Nr. 290 Erstes Matt Montag, 12. Dezember 1938 188. Jahrgang ErlchetM täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sie^ Postscheckkonto: ßranlsurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrLhlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und SeschSftsftelle: Schulstratz« 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/n mehr. 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Der Andrang war überall so stark, daß trotz des umständlichen Wahlversahrens in der Stadt Memel um 11 Uhr bereits die Hälfte der Wahlberechtigten abgestimmt hatte, in den Landkreisen im Durchschnitt sogar 70 v. H. Mehrere Dörfer in den Landkreisen Memel und Pogegen meldeten bereits um 10 Uhr, daß sämtliche Wähler abgestimmt hatten. In Mellneraggen stimmte als einer der ersten Wähler der Führer der Memel- deutschen Dr. Neumann ab. Hier hatten bereits nach einer Stunde 70 v. H. der Wahlberechtigten abgestimmt. Auch aus dem Reich und aus Litauen find wahlberechtigte Memeldeutsche trotz der teilweise sehr weiten Reise zur Abstimmung nach Memel gekommen. Eine Verstärkung haben allerdings auch die litauischen Parteien erhallen: Tausende von Juden, insbesondere auch solche, die aus Groß-Litauen zugereist waren, sind, teilweise sogar in geschlossenen Gruppen zur Wahl gegangen. Diese Juden, die sich bei der vorigen Wahl vielfach der Stimme enthielten, um es weder mll den Litauern, noch mll den Deutschen ganz zu verderben, haben jetzt zweifellos für die litauischen Listen gestimmt. Die Wahlen wurden um20Uhrbeendet. Die verschlossenen Wahlumschläge wurden in den Wahllokalen gezählt, mit den Stimmlisten verglichen und aus allen Teilen des Landes noch rm Laufe der Nacht nach Memel geschafft, wo am Montag die Zählung sämtlicher Stimmzettel beginnt. Infolge des durch das litauische Wahlgesetz vorgeschriebenen umständlichen Verfahrens — jeder Wähler gibt 29 Stimmzettel ab — ist mit der Beendigung der Zählung und der Bekanntgabe der Ergebnisse er st ungefähr in einerWoche zu rechnen. Schon jetzt liegen allerdings an Hand der Zählung der abgegebenen Wahlumschläge nahezu vollständige Feststellungen über d i e H ö h e d e r W a h l b e t e i l i g u n g vor. Es ergibt sich daraus, daß die Wahlbeteiligung sowohl in der Stadt Memel wie in den Landkreisen bereits um 19 Uhr f a st überall 95 v. H. und darüber erreichte. In einer sehr großen Anzahl von Orten ist eine Wahlbeteiligung bis zu 100 v. H. erreicht. Die Wahlbeteiligung, die bei der letzten Landtagswahl immerhin auch schon 91,3 v. H. betrug, dürfte also erheblich überschritten werden. Die Wahl ist ohne Zwischenfälle verlaufen, bis auf einen Vorfall in Karrollischken bei Memel, wo einige Litauer die Fenster des Wahllokals durch Steinwürfe zertrümmerten. Sie wurden alle von der Polizei festgenommen. Vor dem Wahllokal der Memeldeutschen Liste, wo gleich nach Beendigung der Wahl durch einen Lautsprecherwagen die ersten Zahlen über die Höhe der Wahlbeteiligung bekanntgegeben wurden, versammelte sich nach 20 Uhr eine große Menschenmenge. Um 21 Uhr marschierte der memeldeutsche Ordnungsdienst unter begeisterter Anteilnahme der Bevölkerung durch die festlich beleuchteten Sttaßen Memels. Erneuter Ausnahmezustand in Kowno. Die Regierung gegen Umtriebe von Woldemaras-Anhängern. Kowno, 11. Dez. (DNB.) Sonntag abend wurde über Stadt und Kreis Kowno der Ausnahmezustand, der erst am 1. November aufgehoben worden war, für sechs Monate wieder verhängt. Von dem litauischen Propagandaamt wird dazu mitgeteilt, daß im Zusammenhang mit den Vorgängen im Memelland unverantwortliche Elemente und einzelne Hitzköpfe, die sich teils als Woldemaras-Anhänger bezeichnen, eine schädliche Tätigkeit entfalten, die auch inStudentendemonstrationen ihren Ausdruck finde. Außerdem versuche auch die Rechts- Opposition, durch eine Stimmungsmache für eine sogenannte nationale Konsolidierung für iyre Partei Geschäfte zu machen und persönliche Vorteile aus der ernsten Lage zu ziehen. Im Namen der Woldemaras-Anhänger sei in Memel ein regierungsfeindlicher Aufruf und ein Flugblatt in Form einer Zeitung verbreitet worden. Alle diese Machenschaften sähen stark nach Provokation aus. Die Regierung werde in diesem ernsten Augenblick gegen derartige Umtriebe, von welcher Seite sie auch kommen mögen, mit allen Mitteln streng voraehen. Daher sei über Stadt und Kreis Kowno als dem intellektuellen und wirtschaftlichen Zentrum Litauens der Ausnahmezustand verhängt werden. Nach Studentendemonstrationen in Kowno wurden etwa 100 Studenten fe ft ■genommen. Auch der Woldemaras-Anhänger Jwanauskas, der bei dem Militärputsch 1934 eine führende Rolle spielte, wurde verhaftet. Die am Samstag begonnen Wahl zur Studentenvertretung wurde unterbrochen. Bei den Kundgebungen der Studenten wurde der Rücktritt der jetzigen Regierung und die Uebergabe der Regierungsgeschäfte an Wolde- mar a s gefordert. Das Echo in Marschen. Warschau, 12. Dez. (DNB. Funkspruch.) Alle polnischen Blätter weisen in ihren Berichten über die Wahl im Memelland besonders aus die starke Wahlbeteiligung.hin und auf die Ruhe, die nicht gestört worden sei. Das Militärblatt Polska Zbrojna ieht einen vollkommenen Sieg der deut- chen Liste voraus. Expreß Porany schreibt, »er litauische Besitzstand im Memelgebiet wird durch die Wahl auf keinen Fall vergrößert worden sein. Eher sei damll zu rechnen, daß die Litauer die zwei Mandate, die sie bis jetzt hatten, verlieren. Der rechtseingestellte „ABC" lobt die mustergültige Ordnung, die überall geherrscht habe. Die Wahlbeteiligung sei überall außerordentlich stark gewesen, in einigen Bezirken hätten 10 0 vom Hundert aller Wahlberechtigten abgestimmt. Die Bevölkerung sei sich der Bedeutung des gestrigen Tages voll bewußt gewesen. Wahlsieg der Regierung in Jugoslawien. Große Mehrheit für Gtojadinowiisch im neuen Parlament. Belgrad, 11. Dez. (Europapreß.) In Jugoslawien wurden am Sonntag die Parlamentswahlen abgehalten. Da die Abstimmung offen war, konnte das Kräfteverhältnis der drei Listen von Beginn der Wahl an ständig verfolgt werden. Auch die jugoslawischen Rundfunksender gaben laufend Berichte über den Stand der Abstimmung.in den größeren Ortschaften. Aus den' bis zum Abend von der Regierung veröffentlichten Angaben ist schon ersichtlich, daß die Liste der Regierungspartei eine gesicherte Mehrheit haben wird. In Belgrad selbst hat sie ungefähr drei Viertel aller abgegebenen Stimmen erhalten. In den Regierungsberichten wird erwähnt, daß in den kroatischen Gebieten von den Anhängern Dr. Matsch e ks ein starker Terror gegen jene Wähler ausgeübt wurde, die für die Regierungsliste stimmten. Es fei daher möglich, daß die so errungenen Mandate der Opposition bei der Nachprüfung für ungültig erklärt würden. Nach den bisher vor-, liegenden Ergebnissen scheint die f a s ch i st i s ch e Liste der Z b o r - B e w e g u n g Ljotitschs nur in Smederewo, dem Wohnort Ljotitschs, Erfolge erzielt zu Haden. Es erscheint zweifelhaft, ob Ljotitsch im ganzen Lande die 50 000 Stimmen zu- sammenbringen konnte, die zu seinem Einzug in das Parlament notwendig sind. Die Endergebnisse der Wahl in Belgrad ergeben für die Liste Stojadinowitsch 48 000, für die Liste Matschek 12 000 und für die Liste L j o- titsch 500 Stimmen. Alle fünf Belgrader Mandate fallen daher der Regierungsliste zu. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1936 hatte die damalige Regierungsliste 32 000, die Matschekliste 9700 Stimmen errungen. In Agram, der Hauptstadt Kroatiens, wurden vorläufig 40 000 Stimmen für die Liste Matschek und 3000 Stimmen für die Liste Stojadinowitsch gezählt. Es erregte Aufsehen, daß der Erzbischof von Agram, Dr. Stepinac, seine Stimme für die Regierungsliste abgab. Für die Negierung stimmten auch der Erzbischof von Laibach und der Bischof von Marburg. Um 20 Uhr wurde eine amtliche D a r st e l - lu n g herausgegeben, in der es heißt, die Regierungsliste habe einen klaren und unzweifelhaften Sieg errungen. Die große Mehrheit der von Serben, Slowenen und Mohammedanern bewohnten Gebiete habe sich für die Regierungsliste ausgesprochen, aber auch in den kroatischen Gebieten sei trotz des Terrors der Anhänger Matscheks eine Zunahme der Regierungsstimmen zu beobachten. Es wird feftgestellt, das Volk habe sich in seiner großen Mehrheit entschieden für die Fortführung der Politik ausgesprochen, die die Regierung Stpjadinowitsch seit dreieinhalb Jahren verfolge. Die jugoslawische Nationalpartei der früheren Ministerpräsidenten Z i v k o w i t s ch und I e f t i t s ch sei vollkommen geschlagen. Weder Zivkovitsch noch Jeftitsch hätten ein Mandat erringen können. Auch von den übrigen Vertretern der Opposition scheine nur Matschek s e l d st gewählt worden zu sein, während der frühere Ministerpräsident Da- vi d o witsch, der Führer der Demokrattschen Partei, nach einem harten Kampfe seinem serbischen Gegenkandidaten unterlegen sei. Soweit die bisher vorliegenden Ergebnisse die Mandats ver- t e i l u n g in der neuen Kammer beurteilen lassen. kann die Regierungsliste mit 300 bis 310 Abgeordneten rechnen, während die gesamte Opposition nur 60 bis 70 Sitze erlangt haben dürfte. — Sämtliche Sonntagszeitungen der ungarischen und der deutschen Volksgruppe in Jugoslawien enthielten Aufrufe, geschlossen für die Regie- rungs liste zu stimmen. Diesen Aufrufen wurde im allgemeinen auch Folge geleistet: die Ergebnisse aus zwei Bezirken, in denen ein deutscher