(lr.86 Erstes Blatt 188. Jahrgang vienrtag, 12. April 1938 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/tUI)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von 70mm Breite bORpf.,Platzoorschrist nach oort). Dereinbg.25^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: krschetm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte (BteRenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühlsche UnioerfitStsdruckeret «.Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschSftsftelle: Schulstrahe 1 Stellen», Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Belehrtes Ausland. Daß Adolf Hitler der gesamtdeutschen Nation Cisen ins Blut gab und daß sich die Deutschen am Sonntag zum Führer und damit zu ihrer weltgeschichtlichen Mission bekannten, hat das Ausland an und für sich nicht überrascht. Nur die Größe des Triumphes hat die Welt in Erstaunen gesetzt. Der Eindruck ist um so tiefgehender, als er mit den politischen Vorurteilen, die in gewissen demokratischen Zeitungen kultiviert wurden, nicht übereinstimmt. Im Sturm der nationalen Begeisterung und Pflicht sind die Mißvergnügten geradezu atomisiert worden, stellt sogar die französische Presse fest. Hatte man nicht vielfältige Hoffnungen auf den „selbständigen Charakter Oesterreichs", auf die ehe- v maligen Marxisten und Kommunisten, Zentrumsleute und sonstige Ueberbleibsel gesetzt? Die englische und französische Presse war vor der Wahl voll von Stimmen, die sich „im Namen der Freiheit" mit diesen angeblichen Rudimenten einer vergangenen deutschen Epoche beschäftigten, und jüdische Hetzfedern taten das ihre. Heute herrscht darüber Schweigen im ausländischen Blätterwalde, und man erkennt, daß das deutsche Volk in einer Freiheit stimmte, wie sie in den ausgepichten Demokratien nicht größer sein kann. Alle Zeitungen, die englischen und französischen voran, betonen, daß die Geheimhaltung der Abstimmung durchaus gewährleistet war, daß auf niemanden irgendein Druck bei der Abstimmung ausgeübt wurde, daß aber die „heilige Pflicht", wie der Pariser „Jour" meint, ein „stolzes Volk" — so die „Epoque" — am Tage der Wahl einhellig für Adolf Hitler eintreten hieß. Bemerkenswert ist, daß die englischen Berichterstatter, die der Abstimmung der Deutschen in England a u f dem "KdF. - Dampfer „W i l h e l m G u st - l o f f" beiwohnten, die demokratische Art der Wahl rühmen. Das geschieht sogar im Labourorgan „Daily Herold" und im sattsam als deutschfeindlich bekannten „News Chronicle", wobei das liberale Blatt feststellt, der Korrespondent habe noch niemals ergreifendere Szenen von Massenfröhlichkeit gesehen. Wenn das Pariser „Petit Journal" die Einstimmigkeit z. B. der Wählerschaft des romantischen Rothenburg ob der Tauber hervorhebt, und „voll Bewunderung" dafür ist, so fehlt doch in den Leitartikeln der Auslandspresse, abgesehen von polnischen, belgischen, skandinavischen und siüstlawrschen Stimmen, die Anführung der nackten Tatsache: Großdeutschland hat auf demokratischem Wege sich zum Anschluß und zur Politik des Führers in einem Maße bekannt, wie es bisher in der Geschichte noch niemals da war. Kein Staatsmann der Demokratien kann sich auf so einmütige und. so demokratisch zustandegekommene Willensäußerung der gesamten Nation stützen. Entweder wird ein demokratischer Gesamtwille künfttghin auch in den großen Demokratien geachtet, oder diese angeblichen demokratischen Vorkämpfer machen sich des Bruches ihrer .Heiligsten Ueberzeugungen" schuldig, wie es so oft geschah, wenn es sich „nur" um Deutschland handelte ... Die liberale „Politiken" in Kopenhagen sagt, was die anderen Weltblätter verschweigen: Großdeutschland sei Tatsache, nur eine egoistische Furcht der Versailler Mächte habe bewirkt, daß es nicht früher und in anderer Form geschah. Was man 1919 beschlossen habe, um Deutschland niederzuhallen, sei zu einem Siege Hillers geworden, und darin liege eine politische Lehre. Wir glauben, darin liegt die Lehre, die gerade die Demokratien beherzigen sollten, daß man sich nämlich nicht ungestraft dem deutschen Dolkswillen entgegensetzen Darf, wie es heute noch z. B. in der Tschechoslowakei und im ehemaligen Deutsch-Südwest-Afrika geschieht. Wenn die Londoner „Times" jetzt plötzlich entdeckt, der österreichische Anschluß sei niemals eine Schranke gegen eine deutsch-englische Verständigung gewesen, so genügt der Hinweis darauf, daß gerade dieses Wellblatt bis zuletzt für das „arme, vergewaltigte und brutalisierte Oesterreich" eintrat wie einst für „poor Belgium“ und daraus zwischen den Zeilen die Folgerung zog, so lange der Führer bei „d i e - f e n Methoden" bleibe, könne man sich nicht mit Berlin verständigen. Nun, auf diese Methoden gab frei und einmütig Oesterreich die Antwort ... rt. Auf dem „Wilhelm Gustlosf". Bewundernde Anerkennung der englischen Presse. London, 11. April. (DNB.) Einen großen Eindruck hat, wie ein Blick in die Londoner Presse ergibt, die Abstirnrnungsfahrt des neuen KdF. - Schiffes „Wilhelm G u st l o f f" hinterlassen. Zahlreiche englische Journalisten, die an Bord des Schiffes Gelegenheit hatten, die Wahlhandlung in allen Einzelheiten zu verfolgen, berichten spaltenlang über ihre Eindrücke und schildern hierbei auch das schöne Schiff. Sie find ohne Ausnahme begeistert und heben die Unparteilichkeit und absolute Korrektheit des Abstimmungsoorganges hervor. „Daily Telegraph" unterstreicht, daß die Abstimmung völlig geheim gewesen und keinerlei Zwang ausgeübt worden sei. Diese Feststellung ist insofern bedeutsam, als man in England nicht selten das Gegenteil behauptet hatte. Die britischen Pressevertreter hätten sogar Gelegenheit gehabt, der Zählung der abgegebenen Stimmscheine beizuwohnen. „Daily Mail" schildert die ausgezeichnete Unterbringung auf dem Schiff und die Gesellschaftsräume. Das Sonnendeck fei größer als ein Fußballplatz". Der Korrespondent des marxistischen „Daily Herold" erklärt, die Fahrt auf dem „Wilhelm Gustlosf" sei wie ein Sonntagsausflug GroßdeuWands Vekenninis zu Adolf Wer im Wo der Welt. Gin einzig dastehendes Ergebnis. Die italienischePresse voller Bewunderung. Rom, 11. April. (DNB.) Die fast 49 Millionen Ja-Stimmen, fo sagen die römischen Blätter in ihren ersten Kommentaren, sind nicht eine Abstimmung schlechthin, sondern vielmehr ein Volks- bekenntnis in des Wortes wahrstem Sinne. „Tribun a" sagt, das Ergebnis der Volksabstimmung in Oesterreich werde von Italien mit größter Sympathie begrüßt, ebenso wie es alle die Staaten tun werden, die die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens aufrichtig wünschten. Das halbamtliche „G i o r n a l e d ' I t a l i a" schreibt, für jedermann, der die Realität der Dinge zu sehen vermöge, sei dieses Volksbekenntnis die Bestätigung einer geschichtlichen Notwendigkeit, die wohl verzögert, aber durch nichts auf die Dauer hätte verhindert werden können. Diese Tatsache verstehen, heiße der Gerechtigkeit dienen sowie der Ordnung und damit dem Frieden und dem Wiederaufbau Europas. Der Mailänder „Ambrofiano" meint, Italien könne die geschichtliche Tragweite des Großdeutschen Tages voll ermessen. Es sehe darin nicht wie einige europäische Länder eine Gefahr oder Bedrohung, sondern die Motive für eine verstärkte Hoffnung, daß in Europa ein gerechter und gefestigter Friede einziehen werde. „M e f s a a g e r o" betont, Oesterreichs einstimmiges Ja habe auch die höchsten Erwartungen übertroffen. Es fei eine so positive Willenskundgebung, wie sie stärker und geschlossener vom nationalen Gewissen und nationalen Einheitswillen nicht hätte gegeben werden können. Besonders erwähnt das Blatt die Beteiligung des Kardinals I n n i tz e r. Bezeichnend sei auch das hervorragende Wahlergebnis des erst vor kurzem ins Reich zurück- gekehrten Saarlandes. — Der Mailänder „Corriere della Sera" spricht von einer totalitären Billigung des Anschlusses und stellt die Dankerklärung Adolf Hitlers an das deutsche Volk in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Nichts erinnere mehr an die wüsten Wahlen in der weit zurückliegenden Zeit vor der Machtergreifung, als Deutschland in 37 Parteien und Kandidatenlisten zerspalten war. Aus der Rede des Gauleiters Bürckel im Wiener Konzerthaus werden die markantesten Sätze wiedergegeben. — Die „Stamp a" London, 12. April. (DNB. Funkspruch.) Das Hauptinteresse der Londoner Morgenpresse konzentrierte sich am Dienstag morgen auf die baldige Unterzeichnung des eng'lisch-italienl- schen-Abkornmens. „Daily Telegraph" erklärt, man hoffe in London, daß das Abkommen spätestens am Donnerstag unterzeichnet werden könne. Ein Zusatz-Abkommen sehe das Inkrafttreten des Vertrages zu einem gegenseitig zu vereinbarenden Zeitpunkt vor. Die britische Regierung bestehe darauf, daß das Abkommen nicht inkraft- treten könne, bevor nicht die italienischen Freiwilligen aus Spanien zurückgezogen seien in Uebereinftimmung mit dem vom Nichteinmischungsausschuß getroffenen Abkommen, men. Von den Dokumenten, aus denen sich das Abkommen zusammensetze, befasse sich eines auch mit der Zukunft Palästinas. Italien habe sich geweigert, England einen Blanko-Scheck zu geben, bevor nicht der Bericht der Palästina-Kommission vorliege. Ein anderes Dokument befasse sich mit der Frage der britischen und italienischen Interessen in Arabien und dem östlichen Teil des Roten Meeres, es enthalte eine volle Anerkennung des britischen Hinterlandes von Aden. Der unter dem Namen Clyton-Abkommen bekannte Geheimvertrag hinsichtlich des möglichen Eingreifens dritter Mächte in die beiderseitigen Interessensphären in Aratzien werde durch das Dokument bestätigt werden. Das Abkommen über Aethiopien beziehe sich im besonderen auf die Festlegung der ost- afrikanischen Grenzen. In einem Sonder- gewesen. Ein deutsches Mädel erklärte ihm, der „Daily Herald" sei Gift, weil er nicht die Wahrheit über Deutschland schreibe. Der Wahlakt ging vollkommen ordnungsgemäß vor sich. Man habe keinen Versuch gemacht festzustellen, wie die Wähler im einzelnen abgestimmt hätten. Im „News Chronicle" verzeichnet Cummings die freudige Stimmung an Bord des KdF.-Dampfers. Jedermann und jede Frau hätten vor Stolz und Freude gestrahlt. Er habe noch niemals eine ergreifendere Szene von Massenfröhlichkeit gesehen. Niemand könne behaupten, daß diese Freude nicht spontan gewesen sei. Er habe mit vielen Deutschen ge- prochen und später Gelegenheit gehabt, die Ab- timmung zu beobachten. Sie sei tatsächlich geheim gewesen. Sämtliche Blätter bringen Dutzende von Bittrem von Bord des „Wilhelm Gustlosf". Ein bezeichnendes Abstimmungsergebnis ! Berlin, 11. April. (DNB.) An Bord des Panzerschiffes „Admiral Scheer", das im italieni- fchreibt, die deutsche Abstimmung stehe hinsichtlich der Beteiligung als auch der Zahl der Ja-Stimmen in der Geschichte der Volksabstimmungen der ganzen Welt ohne Beispiel da. Die bisherigen Volksbefragungen im Reich zeigten überzeugend das Anwachsen der Größe und der geschichtlichen Bedeutung der Werke des Nationalsozialismus, die für die Wiedergeburt der Nation vollbracht wurden. Die Turiner „G a z z e 11 a bei Popolo" erklärt, das, was Dr. Goebbels als die „germanische Demokratie" bezeichnete, hübe durch das gewaltige Ergebnis der Abstimmung seine Krönung gefunden. Der triumphale Ausgang der Wahl fei ein neues Beispiel für die allgemeine Mobilisierung einer ganzen Nation. Starker Eindruck auch in Belgien, Brüssel, 11. April. (DNB.) Die überwältigende Abstimmung im Großdeutschen Reich hat auch in Belgien einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das 99 progentige Ja übertrifft alle hier gemachten Voraussagen. Die „Gazette" unterstreicht, daß jedermann sich über den Wahlvorgang unterrichten konnte, und daß den Auslandsjournaliften ohne weiteres Zutritt zu den Wahlloka- l e n gegeben wurde. Es fei ihnen möglich gewesen, den Ablauf der Wahlhandlung zu beobachten und sich zu überzeugen, daß sie mit allen Garantien der Geheimhaltung durchgeführt wurde. Auch bei der Stimmenzählung seien die Auslandsjournalisten zugelassen worden, sie hätten z. B. feststellen können, daß die Wahlscheine in Zweifelsfällen als ungültig gezählt wurden. Allgemein werden auch die Ordnung, Ruhe und Disziplin des Wahlvorganges hervorgehoben. Die „Jndspendance Belge" hebt die freudige Atmosphäre der Volksgemeinschaft hervor, in der sich der Wahlvorgang abgespielt habe. Man habe sich persönlich von der peinlich genauen Befolgung der Wahlvorschriften und der Geheimhaltung überzeugen können. Die liberale ,,Het Laatest Nieuws" schreibt, daß die Volksabstimmung das Großdeutsche Reich befestigt habe. Die Stimmenzahl in Oesterreich sei noch günstiger als die im Altreich, was typisch für den Umschwung der öffentlichen Meinung in denjenigen Ländern sei, die durch die Zerrüttung der Nachkriegszeit einen Niedergang erlebt hätten. Dokument würden dann diejenigen Fragen des nahen Ostens behandelt, an denen Aegypten interessiert sei. Teile des ursprünglichen Gentlemen- agreement vom Januar 1937 seien in das eine oder andere Dokument des neuen Abkommens eingebaut worden. Schließlich werde die italienische Oberhoheit in Aethiopien in einem besonderen Dokument behandelt. Schon seit einiger Zeit sei die britische Regierung der Ansicht gewesen, daß die tatsächliche Lage anerkannt werden sollte. Die französische Regierung sei derselben Ansicht. Nur noch ein oder zwei Punkte seien zu erledigen. Das werde wahrscheinlich bei einer neuen Zusammenkunft zwischen dem britischen Botschafter in Rom Lord Perth und dem italienischen Außenminister Graf C i a n o geschehen. In der „Daily Mail" heißt es, das englisch-italienische Abkommen sei ohne Schwierigkeiten, die von den Pessimisten vorausgesagt worden seien, zustande gebracht worden. Alle Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Ländern, materielle wie psychologische, seien geprüft und aus dem Wege geräumt worden. Das Abkommen, das bindenden Charakter habe, werde nicht nur die Störungen zwischen England und Italien beseitigen, sondern könnte auch einen beruhigendenEin- fluß auf Europa ausüben. Wenn England in Genf zum Handeln übergehe, so würden andere Mitglieder der Liga wahrscheinlich folgen. — Die Dppofitionspreffe malt in schwärzesten Farben. „Daily Herald" meint, Chamberlains englisch-italienisches Abkommen werde im nächsten Monat schon in Genf erledigt werden, bevor es überhaupt in Kraft getreten fei. schen Hafen Gaeta für die Durchführung der Volksabstimmung bereit lag, fanden sich am Sonntag, 10. April, mit den vielen Deutschen aus Rom auch große Gruppen von Angehörigen des katholischen Klerus und katholisch er Orden ein, die aus Deutschland stammen und zur Zeit in Rom tätig sind. Man bemerkte unter ihnen auch Emigranten des katholischen Klerus aus Deutschland, die eine unverhüllt f eind- seligeHaltung gegen die mit der Durchführung der Abstimmung beauftragten Personen einnahmen und dadurch ihre Einstellung zur Volksabstimmung sehr deutlich zu erkennen gaben. Bei der Auszählung des Ergebnisses stellte sich dann auch heraus, daß auf dem „Admiral Scheer" im Gegensatz zu den sonstigen im Ausland für die Durchführung der Volksabstimmung in Dienst gestellten Schiffe eine verhältnismäßig große Zahl von Nein- Stimmen zu verzeichnen war. Es beteiligten sich an der Abstimmung auf dem . Admiral Scheer" 6348 Personen, von denen 585’ Ja-Stimmen, 358 Nein-Stimmen und 135 ungültige Stimmzettel abgegeben wurden. Das Kabinett Daladier. Die erste Frage, die man nach der Neubildung einer französischen Regierung zu stellen pflegt, ist die nach ihrer Lebensdauer. Auch das fetzige Kabinett Daladier ist von dieser Gewohnheit nicht ausgenommen. Die Weltmeinung, die soeben das einmütige und jubelnde Bekenntnis des groß- deutschen Volkes zu Adolf Hitler staunend miterlebt hat, kann nicht anders als den Regierungsexperimenten der französischen Parteiendemokratie mit gemischten Gefühlen und einem soliden Mißtrauen Zu begegnen. Wenn man daran denkt, daß die beiden vorhergehenden Volksfrontregierungen Löon Blums nur 50 bzw. 26 Tage am Leben waren, so ? H X.«, v - 4'Vv.'" V; Ministerpräsident Daladier gibt den Journalisten Auskunft über seine Pläne. — (Scherl-M.) scheint dieser Zweifel an der Existenzfähigkeit des 105. Kabinetts der Dritten Republik ja auch hinlänglich gerechtfertiat. Dazu kommt die schwache parlamentarische Grundlage, auf die sich Daladier mit seinen Ministerkollegen stützen muß. Zwei Lieblingswünsche von Damtier, entweder eine „große Koalition" unter Einbeziehung der Sozialdemokraten, oder ein „Kabi - nettdes öffentlichen Wohles" zu schaffen, haben sich nicht erfüllt. Unter einem „Kabinett des öffentlichen Wohles hätte man etwa ein Ministerium zu verstehen, das sich aus „repräsentativen Männern" zusammensetzt und das sich, wenn nicht formell, fo doch tatsächlich, auf eine Arbeitsgemeinschaft von den Sozialdemokraten an bis zu den rechtsstehenden Gruppen stützt. Frankreich ist im Augenblick viel zu aufgewühlt, als daß solche Blütenträume reifen könnten. Schwache Ansätze sind aber in dem Kabinett doch vorhanden. So gehören der neue Minister für die Handelsmarine d e Chappedelaine, der neue Justizminister Reynaud, der neue Pensionsminister Cham- poti er b e Ribes und schließlich der neue Kolonialminister Georges Mandel gemäßigten Rechtsgruppen an, ohne aber mit ihrem Eintritt in die Regierung ihre Parteifreunde ausdrücklich zu verpflichten. Der fozialdemokratifcheNationalrat hat nun zwar in der Nacht vom Samstag auf Sonntag beschlossen, dem Kabinett die Unterstützung der Partei zuzusichern, aber ob dies Versprechen auch seine praktische Erfüllung in den Abstimmungsschlachten der Kammer finden wird, steht noch dahin. Denn der erwähnte Beschluß wurde nur mit einer schwachen Mehrheit gefaßt, und wie es mit der Parteidisziplin im französischen Parlament aussieht, das weiß alle Welt nur zu genau. Es kann also jederzeit, wenn das marxistische Agitationsbedürfnis es erfordert, der Fall eintreten, daß ein großer Teil der sozialdemokratischen Abgeordneten dem Kabinett Daladier seine Zustimmung versagt. So ist dieses Kabinett ein ausgesprochenes Minderheitskabinett. Was außenpolitisch von dieser Regierung, die ja den engeren Volksfrontrahmen gesprengt hat, zu erwarten ist, muß abgewartet werden. In der Besetzung des Kolonialministeriums mit dem Abgeordneten Mandel vermögen wir allerdings kein günstiges Vorzeichen für die Lösung großer internationaler Probleme zu erblicken. Von dem Außenminister Bonnet, der früher Botschafter in Washington war, ist seine starke Hinneigung zu England und seine enge, aus gleicher Wirtschaftsgesinnung entsprungene Freundschaft mit vielen britischen Politikern bekannt. Auch der Ministerpräsident selber hat in der letzten Zeit wiederholt, vor allem auf einer im März dieses Jahres stattgefundenen Vortragsreife durch England, die Notwendigkeit eines engen Einvernehmens zwischen den beiden westeuropäischen Demokratien hervorgehoben. Es ist also wahrscheinlich, daß Paris künftig^ energischer als bisher den Londoner Kurs der internationalen Politik mitsteuern wird. Anderseits muß von deutscher Seite anerkannt werden, daß sich Daladier ebenso wie der stellvertretende Ministerpräsident Chautemps immer um eine vorurteilslose Haltung gegenüber dem Dritten Reich bemüht haben, soweit das die französische Mentalität überhaupt zuläßt. Edouard Daladier ist eine aufgeschlossene und aufrechte Natur. Obgleich er oft Neigungen zur Linksorientierung bekundete, gelegentlich mit der geballten Faust grüßte und seine Partei einst in das Volksfrontlager führte. Das englisch-italienische Abkommen. Oie Londoner presse meldet Llebereinstimmung in allen punkten. besitzt er doch keine doktrinäre Engherzigkeit. Er, der ein Freund Fredsric M i st r a l s, des großen Sängers seiner prooenzalischen Heimat war, galt auch seinem eigenen Volke, und besonders den ungezählten-Millionen des französischen Mittelstandes, als der starke Mann der Zukunft, auf den sich jenseits aller Parteilehren viele Hoffnungen konzentrierten. Freilich hat Daladier trotz seiner reichen politischen Erfahrungen, die er als Präsident der radikalsozialistiichen Partei, als mehrfacher Kriegsminister und Ministerpräsident sowie im parlamentarischen Spiel sammeln konnte, nicht sfhr glücklich operiert. Behindert durch die Eifersüchteleien und Ränke des Parteienwesens, ist er eigentlich nie recht zum Zuge gekommen. Und gerade als seine größte Chance herannahte — damals, als 1934 das Kabinett Chaütemps infolge der Stavisky-Affäre gestürzt und er als unbeteiligter Mann vom Staatspräsidenten mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt wurde — gerade damals mußte er dem Druck der Straße schon nach einmonatiger Amtstätigkeit weichen. Man könnte in diesen Vorgängen ein böjes Omen erblicken, denn damals wie heute ist es seine Aufgabe, die Karre aus dem Dreck zu ziehen, während die marxistisch verhetzten Matzen der Pariser Arbeiterschaft abseits stehen. Wahrlich, Daladier ist um das Erbe, das er von seinem sozialdemokratischen Vorgänger übernommen hat, nicht zu beneiden. Zerrüttete Finanzen, wachsende Staatsschulden, schleichende Inflation, gewaltige Streiks in den Metall- und Rüstungsfabriken, außenpolitische Ziellosigkeit, Eingeborenenaufstände in Nordafrika — dies und vieles andere mehr kennzeichnet die Situation, die das neue Kabinett überwinden soll. Noch kann kein Mensch voraussagen, ob Daladier die Vollmachten zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur ungestörten Regierungsarbeit erhält, die der Senat dem Ministerpräsidenten Blum verweigert hat. Die Linkspresse jedenfalls verheißt nichts Gutes. So bleibt innenpolitisch wie außenpolitisch die Zukunft ungewiß. Die Parole für den ausländischen Beobachter heißt also: Abwarten! H. Ev. Verschärfung der (Streitlage in Paris. Kommunistische Hetze macht Daladier Schwierigkeiten. Paris, 12. