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Die Berliner Börsenberichte Ende der vorigen M Anfang dieser Woche verzeichnen Angaben der flonken, daß Zeichnungen auf die neue A-ichsanleihe flott emgehen, und daß auch p-se Ausgabe, die unter allen bisherigen mit 1500 Millionen Mark die größte ist, vollen Erfolg haben w rde. Die Bedingungen, zu denen das Reich die fr- Aufbauzwecke, für die Durchführung des Dier- jttresplanes und für die Ausrüstung des Bolks- hr-res oufgewandten Mittel in feste Anleihen um- frmt, sind seit vier Jahren — also seit Beginn der Meihetätigkeit im nationalsozialistischen Deutsch- Icib überhaupt —, unverändert. Die Anleihe hat |irj in breitesten Kreisen des deutschen Volkes als Eoar- und Anlagemöglichkeit große Beliebtheit er- virben. Die Gründe der Beliebtheit werden klar, v nn man verfolgt, wie sich die Kurse für diese An- lche in jenen kritischen August- und September- ic^n entwickelt haben, als sich die Prager Regie- rng gegen eine gründliche Neuordnung der Der-- Ktnijfe in den sudetend'eutschen Gebietsteilen »hrte. In der ausländischen Presse wurde die Tatsache, 63 sich der Kurswert der deutschen Aktien in der Kit von Juli bis August 1938 um fast 7V- v. S). er- iriißigt hatte, dahin ausgelegt, daß Deutschland sich ir einer ernsten finanziellen Krise befinde. Man ver- fcrnieg, daß die Aktien an ausländischen Börsen »chr viel stärkere Kursverluste erlitten heben als an deutschen Börsen. Betrachtet man nun er den Kurs der 4V-prozentigen Reichsanleihe, 6ren Ausgabekurs 983/» v. $). beträgt, so ist so gut vr gar keine Kurssenkung eingetreten. Im Larchschnitt des Monats Juli ergab sich für die -dsprozentige Reichsanleihe ein Kurs von 99,5, für ftn August ein Durchschnitt von 99,2 o. $). Dieser g-ingfügige Kursverlust ist in der letzten Zeit fast vllig wieder wettgemacht worden. ZVie anders war t Entwicklung dagegen in E.n gland ! Als hs wichtigste Staatspapier gilt dort die Kriegs- vlleihe, die normalerweise 101 bis 102 v. H. notiert. einem der kritischsten Septembertage sank der fl::rs dieses Papiers um fast 10 v. H. auf wenig üser 91 v. S). und mußte von Staats wegen auf eiien Minüestkurs von 93 v. H. festgesetzt werden, um die Sparer und Vermögensbesitzer vor schweren Wahrungen und Verlusten zu schützen. Reichswirtschaftsminister F u n k hat in seiner Ab- 1d edsansprache an die Vertreter der türkischen und vr auswärtigen Presse in Ankara nach Beendigung semes dortigen Staatsbesuches von jenen Aufbau- aileihen gesprochen, die grundsätzlich anders be- Eeilt werden müßten als Finanzanleihen. D« Türkei hat soeben von Deutschland einen Kredit nm 150 Millionen Mark erhalten und wird dafür in der Hauptsache Fabriks- und Bergwerkseinrich- fnqen, daneben aber auch einigen Heeresbedarf biziehen. Die Verwendung des deutschen Kredits ist alw die gleiche wie die Verwendung der Gelder, di das Reich aus der innerdeutschen Anleihe fhinimmt Die kapitalstarken Westmächte haben süivächeren Gemeinwesen, die fie in ein Abhängig- kkttsverhältnis bringen wollten, Anleihen angeboten liD sogar aufgedrunqen, die keinen anderen Zweck ix-folgten als der Regierung dringend notwendige 3t formen zu ersparen. Das Ausstopfen von Löchern in öffentlichen Haushalt durch Anleihen hat meist rrhängnisvolle Folgen. Die Regierungen solcher sktwächeren Gemeinwesen nehmen die Anleihe- lsmebote an, da ihnen dadurch peinliche oder gar gefährliche parlamentarische Auseinandersetzungen NDart bleiben. Die Folge ist jedoch, daß sich im nächsten Jahr der Fehlbetrag mindestens in aleicher i>. he wiederholt und daß dann noch der Zinsen- >inst für die Anleihe hinzutritt. Eine Anleihe, wie s« die Türkei bei Deutschland aufnimmt, hat mit ochen schwächlichen Finanzmanövern nichts zu tun. Sie brinat dem Lande neue Produktions- und Ver- i nstmöglichkeiten und gestattet meist, die Zins- und TIgunasraten zu verdienen und nach einiger Zeit iicen leistungsfähigen, unbelasteten Prodnktions- ixvarat hinzustellen. Noch schlimmer als die Finanz- vnkeihen, die einem Land anneboten ober aufae- hrungen werden, um ernste Reformen entbehrlich ju machen, sind Tribute, wie sie dem Deutschen Reich hrch den Versailler Vertrag in Form der Repara- timen aufe^legt worden sind. Sie sind Belastungen rkne jede Gegenleistung und führen zu einer Auszehrung des Volksvermögens. Der Führer und Reichskanzler hat in feiner Rede tu- Eröffnung des Winterhilfswerks dem deutschen Volk das Zeugnis ausgestellt, daß es in dilzipli- ni rter Weise von Angstkäufen und auch von Angst- ve-käufen abgesehen habe. Während beispielsweise in der Tschecho-Slowakei an Nahrungsmitteln und Kibrauchsaegenständen überstürzte Vorratskäule ge- tciiat wurd"n. hat sich in Deutschland im Einzel- tondel das B'ld so aut wie gar nicht geändert. In ten großen Westländern ist in den letzten Monaten tite umsangreiche Kapitalwanderung nach lmerika festzustellen gewesen. In der Zeit von lrfang A>»"ust bis Anfang Oktober sind von Lon- 'Ci nach R"',nork Geldmengen im Betrage von ll-Tb 1*5 M'llionen Psiind Sterlina = etwa IV" NJHnrbpn M^>rk verschifft ward»n. Rur etwa 30 k- H. dieses Betraaes sind durch Goldüberweisungen lautinentaleuronäischer Länder nach England aus- enüchen worden. Der reine Goldnerlust Enaland^ ' i dem erwähnten neunmnfhiäen Zeitraum beläuft id allo auf 8R hie 90 M'lljonen Pfund Sterling - bis 1.2 Milligrden Mark. In Deutschland ist eien, die n?*f bereit sind, das wirtschaftli'he il ihres Volkes und Vaterlandes mihuhmaen, irrh die straffe Denisen- und Ealdbewirtschastung tu Möglichkeit ru lascher Kanitasssucht ahaeschnitten. B' nn auch die deutsche Denisenaess'tzaehuna aus tn>eren Frmnnunnr»_n pinael"itot murd". so hat sie hf) die erzieherische Nebenwirkung gehabt, daß sich Der Vierjahresplan Grundlage des Wirischastsaufbaus imGudetenland Berlin, 11. Oft. (DNB.) Eine Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring bestimmt, daß die Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes vom 18. Oktober 1936 in den f u beten» deutschen Gebieten sinngemäß anzuwenden ist. Der Wirtschaftsa-ufbau in den sude- tendeutschen Gebieten soll nach denselben Grundsätzen und Methoden und mit der gleichen Tatkraft wie alle bisherigen Aufgaben der Wirtschaftspolitik und Wirtschastslenkung im nationalsozialistischen' Deutschland in Angriff genommen werden. Das alles andere beherrschende Problem der Wirtschaftslenkung ist im Altteich der Vierjahresplan; durch die neue Bestimmung wird die rechtliche Grundlage für eine entsprechende Ordnung im Sudetenland geschaffen. Eine entscheidende wirtschaftliche Maßnahme wurde bereits getroffen, der beschleunigte Einsatz arbeitsloser Sudetendeutscher, vor allem bei volkswirtschaftlich und staatspolittsch wichtigen Arbeiten des Vierjahresplans. Die neue Verordnung ist ein Zeichen dafür, daß planmäßig sofort alles getan wird, um der Not der Sudetendeutschen ein Ende zu bereiten. Sie schafft die Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung des Sudetenlandes nach nationalsozialistischen wirtschafts- und sozialpolitischen Grundsätzen für eine Erschließung der natürlichen Reichtümer des Landes und für eine Ausnutzung aller Produktionsanlagen und Arbeitsmöglichkeiten zum Wohle der gesamten sudetendeutschen Bevölkerung. Reichsmarkwöhrung. Eine Tschechenkrone -----12 Reichspfennig. Berlin, 11. Oft (DNB.) Der Beauftragte für den Bierjahresplän, Generalfeldmarschall Göring, hak zur Einführung der Reichsmarkwährung in den sudetendeutschen Gebieten verordnet: Gesetzliches Zahlungsmittel in den sudetendeutschen Gebieten ist neben der tschecho-slowakischen Krone die Reichsmark. (Eine tschechoslowakische Krone ist gleich 12 Reichspfennig. Der Umrechnungskurs ist abweichend vom Devisenkurs, der rund 8,7 Pf. für die Krone beträgt, festgesetzt worden. Die Festsetzung ist nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Absicht erfolgt, die sudetendeutsche Wirtschaft auf einer gesunden Grundlage in das Reich einzugliedern. Durch das gewählte Umtauschverhältnis sollen Preissteigerungen in den sudetendeutschen Gebieten vermieden werden. Die Kaufkraft der Lohn- und Gehaltsempfänger soll damit gewahrt und der Sparer vor einer Entwertung fernes Sparkapitals geschützt werden. Die rasche und reibungslose Durchführung des Anschlusses der sudetendeutschen Wirtschaft an die Wirtschaft Grohdeutschlands wird dadurch erleichtert. Sie neue Hauptstadt des Sudetengaues. Reichenber^, 11. Oft. (DNB.) Die Verkündung des Relchskornrnisfars Konrad Henlein, daß Reichenberg zur Hauptstadt des Sudetengaues ausersehen wurde, hat hier große Freude für die weitere Entwicklung der Stadt ausgelöst. Schon vor Jahren war geplant, die Vororte Reichenbergs, Ruppersdorf, Neupaulsdorf, Altharxdorf, Prz. Kreibitz, den 10. Oktober. Wir stehen in der viel besprochenen Schöber- Linie. Herrlich der hochragende Wald rundum, herrlich die Aussicht auf die Kette der blauen Berge, in die tiefe Waldeinsamkeit hinein. Feierliche Ruhe liegt über der Landschaft, die von den Tschechen ausersehen war, mit Kriegslärm angefüllt zu werden. Hier hatten sie einen Teil ihrer Befestigungen errichtet, hier ist die Schöber-Linie, die aus einem Gewirr von Betonklötzen besteht. Rasch ausgehobene Laufgräben führen an diese mit Schießscharten versehenen Bunker heran. Dor jeder Schießscharte liegt eine in den Wald hineingehauene Gasse, um freies Schußfeld zu geben. Leichte Stacheldrahtverhaue ziehen sich von Betonklotz zu Betonklotz, hineingelegt in das dichte Unterholz. Material liegt herum, als wäre man mitten in der Arbeit aufgescheucht. Waldarbeiter, die zu uns treten, zeigen uns halb- fertige Betonunterstände, die etwas höher am Abhang liegen. Sie machen auf die Bäume und Sträucher aufmerksam, die ein malkundiger Tscheche auf die Betonklötze gemalt hat, um diese besser zu tarnen. Gegen Fliegersicht hat man über jeden Klotz frisches Grün gelegt. Nur Tschechen und ausgewiesene Marxisten, so erzählen sie uns, durften an dieser Befestigungslinie arbeiten. Zwei Jahre hat man Zement und Eisen in den WaÄ geschleppt. Wer in die Nähe einer Baustelle kam, mußte damit rechnen, abgeführt zu werden. Abgeführt wurde aber nach der. Mobilmachung jeder Mann, der die durch den Wald führenden Straßen passierte und wehrpflichttg erschien. Auch diese Zeiten sind vorüber. Einwohner aus den nahegelegenen Ortschaften bewegen sich zwischen Dörfel, Röchlitz, Hänichen, Oberrosenthal, Rosen- chal I, gegebenenfalls auch Maffersdorf, einzugemeinden. Durch diese Eingemeindungen erhöht sich die Einwohnerzahl der Stadt von 40 000 auf mehr als 80 000. Die Hauptleitung der Sudetendeutschen Partei ist bereits nach Reichen- berg übergesiedelt. Vermutlich wird auch ein großer Teil der kulturellen Zentralstellen des Sudetendeutschtums nach Reichenberg verlegt werden, so die Deutsche Musikakademie. Die industrielle Entwicklung der Stadt wird durchaus günstig beurteilt. Sollte die eine ober die andere nord- böhmische Textilindustrie Exportplätze verlieren, so wird dieser Ausfall durch den starken Vorteil aufgehoben, den der Anschluß an das Wirtschaftsgebiet Großdeutschlands mit sich bringt. Die Zerschlagung der altösterreichischen Monarchie war ja eine Hauptursache des Siechtums der nordböhmischen Industrie. den Betonklötzen, die aber keineswegs als unüberwindlich angesprochen werden können. Sie hätten durck ihre sich gegenseitig unterstützenden Feuer im Ernstfall eine an greifende Truppe einige Zeit aufhalten können, aber ooch nur bis zum Zusammenschießen der Bunker durch Zielfeuer der Artillerie. Ob ein Soldat des tschechischen Vielvölkerstaates aber große Neigung besessen hätte, in diesen licht- losen, engen und unter den Geschoßeinschlägen wankenden und berstenden Bunkern zu bleiben, erscheint recht fraglich, genügte doch schon der Griff nach dem deutschen Schwert, diese und andere Befestigungslinien kampflos aufzugeben. Man scheint ■ also auch höheren Ortes die Befestigungslinie nicht für unüberwindlich gehalten zu haben, schon gar nicht mit einer Truppe, die es nicht einmal wagte, sich in die Wälder hineinzubegeben und aus die sich verborgen haltenden sudetendeutschen Wehrpflichtigen Jagd zu machen. Ganz unbewaffnet waren die Flüchtlinge nicht, dem tschechischen Militär indessen klar unterlegen. Dennoch, man hielt sich lieber auf den übersichtlicheren Straßen. Wie wollte diese Truppe erst einen Kampf bestehen, bei dem es hart auf hart ging, ohne daß für die Bunkerbesatzungen die Möglichkeit bestand, sich nachts in einem warmen Unterstand zu verkriechen: Denn dafür hatten die tschechischen Befestigungsbehörden nicht gesorgt. Ueberall sieht man kleine Dächer aus Tannenreisig, die der Besatzung der Schöber-Linie als Wind- und Wetterschutz diente. Jetzt ist der Spuk verflogen, das Land ist frei. Man wird den Wald wieder aufräumen, und dann wird es an der Schöber-Linie wieder genau so friedlich aussehen wie im übrigen befreiten Sudetenland. Zwischen Bunkern und Drahtverhauen. Don unserem G.-Sonderkorrespondenten. niemand bemühen kann, vom Schicksal seiner Volksgenossen eine Ausnqhme zu bilden. Dieser Geist der Verantwortlichkeit und der Eingliederung, wie der Nationalsozialismus ihn fordert, ist die eigentliche Ursache für die Krisenfestigkeit, durch die sich Deutschland in der Staatenfamilie der Welt auszeichnet. Diese Krisenfestigkeit macht Deutschland zu einem begehrten Wirtschaftspartner für andere Länder, die wie die Türkei planmäßig und kraftvoll geführt werden. Cr. Des Gudeienlandes Dank. Konrad Henlein an den Führer. Berlin. 11. Off. (DNB.) Konrad Henlein hat aus Reichenberg im Sudelengau an den Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet: „Wein Führer! Wit dem heutigen Tage haben die deutschen Truppen die Besetzung des sudetendeutschen Gebietes beendet. Von den Bergen des Sudetenlandes brennen die Freudenfeuer. Das Land, das Schwert und Pflug unserer Väter zu unserer Heimat gemacht haben, steht nun unter dem Schuh der Waffen der 80 Millionen des großen Deutschen Reiches. So wie wir immer deutsch waren, so waren wir immer entschlosien, eher zu sterben, als unser Deutschtum zu verlieren. Ihrem herrlichen Werke, mein Führer, danken wir heute die Gewißheit, daß wir nicht untergehen werden, sondern weiter berufen sind, als deutsche Wacht im Osten gemeinsam mit dem ganzen deutschen Volke den Siegesweg in die Zukunft anzutreten. Für das gesamte Sudetendeutschtum sprechen in diesen Stunden die Tausende, die an der heutigen Kundgebung in Gablonz teilnehmen. 3n tiefster Dankbarkeit grüßen sie ihren Führer, heil mein Führer! Konrad Henlein." Verhandlungspause in Römern. Kornorn , 11. Okt. (DNB.) Die Sachverständigen der ungarischen und der tschecho-slowakischen Abordnungen haben ihre Beratungen beendet. Die ungarischen Minister K a n y a und Graf T e l e k i sind nach Budapest gefahren,, um das Ergebnis der Regierung vorzulegen. Ungarn verlangt die sofortige und bedingungslose Rückgliederung aller tschecho-slowakischen Gebiete, in denen eine ungarische Mehrheit lebt, ohne Verminderung der darauf vorhandenen wirtschaftlichen Werte. Nach ungarischer Ueberzeugung kann eine Lösung nur dann von Dauer sein, wenn der Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts mit einer Volksabstimmung unter Beteiligung aller Volksgruppen in der Tschecho-Slowakei Verwirklichung findet? Ungarn besetzt die beiden ersten Grenzstädte. Budapest, 11. Okt. (Europapreß.) Schon in den frühen Morgenstunden des Dienstags war eine freudig erregte Menschenmenge im ungarischen Teile der Stadt Satoralja-Ujkely zusammengeströmt, um der Uebernahme der Stadt in ungarische Hände beiwohnen zu können. Um 10 Uhr überschritt der Kommandant der ungarischen Kairo, 11. Okt. (DNB.) Der panislamitische Palästinakongreß in Kairo nahm folgende Entschließungen an: 1. Sofortiger Verzicht auf die Balfour- Erklärung; 2. sofortige endgültige Abstoppung der Judeneinwanderung nach Palästina; 3. jede Teilung ist unzulässig, Palästina muß unbedingt ungeteiltes Araberland bleiben; 4. sofortige Bildung einer Araber-Regierung und Ausschreibung von Parlamentswahlen, ferner Abschluß eines Vertrages mit England nach dem Vorbild des Ira k; 5. politische Amnestie; 6. die Erfüllung der erwähnten Forderungen ist Voraussetzung für die Freundschaft zwischen England und den islamischen arabischen Staaten, eine Nichterfüllung wäre ein Akt der Feindschaft und würde mit entsprechenden wirtschaftlichen und politischen Gegenmaßnahmen beantwortet werden; 7. bei allen Truppen die Brücke und unterzeichnete mit dem tschechischen Kommandanten das Protokoll über die militärische Heb ergäbe. Dann marschierten die ersten ungarischen Truppen, ein Zug Pioniere, unter dem Jubel der Bevölkerung ein und hißten auf dem bisher tschechischen Zollgebäude und auf der Kaserne die ungarischen Fahnen. Punkt 12 Uhr durchschnitt der ungarische Kommandant die symbolisch quer über die Brücke gespannte Schnur in den ungarischen Farben und nahm damit die Besetzung des inzwischen von den tschechischen Truppen und Zollbeamten geräumten, einen Quadratkilometer großen Gebietes zwischen dem Royvabach und der Eisenbahnlinie vor. In I p o l y s a g war das tschechische Zollamt bereits um 6 Uhr der ungarischen Zollbehörde übergeben worden. Um 8 Uhr erfolgte dann die lieber« gäbe der Vollzugsgewalt an den Präsidenten des ungarischen Nationalrates, den bisherigen ungarischen Abgeordneten im Prager Parlament, Dr. S al- ko w s k y. Unmittelbar darauf verließen die tschechischen Truppen Jpolysag. Der Einmarsch der ungarischen Truppen erfolgte hier ebenfalls unter dem unbeschreiblichen Jubel der Bevölkerung. arabischen Fürsten und Regierungen wird die gemeinsame Durchsetzung her vorliegenden Entschließungen befürwortet, die Entschließungen werden England, Frankreich und dem Völkerbund mitgeteilt; 8. die Kongreßarbeiten werden durch einen ftänbigen Araberausschuß, dem die Parlamentsvorsitzenden Syriens, Libanons und des Irak angehören, weitergeführt. Trotz der strengen Zensur, der alle Nachrichten aus Palästina unterliegen, wird hier behauptet, daß in der vorigen Woche in Paläfttna eine arabische Nationalregierung ausgerufen worden sei. Die arabischen Freischärler sollen bereits drei Vie rtel des Landes beherrschen, so daß sich nur ein Viertel des Landes unter englischer Kontrolle befindet. Die arabische Nationalregierung verfüge über ein eigenes, militärisch organisiertes und wohlbewaffnetes Freikorps von Oer palästinakongreß in Kairo fordert ein ungeteiltes arabisches Palästina. Die dem Bestreben, die Privatwirtschaft als Tokio, 12. DEL (DNB. Funkspruch.) Die japa- verlausende große Ser t e t) rs ft rca fee von Han- r-ih t werden^ Besonder- sollen auch di°jeni^ er- kau über Siannach So^°'rufe-°nd !°s?r d77n st'zurück?ehren und keine Arbeitenden. Bedeutung rst schließlich, daßi nun em. ;nre.