und ein ungarischer Kandidat auftraten, sind noch nicht bekannt. Wie Hm popowiisch gewählt hat. Eigener Äericht des Gießener Anzeigers. D. S. Belgrad, 11. Dezember. Am Sonntag wurden in 7768 Wahllokalen Jugoslawiens über 4 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme für eine der drei Landesliften abzugeben. Ministerpräsident und Außenminister Dr. Milan Stojadinowitsch hatte 746 Kandidaten aufgestellt, wovon 595 seiner Partei, der Jugoslawisch Radikalen Gemeinschaft, 104 der Jugoslawischen Volkspartei (Borbaschen) des Staatsministers Hodjera, 37 den Agrariern des Staatsministers Dschordschewitsch (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbandes) und 5 der Radikals ozialen Bewegung angehören. Dazu kamen noch 5 parteilose Wirtschaftler, die' in Belgrad kandidierten. Die Hauptoppositionsl ist e mit dem Präsidenten der Kroatischen Bauernpartei Dr. Matschek an der Spitze batte infolge der bunten Zusammensetzung aus 11 verschiedenen Oppositionsgruppen von den Sozialisten bis zur äußersten Rechten noch mehr Kandidaten, nämlich 1013. Dazu kam noch die Liste des Führers der rechtsstehenden Erneuerungsbewegung „Z b o r" (Sammlung) und früheren Justizministers Dimitrije Ljotitch, der augenblicklich unter der Anklage der Störung der bürgerlichen Ruhe in Untersuchungshaft sitzt, mit 242 Kandidaten. Gewählt wurden insgesamt 381 Abgeordnete. In einzelnen Wahlkreisen (jeder Wahlkreis hat im Durchschnitt einen Sitz zu vergeben, nur die Großstädte haben 2 bis 5 Sitze) stritten sich bis zu 6 Kandidaten einer Liste um den Sitz. Dazu kamen dann noch die Mitbewerber der Gegenlisten, so daß es bis zu 17 Kandidaten wie z. B. in Serajewo für ein einziges Mandat gab. In Jugoslawien hat nämlich jeder Listenführer das Recht, im selben Wahlkreis auf feiner Liste beliebig viele Personen kandidieren zu lassen. Für das Gesamtergebnis entscheidend ist die Summe aller auf die verschiedenen Kandidaten einer Liste abgegebenen Stimmen, während das Abgeordnetenmandat jener erhält, der von der siegreichen Liste die meisten Stimmen erhalten hat. Die Sache kompliziert sich dadurch noch mehr, daß jene Landesliste, welche die meisten Stimmen (und sei es auch nur eine einzige mehr als die nächstfolgende) auf sich vereinigt, automatisch drei Fünftel aller Sitze bekommt. Die übrigen zwei Fünftel werden dann im Verhältnis der abgegebenen Stimmen diesmal unter die drei Listen verteilt. So kann es denn vorkommen, daß in einem Wahlkreis der Kandidat der Liste A 5000 ! Stimmen erhielt, der eine Vertreter der Liste B 900, der andere dieser Liste B 850 und der dritte der Liste B nur 500, während der Bewerber der Liste C vielleicht 1000 Stimmen auf sich vereinigte, und daß dann trotzdem der erste Vertreter der Liste B als Abgeordneter dieses Bezirkes in die Skupschtina einzieht, weil seine Liste im ganzen Lande die meisten Stimmen auf sich vereinigte und er unter den drei Fünfteln automatisch zufallenden Sitze einen erhält. Aus diesem Grunde wird gewöhnlich das Wahlergebnis erst einige Tage nach der Absttmmung bekannt. Früher war dann in dieser Zeit auch immer noch für die jeweiligen Machthaber Gelegenheit, Korrekturen anzubringen, indem vielerorts Abwesende als Ja - Stimmende gezählt wurden. Wie der Laibacher „Slovenc", das Blatt des Innenministers Dr. Koroschetz, unlängst meldete, haben bei den Wahlen vom 5. Mai 1935 sogar Tote für die damalige Regierung Jeftitsch abgestimmt. Daß die heutige Regierung Dr. Stojadin o » witsch auf solch anrüchige und letzten Endes unwirksame Methoden zu verzichten gewillt ist, Das Echo des Ribbentrop-Vesuches. Was sagt der Mann im Kaffeehaus? E. F. Paris, 11. Dezember. Die „große" Politik wird in Paris und in der französischen Provinz auch heule noch im Kaffeehaus gemacht. Das verpflichtet zu nichts und trotzdem ist es die Stimme des Volkes, die hier spricht. In der Stehkneipe von Menilmontant und im „Caf6 de Cornrnerce" von Arles wird dasselbe Thema in der gleichen Steigerung durchgepaukt, wie sich die Zahl der leergetrunkenen Gläser auf dem kleinen marmornen Tisch häuft. Der Franzose ist Individualist und als solcher gerät er gerne in Widerspruch mit der offiziellen Politik feiner Regierung. Wenn der Stammgast des Provinzcafes und der Pariser Vorortskneipe diesmal mit der Politik der Regierung Daladier einig geht, so ist das in erster Linie auf die Friedensliebe des französischen Volkes und nicht minder auf die Sympathie zurückzuführen, die der Durchschnittsfranzose der Person des Reichsaußenmini-- fters von Ribbentrop in den Tagen feines Pariser Aufenthaltes entgegenbrachte. Das französische Volk, das in seiner großen Mehrheit die Münchener Besprechung nicht etwa als eine moralische Niederlage für Frankreich, sondern als eine Befreiung vom Gespenst der drohenden Kriegsgefahr bewertete, erblickte in der am 6. Dezember 1938 im Uhrensaal des Quai d'Orsay abgegebenen deutsch-französischen E r - klärung einen Garanten für den guten Willen der beiden Völker, zukünftige Streitfragen auf gütlichem Wege zu regeln. „Deutschland ist ein Land der Disziplin, der Ordnung und der Arbeit", ist der Kehrreim, den der Mann von der Straße in diesen Tagen im Mund führte. „Wir Franzosen haben uns mit dem einstigen — Erbfeind — auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gemessen, und in Ehren bestanden. Heute ist Deutschland Italiens Freund und Frankreich darf auf Englands Hilfe im Ernstfälle rechnen. Eine Achse braucht der anderen nicht in die Quere zu kommen, ja man kann sie sich beide recht gut als zwei Parallelen denken, die in harmonischem Zusammenwirken die Geschicke Europas lenken und damit Garanten des Friedens sind." <5rafßfafy ungarischer Außenminister Budapest, 10. Dez. (DNB). Zum ungarischen Außenminister, als Nachfolger von Kanyas, ist der bisherige Kabinettschef im Außenministerium, Graf Stephan Csaky, ernannt worden. Graf Csaky, 1894 geboren, stand seit 1919, wo er seine Studien in Wien an der Konsular-Akademie sowie an der staatswissenschaftlichen Fakultät beendet hatte, ohne Unterbrechung im ungarischen auswärtigen Dienst. Der erste Auslandsposten, den Csaky bekleidete, war der eines Legattonssekretärs bei der ungarischen Gesandtschaft am Vatikan. Nach einjähriger Verwendung im ungarischen Außenministerium kam er an die Bukarester ungarische Gesandtschaft, wo er von 1924 bis 1926 als Legationssekretär tätig war. Nach 7jähriger Dienstleistung im Inland, während der Gras von 1930 bis 1933 das Presseamt im Außenministerium leitete, wurde er 1933 als Legationsrat nach Madrid versetzt, wo er bis 1935 Geschäftsträger war. Seit 1935 war Graf Csaky Kabinettschef im Außenministerium und genoß als solcher das besondere Vertrauen des früheren Außenministers von Kanya. ging schon aus dem ganzen Wahlkampf hervor, der saft keine der sonst an der Tagesordnung befindlichen Zwischenfälle brachte. Die Opposition konnte völlig ungehindert ihre Versammlungen abhalten. Jeder Wahlberechtigte hatte einen Stimmschein erhalten, auf dem sein Wahllokal genau verzeichnet mar. Das ist für die Großstädte wichtig, weil näm= lich dort alle Leute alphabetisch abstimmen, wobei höchstens 1000 Abstimmungsberechtigte auf ein Lokal entfallen. So kam also der Belgrader Bürger Nikolaus Popowitsch vor das für seine Namensvettern allein vorbehaltene Wahllokal (denn Popo- witsch gibt es in Belgrad im Verhältnis ebenso viel wie in Berlin Müllers oder Schulzes) in der König-Alexander-Straße. Wie in Deutschland hatte man den Raum einer Gastwirtschaft, diesmal das Kaffeehaus „Topola" genommen. Man konnte dies umso eher, als von Samstag bis Montag unter schweren Strafen verboten ist. Alkohol auszuschenken. Gendarmen sorgten für Ordnung. Die Wähler werden der Reihenfolge nach, einzeln oder mehrere, jedoch nicht mehr als fünf auf einmal, eingelassen. Drinnen sitzen an einem Tisch der Vorsitzende mit zwei Beisitzern und den Aufpassern der verschiedenen Parteien. Der Wähler nennt feinen Vor- und Zunameki — und bei den vielen Popowitschs auch den seines Vaters oder einen Bein amen —, Beruf und Wohnung. Nachdem auch sein Name in der Wahlliste festgestellt ist, zeigt ihm der Vorsitzende die au stiegen Öen drei Landeslisten. Daraufhin fragt er laut, denn e s wird öffentlich a b g e ft i m m t, für welche Liste er stimmen wolle. Der Wähler antwortet beispielsweise: „Ich stimme für die Liste des Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch." Daraufhin nennt er unter den verschiedenen Kandidaten dieser Liste den ihm genehmsten, z. B. in Belgrad den Namen des Oberbürgermeisters Ilitsch. Der Vorsitzende trägt in die Wahlliste ein, daß Nikolaus Popowitsch für die Liste Stojadinowitsch und den Kandidaten Ilitsch gestimmt hat. Daraus verläßt der Wähler das Lokal. Natürlich ist eine solche Abstimmungsmethode 'licht ganz „westlerisch". Sie ist aber tatsächlich freier, als es früher die geheimen Abstimmungen waren, bei denen durch verschiedene Manöver die größten Schwindeleien begangen wurden. Der behördliche Druck, der für Beamte und Staats an gestellte bei einer öffentlichen Abstimmung zweifellos vorhanden ist, roirb aber mehr als wettgemacht durch den Terror, mit dem die Oppositionsparteien ihre Anhänger zur Abstimmung zwingen. Bor Paris, 11. Dez. (DNB.) Der „Paris Soir" veröffentlicht eine Meldung, die geeignet fein dürfte, dem sich im Gestrüpp der Zeugenaussagen und des hartnäckigen Leugnens der Plewitzkaja hinschleppenden Skoblin-Prozesses