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Ausdehnung des Streiks in der französischen Metallindustrie gibt den Pariser Blättern Anlaß, sich besorgt mit der innerpolitischen Lage zu befassen. Sogar in den Linksblättern, wie z. B. im „L'Oeuvre" wird sestgestellt, daß die Streikbewegung einen äußer st ernsten Charakter angenommen habe. Die Schätzung der Blätter über den Umfang des Streiks gehen auseinander. Ein Teil spricht von 130 000 Streikenden, andere wie „Jour" und „R6publique" nennen bereits die Zahl 150 000. Die Fabriken befürchten, daß die Ausstandsbewegung sich noch weiter ausdehnen und auch auf andere Berufszweige übergreifen werde, so insbesondere auf die Pariser Derkehrsgesell- sch ast. Die „Action Fran?aise" spricht von einer Herausforderung der Volksfront und fragt, ob Daladier diese Provokation annehmen werde. Als Antwort auf die Bildung des Kabinetts, „das weder den kriegslustigen Juden Blum, noch den Karneval-Robespierre Paul-Boncour umfaßt", hätten — schreibt das Blatt — die Kommuni - ft e n die Ausdehnung des Streiks erzwungen. Jbre Erpressung sei kaum noch verhüllt: entweder Lohnerhöhungen oder Intervention in Spanien und in der Tschechoslowakei. Die Agenten Stalins hofften, indem sie die Streikenden weiterhin aufhetzten, auf diese Weise Frankreich in den Krieg zu treiben, wobei sie aber in den großen Industriezentren starke Blocks postieren wollten, um dann hinter dem Rücken der Frontkämpfer eine R e - volte zu machen. — Das „Petit Journal" nimmt an, daß die Dritte Internationale aus Furcht, von den Anarchisten und extremistischen Elementen der Vierten Jnternattonale noch übertroffen zu werden, die allgemeine Ausbreitung der Streikbewegung betreibe. Man habe es auf die Lähmung der Landesverteidigung abgesehen und wolle das Land aushungern und verelenden lassen. Das „Oeuvre" befürchtet schon Dienstag die Ausrufung eines allgemeinen Streiks in der gesamten französischen Metallindustrie. Bemerkenswert ist die Feststellung des sonst eifrig für die Streikhetzer agitierenden Volksfront-Organs, daß man dann den Beteuerungen der Gewerkschaftsleitung, sie sei dafür nicht verantwortlich, keinen Glauben mehr schenken könne. Sie habe zumindest eine Mitschuld daran, wenn Frankreich sich gegenseitig zerfleische. Moskau sehtpragunierOruck. Kommunisten suchen Ausgleich mit Henlein zu torpedieren. Warschau, 12. April. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Telegraphenagentur weist in einer Meldung aus Prag auf die Haltung der Kommunisten in der Tschechoslowakei hin. Falls die Prager Regierung bereit wäre, den Forderungen der S u'd e t e n d e u t s ch e n Partei zu entsprechen, wollten die tschechischen Kommunisten zu revolu Nonären Methoden übergehen. Das jedenfalls fei der Beschluß auf einer Versammlung kommunistischer Abgeordneter und Senatoren, der sich g e g en jeglichen Versuch einer Verständigung mit Henlein ausspreche. Man habe in dieser Versammlung beschlossen, zu Gewaltmethoden überzugehen und es auf eine Kraftprobe ankommen zu lassen, falls Zugeständnisse an Henlein in Form der Zubilligung einer deutschen Verwaltung in den von den Deutschen bewohnten Gebieten erfolgen sollten. Die polnische Telegraphenagentur macht auf die heuchlerische Vorspiegelung der Entschließung aufmerksam, daß die Kommunisten bereit seien, „mit vorbeugenden Mitteln jeder Art von A n s ch l ä g e n auf die Demokratie entgegenzutreten". Der nationalspanische Vormarsch Salamanca, 12. April. (DNB.) Die national- spanischen Truppen haben am Montag ihren Vor- marsch in den Provinzen Castellon und Tarragona südlich des Ebro erfolgreich fortgesetzt. Sie eroberten mehrere bolschewistische Stel- lunaen zwischen Tortosa und Vinaroz, 45 Kilometer von der Küste entfernt. Beide Städte liegen bereits unter dem Feuer der nationalen Geschütze. In der Provinz Castellon wurden heftige bolschewistische Gegenangriffe im Abschnitt des Dallibona-Gebirges abgewiesen. Die Angreifer verloren zahlreiche Tote und Gefangene sowie wichtige Höhen nördlich non Cinctorres, an Das endgültige Ergebnis der Abstimmung. Zn Prozenten. Wahlkreis Wahlbeteiligung v. H. Zahl der Ja- Stimmen v. H. Zahl der Nein- Stimmen v.H. 1 Ostpreußen..... 99,84 99,63 0,37 2 Berlin-West .... 99,01 99,18 0,82 3 Potsdam II .... 99,10 99,31 0,69 4 Potsdam I ..... 99,69 99,14 0,85 5 Frankfurt a. d. O. 99,70 99,52 0,48 6 Pommern...... 99,73 99,31 0,69 7 Breslau........ 99,70 99,10 0,91 8 Liegnitz........ 99*80 98,82 1,18 9 Oppeln........ 99,31 98,98 1,02 10 Magdeburg..... 99*77 98,97 1,01 11 Merseburg ..... 99,83 99,01 1,00 12 Thüringen ..... 99,95 99,20 0,81 13 Schlesw.-Holst.H. 99,25 98,52 1,48 14 Weser-Ems..... 99,30 97,86 2,15 15 Osthannover .... 99,17 98,55 1,45 16 Südhannover- Braunschweig... 99,19 99,48 0,52 17 Westfalen-Nord . 99,55 98,49 1,47 18 Westfalen-Süd.. 99,31 99,11 0,89 19 Hessen-Nassau... 99,32 99,07 0,93 20 Köln-Aachen.... 99,93 99,80 0,20 21 Koblenz-Trier... 99,98 99,55 0,45 22 Düsseldorf-Ost .. 99,71 99,71 0,29 23 Düsseldors-West . 99,78 99,63 0,37 24 Oberbayern- Schwaben...... 99,91 99,38 0,63 25 Niederbayern ... 99,77 98*23 1*77 26 Franken ....... 99,88 99,32 0,69 27 Pfalz-Saar..... 99,98 99*91 0,09 28 Dresden-Bautzen 99,50 98,11 1,89 29 Leipzig ........ 98,75 96,95 3,05 30 Chemnitz-Zwickau 98*99 98*11 1*89 31 Württemberg ... 99,94 99,39 0,61 32 Baden......... 99,80 98,38 1,62 33 Hessen-Darmstadt 99,14 98*80 1,20 34 Hamburg2)...... 98,14 98,16 1,84 35 Mecklenburg .... 99,75 99,02 0,98 Land Oesterreich: Wien............. 99,59 0,41 Niederösterreich .... — 99,85 0,15 Oberösterreich...... — 99,89 0,11 Kärnten .......... - 99,83 0,17 Steiermark........ 99*87 0,13 Salzburg.......... 99*70 0*30 Tirol............. - 99,43 0,57 Vorarlberg........ 98*63 1*37 Burgenland....... — 99*96 0*04 *) Ohne Altona und Wandsbek. 2) Jetziges Stadtgebiet. Vocksabstimmung in Oesterreich Berlin, 11. April. (DJIB.) Das Ergebnis der Bolksabstimmung in Oesterreich ergibt nachstehende Zahlen: Stimmberechtigte 4 474 138 Abgegebene Stimmen 4 460 778 (99,7 v. H.) Ja-Slimmen 4 443 208 (99,73 v. h.) Nein-Stimmen 11807 Ungültig 5 763. Volksabstimmung im allen Reichsgebiet. Berlin, 11. April. (DNB.) Das Ergebnis der Volksabstimmung in den 35 Wahlkreisen des alten Reichsgebiets zusammen mit den insgesamt 56 005 abgegebenen Stimmen reichsdeulscher Stimmberechtigter in Oesterreich ergibt folgende Zahlen: Stimmberechtigte 45 073 303 Abgegebene Stimmen 44 872 702 (99,56 v. h.) Ja-Stimmen 44 362 667 (99,02 v. h.) Nein-Stimmen 440 429 Ungültig 69 606. Die Wahi zum Großdeutschen Reichstag. Berlin, 11. April. (DNB.) Das amtliche Gesamtergebnis der Wahl zum Grohdentschen Reichstag ergibt folgende Zahlen: Stimmberechtigte 49 493 028 Abgegebene Stimmen 49 279 104 (99,57 v. h.) Für die Liste des Führers 48 751 587 (99,08 v. H.) Gegen d. Liste d. Führers 452 170 Ungültig 75 347. Die Zahl der Abgeordnetensitze im Grohdentschen Reichstag beträgt jetzt insgesamt 813 statt bisher 741. Die Sprache der Zahlen. Don unserer Berliner Schriftleftunq. Bei der Wahl zum Großdeutschen Reichstage haben 48 751 587 Wähler für die Liste des Führers Adolf Hitler gestimmt. Diese Zahl wird sich noch durch die ausstehenden Ergebnisse der Seemannsund Bordwahlen erhöhen. Der Großdeutsche Reichs- taa wird voraussichtlich insgesamt 813 Abgeordnete zählen. Von diesen 48,75 Millionen Stimmen sind 43,6 Millionen aus dem alten Reichsgebiet enthalten, 4,27 Millionen brachte das Land Oesterreich. Außerdem stimmten 55 000 Reichsdeutsche in Oesterreich ab, ebenso 118 000 Oesterreicher im bisherigen Reichsgebiet. Die Wahlbeteiligung betrug im bisherigen Reichsgebiet 99,56 v. H., in Österreich 99,70 v. H. Dieses Ergebnis ist so triumphal, daß es alle bisherigen Ergebnisse in Schatten stellt. Es beweist, mit welcher inneren Freudigkeit die Wähler dem Rufe des Führers gefolgt sind. Die Frage mancher Besserwisser im In- und Auslande, weshalb überhaupt eine Wahl erfolge, ist damit von der Wählerschaft selbst mit aller Klarheit beantwortet. Allerdings ist damit auch der deutschfeindlichen Agitation der Vorwand aus der Hand geschlagen, das Volk im Reich und in Oesterreich stehe nicht in voller Geschlossenheit hinter dem Führer. Bei der letzten Reichstagswahl vom 29. März 1936 entfielen auf die Lifte des Führers 44 468 278 Stimmen. Diesmal war die Zahl der Wahlberechtigten in diesem Gebiete etwas niedriger als 1936. Die Ursache ergibt sich ohne weiteres aus der Bereinigung der Wählerlisten von jüdischen Stimmen, ferner aus der Verlängerung der Wehrdienstpflicht und aus den zahlenmäßig schwachen Jahrgängen 1916 bis 1918, die erstmals wahlberechtigt waren. Die Nein-Stimmen betrugen am 10. April im bisherigen Reichsgebiet 440 000 gegen 540 000 am 29. März 1936. Sie sind also weiter zurückgegangen und fallen zahlenmäßig überhaupt nicht mehr ins Gewicht, da sie noch nicht einmal 1 v. H. der gültigen Stimmen ausmachen. Oesterreich hat einen noch geringeren Prozentsatz der Unbelehrbaren aufzuweisen, im ganzen Lande waren es noch nicht einmal 12 000. Das war ein glänzender Beweis für die Zustimmung der Bevölkerung und ein Zeugnis dafür, daß die insbesondere österreichische Arbeiterschaft geschlossen der Parole für das Großdeutsche Reich gefolgt ist. An der Spitze der Ja-Stimmen im alten Reichsgebiet steht der Wahlkreis Pfalz-Saar mit 99,91 v. H., es folgen Köln-Aachen mit 99,80 v. H. und Düffeldorf- Ost mit 99,71 v. H. Es ist gerade, als habe ein edler Wettstreit unter den Wahlkreisen bestanden, die höchste Ziffer der Ja-Stimmen für den Führer herauszuholen. Vergessen wir nicht die gewaltige Leistung dieses Wahlkampfes innerhalb der verhältnismäßig kurzen zur Verfügung stehenden Zeit. Die Partei hat in allen ihren Gliederungen eine große Arbeit der Vorbereitung und des Aufmarsches leisten müssen, ein Wunderwerk der Organisation, das auch vom Auslande voll Neid anerkannt wird. Ader auch auf diesem Gebiete hat d e r F ü h r e r in der ersten Reihe gestanden und mit einer Hingabe, die bewunde- ; rungswürdig ist, der gigantischen Volksbewegung seinen Stempel aufgedrückt. der nach Morella führenden Bergstraße. Nördlich des Ebro stürmten die Navarra-Brigaden zwei feindliche Stellungen und besetzten sechs Ortschaften. Die marokkanischen Streitkräfte schlugen einen Gegenangriff der Bolschewisten ab, wobei sie dem Gegner schwere Verluste zufügten. Im ver- gangenen Monat sind an der Aragon-Front 54 bolschewistische politische Kommissare zu den Nationalspaniern übergelaufen. 5 Fahre preußischer Ministerpräsident Der Führer dankt Generalfeldmarschall Göring. Berlin, 11. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat dem Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring nachstehendes Telegramm gesandt: , „Lieber Generalfeldmarschall Göring! Am heutigen Tage, an dem Sie vor fünf Jahren das A m t des preußischen Ministerpräsidenten übernommen haben, gedenke ich in herzlicher Dankbarkeit Jhrer treuen Mitarbeit am Aufbau Deutschlands. Das Sie in diesen fünf Jahren für die Erstarkung Deutschlands geleistet haben, gehört der Geschichte an. Daß Jhre treue Hilfe mir noch lange Jahre zur Seite siehe, ist mein aufrichtiger Wunsch! Jn alter Freundschaft Jhr (gez.) Adolf Hitler." Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Reichsmkttister, Reichsleiter und Vertreter der Wehrmacht, ferner der Stabschef der SA., der Reichsführer hh. die Korpsführer des NSKK.. und NSFÄ., die Staatssekretäre und Oberpräsidenten haben Hermann Göring zu der fünfjährigen erfolgreichen Aufbauarbeit ihre Glückwünsche übermittelt. Ebenso gingen zahlreiche Telegramme und Blumenspenden aus allen Teilen der Bevölkerung in den Diensträumen des Generalfeldmarschalls ein. Für das Preußische Staatsministerium und die preußische Beamtenschaft richtete Staatsminister P o p i tz ein Telegramm an Ministerpräsident Göring, in dem es heißt: „Am heutigen Tage, der dem Ereignis der Volksabstimmung für Großdeutschland folgt, sind es fünf Jahre, seitdem Sie als Ministerpräsident an die Spitze des Preußischen Staats- Ministeriums traten. A l s dien st ältester Staatsmini st er beglückwünsche ich Sie zu Ihrem Werk, das Preußen seine Ehre wiedergab und seine geschichtliche Mission vollendete, und danke Ihnen dafür, daß wir Mitglieder des Preußischen Staatsministeriums, die in Preußen tätigen Staatssekretäre und preußischen Beamten Ihre Mitarbeiter sein durften. Wir alle sind stolz darauf, daß der Führer und Reichskanzler dem Preußischen Ministerpräsidenten wichtigste und verantwortungsvollste Aufgaben bei der Aufrichtung eines starken blühenden Großdeutschland auferlegt hat." Dankgottesdienst und Glockengeläut der evangelischen Kirchen. Berlin, 11. April. (DNB.) Der Leiter der deutschen evangelischen Kirchenkanzlei und Präsident des Oberkirchenrates, Dr. Werner, fordert die deutschen evangelischen Landeskirchen auf, aus Anlaß d e s überwältigenden Abstimmungsergebnisses in allen deutschen evangelischen Kirchen am Montag, dem 11. April, von 20 bis 20.15 Uhr d i e Glocken läuten und am Dienstag, dem 12. April, feierliche Dank- gottesdienste abhalten zu lassen. — Für die Evangelische Kirche der Altpreußischen Union ist bereits eine entsprechende Anweisung ergangen. Osterstieden bis 25. Aprit. Ein Aufruf von Gauleiter Bürckel. Wien, 11. April. (DNB.) Gauleiter Bürckel hat folgenden Aufruf erlassen: „Es ist der Wille des Führers, daß auf die Wochen der angespannten Ausrichtung der Kräfte auf die Volksabstimmung nunmehr einige Tage derRuhe folgen, damit sich alle politischen Kräfte für das nunmehr beginnende große Aufbauwerk innerlich sammeln können. Jcb ordne daher einen Osterfrieden bis 25. April an und bestimme insbesondere: 1. Die Tätigkeit der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände ruht während dieser Zeit. 2. Meine Stillhalteoerfügungen hin- sichtlich der Verbände und Organisationen werden in vollem Maße aufrechterhalten. 3. Jn Staat, Gemeinden und Wirtschaft sind personelle Aenderungen während dieser Zeit grundsätzlich zu vermeiden. Soweit solche unaufschiebbar sind, können sie nur auf dem gesetzlich vorgeschrieoenen oder von mir angeordneten Wege vorgenommen werden. Ich verweise hierbei insbesondere auf die ausschließliche Zuständigkeit der beim Reichsstatthalter eingesetzten Beauftragten für personelle Aenderungen in Staat und Wirtschaft. Diese Beauftragten treffen ihre Anordnungen im Einvernehmen mit mir. Soweit seit dem 10. d. M. auf unoorschriftsmäßigem Wege personelle Aenderungen vorgenommen worden sind, werden sie hiermit außer Kraft gesetzt. Die noch notwendigen personellen Umstellungen werden nach Ablauf der Ruhefrist ausschließlich von den vom Führer bestimmten Stellen in geregelter Ordnung durchgeführt. Die Gauwahlleiter sind mir persönlich für die Durchführung vorstehender Anordnungen verantwortlich." Ein Tagesbefehl an das NSKK. Berlin, 11. April. (DNB.) Korpsführer Hühnlein hat nachstehenden Tagesbefehl erlassen: NSKK..Männer! Nun haben die Herren gesprochen, und Glocken und Fahnen künden landauf, landab den einzigartigen Sieg. Nach wochenlangem rastlosem Einsatz soll -für euch jetzt eine Zeit der wohlverdienten Ruhe . folgen, und der allgemeine Dien st des Korps bis zum 2 9. April ruhen. Empfindet das unendliche Glück dieser Tage und genießt es mit freudigem Stolz. Adolf Hitler, unser Führer, Sieg-Heil! $ür die Kämpfer Oesterreichs. Wiedergutmachung an den im Kampf für die nationalsozialistische Erhebung Oesterreichs Gemaßregelten. Berlin, 11.April. (DNB.). Der Führer und Reichskanzler hat angeordnet, daß an den öffentlichen Bedien st e t e h im Lande O e st erreich, die wegen ihrer nationalsozialistischen Haltung von den früheren Machthabern gemaßregelt worden sind, Wiedergutmachung zu leisten ist. Nachdem schon jetzt zahlreiche nationalsozialistische Kämpfer, die ihre Stellung im öffentlichen Dienst verloren hatten, wieder eingestellt worden sind, schasst d> ' ' laß die Rechtsgrundlage für die Wiederherstellung der zu unrecht entzogenen Rechtsansprüche, Der Erlaß gilt für alle Beamten, Angestellten und Arbeiter des öffentlichen Dienstes, die im Kampf für die nationalsozialistische Erhebung Oesterreichs durch strafgerichtliches Urteil ihre Ansprache aus dem Dienstverhältnis verloren, Dienststrafen erlitten haben, durch Verwaltungsverfügunaen entlassen oder sonst gemaßregelt worden sind. Auch den Hinter- b 11 e b e n e rf solcher öffentlichen Bediensteten wird Wiedergutmachung des erlittenen Unrechts geleistet. Verlängerung der Amtsdauer der Verlrauensräte. Berlin, 11. April. (DNB.) Durch Gesetz vom 1.April 1938, Reichsgesetzblatt 1, Seite 358, ist die Amtsdauer der Vertrauensräte erneut — bis auf weiteres — verlängert worden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem SA.