Nr.« Erstes Blatt LrlchetM täglich, außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustrierte (BteRenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$*6e3ugspret$: Mit 4 Betlagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 188. Jahrgang Hreitag, 14-Januar 1938 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Text» anzeigen von70mm Breite 50Npf..Platzvorschrift nach vorh. 93ereinbg.25°/0 mehr. Ermatztgte Grundpreise: Zfernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Sieben Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686 General-Anzeiger für Oberhessen öru* und Verlag: vrühlsche Untverfitütsdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und SeschSstrftellr: Schulftrahe 7 Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familiengnzei- gen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutschland heißt Gtojadinowitfch willkommen. Der jugoslawische Ministerpräsident auf der Fahrt nach Berlin. Herzliche Verabschiedung in Belgrad. Belgrad, 14. 3an. (DJIB.) Winisterpräjidenl und Außenminister Dr. Stojadinowitsch Hal am Donnerstag feine Deulschlandreise angetrefen. Er verlieh die jugoslawische Haupt- stadt in Begleitung feines Kabinettschefs Dr. Dragan p r o t i t f cf) und des Attaches im Außenmini- sterium Dr. Fuad Azabaghit sch um 22.50 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug, an den ein Salonwagen angehängt war. Auf dem Bahnhof hatten sich der deutsche Geschäftsträger oon Jan- s o n mit sämtlichen Mitgliedern der Gesandtschaft eingefunden, um ihm gute Fahrt ju wünschen. Bon jugoslawischer Seite waren sämtliche Mitglieder der Regierung unter Führung des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenministers K o r o - scheh erschienen, von denen sich Dr. Sfojabino- witsch sehr herzlich verabschiedete. Auch zahlreiche Senatoren und Abgeordnete, sowie die Führer der Regierungspartei waren zugegen. Unter den stürmischen Hochrufen der auf dem Bahnsteig wartenden begeisterten Iugend der jugoslawischen radikalen Bereinigung, deren Borsihender Dr. Stojadinowilsch ist, bestieg er den Fug. Als er an das Fenster feines Magens trat, erschollen neue begeisterte Rufe auf den „Bater der Jugend" und „Führer des jugoslawischen Bolfes“. Die Hochrufe endeten erst als der Zug den Blicken entschwunden war. In Berlin traf bereits der Pressechef der jugoslawischen Regierung Dr. Kosta L u k o v i c mit einer größeren Abordnung namhafter jugoslawischer Hauptschriftleiter ein. Sie wurden im Auftrage des Reichspressechefs von dem stellvertretenden Pressechef der Reichsregierung Ministerialrat Berndt herzlich willkommen geheißen. Zu dem Empfang hatten sich vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Regierungsrat Bade und Regierungsrat Baron von Weyßen- hof, ferner Vertreter des Reichsverbandes der Deutschen Presse, der jugoslawischen Gesandtschaft und Kolonie, der Reichsfilmkammer sowie der in Berlin bereits anwesende Direktor der amtlichen jugoslawischen Nachrichtenagentur Avala Dr. Jovanovic eingefunden. Fruchtbare Wechselbeziehungen Deutsch-jugoslawische Zusammenarbeit im Dienst des Friedens. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der jugoslawische Ministerpräsident Dr Milan Sto- jadinowitsch veröffentlicht in einem Sonderheft der Zeitschrift „Volk und Reich" nachstehenden Artikel: Zwischen dem jugoslawischen und dem deutschen Volke bestehen seit über einem Jahrhundert vor allem auf kulturellem und geistigem Gebiet enge und fruchtbare Wechselbeziehungen. Die vor kurzem stattgefundene Feier des 150. Geburtstages unseres großen Sprachschöpfers V u k Karadzitsch gab besonders auch Anlaß, dieser Beziehungen zu aedenken, die sich in unserem Volk so sichtbar und für sein Wirken entscheidend verkörperten Erfuhr doch das Werk Vuks eine maßgebliche Förderung durch Jakob Grimm, Goethe und andere Repräsentanten des deutschen Geisteslebens der ersten zwei Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts. Die Tatsache, daß Vuk Karadzitsch dem großen deutschen Historiker Leopold von Ranke das Material für dessen Geschichte der serbischen -Revolution lieferte, ist nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Zusammenarbeit der beiden wichtig, sondern auch deshalb, weil durch das Werk Rankes die ganze, europäische Öffentlichkeit mit dem Freiheitskampf unseres Volkes näher bekannt- gemacht wurde. Diese gegenseitigen geistigen Beziehungen wurden nie unterbrochen und sind auch heute in erfreulichem Umfange> vorhanden. Obwohl sich Serbien und Deutschland j m Kriege gegenüberstanden, waren sie doch nicht Feinde, sondern ritterliche Gegner. Dies wird serbischer- und, wie ich weiß, auch deutscherseits vorbehaltlos anerkannt. Gleich nach dem Kriege aber begannen sich die Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern rasch wieder zu normalisieren. Ihr Wirtschaftsverkehr, der heute einen entscheidenden Faktor für beide Partner darstellt, war schon wenige Jahre nach dem Kriege wieder im Aufblühen begriffen. Jugoslawien, das überwiegend ein Agrarftaat ist, und das industrielle Deutschland ergänzen sich m ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen gegenseitig hervorragend. Deshalb hat auch der Handelsverkehr zwischen unseren beiden Staaten in den letzten Jahren au; Grund des Handelsvertrages vom Jahre 1934 eine so erfreuliche auf steigende Entwicklung genommen. < . Wir find uns immer der Tatsache bewußt, daß Deutschland im Donauraum eine e-n t - scheidende Rolle spielt und daß keine Lösung der fogenannten'Donauraumfrage ohne d i e Mitwirkung Deutschlands möglich ist. Die deutsche Politik hat ihrerseits, wie ich anerkennen muß, stets ein volles Verständnis für die Bedürfnisse und Interessen Jugoslawiens bewiesen und die Unabhängigkeit unserer Außenpolitik, bie' sich immer nur an unseren eigenen Interessen ausrichten kann, stets in vollem Umfange gewürdigt. Auf dieser Grundlage haben sich die jugoslawisch- deutschen Beziehungen auch auf politischem Gebiet ungetrübt freundschaftlich gestaltet. Der Besuch des Herrn Reichsaußenministers in Belgrad im Sommer 1937 hat dies bestätigt. Ich konnte in meinen Unterredungen mit Herrn von Neurath feststellen, daß unsere beiderseitigen Auffassungen über die politische Lage und über den Nutzen einer friedlichen und freundschaftlichen Zusammenarbeit unserer beiden Staaten ü b e r e i n ft i m m t e n. Unsere Gespräche haben den Wunsch und den Willen auf beiden Seiten erneut bekräftigt, auf dem Wege der Vertiefung der wechselseitigen Beziehungen dem Werk des allgemeinen Friedens zu dienen. Ich bin überzeugt, daß meinbevorftehen- der Besuch in Berlin dieselbe Uebereinstim- mung ergeben wird. Insbesondere freue ich mich, anläßlich dieses Besuches mit alle^i führenden Männern des neuen Deutschland, vor allem mit seinem großen Führer, in Kontakt zu treten und sie, soweit dies noch nicht der Fall ist, auch persönlich kennenzulernen Das historische Werk, das der Führer und Reichskanzler durch die geistige Wiedergeburt Deutschlands vollbracht hat, findet bei uns Bewunderung und Anerkennung. Auch wir sind überzeugt, daß in einer Zeit sozialen Umbruchs nichts dem Frieden der Welt mehr zu dienen geeignet ist, gls die innere Gesundung der Vösker. Rücktritt des französischen Kabinetts. Wiederbetrauung Chauiemps mit der Regierungsbildung wahrscheinlich. Ster letzte Appell. Chauiemps stellt in der Kammer die Vertrauensfrage. Paris, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident Ehauternps gab in der Kammer heute früh um 3.30 Uhr die Gesamtdemission des Kabinetts bekannt. Dem Entschluß war eine lange Sitzung der Kammer vorausgegangen, in der der Ministerpräsident die Vertrauensfrage gestellt und erklärt hatte, daß die Finanzlage noch vor zwölf Tagen zu keinen Besorgnissen Anlaß gegeben habe. Vor einigen Tagen habe sich jedoch eine Erregung breitgemacht, die ernste Rückwirkungen auf den Devisenmarkt gehabt habe. Es werde das Verdienst dieser Legislaturperiode sein, als neue Gesetzgebungsarbeit das Gesetzbuch des Bürgerfriedens zu verabschieden. Die Massen, denen dieses Gesetz die Sicherheit in der Arbeit bringen werde, müßten aber auch ihre Pflicht gegenüber der Nation erfüllen. Jeder müsse darauf verzichten, die Leidenschaften aufzupeitschen. Wenn gewisse Männer den Burgfrieden stören wollten, so werde das Gesetz in aller Schärfe angewendet werden. Die französische öffentliche Meinung muß von ihrer moralischen Krankheit und von ihrem mangelnden Sfbstbewußtsein geheilt werden. Das ganze Volk Der radikalfozialistifche Abgeordnete Elbel teilte mit, daß die radikalfozialistifche Fraktion für die Regierung stimmen werde. Im Hamen der Sozialdemokraten schloß der Abgeordnete Ferrol sich dieser Erklärung an. Der kommunistische Abgeordnete Rametfe erklärte, daß die Kommunisten nicht gegen die Regierung stimmen würden, um nicht die Bolfsfront zu gefährden. Der Kommunist entwickelte darauf eine Reihe kommunistischer Forderungen. Ministerpräsident Lhaulemps erklärte, daß muß wieder Selb st vertrauen schöpfen und nach der Herstellung des Arbeitsfriedens gemeinsame Anstrengungen entfalten. Er begreife, daß Andersdenkende zur Bekämpfung der Auswüchse der Spekulation die Währungskontrolle fordern könnten. Er bleibe jedoch Anhänger der Währungsfreiheit. Jeder könne der Regierung dadurch helfen, daß er es unterlasse, ihr alle Tage Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Die Regierung könne nicht arbeiten, wenn sie ständig und auf allen Gebieten von der Mehrheit, der sie ihre Existenz verdanke, kritisiert werde. Er bleibe der Mehrheit treu, verlange aber auch von dieser Mehrheit die Treue. Er stelle vor dem Lande die - Vertrauensfrage. Es trat eine Pause ein, während der sich die Kammergruppen über ihre Haltung schlüssig wurden. Die Sitzung wurde um 21.30 Uhr wieder ausgenommen. Nach einer neuen Pause verlas kurz vor 3 Uhr morgens der Kammerpräsident die von der Linksabordnung ausgearbeitete Tagesordnung. „Die Kammer billigt, getreu ihren Prinzipien, die Bilanz-, Währungs- und Sozialpolitik, und setzt ihr Vertrauen in die Regierung, die finanzielle Aufrichtung im Zeichen der Währungsfreiheit zu sichern und die Achtung der republikanischen Ordnung jedermann aufzuzwinge n." es der Regierung unmöglich fei, die Forderungen der Kommunisten zu erfüllen und daß, wenn diese daraus beständen, ihre Handlungsfreiheit zurückzunehmen, er sie nicht daran hindern werde. Die Erklärung des Ministerpräsidenten Lhaulemps löste einen gewaltigen Beifallssturm auf den Bänken der Mitte und der Rechten aus, während sie auf der Bolksfrontseite Widerspruch hervorrief. Es wurde nun eine Unterbrechung der Sitzung verlangt. 