^r ' 2>ie Arbeitsformationen werden nach den Grund» tionen erhalten Kost, Quartier, Ausrüstung, Uni« nur von Norden und Nordosten her be« fällt der Anspruch der Arbeitslosenunterstützung. ü r a f l e i n f a h des japanischen Volkes. Außerdem nlul 11 1 " I “ ‘J --J------- bedeute die japanische Expedition nach Südchina in- haltschwere Maßnahmen gegen die Interesse n-l d e t e n l a n d e s wieder einmal habe unter Beweis nur von morsen u n o Jt o r v o ji enge r oe Personen, dre in die Arbeitsformationen ein, zwun^en werden kann. Man ist der Ansicht, daß greifst sind, sind durch Dienstpflicht gebunden. Mäh. 1 rend der Einreihung in die Arbeitsformationen ent» Propagandawaffe erster Ordnung Der nationalsozialistische Rundfuul im Kampf um Sudetenland. im Frühjahr 1940 stattfinden. Die Wahlkampagne beginnt erfahrungsgemäß fast ein Jahr vor dem Wahltermin, also etwa im Sommer nächsten Jahres. Es ist aber eine bekannte Sache, daß wahrend der Wahlkampagne die Regierungstätigkeit mehr oder weniger ruht. Die von fast allen Kreisen für notwendig erachteten Kraftanstrengungen zur Wieder- aufrichtung Frankreichs auf Grund des von dem ehemaligen Minister F r o s s a r d erfundenen Schlagwortes „il faut refaire la France“ — man muß Frankreich wieder aufbauen — würden also spätestens im nächsten Sommer unterbrochen werden müssen; so wollen es nun einm-al die parlamentarischen Gebräuche in Frankreich. Der „Temps" nennt dies die „Unterbrechung, ja das unvermeidliche Vergessen der wahren Lebensinteressen Frankreichs" — durch die Parlamentarier nämlich während ihrer Wahlkampagne. Die von der gegenwärtigen Regierung geplanten Anstrengungen würden also nicht fortgesetzt werden können, d. h. ihr Erfolg würde in Frage gestellt werden. Diese Kreise fordern daher als Au'tatt für den Wiederaufbau Frankreichs Neuwahlen; denn zwischen Tungwan und Tschentschau unterbrach e n ist. Ebenso wird die westlich der Bahnlinie von Sinyang aus ein weiterer Vorstoß nac W e st e n unternommen werden wird, um die Handelsstraße nach der Sowjetunion zu unterbrechen. Gleichzeitig werden neue Kampfhandlungen bei Sin- tien, östlich von Sian, erwartet. Die chinesische Stellung im Macheng-Sektor soll infolge des Vormarsches von Armee und Marine am Jangtse-Fluß bereits gefährdet sein. Ebenso erscheint bei weiteren japanischen Erfolgen südlich des Jangtse die Verteidigung von Hankau gefährdet, deren letzte Bahnverbindung und Rückzugsmöglichkeit nach Süden durch die südlich von Hankau voraehende japanische Armee in Frage gestellt wird. Man ist jedoch in militärischen Kreisen Japans der Ansicht, daß die Einnahme von Hankau erst durch langwierige Kämpfe erzwungen werden kann. In Straßen des Prager Stadtteils Weinberg haben große antijüdische Kundgebungen stuttgefunden. Polizei schritt gewaltsam gegen die Kunogeber ein, wobei mehrere von ihnen durch Säbelhiebe verletzt wurden. Mehrere Demonstranten wurden verhaftet. Besonders entschiedene Formen hat die antijüdische Einstellung der Bevölkerung in der Slowakei angenommen, wo einige gW jüdische Firmen bereits ihre Unternehmungen nach der Schweiz, nach Holland und England verlegt haben. Mehrere Buchoerlage, die sich in jüdischen Härchen befinden, bereiten ihre Uebersiedlung nach Paris vor. Das Prager Blatt „Prazsky List" stellt fest, daß die arischen tschechischen Rechtsanwälte nur 10 v. H. der Prager Rechtsanwälte ausmachen, während 90 v. H. der Advokaten Juden sind. Tokio, 12. Off. (DNB. Funkspruch. Oftafien- dienst.) Amtlich wird bekannlgegeben, daß die japanische Armee und die Marine militärische Operationen gegen Südchina, entlang der Küste der Provinz kwanlung, begonnen haben. Mittwoch früh wurden die ersten japanischen Abteilungen in der Bias-Vucht gelandet. Dort liegen etwa 60 japanische Transportschiffe mit Truppen. Das nächste Ziel ist anscheinend die Unterbrechung der Hongkon g—k a n t o n - Bahn. Der Sprecher des Auhenamtes unterstrich, nächst werden besondere Arbeitskolonnen ausgestellt werden, in die d i e Arbeitslosen eilige- K r i e g l e r über Rundiunkoropaganda. Kriegler ging von den politischen Ausgaben aus, die der nationalsozialistische Rundfunk im Zus am» betendeutschen von aller Welt abgeschnitten gewesen. In der Abwehr habe der Rundfunk alle Falschmeldungen der internationalen Hetzpresse in dem gleichen Augenblick, da sie das Licht der Oef^entlich- feit erblickten, richtigstellen können. Durch die Intensität seines Einsatzes sei eine Verschärfung der durch die Falschmeldungen erfolgten Panikstimmung in der Welt verhindert worden und habe die Wahrheit zu ihrem Recht kommen können. Damit habe der Rundfunk sich als Helfer des Friedens erwielen, als der Künder der Wahrheit und als Propagandawaffe erster Ordnung. Bei den zur Gewinnung neuer Hörermassen erforderlichen rundfunkpropagandistischen Maßnahmen kam Präsident Kriegler auch auf die neue« Volksgeräte zu sprechen. Der Deutsche Kleinempfänger 1938", der bereits feine Bewährungsprobe in breiten Käuferfchichten bestanden habe, werde für diejenigen Volksgenossen, die nicht an einem Stromnetz angeschlossen seien, fünft i fl auch a l s Batterieempfänger hergestelu werden. Es sei an vorläufig 30 000 Stück gedacht, deren Auslieferung am 1. Dezember beginnen soll. Der neue Volksempfänger „VE 301 Byn" würde ao 15. Oktober ausgeliefert. Half England am Teilungsplan fest? London, 12. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die gestrichelte Linie zeigt die Grenze des englischen Pachtgebietes. — (Scherl-Bilderdienst-M.) daß die japanischen Maßnahmen rein militärischer Natur seien und die Unterbrechung des Hauptweges für die chinesische Waffen- undMunitionsversorgung bezwecke. Die japanische Politik, die Rechte und die Interessen dritter Mächte zu achten, bleibe unverändert. Japan hoffe, daß die Mächte die wirklichen Absichten Japans verstehen, und an den Bemühungen der japanischen Militärs Mitarbeiten möchten, um Jo unerwünschte Zwischenfälle zu vermeiden. Militärische kreise unterstreichen, daß die Besetzung Kantons, der wichtigsten Handels- und Vcrkehrsstadk Südchlnas, die letzte Widerstandskraft des Tschiangkaifchek-Regimes brechen soll. Rach Besetzung Kantons würde die militärische Versorgung Tschiankaischeks ausschließlich auf die beschwerliche und unsichere Zufuhr aus Jndochina, Burma und Sowjetruhland angewiesen sein. Die Erweiterung des Kampfgebietes verlange selbstverständlich auch einen erheblich größeren blieben sei. Der Ausschuß erklärte aber zugleich, daß er mit der Politik der Regierung und den Handlungen des Premierministers vollkommen einver standen fei Der Ausschuß halte sich im übrigen nicht für befugt, jetzt bereits eine Entscheidung über die nächste Wahl zu treffen. etwa 15 000 Mann, während alle nicht organisierten Araber freiwillig Hilfsdienste leisten. An verschiedenen Stellen des Landes feien regelrechte arabische Militärübungslager eingerichtet worden. Ferner feien Sonder gerichte eingesetzt, die Landesverrat und ähnliche Verbrechen sühnen, aber auch zivile Streitfälle schlichten. Kennzeichnend dafür, daß es bei dem Freiheitskampf sich nicht um religiös-mohammedanische, sondern um eine nationale arabische Kampfidee handelt, sei die Tatsache, daß die arabischen Christen den Sonntag als Feiertag aufgegeben hätten, fo daß nunmehr im ganzen arabischen Palästina nur noch der Freitag als Feiertag gelte. --------- - - - ----7 -- - - Itrutl yXUHU| Ulli UCl fen werden. Diese Auffassung vertreten gegenwärtig NSDAP., Präsident der Reichsrundfunkkammer nicht nur weite bürgerliche Kreise, sondern auch in - - - ~ 1 ' * ----K - der linksbürgerlichen rabikalsozialistischen Partei gewinnt diese Auffassung an Boden. Der Nische ißVenefeieM •« «1»‘a g° de, Arbeit. m art. „ fo «f* die 130 Kilometer nördlich von Hankau liegt, als ben . “Jf 3“ *r"*u*rnf' Aat tau? mit ben chinesischen Truppen am Gelben Fluß !r>r Jl SA Ä-- "tf* unseren, . deckens die oE Weckt e", s%: 4E ®inl»r **= SK «oniat'W allerdings ost drängt toirö _ find heute 00 Wner nieh - richten M h Sato ode' IM immer Aninden un Weckendes der gute-alte. neuer W» werden, und waren soll Aber der ganz unsere fen. Derlsto von allen o wechllung zeln, nun Außerdem n den und $ wenden, Gerichte, d^ den Tpeiie bitten. Tn tote md fl mit Geschi fchränkuna gefundheist Diele sä deionders aus Has mebl un gewinnen nerwenMi bnrif) Siwe fiiihnerei, i schmackloles ’w. 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Roll rst 1,73 Meter groß, schlank, breitschultrig, hat graugemisch. tes Haar (Stirnglatze). Er trug braunmelierten An« zug, war ohne Kopfbedeckung und trug braune Halbschuhe. Roll ist nervenkrank. Er irrt vermutlich । un^er. Personen, die über seinen Aufenthalt An» I nahen machen können, werden ersucht, sich bei der G-nffpt 'Rimmer Nr. 76 des Polizei« z. Verkauf unser. Autopolitur bei 3er Provision lucht. Schrift!. Tausenden von Waldarbeitern und den eingesetzten Regierungstruppen gelungen wäre, dem Feuer Einhalt zu bieten. In Ontario wurde eine Farmerfamilie vom Feuer überrascht; 13 Personen tarnen in ben | Vermietungen"! In schöner Lage 6-Zirnmer- Part.-Wohng. mit Heizung,eingerichtetem Bad usw. zum l.Dez. versetzungshalb, zu vermiet. 6526d Anfragen unter kost» hließL103. Student sucht gut heizbares mdbl. In Nord-Minnesota und Ontario wüten seit Tagen verheerende Waldbrände, denen bereits zahl- nisabschriften an Ernst Kolb Gastwirt IM92D Butzbach (Hess.) Jahrgang 1934 übertreffe und ihn auch mengenmäßig schlage. Hier ist richtiges und falsches vermengt. Was die Qualitäten angeht, so ist. es nicht übertrieben, zu behaupten, daß die Spitzen gewächse den großen Weinen von 1934 m nichts nachstehen werden. Bei den kleineren Weinen von 1937 kommt es ganz darauf an, rote sie behandelt worden sind, wie lange sie gelagert haben oder noch lagern werden, um sie dem 34er an die Seite stellen zu können. Die Nachfrage nach dem neuen Jahrgang ist ganz erheblich, und eme solche Erscheinung hat leicht die Folge, daß nicht die genügende Sorgfalt auf das Lagern und den Termin der Abfüllung gelegt wird. Allerdings verhüten Behörde und ständige Organisation, daß nur eines raschen Geschäftes wegen die Keller frühzei- tiger geleert werden, als es im Interesse des notwendigen Ausreifens geboten ist. Panik im Schnellzug Rom— Turin. In einem Wagen dritter Klasse des Schnellzuges Rom—Turin platzte bei Viareggio eine- Flasche mit Schwefelsäure, die ein Reisender mit sich .... Ä.. "i___s.. — <7\Xw»tifn •notitrlnrfifsn PttlP Das ist mit dem 37er? Gin Wein, von dem viel gesprochen wird. Bon un crem reg'Miiardeiter. Bei dem Ab.sturz des belgischen Verkehrsflugzeuges in der Nähe von Soest (Westfalen) sind folgende Fluggäste ums Leben gekommen: Piepenstöck, Sergi), Dr. Paul Ullmann, Familie Kappes, sämtlich aus Berlin; M e n - gen aus Neuß am Rhein; Dr. Witt, Diplom- Handelslehrer aus Marienburg (Westpreußen); Rechtsanwalt Ziemer und Frau aus Hamburg; Generaldirektor Luther, 'Direktor Fischer, Prokurist Maur ach, sämtlich aus Düsseldorf, sowie Hermann Roesner, Baumeister aus Beuchen (Oberschlesien). Zwei englische Bomber zusammengeslotzen und abgestürzl. Die englische Luftwaffe wurde von einem schweren Unfall betroffen. Zwei Bomber des 10. Bombengeschwaders stießen über dem Uebungsplatz von Penrhos zusammen und stürzten brennend ab. Drei Fliegeroffiziere wurden getötet. Em Tüchtiges Mädchen nicht unter 17 Jahren,inbesser. Haushalt Nähe Gießens gesucht. {Stellenangebote] Dr. Nüskens selbsttätige Autopolitur Gold n. Silber. Betitelet Flammen um. Rätselhafte Bluttat in der wüste. Eine grauenhafte Bluttat wurde, wie aus Bagdad gemeldet wird, auf der Straße Kerbelah— Najef, westlich des Euphrat, entdeckt. Man fand einen Kraftwagen auf, in dem der Fahrer uni) ein Insasse erstochen worden waren. Wenige Meter van dem Kraftwagen entfernt entdeckte man, in den Wüstensand eingescharrt, die Leichen von einer Frau und vier Kindern. Auch diese Unglücklichen waren erschossen bzw. erstochen worden. Der Polizei ist das furchtbare Verbrechen noch em Daueunietet (Referendar) s.NäheUniversit. sehr gut möbl., modern, u. hell. Zimmer, mögl. m. jed. Komfort, i.gut.Hause,abs. ruhig, sorgs. Bedienung. Schr. Angeb.u. 6504V an d. Gieß. 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Kasernenstratze 6 treiben die jüngeren Arbeiter auch ihren Lieblingssport, und man sieht allenthalben, wie in den Freistunden lebhafte Fußballkarnpfe ausgetragen werden. In einzelnen Lagern sind die Raume sogar mit Zentralheizung ausgestattet, auch gibt es kalte und warme Brausebäder. . Die Arbeiter sind durchweg bei bester Stimmung und fühlen sich — nachdem sie den M u s ° fei f ater der ersten Zeit glücklich überstanden haben — sehr wohl m der frischen Luft der (djonen luuuwlu, uuy. —. _ . , Septembertage. Diele von chnen haben auch em ^nst vom Wein zu sprechen, und m der Tat roirD nettes Sümmchen von ihrem guten Lohn a u f । DOm 37er außergewöhnlich viel gesprochen. ,0 bic hohe Kante gelegt. Für die Verheirateten,' ------ -— -- ™<>rKon noturh die gern einmal öfter Helmurlaub haben möchten, hat Dx. Ley bereits eine besondere Regelung veranlaßt, wonach die Verheirateten nach acht und die Junggesellen nach zwölf Arbeitswochen Anrecht auf Urlaub haben. Diese Regelung war notwendig, well sehr viele Arbeiter aus weit entfernt liegenden Bezirken stammen und nicht, wie die Westdeutschen zum Wochenende nach Hause fahren können. Mu dem Beginn der kälteren Witterung wird jedoch Ohnehin der große Rückstrom des Arbeiterheeres von der Westgrenze einsetzen und dann liegt dieser westlichste Teil der Eifel wieder in seiner herben, stillen Schönheit da, aber nicht vergessen und entlegen wie einst, sondern als eines der wichtigsten Stücke deutscher Erde, als starker Schutzwall für 9. Beschlußfassung nach § 35, Abs. 5 der Satzung 10. Anträge Der Jahresabschluß für 1937, sowie der Geschäftsbericht für 1937 nebst den Bemerkungen des Aufsichtsrates liegen in der Zeit vom 13. bis 21 Oktober 1938 in der Geschäftsstelle der Genossenschaft werktäglich (außer Samstag), von 16 bis 19 Uhr, zur Einsicht der Genossen offen. Anträge zur Jahres - Hauptversammlung müssen 'spätestens biszuxn 19. Oktober 1938 bei dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Karl-Vogt- Straße 19, schriftlich eingereicht werden. Der Anlsidiisral der BaoOenossensdiail 1894 e.ß.m.h.H., Glehn W. Martin, Vorsitzender. Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Jahresabschluß im Abdruck in der Geschäftsstelle, Jahnstraße 53, in Empfang genommen werden kann. Auf Wunsch wird er durch die Post zugestellt. 6bood femllicli kauft [(>4600 vierter, der mit dem Fallschirm abspringen konnte, ist leicht verletzt worden. 800 Linderluflballons explodiert. Bei der Propaganda für eine politische Versammlung in Odense (Dänemark) ereignete sich ein nicht alltäglicher U n f a l l. Ein Bündel von 800 Luftbällonen, die auf offener Straße zur Werbung für diese Veranstaltung verteilt wurden, explodierte aus bisher nicht festgestellter Ursache. Don den Umstehenden erlitten acht Kinder schwere Verbrennungen. Auch ein Polizeibeamter wurde verletzt. Verheerende Daldbrände in Amerika. Preisangebote unter 6503 D an den Gieß. lAnz. noch vorhandenen Restbestände an Wein in unverantwortlicher Weise zurückbehielten, ofenbar in der Absicht, damit noch höhere Preise zu erzielen. Em solches Verhalten verstoße aufs gröbste gegen die Preisvorschriften und lasse eine sehr verwerfliche Gesinnung erkennen. Wenn durch die Patenwem- aktionen 'dem Winzer bei dem damaligen lieber» fluß an Wein zum erforderlichen Absatz verholsen worden seien, so werde durch die jetzige Zuruckhaltung einzelner Erzeuger wiederum die Gefahr wach- gerufen, daß der Wein seinen Ruf als Volksgetrank verliere, was sich in den Zeiten einer guten Ernte sehr leicht rächen könne. Nach alledem kann fest- gestellt werden, daß der 37er Wein auf feine Käufer nicht zu warten braucht. Andererseits wird er feine Käufer auch in keiner Weise enttäuschen. EU XXJ0M In ihrer Küchen-Aussteuer! Dann ist es vom ersten Tage an leichter, einen Haushalt zu führen. Lassen auch Sie sich bei Ihrer Küchen-Aussteuer beraten Im bekannten Fachgeschäft MJ.B. Häuser. Gießen, a.Oswaldsgartei > (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145—2146 |Stellengesuche| Junge, tüchtige Kraft sucht ab 12 Uhr Beschäftigung auf Büro oder Lager. Swr.Angeb.unt. 04611 a.d.G.A. | Verkäufe Haus in guter Lage, 3X6-Zimmer- Wohnung, Balkons, u. Garten sofort sehr preiswert zu verkauf. Näheres durch Adolf Schmidt Licher Straße 5. 6-Mllw. m.Zubeh. a.1.10. zu vermiet. 6saiD Johannesstr. 15 Fernsprech. 2606 4Zimmer Alt-Wohnung (Innenstadt) Mietpreis 45.— an guten Mieter zum 1. 11. oder später zu verm. Zuschriften unt. 04609 a.d.G.A. Junger Mann als Lagerverwalter für hiesiges Lager auswärtiger Großfirma zum sofortig. Eintritt ob. später gesucht. Angebote mit Lebenslaus.Zeuynis- abschriften und Gebaltsansprüchen unter 6469V an dön Gieß. Anz. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Für das Büro einer hies. Bau- Bäu® nossenschail 18M e.G.m.b.H., Gieben Wir laden die Mitglieder der Genossenschaft zu der am Samstag, 22. Oktober 1938, abends 8 Uhr, im Burghof*' stattfindenden Jahres-Hauptversammlung hierdurch freundlichst ein und bitten um recht zahlreichen Besuch. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1937, sowie Vorlage des Jahres - Abschlusses (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) 2. Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates 3. Bericht über die im August 1938 vorgenommene gesetzliche Verbandsprüfung 4 Genehmigung des Jahresabschlusses für 1937 5. Verteilung des Reingewinnes für das Geschäftsjahr 1937 6. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates 7. Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern 8. Änderung d. Satzung (§1, § 16, Abs. 1, § 22, Abs. 4, § 35, Abs. 5) Keine Zeugnisse in Urschrift icnoern nm Bengali- ofndirifteri Dem Be» merbungiidireiben beilegen . — Lichtbilder unvBewerbnn.,sunter- %gen müffen zur Vermeidung oon SBerluften auf Der Siücheite rk» men unb ünfdirift bei Bewerbers tragen» Sauber., solides Mädchen für leichte Hausarbeit u. Mithilfe im Geschäft bei gut. Entlohnung undFamillenan- schluß verl.Dez. gesucht. Angeb. mit Bild u.Zeug- Ernstgemeinte .............Zuschriften mit Hermann Schmit ^riedb“«' toräee inbest.Geschäfts' läge, vart., mit Zentralheizung zu vermieten. Schriftliche Angebote u.6522D an den Gießener Anzeiger erbet. Geräumige = Garage im Tannenweg (Fröbelstraße) zu verm. ls-e?^ Näh. Baubüro H. W. Rinn Hitlerwall 12. | Mietgesuche""| PerAnfangl939 wird von jungem Ehepaar Uio-Wii. mit Bad u. sonst. Zubehör gesucht. Schr.Angeb.unt. 6337V a.d.G.A. 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Maximum 14,3 Grad, Minimum heute nacht 6,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Oktober: abends 10,4 Grad; am 12. Oktober: morgens 8,5 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 3,5 Stunden.__. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blurnm schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilderz Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Vr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleitert Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Das Fest der Traube" fällt in diesem Herbst be- stände der 37er Weinernte etwas hinter benen oon ( .............. ------ kanntlich aus. Schon das ist ein Grund, mehr als 1934 zurrick^ Dennoch stellt dieErnteinan 1937 emen ^nünalpolizei Kassel, Zimmer Nr. 76 des Pblizei. - - v ~ s-- wird überdurchschnittlichen Ertrag dar durfte aber kaum ' melden. Dom 37er auBergen^nua) m« Die den Au-,°ll w.eder w°ttm«chea der^mcht « bu * p ' J 5Anea.ua Kam- Turin. JBinxerfeiern im Rheinland werden natürlich wie die geringere Ernte non 1938 entstanden >st, tandern aa Zrl ck abgehalten und während der 38er noch auch durch die Tatsache, daß infolge einer groß- Sf b« Ä reif" beginnt man nun bald den zügigen Propaganda ,n den nerslosfenen Jahren 37er /u trinken 3mar können sich nur wenige schon die Bestände an Konsum- und mittelgutem Wem jetzt e"n a" chlleM. Urteil über ihn erlauben, «-■*— >« «ne Snaou- Ministerpräsident Generalfeldmarschall ring hat den Eheleuten Christian und Caroline Wehking in Hessisch-Oldendorf (Regierungsbezirk Hannover) aus Anlaß ihrer 65jährigen Ehejubelfeier am 12. Oktober ein Glückwunschschreiben und ein Ehrengeschenk übermitteln lassen. Die Opfer des Flugzeugunglücks bei Soest. M. 25000.- auf erststellige Hypothek, auch geteilt, d. Ver- mittler zu verleihen. Schriftl. Angebote unter 6515V an den Gieß. Anzeiger. Junget manu 29 Jahre, eigen. Geschäft, mochte ein Mädel im Alter von 25 bis 32 Jahr, kennen« lern.,zwecks spat. Ä»eivat. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! -------------- Darum: Kleinan- Gerl. Zuschriften zeigen in die Hei- unter 6517V an matzeitung, den Flügel erste Marke verkauft preisw. LieblSslr. 831.1 Elektrischer Warmwasser | Speicher (10 Liter), Sofa, . 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Die Erdbeere mit nisbeere ist wertvoll durch ihren Gehalt an Fruchtsäure, Heidelbeeren und Brombeeren zeichnen sich durch Phosphate aus, Stachelbeeren regen die Ma- Heute vor. Die Farbe des Rockes und der Jacke ist Honigfarben und braun genoppt, die des Capes nur honiggelb. Die Bluse aus Chinakrepp ist ebenfalls gelb. Der Hut, der Schal und die Handschuhe sind braun. Der Rock ist in vier Bahnen, mit vorne springenden Falten und' zwei eingearbeiteten Taschen geschnitten, ebenso hat die Jacke die entsprechenden solche steht sie sich außerordentlich gut, das Anfangsgehalt beträgt 200 bis 300 Mark und kann bis auf 700, ja sogar 800 Mark steigen. Wählt sie den Weg zur Meisterin, so kann sie nach Eröffnung eines eigenen Ateliers selbst Lehrlinge ausbilden. Als Mindestalter einer Meisterin ist 24 Jahre vorgeschrieben. Die Berufsaussichten für Schneiderinnen sind nach Mittel gewonnen wird, können außer Aepfeln auch alle Beerenfrüchte — Kirschen, Erdbeeren, Joyan- zu geben, seine Kenntnisse unter Beweis zu stellen oder aber den Lehrvertrag lösen zu können; denn nicht immer ist der gewählte Schneiderberuf für den jungen Menschen befriedigend, und er erkennt, daß seine Eignung auf einem anderen Gebiete liegt. Um ihm hier einen Weg freizuhalten, kann er aus diesen wichtigen Gründen den Lehrvertrag lösen, ebenso wie der Lehrherr den Vertrag lösen kann, wenn er mangelndem Interesse oder Talentlosigkeit begegnet. Während der Lehrzeit muß der Lehrling zwei Stunden wöchentlich die Fachschule besuchen. Auch für die ehemaligen Schüler höherer Lehranstalten ist der Fachschulbesuch Pflicht; vermittelt er ihnen doch mancherlei fachliche Kenntnisse über den eigenen Lehrbetrieb hinaus. Dem Abschluß der Lehre und der bestandenen Gesellenprüfung folgen fünf Gesellenjahre, von denen drei als Z u ar b e ite r i n und zwei als S e l b st ä n d i g e gearbeitet werden muß. Während der Gesellenzeit beträgt die Entlohnung für die Stunde 64 Pfennig als Zuarbeiterin, während die Selbständige 74 Pfennig bei Kleidern und 78 Pfennig bei Kostümen erhält. Die Zuarbeiterin ist einer Selbständiaen zur Handreichung beigegeben und macht die Kleinarbeit, wäh- der Schneiderei den Rücken. Manche junge Meisterin möchte sich ein Atelier einrichten, braucht dabei aber die geldliche Hilfe und den Rat Erfahrener. Bei der Handwerkskammer und der Innung findet sie beides, und falls sie tüchtig ist, wird sie einmal beweisen, daß man die Hilfe einer Würdigen angedeihen ließ. Um der Schneiderinnung zu immer größerem Ansehen zu verhelfen, ist ein Güteverfahren aufgestellt, und jeder, der sich in seinen Erwartungen hinsichtlich eines Maßckleides oder -kostürns betrogen fühlt, kann die Innung zum Schiedsrichter anrufen. Um die Schneiderinnung niemals in ein schlechtes Licht kommen zu lassen, dürfen die Gesellen (Zuarbeiter) noch nicht selbständig Kleider ansertigen; denn sie können nicht zur Verantwortung gezogen werden. Außerdem wäre dieser Nebenverdienst Schwarzarbeit und damit Steuerhinterziehung und würde streng geahndet werden. 