Ilr.266 Erstes Blatt 188. Jahrgang Samstag, 12./$onntag, 13. November 1938 Lrlchem» täg Hd), außer Sonntags and Feiertags Betlagen: *Dt» Illustriert» Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholl» Monatt'bezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert» , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (BeroaÖ ^ernfprechanlchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gietzeu postschecktonto: Kranlfuri am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShIsche Unloerfitätsdruckerei 8. Lange in Sieben. Schriftleitung and SeschSstrftelle: Schulftrotze 1 Annahme von Anzeige« für di» Mittagsnummer ois 8' /.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breit» 7 Nps.. für Text» anzelgen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh Dereinbg 25°/. mehr. 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Die Nachforschungen in Paris ergeben, daß Grünspan vor drei Monaten aus Frankreich ausgewiesen worden war. Ueber seinen Aufenthalt bis zum Tage der Mordtat hüllt er sich bis zum heutigen Tage in Schweigen. Er war im Besitz eines gefälschten Passes. Es erhebt sich hier die Frage: Wo war Grünspan in den letzten drei Monaten? Wer hat für seinen Unterhalt gesorgt? Wer hat ihm den falschen Paß vermittelt? Wer hat ihn im Pistolenschießen unterrichtet? Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß er von einer jüdischen Organisation verhetzt und auf diese zynische Mordtat systematisch vorbereitet worden ist. Der Legationssekretär vom Rath stirbt nach qualvollem Leiden einige Tage später. Die Parallele zum Fall Gustloff liegt auf der Hand. Wie damals wurde von den jüdischen Hintermännern ein Jugendlicher als Attentäter ausgesucht, um die Verantwortlichkeit zu verschleiern. Die Vernehmung der beiden Judenjungen zeigt eine genaue Uebereinstimmung der Verteidigungsgründe und der Taktik der Attentäter. Auch aus dem Prozeßverlauf gegen Frankfurter ging hervor, daß man nicht den einzelnen Mann, sondern das nationalsozialistische Deutschland treffen wollte. Das zeigte auch in beiden Fällen der wohlvorbereitete Entlastungseinsatz der gesamten jüdischen Weltpresse. Wo sind nun diese Hintermänner zu suchen? Seit Wochen und Monaten wird in den großen jüdischen Weltblättern gegen Deutschland als Nation zum Kriege und gegen einzelne prominente Vertreter des nationalsozialistischen Deutschlands zum Morde gehetzt. Besonders hervorgetan haben sich dabei die Juden Georg Bernhard und Emil Ludwig Cohn. In diesen Kreisen sind deshalb auch zweifellos die geistigen Inspirationen des Attentats zu suchen. Es sind dieselben Kreise, die jetzt für den Mörder in der ganzen Welt eine nie dagewesene Stimmungspropaganda entfalten. Die Gründe für den Mord liegen auf der Hand. Das Weltjudentum hat nach der fieberhaften Kriegshetze in den Sommermonaten dieses Jahres eine furchtbare Schlappe erlitten. 'Das Abkommen von München brachte seinen Vernichtungsplan gegen Deutschland zum Scheitern. Es hatte die Hoffnung gehegt, durch einen durch infame Hetze hervorgerufenen Weltkrieg Deutschland in die Knie zwingen und das verhaßte Naziregime zum Sturz bringen zu können. Nachdem in München dieser Plan zum Scheitern gebracht worden ist, wollten sie nun durch eine drastische und frivole Aktion die Friedensbemühungen zwischen den Großmächten Europas aufhalten und eine neue Hetze gegen Deutschland in Szene setzen. Der Mord an dem Legationssekretär vom Rath sollte ein Fanal sein für die gesamte Judenheit im Kampf gegen Deutschland. Der Mörder selbst hat gestanden, daß er damit ein Warnungssignal habe geben wollen. Allerdings ist dieser Schuß nach hinten losgegangen. Gewarnt worden ist weniger die Welt aä das deutsche Volk. Es liegt auf der Hand, daß eine Nation von 80 Millionen auf die Dauer derartige Provokationen nicht stillschweigend und wehrlos hinnehmen wird. Nach der Ermordung Gustloffs hat das deutsche Volk geschwiegen. Nach dem Tode des Legationssekretärs vom Rath ist es ganz spontan zu. ^er- .geltungsaktionen gegen die Juden in Deutschland geschritten. Der eruptive Ausbruch der Empörung der Bevölkerung in der Nacht vom 9. jutn 10. November ist daraus zu erklären und zeigt nur, daß die Geduld des deutschen Volkes nunmehr restlos erschöpft ist. Wie aber reagiert nun die deutschfeindliche, zum größten Tell jüdische Auslandspreise auf dre spontanen Folgen der Schüsse in Paris, die sich rn Deutschland ergeben? Man versucht in diesem uteil der Auslandspresse den Eindruck zu erwecken, als herrsche in Deutschland so eine Art von Bürgerkrieg. Greuelmärchen ohne Zahl werden erfunden, kolportiert und an den Mann gebracht. Man erklärt, die spontanen Reaktionen des deutschen Volles seien durch „organisierte Mannschaften" durchgeführt worden. Wie wenig Ahnung doch diese Zeilenschinder von Deutschland haben! Wie erst hätten diese Reaktionen ausgesehen, wären sie organisiert gewesen-! Eines der hervorstechendsten Merkmale der in den vergangenen Tagen stattgefundenen Aktionen gegen das Judentum ist die Tatsache, daß es zwar zu Demolierungen, aber nirgendwo zu Plünderungen gekommen ist. Das benutzt natürlich diese deutschfeindliche Auslandspreise, um zu behaupten, daß es sich um rein kriminelle Vergehen handele. Vor allem die jüdische Presse in Nordamerika tut sich in einer nie dagewesenen Hetze unrühmlich hervor, erinnert an das barbarische Mittelalter und erklärt, daß Berlin das Schauspiel des Bürgerkrieges biete. versteht sich am Rande, daß die gegen die Juden emschreitende Bevölkerung als „Nazimob" und „Gangsterbanden" bezeichnet werden. Leider aber paspert diesen Zeitungen das Mißgeschick, daß sie sich wie immer in solchen Fällen nicht vorher hinreichend verständigt haben und damit in offenbare Wider- Gesetzliches Verbot des & affenbesihes der Luden. Berlin, 11. Jloo. (DNB.) Amtlich wird mitgeleilt: Nachdem der Reichsführer ff und Lhef der deutschen Polizei im Reichsminlsterium des Innern dem jüdischen Waffenbesitz schon durch sofortige polizeiliche Anordnung schlagartig ein Ende gesetzt hatte, ist nunmehr das gesetzliche Verbot auf dem Fuße gefolgt. Der Reichsminlster des Innern hat noch gestern die nachfolgende Verordnung gegen den Waffenbesitz der Juden erlassen, die schon heute im Reichsgesehblalt veröffentlicht wird: Verordnung gegen den Waffenbesitz der Juden. Auf Grund des § 31 des Waffengefehes vom 18. März 1938 (RGBl. I, 5. 265) des Artikels III des Gesetzes über die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich vom 13. März 1938 (RGBl. I, 5.237) und des §9 des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über die Verwaltung der sudetendeutschen Gebiete vom 1. Oktober 1938 (RGBl. I, S. 1338) wird folgendes verordnet. § 1. Juden (§ 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergeseh vom 14. November 1935 (Reichs- gesehblatt I, S. 1333) ist der Erwerb, der Besitz und das Führen von Schußwaffen und Munition sowie von hieb- oder Stoßwaffen verboten. Sie haben die in ihrem Besitz befindlichen Waffen und Munition unverzüglich der Ortspolizeibehörde a b - z u l i e f e r n. § 2. Waffen und Munition, die sich im Besitze eines Juden befinden, sind dem Reich entschädigungslos verfallen. §3. Für Juden fremder Slaatsange- Hörigkeit kann der Reichsminifter des Innern Ausnahmen von den im § 1 ausgesprochenem Verbot zulassen. Er kann diese Befugnis auf andere Stellen übertragen. §4. Wer den Vorschriften des § 1 vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandell, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe bestraft. In besonders schweren Fällen vorsätzlicher Zuwiderhandlung ist die Strafe Zuchthaus bis zu fünf Jahren. § 5. Der Reichsminister des Innern erläßt die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften. § 6. Diese Verordnung gilt auch im Lande Oesterreich und in den sudetendeulschen Gebieten. Berlin, den 11. November 1938. (gez ) Zrick. Reichsminifter Dr. Goebbels hatte, wie wir bereits mitteilten, bekauntgegeben, daß die endgültige Antwort auf das jüdische Attentat in Paris dem Judentum auf dem Wege der Gesetzgebung bzw. auf dem Verordnungswege erteilt werden würde. Auf die e r ft e dieser Antworten hat es nicht lange warten müssen! Am Garge Eduard vom Vachs. Paris, 11. Nov. (Europapreß.) Während des ganzen Freitag erschienen ununterbrochen Besucher in der deutschen Botschaft, die chrem Beileid an dem Tod des Gesandtschaftsrats vom Rach durch Eintragung in die aufgelegte Liste und durch Blumen- und Kranzspenden Ausdruck verliehen. Der italienische Geschäftsträger Prunas mit dem gesamten Personal der italienischen Botschaft in Paris in Uniform wurde von dem Botschafter Graf Welczeck in den zu einer Totenkapelle umgewandelten großen Saal der Botschaft geleitet, wo der italienische Geschäftsträger zwei in den italienischen Farben gehaltene Kränze niederlegte. Der eine Kranz trägt auf der grünweißroten Schleife die Aufschrift: „Galeazzo Ciano", der andere Kranz wurde für die italienische Botschaft in Paris niedergelegt. Die Italiener ehrten den Toten mit dem Faschtstengruß. Sie erwiderten den Ruf: „Camerata vom Rath!" mit „Presente!" In die Beileidsliste haben sich weiter zahlreiche Persönlichkeiten eingetragen, so der neue französische Botschafter in Berlin, Co ul andre, der Generalstabschef der ftanzösischen Luftwaffe, General L u i 11 e m i n, Prof. Fourneaux vom Comite France-Allemagne, General Rollet, Kammerpräsident H e r r i o t, Kommandant Hopital vom Comite France-Allemagne, der Präsident des Senats, der belgische Botschafter Pol le Tel- Her, der Polizeipräftkt von Paris Langeron, Graf und Gräfin de B r i n o n vom Comite France-Allemagne, der Versailler Bürgermeister Jean Weiland. Auch französische Arbeiter, Männer und Frauen aus dem Volke, kommen, um dem von ruchloser jüdischer Mörderhand gemordeten jungen Deutschen die letzte Ehre zu erweisen. Ein französischer Arbeiter legte ein schlichtes Veilchensträußchen vor dem Sarge nieder und erklärte, es gebe nicht nur marxistische Arbeiter in Frankreich. Die Mutter eines jungen Franzosen, der von Marxisten im Straßenkampf erschlagen wurde, kniete vor dem Sarg nieder, betete und küßte das Fahnentuch, das den Sarg bedeckt. Der Sarg wurde am Freitagabend von der Botschaft zur deutschen Evangelischen Kirche übergeführt. Roch einmal hielten während der Nacht die Mitglieder der deutschen Kolonie die Ehrenwache am Sarge des Toten. Am Samstagmittag ist der T r a u e r g o 11 e s d i e n st in der Kirche, bei dem eine deutsche Abordnung, bestehend aus dem Staatssekretär Baron v. Weizsäcker, dem Gesandten Dr. Dienstmann und dem Chef des Protokolls, Gesandten Baron o. Dörnberg einen Kranz des Führers und einen Kranz des Reichsaußenministers niederlegen wird. Als Vertreter der französischen Regierung wird Außenminister Bonnet der Feier beiwohnen. Ferner werden Vertreter des Diplomatischen Korps und des öffentlichen Lebens teilnehmen. Dann tritt der Tote feine letzte Fahrt in feine Heimat nach Düsseldorf an. spräche verstricken. Eine schreibt, es habe sich um 100 bis 200 Kundgeber gehandelt; die andere schreibt, 20- bis 30000 Menschen hätten gegen die Juden demonstriert. Die eine schreibt, eine riesige Menschenmenge durcheile die Straßen, die andere wieder schreibt, es handele sich um kleine, unbedeutende Gruppen junger Leute. Die eine behauptet, die Menschenmassen wohnten den Attionen teilnahmslos bei, die andere wieder behauptet, ungeheure Menschenmassen stießen Freudenschreie aus. Die eine erklärt, die Menge sehe passiv zu, die andere wieder, der Menge lese man die Freude und die innere Genugtuung von den Gesichtern ab. Die eine sagt, der Wahnsinn habe die Bevölkerung ergriffen, die andere dagegen, die Menge bleibe dabei vollkommen reserviert. Kurz und gut, ein Sammelsurium von Lügen, Verdächtigungen, Entstellungen und Verdrehungen. Was haben wir darauf zu antworten? Im Grunde genommen, gar nichts. Wir stehen aus dem Standpunkt, daß die Reaktion des deutschen Volkes auf den feigen Meuchelmord in Paris eben durch die ruchlose Gemeinheit dieser Tat erklärt werden muß. Sie wurde weder organisiert noch vorbereitet, sie brach spontan aus der Natron heraus. Die Nation folgte dabei dem gesunden Instinkt, der ihr sagte, daß nun zum zwellen- mal ein Vertreter Deutschlands im Auslande von einem Judenjungen niedergeknallt wurde und daß, wenn man auf diese Untat schweigen und ohne Reaktion hinnehmen würde, deutsche diplomatyche Vertreter in Zukunft im Auslande als vogelfrer zu gelten hätten. Die deutsche Staatsführung hat nichts unversucht aelassen, die Reaktion im deutschen Volke auf das feige Attentat in kürzester Frist abzustellen. Das deutsche Voll hat dem Gebot der Regierung willig und diszipliniert Folge geleistet. In Stundenfrist sind Demonstrationen und Aktionen zum Schweigen gebracht. Das aber soll die deutschfeindliche zudyche Mslandsprefse wissen: Durch Aufbauschung der Vorgänge, durch Verdrehung und Lügen nützt sie weder sich selbst noch den in Deutschland lebenden Juden. Eher könnte das Gegenteil der Fall sein. Das deutsche Voll ist ein antisemitisches Voll. Es hat weder Lust noch Vergnügen, sich weiterhin durch die parasitäre jüdische Rasse in seinen Rechten beschränken oder als Nation provozieren zu lassen. Es liegt am Verhalten der Juden in Deutschland und vor allem auch am Verhalten der Juden in der Welt, welche Stellung die deutschen Juden im öffentlichen, im privaten und im geschäftlichen Leben einnehmen. Jedenfalls ist die deutsche Regierung entschlossen, im Lande selbst für Ruhe und Ordnung zu sorgen, und Ruhe und Ordnung wird in dieser Frage dadurch am besten gewährleistet, daß man sie einer den Wünschen und Bedürfnissen des deutschen Volkes entsprechenden Lösung entgegenführt. Die Schüsse, die der polnische Jude Grünspan in Paris abgab, waren ein Warnsignal. Sie haben eine andere Wirkung ausgeübt, als sie offenbar geplant und beabsichtigt war. Das deutsche Voll ist doppelt hellhörig geworden. Es weiß nun bis zum letzten Mann, worum es in der Judenfrage geht. Das deutschfeindliche Ausland aber täte gut daran, dieses Problem und seine Lösung den Deutschen selbst zu überlassen. Soweit es das Bedürfnis hat, für die deutschen Juden einzutreten und sich ihrer anzunehmen, stehen sie ihm in beliebiger Anzahl zur Verfügung. Es bedarf keiner Betonung, daß die Reaktionen im Publikum nach der Erklärung vom vergangenen Donnerstag im ganzen Lande endgültig beendigt sind. Keiner hat das Recht, weiterhin noch eigenmächtig zu handeln. Gesetz und Verordnung, die diese Frage regeln, stehen zu erwarten. Das deutsche Voll kann beruhigt sein: Der Jude Grünspan war Vertreter des Judentums. Der Deutsche vom Rath war Vertreter des deutschen Volles. Das Judentum hat also in Paris auf das deutsche Volk geschossen. Die deutsche Regierung wird darauf legal, aber hart antworten. Zudenabwehr. Der November ist ein Schicksalsmonat in der Geschichte des deutschen Volkes. Vor zwanzig Jahren erlag es nach heldenhaftem Ringen der materiellen Uebermacht seiner Feinde und dem entnervenden Ansturm einer skrupellosen Agitation, gegen die ein unüberwindliches Bollwerk zu errichten die politische Führung des Reiches versäumt hatte. Das zersetzende Gift der verzweifelnden Selbstaufgabe und der Hoffnung auf die Milde der Sieger, die dem deutschen Bolle in Reden und Flugblättern den Himmel auf Erden versprochen hatten, wenn es sich nur von Monarchie und Militarismus lossagen und sich unter die Demokratien einreihen werde, fand in seiner kranken Seele einen nur zu guten Nährboden. Furchtbar war die Enttäuschung, als es sich, nachdem es die Waffen niedergelegt hatte, einem Sieger gegenüberfand, der entschlossen war, Deutschland als Großmacht für ewige Zeiten auszutilgen, das deutsche Voll für immer entwaffnet und ehrlos am Boden zu halten und ihm mit Hilfe der erbarmungslos eingetriebenen Reparationen auch alle wirtschaftlichen Möglichkeiten abzuschneiden, um einen Wiederaufstieg für alle Zeiten zu verhindern. Fünf Jahre später erhob sich in München eine Schar tapferer Männer, die sich frei wußte von der Schuld für die Schmach des 9. November 1918, die den Glauben an ihr Voll noch nicht verloren hatte und die Entschlossenheit in sich trug, sein Schicksal zu wenden. Wenn der 9. November 1923 auch noch kein Sieg sein konnte, weil die Zeit noch nicht reif war, um gegen Selbstsucht und Feigheit, Verblendung und Trägheit ein neues und besseres Deutschland zu erftreiten, so war er doch ein weithin leuchtendes Fanal, ein neuer Anfang, der Beginn bet Wiederauferstehung. Adolf Hitler ist sich selbst und seinem Glauben an das deutsche Volk treu geblieben, auch als alles gegen die Verwirklichung seines Ideals zu sprechen schien. Sein Ringen um die Seele des deutschen Volkes'ist von beispiellosem Erfolg gekrönt worden. Das deutsche Voll fand wieder den Glauben an sich selbst, sand wieder zurück zu den Tugenden, die es einst groß gemacht hatten. Es wurde wieder wert eines großen Staatsmannes, der das Wunder vollbrachte, eine zerschlagene, in sich zerrissene Nation durch die Kraft seines Glaubens zu einen und durch die Beharrlichkeit seiner Arbeit, die Kühnheit seiner Entschlüsse zu ungeahnter Größe und Macht emporzuführen. So ist der graue Novembertag des Jahres 1918 zwanzig Jahre später zu einem Tag des Triumphes geworden, an dem sich das wiedererstandene Großdeutsche Reich mit seinem Führer vereinte in innigem Dank an die Helden, die vor der Feldherrnhalle in München und in den späteren Jahren des Kampfes bis zur Bereinigung der Ostmark und des Sudetenlandes mit dem Reich ihr Leben gelassen haben für ihre Treue zur nationalsozialistischen Idee und ihren Glauben an Deutschlands Zukunft. „Mit Phrasen wird man Deutschland nicht mehr besiegen und mit Waffen hat man es nicht besiegt!" In diesen.Worten Adolf Hitlers liegt die Lehre, die das deutsche Voll dem Anschauungsunterricht entnommen hat, der ihm von den Demokratien der Welt in den zwanzig Jahren zwischen jenem grauen 9. November 1918 und diesem strahlenden 9. November!938 erteilt worden ist und es wird diese Lehre niemals wieder vergessen, es ist der beste Dank, den wir dem Führer und seinen toten Mitkämpfern schulden. In diese Schar der Märtyrer für Deutschlands Größe und Zukunft ist nun auch eingereiht der junge deutsche Diplomat Eduard vom Rath, der in Paris in Ausübung seines Dienstes von den Kugeln eines jüdischen Mordgesellen zu Boden gestreckt wurde. Das tückische Verbrechen des Juden Grünspan, der in der Maske des Biedermannes unter dem Vorwand, eine wichtige Mitteilung machen zu müssen, in die deutsche Botschaft eingedrungen ist, um dann den ihm ahnungslos gegenübertretenden Diplomaten mit seiner Mordpistole kaltblütig niederzuknallen, hat im deutschen Voll einen Schrei des Entsetzens und der Empörung ausgelöst, die sich im ganzen Reich begreiflicherweise in scharfen Protestaktionen gegen die bei uns immer noch Gastrecht in Anspruch nehmenden Juden Luft machten. Trotz aller Warnungen hat das internationale Judentum in unverständlicher Verblendung unsere Langmut immer wieder mißbraucht und durch systematische Hetze gegen den Nationalsozialismus, durch perfide Verhöhnung und Verächtlichmachung des deutschen Volkes und seiner führenden Männer unsere Geduld auf die äußerste Probe gestellt, obwohl bislang noch Tausende ausländischer Juden in Deutschland ungeschoren ihren Geschäften nachgehen konnten und ihre in Deutschland geborenen Rassegenossen durch die Nürnberger Gesetze.ein festumrissenes Betätigungsfeld selbst in kultureller Hinsicht zugewiesen erhalten hatten. Das internationale Judentum und seine Freunde, die es in allen Demokratien der Welt hat, haben diese ebenso klare wie großzügige Lösung der Judenfrage im nationalsozialistischen Deutschland immer nur gescholten und begeifert, trotzdem scheint es so, als ob selbst viele ausländische Juden bislang der Meinung waren, daß es sich in Deutschland immer noch besser leben ließ als in ihrer Heimat. Sie werden sich nicht wundern dürfen, daß nach der abscheulichen Mordtat eines der ihrigen an einem diplomatischen Vertreter des nationalsozialistischen Deutschen Reiches im Ausland auf dem exterritorialen Boden der Botschaft Deutschland ihnen, wie es Reichsminister Dr. Goebbels bereits angekündigt hat, auf dem Wege der Gesetzgebung eine drastische und unzweideutige Antwort erteilen wird. Das ist schon Deutschland seiner Selbstachtung und seiner Sicherheit schuldig, und es ist der unzweisel- bare Wille des deutschen Volkes, daß hier reiner Tisch gemacht wird und dem Weltjudentum, das wir als unversöhnlichen Feind unserer Weltanschauung und unserer.nationalen Zukunft durchschaut haben, de- Met 3nönü der neue Präsident der Türkei türkischen Republik leistete. Er sagte, daß er mit schrltls. Ismet 3nönü betonte die Stärke des Landes. Ernst vom Hott)*. das keinen Angriff zu fürchten habe. Das Ergebnis , 11. gioo. (DNB.) Der Führer hat der Wahl wurde la allen Garnisonen des Landes torstanDarte M/3O Berlin den Namen snr* im Sanonenicküsie bekanntaeaeben. durch 101 Kanonenschüsse bekanntgegeben. Ismet Inönü. der vor der Einführung von Fa- -< sein Verlust mit besonderer -arte. ^ Trauer senkt das NSKK. seine Sturmstander und Standarten an der Bahre dieses Mannes, der als Soldat Adolf Hitlers auf vorgeschobenem Posten sein Leben für Deutschland gab In Euch aber. Ihr Männer der Motorstandarte M/30, die von nun an auf Befehl des Führers den Namen ..Ernst vom Rath" führt, soll sein Gei st fortleben allezeit. mat zugleich. Diese Tatsache sowie seine enge politische und persönliche Freundschaft mit dem verstorbenen Kemal Atatürk würden zweifellos eine Fortführung des Kemalismus in der Türkei außen- wie innenpolitisch auch dann sichern wenn der erste Staatspräsident nicht ohnehin ein lehr klares politisches Testament aus dem Jahre 1934 hinterlassen hätte. Dazu kommt, daß ein Mann der über zwölf Jahre lang ununterbrochen türkischer Regierungschef unter Kemal gewesen ist. zweifellos der beste Repräsentant für den höchsten Staatsposten ist. Ismet Inönü wurde 1884 in Smyrna geboren. Er wandte sich der militärischen Laufbahn zu und war bereits mit 22 Jahren Hauptmann im Generalstab. Er beteiligte sich an der fungtürkischen'Revolution von 1908 und nahm an allen späteren Kriegen der Türkei in führender Stellung teil. Während des Dardanellenfeldzuges leitete er die Operations- abteilung im türkischen Großen Hauptquartier, 1915 war er Ches des Generalstabes im Kaukasus und 1917 Kommandierender General des III. Armeekorps in Palästina. Nach dem Weltkriege schloß er sich der von Atatürk geleiteten anatolischen Volkserhebung an und wurde von der Nationalversammlung in Ankara zum Generalstabschef gewählt. Als solcher hat er hervorragenden Anteil an den Kämpfen gegen die Griechen gehabt. Sein heutiger Farni- mclienname Inönü wurde ihm verliehen zur (Erato einen wichtigen Programmpunkt in feinem politischen Testament aufzählt. Inzwischen hat sich ja auch die Türkei sehr merklich gegen Sowietruß- land abgesetzt. In jedem Fall ist der politisch und militärisch bedeutendste Mitkämpfer Kemal Ata- türks der gegebene Nach'olger des Begründers der neuen Türkei. ..Wichtig ist die Tatsache, daß sich unsre Politik nicht auf Furcht aufbaut", war das stolze Wort Ismets nach Abschluß des Dardanellen- Abkommens. Aenderungen im türkischen Kabinett. I st a n b u l. 11. Nov. (DNB.) Der türkische Ministerpräsident Celal Bayar hat einige Aenderungen in der Zusammensetzung des Kabinetts vorgenommen. So wurde der Außenminister Dr. Rusch tu Aras, der seit 12 Jahren diesen Posten bekleidete, durch den bisherigen Justizminister S ch ü k r u Sara c o g l u ersetzt. Letzterer hat mehrfach unter dem Ministerpräsidenten Ismet Inönü das Außenministerium interimistisch verwaltet und gilt als ein Vertrauensmann des neuen Präsidenten der Republik. Auch der langjährige Innenminister Schükrü Kaya, seit zehn Jahren im Amte, ist aus dem Kabinett ausgeschieden, und an seine Stelle ist Refik S a y d a m getreten, ein enger Freund Ismet Jno- nüs, der sich im letzten Jahre dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Inönü angeschlossen hatte, Justizminister wurde Dr. Ural, ehemals Minister der öffentlichen Arbeiten. Noch keine Entscheidungen in präg. den Schmutz zogen. ~ So hat Frankreich als Zuflucht politischer Emigranten eine besondere Tradition und es war selbstverständlich, daß sich auch nach den großen politi- Unser Bild zeigt den Reichsstudentenführer während seiner Ansprache im Langemarck-Ehrenmal. ' (Scherl-Bilderdienst-M.) kannt. Einheit der deutschen Volksgruppe in Numänien. Bukarest, 11. Nov. (DNB.) Die Volksgemeinschaft der Deutschen in Rumänien erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: „Der König hat alle Kräfte des Landes zum Aufbau aufgerufen. Wir Vollseiner „Staatspartei der Einheit" zusommengeschlosien. Heber den Anschluß weiterer Rechtsparteien, insbesondere der Tschechischen Klerikalen, ist noch nichts be* Prag, 11. Nov. (Europapreß.) Am Freitag um 14 Uhr ist der Ministerrat zusammengetreten, an dem neben den Mitgliedern der Prager Zentral- regierung die Vorsitzenden der slowakischen und der karpatho-ukrainischen Landesregierung teilnahmen. Am Nachmittag fanden Besprechungen zwischen den Vertretern der Parteien der Länder der Wenzelskrone und Vertretern der slowakischen Partei Hlin- kas statt. Beide Besprechungen dienten in erster Linie der Frage, wer als Präsidentschaftskandidat aufzustellen sei, ferner einer vorläufigen Regelung des Derhältnisies zwischen^ den Ländern der Wenzelskrone (Böhmen und Mährens und der Slowakei. Die Beratungen des Ministerrates brachten noch keine endgültigen Entscheidungen. Die Frage der Präsidentfchafts- kandidatur ist noch nicht endgültig geklärt, obwohl Außenminister Chvalkayski "to Einheitskandidat genannt worden ist. Man hofft, die Frage der Präsidentschaft und Regierungsumbildung im Laufe der nächsten Woche zu erledigen. Die Tschechischen Agrarier und die Tschechische Gewerbepartei haben sich zu “ ' v nationalen Das Vermächtnis von Langemarck Deutsche, belgische, französische und englische Studenten ehren die Toten von Langemarck. Berlin. -------- - RSKK.-Motorstandarte M/30 Berlin .... „Ernst vom Rach" verliehen. Korpsführer Hühn- lein hat hierzu folgenden Tagesbefehl erlassen: NSKK.-Männer! Am 9. November 1938 ist In Pa- ris unser Kamerad Gesandtschaftsrat Ernst vom Rath mitten in der Ausübung feines veranlwor- tungsvoUen Dienstes der Kugel eines feigen jüdischen Mordbuben zum Opfer gefallen. Eine Hochflut der Empörung hat diese gemeine Meucheltat in Der ganzen Welt ausgelöst. Euch Männer der Motorstandarte M/30, deren Sturm 13 der auf so tragische Weise aus dem Leben Geschiedene seit der Kamps- zcit bis zum Antritt seines Auslandsdienstes im Herbst 1934 als aktiver NSKK.