-Gruppensührer Pg. Ludwig Siebert anläßlich seines 5. Jahrestages als bayerischer Ministerpräsident in Würdigung seiner Verdienste um die nationalsozialistische (Erhebung und den nati o n a l s ozialisti scheu Staat das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, verliehen. Der Reichsarbeitsminister hat dem Direktor des Internationalen Arbeitsamtes in Genf mitgeteilt, daß mit dem Erlöschen der Mitgliedschaft des früheren Bundesstaates Oesterreich im Völkerbund auch die Mitgliedschaft Oesterreichs im Internationalen Arbeitsamt in Genf i h r Ende erreicht habe. Der Deutsche Turnverband in der Tschechoslowakei, der in Gablonz seinen Sitz hat, wird in feinem Bereich den Pflichtar- beitsdienst für alle Jugend turner einführen. Die deutschen Jndustrieverbände haben sich bereiterklärt, die Mitglieder des Turnverbandes für drei Monate freizugeben. Nach dieser Zeit wird der zum Arbeitsdienst Einberufene von feinem ursprünglichen Dienstgeber wieder ausgenommen. Neue Nüstungsforderunqen der amerikanischen Marine. N e u y o r k, 12. April. (DNB. Funkspruch.) „Nel. Pork Times" berichtet aus Washington, das Marineministerium habe eine Erhöhung der bereits vom Unterhaus angenommenen Flottenvorlage um 14 0 Millionen Dollar beantragt. Die Vorlage werde in ihrer neuen Fassung insgesamt 1,26 Milliarden Dollar vorsehen. Senator Walsh, der Vorsitzende des Marineausschusses, habe bereits 60 Millionen Dollar für den Bau von 11 weiteren Schiffen vorgesehen. Außerdem fordere Marine- minifter Swanson die Genehmigung zum Bau von drei 4 5 000-Tonnen-Schlacht- schiffen an Stelle der von Roosevelt empfohlenen 35 000-Tonnen-Schiffe, sowie die Vergrößerung der beiden geplanten Flugzeugmutterschiffe von 15 000 auf 20 000 Tonnen. Diese Aenderungen würden insgesamt 80 Millionen Dollar kosten. Kauen aus der Wachau an der Wahlurne. In den verschiedenen Gegenden Deutschösterreichs kamen die Männer und Frauen in ihren schönen, altüberlieferten Trachten zur Wahlurne. Unser Bild zeigt Mädchen aus Spitz in der Wachau bei der Entgegennahme der Stimmzettel im Wahllokal. — (Scherl-M.) l'jt- MM • ,/ >••••* MM - H z.y ■ , ’ A S' ■ 'S ; " .< , HW DieWandlungdesGesichlesderReichshauplstadt Oer Generalbauinspektor gibt weitere Einzelheiten bekannt. Berlin, 12. April. (DNB.) NSK. veröffentlicht weitere Planungseinzelheiten des Generalbauinspek- tors für die Reichshauptstadt. Am 28. Januar gab der Generalbauinspektor u. a. bekannt: „Wer später die große Halle des neuen Südbahnhofes verläßt, sieht am anderen Ende der gewaltigen neuen Hauptstraße Berlins, in einer Entfernung von 5,5 Kilometer, mitten im Zentrum der Stadt, einen Bersammlungsbau sich erheben, der in seinen Abmessungen der Bedeutung Berlins als Reichshauptstadt entspricht. Vor diesem Großbau gestattet der Königsplatz mit einer Fläche von über 220 000 Quadratmeter die Veranstaltung der Großkundgebungen des Reiches mit etwa 1000 000 Teilnehmern. Etwas weiter südlich, an der Charlottenburger Chaussee, wird sich der Brennpunkt des Berliner Verkehrs bilden. Hier müssen unterirdische Straßenkreuzungen für eine reibungslose Verkehrsabwicklung sorgen." Nachdem heute bereits die Verbreiterung der Voß st raße durch Niederlegung der nördlichen Randbebauung durchgeführt, und der Neubau derReichskanzlei hier in ganzer Länge bis zur Hermann-Göring-Straße in Ausführung begriffen ist; nachdem an der O st - W e st - S t r a ß e vom Adolf-Hitler-Platz bis zum Brandenburger Tor am 15. Mai eine der beiden neuen Fahrbahnhälften mit der ursprünglichen Breite der Charlottenburger Chaussee dem Verkehr zur Verfügung gestellt wird; nachdem am zukünftigen Runden Platz und damit an der neuen Nord-Süd-Straße die Abbrucharbeiten begonnen haben, für den Neubau des Hauses für den Deutschen Fremdenverkehr; nachdem die Reichsbahn mit den Umleaungsarbeiten für die Neuordnung des gesamten Berliner Fernbahnnetzes begonnen hat; nachdem ein großzügiges Wohnungsbauprogramm in Angriff genommen ist, das für dieses Jahr die Neuerrichtung von 30 000 Wohnungen (d. h. ein Mehr von 10 000 Wohnunaen gegenüber dem Vorjahr) vorsieht; nachdem 1000 Bohrlöcher auf eine Tiefe von 30 bis 500 Meter niedergebracht wurden zur Feststellung des Baugrundes, gibt der Generalbauinspektor weitere Einzelheiten seiner Planung bekannt. Die große Verfammlungshalle wird mit ihrer Mitte etwa an der Stelle liegen, wo der humboldlhafen in die Spree einmündet. Damit werden auch die Wasserwege gänzlich verändert, um den 1000-Tonnen-kähnen des Mittellandkanals eine ungehinderte Durchfahrt zu ermöglichen und damit einen unmittelbaren Großfchiffahrlsweg R h e i n—R u h r Berlin zu schaffen. Der Spreebogen am Kronprinzenufer wird beseitigt. Unmittelbar vor der Halle wird die Spree als gerade Sehne des jetzigen Spreebogens das Gebiet zwischen Fürst-Bismarck-Straße und Königsplatz durchlaufen. Die neue Spree wird hier durch ein steinernes Gewölbe überbrückt. Zu, beiden Seiten der Halle wird der Fluß fast das Dreifache seiner bisherigen Fläche haben. Während im Westen der Tiergarten durch die verbreiterte Spree und die jetzt von Packhof und Reichsbahnanlagen bedeckten neuen Grünuferstreifen bis an die Stadtbahnlinie erweitert wird, reicht die neue Freifläche im Osten der Halle mit der ausgeweiteten Spree und den Uferalleen bis an die später begradigte Stadtbahnlinie. Hinzutritt nördlich der Halle die Freifläche des großen Wasserbeckens, die sich mit den umgebenden breiten Uferpromenaden bis zum Nordbahnhof in das Gebiet des Weddings ausdehnt. So wird später die große Versammlungshalle inmitten eines Gebietes von Grünanlagen und Wasserflächen liegen, das im Herzen der Reichshauptstadt praktisch eine Ausweitung der Erholungsfläche des Tiergartens um mehr als 1*600 000 Quadratmeter darstellt, womit sich fast eine Verdoppelung seiner bisherigen Größe ergibt. Mit dem Bau des neuen Spreelaufes wird am 1. Juli begonnen. Der Bauplatz für die große Halle wird ab 1. April 1939 geräumt. Die Moltkebrücke, die' Kronprinzen- und Ädmiral-Scheer-Brücke werden bis zum 1. Januar 1940 abgebrochen. Die Abmessungen des heutigen Königsplatzes, der zu einer eine Million Menschen fassenden Kundgebungsstätte ausgebaut werden soll, werden um mehr als das Doppelte wachsen. Die heute auf dem Königsplatz stehende Siegessäule würde dann aber in keinem Verhältnis mehr stehen zu der »Größe des neuen Platzes. Besonders die große Halle würde die Siegessäule völlig erdrücken und ihr die Bedeutung, die ihr heute als Wahrzeichen des Zweiten Reiches zukommt, nehmen. Die Siegessäule wird daher auf den Großen Stern verseht werden, der auf einen Durchmesser von 200 Meter gebracht wurde. An dieser Stelle wird die Siegessäule in der Blickrichtung der 12 Kilometer langen geraden Ost-West-Straße liegen und auch den verschiedenen Diagonalstraßen einen weithin sichtbaren dominierenden Abschluß geben. Durch Einfügen einer vierten unteren Säulentrommet wird die bisher zu niedrig geratene Gesamthöhe des Denkmals auf rund 69 Meter vergrößert. Fußgängertunnel unter dem Großen Stern ermöglichen dem Fußgänger sowohl die kreuzungsweise Unterquerung der Ost-West-Achse, als auch den gefahrlosen Zugang zur Mittelinsel des Platzes. Mit der Versetzung der Siegessäule wird am 1. Juli begonnen. Am 20. April des nächsten Jahres wird gleichzeitig mit der Fertigstellung der ganzen neuen Ost-West-Achse vom Brandenburger Tor bis zum Adolf-Hitler-Platz auch die Neuaufstellung der Siegessäule auf dem Großen Stern vollendet sein. Um an der Stelle, wo die Nord-Süd-Achse die Charlottenburger Chaussee kreuzt, den Verkehr sich völlig reibungslos abwickeln zu lassen, wird hier eine kreuzungsfreie Tunnelanlage f ü r Öen Kraftverkehr geschaffen. Diese Anlage wird sich bis zum Brandenburger Tor erstrecken. Der Autofahrer, der aus dem Brandenburger Tor ober vom Knie, aus her Nord-Sud-Achse ober aus der Hermann-Göring-Straße kommt, kann dann jede Richtung einwandfrei durchfahren, ohne eine andere Fahrbahn im Niveau zu kreuzen, eine Lösung, bei der teilweise drei Autoverkehrswege (Straße und zwei Tunnel) übereinanderliegen. Die ein weiteres Geschoß tieferliegende U-Bahn in der Nord-Süd-Achse erhöht die Zahl der überemander- liegenden Verkehrswege auf vier an dieser Stelle. Mit der Ausführung wird am 1. August dieses Jahres begonnen. Mit der Fertigstellung ist zum 1. Januar 1941 zu rechnen Kunst und Wissenschaft. Mozart-Preis 1938. Der Mozart-Preis für das Jahr 1938 ist an den steierischen Dichter Franz N a b l in Graz und an den Tiroler Volksliedforscher und Komponisten Professor Dr. h. c. Josef Pöll in Innsbruck verliehen worden. Aufruf an die deutschen Architekten. In ihrem April-Heft erläßt die Monatszeitschrift „die neue linie" einen Aufruf an alle deutschen Architekten, Photographien und Plane von Häusern einzusenden, die sie in den letzten drei Jahren gebaut haben. Die besten Häuser zweier verschiedener Kategorien werden mit Preisen von insgesamt 2000 Mark prämiiert und in der „neuen hnie" veröffentlicht Letzter Einsendungstermin ist der 20. Juni, das Ergebnis erscheint im September- Heft. Diese Umfrage wird für viele Architekten eine Ermunterung, oft sogar eine Förderung bedeuten und gewiß einen interessanten Querschnitt durch die Bautätigkeit der letzten Jahre ergeben Grohdeutschlands Elektrotechniker tagen in Köln. Der Verband Deutfcher Elektrotechniker (DDE. im NS -Bund Deutscher Technik (NSBDT.) hält seine diesjährige Mitgliederversammlung vom 22. bis 25. Mai in der Hansestadt Köln ab: dem Ort, in dem 1893, vor nunmehr 45 Jahren, seine erste Mitgliederversammlung stattfand. Zum ersten Male sind auch tue Mitglieder des Elektrotechnischen Vereins Wien vollzählig eingeladen worden, so daß die Tagung mit Recht eine Veranstaltung der deutschen Elektrotechnikerschaft genannt werden kann. Aus aller Well. Auch die hundertjährigen bekannten sich freudig zum Führer. Die zweitälteste Frau Deutschlands, die i m 10 6. Lebensjahre stehende Frau Wilhelmina Schernikow m Hannover, die den Weg zur Wahlurne nicht mehr antreten konnte, reihte sich durch einen besonderen Wahlakt in ihrer Wohnung in die Gefolgschaft des Führers ein. — Eine andere Hundertjährige, Frau Hulda Mühle aus Hannover-Waldheim, suchte ohne fremde Hilfe zu Fuß ihr Wahllokal auf. — Aus Bünde wird gemeldet, daß auch die älteste Wählerin Westfalens, die 101- jährige Frau Rahe, freudig ihr Bekenntnis zum Führer und Großdeutschland abgab. Sie lehnte den Vorschlag, mit dem Auto zur Wahlurne zu fahren, ab und erschien zu Fuß als eine der ersten im Wahllokal Schneefall und Kälte in ganz Italien. Nach warmen Frühlingstagen trat in Oberitalien unter heftigen Stürmen ein starker Tempera- t u r ft u r 3 ein. In den Tälern der Alpen und der Apenninen ging das Thermometer von 25 bis auf 3 Grad zurück. Verschiedentlich setzte ein lebhaftes Schneetreiben ein, das aber bald von Regenschauern abgelöst wurde Der Sturm hat an vielen Orten Beschädigungen heroorgerufen. Im ganzen südlichen Apennin sind starke Schneefälle zu verzeichnen, wobei bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gefallen ist. Auch der Vesuv zeigt noch einmal ein Winterkleid, das in eigenartigem Kontrast zu der Blütenpracht und dem frischen Grün rings um den Golf steht. — Leider haben die Stürme die in voller Blüte stehenden Mandel- und Pfirsichbäume ihres Schmuckes fast völlig beraubt und erheblichen Schaden angerichtet. 14 dänische Seeleute ums Leben gekommen. In den Stürmen der letzten Woche sind 12 jüt- ländische Fischer ums Leben gekommen. Außer dem Untergang des Kutters „Ellen" aus Frederickshavn mit vier Mann ist der Perlust eines ebenfalls mit vier Mann besetzten Kutters aus Esbjerg als sicher festgestellt. Ferner ist die Rückkehr der vier Mann eines zweiten Fischerbootes aus Esbjerg nicht mehr zu erwarten. — Ein schweres Unglück ereignete sich im Kopenhagener Hafen beim Einholen eines aus Neuyork kommenden Dampfers. Beim Heranholen an den Kai kam der hintere der beiden Schlepper zum Kentern. Während der Kapitän und ein Mann der Besatzung mit dem Leben davonkamen, konnten sich der Maschinenmeister und ein Heizer aus dem Innern des sofort untergehenden Schleppers nicht mehr retten. Schweres Autobusunglück in Rumänien. Auf der Strecke Galatz—Cetatea Alba (Rumänien) wurde ein Reiseautobus/v o n einer Lokomotive erfaßt und völlig zerstört Bei dem Unglück, das auf die Unachtsamkeit eines Schrankenwärters zurückzuführen sein soll, kamen 7 Insassen des Autobusses ums Leben, während 21 zum Teil schwer verletzt wurden. — Bei dem Zusammenstoß eines Güterzuges mit einem Triebwagen in der Nähe von Jassy wurden 10 Reisende verletzt. Lebenslängliches Zuchthaus für den Eisenbahnattentäter Watufchka. Der Budapester Strafgerichtshof verkündete das rechtskräftige Todesurteil gegen den Eisenbahnattentäter Sylvester Matuschka, der 1931 das folgenschwere Eisenbahnunglück bei Bia Torbagy verschuldet hatte. Anschließend verlas der Vorsitzende des Strafgerichtshofes ein Handschreiben des ungarischen Reichsverwesers, durch das Matuschka begnadigt und die Todesstrafe in lebenslänglichesZuchthaus umgewandelt wird. Auf das Schuldkonto von Matuschka entfallen die Eisenbahnattentate von Anzbach in Niederösterreich, Jüterbog und Bia To.'bagy Der erste der Anschläge blieb ohne Folgen. Am 8. August 1931 entgleiste zwischen Jüterbog und Kloster Zinna der l)-Zug Basel—Frankfurt—Berlin Bei diesem Attentat wurden 109 Personen verletzt, davon vier schwer. Auch dieses Attentats wurde Matuschka überführt. Am 13. September 1931 brachte Matuschka den Schnellzug Budapest—Wien bei Bia Torbagy zum Entgleisen. Bei diesem Anschlag wurden 22 Personen getötet und viele schwer verletzt. Im Oktober des gleichen Jahres wurde Matuschka in Wien verhaftet. V-Zug fährt in eine Schafherde. Ein Schäfer trieb die Schafherde eines Melsunger Besitzers trotz geschlossener Eisenbahnschranke in der Nähe von Melsungen über den Bahnkörper. Der D-Zug Kassel—Leipzig konnte vor bdr Herde nicht mehr zum Halten gebracht werden. Er fuhr, wenn auch mit stark verminderter Geschwindigkeit, in die Herde hinein und tötete zehn Schafe. Der D-Zug erlitt eine kurze Verspätung. Schreckliches Unglück in einem Lichtspielhaus in Rio de Janeiro. In Rio de Janeiro brach in einem Lichtspielhaus infolge falschen Feueralarms eine Panik aus, bei der 34 Kinder unter den Füßen des flüchtenden Publikums zertretet wurden. Weitere 45 Personen wurden schwer verletzt. Wirbelsturm fordert zahlreiche Opfer in USA. Ein neuer Wirbelsturm fegte durch Teile von Alabama (USA.) und zerstörte zahlreiche Wohnhäuser. Dabei kamen zehn Einwohner ums Leben, 60 wurden verletzt. Die nun schon seit Tagen anhaltenden heftigen Schnee- und Hagelstürme in Aroölf Bundesstaaten von Texas bis nach Neuengland, verbunden mit stellenweisen starken Frösten, haben enormen Sachschaden, vor allem Verheerungen auf den Feldern angerichtet. Der Schaden allein in den Obstfarmen von Illinois wird auf über eine Million Dollar geschätzt. Wetterbericht Das mit seinem Kem über den britischen Inseln gelegene Hochdruckgebiet bleibt weiterhin für uns bestimmend. Es werden jetzt von diesem Hoch, vor allem in der Höhe, mildere Lustmassen nach Deutschland hingeführt, die sich auch am Boden langsam durchsetzen werden. Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis heiter, trocken, langsam ansteigende Temperatur, nachts noch leichter Frost, nordwestliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Im allgemeinen trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 11. April: mittags 11,6 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 12. April: morgens 5 ©rat). Maximum 11,9 Grad, Minimum heute nacht 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. April: abends 8,9 Grad; am 12. April: morgens 6,6 Grad. — Sonnenscheindauer 9,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Öen Inhalt öer Anzeigen: Theoöor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. HJW üb ö85 Aq «MN M I Siehst Du - das alles können wir auf Lo< Nr. Klasse Hal mit erttem großen Gewinn ihr Glück gemacht. Wen Los Los Los Los Los Los Nr. 33216» Nr. 259620 Nr. 171111 Nr. 296015 Nr. 271935 Nr. 196710 Auf diese Nummern fiel das Große Los von 2 Millionen Mark: lange Arbeitsjahre hmdvrch war es ihr größter Wtmfch: d« ftym Scholle and das eigene Haas für den geruhsamen Lebens» abend. Jetzt kann alles Wirklichkeit werten, schöner und voll» kommener noch, als fie es se sich träumten. Ein Achtellos in der am 15. März 1937 am 10. September 1937 am 14. Marz 1938 au auf 2x1000000 2200000 2X 500000 10 100000 2x 300000 12 50000 Äuherdem 2 Gewinne zu fe 75.000,— RM und 342968 weitere Gewinne Im Gesamtbeträge von 61.910.180,— RM. Alle Gewinne ’Bm 14. März 1935 . .. . au am 11. September 1935 .. .au am 13. März 1936 ....... au am 11. September 1938 .. .au Auch Me können gewinnen! Spielen Sie mit! 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Rahm Maria Rahm, Oberschwester Professor Dr. Fritz Grüninger Fritz Grüninger. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. April, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt 01755 [Verschiedenes] Spreu kann nur mit Pferdefuhrwerk nbgebolt werden Brückmann s1920 Neuhof. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 14. April, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Die Lehrerschaft der Goetheschule zu Gießen Alleinvertretung: G.Ebert Klaviermacher Bleichstraße 17 Fernruf 2403 Verkauf u. Vermietung von neuen und gebrauchten Klavieren, Stimmung, u. Reparaturen fachgemäß. Nach einem arbeitsreichen Leben verstarb nach längerem" in Geduld ertragenem Leiden meine Hebe Frau, unsere gute Mutter. Schwiegermutter und Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Minna Wolf, geb.Weil im 58. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Wolf, Lokomotivführer und Kinder. Am 10. April 1938 riß der unerbittliche Tod unsere Berufskameradin Lina Görlach, Lehrerin nach kurzer Krankheit unerwartet aus unserer Mitte. Wir verlieren in der Entschlafenen eine stets pflichtbewußte, arbeitsfreudige Persönlichkeit, die duich ihren gewissenhaften Einsatz in ihrem Berufe und in der volksdeutschen Arbeit in- und außerhalb der Schule uns allen ein edles Vorbild, ihren Schülern immer eine liebevolle, treubesorgte mütterliche Erzieherin war. Der Tod dieser vornehmen, stillen deutschen Frau bedeutet für uns einen sehr schweren Verlust Ihr Andenken werden wir stets1 in Ehren halten. Herr Philipp Rahm Zugführer i. R. Am Samstag, dem 16. April 1938, ist unsere Kasse geschlossen. Die für Freitag und Samstag fälligen Krankengeldzahlungen usw. werden während der Kassenstunden am Donnerstag, dem 14. d. 2TL, geleistet Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen. Geiger, Kassehleiter. Kohlen Koks mmD Briketts Eiform Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Lina Görlach, Lehrerin zu sich heimgerufen. Gießen (Bergstr. 25), Berlin, Darmstadt, Frankfurt a. M., 12. April 1938. 2463D Gott der Allmächtige hat meine liebe, gute Tochter, unsere treue Schwester, Schwägerin, Tante, Nichte und Cousine Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. April, 2.45 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Im Namen der tieftrauemd Hinterbliebenen: Friedrich Görlach, Lehrer i. R. Zu 0*i empfehle ich meinen Apfelsaft besten rheinischen Traubensaft Lieferung frei Haus! Einhart Mickel Fruchtsaftkelterei Gießen Marburger Straße 79 Anruf 4389. 8408a Wer leibt hiesig. Geschäftsmann 2-3001 Mark gesi. gute Sicherheiten ».Bürgen Schrift!. Angeb. unt.01762anden Gießen. Anzeig. 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Er nimmt natürlich Lodix, die ganze Stube nimmt Lodix, die .glänzende" Sache: Auf dem Kaffeetisch an den Festtagen darf ein guter Kuchen oder eine feine Torte nicht fehlen Für jeden Geschmack bietet Ihnen die Bäckerei und Konditorei Euler am Ludwigsplatz Fernspr.3848, eine große Auswahl 1 Geschenkartikel, wie Osterhasen, Ostereier in Stanniol mit Schleife in jeder Preislage und vieles andere. Sehen Sie sich meine Auslagen an und kommen Sie unverbindlich in mein Ladengeschäft, damit ich Ihnen meine reiche Auswahl zeigen kann. Garten an der Lahrr zu verpachten, onc? Fritz Euler Hammstraße16 Telefon 2095. M Mutze on tzer Mur tzurlü MMler-Mer! 218A Petek durch» brochenund lebhaft in^er Färb e 12-o ANZUGE RM. 29.