Nr. 134 Erster Blatt 188. Jahrgang Samstag, N./5onntag, 12. Juni 1938 fcr|d)elnt tflgHd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat rmDUd DieScholl- Monatr-Bezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne 3Quftrierte . 1.80 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: ^ntfuri am Masn 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniversltStrdruckerei «.Lange in Gießen. Schriftieltvng und SeschSftsftelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text, anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. 93ereinbg.25°/0 mehr. GrmStztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein* spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bader», Unterrichts-u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Schrittmacher des bolschewistischen Chaos. Prags Pakt mit den Sowjets.—Das Anwachsen des Kommunismus in der Tschechoslowakei. Prag, 10. Juni. (DNB.) Im Prager Smetana- Museum wird, wie schon kurz gemeldet, eine sowjetrussische Ausstellung unter dem Titel „Unser Verbündeter, die UdSSR." gezeigt. Die Ausstellung zeigt in reicher Fülle die schon bei der letzten Pariser Weltausstellung selbst in französischen Kreisen so peinlich bemerkten „P o - t e m k i n s ch e n Dörfer. Wie lebt der Mensch im heutigen Sowjetstaat? Diese Frage wird beantwortet durch die Darstellung von Bauern in Festgewändern, die auf den Feldern hingestreckt ruhen und dort die neuesten Zeitungsnachrichten studieren. Man sieht fein säuberlich ausgeputzte Arbeiter, die den Anschein erwecken, als liefen sie als Friseurmodelle herum, und Soldaten so schön und strotzend, wie auf dem Parkett einer Operette. Auch die Steppen- und Tundren-Bewohner befleißigen sich einer zauberhaften Zivilisation in märchenhaft aufgeputzten Nationalttachten, wobei das brustgestärkte Hemd die Haupttolle spielt. Bei den so zahlreich aufgefuhrten „führenden Köpfen" der Sowjetunion wird leider nicht vermerkt, ob sie sich noch in Amt und Würden befinden oder bereits der Stalinschen „Säuberungsaktion" anheimgefallen sind. Den volkswirtschaftlichen Aufschwung der UdSSR, dokumentieren hier lediglich die ebenfalls in Paris schon als reine Agitation festgestellten graphischen Darstel- l u n g e n in riesigen Ausmaßen. Die Ausstellung berichtet auch über das Dasein der dem spanischen Volke von den Sowjets geraubten „spanischen I u g e n d". Sie wird gezeigt als die Stoßbrigade gegen die Religion, indem man sie in Narrenkostümen um einen Christbaum tanzen läßt, und weiterhin ahnt man die Rolle, die diese unglücklichen Kinder einmal für Sowjetrußland spielen sollen, wenn man sie mit Maschinengewehren und Gewehren bewaffnet' unter der sowjetspanischen Flagge auf den hier gezeigten Bildern „Krieg spielen" sieht. * Die Tschechen hat sich immer mehr zu einem vorgeschobenen Po st en Moskaus entwickett. Während die Gemeindewahlen im sudetendeutschen, slowakischen, polnischen und ungarischen Sprachgebiet den Marxismus geradezu zerrieben haben, haben die gleichen Wahlen unter den Tschechen mit einem bemerkenswerten Sieg des Kommunismus geendet. Die eben in Prag eröffnete Ausstellung „Unser Verbündeter, die Sowjetunion" will die Tschechen dahin belehren, daß allein Moskau ihre angeblich bedrohte Freihett zu schützen vermöge. Wir wollen hier nicht untersuchen, wie weit dieser Sturz der Tschechen in den Bolschewismus die wohlwollende Förderung Prager Regierungsstellen findet, aber diese tschechische Bolsche- wisierung ist ei.ne Gefahr für 6 e n Frieden Europas und bedarf daher unserer ganzen Aufmerksamkeit. Auch die tschechische Rüstungsindustrie ist durchweg von kommunistischen Hetzern verseucht. Die Betriebsrätewahlen der Skodawerke, des größten tschechischen Rüstungsunternehmens, ergaben eine kommunistische Mehrheit von 99 v. H.! Und nun ist die Prager Regierung drauf und dran, durch Verschärfung ihres wirtschaftspolitischen Terrors auch die Sudetendeutschen und die übrigen nichttschechischen Nationalitäten dem Kommunismus in die Arme zu treiben. Die Ueberbesteuerung der noch nicht der künstlich geschaffenen Wirtschaftskrisis zum Opfer gefallenen sudetendeutschen Industrie- und Gewerbeunternehmen, die sträfliche Vernachlässigung der sudetendeutschen Landwirtschaft und die künsttich gezüchtete riesenhafte Arbeitslosigkeit unter der sudetendeutschen Bevölkerung sind die Ursache zu einer unter den, der völligen Verelendung preisgegebenen Sudetendeutschen immer mehr um sich greifenden Katastrophenstimmung, die zwangsläufig dem Kommunismus zugute kommen muß. Die nichttschechischen Nationalitäten wehren sich mit aller Kraft, um nicht durch die Entnationalisierungspolitik der Prager Regierung dem Kommunismus ausgeliefert zu werden, dessen Verbündete in Verwaltung und Wehrmacht der Tschechoslowakei führende Stellen einnehmen. Nichts illustriert besser die Stellung, die Prag als Vorposten Stalins und damit als Schrittmacher des bolschewistischen Chaos für ganz Europa bedeutet, als eben diese Ausstellung. Wie die tschechische Soldateska bei den Sudetendeutschen haust Nächtlicher Neberfall tschechischer Gendarmen. Prag, 10. Juni. (DNB.) Wie erst jetzt bekannt wird, kam es im Anschluß an eine Wahlkundgebung der Sudetendeutschen Partei in N e u d o r f bei Se- bastiansberg im Bezirk Komotau am letzten Mittwoch wiederum zu unerhörten lieber» fällen auf Teilnehmer der Wähltendgebung, die, wie ausdrücklich hervorgehoben werden muß, von tschechischem Militär verübt worden sind. Ein Sudetendeutscher wurde auf dem nächtlichen Heimweg von tschechischen Soldaten und einem Gendarmen belästtgt und schließlich von einem Soldaten mit geballter Faust ins Gesicht geschlagen. Als der Ueberfallene schließlich frei kam und einige Schritte weitergeeilt war, schos- sendieTschechen auf ihn. Eine Kugel ging dicht über seinem Kopf hinweg. Auch der Ortsleiter der Sudetendeutschen Partei von Neudorf wurde von tschechischen Soldaten mit Bajonetten bedroht und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dabei wurde chm ein Bild Konrad Henleins abgenommen, das vorher im Wahlkundgebungsraum gehangen hatte und das er vorsorglich mit nach Hause nehmen wollte. Weiteren Mißhandlungen mit dem Gewehrkolben, zu denen die tschechischen Soldaten Anstalten trafen, konnte sich der Bedrohte nur durch die Flucht entziehen. Nach diesen Vorfällen wurde von der Gendarmeriestation an alle Bewohner von Neudorf die Aufforderung gerichtet, das Licht in ihren Wohnungen auszuschalte^. Die Gendarmen zogen dann unter wüsten Schmährufen und Drohungen von Haus zuHaus, wobei sie mit Taschenlampen in die Wohnungen hineinleuch- teten. Tschechische ErpresslMsversuche ReichsdeutscheAugenzeugiir ernesIwischen- falls soll mundtot gemacht werden. Prag, 10. Juni. (DNB.) Eine r e i ch s - deutsche Zeugin des tschechischen Gewaltaktes gegen den Pfarrer von Ober-Moldau im Böhmerwald, der am 26. Mai auf der Fahrt zu einer im Sterben liegenden Frau von tschechischen Soldaten von seinem Motorrad gerissen und verletzt worden war, ist bei Androhung der Entziehung der Aufenthaltsbewilligung von tschechischen Gendarmen aufgefordert worden, chre Aussage zurückzuziehen und der tschechischen Darstellung, nach der der Pfarrer mit seinem Rade ins Schleudern geraten und dadurch zu Fall gekommen sei, zuzustimmen. Als sie diesem Verlangen nicht nachkam, "hat man der Reichsdeutschen staatsfeindliche Aeußerungen vorgeworfen, weil sie es für nicht angängig gehalten hatte, daß einem Sudetendeutschen seine weißen Strümpfe mit Gewalt ausgezogen wurden. Ein tschechischer Gendarm, der an diesem Erpressungsmanöver beteiligt war, hat dabei wüste Beschimpfungen gegen das deutsche Staatsoberhaupts ausgestoßen. Schließlich erklärte er: „Wir werden die Hitler-Anhänger verfolgen, und wenn es bis zum Galgen ist.. A cht unter tschechischen Bajonetten. Eger, 10. Juni. (DNB.) Auf dem „Neuen Adler-Schacht" in Unter-Reichenau, einer Braunkohlengrube bei Eger, lehnte die etwa 100 Mann starke Belegschaft am Freitagfrüh die Einfahrt in den Schacht ab, weil nachts am S ch achtel n g a n g aus unbekannten Gründen zwei militärische Wachtposten aufgestellt worden waren. Die Arbeiter brachten zum Ausdruck, daß es für sie unmöglich sei, unter der Erde zu arbeiten, ohne daß sie wüßten, was oben zu dieser Zeit geschehe. Der Abgeordnete der SDP., Wollner, vermochte die Arbeiter zu bewegen, dennoch einzufahren. Abgeordneter Frank erhielt die Zusage, daß die Militärposten, wenn auch nicht zurückgezogen, so doch so aufgestellt werden würden, daß nicht der Eindruck entstelle, als stünde die Arbeiterschaft unter militärischer Bewachung. Wer bezahlt die MobMerung? Sudetendeutjcher Einspruch gegen die „Freiheitssammiung^. Ungesetzliche Wanzplane Prags. Prag, 10. Juni. (Eurovapreß.) Der Gouverneur der Nationalbank, Dr. English, hatte die Vertreter der Politik und der Wirtschaft zu einer Besprechung über die Durchführung einer Sammlung für die nationale Verteidigung — die sogenannte Freiheitssammlung — eingeladen. Der Klub der Abgeordneten und Senatoren der Sudetendeutschen Partei hat in einem Schreiben an Dr. English gegen diesen Plan ernste Bedenken verfassungsmäßiger, wirtschaftlicher und politischer Art geltend gemacht. Der Klub ergebt dagegen Einspruch, daß, dem Finanz- aesetz widersprechend, auf diesem Wege eine D e k - kuna für außerordentliche Ausgaben gefunden werden soll. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß die schlechte Finanzlage der s u d e t e n d e u t s.ch e n Wirtschaft besondere Ausgaben ohne Schmälerung des ohnehin knappen Betriebskapitals nicht zuläßt. Es wäre viel wichtiger, wenn sich die Regierung bemühen würde, Beruhigung im In- und Ausland herbeizuführen. Dies könne aber nur dadurch geschehen, daß Ersparnisse gemacht und die außerordentlichen Maßnahmen eingestellt würden. Zum Schluß wird in dem Schreiben mitgeteilt, daß die Sudetendeutsche Partei nicht in der Lage sei, dem Sudetendeutschtum Beitragsleistungen für den Fonds zu empfehlen. Vor dem dritten Wahlsonntag. Mehr als die Hälfte der sudetendeutschen Gemeinden schon vor der Wahl für Henlein. Prag, 11. Juni. (DNB.) Am Sonntag sind in etwa 1800 sudelendeuischen Gemeinden Wahlen ausgeschrieben. In 883, also fast der hälfte dieser Gemeinden, sind Einheitslisten der Sudetendeulfchen Partei eingebracht roor- den. Aus etwa 20 Bezirken stehen die Nachrichten noch aus. Die Sudetendeutsche Partei beherrscht also bereits vor der Wahl in mehr als 50 v. H. der Gemeinden die Gemeindevertretung. Ein Tschechenkorporal als Despol Schrerkevfteins Pirna, 11. Juni. (DNB. Funkspruch.) In Schreckenstein bei Aussig tat sich in den letzten Tagen wiederholt der tschechische Korporal Koula, Kommandant der Aussiger Brückenwache durch brutales Auftreten gegenüber sudetendeutschen Arbeitern und jungen Sudetendeutschen hervor. Korporal Koula marschierte Freitag früh mit mehreren Soldaten durch Schrecken st ein. Plötzlich ließ er die Soldaten gegen sudetendeutsche A r - beiter Front machen, die einander mit erhobener Hand grüßten. Er gab den Befehl, die Gewehre schußfertig zu machen und ließ sie gegen die Arbeiter in Anschlag bringen. Nur der Besonnenheit eines Sudetendeutschen ist es zu verdanken, daß unabsehbare Folgen verhindert wurden. Am Donnerstag hatte derselbe Korporal als er mit derselben Abteilung am Morgen nach Schreckenstein marschierte, mit vorgehaltenem Revolver zwei Sudetendeutsche, die sich ebenfalls mit erhobener Hand grüßten, angehalten und mit Fußtritten mißhandelt. Einigen Arbeitern, die den Bedrohten zu Hilfe eilen wollten, stellte sich ein Soldat der Abteilung Koula mit schußbereitem - Gewehr entgegen. Am selben Tage befahl Koula einem vorübergehenden Lehrling, einen Brief in das Sokol-Haus zu bringen und dann sofort zurückzukehren. Der Lehrherr, der Aussiger Drogist Tianeschek, meldete der tschechischen Staatspolizei in Aussig den Vorfall durch Erstattung einer Anzeige und untersagte dem Lehrling, dem Befehl des Korporals nachzukommen. 'Einige Zeit später erschien der Korporal mit einer Militärpatrouille mit aufgepflanztem Seitengewehr bei dem Drogisten und wollte ihn verhaften. Tianeschek war aber gerade abwesend. Diese unerhörten Uebergriffe des Tschechenkorporals haben die Bevölkerung Aussigs und Schreckensteins stark erregt. Anzeigen bei den tschechischen Behörden sind bisher völlig wirkungs- l o s geblieben. Die Abgeordneten der Sudetendcut- schen Partei Mai und Richter haben die sofortige Entfernung und Bestrafung des rohen Tschechenkorporals verlangt. In Ei Wartung der Prager Vorschläge. Prag, 10. Juni. (DNB.) Zum gegenwärtigen Stand der Verhandlungen zwischen der Prager Regierung und der Sudetendeutschen Partei schreiben die „Sudetendeutschen Pressebriefe": „Die bisherigen Besprechungen zwischen dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza und den Vertretern der Sudetendeutschen Partei haben am Dienstag insofern eine konkrete Form angenommen, als die Sudetendeutsche Partei eine Skizze für die Neuordnung der n a t i o n a l p o l i t i s ch e n Verhältnisse auf Grund der acht in Karlsbad aufgestellten Forderungen Konrad Henleins überreicht hat, weil das N a t i o n a l i t ä t e n st a t u t bei den Besprechungen nicht Vorgelegen hat. Ministerpräsident Dr. Hodza hat die Skizze den Experten der Regierung übergeben, die Anfang der nächsten Woche ihr Gutachten abgeben sollen. lieber eine Stellungnahme der Regierung oder des politischen Ministerkollegiums liegt jedoch kein weiterer Bericht vor. Wahrscheinlich am Dienstag wird die Ueberreidjung der Vorschläge der Regierung an die Sudetendeutsche Partei erfolgen. Der Erfolg der Verhandlungen wird im wesentlichen davon abhängen, ob die Regierung der in dem Memorandum der SDP. vorbereiteten Verhandlungsgrundlage entgegenkommt und jene Vorschläge billigt, die in der besten Absicht gemacht wurden^ das sudetendeutsche Problem wirklich von Grund auf und damit dauernd zu lösen. Freilich muß auf tschechischer Seite jene Aufnahmebereitschaft für eine positive Lösung geschaffen werden, die in der tschechi- schen Presse noch immer nur in bescheidenem Maße und selten genug zum Ausdruck kommt. Begreift man in Prag? Die Tschechen gebärden sich wie Menschen, die in ihren bisherigen Lebensgewohnheiten durch ein überraschendes Ereignis erschüttert, sich wie aus allen Wolken gefallen, nicht aufzuraffen vermögen, Entschlüsse zu fassen, die der neuen Lage gerecht werden. Zwanzig Jahre lang hatten sie für sich das Recht in Anspruch genommen, als das „Staatsoolk" die andern Volksgruppen der tschechoslowakischen Republik zu terrorisieren in der Meinung, den tatsächlichen Charakter ihres Staatswesens als eines Nationalitätenstaates durch Gewaltmittel korrigieren zu können und jenes Wunschbild zu verwirklichen, das nun einmal in krassem Widerspruch zu allen ethnographischen und geschichtlichen Gegebenheiten des böhmischen Raumes steht, den tschechischen Nationalstaat. Wie sehr die Tschechen selbst schon in der Maienblüte der Erfüllung ihrer politischen Hoffnungen sich bewußt waren, daß ihre Kratt als staatsbildendes Volk ihren politischen Ehrgeiz niemals werde befriedigen können, zeiat ja bereits die eigentliche Gründungsakte der tschecho- slowakischen Republik, der Pittsburger Verttag, in dem die in den Vereinigten Staaten lebenden Tschechen und Slowaken sich darüber einig wurden, daß beide slawischen Völker in dem neu zu gründenden Staate völlige Gleichberechtigung und inner- politische wie kulturelle Selbstverwaltung besitzen sollten, wie es ja auch schon die Bezeichnung des jungen Staatswesens als tschechoslowakische Republik voraussetzt. Wie wenig die Tschechen sich um die damals feierlich eingegangenen Verpflichtungen gekümmert haben, mit welcher Rücksichtslosigkeit sie sich über alles hinweggesetzt haben, was ihnen im Wege lag, um ihren Traum eines tschechischen Nationalstaates zu erfüllen, daran sind sie in diesen Tagen des zwanzigjährigen Bestehens der tschechoslowakischen Republik von ihren damaligen Ver- ttagskonttahenten, den Slowaken, auf eine für sie überaus peinliche und die tschechische Nationalitätenpolitik vor aller Welt bloßstellende Weise erinnert worden. Denn wenn schon die Tschechen ihre slowakischen Blutsverwandten, ohne deren Mithilfe sie vor zwanzig Jahren sich nicht die Kraft zu einer eigenen Staatsgründung zugetraut haben, in bicfen zwei Dezennien bitter enttäuscht und durch einen brutalen Egoismus vor den Kopf gestoßen haben, wieviel mehr haben die Sudetendeutschen begründeten Anlaß, das tschechische „Staatsoolk" des Bruchs" aller feierlich beschworenen staatsrechtlichen Verpflichtungen anznklagen und die Einleitung eines grundlegenden Reformwerkes zu verlangen, das entsprechend dem Nationalitätencharakter der Republik allen Volksgruppen gleichberechtigtes Mitbestimmungsrecht bei allen zenttalen Angelegenheiten des Staates und nationale Selbstverwaltung in den von den einzelnen Volksgruppen bewohnten Gebieten sicherstellt. Die Tschechen hatten sich zwanzig Jahre hindurch gewöhnt, von den westlichen Demokratien als willkommene Bundesgenossen im System der Niederhaltung des im Weltkrieg zu Boden geschlagenen und ausgeplünderten deutschen Volkes verhätschelt zu werden. Sie meinten, als Herren im eigenen Hause schalten und walten zu können unbekümmert um die Klagen aller nichttschechischen Volksgruppen, denen sie in Verwaltung, Kultur und Wirtschaft mit brutaler Konsequenz eine Stellung Nach der andern entrissen. Gestützt auf die Bündnisse mit Frankreich, Sowjetrußland und der Kleinen Entente glaubten die Tschechen die Zeichen der Zeit auch dann noch souverän mißachten zu dürfen, als das durch den Nationalismus geeinte und erstarkte Deutsche Reich neben den Willen auch die Macht stellte, die Sorgen der Millionen volksdeutscher Brüder an feinen Grenzen zu seinen eigenen zu machen. Und heute, nachdem den tschechischen Politikern die Augen darüber aufgegangen sein sollten, daß alle Welt nun endlich einen Entschluß von ihnen erwartet, der der veränderten Lage entspricht und dem Verlangen nach Ausschaltung'eines europäischen Krisenherdes durch innerpolitische Reformen gerecht wird, die ein geordnetes und alle Teile befriedigendes Zusammenleben der Völker des tschechoslowakischen Staates gewährleisten, heute noch suchen die Tschechen ihr Heil in dem alten Rezept „Zeit gewonnen, alles gewonnen" in völliger Verkennung der grundlegenden Wandlung ihrer eigenen und der allgemeineuropäischen Lage, die beide es nicht mehr erlauben, vor den Notwendigkeiten des Tages die Augen zu schließen und nach einer zwar lange genug mit Erfolg erprobten Gewohnheit wieder zu versuchen, mit leeren Versprechungen die ihr Recht fordernden Volksgruppen abzuspeisen und das endlich wachgerüttelte Gewissen Europas einzuschläfern, um dann die rücksichtslose Tschechisierungspolitik unbekümmert fortsetzen zu können. Bis heute hat sich an den tatsächlichen Zuständen im sudetendeutschen Gebiet nicht das Geringste geändert. Es herrscht noch immer Kriegszustand in der Tschechoslowakei und da der roeitaus größte Teil der Grenzzone sudetendeutsches Siedlungsgebiet ist, haben die Sudetendeutschen natürlich die Hauptlast der sehr überflüssigerweise und aus rein provokatorischen Gründen angeordneten Mobilmachungsmaßnahmen zu tragen. Daß diese nicht bloß wirtschaftlicher Natur ist, dafür sorgt der in langen Jahren sorgsam gezüchtete fanatische Haß der Tschechen gegen alles Deutsche. So benimmt sich die in den sudetendeutschen Grenzgebieten zusammengezogene tschechische Soldateska schlimmer als in Feindesland, nach wie vor sind die Zeitungen voll von Berichten über skandalöse Ausschreibungen des immer anmaßender auftretenden Militärs. Aber obwohl die durch die Mobilmachung schier ins Unerträgliche gesteigerte innerpolitische Spannung ebenso bedrohlich für den Frieden ist, wie die ständigen krassen Grenzverletzungen tschechischer Mili« Erziehung zur Lebensfreude der schönste Ausdruck eines wahren Sozialismus. Nr. Ley eröffnet die 4 Reichslagung der NGG. „Kraft durch Freude" in Hamburg. Hamburg, 10. Juni. (DNB.) Die 4. Reichstagung -er NSG. „Kraft durch Freude" wurde :n der Musikhalle eröffnet. An der Stirnseite des großen Festsaales grüßt das Sonnenrad, das KdF.- Symbol, grüßen die Fahnen der Länder der Welt. Prächtiger Blumen- und Girlandenschmuck umsäumen die Ränge. Das NS.-Reichssymphonieorcheiter unter der Leitung seines Dirigenten Professor Adam leitete die Tagung mit der Ouvertüre zu Webers Euryanthe ein. Reichsamtsleiter Dr. L a f f e r e n tz gab einen Rechenschaftsbericht über die großartigen Leistungen des deutschen Kraft-durch-Freude-Wer- kes im abgelaufenen Jahre. In diesem Jahre seien deutsche Arbeiter zum ersten Male in das befreundete Italien gefahren. Durch Zusammenfassung aller Kräfte sei eine erhöhte Produktivität erreicht worden, was das weitere Anwachsen der Besucher- zifsern aller Veranstaltungen beweise. Die Arbeit habe sich mit besonderer Zielsetzung auf das breite Land verlagert, da die Volksgenossen m den Städten schon zum größten Teil erfaßt werden konnten. Dr. Lafferentz wies auch auf das Volksbildungswerk und seinen erstaunlichen Aufschwung hin. Die Förderung des Betriebssportes habe sich voll ausgewirkt. 1000 neue Sportübungsstätten in den Betrieben seien bereits fertiggestellt. Weitere tausend seien in Angriff genommen und geplant. Für den deutschen Unternehmer sei es heute selbstverständlich, an der Aus- gestaltung feines Betriebes mitzuarbeiten und für schöne und zweckmäßige Arbeitsplätze zu sorgen. Die Mitarbeit an der Verwirklichung des deutschen Volkswagens Hobe sich die Deutsche Arbeitsfront besonders angelegen sein lassen. N e u e Schiffsbauten für KdF.-Fahrten sowie die Ausdehnung der KdF.-Reisen auf Griechenland und Jugoslawien, seien geplant. Der Bau des KdF.- Bades auf Rügen werde schnellstens gefördert. Neue KdF.-Erholungsstätten in den Küstengebieten und im Gebirge würden folgen. Reichsorcranisaüonsleiter Dr. Ley hieß dann die Teilnehmer der Reichstagung herzlich willkommen und betonte die große Freude über das wachsende Verständnis, das die KdF.