1 Um 3.30 Uhr gab dann der pariser Radiosender bekannt, daß die sozialdemokratischen Minister nach dem scharfen Zusammenstoß zwischen Lhaulemps und den Kommunisten ihre Demission eingereicht hätten, was unverzüglich die Demission des Gesamtkabinetts zur Folge hatte. Innenminister D o r m o y soll nach dem Wortwechsel zwischen Lhaulemps und dem kommunistischen Abgeordneten Ravette auf die Rednertribüne gestiegen sein und erklärt haben: „Jetzt ist aber Schluß!" Nachdem Lhaulemps bei Wiederzusammenlrill der Kammer erklärt hat, daß er zurücklrelen werde, wurde bereits hier und da angenommen, daß der Präsident der Republik schon in den nächsten Stunden Lhaulemps mit der Neubildung eines Kabinetts betrauen werde. Der Grund zur Kabinettskrise. Paris, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie sich zeigt, haben die neuen kommunistischen Forderungen, vor allem die Aufhebung der „Pause", in der Durchführung der sozialpolitischen fRefognen den äußeren Anlaß zur Kabinettskrise gegeben. Das Fallenlassen der „Pause" hätte den mit unendlichen Mühen ins Gleichgewicht gebrachten Haushaltsplan für das Jahr 1938 ernstlich erschüttert. Ehauternps sah sich daher gezwungen, den Kommunisten freizustellen, bedingungslos die Forderung der Regierung anzunehmen oder sich ihre Handlungsfreiheit zurückzunehmen. Es kam zu Lärmszenen und zur Aussetzung der Kammerdebatte. In der Zwischenzeit reichten die sozialdemokratischen Minister ihren Rücktritt ein. Die sozialdemokratische Gruppe erklärte, sie sei stets bereit gewesen, im Interesse der Nation eine Regierung zu unterstützen, die entschlossen sei, das von der Mehrheit des Volkes gewünschte politische Programm durchzuführen, besonders augenblicklich, da im Innern die Verteidigung der Republik und nach außen hin die Organisierung des Friedens notwendig sei. Die Gruppe bedauere, daß die kommunistische Partei ihre Absicht geäußert habe, sich nicht mehr der Mehrheit anzuschließen. Sie bedauere auch, daß der Ministerpräsident der kommunistischen Partei ihre Handlungsfreiheit wiedergegeben un£ so die politische Ausrichtung der Regierung geändert habe. Unter diesen Umständen- könne sich die Regierung nicht mehrLolkssront-Regierung nennen. Scharfer Zusammenstoß mit den Kommunisten. 6hautemps lehnt die kommunistischen Forderungen ab. -Oie sozialdemokratischen Minister demissionieren. Oer Staatsmann Stojadinowitsch. Zu seinem Besuch in Deutschland. bon unserem Dr. H.-Berichterstatter Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Belgrad, Januar 1938- Der Name des jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Milan Stojadinowitsch ist zu einem Begriff geworden, der aus der europäischen Politik, besonders aus der Politik in Südosteuropa nicht mehr wegzudenken ist. In ihm verkörpert sich die Politik der Unabhängigkeit und Selbständigkeit eines jungen aufstrebenden Staates. E* hat die Gefahren klar erkannt, die sich aus einer Er - einseitigen Bindung Jugoslawiens an die Politik gewisser Großmächte ergeben müßten. Denn Jugoslawien würde damit automatisch in Gegensätzlichkeiten hineingezogen werden können, die seine unmittelbaren Interessen in keiner Weise berühren. Dr. Stojadinowitsch ist der erste jugoslawische Staatsmann, der die Notwendigkeit dieser „unabhängigen Außenpolitik" Jugoslawiens klar herausgestellt und zu einem Dogma erhoben hat, dessen Richtigkeit heute von kaum einem ernsthaften Politiker Jugoslawiens mehr bestritten wird. Während manche früheren jugoslawischen Außenminister für die Richtung der Außenpolitik keine andere Formel finden konnten, als die der „traditionellen Freundschaft" zu Frankreich, hat Milan Stojadinowitsch, ohne diese Freundschaft zu verletzen, gleichzeitig auch enge Freundschaftsbeziehungen zu anderen Staaten angebcchnt und vor allem mitden Nachbarn Jugoslawiens, Bulgarien und Italien, ein Friedens- und Freundschaftsverhältnis geschaffen, das für die Befriedung Südofteuropas von entscheidendem und dauerndem Wert ist. Deshalb gehört Stojadinowitsch in die Reihe der weitblickenden europäischen Staatsmänner, die den Mut haben, Erkenntnisse auch unter Schwierigkeiten durchzusetzen. Denn Schwierigkeiten hat ihm die Durchsetzung seiner außenpolitischen Erkenntnisse eingebracht. Paris, und Prag konnten sich nicht damit abfinden, daß Jugoslawien außenpolitisch eigene Wege zS^x/Ä Der jugoslawische Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch mit feiner Gattin in seinem Heim in Belgrad. (Scherl-Bilderdienst-M.) ging und zum obersten Gesetz der jugoslawischen Politik — unter Ablehnung einer Franco- oder einer anderen -philie — die e i g e n ft e n Interessen des jugoslawischen Volkes erhob. Der Name Milan Stojadinowitsch ist durch die Ausprägung, die dieser Staatsmann der Politik der Unabhängigkeit gegeben hat, auch für andere Staaten zu einem Vorbild geroorben. Die Auswirkungen feiner politischen Konzeption haben der ganzen außenpolitischen Ge- taltyng Südosteuropas in den letzten zwei Jahren ein ganz bestimmtes Profil verliehen, das sich ohne Stojadinowitsch heute wahrscheinlich ganz anders Darstellen würde. Dr. Milan Stojadinowitsch stammt, was er immer elbst mit Stolz betont, aus der Schule des großen erbischen Staatsmannes Paschitsch. Unter Pa- chitsch wurde er, der im Finanzministerium in jungen Jahren eine glänzende Beamtenkarriere gemacht hatte, im Jahre 1922, aso mit 34 Jahren, Zum ersten Male Finanzminister. Sein Name war aber der breiteren Oeffentlichkeit auch schon vorher bekannt. Schon während des Krieaes lenkte sich die Aufmerksamkeit auf den jungen Assessor des Finanzministeriums, der beim serbischen Rückzug nach Albanien die Staatskasse rettete. Am damaligen Sitz der serbischen Regierung, auf Korfu, wurde Milan Stojadinowitsch rasch einer der wichtigsten Beamten des Finanzministeriums. Auf Korfu lernte er auch seine Lebensgefährtin, Frau Augusta Stojadinowitsch, kennen, deren Vater Grieche, deren Mutter aber geborene Berlinerin ist. Mit der Zähigkeit des Urserben aus der Schumadija — Stojadinowitsch ist 1888 im serbischen Städtchen Tscbataschak geboren «— machte er sich, als er von Paschitsch die Leitung des Finanzministeriums übertragen erhielt, an bfc Sanierung des jugoslawischen Finanz- und Währungswesens. Hier hatte er in kurzer Zeit entscheidende und erfreuliche Erfolge aufzuweisen. Bald griff er über sein eigentliches wirtschaftliches Betätigungsfeld hinaus — er hatte 1910/11 in München bei Lujo Brentano Volkswirtschaft aehör't und 1911 in Berlin bei Adolf Wagner. Auf Grund einer Dissertation über den deutschen Staatshaushalt hat er den Doktor gemacht und ist auch Praktikant bei der Preußischen Oberrechnungskammer In Potsdam gewesen. Beim Tode Paschitschs stand er in der Radikalen Partei, deren Führer Paschitsch war, schon in der ersten Reihe. Paschitsch selbst betrachtete ihn als feinen begabtesten Mitarbeiter. Die weitere Entwicklung der innerpolittschen Verhältnisse in Jugoslawien, die 1929 zur Königsdiktatur führte, brachte es mit sich, daß Stojadinowitsch in der Folgezeit politisch einige Jahre abseits stand. Das war aber nicht zu seinem Schaden. Er nutzte die Zeit, um die praktischen politischen Erfahrungen durch weitere Studien zu ergänzen und zu vertiefen. Erst 1934 ließ er sich bestimmen, in das Kablnett Jev- titsch als Finanzminister einzutreten, um nach dem Scheitern Jevtitschs schon ein halbes Jahr später, am 24. Juni 1935, seine eigene Regierung au bilden. Stojaoinowitsch hat in den zweieinhalb Jahren seiner Regierungszeit >der Politik Jugoslawiens in enger harmonischer Zusammenarbeit mit dem hoch- begabten und feinsinnigen Prinzregenten Paul ein neues, ganz ausgeprägtes Gesicht gegeben. Die zweieinhalb Jahre feiner Regierungszeit waren nicht immer leicht und durchaus nicht frei von innerpolitischen Kämpfen. Es scheint aber, daß diese Kämpfe seine Energien nur noch gestählt haben. Wenn andere schon lange erlahmt wären und die Fahne hätten fallen lassen, ließ Stojadinowitsch den Mut nicht sinken. Er ist davon überzeugt, daß es das Schicksal gut mit ihm meint, daß er, wie es im Serbischen heißt, ein „Batlija", ein Glücks- träger ist. Gerade die Entwicklung des letzten Jahres hat diesen Glauben immer wieder von neuem bestätigt, so