— 38.— 54.— 76.— 98.— JACKEN RM. 24.- 35.- 49.- HOSEN RM. 14.50 21.- 29.- vorm. Frensdorf . Gießen ... das bringt der Frühling so mit sich • den Wunsch - modern und gut gekleidet zu sein! Das ist keine Preisfrage - wir beweisen es mit diesen Vorschlägen: Hdlfaibiger Schuh für den Frühling Etwas Neues: Kreuz- Spangenschuh in blau mit eckiger Form 2481A V# <. 1 Gießen (Seltersweg 22) und Leipzig, den 12. April 1938. Die Beisetzung fand in aller Stille statt 24740 erprobt, ich kann hierbei betonen, daß die Wirkung bei mir nach Einnahme laut Gebrauc, . w verdorbenem Magen gut ist. Meine Literflasche ist bald alle, da ich ihn oft in Bekanntenkreisen aus- probieren lasse. Ich möchte bei schlechtem Magen Klosterfrau-Melissengeist nicht mehr missen und sorge dafür, daß er stets in der Hausapotheke den ersten Platz einnimmt.' So beugen Sie vor und halten Ihre Verdauung in Ordnung, wenn Sie von Zeit zu Zeit Klosterfrau» Meliffengeist nach Gebrauchsanweisung nehmen. Besorgen Sie ihn deshalb" noch heute bei Ihrem Apotheken oder Drogisten, damit Sie ihn im Ernstfall sofort zur Hand haben. Klosterfrau-Melissengeist ist nur echd in den blauen Packungen mit den drei Nonnen; niemals lose. Originalpackungen zu RM 2,80, 1,65 und 0,90, anstatt schwere Verdauungsstörungen aufkommen lassen? Zu diesem Zweck trinke man jeweils nach den Hauptmahlzeiten 1—2 Teelöffel Klosterfrau« Melissengeist aus 1 Eßlöffel Wasser. Aber auch bereits vorhandene Magen« beschwerden, die auf schwer verdauliches Essen, unreifes Obst, übermäßiges Trinken, auf den Genuß schwer verdaulicher Speisen oder Getränke zurück« zusühren sind, werden durch Klosterfrau-Melissengeist in gleicher Verdünnung häufig rasch beseitigt. Bei starken akuten Beschwerden und Krämpfen trinke man nach einer Stunde nochmals die gleiche Menge. Dos hat schon vielen geholfen. So schreibt z. B. Frau Leni Jüsten (Silbl nebenstehend), Köln-Klettenberg, Breibergstraße 9, am 21. 1. 37 u. a.: „Jom muß Ihnen wirklich mit einem Dankbarkeitsgefühl einige Worte sagen: Ictz litt seit einigen Jahren ^an Magenbeschwerden sowie Erbrechen. Und nun» hat Klosterfrau-Melissengeist mir so gut geholfen. Ich nahm ihn mit Zuckev und warmem Wasier. Er ist angenehm zu nehmen, und meine Magennervew haben sich beruhigt Zn meinem Haushalt wird Klosterfrau-Melissengeist nicht mehr fehlen." Weiter schreibt Herr Ludwig Mölter, Großhändler, Kronach, u. a. arw 21.1.37: „Ich habe Klosterfrau-Melissengeist nochmals in verschiedenen Fällen "l die Wirkung bei mir nach Einnahme laut Gebrauchsanweisung bei Nach langem, schweren Leiden entschlief sanft und friedlich unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Hirz W we., geb. Fischer im Alter von 85 Jahren. Hermann Hirz Otto Hirz u. Frau Grete, geb. Kirsten Adolf Schmitz u. Frau Marie, geb. Hirz und 4 Enkelkinder. Warum nickt Magenbesckwerden verhüten GIESSEN - SE LTE R S W E G Ur. 86 zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag,12.2Iprii 1938 Oie hohe Schule der Lippizaner. Wiens berühmte spanische Hofreitschule. - Oie Edelrasse der weißen Pferde. Äreiunddreißig Schimmelhengste. Mit der Eingliederung des deutsch-österreichischen Heeres in die deutsche Wehrmacht ist auch die Wiener spanische Hofreitschule in die Obhut des deutschen Heeres übernommen worden. Es ist etwas Besonderes um Entstehen und Werden dieser Reitschule ureiaenster Art, einer Hochschule für Reiter und Pferde zugleich. Zwölf von den dreiunddreißig weißen Heng st en aus dieser hohen Schule der klassischen Reitkunst waren im Sommer vorigen Jahres aus der Reichsausstellung „Schaffendes Volk" in Düsseldorf zu sehen, wo sie, wie vorher in England, zu einem Gastspiel angeritten waren, betreut und geliebt von ihren Bereitern, Oberbereitern und Wärtern, ihren Herren und Freunden zugleich, denen die Pferde willig und gut gesinnt sind. Als die Nachkommen ihrer fünf Stammväter wurden die Lippizaner — dies ist der Familienname der Pferde der Hofreitschule— fortgezüchtet in den besten Abkömmlingen früherer Zeit, die Stämme tragen die Namen ihrer Väter Pluto, Conversano, Neapolitano, Favory und Maestoso. Als sechster Stamm kam später eine reine orientalische Rasse mit dem Namen Siglavy hinzu, gezüchtet aus in der Wüste gekauften Arabern. Nach altem Brauch führen die Pferde einen Doppelnamen, den des Stammhengstes und der Mutterstute, und sind in der Mehrzahl als Nachkommen kostbarer spanischer und neapolitanischer Hengste anzusprechen, deren heimatliche Zucht längst nicht mehr besteht. Alle führen sie den Namen Lippizaner nach dem seinerzeitigen staatlichen Gestüt in dem Dorfe L i p p i z a auf dem Bergrücken Opcina bei Triest, lieber dreihundert Jahre wurde dort auf dem harten Boden des Karst und in herber Alpenluft die Zucht der Lippizaner durch arabisches Blut aufgefrischt herangezogen, bis aus ihr die weit über Oesterreich hinaus bekannte Edelrasse wurde. Immer kamen die schönsten Hengste nach Wien in die Spanische Hofreitschule zum Zureiten, in die Schule, aus der sie nach Durchbildung ihres Körpers und nach Zähmung ihres Geistes als Beschäler wieder in die Heimat zurückkehrten. * Der Ausgana des Weltkrieges brachte das Gestüt und einen großen Teil der Zucht in italienischen Besitz. Was Oesterreich an Pferden geblieben war, gelangte vorerst in das ehemalige Sommerschlotz des Kaisers Franz Joseph nach Laxenburg bei Wien. Don dort kamen die Pferde später in das Staatsgestüt Piber bei Köflach in Kärnten, wo seither nach den alten Gepflogenheiten und Erfahrungen die Zucht der Lippizaner weitergeführt wird. Der Wert der Lippizaner ist nicht marktmäßig, die Pferde stehen im allgemeinen nicht zum Berkaus. Wenn einmal von einem Kaufpreis die Rede ist, so ist das ein Liebhaberpreis, wie ihn vor einigen Jahren ein indischer Maharadscha bezahlt hat. Er nahm aus dem Stamm Pluto, Favory und Maestoso je ein Pferd um je 15 000 Schilling in feine ferne Heimat mit. Don der Piaffe bis zur Eapriole. Es ist e i n schönesund feierliches Bild, wenn unter den Klängen eines Walzers die Lippizaner, geritten von den Bereitern, in mehr selbstbewußter und würdevoller als stolzer Haltung in den großen Saal der Spanischen Reitschule kommen. Man könnte fast sagen, den Saal betreten, da sie Schritt für Schritt die sehnigen und doch schlanken Beine mit den Hufen, die wie geschnitzt scheinen, stellen. Charakteristisch wie diese Schritte ist die Haltung des langen, seidenhaarigen Schweifes, der, ohne jede Bewegung getragen, elfenbeinweiß den Boden fast streift. Hochaufgerichtet sitzen die Reiter im Sattel, sie tragen einen braunen Frack, weiße Wildlederhosen, hohe schwarze Stulpenstiefel, einen goldbordierten Zweispitz quer aus dem Kopf. Sie salutieren nicht beim Einreiten, sie ziehen den Hut zum Gruß. Was dann Reiter und Pferde als Leistung und Ergebnis der hohen Schule zeigen, verrät, wie mühevoll erlernt alle Bewegungen sind, die sich nun in stolz geübter Kunst vereinen. Dib Vorführungen der hohen Schule zeigen alle Gangarten und Sprünge des Pferdes in höchster Vollendung, beweisen eine einzige Meisterschaft der Schule, rein erhalten in der Ausführung wie im 17. Jahrhundert. In der Unterrichtssprache gelten auch noch heute die damals üblichen Kunstworte, sie verbinden auch heute noch die gleichen Begriffe. So sind für die Bewegungen der Schulen auf der Erde Inhalt und Begriffe die Worte Piqffe, Passage, Volte, Pirouette, den Uebergang zu den Schulen über der Erde bezeichnen die Ausdrücke Levade, Pesade, Courbette, Croupade, Ballotade, Sprünge des Pferdes verschiedenster Ausführung, deren höchster und rollendster die Capriole ist. Den Der denkwürdige Tag der Abstimmung im Großdeutschen Reich ist vorbei. Mit einer überwältigenden Vertrauenskundgebung für unseren geliebten Führer hat ihm das geeinte, glückliche deutsche Volk den Dank für sein gewaltiges, geschichtliches Werk abgeftattet. „Deutschland auf ewig ungeteilt", so heißt es nun bei uns für alle Zukunft. Wir stehen noch alle unter dem uns zu tiefst erschütternden Eindruck der verflossenen Tage und Stunden und wem es wie mir vergönnt gewesen ist, in den Märztagen durch das befreite Oesterreich zu fahren und unter den vor Freude überschäumenden Brüdern und Schwestern dieses einzigartig schönen Landes zu weilen, für den ist dieses Erlebnis die schönste Erinnerung seines ganzen Lebens. Nun sind wir beieinander, reichen uns die Hände, sind In der Aprilwoche zwischen der gewaltigen Volksabstimmung und dem Osterfest liegen die beiden größten Ereignisse, die der deutsche Boxsport im Jahre 1938 zu bieten hat. Unsere besten Amateure erscheinen in Frankfurt, wo vom 12. bis 15. April die deutschen Meisterschaften abgewickelt werden, und im Berufssport bringt Hamburg am Ostersarns- tag, 16. April, die bedeutendste Veranstaltung dieser Art, die je in Deutschland, ja in ganz Europa vorbereitet wurde. Mit Max S ch m e I i n g , Walter Neusel und Ben Foord betreten an diesem Tage die drei besten Schwergewichtler Europas den Ring der Hanseatenhalle. Dazu kommt mit Steve Dudas einer der vielversprechendsten amerikanischen Nachwuchsboxer in die Hansestadt. Max Schmeling bestreitet am Ostersamstag seinen dritten Vorbereitungskampf vor der Weltmeisterschafts-Begegnung mit Joe Louis. Gegner ist diesmal der junge Amerikaner Steve Dudas, der, ebenso wie vor ihm Harry Thomas und Ben Foord, in dem Schmeling-Kampf die größte Chance seines Lebens sieht. Man kann hinzufügen, daß er diese Gelegenheit nicht weniger ausnutzen wird als seine beiden Vorgänger; ja, er dürfte unserem Meister Abschluß der nach strenger Ueberüeferung immer gleichbleibend en Vorführungen bildet eine Quadrille, an der sich das „ganze Ensemble" beteiligt. * Es ist auch ein besonderer Rahmen, in dem die Vorführungen der Wiener Spanischen Reitschule stattfinden. Als Teil der alten Wiener Hofburg hat der große Baumeister des Barock Fischer von Erlach d. Ae. für Kaiser Karl VI. einen prachtvollen Reit- und Festsaal nach den Plänen des Pariser Louvre erbaut. Als Zweckbau gedacht, mußte der Saal mancherlei Aufgaben erfüllen, er war die Stätte üppigster Maskenfeste, Bankettgewölbe zur Zeit des Wiener Kongresses und Beratungssaal des ersten Reichstages im. Jahre 1848. Korinthische Säulen teilen die Logen, stützen die hohe Galerie, der ganze weite Saal ist in blendendem Weiß gehalten, der heute nach der ihm gegebenen Widmung seines Schöpfers nur mehr den Vorführungen der Spanischen Reitschule in Wien dient. Durch hohe Bogenfenster fällt strahlendes Sonnenlicht auf das Reiterstandbild Karls VI. an der Stirnwand und gibt dem prachtvollen Bau die freudige Festesstimmung für 6i& einmaligen Vorführungen der hohen Schule der Reitkunst. Erwin Stranik. untrennbar als Kameraden verbunden und dienen vereint in allen schönen und schweren Tagen unseres Lebens auf dieser Erde unserem heiligen Vaterlande und seinem Führer. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen und die Millionenschar der in der Leibeserziehung des großen deutschen Volkes wirkenden Männer und Frauen grüßen in diesen ergreifenden Stunden voll Stolz auf ihre neuen Kameraden alle österreichischen Turner und Sportler als Mitglieder des Gaues 17, grüßen sie als kampferprobte Weggenossen zu dem gewaltigen Ziel, im Großdeutschen Reich das Volk in Leibesübungen zu schaffen. Gez.: von Tschammer, Reichssportführer. noch gefährlicher werden, da er härter schlagen kann als Thomas und Foord, da er aus den Niederlagen dieser beiden lernen konnte und da er schließlich in McCarney einen Manager besitzt, der als ein ganz erstklassiger Fachmann gilt. Max Schmeling befindet sich auch diesmal wieder in bester Form und wird alles daran setzen, seinem Gegner die erste Niederlage seit 1936 zu bereiten, um den Amerikanern zu beweisen, daß er das erste Anrecht auf einen Titelkampf mit Joe Louis besitzt. So überzeugt man von einem Erfolge Schmelings sein darf, so zweifelhaft ist der Ausgang des zwei- ten Hauptkampfes, in dem der Bochumer Walter Neusel zum zweiten Male auf den Engländer Ben Foord trifft. Die erste Begegnung im Jahre 1936 endete mit einem Punktsiege des Deutschen über zwölf Runden. Ob Neusel auch diesmal wieder siegreich bleibt, ist schwer vorauszusagen. Der Engländer machte gegen Schluß seines Trainings einen derart vorzüglichen Eindruck, daß mau Walter Neusel wenig Vorschußlorbeeren > spenden kann. Immerhin hat auch er härteste Arbeit im Training erledigt und sich in sehr gute Verfassung gebracht. Um die deutsche Fuhball-Meisterschast. Lechs Gruppen-Endspiele am Karfreitag, vier am Ostermontag. Aus verschiedenen Gründen war es dem Fachamt Fußball diesmal nicht möglich, die Osterfeier- tage frei von Meisterschaftsspielen zu lassen. Die Endkämpfe um die deutsche Meisterschaft werden am Karfreitag mit sechs Gruppen-Endspielen fortgesetzt, denen am Ostermontag vier weitere folgen werden. Nur so ist es möglich, die Kämpfe rechtzeittg unter Dach und Fach zu bringen. Der Spielplan für dis Osterspiele lautet wie folgt: K'arfreitag. G r u p p e 1: In Königsberg: Yorck Insterburg — Hamburger SV.; in Stettin: Stettiner SC. — Eintracht Frankfurt. Gruppe 2: In Halle: SV. 05 Dessau — FC. Schalke 04. Gruppe 3: In Chemnitz: BC. Hartha — Fortuna Düsseldorf; in Gleiwitz: VR. Gleiwitz — VfB. Stuttgart. Gruppe 4: In Hanau: FC. Hanau 93 — Alemannia Aachen. Ostermontag. Gruppe 1: In Stettin: Stettiner SC. — Hamburger SV. Gruppe 2: In Gelsenkirchen: Schalke 04 — VfR. Mannheim. Gruppe 4: In Aachen: Alemannia Aachen — 1. FC. Nürnberg; in Kassel; FC. Hanau 93 — Hannover 96. Letzte Ereignisse des Berliner Reitturniers. Der „A b s ch i e d s p r e i s" des Berliner Reitturniers wurde schon am vorletzten Tage entschieden. Das mittelschwere Jagdspringen über 16 Hindernisse vereinte 53 Pferde am Start, wobei allerdings Sieger und Zweite aus den bisherigen Wettbewerben ausgeschlossen waren. Zum Schluß entspann sich wieder eine Jagd um die beste Zeit, da 21 Reiter den Parcours fehlerlos genommen hatten. Mit 68,2 Sekunden errang SA.-Oberstuf. Frick auf „Nona" den Sieg mit zwei Zehntelsekunden Dor- Ätror ff=Uftf. Heidenreich auf „Schlemmer" Weidemann auf „Goldammer". Aus dem Amateurpreis, einer leichten Dressur und einem leichten Jagdspringen als Vielseitigkeitsprüfung, wurden die Preisträger vorgestellt. „Yorck" (Frhr. von Kottwitz) kam mit der Wertzahl 1,20 zum.Siege vor „Amneris" (^-Haupt- stuf. Temme) und „Upina" (Frl. Kutscher). In einem besonderen Siegerpreis der Springpferde traf noch einmal die Auslese aufeinander, denn hier waren nur die Sieger und Zweitplacier- ten aus den bisherigen Wettbewerben zugelassen. „Tosen" blieb als einzige ohne Fehler und verhalf dem Stall der Obersten SA.-Führung zum zweiten Erfolg des Tages. Ostpreußen gewann den Preis des Führers. Der Schlußtag des Berliner Reitturniers brachte am Montagnachmittag einen Höhepunkt mit dem Wettbewerb um den Mannschaftspreis der deutschen Zuchtgebiete. Mannschaften, die auf Pferden gleichen Zuchtgebietes beritten waren, kämpften um den Preis des Führers. Auf den ersten Platz kam Ostpreußen vor der gemischten Mannschaft, in der die übrigen Zuchtgebiete und auch die Pollblutzucht ihre Vertreter stellten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. D. in H. Wir empfehlen Ihnen, in dieser Sache einen Arzt oder einen Heilkundigen zu befragen. Schwerkriegsbeschädigter Beamter. Die Anfrage ist zu bejahen. Es gelten jedoch die §§ 1274 bis 1277 der Reichsoersicherungsordnung entsprechend. Eine Besprechung dieser Bestimmungen würde hier zu weit führen. Wir empfehlen, mündliche Auskunft beim Versicherungsamt einzuholen. Vereinigung des deutschen Sports. Ein Aufruf des Reichstportführerö. Deutscher Voxiport vor großen Ereignissen. Schmeling — Dudael/ Neusel—Foord. Oer heimliche Wunsch. Eine Liebesgeschichte von Peter Bauer. Nach Art der meisten Mädchen hatte Karina als Kind gern mit Puppen gespielt und wie eine kleine Mutter ihre Pfleglinge liebevoll und herzlich betreut. Karinas schönste Beschäftigung war es gewesen, die sorglich im federnden Wagen Gebetteten auf der Straße in die warme Sonne zu . schieben, und in den ersten Schuljahren hatte sie sogar unter Mutters Anleitung eifrig für die Puppen schneidern gelernt, damit diese Kleidchen zum Wechseln hatten und man sie zur gelegentlichen Ausfahrt von Kopf bis Fuß umziehen konnte. - Als Karina später, kaum siebzehnjährig, durch ein jähes Unglück, eine tückische Blutvergiftung, beide Eltern hintereinander verloren hatte, war es ihr darum nicht schwergefallen, sich mit ebenso viel Liebe wie einst ihren Puppen, den Kindern des Onkels zu widmen, der sie, als Bruder der Mutter, bei sich ausgenommen hatte. Sie war glücklich gewesen, da sie das Jüngste im Kinderwagen fast täglich vom Frühling bis in den Spätherbst hinein spazieren gefahren. Aber so gut wie der Onkel hatte es die nervös überreizte und wegen jeder Kleinigkeit aufbrausende Tante nicht gemeint, obschon ihr Karina nie begründeten Anlaß zu einer Auseinandersetzung gegeben. Wie eine zarte aus der Kelchhülle drängende Blütenknospe war das Kind immer in seinem Wagenbettchen gelegen, und sie hatte wie eine hübsche junge Mutter zu ihm gepaßt. Denn Karina war ein schönes, hellblondes Mädchen mit strahlenden Augen, das ein sicheres Gefühl für kleidsame Farben und Formen besaß und sich darum bei aller Einfachheit reizend und geschmackvoll anzuziehen verstand. Aber gerade dieser Vorzug hatte die in den gleichen Dingen weniger begabte Tante dem Mädchen nie verziehen und, sicher nicht ohne heimlichen Neid, den „unpassenden Aufwand" getadelt. Karina hatte manche Träne in die Stille ihres Stübchens gemeint, bis sie zu dem Entschluß gelangt war, eine Stelle in der Fremde anzunehmen. Nun fuhr sie im zweiten Jahre den Kinderwagen eines jungen Ehepaares, und es war so viel Liebe um das Kind, daß sie, als dessen Pflegerin, einen großen Teil der Herzenswärme mit zu spüren bekam und überall im Hause wie in flutender Sonne ging. Mit gesteigerter Hingabe hütete sie darum das Kind, besonders wenn es ihr allein anvertraut war und sie sich auf den nahen Promenadenwegen am Fluß erging, die es chr mit ihrem weiten Blick über die gleitenden Wasser angetan hatten. Unermüdlich schenkte sie ihre Aufmerksamkeit dem kleinen Plaudermund und hielt in lustigem Kauderwelsch Zwiesprache mit ihm, bis der Schlummer ihn schloß. Dann suchte sie die grünen Hainbuchennischen nach einer windgeschützten, unbesetzten Bank ab, wo sie den Wagen vor sich hinstellen und ein wenig rasten konnte. Da sah man stromauf und ftroman die Schiffe fahren, und es war Karina bald zur lieben Gewohnheit geworden, ihnen heimlich ihre kleinen Mädchenwünsthe und Träume mit auf die Reise zu geben. Einmal, als sie keine leere Bank fand, rückten zwei gesprächige Greise zur Seite und luden sie mit einer schlichten Geste ein, neben ihnen Platz zu nehmen. Sie nannten sie „junge Frau", und Karina ließ es leicht errötend unwidersprochen. Es gefiel ihr, daß sie den schönen Wagen lobten und vor allem das rosige Kind, das wohl dem Vater ähnlich sehe. Es war am gleichen Tage beim Mittagstisch, wo sie zum letzten Male den Blick des jungen Mannes aushielt, da er sie in ein kleines Gespräch zog, und es schien ihr, die beiden ahnungslosen Alten hätten recht. Das Kind war sein Ebenbild. Und „junge Frau" hatten sie gesagt. Es wurde ihr im Herzen heiß, so oft sie an das Erlebnis dachte. Ob sie der jungen Mutier, die so gütig zu ihr war davon hätte erzählen müssen? Sie konnte sich nicht dazu entschließen, weil sie es wie ein begangenes Unrecht empfand, die beiden Männer nicht