-Arbeit Deutschlands im Auslande finde. „Sozialismus ist der Erfolg und der Ausdruck der Erziehung des Menschen!" Man könne noch so schöne Anordnungen und Gesetze erlassen, wenn es nicht gelinge, alle in der Wirtschaft Tätigen, Arbeiter und Unternehmer, Angestellte und Meister zu anständigen Menschen zu erziehen, dann habe alles andere keinen Sinn. (Lebhafte Zustimmung.) Die Deutsche Arbeitsfront habe daher ihre Erziehungsarbeit unmittelbar an die Front verlegt, in die Betriebe, in die Fabriken, in die Werkstätten. Bei dieser gewaltigen Erziehungsarbeit kenne man auch nicht Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern richte den Blick nur darauf, daß jeder es gut mit seinem^Volk meint und ordentlich und anständig ist. Erziehung zur Gemeinschaft, zur Detriebsgemcin- schaft, Gefolgschaftstreue und Führerverantwortung, das seien die Parolen, unter denen die Arbeit der Deutschen Arbeitsfront vorangehe. Nicht minder wichtig sei die Erziehung der Schaffenden zur Lebensfreude, d^e der schönste Ausdruck eines wahren Sozialismus sei. Unter Hervorhebung des Prinzips der Leistung betonte der Reichsorganifationsleiter. daß Wirtschaft und Sozialismus keinerlei Gegensätze feien. „Wer die Gemeinschaft will, muh wirtschaften können, und wer wirtschaften will, muß der Gemeinschaft dienen?" (Stärkster Beifall.) Es sei auch kein finanzielles Problem, den Menschen Arbeit zu geben, sondern allein eine Jrage der Energie und des Willens. „Das neue Deutschland ist nicht durch Danken und Bankiers gebaut worden, sondern allein durch Adolf Hitler und seinen Glauben an das deutsche Volk!" (Stürmische Zustimmungskundgebungen.) Dem Ziele der L e i st u n g s st e i g e r u n g diene vor allem auch der Gedanke des Wettkampfes. Drei Millionen Schaffender hätten am letzten Reichsberufswettkampf teilgenommen. So trage im Reiche Adolf Hitlers der letzte Volksgenosse den Marschall st ab im Tornister. Auch der Leistungswettkampf der Betriebe diene dem gleichen Ziele der erhöhten wirtschaftlichen und sozialen Leistung. Im letzten Jahre seien es hier 200 000 teilnehmende Betriebe gewesen, deren Zahl ebenfalls von Jahr zu Jahr steigen werde. Zu den ausländischen Gästen gewandt, sprach der Reichsorganisationsleiter von der unbändigen L e - bensbejahung des deutschen Volkes und dem starken Friedenswillen des Führers. „Mir glauben daran", so betonte er unter stürmischer Zustimmung, ,/daß die Franzosen und Deutschen nicht als Feinde geboren sind, sondern daß beide Länder Zusammenarbeit en müßten, wie überhaupt die Völker Europas zusammengehörten!" Unter stärkster Zustimmung stellte Dr. Ley dann fest, daß im übrigen Deutschland gar keine Zeit habe, Krieg zu führen. Er erinnerte oabei an die Bauten, die allein von der DAF. in Angriff genommen worden seien, so an die in Bau befindlichen drei Ordensburgen, bei denen je 1200 Arbeiter beschäftigt seien, an das im Werden begriffene KdF.-Bad Rügen, wo 4000 Arbeiter Beschäftigung gefunden hätten, weiter ein großes Erholungsheim am Rhein, an die sieben Adolf-Hitler- Schulen u. a. Ferner erwähnte er daß der Bau eines Seemannsheimes in Hamburg geplant fei. Dr. Ley dankte allen für die Unterstützung, die sie der KdF.-Reichstagung haben zuteil werden lasten, und ließ durch die ausländischen Gäste den Staatsoberhäuptern der hier vertretenen Nationen die Grüße der KdF.-Reichstagung übermitteln. Die Ausführungen des Reichsorganisationsleiters lösten lange Zustimmungskundgebungen der großen Versammlung aus. Mit der Führerehrung ließ Dr. Ley die große Eröffnungskundgebung ausklingen. Arbeit und Kunst. Die Kunstausstellung auf der 4. KdF.-Reichstagung. In Anwesenheit der ausländischen Ehrengäste sowie von Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht fand die Eröffnung der K u n st ° a u s st e l l u n g in der Kunsthalle statt. Reichsamtsleiter Klemme wies darauf hin, daß die Förderung aller Künste durch den Führer in das gesamte deutsche Kunstleben eine neue Periode der Entwicklung hineingetragen habe. Der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" sei die Aufgabe zugefallen, die Beziehungen zwischen Künstler und Volk enger zu gestalten. Das Bestreben dieser Ausstellung sei es nun, Malerei, Plastik und Graphik dem Volke nahe zu bringen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wies darauf hin, daß entgegen der früheren Auffassung Arbeit und Kunst nicht zwei grundverschiedene Dinge seien. Arbeit und Kunst seien die Faktoren der Rasse und des Blutes, und die alte Auffassung, der Arbeiter verstehe nichts' von der Kunst, sei völlig irrig. Auch der Künstter sei an sein Volk gebunden. Man mußte zu der Erkenntnis kommen, daß Kunst keinen Luxus bedeute und daß man den Arbeiter dadurch, .daß man ihn zum Schönen führt, yicht verwöhne, fonbern im Gegenteil durch den Kunstgenuß neue Kraft zum Schaffen gab. Dr. Ley sprach abschließend die Hoffnung aus, daß die anwesenden ausländischen Gäste begreifen lernen möchten, wie das Deutschland Adolf Hitlers bemüht sei, den schöpferischen Geist unserer deutschen Rasse und unseres Blutes immer mehr zur Geltung zu bringen. In diesem Sinne eröffnete der Reichsorganisationsleiter die Ausstellung unter dem Motto „Es gibt im Deutschland Adolf Hitlers nichts, was zu schön wäre, um es dem deutschen Arbeiter und damit dem deutschen Volke nicht zu geben!" Die KdF.-Leistungsschau in Hamburg. Freitag nachmittag eröffnete Reichsorganisations- leiter Dr. Ley in den Ausstellungshallen des Hamburger Zoo dieLeistungsfchau„Kraftdurch Freude". Dr. Ley sprach von der Größe des KdF-' Werkes, das sichtbar vor aller Welt beweise, wie in Deutschland der Sozialismus aufgefaßt werde. Wenn jeder Volksgenosse an den Gütern des Lebens teil- nehme, werde der Wunsch des Führers erfüllt, daß dem deutschen Menschen — vor allem dem deutschen Arbeiter — die Minderwertigkeitsgefühle genommen werden und der deutsche Mensch hinaufgeführt werde. An dem Beispiel des KdF.-Wagens und der KdF.- Fabrik, deren Modelle in Hamburg zu zeigen der Führer erlaubt habe, machte Dr. Ley den großen Wandel der sozialen Auffassung in Deutschland sichtbar. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß er nach Athen nun in Deutschland die Beweise der Leistungen von KdF. zeigen könne und erklärte die Ausstellung für eröffnet. tärflieger, kann man sich in Prag noch immer nicht zu dem Entschluß ausraffen, die Mobilmachung schleunigst rückgängig zu machen und damit die erste und wichtigste Voraussetzung für eine beruhigte Atmosphäre zu schaffen, in der einzig und allein die auch von Prag gewünschten Verhandlungen mit der Sudetendeutschen Partei möglich sind und Aussicht auf Erfolg haben. Im Gegenteil, die Ankündigung der Einführung der dreijährigen Dienstzeit, von der man noch nicht weiß, ob sie bereits beschlossene Sache ist, oder erst einen Versuchsballon der tschechischen Militärkreise darstellt, deutet in jedem Fall darauf hin, daß in Prag Strömungen Einfluß zu gewinnen suchen, die es anscheinend auf eine weitere Zuspitzung der Lage mit allen ihren Konsequenzen abgesehen haben. Bei der engen Verbindung, die die maßgebenden tschechischen Militärkreise, die durchweg der berüchtigten, während des Krieges in Rußland für den Kampf gegen die Mittelmächte aufgestellten tschechischen Legion entstammen, zu ihrem sowjetrussischen Verbündeten haben, braucht man nicht weiter zu fragen, wer hier am Hebel sitzt. So hat man in Prag zwar das dumpfe Gefühl, daß etwas geschehen müsse, aber es gibt offenbar noch immer Leute in sehr maßgebenden Stellen, die meinen, daß es noch einmal genügen werde, nur so zu tun, als ob man der Entwicklung Rechnung tragen wolle, in Wahrheit aber könne alles beim alten bleiben. Noch im Frühjahr hatte Ministerpräsident Hodza erklärt: „Mit Recht behaupten wir, daß wir in der Tschechoslowakei das vollkommenste System der Minderheitenrechte geschaffen haben. Daß wir noch kein kodifiziertes System geschaffen haben, dient zum Vorwand, im Auslande den Eindruck zu erweden, als ob unsere Minderheiten in der Republik nicht frei atmen könnten. Es ist eine Sache der Zweckmäßigkeit, unser Minderheitenwerk auch in formaler Hinsicht zu gestalten. Die Regierung verhandelt über einen Minderheiten st atus der Republik." Dieser famose Plan, mit einer gesetzlichen Festlegung des bestehenden Unrechts die Welt zu täuschen und die Volksgruppen um ihren Rechtsanspruch auf Gleichberechtigung und Selbstverwaltung zu betrügen, wurde von einem Sturm der Entrüstung hinweggefegt. Man sah sich in Prag genötigt, das Wort vom Minderheitenrecht durch ein Nationali- tätenrecht zu ersetzen, hodza erklärte nun, die Verfassung böte die Möglichkeit, sämtliche Nationa- litätenfragen mittels lokaler Selbstverwaltung weitgehend zu regeln. Aber wie sich die Tschechen das Nationalitätenstatut denken, von dem sie eine so große Meinung haben, darüber haben sie noch nichts verlauten lassen. Es ist ja selbstverständlich und wird auch allmählich sogar in Prag begriffen, daß ein im einzelnen festgelegtes Statut nur das Ergebnis von Verhandlungen mit den Nationalitäten selbst sein kann, aber über die Grundzüge müßte man sich doch wenigstens im Schoß der Prager Regierung klar geworden fein. Es scheint indessen, daß die Tschechen es darauf angelegt haben, sich die Sondervorrechte, die sie sich als „Staatsvolk" an- gemaßt haben, Stück für Stück erst abtrotzen Iqssen wollen. Das Karlsbader Programm Konrad Henleins hat der sudetendeutsche Abgeordnete Kundt erneut als die Grundlage jeder Neuordnung, wie sie von den Sudetendeutschen erstrebt wird, bezeichnet. Es ist also nicht zu ersehen, warum die tschechische Regierung nicht mit ihren eigenen Vorschlägen herausguckt, wenn man nicht annehmen will, sie möchte die ganzen Verhandlungen über ein Nationalitätenstatut auf die lange Bank schieben in der vagen Hoffnung, durch irgendwelche Manöver schließlich noch ganz um einen Entschluß herumzukommen. Aber in Prag wird man sich ebenso vergeblich wie einstmals in Genf, Paris und London gegen das Gebot der Vernunft und den Gang der natürlichen Entwicklung stemmen. Die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Selbstbestimmung werden auch in der Tschechoslowakei verwirklicht werden müssen, mag man heute vielleicht noch in Prag glauben, mit einer Scheinlösung sich drücken zu können, die Erkenntnis ist da, daß nur auf gleichem Recht für alle Volksgruppen der Republik das Staatsgebilde der Tschechoslowakei seine Lebensberechtigung zu gründen vermag. Dr. Fr. W. Lange. Göring dankt. Unzählige Glückwünsche zur Geburt der lleinen Edda. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring und seine Gattin haben dem Deutschen Nachrichtenbüro folgende Danksagung zur Veröffentlichung übergeben: „Anläßlich der Geburt unseres Töchterchens Edda ist uns aus dem In- und Auslande eine solche Fülle von Glückwünschen, Blumen und Geschenken zugegangen, daß es uns leider nicht möglich ist, allen Gratulanten persönlich zu antworten, hocherfreut über diese vielen Beweise enger Verbundenheit und Anhänglichkeit sprechen wir daher auf diesem Wege allen, die unser so freundlich gedacht haben, unseren herzlichsten und wärmsten Dank aus." * Diese Danksagung des Generalfeldmarschalls und seiner Gattin hat das Deutsche Nachrichtenbüro zum Anlaß genommen, einen Sonder- berichterstatter nach Kar in hall zu entsenden, dem Gelegenheit gegeben wurde, die große Zahl von Geschenken zu sehen. Mit herzlichen Grüßen, mit Handarbeiten, Blumen und vielen kleinen Angebinden sind alle Volksschichten, alle Berufsstände und alle deutschen Gaue vertreten. Da stehen mehrere Wiegen, eine die der Reichsstand des »n Handwerks dem Feldmarschall überreicht am Ersten bis zum Letzten handgearbeitet, ein gediegenes Meisterstück handwerklichen Könnens unserer Tage. Die Stadt Kassel hat eine originelle SchwäIm er Arbeit überreicht, mit Bauernftickerei, die das Entzücken jeden Liebhabers für alte Dolksturnskunst hervorruft. Auch Kinderwagen und Kinderbettchen fehlen nicht. Daneben stehen handwerklich gefertigte Becher, Schalen, Porzellane und Teller, Spieluhren und allerhand lustiges Kinderspielzeug, reizende Handarbeiten und Kinderwäsche. Die NSKOD. spendete zehn Babyausstattungen, die der Feldmarschall seinerseits zur . Verteilung bringen kann, um jungen Müttern Freude zu bereiten, eine Stiftung des Präsidenten des Reichsoerbandes öffentlich- rechtlicher Versicherung sind fünf beitragsfreie Patenschaft-Versicherungen zu je 500 Mark. Der Führer hat Frau Göring mit einem herzlichen Glückwunschschreiben einen prachtvollen Rosenstrauß übersandt. Ferner haben führende Persönlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmacht und viele Tausende von unbekannten Volks- genossen aus dem Reich ihre Glückwünfche bar» gebracht. Das gesamte Diplomattsche Korps hat gratuliert. Ferner eine große Zahl von ausländi- jchen Persönlichkeiten, darunter der englische Außen. minister Lord Halifax, ferner Lord London- derry, der wiederholt Gast des Feldmarschalls gewesen ist, König Boris von Bulgarien, Prinzregent Paul von Jugoslawien, der jugoslawische Ministerpräsident Stojadinowitsch, der ungarische Reichsoerweser von h o r t y und Ministerpräsident Jmredy sowie der polnische Außenminister Beck, aus dem befreundeten Italien telegraphierte der König und Kaiser. Das Telegramm des Duce lautet: „Für das Telegramm, das mir die Geburt von Edda anzeigt, danke ich Ihnen. Ich sende meine besten Glückwünsche Ihnen und Frau Emmy und sehr viele Wünsche der Kleinen." preiöverteilungaufderInlernationalen Handwerksausstellung. Berlin, 10. Juni. (DNB.) Das Internationale Preisgericht der Internationalen Handwerksausstellung ist sich nach mehrtägiger Arbeit über die Preisverteilung einig geworden. Es standen 61 große Staats- und Ehrenpreise und 600 Ausstcl- lungsmedaillen zur Verfügung. Von den Großen Preisen entfielen auf Belgien zwei, Bolivien einer, Bulgarien zwei, Danzig einer, Dänemark zwei, Deutschland neun, England einer, Estland zwei, Finnland zwei, Frankreick) zwei, Griechenland zwei, Italien vier, Japan zwei, Jugoslawien zwei, Letland zwei, Litauen zwei, Luxemburg einer, Norwegen zwei, Polen vier, Rumänien einer, Schweden vier, Schweiz zwei, Tschechoslowakei zwei, Ungarn sieben. Bei der Zuerkennung der Ausstellungsmedaillen und Urkunden steht Deutschland entsprechend seiner starken Gesamtbeteiligung an erster Stelle. Von den deutschen Großen Preisen entfiel der Preis des Führers und Reichskanzlers auf Dänemark, der des Generalfeldmarschalls ©Öring auf die Schweiz, der des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley auf Italien, der des Reichswirtschaftsministers Funk auf Japan und der des Oberbürgermeisters der Stadt des Deutschen Handwerks Frankfurt a. M., Dr. Krebs, auf Schweden. Bei der Zuerkennung dieser Preise wurde die Gesamtleistung der einzelnen Länder beurteilt. Den Preis des Leiters des Deutschen Handwerks erhält die Staatliche Kunstgewerbeschule Riga, die drei weitere Preise des Deutschen Handwerks in der DAF. entfielen auf Norwegen, Luxemburg und Danzig. Zwei Große Preise des Reichsstandes des Deutschen Handwerks fielen an Finnland und an die Tschechoslowakei. Weiter erhielten die Werkstätten der Stadt Halle den Großen Preis des Reichsführers ff Himmler, die Teppich-Knüpferei Tei- nach den Preis des Oberbürgermeisters der Reichshauptstadt Berlin für hervorragende Einzelleistungen und der Mechaniker Franz Feher, Ungarn,, ben Preis der Leitung der Internationalen Handwerksausstellung. ihre Aufgaben neu ausrichten. Das Schwergewicht der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik liegt heutt in der Erweiterung der nationalen Erzeugungsgrundlage auf allen Gebieten des nationalen Wirtschaftslebens. Gerade dem Genossenschaftswesen wird es dabei vorbehalten sein, zwei Ausgaben zu meistern: Einmal die Stärkung des Bauerntums als Lebensquell der Nation und zum anderen die betriebswirtschaftliche Rationalisierung ihrer Betriebe. Nur eine große Zahl von Bauernhöfen sichert den völkischen Bestand der Nation, nicht die Vielheit landwirtschaftlicher Maschinen auf wenigen Großwirtschaften. Und so wird es Aufgabe der Genossenschaften sein, daß Arbeitsvorgänge, die auf dem Bauernhof auszuführen für den einzelnen, wenn überhaupt, so nur auf unrentable Art möglich sind, auf genossenschaftlichem Wege ermog- licht werden. Ich denke an Tierzuchtgenossenschaften und Landmaschinengenoffenschaften, denen ich im Hinblick auf das Erbhofgesetz eine große Zukunft Voraussage. Anders gelagert sind die Verhältnisse bei ben Genossenschaften im Gebiet des Warenverkehrs und des Handels. Kein Mensch wird auf den Gedanken kommen, die Warengenossenschaften heute zu zerschlagen. Jedoch: Bauernpolitik ist Mittelst a n d s p o l i t i k, d. h. ein Staat, der sich zum Bauerntum bekent, bekennt sich auch zum Mittelstand. Man kann nicht Bauernpolittk treiben und zugleich die Mittelstandspolittk in anderen Gebieten der Wirtschaft, in diesem Falle also im handel, verneinen. Es wäre falsch, für ein weiteres Vordringen der Warengenossenschaften in der handels- sphäre einzutreten. Denn es würde damit die Linie einer nationalsozialistischen Mittelstandspolittk durchbrochen. Ich sage das, um einen unnützen, kräfteraubenden Kampf zwischen Genossenschaften und Landhandel zu vermeiden. Ebenso gelagert sind die Verhältnisse bei den Kreditgenossenschaften, ben Spar- und Darlehenskassen. Mit fortschreitender Durchdringung der gesamten Wirtschaft mit nationalsozialistischen Grundsätzen wird auch ihre Aufgabe einmal erfüllt fein. Frankreichs Gozialreform. Daladier warnt vor weiterer Finanzverschlechterung. Paris, 10. Juni. (Europapreß.) Im Finanzausschuß der Kammer nahm Ministerpräsident D a - lädier das Wort, um nicht grundsätzlich die geforderten Sozialreformen, die 10,6 Milliarden Franken erfordern würden, wovon dem Staate rund 8 Milliarden Franken zur Last fielen, abzulehnen, aber auf die Schwierigkeiten d e r Finanzierung hinzuweisen. Er erklärte dabei, daß er unter allen Umständen die französische Währung aufrechterhalten wolle. Die Lage sei sehr ernst. Wenn Frankreich Europa den Eindruck vermittele, daß es in finanzieller Hinsicht leichtsinnig handele, dann garantiere er für keine Freundschaft und kein Bündnis mehr. Zwei Be- dingungen seien für die Aufrechterhaltung des Friedens notwendig: 1. müsse Frankreich eine folibe Armee haben; diese Armee habe es; 2. müsse Frankreich g esunde Finanzen haben. Das Parlament müsse der Regierung helfen, eine Ausgaben der Genossenschaften im Dritten Reich Aeichsernährungsininister Narre auf der Koblenzer Tagung der Landwirtschafilichen Äenossenschasten. LPD. Koblenz, 10. Juni. Zu der Reichs- verbandstagung der landwirtschaftlichen Genossenschaften sind rund 4000 Vertreter der Genossenschaften aus allen deutschen Gauen sowie Raifi- eisenfreunde aus dem Ausland erschienen Der Ver- bandstag nahm mit einer Tagung der Wirtschaftsgruppe Kreditgenossenschaften seinen Anfang. Ministerpräsident a. D. Granzow betonte, daß die Auswirkungen der Krisenjahre 1930/ 1932 heute im Genossenschaftswesen als überwunden gelten dürften. Ministerialdirektor Dr. Ernst, Reichskommissar für das Kreditwesen, teilte mit, daß er einen Antrag, den landwirtschaftlichen Genossenschaften das Warengeschäft zu verbieten, ab- gelehnt habe. Etwa 80 v. H. der landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften dürften das Warengeschäft betreiben, bas mit den Aufgaben der landwirt- schafttichen Genossenschaften eng verbunden sei. Auf der haupllagung wandle sich Reichsernah- rungsminisler Reichsbauernführer Darre mit einer umfassenden Rebe an die Teilnehmer. Der Minister führte dabei aus: Friedrich Wilhelm Raiffeisen war einer der wenigen Männer des letzten Jahrhunderts, die erkannt hatten, daß das Land- volk gegen den Einbruch des Liberalismus geschützt werden müsse. Sein ganzes Leben war diesem Kampf gewidmet. Wie eine Fata Morgana stand das Traumbild einer idealen Wirtschaftsblüte vor den damaligen Menscheg und machte sie blind für die einfachsten Gesetze von Ursache und Wirkung im Wirtschaftsleben. Gemäß dem Beispiel Englands, begann auch Deutschland sein Bauerntum zu vernachlässigen. Man verkannte die große völ- ttsche Bedeutung des Bauernstandes als Lebensquelle der Nation. Der Liberalismus war so in seine Ideologie verrannt, daß nicht einmal die einzige Voraussetzung aller nationalen Selbstbehauptung, nämlich die Sicherung der Nahrungsfreiheit der Nation erkannt wurde, so daß erst die Katastrophe des Weltkrieges kommen mußte, um der Vernunft in unserem Wirtschaftsdenken Eingang zu verschaffen. Raiffeisen war gezwungen, den damals allein möglichen Weg der wirtschaftlichen Selbsthilfe zu gehen. So hat er ver- hindert, daß das deutsche Bauerntum und die deutsche Landwirtschaft in den Jahrzehnten vor dem Weltkrieg völlig zusammenbrachen. Damit hat er nicht nur die Voraussetzungen geschaffen, welche es dem deutschen Volke ermöglichten, vier Jahre einer Welt von Feinden die Stirn zu bieten, sondern er hat auch damit dem Nationalsoftalismus die Grundlage einer lebensgesetzlich ausgerichteten Aufbauarbeit gerettet. Hierin liegt das geschichtliche 23er« dienst Raiffeisens. Wir können im heutigen Stadium der Aufbauarbeit die Genossenschaften, die sich in Jahrzehnten bewährt haben, nicht v e r m i's s e n. Allein, wir wünschen, daß die Genossenschaften entsprechend der polttijchey Weisung des Nationalsozialismus auch gesunde finanzielle Lage zu schaffen. Durch neue zusätzliche Ausgaben würde die Regierung von Entwertung zu Entwertung getrieben, das würde die Katastrophe bedeuten. Es ist noch nicht ersichtlich, wie die Kammer ihren Wunsch, den Wählern durch Durchführung der neuen Sozialreformen zu gefallen, mit der Notwendigkeit, das Haushaltsgleichgewicht aufrecht zu erhalten, vereinbaren will. Das Verbrechen von Ibiza. Vor Jahresfrist erfolgte der feige lieber» fall rotspanischer Bombenflieger auf das vor Ibiza vor Anker gegangene Panzerschiff „Deutschland". Dreißig wackere Angehörige der Besatzung haben durch die Sprengstücke der bolschewistischen Bomben ihr Leben verloren. Eine Be- schießung des rotspanischen Hafens Almeria war die Antwort des Reiches auf diesen unerhörten Uebergriff, dem alsbald andere folgten, ohne daß sich England und Frankreich als Partner im Seekontrollausschuh veranlaßt fühlten, mit uns Front gegen das verbrecherische Verhalten der Roten in Spanien zu machen. Wir haben damals erfahren, wie die internationale Solidarität aussieht, wenn es gilt, von ihr Gebrauch zu machen. Deutschland wurde durch das absichtliche Versagen der anderen Mächte um eine Erfahrung reicher, die uns künftig von jeder Versuchung fernhalten wird, auf Solidaritätsphrasen hereinzufallen. Das Versagen Englands und Frankreichs nach dem Massenmord von Ibiza hat natürlich wie eine Ermunterung auf die Roten gewirkt, die in verstärktem Maße ihre Uebergriffe fortsetzten und erst kürzlich französisches Gebiet mit Bomben kräftig belegten. Nationalspanien hat des Tages gedacht, an dem deutsche Matrosen in Erfüllung einer Pflicht, die sich aus internationalen Verabredungen ergab, ihr Leben ließen. Wir danken dem befreundeten Nationalspanien für diese Ehrung der Toten, die in dem Gedenken liegt wie auch wir nie vergessen werden, wieviel Ströme spanischen Blutes vergossen worden sind, um eine bolschewistische Umgehungs- offensive gegen den europäischen Kontinent zu verhindern. D. S. Oie spanische Frage. Oie Sicherung der Nichteinmischungspolitik. London, 14. Juni. (Europapreß.) Die Anberaumung einer Sondersitzung des englischen Kabinetts für Montag zur Erörterung ber/ durch die Luftangriffe auf englische Schiffe in den spanischen Gewässern notwenoig geworbenen Maßnahmen wird von ber Morgenpresse bestätigt. Ein Bericht der „Times" verstärkt den Eindruck, daß — welche Maßnahmen die Regierung auch immer beschließen wird — diese von dem Wunsche geleitet sein werden, unter keinen Umstärrden die Nichteinmischungspolitik zu gefährden. „Times^ betont, die ganze Frage sei äußerst schwierig. Die Regierung würde sich aber nicht abhalten lassen, die „legitim e" englische Schiffahrt zu schützen. Meldungen, nach denen die französische Regierung sich bereiterklärt haben soll, in der Frage der Kontrolle an der Pyrenäengrenze Zugeständnisse zu machen, werden von dem „Daily Telegraph" bestätigt. Danach will Frankreich nunmehr die Schließung der Grenze nicht mehr von dem Eintreffen der Ausschüsse in Burgos und Barcelona abhängig machen, sondern die Grenze in dem Augenblick schließen, in dem die