-Mann angehörte, und mit der er bis zu feinem Tode in bester kameradschaftlicher Verbindung stand, trifft innerung an seinen Sieg über die Griechen auf den Höhen von Inönü. In Lausanne unterzeichnete er im Juli 1923 „Den Friedensoertrag, durch den die lürfei ihre Unab- chängigkeit sicherte Von 1925 bis 1937 war er ohne Unterbrechung Ministerpräsident. Der unter seiner Regierung verfolgte Weg führte außen- und innenpolitisch zu einer Erstarkung der türkischen Position. In der Außenpolitik fand die Engergestal- tung der Beziehungen zu den Balkanländern 1934 ihren Niederschlag im Balkanpakt, während nach der asiatischen Seite hin die Türkei mit dem Breitritt zum F r e u n d s ch a f t s p a k t z w i s ch e n Iran, dem Irak und Afghanistan ihre Stellung ausbaute. Auf der Konferenz von Mon- treur erlangte die Türkei 1936 die Wehrhoheit über bie Dardanellen wieder Innenpolitisch schuf die von Inönü eingeleitete Politik der wirtschaftlichen Fünfjahrespläne die Voraussetzung für eine heimische Industrie, die die Abhängigkeit vom Auslände stark minderte. Inönü sorgte für die Errichtung eines neuzeitlichen und straften Dermal- tungsapparates und setzte sich auf allen Gebieten der Innenpolitik für eine zielbewußte Fortführung Heuchelei. Das Oeuvre, eines der berüchtiasten Hetzblätter der Pariser Presse, weiß aus London zu berichten, daß die in Deutschland an den Juden durchgeführten D e r g e l t u n a s m a ß n ahme n ür den feigen Meuchelmord an dem Gesandtschafts- rat vom Rath in der englischen Öffentlichkeit „m i t Entsetzen^ zur Kenntnis genommen worden seien und in einer der nächsten Unterbaussitzungen den Gegenstand einer Ansprache über die Judenfrage in Deutschland büren sollen. Mit Entsetzen ist überall dort im Aus- lande, wo man sich noch das gesunde Gefühl für Anstand Sitte und Recht im Dolkerleben bewahrt bat die Nachricht von dem ruchlosen Verbrechen des Juden Grynszpan ausgenommen worden und überall dort wird man auch Derstäi^nis haben für bte gerechte Empörung, die sich in Deutschland m 93er- gcltungsaktionen Lust gemacht hat, bei denen fei- nem Silben ein flaar gebrummt rourb«. Die Kreise bie es für richtig hatten, über btefe beuffrhe Aktion gegen die Juden, die sich in diszipliniertesten Fo - men vollzog und nach der Anweisung des Reims- mmisters Goebbels schlagartig beendet wurde, eure Aussprache im englischen Unterhaus zu inszenieren, sollten sich doch fragen, ob es nicht an de r s wo in der Welt Vorgänge gibt, die ihr 2nteref.se weit eher verdienen. Wjr erinnern nur an Palästina, wo das Vorgehen der Engländer mit demokratischen Methoden nichts mehr zu tun hat. sondern, um ein Wort Adolf Hitlers zu zitieren, "verdammt stark nach Gewalt riecht" Aus Jerusalem wird Tag für Tag über Hinrichtungen ar abu eher Freischärler, über Sprengungen ganzer Dörfer, über Luftangriffe und Straßenkämpfe berichtet, daß es sich vielleicht für die auf eine Judendebatte sich spitzenden englischen Parlamentarier lohnen würde, einen Vergleich ZU ziehen zwilchen den Zuständen auf Dem Kriegsschauplatz in Palästina und den ein- geroorfenen Fensterscheiben einiger Judengeschatte in Deutschland. Wie wäre es, wenn der Deutsche Reichstag eine Debatte über das Vorgehen der Engländer in Palästina auf die Tagesordnung setzen würde? Das englische Zerstörungswerk in Palästina und die Greueltaten an den Arabern, die nichts weiter wünschen, als ihr nationales Selbstbestimmungsrecht, würden zu einer solchen Debatte Stoff in Hülle und Fülle bieten. Glaubens zu sein, der den hier stürmenden und fallenden deutschen Arbeiter genau so beseelt wie den Bauern und Studenten, und der sie wiederum vereinigte vor der Feldherrnhalle und in allen den späteren Schicksalsstunden ihres Volkes. Wir haben heute in uns die Kraft, Künder ihres 23er- mächtniffes zu sein, aber wir fühlen auch in uns die große Mission, die Kräfte, die sich heute i n vielen Völkern und gerade in der studentischen Generation regen und die gleich uns das Vermächtnis dieser Toten erfüllen wollen, zu wecken und zu vereinen. In diesem Geist riefen wir d i e Kameraden aus Belgien, England und Frankreich, die mit uns hier an dieser Weihestätte versammelt sind." Nach der Ansprache wurden Kränze in der Gedächtnishalle des Friedhofes von Langemarck niedergelegt Auch die ausländischen Studenten-Abord- nungen schmückten das deutsche Ehrenmal mit Kränzen. Anschließend fand in Dranoutre am Diel- umkämpften Kemmel eine Totenhuldigung auf dem Patenfriedhof der HI. statt. Dann vereinigten sich die deutschen und ausländischen Abordnungen zu kurzen Gedenkfeiern auf je einem belgischen, französischen und englischen Soldatenf;iedhof in der Umgebung von Ypern. Die Abordnungen wurden anschließend durch den Bürgermeister von Ypern und den belgischen Bezirksleiter aufs freundlichste empfangen. Deutet wird, daß wir nicht aufhören werden, die \ schwere Blutschuld an den Pranger zu stellen, bie 1 das internationale Judentum als zersetzendes, ge- f jellschafts- und ordnungsfeindliches Element im nationalen Körper eines jeden Volkes und als gewissenloser Träger des Giftes der Völkerverhetzung , in der Geschichte der Menschheit aus sich geladen hat. Das ruchlose Verbrechen von Paris hat, wie ein dänisches Blatt sich ausdrückte, die Judenfrage auf die internationale Tagesordnung gesetzt. Nachdem das Weltjudentum seine Stützpunkte in Wien und Prag hat aufgeben müssen, nun auch das faschistische Italien durch seine Rassengesetzgebung einen klaren Strich zwischen sich und den Juden gezogen hat und selbst in den demokratischen Landern das Treiben der jüdischen Internationale vielfach mit wachsendem Argwohn betrachtet wird, Haden die lüdi- schen Emigranten vom Schlage Emil Ludwig-Cohns, die mit ihrer maßlosen Hetze die Atmosphäre schufen, in der Verbrecher wie David Frankfurter und Herschel Grünspan ihre Stunde für gekommen hielten, der Sache des Judentums einen wahren Bärendienst geleistet. Die Schüsse von Paris haben auch die Völker aufschrecken lassen, die bislang geglaubt haben, die Judenfrage als Bagatelle behandeln zu können, die sie selbst nicht berühre. Vor allem vor Frankreich steht das Problem m seiner ganzen Größe und brennenden Aktualität m engstem Zusammenhang mit der Frage der „unerwünschten Ausländer", die Frankreich seit Jahr und Tag in einem Maße überschwemmt haben, das heute geradezu zu einer Gefahr für die Sicherheit des Staates und seine Begehungen zu den anderen Völkern zu werden droht, denn es ist ja nicht von der Hand zu weisen, daß das neueste Verbrechen des Weltjudentums ein mit allem Raffinement angelegter Anschlag auf die nach der reinigenden Septemberkrisis und der Aussprache von München sich hoffnungsvoll abzeichnende deutschfranzösische Verständigung ist. Die Ermordung des jugoslawischen Königs Alexander in Marseille hat den Franzosen erst vor wenigen Jahren gezeigt, wie sehr der Mißbrauch der Gastfreundschaft, die sie politischen Desperados aller Nationen allzu freigebig gewährten, ihre außenpolitischen Beziehungen belasten kann. Man wird also wA erwarten dürfen, daß Frankreich nun endlich Ernst machen wird mit den so oft angekündigten, aber immer wieder steckengebliebenen verschärften Maßnahmen zur Kontrolle und Ausweisung unerwünschter Ausländer, unter denen die Juden einen sehr erheblichen Prozentsatz ausmachen. Durch bie niebrige Geburtenzahl und die vorwiegend bäuerliche Struktur des Landes war die französische Industrie schon feit langem auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, die, namentlich waren es Polen, Italiener und Spanier, in solchem Umfang ins Land ftromten und sich dort auch ansiedelten, daß man m manchen Gegenden besonders Mittel- und Südfrankreichs geradezu von einer Unterwanderung sprechen kann. Daß Frankreich auch bas Hauptziel bes politischen Emigrantentums aus aller Welt geworben ist, geht auf bie Ideologie ber Französischen Revolution von 1789 zurück, bie im Zeichen ber „Freiheit und Brüderlichkeit" bie französischen Grenzen allen denen weit auftat, denen in ihrer Heimat aus politischen Gründen der Boden unter den Fußen zu heiß geworden war. So hatten sich um bte Mitte des vorigen Jahrhunberts schon besonders viele Polen, Deutsche unb Italiener in Pans eingefun- ben, bie nach ben verschiedenen mißglücktet Aus- standsversuchen gegen bie russische Herrschaft in Polen ober nach bem Sieg ber Metternich-Reaktion in Italien unb Deutschlanb geflohen waren. Darunter waren ebelfte Geister, benten wir nur an ben großen polnischen Musiker Fredäric Chopin, aber bamäto hatten sich bort auch schon Juben tote Börne unb Heine niebergelassen, bie nicht nur bas bamaltge politische Regime in Deutschlanb, sondern auch das deutsche Volk mit ihrem maßlosen Sarkasmus ui Es kann vielleicht auf den ersten Blick überraschen, wenn Die Nationalversammlung gerade Ismet Inönü zum StaatspräsiDenten wählte. Der vor etwas mehr als Jahresfrist, am 27. September 1937. von feinem langjährigen Amt als Ministerpräsident wegen Meinungsverschiedenheiten mit fetnjin Freund Kemal zusammen mit dem Außenminister Rüschdü Aras zurücktrat. Ismet war im Gegensatz zu Kemal für weitgehende Zusammenarbeit mit Sowjetrußland, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Trotzdem ist Ismet Inönü ein Gegner des Kommunismus genau wie fein Voraänger, der fa auch den Abwehrkampf gegen Den Kommunismus Eine Brille mit Zweistärkengläsern empfehle ich jedem, dem beim BFick wechsel (Ferne/Nähe) das Auf- und Ah setzen der Brille Iästier ist Die fachgemäße Anpassung ist meine Spezialität! IEILILIEIR der Optiker am Bahn hol. Langemarck. 11. Nov. (DNB.) Die Gedenk- l feier an ben Gräbern Der toten Helden von Lange- ! marck gestattete sich in diesem Jahre zu einer er- 1 greifenden Gemeinschaftskundgebung, an der englische, sranzösische und bei- gische Studenten teilnahmen. Von Deutscher Seite beteiligten sich 20 Vertreter Der Studentenschaft unter Reichsstudentenführer ---Oberführer Dr S ch e e l, 15 HJ.-Bannführer unter Oberbann» führet Dr. Moka sowie ---Obersturmbannführer Dr. W ö l b i n g als Vertreter Des NS.-Reichskrie- gerbunDes. Der deutsche Botschafter v Bülow- Schwante und der Landesgruppenleiter Belgien der Auslandsorganisation, Schulze, sowie der vorübergehend in Brüssel weilende Reichsbeamtenführer Nees nahmen ebenfalls an Der Feier teil. Reichsstudentenführer Dr. Scheel leitete seine Ansprache mit Den Worten Des deutschen Heere s- b e r i ch t e s ein: „Westlich Langemarcks brachen junge Regimenter unter Dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" gegen bie erste Lmie der feinblichen Stellung vor und nahmen sie. Diese knappe Meldung, führte er aus, habe eine Tat gekennzeichnet, in der bie männlichen Tugenden der Opferbereitschaft für das Vaterland den bedingungslosen Einsatz für die höchsten Ideale in einem (o strahlenden Glanze offenbarten, wie es in der Geschichte der Völker kaum je zuvor erlebt wurde. vchluhvmu,, ~ „Wenn wir uns die Tat der Männer von Lange- fchen Umwälzungen der Nachkriegszeit die „Besiegten ^^rck vergegenwärtigen, gibt es für uns nur das aller Revolutionen" vorwiegend nach Paris wandten, eine Gelöbnis, Träger und Kämpfer des mochten das nun die zaristischen Offiziere sein nach dem Mißerfolg der weißen Armeen un Kamps gegen den Bolschewismus in Rußland, oder der aus Ungarn vertriebene kommunistische Anhang des Juden Bela Khun oder die Gegner des Faschismus in Italien oder schließlich nionarchistische K^ise | Istanbul. 11.Nov. (DNB.) Um 11.45 Uhr war °us Spamen nach dem «AZ,t dies Em^'°n?-n" lm ParlamenI van Ankara die einstimmig- Wahl (m Mtl) bet natianaliozmlistiichen Revolution aus des Generals I sm c > Inönü r ° N d e u- Deutschland, er dauert noch an, denn tote im Früh-Men der türkischen Republik abgeschlossen, fahr aus Oesterreich und im Herbst aus dem Sudeten- Damit wird ber langjährige erste Mitarbeiter Des land, so fliehen nun aus Prag und der Slowakei verstorbenen Präsidenten Atatürk zum Nachfolger Juden und Marxisten vorwiegend nach Parts, wo sie am ungestörtesten ihre destruktive Tättgkett wteder aufnehmen zu können glauben. So soll tm Augenblick die Zahl der Ausländer in Frankreich rund 4,2 Millionen betragen, das waren 10 Prozent der I Gesamtbevölkerung. Davon sollen nach Angabe der französischen Staatspolizei mehr als eine Million I ohne ordnungsmäßige Ausweispapiere sem und i 350000 zur Kategorie ber „unerwünschten Aus- länber" zählen. Wenn die Blätter immer wieder aus Paris und anderen französischen Großstädten I Morde aus politischen Motiven, Entführungen, I Finanzskandale berichten müssen, so fällt der größte I Teil dieser Verbrechen auf das Konto der „uner-1 wünschten Ausländer", namentlich der jüdischen I Emigranten, die zudem noch durch ihre maßlose I Hetze in Presse und Literatur und ihre Versuche, auf I politische Parteien Frankreichs namenttich mar^istt- scher Färbung Einfluß zu gewinnen, die französische Außenpolitik ständig in bie Gefahr ernster Ungelegenbeiten mit fremben Regierungen bringen. Es ist also in Frankreichs eigenstem Interesse, dem Mißbrauch seiner allzu großzügig gewährten @aft-1 freunbschaft einen Riegel vorzuschieben. Die schändliche Mordtat des Juden Grünspan, die die Der- Kriegskameraden. Die einstimmige Wahl ist brecheriichen Kagwlmelhoden bes internatwnalen einbnKf5ooaeg v-k-anlvls der Grasten Türkischen k^Lich7r-,-ü"Krantt°äch^m7 jeine'etellung 7nr ^"-«-mmlung als rr°g^n ber S°n°-röni. Kreise der Nationen verantwortlichen Männern die tal des Volkes zu der kemalistifchen ^publik. D Dringlichkeit rigoroser Maßnahmen vor Augen ge- Wahlergebnis rief minutenlangen Beifall durch führt haben, denn wo der Feind der nationalen I Händeklatschen hervor. Nach der Bekanntgabe der Ordnung und des Friedens unter den Völkern Wahl wurde General Ismet Inönü unter großem steht, ist nun wohl auch allen denen endlich klar ge- Zeremoniell in die Große Nationalversammlung geworben, bie bislang ber beutschen Einstellung zum roo er bie (E i b e 5 f o r m e t als Präsident der Judentum so erschreckend wenig Verständnis ent-1 ..... .... gegengebracht haben. Dr. Fr. W. Lange, i ^er Großen Nationalversammlung Atatürks NGKK.-Motorstandarte M/30 Berlin Werk fortsehen werde im Geist des Jort- miliennamen in Der Türkei als Mustafa Ismet ....... - Pascha bekannt war, ist, wie sein großer Vorgänger, \ Der kulturellen, politischen und wirtjchastuchen Ne- sin erfolgreicher Feldherr, «Staatsmann und Diplo- oolutton ein. 'D 1 z ^enbes mb über» «.für die i \twtm Vv' qen tyit Üch a Sowjeisub' politisch und Kemal Ata« Miunbers der e, dch filh W4 ut", v« bas > DardanM' überraschen, tbe Ismet r vor etwas 1937, von terpräsident it seinem ißenminister n Gegensatz narbeif mit iilicher fiin* Gegner des nger, der ja immunismug w iflfrs Aabmett. Attisch-Mmi- zlenderungen Dr. Rufchtu sten bekleidete, chütrüS°' jach unter dem Außenm'nt' ilt als ein ®er* der WfJJ er Schuko tau» dem Ko ’ße ist ^efL ä» rs«t Aus. efuhl für bewahrt ' in Der. enen kej, ie Kreise, £ Aktion ften For. 15 Deichz- urbe, eine 'linieren, berswo Interesse '.Palä- nit demo- bat. fon. 'en, „Der- Jerusalem irobifdier Dörfer, chtet. daß Mt sich en würbe, Zuständen d den ein- engeschäfte deutsche >s $or» tlna auf silche 3er-- leltaten an n, als ihr m zu einer iille bieten. L ngläsern ckwechsel n der Brille ig ist meine mA n in »'««• entrat> Zroger ^'^te'ilnahn'^' «Ld-n r 8<”' >r der ßfin. erster 70rfäufi‘ :r?s 8 8 u Eo nF »«"In Ä' anoaie en die rier "A zu baden '*0’fen ÄS' noch J H bo" äu Hubert ‘Omen dtfchajts. J'1 ..mit ?wen unter. r_ Aus. fand bii= genheit sind vergessen und vergeben. Alle persow des. Diese großen Leistungen haben natürlich auch gewisse Verkehrsbeschränkungen im Sonüerzugpro- Reureseiuna des Finanzausgleichs in Preußen Finanzausgleich seinen Gemeinbar auch den kreisangehörigen Gemein Bei der Aufstellung des Schlüssels ist zunächst i lassen. Was ist ein Iieichsarboreium? 23m Prof ©r. Sberi-Serlin arboretum hat die Aufgabe, alle bäum» und ftrauch Lebrun nahm Aufstellung vor dom Grabmal des sich am Grabmal des unbekannten Soldaten vor dem Triumphbogen viele Tausende auf dem Etoile- Ausnahme der Beamten, die denen des unte» ren Dienstes gleichzustellen sind, tätig waren. Diese Ruhestandsbeamten werden aufgefordert, sich bei den für ihren Wohnort zuständigen Behörden spätestens bis zutn 15. November 1938 zu melden, und zwar in den Kreisen bei den Kreisdirektoren, in den Stadtkreisen bei den staatlichen Polizeioerwaltungen. soweit es sich um Beamte handelt, die früher im Dienste des Reiches oder der Länder gestanden haben, bei den Oberbürgermeistern, soweit es sich um frühere Beamte von Gemeinden und Gemeindeverbände handelt. Don der Meldepflicht sind die Beamten entbunden, die nach § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 behandelt worden find. Es ist nicht beabsichtigt, mit dieser Meldung in bestehende Beschäftigungsverhältnisse einzugreifen. bahndirektionen des Altreiches behilflich waren. Beim Bau der Weftbefeftigungen wurde die Reichsbahn mit ihrem ganzen Apparat und mit der restlosen Hingabe der Eisenbahner angesetzt. Beispielsweise wurde eine Tagesleistung von 8000 Waggon Kies, Eisen und Zement mchrsach erreicht. Insgesamt wurden 430 000 Eilenbahnwaggons benötigt, die die Reichsbahn seit Mitte Juli 1938 dortartigen Gehölze, die im Reichsgebiet zu wachsen ver» mögen, an geeigneten Orten in Anpflanzungen zu sammeln, um ihren Wert für die Forst- und Holz- wirtschaft oder für kulturliche Zwecke bei der Gestaltung des Landschaftsbildes oder von Ziergärten alle Art kennen zu lernen. Da es nun von vielen Gehölzen mannigfache Spielarten gibt, die teils in der freien Natur entstanden sind (Herkünfte), teils aus züchterischer Arbeit des Menschen stammen, müssen auch die Eigenschaften dieser von der Stammform abweichenden Gehölztypen festgestellt, diese Spielarten also selbst mit in den Sammlungen erfaßt werden. Die eine Hauptaufgabe eines solchen Arboretums wird also sein, an einer Stelle das ganze Sortiment jeder Gehölzart zusammenzutragen, es eingehend zu vergleichen und durch Beschreibung festzuhalten oder, wie man sagt, die Pflanzen zu identifizieren. Dabei kann sich schon Herausstellen. allerdings seltener bei den Wildformen als bei Kulturformen, daß Doppelnamen (Synonyme) bestehen. Bei manchen Arten aber, die nur für die Gartengestaltung in Frage kommen, wird man dann auch bald eine wertmäßige Sichtung durchführen können, um dann nur noch die besten „Sorten" gramm erforderlich gemacht, durch die auch die Züge von KdF., der HI. und der Veranstaltungen der Bewegung usw. in Mitleidenschaft gezogen wunden. Bei diesen großen Leistungen hat sich der Apparat der Deutschen Reichsbahn als innerlich gesund, stark und leistungsfähig erwiesen. Wir müssen allerdings, führte Staatssekretär Kleinmann aus, aus den Ergebnissen dieses Sommers Folgerungen ziehen. Er werde, um die damaligen aus anderen Gründen notwendigen Versäumnisse aufzuholen, ein Fahrzeugbau Programm aufstellen, wie es in der Eisenbahngeschichte noch nicht dagewesen sei, um die Reichsbahn in die Lage zu versetzen, allen Aufgaben gerecht zu werden. Die Reichsbahn werde weiter ihren Kraftwagenpark erheblich vergrößern, um die Zusammenarbeit zwischen Schiene und Landstraße immer enger zu gestalten. Arbeiterwohngemeinden je Einwohner mehr als andere Gemeinden. Ferner wird allen unter ihrer Grenzlage leidenden Bezirken eine besondere Förderung zuteil. Außerdem wird eine steuerschwächere Gemeinde erheblich mehr erhalten als eine steuerstarke Gemeinde. Eine Reihe steuerkräftiger Gemeinden wird bei der Verteilung der Finanzzuweisungen ganz ausfallen, bo ihre eigenen Steuereinnahmen nach der Ueberlassung der staatlichen Grundsteuer zur Deckung ihrer Ausgaben ausreichen. Aus einem Ausgleichsstock wird einer einzelnen Gemeinde nach Prüfung ihres Bedarfs eine Beihilfe gewährt werden können. Für die Landkreise und die Provinzen wird eine entsprechende Regelung im nächsten Jahr vorgenommen werden. Ziel ist dabei, die Leistungsfähigkeit der Landkreise möglichst zu stärken und den Landkreisen der Bezirke — damit mitteldeutschen können bei der Neugeburt Rumäniens nur mithelfen, wenn auch wir geschlossen und einträchtig hinter dem König stehen und in unseren Reihen radikal und endgültig mit dem Bruderzwist Aufräumen. In klarer Erkenntnis dieser Sachlage haben sich Fritz Fabritius und Alfred B 0 n - tert die Hand xu fortan gemeinsamer A r - he i t gereicht. Alle Mißverständnisse der Dergan- Wesenllick) schwieriger liegen die Ausgaben, die den wirtschaftlichen Wert insbesondere der baumartigen ober halbbaumartigen Gehölze zur Untersuchung stellen, denn hier muß vielfach auch die Anpflanzung in einer Farm erfolgen, die der forstlichen Wirtschaftsweise entspricht und dabei müssen gleichzeitig verschiedenartige Standorte herangezogen werden, um Trugschlüsse möglichst zu verringern. Obendrein muß auf die grundsätzlichen Ansprüche der zu prüfenden Gehölzart Rücksicht genommen werden. Aus all solchen Notwendigkeiten heraus ergibt sich, daß zwar der Derwaltungssitz eines Reichsarboretums an einem Ort zentralisiert werden kann, nicht aber die Anpflanzungen. Vorgesehen ist allerdings, in den Grüngürtel der Stadt Köln die botanisch- systematische Sammlung aller Gehölze einzugliedern und die sorstmäßigen Pflanzungen überwiegend i m hessischen Raum um Frankfurt a. M. herum auszubauen, so daß die Niederung um Frankfurt wie die Höhen des Taunus und des hessischen Derglandes nutzbar gemacht werden können. Darüber hinaus aber werden Außenstellen erforderlich, wie solche schon in Karlsruhe und Freiburg (Breisgau) vorgesehen sind. Die Zentralstelle der Gesellschaft in Frankfurt a. M. wird übrigens nicht nur versuchen, alle Gehölzsammlungen und Holz- und Bildersammlungen sowie alle Ergebnisse wissenschaftlicher Art, soweit sie Gehölze betreffen, zu katalogisieren, sondern auch über alle Fragen der Gehölzkunde Auskunft zu geben, sobald ihr Aufbau vollzogen ift festen Betrag von 200 Millionen Mark jährlich gewährt und ourch deren schlüsselmäßige Verteilung der bei der Verschiedenheit der Leistungsfähigkeit der Gemeinden erforderliche Lastenausgleich bar auch den kreisangehörigen Gemeinunter den Gemeinden burchgeführt wird. Iben — eine besondere Förderung zukommen zu den und Gemeindeverbänden neu geregelt wird. Die Realsteuerreform hat sich für Preußen dahin ausgewirkt, daß die bisherige staatliche Grundsteuer mit einem Aufkommen von jähr- rund 270 Millionen Mark vom 1. April 1938 ab den Oemeinben überlassen worben ist, um in ber gemeindlichen Grundsteuer aufzugehen. Die bisherigen „Steuerüberweisungen" an die Gemeinden im Betrage von zuletzt etwa 450 Millionen Mark im Jahre fallen weg. Die Hälfte wird den Gemeinden durch die Ueberlassung der staatlichen Grundsteuer zugeführt. Der weitere Ausfall wird durch die neuen „Finanzzuweisungen" ausgeglichen, die der Staat in dem dem Triumphbogen Diele Tau,ende auf Dem Stone- unter Führung des Reichsforstmelsters eine Ge° Hl--!! und m den umhesenten ©fragen Der(amnutt. |feH(d)aft ' gj c i d) s a r b o r e t u m" gegründet Gegen 11 Uhr trafen Ministerpräsident Daladler, ' . ' LV .... J ~ »in»«# die Mitglieder der Regierung, des Diplomatischen 9fnff!n9 Mr- Korps und des Generalstabes ein Als ^Präsi -1 Ft- Die Anttvort lautet. Em Ar d e n t Lebrun erschien, präsentierte die Ehren-1 boretum ist eine C a mm lun g d e r f dj i e b e n kompanie, und die Marseillaise erklang. Präsident a r *1 flje r \,c p * n & e T ® 6 v 0J 3 e , und ein Reichs- . T 1 m _____ m_r_____< v * _ Hrnnrphtm nni hip vlit mrmp niip hmtm» itnh itrHiims Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil. ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigeü: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K -G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig Förderung des Außenhandels. Berlin, II.Noo. (DNB.) Um eine Erweiterung bes Außenhanbelsoolumens zu erreichen, hat der Leiter ber Reichsgruppe Handel, Dr. Hayler, einen ©tänbigen Beirat für Exportförderung berufen, ber am Donnerstag feine erste Sitzung abhielt. Es wurde eine engere Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie, eine verbesserte Nachwuchspflege für den Außenhandel und die 23ertreterfroge erörtert. An der Aussprache beteiligten sich Rumpf (Frankfurt a. M), Staatsrat Helfferich (Hamburg), Staatsrat Lindemann (Bremen), Brunsberg (Remscheid), Präsident Bollmeyer (Bremen), Präsident Dela Camp (Hamburg) Sci- piD (Bremen), Mahla (Gablonz), Leibenfrost (Wien). Staatsrat Helfferich hat sich zur Uebernähme der Leitung der Außenhandelsabteilung der Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel bereit erklärt. B u d a p e st, 11. Nov. (Europapreß.) Am Freitag beging ganz Ungarn den Tag des Einzuges des Reichsverwesers tir die größte Stadt des befreiten Oberlandes, K a s ch a u. Nach einer Verkehrsstille läuteten alle Glocken des Landes den Beginn des Festes ein. In allen Garnisonstädten wurden 21 Salutschüsse abgefeuert. In Kaschau ritt Reichs Verweser von H 0 rthy in Admiralsunifovm an der Spitze des Kommandostabes der ungarischen Hon- veo nach dem großen Platz vor der Domkirche, wo der Staatsakt mit einer Ansprache des Ministerpräsidenten I m r 6 d y begann. Der Bürgermeister von Kaschau versicherte dem Reichsoerweser die Treue des Ungarntums, aber auch ber übrigen Bevölkerung der heimkehrenden Stadt. In ähnlichem Sinne sprach auch der Apostolische Administrator des Bistums Kaschau, ber auch ber Treue der slowakischen Bevölkerung in slowakischer Sprache Ausdruck gab Es folgte eine Ansprache des bisherigen Abgeordneten im Prager Parlament, Johann Esterhazy. Er wolle in die Slowakei zurück- kehren und in der Slowakei Vorkämpfer der ungarisch-slowakischen Freundschaft sein. Er bitte das ungarische Staatsoberhaupt und die ungarische Regierung, den an Ungarn angegliederten Slowaken alle Rechte zuzugestehen, die das in der Slowakei verbliebene Ungarntum für sich beanspruche. Der Staatsakt schloß mit einer Ansprache des Reichsverwesers, der die Dankbarkeit des gesamten ungarischen Volkes, gegenüber Deutschland und Italien ausdrückte. Die deutschen und italienischen Staatsmänner hätten in wenigen Stunden eine Frage geregelt, deren Lösung zwanzig Jahre hindurch nicht hätte erzielt werden können. Der Reichsverweser erwähnte auch die polnische Freundschaft und dankte der heimkehrenden Bevölkeruna des Oberlandes, für ihr treues Ausharren. Den Brüdern nichtungarischer Rasse sichere er die volle Freiheit ihrer Sprache und ihrer Kultur zu. Dann fand ein# Ehrung am Grade des ungarischen Freiheitskämpfers Fürst Franz R a k 0 c z y im Dom von Kaschau statt. Waffenstillstandsfeiern in Paris und London. Paris, 11. Nov. (Europapreß.) In ganz Frankreich fanden am Freitag aus Anlaß des Jahrestages des Waffenstillstandes Feiern statt. In Paris hatten Vor kurzem ging durch die Presse eine Notiz, daß ’ Gartengestaltern für die Verwendung und Baum- schulen für die Vermehrung zu empfehlen. Derwaüungsbeamte im Ruhestand sollen sich melden. Lpd. Der Reichsstatthalter in Hesien als Führer der Landesregierung hat eine Bekanntmachung erlassen, wonach zu statistischen Zwecken eine Feststellung ber im Lande Hessen vorhandenen Ruhestandsbeamten erforderlich ist, die mit Ablauf dieses Jahres das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und ber Beamten, die nach § 4 bes Gesetzes zur Wieberherftellung des Berufsbeamtentums vom 7 April 1933 behandelt worden sind. Diese Feststellung beschränkt sich auf Ruhestandsbeamte, die früher als 3) Beamte des mittleren, gehobenen mittleren und höheren Dienstes der allgemeinen und inneren Verwaltung, ber Polizei und der Gendarmerie: b) Beamte von Gemeinden (Gemeindeverbände) einschließlich technische Beamte und Lehrer mit Kleine politische Nachrichten. Am 11. November, an dem Generalleutnant W e - v e r, der im Juni 1936 alsChefdesGeneral« ft a b e 9 ber Luftwaffe ben Fliegertob starb, das 51. Lebensjahr vollenden würde, hat an feinem Grabe auf dem Waldfriedhof Klein-Machnow ber Staatssekretär ber Luftfahrt, Generaloberst Milch, einen Kranz des Reichsministers ber Luftfahrt und Oberbefehlshabers ber Luftwaffe, ©eneralfelbmar- schall Gorina, niebergelegt. Für ben Generalstab ber Luftwaffe legte ber Chef bes Generalstabes ber Luftwaffe, General der Flieger Stumpff, einen zweiten Kranz nieder, dessen Schleife die Aufschrift trägt: „Seinem ersten Chef". Auf Einladung ber Reichsregierung trifft ber südafrikanische Verteibigungs- unb Jnbustrieminister Pir 0 w Mitte nächster Woche zu einem Aufenthalt von einigen Tagen inBerlin ein. unbekannten Soldaten. Eine Minute Schweigen lag über der ganzen Stadt. Dann begann s:e Trup - &enparabe. Zuerst erschien wie alljährlich eine bteilung der Offiziersschüler von S> Cyr. Es folgten die Mobile Garde, Pioniere, Marinefüsiliere, Kompanien der Luftwaffe, zwei Brigaden Infanterie, je ein Regiment Dragoner und Kürassiere, verschiedene motorisierte Truppengattungen, leichte und schwere Tanks und schließlich eine Kompanie Feuerwehr. Am sommerlich blauen Himmel kreuzten Jagd- und Bombenflugzeuge. In London hatten sich schon in den frühen Morgenstunden in White Hall, wo der Kenotaph, das Ehrenmal der Gefallenen des Weltkrieges, steht, dichte Menschenmassen angefaimmelt Unter den Klängen ernster Musik marschierten Abteilungen der Wehrmacht und der Brittschen Legion vor dem Ehrenmal auf. Kurz vor 11 Uhr traf König Georg in ber Uniform eines Großadmirals am Denkmal ein und legte einen Kranz nieder. Ihm folgten Ministerpräsident Chamberlain mit einer Blumenfpende der Regierung Puntt 11 Uhr wurde durch einen Kanonenschuß das Zeichen zmn Schweigen gegeben, das für zwei Minuten ben GroßstlU>tverkehr völlig unterbrach. Darauf folgte ein Gottesbienst, dem sich der übliche Vorbeimarsch am Ehrenmal anschloß. sie die Größe ber Stunde verstehen. Die Volks- nähme bracht der Reichsbahn Aufgaben, beren Lö- gsmeinschaft ber Deutschen ist hinfort die fung zur Anspannung aller Kräfte zwang. Dabei Stelle, die unter der Führung von dem Landes- erfuhr die Zahl der Beamten Und Arbeiter der obmann Fritz Fabr itius mit Hilfe des Landes- Reichsbahn eine Erhöhung um etwa 200000. Diese stellenleiters B 0 nfertalle verantworttmgsbewuß- Zahl steht aber zu der großen Derkehrssteigerunr ten und aufbauwilligen Volksdeutschen vereinigt." nicht im 1”" ~ Die Reichsbahn im Verkehr GroßdeuWands Gtaalsjekreiär Kleinmann kündigt großes Fahrzeugbauprogramm an. Berlin, 12. Nov. (DNB.) In der preußischen' von der Tatsache ausgegangen worden, daß einer Gesetzsammlung wird ein vom Preußischen Staats- großen Gemeinde bedeutend höhere Ausgaben je miniftenum auf Vorschlag des Finanzministers Pro- Einwohner erwachsen als einer kleineren: die grö- feffor Dr P 0 pitz und des Ministers bes Innern ßere Gemeinde erhält daher je Einwohner mehr Dr. Frick defchlofsenes Finanzausgleichs-! als die kleinere Gemeinde. Ferner erhalten die g e s e tz verkündet, durch das der Finanzausgleich kinderreichen Gemeinden und sogenannte zwischen dem Lande Preußen und Augsburg, 11. Nov. (DNB.) Dor der 7. Reichs-1 hin gefahren hat. Daneben bestanden für die Reichs- der Fachschaft I Reichsbahnbeamte im1 bahn noch die großen Derkehrsanforderungen zum |MUU vc«. n‘H uiiu U^HCVC—r ^"1^,..' Reichsbund der deutschen Beamten sprach Staats-1 R e i ch S p a r t e i t a g sowie zur Einbringung ttchen Hemmungen haben hinter dem Wohl der Ge->ftkretar Kleinmann über die Ausgaben der d e r R e k o r d e r n t e d. I., schließlich noch der Ein- famtneit zurückrustobon ft-rifa Aabritius und Ali red Reirhqbnbn im hei Befreiung des Sudetenlan- Dr. Wilhelm Wagner, der erste deutsche Gesandte in Mandschukuo, traf in Hsing- king ein und wurde vom Kaiser Kangteh zur lieber» reichung seines Beglaubigungsschreibens in Audienz empfangen. Aus aller Wett. 700 kdF.