7200 Betriebe der Damenschneiderinnung gibt es in Deutschland, mit durchschnittlich zwei Gesellen und 1800 Lehrlingen; davon sind 90 v. H. Frauen. Denn obwohl die Damenschneiderei vorwiegend von Frauen ausgeübt wird, ist sie doch kein den Frauen resllos vorbehaltener Berus. E. Sch. Häusei OswaldsgaHe, rkplatz) lr. 21ti-2146 .kussteuer! ersten Tw Haushalt q luch Sie sic? >n - Aussteuer innten Fach- Aussagen des Obermeisters sehr g u t. Nur lassen jh^m reichen Gehalt an Eisen, Natrium, Kalzium sich leider noch immer viele von dem scheinbar hohe-1 unb Silizium ist ebenfalls blutbildend. Die Joban- ren Gehalt einer Stenotypistin locken und wenden ni5beer€ wertvoll durch ihren Gehalt an Frucht- vierteiliges Herbstkomplet aus I Taschen eingearbeitet. Die angedeutete Schuller- ', dicker Wolle in drei Farben schlagen wir passenform wiederholl sich an Jacke, Cape und ‘ "■ Bluse, ebenso die Schulterbetonung durch etwas Wagen Wetter louu Msvlatz. ^.Fernruf 26k M t jeder n werden. erwtenE istttuteMM gÄ- HvrE $er 5S&$. untö Anzeigl legte ich auf den Rand der Kristalschüssel eine langstielige, goldgelbe Rose. Der Erfolg war verblüffend. Zudem badenständige Nahrung. Warum solL es nicht auch grünlichen Gelee geben, neben natürlichem rotem und gelben? Auf 3/< Liter Wein nahm ich einen großen Eßlöffel oon Waldhonig. Ebenso lohnt sehr ein Versuch mit unserer allbekannten Götterspeise aus Schokolade, Pumpernickel und Schlagsahne, die es ja wieder gibt. Waldhonig mit seinem nußähnlichen Geschmack paßt vorzüglich dahin. Auch unsere Obstsalate können wir damit würzen. Unsere Marmeladen veredeln wir damit, ehe wir sie auf den Tisch bringen. Nun die immer wieder auftauchende Frage: Ist Honig im Gebrauch nicht sehr teuer? Nein! Denn Honiggerichte machen sehr satt, hallen lange vor, man braucht kleinere Mengen, darum sind sie wirt- schafttich durchaus tragbar. ,,3d) werde Schneit erin!" Wie oft hört man diesen Ausspruch von den jun- genMädchen, die vor der Berufswahl stehen. Schneidern, es erscheint ihnen verlockend; denn wollen sie eines Tages heiraten, können sie ihren Beruf bei- । freWj ■ °eV«t»4e I ö-r V S nisbeeren, Stachelbeeren u. a. — verarbeitet wer- den Sie haben alle ihre besonderen, der Geiunü- heit zuträglichen Eigenschaften, die sie nicht nur zu einem Genuß- sondern zu einem Heilmittel werden lassen. Durch die Verarbeitung zu Süßmost bleiben chnen diese Vorzüge völlig erhalten. Die Süßkirsche ist blutbildend und blutreinigend. muß es beim erhitzten Honig bleiben. Durch die Zusammensetzung seiner Zuckerarten wirkt Honig als Flüssigkeit, auch wenn wir ihn in getändeltem Zustand verbrauchen. Darum müssen wir uns danach richten. Außerdem macht er rnehl- halttge Speisen dünner. Das ist die Schattenseite. Andererseits ist es aber auch das Kennzeichen, daß wir es mit gutem reinem Honig zu tun haben. Ein ganz besonderer Vorzug unserer deut ich e n Honigernte sind die vielen verschiedenen Arten. Wir können nicht einfach „mit Honig" kochen. Das Wort „Honig" ist eigentlich ein Sammelname für einen ganzen Kasten voll Gewürze. Honig 'st keine Fabrikware, die immer gleich schmeckt. Jede Farbe hat auch ihren Eigenges^smack. Im großen und gan- Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS ling in einem Modeatelier eintreten; drei Jahre ist die Mindestlehrzeit. Zwischendurch finden nach zehn bis elf Monaten und im zweiten Lehrjahr Prüfungen statt, um dem Lehrling Gelegenheit Unfere Küche im Oktober. Im Oktober kommen endlich die vielen warmen und nahrhaften K a r t o f f e l g e r l ch t e wieder zu Ehren Alle freuen sich auf die beliebte Kartoffelsuppe, auf Kartoffelpudding oder einen Auflauf aus diesem nahrhaften und billigen Volksernahrungs- mittel. In vielen Gegenden sind gebratene Kartoffeln zum ersten Frühstück sogar eine Selbstverständlichkeit. . . Im Oktober verabschieden wir uns auch oon den letzten Sommergästen, den P i l z e n und beginnen, unseren Gemüsebedarf etwas mehr mit Kohl zu decken Er ist nicht nur ein billiges Gemüse, sondern die verschiedenen Kohlarten enthalten Nährstoffe, die unserem Organismus durchaus nötig sind. Wie gut schmeckt ein Salat, aus Weiß- und Rotkohl gemischt, wie gerne essen wir alle die Kohlrolle, zu denen Wirsingblätter mit beliebiger Füllung gebunden werden. Und ein Wildbraten ohne Grün- oder Rotkohl ist doch nicht zu denken. Ueberhaupt Wild! Der Herbst und beginnende Winter lassen uns- öfter als die warmen Sommermonate an Fleischgerichte denken, und neben dem saftigen Rinderbraten und dem wohlschmeckenden Hammelfleisch nimmt das nahrhafte und so fein- aromatische Wild einen Ehrenplatz ein, oon dem es allerdings oft und energisch durch den F i s ch verdrängt wird. Fang, Transport und Aufbewahrung sind heute vorbildlich, und daher wird Fischessen immer mehr zu einem Genuß, auf den keiner verzichten mag. Ob mit Gemüse oder als Eintopf, ob zu Salat oder Auflauf, Suppe oder Braten zubereitet, immer wird Fisch ein aus gesundheitlichen Gründen unentbehrliches, außerdem sehr gut- schmeckendes und billiges Essen sein. Dabei soll der gute, alte Salzhering, jetzt allerdings erst in neuer Jugend frische angekommen, besonders erwähnt werden. Und an die vielen feinschmeckenden Räucherwaren soll auch erinnert werden. Aber der Grünkohl "mit dem Wildbraten bat uns ganz unsere anderen schönen Gemüse vergessen lassen. Der Rosenkohl, schön grün und frisch, wird von allen Hausfrauen als eine willkommene Abwechslung begrüßt, und gar die Schwarzwurzeln, nun, die sind eine besondere Delikat-stse. Außerdem wollen wir nun auch endlich rote Rüben und Kürbis nicht nur zum Einlegen verwenden, sondern die vielen sehr wohlschmeckenden Gerichte, die in anderen Ländern schon lange aus den Speisekarten davon zu finden sind, selber vro- bieren. Suppe, Gemüse, Aullauf und Pudding. Salate und Komvott. alles kann man daraus kochen — mit Geschmack! Der Fettverbrauch kann eine Einschränkung durchaus vertragen. Diese ist auch aus gesundheitlichen Gründen nur empfehlenswert. Diele schöne Süßspeisen bereiten wir und essen sie besonders gern als Abendbrotmahlzeit Sie werden aus Haferflocken. Graupen, Kartoffelmehl und deutschem Puddingmehl hergest->llt, gewinnen noch an Nährwert durch den zu ihiyn verwendeten Zucker und erfahren die vielleicht durch Eiweiß nötige Bindung nicht immer durch ein Hühnerei, fonhern eb-nio durch geruch- und geschmackloses Fischeiw-'h. Es 'ft pulveri-siert zu kaufen. hat die al-'chen Nährstoffe und erfnart ein Ei! Neben diesen Gerichten finden mir auf dem Ab-nd- brottifch unser gutes, derbes Roagenbrot. w-ißen und anbf”-»n nahrhaften Eimeißkäle, oft mich eines der angeführten Kartoffelaerichte und viele besonders aut schmeckende Sveisen. die uns erft nach vielem Raten, als R-fte des Mittags geschickt aulf „neu" zubereitet, deutlich werden. S. Fr. Heuer aibls Wasthomg! Von Frida Aisch. zen unterscheiden wir zwei Gruppen: den Hellen Frühjahrshonig, wie Faulbaum, Raps, Akazie, Linde, sind zarte Honige. Die Hellen Honige sind dieses Jahr nur ganz vereinzelt geerntet. Die dunklen späteren Honige, wie Heide, Pha- zelia, gemischter Wiesenhonig, Edelkastanie, empfinden wir als kräftig Der dunkle B l a t t h o n i g ist als Ausnahme zart. Tannenhonig ist ebenfalls eine Gruppe für sich. Unfern Waldhonig geben mir besonders gut zusammen mit Schokolade, Schwarzbrot, Nüssen. Reizend wirkt W e i n g e I e e mit Waldhonig. Rheinwein gibt einen strengeren, Moselwein einen zart lieblichen Geschmack. Apfelwein kommt weniger in Frage. Dagegen ist edler Traubenmost vorzüglich geeignet. Der graugrüne ober bräunliche Waldhonig gibt natürlich den Gelees eine graugrüne ober oliobräunliche Farbe, wie bie Tönung ber Blätter ober Tannennadeln. Da ich diese Naturfarben nicht künstlich verändern wollte, gen- und Darmtätigkeit an. Der Apfelsaft mit seinem reichen Gehalt an Vitaminen und Fruchtzucker ist zu einem richtigen Faktor in der Krankenküche geworden. Bei fiebrigen Erkrankungen, bei Blusttauungen, wie sie bei sitzender Lebensweise oft eintreten, bei Arterienverkalkung und Darmträgheit erweist er sich als erfrischendes und den Heilungsprvzeß förderndes Getränk. Für die steigende Beliebtheit des Süßmostes zeugt in besonderem Maße die Tatsache, daß zwei Drittel des Verbrauches über die Gaststätten geht und nur ein Drittel im Hausball verzehrt w-rb. Daß auch andere Länder den Süßmost zu schätzen wisien, beweist eine auf der erwähnten Komerenz erstattete Mitteilung, nach ber in der Schweiz zehnmal so viel Süßmost verbraucht wird als bei uns; in Bulgarien zweimal so viel Die Schweiz gibt sogar an, daß der starke Verzehr an Süßmost ein Drittel Brotersparnis bewirke, da ber Süß- most, außer seinen sonstigen Vorzügen burch feinen Reichtum an Kohlehybraten auch sättigt (ein Liter Süßmost enthält etwa 100 g Traubenzucker. D. S. Süßmost. Auf der vor kurzem in Frankfurt am Main ab« gehaltenen Reichskonferenz für gärunaslose Früchteverwertung wurde berichtet, daß der Verbrauch von Süßmost in den letzten zehn Jahren allein beim Apfelsast um das Vierzigfache gestiegen ist — gewiß ein überzeugender Beweis für Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit dieser Getränke. Im Jahre 1920 wurde die gewerbliche Herstellung oon Süßmost in größerem Umfang ausgenommen, aber es dauerte noch einige Jahre, bis sich bie Neuerung durchsetzte. Erst oon 1926 an kann oon einer dauernden Steigerung des Verbrauchs von Süßmost bis zum heutigen Umfang des Verzehrs gesprochen werden. Während 1926 nur 2,5 Millionen Liter „flüs- figes Obst" gewerblich hergestellt wurden — die häusliche Herstellung läßt sich natürlich schwer schätzen — waren es 1935 bereits 43 Millionen Liter geworden. Den stärksten Antell hatte daran der Apfelsaft mit 83 o. H.; Traubensaft war mit 14 bis 15 v. H. beteiligt, die übrigen Beerensäfte eingelesene Kugeln. Dem Cape ist ein schmaler Stehbunb angeschnitten, die Bluse hat einen kleinen Bubikragen unb zwei schrägeingeschnittene Taschen. Alle Nähte der Jacke und des Rockes sind breit abgesteppt, die Knöpfe sind mit Stoff bezogen. H. Die Tapete ist das Kleid der Wohnung. Die Tapete ist das Kleid der Wände, deshalb muß man sie auch genau so sorgfältig behandeln, wie man wohl ein Kleidungsstück behandeln würde. Ein Kleid, das einem nicht steht, macht unsicher und nervös, man ärgert sich — und zieht es nicht mehr an. Mit der Tapete ist es ganz ähnlich — nur daß da die Sache nicht so einfach liegt: eine Tapete kann man nicht in den Schrank hängen, wenn man sie sich Übergesehen hat. Nun ist man schon bei dem Kernpunkt angelangt: immer muß man bei der Auswahl der Tapete denken —: gefällt sie dir auch wohl noch in ein paar Jahren? Sind Muster und Farbe bann noch modern? Man muß vorsichtig fein bei gemusterten Tapeten, denn gerade eine Musterzeichnung, die man besonders originell und apart findet, sieht man sich am schnellsten über. Tapeten für das Kinderzimmer brauchen nicht immer unbedingt Teddybären und Puppen zu zeigen, die kleinen Bewohner dieses Zimmers werden ja jedes Jahr größer und es ist für den Primaner oder die Lyzeumsschülerin nicht gerade erfreulich, wenn ihr Zimmer immer noch mit diesen Teddybären tapeziert ist — und sie diesem Alter doch längst entwachsen sind. Man wähle also lieber ein neutrales Muster. Deshalb ist es aber nicht nötig, nun alle Zimmer im gleichen monotonen Weiß ober Elfenbein zu tapezieren, benn bas wirb auf bie Dauer auch langweilig. Tapete und Möbel sollen ein harmonisches Ganzes bilben. Zu schönen alten Stilmöbeln paßt keine moderne Tapete. Wenn man keine „stilechte" bekommen kann, bann nehme man eine einfarbige. Moderne Möbel sehen am besten vor einfarbigen Tapeten aus, besonders die neuen Möbel, die Wert darauf legen, weniger durch Formenreichtum als durch die schone Maserung des Bolzes tu wirken Die Tapete muß wie ein Kleid gepflegt werden. Sie „verschießt" genau so wie das Sammerk'-id, wenn man sie der allzu grellen Sonne aussetzt. Hellblaue und lila Tapeten verändern ihre Farbe am leichtesten im Sonnenlicht, dankbarer sind gelbe und grüne Tapeten, „giftige" grüne Tapeten, wie sie wohl noch zu Zeiten unterer Großeltern vorkamen (mit Schweinfurter Grün gefärbt) gibt es beute nicht mehr — man kann also unbesorgt die Wände in Grün kleiden. Mit dem Federwedel ober einem feinen Haar- befen müssen bie Tapeten mindestens einmal in der Wache abgestaubt werden, wenn man einen Staubsauger hat, so ist es sehr schön, ry"nn man die Tapeten „saugt", damit sich nicht Bakterien und Staubkörner auf ihnen sammeln. Oesters muß hoch die Hausfrau betrübt feststellen. daß ein Fettfl"ck an ber Tapete „glänzt". Wie entfernt man ihn? Es gibt ia beute schon abwaschbare Tapeten, die man wie Wachstuch reinigen kann — aber sie sind doch noch immer selten —, nur in Kinderzimmern sind sie sehr angebracht. Hat man keine abwaschbaren Tapeten, so entfernt man den Fettfleck am besten, indem man einen Brei aus Talkum mit Benzin gemischt, aufträgt, trocknen läßt und bann forataPig abwischt. Swimmelstecke auf Tapeten entfernt man m üange. rch Slum« fhe Silber; ans Thyliot; Wigenleüer: »alt der An- 9143, Drui lei R. Lange, ispreis RK nii der Illu« 510 Pf. und 5 Ps. mehr, itember 1937 Longe genug haben wir auf unfern Lieblingshonig gewartet, benn bie letzten Jahre war die Ernte knapp. Daß aller Honig eine Kraftquelle für bas Herz ist, „Benzin für ben Herzmotor", wie ein berühmter Herzforscher in Bad-Nauheim tagt, haben alle erfahren, die viel Honig genossen. Darum wollen wir dies köstliche Geschenk der Natur mit Freuden begrüßen unb so viel als möglich anwenden. Gewiß ist H v n i g b r o t eine gute Sache, aber das ist nicht bie einzige Möalichkeit, Honig zu verzehren. Um ben Körper ständig unter feinen guten Einfluß zu stellen, geben wir ihn in bie täglichen Mahlzeiten. Da erwärmter Honig zum größten Teil feine Süßkraft verliert, fo finb mit Honig bereitete Sveifen durchaus keine süßen Gerichte. Wir müssen uns von bem Gedanken freimachen, baß Honig Zucker ersetzt. Das kann er nur teilweise. Durch zu großen Honigzusatz verderben wir nur die Speisen, ohne sie süßer zu machen. Bei „fußen Sachen müssen wir immer noch mit Honia ab- „ , , ■ . , _ .. • . schmecken Der Hauptwert des Hamas lieat in seiner behalten oberx aber durch Selbstschnei'bern dem Anwendung als Gewürz. Diefe Erkenntnis Manne unnötige Ausgaben ersparen bzw. in Zetten ist nicht nur die Weisheit unterer Taae. Schon vor einer No läge vor der ja keine F^ulie sich resttos mchr als zweitausend Jahren haben die Leute nut sicher suhlen kann, diese durch ihre Mitarbeit lindern Honig gekocht. Vor kurzem stieß ich bei meinem helfen. _ .. , . Forschen auf eine Kochvorschrist aus bem alten Athen aus bem Jahre 70 v. Ehr., bie alle Zutaten für ein Honiggericht enthielt, wie wir sie auch, beute noch gebrauchen: Graupen, Milch, frischer Weißkaie, Hirn,' Fett, Honig. Ich habe den Versuch gemacht und Klößchen davon erhalten, welche, in Huhner- fuppe gekocht, vollständig den Eindruck un_ier!r heutigen Geflügelklößchen machten. Honia im Kochtopf wirkt auf zweierlei Art: Einmal ist er selbst das Hauptgewürz, ein andermal tritt er vollständig in den Hintergrund und hebt nur den Geschmack der einzelnen Zutaten Aber immer veredelt er_ das Essen. Damit mir nicht seine Fermente, zerstören, und damit seine Wunderwirkunaen zunichte machen, dürfen wir Honig nie über 50 Grad Celsius erhitzen. Nur bei der Bereitung ber Honigkuchen ^iei. in. Sh Hntn ’ ourben taE* 5el‘6et ber niüelt. Sitz des Kleides oder Kostüms trägt. Am Ende der I qu Süßmost, beit burch Auspressen ber Früchte Gesellenzeit kann die Selbständige an vierwöchigen UT% Haltbarmachung ohne Kochen und chemische Tages- oder dreimonatigen Abendkursen tm Zu------ ..... ~ r * schneiden unb Abformen teilnehmen unb sich nachher als Direktrice eine Stellung suchen. Als WW '?E,[WU W , SÄ‘iip- Äedberf SH 5 R auch Meitij |eg ^keit noch Nun!., 'n Dann! 1 lieWt r und en wird 9' Hain unbeftänb, lalle. Tag- 'ttags 134 •: morgens num heute 0 cm liefe 2 Oktober. •1 mm. - sind Neues für -en Bücheriifch Neue ich, „ich wäre gern be- des dem Gründer des Sees. Er hat einen Dollbart aus auch ein wenig wie der Gründer sah mich an. nieder» C. K. ich- wir möchte. Schwere Konflikte brechen vor dem nächsten Meß- stand aus. Wäre man nur nicht gekommen, um sich selbst zu erkennen! Das denken insbesondere bie Frauen. Denn dieser Apparat verlangt von ihnen, daß sie neben den eben ermittelten Zahlen über Größe und Gewicht ihr wahres Alter einstcl- len. Man sieht es deutlich, wie schwer es mancher Tochter Evas wird, die Zahlenskala immer noch ein Stückchen weiterzuschieben, bis sie tatsächlich auf 45 zeigt. Wenn man es im Verborgenen tun könnte!' Aber nein, hinter und neben einem warten schon die nächsten, Männlein und Weiblein. Und alle verfolgen gespannt die Skala, ich fürchte, zwei Jünglinge wetten heimlich hinter einem ältlichen Fräulein, wie hoch die Zahl noch klettern wird. Aber beherzt stellt sie die Ziffern ein, was nützt es ihr, sie will eben ihren wahren „Grundumsatz" auf die Karte drucken. Verwirrt und verständnislos starrt sie nach der Prozedur auf die Ziffern, die der Apparat gedruckt hat. Dafür wird ihr setzt der Puls gefühlt. Und am nächsten Tisch lich sein. - — Meyers Lexikon. 8., gänzlich neu bearbeitete Auflage in 12 Bänden. Band V: (Gleichen- berg — Japan). In Prachtband 20 RM., in Kunsthalbleder 15 RM. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (270.) — Schon beim Durchblut- tern dieses Bandes fallen die Namen Eitler, Hindenburg, Goebbels, Göring, Heß ins Auge: ausführliche Artikel berichten über Leben und Wirken dieser großen deutschen Männer; über den Führer bringt eine vierseitige Beilage außerdem noch z. T. wenig bekannte Bilder. Weiter sei von allgemein interessierenden Abhandlungen des Stichwortes Goethe aedacbt; das in mehreren Spalten behandelt wird. (Ausführliche Bildbeilage zu Goethes Leben tikel Hauswirtschaft mit Bildfolge hauswirtschaftlicher Geräte. — Nachdem die Bände I—V und ylll (Atlasband) bereits erschienen sind, ist das Lexikon nunmehr zur Hälfte vollendet. — Handbuch der geographischen Wissenschaft. Herausgegeben von Universitäts-Professor Dr. F. Klute, Gießen, unter Mitwirkung führender Gelehrter. Etwa 4000 größere Textb-ilder und Kärtchen, gegen 300 Farbbilder, viele Kartenbeilagen. Preis pro Lieferung 2,40 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Äthenaion Potsdam. Grundlegende Kapitel aus der Allgemeinen Geographie und wichtige Beiträge zur Länderkunde Europas und Asiens bringen die neuen Lieferungen 156 bis 160. Das Wasser des Festlandes, das unterirdische und das überirdische in Quellen, Flüssen, Seen, Lawinen, Firnen und Gletschern behandelt F. Nußbaum instruktiv und anschaulich. Dann beginnt wieder für den ständig mehr gefesselten Leser die Reise durch ferne Länder, zunächst nach Vorder- und Südasien, wo W. Eredner die Führung übernimmt und die tropische Welk Hinterindiens in Wort und Bild lebendig werden läßt. In dem Bande: Nordasien, Zentral- und Ostasien führt H. Rosinfki seine Darstellung von Japan weiter, hauptsächlich die Gestaltung des heutigen japanischen Lebensraumes unter dem Einfluß der abendländischen Kultur. In dieser lebendigen Schilderung wird der gewaltige Kulturüberpflanzungsprozeß im einzelnen deutlich. Das ist Vorzug dieses Handbuchs, daß es uns die Welt lo zeigt, wie sie ist, wie mir sie aber nicht kennen. So bedeutet jeder neue Beitrag dieses nun bald vollendeten Werkes in seinem Zulammen- klang von Wissenschaft. Lebensnähe und Anschaulichkeit eine wertvolle Bereicherung. —Mitteilungen des O b e r h e ss i s ch e n Geschichtsvereins. Herausgegeben von Karl Glöckner und Carl W a l b a ch. Neue Folge. 