fünf im Nichteinmischungsausschuß vertretenen Mächte sich auf den englischen Plan zur Lösung der Freiwilligenfrage geeinigt haben. Die Zustimmung Sow- jetrußlands erachte Frankreich schon deshalb für nötig, weil beide kriegführenden Parteien in Spanien die Erlaubnis zur Entsendung der Freiwilligen-Ausschüsse geben müßten. Die Zustimmung Barcelonas sei aber, solange Sowjetrußland gegen den Plan sei, sehr unwahrscheinlich. Frankreich sei daher im Augenblick bemüht, Moskau für das von ihm vorgeschlagene Kompromiß zu gewinnen. Italien befriedigt. Rom, 10. Juni. (Europapreß.) Die italienische Presse stellt mit Genugtuung fest, daß in England die ruhige Ueberlegung wieder die Oberhand gewonnen habe. Man habe eingesehen, daß die englischen Schiffe sich auf eigene Gefahr in die sowjetspanischen Häfen begäben, daß also gegen die berechttgten Kriegsmaßnahmen des Generals Franco „nichts zu machen" sei. Dies habe auch auf die an dem antifaschistischen Hetzfeldzug beteiligte Presse mäßigend eingewirkt. Insbesondere sei auch der Plan, eine Art Nyon-Konferenz einzuberufen, um über die Einführung einer Luftkonttolle in Spanien zu beraten, wegen seiner Aussichtslosigkeit fallen gelassen worden. Die englische Regierung habe sich, um nicht die ganze Nichtein- mischungspolittk in Frage zu stellen, entschlossen, vorläufig abzuwarten. Die „Tribuna" schreibt: Nach zwei Jahren wisse ein Teil von Europa immer noch nicht, daß Italien unter keinen Umständen die Festsetzung des Bolschewismus im Mittelmeer dulden werde, und daß daher das einzige Mittel, die Ausbreitung des Brandes auf andere Nationen zu verhindern, die sei, den Sieg des Generals Franco zu beschleunigen, und daß dieser Sieg nur vollständig und absolut sein könne und müsse. Nationalspanische Truppen nahmen Lucina de Cid. Salamanca, 11. Juni. (Europapreß.) Das nationalspanische Hauptquartier meßet: An der Castellonfront wurden Malet a im Süden von Albocacer sowie einige Dörfer im Süden von Useras genommen. Die Stadt Lucina de C i d wurde auch vom Süden her vollkommen durch die nationalspanischen Truppen eingeschlossen. Das Bergmassiv von Pena Golosa wurde gesäubert und dabei eine große Anzahl Gefangener gemacht. An der katalanischen Front wurden im Kampfabschnitt von Tremp die Dörfer O r t o n e d a und im Tal des Cinquetaflusses Plan, San Juan de Plan, Giftan und Oeresa von den nationalspanischen Truppen erobert. An der Cordoba-Front wurden feindliche Gegenangriffe im Abschnitt von P e n a - r o y a zurückgeschlagen und dem Feind besonders in der Sierra del Peru schwere Verluste beigebracht. Die nationalspanischen Flugabwehrbatterien schossen vier feindliche Flugzeuge db. ♦ Nach den Meldungen ber französischen Kriegsberichterstatter von ber katalanischen Front hat bie I. Navarra-Division des Generals Dallino am Freitag bei Sonnenuntergang die kleine 5000 Einwohner zählende Stabt Lucina de Cid eingenommen. Der Einnahme war ein erbitterter Kampf vorausgegangen. Der starke Widerstand des Feindes, ber sich auch auf einigen mit Maschinengewehren bespickten Höhen in der Nähe der Stadt befestigt und verschanzt hatte, wurde schließlich durch einen Handstreich karlisttscher Freiwilliger gebrochen. — Im Südwesten von Lucina de Cid griff am Freitagabend eine Legionärs-Kolonne das Dorf Castello de Villamelata an. — Im Osten von Lucina haben dß Truppen des Generals Aranda das Dorf C a st u r erreicht, vier Kilometer südlich von Useras. Diese Truppen marschieren weiter das Tal des Vinda hinab, das unmittelbar in die Küftenebene von Castellon be la Plana einmündet. An ber Pyrenäenfront sind bie Kämpfe um bie sogenannte Fronteinbuchtung von Bielsa in eine entfcheibenbe Entwicklung getreten. Die navarresi- schen Brigaden sind in dem Tal des Cinqueta, einem Nebenfluß des Cinquaflufses, bis zu dem Dorf San Juan de Plan vorgedrungen. Unter heftigen Kämpfen wurden bie Dörfer Plan und Cistan sowie die starken sowjetspanischen Verteidigungsstellungen bei Puyarruego und Cereda durch bie nationalspanischen Truppen eingenommen. Der Vormarsch ber navarresifchen Brigaden betrug am Freitag etwa 10 Kilometer. Konservativer Wahlsieg in Etafford. London, 10. Juni. (Europapteß.) Die burch bas Ausscheiden bes ehemaligen Kolonialministers Ormsby Gore aus bem Unterhaus notwendig gewordene Nachwahl im Wahlkreis Staf- forb endete mit einem Sieg des konservativen Kanbidaten, der 16 754 Stimmen auf sich vereinigte, während der Kandidat der Arbeiterpartei 12 346 Stimmen erhielt. 1935 hatte Ormsby Gore 16175 und der Arbeiterparteiler 12 514 Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung betrug 78 v. H. und war damit für englische Verhältnisse ungewöhnlich hoch. Der Ausgang der Wahl gilt um so mehr als ein Vertrauensvotum für Chamberlain, als die Außenpolitik in dem Wahlfeldzug eine erhebliche Rolle gespielt und die Arbeiterpartei keine Möglichkeit ungenutzt gelassen hatte, um die außenpolitische Entwicklung gegen die Regieruna ausm- spielen. Die „Times" schreibt: „Die Wählerschaft hat sich geweigert, die zielbewußte, aber geduldige Suche Chamberlains nach einem Ausgleich als ein Zeichen der Schwäche zu betrachten. Sie neigt eher zu der Auffassung, daß die Opposition sich unnötigerweise in Provokationen ergeht. Falls diese Provokationen nicht aufhören, dürfte es bald noch mehr Staffords geben." Oie Mißstände auf Jamaika London, 11. Juni. (Europapreß.) Die „Times" beschäftigt sich noch einmal mit der Lage auf Ja- meika. Die Entwicklung auf den westindischen Inseln, so schreibt sie, wirkt erschütternd auf die Selbzufriedenheit, mit der die meisten Engländer bisher ihr Kolonialreich betrachtet haben. Diese Entwicklung hat gezeigt, daß in einem Kolonialland unter englischer Flagge Zustände herrschen, bie sich sehr erheblich von benen unterscheiden, die dort bestehen sollten. Darüber hinaus aber haben diese Enthüllungen ben Verbacht erweckt, baß a u ch i n nnberen Teilen bes Weltreiches wirtschaftliche und sozialpolitische Reformen ebenso nötig sinb, wie in Weftinbien. Das Blatt meint, baß ziel- bewußte Arbeit unter Führung weitsichtiger englischer Staatsmänner, oerbunben mit größerer Kapitalinvestierungen, nötig seien, um das große Erde bes englischen Kolonialreiches zum Besten ber Eingeborenen anb zum Vorteil ber seine Rohstoffe benötigenden Welt zu entwickeln. Tschengtschau von den Chinesen geräumt Hankau, 10. Juni. (Europapreß.) In chinesischen Kreisen wird erklärt, daß Tschengtschau am Knotenpunkt der Lunghai-Bahn mit der Pei- ping—Hankau-Bahn völlig geräumt und ein Flammenmeer bildet. Die Bevölkerung ist in westlicher Richtung entlang der Lunghai-Bahn auf- die Provinz Scheust zu geflohen, während der größte Teil der chinesischen Truppen sich nach Süden zurückgezogen hat. In militärischen Kreisen Hankaus wird zugegeben, daß die Japaner den Ort P a i - scha an ber Lunghai-Bahn, 24 Kilometer östlich von Tschengtschau, erreicht haben. Man erklärt ferner, baß in ber Nähe von Patung auf bem Jangtse 37 japanische Kriegsschiffe ankern, von benen einige in ber Nähe von Anking und Tschitschau chinesische Befestigungen am Flusse beschossen hätten. Oer Almanach des Frühlingsfestes. Wie in jedem Jahr, so erhalten auch in diesem die Besucher des Frühlingsfestes der Rhein-Mainischen Presse inBadHom- b u r A einen Almanach, der sich seinen Vorgängern würdig anreiht. Der Almanach des Jahres 1938 hat die Gestalt einer alten Fibel angenommen, auf deren erster Seite das „thierifche Alphabet" prangt, so genannt, weil die Buchstaben jeweils dyrch absonderliche Tierdarstellungen aus dem 17. Jahrhundert (nach Merian) illustriert worden sind. Dem Alphabet sind sinnige Gedichtlein und allerlei Lesestücke an gefügt, die zur Unterhaltung und zur Weiterbildung eines geneigten Lesers bienen mögen. Hübsch in Buntpapier gehüllt, von ber Hauserpresse in Frankfurt typographisch und drucktechnisch auf bas Liebevollste ausgeftattet, wirb ber Almanach ber Rhein-Mainischen Presse auch in biesem Jahr ein begehrter (Begenftanb sein, ein bibliophiles Kleinob, ein lustiges Lesebuch und also eine freu übliche Erinnerung an einen wohlgelungenen Abend in Bad Hornburg. Wetterbericht Das über Westeuropa zum Ausdruck gekommene Hochdruckgebiet hat einen Ausläufer über das Festland entwickelt, in dessen Bereich in größeren Teilen Deutschlands sich wieder freundliches, wenn auch nicht unbedingt störungsfreies Wetter durchgesetzt hat. In kleinen Teilgebieten, so auch im Rhein- Main-Gebiet, ist es dagegen am Freitagabend wieder zu ausgedehnten Regenfällen gekommen. Die Gesamtlaae läßt jedoch rasche Besserung und allgemein verhältnismäßig freundlichen Wetterablauf erwarten. Das Aufkommen ungestörten Schönwetters ist jedoch vorerst noch unwahrscheinlich. Vorhersage für Sonntag: Wolkig bis heiter, aber nicht allgemein niederschlagsfrei. Tages- temperaturen um etwa 20 Grad, veränderliche Winde. Vorhersage für Montag: Im wesentlichen freundlich, aber nicht durchaus beständig. Lufttemperaturen am 10. Juni: mittags 22,5 Grad Celsius, abends 16,2 Grad; am 11. Juni: morgens 11,4 Grad. Maximum 23,7 Grad, Minimum 11,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: abends 22,5 Grab: am 11. Juni: morgens 17,8 Grab. — Nieberfchläge 2,6 mm. — Sonnenscheinbauer 5,3 Stunben. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbruderei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Sonne auf Mazedonien 'mcH ßar 9ze 9zed>er an ate en Echt Tna^.edonifch k F}tgeri i936 Eene neue wn q 3«) weelxAre/re^ 9-arcAxeuzS $&war9eneii. OVER STOLZ lajStüdA rU. Der Karaerad- schaltsabend kauft laufend! 03761 auch als Drix-Tabb und Drix-Dragees Keller. sozD Aus die i. KM Oer Briefträger kommt 3985 V Johanneökirche. G Sauijeres.ehrlicli.Matlchen Drogerien. 3864V -M-UQ. nacy -- e %£* MW (Häusl Sonntagsdienst fürA^rzte Sicher zu haben: 1808V lich.) Varl« [02750 Dr ERN ST RICHTERS Frühdückikräutertee| AUTO UNION gesucht. [4000D Emil H. Mütter, Holzw., Gießen. J. Wellhöfer, Telephon 2313. Marb Str. 24 Hartdrennholz ä Wagen 5 Ml., Anmachholz. ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 2)tk frei werden auch staunen, wie schmerzlos »Lebewohl« Ihr Hühnerauge beseitigt l Er bringt jeden Morgen Post aus Gießen. - Jeden Morgen? . . . Natürlich, die beiden haben sich den Gießener Anzeiger nachschicken lassen, damit sie auch im Urlaub immer über alles im Bilde sind. Machen Sie’s ebenso Geben Sie bitte drei Tage vor der Abreise Ihre Ferienanschrift in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers an. Sie können sich die Zeitung auch postlagernd schicken lassen, wenn Sie noch nicht wissen, wo Sie wohnen. gesucht. Bäckerei Ollig, Frankfurt M., Leipzig. Str. 63 Schreinergesellen i. alsbald. Eintr. Frau G. Gilbert Darmstadt, Erbacher 02729 Straße 50. Stille o. tätige Beteiligung mit zirka 5000 bis 20000 R von Großhandlung gesucht. (Flottgehende Artikel in Großaufträgen.) Schriftliche Angebote unter 4013 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Frankfurt a.M. Pferde-Märkte 14. Juni, 19. Juli, 23. Augast 1938. Vossalin-Creme seit 40 Jahr.glänzend bewährt b. Flechten, Hautausschlag, Geschwüren usw.Rheumatismus, Ischias u. Gicht verschwindet sicher durch Vossalin-Baeoma Tube 1,-^. Zu hab. in Apothek.u. Drogerien Vossal-Labor.Bnor/ff Das ganze Nest wird vernichtet 1 Wenig gebrauchte Mäh; maschine zu verkauf. so27S2 Watzenborn, Hindenburgstr. 9 6/30 PS Hanomag Lünons. 6/30 PS Stoewer- Snort Cabriolet r Ltr. One! Cabriolet 2 Llr. Wanderer-Cabriolet 2 Llr. Audi-Eimousine 2.3 Llr. Audi-Cabriolet 4.5 Llr. HordbPnllman 5 Llr. Horch Cabriolet 5 Llr. Horch-Pullmao 3975D Arzt: Dr. med. Mehl, Ludwig- straße 28. — Zahnarzt (nur m dringenden Fällen): Dr. Gonter, für % Tag zum 1. Juli gesucht. Schubertstr. 16, Med.-Dr.Haus Hindenburg H.Blges, Seltersw. 68a; Löwen-Drog. W. Kil- bingerNch!., Seite rsw.69 ;Germania- Drog. C. Seibel, Frankf.Str.39. 0000V halt m. 2 Kind., z. 1. Aug. nach Gießen ' * Großes Lager i. gebr. Ersatzteilen Autoverwertung Karl Dörr Gießen, Marburg. Str. 47, Ruf 3164 Großer DauerbraodofeD wegzugshalb, zu verkaufen. [02720 Staufenberg, Adolf-Hitler- Straße 26. baldmögl. z. verändern. Schriftl. Ang. unt. 02735 a. d. Gieß. Anz. Seifen-Fabrik facht einen «gfflrtD Reisenden zum Besuch von Privaten für die Umgebung. Angebote mit Erfolgsnachweis und Referenzen unter 3984V an den Gießener Anzeiger. Sichere Wirkung I • Mit Köderdose ab0(55 Erhältlich in Apotheken und He« z. kaufen gesucht. 3992D Hubu, Rittergasse 23. PFAFF Zick-Zack* Universal- Nähmaschinen ein Wunderwerk deutsch. Technik. Unverbindi. Vorführung! Bequeme Zahlungs- Gift in die Getränke gemischt habe. Sie behauptet jedoch, daß die fraglichen Personen eines natürlichen Todes gestorben seien. Als die Sprache auf den Tod ihres Geliebten Lambert Beyer kommt, wird die Angeklagte befragt, wie sie in den Besitz der Edelsteine und Werttitel des Verstorbenen gekommen fei. Die Angeklagte erklärt auch in diesem Fall, daß ihr der Verstorbene diese Wertsachen vor seinem Tode zum Geschenk gemacht habe. Eine Sensatton erlebt der Gerichtssaal, als der Präsident mitteilt, daß die geheimnisvolle und unauffindbare Frau Daumens einen Brief an das Gericht geschickt habe, in dem sie erklärt, daß die Aussagen der Witwe Becker über den Kauf des Giftes der Wahrheit entsprächen. Der Vorsitzende läßt jedoch durchblicken, daß er dey Brief für eine Fälschung hält. Der Kindesmord in Florida aufgeklärt. — Geständnis des Täters. Die Mordtat an dem fünfjährigen Söhnchen des Tankstellenbesitzers Calfh in Princetown (Florida) ist nunmehr völlig aufgeklärt. Der in Haft befindliche 21jährige Franklin MacCall, der bereits zugegeben hatte, die Erpresserbriefe geschrieben zu haben, hat nunmehr ein volles Geständnis abgelegt. Danach hat er den schlafenden Knaben auf dem Schlafzimmer der elterlichen Wohnung geraubt, das Gesicht des Kindes mit Tüchern umwickelt und ihn dann in feine Wohnung verschleppt. Nach einer Viertelstunde habe er entdeckt, daß der Knabe tot war. Die Leiche habe er im benachbarten Wald ins Dickicht geworfen und dann nach feiner Rückkehr in feine Wohnung den ersten der drei Er- prefferbriefe abgeschickt. Neun Todesopfer beim Absturz eines amerikanischen Rlililärflugzeugs. Bei dem Absturz eines Militärflugzeuges bei Delevan im Staate Illinois sind neun Offiziere der amerikanischen Luftstreitkräste ums Leben gekommen. Dies ist das schwerste Flugzeugunglück, von dem die amerikanische Luftwaffe bisher betroffen wurde. Von Einzelheiten ist bis jetzt nur bekannt, daß das Flugzeug in ein Gewitter geraten ist. Gewaltige Ueberfchwemmungen in Schweden. Gewaltige Ueberschwernrnungen sind am Zusammenfluß des Uneaelf mit dem, Vindelelf im Westerbotten (Nordschweden) aufgetreten. Das überschwemmte Gebiet hak eine Breite von sieben Kilometer. Zwei Städte, Sorgseli und Stöland, stehen völlig unter Wasser, während vier weitere Städte von den Fluten bedroht sind. Militär und Polizei wurden zum Bau von Deichen aufgeboten. Das Hochwasser droht Schwedens größte Holzvorräte zu vernichten. In der Umgebung von llnea lagern über acht Millionen Baumstämme, die in Gefahr sind, von den Fluten fortgeschwemmt zu werden. Zweitausend Hektar Ackerland sind überschwemmt morden. Der Schaden wird bis jetzt auf fünf Millionen Schwedenkronen (rund 314 Mill. RM.) geschätzt. Es handelt sich um die größte Naturkatastrophe, von der Schweden jemals heimgesucht worden ist. Großfeuer in einer Hanauer Fabrik. In einer Hanauer Klebstoff-Fabrik brach in einer Lagerhalle Feuer aus. Das dort aufbewahrte leicht brennbare Zellhorn bot dem Feuer reiche Nahrung, fo daß die große Halle schnell völlig vernichtet war. Auch die Kannenputzhalle siel dem Brande zum Opfer. Den vereinten Bemühungen der Wehren gelang es, ein liebergreifen des Brandes auf andere mit brennbaren Materialien gefüllte Gebäude zu verhindern. Zwei Feuerwehrmänner zogen sich leichte Verletzungen zu. Schreckliches Unglück an einem Bahnübergang. Auf der Strecke Neutra—Topeltschany in der Slowakei fuhr ein Eisenbahnzug auf einen Bauern- wagen auf, der an einem ungeschützten Bahnübergang die Strecke überquerte. Jy dem Wagen befand sich der Bürgermeister von Bystritza mit seinen acht Kindern. Der Wagen wurde von der Lokomotive ersaßt und vollständig zertrümmert. Der Bürger- meister, sein 16jähriger Sohn und feine 12jährige Tochter waren auf der Stelle t o t, während hie übrigen Kinder mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurden. Drei von ihnen ringen mit dem Tode, die drei anderen Kinder hofft man am Leben zu erhalten. Spielleiter Ritter zum Präsidialrat der Reichsfilmkammer ernannt. Spielleiter Karl Ritter, der Schöpfer der Filme „Verräter", „Patrioten", „Unternehmen Michael" und „Urlaub auf Ehrenwort" wurde von Reichsminister Dr. Goebbels zum Mitglied des Präsidialrates der Reichsfilmkammer ernannt und gleichzeitig in den Reichskultursenat berufen. Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen heimlich und dennoch „erzählend", meist leergebrannt von den Fackeln der Eroberer, immer aber von Dohlem behorftet, von Pilzbärten und Efeuranken verkleidet. Diese oft kulissenhaft wirkende Romantik haben wir hier in Pacht, keiner ahmt sie nach, dieser Reichtum läßt uns neidlos vor dem Zauber der Riviera, vor der begehrten Sandwoge Aegyptens, wohin es alle nach Sphinxmagie verlangenden Sonderlinge zieht. Und dabei ist der Rhein ein billiges Erlebnis; die Gasthöfe kennen keinen Hochmut, die Wanderer mit Rucksack, Kochgeschirr und Stecken finden in jedem Winzerdorf Quartiere; wer unter Sternen nächtigt, mag gleich das Ohr auf den Boden drücken, dort horcht er, nah wie keiner, den Quellen des Landes. Wer den Rhein erleben will, beginne fürs erste bei Wanderfahrten. Hungen — Hungener Teiche — Nonnenroth — Laubach — Grünberg. Von unserem Ausgangspunkt Hungen wandern wir, zunächst ohne Zeichen, auf guter Lanpstraße nach Nonnenroth. Unterwegs kommen wir än den Hungener Teichen, drei in anmutiger Landschaft eingebetteten Waldweihern vorüber. In Nonnenroth, wo gute Einkehr ist, treffen wir blaue Ringe, die bis Laubach unser Wegzeichen bilden. Der weitere Weg, der abwechselnd durch freie Gegend und Wald führt, bietet stellenweise prächtige Blicke auf die Vogelsberger ,Höhen, den Hoherodskopf und die Herchenhainer' Höhe sowie über die weiten Fluren der Wetterau mit dem Schwelwerk Wölfersheim. Nach geraumer Zeit etxeichön wir das freundliche Städtchen Laubach, das uns schon von weitem entgegengrüßt. Hier besichtigen wir Park und Schloß des dortigen Grafen und gehen bann nach angemessener Rast auf wiederum aussichtsreichen Wegen über Lauter nach unserem Endziel, dem hochliegenden Städtchen Grünberg, das wir nach insgesamt fünfstündiger Wanderung erreichen. hasselborn — heiligenwald — Altenkirchen — Tiergarten — Braunfels. Eine genußreiche Taunuswanderung, die allerdings sechs Stunden erfordert, ist die folgende: Wir fahren über Wetzlar nach dem durch seine gesunde und reizvolle Lage als Sommerfrische beliebten Hasselborn. Hier folgen wir zunächst roten Strichen, die bald darauf mit schwarzen Granaten (auf den Markierungskarten als Pfeile eingetra- Mainz oder Bingerbrück und ziehe am Ufer entlang zu Tal bis in die Niederung, bald weiß er, was hier Menschen und Erde zu verschenken haben; wer aber mehr denn zwei Wochen sich gönnen kann, der fasse kräftig den Wanderstab und erschaue das Land seitlich der Ufer .d'es ewigen Stromes, das hingebreitet ist mit seiner Fülle von Schönheit. Da lohnen Nahe, Mosel, Saar und Ahr, Sieg, Agger und Wupper, Täler sonder Beispiel; die Ruhr offenbart den Fleiß ihrer Menschen, Eifel und Soonwald, der Hunsrück und das Sauerland bergen Städte non historischem, industriellem und kulturellem Gew'cht. lleberall gibt es heute neben Eisenbahn, Schiff, Kleinbahnen und guten Straßen, Autobuslinien für Ermüdete und Eilige. Das wunderreiche Land am Rhein heißt jeden mit dem Herzen willkommen. gen) über den Schmittenbom, eine starke, mitten im Wald liegende Quelle, weitergehen. Wir kommen über Dietenhausen durch den Heiligenwald, hinter dem uns die roten Striche verlassen, und mit den Granaten weitergehend bei dem Gasthaus Einhaus auf die alte Hessenstraße, die wir bis Möttau begehen. Das Zeichen leitet uns weiter durch Wald und Feld über den Tiergarten nach Braunfels, dessen prächtiges Schloß schon von weitem sichtbar ist. Nast genügender Rast gehen wir durch bas reizvolle Mühlental zur Bahnstation Braunfels, von wo wir heimfahren. Üeif elifer* — Baedekers Autoführer für das Deutsche Reich (ohne das Land Oesterreich). Mit 60 Stadtplänen und der Straßenzustandskarte des Deutschen Automobil-Clubs. Offizieller Fi'chrer des DDAC. Preis 8.— RM. Karl Baedeker, fieip= Zig. — (168.) — Das Buch ist der erste „Baedeker", der sich ausschließlich an den Kraftfahrer wendet und ihm das Reich von Tilsit bis Konstanz von Emden bis Salzburg zeigt, wie er es von der Autobahn und der wiederentdeckten Landstraße aus heute erlebt. Der erste Abschnitt bringt die Beschreibung aller Reichsautobahnen mit genauen Kilometer-An- gaben, würdigt ihre Bauten, kennzeichnet ihre Landschaft und nennt die schönsten Rastplätze, sowie alle Ein- und Ausfahrten. Im zweiten Hauptabschnitt sind in der gleichen Weise zusammengefaßt sämtliche Reichsstraßen und die übrigen wichtigen TouristenUnserer Ll-Bootswaffe znni Gedenken: Zur Weihe des U-Boots-Ehrenmals in Möltenort beiKiel am 12.3uni 1938. Don Korvettenkapitäna D.Frhr.vonForstner, s.Zt.Kommandant von „Ui", „Ü7"unt> „ü28". Aus -er engeren Heimat. 398 Jahre Laubacher Ausschuß. $ Laubach. 