-Fahrer auf griechischem Boden. Am Freitag betraten die mit ber „Oceana" auf Fahrt befinblichen 700KdF.-Fahrer griechischen Boden. Damit haben erstmals KdF.-Fahrer auf einer Reise Griechenland einen Besuch abgestattet. Die deutschen Arbeiter wurden nach ihrer Landung auf der anschließenden Fahrt nach Delphi in allen Orten herzlich begrüßt. Die berühmteste Kultstätte ber Griechen, Delphi, bas alte Heiligtum am Fuße bes Parnaß, Dert6>rrTte den Urlaubern unvergeßliche Eindrücke. Das Schachmeisterkurnier in Holland. Das Hauptinteresse in der dritten Runde des Schachturniers in Rotterdam galt der Partie A l - jechin — Euwe. Euwe wandte die slawische Verteidigung an, konnte sich aber gegenüber dem aggressiven Spiel des Weltmeisters auf die Dauer nicht behaupten. Euwe mußte nach dem 41. Zug die Partie verloren geben. Das Spiel Fine (USA.) aegenr den Kubaner Capablanca brachte eine lebendige französische Partie. Fine zeigte sich von der besten Seite. Capablanca verstand es jedoch, wenigstens ein Remis zu erreichen. Das Schachturnier steht nach ber britten Runde wie folgt: Fine 2% Punkte, Aljechin 2 Punkte, Euwe, Bot- e roinnif, Capablanca und Keres je eineinhalb Punkte, Reshevsky einen halben Punkt. Zwei Mörder hingerichlel. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der 1886 in Berlin geborene Walter Kurz und die 1902 in Stuttgart geborene Anna Seyfarth, die vom Schwurgericht in Berlin wegen gemeinschaftlichen Mordes und schweren Raubes zum Tode nerurteilt worden waren, sind h i n g e r i ch t e t worden. — Kurz hat zusammen mit seiner Geliebten Anna Seyfarch am 26. Juni 1938 in Petershagen bei Berlin feine von ihm getrennt lebende Ehefrau durch Leilhiebe und Erdrosseln ermordet, um sich in den Besitz des Geldes zu setzen unb weiteren Unterhaltsverpflichtungen zu entgehen. Chinesische Seeräuber überfallen einen Arachtdampfer. Ein grelles Licht auf bas zunehmende Seeräu - berunroefen selbst in der unmittelbaren Nähe Schanghais wirft ein U e b e r f a 11 auf ben Dampfer ,^Hwatung", ber nur 20 Seemeilen oberhalb ber Mündung des Wanghos in den Jangtse ausgeführt wurde. Die Seeräuber, die sich als Mitreisende ein» gefchlichen hatten, überfielen die Schiffsoffiziere, während sie durch Spießgesellen, die auf Dschunken längs- feits kamen, verstärkt wurden. Die Schiffsoffiziere, die gesamte Besatzung und die Fahrgäste, meist Chinesen, ferner die aus Vieh und Baumwolle bestehende Ladung im Werte von 80 000 Dollar wurde entführt. Die Seeräuber entsandten einen verwundeten Mann der Schiffsbesatzung nach Schanghai zur Eintreibung von Lösegeld. Das überfallene Schiff gehört einer chinesischen Firma. Sechs Tote bei einem Berkehrsnnglück in Italien. In der Nähe von Bari ist ein Bauernkarren, dessen Fahrer die Warnungssignale nicht beachtete, von einem Schnelltriebwagen erfaßt worden, wobei sechs Insassen getötet wurden. Das Pferd des Bauernkarren, das bereits die Gleise überschritten hatte, blieb unverletzt. Meiterbericbi Deutschland verbleibt an der Vordersette der lebhaften Wirbeltätigkett über dem Ostatlantik. Das Wetter zeigt baher vor allem im Westen des Reiches leichte Unbeständigkeit, doch wird es auch hier über» wiegend freundlich verlaufen. Die Temperaturen werden über dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen. Vorhersage für Sonntag: Besonders morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst wolkig bis heiter, meist trocken. Tagsüber mild, Winde um Süd. Lufttemperaturen am 11. November: mittags 11,2 Grad Celsius, abends 7,3 Grad: am 12. November: morgens 4,6 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. November: abends 8,2 Grad: am 12. November: morgens' 6,4 Grad. — Sonnenscheindauer 5,6 Stunden. _ . . jt aber zu ber großen Verkehrssteigerung nicht im richtigen Verhältnis. Auch hier macht sich ___ der Mangel an Arbeitskräften bemerkbar. jjOrtltoÖ (SttlJUCJ in Stüfttyou Als Anfang d. I. ber Führer feine Heimat in bas Reich heimholte, würben 6500 Kilometer Eisenbahn- strecke unb 55 000 Eisenbahner übernommen. Die Aufbauarbeit wurde in erster Linie durch die Eisenbahner der Ostmark beroältigt, wobei ihnen auch die Reichsbahnbeamten der angrenzenden Reichs- samtheit zurückzustehen. Fritz Fabritius und Alfred Reichsbahn im großdeutschen Verkehr. Schon ber1 Bonfert erwarten von allen ihren Anhängern, daß, Verkehrsaufschwung der Jahre nach der Machtüber- =>- 'TVa At t« , nähme bracht ber Reichsbahn Aufgaben, beren Lö- Wechselslrom: RM. 203.75 m. R. Allstrom: RM. 234.— m. R. O Fünf Röhren O Automatische Trennschärfe-Regelung O Schwundausgleich wie bei einem Großsuper O Glimm- Amplimeter O Slumm-Abstimmung O Umschaltung auf Breilband-Nahempfang O Kein Rückkoppeln © Neuartige Klangregelung mit wahlweiser Anhebung der Tiefen oder der Höhen O Der Klang: lebendig wie das Leben KORTING ’HnwnM fiter hinein, gehört das Schwein, ctochmup Elektro Leuchten Radio v LOS Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau Kostenlose Abgabe in der Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. Wir suchen Herren und Damen welche in der Werbung schon erfolgreich tätig waren in Dauerstellung für leichte Tätigkeit im Außendienst Geboten werden; Gründliche Fachaus bildung bei sofortiger geldlicher Unterstützung. Bei Eignung feste Vereinbarung. Verlangt werden: Gute Umgangsformen, sicheres Auftreten und tadellos» Vergangenheit. 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Die Neuordnung der höheren Schule berührt in besonderer Weise den Deutschunterricht, denn er ist, so wie wir ihn heute sehen, Kernsach, „Fach der Mitte". Hier findet die erzieherische Aufgabe der Schule ihren sichtbarsten Ausdruck. Die Stoffausw^hl, die er zu treffen hat, steht ausschließlich unter dem Ziel, durch die Verwurzelung im deutschen Volkstum und seinem geistigen Erbe den neuen Menschen formen zu helfen. Alles, was nur interessant ist oder nur „Wissen" bedeutet, ist entbehrlich und als überflüssiger Ballast über Bord geworfen worden. Vieles von dem, was Jahrzehnte hindurch in den Lehrplänen Geltung hatte, macht Neuem Platz. Diese Ueberprüfung des alten Stoffs, in der wir jetzt stehen, sei hier an einem kleinen Teilgebiet verdeutlicht. Zum ältesten Inventar des Deutschunterrichts der Quarta gehört das antike Stoffgebiet. Wie die Richtlinien von 1924 besagten, sollte diese Behandlung der Antike eine „Einführung in die Kulturkunde von Hellas und Rom" sein. Sie sollte also kulturkundlicher Belehrung dienen, vielleicht auch der Veranschaulichung antiker Lebensbilder, sollte dazu den Geschichtsunterricht der Quarta, der den Verlauf der alten Geschichte zu behandeln hatte, unterstützen und ergänzen. Kultur- kunüe in Quarta? Diese Grundsätze mögen uns zuerst unbegreiflich erscheinen: ihre Herkunft ist aber mit historischem Blick leicht zu erkennen. Kulturkunde und Kulturgeschichte sind bekanntlich Lieblingsgegenstände des neunzehnten Jahrhunderts gewesen. Sie entsprachen ja dem positivistischen Verlangen nach geistiger Einverleibung alles Wissensstoffes, dem absoluten Vorrecht, das die verstandesmäßige Schulung vor einer harmonischen, zielbewußten Erziehung einnahm. Ein Blick in die Lese! bücher läßt uns mit ungläubigem Kopfschütteln erkennen, welche Stoffe für die Einführung in die antike Welt man als geeignet ansah. Wir finden, um nur einiges herauszugreifen, Fabeln des He- rodot, Szenen aus Homer, Stücke aus Plutarch und Tacitus, antike Sprüche und Gedichte, Darstellungen kulturhistorischer Art, Biographisches, archäologische Dinge, dazwischen Schillersche Balladen, Gedichte von Dahn, Simrock, Meyer u. a., alles in allem: eine geradezu verwirrende Mannigfaltigkeit! Ein einheitliches Bilden entscheidenden Zügen konnte durch diesen Stoff nicht gewonnen werden, erst recht aber kein Bewußtsein von den Werten und gestaltenden Kräften der Vergangenheit. Wir stehen heute nun vor der Frage, ob überhaupt antike Stoffe in einer unteren Klasse im Deutschunterricht behandelt werden sollen und — wenn ja — wie ist der Stoff anzuordnen? Allgemein ist festzustellen, daß es eine Fülle antiken Schrifttums gibt, die erzieherisch brauchbar und wertvoll ist. Doch gerade die Bejahung dieser Frage kann, wie die pädagogische Diskussion gezeigt hat, mit einer Ablehnung des antiken Stoffgebiets einhergehen. Man pflegt zu fragen: Wozu denn bei einer ausschließlich erzieherischen Blickrichtung und angesichts des reichen deutschen Literaturschatzes einen Stoff, der wohl gleiche Werte offenbart, aber auch nur die gleichen Werte? Man wird zugeben: die Unentbehrlichkeit antiker Stoffe läßt sich nicht aus ihrer erzieherischen Bedeutsamkeit erweisen. Soll es nun aber bei dem Streit der für- und widerhumanistischen Gedanken und Gefühle sein Bewenden haben? Wir sehen heute, daß sich die Frage nach der Berechtigung antiker Stoffe im Deutschunterricht allein von einer völkischen und rassischen Sicht her entscheiden läßt. Wenn wir die Antike als die Welt werten, zu der die germanische Welt in immerwährender Beziehung und Wechselwirkung stand, mit der der deutsche Geist in den vielfältigsten Formen kämpfte und die er sich innerlich eroberte, so wird auch der Deutschunterricht Die LnivrrsM Prag. Von Annemarie von putttamer. „Die Mutter der deutschen Hochschulen" ist die Universität Prag genannt worden, 1348 von Karl IV. als erste deutsche Universität gestiftet. Die Gründung stand im Mittelpunkt der weit- schauenden und schicksalsvollen Pläne des Kaisers, durch die das Abendland ein neues Gesicht erhalten sollte. „Des Reiches Erzstiefvater" hat Kaiser Maximilian Karl gescholten, und jahrhundertelang hat der Vorwurf, nur ein wahrer Vater Böhmens gewesen zu sein, für das deutsche Bewußtsein die Gestalt dieses großen Herrschers entstellt, bis erst neueste Geschichtsschreibung ihm gerecht geworden ist. Es ist wahr, als erster hat Karl den geistigen Mittelpunkt des Reiches nach Osten verlegt, in bewußter Absage an die traditionelle Politik der Ottonen und Staufer und ihrer Nachfolger, die ihn im Süden suchten, in sinngemäßer Vollendung des gewaltigen Kolonisationswerkes, das seit Jahrhunderten den Strom deutschen Lebens und deutscher Kultur nach Osten Karl war in Paris erzogen worden, das durch die sich straffende Macht des französischen Königtums, vor allem aber durch seine UniDerfität, an der sich die Blüte abendländischer Geistigkeit zusammenfand, dem allmählich zerbröckelnden Reich gegenüber zur eigentlichen Hauptstadt der Welt geworden war. Es war ein Gedanke von ungeheurer Kühnheit, dem Abendland eine neue Mitte zu geben und diese Mitte an den östlichen Rand des europäischen Kulturbereiches zu rücken. Die Entscheidung war gleich bedeutungsvoll für das Reich wie für Böhmen — für das Reich, indem diese Hinwendung nach dem Osten ihm die Möglichkeiten innerer Verjüngung gab, die der Westen und Süden nicht mehr spenden konnten, für Böhmen, das nur die Wahl hatte, durch Einschmelzung in das Reich Träger und Vermittler stärkster Kulturströme zu sein oder vom gestaltlosen Osten verschlungen zu werden. Aehnliche Gedanken hatte auch schon hundert Jahre früher Ottokar geträumt, der große Premyslidenkönig, der ein gewaltiges deutsch-böhmisches Ostreich geschaffen und nach der Krone des Reiches gegriffen hatte, aber gegen Rudolf von Habsburg unterlegen war. Doch worum er vergeblich gekämpft, das war Karl als Aufgabe ln die Wiege gelegt. , Neben der Erhebung zum Erzbistum und der Errichtung der kaiserlichen Kanzlei war es vor allem die Stiftung der Universität, des „Generalftu - den Schülern die Antike als rassisch-verwandte Welt zu zeigen haben. Diese Behandlung wird nicht kulturkundlicher Belehrung und Wissensoertiefung dienen, sondern der rassischen Erziehung sowie der Hinlenkung auf die verwandten Kräfte unserer Kultur- und Geistesgeschichte. Die geschichtliche Beziehung der Antike zum deutschen Volkstum wäre nun freilich für die Quarta allein kein geeigneter Gegenstand. Hier kann aber der Grund gelegt werden zu einer Einordnung der Antike in den entstehenden Schatz der seelischen Inhalte. Während der altsprachliche Anfangsunterricht nur vereinzelt zusammenhängende Stoffe und diese zumeist als Mittel zum sprachlichen Können behandelt, während der Geschichtsunterricht den Ablauf der Geschichte verfolgt, wird im Deutschunterricht das erste Bild der antiken Welt — nicht allein als Anschauungsinhalt, sondern als Wertgehalt — zu vermitteln sein. Dies Bild soll so frisch und lebendig sein, daß den Schülern das Gefühl erspart bleibt, es handele sich um Gips- und Museumsraritäten. Die Behandlung des Stoffes muß dem Denkvermögen des Alters entsprechend Zug um Zug das Bild des antiken Lebens zeichnen. Sie wird oabei nicht mit den erhabensten Dingen des großen kulturellen Lebens beginnen, sondern mit dem Nächstliegenden, mit den Lebensbereichen, die die Jungen kennen, also etwa mit der griechischen Schulstube, der spartanischen Jugend, den Soldaten und Bürgern. An Stoffen ist kein Mangel, die eine Beziehung zum engsten Umkreis ermöglichen Die Behandlung antiker Stoffe wird dann ihren Sinn erfüllen, wenn sie das erzieherische Element heraushebt, die antike Welt zum Umkreis gestaltet, der um das eigene Sein gezogen ist. Antike Lesestoffe sind dann am Platz, wenn sie erzieherisch die Bildung einer völkisch-rassischen Weltanschauung vorbereiten. Wie wird man Diplornlandwiri? Aussichten und Wege des landwirtschaftlichen Studiums. Das deutsche Volk ist von jeher dafür bekannt, daß es für eine gründliche Ausbildung aller derer sorgt, die einmal an führender Stelle im Staatsdienst oder der Oeffentlichkeit für die Allgemeinheit arbeiten sollen. Daher weilt auch ständig eine große Zahl von Ausländern in Deutschland, um sich an seinen Bildungsstätten, seien es nun Schulen, Hochschulen, Universitäten oder wissenschaftliche Institute eine gediegene Ausbildung zu erwerben. Dank dem hohen Stand aller unserer Bildungsstätten gehen aus diesen immer wieder Männer hervor, die auch Über den Rahmen ihres Fachwissens hinaus befähigt find, allen Anforderungen zu genügen, die ihr Beruf und ihr Volk an sie stellen. Auch die L a n d w i r t s ch a f t, die die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen hat, braucht solche Männer. Sie werden zum größten Teil an den landwirtschaftlichen Fakultäten der Universitäten und landwirtschaftlichen Hochschulen herangebildet, die in Berlin, Bonn, Breslau, Danzig, Gießen, Göttingen, Halle, Hohenheim, Jena, Leipzig, Königsberg und München bestehen.' Die Ausbildung der Diplomlandwirte, so heißen die Landwirtschaft Studierenden nach erfolgreicher Beendigung ihres Studiums, ist sehr vielseitig. Das Studium gliedert sich in zwei Teile: in eine praktische und in eine theoretische Ausbildung. Die praktische Ausbildung ist grundsätzlich vor Beginn des Studiums abzuleisten und dauert zwei Jahre. Der Abiturient tritt sie meist nach Erledigung der Arbeits- und Heeresdienstpflicht an. Die Ausbildung erfolgt auf vom Reichsnährstand anerkannten Lehrbetrieben. Ein Jahr davon ist auf einem bäuerlichen Betrieb abzuleisten. Während dieser Zeit hat der Lehrling Zeit und Gelegenheit, alle Arbeiten in der Landwirtschaft, die Nöte und Sorgen der Bauern und Landwirte und die wichtigsten praktischen Grundlagen von Acker- und Pflanzenbau, Viehzucht und Betriebswirtschaft kennenzulernen. Im Laufe der täglichen Arbeit erwirbt er sich die praktischen Grundlagen für fein Studium, die ihm fein ganzes Leben hindurch wertvoll bleiben. Der Abschluß seiner praktischen Tätigkeit bildet eine Prüfung. Hat der Studierende die Prüfung bestanden, so bezieht er die Universität, um sich nunmehr dem wissenschaftlichen Teil seiner Ausbildung zu widmen. Die ersten zwei Semester hat der Landwirtschaft Studierende zunächst einmal Gelegenheit, sich in den Naturwissenschaften zu vervollkommnen. Vorlesungen über Chemie, Physik, Botanik, Zoologie und Haustierkunde nehmen den größten Raum ein. Gleichzeitig laufen aber noch Vorlesungen über deutsches Recht, Volk und Rasse, politische Geschichte, Volkswirtschaftslehre sowie Volk und Staat. Am Ende des zweiten Semesters legt dann der Student — der „stuck, agr.“ — das Vorexamen ab, bei dem er in Chemie, Botanik, Zoologie und Haustierkunde geprüft wird; von nun ab nennt er sich „cand. agr.“. Während des dritten und vierten Semesters sind nun die landwirtschaftlichen Fächer, wie Ackerbau-, Pflanzenbau, Viehhaltung und Viehzucht, Tierernährung, Pflanzenernährung und Landmaschinenlehre an der Reihe. Der Studierende kann vor allem seine Kenntnisse und Erfahrungen, die er während der praktischen Lehrzeit gesammelt hat, ergänzen und in praktischen Hebungen, die fast sämtliche Vorlesungen während des Studiums begleiten, vervollkommnen. Nachdem so durch die ersten vier Semester die naturwissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Grundlagen gelegt sind, treten im fünften und sechsten Semester die politischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächer in den Vordergrund. Da sind Vorlesungen zu hören über landwirtschaftliche Betriebslehre, Landwirtschaftspolitik, die deutsche Ernährungswirtschaft sowie über Bauern- und Bodenrecht, Bauerngeschichte und deutsche Volkskunde. Während der Semesterferien geht der Student dann häufig wiederaufdasLand,uminder Praxis tätig zu fein. Dabei hat er Gelegenheit, feine praktischen Kenntnisse zu erweitern und seine Verbundenheit mit dem Landleben wieder enger zu gestalten. Den Abschluß, des Studiums bildet die Diplomprüfung, zu der auch eine Prüfungs-Hausarbeit in einem Fach anzufertigen ist, wobei das Fach gewählt werden darf, das Thema aber, das innerhalb von sechs Wochen fertig bearbeitet fein muß, gestellt wird. Die Prüfung selbst findet stets am Ende des Semesters statt und zerfällt in einen schriftlichen und mündlichen Teil. Es werden zwei „Klausuren", d. h. also Arbeiten unter Aussicht und über gestellte Themen geschrieben. In der mündlichen Prüfung muß der Prüfling beweisen, daß er alle Fragen sinngemäß beantworten kann und sich in allen Lagen zu Helsen weiß. Hat der Kandidat nun die Prüfung glücklich hinter sich gebracht, so wird ihm der Grad „Diplomlandwirt" verliehen. Meist beendet er nun sein Studium, wenn er nicht noch an der Universität bleibt, um zum Doktor der Landwirtschaft — Dr. agr. — zu promovieren. Fast so vielseitig, wie die Ausbildung sind nun die Wege, die dem jungen Diplomlandwirt offenstehen. Er kann in die Praxis zurückgehen, um vielleicht einmal der Leiter großer Betriebe zu werden, er kann den Beruf des Landwirtfchaftslehrers ein- fchlagen, feine Arbeit fernerhin der Landwirtschafts- Wissenschaft widmen oder aber auch in der landwirt- schafttichen Verwaltung arbeiten. So sind die Aussichten für junge Diplomlandwirte heute durchaus gut. Doch es gehört ein ganzer Kerl dazu, wenn er „Frontoffizier der Erzeugungsschlacht" werden will. H.H.E. dium s", wodurch Karl Prag zur Weltstadt machte. Das Generalstudium, an dessen Spitze als Kanzler der Erzbischof stand, umfaßte vier Fakultäten, die theologische, juristische, medizinische und artistische. Außerdem waren Magister und Studenten in d i er „Nationen" eingeteilt: die böhmische, die sowohl die Tschechen als auch die einheimischen Deutschen, ferner Ungarn und Siebenbürgen umfaßte, die bayerische, zu der alle Süddeutschen, die Rheinländer und Westfalen gehörten, die polnische, in der sich außer Polen und Litauen ebenfalls zahlreiche Deutsche befanden, nämlich die deutschen Kolonisatoren Preußens und Schlesiens, und endlich die sächsische, das heißt das ganze übrige Norddeutschland. Von diesen Nationen war die böhmische zahlenmäßig die schwächste, sie betrug etwa ein Sechstel der Gesamtzahl. Jede Nation hatte eine Stimme. Das berühmte Collegium Carolinum, dessen Namen dann mit der Universität gleichbedeutend war, wurde erst 1366 gegründet und bezog 1383 unter Karls Sohn Wenzel ihr endgültiges Heim. Wie durch das „Generalstudium" in Prag räumlich eine neue Mitte geschaffen wurde, so bedeutet die Gründung auch zeitlich Mitte und liebergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Noch stand die Scholastik im Zentrum der Studien, aber hier, wo die Sprachen aller Länder durcheinander schwirrten, wo die bewegtesten und aufgeschlossensten Geister der Zeit sich trafen, war das Hereinströmen reformatorischer Ideen unvermeidlich. Aus Paris und Oxford kamen diese Ideen, und sie fanden bei den Tschechen bereiteren Boden als bei den Deutschen. Dies mag verschiedene Ursachen haben. Die Deutschen waren meist die wirtschaftlich und sozial besser Gestellten, daher Ruhigeren, auch gab ihnen der Rückhalt an den Deutschen im übrigen Reich ein Gefühl der Weite und Sicherheit, das dem kleinen Tschechenvolk fehlte. Die reformatorischen Ideen fielen daher auf ein Erdreich, das soziales und nationales Ressentiment aufgelockert hatte. Dies zeigte sich auch früh in dem Führer der Reformbestrebungen, dem tschechischen Bauernsohn Johann Hus, der als Magister der Universität den Lehren Wic - lifs zuneigte und im übrigen scharf gegen die immer zunehmende Verweltlichung des Klerus auftrat, wodurch er breite Schichten des Volkes, aber anfangs auch die besten Elemente der Geistlichkeit gewann. Auch die Schwächung Roms durch das päpstliche Schisma kam ihm zu Hilfe. König Wenzel begünstigte ihn, und unter feinem Einfluß verfügte der König das sogenannte „Kuttenberger Dekret", das der böhmischen Nation an der Universität drei Stimmen, den anderen drei Nationen zusammen nur eine Stimme gab. Vergebens erhoben sich die anderen Nationen einmütig gegen den unerhörten Rechtsbruch. Der greife Rektor Henning Baltenhagen mußte- Schlüssel, Siegel und Matrikel ausliefern. Die Folge war der bekannte Auszug der deutschen Studenten im Jahre 1409. An die tausend Magister und Studenten verließen in jenem Jahr Prag und wandten sich meistens nach Erfurt und Leipzig. Durch die kurzsichtige Maßnahme des Königs waren mit einem Schlage die großen Absichten seines Vaters vernichtet. Unter dem Rektorat des Hus wurde die Weltuniversität zum Provinzkollegium. Völlig verödete das Carolinum freilich erst nach Hussens Tod, als die Reformation zu offener nationalistischer Revolution überging und ihre bekannten zerstörerischen Züge annahm. Es bedurfte jahrzehntelanger Mühen, besonders unter Wenzels Bruder und Nachfolger Sigismund, später unter dem Volkskönig Georg von Podebrad, um die zerrissenen Fäden neu zu knüpfen. Erst nachdem Luther seine Thesen an der Schloßkirche zu Wittenberg angeschlagen hatte, wurde auch die Hussiten- ftabt und ihre Universität wieder einbe,zogen in den großen Strom deutschen abendländischen Lebens. Aber aus einer Stätte des Lehrens und Lernens war das Carolinum zu einem geistigen Kampfplatz geworden, an dem in grimmigen Redeschlachten um die religiösen Entscheidungen oder auch nur Formulierungen gerungen wurde. Die verschiedenen reformatorischen Richtungen, Lutheraner, Calvinisten, Utraquisten, radikale Kelchner, böhmische Brüder und wie sie alle hießen, bekämpften einander faft erbitterter, als sie die Katholiken bekämpften. Es wurde Böhmen, Prag, dem Carolinum zum Schicksal, daß im Jahre 1526 Ferdinand, Herzog von Oesterreich, böhmischer König wurde. Mit dem Habsburger zog die Gegenreformation in Prag ein. 1555 gründete Ferdinand das (Hementinum, das Jesuitenkolleg, das eine Art Gegenuniversi- tät darstellte. Mit dem volkstümlichen Lehrbetrieb des Ordens, seinen Theateraufführungen in deutscher und tschechischer Sprache, konnte das Carolinum nicht Schritt halten. Es verarmte immer mehr, während das (Hementinum aufblühte. Aber die Spannungen wuchsen, wie in der ganzen übrigen Welt, so vor allem in Prag, das wieder „Mitte" geworden war. Hier entbrannte ja zuerst das Feuer, das in 30 Kriegsjahren das Reich verheeren sollte. Für Böhmen fiel die Entscheidung im ersten An- Deutsche primanerin wünscht Briefwechsel... ... mit gleichaltriger Engländerin. Um Schülern höherer Lehranstalten einen Brief« wechsel mit ausländischen Schülern zu vermitteln, besteht eine für das ganze Reichsgebiet zuständige Einrichtung, die sich auf Erlasse des Reichserziehungsministers vom 2. Mai 1934 und 12. Dezember 1935 stützt. Sämtliche Schüler und Schülerinnen, ganz gleich, ob es sich um einen Mittelschüler oder um einen Oberprimaner handelt, wenden sich durch die Anstalt, die sie besuchten (ftlaffenleiter bzw. dessen Stellvertreter) an den Deutsch-Ausländischen Schülerbriefwechsel beim Akademischen Aus- tauschdienst Berlin NW 40, Kronprinzenufer 30, Fernruf 11 7581. Direkte persönliche Anfragen der Schüler sind nicht erwünscht. Der Austauschdienst steht in enger Verbindung mit sämtlichen deutschen Schulen und wirkt für den Gedanken des Briefwechsels im Einvernehmen mit den Schulkollegien. Der Briefwechselring umfaßt die ganze Welt, so daß es kaum ein Land gibt, mit dem eine Korrespondenz nicht vermittelt werden könnte. Es wird dabei darauf geachtet, daß alle Wünsche hüben und drüben bezüglich Sprache, Milieu der Briefwechselnden und besondere Interessengebiete weitgehend Berücksichtigung finden. Der deutsch-ausländische Schülerbriefwechsel ist hauptsächlich für die höheren Lehranstalten, sowie die oberen Klassen der Mittel- und Fachschulen zu- Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von I k Optiker D^a^nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant. ständig. Für Volkshochschulen wird die Vermittlung im Einverständnis mit dem Deutsch-Ausländischen Schülerbriefwechsel durch das Deutsche Rote Kreuz, Abteilung Jugend-Rotkreuz, Berlin W 35, Hansemannstraße 10, ausgeführt. Um bei dieser Gelegenheit auch auf andere Einrichtungen, die Briefwechsel vermitteln, hinzuweisen, sei folgendes noch bemerkt: Männliche und weibliche Studierende aller Fakultäten wenden sich an die Deutsche Studentenschaft, Berlin W 35, Friedrich- Wilhelmstraße 22, Fernruf 25 8576. Hier wird eine ähnliche Einrichtung wie die oben geschilderten für die in akademischer Ausbildung Befindlichen unterhalten. Anfragen sind direkt an die genannte Anschrift zu richten. Ferner: Erwachsene aller Berufskategorien und Altersstufen erhalten Anschriftenmaferial für Briefwechsel und Vermittlung persönlicher Bekanntschaften durch den BPA. (Bund zur Pflege persönlicher Bekanntschaften zum Ausland), Berlin, Alexanderplatz, Berolinahaus. Reichsdeutsche, die mit Ausländsdeutschen und Volksdeutschen im Ausland in briefliche oder persönliche Beziehung zu treten wünschen, wenden sich an den VDA. (Volksbund für das Deutschtum im Ausland), Berlin W 30, Martin-Luther-Straße 97. Hier fei der Begriff des Ausländsdeutschen und Volksdeutschen näher Umrissen. Als Auslandsdeutscher gilt, wer im Ausland lebt, die deutsche Reichsangehörigkeit besitzt und bewahrt hat. Als Volksdeutscher, wer deutscher Abstammung ist, deutsch fühlt und spricht, aber die Staatsangehörigkeit des Gastlandes angenommen hat, dessen Voreltern schon im Ausland ansässig waren, wer in ehemals deutschen und jetzt abgetrennten Gebieten ober einer deutschen „Kolonie" lebt — unter Kolonie ist in diesem Zusammenhänge nicht etwa ein Gebiet zu verstehen, das ehemalig deutscher Oberhoheit unterstand; die Bezeichnung gilt also nicht etwa als politischer Begriff. Marianne Lendzian. fang, innerhalb weniger Stunden, als am Weißen Berge der Glanz des Winterkönigs in alle Winde zerstob. Damit lag Böhmen fester in der Hand Habsburgs denn je. Jessenins, der berühmte Arzt, der als Rektor des Carolinums leidenschaftlich für die protestantische Sache Partei ergriffen hatte, endete mit 26 anderen „Rebellen" auf dem Schafott. 