Samstag,lZ-/5onntag,l4.Augustl9Z8 Ur. 188 Erstes Blatt 188. Jahrgang die Flugzeit, die der verstorbene amerikanische Flieger Wiley P o st über den gleichen Kurs in umgekehrter Richtung auf seinem Ohne-Halt-Flug Rewyork—Berlin 1933 benötigte. Al Williams, einer der amerikanischen Flugpioniere, bezeichnet die deutsche Flugleistung als eine der bedeutsamsten in der Entwicklung des Flugwesens. Er betont, daß der Flug in einem Landflugzeug und nicht in 5 «P 5 12 o 0-0 £3 3 *1 5 k Ohne-Halt-Flug Deutschland—Amerika sei ein weiteres Beispiel für die gewaltigen Fortschritte auf dem Gebiet der Verkehrsluftfahrt. „Eine schöne Schlacht gewonnen". ■§1® nun an Paris angeschlossen ist und Paris an Prag, würde ein Kurzschluß der Linie Prag—Berlin sofort die Sicherung im Westen durchschlagen." Diese Kriegsspekulanten merken gar nicht, daß sie über die T s ch e ch o - S l o w a k e i moralisch das Todesurteil fällen, wenn sie den Bestand dieses Staates nur noch aus dem Bündnismechanismus rechtfertigen können! Jeder Halbwegs sachlich denkende Mensch aber faßt sich an den Kopf und fragt: Was steht denn eigentlich zur Debatte, der Terror der Tschechen, die Rechtstitel der Volksgruppen, ein immer unerträglicher werdender Skandal im Herzen Europas oder die Bündnisse der Westmächte! Gewiß, die Ost-West-Derbindung dieser Mechanismen ist. durch den „eisernen Vorhang am Rhein" und die Rückkehr Oesterreichs zum Großdeutschen Reich gestört. Daran wird man sich eben gewöhnen müssen, und das sollte man ‘um so eher, als die Einkreisung einer Großmacht im Herzen Europas keine Basis für eine europäische Befriedung, sondern ein ständiger Stein des Anstoßes und der Beunruhigung, mit entsprechenden Reaktionen des Betroffenen, war. Auf jeden Fall aber wäre es kurzsichtig und verhängnisvoll, das heute schon viel zu lange währende Unrecht in derTschecho- 3 ty 8 5 ? tf - Slowakei, und damit eine schwere Bedrohung des gesamten europäischen Lebens, aus gewissen bündnispolitischen Erwägungen recht- fertigen und gewaltsam aufrechterhalten zu wollen. Aus ihrer Eigenschaft als letztem noch verbliebenen Verbindungsstück für den französischsowjetrussischen Pakt kann die Tschecho-Slowakei sowjetrussischen Pakt kann für die Tschecho-Slowakei den. Inzwischen ist Lord Runciman am Werk. Auch wenn in seiner Hand nicht die letzte Entscheidung über fremdes Volkstum liegt, kann er doch des Guten und Nützlichen genug wirken. Er kann vor allem durch feine Erkundungen an Ort und Stelle und durch entsprechende Berichte mithelfen, den wahren Charakter und die eigentlichen Quellen der Spannungen in jenem Staat bloßzulegen und dem europäischen Gewissen nahezubringen. Je kräftiger die englische Politik ihr ungewöhnlich starkes Engagement in Mitteleuropa nach dieser Seite entwickelt, desto besser für die friedliche Zukunft Europas. Und noch möchten wir den Glauben nicht aufgeben, daß Weitblick und Verantwortungs- bewußtfein den britischen Premierminister auf diesen Weg, als den einzig möglichen, weisen. Dr.Hans von MalottkL ° L Z 8 S e tS • s phisch „begeisterte Glückwünsche". Der ' 5 -2- ägs s I « S, -«* 1»* <5 * tP3 £ neuen Beweis für Deutschlands gro- ßes Können auf dem Gebiet der Luftfahrt erbringe. Besonders die hervorragende Genauigkeit, mit der die neue Maschine den schwierigen Transatlantikflug in westlicher Richtung durchgefuhrt habe, sei geradezu bewundernswert. Auf verkehrsmäßiger Grundlage. Basel, 12. Aug. (DNB.) Der von Berlin nach USA. durchgeführte Ohne-Halt-Flug wird auch in der Schweiz stark beachtet. Die Schweizer Presse gibt Meldungen und Kommentare aus Neuyork, Berlin, Paris und London wider, aus denen Anerkennung und stärkste Beachtung spricht. Hervorgehoben werden auch die Ausführungen über die Bedeutung dieses Fluges auf absolut verkehrsmäßiger Grundlage. heilen. Bald heißt es, ~ feiner „europäischen Pläne" willen, Japan zu e Abenteuer, bald wieder soll es gerade umgekeyrr sein, Japan werde beschwichtigt, damit es sich Kv für den Kampf des Antikominterndrelecks gegen Moskau. Das find zwar groteske Widerspruche, ab was tut's! Die Hauptsache ist, daß man das Re"y m jedem Fall verdächtigt und ihm böse Absichten nachsagt. Und das ist ja der Nenner, auf den die internationale Kriegspartei alle Krisenzu stände — sie mögen sein, wo sie. wollen — 3U br,n’ Ößn pflegt, um dann entsprechende Rezepte zu emp- fehlen Dieses Treiben ist überaus gefährlich Wie gefährlich es ist, das sieht man an dem Stand der internationalen Diskussion über die t s ch e ch i s ch e Frage. Sie wird nach wie vor zu einem erheblichen Teil von Gedankengängen und Gesichtspunkten beherrscht, die eine ganz bewußte und i b ö s ° r t i g - D e rfalsch U ng u nb B°rdr°. ,,Condor"-Flug ein Ereignis ersten Ranges Alle Ohne-Halt-Langstreckenrekorde gebrochen. Zwischenakt. I Offiziell sind zwar Ferien in der Politik, aber I auch das politische Leben kennt keinen Stillstand,! und die Entwicklungen nehmen ihren Fortgang. Man merkt das an der offensichtlichen Trübung der gesamten weltpolitischen Lage, an' der Zunahme des allgemeinen Spannungszustandes und nicht zuletzt an der Hergusbidung neuer Ge- Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/.Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rps., für Text, anzelgen von 70mm Breite b0Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein, nutzige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenhettsanzei. gen 5 Rps., Familienanzei. gen, Bäder-,Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel 8 krschetnt tLglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monalr-Bezugspreis: Ml 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 9 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 3 @5 5 3 3- 2.&a£cs » 3 61 = Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schcistleitung und Seschästsstelle: Schulstratze 7 c T 1 r?« 9*5.3 (Ö‘ 3 9, n Fortschritte der deutschen Handelsluftfahrt unter Beweis stelle und Frankreich zum Nachdenken veranlassen müsse. Zur Zelt verfuge Frankreich nur über den „Fliegerleutnant Pans als das einzige Flugzeug, das geeignet fei, die ersten Flüge über den Nordatlantik zu wagen. Diese Maschine gehöre jedoch einer zehn Jahre alten Technik an ünd sei nicht schnell genug. Die „Liberte" stellt fest, daß der Flug der FW -200 die Überlegenheit der deutschen Luftfahrt beweise. Der links gerichtete „C o S oi r" erklärt, daß Die deutsche Handelsluftfahrt eine schöne S-chlacht gewonnen habe. „Geradezu bewundernswert". Amsterdam, 12. Aug. (DNB.) Die holländischen Blätter schenken dem deutschen Ozeanflug Berlin—Neuyork größte Beachtung und betonen, daß diese hervorragende fliegerische Leistung einen —" 3 Z's j ® 5 ” 'i J <2 ?cp cfä*. o p K « 3 pp? ? 3 5 3 5 o J * V -j r- P P.p <-y E'-9 2 O(Jf 2 1 — 3 o Fröhlicher Umtrunk nach dem Delierfolg. (Dildtelegrarnm aus Neuyork.) Auf drahtlosem Wege kam über den Ozean dieses Bild, das wenige Mmu^n nach der Landung der deutschen Ozeanflieger auf dem Floyd-Bennett-Flugfeld bet Neuyork ausgenommen wurde In der Halle, in der die Zollkontrolle vorgenommen wurde bot em Mitglied der Luftpolizei den erfolgreichen deutschen Fliegern einen Willkommenstrunk. Der --weste von rechts ist Flugkapitän Henke. Der obere Bildstreifen zeigt die Nekor^ondor- Maschine D-ACON nach ihrer Landung in Neuyork. — (Scherl-Bilderdienst-M ) >3?$^ CZQ —31 **- A&2 ■3 q E c - ®2_2G)3 • E 2 7? 1 3an= - sahrenherde. Alle Anzeichen kritischer Zuspitzung trägt von Tag zu Tag mehr das tschechische Problem, das nun schon seit Monaten in voller Schwere auf I Europa lastet. Es sei zwar mit der Entsendung Runcimans in eine neue Phase getreten, so versicherten die Blätter der Westmächte, und sie bemühen sich, alle Anzeichen einer Besserung zusammenzutragen. Ein wenig aussichtsreiches Beginnen. Sowie man den Bereich der nun in Gang gebrachten Besprechungen und Fühlungnahmen verläßt, tut sich eine Wirklichkeit auf, die mit jedem Tag bedrohlicher erscheint. Herr Runciman mag mit den besten Absichten in das mitteleuropäische Sturmzen- irum gekommen sein. Vorläufig ist nur eins erreicht worden: die Absicht der Tschechen, ihr natto- nalitätenpolitisches „Befriedungswerk", das allen begründeten Ansprüchen und Forderungen der ^"itsch^eiu^Dsefem"V"er^ch^mll^ilfe de^Parlammts-1 einem Wasserflugzeug ober Flugboot unternommen Demokratie die tschechische Diktatur aufs wurde. neue zu sichern, wurde durch die Einschaltung des „Ne w Port Times" unterstreicht, daß englischen Lords der Boden entzogen. Nun soll we- . cshnesfialt-S^Iua Berlin— -mästens mit den Volksgruppen verhandelt werden ^s nicht, nur der: erste vyne-yatr tfiugi «seriin — in einer Atmosphäre des Terrors und angesichts Neuyork m westlicher Richtung war, sondern daß Der Drohungen des tschechischen Chauvinismus, durch ihn alle Ohne-Halt-Langstrecken- Hodza zu stürzen, wenn er auch nur zu sei-1 r e f 0 r b e für die schwierige Atlantiküberquerung ^n.. unzureichenden Zugeständnissen stehen sollte. I ft ftridRichtung gebrochen wurden. Flug- Voräuf g ist also bestenfalls nur eine Aenderung in “ u' " 1 > > ? y ’ . , . . w- Der Prozedur sichtbar. kapstan -Henke und seine Begleiter, so betont die Wie wenig damit getan ist, wenn man den Kern- Zeitung weiter, könnten für ihre ausgezeichnete fragen nicht ernsthaft 3U Leibe rückt, zeigt die Ent- Flugleistung und Navigation, sowie für die Sorg- avicklung des spanischen Pröble ms. Auch ^lt und Genauigkeit der Vorbereitungen nicht hier hatte man eine neue Prozedur gefunden. Der aelobt werden Sie hätten gleich be- britische Plan über Freiwilligenzuruckziehung, Kon- genug geiovr roeroen. aie guiien h > | Irollverschärfung usw. sollte das Schema abgeben, fanntgegeben, daß sie von Berlin nach dem Floyd- I diesen Gefahrenherd zu liquidieren. Weit- Bennett-Feld fliegen würden, und genau das hätten | reichende Hoffnungen hinsichtlich der englisch-italie- U^ ja au$ getan. Die Flieger nennen das „genaue b°7"n°u-n s7°r?'solgto eine Eintreffen", ber gewöhnliche Mensch aber bezeichnet neue Versteifung, die im englisch-itaienischen Ver- es als „wunderbar . hästnis genau so sichtbar ist, wie in den gereizten Oberst Edward Noble, der Leiter der amerika- französisch-italienischen Diskuss io- „^fon Bundesbehörde für Verkehrsfliegerei, über» nen. Solange England sich — aus welchen Grün- \ . ... - < —— den auch Immer — hier das Gesetz des Handelns oon Frankreich aufzwingen laßt, solange die französische Politik nicht den Mut zu einer tlarei. von europäischem Verantwortungsbewußtsein getragenen Entscheidung aufbringt, solange sie sich den sakobini chen Drohungen und Pressionen der Volksfront aussetzt, solange muß hier notwendigerweise -alles höchst ungewiß und unsicher bleiben. Noch vor I kurzem mag Chamberlain gehofft haben, über Spa- 3 5 r-v-tz. -Z.^2 > ,3^2 L V, B "q* : 2^3-3 E; 2 3 n 3 ® Cr 1 1 n 22! S'2 6 = I vs-. W -•3.0,0 C“ ...............Rekordzeit von 25 Stunden den ersten Transatlantikflug Berlin-Neuyork durchführten. Von links nach Paris, 12. Aug. (DNB.) Auch die Pariser Frei- Und nun hat sich zu der tschechischen Dauerkns^ B e^r a c?)1 $ .e t}; rf[ärt dieser dem wieder entfachten Streit über Spanien nod) a ein neuer K 0 n f l i k t s st 0 f f i n F e r n o ft gefeilt Wie beim japanisch-chinesischen Konflikt, so hat es auch hier wenig Sinn, die Dinge vom unmittelbaren Anlaß ober von der Rechtslage her zu betrachten. Man muß sie von dem h lstorischen japanisch - russischen Gegensatz her sehen, den das Sowjetregime ganz beroufct übernommen hat. Ein Waffenstillstand ist vereinbart worden. Japan strebt' zweifellos eine Lokalisierung und diplomatische Beilegung des Streitfalles am Von Moskau kann man dasfebe sicher lagen- es taucht vielmehr die Frage auf, ob der Volschewismus nicht schließlich doch, gestutzt auf die ..Rechtstitel", zu kriegerischen Aktionen groß n Stiles schreitet. Vor allem dannwenn m Moskau von der Idee beherrscht sem sollte daß es früher oder später doch zu einer Auselnandersetzung I mit Japan kommen müsse. Dann konnte die Bin bung Japans in China als Anreiz wirken; um fo mehr, als Moskau ja noch immer von Wen Jje die Bolschewisierung der Welt als am ehe.sten d)- fetzbar betrachtet. Für eine solche Entwicklung der Moskauer Politik spricht auch eme Rede Kal ni ns, in ber er unverhüllt Englan b a n g ff. das die treibende Kraft hinter ?°pan stl und stch auch sonst den Sowjets überall m den Weg zu stet '°DiK anti-nglifch- Au-,all ist bemerkenswert; sachlich stimmt er natürlich nicht Anglan wünscht keine Austragung des sowietrusiisch'^^/ver- schen Gegensatzes, bei der es " ledern Fall zu d« Heren meint. Es wünscht, vorerst ^denfall . Haltung des labilen G l e 1 ch g e w 1 ch t s z u u * m fe c ft an b es. __ ... .. „««« I h n n n des Vroblems barstellen. Volksfront- Dabei sprechen nicht zuletzt die befurch u g sse^unb eine bestimmte Sorte tschechischer Publi- hinsichtlich ber europäischen Nu ckwlr 1^ v ^^ei gegenseitig bie Balle zu. Der gen eines sowjetrussisch-japamschenZusamme p s 3.' .^che Kern bes tschechischen Problems mter- mit. Mit einem Seitenblick auf uns wirb J ,2 Leute gar nicht. Sie unterstellen einfach nun tagtäglich in der westlichen Presse betont. putsche Angriffsabsichten, ohne nach dem Grund bei kommt es bann zu offensichtlichen Ungere Spannung Mit Deutschland zu fragen, und ent- ' ' " - Deutschlands ermutige.^um oer vp^^^ neuß Bilder oon ber stra- teaischen Bedeutung der Tschecho-Slowakei für die Westmächte. Es ist ein ebenso plumpes wie dreistes Ablenkungsmanöver, wenn man in die Welt binausschreit, „der deutsche Expansionswille bestimmt heute die gesamteuropäische Lage , — aber man hofft, gewisse b r i t i s ch e u nd fr a n z 0 l s ch e Ressentiments zu wecken. Sehr deutlich hat kürzlich das „Prager Tagblatt" diese Spekulation entwickelt- „Englands Sicherheit hängt von lener Ämkre chs ab Frankreich deckt sich durch Berbm- dung n Mit Oft- und Zentraleuropa. Da Landon D633 vom au von Getreide haben zu einer großen Knappheit an Lagerraum geführt, obwohl der Bl Von der korrekten Anpassung einer Brille hängt gutes Sehen ab. Jede auch die einfachste Brille wird nach Hab gefertigt und ist dennoch im Preis nicht teurer bei ren Friedens Europas. Das halbamtliche Organ des Außenministeriums, der „P e st e r Lloy b", schreibt, die Reffe des Reichsoerwesers vollziehe sich im Geiste der Gerechtigkeit für die ehemaligen Besiegten, im Zeichen der Entschlossenheit, den europäischen Frieden ebenso, wie den Frieden im Donautal aus fester und gerechter Grundlage aufzu- bauen. Marschall Balbo beim Technischen Ami der Lustwaffe Neueste Flugzeuge im Fluge vorgeführt. 1 B erlin, 12. Aug. (DNB.) Der Luftmarschall des italienischen Imperiums, Itulo Baldo, verbrachte den Freitag im Bereich des Technischen Amtes der Luftwaffe, um die letzten Muster des deutschen Fluggeräts zu besichtigen. Der Chef des Technischen Amtes, Generalmajor übet, empfing den italienischen Gast und gab Erläuterungen bei der eingehenden Besichtigung des im Versuch Prag, 13. Aug. (DRV.) Am Samstag werden die Abgeordneten der Sudetendeutschen Partei, kundt. Rosche und Peters, möglicherweise auch der Abgeordnete Richter, in Begleitung einiger sudetendeutfcher Industrieller bei Lord Runciman empfangen werden. Unter den Industriellen befinden sich der Präsident des Hauptverbundes der deutschen Industrie. L i e b i n g. ferner Ingenieur Willy Weber und Dr. krei - big. Der Empfang soll eine erste Fühlungnahme zwischen der subetenbeutschen Industrie und Lord R u n c i ma n Herstellen. Ein offizieller Empfang des Hauptverbandes der deutschen Industrie wird vielleicht noch später slattfinden. Wie das fudetendeutsche Tagblall ..Die Zeit" erfährt. wird Lord Runciman dieses Wochenende auf der Besitzung des Fürsten Ulrich Kinsky in der Nähe von Vöhmisch-Kamnih verbringen. Böh- misch-Kamnih liegt in dem landschaftlich schönen waldreichen Teil Rordböhmens zwischen Tetschen und Vöhmisch-Laipach. Der Aufenthalt ist rein privater Natur. Politische Besprechungen sollen nicht vorgesehen sein Am gestrigen Freitagmittag hat Lord Runciman eine Abordnung der vereinigten ungarischen Parteien, bestehend aus den Abgeordneten Grafen Esterhazy, Szullo und Iarotz, empfangen und mit ihnen über das Memorandum verhandelt, das sie ihm vor einiger Zeit vorgelegl hatte. Wenzel Valeries Jeifehmg. Sein Grab klagt das Prager System an. ich also zum Nutzen des Ernteertrages und damit der Ernährung aus eigener Scholle sehr gut aus- aewirkt. Voll Stolz darf der deutsche Bauer eststellen, daß seine Mühe von gutem Erfolg gekrönt war. Mhr Lagerraum für Getreide. Anordnung des Beauftragten für den Bierjahresplan. Berlin, 12. August. (DNB.) Die h e rv o r - ragende Getreideernte dieses Jahres und die außerordentlich großen Lagerbestände an Ge- Tausende an seine Stelle und sind bereit, weiter Opfer zu bringen. Denn heute gilt der Spruch: Die Fahne ist mehr als der Tod! Das ist das Vermächtnis der Frontgeneration, daß die Idee, für die wir kämpfen, mehr wert ist als das Leben." Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkte sich dann der Sarg in die Erde. Nach der Trauerfeierlichkeit ging die nach Tausenden zählende Menge in stiller Ergriffenheit, aber auch in verhaltener Erbitterung auseinander. Tschechischer Ossiziersverband statt. Einmischung in die Politik. P r a g , 12. Aug. (DNB.) Während die tschechische I Regierung nunmehr ernstlich Anstalten macht, die Verhandlungen mit der SDP. durchzuführen, häu- Ifen sich die Vorstöße ffchechischer Parteien und Verbände, die Hodza von vornherein die Hände binden wollen. —'Demonstrativ wird die Regierung gewarnt, bei den Verhandlungen aus nichtparlamentarischem Boden „zu weitgehende" Zugeständnisse zu machen. Don nicht zu unterschätzender Bedeutung ist ein Aufruf des Verbandes der tschechischen Offiziere, der in der Zeitschrift des Verbandes „Duftojmcke Listy" veröffentlich wird. Darin heißt es u. a.: „Die Autorität des Staates darf unter keinen Umständen geschmälert, untergraben oder herabgesetzt werden, nicht durch eine einzige Tat, 1 nicht durch ein einziges Wort mehrt Von dieser Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung wer« den nach den allgemeinen Vorschriften der 2. Verordnung zur Durchführung des Dierjahresplanes 5. 11. 1936 bestraft. (QIELILIEIR Optiker am Bahnho Lieferant auch Ihrer Krankenkasse schimpfungen der „deutschen Henlein-Leute". Es fordert dann, über den Boykott der deutschen Kaufleute hinaus, dazu auf, auch der „Freiwilligen Feuerwehr", die sich zum geeinten Deutschtum bekenne, keine Unterstützung zu gewähren. Wie man sieht, überschlägt sich der tschechische Haß förmlich und bemüht sich, eine Einrichtung aus Opfern der Hilfsbereitschaft zu zerschlagen, die bei der Brandabwehr doch wahrhaftig keine Unterschiede zwischen den Gehöften und Häusern und der Gefährdeten und Verunglückten der einen oder der anderen Nationalität macht. Auf diesen neuen tschechischen Haßaufruf antworteten die Deutschen in Tannwald mit dem schlichten Satz: „Wer sein Volk liebt, haßt kein anderes." Voykott auch gegen Polen. Juden versuchen Panikmache. Warschau, 12. August. (DNB.) Die Polnisch Telegraphenagentur berichtet aus Mährisch- Ost r a u über neue Boykott-Aktionen, die gegenüber den polnischen Kaufleuten seitens tschechischer Staatsbeamter und der tschechischen Bevölkerung angewandt werden. Besonders starke Ausmaße habe der Boykott bei einem der polnischen Kaufleute angenommen, der seine Kinder in die polnische Schule schickt. Die Frau des örtlichen tschechischen Grenzbeamten habe dem polnischen Kaufmann gegenüber erklärt, daß der Boykott erst aufhören werde, wenn der polnische Kaufmann seine Kinder in die tschechische Schule einschulen läßt. Nach einer Meldung der Polnischen Telegraphen- agentur versuchen die jüdischen Industrielle n im sudetendeutschen Grenzgebiet eine Panikstimmung hervor zuruf en. In den letzten Wochen haben nach dieser Mitteilung jüdische Ftr- men ihre Zentralen und Warenlager aus dem su- detendeutschen Gebiet nach Prag verlegt. Von Berlin nach Prag. Prag, 13. Aug. (DNB.) Der tschecho-slo- wakische Gesandte in B e r l i n, Dr. Maftny, ist am Donnerstagabend zur Berichterstattung i n Prag eingetroffen und wird hier voraussichtlich bis kommenden Montag bleiben. befindlichen Nuggeräts. Im Beisein des Staatssekretärs General der Flieger Milch und des Chefs des Generalstabes der Luftwaffe, Generalleut- nant Stumpff, wurden dem Luftmarschall diel neuesten Flugzeuge im Fluge vor-l geführt. Generalmajor Udet flog den Fieseler „Storch" selbst vor, um die ausgezeichneten Flugeigenschaften dieses Flugzeuges besonders anschaulich zu machen. Der Luftmarschall gab seiner Anerkennung über das Gesehene in -temperamentvoller Art Ausdruck. Während des Frühstücks, das die italienischen Fliegeroffiziere mit ihren deuffchen Kameraden in der Offiziersmesse vereinte, begrüßte Generalmajor Udet mit einer kurzen, humorvollen Ansprache den hohen Gast und trank auf das Wohl des Luft- marschalls und das schöne Land Italien. Marschall Balbo erwiderte, indem er sowohl für den herzlichen Empsana durch den Chef des Technischen Amtes als auch für die freundliche Aufnahme, die er überall innerhalb der deuffchen Luft-1 waffe gefunden habe, Dank sagte. Er feierte die Männer, die durch ihr persönliches Beispiel Deutschlands fliegerische Jugend erzogen haben, und betonte, daß er tief beeindruckt sei von dem Wandel, der sich seit seinem letzten Besuch in Deutschland in der männlichen Jugend vollzogen habe. Treue und leidenschaftlicher, entschlossener Einsatz des ganzen Menschen habe er überall in der deuffchen Luftwaffe gefunden, Tugenden, die auf den Traditionen des Krieges beruhten. Er sprach die Ueber^eugung aus, daß die deutsche Luftwaffe ihre Ausgabe für das Volksganze voll erfüllen werde. waltungsbehörde endgültig. Weigert sich der In» Haber eines Lagers, die nach dem Lagervertrag zur nachgemessenen Verwahrung erforderlichen Handlungen vorzunehmen, so kann die Reichsstelle diese auf seine Kosten und mit den Mitteln seines Betriebes ausführen oder ausführen laftukunb nötigen» alls mit Hilfe der zustänbigen Polizeibehörde burch polizeiliche Zwangsgewalt ben Vollzug sichern. Außerbem werden burch die Anordnung des Beauftragten für den Dierjahresplan alle Lager- halter und alle Mühlen mit einem Jahresgrundkontingent an Roggen und Weizen von zu- zuscrmmenfanden. Inzwischen hat sich Europas Gesicht merklich verändert: Oesterreich hat unter lebhaftem Beifall unseres ungarischen Nachbarn den Weg ins Reich zurückgefunden, womit eine Quelle ständiger Sorgen und Konflikte versiegte. Dafür sind neue ScAoierigkeiten im Zusammenleben der Nationen entstanden, die nach unserer Meinung jedoch nicht so beschaffen sind, daß sie nicht bei allseitigem guten Willen aus der Welt geräumt werden können. Es fft Nicht nötig, sie im einzelnen aufzuzahlen; sie sind bekannt. Um so angenehmer empfinden wir das ausgezeichnete Verhältnis zu unserem alten Waffengefährten aus dem Weltkrieg, zu Ungarn, das, schicksalsverbunden mit uns, ben gleichen Weg gehen mußte, | den wir hinter uns haben. Mit einem Unterschied indessen: während Deutschlands Retter, Adolf Hit- ter, erst nach einer Periode fünfzehnjähriger Erniedrigung, politischer Ohnmacht und innerer Zerfleischung unsere Nation in eine bessere Gegenwart hineinführen durste, war bas Schicksal ben Ungarn etwas günstiger gesinnt. Es gab ihnen beizetten den Mann, der jetzt unser hoher Gast sein wird. Nikolaus von Horthy räumte in dem zerschla- genen und zerstümmelten Ungarn mit der Bolschewistenherrschast auf, er brachte den tiefverwurzelten ungarischen Patriotismus zu neuer Blüte, sorgte clber auch durch ruhige und zielbewußte Ausbau- arbeit dafür, daß Ungarn durch alle Fahrnisse der Nachkriegszeit sicher hindurchgelenkt wurde, ohne _ daß es von feinen nationalen Grundsätzen irgend- Die Beisetzun «inen zu opfern brauchte. - Stets wußte Nikolaus von Horchy Manner um sich zu versammeln, die mit ihm eines Sinnes und die vor allem von dem gleichen Aufbau-! willen beseelt waren. Nur so konnte die nationale Wiedererrichtung Ungarns folgerichtig Schritt für Schritt fortgesetzt werden. In dem Patrioten I m r 6 d y besitzt er einen der vielen Männer, die ihr Leben ausschließlich chrem Vaterland und dessen Zukunft geweiht haben. Diese Männer sind gleich- zeitig auch Garanten der deutsch-ungarischen Freundschaft, die chren treffhärften Ausdruck durch die Deuffchlandreffe Horthys und die vorzunehmende Taufe eines deuffchen Kriegs- schiffes durch dessen Gattin findet. Wo aber Freundschaften auf diesem Kontinent der Sorgen herrschen, da dürfen die Völker ruhig und sicher ihre Lebensaufgaben erfüllen. Sbt. treibelagerräumen in ben letzten Jahren mit allen Mitteln geförbert worden ist. Um diesen Lagerraummangel zu beheben, wird der Neubau von (Betreibelagerraum nunmehr noch verstärkt betrieben werden. Das erforderliche Eisen ist bereitgestellt. Um aber bie augenblicklichen Schwierigkeiten zu überwinden, und um bie letzten Lagermöglichkeiten zu erfassen, hat der Beauftragte für ben Vierjahresplan eine „Anorbnung zur Sicherstellung bes Lagerraumes für Zwecke ber Ge- treioelagerung" erlassen, die im Reichsanzeiger Nr. 186 vom 12. 