10. Juni. Unser Städtchen rüstet wieder einmal zum sog. „A u s s ch u ß", der vo-m kommenden Sonntag bis Dienstag in althergebrachter Weise würdig begangen wird. Das Fest, das an den alten germanischen Heerbann erinnert, führt seinen Ursprung auf die im Jahre 1540 gegründete „Boxen-Schützen-Gesellschaft" zurück. Der Ausschuß stellte die ausgeschossene (ausgewählte) Mannschaft der Laubacher Bürgerschaft dar, die alljährlich am 2. Sonntag im Juni durch einen Hauptmann besichtigt wurde. Als Fest echter Volksgemeinschaft hat der Ausschuß bis auf den heutigen Tag seine Urform erhalten. Am Montagmorgen — dem Hauptag — stellen sich die 13 Sektionen (Abteilungen von etwa 30 bis 40 Mann) mit ihren Hauptführern auf dem Marktplatz auf und marschieren in den Schloßhof, wo der Hauptmann — in diesem Jahre ist es Glasermeister Hermann Her - t e l — dem Grafen Georg Friedrich zu Solms für den gestifteten Hammel und der Gräfin für die Hommelsgabe (Kleid) dankt. In einer Rede wird der Graf antworten. Sodann fetzt sich der traditionelle Umzug mit Hammel und Gaden durch die Stadt nach , dem Festplatz in Bewegung. Das Schießen der mehr als 400 Teilnehmer dauert bis gegen Abend. Nach der anschließenden Preisverteilung wird dem Hammelschützen im Schloßhof eine von dem Grafen gestiftete Denkmünze überreicht. Hundert Jahre Männerchor „Orpheus-Eintracht-'. pb. Butzbach, 10. Juni. In diesem Jahre, am 2. November 1938, sind es 10 0 Jahre her, daß sangesfteudige Butzbacher Bürger zusammentraten, um einen Sinaverein zu gründen. Aweckmäßigkeitsgründe bestimmten die Tage vom 11. bis 13. Juni zur Abhaltung der Jubelfeier. Als Gründer werden im Protokollbuch angegeben: Jakob Steinhäuser III., Louis Bogt, Johs. Grüninger VII., Moritz Kuhl, die als Vorstand gewählt wurden. Weiter traten über fünfzig Mitglieder bei, so daß der Sinaoerein von vornherein über eine stattliche Sängerschar verfügte. Der erste Dirigent war Lehrer Bauer. Auf Lehrer Bauer, der schon im nächsten Jähre versetzt wurde, folgten Konrektor Thurn und Kantor Eckhardt, die dann von Reftor Algeier, einem hochbegabten und sehr musikalisch veranlagten Dirigenten, abgelöst wurden. Im Jahre 1839 nahm der Singverein am Laubacher Sängerfest, in 1840 auf Einladung der Mainzer Liedertafel api Gesangsfest zur Gutenbergfeier (Säkularfeier) teil. Das Jahr 1841 bradjtß dem Butzbacher Verein viel Arbeit, galt es doch, das dritte Wetterauer Sängerfest in Butzbach durchzuführen. Erwähnt sei, daß der Verein am Marburger Sängerfest im Juli 1845 und im Dezember 1845 an der 25jährigen Wiederkehr der Derfassungsfeier des Grotzherzogtums Hessen teilnähm. Es kam dann die gärende Zeit der Revo- lutjonsjahre um 1848. Erst im Jahre 1857 weist das Protokollbuch wieder eine größere Dereins- tätigkeit nach. 1860 wurde, hauptsächlich auf Betreiben des hiesigen Vereins, ein Sängerbund gegründet, der sich zunächst den Namen „Deutscher Sängerbund" beilegte, später in „Lahntalsängerbund" abgeändert wurde. Das erste Sängerbundesfest fand am 7. und 8. Juli 1861 hier statt. Einer der Mitbegründer des Vereins, ein äußerst vielseitiger Mann, Redakteur, Landtagsabgeordneter usw. Kollektor Kuhl, verschied am 5. Sept. 1876; in ihm verlor der „Orpheus" eine verdienstvolle Stütze. An weiteren Männern, die sich um den Verein als Vorsitzende oder als Schriftführer verdient gemacht haben, seien genannt: Louis Vogt, Ehr. Heil, Karl G i m b e l, Bernhard Grüninger, Karl Wenzel und andere. Im Jahre 1888 beging der Verein sein 50jähriges Jubiläum. Die noch lebenden Gründer Johs. Grüninger. Georg M a r g u t h , Ehr. Rumpf, Wilh. Wiehler sowie die Sänger, die 25 Jahre und länger dem Verein zugehörten, wie H. F o r • bad), C. I. Melchior, G. Kaiser und I. Gg. Liebri ch, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im Jahre 1894 schloß sich die Sängerriege des Turnvereins dem „Orpheus" an, wodurch eine größere Stimmenzahl und bessere Leistungen erzielt wurden. Der erste Dirigent war Reallehrer Kammer, dem später Reallehrer F e l s i n g. folgt. Nach Felsing folgte Reallehrer Stroh als Dirigent, nach dessen Wegzug Chormeister Gg. Harnisch von Watzenborn-Steinoerg, der bis zur Neu- bildung des Chors dirigierte. Nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges konnte im Jahre 1920 wieder ein Mitgliederbestand von 124 Sängern fest- gestellt werden. Im Juli 1922 verstarb unerwartet und plötzlich der verdienstvolle langjährige Vorsitzende Rektor August Storch, dessen Ableben für den Verein ein schwerer Verlust bedeutete. Sein Amt übernahm Kaufmann Ludwig Schmidt. Nach der nationalen Erhebung gliederte sich der außerdem noch bestehende Männergesangverein „Eintracht" dem Verein „Orpheus" an, beide vereinigten sich ab 1. Oktober 1933 unter dem Namen: Vereinigte Männerchöre „Orpheus-Eintracht". Als Dirigent wurde Musikdirektor Willi Jost, der feit 1908 Chorleiter ift, gewählt. In den Tagen vom 11. bis 13. Juni oegeht nun Butzbach das hundertjährige Bestehen des Jubelvereins. Spar- und Dorschußverein Homberg. Homberg, 10. Juni. Im Saale des Gastwirts Ludwig Helm fand die Generalversammlung des Spar - und Vorschußvereins, verbunden mit der Feier des 80jährigenBe stehens der Kasse statt. Der Direktor, Pfr. Praetorius, gedachte zunächst der im letzten Geschäftsjahre verstorbenen Mitglieder. Danach erstattete er den Geschäftsbericht und betonte einleitend, daß die Verwaltung jefcteine größere Arbeit erfordere (Verband, Landesbauernkasse, Entschuldungsamt, Finanzamt, größerer Umfang), die jedoch auch ein Zeichen des Vertrauens fei, das man der Kasse entgegenbringe. Der Stand der verschiedenen Konten wurde bekanntgegeben, aus dem die erfreuliche Tatsache ersichtlich war, daß das Mehr an Einlagen 30 000 Mark betrug. Rechner (Silier trug anschließend die Jahresrechnung und Bilanz vor. Die Summe der Aktiva betrug 383 575,92 Mark, die der Passiva 382 185,72 Mark, der Reingewinn 1390,20 Mark. Außerdem besteht ein Bankguthaben von 44 882 Mark und ein Bestand an Wertpapieren von 23 534 Mark. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, L. Gnif- kowski, berichtete über dessen Sitzungen (Kassen- Prüfungen). Dabei haben sich keinerlei Becmstan-, düngen ergeben. Der Mitgliederstand betrug Ende 1937: 136. Die turnusmäßig ausscheidenden drei Mitglieder des Aufsichtsrats wurden einstimmig wiedergewählt. Der vom Verband bearbeitete Revisionsbericht wurde von dem Direktor verlesen. An die Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten schloß sich eine schlichte Feier an. Der Vorsitzende gab einen kurzen geschichtlichen Bericht von der. Gründung der Kasse und ihrer Verwaltung bis zur Gegenwart. Auf Anregung des Lokolgewerbe- und Handwerkervereins wurde am 14. März 1858 der Spar- und Dorschußverein gegründet, dessen erster Direktor Steuerrat Langsdorf von 1858 bis 1888 war. Sein Nachfolger wurde Rechnungsrat Gutfleisch von 1889 bis 1912. Seit 1912 ist Pfarrer Praetorius Direktor. Bemerkt fei, daß damals schon eine Spar- und Kreditkasse bestand, die 1833 gegründet worden war, aber infolge der Inflation liquidierte. Als Rechner amtierten Balthasar Schildwächter bis 1880, Karl Friedrich Deeg (Finanzamtsgehilfe) von 1880 bis 1902, Gottfried Ludwig Repp von 1902 bis 1904, Theodor Metz (Gerichtsvollzieher) von 1904 bis 1916, Gottfried Seibert (Justizsekretär) aushilfsweise nach dem Tods von Theodor Metz während des Krieges, Willi D e e g , gestorben 1909, Karl (Biller, Kaufmann, seit 1920. Kontrolleure waren: Distrikseinnehmer Velten von 1858 bis 1861, Ortseinnehmer Stie - b e l 1862, Distriktseinnehmer Hechler von 1863 bis 1879, Dietrich Repp von 1880 bis 1892, W. Fleischhauer, Gerichtsvollzieher-Aspirant, von 1892 bis 1899, Geometer Bock von 1899 bis 1907, Wilhelm Schweiker 1907, Gottfried Repp V., Bürgermeister, von 1908 bis 1911, Georg Heinrich Kuhl, Spenglermeister, 1912 bis 1925, Georg Erbe, Bahnbeamter i. R., seit 1925. Unfälle auf hem Lande. Die 49 Jahre alte Ehefrau Katharine Böcher aus Saasen stürzte, als sie mit dem Wagen auf den Acker zur Arbeit wollte, vom Fahrzeug ab, da die Pferde unruhig geworden waren. Die bedauernswerte Frau erlitt einen Unterschenkelbruch und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Das vierjährige Töchterchen Emmi des Installateurs Bergt aus Leihgestern zog sich eine schwere Handverletzung zu. Dem Kinde war ein Beil in die Hand geraten, mit dem es sich er« heblich verletzte. — Der 42jährige Kriegsinvalide Karl Singel aus Holzheim kam bei der Arbeit auf dem Felde zu Fall und erlitt einen Knie- bruch. Erst nach geraumer Zeit wurden Nachbarn auf fein Rufen aufmerksam und brachten ihn nach Hause. Der Arzt veranlaßte seine Ueberführung in die Klinik nach Gießen. — Bei Arbeiten an der Reichsautob ahn wurde der Arbeiter Ernst K a a f von Büdingen durch einen Autounfall erheblich am Kopfe verletzt. — Durch einen unglücklichen Sturz von der Treppe zog sich die 39jährige Luise Volk aus Allendorf (Lahn) einen Unter- schenkelbruch des linken Beines zu. Der Arbeiter Willy Gilbert von Dutenhofen kam, als er mit feinem Fahrrad unterwegs zu feiner Arbeitsstelle war, zu Fall und zog sich dabei einen Armbruch zu. Sämtliche Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Landkreis Gießen. f 1 Beuern, 10. Juni. Der hiesige Kirchen- ch o r machte unter der Leitung von Pfarrer Dietz einen Sommerausflug an den Rhein. Zu früher Morgenstunde führte die Fahrt über die Reichsautobahn nach Bad Homburg, wo man die Sehenswürdigkeiten besichtigte. Auch in Wiesbaden wurde Halt gemacht und die Trink-, und Kuranlagen besichtigt. Vom Neroberg aus sah man weit in das Land. Im weiteren Verlaus der Fahrt wurde in Mainz der Dom besucht und dann eine Rheinsahrt mit dem Dampfer unternommen, die allen Teilnehmern ein schönes Erlebnis wurde. — Die hiesige NSD.-Kinderschwester rief dieser Tage die Mütter der von ihr betreuten Kinder zu einem Mütterabend zusammen, bei dem in einer kleinen Ausstellung zweckmäßiges Kinderspielzeug gezeigt wurde. Ferner trug die Schwester schöne Kinderlieber vor. — Da das alte Spritzenhaus für die Unterbringung der Löschgeräte nicht mehr ausreichend ist, wird es nunmehr abgebrochen und ein größeres erstellt. Das alte Spritzenhaus soll allerdings im Steinbruch wieder aufgestellt werden und bann als Unterbringungsraum für eine Stein klopfmaschme dienen, die von der Gemeinde angeschafft wird. Kreis Friedberg. — Butzbach, 10. Juni. Gestern abend hielt die Ortsgruppe der Partei im großen Saale des „Hessischen Hofes" einen Monatsappell ab. Der Ortsgruppenleiter, Dr. Mörschel, sprach eingangs über verschiedene interne Angelegenheiten. Dann sprach der Gemeindegruppenführer im Reichsluftschutzbund, Dalchau, über den Zweck und die Ziele des Bundes. Der Ortsgruppenleiter gab im Anschluß an die Ausführungen eine größere Anzahl Mitgliedskarten an Parteianwärter aus. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 10. Juni. Der 74 Jahre alte Landwirt Philipp Pfaff von hier wurde heute von einem umfallenden Arbeitswagen getroffen. Der bedauernswerte Mann mußte mit schweren Brust- und Rückenverletzungen feef Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. (D Krofdorf-Gleiberg, 10. Juni. Nach einem langen, arbeitsreichen Leben entschlief die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde Frau Witwe Katharina KTuß, geb. Schäfer, Hausnummer 301. Im April vollendete sie ihr 9 2. Lebensjahr. Aus Erda gebürtig, lebte sie feit ihrer Schulentlassung in Krofdorf, verheiratete sich hier und war bis zu ihrem 78. Lebensjahr in- 1 der Gailschen Zigarrenfabrik tätig, in der sie sich durch Fleiß und Gewissenhaftigkeit die Achtung und Wertschätzung der Betriebsführung und der Gefolgschaft erwarb. Bis in die letzte Zeit machte sie sich im Haushalt ihrer Tochter und deren Angehörigen nützlich. Vor einigen Tagen erlebte sie die Gebur* ihres 16. Urenkels. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) B. in G. Verletzt ein Beamter vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht, so hat er dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Fällt dem Beamten nur Fahrlässigkeit zur Last, so kann er nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Verletzte nicht auf andere Weise Ersatz zu erlangen vermag. Voraussetzung des Schadensersatzanspruchs ist somit ein schuldhaftes Handeln im Hinblick auf die Verletzung der Amtspflicht. Der Beamte muß sich also bewußt über gesetzliche ober Dienstvorschriften hinweggefetzt, ober er muß bei gehöriger Aufmerksamkeit, bei Beobachtung der für einen Beamten im Verkehr erforderlichen Sorgfalt in der Lage gewesen fein, feine Handlungsweise als einen Verstoß gegen die Amtspflicht zu -erkennen. Hatte der Beamte nach feinem pflichtmäßigen Ermessen zu entscheiden, ob eine bestimmte Handluyg zweckmäßig sei, so kann ein Verschulden nur unter ganz besonderen Voraussetzungen angenommen werden, wie etwa, wenn ei; ohne jede Prüfung der Sachlage ober rein willkürlich gehanbelt hat. Die von Ihnen beabsichtigte Klage ist gegen bas Deutsche Reich, vertreten durch ben Oberfinanzpräsidenten Hessen in Darmstadt, zu richten. Rundfunkprogramm Sonntag, 12. Juni. 6 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.10: Evangelische Morgenfeier. 8.50: O wie schön ist ein Feiertag! 9.30: Chorgesang. 10: Oberrheinisches Musik- fest in Donaueschingen. 10.30: Kammermusik. 11: Reichssendung: Aus Schlochau (Kurmark): Grund- fteinfegurtgsfeier für 300 Heime der Hitler-Jugend. 12: Mittagskonzert. 14: Unterhaltungskonzert. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage: 17 bis 17.10: Sportereigniffe des Tages. 18: Aps Michelstadt (Odenwald): „Un alleweil rappelts am Scheierboor". Froher Dorffonntag. 18.30: Das Herz ber Zeit. 19: Nachrichten. 19.10: Aus dem neuestem Schlageralbum. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Orchesterkonzert. 20.50: Von München: Kalif Storch. Ein Funkspiel nach Wilhelm Hauffs Märchen. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Zu Tanz und Unterhaltung. 24 bis 3: Nachtkonzert: Händel- Zyklus. Montag, 13. 3unt 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpaufe. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.50: Häusliche Rechtschreibhilfe. 10: Schulfunk. Dorfteichgeschichten. 11.45: Volk und Wirtschaft. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... 15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Der Türmer. Eine Hörfolge um alte Turmstuben. 20: Unterhaltung und Tanz. 21: Plaudereien von Heinz Steguweit. 21.15: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad wo bist du? 22.45: Nachtmusik. 3.HeffiicIies Gairiänüerfeft1938 in Gießen rs • Statt Karten Wir geben unsere Vermählung bekannt Or. jur. Erich Heil und Frau Margot, geb. Maurer Gießen (Gnauthstraße 1), den il.3uni 1938 .22Z21 Vermahlungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei dient Ihrem Schutz, sie bürgt für die gleichbleibende Güte einer Seife, fo,W@i irlf© mitHou tnahrung. Stück 18^ • gr. Stück 2 8^ llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreund« und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Vatururkunden aus der Dogeiwelt der deutschen Nordseeküste Von ®ugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der al» Ornithologe und Tierphotograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rot- schenkeln. Austernfischern u. a. mitgebracht. Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erleben» die sonderbarsten Begebenheiten, di« er, im gelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIL Spar- und Vorfchußverem Aktiengesellschaft, Großen-Linden Einladung zur General-Versammlung Die Aktionäre unserer Gesellschaft werben hierdurch zu der am 25. 3uni 1938, 19 Uhr. im Saal bes Gastwirts Philipp Schaum in Grohen-Linden, ftattfinbenben ordentlichen Generalversammlung ein» geladen. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Aufsichtsrates über bas Geschäftsjahr 1937. Vorlage ber Bilanz, sowie ber Gewinn- und Verlustrechnung für 1937. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und über die Verteilung bes Reingewinns. 3. Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. .4. Wahl des Bilanzprüfers. 5. Wahl des Aufsichtsrates. 6. Neufassung ber Satzung. 7. Verschiedenes. Hur Teilnahme an der Generalversammlung sind biejentgen Aktionäre berechtigt, die ihre Inhaber- Aktien zu RM. 100.— ohne Gewinnanteil- unb Erneuerungsscheine bis spätestens am 20. Juni 1938 in Großen-Linden bei der Gesellschaftskasse oder bei einem deutschen Notar hinterlegen. Im Falle der Hinterlegung bei einem Notar ist die Bescheinigung des Notars in Urschrift oder in Abschrift spätestens einen Tag nach Ablauf der Hinterlegungsfrist bei der Gesellschaft einzureichen. Die Hinterlegung gilt auch dann als ordnungsmäßig erfolgt, wenn eine Bank Aktien mit Zustimmung der Gesellschaftskasse für sie bis zur Beendigung Der Generalversammlung in Sperrdepot genommen hat. Großen-Linden, den 24. Mai 1938. 3987V Spar- und Dorschußverein Aktiengesellschaft. Der Vorstand: gez.: Keßler, Direktor, gez.: Keßler« Rechner. Svezial-Reva- raturwerkttatte 2x.au Wiefeck, Gieß. Str. 73. 2741D Tel. 3975. Werbe-Drucksachen bei BrOhl, Schulstr.7 3987 V Badehauben formschön, erstklassiges Fabrikat RM. 1.— und höher. Sonderheit: 4010D Badehauben für Knotenfrisur. Badeschuhe, Badetascben, Schwammbeutel, bräunende Crems, Nuhöl, Hautöl und dergl. in größt. Auswahl empfiehlt ulasa Seifen-Kerzen Spezialgeschäft Mäusoung 3 1 Gartenschirme auch f.Balk,nur vom Fachmann. Ebenso werd. Reparaturen auf Wunsch abgeh. Bob d. prakt. Klapp-Taschenschirm, von 8.75 an große Auswahl Fr. Hahn Fachgeschäft, Schulstr. 5 Parfüm eri e IS MATCKOSSt^ VHOUU* PAUNENDECKEN ■ \ Steppdecken JL poutermöbh EM Frankfurt a. BL I lU Gießen (Mühlstraße 24), den 10. Juni 1938. Gießen, den 11. Juni 1938. Wir haben ihn in aller Stille beigesetzt 02731 02757 Da Frau Rosa Best, geb. Groh im 69. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Best. Gießen (Goethestraße 50), den 10. Juni 1938. Gießen. Bad Hersfeld, Bad Vilbel. Schotten, den 11. Juni 1938. 4008D 3993D Nervös - Erschöpfte 4003D Gestern früh y26 Uhr ist unser lieber, treusorgender Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heute vormittag 9Va Uhr verschied nach kurzer Krankheit meine Hebe Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Göbel, Pfarrer i. R. Otto Göbel, Diplomlandwirt Karl Göbel, Dr. med Magda Weber, geb. Göbel und Familien und 4 Enkel. VornehmI Geschmackvoll! Persönlich Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien - Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten und Papieren zu mäBIgen Preisen BrOhl’sche Druckerei, Sckulstr. 7, Ruf 2251 Die Trauerfeier findet Dienstag, den 14. Juni, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 14. Juni, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Fabrikniederlagen: Drog. H. Elges, Seltersweg 66. C. Seibel, Frankfurt Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. s«V Die Trauerfeier findet am Montag, dem 13. Juni, nachmittags 3 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs in Gießen statt. Man bittet von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. im 80. Lebensjahre unserer lieben Mutter nachgefolgt Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Kinder. Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Teleton 214 Müßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Für die trauernden Hinterbliebenen: Maria Schmidt r/Vl W&MVWt WU5VA WM fowMfvMtavWMrtOWVV 11A DOPPELHERZ! 'C sich die \ teuf' herum, wie ist eiA* ge- wöhn 1 idies Fahr- rad, ein Bal- lonrad, ein ( 1 Halbballon- I QZjr n| W M rad und ein V d ■ Vollballonrad ■ Die Auskunft finden Sie in unserm neuen Katalog. Zusendg. kostenlos, über i/s Million Edelweißräder u. Nähmaschinen haben wir schon seit 40 jähren überallhin versandt. Das könnt, wir wohl nimmermehr, wenn uns.Edelweißrad nicht gut u.bilLwär. Edelweiß - Decker Fahrradbau und Versand Deutsch-Wartenberg 11 TODESANZEIGE. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Luise Göbel, geb. Wallenfels am Donnerstag, dem 9. Juni, plötzlich in sein himmlisches Reich abzurufen. Am 6. Juni verschied nach schwerem Leiden, versehen mit den Tröstungen der Kirche, mein lieber Gatte, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Josef Schmidt Postinspektor i. R. Eternit- Formstücke, Rohre und Tafeln usw. auf Lager: Gießen, Bleichstraße 26 E. Carle, Lollar. [02624 Herr Johann Jakob Siemon Werkmeister i. R. vom Fachmann K. Kling vorn. Heger Bandagist Marktstraßelß Kassenlieferant Damenbedieng. Geschäftsdrucksacnen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten 6eschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 Für die Beweise herzlicher Teilnahme, die letzte Ehre, die unserer lieben Entschlafenen Fräulein Elise Weller erwiesen wurden, sowie für die Kranzspenden, unseren innigsten Dank. Oie trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 11. Juni 1938. Bekanntmachung. B e t r.: Musterung und Aushebung 1938. Auf Grund des Wehrgesetzes vom 21. 5. 1935 und des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 26. 6 1935 wird hiermit folgendes bekannt gemacht. Die nachstehend aufgesichrten Dienstpflichtigen, die in der Stadt Gießen wohnen oder sich vorübergehend aufhalten, haben zur Musterung und Aushebung zu erscheinen: A. Zur Musterung: 1. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1918; 2. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1919, die in der Zeit vom 1. Januar bis 31. August 1919 geboren sind; 3. die bei der letzten Musterung wegen „zeitlicher Untauglichkeit^ zurückgestellten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915, 1916 und 1917; 4. die wegen „zeitlicher Untauglichkeit“ aus dem Reichsprbeitsdienft entlassenen Dienstpflichtigen, die eine Arbeitsdienstzeit unter 3 Monaten ab- Öet haben, soweit nicht ihre endgültige ssung aus dem RAD. verfugt ist, d. h., daß mit der abgeleisteten Arbeitsdienstzeit unter 3 Monaten die gesetzliche Arbeitsdienstpflicht als erfüllt verfügt ist; 5. die wegen „zeitlicher Untauglichkeit" von einem Ergänzungstruppenteil entlassenen Dienstpflichtigen der Jahrgänge 1913, 1914 und 1915, die eine Ausbildung unter 1 Monat erhalten haben; 6. die wegen „zeitlicher Untauglichkeit“ bei einem aktiven Truppenteil entlassenen Dienstpflichtigen der Jahrgänge 19J.4, 1915 und der im 1. Vierteljahr 1916 geborenen Dienstpflichtigen; 7. die bei der Einstellung bei dem aktiven Truppenteil wegen „zeitlicher Untauglichkeit“ ent- lassen'en Dienstpflichtigen des 2., 3. und 4. Vierteljahres des Jahrganges 1916 und des ganzen Jahrganges 1917, die seinerzeit freiwillig eingetreten sind; 8. die aus häuslichen, wirtschaftlichen und beruflichen Gründen bis 1938 zurückgestellten Dienstpflichtigen der Jahrgänge 1913, 1914, 1915, 1916 und 1917; 9. die aus häuslichen, wirtschaftlichen und beruflichen Gründen über die Musterung 1938 hinaus (das heißt bis 1939 und 1940) zurückgestellten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915, 1916 und 1917; 10. alle österreichischen Bundesbürger, die durch die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich deutsche Staatsangehörige geworden sind und ihren dauernden Aufenthalt im Deutschen Reiche außerhalb des Landes Oesterreich haben, und zwar der Geburtsjahrgänge 1914, 1915, 1916, 1917, 1918 und diejenigen, die in der Zeit vom 1. Januar bis 31. August 1918 geboren sind. B. Zur Aushebung: 1. Die Dienstpflichtigen (Ers.-Res. I) der Geburtsjahrgänge 1916 unb 1917 (taugliche und bedingt taugliche); 2. die Dienstpflichtigen (Ers.-Res. I) der Geburts- jahraänge 1914 und 1915, sowie die im 1. Vierteljahr 1916 geborenen Dienstpflichtigen, die bei der Aushebung 1937 a) als Nachersatz und b) zur Gestellung „zur Aushebung 1938“ bestimmt worden sind. Militärische Behörde für die Musterung und Aushebung ist das Wehrbezirkskommando Gießen, Liebigstraße Die Musterung und Aushebung findet vom 20. bis 27. Juni 1938, jeweils in der Zelt von 8 Uhr vormittags ab im Restaurant „Zum Burghof“ (früher Cafe Ebel), Burggraben 9, nach folgendem plane statt: Es melden sich: I. Zur Musterung: 1. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1918, deren Familiennamen beginnen: von A bis K am 20. Juni 1938 um 8 Uhr von L bis Z am 21. Juni 1938 um 8 Uhr. *2. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1919, die In der Zeit vom 1. Januar bis 31. August 1919 geboren find und deren Familiennamen beginnen: von A bis K am 22. Juni 1938 um 8 Uhr von L bis Z am 23. Juni 1938 um 8 Uhr. 3. Die unter A von 3 bis 10 aufgeführten Dienstpflichtigen am 24. Ium 1938 um 8 Uhr. II. Zur Aushebung: Am 27. Juni 1938 um 8 Uhr die unter B aufgeführten Dienstpflichtigen. Zur Musterung sind folgende Papiere mttzubringen: a) Geburtsschein; b) Nachweise über seine Abstammung, soweit sie in seinem oder seiner Angehörigen Besitz sind (Ahnenpaß); c) die Schulzeugnisse und Nachweise Über seine .Berufsausbildung (Lehrlings- und Gesellenprüfung); d) das Arbeitsbuch; dieses hat der Unternehmer dem Dienstpflichtigen zu diesem Zweck auszu- händigen; e) Ausweise über Zugehörigkeit zu HI. (Marine- HI.), Fliegereinheiten der HI., zur SA. (Marine-SA.), zur ff, zum NSKK., zum NS.