m. 214 Erstes Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 13. September 1938 LrlcheMl tügltch, außer Sonntags and Feiertag, Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats-Bejngsprets: gjtii 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte . 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach richtens Anzeiger Sietzev Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck uni»Verlag: vrSHIsche Univerfitätr-ruckerei «.Lange in Sieben. Schriftleiimig nn» SeschSfirftelle: rchniftraße 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer visM/.UHr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Te^t- anzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpft Mengenabschlüsse Staffel B Das deutsche Volk ist erwacht. Deutschland wird kein zweites Palästina im Herzen Mitteleuropas dulden. — Das freie Recht der Selbstbestimmung für die Sudetendeutschen ist Deutschlands Forderung an die Welt. . Die Schlußsitzung des Patteikongreffes. Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Der Reichsparteitag erreicht mit der abschließenden Rede des Führers seinen Höhepunkt. Wenige Minuten, nachdem die Pforten geöffnet waren, war die Halle auch schon .bis auf den letzten Platz besetzt. Zum letztenmal zogen unter dem straffen Rhythmus des Nibelungenmarsches die Standarten unter Vorantrctt der Blutfahne ein, um unter den von goldenem Eichenlaub umrahmten Hakenkreuz ihren Platz zu finden. Richard Wagners „Meistersinger"-Ouvertüre verrauscht. Unter atemloser Stille erklärt der Stellvertteter des Führers: „Der Kongreß nimmt seinen Fortgang. Es spricht der Führer." Zum letztenmal auf diesem Reichsparteitag steht nun der Führer, von äsenden Heil!-Rufen empfangen, vor den Teilnehmern des Kongresses. Der Führer spricht. Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen! Parteigenossen! Am 2. September 1923, also vor 15 Jahren, ianb in Nürnberg der erste „Deutsche Tag" scatt, der erste,' weil trotz aller voran gegangenen l amensgleichen Veranstaltungen dieser Kundgebung (ine größere Bedeutung zukam als ähnlichen Tagun- cen zuvor. An diesem 2. September 1923 traten Mm erstenmal die Kampfverbände der National- dzialistischen Partei tonangebend in Erscheinung. Sie prägten der ganzen Kundgebung ihren Sternptt >ie Bataillone der SA. Sie bildeten die ersten Zellen d-r politischen Partei und füllten auch noch später ihre Ortsgruppen. Es waren daher viele unserer „Bürger", nachdem fi? schon durch den Namen „Deutsche Arbeiter- pirtej" bedenklich gestimmt wurden, auf das iüßerste betroffen, sowie ihrien erst die rauhen Gestüten zu Gesichte kamen, die sich um die Bewegung als Garde gesellt hatten. Eine nationale Bewegung aus arbeitenden Menschen! Sie verstand dabei aber den Begriff Arbeit nicht in ihm exklusiven Sinn, wie dies sowohl bei Bürger- lihen als auch bei den Marxisten der Fall war. $ir die Nationalsozialistische Partei war der Name „Arbeiter" vom ersten Tag an die Ehrenkennzeich- niLng aller jener, die in redlichem Schaffen — sei es auf geistigem oder rein manuellem Gebiet — in der Gemeinschaft tätig waren. Allein !>c die Partei eine Volkspartei war, besaß sie damit zwangsläufig genau so wie im Volke selbst lehr Hand- als Geistesarbeiter in ihren Rechen, des führte in der Folgezeit zu einer Reihe von Mißverständnissen. Man glaubte, eine solche Bergung, die — wie sie zugab — in erster Linie aus dandarb eilend en Menschen bestand, überhaupt für ■ iit Lösung jeder höheren Aufgabe als ungeeignet mlehen zu können. Denn dazu war in den Augen unteres Bürgertums nur jene geistige Elite, die Ml in unsere bürgerlichen Parteien verirrt hatte, r»Ti lieben Gott bestimmt worden. Der Marxismus «llerdings sah in der neuen Bewegung vom ersten lag an einen v er h a ß t e n Konkurrenten, vib glaubte ihn am ehesten dadurch erledigen zu filmen, daß die breite Masse, die im Ncttional- bzlalismus erfolgte Fixierung des Begriffes „Arbiter" im Sinne einer Zusammenfassung aller schaffenden, als im Widerspruch zum Begriff 'Proletariat" stehend, verschrien wurde Freilich fanmte dies auch. Denn das Proletariat ober besser je proletarischen Parteien hatten den deutschen Mpf- und Geistesarbeiter soweit als möglich aus wn Reihen ausgeschlossen. Ganz ohne gei- Führung konnte man natürlich auch nicht be- Rsn, allein diese beanspruchte schon seit Jahrzehn- wi b a s 3 u b e n tu m. Ter Zweck ber marxistisch-kommunistisch-sozial- imcckratischen Parteien war ja auch nicht ber, dem deutschen Volke eine bessere Gemeinschaft & chenken ober es für eine solche zu erziehen, als ^Irnehr die deutsche Volksgemeinschaft ds zertrümmern unb zwischen volkseigener Miger Führung und bem Volke selbst eine un- I : ^'erbrücfbare Kluft aufzureißen. Der Arbeiter sollte Sturmbö ckgeg en seine eigene gei» siice Intelligenz angesetzt werben, um durch Verneinung ber vorhanbenen überzähligen ulfriuuy*- ■ 1 EiHch. ’f 1 I 1 ■ T Am Montagnachmittag traf der Führer aus der Nürnberger Zeppelinwiefe ein, wo er die Front ber angetretenen Truppen abfuhr unb im Anschluß daran von der Tribüne zu den Soldaten Großdeutschlands sprach. Unser Bild zeigt Adolf Hitler auf der Führertribüne. Hinter ihm (von links) der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitfch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und General der Flieger Milch in Vertretung des erkrankten Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring. Ganz links der Leiter der Vorführungen, der Kommandierende General des XUI. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis XIII, General der Kavallerie Freiherr von Weich s. — Den Bericht und weitere Bilder vom Tage der Wehrmacht finden unsere Leser im Innern des Blattes. — (Bildtelegramm Scherl-Bilderdienst-M.) intellektuellen Literatur- und Advokatenschicht die führerlosen Volksmassen auszuliefern. Als Ziel schwebte den Machern ungefähr der Staat vor, den wir heute in Sowjetrußland vollendet sehen. 98 v. H. arische Handarbeiter unb 2 v. H. jüdische Kommissare. Dafür erhält ein solches Gebilde dann das Recht, sich „D i k t a t u r d e s Proletariats" zu nennen. Daß die Partei einer neuen Volksgemeinschaft bei den jüdischen Drahtziehern der proletarischen Weltrevolution schon aus diesem Grunde daher ebenfalls auf keine Gegenliebe stieß, war selbstverständlich. Daß sie außerdem das Judentum sogar noch erkannte unb burchschaute unb demgemäß seine Besei^igung als wesentlichen eigenen Programmpunkt aufstellte, kam noch als weiteres Moment zu ihrer haßerfüllten Ablehnung hinzu. Die bürgerlichen Parteien konnten, wie schon vermerkt, ben Sinn unb bie Notwenbigkeit ber neuen Bewegung nicht begreifen. Zunächst sahen sie in ber nationalen Organisierung ber Arbeiterschaft überhaupt keineswegs etwas Begeisterndes, sonbern viel eher etwas Bebenkliches. Die beiben Welten hatten sich schon zu sehr ooneinanber entfernt, als baß sie einanber noch verstehen ober qar vertrauen konnten. Jnbem bie bürgerliche Parteiwelt sich fast ausschließlich aus intellektuellen Kreisen ober aus bem, was man eben so dazu rechnete, rekrutierte und ergänzte, wuchs sie in eine Atmosphäre hinein, bie weltfern jener war, aus ber bie proletarischen Parteien stammten. Schon ber rauhe äußere Umgangston, oerbunben mit ber nicht qerabe salonfähigen Kleibung erweckte befonbers „ach ber Novemberrevolution bes Jahres 1918 von vornherein Abneigung, zuminbeft aber Mißtrauen. Daß nun die Nationalsozialistische Deutsche Arbei- terpartei damals im äußeren Habitus ihrer An- hänaer ebenfalls keinen hoffähigen Eindruck machte, besten werben sich alle unsere alten Mitkämpfer noch mit aufrichtiger Freube erinnern. Es war daher nicht zu verwundern, daß in bürgerlichen Kreisen der Verdacht erweckt und verstärkt wurde, es könnte sich bei der neuen nationalsozialistischen Partei sogar um eine ganz besonders geschickte Art von eigentumsräuberischem Sozialismus handeln. Dies erschien deshalb gefährlich, weil so mit nationalen Erklärungen verbrämt die verruchten sozialistischen Gedanken am Ende leichter in die trojanischen Mauern unseres bürgerlichen Klassenstaates hineingeschmuggelt werden konnten. Die Namen der Bewegung waren verdächtig, bie Kleibung der Anhänger nicht weniger, ber Umgangston schien ebenfalls bebenklich, unb was man im übrigen sonst noch in ber Presse barüber las, runbete bas Bilb in biesem Sinne nur ab. Später, als sich die Partei ihren Platz im öffentlichen Leben erkämpft hatte, also ohnehin nicht mehr zum Wegbringen war, trat an Stelle der grundsätzlichen Ablehnung eine zähe, wenn auch stille Hoffnung. Gewiß war nun eine große Partei entstanden, gewiß hatte sie sich einen achtbaren Platz im öffentlichen Leben erkämpft — allein, als Ar - beiterpartei konnte sie sowohl dem Namen nach wie schon betont wurde — noch weniger dem Ansehen nach, berufen fein, wirklich entscheidend in bas politische Leben einzugreifen. Denn bazu mußte sie geführt werben. Da sie Arbeiterpartei war, mußte ihr bie geistige Führung fehlen. Ohne Köpfe kann mag nun einmal nicht regieren. So entstand jene kinbliche Meinung, bie nicht umzubringenbe Dolkserscheinung eines Tages geiftig beschlagnahmen zu können, um mit ihr bann jene kluge Politik weiterzuführen, bie vom Bürgertum mangels eigener Kraft schon längst aufgegeben werben mußte. Man ersehnte also bie Stunbe, in ber ber Trommler (bas war ich!) von den wirklichen Staatsmännern abgelöst werden konnte! (Das waren die anderen!) (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Die Welt ist gewarnt. Der „Tag der Wehrmacht" und die große Schlußrede des Führers auf dem Parteikongreß haben gestern den Patteitag Großdeutschlands beendet. Die Teilnehmer an den ersten Veranstaltungen in Nürnberg sind, dank einer hervorragenden Organisation, die mit der Exaktheit eines Uhrwerks abläuft, bereits wieder in ihren Heimatgauen eingetroffen, erfüllt von überwältigenden Eindrücken und unvergeßlichen Erlebnissen. Sie alle haben in Nürnberg vor den Augen des Führers, vor den Augen der Repräsentanten des ganzen deutschen Volkes und vor den doppelt kritischen Augen der Beobachter bes Auslandes, die als Ehrengäste oder Journalisten dem Reichsparteitag beiwohnten, den Beweis ihrer Einsatzbereitschaft gebracht und darüber hinaus gezeigt, daß sie zwar verschiedene, ihrem besonderen Zweck entsprechende Aufgaben haben, aber zusammen eine einzige kraftvolle Einheit bilden, bie durchpulst und vorwärtsgerissen wird von einer einzigen Idee, ber Weltanschauung bes Nationalsozialismus. Eine Woche lang waren auch wir anbern, bie nicht in Nürnberg fein konnten, bank ber Hilfe von Presse und Rundfunk, Zeugen der imposanten Geschehnisse dieser Tage. Wir hörten von der Rückkehr ber Reichsinsignien in Nürnbergs ehrwürbige Meistersingerkirche, wir vernahmen bie Proklamation bes Führers unb seine zielsetzenbe Kulturrede vor bem Parteikongreß, mit Stolz hätten wir von ber Auszeichnung ber vier großen deutschen Techniker mit dem Nationalpreis, wir nahmen teil an dem Aufmarsch des Arbeitsdienstes, bewunderten bie Leistungen der NS.« Kampfspiele, erlebten das frohe Bekenntnis unserer Jugend zu Adolf Hitler, die eindrucksvollen Treuekundgebungen der Politischen Leiter und der Kampfformationen der Bewegung unb wurden schließlich Zeugen des Jubels, den Vorführungen unb Pa- rabe unserer stolzen jungen Wehrmacht vor ihrem Obersten Befehlshaber bei allen denen erweckten, bie so glücklich waren, dabei sein zu dürfen. Eine fast verwirrende Fülle der Eindrücke, unb hoch geht burch alle bie Freube über bie Macht und Stärke unseres Reiches, bas burch bie Heimkehr ber Ostmark nun für ewige Zeiten das Groß- deutsche geworden ist, wie es dieser Nürnberger Parteitag in vielen Einzelzügen sinnfällig symbolisierte, und das Bewußtsein der weiteren Festigung und Vertiefung des nationalsozialistischen Weltbildes, was in den Reden und Ansprachen des Führers, in den Darlegungen ber Reichsleiter Rosenberg, Dr. Goebbels unb Dr. Dietrich, in ben zahlreichen Rechenschaftsberichten vor bem Parteikongreß unb auf ben Sonbertagungen zum Ausbruck kam. Daß sie sich in allen biesem der unaufhaltsame Anbruch einer neuen Zeit kundtut, ist uns Deutschen längst zu unumstößlicher Gewißheit geworden, und auch im Ausland vermag man sich dieser fundamentalen Erkenntnis kaum mehr zu verschließen, ohne freilich sich vorerst zu den notwendigen Folgerungen aufzuraffen. Zwar deutete nichts im äußeren Ablauf der Nürnberger Ereignisse daraus bin, daß ein spannungsvolles Problem den politischen Himmel Europas verdunkelt, aber die große Rede Hermann Görings auf der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront machte sichtbar, wie .sehr das sudetendeutsche Problew seinen Riesenschatten auch aus den Hintergrund des Nürnberger Parteitages warf unb bie Kunbaebungen jubelnber Begeisterung, bie bie Kampfformationen ber Bewegung zollten, als er in feiner Ansprache ber Sudetendeutschen gedachte, bewies eindringlich, wie sehr sich auch die Massen des deutschen Volkes der Not ihrer sudetendeutschen Brüder verbunden fühlen. Hermann Göring gab in seiner Rede einen erschöpfenden Bericht über Deutschlands Wittschafts- und Ernährungslage, die von ihm als dem Beauftragten des Führers für den Dierjahresvlan in allen Zweigen entscheidend und, wie aus dem Bericht schlagend hervorging, mit ungeahntem Erfolg be- einstußt werden konnte. Er wies darauf hin, daß das ganze deutsche Volk, wie es in allen feinen Teilen zu diesem Erfolg beigetragen habe, auch an ihm teilnehmen werde. Das Vertrauen des deutschen Arbeiters und das Verständnis des deutschen Unternehmers waren die Fundamente für die Wiederauf- richtung der deutschen Wirtschaft durch den Nationalsozialismus. So ist aus bem Problem ber Arbeitsbeschaffung, bas auf ber bemokratischen Welt um uns herum heute noch unoeränbert lastet, bei uns im nationalsozialistischen Deutschlanb ein Problem des Arbeitseinsatzes geworden, das namentlich bei Sicherstellung ber Reichsvette'idigung so brennend geworben ist, daß Göring sich genötigt sah, bie Pflichtarbeit einzuführen, mit deren Hilfe es in kürzester Frist im Westen eine unüberbrückbare Barriere zu errichten gatt, aber er bat keinen Zweifel darüber gelassen, daß diese Pflicht- arbeit immer nur dazu dienen wird, bie Arbeitskräfte für solche Bauvorhaben sicherzustellen, von benen bas Schicksal ber Nation abhängt. Im übrigen wird die Wirtschaft alles daransetzen müssen, durch Schulung sich den erforderlichen Nachwuchs an hoch, auafifixierten Facharbeitern heranzubilben. Daß die Forderung nach höchster Einsatzbereitschaft und Pflichterfüllung auch ein Höchstmaß an sozialen Leistungen voraussetzt, ist ein Grundsatz des Natio- nalsozialismus, dem eine Reihe einschneidender Der- oednungen des Ministerpräsidenten entsprochen haben. Wenn Sinn und Zweck des Merjahresplanes darin lagen, die Sicherheit des Reiches von allen Zufälligkeiten unabhängig zu machen, so mußte die Sicherstellung der D o 1 k s e r n ä h r u n g die vordringlichste Aufgabe sein, das hatte uns der Weltkrieg mit seiner Blockade und ihren grauenhaften Folgen gelehrt. Eine planvolle Dorratswirtschaft, die durchdachte Agrarpolitik des Nationalsozialismus und endlich eine gute Ernte haben zusammengewirkt, daß heute das Problem in der Lagerung der gewaltigen Vorräte an Brotgetreide und an- deren Lebensmitteln besteht und eine Reihe von Verordnungen wieder aufgehoben werden kann. Aber auch die industrielle Produktion konnte im Zeichen des Dierjahresplans auf höchste Touren gebracht werden. Deutsche Bodenschätze werden gewonnen, neue deutsche Werkstoffe werden erzeugt in einem Ausmaße, wie es beispiellos in aller Welt ist. Deutschland ist ein Land der Arbeit geworden, und nur durch Konzentration aller Kräfte werden wir imstande sein, die Riesenaufgaben, die noch vor uns liegen, in der Reihenfolge ihrer Dring« kichkeit zu bewältigen. Daß in dieser Reihe die Sicherheit des Reiches an der Spitze steht, darüber hat Hermann Göring keinen Zweifel gelassen. Noch Nie in seiner Geschichte war Deutschland so stark, so gefestigt, so einig. Eine gewaltige Rüstungsindustrie sichert die Kampfkraft des Heeres eines 75-Millionen-Bolkes, den Aufbau und die Versorgung einer ständig wachsenden modernsten Kriegsflotte und der modernsten und zahlenmäßig stärksten Luftwaffe der Welt. Die Welt muß es wissen, daß Deutschland stark und bereit ist, jeden Angriff niederzuschlagen, der frevelhaft gegen seine Grenzen vorgetragen werden sollte. Größte Offenheit und unmißverständliche Klarheit ist in einer Zeit, in der von unverantwortlichen Elementen das Kriegsgespenst an die Wand gemalt wird, der beste Beitrag zur Erhaltung des Friedens. Das war auch der Leitgedanke in der vom deutschen Volke wie von aller Welt mit gleicher Spannung erwarteten Rede des Führers auf der Schlußsttzung des Nürnberger Parteikongresses. Schonungslos deutete er auf die offene Wunde, die den europäischen Frieden bedroht, und enthüllte das skrupellose Intrigenspiel, zu dem sich Demokratie und Bolschewismus verschworen haben, um dreieinhalb Millionen Deutsche um ihr Lebens- recht zu prellen und das ihnen zu groß und mächtig gewordene Deutsche Reich mit dem Makel des Unruhestifters und Fri^>ensbrechers zu belasten. Wir haben diese seltsamen Verbündeten aus dem schmachvollen Jahrzehnt deutscher Geschichte vor der Macht- ergreifung aus ihrem gemeinsamen innerpolitischen Kampf gegen den Nationalsozialismus zu genau kennenyelernt, um ihr empörendes, weil durch und durch unaufrichtiges Zusammenwirken in der Weltpolitik nicht sofort wiederzuerkennen. Fast Jahr für Jahr hat das deutsche Volk in überwältiger^en Abstimmungen bestätigt, daß die vom Nationalsozialismus errichtete Volksführung einzig und allein dem Volke in seiner Gesamcheit dient und nur ein Ziel hat, das Wohl des Volkes. Trotzdem sehen wir seit der Machtergreifung Demokratien und Bolscherüis- mus in geschlossener Front gegen uns arbeiten mit der verlogenen Zweiteilung: hie das Volksregiment der Demokratien, dort die Diktatur der autoritären Staaten, obwohl sich der Bolschewismus, das Schoßkind der Patentdemokratre, offen zur Diktatur des Proletariats als Staatsideal bekennt und es in Wahrheit nur zwei europäische Großmächte gibt, deren Volksregiment die rückhaltlose Zustimmung von 99 v. H. ihrer Bevölkerung findet: Deutschland und Italien. Mit bitterem Sarkasmus geißelte der Führer in eindrucksvollen Gegenüberstellungen von Theorie und Praxis die heuchlerische Verlogenheit der demokratischen Politik, auf deren Konto auch ein so fragwürdiges Machwerk wie die Tschecho-Slowa- k e i zu setzen ist, auch eine „Demokratie", in die man im Zeichen des Selbstbestimmungsrechts der Völker die überwiegende Mehrheit ihrer Bewohner ohne sie überhaupt zu fragen und gegen ihren Willen hinein- gepreßt hat und sie von einer tschechischen Minderheit, die man als „Staatsoolk" deklariert, bis aufs Blut drangsalieren läßt, weil den Vätern der Pariser Friedensdiktate und ihren Nachfolgern eine tschechische Vormachtstellung in diesem Teil Mitteleuropas zweckmäßig erschien, um das niedergeworfene Deutschland dauernd am Boden halten zu helfen. Aber die 3V- Millionen Sudetendeutschen, so rief der Führer unter stürmischer Zustimmung des Parteikongresses aus, sind nicht von Gott geschaffen worden, um einer fremden, ihnen verhaßten Gewalt ausgeliefert zu werden. Vielleicht ist es den Demokratien gleichgültig, wenn sie um ihr Selbstbestimmungsrecht betrogen und in ihrer Existenz zugrunde gerichtet werden, weil es nur Deutsche sind, d:e hier um ihre natürlichsten Rechte kämpfen. Uns i st esnich 1 gleichgültig. Und sie werden von uns Recht und Hilfe bekommen, wenn sie sie nicht selbst finden können. Mit nachdrücklichem Ernst wies der Führer das Ausland darauf hin, daß es keine Phrase sei, wenn er erkläre, daß das Reich die Unterdrückung dieser deutschen Menschen nicht länger hinnehmen werde. Deutschland hat mit dem feierlichen Verzicht auf Revision im Punkte Elsaß- Lothringen, mit dem deutsch-polnischen Abkommen, mit dem deutsch-britischen Flottenvertrag unter schweren Opfern wesentliche Beiträge zur Sicherung des europäischen Friedens geleistet, es hat weitere Vorschläge zur Entspannung der politischen Atmosphäre gemacht und alles getan, um die Wege zu einer Versöhnung der Völker zu ebnen, aber es wäre ein fundamentaler Irrtum, dem nationalsozialistischen Reich diese Politik etwa als Schwäche aus- zulegen. Mit allem Nachdruck betonte der Führer, daß sich Deutschland nicht zum zweitenmal einer so niederträchtigen Lügenkampagne aussetzen werde, wie sie im Mai von Prag aus inszeniert wurde, um die schamlose Unterdrückung der Wahlfreiheit in den sudetendeutschen Gebieten zu bemänteln. Deutschland hat gegen die Wiederholung eines so infamen Lieber« falls alle Vorsorge getroffen. Die damals angekündigte Verstärkung des Heeres und der Luftwaffe wurde sofort und in erweitertem Umfange durchgeführt und unter Aufbietung höchster Energie wurde im Westen ein Befestigungswerk von gigantischem Ausmaße errichtet, das noch vor Anbruch des Winters vollendet fein wird. Hinter seinen 17 000 Panzer« und Betonwerken, hinter diesem Wall von Stahl und Beton aber steht das deutsche Volk in Massen. Mit einem Sturm der Begeisterung quittierte der Parteikongreß diese Feststellung des Führers und mit nicht geringerer Genugtuung wird das deutsche Volk die Botschaft hören, daß deutsches Land gegen militärische Spaziergänge gesichert ist. Wir wollen nach wie vor den Frieden, aber wir sind nicht gewillt, zuzulassen, daß deutsche Volksgenossen mit Genfer Methoden um ihr Selbstbestimmungsrecht gebracht werden. Darüber ließ der Führer keinen Zweifel, mir werden niemals dulden, daß hier m Mitteleuropa ein zweites Palästina entsteht, denn die Deutschen in der Tschecho-Slowakei sind weder wehrlos noch verlassen wie die Araber in Palästina. Der Führer hat gesprochen. Daß er wie immer so auch in dieser Frage im Namen Deutschlands sprach. sollte auch den begriffsstutzigsten Politikern des Auslandes der eben zu Ende gegangene Nürnberger Parteitag mit seiner beispiellosen, in demokratischen Ländern ganz undenkbaren Demonstration der Einheit und Geschlossenheit des deutschen Volkes aur Genüge bewiesen haben. Die Welt ist gewarnt, die deutsche Friedensliebe nicht auf eine zu harte Probe zu stellen. Der Führer hat die Grenzen abgesteckt, oft denen Deutschlands Geduld ein Ende haben muß. Sache der verantwortlichen Staatsmänner in Par z und London ist es nun, den tschechischen Machthabern nachdrücklicher als bisher klarzumachen, was man von ihnen erwartet. Dr. Fr. W. Lange. Oie Schlußrede des Führers vor dem Parteikongreß. Der Führer fährt fort: wen will es da verwundern, daß die Hartnäckigkeit, mit der die Nationalsozialistische Arbeiterpartei ihr Ziel verfocht und alte Kompromisse ablehute, allmählich zu einem tiefen haß führte, so tief, daß unsere bürgerliche Parteienwelt lieber bereit war, sich mit dem 2Hat- xismus zu verbinden, als der Nationalsozialistischen Partei auch nur die leiseste Anerkennung auszudrücken oder gar Chancen zu geben. Wir konnten jenes beschämende Schauspiel erleben, daß im Deutschen Reichstag öfter als einmal eine geschloffene Front gegen uns aufstand, die von deräußersten Rechten bis zur äußer st en Linken führte. Man redete damals von der Notwendigkeit der Wahrnehmung der Interessen des deutschen Volkes, von dem notwendigen Kampfe für die Freiheit, allein man handelte gegen die einzige Bewegung, die tatsächlich in der Lage war, für solche Ideale zu kämpfen und wenn notwendig sie zu verwirklichen, und die diesen Kampf vor allem aber auch praktisch und mit unermüdlichem Fleiß und unter gewaltigen Anstrengungen seit Jahren einsam und verlassen geführt hatte. Meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Wir alle erinnern uns noch mit Stolz bie'fer Zeit. Alles stand damals gegen uns. Nationalsozialist sein hieß verfemt und verlassen sein von allen Seiten. Alle haßten uns, von allen wurden wir verfolgt. Es gibt unter zehn Führern aus der Partei aus jenen Jahren kaum einen oder zwei, die für ihren Glauben an Deutschland nicht im Gefängnis büßen mußten. Die Zahl der bestraften SA.