8. 1938 verkündet worben ist. Durch biese Anordnung wird die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse ermächtigt, Räume, bie zur Lagerung von (Betreibe geeignet sind, für Lagerzwecke in Anspruch z u nehmen. Für die Inanspruchnahme des Lagers wird die ortsübliche Vergütung gewährt werben. Besteht Streit, ob bie zu zahlende Vergütung ortsüblich oder angemessen ist, so entscheidet hierüber die für ben in Anspruch genommenen Raum örtlich zuständige höhere Ver- ZdR. Durch eine amtliche Verlautbarung und eine Anordnung des Beauftragten für den Vier- jahresplan, Generalfeldmarschall Göring, wird jetzt bestätigt, was bereits allgemein aus Grund von Einzelbeobachtungen vermutet wurde: Deutschland hat in diesem Jahr eine hervorragende Getreideernte zu verzeichnen. Der Kamps des deutschen Landvolkes um die Nahrungsfreiheit, der in diesem Jahr infolge des Mangels an Landarbeitern besonders hart war, ist von der Vorsehung gesegnet worden. Die An- trengungen, die in diesem Jahr bie Bauern und Landwirte gemacht Haden, um die Erzeugung weiter zu steigern, haben Erfolg gehabt. Dieser Erfolg ist beim Getreide so groß, daß wir bereits eine große Knappheit an Getreidelagerraum zu verzeichnen haben. Dies ist insbesondere deshalb der Fall, weil die hervorragende Getreideernte zu- fammentrifft mit erfreulich großen Lagerbestänben aus dem vorigen Getreidewirtschaftsjahr. Die diesjährige Körnerernte ist ein vor- zügliches Zeugnis für ben deutschen Bauern, der allerdings hart hatte arbeiten müssen, um bie Felber zu bestellen und in Ordnung zu halten. Jeder, ber seit dem vorigen Herbst den Pflug führte, die Aussaat besorgte oder sonstwie die Felder bewirtschaftete, mußte seine Arbeitskraft noch mehr steigern, als im Vorjahr. Denn überall machte sich der Mangel an Helfern und Mitarbeitern so empfindlich fühlbar, daß diesmal vielfach bie Gliederungen der Partei mit ihren Mitgliedern einspringen mußten, um die Ernte zu bergen. Selbstverständlich haben die günstigen Witterungsverhältnisse ganz wesentlich dazu beigetragen, daß die Saat vielfältige Frucht trug. Aber auch die Verbilligung der künstlichen Düngemittel hat sich sehr gut aus- gewirkt. Ihre Verwendung ist gegenüber früheren Jahren erheblich gestiegen. Glaubte man ursprünglich, erst mit Ablauf von vier Jahren eine Steigerung um 30 v. H. erzielen zu können, so hat sich jetzt nach ein bis eineinhalb Wirtschaftsjahren her- ausgestellt, daß die wichtigsten, im Preis verbilligten Düngemittel in der Verwertung bereits diese Grenze erreicht haben. Die Preisverbilligung hat Oer Gast aus Ungarn. In wenigen Tagen wird der Reichsverweser Ungarns, Nikolaus von H o r th y , in Begleitung feiner Gattin, bes ungarischen MinisterpräMenten von I mr ed y, des Außenministers von K a - nya.des Honvedministers von Ratz und einer Reihe anderer maßgeblicher Persönlichketten des ungarffchen Königreiches die Grenzen des Deutschen Reiches überschreiten, um einer Einladung des Führers Folge zu leisten. Es ist nicht das erste- mal, daß die beiden Männer, Nikolaus von Horthy und Adolf Hitler, gujammentreffen. Schon einmal, am 22. August 1936, sahen sich bie beiden Staatsoberhäupter auf dem Obersalzberg, wo sie sich in herzlicher und offener Aussprache I I $'£*3 I Usse"^ Ha 1 Tiim3in8i -•l'Vrigab«" -■tiU gelan, " verbessern- Ebro iln der jnßrniF er roten 6e9«- r Ihss'r I m Brand - | jfl (gefallene und r* Kriegsmate Jt Die nationale Li -'-l NtremadE 4 an der 6bto-t । tzi Aatiusta-Appo : cntfräfte bombarb jck in Bare eh cante unb ben S)i Vie ber nationa teilt, drangen bie 2 del Liano tonzei x das mit 15 001 ften Orten Estrm nach Uebenninbum ben ffeinb. Die m butd) bie Bolfchew ichchrnd schnelle Ei ntrtjinbert werben ■ Qebäube unb eü wi (tischen Zerstör' schließend rückten Kilometer in oft Nach dem Sch rechten Ufer des leiümg einen r schnitt bei Bill roten Elitetruppc nördlich von Leri Vorbereitung dur griffen bie Bois Mjetrussischen T in Uebermacht wi |8)re Offensive at Durch ben Einfasi iRffle bei, Io baf) fh |Bitn Gegre'fil II Maß ber Wat bei ihrer B Merkte erlit Nm angesüvt u M von MrchMh new Tokio, 13 J W Das Krl Formation über hAlapani^en befehlshaber von uebereinkom Ä Uchte übe Edaöschniit ber II E?F* in Toki II Eruppenlon ■ 7 neue Sch, U 5^n' ginnend U beide Seit ■ K^öiefjen. 1! jf,,rtlät »eiten r °°n r ELetn und ) Seife I ff «ifan ' fi,L g f e 1 tz n Snglat Mit I "Wil Mruck I 8e 1 M affN linde j HK fammen mehr als 750 Tonnen verpflichtet, der Reichsstelle binnen einer Frist von zwei Wochen nach Inkrafttreten dieser Anordnung ihre Lagerräume zu m e ld en , die für die Einlagerung von (Betreibe geeignet sinb. Bei dieser Meldung ist anzugeben, ob und in welchem Umfange diese Lagerräume im Zeitpunkt der Meldung mit (Betreibe belegt sind. 80000 SA.-Männer marschieren in Nürnberg. Berlin, 12. Aug. (DNB.) Auch in diejem Jahre werden wie beim vorjährigen Reichsparteitaz 80 000 SA. - Männer in Nürnberg marschieren, zu deren Beförderung 81 Son- Verzüge notwendig sind. Unter ihnen befinden sich erstmalig 6500.ost märkische SA. - Plän« n e r ber drei Gruppen Donau, Südmark und Alpenland, die vollkommen neu eingekleidet wurden. Bon den 42 SA-, den 14 ff« unb 21 NSKÄ« Standarten, deren Weihe der Führer selbst vornehmen wird, sind 12 SA.-Standarten aus dem früheren Oesterreich. Die Männer werden in 408 großen Zelten in 24 Baracken im SA.-Lager Langwasser unter- gebracht und vom 7. bis 12. September bzw. 13. September in ber Stadt der Reichsparteitage bleiben. Sie nehmen am Appell in der Luitpold« Arena, am Vorbeimarsch, sowie an den NS.» Kampfspielen teil. Fast für alle Mannschaftskämpfe: der NS.-Kampfspiele stellt die SA. drei Mannschaften, während sie bei den Einzelkämpfen mit je fünf Wettkämpfern beteiligt fft. Außerbem nimmt sie teil am (Belänberitt, an den Staffeln, am Schwimmen, Boxen, Ringen, Gewichtheben, Säbelfechten, Hand- und Wasserball. Raffenfragen in Italien. Rom, 12. Aug. (DNB.) Parteisekretär Sta« race hat für das faschistische Kulturin stititt Die folgenden, insbesondere die faschistische Ralle npolitik betreffenden Forschungsauf» gaben feftgelegt: 1. Feststellung der Wesensart ber italienische» Rasse vom alten Rom bis heute. 2. Richtlinien, Gradlinigkeit und Entwicklung Del Aktion des Regimes zur Verteidigung der ^alK, Maßnahmen und Einrichtungen für den Schutz uno dir Hebung der körperlichen und geistigen Gesuno-- Hartmanitz (Böhmerwald), 11.Aug. (DNB.) Die Beisetzung bes jüngsten Blutzeugen ber sudetendeutschen Bewegung, Wenzel P a i e r l e, gestaltete sich zu einer ergreifenden Kundgebung ber subetenbeutschen Notgemeinschaft. Am Grabe gebuchte als erster ber Kreisletter der SDP., Senator Ludwig Frank, des Toten als eines treuen unb einsatzbereiten Kameraden, unb sagte bann u. a.: „Am offenen Grabe klage ich an ein System bes Unrechtes unb der Ungesetzlichkeit, mit ber gegen bas völkische Subetendeutschtum gekämpft wirb. Durch biefes System wirb in moralischer Hinsicht ein schlechtes Beispiel gegeben für alle minderen Elemente. Ich kluge un ein System, dus Ungesetzlichkeiten durch Verdrehungen bemäntelt, um nuch außen hin ein anderes Bild zu geben, als es der Wahrheit entspricht, ein System, das statt der Völkeroersöhnung dem Huß dient, das es duldet, daß der Haß gepredigt wird bis zum Mord, ein System der politischen Justtz, bas gegen die Sudeten- deutschen mit aller Strenge geahndet wird, gegen bie Gegner ber Subetenbeutschen aber Milde walten läßt, so daß bem persönlichen Haß freier Lauf gelassen wird, ein System, welches duldet, daß solche I Taten geschehen können, daß dort Blut fließt, wo es durch entsprechenbe Maßnahmen verhindert werden könnte. Das Blut schreit zum Himmel, und wenn wir heute die Welt anrufen, können wir gewiß fein, daß der Ruf Widerhall finden wirb. Der Stellvertreter Konrab Henleins, Kurl Her- munn Frunk, überbrachte in Vertretung Konrab Henleins unb im Namen des Sudetendeutschtums dem toten Kameraden die letzten Grüße. „Mitten aus deinem jungfrischen Leben", so rief er, „mitten aus deinem Kampf für Volk und Heimat !hat dich, ben Unbewaffneten, bie Hanb feiger Meuchelmörder hingestreckt. In tiefem Schmerz, aber auch in berechtigter Empörung steht Idas Sudeten deutschtum an deinem Sarg. Seit dem 21. Mai, an dem sich die Prager Regierung bemüßigt fühlte, besondere Maßnahmen über unser ohnedies gequältes deutsches Land zu verhängen, bist bu, Kumerab Paier le, ber dritte Blutzeuge für unser deutsches Recht. So wie die beiden Kameraden von Eger, bist auch bu gefallen für d i e große Jbee, der wir alle verschworen sind bis zum letzten Mann. So wie sie, bist bu, Kumerab, uns allen burch den Tod Sendbote geworden einer lichte- Iren deutschen Zukunft. An dieser Stelle schwören wir Treue um Treue. Wir senken die Fahnen vor der Größe deines Opfers. In aller Zukunft marschierst du unvergessen in unseren Reihen mit. Dein Leben war eingestellt auf Treue, Opferbereitschuft und Aufopferung. Du hast der Idee der Gemeinschaft des Volkes das größte Opfer gebracht, bas ein Mann bringen kann, bu gabst bein blühenbes junges deutsches Leben. Die Größe deines Opfers ' aber und die Rechtlosigkeit der feigen Mordtat kann nicht verringert werden durch die Verlogenheit der tschechischen und jüdischen Presse. Der Gegner soll es wissen: W i r fürchten ben Tob nicht! Dort, wo einer fällt, treten Runciman empfängt fudetendeutsche Industrielle Vertreter der Gudeiendeutschen Partei nehme« an der Besprechung teil. „Besuch bei treuen Freunden.- Bubupest, 12.Aug. (Europapreß.) In feinem Leitaufsatz vom Freitag zu ber bevorstehenben Reffe des Reichsverwesers von Horthy nach Deutschland betont das Regierungsorgan „Estl Ujsag unter ber Überschrift „Besuch bei treuen Freunben" die Gemeinsamkeit der politischen^ Ziele, Interessen und Aufgaben ber beiben Nationen, bie Schulter an Schulter für ben gerechten Frieden und für die Verteidigung von Kultur und Zivilisation gegen die bolschewistische Barbarei kämpften. Die Anwesenheit des Reichsverwesers bei ber Taufe bes neuen Kreuzers der Kriegsmarine in Kiel sei ein Symbol der heldenhaften Traditio- nen, auf denen die in schwer st en Zeiten bewährte u n g a r i s ch - d e u t s ch e Freundschaft beruhe. Wie immer, so stünden die beiden treuen Freunde auch heute, bu sie neuen Zielen entgegengingen, fest nebeneinunber, opferbereit unb entschlossen zum Schutz ihrer Rechte unb bes wuh- Hervorragende Getreideernte in Deutschland. Neuer Erfolg der Erzeugungsschlacht. Stellung darf kein Rückzug ungetreten werben. In ihr können wir leben unb arbeiten, verteidigen und kämpfen. Wir können sterben, aber wir können nicht mehr zurückweichen, nicht um einen Schritt, nicht um einen Fuß breit* Es erregte in politischen Kreisen Aufsehen, daß auf diese weise die tschecho - slowakische Armee sich in die Politik einmischt, denn es ist kein Zweifel, baß mit dieser Aufforderung gegen Zugeständnisse an die Sudetendeutschen Stimmung gemacht werden soll. Die Staatsautorität bedroht niemand, ausgenommen jene tschechischen Kreise, bie unter dem Deckmantel der Staatsautorität eine Willkür Herrschaft im sudetendeutschen Gebiet aufzurichten trachten. Es ist im allgemeinen nicht üblich, baß der offizielle Verband eines Heeres mit polttifchen Forderungen in einem derartigen Ton an die Regierung herantritt. Für den Friedenswillen maßgebender tschechischer Kreise ist diese E i nm ischung von militärischer S e 11 e ebenso ein Zeichen, wie für die in dieser Armee herrschende Disziplin. Es wäre interessant zu wissen, wie Lord Runciman die so geschaffene Lage auffaßt. „Die Deutschen sind unsere Feinde." Selbst die Feuerwehr wird von den Tschechen gehaßt. Gablonz u. d. N., 12. Aug. (DNB.) „Die Deutschen sind unsere Feinde!" so steht es unverblümt in einem Flugblatt, bas die Tschechen in Tannwalb in ber Nacht zum Donnerstag in ben Hauptstraßen ausstreuten. Das Hetzblatt fordert, mit ber Begründung, daß die Tschechen die Feinde ber Deutschen seien, zum Boykott deutscher Geschäfte auf. Die Tschechen, die vor Europa immer mit ihrer Staatseinheit zu operieren pflegen, sondern hier haßerfüllt eine Nationalität aus, geben die Brüchigkeit des ffchecho-slowakischen Vielvölkerstaates zu und arbeiten selbst daran, feinen Auseinanberfall herbeizuführen. Das ffchechische Flugblatt ergeht sich weiter in Be- igtfe sind die Es ist damit iW. der ,x Röhre IQ tt iBTabl. ID Pf "MsMMuMZWMW den den Japans Offensive am Jangtse. Belagerungszustand inSchanghaiverschärft Neuer Kampf um -en Franken Volksfrontpolitik macht Sanierung unmöglich. Aus aller Welt. Vollstreckung eines Todesurteils B e r l i n, 12. Aug. (DNB.) Am 12. August ist die 1908 geborene Emilie Pechatz aus Pirna-Rott- werndorf h i n g e r i ch t e t worden, die vom Schwur-. gericht zu Dresden wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Emilie Pechatz hat ihren Ehemann Karl Pechatz vergiftet, da er ihrem ehebrecherischen Treiben im Wege stand. Notlandung eines bulgarischen Piloten in Reichenberg. Ein deutsches Uebungsflugzeug ist auf dem Flug- platz Reichenberg (Tfchecho-Slowakei) gelandet. Der einzige Insasse war der bulgarische Oberfähnrich F i m e o n o f f, der zur Zeit in Deutschland fliegerisch ausgebildet wird. Fimeonoff erklärte, daß er infolge schlechten Wetters auf dem vorgesehenen Ueberlandfluge von Süddeutschland nach Schlesien die Orientierung verloren habe. Rach 84 Stunden unverletzt geborgen. Auf der Zeche „Scharnhorst" bei Dortmund waren am Dienstag zwei Bergleute beim Bruch einer Strecke eingeschlossen worden. Beide sind heute früh um 4.30 Uhr von den Rettungsmannschaften unverletzt geborgen worden. Sie waren 84 Stunden von der Außenwelt abgeschnitten. Nach der ärztlichen Untersuchung wurden sie in ihre Wohnungen gebracht. Bei Gewitter Antennen erben! Die Mahnung, bei Gewittern die Antennen zu erden, kann nicht genug betont werden. Bei einem in Wiesbaden niedergegangenen Gewitter schlug der Blitz in eine Rundfunkanlage. Hierdurch gerieten die Vorhänge und die Holzverkleidung des Fensters in B r a n d , der durch die Feuerwehr gelöscht werden mußte. Wolkenbrüche über dem Rahetal. Die „Lleberbanane" soll gezüchtet werden Die ersten Gektionssihungen beim XII. Internationalen Gartenbaukongreß in Berlin. .„nett °npM Lss Berlin, 12. Aug. (DNB.) Nach der Eröffnung des XII. Internationalen Gartenbaukongresses in Berlin begannen die Sitzungen der Sektionen. Zn der Sektion „Ausbildungswesen" wurde der zwischenstaatliche Austausch der Junggärtner behandelt. Don vielen Ländern wird vorgeschlagen, eine internationale Stelle zu schaffen, die den Junggärtner-Austausch zentral bearbeitet. Als zweites Thema stand in dieser Sektion das gärtnerische Schulwesen zur Debatte. So verschieden in den einzelnen Ländern der Entwicklungsstand des Gartenbaues ist, so verschiedene Züge trägt auch das gärtnerische Schulwesen. Die niederen Gartenbauschulen dienen in erster Linie der fachlichen Schulung des Erwerbsgärtners, die mittleren Gartenlehranstalten vermitteln in den meisten Ländern neben einer auf die Praxis eingestellten Ausbildung auch wissenschaftliche Grundlagen für ihre praktische Tätigkeit. Die höheren Gartenbauschulen lehren wissenschaftliche Gartenbaukenntnisse und geben dem Studierenden die Grundlage zu eigener Forschung auf dem Gebiete des Gartenbaues oder zur Lehrtätigkeit an den Gartenbauschulen. Interessant ist, daß nur drei Länder sämtliche Formen des Gartenbauunterrichts ausweisen, nämlich Deutschland, Polen und die Tschecho-Slowakei. reiches Kriegsmaterial. Die nationale Luftwaffe fchoß im Luftkampf an der Estremadura-Front vier rote Curtis-Maschinen und an der Ebro-Front einen Martin-Bomber und drei Katiuska-Apparate ab. Die nationalen Luftstreitkräfte bombardierten am 10. August militärische Ziele in Barcelona, ein Waffenlager in Alicante und den Hafen von Valencia. Wie der nationale Heeresbericht ergänzend mitteilt, drangen die Truppen des Generals Queipo d e l L l a n o konzentrisch ausCabezadelBuey vor, das mit 15 000 Einwohnern zu den bedeutendsten Orten Estremaduras gehört, und vertrieben nach Ueberwindung der Widerstandszentren restlos den Feind. Die vollständige Zerstörung des Ortes durch die Bolschewisten konnte nur durch das überraschend schnelle Eindringen der nationalen Truppen verhindert werden, doch sind immerhin noch viele Gebäude und eine wertvolle Kirche der bolschewistischen Zerstörungswut zum Opfer gefallen. Anschließend rückten die nationalen Truppen noch vier Kilometer in östlicher Richtung vor. Nach dem Scheitern der roten Offensive auf dem rechten Ufer des Ebro versuchte die rote Heeresleitung einen neuen Angriff im S e g r e - Abschnitt bei Villanueva de la Barca, den sie mit roten Elitetruppen durchführten, um das Gebiet nördlich von Lerida zu bedrohen. Nach ausgiebiger Vorbereitung durch die Artillerie und die Luftwaffe griffen die Bolschewisten unter Einsatz von 25 sowjetrussischen Tanks an. Obgleich sie zahlenmäßig in Uebermacht waren, hielt General Moscardo > ihre Offensive auf und brachte ihnen, besonders " durch den Einsatz seiner Flugstreitkräfte, hohe Ver- ' lüfte bei, so daß sie gezwungen wurden, sich über den Segre-Fluß z u r ü ck z u z i e h e n Der Gegenstoß der Nationalen war so stark, daß die Roten bei ihrer Rückkehr über den Segre ungeheure Verluste erlitten, so daß der Fluß mit ihren Äichen angefüllt war. Uebereinfommen von Schangfeng. Maßnahmen zur Verhinderung neuer Schwierigkeiten. Ein Unwetter mit Wolkenbrüchen, wie es seit Jahrzehnten nicht erlebt worden ist, hat fast das gesamte Nahetal und teilweise auch das Glangebiet heimgesucht. In Jdar-Obcrstein mußte ein Fabrikbetrieb stillgelegt werden, weil die Wassermassen in den Kohlenschuppen gedrungen waren und 400 Zentner Kohlen mit sich fortrissen. Die Maschinen sind derart in Mitleidenschaft gezogen worden, daß sie vorläufig nicht in Betrieb genommen werden können. Der gut beschäftigten Firma ist großer Schaden entstanden. Blutter mit drei Kindern von explodierendem Sprengkörper zerrissen. In der Nähe von Arezzo kamen vier Menschen ums Leben. Ein kleines Kind hatte auf dem Felde einen Sprengkörper gefunden und „zum Spielen" mit nach Haufe genommen. Das „Spielzeug explodierte plötzlich mit ungeheurer Gewalt und tötete die Mutter, das Kind sowie seine zwei Ge- schwister auf der Stelle. Blindgänger ans dem Weltkrieg tötet sechs Jugendliche. In dem polnischen Dorf Rudka Mirynska im Kreise Kowel ereignete sich ein Explosionsunglück, das durch einen noch aus dem Weltkrieg dort lagernden Blindgänger verursacht wurde. Als Hirtenjungen den Blindgänger mit Steinen bewarfen, explodierte dieser und verletzte sechs Jugendliche im Alter von 8 bis 15 Jahren so schwer, daß sie kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus starben. Wetterbericht Die Schlechtwetterlage hatte am Freitags in West- und Süddeutschland einen Höhepunkt erreicht und vor allem im Rhein-Maingebiet außerordentlich ergiebige Niederschläge (vielerorts über 20, teilweise 30 Liter Wasser auf den Quadratmeter) gebracht. Gleichzeitig hat die Unbeständigkeit unter Gewittern auch auf Mittel- und Ostdeutschland übergegriffen. Auch für die Folge bleibt unzuverlässiges und zu Niederschlägen geneigtes Wetter erhalten. Vorhersage für Sonntag: Wechselhast, doch meist bewölkt und ^wiederholte Niederschläge, Temperaturen wenig geändert, meist weslliche bis nordweslliche Winde. Vorhersage für Montag: Zeitweise aufheiternd, doch immer noch unbeständig und zu Niederschlägen geneigt.__________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr. W. Lange (in Urlaub), i. V.: Emst Blum- schein: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theod. Kümmel. D.A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Geschmack tatsächlich als die ideale „Ueber-Banane" ' bezeichnet werden müßte, leidet allerdings stark , unter Schädlingsbefall, so daß die Bananenerzeuger in Mittelamerika und in Afrika an einer Neuzuch- tung arbeiten, die alle Vorteile der „Gros-Michel aufweisen soll und doch gegen Schädlinge immun ist. Don tropischen und subtropischen Früchten hat weiter die Ananas sehr starke Aufnahme gefun- ien. Diese Frucht verlange jedoch vom Boden be- ondere Eignung und braucht zur Entwicklung einen verhältnismäßig langen Zeitraum. Für den Obstbau in subtropischen Ländern ist weiter die A g u a - c o t e wichtig. Sie hat sich ebenso wie die Mango- Frucht bisher nur einen verhältnismäßig engen Markt in Europa zu verschaffen gewußt, während die Dattelfrucht längst schon den gesamten Weltmarkt erobern konnte. Fast unbekannt in Deutschland ist die Frucht des N e s p o l o s von Japan, doch scheint es möglich, daß auch der deutsche Obstverbraucher noch manche der tropischen und subtropischen Früchte kennen und schätzen lernt. In der Sektion „Gewürz-, Heil- und Duft - Pflanzen" wurde herausgestellt, daß wir jeglicher organisatorischer Arbeit große Bedeutung und »maßgeblichen Einfluß auf Anbau und Verbesserung der Qualität und Quantität der Drogen zusprechen müssen. Unsere Kenntnis, in welcher Weise die Ernten mengen- und gütemäßig günstig beeinflußt werden können, sind bei den Arzneipflanzen noch recht lückenhaft. Wenn das pflanzliche Heilmittel wieder seinen Platz unter den geschätzten Arzneien einnehmen soll, ist vor allem eine Qualitätsverbesserung anzustreben. Die Grundlagen für die Qualitätsbestimmungen müßten international ausgearbeitet werden. Die Normierung bezweckt: dem Kranken erstklassige Heilmittel zur Verfügung zu stellen, dem Arzt das Vertrauen zum natürlichen Heilmittel zu stärken, und dem Anbauer und dem Händler die chnen zukommende Gewinn- spanne zu sichern und sie in ihrem Kampf gegen . minderwertige Erzeugnisse zu unterstützen. Gruß an den Führer. Beit des italienischen Volkes (Bevülkerungspolitik, Kutter und Kind, Wohlfahrtspflege und Fürsorge, Hygiene der Arbeit, Jugenderziehung usw.). 3 Neue Gesichtspunkte und neue Bedeutung des Aassenproblems nach der Eroberung des Imperiums. 4. Das Nassenbewußtsein im Rahmen der geistigen Selbstbestimmung der Nation. 5. Das Judenproblem in der Welt und in Italien. Mlicos Vormarsch gehl Weiler. Salamanca, 13. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die der nationale Heeresbericht vom Freitag meldet, versuchten die Roten im Abschnitt Aldarra - ein Guadalavi ar und am Tajo, in die nationale Front einzubrechen, wobei sie jedoch auher- »rdentlich schwere Verluste erlitten. Die Nationalen umzingelten zwei angreifende rote Brigaden und rieben fie völlig ,au f. Danach gelang es ihnen sogar noch, ihre Linien zu verbessern. An der Ebro-Front setzten die nationalen Truppen ihren Vormarsch fort, schlugen jeden Widerstand des Feindes nieder und wiesen Gegenangriffe der Roten ab. Laut Aussagen Gefangener einer roten Division haben die Roten über 4000 Gefallene verloren. Sv hatte allein am Freitag eine rote Devision 800 Mann verloren. An der S e g r e - F r o n t trieben die nationalen Truppen die angreifenden roten Einheiten ü b er jen Segre-Fluß zurück. Bei diesem Angriffsversuch verloren die Rpten 200 Gefangene und über 400 Tote. Elf Tanks wurden zerstört. In Estremadura setzten die Nationalen chren Vormarsch fort und nahmen mehrere Höhenzüge und die Stadt C a b e z a del B u e y, die sie zuvor umzinget hatten. Vor der Einnahme hatten die Bolschewisten wieder in hergebrachter Weise Häuser in Brand gesteckt. Die Roten verloren hier 147 Gefallene und über 200 Gefangene sowie zahl- Der Vizepräsident des XII. Internationalen Gartenbaukongresses, Professor A n g e l i n i (Rom), verlas anschließend an seine Ausführungen bei der Eröffnung des Kongreßes ein Telegramm, das er dem Führer und Reichskanzler im Namen des Kongresses übersandt hatte. Das Telegramm lautet: „Die in Berlin zum XII. Internationalen Gartenbaukongreß versammelten Vertreter von 51 Nationen entbieten dem Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches ehrfurchtsvolle Grüße, verbunden mit dem aufrichtigsten Dank^sür die dem Kongreß zuteil gewordene Förderung." Der Führer hat in seinem Antworttelegramm die Grüße herzlich erwidert und gleichzeitig seine besten Wünsche für einen guten Erfolg der Ta- Brille W einiadiste Bdlle dennoch im Preis iiei bei ■LIER er am Babnbo j irer Krankenkasse , »"He ‘^e* (f. f f >41 I )ten- v I M I Webe mW | “ Ä I fr’ww.'; i Polen. inache. 