a g d zu heben und der Landwirtschaft in der Bekämpfung der Krähen zu helfen. Im Anschluß an die Arbeitstagung fand auf den Schießständen in Darmstadt ein Kugelpflichtschießen sämtlicher Jägermeister statt, an das sich ein Kameradschaftsabend anschloß. des Jagdgaues Land Hessen statt. Zunächst wurde der Schalenwildabschuß 19 3 7 besprochen. Mit einem Abschuß von 444 Stück Rotwild, 481 Stück Damwild und 17 138 Stück Rehwild ist der vorgesehene Abschuß mit einem hohen Hundertsatz erfüllt. Wenn er nicht überall vollkommen erfüllt werden konnte, so ist zweifellos daran schuld, daß die Wildzählung, auf der der Abschußplan fußte, gewisse Fehler aufwies, die mitunter eine zu hohe Äbschußfestsetzung zur Folge hatte. Um diesen Fehler bei der nächsten Abschußplanung zu vermeiden, wird neben der selbständigen Zählung, die die Jagdausübungsberechtigten in ihrem Jagdbezirk durchführen, in einem größeren zusammenhängenden Bezirk durch geeignete Wildzähler eine Bestandsaufnahme erfolgen. Auf diesen beiden Grundlagen wird der künftige Abschuß aufgebaut sein. Trotz des erheblichen Abschusses an Rotwild und 327 Stück Schwarzwild konnten die Klagen über Wildschäden noch nicht in dem Maße beseitigt werden, wie es der Wunsch der Jagdbehörden war. Es wird Aufgabe der nächsten Zeit sein, diese Schäden durch geeignete Maßnahmen (Anlage von Generalseldmarfchall Göring im Ehrenmal. ewigten Feldmarschalls von Hindenburg und des erst vor kurzem zur Großen Armee gegangenen Generals Ludendorff, des Admirals Scheer und des Rittmeisters Freiherr von Richt Hofen als des für alle Zeiten vorbildlichen Fliegerführers. Wir gedenken der toten Helden, die uns in treuer Waffenbrüderschaft zur Seite standen. Wir gedenken aber auch der tapferen Gegner, die damals im Kampf für ihr Volk gegen uns standen und fielen. Wir gedenken aller tapferen deutschen Soldaten, die in der Nachkriegszeit im Kampf gegen den Bolschewismus im inneren und an den Grenzen des Reiches ihr Leben gaben für Deutschland. Wir gedenken der Toten der nationalsozialistischen Bewegung, die mit ihrem Leben den Wiederaufstieg des Reiches erkauften. Wir wissen, daß ihr Einsatz uns erst den Weg zu neuer Größe eröffnet hat. Wir gedenken der Soldaten, die im Dienste am Aufbau der jungen deutschen Wehrmacht, des Heeres, der Kriegsmarine und vor allem der Luftwaffe, fyen Tod fanden. Ganz besonders gedenken wir heute der 31 Toten und der 75 verwundeten Kameraden, die dem feigen bolschewistischen Ueberfall auf das Panzerschiff „Deutschland" zum Opfer fielen. Der Geist aller unserer gefallenen Helden lebt im neuen Deutschland weiter. Er ist uns ewiger Ansporn der Arbeit und zum Kampf im Wiederaufbau von Volk und Reich. In diesem Sinne geloben wir, ihr Vermächtnis zu erfüllen. Die deutsche Wehrmacht als berufene Vertreterin des deutschen Volkes senkt ihre Fahnen vor dem Heldentum derer, die für Deutschland in den Tod gingen. S i e starben alle, auf daß Deutschland leben kann. Mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Feier des Heldengedenktages in der Staatsoper. Kreisjägermeistertagung des Zagdgaues Land Hessen niederlegte. . , . Im Anschluß an die Kranzniederlegung durch den Generalfeldmarschall betrat Stabschef Lutze den Ehrenraum und legte dort im Auftrage des Obersten SA.-Führers einen Kranz nieder im Gedenken an die Ermordeten der Bewegung. Den Abschluß des Heldengedenkens bildete em Vorbeimarsch der drei Wehrmachtsteile vor Generalfeldmarschall Göring unmittelbar vor d:... Wichtiges Urteil für Fahrlehrer Entscheidung des Amtsgerichts Gießen. schienen in der Reihe der von Wilhelm Diehl, unserem bedeutenden Schul- und Kirchenhistoriker, herausgegebenen Hessischen Volksbücher diese Schicksalsschilderungen zweier hessischer feingebildeter, aber abenteuerlustigen jungen Männer, Odenwälder, die einst im fernen Texas eine „bessere" Heimat suchten. Das Büchlein will an Hand ihrer eigenen Aufzeichnungen das Leben zweier Auswanderer schildern, von denen Ernst Dosch, einst ein schneidiger Gießener Student der Forstwissenschaft und vorzüglicher Schütze, einer der bedeutendsten Jäger der Neuen Welt, sein schicksalsreiches langes Leben „drüben" beschloß, während Ihrig nach wenig ermutigenden Erfahrungen zurückwanderte, um sich später in Ungarn eine Existenz zu gründen. Diese Lebenserinnerungen sind lesenswerte Beiträge zur Kulturgeschichte des Auswanderertums. Hessische Landsleute werden besonders gern nach ihnen greifen, zumal der Herausgeber und Bearbeiter in den beigefügten Anmerkungen eine Fülle hessischer Personalien und wissenswerter Aufklärungen geschichtlicher Art gibt. Franz Gros. — Tamara Solonewitsch: Hinter den Kulissen der Sowjetpropaganda. Erlebnisse einer Sowjetdolmetscherin. Preis in Leinen gebunden 4,20 Mark. Essener Verlagsanstalt, Essen. — (18) — Die Verfasserin ist die Frau des russischen Journalisten Iwan Solonewitsch, der über seine Erlebnisse in sowjetrussischen Zwangsarbeitslagern sowie von seiner Flucht aus dem „Sowjetparadies" in seinem Werk „Die Verlorenen" einen erschütternden Bericht gibt. Sie war lange Jahre im Dienst der sowjetrussischen Propaganda als Dolmetscherin bei Auslandsdelegationen, die sich von den Segnungen des Bolschewismus selbst überzeugen wollten, tätig. Vor kurzem ist sie in (Sofia einer Höllenmaschine zum Opfer gefallen, die ihr GPU.- Agenten in die Hände gespielt hatten, um die unbequeme Anklägerin aus dem Wege zu schaffen. In diesem Buch macht sie aufsehenerregende Enthüllungen über die Methoden der kommunistischen Propaganda, ihre Organisation, ihre Hintermänner und Drahtzieher. Sie gibt ein eindrucksvolles Bild davon, wie die ausländisches Delegierten bewußt hinter5 Licht geführt wurden, wie man sie skrupellos belog und „Potemkinsche Dörfer" sehen ließ. Was sie damals nicht sagen durfte, wenn sie nicht selbst in den Kerkern der GPU. zugrunde gehen wollte, spricht sie hier aus. Mit stets gleichbleibender Spannung folgt man Seite um Seite ihrem ungeschminkten Bericht bis zu jenem erlösenden Wort, das am Ende steht, als es ihr schließlich möglich war. das Gebiet der Sowjetunion jür immer zu — Johann H. Schwalm: Handwerksehr und Handwerksuz. Aus dem Schwäl- merleben versunkener Tage. (Hessische Lesestube, 5. Heft.) Zweite Auflage. 94 Seiten. N. G. Elwert- sche Verlagsbuchhandlung, G. Braun, Marburg, 1938. — (580) — Die Neuauflage des lange vergriffen gewesenen Bändchens ist zu begrüßen. I. H. Schwalm gilt als einer der besten Kenner des Schwälmer Lebens. Seine Darstellung enthält eine Menge wertvollen Stoffes zur Volkskunde und zum Brauchtum unserer engeren Heimat. Der erste Teil. erzählt vom Leben auf Schwalmehof in Schwalmehausen, von der Herrschaft, von den dienstbaren Geistern, vom Essen und Trinken, vom Fruchtschneiden, von der Dreschzeit und von den „Ranken um die blaue Flachskrone". Der zweite Teil, „Handwerksehr und Handwerksuz", behandelt insbesondere den Schwälmer Schäfer, den „Schneider Meck", den „Schuster Herbst", die Maurer, allerlei „Holzwärm", den Leinweber, den Schmied und den Schwälmer „Buttermann". Die vielfach mit bodenständigem Humor gewürzten Schilderungen bilden einen willkommenen Beitrag zur hessischen Kultur- und Dolksgeschichte. — Karl Esselborn: Darmstädter Originale. Dritte verbesserte und vermehrte Auflage, Darmstadt 1937, bei Pfeffer & Balzer. Preis gebunden 3 Mark. — (607) — Der Darmstädter besitzt bekanntlich einen guten Humor, und man sagt ihm nach, daß er auch einen Hang zur Satire habe, ja, daß dieser ein hervorragender Zug des Darmstädter Volkscharakters sei. Humor verbreitet Heiterkeit, vergoldet, die Satire ätzt mit Spott. Esselborn, Direktor der Hessischen Landesbibliothek und selbst ein guter Darmstädter, kennt seine Landsleute, die „Originale" sind, jene vom „Gewöhnlichen" abweichenden, seltenen menschlichen Erscheinungen seiner Vaterstadt, die er uns wohlwollend und gütig, mit Humor, vor Augen stellt. Wer nennt ihre Namen? Nicht alle sind sie in dem trefflichen Buche verzeichnet. Wer sie aber, z. T. auch in köstlichen Bildern, kennenlernen will — und welcher Hessen- Darmstädter und vor allem echte Heiner möchte das nicht? —, der ergreife das Buch und lasse zu seiner Freude vor seinem geistigen Auge sehr viele von denen wieder erstehen, denen er einst leiblich in der alten Residenz begegnete. Franz Gros. — Zwei Erbacher in Texas. Lebenserinnerungen von Ernst Dosch und Eberhard Ihrig. Bearbeitet von Karl Esselborn. — (606) — Im Selbstverlag des Herausgebers und im Buchhandel, Hofbuchhandlung H. L. Schlapp in Darm- lMdt, aum Preis von 2,50 Mart au beziehen, er- mit der Ehre des Deutschen Reiches und Volkes besiegelt wird. Dem deutschen Volke ist es mit dieser Erklärung heiliger Ernst. Wir haben in dieser Hinsicht bereits mehrfach gezeigt, daß unser Wille zum Frieden nicht leere Phrase ist. Die Klärung unseres Verhältnisses zu Polen und das im letzten Jahre getroffene neue Uebereinfommen, I das die Behandlung der Minderheiten im Geiste . gegenseitigen Verstehens regelt, sind ebenso Beweis । dafür, wie der deutsch-englische Flottenvertrag von < 1936 und seine im Juli 1937 vereinbarte Ergän- I zung. Wir begrüßen mit warmem Herzen die Be- I ftrebungen der Frontkämpferorganisationen, über die Grenzen hinweg Verbindungen gu knüpfen im Sinne friedlicher Verständigung. Wir begrüßen in gleicher Weise die Bemühungen der Jugend aller Nationen, sich gegenseitig verstehen und kennenzulernen. Wir freuen uns aufrichtig darüber, daß unsere im Ausland lebenden Volksgenossen im Sinne der Verständigung und des Friedens mehr und mehr zu Bindegliedern zwischen den Nationen werden. Deutschland will und wird sich nicht in die Verhältnisse irgend eines anderen Landes einmischen. Ls muß aber auch festgestellt werden, daß das Deutsche Reich in jeder Hinsicht sich als Hüter und Schirmherr aller Deutschen auch außerhalb der Grenzen des Reiches betrachtet. Wir haben in friedlichen Vereinbarungen mit anderen Ländern uns eingesetzt für die Erhaltung des Volkstumes und für die Besserung der Lebensverhältnisse der deutschen Minderheiten. Wir haben äußere Machtmitel in Gestalt unserer Kriegsschiffe eingesetzt zum Schutze deutscher Volksgenossen und deutscher Interessen in Spanien. Wenn dieser Einsatz von bolschewistischen Verbrechern dazu ausgenutzt wurde, Deutschland und auch andere europäische Großmächte zu provozieren, so ist das nicht unsere Schuld. , ,, Es ist der Welt zur Kenntnis gebracht worden, daß wir nicht gewillt sind, Bedrohungen oder gar Angriffe gegen deutsche Soldaten hinzunehmen. Wer Deutsche und damit Deutschland angreift, stößt auf feuerbereite deutsche Kano- nen. Das ist die Lehre der Beschießung der rot- spanischen Befestigung von Almeria. Wir haben bei dieser Gelegenheit jedoch der Welt 'ein erneutes Beispiel unseres Friedenswillens gegeben. Trotz des feigen Ueberfalls von Ibiza, der in Wahrheit die europäischen Nationen traf, haben wir weiter an dem Gedanken der Nichteinmischung mitgearbeitet. Erst die erneuten Angriffe bolschewistischer U-Boote gegen den Kreuzer „Leipzig" zwangen uns zu größerer Zurückhaltung. . Ist so unser Programm in jeder Hinsicht aus Frieden gerichtet, so sind wir uns klar darüber, daß dieser Friede nur Wirklichkeit bleiben oder besser werden kann, wenn starke, selbstbewußte und gleichberechtigte Partner ihn verbürgen. Deutschlands Wehrmacht soll em starker Bürge des Friedens fein, Deutschland ist deshalb entschlossen, seine Wehrmacht weiter zu stärken und stark zu hatten als Bürge für den Frieden der Welt. Diese Wehrmacht ist sich der vom Führer gestellten Aufgabe bewußt. Sie wird ihr Bestes hergeben, um der alten Wehrmacht nachzueifern, die einst selbst vom Feinde in den Stahlgewittern des Weltkrieges als die beste der Welt bezeichnet wurde. W i r grüßen in diesem Sinne die alte ruhmgekrönte Armee. Die neue Wehrmacht wird sich jederzeit bewußt bleiben, daß sie die Ehre und den Frieden der Nation zu schützen hat. Sie wird alles daransetzen, jedem jungen Deutschen, der durch ihre Schule geht, als höchstes und letztes Ziel den Geist unserer toten Helden einzuimpfen. Die Wehrmacht weiß sich eins in diesem Streben mit der Partei. Beide werden für alle Zukunft das Erbe unserer Frontkämpfer wahren, die Partei, indem sie das deutsche Volk im Frontkämpfergeiste und in dem daraus entwickelten Geiste des Nationalsozialismus erzieht und erhält, die Wehrmacht, indem sie fest in der nationalsozialistischen