daß sich selbst seine Gegner mit diesem „Batlija" abzufinden beginnen. Es ist natürlich, daß für den Wirtschaftsmann Stojadinowitsch Grundlage und Voraussetzung der Staatsführung die Wirtschafts- und Sozialpolitik ist, der seine Regierung deshalb auch die größte Aufmerksamkeit schenkt. Stojadinowitsch geht dabei von der Erkenntnis aus, daß die politischen Staatsfragen viel, wenn nicht alles, von ihrer Schärfe verlieren, wenn das Volk wirtschaftlich und sozial zufrieden ist. In der Innenpolitik verfolgt Stojadinowitsch einen Kurs des Entgegenkommens und Verständnisses für die Bestrebungen, die mit dem Komplex der sogenannten kroatischen Frage Zusammenhängen. Deshalb ist er aber trotzdem nicht bereit, auch nur um Haaresbreite von seiner nationalen Politik abzuweichen, da die Erhaltung der Einheit von Staat und.Volk oberster Grundsatz ist. Die Kompliziertheit der innerpoliti- schen Probleme Jugoslawiens und die Fehler, die in der Vergangerchiet auf diesem Gebiet gemacht wurden, versagten Stojadinowitsch bisher entscheidende Erfolge in der Richtung der endgültigen inneren Befriedung. Trotzdem wird ihm atier auch auf innerpolitischem Gebiet zugebilligt werden müssen, daß er es mit seltenem Geschick und Takt verstanden hat, den Gegensätzlichkeiten ihre Spitze zu nehmen und den Weg für einen späteren Ausgleich zu ebnen. Ganz besonders kam die starke Persönlichkeit Stojadinowitschs auf dem Gebiete der Außenpolitik zur Geltung. Er hat durch feine konsequente Haltung das international Ansehen Jugoslawiens außerordentlich gefestigt und ckergrö- ßertz was auch feine Gegner anerkennen. Es ist heute für die jugoslawische Oeffentlichkeit kein Zweifel mehr, daß Stojadinowitsch der fähigste Staatsmann ist, den Jugoslawien feit dem Tode des großen Paschitsch hatte. Milan Stojadinowitsch wird bei seinem bevorstehenden Besuch im Peich alte liebe Erinnerungen ausfrischen können, die ihn mit Berlin und München aus feiner Studentenzeit her verbinden. Seit der Zeit hat Stojadinowitsch eine Vorliebe für München behalten, und fast jedes Jahr kehrt er auf seinen Reisen aud^ jetzt noch im Münchener Hofbräuhaus ein. Aus seiner Münchener Studienzeit erzählt er, daß gegen Monatsende, wenn der Wechsel zusammengeschrumpft war, er mit 50 Pfennigen den Tag über auskommen mußte, und das ging sehr gut, denn eine Maß Bayerisch Bier, also ein voller Liter, kostete damals 23 Pfennig. Der Rest mußte für Schwarzbrot, Käse und das Trinkgeld reichen. Schwarzbrot und Käse ißt er heute noch am liebsten. Sein athletischer Körper und seine Vorliebe für den Boxsport beweisen, daß diese deutschen Nahrungsmittel gut angeschlagen haben. Diesmal wird er aber in erster Linie mit dem größten Interesse das neue Deutschland, das er schon in wiederholten Besuchen kennengelernt hat, in einer umfassenden Bchau in sich aufnehmen. Die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Deutschland und Jugoslawien bestehen und die auf jugoslawischer Seit^ in Stojadinowitsch einen aufrichtigen Vertreter haben, werden durch diesen Besuch zweifellos eine weitere Vertiefung erfahren. 0er polnische Außenminister Beck in Berlin. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der polnische Außen- Minister Oberst Beck hat im Laufe des Vormittags dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn von Neurath einen Besuch abgestattet, an den sich eine längere Unterhaltung knüpfte. Mittags sah ihn Ministerpräsident * Generaloberst Göring bei sich zu Gast. Am Nachmittag suchte der polnische Staatsmann den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. .GosksiLls nuj. Das Echo der Budapester Konferenz Wie sieht es in der Wirtschaft aus? Der auch diesmal wieder sehr gründliche und um- angreiche Ueberblick der Reichskedit-Gesell- ch a f t über „Deutschlands wirtschaftliche Lage an der Jahreswende 1937/38" unterstreicht zunächst die im vergangenen Jahre erzielten Erfolge. Die Tat- ache, daß die deutsche Nationalwirtschaft in allen Binnenbereichen einen neuen Hochstand von Produktton und Arbeitsleistung erzielen konnte, wird im einzelnen durch übersichtliches Zahlenmaterial erhärtet. Als besonders bedeutsam wird mit Recht der gesteigerte Arbeitseinsatz hervorgehoben, leberschritt doch die Zahl der beschäftigten versiche- rungspflichttgen Arbeiter und Angestellten mit mehr als 19 Millionen alle früheren Zeitabschnitte. Demgegenüber war der Restbestand an Arbeitslosen mit weniger als % Million noch nie so niedrig wie im Herbst 1937. Und weiter: Die industrielle Er- Beugung überragte um etwa 20 v. H. den bisher höchsten Stand sog 1928/29. Der Änsesti- D. A. In den Jahresüberblicken, die man vielerorts lesen konnte, wurde viel über die Vollbe- chäftigung der Wirtschaft geschrieben. Erstmalig seit dem Kriege — die Scheinkonjunktur vorn 1928/29 muß hier aus bestimmten Gründen ausgenommen werden — konnte die deutsche Wirt- chaft im Jahre 1937 diesen Zustand erleben. Viel- ach nimmt man aber mit dieser Tatsache an, daß )anrit die deutsche Wirtschaft aller Sorgen ledig wäre. Das ist aber im Gegenteil ganz und gar nicht so, obwohl die Sorgen, die mit der Vollbe- chäftigung neu auftreten, nicht mit denen zu vergleichen sind, die eine so furchtbare Arbeitslosigkeit, wie sie Deutschland 1932/33 erlebte, mit sich bringen. Das Institut für Konjunkturfor- chung untersucht in seinem letzten Heft, welche Probleme mit der Vollbeschäftigung der Wirtschaft Zusammenhängen, insbesondere, welche Ausdehnungsmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft noch vorhanden sind. Die Darstellung über die Grenzen der Beschäftigung ergibt, daß in der Versorgung mit Arbeitskräften noch heute nicht alle Reserven eingesetzt sind. Außerdem kann der monatswirtschaftliche Nutzeffekt der vorhandenen Arbettskräfte durch zweckmäßigen Zins- atz, durch Verminderung der Fluktuation, durch Beseitigung oder Verminderung der Kurzarbeit, durch vermehrte Anwendung von Maschinen usw. gesteigert werden. Die Untersuchung der Grenzen der landwirtschaftlichen Erzeugung kommt zu dem Ergebnis, daß das Angebot an Nahrungsmitteln und agrarischen Rohstofien haupt- ächlich durch eine Steigerung der Flächen- Erträge erstrebt werden muß. Drei Gruppen von Maßnahmn sind ins Auge zu fassen: die Schulung der Landwirte, zweckmäßige Gestaltung der Anbauverhältnisse und eigentliche technische Maßnahmen usw. Obwohl die landwirtschaftliche Arbeit immer chwieriger wird, können auch heute noch erhebliche Reserven im Kampf um die Erringung der Nah- rungsfteiheit aufgerufen werden. Auf dem Gebiet der Rohstoffversorgung haben sich in den letzten Jahren zwar gewisse (Spannungen heraus- gebildet, die vor allem mit der Beschränkung der Einfuhrmöglichkeiten Zusammenhängen, durch bessere Altstoffverwertung, bessere Ausnutzung der vorhandenen Rohstofte und Austausch bestimmter Stoffe durch andere, weniger knappe Materialien, kann das-Rohstoftangebot in gewissem Umfang vergrößert werden. Den entscheidenden Faktor bildet aber die Steigerung der einheimischen Roh- tofferzeugung im Rahmen des Vierjahresplanes, wobei das Hauptgewicht auf die Entwicklung der industriellen Rohstofferzeugung zu legen ist. Oesterreich und die Genfer Liga. Bundeskanzler Schuschnigg über das Ergebnis von Budapest. Wien, 13. Jan. (DNB.) Zu der gemeinsamen Erklärung der drei Staaten der römischen Protokolle nach der Budapester Besprechung veröffentlicht die Politische Korrespondenz Aeußerungen des Bundeskanzler. Dr. Schuschnigg. Darin heißt es: Das österreichisch-deutsche Abkommen vom 11. Jutt 1936 ist eine erfreuliche und zweckentsprechende Ergänzung des Rompaktes. Es wird gut sein, sich zu erinnern, daß Oesterreich feit je sich alsdeutscherStaat deklariert hat, auch längst bevor die Achsenpolitik noch in Sicht kam, und daß es bei jeder Gelegenheit betonte, es fei unter keinen Umständen bereit, eine Politik zu machen, die eine Spitze gegen Deutschland hade^ Diese Auffassung fand in Rom und Budapest volles Verständnis. Es liegt in der Natur der Sache, daß die kleinen Staaten mit anderen Augen und anderen Interessen die Entwicklung des Völkerbundes verfolgen, als dies begreiflicherweise behben Großmächten der Fall ist. Es darf nicht übersehen werden, daß Oesterreich und Ungarn in kritischen Zeiten vom Völkerbund und den führenden Mächten, wobei insbesondere Englands gedacht werden muß, wirtschaftlich lebenswichtige Unterstützung erhielten. Um so mehr fühlen wir uns heute verpflichtet, darauf hinzuwirken, daß der alten großen Völkerbundsidee wieder neues Leben eingehaucht werde. Vor Aufnahme Sowjetrußlands in den Völkerbund galt es als selbstverständliche Voraussetzung, daß auf dem internationalen Forum Genfs innenpolitische Ideologien der einzelnen Staaten keine Rolle spielten. Es möchte für den Völkerbund schädliche Folgen haben, wenn aus dem Völkerbund ein Block von einseitigen politischen Ideologien entstünde. Dann erst wäre die Zweiteilung Europas vollendet mit allen Gefahren, die starren Bündnissystemen erfahrungsgemäß anhasten. Oesterreich lehnt mit vielen anderen Staaten eine solche Entwicklung ab. Allerdings bietet wohl die Einsicht der im Völkerbund verbliebenen westlichen Großmächte ausreichende Bürgschaft dafür, daß einer so gefahrdrohenden Entwicklung fein Raum gegeben wird. parifer Stimmen. Paris, 13. Jan. (DNB.) „Matin" ist der An- icht, daß im Budapester Communquö in erster Linie ein Erfolg der italienischen Politik zu sehen ist. Die Anerkennung General