1 ’ 11 o n e n hi. I “JJWen'lJ Sefonbers ■ Eder in bitl örtlichen tfdJ polnischen Mott erst auf.) Kaufmann feine! Wen läßt. f)en Telegraphen.! 1 Industrie!. iet eine Panik. 3n den letzten ung jüdische Fir. ■ger aus dem fu>! verlegt. Prag. * tschecha-sls. lin,Dr.Mastn; nchterstattung ii ier varaussichW London, 13. Aug. (Europapreß.) Die seit , Palästinareise des Kolonialmimsters M a c D o _ nald in der englischen Haltung gegenüber der Palast i n a f r a g e eingetretene Versteifung fin det am Samstag ihren Niederschlag tn ememLelt- artitel der „Times", in dem erneut rmt großem Nachdruck betont wird, die englische Regierung sei entschlossen, die D r e i t e i l u n g P a l ° die kr,t,,che Gvenze fast erreicht wurde, macht man den von^er^Wah Tokio, 13. Aug. (DNB. Funkspruch, Ostafien- 2rtenft.) Das Kriegsministerium veröffentlichte eine Information über die Besprechungen Stichen Lern japanischen und dem sowjetischen Mllttar- Defehlshaber von S ch a n g f e n g , die zu einem Übereinkommen führten. Danach sollen ge- ■naue Berichte über die gegenwärtige Fronttage im Nordabschnitt der Höhen von Schangfeng den Regierungen in Tokio und Moskau vorgelegt werden. Beide 'Truppenkommandos treffen alle Maßnahmen, um neue Schwierigkeiten zu verhindern. Beginnend vom gestrigen Freitag 20 Uhr an, werden beide Seiten ihre Truppen von den Höhenstellungen bei Schangfeng etwas 80 Meter zurückzieh en. Eine der neuen Lage entsprechende Stellungskarte wird heute von beiden Setten anqefertigt werden. Die beiderseitigen Unterhändler, unb zwar von sowjetrussischer Seite General Schutern und Oberst U w e s o t o w und von japanischer Seite Oberst Cho und Tanaka, stellten gemeinsam den D erlauf der Front linien fest. Dabei ergab sich, daß die Hohen von Schangfeng bei Abschluß der Waffenruhen in den Händen der japanische» Truppen waren. England will Teilung Palästinas vornehmen. igert sich der 3n- i Lagervertraa zm forderlichen hand- e Reichsstelle dich Kitteln seines lassend nötigen» olizeibdhörde durch 8oll;ug sichern. norbming des St’ n alle Sagen iit einem Jahres» i Weizen von zu- | Ule. Die Sektion „Technik im Gartenbau" befaßte sich mit der Anwendung technischer Einrichtungen in gärtnerischen Betrieben. Zur Prüfung der Frage, wie weit in Klein- und Kleinstbetrieben wichtige Arbeitsvorgänge durch neuzeitliche Geräte ausgeführt und Arbeiter bzw. Zugtiere durch motorische Kraft ersetzt werden können, sind die Zusammenarbeit des praktischen Mechanikers und Technikers sowie Spezialeinrichtungen erforderlich, wie sie in dem kürzlich gegründeten Versuchs- und Forschungsinstitut für Technik im Gartenbau in Quedlinburg gegeben sind. Die Beratungen der Sektion „Blumenschmuck und Blumenabsatz" brachten zum Ausdruck, daß sich auch beim Grün- und Blumenschmuck eine grundsätzliche Wandlung vollzieht. An die Stelle ge- fünftelter Aufmachung soll natürliche Schönheit und beseelende Kraft treten. Dabei fällt dem Blumenbinder die Aufgabe zu, die Psychologie des Publikums zu studieren und den Gebrauch der Blumen zu verallgemeinern. Chemische Behandlung, Eis- zellen-Experimente und andere Methoden haben bewiesen, daß das Leben der Blumen bis zu einem bestimmten Grade künstlich verlängert werden kann. Aus den Berichten der Sektion tr o p is ch e r und subtropischer Obstbau ging u. a. hervor, daß das große Angebot der Citrusfrüchte neben den Erzeugnissen des heimischen Obstbaues noch Platz genug findet. Steigender Beliebcheit erfreut sich auch jetzt noch rmmer die Banane. Eine , Bananensorte, die na4) Größe, Zuckergehalt und gung ausgesprochen. Slonner liiirnberg- t ich-ö » [tau, ."„MeiMt * neu 21 12- ppeü'inS/bfe )d!L , in 6i=' W'" $t. ix rungspolitik Betroffenen den Vorwurf, für die Ent- wertung verantwortlich zu sein, deren Gründe doch ganz woanders liegen. Das französische A u ß e n mi n i st e r i u m hat zur Einführung des Visumzwanges nach Italien eine Verlautbarung herausgegeben, m der es u. a. heißt, am 5. August hätten die italiem- fchen Behörden die Ausgabe^ von Ernzel- und Sammelpässen nach Frankreich für Italien ausgesetzt. Die französische Regierung, die dann nur eine Initiative untergeordneter Behörden erblicken konnte von der der italienische Außennnnfiter, sowie die italienische Botschaft in Paris erklärten, keine Kenntnis zu haben, habe unverzüglich einen Schritt unternommen, um Aufklärung zu erlangen. Trotz wiederholter Demarchen habe man erst am 12. August die Bestätigung dieser Aufhebung aller Sammelpäsie nach Frankreich erlangt und die Der- sicherung, daß Einzelpaßgesuche m jedem Falle Ge- genstand einer Prüfung seien. Angesichts dieser Sachlage hätten sich die französischen Behörden zu ihrem Bedauern verpflichtet gesehen, bis auf neue Weisung ab 13. August, 12 Uhr, für Franzosen die sich nach Italien begeben wollen, folgende Verfügungen zu treffen: 1. Den französischen Touristen werde es nicht erlaubt sein, sich zu Aufenthalten von kurzer Dauer nach Italien zu begeben, wenn fie nur die von den italienischen Konsulaten ausgestellte Touristenkarte vorweisen; 2. die Franzosen, die sich nach Italien begeben wollen, müssen unter Nachweisung der Notwendigkeit ihrer Reise in ihrem Paß den Vermerk eines Sondervisums erhal- ten, das vom Präfekten oder Unterpräfetten für die an der französisch-italienischen Grenze gelegenen Kreise oder den entsprechenden Konsulatsbehörden im Ausland gestellt wird; 3. wird die Ausgabe von '»"v"-'/, ----- Sammelpasien für Italien ausgesetzt. die kritische Grenze _________ den von der Wäh-1 Schanghai, 13. Aug., (Europapreß.) Die ja- panische Offensive im Jangtse-Abschnitt ist südlich und westlich von Kiukiang wieder in Gang gekommen, stößt aber auf erbitterten Widerstand der Chinesen, welche die Pause zur Verstärkung ihrer Stellungen benutzt haben. Nichtsdestoweniger meldet der japanische Heeresbericht Erfolae. Oberhalb Kiukiangs wurden im Laufe der Operationen gegen heftigen Widerstand der Chinesen eine neue Truppenlandung durchgeführt. Die hier eingesetzten Truppen rücken auf Schaitschang vor. Nördlich des Jangtse sind die Flutwasser im Rückgang begriffen. Es ist damit zu rechnen, daß auch dort der japanische Vormarsch sehr bald wieder ausgenommen wird. In Schanghai ist angesichts der Besürchtunaen vor neuen chinesischen Terrorakten aus Anlaß des Jahrestages des Beginns der Feindfeliakeiten der Belagerungszustand verschärft worden. Die ausländischen Truppen und die europäischen Freiwilligen-Forrnationen, in einer Gesamtstärke von 15 000 Mann, sind in ständiger Alarmbereitschaft. Die Straßen sind durch Stacheldrahtverhaue gesperrt. Zehntausende von Chinesen wurden auf Bomben durchsucht. Mehrere hundert Chinesen murin Schutzhaft genommen. Zum erstenmal rour- auch Europäer durchsucht. STADTTHEATER GIESSEN o Tüchtiges f. 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Groß ist im B-ann der Erfolg des Veranstaltungsringes der 1200 Mitglieder umfaßt, und der künstlerische Veranstaltungen von hohem Wert durchführt. Auch hier zeigt es sich, daß bei richtiger Führung die Jungarbeiter beispielhaft vorangehen. So stellt in Saarbrücken eine Gefolgschaft, die zu 95 v. $). aus Ar- beitcrn besteht, für den Veranstaltungsring den höchsten Anteil sämtlicher Gefolgschaften des Ban- nes Die Jungarbeiter hören Beethoven, sie besuchen Kammerkonzerte, füllen das Theater der Stadt und sind stets mit der gleichen Begeisterung dabei. Das ist das Schönste in einem Bann von sechseinhalb- tausend Mann: daß sie alle in gleichem Maße von den Dingen, die ihnen geboten werden, Gebrauch machen, ohne daß auf den einzelnen ein Druck oder gar ein Zwang ausgeübt würde. Motorengeknatter und Sporenklirren. gen auszugestalten. Jeder Bann hat seine befände- ren Eigenheiten, die sich aus der Struktur seines Landschaftsbereiches ergeben. Es ist in Saarbrücken nicht so, daß die Arbeit an der Chronik etwa nur von den Schülern durchgeführt würde, daß aus der großen Menge der Sechseinhalbtausend eine Reihe von Gruppen sich bildete, von denen jede ein besonderes Interesse verfolgte. Die Jungen sind in erster Linie und allein Hitlerjungen, sie haben kein Verständnis mehr dafür, daß der Beruf eine Tren- nunqslinie zwischen ihnen aufrichten konnte. Aus dieser Haltung heraus traf die HI. in Saarbrücken auch ein Abkommen mit der Tanzlehrerschaft, die besondere HJ.-Tanzkurse einrichtete und damit die frühere Einrichtung, Kurse „nur für höhere Schuler", fortfallen ließ. Heute ist es so, daß auch hier die Kameradschaft der Jugend sich aufs beste bewährt. Wer tanzen lernen will und die Mittel nicht hat, dem wird ohne großes Gerede unter den Arm Nsim, Straße 33 wie in alten Jahren gestellt hat Nun werden wir wieder mit neuem Schwung und frischen Kräften das bewältigen, dem unser Streben und Leben gilt. Der helle Streifen im Norden über dem Walde, der in der Zeit unserer Nachtwache immer weiter nach Osten gerückt war, wurde heller und heller. Deutlich war jetzt schon jede Einzelheit im Lager zu erkennen, und auch der See, dessen Ufer unter dichten Sträuchern versteckt lagen, begann zu blinken und zu glitzern. Ein neuer Sommertag brach an, der neue Sonne versprach. Einer der letzten vor unserem Abmarsch. Aber nun konnte uns dieser Gedanke nicht mehr schrecken. Wir freuten uns auf die kommenden Aufgaben. Müde gingen wir noch ein- mal zu kurzem Schlas in die Zelle, als bei Sannen- aufgang die Ablösung kam. Horst. Buch hat -men großen Wert für seinen Inhaber. Es bedeutet eine Urkunde, die er später allen Stellen vorlegen muß wo er ein Anliegen hat. Keine Arbeits- oder Lehrstellenvermittlung durch das Arbeitsamt, keine Einstellung in den Landdienst, keine Beantragung eines Führungszeugnisses für Arbeitsdienst oder Wehrmacht ist möglich, ohne daß der Bewerber sein Dienstleistungsbuch vorlegt. Er wird weder in die Partei noch in irgendeine ihrer Gliederungen übernommen, wenn dies wichtige Dokument nicht feine tadellose Führung in der HI. nachweist. Jeden Monat haben die Eltern selbst die Eintragung des Gefolgschaftsführers zu bescheinigen: so wissen sie immer über die Führung ihres Jungen Bescheid so gewinnen sie ein erhöhtes Interesse an seiner Arbeit in der HI. Ueberall setzt die Arbeit der HI. ein. Jedes Ge- Eines Tages flattert den Eltern der Jungen ein Schreiben des Bannführers auf den Tisch. Sie erfahren daraus, daß ihr Junge in Zukunft ein Dienstleistungsbuch führen muß, das ihn wahrend seiner ganzen Tätigkeit in der Hitler-Jugend begleitet, und «v» . l -.1—wird, wie er sich im 9. August: Der Abend vereint uns mit unseren Luckauer Quartierwirten und den Formationen der Hitler-Jugend zu einem Kameradschaftsabend. Bei Musik Lied und Spiel verleben wir zwei frohe gegriffen. Oienilleistungsbuch gibt Auskunst. Für die Herstellung der Pfeile werden kerzengerade Hölzer — auch hier eignen sich Esche und Weide wieder am besten — benötigt. Sie müssen 50 bis 70 Zentimeter lang und 7 bis 10 Millimeter stark sein. In das eine Ende wird eine Kerbe geschnitzt, die beim Schießen in die Sehne gelegt wird. Die F i e d e r u n g , die den fliegenden Teil in der Schußrichtung hält und daher für die Zielsicherheit unumgänglich ist, stellt man folgendermaßen her: Eine (möglichst weiße) Gänse- oder Entenfeder wird im Kiel aufgespalten und in drei Stücke von je rund 4 Zentimeter Länge zerteilt; diese Stucke werden in anderthalb Zentimeter Abstand vom hinteren Pfeilende an den Schaft geklebt oder mit Zwirn festgebunden. Um das Wiederfinden des ab- geschoffenen Pfeiles zu erleichtern, können zwei Teile der Fiederung mit Tusche oder Tinte rot und gelb gefärbt werden. Und nun die Pfeilspitze: sie muß, um den Schwerpunkt des Pfeiles nach vorn zu verlagern, aus Metall bestehen. Für ihre Beschaffung bieten sich zwei Möglichkeiten; man nimmt — wenn man hat! — die durch Ausglühen von ihrer Bleifüllung befreiten Metallmäntel von alten Jnfanteriegeschoß- kugeln oder schnippert und biegt sich die Spitze aus Konservenbüchsenblech selbst zurecht. Und jetzt kann das Bogenschießen beginnen — worauf? Ach ja — es fehlt noch die Zielscheibe. Aber sie läßt sich von allem am leichtesten Herstellen: Ein aus Stroh geflochtener Zopf wird, nach Art der Zuckerschnecken, in Spiralen zu einer kreisrunden Scheibe der erwünschten Größe zusammengebunden und in 20 bis 30 Meter Entfernung vom Standort des Schützen an einem einsamen Baum, Wegweiserpfahl oder Telegraphenmast aufgehängt. Es scheint, so wie es hier geschildert wurde, eine komplizierte und langwierige Sache zu fein, das Bogenbauen. — Aber durchaus nicht! Uns, einer „Arbeitsgemeinschaft" von drei Mann, ist es im letzten Lager gelungen, Bogen, zwei Pfeile und Schießscheibe in einer knappen Stunde zusammenzubauen, und wir hatten zehn Tage lang Freude . daran. Und das lohnt sich doch schon? hebs. Mund Sogen-selbst gebaut. Kleine Bastelanregung. Bogenschießen ist eine Sportart die für Jungen im Lager geradezu geschaffen ist. Und kaum ein Sportgerät läßt sich mit weniger Aufwand an Mittel und mehr Freude am Werk zusammenbasteln, als ein sportgerechter Bogen. Und hier ist das Rezept für den Selbstbau; man nehme' ein geradegewachsenes, etwa 1,5 Meter langes, rundes Stück Weide oder Esche von etwa 2,5 Zentimeter Stärke. In der Mitte des Holzes wird der spätere Griff in reichlicher Handbreite, also etwa 12 Zentimeter, abgezeichnet. Dieses Mittel- stück bleibt von der nun einsetzenden Prozedur verschont Der Rest wird mit einem scharfen Fahrtenmesser (nicht mit einer „Säge"!) auf einer Seite flachgeschabt, und zwar auf der Seite, die später beim Schießen nach außen zeigen soll, während die Innenseite rund bleibt. Den beiden Enden zu wird mehr Holz — hier auch etwas von den Seiten — weggenommen, so datz der Bogen an den Enden dünner als in der Mitte wird Danach werden, in etwa zwei Zentimeter Abstand von den Enden, Kerben eingeschnitzt, die der Befestigung der Sehne dienen. .. Die Sehne, eine gut mit Del getränkte starke Schnur, wird mit einem Ende in der Bogenkerbe festgeknotet, während das andere in einer Schlaufe besteht, die sich beim Spannen des Bogens in die andere' Kerbe schieben läßt. In gespannten Zustand soll der Abstand zwischen Sehne und Bogen in der Mitte etwa 12 Zentimeter betragen. Am gespannten Bogen läßt sich nun auch fest- ■Regent Ae't» Orvdiodw« n dwkbw lurze» Zei» verviertöSy. '“W bei wfodw Me-.-J riebdoileit Drudipfoben. tu end giwwbmdtdw Verführe; । »hausen aße 49 - Ruf fä1 Als wir nach Nürnberg zogen... Aus einem Tagebuch. In diesen Wochen marschieren überall in den deutschen Gauen die Einheiten der Hitler-Jugend nach Nürnberg. Was die Jungen auf diesen Fahrten sehen und erleben, schildern einige Ausschnitte aus dem Tagebuch eines Teilnehmers am Adolf-Hitler-Marsch 1937, die wir nachstehend veröffentlichen: 5. August: Kurz vor Aufbruch herrscht ein nie gesehenes Leben im Vorbereitungslager. Ein Appell jagt den anderen. Autos und Motorräder schaffen die letzten Sachen herbei. Die „Presse" gibt Kurzberichte durch das Telephon, der „Doktor" sichtet noch einmal seine Medikamente, der Einheitsführer prüft zum letzten Male den Sitz und die Ordnung der Uniform. Der Marsch nach Nürnberg kann beginnen! 6. August: Das heutige Ziel, der kleine Ort Tre- batsch, ist erreicht. Nach dem Essen wird ein herrlich erfrischendes Bad in der Spree genommen. Die Marschteilnehmer sind allesamt gute Schwimmer, so können sie so recht die Wohltat eines Freibades nach dem Marschieren erleben. 8. August: Ruhetag in Lübben! Er beginnt mit einer ausgedehnten Kahnfahrt durch den Spreewald. Auf sechs Kähnen werden wir verfrachtet: „Spreewaldflotte Adolf-Hitler-Marsch". Wir bewundern die schlichte Schönheit des Spreewaldes mit seinen hohen Buchen- und Erlenwäldern, mit seinen weiten Wiesen und stillen Wassern. Das herrliche Sommerwetter trägt noch dazu bei, die Eindrücke zu ver- Das war ... eine sechseinhalb tausend Jungen in Arbeit zu bringen. Heute ist es erreicht bis auf einen winzigen Bruchteil den verschwinden zu lassen sehr schwierig ist. Das trifft ein an der saarpfälzischen Grenze häufig anzutreffendes Problem. Die Arbeitsstellen dort sind besetzt, an anderer Stelle werden die jungen Kräfte dringend gebraucht. Nichts scheint leichter zu sein auf den ersten Augenblick, als die brachliegenden Kräfte zu verpflanzen. Aber die Leute m der Westmark sind von einer ungeheueren Bodenständigkeit. Mag es ihnen noch so schlecht gehen, ihre Heimat verlassen sie nicht. Sie haben ihre Anhänglichkeit zur Genüge bewiesen m der Zeit des Saarkampfes - je großer der Druck wwtfchaftllch und moralisch war, um so Zäher hielten sie an ihrer deutschen Heimat fest. Aber auch diese Letzten ohne Arbeit sind nicht mehr allein. Ihnen gilt besondere Sorge, auch auf sie wartet an irgendeiner Stelle In einer Gegend, die in starkem Maße von der Industrie abhängig ist, ist es wohl selbstverständlich, daß das Interesse für die Sonderformationen der HI. besonders stark ausgeprägt ist. Es ist aber gleichzeitig ein Beweis für die enge Verbindung der Jungen mit dem Land und dem bäuerlichen Element, daß die Meldungen für die Reiterei am stärksten einlaufen. Von der über 100 Mann starken Reitergefolgschaft, die kameradschaftlich mit der SA. zu- {ammenarbeitet, besitzen 75 Mann den Reiterschein und damit das Recht, Sporen zu tragen. Es sollen noch mehr werden, und der Bann hofft darauf, den Preis des Reichsjugendführers zu erringen, der für Öen Bann ausgesetzt ist, der die meisten in Reit- ausbildung befindlichen Hitlerjungen aufroeift. Motor-, Nachrichten- oder Flieger-HI., alle sind sie in beträchtlicher Stärke vertreten. Alle arbeiten sie mit den entsprechenden Gliederungen der Partei zusammen, erhalten dort das notwendige Material und die fachmännische Ausbildung. Aber wo sie auch stehen, überall sind sie mit der gleichen Freudigkeit bei der Sache. Ein Blick in die Dienstleistungsbücher beweist das; das Urteil „mangelhaft" ist feiten, sehr selten anzutreffen. Aber so soll es auch sein! ka. Oie fürchterliche Klaue. ein Handwerkszeug. Heimatkunde, praktisch betrieben. Die große Siebe zur Heimat gibt auch dem Bann 70 sein besonderes Gesicht. Kreuz und quer sind die Gefolgschaften durch das Land gezogen und haben es sich mit offenen Augen erwandert. Allerlei interessante Dinge fanden sie unterwegs, einen riesigen Stein zum Beispiel, und ihre Neugier nach der Geschichte des Gefundenen wurde wach. So kam es, daß die Jungen vom Bann 70 begannen, eine Chro^ nif zu schreiben. Ein Unterbannsuhrer widmet sich allein der Aufgabe, das vielfältige Material, das die Chronisten der Einheiten zusammentragen, zu sichten und zu ordnen. Schon beschrankt man sich nicht mehr auf das Ergebnis der Fahrt. Da sind die alten Bände der HJ.-Zeitung „Junge Saarfront , die durchstöbert werden, da find Tagebücher Der Jungen, die den Saarkampf miterlebten; überall werden Verbindungen angeknüpft, mit den Bürgermeistereien und allen jenen, die zur Gerichte der Heimat etwas tagen können. Vielleicht leistet der Bann 70 einmal durch eine Veröffentlichung einen wertvollen Beitrag zur Heimatkunde der Saarpfalz. Solche Arbeit, die in den Bannen geleistet wird, geschieht nicht nach dem Kommando einer höheren Stelle sondern sie beweist, wie es der Initiative des Bannführers überlasten ist, die Arbeit in seinem 6500 Jungen schreiben eine Chronik. Aus der Arbeit eines Bannes. - Nachdenken kostet nichts. - Jeder Bann hat seine Eigenheiten. Stunden. , , , 13 August: „Was, ihr macht unterwegs auch noch das Leistungsabzeichen? Habt ihr vom Marschieren noch nicht genug?" So werden wir gefragt, als mir uns wieder einmal am Wasser aalen und dabei die Schwimmübungen des Leistungsabzeichens machen. Gewiß ist der Marsch an und für sich schon eine prächtige Körperertüchtigung; aber das Tormster- und Fahnentragen und das Marschieren strengen immer nur einen bestimmten Teil der Muskeln an. Das aber wollen wir nicht, ein Ausgleich ist erforderlich. So kommt uns das Leistungsabzeichen wie gerufen, sozusagen nebenbei erledigen wir das. 18. August: Schon kurz vor Lützen leuchtet uns das Gustav-Adolf-Denkmal entgegen. Am Nachmittag betrachten wir im Heimatmuseum das Relief der Schlacht bei Lützen, sehen uns alte Pergamentrollen und Waffen an. Der Dreißigjährige Krieg steht vor uns auf, jene unheilvolle Zeit, die unser Volk in zwei Lager spaltete. , „ 19. August: Wie nun schon so oft, veranstalten wir auch heute abend einen Gemeinschaftsabend. Es I ist nämlich nicht so, daß wir nach einer Marschleistung von 20 bis 30 Kilometer am Tage uns am Abend auf unseren Lorbeeren ausruhen. Vielmehr bleibt uns dann noch eine Pflicht, die wir gern erfüllen, und die mit zum Schönsten unseres Marsches überhaupt gehört: die Ausgestaltung emes Gemeinschaftsabends. Und wie stets, ist er auch m Postenhain, unserer heutigen Marschetappe, em Er- Unö ich konnte ihm von der Schule erzählen, die er schon vor einigen Jahren verlassen Hatte, von der Arbeit für die große Prüfung, die nun bald kommt. So kamen wir langsam in Fahrt. 3ei^r hat foJem eigenes „Steckenpferd", Fred seine Bastelarbeiten, ich meine Bücher. Immer deutlicher entstand das Bild der Heimat vor uns, mit allen Menschen und Dingen, die wir an ihr lieben. Und nicht zuletzt ist da unser Heim, jene Räume in einem kleinen Haus in der Siedlung, die wir erst im Frühjahr bezogen hotten Jetzt aber, wenn wir aus dem Sommerlager zurück sind, dann wollen wir mit Macht daran gehen, alles so zu gestalten, wie wir es uns langst schon gewünscht hatten, als unsere alte Dienststelle noch in einem verlassenen Kellerladen lag. Denn Raum haben wir ja jetzt, und er soll nicht ungenutzt 20 August: Schon oft hatten mir von der Uta von Naumburg gehört. Nun haben wir Gelegenheit, mit eigenen Augen den bekannten Naumburger Dom zu ’eI22. auguft: Es ift .ein glücklicher Zufall daß wäh- rend unseres Ruhetages in Jena die Zeißwerke ihr diesjähriges Werk- und Sportfest begehen. Freundlicherweise werden wir von der Betriebsleltung^da^ bekannt weck'- (Vom Lande ü vorzug,t.) 2 stellen, Ob die Krümmung des Holzes überall gleich- mäßig stark ist. Ist sie an einer Stelle zu schwach, so wird hier fo lange weitergeschabt, bis der Ausgleich zustande gebracht ist. Zum Schluß wird der Bogen mit Del eingerieben und später mit einem Lappen blankpoliert. Will man noch ein Uebriges tun, so kann man schließlich noch das Mittelstück, den Handgriff, mit Schnur fest umwickeln, wodurch die Griffestigkeit bei der Handhabung erhöht wird. wir ohne Trauer an die Heimat denken konnten. Wir freuten uns wieder auf die Stadt und auf Den Alltag, der uns dort erwartete. Fred erzählte mir von feinen kleinen Geschwistern, die sicher mit Sehnsucht auf ihn warten, Öen großen Bruder, der immer so schöne ©piele wußte und immer Auskunft auf die vielen Fragen gab, für deren Beantwortung die Eltern keine Zeit hatten Er berichtete von feiner Arbeit in der großen Maschinenfabrik und von seinen Arbeitskameraden, mit denen er nun bald wieder zusammen schaffen zu eingeladen, an den Veranstaltungen teilzuneh- men, Gauleiter Fritz Sauckel ist ebenfalls erschienen, und unser Marschführer kann ihm die Anwesenheit unserer Marscheinheit melden. 26. August: Drei Wochen sind wir nun schon unterwegs, das Erlebnis des Marsches hat uns vom ersten Augenblick an gepackt. Mit jedem Marschtritt stärken wir die prachtvolle Kameradschaft, die uns alle beseelt. Es ist etwas Wunderbares, so durch die deutschen Lande zu marschieren und die deutschen Menschen kennenzulernen. Diesen Marsch werden mir in unserem Leben nicht vergessen. 31. August: Bayreuth — das ist Wagner, das bedeutet Kunst. Wenn Potsdam der Ausdruck deutschen Soldatentums ist, so ist Bayreuth der Ausdruck deutscher Musik. Wir besichtigen die Statten, die er mit seinem Geist erfüllte, mit seinen Melo- öien, seinem Rhythmus und seiner Gestaltungskraft. Den Baustil des Nationalsozialismus lernen wir in her 1935 vollendeten Hans-Schemm-Hcllle kennen. Hier hat die neue Zeit sich ihre Bauten geschaffen — streng, klar und zielbewußt. So finden sich m Bayreuth die Traditionen der Vergangenheit und die Handw., 33 evang.f 1/70 nd gr.