- und ^-Männer ging in die Hunderttausende. Daß man außerdem noch mit allen Mitteln des Mutigen Terrors gegen die Bewegung vorging, er« weisen die endlosen Zahlen unserer Toten, unserer Verletzten und unserer Krüppel. Und doch denken wir mit dem stolzesten Gefühl gerade an diese Zeit zurück. Sie ist uns heute doppelt' nahe, erstens, weil wir mitten aus einer bis in die jüngste Zeit hineinreichenden ähnlichen Verfolgung national* sozialistisch denkender Menschen unter uns heute als Volksgenossen und Bürger des Deutschen Reiches die Kämpfer der ältesten deut« sä) en Ostmark sehen. Was haben sie nicht alles ausgestanden und ausstehen müssen. Wieoiele ihrer Kameraden sind ermordet worden, wieviele haben an Leib unh Leben Schaden genommen, wieoiele wurden brotlos auf Jahre und Jahre, wieviele Zehntausende von ihnen waren in Gefängnissen, Zuchchäufern und Lnhaltelagern. Das Zweite aber, was uns mit besonderem Empfinden an diese Zeit zurückdenken läßt, ist die Tatsache, daß sich im großen Weltgeschehen heute fast genau das wiederholt, was wir damals im Bereich der eigenen Nation erlebten und erduldeten. Und vor allem: Unsere heutigen Feinde sind weltanschaulich dieselben. Seit dem ersten Deutschen Tag zu Nürnberg sind, wie schon betont, 15 Jahre vergangen. Die damals mitmarschierende Organisatton der Nattonalsozialisti- schen Partei ist heute zur Führung und Repräsen- tantin des Deutschen Reiches emporgestiegen. Sie ist die anerkannte Vertretung unseres Volkes. Und sie hat in diesen wenigen Jahren — denn was sind eineinhalb Jahrzehnte schon tm Geschehen der Völker und der Weltgeschichte— ein Wunder vollbracht. Wer sich plötzlich rm Geiste in den 2. September 1923 zurückdenkt und dann wieder entschwinden läßt, um das heutiae Bild von Nürnberg an seine Stelle treten zu lassen, der glaubt zu träumen. Eine Schar von Kämpfern war damals durch diese Stadl marschiert. Eine kämpfende Nation ist heute aus ihnen geworden. Das damals die Kampffahne der Kompanien und Bataillone war, ist heute d i e Flagge von 7 5 Millionen Menschen allein in diesem Reich. Seit sieben Tagen marschiert in unserer Bewegung wieder ganz Deutschland durch diese Stadt. In stärkster Einprägsamkeit wird uns bewußt, daß damit die Zersplitterung der Nation beendet und zum ersten Male in unserer Geschichte eine wahrhafte Reichseinheil — weil Volkseinheit — gefunden wurde. Wenn vor 15 Jahren die Zuschauer mit teils freudigem, teils bedenklichem Erstaunen auf die marschierenden Nationalsozialisten sahen, bann find heute Zuschauer und Teilnehmer in eine einzige geistige Einheit verschmolzen. Nur etwas hat sich nicht geändert: Wenn damals die Nationalsozialistische Partei als Bewegung der breiten Massen gedacht war, bann ist der nationalsozialistische Staat die Organisation der breiten Massen geworden. Denn diese Partei wollte nicht einzelne Schichten der Nation unter ihren Schutz nehmen. Sie hat das deutsche Volk vor dem Abgrund zurückgerissen, in den es zu stürzen drohte. Denn als man uns 1933 endlich die Macht gab, da hieß das Problem nicht Rettung einer Gesellschaftsschicht, sondern — soviel haben wohl auch unsere bürgerlichen Gegner unterdes schon einsehen gelernt — es hieß: Rettung des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit. Das waren nicht einige hilfsbedürftige Parteien, sondern die Millionenmaße unserer erwerbslosen Arbeiter, unserer Dauern, die vor der Verpfändung von Haus und Hof standen, unseres Mittelstandes, der den Ruin vor Augen sah, und natürlich bann auch unserer geistigen Arbeiterschaft, für die es keine Möglichkeit der Anwendung ihrer Fähigkeiten und ihres Wissens mehr zu geben schien. Wenn eine Bewegung durch die Umstände gezwungen wird, solche Probleme zu lösen, muß sie als erste Aufgabe die Organisation einer wirklichen Gemeinschaft in Angriff nehmen. Denn daß eine wahre Riesenaufgabe ihrer Lösung harrte, kann nicht bestritten werben. Dom Gelingen dieser Lösung aber hing alles ab. Unsere Vorgänger aber waren daran gescheitert. Es war daher auch für uns die Aufgabe nur durch eine äußetste Kraftanstrengung zu bewältigen. Sie erforderte zu allererst den geschlossenen Einsatz aller Volksgenossen. Um ihn zu erreichen, mußte die Organisation dieses Einsatzes vorbereitet werben. Das heißt: Es mußte eine Ein- heit geschaffen werden in unserem Volk zwischen Geistes- und Handarbeitern und vor allem zwischen der politischen und wirtschaftlichen Führung der Nation und ; der durch sie geführten Masse des Volkes, i Diese Einheit erforderte gebieterisch das Ausschalten eines Fremdkörpers, der in sie niemals hätte | eingegliedert werden können. Wenn auch heute noch die Frage gestellt wird, warum der Nationalsozialismus so fanatisch das jüdische Element, in Deutschland bekämpft und auf dessen Entfernung drängt und brängt< bann kann die Antwort nur lauten: Weil der Nationalsozialismus eine wirkliche Volksgemeinschaft herzustellen wünscht. Und weil .diese Geminschaft nur dann eine moralische Daseinsberechtigung besitzt, wenn der notwendige Aufbau in Führung und Gefolgschaft nach volklich und sachlich unanfechtbaren Ge- 1 sichtspunkten geschieht. Weil wir National- > s o z i a l i st e n sind, können wir nicht dulden, daß 'sich über unser arbeitendes Volk eine fremde, mit uns nichts z u tun habende Raffe als Führung setzt. Wir wissen, daß die ungeheueren Aufgaben, die uns gestellt sind, nur mit ungeheuerstem Kraftein. satz und in stärkster Disziplin gelöst werden können, d h. nur durch die in höchster Geschlossenheit zur Lösung einzusetzende Volksgemeinschaft. Das seht aber zugleich eine unbedingte Autorität d er Führung voraus. Die Bildung einer solchen autoritativen Führung ist moralisch nur dann berechtigt und für ein stolzes Volk tragbar, wenn j sie ohne Rücksicht auf Herkunft und Stand die fähigsten Söhne des Volkes damit beauftragt. Es ist daher oberste Sorge des nationalsozialistischen Staates, Mittel und Wege zu finden, um dem Fleiß, der Energie, der Tatkraft, der Einsicht, dem Mut und der Beharrlichkeit, soweit sie im Person- lichen in Erscheinung treten, den Weg nach oben zu erleichtern und zu ebnen. Nie deutsche Volksgemeinschaft ist eine lebendige Organisation. In diesem Staat muß das ärmste Kind, sofern es ersichtlich zu Höherem bestimmt ist, auch die höchste Stellung erreichen können. Dann wird zwischen Führung und Volk nie ein Gegensatz entstehen. Denn dann wird jeder Bauer, jeder Arbeiter immer wissen, daß die Führung aller auch seine Führung ist, weil sie sein eigen Fleisch und Blut ist. Daher ist der stärkste Beweis für die wahrhaft sozialistische Einstellung der nationalsozialistischen Bewegung ihr Kampf gegen eine fremde, nicht aus dem eigenen Volk erwachsene Volksführung. Es muh in diesem neuen Deutschland von jetzt ab jedes Arbeiter- ober Bauernkind, wenn es von Gott begnadet und gesegnet ist, durch die Art der Hilfe unserer Organisationen und dank der bewußten Führungsauslese empor st eigen können bis zur höchsten Führung der ganzen Nation. Wogegen umgekehrt auch das Kapital von Millionen einem Nichtangehörigen dieses Volkes den Weg nach oben niemals öffnen kann und öffnen darf. Dies ist die erste Voraussetzung, um eine wirkliche Volksgemeinschaft aufzurichten, die mehr sein soll als eine bloße schöngeistige Phrase. And nur durch den Einsatz dieser organisierten Gemeinschaft unseres Volkes wurde uns das zu lösen möglich, woran alle unsere früheren Gegner scheiterten. Getragen vom Vertrauen und damit der Kraft dieser gigantischen Millionenmassen des deutschen Volkes gelang es mir und meinen Mitarbeitern in wenigen Jahren, nicht nur die wirtschaftliche Not zu beheben, sondern auch die furchtbaren politischen Fesseln abzu- streifen, die bestimmt waren, das deutsche Volk für immer zu verknechten. Daher ist diese deutsche Volksgemeinschaft auch keine theoretische Erscheinung, d. h. sie ist keine tote Angelegenheit, sondern sie lebt sichtbar als Organisatton. Es gab Besorgte, die besonders nach dem Jahre 1933 oie Frage aufstellten, warum überhaupt der Nationalsozialismus nun nach der Eroberung des Staates noch als besondere Partei bestehen bleibe. Diese Frage ist ungefähr genau so klug wie es die Frage wäre, warum nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht noch eine Armee besteht, nachdem doch der Gedanke der Wehrhaftigkeit nun ohnehin qesieat hat und das Problem damit entschieden ist. Die Bildung und Erhaltung der deutschen Volksgemeinschaft setzt eine verantwortlich tragende und erziehende Organisation dieser Volksgemeinschaft voraus. Ihr fefter Kern ist die nationalsozialistische Partei. Sie bildet die Wehrmacht der Volksgemeinschaft n a ch innen. Sie baut nicht nur die einzelnen Organisationen dieser Volksgemeinschaft auf, setzt ihre Führungen ein, sondern sie erzieht vor allem Jahr für Jahr die Millionenmasse junger Deutschen für diese Volksgemeinschaft und führt sie in sie hinein. Gerade die Organisation dieser Volksgemeinschaft aber ist etwas Gigantisches und Einmaliges. Es gibt heute kaum einen Deutschen, der nicht in irgendeiner Förmation dieser nattonalfozialisttschcn Gemeinschaft persönlich verankert und tätig ist. Sie reicht hinein in jedes Haus, in jede Werkstatt, in jede Fabrik, in jede Stadt und in jedes Dorf. Sie erfaßt darüber hinaus sogar alle Angehörigen des Reiches, die sich in fremden Ländern befinden, und schließt sie zur nattonalsozialistischen Gemeinschaft zusammen. So baut sich hier eine gewaltige 9rgan,fat:on auj, die in ihren Verästelungen in den Familien beginnt und oben in der ganzen Nation ihr 'fnbe findet. Was aber diese Gemeinschaft in den letzten sechs Jahren auch anstrebte und was sie tat und erreichte, lagallesnurimJnteressedesdeutschen Volkes, und zwar des ganzen deutschen Volkes. Denn es ist das erste Mal in unserer Geschichte, daß es gelungen ist, eine Bewegung zu organisieren, die ihre Wurzeln und ihren Auftrag von ber Volksgemeinschaft direkt erhält. Sie ist daher auch nicht auf einzelne besondere Interessent?n- gruppen weder der Kopf- noch Handarbeiterschaft, der Städter oder Bauern, der Katholiken ober Protestanten, Bürger oder Arbeiter angewiesen ober auf sie verpflichtet, s i e dient den 3 n t e r e f f e n aller. Daher ist die Stellung dieser Organisation der heutigen Volksführung- auch eine bedingungslos souveräne. <5ie kann auch zu den unpopulärsten Maßnahmen greifen, wenn sie im Interesse der Volksgemeinschaft liegen, weil diesen gegenüber die Interessen der einzelnen als belanglos zurückgestellt werden können. So ist es möglich, daß diese ausschließlich dem Volke verantwortliche Führung ebenso sehr dem Arbeiter wie aber auch umgekehrt dem Bauern nutzen kann. Sie ist in der Lage, Wissenschaft und Kultur zu pflegen, wie fie auf der anderen Seite die gewaltigsten sozialen Einrichtungen zu schaffen vermag. Sie kann der höchsten Geistestätigkeit Möglichkeit der praktischen Auswirkung sichern. Sie verhindert umgekehrt a*ber auch alle schädlichen Einflüsse. Als einziges Ziel, dem sie dient, wird ihr immer das Volk vor Augen schweben: das Volk als solches, das sie in einer geschlossenen Gemeinschaft vor sich sehen will, gesund, kräftig und wohlhabend. Die Einheitsfront von Deniokr ntie und Bolschewismus. Und wer will bestreiten, baß *bie letzten sechs Jahre einen schlagenden Beweis für die Wirksamkeit der neuen Staats- und Volksorganisation und ihrer Führung in dieser Richtung erbracht haben? Wir konnten in ruhiger Zuversicht fast jedes Jahr vor die Nation hin- treten und sie um ihr Urteil bitten. Die gewaltigste Zustimmung, die einer Volksführung zuteil werden konnte, haben wir in diesem Jahre am 10. April erhalten. Das Volk Hal anerkannt und bestätigt, daß es in der neuen Staatsform und Führung eine Einrichtung sieht,die nach bestem Wissen und besten Kräften bemüht ist, dem Volk nützlich zu sein, es wieder zur Freiheit, zur Größe, aber auch zum wirtschaftlichen Wohlstand zu führen. Und trotzdem erleben wir nun im Großen genau das gleiche, was wir in jahrzehntelangem Kampf im Inneren erleben muhten. Eine geschloffene Front der Umwelt steht uns seit dem Tage der Machtübernahme gegenüber. Und so wie im Inneren die goldene kapitalistische Demokratie unserer parlamentarischen Parteien mit dem Marxismus Hand in Hand ging, wenn es darum ging, den Nationalsozialismus zu bekämpfen, so sehen wir heute im Großen dieselbe Verschwörung zwischen Demokratie und Bolschewismus zum Kampf gegen den Staat der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. In ber Zeit des Ringens der nattonalsozialistischen Bewegung um die Macht war vielleicht der schlagendste Beweis für die Unaufrichtigkeit des Kampfes unserer Gegner die Feststellung der Tatsache, M sie, ob bürgerlich-national, ob kapitalistisch-deni^ kro ifch oder marxistisch-internattonal, in allen einscheidenden Kämpfen eine geschlossene Ein' heitsfront gegen uns bildeten. Es ist dadurch vielen Volksgenossen damals verständlich geworden, wie verlogen die Moral eines politischen Kampfes sein mußte, der vorgab, uns ans nationalen Gründen zu bekämpfen, aber nicht davor zu rückschreckte, sich mit den internationalen Marxisten zu verbinden, urt umgekehrt, w i e unwahr und betrüge- rjsch die Parteien waren, die uns aus — wi« sie behaupteten — sozialistischen Motinen verfolgten, in diesem Kampfe sich aber skrupellos mit den Repräsentanten des Kapitalismus zusammentaten und eine Einheitsfront bildeten. Das Zentrum bekämpfte den Nattonalsozialisims als kirchenfeindlich und schloß zu diesem Zwak eine Heilige Allianz mit der atheistischen Sozialdemokratie und selbst dem Kommunismus. Uni umgekehrt, der Kommunismus wieder, der in uut — wie er damals behauptete — die Reaktion M sttmmte ohne weiteres zusammen mit den wirklichen Vertretern der Reaktion gegen die nationalsozialistische Reichstagsfraktion. Es war ein spiel, bas in seiner grenzenlosen Unwahrhaftigkei nur widerwärtig wirken konnte. Dieselbe Empfindung befällt uns aber auch henie wenn wir sehen, wie die sogenannten inteT/ nationalen Weltdemokraten, die Nr Freiheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit, Selbstbestiin- mungsrecht der Völker usw. eintreten, Zusammengehen mit dem Moskauer B o l- schewismus. Es erhebt sich vielleicht oft kni Frage, warum wir die Demokratien so sehr ir ge. I diese enge Verbindung zwischen jüdischem Kapita- u ei 6V lii 'N T. ’Ml, n, ta eh; 1 h lhr reffet ie bilde; lchaii neu Dt< setzt ihn or aller Deutflhy sie in ß ksgemeir ' nicht« laiistifchu g >st. Ti itt, in jeb. Sie eridfi s Nech- schließt !i ammen. (al:on anj en beginn *be finbcl tzten;edii ) erreichte Dieser Staat ist eine Demokratie, d. h., er wurde nach demokratischen Grundsätzen gegründet, indem man die überwiegende Mehrheit der Bewohner dieses Staates einst ohne sie zu fragen kurzerhand zwang, die in Versailles fabrizierte Konstruktion hinzunehmen und sich in sie zu fügen. Als echte Demokratie begann man daraufhin in diesem Staate die Mehrheit der Bewohner zu unterdrücken, zu mißhandeln und um ihre Lebensrechte zu bringen. Der Welt versuchte man allmählich die Auffassung aufzuoktroieren, daß dieser Staat eine besondere politische und mi» erforderte es daher auch, eine Konstruktion zu finden, die dem tschechischen Volk eine souveräne Vormacht st ellung verlieh. Wer nun gegen diese Anmaßung opponiert, ist „S t a a t s f e i n d" und daher nach demokratischer Auffassung vogelfrei. Das sogenannte Staatsvolk der Tschechen ist damit von der Vorsehung, die sich in diesem Falle der einstigen Versailler Konstrukteure bediente, ausersehen, darüber zu wachen, daß sich gegen diesen daß Deutschland mit 140 Menschen auf den 2ua« dratkilometer ohne weiteres das Judentum weiter erhalten könnte, aber die demokratischen Weltreiche mit nur ein paar Menschen auf den Quadratkilometer eine solche Belastung unter keinen Umständen auf sich nehmen könnten. Hilfe also keine. Aber Moral! So sehen wir im nationalsozialistischen Reich uns heute den gleichen Kräften und Erscheinungen gegenüber, die wir als Partei 15 Jahre lang kennenzulernen Gelegenheit hatten. Insoweit es sich um die allgemeine Bekundung der feindlichen Einstellung der demokratischen Länder gegen Deutschland han- i delt, läßt uns dies kalt. Warum soll es uns übrigens, auch besser ergehen als dem Reiche vor uns? Im übrigen gestehe ich offen: Ich finde es immer noch erträglicher, von jemanden beschimpft zu werden, 3,5 Millionen Deutsche werden in der Tschecho-Slowakei unierdrülkt Das Elend der Sudetendeuischen ist uns nicht gleichgMg. den Kreis unserer Betrachtung ziehen und so ab-> lehnend behandeln. Es geschieht dies 1. weil wir als Angegriffene gezwungen sind, dies zu tun und 2. weil gerade das Verhalten dieser Erscheinungen so empörend ist. Pie Unaufrichtigkeit beginnt, in dem Augenblick, in dem die Demokratien sich selb st als Volksregiment und die autoritären Staaten als Diktaturen hinstellen. Ich glaube es ruhig aussprechen zu können, daß es zur Zeit in der Welt nur zwei Länder gibt, die als Großmächte eine Regierung besitzen, hinter der 99 v. H. des Volkes stehen. Das, was sich in den anderen Ländern als Demokratie deklariert, ist in den meisten Fällen nichts anderes als eine durch geschickte Presse- und Geldmanipulation erreichte Betö- rungder öffentlichen Meinung und eine ^rissene Auswertung der dadurch erreichten Ergebnisse. Allein, wie gänzlich unwahr das innere Wesen dieser Demokratien ist, geht am schärfsten hervor aus der Einstellung, die sie je nach Bedarf zu ihrer Umwelt besitzen. Dir konnten erleben, daß man dort wirkliche Gewaltregime kleiner Länder bann, wenn es in das Konzept dieser Demokratien paßte, geradezu verherrlichte, ja sich dazu bereit erklärte, wenn notwendig, dafür zu kämpfen, während man umgekehrt die größten verlrauenskundgel) ungen in - Oft nul) >ari:j beri 'önnei Ie*t zir 15 feil 'titai ler fo lr bau '' W?1C mb hu L Es fr listig im bet ht, bet Perjön. ch obei Staatszweck niemand erhebt. Sollte aber trotzdem von der Mehrheit der unterdrückten Völker dieses Staates dagegen jemand protestieren, dann darf die- ser mit Brachialgewalt niedergeschlagen und, wenn notwendig oder erwünscht, auch umge» bracht werden. Wenn es sich dabei nun um eine uns nichts angehende fremde Angelegenheit handeln würde, könnten wir dielen Fall wie so viele andere nur als eine interessante Illustration der demokratischen Auffassungen von Dolksrechten und Selbstbestimmung sehen und dies zur Kenntnis nehmen. Nun ist das, was uns Deutsche aber zur Anteilnahme an diesem Problem verpflichtet, etwas sehr Natürliches. Unter der Mehrheit der Nationalitäten, die in diesem Staat unterdrückt werden, befinden sich auch 3,5 Millionen Deutsche, also ungefähr so viel Menschen unserer Rasse, als z. B. Dänemark Einwohner hat. Diese Deutschen sind nun ebenfalls Geschöpfe Gottes. Der Allmächtige hat sie nicht geschaffen, damit sie durch eine Versailler Staatskonstruktion einer fremden, ihnen ver- haßten Macht ausgeliefert werden. Und er Hal die sieben Millionen Tschechen nicht geschaffen, daß sie 3,5 Millionen Menschen überwachen, bevormunden und noch viel weniger vergewaltigen und quälen. Die Zustände in diesem Staat sind, wie allgemein bekannt, unerträgliche. Politisch werden hier über 7'/- Millionen Menschen im Namen des Selbst- bestimmungsrechtes eines gewissen Herrn Wilson um ihr Selbstbestimmungsrecht b e • raubt. Wirtschaftlich werden biefe Menschen planmäßig ruiniert und dadurch einer langsamen Ausrottung ausgeliefert. Dieses Elend der Sudetendeutschen ist ein namenloses. Man will sie vernichten. Menschlich werden sie in unerträglicher Weise unterdrückt und entwürdigend behandelt. lismus und theoretischem kommunistischen Antikapitalismus erlebt. So wie hier die „Rote Fahne", der „Vorwärts" und die „Frankfurter Zeitung" immer Hand in Hand gingen, so ist es in der ganzen anderen Welt. Der Moskauer Bol- schewismus ist der verehrte Verbündete der kapitalistischen Demokratie. Ist es verwunderlich, daß, wenn sich Regime derartig selbst verleugnen, sie dann auch auf zahllosen anderen Gebieten ebenfalls zu Phrasen greifen müssen? Ein demokratischer Parteitag, auf dem sich die Führer der Parteien vor ihren oft so mageren Anhängerscharen kaum sehen lassen können, ohne ausgepfiffen zu werden, der außerdem zumeist in einem Durcheinander aller gegen alle endet, wird als eine bewunderswürdige Demonstration und Kundgebung der Stärke des demokratischen Gedankens hingestellt. Ein nationalsozialistischer oder faschistischer Par- teitag aber, an dem in unerhörter Geschlossenheit ein oder anderthalb Millionen Menschen teilnehmen, gilt nur als trauriges Zeichen für die Brutalität der Diktaturen und als ein Merkmal des I Verfalls der Freiheit! So kämpfen sie für das Recht der kleinen Nationen und bringen sie — wenn es zweckmäßig ist — selbst eiskalt um. So freien sie immer ein für die Gleichberechtigung und versuchen, wenn es möglich ist, einem 75-Millionenvolk die primilivsien Rechte vorzuenthalten. 15 Jahre lang Hal Deutschland vergeblich um die natürlichsten und einfachsten Menschenrechte gerungen. Sie wurden dem ?ut- fchen Volk und Reich verweigert, trotzdem dieses damalige Deutschland nicht von Nazis geführt, sondern von Demokraten und Marxisten beherrscht wurde. Als der nationalsozialistische Staat, dieser fortgesetzten Unterdrückung und Mißhandlung überdrüssig, die Gleichberechli- gung aus eigener Macht endlich wieder her- slellle, beklagten sie dies mit dem bitter scheinheiligen Vorwurf, daß doch auch auf dem Wege gegenseitiger Verständigung das alles hätte erreicht werden können. 15 Jahre lang haben sie auf das grausamste gegen die natürlichsten Volksinteressen, ja gegen jede Menschenwürde- gehandelt, Diktate verfaßt und mit vorgehaltener Pistole zur Annahme gezwungen, um nachher in heuchlerischer Entrüstung sich über die „einseitige" llebertretung heiliger Gesetze und die Verletzung noch heiligerer Verträge zu beklagen. Ohne sich jemals um die Meinung von Eingeborenen zu kümmern, haben sie Kontinente mit blutiger Gewalt unterworfen. Aber da Deutschland feine Kolonien zurückfordert, erklärt man, bestürzt um das Los der armen Eingeborenen, man könne sie einem solchen Schicksal unter keinen Umständen ausliefern. 3m selben Moment aber scheut man sich nicht, durch Flugzeuge und Bomben in den eigenen Kolonien die Eingeborenen zur Räson zu bringen, d. h. die lieben farbigen Mitbürger zu zwingen, die ihnen verhaßte Fremdherrschaft weiter zu dulden. Dies sind dann allerdings zivilisatorische Bomben zum Unterschied der brutalen, im Abefsinierkrieg durch die Italiener verwendeten. Wenn 3Vz Millionen Angehörige eines Volkes von fast 80 Millionen fein Lied fingen dürfen, das ihnen paßt, nur weil es den Tschechen nichl gefällt, ober wenn sie blutig geschlagen werben, bloß weil sie Strümpfe tragen, bie bie Tschechen einfach nicht sehen wollen, ober wenn man sie terrorisiert unb mihhanbell, weil sie einen Gruß grüßen, ber ben Tschechen unangenehm ist, obwohl sie damit nichl die Tschechen, sondern nur sich selbst untereinander grüßen, wenn man sie wegen jeder nationalen Lebensävherung w i e das hilflose Wild jagt and hetzt — dann mag dies den würdigen Vertretern unserer Demokratien vielleicht gleichgültig, möglicher- weise sogar sympathisch sein, weil es sich hier ja nur um 3*/s Millionen Deutsche handelt. Ich kann aber den Vertretern dieser Demokratien nur sagen, daß uns dies nicht gteichgül- f i g ist, und daß — wenn diese gequälten Kreaturen kein Recht und keine Hilfe selbst finden können — fie beides von uns bekommen werden. Die Rechtlosmachuna dieser Menschen muß ein Ende nehmen. Ich habe dies schon eindeutig in meiner Rede vom 22. Februar ausgesprochen. Es war eine kurzsichtige Konstruktion, die sich die Versailler Staatsmänner einst leisteten, als sie das abnornu Gebilde der Tschecho-Slowakei ms Leber, riefen. Der Auftrag, hier die Millionenmaifen anderer Rationalitäten zu vergewaltigen und barmt zu mißhandeln, war nur solange durchführbar, als die Brudernationen noch selbst unter den Folgen der allgemeinen Weltmißhandlung zu leiden hatte.il- Zu glauben aber, daß ein solches Regime unbegrenzt und ewig weiter sündigen kann, heiße, sich einer kaum faßbaren Verblendung hmgebcn. Ich habe in meiner Rede vom 22. Februar vor dem Deutschen Reichstag erklärt, daß das Reich eine weitere Unterdrückung unb Verfolgung dieser 3% Millionen Deutschen nichlmehrhin- nehmen wird, und ich bitte die ausländischen Staatsmänner, überzeugt zu sein, daß es sich hier um keine Phrase handelt. Man beklagt in diesen Demokratien die unermeßliche Grausamkeit, mit der sich Deutschland und jetzt auch Italien — der jüdischen Siemen t e Zu entledigen versuchen. Alle diese großen demokrati-! Ichen Reiche haben insgesamt nur ein paar Menschen auf den Quadratkilometer. In Italien und in Deutschland sind es jß über 140. Trotzdem hat Deutschland einst jahrzehntelang, ohne mit einer Wimper xu zucken, Hunderttausende und Hunderttausende dieser Juden ausgenommen. Jetzt aber, da endlich die Klagen übergroß wurden und die Ration nicht mehr gewillt ist, sich noch länger von diesen Parasiten aussaugen zu lassen, jammert man darüber. Aber nicht, um nun endlich in diesen demokratischen Ländern die heuchlerische Frage durch eine hilfreiche Tat zu ersetzen, sondern im Gegenteil, um eiskalt zu versichern, daß dort s e l b st v e r - "stän blich kein Platz sei. Sie erwarten also, Der nationalsozialistische Staat hat um des europäischen Friedens wegen sehr schwere Opfer aus sich genommen, und zwar sehr schwere nationale Opfer. Er hat jeden sogenannten Revanchegedanken nicht nur nicht gepflegt sondern im Gegenteil aus dem gesamten öffentlichen und privaten Leben verbannt. -Im Laufe des 17 Jahrhunderts hat Frankreich d a s E l f a ß u n d Lothringen dem alten Deutschen Reich mitten im tiefsten Frieden langsam genommen. 