lft.60 Erstes Matt 188. Jahrgang Samstag, 12./$onntog,15. März 1938 Er|d)etnt täglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte (Bießenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats»Be$ngsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zerilfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach* richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Kranifurt am Main 11686 Sichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Unioerfitätrdruckerei ».Lange in Stehen. Schristleitvng und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrist nach vorh Dereinbg. 25% mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen», Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Menqenabschlüsse Staffel B Das Hakenkreuzbanner über Oesterreich. Oie nationalsozialistische Machtergreifung vollzog sich in ganz Oesterreich in voller Disziplin.-Geyß-Inquart hat eine neue Bundesregierung gebildet. — Bitte um Entsendung deutscher Truppen zur Wiederherstellung der Ordnung.—Begeisterte nächtliche Freudenkundgebungen der Bevölkerung im ganzen Lande. Oesterreichs Schicksalswende. Die lodernde Empörung, von der die deutschgesinnte Bevölkerung,Oesterreichs ergriffen ist, wird auch von uns vollkommen verstanden. Schuschnigg hat das Abkommen von Berchtesgaden, hat den deutschen Friedensvertrag, der am 12. Februar zwischen ihm und Adolf Hitler geschlossen wurde, gebrochen. An dieser Tatsache ließ sich nicht mehr zweifeln, da feststeht, daß Herr von Schuschnigg zwar gewisse ausländische Stellen, nicht aber die deutsche Reichsregierung und nicht einmal seine eigenen Minister vorher von der geplanten Wahlkomödie unterrichtet hatte. Es steht weiter fest, daß die plötzliche Aktion des österreichische RegieruNtzsführers nicht nur der Vereinbarung mit dem Reich, sondern auch dem Sinn und Wortlaut der österreichischen Mai-Verfassung zuwider lief. Die Abstimungsparolen, zu denen sich das Volk in Oesterreich bekennen sollte, waren nur Scheinparolen. Sie ließen wichtige Verfassungsgrundsätze vollkommen außer acht und öffneten somit einer Entwicklung Tür und Tor, die höchstwahrscheinlich entweder bei der Militärdiktatur oder beim Volksfront-Regime, wenn -nicht im Bolschewismus enden mußte. Die marxistischen Provokationen, die während der letzten 48 Stunden überall im österreichischen Lande erfolgten, zeigten ja deutlich genug diese Linie. Der Gewaltstreich, der am kommenden Sonntag gegen den Volkswillen in Oesterreich geführt werden sollte, stellte demnach eine persönliche Eigenmächtigkeit Schuschniggs dar, wobei zunächst unentschieden bleibt, ob dieser Plan seinem eigenen Kopfe entsprungen ist oder durch jene internationalen Mächte entworfen wurde, die seit jeher in Wien nur eine Angriffsbasis gegen das Deutschtum erblickt haben. Wo die Bundesgenossen und Hintermänner sitzen, auf die sich Schuschnigg stützte, das allerdings ist nicht fraglich. Ein Blick auf die innerösterreichischen Vorgänge der letzten Tage lehrt, daß es neben den Juden vor allem Marxisten und Kommunisten waren, die sich für den Wahlschwindel begeisterten. Ein Blick in die Auslandspresse verrät ferner, daß gerade die Organe der Volksfront, des politischen Katholizismus, des internationalen Marxismus und aller übrigen d-utschfeindlichen Kräfte die Politik Schuschniggs am lautesten begrüßten. Wirllich, es war eine merkwürdige, aber uns nur zu wohlbekannte Gesinnungsgemeinschaft, in die sich Schuschnigg begeben hatte. Freilich werden auch diese antideutschen Mächte, die in den letzten Jahren so manche Niederlage einstecken mußten, nicht verhindern können, daß das deutsche Volk in Oestereich seinen Weg geht. Und wenn Schuschnigg glaubte, mit Hilfe von Polizei und Militär das Volk niederzuknüppeln und vergewaltigen zu können, wenn er meinte, sich durch Zwangsabstimmungen und Wahlfälschungen ein Alibi vor der Welt verschaffen zu können, wenn er schließlich erwartete, eine weltanschauliche Glaubensbewegung lasse sich durch solche Kniffe aufhalten, so sind das alles Auffassungen gewesen, die durch den Ablauf der Ereignisse' sehr schnell widerlegt wurden. Das deutsche Volk in Oesterreich hat am gestrigen Freitag sich durch sein offenes Bekenntnis zum Nationalsozialismus allen Vertuschungsmanövern und Verschleierungsversuchen, die die wahre Dolks- stimmung in Oesterreich umzufälschen versucht haben, mit aller wünschenswerten Eindeutigkeit widersetzt. Obwohl es klar auf der Hand lag, daß Schuscknigg vom ersten Tage an nicht gewillt war, das Abkommen von Berchtesgaden zu halten, hat sowohl das Deutsche Reich, wie die nationalsozialistische Bevölkerung Oesterreichs sich in loyalster Weise an die Abmachungen von Berchtesgaden gebunden gehalten. Schuschnigg dagegen hat bereits am 16. Februar dem Vertreter der New-Pork-Times in Wien vertraulich seine Absicht mitgeteilt, die inzwischen kläglich zusammengebrochene Wahlkomödie zu inszenieren. Nicht einmal seinen engsten Mitarbeitern im Kabinett hat er hiervon Mitteilung gemacht. Mit geradezu Metternichschen Methoden hat er versucht, sein Regime der Gewalt aufrechtzuerhalten. Die Volksstimmung selbst hat ihn hin- weagefegt. und wenn nun die neue, aus zuverlässigen nationalen Männern gebildete österreichische Regierung mit ihrem in kritischen Tagen bewährten Bundeskanzler Seyß-Jnquart an der Spitze sich an den Führer mit der Bitte gewandt hat, deutsche Truppen zur Unterstützung der ihrer jetzt harrenden Aufgaben zu entsenden, so darf die Welt überzeugt sein, daß jetzt im deutschen Oesterreich eine Ordnung geschaffen wird, die den Belangen des deutschen Volkes und seiner politischen Ueber- zeugung vollauf gerecht wird. Frei und ehrlich wird Oesterreich über seine Zukunft bestimmen können. Mit herzlicher und aufrichtiger Teilnahme hat das deutsche Volk die letzten Ereignisse in Oesterreich verfolgt, die letzten Versuche eines volksfremden Systems, dem Rad der geschichtlichen Entwicklung durch brutalen Terror in die Speichen zu sollen. Mit größter Freude haben wir im Reich bi< nationalsozialistische Machtergreifung in Wien und in den österreichischen Bundesländern begrüßt. Wir sind überzeugt, daß das deutsche Volk in Oesterreich nunmehr, vom schweren Joch einer jahrelangen Unterdrückung befreit, seine Zukunft neu gestalten wird zum eigenen Wohle, wie zum Nutzen Europas, zu dessen Befriedung die Neuordnung in Oesterreich einen wesentlichen Beitrag darstellen wird. Schuschnigg verschwindet. Wien, 11. Wärz. (DRB. Funkspruch.) Amtlich wurde bekannlgegeben, daß der Bundeskanzler sich nach Berichterstattung an den Bundespräsidenten entschlossen habe, die Volksbefragung zu ver- schieben, wenig später gab Schuschnigg im Rundfunk seinen Rücktritt bekannt. Telegramm an den Führer. Bitte um Entsendung deutscher Truppen. Berlin, 11. März. (DRV.) Minister Seyh- Jnquart sandte dem Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm: „Die provisorische österreichische Regierung, die nach der Demission der Regierung Schuschnigg ihre Aufgabe darin sieht, die Ruhe und Ordnung in Oe st erreich wiederherzustellen, richtet an die deutsche Regierung die dringende Bitte, sie in ihrer Aufgabe zu unter st ühen und ihr zu helfen, Blutvergießen zu verhindern. Zu diesem Zweck bittet sie die deutsche Regierung um baldmöglich sie Entsendung deutscher Truppen. Seyß-Jnquart." Eeyß-Äquari bildete eine neue Regierung nationaler Männer. Das neue Kabinett. Wien, 12.März. (DRB.) Radio Wien ver- kündete um 23.14 Uhr folgende Meldung: „Der Bundespräsident hat unter dem Druck der innerpolitischen Lage den Bundes- minister Seyß-Jnquart zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung mit der Führung des Bundeskanzleramtes betraut." Um 1.30 Uhr wurde vom Balkon des Bundeskanzleramtes von Staatsrat Dr. Jury d i e neue Ministerliste bekanntgegeben. Danach hat der Bundespräsident auf Vorschlag des Bundeskanzlers Dr. Seyß-Jnquart ernannt: Zum Vizekanzler den Generalstaatsarchivar Dr. Edmund Glaise-Horstenau, zum Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten den Ministerialrat Dr. Wilhelm Wolff, zum Bundesminister für Justiz den Rotar Dr. Franz 0 lieber, zum Vundesminister für Unterricht den Univer- sitätsprofesfor Dr. Oswald M e n g h i n, zum Bundesminister für soziale Verwaltung den Staatsrat Hugo Jury, zum Vundesminister für Land- und Forstwirtschaft den Landwirtschaftsingenieur Anton Rheinthaler, zum Vundesminister für handel und Verkehr den Staatsrat Dr. Hans F i s ch b ö ck, zum Vundesminister für Finanzen den Oberfinanzrat Dr. Rudolf Reumayer. Ferner hat der Bundespräsident den Bundeskanzler Dr. Seyß-Jnquart mit der Leitung des Bundesministeriums fürLandesverteidi- gung betraut Schließlich hat der Bundespräsident den Präsidenten der Bundespolizeidirektion Dien, Dr. Michael S k u b l, zum Staatssekretär ernannt und dem Bundeskanzler zu besten Vertretung in Angelegenheiten des Sicherheitswesens beigegeben. Dem Bundeskanzleramt wurden beigegeben: für die Angelegenheiten des Sicherheitswesens pg. Dr. Ernst Kaltenbrunner und für die Angelegenheiten der politischen Wiltensbildung pg. Major Hubert Klausner., ♦ Dem neuen Kabinett gehören von der bisherigen Regierung nur an der frühere Innenminister Dr. Seyß-Jnquart, der zum Bundeskanzler ernannt wurde, Bundesminister Dr. G l a i f e -Horst e n a u, der von nun an das Amt des Vizekanzlers bekleidet, sowie Dr. Neumayer, der weiter wie bisher Finanzminister bleibt. Dem neuen Außenminister Dr. Wolff war zuletzt das Amt des Treuhänders für die Pressebeziehungen mit dem Deutschen Reiche anoertraut. Justizminister Dr. Hueber ist, aus der nationalen Heimschutzbewegung kommend, der Schwager des Generalfeldmarschalls Göring, ein seit Jahren bekannter Vorkämpfer der gesamtdeutschen Belange. Er war 1930 kurze Zeit Justizminister. Unterrichtsminister Dr. Oswald Menghin genießt als früherer Rektor der Wiener Universität einen ebenso bedeutenden Rus, wie der Handelsminister Dr. Fischböck, der Spezialist für Wirtschaftsfragen ist. Dr. Kaltenbrunner, der für die Angelegenheiten des Sicherheitswefens dem Bundeskanzleramt beigegeben worden ist, war bisher Führer der österreichischen jf. Major Hubert Klausner schließlich, dem eine Sondermission für die Fragen der politischen Wil- lenSbildung anoertraut wurde, war der Nachfolger des bisherigen Landesleiters Hauptmann Leopold. In gleicher Eigenschaft wie bisher blieb Dr. S k u b l Staatssekretär für das Sichercheitswefen. „Lin Volk, ein Reich, ein Führer." »Oesterreich ist frei und nationalsozialistisch." Jn unvergleichlicher Disziplin." Der Führer der österreichischen Nationalsozialisten im Rundfunk. Wien, 12. Wärz. (DRV.) Der Führer der österreichischen Rationalsoziatisten, Wajor Klausner, hielt um 1 Ahr im Wiener Rundfunk folgende Ansprache: „In tiefer Bewegung verkünde ich in dieser feierlichen Stunde: Oe st erreich ist frei geworden! Oe st erreich ist nationalfoziali- st i s ch! Durch das Vertrauen des ganzen Volkes emporgetragen, ist eine neue Regierung gebildet worden, die nach den Grundsätzen unserer herrlichen nationalsozialistischen Bewegung ihre ganze Kraft für das Glück und den Frieden dieses Landes einsehen wird. Arbeit und Brot für alle Volksgenossen zu schaffen, wird ihre erste Aufgabe sein. Wieder ist eine nationalsozialistische Erhebung i n