Weltanschauung wurzelnd die friedliche Arbeit des Wiederaufbaues deckt und sichert. Beide tragen gemeinsam das Reich als lebendes Ehrenmal für die gefallenen Helden des großen Krieges. Die deutsche Wehrmacht und mit ihr das ganze deutsche Volk gedenkt in stolzer Trauer seiner Toten. Wir gedenken der zwei Millionen, die im Weltkriege fielen im Kamps um Deutschlands Selbsterhaltung. Wir gedenken der Kriegsbeschädigten, der Kriegswitwen und -waisen, denen unsere stete Fürsorge helfen soll, ihr schweres Los zu tragen. Wir gedenken der Führer, die unser Heer in großer Zeit von Sieg zu Sieg führten, des ver- Amtsgericht fällte in feiner gestrigen Sitzung folgende bemerkenswerte Entscheidung: Der W. B. aus Lang-Göns hatte wegen Ueber- tretung der Reichsstraßenverkehrsordnung und fahrlässiger Körperverletzung einen Strafbefehl über 60 RM. erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Der Angeklagte, der von Berus Fahrlehrer ist, fuhr im Juli v. I. mit drei Fahrschülern von Lang- Göns nach Klein-Linden zur Fahrprüfung. Der Angeklagte benutzte bei der Fahrt einen geschlossenen Wagen, während die drei Fahrschüler unter seiner Aufsicht auf Motorrädern fuhren. In der Prüfung fielen von den drei Schülern zwei durch, so daß der Angeklagte traft gesetzlicher Bestimmung gehalten war, diese bei der Rückfahrt aufs peinlichste Frau an, die auf der anderen Seite ein Wägelchen vor sich herdrückte. Zum Glück waren die Verletzungen nur unbedeutend. Das Verschulden des Angeklagten lag darin, daß er den Abstand zwischen sich und dem letzten (durchgefallenen) Fahrschüler zu groß hatte werden lassen, als daß er noch feiner Aufsichtspflicht hätte genügen können. Nach den einschlägigen Bestimmungen der Reichsstraßenverkehrsordnung und des Kraftfahrzeuggesetzes ist der Angeklagte für das Verhalten feiner Fahrschüler voll verantwortlich und gilt vor allen Dingen als Lenker des Fahrzeuges eines Fahrschülers, d. h. er wird in jedem Falle so behandelt, als wenn er das Fahrzeug gesteuert hätte, und zwar selbst dann, wenn er, wie im vorliegenden Falle, Hunderte von Metern entfernt ist. Der Angeklagte wandte ein, daß der Fahrschüler, der im übrigen wegen dieses Vorgangs rechtskräftig verurteilt ist, vertraglich verpflichtet sei, sich in seiner unmittelbaren Nähe aufzuhalten, so daß er ihn stets im Auge haben könne. Das Verschulden treffe .......... ....l u K u t l , UIC UlulH ---1------- panie ab. Dann betrat der Generalfeldmarschall Ehrenmal, durch ein Spalier von 50 Offizieren das Ehrenmal | verlassen: „Mir aber tat sich das Tor der Freiheit auf". — DieWilhelm-Gustloff-Stiftungin Weimar, der erste nationalsozialistische Muster, betrieb des Gaues Thüringen, legt zum 5. Jahres, tag der Machtergreifung in einem umfangreichen und mit eindrucksvollen Bildern reich ausgestatteten Heft ihren Rechenschaftsbericht vor. Die auf Veranlassung des Gauleiters und Reichsstatthalters Fritz (Baude! 1936 gegründete Stiftung hat die Berlin-Suhler Waffen- und Flugzeugwerke übernommen, die von den bisherigen jüdischen Firmeninhabern Gebrüder Simson dazu benutzt worden war, das Reich und damit die deutschen Steuerzahler in schamloser Weise zu prellen. Das Werk selbst bot bei der Uebernahme einen, besonders in sozialer Hinsicht, völlig verwahrlosten Anblick. Was nun hier unter nationalsozialistischer Betriebs. führung geschehen ist, zeigt dieser Rechenschafts- bericht in außerordentlich eindrucksvoller Weise. Im normalen Konkurrenz- und Leistungswettkampf wurde in diesem Betrieb der Beweis erbracht, daß die Forderung des nationalsozialistischen Parteiprogramms sich zum Segen des Betriebes, sowohl in der Leistung als auch im Gemeinschaftsleben zwischen Führung und Gefolgschaft zum Wohle des Ganzen auszuwirken vermögen. — Das neue Reichs-Telegramm» Adreßbuch (Berlin W 9, Schellingstraße 1). — 32) — Das nach amtlichen Quellen bearbeitete Reichs-Telegramm-Adreßbuch ist in fünfzehn- ter Ausgabe erschienen auf Grund eines Vertrages mit der Deutschen Reichspost. Es bietet die Möglichkeit, jede Telegramm-Adresse sofort zu entziffern bzw. die richtige Telegramm-Adresse einer Firma schnell und zuverlässig festzustellen. Außerdem ist dem Werke ein wertvoller Branchenteil mit umfangreichem Bezugsquellen-Register angegliedert. Das Branchen-Register ist für den Auslandsge- brauch in die acht Welthandelssprachen übersetzt. Das Werk fördert den schnellen, durch die Gebüh- rensenkunq für Kurzanschriften verbilligten Geschäftsverkehr der Wirtschaft besonders im deutschen Außenhandel und trägt zu einer raschen Orientierung über die wichtigsten deutschen Firmen bei. Turnverein Wehlar endgültig Handball-Gaumeister. In Hessen steht der Meister fest: er heißt Tv. 47 Wetzlar. Die Wetzlarer schlugen im entscheidenden Spiel Jahn Gensungen 11:6 (7:4), während der vorjährige Meister Tuspo Bettenhausen, der ganz außer Tritt gekommen ist, in Kassel gegen CT. 4:6 (1:5) verlor. Ein ausgeglichenes Spiel gab es in Hanau zwischen dem MSV. und Hessen-Preußen Kassel, das 9:9 (5:4) endete. Den Kampf der Tabellenletzten gewann der To. Kirchbauna 7:4 (2:3) gegen Tuspo 86-09 Kassel. Außer diesen beiden Vereinen ist noch Kurhessen Kassel in Abstiegsge-« ahr. — Die Tabellenspitze: Tv. 47 Wetzlar 25:7, Tuspo Bettenhausen 21:13, MSV. Hanau 19:15 P. Schwerathleten-Mannschastskampf abgesagt. Der Mannschäftskampf im Ringen zwischen dem Gießener Kraft und Sportklub 1893 gegen „Eiche" Hanau, der am Samstagabend in Hanau stattfinden sollte, wurde abgesagt und auf bisher noch nicht bekannten Zeitpunkt verschoben. Landkreis Gießen. gfs Großen-Buseck,ll. März. Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauen w e r k hielt einen Abend, bei dem die Leiterin Frau Schneider über die Aufgaben der Hausfrau prach. Die Anpflanzung von deutschen Küchenkräutern wurde empfohlen. Zuletzt wurde von mehreren Kindern das kleine Spiel „Krach in der Küche" aufgeführt, das allgemeinen Beifall fand. gfs. Harbach, 11. März. In der Frauen- f ch a f t fand ein volkswirtschaftlicher Abend statt, an dem die Leiterin Frau D e ch e r t über unsere Vistra- ftoffe sprach. Die Frauen folgten den Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit. + Grünberg, 10. März. Am Donnerstag fand an der hiesigen Oberrealschule die mündliche Reifeprüfung statt. 18 Prüflinge, darunter vier Mädchen, erhielten das Reifezeugnis. Vier Prüflinge waren von der mündlichen Prüfung befreit. gfs. Geilshausen, 11. März. An unserem Pflichtabend der Frauenschaft hielt Frau Schäfer aus Gießen einen Vortrag über die Aufgaben der Frau in der Volkswirtschaft. Sie verstand es, den Frauen klarzumachen, was der Dierjahres- plan von jeder Hausfrau fordert. Von der Abteilung Grenzland-Ausland wurden die Arbeiten eingesammelt, die unsere Frauen für unsere Volksgenossen jens feits der Grenzen gearbeitet hatten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. W. in G. In der Miete sind 17 v. H. für Instandhaltung der Wohnung enthalten. Der Vermieter ist verpflichtet, den Betrag für die Instandsetzung der Wohnung zu verwenden. Hat er die Ausführung notwendiger Jnstandsetzungsarbeiten unterlassen, so hat eine von der obersten Landesbehörde zu bestimmende Stelle die sachgemäße Ausführung der Jnstandsetzungsarbeiten durch geeignete Anordnungen zu sichern. Sie kann insbesondere anordnen, daß die Mieter einen entsprechenden Teil des Mietzinses nicht an den Vermieter, sondern an die Stelle selbst ober an eine andere Stelle zu entrichten haben, ober baß sie bie Arbeiten selbst ausführen unb einen entsprechenden Betrag des Mietzinses einbehalten können. Der Betrag, der auf Grund einer solchen Anordnung für Jnstandsetzungsarbeiten in Anspruch genommen wird, darf 18 v. H. der Friedensmiete nicht übersteigen. Zuständig für Gießen ist bie Jnstanb- setzungsstelle bei ber Stabtverwaltung, Bergstraße. VJ. 100. Ohne genauere Angaben läßt sich in Ihrem Falle nichts Bestimmtes sagen. Es bebarf in erster Linie ber Feststellung, ob Ihre Ehefrau bauernb von ihnen getrennt lebt, ober ob bie Trennung nur vor- übergehenb durch wirtschaftliche ober familiäre Verhältnisse bebingt ist. Allgemein finb bie Einkünfte ber am Stichtag nicht bauernb getrennt lebenben Ehegatten zusammenzurechnen unb ber Bürgersteuer zu unterziehen. Sollte sich bei ber Zusammenfassung ber Einkünfte beiber Ehegatten ein höherer Steuermeßbetrag als 6 Reichsmark ergeben, bann ist bie Ge- meinbebehörbe bes Wohnsitzes Ihrer Ehefrau berechtigt, einen entsprechenben Anteil an ber Bürgersteuer Zu beanspruchen. Gegen bie Höhe ber Bürgersteuer ist.der Einspruch gegeben, lieber ihn entscheidet ber Bürgermeister. Gegen bie Einspruchsentscheibung bes Bürgermeisters ist bie Berufung zulässig, lieber sie entscheibet bas Finanzgericht. Gegen bie Berufungs- entscheibung bes Finanzgerichts ist bie Rechtsbeschwerbe zulässig, über sie entscheibet der Reichs- sinanzhos. Nr. 61 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Montag. U. März M8 Gießen grüßt den Führer und die deutschen Brüder in Oesterreich. Oie Ereignisse in Oesterreich überall Tagesgespräch. — Unvergeßliche Abend-Kundgebung, prächtiger Klaggenschmuck in allen Straßen. — Die nationalsozialistische Erhebung in Oesterreich hat auch in der Gießener Bevölkerung alle Herzen höher schlagen lassen. Mit freudiger und höchstgespannter Anteilnahme werden seit Samstag früh in allen Familien und Betrieben, auf Straßen und Plätzen, in Gaststätten und allüberall sonst diese großen Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung verfolgt. Im Laufe des Samtstagvormittags wurden immer mehr Häuser unserer Stadt mit den Fahnen des Dritten Reiches geschmückt. Um die Samstagmittagzeit konnte man an sämtlichen Häusern und Wohnungen unserer Volksgenossen die Fahne unseres Führers Adolf Hitler als äußeres Zeichen der freudigen und begeisterten Zustimmung bemerken. In kurzer Zeit trugen unsere Straßenbilder einen Flaggenschmuck, wie wir ihn in diesem weiten Ausmaß nur bei ganz großen Ereignissen unseres nationalsozialistischen Reiches auch in unserer Stadt wahrnehmen konnten. Und seitdem ist unser Gießen geradezu mit einem Fahnenwald geschmückt. Mit großer Spannung wurde am Samstagmittag in vielen Betriebsappellen, in Gaststätten und in den Wohnungen aller Radiobesitzer die von Reichs- nrirrifter Dr. Goebbels über alle deutschen Sender verkündete Proklamation des Führers angehört. Allenthalben konnte man hören, daß diese Kundgebung in den Herzen aller Volksgenossen stärksten und freudigen Widerhall gefunden hatte. Nachdem die Nachmittagsstunden des Samstag die Spannung aller Volksgenossen weiter erhöht hatten, brachte uns der Samstagabend den Höhepunkt des Mitschwingens aller Herzen in Gießen: den großen Fackelzug und die Kundgebung auf Oswaldsgarten. Großer Fackelzug. Von 19.30 Uhr ab traten in der Ludwigstraße, auf dem LudwigHlatz und in den benachbarten Seitenstraßen die Parteiorganisationen, eine Ehrenkompanie der Wehrmacht und zahlreiche Betriebsgefolgschaften zu einem großen Fackelzug an. Während die Marschkolonnen zum Sammelplatz unterwegs waren, strömten Tausende von anderen Volksgenossen den Marschstraßen zu, andere wieder wanderten zum Oswaldsgarten, um sich dort beizeiten einen guten Platz zu sichern An vielen Häusern konnte man Jlluminationsschmuck sehen. Bald herrschte an den Verkehrs-Hauptpunkten großes Gedränge, in den Marschstraßen waren die Bürgersteige beiderseits der Fahrdämme dicht gesäumt von oer froh bewegten Menschenmenge besetzt. Den Fackelzug eröffnete als erste Gruppe eine Ehrenkompanie des Infanterie-Regiments 116 mit der Regimentsmusik. Die Kompanie stand unter dem Kommando des Regimentsadjutanten, Hauptmann Dreher; sie marschierte mit Gewehr und aufgepflanztem Seitengewehr. Den Soldaten folgte mit geschultertem blanken Spaten eine Ehrenabordnung der Arbeitsdienstabteilung „Justus von Liebig" 5/222 in Gießen unter Führung des Oberstfeldmeisters Müller. An der Spitze der zweiten Gruppe marschierte Kreisleiter Backhaus, neben ihm SA.-Brigade- führer Schwarz. Dann folgten mit der Standarte und den Sturmfahnen die Stürme der SA.- Standarte 116, der Marine- und der Reiter-SA., des NSKK., die Politischen Leiter der vier Gießener Ortsgruppen, eine Abteilung der Werkscharen und die HI. In der dritten Gruppe marschierte das Jungvolk an der Spitze, dann folgte eine Abteilung ff, anschließend die Gefolgschaften zahlreicher Gießener Betriebe. Der Marsch ging durch zahlreiche Straßen der Augenblicksbild von der Kundgebung auf Oswaldsgarten. — Kreisleiter Backhausbat seiner Ansprache. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) 'M M ’L <1 -7 V«s- ,r *- ■ ** Y?fl »V SW v l u y I ä M W Stadt, in denen überall große Mengen Zuschauer ihre herzliche Sympathie und ihre begeisterte Anteilnahme an den Ereignissen in Oesterreich bekundeten. Der Marsch endete auf Oswaldsgarten, wo die Marschgruppen zu der großen Kundgebung aufmarschierten. Den weiten Platz hatte eine nach Tausenden zählende Menschenmenge dicht umsäumt, um auch hier Zeuge des großen Geschehens zu fein. Man kann wohl sagen, daß auf Oswaldsgarten noch nie zuvor so viele Menschen versammelt waren, als bei dieser nächtlichen Kundgebung am Samstagabend. Das Offizierkorps der Garnison war mit dem Standortältesten, Generalleutnant O ß w a l d , an der Spitze zugegen. Nach der Meldung an den Kreisleiter und nach der Eröffnung durch den Kreispropagandaleiter Hey mann sprach Kreisleiter Backhaus: Wir erleben heute bei unseren deutschen Brüdern in Oesterreich einen ganz großen Tag. Die Nationalsozialisten haben in unserem Bruderland Oesterreich die Macht in die Hand genommen. Dies hat sowohl in Oesterreich selbst, als auch im Groß-Deut- jchen-Reich einen ungeheuren Jubel und große Begeisterung hervorgerufen. In Oesterreich lebt eine rein deutsche Bevölkerung, die sich aus rassisch wertvollen Menschen zusammensetzt. Jahrhundertelang hat Oesterreich mit Deutschland zusammen ein Kaiserreich gebildet. Gemeinsames Blut und gemeinsame Kultur haben das ganze Volk damals miteinander verbunden. Erst im Jahre 1806 legte Kaiser Franz II. die Kaiserkrone nieder, und damit fiel das tausendjährige Reich. Es bedeutete eine Tragik des deutschen Volkes, daß dieser Zerfall vor 130 Jahren erfolgte und daß damit eine Trennung des deutschen Volkes hervorgerufen wurde. Aber wenn auch Staatsgrenzen zwischen den beiden Völkern bestanden, so muß doch gesagt werden, daß eine blutmäßige Verbundenheit auch in den letzten 130 Jahren vorhanden gewesen ist. Die Sehnsucht der beiden Völker, und vor allen Dingen auch der besten Männer dieser Völker, ist es immer gewesen, sich einmal wieder in einem Reich zusammenzufinden. Das letzte große Erlebnis der beiden Völker war der Weltkrieg, in dem beide Schulter an Schulter gegen eine Welt von Feinden gekämpft haben. Der tragische Ausgang dieses Krieges ließ die beiden Völker wiederum nicht zusammenkommen. Die politische Zerrissenheit und der jüdische Einfluß taten das ihrige, um beide Völker innerlich zu zerstören und ein Sichzusammenfinden unmöglich zu machen. Deutschland hat die innere und äußere Ohnmacht der Systemzeit 1933 Gott sei Dank überwunden. Es hat zu seiner eigenen Kraft zurückgefunden und ist nun in einem fünfjährigen gigantischen Aufstieg wieder groß und mächtig geworden. Oesterreich dagegen erlebt jetzt in diesen Tagen seine Wiederauferstehung. 6% Millionen Deutsche wurden bis in die jüngste Zeit hinein geknebelt und unterdrückt, sobald sie ihr Deutschtum in irgendeiner Form zum Ausdruck brachten. Sie wurden wirtschaftlich unmöglich gemacht, man warf sie in die Gefängnisse und versuchte so, den nationalsozialistischen Gedanken mit allem Terror niederzuhalten. Unser Führer Adolf Hitler, dessen Wiege in Deutschösterreich gestanden und der auch seine Jugend dort verlebt hat, sah in diesen ganzen Jahren nach der Machtübernahme mit blutendem Herzen diesem Treiben zu und versuchte immer wieder, auf diplomatischem Wege eine Besserung der Lage für die deutschfühlende Bevölkerung zu erreichen. Keineswegs hat der Führer daran gedacht, Oesterreich etwa gegen den Willen des Volkes zu annektieren, im Gegenteil, der Führer hat eine friedliche Entwicklung gewollt. Das österreichische Volk sollte aus freien Stücken heraus entscheiden, ob es den Anschluß an Deutschland wünschte oder nicht. Dieser wurde jedoch immer wieder von den österreichischen Machthabern verhindert. Auch das Juliabkommen des Jahres 1936 und das Abkommen im Februar dieses Jahres, bei dem Herr Schuschnigg dem Führer den deutschen Frieden in die Hand versprochen hat, wurde gebrochen und sabotiert. Schuschnigg hat sogar seine engsten Mitarbeiter und Ministerkollegen in engstirniger Verbohrtheit und verlogenem Ehrgeiz hintergangen und betrogen. Die Ansetzung der sogenannten Wahl am nächsten Sonntag war ein einziger Volksbetrug und Schwindel; einzig und allein zu dem Zweck inszeniert, um das österreichische Volk zu betrügen und irgendwelchen internationalen Auftraggebern dienlich zu sein. Die Folgen dieses Verrates führten zu einem großen Chaos in Oesterreich und zu Unruhen mit blutigen Zusammenstößen, so daß Schuschnigg selbst nicht mehr Herr der Lage war. Um nun einen lang anhaltenden blutigen Bürgerkrieg in Oesterreich zu verhindern, und um nicht Zustände herbeizuführen, wie wir sie in Spanien erleben, hat der nationalsozialistische Innenminister und jetzige Bundeskanzler Seyß-Jnquart den Führer gebeten, deutsche Truppen zu senden, um wieder Ruhe und Ordnung in Oesterreich herzu- stellen und eine ordnungsgemäße Wahl durchzuführen. Wenn diesem Ersuchen vom Führer nunmehr am heutigen Tage stattgegeben worden ist, d. h. wenn jetzt über die Grenze unsere Infanterie marschiert und die Maschinengewehre und Panzerwagen rollen und deutsche Flugzeuge die Grenze überfliegen, dann erklärt das deutsche Volk feier» lichst vor aller Wett, daß das keine illegale, sondern eine legale Handlung ist. Das österreichische Volk und die österreichische Regierung verlangen diesen Einmarsch, weil sie einzig und allein vom Groß- Deutschen-Reich Hilfe erwarten können. Und wenn nun die Ruhe und Ordnung in Oesterreich wiederhergestellt ist, dann mag das österreichische Volk frei entscheiden über sein zukünftiges Schicksal, und Deutschland wird diese Entscheidung respektieren. Mit Bewunderung denken wir heute an alle die Heldentaten zurück, die deutsche Menschen genau wieder wie einst der große österreichische Freiheitsheld Andreas Hofer begangen hat. Sie haben diesen Kampf nur durchhalten können im Glauben an unseren Führer Adolf Hitler. Sie wußten ganz genau, daß er sie niemals verlassen würde. Sie haben deshalb auch geduldig ausgeharrt, bis die Freiheitsstunde nun endlich geschlagen hat. Wenn auch Juda bis zum letzten Augenblick versucht hat, die Befreiung des österreichischen Volkes zu unterbinden, so können wir nun mit Freude und Genugtuung feststellen, daß das Judentum auch diesen Kampf verloren hat und daß es seine Stellung in Oesterreich nunmehr aufgeben muß. Meine deutschen Männer und Frauen! Wir leben heute wieder einmal in einer großen geschichtlichen Zeit. Daß wir den Befreiungstag un« serer österreichischen Brüder erleben können, verdanken wir einzig und allein der zielsicheren und klaren innen- und außenpolitischen Führung unseres Führers Adolf Hitler! Wenn wir zu- rückdenken an die Ohnmacht Deutschlands in den Jahren vor der Machtübernahme, dann erscheint es uns fast wie ein Traum, daß nach der Be-_ feitigung des Versailler Diktats und nach der Wiederaufrichtung unserer Wehrmacht Deutschland so groß und mächttg geworden ist, daß es dem Ersuchen der österreichischen Regierung Folge leisten konnte, deutsche Truppen in Oesterreich einmarschie- Gießener Konzertverein. IV. Orchesterkonzert. Die Solistin des Konzerts am Heldengedenk- fonntag, Kammersängerin Käte Heidersbach, Staatsoper Berlin, zeigte in der Art und in der Intensität ihres Gestaltens die Bedingtheit von ihrer Bühnentätigkeit her. Da, wo sich nur eine Situation eröffnet, die ihr szenisch wirksame Kräfte erweckt, da finden sich alle maßgeblichen Komponenten in diesem Brennpunkte zusammen. In dieser Gesamtwirkung fesselt sie den Hörer durch die Geschlossenheit des Eindrucks, begründet in Musikalität und stimmlichem Können. Ihr Bühnenfach gründet sich auf die Farbe ihres Organs, das durch die Kultur ihres Pianos ganz besonders dem Lyrischen zustrebt, aber im Aufwallen des Temperaments sich zu einem hohen Expansionsgrad zu erheben vermag wie am Schluß der Agathen-Arie. Mit dieser Szene aus Webers „Freischütz" konnte sie alle ihre Vorzüge ins hellste Licht rücken, die Innigkeit, Versunkenheit im Naturerleben und in der Gebetsszene, das Erwachen weiblichen Fühlens in der Steigerung bis zum höchsten Affett der Coda. Mit ganz besonderer Leichtigkeit des Tones gestaltete sie die Rezitation mit einem Reichtum an Nuancierungsmöglichkeiten, der fast in jedem Wort schon die seelische Haltung abprägte. Der Arie gingen vier Lieder von Hugo Wolf voraus, die im Bildhaften bzw. im Szenischen verwurzelt waren und sowohl in der Versunkenheit der Betrachtung wie der nachdenklichen Reflektion („Schlafendes Jususkind", „Auf ein altes Bild") besondere Werte wachwerden ließen Die Schlußwendung des „Heimweh" löste wohl angesichts der letzten politischen Ereignisse stürmischen Jubel aus. Die Hugo-Wolf-Lieder und die Freischütz-Arie wurden in sehr charakteristischer Weise von dem Orchester begleitet, besonders bei Hugo Wolf mit ausgesprochener Farbigkeit. Das große Städtische Orchester selbst unter Prof. Temesvary hatte sich mit den Mozart-Variationen von Reger und der 1. Symphonie von Brahms hohe, aber durchaus erreichbare und vollendet zu meisternde Aufgaben gestellt, und gerade die Tatsache, daß wir bisher beide Werke in Gießen durch fremde Klangkörper gehört hatten, beweist um so stärker die hohe Stufe, auf der das Orchester zur Zeit steht. Dafür zeugten die Leistungen in allen Gruppen, voran die Holzbläser, Oboe, Klarinette, die Hörner und tue im Brahms sthr sauberen Posaunenklänge. Die vielfache Teilung des Streichkörpers bei Reger strebt fast einer solistischen Verantwortlichkeit des einzelnen zu. Um so erfreulicher erscheint der ausgeglichene Klang, der in seiner Farbtönung namentlich bei Reger letztem Ausgleich und klanglicher Schönheit zustrebte. Die überaus feinen dynamischen Differenzierungen waren bei Reger bis zum Aeußersten beachtet und zur Darstellung gebracht, und so wurde das Thematische in den verschiedenen Abwandlungen im klaren Profil erkennbar und dem musikalischen Grundton restlos dienstbar. Hier war es ein Nachspüren des Dirigenten in jeder Entwicklungsphase, ein Eingehen auf jedes einzelne Moment und doch wieder ein Sichfinden in der Gesamtstimmung. Ganz besonders stark in ihrer musikalischen Ausdruckskraft erwuchs die achte Variation mit ihrer seelischen Vertiefung; die Fuge war im einzelnen plasttfch in jeder Linie durchgegliedert und selbst im vollsten Orchesterklang durchsichtig; vielleicht hätte die Entwicklung vor dem marcatissimo=(£infaij der Hörner dieses Eintreten des Themas noch mehr unterstreichen können. Ueberwältigend war der Schluß der Fuge. Die Brahms-Symphonie hat Professor Temesvary im Vergleich zu der früheren Aufführung dieses Werkes ganz besonders in dem Andante sostenuto vertieft, mit einer starken Füllung der Gefühlswerte. Die Ecksätze baute er im großen Zuge auf. Das sich ballende Drohen der Einleitung, die starke Energiefüllung im Hauptsatz und das feine Eingehen auf die mannigfachen Entwicklungen und Ansätze in der Durchführung. Der Adagio-Einsatz im Finale war ein Akt inneren Schauens, ein Durchleben der sich hervordrängenden Erregungen. Das Piü Andante mit seinen Hörnern und den Posaunen war eine verinnerlichte Szene des Ringens und des Wegfindens. Das Allegro gipfelte im höchsten Ausmaß in der Coda und in der Ueberleitung zu dieser hin. Zum Schluß nahm der Beifall ein überaus stürmisches Maß an, Dank und Anerkennung kündend. Dr. Hermann Hering. Hochschulnachrichten Geh. Regierungsrat Professor Dr. Eugen F r ö h - n e r, em. Ordinarius für Pathologie, Chirurgie und Pharmakologie an der Tierärztlichen Hochschule Berlin, vollendete dieser Tage das 80. Lebensjahr. Geh. Rat Fröhners Lehrbücher über Pathologie und Therapie der Haustiere und über tierärztliche Arzneimittellehre haben weite Verbreitung gefunden. Das hat sich gelohnt! Kleinigkeiten, die Geld einbrachten. Millionen Menschen leben auf der Welt, die irgend etwas erfunden haben. Sie ließen sich ihre Erfindung vielleicht sogar patentieren, aber der erwartete Erfolg blieb aus. Einige wenige aber, meist arme und unbekannte Menschen, gelangten über Nacht zu Ansehen. Und was hatten sie erfunden? Eine Kleinigkeit, die aber einschlug! So sahen ihre Erfindungen aus:. War es überhaupt eine Erfindung, eine Blechhülse als Bleistiftverlängerer