Wb Markt 16 in m । d?s Freie dazu elwds \ .""»rem Jheilen.|, 3d=m, & n ~ d« Oderlaimt Jme Dlets el a unterrichten Sie * fid) am besten rlages. Berlin, r Buchhändler dar 'de guter Büches imng MSi, renn5to«rech; müssen 5« !nlürdieg°"z8 t könne"! ° ie gl irillen.lm5P »önen «"*£1 iw» llung1 l HäA ,'LwiW> i «r.21” llr.87 Erster vlatt 188. Jahrgang Mittwoch, 13. April 1938 krlchetnr tfigltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild DieScholle Monalr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt jzernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto. Frankfurt am Main 11686 Metzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätsdruckerei R. Lange in Sieben. 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Man muß schon sagen, daß hier ein sehr bedeutsamer und viel umstrittener Tatbestand mit einer fast zärtlichen diplomatischen Umschreibung angedeutet wird. Konsequenzen der gegenwärtigen Lage in Abessinien!" Der Negus protestiert. Soll er. Um es aber dem Ligarat nicht besonders leicht zu machen, hat England für sich die A n e r 7 e n n u n g des italienischen Imperiums in die Form gekleidet, daß anläßlich der Unterzeichnung des neuen englisch-italienischen Vertrages die englische Regierung in einem Brief diese Anerkennung ausdrückt, und daß Mussolini diesen Brief wiederum durch einen Brief beantwortet. Hauptsache: Eine seit 1935 mal schwelende und mal fast lodernde Kriegsgefahr ist beseitigt. Wir hoffen, daß es so bleibt! „Sehr gut möglich." Der englische Kriegsmiuister besucht den Duce. London, 12. April. (DNB.) Zu Berichten Londoner Blätter, wonach eine Zusammenkunft zwischen dem Duce und dem britischen Kriegsminister Hore-Belisha bevorstehe, wurde an zuständiger Stelle in London erklärt, daß der Kriegsminister in den nächsten Tagen Malta einen Besuch abstatten werde. Es fei sehr gut möglich, daß Hore-Belisha auf dem Rückweg Rom einen Besuch abstatten und dabei auch den italienischen Staatschef sehen werde. Es handele sich aber nur um eine Möglichkeit. End- gültiges sei bisher nicht festgelegt worden. Voischast Chamberlains an Mussolini? London, 13. April (DNB.-Funkspruch.) Sämtliche Londoner Morgenblätter beschäftigten sich mit der Möglichkeit einer Zusammenkunft zwischen Mussolini und dem englischen Kriegsminister Hore-Belisha. In der „Times" und im „Daily Telegraph" heißt es, es handele sich um einen privaten Höflichkeitsbesuch. „Daily Expreß" und „Daily Mail" berichten dagegen,'H o r e - B e l i s h a werde dem Duce eine Freundschaftsbotschaft des Premiermini st ers überbringen. Diese Botschaft drücke die Freude Chamberlains über den Erfolg der englisch-italienischen Verhandlungen aus. Obgleich die Fühlungnahme zwischen Hore-Belisha und Mussolini informell erfolge, werde sie — erklärt die „Daily Mail" — in Londoner diplomatischen Kreisen als sehr wichtig angesehen. Von Rom werde sich Hore-Belisha nach Paris begeben, um auch mit Daladier zusammenzutreffen. Verschiedene Morgenblätter beschäftigen sich auch weiterhin mit dem englisch-italienischen Abkommen und dem brittschen Schritt in Genf hinsichtlich der Anerkennung der italienischen Eroberung ick Ost- Afrika. So schreibt der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald", wenn Chamberlain die Zustimmung der Genfer Liga zur Anerkennung des italienischen Imperiums nicht >erreichen könne, werbe er einen anderen Weg einschlagen. Lord Halifax werde dann womöglich empfehlen, daß die Ratsmitglieder ihre Ansicht zum Ausdruck bringen sollten. 6000 britische Kampfflugzeuge. Die Geschichte der britischen Aufrüstung wird sicherlich einmal als eines der interessantesten Kapitel der zeitgenössischen Politik bezeichnet werden. Allen Schwierigkeiten zum Trotz steuert die Regierung zielbewußt ein Höchstmaß an Rüstungen an, dessen Grenzen zwar unbekannt sind, von dem wir aber doch wissen, daß es sich nicht darin erschöpft, nur die zur Zeit stärkste Nation zu überflügeln. Man will ganz sicher gehen und so stark werden, daß man gleich eine ganze Staaten- gruppe hinter sich lassen kann. Bei den zur Verfügung stehenden Geldmitteln und den unerschöpflichen Reichtümern des britischen Weltreiches muß man sich im klaren darüber sein, daß die Engländer ihr Ziel erreichen und eines Tages auch die allgemeine Wehrpflicht durchdrücken werden. Wir müssen uns jedenfalls von der Vorstellung eines England frei machen, in dem die Parteien den Ton angeben, in dem von Zeit zu Zeit in den Rüstungsbetrieben gestreikt wird und in dem der Ministerpräsident genötigt ist, die Gewerkschaften zu bitten, trotz der erheblichen Arbeitslosigkeit im Lande ihre Zustimmung zu einer stärkeren Beanspruchung der vorhandenen Arbeitskräfte zu geben. Das sind Dinge, die den Engländer nicht weiter stören, weil er weiß, daß tatsächlich doch alles ge- fchieht, was zu Gunsten der Landesverteidigung nötig ist. Das Neueste ist ja auch das Zurückstellen aller Privatinteressen der Industrie gegenüber den Interessen des Staates und seiner Wehrmacht. Und wenn man dann noch hinzufügt, daß die Engländer systematisch Vorräte für den Ernst« fall sammeln, ihre Handelsflotte militarisieren, mit fremden Staaten unter der Hand sehr weitgehende Abmachungen über die Einräumung bestimmter Plätze treffen, dann rundet sich mehr und mchr das Bild eines England, das auf dem Gebiete der Aufrüstung nicht nur weiß, was es will, sondern auch das schafft, was es sich vorgenommen hat. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die englische L u f t r Ü st u n g. 1 918 kehrten die Briten mit einer stattlichen Luftwaffe aus dem Weltkriege zu- Llnficherheil in USA. Rabelberid)t unseres K.G S.-Korrespondenien Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Washing'ton, April 1938. Präsident Roosevelt ist von zweiwöchigem Kuraufenthalt zurückgekehrt, der ihm diesmal jedoch Denig Erholung, dafür viel Aerger, Kummer brachte. Seine Beliebtheit im Volk, sein Einfluß m Parlament haben den tiefsten Stand seit feinem Lahlsieg 1932 erreicht, und Amerika bietet wirtschaftlich wie innerpolitisch ein Bild stärkster Verwirrung. Roosevelt hat nach für amerikanische Der- iöltnisse überwältigendem Wiederwahlsiea 1936 vohl im Ueberschwang seines Triumphgefühls nehrere taktische Fehler gemacht, deren Auswir- iungen ihm jetzt nicht nur vom Feind, sondern auch iom Freund vorgeworfen werden, und aus dem [iirft zielsicheren Leiter amerikanischen Dolkswohls -linen unentschlossenen Politiker gemacht haben, der lold droht, bald gut zuredet und einen Kompromiß fach dem anderen schließen, ja, in manchen seiner tieblingsprojekte sogar völlige Niederlagen ejn- fecken muß. Bekannt ist sein für Amerika revolutionärer Vorstoß gegen das Ober st e Bundes- e r i ch t, der ihm viele Anhänger entfremdete, im die erste 'größere Niederlage im Parlament rächte und, wie die Entwicklung zeigt, recht untätig war, da das Bundesgericht in den Newdeal- f.esetzen, die klar und folgerichtig formuliert waren, durchaus mit feinen Reformen mitgegangen ist. Dauben beschäftigte er sich vorwiegend mit schärfsten > Angriffen auf Großindustrie und i roßkapital, in denen er seine Hauptgegner | ?im Wahlkampf 1936 sah, und reizte nach ihrer j lnsicht zum Klassenhaß auf, denn gleichzeitig be- | r.inftigte er die Bildung von radikalen Gewerk- । haften und sah ruhig die demoralisierenden Sitz- -eifs mit an, ja, er ließ zu, daß eine Frau als !rbeitsminifter ihre schützende Hand über die kom- runistischen Agitatoren in den Seemannsverbänden freit. Als dann bei den Novemberwahlen 1937 der mpörte Mittelstand den Radikalen einen schar- fn Denkzettel erteilte, da endlich wurde Roosevelt rm der Opposition und von dem inzwischen immer , Ästiger werdenden wirtschaftlichen Rückgang be- k ndruckt und versuchte nun, sich von den Gewerk- fbaften zurückzuziehen und durch Konferenzen mit fr-n Arbeitgebern vom Großindustriellen bis zum feinen Geschäftsmann diese wieder zu ermutigen; euer es folgten keine positiven Entschlüsse, sondern ein Hinundherschwanken zwischen Emschränkungen bis Bundeshaushalts und Subventionen für die lautätigfeit, zwischen Mahnungen zur Stabilisierung der Preise und Drohungen mit Antitrustrnaß- vihmen, zwischen Aufforderung zur Privatinitiative fr r Wirtschaft und schärfsten Attacken gegen die schzig feudalen Familien, die nicht besser seien, als fre Faschisten, und als roter Faden seine ständige Sortierung nach hohen Löhnen. Inzwischen fielen fr- Aktien an der Neuyorker Börse immer tiefer, b: ispielsweise United Steel Works von 126 im Kürz 1937 auf 38 im März 1938, Generalmotors u:n 70 auf 25 ufw. Die Arbeitslosigkeit stieg auf fcft 12 Millionen. Dabei sind infolge der gewaltigen kundesausgaben die Banktresors gefüllt mit billige Geldern, die niemand borgt, da niemand weiß, was die Zukunft bringen wird. Zn feinen fünf : ^gierungsjahren hat Roosevelt fast 15 Milliarden Ellars für Notstandsarbeiten und zur Ankurbelung der Wirtschaft ausgegeben, trotzdem herrscht här jetzt wieder eine regelrechte Depression, die diesmal zugestandenermaßen „Made in America" isi und nicht den bösen Europäern in die Schuhe schoben werden kann. Zn dieser Atmosphäre der allgemeinen Unsicher- mit, Unlust, Unzufriedenheit und Revolte hat natur- gumäß Roosevelts Arbeitsprogramm i üb er Steuern, Raumplanung, Standardisierung der | A'beitszeit, Arbeitslöhne, Regulierung von Tele- pl.on, Telegraphie und Eisenbahnen sowie sein Wunsch -nach größerer Zentralgewalt in Form einer Reorganisation der Bundesverwaltung wenig Aussicht auf Erfolg. Besonders nie-der- dnickend für ihn ist, daß die republikanische Opposition keinen Finger zu rühren braucht, do seine eigenen demokratischen Partige n o ss en ebenso stark dagegen sind, ihm inchr Macht zu geben und sich des traditionellen, ! |ebr einträglichen Einflusses auf die Besetzung wich- ticer Bundesstellen und Vergebung gewinnbringen- bec Bundesaufträge zu berauben. Als der Bundesamt ihm schließlich nach Streichung der wesent- liysten neuen Befugnisse eine milde Form von ; ^Organisation mit knappster Mehrheit bewilligte, obwohl interessierte Kreise das Parlament mit düsenden von Protesttelegrammen bombardiert dcttsn, ließ Roosevelt sich zum Jubelruf hinreißen, tcß der Senat „nicht gekauft" werden könne, was eine gewaltige Verstimmung hervorrief und die Lorlage, die nun an das Unterhaus ging, dort in i Mßte Gefahr brachte. Erschreckt ließ Roosevelt in | je-inem Kurort die Journalisten seiner Begleitung l nochts zusammentrommeln und zeigte ihnen die I angebliche Abschrift eines Briefes an einen ungekonnten Freund, worin er, Roosevelt, beteuerte, tag er kein Diktator sei, keiner sein könne und feiner fein wolle, er verspreche sich bei einer Reorganisation ganz nach den Wünschen des Parla- iumts zu richten. Dies wurde als Eingeständnis peroöfer Schwäche aufgefaßt und versteifte den Öitierftanti, da die Opposition zur Ueberzeugung Sefommen ist, daß Roosevelt sich von Stimmungen, aber nicht von klaren Zielen leiten lasse. 5ö empfing ihn bei seiner Rückkehr eine durch- I ! aus verfahrene Situation und eine öffentliche | Meinung, die jedes feiner Worte mit Mißtrauen London, 13. April. (DNB. Funkspruch.) Wie verlautet, hat die brittsche Regierung beschlossen, einen parlamentarischen Ausschuß für d i e englisch-italienischen Angelegenheiten zu schaffen, dessen Aufgabe es ist, in Zusammenarbeit mit der Regierung auf eine Wiederherstellung der alten Freundschaft zwischen den beiden Ländern hinzuwirken. Zum Vorsitzenden wurde Sir D a w s o n ernannt. Der italienische Botschafter in London Grandi ist über die Errichtung des Ausschusses und den Zweck seiner Tätigkeit unterrichtet worden. Schluß mitdemAbessinien-Sirett Englische Note an Genf. Genf, 12. April. (DNB.) Die Note des Foreian Office an den Generalsekretär der Genfer Liga über die Abessinienfrage lautet folgendermaßen: ,I)err Generalsekretär? Im Auftrage des britischen Außenministers beehre ich mich, Ihnen folgendes mitzuteilen: Die britische Regierung hat die anormale Lage geprüft, die sich aus der Tatsache ergibt, daß viele Mitgliedsstaaten der Liga, darunter nicht weniger als fünf im Rat vertretene Staaten, die Ausübung der Souveränität der italienischen Regierung über Abessinien anerkennen oder Beschlüsse gefaßt haben, die diese Anerkennung beinhalten, während andere Mitglieder der Liga das nicht getan haben. Die britische Regierung glaubt, daß diese Lage geklärt werden muß. Demgemäß bin ich beauftragt, Sie zu ersuchen, auf die Tagesordnung der nächsten Ratstagung der Liga folgendes zu fetzen: .Folgerungen aus der gegenwärtigen Lage in Abeffi- ni e n‘. Gez. Philipp Nicols." Die Ratsmitglieder, auf die in dieser amtlichen Mitteilung angespielt wird, sind offenbar Polen, Belgien, Rumänien, Lettland und Ekuador. Der Generalsekretär hat die englische Mitteilung den Ratsmitgliedern sowie den übrigen Mitgliedern der Liga zur Kenntnis gebracht. Wenn kein Widerspruch erfolgt, wird der Punkt Abessinien in der von der englischen Regierung gewünschten Fassung auf der Tagesordnung der am 9. Mai beginnenden Tagung erscheinen. * Die englisch-italienische Verständi - gung über die Abgrenzung der gegenseitigen Interessensphären von Gibraltar durch das Mittelmeer und den Suez-Kanal bis an den Indischen Ozean ist abgeschlossen. Im Augenblick wird an den letzten redaktionellen Formulierungen gearbeitet, aber als Unterzeichnungstag wird schon der nächste Samstag, ja von einer englischen Zeitung sogar der Gründonnerstag gemeldet. Formell tritt der Vertrag erst in Kraft, wenn die italienischen Freiwillen Spanien verlassen haben, sei es, daß der dortige blutige Konflikt ein natürliches Ende gefunden habe, fei es infolge einer Vereinbarung des Nichteinmifchungsausschuffes. Aber zum praktischen Beweis, daß London und Nom alles „in Butter" sehen, hat man sich nun auch entschlossen, die Genfer Liga zur Anerkennung des italienischen aufnimmt, und wie eine periodische Strohabstim- mung zeigte, bei 70 v. H. der Befragten aus allen Kreisen und Schichten des Landes feine Wiederwahl 1 9 4 0 ablehnt. Das bedeutet, daß die Senatoren und Abgeordneten, die schon im November 1938 zur Wiederwahl stehen, sich hüten werden, irgendeinem Vorschlag Roosevelts zuzustimmen, der ihre eigenen Aussichten stören könnte. Roosevelt hat auch zum Bedauern seiner intimeren Ratgeber zur Zeit kein größeres außenpolitisches Problem, das, wie im „Panay"- Fall, die Aufmerksamkeit der Massen vom innerpolitischen Wirrwarr ablenken könnte. Die europäische Lage, über die man hier wochenlang tobte, hat sich jetzt so verändert, daß England ganz offen mit den autoritären Staaten verhandelt und ebenso wie Frankreich bereits seine Gesandtschaft in Wien in ein Generalkonsulat umgewandelt hat. Damit schwindet die letzte Hoffnung der hiesigen Hetzgruppen, die voll ohnmächtiger Wut zusehen müssen, daß Europa sich um sie nicht kümmert, sondern die europäischen Verhältnisse nach europäischen Ansichten und Erfordernissen ordnet. Kleine Nadelstiche, wie der Appell an die Welt zur gemeinsamen Bemitleidung der politischen Flüchtlinge aus Oesterreich, den Roosevelt offenbar über den Kopf seines Außenministeriums hinweg auf Druck dieser Gruppen ausfantite, helfen ihm höchstens bei den jüdischen Wählern, während der größte Teil des amerikanischen Volkes dadurch unbeeinflußt ist und im übrigen diese zusätzliche Einwanderung energisch ablehnt. Amerika ist zur Zeit mit innerpolittschen Sorgen vollauf beschäftigt. Abkehr von Europa? Norman Davis nicht mehr Sonderbeauftragter. Washington, 14. April. (DNB.) Zur allgemeinen Üeberrafdjung kündigte Präsident Roose- oelt in der Pressekonferenz vom Dienstag die Ernennung von Botschafter Norman Davls zum Präsidenten des amerikanischen Roten Kreuzes an. Davis war bisher Sonderbeauftragter der amerikanischen Regierung bei allen größeren internationalen Konferenzen, die sich mit Ab- rüstungs- und Befriedungsoersuchen beschäftigten. Seine Ernennung zum Präsidenten des Roten Kreuzes bedeutet, daß er nicht mehr dem amerikanischen Außenamt attachiert sein wird. Offenbar bedeutet Roosevelts Schritt aber weiterhin, daß Amerika sich entsprechend dem Wunsche des größeren Teiles der Bevölkerung auf die Angelegenheiten des a m e- rikanischen Erdteils beschränken will. Dank des Führers. Berlin, 12. April. (DNB.) Anläßlich der Volksabstimmung des vergangenen Sonntags sind dem Führer und Reichskanzler aus dem ganzen Deutschen Reich und von deutschen Männern und Frauen jenseits unserer Grenzen viele Hunderte von Telegrammen und Schreiben zugegangen, in denen die jubelnde Freude über dieses Ergebnis und das Gefühl st o l z e r Verbundenheit mit dem Reich der Deutschen und seinem Führer zum Ausdruck kommen. Ebenso haben zahlreiche Ausländer dem Führer ihre Genugtuung über dieses Ergebnis und ihre Glückwünsche zu diesem Treuebekenntnis übermittelt. Der Führer, dem es nicht möglich ist, diese vielen Kundgebungen einzeln zu beantworten, läßt daher allen Volksgenossen, die seiner in treuer Anhänglichkeit gedacht haben, auf diesem Wege aufs herzlichste danken. Der ungarische Ministerpräsitient von D a r a - nyi hat dem Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm übersandt: „Aus Anlaß des überroältigenben einstimmigen Ergebnisses der deutschen Volksabstimmung drängt es mich, Eurer Exzellenz meine aufrichtigen unti wärmsten Glückwünsche auszudrücken. Ministerpräsident von Daranyi." Der Führer hat dem Herrn ungarischen Ministerpräsidenten telegraphisch seinen Dank für die freundschaftlichen Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Allgemeine Versammlungsruhe bis zum 29. Avril. Berlin, 12. April. (DNB.) Der Reichspropa« ganti al eiter der NSDAP. Dr. Goebbels gibt bekannt: Die gewaltigste Wahlschlacht des nationalsozialistischen Deutschlands ist geschlagen. In Einheit und Geschlossenheit hat sich das ganze deutsche Volk hinter seinen Führer ge- ft e 111 und ihm einen einzigartigen Beweis seines Vertrauens gegeben. Wochenlang rollte Versammlungswelle über Versammlungswelle durch die deutschen Gaue. Don Rednern, ^Politischen Leitern, Parteigenossen und Parteigenossinnen wurde das Letzte an Einsatzbereitschaft verlangt und gegeben. Abend für Abend füllte das deutsche Volk die Versammlungsräume, seien es die Riesenhallen der Großstädte oder die kleinen Zimmer des Dorfkruges. Wenn auch nach der siegreichen Schlacht, die das deutsche Volk in seiner Gesamtheit