unvergleichlicher Disziplin verlaufen. Denn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß uns die Wacht auch in diesem Staate gebührt, so war es diese einzigartige Erhebung und Wacht- ergreifung. Riemand wurde etwas zu Leide getan. Dafür danke ich und dankt das ganze deutsche Volk1 in Oesterreich vor allen den Kameraden derl SA. und ff. | In dieser Stunde gedenken wir in tiefer Dankbarkeit und Liebe unseres Führers Adolf Hitler. Run wehen die Hakenkreuzfahnen siegreich über seiner Heimat. In Ehrfurcht und Dankbarkeit gedenken wir der Toten der Bewegung, die im Kampfe um Oesterreich fielen. Ihr Opfer fand nun beste Erfüllung. An euch, deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen, aber ergeht mein Ruf: An die Arbeit! Unser Ziel ist erreicht! Ein Volk, ein Reich ein Führer! HÄI unserem Führer! heil Hitler!" Die Tiroler Landesregierung von Äaiionalsozialisten übernommen. Ungeheurer Jubel in Innsbruck. Innsbruck, 12. März. (DNB.) Während m der Stadt der Jubel der Machtübernahme durch Nationalsozialisten in Oesterreich anhält, mehr als zehntausend Menschen begeisterte Kund- gedungen für den Führer, das R-ich und ein freies deutsches Oesterreich veranstalten und endlose Züge aufmarschieren, hat sich in vollkommener Ruhe die Uebernahme aller Behörden und Amts st eilen vollzogen. Die SA. und ff besetzte in den späten Abendstunden den Sitz der Tiroler ß a n » desregierung, wo die Führung der Tiroler Nationalsozialisten die Amtsgeschäfte übernahm; der derzeitige Gauleiter der NSDAP, von Tirol, C h r i st o p h , ist zum Landeshauptmann ernannt worden. Sein Stellvertreter ist Landes- statthatter Dr. K n ö p f l e r. Alle Posten der bisherigen Bezirkshauptleute sind von der NSDAP, übernommen worden. Zum neuen Sicherheits- öireftor für Tirol wurde der bisherige ff« Standartenführer Fleiß berufen. Polizeipräsident von Innsbruck wurde Dr. Franzelin, der frühere stellvertretende Gauleiter von Tirol, Rechtsanwalt Dr. Denz wurde B^ür ger- meister der Landeshauptstadt Innsbruck. Alle genannten Persönlichkeiten gehören der nationalsozialistischen Bewegung an. Ebenso wurden alle anderen wichtigen staatlichen Behörden und Heute 12 !lhr: De. Goebbels verliest eine Proklamation des Führers. Berlin, 12. März. (BJ1B.) Seidjsminiffer Dr. Goebbels verliest heule mittag 12 Uhr über alle deutschen Sender eine Proklamation des Führers. Das deutsche Volk flaggt. Berlin, 12. Wärz. (DRB.) Aus Anlaß des nationalsozialistischen Umbruchs in Deutsch-Oesterreich hat der Reichsminister des Innern f ü r sämtliche Behörden sofortige Beflaggung von Samstag bis einschließlich Wontag angeordnet. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda fordert die Be- völkerung auf, ihre Freude über die Befreiung Deutsch-Oesterreichs durch Beflaggung an den gleichen Tagen zum Ausdruck zu bringen. Auch am morgigen Heldengedenktag wird vo11mast geflaggt. Rur während der Feiern von 8 bis 14 Uhr werden die Flaggen auf halbmast gesetzt. Schriebe sowie die Amtsräume der Vaterländischen Front übernommen. Zu Zwischenfällen ist es nirgends gekommen. Eine Anzahl von Leuten, die bisher im polittfchen Leben eine Rolle gespielt Haden, wurden in Schutzhaft genommen, darunter der Landesstatthalter Ingenieur Gerber und der Landesamtsdirektor, Hofrat F a b r i t i u s. Auch aus allen übrigen Orten Tirols liegen Meldungen über begeisterte Kundgebungen der gesamten Bevölkerung vor. Von allen Amtsgebäuden und allen Rathäusern wehen die Hakenkreuzfahnen, in deren Zeichen die ganze denkwürdige Nacht in Tirol steht. Salzburgs Bekenntnis zum Hakenkreuz. Nächtliche Freudenkundgebung auf dem Residenzplatz. Salzburg, 11. März. (DNB.) Die Stadt Salzburg feierte die Befreiung vom Regime Schuschnigg in einer so einzigartigen geschlossenen Kundgebung, wie sie Salzburgs Bevölkerung in der Vergangenheit noch nicht erlebt hat. Bereits in den Nachmittagsstunden ging es wie ein Aufatmen durch alle Herzen, als die Kunde von der Verschiebung der sogenannten „Volksabstimmung" wie ein Lauffeuer durch die Stadt eilte. Mit hellwachsender Begeisterung grüßten fick die Menschen, die das Hakenkreuz trugen, mit dem Deutschen Gruß. Adolf Hitlers Name war bald in aller Munde. Wie ein schlechter Witz erschien es, daß an den Plakatsäulen immer noch Wahlaufrufe „Mit Schuschnigg für Oesterreich" auf geklebt wurden.- Die Begeisterung steigerte sich immer mehr, je mehr die Stunde der großen öffentlichen Kundgebung auf d e m Refidenzplatz sich näherte, wo tags zuvor die disziplinierte Friedensdemonstration der salzburgifchen Nationalsozialisten das Eintreten für ihre Ueberzeugung mit sechs Schwerverletzten und einem Toten hatte be- zahlen müssen. Den Höhepunkt erreichte die Feststimmung der Salzburger Bevölkerung in der siebenten Abendstunde, als sich die Menschen zu Tausenden und aber Tausenden nach einem und dem- selben Ziele drängten, zu den breiten Ufern der Salzach vor dem Realgymnasium, wo sich der Auf- marsch der Organisationen und der ganzen Bevölkerung zusammenfetzte. Ueberafl in den Straßen der Altstadt sammelten sich die ersten Marschblöcke. Allerorts entfalteten sich Hakenkreuzwimpel. Die brausenden Heil-Rufe auf den Führer pflanzten sich von Straße zu Straße fort. Ueberall an den Fenstern erschienen die Hakenkreuzfahnen. In der gleichen mustergültigen Aufstellung vollzog sich der Marsch durch die Straßen der Altstadt zum Residenzplatz. Voran die Jugend mit ihren Fahnen, HI-, Jungvolk, DDM^, jedtz Gruppe durchweg in einheitlicher Tracht; dann kamen SA., ff und die Tausenden von Salzourgern, die an diesem Abend und mit diesem Marsch ihr Treue- bekenntnis zu Adolf Hitler und zu einem größeren Deutschland ablegten. Mitten aus dem Zug leuchtete ein Transparent mit der Aufschrift „Heil Hitler!". Trommelwirbel begleitete den Zua durch die Straßen, in denen immer wieder der Ruf „Oesterreich erwache!" erscholl. Die Marschteilnehmer nahmen auf dem Residenzplatz Aufstellung, der eine gewaltige nächtliche Kundgebung erlebte. An die 30 000 Menschen waren ausmarschiert, um ihr B e - kenntnis zu Deutschland und seinem Führer Adolf Hitler in unerhörter Ge. schlossenheit abzulegen. Dcm den brausenden Heil- rufen der Zehntausende wurde der Gauleiter des Gaues Salzburg, Dr. Reiter, empfangen, der eine kurze Ansprache an die Massen richtete. Seine Mitteilung von der Abdankung Schuschniggs und der Nachfolge Dr. Seyß-Jnquarts lüfte unbeschreiblichen Jubel aus. Noch in der Nacht vom Freitag aum Samstag wurden sämtliche Behörden, u. a. auch die Bundes- sicherheitswache, von der SA. und ff besetzt. Das innerliche Verständnis, mit dem die Beamten der Sicherheitspolizei die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung handhabten, fand bei der Bevölkerung freudige Aufnahme. Zwischenfälle ereigneten sich nur wenige. So wurden in einem großen Cafö der Innenstadt drei höhere Heimwehr- angehörige, die sich in wüsten Schmähungen gegen das Reich ergingen, entwaffnet und aus die Bun- dessicherheitswache gebracht.. Um 12 Uhr nachts fielen sämtliche Kirchenglocken fast eine Stunde lang mit ihren ehernen Stimmen in die „Heil-Hitler?'-Rufe der die nächtlichen Straßen be- lebenden Menschenmassen ein, die auch die ersten nach Oeffnung der Grenze eintreffenden Kraft- wagen aus dem Reich stürmisch begrüßten. Nächtliche Dankkundgebungen in Linz. Oberösterreichische Landesregierung wird neu gebildet. Cln3, *12. März. (DNB.) Im nationalsozialistischen Linz klang der denkwürdige Tag der Befreiung mit einer machtvollen nächtlichen Kundgebung auf dem Hauptplatz vor dem Rathaus aus, wo SA., ff und alle Organisationen und Formationen, die in den Abendstunden riesige Fackelzüge veranstaltet hatten, aufmarschiert waren. Kreisletter Sepp Waltersdorfer hielt eine zündende, nach jedem Satz von der Bevölkerung mit tosenden Heilrusen unterbrochene Ansprache. Gauleiter Aichgruber gab dann bekannt, daß SA. und ff mit sofortiger Wirkung als Hilfspoli^ei eingesetzt seien. Er richtete an die SA.» und -f-Männer den Appell, sich als Träger des neuen Staates der Forde- rungen der Stunde bewußt zu sein. An die Bevölkerung appellierte er, den Anordnungen der Hilfspolizei Folge zu leisten. Weiter teilte er mit, daß in wenigen Stunden die endgültige vberöster- reichische Landesregierung neugebildet sein werde. Zum Schluß seiner Ansprache erklärte er, daß niemand wegen seiner früheren Handlungen oder wegen seiner politischen Einstellung zu Schaden kommen werde. Man wolle keine Rache, man wolle die wahre Volksgemeinschaft. Nach dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil aus den Füh- rer Adolf Hitler und dem Deutschlandlied löste sich die Kundgebung in Ordnung auf, der die Wachmänner als geruhsame Zuschauer in den Nebengassen beiwohnten. Auch in der Hauptstadt Oberösterreichs hat die Bewegung des geeinten deutschen Volkes die öffentliche Gewalt über- n o m m e n. Alle öffentlichen Gebäude und Stornier sind von den Trägern des Nationalsozialismus besetzt. Die Entscheidung in Graz. Grenzenloser Jnbel der Bevölkerung Wien, 11. März. (DNB.) Die steierische Landes- Hauptstadt glich am Freitag einem Kriegslager. Die gesamte Garnison war feldmäßig ausgerüstet worden. Don Wien waren am Freitagmittag 500 Feldjäger, ebenfalls feldmäßig ausgerüstet, in Graz angekommen. Seit Mittag war die innere Stadt von Polizei abgeriegelt. Um 15 Uhr räumte die Gen- bornierte mit gefällten Bajonetten den Bismarckplatz. Danach wurde der Franziskanerplatz von einer Kompanie mit schußfertigen Gewehren und Maschinengewehren besetzt. Einige Kompanien Oer Säger hatten in der Schmidtgasse am Zugang zum Hauptplatz Aufstellung genommen. Auch an allen sonstigen Plätzen der Stadt stand Militär. Die Truppen wurden von der Bevölkerung rn i t „H e i l Hitler" begrüßt. Die Geschäfte der inneren Stadt waren geschlossen. In der Umgebung der Stadt war ebenfalls Militär mit Jnfanteriekanonen und Maschinengewehren aufgestellt. Die Polizeidirektion Graz und die Gendarmerie- posten vom Land hatten Die Anlegung von ©eifein Liften angefordert. Ferngespräche und Post führender Nationalsozialisten wurden überwacht. Die Gegensätze zwischen Nationalsozialisten und vaterländisch getarnten Kommunisten hatten sich, wenn möalich, noch verschärft. Die Zusammen- stöße mehren sich stündlich. Die Kommunisten wurden aus Eisenwerken mit Eisenstöcken, eisernen Rohren und Stahlgerten bewaffnet. Allein am Donnerstag gab es in Graz 50 k o m m u n i st i - s ch e Einzelüberfälle auf Nationalso- zi allsten, von denen etwa 20 verletzt wurden Sn den steierischen Städten wird das Straßenbild von den Nationalsozialisten beherrscht. Auch auf dem flachen Lande geht die Bauernschaft unter großer Begeisterung mit den Nationalsozialisten. Die Nachricht, daß die Dolksbestagung abgesagt sei, ging wie ein Lauffeuer durch die Stadt und rief unter der Grazer Bevölkerung grenzenlosen Jubel hervor. Mitten in diesen Jubel hinein kam auf Lastwagen neues Militär aus Wien. Die Ab- fperrung in der Stadt wurde dann aber angesichts der Stimmung der Bevölkerung aufgehoben, das Militär marschierte ab. Im Nu bildete sich ein Menschenstrom mit. den ununterbrochenen Rufen- „Sieg Heil!" und ,^) e H unser Führer Adolf Hitler!". Man fang nationale Lieder usw. Zu großen Freudenkundgebungen kam es ins- besondere vor dem