- ang. SleuMi in lief), ^teflung] jmit etwaä wi 1 SM (ob. Witwe eir jüteeb. zwecks spätes ^öir^rourben immer eifriger beim Erzählen und Plaudern. Da müssen noch die großen Regale gebaut werden, für die Akten der Dermal ung für die Bücherei, da muß noch sur das Heizmaterial gesorg werden, da wartet vor allen Dingen der Gemein- meinscbaftsraum noch auf seine liebevolle Ausgestaltung Wir müssen in alle Zimmer Rundfunk legen, denn schließlich wollen wir doch, wenn wir unsere Arbeit tun, auch etwas Musik im Hause haben, müssen wir doch nachher wieder die Jugendsendung gen beim Heimabend abhören Es ist o .^"dUch oiel zu tun, und je mehr man Darüber spricht, desto L'°"d°ß'w"b°i diesem Gespräch unsere Umgebung fast vergessen hatten. Wir waren im Geist an einem ganz anderen Drt, den wir nun nach Wochen der Abwestnb-it Wiedersehen werden« Und mir merkten Dann, als wir uns wieder langsam m die Gegenwart zurückfanden, was wir aus diesem Lager wieder neu gelernt hatten S- lehrte uns, den Alltag wieder zu lieben, well !ie Entfernung, der Wech el der Umgebung und der^Ausqab-n UNS wieder neue Kraft «eben sur die Aufgaben, vor die uns das Leben in jungen Jg. Mann, I Wre, eoansl sucyt d.BeklwI schäft ein.eücrl Mädels o. Dur Sliter 25—35 A zwecks sväiMl Heirat Schr. Ang. null 03640 Q.h.(U5 fprac^ id,. -it 3reb bem mancher heimlichen Streifzuge, ta w . die wir gemeinsam ausgeheckt ten, um einmal Die strengen Regeln des -jemie aufzulockern. Natürlich hatten wir m-infam den Strafdienst 9°^°$'$• • Mittag, Fred erinnerte an um er ) h che Anzeige« t, M- X - M B-'i-bt- H 6t o, ly- 01 . 9.30. o M I hiFerckH 9.30/ » ilFugu't- »tt. 4 2 1. ^tcinber^ irtjTq $0- ft O gijbc«1*'« toti"2°23o°3O. WM KM ** weck- . ’O'i 1$; W1 Abschied vom Lager. Auch daheim ist es wieder schön. In einer Der letzten Nächte im Lager war es. Wir hatten einen wunDerschönen Tag u ■’ dlrunsnoch einmal gezeigt hatte, wie herrlich Di^ les Laaerleben ist, wie unendlich viel Schones und Erlebenswertes es uns bietet. Wir hatten so richt g noch einmal empfunden, wie m wenigen Tagen Der Abschied sein würde. Als wir mittags m der Sonne lagen! faul und di- letzten Stunden g°meßend da fipfiifftp Magen ließen bald weiji unu ouhh fcÄ 5?-SX‘ *£«” SM Neuschöpfungen Der Gegenwart unD hulDigen Dem ewigen Deutschen Genius. 1 September: Wenn uns m Den letzten Wochen oftmals Die Tornister auf Den Schultern druckten, Die Fußsohlen heiß brannten und Die Bannsahnen schwer und schwerer wurden, so ist das heute alles vergessen. Heute kreisen unsere Gedanken nur um einen Mittelpunkt: den Führer! In wenigen Tagen werden wir an Adolf Hitler vorbeimarschie- ren. Schon sehen wir in der Ferne den „Deutschen Hof". Der Musikzug ist eingeschwenkt ein Parademarsch ertönt und diktiert uns die Schritte. Wir marschieren, marschieren ruhig und gefaßt im Rhythmus des großen Nürnberger Ereignisses. Es ertönen Kommandos: „Achtung!" 77 —und nach einigen Sekunden: „Augen rechts! Hoch slie- gen die Köpfe und mit einem Ruck nach rechts. Dort steht der Führer! Er hat den Arm zum Gruß erhoben, wir blicken ihm in die Augen. Das ist der Augenblick, für den wir wochenlang marschiert sind. Wir sind unendlich stolz Darüber, sagen zu Dürfen: „Wir waren mit Dabei!" " G. Ich kannte mal einen Jungzugführer, Der sonst ganz orDentlid) war, nur, Daß er eine fürchterliche Klaue schrieb. Vielleicht war es auch nur Angabe, wenn er seinen Namen unter ein Schriftstück zog, und das in einer Art, die jedem Generaldirektor Ehre gemacht hätte. Kein Mensch konnte das lesen. Die Pimpfe grinsten heimlich über Das Gekrakfel von Bogen und Strichen. Besagter Jungvolkführer aber wunderte sich sehr, daß ihn die Eltern immer sehr gemessen und zurückhaltend empfingen, wenn er zu ihnen kam. Eines Tages hatte er einen Brief an einen Vater geschrieben und ihn gebeten, dem Jungzug einen alten Tisch zu überlassen. Diesen Brief hatte der Jungzugführer fürsorglich nut Schreibmaschine tippen lassen und dann nur Den Namen druntergehauen. — Er bekam keine Antwort. Nach zwei Wochen ging er selbst hin. Da erhielt er eine Antwort, Die ihm sehr zu denken gab: „Wenn du deinen Namen ordentlich schreiben kannst, Dann könnt ihr den Tisch kriegen!" Der Jungzugführer dachte wütend: „Pfeifen werd' ich ihm was!" Als er aber beim nächsten Befehl seinen Namen schrieb, mußte er unwillkürlich Daran zurückdenken. Er gab sich mehr Mühe. Es sah tatsächlich besser aus. Heute schreibt er ordentlich sauber und deutlich, wie sich das für einen senkrechten Kerl gehört. Wenn er hin und wieder mal so eine flapsige Unterschrift sieht, lacht er nur: „Auch so'n Angeber!" Karl H. t laufend! 1 fNn ^•Str-W,R® König Friedrich Wilhelm I. von Preußen. Von Siaaisminister Prof. Dr. Paul Schmitihenner. Vor 250 Jahren, am 15. August 1688, wurde Friedrich Wilhelm I. geboren. Er gilt in der landläufigen Auffassung als ein mangelhafter Diplomat und Außenpolitiker, als ein fanatischer Soldat und als. der klassische Verwaltungsfachmann des Königreichs Preußen. Die Er- inntrungen an die überaus große Härte, mit der er Familie und Staat wie eine Kompanie Soldaten kommandierte, sowie an feine fast närrische Passion für die „Langen Kerls" hat sich hartnäckiger behauptet als das Andenken an feine leidenschaftliche Liebe zum Volk, an feine staatsmännische Weisheit und an seine wahrhaft deutsche Art, die er stolz und hart durch das französelnde Jahrhundert trug. So bedarf die landläufige Auffassung mancher Berichtigung. Es ift zwar wahr, daß Friedrich Wilhelm gegen Ende feines Lebens trotz langer kaisertreuer Politik von der überlegenen Wiener Diplomatie um feine Ansprüche auf Jülich und Berg betrogen wurde; auch führte er selbst keine eigenen Kriege und suchte feinen soldatischen Dämon im Friedens- drill auszuleben. Dennoch war auch er ein Mehrer des Staates. Bei Beginn seiner Regierung sah er sich in die beiden großen Kriege verwickelt, die damals Europa erschütterten: den spanischen Erbfolgekrieg und den Nordischen Krieg. Erst 1720 konnte er zum vollen Frieden kommen. Aber das Ergebnis jener siebenjährigen, ihm von der Vergangenheit aufgezwungenen Kriegszeit war der Gewinn des Herzogtums Obergeldern an der Maas, sowie des Landes zwischen Oder und Peene nebst den Inseln Usedom und Wollin. So festigte und mehrte er die Macht Preußens im Westen und im Osten zugleich, im Gebiet der Maas und in Pommern an der Ostsee. Seine innenpolitische Be- deutung gar geht weit hinaus über den Ruhm eines klassischen Verwaltungsfachmannes. Er war und wurde nicht nur der zweite gewaltige Preuße in der Reihe der vier großen Hohen- zollern, sondern zugleich, ohne es freilich selbst zu wollen und zu ahnen, eine der wichtigsten Lebenskräfte des deutschen Reiches lichung. Friedrich Wilhelm I. verstand es, die alte deutsche Wehrhaftigkeit, die seit Jahrhunderten die politische und sittliche Verbindung zum Staate verloren hatte, endlich wieder mit ihm zu versöhnen. Ihm gelang es, im preußischen Heere die deutsche Wehrhaftigkeit politisch einzuspannen und weltanschaulich zu binden, und zwar in einem doppelten Sinn: Die Jndividualtreue, die bisher das deutsche Wehrtum söldnerisch entadelt hatte, wurde zur Arttreue des preußischen Königsstaates veredelt, und zugleich wurde der wehrhafte Brotberuf in einen sozialistischen Gemein- schaftsdienst verwandelt. Ueber allem stand der heilige Pflichtgedanke. Der Dienst wurde zur sittlichen Pflicht an Staat und Volk. Der König selbst war der oberste Diener und verlieh dem Wehrwesen zum ersten Male eine im Staate gebundene weltanschauliche Grundlage. Er trug selber den blauen Rock innen und außen. Im Geist des altarischen Kriegerbundes entstand in Preußen eine echte Kampfgenossenschaft, vom germanischen Wehrwillen beseelt und fest an Staat und Volk gebunden. Gewiß konnte Friedrich Wilhelm I. an das noch unvergessene Lebensgefetz des einstigen deutschen Ritterordens anknüpfen. Wir alle stehen ja auf den Schultern unserer Ahnen. Auf die Tat kommt es an. Sie aber war gewaltig und entscheidend für alle deutsche Zukunft. So wurde das altpreußische Soldatentum geboren als Dolks- pflicht, Lebensberuf und Gestaltungswille. Wie es staatsschaffend Preußen die inneren Formen grub, so wurde es zur Kraft feiner Erhaltung. Damit trat das deutsche Soldatentum, zunächst noch im preußischen verkapselt, feine edle geschichtliche Rolle an, im deutschen Raum nicht durch äußere Eroberung, sondern durch innere Durchdringung das Reich zu schaffen und Immer wieder zu erhalten. Der Gefreite des Weltkrieges, in dem jene Kraft in wunderbarer Weife geläutert, veredelt und, ins Großdeutsche gewandelt, lebendig wurde, hat in der Schaffung des Dritten Reiches und in der Befreiung des deutschen Volkes die ewige staats erhaltende Verpflichtung deutschen Soldatentums aufs neue, und wie wir felsenfest glauben, für immer erfüllt. Man kann manchmal heute die Frage hören, ob die politische Erziehung eines ganzen Volkes, wie sie im Dritten Reich vom Nationalsozialismus durchgeführt wird, möglich und auf die Dauer haltbar fei. Das Leben und das Werk König Friedrich Wil- Helm I. von Preußen beantworten diese Frage in unzweideutiger Weise. Ihm ist vor mehr als 200 Jahren die Erziehung seines Volkes in vorbildlicher und bisher unerhörter Weise gelungen, ganz und gar und dauerhaft für alle Zeiten, großartiger und bleibender als er wohl selber es glaüben und hoffen konnte. Was damals gelungen ist, muß und wird auch heute gelingen. Dies um so mehr, als die sittliche Kraft unserer Zeit im Lebens- werke Friedrich Wilhelms I. eine ihrer Wurzeln besitzt. Neben der Erziehung des japanischen Volkes feit 1867 ist die Erziehung des preußischen Volkes durch Friedrich Wilhelm I. das gewaltigste und geschichtliche Beispiel dafür, daß ein volkserziehe- rtsches Bemühen dann zum Erfolge führen kann und muß, wenn das Ziel der Erziehung dem Lebensgesetz und dem Wesen des Volkes entspricht. So wird sich auch heute die politische Erziehung des deutschen Volkes glückhaft vollenden. Denn wie damals in Preußen, so ist heute im Großdeutschen Reiche das Ziel der Erziehung richtig erkannt: das Glück, das Leben und oie Ewigkeit des Volkes. Friedrich Wilhelm I. aber, vor u n - serem Führer und seiner gewaltigen großdeutschen Erziehungsaufgabe der einzige große polittsche Erzieher im deutschen Raum, ist eingegangen in die heilige Schar der größten Deutschen. Italienische Bevölkerungspolitik. Oer besondere Einsatz des Hilfswerkes: »Mutter und Kind''. und Volkes und seiner Zukunft überhaupt. Denn Friedrich Wilhelm I. schuf mit dem preußischen Staate auch das Preußentum, jene politische Sittlichkeit, in der sich in der Epoche der Reichszersetzung das deutsche Lebensgefetz barg, um zunächst im preußischen Gewände im engen Rahmen des preußischen Staates sich zu neuer Kraft zu sammeln, sodann, von Friedrich dem Großen ruhmvoll verteidigt, von Bismarck und König Wilhelm I. glorreich genutzt, zum Zweiten Reiche vorzustoßen, bis es sich schließlich in der Seele des Führers, zusammengeballt und im volksdeutschen Sinne veredelt, zur staatssittlicben Kraft des Dritten Reiches vollendete. Dies Preußentum war nie im eigentlichen Sinne preußisch- parti- kulordstisch. Dies mochten die außenpolittschen Methoden und Ziele der preußischen Staatsregierung fein; die sittlich-politische Kraft aber, durch die Preußen heranwuchs, war deutsch schlechthin, und Friedrich Wilhelm I. mar ihr künstlerischer Gestalter. Die neue preußische Sittlichkeit, mit der er seinen Staat durchtränkte, war nun freilich kein geschriebenes Gesetz auf Gesetzestafeln, sie wirkte sich vielmehr im Handeln aus. Darin lag ihre hohe zeitliche Bedeutung für Preußen, aber auch ihr Ewigkeitswert für das deutsche Volk. Denn nicht die Sittenlehre an sich überzeugt und reißt vorwärts, sondern allein die aus ihr geborene Tat. Was Friedrich Wilhelm I. aus naturhafter deutscher Sittlichkeit in unerhörtem Tatdrang äußerlich und innerlich aus Preußen machte, wird immer einer der wunderbarsten menschlichen Leistungen bleiben. Die leuchtende Ruhmessonne feines großen Sohnes, Friedrich II., der die Saat des Vaters erntete, konnte dessen Wert und Bedeutung wohl im Fühlen der Menschen, nicht aber in der Geschichte überstrahlen. Denn ohne diesen Vater ist Friedrich der Große undenkbar, und alles, was er vollbrachte, beruht auf dessen Werk. Selbst die brutale Lehrzeit seiner Jugend findet darin ihre Berechtigung. Die äußeren Male dieser neuen politischen Sittlichkeit waren der Staat, das Beamtentum und das Heer. In ihnen kam die staatsschaffende Kraft des preußischen Sozialismus zur Wirkung. Nicht das mechanistische Kunstwerk des absolutistischen Einheitsstaates war das Entscheidende; denn dies war zeitlich bedingt und sterblich und hatte zudem überall sonst in der damaligen Welt seine Stätte. Unsterblich aber und für alle deutsche Zukunft entscheidend war die neue sittliche Kraft der Gemeinschaftsverpflichtung. Denn sie war es. die damals von dem großen Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. im Innersten ergriffen und bann in großartigster Weise nach außen verwirklicht wurde. Es war dabei wesenhaft, daß diese Gemeinschaftsverpflichtung aller Preußen nichts Künstliches war, sondern den Lebensbedingungen des allseits umfaßten und um Dasein und Zusammenhang ringenden Preußens naturhaft entsprach. Darin aber lag die deutsche Bedeutung alles preußischen Geschehens aufs tiefste begründet, daß das preußische Lebensgesetz im Kleinen dem deutschen Lebensgefetz im Großen auf ein Haar glich. Denn wie das preußische Volk, konnte auch das allseits umfaßte und um Raum und Zusammenhang ringende deutsche Volk nur bann zur Einheit durchdringen, wenn es die feiner Lage und feinem Schicksal gemäße politische Formkraft gewann: die Gemeinfchafts- Verpflichtung des Sozialismus. Wenn Oesterreich-Habsburg durch feine besondere Lage innerlich und äußerlich aus dem deutschen Volk und Reich hinauswachsen mußte, mußte Preußen als innerste Zelle im deutschen Kerngehäuse in das deutsche Volk und Reich hineinwachsen. So war die große Tat Friedrich Wil- Helm I. preußisch und deutsch zugleich. Er war der erste Deutsche, der die dem deutschen Volke gemäße politische Formkraft erkannte und für sein Preußen nutzte. Damit aber stellte er sie mitten hinein in die Welt, eine Kraft, die unsterblich sein mußte, wenn das deutsche Volk am Leben blieb. Damals fand sie in preußischer Enge in der absoluten Staatsform ihr äußeres Kleid, heute hat sie es in v o l k s d e u t s ch e r Weite gewonnen in der autoritären Führung des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches. Der Kerngedanke ist der gleiche geblieben: das Volk, sein Leben und seine Ewigkeit. Im Rahmen dieses Lebenswerkes wurde Friedrich Wilhelm I. insbesondere auch der eigentliche Schöpfer des preußischen Heeres. Es war Teil- und Herzstück des Werkes zugleich. In ihm fand die sittliche Kraft des preußischen Sozialismus ihre zwar harte, aber vollkommendste VerwirkGerade angesichts des Interesses, das das Italien Mussolinis dem Rassen Problem entgegenbringt, ist es interessant, sich einmal mit der Vevölkerungspolitik des faschistischen Italiens zu deschäfttgen, da ja Rasse und Bevölkerung in unmittelbarstem Zusammenhang stehen. Die italienische Bevölkerungspolitik hat vor mehr als elf Jahren, am 26. Mai 1927, ihre schärfste und eindeutigste Formulierung durch eine große und grundsätzliche Rede des Duce erfahren, die unter dem Leitgedanken „höchste Geburtenzahl und geringste Sterblichkeit" stand und in der Mussolini zum Ausdruck brachte, daß Italien, wenn es etwas vorstellen wolle, mit einer Bevölkerung von nicht weniger als 60 Millionen Menschen über die Schwelle der zweiten Jahrhunderthälfte treten müsse. Unter den zahlreichen Maßnahmen, die der Duce im Interesse der zielbewußten Förderung und Pflege der Bevölkerungspolittk in die Wege geleitet hat, verdient in erster Linie das H i l f s w e r k zum Schutze von Mutter und Kind her« vorgehoben zu werden. Es kommt jeder italienischen Frau zugute, es sorgt für Ernährung und Hygiene, es steht während der Geburt bei, indem es — selbstverständlich nur bei minderbemittelten Frauen — unentgeltlich in Instituten für die Pflege sorgt, es wacht darüber, daß das Kind gesund und kräftig heranwächst, es erzieht es, ernährt es und, wenn nötig, kuriert es. Wie notwendig dieses Hilfswerk ist, erhellt zur Genüge daraus, wenn man sich vor Augen hält, daß in der Zeit vor Inkrafttreten dieses Hilfswerkes Jahr um Jahr 48 000 totgeborene Kinder und 3000 durch Krankheiten der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbettes gestorbene Frauen gezählt wurden. Weiter starben ungefähr jährlich 200 000 Kinder im Alter bis zu 4 Jahren aus Mangel an hygienischer Pflege und weil sie schlecht aufgezogen wurden; 30 000 wurden sich selbst überlassen aufgefunden und 18 000 endeten in obligatorischer Unterkunft in Besserungsanstalten. Durch den Faschismus wurde diese Lage vollständig geändert. Dieses Hilfswerk hat seit seinem Bestehen bis zur Gegenwart ungefähr 7,5 Millionen Müttern und Kindern geholfen, es hat dafür im ganzen mehr als eine Milliarde Lire ausgegeben. 42 v. H. der gesamten materiellen Fürsorge galt den Kleinen bis zu 3 Jahren; 13,87 v. H. den nährenden Müttern; 10,48 v. H. den Schwangeren; 28,66 v. H. den Kindern von 3 bis 6 Jahren; 4,34 v. H. den 6- bis 14jährigen; 0,35 v. H. den ! Jugendlichen ; und 0,30 v. H. den Neugeborenen der tuberkulösen Mütter. Die Tätigkeit des faschistischen Regimes kennt auf diesem Gebiet kein Säumen. Im Juli 1936 wurde die schon für die Industrie- und Handelsarbeiterinnen bestehende obligatorische Mutterschaftsversicherung auf alle Kategorien der landwirtschaftlichen Arbeiterinnen ausgedehnt. Durch eine solche Erweiterung kann das nationale faschistische Institut für soziale Fürsorge, dem die be- sondere Versicherungsverwaltung anvertraut ist, jeder versicherten Frau bei einer Geburt 100 Lire nm. Sine Gefahr im Wandel Afrikas. Vor Libreville, Französisch-Westafrika, 13. Juli 1938. Jedesmal, wenn ich aus Afrika zurückkomme, fühle ich zwei Abschnitte der Heimreise sich besonders herausheben: das Passieren des Aequators und das letzte Emporsteigen des südlichen Kreuzes über den Horizont kurz vor den Kanarischen Inseln. Bis zu den Inseln ist es noch eine Weile hin, aber in der vergangenen Nacht, zwischen Port Gentil und Libreville, sind mir über d e n Aeguator gekommen, und nun, wo wir wieder auf der „heimatlichen" Halbkugel angelangt sind, fangen die Gedanken an, zur Rückschau zu neigen. ..Wenn wir die Einsichten und Eindrücke der letzten fünf Monate voneinander zu sondern uns bemühen, so liegen die wichttgsten wohl auf dem Gebiet der Eingeborenenfrage. Hier ist eine Gefahr im Anzuge, an der vor allen Dingen diejenigen auszahlen; außerdem erhält die Versicherte eine vollkommen hygienische sanitäre Fürsorge. Der Duce selbst läßt sich über alle diese Arbeiten und ihre Ergebnisse ständig auf dem laufenden halten, bei seinen Reisen versäumt er es nie, Krankenhäuser, Entbindungsanstalten usw. aufzusuchen und sich vom Stand der Einrichtungen persönlich ein Bild zu machen. Wie sehr er die Kinder liebt, ist bekannt; höchste Auszeichnung für eine italienische Mutter ist es, wenn der Duce einmal selbst ihr Kind auf den Arm nimmt. Die Bevölkerungspolittk Italiens ist gerade in der jüngsten Zeit noch besonders durch die Gründung einer Zentralstelle für die einheitliche Bearbeitung aller bevölkerungspolitischen Probleme vereinheitlicht worden. Diese Stelle untersteht dem Präfekten Le Dera, einem alten Kampfgefährten Musslllinis. Sie ist als eine selbständige Abteilung im italienischen Innenministerium verankert und gilt in Staat und Partei als einzig zuständig für sämtliche bevölkerungspolitische Fragen. Schon aus diesen Ausführungen geht hervor, daß die Bevölkerungspolittk Italiens doch anders geartet ist als in Deutschland, da sie in erster Linie ihr Hauptaugenmerk auf die Minderung der Säuglings- und Kindersterblichkeit zu richten hat und nicht so sehr auf die Geburtenpropaganda, da Italien bekanntlich nicht nur unter keinem Geburtenschwund zu leiden hat, sondern die Geburtenziffern die der Todesfälle stets in hohem Maße überstiegen haben und weiter übersteigen. Wenn auch Staat und Partei sich alle Fragen der Bevölkerungspolitik ganz besonders angelegen sein lassen, so kann doch auf die private Jnittattve, auf die Mitarbeit des Volkes, nicht verzichtet werden. Genau so wie in Deutschland der Reichsbund der Kinderreichen eine segensreiche Tättgkeit entfaltet, so arbeitet in Italien die Vereinigung kinderreicher faschisttscher Familien, wobei ebenso wie in Deutschland besonders darauf geachtet wird, den Erbwert zu heben und das Wissen um die Wichtigkeit gesunden Erbgutes im Volke zu verankern. Unter den Maßnahmen auf dem Gebiet der Be- völkerungspolitik verdienen gleichfalls auch die Ehestandsdarlehen hervorgehoben zu werden, die von Jahr zu Jahr eine Erweiterung erfahren. Die Gründung eines Hausstandes und die spätere Kinderzahl bringen mannigfaltige wirtschaftliche Vorteile mit sich, z. B. bevorzugte Beförderung in der Beamtenlaufbahn ober einmalige Prämien für Staatsbeamte, die im übrigen jetzt auch für weitere Kreise der Bevölkerung gesetzlich eingeführt werden sollen. Junggesellen hingegen müssen gerade in der Beamtenlaufbahn einschneidende Benachteiligungen in Kauf nehmen. So kann die Bevölkerungspolitik des faschistischen Italiens eine stattliche Reche beachtenswerter Erfolge für sich buchen. Das italienische Volk weiß ebenso wie das deutsche, daß der Staat an allen Fragen der Ehe- und Familiengründung den stärksten Anteil nimmt und mit allen Mitteln zu helfen bereit ist. TI. Schuld tragen, die sich angemaßt haben, uns Deutsche für unfähig zur richtigen Behandlung der Eingeborenen zu erklären. Wider besseres Wissen wird der Vorwurf hier und da immer noch wiederholt, darum sei hier an ein gewisses englisches Weißbuch über die Kolonialfrage erinnert, das im November 1922 erschienen und Anfang Dezember im Parlament besprochen wurde. Darin findet sich folgendes Bekenntnis: „Die deutsche Verwaltung strebte danach, die Kolonien dadurch so fruchtbar wie möglich zu machen, daß sie ihre natürlichen Hilfskräfte entwickelte, und sie tat bas mit Erfolg. Sie verstand es weiter, den Bewohnern Achtung vor der Verwaltung einzuflößen, und ihr deutsches Ko- lonialsystem war den Lebensbedürf- niffen der eingeborenen Bevölkerung a n g e p a ß t." Dieser letztere Satz, der allen kolonialen Schuldlügen ins Gesicht schlägt, enthält zugleich die Anerkennung, daß wir über alle Kolonial -Wirtschaft und Kolonial - P o li ti k hinaus auch ein Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil. Briefe von einer Afrika-Reise. Von Dr. Paul Rohrbach. entscheidendes kolonial-psychologisches M- ment zu berücksichtigen mußten. Darin, daß Engländer und Franzosen in Afrika eine Eingeborenenpolttik treiben, die der Psychologie des Negers entgegengesetzt ist und feine afrikanische Seele vergewaltigt, ohne ihm eine neue lebendig, brauchbare zu geben, liegt die Gefahr im Wandel Afrikas, von der wir hier sprechen. E. D. Morel, der Erlöser der Kongo-Eingeborenen von den Grausamkeiten des Leopoldinischen Regimes, zugleich der beste Kenner der Schwarzen, den England hervor- gebracht hat, sagt in seinem klassischen Buch „Nige. ria, seine Völker und feine Probleme": „Erziche- rische Einflüsse, deren vereinte Wirkung den West, afrifanern sein rassisches Einheitsbewußtsein verlieren läßt, müssen bei ihm ein Unbehagen und eine Unrast ohne kompensierende konstruktive Fähig« feiten erzeugen. In feiner berechenbaren Zeit wird es die innere Verfassung des westafrikanischen Negertums erlauben, die oberste regierende Gewalt zwischen beiden Rassen zu teilen." Und an zwei andern Stellen: „Das beherrschende Kennzeichen unserer (englischen) offiziellen und nichtoffiziellen Erziehungsmethoden in Westafrika läßt sich bisher in das eine Wort Entnatio - naltfierung zusammenfassen. Das Ergebnis ist RUHL Seltersweg Nr. 67 ■ adlO Telephon Nr. 3170 I eparaturen | so offenbar unbefriedigend, daß es nicht besonders illustriert zu werden braucht." Morel nennt das Kind beim rechten