aufgeklärt zu haben. Eine Zeitlang war es ihr bedrückend, daß sie vor der jungen Frau ein Geheimnis hegte, mit dem ihre Gedanken, ohne daß sie es wollte, zuweilen schwärmerisch spielten. In einem nächtlichen Traum sah sie den jungen Mann sogar einmal an ihrer Seite neben dem Kinderwagen gehen, und er sprach mit ihr wie mit seiner Gattin. Da war Karina am folgenden Tag noch ganz verstört und verschüchtert, so daß sie die Besorgnis der langen Frau erregte und mit einem Lächeln ihre Bedenken zerstreuen mußte. Aber dann suchte sie mehr als bisher an äußeren Dingen Ablenkung, um die törichten Gedanken loszuwerden. Ein anlegendes Frachtschiff lockte sie eines Mittags mit anderen Neugierigen ans Ufergelander. Wahrend die Anker niederrasselten und ein struppiger Köter den Laufsteg entlang die Zuschauer anbellte, sprang ein junger Schifter M den Flieher und ruderte dem Ufer zu. Plötzlich flog aus Karinas Kinderwagen, aus dem Helle Jauchzer krähten, ein kleiner Teddybär über das Eisengestange Karina beugte sich ratlos übers Gelander und sah in das lachende Gesicht des Schiffers, der freundlich heraufgrüßte und ein paar Augenblicke spater das gerettete Pelztier mit einer artigen Verbeugung in ihre Hände legte. Er war sehr gesprächig und begleitete sie noch ein Stück stadtwärts, bis sein Weg abbog. Sie trafen sich noch zweimal in der Uferanlage, und sie erfuhr, daß er das Patent als Steuermann habe, daß das Schiff feinem Vater gehöre und daß ein zweites Fahrzeug in Kauf fei, das er bekommen werde. Sie erzählte von ihrer Heimatstadt und war erstaunt, daß er viele ihrer Schönheiten kannte. Ein Onkel von ihr wohnte dort. Ob er ihm Grüße von ihr bestellen dürfe, wenn er demnächst wieder geschäftlich in die Stadt komme. Sie würde sich freuen, wenn er das täte, und sie nannte ihm Namen und Straße. Seitdem klopfte ihr Herz rascher, so oft sie die angekommene Post dem Hausbriefkasten entnahm, als ob sie eine Nachricht zu erwarten habe. Eine Nachricht? Der Schiffer hatte wohl schon das kleine Erlebnis vergessen. Was konnte ihn ein Mädchen kümmern, von dem er nicht einmal wußte, wie es hieß? Oder hatte auch er in ihr eine junge Frau gesehen und ein näheres Bekanntwerden für zwecklos gehalten? Sie fühlte sich sehr einsam. Auch wenn sie dem Kinde im Wagen Anwort gab, tat sie das zur Gewohnheit Gewordene gedankenabwe- sen. Wann würde sie ein eigenes Kind haben? Viele Wochen vergingen, und Karinas strahlende Augen erschienen von Schwermut umflort noch dunkler, als sie es schon waren. Aber eines Morgens, da sie einen Brief in ihren leise zitternden Händen anstaunten, hellten sich jäh auf, wie wenn ein Schleier zurückgeschlagen würde. Sie konnte den Aufgabestempel des schmalen Umschlags zwar nicht entziffern, doch immerhin so viel feststellen, daß der Brief nicht aus ihrer Heimatstadt kam und die kräftigen Schriftzüge nicht von ihrem Onkel stammten.' Sie hielt den Atem an, während sie hastig den Umschlag aufriß. „Siebes Fräulein Karina!" las sie, sich wundernd. „Verzeihen Sie, daß ich die Grüße, die Sie mir mitgaben, erst in dieser Woche bestellte, da die geplante Reise immer wieder aufgeschoben werden mußte. Ihr Onkel freute sich sehr, da ich ihm viel Schönes von Ihnen erzählte. Aber meine Freude war doch noch größer, da ich außer Ihrer Anschrift von ihm alles erfuhr, was meine Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Ihnen neu belebt hat. Das Schiff ist gekauft. Darf ich es Larina' taufen?" Die Zeilen schlossen mit einem „herzlichen Gruß" und seiner genauen Anschrift. Karina antwortete im vollen Jubel ihres Herzens sofort und warf den Brief noch vor ihrer täglichen Ausfahrt in den Kasten. Auch Herbert, so hieß der Schiffer, ließ Karina nicht warten. Briese flogen ein und aus. Aus fteundlichen Alltagsberichten wurden sehr rasch Herzensgespräche und zärtliche Geständnisse. Und dann kam Herbert mit seinem Schiff, an dessen Bug Karina mit großen goldenen Lettern ihren Namen leuchten sah. Er blieb drei Tage und wollte sie gleich mitnehmen. Sie sprachen mit dem jungen Ehepaar, das in begreifliche Bestürzung geriet, dann aber unter großem Bedauern den außergewöhnlichen Umständen entsprach und Karina frei« gab. Sie ließ es sich nicht nehmen, am letzten Vormittag noch einmal mit dem Kinderwagen in den Uferanlagen spazieren zu fahren. Herbert schritt schweigend neben ihr. Mit einem Male fühlte sie seine Hand neben der ihren am Wagengriff. Da mußte sie an ihren heimlichen Wunsch denken und lächelte still und glücklich vor sich hin. 'Zeitschriften. — Ein junges Paar will sich einrichten, es hat eine Wohnung, es hat die nötigen Mittel zusammengespart, es hat Geschmack und will eine Einrichtung, die weder modisch, extravagant noch langweilig ist. Wie sieht die fertige Wohnung aus? „He neue linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) hat in ihrem April-Heft das Heim des jungen Paares photographiert und bringt dazu eine genaue Kostenaufstellung. Da das Heft zur Hauptsache dem Haus und Garten gewidmet ist, zeigt es außer den farbigen Gartenentwürfen von drei bekannten Garten-Architekten ein schönes Wohnhaus in Berlin und die ersten fertigen HJ.-Heime in farbigen Bildern. Ein Wettbewerb, der sich an die deutschen Architekten richtet, sucht das ideale Einfamilienhaus. Die zweite Preisnovelle des diesjährigen Erzähler- Wettbewerbes, ein Querschnitt durch die Theaterwinter 1937/38 und ein Landschaftsaufsatz über Aegypten runden das schöne Heft ab. Die Modebeilage bringt reizvolle Modelle aus der bunten Fülle der neuen Frühjahrsmode. — Jede Erkrankung des Kindes erfüllt die Eltern mit Sorge und Unruhe. Was die Mutter zu tun hat, welche Maßnahme sie bei Beginn einer Krankheit zu ergreifen hat, das wird in dem Aprilheft der Monatsschrift „M utter und Kind" (Verlag El- win Staude K.-G., Berlin W 30 und Osterwieck am Harz) geschildert, und zwar unter Aufführung der am häufigsten vorkommenden Krankheiten (Grippe, Magen- und Bauchschmerzen, Nasen-, Rachenkatarrh, Kopf-, Ohren- und Halsschmerzen, Krämpfe usw.) Auch die weiteren Beiträge wie „Waschen und Baden", „Der böse Finger", „Mutter", „Erste Liebe zum ABC", „Zur Berufswahl" werden mit Interesse gelesen werden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß?. Abend- börse Schlußkurs Schluß! Mittag börse Datum 9-4. 11.4. 9.4. 11.4. 6% Deutsche Reichsantethe v. 1927 101,9 101,9 101,9 101,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 V/i% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,7 99,6 99,7 99,6 Jungen von 1935 . .......... 0/1% Deutsche Reichsschatzanwei- fungen von 1935, II. Folge... *Yi% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,7 99,75 99,75 99,75 fungen von 1936, III. Folge .. — — — — 6yz% Doung Anleihe von 1930 .. 103,75 103,75 103,6 103,7 *y2% Hessische Volksstaat von 1929 O/t% Deutsche Reichspostschatz von 101 101 100,25 — 1934 1...................... O/i% Deutsche Reichsbahnschatz 100,9 100,7 100,75 von 1936 I.................. 100 100 100 100 Sieichsanleihe-Altbesltz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 132,9 132,8 132,9 132,9 Auslos.-Rechten.............. O/i% Hess. Landesbk. Darmstadi — — Goldpse. R. 12.............. O/i% Hess. LandeS-Hyp.-Banl 100 100 — 100 Ligu. Goldpse............... O/i% Preuß. Landespsdbr.-Anst. 101,25 101,25 Goldpse. R. 19.............. •— 100 100 O/i% Preuß. Gold-Komm. R. 20 */2% Darmstädter Komm.-Lan- — 100 100 — desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 99,75 99,75 — — Auslos.-Rechte 1.............. 138,75 138,75 139 139 4%% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 O/i% Franks. Hyp. Gold-Komm. — 100 — 100 Obl. 2 3.................. O/i % Franks. Hyp. Liquidation 100 100 — — Goldpse..................... 6/i% Rheinische Hyp. Liquidation 101,6 101,5 — — Goldpse..................... 101,65 101,5 101,9 101,6 Steuergutschein-Verrechnungskurs 111,2 111,2 111,25 111,25 S.G. tüt Vssrkehrswesen .... S,H 140,75 140,25 141 140,5 feaniburg-Sübam. Dampfschiss. 0 — —— 129,5 129,5 Hamburg-Amerika Paket......0 79,13 78,5 78,5 79 Norddeutscher Lloyd..........0 79,5 — 79,5 80,25 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 131,5 131,5 131,75 131,75 Metchrbank................. 12 199 198 198,5 197,65 Berliner Handelsgesellschaft . 6% 129,5 129,5 129,65 129,9 Commerz- und Privat-Bank ... 5 116,75 116,5 116,75 116,5 Deutsche Diskonto............ 6 121,5 121,5 121,5 121,5 Dresdner Bank..............4 118,65 118,65 118,65 118,65 Mein-Mainische Börse. Millagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 11. April. Das überwältigende Treuebekenntnis des Volkes zu seinem FühFrankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend börse Schlußkur« Schluß!. Mittag- börse Daium 9.4. 11.4- 9.4 11-4. Accumulatoren-Fabrik...... . 14 — — 243 — Alchafsenburg Zellstoff...... .. 6 142,5 143,5 143,9 144,5 Bemberg................. .. O 151,25 151 150,5 150,9 Bekula................... .. 8 162 162 162,5 162,5 Buderus Eilen............. .. 6 120,5 121 120,25 121 Semem Heidelberg......... .. 7 172 173 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — — Conti Gummt............. . 12 213 213,25 213 213,25 Daimler Motoren.......... O/i 148,5 148,9 149 149 Dessauer GaS ............. .. 4 — — 126,5 126,75 Deutsche Erdöl............ .. 6 143 143,5 143,5 143,5 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 250 250 —— —— Deutscbe Linoleum......... .10 178,5 177,5 178,5 177,25 Elektrische Lieferungen...... .. 6 — 124,75 125 124,25 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 145,5 146,5 145,5 146,75 g. G. Farben-Industrie..... .. 7 161 160,75 160 75 160,9 Felten & Guilleaume....... .. 6 145,5 146 146 145,5 Gesfürel.................. .. 7 152 154,75 152,4 155 Th. Goldschmidt ........... .. 6 149,75 149,75 149,5 149,5 Gritzner Maschinen......... .. O — 48,65 49,13 49 Harvener ................. 8Vt — — 173 —— Hoesch Eilen............... OS 116 116 115,9 116 Philivo Holzmann ......... .. 8 164,25 164 163,5 164 Ilse Bergbau.......}...... .. 6 — — 163 163,5 Ilse Genüsse.............. .. 6 147,25 147 147,5 147,5 Kalt Aschersleben.......... .. 4 109 109,13 109 109,13 Klöcknerwerke ............. O/i 121,25 — 121,9 121,5 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — — 160,25 160,5 Lahmeyer................ .. 6 136,25 136,25 137 136,5 Mainkrast................. .. 4 98 — — Mannesmann............. 0/1 118,25 118,4 118,5 151,5 118,65 Marisfelder Bergbau....... .. 7 Metallgesellschaft........... .. 6 145,4 145 145,9 145,25 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 116,9 116,9 Rheinische Braunkohle...... . 12 — 233 — 233 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 129,5 130,5 Rheinstahlwerke............ .. 6 148,65 147,75 148,5 148 Rbeinisch-Weftfälische Elektro .. 6 125,75 127 125,9 127,25 Rütgerswerke ............. .. 7 157 157 157 156,9 Salzdetfurth Kalt.......... .. 6 167 — Schuckert & Co............. .. 7 185 186 185,5 186,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 103 102,9 Siemens & Halske......... .. 9 — 209 208 210 Süddeutsche Zucker......... . 10 217,5 217,5 217,5 217,75 Bereinigte Stahlwerke...... 0/1 111,9 111,9 111,75 111,9 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 105,65 105,5 105,4 105,13 Westeregeln Alkali.......... .. 4 109,5 109 109 109 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 150,65 151,5 152 152 Ctatii Minen.............. .0,6 27 26 13 27,5 rer und dem Großdeutschen Reich hinterließ auch an der Börse einen tiefen Eindruck und bildete nahezu das Hauptgesprächsthema, wie überhaupt das weltgeschichtliche Geschehen dieser Tage im Hinblick auf die wirtschaftlichen Hoffnungen und Auswirkungen! viel beachtet wurde. Zum Wochenbeginn war die Haltung der Börse weiterhin freundlich, das Geschäft kam jedoch nur langsam in Gang. Der Auftragseingang war etwas schwächer als in letzter Zeit. Am Aktienmarkt stellten sich überwiegend weitere Erhöhungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. ein. Sonderbewegungen waren nicht zu verzeichnen. Etwas stärker erhöht waren lediglich Gebr. Zung- hans mit 126,50 (125,25), von den übrigen Maschinenwerten bröckelten Eßlinger und Demag je 0,25 o. H. ab, Moenus gewannen 0,50 v. H. Am Montanmarkt blieben Verein. Stahl lebhafter mit 112,75 (111,90), Hoefch unverändert 116, dagegen Rheinstahl 148 (148,65). Am Elektromarkt waren AEG. weiter fest mit 124,65 (124), Gesfürel ebenfalls mit 152,50 (152), Lahmeyer unverändert 136,25. IG. Farben notierten unverändert 161, hingegen Metallgesellschaft 145 (145,40). Im einzelnen kamen Ce- ment Heidelberg Mit 173 (172), Adlerwerke mit 124 (123,75), andererseits Holzmann mit 163,50 (164,25), Deutsche Linoleum mit 177,50 (178,50) und Reichsbank mit 198 (199) zur Notiz. Der Verlauf der Börse war freundlich, bas Geschäft blieb aber gering. Fest und lebhafter waren einzelne Elektropapiere unter Führung von Gesfürel mit 154,25 nach 152,50, RWE. erhöhten sich auf 127 nach 125,75 und Schuckert auf 186 (185). Ze 0,25 v. H. erholt waren Demag mit 155,25 und Eßlinger mit 116, hingegen ermäßigten sich Verein. Stahl auf 112,25 nach 112,75. Abendbörfe ruhig. An der Abendbörse gestaltete sich das Geschäft ziemlich ruhig. Etwas lebhafter waren lediglich von Bankaktien Deutsche Effekten- und Wechselbank mit 91,50 (90,25) offenbar in Erwartung der Wiederaufnahme einer bescheidenen Verzinsung. Ferner gingen Verein. Stahl mit 111,75 bis 111,90 (112) etwas reger um. Hanfwerke Füssen notierten nach Pause 3 v. H. fester mit 134. Für verschiedene Elektrowerte erhielt sich etwas Interesse, Gesfürel 154,75 (154,25), Licht & Kraft 146,50 (146,25). An den übrigen Marktgebieten erfolgten die Notierungen zumeist nominell. U. a. notierten: Adlerwerke 124, MAN. 139, Bemberg 151 (151,25), Demag 155,75 (156), Deutsche Erdöl 143,50, ZG. Farben 160,75, Goldschmidt 149,50, Holzmann 164 (163,50), Junghans 126,50, Metallgesellschaft 145, Rheinmetall 142,50 (142,25), VDM. 175,50, AG. für Verkehr 140,25 (140,50), Buderus 121, Mannesmann 118,40 (118,50), Hoefch 116, Rheinstahl 147,75 (148). Der Rentenmarkt war ohne Geschäft. Farben-Bonds lagen 0,13 v. H. höher mit 130,25. Im Freiverkehr waren Dingler Maschinen weiter erhöht auf 93,50 (93), von Renten KommunabUmfchuldung unver» ändert 96,35. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. April. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13'210, W 16 213, W 19 217, W20 219; Roggen R12 192, R 15 195, R 18 199, R19 201, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95; Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, PS 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfeftpreife ab Mühlenstation. Spjaschrot —, Palmkuchen —, Erd- nußkuchen —, Treber getr. 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,50, do. drahtgepreßt —. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1198 Rinder (241 Ochsen, 189 Bullen, 518 Kühe, 250 Färsen), 1300 Kälber, 62 Hämmel, 62 Schafe, 4783 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 38 bis 65, Hämmel 35 bis 52, Schafe 25 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zügeteilt; Hämmel und Schafe mittelmäßig. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. g.April 11 .April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Buenos Arres............. 0,624 0,628 0,624 0,628 Brüssel................... 41 .96 42.04 Rio de Janeiro............ 0,147 Loten.................... 47^00 47^0 47^00 47,1Ö Kopenhagen............... 55,21 55’33 55.2.3 55,35 Danzig............... ... 47,10 London.............. .... 12 37 12'40 helsingfor-................ 1^5^47 5 475 5,485 Paris.................... 7,73? 7,748 boll and.................. 138 02 Italien................... ^13 09 13 11 13.09 13,11 Japan.................... 0,721 0,723 0,721 0,723 Jugoslawien .............. 5.694 5,706 5,694 5,706 Oslo. ................... 6? 15 62,27 62,17 62,29 Wien..................... Lissabon.................. 11,25 11.235 11,255 Stockholm ................ 6.3,75 6.3,87 Schweiz.................. 57 14 57,26 Spanten.................. Prag..................... fl R71 8,689 Budapest................. Neuyork.................. 2,492 2,496 2,491 2,495 sucht. 01752 beit. 2485° 2478 A Marktplatz 2 Die Seltersweg 52 GIESSEN Seltersweg 52 Handarbeiten 2490 A DAS GESCHÄFT DER GUTEN SCHUH REPARATUR Ostern! Es ist höchste dteüb Suche zum 1 Mai tüchtige Verkäuferin im 1. bis 2. Berufsiahr. Angeboten erbeten an t47oD Unkel & Lo., Metzgerei, Viedenkops lS.-A.) Ällßinmädchen mit guten Empfehlungen für 2 Pers. - Haushalt zum 1. Mai ge- zu mieten gesucht Angeb. an owm Fr. Beck, Ludwigstratze 6. Uebungs statte Gießen Es beginnen in Kürze neue Lehrgemeinschaften in ckruvzsrbrM... Maschinenschreiben Sofortige Anmeldung und Auskunft bei: Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, Abt. f. Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Fernruf 2141—44. Daselbst auch Auskunft und Anmeldung für die Lebrgemein- schaften aller Berufe. 2488d mäddien gesucht. 24mD Aulweg 52 I. gesucht, die in allen Hausarbeiten erfahren ist. 