geschlagen hat, die Arbeit fortgesetzt werden muß, so soll doch vor neuem Einsatz eine allgemeine Der- sammlungspause, Erholungs- und Ruhezeit zum Sammeln neuer Kräfte geben. Aus diesem Grunde ordne ich hiermit eine all« gemeine Versammlungsruhe für die Partei und ihre sämtlichen Gliederungen einschließlich der Deutschen Arbeitsfront bis zum 2 9. April an. Unter die angeordnete Versammlungsruhe fallen insbesondere alle öffentlichen Kundgebungen und Versammlungen. Ausgenommen sind lediglich Feiern anläßlich des Geburtstages des Führers. Don der Ver- fammlungsruhe nicht berührt werden Veranstaltungen der Abteilung Schulung und des Amtes „Kraft durch Freude". ng nicht beabsichtige,' eine D e - l l e einzuführen, ebensowenig wie Das mächtigste Milärslugzeug der Welt V 9“* ,eins‘. eigentlichen Charakter einer In Aufrüstung Erweiterung bi war. amtlast von alles in Ni. ff lebe- unsere heste S, In der Begründung des Finanzgesetzentwurfes wird u. a. festgestellt, daß das Schatzamt bis Ende des Jahres mit einer dem Finanzausschuß unter einigen Abänderungen mit 20 gegen 0 Stimmen bei 11 Enthaltungen angenommen. Die Kammer begann daraufhin mit der Aussprache über das Ermächtigungsgesetz. Der Berichterstatter des Finanzausschusses der Kammer legte dessen Standpunkt zu der Ermächtigungsoorlage dar und empfahl die einmütige Annahme der Vorlage, indem er insbesondere heroorhob, daß die Regieruni - - L """ ' oisenkomtrol Und damit kommen wir zu der Fraae nach dem o ""' *' mit Hochdruck aufgestellten Luftwaffe wie der englischen. England wird nicht bedroht, trotzdem hat es schon eine Vermögensabgabe. Der Berichterstatter teilte ferner mit, daß die Regierung auf die Anfrage, wann sie das Gesetz zur Gesundung der Wirtschaft und der Finanzen einbringen werde, geantwortet habe, daß dies so schnell wie möglich geschehen werde. „ ies Programmes auf 2,5 Milliarden erhöhen. Der Anschluß eine positive Lösung Erklärung des Oberbefehlshabers der estnischen Wehrmacht. — Don Sowjetrußland droht Gefahr. England will die nächste Weizenelnte aufspeichern. L o n d o n , 12. April. (DNB.) Nach einem Bericht des „Daily Gerald" sind die britischen Landwirte durch Landwirtschaftsminister Morrison darauf hingewiesen worden, die Negierung beabsichtige, die nächste Weizenernte aufzukaufen und für den Fall einer nationalen Notlage aufzuspeichern. Nach den Plänen der Regierung sollen für sechs Monate ausreichende Vorräte auf Lager gelegt werden. Die Weizenkommission sei dabei, einen großen Fonds zu schaffen, um die Ausspeicherung der Weizenernte durchzuführen. Frankreich will dabei sein. Paris, 13. April. (DNB. Funkspr) In außen- politischer Hinsicht-befassen sich die meisten Frühblätter vom Mittwoch mit dem in Kürze zu erwartenden Abschluß der e n g l i sch -1 t a l i e n i sch e n Verhandlungen. Verschiedene Zeitungen knüpfen hieran, wie in den Vortagen, erneut die Forderung, daß auch Frankreich sich zu gleichen Verhandlungen mit Italien herbeilassen müsse. U. a. verlangt die „Röpublique" von dem neuen französischen Außenminister Bonnet, er müsse als erstes einen neuen Botschafter Frankreichs in Rom ernennen. Kurz nach 2 Uhr früh nahm die Kammer die Erinachtigungsvorlage mit 508 gegen 12 Stimmen an. Die Vertreter der Mitte, der Sozialdemokraten und der Kommunisten hatten im Verlaufe der Aussprache erklärt, sie würden für die Vorlage stimmen, während die Sprecher der Rechten Stimmenthaltung ankündigten. Die Aussprache über die Ermächtigungsvorlage hat nichts neues gebracht. Ein Antrag des rechtsgerichteten Abgeordneten Marin, in die Ermächtigungsoorlage die Bestimmung aufzunehmen, daß die Maßnahmen der Regierung vorher dem Finanzausschuß der Kammer vorzulegen seien, wurde a b g e l e h n t. Nach kurzen Schlußworten des Ministerpräsidenten D a l a d i e r und des Kammer- Präsidenten H e r r i o t vertagte sich die Kammer auf Mittwoch, 21 Uhr. London, 13. April. (DNB. Funkspruch.) _ einer Vorschau auf den britischen Staatshaushalt, den Schatzkanzler Sir John Simon am 26. April dem Unterhaus vorlegen wird, kündet der politische Korrespondent des „Daily Expreß" unterrichteten außenpolitischen Kreisen längst bekannten Tatsache, daß die Unabhängigkeit Oesterreichs eine rein künstliche WH allem 35 Milliarden Franks fertig werden müsse. Die Regierung sei sich darüber klar, daß diese Lage hauptsächlich der wirtschaftlichen Entwicklung und dem ständigen Anwachsen der Ausgaben für die Verteidigung zuzuschreiben sei. Sie sei der Ansicht, daß eine Reihe von Maßnahmen, die einen sofortigen Erfolg zeitigen könnte, auf dem Verordnungswege verwirklicht werden müßte. Dabei handele es sich um die Wiederherstellung des Einheitshaushaltes, die Verbesserung der Handelsbilanz und die Erhöhung der Staatseinkünfte mit Hil^e eines maßvollen Steueraufwandes. Ferner bleibe ein Rückqreifen auf den Kredit notwendig. Ermächttaungssefetz mit großer Mehrheit angenommen 15' 13' 2^^- (DNB.) Die ursprünglich auf 22 Uhr anberaumte Sitzung der Kammer begann erst kurz nach Mitternacht, da die Beratungen des Finanzausschusses über die Regierungsvorlage sich hinausgezögert hatten. Nach längerem Hin und Her wurde die Ermächtigungsvorlage von rück. Sie rüsteten ab. d. h. sie begnügten sich mit dem. was sie für unbebingt erforderlich hielten, und bauten nicht weiter aus. Aber sie versäumten nicht, ihrer kleinen Luftwaffe stets die besten jeweils greifbaren Kampfflugzeuge zur Verfügung zu stellen. Erst als Deutschland, bedroht von allen Seiten, unter der Führung Adolf Hitlers dazu überging, sich eine gute Luftwaffe zuzulegen, meinten die Engländer, sie müßten nun ebenfalls in der Luft ausrüsten. Die zwanzig Jahre Luftrüstung der F r a n z o s e n , die Schaffung einer gewaltigen Roten Armee und manches andere haben sie aus ihrer Ruhe nicht aufrütteln können. Lediglich eine deutsche Abwehrmaßnahme ist von ihnen zum Anlaß genommen worden um sich im Eiltempo eine Luftwaffe zuzulegen, die mindestens so stark sein sott, wie mehrere europäische Luftyeere zusammengenommen. Sehen wir uns einmal an, wie stark die Luftwaffen der größeren Länder zum Jahresbeginn waren, und beachten wir vor allem die britischen Ziffern, dann ergibt sich, mit welcher Wucht die Briten nach vorn drängen. Am stärksten waren natürlich die S o w j e t r u s s e n , die schon seit Jahren den Götzen Aufrüstung anbeten und für nichts anderes Sinn haben. Sie haben Anfang Januar etwa 9000 Kampfflugzeuge besessen. Folgten in den früheren Jahren dann sofort die Franzosen, so sind es jetzt die Engländer, die den zweiten Platz mit 6000 Maschinen einnehmen, während bei den Franzosen die Schätzung auf 5000 geht. Alle anderen Staaten folgen in weitem Abstand, selbst die Amerikaner und Japaner haben es zu keiner wirklich größeren Luftstreitmacht gebracht. Bei den einen sind es 3700, bei den anderen 2700 Kampfflugzeuge. Rüsten also die Engländer im gleichen Tempo weiter und bleiben die bekannten Schwierigkeiten in der französischen Flugzeugindustrie, dann wird sich die Lücke zwischen England und Frankreich rasch erweitern, während der Abstand zu den Sowjetxussen merklich geringer werden dürste. Bei den. Sowjetrussen muß man aber immer ungefähr ein Drittel aller Waffen für den Osten abziehen. Man könnte unter diesen Umständen schon von einer englisch-sowjet- russischen Gleichheit in Europa sprechen, vorausgesetzt, daß die sechstausend britischen Flugzeuge ausschließlich auf europäischen Flugplätzen stehen. Da das Flugzeug leicht veraltet und ohnehin keine allzu große Lebensdauer besitzt, wird man immer gut tun, auch die angeblich modernste Luftwaffe nicht nach der Zahl der Flugzeuge zu beurteilen, die sie angeblich besitzt. Wir sagen „angeblich", weil man nur die Reserven, die in unsere Zahlen mit einbezogen sind, schätzen kann. Dabei kann es sehr leicht zu einer Ueberschätzung kommen. Die stürmische Weiterentwicklung des Flugzeuges entwertet aber gerade die Reserven, die dazu verurteilt sind, in irgendeinem Schuppen auf ihre Stunde zu warten. Auch die englischen Flugzeuge können also nur zu einem Teil als die letzte Errungenschaft des Flugzeugbaues angesehen werden. An den Pranger. Marxistische Brunnenvergiftung. Berlin, 12. April (DNB.) Der marxistische „Daily Herald" in London veröffentlicht in sensationeller Aufmachung eine Meldung, wonach angeblich geheimes Aktenmaterial Schuschniggs und gewisse Dokumente durch einen Vertrauensmann Zernattos nach England gebracht worden seien. Unter diesen Papieren befände sich auch eine Instruktion an die Nationalsozialisten in Südtirol. Es wird sogar Vie Behauptung aufgestellt, daß hierbei sich Briefe des Führers befänden, die sich auf die nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich . bezögen. Bei der obigen Veröffentlichung handelt es sich um bewußte und grobe Fälschungen; solche Briefe des Führers existieren ebensowenig, wie etwa Anweisungen von Parteistellen an Südtirol. Das Vorgehen des marxistischen Blattes kann nicht scharf genug an den Pranger gestellt werden; es handelt sich um eine Brunnenvergistung der übe l st en Art, die ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Kampfmetdoden gewisser Gegner des Nationalsozialismus im Auslande wirft. Sm« 7-^ - Zinsaufwendungen -'-ndenverzicht § I« Mck eines NuckW scheint sich >m ® RUHL Seltersweg Nr. 67 adio Telephon Nr. 3170 eparaturen ,89W oeit durch I Kfeit MM ÄSil •J’Y' föltlP ■ Während der „Petit Parisien" im Zusammenhang mit der englisch-italienischen Annäherung dem Besuch des englischen Kriegsministers in Rom keine ausgesprochen politische Bedeutung, sondern nur eine Verstärkung der durch die Verhandlungen zwischen beiden Ländern eingetretenen Entspannung zuschrerben will, meldet der Londoner Berichi des „Jour Echo de Paris", daß H o r e ° B e l i s h a bei seinem Besuch in Rom am 21. oder 22. April Mussolini eine persönliche Botschaft Chamberlains überbringen werde, die g, wissermaßen das letzte Kapitel der englisch-italienischen Verhandlungen darstelle. Die Verhandlungen mit Mussolini würden sich im übriaen nicht nur auf politische Fragen, sondern auch aus st r a t e g i s ch e und militärische Probleme beziehen. an, es werde eine starke Erhöhung der Verteidigungsanleihe vorgeschlagen. Die Höhe der Anleihe, die 1937 aufgelegt wurde, sei bisher auf 400 Millionen Pfund festgelegt worden, weil man mit einer Gesamthöhe der Rustungsaus- 9eiben von 1,5 Milliarden Pfund rechnete. Wahrscheinlich würden sich die Kosten der britischen A u f r ü ft u n g aber durch die Beschleunigung und Paris, 12. April. (DNB.) Die Regierungserklärung D a l a d l e r s an das Parlament beginnt mit den Worten: „Ein großes, freies Land kann nur durch sich selbst gerettet werden " Die Regierung der nationalen Verteidigung, so heißt es dann in der Erklärung weiter, appelliere an das Parlament und die Nation für die Verteidigung der Freiheit, des Friedens und des Vaterlandes. Rund um Frankreich herum verwandele sich Europa Politische Regimes brächen zusammen. Gewaltige Völker seien von neuen Ideologien belebt. Staaten verschwänden, während neue Imperien aufgebaut würden. Die nationale Verteidigung greife daher heute über den Rahmen der militärischen Organisation hinaus. Alle finanziellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme seien eng mit dem Problem der Sicherheit verbunden. Es gebe heute nicht mehr Serien unterschiedlicher Probleme, es gebe nur noch ein einziges Problem, und das Wohl des Vaterlandes stehe da wie ein Block. Die nationale Verteidigung erfordere eine gesunde Währung, sowie Finanzen, die nicht in sich selbst schon das Zeichen eines bald tödlichen Zusammenbruchs trügen. Die Inanspruchnahme außerordentlicher und zeitlich begrenzter Maßnahmen sei nur annehmbar, wenn ihr allgemeine Maßnahmen folgten, die endlich das Uebel an seiner Wurzel packten, das seit 20 Jahren in Frankreich so viel Unheil angerichtet habe. Die nationale Verteidigung erfordere auch eine kräftige Wirtschaft. Sie sei unvereinbar mit einer Verlangsamung oder einem Stillstand der Erzeugung, ganz besonders in den Industrien, die für die Landesverteidigung arbeiten. Daher appelliere die Regierung an die Vernunft und an die Vaterlandsliebe der Arbeiter und Arbeitgeber. Erstere müßten sich darüber klar werden, daß die Fabrikbesetzungen in der Gesamtheit des Landes ein Unruhegefühl verbreiteten, das für das Regime der Freiheit genau wie früher in anderen Nationen vernichtend werden könne. Die Arbeitgeber müßten aufrichtig und ehrlich die Sozialgesetze anwenden. Alle sozialen Konflikte könnten übrigens von jetzt an im Rahmen des Gesetzes durch Schlichtungsmaßnahmen geregelt werden. Die Regierung werde darüber hinaus die Prüfung und die Annahme der Gesetzesvorlagen durch das Parlament beschleunigen, die das moderne Arbeits- gesetz vervollständigten. Die Regierung werde ohne Zeitverlust die Wiederaufnahme der 'Waffenerzeugung sicherstellen, die zur Sicherheit des Vaterlandes notwendig fei. Die Landesverteidigung erfordere schließlich und vor allem die Verteidigung des Friedens. Ohne auf die Grundsätze zu verzichten, auf denen man während des Krieges den wahren Frieden aufzubauen geschworen habe, fei die Regierung entschlossen, überall die Interessen Frankreichs und die Unantastbarkeit seines Imperiums zu verteidigen. Die Regierung werde es nicht hinnehmen, daß über den französischen Grenzen, über den Verbindungsweg uyd den Kolonien Drohungen lasteten. Die Regierung werde es auch nicht zugeben, daß ausländische Einflüsse oder von unerwünschten Ausländern hervorgerufene Agitationen die vollständige E n t s ch l u ß f r e i h e i t d e s L a n- des beeinträchtigen könnten. Frankreich wolle den Frieden mit allen Völkern, gleichgültig, welches ihr politisches Regime sei. Es wolle den Frieden in der Achtung vor dem Recht und nicht in einer Art Abdankung Frankreichs, die den Auftakt zur Dienstbarmachung des Landes darstellen würde. In der Kammer wurde die Regierungserklärung von den Radikalsozialen bis zur Rechten mit starkem Beifall ausgenommen. Die Sozialdemokraten und die äußerste Linke übten Zurückhaltung. Die nach kurzer Pause vorgenommene A b- stimmung über die Regierungserklärung ergab eine überwältigende Mehrheit für die Regierung, die dieser Abstimmung die Bedeutung einer Vertrauensentschließung bei- mißk. Sogleich nach der Verkündung des Abstimmungsergebnisses vertagte sich die Kammer auf 22 Uhr, um die Beratungen über das Ermächtigungsgesetz zu beginnen. In der Zwischenzeit wird der Finanzausschuß der Kammer die Ermächtigungsvorlage behandeln. Der Senat hat die Regierungserklärung, die hier der stellvertretende Ministerpräsident Chau - temps verlesen hatte, mit großem Beifall aufgenommen. Er vertagte sich dann auf Mittwoch 19 Uhr. Das vollniachlengeseh Paris, 12.April. (DNB.) Der Finanzgesetzentwurf besteht aus einem einzigen Artikel. Für die Erfordernisse der nationalen Verteidigung und der Wiederaufrichtung von Finanzen und Wirtschaft verlange die Regierung die Zuerteilung von Vollmachten bis zum 31. Juli. Vorgesehen seien eine Sonderabgabe für alle Nüstungs- unternehmen, die Revision der Zolltarife, die Unterdrückung von Schmuggelwirtschaft und Schleichhandel, sowie die Erhöhung der Steuern für die Nutznießer von Monopolen. Die Regierung werde außerdem von der Bank von Frankreich eine neue Erhöhung des Vorschußbestandes zugunsten des Staates in einer Grenze bis zu zehn Milliarden Franks verlangen. Volk habe am 10. April ein geschlossenes Glaubens-' bekenntnis für Großdeutschland abgelegt. Diese Volksabstimmung heilige und bekräftige den Anschluß Oesterreichs an Deutschland und bringe vor der ganzen Welt die geschichtliche Notwendigkeit dieses Geschehens zum Ausdruck. Etwas Ursprüngliches. Prag, 12. April. (DNB.) Im Rahmen der im allgemeinen sachlich bleibenden Beurteilung der A b - ft i m m u n g stellt das Organ der oppositionellen tschechisch-nationalen Liga „Praszky List" die bemerkenswerte Frage, wo eigentlich die „berühmte" österreichische Sozialdemokratie geblieben fei. Das Beispiel der österreichischen Marxisten sei ein Zeichen für das Ende des Marxismus überhaupt. 6000 Flugzeuge. Zur Verteidigung? Wenn man nicht bedroht wird, braucht man nicht diesen Schwarm, der die Sonne verfinstern muß. Zum Angriff? Es ist schwer, diese Frage zu verneinen, wie man sie auch nicht glatt bejahen kann. So bleibt nur eines übrig: sich vorsehen und die eigene Verteidigung auf den Verteidigungsumfang anderer Staaten abstimmen. TI. 2,5 Milliarden psnnd für die Aufrüstung. Reval, 13. April. (DNB.) Auf einer außerordentlichen Sitzung des Zentralausschusses des Vaterländischen Verbandes, Der hinter der Regierung steht, sprach am Dienstag der Oberbefehlshaber der estnischen Wehrmacht, General ^Laidoner, über Fragen der Außenpolitik Die Vereinigung Oesterreichs mit Deutschland sei ein außerordentlich großes Ereignis. Estland und andere neuentstandene Staaten hätten nach dem Weltkriege vom Selbstbestimmungsrecht der Völker Gebrauch gemacht. Wenn nun das Völk in Oesterreich mit Deutschland Zusammengehen wolle, dann könne man ebenfalls nicht sagen, daß Oesterreich und das Volk in Oesterreich kein Recht dazu batten. Die Vereinigung Oesterreichs mit Deutschland sei unoerrn eidlich gewesen. Sie sei ohne Blutvergießen vor sich gegangen. Vorn estnischen Standpunkt aus gesehen habe dje schwierige österreichische Frage eine positiv^ Lösung gefunden, und zwar eine bessere, als man dies vielleicht hätte erwarten rönnen. Zum Verhältnis Estlands zu Sowjetrußland sagte Laidoner, Estland habe gegenwärtig keinen Grund, daran zu zweifeln, daß'der Friede zwischen den beiden Ländern auch weiter erhalten bleibe. Da die Leiter Sowjettußlands die Idee der Weltrevolution auch in andere Staaten tragen wollten, müsse das e st nische Volk immer b e - reit sein. Es müsse sich immer vergegenwärtigen, daß von dort aus in der Zukunft einmal ein Angriff kommen könne. Große Bedeutung habe für Estland auch die Schaffung friedlicher Verhältnisse zwischen Polen und Litauen. Diese beiden Staaten beglückwünsche er, ebenso Estland, das mit einer gewissen Sorge den Konflikt zwischen den beiden Ländern verfolgt habe. Nach der Lösung dieses Konfliktes könnten die zwischen Sowjetrutzland und Deutschland liegenden Staaten viel leichter Zusammenarbeiten, ebenso wie Estland die neue Entwicklung mit Befriedigung begrüßen könne. „Merwältigende Frtedenstat des deutschen Volkes." Budapest, 12. April. (DNB.