Rathaus, dem Sitz der Landesregierung. Ueberall tauchten in marschieren- den Kolonnen Hakenkreuzfahnen auf. Als die Nach- richt vom Rücktritt Schuschniggs bekannt wurde, erhob sich in der ganzen Stadt ungeheurer Jubel. Die Stadt gleicht einem Fahnenmeer. Zehntausende von Menschen durchziehen die Stadt. Alto tragen Hakenkreuzfahnen und Abzeichen. Ein Freudensturm ohnegleichen durchwogte die steierische Landeshauptstadt. Die Masten hatten sich um 22 Uhr zu einem ungeheuren Fackelzug formiert. SA. und ff versieht den Ordnungsdienst in den Straßen. Die Wahrheit über Oesterreich. Schuschniggs Behauptungen restlos widerlegt Wien, 11. März. (DNB.) Der frühere österreichische Bundeskanzler Schuschnigg hielt am heutigen Abend um 19.50 Uhr im Wiener Sender eine Ansprache, in der er eine Reihe von unwahren Behauptungen aufstellte. Herr Schuschnigg behauptete u. a., daß die deutsche Reichsregterung vom österreichischen Bundespräsidenten in einem befristeten Ultimatum die Bildung einer neuen Bundesregierung verlangt hätte. Diese Behauptung Schuschniggs ist unwahr. Nicht die Reichsregierung stellte ihm ein solches Ultimatum, sondern österreichische Stellen und österreichische Mini ft er waren es, die angesichts der sich immer mehr zuspitzenden Lage in Oesterreich und der auf eine Katastrophe zusteuernden Politik des Bundeskanzlers Schuschnigg dem Bundespräsidenten derartige Forderungen unterbreiteten. Herr Schuschnigg behauptete weiter, die deutsche Reichsregierung habe vom Bundespräsidenten m ultimativer Form verlangt, „die Regierung nach den Vorschlägen der deutschen Reichs- regieruna zu wählen". Auch das entspricht nicht den Tatsachen, vielmehr Haden österreichische Regierungskreise in voller Er- kenntnis der Lage in Oesterreich dem Bundespräsidenten solche Forderungen gestellt. Drittens hat der gewesene österreichische Bundeskanzler behauptet, das es erfunden fei, wenn erklärt würde, in Oesterreich seien Unruhen aus» gebrochen und die Regierung sei nicht Herr der Lage. Hunderte von Berichten, die in aller Welt aus Oesterreich vorliegen, beweisen, daß bereits unzählige Zusammenstöße erfolgt waren, daß an zahlreichen Orten marxistische Unruhen stattgefunden hatten, kommunistische Haufen zum Beispiel sich in Wiener- Neustadt bewaffneten und eine Unzahl von Überfällen sich ereignet hatten, als Schuschnigg diese unwahren Behauptungen verlas. Schuschnigg bat Paris und London um Hilfe. London, 12. März. (DNB. Funkspruch.) Die „Time s" bringt einen dreispaltenlangen Wiener Bericht, in dem in alle Einzelheiten die Vorgänge in Wien und Oesterreich geschildert werden und der mit den Worten abschließt, daß der gestrige Tag den vollen Triumph der Nationalsozialisten gebracht habe. Ihrer Uebermacht könne letzt in Oesterreich kein Widerstand geleistet werden. „Daily Mail" feilt mit, Schuschnigg habe gestern durch den österreichischen Gesand- fen in London, v. Frankenstein, in London anfragen lassen, „auf welche Unterst ü h u n g" er gegebenenfalls rechnen könne. Frankenstein fei milgeleill worden, daß England an den Ereignlsfen in Oesterreich luter- e f f i e r f sei, daß ober eine militärische Unterstützung (!) für Schuschniggs Politik nichtin Frage komme, wie verlautet, habe Schuschnigg ähnliche Nachfragen in Paris anstellen lassen. Frankreich holte sich in Hom eine Absage. London. 11. März. (DNB.) Reuter meldet aus Paris, daß die französische Regierung dem französischen Geschäftsträger in Hom gestern Instruktionen zugeleitet habe, nach denen dieser bei der italienischen Regierung anfragen solle, ob irgendeine Möglichkeit der Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Italien bezüglich Oesterreich bestünde. Die Antwort Roms habe gelautet, daß „im Augenblick keine solche Möglichkeit" bestünde. Auch die Pariser havasageulur bestätigt den Inhalt dieser Meldung. Wie Wien nationalsozialistisch wurde. Oie denkwürdige Nacht in Oesterreichs Hauptstadt. Wien, 11. März. (DNB.) Dor der Rurrdfunk- ansprache, mit der Schuschnigg seinen Rücktritt bekanntgab, haben sich in den Straßen der österreichischen Hauptstadt begeisterte Szenen abgespielt. Der spontane Einsatz der Massen des gut deutschen österreichischen Stammes hat ohne jede Beeinflussung von außen rein aus dem gesunden Gefühl des deutschen Blutes heraus den Gang der Dinge so beeinflußt, wie er als geschichtliches Ereignis vor uns steht. Es ist kein Zweifel, daß es unmöglich gewesen wäre, in Oesterreich ein Regime durchzusetzen, das im strikten Gegensatz zur Dolks- stimmung steht. Als durch den Rundfunk die Verschiebung der D o l k s a b ft i m m u n g bekanntgegeben wurde, strömte die Bevölkerung nach der Innenstadt hinein. In freudiger Erregung und im Vorgefühl des Sieges hatten sich die Massen vor allem am Ste- phansplatz, in der Kärntnerstraße und am Karls- platz gesammelt. Hier am Karlsplatz bildete sich gegen 19.30 Uhr ein Zug von Kundgebern, die durch die Innenstadt marschieren wollten. Ein junger Bursche, Franz Fiedler, setzte sich unter dem Jubel der Massen mit einer kleinen Hakenkreuzfahne an die Spitze des Zuges. Die Polizei, deren Dienstanweisungen noch nicht geändert waren, schritt gegen Fiedler ein und entriß ihm die Fahne. Da Fiedler sein Heiligtum nicht hergeben wollte, wurde das Tuch von der Fahnenstange ab« getrennt. Mährend verhandelt wurde, sickerten die ersten Mitteilungen über die Rundfunkrede Schuschniggs und über seinen Rücktritt durch. Es war für jeden klar, daß das den Sieg des deutschen Gedankens und der Sache der Bewegung des deutschen Volkes bedeutete. Die Menge brach In stürmische Heil hitler-Rufe aus und schloß daran Hell- rufe auf Seyß-Jnquart. Für jeden Mann auf der Slrahe war es fiar, daß er der neue Bundeskanzler fein würde. Auch die Polizei trug alsbald der Veränderung der Lage Rechnung. Im Triumph konnte 4>as kleine Hakenkreuzbanner aus der Wache her- ausgeholl und wieder an der Fahnenstange befestigt werden. Es war kurz nach 20 Uhr, als sich der Zug vom Karlsplatz in Bewegung fetzte. Der Zug, der von Minute zu Minute um weitere Taufende anschwoll, ging wohlgeordnet im Sturmschritt durch die Kärtnerstraße über den Stephans platz, wo nun schon die Polizei dafür sorgte, daß fein Wagenverkehr diese Freudenkundgebung mehr stören formte. Dann ging es weiter durch die Rote-Turm- Straße und den Hohen Markt in einem größeren Bogen durch die Innenstadt wieder zum Stephans- dom weiter über den Graben und durch verschiedene kleine Gassen am Minoritenplatz vorvei schließlich auf den Ballhausplatz vor das Bun- deskanzlerarnt. Aus den Nebenstraßen sind immer neue Züge dazugestoßen. Schließlich geht es im Laufschritt in einer Kolonne, die die ganze Strahenbreite einnimmt, die vordersten Reihen untergesaht; jeder will der Erste am Ballhausplatz fein. Im Nu sind Ordner zur Stelle. Sie haben sich über ihren Mantel oder über den Janker d i e Hakenkreuzbinde gestreift. Brausend schallten die „Sieg-Heil!"-Rufe durch die altehr- würdigen Gassen der deutschen Donaustadt. Vor dem Bundeskanzleramt verlangt die Menge stürmisch jubelnd den in dieser Stunde vom Volke erkorenen Bundeskanzler Dr. Seyß- 3nquarL Die Ordner bilden vor dem haupt- portal eine geschlossene kette, hinter der sich wie in den umliegenden Gassen die Massen Kopf an Kopf flauen. 3m Ru sind Hakenkreuzwimpel und kleine Fähnchen zur Stelle. 3n den ersten Reihen des freudigbewegten Volkes bemerkt man u. a. den ehrwürdigen Schild- Halter der deutsch-österreichischen Wehr, Gene- ral Alfred Kraus, und den Präsidenten des Deutschen Klubs, General B a r t e f f. Dann braust das Deutschlandlied auf. Mil entblößten Häuptern und mit gestreckten Armen ist es der 3ubelschrei der Erlösung, des Sieges einer unter Tränen der Freude sich verbrüdernden Masse aus allen Schichten des Volkes. Unterwegs schon, während des Freudenmarsches, war der völlige Wandel der Wachmannschaften der Polizei sichtbar geworden. Auch die Sicherheitsbeamten sind nun ersaht von dem großen Sinn der Stunde. Man merkt auch ihnen die Befreiung von einem Albdruck an. Sie sind froh, daß sie nicht mehr in die Gefahr kommen, in Erfüllung einer bitteren Pflicht gegen deutsche Volksgenossen vorgehen zu müssen. Das Wachkommando am Ballhausplatz hat den Auftrag, den im Bundeskanzleramt versammelten Ministern in diesem Augenblick der schicksalsschweren Entscheidung jede Störung fernzuhalten. Während immer neue Züge am Ballhausplatz eintreffen, bitten die Ordner um den Empfang einer Abordnung b* i Seyß-Jnquart. Sie wollen der Menge die Freude vermitteln, daß er als neuer Leiter der politischen Geschicke Oesterreichs an das Fenster tritt, um wenigstens ein paar Worte des Grußes zu sprechen und die Huldigungen von Hunderttausenden auch persönlich entgegenzunehmen. Dr. Seyß-Jnquart läßt durch den Kommandanten der Wache des Bundeskanzleramtes mitteilen, daß er im Augenblick den Erklärungen Schuschniggs nichts hinzufügen könne, daß er sich aber in aller Kürze über Den Rundfunk an das ganze Volk wenden werde. Er bäte dringend, seine gerade in dieser Stunde besonders dringliche und verantwortungsvolle Arbeit auch nicht für Minuten zu stören. Schnell spricht sich das herum; die Ordner und Vertrauensleute sorgen für die Weitergabe in die Hinteren Reihen der wartenden Massen, und wieder kann man nur die Disziplin und den gesunden und verständnisvollen Sinn der Massen bewundern. Noch einmal ertönt das Deutschlandlied. Die Spitze des Zuges setzt sich in Bewegung, und während von den anderen Seiten immer neue Züge herankom- men, marschiert in voller Ordnung und ohne jede Regelung durch die Polizei die Menge weiter durch die anderen Teile der Innenstadt, heraus über die Ringe und die Altstadt und weiter hinaus in die Außenbezirke, um überall das freudige Erlebnis zu verkünden. 