zu benützen? Und war es weiter eine Erfindung, in das Ende der Hülfe einen Radiergummi zu stecken, so daß Bleistift und Radiergummi vereint find? Viele tausend Mark hat diese Erfindung eingebracht! Wir sitzen auf geflochtenen Stühlen und hatten es für selbstverständlich, daß es geflochtene Stühle gibt. Ein Amerikaner, Georg P e a t o n hieß er, war als erster auf diesen Gedanken gekommen, Rohrgeflecht für Stuhlfitze zu verwenden. Er gründete eine Gesellschaft und nutzte feine Erfindung mit einem riesigen Gewinn aus. Viel Geld brachte die Erfindung des Pneumatiks dem englischen Arzt D u n l o p ein. Er hatte einen Sohn, dem er einmal ein Fahrrad schenkte. Fahrräder waren damals noch etwas ziemlich neues. Um die Erschütterungen durch das Straßenpflaster für den Fahrer möglichst gering zu machen, verwendete man als Bereifung Vollgummireifen, die ihren Zweck aber nur schlecht und recht erfüllten. Da kam Dun- lop auf den Einfall, einen mit Luft gefüllten Gartenschlauch als Stoßdämpfer zu verwenden. Der Erfolg war verblüffend — der Pneumatik war erfunden! In Dresden lebte vor Jahren ein Mann, den es ärgerte, daß bei allen möglichen Gebrauchsgegenständen aus Karton sich die Ecken und Kanten rasch abnutzen. Er sann auf Abhilfe, fand sie und wurde ein gemachter Mann. Tausend andere hatten sich über das gleiche geärgert, aber keiner dachte an die Möglichkeit, dem Uebelffanb abzuhelfen. Und doch war es so einfach: man mußte den Karton mit Blech einfaffen. Sehen Sie sich einmal einen Briefordner an: die untere Kante des Ordners ist mit Blech verkleidet, und diese einfache B l e d) e i n f a f« f u n g hat ihrem Erfinder eine stattliche Summe eingebracht! Jeder Herr verwendet zur Befestigung feines Kragens umklappbare Kragenknöpfe, jede Dame hat Druckknöpfe an ihrem Kleid. Kragenknopf und Druckknopf — zwei alltägliche, selbstoerständliche Gebrauchsgegenstände, verhalfen ihren Erfindern zu größtem Wohlstand. Sollen wir noch mehr Gegenstände anführen, Kleinigkeiten, die wir als selbstverständlich benützen, die aber alle einmal erfunden werden mußten? Sehen Sie sich einmal um: Schreibfeder, Reißnagel, Büroklammern. Einsteckklammern und hunderterlei Dinge mehr, die Sie täglich in die Hand bekommen, machten ihre Erfinder zu gemachten Leuten. Sie glauben, daß wir die meisten Erfindungen nur dem Zufall verdanken? Edison, der Mann mit den meisten Patenten, wurde darüber einmal von einem jungen Mann befragt. Seine Antwort war verblüffend: „Zu jeder rechten Erfindung gehören vielleicht 2 v. H. Zufall, sicher aber 98 v. H. eingehenden Nachdenkens." Wer warten will, bis ihm der Zufall eine Erfindung in den Schoß legt, wird alt und grau werden — ohne Erfindung. Jede Erfindung geht auf einen Einfall zurück. Ob sich der Einfall in die Wirklichkeit umsetzen und verwerten läßt, ist eine andere Frage. Viele Jahre des Studierens und Probierens find oft nötig, bis ber Einfall praktisch herstellbar gestaltet ist. Damit eine Erfindung aber auch verwertbar ist, damit sie aber auch von vielen Menschen gekauft wird, muß sie irgendein Bedürfnis befriedigen oder wecken. Damit find wir beim Wesen aller erfolgreichen Erfindungen. Die drahtlose Telephonie roar schon einige Jahre vor dem Aufkommen des Rundfunks da, aber niemand dachte nun daran, mit ihrer Hilfe drahtlose Nachrichten und Musik in jedes Haus zu bringen. Da fand in Amerika ein Boxkampf statt, auf dessen Ausgang man mit ungeheurer Spannung wartete. Ein findiger Geschäftsmann kam auf den Gedanken, den Verlauf und das Ergebnis des Kampfes drahtlos zu verbreiten. Jeder, der sich einen kleinen, billigen Empfänger kaufte, konnte zu Hause den ganzen Verlauf des Kampfes mitverfolgen. Ein Bedürfnis wurde so befriedigt, das Bedürfnis, auch weiterhin zu Haufe wichtige Ereignisse miterleben zu können, war geweckt: der Rundfunk wurde geboren, neue Industriezweige entstanden. Die Erfindung eines Kuhschwanzhatters, einer Schrittkontrollvorrichtung mit Hupe, die beim Aufsetzen des Fußes jedesmal ertönt, ober die Erfindung eines Zigarettenanzünders, ber mit Hilfe von Sonnenstrahlen arbeitet (diese drei finb tat- sächlich erfunden und patentiert worden), werden ihren Erfindern niemals Erfolg verschaffen, weil sie weder ein Bedürfnis befriedigen, noch jemals eines wecken werden. Wer erfolgreich erfinden will, chuß mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich bei allen (ErJdjeinungen, die ihm entgegentreten, fragen: „Was könnte man hier noch besser machen?" Walter Widmann. reu zu lassen, ohne Gefahr zu laufen, dabei in außenpolitische Verwicklungen zu kommen. Ist das nicht etwas unendlich Großes und Schönes? Und wie schlägt uns heute das Herz höher, wo wir wissen, daß die Verfolgung unserer deutschen Brüder in Oesterreich nunmehr zu Ende ist und daß wir uns das auch für alle Zukunft nicht mehr gefallen lassen werden. Wie unendlich aroß wird aber erst die Freude unseres Führers sein, der mit so unendlicher Liebe an seinen Landsleuten hängt und dem es trotz aller Staatskunst bisher nicht möglich war, das Los der Deutschen zu bessern. Nun ist es erreicht. Oesterreich wird genau wie das Mutterland wieder frei, groß und stark werden. Es leben unsere österreichischen Brüder! Es lebe das Groß-Deutsche-Reich und fein Führer Adolf Hitler! SA.-Vrigadesührer Schwarz wies dann in kurzen soldatischen Worten auf den Wert der soldatischen Lebenshaltung und des allezeit soldatischen Handelns hin. Er erinnerte an den Kampf und an das Muten und Leiden für Deutschland und für das Grohdeutsche Reich, an den vor- behaltlosen Einsatz der Kämpfer der nationalsozialistischen Revolution und der nationalsozialistischen Soldaten für die große Idee und das Werk des Führers. Diese Kämpfe werden eingehen in die Unsterblichkeit der deutschen' Geschichte. Der nationalsozialistische Soldat habe durch seinen Marschtritt in den letzten fünf Jahren Weltgeschichte marschiert. Durch seinen Marschtritt erhielt er dem deutschen Volke den Frieden und die Freiheit, durch ihn wurde Deutschlands Jugend frei, und durch seinen Marschtritt ist es jetzt gelungen, Millionen Deutsch- Oesterreicher heimzuführen ins Reich. Der Brigadefuh- rer gedachte sodann der Blutopfer der Bewegung im Reich und im deutschen Oesterreich, die mit ihrem Herzblut das neue große Reich besiegelten. Während die Formationen auf das Kommando „Stillgestanden!" straffe soldatische Haltung annahmen und die Kompanie der Wehrmacht das Gewehr präsentierte, wurde bei gesenkten Fahnen der gefallenen Helden der Bewegung im Reich und in Oesterreich gedacht, zugleich spielte die Mufik die Weise des Liedes vom guten Kameraden. Dann sprach Brigade sichrer Schwarz weiter: Hebt die Fahnen, tragt sie weiter, laßt sie leuchten der deutschen Jugend für alle Zukunft! E i n Führer, ein Volk, ein Reich! Versailles ist zer- rissen! St. Germain ist vertreten! Der nationalsozialistische Soldat marschiert in die Zukunft für das ganze und große deutsche Volk! Anschließend spielte das Mustkkorps unserer 116er den Großen Zapfenstreich. Danach schloß Kreisletter Backhaus die er- hebende Feiersturttre mit dem begeistert aufgenommenem Gruß an den Führer, Volk und Reich und an das deutsche Oesterreich, dem allezeit die Liebe und die unwandelbare Treue aller Deutschen gehören. Aus der Stadt Gießen. Was heißt sparen? Wer sich schon einmal über das Sparen Gedanken gemacht hat — uNd das sind sicher weitaus die meisten Volksgenossen — der wird bald finden, daß das Wort Sparen nicht so einfach zu erklären ist. Sparen betagt nämlich ganz allgemein zunächst soviel wie haushälterisch, wirtschaftlich umgehen mit Kräften, Sachen, Geld und Geldeswert. An diese Seite des Wortes Sparen denken wir, wenn in Verfolg des Vierjahresplanes von sparsamer Verwendung der dem deutschen Volk zur Verfügung stehenden Roh- und Hilfsstoffe, aber auch der Abfälle gesprochen wird. Dann aber hat Sparen noch eine andere Bedeutung. Sparen heißt nämlich auch soviel wie etwas erübrigen, um Rücklagen bilden zu können. Solche Rücklagen, solche Ersparnisse brauchen nicht unbedingt aus Geld zu bestehen, sie können z. B. auch in Form von angesammelten Lebensmitteln, die in manchen Jahreszeiten in lieber- fülle vorhanden und dann preiswert sind (Obst, Gemüse), angelegt werden. Meistens wird Sparen jedoch auf das Geldsparen bezogen. Leider verstehen viele Volksgenossen unter Geldsparen immer noch, trotz aller Aufklärungsarbeit z. B. der Sparkassen, das Ansammeln von Hartgeld und Scheinen im Hause in vermeintlich für sicher gehaltenen Verstecken (in Schränken, auf dem Dachboden, im Keller, ja sogar hn Garten und im Viehstall). Geld, das so „gespart" wird, ist nicht nur ständig der Gefahr des Verlustes, der Entwertung durch Außerkurssetzung von Geldsorten und dem Zinsentgang ausgesetzt, sondern es ist auch der Volkswirtschaft entzogen. Jede gehamsterte Mark nämlich bringt an anderer Stelle den Güterkreislauf zum Stocken. • Darum sollte jeder, der sich einmal Gedanken über das Wörtchen Sparen macht, beim Geldsparen stets dahin wirken, daß nicht mehr Geld als unbedingt nötig im Hause aufbewahrt wird, sondern z. B. auf Sparkastenbuch angelegt oder sonst in nuAbringen- der Weife der Volkswirtschaft wieder zugeführt wird. Dornotizen. Tageskalender für Montag. NSDAP., Ortsgruppe Nord: 20.30 Uhr, Zellenbesprechungen in den bekanntgegebenen Lokalen. — Gloria-Palast (Settersweg): „Kameraden auf See". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Fledermaus". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr, Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Spietplanänberung im Sladttheaker. Infolge Erkrankung von Ernst August Waltz ist die Erstaufführung von „Das Land des Lächelns" auf Mittwoch, 23. März, verlegt worden. — Am Freitag, 18. März, findet zum letztenmal eine Aufführung des Schauspiels „Verzicht" von Ilse Zander statt. Freitag-Miete. 24. Vorstellung. Maja von Rabenau tanzt. Die Intendanz des Stadttheaters hat die bekannte Tänzerin Maja von Rabenau (Berlin), die bereits in Gießen erfolgreich aufgetreten ist, für ein einmaliges Tanzgastspiel am Sonntag, 20. März, verpflichtet. Maja von Rabenau tanzt im Rahmen der 11. Morgenveranstaltung des Stadttheaters. Am Flügel: Meinhart Becker. Anfang Punkt 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. WHW., Ortsgruppe Gießen-Tlord. Am Dienstag, 15., und Mittwoch, 16. d. M., wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfund- fammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. NSDAP. Ortsgruppe (Sießen-Ost. Am Donnerstag, 17. März, 20.30 Uhr, findet im Singsaal des Realgymnasiums, ßubroigftrafce, ein Schulungsabend für sämtliche Führer, Walter und Warte der Partei und ihrer Gliederungen statt. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. NS.-Frauenschast, Gießen. gfs. Die Abt. Kultur, Erziehung, Schulung der vier Gießener Ortsgruppen-Frauenschaften veranstaltet am Montag, 14. März, 20 Uhr, in der Aula des Gymnasiums (Hindenburgwall) einen Lichtbildervortrag über „Verantwortung im Werkschaffen" (Von der Volkskunst bis zu den Bauten des Füyrersl. Wir fordern auch die Mitglieder der anderen Abteilungen auf, daran teilzunehmen. BOM.-Untergau 116. Vetr.i BDM.-Leislungsabzeichea. Dienstag, 15.3., wird um 1814 Uhr im Hallenbad für das Leistungsabzeichen geschwommen. Freitag, 18. 3., beginnt um 20% Uhr auf dem Untergau ein Sanikurs für das Leistungsabzeichen. Die Erwerbung des BDM.-Leistunasabzeichens ist für Mädel und JM.-Führerinnen über 14 Jahre offen. ** Eine Achtzigjährige. Am heuttgen Montag, 14. März, kann die Witwe Frau Elise Pro sch er, Rodheimer Sttaße 27, zur Zeit im Landes-Alters- und Pflegeheim an der Licher Straße, in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. Die Jubilarin gehört zum langjährigen treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen! Der tragische Tod des Feldwebels Nackow aufgeklärt. Durch die unermüdlichen und umsichtigen Nachforschungen der Beamten der Gendarmenestation Gießen und der Gendarmerieabteilung ist es nach mehrtägiger Arbett gelungen, den zunächst völlig rätselhaften Tod des Feldwebels Rackow vom Jnfcm-' terie-Regiment 116 einwandfrei aufzuklären. Es hat sich herausgestellt, daß der bedauernswerte Mann am Tage des Unfalles abends in Wieseck ein Auto aus Corbach, das in Wieseck kurze Zeit hielt und auf allen Sitzen besetzt war, zur Mtfahrt nach Gießen benutzen wollte. Rackow stieg hinten auf den Kraftwagen auf, um auf diese Weise mitzukommen. Nach der Abfahrt hörten die Wageninsassen am rückwärtigen Zeile des Autos zwar ein Geräusch, sie glaubten jedoch, der Mitfahrer fei ab» gesprungen. In dieser Annahme fuhren sie weiter, ohne zu wissen, daß Rackow in Wirklichkeit a b - gestürzt und mit einem schweren Schädelbruch auf der Sttaße liegengeblieben war. Der bedauernswerte Mann ist bann, wie von uns gemeldet, einige Tage später in der Klinik verstorben. Seine Leiche wurde unter militärischen Ehren nach seiner Heimat Kolberg übergeführt. Große Strafkammer Gießen. Am Freitag hatten sich die Eheleute D. aus Alsfeld wegen schwerer Kuppelei zu verantworten. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zu Grunde: Im Jahre 1935 befand sich ein gewisser Habermehl, ein Hochstapler ersten Ranges, im Arbeitsdienstlager in Alsfeld. Er gab sich dort als unehelicher Sohn eines Grafen aus und nannte sich „Baron von unb zu Habermehl". Er verstaub es, sich an die damals 15jährige Tochter der Eheleute heranzumachen, und er wurde von den gutgläubigen Eltern nach feiner Entlassung aus dem Arbeitsdienst in ihrem Hause ausgenommen. Hier kam es, nachdem sich die jungen Leute verlobt hatten, mit Wissen und Duldung der angeklagten Eltern zu intimen Beziehungen zwischen den beiden, die den Anlaß zu dem lausenden Verfahren bildeten. Die Angeklagten sind in dieser Sache vor einem Jahre von der hiesigen Strafkammer verurteilt worden, und zwar die Ehefrau zu vier Monaten unb der Ehemann zu einem Monat Gefängnis. Damals legte der angeklagte Ehemann Revision ein, während die Frau nicht von dem Rechtsmittel Gebrauch machte. Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verwies die Sache zur erneuten Hauptvev- Handlung an das Landgericht in Gießen zurück. In dieser Verhandlung, die im Herbst vorigen Jahres stattfand, erhielt die Eheftau s e ch s M o n a t e, der Ehemann drei Monate Gefängnis. Hier- gegen richtete sich erneut die Revision der Verteidigung, die sich in erster Linie darauf stützte, daß eine Erhöhung der Strafe nur bezgl. des Mitangeklagten möglich sei, der das Rechtsmittel einlegt, nicht jedoch für den, der die Strafe rechtskräftig werden läßt. Dieser Standpunkt ist vom Reichsgericht in einer Entscheidung vom Januar d. I. gebilligt wor- den. Die Sache wurde daher erneut zur Hauptver- Handlung an die hiesige Strafkammer zurückver- wiesen. In der gestrigen Hauptvechandlung drehte es sich daher nur noch um die Frage der Strafzumessung, während die tatsächlichen Vorgänge unerörtert blieben. Im Gegensatz zu seiner früheren Auffassung hielt die Kammer nunmehr für erwiesen, daß die jungen Leute in der fraglichen Zeit bereits verlobt waren. Das Gericht vertrat die Auffassung, daß die beiden Angeklagten in ihrer Gutgläubigkeit den Schwindeleien des Habermehl zum Opfer gefallen sind und weniger in verbrecherischer Absicht g^anbeit haben. Es gelangte daher diesmal zu erheblich milderen Strafen und verurteilte die Eheftau zu zwei Monaten und den Ehemann zu drei Wochen Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde der Eheftau in der vollen Hohe von IVi Monaten angerechnet. Rundfunkprogramm Dienstag, 15. März. 6 Uhr: Präludium in d von Jakob Praetorius. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Mit Jagdgesang und Hörnerklang den deutschen Wald entlang. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zurWerkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.52: Der Hüter der Volksgesundheit. 10: Schulfunk: Ring um Deutschland. Die deutschen Kriegsgräberstätten. 11.40: Volk und Wirtschaft: Wir verbrauchen mehr — und warum? 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Meister der Orchesterplatte (III). 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Geht die Liebe durch den Magen? Ein Zwiegespräch von Erika Geldern. 15.45: Der weltwirtschaftiche Monatsbericht. 16: Klingende Kleinigkeiten. 17: Der Reichsarbeitsdienst spielt für das WHW. Wunschkonzert des Arbeits- gaues XXII Nordhessen zugunsten des Winterhilfswerkes. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Jahrhunderte fingen! Deutschlands Schicksal in flinen Liedern. 19: Nachrichten. 19.10: Vom deutschen Sprichwort. Eine Hörfolge mit Musik von Joseph Haydn. 20: Konzert. 21: Alte unb neue italienische Musik. 22: Nachrichten. Großer Erfolg -er SA. Die Altpapier-Sammelaktion am gestrigen Sonntag. Die SA.-Kameroden der SA.-Standarte 116 Gießen hatten am vergangenen Samstag unb am gestrigen Sonntag eine große und besondere Aufgabe, der sie sich mit der schon oft bewiesenen Hingabe widmeten. Es galt bte großzügige Sammelaktion durchzuführen, durch die das Attpapier erfaßt werden sollte, das in vielen Haushaltungen, in Betrieben unb Geschäften aufgestapelt zu vermuten war. Die Aufrufe, bie der Sammlung vorausgingen hatten ihre Wirkung getan. In den meisten Häusern lag das Attpapier gebündelt, oft in Kartons verpackt, bereit, so daß die SA.-Männer nur zuzugretfen brauchten. Schon am Samstagmittag war eine stattliche Anzahl von Kameraden auf Oswalds garten angetreten. Auch eine Anzahl Kraftwagen stand bereit. Rasch wurden die Anweisungen aus gegeben und die einzelnen eingeteilten Mannschaften begaben sich mit ihren Fahrzeugen auf die Waage und fuhren in die ihnen zugewiesenen Stadtteile, um mit ihrer Sammlung zu beginnen. Rasch füllten sich die Wagen. Links und rechts schwärmten die Kameraden in die Häuser aus und schleppten die Altpapierpakete an den Rand des Gehsteiges. Der Kraftwagen fuhr bann jeweils nach und die Kameraden, die den Wagen begleiteten, luden auf. Kaum eine Stunde war vergangen, da fuhren die ersten Wagen mit ihren Lasten zuerst zur Waage an bet Unterführung Hammsttaße unb dann zum Abladeplatz am Hohleichweg, hinter dem Schlachthof. Ein Wage« nach dem anderen fuhr dort vor unb mit großem Eifer wurde abgeladen.Dann begab man sich wieder auf „Tour". Gegen 18 Uhr mußte die Sammlung abgeschlossen werden, denn wenig später hatten die SA.-Kameraden wieder tadellos zum Fackelzug anzutteten. Am Sonntagvormittaa wurde die Sammlung mit unvermindertem Eifer fortgesetzt. Der Erfolg blieb btr großen Aktton nicht versagt. Es waren insgesamt etwa 730 Zentner Papier und Pappen ge» sammelt worden. Gruppenführer Deckerle in Gießen. Gruppenführer Beckerle nahm am gestrigen Sonntag Gelegenheit, sich von der Arbeit der SA.- Kamercwen der Standarte 116 in Gießen zu überzeugen. Er begab sich mit seinem Stab zum Lagerplatz unb besichtigte die angefahrene Menge des Allmaterials. Er gab dabei seiner großen Zufriedenheit über den überragenden Erfolg her Sammelaktton Ausdruck unb fpenbete ben jammelnben Mannschaften großes Lob. Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Das Hotel „Zu den drei Milchfrauen" hätte sie ohne seine Führung wahrscheinlich gar nicht gefunden. Es lag in der Gegend des Quartier Latin, in einem jener phantastisch engen und romantischen Gäßchen, wie sie von dem großen Dichter der >,Bohöme" so begeistert unb eindrucksvoll geschildert werden. „Das Hotel ist nicht sehr modern!" bereitete Heinz feine Begleiterin vor. „Es hat weder Fahrstuhl noch Dampfheizung; aber dafür weist es andere Vorzüge auf, die Sie im Lause Ihres Aufenthaltes sicher herauskriegen werden. „Ich bin schon jetzt entzückt!" flüsterte Gerda, während sie bas Haus betraten, das in Große und Bauart eher einem Einfamilienhaus als einem Hotel ähnelte. ,Kcmn denn hier überhaupt mehr als ein einziges Liebespaar gleichzeitig ein Unterkommen finden?" „Nun, Sie übertreiben etwas! Aber selbst wenn Ihre Bemerkung zuttäfe — wären ,Die drei Milch- f rauen* nicht gerade recht für uns beide?" .Sie standen im „Defttbül", wenn man bie kleine Diele mit diesem hochtrabenden Namen bezeichnen durste. Aus einer Türöffnung, die mit einem Plüsch- vorhana abgeschlossen war, trat eine hübsche junge prau. Ihre dunklen Augen begannen bei ©tablers Anblick aufzuleuchten. „Oh, Monsieur Stadler, welch angenehme Ueber- raschung! Ich fürchtete schon, daß Sie Paris vergessen hätten!" „Wie könnte ich dies, Madame Pluchard, solange Sie darin leben?" Die Frau lachte silbern auf. „Oh, immer noch der alte!' Sie wandte sich an Gerda. „Er ist ent- zückend, nicht wahr, Madame?" „Das ist Fräulein Bosch!" berichtigte Heinz. „Ich habe ihr soviel von ben ,Drei Milchfrauen* vor- geschwärmt, daß sie sich entschlossen hat, auch hier zu wohnen. Also, Madame Pluchard, machen Sie mir keine Schande!" „Gewiß nicht! — Stehen die Herrschaften in... Beziehungen zueinander, ich meine... wegen der Zimmer? Ich hätte im ersten Stock zwei hübsche, nebeneinanberliegenbe Räume frei." „Fein! Die sind wie geschaffen für uns, vorausgesetzt natürlich, Fräulein Bosch, daß Sie keine Bedenken haben, neben mir zu wohnen." „Nein!" sagte Gerda. „Nicht die geringsten! Gegen allzu heftige Annäherungsversuche hoffe ich mich erfolgreich wehren zu können. Ich habe lediglich Sorge wegen meines, sagen wir mal. lauten Atmens. Hoffentlich sind die Wände nicht so dünn, daß davon auch andere geweckt werden." „Mein Schlaf ist sehr solide. Meinetwegen können Sie jede Nacht in Ihrem Zimmer Kegel schieben!" Madame Pluchard führte die Gäste über eine ziemlich enge Wendeltreppe nach oben. „Ich muß dann gleich mal ein Gespräch mit Berlin führen. Ist das Telephon in Ordnung?" Es war zufällig in Ordnung. Meist war es nämlich wegen rückständiger Gebühren gesperrt. Gerda Bosch war von dem Zimmerchen, in bas sie geführt wurde, restlos begeistert. Geblümte Tapeten, eine niedliche Diebermeiereinrichtung, rosa Kretonvorhänge am Fenster — und dazu der Ausblick auf einen allerliebsten, sorgsam gepflegten Blumengarten. „Das ist ja entzückend!" rief sie aus. Madame Pluchard öffnete das Fenster, schlug die Decke von dem breiten, niederen Bett zurück unb prüfte ben Waschtisch. „Ich werde sogleich Wasser eingießen lassen — ober wünschen Mademoiselle ein Bad?" „Ja, bitte! — Unb dann möchte ich gerne ein wenig schlafen. Die Reise hat mich ziemlich ermüdet." „Wie Sie wünschen, Fräulein! Ich werde dafür sorgen, baß Sie ungestört ruhen können. Werden Sie auswärts essen?" Ich kann Ihnen Madame Pluchards Küche aufs wärmste empfehlen! Sie bekommen hier bie delikatesten Pasteten von Paris." „Oh, Monsieur Stadler — wenn Sie nicht immer übertreiben würden!" „Dann esse ich natürlich hier. Ich nehme aber an, Herr Stadler, daß ich mich habet Ihrer Gesellschaft erfreuen darf!" ."^Asto^iändlich wird es mir ein Vergnügen ftw, ,öie in die wohlschmeckenden Geheimnisse üer französischen Küche einzurühren. Unb nun — recht angenehme Ruhe, Fräulein Gerda! Erholen Sie sich gut — unb machen Sie sich keine unnötigen ftutanbr me0en *** Verschwindens von Herrn Dann war (Serba allein. Sie begann ihre Koffer auszupacken. Die Morgensonne schien warm und leuchtend durchs Fenster. Das Wasser in der Waschschüssel zauberte silberne Reflexe an die Decke. Gerda lächelte, während sie sich langsam auszog und dabei die zuckenden Bewegungen der Sonnenkringel an der Decke betrachtete. Wenn man sich vorzustellen versuchte, baß der Mann, der da nebenan leise vor sich hinpfiss, Willy Ruland sei, dann konnte man wähnen, sich auf her Hochzeitsreise zu befinden. Wo mochte Willy jetzt sein? 9. Als Willy erwachte, wußte er zunächst nicht, was mit ihm geschehen war. Er sah um sich eine dämmerige Helle. Sein Kopf schmerzte empfindlich. Er wollte sich an die Schläfen greifen, aber feine Hände waren gefesselt. Sofort stellte sich mit greller Klarheit die (Erinnerung ein. Der Zwischenfall im Zug, die Begegnung mit diesem gottoerbammten Bargent — die ganzen phantastischen und spukhaften Geschehnisse wurden in seinem Gedächtnis wieder lebendig. Er lag, an Händen und Füßen gefesselt, auf einem Bett, dessen Kissen den süßlichen Geruch eines Parfüms ausströmte. Um sich blickend, entdeckte er einen Toilettentisch, einen Kleiderschrank und ein altes Sofa mit ^erschliffenem Bezug. Ein über einen Stuhl lästig hingeworfenes Kleidungs- stück bestätigte feine Vermutung, daß er sich in dem Zimmer jenes jungen Mädchens befand, das ihn — allerdings zu spät — vor Bargent ge- warnt hatte. Willy versuchte sich in eine sitzende Stellung auf- zurichten, was ihm nach mehreren mißlungenen Versuchen auch gelang. Nun vermochte er einen Blick aus dem Fenster zu werfen, konnte aber nichts weiter sehen als eine hohe graue Brandmauer, bie wenige Meter vom Fenster entfernt in bie Hohe ragte. Was nun? Wenn es ihm vielleicht auch gelang, sich der Fesseln zu