35. Band. Verlag: von Münchowsche Universitäts- Druckerei Otto Kindt GmbH., Gießen 1938. — (285.) — Den größten Teil des stattlichen neuen Bandes nimmt der einleitende Beitrag „Wetzlarer Richter-, Schöffen- und Ratsfamilien im 13. und 14. Jahrhundert" von Fr. Clauß ein: dies ist eine überaus gründliche und fleißige, auf sehr umfangreiches Quellenmaterml gestützte Arbeit, die nicht nur allgemeinhistorisch und verfassungsgeschichtlich wertvolle Erkenntnisse aus heimatlicher Vergangenheit erschließt, sondern im besonderen auch der Familiengeschichte und Familienforschung in unferm Raume willkommene Aufschlüsse liefern wird; vor allem sei stimmten Gelegenheit, daß wir beft>e Schokolade* mäuler hatten." Wir gingen durch den stillen moosduftenden Wald dem Dorfe zu. Es war ein schöner Herbst» ausflug. ßen zu sein." „Mit Ihnen, Inge", sagte öfter mit Ihnen draußen." Ich spürte, daß sie nickte. „Wir könnten uns dann freunden", sagte ich. ,Letzt sprechen Sie plötzlich Sees", sagte sie lachend und schnupperte in der Luft und blieb stehen und sah lange zurück, und dann atmete sie einmal tief ein und wir gingen weiter. Zuweilen sah sie mich ruhig und freundlich an, uni) dann fühlte ich, daß sie sich freute. Plötzlich hakte sie sich bei mir ein, sie drückte einmal leicht meinen Arm und ich hatte die Empfindung, daß sie nun etwas sagte, wozu man Nicht zu reden brauchte, und dann sagte sie: „Und was würde uns der Gründer des Sees erzählen?" „Als ich noch klein war, würde er sagen , erzählte ich, „meine Damen und Herren, bereitete ich mich schon darauf vor, einmal einen See zu gründen. Ich ging aufs Feld hinaus, suchte mir einen tüchtigen breiten Bach aus und sagte: .Wäre es Ihnen recht, in einen See zu fließen?' ,Mir wäre es recht', sagte der Bach und gluckerte ein bißchen, ,man kann sich dann auch einmal ein wenig ausruhen. Das ewige Meßen ist ganz schön, aber wenn man älter roirb?' ,Es ist Ihnen also angenehm', sagte ich. Letzt handelt es sich nur darum, daß wir auch recht viel schöne Fische bekommen. Wie ich sehe, führen Sie nur Stichlinge und Frösche/ ,Das mit den Mchen können Sie ruhig mir überlassens sagte der Bach, ,ich komme morgen sowieso in einen größeren Fluß, und da kann ich die Sache vorschlagen. Was wollen Sie an Pflanzen? Wasserlinsen oder Schilf?' .Schilf wäre mir lieber', sagte ich, ,die Wasserlinsen wachsen zu schnell zu und verdun- kein den See. Aber etwas Wasserpest hätte ich Alles in einer Stunde ... In einer Stunde sterben auf der Erde, so kiest man in einer interessanten Zusammenstellung der Leipziger „Jllustrirten Zeitung", 4600 Menschen, und 5400 werden geboren. In derselben Zeit werden rund 198 000 Verbrechen begangen, aber nur 177 000 abgeurteilt. — Der Verbrauch an Gemüse und Nahrungsmitteln innerhalb einer Stunde er» reicht für die gesamte Menschheit der Erde ganz unvorstellbare Mengen, nämlich: rund 25 Millionen Kilogramm Kartoffeln, 10 Millionen Kilogramm Gemüse und Salate, 3,6 Millionen Kilogramm Fleisch, ebenso viel Fische: hinzu kommen etwa 30 Millionen Brote. Der Zuckerkonsum innerhalb einer Stunde beträgt rund 100 000 Tonnen. In derselben Zeit werden 180 Tonnen Rohtabak zu Rauchmate» rialien verarbeitet, rund 125 000 Tonnen Steinkohlen dem Erdboden entrissen, 160 000 Faß,Oel gewonnen und davon ein Drittel zu Benzin raffiniert. Im gleichen Zeitraum verlassen 7500 neue Kraftwagen die Fabriken. Die stündliche Papierfabri- kation beläuft sich auf 1950 Tonnen; davon wandert der größte Teil durch die Rotationsmaschinen, die stündlich über 1,7 Millionen verschiedene Zeitungen und Zeitschriften ausspeien. Die Filmindustrie braucht stündlich rund 57 Kilometer Negativfilm für ihre Produktion. Im gleichen Zeitraum laufen rund 1200 Millionen Postsendungen, Briefe und Karten, mit Brjefrnarken im Werte von über 50 Millionen Mark um den Erdball, und 115 000 Telegramme werden stündlich aufgegeben. Endlich werden 35 000 Pelztiere in einer Stunde getötet und ihre Felle für Mäntel verarbeitet. Und in dieser einen kurzen „Haben Sie ihn denn schon gehört?" fragte Wir fahen uns an und lachten. Dann lachten nicht mehr und sahen uns lange an. Es war schön, auf einer Bank am Walde zu sitzen und sie anzusehen. Sie hatte klare graue Äugen, wenn sie still wurden, verdunkelten sie sich leise. Ich legte mein Arm leicht um ihre hübsche, gerade Schulter. gelacht hatte. „Zum Eulensee", sagte ich, „wenn es Ihnen recht ist. Ich kenne dort nämlich einen unterirdi- schen Eingang, der bis auf den Grund des Sees fuhrt. Dort muß man dreimal klopfen, dann öffnet ein Biber die Tür und führt uns zu t.... auch ganz gern.'" „Und wie hat er denn den See gemacht? , fragte Fräulein Wegmann vergnügt lachend. „Nun", sagte ich, „er ging zu einem verlassenen Steinbruch und sprach mit dem Basalt und erhielt von den Steinen die Zustimmung. Nur wollten die Steine unbedingt Goldfische haben, von den ganz großen, verstehen Sie." „Und da sind jetzt Goldfische drin?" fragte sie rasch. „Ja, er bekam sie nach langen Auseinandersetzungen", sagte ich, „die Goldfische lebten m einem stillen Waldteich, in dem ein kleiner Dach floß. Sie weigerten sich zuerst, den stillen, einsamen Waldweiher zu verlassen und m einen großen See zu ziehen. Aber der Gründer des Sees ließ durch den kleinen Bach ausrichten, daß er in dem neuen See einen fieinen Hain auf dem Grund pflanzen ließe, mit schönen hohen Bäumen, durch deren Zweige dann die Goldfische hindurchschwimmen könnten, so wie Vögel durch einen richtigen Wald fliegen. Das gefiel den Goldfischen, unb dann tarnen sie geschwommen." „Mer es ist doch kein Wort davon wahr!" sagte Fräulein Wegmann, sie atmete rascher vom Lachen. Als wir uns umdrehten, fahen wir die Stadt nicht mehr. Sie lag hinter dem Hügel, über den wir gegangen waren. Ringsum blauten auf den weiten Wiesen die Herbstzeitlosen, sie kamen mir immer wie winzige Fallschirme vor, die über Nacht in Massen gelandet waren. Dor uns war jetzt dichter Tannenwald. Wir setzten uys auf die Bank am Waldrand, wo mir einen wunderbaren, weiten Ausblick hatten. „Kommt denn nicht bald ein Dorf?" fragte Fräulein Wegmann, „ich habe schon tüchtigen Hunger." „Noch eine Stunde", sagte ich, „dann kommt das Dorf, und dahinter liegt der Eulenfee." Ich zog eine Tafel Schokolade aus der Tasche, wir batten sie im Nu aufgegessen. Fräulein Wegmann legte ihren Arm hinter meiner Schulter auf die Lehne der Bank. Ihre blassen Wangen waren von der frischen Morgenluft gerötet. Nach einer Meile legte sie ihren Arm leicht auf meine Schulter.. „Gefällt es Ihnen hier?" frage ich sie, ohne sie anzUsehen. Sie blickte still über die Wiesenhänge. „Ja", sagte sie, „es ist schön, mit Ihnen drau- Je länger der Strich ausfällt, desto großer ist der Mut für die nächste Probe. Ein Hebei will mit äufjerfter Körperkraft angehoben sein. Die Karte verrät in Kilogramm, wieviel man lernens heben kann. Ermüdung und Reaktionsvermögen " ' Gegenstand der nächsten Proben. Mit einem Fröhliches Gesundheitsexamen. Andrang in der ».Halle der Selbsterkenntnis". - „Selbstverjüngung" zwecklos Nichts für Angeber und Kraftmeier) Stunde Weltgeschehens legt die Erde 107 000 Kilometer um die Sonne zurück, während sich rund ........ 400 000 bahnen und Berufsmöglichkeiten und -aussichten: Soldaten der Nachrichtenverbände, Pioniere. Infanteristen, Kavalleristen, Kraftfahrer und Artilleristen geben in knappen, lebensvollen Berichten ein um* fastendes Bild von der Arbeit in ihren Verbänden, und in frischfröhlicher Plauderei kommt auch der Humor zu Wort. Diese glückliche Vereinigung von sachlicher Darstellung und lebendigen Stimmunqs» bildern vermittelt ein anschauliches Bild von Sol» bafengeift und Soldatenleben. Sorgfältig ausgewählte Bilder ergänzen den Text. — Svortkameraden. Begegnunaen und Erlebnisse von Jack Schumacher. 142 S. Start. 3.20, Seinen 3 80 RM. Franck'sche Verlaashandlung, Stuttgart, 1938. — (282.) — Der Svortbericht- erftatter und Leichtathlet Jack Schumacher erzählt lebendig und spannend von seinen Erlebnissen in Europa und Amerika. Järvinen und Birger Rund, Woodruff und Weißmüller, Sonia .Rente, Christl Eranz und viele andere stehen im Mittelpunkt dieser Schilderungen. Wir folgen gelnannt dem Ski-Ab- fahrtslauf um die Akademische Weltmeisterschaft, erleben noch einmal den großen Kampf des Javaners Murakuso geaen drei Finnen im 10 OOO-M-'ter- Lauf bei den Olnmpischen Spielen und auch Stanrnf um die Ciaer-Nordwnnd. der an die äußerlte Grenze menschlicher Willensleistung führte. E?n festelndes Buch, das auch den Jungen Freude machen wird. — Professor Dr. Au g. Mayer: Deutsche Mutter und deutscher Aufstieg. H^'tt 7 der Reihe „Politische Biologie". Mit 9 Mb. Kart. 1.50 RM I. F. Lehmanns Verlag, München — (288) — Der Verfasser, Direktor der Tübinaer Nni- versitäts-Frauenklinik, sieht in der Familie die Ur, zell des völkischen Lebens und zeigt aus feiner rei- dien Praris, was an positiver Aufbauarbeit vrak- ttsch geleistet werden kann und wie Schwierigkeiten innerhalb der Familie überwunden werden können. Gerade der Mütterlichkeit der Frau den Kindern und dem Manne gegenüber wird ein breiter Raum eingeräumt. Finger muß ein Hebel mehrfach angezogen werden. Und ein Druckknopf neben einer rotierenden Scheibe will ausgerechnet in dem Augenblick betätigt sein, wo ein rasender roter Pfeil auf einen ruhenden roten Punkt weist. Auf tausendstel Sekunden genau wird ein zu frühes ober zu spätes Drücken gekennzeichnet. Der Farbenblinde entgeht hier nicht seinem Schicksal. Die Karte weist es aus, ob er roh grün, ober blaugelb-blind ist. Unb wer eiwAbler- auge besitzt, kann es hier betätigen. Er wirb sein hunbertprozentiges Sehvermögen befriebigt aus seiner Karte herauslesen. . Wer es mit der Selbsterkenntnis noch weiter treiben will, kann in der nächsten Halle „Durchleuchtung" machen. Ihm bleibt bann nichts von sich erspart. Bis in bas innerste, gewissermaßen auf Herz unb Nieren, burchschaut er sich. Bleibt abzuwarten, ob er bie nötigen Konsequenzen baraus -icht. Denn wenn man bcm Dolksmund glauben soll, ist Selbsterkenntnis nur der erste Schritt zur Besserung. Dr. Buresch. bekommt man eine Gummimanschette aub junge Aerzte behorchen bie Schlagader: „B l u t d ruck 12 5/80" steht nachher auf der Karte. Jetzt tritt das Röhrchen in Aktion. Ein Schlauch kriegt es als Mundstück aufgesetzt, und nun muß man nach tiefem Atemzug kräftig ins Röhrchen blasen. Ein langer Sttich kündet hinterher dem Kartenbeptzer an, welche „Atembreite", also Lungenkrast er Als wir weitergingen, sahen wir noch einmal nach der Bank zurück. Fräulein Wegmann schüttelte den Kopf. „Ich glaube", sagte sie, „mir geht es mit solchen Bänken wie Ihnen mit den Bahnhöfen." „Wieso?" sagte ich. „Nun", sagte sie lachend, „man läßt sich am besten am Arm zu ihnen führen und drückt die Augen zu, bis man wieder aufsteht." brachte bereits Band 2 bei „Deutsche ßiterahir".) Die drei großen Länderartikel Griechenland, Großbritannien, Japan locken (neben der Unterrichtung vorn Altertum bis zur Gegenwart) zu interessanten Vergleichen. Aus dem Gebiet der Geschichte sei auch des Artikels Hanse gedacht. Daß die Welt der Naturwissenschaft und Technik wieder zu ihrem Rechte gekommen ist, zeigen Artikel wie Himmel (mit farbiger Textabbildung), Gold, Handfeuerwaffen, Holz, Der vierte Band des „Allbuchs". Der Brockhaus, Allbuch in vier Bänden unb einem Atlas. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Preis jedes Textbandes: Ganzleinen 11,50 Mark; Halbleber 15 Mark. — (244) — Dieses Werk ist nicht bie Neubearbeitung eines schon vorliegenden, andern ein neugeschaffener, neuartiger Brockhaus, bei dessen Bearbeitung für die deutsche Lexikographie neue Grundsätze durchgeführt wurden. Es handelt sich um eine Vereinigung von Sach- und Sprachwörterbuch. Brockhaus ist auf diesem Weg, dessen Ausgangspunkt einmal feine früheren „Konversationslexika", zum anderen fein bebildertes Wörterbuch „Der Sprach-Brockhaus" waren, zu einem neuen Typ gelangt, der für die Pflege unserer Muttersprache von größter Wichtigkeit ist, das uns zugleich in unserer Zeit größter Spezialisierung eine Gesamtschau ermöglicht, indem es über alle Fragen des Lebens, sei es auf dem Gebiet der Wissenschaften oder Kunst, des Staatslebens, der Technik ober des täglichen Lebens gewissenhaft unterrichtet. Der „Neue Brockhaus" stellt nicht nur Daten, Statistiken, Namen ober sonstige wissenswerte Einzelheiten zur Verfügung, fonbern er um- reißt zugleich ganze Wissens- und Lebensbezirke, sei es, daß er Einblick in die Arbeit ganzer Berufsstände gibt, daß er bas Gefüge wirtschaftlicher Zusammenhänge behandelt ober aber ganze Wissens- gebiete in übersichtlicher Kürze unb für jebermann verständlich barstellt. Die Berichterstattung geht bis in bie allerjüngste Zeit. Die jüngste Kunstentwick- lung würbe eingehend berücksichtigt, auch über das junge Schrifttum können wir uns unterrichten. Wieder wurden Hinweise für Erste Hilfe bei Un- glückssällen und Vergiftungen im Satz durch ausfällige Umrandung hervorgehoben, was die prak- tische Benutzbarkeit des Werkes erhöht. Die Erklärung philosophischer Begriffe sind klar und verständlich. Wir finden bie Signale aus dem internationalen Signalbuch ebenso wie eine Erklärung der Schwingachse am Auto, wir erfahren, was „Schlesisches Himmelreich" ober „Schneiderkarpfen ist und wie eine Ballonsperre gegen Luftangriffe angelegt wird. Die Fülle des zusammengetragenen Stoffes ist riesengroß, für den, der sein Allbuch richtig zu benutzen weiß, wird es bald unentbehr- Berlin, im Oktober. Die Aerzte sind vielfach der Meinung, das Interesse des Menschen für seine Gesundheit finge erst mit der Krankheit an. Unb bann sei es leider oft zu spät, sich mit einem bereits fragwürdigen Gesundheitszustand zu beschäftigen. Wir möchten bezweifeln, daß sie recht haben, nachdem wir uns einen Tag auf der schönen Ausstellung „Gesundes Leben — Frohes Schaffe n", die zur Zeit am Kaiserdamm in Berlin aufgebaut ist, umgesehen haben. In den großen festlichen Hallen wird der G e - sundheit ein Preislied gesungen, von Krankheit ist wenig ober gar nicht bie Rede, wenn man von dargestellten Gefährdungsmomenten für die Gesundheit ab sieht, die beispielsweise die Deutsche Arbeitsfront unter dem Mottoi ampf der Gefahr" veranschaulicht. Alle übrigen Bilder und Darstellungen gipfeln in dem Bemühen, jedem die eigene Gesundheit so schmackhaft wie möglich zu machen, sie ihm sozusagen als Grundvoraussetzung für Leben unb Schassen einzuschärfen. Die großen Organisationen etwa ber NSV., ber DAF., ber Hitler-Jugend, ber Wehrmacht, bes Arbeitsdienstes warten mit mannigfaltigen Einrichtungen und Vorkehrungen auf, die uns, ihre Mitglieder immer ge- sünder und leistungsfähiger machen wollen, es geht ein eigentümliches Fluidum von Kraft und Ansporn von den Wänden dieser Ausstellung auf die Beschauer über. Man sieht sich selbst wieder, am Arbeitsplatz, auf der Wanderung, bei Spiel unb Sport, bei fröhlichem Fest und in stiller Feierstunde. Wenn man die zehn großen Hallen durchwandert hat unb bann plötzlich vor der „Halle der Selbsterkenntnis" Halt macht, bann zaudert man nicht ängstlich, sie zu betreten, weil man sich selbst verdächtig geworden ist, sondern man betritt sie — halb neugierig, halb trotzig: es wird sich schon zeigen, was man sür ein Kerl ist! Diese Halle hat es in sich. In ihr wird man nach Strich und Faden durchexerziert. Es spricht für das Vertrauen der Allgemeinheit in den eigenen Gesundheitszustand, wenn die meisten sich ohne Wimperzucken dem vielseitigen Gesundheitsexamen stellen, ja, sogar offensichtlich großen Spaß daran haben. Mit einer gelben Karteikarte und einem weißen Röhrchen in einer Zellophanhülle ausgerüstet, fängt jeder an, indem er seinen eigenen Fingerabdruck in ein hierzu vorgesehenes Feld ber Karte setzt: „Jetzt verrat' ick mir selba an die Vo- linn", bemerkt ein Ur-Berliner trocken bei diesem Geschäft. Auf der Waage, die zugleich in sinnreicher Koppelung die Größe mißt, reckt sich jeder zu seiner vollen Höhe auf. Aber während die Männer, wenn sie bie Karte aus bem Schlitz ziehen, zunächst befriedigt ihre Größe feftfteHen, prüfen die Frauen ängstlich zuerst das Gewicht. Man kann manchen wütenden Blick auf den erbarmungslosen Apparat beobachten, ber mit so schonungsloser Sachlichkeit registriert, was man so gern ein bißchen umfärben Ausflug zum ßuienfee. Erzählung von Ernst Kreuder. Zuerst war es ganz still, bann donnerte es leise in der Feme, ber Donner rollte näher, und barm erzitterte ber ganze Bahnhof unter einem mächtigen Tosen und Rauschen, als sei oben ein Stauwerk eingebrochen. Dann war es wieder still und die Sperre wurde geöffnet. Die Leute strömten heraus. Ich trat etwas zurück. „Da sind Sie ja!" sagte Fräulein Wegmann vergnügt. „Guten Morgen, schön daß sie gekommen sind', sagte ich und war froh, daß bas erste überstan- ben war. „Ick suchte Sie schon an der Sperre", sagte sie unb sah mich sonderbar lachend an. „Ja, bie Bahnhöfe", sagte ich unb kreiste an ihre linke Seite, „es legt sich einem darin immer etwas auf den Magen." Erst jetzt bemerkte ich, daß die Morgensonne schräg in die Straße schien unb der Himmel ein meerweites, hohes Herbstblau hatte. „Wenn ich verreisen muß", redete ich weiter, „würde ich mich am liebsten mit geschlossenen Augen von einem Freund bis ins Abteil führen lassen." Es war natürlich übertrieben. „Wo gehen wir denn eigentlich hin?" fragte Fräulein Wegmann, nachdem sie stehen geblieben war und hell Froschlaich und Ohren aus Muschelkalk und eine Nase aus geflochtenen Binsen, bie er brehen unb wenden kann." „Hören Sie um Gotteswillen auf", sagte Fräulein Wegmann, „ich ersticke." Wenn ich aufhören mußte, war ich geschlagen. Fräulein Wegmann war sehr schön, jung und schlank, dunkel und lebhaft, ich würde verlegen werden unb sttll und ihr nicht in bie Augen sehen können. Aber sie sah mich jetzt ganz ruhig und offen an, ich verstummte unb es fiel mir nichts mehr ein. So ist das also, dachte ich, sie hat mich nur angesehen, unb schon hat sie mir ben Wind aus ben Segeln genommen. Aber auf ben Feldern war es schön. Es war still und herbstfrisch, die aufgebrochenen Schollen hatten blaue Schatten. Es war friedvoll und noch taukühl und wir gingen wie zwei Kirchgänger über das Land am Sonntag. Fräulein Wegmann Der Exttaordinarius Professor Dr. Otto Boßler, der in Leipzig das Fach der westeuropäischen und amerikanischen Geschichte vertritt, wird jetzt den Lehrstuhl für Geschichte übernehmen. Gleichzeitig ist er zum Ordinarius ernannt worden. Professor Voß- । ler habilitierte sich in Berlin für Neuere Geschichte. „Haben Sie denn die Augen zugedrückt, Inge? Ober meinen Sie das bildlich? Ich habe es wirk- , lich nicht gesehen. Ich merkte nur bei einer be- * 1930 wurde er nach Leipzig berufen. 1800 Gewitter auf ihr entladen und etwa Sternschnuppen und Kleinmeteore auf sie gehen. Hochschulnachnchten. auf das genau gearbeitete Orts-, Personen- unb Sachverzeichnis hierzu, sowie auf die Ratsherren* Listen und Stammtafeln im Anhang hingewiesen. — Der Gießener Jurist und Rechtshistoriker Professor Dr. Karl Frölich, der sich vornehmlich ber rechtlichen Volkskunbe in verbienstlicher Weise angenommen hat, liefert eine schöne und übersichtlich informierende Arbeit unter dem Titel „Zeugen mit» telalterlichen Rechtslebens im Rhein-Main-Gebiet unb seiner Umgebung", bie durch ein sorgsam und liebevoll zusammengettagenes Bildmaterial (auf 16 Tafeln im Anhang) erfreulich belebt wirb. — Carl Walbrach steuert eine gebiegen funbierte, zusammen- faffenbe Untersuchung ber Geschichte oon Stau en» berg bei* hierzu ein Grunbriß und eine alte Ansicht von Staufenberg im 17. Jahrhundert nach Merian. — Professor Dr. Heinrich Gloel gibt eine nach Sachgebieten geglichene Zusammenstellung ber neueren Literatur über Wetzlar. — Sudjbefpre» diungen unb ein kurzer Nachruf auf Professor Dr. Georg Blecher, den „Leiter und Mehrer des prächtigen Friedberger Museums" und „Erforscher der Geschichte Friedbergs unb ber Wetterau , runden ben Inhalt bes neuen Banbes ab. hth. — Georg Haib: Ein Buch vom neuen Heer. Mit runb 100 Bildern. Preis in Seinen ge» bunben RM. 4,80. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (273) — Tradition und Tugend, der alten Armee, neuer Geist und neue Form der jungen Wehrmacht spiegeln sich in bem nunmehr in 12., neu bearbeiteter Auflage vorliegenben „Buch vom neuen Heer" von Hauptmann Haid. Das Werk berücksichtigt auch ben neuesten Stand der Entwicklung des Heeres und gibt in allgemeinverständlicher Form Kenntnis von Organisation, Technik und allen luik j/uiuim Vi»‘ i- wichtigen Neuerungen der letzten Zeit. Aus der Er» Diger xejiaoDiioung;, ouiu, Handfeuerwaffen, Holz, fah^ung des täglichen Dienstes haben Offiziere, Hunde, für unsere Hausfrauen besonders^der^Ar- Unteroffiziere und Männer aller Waffenaattungen ~ ' ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Erlebnisse in sol« b-atiscker Straffheit und klarer Schilderung dargelegt. Von der Kleinarbeit im Kasernenhof und auf ber Stube erzählen Felbwehel unb Unteroffizier: über Aufbau, Gliederung. Führung, Kamvfweise unb Kampfmittel aller Formationen sprechen aus der Praxis Offizier und Stabsoffizier; Arzt, Zahlmeister, Beamter unb Musikmeister berichten von Lauf- "men ge. ’wnMun» ucrend der 1 der jun, "mehr in ? -Buch öas ^r/ ■ $nhn?, ständlic^ und tilt us der Er- Offiziere, Gattungen uffe in lob l dargelegt, kd auf der Wer; über veise und i aus der Sablmei« von Lauf- •QusTuhfen: ^nfan. Artilleristen ten ein um« Derbänden. ut auch der inigung von Stimmunqs« d von Sol« ltig ausge« lunaen und 42 S. Kort, mshandlunq, 6üortberi(f)f« acber erzählt rlebnillen in Birger ’Runb, ienie, CTriftf elpunft M dem Ski-V- ifterfrMU' des Baponffl lOOOfWfer. au* ffairnf Me äußere führte. F>n en freute *5 ,.'L sr L KS "'«'biet fr unb * fr 16 frS "Och fr btr frefp”! "not $r Jw der ' wnden hth. S?euen itl W 7 9 W Rart. Mncher - Tübinger VW milie die Ur« ms feiner w< marbeit oral, xhwierigkeiten werben tön u den Rinden. breiter RaM Schokolade« wo»checkw jjöner W* e... fr '*?. w auf “‘c.K’ ®rbe, s° W eenst« * sptenW«*, W* , a-it werdet Ifrate « ,ch an V-W - er s tunte «' ,r Lite S°« * 25 Mi»°" -G 1 Affiniert. 