1870,71 hat Deutschland nach einem schweren Krieg, der ihm aufgezwungen war, diese Gebiete zuruckgefor- dert und erhalten. Rach dem Großen Weltkrieg grn- aen sie wieder verloren. Für uns Deutsche bedeu- tote bas Strahburg-r Munster sehr °'°l_W°nn wir trotzdem hier eineckendgultigen Strich ge roaen haben, dann geschah es, um dem e u r o - sch-n Frieden für die Zukunst em-n Dien t zu erweisen. Es konnte uns niemand zwm- oen solche Revisionsansprüche freiwillig aufäugeben, Ln wir sie nicht aufgeben wallten! Wir haben ll- aufgegeben. weil es unfer Wille war den ewigen Streit mit Frankreich einmal für -mmet zu beenden. Auch an anderen Grenzen hat das als von ber (Erfüllung solcher Notwendigkeiten abzustehen. kein europäischer Staat Hal für den Frieden mehr getan als Deutschland! keiner hat größere Opfer gebracht! Aber man muß es verstehen, daß auch diese Opfer irgendwie ihre Grenzen besitzen und daß der national- sozialistische Staat nichl verwechselt werden darf mit dem Deutschland der Bethmann-hollweg oder der herlling. Wenn ich diese Erklärungen hier ausspreche, dann geschieht es deshalb, weil sich im Lause des heurigen Jahres ein Ereignis zugetraaen hat, das uns alle zwingt, nunmehr unsere Haltung überhaupt einer gewissen Korrektur zu unterziehen. Wie Ihnen be- i annt ist, meine Parteigenossen, sollten in diesem Jahre in der Tschecho-Slowakei nach vorangeaangenen endlosen Verschiebungen jeder Volksabstimmung wenigstens Gemeindewah- (e n stattfinden. Man war nun selbst in Prag von der Unhaltbarkeit der tschechischen Position überzeugt. Man befürchtete die Einigkeit der deutschen und der anderen Rationalitäten. Man glaubte deshalb zu besonderen Maßnahmen greifen zu müssen, um durch einen Druck a u f die Wahlhandlung das Abstimmungsergebnis beein- lussen zu können. Die tschechische Regierung kam Ktbei auf den Gedanken, daß als einziges mitt« ames Mittel dafür nur eine brutale Ei n - chüchterung in Frage kommen würde. (Geeignet für diese Einschüchterung schien eine D e- monstration der Machtmittel des tsche- chischen Staates zu sein. Es sollte besonders den Sudetendeutschen die brachiale tschechische Gewalt gezeigt werden, um fie zu warnen, ihre nationalen Interessen zu vertreten und dementsprechend abzu- ftimmen. Um diese Demonstration vor der Welt aber plaufibel erscheinen zu lassen, erfand die tschechische Regierung, Herr B e n e s ch , die Lüge, Deutschland hätte Truppen mobil gemacht und stünde vor einem Einmarsch in die Tschecho-Slowakei. Ich habe dazu heut« folgende Erklärung abzugeben: Das Vorbringen solcher lügenhaften Behauptungen ist nichts neues. Etwa ein Jahr vorher brachte die Presse in einem anderen Lande den Schwindel auf, 20 000 deutsche Soldaten seien in Marokko gelandet. Der jüdische Fabrikant dieser Presselüge hoffte, daraus einen Krieg entstehen lassen zu können. Es hatte damals genügt, an den Botschafter Frankreichs eine kurze Erklärung abzuaeben, um diesen infamen Schwindel aus der Welt zu schaffen. Auch dieses Mal ist dem Botschafter einer anbei reu Großmacht sofort versichert worden, daß an dieser tschechischen Behauptung kein wahres Wort sei. Diese Erklärung wurde ein zweites Mal wiederholt, sie wurde aber auch der Prager Regierung sofort mitgeteilt. Allein die Prager Regierung brauchte diesen Betrug ja als Vorwand für ihre terroristische Erpressung und Wahlbeeinflussung. Ich kann hier nur noch nachträglich versichern, daß erstens zu dieser Zeit nicht ein deutscher Soldat mehr eingezogen war, als an sich bienten; zweitens, baß n i ch t e i n Regiment ober irgendein anderer Verband a n die Grenze marschierte, ja, daß sich in die- sem Zeitraum auch nicht ein Soldat außerhalb seiner Friedensgarnison befand, und daß im Gegenteil die Anordnug gegeben war, selbst den leisesten Anschein einer Pression auf die Tschechei von unserer Seite zu vermeiden. Trotzdem fand nun jene niederträchtige Kampagne statt, in der ganz Europa organisiert wurde nur zu Diensten der verbrecherischen Ziele einer Regierung, die beabsichtigte, eine Wahl unter militärischen Druck zu setzen, um die Bürger einzuschüchtern und damit um ihr Stimmrecht zu betrügen, unb bie zu dem Zweck irgendeine moralische Rechtfertigung benötigte, in ihrer Skrupellosigkeit bann auch davor nicht zurück- schreckte, einen großen Staat zu verdächtigen, ganz Europa zu alarmieren unb notfalls in einen blutigen Krieg zu stürzen. Da nun Deutschland keinerlei Absichten besah, ja, im Gegenteil überzeugt war, daß gerade die Gemeindewahlen das Recht der Sudetendeutschen bestätigen würden, ist von feiten der Reichsregierung aus nichts geschehen. Dies aber wurde nun zum Anlaß genommen, um zu behaupten, daß nachdem nichts geschah, Deutschland vor der entschlossenen Haltung der Tschechen und den ernsten Interventionen Englands und Frankreichs zurückgewichen wäre. Sie werden verstehen, meine Parteigenossen, daß eine Groß- • macht ein zweitesmal einen solchen niederträchtigen Urbergriff nicht hinnehmen kenn. Ich habe deshalb vorsorglich daraus die n v t - wendigen Konsequenzen gezogen. Ich bin Nationalsozialist und als solcher gewohnt, gegen jeden Angriff sofort zurückzuschlagen. Ich weiß auch ganz genau, daß durch Nachgiebigkeit i ein so unversöhnlicher Feind, wie es das Tsche- chentum ist, nicht versöhnt, sondern nur noch mehr zur Ueberheblichkeit gereizt wird. Das alte Deutsche Reich kann uns hier eine Warnung fein. Es ist in seiner Friedensliebe bis zur Selbstaufgabe gegangen und konnte am Ende den Krieg doch nicht verhindern. Ich habe unter Berücksichtigung dessen nunmehr am 28. 21Tai sehr schwere Maßnahmen getroffen: Erstens: Die angefünblglen Verstärkungen des Heeres und ber Luftwaffe wurden auf meinen Befehl hin außerordentlich erweitert und augenblicklich eingeleitet und ausge- führl. Zweitens: Ich befahl den sofortigen Ausbau unserer Feflungsanlagen im westen. Ich darf Ihnen die Versicherung geben, baß feit dem 28. Mai bort bas gigantischste Befestigungswerk aller Zeiten im Ausbau begriffen ist. Ich habe zu biefem Zweck ben Gene- I ralinfpetteur des beutschen Straßenbauwesens Dr. Tobt mit einem neuen Auftrag bebacht. Er hat im Rahmen ber von ber Festungsbauinfpektion vorgesehenen Arbeiten burch bie Kraft seines organisatorischen Genies eine ber gewaltigsten Leistungen oller Zeiten vollbracht. Ich möchte Ihnen nur wenige Fahlen nennen: An ber deutschen Westbefestigung, bie feit zwei Jahren an sich bereits im Bau begriffen war, arbeiten nunmehr: In ber Organisation Tobt zusammengerechnet 278 000 Arbeiter, barüber hinaus 84 000 Arbeiter, darüber 100 000 Mann Reichsarbeitsdienst unb zahlreiche Pionierbataillone und Infanterie-Divisionen. Unbesehen des Materials, was durch andere Transportmittel angeliefert wird, schaffte allein bie Deutsche Reichsbahn täglich rund 8000 Eisenbahnwagen. Der Ge- famtoerbraud) an Kies beträgt täglich über 100 000 Tonnen. der mich nicht mehr ausplündern kann, als von jemanden ausaeplünbert zu werden, der mich dafür Iobt.<<3ir werden heute beschimpft. Allein wir sind — Gott sei Lob unb Dank — tn ber Loge, jede Ausplünberung und Vergewaltigung Deutschlands verhindern zu können. Der «Staat Dur uns wurde fast 15 Jahre lang erpreßt. Allein er empfing in meinen Augen als etwas öürftige Entschädigung ober Lohn dafür das Lob, ein braver und demokratischer Staat gewesen zu sein. Unerträglich wird diese Einstellung für «.ms aber in dem Augenblick, in dem sie Dort, wo ein großer Teil unseres Volkes scheinbar wehrlos unverschämten Mißhandlungen ausgeliefert ist, den Schwall bcrno. n‘r Phrasen gegen diese unsere Volksgenossen rohung erheben. Ich spreche von der Tschecho-Slowakei. Reich dieselben entschlossenen Maßnahmen verfügt und die gleiche Hattung eingenommen. Der Nationalsozialismus ist hier wirklich, von höchstem Ber- antwortungsbewußtsein getragen, vorgegangen. Wir haben die schwer st en Opfer an Der- zichten freiwillig auf uns genommen, um Europa für die Zukunft den Frieden zu erhalten und vor allem der Dölkerversöhnung von uns aus den Weg zu ebnen. Wir haben dabei mehr als loyal gehandelt. Weber in ber Presse, noch im Film ober auf der Bühne ist eine diesem Entschluß entgegenstehende Propaganda gemacht worden. Nicht einmal in ber Literatur würbe eine Ausnahme gebulbet. Ich habe aus biefem selben Geiste heraus Angebote gemacht zur Lösung europäischer Spannungen, die einer Ablehnung verfielen aus Gründen, die uns heute noch unverständlich sind. Wir Haden selbst unsere Macht aüf einem wichtigen Gebiet freiWilli g d e g r e n z t in der Hoffnung, mit dem in Frage kommenden Staat niemals mehr die Waffen kreuzen zu müssen. Dies ist nicht geschehen, weil wir etwa nicht mehr als 35 Prozent Schiffe würden bauen können, sondern es geschah, um einen Bei - trag zur endgültigen Entspannung und Befriedung der europäischen Lage zu geben. Da in Polen ein großer Patriot unb Staatsmann bereit war, mit Deutschlanb einen Akkord zu schließen, sind wir sofort darauf eingegangen und haben eine Abmachung getätigt, die für den europäischen Frieden mehr bedeutet als alle Redereien im Genfer Dölkerbundstempel zusammengenommen. Deutschland hat nach vielen Seiten hin heute vollständig befriedete Grenzen, und es ist ent- fchlofsen und es hat dies versichert, diese Gren- zen nunmehr als unabänderlich und endgültig hinzunehmen und anzunehmen, um damit Europa das Gefühl der Sicherheit und des Friedens zu geben. Diese Selbstbegrenzung und Selbstbeschränkung ist aber anscheinend von vielen nur als eine Schwäche Deutschlands ausgelegt worden. Ich möchte deshalb heute diesen Irrtum hier richtigstellen. Ich glaube, es kann dem europäischen Frieden nicht nützen, wenn darüber ein Zweifel besteht, daß das Deutsche Reich nicht gewillt ist, deshalb nun überhaupt sein Desinteressement an allen europäischen Fragen auszusprechen und in sonderheit, daß Deutschland nicht bereit ist, dem Leid und Leben einer Summe von 31/* Millionen Volksgenossen gegenüber gleichgültig zu sein und an ihrem Unglück keinen Anteil mehr zu nehmen. Wir verstehen es, wenn England oder Frank- reich ihre Interessen in einer ganzen well ver- treten. Ich möchte aber hier den Staatsmännern in Paris und London versichern, daß es auch deutsche Interessen gibt, die wir entschlossen sind wahrzunehmen, und zwar unter allen Umständen. Ich möchte sie dabei erinnern an eine Reichslagsrede vom Jahre 1933, in der ich zum ersten Male vor der well fest- stellte, daß es nationale Fragen geben kann, in denen unser weg klar vorgezeichnet ist, daß ich dann jede Not und jede Gefahr und jede Drangsal lieber auf mich nehmen werde, Ration be: bebin1 uch zu bei m fie im meil biejeit ab Wang? es nwjW intwoitiidw aber ach ie ist in ben en, wf1' )3iaie der W’1 ischen &'* rt aber E iel, hem W ugen einer gs- iß, gesunv scheu 'M (9e[d)id)ic I ganzere« | )on btu f . sie ip*| reifeitcn--1 teddidU \ l« W- _ I vder «xwty : t e ’ \ (ml solchen Staaten, die den Demokratien nicht ge- nehm sind, einfach verschweigt, mißdeutet ober kurzerhand ins Gegenteil verdreht. Und nicht nur das: Diese Demokratien verherrlichen, wenn es politisch zweckmäßig ist, sogar die .. , ^ .... Sfaatsform, obwof,! bkfe felbft °stN LustsaftLsttt W°r°r° - sich als Diktatur des Proletariats bezeichnet, hat sie uns vor kurzem erläutert. Die Tschechei ist d. h. mit anderen Worten: die richtigen Demo- nach ihm dazu da unb bestimmt, im Falle eines krallen bringen es fertig, Länder, deren Regie- Krieges bie deutschen Orte und Jndu- rung auf eine 99prozenlige Zustimmung ihrer strien mit Bomben anzugreifen. Es Völker in den Slaalsführungen Hinweisen kann, hanbell sich dabei wahrscheinlich wohl um die be- ols Diktaturen zu bezeichnen und andere Län- kannten Sprengkörper mit zivilisatorischer Wirkung, ber «riebet, beten Regierungen sich selbst als ®«* Ausgabe aber steht entgegen ben Lebensauf. Dikaluten betlarieren unb nut mil Massener- ßj» „S Zftri« ... . _, .,, ,, ' , Mehrheit und 'Bewohner vieles otaates. Daher schiehungen, Hinrichtungen, Folterungen ufro. muß die Mehrheit dieser Bewohner schweigen, bestehen können, als höchst ehrbare demokra- Jedes Protestieren gegen ihr Schicksal ist ein An- tische Iustitutionen zu bewundern. griff gegen bie Zielsetzung biefes Ist es nicht gerabezu ein grimmiger Hohn der S t a a t e s und steht damit nicht im Einklang zur Weltgeschichte, baß sich inmitten aufrechter Patent- Verfassung. Diese Verfassung ging allerbings, ba bemokraten zu Genf der blutigste Repräsentant der sie von Demokraten gemacht wurde, nicht von den grausamsten Tyrannei aller Zeiten als ehrenwertes Volksrechten der Betroffenen, sondern von den Mitglied bewegt? So haben wir in Deutschland politischen Zweckmäßigkeiten der U n * *’ ' ~ ‘ ~ " - terdrücker aus. Diese politische Zweckmäßigkeit atsache, v listisch-dk -ne 63 iF an« L ib.,*™5!; mpfe,n' -n t°'L> nsE .. । it de»; die."« af A -Ä Den machtvollen Abschluß des Parteitages bildete der Große Zapfenstreich vor dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B rauch itsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Rae der, der Vertreter des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, General der Flieger Milch, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, sowie die Generalität und Admiralität, Vertreter der Partei und eine unübersehbare Menschenmenge wohnten der Huldigung der Wehrmacht an den Führer bei. Die Parteitagsstimmung hat ihren Höhepunkt erreicht: noch sind Tausende gepackt von den gewaltigen Worten des Führers auf der Schlußsitzung. Kurz vor Mitternacht erlischt die Straßenbeleuchtung: immer gespannter wird die Stimmung der Massen. Plötzlich erklingt in der Ferne Musik. Mit dem Badenweiler Marsch rückt der Große Zapfe n st r e i ch heran. Und dann braust ein Schrei durch die Massen, der die immer näher rückende Musik übertönt. Der F ü h r e r ist mit Generaloberst^ von Brauchitsch, Generaladmiral R a e d.e r,' General der Flieger Milch, General der Artillerie Keitel, und seinem Stellvertreter, Reichsminister Rudolf Heß, sowie seinen Adjutanten auf den Balkon getreten. Jetzt hat die Spitze des Zapfenstreiches den „Deutschen Hof" erreicht. Hinter den Fackelträgern reitet der Kommandeur des Zapfenstreiches, Oberstteut- nant Böhlke. Ihm folgen zwei Kompanien Infanterie und dann die etwa 500 Spielleute des Heeres, Sozialismus als ewige Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Als eine der letzten Sondertagungen des Reichsparteitages fand in der überfüllten Kongreßhalle eine Tagung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerkes statt. Nachdem Hauptamtsleiter H i l - genfeldt einen Ueberblick über Ideen und Arbeitsweise dieser größten sozialistischen Organisation der Welt gegeben hatte, nahm, mit langanhaltendem Beifall empfangen, Dr. Goebbels das Wort, um die fundamentalen Gedanken des deutschen Sozialismus zu erläutern und im Namen des Führers der Millionenarmee freiwilliger Helfer und Helferinnen für ihren Einsatz zu danken. Er hob hervor, daß der Kampf um die Macht nichts anderes gewesen sei als eine Auseinandersetzung zwischen der bolschewistisch-marxistischen und der nationalsozialistischen Weltanschauung. Sie gehe auch in der Gegenwart weiter, und wenn man ihren Sinn auf die primitivste Formel bringen wolle, so könne man sagen: Es spielt sich heute in Europa ein Kampf z-vi scheu Moskau und Nürnberg ab. Wenn der Nationalsozialismus auf dem Standpunkt stehe, daß, diese Auseinandersetzung unter allen Umständen ausgefochten werden müsse, so nicht nur deshalb, weil der Bolschewismus die internationale Weltrevolution betreibe, sondern in erster Linie, weil zwischen beiden eine durch nichts zu überbtückende Kluft in den Ansichten über das Wesen des Sozialismus bestehe. Der Beweis für die Richtigkeit unserer Ansicht könne aber allein durch ernste praktische Arbeit erbracht werden. Der Nationalsozialismus lasse sich bei der Ver- Großer Zapfenstreich der : iii: ehrmacht. Festlicher Ausklang des Parteitages. der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Hinter den 14 Musikkorps mit noch über 500 Musikern beschließen je eine Kompanie der Kriegsmarine und der Luftwaffe die Kolonne. Fanfarenbläser der Kavallerie und Artillerie rücken vor den Eingang des Hotels, wo die Generalität und Admiralität Aufstellung genommen hat. Nach dem Halt meldet Oberstleutnant Böhlke: „Mein Führer! Großer Zapfenstreich angetreten!" Dann eröffnen zwei Märsche die feierliche Stunde, der Radetzkymarsch und „Preußens Gloria". Dann setzt mit dem Locken der Pfeifen und dem Dröhnen der Trommeln der Große Zapfenstreich ein. Die Paradeposten der Retraite der Kavallerie unterbrechen den machtvollen Chor der vereinigten Mu- sikzüge. Noch einmal erklingen Pfeifen und Trommeln, dann erschallt das Kommando: „Helm ab zum Gebet!" In Mächtigen Akkorden steigt der Dank an den Allmächtigen empor. Wieder Kommandos: die Truppe präsentiert, und nun hallen wie ein Schwur an den Mann, der uns diese stählerne Wehr wiedergab, die Klänge des Liedes der Deutschen und des Sängers der deutschen Freiheitsbewegung zum Himmel. Oberstleutnant Böhlke erstattet die Schlußmeldung, wieder hört man den Dank des Führers. Dann rücken die Kompanien und Musikkorps ab. Nun endlich kann sich die Begeisterung des Volkes Lüft machen, und minutenlange Sieg-Heil-Rufe branden zu dem Führer empor. Der Parteitag Großdeutschlands hat seinen erhebenden Ausklang gefunden. völkische Verpflichtung. Or. Goebbels vor den Amtswaltern der NSV. wirklichung seiner sozialistischen Ideale auch nicht nach Art bürgerlicher Spießer und vornehmer Nichtstuer von Mitleid oder Barmherzigkeit leiten, sondern für ihn sei der Sozialismus eine völkische Verpflichtung, deren fundamentalster Grundsatz die Erkenntnis darstelle: Wir müssen ein g e - sundes Do 5k besitzen, um den uns gebührenden Platz in der Welt einnehmen zu können! Aus der Tatsache, daß die nationalsozialistische Dolksfürsorge nicht dem einzelnen, sondern der Gesamtheit des Volkes zu dienen habe, erkläre es sich auch, daß heute die Hauptsorge nicht der Beseitigung sozialer Schäden im einzelnen, sondern in erster Linie der Beseitigung ihrer Ursachen gelte, nachdem es gelungen sei, die nach der Machtübernahme vorgefundenen himmelschreienden Einzelschäden abzustellen. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes habe deshalb auch heule feine Existenzberechtigung keineswegs verloren. Denn es fei der große Finanzquell der gesamten volkssorgerischen Arbeit in Deutschland geworden. Der Minister würdigte dann die Arbeit des Leiters dieses größten Sozialwerkes der Welt, H i l genfeldt, und überbrachte im Namen des Führers ihm und allen seinen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern den Dank der Bewegung. Der wahre Dank liege in den Resultaten unseres Handelns, in der steten Gesundung unseres Volkes, in feiner Beglückung, in seinem Jubel, vor allem aber in seiner Treue zum Führer, der wir, wenn wir durch unser Volk gehen, auf Schritt und Tritt begegneten. Wie groß auch die bisherigen Leistungen .ei’en, niemals würde diese Arbeit ein Ende nehmen können, denn der Sozialismus sei eine ewige Verpflichtung. Starker Eindruck der Mremde im Ausland. Die deutsche Westbefestigung wird noch vor Einbruch des Winters vollkommen fertig fein. Ihre Abwehrkraft ist schon jetzt in vollem Ausmaße gesichert. Nach ihrer Vollendung umfaßt sie insgesamt über 17 000 Panzer- und Betonwerke, hinter dieser Front aus Stahl und Beton, die zum Teil in drei Linien, und an einzelnen Stellen in vier Linien, eine Gesamt- tiefe bis zu 50 Kilometer erreicht, steht das deutsche Volk in Waffen. Ich habe diese gewaltigste Anstrengung aller Zeiten gemocht, um dem Frieden zu nutzen. Ich werde aber unter keinen Umständen gewillt sein, einer weiteren Unterdrückung der deutschen Volksgenossen in der Tschecho-Slowakei in endloser Ruhe zuzusehen. Herr Benesch treibt Taktik, er redet und will Verhandlungen organisieren, nach Genfer Muster die Frage der Prozeduren klären und kleine Beruhigungsgeschenke geben. So geht das auf die Dauer nicht! Hier handelt es sich nicht um Redensarten, sondenr um Recht, und zwar um v e r - letztesRecht. Was die .Deutschen fordern, ist das S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t, das jedes andere Volk auch besitzt, und keine Phrase. Herr Benesch hat diesen Sudetendeutschen keine Geschenke zu geben, sie haben das Recht, ein eigenes Leben zu beanspruchen, genau wie jedes andere Volk. Wenn die Demokratien aber der Überzeugung sein sollten daß sie in diesem Falle, wenn notwendig, mit allen Mitteln die Unterdrückung der Deutschen beschirmen müßten, dann wird dies schwere Folgen haben! Ich glaube, dem Frieden mehr zu nutzen, wenn ich darüber keinen Zweifel lasse. Ich habe nicht die Forderung gestellt, daß Deutschland dreieinhalb Millionen Franzosen unterdrücken darf, oder die, daß uns etwa dreieinhalb Millionen Engländer zur Unterdrückung ausgeliefert haben, aber ich stelle die Forderung, daß die Unterdrückung der dreieinhalb Millionen Deutschen in der Tschecho-Slowakei aufhört und an dessen Stelle das freie Recht der Selbstbestimmung tritt. Es würde uns leid tun, wenn darüber unser Verhältnis zu den anderen europäischen Staaten getrübt oder Schaden nehmen würde. Allein die Schuld läge dann nicht bei uns. Im übrigen ist es Sache der tschecho-slowakischen Regierung, sich mit den berufenen Vertretern der Sudetendeutschen auseinanderzusehen und eine Verständigung so oder so herbeizuführen. Meine Sache und unser aller Sache, meine Volksgenossen, aber ist es, dafür zu sorgen, daß hier nicht aus Recht Unrecht wird. Denn es handelt sich um deutsche Volksgenossen. Ich bin auch keineswegs gewillt, hier mitten im herzen Deutschlands durch die Tüchtigkeit anderer Staatsmänner ein zweites Palästina entstehen zu lassen. Die armen Araber sind wehrlos und vielleicht verlassen. Die Deutschen in der Tschecho-Slowakei sind weder wehrlos noch sind sie verlassen. Das möge mau zur Kenntnis nehmen. Ich glaube diesen Gedanken an den Parteitag aussprechen zu müssen, an dem zum erstenmal die Vertreter unserer deutsch-österreichischen Gaue teilnehmen. Sie wissen am besten, wie schmerzlich es ist, vom Mutterland getrennt zu sein. Sie werden am ehesten auch den Sinn meiner heutigen Ausführungen erkennen. Sie werden mir auch am freudigsten zustimmen, wenn ich vor dem ganzen Volke feststelle, daß wir nicht verdienten, Deuts chezu sein, wenn wir nicht bereit wären, eine solche Haltung einzunehmen und die daraus folgenden Konsequenzen so oder so zu tragen. Wenn wir die unerhörten Zumutungen bedenken, die in den letzten Monaten selbst ein Kleinstaat glaube, Deutschland stellen zu dürfen, dann finden wir eine Erklärung dafür nur in der geringen Bereitwilligkeit, im Deutschen Reich einen Staat erkennen zu wollen, der mehr ist als ein friedfertiger Emporkömmling. Als ich im Frühjahr dieses Jahres in Rom stand, wurde mir innerlich bewußt, wie sehr die Geschichte der Menschheit in zu kleinen Zeiträumen und dementsprechend zu kleinen Ausmaßen gesehen und begriffen wird. Tausend und anderthalbtausend Jahre umfassen nur wenige Geschlechterfolgen. Was in einer solchen Zeit ermüdet, kann sich in der gleichen Zeit auch wieder erheben. Das heutige Italien und das heutige Deutschland sind ein sprechender Beweis dafür. Er sind regenerierte Nationen, die man in diesem Sinne vielleicht als neue bezeichnen kann. Allein diese Jugend ruht nicht auf einem Neuland, sondern a u f altem g e - schichtlichen Boden. Das Römische Reich beginnt wieder zu atmen. Deutschland aber, wenn auch geschichtlich unendlich jünger, ist ebenfalls als staatliche Erscheinung keine neue Geburt. Ich habe die Insignien des alten Deutschen Reiches nach Nürnberg bringen lassen, um nicht nur dem eigenen deutschen Volke, sondern auch einer ganzen Welt es zu bedenken zu geben, daß über ein halbes Jahrtausend vor der Entdeckung der Neuen Welt schon ein gewaltiges germanisch-deutsches Reich bestanden hat. Dynastien kamen und gingen, äußere Formen haben sich geändert. Das Volk hat sich vergüngt, aber in seiner Substanz ist es ewig gleich geblieben. Das Deutsche Reich hat lauge Zeit geschlummert. Das deutsche Volk ist nun erwacht und hat seiner tausendjährigen Krone sich selbst als Träger gegeben. Für uns, die wir die geschichtlichen Zeugen dieser Auferstehung sind, liegt darin ein stolzes Glück und eine demutsvolle Dankbarkeit vor dem Allmächtigen! Für die andere Welt aber soll dies eine Anregung und eine Lehre zugleich sein. Eine Anregung, noch einmal die Geschichte von einer höheren Warte aus zu studieren, und eine Lehre, nicht in vergangene Fehler zu verfallen. Das neue italienisch-römische Reich genau so wie das neue germanisch-deutsche Reich sind in Wahrheit älteste Erscheinungen. Man braucht sie nicht zu lieben. Allein, keine Macht der Welt wird sie mehr entfernen. In dieser Stunde endet der 1. Reichsparteitag Großdeutschlands. Sie sind alle noch erfüllt von den gewaltigen geschichtlichen Eindrücken dieser Tage. Der nationale Stolz und Ihre Zuversicht sind gestärkt worden angesichts dieser Demonstration der Kraft und Geschlossenheit unseres Volkes. Gehen Sie nun wieder hinein mit jenem gläubigen Vertrauen, das Sie durch fast zwei Jahrzehnte als Deutsche und Nationalsozialisten im Herzen