Namen, wenn er an beutet, daß die Entnattonalsierung des Schwarzen durch das englische Bttdunassystem not- wendig zum Rassenkonflikt führen muß. Der Neger wird durch europäische DiDung — besser Halbbildung — innerlich entwurzelt. Er hört seelisch auf, Neger zu sein, wird darum aber gleich dem Mischling, noch kein Weißer. Dagegen hält er sich für dem Weißen gleichwertig, und es kann nicht ausbleiben, ist auch schon tatsächlich dahin gekommen, daß er den Weißen als überflüssig ansieht und die Parole ausgibt: Afrika uns schwar- zen Afrikanern! Das ist bas Unheil, das eine Eingeborenenpotitik nach Art der englischen über Afrika herauf- zubeschwören droht. Auch die französische will den Neger zum „schwarzen Franzosen" machen. Sie ist geschmeidiger als die englische, aber sie verfolgt wie jene das von Grund auf verkehrte Ziel der Entnattonalisierung. Damit zerstört sie etwas Organisches und setzt etwas Halbes, Unorganisches an feine Stelle. Schon der Neger mit ScMps und fragen und die Negerin mit europäisch geschnittenem Seidenkleid und Lackschuhen sind Zivilisationszwitter. Dafür hat auch Morel ein fernes GefühL Vielleicht ist es nicht ganz unmißverständlich, beim Neger von „Entnationalisierung" zu sprechen. Besser als den Begriff Nation sollte man den der Rasse, des Stammes ober der Sippe gebrauchen. Unter den Büchern, die wir auf die Reise mitgenommen haben, ist auch eins von Frau Hilde ThurnwaD: „Die schwarze Frau im Wandel Afrikas." Die Verfasserin hat ein Jahr in Deutsch-Ostafrika unter den Eingeborenen gearbeitet, und das Ergebnis ihrer Studien in dem genannten Buch ist gut durchdacht und begründet. Sie schreibt: „Der schwarze Afrikaner ist unendlich stärker sippenverbunden als der heutige Europäer. Man versteht fein Leben überhaupt nur, wenn man es unter dem Gesichtspunkt der Sippenverbundenheit betrachtet." Das ist von Grund auf richtig gesehen. Das Geld, schreibt Frau Thumwald, zerstört die Sippe, tnbem. es den einzelnen von ihr löst, und neben die Wirkungen des Geldes tteten die der Schulen, die bisher noch weder von den Kolonialverwaltungen (am wenigsten von der englischen), noch von anderer Seite den wirklichen Bedürfnissen des Negers im — notwendigen und unvermeidliche — Wandel Afrikas angepaßt worden sind. Die einzige Eingeborenenschule, die das Ziel begriff, den Schwarzen nicht zu einem seelischen Zwitter, sondern zu einem besseren Schwarzen zu machen — war die deutsche! Die lebendige Illustrierung eines Wortes von Morel haben wir in Dfahanbfa m der Unterhaltung mit Einern ausgezeichneten Kenner der Hereros erhalten. Europäische Ehegesetze und dergleichen auf das Gemeinschaftsleben eines farbigen Volkes angewandt, heißt es bei Morel, können nur Unmoral erzeugen. Die Mandatsverwaltung von Südwestafrika hat eine Viegesetzgebung nach europäischer Art für die Hereros ein geführt, mit strengen Vorschriften über Registrierung, Scheidung usw. Die Folge ist, daß die Hereros, denen triefe Erschwerungen unnatürlich sind, überhaupt nicht mehr heiraten wollen, sondern daß die jungen Leute beiderlei Geschlechts wild durcheinander verkehren. Damit übertragen sich die Ge- sckflechtskrankheiten, und jede Volksvermehrung rft abgeschnitten. Frau Thumwald hat recht, wenn sie sagt, die schwarze Menschheit sei unter dem Einfluß der Weißen in eine tiefe Lebenskrise ein getreten. Das beobachtet jeder in Afrika, südlich wie nördlich des „Aeguators". So unvermeidlich aber die sich verstärkenden zivilisatorischen Wirkungen des Zusam- m en treffens von Weiß und Schwarz sind, so klar hebt sich die Aufgabe hervor, dabei nicht bas Lebenselement des schwarzen Menschen, seine Bindung an ein Gemeinschaftsdafein in Stamm und Sippe zu zertrümmern. Tabakautomaten vor Kolonialwarenläden. Fwd. In Orten mit Spezialgeschäften für Rauch- und Tabakwaren dürfen Kolomalwarengeschäste nur bann einen Tabakwaren-Automaten, aus dem nach Ladenschluß weiterverkauft werden kann, aufstellen, wenn der jährliche Mindestumsatz in Tabakwaren sich nachgewiesenermaßen auf mindestens 6000 RM. im Jahre beläuft. Es ist nun möglich' daß der Umsatz in Tabakwaren unter diese Grenze herabsinkt, womit sich sofort die Frage erhebt, ob alsdann der Automat entfernt werden muß. Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hat diese Zweifels- frage nunmehr dahin geklärt, daß bei einer nur vorübergehenden Unterschreitung des jährlichen Mindestumsatzes von 6000 RM. der Automat bei- behalten werden darf, weil es eine unbillige Härte wäre, einen Automaten, der immerhin beträchtliche Anschaffungskosten verursacht Hot, sofort wieder zu entfernen, wenn einmal die Geschäftskurve nach unten weist. Erst wenn eine genügend lange Beobachtungszeit den Beweis erbracht hat, daß der Umsatzrückgang eine Dauererscheinung bleibt, ist der aittomatische Tabakwarenverkauf einzustellen. Nr.188 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) lZ./14.August 1958 Mlionenschäden durch spielende Kinder! Aus der Stadt Gießen. Wind über Stoppeln. In den Hausgärten stehen die Rosen in der zweiten Blühte, Dahlien und Astern prangen in allen Farben. Nelken, Löwenmäuler, Levkosen und Glockenblumen leuchten uns entgegen. Es ist wie ein großes Farbensest. Auf Wanderungen sehen wir Bauerngärten mit alten, lieben Blumen, die uns an die Jugendzeit erinnern. Nur schwer können wir uns von dem Anblick dieser Blütenpracht trennen. Aber draußen im Felde hat sich vieles geändert. Die Gräser und Wiesenblumen sanken unter dem Schnitt der Sensen, würziges Heu wurde eingefahren: der Sommer war da! Als aber die Wiesen geleert waren und da, wo die bunten Blumen gestanden hatten, nur eine gleichmäßig grüne Fläche erschien, ahnten wir, daß mit dem Anfang des Sommers schon sein Ende gekommen war. Wohl grünten die Wiesen von neuem, der zweite Schnitt reifte heran, und überall blühten die Blumen wieder auf. Die Sonne, die große Zauberin, schuf täglich neue Wunder, bleichte aber auch das Getreide. Die Schnitter kamen ... Nun ist auch das Getreide geschnitten. Der Segen ist fast geborgen. Mit dem Getreide starben fast alle leuchtenden Feldblumen da draußen auf den Aeckern. Kalt schauen uns die kahlen Stoppelfelder an. Wo einst wogende Saaten sich leise im Winde bewegten, da gähnt die Leere, und nur kurze, harte Reste starren uns entgegen. Der Sommer nimmt Abschied. Wohl werden die rauhen Stoppeln umgebrochen, aber selbst durch die braune Erde dringen die letzten Zeugen eines reichen Sommers. Sie wollen nicht weichen, nicht untergehen. Aber die Sonne steht noch hoch am Himmel. Sie sorgt für neues Leben, für junges Grün. Die Stoppeläcker, die nicht gepflügt werden, zeigen bald ein anderes Aussehen. Nach einem erquickenden Regen drängt sich überall schwellendes Grün zwischen den Halmen durch. Der junge Klee, der im Schutz des Getreides keimte und seine zarten Blätter entfaltete, hat nun Luft und Licht und strebt in die Höhe. Es ist ein erfrischendes Bild, wenn wir sehen, wie aus den gelben Trümmern kräftiges Grün nach- dränqt und bald alles bedeckt. Noch starren die harten Reste der Halme heraus und schützen die jungen Pflänzchen, aber bald werden diese hinausgewachsen sein über die letzten Zeugen der Sommerherrlichkeit. Die überquellende, überströmende Kraft alles Jungen bricht sich sieghaft Bahn über das Alte. Auch die neu eingesäten Aecker zeigen bald wieder junges Leben. Stoppelrüben und Erbsen wachsen heran. Es gibt keinen Stillstand in der Natur. Doch die Buben haben etwas gemerkt. Wenn der Wind über die Stoppeln fährt, holen sie ihren Drachen hervor. Die leeren Felder locken. Nun können sie kreuz und quer laufen und ihre Drachen in der Luft hin- und herschaukeln lassen. Der Sommer nimmt Abschied, wenn uns auch die Sonne noch einige Wochen täuscht. Die leeren Aecker druußen zeigen es am ersten. H. Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Schwarzfahrt ins Glück". Tageskalender für Sonnlag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Schwarzfahrt ins Glück". USD., Ortsgruppe Gießen Nord. Am Montag, 15., und Dienstag, 16. August, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord von der NS.-Frauenschaft die Pfundsammlung (Lebensmittelopferring) für den Monat August durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten. ______________________ Es ist für die überlastete Landfrau gewiß nicht immer leicht, chren großen Pflichtenkreis so zu richten, daß alles zu feinem Recht kommt. Küche, Haus, Kinder, Garten, Vieh, Feldarbeit — das alles soll in den Tageslauf eines einzigen Menschen hineinpassen. Für die städtischen Hausstauen ist es völlig unfaßbar, wie die Landfrau eine solche lieber» fülle an Pflichten bewältigen kann, zumal dort, wo sie ohne Hilfskräfte werken muß. Daß dabei hier und da einmal etwas liegen bleibt, daß, zumal' in der Haupterntezeit im Sommer und Herbst eine dringende Arbeit vor einer anderen noch dringenderen zurücktritt — wen darf das wundern! Aber so groß die Arbeitslast auch sein mag: einer Pflicht muß genügt werden, und diese Pflicht ist die Aufsicht über die Kinder. Nicht allein um der Kinder willen darf hier nichts vernachlässigt werden,. sondern auch wegen der Gefahren, die Haus und Hof von unbeaufsichtigt spielenden Kindern drohen. Immer und immer wieder muß davor gewarnt werden. Denn auch heute noch entstehen täglich durchschnittlich 13 Brände durch Kinderhand! Was sollen nun die Eltern, vor allem die Mütter, tun, um solches Unglück einzudämmen? Bei den Großen sollen sie die Verantwortung wecken, sollen sie in einer ruhigen Stunde auf die drohenden Gefahren Hinweisen, sollen ihnen von der Notwendigkeit der Erhaltung aller Nahrungsgüter erzählen. Das braucht nicht lehrhaft und trocken zu geschehen; im Gegenteil: an Hand eines Erlebnisses, am Beispiel eines Brandes, der irgendwo in der Nachbarschaft ausgebrochen ist, lassen sich diese Dinge auch dem kindlichen Verständnis nähebringen. Hat man aber erst einmal das Interesse unserer Jugend geweckt, so ist es nur noch ein Schritt zu dem Ver- antwortungsbewußLsein, das bereits sehr ausgeprägt in unseren Jungen und Mädeln ruht. Denn die Jugend von heute lebt ja nicht mehr gedankenlos in den Tag hinein, es ist vielmehr erstaunlich, wie oft schon die Jüngsten sich mit ernschaften Fragen beschäftigen. Wer sie zu packen versteht, kann so ziemlich alles erreichen — sehr viel mehr jedenfalls, als durch strenge Verbote, gegen die sie sich innerlich ausbäumen. . Wird man im Kampf gegen Brände durch Kinderhand bei den Größeren am ehesten mit Vernunft Franken-Großschrl der HI.-Oorfgemeinschaftsabend im Frankenland. Hollfeld, den 11. August 1938. Ruhetag in Plankenfels! Die eintägige Rast fand ihren Höhepunkt in einem Dorfgememschaftsabend. Der Ort wimmelte von Kurgästen, so daß wir Zuschauer aus allen Teilen Deutschlands hatten. Wir schmückten uns den Raum, in dem der Abend stattfinden sollte, zweckentsprechend aus. lieber zwei Stunden nahm das Programm in Anspruch, das in manchen.Teilen die Lachmuskeln der Zuschauer sehr in Anspruch nahm. Nach der Begrüßungsansprache des Bürgermeisters und einigen Worten des Fayrt- gruppenfuhrers zeigten wir einige Szenen aus unserem Dienst- und Lagerbetrieb. Lustige Lieder erklangen, die von den Zuschauern mitgesungen wurden. Wir hatten eine Kapelle „organisiert , Die schnell die nötige Stimmung in die Bude brachte. Ein Zirkusdirektor ließ seinen Floh (der überhaupt nicht vorhanden war) ganz tollkühne Kunststücke vollführen. Als am Ende der Floh noch durchgiupg und in den Zuschauerraum flüchtete, fehlte nicht viel an einer allgemeinen Panik. Doch die Kapelle beruhigte die Massen schnell wieder mit einem Wiener Walzer. Natürlich mußte auch ein Ansager da sein, der die Pausen zwischen den einzelnen Nummern füllte. Mit großem Talent widmete sich unser „Mister Pitt" dieser Aufgabe. Er war auch zum Ziele gelangen, so verfängt diese Methode bei den Kleinen natürlich nicht. Denn beim Kleinkind, zum mindesten bis zum schulpflichtigen Alter, reizt was verboten ist doppelt. Deswegen m u ß das Kleinkind unter dauernder Aufsicht stehen, so hart dies der überlasteten Mutter oft auch ankommen mag. Durch die Erntekindergärten der NSV., durch die Nachbarschaftshilfe und anderes gibt es ja heute auch manche Erleichterung für die Landfrau — aber die letzte Verantwortung bleibt bei ihr; darüber muß sie sich klar sein. Und diese Verantwortung ist so vordringlich, daß darüber alles andere in den Hintergrund zu treten hat. Denn Leben und Gesundheit des Kindes sind kostbarer als das, was sonst noch der Obhut der Bäuerin anvertraut ist. Und der Schaden, den ein unbeaufsichtigtes Kind in ein paar Minuten anzurichten vermag, kann unend- ich viel größer sein, as die gesamte Lebensarbeit einer noch so fleißigen und rastlos tätigen Mutter. I. A. (RAS.). Aufklärungsaktion in den Schulen. DNB. Reichserziehungsminister Rust hat in einem Erlaß an die Schulen angeordnet, daß die im Auftrage des Reichsministeriums für Dolksaufklä- rung und Propaganda von der Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung in der Zeit vom 13. bis 20. August 1938 wieder durchgeführte Aufklärungsaktion „Schütze die deutsche Ernte vor Brandgefahr" im Unterricht in geeigneter Weise unterstützt wird. Die Aufklärungsaktion hat sich zum Ziele gesetzt, jeden deutschen Volksgenossen über die hauptsächlichsten Brandursachen zu unterrichten und ihm die Mittelund Wege zurBrandverhütung zu zeigen. Die erforderliche Aufklärung über den Umfang der Erntebrandschäden und ihre Bedeutung für Die Sicherstellung Der Ernährung des deutschen Volkes wird nur von Erfolg sein, wenn sie — im Hinblick auf die große Zahl der Kinderbrandstiftungen, insbesondere bei den Kindern der unteren Jahrgänge — von einer dem Alter der Kinder entsprechenden starken erzieherischen Wirkung begleitet ist. Gießener Wer-Ingend. der Rundfunkreporter, als der Meister des Papiergewichtes gegen den des Fliegengewichtes kämpfte. Ein Zeitlupenboxkampf fetzte noch die Zuschauer in Erregung, Dann rourDe durch einen Rheinländer Der Tanz eingeleitet. DorfjugenD, Kurgäste unb Hitler- jungen Drehten sich im Takte Der Musik unD alle beDauerten es, als Der Zapfenstreich Diesem schönen AbenD ein Ende setzte. kp. 3n Bayreuth und Nürnberg. Holl selb, 12. August. Das schöne sonnige Wetter hat einem eintönigen Landregen Platz gemacht. In Hollfeld trafen nun sämtliche Fahrtengruppen wieder zusammen. Das gab ein großes Erzählen. Jeder wußte etwas anderes zu berichten! Einige Fahrtengruppen waren sogar in Bayreuth unD in Nürnberg. Die Strecke konnte natürlich nicht zu Fuß zurückgelegt werden, es mußten ein paar Kilometer Bahnfahrt eingelegt werden. Gestern abend fand in Hollfeld ein Gemeinschaftsabend statt, an dem verschiedene Fahrtengruppen teilnahmen. In echter Kameradschaft verbrachten wir einige Stunden. Eine Fahrtengruppe marschierte schon die Nacht weiter bis Bamberg, während Die übrigen erst heute von Hollfeld bis Bamberg mit dem Omnibus fahren. Amtsgerichtsdirektor Funk 70 Jahre alt. Am heutigen 13. August wird der in Gießen int Ruhestand lebende Amtsgerichtsdirektor Funk m vollkommener geistiger und körperlicher Frische 70 Jahre alt Seit seiner Ruhestandsoersetzung vor 5 Jahren wohnt er in seiner Vaterstadt, wo er als langjähriger Amts- und Landrichter bei allen, die dienstlich und außerdienstlich mit ihm in Berührung tarnen, sich hohes Ansehen erworben hat. Amtsgerichtsdirektor Funk erhielt nach verschiedenen richterlichen Verwendungen als Assessor (nament« lich in Mainz, Gernsheim, Groß-Gerau) seine erste Anstellung als Amts- und Dienstaufsichtsrichter m Homberg. Von dort kam er an das Amtsgericht Gießen, wo ihm lange Jahre die Zioilprozeßabteilung übertragen war. Dann erfolgte feine Ernennung zum Landgerichtsrat am Landgericht in Gießen, zuletzt im Jahre 1925 die Beförderung zum Amtsgerichtsdirektor und Vorsitzenden der Kammer für Handels« fachen in Worms. In allen diesen Stellen verkörperte er das Vorbild eines mit gründlichem Wissen, großer Erfahrung und Menschenkenntnis ausgestatteten pflichttreuen deutschen Richters, dessen segensreiches, volksverbun- denes Wirken auch in den letzten acht Dienstjahren durch die Beförderung zum Direktor eines großen hessischen Amtsgerichts die Anerkennung der vorgesetzten Behörde fand. Zuverlässigkeit, Herzensgute und Menschenfreundlichkeit sind von jeher die Grund« zöge seines Wesens als Mensch und Richter gewesen. Zu diesen Eigenschaften kommt vor allem hinzü seine Liebe zur Natur. Kein Baum, keine Blüte, kein Tier des Waldes und Feldes feiner Heimat, die er nicht mit Namen nennt, an deren Gedeihen er nicht reges Interesse nimmt. Diese Freude an der Schöpfung treibt ihn auch zum Wandern, er kennt jeden Weg und Steg um Gießen und in weiterer Umgebung, als Vorstandsmitglied des Dünsbergvereins und Mitglied des Deutschen Alpenvereins findet er reichlich Gelegenheit, seine Erfahrungen auf diesem Gebiet zur Verfügung zu stellen. Alle, die ihn kennen, wünschen dem Jubilar noch viele Jahre der Gesundheit und Rüstigkeit. (Siebener Wochenmarkkpreise. * Gießen, 13. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische 12, Tauben 50 bis 60 Pf., junge Hähne, % kg 1,10 bis 1,15 Mark, Suppenhühner —,90 bis 1,05 Mark, Wirsing, grün 10 bis 12 Pf., Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12, Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von \ Optiker JWia&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant. gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 20 bis 25, gelb 20 bis 25, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 10 bis 14, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 50 bis 60, Kartoffeln, neue 5 bis 6%, 5 kg 50 bis 55 Pf., 50 kg 4,50 bis 5,20 Mark, Frühäpfel, % kg 40 bis 45 Pf., Falläpfel 10 bis 15, Pfirsiche 50 bis 65, Himbeeren 55 bis 60, Brombeeren 55 bis 60, Birnen 40 bis 50, Pflaumen 40 bis 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 2 bis 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. ** Ein Achtzigjähriger. In körperlicher und geistiger Frische kann am morgigen Sonntag, 14. August, der hiesige Photographenmeister Ludwig Uhl, Frankfurter Straße 5, seinen 80. Geburtstag feiern. Dem alten Herrn, Der in weiten Bevölkerungskreisen bekannt und beliebt ist, auch unseren herzlichen Glückwunsch. Jetzt aljo legt er die Kieselsteine auf das Mz unD bekommt einen „Kuchen'. In u ö kigen HänDen zerbröckelt das SanDklumpch , Artur kriegt eine LaDung Sand in die Schütz . > es Deshalb, oder warum wird Artur, Der S J unberechenbar ist, plötzlich so böse...? Auf klebt er Männe eine mitten auf Die Batfe. W ein Blitz aus heiterem Himmel kommt Das. 6 rennt schnell weg, Denn sie furchtet, auch abzubekommen. Männes Mutter weiß genug: „Du ganz schlechter Junge. Da hont du s \a, was du für einer bist. Die ganze Straße hat Angst vor Dir, Du Garstiger, pfui, „schäme Dich. Deiner Mutter werd' ich's sagen..." So geht das weiter. Wölfchen steht da, ganz verlassen. Alle ziehen sich von ihm Zuruck . „Kommt, Kinder", sagt Mannes Mutter zieht Den Kleinen, der sich inzwischen beruhigt hat, nut sich fort und fordert Artur und die beiden Leu- mundszeugen, Die gegen Wölfchen aus gejagt haben, auf, mit ihr zu gehen: „Ich habe Ap.elstrubel. Ihr lallt jeder ein Stückchen haben. Die kleine Karawane zieht ab. Wölfchen sitzt im Sandhaufen und schaut hinterdrein ... Nach fünf Minuten erscheinen die Kinder, die ihn schon vergessen haben, wieder. Jeder^hat em großes Stück Apfelstrudel in Der Faust und beißt herzhaft zu. Männe brüllt. Mit Recht. Denn er ist sich keiner Schuld bewußt. Artur, der böse, guckt teilnahmslos und unschuldig in Die Lust. Männe brüllt weiter, so laut Daß seine Mutter Drüben am Fenster erscheint und ihn heranruft. Er geht aber nicht. Er brüllt mit wachsender Inbrunst, mit Der LeiDenschast zum Schmerz. Mama erscheint unD tröstet Das geliebte Kind. Dann blickt sie forschend m den Kreis der Spielgefährten, Der sich sofort gebilhet hat, unD fragt: „Wer hat dich denn geschlagen? Männe schweigt hilflos. „ „Sag's Doch Der Mama!" Männe schluckt noch ein paarmal und schweigt weiter. Artur tritt neben Die Frau und sagt, den Finger auf Wölfchen richtend: „Der war's. Er haut ^Wölfchen, fassungslos, findet kein Wort Der Erwiderung. Friedel, die für ihn zeugen konnte, ist noch immer nicht wieder zu sehen. „Du ungezogener Junge!" prasselt es gleich aus ihn hernieder, „wie kannst du großer Bengel so einen Kleinen schlagen...!" Jetzt mischen sich zwei andere Kinder em, m t Denen Wölfchen in Der vorigen Woche eine ernsthafte unD ehrliche Fehde ausgetragen hat, m Der sie Den Kürzeren zogen, obwohl sie zwei gegen einen standen. Sie hatten eine Katze gequält und Da ist Wölfchen wütenD geworben. In seinem Zorn hat er Die Kraft bekommen unD strenge Gerechtigkeit geübt. Das können sie nicht vergessen. Jetzt nehmen sie kalte Rache und wiederholen im Duett: „Ja, der haut immer." Wölfchen will etwas ermiDern, etwas erklären... Aber er kommt nun nicht mehr zu Wort. Denn Wölfchen Hai Kummer. Von Günter Schab. Wölfchen, vier Jahre alt, blond, braungebrannt unD struppig, hockt in Der SanDkUhle Des großen Spielplatzes, mitten in Der luftiggrünen SieDiung, draußen vor Der Stadt. Er formt Sandklumpchen auf SanDklümpchen, pappt sie, so sauber wie es geht, auf Das breite Holzbrett, Das Den Sandhaufen einzäunt, und verkauft Das Werk seiner kleinen HänDe für glatte Kieselsteine an FneDel, Manne ^FrüD^'das kleine MäDchen, ist Gast in Diesem Kreise, Denn sie wohnt in Der Krausenstraße unD gehört eigentlich auf Den anDern Spielplatz, rechts neben Der Straßenbahnhaltestelle. Wölfchen, Manne unD Artur aber sinD hier zu Hause. Denn gleich über Den Platz weg, Lindenallee 16, m Dem meD- lichen kleinen Dreifamilienhaus, wohnen ihre Elterm Das Geschäft geht gut. D.e.Kau er zahlen Dem Herrn Bäckermeister jeben gewünschten Preis. Das heißt- Männe, Der mit seinen knapp zwei Jahren gerade so weit' ist, daß er sich auf seinen krummen Beinchen selbständig vorwärts bewegen kann seine geistigen Fähigkeiten smD auch noch höchst unzulänglich entwickelt - tut beDmgungslos m t was ihm Artur, Der FÜnfiährige im mrchsten Jahr schon zur Schule kommt, gebieterisch Vormacht. Richtig felbständig und im Zusammenhang frechen kann Männe überhaupt nach nicht. Er wäre z nichts weiter zu gebrauchen, besäße er nicht hübsche Spielsachen, einen großen bunten Ba , einen Satz Murmeln, dazu Reisen imd Kreisel d, man ihm bei Bedarf wegnehmen kann ahne d tz er einen Mucks sagt. Dafür wird er dann nan Fall zu Fall gnädig zugelassen, wenn d.e andernm,J einen Ersatzmann brauchen. — stehen, bis mir Dich rufen. Jetzt bist du Haltestelle^ Männe steht unD sieht Die „Eisenbahn sich vor überschnaufen. Er steht unD wartet. Dbet er ift „Tor" beim Fußball ober „Ziel beim Wettrennen. Er läßt alles mit sich geschehen, Der kleine Dumm Gerade ApfelstruDel ißt Wölfchen für sein Leben gern. Das größte Stück hat Artur. Wölfchen aber, vier Jahre alt, blond, braungebrannt und struppig, hockt mit verweinten Augen in her Sanbkutzle und zweifelt zum ersten Male in seinem kleinen jungen Leben Daran, Daß es in Der Welt immer ganz richtig zugeht. Innen Drin tut etwas weh, sehr weh... Der Kavallerist JL G 25. Erinnerung an Rudolf G. Binding. Im Verlag Robert Lutz Nachfolger, Otto Schramm, Stuttgart, erschien „D a s neue Reiterbuch" (Reitkunst unD Reitkultur in Vergangenheit und Gegenwart) von Dr. Anton Mayer, Rittmeister her L. K. a. D. Dem mit 32 Bildern geschmückten Werke, das „den deutschen Reitern geroihmet" ist, entnehmen wir die folgenhe Anekhote, in deren Mittelpunkt her verstorbene Dichter Ruhols G. Binding steht. Die Reserveoffiziere waren eingezogen; unter ihnen befand sich her Oberleutnant R. G. B., genannt „her Göttergleiche" — er zählt zu Den be- heutenhften Dichtern unserer Zeit. Zu den Hebungen brachte er stets Vollblüter mit, hie sich nicht ganz exerzierfest betrugen, aber von ihrem Besitzer, her ein ungewöhnlich begabter Reiter war, vor hem Zuge gemeistert wurden. Nun hielt der ganz hohe Vorgesetzte, vom Kommandierenden General bis zum Regimentskommandeur in her Mitte hes Exerzierplatzes, hie behaglichen Jnfanteriegeneräle auf ben ruhigsten Sdjmahrönern, hie aufzutreiben waren. Die Schwahron, bei her R. G. B. stanh, galoppierte; her Göttergleiche führte hen ersten Zug unb freute sich von Herzen, einen wie schönen unb langen Sprung sein Vollblüter unter ihm entwickelte. Leiber bebachte er nicht, baß eine kleine Husarenkatze sich schon ziemlich anstrengen muß, um mit einem erstklassigen Hürbenpferb Schritt zu halten, wenn bieses nur kontert; so ritt benn R. G. B. fröhlich vor her Zugkolonne her Eskabron her, die alle Mühe hatte, bas Tempo zu halten. Der Rittmeister, im vorgeschriebenen Abstanbe nebenher galoppierenb, bemerkte mit Entsetzen, baß das Tempo bereits viel zu stark war, um irgenb- eine Schwenkung ober einen Aufmarsch vorzu- sühren; so gab er verzweifelt Zeichen, um ben Offizier bes Tetenzuges zu veranlassen, Das Tempo zu mäßigen. R. G. B. aber. Der sich nach dem ruhigen Galopp seines Siegers in manchem Rennen richtete, verstanb nicht, was her „Ritter" wollte, brehte sich vorsichtig um unb rief dem Führer bes zweiten Zuges — jenem Kirsten, her mit Fillis*) gereift war — zu: „Was will er?" Kirsten aber, her, wie allgemein bekannt, nur zu gern einen Schabernack losließ, rief zurück: „Schneller sollst Du reiten — schneller!" So, so, dachte sich R. G. B., roenn's weiter nichts ist — bas können wir machen. Damit legte er bie Beine an und ließ ben Vollblüter in ein gelinhes Renntempo übergehen. Nun aber bekamen es bie Gäule unb die Reiter her Schwahron mit hem Ehrgeiz; sie wollten sich nicht lumpen unb von so einem hergelaufenen Rennpferb blamieren lassen. Also sausten sie los, „was haste, was kannste" — immer schneller hinter hem Göttergleichen in Zugkolonne her, bis Die ganze Gesellschaft im vollen Attackentempo durchging unb um ben Exerzierplatz brauste. R. G. B. bekam nun aber selbst bei biefer Steigerung bes Tempos bie Hänbe voll, her Rittmeister galoppierte, stumm vor Entsetzen, neben Der Schwadron her, bie nicht mehr zu stoppen war. Kirsten grinste..