Francos und der Beitritt Italiens zum Aütt- fominternpaft, sowie die Billigung des Austritts Italiens aus Genf feien schon drei Punkte erster Ordnung, die der Polittk Mussolinis Genugtuung ZdR. Die bewundernswerten Leistungen der chemischen Industrie in der Erzeugung und Vervollkommnung neuer Textilrohstoffe lassen in der Oeffentlichkeit leicht den Eindruck entstehen, als werde nun die Erzeugung natürlicher Textilien wie Wolle, Flachs ufw. vernachläs- igt. Allerdings sind wir in der Schafhaltung und )er Wollwirtschaft noch roeit entfernt von der ein- tigen hohen Blüte, als 30 Millionen Schafe ihre Vliesse über unsere Erde trugen. Bis kurz vor dem Kriege von 1870/71 war Deutschland das führende Woll-Land der Erde. Vier Fünftel der nach England eingeführten Wolle lieferten wir einmal. Und um 1830 noch war Breslau der unbestritten größte Wollhandelsplatz Europas, wo nicht nur die Wolle von den großen schlesischen Herden, son- dem auch von den Herden des östlichen und südöstlichen Europa zusammenkamen. Im Jahre 1808 kamen die ersten IV2 Zentner australischer Schafwolle in England an, und bereits 1850 bezog England fast den ganzen Rohstoffbedarf für feine riesigen Spinnereien und Webereien von Australien. Das vernichtete den deutschen Wollmarkt foi abgelaufenen Geschäftsjahres die finanzielle Durchführung dqr kommenden Aufgaben nach Möglichkeit vorzubereiten, wird unterstrichen. Zu den bevorstehenden finanziellen Anforderungen- gehören insbesondere die neuen Bauaufgaben, die sich aus den geplanten Umgestaltungen der Städte Berlin, Hamburg, München und Nürnberg ergeben. Ein^sorgsame Finanzgebarung ist naturgemäß notwendig, da die Reichsbahn in ihrer Finanzierung auf die eigenen Kassenmittel angewiesen ist und der Kapitalmarkt den Bedürfnissen des Reiches Vorbehalten bleiben muß. / ♦ Durch die Arbeiten des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe sind die Aufgaben, die der Dier- jahresplan an die deutsche M l n e r a l ö l w i r t- schäft stellt, inzwischen soweit gediehen, daß der Chef des Amtes, Oberst des Generalstabes Löb, die Reihe der bisher auf verschiedenen Rohstoffgebieten vot den beteiligten Fachkreisen gehaltenen Vorträge am 12. 1. 1938 mit einem Vortrage über „Die deutsche Mineralölwirtschaft im Vierjahres- plan" fortsetzen konnte. Da es keinen Zweig der deutschen Wirtschaft gibt, in dem Kraft- und Schmierstoffe nicht eine wichtige Rolle spielen, ist es eine der dringlichsten Aufgaben des Vierjahresplanes, die großen Einfuhrmengen, die 1936 uoch über 50 v. H. des Gesamtbedarfes betrugen, 3u verringern. Dabei muß auf die künftige Steigerung des Verbrauches Rücksicht genommen werden, die sich aus der voraussichtlichen Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes, aus der Anzahl der Dieselfahrzeuge im Verhältnis zu den mit Vergasermotoren betriebenen Fahrzeugen und aus dem Wachsen der Reichsautabahnen ergibt. Es ist selbstverständlich, daß die Ansprüche, die der Verbraucher in bezug auf Qualität und Preiswürdig- k e i t stellt, auch in Zukunft befriedigt werden. Zur Deckung des Bedarfes sind in ausreichender Menge an deutschen Rohstoffen Braun- und Steinkohle vorhanden. Mit dem deutschen Erdöl muß wegen der begrenzten Vorräte hausgehalten werden. Immerhin geben die im,letzten Jahr neu er- chlossenen Felder die Möglichkeit zu weiterer Produkttonssteigerung. Auch Benzol, das von der Kokserzeugung abhängig ist, steht zwar in wesentlichen, aber begrenzten Mengen zur Verfügung. Desgleichen wird der Alkohol, der ebenfalls auf Grund feiner den Kraftstoff veredelnden Eigen- chasten von Wert ist, in verminderter Menge beigemifcht werden, da die bisher zur Herstellung )es Alkohols eingesetzten Kartoffelmengen grund- atzlich für die Ernährung wichtig sind. Durch die Arbeiten deutscher Wissenschaft und Industrie sind Verfahren entstanden, die es gestatten, die verschiedenen Kraft- und Schmierstoffe für die deutsche Mineralölwirtschaft ausderKohlezu erzeugen. Bekannt sind besonders Verfahren nach Fischer- Tropsch und das IG.-Hochdruck-Verfahren. Auch wird zukünftta in besonderen Fällen die V e r w e n- dung flüssiger Gase, von verdichtetem Stadtgas und von Gasgeneratoren — letztere vor allem in der Landwirtschaft —, erforderlich sein. Die Kraftstoffdeckung aus einheimischer Erzeugung hängt lediglich von der Jnoestierungdernof- wendigen Kapitalien, dem entsprechenden Arbeits - und Baustahlaufwand zur Errichtung der. neuen Erzeugungsstätten und dem Einsatz von Fachkräften für die Betriebs- ühmng ab." Der Portragende erwähnte sodann die H e i z ö l e r z e u g u n g , die sowohl auf der Extrak- tion und anschließender Hydrierung der Steinkohle als auch auf der Steinkohlenschwelung aufbaut. Die Paraffinversorgung hat durch die neuen Verfahren eine andere Grundlage erhalten, die den Aufbau neuer Verfahren, wie der Schmierölsynthese und der Fettsäureherstellung ermöglicht. Trotzdem wird die inländische Veredelung ausländischen Erdöls planmäßig aufrechterhalten. Der Hauptanteil der Mineralölversorgung entfällt jedoch auf die deutsche Kohle. tionsumfang des vergangenen Jahres überragte die Zahlen von 1928/29 um Milliardenbeträge. In dem „Weltwirtschaftlichen Ausblick" hebt die Reichskredit-Gesellschaft die nach wie vor bestehenden außerordentlichen Schwierigkeiten hervor, die ihre Ursache darin haben, daß während der Weltkrise entscheidende Grundlagen des zwischenstaatlichen Warenaustausches einfeitig zerstört worden sind. ♦ Das neue Jahr hat mit einem neuen Appell an den deutschen Sparer begonnen: Die Reichsregierung ruft erneut zur Anleihezeichnung auf; das Deutsche Reich legt 1 Milliarde Reichsmark 4,5 v. H. neue Reichsschatzanweisungen zum Kurse van 98,75 v. H. auf. Die Laufzeit der Anleihe hat am 1. Januar dieses Jahres begonnen und beträgt insgesamt 18 Jahre. Da ab 1951 jedes Jahr ein Sechstel de? Anleihebetrages der Schatzanweisungen zum Nennwert ausgelost wird, beträgt die durchschnittliche Laufzeit 15 Jahre. Das Reich behält sich jedoch die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schatzanweisungen dieser Folge noch vor Ablauf des 2. Januar 1943 vor. 250 Millionen Reichsmark dieser Schatzanweisungen sind bereits wieder fest gezeichnet worden. Die restlichen 750 Millionen Reichsmark werden durch das unter Führung der Reichsbank stehende Anleihekonsortium zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Wie bisher werden unsere Banken und Sparkassen wieder mit dafür sorgen, daß diesem Anleiheappell der größtmögliche Erfolg verschafft wird. Bereits im vergangenen Jahre haben Die Banken und Sparkassen Beweise ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit bei der Unterbringung von Anleihen erbracht. Ebenso wie sie entscheidenden Anteil an der Bereinigung des Kapitalmarktes hatten — erinnert sei Hier nur an die Schaffung des Normalzinsfußes von 4,5 v. H. durch allgemeine Herabsetzung der Zinshöhe für festverzinsliche Papiere—, jo sind sie auch oorangegangen bei den bisherigen Konsolidierungsarbeiten des Reiches. Bis jetzt wurden rund 7 Milliarden Reichsmark kurzfristige Schulden des Reiches in langfristige umge- wandelt, wobei die Banken, Sparkassen und Versicherungen große Beträge fest übernahmen. Bei der Unterbringung der Restbeträge auf Dem freien Kapitalmarkt haben die Kreditinstitute und ihre Organisationen erfolgreich mitgewirkt. Auch jetzt werden die Banken ihren eingearbeiteten Apparat spielen lassen, um möglichst jeden, auch den Volksgenossen weit draußen im Lande von der Wichtigkeit Der Anleihezeichnuna zu überzeugen. Ueberall, wo flüssige Mittel vorhanden sind, werden die Kreditinstitute die Besitzer derselben auf die Vorteile aufmerksam machen, die mit der Anleihezeichnung nicht nur für den Anleihezeichner persönlich, sondern auch für die Allgemeinheit verbunden sind. Denn die Konsolidierung der kurzfristigen Verpflichtungen durch Aufnahme von Anleihen ist mit das wichtigste Erfordernis in der erfolgreichen Fortführung Der staatlichen Wirtschaftspolitik. Die Leistungen der Reichsbahn lagen weit übe-f den Ergebnissen Der Vorkriegsjahre und haben selbst Den Umfang Des bisher günstigsten Jahres 1929 durchweg übertroffen. Auch die Einnahmen haben sich infolgedessen befriedigend entwickelt Die Betriebseinnahmen beliefen sich 1937 auf 4,5 Milliarden Mark, alfo 10,4 v. H. mehr als 1936, während die Betriebsausgaben in der, gleichen Zeit um 7 v. H. gestiegen sind. Die genaue Abschlußrechnung wird sich erst aus dem im Frühjahr erscheinenden Geschäftsbericht ergeben. Die Absicht. durch Rückstellungen aus den Erträgen des gäben. Die Erwähnung der Beziehungen zwischen Budapest und Bukarest lasse den Schluß zu, daß die Budapester Besprechungen auch den Weg zu Verhandlungen in Der Minderheitenfrage zwischen Ungarn und Rumänien ebnen könnten. Auch auf diesem (Bfbiet wäre dann ein Erfolg der italienischen Diplomatie zu verzeichnen. Die Mitteilung bewiese, daß man für alle Schwierigkeiten eine Lösung gesunden zu haben scheine, die sich zwischen Wien, Budapest und Rom aus der Achse Berlin —Rom ergeben hätten. So schreibt Der „Le Jour", Ciano sei nach Budapest gekommen, um Oesterreich und Ungarn für einen Beitritt zum Antikominternpakt zu bewegen und den Austritt beider Länder aus Der Genfer Institution zu erreichen. Die österreichischen und ungarischen Vertreter hätten es jedoch abgelehnt, dem Antikominternpakt beizutreten und Genf den Rücken zu kehren. Beide Länder hätten sich jedoch