tragen. Sie haben das Recht, das deutsche Haupt nun wieder mit Stolz erhoben tragen zu dürfen. Wir alle aber haben die Pflicht, es nie wieder unter einen fremden Willen zu beugen. Dies sei unser Gelöbnis! So wahr uns Gott helfe! Erleichterung in London. London, 13. Sept. (Europapreß.) In politischen Kreisen Londons verhielt man sich nach der Führer-Rede am Montagabend verhältnismäßig zurückhaltend, obgleich allgemein ein Gefühl der Erleichterung zu spüren war. Auch die Aussprache, die noch in den späten Abendstunden zwischen Ministerpräsident Chamberlain, Außenminister 'Lol-d Halifax, Schatzkanzler Sir John Simon, Innenminister Sir Samuel Hoare und dem Diplomatischen Berater der Regierung, Sir Robert V a n s i 11 a r t, stattfand, dauerte nur etwas über eine Stunde und hatte keinen abschließenden Charakter. Dies geht auch aus einer noch in der Nacht veröffentlichten halbamtlichen Erklärung hervor, in der betont wurde, daß es zu früh fei, die Bedeutung der Führer-Rede für die weitere Entwicklung schon jetzt zu beurteilen. Hierzu verlautet noch, daß zwar einige deutschsprechende Minister die Rede am Rundfunk ab gehört hätten, daß dem Meinungsaustausch der Minister jedoch lediglich eine erste flüchtige lieber» setzung des Außenministeriums als Grundlage gedient habe. Man wolle erst den Bericht des englischen Botschafters in Berlin mit dem wörtlichen Text der Rede abwarten. Der Eindruck politischer Kreise in den frühen Morgenstunden des Dienstags kann dahin zusammengefaßt werden, daß der Gedanke einer V o l k s a b st i m - mung im sudetendeutschen Gebiet in der nächsten Zeit immer stärker in den Vordergrund zu treten scheint. Größte Beachtung in Paris. Paris, 12. Sept. (Europapreß.) Die Rede des Führers hat, wie oorauszufehen war, in Pariser politischen Kreisen und darüber hinaus in der gesamten Oeffentlichkeit allergrößte Beachtung gefunden. Auf den großen Boulevards standen die Menschen oor'ben Zeitungskiosken Schlange, um Sonderausgaben der Blätter mit dem Wortlaut der Führerrede zu erhaschen. Man konnte zehn Minuten vor einem solchen Kiosk stehen, ohne das erstrebte Ziel zu erreichen, die Zeitungen waren inzwischen ausverkauft. Dann standen die Leutö m dichten Gruppen beieinander, um die Rede zu besprechen. Aus der Umgebung des Quai d'Orsay lagen bereits am späten Abend des Montags die ersten Äußerungen vor. Mit einem endgültigen Urteil hält man allerdings noch zurück. Man stellt indessen fest, daß das Gesamtbild des sudetendeutschen Problems erneut mit aller Deutlichkeit Umrissen worden ist, ohne daß sich hieraus eine Verschärfung der Frage ergeben hätte. Man muß nach den gehörten Urteilen sogar von einer leichten Entspannung der Lage sprechen. Das ist der vorherrschende Eindruck in Paris. Außenminister Bonnet wird daraus insofern die Konsequenz /ziehen, als er bereits am Donnerstag zur Teilnahme an den Verhandlungen der Genfer Liga nach Genf reifen wird. Er hatte am Montagabend noch eine Unterredung mit dem tfchechn- siowakifchen Gesandten O s u s k y. In Paris geht der Eindruck dahin, daß man nach der klaren Feststellung der deutschen Forderungen nicht um die Auffassung herumkomme, die weiteren Verhandlungen der Prager Regierung müßten i n ganz anderer Weise' als bisher den Lebensrechten der sudetendeutschen Bevölkerung Rechnung tragen. Die ins einzelne gehenden Feststellungen Hitlers über den Umfang der deutschen Befesti- g u n g e n an der Westgrenze haben in Paris ebenfalls stärksten Eindruck hinterlassen. Das gleiche gilt von der Mitteilung des Führers, daß die deutschen Befestigungen mit Eintritt des Winters vollendet sein werden, und es überwiegt das Gefühl, daß diese Mitteilungen gegen alle Kombinationen machtpolitischer Natur, die etwa noch den sudeten- deutschen Forderungen entgegengestellt werden könnten, in Rechnung gestellt werden müssen. Aus sonstigen privaten Äußerungen ist außerdem zu entnehmen, daß der erneute deutsche Verzicht auf Revisionsforderungen gegenüber Elsaß-Lothringen — bekräftigt durch die Erinnerung an das Straßburger Münster — starken Eindruck auf die französische Oeffentlichkeit machen. Volles Verständnis in Rom. Rom, 12. Sept. (Europapreß.) Nach den mannigfaltigen Kundgebungen der italienischen Au fassung in* den letzten Tagen, angefangen von den Ausführungen der Jnformazione Diplomatica bis zu den täglichen Aufsätzen der italienischen Presse braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, daß hier das größte Verständnis für dieRede wie für den deutschen Standpunkt vorhanden ist. Gleichzeitig fühlt man sich auch von einer schweren Spannung befreit, denn man sagt sich, daß es undenkbar ist,- daß dieser eindringliche Appell an das Recht, dieses starke Bekenntnis zum Frieden, nicht in jedem anständigen Herzen einen Widerhall auslösen werde. Man ist daher geneigt, diese Rede als eine Friedensrede zu be- betradjten, die gerade durch die klare Kundgebung des Standpunktes des großen Deutschen Reiches, durch die unmißverständliche Warnung vor den gefährlichen Folgen einer Verlängerung des unhaltbaren Zustandes in der Tschecho-Slowakei, dem Frieden, wie dies auch der Führer selbst betonte, öen größten Dienst erweise. Zu diesem Eindruck gesellt sich auch noch die Freude über die Anerkennung, die aus dem Munde des Führers dem Werke des Faschismus und dem Aufschwung des römischen Reiches gezollt wurde. Freudenkmidgebungen der Gudetendeutschen. Prag, 13. Sept (DNB.) Die Rede des Führ«» wurde vom gesamten Sudetendeutschtum mit ungeheurer Spannung erwartet. Es gab wohl kaum einen Sudetendeutschen, der heute abend nicht am Lautsprecher sah. Sogleich nach Beendigung der Rede zogen in allen sudetendeutschen Städten Tausende von Menschen auf die Straßen, um Freudenkundgebungen zu veran- talten. In Gablonz fielen sie sich trotz des strömen- t den Regens in die Arme, weinend und lachend zogen die Massen, das horsl-wesfel-Lied und das Deutschlandlied singend, durch die Strahen der alten udetendeutschen Stadt. Ueberall ertönte im Sprechchor „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" und der Deutsche Gruß „heil Hitler!" Die Polizei zog sich überall zurück. Vor den Prager Zeltungs- tänden drängten sich abends Massen von Men- chen, um die ersten Auflagen mit der Rede des Führers in die Hand zu bekommen. Reue Gewalttaten der Tschechen. Sudetendeutsche Bevölkerung besteht auf dem Selbstbestimmungsrecht. Aussig, 13.'Sept. (DNB. Funkspruch.) Ein feiger Feuerüberfall tschechischer Friedens- brecher kostete gestern abend wieder zwei Sudetendeutschen das Leben. Die deutsche Bevölkerung, die unter den Drangsalierungen der Tschechen stets besonders zu leiden hatte, versammelte sich auf dem Ringplatz. In Sprechchören wurde der Wille zur unverbrüchlichen Einheit des Deutschtums betont und das Selbstbestimmungsrecht des Sudetendeutsch, tums unterstrichen. Zu der geordnet versammelten Volksgemeinschaft sprachen der neugewählte Bürgermeister Dr. Tauche und der Abgeordnete Ritter. Nach Schluß der Kundgebung begaben sich die Teilnehmer in voller Disziplin in ihre Heimstätten. Als ein Teil von ihnen den Ort Schöngrießen pas- fierte, näherte sich ihnen frech provozierend unter Beleidigungen eine kleine Gruppe von Tschechen. Die Sudetendeutschen kümmerten sich nicht um die lärmenden Wegelagerer: darauf fingen diese an, auf die Vorübergehenden zu feuern. Der sudetendeutsche Ordner Helmut Lang wurde tödlich getroffen. Ein anderer Schuß traf den am Fenster stehenden Einwohner Rudolf Vache in den Hals; der Mann verblutete auf der Stelle. Infolge öer Gewalttaten der hier eine Minderheit bildenden Tschechen hat sich der Bevölkerung von neuem Trauer und Erbitterung bemächtigt. P r a g, 12. Sept. (Europapreß.) Als sich am Mon- tagabend aus Anlaß der Führerrede ein Umzug der fudetendeutfchen Einwohnerschaft durch Teplitz- Schönau bewegte, unternahmen Tschechen und Kommunisten Gegenkundgebungen. Dabei ging die tschechische Staatspolizei mit dem Gummiknüppel gegen die sudetendeutsche Bevölkerung vor, wobei es eine Reihe von Verletzten, darunter auch Frauen, gab. Der sudetendeutsche Abgeordnete Zippe l i u s , der intervenieren wollte, wurde auf offener Straße von der tschechischen Staatspolizei bedroht und durch Schläge mit dem Gummiknüppel mißhandelt. Auch in Prag kam es in der Nacht zum Dienstag zu einem Zwischenfall. Eine kleine Gruppe Sudetendeutscher, die sich mit dem deutschen Gruß voneinander verabschiedet hatte, wurde auf dem Wenzelplatz von zahlreichen tschechischen Passanten angehalten und nach kurzem Wortwechsel niedergeschlagen. Unter den Mißhandelten befand sich auch ein Reichsdeutscher. In Görkau formierte sich die Bevölkerung am Montagabend in Marschkolonnen zu einem Umzug und kam auch an der Dienststelle der tschechischen Staatspolizei vorüber. Dort stellten sich dem Zug acht tschechische Polizeibeamte entgegen und richteten ihre P i st o l e n auf die Menge, deren sich eine begreifliche Erregung bemächtigte. Sie forderte die Zurückziehung der Staatspolizei. Um Mitternacht noch verharrte die Menge in mustergültiger Disziplin vor dem Gebäude der Staatspolizei. Auch Italiens Ernährung aus eigener Kraft sichergestellt. Rom, 10. Sept. (DNB.) Die italienische Getreideernte ergibt, wie Mussolini in der Sitzung des ständigen Getreideausschusses mitgeteilt hat, nach den endgültigen Schätzungen 80 818 270 Doppel- zentner/und übertrifft damit die Ernte des Dor- jahres um 179 300 Doppelzentner. Der mittlere Ertrag je Hektar ist von 15,6 Doppelzentnern im Vorjahr auf 16,1 Doppelzentner gestiegen. Damit ist die Spekulation des internationalen Antifaschismus auf eine Mißernte zusammengebrochen. Die römische Presse weist darauf hin, daß das neue Ernteergebnis trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse im Rahmen der seit 13 Jahren vom Faschismus durch- geführten Getreideschlacht erreicht werden konnte. Wetterbericht Noch immer liegen wir auf der Grenze zwischen Hoch- und Tiefdruckeinfluß. Doch hat sich die über Nordeuropa hinweggehende Wirbeltätigkeit erheblich gesteigert. Dabei herrscht bis in die deutschen Küsten- gebiete stürmisches Westwetter. Auch kommt es besonders in den nördlichen Teilen des Reiches vielfach zu Regen. Bei uns wird sich das Wetter jetzt etwas lebhafter gestalten, doch ist eine durchgreifende Verschlechterung nicht zu erwarten. Vorhersage für Mittwoch: Stellenweise duckstig, sonst wolkig bis aufheiternd und vereinzelt auch Regen, bei lebhaften, westlichen Winden ziemlich mild., Lufttemperaturen am 12. September: mittags 17,5- Grad Celsius, abends 15,3 Grad: am 13. September: morgens 16 Grad. — Maximum 1K Grad, Minimum: heute nacht 12,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. September: abends 15,9 Grad; ann 13. September: morgens 15 Grad. — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des HauptfcHüftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thymol; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. 2).21. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlfche Unioersitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Iuu- ürierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf- und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr- Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom L September 1937 flülti& Nr.2l4 Zweites Blatt Dienstag,(5. September 1958 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Ooerheffen) k I Panzerwagen vor den Tribunen. — (Scherl-Buderdienst-M.) Dann erfolgt unter starkem Beifall der Ausmarsch Vormittags x»urui ei uiqi uiuei uullciii u«. uvl ---------. de° gewaltigen Feldes in knapp zehn Minuten. | Flaks v-Mw,nr>-n. h' Schwere und leichte Flakartillerie geht zum Schutze des Fliegerhorstes in Stellung. Im Handumdrehen ist abgeprotzt, sind die Zugmaschinen wieder verschwunden und die Geschütze in Stellung gegangen. Soldaten: „Heil, Soldaten!" und die Männer auf dem Felde antworten: „Heil, mein Führer!" Nach dem Kommando: „Gewehr ab" nimmt der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht das Wort. DerFührersprichtzurWehrmacht Soldaten der deutschen Wehrmacht! Wie in den vergangenen Jahren seid chr auch diesesmal anläßlich des Reichsparteitages zu Nürnberg angetreten. Zum erstenmal als Soldaten des Großdeutschen Reiches! Daß dieser Traum von Jahrhunderten Wirklichkeit werden konnte, verdanken wir zwei Tatsachen: Erstens: Der gelungenen Schöpfung einer wahrhaften deutschen Volksgemeinschaft. Sie hat die Voraussetzungen geschaffen für die Erfüllung dieses Traumes. Zweitens: Der Aufrichtung der neuen deutschen Wehrmacht, deren Soldaten diesen Schutz der Kampfwagen den Einbruch in die Stellung' der roten Partei durchführen. Mit diesem packenden Gefechtsbild haben die Vorführungen des ihren Abschluß gefunden. Im Galopp rückt in Zugkolonnen das Kavallerieregiment 3, das die Tradition der Ziethen-Husaren trägt, ein, um einige Bewegungen zu zeigen. Besonders wirkungsvoll ist dabei, daß die einzelnen Schwadronen nach der Farbe der Pferde zusammengestellt sind. Aufklärungstruppen führen dann einen Zusammenstoß mit den gegnerischen Panzerspähtrupps vor. In Zwölferreihen rücken dann die schwarzgrauen K r a f t w a g e n der Panzertruppen ein und zeigen Anfahren, gegeneinander, Antreten in die Gefechtsbereitschaft und Feuerkämpfe. Die Exaktheit der Truppe und die Wendigkeit der Wagen fällt besonders auf. Die Panzerabwehr mit 36 Geschützen führt anschließend ihren Einsatz bei einem Panzerangriff vor. Ihren Höhepunkt erreichen die Wehrmachtsvorführungen mit der Darstellung eines Jnfanterie- gefechkes mit gemischten Waffen. Der Ostteil der Zeppelinwiese wird von den Streitkräften der roten Partei besetzt, die sich in Verteidigungsstellung begeben. Zur Sicherung des Kampffeldes werden rote Gefechtsvorposten vorgeschoben, dahinter liegen die Schützen, leichte und schwere MGs hinter Sandsack-Deckung! Infanteriegeschütze und Panzerabwehr gehen in Stellung. Pioniere bauen die, Verteidigungsstellen mit Minensperren, Hindernissen und Tankfallen aus. Blau stößt zunächst mit dünnen Ketten vor. Als Spähtrupps gesichtet werden, werden sie sofort unter Feuer genommen und der erste Angriff ihrer Schützenkompanie wird durch den konzentrierten Einsatz leichter und schwerer MGs. und der Infanterie zum Zurück- den drei schönsten Plätzen in der Stadt begann der letzte Tag des Reichsparteitages Großdeutschlands, der den Namen „Tag d e r W e h r m a ch t" führt. Wie sehr sie dem Volke verbunden ist, das hat auch in diesem Jahre wieder der ungeheuere Zustrom bewiesen, den die Vorführungen der Wehrmacht fanden. Schon seit Wochen waren die Eintrittskarten vergriffen, und am Vor- und Nachmittag ergoß sich eine wahre Völkerwanderung in das Reichsparteitagsgelände. Es ist ein grandioses Bild, das die Zeppelin-Wiese vor dem Beginn der Vorführungen bildete, als die teilnehmenden Truppenteile des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe in einer Gesamtstärke von rund 13 000 Mann auf der Zeppelinwiese aufmarschiert sind. In der Mitte des Feldes stehen die Marine- Unteroffizier-Lehrabteilungen mit Spielleuten und Musikkorps in Weiß und Blau, hinter ihnen in der ganzen Tiefe des Feldes die Panzerkampfwagen, zur Rechten und zur Linken bespannte Arüllerieab- teilungen. Auf dem linken Flügel die Flakss, .neben ihnen ein Luftwaffenregiment zu Fuß, auf dem rechten Flügel zwei Infanterie-Regimenter. Das zweite Treffen ist den motorisierten Abteilungen vorbehalten. 'Auf dem linken Flügel stet n wieder die Flaks, im Anschluß daran Nachrichten- und Aufklärungsabteilungen, die Panzerabwehr und Pioniere. Vor dem Beginn der Vorführungen fahren der Chef des Oberkommandos der Wehrmächt? General der Artillerie Keitel, mit dem Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Br auch itsch, dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Rae der, dem Kommandierenden General des VIII. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis VIII, General der Kavallerie Freiherr von W e i ch s , der die Vorführungen der Wehrmacht leitet, und als Vertreter des Oberbefehlshabers der Luftwaffe General der Flieger Milche die Fronten der beiden Treffen ab. Die Verführungen. --------- Rechts Ein Luftangriff über der Zeppelinwiese: Flak-Batterien bei der Abwehr von Flugzeugen, Links: Einer der Riefenmarschblocks bei der großen Parade^vor^em^^ juchen, - (Scherl-Bilderdienst-M.) )/enstag Subeten« DOtUW u W berge« sand sich inerte sich irjchkolon« er Dienst« der. Dort Warnte i aas die ng benwfy >r Staat’' die MW tbäube kl tj< i* -h dl- L eit «!>?' djenSW mmt ; ich-- »* ri«6 < eisende Stelle".^ --'2 nbeni"1’ >d« irefl,n? p sonnet lg teilt. mische -itzung de; hat, 0 Doppel* des frittiere Er- n im Bop Damit v isaschisM' )ie römilj ßrnteerg* hältnW MS w ,n konnte Linst -v ildiA SÄ S M. *>* , 12. Sept. (DNB.) Mit dem großen Gleichzeitig beginnen die Vorführungen der s Luftwaffe mit dem Anflug einer Kunstflug- Großdeutschlands Wehrmacht vor dem Führer prächtige Kampfbilder bieten die Vorführungen aller Wehrmachtsteile auf der Nürnberger Zeppelinwiese •? üf KW W W •<: < «WW Traum durch ihren Einmarsch endgültig verwirklichten. Zwei Erkenntnisse mögen wir auch daraus ab» leiten: Erstens die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Existenz der Bewegung, die es fertig brachte, in noch nicht einmal zwei Jahrzehnten das deutsche Volk aus dem Zustand seiner größten inneren Wirrnis zu der Einheit zu führen, die wir heute an ihm sehen. Die nationalsozialistische Lehre und Partei sind die Garanten dreier deutschen Volksgemeinschaft im Innern? Zweitens müssen wir daraus die Lehre ziehen, wie notwendig es ist, dieser im Inneren in Ordnung gebrachten Volksgemeinschaft den Schutz nach außen zu geben. Er lie^ ausschließlich in der Kraft der eigenen Waffe und damit im Waffenträger selbst. Keine Verhandlung, keme Konferenz und keine Abmachung hat uns das natürliche Recht der Einigung der Deutschen gegeben. Wir mußten uns dieses Recht selber nehmen und konnten es uns nur nehmen dank eurem Dasein, meine Soldaten! So haben diese beiden größten Institutionen unseres Volkes zwei gleiche Aufgaben zu erfüllen: Der Nationalsozialismus erzieht unser Volk i m I n n e r n zur Volksgemeinschaft, und die Wehrmacht erzieht dieses gleiche Volk zur Verteidigung dieser Volksgemeinschaft nach außen! So seid ihr, meine Soldaten, in diesem neuen Reich schon mit einer Ausgabe betraut worden. Ihre Lösung hat euch mit die Liebe des deutschen Volkes erworben. Es hat auf euch vertraut und weiß, daß es auf feine Söhne im Waffenkleid vertrauen kann. Denn ihr habt die besten Waffen, die es heute gibt, ihr bekommt d i e b e ft e A u s b i l d u n g, und ich weiß, ihr habt auch den besten Eharakter! Ihr paßt hinein in die ewige, unvergängliche Front des deutschen Soldatentums. Daß dem fo ist, hatte ich in den letzten Wonaten Getegenheit, mich selbst öfter als einmal zu überzeugen. Ich habe es gesehen auf den Manöverplähen, auf den Schießplätzen, auf den Uebungsplähen, und ich habe das beruhigende Bewußtsein bekommen, daß die deutsche Ration wieder befriedigt auf ihre Soldaten blicken kannt Dafür möchte ich euch danken. Allein, wir alle dienen nicht um des Dankes, des Lobes oder eines Lohnes willen. Es sei denn: Dieser Dank, dieses Lob und dieser Lohn liegen in dem, was uns das Höchste ist auf dieser Welt: In unserem Volk und in unserem Deutschen Reich! Deutschland — Siegheil! Vorführungen und Parade vor dem Führer. Und nun wickelt sich im Verlause mehrerer Stunden das vielseitige Programm der Wehrmachtsvor- sührungen ab. Immer wieder greift der Führer zum Feldstecher und verfolgt, im Gespräch mit seinen Oberbefehlshabern und dem General der Flieger Milch, die Einzelheiten der großartigen Schau. Panzeranariffe, das Salvenfeuer der leichten und schweren Batterien und die Darstellung eines Jn- fanteriegefechtös unter Einsatz von Panzerkampfwagen und Tieffliegern rissen die Zuschauer beim Abschluß dieses großartigen militärischen Schauspiels noch einmal zu stürmischen Bei falls kimd- gebungen hin. Im Anschluß an die Vorführungen begab sich der Führer mit seinem Stellvertreter und in Begleitung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht zu einem auf der Höhe des Feldes vor der Ehrentribüne aufgestellten Podium, um hier den Parademarsch der Wehrmacht abzunehmen. Die Spitze bildend, marschieren die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine und General der Flieger Milch in Vertretung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe am Führer vorbei. Geführt vom Regimentsftab zll Pferde ziehen zunächst die Fußtruppen, Schützenkompanien und bespannte Kompanien der Infanterie-Regimenter 4 und 27 mit den Regimentsfahnen am Obersten Befehlshaber vorbei. Die Pioniere sind vertreten durch das Pionierbataillon 12. Generaladmiral Raeder tritt zum Führer: Es beginnt der Vorbeimarsch der 1., 2. und 3. Marine-Unteroffizier-Lehrabteilung in ihren schneeweißen Mützen und Jacken. Die blaugrauen Reihen der Flieger, ein Regiment zu Fuß der Luftwaffe, beschließen den Marsch derFußtruppen. Jetzt sind die Kavallerie und die bespannten Truppen an der Reihe. Eingesetzt sind das Kavallerie-Regiment 3, die II. und III. Abteilung des Artillerie-Regiments 32, die II, Abteilung des Artillerie-Regiments 12 und die I. Abteilung des Artillerie-Regiments 48. Die Vorbeifahrt der motorisierten Gruppen bildet den Abschluß der Parade. Es ziehen vorüber: Die Panzerabwehr- Abteilung 12, Panzerabwehr-Kompanien des IR. 4 und IR. 27, die Nachrichtenabteilung 12, die Brückenkolonne des Pionierbataillons 12, das Flakregiment 8, die Aufklärungsabteilung 2 und schließlich in langen, auf Raupenketten vorüberratternden Panzerwagen das Panzerregiment 15. Die Parade ist beendet. Unter donnernden Iubel- rufen der Massen auf den Tribünen besteigt der Führer mit den beiden Oberbefehlshabern seinen Wagen. Begeistert schwenken die Menschen auf den Tribünen die Taschentücher. Der Führer läßt den Wagen vom Hauptweg abbiegen und fährt an den Tribünen entlang das ganze weite Viereck ab. Von Block zu Block begleiten ihn Beifallsstürme. Zur Haupttribüne zurückgekehrt verläßt der Führer für einige Augenblicke den Wagen, um noch kurze Worte mit den Oberbefehlshabern des Heeres und der Kriegsmarine, mit General der Flieger Milch und General Keitel zu wechseln, von denen er sich dann verabschiedet. Unter den feierlichen Klängen der Lieder der Nation leert sich langsam das weite Feld. Generalfeldmarschall Göring leicht erkrankt. Feucht bei Nürnberg, 12. Sept. (DRV.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring ist seit Sonntag leicht erkrankt. Hebet sein Befinden liegt folgendes Bulletin der ihn behandelnden Aerzte von Montag mittag vor: ..Generalfeldmarschall Göring hat sich eine Entzündung des Lymphganges und der Lymphdrüfen des rechten Beines zugezogen. Ein kala rrh der oberen Atmungsorgane ist hinzugetreten. Die fieberhafte Erkrankung erfordert mehrtägige absolute Bettruhe. Dr. Morell. Professor Dr. krSuter." Die Fahnen der Jugend in Nürnberg. — (Scherl-Bilderdienst-M.) > ■ MH '< M < o r|» i ä < *A MM L M I tz ■i ■' v- *1 „Witte, Tat, Lebensfreude." Or. Leys Hechenschastsbericht auf der Zahrestagung der DAI. in Nürnberg. Auf der VI. Jahrestagung der DeutfchenAr- beitsfront, die am Samstag im Rohmen des Parteitages Großdeutschlands stattfand, verlas Reichsamtsleiter Hupfauer einen Rechenschaftsbericht des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley, der unter dem Leitgedanken „W ille,Tat undLebens- reude — das ist unser Sozialismus" land. Der Bericht betonte einleitend, daß der Nationalsozialismus zum ersten Male der Welt bewiesen habe, daß das wertvollste Kapital nicht das Gold darstellt, sondern allein der Mensch. Daher müsse für die Gesundheit des Volkes gesorgt, eine Schaffensfreude gehoben, seine Arbeitskraft erhöht und fein berufliches Können zu höchster Vollendung gebracht werden. „Wir wollen als Nationalsozialisten die höchste Leistung als den Ausdruck unseres Sozialismus und nicht das Großmaß an Mitleid bürgerlicher Prägung oder Klassenkampf — der nur Mitleid mit umgekehrtem Vorzeichen bedeutet — marxistischer Prägung. Das eine bedeutet Almosen, das andere bedeutet Mißgunst und Neid. An die Stelle von Humanität und Ge- ühlsduselei, von Klassenhaß und Klassenoernichtung etzen wir die Gemeinschaft, geboren aus der Rasse, und die Gerechtigkeit als das, was dem Volke nützt. Wir wecken die Arbeitsenergie, geboren aus der Lebensfreude und der Lebensbejahung und erzielen mit diesen Tugenden die höchste Leistung unserer Nation. Um zu höchsten Leistungen zu gelangen, hat der Nationalsozialismus einen völlig neuen Weg eingeschlagen: Den Weg der Erziehungsarbeit, der Aufklärung, des Anfporns, des Einsatzes." Dr. Ley wies darauf hin, daß sich im Jahre 1933 500 000 Jungen und Mädel zum Reichsberufswettkampf meldeten und daß diese Zahl im Jahre 1938 auf 2 100 000 anftieg. In diesem Jahre wurde zum erstenmal der Reichsberufs- wettkampf auf die Erwachsenen ausgedehnt, die sofort mit 600 000 Menschen daran teilnahmen. Daneben ist die Begabtenförderung von der Deutschen Arbeitsfront in die Hand genommen worden. Die Steigerung der Produktion durch den Reichsberufswettkampf ist so eindeutig, daß auf sie gar nicht besonders hingewiesen zu werden braucht. Durch den Reichsberufswettkampf wurde der Leistungswettkampf der deutschen Betriebe erst ermöglicht. 