1622 wurde das Carolinum ganz den Jesuiten übergeben. 15 Jahre später versuchte Ferdinand II. den Zustand dahin abzuändern, daß er die Universität in einen geistlichen und einen weltlichen Zweig teilte. Endgültige Gestalt gewannen diese Pläne erst 1654 mit der Union von Carolinum und Cle- mentinum zur neuen Carola-Ferdinandea. Die geistige Erschöpfung nach dem furchtbaren Kriege machte sich auch an der Universität geltend. Anfang des 18. Jahrhunderts zählte Prag noch 30 Medizinstudenten, und es wurden nicht mehr als 100 Vorlesungen im Jahr gehalten. Maria Theresia bemühte sich um eine umfassende Universitätsreform, ohne recht damit durchzudringen. Erst die Aufklärung gab dem Geistesleben neue Antriebe, wenn sie es auch anderseits verarmen ließ. Den josefinischen Zentralisierungs- und Germani- sierungsbestrebungen erwuchs in der jungen Romantik eine starke Gegenbewegung, die auf den Pfaden fortschritt, wie sie Herder zuerst eir.qe« schlagen, und überall den Quellen lebendigen Volkstums nachspürte, den deutschen sowohl wie den tschechischen. Unter dem Druck der napoleonischen Fremdherrschaft und im Sturm der Freiheitskriege keimte auf diesem Boden ein bewußter deutsch-böhmischer Landespatriotismus, in dem sich das große Ziel Karls IV. tatsächlich verwirklicht zu haben schien, daß Deutsche und Tschechen, zu „Böhmen" verschmolzen, das Land als unlösbares Glied und Herzstück des großen Reiches in gemeinsamer Liebe und edlem Wettbewerb besäßen. Daß es nur ein Traum war, zeigte sich am deutlichsten im Jahre 1848, als die Deutschen das Frankfurter Parlament beschicken wollten, während die Tschechen sich weigerten und leidenschaftlich für einen föderalistischen Habsburger Oststaat — unter slawischer Führung! — eintraten. Die Reaktion nach 1848 trug allerdings das Ihre dazu bei, um den tschechischen Nationalismus immer schroffer und feindseliger zuzuspitzen. So kam es 1882 zurTeilungderUni- oerfität in eine deutsche und eine tschechische Hochschule. Immer tiefer trieb die Nationalitätenfrage den Keil. Aus freundschaftlichem Miteinander war erst gleichgültiges Nebeneinander, dann feind« liches Gegeneinander geworden. -Md, 1« im 10.1" . mitto 6« Wechandler |h«r»o" KL tz-r öa S.S "•Ä? y-S» "."'s« E,rt Lus täten ttwf1 s? rff konnnt aus „Oer den t”6 Ö£ *SÄ liunen hielt jPL dos rMsr gesprochen Son geinb« furchtdarstei Samstag, auf die tIege fflontag um fptud) NW tfunfien M gen zu erreic Mthsetzung abzufchließen. tigt eine Dep zur Uilteizeic Um 2.15 : die entscheid« haben Sie ' auch genüge: ral Weygau Dolmetscher alle Artikel Haftesten — Artikel - al b, h. der l fronen und jeligkeiten, gt bas nicht ja: regt Hervorst los unsere § serung wirt Gegner, Dei mit fiebensi Yens dauer an den Fr 11 Uhr fto Um 520 Zuerst unt Deutschen, selow habe §eber greift tiem Mme fritf ift -beer. verei verhänc hebt sich zu abschieden \\t den Sitzen, Vill Uhr ti für Deutschs fensWstand, terhändlern rangen der 11 Uhr sah «onderzug aus allen Z Knter 156 Armeen ift Mer zu "ach bem »wem wirö & 3*, r Gewalt seine 1* tviedergen nen wird an S8* Vor 20Iahren im Wald von Compiegne! rsT&E aSÄSsr.AU * e^ja»a«ÄW.*Ä Es ist eine allgemeine Gewohnheit geworden, Fluß- und Bachtäler zur Sommerzeit zu besuchen, wenn der Fimmel mit blauen Farben schmeichelt und die Sonne die gnädige S)uID ihrer Wärme verschwendet. Aber auch im vorgeschrittenen Herbst hat eine auf wässerige Ziele gerichtete Fahrt höchst romantischen Reiz: die Sonne leuchtet zwar schon blaß, ihr Bogen ift kürzer, ihre Kraft geringer, ihr Schein wärmt noch, aber er erhitzt nicht mehr, lieber den Wäldern, im Sommer eine gewaltige grüne Woge, kraftstrotzend und üppig, liegt schon eine Ahnung vom Sterben, zittert die gelassene Müdigkeit eines zu Ende gehenden Jahres Wie farbenselig doch das Sterben der Natur ist! Eine glühende Lust strömt von den Hügeln und brennt in den Alleen. In den Baumwipfeln hat sich die Todesflamme festgenistet sie, und bald sind alle Wälder eine einzige Farbenflut aus Braun, Gold und prächtigem Purpurrot. Wo eine Schlucht sich öffnet oder ein Tal sich galtet, weht die Kühle, sticht ein geheimer Frost. Eine Kühle, die merkwürdig jäh über die Haut läuft und den an den Südseiten abgefucht, um diese dem Gott der Heilkunst geweihte Natter zu finden, sozusagen am Busen der Natur — vergeblich, welchen Stein ich auch umdrehte, und welchen Blattmulm ich auch durchstöberte — eine freie und lebendige in der Hitze fchlafende Natter fand ich nirgends. Aber ich entdeckt sie später, allerdings tot, sorgfältig in mit Spiritus gefüllte Gläser gelegt, in schönen runden Schlangenwindungen konserviert. Als Reklame für Aeskulap waren sie im Schaukasten der Apotheke ausgestellt, Symbol für die heilenden Wasser, die in vielen Quellen der Boden von Schlangenbad aus- schüttet, ein Segen für die kranke Menschheit. Es gab auch hölzerne Schlangen, Nachbildungen in verschiedenen Größen, grün und gelb gestrichen, mit rvsaroten Mäulchen, ähnlich dem Mäulchen des zierlichen schwarzen Mädchens, das diese Schlangen, zusammen mit Ansichtskarten, Gläsern, Ketten und anderer Massenware der Fremdenindustrie, verkaufte. Es sah sehr hübsch aus, wenn sich so ein geschickt geschnitztes Schlänglein auf den sonnenbraunen Armen des Mädchens ringelte oder sich um den Hals der Evastochter legte. Und man wußte nicht, welche jedenfalls unterlag man dem listigen Blick des Mädchens und ließ sich ein geschnitztes Schlänglein ver- jahrzehntelang mit sich geschehen lasten. Die Bade- gäste wurden schließlich aber immer mehr und dementsprechend die Aeskulapnatter immer seltener Einer der leidenschaftlichsten Liebhaber der Aeskulapnatter war der Graf K. von Görtz, der sich in den Jahren 1853—1854 ungefähr vierzig Nattern in Schlangenbad fangen ließ, um sie dann auf seinem Landgut Richthof bei Schlitz in Hessen anzu- siedeln, wo sie sich auch vermehrt haben sollen und geblieben sind. Die Natter ist eine anmutige und flinke Römerin, von der ein Beschreiber vermerkt, daß ihre Leibesgestalt und ihre Bewegungen fast etwas Gelecktes, Elegantes und Hofmäßiges hätten. Ein kleiner Wasserlauf hat auch seine Eigentümlichkeiten, nicht nur die großen und mächtigen Flüsse. Als ich im Sommer durch das Tal fuhr, da war es mit Blumen geschmückt, das Grün war saftig und verlockte zum Derweilen. Nun schwebt der Nebelduft des Herbstes über bem Wambachertal, wo die kleine Wambach, die spätere Walluff von einer liebenswürdigen Nymphe an das Tageslicht geschöpft wird. Die Quelle ist rein, wasserkristallen, wirklich ein Geschenk der schönen Erde. Bei SMngeybgd wird die Adex oder d-g Signale. Nach 150 Meter schon tauchen die ersten blauen Uniformen auf. Dann strömen von allen Seiten französische Soldaten herbei: „Finie la guerre?“ Händeklatschen und „Vive la France!"- Rufe. Zwei höfliche Offiziere geleiten die Wagen ins nahe La Capelle, lieber dem stattlichen Haus mit der Aufschrift .Kaiserliche Kreiskommandantur" weht die Trikolore. Seit dem Nachmittag erst sind die Franzosen eingerückt. Hier bleiben die deutschen Wagen zurück, jeder Bevollmächtigte erhält ein französisches Auto und einen französischen Offizier zum Begleiter. „50 Kilometer noch wird die Fahrt dauern." Nachts 1 Uhr wird Station in einem einsam zerschossenen Bauernhof, dem Sitz eines Armeeober, kommandos gemacht. Hier steht ein Abendessen bereit. Die Haltung der „Gastgeber" ist äußerst kühl. Dann Weiterfahrt durch zerstörte Dörfer. Kein Lebewesen zeigt sich. 3m Licht des inzwischen auf- gegangenen Mondes ragen die Ruinen gespenstisch in die Luft. 4 Uhr morgens: Bahnhof Tergnier. Hier steht ein Sonderzug, Reiseziel unbekannt. Drei Stunden Fahrt, dann hält der Zug, 7 Uhr morgens, in einem Walde. Drüben auf dem andern Gleis steht ein ähnlicher Zug. Auf dieser Waldlichtung, in diesem Eisenbahnzug wird sich das Schicksal des Zweiten Deutschen Kaiserreiches entscheiden. Wo liegt dieser Wald? Wohin hat man die deutschen Unterhändler geführt? An unbefaimtem Ort werden sie den Spruch der Sieger erfahren, — in einem Eifenbahnwaggon auf einer Waldlichtung irgendwo in Frankreich. Um 9 Uhr morgens erreicht die Delegierten die Nachricht, daß Marschall Fach bereit sei, sie um 3m Paradies der Aeskulapnat er» Von Anton (Schnack Am 6. November 1918, mittags 12 Uhr, fyat die Regierung des Reichskanzlers Prinz Max von Baden die Mitglieder der Waffenstillstandskommission berufen. Zum Leiter bestimmt ist der seit vier Wochen zum „Staatssekretär ohne Portefeuille" ernannte Abgeordnete Erzberger; ihm beigeordnet sind: General v.Gündell für die Heeresangelegen- heiten, Kapitän z. S. Banselow für Marinefragen, Gesandter Graf Oberndorfs für die Fragen der äußeren Politik. Am Abend fährt die Delegation mit Offizieren der Obersten Heeresleitung im Son- derzug nach Spa. 8 Uhr vormittags läuft der Zug dort ein. Kurz darauf ist Besprechung im Sitzungs- faal der Obersten Heeresleitung. An die Stelle v. Gündells ist General v. Winterfeldt, früher Militärattache in Paris, getreten. Bevor die Kommission die Wagen besteigt, erscheint Generalfeldmarschall v. Hindenburg und sagt: ..Reifen Sie mit Gott und suchen Sie das Beste für unser Vaterland herauszuholen!" Mittags erfolgt die Abfahrt. Zuerst ein böses Omen: das erste Auto wird in einer scharfen Kurve gegen ein Haus geschleudert, das zweite fährt in das erste hinein; aber niemand wird verletzt. Langsame Fahrt durch Belgien, — unaufhaltsam strömen den Wagen zurückflutende deutsche Heeresmassen entgegen. Bei an- brechender Dunkelheit Ankunft in Chimay. Um 9.20 Uhr wird die deutsche Front passiert. Ein biederer feldgrauer Schwabe fragt: „Wo wollen Sie hin? — ^Waffenstillstand schließen!" — „Das werdet ihr zwei grab’ fertig bringen!" Die Wagen fahren in die Dunkelheit hinaus. Eine große weihe Flagge flattert über dem ersten Wagen, der mitgenommene Trompeter bläst fortgesetzt Spätere Jahrhunderte haben die Aeskulapnatter nicht so heilig gehalten, man machte Jagd auf die schöne Natter, man zähmte sie und die ärmeren Leute führten sie den reichen Kurgästen vor, die es gruselte, wenn die heilige Schlange am Arm oder an der Hand des Fängers sich ringelte und zischte. Es gab auch Liebhaber, die sich eine Natter kauften und als Babeerinnerung Mitnahmen. Am Schluß der Badezeit wurden die übriggebliebenen und nicht- verkauften Revtllien wieder in Freiheit gesetzt, um nach langem Winterschlaf non neuem gefangen und, vorgrWtt weü>LL DLL lmchtes die. 'Luttern genbach genannt, der eine wärmere Schwester, die sogenannte Warmbach, zusließt. An der Mündung, am Rhein, heißt der Wasserlauf die Walluff und ist ein schmächtiges und schmutziges Rinnsal, das man für Abfall und Ueberflüssigkeiten benutzt. Im Sommer standen ein paar Angler an der Stelle, wo die Walluff, „ber Bach", auf Nimmerwiedersehen im großen Rhein verschwindet. Der Rhein ist wirklich ein mächtiger Vater, der die vielen kleinen Rinnsale mit Behagen schlürft. Im Herbst standen wieder Angler an der gleichen Stelle. Waren es immer noch dieselben? Bei Anglern kann man das nicht wissen. Sie hoben die GeduL, die ihre Stärke im Zeithaben hat. In ihren Augen spiegeU sich ber bleierne gewaltige Gang bes Rheines, herbst- grau und silberdunstig. Aus den Gaffen von Wallufs kommt ber Duft geschwefelter Fässer — Traubenmaische und Keller sind in Betrieb. Ein kühler Windstoß fährt durch die Trauerweide am Ufer — ein leichtes Geschwader von klirrenden Blättern, vom Sommer zermürbt und von den kühlen Nächten verwelkt, flattert aus dem Baumwipfel. Wie Perlmutter siebt ber Himmel über den Rebhügeln bei Rouental. Das liebenswürdige Tal des Schlangenbaches hat einen Nebelstreifen im Abend auf- gehängt. Lochschulnachrichten. Dem Konservator Dozenten Dr Karl W e tz 1 e r wurde unter Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für animalische Physiologie an der Universität Frankfurt übertragen. Der ao. Professor Dr. Lothar Wickert an der Universität Königsberg übernimmt im Wintersemester an der Üniversttät Kölndie Vertretung ber durch das Ausscheiden von Professor Dr. Hase- broek freigewordene Professur für alte Geschichte Der Dozent Dr. Werner Frauendienst an ber Universität Berlin, Legationssekretär im Auswärtigen Amt, würbe auf den freien Lehrstuhl für mittlere und neue Geschichte an der Universität Halle berufen. Der o. Professor Dr. Eugen Mattiat an ber Universität Berlin wurde in gleicher Diensteigen- schäft an die Universität Gö ttingen berufen; ihm wurde ein Lehrstuhl für deutsche Volkskunde mit besonderer Berücksichtigung ber niedersächsischen Volkskunde übertragen. wahrnehmen. Der nb. ao. Professor Dr. phil. Hermann H e ue r in Kiel wurde ersucht, die Vertretung ber freien Professur für englische Philologie an ber UMversi- tut ffltütiUi to üteaämök kaufen. Die Aeskulapnatter ist ein verwunschenes Wesen. Sie hat einen recht amüsanten Roman. Die Natter (Coluber longissimus) haben die badefreudigen Römer ihrem Gotte Aeskulap geweiht, ber mit einem Stab in der Hand dargestellt wird, um den sich eben diese besagte Natter ringelt, well sie ein vorzügliches Klettertier ist. Die Römer waren nicht nur kühne Eroberer und prächtige Soldaten, sie waren auch etwas abergläubisch und liebten im nebel- und regenreichen Deutschland die warmen Naturbäder. Und in dem Mauerwerk ber Bäder ließen sie die heilige Aeskulapnatter wohnen, um der Gnade des Gottes immer teilhaftig zu fein. Die Aeskulapnatter hat sich in den warmen Bädern wohlgefühlt, hat । sich vermehrt, und so geschah es, daß Schlangenbad im Taunus die meisten Aeskulapnattern aufwies. 10 Uhr zu empfangen. Als die Zett um ist, gehett sie, die Offiziere in Felduniform, zu Fachs Salon- wagen. Darin steht ein breiter Tisch, mit vier Plätzen auf jeder Seite, die eine ist für die Deutschen bestimmt. Hinter ihren Stühlen stehend, erwarten sie den Gegner. Kurz daraus erscheint der Generalissimus der Alliierten. Ein kleiner Mann mit harten, energischen Zügen, die auf den ersten Blick die Gewohnheit zu befehlen verraten. Mtt ihm kommen ein französischer General und drei englische Seeoffiziere. Der Marschall grüßt milttärisch kurz. Kaum angedeutete Verneigung, Vorstellung der Delegierten, Ueberreichung der Vollmachten in die Hand des Marschalls, der auch die Namen seiner Begleiter nennt. Der General ist Weygand, ber Generalstabschef des Höchstkommandierenden, die Engländer sind der Erste Seelorb Abmiral Wemyß, Admiral Hope und Commander Bagot. Zugegen sind ferner je ein deutscher, ein französischer und ein englischer Dolmetscher. Amerikaner, Italiener und Belgier find nicht vertreten; hier spricht für alle Alliierten nur das Oberkommando Frankreichs und Englands. Für kurze Zeit verläßt Fach «mtt seinem Gefolge den Raum, um die Vollmachten zu prüfen. Dann kommt er zurück und fragt in französischer Sprache: „Was führt die Herren hierher? Was wünschen Sie von mir?" Der Delegationsführer erwidert, sie seien gekommen, „um den Vorschlägen für einen Waffenstillstand zu Lande, zu Wasser, in ber Lust und an allen Fronten entgegenzusehen". Foch er- wibert kurz: „Ich habe keine Vorschläge zu machen!" Der Hinweis auf die letzte Note Wilsons wirb mit Schweigen beantwortet, dann befiehll Foch General Weygand, die „Bedingungen" des Waffenstillstandes zu verlesen. Die Dolmetscher übersetzen sogleich den Text. Der Marschall sitzt mit steinerner Ruhe am Tisch, nur manchmal zupft er energisch seinen Schnurrbart. Admiral Wemytz täuscht große Gleichgültigkeit und Nichtachtung vor, kann aber durch sein Spielen mit Monokel und Hornbrille die innere Aufregung nur schlecht verbergen. Während des Lesens schweigen beide Delegationen, bann bitten die Deutschen um Gelegenheit, durch Radio- Telegramm mit Regierung und Hauptquartier in Verbindung zu treten. Marschall Foch lehnt öffentliche Weitergabe durch gewöhnlichen Funkspruch ab und stellt chiffrierte Absendung frei, eventuell Entsendung eines Sonderkuriers: 72 Stunden hat Deutschland BedMkfrist für Annahme oder Ablehnung. Die deutschen Delegierten bitten um Verlängerung auf 96 Stunden. Ein Kurier brauche allein für den Hinweg zum Hauptquartier 12 Stunden, Chiffrierung des ganzen Textes komme nicht in Frage. Aber Foch lehnt die Fristverlängerung ab, desgleichen vorläufige Waffenruhe für die Zeit der Prüfung. Er fei durch feste Richtlinien der Allierien gebunden; Verhandlungen über die Bedingungen feien unter keinen Umständen zugelassen; es gäbe nur Annahme oder Ablehnung, kein drittes. Dreiviertel Stunden dauert die Sitzung, aber wenigstens ist erreicht, daß am Nachmittag zwilchen den deutschen Delegierten und den Begleitern Fochs „prinate" Besprechungen stallfinden dürfen. Um 1 Uhr reift Rittmeister von Helldorf, Dolmetscher- Offizier der deutschen Kommission, mtt dem furchtbaren Dokument der Bedingungen zum Großen Hauptquartier ab. Das Oberkommando verspricht Erleichterung beim Ueberschreiten der Linien, fünf Stunden nur werde die Fahrt zur deutschen Front dauern. So hat man also in der Nacht zuvor die deutschen Delegierten kreuz und quer durch Nordfrankreich gefahren, um ihnen den Verhandlunas- ort zu verschweigen. Schnell gelangt der deiche Offizier zur französischen Front, aber fünf Stunden lang glückt es ihm nicht, zur deutschen Linie hinüberzukommen. Unter Nichtachtung jeder Lebensgefahr habe er es immer wieder versucht, sagt der französische Begleitoffizier später, aber die deutschen her nur auf deutschem und niederländischem Boden geführt worden war. Jakob wurde nach Frankreich zurückgeworfen. Dor allem aber gelang es der englisch-holländischen Flotte, die französische bei dem Vorgebirge La Hogue an der französischen Kanalküste so vernichtend zu schlagen, daß damit die englische Seeherrschaft ein für allemal als begründet galt. Wilhelm III. sah vor seinem geistigen Auge schon den Endkampf gegen Frankreichs Vorherrschaft in Europa, wenn er auch fühlte, daß es ihm nicht vergönnt sein würde, sein glückliches Ende zu erleben. Aber er traf seine Maßnahmen für alle Fälle. Er sicherte die prote st antische Erbfolge in England ebenso sehr, wie er noch kurz vor feinem Tode 1702 ein Bündnis aller Frankreich umgebenden Staaten für den eben anhebenden Spanischen Erbfolgekrieg zustande brachte. Ja, er dachte auch schon an den Friedensschluß, der 1713 endlich in Utrecht erreicht wurde. Dieser wurde zum Vorbild aller englischen Friedensschlüsse. England vertrat hier zum erstenmal den Standpunkt des europäischen Gleichgewichts, d. h. es war gewillt, hinfort nicht mehr die Vorherrschaft einer einzigen Macht zu dulden. Die Festlandsmächte sollten untereinander das Gleichgewicht halten. Mit diesem Schritt gab England nicht nur seine insulare Abgeschlossenheit auf, es übernahm auch damit Europa gegenüber eine Verpflichtung hinsichtlich. der von ihm mit geschaffenen und gebilligten politischen Verhältnisse. Dies geschah allerdings in erster Linie, um in seinen überseeischen Absichten möglichst wenig gestört zu werden. Schon auf dem Frieden zu Uttecht zeichneten sich die Zukunstslinien ber englischen Weltpolitik ab: einmal durch den Ausbau der englischen Stellung auf der amerikanischen Gegenküste — dadurch wurde der Nordatlantik ein ausgesprochen englisches Meer — und zum andern durch den endgültigen Erwerb der Felsenfestung Gibraltar am Eingang des Mittelmeeres. Damit tauchte Indien am Horizont auf. Mit der Nennung dieses Namens ist das Wesentliche über das englische Weltreich in seiner heutigen Gestalt gesagt. Zugleich wird die Berechtigung erkannt, jenes 5. Novembers 1688 zu gedenken, an dem eine wohl einzigartig kühne Tat unter glückhaften Zeit- Verhältnissen geschah, wo jedoch mehr noch die sittliche Haltung des Helden geiftige und seelische Voraussetzungen für eine beispiellose Entwicklung schuf. W. H. Dreyhaus. Oer Geburtstag -es modernen Englands Die „Glorreiche Revolution" vor 25vJahrcn Am 5. November 1688 landete der holländische Statthalter Prinz Wilhelm von Oranien mit 600 Schiffen, darunter 50 Kriegsschiffen, in der Tor Bay an ber Südwestküste Englands. Er folgte einem Ruf des englischen Parlaments, den Thron Jakobs II. Stuart, (eines Schwiegervaters, für sich und seine Gemahlin in Besitz zu nehmen oder, wie die Umkleidungsformel damals hieß, „das Land von Papismus und der Sklaverei zu befreien". Die unblutige Durchführung dieses Unternehmens, das äußerlich in erster Linie einen dynastischen Charakter trägt, hat schon die Zeitgenossen zu der Bezeichnung „Glorreiche Revolution" veranlaßt. Tatsächlich darf aber dieser 5. November, im Zusammenhang der Dinge betrachtet, eine weit höhere Bewertung beanspruchen. Die sich aus ihm herleitende Entwicklung berechtigt dazu, in ihm den Geburtstag des modernen Englands ZU sehen. Die Zeit zeigte sich dem Unternehmen Wilhelms III. günstig. Ludwig XIV. hatte soeben den sogenannten pfälzischen Raubkrieg begonnen, im Deutschen Reich aber einen nicht erwarteten Widerstand gefunden. Er fesselte ihn derart, daß Holland vor einem Angriff geschützt erschien. Da außerdem in eben diesem Augenvlick eine persönliche Spannung zwischen Jakob II. und Ludwig XIV. entstand, so kam eine Hilfeleistung des letzteren so schnell nicht in Frage. Wilhelms Vorgehen in England führte deshalb zu raschen (Erfolgen. Dabei zeigte sich die sittliche Größe des Dramers in bemerkenswerter Weise. Jakob war von seinen Anhängern aufs schmählichste verlassen und schließlich sogar gefangen bem König Wilhelm zugeführt worden. Dieser ließ ihn aber nach Frankreich entweichen. Er wollte seinen Schwiegervater nicht als Hochverräter vor Gericht sehen. Dieser menschliche Zug kennzeichnete wie kein anderes Ereignis die Sachlage: England sollte einer neuen Zeit in der inneren wie der äußeren Politik zugeführt werden. Es begannen sich Lebensgesetze durchzusetzen, die auf beiden Gebieten bis heute im wesentlichen ihre Gültigkeit behalten haben. Namrgemäß drängten die innerpolitischen Schwierigkeiten am meisten zur Klärung. Ein solch folgenschwerer Schritt wie die Ausschaltung der Stuart- dynastte wäre nicht notwendig geworden, hätte diese nicht selbst durch ihre Willkürakte und Uebergriffe trotz der durch Cromwell empfangenen Lehren das ganze Jahrhundert seit dem Tode ber großen Elisabeth in Aufregung versetzt. Wilhelm III. kennzeichnete seine Zukunftsabsichten auf der Fahneninschrift seines Admiralsschiffes: „Für die protestantische Religion und für ein freies Parlament!" Ihren tiefsten Sinn entwickelte er jedoch erst bei der Durchführung. Er faßte den Kampf für den Protestantismus nicht als eine gewaltsame Durchsetzung dieser Lehre in England auf, wie es dem Wechselspiel der letzten 150 Jahre entsprach, wo die jeweils siegende Macht die unterliegende mit blutiger Strenge unterdrückte. Ja, er war sogar von Haus aus Calvinist und paßte eigenttich überhaupt nicht zu der in England herrschenden anglikanischen Hochkirche. Allein der Umstand, daß ihn diese nach Jahrzehnten sovielen Leids mitgerufen, und die Erfahrungen seines eigenen Hauses in Holland brachten ihn von vornherein auf den Weg der religiösen Duldsamkeit,. den überdies auch die sich allmählich immer stärker durchsetzende Geisteshaltung der Aufklärung forderte. Wilhelm III. erreichte im Augenblick durch die „T o l e r a n z a k t e" zwar nur eine bedingte Duldung der Bekenntnisse, d. h. er verhinderte jene Rachepolitik, die vorher soviel englisches Blut gefordert hatte. Aber er gelangte dadurch zuletzt doch auf den Weg zum Ausgleich der Gegensätze innerhalb des englischen Volkes Überhaupt. Vor allem auf politischem Gebiet! Hier am ersten, weil die beiden großen englischen Parteien auch aus religiösen Wurzeln entsprungen waren. Die „Wighs" (nach den radikalen Anhängern Cromwells in Schottland so genannt) gingen zurück auf die von ber Hochkirche nicht anerkannten D i s - f e n t e r s (Puritaner, Sekten u. a.), die Tories (Spitzname für die irischen katholischen Wegelagerer), auf die Geistlichkeit der anglikanischen Hochkirch e. Die eine besaß ihre Anhänger vorwiegend in der Kaufmannschaft und dem gewerblichen Mittelstand, die andere auf dem Lande bei dem Grundbesitz. Die Führer stellten indessen für beide der hohe Adel, je nachdem seine Vertreter sich der fordernden Gruppe der Wiahs oder der verteidigenden der Tories anschlossen. Da die beiden letzten Stuarts bei ihren Katholisierungsbestrebungen die Rechte des Parlaments oft genug mißachteten, sahen sich beide Parteien bedroht und auf Die gemeinsame Verteidigung der 1 überkommenen Volksrechte und Freiheiten angewiesen. Damit fanden sie gewissermaßen ihr Vaterland. Darüber hinaus aber noch mehr! Waren die Parteien jetzt gleichberechtigt, bann mußte auch die Rechtsprechung unparteiisch geübt werden. Die Kritik am öffentlichen Leben genoß bes rechtlichen Schutzes, ja, man erörterte sogar schon die „Freiheit des gedruckten Wortes" in England. Man fand, daß es zur unveränderlichen Natur des Menschen gehöre, in Fragen des Geistes verschiedene Meinungen zu haben. So bahnte sich die Gewissensfreiheit als der Urgrund aller Freiheit an. Wilhelm III. konnte sich aus ber holländischen Ucberlieferung solche ©ebantengänge leicht zu eigen machen. Tatsächlich wich die zermürbenbe Eifersucht zwischen Krone und Parlament einer verständnisvollen Zusammenarbeit, in ber allerdings allmählich bas Parlament die Führung verlangte. Dem Aufklärer John Locke war unter Wilhelm ein schöner ßebensabenb beschieben. Die „Erklärung der Rechte" vom 13. Februar 1689 bradjte bem einzelnen Engländer größere Freiheit, als er sie je genossen, Staat und Reich aber verlieh sie neue Kraft. . Und darum war es Wilhelm III. in erster Lime zu tun. Er bemühte sich nicht sonderlich, die Zuneigung des englischen Volkes zu gewinnen. Mehr lag ihm an seiner Achtung. Und diese gewann er durch seine Politik und den festen Willen, mit dem er sie durchführte. Die aus Hollands Abwehr gegen das Dordrängen Ludwigs XIV. zum Rhein sich ergebende Frontstellung Frankreich gegenüber, mußte er in England verlängern, weil Jakob II. mit irischen und französischen Truppen in Irland einen neuen Schauplatz des Krieges schuf, der bis- Nacken betastet. ♦ Seltsam, lautlos und schläfrig ist ein berühmtes Bad im Herbst. Als ich im Sommer Schlangenbad besuchte, standen die Portiers unter den Gasthof- und Hotel- türen und zeigten ein erwartungsvolles Lächeln, das bedeuten sollte: Steigen Sie aus und bleiben Sie, Herrschaften, trinken Sie von unseren warmen Quellen und unser gekühltes Bier; wir haben gerade noch ein Zimmer frei, Zimmer mit fließendem Wasser und Ausblick auf den Wald! Jetzt im Herbst sind die Läden an den hübschen; Hotels geschlossen und die angepriesencn Zimmer sind alle frei. Die sanften Mädchen und die unternehmungslustigen Herren, die im Sommer aus den Fenstern schauten und den Vorüberfahrenden unverbindliche Grüße nachwinkten, sind in die vielen Städte oerwsht, sind wieder schreibmafchinenbeflissen, bürobefangen und arbeitswütig. Wer nach Schlangenbad kommt, fragt nach den stinken, ungefährlichen und hübsch oeieichneten Aes- fulapnattern, die den Eroberungsrn-en her Römer in das deutsche Waldtal folgten. Bei meiaem Som- vierbejuch vpn Schlangenbad habe die HäM Außer den heißen Quellen, deren Zahl ungefähr zehn beträgt, und außer den Aeskulapnattern hat das Schlangenbachtal auch eine literarische Merkwürdigkeit, den Musensitz. Das ist nun nicht so zu verstehen, daß in dem Aussichtstemvelchen mit schöner Sicht auf Wald, Bad und Tal, Die neun Musen, die Tochter Des Zeus und der Mnemosyne, Klio, Euterpe, Thalia, Melpornene zum Beispiel, die leichtgeschürzten, die heiteren und die ernsten. Darin sitzen und sich Gedichte und Epen erzählen — nein, Liebespaare schwelgen da, Die Verschollenheit aufsuchen und die vom Wald Durchrauschte Einsamkeit, Liebende, die mit den Lippen Die schörfften und nie veraltenden Gedichte Der Zärtlichkeit üben. Manchmal versehen auch Feriengäste, angeregt von soviel romantischer Umgebung, ihre Ansichtskarten an Der- manDte und Büromitbewohner mit knorpeligen und eckigen Reimen. Aber Musensitz heißt Das Tempel- chen deswegen, weil hier der Dichter I. H. D. Z s ch o k k e gerne gesessen und gedichtet