bereit- erklärt, offiziell die nationalspanische Regierung anzuerkennen, so daß Ciano nicht mit leeren Händen nach Hause komme. Bekenntnis zur Achse Rom-Berlin. Rom, 13. Jan. (DNB.) „Giornale d'Jtalia" schreibt, als wesentlichsten Bestandteil der Budapester Erklärung müsse man insbesondere Die einleitend bekundete Sympathie Oesterreichs und Ungarns für die enge deutsch-italienische Zusammenarbeit hervorhebe, ein geistiges Bekenntnis der beiden Donaustaaten zu Den Richtlinien der Achse Rom—Berlin. Es bedeute den Zusammenbruch aller jener Manöver, die auf eine Schwächung des italienisch-deutschen Systems aus- gehen. „Die Achse ist lebendig und unantastbar und wird immer stärker. Sie gewinnt neue Anhänger und dehnt ihre Ausgaben immer weiter aus." Die Hoffnungen gewisser Kreise, daß Die Budapester Konferenz Gens nicht berühren werde, hätten sich nicht verwirklicht, denn „Die Budapester Kundgebung greife Das Prestige Der Genfer Liga an ihrer lebenswichtigsten Stelle, nämlich Dem Vertrauen, an". Nach dieser Kundgebung könne man sagen, daß Oesterreichs und Ungarns Verbleiben in Genf nicht mehr vorbehaltlos, sondern nur noch bedingt fei. Oesterreich und Ungarn hätten wohl verstanden, Daß es an Der Zeit sei, eine ei n - Deutigc und verantwortungsbewußte Haltung einzunchmen. Sie wollten sich nicht in Die Reihe Der Unentschlossenen, Der Unruhestifter oder Der Ueberschlauen einreihen, Die glaubten, große Polittk zu treiben, InDem sie mit allen liebäugeln in Der falschen Annahme, immer eine Hintertür offen zu.finden. Oesterreich und Ungarn wüßten nur zu gut, Daß Die Ueberschlauen durch Die Ereignisse mit gerissen würden und in dem heute im Gange befindlichen großen polittschen Spiel die Jnittattve verlören. Camille Chautemps. Schließung der pariser Börse? Paris, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Im Anschluß an die Ueberreichung der Demission hatte Chautemps im Elysee eine halbstündige Unterredung mit dem Präsidenten der Republik, L e - brun. Wie Chautemps erklärte, werde Lebrun heute um 10 Uhr mit seinen Besprechungen über die Neubildung der Regierung beginnen. Aus eine Frage erwiderte Chautemps, daß der Finanzminister B 0 n- n e t heute Vormittag hinsichtlich einer etwaigen Schließung der Pariser Börse eine Entscheidung treffen werde. gründlich, daß wir 1913 nur noch 5 Millio- n e n Schafe hatten. Die Zahl sank bis auf 3,4 Millionen im Jahre 1933. Heute gehören uns wieder von den 700 Millionen Schafen, die die Welt besitzt, rund 5,3 Millionen. Das Tempo der Vermehrung wird durch zweckmäßige Förderungsmaßnahmen noch beschleunigt. ♦ Zu den wichtigsten Handelspartnern des Deutschen Reiches gehören die Niederlande. Der gegenseitige Warenaustausch betrug hier stets über % Milliarde RM. Der wichtige deutsch-niederländische Zahlungsverkehr ist nun nach längeren Verhandlungen neu geregelt worden. Im wesentlichen hat man sich bemüht, den bisherigen Vertragsinhalt materiell zu verbessern, so z. B. durch Erhöhung ^der freken Devisenspitze der Reichsbank und Einbeziehung gewisser Posten des Dienstleistungsverkehrs in das Clearing. Dennoch ist man aber in Zahlungstechnischer Hinsicht nicht zu dem gleich guten Ergebnis gelangt wie bei den deutsch-französischen Wirtschaftsbesprechungen vor rund einem halben Jahr. Man hat sich also von dem in Notzeiten gefundenen Clearing-Sy st em durch die dem normalen Zahlungsverkehr näherkommende Form des Zahlungsabkommens nicht lösen können. Die Erfahrungen mit den bisher deutscherseits- geschlossene^ Zahlungsabkommen nach englischem und belgischem Muster haben stets aufs Neue gezeigt, daß im Handelsverkehr mit den in Frage kommenden Ländern eine beachtliche Zunahme der Handelsumsätze zu verzeichnen war. Das Fehlen einfacher Formen der Zahkungsabwicklung dürfte innerhalb deutscher und holländischer Handelskreise auch heute, nachdem der Clearingapparat über drei Jahre arbeitet, kleinere Firmen davon abhalten, Geschäftsabschlüsse zu tätigen. Auch von holländischer Seite wurde kürzlich darauf hingewiesen, daß im unmittelbaren Verkehr zwischen kleinen Handelsfirmen in früheren normalen Zeiten eine besondere Stärke der deutsch-niederländischen Handelsbeziehungen lag. Selbst nach Abschluß des neuen einjährigen Verrechnungsabkommens dürfte der Hinweis am Platze fein, daß bei künftigen Verhandlungen eine Umstellung auch zufriedenstellend arbeitender Clearingoerträge auf Zahlungsabkommen nur im allseitigen Interesse liegen kann. Deutsch ist die Saar. DasSaarland feiert den dritten Jahrestag der Abstimmung. Saarbrücken, 13. Jan (DNB.) Den Auftakt zu der Feier anläßlich des dritten Jahrestages der Saarabstimmung bildete eine feierliche Kranzniederlegung am Grabe des auf Grund eines Urteils des französischen Kriegsgerichtes erschossenen Eisenbahners Jakob Johannes. Die Gliederun- aen der Partei marschierten durch die festlich geschmückten Straßen Saarbrückens zum Markt. Hier gab nach einem Totengedenken der frühere Londes- leiter der Deutschen Front, N i e t m a n n, einen Rückblick auf die historische Bedeutung des Abftim- inungstages. Durch die Saarabstimmung sei der Weg des Führers frei gemacht worden für feine Politik, die Deutschland wieder zu einer Großmacht von Weltbedeutung gemacht habe. Besonderer Dank g"bühre dem Führer auch dafür, daß er durch die Schaffung des Gaues Saarpfalz den Neuaufbau des deutschen Westens so tatkräftig gefördert, h ibe Nietmann erinnerte daran, Eie die deutsche Volksgemeinschaft durch die Gründung der Deutschen F r o nt als unerschütterlicher Block geschaffen wurde. Wie damals alle anständigen Deutschen on der Saar Schulter an Schulter marschierten, so i ii'sse es auch in aller Zukunft der Fall sein. Unter stürmischem Beifall der Versammlung überbrachte fieUoertretenber Gauleiter Leyser der Saarbe- uölkerung die Iferzlichsten Grüße des Führers An den Führer wurde ein Huldigungstele- gvamm geiandt Unter Vorantritt der Wehrmacht fand dann ein Marsch durch Saarbrücken statt. Auf dem Platz der Deutschen Front nahm stellvertretender Gauleiter Leyser in Begleitung von SA.- Gruppenführer F u st den Vorbeimarsch entgegen. In allen anderen saarländischen Orten wurde der Gedenktag ip ähnlicher Weise festlich begangen. Weitere Ehrungen Filckners. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Im Rathaus fand der Empfang der Reichshauptstadt für den Forscher und Nationalpreisträger, Dr. Wilhelm Filchner statt. Nachdem sich Dr. Filchner in das Goldene Buch der Stadt Berlin eingetragen hatte, überreichte der Oberbürgermeister und Stadtpräsident dem Forscher die silberne Ehrenplakette der Reichshauptstadt. Gleichzetig teilte er mit, daß der Dr - Wilhelm - Filchner - Stiftung von der Stadtverwaltung eine Ehrengabe von 10 0 0 0 Mark überwiesen worden ist. Reichsleiter Alfred Rosenberg empfing als Leiter der Kulturtagung der Reichsparteitage Dr Filchner und ließ sich von ihm über die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Forschungsreise berichten. Alfred Rosenberg übergab Dr. Filchner sein Bild mit Unterschrift und widmete ihm ein Exemplar des „Mythos des 20. Jahrhunderts". — Dr. Filchner hat folgende D a n k s a g u ng- der Oeffentlichkeit übergeben: „Auf der Heimreise nach dreieinhalb- jähriger Abwesenheit von Deutschland sind mir an allen Plätzen, die ich berührte, soviel Zeichen der Ehrung und des herzlichen Empfanges seitens der Partei, des Staates und der Bevölkerung entgegengebracht worden, daß es mir ein aufrichttges Bedürfnis ist, auf diese Weise meinen tief st en und aufrichtigsten Dank zum Ausdruck zu bringen. Dieses eindrucksvolle Erleben wird mir Kraft geben, all mein Leben und meine Arbeitskraft auch weiterhin voll einzusetzen für Führer und Vaterland." Der llebergang auf die höhere Schule. Wie die Frankfurter Zeitung berichtet, gibt der bevorstehende Abschluß des Schuljahres dem R e - qierungspräsidenten ' von Hannover Anlaß, in einer Verfügung darauf hinzuweisen, daß der Ministerialerlaß über den Uebergang körperlich und geistig gut entwickelter Kinder nach drei Grundschuljahren auf die höhere Schule sich deswegen anscheinend nicht genügend auswirke, weil immer noch die Meinung vertreten werde, daß der Uebergang nur für solche Kinder in Frage komme, die „besonders leistungsfähig" seien. Als „besondere Leistungsfähigkeit" habe allerdings nach den Begriffsbestimmungen eines Ministerialerlasses aus dem Jahre 1925 noch nicht der Umstand gegolten, daß ein Kind in der Grundschule, „durchschnittlich gut" beurteilt werde. Es sollte sich damals, so sagt die Verfügung, um ganz vereinzelte, hervorragend begabte Kinder handeln. Der Regierungspräsident weist deshalb daraus hin« daß der Uebergang zur Das gutmütigste Tier -er Oer Elefant, wie er wirklich ist. Wett. - V Der Hagenbecksche Tierpark in Stellingen bei Hamburg hat zum erstenmal in Europa ein Freigehege für (Elefanten geschaffen, wo ihnen auch ein Schwimmbassin zur Verfügung steht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Schüssel Kandiszucker und ein paar Bündeln Zuckerrohr. Unsere einzige Begegnung mit Elefänten pflegt im Zoo oder im Zirkus zu sein, und es gibt wohl kaum einen Menschen, der sich dem starken Eindruck dieser zugleich gewaltigen und liebenswürdigen Tiere zu entziehen vermöchte. Und doch wissen wir wenig von ihnen. Das kommt uns erst richtig zum Bewußtsein, roenfr jemand, der mit ihnen vertraut geworden ist, von ihnen plaudert, wie dies Major F. Peats -Brown, ein „Bengal-Lancer“, in