0 MpieNoA ^^/©antet* um '“Ätle"- f“( nb lb“„ kur,-" fen- |W' Nr.239 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Mittwoch, U.GNober (938 Der Gauobmann der DAF zum WHW Aus der Stadt Gießen. Herbstfarben. Länger als in anderen Jahren hat sich in diesem Herbst die tiefe, sattgriine Färbung unserer Walder erhalten. Nun tauchen aber doch die gelben, braunen und roten Farbtöne auf, die sich ein paar Lochen lang zu einer leuchtenden Harmonie vereinen und erst noch dem ersten Frost >hren chohepunkt erreichen. Dennoch ,st es nlcht d>° zunehmend- Herbstkälte, die Vergilbung und Laubabfall bewirkt, wenigstens nicht unmittelbar. Wie uns grade das Beispiel dieses Herbstes lehrt, ist die Verfärbung des Laubes wesentlich ein Dertrocknungsprozeß. In der Regel fällt dieser Dertrocknungsprozeß allerdings mit der fortschreitenden Abkühlung von Luft und Erde im Herbst zusammen, die den- Tätigkeitskreis der Wurzeln enger und enger einschränkt und bewirkt, daß Baum und Strauch ihre Säfte nicht mehr hinaus bis in die Blätter schicken, während an den sonnigen Herbstmittagen die Verdunstung in den Laubkronen ihren Fortgang nimmt. Wenn auf diese Weise die Blätter nicht mehr genügend mit Feuchtigkeit ernährt werden, zerfallen die in ihnen enthaltenen Farbstoffe. Das Blattgrün oder Chlorophill, von dem wir wissen, daß es die vorwiegend grüne Färbung des Laubes verursacht, wird zerstört, und die anderen Farbstoffe bekommen die Vorherrschaft. Diese Farbstoffe sind hauptsächlich das Tanthophyll und das Karotin, die die Gelbfärbung bewirken, während die Rötung in erster Linie durch das neugebildete Anthocyan hervorgerufen wird. Diesem kommt im Haushalt des Baumes eine wichtige Rolle zu. Er hat gewissermaßen die Aufgabe eines „Lichtschirmes", um das lichtempfindliche Chlorophyll vor der zu.raschen Zerstörung durch intensive Strahlung zu bewahren. Das Anthocyan- Rot bildet ein Hindernis für die grünen Strahlen, während rote, blaue und violette fast ungeschwächt hindurchgehen. Dem flüchtigen BliU auf einen herbstlichen Zweig scheint es, als ob grüne, gelbe und rote Blätter regellos durcheinander stehen. Schauen wir aber genauer hin, so bemerken wir eine Gesetzmäßigkeit, indem das grüne Laub sich an der Spitze des Astes befindet. Dann folgen gelbgrüne und gelbe, endlich in der Nähe des Stammes die braunen Blätter, fo daß die Verfärbung vom Stamm nach der Spitze hin fortschreitet. Ebenso gesetzmäßig vollzieht sich die Verfärbung des einzelnen Blattes. Bei länglichen Blättern beginnen, die lichten Töne an der Blatt- spitze und bringen dann nach der Mitte vor, während bei runden Blättern die Aufhellung vom ganzen Rande ausgeht und sich über das Blatt ver- vreitet. Diese gesetzmäßige Verfärbung hängt aufs engste mit den Transportbahnen in Blatt und Baum zusammen. Am längsten bleiben die Parenchym-Zellen, die den Wassergefäßen am nächsten sind, grün. Auch das Licht spielt beim Farbwechsel eine wichtige Rolle, Lichtmangel fördert im Innern der Baumkrone die Vergilbung, die leuchtend roten Töne freilich entstehen nur bei stärkerer Belichtung. Beim Anblick des fallenden Herbstlaubes sprechen wir poetisch wohl von einem „Sterben der Natur". Und doch stellt auch der Herbst nur eine Wachstumsperiode im Kreislauf der Natur dar, eine umgekehrte als die des Frühlings. Nicht einmal das einzelne Blatt stirbt, sondern es löst sich in lebendem Zustand, wenn auch geschwächt, vom Baum ab. Durch ungenügende Ernährung des Blattes wächst zwischen Zweig und Blatt allmählich eine kleine Trennschicht heran, schiebt sich wie ein Keil dazwischen und bewirkt die vollständige Loslösung des Blattes, wobei der Wind nur noch den letzten Anstoß gibt. Durch diese Abstoßung seines Laubkleides aber erhält der Baum sich den Winter über lebensfähig. Er tut im Grunde dasselbe, was der Hamster tut, wenn er sich zum Winterschlaf in die Erde zurückzieht. Er beutet in wochenlanger systematischer Arbeit seine Blätter aus, schafft die brauchbaren Stoffe, Blattgrün, Eiweiß, Zucker in fein Inneres, und schränkt dann seinen Kräfteverbrauch, feinen Haushalt so eng wie möglich ein. Blickt man im Zwei Hamsun-Anekdoien. Migeieili von Richard Gerlach. Wie jenes Städtchen an der deutsch-polnischen Grenze lag, aus ■ dem unsere Freundin stammte, ließ sich mit Worten nur schwer beschreiben, aber Knut Hamsun wollte es genau wissen. Es war am einfachsten, es mit ein paar Strichen anzudeuten. Die Kartenskizze war rasch entworfen. Aber der Dichter wollte noch etwas fragen, er bat um den Bleistift. Dieser war bereits wieder an feinem Ort in der Handtasche, nun wurde er hervorge- zogen und sollte aus seinem Behältnis genommen werden. Knut Hamsun ließ sich das Futteral aus rotem Leder selbst geben und hielt es einen Augenblick anerkennend vor sich hin. Es war ein hübscher kleiner Scherz mit einem Reißverschluß, den die behutsame Hand vorsichtig zurückzog. Gehalten durch eine zierliche Schlaufe stak da ein Patentstift, glänzend und rosenrot, oben zum Drehen. Knut Hamsun löste ihn und zögerte betrachtend. Er lächelte dem verführerischen Schreibwerkzeug zu, er sah sich das an. Was für Gedanken ließen sich mit einem solchen Stift auf das Papier fetzen? Mußte es nicht leicht fallen, mit ihm von Liebe unb Glück zu berichten? Konnte er nicht Torheiten hinfprubeln lassen, elegant, halber Schein, eilig gestandene Worte? Ober bachte ber Dichter, baß er nie begleichen besessen habe? Hatte ihm vielleicht ein Stummel von einem Bleistift genügt, bas Geheimnis bes Lebens aufzuschreiben? Er wußte jetzt alles, was ber rote Stift erfinden könnte, ben Bericht ber Liebe ober ber Traurigkeit, er wiegte bemunbernb bas Haupt. Dann zog er eine Linie nach, die er noch erklärt haben wollte. Knut Hamsun hatte uns gesagt, fein Barbier fei ein Kollege von ihm, er fei ein Poet. Wir sahen den Dichter fast täglich am späten Nachmittag die Hauptstraße der südlichen Stadt hinuntergehen, dann trat er in den Friseurladen ein, und etwas später saß der große Mann mit zurückgelegtem Kopf und eingefeiftem Kinn hinter dem offenen Fenster. Wir erkannten ihn von weitem, von der gegenüberliegenden Seite des Platzes. Der Barbier aber, der ein Poet war, schwang öw.ischen Daumen und Zeigefinger das Rasiermesser. Wir konnten nicht hören, was er sagte, aber es s?h so aus, als ob er Verse deklamiere, ejgene Verse womöglich, und unter dem Messer lag Knut Hamsun und konnte sich nicht rühren. Dennoch, der Dichter kam jeden. Nachmittag wieder, woraus man schließen kann, daß me Verse des Barbiers viel« NSG. Der Gauobmann der DAF., Willi Becker, erläßt zum diesjährigen Winterhilfswerk folgenden Aufruf: „Deutsche Arbeiter und Angestellte haben die Not in bitteren Jahren des Zerfalles kennengelernt. Ungezählten wurde einst durch das Winterhilfswerk geholfen. Sie werden das nie vergessen! Wenn deshalb in diesen Wochen das ganze deutsche Volk durch den Führer wieder dazu aufgefordert wurde, feine Opferbereitschaft unter Beweis zu stellen, so werden die deutschen Arbeiter und Angestellten freudig bereit fein, diesem Ruf Folge zu leisten. Wir waren in diesem Jahr Zeuge unvergleichlicher geschichtlicher Ereignisse. Wir haben aber auch erlebt und gesehen, welch' große Not unsere deutschen Brüder außerhalb ber Grenzen bes Altreiches noch jahrelang ertragen mußten, nachbem ben Schaffenden unseres Reiches längst burch bie großen Maßnahmen bes Führers zu Arbeit unb Brot verhalfen war. Es gilt in biefem Winter neben ben sonstigen Aufgaben bes Winterhilfswerkes, wozu bie vorsorglichen Maßnahmen unserer sozialen Arbeit gehören, bie große Not in ber Ostmark weiter zu beseitigen und für bie heimgekehrten fudetenbeutschen Brüber erhebliche Mittel bereitzustellen. Um ben in biefem Jahre besonders großen Anforderungen an das WHW. gerecht werden und das 3n ben allgemeinen Richtlinien für die Sammelaktion ber DAF. wurde bereits bekanntgegeben, daß in allen Betrieben ein Sonderbetriebsappell anzufehen ist, bei dem die Betriebsfammlung durchgeführt wird. Die B üd)f enausgabe für die Gießener Betriebe erfolgt am Freitag, 14.10., von 15 bis 16 Uhr bei der Kreisamtsleitung der RSV., Gießen, Goethestraße 34. Die Abrechnung muh am Samstagoormittag bei der Bezirkfparkaffe, Gießen, Johannesstrahe erfolgen. Die Straßenfammlung innerhalb der Stadt Gießen beginnt für sämtliche Ortsgruppen am 15.10., nachmittags 4 Uhr, und am 16.10., vormittags 9 Uhr. Spätherbst in bas Innere eines Baumes, fo sieht man die aus ben Blättern zurückgezogenen Stoffe in den Zellen aufgespeichert, die wie winzige Säcke mit Stärkekörnern gefüllt, oder reich mit Fett versehen sind. So bewahrt sich der Baum die Kraft, die kalte Jahreszeit über auszuhalten und im Frühling feine Säfte von neuem steigen zu lassen. । / C. K. Vornoiizen Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 Uhr „Eine Frau wie Jutta".— Gloria-Palast, Seltersweg: „Narren im Schnee". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im weißen Rößl".— Kneipp-Vereinigung: 20 Uhr im Katholischen Vereinshaus, Vortrag von Frau Dr. med. Knippen: „Frauenkrankheiten, ihre Verhütung und Heilung". Erstaufführung „Line Frau wie Jutta". Heute um 19.30 Uhr findet die Erstaufführung des neuen Lustspiels der bekannten Autorin Möller leicht gar nicht zu schlecht waren, oder daß es dem großen Mann Spaß machte, auf diese ungewöhnliche Weise mit der Literatur in Berührung zu kommen. i Ob der Barbier wußte, mit wem er es zu tun hatte, ist fraglich. Er wäre sonst doch wohl vor Ehrfurcht verstummt, ja, es wäre zu befürchten gewesen, daß das Messer in seiner Hand gezittert hätte. Salzfaß und Käseglocke. Von Christian Bock. Die Geschichte, die hier erzählt werden soll, spielt in der jungen, sehr jungen Zweieinhalbzimmerehe, die Hans Schwipper vor knapp acht Tagen ein« gegangen ist. Sie spielt, um Zeit und Ort noch näher anzugeben, bei Tisch am Abend des siebten Tages in dieser jungen Ehe, unb Friedrich, der Freund aus Hans Junggesellenjahren, ist einge- laden. So, unb nun lest alles genau unb paßt auf, wie lehrreich bie Geschichte ist — für Männer wenigstens, die noch nicht länger als acht Tage verheiratet finb, und unter der Voraussetzung, daß ihrs junge Frau die Geschichte nicht auch liest. Ich sage euch, versteckt die Zeitung vor ihr oder schmeißt sie besser gleich in den Ofen und behauptet, es wäre heute keine Zeitung gekommen. Denn wenn eure junge Frau die Geschichte auch gelesen hat, ist es aus und vorbei. Also, können wir anfangen? „Wir können anfangen", lächelte die junge Frau Schwipper unb reicht ben Brotkorb herum. „Entschuldige", sagt da Hans Schwipper und steht auf vom Tisch. „Fehlt etwas?" fragt seine junge Frau. „Nur Salz", sagt Hans und ist schon in der Küche. Er kommt mit einem Salzfaß zurück. Wie er über die Türfchwelle geht, stolpert er. Das Salzfaß fliegt ihm aus der Hand und zerschellt auf dem Boden. Die junge Frau stößt ihren ersten Hausfrauenschrei aus und steht auf, um die Scherben des Unglücks zusammenzufegen. „Entschuldige, bitte!" sagt Hans bedauernd und setzt sich wieder hin. Er ist fo ungeschickt, denkt Frau Schwipper, aber reizend ist es natürlich, daß er selbst aufsteht, um Salz zu holen. Sie sitzen wieder beisammen am Tisch. Winterhilfswerk 1938/39 wiederum zu einem vollen Erfolg führen zu können, soll jeder einzelne, wie auch in den Vorjahren, 10 v. H. aus feiner von Lohn oder Gehalt berechneten Einkommensteuer dem WHW. zur Verfügung stellen. Die Betriebsführer behalten diese Beträge ein und führen sie an das Winterhilfswerk ab. Als Gauobmann der DAF. fordere ich daher alle Schaffenden zur besonderen Opferbereitschaft auf! Arbettskameraden! Der Führer hat Sudetendeutschland zum Mutter-, lande zurückgeholt. Mährend im allen Reichsgebiet die Arbeitslosigkeit beseitigt worden ist, herrscht im deutschen Sudetenland Rot und Elend. Unsere sudetendeutschen Volksgenossen sehen voll Zuversicht auf uns. Wir müssen und wollen ihnen schnellstens helfen. Durch die Tat wollen wie beweisen» daß wir in Großdeutschland eine große Schicksalsgemeinschaft geworden sind. Arbeitskameraden! Was wir opfern, geben wir unserem Volke. Daran wollen wir denken, wenn wir am 15. und 16. Oktober unsere Spende in die Sammelbüchse werfen und damit gleichzeitig unserem Führer unseren Dank abstatten! Heil Hitler! kaheumeler, Backhaus, Kreisobmann der DAF. Kreisleiter. Alle Vetriebssührer, Vetriebsobmänner, KdF.- Warte, sowie Vertrauensmänner bitten wir, eine Stunde vor Beginn der Sammlung bei ihrer zuständigen Ortsgruppe in den nachstehend genannten Lokalen zum Büchsenempfang für die Straßensammlung anwesend zu sein. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls in diesen Lokalen. Gießen-Mitte: Württemberger Hof, Bahnhofstraße, Inh.: Pg. Ruht. G i e ß e n - O st: Ortsgruppen-Amtsleitung, Kaiserallee 34. Gießen-Siid: Ortsdienststelle der RSV.» Erednerstraße 24. Giehen-Rord: Cafe Leib, Walltorstrahe. Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Detterau. und Lorenz statt. „Eine Frau wie Jutta", Lustspiel in drei Akten, Hot sich schon mit großem Erfolg zahlreiche Bühnen des Reiches erobert. Spielleitung Karl Volck, Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 3. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 21.30 Uhr. Zuwendungen des WHW. und der 7lSD. sind zusätzlicher Art. NSG. In einem gemeinsamen Runderlaß des Reichsarbeitsministers und des .Reichsfinanzministers wird darauf hingewiesen, daß die NS.-Volks- wohlfahrt und das Winterhilfswerk eine ergänzende und zusätzliche Fürsorge betreiben. Sie selbst tragen, so heißt es in dem Erlaß, die Gewähr, daß diese zusätzlichen Leistungen neben der gleichzeitig laufenden öffentlichen Fürsorge die Grenzen einhalten, über die hinaus gleichzeitige öffentliche Fürsorge ungerechtfertigt wäre; durch Zusammenarbeit mit Da steht Hans plötzlich auf und will wohl wieder etwas holen. „Fehlt noch etwas?" fragt feine Frau. „Nur Käse", sagt Hans und ist schon in der Küche. Er kommt mit der Käseglocke zurück. Wie er eben die Türschwelle schon überschritten hat, stolpert er. Die Käseglocke fliegt ihm aus der Hand und zerschellt am Boden. Die junge Frau stößt ihren zweiten Hausfiauen- schrei aus und steht auf, um die Scherben des Unglücks wieder zufammenzufegen. „Entschuldige, bitte!" sagt Hans bedauernd und setzt sich wieder hin. Wie nett er gegen mich ist, denkt Frau SHwip- per, aber es geht nicht, daß er das ganze Küchen- geschirr zerschlägt. Sie sitzen wieder beisammen am Tisch. Da steht nach einer Weile Hans wieder auf. „Nein!" ruft feine Frau und steht schnell auf, „was fehlt dir noch, ich hole es dir." „Ach", sagt Hans, „nur Pfeffer." Frau Schwipper geht in die Küche Pfeffer holen und währenddessen flüstert Hans feinem Freund Friedrich zu: „Wenn du mal heiratest, mußt du das auch gleich machen, Aber gleich, nachher hilft'es nichts mehr. „Was?" fragt Friedrich und versteht nicht. „Was ich gemacht habe!" sagt Hans. „Aber hätte ich jetzt nicht gleich alles fassen lassen, dann hätte ich mein Leben lang Salzfässer und Käseglocken aus der Küche holen müssen." Friedrich staunt noch offenen Mundes, während Frau Schwipper lächelnd mit dem Pfefferstreuer aus der Küche kommt. Der Angriff auf die Stratosphäre. In Zakopane ist alles bereit, sobald Windsttlle eingetreten ist, den Ballon „Stern Polens" zur Stratosphäre aufsteigen zu lassen. Die beiden kühnen Luftschiffer, Dr. Jodko Narkiewicz und Hauptmann Burzynski, veröffentlichen im „Paris Soir" einen Bericht über die von ihnen getroffenen Vorbereitungen und über die Aussichten ihres Unternehmens. „Wir hoffen, bis zu 28 000 Meter emporzufteigen", schreiben sie, „28 Kilometer über dem Meeresspiegel, 23 Kilometer höher als der Gipfel des Montblanc." Der letzte Höhenrekord der Amerikaner Stevens und Anderson ist 22 060 Meter. Dort oben ist es sehr kalt. Es herrscht eine Kälte, die keiner Kälte auf der Erde ähnlich ist. Eine ber öffentlichen Fürsorge wird dies gesichert. Des« halb sind Zuwendungen der NS.-Dolkswohlfcchrt unb des Winterhilfswerkes an einen Hilfsbedürftigen grundsätzlich als zusätzliche Leistungen zu den ßeiftunaen der öffentlichen Fürsorge zu erachten und daher bei der Gewährung von Leistungen der öffentlichen Fürsorge außer Ansatz zu lassen. Dies gilt entsprechend auch für Zuwendungen ber NS.- Volkswohlfahrt unb des Winterhilfswerkes an Familienunterstützungsberechtigte. Vom Siebener EHW. Ende dieses Monats werden aus der Schweinemästerei des Ernährungshilfswerks (EHW.) der Gießener Kreisamtsleitung ber NSV. wiederum etwa 70 schlachtreif ausgemästete Schweine zur Versorgung des Bedarfs über die Diehverwertungs- genossenschaft dem heimischen Metzgerhandwerk zugeführt. Insgesamt stehen in den Schweinemästereien bes Gießener EHW in Gießen, Grünberg, Lollar und Bad «Nauheim jetzt etwa 230 Schweine zur Mast. Der aus der Sammlung von Küchen- Ulatf nimmt- zur täglichen Hautpflege -24 -45. -.90. abfällen in ber Stadt Gießen täglich eingehende Vorrat an Futterstoffen beläuft sich auf etwa 280 Zentner. Diese Menge von Küchenabfällen entspricht dem Bedarf. Unsere Gießener Hausfrauen, die bisher in so verständnisvoller Weise durch die Bereitstellung der Küchenabfälle das gemeinnützige Werk des Ernährungshilfswerks gefördert haben, mögen auch weiterhin in dieser vorbildlichen Mithilfe nicht Nachlassen! In den nächsten Tagen wird übrigens in Friedberg mit dem Bau von Scheinemastanlagen des EHW. für die Städte Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach begonnen. In diesen Stallungen sollen etwa 150 Schweine zur Mast aufgestellt werben. * ** Reichsbahn-Personalie. Reichsbahnoberinspektor Kaiser beim Reichsbahnbetriebsamt I in Gießen ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 ab zum Reichsbahnamtmann befördert worden. **BeförderungbeimFinanzamtGie- ß e n. Obersteuerinspektor Jakob Deister ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 zum Steueramtmann befördert worden. ** Ernennung beim Äreisamt Gießen. Der Derwaltungspraktikant Hans Grimm beim Kreisamt Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 zum Verwaltungsinfpektor ernannt. ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen 12. Oktober tonnfe der Kontrolleur Christian M e n z ans Burkhardsfelden auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Bänninger G. m. b. H., Gießen, zurückblicken. Heute vormittag gegen 8.15 Uhr versammelten sich der Betriebsführer, Herr Karl Bänninger, und die Arbeitskameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars in der Hauptkontrolle zu einer schlichten Feier. Hierbei wurden Herrn M e n z durch den Betriebs führ er Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren geleisteten freuen Dienste ausgesprochen. Außerdem brachten noch sieben Vertreter der Gefolgschaft in schönen und herzlich gehaltenen Worten Glückwünsche zum Ausdruck. Dem Jubilar wurden sowohl seitens der Firma, als auch der Gefolgschaft zum Andenken an diesen Jubeltag wertvolle Geschenke überreicht. ** Neue Buchführungsarbeitsgemeinschaften für Einzelhandelskaufleute. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtfchaffs- gruppe Einzelhandel beginnt in Kürze wiederum mit Kälte, der gegenüber die am Pol wie ein Frühling ist. Eine Kälte, die man hier unten nur in den Laboratorien verwirklichen kann, eine mathematische, eine absolute Kälte. Ader in dieser Kälte brennt die Sonne sehr viel mehr als unter dem Aequator. Keine Luftschicht hält die ultravioletten Strahlen auf, die Sonne wirkt zersetzend auf den menschlichen Organismus wie Säure. Es herrscht auch ein Luftmangel. Der Mensch kann Tage und Tage aushalten, ahne zu essen und ohne zu trinken. Ader er kann nur einige Minuten leben ohne Luft. Und dann gibt es dort den Kopfschmerz. Die Stratosphäre ist das Reich des Kopfschmerzes, der alles lähmt, zuerst das Denken, und bei dem die Stirn zu platzen scheint. Um in diese Höhe hinaufzusteigen, mußten wir also ein Gondel konstruieren, die eine wirkliche Festung ist, ein Panzer zum Schutz vor Kälte, Sonne, Luftmangel und Kopfschmerz. Unsere Gondel ist eine Kugel von 2,40 Meter Durchmesser. Sie ist aus einer Speziallegierung hergestellt, die unter dem Namen Hydro- nalium bekannt ist, und sie ist hermetisch geschlossen. Es sind verschiedene Apparate darin untergebracht, die uns ermöglichen werden, 15 bis 18 Stunden ein normales Leben zu führen. Ein ganz kleines rundes Fenster wird uns gestatten, einen Blick auf die Erde zu werfen und mit Hilfe eines Spiegels Aufnahmen zu machen. Außen ist der Ballast angebracht, mit dessen Hilfe wir den Aufftteg regulieren roerbeh, ferner alle physikalischen Apparate, die wir vom Innern aus bedienen können. So hermetisch dicht die Gondel auch sein mag, wir werden doch unter der Höhe zu leiden haben. Deshalb haben wir uns einem langen körperlichen Training unterworfen. Kein Boxer hat in der Zeit vor einem großen Kampf soviel Gymnastik getrieben. Um in die Stratosphäre aufzusteigen, muß man 100 Meter laufen können, springen und die Lanze werden können wie ein Champion. Warum in aller Welt aber muh man denn zur Stratosphäre auffteigen? Wir wollen ihr ihre Geheimnisse stehlen, zunächst das Geheimnis des guten und schlechten Wetters, das sich da oben bildet und entscheidet, wo es keine Wolken und keine Luft mehr gibt. Weiter das Geheimnis der kosmischen Strahlen, von dem vielleicht das Keimen der Pflanzen, das Entstehen der Krankheiten wie unsere gute oder schlechte Laune abhängen. Weiter viele Geheimnisse der Elektrizität, der Akkustik und Optik. Wir wollen schließlich die Möglichkeiten studieren, Luftverbindungen in der Stratosphäre zu errichten; im fast luftleeren Raum würden die Flugzeuge leicht eine Geschwindigkeit von 1000 Kilometer in der Stunde erreichen. C. K. , eonberantoeifima für bie betriebe ber SM Hießen. sie auch! 1 und Q UALITXTS - E RZ EU G NIS DER SIDOL-WERKE (Nachdruck verboten!- 4. Fortsetzung. Mich hat die Erde gesund gemacht. Nicht nur am Leib, nein, auch an Der Seele. Und das war meine duldet er keine Unentschiedenheit. Liebst du dieses Mädchen? — „Nein, das ist's nicht allein, es ist etwas anderes. Wissen Sie, mein Vater hat mir oft erzählt, wie die Auswanderer kleine Kästchen mit sich führten, in denen Erde war, nichts als Erde ihrer Heimat. Die nahmen sie mit in die neue Welt übers Meer, und sie hüteten dies Kästchen über Tausende von Meilen und hielten es in Ehren, solange sie lebten. Ich habe das früher nie so recht verstanden.- Erde ist schließlich Erde, dachte ich. Aber nun weiß ich es besser. Es war die Erde ihrer Heimat, die sie stark machte dort drüben. Die sie noch im Tode nicht verließ, wenn der Sohn /»cm Vater drei Hände voll aus jenem heiligen Kästchen auf den Sarg warf. tion seine Reaktionsfähigkeit mcht im geringen irn übrigen entsprechend der Anklage zu einer Ge- herab. Die Aeußerung des Angeklagten nach dem fangnisstrafe von drei Monaten. Die Unfall seine Begleiterin sei betrunken, Jet lediglich Untersuchungshaft wurde m Hohe von entern Monat ein nachträglicher Deutungsversuch des Angeklagten, I auf die Strafe angerechnet. es tiefer? Er ist kein oberflächlicher Mensch. Was er das tut er ganz, das muß sauber sein und klar Reichsbahn baut und verbessert in Gießen Neue und schöne llntertunstSmöglichkeiten für Bahnarbeiter. ein sitzt tut, und Aus den Gießener Gerichtssälen Er ist kein Jüngling mehr, den ein Lächeln einfangen kann. Er ist auch kein Mann, der viel mit Frauen zusammengekommen ist in seinem Leben, denn das war Arbeit und Manneswerk. Die einzige Frau — die einzige, die er jemals glaubte zu lieben — sie hat ihn betrogen und enttäuscht, und nun glaubte er, das Leben sei für ihn zu Ende in dieser Beziehung. Aber da läßt das Schicksal dieses Mädchen zu ihm kommen. Das greift mit fester Hand zu und alles, was er schon verschüttet glaubte, ist wieder lebendig, ist wieder da — Ja, ich liebe sie, denkt er still. Es ist nicht die heiße, besinnungslose Leidenschaft wie damals, die blind macht und rasend zugleich. Nein, es ist ein wunderbares Gefühl der Zugehörigkeit, der Freude und des Glücks. Wenn sie da ist, bin ich ein anderer Mensch. Wenn sie geht, so ist's, als sei es dunkel geworden wie am Wend. Aber was soll geschehen? Soll er es sagen? Er wartet damit nicht gern, wenn er selbst klar sieht. Er hat es nicht gern, wenn etwas in der Luft liegt. Er zieht jede Entscheidung dem Ausweichen vor. „Und am Samstag muß ich fort!" sagt er vor sich hin. Das fällt ihm schwer aufs Herz — drei Tage hat er noch — drei armselige Tage. Die muß er benutzen — oder seine Freunde hierherrufen. Das geht nicht, sagt er sich, das ist ausgeschlossen. Wenn Schorscb und Günther hierherkommen, muß ich ihr reinen Wein einschenken, weshalb ich flüchten wollte und mußte. Er schließt die Augen und hört draußen den Nacht- wind in der Linde singen. Dom Kirchturm schlägt es Mitternacht. Langsam' und bedächtig. Selbst die Uhr hat hier Zeit. Kann ich überhaupt noch länger schweigen? Ist es nicht hoch anzurechnen, daß bisher noch niemand eine einzige Frage an mich gerichtet hat? Könnte ich nicht ein flüchtiger Verbrecher gewesen sein? Ein Deoisenschmuggler ober sonst ein Halunke? Niemand hat bisher auch nur ein Wort darüber verloren, was mit mir los ist. Ich liebe dieses Mädchen. Das weiß ich. Ich werde ihr das sagen müssen. Vielleicht bringt sie es übers Herz, zu warten, bis ich sie holen kann, vielleicht gönnt mir das Schicksal noch einmal so etwas wie einen Zipfel vom Glück? Dann aber muß ich sprechen. Liebe ohne 93er- , trauen ist unmöglich. Da steht vor seinem Blick das Bild ein andern Frau auf — schlank, sehr elegant, sprühend vor Witz und hinreißend temperamentvoll — Schwurgerichtsutteil in einem ToMlagsprozeß bestätigt. Die Iustizpresiestelle Darmstadt teilt uns mit: Die von dem Angeklagten Adolf D. aus Bad- Nauheim gegen das Urteil des Schwurgerichts Gießen vom 7. Juli dieses Jahres eingelegte Re- vision ist nunmehr vom Reichsgericht als offensichtlich unbegründet verworfen worden. D. hat im Verlaufe eines Streites in einer Gastwirtschaft in Bad-Nauheim den Johann Karl E. durch einen Pistolenschuß getötet und war von , dem Schwurgericht wegen Totschlags unter Zubilligung miDernder Umstände zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. der sich den Unfall überhaupt nicht habe erffäreft können. Ursache an dem Unfall seien die beiden nächtlichen Passanten gewesen, die allen Grund hätten, unerkannt zu bleiben. Die Geschwindigkeit sei sicher nicht zu hoch gewesen, da der Angeklagte bereits andere Kurven glatt durchfahren hatte. Der Angeklagte sei auch nicht gegen einen Daum gefahren, sonst hätte man neben starken Beschädigun- qen an der Maschine auch Spuren am Baume feststellen müssen. Die Kausalität des abgeblendeten Lichtes und des Unfalles sei zweifelhaft. Außerdem führte der Verteidiger aus, die Strafe sei zu hoch bemeffen. Die Getötete habe durch ihr Mitfahren ein Teil des Risikos übernommen. Sollte man bte Schuldfraqe bejahen, dann sei der Angeklagte ae» mäß § 27 b StGB, mit einer Geldstrafe zu belegen. Schließlich sei der Angeklagte auch teilt »e« rufsfahrer, da er sich durch das Fahren mrt feuiem Motorrad an seine Arbeitsstätte seine Berufsausübung nur ermöglicht und nicht erleichtert habe. Das Gericht verneinte die Berufsfahrereigenschaft des Angeklagten und das Dorliegen der Paragraphen 2 und 71 der Straßenverkehrszulassungsordnung und verurteilte den Angeklagten übrigen entsprechend der Anklage zu einer @ e ■ ist alles getan worden, was die Arbeitsfr^idigteit hebt. Wie wir schon bei früherer Gelegenheck berichteten, hat auch das Zugpersonal, das während mancher Nachtstunde im Bahnhof Gießen feftge- halten ist, zweckmäßige und gute Unterkunftsmöglichkeiten. lieber diese Einrichtungen hinaus wurden in der jüngsten Zeck zwei weitere Bauvorhaben im Bereich des Bahnhofs durchgeführt. In erster Linie ist es der Erweiterungsbau des Hauses Frankfurter Straße 20, in dem die Bahnmeistereien I, II und III ihre Büro- und Dienstraume haben. Das Gebäude wurde erheblich verlängert und damck mehr Raum geschaffen. Eine Wohnung im Obergeschoß dieses Hauses wurde freigemacht und für Diensträume der Bahnmeistereien umge- ftaltet In erster Linie diente dieser Erwetterungs- Große Strafkammer Gießen. Gestern hatten sich vor der Großen Strafkammer der G. L. und die A. G. aus Vilbel wegen Blut- schände zu verantworten. Bei den Angeklagten handelt es sich um Stiefgeschwister, die seit 1934 einen gemeinsamen Haushalt führen. In der Hauptverhandlung zeigten sich beide restlos geständig. Mit Rücksicht hierauf hielt das Gericht eine Verhältnis- mäßig geringe Strafe für ausreichend und erkannte auf j e 3 M o n a t e Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde ihnen in Höhe von 6 Wochen in Anrechnung gebracht. Beide Angeklagten nahmen das Urteil sofort an. rab auch zum Aufsuchen seiner Arbeitsstätte verwende. Er sei deshalb als Berufsfahrer anzusprechen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten wegen Uebertretung und Vergehen gegen § 1 und 9 Abf. 1, 7 Abs. 3 S. 2, 49 der Straßenverkehrsordnung vom 13. November 1937, 8 2 und 71 der Straßenzulassungsordnung vom 13. November 1937 und § 222 I und II, 73 StGB, eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Die Untersuchungshaft könne dem Angeklagten in Höhe von einem Monat angerechnet werden. Der Verteidiger stellte in feinem Plädoyer fest, daß der Nachweis der Fahrlässigkeck nicht lücken- los geführt sei. Insbesondere fei auch nicht der Nachweis geführt, daß der Angeklagte und die Getötete stark unter dem Einfluß des Alkohols ge- standen hätten. Auf die Aussagen der jugendlichen Wirtshausbesucher sei nichts zu geben, da diese angetrunken gewesen seien. Eine Zeugin, die in dem Lokal keinen Alkohol zu sich genommen habe, hätte von Trunkenheit der Getöteten mchts gemerkt. Es könne niemand sagen, daß ber Angeklagte auch nur angeheitert gewesen sei. tfünf bis sechs Glas Bier setzten bei seiner starken Konstttu- An der Talsperre liegt ein kleines Gasthaus. Da wird Kaffee getrunken, und dann marschieren sie ein Stück rund um den Stausee. „Sie sind so anders, Doktor Karajan", sagt Karola, „ich weiß es auch nicht recht. Manchmal lustig, daß man kaum Atem holen kann vor Lachen, und bann gehen Sie wieder umher und sind ernst und in Gedanken —! Kann ich Ihnen irgendwie helfen? Fehlt es 3bnen an irgend etwas bei uns?" Da hascht er ihre Hand, beugt sich darüber, haucht einen ganz kleinen scheuen Kuß darauf. Hastig sieht er wieder beiseite, als schäme er sich schon. „Törichtes kleines Fräulein! Was soll mir hier fehlen? Ich habe nie gedacht, daß es mir in meinem Leben noch mal so gut gehen würde! Aber Sie dürfen nicht vergessen, daß das nun alles bald zu Ende ist. Am Sonntag muß ich in Dresden fein. Ich habe meine Freunde dahingebeten." „Warum nach Dresden? Konnten Sie das nicht hier besprechen? Ich hätte mich gefreut. Ihnen gefällig und behilflich fein zu können." „Wirklich? —" „Sehe ich wie eine Lügnerin aus? Also bitte — schreiben ober telephonieren Sie! Die Herren sollen gut aufgehoben sein!" „Ich danke Ihnen! Sie sind sehr großzügig zu mir. Wir gern innen den Sonntag — aber am Montag muß ich doch fort." (Fortsetzung foljtl) und Neubau aber ber Schaffung von^besseren Raumen für die Bahnhofskasse. Für diese wurde zu ebener Erde, fast die ganze Grundfläche des Neubaues in Anspruch nehmend, ein Kassenraum eingerichtet, der in Form und Ausstattung durchaus dem Geiste unserer Zeck entspricht. 2)ie 3aH e sind in einfachsten Linien gehallen, jegliche Glasverschalung, wie man sie häufig in den Kassenräumen von Geldinstituten findet, ist vermieden, so daß ber Raum vollkommen zu überblicken ist. Säulen, bie die Decke tragen, sinb mit feinfarbigem Holz verschalt, bas zu ben hellen Mauerflächen in scho- nem Kontrast steht. Der gesamte Anbau würbe — was das Aeußere anbetrifft — in der gleichen architektonischen Form gehallen, die dem Haus bisher zu eigen war. Da das Haus insgesamt einen neuen Verputz erhalten hat, nimmt es sich im Straßen- bilb ausgezeichnet aus. Durch gärtnerische Anlagen wirb ber gute Gesamteindruck noch vervollständigt werben. In jüngster Zeit würbe auch noch eine weitere Bauaufgabe gelöst, bie allerdings nach außen hin kaum in Erscheinung tritt Die Küche ber Bahnhofswirtschaft, bie bisher reichlich beengt untergebracht war, hat eine Erweiterung und Um* geftaltung erfahren. Nach einem Jnnenhof zu wurde Sltioe 3tou mit groBem M Roman von Kurt Riemann Copyright by 93erlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Wegen jahrlässiger Tötung und Uebertretung der Reichsstraßenoerkehrsorbnung und der Straßenver- kehrszulassungsordnung hatte sich ber A. P. aus Großen-Buseck zu verantworten. .Der Angeklagte war an einem Abenb im Juni dieses Jahres rnck einem Mädchen aus Reiskirchen, ber Getöteten, mit seinem Motorrab nach dem benachbarten Hattenrod gefahren. Die beiden kehrten dort in einer Gastwirtschaft ein, bie sie gegen 1 Uhr verließen. Der angeheiterte Angeklagte wollte mit seiner stark unter dem Einfluß des Alkohols stehenden Begleiterin nach Reiskirchen zurückfahren. Auf ber kurvenreichen Strecke kam es nach dem Passieren einer Linkskurve in der Nähe des Waldes auf ansteigender Strecke zu einem Unfall. Der Angeklagte will nach dem Verlassen ber unübersichtlichen Linkskurve plötzlich in einer kurzen Entfernung zwei entgegen» kommende Passanten gesehen haben. Es seien Dies ein Radfahrer und ein Fußgänger gewesen. Der Radfahrer sei mit seinem unbeleuchteten Fahrzeug rechts von dem Fußgänger im Schritt gefahren und habe sich mit seinem Arm auf bte Schulter seines Begleiters gestützt. Im letzten Augenblick hätten diese berben Wegebenutzer die im schlechten Zustande befindliche Straße geräumt, ber Fußgänger sei quer über die Straße in ben Wald gelaufen. Er sei durch deren Verhallen etwas zu weit rechts auf die Straßenseite gekommen, > bie Maschine habe etwas geschleudert. Wie der Angeklagte weiterhin angibt, ist er mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer und mit abgeblendeten Lichtern gefahren. Außerdem habe er, kurz bevor er bie beiden entgegenkommenden Wegebenutzer bemerkte, von dem 3. in ben 4. Gang geschaltet. Wie der Unfall sich im einzelnen zutrug, wird nie genau geklärt wer- den können, denn ber Fußgänger und der Radfahrer konnten ttotz langer Ermittlungen nicht ausfindig gemacht werden, andere Passanten kamen erst nach dem Unfall an die Stelle des traurigen Geschehens. Dort lag, röchelnd und aus Kopfwunden stark blutend, das junge Mädchen am Boden. Der von dem Angeklagten aus Reiskirchen herbei- geholle Arzt erkannte sofort die Schwere der Verletzungen und wies das Mädchen in bie Klinik ein, wo es am 3. Juni verstarb. Die Vormittags- und die Nachmittagssitzung waren mck der Vernehmung des Angeklagten und der zahlreichen Zeugen ausgefüllt. In ben Abendstunden erstattete ber Sachverständige fein Gutachten. Er ging davon aus, baß ber Angeklagte, ber, wie feine Begleiterin, vorher dem Alkohol „O nein", sagt er und sieht bas Mäbchen verstohlen an. „Das ist gar nicht ulkig, das ist wunderschön, so eine Träume spazierenzufahren— Uebn- gens, hat Ihnen der liebe Gott bie Wunsche erfüllt?" „ „Zuerst ja. Später mürbe bas aiwers. _ ,Sinb Sie so anspruchsvoll geworben, Fräulein Karola?" v „ ... „Nein!" entgegnete sie kurz, ^ebenfalls nicht, was Äußerlichkeiten betrifft Man lernt mit ber Zeck hinter bie Außenhaut ber Dinge und der Men- schen zu blicken. Ich bin fast dreißig Jahre, das dürfen Sie nicht vergessen. Außerdem — solche Wunschschifflein kommen nur wohlbehalten im Himmel an, wenn ein frommer Glaube ihre Segel füllt. Üas aber — ist das Vorrecht ber Kinder." Es ist eine Weile still zwischen ihnen. Sie schauen hiyab auf bas Dorf. Aus ben Häusern steigt ber Rauch auf. Da ist man spät vorn Felde heirnge- kehrt unb kocht nun erst das Abendessen. Karajan genießt dieses Bild in stiller Dankbarkeit. „Wissen Sie, daß ich nun wieder gesund bin, Fräulein Karola?" fragt er nach einer Weile. „Ich glaube!" nickt sie zur Antwort. „Sie haben gearbeüet in diesen Tagen, als hätte Ihnen nie eine Kugel in ber Schuller gesessen." Plötzlich ertappt er sich bei bem Wunsch, Karola einmal, nur einmal übers Haar zu streichen. Ganz plötzlich ist das da — dieser Wunsch! Ganz plötzlich auch sieht er sie vor sich stehen, ein Bild des lachenden Lebens. Herrgott, denkt er, ist bas nun Wunsch, der kommt und wieder vergeht, oder zugesprochen habe, nach seinen Angaben auf der kurvenreichen Strecke Hattenrod—Reiskirchen mit abgeblenbeten Lichtern mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern gefahren sei. Diese Geschwindig- keck sei im Hinblick auf die mäßige, unübersichtliche Straße, die Abblendung und starke Belastung der Maschine zu hoch gewesen. Insofern habe der Angeklagte fahrlässig gehanbelt. Weiterhin vertrat ber Sachverständige bie Ansicht, daß das Motorrad irgendwo angeschlagen sein müsse. Einmal sei die obere äußere Ecke des Nummernschildes umgebenen gewesen, was beim einfachen Sturz unmöglich |ei, zum anderen wären die schweren Verletzungen der Getöteten sonst nicht erklärlich. Wäre die Soziusfahrerin nur durch das Bremsen gefallen, dann hätte sie sich nur leicht verletzen können. Der Angeklagte habe sich gleich am anderen Morgen an seiner Maschine zu schaffen gemacht. Außerdem hätte bie Gabelfeberung, die nicht nur von oben nach unten, sondern auch in horizontaler Richtung federe, ben Hauptanprall abgefangen. Der Sachverständige kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte für den Unfall unb seine Folgen verantwort- lich zu machen sei. Er stellte abschließenb auf Befragen des Staatsanwaltes fest, baß das Motorrad bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern einen Dem Zuge ber Zeck, der Arbeiter- und Angestelltenschaft günstige Arbeitsbedingungen, freundliche Aufenthaltsräume unb neuzeitliche Wasch- räume zu schaffen, folgt auch die Reichsbahn. In den vergangenen Monaten wurden in diesem Sinne auch im Bahnhof Gießen Verbesserungen durchge- führt, bie insbesondere von der Arbetterschaft, die im Dienst an den Maschinen, am Wagenpark, zwischen ben Gleisen und im Rangierverkehr steht, sehr begrüßt werden. So hat bie Belegschaft bes Betriebswerks, insbesondere die Arbetterschaft, die in ben großen Ma- schinenschuppen unweck der Frankfurter Straße beschäftigt ist, neue und vorbildliche Unterkunftsräume erhalten. Bisher lagen Aufenthalts- und Waschraum zwischen den beiden halbrunden Schuppen. Da sich diese Lösung für die Dauer nicht als tragbar erwies, wurde ein kleineres Werkstattgebäude unmittelbar neben dem Schuppen frei gemacht und so § rundlegend umgestaltet, daß sowohl ein großer lufenthallsraum, der 160 Arbeitern Platz bietet, eingerichtet, als auch ein Waschraum geschaffen werden konnte, ber allen Anforderungen genügt Der Aufenthallsraum ist mit Tischen und Bänken, mit Bttdschmuck unb großen Lampen ausgestattet, so daß sich jedermann dort zur Mittags- ober zur Frühstückspause, wie auch in den Abendstunden wohlfühlen kann. Der neue Waschraum hat eine feine und zweckmäßige Gestaltung erfahren. Vier große kreisrunde Klinkerbecken stehen zur Verfügung, in bie ein dichter Strahlenkranz warmen Wassers sprüht. Der ganze Raum ist weiß gekachell und macht einen sehr freundlichen Eindruck. In einem wetteren Raume stehen etwa 200 Kleider- fpinbe, die zum Teil neu sind. Ferner besteht im gleichen Gebäude eine Küche, in der regelmäßig Suppe gekocht unb zu billigem Preise abgegeben wird. Eine wettere Neugestallung hat auch der Aufent- Haltsraum für Rangierer unb Hemmschuhleger ge- funben. Unweit bem Rangierberg wurde, so breit unb so groß es bie Gleisanlage gestatteten, ein Häuschen gebaut, bas einen zu ebener Erde gelegenen und vom Rangierberg aus unmittelbar zu erreichenden Aufenthallsraum für die Rangierer und Hemmschuhleger birgt Der Raum ist in hellen Farben gehallen, mit Bildern geschmückt, mit bequemen Tischen und Stühlen ausgestattet und wirb von ben Arbeitern ebenfalls gern in Anspruch genommen. Die bisher vorhandenen Aufenthalts. unb Diensträume an bieser Stelle wurden gründlich überholt unb machen nun gleichfalls einen sehr freundlichen Einbruck. Im ersten Obergeschoß hat die für ben Güter- unb Rangierverkehr zuständige Oberaufsicht ihre Diensttäume erhallen. Auch hier Bremsweg von 30 Metern gehabt, während das Standlicht der Maschine nur ein Blickfeld von 25 Metern geschaffen habe. Der Staatsanwalt stellte in seinem Plädoyer eingangs fest, daß der Angeklagte ttotz ber auseinandergehenden Zeugenaussagen an dem fraglichen Abend angeheitert gewesen sei. Der herbei- genrfene Arzt habe den Eindruck gehabt, baß ber Angeklagte leicht beschwingt unb angeheitert gewesen sei. P. habe in der Gastwirtschaft in Hattenrod mindestens 5 Glas Bier, wahrscheinlich noch mehr, getrunken. Betrunken sei der Angeklagte nicht gewesen, sondern er habe sich in bem fipr den Kraftfahrer gefährlichen Stadium des Angehettertseins befunden, in dem bekanntlich Hemmungen fchlten. Nach feiner Ansicht sei der Unfall auf ben Alkoholgenuß zurückzuführen. Der Angeklagte habe gemäß § 7 Absatz III der Reichsstraßenverkehrsordnung bas stark angetrunkene Mädchen nicht mit auf fein Motorrad nehmen dürfen. Aus der Aussage ber Zeugin S. gehe außerdem hervor, daß bie Getötete zunächst