- Reiterkorps, zum Deutschen Segler-Verband, zum NSFK. (Nationalsozialistischen Fliegerkorps) und über die Ausbildung in diesem, zum RLB. (Reichsluftschutzbund), zum FWGM. Freiwilliger Wehrfunk — Gruppe Marine—), zum DASD. (Deutscher Amateursende- und Empfangsdienst), zur TN. (Technische Nothilfe), zur Freiwilligen Sanitätskolonne (Rotes Kreuz), zur Feuerwehr; f) den Nachweis über den Besitz des Reichssportabzeichens ober bes SA.-Sportabzeichens; g) Freischwimmerzeugnis, Rettunasschwirnmer- zeugnis, Grundschein, Leistungsschein, Lehr- scheinender Deutschen Lebensrettungsgesellschaft h) den Nachweis über fliegerische Betätigung, für Angehörige des fliegerischen Zioilpersonals der Luftwaffe, der Luftverkehrsgesellschaften und der Reichsluftoerwaltung, die Bescheinigung des Dienststellenleiters über fliegerische und fachliche Verwendung und Art der Tätigkeit; i) den Führerschein (für Kraftfahrzeuge, Motorboote); k) die Bescheinigung über die Krastfahrzeug- ausbildung beim NSKK.-Arnt für Schulen, den Reiterschein des Reichsinspekteurs für Reit- unb Fahrausbilbung; I) ben Nachweis über die Ausbildung beim Roten Kreuz; •m) den Nachweis über die Seefahrtzeiten — Seefahrtbuch — über den Besuch der Seefahrtschulen, Schiffsingenieurschulen, der Debeg- funkschule — Befähigungszeugnisse; n) bas Sportseeschifferzeugnis, ben Führerschein des Deutschen Seglerverbanbes, ben Schein C einer Seefportschule, bas Seesportfunkzeugnis; o) Nachweis über geleisteten Arbeitsdienst (Wehrpaß, Arbeitspaß ober Arbeitsbienftpaß, Dienst- zettausweife, Pflichtenheft der Studentenschaft; p) den Nachweis üher geleisteten aktiven Dienst in der Wehrmacht, Landespolizei ober ff-Der- fügunastruppe; q) ben Annahmeschein als Freiwilliger ber Wehrmacht, bes Reichsarbeitsbienstes oder der ff- Derfügungstruppe. Außerdem hat jeder Dienstpflichtige zwei Lichtbilder in der Größe 37 X 52 mm vorzulegen, auf denen er in bürgerlicher Kleidung, ohne, Kopfbedeckung und von vorne gesehen, abgebildet ist, soweit er sie nicht bei ber Erfassung bei der Polizei- direktion abgegeben hat. Brillenträger haben außerdem das Brillenrezept vorzulegen. Die zur Aushebung kommenben Dienstpflichtigen haben außerbem nach folgende Papiere vorzulegen: 1. den Wehrpaß; 2. Nachweis über die feit der Musterung und Aushebung 1937 stattgefundenen Familienftands- veränberungen (Verheiratung); 3. sonstige Personalpapiere, die bereits bei der Musterung und Aushebung 1937 verlangt, aber erst später erworben wurden (Abstammungspapiere, Führerschein, Sportabzeichen usw.). Zur Musterung und Aushebuna hat auch ber Dienstpflichtige zu erscheinen, bfcr seine Zurückstellung vom Wehrbienst beantragen will. Der Antrag auf Zurückstellung ist vor ber Musterung unb Aushebung bei der Polizeidirektion Gießen, Landgraf- Philipp-Platz 1, einzureichen. Den Anträgen ist bas erforberliche Beweismaterial beizufügen, bei Anträgen auf Zurückstellung aus beruflichen Gründen, eine Bescheinigung ber Ausbilbungsstelle ober Lehranstalt. Der Antrag kann von dem Dienstpflichtigen, seiner Ehefrau ober seinen Verwanbten ersten Grabes gestellt werben. Treten bie Gründe für die Zurückstellung erst nach ber Musterung unb Aushebung ein, so kann ber Antrag nachträglich bei der Polizeibirektion gestellt werben. Ein Dienstpflichtiger, ber durch Krankheit an der Gestellung zur Musterung und Aushebung verhindert ist, hat hierüber ein Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. Die Polizeidirektion kann völlig Wehruntaugliche auf Grund eines amtsärztlichen Zeugnisses von ber Gestellung befreien. 3eber Dienstpflichtige hat gewaschen, mit geschnittenem Haar unb sauberer Wäsche zur Musterung unb Aushebung zu erscheinen. Sport- ober Babehose, Turn- ober sonstige leichte Schuhe finb mitzubringen. Es empfiehlt sich, keine Wertsachen mitzubringen. Vor unb bis zum Abschluß ber Musterung unb Aushebung ist ber Genuß von alkoholischen Getränken verboten. Ein Anspruch auf Reisekosten und Lohnausfall besteht nicht. Einzellabung zur Musterung und Aushebung an die Dienstpflichtigen durch die Polizei- birektion e.rgeht nicht. Jeber Dienstpflichtige, ber einen feit der Musterung unb Aushebung 1937 vorgenommenen Woh- nungs- ober Wohnsitzwechsel bei ber polizeilichen Melbebehörbe ober beim Wehrbezirkskommanbo (Wehrmelbeamt) Gießen nicht gemelbet hat, hat bies sofort nachzuholen. Dienstpflichtige, bie ihrer Gestellungspflicht nicht ober nicht pünktlich nachkommen oder den vorstehenden Anordnungen zuwiberhandeln, werben, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, bis 150 Reichsmark ober mit Haft bestraft. Gegebenenfalls werden sofortige polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen ihn ergriffen. Dienstpflichtige, bie währenb ber Musterung unb Aushebung gegen bie militärische Zucht und Ordnung verstoßen und den Anordnungen des Wehr- bezirkskommanbeurs zuwiderhandeln, können vom Wehrbezirkskommandeur disziplinarisch bestraft werben. Versuche Dienstpflichtiger zur Vortäuschung von Krankheiten werben nach § 143 des Reichsstrafge« setzbuches bestraft. Gießen, den 9. Juni 1938. Der Polizeidirektor. I. V.: Schmidt. Bekanntmachung. Betrifft: Vermietung ber neuen Marktlauben. Die neuen Marktlauben, bie vorgesehen finb für ben Verkauf von Fleisch- unb Wurstwaren, sowie • Wildbret, auch im Ausschnitt und Geflügel, sollen für bie Zeit vom 1.7.1938 bis 31.3.1939 neu vermietet werben. Die Bebingungen für bie Vermietung finb bei ber Stanbzeichenstelle auf bem Wochenmarkt unb im Stabthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18, erhältlich. Schriftliche Bewerbungen finb unter 93er- wenbung bes bafür vorgesehenen Vordrucks jn verschlossenem Umschlag mit ber Aufschrift „Markt- laubenvermielung“ versehen, bis fpäfeffens zum 21. Juni 1938 im Stabthaus, Bergstraße 20, ober an ben Marktmeister abzugeben. Gießen, ben 11. Juni 1938. 3996A Der Oberbürgermeister. I. D.: Nicolaus, Beigeorbneter. ihKggl Wer zeitgemäße WOHNKULTUR filr sein Heim wtlnscht, besuche die interessante große MÖBEL-SCHAU wohn fertig eingerichteter Räume einschließlich Teppichen. Beleuchtungskörper, Kunstgewerbe, Dekorationen. <200 ZIMMER In erlesenem Geschmack und allen Preislagen zur Auswahl Eine Auslese der deutschen Möbelindustrie Das große Einrichtungshaus FRANKFURT A. NL Annahme von Ehestand»- Darlehensscheinen ll./12.3uni 1938 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) Nr. 134 Drittes Blatt v- »r 4 l D ■ > fc bezeichnen können. (Nachdruck verboten ) (Schluß! etwas Abstand zu herein. besonderer lange und Weg über und dem Wir Der. H. bekommen und um. . So, Koffer zu, Mantel an, „Tapsy, freust du dich, daß Tapsy wedelt pflichtgetreu schwänzchen und rast begeistert Mütze auf. Fertig! Herrchen da ist?" mit dem Stummel. vor Marga her die Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von \ (Optiker JKa&nus dem Optiker Ihres Vertrauens I Seltersweg 33 Kassenlieferant Wir nähern uns der Höhe des Jahres, stehen im reichsten Monat, im Rosenmond, geht sie nicht, die Tage der Rosen! Zwei Derkaufsionniaoe Dor Weihnachten 1938. zu packen ... Marga hat die „Freundlichkeit". Sie packt stumm, mit hochroten Backen und in einem ganz sonderbaren Mischmasch von Gefühlen. Aber je schneller sie chr Zeug in den Koffer hineinstopst, um so wohler wird ihr. Und nach Berlin zurückgehen, das heißt ja schließlich noch nicht Breda ganz und gar zu gehorchen und ihn gleichsam auf Befehl zu heiraten. I wo? Sie geht nur aus Erkenntnis nach Berlin zurück. Um zu allem t- Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. diesen Teil der Stadtmitte sehens- und schätzens- wert machen. Und wenn dann noch hinzukommt, daß das Loossche Haus an der Ecke, unter dessen jetzigem Verputz gotisches Fachbauwerk zu vermuten ist, durch das dankenswerte und verständnisvolle Entgegenkommen der Hauseigentümerin eine entsprechende Neugestaltung erfährt, bei der dieses Fachwerk in den Dienst der Verschönerung des Straßenbildes gestellt wird, so wird man diesen Platz künftig mit noch größerem Recht als besondere Schenswürdigkeit unserer Stadt Fräulein Montwill die Pflicht vorgeht Sie, gnädiges Fräulein (zu Tante Marcha hin), werden es gewiß auch verstehen." D ja, Tante Martha versteht es sehr gut, und genau genommen, fällt ihr eigentlich ein Stein vom Herzen. Sie muß sich sehr zusammennehmen, daß man es chr nicht ansieht. Kurz und gut, an der Sache ist leider, leider wohl nichts zu machen, und das beste wird sein, Fräulein Montwill packt schnell ihre Siebensachen, denn wenn die Herrschaften noch heute bis Weimar wollen ... Ja, nickt Breda, leider müssen wir heute noch bis Weimar, sonst sischt man uns die Medaille womöglich noch vor der Nase weg, und wenn Marga also die Freundlichkeit haben würde, gleich Sie tut einen halben Schritt aus Breda au, Der ihr immer noch den Rücken zuwendet „Joseph... „Deine Erziehung, liebes Kind?" sagt er dann. Nach einer Weile, mit einem kleinen Widerstreben und mit dem dunklen Gefühl, damit etwas aus der bisherigen Rolle zu fallen, fügt er in wärmerem Ton dazu: „Du weißt selbst, wie gern ich dich gehabt habe, Marga. Wenn auch vielleicht nie ein Wort von Liebe zwischen uns gefallen ist, in all der Zeit kein einziges Mal, so hättest du doch fühlen müssen, wie es um mich stand. Es gibt eben eine Art von Kameradschaft, Marga, die kann gar nicht anders enden als in einer Ehe. Alles andere wäre falsch für beide Teile. Was mich betrifft, ich habe immer in dem schönen Wahn gelebt, wir zwei hätten diese Kameradschaft füreinander, wir steuerten auch stillschweigend auf eine Ehe zu. Aber jetzt... Ich will dich jedoch nicht länger nut Sentimentalitäten belasten, die sowieso nicht auf dem Programm standen." „So, du' bist mit einem Programm hergekommen." Breda steht auf. „Ja, mit einem sehr einfachen, Marga. Ich will dich holen. Das ist alles." Treppe hinab. Unten steht schon Breda mit der Tante ftarfbereit in der Diele. Er streift Marga mtt einem kurzen, lächelnden Blick, in dem gegen seinen Willen viel Zärtlichkeit liegt. Marga spürt es und lächelt zurück. Dann hält sie der Tante eine lange Rede: Wie glücklich sie hier gewesen sei, wie bald sie wiederkommen werde, und nochmals tausend Dank und alles Gute! Nun noch schnell in die Küche zu dem Mädchen. Und tausend Grüße, bitte, an den Doktor und an Monika... Fünf Minuten später sitzen sie im Wagen, den diesmal Breda steuert. Dom Hause her winken die Tante und das Mädchen. Im Nachbarhaus und gegenüber geistern ein paar Köpfe hinter den Gardinen umher. Also — nochmals auf Wiedersehen! Da kommt, in allerletzter Minute, noch Monika angerast. Sie ist maßlos erstaunt und versteht von dem, was Marga hervorbringt, nur die Hälfte. Immerhin aber genug, um zu wissen: Man darf aufahnen. Für den Augenblick ist für den Vater keine „Gefahr" mehr. So gibt eS auch mit ihr noch ein herzliches Händeschütteln. Ja während Breda schon auf den Anlasser drückt, flüstert Monika in gant ungewöhnlicher Vertraulichkeit Marga noch ins Ohr. daß wohl demnächst in Berlin eine Verlobungsanzeige ein« trüb »In werde „Soooo?" Marga tut sehr erstaunt. Jupp..." __ Da klopft es mit spitzem Finger, und TantS Martha kommt herein. Marga wischt sich schnell die verdächtige Feuchttg- keit aus den Augen und stellt vor. Breda verbeugt sich mit gerunzelter Stirn. Dann tritt eine kleine verlegene Stille ein. Tante Martha sagt irgend etwas von „unserer lieben Marga", und Breda preßt den Mund zusammen. Margas Augen gehen ein paarmal ängstlich hin und her zwischen Breda und Tante Martha, die sich inzwischen auf der Kante eines Stuhles niedergelassen hat, dann zwingt sie sich energisch zu einem Lächeln und erzählt eine lange Geschichte: Daß Herr Breda leider gekommen sei, sie aus dem entzückenden Eigelstein zu entführen. Zu entführen, nicht schlecht, denkt Breda, und um seinen Mund zuckt es. Und daß es um einen- sehr wichtigen Einkauf in Weimar gehe, eine kleine Medaille aus Goethefchem Besitz, ja, und daß nun leider nichts anderes übrigbleibe, als abzufahren, sobald der Doktor Hammerbacher zurück sei. (Ist s gut so Jupp, ja, hab' ich's gut gemacht?) -Verzeihung". mischt sich Breda ein, „Verzeihung, Marga bis Herr Doktor Hammerbacher zurück- kommt, können wir leider nicht einmal warten Das heißt: ich nicht. Außerdem —' ich — äh — ich habe ja in Berlin mit Herrn Doktor gesprochen. Er — äh _ hat mich angerufen, um Grüße von dir zu bestellen, Marga. und da habe ich ihm gleich lagen | können daß ich herfahren muß. um dich abzu- Ünb warum ist sie eigentlich an alledem mit ab= holen und nach Weimar zu bringen. Er laßt die sichtlich geschlossenen Augen vorbeigegangen? Nur Domen recht herzlich grüßen Es tat: ihml sehr leid weil er zu b/inütig war? , .baß er noch nicht von Berlin weg konnte, aoer Marga senkt die Augen und lächelt ein klein! die Pflicht geht vor nicht wahr? unb er oer- Er geht auf sie zu, legt seine Hände gegen ihre Arme, will noch etwas dazu sagen und sagt es doch nicht, sondern läßt sie plötzlich los und tut ein paar Schritte von chr weg, das Gesicht zum Fenster wendend. Marga hebt den Kopf und schaut zu ihm herüber. Dann fällt ihr wieder ein, was Breda alles vorhat: die Wohnung auflösen, das Geschäft aufgeben, ins Ausland gehen... Wie ein Filmstreifen zieht auf einmal die Vergangenheit vor ihren Augen vorbei: Wie sie vor fünf Jahren Breda kennenlernte, wie sie sich gleich so sehr aneinander angeschlossen haben, zueinander gezogen durch so viele gleiche Interessen. Dann der Entschluß, gemeinsam ein Geschäft aufzumachen, Margas winziges Salönchen in der Motzstraße gegen ein großes elegantes Geschäft in der Tauentzienstraße zu vertauschen. Die Verhandlungen darüber, die durch Bredas unbegrenzte Anständigkeit so wohltuend einfach waren Weiter die ersten gemeinsamen Geschäftsreisen und die Eröffnung der Firma Breda und Montwill, die ersten Erfolge und die ersten bitteren Enttäuschungen. Dabei immer Bredas begütigende, vernünftige, stille und zuverlässige Art neben sich. Und wie so allmählich zu seiner Freundschaft die Liebe kam, und wie gut das tat, es zu wissen und doch nicht weiter davon belastet zu sein! Wer weiß, vielleicht hat Breda recht, vielleicht war das alles ein ganz selbstverständlicher Beginn für eine engere Bindung, vielleicht.. Tage genügten, um... um. . Und die Wohnung? Nie mehr in diese Wohnung? Und die Abende am Sonnabend? Nie mehr diese Abende? Und die Kaffeestunden im Büro? Er am Schreibtisch, sie am Schreibtisch, der Kuchenteller in der Mitte! Nie mehr diese Kaffeestunden? Und die Aufregung, wenn neue Ankäufe eingeliefert wurden? Nie mehr solche Spannung fühlen dürfen? Und nie mehr solche Geschäftsreisen? Und — Breda selbst? Wenn sie einen anderen heiratet, ist sie für ihn begraben, das weiß sie,.. Ein wilder Schmerz ist plötzlich in ihr. Und eine grenzenlose Angst! Herrgott, daß ich jetzt das Richtige tue! Daß ich in der Verwirrung meiner Gefühle dem richtigen, dem guten Gefühl folge? Und Breda, mein Gott, lieb hab' ich dich ja auch, sehr lieb. Und sich vorzustellen, daß er weggeht, ganz aus meinem Dasein verschwindet... und ich soll der Straßenbahn durchgeführt. Während das Asphaltpflaster zwischen den Gleisen mit dem Preßluftbohrer aufgebrochen und die Gleisbettung beiderseits der Schienen herausgehoben wurde, waren in der nächsten Nachbarschaft dieser Arbeiten andere Männer schon damit beschäftigt, die Gleise für die neue Linienführung der Straßenbahn soweit herzurichten, daß ihre Verlegung in der denkbar kürzesten Zeit möglich sein mußte. Und in der Tat ging diese Arbeit so überraschend flott vor sich, daß die Unterbrechung des durchgehenden Straßenbahnverkehrs, mit Pendelbetrieb zwischen Bahnhof— Marktplatz bzw. zwischen Walltorstraße—Wieseck, anstatt, wie ursprünglich vorgesehen, auf etwa fünf Tage sich nur auf knapp drei Tage beschränkte unb dann die Straßenbahnwagen, wenn auch anfangs in sehr langsamen Tempo, auf der neuen Linienführung bereits wieder über den Platz verkehren konnten. Zur gleichen Zeit wurde in dem Winkel zwischen der Schloßgasse und dem Lindenplatz die Beseitigung der Keller und Fundamente der früheren Häuser so energisch vorangetrieben, daß jetzt bereits die Ausschachtungsarbeiten für die vorgesehenen neuen Hausbauten im Ganae sind. Gegenwärtig zeigt sich der umgestaltete Platz in der Art, wie er geplant ist, mit breiten Bürgersteigen, asphaltierten Fahrbahnen unb großen Detonmasten für bie Straßenlampen. Seine Ergänzung und zugleich seinen Abschluß wird der Platz nun durch die Hausbauten erhalten, deren Fundamente zur Zeit ausgeschachtet werden. Das am neugestalteten Kirchenplatz mit Anschluß an das große Marktlaubengebäude entstehende neue Wohnhaus wird eine Anzahl Vier- unb Fünfzimmerwohnungen mit Bab enthalten, bie neuen Wohnhausbauten in ber Schloß gaffe, bie sich an bas eben erwähnte Haus anschließen werden, sind für Zweizimmerwohnungen mit Bab bestimmt. Bis Ende dieses Sommers hofft man diese großen Wohnhausbauten so weit voranzubringen, daß dann Dann wirft sie einen raschen Blick auf Breda, der scheinbar unbeteiligt den Motor brummen läßt, und flüstert zu Monika hinaus: Es könne fein, daß im Laufe des nächsten Jahres auch hier in Eigeistein so ein bewußter Brief eintrudeln würde — von Berlin nämlich! Monikas Gesicht spannt sich ein bißchen: „Und was wird drinstehen?" Da lacht Marga leise auf, streicht mtt der Hand leicht über Monikas Gesicht und flüstert vergnügt: „Eine Mitteilung ber Firma Breba & Montwill. Eine geschäftliche natürlich..." Unb zeigt ihre rote Zunge wie ein Gassenbub. „Aetsch, angeführt!" Mit einem Ruck zieht ber Wagen an. Fwb. Der Reichsarbeitsminister gibt bereits jetzt die Regelung ber Derkaufssonntage vor Weihnachten 1938 bekannt, bamit bie Beteiligten sich rechtzeitig barauf einstellen können. Der bisherigen Uebiing folgenb werden auch in diesem Jahr bie Verkaufssonntage vor Weihnachten einheitlich für das Reich festgelegt. In der Zeit vom 26. November bis 26. Dezember 1938 kommt nur die Freigabe des 11. unb 18. Dezember als Verkaufssonntage in Betracht, wie im vergangenen Jahr sind auch Lage unb Dauer ber Verkaufsstunben in benachbarten Bezirken einheitlich sestzusetzen. Diese Regeluna bezieht sich auch auf ben Gewerbebetrieb im Umherziehen. Nachdem im Laufe des vorigen Winters und des jüngsten Frühjahrs im Zuge der Altstadtsanierung I die alten Häuser am Kirchenplatz, in der Schloßgasse und am Lindenplatz durch Abbruch beseitigt worden waren, begannen vor vier Wochen bie Arbeiten zur Umgestaltung bes Kirchenplatzes unb bes Linbenplatzes nach bem Plane bes neuen Stabtbilbes, bas an biefer Stelle mit ber Altstabtsanierung I geschaffen werben sollte. Es war eine umfangreiche Arbeit, bie inmitten bes lebhaften Straßenverkehrs zu bewältigen war, ba ja ber Verkehr möglichst überhaupt nicht ober höchstens nur verhältnismäßig gering und auf kürzeste Zeit beeinträchtigt werben konnte. Nunmehr stehen bie Arbeiten ber Umgestaltung bes Kirchenplatzes unb bes Linbenplatzes vor bem Abschluß. Dieser Teil ber Gesamtausgabe wirb bis Ende nächster Woche soweit erledigt sein, daß vielleicht nur noch einige kleine Arbeiten zu leisten sind, in der Hauptsache aber ber neugeschaffene große Platz als vollendet angesehen werden kann und in seiner neuen Gestalt bem, zweifellos sehr starken Verkehr anläßlich bes 116er-Tages zur Verfügung stehen wirb? Alle an biefer Bauarbeit beteiligten Männer verdienen volle Anerkennung für ihre Schaffensfreubig- feit, bie es ermöglichte, die einzelnen Abschnitte ber Arbeiten in außerorbentlich kurzer Frist burchzu- führen. So konnte ber Aufbruch bes alten Pflasters unb ber Abtransport bes Altmaterials im Zeitraum von wenigen Tagen burchgeführt werben. Währeiib biefe Arbeit eben erst begonnen war unb sich an anderen Stellen des Platzes noch in der Abwicklung befand, fetzte auf ben aufgebrochenen Teilen bereits bie Neugestaltung bes Platzes burch Planierungsarbeiten, Verlegung ber Borbsteine, Asphaltierung ber Fahrbahnen unb Schaffung ber Bürgersteigzunge vom Einhorn her in Richtung bes Loosschen Hauses, ferner auf bem Linbenplatze ein. Ebenso tatkräftig mürbe bie neue Linienführung o:„ • <- . ©irrhPrtDtak unb Linbenplatz in alter Gestalt. Die Gruppe von drei Häusern rechts in ber Ecke samt Nebengebäuben würbe durch Abbruch he eh at'unb baÄ b^e Veite be5 neuen Platzes gewonnen. - Rechts: Blick auf ben neugestalteten Kirchen- und Linbenplatz in seinem heutigen Bauaustand- rechts bie Baugruben ber Ausschachtungen für bie Hausneubauten; in ber Mitte bie „Zunge bes Burgecheigs. — Sttt) hnfs vom Stabt’ kirchturm aus gesehen, Bild rechts vom Giebel bes Loosschen Hauses aus. — (2luftmhmen^s2ft^Neuner^Gießener^lnzeiger^^^^^^^^^ f)ier sitzen Nein! Ausgeschlossen, ganz ausgeschlossen! halben Schritt auf Breba au, ber Spät abends steht ber kleine Wagen, schmutz- bedeckt und bis hoch hinauf bespritzt, an einem Bahnübergang ber Strecke Berlin—Frankfurt, die gerade gesperrt ist, als Breba burchwollte Marga beugt sich ein wenig hinaus. „Du, Jupp, von welcher Seite kommt beim eigentlich der Zug." „Von links. Don Berlin her." „So. Hm." Breda wirst chr einen raschen Blick zu. „Weißt du, wer wahrscheinlich in bem Zua sitzt?" Marga schüttelt ben Kopf. „Doch , sagt sie bann. „Da du mich so komisch babei ansiehst, kann nur einer brin sitzen: Hammerbacher." „Tut bir’s leib, Marga?" 