entledigen, so war doch damit wenig gewonnen. Das Zimmer hatte Bargent vermutlich versperrt unb für den Fall eines Besuches würde er sich natürlich entsprechend sichern, sei es durch Bewaffnung ober durch Mitnahme seines Spießgesellen, dieses Monsieur Gregor! Willy Ruland dachte daran, daß in wenigen Stunden die Verabredung im Hotel „Esplanade" war — und ein ohnmächtiger Ingrimm erfaßte ihn. Jetzt, im nüchternen Licht des Morgens, erschien es ihm unbegreiflich, daß er diesem verrückten Alten so leichstinnig ins Garn gelaufen war. Wie hatte er bloß so unvorsichtig fein können, ihm in dieses Haus zu folgen? Aber er war von diesem Kerl richtig behext gewesen... Nein, keine albernen Ausreden! Man hatte sich zweimal kurz hintereinander wie ein rechter Tölpel hereinlegen lassen; es wurde wirklich Zeit, daß man sich zusammenriß unb die Scharte auszuwetzen versuchte. Wenn es wenigstens gelänge, die Hände freizubekommen! Er blickte sich aufmerksam im Zimmer um, konnte aber nichts entdecken, was dazu hätte dienen können, die Verschnürung der starken Lederriemen aufzuscheuern. Stunde um Stunde verging, ohne daß sich irgend etwas rührte. Das ganze Haus schien ausgeftorben. Kein Geräusch war vernehmbar. Willy empfand ein Gefühl steigenden Unbehagens. Außerdem hatte er Hunger, einen ganz beträchtlichen Hunger sogar. Eine anständige Mahlzeit wäre ihm jetzt als äußerst willkommene Ab- wechslung seines im Augenblick reichlich eintönigen Daseins erschienen. Und es war, als habe das Schicksal seine stumme Bitte vernommen. Irgendwo wurde eine Tür geöffnet, dann näherten sich Schritte, ein Schlüssel wurde umgedreht, die Tür zu Willys Gefängnis ging auf — und auf ihrer Schwelle stand Listy. In der Hand hatte sie ein vielverheißendes Tragbrett. „Fräulein Listy!" Sie blickte ihn abwesend an. „Sie werden essen wollen!" sagte sie kurz und stellte das Tragbrett auf das Nachttischchen. „Allerdings! Aber wie soll ich esten, wenn ich keine Hand frei habe?" Die Spur eines Lächelns huschte über Lissys Ge- sicht, es sah aber mehr nach Spott als nach Mit- gefühl aus. „Ich werde Ihnen eingeben." Sie setzte sich neben ihn auf das Bett und begann die Speisen auf dem Teller zu zerteilen. Willy, aufs höchste bestürzt über ihre Derände- rung, wollte eine Frage an sie richten; doch er kam nicht dazu, denn an der Tür stand Bargent. Der Alte trug einen rotbraunen Morgenrock, der um den Leib mit einer Kordel zusammengehalten war. Semen Kops bedeckte eine wollene Mütze, bie Fuße staken in grünen Filzpantoffeln. "Na, da sind wir ja!'r höhnte Willy. „Gut ge- schlafen, verehrter Herr Bargent?" „Gewiß, danke!" gab der Gefragte schmunzelnd zurück. „11 nb Ihr wertes Befindend (Fortsetzung folgte Hellmuth Lantschner Schweizer Gchimeister. Der dreifache deutsche Schimeister Hellmuth Lantschner fügte seinen zahlreichen Erfolgen am Sonntag bei den Schweizer Schimeisterschasten einen neuen Sieg an. Er gewann in Wengen die Vierer-Kombination, die sich aus je zwei nordischen und zwei alpinen Wettbewerben zusammensetzt. Hellmuth Lantschner, der während des ganzen Kampfes die Führung nicht abgegeben hatte, siegte auch im Torlauf vor Roman Wörndle, dem Schweizer Willi Steuri und dem Torlaufsieger des Vorjahres, Rudolf Rominaer, sowie dem Titelverteidiger Heinz v. Ällmen. Der deutsche Meister hat damit Abfahrtslauf und Torlauf gewonnen, belegte im Sprunglauf den zweiten und im Langlauf den 16. Platz. Mit 50:85 Punkten wurde Lantschner Schweizer Meister in der Vierer-Kombination vor den Einheimischen Hans Schlunegger und Heinz v. Allmen. Deutsche Ringer-Meisterschaften in München. Die entscheidenden Kämpfe um die deutschen Ringer-Meisterschaften im Bantam- und Leichtgewicht gingen in München vor ausverkauftem Hause vor sich. Qn beiden Gewichtsklassen fielen, wie nach dem Ausgang der vorentscheidenden Begegnungen nicht mehr anders zu erwarten, die Titel nach Köln: der 18jährige Ferdinand Schmitz sicherte sich die Mei- schaft im Bantamgewicht und Freistil-Europameister Heinrich Nettesheim wurde Meister im Leichtgewicht. Oer Titelkampf im Motorsport. Auf gleicher Grundlage wie in früheren Jahren. Die deutschen Motorsvort-Meisterschaften werden auf der gleichen Grundlage entschieden wie in den früheren Jahren. Titelkämpfe im Seitenwagen gibt es allerdings nicht mehr. Ermittelt werden drei Meister auf Solomaschinen und ein Meister der Wagen. Die Punktwertung wurde leicht geändert, der Sieger erhält fünf, der zweite drei und der Dritte einen Punkt. Für die Kraftwagen-Meisterschaft werden die Ergebnisse des Eifelrennens (12. Juni) und des Großen Preises von Deutschland (24. Juli) gewertet. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Äbschnei- den im Großen Preis. Meisterschaftsläufe der drei Motorradklassen bis 250, 350 und 500 ccm sind das Internationale Cilenriederennen (10. April), das Internationale Hamburger Stadtparkrennen (8. Mai), der Große Preis von Europa und Deutschland in Hohenstein- Ernstthal (7. August) und das Marienberger Dreiecksrennen (4. September). Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Ergebnis im Großen Preis von Europa. Das Schauinslandrennen als einziges Bergrennen ist nicht mehr in den Meisterschaftswettbewerb einbezogen. Die Titelverteidiger sind: Rud. Carracciola (Mercedes-Benz), Ewald Kluge (250 ccm Auto- Union-DKW.), Heiner Fleischmann (350 ccm NSU.) und Karl Gall (500 ccm (BMW.). Deutsche Studenten boxten in Kopenhagen. Bel einem Kampftag des Kopenhagener Akademischen Boxklub gingen auch deutsche Studenten an den Start. Im Leichtgewicht siegte der Königsberger Kurt Krüger über Biggo Möller, im Weltergewicht schlug der Göttinger Alfred Knies den dänischen Studenten Kurt Christensen, während der Dortmunder Heinz Freund im Mittel- gewicht den Sieg an seinen Gegner E. Petersen abgeben mußte. Frankfurter Hallensportfest erst heute abend! Im Gau Südwest wurden einige größere Veranstaltungen abgesagt. Das große Frankfurter Hallensportfest, das am Samstagabend stattfinden sollte, wird mit gleichbleibender Besetzung am heutigen Montagabend durchgeführt, ebenso wurde das Main- zer Hallenhandballturnier von Samstag auf Montag verschoben. Fußball im Reich. Vorrunde zur Deutschen Fußball-Meisterschaff. Fortuna Düsseldorf — Vorwärts Gleiwih 3:0. Mit einem 3:0-Sieg eröffnete Fortuna Düsseldorf am Sonntag die Vorrunde zur deutschen Fußball- Meisterschaft in Gleiwitz. Wenn das Ergebnis viel- leicht auch etwas zu hoch ausgefallen ist und Vorwärts Rasensport härteren Widerstand als erwartet leistete, so haben die Westdeutschen mit diesem „zu Null"-Erfolg für die weiteren Kämpfe in der ©au« gruppe 2 doch einen schönen Vorsprung. Bei kühlem Wetter fanden sich rund 16 000 Zuschauer in der neuen Gleiwitzer Kampfbahn im Wilhelms- park ein, die mit dieser Veranstaltung eingeweiht wurde. Sie erlebten ein betontes Kampfspiel, dessen Ausgang bis fünf Minuten vor Schluß, als es noch 1:0 fiir die Fortunen stand, völlig ungewiß war. 12 Saumeister sind jetzt ermittelt. Die Zahl der deutschen Fußball-Gaumeister, die vor acht Tagen nur sechs betrug, hat sich nach den Kämpfen des 13. März verdoppelt. Hmzugekom- men sind Berliner SV. 92, BC. Hartha, Alemannia Aachen, 1. FC. Nürnberg, Hanau 9 3 und VfB. Stuttgart, so daß also jetzt nur noch die Meister von Nordmark (Hamburger SV. oder Eimsbüttel), Niedersachsen (VfL. Osnabrück oder Hannover 96), Sudwest (wahrscheinlich Eintracht Frankfurt) und Baden (DiR. Mannheim oder 1. FC. Pforzheim) aus» stehen, die sich am kommenden Sonntag einstellen sollten. Fußball-Ereignisse in Südtvestdeutschland. Hanau 93 am Ziel. Sn einem prächtigen Endspurt hat sich Hanau 93 nun doch wieder die Meisterschaft von Hessen gesichert, die dieser alte, traditionsreiche Verein im vergangenen Jahr an den Spo. Kassel verloren hatte. Zum letzten und entscheidenden Kampf mußten die Hanauer beim SC. 03 Kassel antreten und hier gewannen sie mit 1:0 (0:0) Spiel und Meisterschaft. Auch in der unteren Tabellenhälfte sieht man nun etwas klarer. Sport Kassel und Borussia Fulda stehen weiterhin am Schluß, während Germania Fulba und VfB. Groß-Auheim Punktgewinne verzeichneten und damit ihre Lage nicht unwesentlich verbessertem Eintracht in klarer Favorikenstellung. | Im Gau Südwest tonnte die Frankfurter Eintracht am Sonntag ihre führende Stellung nicht nur behaupten, sondern durch den gleichzeitigen Punktverlust von Borussia Neunkirchen noch weiter ausbauen. Die Frankfurter schlugen den Tabellen- letzten Opel Rüsselsheim in einem feinen Spiel mit 8:1 (6:0), während die Neunkirchener auf eigenem Gelände gegen Wormatia Worms nur ein 1:1 (0:0) erreichten. Nach Verlustpunkten hat nun die Eintracht drei Punkte Vorsprung, aber diese drei Punkte Vorsprung können natürlich in den beiden ausstehenden schweren Spielen in Neunkirchen und Saarbrücken verloren gehen. Die Frankfurter müssen also zur Sicherstellung der Meisterschaft am kommenden Sonntag in Neunkirchen mindestens em Unentschieden erreichen. Im Falle einer Meder- läge würde die Südwestmeisterschaft erst am 27. März im Spiel FV. Saarbrücken — Eintracht entschieden. Die Kickers Offenbach blieben durch ein 1:1, das ftc beim FSV. Frankfurt erzielten, weiterhin auf dem dritten Platz, Wormatia Worms hat aber, allerdings bei einem Spiel mehr, gleichgezogen. Für den FSV. Frankfurt bedeutete der eine Punkt die endgültige Sicherung. Auch der FK. Pirmasens hat sich durch seinen 5:1-(1:0-) Sieg über Saar- brücken den Verbleib in der Gauliga gesichert. Der 1. FC. Kaiserslautern trug ein Freundschaftsspiel Sn die Spvg. Mannheim-Sandhosen aus und e mit 7:1 Toren. Der „Club" hal es geschafft. Nun ist auch in Bayern die Entscheidung gefallen. Der 1. FC. Nürnberg holte sich die zur erfolgreichen Verteidigung des Titels noch notwendigen Punkte in Augsburg, wo er den BCA. mit 5:1 bezwang. So wurde also der Club, bei dem übrigens wieder Eiberger mitwirkte, wieder bayerischer Meister. — Der Münchener Lokalkampf zwischen Wacker und Bayern Hana 2:2 aus und damit ist Wacker noch immer nicht seinen Abstiegssorgen enthoben. Es fehlt noch ein Punkt, der nun im Spiel gegen den 1. FC. Nürnberg sichergestellt werden muß. Borussia Fulda nicht in Friedberg. Der hessische Gauliga-Verein Borussia Fulda hatte sofort nach einer über ihn vom Gausachwart verhängten Platzsperre Berufung beim Reichsfachamt eingelegt. Auf diese Berufung ist Borussia Fulda bisher ohne Antwort geblieben, was der Vereinsführung Veranlassung gab, von der Reise nach Friedberg Abstand zu nehmen. ©porfoerem 05 unterliegt Sportfreunde Wehlar. Der Verlauf der ersten Zwischenrunde um den Tschammer-Pokal brachte eine nicht geringe lieber» raschung. Wetzlar 05 mußte sich seinem Lokalgegner, Sportfreunde Wetzlar, einem Vertreter der Kreisklasse, auf dessen Platz mit 2:1 beugen. Die anderen Treffer verliefen programmgemäß. Steinberg — Naunheim 2:0. Butzbach — Lollar 5:2. Frohnhausen — Burg 2:1. Oberbiel — Steindorf 0:1. Sportfreunde — 05 Wetzlar 2:1. Bissenberg — Sinn 4:2. „Teutonia" Steinberg kam gegen Naunheim in scannendem Kampf zu einem 2:0-Sieg. Für den Halbzeitstand von 1:0 sorgte Fett durch einen Strafstoß, und Lang erzielte den zweiten Treffer. Die Begegnung Lollar — Butzbach wurde einige Stunden vor Beginn nach Butzbach verlegt. Dadurch sanken die Aussichten der Lollarer beträchtlich. Frohnhausen hatte gegen Burg hart zu kämpfen, vis das 2:1 zustandekam. Ja, am Schluß war man sogar froh, daß das Spiel noch so gewonnen wurde. Steindorf setzte sich in Oberbiel mit 1:0 knapp ourch und kam damit als einziger Verein zum Erfolg auf des Gegners Platz. Der Sportverein hat feinen Gegner anscheinend unterschätzt. Mit kompletter Mannschaft glaubte man, 'hon ein „gelaufenes Rennen" hinter sich zu haben. Die Sportfreunde gingen jedoch unbeirrt ins Spiel, und als sich die Erfolge einstellten, wuchs die Mannschaft am Gegner empor. Das Halbzeitresultat (2:1) wußte man in der zweiten Hälfte durch geschickte Verteidigung zu halten, und so mußte der Sportverein den Klosterwald statt mit einem sicher geglaubten Sieg mit einer Niederlage und dem Ausscheiden aus den Pokalspielen verlassen. Bissenberg kam gegen Sinn erneut zum Erfolg, obwohl es den größten Teil des Spielverlaufs mit nur zehn Mann durchführen konnte. Teutonia Steinberg I — Naunheim I 2:0 (1:0). Die zahlreichen Zuschauer, die gestern den Teutonen-Platz umsäumten, erlebten ein schönes Spiel. Wohl wurde nicht so wuchtig gespielt, wie