25 735 Betriebe gaben mustergültige Betriebsordnungen heraus, 35 717 Betriebsführer nahmen an weltanschaulichen Schulungen teil, 2864 Betriebe riefen Werkscharen ins Leben und 994 bildeten Werksfrauengruppen. In 84 000 Betrieben wurden 130 000 Betriebsappelle abgehalten. 2535 Betriebe errichteten Gemeinschafts- Heime ober Gemeinschaftsräume, 2363 stellten neue Kantinen und 1481 Küchen und Desperräume zur Verfügung. Durch „Schönheit der Arbeit" wurden allein dem bodenständigen Handwerk 152 831000 Mark zugeführt, 4898 Betriebe errichteten Sportgemeinschaften und 682 bauten neue Sportplätze. 1762 Betriebe ließen ihre Gefolgschaften untersuchen, 395 errichteten Werkschulen und 2138 Lehrwerkstätten. 67 702 Betriebe gaben ihren Gefolgschaftsmitgliedern eine Weihnachtsgratifikation, 20 376 zahlten ihren Gefolgschaftsmitgliedern einen Sonderurlaub aus gesundheitlichen Gründen, und 25 034 Betriebe gaben den Lehrlingen eine erhöhte Urlaubsxeit. Insgesamt wurden von den 84 000 Unternehmen, die sich am Leistungskampf der Betriebe beteiligten, 785 819 000 Mark an zusätzlichen S o z i a l l e'i st u n g e n aufgebracht. Aus Feststellungen, die die Betriebsführer auf Grund genauer statistischer Erhebungen getroffen haben, geht Hervor, daß durch die Aufwendungen für soziale Zwecke die Betriebe nicht belastet wurden, sondern im Gegenteil eine wesentliche Steigerung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens erreicht worden ist. Der Leistungskampf der deutschen Betriebe ist also nicht nur die beste Sozialpolitik, sondern auch die einzig richtige Wirtschaftspolitik. Um so mehr erfüllt es mich mit Stolz, daß ich melden kann, daß sich zum diesjährigen Lei- ftungskampf 1938/39 mehr als die doppelte Anzahl der Betriebe als im Vorjahre gemeldet hat, darunter alle Betriebe mit mehr als 20 Gefolgschaftsmitgliedern. Wenn dann einmal unser gesamtes soziales Wollen in der Volkswagenfabrik Fallersleben, sowohl in den mustergültigen Einrichtungen der Fabrik als auch in der großzügigen Anlage der neuen Stadt in Stein und Eisen festgelegt wurde, wenn dort in mustergültigen Werkstätten, in vorbeugender Gesundheitspflege, in Heimstättenbauten von „Kraft durch Freude" unser reoolutionäres Wollen feftgelegt ist, dann ist die Hochschule der Arbeit geschaffen, durch die alle, die die Ehre haben, deutsche Menschen in den Betrieben und Werkstätten, in Kontoren und Geschäften zu führen und zu betreuen, durchlaufen müssen. Keine papiernen Programme und kein falsches Mitleid, sondern Wille und Tat und Lebensfreude, das ist unser Sozialismus! Gondertagungen in Nürnberg Auf der Tagung der Parteigerichtsvorsitzenden sprach der Oberste Parteirichter, Reichsleiter Walther Buch, über „Die Ehrauffassung des deutschen Menschen und die Ehrenordnung im Dritten R e i ch". An Hand von typischen Beispielen legte Walther Buch den Verfall der Ehrauffassung im bürgerlichen Zeitalter dar und wies auf die völlige Verständnislosigkeit hin, mit der die junge Generation und viele Frontsoldaten manchen entarteten Bräuchen einzelner Stände nach dem Kriege gegenüberstanden. Unter Hinweis auf die Verpflichtung, die der (Einzelne gegenüber seinem Volk hat, sein Leben fiir öie Gemeinschaft einzusetzen und der Gemeinschaft zu leben, erklärte er es vom Standpunkt des Nationalsozialismus aus für eine überholte Auffassung, daß wertvollstes Blut um toter Regeln willen in den Zufälligkeiten eines Zweikamp fves vergossen wird. Die innere Ehre eines Menschen sei sein unantastbares Gut. Nur wer unehrenhaft handelt, verliere sie. Sache der Gemeinschaft sei es, das Verhalten des einzelnen zu prüfen, ob er recht, d. h. artgemäß, gelebt habe. Auf der Sondertagung des Reichsrechtsamtes der NSDAP, betonte Dr. Frank, daß es heute darauf ankomme, die Volksherr- schäft auf dem Gebiete des Rechtswesens wieder ganz herzustellen. Ausführlich sprach er sich auch über die Unabhängigkeit d e s Richters aus. Dem Grundsatz, daß das Lebensrecht eines Volkes mehr gelte als das formale Recht, müsse im ganzen deutschen Rechtsleben zum Durchbruch verhalfen werden. Immer aber könne eine künftige Neugestaltung des Rechtes, die sich schon erfreulich angebahnt habe, nur auf der Grundlage der nationalsozialistischen Grundsätze durchgeführt werden. Hauptamtsstellenleiter Neef hob in der Sondertagung des Hauptamtes für Beamte die große Erziehungsaufgabe des Reichsbundes der deutschen Beamten hervor, deren Ziel es ist, einen einheitlichen nationalsozialistischen Beamtentyp zu schaffen. Die Zusammenarbeit mit den Behörden werde weiter ausgebaut. Die verantwortungsvollste Ausgabe sei die Durchdringung der Behörden mit nationalsozialistischem Gedankengut. Der Reichsbeamtenführer kündigte eine umfassende Vereinheitlichung der Laufbahn der Beamten und ihrer Versorgung an. Diese Neuregelung werde nach bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten erfolgen. Ueber Grundlagen und Wege der Sozialbetreuung sprach in der Sondertagung der NSKOV. Reichskriegsopferführer Oberlindober. Unter besonderer Würdigung der sozialen Fürsorge zeigte er die Leistungen auf den einzelnen Gebieten auf. Besondere Erwähnung verdient das Siedlungswerk. Nahezu 8000 Frontsoldatenheime stehen in den Gauen des Reiches. Auch in der Ostmark ist dieses Werk bereits in Angriff genommen. Mit einer Betreuung Kriegsbeschädigter sei im Reich bis etwa 1990 zu rechnen. Natürlichkeit und Schönheit. Zur Kulturrede des Führers. Es ist bereits zur Tradition geworden, daß in den großen Reden auf den Reichsparteitagen neben der allgemeinen Politik auch der Kulturpolitik mit liebevoller Ausführlichkeit und vielfach programmatisch zu wertenden Formulierungen gedacht wird; es ist auch gewiß kein Zufall, daß die Verleihung der Nationalpreise zu einem besonders feierlichen Bestandteil im Programm der Parteitags- Veranstaltungen gemacht worden ist. Wenn nun in diesem Jahre, wie ausführlich berichtet wurde, die Nationalpreise nicht an Repräsentanten der Künste, andern an hervorragende und bahnbrechende -Ted)3 nifer vergeben worden sind, so ist anderseits der Betrachtung rein künstlerischer Probleme und Grundsätze in der großen Kulturrede des Führers ein so breiter Raum zugewiesen worden, daß jedermann erkennen muß, welche Bedeutung die heutige Staatsführung in Deutschland den kulturellen Dingen ganz allgemein und ohne Einschränkung zuerkennt. Nicht jeder macht sich vielleicht die grundsätzliche Wendung und Entwicklung klar, bie Jia) darin zu erkennen gibt, daß der Führer des Reiches an repräsentativster Stelle und weithin vernehmbar — nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt — in regelmäßigen Abständen Reden hält, die nicht, wie allgemein (früher und anderwärts) üblich, von Problemen der inneren und äußeren Politik handeln, sondern sich ausschließlich mit kulturellen Fragen und Forderungen beschäftigen Schon an dieser, vielleicht nicht überall gebührend gewürdigten Tatsache läßt sich der Wandel erkennen, der sich innerhalb weniger Jahre in Deutschland vollzogen hat; läßt sich ermessen, ein wie integrierender Bestandteil der allgemeinen Politik gerade die Kulturpolitik in Deutschland geworden ist. Die oft genug gekennzeichneten tatsächlichen Leistungen auf diesem Gebiete erhalten in den kulturpolitischen Reden des Führers gewissermaßen das weltanschaulich bestimmte Fundament, ihre theore-- tische Grundlegung, ihre programmatische Ausrichtung. Was die letzte große Nürnberger Kulturrede angeht, über die bereits ausführlich berichtet worden ist, so finden sich in ihr eine Reihe von grundsätzlich zu wertenden Gesichtspunkten, die der Unterstreichung und Heraushebung bedürfen, weil sie über den unmittelbaren Anlaß hinaus dauernde Geltung für die Gestaltung des kulturellen Lebens in Deutschland beanspruchen. Es ist zunächst, was sich leider noch immer und immer wieder als notwendig erweist, einer böswilligen, blinden und verleumderischen Kritik jenseits der deutschen Grenzen der einfache, sachliche Hinweis auf die nicht abzustreitends Leistung gegenübergestellt worden, — denn die positiven Taten wiegen schwerer als jede negative Kritik: „Die deutsche Baukunst", so sagte der Führer in diesem Zusammenhänge, „Bildhauerei, Malerei, unsere Theater usw., sie erbringen heute den dokumentarischen Nachweis für eine künstlerische Schaffensperiode, rpie sie nur in wenigen Zeitläuften der Geschichte ähnlich reich und stürmisch vorhanden war..." Die deutsche Kunst unserer Gegenwart ist weiterhin im Verlaufe der Rede gekennzeichnet worden als eine Aeußerung des ganzen Volkes, als Ausdruck, Dokument und Spiegelbild dieser Zeit: das gilt, wie der Führer darlegte, für die Gegenwart ebenso wie für die vergangenen und für die kommenden Zeiten. Das Volk aber, als Träger und Schöpfer der Kunst, muß begreifen, daß eine Kultur nicht nur Ausdruck ihrer Epoche ist, sondern auch, daß jede Epoche, was die Kunst und alle kulturelle Leistung betrifft, ihre Forderungen stellt und dem Volke die höchste Verpflichtung auf* erlegt, denn, heißt es weiter, „die Größe eines kulturellen Zeitalters kann nicht gemessen werden am Umfang der Ablehnung früherer kultureller Leistungen, als vielmehr am Umfang eines eigenen kulturellen Beitrages, von dem sich erwarten läßt, daß er von den Nachkommen als genügend wertvoll angesehen wird, dem gesamten Kunstschatz endgültig -eingegliebert und damit roeiferoererbt zu werden". Das ist eine klare und beherzigenswerte Forderung, die im gleichen Sinne die positive Leistung über jegliche Kritik stellt, wie zuvor dem Volke als Kulturträger und Kunstschöpfer der Vorrang zuerkannt wurde vor der sogenannten „Gesellschaft" oder einer volksfremden „Oberschicht"; die großen Künstler aber waren in den Hochzeiten kultureller Blüte „die Lieblinge des Volkes, die einzigen wirklichen Könige von Gottes Gnaden..." . Die Nürnberger Rede hat des weiteren eine Reihe von entschiedenen Grenzziehungen vorgenommen, die auch für die kommenden Zeiten bedeutsam genug erscheinen, um noch einmal nachdrücklich festgehalten und hervorgehoben zu werden. Es ist eine ganz unmißverständliche Absage erteilt worden an die Mystifikationen okkulter Jenseitsforscher, die aus dem Nationalsozialismus eine kultische Bewegung machten möchten. Der Nationalsozialismus, fo stellte die Rede fest, ist „in feiner Organisation wohl eine Volksbewegung, ckber unter keinen Umständen eine kulturelle Bewegung" ..., vielmehr „eine aus ausschließlich rassischen Erkenntnissen erwachsene völkisch-politische Lehre. Der Nationalsozialismus ist, auch in se.inen Anwendungen auf die Kunst, eine kühle Wirklichkeitslehre, eine Lebensform, die nicht in mystischem Dunkel gedeihen kann, sondern Klarheit, Helligkeit und Licht als Elemente ihres Wesens erkennt und behauptet. Sein Kult heißt, mit einem einzigen und einfachen Worte, allenthalben: Pflege des Natürlichen. Was aber natürlich ist, ist gesund ... im Leben des einzelnen wie im Leben der Völker, im politischen und wirtschaftlichen Raume so gut wie in allen Bezirken kulturellen Daseins. In diesem Zusammenhänge richtete^ich die Rede nicht nur an das Volk in seiner Gesamtheit, auch nicht allein an die Künstler in diesem Volke, sondern mit besonderem Nachdruck an den öffentlichen Auftraggeber, der begreifen müsse, daß der deutschen Kunst notwendigerweise keine anderen Aufgaben gestellt werden können, „als sie in unserer Weltanschauuna begründet liegen". Es ist also, wie an einem Beispiel erläutert wurde, nicht möglich, der deutschen Baukunst Aufträge zu erteilen, die der nationalsozialistische Künstler nicht ausführen kann, „weil er außerhalb der ihn befruchtenden nationalsozialistischen Erkenntnis und Haltung liegt". Was hier für die Architektur gesagt wird, gilt selbstredend gleichermaßen für alle anderen Künste, und der Führer hat sich in diesem Zusammenhänge, charakteristisch genug, des näheren aud) mit der Musik beschäftigt. Seine Gedankengänge gipfelten in dem beherzigenswerten Satze: „Es gibt ... weder eine musikalische Parteigeschichte, noch eine musikalische Weltanschauung, ebenso gibt es auch keine musikalische Illustrierung oder Deutung philosophischer Erkenntnisse. Dafür ist ausschließlich die Sprache da ..." — Die hieran an- knüpfende Nutzanwendung auf das Schaffen der Dichter und Denker erscheint ebenso bedeutsam und gründlichen Nachdenkens wert, weil hier wie in den vorausgegangenen Darlegungen ein Problem berührt wird, das heute auf zahlreichen Gebieten künstlerischen Wirkens immer wieder mehr oder minder unoerhüllt zu Tage tritt: es ist notwendig und dankenswert, wenn mit allem Nachdruck daraus hingewiesen wird, daß eine gesunde Entwicklung aller Künste zwar durch wechselseitige Erhellung und Befruchtung gefördert werden, auf die Dauer aber nur erzielt werden kann, wenn die jeder Kunst eigentümlichen Gesetze geachtet und Übertretungen der naturgegebenen Grenzlinien vermieden werden Unser Kult heißt heute in Deutschland, es sei wiederholt, Pflege des Natürlichen: zu diesem Grundgedanken kehrte die Schlußbetrachtung der Nürnberger Rede zurück, wenn sie der Kunst — es handle sich nun um Baukunst oder Musik, um Malerei oder Plastik — die folgenden Leitsätze auf ihrem Wege in die Zukunft mitgab: „Jede wahre Kunst muß ihren Werken den Stempel des Schö- nen aufprägen, denn das Ideal für uns alle hat in der Pflege des Gesunden zu liegen. Alles Gesunde aber allein ist richtig und natürlich. Alles Richtige und Natürliche ist damit schön." Drohendem Kul- turversall zu begegnen und Einhalt zu gebieten, wird es keine besseren Waffen geben als Gesundheit, Natürlichkeit und Schönheit. / Hans Thyriot. Oie Warnung an Europa. Die Prager Regierung hat sich veranlaßt gesehen, in Mährisch-Ostrau Polizeibeamte vom Dienst zu entheben, was allerdings noch nicht bedeutet, daß die ungeuerlichen Vorgänge die verdiente Sühne finden. Es bedeutet noch weniger, daß sich Vorgänge dieser Art nicht wiederholen, daß also weder dle tschechische Polizei, noch die tschechische Soldateska Gelegenheit findet, in den sudetendeutschen Gebieten unter dem Einfluß einer maßlosen tschechischen Verhetzung nach Willkür schalten und walten zu können. Daß das nicht geschieht, dafür müssen ganz andere Voraussetzungen geschaffen werden, vornehmlich dadurch, daß die Prager Regierung sich entschließt, die tschechische Polizei und die tschechische Soldateska aus dem sudetendeutschen Gebiet, wohin sie an und für sich nicht gehören, ganz zurückzuziehen. Die judetendeutsche Bevölkerung hat wahrlich in zwanzig Jahren gezeigt, daß sie imstande ist, die Ruhe und Ordnung in ihrem Gebiet s e l b st aufrechtzuerhalten, denn es ist nun einmal unbestreitbar, daß sie trotz der Provokationen von tschechischer Seite eine Disziplin bewiesen hat. die ihr von Rechts wegen die Hochachtung aller gesitteten Völker eintragen müßte. Wenn das nicht immer geschieht, wenn es in den westlichen Demokratien eine öffentliche Meinung gibt, die sich gegen die Sudetendeutschen voreingenommen zeigt, so hängt das mit der inneren und äußeren Wahlverwandtschaft dieser Sorte von Demokratien mit der marxistisch-bolschewistischen Pest zusammen. Diesen Zusammenhang aufzuzeigen und durch unumstößliche Tatsachen zu beweisen, das hatte sich Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rede vor dem Parteikongreß zur Aufgabe gemacht. In der Tat, die innere und äußere Verwandtschaft von Demokratie und Bolschewismus ist eine der Hauptursachen der politischen und sozialen Unruhe und Unsicherheit, die seit zwanzig Jahren Über der ganzen Erde lastet. Ob die Demokratien mit der Feststellung einverstanden sind oder nicht, daß es sich bei ihrer Staats- und Lebensauffassung um eine Erscheinung handelt, die geschichtlich überholt ist, die auch schon im Begriff steht, von Marxismus und Bolschewismus abgelöst zu werden, fft gleichgültig. Reichsminister Dr. Goebbels chat die Tatsachen aneinandergereiht, hat im einzelnen und im Zusammenhang schlüssig gezeigt, wie sich aus der Demokratie wie ein Verhängnis der Bolschewismus entwickelt. So war es in Rußland, wo nach dem Zusammenbruch des Zarentums die sogenannte bürgerliche Demokratie zur Herrschaft kam, mit einer angeblichen parlamentarischen Mehrheit in der Duma regierte, um im Oktober 1917 von den Bolschewisten über den Hausen geworfen zu werden. So war es in Ungarn, so war es in Spanien, so droht es auch in anderen Ländern der Fall zu sein, in denen sich die Komintern einstweilen der Volk ftont bedient, um die soziale und wirtschaftliche W.oerstands- sahigkeck eines Volkes schrittweise auszuhöhlen. Es war auch im Deutschland der Systemzeit so, denn unmittelbar vor der Machtergreifung wollten Kommunisten und Marxisten sich taktisch zusammenschlie- tzen, um so mit den Resten der bürgerlichen Demokratie eine Einheitsfront zu bilden. Das gleiche Spiel wiederholt sich in der Tschechoslowakei, dieses Hätschelkindes der freimaurerischen Demokratie, um zum Dank dafür dem Bolschewis- my5 Schrittmacherdienste zu leisten. Es war der tjchecho-slowakische Staatspräsident Dr. Benesch, der als tschechischer Außenminister und einflußreicher Einpeitscher der Genfer Liga den Einzug des Sowjetjuden Litwinow-Finkelstein in die Genfer Liga möglich machte. Das nationalsozialistische Deutsche land hat den Bolschewismus nicht deshalb niedergerungen, damit er sich durch Hintertüren nach Mitteleuropa wieder hineinschleichen kann. Es ist Kreuz uni) quer Twn unserem W. S.-< Nürnberg glänzt und strahlt und lacht: in aller Pracht zeigt sich ab Donnerstag morgen die Sonne, so wunderbar, daß man fürchtet, sie werde sich vielleicht doch wieder durch herumziehendes Regengewölk von ihrem Vorhaben abbringen lassen, nun= mefyr allen Parteitagsbesuchern auch vom blauen Himmel her jenes Geschenk zu bereiten, das nun einmal zum Parteitag gehört. Schön war es bisher nicht, sehr wenig schön. „Diel zu kalt für diese Jahreszeit" konnte man im Wetterbericht lesen. Verständlich, wenn niemand mehr ohne Mantel aus dem Haus trat, erst recht nicht ohne Regenmantel oder Regenschirm. Natürlich konnten die gelegentlichen Schauer ebensowenig wie das graue Einerlei über der Stadt der Reichsparteitage die Stimmung der Zusammengeströmten ■ beeinträchtigen. Aber besser ist sommerliche Wärme, sind gefüllte Vorgärten. Nichts von alledem bisher. Ja, am Tag des Arbeitsdienstes sah man in den überfüllten Gaststätten und Cafss überall dampfende Getränke. Es war eben zu kühl für diese Jahreszeit. Der R e i ch s a r b e i t s d i e n st ist, wenn diese Zeilen im Druck erscheinen, schon wieder in seine Ausgangsstellungen zurückgekehrt. Ganz Nürnberg spricht noch immer von diesen prächtigen Jungens in ihrer graugrünen Uniform mit dem geschulterten Spaten. Welch ein Jubel herrschte in dem regennassen Nürnberg, als sie in mächtigen Säulen durch die engen und winkligen Straßen marschierten. So etwas an Herzlichkeit, wie sie bei diesen Begrüßungen vom Straßenrand und aus den Fenstern Zum Durchbruch kam, ist so rasch nicht wieder zu finden. Wie strahlten da die Arbeitsmänner! Und wenn eine Huldigung ganz besonders stürmisch ausfiel, bann zögerten die Kolonnen nicht, zwischen den spitzgiebligen Häusern zum Parademarsch uberzu- gehen, was bann jebesmal eine Steigerung bes Jubels zur Folge hatte. Doch ber Wettergott war böse, er ließ ben Arbeitsbienst nicht ohne einen wolkenbruchartigen Regen in bas Lager unb zu ben Bahnhöfen zurück. Zum Abschieb überschüttete er ihn gleich mollenweise mit Himmelswasser. Aber wacker hat er bem Strom von oben roiberftanben, der schließlich auch roieber verebbte. * Mehr als eine halbe Million Menschen waren zusätzlich in Nürnbergs Mauern versammelt. Mit ber Stabtbevölkerung also eine runbe Million. Was das bedeutet, kann sich kaum jemand richtig vor- stellen. Da schieben sich die Menschenmassen auf der einenStraßenseite hinauf und auf der andern hinunter. Ja, sie beherrschen die ganzen Straßenbreiten wie ein mächtiger rauschender Fluß, ber sich zu Tal ergießt. Hoffnungslos für ben, ber bagegen anfämpfen will. Er muß sich entmeber vorsichtig an ben Häuserwänden vorwärts fühlen oder aber nach ber Parole „Hinten herum" burch Seitengäßchen zu seinem Ziel burchzuschlüpfen suchen. Aber auch bann ist er, wenn er es eilig hat, immer wieder zum Schneckentempo verurteilt. Dazwischen die Straßenbahnen, für die ein besonderer ^-Sicherungsdienst eingerichtet ist. Und das war gut so. Die ^-Männer stehen an allen Haltestellen und Straßenübergängen zur Unterstützung der Straßenbahner und Berauch kein Geheimnis, daß die Störungsversuche in der Tschecho-Slowakei in der Hauptsache von Moskau aus geschehen, das nicht unbeteiligt daran ist, daß in ber internationalen Presse soviel Lügen über bie Zustänbe unb Verhältnisse in ber Tschecho-Slowakei veröffentlicht werben können. Moskau weiß ganz genau, baß, wenn Ruhe unb Ordnung in bem Gebiet gesichert find, bies gleichbedeutend ist bamit, baß auch bem Bolschewismus ein Querriegel vorgeschoben wird, ber nicht zu zerbrechen ist. Die Generalstäbe von Moskau unb Prag verhandeln seit Jahren miteinander, wie es Tatsache ist, daß die tschecho-slowakische Luftwaffe ein Vorposten der Sowjetfliegerei ist. Europa ist erneut von Nürnberg aus gewarnt worden, deutlich unb klar genug, um nicht nur zu hören, fonbern auch entsprechen!) zu handeln. D. S. durch Nürnberg. -Sonderberichterstatter. kehrspolizisten. Sie müssen, um ben Straßenbahnen unb ben Autos Durchfahrten zu verschaffen, Ketten bilben, sie müssen ben Menschenstrom gewaltsam unterbrechen, sonst hört überhaupt jeher Verkehr per Achse auf. Mit Humor unb ein paar klaren Anweisungen geht es aber immer, so baß man mit ber Straßenbahn auch zu seinem Ziel kommt. Je- boch hier ebenfalls „hinten herum", weil bie ver- schiebensten Veranstaltungen, zu benen ber Führer fährt, Umleitungen erforberlich machen, so baß bas direkte Ansteuern bes Fahrtziels immer nur zwischendurch möglich ist, also bann, wenn bie langen Abfperrungsketten ber außer Sicht finb. Läßt man sich von biesem unaufhörlichen Men- schenstrom bie prächtig geschmückte Königstraße hin. untertreiben, bann entberft man zwischen zwei Häusern mit Dorfpringenben Anbauten ein versteckt lie- genbes Kirchlein: bie S t. - M a r t h a - K i r ch e, bie erste Meistersingerkirche Nürnbergs. Bis 1614 saßen hier bie Meistersinger, bann zogen sie in bie Katharinenkirche, bie hiyter schattigen Lin- ben inmitten eines Gewirrs malerischer alter Nürnberger Bauten im Herzen ber Stabt liegt. Sie ist heute ber Magnet, ber tauseybe Parteitagsbesucher anzieht, benn hier liegen, von ^-Männern mit geschultertem Gewehr flankiert, bie Reichsin- fignien, bie ihren Weg in bas alte Nürnberg erst burch Adolf Hitler, bem Befreier ber Ostmark, zurückfinben konnten. * Welch ein Betrieb auf bem Nürnberger Hauptbahnhof! 'Ununterbrochen schallen bie Lautsprecher, mit bereu Hilfe bie stündlich eintres- fenbeji Besucherscharen von ben Bahnsteigen hinunter manövriert werden. Da kommen die einen mit Koffern unb Köfferchen, die anbern — wohl untergebracht in Vororten — mit bem bekannten Klappstühlchen unb bem beliebten Periskop, jener Einrichtung, bie es gestattet, über alle Schaulustige hinweg zu blicken. Und zu schauen gibt es alle Augenblick etwas anderes. Besonders in der Umgebung des Deutschen Hofes, des Hauses des Führers, stauen sich immer wieder die Massen. Bald kommen bekannte Persönlichkeiten der Bewegung, bald Minister vorbei. Dann wieder erscheinen ausländische Gäste, die dem Führer ihre Aufwartung machen. Oder der Genercrlfeldmarschall Göring eilt im Kraftwagen, jubelnd von ber Menge begrüßt, dahin. Vor seinem Quartier finben sich auch immer wieber Tausende unb aber Tausenbe ein, die bann im Takt rufen „Wir wollen unfern Hermann sehen!" Und wenn die Rufer Glück haben, wenn er da ist, bann bekommen sie ihn auch zu sehen. Draußen vor ben Toren der Stadt, am Dalz- ner Weiher, geht es täglich lustig und vergnügt zu. Hier hat die DAF. ihre KdF. - Stadt aufgebaut, hier sind weit über zweitausend Künstler versammelt, bie bas Beste aus sich herausholsn und die auch ein überaus dankbares Publikum täglich in den Mauern ihrer Vergnügungsstadt beherbergen dürfen. Humoristen, Tänzer und Tänzerinnen, Akrobaten sind erschienen, große Kinos sind auf- gebaut, nichts ist vergessen, was Frohsinn, Vergnüglichkeit und Erholung auslösen kann. Dazu die vielen Stände, deren Inhalt ausschließlich bem Gaumen unb bem Magen zugute kommen soll. Da herrscht ein Gebränge und Geschiebe, da will jeder gleich überall sein unb keine Darbietung versäumen. Dier- hunberttausenb Personen waren an einem ber letzten Nachmittage braußen in ber KbF.-Stabt. Und alle kamen strahlend und vollgepfropt mit Eindrücken nach Hause zurück. Dierhunderttausend Besucher — besser konnte bie Jbee mit ber KbF.