hat. Wer Zschokke war? Zschokke, ein ziemlich unruhiger und jäher Dichter, halb abenteuerlichen, halb bürgerlichen Wesens, war einmal ein geliebter und fruchtbarer Sensattonsschriststeller, 1771 bis 1848, der mit seinem Roman „Adällino, ber große Bandit" eine Lesewut sondergleichen entfachte und ein Reißer I für die Leihbibliotheken Der Damaligen Zeit war. Steintjäqer- Urquell würzig müd_- mit dem bekannten Schinkenbilö i Geschichten aus aller elt ;u «macht den Wohlstand Seit etwa 150 Jahren setzten in der Chemie jene Anstrengungen methodisch ein, zwischen dem kritisch messenden und wägenden Erforschen des Wesens der Stoffe und der chemisch-technischen Produktion einen Bund zu stiften, der zur Wechselwirkung der geistigen und technischen Kräfte im Gesamtprozeß des chemischen Schaffens führen sollte Die chemische Industrie als eine wissenschaftlich geleitete Fabrikation im großen Stil wurde damals geboren, als man die Ueberzeugung gewann, durch planmäßige theoretische Vorausberechnung müsse es möglich sein, Voraussagen zu «machen über das, was man Herstellen könne, um den Wohlstand des Volkes zu vermehren und auch Ware abzusetzen. Es war deshalb ein entscheidender Augenblick in der Geschichte der chemischen Industrie, als die Wirren der französischen Revolution die spanische Zufuhr von natürlicher Soda nach Frankreich abschimmert. Die Haare sind im Nacken kurz ge-schnit- ten, während der Schädel mit weichen Locken geschmückt ist, die zeigen, daß die Dauerwellen keineswegs eine Errungenschaft des 20. Jahrhunderts find. Der Sarkophag enthielt außerdem ein vollständiges V. DieGeburtt stunde einerMustrie Chemie erschließt die Welt. Von den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. Zeitschriften. — Der Beitrug von Hans Henning Frhrn. Grote in der Novemberfolge von „ W e st e r m a n n s Monatsheften" beweist nicht nur die Gefährlichkeit der gegnerischen Propaganda im Weltkriege, sondern untersucht auch Mittel, Wege und Wirkungen der Propaganda in früheren Zelten. — Dr. Ulrich Lübbert schreibt über das Winterhilfswerk und seine Sammelabzeichen. All die kleinen kunslle- rischen Plaketten und Abzeichen in Holz, Kunstharz vver Bernstein, die jeder am Tage der Reichsstraßensammlungen bisher getragen hat, um einen kleinen Teil beizutragen zu den Aufgaben und Zielen, die das WHW. verfolgt, finden wir m den Originalfarben wiedergegeben. — Hjalmar Kutzleb schreibt über das Kameradschaftshaus Windhos Weilburg, in dem der künftige Volksschullehrer seine entscheidende Ausbildung empfängt. -Liele Bilder zeigen die Umwandlung des alten .Schloßes und zeugen davon, daß junge Menschen in Weu- burg eine Ausbildungsstätte erhalten haben, wie sie zur Vorbereitung für den Lehrerberuf besser wohl nicht gefunden werden kann. Geschichte zurückgehen muß, um etwas „Neues UHU ter der Sonne" zu finden. Owen ihr zufällig in Paris begegnete, forderte sich sie zum Pistolenduell heraus; der Kampf fand wirk* lich in Versailles statt und endete mit einer schweren Verwundung der Verleumderin. Das Gericht Der* urteilte Lady Owen zu fünf Jahren Gefängnis, die ihr jedoch zum großen Teil erlassen wurden. Nach diesen Ereianissen begann die leidenschaftliche Künstlerin ein verschwenderisches Leben, kaufte die kostbarsten Toiletten und schmückte sich mit Juwelen aller Art, so daß sie bereits nach wenigen Jahren vor dem Nichts stand und nicht nur alle ihre Ju* welenschätze verpfänden, sondern wegen ihrer Schul* den auch vor Gericht erscheinen mußte. Die Zeitun* gen, die diese Geschichten ausführlich berichteten, kamen irgendwie auch an den Millionär MacCal, der, der mondänen Welt überdrüssig, in Honduras lebte. Er verliebte sich in die launische Witwe. Tag für Tag bestellte er telegraphisch bei einem großen Londoner Blumenhändler einen riesigen Orchideenstrauß, der ihr in das Gerichtsgebäude gebracht werden mußte, und schließlich machte er ihr einen Heiratsantrag. Die heute 42jährige Frau nahm seinen Antrag an und entschied sich für das primitive Leben, für immer Verzicht leistend auf das ihr jetzt eitel erscheinende Treiben der vornehmen Welt. D*r Ruf der Wälder. C. K. Bukare st. Ein seltsamer Vorfall, der in der ganzen Gegend das größte Aufsehen hervorrief, hat sich in Susag, einem Dorf in den transsiloaniscl)en Alpen, ereignet. Vor drei Jahren hatten einige Holzfäller, als sie von der Arbeit nach Hause zurückkehrten, misten im Walde ein Wesen erblickt, daß ein Mensch zu sein schien, das ober, als es ihrer ansichtig wurde, schleunigst zu fliehen versuchte. Die Leute hatten es jedoch verfolgt und eingefangen und brachten es nach Susag. Hier konnte man feststellen, daß man die damals 15jährige Ioana Mandria, die Tochter eines Dorfbewohners, vor sich hatte, die zehn Jahre vorher als kleines Kind eines Tages aus dem Elternhause verschwunden war. Auf alle Fragen der Familienangehörigen antwortete sie nur, indem sie unverständliche Worte stammelte und Laute ausstieß, die merkwürdig dem Geheul der Wölfe ähnlich klangen. Man nahm daher an, daß das Kind die ganze Zeit über gemeinsam mit den Tieren des Waldes gelebt hat. Allmählich begann jedoch dos völlig verwilderte Mädchen sich an die menschliche Gesellschaft zu gewöhnen, und dank den liebevollen Bemühungen ihrer Umgebung lernte sie sprechen, später auch lesen und schreiben. Sie schien so völlig dem Leben wiedergegeben, daß sie sich vor einigen Monaten mit Joan Petrovici verheiratete, und sie erwies sich auch als eine gute Hausfrau, die sich große Mühe gab, alle ihre Pflichten zu erfüllen. Da trat vor einigen Tagen eine sensationelle Wendung ein. Sie ging mir ihrem Manne durch den Wald, in dem sie vor drei Jahren wiedergefunden worden war, als plötzlich in größerer Entfernung das Geheul eines Wolfes herüberklang. Kaum hatte sie dieses vernommen, als die Frau einen Augenblick stehen blieb, dann gab sie ihrem Manne, der sie untergefaßt hatte, einen Stoß und rannte in wildem Laufe durch den Wald davon, in der Richtung, von der das Geheul des Wolfes gekommen war. Der Mann eilte ihr nach, ober sie war bald seinen Blicken entschwunden. Er lief darauf nach Susag zurück, und auf seinen Bericht machten sich verschiedene Gruppen von Dorfbewohnern auf und durchstreiften tagelang die Wälder der Gegerü), es war ihnen jedoch nicht möglich, von Ioana eine Spur zu finden... Schneiderkünste in Hollywood. C. K. Hollywood. Alle Schneider in den Werkstätten von Hollywood haben ständig eine schwierige Aufgabe zu lösen: sie müssen die Stars „vergrößern". Genauer gesagt, ie müssen den Anschein erwecken, daß sie größer ind, als es die Natur vorgesehen hat. „Es ist eine unserer schwersten Aufgaben", erklärte Mr. Orry Kelly, der bei den Warner Bros seine Schneiderkünste zu betätigen hat, „die Stars von kleinem Wuchs für den Eindruck um einige Zentimeter größer zu machen. Die meisten der weiblichen Stars von heute sind recht klein. Das ist gewiß ein großer Vorteil, wenn die jugendlichen Liebhaber neben ihnen erscheinen und Nun besonders stattlich und gut gebaut wirken. Aber es gibt genug dramatische Szenen, in denen auch die Heldinnen genügend Größe hoben müssen, um Eindruck zu machen. Denn es da fehlt, muß man sich an den Schneider um Hilfe wenden. Wir müssen für Stars wie Bette Davis, Olivia de Havilland und Priscilla Lane Kleider entwerfen, in denen sie gut zehn oder zwölf Zentimeter größer aussehen als sie wirklich sind, wenn sie in den Szenen die Hauptrolle spielen. Wenn man ihre Bllder in Filmen sieht, wird man kaum glauben, daß die drei Genannten unter 1,57 Meter messen. Die Grundsätze, nach denen wir arbeiten, um einen solchen Eindruck hervorzurufen, können jeder Frau von kleiner Statur, in Hollywood und auch anderswo, nützlich werden. Vor allem ist es die Linie der hohen Taille, dis den Eindruck von Große hervorruft. In dem Film „Dark Victory" legte Bette Davis besonderes Gewicht darauf, größer auszusehen als sie wirklich ist. Alle ihre Kleider, übrigens die ersten Gesellschaftskleider nach der jetzigen Mode, die sie seit über einem Jahr in den Filmen getragen hat, haben die hohe Taille und lassen chre Beine lang erscheinen. Enganschließende Röcke verstärken den Eindruck noch. Wir sind gehalten, einheilliche Töne für die Röcke zu wählen, mit Füllungen an den Seiten über die ganze Länge. Hüte, die möglichst hoch sind, ungewöhnlich hohe Absätze und dicke Sohlen tragen gleichfalls dazu bei, der Hohe einige Zentimeter der Erscheinung der Bette Davis hinzuzufügen. Das sind Anregungen, die allen Frauen dienen können." Eingeborenen dargebracht wurden, bestanden in Zuckerrohrstücken, exotischen Früchten, Eiern, einem Schwein, einem wilden Pferde und zahlreichen Amuletten. Das Ehepaar wird in dem kleinen Fort Puntagorda wohnen und hat feierlich geschworen, nie wieder in die zivilisierte Welt zurückzukehren. Es ist eine abenteuerliche Laufbahn, die eine Frau dazu gebracht hat, nachdem sie auf den Bühnen der englischen Hauptstadt auch wegen ihrer Schönheit Triumphe gefeiert hatte, als sie noch Edmee Dor- meuil hieß, schließlich in der Einsamkeit des Urwalds enden läßt. Damals hatte sich der Millionär Sir Theodore Owen in sie verliebt und sie geheiratet; als er im Jahre 1926 starb, erbte seine Witwe das stattliche Vermögen von 100 000 Pfund. Eines Tages erfuhr sie, daß eine Dame der englischen Gesellschaft sich in wenig schmeichelhaften Ausdrücken über ihre eheliche Treue geäußert habe. Als Lady Dauerwellen vor 3vvv Jahren. B. Paris. Eine Gruppe von Archäologen, die Ausgrabungen in Südarabien im Palast der „Königin von Saba" unternommen hatte, ist jetzt nach Paris zurückgekehrt und bringt in ihrem Gepäck einen außerordentlich kostbaren Fund mit, die Mumie einer Prinzessin, die Zeitgenossin der berühmten Königin gewesen ist. Nach den Untersuchungen, die die Gelehrten an der Mumie angestellt haben, ist diese Prinzessin vor etwa 3000 Jahren in blühender Jugend gestorben. Ihre Hände sind vollkommen erhalten und zeigen noch die Spuren der sorgfältigen Maniküre, die in jener Zeit ausgeübt wurde. Ebenso überraschend ist die Tatsache, daß der Schädel noch mit einer wun- derbaren Haarfülle bedeckt ist, die ganz mahagonirot Im Herzen des Urwaldes von Britisch-Honduras, in Stann Creek, hat kürzlich eine romantische Eheschließung stattgefunden. Lady Edmee Owen, die vor zwanzig Jahren ein leuchtender Stern am Theater- 4jer ounupyug eiuyieu uußcivcm «m uvu|iutiyiac= Himmel Londons war, hat Captain Werner MacCal, Toilettennecessaire jener Zeit: Nagelfeilen, Haar- einen Multimillionär und Dlstriktsgouverneur von nadeln in Elfenbein, winzige Scheren, eine Pm- Honduras, geheiratet. Kein Weißer, außer dem die zette für die Entfernung der Haare, Schnunktöpfe Trauung vollziehenden Priester, nahm an der Feier und ehren Bronzespiegel. Man muß sich angesichts teil. Die Hochzeitsgeschenke, die ausschließlich von dieser Funde wirklich fragen, wie weit man m die Soldaten hätten geschossen „comme les diables“, wie die Teufel. Am frühen Nachmittag treten die Delegierten beider Seiten zur Sitzung zusammen. Schnell zeigt sich, daß die Feinde, mißtrauisch und immer noch furchtsam vor einer Wideraufnahme des deutschen Angriffs jede Verhandlung, es sei denn über praktische Fragen und untergeordnete Einzelheiten, ab- lehnen. Auf den Hinweis, daß die Alliierten das gleiche täten, was sie früher, beim Frieden von Brest-Litowsk, den deutschen Siegern gegenüber dem unterlegenen Rußland oorgeworfen hätten, kommt aus englischem Munde die kalte Antwort: „Wer den Wind in den Segeln hat, hat den Er- &t5 die deutschen Unterhändler an diesem Abend schlaflos auf den schmalen Betten ihres Schlafwagens liegen, wissen erst ganz allein von 75 Millionen Deutschen, sie und der Rittmeister, der um diese Zeit noch im Feuer der deutschen Front auf französischer Seite wartet, daß an diesem Tage das Todesurteil über die Großmacht Deutschland gesprochen ist, die vier Jahre lang einer Welt von Feinden siegreich getrotzt hat, um nun den furchtbarsten Kanossagang der Geschichte anzutreten. Samstag, den 9., übergibt die Delegation den Franzosen deutsche Gegenvorschläge, am Abend überbringt ein französischer Offizier einen Funkspruch des Reichskanzlers, der Kaiser habe abgedankt, der Kronprinz auf den Thron verzichtet. Am 10. sind Besprechungen des deutschen Kapitäns mit den britischen Seeoffizieren. Abends geht den Unterhändlern Fachs ablehnende Antwort „winterhilfswerk" — tm Begriff sozialen handelns? auf die Gegenvorschläge und ein Mahnschreiben zu: Montag um 11 Uhr laufe die Frist ab. Ein Funk- fpruch Hindenburgs fordert den Versuch, in neun Punkten Erleichterung der gegnerischen Forderungen zu erreichen; der Funksprüch schließt: „Gelingt Durchsetzung dieser Punkte nicht, so wäre trotzdem abzuschließen." Gegen Vzll Uhr nachts bevollmächtigt eine Depesche des Reichskanzlers die Delegation zur Unterzeichnung. Um 2.15 Uhr nachts am 11. November beginnt die entscheidende Sitzung. Foch fragt: „Messieurs, haben Sie unsere Antwort bekommen?" — „Ja, auch genügende Vollmachten 3um Abschluß". General Äeygand verliest den Vertrag, der französische Dolmetscher überträgt ihn Punkt für Punkt. Um alle Artikel entsteht eine heftige Debatte, am lebhaftesten — allein eine Stunde lang über diesen Artikel — als es um die Fortsetzung der Blockade, d. h. der Aushungerungspolitik gegen Frauen und Kinder nach dem Ende der Feindseligkeiten, geht. Graf Oberndorfs sagt: „Mir scheint das nicht fair", worauf Admiral Wemyß sehr erregt hervorstößt: „Nicht fair? Sie haben auch wahllos unsere Schiffe versenkt!" Eine wichtige Verbesserung wird erreicht durch die Verpflichtung der Gegner. Deutschland während des Waffenstillstandes mit Lebensmitteln zu versorgen. Bis 5.12 Uhr morgens dauert die Debatte. Der Waffenstillstand tritt an den Fronten sechs Stunden später, vormittags 11 Uhr französischer Zett, ein. Um 5.20 Uhr beginnt die Unterzeichnung. Zuerst unterschreiben Foch und Wemyß, dann die Deutschen. General v. Winterfeldt und Kapitän Dan- fetoro haben Tränen in den Augen, als sie zur Feder greifen. Und dann stehen alle Namen unter dem Dokument, — jetzt ist es geschehen. Der Weltkrieg rft beendet, aber über Deutschland die Sklaverei verhängt. Der deutsche Delegationsführer erhebt sich zu einem Schlußwort. Um 5.30 Uhr verabschieden sich die Delegationen durch Erheben von den Sitzen, ein Händedruck wird nicht gewechselt. 1/2II Uhr vormittags empfängt die Delegation die für Deutschland bestimmte Originalurkunde des Waffenstillstandes. Wenigstens ist es den deutschen Unterhändlern geglückt,' in etwa 15 Punkten Milderungen der Forderungen Fachs zu erzielen. Gegen 11 Uhr fährt, mit verhängten Fenstern, der deutsche Sonderzug nach Osten ab. Punkt 11 Uhr schweigt auf allen Teilen der Front das Feuer der Geschütze. Hinter 1562 Tage übermenschlichen Ringens der Armeen ist der Schlußpunkt gesetzt. Aber zu gleicher Stunde beginnt der Krieg nach dem Krieg, der fast fünfmal so lange dauern wird, wie der Krieg der Waffen. Dann wird sich zeigen, daß das deutsche Volk ungeachtet aller Gewellt seine Freiheit und Einheit großartiger denn je wiedergewonnen hat; das Volk der 70 Millionen wird an den Leiden dieser .zwei Jahrzehnte nicht zugrundegehen, sondern durch sie zu dem lebendigsten Leben feiner Geschichte erwachen. J. Möller. schnitten und die Französische Akademie der Wis- enschaften einen Preis von 12 000 Livres aussetzte ür die Erfindung der künstlichen Herstellung der Soda aus gewöhnlichem Kochsalz. 1789 begann Nicolaus Leblanc mit seinem ersten Experiment, 1791 patentierte man sein Verfahren. Arn 16. Januar 1806 schoß sich der Erfinder im Armenhaus von St. Denis. Die Wirren der Zeit hatten ihn ruiniert, den ausgesetzten Preis hat die Französische Akademie dem großen und tragischen Manne nie ausgezahlt. Der Leblanc-Sodaprozeß, der zu einer großartigen Entfaltung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England kam, ist das allererste großtechnische Verfahren der anorganifch-chemi- chen Großindustrie. Die rein forscherisch erzielte Erkenntnis Lavois- siers und anderer bildete die geistige Grundlage. Technisches Geschick und wissenschaftlicher Scharfsinn fanden ein reiches Feld der Betätigung, befruchteten sich gegenseitig, entwickelten das Verfahren zu einer Bedeutung, die ihm gestattete, die gesamte chemische Industrie aller Kulturländer und den Chemikalienhandel der ganzen Welt zu beherrschen. Es mußte aber noch der aus der allgemeinen Naturerkenntnis jener schöpferischen Geburtsstunde der Chemie stammende entscheidende Grundgedanke, daß im gesamten Haushalt der Natur kein Stoff wertlos sei und verloren gehe, zu einer klaren und formulierten Erkenntnis kommen, damit man, dem Vorbild der Natur entsprechend, eine vollkommenere und rentablere Gestaltung der chemisch-technischen Prozesse in der Verwertung der Abfall- und Nebenprodukte planen konnte. Zum ersten Male hat beim Leblanc-Sodaprozeß eben diese Frage der Verwertung des Abfalls eine schöpferische Rolle gespielt. Bei der Gewinnung der Soda aus Kochsalz wird d a s C h l 0 r des Kochsalzes in feiner Gesamtmenge a l s Salzsäure abgespalten. Riesige Mengen von Salzsäuregas entstanden. Man entließ dieses äußerst angriffslustige Gas zunächst in die Luft. So baute man die berühmten riesigen Schornsteine für die Sodafabrik. Das war aber feine befriedigende Lösung. 1863 griff sogar das englische Parlament ein mit der sogenannten „Alkali-Akte". Der erste Schritt zu einer gewerbepolizeilichen Gesetzgebung, die wiederum das Bemühen verstärkte, das Nebenprodukt nutzbar zu machen. Dabei konnte man auf frühere Forscherarbeit zurückgreisen. Der Deutsche Scheele hatte schon 1774 als Salzsäure das Chlor dargestellt, und in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts hatte Bert hallet dessen bleichende Wirkung erkannt. Weiter hatte dann T e n n a n i im Chlorkalk ein Mittel gefunden, das Chlor in konzentrierter und leicht wieder freizumachender Form festzulegen. Somit war man einen Schritt weiter in der nützlichen Verwertung des Abfalles gekommen. Da fand sich aber noch der Schwefel als Abfallprodukt bei der Leblanc-Soda vor. In dem unlöslichen Calciumfulfid-Rückstand. Man erhielt ihn bei der Auslaugung der Sodaschmelze und stürzte ihn auf Halden ab. Man wußte nicht, was man anders damit hätte machen sollen. Die in dieser Hinsicht fehlende wissenschaftliche Erkenntnis hat sich aber schwer gerächt. Die Unterlassung der Auswertung dieses zweiten Nebenproduktes war einer der Gründe, die den Sturz der Leblanc-Sodaindustrie beschleunigten und sie in ihrem Kampf mit der A mmoniaksoda- Industrie schwächten. Mit Beginn der 70er Jahre erschien die nach diesem inzwischen durch Solvay entwickelten Verfahren hergestellten Soda auf dem Markt. Bald war nur noch ein kleiner Teil von der alten Großmacht der Leblanc- Soda auf dem Markte. Allein auch nach diesem Verfahren gelang es nicht, restlos den Wert des Kochsalzes im Gang der Sodafabrikation zu erschöpfen. Wie der Leblanc- Sodaprozeß nichts mehr mit dem Schwefel anzufangen wußte, so ging es dem Ammoniak-Soda- prozeß mit dem Chlor. Das Chlor wurde preisgegeben. Somit wurde die Salzsäure seltener. Sie war kein Abfallprodukt mehr. Sie mußte durch ein besonderes Verfahren nun gewonnen werden. Uralt ist die Gewinnung von Kochsalz. Die ewige Salzquelle ist das Meer. Es ist mühevoll, insbesondere in den kälteren Ländern, aus dem Ozean das Salz zu sieben. Einfacher schon ist es, die konzentrierteren und reineren Salzwässer der häufig vorkommenden Solquellen zu benutzen. Der Bergbau hat dann die gewaltigen Steinsalzlager zutage gefördert, aus denen der Salzgehalt dieser Quellen stammte. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckte man in den Staßfurter Lager die. sog. Abraumsalze, die Kalium- und Magnesiumsalze enchalten; Schichten, die man als wertlosen Ballast betrachtete. Das wichtigste dieser Salze ist der K a r n a 11 i t. Völlig unabhängig von diesen Dingen hatte nun Liebig die Ernährungsbedingungen von Mensch, Tier und Psianze erforscht. Er war darauf gekommen, daß für alle Landpflanzen Kaliumsalze so unentbehrlich sind wie für die Tiere das Kochsalz. Und somtt wurden die Staßfurter Abraumsalze zu einem Wert, zu einem hervorragenden Nahrungsmittel für unsere Pflanzen. Und auf dieser Erkenntnis baut sich die unerhörte Größe der deutschen Kali-Industrie auf. Will man nun aus dem Karnalltt das Ehlorkalium gewinnen, so ergibt sich Chlormagnesium. Und um dieses Nebenprodukt sinnvoll zu verwerten, verwendet man das in ihm enthaltene Chlor als Salzsäure. H. Sch—r. Nackckruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Schwierige Rettung. K. Sao Paulo. Wie berichtet wird, hat der bekannte Flieger Pedroso unter den schwierigsten Umständen einen Forscher gerettet, der in einer einsamen Gegend des Motto Grosso krank geworden war. Der Forschungsreisende Arens, der einer der angesehenen Familien in Sao Paulo angehört, war mit zwei Gefährten von dort in einem Kraftwagen aufgebrochen, ohne sein Unternehmen irgendwie bekanntzugeben. Nach einem Monat mußte er an einem einsamen Ort, etwa 70 Kilometer nördlich von San Rita de Ara- gucia, halt machen, da er schwer erkrankt war; er wäre sicher umgekommen, wenn es nicht einem seiner Gefährten gelungen wäre, nach einem äußerst anstrengenden und ermüdendem Marsche ein Dorf zu erreichen, durch das eine Telegraphenlinie geht, und in Sao Paulo den Fall zu melden. Die große (Entfernung und vor allem die Schwierigkeit, den Ort, an dem Arens sich befand, aufzufinden, da die Karten nur sehr unvollständig sind, schienen die Rettung fast unmöglich zu machen, aber trotz dieser Hindernisse unternahm der Flieger den Versuch. Zweimal flog er vergeblich, dann aber gelang es ihm den Aufenthaltsort des Forschers festzustellen, und bei einem neuen Versuch landete er in einem äußerst schwierigen Manöver auf einer kleinen, 30 Meter langen Fläche, die von den Gefährten des Kranken hergerichtet war. Er konnte den Kranken auch in seinem Flugzeug nach Sao Paulo zurückbringen. Die Diva im Urwald. B. London. sind körperlich und geistig frisch und lebhaft. Sonne Unterstützt bas Wachstum, der Appetit wird besser. Ihre Kinder brauchen auch jetzt im Winter nicht auf Sonne zu verzichten. Oie neue MrwDitalux gibt ein Strahlengemisch aus Ultraviolett Licht -t- Ultrarot, das der natürlichen Sonnenstrahlung fast gleicht. 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DieBeerdigungfindetSonntag.denlS.November.nachm. 2*/4 Uhr vom Trauerhause, Brunnengasse 12, aus statt. __________________________________________________________733QD Ein Deutsches Hausbuch, herausgegeben vom Winterhilfswerk. Prächtig! gedeihen die Kleinen, Erwach» eene erleben den Aufbau geistiger und körperlicher Kräfte durch die verbesserte Dr. Schieffer's Lecithin-Emulsion Gern genommen von gro6 und klein, stärkt sie Nerven, weckt Lebenskraft, bildet Blut, Muskeln, Knochen, verleiht lebensfrisches Aussehen. Lecithin und Vitamine machen'm Gr. Flasche RM. 2.50 Universitäts-Apotheke znm goldenei fiageleA.Habrich» Marktplatz, eatal 500Krankheitsfälle und -Begriffe (Ursachen - Wesen - Verhalten) in alphabetischer An- ordnung^wie ein Lexikon angeordnet, beschreibt das Gesundhettsbuch Wte WM Mtlwl von Dr. med. Richard Kapferer. Preis Kart. 3.80 Es soll Krankheiten verhüten helfen. Der Schilderung der Krankhetts- Ursachen ist viel Raum gewidmet. Der Leser lernt die Krankhelten rechtzeitig im Frühstadium erkennen u. bekämpft sie durch naturl.Heunntte.. Alle AlkMer nnö See. " »eictinetem Fachgeschäft. - Viele Leute haben eine Abneigung gegen das Teetrinken. Hier hat die neuzeitliche Naturwissenschaft Abhrlte geschaffen durch die Pflanzen-Rohsäfte in vielen wirksamen Sorten, die in kleinen Gaben eingenommen werden können. Auch viele Krau- teröle und Kapseln usw. von Knoblauch, Mistel u. a. dienen der Ab 15. November 1938 befindet sich meine Kanzlei Wilhelmstrafeel (Ecke Frankfurter Strabe) W.Rohn, Rechtsanwalt < Fernruf 3988. ________72890 Für die 8. (M.-G.) Komp. Inf.-Regt 116 Kampmann Hauptmann und Kompanie-Chef _________________7312D ■ Winterkur fUr ■ — Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. 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Und hier war es dach ein Schritt hinaus in eine Nacht vall Gefahren, mit dem lauernden Tade. Fragen wir uns ehrlich: Hätten wir auch so gehandelt? Sind wir auch so mitten drin im großen Selbstverständlichen der Liebe, wie dieser Kaspar? Oder müssen wir erst gleichsam zehn ober gar hundert Mal um uns selber herumgehen, und am Ende vermögen wir dach nicht so herzhaft und liebreich aus uns „herauszugehen", wie der Kaspar. „Ja", so heißt wohl ein Einwand, „der Kaspar hatte eben eine glückliche Veranlagung!" Menschen, die dieses Wart gleich bereit haben, wissen nichts van jener Bereitschaft, die den höchsten Menschenadel darstellt, die uns würdig macht, der deutschen Nation anzu- gehören, wahrhaft ein Volksgenosse genannt zu werden. Zum mindesten gilt es, wenn wir noch wett hinter dem Kaspar hermarschieren sollten, daß wir uns ehrlich bemühen, nachzurücken, immer näher an ihn heranzukommen, bis wir eines Tages mit ihm Seite an Sette marschieren oder zusammen in einer eisernen, unwiderstehlichen Kolonne. Nur dort, wo Eisisatz ist, kann ein Sichdurchsetzen sein. Volk, in dem mehr und mehr das große Selbstverständliche der Liebe zur allgemeinen Tugend wird, ist wahrhaft ein Volk nach dem Hsrzen Gottes und im Angesicht der Welt. Und wenn diese jenem Volke feindlich ^gesinnt ist, dann wird sie erkennen, das mit ihm nicht gespielt werden kann, sondern, wenn es einen gelüstet, mit ihm zu kämpfen, daß man dann mit einem Helden zu kämpfen hat. Solch ein Volk der großen, heiligen Einsatzfähigkeit, zu der eine „mutige Obrigkeit" im Sinne Goethes die Glieder des.Staates zu erziehen sucht, wird ohne ichsüchtige Hintergründe zugleich sich ein- setzen für die Ideale der Menschheit. Es wird aus jedem verzehrenden Feuer, wie Adolf Hitler sagt, „wie Platin herausragen". Einsatz ist und bleibt das beste formende Element für ein Volk und den einzelnen. Was aus der Vergangenheit am hellsten leuchtet, ist die Bereitschaft, die Tod und Hölle nicht fürchtet. Unsterblich strahlt das Opfer. Und was namenlos ist, ging ein in den Namen, der „Volk"/der Deutsche Nation" heißt, und auch das Namenlose half diesen Namen adeln und prägen. Die Würde des unbekannten Tuns hob und befestigte die Würde des Ganzen. So ist es auch heute! DOM.-Untergau 116 Gießen. Zu dem Führerinnen-Appell am 12. 11. treten alle Teilnehmerinnen um 15 Uhr am Studentenheim an. Die Tagung endet gegen 19 Uhr. Die Schulung am Sonntag, 13. 11., beginnt in den bekannten Schulungsorten um 8.30 Uhr. Für den Standort Gießen findet die Schulung in der Schillerschule statt. Antreten um 8.15 Uhr am Ludwigs- Platz. 3M.-!lntergau 116 Gießen. Alle Führerinnen des IM.-Untergaues 116, die selbständig Dienst halten, nehmen an der Führerinnentagung am 12. und 13. 11. in Gießen teil. Antreten am Samstag, 12. 