1 Marga breht ihre Hanbschuhe zwischen ben Fin- gern hin und her. „Leib? Nein, Jupp, leid eigentlich nicht. Nur — ich schäme mich fürchterlich." „Schämen? Nanu? Warum trenn das?" Marga lacht kurz auf. „Ich glaube, ich habe ba in Eigelstein wirklich ziemlich viel Aufruhr gemacht. Ich benke schon währenb ber ganzen Fährt barüber nach. Du hast mir ja genug Zeit zum Nachbenken gelassen, Jupp, bu hast kaum ein Wort mtt mir geredet." Jupp ziHt ein wenig bie Oberlippe auf. „Was es zwischen uns noch alles zu reden gibt, das spare ich mir für später auf — später, wenn ein paar Tage Abstand zwischen dir und Eigelstein liegen. Du, schau, ba kommt ber Zug." Sie sehen ihm stumm entgegen. Das Rattern ber großen Räber, bas Stampfen ber Maschine bröhnt bis in ihren kleinen Wagen hinein Die Helle Lichterkette ber beleuchteten Abteile streut einen flatternden rötlichen Schimmer über ihre Gesichter, bann ist es vorbei, und langsam geht bie Barriere wieder auf. Breda sieht Marga forschend an. „Vorbei", sagt er langsam. Und nach einem kleinen, zögernden Atemzug: „Vorbei?" Da legt Marga ganz wenig den Kopf gegen seine Schulter, lächelt versonnen und wiederholt es vorsichtig: „Vorbei, Jupp." Und ba Breda aufatmend Gas gibt und den Wagen mit triumphierendem Hupen über bie Schienen hetzt, fügt sie roarnenb hinzu: ..Aber ich werde noch viel daran denken müssen " Denn man soll sich nie ohne Vorbehalt ergeben, nicht roajr? Aus Der Stadl Gießen. Der Jtofcnmonat Die Frühlingsblumen sind verblüht, die Blütenpracht der Obstbäume ist vorüber. Rauhe, kalte Tage brachte der Mai, und wir Menschen konnten uns kaum den Lieblingen des Gartens widmen. Begonien, Nelken und Geranien standen sttll in ihrer Entwicklung. Und nun ist der Rosenmonat da! Die Rosen im Garten sind voll und ganz aufgeblüht. Ist es nicht wie ein Märchen, wenn wir vor einer blühenden Rose stehen? Aus der schlichten Schönheit des wilden Heckenröschens hat der Mensch mit unendlicher Liebe und Sorgfalt die mannigfachsten Formen und Farben der edlen Rosen gezüchtet, und wir können uns keinen Garten denken, in dem nicht Rosen stehen, seien es nun Büsche, Hochstämmchen ober Rankrosen. Die Rosen hatten Zeit, sie überstanden bie kalten Frühlingstage und hielten mit ihren Knospen zurück. Nun kommt bie Sonne mit größter Kraft, unb ba entfalten sie ihre zarten Blütenblätter. Dom Tau benetzt, überflutet vom Sonnenglanz, strömt ber herrliche Duft in bie Morgenluft. Unb jeher mann, ber an ben Gärten vorübergeht, hat seine Freube an ben leuchtenben^ Rosen. Denn alle Blumen sinb unser gemeinsames Gut. Sie werben uns geschenkt von ber Natur, bamit wir uns daran erfreuen. , Wir bringen bie Rosen ber glücklichen Mutter, bie einem jungen Erbenbürger bas Leben schenkte; wir tragen einen Rosenstrauß in ben Händen, wenn wir zu ber Liebsten gehen; wir können uns bie sommerlichen Familienfeste tticht ohne Rosen ben« ken; unb selbst bie Trauerrosen auf ben Gräbern sinb schön. Es ist so, als ob sie mit ihren hängenden Zweigen unb Blüten mit uns trauerten. Unb jedes Zimmer wirb heller unb steunblicher, wenn uns ein Rosenstrauß grüßt. Erfüllt nicht Anbacht unser Herz, wenn wir eine Rosenblüte betrachten? Da schimmern in matten, wunderbaren Farben bie zarten Blütenblätter. Sie sind am Rande leicht gerollt unb geben ber Rose die wundervolle schlanke Form. Im Innern erblicken wir die dunklen Köpfchen der Staubgefäße, und tief unten glänzt es. Das ist ber Honig, bas Ziel ber fleißigen Bienen. Noch im Verblühen sinb bie Rosen schön. Ganz langsam fallen bie Blütenblätter ab, unb ber letzte, herrlichste Duft entströmt ber fterbenben Rose. Wie eine leichte Klage geht es von ihr aus: Alles Schöne muß vergehen auf dieser Erbe! Attstaistsaniermig verschönert das Stadtbild. Oie Neugestaltung des Kirchen-undOndenplatzes vor dem Abfchluß.-Beginn des Hausbaues bas Richtfest ber Werkleute am Bau stattftnden kann. Im Frühfommer nächsten Jahres bürsten biefe Wohnungen bezugsfertig sein. Sobatb biefe Hausbauten vollendet sind, wirb ber neugestaltete Kirchenplatz sicherlich einer ber stäbtebaulich schönsten Teile unserer Stabt sein. Die Weite bes Platzes, bie zweckmäßige Anlage ber Bürgersteige, bie günstige Führung bes Straßen- bahnaleises, bie saubere Gestaltuna ber Fahrbahnen und Der unbehinberte Blick über den Platz, sowohl vom Marktplatz als auch vom Walltor her, werden Für den Fußgängerverkehr ist es von Bedeutung, daß nunmehr der frühere durch den Fuhrwerksbetrieb gefahrvolle den Fahrdamm zwischen dem Einhorn Loosschen Haus eine gründliche Verbesserung erfahren hat. Jetzt ist der Bürgersteig vor dem Einhorn 3 Meter breit, im Gegensatz zu dem halben Meter an der Einhorn-Ecke vor dem Umbau, ferner schließt sich jetzt an diesen erheblich verbreiterten Bürger- wenig: Aber jetzt ist er ganz und gar nicht mehr stand auch^sehr gut, .daß^ bei uns, ich meine, bei demütig! Jetzt reitet er sogar ein sehr hohes Pferd. Obgleich er offen zugibt, daß er sie immer noch liebt. Aber — vielleicht achtet er sie jetzt nicht mehr so wie früher. Vielleicht denkt er jetzt, weit kühler über sie, weil sie so wankelmüttg war und acht MWVeuWMWM für die HI.- den er- am kaufsstelle, Seltersweg 60, erfolgen. 3995V 7 10 11 tigen in der oorgeschriebenen Weise mit forderlichen Papieren erscheinen. NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". Der für 26. 6. 1938 geplante Sonderzug zu den Freilichtspielen auf der Steckelburg fällt wegen des Kreistages der NSDAP, aus. Nach Anhörung der Rotsherren sind diese Hebe- ätze von dem Herrn Oberbürgermeister nunmehr estgesetzt worden. Die amtliche Bekanntmachung des Oberbürgermeisters erfolgt in den nächsten Tagen. Musterung und Aushebung 1938. Vom 20. bis 27. Juni findet in Gießen die Musterung und Aushebung der Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1918 ünb 1919 sowie der bisher wegen zeitlicher Untauglichkeit zurückgestellten Dienstpflichtigen früherer Jahrgänge statt. Zu der Musterung und Aushebung müssen die Gestellungspflich- toeitere Arbeit. Heil Hitler! Der Führer des Bannes 116: gez.: Rohrbach, Bannführer. Der Führer des Jungbannes 116: gez.: T a e s l e r, Jungbannführer. meisters. 11.30 Uhr: Zwischenläufe. ahren 14.30 Uhr in Hungen weiter und sind 14.49 Uhr in Laubach. Am Sonntag fahren wir 13.55 Uhr zurück und kommen 14.48 Uhr in Gießen an. INädelgruppe 1/116. Zur feierlichen Grundsteinlegung des HJ.-Heimes am Wartweg treten wir am Sonntag, 12. Juni, um 10.30 Uhr, am Studentenheim an. Alle Beurlaubungen sind für diesen Tag aufgehoben. IM-Untergau 116, (Sieben. Jeden Donnerstag ist von 18 bis 20 Uhr Training für die Sportdienstgruppe Rollschuhlauf auf der Rollschuhbahn, Schlageteranlage. Deutsches Jungvolk. Führerbesprechung des Jungbannes 116. 5/116, Asterweg, eine Stamm- und Fähnleinführerbesprechung von 18.30 bis 19.30 Uhr statt. Antreten im Sommerdienstanzug. Oie Festsetzung der Grundsteuerhebesätze für Hj.1938. Die Stadtverwaltung teilt uns folgendes mit: Nach Anhörung der Ratsherren hatte der Oberbürgermeister am 19. April 1938 die Grundsteuerhebesätze für 1938 vorläufig wie folgt festgesetzt: a) Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf 276 v.H.; b) für Grundstücke auf 132 v. H. der Steuermeß- beträge. Zur Zeit der Festsetzung dieser Hebesätze waren die Richtlinien noch nicht erschienen, noch denen von Reichs wegen Billigkeitsmaßnahmen auf dem Gebiet der Grundsteuer angeordnet werden. Da diese Maßnahmen' bindendes Recht für alle Gemeinden darstellen, war es erforderlich, die Festsetzung der Hebesätze einer Nachprüfung zu unterziehen. Dabei wurden in Verhandlungen mit der Landesregierung die folgenden vorläufigen Hebesätze der Grundsteuer für 1938 ermittelt: a) Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe = 280 v. H.; b) für Grundstücke = 135 v. H. der Steuermeß- betrüge. An Die Bevölkerung des Kreises Gießen? Sportfest Des Bannes und Iungbannes 116. - HI -Heim-Grundsteinlegung. ab 7 Uhr: Universitätssportplatz. " Uhr: Mannschafts-Dreikämpfe. Uhr: Dorläufe für die Einzelkämpfe. Uhr: Grundsteinlegung zum neuen , Heim in Anweseicheit des Gebietsführers, des Kreisleiters und des Oberbürger- Am kommenden Samstag, 11. Juni, und Sonntag 12. Juni, findet das Sportfest des Bannes und Jungbannes 116 in Gießen statt. Fernerhin wird am Sonntag, dem 12. Juni 1938 in Anwesenheit des Gebietsführers, des Kreisleiters und des Oberbürgermeisters der Grundstein zum „neuen HI- Heim im Wartweg gelegt. Zeitfolge Der Veranstaltungen: Samstag, 11. Juni. 14 Uhr: Schwimmwettkämpfe in der Müller- scheu Badeanstall. 18 Uhr: Geräteturnen, Ringen, Gewichcheben, Boxen in der Turnhalle des VfB.-Reichsbahn. 18 Uhr: Bootshaus der Marinekameradschaft, K u t t e r w e i h e durch den Herrn Oberbürgermeister Pg. Ritter. Sonntag, 12. Juni. Nach dem Bann- und Jungbann-Sportfest Sonntag, 12. Juni, findet im Heim des Fähnleins Die Frau im Kampfe um Das Dritte Reich VortragSabenD im ReichSbunD Der KinDerreichen. Geschlechtertag Größer. (kröher, Kretzer, Kretz.) Zum zweiten Mal trafen sich die Nachkommen des Ende des 17. Jahrhunderts in Schlangenbad auftauchenden Radmüllers M. Peter Johann Größer auf dem alten Besitz der Ahnen. Fast 90 Mitglieder, vorwiegend Bauern und Handwerker, auch Radmüller in 8. Generation, trafen sich mit dem über Bremen nach Japan-China ausgewandertem Zweig. Neuere Forschungsergebnisse wurden bekanntgegeben. Gleichzeitig mit dem Schlangenbader Stamm tauchen scheinbar Geschwister in dem 2 Kilometer entfernten Martinsthal Neudorf, sowie in der Umgebung von Gießen auf. Spuren darüber hinaus führen nach Tirol. An einer auf dem Ahnengrund entspringenden, im Wappen angedeuteten Quelle fand eine Feier statt, die in einem Treuegelöbnis zum Führer ausklang. Sippenwart ist Eduard Größer, Eisenach. Gießener Dochenmarktprelse. * G i e ß e n , 11. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 11% bis 12%, Wirsing, % kg 12 bis 14, Weißkraut 15, gelbe Rüben, neue, Das Bündel 15 bis 20, rote Rüben, % kg 10, Spinat 8 bis 12, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 30, Spargel, 1. Sorte 60, 2. Sorte 55, 3. Sorte 50, 4. Sorte 35, Unter« Der Reichsbund der Kinderreichen hatte feine Mitglieder aus Gießen und Wieseck zu einer Ver- ammluna im Restaurant „Zum Burghof" ein- geluden. Nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste durch den Kreiswart, Pg. Professor Kliewe, hielt der Führer der SA.» Brigade 147, BngaDeführer Schwarz einen Vortrag über „Die Frau im Kampfe um das D r itt eR e i ch In Pg. Sch w arz teilte sich ein guter Kenner der Berliner Verhältnisse in der Kampfzeit vor. Deshalb konnte 'gerade er über die körperlichen und seelischen Kämpfe prechen, welche die Frau eines verheirateten Trupp-, Sturm-, Standartenführers üsw., der von einem Sturmabend zum anberen, von einer Dienststelle imb Versammlung zur anderen zog, zu bestehen hatte. Der Vortragende führte u. a. aus, daß eine Frau nur dann über Kampf sprechen könne, wenn sie ihn selbst erlebt habe. Eine kämpfende Frau habe unter Hintansetzung ihrer Person ihren Mann immer wieder ermuntert, wenn auch das Ziel manchmal weit in die Ferne gerückt schien; sie habe noch von chrem geringen Haushaltungsgeld abgegeben und auf vieles verzichtet, wenn es hieß, der Sturm brauche Geld für diesen oder jenen Zweck. Mit welchen Sorgen mag die Frau oft ihrem Manne nachgesehen haben, wenn er sich auf den Kampfplatz begab, wieviel Stunden banger Erwartung wird ie durchlebt haben, nicht wissend, ob der Vater eine Kinder Wiedersehen würde. Und wenn die Frau hören mußte, ihr Mann sei ein „Arbeitermörder" und andere Kinder deshalb nicht mit ihren eigenen spielen wollten, wenn das Judentum in die Seele des Kindes einbringen unb bie Ehen entzweien wollte, bann wußte bie kämpfenbe beutfche Mutter, daß ein Nachgeben den Untergang der deutschen Familie bedeuten würde. Wie häufig stand früher Vater gegen Sohn, Mutter gegen Tochter, wenn von der nächsten Wahl gesprochen wurde. War schon in der Familie keine Einigkeit, wie konnte sie im Volke sein! Mit dem 30. Januar 1933 wurde der inneren Zerrissenheit der Familie ein Ende bereitet. Der Führer nahm die Familie in seinen besonderen Schutz. Er prägte für die deutsche Mutter das Wort: „In meinem Staat ist die Mutter die wichtigste Staatsbürgerin!" Im Dritten Reich sieht bie Frau des kämpfenden Mannes unb Mutter seiner Kinber chr heißersehntes Ziel erreicht. Sie weiß aber auch, daß nur das Volk bfc Völker überleben Sonderzug nach Berlin. Anläßlich der Internationalen Handwerker-Ausstellung in Berlin, fahren wir in der Zeit vom 8. bis 11. Juli 1938 einen Sonderzug nach Berlin. Der Fahrpreis einschließlich Uebernachtung mit Frühstück unb Eintritt zur Ausstellung, beträgt RM. 15.10 ab Gießen. Nähere Einzelheiten ergehen durch die Presse, durch die DAF., Abtlg. „Das Deutsche Handwerk", und die Innungen. Anmeldelisten werden bei allen KdF.-Dienststellen unb ben Innungen ausgelegt. An- melbungen können bereits heute in der Kartenver- steig unmittelbar eine 35 Meter lange und 3,5 Meter breite Bürgersteigfortsetzung als „Zunge" in die Fahrbahn hinein in Richtung nach dem Loosschen Hause an, so daß der Uebergang über den Fahrdamm von der Spitze dieser „Zunge" aus bis zum Loosschen Hause nur noch 11,5 Meter beträgt. Begrüßenswert ist weiterhin, daß der Bür- gersteig an der Ecke vor dem Loosschen Hause von 2 Meter auf 5 Meter verbreitert wurde, außerdem am Lindenplatz inmitten des Fahrdammes neben ben Straßenbahngleisen eine Verkehrsinsel für die Fußgänger entstand, die 20 Meter lang und drei Meter breit ist, so daß zwei Straßenbahnwagen neben dieser Verkehrsinsel Platz haben und das Ein- und Ausfteigen der Fahrgäste dadurch besser gesichert ist, als gegenwärtig. In den Abendstunden fällt die durch große Straßenlampen an den neuen Masten erheblich verbesserte Beleuchtung des Platzes angenehm auf, so daß man diesen Teil der Stadtmitte nicht mit Unrecht als „Lichtplatz" bezeichnen könnte. Schon jetzt tritt klar zutage, daß das Ziel der Altstadtsanierung I an dieser Stelle in vollem Umfange erreicht wird, nämlich in weitem Ausmaß Licht und Luft in dieses Wohnquartter hineinzubringen, die Verkehrsbedingungen -für Fahrzeuge und Fußgänger nach modernen Gesichtspunkten zu gestalten — bei der Ausarbeitung des Projekts und bei seiner Durchführung war hinsichtlich des Der- kehrs nicht nur die Rücksicht auf den Fährbetrieb, sondern in gleicher Weise auch das berechtigte Interesse der Fußgänger einer der Hauptpunkte der Neu- erualtung — und für die Verschönerung unseres Stadtbildes einen guten Beitrag zu liefern. Alles in allem: Das Ergebnis der Altstadtsanierung I ist ein guter Gewinn für unsere Stadt unb eine großartige Arbeitsleistung aller baran be- schästigten Menschen, benen mit Recht volle Anerkennung gebührt. Dank unb Anerkennung kommt aber auch ber Stabtverwaltung unb ihrem Leiter, Oberbürgermeister Ritter, zu, ber bieses seit vielen Jahren brängenbe Problem tatfroh angepackt unb mit seinen Mitarbeitern unb allen Schaffenden am Bauwerk zu ber jetzigen vortrefflichen Lösung geführt hat. Damit ist zugleich für bie fommenben Abschnitte ber Altstabtsanierung ein guter Auftakt geschaffen worben, ber für bie weitere städtebauliche Neugestaltung Gießens bedeutsam und richtungweisend fein wird. B- 14.45 Uhr: Meisterschaftskämpfe. 16.30 Uhr: Feier auf dem Trieb verbunden mit Siegerehrung. Anschließend Propagandamarsch ber 3000 Hitler- jungen unb bes ^-Sturmbannes 1/83 unb Vorbeimarsch an bem Gebietsführer ünb bem Kreisleiter. Weg: Kaiserallee, Lubwigstraße, Bleichstraße, Hindenburgwall, Frankfurter Straße, L:e- bigstraße, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Frankfurter Straße, Alicen- straße, Lubwigstraße.(vor ber Universität Vorbeimarsch), Kaiserallee, Trieb. Das Bannsportfest ist für bie Jugenbgenossen bie einmalige Gelegenheit im Jahr, im Rahmen bes ganzen Bannes unb Jungbannes ihr sportliches Können unter Beweis zu pellen. Die Besten in bie- (em friedlichen Wettkampf werden auf dem Gebietssportfest in Mainz antreten, um dann auf dem Reichsparteitag vor dem Führer um den höchsten Sieg zu kämpfen. Wir bitten euch Eltern, seid Zeuge dieses Wettstreites, ber neuer Ansporn sein soll z"~ BOM - u. ZM. llntergau 116, (Sieben. Der Gesunbhettsappell für BDM. unb Jung- möbel ist auf Sonntag, 19. Juni, festgesetzt worden. Betr.: Besprechung bet Giehenet Blähet-, Gruppen- unb Scharführerinnen unb Stabsmitglieder. Am Montag, 13. Juni, um 18 Uhr, finbet im Moeserheim eine Besprechung ber Gießener Gruppen- unb Scharführerinnen statt. Belt.: Arbeitstagung ber 3Bt-(Sruppen- führerinnen in Laubach. Wir fahren zu biefer Tagung am 18 Juni, 13.40 Uhr in Gießen ab, finb 14.13 Uhr in Hungen, Geheimrat Fromme 86 Jahre alt. Arn heutigen Samstag, 11. Juni, kann Geheimrat Professor Dr. Karl Fromme in Frische unb Ge- sunbheit seinen 86. Geburtstag begehen. Geheimrat Fromme hat sich nicht nur um bie Universität, fonbern auch um bie Stabt Gießen große Verbienste erworben, die ihren stärksten Ausgangspunkt in seinem langjährigen ehrenamtlichen und fruchtbaren Wirken für unser Stadttheater haben, ebenso aber auch von seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit an ber Spitze des Aliceschulvereins herrühren. Seine allezeit von hohem Gemeinsinn geleitete ehrenamtliche Mitarbeit im Interesse der Stadt Gießen fand schon vor einigen Jahren ihre wohlverdiente äußere Anerkennung durch die Verleihung ber Ehrenplakette ber Stabt Gießen. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Hitler-Jugend, Bann 116: Sportfest. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Zigeunerprinzessin". — Licht- spielhaus (Bahnhofstraße): „Das letzte Sklavenschiff". — Gießener Hochschulgesellschaft: 17.30 Uhr im großen Hörsaal ber Universität Festsitzung. — Schützenoerein Gießen: 16 Uhr Jubiläumsschießen, 20 Uhr Konzert unb Tanz auf dem Festplatz (Schützenhaus). — Deutsche Stenographenschaft, Ortsverein Gießen: 20.30 Uhr auf der „Karlsruhe" Tanz und Unterhaltungsabend. Tageskalender für Sonntag. SA.-Standarte 116: Standarten-Sporttag. — Hitler-Jugend, Bann 116: Sportfest. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Zigeunerprinzessin". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Das letzte Sklavenschiff". — Schützenverein Gießen: Volksschießen. — Gießener Radfahrer-Vereinigung: 15.30 Uhr auf dem Walbsportplatz Bahnrabrennen. — Eisenbahn-Verein Gießen: Fahrt nach Bab Kreuznach. Agnes Straub im Stadttheater Gießen. Aus dem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Eine der berühbitesten beutschen Schauspielerinnen, Agnes Straub, wirb am 22. Juni zum erstenmal in Gießen ein- Gastspiel geben. Die Intendanz des Stabttheaters hat sie verpflichtet, in ihrer letzten großen Erfolgsrolle „Die Schauspielerin" von Roland Schacht mit bem Ensemble bes Berliner Renaissance-Theaters in Gießen zu gastieren. Agnes Straub hat im vorigen Jahr als Krimhild bei den Nibelungen-Festspielen in Worms einen starken Erfolg errungen. kann, bas die stärksten Frauen unb Mütter hat, bie mit unbeugsamem Lebensmut treue Lebensgefährtinnen des Mannes fein unb bem Staate viele Kinber schenken wollen. Pflicht des Mannes sei es, daß er als Angehöriger bes Dritten Reiches oder als Mitglied einer Parteiglieberung weiterkämpfe unb seine volle Kraft dafür einsetze, daß das Parteiprogramm erfüllt werde. An jeden von uns werde einst Die große Frage gestellt werden: Was hast du, Vater, während ber großen Revolution getan, warft du ein begeisterter Mitkämpfer unseres Führers? Ich bin dir dankbar, daß du beim Aufbau bes großen Reiches geholfen hast! Ich will rnit- marschieren, wie du marschiert bist! Die Ausführungen des Redners wurden mit tiefer Ergriffenheit und starkem Beifall ausgenommen. Kreiswart Prof. Kliewe dankte Brigabeführer Schwarz für feinen mit großer Begeisterung gehaltenen Vortrag. Er ermahnte sodann bie Mitglieber, den gleichen Kampfeswillen unb ^Mut, der die alten Kämpfer beseelte, einzusetzen im Kampfe gegen den Volkstod. Diele Volksgenossen* hätten immer noch nicht erkannt, daß die kinderreiche Familie der Garant unserer Nation, daß ohne gesunden Nachwuchs ein Aufbau des Volkes unb Staates unmöglich fei. Unser Führer habe einmal gesagt: „Es muß als verwerflich gelten, gefunbe Kinber der Nation vorzuenthalten, ferner „tritt hier kein Wandel ein, so hat alles, was in ben letzten Jahren erkämpft wurde, keinen Sinn". Der Reichsbund ber Kinberreichen, ber sich nur noch aus erbgefurtben, in georbneten Verhältnissen leben» ben, förderungswürdiaen Familien zusammensetze, wolle die ungeheuren Kräfte, die in der kinderreichen Familie stecken, mobilisieren und dadurch an der hohen Ausgabe unseres Führers Mitarbeiten, ein gesundes starkes Volk aus gesunden starken Familien aufzubauen. Es fei deshalb bedauerlich, daß so viele kinderreiche Familien in Gießen trotz der Aufforderung des Reichsministers Dr. Frick und bes Reichsärzteführers Dr. Wagner noch nicht bem 'Kampfbund bei getreten wären. Es ergehe deshalb nochmals an alle kinderreichen Familien mit brei unb mehr Kindern der Mahnruf: „Unterstützt den Kampf gegen den Volkstod! Tretet ein in den RdK !" —„In der Gefolgschaft des Reichsbundes ber Kinderreichen marschiert der völkische Selbstbehauptungswille Deutschlands!" (Reichsminister Dr. Goebbels.) Nach Bekanntgabe verschiedener für die Kinderreichen wichtigen Verfügungen wurde bie Versammlung wie üblich geschlossen. kohlrabl 10, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 40 bis 75, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg 14 bis 16 Pf., Aepfel 30 bis 35, ausländische Aepfel 55 bis 60, Kirschen 50 bis 60 Pf., Erdbeeren 1,50 bis 2,— Mark, junge Hähne 1,— bis 1,20, Suppenhühner 1,05 Mark, Tauben, bas Stück 55 dis 60 Pf., Blumenkohl 5 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 35 bis 60, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, bas Bünbel 15 bis 20, Rabieschen, bas Bündel 5 bis 10 Pf. Eine Anregung an Die Reichsbahn. Verlängerung der Arbeiterrückfahrkarten auf drei bis vier Wochen. Die Reichsbahnleitung hat schon oft ihr großes Verständnis für die soziale Lage ber werktätigen Volksgenossen burch Ermäßigung ber Tarife für bestimmte Arten von Fahrkarten gezeigt. Jnsoe- fonbere hat sie bie ursprünglich nur für ben Feier- taasverkehr bestimmte Arbeiterrückfahrkarte auf zehn Tage verlängert unb es dadurch vielen Arbeitern unb Angestellten ermöglicht, ihren Urlaub ganz ober teilweise im Elternhause zu verbringen. Allein, biese letztere Verlängerung erweist sich bei ben heutigen starken örtlichen Bevölkerungsverschiebungen in vielen Fällen als noch nicht genügenb. Wenn es sich nämlich barum hanbelt, baß ber Urlaub in ben weiter entfernt liegenben Teilen bes Reiches verbracht werben soll, so wirb eine so große Reiss vornehmlich bei einer Urlaubssrist von brei bis vier Wochen angetreten werben. Man benke, von West- beutschlanb gesehen, an einen Urlaub, der in Ostpreußen, in Schlesien, ober in ber mit bem Reiche roieberoereimgten Ostmark zu »erbringen ist! Ge- rabe bie Rückgliederung Oesterreichs ins Reich läßt es als besonders ange'zeigt erscheinen, daß es den zahlreichen im Reich befindlichen Oesterreichern er- möglich! werbe, ihren ganzen Urlaub in ber Heimat zu verbringen. Die jetzt allein für biefen Zweck zu verwendenben Ferienkarten mit zweimonatlicher Gültigkeit finb für solche Reisen noch recht teuer; man bedenke, baß etwa eine Ferienkarte von Frank- furt ober Gießen nach Graz mit Schnellzugszufchlag saft 60 RM. kostet. Eine Verlängerung ber Arbeiter-Rückfahrkarte auf brei bis vier Wochen wäre daher für viele werktätige Volksgenossen, deren Arbeitsstätte von der Heimat besonders weit entfernt liegt, eine ganz wesentliche Erleichterung. Zur Verhütung von Mißbrauch könnte eine polizeiliche Bescheinigung des Urlaubsortes gefordert werden, daß es sich tatsächlich um einen Derwandtenbesucb von ber angegebenen Dauer hanbelt. w. F. * ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am gestrigen Freitag, 10. Juni, konnte Frau Marie Kohlermann, Steinstraße 47, in geistiger und körperlicher Frische ihren 75. Geburtstag feiern. ** Iubilare bei der Reichsbahn. Heute morgen fand im Bahnhof im Rahmen einer kleinen Feier bie Ehrung von vier Beamten statt, bie seit 25 Jahren im Dienste ber Reichsbahn stehen. Der Zugschaffner Friebrich Hildebranb aus Wieseck, ber Zugschaffner Karl Viehmann aus Allen- borf (Lahn) sowie die beiden Rangier-Aufseher Heinrich Büttner aus Großen-Linden unb Karl Schuchmann aus Lützellinben erhielten durch den Vorsteher des hiesigen Bahnhofs, Amtmann Wahl, die Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste mit herzlichen Worten ber Anerkennung überreicht. ** Erfolg eines ober hessischen Ar- chitekten. Der gegenwärtig in Düsselbors beim Stadtplanungsamt tätige Architekt Wilhelm Ruhl, ber aus Garbenteich gebürtig ist, konnte bei einem großen, unter reichsbeutschen Architekten ausgeschriebenen Wettbewerb in ber Form einer „lobenden Anerkennung" einen schönen Erfolg verzeichnen. Bei bem Wettbewerb handelte es sich um bie Erlangung von Entwürfen zur Neugestaltung bes Koblenzer Schloßplatzes zu einem Aufmarschplatz ber Bewegung, ferner um bie Umgestaltung bes Klemensplatzes und bes Rheinufers, wie auch um bie architektonische Umgestaltung ber Stabthalle unb der Schloßumgebung in Koblenz. Der erfolgreiche Architekt war übrigens für feinen Entwurf zu einem Gießener HJ.