3uzwischen sind einige Kraftwagen erschienen, aus denen Hakenkreuzfähnchen heraushängen und die ihre Beleuchtung aus» geschaltet haben, die durch lodernde Fackeln erseht ist. Bald darauf — es ist kurz nach 21 Uhr — treffen die ersten Trupps zu Fuß mit Fackeln ein und nun wälzt sich' eine ununterbrochene Kette von Menschen im Fackelschein am Ballhausplatz vorbei. Zeigt sich auch Seyh-3nquart nicht, so weiß doch das in langen 3ahren hartgeprüfte Volk , daß er für es die Verantwortung trägt und arbeitet und daß er im Geiste bei jedem Nationalsozialisten des schönen weilen österreichischen Landes ist. So geht es Stunde um Stunde. Bald nach 22 Uhr erscheint die Hakenkreuzfahne auf dem Polizeipräsidium, auf diesem Gebäude, in dem so unendlich viele Nationalsozialisten und treue Volksgenossen für die Gesamtheit des österreichischen Staates so bitteres Leid erduldet haben. Zu gleicher Stunde streifen die Polizisten die Hakenkreuzbinde über die Arme. Dien ist nationalsozialistisch. Neuer Wiener Bürgermeister. Wien, 12. März. (DNB.) Der frühere Vize- Bürgermeister von Wien, Lahr, wurde von Seyß- Jnquart 3 u m Bürgermeister von Wien ernannt. Auf dem Wiener Rathaus weht die H a - kenkreuzfahne. Fast zur gleichen Zeit, als aus den Fenstern der Polizeidirektion meterlange Hakenkreuzfahnen unter dem jubelnden Beifall der Menge entrollt wurden, wurde auch im ersten Stockwerk des Hauses der Vaterländischen Front das Symbol des Sieges gehißt. Die riesigen Krukenkreuzsymbole aus Glas, die über den beiden Eingangsportalen angebracht waren, waren im gleichen Augenblick verschwunden. Die letzten Reste wurden in den Rinnsteinen zusammenaefegt. Don den Sturmkorpsleuten, die früher mit martialischen Mienen vor dem Fronthaus postiert waren und von dort aus die Bevölkerung terrorisierten, sieht man keine Spur. Die Wachmannschaften der Polizei mit der Hakenkreuzbinde haben den Schutz des Hauses übernommen. Starker Eindruck in aller Wett. Oie Ereignisse in Oesterreich im Spiegel des Auslandes. Ruhige Scurtellung in Prag. Prag, 12. März. (DNB.) Die Ereignisse in Oesterreich haben in allen tschechischen Kreisen größten Eindruck gemacht. Daß die tschechischen Links- Parteien und ihre Angehörigen über die unaufhaltsame Entwicklung nicht erfreut sind, ist kein Wunder. Dagegen weisen die sich immer stärker durchsetzenden tschechischen Rechtsparteien darauf hin, daß sie schon längst auf eine Aenderung der politischen Lage in Mittel- curopa in diesem Sinne vorbereitet waren. Sie haben auch durch den Mund des Vorsitzenden der tschechischen Agrarpartei, Beran, auf die Not- wendigkeit hingewiesen, mit den Deutschen dies- feite und jenseits der Grenze in gutem 23 erbat t n i s zu leben. Ueberall werden die Leitungen den Verkäufern aus der Hand gerissen, jedoch merkt man nirgends auffallende Anzeichen von Unruhe oder besondere Maßnahmen. Die Blatter warten eine amtliche Stellungnahme ab. Sie soll aufs Entschiedenste alle hier verbreiteten Gerüchte widerlegen, als ob die Tschechoslowakei besondere Maßnahmen getroffen ober gar Waffen an österreichische Marxisten geliefert hätte. Natten zei betrieb um 30 v. h. Das Land der Hoffnung. Von Selma La^erlös. Da waren gar viele: Lars aus London und Sven aus Paris und Magnus aus Wien und Johann aus Prag und Per aus Berlin und Ole aus Mag- gebyfäter, und der Stallknecht und der Stallbub. Und Lars aus London und Sven aus Paris und Magnus aus Wien und Johann aus Prag und Per aus Berlin waren gar keine Ausländer, sondern Taglöhner in Marbacka. Das' verhielt sich nämlich so: Leutnant Lagerlöf hatte sich den Spaß gemacht, seine Katen nach den Hauptstädten Europas zu benennen. Lars aus London und Magnus aus Wien hatten den ganzen Tag draußen auf den Feldern gepflügt. Sven aus Paris hatte das Vieh gefüttert und daneben auf dem Kartoffelacker geholfen. Johann von Prag hatte auch fleißig gearbeitet, aber Per von Berlin hatte gar nichts getan. Er hatte Rückenweh gehabt und deshalb nicht arbeiten können, und er war nur nach dem Herrenhose gegangen, um sich ein wenig zu zerstreuen. Es war draußen Regenwetter: aber jetzt zwischen halb fünf und fünf war Vesperpause, und so waren alle miteinander samt ihren lehmigen Stiefeln, ihren feuchten Kleidern und ihrer schlechten Laune in der Gesindestube versammelt. Sie zündeten sich ein Feuer aus dürrem Holz im Herd an und setzten sich rings herum. Lars aus London, der die größte Kate hatte und der tüchtigste von allen den Arbeitern war, nahm auf dem Hackblock gerade vor dem Feuer Platz, und Magnus von Wien, ein fast ebenso guter Arbeiter wie Lars von London, setzte sich neben ihn auf den dreibeinigen Schusterschemel. Sven von Paris, der sich für ebenso gut hielt wie jeden anderen, obgleich er auf dem Hose nur das Vieh besorgte, setzte sich sogar auf die Herdplatte mit dem Rücken gegen das Feuer und fragte nichts danach, ob er den andern die Wärme wegnahm. Johann von Prag saß auf dem anderen Schusterdreifuß, und Per aus Berlin hatte sich auf dem Sägebock ein wenig hinter den anderen niedergelassen. Der Stallknecht saß auf dem Bettrand' und baumelte mit den Beinen, der Stallbub hatte sich auf die Hobelbank verstiegen, und Ole von Mag- gebysäter thronte neben der Tür auf einem Faß mit roter Farbe. Lars von London und Magnus von Wien und Johann von Prag machten ihren Proviantbeutel auf, und jeder holte seine Scheide Roggenbrot mit einem Dutterklecks in der Mitte heraus. Dann zog jeder sein Messer hervor, das an einem Lederrie- inen unter dem Schurzfell hing: sie strichen es an der Hose ab und schmierten bann die Butter über das Brot, schnitten sich Bissen für Bissen herunter und kauten und schmausten in aller Behaglichkeit. Aber Per von Berlin, der heut nicht auf dem Hofe tätig gewesen war, hatte keinen Brotbeutel bei sich und ebenso wenig Ole von Maggebysäter, der nur gekommen war, um Roggen zu kaufen. Die beiden saßen müßig da und guckten den andern beim Essen zu. Das Feuer flackerte und knisterte und verbreitete eine behagliche Wärme, in der die feuchten Kleider trockneten und der Lehm von den groben Stiefeln abfiel. Nach beendeter Mahlzeit zogen Lars von London, Magnus von Wien und Sven von Paris und Johann von Prag und der Knecht und der Stall- büb kleine Tabakrollen aus der Hosentasche. Diesmal brauchte der Alte von Berlin nicht hintanzustehen. Wie die anderen zog auch er eine Rolle heraus. Aber der Alte von Maggebysäter hatte nicht einmal ein Röllchen Tabak in der Tasche. Wieder holten sie ihre Messer hemm, schnitten eis Stück Tabak ab, legten es auf ihr Schurzfell und zerhackten es. Dann zogen sie ihre kurzen Na- fennmrmzr hervor und stopften den Tabak hinein. Lars von London hob einen Span vom Boden auf und entzündete ihn an der Heedglut. Damit steckte er seine Pfeife an und ließ den Span an Magnus von Wien weitergehen, Magnus von Wien gab ihn Sven von Paris, Sven von Paris überließ ihn Johann von Prag, und Johann von Prag reichte ihn Per von Berlin, Per von Berlin reckte und streckte sich, damit der Stallknecht zu dem Feuer gelangen konnte, der Stallknecht steckte seine Pfeife an und hielt den Span brennend in der Hand, dis der Bub durch die Stube gelaufen kam und ihn holte. Ole von Maggebysäter brauchte.natürlich kein Feuer, da er ja weder Pfeife noch Tabak hatte. Die andern aber waren nun warm und satt, und die Welt bekam für sie wieder ein anderes Aussehen. Ole von Maggebysäter besaß eine Kate weit droben im Walde, aber er war nie ein brauchbarer Arbeiter gewesen und hatte die Armut nicht von seiner Hütte fernzuhalten vermocht. Dabei war er von jeher ein mürischer, verdrossener Kauz gewesen und hatte auch nie einen Freund gehabt. Während der Tabaksrauch der andern die Lust erfüllte, sagte er gleichsam zu sich selbst: ,^Jch hab's mein Leben lang schwer und schlecht gehabt, aber nun hab ich gehört, es gebe ein Land, das Amerika heißt, und dorthin will ich jetzt ziehen." Die andern saßen in angenehme Gedanken versunken da und gaben dem Alten gar keine Antwort. Aber Ole von Maggebysäter fuhr fort: „Ja, seht, mit Amerika ist es nämlich so: man braucht nur mit einem Stock an einen Felsen zu schlagen, und sofort fließt Branntwein heraus. Das will ich sehen, ehe ich sterbe." Die andern sagten noch immer nichts. Sie saßen stille da, schauten vor sich hin und lächelten. Aber Ole von Maggebysäter gab sich noch nicht zufrieden: „Mich soll keiner dazu bringen, hier weiter in Armut und Elend zu leben, wenn ich weiß, daß es ein Land gibt, wo die Berge voll Branntwein sind." Die andern sagten immer noch nichts, aber sie verloren kein Wort von dem, was Ole von Maggebysäter sagte. „Und das Laub dortzulande besteht aus reinem Golde", fuhr der armie'iige alte Mann fort. „Da braucht niemand Tagelöhner auf einem Herrenhofe zu fein. Man geht einfach in den Wald und holt sich einen Arm voll Laub, bann kann man sich kaufen, was einem gefällt, und das werd' ich mir nicht entgehen lassen, so alt ich auch bin." In der Geflndestube roar’s jetzt schön warm, und allen war es höchst behaglich zumute. Sie glaubten das Land vor Augen zu sehen, wo man Branntwein aus den Bergen zapfen und Gold von den Bäumen pflücken kann. Doch nun erklang die Desperglocke, und die Ruhepause war zu Ende. Sie mußten wieder hinaus in Wind und Wetter. Lars von London ging zu feinem Pflug, und Magnus von Wien schloß sich ihm an. Sven von Paris und Johann von Prag und der Stallbub mußten gleichfalls an die Arbeit. Per von Berlin begab sich heim in seine Hütte und der Stallknecht ans Holzspalten. Ole von Maggebysäter wanderte den Wald hinauf mit seinem Roggensack auf dem Rücken. Aber keiner von allen sah mehr so mißmutig aus wie vor einer halben Stunde; im Gegenteil, ihre Augen glänzten. Denn alle dachten, wie gut es fei, zu wissen — jawohl, ob es auch noch so weit entfernt lag und man niemals hinkommen würde, so sei es doch gut, zu wissen, daß es ein Land gab, wo Branntweinberge standen und goldene Wälder wuchsen. Von Böttchern, Küfern und Kellermeistern. V. A. Die Böttcherarbeit ist eine Eigenart des Holzkultur pflegenden Nordens, und erst von Germanien verbreitete sie sich ins Mittelmeergebiet. Während der Süden noch keine Kenntnis von der kunstvollen Arbeit besaß, Eimer und Zuber aus Dauben und Reifen zu fertigen, hatten unsere Ureltern bereits Melkkübel, Wannen, Kufen und Fässer für Küche, Brauhaus und Garten in Benutzung, Waschbottiche und Kübel aller Art, die sich längst von dem Urbilde des ausgehöhlten Baumstammes zu daubengefügten, harzverdichteten hohl- gefäßen umgewandelt hatten. Zünfte entstanden erst im Mittelalter: die Baseler Chronik spricht anno 1271 von den Handwerkern der „Wanner" und „Faßbinder". Spätere Geschichtsschreiber heben die Unterschiede der einzelnen Gewerksgruppen gewissenhaft hervor. Die Wein- und Faßpflege zugleich brachte es mit sich, daß die eigentlich unterschiedlichen .Begriffe „Küfer" und „Kellermeister" zusammenfielen. Der Wein erfordert eben eine sorgsame Auswahl und Behandlung der Fässer. Die „Büttner" machten u. a. Maischbottiche und Brauereifässer. Für den Fall einer Feuersbrunst hatten die Böttcher und Kübler, Faßbinder und Büttner ihre fertigen Geräte zum Löschen zur Verfügung zu stellen. Als der „Rauch, und Schmauchtoback" aufgekommen war, erließen die Stadtväter Rauchverbote für die Böttchergilde. Dieses ehrsame Gewerke gehört auch zu den „lärmmachenden Handwerkern", so daß Böttcher und Faßbinder sich znur auf Grund behördlicher Genehmigung dort ansiedeln durften, wo sie nicht allzu arg störten. So durfte ein Böttcher seine Werkstatt nicht dort einrichten, wo ein Gelehrter wohnte. Zog allerdings der Herr Doktor oder Magister zu, so hatte der Handwerker den Vorrang, und jener mußte die betriebszugehörigen Störungen in Kauf nehmen. Das Meisterstück deutscher Böttcherkunst liegt im Schlosse zu Heidelberg. Es ist das „große Faß". Pfalzgraf Johann Kasimir stiftete ein Riesenfaß als „würdiges Denkmal für den Freudengeber Wein", Meister Michael Warner aus Landau in der Pfalz fertigte das Faß in den Jahren 1590/92 an. Im Dreißigjährigen Kriege wurde das Faß zerstört. Karl Ludwig ließ es durch den hofkeller- meister Johann Maier anno 1664 erneuern und „als Denkmal des wiederkehrenden Frohsinns" umbauen. Wie durch ein Wunder überdauerte dies Faß die Zerstörung Heidelbergs im Jahre 1689. Aber in der Schloßruine verkam es und zerfiel. Vierzig Jahre später bat der hoszwerg Clemens Perkeo seinen Herrn, Pfalzgraf Karl Philipp, um Restaurierung des Riesenfasses. Der Landesherr ließ es durch den „Hofkeller" (Hofkellner) Johann Anton Engler instandfetzen und zum 1. Mai 1728 unter Volksjubel auffüllen. Perkeo wurde feierlich zum „Kammerherrn des Faßkönigs" ernannt und durfte für Lebenszeit sich Freitrunk holen; der drollige Zwerg rühmt sich „bescheiden", er habe niemals mehr als täglich „höchstens" 18 bis 20 Flaschen geleert. Das heutige Faß stiftete Karl Theodor 1761; es kostete 80 000 Gulden und faßt 236 Fuder, das sind 236 000 Flaschen. Es ist bis heute ein Wahrzeichen deutscher Böttcherarbeit. Riesenfässer entstanden in Nachahmung auch in Tübingen und Gröningen. Berühmt sind die Kellerräume des Bremer Ratskellers mit den Fässern der 12 Apostel, des Bacchus und der Rose. Hochschulnachrichten. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat Ministerialdirektor Dr. Wilhelm Saure zum Ordinarius in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen berufen und ihm die Leitung des neuerrichteten Instituts für Agrar-Recht übertragen. listischen Regierung in Hessen ist eine stolze Bi lanz nationalsozialistischen Aufbau E. K. 25 H Vorzügliche Zahnpasta Der Führer und Reichskanzler übermittelte d e m Chef des General st abes des Heeres Gene» r-al der Artillerie Beck, anläßlich des 40jährigen Gedenktages seines Diensteintritts durch ein Handschreiben seine Glückwünsche. Übernahme vor fünf Jahren verkündete, ist erfüllt. — Genau so werden aber auch alle Forderungen Der französische Außenminister D e l b o s empfing am Freitagvormittag den deutschen Botschafter Grafen Welczek. * Das belgische Kabinett hat die Anerkennung des italienischen Imperiums beschlossen. Das Kabinett wird die Ernennung eines belgischen Botschafters beim „König von Italien und Kaiser von Aethiopien" vorschlagen. Mit der Durchführung dieser Maßnahme wird die Gesunderhaltung von Deutschlands Währung und Finanzen gewährleistet und das bisher Geschaffene gesichert und weiter ausgebaut. Größte Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit in der Verwendung öffentlicher Wittel sowie ihre zentrale Zusammenfassung ist nach wie vor ein dringendes Gebot. Die weitgehende Aeber- wachung der Finanzgebarung öffentlicher Stellen, ganz gleich, ob es sich um Gemeinden oder größere Körperschaften handelt, ist auch künftighin unentbehrlich. Je augenfälliger die Sparsamkeit der öffentlichen haushalte ist, desto größer wird der Widerhall der Forderung an die Bevölkerung sein, ihre Spargroschen in Anleihen des Reiches anzulegen. Pflegliche Förderung der Spartätigkeit aber ist unerläßlich, wenn die weiteren Vorhaben des Reiches mit Erfolg durchgeführt werden sollen. Die Leistungsfähigkeit des Geld- und Kapital- Marktes muß weiter überwiegend den laufenden Reichsbedürfnissen sowohl als auch der Konsolidierung bzw. Tilgung der bisherigen kurzfristigen Finanzierung vorbehalten bleiben. Dazu gehört auch, daß unter Zurückhaltung von partiellen Interessen alle Maßnahmen und Pläne in der öffentlichen und in der privaten Wirtschaft darauf hin geprüft werden, ob sie der finanziellen L e i - st u n g s f ä h i g k e i t der deutschen Volkswirtschaft entsprechen. Das braucht nicht ein Aufgeben von bisherigen notwendigen Vorhaben zur Folge zu haben, sondern bedingt lediglich die Festlegung einer bestimmten Reihenfolge nach dem Grade der Dringlichkeit. Die Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre ist eine Gemeinschaftskön- j u n k t u r, die dazu dient, das ganze Volk weiterzubringen. Jeder muß sich darauf einstellen, wenn das Ganze gelingen soll. Die Bevölkerung, zu deren Schutz bu Aujküstung dient, muß Erfassung und Mflerung 1938. Berlin, 10. März. Durch- gemeinsame Verordnung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht und des Reichsinnenministers ist die Erfassung und Musterung 1938 für den aktiven Wehrdienst und den Reichsarbeitsdienst geregelt worden. Danach werden, am 4. April 1938 beginnend, durch die polizeilichen Meldebehörden erfaßt: 1. Die wehrpflichtigen Deutschen des Geburtsjahrganges 1918. 2. Die in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich 31. August geborenen Wehrpflichtigen des Geburtsjahrganges 1919. 3. In Ostpreußen auch die Wehrpflichtigen des Geburtsjahrganges 1913. Die genannten Dienstpflichtigen werden in der Zeit vom 20. Juni bis einschließlich 13. August 1938 gemustert. Zum Reichsarbeitsdienst werden in der Zeit vom 1. Oktober 1938 bis einschließlich 30. September 1939 herangezogen: 1918 Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 2. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1919, die in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich 31. August geboren sind. 3. Die zurückgestellten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1915 bis einschließlich 1917, soweit sie ihre Arbeitsdienstpflicht noch nicht erfüllt haben und die Zurückstettungsfrist für sie nicht verlängert wird. Zum aktiven Wehrdienst werden die genannten Dienstpflichtigen voraussichtlich ab 1. Oktober 1939 heranLeLogen. Führung, zugenommen und entscheidend zur Anleihekonsolidierung beigetragen. Der Reichs- haushalt zeigt von Jahr zu Jahr st e i g e n d e Einnahmen. Es ist kein Geheimnis, daß neben der langfristigen Verschuldung des Reiches auch die kurz- f r i st i g e erheblich zugenommen hat und es noch nicht gelungen ist, die kurzfristige Verschuldung völlig abzudecken. Es darf aber nicht vergessen werden, daß einer Erhöhung der Reichsschulden eine Verminderung der privaten Schulden gegenübersteht. Es handelt sich also um eine Verlagerung der Verschuldung vom privaten auf den öffentlichen Sektor. Die Grenzen für die staatliche Verschuldung liegen, haushaltsmäßig gesehen, da, wo Verzinsung und Tilgung nicht mehr aufgebracht werden können, währungsmäßig gesehen da, wo die kurzfristige Kreditaufnahme des Staates nicht auf dem Geldmarkt, sondern von der Notenpresse gedeckt wird. Die Grenzen wurden bisher nicht außer Acht gelassen, auch für die Zukunft darf das nicht geschehen. Die Reichsbank ist sich stets bewußt geblieben, daß der bisherige Finanzierungsweg keine endlose Straße ist. Weil dies von Anfang an feststand, konnte ein zeitlich und größenmäßig begrenzter Kredit unbedenklich eingesetzt werden. Die Konsolidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse gestattet es jetzt, auf dem Gebiet des Kre- diteinsatzes für Reichsaufträge von der Methode der Zwischenfinanzierung durch Sonderwechsel künftig Abstand zu nehmen und die benötigten Mittel, so- weit sie nicht aus dem regulären Etat fließen, durch Ausgabe von Reichsschatzanweisungen und Reichsanleihen unmittelbar auf den Kreditmärkten aufzubringen. Soweit Schatzanweisungen in Zahlung gegeben werden, wird dies in einem Ausmaß geschehen, das bei Fälligkeit ohne weiteres konsolidiert werden kann. Gegen 19 Angeklagte in Moskau Oie Todesstrafe beantragt Gesunde Währung, gesunde Finanzen Reichsbankpräsident Or. Schacht über die Grundzüge der deutschen Geld- und Kopitalmarktpolitik. Der frühere amerikanische Staatspräsident Ho o v e r legte in Krakau Kränze an der Grabstätte Marschall Pilsudskis und an dem Sarkophag des polnischen Nationalhelden Kscouszko nieder. Am Freitagabend traf Hoover in Warschau ein. Kleine polittsche Nachrichten. Reichsminrster Dr. Wilhelm Frick begeht am 12. März seinen 61. Geburtstag. Dr. Frick hat als Reichs- und preußischer Minister des Innern sowie als Reichsleiter der NSDAP, hervorragenden Anteil am Aufbau des neuen Deutschlands. Insbesondere die Gesundung des deutschen Volkes im Innern und die Errichtung einer einheitlichen Reichsgewalt auf allen Gebieten der Verwaltung sind mit der Persönlichkeit Dr. Fricks untrennbar verbunden. lichen Gegenstand der Besprechungen zu befassen. Mehrere Zeitungen weisen darauf hin, daß die Be». sprechungen in freundschaftlicher Weise geführt worden seien. „Times" erklärt, die gestrigen Besprechungen seien von besonderem Wert gewesen. „Daily Herald" schreibt, die Besprechungen seien sehr freundschaftlich verlaufen, und die „Daily Mail" meint, es sei in den Besprechungen möglich gewesen, in freundschaftlicher Weise die deutschenglischen Beziehungen in all ihren Aspekten zu überprüfen. Die Front von Aragon in 40 tim Meile durchbrochen. Salamanca, 12. März. (DNB. Funkspruch.) Die nationalen Truppen haben ihren Vormarsch an der Aragon-Front weiter siegreich fortgesetzt. Am rechten Flügel wurden zahlreiche Ortschaften und Stellungen eingenommen. Am linken Flügel der Front durchbrachen die nationalen Truppen die feindliche Front in einer Breite von 40 Kilometer in Richtung Mediana. Am Donnerstag wurden über die bereits gemeldeten abgeschossenen feindlichen Flugzeuge hinaus noch sechs Apparate abgeschossen. Bei der Bombardierung des roten Flughafens Cosoe Candasmo wurden fünf Flugzeuge in Brand g e f ch o s s e n , so daß sich der gesamte Verlust der sowjetspanischen Flugzeuge am Donnerstag auf 15 Maschinen beläuft. Bei einer Bombardierung des rotspanischen Hafens Cartagena wurde ein rotspanischer Kreuzer versenkt und ein anderer schwer beschädigt. Moskau, 11. März. (DNB.) Nach über fünf- stündigem „Plädoyer" stellte der Staatsanwalt im Moskauer Schauprozeß folgenden Strafantrag: Für Rakowski uni> Bessenow als an der „Verschwörung" nicht direkt Beteiligte je 25 Jahre Gefängnis; die übrigen 19 „Angeklagten" werden zum Tod durch Erschießen verurteilt. Im Gerichtssaale sind Scheinwerfer aufgebaut, Filmapparate surren, das grelle Licht der Jupiterlampen beleuchtet unbarmherzig die verstörten Gesichter der Anaeklagten, die so vor ihrem Ende noch einmal der Oeffentlichkeit vorgeführt werden. Rykow, Krestinski und andere bedecken das Gesicht mit den Händen. Die Anklagerede Wyschinskis, die über fünf Stunden dauerte, ist eines der ungeheuerlichsten Dokumente der sowjetrusfischen Zeitgeschichte. „Auf der Anklagebank sitzen keine Politiker", sagt er, „sondern kriminelle Verbrecher, die sich zudem noch an die ausländischen Spionagedienste verkauft haben, die „gemeinsten der gemeinsten", die verächtlichsten der verächtlichsten Subjekte, die abscheulichsten Spione der Unterwelt." Sie haben sich, wie „aleichfalls erwiesen" sei, als Expositur ausländi- scher Spionagedienste, ja geradezu als die „Avant- garde des Faschismus" gezeigt. Darin liege die Bedeutung des Prozesses für das internationale Proletariat, für den „Freiheitskampf" Spaniens und Chinas (!), „für die ganze menschliche Kultur und Zivilisation sowie für den internationalen Frieden". Deshalb verfolge das ganze „internationale Proletariat" den Prozeß mit einer so großen Ausmerk- samkeit. Denn die Sowjetunion kämpfe auch mit diesem Prozeß für die echte Zivilisation (!): Die Vernichtung d e r 21 Angeklagten aber könne nur als das größte Verdienst für den Frieden und für die menschliche Kultur aufgefaßt werden. Sämtliche Prozesse der letzten Jahrzehnte hätten bewiesen, wie richtig das ch u tz k a r t e für das gesamte Land Hessen wird m Sommer erscheinen. Don 1933 bis. 1936 wurden allein im Staatswald 160 km neue Wege gebaut und 75 km chauffiert. Die allgemeinen Waßnahmen zur Arbeitsbeschaffung und die besonderen Arbeiten in Hessen ließen die Zahl der Arbeitslosen von 66 445 am 31. Oktober 1933 auf 13 967 am 31. Oktober 1937 zurückgehen. Es trat also eine Senkung um 80 v. h. ein. In dem verbliebenen Rest von Arbeitslosen, von denen ein Teil nur noch schwer vermittlnngsfähig ist, spiegelt sich die Tatsache wider, daß Hessen als Grenzgebiet, das unter den Schäden der Be- sahungszeit besonders litt, und durch strukturelle Arbeitslosigkeit trotz aller Waßnahmen immer noch Notstandsgebiet ist. Die G ü t e st e l l e, deren Ziel es ist, durch