nicht habe mttsahren wollen. Weiterhin hätte der Angeklagte wegen seines eignen ßu- standes die Fahrt überhaupt nicht antreten dürfen. Schull) an dem Unfall trage neben bem Alkoholgenuß die zu hohe Geschwindigkeit unb die Ab- blenbung der Maschine. Trotzdem man an der Darlegung bes Angeklagten, baß er nach der Linkskurve plötzlich zwei Passanten bemerkt habe, durch die Aussage des Zeugen W. Zweifel haben könne, müsse man doch von der Schilderung des Angeklagten ausgehen, da ihm das Gegenteil nicht nach- gewiesen werden könne. Gewiß sei bie vor der Unfallstelle liegende Linkskurve eine unübersichtliche Wegstrecke. Der Angeklagte hätte aber seine Geschwindigkeit so einrichten müssen, daß er selbst mit einem Betrunkenen auf bem Soziussitz feine abgeblendete Maschine rechtzeitig hätte zum Stehen bringen können. Der Vertreter der Anklage machte wetter darauf aufmerksam, in, ber Verhandlung habe sich ergeben, baß der Angeklagte sein Motor- ber Durchführung von Buchsührungsarbeitsgemern- schäften. **SperrzeitfürTauben. Dom 13. Oktober bis 19. November müssen die Besitzer von Tauben im Hinblick auf bie Saatzeit ihre Tauben in ben Schlägen bebalten. ** ReichsPost gewährt Fahrpreis- ermäßigung für Kinberreiche. Die Angehörigen von Familien mit mindestens vier unverheirateten Kindern bis zu 21 Jahren, die im Hausstand der Eltern leben, erhalten bei Benutzung der Kraftposten auf Einzelfahrscheine, gewöhnliche unb Sonntagsrückfahrscheine eine Fahrpreisermäßigung von 50 v. H., wenn sie beim Lösen ber Fahrscheine bie bei ber Reichsbahn für Kinderreiche gebräuchlichen ortsüblichen Bescheinigungen vorzeigen. Der Mindestfahrpreis beträgt 20 Rpf. Kinder bis zu vier Jahren werden frei befördert. unb bunflen Walb in ber Ferne. „Das isfsl. Das hat mich ans Herz genommen — unb ich hab's gefühlt, wie mir neue Kräfte gewachsen sinb. Ich hab's gefühlt, wie bie Erinnerungen an Zeit unb Menschen versanken unb nur ber Wunsch übrig blieb, bieser Erde, meinem Daterlanbe, zu dienen. Ich verbaute Ihnen viel, Karola, unendlich viel." Karola ist rot geworden, sie schämt sich. So kennt sie Karajan noch gar nicht, so, wie er jetzt ist. Der oerträumte Zug und bas glückliche Lächeln, bas über seinen Augen liegt, ach, es macht ihn so jungen- haft unb liebenswert, daß sie im Augenblick fast erschrocken über sich ist. Was ist nur mit mir, denkt sie, was ift nur mtt mir? — Bin ich ein kleines Schulmädel, das Bange hat? Oder warum schlägt mir bas Herz so bei seinen Worten? Und warum kann ich chn nicht ansehen? Warum werde ich rot unb blaß dcchei? Gott sei Dank, in einigen Tagen wird das hier alles vorbei sein unb ich bin wieder in Dresden — Ader daran mag sie jetzt noch nicht denken. Sie kann es sich gar nicht recht vorstellen, wie das einmal fein wirb, wenn er nicht mehr am Morgen da ist unb sie nicht mehr hier oben sitzen, hoch über ben Häusern ber Menschen, ganz allein, und miteinander sprechen unb auch manchmal nichts anderes tun, als nur stumm in ben Abenb schauen. „Es wirb kühl, wir müßen nun wohl ins Haus!" Sie steht auf, unb er folgt ihr langsam. Ihr Gang ift stark unb fest. Da geht ein Mensch, ber weiß, was er will! bentt Karajan. Die Abendsonne legt einen hellen Schein um ihre Haare, bie flimmern nun wie flüssiges Metall. Er nimmt dies Bilb in sich auf wie ein schönes, herrliches Gemälbe. Es bleibt in seinem Herzen unb er sieht es noch immer, als er längst bie Lampe in seinem Zimmer gelöscht hat und draußen bie Linden im Nachtwind rauschen. Kleine, tapfere Karola, lächelt er. Kleiner, tapferer Kamerad —! schlimmere Krankheit. Ich kam voller Haß. Nun ohne Makel, und in seinem Herzen vor allem, da aber ruft mich nur noch bie Arbeit." x’tfS^ ****"• iTM-mHAUhonfitii Er weist auf Berg und Tal, auf Wolkenhimmel Irene! — Ah, es schmerzt, daran erinnert zu werben. Aber wenn er „Vertrauen" denkt, bann kommt ber Name „Irene" ungerufen in feine Gebauten, ungebeten, aufdringlich. Denn auch dieser Frau hat er einmal' vertraut, auch dieser Frau hat er einmal sein Herz — unb fein Geheimnis geschenkt. Sie hat beides verraten. Nein, ich darf es nicht tun! überlegt er in verzweifelter Ratlosigkeit. Ich darf nicht alles sagen! Was geschehen ist, soll sie erfahren — aber was noch werden soll, muß Geheimnis bleiben. Schluß! Ja, bas ist ber beste, endgültige Schluß. So muß er’s tun. Sie darf nicht wissen, was er plant — vielleicht glaubt sie auch so an feine Kraft und seinen Glücksstern. „Morgen werde ich sie fragen — morgen!" flüstert er. Noch in seinen Schlummer hinein Hingt dies „Morgen" wie ein zukunftsfroher Glockenschlag. Vom Kirchturm schlägt bie erste Morgenstunde. daß si betet fuhren, Wi zunachj Straße damit; Dort hi auf. Dl fdbbieb heimlich Tante Wer sie sich in eine wanbei Dort mit de Wend Echem sie in and) l sack, \ W für t den mit nach kirch nach dem den vü Dii blic nach ooraebaut und damit die Kirche erweitert. Durch dis Niederlegung von Wandteilen wurde außerdem mehr Raum geschaffen, anderseits wurde die Ab- waschtüche von der Kochküche völlig getrennt. Neben diesen baulichen Veränderungen wurde die Küche der Bahnhofswirtschaft vollständig neu ausgestattet. Neue Herde wurden beschafft, maschinelle Einrichtungen für das Abwaschen des Geschirrs eingebaut, AuMge angelegt usw. Durch diese Neuerungen ist dem Küchenpersonal die Arbeit erheblich leichter gemacht worden. Bei all diesen Um- bzw. Neubauten galt es für die verantwortliche Dienststelle erhebliche Schwierig- leiten zu bewältigen. Es war zu berücksichtigen, daß an keiner Stelle der normale Betrieb aufgehalten, oder beeinträchtigt werden durfte; dies galt insbe- sondere für die Arbeiten zwischen den Gleisanlagen, zu denen das Baumaterial angefahren werden mußte, ohne daß der normale Zug- und Rangier- verkehr behindert wurde. Nun aber find die Auf- gaben gelöst, und bei der Reichsbahn kann man mit Stolz auf die geleistete Arbeit zurückblicken. Er- wähnenswert ist noch, daß die Bauausführungen, soweit es sich nicht um spezielle Einrichtungen handelte, ausschließlich von heimischen Handwerkern übernommen und einwandfrei durchgeführt worden waren. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 11. Okt. Eine Fülle von Brombeeren spendet in diesem Herbst unser Wald. Die Früchte kamen den sammelnden Volks- genossen sehr zugute. Kreis Alsfeld. * Rainrod, 11.Okt. Durch einen Sturz in der Scheune verunglückte der 49 Jahre alte In- valide Otto Lang von hier so schwer, daß er nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte. Dort liegt der bedauernswerte Mann mit einem Bruch derWirbelsäule und mehrerenRippen- b r ü ch e n darnieder. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 11. Okt. Innerhalb der hiesigen Gemarkungsgrenze werden schon seit längerer Zeit umfangreiche Straßen- Verbesserungen durchgeführt. So erhielt die untere Gießener Straße im Orte selbst im Anschluß an die Kleinpflcrsterstrecke eine Teerdecke. Die Ver- bindungsstraße zwischen Krofdorf und Gleiberg, die vor knapp Jahresfrist in ihrer ganzen Länae kanalisiert wurde, zeigt sich nunmehr im Gewände einer frischen Decke. An einigen Stellen konnte sie verbreitert werden und auf der am Berghang befindlichen Seite eine gepflasterte Rinne erhalten. Die Instandsetzung dieser Straße entsprach nicht nur dem dringenden Bedürfnis des einheimischen Fuhrwerkverkehrs, sondern auch dem Wunsche der jahrein und jahraus zu der Burg Gleiberg fahrenden Ausflügler. Die früher die Straße bei starkem Regen zerstörenden Wassermengen werden durch den Kanal abgefangen und hinunter in den Fohnbach geleitet. — Seit einigen Wochen sind die Walz- arbeiten auf der durch den regen Holzabfuhrverkehr stark mitgenommenen W a l d st r a ß e Krofdorf — Forst Haus Waldhaus in der Länge von etwa vier Kilometer im Gange. Im kommenden Jahre dürfte diese Straße durch den herrlichen Krofdorfer Forst wieder mehr von Aus- flüglern zu Fuß und mit Wagen benutzt werden, da die Aussicht besteht, daß das früher als Ausflugsziel beliebte „Gleiberger Forsthaus" den seit Jahren eingestellten Gastwirtschastsbetrieb wieder, wenn auch im bescheidenen Umfang, einrichten wird. Vorsicht an schrankenlosen Eisenbahnüberwegen? Lpd. Marburg, 11. Okt. Zwischen Hausen und Ibra der Bahnstrecke Treysa—Hersfeld wurde kürzlich auf einem schrankenlosen Ueberweg ein Lastkraftwagen von einem Zuge erfaßt und einige Meter mitgeschleist. Der Lastkraftwagenführer und sein Beifahrer kamen glücklicherweise mit leichteren Verletzungen davon. Ersterer stand nunmehr vor dem Schöffengericht unter Anklage fahrlässiger Transportgefährdung und Körperverletzung, sowie Vevkehrsübertretung. Der Angeklagte will angeblich die Warnungszeichen der Lokomotive nicht ge- hört und infolge einer an dem Wege befindlichen Hecke den herannahenden Zug nicht rechtzeitig bemerk haben. Er gab beim Sichten des Zuges feinem Motor noch Gas, konnte aber nicht mehr verhindern, daß die Lokomotive den Hinteren Teil des Lastkraftwagens erfaßte. Da der Angeklagte den Unfall nicht aus verwerflichen Gründen verschuldete und infolge der Geistesgegenwart des Angeklagten größerer Schaden vermieden wurde, glaubte das Schöffengericht den Strafzweck durch eine Geldstrafe Aus her engeren Heimat. Abrnteuerliche Fahrt zweier jugendlicher Ausreißer. Als Iahrraddiebe in Gießen. * Ulrichstein, 12. Okt, Don der hiesigen Gendarmerie wurden am gestrigen Dienstag zwei Jungen aus Leipzig in Haft genommen und einstweilen im hiesigen Amtsgericht unterge- bracht. Die beiden Buben, 15 und 12 Jahre alt, Söhne einer Leipziger Familie, hatten in Leipzig fünf Fahrraddieb,stähle begangen und waren deshalb von der dortigen Polizei feftge» nornmen worden. Im Hinblick auf ihre große Jugend hatte man sie über zunächst wieder laufen lassen. Diese Nachsicht vergalten die Buben damit, daß sie ihrem Vater 50 Mark entwendeten und dafür mit der Bahn nach Gießen fuhren, um Verwandte in einem Dorfe bei Gie - ß e n zu besuchen. Hier angekommen stahlen sie zunächst in der Schulstraße, dann in der Rodheimer Straße je ein Damenfahrrad und fuhren damit zu chren Verwandten in dem Nachbarorte. Dort hielten sich die beiden Ausreißer mehrere Tage auf. Dann aber bekamen sie es wegen des Fahrraddiebstahls mit der Angst zu tun, \o daß sie sich heimlich aus dem Dorfe, vom Kartoffelacker ihrer Tante hinweg, davonmachten und die gestohlenen Räder in dem Dorfe zurückließen. Nun begaben sie sich nach Großen-Linden, wo sie heimlich in einer Scheune nächtigten. Am anderen Morgen wanderten sie nach Watzenborn-Steinberg. Dort stahlen sie wieder ein Fahrrad, mit dem sie bis nach Ulrichstein fuhren, wo sie am Abend ankamen und erneut heimlich in einer Scheune übernachteten. Am anderen Tage hielten sie in Ulrich stein Umschau. Dabei fiel ihr Blick auch auf ein Damenfahrrad mit einem Rucksack, das einer Ausflüglerin aus Biskirchen (Kreis Wetzlar) gehörte und in dem Rucksack Wäsche usw. für den Ausflug barg. Dieses Fahrrad wurde von den Buben ebenfalls gestohlen, so daß sie nun mit zwei Fahrrädern weiter in östlicher Richtung nach Lauterbach zu fuhren. Die Radlerin aus Biskirchen, die ebenfalls nach Lauterbach wollte, mußte nach dem Verlust ihres Fahrrades ihre Reife mit dem Postomnibus fortsetzen. Dabei passierte sie auch den zwischen Ulrichstein und Lauterbach gelegenen Ort Horgenau, wo sie zufällig, an einem Wirtshaus angelebnt, ihr gestohlenes Fahrrad erblickte. Da der Postomnibus hielt, konnte gleich nach dem Fahrrad und feinen neuen „Besitzern" Umschau gehalten werden. Sofort hatte man denn auch die beiden Buben aus Leipzig als Fahrraddiebe ausfindig gemacht, die mittlerweile aus dem Rucksack der Biskirchener Ausflüglerin alles das, was ihnen nicht geeignet erschien, ausgepackt und in den Wald geworfen hatten. Die beiden Früchtchen wurden festgehalten und dem inzwischen von Ulrichstein herbeigerufenen Gendarmeriebeamten übergeben, der sie in Nummer Sicher brachte. Bis jetzt konnten den beiden Buben neun Fayrrad- di e b st ä h l e und der Gelddiebstahl nachgewiesen werden. Schreckliche Tat im Kreise Wetzlar. * Wetzlar, 12. Okt. Am gestrigen Dienstagfrüh ereignete sich in Oberbiel eine schwere Bluttat, der leider ein junges Menschenleben sofort zum Opfer fiel, während der ebenfalls noch jugendliche Täter in ernstem Zustande fortgeschafft werden mußte. Aus bis jetzt noch unbekannten Gründen schoß der 20 Jahre alte Karl Hofmann aus Burg-Solms mit einem Revolver auf die 15 Jahre alte Erna Schnautz, die Tochter des Gastwirts Schnaub, der in Oberbiel die Gastwirtschaft „Solrn- ser Hof^ betreibt. Das junge Mädchen wurde leider so schwer getroffen, daß es auf der Stelle tot war. Nach dieser schrecklichen Tat feuerte Hofmann s i ch selb st zwei Schüsse in den Kopf und verletzte sich dadurch schwer. Er wurde sofort in das hiesige Krankenhaus übergeführt. Sein Befinden hatte sich bis heute früh etwas gebessert, so daß Aussicht besteht, ihn am Leben erhalten zu können. Die Ermittlungen sind noch im Gange. Mit dem Auto verunglückt. Am heutigen Mittwoch früh fanden Arbeiter, die von Münster bei Lich zu ihrer Arbeitsstätte in der Nähe von Harbach gingen, güf der Landstraße Li ch—M ü n ft e r einen Mann namens Karl Fach aus Münster neben seinem Auto liegend auf. Fach ist, wie berichtet wird, in der letzten Nacht auf der Fahrt von Lich nach Münster mit seinem Auto verunglückt und hat während einiger Nachtstunden hilflos auf der Landstraße gelegen, bis er heute früh auf gesund en wurde. Die Sanitätsbereitschaft Gießen brachte den Verunglückten nach Gießen zur Chirurgischen Klinik. Er hat erhebliche Schödelverletzungen erlitten, außerdem Prellungen an Kopf und Brust. Der Zustand des Verunglückten ist nicht unbedenklich. erreichen zu können. Es erkannte an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat auf 50 Mark Geldstrafe. Aus dem Darmstädter Stadtrat. Lpd. Darmstadt, 11. Okt. Die Darmstädter Ratsherren billigten in ihrer Oktobersitzung die Sätze der Bürger st euer 1939, die im Stadtteil Darmstadt 600 o. H. und in den beiden Stadtteilen Arheilgen und Eberstadt im laufenden Jahr 500 d. H. der Steuermeßbeträge ausmacht. Weiter wurden mehrere Straßen mit neuen Namen versehen, sowie neue Straßen im Stadtteil Gries- heim nach verdienten Flugforschern und Fliegern benannt. Rundfunkprogramm Donnerstag, 13. Oktober. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach- richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 11: Er- Öffnungsfeier der Reichsmusiktage der JH. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskon- zert. 14: Nachrichten. 14.10: Komponisten der Gegenwart unterhalten uns. Heute: Will Meifel. 15: Für unsere Kinder. „Der gestiefelte Kater." 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10 Einlage: „Die letzte Garbe", eine Erzählung. 18: AUs Arbeit und Beruf. Wer ist unterhaltspflichtig? 18.30: Parade der Originale. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien. Ein Kolonialdeutscher besucht seine Heimat. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Freitag, 14. Oktober. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Auf dem Karussell". 10: Schulfunk. „Der Stausee", ein Hörspiel. 10.30: Segelflug am Alpen- ranb. 11.45: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Ewig liebe Heimat. 15: Kleines Konzert. 16: Nachmittagskonzert. 18: Bücher, von denen man spricht. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: O holde Frau Musica! 19.25: Tagesspiegel. 19.35: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: „Deutsche Treue", Hörspiel zur 125. Wiederkehr der Völkerschlacht bei Leipzig. 21: Freiheit, die ich meine... 22: Nachrichten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) J.F. in G. Eine allgemeine Beleuchtungspflicht des Vermieters gegenüber dem Mieter besteht auch heute nicht; doch wird sich, was im Einzelfall zu prüfen bleibt, in größeren Städten eine derartige Verkehrssitte herausgebildet haben, die alsdann für den Vermieter als verbindlich angesprochen werden muß. Die Regel dürste sein, daß im Verhältnis / zwischen Vermieter und Mieter die Beleuchtung der Treppen und Flure Sache vertragsmäßiger Abmachung ist. Die Beleuchtungspflicht des Mieters wird alsdann entweder im Mietvertrag selbst oder der zum Bestandteil desselben erklärten Hausordnung festgestellt sein. Bestehen vertragliche Abmachungen in dieser Richtung nicht, so entscheidet die Derkehrssitte. Danksagung. Gießen, den 12. Oktober 1938. 6506D Für die beim Hinscheiden unseres lieben Verstorbenen uns zum Ausdruck gebrachte Anteilnahme und die reichen Kranzspenden, insbesondere dem Vorstand der Verbrauchergenossenschaft Gießen und für die anerkennenden Worte des Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Herrn Schneider, der Gefolgschaft der Verbrauchergenossenschaft Gießen, dem Vorstand des Verbandes sü iwestdeutscher Verbrauchergenossenschaften in Heidelberg und den Zentralstellen in Hamburg, der Altersvereinb ung 1880 -1910 und allen, die uns in überreichem Mabe ihre Teilnahme bekundeten, sprechen wir hiermit unseren herzlichen Dank aus. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Barbara Günderoth. Zu haben: Ified.-Drogerie H. Elges. Seltersweg 68 a. esoiV Abführ-Perlen Frischer Transport prima hochtragende W «»H Sfllöen eingetroffen, in 8 bis 14 Tagen kalbend (auch frischmelkende). Dieselben steh.zmn Verkauf in den SkallWmhWMliSeS (Euler). 04605 N. Heckmann, Marienburg Bloßen, Bahnholstr. 49, Bnf 8941 ASTRA adoiert,saniert und schreibt Vorführung kostenlos u. unverbindlich 6528 A Bekanntmachung. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit 6519C vom 13. Oktober 1938 bis 19. November 1938 einschließlich einzuhalten, andernfalls die Taubenhatter zu gewärtigen haben, daß sie bestraft, und die Tauben von dem Feldschutzpersonal abgeschossen Gießen, den 11. Oktober 1938. Der Oberbürgermeister. I. D.: Or. Hamip, Bürgermeister. kommt durch die Welt 8 Korsetten jegl. Art Leibbinden und Büstenhalter Korsetten geschäft W. HOFOUng Liebigstraße 19, gegenüber der Alten Klinik Straßenbahn - Haltestelle 1 B608D Büstenheben „Escora“ Anfe rti g u n g nach Maß Fr. Levermann Gießen, Seltersweg 71 6342 A Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1-u. '/-Mlöeo Klassen Beginn 19 Oktober 1038. Anmeldungen u. 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Außerdem sinden Fortbildungskurse für Teilnehmer der bereits durch- geführten Arbeitsgemeinschaften statt. Anmeldungen von Mitgliedern der Stadt und des Kreises Gießen sind sofort, spätestens bis 24. Oktober d.J. bei der Geschäftsstelle vorzunehmen. WWomnue ßiniemanöel, kreisgriM Men Gieße«, Lonyftraste 7. 6525D la gelbfleischige SpeiieMffeln für den Winterbedarf empfiehlt frei Haus (moo15 Hch.Trechsler Kohlen- und Kartoffel Handlung Steinstraße 73. Tel. 3581. Apfelsaft naturrein, Vi Flasche RM. 0.59 Apfelsaftkelterei W. Schweitzer, Braunfels Telefon 261. 8.8,v 35000 hessen-nassauische Kinder in Erholung geschickt. Fußball der heimischen Alannschasten. Oer Kampf in Naunheim. Naunheim — 1900 Gießen 2:3 (0:2). Man war im eigenen Lager überrascht, nach soviel Schwierigkeiten in der Mannschaftsaufstellung, einen Sieg aus dem Wetzlarer Vorort als Ergebnis zu hören. Der Sieg war dabei verdient. Im Gegensatz zu den früheren Begegnungen zwischen den beiden Vereinen war das Treffen außerordentlich hart. 1900 verlor in Löbsack und in Erhard zwei der Besten, von denen Löbsack nach einiger Zeit als Statist bis zum Schluß noch mitwirkte. 