- So ging es eine Zeitlang immer am Ranbe des Exerzierplatzes entlang, bis bie Schwabröner bas Tempo nicht mehr halten konnten unb langsamer würben. Nicht so her Göttergleiche; her Vollblüter glaubte wahrscheinlich nun hoch, auf einer Art von Rennbahn zu fein, unb tat fein Bestes, um ben hinter ihm herkommenben vermeintlichen Gegnern bavonzulaufen. Das besorgte er gründlich; nachdem der Rittmeister endlich die Schwadron wieder in der Hand hatte und ein Kommando gegeben worden war, sauste nunmehr R. G. B. ganz allein im vollen Renntempo weiter und konnte sein Tier nicht mehr in die Hand bekommen. So wußte er sich schließlich nicht mehr zu halten unb Dirigierte Den völlig vom Rennfimmel besessenen Gaul auf hie Gruppe her Besichtigenben zu, welche her seltsamen Vorstellung mit sprachlosem Erstaunen gefolgt war, unb nun mit Grausen ben heransprengenhen Oberleutnant b. R. betrachtete. Es Dauerte nicht lange, unD Der Sieger Des Tages zischte wie eine Granate in die Generalität hinein; auch Die gutmütigsten SchwaDröner nahmen Das übel, machten kehrt, Korps unD Division kamen in bebenkliche Schwulitäten, währenD Der KommanDeur mit tzerausquellen- Den Augen sich Dicht vor Dem erlösenDen Schlägen- fall befanD. Wenigstens hatte R. G. B. sein PftrD nun parieren können. Aber bie Kritik soll an jenem Tage nicht zu ben freunDlichsten gehört haben. ♦) James Fillis, berühmter englischer Reitlehrer Aus der engeren Heimat einer andern und Reisen Cltrovin-Fabrik G.nü>.tt Frankfurt M. Landkreis Glesien. Licht auf dem Nachhousemeo befand. Der Radfahrer erlitt bei dem Unfall so schwere Verletzungen. daß er bald nach dem Unfall verstarb. Oer Rehbock mit dem Feldstecher. LPD. Dillenburg. 12.Aug. Eine Geschichte, die nach Jägerlatein klingt, aber nach einwandfreien Feststellungen aus Wahrhett beruht, ereignete sich im Jagdrevier des Kreisorts Offdilln. Während der Jagdpächter auf einen im Feld stehenden Rehboa anlegte, sprang von der Seite eine Ricke, gefolgt von einem Bock, über ihn hinweg. Der Bock riß den Jagdpächter um, stteiste, wahrscheinlich mit dem Gehörn, das Fernglas des Jägers von dessen Hals und nahm es in voller Flucht mit sich. Als der Bock dann in 80 Meter Entfernung kurz verhasste, brachte ihn der Jäger zur Strecke. Der Bock konnte aber erst am anderen Morgen gesunden werden. Er hatte noch das Fernglas des Jägers unchängen. Auf der Straße ums Leben gekommen. dann über das hohe Feld mit hübschen Ausblicken nach Bellersdorf, wo wir gelbe liegende Kreuze an« treffen. Diese führen uns über Bermoll und die große Heide, später am Altenberg vorbei nach unserem Endziel Bieber. Marschzeit 5 Stunden. Bieber — Dünsberg — Waldhaus— Ruttershausen — Lollar. Diese Wanderung ist, da sie meist durch Wald führt, namentlich für die heiße Jahreszeit zu empfehlen. Dom Bahnhof Bieber wandern mir, nachdem wir das Dorf durchschritten haben, durch das anmutige Biebertal bis zur Obermühle, die wir zur verwenüen 5ie aucti^umFmmadim GttdMCwa Gttovln- LPD. Frankfurt a. M., 12. Aug. In der Darmstädter Landstraße wollte eine 18jährige Radfahrerin eine Zugmaschine ntit Aithänger überholen. Dabei kam sie auf dem nassen Boden ins Rutschen. Das Mädchen stürzte, wurde überfahren uttd auf ber Stelle getötet. Bei der Verunglückten handelt es sich um eine sudetendeutsche Schillerin, die sich mit — Freundin auf einer Ferienftchrt zmn Rhein Alsfeld, 13. Aug. Die von dem hiesigen Verkehrs - und Verschönerungsverein im vergangenen Frühjahr beschlossene B i l d p o st - kartenwerbung kommt nunmehr zur Durchführung. Die bei der Deutschen Reichspost-Reklame in Auftrag gegebene Auflage von 50 000 Stück Postkarten ist jetzt erschienen und gelangt in den namhaft gemachten 12 Städten an den Postschattern zur Ausgabe. Die drucktechnische Wiedergabe des Titelbildes, der Alsfelder Marktplatz, ist sehr gut geworden. Die Kosten für die Herstellung der Bildpostkarten hat Fabrikant Hans Jakob B ü ck i n g in Alsfeld in dankenswerter Weife übernommen. * Alsfeld, 13. Aug. Im benachbarten Kreisorte Breitenbach wurde zu nächtlicher Stunde und _______________ in der Dunkelheit von einem Lastkraftwagen ein außer^dem^zuletzt Amähten' Hafer kaum noch etwas lRadfahrer angefahren, der sich ohne Linken lasten, kommen durch eine Pappelallee am Forsthaus Dünsberg vorbei auf die schwarze Punktmarkierung, die uns in langsamem Anstieg über den Kreuzbuchenplatz auf den Gipfel des Dünsbergs bringt. Dieser Weg ist der bequemste Aufstieg zur Höhe. Nachdem wir uns oben erfrischt und die herrliche Aussicht vom Turm bewundert haben, gehen wir nun roten Keilen nach in steilem, aber kurzen und aussichtsreichen Abstieg über die Frankenbacher Straße in der Richtung Krumbach. Kurz vor dem Tannenhof wenden mir uns rechts und gelangen in den großen Krofdorfer Forst. An zahlreichen alten Grenzsteinen an der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang führt uns das Zeichen am Forsthaus Waldhaus vorüber, stets durch prächtigen Hochwald nach Ruttershausen. Wir überschreiten die Lahn und kommen an dem altersgrauen Gotteshaus von Kirchberg vorbei nach unserem Endziel Lollar. Wanderzeit 4% Stunden. Reisewmke. Pauschalkuren find keine Vergünstigungsfuren. DD. Die Erfahrungen in der letzten Zeit haben gezeigt, daß sowohl beim Publikum als auch bei Kurverwaltungen noch nicht völlige Klarheit über die Preisgestaltung bei Pau schal kuren für voll- zahlerüre xurgäfte besteht. Der Reichsfremdenverkehrsverband weist darum nochmals besonders darauf hin, daß Pauschalkuren keine ♦ Heuchelheim, 13. August. Am morgigen Sonntag, 14.August, kann Frau Helen Rinn, Wwe.. geb. Siegfried, wohnhaft Braühausstraße, in körperlicher und geistiger Frische ihren 86. Geburtstag feiern. s. Lang-Göns, 13. Aug. Sattlermeister Anton Karl B e p p l e r in der Breitgaste feiert bei großer geistiger und körperlicher Frische am 16. August seinen 81. Geburtstag. Herr Beppler ist Mitglied des Kirchenoorftanoes. Wr wünschen dem alten Herrn noch viele schöne Tage. △ Langsdorf, 12. Aug. Unsere Getreideernte nähert sich ihrem Ende; der Schnitt aller vier Fruchtarten ist geschehen, begleitet von sehr günstiger Witterung. Bis Ende dieser Woche wird Kreis Bübingen. * Büdingen, 13. Aug. In einer hiesigen Hof- rette in der Schlachthausstraße ereignete sich dieser Tage ein Unfall. Ein junger Mann, der damit beschäftigt war, einen mit Getreide beladenen Söagen von der Zugmaschine abzuhängen, geriet, da der Anhänger nachrollte, zwischen die beiden Wagen und erlitt dabei eine Nierenquetschung und Rippenbrüche. Erst nachdem der Motorwagen wieder anfuhr, konnte der Verunglückte aus seiner tritt* schen Sage befreit werden. Der junge Mann mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. kreis Alsfeld. befand. — Der 68jährige pensionierte Friedhofti. Verwalter Eduard Rödel fuhr mit seinem Fahrrad am ©obener Bahndamm entlang. An einer unübersichtlichen Straßenkreuzung stieß er mit einem Lastkraftwagen zusammen. Rödel wurde zu Boden geschleudert und so schwer verletzt, daß er ntch einigen Stunden, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, starb. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) S. TL Die Hohe des für Hypocheken gültigen Zinssatzes ist gesetzlich nicht festgelegt; er beträgt gegenwärtig zwischen 4,5 und 5,5 v. H.; ist zwischen den Vertragsteilen ein anderer Zinssatz vereinbart, so gilt dieser, es sei denn, daß er wucherisch und damit die Vereinbarung insoweit rechtsunwirksam ist. Ein Prozentsatz von 7 v. H. ist, falls hierin eine mindestens einprozentige Amortisation nicht enthalten sein sollte, für heutige Verhältnisse als ungewöhnlich hoch anzusprechen, falls die Hypothek an erster Stelle steht. Wucher wird jedoch nicht angenommen werden können. Die Frist zur Kündigung der Hypothekenforderung bestimmt sich in erster Linie nach den vertraglichen Abmachungen; ist eine solche nicht getroffen, beträgt sie bei einem Darlehen über 300 RM. drei Monate, bei Darlchen von geringerem Betrag einen Monat. auf den Feldern stehen. Auch der Ausdrusch des Getreides hat bereits begonnen. Das Ergebnis ist bis jetzt sehr befriedigend, sowohl was die Strohmenge anbelangt, als auch hinsichtlich der Güte und Menge der Korner. Soweit man zu be- urteilen vermag, steht der Ernteertrag weit über dem Durchschnitt. Die besten Ergebnisse brachte bis jetzt die Wintergerste, die ausgezeichnete Wachstumsooraussetzungen gehabt hatte; aber auch beim Weizen, der für unsere Verhältnisse die wichtigste Körnerfrucht ist, kann man mit sehr guten Erträgen rechnen. Da in der letzten Woche reichlich Niederschläge fielen, hoffen unsere Landwirte, daß auch die Hackfrüchte und das Herbstsutter noch eine gute Entwicklung nehmen werden. oo Langsdorf, 12. Aug. Unsere Kindergärtnerin Henriette Hainer, die den hiesigen N S V. - K i n b e r g a r t e n seit seiner Begründung vor mehr als Jahresfrist geleitet hat, verließ uns in diesen Tagen, um eine Stellung bei der NSD. in Darmstadt anzutreten. Die besten Wünsche der Gemeinde begleiten sie in ihren neuen Wirkungskreis. Ihre Nachfolgerin hat unseren Kindergarten bereits übernommen. — Das Haus Philipp Schiel IV. in der Reichen Gaffe, über dessen Wiederherstellung bej „Gießener Anzeiger" in Nr. 182 vom 6./7. August berichtete, wurde dieser Tage durch den bekannten Maler Kienzle im Auftrag des Hochbauamtes ausgemalt. Die Profilierungen der horizontalen Langhölzer wurden durch besondere Färoung hervorgehooen, das Schnitzwerk und die erhabenen Girlanden und Traubengewinde der Eckpfosten erfuhren eine sehr ansprechende Behandlung, das Schriftband wurde durch weiße Farbe besonders betont. In unaufdringlicher Weise hat der Maler sein Können zurückgehalten, um nur das alte Kunstwerk zur Geltung zu bringen. Nun erst hat das alte Haus feine volle Schönheit und Wirkungskraft wiedergewonnen! Kreis Friedberg. ♦ Münzenberg, 13. Aug. Am kommenden Montag, 15. August, kann der hiesige Landwirt Hermann Hitzel VIII., im Dorfe unter dem Namen „Ebelsoetter" betannnt, in geistiger und körperlicher Frische feinen 8 0. Geburtstag feiern. Noch heute heute vermag er in Haus und Feld mitzuhelfen. Trotz manchen Unfalles, den er erlitt, bewahrte er sich feine Lebensfreude. Insbesondere zeigt er sich noch heute jedermann gegenüber hilfsbereit und genießt aus diesem Grunde allenthalben besonderes Ansehen. Wir beglückwünschen! Maschiueu-Gemeiuschast auf demOorfe ♦ Grünberg, 12. Aug. In dem Nachbarort Lauter haben sich, veranlaßt durch die Knaxp- heit an landwirtschaftlichen Ardettskräften, fünf Landwirte zu einer Maschinen - Gemeinschaft zufammengeschlosfen, die unter Mitverwendung eines Reichszuschusses eine Anzahl von land- wirftchaMchen Maschinen zur Erntearbeit und zur Bearbeitung der Aecker für die Aussaat angeschafft haben und jetzt auf Grund ihrer guten Erfahrungen weitere Maschinen erwerben wollen. Don dieser Einrichtung zur Erleichterung der landwirtschaftlichen Arbeit haben bereits zahlreiche Kleinlandwirte Gebrauch gemacht, und überall ist dieser Maschineneinsatz, besonders in der Erntezett, von großem Dor- teil gewesen. Wochenendhaus-Einbrecher am Werk. LPD. Butzbach, 12. August. In mehreren Wochenendhäusern in der Nähe von Lange nhain-Ziegenberg und Ober-Mörlen haben in den letzten Tagen Einbrecher wieder- holt ihre ungebetenen Besuche abgestattet. Dabei zertrümmerten sie in einem Wochenendhaus, dessen Tür sie nicht öffnen konnten, sogar eine Wand, um sich Eingang zu verschaffen! Regelmäßig hatten es die 'Einbrecher auf die in den Wochenendhäusern verwahrten Lebensrnittel, Gettänke und Rauchwaren abgesehen. Imkerversammlung in Homberg (Ohm). —Homberg, 12. Aug. Die Ortsfach, gruppe, Zmker-Homberg-Oberhessen" hielt im Saale des „Frankfurter Hofes" eine Bienenzüchter-Versammlung ab. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung und begrüßte die anwesenden Mitglieder, insbesondere den Kreisfachgruppen-Vorschen- 6en, Lehrer Braun aus Rodheim v. d. H. Auf der Tagesordnung stand der Dorttag des Kreisfachgruppenvorsitzenden über das Thema: ^Was wird heute vom Imker in der Bienenzucht verlangt?" Die interessanten Ausführunaen des Redners lassen sich in folgende Punkte zusammenfassen: 1. Gesteigerter Honigertrag durch Reinzucht, 2. Züchtung von nur besten Völkern, 3. Beisetzen von Edelköniginnen und 4. Ausnützung der Tracht- Verhältnisse durch Wandern. Die Imker müssen ülso in der Sage sein, den Bedarf an Honig selbst zu erzeugen, um nicht mehr vom Auslande abhängig zu sein. Deshalb ergeht an alle die Forderung, jeder stellt ein Dolk mehr auf! Da die Reichsfachgruppe dem Reichsnährstände angeschlossen, mithin ein wichtiges ©lieb in der Landwirtschaft ist, so muß jeder nach Kräften mithelfen und seinen Stolz darin suchen, daß der Ertrag des echten, gesunden deutschen Honigs gesteigert wird. Ferner soll jeder Imker besttebt fein, durch Anpflanzung von honigreichen Sträuchern die Dienenweide zu verbessern; so kann ein kleines Eckchen im Garten mit Himbeer- oder Brombeersträuchern bepflanzt werden. Im Verlaufe der Tagung wurden von etlichen Mitgliedern noch besondere Fragen gestellt, die der Borttagende eingehend beantwortete. Anschließend fand auch eine Regelung der Beihilfen und Zuckerftagen statt. Füssen im Allgau, das Tor nach Tirol. Durch den Fortfall der deutsch-österreichischen Grenzen hat die alte Bergstadt Füssen im Allgau ihr fett Jahren versperrt gewesenes Ausflugs- gebiet wieder zurückerhalten. ,I>as Weißhau, die Wemmirtschaft „Zum Schluxen", das hochgelegene Reintal in den Thannheimer Alpen mit der Otto-Mayr-Hütte, der Urifee, der Plansee und der Heiterwangersee, all diese herrlichen Ausflugsorte sind wieder in halbtägigen Wanderungen von Füssen aus zu erreichen. Auf dem berühmten „SägerÜeig" kann man wieder von Hohenschwangau, an Schloß Neuschwanstein vorbei durch das Tal der Blöckenau zum „Ammerwald" und nach Schloß Linderhof oder zum Planfee wandern. Die Zugspitze tft um Stunden näher gerückt: kann man doch jetzt über Reutte und Ehrwald in zweieinhalb Stunden von Füssen aus auf der Tiroler Zugspitze sein, um von da durck den neuen Stollen zur bayerischen Seite zu gelangen. Auch dem Kraftwagen sind neue abwechslungsreiche Touren erschlossen, lieber den Gaichtpaß gelangt man bereits nach eineinhalb Stunden von Füssen aus in das Thannheimer Tal, von da zum Oberjoch ynb über den Adolf-Hitler-Paß nach Hindelang. Schön tft auch die Drei-Päste-Fahrt, die durch das wild romantische Lechtal zum Flexenpaß und roeiter über St. Anton zum Arlbergpaß und über Landeck—Imst zum Fernpaß führt, von wo es über Lermoos am Fuß der Zugspitze vorbei nach Reutte urtb Füssen zurückgeht. Wanderfahrten. Weidenhausen — Ober- und Nieder - Weidbach — Bellersdorf — Bieber. Dom Bahnhof Weidenhausen, bis wohin mir über Nieder-Walgern die Bahn benutzt haben, gehen mir auf der Herborner Straße, die sich anfangs mit der Talbahn um den Petersberg windet, aufwärts und genießen unterwegs schöne Blicke nach dem Rachels- Häuser Kopf oder Daubhaus, nach Racheishausen und Dernbach. Nach Ueberschreiten eines hübschen Wiefen- tälchens zieht sich die Straße, die durch Fußpfade abgekürzt werden kann, über die Schneeberge durch Ober-Wetdbach, sodann dem Tälchen des Weidbachs entlang nach Nieder-Weidbach, das mit feiner schönen Kirche malerisch an einem Hügel angeschmiegt liegt. Vor der Kirche haben wir einen feinen Blick in das Aartal, auf Hohensolms und den Altenberg. Wir verfolgen nun die Straße nach Mudersbach zu, kommen durch die Dörfchen Ahrdt und Altenkirchen, so- Das Holzweib und der reumütige Schneider. Ein Schelmenmärchen von Hans Friedrich Blunck. „Nein, nein, nein-, sagte der Schneider eigensinnig und stampfte mit jedem Wort vernehmsicher durch den blauen Abendwald. „Einen Schatz, der ums Hexen weiß, will ich nicht, und wenn's zehntausendmal ein guter Besen ist." Er nickte nachdrücklich mit dem Kopf dazu, war stolz, daß er fein Mädchen verlassen hatte, und sah sich herausfordernd um, auf daß sie's hören möchte, wenn sie chm heimlich folgte. Gerade da humpelte eine kleine Holzfrau vor ihm über den Weg, so rasch es ging. Der Schneider griff sie mit zwei Fingern unb kniff sie herzhaft, weil es auch ein Weibsbild war, die er heut nicht ausstehen konnte. Und hatte schon wieder Mitleid, als die Alte erbärmlich zappelte und schrie, sie sei aus dem Daum gefallen und hätte sich Arme und Deine verrenkt. Er solle ihr lieber beistehen, statt ihr weh zu tun. Auch als er sie darauf sorgsam auf den Boden setzte, hörte sie nicht auf zu jammern, er müsse ihr wieder in ihre Wohnung helfen, sie käme sonst um und dergleichen. Der Schneider hatte im Grund ein gutes Herz, er ließ sich zu einer dünnen Ha seigerte fuhren, die absonderlich schief hn Boden stand, und bog sie nach der Weisung des Holzweibes herunter, so daß es wie auf einem Stecken darauf reiten konnte. Und bann — hui — und der Schneider hatte wohl nicht rechtzeitig losgelaffen; da hockte er selbst mit dem Weiblein zusammen ganz hoch in einer riesigen Buchenkrone. Das hatte er nun davon. So armselig die Holz- ftau unten auf dem Boden getan hatte, so knochig und grob war sie oben. Half gar nichts, daß der Schneider alle Langhaarigen, alte unb junge, drei Klafter unter die Erde wünschte. Er erfuhr bald, daß er gefällig tun, dem Weib seine Stube kehren, die Fenster putzen und Geschirr spülen mußte. Und er bekam so recht zu fühlen, wie klein alle Menschen oben in den Zweigen sind, die auf Erden fün Schuh fein wollen, und wie klotzig stark ein altes Holzweijh neben ihnen sein kann. Mit vielen Seufzen dachte er nun an das Leben, das er verlassen hatte. Hätte er rechtzeitig gewußt, daß alles Weibs- tum feine Hexerei an sich hat, er hätte sich vielleicht bejokmen und wäre bei seiner Brgut geblieben, Ein Tag verging, noch einer und bald eine ganze Woche. Bucheckern bekam der Schneider zu elfen und alte Tannenzapfen. Unb zum Sonntag brachte das Weib wohl einen Holzwurm und rote Ameisen zur Abwechslung mit. — Einmal fing er sich selbst einen verwehten Schmetterling, aber er ließ ihm das Leben, er klagte ihm sogar fein Leid unb bat ihn, zu Haus feine Grüße zu bestellen. Denn der Schneider fürchtete sehr, daß er sein Leben hier oben nun würde beschließen müssen. Das Holzweib formte sich von Ast zu Ast schnellen wie ein Vogel, ging morgens auf Bekanntschaft unb Freundschaft unb nachmittags auf Eiersuche. Er selbst war hungrig und plump, so klein er war, mußte die Kammer reinigen unb mit Schweiß im Angesicht an einer zweiten schnitzen. Gut, daß es Sommer blieb. Wenn ber Schneider tagsüber ein Stündlein rastete, blickte er sehnsüchtig auf den Waldboden, über dem die Sonnenflecke spielten, horchte auf die Vögel, die sich über ihn unterhielten, für urtb gegen ihn sprachen und meist bitterbös schalten, weil er von ihren Eiern annähm. Nachts aber schreckte er vor jedem Marder auf, der in fein Loch blinzelte, träumte, eine alte Eule würfe ihr/in hohem Bogen zur Buche hinaus, oder er wurde gar krank wie ein Schiffsjunge, wenn der Wind die Bäume bewegte. Ein elendes Leben war's. Da geschah es eines Morgens, gerade als das Holzweib mit einem neuen Klatsch zu Gevattern gegangen war, daß sich ein großer Vogel im Wipfel verfing. Der Schneider konnte ihn nicht sehen, er hörte nur das Rauschen und Schlagen. Ehe er aber noch darüber nachdenken konnte, wer es wohl gewesen sei, fiel langsam kreisend — was denkt ihr — ein Rosenblatt zu ihm nieder, gerade so, daß er es mit den Händen greifen konnte. Er freute sich darüber, nahm es sorgfältig in beide Hände und suchte den Dust aufzufangen. In dem Augenblick kam die Holzftau zurück, und der Schneider warf das Blatt rasch fort. Aber die Alte hatte es noch gesehen, wurde puterrot, schalt den Armen und hieß ihn zur 6träfe m das dunkelste Loch kriechen. Am anderen Tage, als er wieder allein war, fiel noch einmal ein gleiches Blatt dicht am Daum vorbei, unb am dritten Tag noch einmal. Das letzte konnte er fangen, betrachtete es heimlich und auf» merksam unb sah in kleiner Kritzelschrist eine Zeile darauf. Ehe er sie aber entziffert hatte, dehnte sich das Blatt unter der Wärme seiner Hände, wurde größer unb immer größer. Schon war es wie eine Kappe, wie em holländischer Teller alsdann. Unb schließlich, als der Schneider mit aller Kraft darauf blies, wurde es die rote Schürze feiner Liebsten, die sich ausbreitete, um sich selbst kreiste unb wie ein Schiff in ber Lust vor feinem Loch anhielt. Nun, das war ja eine sehr erstaunliche Sache. Der Mann sah sich das Ding noch eine Weile an unb setzte bann vorsichtig ein Bein darauf. Wirklich, ihr könnt mir’s glauben, die Schürze trug bas Schnei- derbem. Da versuchte er’s mit dem andern; unb auf einmal hatte er den Halt verloren, rutschte und saß mitten in der Schürze — wie ein Wurm im Blumentopf. Nur daß sein Sitz sich wie ein Kreisel unter ihm drehte, immer schneller, so baß ihm Hören und Sehen verging. Oben über ihm aber flatterte ein Vogel; ber hatte Augen, als vergnügte sich ein böser Schelm recht herzhaft über des Mannes Läuterung. Mitten durch den Wall» führte das mahlende Schiff den Schneider; und immer blieb das Gesicht lustig und schadenftoh oben auf dem Rand. Der Mann erboste sich und hatte doch auch eine erbärmliche Sehnsucht, es leibhaftig und näher zu spüren. Aber jedesmal, wenn er sich zu ihm hob, rutschte er wieder kopfüber in den Trichter des Schürzenschiffs zurück. Endlich, als es schon dunkel wurde unb ber Schneider sich durch und durch zerknirscht unb geschlagen fühlte von all den gerechten Strafen, die über ihn gekommen waren, landete die Schurze in dem Dorf, von dem er ausgewogen war. Gerade vor dem Haus, aus dem er fortgelaufen war, ging .sie zu Boden. Und der Vogel wartete bereits auf ihn. Der Schneider war ja eigentlich heilfroh, daß alles so gut abgelaufen war, er wollte noch erklären und begründen, warum er fortgegangen war. Man ließ ihm indes keine Zeit dazu. Noch ehe er begonnen hatte, kriegte eine Hand ihn am Kragen und eine im Kreuz; wie der Wind flog er in die Stube hinein. Es ist ihm das nicht einmal leib gewesen. Bester zu Haus als auf dem Buchenbaum. Und wenn die Frauen nun einmal Zauberei treiben müssen, sagt der SchneQer, es ist doch gut, daß die Jungen kluger sind als die Alten. Man erzählt auch, daß es eine glückliche Ehe zwischen ihm und feinem Mädchen geworden ist. Aber es blieb im Schneidergewerbe doch seitdem, daß die Frauen listiger sind als die Männer und daß sie in allen verzwickten Dingen die Oberhand haben. Stoßseufzer im Hofbräuhaus. „In München steht ein Hofbräuhaus ..." Drinnen sitzen Einheimische so besessen und ingrimmig vor ihrer Maß, so andächtig und gerührt, wie das nur einer kann, der mit Jsarwasser getauft und mit Münchner Gerstensaft großgezogen worden tft Wir setzen uns zu einem besonders Gewichtigen, der den Schnauzbart tropfenb in den Maßkrug hängt als Opposition gegen unser glattrasiertes Zeitalter. Wir reden ihn nicht an, denn wir misten ohnedies, daß er bald mit uns reden wird. Neben ihm sitzt eine Dame, die, halb voll Entzücken unb halb voll Entsetzen, das Trinkgelage beobachtet Wie sie je mit ihrem Maßkrug fertigwerben soll, das weiß sie selbst nicht, sie nippt nur daran. Schon beginnt der Bayer auszupacken: „Wie du's machst, ist es verkehrt. Steht da doch vorhin vor einem Charcutier-Laben eine Frau unb schaut nach die Würscht. I pirsch mich an unb frag, was sie denn gerne möcht'. Sie ruckt ab. I ruck nach. Freilein, sagens hatt, was' mögen, sag i. Lassen Sie mich in Frieden, fährt sie auf. Wie sie weg- geht, lauf i ihr nach, ber Norddeutschen, und frag' sie zum drittenmal, ob sie was möcht, und ob i ihr behilflich sein könnt'. Zudringlicher Mensch, sagt sie zu mir unb läuft davon. Da willst höflich sein zu die Fremden, unb da werbens glei grob." So erzählt ber Bayer, schüttelt den Kopf unb nimmt einen langen Schluck aus bem Krug. Hochschulnachrichten. Der em. orb. Professor Dr. Aböls Jülicher (Neues Testament unb Kirchengeschichte) an ber Universität Marburg unb ber o. Professor Dr. Max Käppis (Chirurgie) an der Universität Würzburg find g e st o r b e n. Das Breslauer Universitätsinstitut für gerichtliche Medizin, besten Leitung jetzt von dem aus Jena berufenen Professor Dr. Gerhard Buhtz übernommen wurde, soll zu einem der modernsten wissenschaftlichen Institute auf dem Gebiet der Kriminalistik ausgebaut werden, das nicht nur der Rechtssicherung bient, sondern auch wichtige poli- tische unb bevölkerungspolitische Aufgaben zu lösen hat Es werden neue, mit den besten Apparaten ausgestattete Laboratorien eingerichtet. Hauptsächliche Arbeitsgebiete werben auch die Blutgruppen-, Blutalkohol-, Schrift-, Brand- unb Giftuntersuchum gen sein. Der Lehrauftrag von Professor Buhtz umfaßt außer ber gerichttichen Medizin auch die Der- sicherungsmebizin, die ärztliche Rechts- und Standes- kunde unb naturwissenschaftliche KrimmatiM. agen! So geräumig ist der KdF Üttovin- dem Neues für -en Büchertisch s ’-uorroorr ennneci un eine w w'““' ° ”— m, r± Lters zu den „Galgenliedern": dazu die Liebe zweier lunger^Menschen zueinander i drei Büchlein, die für mich ja und zur Stamm- und Wahlheimat m so i»under- * - . » < v , am inmmonfft tinpn hdfi der Lei er Besitz ansehen kann. Emst Blumschein, nadicn K. Budapest. Die Schmuggler, die unverzollte Waren über biß Grenze bringen, sind unerschöpflich m der Auffindung neuer Schliche, aber es begegnet auch den gewitztesten unter ihnen, daß ihnen em Fehler unterläuft, der sie verrät. Das zeigt em Vorfall, der sich an der rumänisch-ungarischen Grenze ereignete. Der Zollbeamte, der die übliche Revision in einem Abteil zweiter Klasse eines aus Rumänien kommen- den Auges vornähm, traf hier zwei Herren an, die augenscheinlich völlig verliest in eine Ichw'-nge Schachpartie waren. Auf die Frage, ob sie Nichts zu verzollen hätten, zeigten die beiden Herren nur auf die Koffer, die schon geöffnet dastanden und baten den Beamten, er möchte sie nicht weiter m ihrem Spiel stören. Der Zollbeamte hatte emen Blick auf das Schachbrett geworfen, und plötzlich ergriff er das Schachbrett samt den Figuren unter- suchte diese, stellt fest, daß der Boden abge chraubt werden konnte und daß im Inneren Juwelen von sehr hohem Wert versteckt waren. 