> Die ungarische Presse steht noch immer unter dem überwältigenden Eindruck der deutschen Volksabstimmung. 'Sie hebt hervor, daß Deutschland damit allen feindlichen Kräften zum Trotz den Weltkrieg gewonnen habe. Eine weltanschauliche Schlacht von geschichtlicher Bedeutung sei siegreich beendet. Das Regierungsblatt ,,Függettenfeg" schreibt, es stehe einzig in der Weltgeschichte da, daß eine große Nation eine derartig wunderbare, gerade- ;u majestätische Einheit und Geschlossenheit aufweisen könne. Der Wille von 50 Millionen deutscher Menschen habe mit einem Hieb die letzte^ Reste der Friedensverträge beseitigt und Zeugnis dafür abgelegt, daß auf Haß und Lüge aufgebaute Papierdiktate nicht von ewiger Dauer sein könnten. Die seelischen Kräfte eines Volkes hätten über die Dogmen eines Pseudohumanismus und des Freimaurertums gesiegt. Mit großer Freude begrüße Ungarn diese überwältigende Friedenstat des deutschen Volkes. Das „Budapesti Hirlap" jagt, das gesamte deutsche K Mehrerzeuqung i unfere oft Maut MWg in der Favr ^arbeiten mit p :11t Dem Inlands I Zellwolle gen MMÜHrt. In diese ,i?iSas dreifache k als das doppelt? kie sachgemäße Ging Ime in den Derbrau WMgarne galt eb itüion und, Verlaus d lagenübet früheren Jo Kr.gert und ein Teil l Itirben“ Diese bemerke Lin Geschäftsbericht de Lrn-Zpinnerei-KonM Im 2eip,)ig- Ren, . kM fjat, obmofjl bod) in genügender Mc u'.-Ergebnis ist um so .Walle nicht um Ersa Mgen und gleichberec! ltosf handelt, der bere St Welt angetreten Hal Der Khes der der in 3 Budapest, 12. A Aschen Donaufloltilb ' a.rdt, stattete der Besuch ab, um an dem Open Kranz niederzule R-ttliche SJerb .Elchen und der unm lrnden. 3m Laufe de I-dee Degenhardt «'er, Admiral v o n Men. Ferner stattet, Mt dem ungarische ^derund demChfi ton Besuch ab. Hefremngöse .Helsinki 1? 9rnr: d'vtscke Rut* 0 Und L'SZ chW, Eabt "g,"«5 ""feilte «Wen 8 ie,fl(iSfe hte0 »fr .er ®ent^s6,‘ ^bÄen.®eia ‘>Ä»«ber hm Ä"“ Guter Auftakt -es Kabinetts Oaladier. GroßeMehrheit -er Kammer für dasRegierungsprogramm und für das Ermächtigungsgesetz In Dayton (Ohio) wurde dieses riesige amerikanische Kriegsflugzeug fertiggestellt. Das Flugzeug, das das stärkste Bomben- und Kampfflugzeug der Welt sein soll, beim ersten Probeflug. (Scherl-Bilderdienst-M.) Diese Feststellung sei vielleicht eines der wertvollsten Ergebnisse der Abstimmung. So traurig und unwürdig sei noch keine Bewegung gestorben. In der tschechisch - nationalen „Naroöny Listy" schreibt der frühere Ministerialrat im Prager Außenministerium Prochaska u a.: „Das Ergebnis der Abstimmung kann man mit keiner« l e i künstlichem Druck oder mit Künsten d e r R e gi e erklären. Es handelt sich um etwas Ursprüngliches, das aus der ttefften Quelle eines selbstbewußten Volkes entspringt." Im tschechisch-agrarischen „Venkow" erklärt Dr. Kahanek, die hohe Ziffer der für den Anschluß abgegebenen Stimmen sei nur ein Ausdruck der in »l geil« ■ ä'$s| fejS] «»'"1 L deutsche W inM”!. 98 7) MW Mahr ■ Mesiehtes in derWirischaffaus? ""Nifcj öle (Erni', -cknungsabkommen durch Zahlungsabkommen, bei UJ3Unebmen 1 ;nen die beiderseitigen Zahlungen in Bardeoisen Seit als ■$: - flcrne in den Verbrauch. Der Erzeugung reiner Zllwollgarne galt ebenso unser Bemühen. Prodiktion und. Verkauf dieser Gespinste konnten 1937 mg Zellwolle nicht um Ersatz, sondern um einen selb- Zefreiungsieiern in Helsinki S'ul I Xjt ^°bilo mit dem alleinigen Ziel unsere 40jährige Pionierarbeit beste Schmiermittel herzustellen — kommt Ihnen zugute! oppel-UisunqMrfafiren E N G E S , E I. L SCH A F T H A M B U B G istitze den An- unb dringe cor : Notwendigkeit' ialt? .„«eH Das Flug. Probeslug. ■ nes Glaubens- „ „ - - . - - . . ibqdegt Diese l»s Ergebnis ist um so erfreulicher, als es sich bei n*»'i in Leipzig, zeigen, wie sich die Situation ge- nc adelt hat, obwohl doch die Zellwolle noch keines- ir-.gs in genügender Menge zur Verfügung steht. weg Nr. 67 .n Nr. 3170 189» D jaren die Juliabmachungen mit Frankreich, bedeutsam war weiter der Ersatz von starren Ver- >chnungsabkommen durch Zahlungsabkommen, bei KrancosBormarschgehtwetter Dicht an der französischenPyrenäen-Grenze. Salamanca, 13. April. (DNB. Funkspruch.) Der nationalspanische Heeresbericht meldet: In den Pyrenäen nahm der nationale Vormarsch in den Abschnitten Esera-, Ridargorzana- und -Pallaresa-Fluß seinen Fortgang. Die Truppen Francos stehen noch etwa20bis30Kilo- Meter von der französischen Grenze entfernt. Sie besetzten im Laufe des Dienstag 20 weitere Ortschaften, darunter die Stadt Sort, die nur noch 20 Kilometer westlich der Republik Andorra liegt. Ferner wurden fünf Bergstellungen, in denen die Bolschewisten Widerstand leisteten, überwunden. Im Abschnitt B a l a g u e r griff der Gegner wiederholt den nationalen Brückenkopf des Segre-Flus- ses mit 20 Tanks und großen Infanteriewaffen an. Jedoch konnten alle Angriffe blutig zurückgewiesen werden, und zahlreiche Gefangene blieben in den Händen der nationalspanischen Truppen. Die Marokkaner schlugen Angriffe bei Lerida ab. An der Front von Castellon nahmen die galicischen Abteilungen ihren glänzenden Vormarsch im Abschnitt von Morelia wieder auf. Der Frontberichterstatter des nationalspanischen Hauptquartiers teilt dazu ergänzend mit, daß die Truppen des Generals Solchaga in den Pyrenäen bolschewistische Stellungen in 2500 Meter Höhe stürmen mußten. In den Frontabschnitten der Provinzen Castellon und Tarragona drangen die Generäle A r a n d a und V a l i n o auf ihrer letzten Etappe zum Meer weitere 12 Kilometer nach der Küste hin vor. Die neugewonnenen Positionen sind nach maßgeblicher Meinung von großer taktischer Bedeutung. Die Abschwächung der ausländischen Kohlen- lärkte hat sich im Laufe der letzten Monate gütlicher ausgeprägt. Der wichtigste Grund für das Nachlassen ist in dem sinkenden Bedarf der west- i.iropäischen Eisenindustrien zu erblicken. Auch 1937 jnb noch die Kohlenimporte Frankreichs und Bel- । cns gestiegen, und der deutsche Bergbau hat men- i?nmäßig hiervon profitieren können, so daß sich „1 ganzen die deutsche Steinkohlenausfuhr 1937 auf •5,6 (Vorjahr 28,7) Millionen Tonnen hob. Helen ins verteilte an alle an der Einnahme der Ltodt 1918 beteiligten Mitkämpfer Erinnerungsmedaillen. Gegen 9.30 Uhr erschienen General Graf von der Goltz und Admiral Meurer und schritten, begleitet von General Helenius, die Fronten ber ehemaligen Mitkämpfer ab, worauf beide von bcn Vertretern der Stadt, ferner von dem Armeeinspektor, General S i h o w , sowie den Offizieren lind dem deutschen Gesandten von Blücher, dem deutschen Marineattache und dem deutschen Militärattache begrüßt wurden. General Graf von der Goltz richtete eiüige kurze Worte an die alten finnischen und deutschen Kameraden von 1918 und stellte befriedigt fest, daß auch jetzt noch, nach 20 Zähren, die gleiche Kameradschaft zwischen beiden bestehe. Dr. Berg, der Leiter des Finnischen Te- D E t T S C H E V A C U U M O E L legraphenbüros, begrüßte sodann namens der finnischen Weißen Garde von 1918 die deutschen Kameraden, welche 1918 bewiesen hätten, daß man in der Not am besten seine wahren Freunde erkenne. Der Vorsitzende der Stadtverordneten von Helsinki hieß die deutsche Abordnung herzlich willkommen. Nach einem Hoch auf Finnland und Deutschland wurden die Hymnen der beiden Länder gespielt, worauf ein weihevoller Feldgottesdienst mit dem gemeinsam von Deutschen und Finnen gesungenen Choral „Ein feste Burg ist unser Gott" und einem gemeinsamen Dankgebet und der Hymne an das Vaterland abgehalten wurde. Um 13 Uhr fand die Kranzniederlegung an den deutschen und finnischen Heldengräbern statt. Der finnische Armeebefehlshaber, General Oestermann, bat dann General Graf von der Goltz und Admiral Meurer, gemeinsam mit ihm den Vorbeimarsch der beiden Ehrenkompanien, der ehemaligen deutschen Finnlandkämpfer und der alten Weißen Garde von 1918, abzunehmen. Besonders die Deutschen wurden von den dichtgedrängten Zuschauerreihen, als sie vor ihrem alten Führer im Weltkrieg vorbeimarschierten, freudig begrüßt. * „Die Mehrerzeugung wäre nicht möglich gewesen l ne unsere oft zeitraubenden und durch die Zer- Üitterung in der Fabrikation auch kostspieligen Versuchsarbeiten mit allen Sorten der Zellrolle. Dem Jnlande haben wir fast noch Kamm- :rne mit Zellwolle gemischt in einwandfreier Qua- ät zugeführt. In diesen Garnen produzierten wir >37 d a s d r e i,f a ch e gegen 1935 und gegen 1936 »hr als das doppelte. Von größter Bedeutung i: die fachgemäße Eingliederung dieser Art Kamm- Die Abschlüsse der Flick-Gruppe, d. h. der fSitteldeutschen Stahlwerke und der Eisenwerkgesell- haft Maximilianhütte finden stets besondere Beach- :Lng in der Öffentlichkeit, schon weil die Gruppe □n Zeit zu Zeit durch größere Finanzgeschäfte die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Jetzt haben Mittel- iahl und die Maxhütte die Abschlüsse bis zum ’i. September 1937 veröffentlicht. Ueberraschender- rkise hat Mittelstahl diesmal auf die Ausschüttung wer Dividende verzichtet, so daß also die Friedrich flick KG., die der Alleinaktionär von Mittelstahl ist, cis dieser Quelle keine Einnahme erhält. Offenbar irfügt die Kommanditgesellschaft über genügende Reineinnahmen aus ihren Betrieben, um die eige- M Zinsauswendungen bestreiten zu können. Der Üvidendenverzicht ist selbstverständlich nicht etwa kasdruck eines Rückganges der Wirtschaftlichkeit, liefe scheint sich im Gegenteil noch verbessert zu liben. ..?0[gen, so mit Frankreich, Neuseeland und Syrien- ibanon. Von den Krisenherden, die sich im Laufe Jahres 1937 herausgebildet haben, ist Deutfch- 3nb bisher dank seiner zielbewußten Wirtschafts- glitik völlig verschont geblieben. 9)lihAe? A 'Noriayre yui, uc|tunyi, uuD c=. e ^Matten Am ein Land gibt, mit dem im Jahre 1937 nicht ■ethoUt?en für .erhandelt worden ist. Eine ganze Anzahl von Vertrags ab schlüssen mußte erneuert wer- j, Ln Der wichtigste Vertragsabschluß des Vorjahres iS9Un95Dor[Q raren die Juliabmachungen mit Frankreich. u. a.: 3! in mit kein- mit«"?!!! Wes. Rahmen ber im Heilung der Ab- r oppositionellen 'y List" die । die „berühmte* blieben sei. Jo» m sei ein Zech' nu s überhaupt Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blurn- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (verreist), i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. III. 38: 10355. Druck und Verlag Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. " d!° feS w rden." Diese bemerkenswerten Ausführungen aus ien Geschäftsbericht des größten deutschen Kamm- §orn-Spinnerei-Konzerns, der Stöhr & C o. AG. Wetterbericht Das Hochdruckgebiet hat von Nordosten her einen raschen Abbau erfahren. Eine Störung, die gestern noch über dem Nordmeer lag, wanderte in raschem Zug in südöstlicher Richtung und liegt heute früh über dem Baltisum. Unter ihrem Einfluß wird unser Wetter wieder unbeständigeren Charakter annehmen, wobei es vereinzelt zu leichten Niederschlägen kommen wird. Aussichten für Donnerstag: Vorwie- gend bedeckt, 'zeitweise leichte Niederschläge, Winde um Nordwest, Temperatur wenig verändert. Aussichten für Freitag: Weiterhin unbeständiges später wechselhaftes Wetter. Der mE wröiÄ t morde" Die Bereitschaft Deutschlands, sich in den Welt- , anbei einzuschalten, hat zu einer außerordent- th reqen handelspolitischen Tätigkeit des Deutschen Reiches im Jahre 1937 geführt. Der Uebervlick, den Reichswirtschaftsministerium über den Stand wirtschaftspolitischen Beziehungen Deutschlands Vorjahre herausgebracht hat, bestätigt, daß es o'1 Me fi* ° überraschten, erst einmal eine Zigarette an... beinahe. Das heißt also, lieber Feuerwehrmann, er tat es nicht! Denn auch in seiner Garderobe prangte auf dem weißen Kalk die rote Warnung: „Rauchen polizeilich verboten!" Der Garderobier erzählt, daß Diehl zu den Schauspielern gehört, die, bereits eine Viertelstunde vorher fertig angezogen, auf den Ruf des Inspizienten warten. Ursache: Er habe, als er noch in Wiesbaden Theater spielte, wirklich einmal beinahe eine Vorstellung „verschlafen". Das Theater hatte jeden Tag wechselnden Spielplan, und so hatte Diehl vollständig vergessen, daß er an diesem Abend spielte. Fünf Minuten nach 8 Uhr fiel es ihm ein. Mit einer Taxe erreichte er das Theater mit Müh' und Not, rein in die Ritterrüstung, den Bart rasch angepappt, und es klappte gerade noch einmal. — Seitdem ist er lieber eine Viertel st unde früher alp eine Minute zu spät im Theater. Bei der leichten Muse. Wir haben uns zum Schluß noch in eine Stätte der leichten Muse eingeschlichen, zehn Minuten vor Beginn der Vorstellung. Die „M aste in Blau" saß noch friedlich in ihrer Garderobe und strickte einen Pullover. „Ein gutes Mittel, die Nerven zu beruhigen", verriet sie uns. Ihre ehemalige Handarbeitslehrerin, die der Schülerin Carla Carlsen leider in Handarbeit ein „Mangelhaft" ausstellen mußte, hätte sich sicher gefreut... Ein rotblond beschopstes Mädchen auf der Bühne schreit aufgeregt nach dem Inspizienten. Clara Tabody ist es, die noch rasch vor dem Mann im weißen Kittel einen Salto ausführt. Vor jeder Vorstellung „lockert" sie sich so etwas, und außerdem ist die junge ungarische Soubrette fest davon überzeugt, daß, wenn ihr jetzt ihre schwierigen akrobatischen Kunststücke gelingen, ihr während der Vorstellung nichts „passieren" kann. Franz H e i g I und Nico Stefanini fanden wir beim Studium der neuen Verkehrsordnung. Und da wollten wir lieber nicht stören, zumal jetzt die Klingeln durch das Haus schrillten: „Bühne frei! Vorhang auf!" D. A. R u h 1 e. ier. 'gistung' Fjodor I. Schaljapin wurde 1873 als Sohn eines Bauern in Kasan geboren. Seine Jugend war voller Hunper und Entbehrung. Früh kam er zu einem Schuster in die Lehre, versuchte es dann bei einem Tischler und arbeitete später als Lastenträger in Wolgahäfen. In Tiflis wurde ihm die Möglichkeit, dem Gesangspädagogen Professor Ufatoff vor- zusingen, der sich bereit erklärte, ihn kostenlos auszubilden. Mit 19 Jahren kam Schaljapin an die Tifliser Oper. 1893 machte er seinen ersten Vertrag mit der Kaiserlichen Oper irt St. Petersburg, konnte hier aber infolge von Intrigen nicht vorwärtskom- men. Er löste deshalb seinen Vertrag und vervflich- tete sich an die Privatoper des Petersburger Kaufmanns Mamantoff. Ufatoff und Mamantoff verdankt Schaljapin feinen Aufstieg. Seit 1899 gehörte er wieder der kaiserlichen Bühne an, diesmal dem „Großen Theater". Vor dem Kriege trat er selten im westlichen Europa auL gab nur einige Gastspiele in Mailand und Paris. In Rußland war er der populärste Künstler, an dem das Volk mit solcher Begeisterung hing, daß auch sväter die Sowjets nicht wagen, konnten, gegen iyn aufzutreten, obgleich er für einen ausgemachten Reaktionär galt. Als es ihm 1923 gelang, Urlaub für eine Gastspielreise durch England und Amerika zu erreichen, wandte er Rußland für immer den Rücken. Seitdem gastierte Schaljapin in allen Kunstzentren Europas und Amerikas und entfachte durch feinen weichen, dabei kräftigen Baßbariton und feine hervorragenden schauspielerischen Leistungen Stürme der Begeisterung. Seine Gagen lagen noch höher gigeniiber früheren Jahren um ein Vielfaches gefingert und ein Teil dieser Produktion ausgeführt ftenbigen und gleichberechtigten Roh- und W e r k- floff handelt, der bereits seinen Siegeszug durch tie Welt angetreten hat. 3er Chef der deutschen Donauflottitte in Budapest. Budapest, 12. April. (DNB.) Der Chef der dettschen Donauflottille, Kapitän der See Degen- hcrdt, stattete der ungarischen Hauptstadt einen Besuch ab, um an dem ungarischen Marineehrenmal eiten Kranz niederzulegen und damit die freund- schöstliche Verbundenheit zwischen der deutschen und der ungarischen Donauflottille zu be- fittben. Im Laufe des Besuches wurde Kapitän gut See Degenhardt vom ungarischen Reichsver- nwer, Admiral von Horthy, in Audienz emp- Ifotgen. Ferner stattete Kapitän zur See Degen- Mdt dem ungarischen Honoedminister General Nv d e r und dem Chef der ungarischen Stromwache eien Besuch ab. n feie»™"") nb beg g Aus aller Wett. Oer Gänger Fjodor Gchaljapin -f. Der bekannte russische Opernsänger Schaljapin, der nach der bolschewistischen Revolutton in Paris lebte, ist nach längerer Krankheit im Alter von 65 Jahren in seiner Pariser Wohnung gestorben. Godunow (Mussorgski) und Iwan der Schreckliche (Rimski-Korsakow), in denen er schon an der Kaiserlichen Großen Oper Triumphe erzielte. Alle großen Rollen für Baßbariton hat er gesungen. 1934 verpflichtete er sich auch dem Film und spielte hier den Dyn Quichotte, dessen Geschichte die Pariser Filmproduktion auf die Leinwand brachte. Das Urteil im Düsseldorfer Esch-prozeß Düsseldorf, 12. April (DNB.) Im Prozeß gegen den ehemaligen Steuerdirektor der Stadt Düsseldorf Erich Esch und 15 weitere Angeklagte wurde jetzt das Urteil verkündet. Esch wurde z^ 15 Jahren Zuchthaus, zu Sicherungsverwahrung, zehn Jahren Ehrverlust und 11 1000 RM. Geldstrafe verurteilt. Vier weitere Angeklagte, ein städtischer Beamter und drei Steuerberater, erhielten Strafen von vier Jahren Gefängnis bis sechs Jahren Zuchthaus. Sieben Angeklagte, darunter einige Firmenprokuristen, erhielten wegen aktiver Bestechung Strafen von 1000 RM. bis zu drei Jahren Gefängnis. Vier Angeklagte wurden freigesprochen. Esch hatte sich von 1928 bis 1933 als Finanzbeamter und von 1935 bis 1937 als Steuerdirektor schwere Unregelmäßigkeiten im Amt zuschulden kommen lassen, wobei ihm allein über eine Million Reichsmark und den Mitangeklagten etwa 350 000 Reichsmark in die Hände gefallen waren. Die Angeklagten hatten sich in vielen Fällen Bestechungsgelder in Steuerangelegenheiten zahlen lassen. Später haben sie in verbrecherischer Weise an sogenannten „Steuersündern" Zwangsmaßnahmen durchgeführt bzw. angedroht. Die Opfer wurden in unerhörter Weise erpreßt, his sie ihre Schuld anerkannten und die geforderten Beträge Herausgaben. Partei, Regierung, Polizei und Stadtverwaltung griffen bei der Entdeckung der unglaublichen Vorfälle schnell durch, um die Volksschädlinge ihrer verdienten Strafe zuzuführen und den Schaden für die Allgemeinheit auf ein denkbar geringes Maß zu beschränken, was auch gelang, da über eine Million Reichsmark sichergestellt werden konnte. Hannes Schneeberger beim Führer. Jy Berlin meldete sich beim Führer und Reichskanzler Parteigenosse Hannes Schneeberger aus Matrei (Tirol), der am 16. März mit zwei SA.