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Und daß in diesen Wochen, die am Beginn des bäuerlichen Arbeitsjahres stehen, auch die Wetterregel ihre Rolle spielt, ist erklärlich. „Am Palmsonntag Sonnenschein — soll ein gutes Zeichen sein!" So heißt es ^allgemein, ganz gleich, ob Ostern früh oder spät im Jahre naht. Aus dem alten Brauche des Palmeselziehens, der sich innerhalb der Palmsonntagsprozession entwickelte, hat sich noch mancher Gedanke lebendig erhalten. Zogen früher die Bürger und die Laienbrüder wirklich einen Holzesel am Palmsonntag, darauf ein junger Pater oder älterer Novize saß, zur Kirche, so rollt mancherorts in katholischen Gegenden heute noch die Jugend einen hölzernen Eselreiter durch die Gassen. Anderorts ist der Gedanke noch weiter abgeschliffen. So warf man in Schwaben — ohne daß ein Umzug mehr stattfand — etwas Heu vor die Stalltür, damit des Heilandes Esel beim unsichtbaren Vorüberzug Futter finde. Streut man anderorts Weidenkätzchen von den geweihten Palmbuschen unter das Hühnerfutter, so will man damit erreichen, daß Habicht und Fuchs das Geflügel verschonen. Der Karmittwoch gilt im Volksmund als der Tag, an dem sich Judas, der Verräter, erhängte. Da dies an einer Rebe geschehen sein soll, nehmen die Bauern Tirols keine Winzerarbeit an diesem Tage der Osterwoche vor. Am Gründonnerstag backt man Brezeln und verzehrt auch schon davon: wenn es an einem der Folgetage „morgens nüchtern" geschieht, so bleibt man ein Jahr lang fieberfrei. Am Gründonnerstag gesammelte Kräuter gelten als besonders würzig und heilkräftig. Wichtiger ist der Karfreitag im deutschen Volksbrauch. Man sagt, die ganze Natur trauere dann um Christi Leides willen, drum regne es meistens. Und das ist dem Bauern recht, denn die „Himmelstränen" müssen doch der Erde Segen und Stärkung bringen. Im Alemannischen sagt man: „Wenn's am Karfritia rägnet, so git' e guers Johr." Im Gegensatz zu Dieser Auffassung steht die anderwärts anerkannte Bauernregel: „Oster- und Karfreitagsregen bringen selten Erntefegen." Immerhin herrscht die erstgenannte Auffassung vor; so reimt man noch: „Wenn am Karfreitag Regen war, folgt ein trockenes, aber fruchtbares Jahr." Der Schmied soll in der Karwoche oder wenigstens am Karfreitag nicht mit Hammer und Nägeln hantieren, denn es sind Marterwerkzeuge und würden ihm Unglück bringen. Aber man soll Brot am Karfreitag backen. Die Stalltüren hält man jetzt nicht unnötig offen. Am Karfreitag regen sich alle Verwünschten und würden das Vieh dem Bauern zum Schabernack plagen. Am Todestage Jesu jagt auch der wilde Jäger wieder, obwohl er wegen der Jagd am Karfreitag zu ewiger Unrast verdammt wurde. Das wilde Heer zieht mit ihm durch die Lüfte, und so will man beobachtet haben, daß am Karfreitag oft Stürme und Gewitter toben. In der Karwoche vermeidet man im Erzgebirge Kindtaufen. Selten wird eine Bäuerin in diesen Vorostertagen Wäsche abhalten. Wohl aber empfiehlt sich Hausreinemachen, da dann alles Böse mit ausgekehrt werden kann. In Oberbayern und Niederösterreich pflügt der Landmann ein paar Striche auf seinem Acker, wenn am Karsamstagabend die Glocken, die nun „aus Rom zurückgekehrt" sind, zuerst wieder läuten, was aber nicht überall geschieht. Ostern im Spiegel des Gießener Bahnhofs. so Lautsprecher im Dienste des Reisepublikums. Das bevorstehende Osterfest bringt unserem Gießener Bahnhof, der als Eisenbahnknotenpunkt zu immer größerer Bedeutung gelangt, wieder einmal große Tage und damit Tage eines angespanntes Dienstes für alle, die dort im Interesse des reisenden Publikums wirken. Der Osterverkehr wird, um allen Anforderungen gerecht werden zu können, dem normalen Reiseverkehr gegenüber außerordentlich erweitert. In der Zeit vom 10. bis zum 22. April herrscht im Gießener Bahnhof Hochbetrieb. Nicht weniger als 13 Militär- Urlauber-Sonderzüge werden in der Zeit vom 10. bis zum 22. April unseren Bahnhof, meist als Durchfahrtsbahnhof passieren. Darüber hinaus wepf den zahlreiche Personenzüge des Nah- und des Fernverkehrs Militär-Urlauber transportieren. Für diesen Zweck — es handelt sich hier also nicht um Sonderzüge — werden den fahrplanmäßigen Zügen Wagen angehängt, die ausschließlich für die Soldaten bestimmt sind. Die Arbeitsdienstkameraden werden zum diesjährigen Osterfest die Eisenbahn nicht in Anspruch nehmen, da sie ja erst vor wenigen Tagen überhaupt in die Lager einrückten und noch nicht in Urlaub gehen können. Für den Verkehr des übrigen reisenden Publikums, der sich nach den bisherigen Erfahrungen gegenüber dem normalen Personenverkehr auch in diesem Jahre wieder sehr steigern wird, werden insbesondere zu den Eil- und Schnellzügen Vorzüge gefahren. In der Zeit vom 10. bis zum 21. April werden durch diese Verstärkung des Fahrplanes täglich bis zu 16 Eil- bzw. Schnellzüge mehr unseren Bahnhof Gießen passieren. Besonders lebhaft wird dabei der Verkehr auf den Nord- Süd-Verbindungen werden, insbesondere in den Richtungen Frankfurt—Hamburg-Altona und Berlin. Aber auch die OstMestverbindungen haben enffpre- chenden Anteil. Die Vorzüge, die zu den Eil- und Schnellzügen z. B. von Frankfurt a. M. nach Hamburg und Berlin geführt werden, verkehren auch in umgekehrter Richtung. Auch der Verkehr der beschleunigten Personenzüge erfährt eine Verstärkung. Die Züge des übrigen Verkehrs, insbesondere auf den oberhessischen Linien, werden mit mehreren zusätzlichen Wagen gefahren. Auch für den zu Ostern gesteigerten Paket- und Postverkehr wurden ausreichende Maßnahmen getroffen. Außer einigen planmäßigen Schnellgüterzügen werden auch fahrplanmäßige Züge, die bisher keine Post mit sich führten, mit Postwagen ausgestattet. Die neue Lautsprecheränlage im Betrieb Die neue Lautsprecheranlage, die am vergangenen Sonntag zum ersten Male in Betrieb gesetzt werden konnte, wird auch während der Osterfeier- tage in den Dienst des Reisepublikums gestellt, lieber die Anlage, die aus über 50 Lautsprechern besteht, werden Die Fahrgäste der Reichsbahn über alle ankommenden und abgehenden Züge informiert und alles Wissenswerte mitgeteilt. Die 'Lautsprecheranlage wird von der Leitung des Bahnhofes als sehr gut bezeichnet. Dadurch, daß alle 15 Meter und auf jedem der Bahnsteige Lautsprecher angebracht sind, ist es möglich, die Lautstärke so einzustellen, daß das gesprochene Wort ohne jede Verzerrung oder unnatürliche Ueberfteigerung der menschlichen Stimme wiedergegeben werden kann. Die Anlage wird sehr dazu beitragen, den Verkehr im Gießener Bahnhof recht flüssig und reibungslos zu gestalten. Vom Osterwetter schließt man auf die Witterung der Folgezeit, die unverändert bleiben soll, wie viele Bauernregeln aussagen. So heißt es: „Woher zu Ostern der Wind kommt gekrochen, daher kommt er sieben Wochen", und der Wind ist ja bedeutsam genug für die Witterungsbildung. W. L. Lornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Scharnhorst". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Pipin der Kurze". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rätsel der Urwaldhölle". Stadttheater Gießen. Heute, um 20 Uhr, findet die erste Wiederholung von „Scharnhorst", Schauspiel in drei Akten von Gerhard Menzel, statt. Spielleitung Dr. Erich Schumacher, Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 26. Vorstellung der Dienstag- Miete statt. Ende 22.30 Uhr. Mittwoch, 13. April, Anfang 19.30, Ende 22 Uhr, zum letzten Mal „Fra Diavolo", Komische Oper von Auber. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Wolfgang Kühne. Mittwoch-Miete, 27. Vorstellung. Freitag, 15. April (Karfreitag), Anfang 19, Ende 21.45 Uhr, zu kleinen Preisen, zum letzten Mal „Wilhelm Teil", Schauspiel von Schiller. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Außer Miete. Samstag, 16. April, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr, KdF.-Miete, Gruppe 1 (14. Vorstellung), „Das Land des Lächelns", Romantische Operette von Franz Lehar. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Freier Kartenverkauf. Sonntag, 17. April (1. Osterfeiertag), Anfang 19, Ende 21.45 Uhr, Abschiedsvorstellung für Hildegard Jachnow, „Der Troubadour", Oper'von Verdi. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Wolfgang.Kühne. Außer Miete. Revue „1002. Rächt". Im Schumann-Theater in Frankfurt a. M. wird gegenwärtig eine Revue unter dem Titel „1002. Nacht" nach einer Idee von Fritz Fischer gegeben. Diese Revue ist vorher lange Zeit in München aufgeführt worden. Die Darbietung führt in die vielseitige Welt der Märchen des Orients und des Okzidents. Das Verbot des Irischbrotverkaufes teilweise gelockert. DNB. Durch eine vierte Verordnung zur Ergänzung des Brotgesetzes hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft das, bestehende Verbot, frisches Brot zu verkaufen, für die Tage aufgehoben, denen zwei gesetzliche Feiertage oder ein gesetzlicher Feiertag und ein Sonntag unmittelbar vorangehen. Diese Neuregelung wird erstmalig bei dem bevorstehenden Osterfest zur Anwendung gelangen. Damit werden von nun an die Schwierigkeiten vermieden, die sich für das Backgewerbe bisher aus der Notwendigkeit ergaben, an dem Tage vor den Feiertagen genügend Brot herzustellen, um den Bedarf für die Festtage und für den auf die Festtage folgenden Tag zu decken. Es wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß, abgesehen von der jetzt verordneten Ausnahme, die Anordnung bestehen bleibt, wonach das Brot, das aus 20 öder mehr Hundertteilen Mahlerzeugnissen des Roggens hergestellt ist, erst an dem auf die Herstellung folgenden Tag angeboten, feilgehalten, ver- । kauft oder sonst in den Verkehr gebracht werden I darf. 40 Jahre Arbeit in der heimischen Wirtschaft. Kommerzienrat Dr. Koehler. — (Aufn.: Privat.) Eine der führenden Persönlichkeiten unserer heimischen Wirtschaft, Kommerzienrat Dr.-Jng. e. h. Adolf Koehler, Vorsitzer des Vorstandes der Buderus- scheu Eisenwerke in Wetzlar, kann am 16. April die 40. Wiederkehr des Tages begehen, an dem et im Jahre 1898 feine Laufbahn bei dieser Firma als kaufmännischer Lehrling antrat. Nachdem der junge Adolf Koehler seine Ausbildung genossen und dabei bereits ein Stück des für die künftige Entwicklung der Buderusschen Eisenwerke entscheidenden Ausbaues selbst miterlebt hatte, konnte ihm infolge feiner überragenden Fähigkeiten im Jahre 1908 Prokura erteilt und die Leitung einer Verkaufsabteilung übertragen werden. Diese Stellung brachte eine ausgedehnte Betätigung im In- und Auslands-Verkaufsgeschäft und in der weiteren Ausgestaltung der im Jahre 1911 gegründeten Buderus- Wirksam und preiswert herrlich erfrischend, verhindert den) Ansatz des gefürchteten Zahnsteins. Große Tube 40 2/., kleine Tube 25 ‘BL scheu Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung mit sich. Um dieselbe Zeit begann auch die Mitarbeit in den verschiedenen Derkaufsverbänden, denen das Unternehmen angehört. Im Jahre 1917 erfolgte feine Ernennung zum kaufmännischen Direktor, bereits zwei Jahre später schloß sich der Eintritt in den Vorstand an. Nach dem Tode von Generaldirektor Bergrat Dr.-Jng. e. h. Groeblelk übernahm der damals Vieründvierzigjährige im Jahre 1926 als Vorsitzer des Vorstandes die Leitung der Buderusschen Eisenwerke. Seit Jahren ist Kommerzienrat Dr. Koehler Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet Frankfurt am Main und Vorsitzender deren Wetzlarer Bezirksstelle. Außerdem. gehört er dem Beirat der Wirtschaftskammer Hessen, sowie der Bezirksgruppe Hessen der Reichsgruppe Industrie und der Wirtschafts- Oer Welser. Don Hans Friedrich Blunck Ich hatte mich auf dem amerikanischen Küstenschiff mit einem jungen deutschbürtigen Offizier an- gefreunbet; er war in einem kleinen Küstenhafen südlich von Baltimore geboren und von Jugend auf der See ergeben. Während wir die kolumbische und veuezuelische Küste entlang fuhren und kleine Häfen besuchten, um hier diese und dort jene Ladung zu nehmen, horchte ich ihn über sein Leben aus; es war alles so anders und doch auch so nahe, was man da von Mutter und Vater und von ihrem kleinen enttäuschungsreichen, aber doch so zähen und rechtschaffenen Leben zu hören bekam. Er hatte auch viel gelesen, gehörte zu jenen schweigsamen Menschen, denen manche gute Bücher durch die Hände gehen und die mehr mit ihnen als mit Freunden reden. Die Geschichte Venezuelas kannte er genau, wußte von den Welfern und von jenem Unternehmen des fünften Karl, auch den Deutschen ein Stück Welt zu sichern und versuchte sogar mich zu tröffen. „Ihr hättet das Land doch wieder verloren genau so wie die Engländer, die Franzosen und die Spanier. Trauert nicht darum!" Ich trauerte gar nicht und bemühte mich, ihm zu erklären, daß unsere Ausgaben in anderen Erdteilen lägen. Da begann er selbst zu meinem Erstaunen zu widersprechen. Es wäre doch gut gewesen, meinte er, wenn unsere Sprache auf dem großen amerikanischen Kontinent eine Heimat gehabt hätte. So eine Pflegestätte — nicht mehr als das! Er lächelte, als hätte er vor, mich zu überlisten: „Hier weiß man zuweilen noch von dem, was einmal gewesen ist; ich will Ihnen einen alten Tropf zeigen, der geradewegs von den Welfern abzustammen behauptet." Ich verzog verblüfft die Stirn, aber er lachte nur vor sich hin, als freute er sich auf die Überraschung. x Wir waren während des Gesprächs der Barre eines kleinen Hafens nähergekommen — ich brauche ihn nicht zu nennen. Ein Fluß brach aus dem niederen Hügelland der Ferne und hatte vor feiner Ausmündung einen weiten, flachen See gebildet, den nur zur Rechten ein klumpiger Felsblock.überragte. Linkerhand auf einer Landzunge breitete sich die Hafenstadt mit ihren flachen Dächern, mit <5d)umlagern, Pumpwerk und mit dem Gewirr der Hütten am Raub, von denen Kokospalmen und Gärten zum Dickicht der Uferdschungel üoerleiteten. Flach, anspruchslos, kaum erhoben durch einige Turme des spanischen Barocks, lag die weiße Stadt da: ein brauner Schutzrand zeigte an, wo Kai und Lager die Flut anhielten. Durch die seichten Hafenwäfser führt ein großer Steindamm im Winkel in die See hinaus und auf den Fels zu. Aber der Damm hatte ein Verhängnis gebracht; der Fluß hatte sich eigensinnig einen neuen Weg gesucht und führte eine seiner Rinnen so hart an dem steinernen Kopf entlang, daß man nur mit Mühe in den Schutz des Hafens gelangen konnte. Der Lotse kletterte über eine schmale Strickleiter an der Schiffswand herauf; die lange Dünung der Atlantischen See hatte sie, ich weiß nicht warum, zu einem kurzen unruhigen Wellenschlag zusammen- gezogen, der das Aufentern nicht leicht machte. Was für ein kleines indianisch braunes Männchen! „Tüchtiger Kerl, heißt Welser, jawohl Welser", lobte mein Nachbar. Ich wollte erstaunt fragen, aber unser Dampfer begann schon die Einfahrt zu suchen; es schien erst, als wollte er den Molenkopf überrennen, danach bog er quer in ein aufgewühltes strudelndes Fahrwasser, trieb, warf Ankel nahe am Fuß des Felskegels, schwögte, lief wieder voran und lag auf einmal, ich weiß kaum wie, im stillen Wasser. „Das war ein Meisterstück", murrte ich, unsicher, ob ich mich über den Leichtsinn entrüsten oder die große Kunst des Lotsen bewundern sollte. „Und er heißt wirklich nach den Welfern?" „Er behauptet es!" Der junge Offizier, der das Ausladen schon vorbereitet hatte und nun auf den Leichter zu warten hatte, lachte gutmütig. „Es wird nicht fein wirklicher Name sein; vielleicht hat fein Vater einmal von den Welfern gehört, ober fein Großvater, der aus dem Innern kam, hat sich das Wort angeeignet. Das ist hier nicht schwer. Aber Sie sehen, daß alles, was in der Geschichte geschah, sich'einmal wieder in Erinnerung bringt. Dieser Mann, der als Hafenlotse für sich und ein Dutzend Kinder fein Brot verdient —" mein Nachbar wies zum Ufer hinüber, wo sich jetzt das Boot des Zöllners und das des Hafenarztes träg über das ölige Wasser näherten —, „dieser Mann suchte sich seinen Namen nach jenem verlorenen Unternehmen deutscher Kaufleute vor viel hundert Jahren. Mehr noch, er bildet sich heute fest ein, etwas vom Blut der Welser in sich zu haben, und weil er einer der besten Lotsen der Küste ist — jawohl, dieser Knirps m der geflickten alten Jacke, so wie er eben auf uns zukommt —, beginnt man’s zu glauben, weil man sich ihm ja auch sonst anvertraut. Sv geht's mit großen Erinnerungen." Der kleine Dunkelhäutige schnarrte die Treppe vom Bootsdeck herab. Der Offizier, der träg an der Reling lehnte, nickt freundlich. „Passen Sie auf, sicherlich hat er von Ihnen gehört." Wirklich kam der Lotse auf uns zu: er begrüßte den Schiffsoffl- zier wie einen alten Vertrauten, verbeugte sich in feierlicher Würde vor mir und nannte feinen Namen. „Welfer", sagte er deutlich und dann mit einem festen Handschlag: „Compatriota?“ Er tat noch eine wortreiche Frage im Spanisch der Küste. „Woher Sie kämen", übersetzte mir der Schiffsoffizier und winkte mir zugleich, sehr ernst zu bleiben. „Von Hamburg", berichtete ich höflich und nannte auch meinen Namen. Ein Aufblitzen in den flinken Mausaugen — jetzt sah ich, sie waren nicht schwarz, sondern von einem harten Blau. Der Sonderbare ergriff den Schiffsoffizier und mich bei den Händen, als wollte er eine Kette schließen. „Landsleute", sagte er in einem Ernst, der einen für einen Augenblick gefangennahm und vergessen ließ, daß es doch nur Spiel und Einbildung war. .Landsleute, Compatriotas, besucht mich heute abend!" Dann verbeugte er sich gemessen, grüßte und ging. „Er tut, als sei ich ein Deutscher", murmelte der Mann aus Baltimore ein wenig hilflos; er wollte doch Amerikaner fein! Ich grüßte den großen Schauspieler, der/während er schon die Strickleiter hinabkletterte, noch einmal anhielt und mir feierlich winkend die Hand entgegenstreckte. Gloria-palaft: „pipin der Kurze." Kein historisches Stück, sondern ein Schwank mit Heinz Rühmann in der Mitte. Er spielt einen simplen Kassierer mit dem merkwürdigen Namen August Pipin. Die schwankhaften Katastrophen entwickeln sich aus dem fatalen Umstande, daß dieser Kassierer in einem Augenblick psychologisch nicht schlecht motivierter Zerstreutheit dreihundert Mark zuviel auszahlt, die ihm zu seinem Schrecken abends in der Kasse fehlen. Die Folgen sind entsetzlich, und wenn es auch nicht dazu reicht, die Verwirrung etwa zu den Ausmaßen des „Mustergatten" zu steigern, so gibt es doch einige Szenen, deren Situationskomik schwer zu beschreiben ist. R ü h m a n n ist Spezialist für korrekte Geschäfts- und Ehemänner, die mit Hilfe unwahrscheinlicher Mißverständnisse und Komplikationen in die peinlichsten Zwischenfälle und absonderlichsten Lebenslagen hineinmanövriert werden; so entwickelt er sich hier mit verblüffender Plötzlichkeit erst zum Selbstmord- kandidaten, dann zum unfreiwilligen Casanova Das Theater und die Zeitungsredaktion, die dabei eine Rolle spielen, sind allerdings ein bißchen von anno dazumal; das kann nicht verschwiegen werden. Unter der Regie von C. H. Wolff tun sich neben Rühmann die scharmante Hilde Hildebrand, Heidemann und Junkermann hervor. — Im Beiprogramm sieht man einen hübschen Kulturfilm (Erforschung der Meeresfauna'), einen Vorspann zur „Frommen Lüge" mit Pola Negri und die Wochenschau mit aktuellen Bildern. Hans Thyriot Zeitschriften. — „Das Gesicht des deutschen Südens" betitelt sich der Hauptbeitrag in der neuesten Nummer der „I 11 u st r i r t e n Z e i t u n g L e i p z i g". Der bekannte Leipziger Historiker Professor Dr. Erich Brandenburg gibt in seinem Aufsatz „Oesterreich und das Reich" einen Rückblick auf. 1000 Jahre volksdeutscher Vergangenheit. Zwei farbige Seiten bringen unter der Ueberschrift „Künstlerfahrt in das schöne Oesterreich" Bilder aus des neuen Reiches Ostmark. Der zweite Teil bringt einen Forschungsbericht von der deutschen Spitzbergen-Expedition 1937 sowie einen interessanten Artikel über die por* tugiesische Universität Coimbra. Hochschulnachrichten. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den nb. ao. Professor Dr. Gadamar von der Universität Marburg beauftragt, im Sommersemester 1938 in der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig die Vertretung der durch die Wegberufung des Professors Gehlen frei gewordene Professur für Philosophie wahrzunehmen. — Ferner hat der Minister den Dozenten Dr. Kurt Stegmann von der Universität Marburg beauftragt, int Sommersemester 1938 in der Philosophischen Fakultät der Universität R o st v ck die Vertretung des durch die Wegberufung des Professors Weis- g e r b e r frei gewordenen Professur für Jndoger« manistik wahrzunehmen. Am Dolmetscher-Institut der Universität Heidelberg wurden der Lektor für französische Sprache an der Universität Frankfurt, Professor Dr. Paul M i 11 e q u a n t, zum Leiter der französischen Abteilung, und der Assistent am Englischen Seminar der Universität Marburg, Dr. Rolf (9 r e i f e 11, zum Lektor und Leiter der englischen Abteilung ernannt. Professor Dr. Franz B e y e r l e, Ordinarius für deutsches, bürgerliches und Handelsrecht an der Universität Leipzig, ist in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Freiburg berufen worden. Professor Beyerle wirkte bis 1934 in Frankfurt. Der Dozent Dr. med. habil. Josef Vonkennel wurde zum ordentlichen Professor und zum Direktor der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Kiel ernannt. Der Dozent Dr. Wilhelm F u ck s wurde zum ordentlichen Professor in der Fakultät für allgemeine Wissenschaften an der Technischen Hochschule Aachen ernannt; ihm wurde der Lehrstuhl für theoretische Physik übertragen. gruppe Gießerei-Industrie an, er ist weiter stellvertretender Dorsitzer des Aufsichtsrats der Boden- und Werkstoff-Forschungsgesellschaft m. b. j). Hessen-Nassau. 1927 wurde er in den Aufsichtsrat der Commerz- und Privatbank, Berlin, und 1936 in den der Harpener Bergbau AG-, Dortmund, gewählt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Breuer-Werke G.m.b.H.,'Frankfurt a. M.