2he beiden Schmuggler wurden sofort verhaftet. Sie waren natürlich sehr betroffen, denn sie konnten sich gar nicht erklären, wie ihr großartiger Trick so schnell entdeckt worden war. Schließlich fragten sie den Zollbeamten selbst, wodurch er den Betrug.augenscheinlich sofort bemerkt hätte. „Höchst einfach , antwortete der Beamte, „ich bin selbst ein leiden- schaftlicher Schachspieler, und da genügte mir der erste Blick, um zu bemerken, daß die Schachfiguren nicht wie in einem regelrechten Spiel, sondern ganz zufällig, in einer Art, wie es gar nicht möglich war, auf dem Brett aufgestellt waren. Da konnte ich mir sofort das Nötige denken." — Heimat wider Heimat. Roman von Gustav S ch r ö e r. (C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh. Gebd. 2,85 Mark.) — (184) — Ein Heimat- roman im besten Sinne des Wortes. Feinsinnig in der Schilderung von Land und Leuten, wie immer bei Schröer. Da werden' seelische Werte lebendig ge- macht, die dem Leser des Buches viel zu geben vermögen. Es sind bescheidene Menschen in einem abseits von den großen Verkehrsstraßen gelegenen kleinen thüringischen Städtchen, das die Eisenbahn ganz ferne oorbeirollen hört, die auf der einen Seite der Handlung, des Ringens um die Heimat stehen: und es ist auf der anderen Seite eine ebenfalls bescheidene, einsame Frau und Mutter hoch droben an der Wasserkante, im Friesenlande, unmittelbar am Rordseestrayd, deren Sohn durch das Schicksal in jenes thüringische Nest verschlagen wird, die ihrer- feite für die Heimat streitet. Dieses Ringen Heimat wider Heimat gestaltet der Dichter so zart und doch auch so entschieden, er läßt Mutterliebe und Kindes- liebe, selbstlose Tatbereitschaft und aufopferungsvollen Willen zweier Männer zum Dienen und Helfen, vollen Akkorden zusammenklingen, daß der Leser dieses Buch nur mit dankbarer Freude als guten Pappelallee am schwarze Punkt- lnstieg über den des Dünsbergr, ste Aufstieg zm ht und die Herr- laben, gehen mir iber kurzen und Frankenbacher Kurz vor dem and gelangen in zahlreichen alten eußisch-hesfischen chen am Forst- prächtigen Hoch- ierschreiten die ien Gotteshaus Endziel Lollar. tzl Ausblicken w Kreuze an- und die lbeinachuch mnden. Hutters- st durch Dald eszeit zu emp- ern wir, nach ben, durch das lle, die wir zur Die Tafelscherze des Herr« Mytto«. (—) London. Eine neue Arche Noah. AS. Rotterdam. die Basaltkuppe mit der Kasselburg selbst und alte] Mühlsteinbrüche befinden. Wanderungen durch die! Eifel sind immer erlebnisreich, da das weite Gebiet! noch zum größten Teil unberührte und unveränderte Naturbilder zeigt und in der Sttlle der scharfeinge- chnittenen Täler oder weiten Höhen meist nur das Kauschen eines flinken Gewässers oder der weitgedehnten Wälder klingt. Lustschiffahrt im Museum. Nach eineinhalbjähriger Bauzett ist nunmehr das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen fertiggestellt worden, daß es zum 100. Geburtstage des Grafen Zeppelin (8. Juli) der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Das Museum gibt eine Uebersicht ngMen. -tzt-n 8« 6** um ab auch ge KWsB ub* tot«- fiF * 3Uii>sfrem darum nochmau chalkurenkentt Rasiert in 28 Sekunden. (ml) Budapest. * Der praktische Wert der sogenannten „originellen" Rekorde dürfte im allgemeinen ja höchst problematisch fein. Eine dieser „Weltbestleistungen wirkt sich aber ganz nützlich im täglichen Leben Kundschaft des Friseurs Kardos in Budapest braucht Hr & W">W, iOtl. Nut SA N nidjt ** ’s .b!e.NoN 'l°d°ch Nitz "Mir «S ey* '!e.bei einem 1 Darlchen Der Brautmarkt von Ecaussines. AS. Brussel. Wie alle Jahre, ist auch in diesem Jahr in der 1200 Einwohner zählenden Ortschaft Ecaussines bei Brüssel der seit Jahrzehnten bestehende „Brautmarkt" abgehalten worden. Diese fröhliche Einrichtung, die den Charakter einer Jahrmarktsmesse hat, geht auf die Jnittative der Mädchen von Ecaussines im Jahr 1903 zurück, die keine alten Jungfern werden wollten. Sie erließen damals i durch Zeitungsanzeigen Einladungen an alle Heirate- luftigen, sich am Pfingstmontag tn Ecaussines einzufinden, um sich kennenzulernen und zarte Bande anzuknüpsen. Der Erfolg war überraschend es fand sich eine große Menge von teils heiratslustigen, teils bloß vergnügungssüchtigen Männern ein, I unter denen sich auch zwei Dutzend Pariser und I einige Londoner befunden haben sollen. Trotz einiger sarkastischer Kommentare wurde die Veranstaltung in den folgenden Jahren wiederholt und hat sich — abgesehen von der Unterbrechung durch den Krieg — dis jetzt erhalten. Das ftöhliche Treiben spielt sich ! sogar nach einer gewissen Tradition ab: Eintragung in das Goldene Buch der Stadt, Verteilung von Andenken, Aufmarsch der Heiratskandidaten, eine Ansprache der Vorsitzenden der Heiratevereinigung, Blumenschlacht, Ball, und schließlich beziehungs- I reiche Promenaden an der „Seufzerbrucke , unter den „Süßen Arkaden", im „Irdischen Paradies «und im „Tunnel der Verliebten". niemals lange auf Bedienung zu warten. Kardos hält nämlich den Weltrekord im Rasieren mit der verblüffenden Zeit von 28 Sekunden. Er hat kürzlich den bisherigen Rekord um eme Sekunde verbessern können. Da er noch eifrig weiter trainiert, um womöglich seine eigene Bestleistung noch einmal zu unterbieten, kann sich seine Stammkund- schatt wirklich nicht über zeitraubendes Warten beklagen. Manchem Kunden mag es freilich migst und bange werden, wenn Herr Kardos zu emem neuen Weltrekord startet... Das verräterische Schachspiel. Gemeinderatssitzung in der Luft. C.K. Kopenhagen. Eine Sitzung in der Luft wurde von dem Ge- meinberat von Aalborg in Dänemark aus Anlaß der Eröffnung eines neuen Lufthafens ad gehalten. Der Bürgermeister hatte alle Mitglieder an Bord ein« großen Verkehrsflugzeuges geladen, das auf- stieg und über dem Lufthafen treuste. In 1500 Meter Höhe wurde die Sitzung eröffnet, und der ! Bürgermeister teilte mit, daß er erst nach Erledigung der Tagesordnung landen lassen wurde. Die einzelnen Punkte wurden den auch mit einer Geschwindigkeit behandelt, die der des Flugzeugs nahezu gleichkam. Zehn Sekunden genügten für jeden Punkt, und nach fünf Minuten war die Sitzung geschlossen. austauen, so ist's genug". Ein befleres Motto konnte man auch dem „Jahrmarkt" nicht mit auf den Weg geben. Hans Thynot. _ Dorfstraße. Roman von Wilh. L e tz a s. (Verlag von Otto Janke, Leipzig. Kart. 4 Mark, gebunden 5,50 Mark.) - (221) - Man liest diesen Roman mit Behagen und mit lebhafter Anteil- nähme. Es ist die kleine und doch so vielfältige, interessante Welt eines Dorfes und eines Schlosses eines reichen Barons, die hier vor dem Leser mit gutem Humor, etwas Ironie und Satire, aber doch auch mit feinem menschlichen Erfühlen und Verstehen geschildert wird. Die Personen dieser fesselnden Erzählung sind sein gezeichnet, die Kontraste zwischen den Menschen und den beiden Polen, dem Dorf und dem Schloß, nicht etwa übertrieben, aber doch klar herausgearbeitet. Durch die ganze Erzählung geht jedoch nicht wie ein roter Faden ein Gegensatz, ja eine Feindschaft zwischen Dorf und Schloß, sondern im Gegenteil, das Gemeinsame, die Verbundenheit als Menschen und mit der Heimat- erbe, gegenseitiges Kennen und Verstehen sind die Grundlagen, auf denen der Autor seinem Werke eine gute und anerkennenswerte Gestalt gegeben hat. Daher bereitet denn auch diese Erzählung dem Leser manche Stunden der srohgestimmten Lektüre. Emst Biumschein. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die bellende Frau. K. Singapur. Der englische Forschungsreisende Williams Gerd- s o n machte auf einer bisher unerforschten Insel des Malaiischen Archivs eine seltsame Entdeckung, die unglaubwürdig sein würde, wenn er nicht Beweisstücke mitgebracht hätte. Er war unf einem Geleit von (Eingeborenen auf die Insel gekommen und durchwanderte sie, als er plötzlich em lautes Gebell hörte, das von der Höhe eines Baumes her- abzukommen schien. Da er sich Darüber wunderte, daß ein Hund einen Baum erklettert haben sollte und den Baumwipfel musterte, enweckte er eme halbnackte Frau, die auf einem starken Zweige hockte. Als Gerdson ihr durch Zeichen zu verstehen gab, daß sie herabkommen sollte, bellte sie nur noch wütender. Es gelang seiner- Begleiterni ledoch, das wilde Wesen einzufangen. Die Frau, die den Typ der Polynesierin hat, kann kein Wort prechen. Wenn ihr jemand näher zu kommen versuchte so ließ sie einen Schnarchlaut Horen wie eme Bull bogqe Der Forscher nahm einige Phonographen- platten mit den merkwürdigen Lauten der wilden Frau auf. Er hat die Absicht, sie nach Borneo zu bringen. Man glaubte bisher, daß die Insel volttg unbewohnt sei, und man fragt sich Qe. Weise dieses seltsame Menschenwesen dorthin ge langt sein kann. Wer ist am sparsamste«? K. Neuyork. kälch-os- • Drin- ’i'ngnmedi «rührt, w< irtMii worden P- °9, gewichtig ££■*! nBit du'! 8*"' Ä st nW nut M rüg- Jfl N, n btLt liegen drei Maare, von denen jedes seine Besonderheit besitzt. Das Totenmaar ist Inbegriff der (Eifel- stimmung geworden. Im Kreis Daun, inmitten der Vulkaneifel, zählt man über 100 Naturdenk- male, unter denen sich der Sauerbrunnen und die Fichte bei Mehren, der Napoleonsgarten bei Hebers- darf, bie Tuffstein quelle unb bie Stechpalmengruppe oeiuajer uieiet» m uei xvcu cui^umy bei Salm, der Basaltlavastrom bei der Kasselburg, j eine kostenlose „Lustschiffahrt" leisten. Kürzlich ist bie „Palembang" des Rotterdamschen Lloyds mit mehr als 5000 lebenden Tieren aus Niederländisch-Jndien im Schiehafen angekommen. An Bord befanden sich drei Tiger, drei Orang-Utans, ein Komodo-Waran von 2,60 Meter Lange, em Panther, vier Arces-Hirsche, vier Mundiacks, neun Kasuare, zahllose seltene Tauben, zehn Nashornvögel, vier Argusfasane, vier Feuerruckenfasane, 31 Flamingos, ein Adler-Papagei, acht Moluksche Edel-Papageien, ein schwarzer Kakadu, vier Legu- ane, 50 Java-Affen, zwölf Schweineschwanz-Affen, zwei äußerst seltene Hirschschweme, sechs Loetoeng- Affen und eine große Anzahl Sumpf-Pythrnis, seltene Arten von Kobras und anderen Giftschlangen und eine große Menge von Vögeln geringeren Wertes. Die Tiere sind größtenteils für einen Niederländischen Tierhandel besttmmt. Zahlreiche Exemplare gehören aber auch zum Erwerb des Rotterdamschen Tiergartens, des Zoos m Edin- burgh und des Tierparks in Wassenaar. Aegypten nimmt gegenwärtig einen merkwürdigen Nekord in Anspruch, den bisher Amerika hielt: den größten Menschen der Welt zu besitzen. Durch emen InqlücfsfaU ist der Anstreicher Sayed Mohammed Ghazi in die wenig beneidenswerte Lage gekommen, einen solchen Rekord aufzustellen. Er war 13I SW)« alt, als er von einem Baugerüst aus der Hohe des dritten Stocks herabfiel, und er verdankte fern Leben nur dem Umstand, daß er gerade auf einen großen Sandhaufen stürzte, der ©emalt des Äufprallens stark milderte. Der Unfall war fast vergessen, als Sayed einige Monate spater plötzlich auf anormale Weise zu wachsen anfing Im ersten Jahr betrug das Wachstum 20 3entimeter, im zweiten 30 Zentimeter. Im Jahre 1936 war er bereits 2,28 Meter groß, und heute, im Atter von 19 Jahren, mißt er 2,97 Meter, 1° daß man an- nehmgn kann, daß er, wenn er weiter so wachst, bald die 3 Meter erreichen wird. Der junge Mann legte dem ungewöhnlichen Wachstum Zunächst weiter keine Bedeutung bei,, bis er zu schwach wurde für die Ausübung feines Handwerks unb sich hinstrecken mußte wobei er sein Geschick mit bem stoischen Gleichmut ber Orientalen hinnahm. Das kleine Lehmhaus m Madra, m dem er mit seiner Familie wohnte, wurde bald zu klein, um diesen gewaltigen Körper aufzunehmen, und man mußte eine Wand entfernen. SchUeßlich wurde die merkwürdige Tatsache seines unerhörten^Wachstums einer arabischen Zeitung mügetedt und dann auch den Behörden, aber es bedurfte des Ein- areifens des Königs Faruk, um den Unglücklichen seinem Loch zu befreien. Nachdem er durch sorgfältige Pflege und geeignete Ernährung wieder einigermaßen zu Kräften gekommen war, horte das Wachstum immer noch nicht auf, und es war ihm teilt dem Ganzen zurück, wie das m ähnlichen Fallen beobachtet worden ist. England ist an sich nicht reich an Kuriosa und an kuriosen Menschen auf dem Gebiete ber Eßkunst ober der Küchenkünste. Immerhin werden aus dem . 19. Jahrhundert interessante Einzelheiten über das Leben eines gewissen John Mytton überliefert ber ; sein ganzes Dasein damit zubrachte, baß er seine Mitwett ärgerte, um eines Tages am Delirium tremens zugrunde zu gehen, weil er in den letzten ldrei Monaten seines Daseins täglich sechs Flaschen stärksten Alkohol mit sechs Flaschen Portwein vermischt trank. Er war zu seinen früheren Zeiten, ehe der Alkohol ihm den Appetit vertrieb, ein großer Feinschmecker, der häufig für sich Gerichte aus Frankreich herüberkommen ließ, wenn er auch mefit ! die Getränke ber festen Nahrung vorzog. Die Nüsse erfreuten sich seiner besonberen - Gunst. Er Uetz Nüsse in jeder nur denkbaren Form Herrichten und aß außerdem eigentlich den ganzen Tag Nüsse. Man erfährt z. B. aus den Aufzeichnungen über John Mytton, daß er einmal mit einem Freund von London nach Halston im Wagen fuhr und bei ber Ankunft soviel Nüsse gegessen hatte, bah er bis zu den Knien in den Schalen stak. Sogar m ben Polizeiakten seiner Zeit würbe Mytton erwähnt. Er hatte ein großes Essen veranstaltet, zu dem 112 Freunde eingeladen waren. Er versprach einen besonderen Scherz und kam aus dem Rucken eines angeblich gezähmten weißen Bären mitten heim I Diner in den Saal geritten. Der Anblick der vielen I Menschen machte den Bären wild. Er stürzte sich auf die Gäste und verletzte vier von ihnen schwer. I Einer von ihnen starb an den Folgen. Allerdings I konnte Mytton nachweisen, baß er jenes Tier zahm I gekauft hatte und besten plötzliche Gereizcheit nicht I vorausahnen konnte. At bie Frau ober ber Wann (parfamer? Diese schon ost behanbelte Frage, für bie ein! Worten in (einer Umgebung finden kann, sucht °m amerikanischer Psychologe auf Grund re^er ®e b achtung-n zu entscheiden. Er fpncht der F»u 'm allgemeinen ben größeren Sinn für bas toparen zu Eine Frau wird sich seiner Ansicht nach ->°n einem überfüllten Straßenbahnwagen nicht abhatten lassen, sich hineinzuzwangen und daß ste etwas spart, während der Mann unter^den selben Bedingungen das naMe tlluto h Eben o ist es bei längeren Reisen. Dre Fr gnügt sich mit der 3. Klasse, wahrend der Mann am Wen den Luxuszug benußen mochte Wer es gibt auch Gebiete, m denen dn grau mei m 9 ausgibt als der Mann. Für Schmuck haben nur wenige Vertreter des stärkeren Geschlechtes Geld übrig. Außer einem Ring tragt der x» noch eine kostbare Krawattennadel, °ber das 1 auch alles. Fast aste Frauen dagegen Heben Ringe Halsketten, Broschen, Perlen unb foftbare tot unb wiberstehen schwer ber Versuch g, etwas zuzulegen, wenn es ihre Börse n 9 wie gestattet. Beim Essen dagegen ist bie F oiel sparsamer als der Mann Ni-rnnt sie bet «e forgungen auswärts eine Mahlzeit ein, f sich mit Wenigem begnügen ©er Wann ab«r m sich gern etwas an, wenn er außerhalb sp 1 , es kommt ihm dabei auf ein paar Mark mehr ob — Irübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung >herausgegeben von Al f r ed G 0 tze. Neunte Lieferung: Gläubiger—Lucken. (Band 2, Lieferung 4.) Preis RM. 1,00. Verlag Walter de Gruyter L Co., Bevlin 1938. —(220)- Die neunte Lieferung führt den anspruchsvollen Buchstaben G fast zu Ende und bewälttgt bannt einen Anlaut, Iben, wie das Vorwort bes Herausgebers bemerkt, bie wichtigsten Wörter unserer Sprache führen. Das Wörterbuch fit also um einen beträchtlichen Abschnitt gefördert worden. 3m übrigen gelten für bie neue Lieferung die gleichen Grundsätze wie für ihre hier bereite angezeigten Vorgänger. Durchsicht und Überarbeitung leistete wiederum Professor Wolfgang Stammler in Berlin; unter den Bearbeitern der Wortgeschichten ist diesmal auch der Herausgeber mit einem Beitrage vertreten. Dom Inhalt eien genannt: gleich; Gleichnis; GUA; 9limPfen; Glocke; glotzen; Glück; glühen (Glut); Gnade; Gold, Gott' Götze; graben (Graben, Grab); Granate; grau'; greinen; Grenze; Grille; Grippe; grölen; groß- Grund; Gruß. — Zwei weitere Lieferungen (21 unb W st-hen vor ber Ausgabe^ weniger nicht an. Der eigentliche Bereich, m die Frau zur Verschwenderin wird, ist natürlich die Kleidung. Die Auswahl ihrer Toilette beschäftigt ie so sehr, daß sie sich zu Ausgaben hinreihen laßt, iber bie sie nachher selbst erschrickt. Die Manner verdienen gemeinhin ihr Geld leichter als die Frauen. Daher mag es wohl kommen, daß das weibliche Geschlecht die Mittel besser zusanurnnhaU und sich schwerer von dem Mammon trennt. Natürlich gibt es auch unter den Damen Verschwenderinnen, unb solche weiblichen Derschwenber sind viel chlimmer als die männlichen. Aber tm allgemeinen t der Sparsinn bei ber Frauenwelt besser ausgebildet. Der Beweis dafür ist leicht zu bringen, wenn man bas Trinkgeldgeben als Maßstab nimmt. Wenn eine Dame und ein Herr zu gleicher Zeit dasselbe Auto nehmen wollen — wem von beiden wird wohl der Fahrer den Vorrang geben? Der qrötzte Mensch der Welt. C. K. £ a i r 0. Vergünstigungen ober Ermäßigungen auf Kurtaxe unb Bäderpreise bieten. Sie finb eingeführt worben, um bem Kurgast bie Annehmlichkeit ber pauschalen Vorausbezahlung für die Kurleistungen zu ermöglichen und ihm damit bie Aufstellung eines Kostenplanes für eine Badereise zu erleichtern. Dagegen sind „Vergünstig u n g s f u r e n", Pauschalkuren für Minderbemittelte, die nur gemäß den Bestimmungen über Freistellung unb Ermäßigungen auf Kurtaxe und Kurmittel nach Feststellung der Be- burftigfeit bes Kurgastes mit Hilfe des Fragebogens abgegeben werden. Naturdenkmale in der Eifel. DsR. Die Eifel, das an Naturschönheiten unb Sehenswürdigkeiten überreiche eigenartige Berglund zwischen Köln, Aachen, Trier und Koblenz, besitzt in geologischer Hinsicht ein Gepräae, das in Deutschland nicht seinesgleichen hat. Bekannt sind die Maare, wassergefüllte Krater einstiger Vulkane, deren größter der Laacher See ist. In ber Nähe von Daun, dem beliebten heilklimatischen Kurort, über die Geschichte der Zeppelin-Luftschiffe. Eine Fülle konstruktiver Einzelheiten aus Friedens- und Kriegsjahren, Photos und Ausstattungsstücke, aero- nauttsche Instrumente und Urkunden, alles das dient einer Darstellung der Bedeutung des Grafen Zeppelin für Deutschland und die Welt. Besonders | eindrucksvoll ist das Prachtstück des Museums: das' Kugelpanorama, eine Hohlkugel von 12 Meter Durchmesser. Von einer, der Führergondel des „Hindenburg" nachgebildeten Plattform aus, die in die Hohlkugel hineinreicht, kann sich der Beschauer in einen freien Himmelsraum versetzt fühlen. Man blickt herab auf die anmutige Bodenseelandschaft mit ihren Städten und Dörfern. So kann sich jeder Besucher dieses in ber Welt einzigartigen Museums — Christian Morgenstern: Bohmi- cher Jahrmarkt. Herausgegeben von Margareta M 0 r g e n ft e r n. 173 Seiten. Umfchlaa von Fritz B e b 10. Seinen 3,80 Mk. R. Piper unb Co Verlag. München. - (211) - Das Bach enthalt eine Anzahl neuer, bisher unveröffentlichter Stucke, die erst nach bem Erscheinen ber Sammlung „Die Schallmühle" (1929) entberft wurden Wer bie Galgenlieder liebt unb bie schönsten unb lustigsten von ihnen auswendig mit sich herumtragt wem Palmström, Korf unb Palma Kunkel gute alte Bekannte finb, ber wird diesen neuen und wohl letzten Morgenstem-Band mit Lust zu den übrigen stellen. Hier findet man Gereimtes und Ungereimtes, Grotesken und Parodien, „Kleine Szenen", „Ateratur- geschichte in Beispielen" und Proben „Aus dem Nachlaß des Horaz"; diese gehören mit bem „Sunb- floh" unb ber „Helbin" zu den kleinen Kostbarkeiten bieses Bandes, welche der Kenner fortan neben so berühmten Scherzen wie dem „Mesel", bem „Wer- wolf" unb bem „Lattenzaun" im Munbe führen wird. Doch begegnet man auch bem Leichbornros- eben und bem Apfelschimmel, dem Fernklavier unb ber Winbhose. Das Vorwort erinnert an eine Be- mertung des Dichters zu ben „Wenn diese zwei, bloß Beiwerkchen, Nebensachen bebrüten, nur em bißchen geistige Leichtigkeit, Hetterkeit, Freiheit ver- breiten, bie Phantasie beleben, nur ein bißchen von ber im Posthorn gefrorenen Musik ber Seele mieber Zteinhiiyer Z Urauell würz'7 mild - mit derv bekannten SchinkenbiidJ^j Untere Bilder finb einer neuen Schrift entnommen, die die Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens über den KdF.-Wagen h-r-usgegeben hat und d-e °'mse bisher noch nicht bekannte interessante technische Angaben Uber den Wagen und seine AusMt^enthE Die Abbildunaen beweisen, daß die Karosserie — hier eines Ganzstahl-Jnnenlenkers bequem vier Erwachsenen unb einem Kinb W bitet. Trotzbem b^ibt noch em geräumiger Kofferraum hinter den Rücksitzen übrig. Em zweiter Raum für Gepäck befindet sich unter der Vorderhaube. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Geschichten aus aller Welt. V- Todesanzeige. Frau Emma Partenheimer Ein Bernard-Angebot geb. Müller an einer tückischen Krankheit nach kurzem Leiden. In tiefer Trauer: das Ihnen die Kleidersorgen erleichtert! DOPPELHERZ Gießen, Nairobi. 