-Kameraden auf dem 3800 Meter hohen Großglockner, dem höchsten Berg Großdeutschlands, die Hakenkreuzfahne hißte. Treue bip zum Tob. Ein leuchtendes Beispiel treuester Pflichterfüllung gegenüber Führer und Volk gab am Tag der Volksabstimmung der Metallschleifer Karl Vogel aus Untermünkheim bei Schwäbisch-Hall. Der Mann lag sterbenskrank im Diakonissenyaus; als er um 10 Uhr morgens sein Ende herannahen fühlte, bat er die diensthabende Krankenschwester, man möge ihn noch, bevor er sterbe, seine Stimme abgeben lassen. Die Wahlkommission des Krankenhauses begab sich daraus sofort an das Lager des Sterbenden, der unter Aufbietung feiner letzten Kraft durch sein Ja dem Führer Treue bis zum Tod bekundete. Zehn Minuten später war der wackere Schwabe tot. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Berlin, im April. Ein komischer Zustand. Stellen Sie sich vor, Sie müßten mal... auf ein grellbeleuchtetes Podium steigen, dabei 500 bis 1000 Augenpaare auf sich gerichtet wissen und dann reden, reden, Wort für Wort, Satz für Satz, zwei Stunden lang. Wenn Sie das fertig bringen, ohne vor Beginn heiser zu sein, ohne sich zu verhaspeln, sind Sie ein guter Schauspieler — vorausgesetzt natürlich, daß Sie sonst auch alle schauspielerischen Talente besitzen. Kein Wunder also, wenn Schauspieler Abend für Abend vor jedem Auftreten jenen Zustand neu erleben, del? man so unzutreffend „Lampenfieber" nennt . . . Eigentlich ein „Menschen-Fieber" . . . Angst vor dem dunklen Parkett. Sie sitzen nach des Tages Last und Müh' abends erwartungsfroh im Parkett. Die Sorgen Ihres Alltags liegen weit hinter Ihnen. Hinter der Bühne aber beginnt mit dem ersten Klingelzeichen der 21,11= tag mit feinen Sorgen und Kämpfen... Im Schatten einer Kulisse hockt eine junge Schauspielerin und memoriert, um die aufgeregten Nerven zu beruhigen, ihre Rvlle^ Ein andere strickt Topflappen für die lieben Bekannten, jemand.findet eine Berliner Weiße sehr bekömmlich. „Die Grete, die ist richtig." Man kann es verstehen, daß besonders Schauspielerinnen ihr Herz gern an kleine Glücksbringer hängen. Grete Weiser — Sie kennen sie ja aus manchem Film —, die wir 10 Minuten vor ihrem ersten Auftritt in der Garderobe überfielen, besitzt ein richtiges Lager an Maskottchen aller Größen. Vom Schornsteinfeger bis zym quackenden Stoffhund. „Der Vorrat reicht", meinte Grete lachend, „einmal, wenn es auf der Bühne nicht mehr gehen sollte, einen Handel damit aufzumachen. Das hat aber vorläufig noch Zeit!" Aber Grete besitzt — und das ist vielleicht das Wichtigste — noch eine höchst erdenschwere Maskotte. Frau Schreiber, eine Garderobiere von beruhigender Rundlichkeit. Es ist für einen Schauspieler ssshr beruhigend, immer denselben Menschen in der Garderobe, fei’s im ^Filmatelier oder im Theater, um sich zu wissen. Tatsächlich ist dies einer der wenigen Fälle, wo eine Schauspielerin immer dieselbe Garderobiere hat. Dor etwa drei Jahren, bei dem ersten großen Bühnenerfolg der Weiser am Kurfürstendamm, meinte die rundliche Garderobiere: „Die Grete, die ist richttg, die wird noch ganz groß!" Frau Schreiber tippte richtig, und seitdem tippt Grete — kein Wunder — auf Frau Schreiber! Luise Ullrich ohne Lampenfieber. Schiller brauchte angeblich zu seiner Arbeit den anregenden Geruch fauler Aepfel. Luise Ullrich genügt zur Erfrischung in der Pause ein frischer Apfel, bevor sie in ihrer neuen Rolle und einem alten Stück zu dem Entschluß kommt: „Also gut! Lassen wir uns scheiden!" Nein, abergläubisch ist sie nicht. Und ihre Rolle memoriert sie auch nicht noch einmal. „Bei Stücken, die ,en suite‘ gespielt werden, brauche ich das nicht. Da gibt es auch kein Lampenfieber mehr. Anders war das, als ich die ,Jungfrau1 zu spielen hatte. Da brauchte ich zehn Minuten vor dem ersten Auftritt noch besondere Konzenttation, um mich ganz in die Rolle zu versenken." Ihr ständiger Ängsttraum: auf der Bühne zu stehen und die Rolle vollkommen vergessen zu haben. Zum Glück blieb es ein Traumerlebnis, in Wirklichkeit passierte es nie. In her Garderobe entdecken wir in einem winzigen Schrein eine zierliche Madonna. Seit Kindheitstagen begleitet das zierliche Figürchen die Schauspielerin in jede Garderobe im Filmatelier, im Theater. Und in den spärlichen »Ruhepausen zwischen Theater und Film erfüllt die Madonna wieder ihre „Kinderrolle": sie wandert zurück auf den Nachttisch, auf dem sie einst den Schlaf der kleinen Luise behütete. Einmal verschlafen... nie wieder. Karl Ludwig Diehl, der Ullrich Scheidungs- Partner auf der Bühne, steckte sich, als wir ihn (Scherl-Archiv-M.) die Carusos. Seine Glanzrollen waren Boris Die „Maske in Vlan" flritfi einen pnllover. Zehn Minuten vor dem Auftritt. — Bekannte Schauspieler in der Garderobe. dnich die finnische Weiße Garde festlich beflaggt. An 20(0 ehemalige Angehörige der finnischen Weißen ®Qr&e und etwa 80 ehemalige deutsche Finnlands- JU »-tampfer versammelten sich am frühen Morgen in der Reithalle der finnischen Garde. Gouverneur General ; ber wertvollst Hesremngsmern in neyim». S “nb " Helsinki, 12.April. (DNB.) Die ganze Stabt J aisii'' Helsinki war heute, am 20. Jahrestag des Ein- Moony ! mrsches der deutschen Ostsee-Division unter Graf ’flt im> j von der Goltz und der Entsetzung durch das dntsche Geschwader unter Admiral Meurer, sowie die - \ Verlobte Herr Ludwig Becker L, Landwirt Gießen, den 13. April 1938 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: im 63. Lebensjahr. Sleichsiraße 17 Friedhofsallee 14 E, 8cfjt goldene Trauringe Alten-Buseck, Lindenstruth, den 13. April 1938. 252QP Telefon 2373 8eiter sw eg 47 250 GR-PAKET 2519 A 1 HAFERFLOCKEN itz Äflfinemann Plockstrahe 12 M Knegerkameradsciiall 1874 Gießen. Mehr Steiiöegn der nntur nurdi Bermühiet-Büdier! teiligung bittet in Kenntnis zu setzen. 251 KP 2504 V UM Eisenbahn - Fahrbeamtenverein DGL ff F 7 > i 7, D Auf ^eni^bnnta^ X 2500 A Fischhalle und Muster-Sortiment: 2507 a 47.- 72.- 79.- J. 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Gießen, den 12. April 1938. Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 14. April, nachmittags 28/4 Uhr. in d. Kapelle des Neuen Friedhofs statt __01780 [I Am 11. April verschied plötz Wi lieh unser langjähr. Mitglied Kamerad Philipp Rahm Zugführer i. R. Friedrichstr 10.— Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 14. April 1938, nachmittags 2 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Um zahlreiche Be- Marktstrake 23 TeL 2417 2527A Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Alterskameraden Philipp Rahm yiSCflHAlis- UX-HAV& im Hause W. Kilbinger Nachf. (Drogerie) befindet Färberei Braubach & Fischer Gegründet 1 848 Seit 53 Jahren am Platze! 2439V 1865 - 1915 3-af)rnerscf)mucß das reizende Ostergeschenk Friede. Groß ™ GIESSEN, Neuenweg 32 * Herren-Bekleidungshaus 0 Adolf Möhl i* J™“* Am 14. 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April, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vereinsführer 2533 D_______________ Strapazierfähige Knabenanzüge in besonders flotten Formen 1650 1950 24.- 32.- 37.- Erforderliche Änderungen werden sofort in unsrer bekannten Maß-Schneiderei, der größten und führenden am Platz, von ersten Fachkräften vorgenommen. Seräumi^er laden in bester Lage für 1. Juli oder später gesucht Dr.Thompson’s < öchivanPuloel' '^sfirll/asdieu. U/öbnung,: ^^furHaushallu.flausTal Frühjahrs-Mäntel: 38.- 45.- 55.- 68.- und höher Zum Osterfest bieten wir an: GEG.-Festkaffee: Haush altmischunti, kräftig......125 g 0.55 Festmischung, fein würzig......1.5 g 0.61 ’a Maragogype, blumig.........125 g 0.70 Spezial-Perl-Mischung, für Kenner 125 g 0.75 GEG.-Fesiweine und Iplelsalt: 1936er Meckenh.Spielberg, Pfalz. Ltr.o.Gl. 0.95 1936er Roxheim.Birkenberg.Nahe „ „ 1.00 19 7er Fi eilaubersh.Kirchb.,Nuhe „ „ 1.10 1935er Winzenh.Hon gberg,Nahe „ ., 1.0.- Deutscher Wermut Liter 0. 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'N B Mbck Neipla Ua war nicht nahegelegt wurd> alten Muhme R Muhme, Rehien i •Redens Stübdjen yiiijdjDorfjange an -fdjeirrt die Helle Si dieser Besuch fällig paar Blumen aus der engen Gasse, i Muhme Rehlen lei Muhme Behlen Und so hat sie d poliert, den Bosei chen hübsch mit Nehlen (reut sic Mensch zu ihr 1 dasi sie nicht voll strahlend über i Gesichtchen-m Zur Tür, als die dert - der schön reizende Kleid, d die lieben Blüm nicht mehr so trof gang, im Plüsch taM die leid« Paket -umhüllt l hinlegt. Sch»ch,ei 5nil Wnit 00t Ben «ebener 4,1 ~ bunt, ei »elall, QU5 ®*e Rehle “>«n IreunbUd, Erin brate, buh > ““Ml biete Mittwoch, IZ. April 1938 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Iir.87 Zweites Blati Aus dem Reiche der Frau Das !f°n 2373 PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS geschenk ^rsweg 22 Jahres wird Seeberj Drogerie) Vereine tnung uheim Weinstube ■I. Prospekt! hlerstraße) ig eröffnet scher s Platze! 2439W Osterbackerei. Gut und zeitgemäß. Restaurants 25WI / aus. Müssen mir fürchten, daß das Zeug abfärbt, spülen mir es vor dem Einrnickeln in dünnem Essig- rnasser. Nun legen mir auf den säubern Teppich ein Bettuch, darauf den Kleiderschnitt, nach dem mir das Kleid genäht haben, und stecken auf dem Tuch die Umrisse mit Stecknadeln fest. Das Papier nehmen mir ab. Auf dem Boden sind nur noch die Stecknadellinien. Darauf legen mir das beim Waschen zu einem Kinderkleid eingeschrumpelte große Kleid. Zuerst stecken mir Hals und Achseln fest, dann den unteren Rand. Dann kommt erst die eine, dann die andere Seite. Die Nadeln müssen sehr dicht stecken. Mit sanftem, geduldigem Ziehen — ja keine Gemalt — erreicht man, daß das Kleid rnieder die gernünschte Form und Größe hat. Das Kleid muß vollständig trocken sein, ehe man es losstecken darf. Aber dann rnird man sich freuen, mie schön neu es ist. Wer keinen Gardinenspanner hat und das schrnere Plätten der Vorhänge scheut, kann seine Fensterbehänge auf dem sauberen Teppich spannen, rnenn der Sicherheit rnegen ein Bettuch untergelegt rnird. Die geraden Kanten und Linien im Muster helfen, daß die trockenen Gardinen nachher nicht „zippeln". Auch die Anschaffung neuer Gardinen rnird uns diesmal nicht erspart bleiben. Es mürbe uns auch großen Spaß machen, rnenn sich unser Geldbeutel nicht auflehnen mürbe. Aber ba sinb ja noch eine Anzahl einzelner Vorhänge und Reste von früher. Nur passen nie zrnei unb zrnei zusammen, unb oft haben mir sie schon roieber aus ber Hand gelegt. Da ist ein Schal, gelblicher Grunb, blau unb braun gemustert. Dann ein alter Eßzimmervorhang, rot mit grau, auch ein Betthimmel in zartem Tüll mit grün-rosa Empirekränzchen. Eine Herrenzirnrner- garbine mit einer Griechenborte, auch Reste alter Tüllgardinen. Der Menge nach mürbe alles reichen, sie sinb auch noch gut erhalten. Wir rnaschen alles erst, dann stecken mir alles in eine hell resedafarbene Farbbrühe. Die rneitere Behandlung richtet sich nach der Vorschrift auf dem Färbepäckchen. Ist alles trocken und geplättet, schneidern mir davon die neuen Vorhänge. Die einzelnen Stücke merden auseinandergeschnitten und aus mehreren immer ein Vorhang gemacht. Obenhin kommen die leichteren Muster, in die Mitte klarere Spitzenteile, nicht so breit, unten hin die schmeren, kantigen Muster. Jeder Teil rnird oben und unten auf ber Maschine gesäumt. Dann setzt man sie mit Hexenstichen mit weichem Stickgarn in derselben Farbe zusammen. fen aus einem branbenburgischen Dorf. Hier, dies ist brollig — ein meißes Zuckerei mit einem Glas- enster, bahinter ein Liebespaar; ein ostpreußischer Konbitor stellte solche Eier her, die reißenb gekauft mürben..." „Diese Eier sinb viel schöner unb sagen viel mehr, Muhme Rehling, als unsere zu Tausenben hergestellten Schokolaben- ober Marzipaneier. Schabe, baß man so selten etmas berartiges sieht. Unb das soll ich nun haben?" „Ja, mein Herzchen. Wenn ich einmal tot bin, kommt die kleine Sammlung vielleicht in Hände, die unachtsam damit umgehen, nichts davon missen ber Mitte mit bem angearbeiteten Bolerojäck - ch e n. Das Kleib ist in vier Bahnen geschnitten unb mirb vorn burch kleine, gelbe Stosfknöpfe geschlossen. Die vier Taschen sinb eingeschnitten unb mit Schrägstreifen eingefaßt. Der kleine Kragen ist aus meißem Pikee. Das S ch o ß k l e i b rechts ist aus hellbrauner, feingegräteter Wolle. Der Schoß läuft in bie Seitennähte ein, ber Ausschnitt ber Jacke laßt als Welchen bie Bluse mit ber großen Schleife sehn. Die Taschen sinb eingeschlitzt, bie Knöpfe aus Büffelhorn. H. » nicht, sn jetzt Frankfurt am Main, schreibt: Zum Osterfest ist uns Hausfrauen eine will- fommene Gelegenheit gegeben, aus altem Brauch unb neuen Zei'tforberungen eine' harmonische 23 er- binbung zu schaffen. Es macht uns heute keine Freube mehr, ohne Rücksicht auf Gesunbheit bes Einzelnen unb auf unsere Beziehung zum heimischen Boben nur auf üppige Festgerichte auszugehen. Wir sehen vielmehr in ben oolkswirtschaft- lichen Notmenbigkeiten gute Anlässe zu Versuchen ober gar Erfinbungen, was sich alles mit unseren reichlich vorhanbenen Nahrungsmitteln Gutes machen läßt, unter gleichzeitiger Einsparung ber» jenigen, bie schwer zu beschaffen sinb — unb in sehr vielen Fällen mit Vorteil überhaupt weniger auf bem Plan stünden. Jetzt zu Ostern stellen wir z. B. mit gar nicht viel Fett und Eiern, aber mit Marmelade, Kartoffeln und Kartoffelmehl schöne. Sachen her, die Anklang bei groß und klein finden werden. O st e r b r o t: 500 Gramm Mehl, 30 Gramm Hefe, 1 Eßlöffel Zucker, gut Vx Liter Milch ober Buttermilch, 1 Teelöffel Salz, etwas abgeriebene Zitronenschale, Zitronensaft, 1 bis 2 Eier, 100 Gramm Fett, 3 bis 4 Eßlöffel Zucker, 100 Gramm Korinthen, 100 Gramm Sultaninen, 100 Gramm geriebene Haselnüsse. Etwas Mehl zum Formen, etwas Milch ober Butter zum Bestreichen. — Man fetzt ein Hefestück an; nach bem Gehen mischt man alle anberen Zutaten zu einem geschmeibigen Teig, ben man etwa eine Stunbe gehen läßt. Dann behält man Vx bes Teiges zurück unb formt aus bem übrigen ein runbes Brot, aus bem zurückbehaltenen Teig 2 Rollen unb legt sie kreuzweise auf bas Brot. Man bestreicht mit Milch ober Butter und verziert mit Nüssen unb Rosinen. Dann wirb es hellbraun gebacken. Biskuit-Eier: 150 Gramm Mehl, 150 Gramm Kartoffelmehl, 100 Gramm Butter, 2 Eier, 6 bis 8 Eßlöffel Milch, 1 Zitrone, 1/2 Backpulver. — Butter schaumig rühren, Zucker unb Eigelb zufügen, nach unb nach bie Milch, geriebene Schale unb Saft der Zitrone abwechselnd mit dem Mehl, das mit Backpulver und Kartoffelmehl gemischt wurde, zugeben. Man verrührt alles zu glattem Teig und unterhebt zuletzt ben steifen Eierschnee, gibt ben Teig in gefettete Eierförmchen unb bäckt bei Mittelhitze 30 bis 40 Minuten. Nach bem Erkalten bestreicht man bie Eierhälften mit Marmelabe. klappt sie zusammen unb verschönert sie mit buntem Zuckerguß. Gewickelter Kartoffelkuchen: 375 Gramm gekochte, geriebene Kartoffeln, 375 Gramm Mehl, 1 bis l1/2 Backpulver, 2 Eier, 75 Gramm Fett, 150 Gramm Zucker, abgeriebene Zitronenschale, etwas Zitronensaft, Prise Salz, verbilligte Marmelade oder Pflaumenmus. — Fett zu Sahne rühren, Eier, Zucker unb Geschmackszutaten bazu- geben, nach unb nach Kartoffeln, unb bas mit bem Backpulver vermischte Mehl baranrühren. Den Teig ausrollen, mit Marmelabe bestreichen, aufrollen und / in einer Kastenform ungefähr 1 Stunbe backen Gefüllte Torte: Je 100 Gramm Mehl, Fett, Kartoffelmehls 150 Gramm Zucker, ab geriebene Zitronenschale, 2 Eier, 1I2 Backpulver, 4 Eßlöffel Wasser, 1 Eßlöffel Zitronensaft. Fett wirb schaumig gerührt, nach unb nach bie Zutaten und bas mit Backpulver gemischte Mehl, zuletzt ben Eierschnee unterziehen. Man bäckt bie Torte in gefetteter Springform etwa 30 Minuten, schneibet sie nach bem Erkalten in Platten unb füllt sie mit verbilligter Marmelade. ^nr.reiW' 19-21-45 p{J öS vonbc j) und sie wegwerfen. Du aber weißt nun Bescheid, und ich sehe, wie du dich damit freust. Darum gebe ich sie dir jetzt schon. Und rnenn du etwas mehr tun willst, dann versuche, ob du wieder die Liebe zu solchen kleinen Kunstwerken wecken kannst, damit eine schöne Ueberüeferung weiterlebt und nicht verschüttet wird." Als Illa eine Stunde später bie Treppe hinunterging, vorsichtig ihre Schachtel trägenb da wußte sie, daß sie von Muhme Rehlen mehr bekommen hatte, als nur ein hübsches Geschenk, daß sie eine kleine Aufgabe übernommen hatte, für die sie sich einzusetzen gewillt war. Deutsche Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft = Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau, morgen Denner* Ti.30üör. Der österliche Tisch. Von Gertrud Abel Wenn man nicht gerade am Ostersonntag einen Ausflug macht, dann ist der Frühstückstisch das festliche Zentrum dieses Tages. In seiner Mitte prangt die Schüssel mit den gekochten und gefärbten Eiern — ein luftiger bunter Anblick, der aber noch einiges zur Ergänzung verlangt, um das Schöne unb Heitere dieses Festes zum Ausdruck zu bringen. Silbergraue Weidenkätzchen unb Veilchen, bazu grünseibenes lose in Schleifen unb Schlingen über ben Tisch verteiltes Banb kann heute schon als Tradition des österlichen Tischschmuckes gelten, unb wir wollen biefe Trabition ehren. Damit aber in der lustigen Stimmung ber Tafelrunbe kein Unfall geschehe, verbannen wir wassergefüllte Vasen vom Tisch, bie leicht umfallen können, unb stecken bie Veilchen in Eierschalen, bie wir an grünen Seiben- fäben vor ber Lampe herabhängen lassen. Besonberes Gebäck — Stollen, Kringel usw. —, das in ber Familie üblich ist, bekommt seinen Ehrenplatz neben ber Eierschüssel unb wirb ebenfalls mit ein paar Gästen aus dem Garten geschmückt. Wenn ein buntes Ei, bei dem ein helles Monogramm ausgespart ober ausgekratzt ist, ben Platz jebes Tischgastes schmückt, so ist bas eine be- sonbers erfreuliche Aufmerksamkeit. Unb babei denken wir daran, daß in unserem Bekanntenkreise sich vielleicht mancher einsam lebende Mensch befindet, der bei solchen Festen diese Einsamkeit doppelt empfinden mag. Wie wäre es, wenn wir ihn zu unserer Frühstückstafel lüden? Er wird danach gern das Eiersuchen mitmachen und sich dankbar dem gemeinsamen Osterspaziergang anschließen, der bis zum Mittagessen dauert. Die Hausfrau kann diesen Spaziergang ruhig mitmachen, denn sie wird am Samstag vorgekocht haben und ihren verständnisvollen Familienmitgliedern klar zu machen verstehen, daß es fein österliches Gefühl ist, von neun bis eins in der Küche sich der Bereitung von Braten, Gemüsen, Pudding usw. hinzugeben. Klug handelt sie darum, wenn sie schon den Frühstückstisch etwas sättigend einrichtet. Außer geröstetem Brot, Müsli ober Haferflocken wirb sie für einen Salat gesorgt haben — nicht mit schwerer Mayon- näfel — ber von einer Aufschnittschüssel begleitet sein darf. jjmeraiWa®' reilnabtne I viinicht. 