eine neue Wendung zu geben. Eine Pariserin, Frau Elise Goby, die eine chemische Reinigungsanstalt und Färberei betreibt, hat verlangt, als Zeugin bei dem Prozeß verhört zu werden. Frau Gody, die zwölf Jahre lang mit einem weißrussischen Emigranten in Paris namens Theodor Gen f o zusammenlebte, war eng befreundet mit einem früheren russischen Obersten Tschirner in, der in Paris als Taxichauffeur lebte. Nach der Entführung des Generals von Miller teilte Tfchimerin Frau Gody mit, daß e r e b e n- falls Gefahren für fein Leben fürchte, da er um das Geheimnis der Entführung Millers wisse. Ende 1937 wollte Tfchimerin Frau Gody die in feinem Besitz befindlichen Dokumente in dieser Angelegenheit zur Aufbewahrung übergeben. Er tarn jedoch nicht mehr dazu, da er auf geheimnisvolle Weise ftarb. Man fischte seinen Leichnam am 22. Februar 1938 auf. Die Untersuchungsstellen kamen zu dem Ergebnis: „Selbstmord infolge einer geistigen Störung". Frau Gody versichert, daß Tfchimerin nicht verrückt gewesen, sondern ermordet worden sei. Eines Tages habe auch Senko gesagt, wenn man wüßte, daß er das Geheimnis Tschirn e r i n s kenne, wäre er ein verlogener Washingtons Wünsche. Lima, 10. Dez. (DNB.) Staatssekretär Hüll hielt in der ersten Arbeitssitzung der panamerikanischen Tagung in Lima eine lange programmatische Rede, in der er alle die Ideen zusammenfaßte, die er und Roosevelt in den letzten Jahren wiederholt gepredigt haben. Allerdings war die Form, in der sie vorgetragen wurden, dieses Mal vorsichtiger als sonst, da der Staatssekretär offenbar bemüht war, auf die Bindungen Argentiniens und anderer lateinamerikanischer Länder zur alten Welt Rücksicht zu nehmen. Hüll warnte daher o d r „g e- wissen Staaten", ohne sie zu nennen, obwohl jeder Zuhörer wußte, daß damit Deutschland, Italien und Japan gemeint waren. Gleichzeitig forderte er alle Länder Europas auf, sich der „panamerikanischen Weltanschauung" anzuschließen. Zur Erläuterung dieses nebelhaften Begriffes entwarf der nordamerikanische Vertreter ein Phantasiebild der „ideal gesinnten, glücklichen, friedlichen^ und demokratischen" Völker der westlichen Halbkugel, die sowohl völkisch wie wirtschaftlich mit den Ländern Europas nicht verglichen werden könnten. , lieber Öen jahrelangen Chacokrieg und andere Schönheitsfehler in diesem Idealbild glitt Hüll mit einigen bedauernden Worten hinweg. Dann ließ der Staatssekretär seiner Phantasie völlig freien Lauf und schilderte in den düstersten Farben die furchtbaren Gefahren, die dem amerikanischen Erdteil angeblich drohen. Panamerika dürfe nicht zulassen, daß die bewaffnete Macht eines fremden Staates oder einer Kombinatton von fremden Staaten Amerika überfalle (!). Natürlich müsse jeder amerikanische Staat selbst entscheiden, was er tun wolle, um diesen An- allem gilt dies für Kroatien, wo die Bauernwehr Dr. Matscheks alle Einwohner zur Abstimmung für die Opposition zwingt, anderssalls ihnen das Leben mit Boykott, Prügeleien und Verwüstung ihres Eigentums unerträglich gemacht wird. Dagegen bieten die gesetzlichen Vorschriften genügend Schutz gegen unerlaubten behördlichen Druck, außerdem ist rn solchen Fällen eine Anfechtung des Wahlergebnisses möglich. Mann. Einen Monat später habe man ihn an einem Haken seiner Stubentür erhängt auf- gesunden. Auch hier lautete das Ergebnis^ der gerichtlichen Untersuchung auf Selbstmord. Frau Gody versichert jedoch, daß Senko vergiftet worden sei. Am Tage seines Todes habe er ein Zusammentreffen mit einem gewissen Basil gehabt, der eine Garage leitet. Basil habe schon seit langer Zeit Frau Gody mit Fragen über die Angelegenheit Miller bestürmt. Als Frau Gody einem mit den beiden Russen befreundeten Polizeibeamten ihr Geheimnis mitteilte, hätte dieser ihr geraten, sich nicht weiter damit zu befassen, sonst würde sie Gefahr laufen, auch ermordet zu werden. Paris Soir berichtet bann, der Gerichtsarzt, der die Autopsie Tschirner ins vorgenommen hat, stellt fest, daß in seinen Lungen fein Wasser festzustellen war, wie es sonst allgemein bei Ertrunkenen der Fall zu sein pflegt. Tfchimerin sei also schon tot gewesen als er ins Wasser geworfen worden fei. Der Gerichtsarzt, der den Selbstmord Gentes festgestellt hatte auf Grund der Lage des Leichnams und der Schnur, die zu seiner Erhängung diente, befinde sich im Widerspruch mit anderen Gerichtsärzten, die feftgeftein hätten, daß die Erhängung auch nach erfolgtem Tode ftattgefunben haben könnte. Die Autopsie Senkos sei nicht durchgeführt worden, man^wisse also nicht, ob in seinem Körper nicht die Spuren eines Giftes vorhanden gewesen seien. griff auf die gemeinsamen amerikanischen Interessen abzuwehren. Die Vereinigten Staaten jedenfalls würben in angemessener Weise rüsten, solange biese Gefahr bestehe. Nach dieser eigenartigen Begründung für die gewaltige Aufrüstung der Ver- eirügten Staaten fügte Hüll noch hinzu, baß Waffengewalt nicht das einzige Werkzeug sei, durch das man Länder erobern könne. Auch die Propaganda von Weltanschauungen und „andere Mittel" könnten benutzt werden. In diesem Zusammenhang wandte sich Hüll vor allem gegen bie neuen Formen des Außenhandels, die gerade im Handelsverkehr zwischen Europa ' und Südamerika zusii Mißvergnügen der amerikanischen Geschäftemacher eine so erfolgreiche Anwendung Uni) Lateinamerikas Antwort. .Der peruanische Außenminister Dr. Concha wies darauf hin, daß die traditionelle Politik Amerikas roeUer darin bestehen müsse, ohne einen „engherzigen Nationalismus" allen Rassen und Völkern em wirtschaftliches Betätigungsfeld zu bieten. Darüber hinaus müsse Amerika darauf bedacht sein, das wirtschaftliche Gleichgewicht der Welt aufrechtzuerhalten, indem es den Austausch zwischen seinen Rohstoffen und den Reichtümern und der Jndustrie- erzeugung fremder Länder in Einklang bringe. Künstliche Handelsmethoden trügen nicht dazu bei, eine gesunde wirtschaftliche Zusammenarbeit zu'fördern. Die Monroedoktrin sei in einer für die kleinen Staaten Südamerikas politisch bewegten Zeit entstanden und habe eher die Möglichkeit geboten, die politische Vormachtstellung des mächtigsten Staates zu begründen, als den kleinen Ländern terrtorialen Schutz zu bieten. Die Unabhängigkeit und Sicherheit eines jeden einzelnen Staates sei die beste Garantie für den Frieden. Der argentinische Außenminister Cantilo entwickelte ein Bild von der Kultureinheit Lateinamerikas, welche schon durch Sprache und Religion manifestiert werde. Diese Entwicklung habe zwangsläufig einen anderen Verlauf genommen als die Nordamerikas. Heber die Freundschaft zwischen Nord und Süd bestünden unbeschadet dessen jedoch keine Zweifel. Argentinien glaube aber, daß jedes amerikanische Volk seinen eigenen politischen Weg gehen müsse, ohne dabei seine natürlichen Interessengemeinschaften zu vergessen, Dazu bedürfe es aber keinerlei Pakte, da diese ausreichend in seiner Geschichte verankert seien. Die verschieden gerichtet en Handelsinteressen machten es erforderlich, die vorhandenen Friedenssicherungen weitgehend auszubauen. Daneben fei Amerika entschlossen, mit allen Mitteln den Versuchen des Eindringens artfremder Ideen zu begegnen, die die Moral der Völker und des sozialen Friedens untergraben. „Wir fühlen", so sagte Cantilo, uns mit Europa eng Der bum ben durch die Einwanderung, welche so viel zu unserer Größe beigetragen hat, welche unsere Landwirtschaft, unseren Verkehr und unsere Industrie durch europäische Kapitalien gefördert haben. Noch schwerer aber wiegt für uns die Erinnerung an die^Männer, welche diese Länder entdeckten, bevölkerten und ihre kulturelle Tradition brachten." Spanien habe Blut und Religion gegeben, und neben anderen europäischen Ländern hätten auch Italien und Deutschland in verschiedenen und wichtigen Punkten Südamerika beeinflußt. Das SiidamerikaaesMst. London, 11. Dez. (Europapreß.) Daß Präsident Roosevelt auf dem panamerikanischem Kongreß in Lima (Peru) eine panamerikanische A ch sie zu erzielen versuche, wird in einem Leitartikel der „Daily Mail" behauptet. Die USA. hoffen, so heißt es, auf dem Kongreß werde die Monroe-Doktrin eine erneute Stützung erfahren. Die Monroe-Doktrin ist jene berühmt gewordene Erklärung des Jahres 1823, worin Europa vor weiteren Kolonisationsversuchen auf gesamtamerikanischem Boden gewarnt wurde. Washington steuere darauf hin, Amerika in die Lage zu versetzen, einen Angriff von außen auf die beiden Amerika, notfalls mit Waffengewalt zurückzuweisen, was es auch schon in^bezua auf Kanada erklärt habe. In Süd-Amerika seien eine Milliarde Pfund amerikanischen Goldes investiert, so daß auch noch der Schutz ihres Handels für die USA. als Grund für solche Absichten hinzukämen. In dem Riesengebiet von Süd-Amerika gebe es keine Politik „der geschlossenen Tür", so daß alle Länder mit diesen Ländern Geschäfte machen könnten: Nord-Amerika fühle jedoch Unruhe wegen der neuen Handelsmethoden der totalitären Staaten. Deutschland habe den USA. als größtes Ausfuhrland nachBrafilienund Chile bereits den Rang abgelaufen, während der „deutsche ökonomische Druck" auf Mexiko, Peru und Salvador sich zunehmend bemerkbar mache. Italien habe eine Flugzeugfabrik in Peru eröffnet und die gleiche Absicht in Venezuela. Noch stärker sei der Wettbewerb des dritten Achsenpartners I a p a n in Öen letzten fünf Jahren geworden. Das Blatt stellt öann ein wenig beunruhigt die Frage, was aus Englands Han - d e 1 mit Lateinamerika werden