-Stabt nicht prämiiert werden. Nürnberg ist alljährlich eine Trachtenschau im besten Sinne des Wortes. Diesmal finb aber noch bie Brüder und Schwestern aus ber O st - mark erschienen, bie aus ihren Truhen unb Schränken rounberbare Gewänber hervorgeholt haben. In ber Tat, es ist eine ungetrübte Freube, einmal längere Zeit an einer verkehrsreichen Stelle zu stehen unb bas bunte Gewirr biefer Trachten an sich vorüberfluten zu lassen. Dann aber auch ben Strom ber Uniformierten, mögen sie in Partei- bienften stehen ober ber Wehrmacht angehören, dazu bie vielen auslänbischen Gäste, namentlich bie italienischen Faschisten, bie spanischen Falangisten, die Angehörigen fremder Heere. Und noch etwas Neues ist in Nürnberg aufgetaucht: die schmucken BDM.-Führerinnen und die Studentinnen, beide in vorzüglich sitzenden blauen und schwarzen Kostümen. So mancher Blick bleibt voller Wohlgefallen an diesen hübschen unb feschen Vertreterinnen bes weiblichen Geschlechts hängen. ♦ Unterhalb ber Burg findet sich eine kleine, dafür aber hochinteressante Buchaus st ellung ber Stabt Nürnberg. Es sind nur wenig Glaskästen, bie man aufgestellt bat, es sind auch nur wenige Bücher leben Formats, bie man aus sicherem Gewahrsam hervorgeholt hat. Aber biefe Bücher stammen aus Man nimmt- De/.'ATn-'ÖTOMZ, zur täglichen Hautpflege -25 -45. -9Q. bem elften, zwölften, dreizehnten unb vierzehnten Jahunbert. Es finb handgeschriebene Bibeln, es sind Bibelerklärungen, Prebigten, Hymnen, alle aber mit tastbaren Malereien unb Zeichnungen versehen. Etwas für Kenner, aber auch für ben Laien, ber voller Interesse diese Kunstwerke studiert. Bis auf wenige Stücke — darunter eine Vormunbschasts- orbnung ber Republik Venedig, Geschenk des Dogen Leonardo Loreda an den Rat ber Stabt Nürnberg — sind alle Werke beutscher Herkunft, die meisten von ihnen in lateinischer Sprache abgefaßt, einige wenige in mittelalterlichem Hochbeutsch. Wenn man einen Blick in bie Stanbquartiere ber einzelnen Gaue tut, bann hat man seine helle Freube daran zu sehen, wie anheimelnb unb freundlich die Räume gestaltet sind. Zwar kann man nicht jedem Politischen Leiter ein Zimmer für sich allein geben, auf Massenquartiere konnte also nicht verzichtet werden, aber die Räume haben durch Bilder des Führers, Blumen und anderen Schmuck ein nettes, anziehendes Gepräge erhalten, so baß man sich hier bestimmt wohlfühlen kann. Die Verpflegung ist vorzüglich, alles blitzt vor Sauberkeit. Die Gau- organisationsleiter, bie schon wochenlang vorher die Vorbereitungen getroffen hatten, können sich freuen über bie Anerkennung, bie ihnen von ben Politischen Leitern ihres, Gaues zuteil wird. Im ©au» ftanbquartier soll sich ein „richtiges Familienleben" entwickeln. Hier soll nicht nur ber Treffpunkt ber Politischen Leiter bes betreffenden Gaues, sondern auch der Angehörigen der SA. und ff usw. sein. Zu diesem Zweck werden mit großem Erfolg Heimatabende veranstaltet, auf denen bekannte Künstler des betreffenden Gauös auftreten, Musik und Licht- spieloorführungen fehlen ebenfalls nicht, kurzum: für Unterhaltung ist reichlich Sorge getroffen „Verwehte Spuren." Lichtspielhaus. Dem Drehbuch, das Thea o. Hardou, Felix Lützkendors unb ber Regisseur Harlan gemeinsam schrieben, liegt, wie es in einer Vorbemerkung heißt, eine wahre Begebenheit zugrunde, die sich 1867 während ber Pariser Weltausstellung zutrug. Daran wird sich heute kaum noch jemand erinnern, aber bas tut nichts zur Sache; ber Fall ist merkwürdig genug: zwei Damen (Mutter unb Tochter) reisen von Kanada nach Paris, um bie Ausstellung zu besuchen. Paris ist überfüllt Die Mutter kommt mit knapper Not in ber Bodenkammer eines Hotels unter, bie Tochter in einem Gasthof in der Nähe. Am andern Morgen ist die Mutter spurlos verschwunden. Niemand kann sich besinnen, sie gesehen, mit ihr gesprochen zu haben. Die Bodenkammer fft leer, die Koffer sind fort, auch der Schmuck. Die Tochter steht fassungslos, ohnmächtig allein in ber Riesenstadt mit zwei Millionen Menschen, von benen nicht ein einziger ihr helfen kann ... oder helfen will. Nicht einmal bie Polizei, die doch ein Interesse daran haben müßte, auch nicht die englische Botschaft. Ein Mensch ist verschwunden — ohne die mindeste Spur zurückzulassen: ein rätselhafter, unheimlicher, grausamer Fall. Raubmord ... Spionage ... Attentat? Es gibt noch eine Möglichkeit, unb es erweist sich im Laufe ber Ereignisse, daß doch nicht alle Spuren der verschwundenen Mrs. Lawrence aus Quebec in Kanada verweht unb verloren finb: ihr Schmuck taucht auf einmal wieber auf unb hilft bem armen Kinde bie schreckliche Wahrheit finden, bie bereits aus dunklen Quellen ans Licht drängt ... Wir zweifeln nicht daran, daß bem Beschauer zuletzt, wenn er bie Lösung erfahren hat, noch manche Frage auf ber Zunge schwebt; aber wir glauben, daß solche Fragen an Gewicht verlieren angesichts des Problems, das der Film sichtbar macht: ein Mensch ist verschwunben, ein sehr geliebter Mensch, und ein anberer, besten Herzen er am nächsten stand, sieht sich verzweifelt, am Rande bes Wahnsinns, ber Unmöglichkeit gegenüber, bie Existenz der Verschwundenen zu beweisen, die von allen geleugnet wird. Dem Spielleiter Veit Harlan ist es gelungen, hinter ber lärmenden Sensation bes Falles ein Stückchen Schicksal mitfühlen zu lassen, bas im Trubel und Festrausch einer illuminierten Weltstabt ausgelöscht unb vergessen würbe; er hat auch das Filmische empfunben, bas bem Stoss innewohnt, und mit einem auf das Visuelle gerichteten Temperament die Bilderflucht durch bas menschenwim- melnbe Paris von 1867 zu faszinierenbem Leben erweckt. Eine Fülle von Szenen, Figuren unb Gesichtern — sie kreisen alle um die zarte, fast kin- liche Gestalt der jungen Kristina Söderbaum, bie kürzlich als Annchen in ber „Jugenb" ihre erste große Rolle erhielt; diese zweite hier erfordert fast M. Foto: Tobis-Maiestfc Kristina Söderbaum als Ssraphine. noch intensivere Spannung, eine Steigerung von stummer Starrheit bis zum schrillen Schrei; es ist gegen Ende einmal von ber großen Kraft bes Gefühls bie Rebe, welche diese junge Seraphine auf der ohnmächtig gehetzten Suche nach ihrer Mutter bewiesen habe, unb biefe heftige, bohrende, verzweifelte Leibenschastlichkeit eines wehrlos bem grausamsten Schicksalsschlage preisgegebenen Mäbchens wirb man in ber Gestaltung mieberfinben. Ungemein geschickt, auch im äußeren Bilde, ist ber Tochter die Mutter gegenüberstellt, bie Charlotte Schulz spielt. Aus dem Riesenaufgebot von Gestalten seien nur die markantesten noch herausgehoben: Frits van Donjen (ber Maharabscha im "Tiger von Eschnapur"), Friedrich K a y ß l e r, ber vornehme, unheimlich beherrschte Polizeipräfekt, Paul Bilbt (Attache), Jakob Tiebtke (Hotelier) unb Paul Dahlke, ein skrupellos sensationsgieriger Reoolverjournalist. — (Tobis.) Hans Thyriot. Was ist Liebfrauenmilch? Was dem Kognak recht ist, muß bem Wein billig fein. Die Franzosen haben es durchgesetzt, daß nur die Weinbrände eines ganz genau begrenzten Gebietes ben Namen ,Kognak" führen bürfen. Dem prachtvollen deutschen Weine, der ben berühmten Namen „Liebfrauenmilch" führt, wird man das gleiche Recht zugestehen müssen. Jeder Besucher ber Stadt Worms, der einmal den kostbaren Tropfen von prickelnder Herbheit unb eblem Boben- gefchmack, etwa bie Spitzenqualität „Stiftswein" und .Klostergarten", getrunken hat, weiß, baß es nicht viele Weingärten sind, bie das kostbare Gewächs reifen lassen, sondern daß es sich nur um ein Gebiet von etwa 50 Morgen rund um die Liebfrauenkirche in ber Nähe bes Rheinufers handelt. Dieser Kirche verdankt ber Wein seinen schönen und finnigen Namen. Und seiner Güte unb feinem Namen verdankt er feit alter Zeit feine Begehrtheit unb feinen Vorzug vor vielen anberen Lagen. Vor einiger Zeit hat Stabtarchivar Dr. Jllert eine. Reche von Urkunden veröffentlicht, die den Nachweis erbrachten, baß ber Name Liebfrauenmilch lebiglich bie Lagebezeignung für das Weingebiet um die Liebfrauenkirche ist. Aber es war aus diesen Quellen auch ersichtlich, daß man mit ber vermehrten Nachfrage bazu überging, auch benachbarte Weinberge in bas Liebfrauenmilchge- länbe einzubeziehen, um recht viele Wünsche zu erfüllen, besonders nachdem durch eine systematische Werbung die Liebfrauenmilch in aller Welt berühmt wurde. Man zog Weine aus ben Nachbarorten von Worms, aus Herrnsheim, Abenheim, Osthofen, Westhofen, Heßloch und anderen Gemeinden des Wonnegaus zum Verschnitt heran. Diese Erweiterung bes Begriffs hatte aber mehr unb mehr eine Verfälschung ber geschichtlich unb natürlich begrenzten Lagebezeichnung zur Folge, und so mußte es schließlich dazu kommen, daß man draußen im Reiche den Namen Liebfrauenmilch für eine Phantasiebezeichnung hielt. Jetzt hat die Stadt Worms angeregt, durch eine neue regionale Festlegung das Liebfrauenmilchge- biet fest zu umgrenzen und damit zu verhüten, daß andere Weine mit bem berühmten Namen Mißbrauch treiben. Dem neuen Weingebiet bes Wv nngaus soll in erster Linie ber Weinbaube- Zirk Worms -angehören, ber rund 40 Orte umfaßt, barunter Alsheim, Bechtheim, Wachenheim, Worms und Nordheim. Er ist mit seinen 4000 Hektar Wein- gärten der größte Weinbaubezirk in Hessen. Neben ihm käme der Weinbaubezirk Oppenheim ih Frage, dem mit 2500 Hektar Weinbergfläche etwa fünfundzwanzig Orte zugehören. Außerdem wirb ber Weinbaubezirk Alzey hinzugerechnet, in bem mit 650 Hektar weitere zwanzig Orte zusam- mengeschlossen sind. Im ganzen wird bas neue Ge- länbe 7000 Hektar Rebenfläche mit einem Durch- schnittsertrag von 200 000 Hektoliter Weißwein um- fassen. Worms hat vorgeschlagen, ein ,Liebfrauenmilch- amt" einzurichten, das die Aufsicht über bie Weine des neuen Gebietes zu übernehmen unb seine Qualität zu überwachen hätte. Jede von bem Amt kontrollierte Flasche soll wieder, wie in ber alten Stiftszeit, ein Attest unb ein äußeres Kennzeichen erhalten. Zu biesem Zweck wirb ferner ein „Lieb- s ra u e n m i l ch m a r k t" angeregt, ber unter ber Führung der Stadt Worms allmählich zu einer Organisation bes gesamten Liebfrauenmilchanbaus erweitert werben soll. Das Amt wirb bie Weine in brei Qualitätsstufen einordnen, denen der Name „Liebfrauenmilch" zuerkannt werden soll. In besonders guten Jahren soll es nur zwei Stufen geben. In Worms hofft man, daß bie zustänbigen Stellen bes Weinbaus und- Weinhandels diese Anregungen aufgreifen werden, und daß damit einem berühmten deutschen Weine das Recht auf seinen Namen und seinen Ruf gesichert wird. Hochschulnachnchien. Geheimrat Professor Dr. Ernst Schultze, der ehemalige Direktor der Nervenklinik in Göttingen, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Er hat sich 1895 in Bonn habilitiert und wurde dann ao. Professor in Greifswald, wo er 1906 zum Ordinarius ernannt wurde. 1912 erfolgte feine Berufung nach Göttingen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1932 tätig war. Don großer Blutung waren feine zahlreichen Veröffentlichungen auf kriminalistischem Gebiet. Nationalsozialismus, Bolschewismus und Demokratie Neichsminister Or. Goebbels spricht auf -em Parteitagskongreß. Die fünfte Kongreßsitzung. Rechenschaftsbericht Dr.Leys.— Reinhardt über nationalsozialistische Finanzpolitik. Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Reichsorgani- sattonsleiter Dr. Ley vermittelte vor dem Partei- kongreß den Zuhörern ein eindrucksvolles Bild der Organisation aller Schaffenden, der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Ley konnte in seinem Rechenschaftsbericht die Feststellung treffen, daß unter Einschluß der heimgekehrten Ostmark eine Zahl von 21 Millionen Einzelmitgliedern erreicht wotden ist. Bier Millionen Betriebe wurden erfaßt. Zu den bekannten Fahrtenzielen der KdF.-Flotte werden im nächsten Jahre Reisen nach Jugoslawien und Griechenland treten, ferner wird in der nächsten Zeit der Plan Siner eigenen Ostseeflotte verwirklicht. Hauptdienststellenleiter Reinhardt gab eine eindrucksvolle Uebersicht über die Wege der Finanz- und Steuerpolitik, um die Förderung der Eheschließungen und den Ausgleich der Familienlasten zu erfüllen. Die Ausführungen Reinhardts gipfelten in der Feststellung, daß in den vergangenen fünf Jahren mit der zielbewußten Maßnahme zur Förderung der Eheschließungen insgesamt 460 000 Ehen mehr geschlossen wurden als in den vorangegangenen Jahren, und daß von 1934 bis 1937 insgesamt 1,2 Millionen Kinder mehr geboren wurden als bei Fortdauer der gleichen Verhältnisse, die Anfang des Jahres 1933 in Deutschland bestanden, möglich gewesen wäre. Dann tritt Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels an das Rednerpult. Dr. Goebbels spricht. Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Auf dem Kongreß ergriff Reichsminister Reichsleiter Dr. Goebbels das Wort zu einer Klarlegung der Begriffe „Nationalsozialismus", „Bolschewismus" und „Demokratie". Der Reichsminister führte u. a. aus: „Nationalsozialismus, Bolschewismus und Demokratie" stehen für das Denken der Öffentlichkeit in diametralstem Gegensatz. Es wäre nun verständlich und logisch, wenn sie auch dementsprechend gegensätzlich auf politische Persönlichkeiten, Handlungen und Auswirkungen reagierten. Das ist aber nur zu einem gewissen Teil der Fall. Meistens müssen wir feststellen, daß, wo »es um entscheidende politische Fragen geht, eine Einheitsfront von Demokratie und Bolschewismus gegen die nationalistisch-autoritär geführten Staaten zu verzeichnen ist. Diese Tatsache kann nur erklärt werden aus der Wesenheit der drei in Frage stehenden politischen Systeme. Die Demokratie nimmt politisch ihren Ausgang vom Sturm auf 'die Bastille im Jahre 1789. Die Vorstellungen und Begriffe dieser sogenannten „Großen Revolution" wurden zusammengefaßt in der populären Parole, daß alles gleich ist, was Menschenantlitz trägt. Ueberall wurde die Bindungs- losigkeit an das Gemeinwesen zum Prinzip erhoben. Diese sollte erst im bolschewistischen System ihre letzte Ausprägung erfahren. Die eigentlichen geistigen Inhalte der liberalen Demökratie traten anderthalb Jahrhunderte nach der Französischen Revolution im Bolschewismus als entschiedenste Konsequenz in Funktion. Aus der Tatsache, daß Ursachen und Wirkungsmöglichkeiten des Bolschewismus in der Demokratte schon latent vorhanden waren, ist es auch zu erklären, daß der Bolschewismus nur auf dem Nährboden der Demokratie gedeiht, ja meistens geradezu als die unausbleibliche Folge einer radikalen und überspannten demokratischen Staatsauffassung auftritt. Der Bolschewismus verwischt die Grenzen territorialer und völkischer Art und setzt sich zum Ziel die internationale klassenlose Gesellschaft, die des nationalgebundenen Staates nicht mehr bedarf, nachdem die Proletarier aller Länder sich über ihn hinweg vereinigt haben. Hier verstehen wir mit einem Male, warum Demokratie und Bolschewismus sich immer wieder im gemeinsamen Haß und in der gemeinsamen Verfolgung autoritär-nationalistischer Staatsauffassungen und Staatssysteme zusammenfinden. Denn der autoritär-nationalistische Staatsgedanke stellt in seinem Wesen das grundsätzlich Neue dar. In ihm wird die Französische Revolution überwunden. Er richtet Staat und Gesellschaft nach modernen, gemeinschaftsbildenden Prinzipien aus- darum steht der autoritär-nationalistische Staatsqedanke immer einer geschlossenen Front des Widerstandes der Demokratie und des Bolschewismus geaenuber. Der Bolschewismus ist gewissermaßen der ungezogene Sohn der Demokratie. Sie hat ihn zur Welt gebracht, sie zieht ihn auf und gibt ihm erst Lebensmöglichkeiten. Sie schämt sich seiner zwar hin und wieder, aber in den kritischen Stunden unseres europäischen Lebens bricht doch bei der Demokratie immer aufs necke das mütterliche Gefühl durch, und dann stehen beide wieder in einer Front, vereint vor allem in ihrer Stoßkraft gegen den autoritär-nationalistischen Staatsqedanken, den sie als ihren ingrimmigen und gefährlichen Gegner erkannt haben und einschätzen. Dieser theoretischen Auffassung des Bolschewismus entsprechen die historischen Beispiele der letzten zwei Jahrzehnte. Am 14. März 1917 brach in Rußland die bürgerlich-liberale Revolution aus. Bereits im November desselben Jahres konnten die Bolschewisten ihre Diktatur errichten. In Ungarn folgte der am 31. Oktober 1918 unter freimaurerischer Führung aebildeten bürgerlich-liberalistischen Regierung im März 1919 die' Proklamierung der kommunistischen Diktatur. Das furchtbarste Beispiel der Gegenwart ist S v a n i e n. Am 14. April 1931 erfolgte hier die Einführung der Republik mit Hilfe der Freimaurer. Genau fünf Jahre später, nach dem Wahlbettug vom 16. Februar 1936, wurde eine Volksfrontregierung als Uebergana zur Bolschewi- sierunq Spaniens gebildet. Der Völkerbund hat die Anarchie in China ermutigt, indem er Japan entgegenarbeitete, die Anarchie in Deutschland, indem er Hitler entgegenarbeitete, die Anarchie i n Italien, indem er Mussolini entgegenarbeitete, und in Spanien hatte er nicht ein Wort des Vorwurfes gegen die UdSSR., die durch den Rundfunk die Anarchie im Lande verbreitete Der Grund ist natürlich klar: Die Ausbreitung der Anarchie ist der erste Schritt zur W e l t s o w j e t i s i e- r u n g. Die Sowjetisierung der Welt soll durch die .Verallgemeinerung des Krieges erreicht werden, und zwar im Namen der internationalen Gerechtigkeit, nicht etwa damit der Friede begründet, sondern damit die Gegner des Völkerbundes vernichtet werden. Die Demokratie steht also nicht, wie sie glauben machen möchte, im schärfsten polemischen Gegensatz zum Bolschewismus. Sie betätigt sich im Gegenteil als fein politischer, wirtschaftlicher und geistiger Schrittmacher. 'Ein beliebtes Thema der demokratischen Presse ist es, den Führer des deutschen Volkes a l s einen Tyrannen darzustellen. „Le Jour" vom 16. März 1938 glaubt melden zu können, „Hitler habe seine Rundfahrt durch Oesterreich abgebrochen, weil Himmler und die Gestapo ihr Reinigungswerk noch nicht durchgeführt hätten". Noch viel verlogener wirkt die durchsichtige Propaganda der Demokratie für den Frieden. Die Sowjetunion pflegt man als Hort der Eintracht zu bezeichnen: „Die Entente und die Sowjetunion verteidigen den Frieden" schreibt der „Paris Midi" vom 23. Mai 1938. Unter diesem Deckmantel wird überall die wüsteste Kriegshetze betrieben. Am abstoßendsten betätigen sich auf diesem Gebiete die Vertreter der tschechischen Demokratie, wenn sie in der Hausfrauenzeitschrift „Novy Svet" schreiben: „Ihr Tschechinnen müßt in eure Gehirne die Überzeugung einprägen, daß, wenn die deutsche Bestialität während des Weltkrieges teuflisch und furchtbar war, die Bestialität der heutigen Deutschen noch viel furchtbarer ist. i Vergeßt daher nirgends und niemals dieses Tier in Menschengestalt.- Kämpfen wir dagegen und überall." Die Gleichartigkeit der Reaktionen bei Demokratte und Bolschewismus ist noch überzeugender, wenn ähnliche Erscheinungen auf kirchlich-religiösem Gebiet ausgezeichnet werden. Man könnte annehmen, daß sich gerade in diesen Fragen die Demokratie auf unsere Seite und gegen den Bolschewismus stellen müßte. Aber in Wirklichkeit sind die Vertreter der Demokratie selbst ausgesprochene Kirchenfeinde. "Die Vertreter dieser selben Demokratie aber spielen sich als Hüter der Religion auf, wenn es sich um Deutschland handelt. Von den furchtbaren Religionsverfolgungen i n der Sowjetunion und in Kompanien dagegen nehmen die streitbaren Priester und frommen demokratischen Politiker keine Notiz. Mit einer bewunderungswerten Hartnäckigkeit schüreigen sie sich aus über die bis Februar 1937 von den Rotspaniern ermordeten 17 000 Priester. Sie übersehen, daß allein in der Diözese Teruel 103 Kirchen utfb Kapellen zerstört oder profaniert, daß in Lerida von den Roten alle Kirchen dem Erdboden gleichgemacht, daß in Vurriana im Juli 1938 28 Karmeliterinnen von den Roten vor ihrem Abzug niedergemehelt. daß im Kloster Pueva Ende März 1938 fünfzig Mönche ermordet wurden. Angesichts solcher Greuel bringt es Dr. I a m e s r e l d fertig, auf der diesjährigen Hauptversammlung der P r e s - byterianifchen Kirche von England in bezug auf die Kommunisten zu erklären: „Wir sympathisieren mit ihren Idealen, warum sollten wir nicht mit ihnen Fühlung aufnehmen und sie wissen lassen, daß wir merken, daß sie einem Ideal folgen, das unerhört mächtig und christlich ist?" Man sieht hier, wo die wahren Religionsfeinde sitzen und wo nicht. News" am 23. Mai ungestört melden läßt, daß ein amerikanischer Geistlicher den Führer in einem Dor- trag als „wahnsinnigen Tiger" und seinen „Anhang als Abgesandte des Satans" bezeichnet habe. Wörtlich darf diese Presse schreiben: „Hitler ist kein Mensch, er ist nur ein Wilder, und man kann nicht mit einem solchen Typ diskutieren. Wenn jemand Zweifel hegt, daß der Teufel Agenten hat, so möge er nach Deutschland schauen." Das ist die Pressefreiheit wie die Demokratie sie versteht. Ihnen allen ist bekannt, wie die demokratische Weltpresse aufschäumt, wenn von italienischen Freiwilligen auf nationalspanischer Seite die Rede ist. Demgegenüber steht die Tatsache, daß gerade die Demokratie neben der Sowjetunion eine Einmischung zugunsten sowohl Rotspaniens als auch Chinas in allergrößtem ^Umfange durchführt. Im Femen Osten greifen die Vertreter der Demokratie nicht nur durch offene Unterstützung Chinas ein, sondern auch durch den Versuch, Japan durch Boykott zu schwächen. So konnte die kommunistische „Deutsche Zentralzeitung" in Moskau vom 18. Oktober 1937 mit Genugtuung melden, daß das „Komitee der Jndustrieverbände" und die .Amerikanische Arbeiterföderation" eine Resolution billigten, die sich für die Organisierung des antijapanischen Boykotts ausspricht. Dem gleichen Blatt zufolge setzte sich die „Amerikanische Liga gegen Krieg und Faschismus" unter der Führung William Dodds, des Sohnes des ehemaligen amerikanischen Botschafters in Berlin, für den Boykott Japans ein und die „Prawda" vom 27. Februar 1938 berichtet triumphierend: „Hundert prominente amerikanische Vertreter des öffentlichen Lebens und Schriftsteller sowie Professoren unterschrieben ein Manifest, in dem sie zum Boykott Japans auffordern." Nimmt es da wunder, daß die Demokratie den chaotischen Treibereien der Komintern in Europa und in allen Landern der Erde weitesten Spielraum gewahrt? hier sind den ehrgeizigen Versuchen der Weltrevolution keinerlei Schranken gesetzt. Unter dem Schuh der Weltdemokratie kann sich der Weltbolschewis- mus auf das beste entfalten, kann die Komintern ihre gesellschaftsgefährdenden Wühlereien sorglos durchführen. Eine außerordentlich gefährliche Richtung nimmt die Entwicklung in der Tschecho-Slowakei: Slansky, Abgeordneter des Prager Parlaments und Mitglied des Politbüros der KPTfch, erklärte bereits auf dem VII. Weltkongreß der Komintern, seine Partei hätte das Ziel aufgestellt, „die Tsche- cho-Slowakei zum Brennpunkt der proletarischen Revolution in Mitteleuropa" zu machen. Das Hauptorgan der tschechischen Kommunisten sagt auch ganz offen: „Wir Kommunisten gehen unbeirrt auf unser Ziel los, auf die sowjetische Republik, an deren Spitze Klement Gottwald stehen wird." Um dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, sicherten sich die Kommunisten die uns sattsam bekannte Zuneigung der tschechischen Regierung. Erstens durch die Unterstützung der Wahl Beneschs zum Staatspräsidenten am 16. Dezember 1935, wobei ihre Stimmen für Beneschs Sieg ausschlaggebend waren. Und zweitens dadurch, daß sie im Jahre 1935 zum ersten Male für den Heereshaushalt der Regierung stimmten. Allein dadurch bewiesen sie die Gemeinsamkeit der Ziele mit denen der tschechischen Regierung. Es gäbe in dieser allgemeinen europäischen Anarchie keinerlei Trost und Hoffnung mehr, wenn nicht in der Tatsache, daß wir dieses System durchschaut haben. Wir haben die aufbauenden Elemente in allen Ländern aufgerufen, sich gegen die fortschreitende Anarchisierung Europas durch den Bolschewismus zur Wehr zu fetzen. Wir stehen der Einheitsfront von Demokratie und Bolschewismus geschlossen und entschlossen gegenüber. Wir kennen sie. Darum auch hassen uns beide so abgrundtief. Denn wir entstammen einer anderen, besseren, neuen Welt. Wir stellen ein aufbauendes Staats- prlnzip dar. Dir haben den Begriff der Demokratie modernisiert und veredelt. Bei uns stellt er tatsächlich wieder seiner Urbestimmung entsprechend die Herrschaft des Volkes dar. Wir haben dem Prinzip des Sozialismus einen neuen Inhalt gegeben. Für uns bedeutet er die Gemeinschaft des Volkes, sein gemeinschaftliches Denken und sein gemeinschaftliches handeln. Wir wollen keine Welt erobern, aber wir wollen unser Land verteidigen. Und dazu gibt uns eine junge Idee die unerschöpfliche und stets sich erneuernde Kraft. Niemals haben wir versucht, anderen Völkern den Nationalsozialismus aufzudrängen. Im Gegenteil, das würde auf das flagranteste gegen deutsche Interessen verstoßen. Denn wir sind im Gegensatz zu unseren Gegnern der Meinung, daß der nationale Sozialismus ein Volk einig, stark und geschloffen macht. Diese Aufgabe bei unseren Gegnern zu besorgen, besteht für uns keinerlei Veranlassung. Aber