61 I »in««*! ;nve6r^ Saubere Fenster. Beim Großreinemachen, bei bem alljährlich zweimal, sicher aber einmal, unb zwar im Frühjahr, bie ganze Wohnung von unterst zu oberft gekehrt wirb, kommen zum Abschluß bie Fenster an bie Reihe. Die Männer, bie Gott sei Dank vorher geflohen sinb unb wenigstens nicht im Wege stehen, sehen ja meistens gar nicht, wie schmutzig sie sind. Beim Großreinemachen werden auch die sonst nur trocken behandelten Fenster und Fensterrahmen naßgemacht. Die Hausfrauen, die neben der täglichen Reinigung jeden Monat etwas gründlicher säubern, weil entweder die Räumlichkeiten stark bewohnt sind oder nach der Wetterseite liegen, können die Naßreinigung schließlich auch einmal vermeiden. Es gibt ja bewährte Reinigungsmittel, die Fenstern und Rahmen den alten Glanz verleihen, ohne daß Farbanstrich und Fensterglas durch schädliche Seifenlauge gefährdet werden. Kleinste Mengen dieser Reimgungsmittel, mit einem Lappen kräftig verrieben, haben besten Erfolg. Neben dem altbewährten Fensterleder erweist sich neuerdings zur Reinigung der Glasscheiben auch der sogenannte Viskoseschwamm. Einmal tropft er nicht, außerdem läßt er sich, rnenn er sehr schmutzig geworden ist, gut auskochen Dem klaren Wasser soll man einen tüchtigen Schuß Spiritus beigeben. Mit einem fufHfreien Leinentuch ober auch mit zusammengeknülltem — neuen— Zeitungspapiere nachpoliert, wirb bas Glas einen klaren» Glanz bekommen. Leitern müssen nicht nur stabil, sonbern auch mit Gummigleitschutz versehen sein. Ein Eimerhalter erspart bas ermübenbe Auf- unb Absteigen. Wer nicht sicher auf ber Leiter stehen kann, sollte einen langstieligen „Fensterputzer" verwenden, der eine verstellbare Putzfläche hat. Wenn das Arbeiten bei Sonnenschein auch sicher mehr Spaß macht, so sollten doch Fenster niemals bei Sonnenbestrahlung geputzt werden. Ist es doch geschehen, und bie Scheiben sinb blinb und streifig, so müssen sie mit pulverisiertem Bimsstein ab« gerieben, mit lauwarmer Kernseifenlauge nachgewaschen und mit klarem Wasser gründlich nachgespült werden. Niemals darf ätzendes Sodawasser auf das Fensterglas kommen, da sich bie babei bilbenben Streifen kaum roieber völlig entfernen lassen. Scheiben, bie burch nachlässiges Putzen blind geworden sind, können wieder einigermaßen blank werden, wenn man einen Brei aus Schlämmkreide und Spiritus aufträgt, der nach völligem Antrocknen mit einem Leinentuch wieder abzureiben ist. Oel- sarbenspritzer können mit einer alten Rasierklinge — aber ganz vorsichtig — abgekratzt werden. Käthe Mielenz, j erhalten ist bester ms erwerben. Von Frida Aisch Cs ist gar nichts Besonderes, was das alte Sprichwort sagt. Es ist nichts weiter als unsere Hausfrauenarbeit alle Tage. Trotzdem kommt man manchmal babei in Verlegenheit. Kommt einmal meine Nachbarin mit einer Einlabung. Nicht etwa zum Kaffee ober Mittagessen — sonbern zum Teppichwaschen! Ich soll auch einen Schrubber mitbringen, morgen früh um 10 Uhr. -t- Als ich hinkomme, liegt ber große Wollteppich auf bem Zementboben im Hof. Frau Schulz unb Frau Kurfis sind auch da. Ein Eimer mit Seifenbrühe steht da. Jede hat einen Schrubber. Der Teppich ist gut geklopft und gebürstet, sieht aber bei dem hellen Tageslicht erschreckend schmutzig aus. Kein Wunder, im Erdgeschoß und in einem Landhaushalt! Die Hausfrau trägt mit einer weichen Bürste nun dünn die warme Seifenbrühe auf. Wir andern stehen jede an einer Ecke und schrubben tüchtig jeder ein Viertel. Eine allein hätte das nicht geschafft. Dann hängten wir gemeinschaftlich den Teppich auf zwei in einem Abstand von etwa einem halben Meter nebeneinander gezogene Waschleinen. Mil der Gießkanne wurde die Seifenbrühe abgespült, ber Teppich noch tüchtig geschüttelt, bamit bie Nässe roieber entfernt würbe, unb als es Nacht würbe, war ber Teppich trocken unb sauber. Ich habe mir jetzt bie Sache einfacher gemacht. Der vom Staub befreite Teppich würbe auf den sauberen Stubenboden gelegt. Dann trug ich vorsichtig bie Seifenbrühe auf, baß bie Nässe nicht auf bie Rückseite burchbrang. Dann scheuerte ich alles mit einer weichen Kleiberbürste unb wusch bie Seifenbrühe mit einem weichen, in lauwarmem Wasser getauchten Lappen ab, bis biefer sauber blieb. Als ber Teppich trocken war, hatten sich bie Haare roieber aufgerichtet, unb er war ganz sauber. Aber alt unb bünn blieb er. Eine biefe Lage Zeitungspapier barunter gelegt, half bem Uebel ab. Wenn es schmutzig ist, kann es immer noch in bie Papiersammlung. — Da hängt auch noch bas hübsche bunte C l o q u e- tleib vom vorigen Jahr. Es ist viel getragen, unb jeber fanb es reizend. Aber es hat seine Form eingebüßt unb sitzt nicht mehr. Es ist auch nicht mehr sauber. Wir waschen es burch Ausdrücken in leichtem Fewa-Wasser aus, bann wickeln wir es in ein altes Babetuch unb drücken bie Hauptnässe her- Mieder-, Bolero- unb Schoßkleiber sinb typisch für bie Form bes praktischen Laufkleibes im Frühjahr 1938. Das Mieberkleib links ist aus blau-grauer, mittelschwerer Wolle, sein schmaler Gürtel ist aus bunkelblauem Kalbleber. Der enge, gerabe Rock besteht nur aus zwei Bahnen, oas schmale Hals- bünbchen ist angeschnitten. — Der breioiertellange Aermel hat in ber Kugel (ebenso wie bas Blusenteil vorn unb im Rücken) kleine Abnäher, bie brei Knöpfe sinb aus blau-grauem stumpfem Galalith. Aus blaßgelber, bünner Wolle ist bas Kleib in M besucht Mhme Rehlen. Osterplauderei von Eva Leiser. Illa war nicht entzückt, als ihr von ber Mutter nahegelegt würbe, am Ostermontagvormittag ber alten Muhme Rehlen einen Besuch zu machen. Muhme Rehlen ist achtzig, Illa achtzehn. Muhme Rehlens Stübchen ist Stifter burch bie altmobischen Pltischvorhänge an ben Fenstern, unb braußen scheint bie Helle Sonne. Aber Illa sieht ein, baß biefer Besuch fällig ist, unb so nimmt sie benn ein paar Blumen aus bem Garten unb begibt sich zu der engen Gasse, in der — vier Treppen hoch — Muhme Rehlen lebt. Muhme Rehlen weiß, baß Illa kommen wirb. Unb so hat sie benn bie feinen alten Kelchgläser poliert, ben Rosenlikör bereitgestellt unb ein Päckchen hübsch mit seibenem Banb verziert. Muhme Rehlen freut sich über alles, wenn ein junger Mensch zu ihr kommt, ihr bas Bewußtsein gibt, daß sie nicht völlig vergessen ist. Unb so trippelt sie, strahlenb über ihr kleines, runbes, apfelronngiges Gesichtchen — runzlig wie eine Reinette um Ostern — zur Tür, als bie Glocke schrillt. Illa wirb bewundert — der schöne bebänderte Florentiner Hut, das reizende Kleid, die entzückenden Schuhe. Ach, und die lieben Blümchen! Und bann sitzt Illa, schon nicht mehr so trostlos über ben versäumten Spaziergang, im Plüschsessel, nippt am Rosenlikör unb bindet die seidene Schleife auf, die das weiße Paket -umhüllt, das Muhme Rehlen nun vor sie hinlegt. Eine Schachtel steht vor ihr. Illa hebt ben Deckel unb schreit vor Entzücken auf. In weißer Watte liegen ba nebeneinanber bezaubernbe Ostereier aller Art — bunt, einfarbig, aus natürlicher Eischale, aus Metall, aus Porzellan... Fragenb sieht Illa zu Muhme Rehlen auf. Die nickt dem jungen Mädchen freundlich zu. „Es sind Erinnerungen an viele Jahre, kleine Illa, die du ba vor bir siehst Ich gebe sie bir, weil ich benfe, baß du Sinn für sie haben wirst unb vielleicht biefe kleine (Sammlung erweiterst unb vervollstänbigst..." Illa sprang auf, stellte vorsichtig bie Schachtel auf ben Tifch, fiel ber alten Muhme um ben Hals unb bat ihr — währenb sie sie zärtlich auf die Wange küßte — allen Unmut ab, den sie noch vor einer Stunde gegen das alte Dämchen gehegt hatte. „Ich will bir bie einzelnen Stücke erklären Illa", lächelte Muhme Rehlen, unb hob bie Schachtel auf ihren Schoß. „Siehst bu, bies Filigranei aus Silber, das überreichte mir vor mehr als sechzig Jahren ein junger Mann, dessen Heiratsantrag ich am Ostersonntag angenommen hatte. Der Verlobungsring war darin; ich steckte ihn voller Glück an meinen Finger und hob bas schöne Ei sorgsam auf. Ein Jahr barauf heirateten wir unb machten bie Hochzeitsreise nach Thüringen. Daher stammt bies schöne eingelegte Holzei. Siehst bu, man kann es auseinanberschrauben unb bann ist ein kleineres Ei barin, in biesem roieber ein kleineres — es sinb sechs Eier so ineinanber geschachtelt. Einige Zeit banach — meine beiben Zwillinge waren schon da und fingen an, beim Umhertollen ihre Kleidchen zu zerreißen, reiften wir alle zu den Eltern meines Mannes. Es war in der Osterzeit, und meine Schwiegermutter schenkte mir dies Porzellanei hier, das ebenfalls zu öffnen ist — siehst du, ein kleines Nähzeug ist darin — weil ich nun mit meinen wilden Hummeln beim Ausgehen immer Nadel und Faden mitnehmen müsse, um die Löcher der zwei zusammenzuheften. Da, hier diese anderen Eier stammen aus allen deutschen Gauen: bas große aufgeblasene Gänseei mit ben bunten Figuren unb bem Spruch kam aus Bayern. Nicht anbers als auf Lebkuchen zu Weihnachten spricht man hier auf Eiern in Bildern und Derschen allerlei Wünsche aus. Dies schwarze Ei mit ausgeschabtem Muster stammt aus Schlesien, jenes mit den glatten Strei- Aus den Gießener Gerichtssälen. Große Strafkammer Gießen. Die Große Strafkammer verurteilte am Dienstag den K. G. und den H. V., beide aus Hirzenhain, wegen Verstoßes gegen den § 176 Abf. 1 Ziff. 3 StGB, zu einer Gefängnisstrafe von je sechs Monaten und den P. Sch. wegen Verstoßes gegen § 176 2Ibf. 1 Ziff. 3 in Tateinheit mit Blutschande zu einer Gesamtgefängnisstrafe von sieben Monaten. In der Verhandlung, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit erfolgte, gaben K. G. und H. V. zu, an einem Mädchen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben, auch der P. Sch. war geständig, sich an seiner Schwester, die noch keine 14 Jahre alt war, vergangen zu haben. Das Gericht billigte allen Angeklagten mildernde Umstände zu. Auch der W. W. aus Ober-Schmitten hatte sich im Februar 1936 an einem Mädchen unter 14 Jahren vergangen. Das Gericht verurteilte ihn ebenfalls unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Obwohl der Angeklagte vor Begehung der strafbaren Handlungen alkoholische Getränke zu sich genommen hatte, ergab doch die Beweisaufnahme, daß er voll für seine Taten verantwortlich zu machen ist- Vezirksschöffengericht Gießen. Die K. Sch. aus Watzenborn-Steinberg war vor dem Bezirksschöffengericht wegen einer schweren Urkundenfälschung angeklagt. Eine ebenfalls in Watzenborn-Steinberg wohnende Familie hatte im vergangenen Jahre eine anonyme Postkarte erhalten, durch die sie verdächtigt wurde, Salat gestohlen zu haben. Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richtete sich ber Verdacht, diese Postkarte geschrieben zu haben, gegen die Angeklagte. In der gestrigen Hauptoerhandlung sprach das Gericht die K. Sch. mangels Beweises einer strafbaren Handlung frei, da die Angeklagte bestritt, die verleumderische Karte geschrieben zu haben, und in dem Gutachten eines Schriftsachverständigen erklärt wurde, die angestellten Schriftproben ergäben keineswegs die Identität der anonymen Briefschreiberin mit der Angeklagten. Weiterhin hatte sich der Fr. E. aus Illeben wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Der Ange- klaate hatte in seinem Kontrollbuch viermal die Zahl der von ihm getriebenen Schafe von 230 in 330 umgewandelt, um eine tierärztliche Untersuchung von 30 neu in seiner Herde aufgenommenen Schafen zu vermeiden. Der Fr. E. beging diese Urkundenfälschung nicht, um die Kosten der Untersuchung zu sparen, sondern er wollte nur den mit der Untersuchung verbundenen Zeitverlust verhindern, da er andernfalls sein Nachtquartier, welches noch ungefähr 15 bis 18 Kilometer entfernt war, nicht mehr erreicht hätte. Das Gericht verurteilte ihn wegen fortgesetzter einfacher Urkundenfälschung an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von zehn Tagen zu einer Geldstrafe von 30 Mark. Amtsgericht Gießen. Der A. Sch. aus Holzhausen fuhr abends mit seinem Lastkraftwagen die Licher Sttaße in Richtung Kaiserallee und wollte in die Moltkestraße einbiegen. Hierbei beachtete er Nicht das Dorfahrts- recht eines von rechts die Kaiserallee herunter kommenden Dreirads und verschuldete hierdurch einen Zusammenstoß. Er erhielt deshalb einen Strafbefehl in Höhe von 20 Mark, gegen den er Einspruch erhob. Da auch die Hauptverhandlung das Verschulden des Angeklagten bei dem Verkehrsunfall erwies, blieb es bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Sttafe. Ans her engeren Heimat. Landkreis Gießen. # Allendorf (L a h n), 12. April. Das Amt des hiesigen Friedhofswärters ist durch Erkrankung des bisherigen Wärters Ludwig Weber freigeworden. Nach öffentlichem Ausgebot wurde es nun an unseren Mitbürger Braun, Triebstraße, vergeben. -*■ * Reiskirchen, 13. April. Der an der Reichsautobahn beschäftigte Arbeiter Anton Jpstein aus Geisenheim am Rhein wurde gestern von einem Unfall betroffen. Eine Lore fuhr ihm über beide Fuße, so daß er einen Bruch des Mittelfußes und einen Zehenbruch erlitt. Er wurde durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht. )( L i ch, 12. April. Der Kirchen- und Stiftsoorstand der evangelischen Kirche und des Ma- rienstiftes Lich beriet den Voranschlag für 1938. Er schließt im ersten Teil (Kirchen- qemeinbe) mit 13 765,46 RM. in Einnahme unb Ausgabe ab. Die Einnahmen aus den Grunbstücken des Marienstifts betragen 2205,15 RM., aus Kapitalien 575,17 RM., an Kirchensteuern müssen 8863,60 RM. erhoben werden; obwohl die Einnahme aus dem Gewerbekapital in diesem Jahre wegfiel, konnte doch durch äußerste Sparsamkeit eine Erhöhung der Kirchensteuer vermieden werden. An größeren Ausgaben sind zu nennen: für Steuern 2030 RM., für die Unterhaltung des Kirchendachs 1050 RM., für den Wiederaufbau des eingesttirzten Nebengebäudes beim alten Pfarrhaus 2500 RM., an Besoldungen 2216 RM., für die Erhebung der Kirchensteuer durch das Finanzamt 433 RM., an Beiträgen für den Reichsnährstand unb bie Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft 400 RM.: zum erstenmal konnte in diesem Jahr ein wenn auch zunächst kleiner Betrag von 250 RM. für den Kirchen-Erneuerungsfonds eingestellt werden. Durch freiwillige Gaben wurden bisher 4584 RM. für diesen Fonds gegeben. Die beiden Frauenhilfen wendeten aus eigenen Mitteln dem Fonds weitere 316 RM. zu. Die Erneuerung unserer Kirche wird mehr unb mehr zu einer bringenben Aufgabe unserer Gemeinbe. Wenn sie auch aus Mangel an Mitteln noch nicht ausgeführt werden kann, so muß sie doch als Ziel für die nächsten zehn Jahre immer wieder ins Auge- gefaßt werden. Die durch den Brabd in der Heizkammer leider zerstörte Seitenkapelle unserer Kirche wurde in diesen Tagen durch Kirchenmaler K i e n z l e (Alsbach) erneut wieder ausgemalt, die Bilder blieben dieselben, nur wurden der besseren Wirkung wegen diesmal die Farben etwas kräftiger gewählt. Die Kosten für die Ausmalung werden teils von der Brandversicherung ersetzt, teils aus laufenden Mitteln bestritten. — Im zweiten Teil (Pfarrei) schließt der Voranschlag in Einnahme und Ausgabe mit 4111,23 RM. ab. * Hungen, 12. April. Unsere Mitbürger Friedrich Haas unb Frau Marie, geb. Echter, können am Karfreitag in aller geistigen unb körperlichen Frische bäs Fest ber golbenen Hochzeit feiern. Wir gratulieren! Kreis Wetzlar. # Lühellinben, 12. April. Da unser Dorf noch keine Wasserleitung hat, sonbern ber Wasserbedarf der Einwohnerschaft jeweils aus eigenen Brunnen im Hof gedeckt wird, anderseits aber für einen eventuellen Br and fall keine ausreichende Wassermenge für die Motorspritze vorhanden ist, hat sich die Gemeinde nun entschlossen, inmitten des Dorfes eine große Zisterne z u errichten, die ein ausreichendes Fassungsvermögen haben soll, um im Falle der Feuersgefahr das Löschwaffer sicherzustellen. Die Gemeinde hat kürzlich ein Kraftfahrzeug angeschafft, das lediglich für den Transport der Motorspritze zur Verfügung stehen soll. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) F. Sf. in G. Es ist Antragstellung unter gleichzeitiger Vorlage des Militärpasses bei der Bürgermeisterei zu empfehlen. Die GA.-Sporiabzeicheniräger treten zur Wiederholungsübung an. NSG. Am Sonntag, 24. April, werden endgültig die Wiederholungsübungen für das SA.-Sportabzeichen ausgetragen, nach dem sie am 27. März wegen der Vorbereitungen zur Volksabstimmung ausfallen mußten. Erstmals werden nun an diesem Tage im Gau Hessen-Nassau Tausende von Männern, die während der vergangenen Jahre ihre körperliche Leistungsfähigkeit durch den Erwerb des SA.'Sportabzeichens öffentlich und durch die Tat bekundet haben, zu einer gemeinsamen U e b u n g a n t r e t e n. In den Städten und Dörfern werden die Marschkolonnen ber SA. gemeinsam mit den Kameraden ber anderen Gliederungen unb allen Volksgenossen, bie im Besitz bes SA.- Sportabzeichens sind, hinausziehen. Wenn auch bie leistungsmäßige Seite biefer Wiederholungsübungen von übergeordneter Bedeutung ist, so wird dieser Tag doch bas Zusammengehörigkeitsgefühl aller Beteiligten stärken und das Band der Kameradschaft fettigen, das alle umschlingt, bie bas Ehrenzeichen bes wehrhaften beutschen Mannes tragen. Das ist zugleich aber auch Forderung an alle bie, bie heute noti) nicht im Besitz bes SA.- Sportabzeichens sind: Reiht euch ein und beweist euren Willen zur größtmöglichen Steigerung ber Wehrkraft unseres deutschen Volkes. Anerkannte deutsche Gckwininirekorde. Das Reichsfachamt Schwimmen hat drei Bestleistungen als deutsche Rekorde anerkannt. Werner Plath, Deutschlands schnellster Mittelstreckler, hält nunmehr den Rekord im 300-Meter-Kraul- schwimmen mit 3:34,8 Minuten. Diese Zeit hat der Berliner allerdings bereits Anfang April in Kopenhagen wieder auf 3:32,9 Minuten verbessert. Die Anerkennung dieser Leistung steht jedoch noch aus. Inge Schmitz (Spandau 04) ist im Besitz des 100- Meter-Rückenrekords, den sie auf 1:18,7 Minuten verbesserte. Den Staffelrekord über 100 Meter Rücken-, 200 Meter Brust-, 100 Meter Kraulschwimmen schraubte die Mannschaft von „Nixe" C h a r I o 11 e n b u r g bei den Frauen auf 5:42,7 Minuten. Die drei neuen Rekorde wurden bei den Reichsprüfungskämpfen in Halle am 19. und 20. März aufgestellt. Die deutschen Amateur- Boxmeisterschasten. 