solle. Die englischen Ausfuhr-Unternehmungen sollten erneute Anstrengungen machen. Es sei wohl sicher, daß die Zusammenkunft von Lima dem keine Hindernisse in den Weg legen werde. Skandal in Neuyork. Neuyork, 11. Dez. (DNB.) Die N'euyorker Juden oeranftatteten in der Carnegie-Halle unter der Devise „Gegen die rassische Unterdrückung" wieder einmal eine öer üblichen antideutschen Hetzkundgebungen. Besonders bemer- kenswert an dieser Judenversammlung war, daß an ihr neben den Neuyorker Judenhäuptlingen auch zwei Bischöfe teilnahmen. Der eine von ihnen, Bischof D o n g h u e, hatte sogar die Geschmack- losigikeit, diesem üblen jüdischen Rummel, als dessen Hauptakteur öer hinlänglich bekannte Jude Laguar- öia fungierte, mit einem Gebet einzulei - t e n ! Ferner sah man bei dieser „Massenversammlung" neben dem Landwirtschaftsminister Wallace den ehemaligen amerikanischen Botschafter in Berlin, D o d d , dessen seltsames Gebaren selbst in den Vereinigten Staaten allmählich heftige Widerspräche auslost. Sämtliche Redner stimmten ihr übliches moralisierendes Wehgeschrei und Haßgeheul an; sie geiferten in ohnmächtiger Wut gegen die autoritären Staaten und vor allem gegen Deutschland Ihre alten abgedroschenen Phrasen langweilten aber sichtlich die Versammlungsteilnehmer, soweit sie keine Juden waren. Unter den Rednern befand sich auch der Rektor der katholischen Universität in Washington, der zugeben mußte, daß er eine große Anzahl von Briefen erhalten habe, in denen k a - tholische Amerikaner gegen sein Auftreten in dieser deutschfeindlichen Judenkundgebung protestierten Im übrigen verlief diese „Massenversammlung" höchst undiszipliniert. Infolge des wüsten Durcheinanders konnten sich die einzelnen Redner kaum Gehör verschaffen. In katholischen Kreisen der USA. wird vor allem auf das unwürdige Bild hingewiesen, das der Bischof der Erzdiözese Neuyork inmitten dieser wild gestikulierenden Judenversammlung bot. Marschall Blücher rehabilitiert? Warschau, 11. Dez. (DNB.) Nach einer Meldung des Krakauer Kuriers aus Moskau hat Stalin den seit Monaten von der politischen Bildfläche verschwundenen Marschall Blücher in einer längeren Audienz empfangen. Blücher soll es gelungen sein, Stalin von seiner Unschuld zu überzeugen und die Vorwürfe zu entkräften, die der bisherigen GPU.-Chef Jeschow gegen ihn erhoben hatte. Unmittelbar nach der Audienz im Kreml habe sich Blücher in das Kriegskommissariat begeben, wo er von Woroschilow empfan - g e n worden sei. Das Pariser „Journal" schreibt, man werfe I e. s ch o w vor, daß er zwei Verschwörungen gegen bas Regime nicht rechtzeitig au f g e b e tf t habe. Bei der ersten habe es sich um ein ukrainisches Komplott gehandelt, das über Verbindungen in öer Militärkommandantur von Kiew verfügt habe. Die Verschwörer hätten eine als „Brüderschaft Skryp- nik" bezeichnete Geheimorganisation gegründet im Andenken an den ukrainischen Volkskommissar Stryp- nik, der sich im Anschluß an eine heftige Auseinandersetzung mit Stalin in dessen Vorzimmer bas Leben genommen habe. Das Ziel dieser Brüberschast, bic in Beziehungen zu ben ukranischen Zentren Prag, Lemberg unb Chust geftanben habe, sei eine unabhängige Ukraine mit 40 Millionen Einwohnern gewesen. Gleichzeitig habe sich in ben hohen Sphären des Kreml selbst eine zweite Verschwörung gebildet, deren Ursprung in der Behandlung oes Marschalls Blücher und in der Haltung der Sowjetunion während der tschecho-slowaki- scheu Krise gelegen habe. Gewisse militärische Führer seien der Ansicht gewesen, daß die Sowjetunion, soFar allein, der Tschecho-Slowakei hätte zu Hilfe eilen müssen. Die Verschwörer hätten sich die Gedankengänge Tuchcttschewskys zu eigen gemacht, wonach Stalin entfernt und das Regime um= geformt werden müsse, damit die Sowjetunion einen Krieg führen und gewinnen könne. General Cha- potschnikvw habe in der Verschwörung eine führende Stellung eingenommen. Anscheinend sei diese zweite Verschwörung so umfangreich gewesen und habe sich aus so hohe Persönlichkeiten erstreckt, daß Jeschow befürchtet habe, mit einer Aufdeckung des Komplotts einen gewaltigen Skandal vom Zaune zu brechen. Dieser Mangel an Entschlossenheit ljabe ihn feine Stellung gekostet, zumal manche behaupteten, daß er nvt seinem Zögern die Verschwörer habe schonen wollen. Wendung im Gkoblin-Prozeß? Zwei Mitwisser des Verschwindens des Generals von Miller wurden ermordet. Argentiniens Absage an Roosevelts Paktidee. Der erste Arbeitstag der Panamerikanischen Konferenz. * Schwarzkittel. Uon Karl Scherer. Nun ist der Einwechsel mit gutem Wind in laut-- wser Stille ereicht: Der revierkundige Forster stellt die Schützen an. Eine Stunde frierender Ungeduld ein kurzer Hornruf durch das winterliche Schweigen — die Hunde sind auf der Wechselfahrte in die Dickung entlassen! Bald kündet ihr Helles Geläut, daß die aus dem Kessel gesprengte Rotte von der Meute gejagt wird Auf dem Stand des Jagdleiters spricht die Büchse in rascher Folge zweimal. Die Sauen wollen die deckende Dickung nicht verlassen; bald stärker, bald schwacher, bald oben am Hang, bald tief unten bringt der giftige Hetzlaut der Rüden aus dem schneeverhangenen Bestand. Jetzt verstummt er ganz, als läge die Meute außer Sicht. Auf dem entlegensten Stand im Zal fallt noch ein Schuß, dann Stille schneedichte Nadeldach durchbricht, spielen goldene Lichter über die weiße Decke. Meisen zirpen, quar= renöe Krähen stechen sich in der schimmernden Lust, über die sich der frostig-blaue Himmel spannt. ct,2)ie Herbststürme peitschen Regenschleier über F^r und Wald, bas Laub flattert zu Boden Busch und Baum stehen blattlos und kahl. Die Frischllng? schnell herangewachsen und in ihrem Kleid ben an» beren gleich, sind als Ueberläufer in die Rotte ausgenommen Der September hat reirfn? Eichelmast gebracht. Unter einer breitastigen Wintereiche in» mitten halbhoher Fichten die rundliche Früchte in Masse verstreut, fummelt sich in der Abenddämrne- Zeitschnffen. ~ 'Aus. der Natur (Der Naturforscher"), Hugo Bermuhler Verlag, Berlin-Lichterfelde Breis vierteljährlich 2,50 RM., Einzelheft 1 RM — Maßgebende Sachkenner führen im Dezember-Heft neue Ergebnisse deutscher Naturwissenschaft unb ihre Anwendungen in Technik und Volkswirtschaft vor Augen. Forstverwalter Heuson mahnt, einen natur- baften, umsichtigen Waldbau zu schaffen um die Bodenkultur der Zukunft natUdjer unb «folg! 3UÄten' ?r' M. Wfentraut weift - unter- ftuiit durch Naturaufnahmen von Ernst Krause — die große forstwirtlchastliche Bedeutung unserer Fledermäuse nach. Professor Dr. W. Goetsch berichtet an ^0^0 JeinerJBi ber von ben Eindrücken und wissen- schaftlichen Erlebnissen auf seiner kürzlich vollendeten ^orschungsfahrt durch die Patagonische Steppe zur Hochkordillere. Dr. Franz Bettenstaedt kann auf @runb feiner Ausgrabungen im Geiseltal zuverlässige Angaben über das Klima öer Braunkohlenzeit nSecr- Ornithologe Dr. Glasewald von der Reichsstelle für Naturschutz läßt in Wort unb Bild öte gefieberten Wintergäste der Havelgewässer in ihrem Artenreichtum vorüberziehen. I. Groterhell gibt einen Bericht über ein neues Elektronenmikroskop. Sr. non Frankenberg gibt Anregungen zur Naturbeobachtung am Frostspcmner. Kleine Beiträge und x^E/aßte Forschungsergebnisse aus allen Gebieten . ^Naturwissenschaften, eine diesmal besonders reich- haltige Bucherfchau, unb die Preisfrage beschließen Da wird es unversehens in halber Höhe der wej- ™ wendig- Schnee stiebt auf, bas tiefe „ffiuff Muff eines fluchtigen Hauptschweins kommt rasch naher, und in wilder Flucht überfällt der Keiler die Schneise, dicht hinter ihm eine Bache unb ein Ueberläufer. Drei Schüsse, beren einer ben Nachher auf den Kopf stellt unb im Knall verenden aßt Der Keiler nimmt noch die angrenzende Kiefernschonung an; doch der hellrote Schweiß der doppelten Rotfährte im Schnee verrät den tödlichen durch^n chu^I b,e Sad)e kommt mit heiler Schwarte Stoßgebet in der pöflkuische ..himmlischer Vater, du weißt, baß ich biefe meine Reife nicht aus Leichtfertigkeit. Fürwiß unb ®eift, sondern aus dringender Not unb Crforbe- Enes Berufs auf mich genommen; darum bitte ich dich, bewahre mich auf Straßen vor Räu- beim böser Gesellschaft, Vergiftung und dergleichen Gefährden. Item vor ungeschlachten Wettern, qe- sahrlichen Unwittern und vor Verirrung und gar dunklen Nachten. Hieneben beschirme mich auch' in ?nb Wirtshäusern vor Dieben und chalkhaften Wirten, bösem Geruch und allen an- Ullenden Seuchen auf daß ich meinen angesetzten Gluck unb Leidesgesunbhett erreichen möge. Unterbeffen, o Herr, siehe auch daheim wohl zu, bewahre meine Armut vor Feuer und all die Meinigen vor Krankheit unb einem schnellen Tob Zu bieiem g-tb auch, Herr, deine Gnade, baß ich b.