-Heim ebenfalls mit einer „Lobenden Erwähnung" bedacht worden. ** Bei ber Rangierarbeit uerun < glückt. Der 23 Jahre alte (Süterbobenarbeiter . Wilhelm Eckarbt aus Schwalheim bei Bad- Nauheim, ber im Güterbahnhof Gießen beschäftigt ist, verunglückte gestern nachmittag bei ber Arbeit. Dem bebauemsroerten Manne fiel eine schwere Kiste in ben Rücken. Mit schweren inneren Verletzungen mußte ber Verunglückte besinnungslos in die Klinik eingeliefert werben. ** Unfälle. Im Horst-Weffel-Wall, unweit ber Schanzenstraße, ereignete sich ein Verkehrsunfall. Der Arbeiter Karl Paul, Seltersweg 70, ber mit feinem 5jährigen Söhnchen auf bem Motorrad unterwegs war, würbe von einem Kraftwagen angefahren. Beibe gerieten zu Fall und erlitten erhebliche Kopfverletzungen, fo baß sie zur ärztlichen Behanblung in bie Chirurgische Klinik gebracht werben mußten. Nach erster Hilfeleistung konnten beibe nach ihrer Wohnung entlassen werben. — Aus einer hiesigen Baustelle ereignete sich ein Unfall. Der Montagearbeiter Ernst Becker aus Bab-Nauheim würbe beim Abwerfen eines eisernen Trägers getroffen unb erlitt einen Unterschenkelbruch, sowie Weichteilverletzungen an beiden Unterschenkeln. Auch er mußte in bie Chirurgische Klinik gebracht werben. — Der Monteur Johann Hallenbacher aus Frankfurt am Main stürzte hier bei Montagearbeiten in einen Schacht ab unb schlug so unglücklich auf eine Kante auf, daß er mit Rippenbrüchen in ärztliche Behandlung gebracht werben mußte. — Ein 24jähriger junger Mann aus ber Kaiserallee wurde von einem Insekt gestochen. Ngch kurzer Zeit stellte sich eine schwere Blutvergiftung ein. Der Bedauernswerte . mußte sich zu ärztlicher Behanblung in bie Klinik begeben. Frankfurter Pferdemarkt. Nach sechswöchiger Unterbrechung wirb ber nächste Frankfurter Pferbemarkt am fommenben Dienstag abgehalten. Voraussichtlich wirb bie Beschickung zahlreich sein, ba man mit großer Nachfrage nach Ar- beitspferben aus Kreisen ber Lanbwirtschaft rechnet. Auch in Schlachtpferben bürste ber Absatz gesichert sein. würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! Steinhäger- Urquell 9 Jl.-Sport Oie Rückrunde 6tr Aufstiegspiele. Oberursel — 1900. Die Aufstiegsspiele erfahren keine Unterbrechung. Die zur Verfügung stehende Zeit vor der Sperre reicht gerade aus, und so geht es ohne Pause weiter. Die Blau-Weißen müssen ihren vorsonntäglichen Gegner aufsuchen. Nach den Ereignissen des vergangenen Spiels steht ihnen hier ein schwerer Kampf bevor. Dabei sollte es sich weniger um die Abwicklung auf dem Spielfeld handeln, als um die Atmosphäre, die von außen her entstehen wird. Für die Blau-Weißen gilt es deshalb vor allen Dingen, sich lediglich auf das Spiel zu konzentrieren und sich von den Geschehnissen außerhalb des Spielfeldes in keiner Weise beirren zu lassen. Spielerisch braucht es ihnen jedenfalls nicht bange au fein. Auf der anderen Seite hat die Mannschaft den erforderlichen Rückhalt von der zahlreichen Reisebegleitung. Im zweiten Spiel treffen Elz — Dunlop S) a n a u auseinander. Diesmal hat Elz den Platzvorteil. Da wird es schon weit schwieriger sein für die Gäste, zum Erfolg zu kommen. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg in Garbenteich. Lin Lokalkamps. Der Sportverein 1928 Garbenteich hat sich für den heutigen Samstag die l.-Elf des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Das bedeutet einen Lvkal- tampf. Die Gastgeber werden ihrem großen Gegner mit stärkster Ausstellung gegenübertreten und auf ein ehrenvolles Ergebnis bedacht sein. Die Gäste andererseits, die in den Pokalspielen so hervorragend abgeschnitten hatten, werden ihrerseits alles daransetzen, die Reihe ihrer Siege nicht unterbrochen zu sehen. Gießener Studenten beim Gauentscheid der Kameradschaften Der Darmstädter Studententag, der während des Wochenendes durchgeführt wird, begann am Freitag mit dem „Tag des Sports". Nach der feierlichen Flaggenhiffung im Hvchschulstadivn wurden am Dor- und Nachmittag zahlreiche Sportwettkämpfe durchgeführt. Dabei kam der Gauentscheid der Kameradschaften zum Austrag, dessen Sieger sich zu den Deutschen Studentenmeisterschaften in Mannheim qualifizierten. Im Sechskampf siegte die Kameradschaft Fichte Gießen mit 448,2 Punkten vor der Höheren Technischen Lehranstalt für Maschinenwesen Darmstadt mit 416 Punkten und der Kameradschaft Franz von Sickingen Darmstadt mit 294 Punkten, während in der Schwedenstaffel die Kameradschaft Bogislaw von Selchow Marburg in 2:06,8 Minuten vor der Kameradschaft Fletschingel Darmstadt in 2:08,8 Minuten siegreich blieb. In den übrigen Wettbewerben führten u. a. Studenten und Studentinnen Gymnastik und sonstige Uebun- gen vor, außerdem zeigten die Aka-Flieger Segelflugvorführungen. Die Siegerehrung nahm Gaustudentenführer Kugelmann vor. Am Abend setzte sich ein Fackelzug nach dem Schloßhof in Bewegung, wo eine Hutten-Gedenkfeier stattfand. In der Gaumeisterschaft im Handball siegte die Kameradschaft Jahn Gießen mit 8:5 Toren über die Kameradschaft Kopf Darmstadt, die sich damit ebenfalls für die Meisterschaften in Mannheim qualifizierte. Alle Jugendlichen beim Bannlportfest! Wegen des Bannfportfestes am 11. und 12. Juni können Jugendliche aus dem alten Bezirk des Bannes 116 (Kreis Gießen) bei anderen sportlichen Veranstaltungen nicht starten. Der Kreisjugendwart: (gez.) Opfermann. Radfahrer kämpfen aus der Aschenbahn. Das Eröffnungsbahnradrennen in Gießen. Nachdem die Straßenrennsaison im Bezirk Gießen bereits ihren Anfang genommen hat, wird am morgigen Sonntag auch der Bahnrennsport seinen Auftakt finden. Damit setzt der Veranstalter, die Gießener Radsahrer-Dereinigung, ihre seit Jahren gepflegte Tradition fort. Das Bahnradrennen besteht wieder aus vier verschiedenen Rennen, und zwar aus einem Fliegerhauptfahren, einem Jugend- punktesahren, einem Vorgaberennen für Unplacierte aus dem Rennen Nr. 1 und einem 50-Kilometer- Mannschaftsrennen nach 6-Tage-Art. Im Fliegerrennen gehen 24 Fahrer an den Start. Durch fünf Dorläufe werden zunächst die zehn besten Fahrer herausgeschält, die dann über den Hoffnungslauf und die beiden Zwischenläufen in den beiden Endläufen um die vier ersten Plätze tänwfen. Bei der Stärke der beteiligten Fahrer dürfte es schwer sein, den Sieger im voraus zu nennen. Im Jugendpunktefahren, das von Jugendlichen aus dem Gau Hessen bestritten wird, sollten in erster Linie Preis und Becker (beide Gießen) sich gut placieren, falls ihnen der Hanauer Beck nicht den Rang abläuft. Sodann läuft ein Vorgaberennen der Aktiven, und zwar für die Unplacierten des Fliegerrennens. Hierbei gilt es für die Malleute, die mit Vorgabe bedachten Fahrer einzuholen. Wie alljährlich wird das 50-Kilometer-Mann- fcfjaftsrennen, das wieder nach 6-Tage-Art ausgetragen wird, der Höhepunkt der Veranstaltung werden. In diesem Rennen gehen folgende zwölf Mannschaften an den Start: Hofman-Klein, Schwiers- Kartenberg, Prinz-Frey, Harre-Schneider, Kneller- Neumann, Weiler-Preis, Gaffenmeyer-Bär, Lortz- Linnemann, Eichhorst-Mang, Strahfeld-Lewe, Rich- ter-Bassermann, Buchheister-Ferschke. Ganz besonders sollten die beiden Gießener Fahrer Preis und Neumann mit ihren Partnern ein großes Rennen fahren und die Gießener Sportfreunde nicht enttäuschen. Mit Hofman (Holland) und Klein (Dülken) geht eine Mannschaft an den Start, die schon in einer Reihe großer Rennen der diesjährigen Saison Siege erringen konnte. Schwiers (Dülken) bildet zusammen mit dem Kölner Kartenberg eine kampferprobte und ost siegreiche Mannschaft. Als Anwärter auf den Sieg im Mannschaftsrennen kommen aber auch die beiden spurtschnellen Harre- Schneider in Frage. Ein Aschenbahnspezialist ist aber vor allem der Partner des Gießeners Neumann, Kneller (Bonn). Der Partner von Heinrich Preis, der flinke Kölner Weiler, wird bei den Wertungen ein gewichtiges Wort mitsprechen. Aber auch sämtliche anderen startenden Mannschaften stellen Klasse bar. Wenn die beiden Gießener Fahrer ihre ganze Kraft und Ausdauer, die in ihnen steckt, in die Waagschale werfen, so sollte die Taktik und Spurtschnelligkeit ihrer Partner für einen Sieg ausschlaggebend sein. Sie Sanbball-Vegegnungen des Sonntags. Werbetag des Fachanites Handball. Der bereits abgesagte Mannschaftstag des Fachamtes Handball auf dem Mtv.-Platz in Gießen muß infolge der herrschenden Terminnot nun doch statt- ftnden. Damit gesellt sich zu den sonntäglichen großen sportlichen Ereignissen in Gießen eine weitere Veranstaltung, die über den Rahmen des Üblichen weit hinausgeht. Daneben nehmen die Spiele um den Aufstieg in die 1. Kreisklasse ihren Fortgang. In der S t a f - f«l 1 empfängt der Tv. Lich auf eigenem Platz den derzeitigen Tabellenführer To. Atzbach. Im Vorspiel mußte Lich eine überraschend hohe Niederlage einstecken, die uns auch diesmal schwarz sehen läßt. Die Staffel 2 sieht die Begegnung Dillenburg gegen Nauborn vor. Man darf gespannt sein, wer hier gewinnt, weil man in dem Gewinner ohne weiteres den zukünftigen Staffelsieger sieht. — Der Freundschaftsspielbetrieb ruht mit Rücksicht auf die Großveranstaltung in Gießen vollkommen. Welchen Zweck nun verfolgt der Gau mit der Durchführung des Mannschaftstages? Es gilt zunächst einmal zu prüfen, inwieweit sich die Spiel- ftäitfe in den einzelnen Kreisen geändert hat. Ein wesentlicher Grund ist auch darin zu suchen, neue Talente zu höheren Aufgaben heranzuziehen. Schließlich, und das ist mit die Hauptsache, soll mit derartigen Turnieren für die Sache geworben werden. Dafür, daß es nämlich zu ausgezeichneten Spielen kommen wird, garantieren die teilnehmenden Mannschaften und die ausgewählten Spieler. Es werden antreten: dkr Kreis 7 (Marburg) mit einer Mannschaft, der Kreis 8 (Gießen) mit zwei Mannschaften und der Kreis 11 (Friedberg) mit ebenfalls zwei Mannschaften. Sämtliche Spieler werden zunächst in einem auf dem Platz des Mtv. Gießen statt- findenden Lehrgang geschult. Danach rollt die Veranstaltung in Form eines Turniers nach Punktsystem ab. Sieger wird also, wer die meisten Pluspunkte erringt. Die Mannschaften des Kreises 8 werden einen schweren Stand haben, zumal sie beide nicht in allerbester Besetzung antreten können. Immerhin kann man zu den Männern Vertrauen haben, weil es fid) ohne Ausnahme um Könner handelt, die oftmals erprobt sind und die auch zum Teil schon 3U Spielen der Kreismannschast herangezoaen wurden. — Sehr stark ist im Augenblick der Kreis 11, der Zuwachs durch die Wehrmacht erhalten hat, während der Kreis 7 an sich schon schwächer ist. Der Hauptgegner für die Streitmacht des Kreises 8 wird also ohne Zweifel der Kreis Friedberg fein. Von der Kreisspielleitung sind aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Spieler folgende Mannschaften ausgewählt worden. Ob sie allerdings in dieser Aufstellung spielen werden, ist noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen, weil die Möglichkeit besteht, Auswechslungen vorzunehmen. Die Mannschaften des Kreises 8. ^-Mannschaft: Tor: Altmann (Münchholzhausen); Verteidiger: Hofmann, Krämer (beide Wetzlar); Läufer: Hahn, Michel (beide Hörnsheim), Holzkamp (Wetzlar); Stürmer: Allendörfer, Gipper, Will (sämtlich Lützellinden), Gierschmann (Wetzlar) und Diehmann (Münchholzhausen). ö-Mannschaft: Tor: Wenzel (Hörnsheim); Verteidiger: Röhrig (Holzheim), Grumbach (Münchholzhausen); Läufer: Mehl (Dutenhofen), Schlicht (W.-Niedergirmes), Reitz (Garbenheim); Sturm: Jakobi (Hörnsheim), Altenheimer (Lützellinden), Hels (Münchholzhausen), Wießner (Garbenheim), Erich Fay (Grüningen). Der Sportlag der SA.-Standarte 116. Der ursprünglich für den 22. Mai vorgesehene Standarten-Sporttag der Standarte 116, der damals wegen des drohenden schlechten Wetters abgesagt worden war, findet nun am morgigen Sonntag statt und sollte, wenn sich die Witterungsverhältnisse günstig gestalten, zu einem sportlichen Ereignis werden. Noch entsinnt man sich im Kreis der SA.-Kameraden gerne der sportlichen Wettkämpfe der SA., die im Vorjahre auf dem Universitätssportplatz stattfanden, der spannenden Schwimmwettbewerbe an der Lahn, der anregenden Wettkämpfe der Pionierstürme mit ihren Floßsäcken usw. Der morgige Sonntag wird für die Kameraden der SA. völlig mit Wettkämpfen 'ausgefüllt fein. In früher Morgenstunde starten die Mannschaften vom Hof der SA.-Standarte aus zum Marsch für den Wehrwettkampf, anschließend werden sich die Radfahrstreifen für ihre- Aufgaben auf den Weg begeben. Der Mannschafts- Fünfkampf wird im Laufe des Vormittags auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 ausgetragen, während die Pioniere an der Lahn mit ihren Hebungen und speziellen Wettbewerben beschäftigt sein werden. Zahlreiche Kameraden stellen sich den Startern zu Einzelwettkämp- f e n. Am Nachmittag wird man sich auf dem Platz der Spieloereinigung 1900 finden, wo folgende Wettbewerbe gestartet werden: Handgranatenweitwurf, 100-Meter-Lauf, 1500-Meter-Lauf, 400-Meter-Lauf, 6X100-Meter - Staffel und 4X100-Meter - Staffel. Ferner wird ein Fußballspiel zwischen den ersten Mannschaften der SA.-Standarte 116 und des VfB.-Reichsbahn ausgetragen werden. — Zu gegebener Zeit werden der ^Spielmannszug und der Musikzug der SA.-Standarte auf den Sportplätzen, auf denen sich die Wettkämpfe abspielen, musizieren. Den Abschluß des Tages wird ein Vorbeimarsch bilden. Voraussichtlich wird Obergruppenführer Becker le in Gießen weilen, um sich vom Stande der sportlichen Ertüchtigung der SA.° Kameraden unserer Standarte zu überzeugen. Das 2. Weidig-Vergsest in Vnhbach. Der DRL., Kreis Gießen, hat noch kein eigenes Bergfest. Er beschickt neben dem Feldbergfest deshalb in besonders starkem Maße die gauoffenen Bergfeste des Nachbarkreises Friedberg: das Hoherodskopf-Bergfest unLbas Weidig-Bergfest auf dem Schrenzer bei Butzbach. Der Reichsbundkreis Gießen ist auch wieder stark vertreten beim 2. Weidig-Bergfest, das nächsten Sonntag in Verbindung mit dem großen Wetterauer Sängerfest in Butzbach durchgeführt wird. Daß das Weidig-Bergfest, das aus Anlaß des 100. Todestages des hessischen Turnvaters und Vorkämpfers für die deutsche Einheit Fr. L. Weidig vergangenes Jahr vom DRL.-Kreis Friedberg begründet wurde, gut eingeschlagen ist uni) eine Zukunft hat, das beweisen die Meldungen zum diesjährigen Treffen der Turner und Sportler auf der herrlichen Taunushöhe. Noch stehen die Nennungen einiger Vereine aus, und das Meldeergebnis hat mit 732 Teilnehmern an den volkstümlichen Vier- und Dreikämpfen der verschiedenen Wettkampfklassen die Beteiligungsziffer des Vorjahres (615) schon ganz erheblich überschritten. Die Kampfrichter und Riegenführer eingerechnet, wird der Schrenzer am Sonntag also über 800 Turner und Sportler zur „Arbeit im Gewände der Freude" vereint sehen. Am stärksten besetzt ist der Dreikampf der Jugend-Unterstufe mit 202 Bewerbern. Es folgt der Dreikampf der Männer-Unterstufe mit 180 Teilnehmern. Nur 32 Nennungen liegen für den Vierkampf der Männer-Oberstufe vor, während der Vier- fgmpf der Jugend-Oberstufe 119 Meldungen aufzuweisen hat. In den Alterswettbewerben der Männer sind 90 Teilnehmer gemeldet, und in den Frauen-Wettkämpfen werden wir 109 Bewerberinnen am Start sehen. Von den 80 Vereinen, die an den Wettkämpfen teilnehmen, steht, obenan Tuspo Butzbach mit 49 Meldungen. Es folgen: Tv. Lang-Göns (27); Tv. Reiskirchen (26); T.- und Spielv. Eschbach (22); Spv. Nieder-Weisel (21); Jahngemeinde Ober-Ursel (20). Die Gießener Vereine haben zu den Einzelwettkämpfen die folgenden Meldungen abgegeben: Mtv. 18; Luftwaffen-Spv. 11; AR. 9 12; Postspv. 5; Ski-Klub 4. Spannende Kämpfe wird es bei deif Staffeln geben: Die 4X100-Meter-Pendel-Staffel um den Weidig-Wanderpreis (Verteidiger Mtv. Gießen) sieht folgende Mannschaften am Start: Mtv. Gießen, Tuspo Butzbach, Turnv. Heuchelheim, Luftwaffen-Spv. Gießen I und tl, Ski-Klub Gießen, Jahngem. Ober-Ursel, SA.« Sturm 23/222 I und II, 7./JR. 36. Die 10X100 - Meter - Pendel staffel der Jugend um den Moritz-Kuhl-Wanderpreis (Verteidiger Tuspo Butzbach) ist wie folgt besetzt: Tuspo Butzbach, T.- und Spv. Eschbach, To. Garn- bad)' Tv. Nieder-Weisel, Tuspo Nieder-Erlenbach. Die 4X100 - Meter - P e n d e l st a f f e l der Frauen um den Altbert-Wamser-Wander- preis (Verteidiger Tuspo Butzbach) wird bestritten von: Tuspo Butzbach, Mtv. Gießen, VsB.-Reichs- bahn Gießen I und II, Tv. Heuchelheim, Turnv. Dortelweil. Die Kämpfe werden nach einer Morgenfeier auf dem Schrenzer am Vormittag durchgeführt. Die Siegerverkündigung wird DRL.-Kreisführer SA- Obersturmführer Dtterbein (Friedberg) am Nachmittag auf dem Butzbacher Marktplatz vornehmen. :U: irtschast. Frübkartoffelabsahregelung 1938. Fwd. Die Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft hat im neuen RNDbl. eine Verordnung über den Verkehr mit bis zum 31. Aug. 1938 geernteten Kartoffeln (Frühkartoffeln) veröffentlicht. Die diesjährige Frühkartoffelabsatzregelung erfolgt grundsätzlich nach den gleichen Richtlinien, wie im Vorjahre. Nach der Anordnung wird die Absatzregelung für Speisesrühkartoffeln und Kartoffeln jeder Art der Ernte 1938, soweit sie bis einschl. 31. Aug. 1938 geerntet und in den Verkehr gebracht werden, dem zuständigen Kartoffelwirtschaftsverband übertragen. Dementsprechend wird auch das Inkrafttreten der Absatzregelung in einzelnen Anbaugeble- ten — den örtlichen Bedürfnissen entsprechend — von dem zuständigen Kartoffelwirtschastsveroand festgesetzt. Aus den in der Anordnung der Hauptvereinigung über geschlossene Anbaugebiete gemachten Hinweisen ist ersichtlich, daß die Bezirksabgabestellen die Frühkartoffeln treuhänderisch im Namen und für Rechnung des Erzeugers zu verkaufen haben. Auf dem Schlußschein muß demgemäß der Erzeuger bezeichnet sein, für dessen Name und Rechnung der 93er- fauf erfolgt. Während im Vorjahre noch die Be- zirksabgabestellen Zufuhr und Abgabe von Frühkartoffeln regeln konnten, ist in diesem Jahre allein der Kartoffelwirtschaftsverband zu dieser Regelung berechtigt, wobei er insbesondere auch eine Beschränkung hierfür verfügen kann. Mit der Wahrnehmung der Aufgaben einer Ortssammel- oder Be- Airksabaabestelle werden Verteilerbetriebe betraut, die während der Zeit ihrer Tätigkeit in der Frühkartoffelabsatzregelung keinen Geschäftsverkehr mit Frühkartoffeln auf eigene Rechnung ober Rechnung eines anderen Verteilerbetriebes betreiben dürfen. Sämtliche Lieferungen von deutschen Frühkartoffeln in Säcken oder anderem Verpackungsmaterial müssen mit einem von der Hauptvereinigung vorgeschriebenen, dauerhaft befestigten Anhänger versehen sein, der bei Lieferungen aus geschlossenen Anbaugebieten die zuständige Landesbauernschaft, den Erzeuger, den Verladetag und die Bezirks- abgabestellen, für Lieferungen aus nicht geschlossenen Anbaugebieten die zuständige Landesbauern- schaft, den Erzeuger, den Verladetag und den Käufer lesbar erkennen läßt. Frühkartoffel-Lieferungen in Säcken oder anderem Verpackungsmaterial ohne den vorgefchriebenen Anhänger dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. Auch in den nicht geschloffenen Anbaugebieten erfolgt die Frühkartoffelabsatzregelung in gleichen Formen wie im Vorjahre. Die Regelung findet keine Anwendung für deutsche Frühkartoffeln, die im eigenen Betrieb des Erzeugers verwendet, oder am Ort der Erzeugung bzw. in dessen nächster Umgegend unmittelbar dem Verbraucher zugeführt werden. Der Kartoffelwirtschaftsverband kann dabei bestimmen, was als Ort der Erzeugung oder dessen nächste Umgebung anzusehen ist. Mein-Mainische Börse. Millagsbörse schrvächer. Frankfurt a. M., 10. Juni. An der Börse nahm die Umsatzschrumpfung weiter zu. Die Grundhaltung zeigte eher eine schwächere Verfassung der Aktienmärkte, da im Gegensatz zu den Vortagen wieder ein gewisser Verkaufsdruck vorlag. In Erwartung der Ausführungsbestimmungen zur Anmeldung der Mischen Vermögen kam aus den sogenannten Auswandererkreisen erneut Material heraus, während Käuferschichten von Belang weiterhin an der Börse fehlen. Bei allgemeiner Zurückhaltung der Bankenkundschaft trotz aller günstigen Berichte aus den verschiedensten Wirtschaftszweigen überwogen in den Hauptwerten die Kursrückgänge. IG. Farbenindustrie setzten 1 v. H. niedriger ein, Metallgesellschaft 1,25 v. H. Deutsche Erdöl und Scheideanstalt behauptet. Von Auto- werten Daimler 0,90, Adlerwerke 0,25 v. H. schwächer, Maschinenwerte zumeist noch gehalten, aber Rheinmetall 0,50 o. H. leichter. Am Montanmarkt bröckelten Hoesch und Mannesmann eine Kleinigkeit ab, Rheinstahl setzten ihren Rückgang um 1,25 v. H. fort. Leicht erhöht waren Buderus und Klöckner. Außerordentlich still lag der Elektromarkt, wo überhaupt die Erstnotierungen mangels Interesse ausfielen. AEG., die in den jüngsten Tagen langsam anzogen, wurden etwa 1,50 v. H. niedriger genannt. Der Rentenmarkt zeigte keine Veränderung weder im Umsatz- noch in der Kursbildung. Kom- munal-Umschuldung sind etwas unter Vortagskurs mit 96,25 umgesetzt worden und waren auf dieser Grundlage noch angeboten. Städte-Altbesitz wieder 137,50. Oesterreichische Werte gut gehalten, die Treffer-Anleihe mit 339 (338) Mark je Stück etwas höher gesucht. Abendbörse sehr still. Die Abendbörse hatte einen sehr stillen Verlauf und wiederum nur geringfügige Umsätze zu verzeichnen. Nachdem bereits an der Mittagsbörse die Kurse größtenteils etwas zurückgingen, setzte sich im Abendverkehr bei einigen Papieren ein leichter Rückgang fort. So waren IG. Farbenindustrie gegenüber dem Berliner Schluß mit 160,25 (160,65), Mannesmann 113,50 (113,75), Gesftirel 146 (146,25), Hoesch 113,75 (114) zu hören. Auch der Rentenmarkt zeigte wieder das gewohnte ruhige Bild und unveränderte Kurse. Großbankaktien unverändert. Morgens Malzkaffee trinken heißt: den Tag gut beginnen/ VETTER MÖBEL jfks)®© Fernspr. 2138 Fernspr. 2128 40 3933 A Grünberg, den 9. Juni 1938. Der Bürgermeister: Krämer. 3956V Noch heute auefchnelöenunöeinfenöen! Aue Liebe unö Treue zu meinem Führer erkläre Ich mich bereit, einen Kameraöen bis gewünscht, öa es mir nur möglich Ift, Eigenhändige unö gut leserliche Unterschritt I th ‘ p.. Fordern Sie Angebot und Vorführung von bm k LASTWAGEN |Öie Sommermode bei I i Kurzfristig lieferbar! t; S da sollte hinterm Haus die gemütliche Ecke fertig sein mit den schönen und bequemen Gartenmöbeln, wie wir es schon lange vorhatten. Diesmal soll es aber bestimmt sein. Denn wie herrlich ist es, sich bei schönem Wetter draußen aufzuhalten und zugleich auch ein Plätzchen zu haben, wo man behaglich sitzen kann. Kommen Sie zu uns, wir beraten Sie und zeigen Ihnen Gartentische, Stühle und Bänke einzeln und in ganzen Garnituren wie sie von Ihnen gewünscht werden. Aber kommen Sie bald, damit Sie den Sommer rechtzeitig empfangen können. Robust und betriebssicher niedriger Anschaffungspreis Ihn In dieser Zeit aufzunehmen. (Wenn Nr.t nicht ausgefüllt Ift, kommt eine Belegung zu beliebiger Zelt In den Monaten Juni bis Oktober In Frage.) Mündlich können Sie e§ nur wenigen sggen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen (Sie e§ allen au© dem alten Reldwgeblet oder einem der neuen öfter» reichlichen Gaue Im Laufe des Jahres 1938 Im Sinne der „Bitler-Frelplay-Spende" als meinen Gaft aufzunehmen und zu betreuen, und zwar: 1. Der Urlauber wird von mir In den Monaten Juni bis Oktober zu einer beliebigen Zelt auf 14 Tage untergebracht und verpflegt. - Ich verlange aber, baß mir der Tag der Ankunft durch die NSV. 14 Tage vorher bekanntgegeben wird. L. Der Urlauber wird von mir in der Zelt vorn- Kreist _____ Beruf: Streße unö Nr.t Behnftation r Giessen Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen finden Sie die berühmten Elektro Leuchten- Radi o/ DAS GROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSE C Frankfurt a.M., Frankenallee 98-102, Fernsprecher 79347 ___ 4012D Baums sJreibig GfESSEN k Generalverlr. i Dieter Schein Ist euetutontlöen und tlntufenöen en: NSDAP., Geo Heffen.Neffeu, Amt für Volheroohlfehrt, Dermfteöt, Steubenplat ,7 J. B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarten Parkplatz, Fernsprecher 2145/2146 ZMI-M-AWkll'.Wk SWkW-MUMMM in Lanbach/Obevb. am DienStaa, dem 14. Juni 1938. Auftrieb von 7 bis 7.30 Ubr auf der Hülle. Laubach, den 9. Juni 1938. 