Be- reinigung bestehender Schuldverhältnisse im Wege des gütlichen Ausgleiches Zwangsvollstreckungen zu vermeiden und den Schuldnern ihren Besitz zu erhalten, hat 2400 Fälle bearbeitet, von denen 2000 mit Erfolg abgeschlossen wurden. Es wurden 1964 Kleinsiedlungen, 1655 Volkswohnungen, 300 Eigenheime, 1360 Häuser und Eigenheime mit 3200 Wohnungen gebaut. Als neue Maßnahme kam 1937 der Landarbeiterwohnungsbau hinzu, für den 25 Wohnungen bzw. Eigenheime bis jetzt bewilligt und 177 Anträge in Bearbeitung sind. In den Dienst dieses Wohnungsbaues stellten sich die staat- , lichen Bankanstalten (Landesbank und Landes- hypochekenbank). Dem großen Plan des Straßenbaues im neuen Deutschland entsprechend, hat auch das Land Hessen, das durch die erste Reichsautobahn ausgezeichnet ist, sein Straßennetz gewaltig ausgebaut. In den Jahren 1931 bis 1933 wurden 20 222 503 Reichsmark für den Straßenbau ausgegeben, während 1934 bis 1936 22 876 990 RM., d. h. 1 2 v. H. mehr, aufgewendet wurden. Die Ausgaben für das Jahr 1937 paffen sich dem Durchschnitt der Jahre 1934 bis 1936 an, während für 1938 bis jetzt mehr als 9 Millionen RM. im Haushaltsplan vorgesehen sind. Für Arbeiten der Wasserbauverwaltung des Landes wurden insgesamt in den fünf Jahren rund 6 Millionen RM. ausgegeben und im Hochbauwesen 7,7 Millionen RM. Von den staatlichen Hochbauämtern wurden für weit über 100 Landgemeinden Generalbebauungs- pläne aufgestellt und von den Stadtverwaltungen für die Städte Bingen, Bensheim, Rüsselsheim und Langen. In Bearbeitung sind die Generalbebauungspläne für Friedberg, Alzey und den gesamten Rodgau. Eines der gewaltigsten Projekte, das unter der stärksten persönlichen Förderung des Gauleiters in Angriff genommen werden konnte, ist der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Ma in. Die Gefamtgröhe beträgt 545,1 Hektar. Auf diesem Gelände erheben sich die Flughallen und die Luflschisfhallen. Für beide hallen wurden insgesamt 5090 Tonnen Stahlkonstruktion verwandt. Für den zweiten Bauabschnitt sind auch Parkplätze mit 92 000 Quadratmeter vorgesehen. t Um auch die Schulerziehung auf nationalsozialistischen Grundlage zu stellen verschwanden, die die Volksgemeinschaft störenden staatlichen Konfessionsschulen, auch private Konfessionsschulen wurden aufgehoben. In der Schule wurde eine klare Rassentrennung durchgeführt. In den Schulunterricht wurden Rassenkunde, Vererbungslehre, Segelflug (Modellbau) neu ausgenommen. Für die sportliche Betätigung wurden neue Uebungsstätten gebaut und neue Sportgeräte anaeschafft, wie auch die hygienischen Verhältnisse verbessert wurden. In Durchführung der neuen Schulordnung wurden die Gymnasien in Bensheim, Bingen, Dieburg, F k i e d- b er g und Offenbach in Oberschulen umgewandelt. In Mainz, Worms und Gießen wurden Frauenoberschulen eingerichtet; der Ausbau der Oberschulen in Rüsselsheim, Neu-Isenburg und Nidda ist eingeleitet. Die Universität Gießen erhielt den neuen Lehrstuhl für Rassenhygiene und das Institut für Erb- und Rassenpflege. Die Technische Hochschule Darmstadt erfuhr besonders durch die Aufgaben des Vierjahresplanes die Erweiterung verschiedener Institute. Das neue chemische Institut ist im Bau. Für den Lehrstuhl für Luftfahrt, der durch den Windkanal und die Forschungsanstalt bereichert wurde, ' ist ein weiterer Ausbau geplant. Die Hochschule für 1 Lehrerbildung wurde nach Darmstadt verlegt und dort ebenfalls erweitert. Auch die höheren technischen Lehranstalten erfuhren umwälzende Veränderungen. Die Bauschulen Bingen und Darmstadt wurden in Mainz zur Adolf-Hitler-Bauschule vereinigt. Die Zahl von 221 Studierenden im Semester 1937/38 rechtfertigte die Zusammenlegung. Seiner großen künstlerischen Tradition wurde Hessen auch in den vergangenen fünf Jahren gerecht. Das Hessische Landestheater konnte gerade im letzten Jahre mit der Aufführung der Nibelungen seinen hohen Stand vor der gesamten deutschen Oeffentlichkeit unter Beweis stellen. Das Hessische Landesmuseum baute seine vorgeschichtlichen Sammlungen sowie die Glasgemälde-Sammlung aus und vermittelte in einer großen Zahl von Ausstellungen der breitesten Oeffentlichkeit wertvolles deutsches Kulturgut. — Der erste Rechenschaftsbericht der nattonaljozig- bereit sein, ihre Ersparnisse für die Erreichung dieses Zieles überwiegend dem Reiche zur Verfügung zu stellen und die restlose Befriedigung individueller Wünsche zurückzustellen. OieAmlszeitdesReichsbankpräsidenten Or. Schacht um vier Jahre verlängert. Berlin, 11. Blärj. (DBB.) Da öle Amlsze» des Präsidenten des Reichsbankdirektoriums, Reichsminister Dr. Hjalmar Schachts, am 16. Wär; 1938 abtäuft, hat der Führer und Reichskanzler Dr. Schacht gemäß §6 des Reichsbankgefehes für die Dauer von weiteren 4 Jahren zum Präsidenten des Reichsbankdirekloriums ernannt. Ribbentrop in London. Freundschaftliche Unterredung mit Lord Halifax. London, 11. März. (DNB.) Der Reichsminister des Aeußern, v. Ribbentrop, wurde am Frei- tagoormittag von König Georg VI. in A b - schied saudienz empfangen. Anschließend folgte der Reichsaußenminister einer Einladung des Premierministers Neville Chamberlain zum Frühstück. Die Unterredung des Reichsaußenministers mit Lord Halifax gibt der Morgenpresse Veranlassung, sich mit dem angeb» wechsel. Dem Grundsatz der Stabilität von Löhnen und Preisen wurde durch Schaffung entsprechender Ueberwachungsinstanzen weitgehend Geltung verschafft. keine Maßnahme ist bei den Fachleuten der Welt auf so viel Bedenken gefloßen, wie die Wethode unseres finanzpolitischen Vorgehens. Dessen ungeachtet hat sie zum Erfolge geführt. Die deutsche Währung ist vor Erschütterungen bewahrt geblieben. Die Leistungen des Geld - und Kapitalmarktes sind von Jahr zu Jahr gestiegen. In den letzten drei Jahren sind mehr als 8,5 Wiltiarden Reichsmark Reichsanleihen untergebracht worden. Daneben hat der Markt in steigendem Umfange auch Anleihen anderer Körperschaften sowie Aktien und Schuldverschreibungen der Industrie aufnehmen können. Spartätigkeit und Sparwille der Bevölkerung haben, getragen von dem Vertrauen in die politische und wirtschastllche willenS, der immer im revolutionären Schwung der NSDAP, in Zukunft bis ins Letzte erfüllt in Neuland vorstößt und nach neuen Möglichkeiten werden. — " sucht. Was Gauleiter Sprenger am Tage der Macht- Berlin, 11. März. (DNB.) In der Haupt- Versammlung der Reichs bank erklärte Reichbankpräsident Schacht: Die Währungsfrage stellt sich bei einem Lande wie Deutschland, das Uuf das engste mit den großen Wettwirtfchaftsländern verbunden ist, normaler- weife immer in zweierlei Gestalt dar: In dem Problem eines angemessenen Kursstandes gegenüber den wichtigsten Währungen in der Welt und in dem Problem der Aufrechterhaltung gesunder Wertverhält- nisse im Inlands. Das zuerst genannte Problem haben wir vorläufig dadurch gelost, daß wir die deutsche Währung gegen Einflüsse von außen durch die Devisenbewirtschaftung gesichert haben. Das gibt uns die Ruhe, die weitere Entwicklung der Währungslage in der Welt ab zu- warten. Die Aufrechterhaltung angemessener und gesunder Wertoerhältnisse im deutschen Wirtschaftsleben erforderte insofern besondere Aufmerksamkeit, als sie auf das engste mit der Aufbaufinan- zierung verknüpft ist. So verhängnisvoll der Fehler sein kann, den S t a a t s t r e Ö i t zu Überspannen, so unklug und unentschuldbar ist es, sich der in einem gesunden Staatskredit liegenden Möglichkeiten nicht $u bedienen. Die Größe der vom Dritten Reich übernommenen Aufgaben überstieg in der Zeit der Krise die normalen Finanzierungsmöglichkeiten. Das Steueraufkommen war bei den niebrigen Wirtschaftsumsätzen gering. Die Haushaltseinnahmen reichten, da sie erheblich durch Arbeitslosenunterstützung gebunden waren, zur Ausgabendeckung nicht annähernd aus. Der Landeszinsfuß war unerträglich hoch, der Sparwille lag darnieder. Das Vertrauen in den Kredit der öffent- kichen Hand war geschwunden. Die Reichsbank idjerte den öffentlichen Vorhaben das Primat an der von Jahr zu Jahr steigenden Geldkapitalbildung. Alle anderen Kapitalwünsche mußten sich einer Emiffionskontrolle oder Sperre unterwerfen. Nach sorgfältiger Vorbereitung wurde eine organische Zinssenkung größten Ausmaßes durchgeführt. Das Ergebnis war eine Senkung des Nominalzinses der festverzinslichen Werte um 1,50 v. H. und mehr, und ebenso eine Ermäßigung der Zinsbelastung für kurzfristige Kredite. Der Kreditapparat wurde neu geordnet und in die Lage versetzt, an der Aufbaufinanzierung zweckentsprechend mitzuwirken. Auch das Börsenwesen wurde den ver- inderten Verhältnissen angepaßt. Die Gemeindeinanzen wurden durch umfassende Umschul- wngsmaßnahmen bereinigt. In den Haushalten der Länder und Gemeinden wurde auf eine straffe Finanzgebarung hingewirkt. Am Geld- und Kapitalmarkt wurden möglichst alle flüssigen Gelder abgeschöpft, um inflationistischen Folgen der Kreditausweitung vorzubeugen. Das geschah durch die Auflegung öffentlicher Anleihen und durch die Solawechselaktion der Deutschen Gold- diskontbank sowie durch die direkte Inanspruchnahme der Mittel des Geldmarktes für die Sonder- Wort Stalins von der „kap i ta listi sch e n Einkreisung" sei, in der sich die Sowjetunion befinde, und wie die Feinde der Sowjetunion unablässig versuchten, durch ihre Nachrichtendienste die „Errungenschaften" des bolschewistischen Staates zu untergraben, unter Ausnützung der früheren opvo- sitionellen Elemente, die schon längst keine politische Strömung mehr darstellten, sondern lediglich eine Bande gemeiner Verbrecher, was sie im Grunde, trotz aller Maskierung, in früheren Jahren immer gerne fen seien. Bei der Frage, ob die Schuld der Angeklagten auch einwandfrei erwiesen sei, weiß der Staatsanwalt freilich nur auf deren „erschöpfende" Geständ- nisse hinzuweisen, die „i n g e r a d e z u i d e a l e r Vollständigkeit" das Bild ihrer Verbrechen enthüllt hätten. Das Strafmaß, das auf die Angeklagten angewandt werden solle, müsse natürlich das h ö ch st e, d. h. die Erschießung, sein. Allenfalls könne man davon noch die Angeklagten Bessenow und R k o w s k i ausnehmen, die an der „zentralen" Verschwörung nicht direkt beteiligt gewesen seien, sondern mehr an der Peripherie geständen hätten. Für die beiden empfiehlt Wyschinski Umwandlung der Todesstrafe in 20 bis 25 Jahre Gefängnis. Für alle übrigen 19 Angeklagten fordert jedoch der Staatsanwalt die Erschießung. Er begrüßt, daß bei dieser Forderung „das ganze sowjetrussische Volk und alle ehrlichen Leute der ganzen Welt" hinter ihm ständen. Nach dem Plädoyer des Staatsanwalts wurde die Sitzung bis Freitag abend unterbrochen. Die Angeklagten, auf die die Strafanträge des Staatsanwalts einen völlig erschütternden Eindruck gemacht hatten, wankten unter der üblichen GPU.