^,Hänbel, Sachen und Gewerbe, so ich auszu- nchten habe, glücklich durchbringe und mit Nutzen Heber den Hang des lichten Buchenholzes kommt im Morgengrauen ein dunkles Gewimmel herab. Das grunzt und bläst, schmatzt und prüftet, daß es aurch den Wald hallt — ein fröhliches Rubel wochenalter Frischlinge, von der Bache sorglich behütet, sucht gegen die schwüle Sommerhitze bie kühlende Suhle in der morastigen Senke des Talkessels zwi- ^mgeftrüpp und dichten Jungfichten. Nun em schrillendes Aufquieken: ein vorwitziger Borsten- trager ist zurückgeblieben, um einen Wurzelstock zu Ü^Äuchen; mit zornigem „Wuff, Wust" jagt ihn die Alte auf und treibt ihn zur Rotte, denn Reineke Fuch der an der Lehne feinen Bau hat und jetzt viel Fraß für fein Geheck braucht, könnte dem Keiler- faughng gefährlich werden. Die neun Rekruten stecken alle im „bunten Rock"; Ichwarzbraun die Grundfarbe, lichte ßängsftreifen, wie mit der Elle gezogen, die sich nach zwei Mo- naten verlieren, laufen von Nacken und Muttern ßum Bürzel. Die ganze Rotte wühlt sich einträchtig in den nassen Grund, die Kleinen sorglos unb unbeschwert, die Bache aber hebt immer von neuem bas Gebrech unb windet aufmerksam nach allen weiten. Nach einer halben Stunde wird sie wieder ö;^rmh-^ere5 Y°sU sührt sie bas quecksilbrige K •bld, 9eftrt?en sanften Hang unter ben s b!nauf' Arst dem Hügelrücken verhosst sie mnb9c0cn das Tal — was war das für ein tn der Tiefe? Ein leiser Warnlaut, die Rotte ist weggewischt. Alle drücken sich platt auf ben »oben, reglos unb ohne Laut liegen sie zwischen SfPtnhfnrfnn o-vt n . ' . vollführe, und wann nun das geschehen ist, so führe mich den Weg sicher wiederum zurück und bringe mich in aller Fröhlichkeit gesund und frisch zu ben Meimgen." ©o heißt es in einem Stoßgebet aus einem Reisebuch aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Heberrnaßig behaglich scheint also das Reisen in der Postkutsche trotz aller romantischen Lieder rund um den Postillon nicht gewesen zu sein! Post- j e ist ein Teil der allgemeinen Kulturgeschichte. Im Jahre 1922 wurde die „Gesellschaft zur Erforschung der Postgeschichte in Bayern" gemundet. Diese Gesellschaft hat Hefte hrausgebracht in denen einzelne Kapitel aus der Postgeschichte .erörtert werden. Im Zusammenhang damit ist auch em Postarchiv in München errichtet worden, in dem Diel interessantes Material lagert. Auch bas Stoßgebet stammt aus biesem Archiv, das uns zeigt wie gut es ist daß wir heute nur noch zum Vergnügen gelegentlich in einer Postkutsche fahren, aber nicht mehr auf sie angewiesen sind. pH -'s. ' vycijuie eme moire von Sir SS festgemacht darunter ein Hauptschwein." r,^t ^me Anordnungen, die er» ^d)U^en werden durch Fernruf benach- b*o loa'nbuchen am Steinkovf" Hohen Fichten geht's bergan. Wilbfähr- *eP !^fen über ben Weg, auch eine Mardersour Schweißtropfen, bie wohl von einem Obcr Specht herrühren, ben b-r Nänber m der Dämmerung überraschte. Wo bie Sonne bas rung eine Rotte Wildschweine, Bachen, Ueberläufer unb cm wuchtiger vierjähriger Keiler. Krachend zermalmen die starken Gebreche die Eicheln samt der Hulse und nicht eher wird die Suche nach der leckeren Kost eingestellt, bis blanker Tisch gemacht und die letzte Frucht verschwunden ist. Dann tut sich die Jiotte m einer windgeschützten Senke dichtgedrängt - dj- Sckiüken nn ' f nieöer, denn fern anderes Wild ist so windempsind- vöraeht Da hallt lief) wie bas Schwarzwilb. «•* rA! . ..Der Himmel hat sich aufgeklärt, funkelnd stehen Schwei die Sterne über den nachtschwarzen Bergen. Eulen geistern lautlos über die Blöße, in den Lärchen bellt em hungriger Fuchs. Mitternacht ist nicht mehr fern. Da wird die Rotte wieder hoch. Unter Füh- rung einer alten Bache trollen die Sauen wie dunkle Schatten durch den nächtlichen Wald, jede Lichtung vermeidend. Bergauf, bergab, bis der matte 2)äm= mer ber Feldmark durch die Stämme lugt. Einen Büchsenschuß weit vom Waldrand verhoffen sie, die führende Bache windet lange; dann zieht 'bas schwarze Gewimmel, Rücken hinter Rücken, auf bie Kartoffelbreite hinaus unb pflügt sie grünblid) um. bei ttefer Nacht wechselt bie Rotte zurück unb schiebt sich in eine undurchbringliche Fichtenjuqend Der erste Schnee ist gefallen. In ber Nacht hat öer toturm den Himmel reingefegt unb klarer Frost ä'-9cfom™n- Silberweiß glänzen Höhen unb Xaler, auf Aesten unb Zweigen liegt es hoch unb flodig, unb baruber strahlt bie Wintersonne — ein kul-n ^Ä^fen zum Weidwerk auf ben Schwarz- fittel. Fahrtenkunbige Grünröcke spüren bie Dickungen und Nadelholzschonungen ab, und wenn bas , -------..... „e iwnmen! ^Ebnis der Spurfahrt bestätigt, daß zwar ein Stemblorfen, Farnbüscheln und Föhrenboschen. 2Iuf {bar™^ Auswechsel im Schnee erkenn- dern Abfuhrweg schwankt ein mit mächtigen Stäm- Nu?" emgespurte Rotte als sicher eingefreift ist, men beladenes Gefährt in Sehweite vorüber Mi- r kurzer Frist in der Forftrneisterei der nutenlang rasten die schweißfeuchten Pferde auf öer n ,,8Inl AÜbf)a,Jfl des Wenkerbergs, £ ve^t sich das Gespann unter ben 2?^ Gehilfe eine Rotte von Baumen. Da wird bie kleine Herde von neuem --- ------- rege, fangt im Moos Raupen unb Erbqrillen 'Knappt nach Doruberfurrenben Käfern, bricht und wühlt an Wurzeln und Stauden. Neue Kulturstätten im Gau Hessen-Nassau Hochsaison in der Gänsemästerei. NSG. Im festlichen Rahmen beging am Sonn- s ausstellungen mit 30 477 Besuch« tag die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude1 mit einer Halden Million Besuch' Aus aller Welt lern, 37 Volksfeste lern, 220 Konzerte Gau Hessen-Nassau ihren fünften Jahrestag im Festspielhaus in Worms, das Hunderte von festlich gestimmten Menschen füllte. Chöre unter Leitung von Ernst Simon und Einzelsprecher kündeten von der Neugestaltung des Arbeitslebens. Dann gab Gauobmann Becker einen Rechenschaftsbericht über die im 5. Jahr ihres Bestehens von der NS.-Ge- Der fünfte Jahrestag derNG.-Gemeinschast Kraft durch Freude Eine Feierstunde im Wormser Festspielhaus. habens Nachdem Dr. Telchow (Berlin), der die Plane für den Bau mit ausgearbeitet hat, die Bedeutung dieses Instituts im Rahmen des Dierjahres- planes unterstrichen hatte, legte der Gauleiter den ro-r^!rl!er‘!?- Am Herrengarten erfolgte dann das Richtfest für das Institut für anorganische Physikalische Chemie. Professor Dr. Lieser hob besonders hervor, daß auch bei diesem Bau die Tatkraft des Gauleiters voranstehe, dem allein die Errichtung dieses Institutes zu verdanken sei, und betonte dann die besonderen Aufgaben, die diesem Institut in der physischen technischen Meßtunst zu- kommen. Das Jnstttut steht unter Leitung von Professor Dr. V i e w e g und wird nach den Plänen von Professor Gruber errichtet. Gauleiter Sprenger stellte heraus, daß es gelte, den schöpferischen Geist aus der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft auf neue Generationen zu übertragen. Die erste Aufgabe unserer Wissenschast sei, einen Nachwuchs heranzuziehen, der mcht nur in der Lage sei, das Alte zu verwalten, sondern befähigt fei, aus s i ch heraus neue größere Aufgaben xu erfassen, durchzubilden und zu meistern. Die Höherbildung der breiten Masse Schaffender nütze nichts, wenn sich der Wissenschaftler und der Erfinder nicht zugleich mit neuen Problemen befassen und neue Losungen finden würden. An die Studierenden und an die 2)> und Büsche umgeben. Zahlreiche Verletzte Mußten in die Krankenhäuser eingeliefert werden. Mädchenmörder zum Tode verurteilt. Das Görlitzer Schwurgericht verurteitte den 1893 geborenen Richard Neumann, der zur Zeit eine 12*/..'jährige Zuchthausstrafe wegen eines Notzucht- verbrechens und Totschlages an der 17jährigen Hildegard Schulz verbüßt, wegen eines lm November 1919 begangenen Mordes an dem Dienstmädchen Hulda Forster aus Berthelsdorf bei Lauban zum Tode. Neumann hatte im Zuchthaus einem Mitgefangenen genaue Einzelheiten über den Mord an der Hulda Förster verraten. Fünf Tage nach dem Mord zum Tode verurleilt. Das Sondergericht Königsberg verurteilte den 31jährigen Reinhold S ch i s m a n n aus Gumbinnen wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode und wegen Diebstahls und schwerer Urkundenfälschung zu drei Jahren Zuchthaus und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. — Schismann hat am 5. Dezember, also vor fünf Tagen, in der -Nähe von Gumbinnen das alte Ehepaar Buch, das entfernt mit ihm verwandt war, umgebracht. Er wollte von den beiden Geld leihen, wurde aber abgewiesen. Darauf fuhr er nach Hause, hotte ein Beil und begab sich wieder in das Dorf, wo das Ehepaar wohnte. Er erklärte diesem, er habe seine Fahrradlaterne verloren und der Alte möge suchen helfen. Kurz darauf spaltete Schiemann ihm mit dem Beil den Schädel. Die Leiche begrub er an Ort und Stelle am Ufer der Rominte. Dann ging er ins Haus zurück und sagte der wartenden NSG. In Abwesenheit zahlreich geladener Gäste eröffnete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger das neue Gebäude des von Professor Dr. Eberhardt Gegründeten Deutschen Led ermufeums in Offenbach a. M., das einzige seiner Art auf der Welt. Professor Dr. Eberhardt schilderte die Entwicklung des Museums, das in feinen Anfängen bis zum Jahre 1917 zurückreicht, und gab seiner Freude Ausdruck, daß es chm im Dritten Reich möglich wurde, seinen Plan zu verwirklichen, in Offenbach die umfassendste Sammlung der Welt auf dem Gebiet des lederwirtschastlichen Schaffens zu errichten. Er dankte dann dem Führer, Gauleiter Sprenger, der DAF., der deutschen Lederwirtschaft, dem deutschen Handwerk, der Stadt Offenbach und den zahlreichen Gönnern aus dem Reich, die durch ihre Unterstützung die Errichtung des neuen Museums möglich gemacht haben. Ministerialrat Dr. Hoffmann überbrachte die Grüße des Reichswirtschaftsministers und der Reichsregierung. Der Leiter der Reichsgruppe Lederindustrie, Ammer, bezeichnete das Museum als ein Geschichtsbuch der Weltlederwirtschaft und überreichte Professor Dr. Eberhardt eine Bronzestatue, die einen Gerber bei der Arbeit darstellt. Der Leiter des Fachamtes Bekleidung und Leder in der DAF., Neumann, übermittelte die besten Glückwünsche des Reichsleiters