°Höchst, betreut er auch dieses Unternehmen. Früher war er Stadtverordneter, jetzt ist er Ratsherr der Stadt Wetzlar. Er war auch Mitglied des ehemaligen Kreistages und des früheren Rheinischen Prooinzial-Landtages. Neuerdings ist er stellvertretender Vorsitzender des Lahn-Kanalvereins. Die Verdienste für die Öffentlichkeit und um das Gemeinwohl fanden Anerkennung durch Verleihung des Titels eines Kommerzienrates seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Handel, Industrie und Gewerbe im Jahre 1924 und des Titels eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber durch Rektor und Senat der Technischen Hochschule Darmstadt im Jahre 1927. NS.-Gemelnschast „Kraft durch Freude-. Theatervorstellung. Samstag, den 16.4.1938, 20 Uhr, Gruppe I: „Land des Lächelns- Operette von Franz Lehär. Karten zu 1,— und 1,20 RM. sind in der Verkaufsstelle, Seltersweg 60,Erhältlich. 2497D IM.-Untergau 116, Gießen. Iungmädelaufnahme und Jungmädelüberweisung. Am 19. April findet in allen Standorten die feierliche Aufnahme des neuen Jungmädeljahrganges statt. Die Eltern werden zu dieser Feier eingeladen. Wo möglich, wird die Feierstunde gemeinsam mit den Pimpfen durchgesührt. In Standorten, in denen keine ordentliche Lautsprecheranlage vorhanden ist, wird die Botschaft des Reichsjugendführers verlesen. Die Ueberweisung der Jungmädel in den BDM. findet ebenfalls standortweise am 20. April statt. Die Feiersolge haben die JM.-Standortführerinnen erhalten, sie sehen sich sofort mit ihren betreffenden BDM.-Standortführerinnen in Verbindung. Die Ausnahmefeier des Standorts Gießen findet am 19. April, um 18 Uhr, auf dem Brandplatz gemeinsam mit den Pimpfen statt. Besprechung der J7N.-Gruppenführerinnen 1 bis 4/116. Die JM.-Gruppenführerinnen 1 bis 4/116 kommen heute, Dienstag, um 17 Uhr, zu einer wichtigen Besprechung auf die Dienststelle des Untergaues. Besichtigung durch die Obergäuführerin anläßlich des Gruppenleistungskampfes. Im Leistungskampf des Obergaues 13 ist die JM.-Gruppe 5/116 Lollar als beste Jungmädelgruppe im Untergau gewertet worden. Sie ist außerdem'in die engere Wahl der obergaubesten IM.-Gruppen gekommen. Am Mittwoch, 13. April, hat die Obergauführerin Else Riese um 18 Uhr einen Gruppenappell auf der Staufenburg angesetzt. Alle Standorte erscheinen mit Aufhebung aller Beurlaubungen in tadelloser Klust zu der von der Gruppenführerin angesetzten Zeit in Staufenberg. Kurzschrift und Maschinenschreiben. Von der Deutschen Arbeitsfront wird uns geschrieben: Die Uebungsstätten der Deutschen Arbeitsfront sind Teile der örtlichen Berufserziehungswerke. Sie stellen die höchste Stufe der Kurzschrift- und Ma- schinenschreib-Uebungen dar, die in methodisch geordnetem Aufbau bei den Lehrgemeinschaften für Anfänger (K I und M I) beginnen, sich in den Stufen der Fortbildungspraxis weiter ausbauen (KII und MII) und dann über die Lehrgemeinschaften für Eilschrift (KIII — KV) und Maschinenschreiben (M III) zur Vereinigung der tüchtigsten und interessiertesten Teilnehmer dieser grundlegenden Lehrgemeinschaften führen mit dem Ziele, die höchste Stufe in der Kurzschrift und im Maschinenschreiben zu erreichen. Das gelingt durch die gemeinsame Arbeit, durch Leistungswettbewerbe im besten Sinne, durch gegenseitigen Ansporn und kameradschaftliche Unterstützung des Nachwuchses durch den bewährten Praktiker innerhalb der Uebungsstätten der DAF. In den Uebungsstätten der DAF. sammeln sich die Volksgenossen, die 1. in der Kurzschrift und dem Maschinenschreiben vorankommen wollen, 2. schon gute Leistungen vorweisen können und diese durck praktische Uebungen noch zu steigern versuchen, und Geschästsbeirieb an -en Oflerseienagen. Mitteilung von der potizeidirettton Sichen. Im Handelsgewerbe dürfen offengehalten werden: Bäckereien am 1. Feiertag von 14 bis 17 Uhr; Konditoreien von 14 bis 17 Uhr; Metzgereien für den Verkauf von Fleisch und Wurstwaren am 1. Feiertag von 8 bis 10 Uhr; Blumenhandlungen und Gärtnereien (als Handelsbetrieb) an beiden Feiertagen von 9 bis 13 Uhr; das Austragen von Blumen ist gestattet am 1. Feiertag von 9 bis 13 Uhr und am 2. Feiertag von 9 bis 16 Uhr; Friedhofsgärtnereien nur am 1. Feiertag von 8 bis 12 Uhr; Milchhandlungen jedoch nur zum Verkauf von frischer Milch und Sahne von 8 bis 11 Uhr; Speiseeis- und Kaffeewirtschaften für den Verkauf von Speiseeis über die Straße von 10 bis 19 Uhr; Verkauf von Obst, Blumen, Backwaren (Brezel, Salzstengel, Mohnstengel, Zwieback, Hartekuchen und Makronen), Süßigkeiten, Kastanien und Speiseeis auf öffentlichen Straßen und Plätzen jedoch nur von einem festen Standplatz aus von 11 bis 19 Uhr; Verkauf von Brezeln, Salzstengeln, kleinen Backwaren, Süßigkeiten, Kastanien und Blumen in Wirtschaften hausierend von 11 bis zu der für Gaststätten gültigen Polizeistunde; Zeitungsgroßhand- lungen am 1. Feiertag von 6 bis 10 Uhr; Verkauf von Druckschriften auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in Wirtschaften hausierend von 6 bis 23 Uhr. In Industrie und Handwerk darf gearbeitet werden: Bäckereien und Konditoreien am 2. Feiertag während einer Stunde in der Zeit von 4 bis 21 Uhr zur Vorbereitung des Werktagsbetriebes: Blumen- und Kranzbindereien am 1. Feiertag von 8 bis 13 Uhr; in Werkstätten für Kraftfahrzeuge dürfen Gefolgschaftsmitglieder Über achtzehn Jahre an allen Sonn- und Feiertagen mit dem Abschleppen und Bergen beschädigter Fahrzeuge, dem Ein- und Ausfahren der Fahrzeuge und mit der Wiederherstellung deren Fahrbereitichaft unter besonderen Bedingungen, die bei der Polizeidirektion (Gewerbeabteilung) zu erfahren sind, beschäftigt werden; Einstellhallen für Kraftfahrzeuge — Garagen — sowie Tankstellen zur Abgabe von Betriebsstoffen, Ersatzteilen und Zubehör für Kraftfahrzeuge unbeschränkt; Photograpyengewerbe nur am ersten Feiertag von 11 bis 15 Uhr; Molkereien und Milch- großhandlungen zur Belieferung der Kundschaft mit frischer Milch und frischer Sahne von 8 bis 12.30 Uhr; Friseurgewerbe am 1. Feiertag von 8 bis 11 Uhr; Badeanstalten bis 13 Uhr. Innerhalb der zulässigen Geschäfts- und Betriebszeiten dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigt werden. 3. dem Nachwuchs durch ihre Erfahrung kameradschaftlich zu helfen bereit sind. Wir rufen wiederholt alle Volksgenossen, für die das Schreibgerät zum täglichen Handwerkszeug gehört, oder die sich diese Berufe ausgewählt haben, auf: Besucht die Lehrqemeinschaften und Aufbaukameradschaften eurer Berufe, arbeitet an der Leistungssteigerung eurer beruflichen Fertigkeiten und Kenntnisse. Kommt in die Uebungsstätten der Deutschen Arbeitsfront, die der Führer euch geschaffen hat. Die neuen Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften beginnen sofort nach Ostern. Zerienkind bringt Freude ins Haus. NSG. Die Kinderheime für die Jugenderholungspflege reichen knapp aus, um die Kinder, deren Erholungszeit unter ärztlicher Beobachtung stehen muß, aufnehmen zu können. Die Aufnahme von Jungen und Mädel, die lediglich einer vorbeugenden Erholung bedürfen, ist daher nur in beschränktem Umfang möglich. Hier kann nur die opferbereite, einsichtige Mitarbeit des gesamten Volkes Hilfe bringen. Eine wesentliche Rolle fällt dabei der Freistellenwerbuna zur Kinderlandverschickung zu. Kinder, die in Landpflegeftellen, also einzeln in Familien untergebracht werden, sind zwar nicht krank, bedürfen aber einer Auffrischung ihrer Kräfte. Das Ferienkind der NSV., das so für Wochen in eine andere Umgebung gestellt wird, wird sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch erholen können. Es lernt fein weites deutsches Vaterland kennen und lieben, Anregungen aller Art treten heran, die es geistig verarbeiten muß. Und vergessen wir eines nicht: Ein Ferienkind bringt auch Freude in das Haus seiner Pflegeeltern. Darum sollte jede Familie, die es ermöglichen kann, sich der dankbaren und schönen Mühe unterziehen, für einige Wochen einem Ferienkind Erholung und Freude zu schenken. Musikalische Abendfeier in der Zohanneskirche. Am Karfreitag, 15. April, 20 Uhr, findet die 28. Musikalische Abendfeier statt. Im Mittelpunkt dieses Abends stehen die „Sieben Worte Christi" in der Vertonung von Heinrich Schütz, ein Werk für Solostimmen, Chor. Streichinstrumente und Orgel. Die Vortragsfolge bringt noch ein Duett von Hch. Schütz und von I. S. Bach die Arie „Komm süßes Kreuz" aus der Matthäuspafsion und die großen Variationen für Orgel über den Choral „Sei ge- grüßet Jesu gütig". Die Solopartien werden von E. Fleischhauer, Baß; F. Saun, Tenor; I. Adam, Alt; M. N e b e l i n g, Sopran, gesungen. Die Leitung hat Johs. N e b e l i n g. Siebener Dochenmarktprefie. * G i e ß e n , 12. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das StüL.5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, X- kg 15 bis 18, Weißkraut 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, kg 40 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, ^kg 12 bis 35 Pf., Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl 25 bis 50 Pf., Salat 10 bis 25, Lauch 5 bis 12. Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 12 bis 15 Pf. * ** Bestandenes Steuermanns-Examen. Ein Sohn unserer Stadt, Konrad Sänger (Sohn des Lokomotivführers H. Sänger, Frankfurter Straße 147), bestand an der Hamburger Steuermannsschule das Examen als Seesteuermann für große Fahrt mit Erfolg und Auszeichnung. Steuermann Sänger hatte in Gießen die Oberrealschule besucht, war dann im Bankfach tätig, sattelte aber in der Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs um, wurde noch mit 20 Jahren Schiffsjunge in der Handelsschiffahrt (auf dem Segelschiff „Merkur") und hat sich nun in feinem neuen Beruf diese aussichtsreiche Stellung erworben. ** Arbeitsjubiläen. Dieser Tage konnte der Ofenmaurer Ludwig Hahn aus Großen- Buseck in der Gießereiabteilung der Firma Bän- ninger G.m.b.H., Gießen, auf eine 25jährige Tätig- , feit zurückblicken. Wie üblich, versammelten sich wieder vormittags gegen 9 Uhr die Leiter der Firma und die Arbeitskameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Hierbei wurden Herrn Hahn durch den Betriebsführer, Herrn Karl Bänninger, besonderer Dank und Anerkennung für die in 25 Abenteuer in Paris. Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Mit Gewalt redet sie sich schließlich ein, daß alles gut gehen wird, wie es bisher gut gegangen ist. Sie weiß, daß ihr mehrere Polizisten folgen, sie fühlt die Alarmpfeife in ihrer Tasche — es kann nicht schief gehen, alles wird sich verabredungsgemäß abspielen. Czibulka legt den Arm um ihre Hüfte, und sie muß es geschehen lassen, um ihn nicht mißtrauisch zu machen. Aber ihre Gedanken sind bei Heinz Stadler. Was würde sein, wenn sie diese Aufgabe zu seiner Zuftiedenheit gelöst hatte? Würde er fühlen, daß sie ihn liebte? Oder würde er sie nach einigen freundlichen Worten des Dankes wieder vergessen? Was auch kommen mochte — Pawla Werzewna weiß, daß sie das Bild des geliebten Mannes nie mehr aus ihrem Herzen wird verbannen können. „Die nächste Querstraße ist schon der Boulevard Madeleine!" erläutert Czibulka, nachdem sie eine ganze Reihe von Straßen durchschritten haben. „Dort ist meine Wohnung. — O Liebste, wie glücklich du mich machst!" 31. „Können Sie sich erklären, was dieser Unfug zu bedeuten hat?" Heinz Stadler deutet mit einer Kvpfwendung auf den immer stärker werdenden Aufruhr. Paul Sacher zuckt die Schultern, aber es ist etwas in seinem Gesicht, was Heinz nicht aefallen will. Ist sein Mißtrauen von neuem erwacht, vermutet er etwa, daß Heinz Stadler bei dieser Sache die Hand im Spiele hat? Während Heinz noch darüber nachdenkt, kommt ein übel aussehender Bursche ins Lokal und tritt an den Tisch. „Sind Sie Herr Czibulka?" „Nein!" erwidert Sacher erstaunt. „Mein Freund ist bereits weggegangen. Wollten Sie etwas von ihm?" „Nichts weiter!" sagt der Angekommene mit einem haßerfüllten Seitenblick auf Heinz Stadler. „Fred Peggs schickt mich. Ich soll Ihnen sagen, daß draußen eine Anzahl Polypen herumkungern. Ihr Freund Larrings ist gerade noch durchgekommen, nachdem er eine Strecke weit verfolgt worden war. Und Sie sollen sich vor dem angeblichen Maquinot und vor der Dame im roten Kleid. in acht nehmen, das sind zwei Polizeispitzel. Und die Leute hier sind alle von Fred Peggs und werden Sie heraushauen, obwohl Sie sich an die Abmachung von heute abend nicht mehr zu erinnern scheinen. Ich soll Ihnen sagen, wenn lemanö mit Fred Peggs eine Verabredung trifft, dann bleibt es dabei, und er läßt sich von Ihnen nicht zum Narren halten!" Heinz Stadler weiß, daß nun der Augenblick des Handelns gekommen ist. Welch ein Glück, daß Pawla Werzewna mit ihrem Opfer gerade noch rechtzeitig das Lokal verlassen hat! Paul Sacher sitzt da und bringt kein Wort heraus. Er starrt Heinz entgeistert an. „Ist das wahr?" stammelt er endlich. „Sie sind also doch von der Polizei? Und das Mädchen, das mit Otto weg ist —T Paul Sacher scheint die Nerven vollkommen verloren zu haben. Heinz kümmert sich nicht um ihn. Er steht langsam auf und mißt Peggs' Boten von oben bis unten. „Warum kommt er nicht selber, Ihr mutiger Herr und Meister?" fragt er so laut, daß es auch die anderen im Lokal vernehmen können. ,^>at wohl nicht die Courage dazu, wie?" Es ist auf einmal mäuschenstill geworden. Wie auf Befehl haben die Gäste ihre Unterhaltung eingestellt und blicken mit gespannten Mienen auf Heinz Stadler. Verschiedene der entfernter Sitzenden stehen auf und kommen langsam näher. Der Bote von Fred Peggs, der seine Leute hinter sich weiß, nimmt eine herausfordernde Haltung ein. „Halten Sie das Maul, Sie gemeiner Lump! Wenn Fred Peggs--" Weiter kommt er nicht mehr, denn Heinz knallt ihm eine, daß die Funken sprühen. Das ist natürlich das Signal, und im nächsten Augenblick ist der Teufel los. Es ist, als hätte die ganze Meute etwas von Stadlers Ohrfeige mit abbekommen. Alles springt auf und dringt johlend und fluchend auf Heinz ein. Der steht wie ein Baum, und auf einmal blitzt eine Pistole in seiner Rechten. Aber bevor er sie gebrauchen kann, haben sich drei, vier, fünf Kerle auf ihn gestürzt und ihm die Waffe aus der Hand geschlagen. Em mörderisches Ringen beginnt. Es gelingt Heinz, dank seiner Bärenkraft, die Kerle abzuwehren, aber schon sind andere da. Heinz wirft den Haarschopf zurück, und seine Augen blitzen und seine Fäuste teilen Kinnhaken aus, soviel sie nur hergeben können. Aber ‘ Stadlers Kräfte erlahmen allmählich — kein Wunder angesichts so vieler Gegner, die ihn unentwegt angreifen. Schon ist er nah daran, den aussichtslosen Kampf aufzugeben, da — endlich — klingt das heißersehnte Signal an sein Ohr. Die Alarmpfeifen der Polizei gellen an der Drehtür auf. Razzia! Es ist, als feien Stadlers erschöpfte Kräfte plötzlich erneuert worden. Mit einer wahren Wonne beginnt er aufs neue darauf loszuschlagen. Als die Angreifer nun auch hinter ihrem Rücken ein wachsendes Kampfgetümmel vernehmen, wer- den sie unsicher. Eine Razzia ist eine verteufelt unangenehme Sache, und da die meisten das eine und andere auf dem Kerbholz haben, ziehen sie es vor, von Heinz Stadler abzulassen und sich nach einer Fluchtmöglichkeit umzusehen. Und auf einmal ist die unscheinbare Hintertür, die vorhin von Czibulka und seiner Begleiterin benutzt worden war, das heißersehnte Ziel der tapferen Kämpfer geworden. Aber Heinz Stabiler hat die Gefahr sofort erkannt. Mit ein paar verwegenen Sprüngen er- reicht er die Tür, lehnt sich gegen-die Füllung, greift sich ein solides Stuhlbein und schwingt es unternehmungslustig gegen die Anstürmenden. Schritt um Schritt erkämpfen sich indessen die Beamten den Weg nach innen. Tische werden umgeworfen. Stuhlbeine sausen gleich Tomahawks durch die Lust, Glühlampen zerknallen, ein großer Wandspiegel wird im Trubel der Schlacht eingedrückt. Bevor Heinz Stadler von der Uebermacht der Andrängenden zerquetscht wird, gelingt es ihm, auf einem neben der Tür stehenden Tisch zu springen, und nun drischt er mit seinem Stuhlbein neuerdings auf die Köpfe seiner Gegner ein. Sie suchen seine Füße zu greifen, um ihn zu Fall zu bringen. Aber bis es ihnen gelingt, ihn vom Tisch zu zerren, kommt eine unerwartete Hilfe. Die Tur, die Heinz mit solcher Zähigkeit verteidigt hat, wird aufgerissen, und eine ganze Abteilung Polizisten bringt mit gezückten Pistolen in den Saal ein. Sie kommen gerade noch recht, um Heinz Stadler den Fäusten des wütenden Hausens zu entreißen. Einige Schreckschüsse tun bas ihrige, um die Meute zum Zurückweichen zu veranlassen. Die Verbrecher, von zwei Seiten wie von einer Zange gefaßt, werden in der Mitte, des Raumes zusammen- getrieben. Sie sehen das Aussichtslose ihrer Lage ein und ergeben sich. Trupp um Trupp wird in sicherer Bedeckung abgeführt. Nun erft finden die Beamten Zeit, ihrem deut- scheu Kollegen die Hand zu schütteln. Der Führer der Razzia klopft ihm kameradschaftlich auf die Schulter. „Es war ein verdammtes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Sie find doch nicht zu Schaden gekommen?" Heinz Stadler befühlt vorsichttg den Kopf. „Bis auf einige Beulen und etliche blaue Flecke an verschiedenen Körperteilen scheine ich heil geblieben zu fein. Das habe ich allerdings den braven Leuten zu verdanken, die im letzten Augenblick fo unvermutet durch die Hintertür tarnen und mich heraushauten." „Ja, ach stand vorn am Eingang und sah gerade noch rechtzeitig, wie man Ihnen zusetzte. Da wir keine Möglichkeit hatten schnell genug zu Ihnen vorzudringen, schickte ich eine Abteilung los, um Ihnen durch die Hintertür Hilfe zu bringen. — Aber sagen Sie, wo ist eigentlich die junge Dame geblieben, von der Sie uns berichteten? Sie gaben die Weisung, daß mir sie bei ihrem Weggehen im Auge behalten und ihr folgen sollten. Die Leute, die ich mit dieser Aufgabe beauftragt hatte, haben die Dame nicht gesehen." Heinz Stadler erblaßt. „Um Gottes mitten! Pamla Werzewna hat das Lokal durch die Hintertür verlassen, in der Begleitung Czibulkas, des Anführers der Jumelenräuber! Ich bitte Sie, lassen Sie sofort nach ihr suchen! Sie ist in der größten Gefahr!" Der Beamte macht ein ebenso bestürztes, wie mutloses Gesicht. „Suchen lassen? Ohne irgendwelche Anhaltspunkte, wo sie sein könnte? Das ist ja aussichtslos! Mon dieu. Sie sehen mich verzweifelt, lieber Kollege!" „Es muß etwas unternommen werden! Die junge Dame ist — meine Braut. Ich beschwöre Sie, Colonel, veranlassen Sie etwas! Czibulkas Woh« nung muß ausfindig gemacht werden. Pawla befindet sich dort in der Gewalt dieses Schurken. Sie können sich denken, was ihr droht. Ich habe sie Der* anlaht, sich dorthin zu wagen. Ich habe ihr ausdrücklich versichert, daß sie keine Angst äu haben braucht, daß die Polizei zur Stelle ist, sobald sie das Signal gibt. Ich bitte Sie nochmals, Colonel, helfen Sie mir, Pawla zu finden! Alles, was wir hier unternommen haben, wäre zwecklos, wenn es uns nicht gelingt, Pawla Werzewna aus den Klauen Czibulkas zu befreien." Colonel Lecoque ringt verzweifelt die Hände. „Es ist selbstverständlich, daß Sie über mich und meine Leute verfügen können. Wenn wir nur wüßten, wo Czibulkas Wohnung ist!... Ah, vielleicht können wir von fein epi Komplicen das Notwendige erfahren!" (Fortsetzung folgt.) 