der „Daily Mail" tut. Freundlich und ohne Hinterlist. „Menschen lieben Elefanten", schreibt er, „und mit Recht, denn sie sind die freundlichsten und gutmütigsten Tiere der Welt. So oft ich sie jetzt in einem Zirkus sehe, muß ich immer denken, wenn sie typisch für prähistorische Tiere sind, rote ich es glaube, so muß das Leben damals edler und würdiger gewesen sein als in dem gegenwärtigen Jahr des Heils. Doch es gibt eine Seite des Elefanten, in der er feine Bewunderer enttäuscht. Er sieht verschlagen aus, aber tatsächlich ist er vollkommen frei von Hinterlist. Er ist selber so gutartig, daß er auch bei anderen keinen Betrug voraussetzt. So erklärt sich seine Gegenwart bei uns als ein Gefangener. Man denke, wie er von seinem heimatlichen Dschungel in Indien roeggeraubt wird. Ein „Kheddah" ist einfach eine starke Holzeinzäunung, in die an die hundert Elefanten sich von Männern mit Stöcken und kläffenden kleinen Hunden hineintreiben lassen. Wenn die Herde sich entschlösse, den Zaun niederzutrampeln, könnte nichts sie daran ^nbem. Stattdessen scheint sie verwirrt. Viele der weiblichen Tiere stehen da mit ihrem Rüssel im Maul, wie Kinder, die am Daumen lutschen, und lassen sich mit nur sehr geringem Widerstand von ihren zahmen Brüdern in Gefangenschaft abführen. In wenigen Tagen lernen sie, ihrem „Mahout" zu gehorchen, und in ein paar Monaten sind sie vollkommen dressiert. Wie man mit ihnen spricht Wenn man auf einem Kissen oder dem „Howdah" auf einem Elefanten sitzt, wird man nicht viel von diesen großen, guten, nachdenklichen Tieren kennen lernen. Aber wenn man den Platz des „Mahout" auf dem Nacken einnimmt, "dicht hinter den Ohren, wird man erfahren, wie der Elefant zuhören und nachdenken kann, und wie lebhaft und gelehrig er ist. Wenn man in der Sprache zu ihm spricht, die er versteht, — in Indien ein bestimmter, von den Mahouts erfundener Dialekt, — so scheint er jedes Wort zu verstehen. So sagt man, wenn er stillstehen soll, „Dutt", wenn er weitergehen soll, „Chai". Es gibt auch Worte für «rechts, links, „geh schneller", „geh langsamer", „paß auf, hier sind Zuckerrohrstoppeln, die deinen Füßen weh tun könnten" „Hathi-le-kuba!" heißt ,chebe den Baumstamm auf", „Aire-la-kinch", „hebe den- Stein auf und gib ihn mir". Ein guter Mahout spricht unausgesetzt mit seinem Elefanten. Er geht einkauten. Der Wärter von „Lakshman Piari", einer Elefantenkuh, die ich zur Wildschweinjagd benutzte, pflegte jedes Trinkgeld, das ich ihm gab, mit ihr zu teilen und schickte sie mit ein paar Pfennigen im Rüssel zum Basar, damit sie selbst einkaufen konnte. „Lakshman Piari" wußte auf ihren Kaufgängen sehr wohl, daß die Münzen sie dem Krämer willkommen machten, und daß der Krämer hatte, was sie wünschte, sie ließ das Geld vor ihre gekreuzten Füße fallen und bediente sich selbst mit einer vollen höheren Schule nach dem neuesten Erlaß allen körperlich und geiftig gut entwickelten Kindern frei stehe, deren K l a s s e n l e i st u n - gen gut seien. Der Kreis der Schüler und Schülerinnen, die nach drei Grundschuljahren ausgenommen werden können, sei also wesentlich weiter gezogen als früher. Sowjetrussische Aufnahmebedingungen von der Gewerkschasts-,,Internationale-' als unannehmbar bezeichnet. Paris, 14 Jan (DNB. Funkspruch.) Der Vorstand der Gewerkschastsinternattonale hat zu der zur Verbreitung der Agitationsbasis mit bemerkenswerter Eile vorgenommenen Ratifizierung der Eingliederung der sowjet-russischen Gewerkschaft eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Nachdem der Vorstand den Bericht der nach Moskau entsandten Abordnung angehört hat, stellt er fest daß der Zentralrat der sorojetrussischen Gewerkschaften statt eines ordnungsgemäßen Aufnahmegesuches eine Reihe von Bedingungen an sein Aufnahmegesuch geknüpft hat, die der Vorstand der Internationale als unannehmbar erachtet. Er hat be- Oer„normale-'SpeisezetteleinesTageS Elefanten haben einen ungeheuren Appetit und sind daher sehr teuer zu halten. Heutzutage werden sie in Indien nur noch für Zeremonienzwecke und für Großwildjagd gebraucht Der normale tägliche Speisezettel für einen Elefanten bei Schwerarbeit würde aus etwa folgendem bestehen: fünf Zentner Gras oder Grünfutter, zehn Kilo Korn, zwanzig Kilo Häcksel und ein Kilo Zuckermelasse. Ihr Geschmack ist verschieden, aber Süßmäuler find sie alle. Manche nehmen auch Tee. starke Getränke oder Opium. Fast alle mögen Kuchen und Schokolade und Früchte. Sie erinnern sich an Freunde, die sie gefüttert haben, und sogar an Leute, die sie getragen haben, besonders wenn es sich um Berühmtheiten handelt. Zweifellos haben die meisten Elefanten einen, Zug von Snobismus. Ich habe selbst gesehen, wie ein gewisser Oberst, berühmter Tierjäger und Freund von Vizekönigen, von 50 Elefanten spontan begrüßt wurde, als er vor ihnen erschien: sie wußten, daß er die Jagd leitete, so erhoben sie ihre Rüssel und trompeteten ihr Willkommen. (Ich muß allerdings hinzufügen, daß er gewöhnlich Mengen von Zucker in seinen Taschen hatte.) Was der Elefant nicht mag. Uebrigens ist es ein Irrtum, daß der Elefant seinen Rüssel als Angriffswaffe gebraucht. Der Rüssel ist ein Finger und von außerordentlicher Empfindlichkeit. Beim Angriff stößt der Elefant entweder mit den Zähnen oder zermalmt mit den Füßen. Niemals wird er feinen Rüssel gefährden, der hoch geringelt getragen wird, um ihn vor Verletzungen zu hüten. Die Dinge, die dem Elefanten am tiefsten verhaßt sind, sind folgende: Dorfhunde, die um seine Füße kläffen (je kleiner der Hund, um so mehr reizt es ihn); Ratten in seinem Stall; Pferdefliegen, die ich einmal beobachtet habe, wie sie einen großen Bullen rasend machten, so daß er durchging und heulte wie eine verdammte Seele; Männer mit Sporen, die über den empfindlichen Rüssel in den Sattel gehoben fein wollen, statt vom Schwanz her hinaufzuklettern; baumlose, schattenlose Plätze, Treibsand und über Brücken Getriebenwerden, die aussehen, als ob sie ihr Gewicht nicht aushalten würden. Wenn sie an einen Fluß kommen, sind Elefanten am glücklichsten. Sie sind großartige Schwimmer, und es ist ein prächtiger Anblick, sie mit ihren Mahouts beim Bad spielen zu sehen. Ein Auto fällt seiner Eifersucht zum Opfer. Die Anhänglichkeit der Elefanten für ihre Herren beschränkt sich nicht auf Indien. Ein Elefantenbesitzer in England erzählte mir, daß feine sechs Elefanten ihn so sehr liebten, daß sie ihn kaum aus den Augey lassen wollten und leidenschaftlich eisersiichttg auf sein kleines Auto waren, dem sie die Schud gaben, wenn er weggeführt wurde. Eines Tages, als er den Wagen am Rande eines Feldes geparkt hatte, wo die Elefanten sich tummelten, marschierten sie zu ihm hin, untersuchten ihn sorgfältig. beratschlagten zusammen, und dann stürzten sie sich einträchtig auf ihn und stampften ihn, vor Wonne trompetend, in die Erde, bis er flach wie eine Briefmarke war. Und dabei gibt es noch Leute, die behaupten daß ein Elefant keine Vernunft hätte! B schloffen, sofort alle seine Verbände über die Einzelheiten in Kenntnis zu setzen, um sie auf der nächsten Sitzung des Vorstandes der Gewerkschaftsinternattonale in Oslo noch einmal zu erörtern. Eine Fälschung. Wir veröffentlichten am 12. Januar eine Aufnahme, die spanische Bolschewisten mit den abgeschlagenenKöpfen ihrerGeg- ner darstellen soll. Die Aufnahme ist von einer ausländischen Bildagentur deutschen Zeitungen übersandt worden. Es ist nunmehr fest- gestellt worden, daß sie einer raffinierten Fälschung zum Opfer gefallen sind. Es handelt sich um eine Trickaufnahme, die breits in den 1927 erschienenen Erinnerungen Abd-el- Krims enthalten ist. Die Aufnahme ist von der gleichen ausländischen Stelle an marxistische Aus landsblätter mit dem Bemerken geschickt worden, es handle sich um nationalspanische Soldaten mit den abgeschlagenen Köpfen ihrer Gegner. Hilfe für die rumänischen Dauern. B u k a r e st, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Wirtschaftstagung unter Vorsitz von König Carol wurde eine Reihe von Maßnahmen zur Erleichterung der Lage der Bauernschaft beschlossen. So eine Verbesserung und Verbill gung der Versorgung mit Salz, Petroleum und Baumwolle, die vom Staat in die Hand genommen wird. Ferner sind Neuregelungen über die Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse und über den Verkauf rumänischer Landwirtschasts- produkte festgelegt worden. Schließlich wurde eine Verbilligung der Eisenbahnfahrpreise für die 3. Klasse beschlossen. Am Montag wird ein Ministerrat das Gesetz über die Nachprüfung auf betrügerische Weise erlangter Einbürgerungen, was bei einer Anzahl von Juden der Fall ist, ferttgstellen. Irlands Probleme. De Valeras Wünsche für die Londoner Konferenz. London, 13. Jan. (DNB.) Die Tatsache, daß es der nordirische Ministerpräsident Lord Crai» g a d o n für notwendig gehalten hat, das nordirische Parlament aufzulösen, um sich von der Bevölkerung bescheinigen zu lassen, daß sie für eine Beibehaltung der nordirischen Selbständigkeit uno gegen ein Aufgehen im getarnt» irischen Staat ist, läßt den Schluß zu, daß bei den englisch-irischen Verhandlungen die Frage der Teilung Irlands eine größere Rolle spielt, als man in London anzunehmen geneigt war. Die Trennung Irlands ist 1920 von dem Home-Rule-Gesetz geregelt worden. Damals wurde Südirland die Selbstregierung zugestanden. Die sechs Grafschaften Nordirlands jedoch erhielten ihre eigene Regierung mit dem Sitz in