16 Ausscheibungskämpfe. Die ersten großdeutschen Meisterschaften der Amateurboxer, die sich über vier Tage erstrecken, nahmen am Dienstagvormittag im Frankfurter „Hippodrom" ihren Anfang. Die Kampfstätte war recht gut besucht, vor allem die Jugend war stark vertreten und lebte begeistert mit. Der eigentliche Vorrunde mit ihren 64 Kämpfen gingen 16 Ausscheidungstreffen, in jeder Gewichtsklasse zwei, voraus, deren Sieger das Vorrundenfeld vervollständigten. Im großen und ganzen setzten sich hier die Favoriten durch, aber einige Ueberraschungen waren doch zu verzeichnen. Die 64 Dorrunbenfämpfe. Sofort nach Erledigung der Ausscheidungskämpfe wurden die 64 Vorrundenbegegnungen in Angriff genommen. Beginnend mit dem Fliegengewicht wurden in jeder Gewichtsklasse zunächst sieben Kämpfe ausgetragen; die Sieger ber Ausscheidungskämpfe hatten erst ganz zum Schluß anzutreten. Wiederum war die Halle recht gut besucht. Diel beachtet wurde Altmeister Hans Breitensträter, der bei den Frankfurter Meisterschaftskämpfen die ff» Boxer betreut. Dank einer vorzüglichen Organisation, für die Gaufachwart Dietrich (Frankfurt) verantwortlich zeichnet, wickelte sich die umfangreiche Kampffolge glatt unb reibungslos ab. Stets waren zwei, drei Paare kampffertig und schon Sekunden nach der Verkündung des Siegers war das nächste Treffen im Gange. Nur so war es möglich, den Riesen-Kampfplan in der vorgesehenen Zeit abzuwickeln, zumal entscheidende Siege selten waren. Erstes deutsches Handball-Turnier- von Beinebssportgemeinschasten. NSG. Unter ber sportlichen Leitung bes Fach- amtes Handball des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen fanden am Montag im Frankfurter Hippodrom die Schlußkämpfe des vom Sportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstalteten Hallenhandballturniers Frankfurter Betriebssportgemeinschaften statt. Das Turnier, das als erste derartige Veranstaltung ber NS.-Gemein- schast „Kraft durch Freude" im Reich durchgeführt wurde, brachte vom Beginn bis zum Abschluß spannende Wettkämpfe. Don rund 30 Handball-Betriebssportgemeinschaftsmannschaften in Frankfurt nahmen 20 am Turnier teil. Für die Schlußkämpfe am Montag hatten sich acht Mannschaften qualifiziert, die um den Endsieg rangen. Nach Austragung der Vorrundenspiele siegte im Endspiel des Turniers die Mannschaft der BSG. Neufag-Allianz gegen die Mannschaft der BSG. IG.-Farben mit 8:2. Dem Hauptturnier ging am Spätnachmittag ein Turnier von Jugendmannschaften ber Betriebssportgemeinschaften voraus. Im Endspiel standen sich bie Mannschaften ber Neufag-Allianz unb ber JG- Farben gegenüber. Die Jugend von Neufag-Allianz blieb mit 10:3 Toren Sieger. Handball-Weltmeisterschaft. Acht Nationen in Wien. Für bie erste Weltmeisterschaft im Felbhanbball, bie in der Zeit vom 7. bis 10. Juli im Wiener Sta- dion ausgetragen wird, sind bis zum Nennungsschluß die Meldungen von acht Nationen eingegangen. Die Mannschaften voll Luxemburg, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, USA. unb Deutschland stehen als' endgültige Teilnehmer fest. Mit ziemlicher Sicherheit ist noch die nachträgliche Meldung von Ungarn zu erwarten, so daß bei einer Beteiligung von neun Ländern das von nur sechs Nationalmannschaften bestrittene Olympische Handballturnier erheblich übertroffen wird. Wie schon 1936 in Berlin, so sind in Wien Rumänien, USA., die Schweiz unb Deutschland wieder dabei. Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum geftrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in ber Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 6 Ochsen, 6 Bullen, 32 Kühe, 27 Färsen, 185 Kälber, 268 Schweine, 1 Schaf aufgetrieben. An Preisen würben, erzielt: Ochsen 40 bis 44 Pf., Bullen 41 bis 42, Kühe 21 bis 42, Färsen 25 bis 44, Kälber 30 bis 65, Schafe 40 Pf. je Pfunb Le- benbgewicht. Für Schweine würben je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 Mk., bl (135 bis 149,5 kg) 1.09 Mk., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07 Mk., c) (100 bis 119,5 kg) 1,03 Mk., d—f (unter 100 kg) 0,97 Mk.; gl unb 1 (fette Specksauen unb Altschneiber) 1,05 Mk., g2 unb h (anbere Sauen unb Eber) 1,01 Mk. — Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber sehr rege, Ueberftanb 2 Kühe. Mein-Mainische Börse. rNittagsbörse: Wenig verändert. Frankfurt a. M., 12. April. Der Auftragseingang blieb sehr spärlich, so daß die Börse am Aktienmarkt bei freundlicher Haltung weiterhin nur kleine Umsätze aufwies. Die bevorstehende längere Derkehrsunterbrechung durch die Osterfeier- tage machte sich bereits in einer gewissen Zurückhaltung bemerkbar. Die Kursveränderungen hielten sich in den meisten Fällen bei etwa 0,25 bis 0,50 o. H., wobei noch kleine Erhöhungen in der Mehrzahl waren. Von Elektrowerten traten Siemens mehr hervor mit 211 (209), auch Schuckert 0,90 v. H. fester, dagegen Gesfürel im gleichen Ausmaß leichter, ferner AEG. und Licht unb Kraft um 0,25 bis 0,50 v. H. D^ontanpapiere zogen zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. an, Verein. Stahl aber nur knapp gehalten mit 111,75 (111,90). Von chemischen Papieren bröckelten IG. Farben 0,25 v. H. auf 160,50 Scheideanstalt und Goldschmidt blieben behauptet. Maschinenwerte schwankten nach beiden Seiten bis zu 0,50 v. H. Im einzelnen notierten u. a. Conti- Gummi schwächer mit 211,75 (213,25), Reichsbank mit 197,65 (198), anderseits gewannen Feldmühle- Papier 1 v. H. auf 148, Deutsche Erdöl 0,75 v. H. auf 144,25 und Zement Heidelberg 0,50 v. H. auf 173,50. Im Freiverkehr blieben Dingler-Maschinen fest mit 94,50 (93,50). Am variablen Rentenmarkt war das Geschäft gering, Altbesitzanleihe bewegten sich bei etwa 132,90, Kvmmunal-Umschukdung lagen 5 Pfennig höher mit 96,40. Goldpfandbriefe mußten mangels Materials zumeist gestrichen werden, Liquidations- Pfandbriefe notierten, ebenso wie Kommunal-Obli- gationen und Stadtanleihen, unverändert. Von notierten Industrie - Obligationen befestigten sich Farben-Bonds auf 130,75 (130,25). In der zweiten Börsenstunde ging das an sich kleine Geschäft auf ein Minimum zurück, auch die Kurse bröckelten angesichts der Geschästsstille teilweise etwa 0,25 v. H. ab. Etwas höher lagen jedoch AEG. mit 125 nach 124,50. Die später notierten Werte hatten nur geringe Abweichungen. Von Bankaktien notierten Dresdner Bank ex Dividende 0,13 v. H. höher mit 114,25 (118,65). Im Freiverkehr gingen Dingler noch auf 95 nach 94,50, später auf 94,25 abbröckelnd. Höher lagen Rastatter Waggon mit 56 (55), Growag mit 92 (91), ausgesprochen fest Verein. Fränk. Schuh mit 85 (81) und Verein. Pinsel mit 83 (81). — Tagesgeld zog etwas an auf 2,50 (2,25) v. H. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse boten sich nur schwache Geschäftsmöglichkeiten, da der Auftragseingang aus dem Publikum gering blieb und anderseits die Zurückhaltung fortbeftanb. Bei ausgesprochen ruhiger Tendenz waren die Kurse wenig verändert. Etwas stärker wichen Bemberg mit 150 (151) und Th. Goldschmidt mit 150,50 (149,50) ab, ferner ermäßigten sich Gesfürel um 0,90 v. H. auf 153. Don Maschinenwerten blieben Moenus in größeren Be- trägen gesucht mit 135 (133 bis 134,50), Adlerwerke 0,25 v. H. höher mit 124,25, anderseits Demag 156 (155,75), Rheinmetall unverändert 142. Kleine Ab- weichungen zeigten ferner IG. Farben mit 160,13 (160,40), Verein. Stahl mit 111,50 (111,75), Mannes- mann mit 118,50 (118,65), Rheinstahl mit 147,75 (147,50), Deutsche Erdöl mit 144 (144,25), Licht und Kraft mit 146 (146,25), Holzmann niit 164,75 (164,50) und Lechwerke mit 115 (114,75). Bankaktien notierten unverändert. Renten lagen geschöftslos, Farben-Bonds blieben mit unverändert 130,75 gefragt, Kommunal-Umschuldung ermäßigten sich auf 96,35 (—5 Pfennig). Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. April. Auftrieb: Rinde- 1198 (gegen 1003 in der Vorwoche am 5. und 7. April), darunter 241 (164) Ochsen, 189 (152) Bullen. 518 (511) Kühe, 250 (176) Färsen. Kälber 1326 (1309), Hämmel und Schafe 124 (114), Schweine 5043 (3678). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 39 bis 41 (39 bis 41), c) 34 bis 36 (33 bis 36). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 36 bis 39 (38 bis 39), c) 30 bis 34 (33 bis 34). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 28 -bis 33 (30 bis 33), d) 21 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (42 bis 44), b) 35 bis 40 (35 bis 40). Kälber a) 60 bis 65 (63 bis 65), b) 52 bis 59 (55 bis 59), c) 44 bis 50 (44 bis 50), d) 34 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 52 (50 bis 52), c) 43 bis 45 (40 bis 45), d) 38 bis 40 (—). Schafe nicht notiert. Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50) g2) — (51,50). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittel. Die nächsten Viehmärkte finden am 20. und 21. April statt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. ( Reichsbankdiskont 4 vH., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- turs Schluß!. Abend- börje Schluß» kurs Schluß! Mittag börle Schlußkurs Schluß!. Abend börse Schluß- kurS Schluß!. Mittag- börse Darum 11-4. 12.4. 11.4. 12.4. Daium 11.4. 12.4. 11.4 12.4. 5% Deutsche .4% Deutsche 4ft% Deutsh jungen von 4ft% Deutsc! fungen von 4ft% Deutsci jungen von 6ft% Voung 4ft% Hessisch im ■ nad) J’“ tuar. ■ onstaltu^ ^lieitsV ifca raden de . । J tziiclieninellter ■ Aiemeister nn| flrtWf«! pg'4 xS-W ÄS« ->u sein, bie sie al. zu nehmen hatten, ung (Ouvertüre.)- feie über zur eigi den Altmeister i Pt vorgenommen wüster, den Berussstc 1 ? 251ui Von KvNl Blumen und erfüllen einen Traum der Ech Frühlings, in uneben gibt! $ Flieder-olden ii niederhängen, n roJen in einer s phantastische Drc 0 er merfmürbic Rern empörst? 2 ewigen Frü S'N in bei w sie mit nid) M man die ^"wenige, «Mph«« * M geben „„ 3" taten wrr Nn kann, m ? dM bQ swst’ «Ä* und ibea S M Hausern M?1 ff* Alke, t 9e" "lt psV i=S ®«ltuno?* M L.Ä? ■■ > - * X ■ 41 fc .M Vttlm 242 144,4 150 162,75 121,25 212,5 148 ,77ß 146,5 160,5 146 153,5 150,5 49 173,5 116,25 165 147,5 109,25 122 160 1353 118,75 153,75 144,75 116 232,75 213,25 149 126,75 143,5 177,25 124,25 146,75 160,9 145,5 155 116 164 163- 147,5 109-1 121- 160- 136-5 118,65 145,25 116,9 233 130,5 148 127-2 1563 186,5 1023 210 «lllj tut? rb5rjr irtt hieb: Rindet m 5. und 7. (152) Bullen, Kälber 1326 1), Schweine Kilogramm । bis 45 (43 :) 34 bis 36 äs 43), b) 36 is 34). Kühe' (36 bis 39), (20 bis 25). ) 35 bis 40 s 65), b) 52 - 50), d) 34 52 (50 bis is 40 (-). 50 (56,50), , c) 52,50 i,50 (53,50) ich, Kälber Hase mittel. 20. und 2L schwache Te. A°ng aus die Zu. chen ruh,, «Ä ferner er- U1153. Don roheren Le. ' Alerwerke Demag 156 ■ Kleine Ab. 'E 160,13 5), Mannes. I mit 147,75 Licht und mit 164,75 *• Bankaktien geschäftslos, t 130,75 ge. M sich auf W. idende an. 4? (81). -5) v.h. t!’’"1 irto* 'k ’Ä: ii.yo|-n, W Äfft 147,5 126, "Ä •SA III; ’Sil ZI U 5 62> wissen eines geschmackvollen und naturgemäßen An- und Zierat für Mittwoch. 13. April l§38 Gießener Anzeiger (General-Anzeiaer für Oberhessen) Kr.87 Drittes Blatt die sich der der Jugend. Links: Augenblicksbild von der Freisprechung — Rechts: KreisfachabteUungswalter pg. Büttner, Gießen, Weiheßunde derMdelgrupsel I llEeßen-Söd uab VefichiiMg durch die ObergauMenn. sein, daß sie nicht „Bediente", sondern Diener an der Gemeinschaft zu fein haben und selbstbewußt als deutscher Mensch wirken sollen. Haltung und Leistung, so schloß der Redner, gelte es zu beweisen, mitzuhelsen an der Entfaltung unserer besten deutschen Kräfte sei die Forderung unserer Zeit. Mit-Worten herzlichen Dankes an alle diejenigen Kameraden, die sich für die Vorbereitung der Feier und ihre Durchführung einsetzten. mit Worten des Dankes auch an alle jene, die der edlen Sache Unterstützung zuteil werden ließen und mit dem Gedenken des Führers wurde durch Kreisfachabtei- lungswalter Büttner die Feier geschlossen. Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung bet Meister-Freisprechung fand eine sehr eindrucksvolle Ausstellung statt, in der eine überraschende Fülle von sehr dekorativen und schmackhaften Gerichten gezeigt wurde, die von den Küchenmeistern der Gießener Gaststättenbetriebe hergestellt worden waren. Auch die Arbeiten der jungen Meister standen zur Schau und sanden durch die große Zahl der sachverständigen Gäste alle gerechte Würdigung. Eiir Kameradschaftsabend beschloß den Tag. Blumen im Raume. Von Kuno Grafen von Hardenberg. Blumen und Blüten in Basen oder in Töpfen erfüllen einen uralten Menschheitstraum, einen Traum der Sehnsucht nach dem Glück eines ewigen Frühlings, in dem es nur Sonne, Liebe und Frieden gibt! Wo sich im Winter lila oder weiße Fliederbolden üppig von einer Kristallvase her- nieberhängen, wo kühle rote Kamelien wie Seerosen in einer schönen Schale schwimmen, wo sich phantastische Orchibeen wie tropische Schmetterlinge ober merkwürbige Insekten aus schlanken Stengel- gläsern emporstreben, ba wirb immer ber Traum vom ewigen Frühling bewußt ober unbewußt wach unb klingt in ber Seele als seine eigene Musik unb füllt sie mit nicht faßbarem Glücksgefühl. Will man die Wirkung von Blumenschmuck im Zimmer weniger zart umschreiben, so kann man sagen, baß er eine Quelle bes Behagens ist, die Atmosphäre ber Räume bereichert unb ihnen eigenartige Farben unb Formen einfügt, wie sie nur Mutter Natur mit ihrer unerschöpflichen Erfinbungs- gabe zu geben vermag. Wer sich angesichts eines blühenben Kirschbaumes zu streiten vermag ober nur einen bösen Gebanken hegen kann, ist kein Mensch, sagt ein Sprichwort unb brückt bamit die heilige, besänftigende Kraft aller keuschen unschuldigen Zartheit in bewunderungswürdiger Weise aus. Aehnlich haben auch unsere germanischen Voreltern aedacht, war doch Balhur, der Leuchtende, bie lieblichste aller Göttergestalten, nichts anderes als eine Symbolisierung der immer wieder aus Winternacht auferstehenden Kraft der Pflanzenwelt und j)es Frühlings. Daß ein solcher Gott auch in Käufern und Hütten durch Aufstellung von Blumenschmuck geehrt rourbp, daß mein sich feiner Gaben immer dankbar erfreute, wer möchte es bezweifeln-, ja man kann sagen, Blumen im Hause zu neuen unb zu hegen ist eigenstes Wesen aller germanischen Völker. Blumen im Haus als Zeugen ber Ehrfurcht vor den Wunbern ber Natur zu genießen und sie demgemäß in den Räumen unterzubringen, ist eine Kunst. Es ist nicht damit getan, sie wahllos in einem Gefäß mit frischem Wasser aufzustellen. Jede Pflanze, jeder Zweig, jede Blume will nach u)rem Bau ihrer Gestalt, einen ihr angemessenen Behälter, um ihre Anmut, ihre Schönheit zur vollen Geltung zu bringen. Unsere Keramik, unsere Glasbläsereien haben eine Fülle von passenden Vasen, rnelt___GXÄxaIöyi nofrhnFfon itm nlfpn CcrfOfbir« Danach nahmen die Mädel im Hofe Aufstellung. Hier nahm die Obergauführerin Else Riese Gelegenheit, allen Mädeln Grundlegendes über den Sinn des Leistungskampfes der Gruppen innerhalb des Obergaues l'zu sagen. Es komme nicht nur darauf an, in einer tadellosen Gestaltung unb - Durchführung des Dienstes Vorbildliches zu leisten, sondern- letztlich seien ausschlaggebend die Haltung und der Lebensstil jedes einzelnen Mädels. Diese Forderung müsse sie nicht nur für die untergau» beste M. - Gruppe 1/116 Gieß en-Süd erheben, sondern in noch gesteigertem Mätze für die Bewertung der obergaubesten Mädel- ' gruppe. Nachdem sich die Obergauführerin mit der Fuhrerinnenschaft der Gruppe noch im einzelnen unterhalten hatte, verabschiedete sie sich und forderte die gesamte Gruvpe zu noch größerem Einsatz und Leistung auf: „Die die Besten waren, ließen die Treue nicht." __________ Das Verbot des Frischbrotverkaufes. DNB. Die gestrige Mitteilung über die teilweise Lockerung des'Verbots, frisches Brot zu verkaufen, ist verschiedentlich falsch verstanden worden. Das Verbot ist nicht für den Tag vor, sondern für den Tag nach zwei gesetzlichen Feiertagen aufgehoben worden. Es ist also falsch, wenn angenommen wird, daß am Ostersamstag für das Osterfest frisches Brot verkauft werden darf. Durch die neue Verordnung ist lediglich gestattet worden, daß am Dienstag nach Ostern frisches Brot abgegeben wird. begrüßte die zahlreichen Gäste aus dem Kreise Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Behörden, und die Kameraden von der .Gauwaltung der DAF. Er stellte sodann den jungen Meistern die Bedeutung der Stunde der Freisprechung vor Augen und forderte dazu auf, sich stets der Pflichten bewußt zu sein, die sie als Meister des Gewerbes auf sich gu nehmen hätten. Eine seine musikalische Darbietung (Ouvertüre zur Oper „Die Meistersinger") leitete über zur eigentlichen Freisprechung, die durch Feierliche Freisprechung der Servier- und Küchenmeister In einer überaus feierlichen Form geschah gestern im Saal des Gesellschaftsvereins die Freisprechung der Servier- und Küchenmeister des Kreises Wetterau. Nach einer eingehenden praktischen und theoretischen Schulung durch anerkannte Meister und Lehrer des Gewerbes, stellte sich eine Anzahl von Anwärtern auf die Würde des Meisters der Prüfungskommission. Der gestrige Tag brachte insbesondere den praktischen Teil dieser Prüfung und im Anschluß daran die Freisprechung nach neu belebtem handwerklichen Brauch. Die Veranstaltung mar ausgestaltet worden durch die Deutsche Arbeitsfront (Krei-fachabteilung „Der Deutsche Handel"), Abteilung: Das Deutsche Gaststätten- unb Beherbergungsgewerbe. Für bie feierliche Handlung der Freisprechung war der Saal in einer sehr eindrucksvollen Weise geschmückt. Die würdige Feier begann mit dem Einmarsch von Kameraden der Werkschar, die die Fahnen einbrachten, anschließend folgten in schönem Aufmarsch die Küchenmeister in ihrer weißen Berufstracht und Serviermeister im schwarzen Anzug, denen den Altmeister des Gewerbes im Gau, pg. Oippmanu, vorgenommen wurde. Er ermahnte die jungen Meister, den Berufsstand stets würdig zu vertreten und nach einer ständigen Leistungssteigerung zu streben. Er verlas sodann den Wortlaut dds Versprechens zur Wahrung rechter Meisterwürde und zum Dienst für Führer,' Volk und Vaterland, das die jungen Meister mit einem gemeinsam gesprochenen „Ja, das bekennen und versprechen wir!" bekräftigten. Sodann wurden fie alle durch Handschlag als Meister des Gewerbes verpflichtet. Die Meisterwürde erwarben sich folgende Berufskameraden: Küchen- meister: Thier (Dillenburg), Hübner (Gießen), Krieger (Gießen), Bagh (Gießen), und Schneider (Butzbach): S e r v i e r m e l st e r : Vogt (Friedberg), B r u n s (Bad-Nauheim), E t - tengruber (Friedberg), Kahlenberg (Herborn), Pfund t, Kobel, Fischer und Von der Heyden (sämtlich Gießen). Im weiteren Verkauf der Feier hielt der Gauberufswalierpg.Siein.Fraukfuri, er Sonderschau. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) —.m I .............. ............I, llnfreundliche Begegnungen. Vc>n Rudolf Huch. Vor einigen Jahrzehnten hielt ich mich auf einer Alpenwanderung einige Tage in Südtirol auf. An einem Morgen ging ich vor dem Frühstück eine sanft ansteigende Fahrstraße hinan. Rechts siel der Berg in schroffen Felsen ab, links ging er steil in die Hohe, war aber hier mit Bäumen bestanden, man konnte zur Not hinaufsteigen. Als ich mich nach einer guten halben Stunde zur Rückkehr wandte, hörte ich von fern ein Rinderbrüllen, unb zwar ein bösartiges: das ist ja von dem wohligen deutlich zu unterscheiden. Es wuchs rasch an, und bald kam mir eine Kuh in vollem Laus entgegen. Es ist immer verdächtig, wenn ein Tier sich von der Herde absondert, und diese Kuh war offenbar nicht gastfreundlich gesonnen. Ich sagte mir, du bist hier fremd, wozu sollst du Streit anfangem, und stieg den bewaldeten Berg hinan. Ich war einunddreißig Jahre alt, also in den Jahren der besten Kraft, und war immer gut zu Fuß, so kam ich rasch eitze Strecke aufwärts. Das Brüllen hatte aufgehört, ich wollte hinabsteigen. Nun aber sah ich zu meinem Schrecken, daß mir' die Kuh nachgestiegen und schon ziemlich nahe war. Man glaubt nicht, wie rasch diese Bergrinder den steilsten Berg hinaufsteigen. Da ich diese arge Welt schon hinlänglich kannte, nahm ich nicht an, daß meine Friedfertigkeit bei einer Begegnung hier die gleiche Gesinnung finden würde. Ich stieg also weiter hinauf. Wie hoch ich aber auch stieg, die Kuh stieg unverdrossen nach. So konnte das nicht .weitergehen.! Ich wandte mich urplötzlich um, schwang meinen Schirm drohend in der Luft und stürzte" der Kuh mit Wutgebärden entgegen. Der Scheinangriff gelang über alles Erwarten, sie warf sich herum unb schoß dey Berg hinunter, baß ich dachte, sie müßte sich überschlagen. Sie kam aber mit heilen Gliedern unten an und rannte wie besessen in der vorigen Richtung davon, ohne sich auch nur umzusehen. Ich habe seitdem nicht viel Hochachtung vor dem Verstand von Kühen. Der Kaffee war schlecht und das Weißbrot nicht frisch, aber mir hat selten ein Frühstück so gut wie dies geschmeckt. * Sechs Jahre später ging ich eines Nachmittags im Spätsommer von Goslar aus einen steilen und in schlechtem Zustand befindlichen Hohlweg hinan, der nach dem damals noch wenig besuchten Ort Hahnenklee führte. Man hatte mich gewarnt, aber der Weg schnitt erheblich ab, unb ich wollte rasch oben sein. Nach einigen Steigen hörte ich Kuhglocken unb Rinbergebrüll, unb sehr halb kam eine Herbe in , , «.... ~ Air! n i rt n rmrtin hallt bie Stimme ber Sprecherin burch ben Raum. Nun erklingt bas Lieb „Eine Trommel geht in Deutschland um". Deren Ruf folgte GrvßdeUtschland, benn unser Führer koynte uns vor wenigen Tagen aus seiner Heimat bie Erfüllung seines burch bie Vorsehung erteilten Auftrages vcrkünben. Das vom Orchester gespielte Lieb „Deutschland, heiliges Wort" erfüllt uns alle. Nach den Worten der Sprecherin; ' „Das ist bie Wahrheit, bie mich Dir verbanb. Ich suchte 'Dich und fand mein Vaterland. Ich war ein Blatt im unbegrenzten Raum, 1 Nun bist Du Heimat mir und bist mein Baum. Wie weit verweht verginge ich im Winde, Wärst Du' nicht Kraft, die von der Wurzel rinnt. Ich glaub an Deutschland, denn Du bist die Nation, Ich glaub an Deutschland, weil Du Deutschlands . « sSohn." beendeten wir unsere Feierstunde mit dem Liede ordnens und Aufstellens von Blumen und Zweigen gerecht zu werden. Aber nicht nur der Struktur der Pflanzen heißt es gerecht zu werden, auch ihre Farben sind zu berücksichtigen. Nicht jede Blume paßt zu jeder Blume, nicht jede Farbe zu jeder, der Duft der, einen fügt sich nicht dem Duft der anderen. Da hat die mit 'solchen Betrachtungen besonders vertraute Frauenseele besondere Aufgaben. Auch daß nicht jede Blume und Pflanze, was ihre Farben betrifft, sieh jedem Raume Unbedenklich einfügt ist zu bedenken. Es gibt an sich herrliche Blüten, deren Farben den Farben eines Raumes so entgegengesetzt sind, daß sie geradezu störend wirken. Auch die Borstellungswelt^die manche Blumen auslösen, ist für die richtige Aufstellung im Heim von Bedeutung: Wer mürbe einen Orchibeenstrauß, ber ben Geist mit Vorstellungen von schwülen Ur- mälbcrn unb unbekannten Fernen erfüllt, in einem gemütlichen Bauernstübchen auf ben blankgescheuerten Tisch aufbauen können, ohne ben heiligen Kreis stiller Heimatfreube zu stören. Wie innig heimatlich beglückenb wirb an ber gleichen Stelle ein Strauß von Himmelsschlüsselchen ober Maiblumen in einem schlichten Tontöpfchen wirken. Ganz allgemein betrachtet, hat Blumenliebe unb Blumenvfle'ge im. Hause vor allein auch erzieherischen Wert, unb bas ist genau so wichtig mie bie ästhetische Seite. Wer von Kinbheit an gewohnt ist, Blumen als etwas Wunberbares unb Heiliges zu betrachten, in Blumen Freunbe unb Verwandte zu sehen, bie gepflegt unb geliebt sein wollen, ber hat bavon einen Gewinn fürs Leben. Das künstlerisch veranlagte Kind aber füllt sich im täglichen Schauen bas Gebächtnis mit wertvollen Borftelliin- gen, bie ihm später, mag es irgenbeinen künstlerischen Berus? ergreifen •obfr nicht, von unschätzbarem Werte sind. Die einzigartigen so sinnigen unb lebenswahr stilisierten Blumenstickereien unb Malereien unseres bäuerli chen unb bürgerlichen Gewerbefleißes wären sie je entstauben, wenn nicht früh in Kinberherzen geweckte Blumenliebe sie ermöglicht hätten? „ , c.. Ein heute leider einseitig als Werbung für Blumenlöben ausgebeutetes Wort heißt: ,A-aßt Blumen sprechen". Zahllose Witze haben es zu Tobe gehetzt — nicht mit Unrecht —, benn Pathos mit geschäftlichem Beigeschmack ist immer peinlich. Das ändert nichts an der Tatsache daß Mr seiner- Mensch immer barauf bebacht sein tmrb, Blumen im besten Sinne sprechen zu lassen, Blumen ihrem heiligen, göttlichen Wesen gemäß sprechen zu lauen, sek es als Geschenk, sei es als Schmuck im Hause, ei es als liebe Freunbe, wenn sie einem rm Garten ober auf bem Spaziergange begegnen ober gar wenn man sie als Künstler im Bilde zu Schmuck eine Ansprache, in ber er eine Reihe grunbsätzlichor Darlegungen im Hinblick auf bie Bebeutung ber Meisterwürde im Dritten Reich gab. Er betonte vor allem, baß biese Stunbe ber Freisprechung für den jungen Meister nicht etwa einen letzten Abschnitt seines beruflichen Strebens darstelle, sondern ein Ansporn sein müsse, den rechtmäßigen Besitz der Würbe burch hohe Leistungen immer wieder neu zu rechtfertigen unb ber Gemeinschaft unseres Volkes bas zu geben, was sie füglich forbern barf. Der „Meister" bedeute eine Würbe, nicht nur eine Eigenschaft ober gar nur einen Titel. Meister sein — bas bebeute nur ben heutigen Tag, Meister bleiben — das müsse der Wille für bie Zukunft sein. Der Meister müsse mithclfen an ber Erziehung unseres Volkes, hier insbesondere an ber Erziehung bes Nachwuchses im Berufsstanb. Hier habe ber Meister eine besonbers ernste Verpflichtung, ber är mit allem Verständnis zu bienen habe. Der „Abel ber Arbeit" könne nur so verstauben werben, baß ber Meister alles zu geben habe, was er an beruflichem Können zu geben vermöge. Den Seroiermeiftern empfahl ber Rebner, sich stets besten bewußt zu> Wie glücklich sinb wir, biese großen unb gewaltigen Tage, bie schon Generationen beutscher Menschen erträumten, miterleben zu dürfen. Das Groß- bcutsche Reich, für bas Tausende gekämpft unb gelitten haben, ist nun Wirklichkeit geworben. Nach- bem unfer'Volk burch tiefste Verzweiflung mit höchsten Opfern gehen mußte, fanb es endlich ben Weg ZU sich selbst. . Der weite, hohe Raum ber Klosterkapelle Schiffenberg ist vom Fackelschein erleuchtet. Die Mädel sind im großen Rechteck angetreten, und der Wimpel steht vor dem Chor, wo das Orchester die Feierstunde mit der Weise: „Die Welt gehört den Führenden" einleitet. Nach dem Spruch: „War.einer — ber erfaßte bich unb mich" würbe aus bes Führers slßtrf „Mein Kampf" vorgelesen. Wir hören von seiner Jugend in Braunau und Wien — unterbrochen von ben Klängen „Unser bie Sonne, unser bie Erbe" — von ber eisernen Pflichterfüllung bes Melbegöngers im großen Kriege und von feinem Entschluß in Pasewalk, nach bem Erlebnis ber Revolution von 1918, Politiker zu werben. „Reiht euch zu Vieren, Trommel gerührt" ist bas erste Zeichen zum Aufbruch. Doch: „Noch heißt's ben Haß im Blute bergen, Noch heißt's Geduld... Doch ahnt schon biese Botschaft allen: Das Volk steht auf! Die Fesseln fallen! I Mit unfern Fahnen ist die Zeit!" statt bei bem Stier, wie er hätte sollen, er hatte hier wohl niemanb vermutet. Im Vorbeigehen sagte er: ,Mehenblekben ist gefährlich!" Er sagte mir nur, was ich wußte. Ich trat nicht beiseite, sondern ging, nicht eben gern, in bem engen Hohlweg dicht an bem , Stier vorbei: er schnaubte unb sah bösartig genug aus, hat auch später einen Mann, ber sich höchstwahrscheinlich anbers verhalten hat, auf bie Hörner genommen unb übel zugerichtet. Es mag das Jahr barauf gewesen seiy, ich wohnte in Bad Harzburg, ba war ich im Dezember zu einem Herrenabend eingelaben. Der Monb staub nicht am Himmel, bas Wetter war bunstig, es war stock- bunkel. Mein Weg führte burch eine bammle öbe Strecke, bie paar Häuser, die ba stauben, waren im Winter unbewohnt. Eine einzige Laterne brannte, unb zwar von Erböl, wie bamale in Bad Harzburg überall. Ich freute mich über bas rötliche rem- branbtsche Helldunkel, aber nun hörte ich ein tiefes Knurren, unb gleich barauf trat aus bem Dunkel eine riesige Dogge unb knurrte mich feindlich an. Ich tat, als ob' ich bie Dogge nicht bemerkte unb ging im gleichen Schritt weiter, nicht rascher und nicht langsamer. Sie ftanb einige Augenblicke unbeweglich unb tauchte wieber in bie Finsternis zurück. * Ich hatte noch einige Male in meinem Leben Gelegenheit, bies zu erproben, unb es hat sich immer bewährt. Ob mir ein Kenner ber Tierseele sagen kann, was ba in ihr vorgeht? Es will mir vorkommen, als ob es eine Art von Nerlegenheit wäre. Ich weiß auch nicht, ob sich bies bei wilden Tieren mit Erfolg anroenben läßt, nehme aber ohne weiteres an, baß böse Nashörner unb hungrige Wölfe nicht bie rechte Empfindlichkeit gegen bie Nichtbeachtung haben. Zeitschriften. — Das von ber englischen Negierung vyi«abgegebene Weißbuch stellt fest, baß bie Aufrüstung im letzten Haushaltsjahr runb 18 Milliarden 780 Millionen Mark gekostet hat. In bieser Riesen- ?umme waren bie Ausgaben für bie Luftwaffe am höchsten. Im Laufe 'von brei Jahren hat sich bie englische Heimat-Luftmachk fast vervierfacht unb, was besondere Beachtung oerbient: weit mehr als die Hälfte ber gesamten Luftstreitkräfte besteht aus modernsten Bombern. Ein interessanter Bildbericht im neuesten Heft ber „Sirene", ber illustrierten Zeitschrift mit ben Mitteilungen des Reichsluftschutz- bunbes, gibt einen Einblick in biefes Kapitel ber englischen Aufrüstung, bas jeher kennenlernen sollte. Die neue „Sirene" bringt baneben eine Reihe in- — — — — — — — ~ ~ ~ . ,» Schöne weihe Söhne öued, CHIOrOdOllt 6ic 0"°'--°'- Aus -er Stadt Gießen. Sie Liebe zu einer Schulmappe. Mein Junge nimmt immer seinen Teddybären mit ins Bett, Aber als er sich die Flasche abgewöhnen mußte, sollte. er sich auch in seiner Liebe zum Teddybären beherrschen. „Mein Junge, du wirst immer größer. Du hast ja gar keine Ahnung, wie schnell das geht; ehe man es selber glaubt, ist man schon ein Mann, ein richtiger Mann, und doch hat man noch soviel vom Kinde in sich. Frage die Mutter. Also kurz und gut, das verstehst Du ja alles nicht. Ab morgen kommt der Teddy nickt mehr ins Bett." Nur noch einen Avend sehnte er sich nach dem gelben Teddy, dann hatte mein Junge es verschmerzt. — Immer wieder kommen große Ereignisse, die ihre Schatten vorauswersen. Nach Ostern muß mein Junge zur Schule. Es ist noch einige Tage bis zum Schulanfang, aber schon seit Wochen ist eine Schulmappe gekauft. Und diese Schulmappe wurde zu 5)qu5 mit einer Freude empfangen, wie sie kein Teddybär heroorgerufen hat. Mit der Schulmappe auf dem Rüchen wird Kaffee getrunken, das Mittagessen verzehrt und das Abendbrot gegessen. Mit der Schulmappe auf dem Rücken geht mein Junge sogar spazieren. Keine Eisenbahn, kein Roller, keine Spieluhr und kein Ball haben soviel Freude gemacht, wie die Schulmappe. Nur noch die Frühstückstasche nimmt teil an der großen Freude. Und abends — tatsächlich — kommt die Schulmappe mit ins Bett. In seliger Umarmung mit den Ranzen schläft der Junge ein. Vorher gab er der ledernen Mappe verstohlen einen Küß. Die Schulmappe muß so am Anfang eines bedeutsamen Lebensabschnittes stehen, wie die ersten langen Hosen, oder das Brautkleid. Meiner Mutter erzählte ich das Wunder von der geliebten Schulmappe. Sie lächelte und sagte, so hätte ich es gemacht und alle meine Brüder auch. Die erste Schulmappe mußte immer mit ins Bett. Auch mein Freund sieht sich die große- Liebe an und schmunzelt, so habe er es genau gemacht. — Daß ich mich gar nicht darauf besinnen kann? Wie kann man nur seine erste Schulmappe vergessen! H. P. BDM.-Llntergau 116. Velc.: Sportbienftgruppe der 3211: Schwimmen. Das Schwimmen für die Sportdienstgruppe der IM. am Mittwoch, 13. 4., und am Mittwoch, 20. 4., im Dokksbad fällt aus. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Fra Diavolo". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Pipin der Kurze". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rätsel de» Urwald- Hölle". Zladttheater Gießen. Heute, um 19.30 Uhr, findet zum leßtenmal eine Aufführung der Komischen Oper „Fra Diavolo" von Ander statt. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Wolfgang Kühne. Chöre Heinz Markwardt. Mittwoch-Miete 27. Vorstellung. Ende 22 Uhr. Uraufführung „Esmoreit und Damiel". Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die 14. Morgenveranstaltung des Stadttheaters am 24. April bringt im Rahmen der Studio-Aufführung zur Uraufführung „Esmoreit und Damiet", ein sehr schönes Spiel nach dem Altflämischen frei bearbeitet von Bruno Loets. Musik und musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Günter Winkel, Vorbereitung zum Gau-Sängerseü in Gießen. Nachdem die großen Ereignisse der letzten Wochen auch in unserer Stadt alle Kräfte in Anspruch genommen hatten, wendet sich nunmehr das Interesse der beteiligten Kreise in Gießen wieder in verstärktem Maße den Vorbereitungen des vom 8. bis 1 1. I u l i in Gießen stattfindenden 3. Hessischen Gau-Sängerfestes zu. Am gestrigen Dienstagabend hielt der Presseausschuß unter der Leitung seines Vorsitzenden, Rechts- anwall E n g i s ch , eine Sitzung ab, in der er sich mit den nächsten Aufgaben der Werbung für dieses große Fest der hessischen Sänger beschäftigte. Dabei wurde eine Reihe von Maßnahmen besprochen, die in den kommenden Wochen stärker als bisher in Erscheinung treten werden. Zunächst wird in Kürze an den Anschlagsäulen und an den Plakat- tafeln, aber auch an anderen Stätten des Verkehrs mit Plakaten geworden werden, die das Interesse aller Volksgenossen auf die große Veranstaltung hinlenken sollen. Weiterhin ist ein F e st f ü h - r e r in Vorbereitung, der aber erst zum Sängerfest selbst oder kurze Zeit vorher herauskommen wird. Man erhofft, wie auch der in der Sitzung anwesende Leiter des Hauptausschusses für das Sängerfest, der Kreiswalter des Sängerkreises Gießen, Müller, besonders hervorhob^ bei allen Volksgenossen in Stadt und Land größtes Interesse für diese Veranstaltung im Dienste des deutschen Liedes, vor allem auch tatkräftige Unterstützung bei der Beschaffung von Q u a r t i e r e n für die etwa 3000 Sänger, die aus allen Teilen Hessens zu dieser Veranstaltung in Gießen erwartet werden. Weitere Mitteilungen werden in nächster Zeit zu erwarten sein, nachdem auch der Hauptausschuß des Sängerfestes unmittelbar nach Ostern feine Tagung abgehalten hat. Bühnenbild: Liselotte Erler. Die Rolle des Esmoreit spielt Peter Schorn, die Rolle der Damiet Helga Retschy. MMvwWjMilWlil NS.-Gemeinschast „Kraft durch Ireude". Fußball-Länderkampf Deutschland — Portugal am 24. April 1938 in Frankfurt a. M. Fahrpreis einschließlich Eintritt 5,— RM. Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60. 2513D Urlaubsreifen. Für nachstehende Urlaubsreifen bis Ende Mai werden noch sofortige Anmeldungen angenommen: UF. 10: vom 22. April bis 30. April 1938: Rothenburg o. b. T. - 32,50 RM. UF-11: vom 3. Mai bis 13. Mai 1938: Schwa- bische Alp = 40,— RM. UI. 13: vom 21. Mai bis 29. Mai 1938: Sächsische Schwei; = 40,— RM. UF. 14: vom 26. Mai bis 4. Juni 1938: Bodensee = 39,— RM In den Preisen eingeschlossen sind: Fahrt, Unterkunft, Verpflegung. 2512D Unsere Kartenvertaufsstelle, Seltersweg 60, ist Oftersamstag, den 16. 4. 