'Besonders saftig undsättigend! flpfelhucften Dr. Oetkers Mag: 500 g Apfel 25 g fiotinthen rag: 4 em m 100 g 3udtK 1 6 Vl ftifchdwn Dc Oefafs Backsi Zikrvo» öl Zucker. Et. Btxtöl unb der gut abgelaufene DatA ein Sieb geftridiene Quack werben miteinander ernährt Seht feuchten Quack brückt man in einem kuck aus. Jfl der Quack ju trocken, fo fügt man 2-3 Cfll milch hin ja Das mit.Badtin* gemifdite und gesiebte Mehl wird nach und nach hinjugefügl man erhält einen sehr festen Teig. Mit einem löffel den man öfter in Master taucht streicht man ihn in eine gefettete Springform. Dann werden 500 g gefchälte in flehte! geschnittene Apfel baraufgelegt unb mit 25 g gereinigten Korinthen bestreut. Man überdeckt die Apfel während des Bathens mit einem gefetteten Papier, damit sie fastig und hei! bleiben. Oadijeit: 25-35 Minuten bei guter Mittelhiye. Wttr 125 g Quack 200 g IDeijenmehl 1/2 Päckchen Dc Oether’s „Bachin" in Mütterdienst im Deutschen Krauenwerk Besten des Volksganzen zu erfüllen. mittel dürfen nicht durch unsparsame Verwendung — Aus der engeren Heimat Jupiter sichtbar, und zwar in der Morgenbeiter. Diesen gelang es, den Verletzten in Sicherheit zu bringen und einen größeren Waldbrand zu verhüten. Der bedauernswerte Mann wurde mit schweren Brandwunden in die Chirurgische Klinik in Gießen eingeliefert. Er befindet sich erfreulicherweise auf dem Wege der Besserung. c>o Eberstadt/ 11. April. Der Kirchendiener und Glöckner, Schreinermeister Philipp Reit- s ch m i d t, hat sein Amt aus Altersgründen niedergelegt, nachdem er es 15 Jahre lang mit großer Gewissenhaftigkeit ausgeübt hatte. Der Ortsgeistliche dankte chm im,Namen der Gemeinde für seine treuen Dienste. Sein Nachfolger ist Schneidermeister Christian Reitz. )( Lich, 11. April. Die beiden Evgl. Frauen- Hilfen hielten im festlich geschmückten und vollbesetzten Gemeindesaal ihre diesjährigen Winterschlußfeiern ob. Gemeinsam gesungene Lieder, Gedicht- und Chorvorträge, kleinexe und größere Aufführungen wechselten in bunter Reihenfolge miteinander ab und ließen die festlichen Stunden nur zu rasch vergehen. Dazwischen sorgte eine Kaffeetafel für die leibliche Erquickung. Mit einer Schlußandacht der Geistlichen wurden die Abende abgeschlossen. * Lich, 12. April. Der 26jährige Maurer Heinrich Eise wurde auf dem Wege zu seinerArbeits- stelle von einem Lastkraftwagen übersah- r en und mußte mit einem Knöchelbruch und unter Verdacht auf innere Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Q] Beuern, 9. April. Heute wurde unter zahlreicher Beteiligung aus der Gemeinde der ä l t e st e Einwohner unseres Dorfes, Konrad Walther, oder durch unachtsame Aufbewahrung verschwendet oder dem Verderb ausgeliefert werden. Das höchste Gut aber, das der jungen Frau anvertraut wird, ist die Jugend unseres Volkes. Die Pflege und Ernährung des Säuglings, seine Kleidung und seine Erziehung, das alles muß die junge Mutter wissen, denn nur dadurch kann die Säuglingssterblichkeit immer mehr herabgedrückt werden. In gesunden und in kranken Tagen muß die Mutter Beraterin und Helferin in der Familie sein. Darum hält der Mütterdienst auch seine Lehrgänge in Gesundheitslehre und häuslicher Krankenpflege ab. Hier lernt die Frau bei kleinen Unfällen die erste Hilfe leisten, es wird ihr gezeigt, wie Kranke zu betten und §u pflegen sind bis zum Eintreffen des Arztes. Der nationalsozialistische Staat stellt die Mutter in den Mittelpunkt des völkischen Lebens. Mögen alle jungen Mädchen und Frauen sich der Verantwortung bewußt sein, die sie mit der Gründung eines Haushaltes übernehmen, und sich die Kennt- Der Kassenangestellte F. von Foullon, Walltorstraße 36, fuhr mit dem Motorrad gegen ein Auto und mußte mit Schulter- und Rippenprellungen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. kreis Wehlar. * Wißmar, 11. April. Der hiesige Landwirt Ludwig Leib wurde, als er am Sonntag in der Lebens erfreute er sich guter Gesundheit und konnte noch mancherlei Arbeiten verrichten. § Beuern, 11. April. Nachdem vor etwa 20 Jahren die Kinderschule unseres Dorfes eingegangen war, wurde ein Kindergarten der NSV. ins Leben gerufen. Die erste in unserem Dorfe bestehende Kinderschule befand sich im Hause, das heute dem Sattlermeist'er Ludwig Otto II., Fünf- hausen Nr. 58, gehört. Sie war von der Kirchengemeinde gekauft worden und wurde von einer Schwester geleitet. In ihr hatte auch die Krankenschwester ihren Wohnsitz. Das Haus ging später durch Verkauf in Prioatbesitz über. Während der Kriegszeit würde der kleine Saal in der umgebauten Pfarrscheune als Kinderschule benutzt, bis die Kinderschule schließlich ganz einging. Kreis Alsfeld. Jahren geleisteten treuen Dienste ausgesprochen.' Ferner wurden noch von vier Vertretern der Gefolgschaft in schonen und herzlichen Worten Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Sowohl von der Firma, als auch von der Gefolgschaft wurden dem Jubilar zum Andenken an diesen Jubeltag wertvolle Geschenke überreicht. — Der Gartenarbeiter Johannes Weber kann am heutigen Dienstag, 12. April, auf eine 25jährige Tätigkeit bei 8er Verwaltung der Universitätskliniken zurückblicken. Der Jubilar, Kriegsteilnehmer und Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. Klasse, erfreut sich im Kreise der Gefolgschaft aller Beliebtheit. ** Aus der Spielschar der HI. Jrmi ©eifer bestand ihre Eignungsprüfung für den Bühnenberuf und wurde als Schülerin in die Städtische Schauspielschule Frankfurt ausgenommen. ** Sie Allgemeine Ortskrankenkasse fürStadt-undLandk^eisGießenistam kommenden Samstag geschlossen. ** Unfälle. Als am Samstag die Gärtnersehefrau Katharine Repp (Gleiberger Weg) vom Wochenmarkt nach Haufe fuhr und auf der Straße einem anderen Fahrzeug ausweichen wollte, wurde sie angefahren und geriet zu Fall. Die bedauernswerte Frau erlitt dabei einen Schädelbruch und mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. — nisse aneignen, die nötig sind, ihre Pflichten zum ~ '• ' ~ " ..... F. K. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 11. April. Die Evangelische Frauenhilfe beging in der Kinderschule die Abschlußfeier der diesjährigen Winterarbeit. Schwester Lina von der Kleinkinder- station hatte mit großer Sorgfalt mit einigen Kin- Dem schöne Gedichte eingeübt. Große Freude bereitete auch der Osterhase. In seiner Ansprache dankte der Vorsitzende, Pfarrer König, allen denen, die an der Mitarbeit des schönen Abends und an der Vereinsarbeit im vergangenen Winter beteiligt waren. Die Feierstunde war von gemeinsam gesungenen Liedern umrahmt. * Großen-Linden, 11. April. Der Rangierer Heinrich ©rimmelbein von hier wurde in der Nacht zum Sonntag im Rangierbahnhof zu Gießen von einem zu Tal fahrenden Wagen in den Rücken getroffen und erlitt dabei Rippen- b r ü d) e, die seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik in Gießen notwendig machten. <£ Leihgestern, 11. April. Ihre silberne Hochzeit können am nächsten Mittwoch, 13. April, der Landwirt Karl Jung und seine Ehefrau Marie, geb. Ott, Hindenburgstraße 31 dahier wohnhaft, begehen. A Dorf-Gill, 10. April. Vorgestern morgen brannte im Grüninger-Dorf-Giller Markwald das nur wenige Meter von der Reichsautobahn stehende Blockhaus ab. Dieses wurde seither von der Obersten Bauleitung als Büro benutzt. Während des Ausbruchs des Brandes befand sich nur ein Arbeiter im Waldhaus. Er gibt an, beim Feueranmachen habe das in der Nähe des Ofens stehende Benzingefäß Feuer gefangen und sei explodiert. Im Nu standen seine Kleider in Flammen. Autofahrer, die den Brand zuerst bemerkten, alarmierten sofort eine Anzahl Ar- Der abendliche Fixsternhimmel zeiat im April eine rasche, für jeden Sternfreund sehr eindrucksvolle AenLerung seines Aussehens. Da die Fixsterne jeden Tag vier Minuten früher untergehen, andererseits die Dunkelheit täglich zwei Minuten später eintritt, tauchen die Wintersternbilder Skier, Orion und Großer Hund in die Dämmerung und verschwinden, ehe es dunkel wird. Ende April sehen wir gegen 22 Uhr nur noch Prokyon, die Zwillinge Kastor und Pollux und die Kapella im Fuhrmann am Westhimmel. Sirius funkelt während der ersten Monatshälfte zu Beginn der Dunkelheit noch kräftig im Südwesten; Ende des Monats aber hebt er sich nur noch wenig von dem Hellen Himmelsgrund ab. Den Südhimmel beherrscht das große Sternbild des Löwen, in welchem Regulus und Denebola als hellste Sterne leuchten. Im Osten sind bereits die Sommersternbilder Jungfrau, Bootes, Herkules, Leier und Schwan erschienen. Vier helle Fixsterne, die weiße Spika in der Jungfrau, der gelbe Ark- turus im Bootes, die blauweiße Wega in der Leier und Deneb im Schwan, ebenfalls von weißer Farbe, erleichtern das Auffinden dieser Sternbilder. Spika erweist sich durch den periodischen Wechsel der Große der Linienverschiebungen im Spektroskop als ein sehr enger Doppeltem, dessen beide Sonnen in vier Tagen um den gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Jede der beiden Sonnen ist ein Lichtriese und übertrifft unsere Sonne um mehr als das tausendfache an Leuchtkraft. Die Temperatur der strahlenden Oberfläche beträgt bei Spika 17 000 Grad, während es unsere Sonne nur auf 5900 Grad bringt. Rechts von dem auffallend hellen Arktur finden wir das unscheinbare Sternbild Haar der Berenike, links den schonen Halbkreis der Nördlichen Krone, in der Gemma als Hauptstern leuchtet. Von hohem Reiz ist es, diese beiden Sternbilder, die zahlreiche schwache Sterne enthalten, durch ein Feldglas zu betrachten. Rechts von Spika und etwas tiefer sehen wir das Viereck des Raben, ferner den Becher und die lange gewundene Sternreihe der Hydra. Wenden wir uns nun zum Nordhimmel, so finden wir den Wagen im Großen Bären gegen 22 Uhr in feiner höchsten Stellung nahe dem Zenit. Eine von der Deichsel des Großen Wagens über den Polarstern nach dem Nordhorizont gezogene Linie trifft die w-förmige Kassiopeia, die jetzt ihre tieffte Stellung einnimmt. Links von der Kassiopeia bemerken wir den Perseus, in welchem der optisch veränderliche Stern Algol am 16. April um 20.30 Uhr ein Lichtminimum aufweist. Während die Lehrgänge der Mütterschulung von der Landfrau im Winter besucht werden, finden in den größeren Städten unseres Kreises den ganzen Sommer über laufend Kurse in den verschiedenen Ausbildungsfächern statt. So beginnt in Gießen nach Ostern ein Lehrgang über Erziehungsfragen und Anleitung zum Basteln, zu dem Anmeldungen schon jetzt an die Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft gerichtet werden können. Die Antragstellerinnen des Ehestandsdarlehens sind verpflichtet, die Kurse der Mütterschulung zu besuchen, ebenso erhalten die ^-Bräute nur ihre Heiratsgenehmigung, wenn sie die Schulung in den Kursen des Mütterdienstes nachweisen. Wie jeder andere Beruf, verlangt die Führung eines Haushalts Vorkenntnisse, theoretisches und praktisches Wissen. Diese Kenntnisse müssen vor der Ehe erworben werden, denn es sind Werte, die der jungen Hausfrau anvertraut werden, die heute nach den Richtlinien des Vierjahresplanes besonderer Pflege und Schonung bedürfen. Es gilt nicht nur, den Hausrat zu erhalten, Wäsche und Kleidung sachgemäß zu behandeln, auch die Lebens- ORunhfunfprogramm Mittwoch, 13. April. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk- pause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.40: Volk und Wirtschaft: Das deutsche Gold. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Kleines Konzert. 15.30: Der April kann machen, was er will. Jungmädel fingen und erzählen. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10:, Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21: Ostpreußen-Konzert, veranstaltet vom Bund heimattreuer Ost- und Westpreußen, Bundesgruppe Frankfurt a. M. 22: Nachrichten. 22.15: Deutsche Boxmeisterschaften im Hippodrom Frankfurt a. M. 2. Tag. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 1: Nachtmusik. Im ersten Drittel des Monats April bietet sich dem Sternfreund Gelegenheit, an klaren Abenden den Merkur zu beobachten. Dieser sonnennahe Planet, der unser Tagesgestirn in 88 Tagen umkreist, befindet sich jetzt in geringer Hohe über dem westlichen Horizont und acht zu Anfang des Monats zwei Stunden, am 10. April etwa eineinhalb Stunden nach der Sonne unter. Da die Helligkeit Merkurs rasch ab nimmt, beginne man mit der Suche nach ihm möglichst in den ersten Tagen des Monats. Denn bereits Mitte April verschwindet der rasch wandernde Planet wieder in der Dämmerung. Am 2. April errreicht Merkur seinen größten scheinbaren Abstand von der Sonnenscheibe. Wenn wir' an diesem Abend den Horizont etwas rechts vom Westpunkt mit einem Fernglas mustern, werden wir bei klarer Luft unter der schmalen, zwei Tage alten Mondsichel Merkur und Venus sehen, wobei die hellere Venus senkrecht unter dem Merkur steht. Das Auffinden des meist recht schwierig zu beobachtenden Merkur wird an diesem Abend durch seine Stellung zwischen Mond und Venus sehr erleichtert. Selbstverständlich ist das nahe Zusammentreffen der drei Himmelskörper nur scheinbar. Denn der Abstand des Mondes von der Erde beträgt nur 360 000 Kilometer (in Erdnähe), während Merkur 130 Millionen und Venus 246 Millionen Kilometer entfernt sind. Da Merkur wegen feiner ständigen Sonnennähe stets nur in dem hellen Dämmerungsbogen in geringer Hohe sichtbar ist, sind auch in den besten Fernrohren Einzelheiten seiner Oberfläche kaum zu erkennen. Wir wissen daher über die Beschaffenheit des Planeten nur soviel, daß er eine große Ähnlichkeit mit dem Erdmond besitzt, den er bei einem Durchmesser von 4800 Kilometer auch an Große nur wenig übertrifft. Merkur hat eine feste Oberfläche aus ziemlich dunklem, rauhem Gestein, denn sie wirft nur 7 v. H. des Sonnenlichtes zurück Eine Atmosphäre ist kaum nachweisbar. Die Temperatur der Merkuroberfläche steigt auf der von der Sonne beleuchteten Seite auf über 400 Grad, auf der dunklen Seite beträgt sie immer noch reichlich 200 Grad. Die hohe Wärme der Nachtseite deutet auf rasche Rotation des Merkurs; andernfalls müßte die Abkühlung viel beträchtlicher fein. Ein wenig auffälliges Gestirn ist zur Zeit der sich immer weiter von der Erde entfernende Mars, den wir ebenfalls tief am Westhimmel erblicken und der gegen 21^ Uhr untergeht. Von den übrigen Planeten ist ohne optische Hilfsmittel nur noch — — Homberg, 12. April. Wachtmeister i. R. Christian Müller, geboren am 14. April 1855 zu Gießen, vollendet am kommenden Donnerstag sein 8 3. L e b e n s j a h r. Er ist trotz seines hohen Alters noch geistig und körperlich rüstig und macht täglich feine gewohnten Spaziergänge. Seit dem Jahre 1895 ist er in Homberg stationiert. In der gleichen Diensteigenschast war er 10 Jahre vorher in Lich tätig. In feinem Dienste verstand er es, überall ausgleichend und versöhnend zu wirken, so daß er hier und in den Ortschaften der näheren Umgebung sehr beliebt ist. Seit dem Jahre 1917 lebt er hier im Ruhestand. Er ist treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Wir wünschen dem alten Herrn noch einen schönen Lebensabend. zu Grabe getragen. Er starb an einem wenige Jupiter sichtbar, und zwar in der Morgen- Tage vorher erlittenen Schlaganfall im Alter von Dämmerung am Osthimmel, wo er eine Stunde vor nahezu 93 Jahren. Bis in die letzte Zeit seines ISonnenaufgang erscheint. Bahnhofstraße zu Gießen unterwegs war, von einem Kraftwagen, der auf den Gehsteig fuhr, angefahren und verletzt. Leib erlitt einen Knöchelbruch und mußte sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Kreis Schotten. f Schotten, 11. April. Das Fest der goldenen Hochzeit konnten dieser Tage Schreiner- meister Konrad Heck und Ehefrau Helene, geb. Werner, begehen. Dor 38 Jahren erlitt Heck einen schweren Unfall und war seit dieser Zeit gelähmt, so daß er nicht mehr gehen konnte. Trotzdem hat er sein Schreinerhandwerk dank seinem Fleiß und seiner Willenskraft noch bis in die letzte Zeit aus- geübt. Seitens des Reichsstatthalters, der hessischen Regierung, der NSDAP., des Kreises, der Stadt und der Kirche Schotten gingen dem Jubelpaar herzliche Glückwünsche und Geschenke zu. Vier Paare können in diesem Jahre in unserer Stadt die goldene Hochzeit begehen. — Verschiedene erholungsbedürftige Kinder aus Oesterreich find in unserer Stadt untergebracht, wo sich die Kinder sehr wohlfühlen. — Die Stadtverwaltung hat die untere Halle im Rathaus, die seither mangels anderer Räume als Abstellraum verwendet war, neu Herrichten und in einen schonen Versammlungsraum und Ratskeller umwandeln lassen. Das schwere, massive Fachwerk mit den Eichenbalken nimmt sich schön aus. Für die Wahlhandlung war der Raum besonders würdig mit Führerbild, Fahnen, Blumenstöcken usw. ausgestattet. Passende Kronleuchter, Vorhänge u. ögt werden noch beschafft. Ein schöner, würdiger Raum für Feiern, Versammlungen ist damit für die Stadt gewonnen worden. Merkur am Weflhimmel Der gestirnte Himmel im April. Von Or. Erwin Kossinna. freue eufac %a£vint iskraft: man kann Sunlicht Feinwaschmittel radezu sehen, wie der Schmutz aus der Wäsche „schwimmt“ besitzt eine verblüffende E£ V ist völlig schärfefreit auch die zartesten Gewebe und die ■ empfindlichsten Farben bleiben völlig geschont. dos neue, zeitgemäße Feinwaschmittel der Sunlicht, wurde eigens für Kunstseide, Wolle, Zellwolle und all die vielen neuzeitlichen Gewebe geschaffen. FEX, neuartig in seiner Zusammensetzung, ist auch in seiner Wirkung überraschend: es reinigt nicht nur, es verschönt Gewebe und Farben. Es ist eine Freude, wie weich die Wolle wird, weich’ schönen Glanz Kunstseide bekommt, und wie die Farben im Fex-Bad neu auflebenl FEX ist ein Sunlicht Waschmittel: es verdient Ihr völliges Vertrauen«! — Inge, Ingel Der sieht ja schlimm aus. Wie hast Du denn das gemacht? — Ach — er läßt sich eben nicht waschen I — — Er läßt sich nicht waschen? — Meine liebe Inge, das lasse ich nicht gelten. Es gibt fa FEXI — Du bist ja so schlecht gelaunt, Ingel Was ist denn los? — — Ach — ich habe gerade den Pullover verdorben, den mein Mann so sehr siebtel EEV ist besonders ausgiebig und billig: 1 Eßlöffel gibt 4 Liter ■ E Waschlösung, das Paket, genug für 40 Liter, kostet nur 28 Pf. EEV wäscht in jedem Wasser, gleichgültig ob hart oder weich; ■ niemals kann sich die lästige Kolkseife bilden. EEV ist bequem in der Anwendung: es löst sich in kaltem oder rtA handwarmem Wasser gleich gut und läßt sich leicht, oft schon mit einmaligem Spülen, entfernen. FEX- was ist das? nur / > vkispielsweise Ui !lDrz 1937 auf i ”tn 70 auf 25 i ifoit 12 Millionen, •ounbesausgaben 99'n Geldern, die !?’33. die Zutuns ^^'erungsjahren •^ors für 9lot SR der Wirtsch :r 1* wieder K Y-st°ni ^'.und nicht den merben LI’,* iltmi M- ■i.-Me e i q p 2,’!9n ,n, DOn 2 18 9emnrV { a-1r,Q e h ’9e Ve Mft 8 ,nu« Q »•Sir ", gani . syk* V* b'^fing B, höher« i»j Die große orientalische TemDo-Tempo-Reuue des großen Erloiges wegen verlangen 36er Dürkheimer Feuerberg, rot, Pfalz, Literfl. 1.— 35er Ober-Ingelheimer, rot, Rheinh 1/1 Fl. 1.— 37er Königsbacher, rot, Pfalz Literfl. 1.25 Die Preise verstehen sich ohne Glasl Obstschaumwein 7i Flasche m. Gl. 1.30 Hochheimer Kabinet-Sekt . ?/i Flasche m. Gl. 2.— 36er Sprendllnger Wiesberg, Rheinh Literfl. 80 36er Maikammerer, Pfalz Literfl. 85 36er Oppenheim. Langenweg, Rheinh., Literfl. 1 — 36er Hambacher Sommerhalde, Pfalz, Literfl. 1.— T> 1 T* • — 1 Markt zu Frdr. Teipel 16 iiitfi*1 J 0*1*1un'6 Sr; 1932 err %id) wie inner ff im U*1' Ziere taktische tri? Freund vora '■/eil zielsicheren (ja unentschlossen Ä droht, bald g ch dem anderen ijMngsprosekte lidtn muB- Lekannt ist V ’orftofe ges ericht, der i hm die erste 'tz machte und, wv Tätig war, da o Gesetzen, die kla fturdjow mit sei neben beschäftigt Angriffen Großkapital beim Wahlkamps Lnsicht zum Kla unstigte er die djaflen und sah neiks mit an, jc Illbeitsminister ih mnistischen Agito Damen-Handschuhe I schwereLeder4mitation.aparteVera,b, j schöne Modefarben .. • KM. Damen Handschuhe waschbar. Nappaleder.^pa-te Far e^ und Verarbeitung .... KM o./ 5 % RABATT einige Arti f in unseren anerkannt StelsrtertcCsternnSeftote;-:----; \ n^men-Handsenune \ Seide nicht einlaufend. Herren-Unterhosen s schwere künstliche SeWe.^aparte Ver^ \ ^b^le Formen RM 4.75, 3.25,1.95 arbeitung ' \ soll s zum Fest ins Freie gehen! 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