Dr. Ley. Gauleiter Sprenger dankte vor allem Professor Dr. Eberhardt für die aufopferungsvolle Hingabe, dieses Museum zu erstellen. Er hoffe, daß sich das Werk weiter entwickle und daran die gesamte Lederindustrie teilnimmt. Am Nachmittag begab sich der Gauleiter zu zwei Grundsteinlegunaen und zu einem Richtfest für Neubauten der Technischen Hochschule in Darmstadt. Bei der Grundsteinlegung für den Neubau des Institutes für Zellstoff- und Papierchemie, dessen Leiter Professor Jaime ist, dankte der Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt, Professor Dr. Lieser, dem Gauleiter für die tatkräftige Unterstützung des Bauvor- Dlebstahl einer Plastik aus dem Magdeburger Dom. In der Zeit vom 5. bis 7. Dezember wurde im Magdeburger Dom eine Sandsteinskulptur, ein Schäferkopf, etwa 30X20 Zentimeter groß, von unbekannten Tätern g e st o h l e n. Es handelt sich um ein Kunstwerk aus dem 13. Jahrhundert. Der Kopf war auf einem Sockel am Eingang zum nördlichen Chorumgang angebracht. Er ist aus einer Verklammerung losgelöst worden. Für die Wiederherbeischaffung des Kunstwerkes oder für die Ermittlung des Täters wird eine Belohnung ausgesetzt. Der Schäferkops hatte mehrere Jahre im Remter gelegen und erst vor kurzem auf Anordnung des Provm- zialkonservators den Platz am Choreingang erhalten. Da ein Verkauf des Kopfes kaum in Frage kommen kann, dürfte es sich bei dem Dieb um einen Kunstkenner handeln, der das wertvolle Stück für ferne eigene Sammlung gestohlen hat. Es handelt sich um eine der schönsten Skulpturen aus der Blütezeit der deutschen Bildhauerei. Verheerender Orkan über Sydney. Am Wochenende ist die Stadt Sydney (Neusüdwales) von einem Orkan heimgesucht worden, wie er seit 50 Jahren dort nicht mehr erlebt wurde. Der Stürm, der zeitweilig eine Stundengeschwindigkeit von über 110 Kilometern entwickelte, richtete in der Stadt, im Hafen und in der Umgebung einen Schaden an, den man bisher auf über 600 000 Pfund Sterling schätzt. Allein vier Fabriken fielen Bränden zum Opfer. Die Stadt war am Montagfrütz immer noch von einem Ring brennender Wälder mit 82 566 Besuchern, 600 Variete- und Bunte Abende mit 225 596 und 267 Dorfgemeinschasts- abende mit 111654 Besuchern. Das Deutsche Volksbildungswerk zählte 2971 Veranstaltungen mit 405 502 Teilnehmern. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um fast die Hälfte. Der erstmalig durchgefuhrte Sport- a p p eH der Betriebe wirkte sich zu einer machtvollen Kundgebung für den Gedanken der körperlichen Ertüchtigung aus. 400 Betriebe waren zu diesem Appell angetreten. 22 Betrieben konnte der Titel „Gausieger" zuerkannt werden, und ein Betrieb, die Firma Klimsch & Co., Frankfurt, wurde „Reichssieger". An allgemeinen Sportkursen nahmen 167 565 Volksgenossen teil, an den Sportkursen der Betriebe 356 317. (Bauleiter Sprenger gab dann seiner Freude über den großen Erfolg der Freizeitorganisatton in unserem Gau Ausdruck und betonte, daß KdF. die beste Einrichtung sei, um die Worte des Führers, die er zu Beginn seines Kampfes auf feine Fahnen geschrieben hätte: „Männer der Stirn und der Faust vereinigt euch!" in die Wirklichkeit umzusetzen. Von dem tiefen Sinn der NS.-Gemeinschaft ausgehend, müßten wir zu einer neuen Gesellschaftsform vorstoßen. So wie wir alle gemeinsam an der Leistungssteigerung teilhaben, so müßten wir auch gemeinsam die Freude erleben. Nachdem er sich gegen, die Volksgenossen gewandt hatte, die glauben, abgeschlossen ihrem eigenen Vergnügen nachgehen zu muffen, hob er hervor, daß in Zukunft das Gesellschaftsleben auf breite Grundlage, die das Volk bedeutet, gestellt werden müsse. Im Gau Hessen-Nassau seien wir auf dem besten Wege, dies zu erreichen. Der Gauleiter zeichnete dann vier Betriebe mit dem KdF. -Lei st ungsab Zeichen aus: das JG.-Hochhaus in Frankfurt a. M, die Milchversor- gungs-AG. in Frankfurt a. M., die Rohvappengefell- fchast in Worms und die Firma Pfeiffer & Diller in Worms. Anschließend verteilte er die Urkunden an die Gau- und Kreissieger im Sportwett kampf der betriebe. — Den Jahrestag beschloß eine bunte Geburtstagsfeier unter dem Motto „Freut euch des Lebens", der auch Gauleiter Sprenger beiwohnte. Die künstlerisch vollendeten Darbietungen des reichhaltigen und abwechslungsreichen Programms lösten bei den Besuchern große Begeisterung aus. zenten richtete der Gauleiter dann die Mahnung, dafür zu sorgen, daß die Studenten, die dazu befähigt sind, s i ch dem Lehrberuf widme n. Es müsse gelingen, einen Nachwuchs in genügender Zahl für alle Gebiete au finden. Damit dieses Ziel erreicht wird, bestehe die Verpflichtung, die besten und modernsten Mittel, sei es in bezug auf Gebäude oder Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. „Wenn wir", so schloß der Gauleiter, „vereint von so hohen Gesichtspunkten getragen, an unserem Werke bleiben, dann gelingt es dem Führer, ein Volk zu schaffen, das der Sonne zustrebt." meinschaft .Kraft durch Freude" geleistete Arbeit und Dcrband damit den Dank an Gauleiter Sprenger, dessen voller Einsatz hinter dem Werk steht, und an den Oauroart von Reckowski. Das deutsche Volk habe das Lachen wieder gelernt. Wo gearbeitet wird, muß auch Fröhlichkeit fein, denn allein aus einer freudig geleisteten Arbeit erwächst ihr wahrer innerer Wert. Dieser hohen Aufgabe dient feit fünf Jahren die NS.-Gemeinschaft,Kraft durch Freude". Fast die Hälfte seines Lebens, so fuhr der Gauobmann fort, verbringt der Arbeiter an seinem Werkplatz. Es ist daher selbstverständlich, daß dieser Arbeitsplatz und seine Umgebung eine würdige Ausgestaltung erfahren muß. Die Abteilung „Schönheit der Arbeit" konnte in dem vergangenen Jahre 795 Betriebsbesichtigungen durchführen. Im Gau Hessen-Nasiau wurde in diesem Jahr für Verbesserungen in diesem Sinne 3 660 651 RM. aufgewandt. Besondere Beachtung verdienen die Aktionen „Warmes Essen im Betrieb" und „Gutes Licht — gute Arbeit". Während das Amt „Reisen, Wandern, Urlaub" im Jahre 1934 170107 Teilnehmer erfassen konnte, hat sich diese Zahl im vergangenen Jahre um fast das Achtfache erhöht. Ins-, gesamt sind 1938 1298 713 Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau ersaßt worden. An 3176 Wanderungen nahmen 149 982 Volksgenossen teil. Durch seine landschaftliche Schönheit ist das Rhein-Main-Gebiet zu einem der beliebtesten Aufnahmegebiete für KdF.- Urlauber aus allen Gauen geworden. 328 518 Volksgenossen fanden in unserem Gau Erholung. Wenn im vergangenen Jahr in 4420 Veranstaltungen kultureller und un^rhaltender Art im Gau Hessen - Nassau zweieinhalb Millionen schaffende deutsche Menschen einen sinnvollen Feierabend erlebten, so ist diese Zahl schon ein Leistungsbeweis, wie ihn keine Kulturorganisation der Welt bisher erbringen konnte. In der Winterspielzeit 1937/38 wurden in 1423 Theaterveranstaltungen über eine halbe Million Menschen in das Theater geführt. Weiter wurden veranstaltet: 31 Werkkunst- 12000 Gänse auf einem Hof. — Täglicher Kutterverbrauch: 120 Zentner. Bon unterem (5onberbend)terflatter Neutrebbin, Oderbruch, tm Dezember. Es ist also doch wahr! Schon wiederholt hatten wir auf Landstraßen im Osten Berlins ganze Lastautos mit geschlachteten Gänsen gesehen. Wir erkundiaten uns und gerieten an Leute, die uns weismachen wollten, es gäbe Gänse- mäftereien, die mehrere taufende dieser nützlichen Vögel auf dem Hof hatten. Diese Aufschneiderei war uns denn doch zu viel. Kurz entschlossen fuhren mir ins klassische Land der Gänsemastkunst, ins Oderbruch und wurden von kundigen Eingeborenen hierher gewiesen, wo es eine der größten Mästereien überhaupt geben sollte. Schon von der Straße hört man weithin das unaufhörliche Gebrabbel und Gezeter, zwischendurch zornig gellende Schreie, wie sie selbst die schrillste Trompete nicht zustande brächte. Obwohl die „Saison" jetzt im Dezember und zumal vor Weihnachten auf dem Höhepunkt ist, werden wir freundlich empfangen, durch das Haus geleitet und dann auf den riesigen Hof geführt, der im Hintergrund durch eine schier endlose massive Scheune ober dergleichen abgeschlossen wird. Man ist ein Stück in der Welt herumgekommen und hat viel gesehen und erlebt. Ader nun steht man doch ein wenig fassungslos da: ein kaum übersehbares Meer wimmelnder weißer Gänse, gelegentlich ein dunkler Aals dazwischen. Kleine Straßen mit Feldbahngleisen teilen das mächtige Hofgelände in große Blocks, die wieder in die einzelnen Einzäunungen, die „Hocks", zerfallen. In jedem Hock fressen sich 100 bis 125 Gänse Tag und Nacht dick und fett. „Das find also doch mehrere tausend Gänse?" Der Betriebsführer, der uns persönlich begleitet und dabei doch die Augen überall hat, bei den Fütterern, bei den Packern, bei der Schlächterei, bei der Futterausgabe und weiß Gott wo noch, lächelt: „Im Augenblick lind es 12 0 0 0", meint er so nebenbei. Und während er hierhin eine Anordnung ruft und dorthin eine Frage der hin» und hereilen- den Fütterer beantwortet, erzählt er uns Stadtmenschen ein bißchen vom Leden und Sterben einer Mastgans. Wir haben keine Zeit zu staunen, wir notieren schnell das Wichtigste. Hauptlieferant ist Polen, daneben Litauen. Die Magergänse, auf den Grenzbahnhöfen tierärztlich ftreng geprüft, kommen mit einem Gewicht von 7 bis 7,5 Pfund an. In nur 5 Wochen fressen sie sich hier auf dem Hof zu den Prachtstücken heran, die da um uns herum einen Höllenlärm machen. Nach einem leichten Eingewöhnungsfutter aus Kohlrüben, Möhren und Kartoffeln bekommen