-Bewachung aus dem Saal. Insbesondere machten die Hauptangeklagten Rykow und Bucharin einen völlig niedergebrochenen Eindruck. Die Molkereibuttererzeugung wurde von 30 000 Doppelzentner 1933 auf 106 000 Doppelzentner 1937 gesteigert, d. h. die Buttererzeugung hat um das 3,5fache zugenommen. Um die gesamte Milch zu erfassen, wurden seit 1933 — 36 größere Molkerei • Um- und Neubauten mit einem Kostenaufwand von vier Millionen RM. durchgeführt. Weitere sieben Neubauten sind in Vorbereitung^ Mit fast 1100 Schülern und 332 Schülerinnen im Winter 1937/38 hat sich die Gesamtzahl der Landwirt- schaftsschülerin Hessen gegenüber 1933/34 rund verdopp elt, bzw. die Gesamtzahl der Landwirtschaftsschülerinnen v e r e l f f a ch t; von der zusätzlichen Berufsfortbildung wurden seit Mai 1936 bis 1937 25 600 Teilnehmer erfaßt. Im hessischen S t a a t s w a l d ging das Nutzholz- Hundert von 38 v. H. im Jahre 1930 auf 52 v. H. im Jahre 1937 in die Höhe. Im Rahmen der Aufforstung konnten 358 Hektar Wald neu begründet bzw. von ertragsarmem Niederwald in leistungsfähigen Hochwald umgewandelt werdest. Das hessische Waldbereinigungsgesetz vom Januar 1934 soll zur Steigerung des Ertrags der kleinen Bauernwaldungen beitragen, indem es die wirtschaftlichen Mängel beseitigt, die durch Größe, Form, Lage, Eigentum und Zugehörigkeit der einzelnen Waldgrundstücke verursacht werden. In sieben Gemarkungen wurden bisher 788 Hektar Privatwald umgelegt und zu Genossenschaften zu- ammengeschlossen, in weiteren fünf Gemarkungen ind 505 Hektar in Arbeit. Eine Landschafts- Geschichten aus aller Welt ///ffinwww T/ll /Mill i M SCHUHE kaufen Sie preiswert bei >Sd/et Inh.: Karl Baier n zur Kcnflnnation Giefeen, Plockstrafee 14—16 Ein Musikinstrument. fthuh BS - Garant leg emeinfchaft deutfdier Uhrmacher und. der Obi EGA-Uhrenfabrik nahm die Verklagte erscheinen eigenartige Klageschrift an, so daß der auf die Ladung demnächst vor Gericht muß. Nach zwei Minuten ... Ob Junge oder Mädel Fr.Linker&Sohn Gießen, Ludwigstraße 16 PREISLAGEN Kommunion: 16.50,19.50,24.-u. höher Konfirmation: 24.50,29.-, 34.-und höher Gießen - Marktstraße 9/11 vorm. Frensdorf, Gießen Das große, arische Fachgeschäft für Herren- und KnabenkleidungI Evang. Gesang- biicber in allen lieferbaren Ausgaben, beit und mit größter Kunst von Glasbläsern hergestellt. Der Gründer dieser Blumensammlung in Glas ist übrigens ein Deutscher namens Blaschke. Er lehrte seinen Sohn die Kunst der Blumenherstellung in Glas. Er kam nach Amerika, um dort neue Anregungen zu. finden. Zu den europäischen Blumen, die er fabrizierte, kamen dann die nordamerikanischen und die südamerikanischen Wunder der Flora hinzu. Fast sein ganzes Leben brachten Blaschke und sein Sohn in einem Zimmer zu, das mindestens eine Temperatur von 60 bis 70 Grad aufweisen mußte, um eine Veränderung des Glases nach der Bearbeitung am Bunsen-Brenner zu verhüten. In Baltimore gibt es im Muserrm für Naturgeschichte eine Abteilung, die hervorragend präparierte Exemplare jener 104 Hundesorten enthält, die heute von den amerikanischen Hundeklubs anerkannt werden. Darüber hinaus hat man sich bemüht, auch alle besonders interessanten und berühmten Hunde-Exemplare zu Ausstellungszwecken für das Museum zu gewinnen. Da gibt es „internationale Champions" aus der Gruppe der Schäferhunde. Da sehen wir auch Toga, ein Mitglied jener bekannten Hundeschlitten-Expedition, die im Jahre 1925 das Diphterie-Serum während einer gefährlichen Epidemie nach Nome in Alaska brachte. Um die Ausstellung vollkommen zu machen, beschaffte man in jüngster Zeit besonders schöne Exemplare von Schakalen, Dingos, Hyänen, Wölfen, Coyoten und wilden afrikanischen Hunden. Verblüffende Luftkur. (—) London. Die englische Sängerin Miß Gybson erlebte vor kurzem eine unangenehme Ueberraschung. Sie wachte morgens auf und war vollkommen heiser. Sie hatte einfach gar keine Stimme mehr. Der Arzt riet ihr dringend, schleunigst in die Berge zu fahren. Die reine Höhenluft werde ihr schnell die Stimme wiedergeben. Aber nun hatte Miß Gybson einen Kontrakt mit einem Theater in Newcastle. Auf dem Wege nach Newcastle aber gibt es keine Berge. Was blieb ihr also übrig? Sie nahm den Wagen und fuhr zum nächsten Flugplatz. Dort charterte sie eine Maschine und stieg mit dieser sehr schnell in beträchtliche Höhen empor. Schon als sie über den Wolken war, vermochte Miß Gybson eine Arie zu schmettern. Als sie wieder auf dem Flugplatz landete, war sie absolut in Form und erntete in Newcastle dank ihrer Schnellkur im Flugzeug reiche Lorbeeren. Das Naturkind. (th) Toronto. Eines Abends tauchte in Toronto ein junger stattlicher Mann auf, der nur in Felle gekeidet war und sich als vollendetes Naturkind gebärdete. Er behauptete, von einem alten Indianer in den Wäldern aufgezogen worden zu sein, niemals mit der Kultur in Berührung gekommen zu sein und zum ersten Male Weiße zu sehen. Da er in den indianischen Künsten Bescheid wußte, so glaubte man ihm und veranstaltete Geldsammlungen für ihn. Als er jedoch kurz darauf mit einem Journalisten warme Würstchen essen ging und wußte, daß dies ..Hot dogs“ waren, kam man dahinter, daß die Geschichte von dem Naturkind der Einfall eines Arbeitslosen gewesen mar, um auf bequeme Art zu Geld zu kommen. Klageschrift als Bilderrätsel. C. K. Prag. Bei dem Bezirksgericht von Berehooo im östlichsten Teil der Tschechoslowakei traf dieser Tage ein merkwürdiger Brief ein. Er enthielt nicht einen einzigen Buchstaben,, dafür aber 260 kleine Zeichnungen, die zum Test wie Karikaturen aussahen. Die Richter, denen das Blatt vorgelegt wurde, standen ratlos vor der seltsamen Botschaft, bis einer von ihnen, der seine Musestunden gern mit dem Lösen von Bilderrätseln ausfüllt, zu bemerken glaubte, daß die Reihe von Zeichnungen und Karikaturen augenscheinlich etwas Bestimmtes ausdrücken wollte. Schließlich gelang es, das Bilderrätsel zu lösen, das eine ganz bestimmte Klage vorbrachte. Der Brief war vön einem Tischler namens Nicolaus Baran- csis abgesandt, der zwar nicht schreiben gelernt hatte, aber doch recht gut zeichnen konnte. Er sah sich vor die Notwendigkeit gestellt, einen Kunden zu verklagen, den er nicht zur Zahlung seiner Rechnung bewegen konnte, und so verfiel er auf den Gedanken, alles, was er gegen diesen vorzubringen hatte, in Bildern auszudrücken. Das Gericht wollte nicht weniger originell sein als dieser Tischler und nur ein gutes Wanderer Fahrrad! Menkbüdier für Konfirmation und Ostern empfiehlt in reicher Auswahl die Buchhandlung der Pilgermission Gießen, Plockstr. 4. Tel. 4066. B. Edinburgh. Einen wahrscheinlich unbestrittenen Rekord hat ein junges schottisches Paar aufgestellt, das sich auf einem Tanzvergnügen in einem Dorf in der Nähe von Elgin in der Grafschaft Morayshire zum ersten Male traf. Vor zwei Minuten Hatte es sich kennengelernt, als der junge Mann um die Hand des jungen Mädchens anhielt, und zwei Stunden später waren sie Mann und Frau, nach schottischem Gesetz in dem Häuschen des Nachtwächters verheiratet. Er ist ein 22jähriger Londoner, Reisender eines Glasgower Geschäftshauses, sie ein zwanzigjähriges Mädchen aus Elgin. „Ich sah Margaret und war sofort von ihr angezogen", erzählte der junge Ehemann. „Ich tanzte mit ihr einmal, und dann faßte ich den schnellsten und entscheidendsten Entschluß meines Lettens, indem ich sie fragte, ob sie mich heiraten wollte. Sie sagte Ja, und wir entschlossen uns, die Hochzeit sofort zu feiern. Zuerst dachten wir daran, im Auto nach Gretna Green zu fahren, aber das war uns zu weit. Dann wollten wir unsere Hochzeit auf der See feiern und fuhren schnell mit dem Auto nach Buckie an der Küste. Als wir dort ankamen, war aber stürmisches Wetter, und die See ging hoch, so daß meine Braut erklärte, daß sie ihr zu rauh wäre, und sie es nicht wagte, in einem Ruderboot hinauszufahren." So wurde die einfache Zeremonie an Land gefeiert. Harmonika, Violine, Mandoline, Gitarre, Blockflöte usw. Musikbaus BüSth Gießen, Marktstraße 21 Uhrmachecnzeistec Telefan 2373 Kameras von 4.— an Taschen Fotoalben Stative Lichtmesser fnd immer beliebte Geschenke! Kommen Sie zu mir, ich zeige Ihnen gerne und unverbindlich meine große Auswahl Hans N7ÜT Ludwigsplatz-Drogerie / Fotohaus Und die Hauptsache: — aus der großen Auswahl ft t/B H und sehr preiswert von spezialhaus Bernard & Sohn Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Frauen mit Giraffenhäljen. C. K. Bombay. j In einem bergigen Hochlands im Herzen von . Hinterindien liegen die Schan-Staaten, die von - Nachkommen der Ureinwohner des Landes bewohnt ( werden, und im südlichen Teil leben die Padaungs, ; deren Frauen einen ganz außergewöhnlichen An- - blick bieten. Sie sind als die „Frauen mit dem , Giraffen-Hals" bekannt. Um den Hals und um , die Beine tragen sie schwere massive Messing- : spiralen, und je länger dadurch der Hals gestreckt wird, desto schöner erscheint die Frau, desto mehr Heiratsaussichten hat das junge Mädchen. Wie dieser merkwürdige Schmuck zustandekommt, wird in „Reclams Universum" erzählt. Es ist eine Qual, ihn zu tragen, die aber auch von den Frauen dieses Landes als ein Opfer für die Schönheit hingenommen wird. Schon Kindern werden diese Spiralen angelegt, um den Hals frühzeitig zu strecken; und ist das Mädchen dann erwachsen, so werden die endgültigen Ringe angelegt, die nie mehr abgenommen werden! Die Halsmuskeln verlieren vollständig ihren Zweck, der Kopf sitzt auf dem schweren Zylinder aus Messingspiralen auf und rann nur ganz wenig gedreht werden. Das Ganze sieht einem teuflischen Marterwerkzeug sehr ähnlich. Missionare, die in letzter Zeit in das Gebiet der Padaungs eindrangen und sogar einige Bekehrungen des Stammes von feiner primitiven „Nat"- Religion, die nur Geister verehrt und fürchtet, zum Christentum durchsetzen konnten, waren noch nicht imstande, die Padaungfrauen von der Sinnlosigkeit, aber auch Gefährlichkeit ihres Schmuckes zu überzeugen. Der einzige Erfolg war bis jetzt der, daß sich besonders fortschrittliche Frauen zwischen Hals und Metall ein Stück Tuch klemmten, um das Wundscheuern zu verhindern. Es ist wahrscheinlich, daß dieser merkwürdige Auswuchs einer „Mode" nicht mehr allzu lange bestehen wird; denn das abgeschlossene Leben des Stammes, zu dem zu gelangen nur Ueberwindung außerordentlicher Schwierigkeiten möglich ist, hat eine Inzucht zur Folge gehabt, durch die die Lebenskraft des Volkes verbraucht zu sein scheint. Selten werden die Padaungs älter als vierzig Jahre; heute leben nur noch einige Hundert, und man muß mit dem völligen Aus- sterben des Stammes rechnen. Der südafrikanische Schampus. (rb) Kapstadt. Seit einiger Zeit wird in Südafrika in größerem Umfang Schaumwein hergestellt. Offenbar hat man tüchtige Fachleute zu Rate gezogen. Die Qualität soll nichts zu wünschen übriglassen. Man hat diesem Sekt auch recht schöne Namen gegeben, aber das Wort Champagner darf nicht darin vorkommen. So liest man denn Bezeichnungen wie „Dry Imperial“, „Dry Dominion“, „Cap Imperial“ usw. Die Bezeichnung Champagner muß peinlich vermieden werden, weil die Regierung der Südafrikanischen Union vor zwei Jahren mit der französischen Regierung ein Abkommen unterzeichnete, wonach südafrikanische Weine mit Champagner-Charakter von einem bestimmten Zeitpunkt ab nicht mehr mit diesem Markenwort ausgezeichnet werden dürfen. So bat denn Südafrika seinen Champagner — nur der Name fehlt ihm. Mit dem Revolver auf die Leinwand! B. Washington. Während der Aufführung eines Wildwestfilmes in einem Kino von Charleston in West-Virginia war die Handlung, die sich zwischen Cowboys und Indianern abspielte, gerade auf ihren Höhepunkt gelangt, als ein von dem wilden Getümmel auf der Leinwand in höchste Aufregung versetzter Zuschauer sich nicht mehr beherrschen konnte, seinen