3986° Der Bürgermeister: Högy. Kerientage auf 4£ylt Don Margarete Bote. Mit 20 Abbildungen nach Zeich. nungen von Helene Darges. Ein frohes Ferienbüchlein für alle, die auf der wunder» reichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. Die bekannte Heimatschriftstellerin erzählt im Plauderton für jung und alt von Dünen und Strand,Wattenmeer,Pflanzen- und Tierwelt, Vogelfreistätten und Naturschutzgebieten auf Sylt. Für die Jugend, die ihre Ferien am Strande der Nordsee verlebt» ist dieses Büchlein ein reizendes Geschenk. Preis kartoniert Reichsmark 0.90. Durch jede Buchhandlung zu beziehen! kjugoBermühler Verlag/Vln.-Lichterfelöe Wie schmutzig war die» Kleid vor dem Waschen 1 Und jetzt tote« so blütenfrtoch und duftig I Ja. farbige Weil- und Seidensachen werden durch die Persil - Kaltwäsche auf schonendste Welse gewaschen und gepflegt Es toi der besondere Vorzug der Kaliwäsche, daß Farben und Gewebe in ihrer Schönheit erhalten bleiben. Darum für alles, was waschbar tot:. die schonende Kaltwäsche mit Persil! Stoewer Greif, luftgekühlt, 6/34 PS tausendfach bewährt Ein Urteil von vielen: Ihre Geschäfts-Drucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Ge-_ schäftskarten Ihres Hauses beurteilt. — Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druckarbeiten. Wir bieten sie Ihnen I Brühl’sche Druckerei. Schulstraße 7, Anruf 2251 am Markt das Fachgeschäft für Damen- 39S9A und Mädchenkleidung / Hüte nach Maß von Optikermeister CARL LEISLER Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkassen. 766A NsiPhlüCCO von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder* lidLIIIduuü holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Mitglied der Elektro-Bemeinschaft Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzeile veröffentlicht ßetflüp: bringt die leichte Maßeiü!^ von fommerbad (Braunfels I Schwimmbad mit erwärmtem Quellwasser Luft-,Licht- u. Sonnenbad am Waldesrand. Auch Sonntags geöffnet In nächster Nähe der Obermühle, Schloßbrauerei. —_____ 4011V Familienname: Vorname: _ Wohnort: , Zuftellpoftamt: heiter, elegant und sehr preiswert. — Versäumen Sie nicht, unsere neue Auswahl, besonders in Kleidern und Blusen anzusehen. Unser herrliches MWMW ist ab beute geöffnet. HMD& CO Gießen: Bleichstr.26 Wetzlar: Braunfelser Str.61 CARL NOWACK GIESSEN INH- C-H-SCHLÜTER. SELTERSWEG 81 Malier P.P- a 8. 81 „hrt eine ieldearüg, robsi 92 CO» ° und eo ^fe?^oh,teu6 Gru®v 731A o Karl Egner P*fO A,X1 0 *■»* MW Nr. 154 viertes Matt GichenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) N./12.Znnl 1958 %< - Wirf 3 Der Streifendienst der Reichsbahn unterwegs Auch fahrenden Zügen gilt die Aufmerksamkeit des'Streifendienstes. dem Bahnkörper beläßt, ob ein Anschlußzug erwartet wird und der nächtliche Aufenthalt im Wartesaal zu Recht be- die nung und Gepflogenheit, wenn Landstreicher (die steht. Es kommt immer wieder vor, daß hier Beamten eingreifen müssen. Sommer und Winter und ohne jede Rücksicht auf das Wetter müssen die Beamten zu nächtlichen Stunden unterwegs sein. Meist ist auch ein Hund Bei der Inspektion abgestellter Wagen. Vielfältig ist der Organismus, aus dem sich der Betrieb der Reichsbahn aufbaut. Vielfältig find die Maßnahmen, durch die Ordnung und Betriebssicherheit gewährleistet werden. In vielerlei Funktionen sind Menschen tätig im stets unmittelbaren Dienst am großen Werk, am größten Verkehrsunternehmen Deutschlands. Fast selbstverständlich, daß die Reichsbahn, auch ihren eigenen Sicherheitsdienst hat, Polizei in eigener Uniform, die viele Aust gaben (im Dienst« der »Sicherheit der Menschen, die sich ohne irgendwelche Bedenken der Bahn anvertrauen. oder aber der Güter, die der Bahn zu treuen Händen zur Beförderung übergeben werden) zu erfüllen hat. Aus Erfahrung weiß man, daß die Deutsche Reichsbahn das ihr entgegengebrachte Vertrauen zu Recht genießt. Wer Gelegenheit haben könnte, Beamte der Bahnpolizei auf ihren Dienstgängen zu begleiten (so wie uns die Gelegenheit Am Streckenfernsprecher. Wagen nächtigen, die sich an Güterwagen unbefugt zu schaffen machen wollen, die um die Güterhallen der Reichsbahn herumstreichen und nach Gelegenheiten spähen, sich an anderer Leute Güter zu bereichern. Und hier stehen wir mitten' in den Aufgaben -der Bahnstreife. Denn es ist wider die Ord- dabei, ein wichtiger Helfer und Begleiter. Er spitzt die Ohren, lauscht, sieht, empfindet — früher als der Mensch es vermag — mit scharfen Sinnen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Durch sein Verhalten fordert der Hund zu gesteigerter Aufmerksamkeit heraus. Bei der Wageninspektion ist der Hund ein unersetzlicher Helfer. Die Hunde sind für ihre Arbeit sorgfältig vorbereitet, greifen ohne den Befehl ihres Herrn niemanden an, gehorchen aufs Wort! Die Beamten sinü für ihren Dienst eingehend geschult. Sie beherrschen moderne Kampf- und Der- teidigungstechniken, und es wäre wenig ratsam, ihnen mit gewalttätigen Absichten nahekommen zu wollen. Und bann ist außerdem noch die Waste da! Sportliche Uebungen halten sie bei voller Leistungsfähigkeit, und die Dienstgänge bei Wind und Wetter haben sie widerstandsfähig gemacht. Die'Beamten, die im Bahnhof. Gießen stationiert sind, kennen jede Bahnstrecke in ihrem Dienstbereich, jeden Bahnhof und jede Haltestelle. Alle Unterführungen, alle Wege und Stege, die sich in der Nähe der Bahnstrecke befinden, sind ihnen vertraut, und so können sie, wenn sie bei einem Blick den Schienenstrang entlang etwas Auffälliges bemerken, im Nu zur Stelle sein. Sie behalten auch die fahrenden Züge im Auge, und wenn sie etwas bemerken, was vielleicht die Betriebssicherheit gefährden könnte, dann verständigen sie mit Hilfe des Streckentelephons die zuständige Dienssttelle. Auch eine erzieherische Aufgabe haben die Beamten zu erfüllen. Sie haben auf die Jugend zu achten, die zu Uebermütigkeiten neigt und sich im Eisenbahnwagen gerne an Dingen vergreift, die unbeschädigt bleiben müssen. Der Bezirk, der durch die in Gießen stationierten Beamten der Bahnpolizei erfaßt werden muß, ist verhältnismäßig groß. Er umfaßt die Main- Weser-Bohn, die Lahnbahn. Teile des Westerwaldes, Teile der Bahnstrecken in Oberhessen, aber auch der Bahnlinie nach Siegen. So steht der Betrieb, so stehen die Anlagen der Reichsbahn dauernd unter den wachsamen Augen der Beamten des Streifendienstes. Der sensationellen Ereignisse gibt es über Jahr und Tag oft nur wenige. Wohl aber wird durch Wachsamkeit mancher Schaden verhütet, der vielleicht aus kleinster Ursache entstehen könnte. Und dieser Wachsamkeit verdankt nicht zuletzt die Reichsbahn zu einem Teil jene Betriebssicherheit, die in der Form des Vertrauens der Reisenden so fest im Bewußtsein unseres Volkes verankert ist. N. gegeben worden war) würde erneut erfahren, daß man sich bei der Reichsbahn aller Verantwortung den Menschenleben und Gütern gegenüber bewußt ist Wenn auch der Dienst der Bahnpolizei, der Streifendienst, unmittelbar praktisch ist, so treten die Beamten doch verhältnismäßig selten für den Fahrgast in Erscheinung. Hm und wieder sieht man die Uniform auf dem Bahnsteig, ober sieht man oen Beamten im fahrenden Zug, wie er prüfenden Blicks durch den Wagen streift. Es liegt am System, daß das reisende Publikum den Bahnpolizeibeamten so verhältnismäßig selten zu Gesicht bekommt. Der größte/ Teil der dienstlichen Verpflichtungen liegt ip der Nachtzeit! - Am Tage ist alles offenbar, und unter vielen offenen Augen kann Unrecht ober Vergehen weniger leicht geschehen. Die Dunkelheit ist ber Freund berer, bie es nicht gut meinen! jDie Dunkelheit ist vor allem ber Freunb berer, bie vielleicht in abgestellten wegen aber bie sich gar an Einrichtungen zu schaffen machen, die bem Signalwesen ober ber Betriebssicherheit bienen. Wer auf bem Bahnkörper angetroffen wirb unb bort nichts zu suchen hat, sich mit unkontrollierbaren Absichten bort aufhält, muß sich ausweisen können, wirb vielleicht sogar festgenommen, wenn er keinerlei Ausweispapiere bei sich hat. Eine befonbere Wachsamkeit gilt aber auch ben Einrichtungen auf solchen Haltestellen und Nebenstrecken, bie währenb einiaer Stunben ber Nacht unbesetzt sind und deshalb besonderer Bewachung bedürfen. Da tauchen denn die Beamten (immer je zwei sind unterwegs) ganz unerwartet und zu immer anderen Zeiten auf und sehen nach dem Rechten. Auch in die Wartesäle wird ein Blick geworfen. Ein Wartesaal ist schließlich kein Schlafsaal! Wer sich im Wartesaal über mehrere Stunden aufhalten will, muß sich, wenn es der Beamte verlangt, mit einer Fahrkarte ausweisen können, die ja erkennen in unserem Vaterlande ja glücklicherweise immer weniger werden) in Personenwagen oder in Güterwagen auf einsamen Bahnhöfen unb auf Abstellgleisen übernachten wollen. Die Reichsbahn hat außerbem alles Interesse baran, bie ihr überlassenen Güter vor bem Zugriff diebischer Hände zu bewachen, und so ist es benn eine Hauptaufgabe bes Streifenbienstes, immer roieber unb in zeitlichen Abstänben auf vielen Äontrollgängen bie Wagenreihen zu inspizieren unb bie Güterhallen nachzusehen, ob sie orb- nungsgemäß zu Stunben ber Nacht verschlossen sind. Darüber hinaus gibt es aber noch manche andere Aufgabe. Es gilt auf diejenigen zu achten, die sich unbefugt auf Mit dem Schrankenwärter wird manche Beobachtung ausgetauscht. Die Plomben an Güterwagen werden überprüft. (Aufnahmen (5j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die geheimnisvolle Bohne. 25on Wilhelm Scharrelmann. Meine Mutter bewahrte zu Haufe in ihrem Knopf- beut-el eine merkwürdige Bohne auf. Sie war so groß wie eine kleine Kartoffel, ein wahres Biest von einer Bohne, und dabei so köstlich an Wohlgeruch, daß alle Gewürze Indiens dagegen nicht aufgetommen wären. „Das ist eine Tonkabohne", erklärte mir meine Mutter und schon an der Andacht, mit der das Wort ausgesprochen wurde, war zu erkennen, was für einen Schatz diese Bohne darstellte. Ich habe nie wieder ein Wort so aussprechen hören — höchstens Koromanbel. Aber Koromanbel lag in sagenhafter Ferne, unb bie Tonkabohne präsentierte sich als ein ireifbar nahes Wunder unb hatte überbies einen Namen, ber beinahe noch schöner klang als Koromanbel. Er tönte wie eine alte Glocke, die dem Leithammel einer Schnuckenherde draußen in der braunen Heide jahrelang am wolligen Halse gehangen hat... Tong tong ... Es war fabelhaft. - Sie hatte überhaupt Eigenschaften, die Tonkabohne! Wenn meine Mutter ben Knopfbeutel auf dem Tische umstürzte und die 3678 Knöpfe, die darin waren, über die Platte kollerten und der eine, der gerade gesucht wurde, sich wieder einmal nicht darunter befand und man sich darum damit begnügen wußte, einen möglichst ähnlichen dafür zu finden — die Tonkabohne war jedesmal und sofort zur Stelle. Schwarz und glänzend fiel sie jedem sofort ins Auge und überstrahlte durch ben Glanz ihrer geheimnisvollen Erscheinung selbst ben Schimmer ber großen Perlmutterknöpfe, von ben beinernen, gläsernen und metallenen Brüdern der Familie Knopf nicht zu reden. Gewiß, auch unter ben Knöpfen gab es Märchen und Wunder, aber selbst der schönste Knopf war ohne Dllst und konnte es in keiner Weise mit der Tonkabohne aufnehmen. An ihr riechen zu dürfen, war ebensoviel wie eine Tasse Schokolade angeboten zu bekommen, und das will etwas heißen, denn Schokolade gab es zu unserer Kinderzeit vielleicht in zwei Jahren einmal. Uebrigens, fällt mir ein, könnte man noch eher sagen, daß sie nach Vanille duftete. Aber das kann ihren Wert nur erhöhen. Vanille kam noch vor Schokolade. Unbedingt. Eines Tages — meine Mutter hatte, mit einer Näharbeit beschäftigt, soeben wieder einmal den Knopfbeutel hervorgeholt und auf dem Tische umgestürzt, um für einen abgerissenen Knopf an meiner Zacke einen möglichst ähnlichen zu suchen — war die Tonkabohne verschwunden, weg, spurlos davon, als hätte die Tischplatte sie verschluckt. Ich suchte und suchte, rührte den ganzen Knopfhaufen um und um und guckte mir die Augen nach ihr aus, aber die 3678 Knopfgesichtsr grinsten nur. "Zch hatte doch immer eine Tonkabohne zwischen ben Knöpfen?" meinte meine Mutte und wunderte srch. Ich war fünf Jahre alt und hätte das Heulen kriegen können. Die Tonkabohne! War so etwas möglich? Selbst der Kreisel, den ich mir aus meinem Knopfe machen durfte, stillte meinen Kummer nicht... Ich weiß nicht, ob bie Kunst einen solchen Kreisel zu machen, heute nicht längst in Vergessenheit geraten ist. Man schält einen Knopf aus seiner Stoffumhüsi lung unb spießt ihn auf ein Zünbholz, unb wenn man es bann versteht, ihn zwischen ben Fingern zu zwirbeln unb im rechten Augenblicke loszulassen, surrt unb tanzt er wie ein Derwisch. Die Tonkabohne! Ich konnte kaum einschlafen dar- über unb selbst in ben Traum hinein verfolgte sie mich: ich lag ber Länge lang auf bem Fußboden unseres Wohnzimmers und spähte unter die Möbel. Richtig, da lag sie ja, hinter bem linken Dorberbein ber alten Mahagonikommobe. Haha! Sie hatte wohl keine Lust mehr, zwischen ben alten Knöpfen zu liegen? Eine selige Freube burchrieselte mich, unb vor Entzücken wachte ich auf. Verwunbert richtete ich mich im Bette auf und starrte mit großen Augen in bie monbhelle Kammer. Alles war still, beklommen unb rätselhaft still... Der Schatten bes Fensterkreuzes lag so hart unb scharf auf hen Hellen Dielen bes Fußbobens, als hätte es ein Maler mit bunfler Farbe barauf gemalt. Aber ba — was war bas? Ein Ton erscholl jetzt in ber Stille unb stanb wie ein Wunber, befrembenb unb groß in bem stillen Hause auf, stieg unb senkte sich roieber, von einer so rätselhaften Schwermut getragen, baß ich barunter erschauerte. Jemanb fang ein Lieb, bas ich nicht kannte unb mich doch mit seltsamer Gewalt berührte... Es war bie Stimme meines' Vaters, weich unb tief unb von einer solchen Fülle im Ton, baß mir bas Herz barüber stillstehen wollte. Nie hatte ich meinen Vater so singen hören. Ich weih nicht mehr, welches Lieb er sang. Es war auch nicht bas Lieb, es war ber Ton feiner Stimme, ber in mein traumerfülltes Herz fiel, ber Ton ber Schwermut unb eines hoffnungslosen Leibs. Vor Erregung erbebenb, stanb ich auf, tappte burch die Kammer, während die Kälte mit eiskühlen Händen an meine Brust griff, schlich die Treppe hinab und guckte durch das Schlüsselloch in das Wohnzimmer. Drinnen saßen meine Eltern im Schein der alten Petroleumlampe versunken und still miteinander am Tisch. Mein Vater wendete mir den Rücken zu, so daß ich sein Gesicht nicht sehen konnte ; — aber ich hörte ihn ja, und ber Ausbruck ber Klage, bie aus seinem Gesänge sprach, fiel mit jebem Tone stärker in mein Herz unb füllte es mit einer unsäglichen Trauer. War es möglich, daß mein Vater, ein Mann, der nach meiner kindlichen Meinung alles wußte und alles konnte, der stärker war als alle und den alten hölzernen Koffer auf dem Hausboden, der mit eisernem Werkzeug gefüllt war, unb, ben ich nicht um einen Zentimeter zu rücken vermochte, wie ein Spielzeug in bie Höhe hob — war es möglich, baß biefer Mann von Schmerz und Trauer erfüllt war und tiefer darunter litt, als ich jemals gewußt hatte? Was um alles in der Welt konnte es fein, das ihn so traurig machte? Nein, ich wußte damals noch nichts von den zerstörten Hoffnungen eines Lebens, wußte nichts von dem Druck der Entsagung und der Gewalt des Schicksals, von Verlust und schwerer Zeit, — ich wußte nur eins: die Tonkabohne! Nur sie konnte die Ursache sein, daß er so traurig war. Mit einem Ruck öffnete ich die Tür, und mit dem Ruf: „Sing nicht mehr — ich weiß, wo sie ist!" kniete ich vor der Makagonikommode nieder, fand die Tonkabohne an ber Stelle, wo ich sie im Traum gesehen hatte unb drückte sie meinem Vater, zitternd vor Freude, in die Hand. Mein größeres Hans. Von Zosef Marlin Bauer. Mein Zimmer reicht — bitte, bestreiten Sie es mir nicht! — bis zpm Zaun des Nachbargrundstückes, und wenn dort drüben jetzt der Roggen in die Halme schoßt, nehme ich auch die Welt jenseits des Zaunes noch zu meinem Zimmer. Alles, was da vor der Fenstertüre liegt, ist mein größeres Haus. Beim Bauen schon, als ich mir endlich diesen Wunsch erfüllen durfte, wurde der Garten mit ins Haus hereingebaut. Ich baute alles zu ebener Erde mit einer breiten gedeckten Terrasse nach dem Garten hin, und dort erst gibt es die ersten zwei Stufen, wo bas Haus noch nicht zu Ende ist und der (Sorten schon begonnen hat. An jedem schönen Tag sind alle Fenstertüren der Wohnräume zum Garten hin geöffnet, unb bann habe ich ben Garten wirklich im Haus. So hatte ich es immer gewünscht, unb so ist es geworben. .Wenn ich, für einen Augenblick ermübet, von ber Arbeit aufstehe, trete ich unvermittelt unb ohne jene Hindernisse, bie man immer roieber trennenb zwischen Garten unb Haus stellt, vor mein Rosenbeet unb muß bann roieber, weil bies nun einnial meine vielgeschmähte Leibenschaft ist, die Triebe beschneiden, um mich dann unvermittelt wieder an den Tisch zu setzen, wo die Arbeit meiner roarret. Sie mag oft lange warten. Denn eben treiben die Rosen ihre ersten Knospen, unb ehe roieber vier Wochen vergangen sinb, barf ich an jebem Morgen einen Arm voll Rosen schnei- ben. Der Rotborn öffnet eben jetzt bie ersten dunkel- roten Blüten, jeder Strauch hat angesetzt, nur zweie nicht, unb bie sinb jetzt bie Sorgenkinder. Langsam schließt sich ber Liguster zur Hecke, bie Pappeln an ber Straße wachsen kühn bem Himmel zu. Nur ber Walnußbaum ist träge unb schiebt nur mühsam feine ersten Knospen. Dafür haben die Haselsträucher schon im Vorjahr ihre ersten Nüsse, benn sie wuch- sen ja auf meinem Boben. Schmerzlich war es mir, baß ich ben Flieber beschneiden uyb ihm bie Blüten nehmen mußt, bie boch nur sein Tob gewesen wären. Die Päonien entschädigen mich dafür, weil sie im ersten Jahr schon dicke Blütenknöpfe tragen. Ich weiß es, wie das Gras wächst, aus einem zarten dunkelbraunen Hals, drei Wochen, nachdem es gesät wurde. Dem Pfeifenstrauch sehe ich zu, wie er mühsam die stecknabelgroßen Blättchen schiebt, die doch so groß werden sollen wie ein Hut. Und ein wunderliches Geißblatt macht spannenlange Triebe, die dann Blüten tragen werden, rot und gelb und fett. " Vielleicht das Wunderbarste aber ist der Roggenacker drüben, wo der Halm jetzt in die Siebte schoßt. In einer Woche wird der Roggen blühen, jenseits des Zaunes zwar und doch nicht so weit weg, daß nicht der graue Blütenrauch zu mir ins Zimmer fliegen konnte. Das sind bann erst bie wundersamsten Tage, bie ich erleben barf im größeren Haus. Schafe ... Seit einer halben Stunde warten wir auf Heinz R ü h m a n n. Er soll in einer Stunde auftreten. Mußte er wieder sein Flugzeug benutzen? Konnte er nicht mit der Bahn kommen? Wir stehen und recken die Hälse. Keiner will seine Befürchtungen merken lassen. Der Kollege von der Presse arbeitet im Geiste bereits an einem Rühmann-Nekrolog. Da brummt es in ben Lüften. Ein Sportflugzeug nähert sich bem Flugplatz, unb nach fünf Minuten steht Rühmann vor uns, ein Pilot ber Lüste comme il laut. „Verspätung? Entschulbigung. Kleines Inter- mezzo. Unterwegs furchtbaren Hunger. Frühstücksbrot in ber Tafche. Aber beide Hände am Steuer nötig. Unter mir grüne Ebene Bei Wittenberge. Also runter, frühstücken Lande also. Dicht neben einer Schafherde. Der Schäfer steht wie vom Donner gerührt. Ich also hin. „Tag, Herr Schäfer, was machen die Schafe? Was kostet die Wolle?" Der Mann steht da und schweigt. So was von Schweigen noch nie erlebt. Kein Wort kommt aus ihm raus. Ich stopfe mir den letzten Bissen rin und steige wieder in meine Motte Und hoch. Gucke mal runter. Der Schäfer steht auf dem Fleck, auf dem das Flugzeug stand. Steht da und staunt. — Komisch. Mitten in Deutschland ..." Wir fahren in die Stadt. Gehen in ein Lokal essen. Die Kellnerin ist fassungslos. „Sie sehen genau so ulkig aus wie im Film." Eine Frau tritt vom Nebentisch heran: „Gott, diese Aehnlichkeit!" schreit sie. Rühmann gibt zurück: „Schon viel Aer- ger damit gehabt." Unb sehnt sich nach dem Schäfer. Und nach d§n Schafen. . tu* Kür den Bückeriisch Di kleidet, eine zutreffende Darstellung erfahren kann. Ser Fr. W. Lange. Historie von der Magdeburgischen Hochzeit. von Hans Thyriot. Der Untergang eines Kaiserreiches f b“ 0 Politik und Kriegführung pupp, sich als her entfdjeibenfte und ;°sahrlichst° chm am tzase und bei den-L.l°ndr°7',-Hr Dr. Fr, W. Lange, Gegner einer deutschen Aktion im Kaukasus. Er läßt alle Gegenminen springen, nicht zuletzt führt n e B n a ent« des das dort eine l j ; 9 o d k L o! d b h o 1 t r, a e 9 9 fi in bei alle c gemeir Füi uns g Deine Treue übrige stellen wenn kein anberfi bene j wir drein Do! Massen SU schi Zehnto in ha Lieb unter ein D dieser Di De gim har bet im . störr krie wüt pä!s< Gui auf stehe kem,l was deute seine! geseh Tod rials, Volk s-ho, Holl sorgfältigem Quellenstudium fußende und von außergewöhnlicher Belesenheit zeugende Darstellung der weltpolitischen Lage und der damit im engsten Zusammenhang stehenden im Auslande herrschenden Ansichten über den Luftkrieg der Zukunft, dessen ungeheure Gefahren für die Gesamt« beoölkerung der kriegführenden Staaten von allen Sachverständigen bei manchen Abweichungen des Urteils im einzelnen ebenso anerkannt werden, wie seine vielleicht ausschlaggebende Bedeutung für die allgemeine Kriegführung, ja für den Kriegsausgang überhaupt. Der Verfasser bespricht die strategischen Aufgaben der Luftwaffe, den Einsatz von Fallschirmtruppen und Luftinfanterie im Hinterland des Gegners und die materialtechnische Grundlage der Luftwaffe, die um so bedeutungsvoller ist, als alle Erfahrungen in Spanien z. B. darauf hindeuten, daß auch Der Zukunftskrieg ein,Lermürbungskrieg" wird, in dem derjenige Sieger bleibt, der den längeren Atem hat. Besonders fesselnd sind dann die Probleme erörtert, die für jede Großmacht aus den besonderen luftraumpolitischen Gegebenheiten erwachsen. Zahlreiche instruktive Kartenskizzen und übersichtliche Tabellen erleichtern auch dem. Laien dos Eindringen in esn Problem, das heute nicht mehr eine Angelegenheit der militärischen Fachwelt bleiben darf, das aber nur aus der Feder von so gründlichen Sachkennern wie Schüttel, aller Phantasterei hemmungsloser Bierbankstrategen ent- 0tiW Öion 0« Oh”V --WaltherPenckiDurchSandwüsten " A en her. ®in Deutscher auf oo"