sie ein in langen Jahren und unzähligen Versuchen ausge- tüfteltes Mast-Kraftfutter, dessen Hauptbestandteile Mais, Gerste und Hafer sind (das übrige ist natürlich Geschäftsgeheimnis, was man! bei dem großen Risiko dieses reinen Saisongeschäftes verstehen kann). Je ein Fütterer versorgt 2000 Tiere. Die Gans, gefräßig bis dort hinaus, schlingt am Tag ein volles Pfund Mastfutter hinunter. Das macht pro Tag 120 Zentner, im Monat 3600 Zentner Futter, auf diesem Hof! Daher also das endlose Futtergebäude im Hintergrund, wo die Elevatoren gerade eine neue Ladung ins obere Geschoß befördern und der Motor der Mischmaschine brummt. Frost oder Schnee machen den Gänsen, die im dicken Federpelz auf schönem Lang- trotz stehen, nichts aus; ein so warmer Winter wie dieser ist den ©anfemäftern keine reine Freude, die Gänse gedeihen merkwürdigerweise am besten bei 2 bis 3 Grad Kälte! Aber gehen wir weiter in diesem geräuschvollen Betrieb. Der Schlachter ist ein Virtuose seines Faches. Die Gans stirbt ihren Gänsetod völlig schmerzlos: ein betäubender Schlag mit einem Holzhammer auf den Kopf, ein schneller sicherer Schnitt in den Hals, der sie leerbluten läßt; sie ist hinüber Auch hier ist alles blitzsauber wie in dem ganzen Betrieb. Wir steuern auf eine Glastür zu, hinter der fröhlicher Gesang mit Musikbegleitung zu hören ist. Da sitzen in einem schneeweiß Gekachelten großen hellen Raum 30 Frauen bei der Rupfarbeit. Die Arbeitstische find weiß lackiert und mit weißem Wachstuch überzogen, an den Wänden fröhliche Bilder und muntere Sprüche, dazu die Musik aus dem Lautsprecher — kein Wunder, daß man nur frohe Gesichter sieht und diese geschulten Rupferinnen 40 bis 50 Gänse pro Person und Tag schaffen. Im Dezember gehen jetzt täglich 800 bis 1000 Stück, säuberlich in Körben verpackt, an die Händler, nachdem die fertig gerupften Gänse einen Tag bei 4 Grad Celsius im Kühlraum gehangen haben. Zufriedene und frohe Gesichter sieht man in diesem ganzen Betrieb, und das hat der Betriebsleiter mit sozialen Einrichtungen fertig gebracht, die in dieser Branche einzig dastehen. In den beiden Gemeinschaftsräumen fühlt man sich sofort behaglich; an den Wänden die Bilder unserer führenden Männer und schöne sinnvolle Sprüche, aus den Tischen Blumen und Zeitschriften, Rundfunk, eine kleine Bücherei, sogar Kochgelegenheit für die, die mittags nicht nach Hause ins Dorf fahren. Aber der Schlager find die hochmodernen Dusch- und Baderäume, nebenan für Wannen- und Brausebäder, mit neuzeitlichen hygienischen Waschanlagen, alle blitzblank und weiß gehalten. Die sehr gewitzte Hausfrau zeigt uns schmunzelnd eine ordentlich geführte Badeliste, die in fröhlicher Kameradschaft sogar Wasserscheue zu Sauberkeitsfanatikern erzieht. Dieser Betrieb steht im Leistunas- kampf vermutlich mit vorne an. Das ganze wird unterstützt von einer mustergültigen Betriebsordnung, in der beispielsweise auch die Leistungs- Prämien für die Gefolgschaftsmitglieder festgelegt find; je weniger Todesfälle ein Fütterer unter seinen 2000 Gänsen hat, um so höher steigt seine Prämie. Jeder Todesfall wird genau untersucht, damit niemandem ein Unrecht geschieht. Nach diesem gescheiten System, das innerhalb des Betriebes einen ständigen Leistungswettkampf ermöglicht, bringen tüchtige Fütterer zu Weihnachten bis zu 600 Mark Prämienverdienst nach Hause! Und die werden nicht der Substanz des Betriebes entzogen, sondern find durch die Erziehung zur Sorgfalt und Pflichttreue, hier durch Vermeidung unnötiger Verluste ehrlich erworben. In der kommenden Woche steigt der allmonatliche Betriebsabend. Wir sind herzlich eingeladen und sagen gern zu. Sehr nachdenNich fahren wir nach Hause. Wir waren hergefahren, um mal schnell eine Gänsemästerei zu sehen, und fanden zugleich eine vorbildliche Betriebsführung von wahrhaft sozialer Gesinnung. Dr. Buresch. )2jährigen Frau, der Onkel habe sich den Fuß ver- taucht; sie möge mitkommen und ihm nach Hause )elfen. Der Rohling ermordete bann auch noch die Frau, die er gleichfalls am Abhang des Flusses begrub. Nach diesen grausigen Mordtaten stahl er das Sparkassenbuch und hob 700 Reichsmark ab. Schon am Tage darauf konnte der Tlörder verhaftet werden. Wieder ein jüdischer Gieuerbetrüaer. Lpd. F r a n k f u r t a. M, 10. Dez. Der Jude Simon Goldschmidt in Frankfurt a. M. hat in den Jahren 1930 bis 1937 Einkommensteuer und :n den Jahren 1931 bis 1938 Gewerbeertragssteuer hinterzogen. Das Finanzamt Frankfurt a. M.-Ost hat jetzt gegen den Juden eine Geldstrafe von z u- ammen 10 000 Mark festgesetzt. Jüdischer Vankerott-Prozeh in London. Vor einem Londoner Gericht läuft zur Zeit einer der typisch jüdischen Bankrottprozesse, wie mir sie in Deutschland aus der Systemzeit noch in übelster Erinnerung haben. Der Filmjude Julius H a a e n , dessen richtiger Name Julius Jakob Klei- menhagen ist, hat nicht weniger als 416 000 Pfund Schulden, denen ein Vermögen von 50 000 Pfund gegenübersteht. Kleimenhagen, 54 Jahre alt und durch die Naturalisierung seiner Eltern britischer Staatsangehöriger, wurde 1929 Direktor einer Filmgesellschaft mit einem jährlichen Gehalt von 1500 Bfund (damals 30 000 Mark). Mit einem Jahres- ehalt gründete er eine neue Filmgesellschaft, machte ich zum Generaldirektor und sicherte sich das nette Monatsgehalt von 600 Pfund zuzüglich Spesen. In den folgenden Jahren beteiligte er sich noch an Der« chievenen anderen Filmgesellschaften, die aber in- olge der steigenden Produktionskosten in Schwierig- eiten gerieten. Großzügig übernahm Hagen Garantien bis zu 525 000 Pfund, ohne daß er je in der Lage gewesen wäre, im Ernstfälle auch nur einen Teil dieser Garantie einzulösen. Hierüber mar sich Hagen auch vollkommen klar, denn er ließ sich vor- ichtigerweise beftätigen, daß er nur für kleine Be- räge in Anspruch genommen werde. Das Gericht war der Meinung, daß Hagen gewagte Geschäfte riskiert und zuviel in die eigene Tasche gesteckt habe. 1937 machte Hagen einen letzten Versuch mit einer Neugründung, für die er sich 500 Pfund bei einem Geldverleiher pumpte, der nunmehr auch um sein Geld betrogen ist. — Der Prozeß ist noch nicht ab» geschlossen. Verwegener Ueberfall auf eine Bank in Glasgow. Ein verwegener Raubüberfall wurde von vier unbekannten Tätern auf die Royal Bank of Scotland in Glasgow durchgeführt. Während zwei der Täter vor der Bank in einem Kraftwagen mit laufendem Motor warteten, drangen zwei weitere in den Schalterraum ein. Einer von chnen hiett die anwesenden Beamten mit entsichertem Revolver in Schach, während der andere eine Kaffe leer machte. Anhaltspunkte über die Personalien der Täter liegen nicht vor. Der Kraftwagen konnte entkommen, ohne daß die Tat vom Publikum wahrgenommen morden Wetterbericht Noch immer geht ein breiter Strom subtropischer Warmluft über dem europäischen Festland nordwärts. In seinem Bereich blieben die Temperaturen ist Westeuropa leicht über 10 Grad, vielfach sogar über 15 Grad, mährend fein Einfluß bei uns, behindert durch die vorgelagerte Alpenkette, ungewöhn- lich mildes Wetter bedingt. Der Frankfurter Wetterflieger erreichte am Montagmorgen die Nullgradgrenze erst in 2800 Meter und traf zwischen 800 bis 1000 Meter Höhe Temperaturen bis 15 Grad an. Die Großwetterlage erfährt vorerst wenig Aende- rung. Vorhersage für Dienstag: Morgens vielfach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd und im allgemeinen trocken, tagsüber mild, nachts vereinzelt leichter Frost; Winde um Süd. Lufttemperaturen am 11. Dezember: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 0,6 Grad; am 12. Dezember: morgens —0,9 Grad. Maximum 5,5 Grad, Minimum heute nacht —1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Dezember: abends 2,7 Grad; am 12. Dezember: morgens 1,5 Grad. — Sonnenscheindauer 2 Stunden. wlntersporlnachrichten. Vogelsberg: Keine Sportmöglichkeiten. Taunus: Keine Sportmöglichkeiten. Rhön. Wafferkuppe: Heller, 0 Grad, Gesamt- schneetzöhe 8 cm, vereist, Schi und Rodel mäßig. Straßenwetterdienst der Generalinspektion. Berlin, 11. Dez. (DNB.) Im allgemeinen schnee- und eisfrei. — Auf den Straßen München- Salzburg ab Siegsdorf und München—Stuttgart bis Günzberg tauendes Glatteis. Sttaßen find gestreut. Allgemeines Straßennetz: Im Flachlande schnee- und eisfrei. In Steiermark, im südlichen Schwarzwald und teilweise in den Sudeten festgefrorene Schneedecken, Glatteis. Straßen find oder werden gestreut. Schneeketten find mitzunehmen. Die Großglockner-Hochalpenstraße ist von Ferleiten- Hochtor bis Heiligenblut unpassierbar. Sonstiger Straßenverkehr überall unbehindert. Hauptschriftleller Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Rr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gegen Zahnstein-Ansatz Chloro do nt - bewährt seit 31 Jahren! Llebergabe der Weihnackfsarbeifen für die ,ute endeuischen Kinder. LPD. Darmstadt. 11.Dez. Im „Haus der Flieger" in Darmstadt sind am Sonntagnochmittag die von der NS.-Frauenschaft und dem Deutschen Frauenwerk des Gaues Hessen-Nassau angefertigten Weihnachtsarbeiten für die sudetendeutschen Kinder der NSV. übergeben worden. In einer schlichten Feierstunde übergab die Gaufrauenschaftsleiterin mit herzlichen Dankes- worten an die Frauen die in dem Saal zusammengestellten Arbeiten der NSV. Diese Arbeiten stellen, wie die Gaufranenschaftsleiterin darlegte, einen Wert von 40 000 RM. dar, ein deutlicher Beweis dafür, wie sich auch in diesem Jahre wieder die Frauen Hessen-Nassaus für das Werk des Führers eingesetzt haben. Der Gauamtsleiter der NSV., Haug, übernahm die Spenden und sprach im Namen der NSV. seinen herzlichen Dank aus. Er teilte mit, daß er als Anerkennung für diese rührige Mitarbeit der NS.