wir wollen stark sein und unser nationales Leben behaupten. In unserem großen nationalen Leid haben wir gelernt, daß die Stärke der Nation nicht nur in den Waffen, sondern auch in den Ideen liegt. Eine große Idee und die ihr innewohnende Gläubigkeit vermag Berge zu versetzen. Wir sind eine neue, junge Nation, die leben will und leben wird. Im Zeichen des Nationalsozialismus ist ein neues Deutschland erstanden. Es kann nicht mehr straucheln, denn es steht auf festem Boden. Dieses Gefühl der inneren Sicherheit erfüllt heute die ganze deutsche Nation. Darum sind wir ein glückliches Volk geworden. Ein demokratischer englischer Politiker schrieb kürzlich, er habe auf einer Reise durch Deutschland feftgefteHt, daß bei uns nicht mehr gelacht werde. Diese Behauptung widerlegt sich selbst. Im Gegenteil, wir sind wieder das Land des Frohsinns und der Lebensfreude geworden. Der Führer führt es und befiehlt uns, und wir alle sind glücklich, ihm gehorchen zu dürfen. So steht die deutsche Nation im Angesicht der Geschichte, um das Gesetz zu erfüllen, nach dem sie angetreten ist. Demokratie als Schrittmacher des Bolschewismus Besonders überzeugend wirkt die Gemeinsamkeit zwischen Demokratie und Bolschewismus in den Auffassungen über kulturelle Fragen. So machen sich die westlichen Demokratien schwere Sorgen über die angebliche Kulturbarbarei in Deutschland. Das künstlerische Klima sei drückend geworden, seitdem das Hakenkreuz über Salzburg weht und die Festspiele sich angeblich von dem Schlage, den sie durch den Anschluß erhalten hätten, nur schwer erholen. Der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Dodd, hält es für taktvoll, hierüber feine unmaßgebliche Meinung zu äußern, die bezeichnenderweise der Moskauer „Deutschen Zentralzeitung" vom 10.1.1938 sichtlich Freude bereitet: „Die Faschisten in Deutschland haben das intellektuelle Leben, die Wissenschaft und die Kultur unterdrückt." Viel weniger oder gar nichts hört man dagegen von ihm und seinesgleichen über die beispiellose Kulturvernichtung in Rotspanien. Endlos ist die von der demokratischen Presse schamhaft verschwiegene Liste der Meisterwerke spanischer Malerei, der Museen und Kirchen, die von den roten Horden zerstört wurden. Die an Kunstwerken reichste Residenz Europas, der Madrider Königspalast, berühmte, kunsthistorisch unschätzbar wertvolle Paläste und Kunstsammlungen wurden ausgeraubt und in Munitionsdepots und ähnliches verwandelt. Dieser Zerstörungswut diente als leuchtendes Vorbild die nicht minder gründliche Kulturarbeit der Genossen in der Sowjetunion. Man denke nur an die Unzahl von zerstörten Ikonen, an die Kirchen und Klöster, die dem bolschewistischen „Kunstverständnis" zum Opfer fielen. In Moskau wurden z. B. die Kirchen zu 98,5 Prozent zerstört oder in Lagerräume, Nachtasyle oder öffentliche Aborte verwandelt. Die Vertreter der Demokratie aber werden nicht müde, diese Taten zu bewundern. Sie entsprechen ihrer Geisteswelt. Noch frappierender und eindeutiger ist die Gemeinsamkeit zwischen den Ansichten der Demo- Deutschlands Warnruf an die Well. Am krassesten treten nun diese verwirrenden Gemeinsamkeiten zwischen Demokratie und Bolschewismus auf militär-politischem Gebiet in die Erscheinung. Ich erwähne nur am Rande die bekannten Militärallianzen zwischen bolschewistischen und demokratischen Staaten, die ja ein Grundelement unserer gegenwärtigen europäischen Lage darstellen. Die heuchlerische Voreingenommenheit der Berichterstattung fällt während der Konflikte in Spanien und in China besonders ins Auge. Der angeblich nationale „Temps" beschuldigt am 17. April 1938 die nationalspanische Flugwaffe, es bei einem Angriff auf Valencia besonders auf das Arbeiterviertel von Cabanal abgesehen zu haben. Man vernehme nur die gut gespielte Entrüstung der Baseler „Nationalzeitung" vom 3. Juni: „Nur mit dem Gefühl innerster Empörung kann der Kulturmensch von jenen Greueltctten Kenntnis nehmen, die sowohl in Spanien als auch in China gegen die Zivilbevölkerung ausgeübt werden. Und das geschieht nicht etwa in Form einer militärischen Nebenerscheinung, weil man es etwa auf militärisch wichtige Ziele abgesehen hat, sondern mit voller Absichtz mit voller Ueberlegung." Es steht dabei fest, daß z. B. Barcelona 290 militärische Ziele bietet! Sogar der Sender Barcelona meldete, Franco habe durch Flugzettel, die über Barcelona abgeworfen wurden, selbst die Bombardierung angemeldet, um die. Bevölkerung zu warnen. Wozu der Lärm? Wir vet- stehen sofort, wenn wir folgende Londoner Meldung vom 3. Juni hören: Die britische Regierung habe ihren Vertreter in Burgos beauftragt, der nationalspanischen Regierung „das Entsetzen Großbritanniens zum Ausdruck zu bringen über die Verluste von so vielen Menschenleben, die durch das Bombardement von Granollers und anderen Städten zu beklagen seien". Wie aber sieht demgegenüber die Wirklichkeit aus? Die von der Demokratie unterstützten spanischen Bolschewisten bombardierten allein zwischen dem Juli 1937 und Mai 1938 3 3 5 m a I offene Städte. Die Zahl der Frauen, Greise und Kinder, die sol- chen Angriffen zum Opfer fielen, beläuft sich bis zum Mai 1938 auf insgesamt 3320, davon 1088 Tote. Die 120 000 Ertrunkenen, die die von den Chinesen gewollten und verursachten Heb er = kratie und des Bolschewismus über Deutschlands Abwehrmaßnahmen gegen die Juden. Ich kann mich dagegen nicht entsinnen, in diesen Zeitungen auch nur eine Zeile über die vielen tausend Deutschen. Finnen oder Angehörigen anderer Nationen gelesen zu haben, die in der UdSSR, liquidiert oder i n d e r T s ch e - cho-Slowakei verfolgt und drangsaliert werden. Rund 700 000 deutsche Volksgenossen sind in der Sowjetunion bisher durch hunger, Word und Zwangsarbeit ausgerottet worden. Ueber die Lage der Sudetendeutschen, der Slowaken. Ungarn. Polen und Ukrainer in der demokratischen Tschecho-Slowakei wollen sich die jüdisch-demokratischen Sittlichkeitsapostel ebensowenig unterichten lassen. Wie aber reagiert die Demokratie auf wirtschaftliche Vorgänge in autoritären nationalistischen und solche in bolschewistischen Staaten? Bezüglich Deutschland wird einfach frech und gottesfürchtig eine Hungersnot zusammengelogen. So schreibt der „Daily Telegraph": „Es wird notwendig sein, daß die Bevölkerung den Riemen enger schnallen und wie in Kriegsjahren zu Kartoffeln als Hauptnahrungsmittel zurückkehren muß." Wo dagegen wirklich Hungersnot herrscht, nämlich in der befreundeten Sowjetunion, wo nach dem Zeugnis des gewiß unverdächtigen Erzbischofs von Canterbury 1933 sechsMillionenMenschendenHun- gertoö gestorben sind, wird das mit frecher Stirn a b g e ft r i 11 e n. Da sind die Kommunisten doch ehrlicher als ihre demokratischen Freunde. Der Vertreter der amerikanischen Kommunisten bei den sowjetrussischen Gewerkschaften, Sklar, sagte laut „New York Evening" vom 29. Mai 1935: „Nehmen wir an, daß noch sechs Millionen Menschen mehr an Hunger gestorben wären, was will das besagen?" Es ist das eben derPreisfür den Kommunismus. schwemmung des Hoangho forderten, werden dazu keineswegs dem chinesischen Bolschewismus zur Last gelegt. Kein Wort hat die angeblich neutrale und objektive demokratische Presse über diese Verbrechen geschrieben, die in ihrer Tatsächlichkeit tausendmal unmenschlicher sind als die erdichteten Behauptungen über nationalspanische und japanische Luftbombardements. hier ist mit einem Schlag die ganze innere Verlogenheit der Weltdemokratie entlarvt. Sie ist durch ihre eigenen Zeugnisse als die Wegbereiterin des Bolschewismus gekennzeichnet. Ihre heuchlerischen Phrasen wirken auf uns nicht mehr. Sie versucht der Welt gegenüber ein System der Humanität darzustellen. ruft Kultur und Zivilisation als-Kronzeugen für sich und gegen uns auf. In Wirklichkeit aber ist sie von alledem das Gegenteil. Wie von ihr selbst die demokratischen Grundprinzipien verraten werden, wenn es der Demokratie so paßt, das zeigt die Frage des „Selbstbestimmungsrechts der Völke r". Am 4. März 1919 wurden die Kundgebungen der Sudetendeutschen für den Anschluß in den sudetendeutschen Städten Kaaden,'Arnau, Sternberg u. a. von der tschechischen Demokratie in Blut erstickt. 56 Tote und Hunderte von Verletzten waren die Opfer. Masaryk äußerte darüber Zynisch: „Ueber Autonomie wird überhaupt nicht verhandelt" und der Minister Zahradnik erklärte „Es wird von den Deutschen abhängen, wieviel Hiebe auf sie fallen werden". — Die tschechische Abgeordnete Zemin rief den Sudetendeutschen zu: „Wir haben euch gejagt und wir werden euch weiter jatzen." In der Tschecho-Slowakei unterdrückt eine rigorose Zensur jede Meinungsäußerung über die kommunistische Gefahr. Das Amtsblatt der tschecho-flo- wakischen Republik vom 3. Juni 1938 gibt 51 Pressebeschlagnahmungen bekannt. Die Folge vom 5. Juni desselben Blattes nennt 90 Beschlagnahmungen, und die Folge vom 10. Juni 150. Am 21. und 22. Juni meldet das Blatt schon wieder 187 neue Beschlagnahmen. Das ist die Pressefreiheit der Demokratie, die jede Kritik am Kommunismus unterbindet, dagegen die „Sunday Nr. 214 Drittes Blatt Dienstag,15. September 1938 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) ME MM < . . M ■ f t. - V/- M t W * •• ';yw. - ’# - / z . W; Wchtersüüung - Kameradschaft - Humor Gießener Hftler-Äaend vor dem Führer Bei den 116 ern in Langwaffer beigewohnt hatte, ertönte das Signal „Aufstehen!" Schnell M- =. aer onm>r Moorenbrunn Bei der Morgentoilette; es wird rasiert! — Rechts: Vorüber sind die schönen Tage. Ausmarsch : Gießener $3. ^^^^^. Rückkehr nnch Gießen. - (Ausnahmen [2]: Pflüger, Ge,. 2/118, Gießen.» Links sehr lobend Mittagessen Jeder wollte den Nähe sehen und Nachdem er eine und einer Probe 116er marschieren, abnahm, sprach sich über die Leistungen aus. Nach dem dieser schon ist da!" Diese Kunde ging von bald war das ganze Lager auf war ein Gerenne und Geschrei. Reichsjugendführer aus nächster Da aber steht unser 71jähriges Geburtstagskind Pg. Räder aus Ostheim (Kreis Wetterau) vor uns. Ja, 71 Jahre alt, und marschiert ist er wie ein Junger, und nun steht er mitten unter uns, und Krei'sleiter Backhaus überreicht ihm einen schnell noch organisierten Strauß Heideblumen. Die Musik spielt, und dann leerte sich das Zelt. Drüben im Bierzelt ist Hochbetrieb. Nur einige, darunter der Kreisleiter und ich, haben müde das Strohlager aufgesucht. Schon dämmert der Morgen hoch, als sich eijie lange Schlange ins Zelt schiebt. Vornweg die Musik. Und ist es nicht paradox, wenn ausgerechnet alles spielt und singt: „Es geht nichts über die Gemütlichkeit"? Vor dem Lager des Kreisleiters wird Halt gemacht, und nun zeigt man ihm und so auch mir den Maßkrug, denn das Bier wäre auf dem nächtlichen Gang ausgelaufen, wird behauptet. Dann geht die Wanderung weiter von Zelt zu Zelt, und als ich mich erhebe, noch müde in den Knochen, suchen die letzten dieses nächtlichen Spuks ihr Lager auf. Solcher Humor gehört nun einmal dazu und findet nicht allein Verständnis, sondern man erwartet es gar nicht anders. So rollen die Tage vorbei, gar zu schnell. Die Bilder rauschen vorüber, die bunten Tänze des BDM., die jugendlichen Kraft- und Sportübungen der HI., der mächtige Aufmarsch des Arbeitsdienstes und der SA. Wer kann das alles schreiben? Bald werden wir noch einmal droben auf der Burg stehen, und unter uns wird sich diese wunderhübsche Stadt breiten, dieses.Schmuckkästchen in deutschen Landen. Die bunten Wimpel der Fahnen werden noch einmal heraufgrüßen ans dem spitzgiebeligen Häusermeer, aus dem die störende Kuppel der Synagoge verschwunden ist. Auf einem großen Haufen liegt alles, was undeutsch roffr. ^Balb rollt der Zug hinaus. Mit uns fährt Üas Erinnern an das große Geschehen und die Stärke zur weiteren Pflichterfüllung für Führer und Vaterland. A. Link. ♦ Nachdem alle Männer der SA.-Standarte 116 am Freitag in die Wagen „verstaut" waren, ging die Fahrt über Friedberg (wo die Kameraden der SA.-Standarte 222 noch „verfrachtet" wurden) Heldenbergen - Windecken — Hanau — Aschaffenburg —Würzburg nach Nürnberg-Raiigierbahnhof, der um 11 Uhr erreicht wurde. Die Fahrt verging schnell und gut, nachdem auf einigen Stationen schon das „Bayrische" versucht worden war. Nach kurzem Marsch wurde um 12 Uhr das SA.-Lager Langwasser erreicht und in der Alfarthstraße, Zelt 16, Quartier bezogen. Der Abend war warm und keiner konnte sich über Kälte im Zelt beklagen. Bald herrschte bei den 116ern Ruhe. Doch sie dauerte nicht allzulange, denn schon bei Morgengrauen waren die „Frühaufsteher" auf den Beinen. Gegen 8 Uhr brachte der Hilfszug „Bayern" Kaffee, Butter und Marmelade. Es schmeckte vorzüglich! Die Freizeit bis 10.45 Uhr zum Antreten wurde mit Kartenschreiben an die „Daheimgebliebe- nen" und zur Verschönerung des Platzes vor dem Zelt ausgenutzt. Von 11 bis 12.30 Uhr wurde im Lager exerziert. Obergruppenführer B e ck e r l e, der den Vorbeimarsch des Marschblockes 8, in dem die gönnten sich wohl die meisten Kameraden ein Ruheständchen, während andere Urlaub einreichten, um die NS.-Kampfspiele zu besuchen. Am Nachmittag besuchten der Stabschef und andere Führer das Lager, Auch Ehrengäste und ausländische Diplomaten erschienen. Man konnte ohne viel Mühe feftftellen, daß alle Besucher von der guten Unterbringung und dem disziplinierten Verhalten der SA. angenehm überrascht waren. Das Wetter schlug leider am Samstagfrüh um. Der Himmel überzog sich mit einem undurchdringlichen Grau. Unaufhörlich ging der Regen nieder. Doch tat dies der Stimmung im Lager keinerlei Abbruch. Am Samstagabend besuchte auch der (Bauleiter, trotz des strömenden Regens feine Hessen. Er wurde mit Jubel begrüßt. Bei Dunkelheit war es dann das schöne Schauspiel des Feuerwerkes, das wir aus nächster Nähe zum Abschluß Verspätete kommen an den Straßenrand, sie lockt unsere Musik. Zwei über 30 Meter hohe Steinkolosse stehen lichtüberflutet in der Nacht; es sind zwei Modelle der Säulen, die einst um das Märzfeld stehen werden. Was wird hier noch erstehen? Der magere, arme Kiefernwald des Frankenlaw des nimmt uns auf. Irgendwo im Süden liegt gleich einer Glasglocke eine Helle am Nachthimmel. Es ist der Lichtschimmer der Lager Moorenbrunn. Unsere Musik schleust uns durch die Nacht. Nach Mitternacht treffen wir im Lager ein. Noch einmal unter Begleitung der Musik das Lied vom Westerwald — dann gehts ab in die Zelte. Der G a ul e i t e r bei der Besichtigung des Lagers seiner Politischen Leiter. (Ausnahme: Schwarz, NSG.) vielleicht sogar photographieren, halbe Stunde im Lager geweilt der Spielmanns- und Musikzüge verließ er unter dem Jubel der Jugend das Lager wieder. Besonders fielen die in diesem Jahre erstmals anwesenden Kameraden aus der Ostmark durch ihr zackiges Auftreten auf. Sie waren schon von weitem durch die weißen Strümpfe und das Edelweiß am Kragen zu erkennen. Das Gebiet Tirol kam mit weißen Hemden und HJ.-Armbin- den, die sich unter den braunen .Uniformen schmuck des Tages erlebten. Um 22 Uhr war Zapfenstreich. Bald schlief alles. Der Schlaf mußte allerdings in Nacht verkürzt werden, denn um 3.30 Uhr Von den Veranstaltungen will ich nicht schreiben. Tagtäglich lesen wir darüber. Von dem Lager weit draußen in Moorenbrunn, von dem Leben und Treiben seiner Politischen Leiter und von den Märschen zu den Kundgebungen will ich erzählen, wie wir das alles erleben. Wo noch vor vierzehn Tagen das Wasser vom wochenlangen Regen auf den Aeckern stand, breitet sich heute ein R i e s e n l a g e r. Vertrauenerweckend sah es anfänglich nicht aus, und wir mußten bei der Gestaltung und Fertigstellung tüchtig helfen. Und wir taten es, wollten wir doch den Kameraden, die später als wir tarnen, ein Heim und und eine Bleibe Herrichten, daß sie sich wohlfühlen sollten. So wurde der Platz um das Zelt eingeebnet und trockengelegt. Und dann erstand im strömenden Regen der schöne Zelteinang mit den Wappen der fünf Städte des Kreises W e 11 e r a u . Die Miniaturwäldchen mit Pilzen, Preiselbeeren, Moosen, in denen einige Pappdeckel- Hasen saßen, waren bald das Ausflugsziel des ganzen Lagers, kündigten doch kleine Bekanntmachungen an, daß am 14.9.1938 die Jagd öffentlich verpachtet würde und daß die „Hege zu betreten verboten" sei. Damit stehen wir schon mitten in der Auffassung, die unsere Männer von den Tagen in Nürnberg haben, der Pflichterfüllung, der Kameradschaft und dem natürlichen Humor. 18 0 Politische Leiter liegen in einem Zelt, in denen es bei dieser Belegung ausreichend warm ist. Pünktlich auf die Minute kommt die Verpflegung. Man muß diese Präzision bewundern. Der Lastwagen mit den Eßkannen fährt vor, an- änglich blieb er einigemale im aufgeweichten Boden lecken, so daß wir durch Herausdrücken unser Essen auer verdienen mußten, und einige Minuten darnach schon sitzt alles beim ausgezeichneten Eintopf. Das früher so lästige Eßgeschirrspülen fällt weg, da Papierbecher für das Essen mitgeficfert werden. Selbst der größte „Freßsack" kann satt werden, denn der Hilfszug Bayern liefert reichlich: so gibt es z. B. tagtäglich Butter und Wurst. Glänzend diese Organisation! Ein Teil der Politischen Leiter ist unterwegs; ist auf Tagungen, Kongressen, drüben im „Kraft-durch- Freude"-Vergnügungspark, ober er wandert durch die vielen Nürnberger Sehenswürdigkeiten. Jeder nimmt da die geistige Kost für feine politische Arbeit in irgendeinem Dorf der weiten Wetterau mit in seine Heimat. Wie oft sah ich die Männer im Braunhemd zum Johannisfriedhof pilgern, um an den Grabstätten eines Albrecht Dürer, eines Veit Stoß, eines Feuerbach einen stillen Dank abzustatten für die Meisterwerke, die sie kurz vorher schauen und bestaunen durften, liegt doch in all den Werken edelste deutsche Kunst,' getragen von dem hohen Können einmaliger Menschen. Am Tage des Aufmarsches der Politischen Leiter, einem Höhepunkt des Reichsparteitages, ist Ausgangssperre. Früh wird auf dem Zubringer zur Autobahn noch einmal Aufmarsch und Vorbeimarsch geübt. Zu uns gesellen sich SA.- Kameraden aus der Ostmark, die dankbar sind, daß ihnen der Musikzug unseres Kreises zur Verfügung gestellt wird. , Um 16 Uhr stehen die Marschsäulen zum Abmarsch bereit. Mit klingendem Spiel rückt die über IV2 Kilometer lange Marschsäule zum Zeppelin fei d, und als die ersten Dämmerungsschleier weben, ziehen wir in das große Feld ein. Dicht sind schon.die Plätze der Zuschauer gefüllt, bald .ist es Lunkel, und das Lichtermeer, die Symphonie in Weiß- -olau und Rot, glüht auf. Es beginnt das Erlebnis unter dem blauen Lichterdom von mehr als 100 Scheinwerfern, deren Licht in der Stratosphäre sich zu verlieren scheint. Neu ist in diesem Jahr die Beleuchtung des Modells des Jnnenraumes der Kongreßhalle. Unwahrscheinlich steht es im Dunkel als Lichtdom hinter dem blauen Licht der Scheinwerfer. An ein solches Bild mögen Märchendichter gedacht haben. Der Führer ist abgefahren, noch einmal hat all die Liebe eines Volkes ihm zugejubelt, und nun stehen über 120 000 Politische Leiter mit fast 32 000 Fahnen in dem weiten, weiten Feld. Ihr Abmarsch verzögert sich; unsere Kapelle — die braoe — Jpielt uns all die schönen Rheinlieder und alle die Lieder, die im Volk verwurzelt sind. Das Lied von der „Wereraa" klingt auf, und plötzlich schunkelt die Wetterau mit denen von Mainz, und diese mit welchen von der Lahn und vom Odenwald. Und mit= ten darin unser Kreisleiter Backhaus, dem sich hier Wetterauer- und Hessenart in einer anderen Art erschließt. Unsere Marschsäule bekommt durch den Lautsprecher Anweisung zum Abmarsch. Im Scheinwerferlicht marschieren wir ab. Glühend ror stehen noch die Fahnen im Nachthimmel, weiß liegt das weite Feld: auf den Rängen stehen noch Tausende, die sich von dem Bild nicht trennen können. Ernst und wuchtig — deutsch — steht bie flaupb tribüne — ein riesiger Altar, von goldenen Hoheit^ Zeichen aus mächtigen Marmorblöcken gekrönt Auch untere Blicke wenden sich immer noch einmal zu dem Bild. Wer wird dies einmal schildern können — das muß ein ganz Großer der Feder sein, der es fertigbringt, daß der Atem stockt und Tranen über die Wangen rollen, Tränen der Rührung, der Freude — ob seiner Schilderung. Wir marschieren in die Nacht. Stundenlang an den Zeltlagern des Arbeitsdienstes, der SA., der HI. entlang. Lichterketten ziehen sich durch die Lagergassen. Still stehen die Wachtposten. Einige Am Mittwoch voriger Woche traten 6 0 Hitler- jungen des Bannes 116 zu der Fahrt nach Nürnberg an. Es waren meist 18- vis 19jäh- rige, die für die Aufnahme in die Partei in Betracht kamen. 5 bis 6 Banne fuhren schon von'Gie, ßen ab, andere stiegen in Frankfurt dazu, so daß alle Vertreter des Gebietes 13 (Hessen- Nassau) in einem Sonderzug untergebracht waren. Schon die Fahrt, die uns durch das Hessenland und das schone Franken führte, war ein einziges Erlebnis. Stadt und Land winkten und jubelten uns zu, wobei wir natürlich feste mitmachten. Sonderzüge von Arbeitsmännern, die schon, auf der Rückreise waren, begegneten uns. Je näher wir Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage, tarnen, desto großer wurde die Feststimmung. Städte und Dörfer hatten reichen Fahnenschmuck angelegt. Die Dorfjugend stand an der Bahnstrecke und warf uns Blumen zu. Von unserem Ankunftsbahnhof Nürnberg- Dutzendteich marschierten wir in Sechserreihen zum Zeltlager „Langwasse r", das uns für drei Tage aufnahm. Dieses Zeltlager, das 45 000 Hitler- jungen des ganzen Reiches einschließlich der Ostmark beherbergt, hat sehr große Ausmaße. Es besteht aus 1000 Zelten zu je 45 Mann. Vier Hauptstraßen durchziehen die Zeltstadt, alle in Beton ausgebaut. Zu beiden Seiten erstreckt sich grüner Rasen, junge Birken und grüne Büsche sind zwischen den Zelten angepflanzt. Vom Kommandoturm, von dem aus das ganze Lager zu übersehen ist, werden die Befehle gegeben, die durch Lautsprecher bis in die entferntesten Teile des Riesenlagers übertragen werden. Eigene Postämter und Verkaufsstände sind an verschiedenen Stellen des Lagers. Jedes Gebiet bewohnt eine Lagerstraße mit 24 Zelten. Hier lebt die Hitler-Jugend ein freies und fröhliches Leben. Am Freitag vereinte das Nürnberger Stadion die Hitlerjungen; dort fand die Generalprobe für die Kundgebung statt. Die Lieder für die Feierstunde wurden noch einmal durchgesungen, die Aufstellung vorgenommen und die Reihenfolge durchgesprochen. In gut zwei Stunden war alles abgerollt und die Marschblocks konnten wieder in das Zeltlager abrücken. Wir hatten kaum zu Mittag gegessen, da ging ein Heilrufen vom Haupttor aus durch das Lager. „Der Reichsjugendführer ......... ' ~ ’ Zelt zu Zelt und den Beinen. Das ausnahmen. Wir Gießener waren im Lager die unmittelbaren Nachbarn des Gebietes Kärnten. Es interessierten uns natürlich die Erzählungen unserer österreichischen Kameraden. Sie erzählten aus der Kampfzeit, von der Verfolgung durch die damalige Bundesregierung, von dem Einmarsch der deutschen Truppen und endlich von der jetzigen Aufbauarbeit durch den Nationalsozialismus. Wir hätten noch lange Erlebnisse austauschen können, aber der Zapfenstreich rief uns in unser Zelt. Andern Tags, am Samstag, wurde schon um 4 Uhr zum Wecken geblasen. Der große Tag war angebrochen. Heute wird der Führer zu uns sprechen! Das Lederzeug wurde noch einmal „gebohnert" und die Uniform in Ordnung gebracht. Um 8 Uhr stand-eine Hitler-Jugend angetreten, die sich vor dem Führer sehen lassen konnte. Anmarsch und Aufstellung im Stadion vollzogen sich mit plan-- mäßiger Pünktlichkeit. Das Gebiet Hessen-Nassau, also wir, hatten das Glück, mit dem Gebiet Westfalen direkt vor dem Rednerpult und der Ehrentribüne zu stehen. Die Parteianwärter hatten auf den weiten Rasenflächen in dem Stadion Ausstellung genommen, während die übrige Hitler-Jugend die Tribünen bis auf den letzten Platz füllte. Die Wartezeit bis zu Beginn der Kundgebung füllte die Luftwaffe in angenehmer Weise aus. Wir sahen Kunstflüge im Verbände, eine Segelflieger-Kunst- flugkette, ferner einige neue Flugzeugtypen. 11. a. konnten wir vier Fieseler Storch, den „Condor", einige sehr schnelle Jagdflugzeuge, Sturzbomber und Kampfflugzeuge bewundern. Plötzlich tönten Kommandos: „Achtung!" — einige Sekunden später: „Augen rechts!" Hoch fliegen die Köpfe und mit einem Ruck nach rechts. Dort kommt der Führer. Das ist der Augenblick, auf den wir wochenlang warteten. 53 000 Hitler- jungen und 6000 BDM.