1900 kam mit Fischer: Schneider, Pankok; Erhard, Kirchner, Hain: Günther, Jäger, Löbsack, Kociok und Heuser, hatte also nur drei Spieler der zur diesjährigen Saison beabsichtigten 1. Elf zur Stelle. Bei Naunheim fehlten vier Spieler. Die Gießener Mannschaft fand sich schnell. Dor allem waren alle Spieler mit Feuereifer bet der Sache. Die Flügel zeigten ein ideenreiches Spiel, dem der Gegner auf die Dauer nicht gewachsen war. Die Verteidigung stand eisern, wirksam unterstützt von der Läuferreihe. Fischer im Tor war in bester Schon nach etwa 10 Minuten Spieldauer stand plötzlich Löbsack allein vor des Gegners Tor. Durch den Morast behindert, ging aber sein Schuß dar- über.'Auch Günther lenkte kurz darauf eine Flanke von links, statt in das leere, verlassene Tor, dem Naunheimer Torwart in die Hände. Das waren zwei Torchancen, wie sie sich im Spiel fast kaum wiederholten. Dann endlich wurde der Bann gebrochen. Güntbers ausgezeichnete Hereingabe konnte Hattert, von Löbsack bedrängt, nicht mehr mit dem Kopf erreichen. Der hinzuspurtende Kociok schoß flach und wuchtig direkt, unter dem sich vergebens werfenden Torhüter, zum 1:0 ein. Eine prachtvolle Kombination von Erhard über Kociok zu Löbsack brachte letzteren erneut in freie Schußstellung. Diesmal ließ er sich die Gelegenheit nicht entgehen. Hort bedrängt schoß Löbsack den zweiten Treffer. Als es einen Strafstoß auf das Gießener Tor gab, ließ Fischer den an sich haltbaren Ball ins Netz, der Spielleiter hatte aber bereits vorher abgepfiffen. Mit 2:0 für die Gießener wurden die Seiten gewechselt. Auch nach dem Wechsel lief das Spiel wieder verteilt. Erst als Löbsack infolge einer erlittenen Verletzung zur Statistenrolle verurteilt wurde und kurz darauf Erhard ganz ausscheiden mußte, kam 1900 in Bedrängnis. Die Verteidigung wurde überlastet und brachte die Bälle nicht mehr weit genug weg, aber auch der dezimierte Sturm nahm nicht mehr die Bälle auf. In dieser Lage verschuldete Kirchner einen Eckball, der zum ersten Gegentor der Platz- besttzer führte. Brenzlich wurde die Lage als Keusch (Naunheim) in klarer Abseitsstellung den Ball übernahm. Schneider und Pankok griffen aber im letzten Moment ein. Als der Naunheimer das Aussichtslose seines Unternehmens einsah, ließ er sich zwischen die beiden Gießener fallen. Der zu Unrecht gegebene Elfmeterball führte zum Gleichstand 2:2. Als bann aber auch die Gastgeber durch Ausscheiden des Torhüters zahlenmäßig geschwächt wurden, rafften sich die drei Gießener Stürmer zu neuen Aktionen auf. Günther, der den sympathischen Erhard auf dem Wirtschaft NSG. Zwei Hilfswerke sind so fest im Leben des deutschen Volkes verankert, daß sie nicht mehr fortzudenken sind: das Winterhilfswerk und das Hilfswerk „Mutter und Kind". Während das Winterhilfswerk vom Oktober bis März vordringliche soziale Tagesaufgaben lösen muß, arbeitet das Hilfswerk „Mutter und Kind" ohne Unterbrechung Sommer und Winter an der Lösung von Aufgaben, die die Zukunft stellt. Am Anfang unseres Einsatzes muß die Sorge für die deutsche Mutter und ihre Kinder stehen. Die Mütterfürsorge konnte im vergangenen Jahre in ihrem Umfang und in ihren Leistungen beträchtlich erweitert werden. Rund 23 000 Hilfsstellen „Mutter und Kind" betreuten im Jahre 1937 -- 3 274 049 Menschen, gegenüber 2 824 932 im Jahre 1936. Besondere Fürsorge gilt den werdenden Müttern und Wöchnerinnen. Hier stieg die Zahl von 185 000 auf 219 000 im Jahre 1937. Große Bedeutung kommt auch der Müttererholungsfürsorge zu. Seit Beginn dieser Aktion konnten bis zum Ende des Jahres 1937 insgesamt 253 000 Mütter mit 6 764 000 Erholungstagen verschickt werden. Die stärkere Einbeziehung junger erholungsbedürftiger Mütter erforderte den Ausbau der Verschickungsmöglichkeiten für Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern. Auf diese Weise konnten über 6000 Säuglinge und Kleinkinder mit ihren Müttern gleichzeitig in Erholungsheimen untergebracht werden. Es bestehen Zur Zeit 193 Heime, davon 19 für Mutter und Kind. Im Interesse der gesundheitlichen Ertüchtigung des Kleinkindes wurde die Errichtung von Kindertagesstätten stark gefördert und nach der gesundheitlichen Seite hin ausgebaut. Auch die Kinderspeisung erfuhr eine Ausweitung. Die Durchschnittszahl der Speisungen betrug jährlich 42 859 in Kindergärten' und 48 706 Speisungen in Verbindung mit Schulen und Horten. Im Jahre 1937 konnten die Dauerkindertagesstätten auf 3461 mit 153 000 Plätzen erhöht werden, gegenüber 1915 Einrichtung gen mit 86 269 Plätzen im Jahre 1936. Zahlreiche Neubauten sind im vergangenen Jahre ausgeführt worden. Zur Entlastung der Landfrau wurden weiter 4111 Erntekrippen und Erntekindergärten eingerichtet. Zu den umfassenden Maßnahmen für die Jugend gehört im Rahmen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" die Jugenderholungspflege, die sich auf das Kleinkind, das Schulkind und auf schulentlassene Jugendliche erstreckt. 7215 Kleinkinder konnten in Heime verschickt werden. Die Gesamtzahl aller im Jahre 1937 verschickten Kinder betrug 632 155. Unser Gau h e s s e n - N a s s a u hat in den ersten vier Jahren feit Bestehen der kiuder- tandoerschickung, also der im Jahre 1937 durchgeführten Transporte, 56 924 Kinder aus fremden Gauen aufgenommen. Aus dem Gau hef- fen-Jlaffdu wurden wahrend der gleichen Zeit 35 000 Kinder in andere Gaue verschickt. Der Sinn der Jugendhilfe als vorbeugender Erziehungsfaktor zeigte sich besonders in dem verstärkten Aufbau der Erziehungsberatungsstellen. 3345 Dienststellen der NSV. sind als Erziehungsberatungsstellen ausgebaut. Die Reichsadoptionsstelle verfügt heute schon über neun Hilfsquellen in den einzelnen Gauen. Die Einzelmaßnahmen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" finden außerdem ihre Ergänzung durch Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung eines gesunden Familienlebens. Der Einsatz der N S.-S ch w e ft e r n in der Gemeindepflege ist stetig gewachsen. Am 31. Dezember 1937 gab es im Reichsgebiet 2401 Gemeindepflegestationen. Die Gesamtzahl der Betreuten einschließlich der Familienangehörigen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Im Monatsdurchschnitt betrug sie 971782. Die Gesamtleistungen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" im Jahre 1937 repräsentieren einen Wert von 99 298 457 RM. Die kinderverschickung allein erforderte den Betrag von rund 42 Millionen UHL, während für wirtschaftliche Hilfe im Rahmen der Mütter- und Kindererholungsfürsorge 19 860 000 RM., für die Mütteroerschickung 11877 000 RM. und für die Kindertagesstätten 10 406 000 RM. aufgewendet wurden. Das Hilfswerk „Mutter und Kind" wird auch weiterhin unermüdlich an feinem Ziele arbeiten, dem Reich ein gesundes Volk zu schaffen. Die rhein-mainische Wirtschaft vom Juni bis September. Fwd. Die industrielle Produktion hat sich nach dem Bericht der Wirtschaftskammer Hessen weiter auf dem hohen Stand gehalten. Einer größeren Ausnutzung der Leistungsfähigkeit ist in vielen Zweigen nur durch Knappheit an Arbeitskräften eine Grenze gesetzt: nicht zuletzt eine Folge des jahrelangen Rach- ' sinkens des rhein-mainischen Bezirkes gegenüber anderen Gebieten, was bekanntlich eine nicht unbeträchtliche Abwanderung auslöste. Ein sehr günstiges Bild zeigte die Beschäftigungslage im Handwerk. Die Lage des Handels ist, von einigen Ausnahmen abgesehen, befriedigend. Durchweg sind die Umsätze auch in diesem Berichts ab - chnitt gestiegen. Die Möglichkeiten der Lagerhaltung haben sich weiter gebessert. Die günstige Entwicklung spiegelt sich gleichfalls in den Berichten der Bankinstitute. Besonders her» vorgehoben werden die Geldflüssigkeit der Firmen und das stetige Anwachsen des Sparkapitals. Das Verkehrsgewerbe ist in den meisten Sparten voll beansprucht. Das gilt besonders von den am Gütertransport beteiligten Unternehmen. Steigende Leistungen meldet auch die Reichspost. In der Außenwirtschaft dagegen haben sich die Schwierigkeiten weiter vermehrt. Der Auftragseingang ist merklich zurückgegangen. Absinkende Konjunktur in fast allen fremden Staaten und demzufolge verstärkte Exportoffensiven der fremden Konkurrenz, dazu schlechte Ernten in einigen Agrar- und Rohstoffländern, kriegerische Konflikte und politische Spannungen, wie auch die Aenderung des Einfuhrsystems bei einzelnen Ländern haben diesen Rückgang verursacht. Gießener Gchlachtviehniarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 8 Ochsen 4 Bullen, 21 Kühe, 21 Färsen, 130 Kälber, 53 Schweine, 16 Schafe und Hämmel aufgetrieben. Preise: Ochsen 37 bis 45,5, Bullen 38,5 bis 43,5, Kühe 18 dis 43,5, Färsen 40,5 bis 44,5, Kälber 35 bis 65, Schafe und Hämmel 36 bis 44 Pf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 116, bl (135 bis 149,5 kg) 114, b2) (120 bis 134,5 kg) 112, c (100 bis 119,5 kg) 104, d—f (unter 100 kg) 98, gl) (fette Specksauen) und i (Altschneider) 114, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 102 Pf. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe lebhaft. Mein-Mimische NSrse. Mittagsbörse: wenig Geschäft. Frankfurt a. M., 11. Okt. Da sich die Kundschaft in der Auftragserteilung weiter sehr abwartend verhielt und auch sonstige Anregungen nicht Vorlagen, war die Börse wieder sehr still und lustlos. Wenn auch ein freundlicher Grundton verblieb, so bröckelten die Kurse am Aktienmarkt infolge der Geschäftsstille überwiegend um Bruchteile eines Prozentes ab. Eine Ausnahme bildeten Reichsbankanteile, die 2 v. H. anzogen auf 187,50. Auf den übrigen Gebieten vollzog sich die Kursfeststellung sehr schleppend. So tarnen am Montanmarkt zu- rechten Läuferposten ausgezeichnet vertrat, führte den Ball nach vorne und gab hoch zur Mitte, wo er von Kociok übernommen wurde. An der aufgerückten Naunheimer Verteidigung vorbei legte Kociok dem schnell startenden Heuse vor die Füße, der dem Felde enteilte und unter dem sich werfenden Ersatztorhüter hindurch den vielbejubelten Siegestreffer erzielte. Es war aber auch höchste Zeit, denn kurz nach Wiederanstoß gab der Spielleiter das Schlußzeichen. Das Spiel Naunheim II. — 1900 Gießen II. kam nicht zum Austrag. Ergebnisse der Kreisklasse. 1. Kreisklasse: Klein-Linden — Lollar 4:6; Großen-Vuseck — Rüddingshausen 3:2; Rodheim gegen Heuchelheim 4:1; Wißmar — Wieseck, letztere nicht angetreten; Steinbach — Leihgestern 1:3; Gro» ßen-Linden — Lich 5:0. 2. Kreisklasse: Nieder-Ohmen — Harbach 0:1; Ettingshausen — Flensungen 6:1; Saasen gegen Queckborn 3:3; Gröningen — Londorf 2:3; Großen- Linden II — Staufenberg 2:1. Erfreulich ist die Tatsache, daß sich der Spielbetrieb wieder belebt hat und die Mehrzahl der Spiele durchgeführt wurde. Dabei gab es eine Menge Überraschungen. Von Lollar hatte man erwartet, daß sie sich in Klein-Linden durchsetzen würden, aber der Gegner machte den Gästen das Leben schwer, denn sie mußten vier Gegentore einstecken. Eine feine Leistung vollbrachten die Rüddings- hausener, die sich vor dem Favoriten nicht fürchteten und munter darauf losspielten. Durch ihren ungeheuren Edfer konnten sie das Spiel offenhalten und verloren nur knapp. Hut ab vor den Spielern aus Rodheim, die m dem Lokalkampf gegen Heuchelheim bereits in der ersten Halbzeit einen Sieg sicherstellten. Die Gäste, die sich nie zurechtfanden, spielten zwar in der zweiten Halbzeit besser, jedoch reichte es nur zum Ehrentreffer. Leihgestern hatte Mühe, gegen die eifrige, junge Mannschaft von Steinbach einen knappen Sieg herauszuspielen, Steinbach verschoß sogar einen Elfmeter. Unter die Räder kam Lich, das gegen Gro- ßen-Linden nichts zu bestellen hatte. Die Gastgeber, die ihre Mannschaft verjüngt hatten, spielten wie nie zuvor und sicherten sich die Punkte. Wohl niemand hätte es geglaubt, daß Harbach in Nieder-Ohmen gewinnen würde. Die Gäste überrumpelten die Platzherren. Ettingshausen feierte einen hohen Sieg über die geschwächten Gäste aus Flensungen. Saasen brachte es nicht fertig, die Queckbörner, die eifrig spielten, zu besiegen und mußte sich mit einem Unentschieden begnügen. Londorf weilte in Grüninqen und hatte dort einen, schweren Stand über die sich tapfer zur Wehr setzenden Platzhexren, jedoch reicht es zu einem knappen Siege. Staufenberg mußte sich in Großen« Linden knapp geschlagen bekennen, nachdem die Gäste noch bis kurz vor Schluß geführt hatten. Sprechstunden der Redaktion. 11 30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschloßen. nächst nur Mannesmann mit 110,25 bis 110 (111) zum Kurs. Maschinenaktien ließen zumeist 0,50 bis 0,75 v. H. nach, Eßlinger behauptet mit 107. Don Chemiewerten gingen IG.-Farben mit 152, Scheideanstalt mit 215,50 und Goldschmidt mit 134,50 um je 0,50 v. H. zurück. Am Elektromarkt setzten Gesfü- rel mit 139,50 (140), Felten mit 136,25 (136,50), AEG. mit 119,75 (120), aber RWE. 0,40 v. H. höher mit 122,50 ein. Von sonstigen Werten stellten sich Westdeutsche Kaufhof 0,75 v. H. niedriger mit 100,50. Auch in Renten war das Geschäft minimal. Die Anleihezeichnung steht weiterhin im Vordergrund. Reichsaltbesitz und Reichsbahn-VA. gaben je 0,13 v. H. her auf 130,90 bzw. 125,75, ferner gingen die im Freiverkehr gehandelten Werte, wie 4proz. Rentenbank-Ablösung auf 91,75 (91,90), späte Schuldbuchforderungen auf 98,13 (98,25) und Städte- Altbesitzanleihen auf 135,50 (136) zurück, ebenso Kommunal-Umschuldung auf 94,13 (94,15). Der Pfandbriefmarkt lag still und gut behauptet. Stadt- anleihen waren z. T. 0,25 o. H. höher, Heidelberger plus 0,50 v. H. auf 97. Industrie-Obligationen wichen nach beiden Seiten um etwa 0,13 bis 0,25 v. H. ab. Staatspapiere lagen ruhig. Im Verlaufe herrschte am Aktienmarkt weiterhin Geschäftsstelle und zweite Abschlüsse erfolgten nur ganz vereinzelt, wobei die Kurse sich weiter leicht nach unten bewegten. Bei den erst später notierten Werten hielten sich die Rückgänge ebenfalls in engen Grenzen, während Erhöhungen kaum Vorlagen. Der Einheitsmarkt lag still und uneinheitlich. Im Freiverkehr nannte man meist die letzten Bewertungen. Nach Pause höher lagen Elsäss. Bad. Wolle mit 85 bis 87 (81 bis 83). Tagesgeld unv. 2,25 v. H. Mbenbbörfe still. Auch abends bewegte sich das Geschäft in engsten Grenzen, und die Kurse hatten wiederum nur pro- zentbruchteilige Veränderungen, wobei nominelle Notierungen überwogen. Während Montanwerte, wie Buderus mit 111,25 (111), Rheinstahl mit 139,50 (139,25), Mannesmann mit 110,50 (110) und Verein. Stahl mit 104,40 (104,25) etwas höher lagen, gingen IG.-Farben auf 151,65 (152), Metallgesellschaft auf 127 (128), Adlerwerke auf 110,50 (111), Erdöl auf 130,25 (130,50) und Daimler auf 136 (136,25) zurück. Sonst kamen noch u. a. Gesfürel mit 140 (139,50), BMW. mit 145,50 (145), Moenus mit 126, Demag mit 148.25, Bemberg mit 138, Rheinmetall mit 129, MAN mit 134, Junghans mit 105,25 (104,50) und am Einheitsmarkt Andreae-Noris Zahn mit 165,50 (164,75) zur Notiz. Bankaktien lagen unverändert. Von Renten stellten sich Farben-Bonds auf unv. 122,90, Reichsbahn-VA. auf unv. 125,75. Im Freiverkehr bröckelten Kommunal-Umschuldung auf 94,10 (94,13) ab. Frankfurter Sdiladifoiebmorft Frankfurt a. M, 11. Oft. Auftrieb: 380 Kälber (gegen 390 am 4. 10.), 966 (711) Hämmel und Schafe, 1310 (1142) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), o) 56 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 36 bis 40 (35 bis 40), Hämmel b2) 46 bis 52 (48 bis 52), c) 39 bis 45 (40 bis 45), d) 38 (32 bis 38), Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 39 (33 bis 38), c) 18 bis 32 (20 bis 32), Schweine a) 59 (57), bl) 58 (56), b2) 57 (55), c) 53 (53), d) 50 (50), Saucn gl) 58 (54). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteitt, Hammel und Schafe lebhaft. Italien sorgt vor. Der Italienische Leichtathletik-Verband beschäftigt sich eingehend mit den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 1940. Eine der Hauptsorgen der Italiener ist das unterschiedliche Klima, das sie in Helsinki vorfinden> werden. Um die Athleten rechtzeitig an die ganz anders gelagerten Verhältnisse des Nordens zu gewöhnen, ist beabsichtigt, im Sommer des nächsten Jahres eine starke Mannschaft, die sich aus Olympiakämpfern zusammensetzen wird, nach Finnland zu schicken. Die italienischen Leichtathleten sollen an verschiedenen Sportfesten teilnehmen und dabei nicht nur wertvolle Erfahrungen sammeln, sondern in der Hauptsache sich schon frühzeitig an das Klima gewöhnen. Hockenheim-Nennen auf neuer Strecke. Dehler Lauf zur Molorrad-Meisierschaft. Die in den letzten Monaten vom Lande Baden umgebaute und verbesserte Hockenheimer-Rennstrecke wird am kommenden Sonntag, 16. Oktober, unter deni Namen „Kurpfalz-Rennen bei Hockenheim" den vierten und letzten Lauf zur Deutschen Meisterschaft für Motorräder durchführen. Mit diesem Lauf wird das ausgefallene Marienberger Dreiecksrennen ersetzt. Die Meldeliste ist wieder ausgezeichnet ausgefallen. Alles, was Rang und Namen im deutschen Motorradsport besitzt, wird am Sonntag auf der auf 7,725 Kilometer verkürzten Strecke am Start erscheinen, so daß mit harten Kämpfen zu rechnen ist. In zwei von den drei Klassen ist die Entscheidung über den Titel bereits gefallen; nur Verschiebungen der Plätze sind hier noch zu erwarten. In der 250-ccm-Klasse ist der DKW.-Fahrer Ewald Kluge bereits Meister, der die drei ersten Läufe gewann und mit 15 Punkten überlegen an der Spitze seiner Klasse steht. DKW. wird übrigens in Hockenheim ganz unter sich fein, da unter 21 Maschinen, die gemeldet wurden, eine einzige Puch den 20 DKW.-Fahrem gegenübersteht. Bernhard P e« t r u f d) f e dürfte der schärfste Gegner Kluges sein. — Bei den 350 e rn hat Walfried Winkler auf seiner DKW. die besten Aussichten auf den Titel. Er steht mit 8 Punkten an der Spitze vor dem NSU.-Fahrer Karl Bodmer (5). Nur wenn Bodmer siegt und Winkler über den dritten Platz nicht hin- auskommt, könnte NSU. die Meisterschaft erringen. Unter den 31 Maschinen dieser Klasse wird es also zu einem spannenden Duell DKW. — NSU. kom- 4nen. In der Halbliterklasse steht der Titelträger in Feldwebel Georg Meier (BMW.) schon fest, der mit zwei Siegen und einem zweiten Platz 13 Punkte erhielt. Sein Markengefährte Karl Gall, der mit 8 Punkten an zweiter Stelle steht, sollte in dem 27 Fahrer umfassenden Felde Georg Meier am meisten zu schaffen machen. Uebrigens wird zum erstenmal auf dem »Hockenheim-Ring auch ein Sportwagen-Rennen ausgefahren, zu dem 24 Meldungen vorliegen. In den drei Klassen bis 1100, bis 1500 und bis 2000 ccm sind die Marken BMW., NSU.-Fiat, MG., Neander und Fiat vertteten. Der Nachwuchstehrer Hugo Hartmann wird mit einem Mercedes-Benz- Rennwagen die Strecke auf ihre Schnelligkeit hin überprüfen. Europas Leichtathleten nach USV. Nach einem Beschluß der amerikanischen Ama- teur-Athletik-Union werden im nächsten Jahre keine Leichtathleten nach Europa entsandt. Diese Maßnahme bezweckt eine reibungslose Durchführung der Olympia-Vorbereitungen; zum andern soll jedoch 1939 zum ersten Male eine Europa-Mannschaft in USA. zu dem vom Reichsfachamtsleiter Dr. von Halt angeregten Erdteilkampf antreten. Weiterhin wird im kommenden Sommer auf amerikanischem Boden der Rückkampf zwischen USA. und Deutschland stattfinden. Handball-Länderkampf in Budapest. Neben dem in diesem Jahre ins Reich heimge- kehrten Oesterreich und der Schweiz waren die Magyaren immer die stärksten Gegner der deutschen Spieler im Handballsport. Und beim Weltmeisterschaftsturnier leisteten gerade die Ungarn unserer Mannschaft überraschepd harten Widerstand. Wenn wir auch in den sieben bisher ausgetragenen Län- derkämpfen stets siegreich blieben, wurden vom Reichsfachamt Handball immer gern neue Begegnungen mit diesem ritterlichen Gegner abgeschlossen. Der kommende Sonntag bringt nun in Budapest die achte Begegnung Deutschland — Ungarn. Da die Magyaren diesmal zu Hause spielen, werden es unsere Vertreter nicht gerade leicht haben. Sie werden ihr Bestes bieten müssen, um zu einem neuen Siege zu kommen. Die deutsche Mannschaft ist aus erfahrenen Nationalspielern und vielversprechendem Nachwuchs zusammengestellt und lautet wie folgt: Tor: Herbolzheimer (Stuttgart); Verteidigung: Socher (München), Sdpvunck (Düsseldorf); Läuferreihe: (Streng (München), Hommerich (Weißenfels), Wohlrab (Wien); Sturm: Hübner (Weißenfels), Perrey (Königsberg), Kitzokat (Hannover), Ortmann (Breslau), Brüntgens (Lintfort). Werner Mellmann, der bekannte Motorrad-Rennfahrer aus dem NSU.-Stall, ist nach langem Krankenlager an den Folgen eines Sturzes gestorben. Wer 300 Anmeldungen zur 4. Heffenschrt. NSG. Die letzten Vorarbeiten für die „4. Hessenfahrt 1938" find von dem Veranstalter, der Motorgruppe Hessen des Nationalsozialistischen Kraftsahr- korps beendet worden. Mit Spannung sehen nun alle interessierten Kraftfahrsportler dem 15. und 16. Oktober entgegen, die in und um Bad Salzschlirf, im schönen oberhessischen Berglande hochwertigsten Kraftfahrsport und hervorragende Leistungen auf seinem Gebiete bringen werden. Alle Teilnehmer, unter denen sich infolge der besonderen Umstände erstmalig die Wehrmächte nicht befinden kann, werden am ersten Tage bei einer schwierigen Orientierungsfahrt und am zweiten Tage bei einer Geländefahrt, die an sie die denkbar höchsten Anforderungen stellen wird, um die „Goldene" ringen. Eine am zweiten Tage stattfindende Fahrzeugzustandsprüfung wird nicht zuletzt von ausschlaggebender Bedeutung sein. Die Zahl der Meldungen zur 4. Hessenfahrt beträgt diesmal 306, wobei zu bemerken ist, daß neben den altbekannten und bewährten „Gelände- sahrern", die natürlich wieder dabei sind, auch eine besonders große Anzahl von jungen Nachwuchs- fahrern starten wird, womit ein Hauptzweck, den Die Motorgruppe Hessen bei diesen Veranstaltungen von jeher im Auge hatte, nämlich die Nachwuchsförderung und Erziehung zur überdurchschnittlichen Leistung, erreicht worden ist. Insbesondere zeugen hiervon die zahlreichen Meldungen der Motor-HI., die sowohl mit Einzelfahrern wie auch mit Mannschaften vertreten ist, um ihr heute schon hervorragendes Können auf dem Gebiete der Geländefahrt unter Beweis zu stellen. Der sportliche Wert und die Popularität der Hessenfahrt aber werden dadurch besonders betont, daß die Meldungen nicht etwa nur aus Frankfurt am Main, dem Gruppengebiet ober Gaugebiet, sondern auch weit darüber hinaus aus allen Tei - len Deutschlands, so aus Magdeburg, Bar- |men, Wernigerode, Lüdenscheid, Leipzig, Hannover usw., eingegangen sind. In diesem Jahr ist also wieder damit zu rechnen, daß die Hessenfahrt der Mvtvrgruppe Hessen am 15. und 16. Oktober sich zu einem großen Erfolg gestalten wird.