38, geschlossen. Ein Brief an das Stadtschulamt Gießen. wer hilsl mH Bitbem? Vom Stadtschulamt Gießen wird uns die Abschrift des nachstehenden Brieses an das Stadtschulamt übermittelt: , Buenos Aires, den 11.Marz 1938. Ecuador 1162. Ihr lieben Jungens und Mädels! Ihr werdet Euch wundern, so einen Brief über das Meer her zu bringen. Aber Ihr wißt ja auch alle, daß überall deutsche Menschen wohnen. Und in Argentiniens Hauptstadt, in Buenos Aires, da leben besonders viele! Denkt mal, vor ein paar Wochen da fangen hn Theater Colon (Colon, das ist auf deutsch Columbus), dem größten Theater in Südamerika, tausend deutsche Kinder. Glaubt Ihr, daß das herrlich war? An den Reichsjugendwettkämpfen waren 1700 beteiligt. Es sind aber auch ungefähr 20 deutsche Schulen hier, davon ist unsere, die Germania-Schule, die älteste. Diese ist bald hundert Jahre alt Gern schreiben wir Euch noch mehr von Argentinien und besonders von unserer Stadt, der größten des Kontinents, von ihren Wolkenkratzern, ihrem ungeheuren Verkehr, ihrem Hafen, von ihren Straßen, die wie mit dem Lineal gezogen sind. Die Stadt ist in lauter Quader eingeteilt, und wenn man hier nach einem Gebäude fragt, so bekommt man etwa die Antwort: „6 Quader gerade aus und 2 Quader nach links." Wir haben so die längsten Straßen der Well. So, nun aber genug. Wollt Ihr uns hel- . fen, Deutschland k e n n e n 3 u I e r n e n , wollt Ihr uns Eure Stadt ze.igen? Habt Ihr Bilder, viele, viele Bilder für unseren Lichtbildapparat: Photos, Ansichtskarten, Zeitschriften und so weiter? Mit deutschem Gruß, Heil Hiller! » gez. Ella Lich. Das Stadtschulamt Gießen im Stadthaus Gießen, Bergstraße, bittet, ihm brauchbare Bilder zur Weiterleitung an die Germania-Schule in Buenos Aires zur Verfügung zu stellen. Hoffentlich findet die Bitte weithin Gehör! Keine Geldschranken mehr für Reisen nach Oesterreich. DNB. Der Äeichsmirtschaftsminister hat im Ein- vernehmen mit dem Präsidenten des Reicksaus- fchusfes für Fremdenverkehr sämtliche noch bestehenden Beschränkungen für die Mitnahme von Zahlungsmitteln im Reiseverkehr zwischen dem bisherigen Reichsgebiet und dem Lande Oesterreich mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Mitnahme von Zahlungsmitteln für Reisezwecke, die bislang noch auf einen Monatsbettag von 300 Mark beschränkt war, ist nunmehr in beiden Richtungen in beliebiger Höhe über die bisherige deutsch-österreichische Grenze zulässig. Küchenabfälle für das Ernährungshilfswerk bereitstellen! Im Hinblick auf den bevorstehenden Karfreitag und auf die Dfterfeiertage gOt das Ernährungs- Hilfswerk bekannt, daß am Donnerstag und am Samstag in der ganzen Stadt die Küchenabfälle gesammelt werden. Die Hausfrauen in allen Stadtteilen werden deshalb gebeten, ihre Behälter mit den Abfällen an Den beiden genannten Abenteuer in Paris. Roman von Hans Hirthammer. . Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Heinz blickte sich sofort im Lokal um. Gott sei Dank! Dort vorn steht noch Paul Sacher inmitten des letzten Trupps, der auf feinen Abtransport wartet. Heinz gibt sofort Weisung, ihn vorzuführen. „Sie gestatten doch, Colonel!" „Aber natürlich, lieber Kollege!" Heinz muß seine ganze Kraft zusammennehmen, um dem Verbrecher mit scheinbarer Gelassenheit entgegentreten zu können. „Sie haben eine Chance, mein Lieber!" beginnt er. „Wenn Sie uns Die Wohnung von Otto Czibulka angeben, Dann will ich mich dafür einsetzen, daß man Ihnen diese Mitteilung günstig anrechnet." Paul Sacher preßt spöttisch Die Lippen zusammen. „Da können Sie lange warten! Erstens weiß ich die Adresse nicht, zweitens würde ich sie Ihnen nicht nennen, auch wenn ich sie wüßte!" „Das können Sie dümmeren Leuten weismachen!" schreit Colonel Lecoque, ein äußerst temperamentvoller Südfranzose. Er hebt die Pistole. „Ich schieße Sie nieder, Mensch, wenn Sie nicht sofort Ihr Maul auftun. Also: wo wohnt Czibulka?" Paul Sacher schneidet eine verächtliche Grimasse. „Sie werden sich hüten, eine solche Dummheit zu begehen und Ihre Karriere durch einen feigen Mord zu vernichten." • „Seien Sie vernünftig, Sacher!" versucht es Heinz Stadler noch^einmal. „Wir werden Czibulka fassen, auch wenn Sie schweigen. Dagegen erweisen Sie auch ihm einen Dienst, wenn Sie reden. Sie können damit verhindern helfen, daß er seinem Strafregister noch ein weiteres Verbrechen hinzufügt." „Welch ein Edelmut!" höhnt Sacher. „Sie haben Angst um Ihre kleine Freundin, nicht wahr? Warum so egoisttsch, Herr Kommissar? Gönnen Sie doch Dem armen Jungen Das bescheidene Ver- genügen, bevor Sie ihn einsperren!" Heinz ballt ingrimmig Die Fäuste, aber er sieht ein, daß es keinen Zweck hat, sich zu einer llnde- sopnenheit hinreißen zu lassen. Das Verhör bleibt erfolglos. Sacher ist zu verbohrt in fein Haßgefühl. Es gewährt ihm eine unendliche Befriedigung, Stadlers ratlose Verzweiflung zu sehen. „Abführen!" ruft Heinz Stadler, ohne den Gefangenen noch eines Blickes zu würdigen. Er wendet sich an Den Colonel. ,Hch fahre sofort zum Präsidium! Vielleicht kennt man Dort Die Wohnung, ^d) glaube es zwar nicht, aber--" Er eilt fort, ohne Den Satz zu EnDe gesprochen zu haben. Der Colonel Lecoque blickt ihm bekümmert nach. Dann ruft er seine Leute zusammen unD orDnet eine Streife Durch Die benachbarten Häuserviertel an. 32. Pawla Werzewna wäre ihrem Begleiter wahrscheinlich weniger leichten Herzens gefolgt, wenn sie gewußt hätte, daß der polizeiliche Schutz, Den sie hinter sich vermutete, nicht zur Stelle war. Sie betrat die Wohnung, Die vor wenigen Stun- Den Der Schauplatz einer Auseinandersetzung gewesen war, in der Die Person des von ihr geliebten Mannes eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Otto Czibulka hatte kaum Die Tür hinter sich geschlossen, da begann er zudringlich zu roerDen. Er trat hinter sie, anscheinend um ihr beim Ablegen Des Mantels behilflich zu sein. Doch noch bevor sie ihn abgelegt hatte, umfaßte er sie und preßte seine Lippen gegen ihre bloßen Schullern. Pawla, von Ekel gewürgt, wehrte sich seines Zugriffes, wobei sie den Eindruck Zu erwecken suchte, als sei es nur ein letztes Hinhalten, ein sanfter, um Aufschub bittender Widerstand. „Erst Ihr Versprechen, lieber Freund! — Ah, hübsch ist es hier! Wohnen Sie da ganz allein?" „Ganz allein. Liebste! Niemand ist in der Nähe, Der uns stören könnte. — Aber sag Doch endlich „du" zu mir!" Pawla ließ sich auf die Couch sinken und blickte den Mann aus verdeckten Augen an. „Oh, mon eher, soweit sind wir noch lange nicht. Später einmal ... vielleicht, — wenn Sie mir einen überzeugenden Beweis Ihrer Freundschaft gegeben haben!" Czibulka versuchte noch einmal sein Glück. Er setzte sich neben sie und legte den Arm um ihre Schultern. Pawla griff nach seiner Hand und gebot ihr Einhalt. Sie hätte schreien mögen vor Abscheu, sie hätte auf* und Davonlaufen mögen. Doch sie mußte ihre Aufgabe zu Ende führen, sie mußte ihm fein Geheimnis entlocken, sie durfte jetzt nicht fahnenflüchtig werden, da jeder Augenblick den Sieg bringen konnte. „Warum wollen Sie mir Ihre Sammlung nicht zeigen?" schmollte sie. „Ich ahne schon, es war alles bloß Prahlerei. Auf so armselige Art wollen Sie das Herz einer Frau gewinnen? Das hätte ich nicht geglaubt, nein, Das hätte ich Ihnen nicht zugetraut. — Oh, sehen Sie, ich mache mir gar nichts aus Ihren Juwelen, Das daß Sie einer fo Dummen Lüge fähig sind, Das entwürdigt Sie — nie! mehr, als wenn Sie mir Ihre bescheidenen Verhältnisse eingeftanDen hätten." Für einen Augenblick schien es, als wollte Mißtrauen in ihm aufsteigen. „Warum legst Du so großen Wert Darauf, Die Juwelen zu sehen — wenn sie dir schon gleichgültig sind. Komm, Du, es hat Doch Zeit bis nachher!" „Ich... kann nicht, wenn Sie mich belogen haben. Verstehen Sie Das nicht? Muß ich nicht annehmen, Daß auch Ihr Gefiihl eine Lüge ist?" ,Ma, es scheint mit Deiner Liebe nicht sehr weit her zu fein, Da Du Dich so albern anstellst. Was soll Das Getue! Ich kann mir ja nehmen, was du mir nicht freiwillig geben willst!" „Nein", rief sie, „Das können Sie nicht tun, dessen sind Sie nicht fähig! Nur ganz schleckte Menschen, nur Verbrecher können so etwas tun." Vielleicht war es gerade dieser Ausruf, der ihn umstimmte, der in irgendeinem versteckten Winkel seines Herzens an etwas rührte, das noch gut war. Er vernahm, daß da ein junger Mensch, eine Frau an ihn glaubte, an ihn, Otto Czibulka, und nun flackerte vielleicht Der Wunsch in ihm auf, Das Vertrauen Dieses einen, einzigen Menschen nicht zu enttäuschen. Er hüllte sich in ein verlegenes Lachen. „Du bist eine richtige Verführerin? — Wirst Du immer bei mir bleiben, Pawla?" Daß er plötzlich von ihr abließ, empfanD sie wie eine Wohltat. „Vielleicht...!" flüsterte sie. „Das wäxe schön!" sagte er. „Einen Menschen wie Dich müßte man haben! Dann wäre alles anders." , Er nahm sie an der Hand und führte sie in eine Ecke Des Zimmers. „Nun such mal selber!" lachte er vergnügt. Pawla Werzewna ließ Den Blick über alle Gegenstände schweifen, die sich als Aufbewahrungsort eignen konnten, aber so oft sie irgendwohin deutete, schüttelte Czibulka grinsend Den Kopf. Pawla verlor Die Geduld. „Willst du mich Denn Die ganze Nacht suchen lassen?" „Nein, Du hast recht 1" kicherte C.zibulka. „Das hieße Die kostbare Zeit schlecht anmenDen." Dann kramte er auf Dem BoDen unD Drückte Die Hand gegen eine WanDleiste. Pawla, Die sich neben ihm in eine hockende Stellung niedergelassen hatte, merkte sich genau Den Ort unD sah. Daß sich, von Dem Druck gegen die Leiste ausgelöst, ein Brett Des Parkettbodens hob. Czibulka hob Das Brett vollends weg, und nun wurde in Der Vertiefung eine eiserne Kassette sichtbar. '„Du bist außer meinen beiden Freunden Der einzige Mensch, Der Dieses Versteck kennt. Daraus magst Du die Größe meiner Liebe ersehen!" Er hob die Kassette heraus und stellte sie auf den Tisch. Aus der Westentasche nahm er einen winzigen Schlüssel. Dann sprang der Deckel des Kästchens auf und gab den Blick auf Den Inhalt frei. Mit spitzen, gierigen Fingern begann Czibulka zu wühlen, roäh- renD seine Augen sich zu einem schmalen Spalt zusammenkniffen. Tagen an den gewohnten Platz für Die Abholung bereitzustellen. Schützt die Anlagen? Von Der S t a D t v e r w a l t u n g wirb uns Der nachstehenDe einDringliche Mahnruf übermittelt: Immer wieder muß Die StaDtverwaltung feststellen, Daß öffentliche Einrichtungen, Die zur Ausschmückung Des StaDtbilDes und für Die Erholung Der Bevölkerung geschaffen rourDen, zerstört unD in ihrem BestanD gefährDet. werDen. So ift im Laufe Des Winters Die im vorigen Jahre gepflanzte Ber- beris-Hecke am Skagerrak-Platz mutwillig Husammen- getrampelt unD bis auf wenige Pflanzen vollkommen zerstört worDen. Ganz abgesehen von Dem SchaDen, Der Der Allgemeinheit Damit zugefügt roirD, ist es einfach unverstänDlich, wie eine solche Tat geschehen kann, ohne Daß auch nur ein Mensch Die Täter beobachtet hat. Die StaDtverwaltung bittet alle Volksgenossen DringenD, Den Schutz derartiger > Anlagen mit zu überwachen unD wirD jeDem, Der zur Ermittlung eines Täters beiträgt, ihre volle Anerkennung zollen, mährend Diese SchäDlinge eine empfinDliche Bestrafung zu erwarten haben. Offermontaq muh bezahlt werden. NSG. Zu den sozialrechllichen Bestimmungen, die durch Verordnung des Ministerpräsidenten Goring zum Wohle aller schaffenden deutschen Menschen geltend gemacht wurden, gehört auch die Anordnung über die Bezahlung von gesetzlichen Feiertagen. Es erschien Der nationalsozialistischen Staatsführung als ein rechtmäßiger Anspruch Des deutschen Arbeiters, Daß man ihm an Den Tagen seinen Lohn bezahlt, an Denen im ganzen Volk Freude unD Feiertagsstimmung herrschen soll. Zu Den Tagen, an Denen Der Lohn zu vergüten ist, gehört auch Der Ostermontag. Doktorarbeiten nur noch in deutcher Sprache. LPD. Dissertattonen sind nach einer Verfügung Des Reichserziehungsministers stets in deutscher Sprache abzufassen. Soweit einzelne Promotionsordnungen noch die Bestimmung enthalten, daß auch Der Gebrauch einer anderen als Der deutschen Sprache bei Der Abfassung Der Dissertationen zu- gelassen werden kann, ist diese Bestimmung auf* gehoben. Die vorgeschriebene Anzahl Druckexemplare der Dissertation ist innerhalb eines Jahres nach bestandener mündlicher Prüfung an die Fakultät abzuliefern. Versäumt der Kandidat diese Frist, so^ erloschen alle durch die Prüfung erworbenen Rechte unter Verfall der Gebühren. Der Dekan kann in besonderen Fällen die Frist zur Ablieferung der Dissertationsexemplare ausnahmsweise verlängern, jedoch nur um ein Jahr. Das Darmstädter Glockenspiel erklingt wieder. LPD. Darmstadt, 12. April. Das berühmte Glockenspiel im Residenzschloß Der hessischen Landeshauptstadt war vor -einiger Zeit ausgebaut und zur Wiederherstellung und Tonabstimmung in eine Glockengießerei übergeführt worden. Die'Reparaturarbeiten wurden erfolgreich Durchgeführt, und in flotter Arbeit wurden Die zahlreichen Glocken wieder in ihrem Turm aufgehängt, so daß am vergangenen historischen WochenenDe zum ersten Male die Lieder der Nation vom Glockenturm erklangen. Zur vollen Stunde spielen die Glocken Das Deutschlandlied, zur halben Stunde das Horst-Wessel-Lied. Das Glockenspiel kaün durch eine sinnreiche Tastatur auch mit der Hand gespielt werden. „Da, sieh doch, diese Perlen, diese Ringe, Das wunderbare Feuer dieser Brillanten und Smaragde! — Glaubst Du mir jetzt? Das alles gehört mir, mir!" Pawla, Die mit starren Augen auf all Die Herrisch ketten blickte, konnte ihre Erregung kaum verbergen. Da war es also, Das geraubte Gut, von Dem Heinz Stadler ihr erzählt hatte, um dessen Wiederbeschafsung so erbittert gekämpft worden mar. Sie Dachte nicht mehr an Die Gefahr, in Der sie sich befand, sie dachte einzig und allein Daran, daß es ihr gelungen war, Die Aufgabe zu lösen, mit Der Heinz Stadler sie betraut hatte. Ein Gefühl des Glückes und Des Stolzes durchpulste sie und offenbarte sich im Glanz ihrer Augen) Czibulka Deutete ihren Blick falsch. „Das ist eine Herrlichkeit, wie?" Er griff mit beiden Händen in Die Kassette und hielt Dem Mädchen hin, was er fassen konnte. „Da, Pawla, Pawluschka, nimm doch, such Dir etwas aus!" Pawla tat, als wählte sie mit großer Bedacht- samkeit. Sie griff nach einem Armreif, probierte ihn, legte ihn mieDer weg. Dann nahm sie einen kostbaren Ring, Doch auch Dieser schien ihren Wünschen noch nicht zu entsprechen. Czibulka wurde ungeduldig, denn Die Nacht rückte vor. Er zeigte ihr eine munDerbare Halskette aus mattschjmmernden Perlen. „Hier, Das ist etwas für Dich! Komm her, laß Dir Die Kette umhängen!" Pawla kam zögernd heran. Mit ihrem dunklen Haar, Dem zarten Pastell ihres Gesichtes, Dem oott- enDeten Ebenmaß Der schmalen Schultern bot sie ein BilD oolfommener Schönheit. Als Czibulka Die Kette über ihren Kopf hob und an ihrem Hals nieDergleiten ließ, krallte er feine Finger in ihre Schultern unD preßte sie an sich. Sie entwand sich ihm, während ihr Mund sich zu einem verheißungsvollen Lächeln öffnete. „Einen Spiegel! Haben Sie keinen Spiegel hier?" „Drüben im Schlafzimmer, Liebste!" „Mein kleiner Spiegel in der Handtasche genügt!" Mit ein paar Schritten mar sie an der Couch, öffnete Die Handtasche unD entnahm ihr einen Gegen- ftanD. * „Ah, es ist unerträglich schmiil im Zimmer? Wir wollen einen Augenblick Das Fenster öffnen!" Ehe er Zeit fand, eine EinmenDung zu machen, ftanD sie vor Dem Fenster und öffnete es. Sie beugte sich in Die kühle Nachtluft hinaus, unD im gleichen Augenblick setzte sie Die Alarmpfeife an Den MunD unD gab Das oerabreDete Signal. „Pawla!" schrie Der Mann auf, sprang auf sie zu unD riß sie vom Fenster zurück. Da sah er. Daß sich ihre Mienen vollkommen vermanDelt hatten. Das mar kein klebendes Mädchen mehr, Das mar eine kalte Frau, zum Aeußersten entschlosien. (Fortsetzung folgt) enthält immer neue Fototips für bessere Aufnahmen, ferner eine -j Belichtungstabelle für das ganze Jahr und einen Scheck für echte Fotoserien mit dein schönsten Aufnahmen aus der ganzen Welt^ e x werden. Zu !r9üten n^UHq f r. E LÄ ™ «Men ® rb, i„ "■ 'K-h-n 4-Qter be« Sfeifa ff mit M Ä-M«? ld>e Seftrn. ^"imungth ^°sch-L Lhet*n lrt ?"ch di- Sachlichen Spruch 6ts bcn I«9en mz-n 8o[t » loIL ache. Sietfigunj 1 deutscher ^omofmns. )°lten, daß -r deutschen “Honen ju. mung aus- ckexemplare ahres nach e Fakultät se Frist, so« men Rechte- n kann in ferung der verlängern, ilpiel 15 berühmte r hessischen ausgebaut mmiing in Die Re- n Glocken ; am ver> sten Male erklangen, as Deutsch- Lessel-Lied. he Tastatur Ringe^das und Eina- rlles gehört l die herr- kaum Der-- Gut, von um dessen loröen war. in der sie daran, daß läsen, mit Sin Gefühl sie sie und )as ist eine Händen in in, was er nimm doch, rr Bedacht' ; probierte n sie einen ihren Wün- Rocht rü^ lieferte t etwas für längen-1' «»h“”S dem voll« 'bot sie em ,i hob und an flfr Mund sich ieie. M" -js n ItM6 P A- f» • Äen *en goKfti Kircklicke Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gründonnerstag, den 14. April. Liehen. Sladtkirche. 19.45 Uhr: Feier des hl. Abendmahls für Matthäus- und Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 19.45: Feier des hl. Abendmahls für Lukas- und Iohannesgemeinde; Pfr. Ausfsld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 19.45: Feier des hl. Abendmahls für Luthergemeinde. — petrusgemeinde, Wetzlarer Weg 59. 19.45: Feier des hl. Abendmahls für Pefrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Mefeck. 9.30: Beichtgottesdienst; Missionar Walther. _ Lollar. 20.15: Gottesdienst-, anschließend hl. Abendmahl. — Kirchberg. 10: Kindergottesdienst für das ganze Kirchspiel. — Heuchelheim. 10: Beichte und hl. Abendmahl für die über 60-Zähriaen. — Klein-Linden. 20: Feier des hl. Abendmahls. — Watzenborn-Steinberg. 19: Feier des hl. Abendmahls für die älteren Eheleute. — Steinbach. 10: Gottesdienst mit Beichte. — Albach. 20: Gottesdienst. — Lich. 20: Stiftsdechant Kahn; Beichte, hl. Abendmahl, Kollekte. — Kloster Arnsburg. 17: Stiftspfarrer Naumann; Beichte, hl. Abendmahl, — Hungen.' 20: Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 13. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Gründonnerstag, den 14. April. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit-, 6.30, 7, 7.30, 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Ausspendung der hl. Kommunion; 10 bis 18: Anbetungsstunden in der Kapelle; 18: Andacht; 21: Lesung der Abschiedsreden Jesu in der Kirche. Rundfunkprogramm Donnerstag, 14. April. 6 Uhr: Fuge in f-moll von Gg. Friedr. Händel. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.40: Volk und Wirtschaft. Der Betriebsobmann. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Gesänge der Leidenschaft. 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Für unsere Kinder. Eier, Eier, bunt gescheckt, werden Ostern froh versteckt! Eine lustige Spiel- und Reimstunde. 16: Nachmittaaskonzert. Wir grüßen aus der Westmark. — Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.50: Allerlei vom Sport der ßLoche. 19: Nachrichten. 19.10: Frühling im 'Norden. Hörfolge mit schwedischen und norwegischen Volksliedern. 20: Messe in C-dur, Werk 86 von Ludwig van Beethoven. 20.50: Von Blumen und Märchen. 21.15: Klang der Landschaft. Zwischen Schwarzwald und Rhein. Ein Streifzug durch das alemannische Land. 22: Nachrichten. 22.20: Deutscher Adler über Afrika. 22.30: Deutsche Boxmeisterschaften im Hippodrom Frankfurt a. M. M,,«I■'Illi immmwrej— ILHAUS GRAF TEX fdienttt -- Ostern Staatliche Lotterieeinnahme Gießen. 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