in den Verbandsspielen, dafür wurde aber jedem Gelegenheit gegeben, sich technisch hervorzutun. Naunheim trat mit einer stark verjüngten Elf an. Einen großartigen Abwehrkampf vollbrachte die Hintermannschaft. Die Läuferreihe war ebenfalls meist mit der Abwehr beschäftigt. Im Sturm war die linke Seite die gefährlichste. Bei Steinberg war die Mannschaft gleich gut beseht. O. Haas fehlte. Der Ersatzmann bewährte sich aber. Für den verletzten K. Haas stand Bernhardt zur Verfügung. Unter der Leitung von Schiedsrichter Philipp, Gießen, stellten sich folgende Mannschaften» Naunheim: Zeuker; Pfeiffer, Schäfer; Becker, Karren, Wiesenborn; E. Adam, Strauch, Rühl, W. Neeb, A.Neeb. Steinberg: Happel; K. Jung, Fett; H. Schmandt,- Hederich (13/116), Naumann (7/116); Surf, Bernhardt (7/116), Lang, Däublin (7/116), Buß. Steinberg hatte Wahl; den von Naunheim vorgetragenen Angriff konnte Jung abwehren. Beide Mannschaften versuchten, sofort die Führung zu übernehmen. Naunheim geriet dabei aber immer mehr ins Hintertreffen. Mit verstärkter Verteidigung wehrten sie jedoch alles ab. Auf der Gegenseite mußte die Steinberger Hintermannschaft alles baransetzen, um Erfolge der Gäste zu verhindern. Die linke Seite von Naunheim war gefährlich. Die erste Halbheit war bald um, und noch fein Tor war gefallen. Ungeduldig feuerten die Zuschauer die Mannschaften an, doch alles schien vergebens. Noch wenige Minuten waren bis Halbzeit zu spielen, und keiner rechnete noch mit einem Tor, als Däublin hart gelegt wurde. Den verhängten Strafstoß verwandelte Fett zum Führungstor, und eine Minute danach hatte Naumann es beinahe wiederholt, doch fein scharfer Schuß ging über das Dreieck. Kurze Zeit darnach war Halbzeit. Sofort nach Wiederanpfiff ergriff Naunheim die Offensive, um gleichzuziehen, aber Steinbergs Hintermannschaft war auf der Hut. Dann wurde Däublin wiederum gelegt. Abermals ließ Fett einen Bombenschuß los, doch der Ball prallte an der Latte ab, und die Verteidigung konnte Hären. Weiter ging der Kampf. Immer noch stand es 1:0, und das Spiel war noch lange nicht entschieden. Einen gefährlichen Eckball konnte Happel gerade noch meistern, und kurze Zeit danach lenkte der Naunheimer Rechtsaußen eine Flanke aus ganz kurzer Entfernung in das obere Dreieck, und abermals konnte Happel den Ball gerade noch erwischen. Sofort schob er Däublin das Leder hin, dieser schickte mit einer Weitvorlage Lang auf die Reise. Wunderbar überlief er beide Verteidiger und schoß aus kurzer Entfernung ein. Wenige Minuten danach erzielte Däublin noch ein Tor, das jedoch keine Anerkennung fand, weil ein Zuschauer mitgeholfen hatte. Das Tempo ließ nun nach, der Sieg der Teutonen stand sicher. An eine Erhöhung des Resultates war jedoch nicht zu denken, da die Naunheimer Hintermannschaft jeden gutgemeinten Angriff verhinderte. So verliefen dann noch die restlichen Minuten in schönem Feldspiel, das außer einigen Ecken nichts mehr einbrachte. Buhbach — Lollar 5:2 (4:2). Anders als vorgesehen, wurde bestimmt, daß der Kampf in Butzbach ausgetragen werden mußte. Das war für die Lollarer nicht erfteulich. Sie mußten sich zum zweiten Male hintereinander auf dem Butzbacher Platz ihrem Gegner stellen. Durch diese Aenderung konnte Lollar auch die Mannschaft nicht stellen, wie es der Fall gewesen wäre, wenn das Spiel auf eigenem Gelände stattae fanden hätte. Dem Schiedsrichter Zitz er (Gießen) trat folgende Lollarer Mannschaft an: Ziegler K.; Wißner, Geißler; Hörstel, Ziegler A., Will; Borschel, Ger- lach, Kreiling, Rudolf, ZieglerW. In rascher Folge wechselten die Angriffe ab. Beiderseits waren die Hintermannschaften vorerst noch gut auf der Hut. Butzbach fand sich zuerst und konnte die Führung übernehmen. Nicht lange ließen die Lollarer aber auf sich warten, und Ger- lach konnte $um Ausgleichstreffer einsenden. Ange feuert von chren Anhängern, legten die Butzbacher nun mächtig los und liefen manchmal zu harter Form auf. Den Platzbesitzern gelang es dann durch einige Deckungs fehler der Hintermannschaft, drei weitere Tore vorzulegen. Der Sieg der Gastgeber stand hiermit fest. Als die Lollarer sich wieder etwas Luft verschafft hatten, kamen sie wieder mehr auf. In einem hierauf folgenden Angriff der Gäste wurde Kreiling im Strafraum unfanft gelegt und die verhängte Strafe konnte er dann auch verwandeln. Vis zur Pause konnte dann am Ergebnis nichts mehr geändert werden. Nach dem Wechsel sah man die Lollarer Elf etwas umgestellt. Durch leichtere Verletzungen einiger Spieler mitgenommen und vor Bewahrung weiterer Zusammenstöße, ließ die Gästemannschaft verständlicherweise den sonst von ihr gewohnten Eifer vermissen. Dadurch behielten die Butzbacher die Oberhand. Aber nur noch einmal gelang es ihnen, einen Treffer anzubringen. 3:l«©ieg des VfB.-R. im Aufstiegskampf. Die Licher auf dem Waldsporlplah. Auf dem Waldsportplatz trafen sich beide Mannschaften zum angesetzten Aufstiegsspiel. Der Platz war in bester Verfassung. Obwohl die Gießener schon seit einiger Zeit auf Kramer und Fischer verzichten müssen, mußten sie diesmal auch ohne Thron und Berlenbach antreten. Die knappe Niederlage, die die Grünweißen im Vorspiel in Lich hinnehmen mußten, wurde wieder wettgemacht. Daß die Niederlage nicht höher ausfiel, verdankten sie ihrem Tormann, der die gefährlichsten Bälle hielt. Ihre Mannschaft erwies sich auch in diesem Spiel als eine harte Kampfmannschaft, die bis zur letzten Minute kämpft. Obwohl die Gießener Elf schon weitaus bessere Spiele gezeigt hat, stand ihr Sieg von Anfang an fest. Sofort nach Anstoß griffen die Gießener an und drängten ihren Gegner in seine Hälfte. Aber sie verteidigten ihr Tor geschickt. Angriff auf Angriff rollte gegen das Licher Tor an, aber es wollten feine Tore fallen. Einmal rettete der gute Tormann der Gäste, ein andermal ließ der Gießener Sturm den Torschuß vermissen. Die Gäste verteidigten mit sechs Mann, konnten aber nicht vermeiden, daß die Grünweißen noch vor dem Wechsel in Führung gingen. Bei einem Angriff der Gastgeber gab Bach den Ball zu Szponick, der den Ball stoppte und aus kurzer Entfernung unhaltbar einschoß. Nach Wiederbeginn griffen die Gießener erneut energisch an und brachten das Tor der Gäste in Gefahr. Aber auch die Licher blieben nichts schuldig. Sie griffen nun schärfer an, und Gottschalk bekam zu tun. Szponick war es wieder, der bald auf 2:0 erhöhte, dem Häuselmeyer ein drittes folgen ließ. Wer nun geglaubt hatte, die Licher wären geschlagen, hatte sich geirrt. Sie setzten alles auf eine Karte und konnten ein Tor aufholen. Damit ging das harte Spiel zu Ende. Sportverein Heuchelheim I — SA. I 4:0 (3:0). In diesem flotten Spiel gelang den Heuchelheimern ein einwandfreier Sieg, der aber etwas zu hoch ausgefallen ist. Schon in bet ersten Minute gingen die Heuchelheimer in Führung und konnten auch noch zwei weitere Tore in der ersten Halbzeit erzielen. Die zweite Halbzeit gestaltete sich ausgeglichener, doch der Sturm der Gastgeber nützte die Torgelegenheiten besser aus und beschloß den Torreigen mit einem vierten Treffer. Schiedsrichter Offenbacher konnte gefallen. Fußball um die Bannmeisterschaff. VfB. R. Gießen I — Klein-Linden I 9.0. Zum Spiel um die Bannmeisterschaft standen sich beide Mannschaften auf dem Waldsportplatz gegenüber. Bis auf Gemmer traten die Gießener in bester Besetzung an. Die Mannschaft war auch gut zusammengestellt. Die Gäste aus Klein-Linden nahmen ihre hohe Niederlage gefaßt hin. Bis zum Wechsel hatten die Gastgeber vier Tore vorgelegt, denen die Gäste feines entgegensetzen formten. Nach dem Wechsel schossen die Gießener noch fünf weitere Tore und stellten den Sieg sicher. Eine gute Leistung vollbrachte die 2. Jugend des DfB.-R., die in Leihgestern weilte. Hatte man auf eine hohe Niederlage gerechnet, so überrascht das fnappe Resultat. Nur durch ein Selbsttor ging dieses Spiel mit 4:5 verloren. Segelflug-die Schule des Niegemachwuchses. NSG. In der Erziehung des fliegerischen Nachwuchses nehmen Gleit- und Segelflug den weitaus breitesten Raum ein. Der Wert des Segelfluges ist heute sportlich, wissenschaftlich und als wesentlichstes Hilfsmittel in der Erziehung des fliegerischen Nachwuchses restlos anerfannt. Er wird von Jahr zu Jahr immer mehr Gemeingut der deutschen Jugend. Er fft längst schon zu einer Bewegung geworden. Es sind eben 40 Jahre her, seit ein Deutscher, Otto Lilienthal, den ersten gelungenen Gleitflug ausführte. Sein Opfertod als Pionier des motorlosen Fluges wurde, wie jedes im fanatischen Glauben an eine hohe Sache hingegebene Leben, zum Vorbild, dem nachzueifern eine großes erstrebenswertes Ziel fft. So sind es wiederum Deutsche, die den Segelflug weiter fördern, und unter ihnen Darmstädter Studenten, die 15 Jahre später (1911/12) in der Rhön die damalige Welt-Bestleistung mit einem Fluge von einer Minute 52 Sekunden aufstellten. Dann kam der Krieg, für viele der Anlaß zu der Ansicht, daß erst er das Fliegen möglich gemacht habe. Zweifellos hat er aus der zwingenden Notwendigkeit der Selbsterhaltung der kriegführenden Mächte manches Problem flugtechnischer Art gelöst, bei uns Deutschen, die bis zum Kriegsende einer immer größeren Uebermacht auch zur Luft gegenüberstanden, vielleicht mehr noch als bei irgendeiner anderen Macht. Er hat aber dem Segelflug den Auftrieb gegeben, der ihn, wiederum von Deutschland ausgehend, zu jener Bedeutung und überragenden Stellung geführt, die er heute in der Welt einnimmt. Die Knebelung der deutschen Fliegerei durch das Versailler Willkürdiktat konnte den Trotz vieler heimgekehrter Kriegsflieger nicht brechen, wenn nicht mit Motoren, dann eben motorlos zu fliegen. Die Anfänge der Segelfliegerei in der Nachkriegszeit von 1920 beginnend auf der heute einen Begriff verkörpernden Wasserkuppe, sind ein hohes Lied auf die Kraft eines Glaubens und das Ver- trauen in die eigene Kraft: hier wunde eine neue Fliegerei geboren. Martens, Harth, Peltzner, Klem- perer, Hentzen, Stamer, Hackmack, Botsch, Lippisch — sind Namen, die in der deuffchen Luftfahrtgeschichte, in ihr besonders der Fliegerei, einen bleibenden Platz haben. Man stelle sich vor: in knapp 25 Jahren vom ersten Gleitflug über eine Welt- Bestleistung, von fast 2 Minuten (1912) zu einem motorlosen Flug über drei Stunden (1922) zu 36Vx Stunden (1933), vom einfachen Talflug über 10 Kilometer Strecke (1922) zu rund 500 Kilometer (1936), vom Gleitflug ohne Höhengewinn über 300 Meter Startüberhöhung (1922) zur Höhenbestleistung von rund 5000 Meter (1937) — und jede Lefftung motorlos erflogen, allein errun**» »u —^nlchlicher Willenskraft! Damit fft eine wesentliche Frage entscheidend: selbst wenn der motorlose Flug nie eine besondere wirtschaftliche Bedeutung erringt, der erzieherische Gewinn wiegt jeden materiellen Vorteil tausendfach auf! Vier Jahre Modellbau und Modellflug haben dem Pimpfen die ersten Grundlagen gegeben, mit denen er in die Fliegergefolgschaften der Hitler- Jugend, die einst ausschließlich den Nachwuchs für die Luftwaffe stellt, eintritt. Hier tritt ein Jahr lang nochmals eine schwere Probe an ihn heran, denn noch immer nicht wird seine Sehnsucht erfüllt, selbst zu fliegen. Zwölf Monate sind erst noch dem Dienst in den NSFK.-Werfstätten gewidmet. Er lernt am Bau von Flugzeugen, mit denen später er und seine Ka- meraden fliegen werden, unter der Aufsicht des auf Reichswerkstattleiterschulen ausgebildeten NSFK.- Lehrpersonals die handwerklich genaue und saubere Arbeit kennen. Und erfährt unbewußt von der Verantwortung, die er durch seine sorgfältige Ar- beitsleistung für das Leben feiner Kameraden bereits auf seinen jungen Schultern trägt. Aber dann kommt endlich der Tag, an dem er zum ersten Male auf einem Gleitflugzeug sitzt und die Anwei- jungen seines Fluglehrers bei den ersten „Rut- scherp" und „Sprüngen" zu erfüllen trachtet, bis es zur ersten Prüfung (A) gereicht hat und er die erste Schwinge im Abzeichen trägt. Er ist Flieger geworden! Rastlos arbeitet der Flieger-Hitler-Junge, um bis zum 18. Lebensjahre die B= und E-Prüfung abzu- legen, nunmehr drei Schwingen im Abzeichen zu tragen, und es seinen Kameraden im NSFK.- Sturm gleichzutun. Im Sturmdienst kommt bann der „Schliff" bis zur sauberen Flugleistung. Hart sind auch diese vier Jahre der fortgesetzten Auslese. Oft kommt die Anfechtung, nicht mehr mit» machen zu wollen. Aber der junge Wille ist fest geworben im Dienst in ber Werkstatt unb am Hang, wenn es immer wieder gilt, am Gummiseil einen anderen Kameraden zu starten und die Maschine mühselig den Hang hinaufzuschleppen. Innigste Kameradschaft ist Kern geworden und beherrscht den Grundsatz: einer für alle, alle für einen! 