11., um 16.30 Uhr, am Studentenheim, Leihgesterner Weg 16. Das fliegende Herz. Von Wilhelm Scharrelmann. Es war ein herrlicher Nachsommer, und in meiner Jungenskammer wartete ein wunderbarer Drache. Niemals, daß ich einen schöneren besessen hatte. Lange hatte ich an ihm gebastelt. Er war so groß, daß er mir bis an die Schulter reichte, und wenn jemand vielleicht Lust hatte, seinen Schweif ausrn- messen — bitte, sieben Klafter, jaha! Dabei sah chm niemand an, daß der Bindfaden, der die Papierwickel hielt, aus einer Unzahl kleiner Enden zusammengeknotet war. Wochenlang, daß ich an ihnen gesammelt hatte und sie in meiner Hosentasche aufbewahrt hatte neben allem anderen, was in der Hosentasche eines richtigen Jungen aufbewahrt zu werden pflegt. Aber das Schönste war der Stern aus Goldpapier, den ich auf den Drachen geklebt und aus dem Kasten gemaust hatte, in dem die Christbaumsachen aufbewahrt wurden, um alljährlich zu Weihnachten wieder zu neuem Glanze zu erstehen — groß wie eine Untertasse, achtstrahlig und kunstvoll ausgezackt. Nur der Bindfaden zum Steigenlassen! Da saß der Haken. Ihn zu kaufen, kam aus Gründen, die ich nicht zu nennen brauche, nicht in Betracht, und alles, was ich bisher gesammelt hatte, hatte der Schweif verschlungen. In weitem Umkreise waren selbst die kleinsten Enden selten geworden wie Briefmarken. Immerhin, auf etwa 20 Meter hatte ich es gebracht. Aber war das zu viel? Das fliegende Herz, wie ich den Drachen getauft hatte, verlangte mehr. Es würde steigen wie ein Adler — aber fünfzig mußten es mindestens sein. Guter Rat war teuer, und am kommenden Sonntag sollte es unbedingt feinen Jungfernflug in den blauen Septemberhimmel machen. Tina Feldmann hatte dann Geburtstag, und Tina war damals — (aber das kommt später). Zuletzt bot ich Heinz Thiemann meine Serbien an, 20 Para, orange. Ich wußte, daß niemand eine schönere und längere Drachenschnur besaß als er. Er besah sich die Marke, wischte sich die Nase mit dem Handrücken ab und sagte: „Wenn du mir eine alte Bremen oder Braunschweig dazu gibst — meinetwegen" Ich hatte immer gewußt, daß er ein Halunke war, und ließ ihn stehen. „Also gut", sagte er und kam mir nach. „Ich kriege die Marke, für immer, versteht sich, und leihe dir Sonntag bafüt meine Schnur. Abends kriege ich sie dann wieder." Tinb, die neben uns stand, sagte: „Oh, das ist aber —" Freie Bahn dem Tüchtigen! Von Kurt Huebner, Gaupressewalier der Deutschen Arbeitsfront. NSG. Der Reichsberufswettkampf 1939 hat begonnen. Alle Schaffenden melden sich in diesen Tagen zur Teilnahme. Viele haben vor fünf Jahren nicht verstanden, was die Hitler-Jugend mit der Durchführung des Reichsberufswettkampfes wollte und bezweckte. Heute ist das Verständnis für diese bisher einmalige Maßnahme, die wir in keinem anderen Lande der Welt kennen, allgemein. Zum sechsten Male wird der Reichsberufswettkampf für die deutsche Jugend durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurde er in Zusammenarbeit von Hitler-Jugend und Deutscher Arbeitsfront zu einem Wettkampf aller Schaffenden erweitert, so daß mir in diesem Jahre zum zweitenmal auch die Erwachsenen als Wettkampfteilnehmer finden. Als wir im Jahre 1933 eine ungeheuer große Zahl von Arbeitslosen vorfanden, konnten viele Menschen nicht verstehen, warum wir von einer notwendigen Leistungssteigerung sprachen. Das großartige Ausbauwerk unseres Führers hat aber schnell dazu geführt, daß nicht nur die Arbeitslosigkeit beseitigt wurde, sondern daß uns auch die Arbeitskräfte fehlen, um all die Arbeit für unsere Aufbaupläne zu erledigen. Es gilt heute, immer und immer wieder Kräfte frei zu machen. In stets steigendem Maße fetzen wir Maschinen ein, um die Arbeitsleistung zu steigern. Wir gestalten den Arbeitsvorgang so einfach, rei- bungs* und verlustlos wie irgend möglich. Aber wir können die Arbeitskraft des einzelnen Menschen nicht missen und suchen sie soweit wie möglich zu steigern. Durch die Berufserziehungsmaßnahmen der Deutschen Arbeitsfront haben wir hier hervorragende Erfolge zu verzeichnen. Die Arbeitsleistung wird besser und größer. Jeder wird dabei an den für ihn richtigen Arbeitsplatz gestellt. In erster Linie dient diese Arbeit dem deutschen Volke, das die Leistung für die Aufbauarbeit benötigt. Aber auch für den Betrieb ist die Leistungssteigerung von großem Wert. Schließlich dient sie dem Fortkommen des Ausgeblldeten. Der Reichsberufswettkampf bringt uns die große Ueberprüfung des Erreichten. In ihm kann jeder schaffende Deutsche sein Können zeigen. Wir sehen dabei, wie weit wir in unserer Arbeit gekommen sind und wo wir verstärkt ansetzen müssen. Dabei werden die besten Könner ihre Leistungsfähigkeit zeigen können. Die Auswahl bietet die Möglichkeit, daß die Besten unabhängig von irgendwelchen Momenten, die außerhalb der reinen Leistung liegen, freien Weg auf ihrer Berufslaufbahn und in ihrem Werdegang erhalten. So ist der Reichsberufswettkampf eine Angelegenheit reinsten Sozialismus. Wer hier zeigt, daß er mehr kann als andere, soll und muß die Förderung aller Stellen der Partei und des Staates erhalten. Der Reichsberufswettkampf heißt daher: Freie Bahn dem Tüchttgen! Frauenschast und Frauenwerk an der Arbeit. Oie Tätigkeit in den ersten Novembertagen. Gfs. Die einzelnen Arbeitsgruppen (Mütterdienst, Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, Kultur, Erziehung, Schulung und der Hilfsdienst) haben wieder energisch mit ihrer Arbeit begonnen. Der Arbeitsabend des Hilfsdienstes der Ortsgruppe Gießen-Mitte am 8.November stand völlig unter dem Eindruck der Führerrede. Die fleißigen Hände der Teilnehmerinnen umhäkelten bann noch zwölf Wickelteppiche für die NSV. * Die Ortsgruppe Gießen-Nord hatte am 9. November ihren fesselnden Gemeinschaftsabend und berichtet darüber: Die Frauen hatten sich zum ersten Gemeinschaftsabend im Cafö Leib zusammen- gefunden. Die Zellen- und Blockfrauenschastslette- pinnen hatten auf vielen Tischen die für den Karne - radschastsgau gestifteten-Sachen ausgestellt. Auch die Arbeiten der Ortsgruppe für den Weihnachtsmarkt wurden gezeigt/Man sah Puppenbetten, die sicher das Entzücken aller Mädelchen sein werden, geschmackvoll gebundene Photoalben, eine mit Sinnbildern bestickte schöne Leinendecke, die die Jugendgruppe gearbeitet hat, und allerlei sonstige wertvolle Handarbeiten. Nach dem Eingangslied sprach die Ortsfrauenschaftsleiterin, Frau 'S t a n ds u ß , von den jüngsten Ereignissen, daß gerade die letzte Zett uns spüren ließ, daß die Saat des Führers nicht umsonst gewesen sei. Das Thema des Abends galt darum dem Werden des Führers und seinem Werk. Die Jugendgruppenführerin erzählte von seinem Heran- reifen in glücklicher Kindheit, von der.Widerstandskraft in späteren schweren Tagen, von seiner Naturliebe. von seinem Sinn für das Bauliche und von all dem, was das Werden des Führers mktbe- stimmte. Vom Werk des Führers sprach dann die stellvertretende Frauenschaftsleiterin Frau M a a ck. Sie schilderte mit packenden Worten das gewaltige Ringen in den Kampfjahren, die Machtübernahme, die Befreiung der Wehrmacht von den Ketten, und sie brachte den Frauen durch klare straffe Ausdeutungen der letzten Ereignisse die große Staatskunst Adolf Hitlers und die durch sie bedingten Erfolge vor Augen. Es folgten Lichtbilder, die das Gehörte veranschaulichten. Man sah des Führers Elternhaus in Leonding, seine Spielplätze, die Schule und seine liebsten Wege, älteste Bilder aus der Kampfzeit, die Machtübernahme, die Tage von Potsdam, seine Bauten und schließlich sudetendeutsches Land und Volk und den Jubel um seinen Befreier. Das Gedicht „Mahnung" des Sudetendeutschen Pleyer, das Frl. Fuhr sprach, entsprach dem stillen Gelöbnis der Frauen zu weiterem Einsatz. Arn 10. November fand im „Burghof" zu Gießen eine Tagung der Ortsfrauen schaftsleite- rinnen und der Arbeitsgruppenleiterinnen des Kreises Wetterau statt. Die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e ermahnte am Anfang und am Ende der Tagung zu immer größerer Pflichterfüllung und nahm Bezug auf die große Führer-Rede am 8. November. Dann sprachen die Leiterinnen der einzelnen Arbeitsgruppen Die Arbeitsgruppen sind: Recht und Schlichtung, Hilfsdienst, Grenzland-Ausland, Presse und Propaganda, Mütterdienst, Rassenpolitik und Volkswirtschast- Hauswirtschaft. Frau Wrede bat dann um Gegenfragen aus dem Kreise der Zuhörerinnen, und sie gab selbst noch zu jedem Thema Erläuterungen und Erklärungen ab. Neu und sehr interessant für diesen Kreis wären die Ausführungen von Frau Düse - b e r g über Rassenpolitik. Am Ende standen noch die Besprechungen für den Weihnachtsmarkt. Alle Frauen trugen wieder neue Anregungen für ihre Arbeit mit nach Hause und bekamen einen Gesamtüberblick über die zu leistenden, sich immer steigernden Arbeiten. Aus dem Kreise Gießen. Gfs. Lich, 11. Noo. Nach den denkwürdigen Tagen irn September-Oktober kam die Ortsgruppe Lich „Misch dich hier nicht in Männergeschäfte, ja!" unterbrach Heinz Thiemann sie und stieß sie mit der Schulter weg. Am Sonntagmorgen fieberte ich vor Erregung, das fliegende Herz in der Luft zu sehen, und als ich ein Stück mit dem Drachen gegen den Wind gelaufen war, stieg er auch wie ein Falke. Mit klopfendem Herzen ließ ich mehr und mehr von der Schnur abrollen, und wenn er dabei auch jedesmal um ein paar Meter wieder sank und ins Taumeln geriet, stieg er doch von neuem, sobald sich die Schnur wieder straff gezogen hatte. Bald stand keiner der anderen Drachen so hoch wie der meine. Er zog an der Schnur, daß ich Mühe hatte, ihn zu halten. Zuletzt steckte ich den Stab, auf den die Schnur gewickelt war, wie einen Zelthering in die Erde und konnte nun gemächlich und zufrieden daliegen, mein Werk bewundern, in den blauen Herbsthimmel hinaufträumen und auf Tina warten, auf Tina, die heute Geburtstag hatte, und den zu feiern ich heute meinen Drachen hatte steigen lassen. Herrlich, wie er da oben stand! Was waren die der anderen Jungen gegen ihn? Man brauchte nur den einen zu beobachten, der ganz in meiner Nähe aufsteigen sollte und jedesmal, den Kopf voran, wieder auf die Erde herabsauste, wild und eigensinnig wie ein Ziegenbock! Stolz schwellte meine Brust, und nun kam auch Tina. Ich erkannte sie schon von weitem. Zur Feier des Tages hatte ihr ihre Mutter ein paar blaue Schleifen ins.Haar geknotet. Aber neben ihr ging — Heinz Thiemann, die Hände in den Taschen, einen nagelneuen Drachen über der Schuller. Immerhin. Ich machte in aller Eile einen „Brief" fertig, der Tina zu Ehren an der Schnur zu dem fliegenden Herzen hinaufgleiten sollte, sobald sie nur erst bei mir war. Langsam kamen die beiden näher. „Fang an aufzuwickeln!" befahl Heinz Thiemann. Ich traute meinen Ohren nicht. „Blödsinn!" erwiderte ich. ,^eute gehört die Schnur mir! Du hast doch meine Serbien dafür gekriegt." „Hol die Schnur ein!" wiederholte er und zog die Stirn kraus. „Deine dreckige Marke kannst du wie- öerfriegen." Eine Wut überkam mich. „Einmal geben, wiedernehmen, ist schlimmer als wie Stehlen", mahnte ich ihn. Es war einer unserer Kernsprüche damals. Aber er tat, als hatte er es nicht gehört, und lief, die Schnur unter dem Arm, über die Wiese, den Drachen einzuholen, meinen Drachen! Er trabte wie ein Füllen. „Und was sagst d^i dazu?" fragte ich Tina, bebend vor Entrüstung. Tina stand da, unschuldig wie ein Huhn, scharrte mit der Spitze ihres Mädchenschuhes in der Erde und sagte: „Tschöh, warum kaufst du dir nicht selber eine? Und zu meinem Geburtstag hast du mir auch nichts geschenkt!" „Geschenkt?" wiederholte ich tonlos. „Ich wollte doch meinen Drachen für dich steigen lassen." „Das ist auch was!" sagte sie, puhlle an einer verknitterten Titte herum und schob sich einen fiebrigen Bonbon in den Mund. Ich brachte fein Wort mehr heraus, brauchte es auch nicht, denn im nächsten Augenblick lief sie davon — Heinz Thiemann nach! Alle Besinnung verließ mich, und mit einem Ritsch hatte ich die Schnur mit meinem Taschenmesser durchgeschnitten, und das fliegende Herz begann wie eine frank geschossene Taube herabzutaumeln. Heinz Thiemann war verblüfft stehen geblieben. „Du bist wohl verrückt geworden?" schrie er mir zu. Verächtlich drehte ich mich um und ging nach Haufe. Mir war alles egal: die Schnur und mein Drache, Heinz Thiemann und Tina. Ja, Tina am meisten. Am Abend hatten mir die beiden das fliegende Herz hinter die Haustür gestellt. Das Papier hing in Fetzen daran herunter. Von dem Stern war feine Ecke mehr daran. „Bande!" sagte ich und schob den Rest hinter das Kopfstück meiner Bettstelle. So sah ich nichts mehr davon. Mit Tina sprach ich nicht mehr. Nie wieder! Sie mochte so niedlich sein, wie sie wollte, und sich alle Mühe geben. Untreue war Untreue, da gab es nichts zu reden. Wie? Das fliegende Herz mit feinem goldenen Stern gegen eine Tüte Bonbons? Hs hat lange gedauert, bis ich die Enttäuschung überwand, und ich mein Knabenherz eimal wieder in den blauen Himmel steigen ließ. Aber so oft es auch späterhin geschah — eine geliehene Schnur habe ich nie wieder dazu benutzt. "Seifftfiriffen. — Die deutsche Luftwaffe stecht im Mittelpunkt der neuesten Ausgabe der „I l l u ft r i r t e n Zeitung Leipzi g". Eine Reihe von Aufnahmen gibt einen Eindruck von der Bedeutung und Leistungsfähigkeit unserer Luftwaffe. Der Begleittext wurde von Dr. Heinz Orlovius, dem Pressechef im Reichslufttahrt- minifterium, verfaßt. Ein Bildbericht über den Tempelhofer Flughafen, den größten Luftbahnhof Europas, leitet über zu dem allgemeinen Teil, aus dem die Beiträge „Stuttgart — die schöne Stadt", „Mode oder Kleidkultur?" und „Wandernde Stadt", ein Besuch im Wanderzirkus, hervorgehoben seien. der NS.-Frauen schäft erstmalig in ihrem neuen Heim, dem N S - Kindergarten, zusammen. Die Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Schäfer sprach über die große Tat des. Führers und fügte die Ermahnung bei, nun doppelt freudig an all die neu- gestellten Aufgaben zu gehen. Weiter fand ein Ar- beitsabend für den Weihnachtsmarkt in Gießen statt. Es wurden Stof.ftteifen geschnitten, die zu Teppichen verarbeitet werden sollen. Mit großer Freude waren die Frauen an der Arbeit. Dom 15. Oktober ab lief auch ein Nähkursus, den Frl. Baader aus Gießern abhielt und der von 12 Mädchen und zwei Frauen besucht wurde. Mtt größtem Eifer waren alle Teilnehmerinnen, an der Arbeit. Gfs. Rodheim a. d. Horloff, 11. Noo. Der Gemeinschaftsabend der NS.-Frauenschaft 3m Zimmer bleiben! Ein hartes Wort für Kinder. Die winterliche Lebensweise ist ihnen gesundheitlich wenig bekömmlich. Blutarmut, Müdigkeit und Appetitlosigkeit sind die bekannten Merkmale. Deshalb geben Sie Ihren Kindern zur Kräftigung und Erhöhung der Widerstands- fähigkeit Bioferrin. ZbX < A > BAYER < E ) und des Deutschen Frauenwerkes fand dieser Tage statt. Lehrer Sommerlad sprach über feine Erlebnisse bei dem Einzug unserer Truppen im Sudetenland. Seine Ausführungen standen unter dem Motto des Führers: Um fein Recht bettelt man nicht, um sein Recht kämpft man! Der Abend mar für alle Teilnehmerinnen ein wahres Erlebnis. # Staufenberg, 11. Nov. Sell der Veröffentlichung der Verordnung über die Spatzenbekämpfung wird in unserer Gemarkung eifrige Jagd auf Spatzen gehalten. Bisher wurden 373 Spatzen abgeliefert. Die Gemeinde zahlt je Stück 5 Pfennig. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Der Frontaockel". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Tag nach der Scheidung". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die vier Gesellen". — Trerschutzverein Gießen: 20 Uhr Vorlesungssaal der Med. Deterinärklinik, Vortrag Prof. Dr. Jakob „Einiges über den Tierschutz". — Deutsche Jägerschaft: 17.15 Uhr „Jägeraufmarsch" aüf Os- waldsgarten. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Dichter und Bauer". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Tag nach der Scheidung". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die vier Gesellen". — Gesangverein „Heiterkeit", Gießen: 16 Uhr, Neue Aula, Jubiläumskonzert. — Ober- hessischer Kunstoerein, Gießen: 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr Ausstellung „Das alte und das neue Gießen". Zum lehlenmal „Der Fronlgockel". Heute abend findet die letzte Aufführung des großen Lustspielerfolges „Der Frontgockel" von Hans Fritz statt. Spielleitung Hans Geißler, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet zu kleinen Preisen statt, gleichzeitig für den KdF.-Feierabend- ring als 3. Vorstellung. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Spielptan des Stadttheaters • vom 13. bis 20. November. Am Sonntag, 13. November, findet die Erstaufführung der 3wetten großen Operette dieser Spielzeit statt. Es gelangt „Dichter und Bauer" von Franz von Suppe zur Ausführung. Die Operette wurde von Quebenfelbt und E. Rex textlich neubearbeitet. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Auf einem Gutshof der Steinzeit... In den letzten Monaten wurde bei Odstock in der Nähe von Salisbury in der englischen Grafschaft Wiltshire eine Niederlassung der Steinzeit von der Prähistorischen Gesellschaft ausgegraben, und aus den Funden ergab sich ein anschauliches Bild von dem Leben der Menschen, die hier um 200 v. Ehr. lebten und das Land bestellten. Die Niederlassung war der ,^raal" eines kleinen Häuptlings, wahr- scheinlich des Gefolgsmannes eines Herren einer der großen Bergfestungen der Gegend. Es war etwa ein Gutshof, zu dem 25 bis 30 Menschen gehörten, und nicht ein Dorf, in dem mehrere Besitzer wohnten. Diese Leute waren große Ackerbauer, die in einer Saison gegen 50 Tonnen Getreide einbrin« gen konnten. Man hat Ueberrefte von Weizen gefunden, aber es wurden auch Gerste, Hafer, Erbsen und Bohnen angebaut. Augenscheinlich war die Niederlassung in aller Ruhe aufgegeben worden, denn bei der Ausgrabung wurden keine Funde der Art gemacht, wie sie sich an solchen Stätten immer finden, wenn die Bewohner sie überstürzt verlassen hatten. Es fand sich auch keinerlei Spur einer kriegerischen Tätigkeit. Die Bewohner dieses Guts- hoches waren augenscheinlich sehr betriebsfam; außer den Spuren des Ackerbaues fand man auch solche von Haustteren, von Kühen, Schweinen und Ziegen und von einer großen Zahl von Pferden einer sehr kleinen Rasse. Innerhalb der Siedlung war ursprünglich ein großes Haus, ein Holzbau von 14 Meter Durchmesser mit einer äußeren Veranda, ferner ein zweites Haus von 9 Meter Durchmesser und eine Anzahl Holzbauten, die als Getreidespeicher dienten, sowie viele Vorratsgruben, von denen die größte fast 4 Meter tief war. Der Hauptzweck der Gruben war augenscheinlich, Getreidevorräte aufzunehmen. Das Getreide würde aber, wenn es in feuchter Sage gespeichert wurde, gekeimt haben, und so pflegten die Ackerbauer es in großen Oefen zu rösten, ehe sie es in die Gruben brachten. An der Erdoberfläche sind keine Reste von diesem Ofen erhalten geblieben, weil der Boden mehr als 1000 Jahre gepflügt worden ist, aber wenn die Oefen einstürzten, wurden sie in die Gruben geworfen, und hier sind ihre Ueberbleibsel aufgefunden. Es wurden auch Reste von Oefen entdeckt, die für das gewöhnliche Kochen benutzt wurden, ferner eine große Menge von Topf- scherben, Eisenmessern und Geräten aus Knochen verschiedenster Art. Besonderes Interesse erregte eine Fülle von Beweisstücken in der Form von Web- stuhlgewichten und Spindelwirteln, daß die Bewohner dieser Stätte Spinner und Weber gewesen sind. Es war augenscheinlich eine Gemeinschaft, die ihren wirtschaftlichen Bedarf im allgemeinen selbst deckte. hier das Sprichwort: Diel Wenig geben auch em Diel! Hasen, 6 Fasanen, 2 Feldhühner und 4 Enten, eine QUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIDOL-WERKE Nun wandte sich der Vortragende den einzelnen einer Seeschlacht, sinnreich formiert, die verschieden- Großer Beifall dankte dem Dortr-agenden für seine Langemarlkseier der Gießener Siudentenschast erkennen und zu erfüllen. räber- eld von Langemarck übertragen wurde. Im Anzahlungsverpflichtet. Die von dem Mieter vertreten« stige Fugend) um ein Ereignis von sinngebender Rechtsauffassung ist irrig; die von ihm angezogenen Kraft in seiner Geschichte ärm°r wäre. Aber wo l gesetzlichen Bestimmung existieren bezüglich des immer es geschah: eine falsche Deutung muh aus-'behaupteten Inhalts, nicht. 4 8 der der der des Ander des 175 Bei dem Aufmarsch am heutigen 12. November werden die oberhessischen Jäger dem Winterhilfs- wcrk als erste Teilspende übergeben: 5 Stück Rot- Mit dem gestrigen Vortragsabend im kunstwisien- schafllichen Institut der Universität eröffnete die Kreisgrup^e Gießen des NS.-Rechtswahrerbundes ihre diesjährige Winterarbeit. Der Kreisgruppenführer des NSRB., Oberstaats« anwalt K n a u ß , begrüßte als Gäste die Vertreter von Partei und Wehrmacht. Mit packenden Worten führte er den Bundeskameräden die geschichtlichen Erfolge vor Augen, die der Führer im Laufe dieses Jahres für Deutschland errungen hat. Das Gefühl der Dankbarkeit, das jedermann in sich trage, dürfe sich aber nicht in Worten erschöpfen, sondern jeder einzelne habe die Verpflichtung, seine Dankbarkeit U-Boot-Waffe vernachlässigt habe. Deutschland habe bereits zu Beginn des Krieges 27 U-Boote besessen, die technische Meisterwerke gewesen seien. Die Lei- Es ist schon so, daß ohne Langemarck das ganze deutsche Volk (nicht nur seine studentische und son- Schmoll als Frontoffizier Wesen und Wert von Langemarck als leuchtendes Sinnbild reinster Einsatzbereitschaft für Volk und Vaterland, und rief die Jugend auf, den durch den Nationalsozialismus wiedergeborenen Geist von Langemarck zu pflegen und tat- und opferbereit die Einheit des deutschen Volkes verwirklichen zu helfen, damit Langemarck als sinnbildliches Geschehen lebendigste Gegenwart bleibe. Die Schule ehrte durch eine Schülerabteilung mit einem am Gefallenendenkmal niedergelegten Kranz die Toten des Weltkriegs. entscheidenden Augenblick über sie verfügen zu können. In England besonders sei der Gedanke der Schonung der Wasserstreitkräfte ausgebildet. Eine solche Haltung habe nichts mit FeigheU zu tun. Srieffaften der "Reöaffion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. C. In G Hat der Mieter rechtswirksam zum 1. Dezember 1938 gekündigt, so muß er die Wohnung an diesem Tage bis gegen 12 Uhr geräumt haben; ist dies nicht geschehen, bleibt er weiter hinterließen. Mit Dank an Hauptmann a. D. F l o t h o schloß Kreisgrupvenführer. Oberstaatsanwalt K n a u ß, die gut besuchte Veranstaltung. genrot" wurden die Fahnen eingebracht. Gtudentensührer Frank eröffnete die Feierstunde mit einer kurzen chluß an die Uebertragung der Rede des Reichstudentenführers wurde unter gesenkten Fahnen und unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden der gefallenen Helden von Langemarck gedacht. Gleichzeitig wurden an der Ehrentafel im Vorhof der Aula Kränze niedergelegt. Sodann hielt Prof. Dr. Schmoll f tun gen der U-Boote, von denen im Verlaufe Krieges 391 am Feinde waren und von denen sanken, seien über alles Lob erhaben. Nun schilderte der Redner die Gefechtsarten: das Begegnungssprache, in der er darlegte, warum gerade Toten von Langemarck, der freiwillig in den Krieg gezogenen Studenten, Arbeiter, Bauernsöhne, Handwerker usw. an diesem Tage besonders gedacht werde. Spielleitung Gert Buchheim. Tänze: Thea Maaß. Leitung und Einstudierung der Chöre: Heinz Markwardt. Bühnenbild: Karl Löffler. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Außer Miete! Dienstag, 15. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr, zum letztenmal „Flachsmann als Erzieher", Komödie von Otto Ernst. Spielleitung: Dr. Hannes Razum. Dienstag-Miete, 7. Vorstellung. Mittwoch, 16. November, Buß- und Bettaa, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr: „Rigoletto", Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Inszenierung: Wolfgang Kühne, Chöre: Heinz Markwardt. Mittwoch-Miete, 8. Vorstellung. Donnerstag, 17. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: Erstes Orchesterkonzert des großen Städtischen Orchesters in Verbindung mit dem Konzertverein. Solistin: Maria Neuß, Berlin (Violine). Leitung: Professor Stefan Temesväry. Freitag, 18. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: zum letztenmal „Eine Frau wie Jutta", Lustspiel von Möller und Lorenz. Spielleitung: Karl Volck. Freitag-Miete, 8. Vorstellung. Sonntag, 20. November, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr: 5. Morgenveranstaltung Johann Sebastian Bach. Leitung: Heinz Markwardt. Sonntag, 20. November, Totensonntag, Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr: „Fidelio", Oper von Ludwig van Beethoven. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Außer Miete! Auch die 2. Reichsstraßensammlung ein großer Erfolg. NSG. Nicht nur die erste Reichsstraßensammlung für das diesjährige Winterhilfswerk brachte eine erhebliche Steigerung der Sammelbeträge, sondern auch die zweite Reichsstraßensammlung ergab gegen die des Vorjahres einen beträchtlich erhöhten Betrag. Insgesamt sammelten die Männer der Kampfformationen im Gau Hessen-Nassau 184477,21 RM. für das WHW. Witdspende der oberhessischen Jäger. Marinewesen und Seekriegsührung Vortrag im NS.-JZechtswahrerbund. Sckuke gepflegt, nickt nut geputzt, beides ecceickt, inet £x?dlx benutzt! feiern, sondern ihn im Stellungskrieg des nüchternen Alltags als Aufruf und Verpflichtung zu Unter außerordentlich starker Beteiligung veranstaltete gestern vormittag die Studentenführung der Universität in Gemeinschaft mit dem NS.-Reichskriegerbund' die diesjährige Langemarckfeier. Die Neue Aula der Universität zeigte sich aus diesem Anlaß im Schmuck frischen Grüns und vieler Blumen. An der Feier nahmen zahlreiche Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Behörden, viele Kameraden des NS.-Reichskriegerbundes, Dozenten und Studetenschaft der Universität teil. Unter den Klängen des Liedes „Seht ihr im Osten das.Mor- Nach einem Sinnspruch, der dem Charakter Feier dichterischen Ausdruck gab und das Opfer Toten von Langemarck würdigte, hörte man in Rundfunkübertragung die kurze Ansprache Reichsstudentenführers Scheel, die vom (St- rotten, % kg 7 bis 10 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 38, Feldsalat, ftio 8 bis 10, Tomaten, % kg 28 bjs 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 35 bis 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 42 Pf., Birnen 25 bis 40, Nüsse 50 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Gänse 1,10 bis 1,20, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 45 bis 50, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 dis 12 Pf. ** Wieder Bucheckern-Sammlung der Gießener Schulen. Das prächtige Wetter des gestrigen Freitag war für die Schulen unserer Stadt Veranlassung, noch einmal geschlossen hinauszuziehen in die Walder der Umgebung und dort Bucheckern zu sammeln. Um die Mittagsstunde kehrten die Kinder zurück, um die gesammelten Oelfruchtschätze in die gemeinsamen Behältnisse in den Schulen auszuleeren. Wenn auch die Beute der einzelnen Sammler nicht sehr groß sein konnte, so gilt doch befonbers bunte Strecke! Der Marsch der Jäger zur Kundgebung erfolgt vom Oswaldsgarten über Harst-Wesfel-Wall, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstrahl zur Senckenbergstraße. Abmarsch auf Oswaldsgarten um 17.30 Uhr. „OaS alte und das neue Gießens Ausstellung des Lunstvereins. Im Turmhaus am Brändplatz, im Ausstellungsraum des Oberhefsischen Kunstvereins, wurde in den vergangenen Tagen eine Ausstellung unter dem Titel „Das alte und das neue Gießen" vorbereitet. Die Ausstellung soll morgen eröffnet werden. Sie wird sicherlich allgemeines Interesse erwecken, denn in dieser Schau sind an Hand von Zeichnungen, Lichtbildern und vor allem in Modellen die Bauvorhaben zu überblicken, die sich die Stadt Gießen für die kommenden Jahre vorgenommen hat. Neben den Projekten der Stadtverwaltung (z. B. Verwaltungsforum, Sportstätte, Umgestaltung der Ecke Kaiserallee und Licher Straße usw.) sind auch die schönen Modelle zu sehen, die einen Eindruck geben sollen von zukünftigen Bauten für unsere Universität. Zeichnungen sind außerdem zu sehen, die in stimmungsvoller Weise das alte Gießen zeigen. Besondere Aufmerksamkeit verdient das große Modell des 23er» waltungsforums und der Gießener Sportstätte, die auf den Wiesen hinter dem Gericht erstehen soll. Der Gießener Bevölkerung wird mit dieser Ausstellung Gelegenheit geboten, alles das zu sehen, was auf der großen Bau- und Siedlungsausstellung in Frankfurt a. M. aus Gießen erstmalig gezeigt wurde und dort viel Aufmerksamkeit fand. Kreismusikerschast ließen. Aus Anlaß des „Tages der deutschen Hausmusik" veranstaltet die Kreismusikerschaft Gießen in der Reichsmusikkammer am kommenden Dienstag, 15. November, abends, in der Neuen Universitäts- Er wies auf den besonderen Umstand hin, unter dem die Toten von Langemarck starben, der aber nicht darin bestehe, daß die jungen Soldaten singend in den Tod gingen, sondern darin, daß dort erst- malig die deutsche Volksgemeinschaft leuchtend in Erscheinung trat. Damals, standen Bauer und Student, Arbeiter und Handwerker in bewußter Gemeinsamkeit, die • alle bisherigen Schranken überbrückte. Manche andere Armee mag größere Erfolge errurtgen haben, die Tat aber von Langemarck sei unvergeßlich durch die hohe Pflichtauffassung und die fast übermenschliche Hingabe der Stürmer an die große Sache. Das Deutschlandlied auf den Lippen sei ihnen ein heiliges Bekenntnis gewesen. „Für das neue, größere und bessere Deutschland gebe ich gern mein junges Leben", habe einer von ihnen geschrieben, der seine Worte mit seinem Blute besiegelte. Und so führe ein gerader Weg von den Langemarckstürmern zu den Helden von der Feldherrnhall« und zu Horst Wessel Uns aber, so schloß der Studentenführer, fei aufgegeben, den Namen Langemarck nicht nur als leuchtendes Symbol vergangenen Heldentums zu Wüsten und Hochländer, durch unwegsame Dschungeln im Märchenlande Indien, oder durch die Reis- selder des chinesischen Riesenreiches, erlebten sie 2Bunbert>inge aller Art, von denen Reisch mit Unterstützung zahlreicher Bilder und Filmstreifen interessante Ausschnitte und fesselnde Berichte zum Besten gab, die die Gefahren und unvorstellbaren Strapazen offenbarten, denen sich die beiden Weltenbummler in ihrem jugendlichen Forscherdrang ausgesetzt hatten und denen sie oft nur im letzten Augenblick entkommen waren. Die treffliche Beschreibung von Land und Leuten, Sitten und Gebräuchen ließ über die für den Automobilisten interessanten Schilderungen der Wege und Verkehrsmittel hinaus den Abend zu einem wertvollen Erlebnis werden, das durch die unbekümmerte Vortragsart Max Reischs eine eigene Note erhiell. (Siebener wochenmarktpreife. Kleine Strafkammer Gießen. Der O. K. aus Gießen hatte vom Amtsgericht Gieren wegen Sachbeschädigung in zwei Fällen eine Gefängnis st rafe von fünf Wochen erhalten. Während er einen Fall rechtskräftig werden ließ, legte er in dem Hauptpunkt der Anklage gegen dieses Urteil Berufung ein, die gestern vor der Kleinen Strafkammer verhandelt wurde. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, in einem hiesigen Betrieb, wo er beschäftigt war, den Hauptschalter eines Motors mutwillig hintereinander aus- und eingeschaltet zu Haden. Hierdurch entstand ein Kurzschluß, so daß der ganze Betrieb einige Stunden, bis zur Behebung des Schadens, stillgelegt werden mußte/ Zur Begründung seiner Berufung machte der Angeklagte geltend, daß er sich an dem Schalter vor dem Eintritt des Kurzschlusses nichts zu schaffen gemacht habe. Es konnte ihm jedoch durch die Beweisaufnahme nachgewiesen werden, daß er bereits früher an dem Schalter gespielt hatte, wodurch gleichfalls hin und wieder Kurzschlüsse eingetreten waren, Die Beweisaufnahme ergab weiter, daß der Angeklagte in unmittelbarer Nähe des Schalters gearbeitet hatte und eine andere Person als Täter nicht in Frage kommen konnte. Das Gericht hielt daher den Angeklagten für überführt und wies infolgedessen die Berufung als unbegründet zurück. Wetter hatte sich der I. H. D. aus Hochwerfel unter der Anklage der Tiergualerie zu verantworten. Der Angeklagte kam vor einiger Zeit mit feinem noch jungen Hund an sein eingezäuntes Gartengrundstück. In dieses waren fünf fremde Hühner eingedrungen. Während es vier Hühnern gelang, das Weite zu suchen, wurde das fünfte Huhn von dem Hunde des Angeklagtm gejagt. Als das Huhn ermattet war, gelang es dem Hunde, es zu packen. Der Angeklagte hatte deshalb wegen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz vom 24. November 1933 einen Strafbefehl in Höhe von 20 Mark erhalten. Gegen diesen Strafbefehl legte er Einspruch ein. Er hatte aber mit diesem Einspruch bei dem Amtsgericht Butzbach keinen Erfolg. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte daraufhin nun Berufung ein. Im Gegensatz zu dem erstinstanzlichen Gericht sprach die Kleine Strafkammer den Angeklagten frei, weil sie den § 1 des Tierschutzgesetzes nicht für gegeben hielt. 3n jede Familie die blaue Kerze! NSG. Das volksdeutsche blaue Weihnachtslicht, das weihnachtliche Symbol treuer Verbundenheit aller Reichsdeutschen zu den auslandsdeutschen Brüdern und Schwestern, darf auch in diesem Jahre unter keinem Weihnachtsbaum fehlen! Die blaue Kerze des VDA. (Volksbund für das Deutschtum im Ausland) wird schon gern in der Dorweihnachtszeit angeschafft, damit sie bereits am 1. Advent in den Familien als Schmuck aufleuchtet. Auch in diesem Jahr werden wieder die schönen, handgeschnitzten Kerzenhalter von auslandsdeutschen Schnitzern im Alpenraum geliefert. aula einen Musikabend, dessen Dortragsfolge von Schülern piefiger Musikerzieher und dem Schättler- Quartett bestritten wird. Auf die Bedeutung des Tages der heiligen Cäcilia, der im nationalsozialistischen Deutschland eine stehende Einrichtung geworden ist, sei besonders hingewiesen. Der Reiner- trag des Konzertes fließt dem Winterhttfswerk zu. Mit dem ».elektrischen Fahrstuhl" um die Welt. Llchtbildervorlrug der Sektion Gießen des DDAC. Der Wiener Student der Geographie, Max Reisch ist mit feinem Freunde Hellmuth, von dem er in luftiger Weise immer erzählte, daß er jetzt bei den Soldaten fei, mit einem kleinen Serienwagen, oder wie die Chinesen das Auto nennen, mit einem „elekttischen Fahrstuhl" rund um die Erde gefahren. Am gestrigen Freitagabend berichtete Reisch in der vollbesetzten Aula Der Universität, auf Einladung der Sektion Gießen des Deutschen Automobil- Clubs, im Tempo eines Kraftfahrers, in einer erfrischenden, von gesundem Humor beschwingten Art von seinen Auto-Abenteuern in den vier Erdteilen. Die Zurücklegung von rund 41 000 Kilometer um den Erdball war zwar kein beabsichtigtes Abenteuer, sondern vielmehr eine automobilistilche Ausgabe. Nachdem er bereits 1933 mit seinem Motorrad eine ähnliche Reise nach Hinter-Jndien unternommen hatte, sollte diesmal die Auffindung eines Auto- weges südlich vom Himalaja-Gebirge nach Ostasien eine Pionierleistung werden. Da der alte Kulturaustausch zwischen Asien und Europa über die Sei- denstraße durch den neuen Anlieger Sowjetrußland unmöglich gemacht worden ist, wollten diese jungen Studenten neue Wege auffinden, was ihnen teilweise auch geglückt ist. Nach dem Start in Wien ging die eigentliche Fahrt von Palästina, von Beirut, durch die Syrische Wüste und das Zweiströmeland nach Baadad, quer durch Persien und im Dreieck durch Afghanistan bis Kabul und schließlich über Peschawar - südlich am Himalaja-Gebirge vorbei bis Kalkutta, durch Burma und das riesige Reich der Mitte nach Schanghai. Damit war das eigentliche Ziel erreicht, und da sie schon einmal so weit weg von Hause waren, so erzählte der Redner freimütig, suchten sie auch gleich Japan auf und bekamen schließlich auch die Erlaubnis, von 2)oko- hama, an Hawai vorbei, quer durch die Staaten von Nordamerika, von San Franzisko bis Neuyork, und dann per Schiff nach Hause zurückzukehren. In zwei Jahren legten sie mit ihrem Waaen rund gefecht, das Parallelgefecht, das Kreiselgefecht und als wichtigstes die T-Stellung. Der letzten Gefechtsart hätten es die Russen zu verdanken, daß sie im Jahre 1905 vernichtend von den Japanern geschlagen wurden. Man müsie sich immer eine T-Stellung erkämpfen. Diese Aufgabe des Flottenchefs sei aber, wie alle seine Aufgaben, besonders schwer, da auch er meistens über die genaue Stellung des Gegners im Unklaren und die Entwicklung einer Seeschlacht nicht im voraus zu bestimmen sei. Es sei ein geschichtlicher Fehler gewesen, daß man nicht bereits 1914 die deutsche Flotte gegen die Engländer geschickt habe. Der Landkrieg hätte sich dann anders gestaltet. Erst 1916 habe Admiral Scheer die Haltung der Flotte ändern können. Nun entwarf der Redner ein lebendiges Bild von der großen Schlacht am Skagerrak, die ein Ruhmesblatt in der deutschen Flottengeschichte ist, und die unter größtem Einsatz von 99 deutschen Schiffen gegen eine Uebermacht von 150 Schiffen unter Jellicoe zu einem geschichtlichen Erfolge gestaltet wurde. Hätte damals England gesiegt, dann hätte Rußland mehr unterstützt werden können. Die rote Revolution geschaltet werden, die Vorstellung, daß diese jungen Menschen mit leichtem Schritt, oder gar tänzelnd, singend und jauchzend in den Tod gingen. Eine solche Vorstellung geht an den Wirklichketten vorbei, denn diese jungen Soldaten brauchten mehr als' andere eine innere Kameradschaft. Es darf in Gießen, gerade hier in der Aula der Universität mit ihren großen Erinnerungen einmal gesagt werden, daß auch die 3. Kompanie des Reserve-Jnfanterie-Regiments 22 2, das bekanntlich hier aufgestellt worden war und etwa zur Hälfte aus Studenten der Alma Mater und Schülern der Höheren Lehranstalten bestand, am 3. Dezember 1914 beim Sturm auf Mala Mierczonska bei Lodz unter Führung von Bankdirektor Grießbauer das Lied der Deutschen fang; es ist auch hier und da sonst noch vorgekommen. Mit einer Erinnerung an Werner Beumelburgs Buch „Der Tod von Flandern" und die dichterischen Worte in jenem Buche über die Toten von Langemarck — wie auch mit dem Hinweis auf die Zeit der großen Opfer von Hunderten, die für das Großdeutsche Reich gebracht und deren am 9. November ehrfurchtsvoll gedacht wurde, schloß der Redner seine inhaltsreiche Ansprache. Mit dem Gruß an den Führer und nfit den Liedern der Nation fand die Feierstunde ihren Abschluß. Feier in der Lanaemarckschule. Das ehemalige Realgymnasium, das als Oberschule für Jungen seit dem 8. 1. d. I. den verpflichtenden Namen Langemarckschule trägt, veranstaltete am gestrigen Jahrestag des in den deutschen Mythos eingegangenen Sturmes auf Langemarck eine eindrucksvolle Gedenkfeier. Orchester und Chor wirkten würdig mit Wehners kraftvolle Mahnworte an die deutsche Studentenschaft und weihevolle Kriegsgedichte ließen die Erinnerung an Langemarck lebendig werden. In einer packenden Ansprache wertete Pg. Professor Dr. wäre dort nicht ausgebrochen, es hätte vielmehr auch in Versailles mitaesesfen, und Ostpreußen wäre Schiffstypen zu, die eine Flotte bilden, und die in bann, seinem alten Wunsche gemäß, russisch ge- -------worden. nichts weniger am Platz, als große Worte zu machen. Nach der Forderung unseres Führers sollen wir uns nur zurückerinnern an eine Zeit, deren Heldentum das überwältigendste Bekenntnis zur Kraft idealer Motive darstellte. Die deutsche Studentenschaft gedenkt des Tages von Langemarck und damit des Einsatzes und des Dpfergangs der jungen Mannschaft deshalb, weil der Name heller leuchtet als mancher andere Name aus dem Kriege. Einer der wenigen Ueberlebenben hat gesagt: „Wenn sich der Erinnerung des deutschen Volkes einzelne große Schlachtennamen anbieten, so deshalb, weil sie mehr als Schlachtennamen sind. Sie tun es, weil sie im Rahmen des gewaltigen Ringens einen unverlierbaren Sinn erhalten haben, der "über sie hinaus in die große Geschichte des deutschen Volkes weist." Weitere solche Nämen sind Tannenberg und Verdun. Das Merkwort aber für den Ausbruch des deutschen Volkes, wie er sich aus dem Schwung feiner Jugend heraus im Willen zur Front befurwete, ist und bleibt Langemarck. Merkwürdig ist dabei noch dies, daß Langemarck nicht genannt wird wegen der sieghaften Tage im April 1915, in denen es mit stürmender Hand wirklich genommen wurde, sondern wegen des Spät- herbsttages, an dem trotz aller Blutopfer die Trümmer des rauchenden Dorfes grau und unbezwungen, ja, unerreichbar vor der Front blieben. Daraus geht hervor, daß der Ruf von ßan-gemarcf nicht künstlich erzeugt, sondern Mythus ist, in dem sich ein tiefer, lebendiger Sinn offenbart Jene jungen Regimenter waren erst im August 1914 neugebildet worden, und in ihnen stand nur knapp ein Drittel altgebienter erfahrener Wehrmänner. Geist unb innere Bewegung biefes Marschblockes waren burch die nur notdürftig ausgebildeten Kriegsfreiwilligen bestimmt. Diesen jungen Soldaten standen beste und bewährte britische Formationen gegenüber. Die Erfahrung des Gegners konnte durch Idealismus und jugendliche Begeisterung allein kaum ausgewogen werben So brückte der deutsche Heeresbericht vom 11." November in seiner bekannten militärischen Kürze ein Stück schwerstes Fronterleben aus: „Westlich von Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesang Deutschland, Deutschland über alles" gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie." Manche nachträgliche und, nüchterne Stellungnahme zu den Ereignissen von damals wird der Tatsache von Langemarck nicht gerecht. Es wird dabei eines übersehen, daß der rechte Sinn des Lebens sich nicht errechnen läßt, sondern erst in der Liebe unb im Opfer auileuchtet. Und was, wie hier auf dem Schlachtfelds vor sich geht, das vollzieht sich zwir schcn Gott und dem Sterbenden ganz persönlich, ist ein Geheimnis. Wenn kein Opfer für Volk und Vaterland zu groß ist, dann ist auch bei Langemarck kein Soldat umsonst gefallen, dem es mit dem Deutschlandlied auf den Lippen ernst war. Und ein Leben, das sich einer großen Sache opfert, ist auch in der Jugend schon vollendet. * G i e ß e n, 12. Nov. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische Kühlhauseier 11, Wirsing, % kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, Weißkraut, % kg bis 6 Pf., 50 kg 4 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben und Kasten Aufgaben zu übernehmen haben. „ „ Der Redner wandte sich besonders gegen den ausgezeichn-ten und lebendigen Ausführungen, die Vorwurf, daß Deutschland vor dem Kriege die bei den Zuhörern einen nachhaltigen Eindruck undDamwlld 102 Rehe, 2 Füch e, i Dachs, 303 durch eifrige Mitarbeit in seinen Verbänden zu be- R 9 ,,„X A re-nUr. »in» zeugen. Mtt dem Sieg-Höll grüßte die Versammlung den Führer. Hierauf sprach der Redner des Abends, Hauptmann a. D. F l o t h o aus Frankfurt a. M., über „Marinewesen, Seekriegsführung und die Skagerrakschlacht". Eingangs betonte der Redner, daß die Bauzeit eines Kriegsschiffes der Seekriegsführung auch ihren Stempel aufgedrückt habe. Da Kriegsschiffe nur schwer zu ersetzen seien, so sei man immer auf die Schonung der Flotte bedacht, um im als Vertreter des NS.-Reichskriegerbundes die Ansprache im Mttelpunkt dieser Feier. Seinen Worten sei folgendes entnommen: Nicht weniger als 10 500 Tote ruhen auf dem Friedhof von Langemarck, die mit ihrem Leben das Wort bezeugten: „Deutsch- n ------ land muß leben und wenn wir sterben müssen" 41 000 Kilometer zurück. Auf dieser Fahrt durch diel Angesichts jenes Opfers, fo sagte der Redner« ist Bücheriisch. — Elly Rosemeyer-Beinhorn: Mein Mann, der Rennfahrer. Der Lebensweg Bernd Rofemeyers. Mit 78 Bildern. Brosch. 3,50 Mark, Leinen 4,80 Mark. Deutscher Verlag, Berlin. — (412) — Ein Leben voll Kampf, voll rauschender Erfolge, getragen von dem stürmischen Willen zum Einsatz: das war d-as Leben des Rennfahrers Bernd Rosemeyer. Jäh hat den Siebenundzwanzigjährigen das Geschick aus der Siegesbahn'geschleudert. Durch den Tod von ihrem Manne getrennt, hat Frau Rosemeyer-Beinhorn ein Buch zu seine-m Gedächtnis geschrieben. Es ist gewinnend echt in der Wiedergabe der ersten Begegnungen, die hier zwei junge Menschen sich finden ließen. Es ist schön und stark in der Art, wie Elly Beinhorn von der Natürlichkeit, der Selbstlosigkeit, der von Ruhmsucht freien Tapferkeit ihres Bernd spricht und wie sie in der Erinnerung an die Zeit ihres höchsten Glückes mit Fassung abbricht. — Marineblau und Khaki. Der Helden- kampf der „Königsberg". Don Peter Eckart. 144 Seiten. Mit 16 Bildern auf Kunstdrucktafeln. 1938. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Leinen 3,80 RM. —(343) — In einem der Mündungsarme des Rufidji an der Küste Ostafrikas liegt, von tropischem Schlinggewächs umwuchert, ein stählernes Wrack: der deutsche Kreuzer „Königsberg", der dort nach heldenhaftem Kampf 1916 von der Besatzung verlassen und gesprengt wurde. Die Geschichte dieses Kampfes, der in Kämpf nicht nur gegen einen vielfach überlegenen Feind, sondern auch gegen mannigfache Ungunst der Verhältnisse war, gegen Kohlenmangel und Maschinenschäden, gegen Fteoer und Krankheit, schildert Peter Eckart auf Grund deutscher Darstellungen, englischer Veröffentlichungen und mündlicher Berichte von Teilnehmern im ersten Teil seines Buches. Der zweite Teil ist dem Anteil gewidmet, den die überlebende ,Königsberg"°Besatzung an den Kämpfen zu Lande nahm und bei denen vor allem auch die von dem Wrack geborgenen Schiffsgeschütze ein gewichtiges Wort mitsprechen konnten. Dann war es das historische Verdienst der Königsberg", einen Ueberfall auf die Kolonie von Seeseite her bei Kriegsausbruch verhindert und dadurch die Organisation des Widerstandes ermöglicht zu haben, so daß erst 1916 der allgemeine Angriff mit voller Wucht einsetzte. Bildhaft und anschaulich liest sich der abenteuerlich erregende Bericht, der mit interessanten Bildern aus dem ostafrikanischen Feldzug illustriert ist. — Prof. Bastian Schmid: Begegnung m i't T i e r en. 2. Aufl. mit 56 Bildern auf Tafeln. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis geh. 3,80 RM., Leinen 4,90 RM. — (427.) — Durch Jahrzehnte hindurch mit Hunderten von Tieren verbunden, erzählt der weltbekannte Tierpsychologe von der Seele seiner Freunde aus dem Tierreich: Wir erfahren, wie der Vogel im Ei erwacht und schon in seinem kleinen Kerker seelische Belebtheit zeigt, wie sich Triebe und Instinkte regen und wie er zu lernen beginnt. Ein junger Brüllaffe lebt im Sommer auf den Bäumen des Gartens in völliger Freiheit, im Winter im Haus, anschmiegsam un>d liebenswert, zur Familie gehörig. Wir erforschen mit Bastian Schmid die ungewöhnliche Nasenleistung des Hundes, lernen den singenden Fuchs Karo kennen ... Jedes Tier hat seinen Lebensstil, seine Gewohnheiten, jedes ist eine Persönlichkeit und zugleich eine andere Form der Ausstrahlung urpsychischen Wesens! — Sinar Wallquist: Der Lappendok- t o r. Preis in Leinen gebunden 4,80 Mark. Verlag I. Engelhorns Nachfolger, Stuttgart. — (353) — Der Verfasser war 24 Jahre alt, als er sich entschloß, eine aussichtsreiche Laufbahn als Großstadtarzt in Stockholm mit der mühevollen Stellung eines Distriktsarztes in Arjepluog, hoch oben im Norden der schwedischen Lappmark, zu vertauschen. In kurzer Zeit erwarb er sich dort das Vertrauen der in einer kargen Landschaft in Schnee und Eis ihrer gefahrvollen Arbeit nachgehenden Lappen und Schweden. Von seinen ost merkwürdigen Erlebnissen, Taten und Meinungen berichtet er in einer Menschlichkeit, die ihn selbstbescheiden im Hintergründe läßt und seine Leistungen und Erfolge als etwas Selbstverständliches betrachtet. Dieses Buch ist denn auch mit seinen teils vergnüglich-komischen, teils abenteuerlich-spannenden, teils erschütternd-ernsten Begebenheiten nur geschrieben worden, um dem für uns fast unvorstellbar schwere Lebell de? Lapp.» marksbewohner ein Denkmal zu setzen. — Kurt Ziesel: Verwandlung der Herzen. Preis kartoniert 3,80 Mark, Ganzleinen 5,20 Mark. Verlag Otto Janke in Leipzig C 1. Mit diesem Erstlingswerk eines jungen OesterreicherS erhält das menschliche Erlebnis der Nachkriegszeit die Auseinandersetzung mit der Generation derer, die im Kriege noch Kinder waren, die ohne Väter 0 Apparate und Reparaturen w Zentral-Rundfunk Bahnhofstr. 58,1m Hause Brinkmarin und Mütter an den Fundamenten eines neuen Le- bensgefühls bauen mußten, eine kraftvolle Gestaltung.' Schmerz und Glück einer großen Liebe, dis tiefe Läuterung durch Verzicht auf eigenes Schicksal, Tvd und Auferstehung, Landschaft und Heimat, Schönheit und Einsamkeit der Natur klingen zusammen. Mit Verhaltenheit und auch überquellenden Lebensfreude werden wir durch einen mächtigen Strom der Verwandlung aller Herzen und Seelen geführt, mitten in den Herzschlag unseres Volkes, die den Weg bereiten helfen, der zur Gemeinschaft und zu einem neuen Lebensgefühl führt. EINIGE VORTEILE DES BANKKONTOS: 1. Ihr Geld ist in sicherer Verwahrung 4. Sie haben ein eigenes Scheckbuch 5. Die Bank Bank 6. Die Ein Bankkonto lohnt sich auch für Sie! \u*t 5 Städt. Betriebe Gießen Telefon 2058 Gartenstraße 3 Jederzeit anwendbar: z. Saatgut und z. 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Erster Direktor war der jetzt an der Universität Berlin wirkende Professor Dr. von Eicken, ihm stand als ärztlicher Mitarbeiter der damalige Oberarzt und gegenwärtige Direktor der Klinik Professor Dr. Brüggemann zur Seite. Nach dem Weggang Professor von Eickens nach Berlin wurde Professor Dr. Brüggemann am 1. April 1922 zum Nachfolger auf dem Lehrstuhl und zum Direktor der Klinik berufen. Zu den Mitarbeitern, die neben dem damaligen Oberarzt Dr. Brüggemann von Anfang an bis auf den heutigen Tag im Dienste der Klinik stehen, gehören noch der Operationsgehilfe Karl Storck, die Oberschwester Hedwig M a r t i n i u 5 und das Hausmädchen Mathilde Merz. Von jeher bestand in der Ohrenklinik zwischen allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein auf schönster Kameradschaft aufgebautes Verhältnis, das den Gemeinschaftsgedanken im Bereiche' der Arbeit allezeit in den Vordergrund treten und wirksam werden ließ. Das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke ist also nicht nur ein bedeutsamer Abschnitt im Dienste der Kranken und unserer Gießener Universität, sondern zugleich auch ein bemerkenswerter Meilenstein auf dem Wege der Arbeitskameraden in der Erfüllung ihrer dienstlichen Aufgaben. Bei dem Bau der Klinik waren die Einrichtungen auf die Erfordernisse für 32 stationäre Kranke bemessen. Jedoch schon kurze Zeit nach der Eröffnung zeigte sich ein weit höherer Zustrom an Patienten, so daß die Klinik bis auf den heutigen Tag stets eine ansehnliche Mehrbelegung mit Kranken aufweist. Diese Tatsache hat im Verlaufe der Jahre zu einigen Aenderungen in der Verwendung der verschiedenen Räume geführt. Wer damals bei der Eröffnung die Räume der Klinik durchschritt, wird heute ein zum Teil ganz anderes Bild wahrnehmen. Das Erdgeschoß enthält jetzt, an Stelle der früheren Wohn- und Wirtschaftsräume, eine Reihe von klinischen Einrichtungen, die für die Patienten von größter Bedeutung sind. Vor allem ist hier das Inhalatorium hervorzuheben, das in ein Einzel- und in ein Rauminhalatorium gegliedert ist. In dem Einzelinhalatorium haben die Kranken eine An- Blick in das Inhalatorium. zahl Plätze zur Mund- und Naseninhalation zur Verfügung, während in dem Rauminhalatorium Gelegenheit zum gleichzeitigen Inhalieren für mehrere Personen gemeinsam geschaffen ist. Nebenan ist ein vollkommen schallsicherer Raum eingerichtet, der mit den modernsten Apparaten für die feinsten Gehörprüfungen versehen ist. Mit Hilfe dieser Apparate können auch die kleinsten Reste von Hörfähigkeit bei tauben Personen ermittelt und damit die Möglichkeiten zur ärztlichen Behandlung festgestellt werden. Weiter enthält das Erdgeschoß den Bestrahlungsraum, der alles aufweist, was die moderne Wissenschaft auf diesem Felde der Medizin geschaffen hat und zur täglichen Praxis gebraucht. (Allgemeine elektrische Schwitzbäder, Kopf- und Halslichtbäder, Solluxlampen, Höhensonnen usw.l Im Parterrestock befinden sich die Lehrräume und die Poliklinik Hier befinden sich eine Reihe von Arbeitsplätzen, wo die Aerzte die ihnen zur poliklinischen Behandlung zugewiesenen Kranken empfangen, um ihnen mit Rat und Hilfe beizustehen. Die Einrichtungen in der Poliklinik ermöglichen die gleichzeitige Teilansicht des Bestrahlungsraumes; ein Patient unter der Solluxlampe. Gesamtansicht der Universitäts-Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke. II W ' • W1 .■ **. ■ . Hl ■ j.j. . > X' C gesagt, nicht nur eine fortdauernd stärkere Belegung als ursprünglich vorgesehen, zu verzeichnen, sondern die Inanspruchnahme weist auf allen Gebieten der Klinik ein stetes Ansteigen auf. Dafür als Beispiel nur einige Zahlen: Im Jahre 1935 fanden 1382 Aufnahmen statt, 1936 waren es 1563, und 1937 zählte man 1667. Die Zahl der Verpflegtage beliej sich 1935 auf 13 944, im Jahre 1936 auf 14 857, im Jahre Behandlung einer Anzahl von Patienten. Täglich kann man hier einem starken Zustrom von Kranken aus Stadt und Land gerecht werden. Ein Hörprüfungsraum und ein Vorbereitungsraum sind wichtige Ergänzungen des Behandlungssaales. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich die Lehrräume der Klinik, bestehend aus Hörsaal, Kurszimmer, Vorbereitungsraum, Bibliothek und Kleiderablage für die Studenten. Ferner befindet sich im Par- terreftocf das Zimmer des Pförtners. Das erste Stockwerk enthält die Räume des Direktors (Warte-, Sprech- und Behandlungs-Zimmer), ferner auf der rechten Seite die Kinder- und Frauenstation, während sich im linken Flügel der Operationssaal, das Sterilisationszimmer und ein weiteres Behandlungszimmer für klinische Patienten befinden. In dem Operationssaal sind alle Einrichtungen vorhanden, die zur gleichen Zeit die Arbeit der Aerzte an drei Operationstischen ermöglichen. Im zweiten Stockwerk sind die Stationen für die Männer untergebracht. In der Hauptsache sind hier Gemeinschaftszimmer mit vier bis acht Betten eingerichtet, ferner ein Aufenthaltsraum für solche Patienten, die nicht mehr bettlägerig sind. Außerdem befindet sich noch in diesem Stockwerk die Privatabteilung. Im dritten Stockwerk bildet das Laboratorium den wichtigsten Teil der Einrichtung, aber auch das Zimmer mit Röntgen-Apparaten und eine Dunkelkammer sind bedeutsame Bestandteile dieses Gebäudeteils. Ferner befinden sich hier Wohnräume der Aerzte und Schwestern. Eine Jsolierstation für Patienten mit Infektionskrankheiten hat in dem Gebäude keinen Platz gefunden und ist in der Heilstätte Seltersberg untergebracht, die durch Personalunion in der Stelle des Direktors mit der Ohrenklinik verbunden ist. Die Einrichtungen der Klinik machen auf jeden Besucher den Eindruck, daß hier für die Patienten und ihre Hoffnungen auf Heilung von den Aerzten und den Schwestern alles getan wird, was in Menschenkraft liegt. Neuerdings hat der Leiter der Klinik noch eine Stimm- und Sprachlehrerin für sprachgestörte Kinder und Erwachsene zur Mitarbeit eingestellt, deren Aufgabe darin besteht, den Lisplern und Stotterern, den Schwerhörigen und den Ertaubten Sprech- und Ablesekurse zu erteilen. Wie bedeutsam dieser Teil der Klinikarbeit sich auswirken kann, wird durch die Tatsache deutlich, daß die Zahl der sprachgestörten Kinder erheblich größer ist, als man allgemein annimmt. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat es sich in dankenswerter Weise bisher angelegen sein lassen, auf diesem Gebiete der Ohrenklinik seine volle Unter» stützung zuteil werden zu lassen. Er hat dadurch die Anerkennung der Stadt Gießen zum Ausdruck gebracht für die wertvolle Hilfe, die den sprachgestörten Kindern aus Gießen durch diese Einrichtung der Ohrenklinik bisher gebracht wurde und ihnen auch weiterhin zukommen wird. Die Klinik hat von Anbeginn an, wie bereits 1937 auf 16 000. An poliklinischen Behandlungen wurden im Jahrs 1934 insgesamt 12 020, im Jahre 1935 aber 13 059, im Jahre 1936 bei 4956 Aufnahmen sogar 14 081 und im Jahre 1937 bei 7520 Aufnahmen insgesamt 15 035 gezählt. An Kopflichtbädern, Halslichtbädern, Ganzlichtbädern, Sollux und Inhalationen waren 1937 linsgesamt 11 944 Behandlungen zu verzeichnen. Die Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke kann also am Schlüsse ihres ersten Dierteljahrhunderts auf ein anerkennenswertes Wirken im Dienste der Kranken und zur Steigerung des Ansehens unserer Universität zurückblicken. Dringend notwendig erscheint aber auch dem Besucher vor allem eins: nämlich die Errichtung eines Erweiterungsbaues, damit der in allen Teilen der Klinik sichtbar zutage tretende starke Raummangel behoben wird. Man kann daher am Jubiläumstage der Klinik, neben der Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit und den wohlverdienten Glückwünschen an deck Leiter und feine Mitarbeiter, nur noch den besonderen Wunsch hinzufügen, daß es ihnen vergönnt sein möchte, ihre Tätigkeit in möglichst naher Zeit in einer durch den Anbau eines erhofften Flügels wesentlich erweiterten Klinik noch mehr als bisher entfalten zu können. Bl. Blick in die Poliklinik. — (Aufnahmen f5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) (Nachdruck verboten!, 31. Fortsetzung. „Oh — eigentlich gar nichts! Noch nicht, jedenfalls. Ich warte noch immer auf das Ergebnis meiner übrigen Nachforschungen. Aber ich dachte mir, es könnte nicht schaden, wenn du ihn wieder ein bißchen unter die Lupe nimmst." „Er sieht recht gut aus! Es kann ihm also nicht schlecht gehen!" „Hast du mit ihm gesprochen?" „Ei sicher! Wir haben uns reizend unterhalten. Er läßt dich grüßen, Charly." , „Vielen Dank!" verneigt sich Meßdorfs spöttisch. „Dieses Märchen dürste dir nicht einmal unser Stift von der Portokasse glauben. Ehrlich,„Irene hat er dir irgendeine Antwort gegeben?" „Unsinn! Ich habe ihn natürlich nicht angesprochen. Er hat mich gar nicht bemerkt. Jetzt tut mir's eigentlich leid!" .. „Na, er würde nicht gerade liebenswürdig gewesen sein! Das kann ich dir versichern! lacht Meßdorff. Irene sieht ihn erstaunt an. „Ja, aber waram denn nicht? Und wenn ich nun mit ihm gesprochen Hätte? Kannst du dir überhaupt vorstellen, daß ein Mann nicht liebenswürdig zu mir ist?" .,3rene, laß den faulen Zauber! Gib klare Antwort!" Er reifet sie hart am Arm herum. „Laß mich! Du bist brutal! Willst du mir blaue Flecken verschaffen?" „Irene... du darfft alles tun, was dir behagt, aber du darfst mir feine Komödie Vorspielen!" „Tu ich doch nicht! Das weißt du doch ganz genau! Ich habe nur einen einzigen Menschen auf der Welt lieb, und das bist du! Du kannst dich auf mich verlassen!" „ , -."Hüte dich, mich zu betrügen! Bei geschäftlichen ^l!19en,.