0.68 Vistra-Musselin, 78 cm breit vielfarbige Druckmuster Meter 03680 Vistra-Musselin, 78 cm breit 0.88 Am 12. August verschied plötzlich und Meter in schönen Ausmusterungen unerwartet meine liebe, treusorgendk 0.98 Kleider-Neuheiten, 70 cm breit Frau, unsere liebe Tante in flotten Farben Meter Bertha Polratzky, geb. Bechert 1.58 weil sich die Gurken dann im 73. Lebensjahre. über den Winter hinaus halten. nicht weich werden und nicht schimmeln. 1.68 Heinrich Polratzky. GEHRING & NEIWEISER 1.78 Meter hell und dunkel gemustert 1.98 Mattcröpe-Drucks, 95 cm breit 03683 Meter in solidester Grundware 1.98 Meter n 5274D Stoff - Spezialhaus Bernard&Sohn Gießen, Bahnhofstraße 65 5277V Wie kocht man Kaffee? Gießen, Plockstraße 14-16 5258 A Verk* 12. August 1938 4. Ziehungstag Dr. Hohl verreist In der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen «CHMMHAN5A Vertreter die Herren: Häuser Dr. Klein Dr. Mehl 5273 16091 28344 30346 Dr. Malech Dr. Pioch 5269V Dr.Wolf 8950 9446 13507 300 LM. Wiederbeginn der Sprechstunden 48113 51194 51610 38098 42785 46721 53774 54849 58303 69574 78169 79294 dann wenden Sie sich vertrauensvoll an 81251 82732 92124 93319 96349 Montag, den 15. August H. 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Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Gießen (Schottstr. 5), den 13. Aug. 1938. Die Beerdigung findet am Montag, dem 15. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Fern der Heimat starb unsere liebe, gute Schwiegertochter, Schwägerin, Schwester und Tante Graue Haare verschwinden durch Besser ist es, ihn weder zu kochen noch zu brühen, sondern fein zu mahlen und zu filtern. Dann schmeckt er viel besser. Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. 9n Leinen gebunden RM. 8.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Suchen Sie Rat und Auskunft in Immobilien - Hypotheken - Versicherungen Konturen-Cröpe, 90 cm breit in vielseitiger Farbenauswahl .... Meter Mattcrfepe-Drucks, 95 cm breit Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Vistra-Toile, 68 cm breit schöne Stickereiware......... 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Sie dachte nicht anders, als daß der allzu große Schmerz die Sinne des Mädchens verwirrt LJ: flüsterte sie. Landschaft in großen Linien. (Bei Steinbach.) Geruhige Fahrt auf der Reichsautobahn durch Oberhessen, wenn man der inneren und äußeren Disziplin genug hat, mit wohltemperierter Geschwindigkeit zu fahren. Fast ohne Erschütterung rollt dann der Wagen dahin, und man hat der Muße genug, der Landschaft einen Blick zu widmen. Bei aller angebrachten Vorsicht bleibt viel Möglichkeit, die Augen einmal vom Grauweiß der Fahrbahn abschweifen zu lassen in das Grüne zu linker und rechter Hand. Ja, es ist sogar gut, es zu tun! Wie einzigartig schön war es vor etwa vier Wochen, auf der Autobahn etwa von Steinbach ab nach Bad-Rauheim zu fahren! Da glühten zu beiden Seiten und auch auf dem Mittelstreifen der Bayn Hunderttausende der roten Mohnblumen, die manchmal abgelöst wurden durch Flächen vom feinen Blau der Kornblumen und dem Violettblau einer Lupme. War es nicht, als führe man dahin in einem großen, schier endlosen Garten! Zu beiden Seiten neigten sich die Halme des reifenden Getreides herbei und erinnerten daran, daß es dem hohen Sommer zuging. Dann war es wieder ein anderer Anblick, der sich bot- Die leuchtenden Farben verblaßten und dafür begann das goldene Gelb des reifenden Getreides landauf, landab das Bild zu beherrschen; kaum hob sich im Glanz der Sommertage und im hellen Gelb des Getreides das weiße Band der Bahn ab. Mohn und Kornblumen mußten gemäht werden, weil der Wind ihre Blütenblätter auf die Fahrbahn wehen wollte. So wurde die bunte Pracht rasch zusammengefaßt und verschwand. Und jetzt in diesen Tagen ist es erneut anders! Das Landschaftsbild ist wieder unruhiger geworden! Auf allen Feldern links und rechts der Bahn rattern die Mähmaschinen, schimmern überall die weißen kleine Begegnung: mitten auf der Fahrbahn liegt ein Heft. Der Wind hat in seinen Blättern gewirbelt. Irgend jemand hot das bunte Heft aus dem Auto verloren. Im Vorüberfahren sahen wir im schönen braunen Kupfertiefdruck Bilder von Häusern, Türmen, lebhaft leuchtet eine rote Schmucklinie aus den Seiten. Komisch, daß man plötzlich nicht die Geistesgegenwart hat, das Gas wegzunehmen, die Bremsen zu treten, dos hübsche Heft zu holen? Wo mag es her fein? Welche Stadt zeigen die Bilder? der Reichsautobahn ist glücklich hineingewachsen in Natur und Umwelt. Die große Verkehrsstraße ist Bestandteil der Land- schoft geworden, über bepflanzte Böschung, durch Blumen und Rasen, durch Busch und Baum mit ihr eins geworden. Der Geist unserer Zeit läßt es uns leicht werden, die Autobahn als der Landschaft zugehörig zu begreifen! Es ist warm geworden auf der Bank über dem Parkplatz. Gern überlassen wir uns wieder dem Wind im offenen, fahrenden Wagen. Eines der eindrucksvollsten Bauwerke Schlschen Steinbach und Bad-Nauheim ist die Brücke bei Butzbach, die Brücke für die Straße Gießen—Frankfurt. Im spitzen Winkel führt sie über die Autobahn, gedrungen, wuchtig und doch nicht plump. Hell schimmert der rötliche Sandstein, mit dem der Brückenträger und die beiden Widerlager verkleidet sind Pfeiler und Eisenträger bilden ein hübsches Spiel der Linien. Dabei sieht man der Brücke an, daß sie die schwersten Lastzüge zu tragen vermag Merkwürdig: man weiß wohl unter wie vielen Brucken man hindurchfährt auf der 20 Kilometer langen Strecke zwischen Gießen und Bad-Nauherm — aber man weiß nicht, über wie viele Brückenbauwerke man selbst hinweggefahren ist. Brücken, die die Autobahn tragen, bemerkt man kaum. Indessen sind gar viele Bäche, Feldwege, Straßen überführt... Mainz oder Königsberg in Ostpreußen? Deutschland ist ja so klein geworden, seitdem es so rasche Autos und Reichsoutobahnen gibt. Und im Weiterfahren fällt uns dann ein, daß man die Reichsautobahn zu Fuß eigentlich gar nicht betreten soll! Genau genommen hätten wir das Heft also gar nicht holen dürfen! Aha! Der Motorradfahrer, da vor uns auf dem schwarzen Streifen an der rechten Seite, hat Panne! Hilflos steht er da! Zu schnell gefahren! Sicherlich hat sich der Kolben „gefressen"! Die Autobahn hat ihn verführt, und er hat sich verleiten lassen, mit seinem 200-ccm-Maschinchen 100- Brücke, Bäume und Fahrbahn fugen sich zu einem harmonischen Bild. (Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Kilometertempo fahren zu . . , wollen. Wir sind von Natur aus nicht schadenfroh. Eine Bitte an die Kraftfahrer: Nehmt Rücksicht auf das Wild. (Wildwechsel am Grüninger Markwald.) jleldro-Gem*^. Zwei Stunden später saß Gisela Mertens im Wartesaal, hatte ein Glas Limonade vor sich stehen und blickte bald auf die Uhr, bald auf die Flügel der großen Eingangstür. Sie hatte mit Walter telephonisch vereinbart, daß sie sich vor dem Abgang des Zuges hier treffen wollten. Endlich kam er angestürzt, schwang schon von weitem den Hut und drückte ihr, als er den Tisch erreicht hatte, leidenschaftlich die Hand. „Sag mal, was sind denn das für Neuigkeiten? Ich will nicht hoffen, daß du mir einen verspäteten Aprilscherz angedreht hast?" „Aber Walter, ich bin ja selber ganz aufgeregt. Hier, das ist der Brief, von dem ich dir erzählt habe! Als Radegast gelesen hatte, gab er ihr das Schreiben kopfschüttelnd zurück. „Allerdings, nun begreife ich, warum du am Telephon so aufgeregt warst. Es passiert einem nicht alle Tage, daß man zu einer Testamentseröffnung geladen wird. — Hm, hast du übrigens schon daran gedacht, daß nun jener Brief der dir damals unter die Finger kam, n» einem ganz neuen und höchst eigenartigen Licht ^Gisela wandte ihm ein aufgeschrecktes Gesicht zu. „Mein Gott, wahrhaftig, du hast recht!" „Die Sache liegt sonnenklar! Es handelt sich um einen ganz eindeutigen Fall von Heiratsschwindel. Der Sohn des Notars, em verbummelter Student, hat durch irgend einen Zufall von dem Inhalt des Testamentes' Kenntnis erhalten, das bei seinem Vater deponiert war. Die Tatsache, daß sich unter den Erben ein junges Mädchen von Berlin befindet, ist pikant genug, um den Freunden brühwarm aufgetischt zu werden. Dieser Stoll lebt, wie ich inzwischen ermitteln konnte, in sehr bescheidenen Verhältnissen. Er beschäftigt sich mit irgendeiner verrückten Erfindung und mag sich oft genug den Kopf zerbrochen haben, wie man zu Geld kommen könnte." (Fortsetzung folgt!) Herr Weißfloh, der seine Abende mit dem Lesen von wilden Liebesromanen vergeudete, kam sogleich zu gewissen dunklen Schlußfolgerungen. „Hat Ihnen Ihre Frau Mutter nie von diesem Herrn Grutz- macher erzählt?" fragte er vorsichtig. Gisela schüttelte unbefangen den Kopf. „Wenn ich's Ihnen sage: ich höre den Namen zum ersten- ma Der Briestriiqer hielt ihr einen Zettel hin. „Hier, unterschreiben Sie, bitte! Mein Kollege hat den Bries gestern schon zweimal in lbrc\ SSqt,nunS aeleat aber Sie waren nie zu Hause! 6 GNela nickte abwesend, während sie immer rote- d-r auf den Brief starrte. Vom Notariat Breslau? die Hülle mit einem schmalen, schwarzen Rano Kopftücher der Frauen und Mädchen. Nun stehen überall die Getreidehaufen. Der Höhepunkt des Jahres ist überschritten — das ist der nächste Gedanke bei dieser geruhsamen Fahrt! Ueberhaupt — was man alles sieht und denkt während einer solchen Fahrt zwischen Steinbach und Bad-Nauheim! Da vorne wechselt tatsächlich am Hellen Tag ein Reh über die Bahn, flüchtet den Hang hinauf, verschwindet im Walde (schade, daß man es nicht näher sah!), da Unis jachtern einige Feldhühner auf und ihr aufgeregtes Gegacker übertönt das eintönige Lied des Motors. Heiß scheint die Sonne — man wird wieder ein bißchen brauner werden, ohne die Hitze allzu sehr zu spüren. Der Wind fährt wie liebkosend über Gesicht und Hände, so stetig und „Vielleicht doch ein entfernter Verwandter, von dem Sie nichts wußten? Auf ,eden Fall müssen Sie der Aufforderung Folge leisten. Sie bekommen natürlich einen Sonderurlaub!" saate er großartig. Geben Sie gleich nach Hause, Sie müssen heute noch abreisen.' Brauchen Sie Vorschuß? Natürlich brauchen Sie Vorschuß, ha, ha, uberflusige Frage Lassen Sie sich von Weißfloh hundert Mark geben. Es war Gisela, als drehte sich das Zimmer mitsamt bem Direktor unablässig im Kreise, einmal schneller, einmal langsamer. „Danke schön!" st"""""' einmal, wofür sie sich bedankte. Draußen würbe sie von Herrn Weißfloh unb Fräulein Hinterhuber umringt „Oh! riefen die beiden, als sie Giselas verstörte Miene sahen, „unser aufrichtiges Beileid! Ist es em sehr schmerzlicher ^Da^Fräulein Mertens keine Antwort gab, suhlte sich Fräulein Hinterhuber zu Worten des Trost verpflichtet. „Sie armes Kmb, fasten Sie sich. G sh-Ä iftjws : Schlag der Sie wie ein Blitz aus hellerem H.mmel 1 ^Ewas Entsetzliche- ließ sie mitten im Safe ‘ UngtnäS Tinterhuber nahm vorsichtig Giselas ^wurde sc.immer merkwür^er.^Gsiel^achte angestrengt nach, aber es fiel 9 S“ *» schweris ungeduldige Stimme. Gisela eilte an ihren Platz Junia. , (b Sie „Unerhört!" schrie Hastelschwert. Was vuoen « sich eigentlich ein. Sie werden wo m noch Zeit genug haben, die Lieoesepci Freunde auf sich wirken zu lasten. Los fegn waren wir stehen geblieben. & den Gisela warf Den Kops.zuruck. „Ich btte w Brief vorher lefen zu dürfen Esi sche ^enach liches Schreiben zu sein, anscheinend o Züchtigung von einem Todessau. -wer das Notariat in Breslau." f _ To._ Hastelschwert hob mißtrauisch den Kopf. desfall?" Er schielte nach dem Brief. „J ' Machen Sie schon!" , . e.xne Ge- - Vfo» der arme ,'. ^Gisela Mer- legenheit mehr haben, sein Diktat vo tens fertigstellen zu lassen. binnen ariff Gisela las, bewegte ein paarmal bw ßippen, V H sich an den Kopf. Der Inhalt schien ^ine fl erstarrende Wirkung aus sie auszuub , eine „Nun?" srag.e Hassel,chwert, der wahre Engelsgeduld an den Tag letzte. Nachricht. Da mutzte man schl,°tzl.ch ^4° Zu drücken. Es war, als erwachte Gisela aus einein bumpfen Traum. „Das — verstehe ich nicht! Es ist — e»| muß wohl ein Irrtum fein!" „Na, was denn, was denn?" machte Hastelschwert kopfschüttelnd. „Darf man sehen?" Sie gab ihm den Brief. Er las, unb seine Augen wurden mit feder Zelle noch runder. „Oh!" murmelte er im Ton höchster Überraschung. Er prüfte die Anschrift, und als er ihr den Brief zurückgab, war etwas rote Respekt in ^^Von^einem Irrtum, Fräulein Mertens kann wohl keine Rede sein. Das ist Ihre genaue Adresse. Kannten Sie denn den Verstorbenen nicht. „Ich habe den Namen nie gehört. Das ist es ruhig, wie es sich eben aus der gleichmäßigen Fahrt von 50 Kilometer je Stunde ergibt. Da oben auf ber Brücke stehen zwei Hitlerjungen und sehen herab auf die Autobahn. Ob sie wohl neidisch sind? Sicherlich nicht! Sie haben ihre Räder an das Geländer ber Brücke gelehnt. Man kann bie Tornister genau erkennen. Das alles hebt sich wie ein Schattenspiel gegen den leuchtenden Himmel ab. Die beiden Hitler- jungen, sie erleben öie Landschaft auf ihre Weise. Wie schön, daß die Ju- ses Festhalten an Ge- aend so durch das Land wohnheiten schon man- ?... . 1 J___s,.*. TtOVO ; ’ - chem ber schönen Tiere Unb dann eine ganz das Leben gekostet. Die moderne Technik gar nicht erst denken! Wahrscheinlich stellt sich die ganze Geschichte als ein Irrtum heraus. Sie werden '^Gin^arrtum? Ha, daß ich nicht lache! Haben Sie schon einmal erlebt, daß eine Notanatskanzlei sich geirrt hätte?" Gisela mußte zugeben, daß sie etwas Derartiges in der Tat noch nicht erlebt hatte. „Ach, ich — ich verstehe es nicht! Ich begreife überhaupt nichts 9J.-fport Wirtschaft In nen und Geräte nur mit einem Merkposten. vermehr und mehr oui Fußball der heimischen Alannschafim Run-funkprogramm es sich doch bei der Gastmannschaft um den gro Die reihe gut besetzt. Die Grünweitzen, die mit einigen neuen Spielern antreten, werden einen schweren Stand haben, doch hofft man auf ein gutes Abschneiden der Mannschaft. Die Reserve folgt einer Einladung des Turnvereins Wißmar zum Blitzturnier. formten, das U-Hauptsturmsührer Gunther Teknme auf „Fürst- nach einem fehlerlosen Ritt gewann. worden sind. Unter den restlichen Arbeitslosen find nunmehr nur noch 19 000 voll einsatz- und ausgleichsfähige Kräfte, von denen zudem der größte Teil nur wegen Stellenwechsels vorübergHend ohne Das Reitturnier in Aachen nahm am Freitag seinen Anfang. Im Mittelpunkt der Er- eignisse des ersten Tages stand ein leickstes Jagd- Sonntag, 14. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.50: Unser Morgenständchen. 9.25: Unser Kalenderbild: August. 9.30: Chorgesang. 10: Konzert. 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Kammermusik. 12: Musik am Mittag. 13: Radrennen: Grotzer Stratzenpreis von Frankfurt a. M. 13.15: Musik am Mittag (Fortsetzung). 14: Für unsere Kinder. Kasperls in der Sommerfrische. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: ... aber- aber- abergläubisch bin ich wirklich nicht! Eine heitere Hörszene. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Pferderennen in Ffm.-Niederrad. Bericht vom Wäldchesrennen. 18: Kleines Mosaik vom bunten Leben in Wort und Klang. 18.30: Komponisten der Gegenwart unterhalten uns (XI). Heute: Franz Lehär. 19.30: Leichtathletik-Länderkampf: USA. gegen Deutschland. 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.10: Abendkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24: Nachtkonzert I, Allotria. 2 bis 3: Nachtkonzert II. Montag, 15. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Kastel: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.50: Alles, was wir haben, mutz stehen im Dienst 11.45: Kein Der- Im Golfländerkampf zwischen Deutschland und Schweden, der am Freitag tn Bad Ems begann, sicherte sich Deutschland eine 2:1-Führung. leistungsschwächere . „ w Anlernen von Frauen über. Insbesondere die Metallindustrie konnte auf diese Weise einen Teil Mannschaft von „Borussia" Neunkirchen wird voraussichtlich in kompletter Aufstellung antreten. Kurze Gporlnotizen. Der Segelflug-Rekord der Klasse D, 1. Kategorie (Entfernung mit Rückkehr zur Startstelle), aufgestellt von Bernhard Flinsch (Frankfurt a. M.) über 305,624 Kilometer zwischen Bremen—Lübeck—Bremen, wurde jetzt als internationale Höchstleistung anerkannt. Drei Enischeidungen bei den Europa-Schwimmeisierschasien 20,7 Millionen Beschäftigte in Deutschland Oie Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Juli. Am Freitagabend waren bei den Europa- Schwimmeisterschaften in der Londoner Wembley- Halle drei Entscheidungen fällig. Im 100-Meter- Rückenschwimmen der Männer gab es durch Europarekordmann Heinz Schlauch nicht nur den erwarteten deutschen Sieg, sondern unser zweiter Mann, der Stettiner N ü s f e, belegte den zweiten Platz und sorgte somit für einen deutschen Doppel- stea. Im Rückenschwimmen der Frauen feierten die Holländerinnen durch Cor Kint und Dan F e g g e l e n einen Doppelerfolg, während es im Turmspringen der Frauen etwas überraschend einen dänischen Sieg durch Frl. Beeten gab. Unsere Springerinnen Gerda Daumerlang und Suse Heinze mußten sich mit ehrenvollen Plätzen begnügen. Die Berlinerin Heinze wurde Dritte, die Nürnbergerin kam an die fünfte Stelle. Schlauch unbedrängt. Die 100 Meter Rücken der Männer wurden eine sichere Beute unseres Meisters und Europarekordmannes Heinz Schlauch (Erfurt). Dom Start nach Hause. Unser zweiter Mann, Gerhard Nüske, zog bei 75 Meter an Schiffer (Holland) und Lengyel (Ungarn) vorbei und wurde sicherer Zweiter, während Lengyel und Schiffer gemeinsam auf den dritten Platz kamen. holländischer Doppelsieg. Die holländischen Schwimmerinnen, die bisher in London im Schatten der starken Dänen standen, kamen im 100-Meter-Rückenschwimmen endlick zu einem Sieg. Cor Kint siegte in 1:15,0, und da ihre Landesschwester Dan Feggelen den zweiten Platz besetzte, gab es einen holläkHischen Doppelerfolg. Die nächsten Plätze besetzten zwei Däninnen, und zwei Engländerinnen mußten, weit abgeschlagen, mit den letzten Plätzen vorliebnehmen. Dänin gewinnt Turmspringen. Unsere Springerinnen blieben diesmal bei den Europameisterschaften ohne Sieg. Nach der Niederlage im Kunstspringen zeigte die Nürnbergerin Gerda Daumerlang auch beim Springen vom 10-Meter-Turm Unsicherheiten, und so mußte sie sich mit dem fünften Rang begnügen. Suse Heinze Wieder Rekordversuche mit Lleberrennwagen. Bonneville warten die beiden englischen Rekordfahrer Eyston und Cobb zusammen mit dem Amerikaner Jenkins darauf, daß die Rennstrecke am Großen Salzsee völlig abgetrocknet ist, um bann mit den Rekordversuchen beginnen zu können. Cobb machte mit seinem neuerbauten Napier-Railton- Wagen schon einen ersten Versuch. Er kam dabei aber nur auf rund 418 km/st und war damit weit unter Eystons Weltrekord von 502,1 km/st. Aber auch Caracciolas Klassenrekord für 5 bis 8-Liter- Wagen von 432,7 km/st, aufgestellt auf der Reichsautobahn Frankfurt—Darmstadt, konnte nicht einmal erreicht werden. Es sollen einige kleine Veränderungen vorgenommen werden: aber auch dann wird es Cobb schwer fallen, die Geschwindigkeit zu steigern. Eyston hat seinen „Blitzstrahl" für die Rekordversuche startbereit. Sein Ziel sind die „brei magischen Dreien", 333 Meilenstunden = 536 km/st, wie er sich selbst ausdrückte. Der 3600-PS-Wagen mit feinen acht Rädern ist schneller als im Vorjahre, und das gibt Eyston die Ueberzeugung, daß er bei einwandfreier Strecke dann seinen eigenen Rekord überbietet. "M SS k, 6"e hi,. Hb .n Ungarn -ZS '3®SS M in hr äusbrui eines „L d°e Wich« 3 n WDunberte Ken ^en einen meiitfam durchlebt, Ln Schulter im 1 'Ln eine Welt m Fast jener Zeit Zen Völkern ge (Mkeit der 3» Ungarn als von 1 worben. , . $n Deutschland r lammenbrud) von r I bit von den Kraft benutzt wurde, um gültig zu töten. 9 ; Mische Schreckens Mn, die das ■ iMintrieb. Das $ rung überwunden, beraufftieg feigem ■ mehlige Mchsveri mar 1918 der kfr ungarischen Mari mehreren Seeschl« den. Als 1919 b Beschäftigung ist In fast allen Wirtschaftszweigen und Landes- arbettsarntsbezirken verstärkte sich der Mangel an Fachkräften und an Arbeitskräften überhaupt, so daß in vielen Fällen die benötigten Arbeiter und Angestellten nur nach dem Grade der Dringlichkeit zugeteilt werden konnten. Betriebsführer und Verwaltungen nahmen ich erwerbsbehinderte oder sonst Kräfte auf oder gingen zum Eröffnung der Handball-Spielsaison 1938/39. Am Sonntag begeht die Spielabteilung des Tv. Ä a tz e n f u r t die Feier ihres 10jährigen Bestehens. Katzenfurt hat im Fahre 1928 als einer der ersten ländlichen Vereine des heutigen Kreises VIII das Handballspiel ausgenommen und im Laufe der Zeit in dieser Disziplin sehr viel geleistet. Man hat — dankenswerter Weise auch seitens der Dereins- leitung — nichts gescheut, um die junge Abteilung über die Anfangsschwierigkeiten hinwegzuhelfen und sie immer weiter auszubauen. Heute verfügt Katzenfurt von allen Landvereinen über die meisten aktiven Spieler und vor allen Dingen auch über eine aktive Mannschaft, die keinen Gegner zu fürchten braucht. Im Rahmen der Jubiläumsveranstallung führt Katzenfurt ein Handballwerbeturnier durch, an dem namhafte Vereine des Kreises und darüber hinaus teilnehmen. Wer Turniersieger in den drei ausgeschriebenen Klassen wird, läßt sich im voraus nicht sagen. Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Mannschaften die Sperre überstanden und die vorhandenen Lücken ausgefüllt haben. Auf alle Fälle verspricht das Turnier, das unter Leitung von Kreisschiedsrichterobmann Becker (Gießen) steht, einen ausgezeichneten Verlauf zu nehmen. Der 4. September ist von der Reichsführung des DRL. einheitlich als Opfertag des deutschen Sportes bestimmt worden. An diesem Tage werden sich alle Fachämter in den Dienst der Sache stellen und ihr Teil dazu beitragen, der großen Sportorganisation Mittel zur Verfügung zu stellen, die sie für ihre zusätzlichen Aufgaben braucht. Das Fachamt Handball hat für den Kreis Gießen eine Reihe spannender Spiele angesetzt. Amerikas Schwimmer in Deutschland. Mit dem Schnelldampfer „Bremen" trafen am Freitag die amerikanischen Schwimmer in Bremerhaven ein, die am 20. und 21. August im Berliner Olympischen Schwimmstadion in einem Erdteilkampf auf die europäische Auswahl treffen. Nach einer Begrüßung durch Altmeister Küppers und einem kurzen Aufenthalt reiften die Amerikaner sofort nach Berlin, wo sie am Samstag und Sonntag dem Leichtathletikkampf zwischen Deutschland und USA. beiwohnen werden. Erfolg einer schwedischen Schwimmerin 3n 13 Stunden durch bas Alands-INeer. Die schwedische Schwimmerin Sally Bauer kam auf den Alands-Inseln an, nachdem sie die Ostsee auf der Höhe von Grifslehamn (Schweden — Eckerö (Finnland), also der Alands-Inseln, in 13 Stunden und einigen Minuten durchschwommen hatte, und zwar zum Teil gegen die Strömung. Nach „Sagens Ls von © jssAsm ent«' Droh LS Spielvereinigung 1900 Gießen. Viktoria Eckenheim — 1900. Die Fußballsperre, die durch den Verlauf des Turn- und Sportfestes in Breslau etwas an Abwechslung erfahren hat, neigt sich ihrem Ende zu. Am morgigen Sonntag nehmen die Spiele wieder ihren Anfang und die Spielserie 1938/39 ist gestartet. Die Blau-Weihen beginnen mit einer Rückspieloerpflichtung bei Viktoria und 1912 Eckenheim. Dies ist ein schwerer Anfang, denn die Gastgeber, die in der Bezirksklasse Frankfurt tätig sind, verfügen, wie alle mainischen Mannschaften, über beachtliches Können. Hierzu kommt der eigene Platz und das Vorhaben, sich für die Vorspielniederlage zu revanchieren. Für die Blau-Weißen ist es unangenehm, bei diesem Spiel auf Sack, Lippert, Pankok und Hormel verzichten zu müssen. Mit der Besetzung Fischer, Rensinq, Zeiler, Erhard, Quick, Mank, Löbsack, Krämer. Koch I., Kociok, Koch II. ist trotzdem noch eine Elf aufgeboten, die bei einiger Aufmerksamkeit und gutem Willen den Anforderungen gerecht werden kann, auch wenn sie unter den bedingten Verhältnissen recht schwer sind. VfB-Reichsbahn Gießen. stellte er sich in und konnte im F dapest einziehen. Die darauf so mühsamen Aufba Reichsverweser b 1921 den Putsch die Auswüchse e und soziale Resoi zuleiten, sss ift ity Zrabitionen bet 6 ttitig aber aud) ne MW einer änl Apolitisch u. Ä kr Umsicht z ^lsschisf durch torien konnte. D Me sanden eine toan die Pedin; der mayarischen Jugoslawien und Entgegenkommen widersetzt sich del gruppen. Mt dem fasck langem in ein gegenüber dem ^gensöße, im @ Ö di. 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