-Frauenschaft einen Sonüeroetrag für ihre Jugendarbeit zur Verfügung stellen werde. Im Anschluß daran hatten die Gäste Gelegenheit, sich von der Güte und Schönheit der von der NS.- Frauenschaft fertiggestellten Arbeiten zu überzeugen. Es ist alles vorhanden, was Kleinkinder gebrauchen können, von der Baby-Ausstattung über warme Wollkleider bis zum bunten Spielzeug. Ithem Mainische Börse. Schwächer. F r a n k f u r t a. M., 10. Dez. Auch der Wochen- schlußverkehr unterschied sich nicht von den Vortagen; die Geschäftsschrumpfuna hat eher noch Angenommen, anderseits hielt die Zurückhaltung gegenüber weiter vorliegenden kleinen Abgaben in vollem Umfange an, während Käufe nur vereinzelt erfolgten. Am Aktienmarkt war die Haltung zumeist weiter schwächer, auch unter dem Einfluß des sich mehrenden Angebots in Renten. Von diesen gingen die meisten Golüpfandbriefe 0,50 v. H. zurück, Rheinische sogar erneut 0,50 v. H. ermäßigt auf 99. Auch in anderen festverzinslichen Werten erfolgten überwiegend leichte Herabsetzungen, insbesondere bei Stadtanleihen. Am Markt der Dividendenwerte konnten sich Bergwerkswerte gut behaupten und teilweise auch leicht erhöhen. Mannesmann 106 (105), Klöckner 115,50 (115), Hoesch und Vereinigte Stahl jeweils unverändert 108,25 bzw. 103. Behauptet lagen auch chemische Papiere, nur Farben-Jndustrie 0,40 v. H. leichter mit 148,50. Sonst kamen vorerst Conti Gummi mit 203 (205,50), Westdeutsche Kaufhof mit 102 (103), Berger Tiefbau mit 137,75 (139,50) und Reichsbankanteile mit 187 (187,50) zur Notiz. Im Verlaufe herrschte weiterhin Geschäftsstille, und die Kurse bröckelten überwiegend weiter um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Etwas yöher stellten sich IG. Farben mit 148,75 nach 148,50. Die später no» Herten Papiere wiesen durchschnittliche Rückgänge von ebenfalls 1 bis 1,50 v. H. auf, wobei Hapag angesichts chres niedrigen Kursstandes besonders gedruckt waren mit 67 (68,50). Auch der Einheitsmarkt nahm einen meist schwächeren Verlauf. Groß- bankattien lagen uneinheitlich. Am Rentenmarkt sind außer den erwähnten Goldpfandbriefen und Stadtanleihen noch Liquidationspfandbriefe anzuführen, die teilweise schon nahe an den Paristand heranreichen. Staats- und Länderanleihen blieben meist gehallen. Auch Industrie-Obligationen wenig verändert, jedoch nicht ganz einheitlich. Don den öffentlichen Anleihen bröckelten Reichsaltbesitz 0,13 v. H. ab auf 128, dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien unverändert 123,50. Im Freioerkehr Kommunal-Umschuldung gut gehalten mit 92,10 bis 92,13 (92,05). Von unnotierten Werten gingen Dingler Maschinen 0,50 v. H. höher aus dem Markt mit 98,50 bis 100,50, andererseits Katz & Klumpp 96 bis 97 (97 bis 99). Tagesgeld unverändert 2,75 o. H. Kleine Strafkammer Gießen. Der E. G aus Heldenbergen war wegen Fischereivergehens bestraft worden. Er legte gegen das Urteil Berufung ein. Da er aber nicht zur Berufungsverhandlung erschienen war, wurde sein Rechtsmittel verworfen. s Die Ehefrau E. K. aus Gießen, die einen Meinen Geldbetrag entwendet hatte, war in erster Instanz mit einer geringen Gefängnisstrafe bestraft worden. Sie leugnete damals hartnäckig chre Täterschaft. Da sie aber als überführt galt, wurde sie bestraft. Mit ihrer Berufung hatte sie kein Glück. Es blieb bei der erstinstanzlichen Strafe. Rundfunkprogramm Dienstag, 13. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Das ist unser Weg. 10.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „O, holde Frau Musika!" 15: Kleines Konzert: Lieder aus neuerer Zeit. 15.30: Bücher auf dem Gabentisch. „Was wünsch' ich mir — was schenk' ich ihm?" 16: Nachmittagskonzert. 18: Volk und Wirtschaft: „Du, kannst ja umtauschen". 18.15: Neues für den Bücherfreund. 18.30: „Führung und Geleit". 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Orchesterkonzert. 21: Haydn-Zyklus. Ein Konzert am Hose der Kaiserin Maria Theresia. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. im 56. Lebensjahre. Gießen (Weserstr. 3), Lang-Göns, Essen, den 11. Dezember 1938. 8108P Gießen, den 12. Dezember 1938. Die Beerdigung findet in Kiel statt. 05523 Die trauernden Kinder. 8096 D 8O9SP Am 9. Dezember verstarb infolge eines Schlaganfalls unsere liebe Schwester und Tante Die trauernden Hinterbliebenen: Klara Rompf, geb. Faßbinder Jobs. Carl Rompf Familie Faßbinder Familie Ernst Alfred Rompf, Allertshausen, Alten-Buseck, Löhnberg, Treis und Allen- dort a d Lda , den 12. Dezember 1938. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 14. Dezember, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten von Beileidsbesuchen absehen zu wollen, Am Sonntag früh verschied sanft nach langem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Dort, Steinmetz im 73. Lebensjahre. Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber Mann, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel djMie aüc& 2)ü- Schon bei einer Anzahlung von RM. 9,60 und 24 Monatsraten zu je RAA. 8,60 oder RAA. 186,00 bar erhalten Sie die zuverlässige Kleinschreibmaschine Marie Fahlberg im Alter von 81 Jahren. Im Namen der Familie:] Dorothea Behrens. Prospekt kostenlos «ea Mercedes- Genera. Vertretung: Franz Vogt & Co. Schreib-, Rechen- u. Buchungsmaschinen Gießen • Vokohans Seltersweg 44 7731d Rnl 2464 Fahrner-Schmuck ein beglückendes Geschenk für die Dame zu jeder Gelegenheit Kunsthandlung, Kunst- gewerbe/ Seltersweg 22 Eduard Wilhelm Rompf Regierungsrat Mädchen ab 17 Uhr gesucht Zu erfrag, in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. Usan MMAWsliilke In öet llSG. „graft önrtfj Sreaöe“ unö M.-IWlileulM Im Rahmen der von der Volksbildungsstätte und dem Dozentenbund veranstalteten Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volk" spricht am Dienstag, dem 13. Dezember 1938, im Höriaal der Hautklinik, Gaffkystraße 14 Ws.3t. Witze Oder: „Die Sonne als öeilmlttel“, Bei einem Eintritt von 10 Pfennig sind alle Volksgenossen herzlich eingeladen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Dezember, nachmittags 3x/4 Uhr in Allertshausen statt. ------------------ ----------8099 D [Stellenangebote] Aelteres Fräulein gesucht für halbe Lage f. Mithilfe im Haushalt bei alt. Ehepaar für 1. Januar 1939 oder später. Schrift!. Angeb. unter 8105D an den Gieß. Anz. Tüchtiges Mädchen für klein. Haushalt (5 Zimmer mitZentralheiz^ 2 Erwachs, mit 6j ähr. Kind) zum 1. od. 15.Januar gesucht. Erfahr, im Haushalt sowie Kochkenntnisse Bedingung. Frau MöhL Ludwigstr. 39 v. Vorzutt.3-4 und '/28-'/s9Uhr.sio2v Suche z. l.Jan. 1939 tüchtiges WW das Wert auf Dauerstellung legt. sioiD FrauJlseWrede Kevlerstr. 11 I | Vermietungen | I-Mbim-iä. und Laden | sofort z. vermiet. Voikengassem. Zwangsversteigerung. Dienstag, den 13.Dez. 1938, nachmittags 2 Uhr, sollen LVerkaufs- lokalHartmeß,Neueuweg 28,bzw. anOriundStelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweisegegen sof.BarzahL versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 1 Schaufensterausstellungs- einrichtung, 3 Bilder, 1 chinesische Buchrolle, 50 Fl. Wermutwein, 2 Registrierkassen, A Eisschränke, lLochstanze,lSviegel, ISchaubek- album mit Briefmarken, 1 Näh- mas chine, 2 Uhren,3Damenmäntel Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen,Wiesenstr.2,Tel.3108 siooD | Mietgesuche 3-Zimnier-Wolin. in Gießen oder näherer Umgeb. Schrift!. Angeb. unter 8104 D an den Gieß. Anz. 2 Zimmer und Küche mit Zubehör, in gutem Hause (auch Masarde) von berufstätig. Dame z. 1. Jan. 1939 gesucht. Schr.Angeb.unt. 05521 a.d.G.A. Die Verlobung unserer Tochter Emmy mit Herrn Rechtsanwalt Albert Thomee geben wir bekannt Ludwig Bratfisch und Frau Gustel, geb. Stern Meine Verl obung mit Fräulein Emmy Bratfisch,Tochter des Kaufmanns Herrn Ludwig Bratfisch und seiner verstorbenen Frau Gemahlin Ottilie, geb. Jug- hardt, zeige ich an Albert Thomee, Rechtsanwalt Leipzig Gießen, Bahnhofstraße Im Dezember 1938 8098V Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von S Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht MM Ml Meldungen bei Franz Vogt & Co., Gießen, Goethestraße 32, oder in Lich, Eisschrankfabrik Reger Nachf., am Freitag, dem 16. und Samstag, dem 17. Dezember, zwischen 9 und 1 Uhr und Vg3 und 6 Uhr. sio6D in allen Preislagen Fr. Groh Neuen wes 32. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei BrUhl. Schulstr. 7 LICHTSPIELHAUS Neuaufführung Ein Veit- Harlan - Film der Tobis nach Max Halbes Bühnenwerk Heute Montag bis Mittwoch AM „ * „■< v W CHRISTINA SUDERBAUM HERMANN BRAUN EUGEN KLOPFER - WERNER HINZ SPIELLEITUNG: VEIT HARLAN DieTragödie junger Menschen, die in ihrer ersten Liebe schuldig werden. Ein Liebesdrama, wie es in solcher Zartheit und Menschlichkeit’ selten geschaffen wurde Eine Meisterleistung des deutschen Films. Dieser Film spricht zu den Herzen aller Menschen - dieser Film geht jeden an. Beiprogramm: NeuesteTobls-Wochenschau Täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr 8103A Statt Karten Für die vielen Aufmerksamkeifen anläßlich unserer Vermahlung danken wir herzlich Erwin Schwarz, Feldw. 20/116 und Frau Gertrud, geb. Schienbein Gießen, den 12. 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