Belfast und blieben in enger Verbindung mit England. Die neue Verfassung Eires ist durch das Weglassen der Bezeichnung „Freistaat" darauf abgestellt, eine Vereinigung mit Rezept bei Erkältung, Grippegesahr: Man rührt je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker m einer Tasse gut um, gießt lochen- des Wasser hinzu und trinkt möglichst heiß vor dem Schlafengehen zwei Portionen dieses wohlschmeckenden Geiundheitsgetränkes (Kindern gibt man die Hälfte). Darauf schläft man gut und fühlt sich am anderen Morgen meist merklich wohler. Zur Nachkur nimmt man noch einige Tage lang die halbe Menge. Bergessen Sie nicht, bei der nächsten Gelegenheit in Ihrer Apotheke, Drogerie oder in Refwm- gefchäft den echten Klosterfrau-Melissengeist mitzunehmen. Flaschen zu RM. 0.90, 1.65 und 2.80? niemals lose. — Dieses Rezept bitte ausschneiden! Nordirland zu erleichtern. Außerdem ist die Verfassung in dem früheren südirischen Freistaat in Kraft, „solange die Wiedervereinigung des nationalen Gebietes noch nicht vollzogen ist". Die britische Regierung hat sich bei der Inkraftsetzung der neuen Verfassung Eires auf die Erklärung beschränkt, daß sie den neuen Namen unter der Voraussetzung anerkenne, daß das nicht die Oberhoheit über Nordirland bedeute. Auf die Frage, was de Valero tun könne, um diese schwierige Lage zu ändern, erklärt Preß Association, das einzig Mögliche scheine das Ersuchen an die britische Regierung zu sein, auf Nordirland im Sinne einer Wiedervereinigung einzuwirken. Eine solche Anregung würde jedoch wenig Hoffnung auf Erfolg haben. Hingegen werde die Verteidigungsfrage eine Hauptrolle spielen. Es sei aber klar, daß die Frage der englischen F l o t t e n st ü tz -- punkte in, Eire auftauchen werde. Zweifellos werde auch die Frage der jährlichen Zahlungen Eires behandelt werden. Wenn man diese regeln könnte, würde sich die Zollfrage von elbst losen, und man wäre einen guten Schritt voran- gefommen. Die Weigerung Eires, die jährl chen Zahlungen an England weiter zu leisten, war von englischer Seite seinerzeit mit Kampf zollen beantwortet worden. Wann können Familiennamen geändert werden? Richtlinien des Reichsinnenministers. Berlin, 12. Jan. (DNB.) Zu der reichsrechtlichen Vereinheitlichung und Neuregelung über die Aenderung und Feststellung von Familiennamen hat der Reichsinnenminister- umfangreiche Richtlinien erlassen. Als ausreichender Grund zu einer Namensänderung ist es anzusehen, wenn der bisherige Name anstößig oder lächerlich klingt oder geeignet ist, Anlaß z u unangenehmen Wortspielen oder Scherzen zu geben. Ein Name darf nur geändert werden, wenn aus der Person des Antragstellers keine Bedenken dagegen bestehen. Als neuer Name wird in erster Linie der e>ines Vorfahren des Antragstellers in Frage kommen Bei ehelichen Kindern können nur schwere Vorstrafen, etwa Sittlichkeitsdelikte des Vaters, die Namensänderung begründen. Den Gesuchen unehelicher Kinder, die bezwecken, die uneheliche Geburt nicht erkenntlich werden zu , lassen, ist, wenn ein ausreichender Grund sie rechtfertigt, entgegenzukommen. Auch für die Stief- und Pflegekinder wird eine entgegenkommende Regelung vorgesehen. Bei gewissen Sammelnamen (Vulgärnamen) liegt die Hinzufügung eines unterscheidenden Zusatzes im Öffentlichen wie im Interesse der Träger. Als solche Sammelnamen bezeichnet der Minister: Brcnai, Becker, Fischer, Lehmann, Mayer, Müller, Schutze ufro., ebenso die mit ihnen lautlich oder ähnlich klingenden Namen. Als Zuname kommt in erster Linie der Geburtsname der Mutter oder einer Großmutter in Frage. Führen deutschblütige Personen jüdische Namen, so kann Anträgen auf Aenderung stattgegeben werden. Welche Namen als jüdisch anzusehen sind, bestimmt sich nach der Auffassung der Allgemeinheit. Anträgen von Juden und Mischlingen, ihren Namen zu ändern wird grundsätzlich nicht stattgegeben, damit nicht die Abstammung verschleiert wird. Der Minister behält sich die Entscheidung selbst vor, wenn ein Name erbeten wird, der eine frühere Adelsbezeichnung enthält und wenn gemäß den Richtlinien die Aenderung eines jüdischen Namens erfolgen soll. Zusammenfassung aller Auslandsschweden. Stockholm, 13. Jan (DNB.) Der Reichstags^ abgeordnete der Rechtspartei und Direktor der schwedischen Exportvereinigung Nylander hat die Festsetzung der Rechte und Pflichten der Aus- landsschweden durch den Reichstag beantragt mit dem Zweck, die Bande zwischen der Heimat und dem Auslandsschwedentum fester zu knüpfen Nylander berechnet die Zahl der Auslandsschweden, DIE Ein Film von der Insel Bali mit all seinen Schrecknissen dei Dämonen u. der unvergleichlichen Schönheit der Südsee. die ihre schwedische Staatsbürgerschaft behalten wollen, auf etwa 100 000, während die Gesamtzahl der in Schweden geborenen und im Auslande leben- den Schweden mit etwa 1 2 v. H. der Reichsschweden geschätzt wird. Das ergibt eine Zahl von etwa 700 000. Nach Ermittlungen des schwedischen statistischen Zentralbüros dürfte das Aus- landsschwedentum erster und zweiter Generation etwa 2 Millionen betragen. Der Antrag Nylanders weist in seiner Begründung auch auf ausländische Vorbilder, besonders auf die A u s l a n d s o r g a - nisation der NSDAP, und die ständigen Tagungen der Ausländsdeutschen in Stuttgart hin. Kleine politische Nachrichten. Zn Erwiderung des früheren Besuches einer polnischen Offiziersabordnung bei der deutschen Wehrmacht, begibt siä) General der Infanterie Liebmann mit einigen Heeresoffizieren auf Einladung des polnischen Kriegsministers nach Warschau Den deutschen Offizieren werden verschiedene polnische Heereseinrichtungen gjyeigt werden. * Der derzeitige Gouverneur von Barbados, Sir Mark Young, ist zum Gouverneur des „Tanganjika-Gebiets" (Deutsch-Ostafrika) ernannt worden als Nachfolger von Sir Harald Mac Michael, der zum Kommissar von Palästina und Transjordanien ernannt' worden ist. Zum Gouverneur von Barbados wurde der Kolonialsekretär von Britisch-Guyana, Waddington, bestimmt. »* Der nationalspanische Heresbericht meldet: An der Front von Teruel wprden die vordersten Linien ausgerichtet. An den übrigen Fronten gibt es nichts Neues. Aus aller Welt. Südamerikanifche Tigerkahe als Geburtstagsgeschenk für Hermann Göring. Aus Maracaibo (Venezuela) ist ein seltenes Geburtstagsgeschenk für Ministerpräsident, Generaloberst Göring erngetroffen. Kapitän Winand, der Führer des Hapag-Dampfers „Alemania", der den Interkolonialdienst der Hamburg-Amerika-Linie in Mittelamerika-Westindien versieht, hat dem Reichsjägermeister eine Tigerkatze übersandt. Es handelt sich bei diesem schönen Tier um eine der in den südamerikanischen Tropen lebenden Pardelkatzen (Ozelot). Die Reise über den Ozean auf dem Motorschaff „Cordillera" der Hapag hat diese seltene Ge- burtstagsgabe ausgezeichnet überstanden. Der Filmschauspieler Gösta Ekman f. Der schwedische Filmschauspieler Gösta Ekman ist im Alter von 47 Jahren in Stockholm g e st o r - b e n. Ekman, der als Charakterdarsteller am Stockholmer Theater begonnen hatte, kam schon 1913 zum Film. In Deutschland wurde er durch seine Filmrollen als Faust, Gösta Berling und Sweden- hjelm besonders bekannt. Eine Zentralstelle für sämtliche italienischen Organisationen Südwestdeutfchlands. Das italienische Generalkonsulat beabsichtigt in Frankfurt a. M. eine Zentralstelle sämtlicher italienischer Organisationen Südwestdeutschlands zu schaffen. In dem im Westend gelegenen Hause Wiesenau Nr. 1 sollen sowohl die Konsulate als auch die Sektionen des Faschio und Dopolavoro zusammengefaßt und eine italienische S ch'u l e eingerichtet werden. In Frankfurt a. M. befindet sich das italienische Generalkonsulat unter Leitung des Generalkonsuls Marchese Ferrante di R u f f a n o. Zu dem Generalkonsulat gehören Hessen, Hessen-Nassau, Baden bis hinab nach Konstanz, die Pfalz und das Saargebiet. In Saarbrücken und in Mannheim bestehen Vizekonsulate, in Karlsruhe und Wiesbaden Konsulatsagenturen. Eine Studienkommission italienischer Jndustrievertreter in Frankfurt. In Frankfurt a. M. befindet sich eine Studienkommission, die im Rahmen des Ley-Cianesti-Ab- k^mmens aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertretern der italienischen Industrie gebildet wurde. Bisher wurden München, Augsburg, Ulm und Stuttgart besucht. In Frankfurt, wo sie von Gauwerkscharführer Holzapfel begrüßt wurden, werden sie auch die sozialen Einrichtungen der IG. Far- benIndustrie kennenlernen. Von Frankfurt aus geht die Reise weiter nach Köln, Burg Vogelsang, Düsseldorf, Leverkusen, Berlin und Nürnberg. Deutsche Schachmeisterschaft wieder in Bad Oeynhausen. Per Großdeutsche Schachbund wird die diesjährige Mei st erschuft von Deutschland in der Zeit vom 24. Juli bis 7. August wiederum in Bad Oeynhausen austragen. Die Vorkämpfe für die Zulassung finden bereits im Frühjahr statt. Der Rhein in 24 Stunden um einen Weler gestiegen. Die Niedrigwasserperiode des Rheins, die bereits seit Oktober andauert, ist jetzt zu Ende gegangen. Die Schneeschmelze in den Alpen und am Niederrhein sowie die starken Regenfälle dercketzten Tage, haben ein schnelles Steigen des Wa s s e r s bewirkt. Seit Jahren hat der Rhein nicht mehr einen so niedrigen Wasserstand gehabt wie im letzten Vierteljahr. In den letzten 24 Stunden ist das Wasser um einen Meter gestiegen. Der Wasserspiegel steigt zur Zeit stündlich um 6 Zentimeter. Die „Schleswig-Holstein- verlieh Kapstadt. Das Schulschiff „Schleswig-Holstein" ist von Kapstadt nach Port Elisabeth ausgelaufen. Zu einem Empfang beim deutschen Gesandten Leitner waren etwa 70 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erschienen, unter ihnen auch zahlreiche englische Marineoffiziere, ferner der italienische und der japanische Geschäftsträger. Während des Empfanges brachte Minister Fourie das Hoch auf den Führer aus. Nach einem Empfang der deutschen Kolonie an Bord des Schulschiffes, an dem etwa 1500 Personen teilnahmen, und nach einem Bordkonzert, verließ das Kriegsschiff den Hafen. „Samoan Clipper" explodiert. — Besatzung umgekommen. Der amerikanische Flugzeugträgertender „Avocet" kehrte nach Samoa zurück und brachte die in der Umgebung einer Oellache aufgefundenen Trümmer des abgestürzten Großflugbootes „Samoan Clipper" und auch einige Kleidungsstücke der Besatzung mit zurück. Die „Avocet" hatte den ganzen Tag nach den Leichen der siebenköpfigen Besatzung gesucht, doch mußte sie schließlich die Hoffnung aufgeben, die Leichen aus dem von Haifischen wimmelnden Meer zu bergen. Die verkohlten Trümmer deuten an, daß das Flugboot einer Explosion 3um Opfer fiel, als es Brennstoff bei einem ßqn= I / oag: Ku 2 ® 3«' 0 BO 2-g-g, 3 K w E E1—J D E 3 H ..u w 'S U S ? o t W B 3 o, ctSt 0160 Wiesedr, den 13. Januar 1938. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Weller und Kinder. Die Beerdigung findet Sonntag, 16 Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Möserstraße^ö aus statt 209D Am Montagabend entschlief nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden in ihrem 55. Lebensjahr unsere liebe, unvergeßliche, treusörgende Mutter Frau Wilhelmine Umbeer geb. Minor. , In tiefer Trauer: Geschwister Waldemar, Friedrich und Sofie Umbeer. Gießen (Asterweg 72), den 13. Januar 1938. Die Einäscherung fand auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt. Heute mittag 12% Uhr wurde mein lieber Mann, unser lieber Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Georg Mandler S chreinerm eister im Alter von 63 Jahren von seinem schweren Leiden erlöst Im Namen der Tieftrauernden : Helene Mandler, geb. Lenz und Angehörige. Heuchelheim, den 13. Januar 1938. Die Beerdigung findet am Samstag, 15. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Sjerbehause Kirchstr. 7 aus statt ___________________________________213D Donnerstag, den 13. lanuar 1938, entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Emma Weller geb. Junker im 43. Lebensjahr. dungsversuch über Bord warf. Beamte der Pan- american Airways erklärten, der infolge der Katastrophe unterbrochene Flugverkehr zwischen Hawai und Neuseeland werde mit neuen Flugbooten wieder ausgenommen werden. Wolfsrudel beunruhigen die polnischen Bauern. Aus verschiedenen Teilen Polens wird das Auftauchen starker Wolfsrudel gemeldet, die immer dreister werden und besonders in Ostpolen b i s i n die Dörfer vordringen. In einem ostgalizischen Dorf sollen Wölfe eine fünfköpfige Familie zerfleischt haben. Die Wölfe dringen bis in die früheren preußischen Provinzen vor. Besonders in der Tucheler Heide und in der K a s s u b i s ch e n Schweiz, in der Nähe von Karthaus und Berent richten die Bestien unter dem Wild und auch unter den Haustieren erheblichen Schaden an. 700 Tote bei der U.-Bahn-Explosion in Madrid? Zu dem schweren Explosionsünglück, das sich am Montag in der Madrider Untergrundbahn ereignete, erfährt die „Epoque", daß nicht 100 Personen, wie gemeldet, sondern 7 0 0 Personen ums Leben gekommen sein sollen. In Madrid übe man eine außerordentlich scharfe Pressekontrolle aus, so daß sich die Nachrichten über das Unglück noch widersprächen. Büchertisch. — Peter Raabe: Deutsche Mei st er. (Reden aus festlichen Anlässen.) 92 Seiten. Brosch. 0,90 Mark. Verlag Gustav Bosse, Regensburg. — (293) — Prof. Dr. Dr. e. h. Peter Raabe, der Präsident der Reichsmusikkammer, die markante Führergestalt des deutschen Musiklebens, will in diesen Reden keine belehrenden Vorträge geben, sondern in knapper und verständlicher Form das Wesen der einzelnen Meister als ein Ausdruck persönlichen Bekennens aufzeigen. Dabei wird manchem schon Bekannten dennoch Neues durch den gewählten Blickpunkt abgewonnen, indem der Urfasier seine Einstellung scharf abgrenzt, allzu bequeme Schlagworte auf ihren Geltungsbereich hin untersucht, ihren tieferen tiünn begründet und mit äußerst klarer Formulierung neue, bisher wenig oder auch gar nicht beachtete Werte hervorhebt. Franz Liszt, dessen Deutschblüti^eit übrigens erst in jüngster Zeit erwiesen wurde, fte^t bei P. Raabe, als dem Verfasser der großen Liszt-Biographie (1931, Cotta-Verlag, Stuttgart) im Vordergrund des Interesses: er würdigt ihn hier sowohl als umfassende Künstlerpersönlichkeit wie auch in seiner zukunftsträchtigen Bedeutung für die Entwicklung des deutschen Musiklebens. In Beethoven sieht er den Menschen mit der sittlichen Kraft des Kämpfers, und in- der Gegenüberstellung mit Richard Wagner wertet er den einen als dramatischen Symphoniker, den andern als symphonischen Dramatiker. In der Weber-Rede klärt er den Begriff des Romantischen in der Musik und damit auch das Wesen der romantischen Oper Webers. Joh. Brahms erfaßt er von seiner Wesensbestimmtheit als Norddeutschen her; bei Anton Bruckner spürt er den letzten Wurzeln des Schaffens im Lichte der Persönlichkeit nach. — Ein Büchlein, das sich nicht mit der einmaligen Kenntnisnahme seines Inhalts erschöpft, sondern immer wieder den Leser fesselt und ihn zum Nachdenken anregt; eine Sammlung (mit einer Bildtafel der besprochenen Meister geschmückt), die mit Recht umfassende Verbreitung für sich beanspruchen kann. Dr. Hermann Hering. — Der Fußball-Schiedsrichter. Mit dem Abc der Fußball-Regeln. Von A. Hofschneider und Carl Koppehel. Franckhsche Verlagshandlung in Stuttgart. Preis kart. 2,80 Mk. — (146) — Dor über sechs Jahren erschien dieses Buch in erster Auflage, und es hat sich rasch viele Freunde erworben. Der Schiedsrichter, der auf dem Sportplatz seinen Mann stellen wollte, empfand es als unentbehrlich. Nun ist „Der Fußball-Schiedsrichter" neu herausgebracht worden. Die vielen Interessenten werden das Buch mit großer Spannung erwartet Haben, denn in ihm sind nun die Regeländerungen, die die vergangenen Jahre gebracht hahen, ausführlich berücksichtigt. Die Neuordnung im deutschen Sport, insbesondere auch die einheitliche Linie im Fußballsport, findet in dem neuen Buche ihren klaren Niederschlag. Fast, ist es überflüssig, besonders darauf hinzuweisen, daß das Buch für jeden möglichen auf dem Spielfeld in Erscheinung tretenden Fall klare Auslegungen und Entscheidungen an die Hand gibt. Das Buch erfaßt universell alles, was sowohl der Schiedsrichter, wie auch der Spieler wissen muß. Zahlreiche Abbildungen im Text ergänzen unmißverständlich das geschriebene Wort. Wetterbericht. An der Vorderseite der im Zentrum zwischen England und Island gelegenen-^Störung setzte sich auch am Donnerstag in lebhafter Weise die Ueber- flutung des europäischen Festlandes mit Warmluft fort. Die Erwärmung erreichte dabei mit 10 Grad über dem Jahresdurchschnitt liegende Temperaturen ihren Höhepunkt. Die Nacht zum Freitag brachte mit dem Fortzug einer kräftig entwickelten Störung stürmisch auffrischenden Westwind, verstärkte Niederschläge und leichte Abkühlung. Mit der Verlagerung des Sturmwirbels nach Norden tritt leichte Besserung, aber noch keineswegs volle Beständigkeit ein. Aussichten für Samstag: Zeitweise aufheiternd, doch noch unbeständig und späterhin wieder zunehmende Niederschlagsneigung. Temperaturen wenig geändert, lebhafte südwestliche Winde. Aussichten für Sonntag: Noch unbeständig, doch etwas freundlicher. Lufttemperaturen am 13. Januar: mittags 8,4 Grad Celsius, abends 9,7 Grad; am 14. Januar: morgens 6,0 Grad. Maximum 9,9 Grad, Minimum 5,7 Grad. — Erdtemveraturen in 10 cm Tiefe am 13. Januar: abends 1,6 Grad; am 14. Januar: morgens 3,8 Grad. — Niederschläge 15,2 mm. Wintersport-Wettetbericht. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, 0 Grad, 70 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski möglich. Schwarzwald. Feldberg: Regen, + 3 Grad, 100 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.,W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XII. 37: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckörei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Cinzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 » gültig. 1871—1921 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Joseph Sauer in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 13. Jan. 38. Die Trauerfeier findet Montag, den 17. Jan. unr 11 Uhr statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. 207D Der Vorstand. BLeupin-Creme u. Seife seit 25Jahren bewährt bei Picket esichisausschlag Hautjucken. Ekzem, Wundsein usw. In den Drogerien: W. Kilbinger Nachf., Seltersweg 79a; Winter- noff, Kreuzplatz 10; Bornemann, Bahnhofstr. 17; C. Seibel, Frankfurter Str. 39. In Laubach: Solms- Lauhacher Drog. K. Kle i). 635iV 20-22.30 Uhr Die Geisha Preise: RM. 1.20-4.00. 20—23 Uhr Zum letztenMal Eine Nacht in Venedig Operette von Johann Strauß Preise: RM. 0.80-2.50. Preise von 0.70 bis 1.80 RM. Wir suchen für den hiesigen Bezirk (Hessen) einen Reisevertreter der Tabakbranche. Wir verlangen: Fleißige, zielbewußte Arbeit und dementsprechende Erfolge. Wir bieten: Gehalt, Provision. 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