^rt aller Firlefanz auf! Verstanden?" Sie sieht ihn eine Weile schräg von unten her an'n?Qnn erschauert sie leicht. , ..Eharly, warum drohst dufragt sie endlich. Wie W Mil MM W Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. „Weißt du nicht, weshalb ich das alles tue? Warum gehe ich hin und spioniere für dich? Weil ich dich liebe! Warum schmücke ich mich und will schön sein? Für dich ganz allein! Begreifst du nicht, daß eine Frau immer neu, immer lockend und voller Geheimnis sein muß, wenn sie geliebt werden will?" „Ja, ja", wehrt er ungeduldig ab. „Das weiß ich ja! Ich liebe dich... und du liebst mich! Aber..." „Ja, Charly... nur dich liebe ich. Du warst mir gleichgültig, als ich dich kennenlernte, es war eine Heirat um des Geschäftes willen. Das weißt du so gut wie ich. Aber das ist anders geworden. Manchmal wundere ich mich selbst darüber. Glaub mir's.. jetzt liebe ich dich ... dich ganz allein ... über alle Vernunft hinaus! Ich glaube, ich könnte für dich sterben!" „Na, na! Nicht so große Töne! Das verlangt keiner von dir!" „Es ist sehr dumm, daß ich dir das sage, ich weiß es, aber du sollst mir nicht immer mißtrauen! Du sollst nicht immer so... kalt zu mir fein! Immer hast du eigentlich nur deine Geschäfte im Sinn!" „Aber Irene!" Er küßt sie flüchtig auf die Stirn. „Das ist doch alles Unsinn! Ich tu's ja für dich! Und sieh mal: Geschäft ist Geschäft. „Das muß eine Frau wie du doch begreifen können!" Irene lächelt leicht. „Warum willst du das gerade mir erklären? Ich habe doch alles das geerbt von Großvater, was Vater nicht mitbekommen hat an geschäftlicher Begabung. Ich verstehe ohne weiteres, daß Geschäft und Liebe zwei verschiedene Dinge sind. Wer nicht hart sein kann, wird auch nicht groß. Aber... du sollst manchmal auch mir gehören. Mir ganz allein!" Meßdorff küßt ihr die Hand. „Ich besitze nicht nur eine schöne... sondern auch eine überaus kluge Frau! Ich bin nur gespannt, was Karajan in Dresden will!" ,Zch habe das Gefühl, daß er irgend etwas tn Dresden unternimmt, Charly. Zu feinem Privatvergnügen hält er sich nicht hier auf. An deiner Stelle würde ich auf alle Fälle versuchen, herauszubekommen, was er eigentlich vorhat. Er sah tadellos aus. Es muß ihm gut gehen. Vermögen aber besitzt er nicht--also muß er schließlich irgendwo arbeiten." „Sei ohne Sorge, Kind! Wir find schon ungefähr im Bilde. Er baut sich eine neue Fabrik auf. Das weiß ich bereits." Irene sieht sich aufs höchste überrascht um. „Eine Fabrik?... Ist das ein Spaß?" „Mit solchen Dingen spaße ich nicht." „Ja... aber woher hat er denn das Geld?" „Alle Rechnungen werden von Wangenheim bezahlt. Ein Strohmann natürlich. Wer dahinter- steht—? Keine Ahnung." „Wirst du von Wangenheim auch nicht herausbekommen. Was will Karajan denn fabrizieren?" „Preßstoff." „Aber das ist doch seine unmögliche Erfindung von damals? Ist er denn irrsinnig, noch einmal Geld hineinzustecken?" „Er hat ein neues Patent erteilt bekommen. Wie sich das praktisch auswirkt, ist nicht abzusehen. Er kann dabei alles Kapital verpulvern, er kann aber auch in dem Augenblick ein steinreicher Mann werden, in dem die Sache wirklich produktionsreif ist, denn seine Grundidee war nicht schlecht!" „Charly — das sind ja herrliche Aussichten! Wer weiß davon noch?" „Du und ich! — Sonst niemand. Alle andern wissen nur Bruchstücke, mit denen nichts anzufangen ist." „Und was willst du tun?" „Zunächst mal gar nichts. Ich warte ab. Ist seine Erfindung noch nicht fertig — das halte ich für das wahrscheinlichste — bann kann uns die ganze Sache gleichgültig sein. Dann hat der Herr Karajan wieder irgend jemand eine runde Million aus der Tasche geschwätzt." „Und wenn die Sache etwas taugt?" „Dann — Frau Irene Meßdorfs —" er küßt sie leicht auf die Schulter — „bann gibt es nur zwei Wege: entroeber bie „Union" zumachen unb sich irgenbroo zum Kohlbauen nieberlassen--" „Scheußlich! Aber wenn bu dabei wärst, ließe sich's ertragen!" „—ober bem Herrn Karajan bie Sache einfach abzujagen." „Stehlen?" „Bist bu närrisch? Auf ganz legalem Wege' Wie —? Ja, bas weiß ich noch nicht, aber du kannst dich darauf verlassen, baß ich schon Mittel unb Wege finde, wenn es so weit ist." „Und du bist nicht bange, daß es schiefgehen könnte?" Er lacht kurz auf und zerdrückt sehr sorgfältig seine Zigarette in bem Aschenbecher aus weißem Marmor, ber auf bem Frisiertisch steht. „Nein, Irene. Nicht im mindesten. Diese Gefahr— ich will dir's ehrlich sagen — macht mir bas Leben überhaupt erst lebenswert." Irene sieht ihn nachdenklich an. „Das ist ein gewagtes Spiel, das du da treibst, Charly, unb ich würde mir bie Sache an beiner Stelle lange überlegen. Papa barf jebenfalls nichts bavon erfahren. Vergiß nicht, baß er fein Geld im gleichen Augenblick zurückziehen würbe, in bem er merkt, baß bu bie ,Union* einer Gefahr aussetzt. Er spricht überhaupt in ber letzten Zeit ein! wenig fonberbar von bir. Hast bu nicht großö Kapitalien abgehoben?" „Wir finb ganz verschiedene Naturen", weicht Meßborff aus. „Ich war so töricht, bas offen zuzugeben, als wir barüber sprachen. Aber nun mach bir keine Sorgen, Kinb! Ich werbe schon ben richtigen Weg finben. Auf alle Fälle ist Karajan von uns so scharf beobachtet, baß wir sehr bald wissen werben, ob seine Ersinbung mehr taugt als bamals, als wir soviel Gelb baran verloren." „Davon bin ich fest überzeugt." „Ich noch nicht. Aber warten wir ab! Du ziehst bich um? Willst bu fort?" „Wir sind nach Meißen eingelaben! Kommst bu nicht mit?" Er zieht bie Uhr. „Tut mir leib! Entschulbige mich bitte bei deiner Freundin! Ich muß noch heute nach Berlin zurück. Aber übermorgen bin ich wieder hier!" „Also wieder allein!" seufzt Irene.— Jenes Gespräch hinterläßt doch einen stärkeren Eindruck bei Meßdorff, als er es gern wahrhaben möchte. Er kennt bie geschäftlichen Fähigkeiten seiner Frau ganz genau, er weiß, baß sie mit angeborenem Instinkt erahnt, wo sich Gefahren ober auch neue Möglichkeiten ergeben. In ber Beziehung ist sie ganz bie Enkelin bes alten Dibriksen. (Fortsetzung folgt!) ■M Fußball der Vezirksstaffel Gießen Dor. des Die Kreisklaffen im Kampf um die Punkte fein. 3m Kampf Burg—Steinberg Ehringshausen—Sinn. Nach der Leistung der Frohnhäuser vom sonntag wird man im Lager der Grünweißen gut tun, sich auf einen Kamps vorzubereiten, der alles (JUL Sehersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen .mn ♦ Langsdorf, 11. Noo. Unter Leitung Sängerkreisführers Rincker (Nonnenroth) hielt der edngerf reis „Chatti a", zu dem 25 Der- eine gehören, im Saale der „Traube" seine Herbst- tagung ab. An der Versammlung nahmen insge- samt 70 Vertreter teil. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Kneipp erstattete Sängerkreisführer Rincker den Jahresbericht. Er wies darauf hin, daß besonders darauf geachtet werden müsse, junge Sänger heranzuziehen, um eine Ueberalterung der Vereine zu vermeiden: den Chormeistern machte er zur Pflicht, Lieder aus dem Hessischen Liederbuch einzuüben. Nachdem Zellenleiter Fabian die Grüße der Partei überbracht hatte und ein Rund- gang durch Langsdorf unternommen worden war, berichtete nach der Mittagspause Kreischormeister Stein (Lich) über feine Eindrücke bei dem Gau- fängerfest in Gießen. Er gab Kenntnis von der künftigen Art der Durchführung der Wertungs- und Lei- stungssingen und teilte die Richtlinien mit, die hier« für durch den Gau gegeben wurden. Der Sänger- kreis wird fein nächstes Wertungssingen am 14. Mai 1939 in Laubach abhalten. Dm Jahre 1939 sollen die Vereine aus Anlaß des 150. Geburtstages des fite« derkomponisten Silcher eines seiner Lieder ein» üben. Im Laufe des Nachmittags kam Provinzführer Wendler (Bad-Nauheim) und sprach in grundsätzlichen Ausführungen zu den Sängern. Worte des Dankes widmete er dem Kreisvorstand Mosel deutscher Schwergewichtsmeister Anw Kölblin in zwölf Runden ausgepunttet. Aus der engeren Heimat. Kathnnenmarkt in Butzbach. * Butzbach, 12.Nov. In der Zeit vom morgigen Sonntag bis zum kommenden Dienstag findet in Butzbach wieder derKathrinenmarkt statt. Da Diehmärkte immer noch nicht abgehalten werden können, wird der Kathrinenmarkt in diesem Jahre lediglich aus Krammarkt und V o l k s f e ft bestehen. Die Geschäfte werden am Sonntag geöffnet fein. Das Volksfest wird Gelegenheit zu angeregter Unterhaltung geben. Sier Generationen in einem Hause. K Steinbach, 12.Nov. Am morgigen Sonntag, 13. November, kann Frau Maria Sophia Schneider, geb. Reuschling, ihren 90. G e • burtstag feiern. Die OOjähnge ist die älteste Einwoherin unserer Gemeinde und erfreut sich guter Gesundheit, sie ist für ihr Alter körperlich und geistig noch sehr rüstig. Dor 70 Jahren, am 14. Mai 1868, heiratete sie ihren Gatten Karl Schneider, der In der Bezirksstaffel Gießen weist die Termin- liste diesmal nur vier Spiele auf. Ein Zeichen, daß das Programm der Vorrunde bald abgelaufen ist. Ende November ist dies denn auch soweit, wo nach Abwicklung von noch zwei weiteren Spielsonntagen zur Halbzeit geschritten wird. Bis dahin ist es nur noch ein kurzer, aber um so schwererer Weg für die Mannschaften, die sich bei der Vergebung des Titels eines „Herbstmeisters" bewerben. DfV.-Reichsbahn—Frohnhausen Bissenberg—1900 fünf Jahre älter war als sie und 1923 starb. Frau Schneider lebt im Hause ihres Sohnes Georg Jakob Schneider, Vereinsführer des Gesangvereins „Germania". Unser Blld zeigt die vier Generationen, die im Hause Schneider leben. Frau Schneider hat ihrem Manne neun Kinder geboren, sechs Knaben und drei Mädchen. An schweren Zetten und viel Mühe und Arbeit ist ihr Leben reich gewesen, chr Lebensabend ist licht durch die Liebe der Ihren. Wir wünschen dem Geburtstagskind Glück und Segen. — (Aufn.: Döll.) Am gleichen Tage feiert Herr Karl Balser V., Landwirt, seinen 7 5. Geburtstag. Herr Balser ist noch von erstaunlicher Rüstigkeit und Gesundheit, so daß er von früh bis spät in der Landwirtschaft tätig sein kann. Da seine Gatttn 1934 gestorben ist, hat' er selbst, kinderlos, seinen Neffen Louis Mack II. und dessen Familie bei sich im Hause. Auch ihm herzliche Glückwünsche. Weiter feiert am Montag, 14. November, Frau Marie Elisabecha Keßler, geb. Fink, Ehefrau des früheren Maurers Heinrich Keßler V., ihren 7 7. Geburtstag in guter Gesundheit. Sie ist chrer Tochter Frau 'Marie Schön, nebst ihrem Manne eine ^vertvolle Hilfe in der Arbeit. Die Eheleute Keßler konnten vor drei Jahren ihre Goldene Hochzeit feiern. Herzliche Glückwünsche auch an Groß- mutter Keßler! Gängerkreis „Chaitia" hält Herbsttagung. Rhein-Mainifche Börse. Mttlagsbörse still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 11. Nov. Obwohl Angebot nur noch stellenweise, z. T. allerdings in größeren Beträgen herauskam, war anderseits auch die Kauf- ncigung noch sehr schwach, so daß der Aktienmarkt nach den Rückgängen der letzten Tage noch keine durchgreifende Erholung aufwies. Vielmehr war die Entwicklung uneinheitlich und nach wie vor vom Zufall abhängig. Die Umsätze hielten sich weiterhin m engsten Grenzen, wie auch die Kursabweichungen im allgemeinen nur vereinzelt mehr als 0,50 bis 1 v. H. betrugen. Schwach lagen jedoch Metallgesellschaft, die nach Minus-Ankündigung schließlich 4 v. H. zurückgingen auf 119, wobei es sich offenbar um jüdische Verkäufe gehandelt hat. Auch Scheideanstalt büßten 2 v. H. auf 204 und DG.-Farben 1 v. H. auf 150.13 ein Am Montanmarkt waren Verein. Stahl auf 108,13 (107,75), Klöckner um 1,25 v. H. auf 118,25 erholt, Mannesmann jedoch 0,40 v. H. niedriger mit 111,65. Ma- chinenaktien bröckelten zumeist 0,50 v. H. ab, mit sich bringt. Beim Spiel Bissenberg—1900 ist dies nicht weniger der Fall. Für Bissenberg gilt es, sich durch entsprechendes Abschneiden weiterhin in der Spitzengruppe zu behaupten. Auch das Spiel in Burg, wo Watzenborn-Steinberg anzutreten hat, steht ebenfalls unter diesem Einfluß. Hier ist die Lage jedoch so, daß man ziemlich sicher mit einem Sieg der Teutonen rechnen kann. Sinn muß zum drittenmal zum Gegner reifen. Das ist diesmal insofern angenehmer, da es nach Ehringshausen geht, wo ein Sieg wahrscheinlicher ist, als bei den beiden vorhergehenden Spielen. VfB.-Reichsbahn 1—Oranien Frohnhausen I. Ein spannendes Treffen findet auf dem Waldportplatz statt. Der Gegner, Oranien Frohnhausen, ;at am Sonntag gegen den Tabellenführer ein großes Spiel gezeigt und stand ihm in keiner Weise nach. Die Mannschaft ist durch ihre Spieler, die vom Militär abginaen, verstärkt und verfügt über eine enorme Schnelligkeit, gepaart mit Wucht und Schußvermögen. Die beiden Verteidiger sind sehr stark. Das Unentschieden gegen den Tabellenführer gibt den besten Aufschluß über die wahre Spiel- tärke der Mannschaft Die Grünweißen, die wieder eine starke Mannschaft zu stellen in der Lage sind, können aber mehr, als das Ergebnis des Sonntags zeigte. Es darf auf eigenem Platze kein Spiel mehr verloren werden, wenn die Grünweißen noch ein Wort bei der Vergebung der Meisterschaft mitreben wollen. Technisch bürften-bie Grünweißen bem Gegner ein ganzes Stück voraus, haben. Es wird mit einem spannenden Kampf zu rechnen sein, dessen Ausgang völlig ungewiß ist. Bissenberg—1900. Nach der großen Machtprobe gegen den Sportverein Wetzlar, müssen die Blauweißen diesmal wieder auswärts. Der Gegner ist der Turn- und Spielverein Bissenberg. Daß dieser Kampf dem vom Dorsonntag in nichts nachsteht, geht aus der Erinnerung des Vorjahres noch deutlich hervor. Damals war die Situation nämlich dieselbe, denn Die Berliner Deutschlandhalle, die im Winterhalbjahr 1938/39 schon eine Reihe großer Kamps- abenbe ber Berufsboxer veranstaltet hat, erlebte am Freitagabend einen Höhepunkt ber Saison mit bem Kamps um bie beutsche Schwergewichts-Meisterschaft zwischen bem Titelverteidiger Arno Kölblin und seinem Herausforderer Walter Neusel. Die riesige Halle war ausverkauft, als die Rahmenkämpfe begannen. Rund 15 000 Zuschauer füllten die weiten Range. Es wurde durchweg guter Sport geboten. Im Hauptkampf des Abends hotte sich der schon 31jährige Westfale Walter Neusel durch einen über zwölf Runden errungenen knappen, aber verdienten Punktsieg über Kölblin zum erstenmal die Deutsche Meisterschaft. Lauter Beifall empfing die beiden Gegner Arno Kölblin (94,2 kg) und Walter Neusel (90,5 kg). Dor» her wurde eine Reche alter Meister wie Hans Brei- tenfträter, Paul Samson-Körner, Franz Diener und Hein Müller, sowie Europameister Heinz Lazek im Ring vorgestellt. Dann ertönte ber erste Gong. Im Ring stand als Unparteiischer Walter N i s p e l (Berlin), während Noack, Seewald und Wieser das Amt des Punktrichters versahen. Der Titelverteibi- aer hatte sich offensichtlich etwas vorgenommen. Er übernahm sofort ben Angriff unb hielt seinen Gegner mit linken Geraben auf Distanz. Mit geringem Punktvorsprung ging der Sachse schließlich in bie brttte Runbe. Aber schon jetzt zeigte sich, mit welch ungeheurem Ehrgeiz Neusel kämpfte. Langsam, aber sicher setzte er sich mit seinen Körperhaken durch und nahm damit seinem Gegner mehr und mehr die Luft. Wegen zu tiefen Abduckens erhielt der Westfale eine Verwarnung, brachte bann dem Titelverteidiger eine Rißwunde am rechten Jochbein zu und hotte sich, verbissen vorwärts stürmend die 6'., 7. unb 8. Runde. Erst in ben beiden letzten Runden wachte Kölblin plötzlich auf unb zwang seinen Gegner zu heftigem Schlagabtausch Fuß bei Fuß. Aber Neusel hielt gut mit unb verteibigte seinen knappen Punktvorsprung bis zum Schlußgong. Unter großem Jubel wurde der Westfale als neuer deutscher Schwergewichtsmeister im Ring vorgestellt. 1. Arelsklasse. Heuchelheim—Lollar Großen-Buseck—Klein-Linden Wißmar—Rodheim Lollar II—Garbenteich Muschenheim—Lich SA..Kampfspielgemeinschaft—Hungen. / 2. Lreisklasse. Ettingshausen—Geilshausen Saasen-Nieder-Ohmen Flensungen—Göbelnrod (Gesellschaftsspiel) Harbach—Grünberg Grüningen—Treis Staufenberg—Heuchelheim II. Wiederum stehen spannende Kämpfe in Aussicht, die ihre Anziehungskraft nicht verfehlen dürften. Lollar reist nach Heuchelheim unb sollte stark genug sein, einen knappen Sieg zu lanben. Klein-Lmben wird in Großen-Buseck nicht um eine Nieberlage herumkommen. Wißmar dürfte erwartungsaemäß feinen, erften Sieg erringen können, da Rooheim tark zttrückgefallen ist. Lollars Reserve wird sich kaum gegen die starken Gäste aus Garbenteich durchsetzen können. Lich sollte das Zeug in sich haben, auch in Muschenheim zu bestehen. Die SA. muß sich anstrengen, wenn es zum ersten Sieg reichen soll, denn der Gegner ist sehr stark geworden. Geilshausen trägt in Ettingshausen das zweite Spiel aus Der Gegner wurde am Sonntag vernichtend geschlagen, wir rechnen daher mit einem Etappen Sieg der Gäste. Auch bei bem Spiel in Saasen Dürften die Gäste auf Grund ihrer bisher gezeigten Leistungen einen knappen Sieg herausholen können. Obwohl es bei bem Spiel in Flensungen keine Punkte zu holen gibt, ist mit einem knappen Sieg der Gäste zu rechnen. Harbach wirb sich bie Gelegenheit, von Grünberg zwei Punkte zu erringen, nicht nehmen lassen. Die Grüninger erwarten Treis unb sollten allein auf Grund des Platzvorteils knapp gewinnen. Heuchelheims Reserve hat in Staufenberg wenig Aussicht auf Sieg. Heuchelheim I — Collar I. Wiederum muß bie Lollarer 1. Elf einen Gang nach auswärts antreten. In Heuchelheim trifft die Elf auf einen ihrer stärksten Rivalen im Punkte- fampf. Beide Mannschaften waren' von jeher schon bestrebt, einander den Sieg strettig zu machen. Dies für seine Arbeit im Dienste ber Sängersache. Landkreis Gießen # Mainzlar, 11.Nov. Für 40jährige Tätigkeit im Dienste der Reichsbahn wurde der Stattons- meifter Ludwig Schrnulbach mit bem goldenen Treudienst-Ehrenzeichen unb ber dazu gehörigen Urkunde ausgezeichnet. Die Heber- reichung des Ehrenzeichens unb der Urkunde erfolgte durch ben Vorstand des Betriebsamtes I, Reichs- bahn-Oberrat Wilke. s. Lang-Göns, 12. Nov. Am nächsten Mitt- woch, 16. November, vollendet unser Mitbürger Konrad Wilhelm R o mp f, Dbergaffe, sein 8 4. Le- b e n s j a h r. Der alte Herr ist körperlich verhätt- nismäßig noch rüstig und verrichtet noch manche leichte Arbeit im Haushalt. Dem Zeitgeschehen folgt er mit großer Anteilnahme, unb er interessiert sich noch für alles. Wir wünschen unferm britt- ältesten Mitbürger noch einen sonnigen Lebensabend. > Holzheim, 12. Nov. Am gestrigen Freitag, 11. November, konnte ber langjährige Nachtwächter unb Faselwärter i. R. Konrad Reitz IX. in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 7. Geburtstag feiern. Der alte Herr, ber seit seinem 65. Lebensjahr im Ruhestand lebt, ist noch sehr rüstig unb verrichtet noch allerlei kleinere Arbeiten in ber Landwirtschaft. Ebenfalls in körperlicher unb geistiger Frische kann am morgigen Sonntag, 13. November, unser Mitbürger Konrab G ö r l a ch seinen 72 Geburtstag feiern. Beiden Jubilaren unfern herzlichen Glückwunsch. £ Beltershain, 12. Noo. Morgen wird unser Mitbürger Heinrich Rühl, Bahnwärter i. R., 7 7 Iahre alt. Herr Rühl, ber über drei Jahr- zehnte im Dienste ber Reichsbahn stand, befindet sich noch körperlich und geistig wohlauf. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich. BMW. 0,75 v.H. höher mit 147. Don Elektrowerten gingen AEG. auf 118,90 (119,75), Felten auf 136,75 (137,50) zurück. Sonst kamen noch Zellstoff Waldhof mit 129,75 (128,25), Westdeutsche Kaufhof mit 105,50 (104,75), Conti Gummi mit 204 (202), Reichsbank und DDM. mit unv. 193 bzw. 180 zur Erstnotiz. Am Rentenmarkt waren die Umsätze gering. Reichsaltbesitz zogen bei einiger Nachfrage um 30 Ps. an auf 131,10, hingegen Kornmunal-Um- schulduna halbamtlich weiter nachgebend auf 93,55 (93,60). Am Pfandbriefmarkt lagen die Kurse unverändert, die beiden Frankfurter Liquidationswerte leichter, Hyp. Bank 100,90 (101), Pfandbrief- Bank 100,75 (101). Stadtanleihen unb Staats- papiere lagen still. Industrie-Obligationen waren z. T. leicht gebessert, schwach aber 5 v. H. Eisenbahn-Bank mit 78 (81). Der Freiverkehr lag still. Niedriger Katz & Klumpp mit 99 bis 101 (100 bis 102), anderseits Ufa 86,50 (85,75). Tagesgelb unv. 2,25 v. H. Abendbörse still. An ber Abendbörse kam es nur zu kleinem Geschäft in einzelnen Werten, größtenteils war die Kursbilbung ohne Umsatz. Vereinzelt bestand weiterhin etwas Deckunosbebürfnis, im übrigen war die Unternehmungslust bei anhaltend geringer Kunb- schaftsbetelliguna mit Rücksicht auf den Wochenschluß sehr bescheiden. Die Kurse lagen gegen den Mittagsschluß nicht ganz einheitlich. Metallgesellschaft weiter etwas erholt auf 120,50 (119,50), anderseits zeigten Holzmann einen Rückgang um 1 v. H. auf 151,50. Don Montanwerten waren Mannesmann 0,65 v. H. höher angeboten mit 112,50, ebenso Hoesch 0,25 v. H. unter dem Millagsschlußkurs mit 118, ferner bröckelten Verein. Stahl auf 108,75 (109) ab. Maschinenwerte lagen gut behauptet, etwas höher Rheinmetall mit 137,50 (137), aber Demag 0,50 v. H. leichter mit 149,50: JG -Farben blieben mit 150,75 (150,65) gut behauptet. Sonst notierten u. a. Bemberg mit 137,50 (137), Gesfürel mit 136,50, Licht unb Kraft mit 140, dement Heidelberg mit 155,50 und unverändert lagen auch Bankaktien. Don Renten kamen nur 6 v. H. IG- Farben mit unv. 121 zur Notiz, Reichsaltbesitz waren 10 Pf. unter dem Mittagskurs mit 131 gefragt Rundfunlprogramm Sonntag, 13. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.45: Front gegen das Dogma. 9: Deutsche Meister. 9.45: Dichter unserer Zeit. 10: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 10.30: Chorgesang. 11: Ruf der SA. Morgenfeier ber SA.-Standarte 99. 11.45: Das Tier unb wir. Unterhaltsames unb Belehrendes aus dem Frankfurter Tiergarten. 12.15: Musik am Mittag. 14: „Heut' fahren wir ins Märchenland." Unsere Jungmädel fingen, spielen unb scherzen. 14.30: Uns gehört ber Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melo- oten. 15.15: ,% Burglen uf ber Höh'. Alemannisches Landschaftsbilb. 16: Klingender Reigen aus bem Sudetenland. Bunter Dolkstumsnachrnittag. 18: „Bin i net e schöner Dareroälber Bue?" Eine Sendung aus ber Heimat bes Odenwalbes. 18.45: Es klingt von Hof zu Hof. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: „Lobetanz." Ein ba mußten bie Blauweißen die gleichen Spiele hm- tereinänber auf des Gegners Platz austragen. Mit welchem Erfolg ist auch noch in bester Erinnerung. Brachten bie damaligen beiben Erfolge doch bie Tabellenführung ein. Diesmal kann bies nicht ber Fall fein, ba burch bie geringe Anzahl ber ausgetragenen Spiele noch ein Rückstanb aufzuholen ist. Hm bies jedoch möglich zu machen, bedarf es ber Wiederholung des Vorjahrssieges. Ob und inwieweit dies allerbings möglich sein wird, muß abge« wartet werden, ba die genaue Aufstellung der Elf zur Zeit noch nicht enbgüüig genannt werden kann. Der Abgang von Sack unb bie neuerliche Verletzung von Löbsack machen eine Umstellung erforderlich, die noch nicht gefunden ist. Mit Herbst, Pankok, Lippert, Koch, Ouick, Rensing, Schellhaas, Krämer, Zeiler, Hormel, Heuser wird sie aber am wahrscheinlichsten fein. Burg I — Teutonia Steinberg I. Zum zweitenmal müssen die Teutonen nun morgen ins Hinterland. Erst am letzten Sonntag haben die Steinberger bie Erfahrung gemacht, baß ein Punktgewinn in ber dortigen Gegend schwierig ist. Burg ist wohl nicht so spielstark wie gerade Frohnhausen, aber es wird morgen alles daransetzen, um nicht einen abermaligen Punktoerlust zu erleiden. Zweifellos wird Burg den Teutonen alles abverlangen. In ben bisher ausgetragenen Pslichtfpie- len waren die Platzbefitzer meist die Unterlegenen. Die Marmschäft wird nun morgen alles baran- setzen, um ihre Position zu verbessern. Ob ihnen bas gelingt, erscheint jedoch fraglich, zumal sie am vergangenen Sonntag zwei Spieler durch Verletzung bzw. Herausstellung verloren. Der notwendige Ersatz wird fehlen: Burg hat keine Mette Mannschaft. Steinberg hat berechtigte Aussichten auf einen Sieg, der jedoch hart erkämpft werden muß. Die reifere Spielweise ber Teutonen sollte bestimmend fein für den Spielausgang. Die Elf spielt in der gleichen Aufstellung wie am vergangenen Sonn- tag. DfV.-R. II — Fronhausen ü. Bei dem Spiel der Reserven gibt man den Grün- weißen ein Plus, da die Mannschaft sehr gut aufgestellt wurde, während der Gegner meistens auf ältere Leute zurückgreifen muß. BfB.-B. III—Krofdorf I. Die Grünweißen empfangen einen Gegner, der zwar noch nicht lange spielt, jedoch unberechenbar ist. Die Mannschaft ist stark, jedoch stärker sind die Grünweißen, denen ein glatter Sieg zuzutrauen ist. Bissenberg II—1900 II. Beim Spiel der Reserven müßten die Blauweißen zu einem Siea kommen, wenn sie ihre Aufgabe genau so ernst nehmen, wie am Dorsonntag in der zweiten Halbzeit in Weklar, wo aus einem 4:0» Rückstand noch ein Unentschieden wurde. dürfte auch dem morgigen Spiel den Stempel aufdrücken. Wenn die Lollarer Elf sich wieder zu jenem stilvollen Kampf aufschwingt, ben sie in Heuchelheim in ihrem letzten Freundschaftsspiel zeigte, so dürfte ihr, wie damals, der Sieg kaum streitig gemacht werden können. Collar II — Garbenleich I. Es ist dies ber erste Punktekampf, ben die Lollarer 2. Mannschaft in dieser Spielserie bestreitet. Die Spielstärke ber Elf ist daher noch wenig bekannt. Fällt bie Mannschaftsbesetzung halbwegs günstig aus und wirb noch das Plus des Platzvorteils ausgenutzt, so sollte die Elf ihrem morgigen Gegner ben nötigen Widerstand zu leisten wissen. Collar 1. HJ.-Mannsch. — 1900 2ahJ.-Manusch. Vormittags kämpfen bie Jüngsten des Sportver- eins um die Punkte ber Bannmeisterschaft. Auf Grunb der seitherigen Leistungen der Jugend-Elf, die sie schon in einigen Spielen gegen beachtliche Gegner zeigte, sollte ihr ber Sieg kaum zu nehmen um die Bannmeisterschast im Fußball. Für den morgigen Sonntag sind im Kampf um die Bannmeisterschaft folgende Spiele angesetzt: Gruppe I: I. HI. VsB.-R. — la HI. Spvgg. 1900; HI. Klein-Linden — HI. Tv. Heuchelheim. Gruppe II: I. HI. Watzenborn-Steinverg — la HI. Spvgg. 1900; HI. Allendorf (Lahn) — HI. Tv. Großen-Linden. Gruppe III: HI. Treis (Lumda) — HI. Londorf: HI. Sv Lollar — Ila HI. Spvgg. 1900. Gruppe IV: HI. Lich — HI. Garbenteich: II. HI. DfB.-R. — HI. Steinbach. Gruppe V: HI. Großen-Buseck — HI. Saasen; HI. Oppenrod — HI. Göbelnrod. Gruppe VI: HI. Oueckborn — HI. Laubach: HI. Ober-Bessinaen — HI. Ettingshausen. Gruppe VII: HI. Utphe — HI. Hungen; HI. Wölfersheim — HI. Jnheioen. Gruppe VIII: HI. Grünberg — HI. Homberg; HI Nieder-Ohmen (spielfrei). Gruppe IX: II. HI. Nieder-Weisel — HI. Steinfurth; I. HI. Nieder-Weisel — HI. Butzbach. Gruppe X: HI. Ober-Mörlen — HI. Ober- Wöllstadt; HI. Friedberg — HI. Bad-Nauheim. Bühnenspiel in 3 Auszügen. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag. 14. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.10:>Gymnastik. 8L0: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten unb die Zimmerpflanzen. 10: Schulung 11.45: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was alle Spatzen pfeifen... Unoerwüsttiche Schlagerklänge von einst unb jetzt. 15: Für unsere Kinber: Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskon- zert. Im Zauber bes Weinherbstes. Einlage 17 bis 17.10: „Das Wunber von Wiesbaden". Kurzerzäh- hing. 18: Nelken, Ingwer und Muskat. 18.15: Wir blättern im Jahresbericht des WHW. 18.30: Vom Donnerschlag zum Mückensummen. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Musik zum Feierabend. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? Bei den Bersebantruppen in Südwest. 22.30: Nacht- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Dienstag. 15. November. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Wiener Musik. 9.30: Nur Freiburg: Nachrichten. 9.40: Was können wir Frauen noch bester machen? 10: Schulfunk. Altes Erbe — neue Verpflichtung: Danzig. Eine Hörfolge. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... 15: Zum Tag der deutschen Hausmusik: Kleines Konzert. 16: Nachmittagskon- zert. 17.30: Werksingen. Wenn unsre Hände von ber Arbeit ruhen... 18: Volk und Wirtschaft. „Deutsches Silber — aus Lehm." 18.15: Neues für den Bücherfreund. Manuskript Wilhelm Gulde unb Willi Gaebeke. 18.30: Neuzeitliche deutsche Hausmusik, veranstaltet vom Arbeitskreis für Hausmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Zum Tag ber deutschen Hausmusik: Wir musizieren im eigenen Heim. 20: Nachrichten. 20.15: Oberrheinfahrt. Hörfolge. 21: Haydn-Zyklus III des Reichssenders Stuttgart. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungs- schau. 22.35: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2; Nachtkonzert.