-Mädel kann der Reichsjugendführer dem Führer zum Appell angetreten melden. Adolf Hitler arüßt uns: „Heil, meine Jugend!", und brausend schallt es zurück: „Heil, mein Führer!" Es folgt der Einmarsch der 1800 Bann- und Jungbannfahnen. Der BDM. hat inzwischen, indem ein Teil die braunen Westen auszog, in riesigen Lettern die Buchstaben „A H" gebildet, die Anfangsbuchstaben des Namens des Führers. Ein Lied klingt auf wie eine Mahnung: „Wach auf, wach auf, du deutsches Land, du hast genug geschlafen!" Dann braust wieder der Jubel empor. „Heil! Heil! Heil!" tönt es aus Tausenden von Kehlen, und damit grüßt die ganze deutsche Jugend den Führer. Unbeschreiblich lohen die Flammen der Begeisterung auf. Doch mit dem ersten Wort des Führers herrscht Totenstille in dem weiten Rund des Stadions. Unser Führer Adolf Hitler hieß besonders die Kameraden der Ostpiark willkommen, die zum erstenmal an dem gewaltigen Erleben des Reichsparteitages teilnehmen durften. Sie konnten ihre Treue durch die Tat beweisen, durch den Einsatz ihres Lebens. In kurzen Sätzen sprach der Führer zu un?, immer wieder van Sprechchören und Heilrufen unterbrochen. „Wir danken dem Führer" und „Wien dankt dem Führer!" hallt es durch das Stadion. Die Begeisterung und Zustimmung kannte keine Grenzen, als der Führer am Schluß feiner Rede sagte: „An euch glaube und auf euch vertraue ich blindlings! Wenn mich einst die Vorsehung wegnehmen sollte, dann werde ich meinem Nachfolger ein Volk hinterlassen, das getrost in die Zukunft gehen kann!" Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, nahm danach die Vereidigung der Parteianwärter vor. Während feierliche Stille im Stadion herrschte, schwuren wir Hitlerjungen den Eid, der uns auf allezeit verpflichtet, unserem Führer Treue und Gehorsam zu leisten. Der Führer nahm dann eine Besichtigung und eine Rundfahrt durch das Stadion vor. Die Nätio» nallieder und das Lied der Jugend brandeten auf. Als der Führer unter dem brausenden Jubel seiner Jugend das Stadion verließ, hatte jeder von uns das Gefühl, einer Feier ft unde beigewohnt zu haben, die er nie vergessen wird. Mit neuer Kraft und mit neuem Mut zur Arbeit konnten wir nun in unsere Einheiten zurückkehren und den Hitlerjungen, die nicht bei der großen Heerschau der Jugend dabei sein konnten, davon erzählen. Mit frohem Gesang marschierten die Kolonnen wieder in das Lager ab. Das Lagerleben ging weiter. Leider ging während des Nachmittags ein Landregen nieder, der bis in die Nacht hinein anhielt. Wir waren also dazu verurteilt, in den Zelten zu bleiben. Während einer Singstunde besuchte uns unerwartet unser Gauleiter Sprenger. Wir fangen ihm ein paar zackige Lieder vor, und er war sichtlich erfreut über seine „Gießener Jungen". In einer Regenpause konnte man sich wieder einmal im Lager umsehen. Trotz des schlechten Wetters erfüllen überall Frohsinn und Lachen die Lagerstraßen. Alte und neue Scherzlieder wurden hervorgekramt. UeberaU frohe Festesstimmung! Vor den Postämtern stauen sich die endlosen Reihen der Kartenfchreiber, die ihre Grüße nach allen Teilen Deutschlands loslaffen. Hier könnte man gute Studien über die deutschen Stämme treiben. Man erkennt schnell die einzelnen (Baue, jeder hat seinen besonderen Charakter. Und doch umschließt alle das Band der Gemeinschaft und der Kameradschaft. So lebten wir im Nürnberger Lager unser eigenes Leben, in der Stadt der Hitler-Jugend, in der Jungen aus allen Teilen Deutschlands als Boten der deutschen Jugend zusammengekommen waren. kp. wurde der Hchlaf aus den Augen gerieben, rasch zog man sich an, empfing Kaffee und dann wurde die eiserne Marschportion un Brotbeutel verstaut. Und schon erscholl das Kommando „Antreten!" Das Lager bot im Scheinwerferlicht ein eindrucksvolles Bild. Marschblock auf Marschblock trat an. Mit der Morgendämmerung verließen die 116er das Lager zum Marsch in die Luitpold-Arena. 3ur großen Freude hatte der Wettergott die Schleusen geschlossen und ein sonniger Herbsttag brach an. In der Luitpold-Arena nahm der Marschblock seinen Platz im Mittelfeld ein und erwartete, tadellos ausgerichtet, den Führer. Nach der Führerrede, nach der Standarten- und Fahnenweihe, begann der Abmarsch. Um 11.30 Uhr wurde bereits die Gruppe Hessen aufgerufen, und mit kingendem Spiel ging es zur Arena hinaus zum Vorbeimarsch. Die Straßen waren von Tausenden von Volksgenossen umsäumt, die den Hessen wegen ihrer vorbildlichen Marschdisziplin große Anerkennungen zollten. Gegen 12.30 Uhr wurde bereits der Adolf-Hitler-Platz erreicht, wo der Vorbeimarsch am Führer ftattfand. Kraftvoll hallten die Schritte der Hessen auf dem Straßenpflaster wieder und in tadellosem Paradeschritt ging es mit erhobener Hand am Führer vorbei, der auch seiner Anerkennung über die Leistungen der „Hessen" Ausdruck verlieh. Der schönste Augenblick der Tage von Nürnberg, da die 116er ihrem Führer ins Auge sehen durften! Der große Appell hat neue Kraft gegeben für die Arbeit des kommenden Jahres. Gegen 15 Uhr wurde das Lager wieder erreicht. Der Rest des Sonntags war der Ruhe gewidmet. Der Montag war dienstfrei gehalten zürn Besuch der Wehrmachtvorführungen und zur Besichtigung der Stadt. Am heutigen Dienstagmorgen traf die SA. unserer heimischen Brigade nach langer Nachtfahrt wieder hier ein. Aus der Stadt Gießen. Neue Wege alter Handwerkskultur. Wir kennen wohl den Schlosser und den Schmied, seltener aber hören wir vom Kunstschlosser und vom Kunstschmied. Sicher gehört es zu den Seltenheiten, daß ein Laie auch einmal mit einem wirklichen Kunstschmied zusammentrifft. Während die Höchstleistung des Schlosserhandwerks in der Kunstschlosserarbeit gesucht werden muß, ist die Kunstschmiedearbeit die Höchstleistuna des Schmiedehandwerks. Es ist notwendig, diese begriffe klar von einander zu scheiden, denn wenn wir uns gute Kunstschlosserarbeit ansehen, so werden wir feftfteüen, daß das Eisen in kaltem Zustand mit Werkzeug bearbeitet wird. Der Kunstschmied, von dem wir hier vornehmlich sprechen wollen, arbeitet grundsätzlich anders, denn er formt das Eisen ausschließlich im warmen Zustand. Wir haben es im Schmiedehandwerk wohl mit dem ältesten Handwerk überhaupt zu tun, da es auf eine Tradition von etwa 2000 Jahren zurückblicken kann. Wenn der Schmied heute nicht mehr lediglich Huse beschlägt und die einschlägigen Schmiedearbeiten ausführt, so ist es einmal das Besinnen des Handwerks auf sich selbst, zum anderen sind, es die mannigfaltigen Aufgaben, die ihm von außen her gestellt werden. Nun könnte man einwenden, daß Schmiedearbeiten Eisen erfordern, ein Werkstoff, der nicht beliebig greifbar ist. Doch darauf wird uns jeder Kunst- schnued sofort erwidern, daß es keineswegs um die eigentliche Werkstofffrage geht, denn schließlich kann jede alte Wagenachse, oder sonst ein altes Stück Eisen zum Kunstwerk geformt werden. Es wird heute in den großen Erziehungsstätten des deutschen Soldaten ausgesprochen handwerkliche Kunst verwendet. Dabei sind dem Kunstschmied besonders lohnende Aufgaben gestellt. Es gibt nicht nur schwere, gediegene Tore zu formen, Beleuchtungskörper aller Art, wie Leuchter, Laternen, Kandelaber, sondern auch Geländer und mannigfache Beschläge an Türen und Fenstern zu gestalten. Weiter sind Balkon- und Brüstungsgitter, geschmiedete Hoheitszeichen und Sinnbilder aller Art zu nennen. Zifferblätter, die Buchstaben selbst ganzer Schriften können z. B. ebenfalls in gediegener Kunstschmiedearbeit hergestellt werden. Mehrtägige Verdunkelungsübung im Kreise Gießen. Dom Kreisamt Gießen wird uns folgendes mit« geteilt: Noch im laufenden Monat September ist nut einer Gebietsverdunkelung zu rechnen, die sich, im Gegensatz zu den bisherigen Hebungen innerhalb unseres engeren Heimatbezirkes, auf mehrere Tage, voraussichtlich auf eine volle Woche, erstrecken wird. Dies bedeutet erhöhte Anforderungen an die Bereitschaft und Disziplin der Bevölkerung und erfordert vor allem rechtzeitige, gewissenhafte und umsichtige Vorbereitung aller Verdunkelungsmaßnahmen nicht nur in den privaten Haushalten, sondern auch bei den Behörden und innerhalb der landwirtschaftlichen und Gewerbebetriebe, da im Fortgang des privaten, geschäftlichen und öffentlichen Lebens, abgesehen von den durch die Verdunkelung bedingten notwendigen Einschränkungen, keine Stockungen eintreten dürfen. Sollte zeitweilig „eingeschränkte Beleuchtung" zugelassen werden, so bedeutet dies lediglich eine Erleichterung hinsichtlich der Beleuchtung der Straßen, Schaufensterauslagen und Arbeitsplätze im Freien (Herabsetzung auf ein Mindestmaß), sowie für den öffentlichen Verkehr auf der Straße (Fahren der Kraftfahrzeuge mit Standlicht zulässig, Aufenthalt auf der Straße erlaubt). Die Jnnenbeleuchtung Wohn-, Büro-, Industrie- und landwirtschaftlichen Gebäude (Gastwirtschaften, Treppenhäuser, Werkstätten, Scheunen, Ställe, Wartehallen und dgl.) muß hingegen schon während des Zustandes der eingeschränkten Beleuchtung so abgedunkelt fein, daß fein Lichtschein nach außen, ober nach oben bringt. Ferner ist bei unmittelbarem Zugang zu Läben und Wirtschaften die Anbringung von Lichtschleusen unerläßlich. Vom Beginn der totalen Verdunkelung an fallen alle Erleichterungen weg. Bis auf wenige abgeblendete Richtlampen an besonderen Gefahrenstellen erlischt auch die Straßenbeleuchtung. Kraftfahrzeuge dürfen nur noch mit Schlitzkappen und mit nach oben abgeblendetem Schlußlicht passieren. Radfahrer und Fuhrwerke haben ebenfalls mit völlig abgeblendetem Licht (aber nicht etwa ohne Licht!) zu fahren. Im übrigen ist Unbefugten der Aufenthalt auf der Straße während der Verdunkelung oerbotcn. Während der Dauer der eingeschränkten Beleuchtung kann und soll dagegen der übliche Straßenverkehr aufrechterhalten bleiben. Verantwortlich für die Durchführung der Verdunkelung sind in den einzelnen Anwesen die Luftschutzwarte bzw. in den größeren Betrieben die Werkluftschutz- und Betriebsluftschutzle'ter. In welcher Weise der Beginn der Hebung befannegegeben wird, steht noch nicht fest. Auf alle Fälle muß damit gerechnet werden, daß sie schlagartig mit entsprechender Alarmierung der Bevölkerung einseht. Deshalb ist überall schon jetzt Vorsorge zu treffen, daß bei Beginn der Hebung fein Zeitverlust entsteht. Gerade kleine Arbeiten ermöglichen die volle Ausnutzung des Eisens. Selbst das kleinste und älteste bearbeitete Abfallstück dient dazu, den Sinn für Schönheit und Handwerkskultur in den jungen Menschen neu zu wecken und zu bilden. Nur ein gebildetes Volk schafft Werke überzeugender Kraft, und der einzelne Mensch wird zum klaren Sehen und gediegenen Empfinden geführt. Während der großen Soldatenschule wird dieser und jener so selbst zum Handwerker. Haben wir eingangs bereits von den grundsätzlich verschiedenen Arbeitsformen des Kunstschlossers und des Kunstschmiedes gesprochen, so wollen wir hier noch auf die Eigenarten der ausgesprochenen Kunstschmiedearbeit eingchen. Zunächst eines, das überrascht: der Schmied kennt kein heißes Eisen, er spricht nur vom warmen Eisen. Mit „weiß- warm", „rotwarm", „dunkelrotwarm" und „handwarm" legt er die Temperaturen des Eisens für seine Zwecke unmißverständlich fest. Der Lehrjunge, der „Stockgeselle", der als Drauftchläger auf der anderen Seite des Ambosses stcht, und der „Schirm- meister", das ist die Arbeitsgemeinschaft in der Schmiede. Oft ist es notwendig, zur Herstellung besonders großer oder bestimmt geformter Werkstücke erst einen Schmiedehammer oder das Maul der Feuerzange neu und passend zu schmieden. Beim Gesenkschmieden tritt die rein handwerkliche Arbeit schon etwas zurück. Hier wird die Eigenform bis zu einem gewissen Grade ausgeschaltet. Trotzdem ist das Gesenkschmieden dort angebracht, wo eine Reihe gleicher Gebilde zur Erzielung eines besonders einheitlichen Eindruckes notwendig ist. Weitaus schwerer und handwerklich, wie künstlerisch wertvoller ist das Freiformschmieden, das eine abgeschlossene Schmiedetechnik erfordert. Denn hier ist die Gestaltung der Form bis ins letzte von Schlag und Führung des Schmiedehammers abhängig. Fr. Sp. Dornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Tagebuch der Baronin W.". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Verwehte Spuren". NSDAP. - Amt für Aolkswohlfahrt. Giehen-Nord. Am Dienstag, 13. September, und Mittwoch, 14. September, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord der Lebensmittelopferring durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen und den Inhalt auf die Um- hüllung zu schreiben. Gietzen-Ost. Befr.: Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Mittwoch, 14. September, und Donnerstag, 15. September, von der NS.- Frauenschaft durchgeführt. Die Spende wird dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zur Verfügung gestellt. Es wird deshalb um reichliche Zuwendungen gebeten. Schwimmlehrbefähigung der Bolksfchul-Lehrkräste. Lpd. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — Abteilung VII, erlaßt eine Anordnung, betreffend Schwimmlehrbefähigung der Lehrkräfte an den Volksschulen. Darin heißt es: „Obwohl der Schwimmunterricht in diesem Jahr nur noch dort durchzuführen ist. wo Hallenbäder zur Verfügung stehen, werden die Kreis- und Stadtschulämter auf die beiden Erlasse des Reichserziehungsministeriums vom 14.10.1937 und 2. 7.1937 aufmerksam gemacht. Nach dem ersten Erlaß kann den Lehrkräften, die bereits den Grundschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft erworben haben und schon längere Zeit Schwimmunterricht erteilen, von den Unter« richtsverwaltungen der Länder aus die Lehrbefähigung im Schwimmen erteilt werden, sofern die betreffenden Lehrkräfte den Nachweis des ausreichenden Lehrtzeschicks erbringen können. Im zweiten Erlaß ist von den Bedingungen die Rede, unter denen eine Bescheinigung erteilt werden kann, die zur Erteilung des Schwimmunterrichts im Rahmen des Turnunterrichts berechtigt. Gießener Dochenmarktpreiie. * G i e ß e n, 13. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,52 Mark,.Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stuck 4 bis 9, Eier, deutsche, Klässe C 11%, ausländische 11 bis 12, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 30, gelb 35, Erbsen 20, Tomaten 20 dis 35, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 45 bis 60, Rhabarber 12, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,30 bis 4 Mark, Aepfel, kg 25 bis 45 Pf., Falläpfel 15 bis 20, Birnen 25 dis 45, Brombeeren 40 bis 55, Preiselbeeren 40, Zwetschen 33 bis 45 Pf., junge Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 2 bis 6, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. Herbstübungen des Znt.-Neats. 116. Ende dieser und Anfang nächster Woche wird unser Infanterie-Regiment 116 seine Herbstübungen in der Nähe von Gießen abhalten. Am 15. September, also übermorgen, weilt die Truppe im Raume von Gladenbach und Lohra, wo am Abend des Donnerstag friedensmäßiges Biwak bei loderndem Biwakfeuer und Militärmusik bezogen wird. Die Hebung vom 16. durchlaufend bis emschl. 17. September, also am Freitag und am Samstag, wird im Raume von Mornshausen, Hohensolms, Fellingshausen und Lohra ftattfinben. Vom Samstag, 17. September, bis Montagfruh, 19. September, bezieht das Regiment Ortsunterkunft in der Gegend von Frankenbach. Vom 19. September, morgens, durchlaufend bis 20. September, also am Montag und am Dienstag, wird das Regiment eine große Hebung im Raume von Altenkirchen, Wetzlar und Frankenbach ab» halten. . Die Bevölkerung aus Stadt und Land wird bet diesen Hebungen sehr interessante militärische Ereignisse zu sehen bekommen. Drogerie Kreuzplatz 10 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BleßenerAnxeiiiex Sie brauchen sich nicht mehr um Ihre Hände zu sorgen, wenn diese vom täglichen Schaffen in Haus, Küche oder Beruf schmutzig und unansehnlich geworden sind. Es ist ja so einfach, die Hände schnell und mühelos wieder von „Grund auf" sauber zu bekommen und ihnen ein schönes, gepflegtes Aussehen zu geben, wenn man LUHNS Spezial- Handseife AB RADO R nimmt. ABRADOR ist wirklich etwas Besonderes - ABRADOR wäscht selbst den hartnäckigsten Schmutz frisch, glatt u. samtweich. schön ABRADOR bekommen Sie überall wo es gute Seifen gibt. Stüde 18 Pfg. schnell, mühelos u. sanft herunter u. macht die Haut gleichzeitig so LUHNS Seifen- u. 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September, nachmittags 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ' 04185 04192 9 Johanna Bonarius Artur Bonarius Die Beisetzung unseres teueren Unvergeßlichen findet Donnerstag, den 15. September, nachmittags 28/< Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Brilhl'sche Druckerei Scbulstr. 7. Ruf 2251 ist nach einem arbeitsreichen, nur dem Wohle seiner Lieben gewidmeten Leben, am 12. September in die Ewigkeit abgerufen worden. Nadi langem schweren mit großer Geduld ertragenem Leiden verstarb gestern plötzlich und unerwartet meine innigstgeliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Hermann Reitz Margrete Bonarius, geb. Hartung Samstag nacht 12 Uhr ist unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Heinz Geilfus und Frau, Bad-Nauheim Hans Muhn und Frau Erna, geb. Geilfus Walter Geilfus und Familie. • Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. September 1938, nachmittags 23/< Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Vornehm/ Geschmackvoll/ Persönlich/ txeee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Famlllen- Drucksache oietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen eowle In tiefer Trauer: Anna Biedenkopf, geb. Fritz Lina Dellemann, geb. Biedenkopf Anton Dellemann, Studienrat Gisela Dellemann. trodeTT (bis etwa Vio) Besatz an minderwertigen destag. 21.15: Konzert. 22: Nachrichten. 22.30: Mu- Gräsern 5,80 bis 6,00 Erzeugerpreis ab Erzeugers sik aus Wien. 24: Nachtmusik I. 2 bis 3: Nacht- Verladestation. WejzenftroH bindfadengepr. und ge- musik II. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 14. September, nachmittags um 2 Uhr statt Rundfunkprogramm Mittwoch, 14. September. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Zn der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.45: Volk und Wirtschaft. Auf der Berechnungsstelle der DAF. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Schöne Suiten. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Jugend baut in die Zukunft. Hörszenen um die Heimbeschaffungsaktion der HI. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Fliegendes Deutschland. Fliegerdorf Hirzenhain. 19.15: Reitermusik. 20: Nachrichten. 20.15: Nachruf. Am 11. September verschied in der Medizinischen Klinik zu Gießen nach langer, schwerer Krankheit unsere treue, zuverlässige Hausgehilfin Elisabeth Möbus aus Burkardsfelden. 33 Jahre war sie ununterbrochen in unserem Hause tätig und werden wir ihrer stets in Treue gedenken. Sanitätsrat Dr. Seipp und Familie. Krofdorf, den 12. September 1938. Landkreis Gießen. * Grünberg, 12. Sept. Am Samstag ereignete sich hier ein Verkehrsunfall, bei dem ein elf Fahre alter Knabe schwer zu Schaden kam. Der Junge und ein Motorradler rannten gegeneinander, wobei der Junge einen Beinbruch und innere Verletzungen erlitt, der Motorradler durch Sturz mit seiner Maschine einige Hautabschürfungen davontrug. Der bedauernswerte Zunge mußte nach Gießen in Krankenhausbehandlung gebracht werden. In tiefer Trauer: Else Seibt, Emst Seibt jun. zugleich im Namen sämtlicher Anverwandten. Nach Gottes WlHen verschied am 10. September 1938 an seinem langjährigen Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Karl Biedenkopf, Postassistent i.R. im fast vollendeten 72. Lebensjahre. Sein Leben war reich an Arbeit und Segen. Fräulein Katharine Damm im Alter von 37 Jahren. . Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Damm Wwe. und Angehörige Pelzwaren Pelz-Reparaturen billig. (5609D M. Liebler Ki4uzplatz 2. Herr Otto Geilfus Justizsekretär i. R. Am 8 September entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Georg Ruthsatz im Alter von 74 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Charlotte Ruthsatz. Gießen, den 12. September 1938. Die Einäscherung fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt Frau Joh annette Bonarius geb. Wiegandt ist uns ganz unerwartet nach langem, schweren Leiden, im Alter von 74 Jahren durch den Tod entrissen worden. bündelt 2,80, Roggenstroh do. 2,90 bis 3,00, Hafer- und Gerstenstroh bindfadengepr. und geb. 2,40 bis 2,50, Kleeheu, aut, gesund, trocken, 7,00 bis 7,50 ab Erzeuger-Verladestation. Kohlen Koks m sD Briketts Eiform Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4u.6 Ruf 3925 Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraustrieb: 537 Kälber, 299 Hämmel, 110 Schafe, 1971 Schweine. Es kosteten: Kälber 36 bis 65 Mark, Hämmel 35 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 52 bis 59 Mark. — Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe und Hämmel mittelmäßig. Rhein-Mainische Börse. rMttagsbörfe abwartend. Frankfurt a. M., 12. Sept. Die Börse hatte einen sehr ruhigen Wochenbeginn. In Erwartung der heutigen Führer-Rede bekundete man allgemein Zurückhaltung. An der zuversichtlichen Stimmung hat sich nichts geändert. Die wenigen zunächst notierten Papiere wiesen nur geringe Veränderungen auf, wobei infolge der Geschäftsstille leichte Rückgänge überwogen. Don den Hauptwerten am Aktie n m a r k t lagen IG.-Farben mit 147,50 (147,75) knapp gehalten, Verein. Stahl gingen auf 9,25 (100) zurück. Am Montanmarkt gaben Buderus im Einklang mit Berlin 1,50 v. H. nach auf 106,50, auch Mannesmann nur knapp gehalten mit 104,65 (105,13), dagegen Hoesch unv. 106,50. Maschinenwerte bröckelten 0,50 bis 0,75 v. H. ab, Junghans bei kleinstem Umsatz 1,25 0. H. ermäßigt auf 104,75. Am Elektromarkt lagen AEG. etwa 1 v. H. niedriger, während Felten 0,25 und Lahmeyer 0,50 v. H. höher einsetzten. Sonst kamen noch Reichsbahn mit unv. 179,50, Berger Tiefbau mit 143,75 (144,50) und Westdeutsche Kaufhof mit 93,50 (93,75) zur Notiz. Im Verlaufe blieb das Geschäft zumeist sehr klein, nur in wenigen Spezialwerten zog es vorübergehend etwas an. Die Kursentwicklung war ger mit 105,25 gefragt wurden. JG.-Farben blieben mit 148,50 voll behauptet, ebenso Metallgesellschaft mit 124,75 und Scheideanstalt mit 203,50. Elektrowerte lagen äußerst ruhig, es kamen lediglich Gesfürel mit 128 (128,50), Bekula mit 150,50 (150) und Lahmeyer mit 121,75 (122) zur Notiz. Von Maschinenaktien gewannen MAN. 0,50 0. H. auf 124, Junghans 0,25 v. H. auf 105, Rheinmetall 0,25 v. H. auf 124,50 v. H., Demag mit 141,50 v. H., Moenus mit 120,75 v. H. und Clinger mit 97 v. H. lagen unverändert. Don Einzelwerten notierten Deutsche Linoleum nach Pause 3 v. H. schwächer mit 151, Conti Gummi mit 197,25 wie im Mittagsverkehr. Bankaktien zeigten unveränderte Kurse. Der Rentenmarkt blieb ruhig. Reichsbahn-DA. 123,65, Farben-Bonds 122,25. Kommunal-Umschul- dung wurden in kleinen Beträgen mit unv. 94,30 umgesetzt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Sept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 198, W 11 200, W 12 201, W 13 202, W 16 205, W 18 207, W 19 209, W 20 211, Roggen R11 183, R12 184, R14 186, R 15 187, ,R 17 190, R 18 191, R 19 193 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 28,85, W 16 28,85, W 18 28,85, W 19 28,85, W 20 (Kreis Alzey) 28,85, W 20 (Kreis Worms) 29,20, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20, weiterhin nicht einheitlich, gegen den Anfang stellten sich aber vielfach leichte Erholungen und teilweise darüber hinaus kleine Befestigungen ein. Cs zeigte sich eher etwas Kaufinteresse, dagegen schrumpfte das Angebot weiter zusammen. U. a. notierten Mannesmann mit 105 nach 104,65, Daimler mit 130,50 nach 129,75, AEG. mit 109,50 nach 109, Gesfürel mit 128,50 nach 128, Südd. Zucker erreichten nach 206,50 wieder den Dortagsstand von 208, Rheinstahl 133,75 nach 133,25, Bemberg 127,50 nach 127, anderseits Demag 141,50 nach 142, Reichsbank 179 nach 179,50. Don später notierten Werten ermäßigten sich Licht und Kraft um 2,50 v. H. auf 132,50. Am Rentenmarkt war das Geschäft überaus klein und die Kurse im allgemeinen fast unverändert. Etwas schwächer lagen jedoch Reichsaltbesitz mit 129,45 (130) und Reichsbahn-DA. mit 123,65 (123,90), ebenso bröckelten im Freiverkehr Kommu- nal-Umschuldung auf 94,30 (94,35) und Wiederaufbauzuschläge auf 80,50 (80,75) ab. Pfandbriefe, Staats- und Stadtanleihen notierten überwiegend behauptet, Industrie-Obligationen lagen nicht ganz einheitlich. Im Freiverkehr war das Geschäft ruhig. Man nannte Dingler mit 85,13 bis 87,13 und Vereinigte Fränk. Schuh etwas schwächer mit 68 bis 70 (70 bis 71). Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse still, aber freundlich. Starke Zurückhaltung bei durchaus zuversichtlicher Grundstimmung gaben auch der Abendbörse das Gepräge. Am Aktienmarkt erfolgten nur vereinzelt kleine Abschlüsse, die Notierungen lagen indessen überwiegend um Prozentbruchteile über dem Mittagsstand. Von Montanwerten zogen Buderus 1 v. H. an auf 107,50, Verein. Stahl stellten sich auf pari (99,90), Hoesch auf 106,75 (106,50), Deutsche Erdöl auf 122 (121,50) und Rheinstahl auf 134 (133,75), während Mannesmann 0,25 v. H. niedriRoggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber getr. —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken (bis Vs Besatz) 5,00, Wiesenheu, gut, gesund, „Der Große Kurfürst". Hörspiel zu seinem 250. To> alle lästig.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- svross. usw. entf. u. Gar.für immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr.W. Henkel Sprechstund.jetzt Mlttwochs.Gleßen Am Riegelpfad 32, 9-6V2inir dnrchg. Nachlässe von z «B 20 v. s. erhallen Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anretg»