10. April: ^Tag des deutschen Rudersports.^ Am „Tag des deuffchen Rudersports", 10. April, wirb auch in biesem Jahve die Reichssendeleitung eine llebcrtragung vom feierlichen Anrudern bringen. Die Feier, bei ber vorausichtlich auch der Reichssportführer v. T s ch a m m e r unb Osten sprechen wirb, ist in Frankfurt a. M. unb wird **"* alle deutschen Sender übertragen. Militärische Heldengebenkfeier in Gießen Bei herrlichem Vorsrühlingswetter vrretmgten sich am gestrigen Sonntagvormittag große Mengen der Gießener Volksgenossen mit den Soldaten der Garnison Gießen zu der militärischen Heldengedenkfeier aus dem weiten Platze des vorderen Trieb. Die Truppen hatten in einem großen offenen Viereck Aufstellung genommen, die Fahnen und die Fahnenkompanie standen am rechten Flügel parallel zur Volkshalle. Entlang der Grünberger Straße, als Abschluß des Vierecks, war den Ehrengästen, dabei auch den Kriegsopfern und den Kriegerhinterbliebenen, den Formationen der Partei und ihrer Gliederungen, den Kameradschaften der alten Soldaten und der großen Menge aller übrigen Volks- genossen Gelegenheit gegeben, der eindrucksvollen Feier beizuwohnen. Zwischen 9 und 10 Uhr rückten die zahlreichen Ehrenformationen an, während die Truppen auf dem bestimmten Platze bereits Ausstellung ge« nommen hatten. Bei den Formattonen wurde be« sonders der Ehrensturm der SA. bemerkt, da in ihm alle SA.-Männer mit dem Eisernen Kreuz aus den Gießener Stürmen der Standarte 116 unter dem Befehl des Brigadeadjutanten Obersturmbannführer M ü n k e r als geschlossene Einheit der SA., aber auch zugleich als Vertreter der alten Feldsoldaten bei der Feier mit in den Vordergrund rückten, neben ihnen natürlich auch die übrigen alten Soldaten der verschiedenen Soldaten-Kamerad- schaften. Die Fahnenkompanie mit den Fahnen der Infanterie und der Standarte unserer Gießener Artillerie-Abteilung marschierten wenige Minuten vor 10 Uhr auf dem Platze auf. Kurz darauf nahm die Feier ihren Anfang. Der Befehlshaber der Paradeaufstellung, Oberst und Regimentskommandeur H e r r l e i n , meldete dem Standortältesten und Kommandeur der 9. Division, Generalleutnant O ß w a l d , die Paradeaufstellung. Generalleutnant Oßwald schritt hierauf unter den Klängen des Präsenttermarsches in Begleitung des Befehlshabers der Luftwaffe unseres Luftgaues, Generalmajor Millich, des Kreisleiters Backhaus als Vertreters der Partei und des Generalmajors a. D. Gros als Vertreters der alten Armee die Fronten der Truppen ab. Anschließend begrüßte er die Formationen der Partei und der alten Soldaten, die Kriegsopfer und alle übrigen Gäste. Feierliche Musik des Musikkorps unserer 116er leitete die Gedenkstunde ein. Dann sprach Generalleutnant Oßwald: ,Pelden-Gedenktag." Mieder ist der Tag des Gedenkens an die gekommen, die ihre Gesundheit oder ihr Leben ließen bei der Erfüllung ihrer Pflicht für ihr Vaterland. Gar viele sind geblieben mit einem Hurra auf den Lippen beim Sturm auf die feindliche Stellung, beim Kampfe Mann gegen Mann. Der Rhythmus der Kampfbegier begeisterte sie, einer riß den anderen mit, und so geriet selbst der ernde m Angriffsschwung und Kampfeswut. roß und heldenhaft sind die Leistungen dieser Hunderttausende gewesen. Ihr Heldentum wurde belohnt; blieben sie am Leben, mit äußeren Ehren, Beförderungen, lobender Erwähnung, fielen sie, dann mit Hervorhebung ihrer Taten in Berichten, Tagesbefehlen, Regimentsgeschichten, mit Eintragung ihres Namens auf der Ehrentafel ihrer Truppe und ihres Heimatortes. Von ihren Taten, von ihrem Ruhm sprechen noch die Enkel und Urenkel. Dieser Hunderttausende unserer Brüder, die als Helden fielen, gedenken wir heute in tiefer Wehmut, aber zugleich auch in stolzer Dankbarkeit. Und dies mit Recht. Denn sie haben sich um ihr Vaterland verdient gemacht und sollen fein ein Vorbild für die Jungmannschaft unseres Volkes, zu der ihr jungen Soldaten auch gehört. Sie kämpften, bluteten und starben, auf daß Deutschland lebe. Dann gibt es eine zweite Art von Helden, „stille Helden" möchte ich sie nennen. Diese hatten keine Gelegenheit, sich beim Sturmangriff besonders hervorzutun, kein Hurra kam über ihre Lippen, kein Tagesbefehl kündet von ihrem Ruhm. Sie taten ihre Pflicht nicht unter den Augen von Vorgesetzten, sondern allein auf sich selbst gestellt; sie konnten sich — unbeobachtet, unbeaufsichtigt — der drohenden Gefahr entziehen, die Gefahr meiden. Und doch hielten sie durch. Das waren sie, die wir Männer des Krieges von draußen kennen, die Meldegänger, die Störungssucher, die dutzendmal allein in und durch schwerstes Feindfeuer hindurch mußten mit einem Auftrag, einem Befehl, einer Meldung, die Horchposten in den Sappen, in den Minengängen tief unter der Erde und viele, viele andre mehr. Sie alle, auch viele Hunderttausende, leisteten oftmals Uebermenschliches, Unerhörtes, ihrer Pflicht getreu bis zum Tode. Nur wenig kündet von ihrem Ruhm. Und doch ist ihr Heldentum manchesmal größer gewesen, als das der anderen. Hier sitzen und stehen unter uns in dieser feierlichen Stunde die Helden, die — kampfgestählt und erprobt in tausend Schlachten und Gefechten — ihren Mann standen, ihre Pflicht erfüllten, ihr Leben einsetzten und ihre Gesundheit dahingaben für ihr Vaterland. Wir gedenken ferner am heutigen Tage auch all derer, die als Angehörige der Wehrmacht im Frieden in treuer Erfüllung ihrer beschworenen Pflichten ihr Leben ließen zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Das Opfer all dieser toten und lebenden Helden legt uns die heilige Verpflichtung auf, ihnen nachzueifern im Leben wie im Sterben. Und so wollen wir in dieser feierlichen Stunde in tiefer Wehmut und Trauer, aber voller Stolz, all der Millionen bekannter und unbekannter Helden der deutschen Wehrmacht gedenken, die in Erfüllung ihrer Pflicht Gesundheit oder Leben ließen für ihr Vaterland. „Ihr bleibt im ew'gen Leben ein guter Kamerad!" Während die Fahnenkompanie präsentierte, die übrigen Truppen stillstanden, die Fahnen sich senkten und die Menge den deutschen Gruß darbrachte, wurde der Gefallenen gedacht. Danach sagte Generalleutnant Oßwald weiter: Und noch andrer deutschen Helden gedenken wir heute. Es sind die Hunderte von Toten und Zehntausenden von Verletzten der Bewegung, deren Opfer an Blut und Leben für die Idee ihres Führers, heute unseres Führers, die Grundlage war, daß em neues Deutschland erstehen konnte, eine wahre Volksgemeinschaft, ein Reich der Kraft, der Ehre, ein Volk voll fanatischen Glaubens an den, der es führt zu neuem Glück und neuer Größe. Dieser Helden Opfer verdanken wir auch, daß wir wieder eine starke Wehrmacht haben, bereit, ihr Schwert in die Wagschale der Entscheidungen zu legen. Und so wollen wir Soldaten auch ihrer heute in Stolz und Ehrfurcht gedenken. Auch sie fielen, auf daß Deutschland lebe und wieder groß und stark und glücklich werde. In dieser feierlichen und zugleich auch ernsten Stunde soll euch Soldaten das Opfer der Millionen des großen Krieges und der Zehntausende aus der Zeit des Aufbruchs der alten Nation zum neuen größeren Reich eine Mahnung und ein Ansporn sein, es ihnen gleichzutun in der Erfüllung ihrer Pflichten im Leben wie im Sterben, wenn der Tag kommt und der Führer uns ruft. Wiederum präsentierte die Fahnenkompanie und standen die übrigen Truppen still. Nun sagte der General: Unser Gelöbnis zum Einsatz unsres Lebens, unsren Glauben an unsres Reiches Größe, Kraft und Herrlichkeit und unsre Treue zu Eid und Pflicht bekräftigen wir durch den Ruf: Unser Führer, der oberste Befehlshaber der Wehrmacht,^ und unser Volk und Reich: Sieg-Heil! Der Gruß an den Führer fand allenthalben begeisterten Widerhall. Damit endete die Feier auf 'dem Platze. Links: Gefallenen-Gedenken während der Feier auf dem Trieb. — Rechts: Generalleutnant Oßwald nimmt den Vorbeimarsch ab. W MW 1 | H : M r / 'F v V ■ &>■;. iS I ■ M Oer Vorbeimarsch vor Generalleutnant Oswald. und dem in feiner Begleitung' weilenden Befehls- Haber der Luftwaffe, Generalmajor Millich, sowie den Vertretern der Partei und der hiesigen Behörden bildete den Abschluß der Feier. Zuerst marschierte die Infanterie vorbei, dann folgte die Artillerie, anschließend die Männer der Luftwaffe. Die Ehrenformationen, mit dem SA.-Sturm der Eisernen-Kreuz-Träger an der Sitze, folgten; ihm schlossen sich die übrigen Ehrenabordnungen der Partei an, dann folgten die alten Soldaten der verschiedenen Kameradschaften, zum Schluß die Formationen der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. (Aufnahmen |2J: Neuner, Gießener Anzeiger.) Gefährliche Autodiebe. Die Täter vom Römerberg vor der Aburteilung. LPD. Frankfurt a. M., 11. März. Die beiden aus Mannheim stammenden Burschen Sieber und Rod eck, die am 30. Januar mit einem gestohlenen Auto in Formationen der Bewegung auf dem Römerberg hineingefahren sind und zahlreiche SA.-Mäyner zum Teil schwer verletzt haben, werden sich demnächst vor der Strafkammer in Frankfurt a. M. verantworten müssen. Die beiden Burschen sind auch als gefährliche Autodiebe überführt. Die Kriminalpolizei in Frankfurt a. M. hat in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei in Mannheim und Ludwigshafen eine Bande von acht gleichaltrigen Burschen überführt, die monatelang in Mannheim und anderen Städten parkende Kraftwagen gestohlen und zu Amüsierfahrten benutzt hat. Diese Fahrten waren wiederholt sehr ausgedehnt und mit Kinobesuchen und Zechgelagen verbunden. Mehrfach haben die Burschen auch Verkehrsunfälle verursacht und sich der Fahrerflucht schuldig gemacht. Handschuhe, Rauchwaren, Parfüm und sonstige Gegenstände, die sie in den Autos fanden, nahmen diese „Herrenfahrer" für sich oder ihre gelegentlichen Begleiterinnen mit. Auch an Musterkoffern haben sie sich verschiedentlich vergriffen. In Ludwigshafen haben Sieber und Rodeck, die als die Führer der Bande angesehen werden müssen, einen Schaufenstereinbruch verübt. Mit den in Frankfurt und Mannheim erfolgten Festnahmen ist dem gefährlichen Treiben dieser Autodiebe ein Ende gesetzt, ehe sie weitergehende Pläne verwirklichen konnten. Raubüberfall auf eine Frau. Der Täter verhaftet. ; Lpd. Frankfurt a. M., 10. März. Am Mitt- woch gegen 18 Uhr ging ein junger Mann in ein Haus in der Thomasiusstraße und verschaffte sich unter einem Vorwand Zutritt in die Wohnung einer älteren Frau. Kaum hatte er die Vov- platztür geschlossen, warf er die Wohnungsinhaberin zu Boden und steckte ihr ein Taschentuch als Knebel in den Mund. Der Bursche verlangte dann von der Frau die Herausgabe :hres Geldes. Da die Heber« fallene nicht sprechen konnte, deutete sie auf chre in der Nähe liegende Handtasche, aus der sich der Räuber das Geld nahm. Nach dem Ueberfall flüchtete der Täter. Er wurde im Treppenhaus von einer Frau angehalten, versetzte ihr aber einen Stoß und lief in den Hof, wo er von einem Mann festgehalten und dem Ueber- fallkommando übergeben wurde. Bei dem Täter handelt es sich um einen 17 Jahre alten Burschen, der, wie die Polizei mitteilt, bereis am 28. Februar d. I. einen ähnlichen Ueberfall in der Hanauer Landstraße verübt hat. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) A. V. Wenn der Mietzins nach Monaten bemessen ist, so ist gemäß § 565 Abs. 1 die Kündigung nur für den Schluß eines Kalendermonats zulässig; sie hat spätestens am 15. eines Monats zu erfolgen. NOLWMtzÄAS GLORlfl Für gute Kleider pflege bietet Ihnen Gewähr Heute Montag letzter Tag Karaten anl See 16510 Schellfisch indische Grabmal Frisch wie aus dem Netzl Seltersweg 18 Ruf Nr. 2467 Ab morgen Dienstag Heute Montag die große Premiere ohne Kopf 500 Gramm der mit Spannung erwartete Großfilm Lida Baarova Hans Söhnker Friedl Czepa Hans Moser Georg Alexander Harald Paulsen Iwanssvevtteisevuug Tienätan,lF.März,nachm.2Uhr, wllen i. Versteig.-Lotnl, Neuenweg 28, bzw. an Tri u.Stelle (Be- tanntg.in ob. Lokal) zwangsw.g ws.Bar-abl. versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 1 Fahrrad, 1 Mörtelmaichme, Anmgsston, 3 Eisschränke, 2 Regi- ttriertaslen, 2 Grammophone, 3 ^ckreibmasch., 1 Schaubeck-Album m Bnekmark., 1 Klavier,! Spiegel, 1 Schamensterausstellungseinricht. 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