Revolver aus der Tasche riß und ein Schnellfeuer aus die rothäutigen Bösewichter eröffnete. Eine Kugel kam als Querschläger in den Zuschauerraum zurück und verletzte ein vierzehnjähriges Mädchen schwer. Unter dem Publikum entstand eine furchtbare Panik, und in dem Gedränge wurden mehrere Personen schwer verletzt. Man verhaftete den wilden Schützen, der selber ganz entsetzt war, als er sah, welches Unheil er in feiner leidenschaftlichen Erregung angestiftet hatte. Spitz erbt 30000 Dollars. B. C h i k a g o. Spitz, ein kleiner, ganz weißer Eskimohund in Chikggo, steht zwar noch völlig unter dem Eindruck eines unersetzlichen Verlustes,/ den er durch den Tod seiner Herrin, einer Miß Margaret McDermott, erlitten hat, aber seine Zukunft ist gesichert; denn das ganze Vermögen von 30 000 Dollar, das die Verstorbene hinterlassen hat, ist in ihrem Testament ihm vermacht. Er wird auch nicht mehr angefochten werden in diesem Besitz. Natürlich haben einige nahe Verwandte das Testament angegriffen, aber das Zioilgericht von Chikago hat keine Schwierigkeiten darin gesehen, Spitz als den Universalerben des alten Frauleins anzuerkennen, und so mußten die Verwandten traurig abziehen. Spitz hatte einen ausgezeichneten Verteidiger seiner Sache in dem Notar Ö. A. Roß, der das Testament 3u vollstrecken hatte und als einziger Zeuge in dieser Sache vor Gericht vernommen wurde. Er gab eine für Spitz sehr ehrenvolle Erklärung ab: „Meine Klientin hat mir gegenüber oft wiederholt, daß sie in der Welt nur einen einzigen Freund habe, der sie wirklich um ihrer selbst willen liebte und dessen Treue jeder Erprobung standhielte. Dieser einzige Freund war Spitz..." So bleibt also der kleine Eskimohund glücklicher Besitzer der 30 000 Dollar, und er ist keineswegs der einzige Hund in Amerika, der über eine so schöne Rente verfügt. Glasblumen und Hunde. Gn. Ne^uyork. Das Harvard-Peabody-Museum wird im Jahr von rund 250 000 Menschen besucht. Dieses Museum enthält nichts anderes als Glasblumen. Die Blumen wurden seit dem Jahre 1880 in mühsamer Ar- besonders preiswerte Angebote aus unserem Kleider- nOiMoJWer Krepp Caid, 75 cm breit, schöne, wollene Kleiderware, in schwarz und A AO vielen Farben, für Beikleider. . . p. m I «“U Flamenga, 95 cm breit, erprobte Qual, in schwarz und vielen Kleider- A Oß färben p. m I «UU Flamenga-Relief, 95 cm breit, mit eingewebten Tupfen, in schönen A QE Kleiderfarben p.m l>vü Borkenkrepp, 95 cm breit, sehr schöne, unbedingt tragfähi^e Qual. ft QE in schwarz u. modischen Farben,p.m fcivW Kreppon-Reversible,95cm br., in schwarz und großem Farbsorti- ft CE ment p.m AeUv Flamenga. 95 cm br., jahrelang erprobte Qual. ausWoUe u. Kunsts.her- ft IC gestellt, unverwüstl. im Tragen, p.m fcilv Crfepe Faille. 95 cm br., der meist gekaufte Stoff f.Konfirmationskleid„ ft OE eine Spitzenleist.in Preisu. 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Er hat dabei darauf hingewiesen, daß in dem Nachtraashaushalt für 1937 ein Betrag von 1000 Mark „für Aufstellung eines Raumprogramms und eines Entwurfs für das neue Rathaus" eingestellt wurde, um damit die erste Grundlage für oie Inangriffnahme dieses Projektes zu schaffen. Weiter hat er erklärt, daß im Haushalt für 1938 ein größerer Betrag vorgesehen werde, mit dessen Verwendung die weiteren Schritte zur Schaffung eines neuen Rathauses für Gießen stärker in Gang gesetzt werden sollen. Mit dieser Entschließung leitet der Oberbürgermeister die Erfüllung einer Notwendigkeit ein, über die schon seit einer Reihe von Jahren kein Zweifel bestehen kann. Die Dringlichkeit eines Rathausbaues zur zentralen Zusammenfassung aller städtischen Derwaltungszweige ist in den Spalten des „Gießener Anzeigers" schon seit etwa 15 Jahren wiederholt dargelegt worden. Die bekannten Wirtschafts- und Finanznöte der früheren Zeit, aber auch die noch größere Dringlichkeit anderer Aufgaben während der letzten Jahre machten die Verwirklichung der Gedanken über die Rathausbaufrage bisher unmöglich. Erfreulicherweise sind nunmehr zahlreiche Vorbedingungen für diese Tat günstiger geworden. Damit eröffnen sich die Aussichten, daß der bisherige unleidliche Zustand der räumlichen Zersplitterung des städtischen Verwaltungsapparates mit all feinen Nachteilen in absehbarer Zeit behoben werden wird. Wer selbst die Erfahrung gemacht hat, wie störend und zeitraubend es ist, wenn man wegen irgendeiner Sache mehrere räumlich weit voneinander entfernt liegende Verwaltungsstellen aufsuchen muß und dabei ost doppelte oder dreifache Wege in Kauf zu nehmen hat, der wird es begrüßen, daß dieser Leerlauf sowohl für den Steuerzahler, als auch für den Verwaltungsapparat in abfehdarer Zeit verschwinden wird. Im Hinblick darauf ist denn auch der Entschluß des Oberbürgermeisters, das Rathausbau- Projekt nunmehr mit aller Energie anzupacken und es mit möglichster Beschleunigung vorwärtszutreiben, nur zu begrüßen. Der künftige zentrale Rathausbau wird feinen Platz inmitten der Stadt an einer auch vom Verkehrsgesichtspunkt aus günstigen Stelle erhalten. Es ist vorgesehen, das neue Rathaus im Anschluß an das gegenwärtige, im Volksmund als „Alte Bürgermeisterei" bezeichnete Gebäude unter Hinzu- nahme des freien Platzes nach der Lonystraße zu, weiter des angrenzenden Backsteinbaues, in dem jetzt das Städtische Derficherungsamt untergebracht ist, sowie unter gleichzeitiger Einbeziehung des Gebäudes der früheren Loge an der gegenüberliegenden Ecke und des daneben gelegenen Verwaltungsgebäudes des Gaswerkes zu errichten. Alle diese Gebäude sollen abgerissen werden, um mit dem Neubau eine organische und städtebaulich einroanb# freie Lösung der Aufgabe zu schaffen. Eine wesentliche Rolle wird dabei natürlich das Ergebnis des Preisausschreibens zum Wettbewerb für zweckdienliche Projektvorschläge spielen, das sich an die deutschen Architekten wenden und voraussichtlich noch im bevorstehenden Sommer zu greifbaren Erfolgen führen wird. Die Errichtung des neuen Rathauses an dieser Stelle wird natürlich auch eine Verlegung des Gaswerkes zur Folge haben. Hierüber, wie auch über die künftige Verwendung des jetzigen Stadthauses Heute abend Groß-Kundgebung in Gießen zur Feier der nationalsozialistischen Erhebung in Oesterreich. Aus Anlaß der nationalsozialistischen Erhebung in Oesterreich hat der Kreisleiter des Kreises Del- lerau, Pg. Backhaus, bestimmt, daß heute Samstagabend, 21 Uhr, auf Oswaldsgarten eine Großkundgebung stattfindet. Die gesamte Bevölkerung unserer Stadt ist dazu eingeladen. Die Kundgebung soll eine starke Bekundung unserer Verbundenheit mit unseren deutschen Brüdern in Oesterreich sein. Kreisleiter Backhaus wird aus Anlaß dieses bedeutsamen Ereignisses in Oesterreich über das Thema „Die Machtübernahme in Oesterreich" sprechen. Großer Aaüelzug. Der Kundgebung geht ein großer Fackel- zug voraus, an dem alle Gliederungen der Partei teilzunehmen haben. Zu diesem Fackelzug treten die Gliederungen der Partei am Ludwigsplah bzw. in der Ludwigstraße um 19.30 Uhr an, und zwar in der gleichen Ordnung, wie es zur Feier des 30. Januar geschah: Der Fackelzug wird durch folgende Straßen führen: Ludwigstraße, Bleich- strahe, hindenburgwall, Frankfurter Straße, Ciebig- sirahe, Bahnhofstraße, Marktslraße, Marktplatz, Lindenplah, Dalllorstrahe, hitlerwall, Landgrafen- strahe, Landgraf-Philipp-Plah, Vrandplah, Sonnen- strahe, Kreuzplah, Seltersweg, Horst-Messel-Mall zum Oswaldsgarten. Flamen heraus und Illumination der Häuser. Der Kreisleiter richtet an die Volksgenossen in Gießen und in allen Orten des Kreises Vetterau hiermit ferner die Aufforderung, als äußeres Zeichen der gesamtdeutschen Gemeinschaft und des nationalsozialistischen Bekenntnisses sofort die Flaggen zu hissen und am heutigen Samstagabend alle Häuser in Stadt und Land f e st - lich zu illuminieren. „Gin Volk - ein Reich." Ueberall Großkundgebungen der NSDAP. NSG. Aus Anlaß der Befreiung unserer Brüder in Deutsch-Oesterreich von schwerem Joch werden am heutigen Samstag in allen Orten des Gaues Hessen-Nassau Fackelzüge und Massenkundgebungen der NSDAP, veranstaltet. In der Gau- Hauptstadt Frankfurt a.M. findet um 22.30 Uhr auf dem Opernplah die große Abschlußkundgebung statt. Es spricht der Gauleiter! Die Bevölkerung aller Orte wird aufgefordert, ihre Anteilnahme durch Beflaggung und Illumination der Häuser zu beweisen. Bergstraße sind bisher Entschlüsse noch nicht-gefaßt. Selbstverständlich wären auch für die ^-Standane neue Verwaltungsräume bereitzustellen, da diese Verwaltung mit dem Abbruch des früheren Logengebäudes ihre Unterkunft verlieren wird. Die Verwirklichung dieses bedeutsamen Werkes wird natürlich in diesem und auch im nächsten Jahre nicht in allen Teilen abschließend möglich sein. Es handelt sich eben um ein kommunales Aufbauwerk von größtem Format, das ja auch in feinen Auswirkungen auf Jahrhunderte hinaus Geltung haben wird. B. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord. Die Zellenbefprechungen für den Monat März finden am Montag, 14. März, um 20.30 Uhr, wie folgt statt: Zelle 1 im Restaurant „Frankfurter Hof", Lindengasse 2. Zelle 2 im Restaurant „Zum Aquarium", Walltor- straße 5. Zelle 3 im Restaurant „Zum ©ambrinus", Wetzsteingasse 10. Zelle 4 im Restaurant „Zum Waldschlößchen", Horst-Wessel-Wall 64. Zelle 5 in Gastwirtschaft Nohl, Ederstraße 6. Zelle 6 in Gastwirtschaft Stephan, Steinstraße 74. Zelle 7 in Gastwirtschaft „Stadt Marburg", Marburger Straße 23. Zelle 8 in Gastwirtschaft Becker, Wiesecker Weg 44. Zelle 9 in Gastwirtschaft Bönsel, (Babelsberger» straße 5. Zelle 10 in Gastwirtschaft „Zur Pulvermühle", Rodheimer Straße 11. Sämtliche Politischen Leiter, Amtswalter bzw. Amtswalterinnen der DAF., NSV. und NS.-Frauen- schaft haben an diesen Besprechungen teilzunehmen und werden ersucht, pünktlich um 20.30 Uhr in ihrem zuständigen Lokal anwesend zu sein. Gtraßenausbau im Gchwarzlachgebiet. . i | ■ Gegenwärtig werden zur weiteren Erschließung des Schwarzlachgebietes als Wohnviertel die Schottstraße und die Werrastraße verlängert. Diele Arbeiter sind jetzt damit beschäftigt, die Kanalisation zu legen. Wo sich heute noch Wiesen dehnen, werden in absehbarer Zeit Wohnhäuser emporwachsen. In dem durch den Straßenausbau neu erschlossenen Gebiet sollen, wie wir vor einiger Zeit bereits berichteten, über 100 neue Wohnungen gebaut werden. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Wie deutsche Jugend die im Weltkrieg Gefallenen ehrt! Heldengedenktag--- Milde roärmelnbe Sonne, die den nahen Früh« ling verheißt, liegt erwartungsvoll über den Feldern, Sehnsucht nach neuem Blühen und neuem Leben nach kalter Winternacht!-- So schienen uns auch damals alljährlich die ersten Frühlingssonnenstrahlen in die dumpfen Schützengräben! -- Mit jedem neuen Frühling löst sich die Erinnerung an jene Zeit aus, — fühlt man heute wieder AUSLEGEWARE VORLAGEN machen Ihr Heim noch gemütlicher! PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS aufs Neue ihre magische Wirkung, — als Quelle neuen Lebens, neuer Zuversicht! Und man denkt an die, die den Frieden und den Frühling in der Heimat nicht mehr erleben konnten, die neben uns fielen und ihr Leben als größtes Opfer für Heimat und Vaterland Hingaben, damit die Heimat gerettet, einem neuen Frühling entgegengehen konnte!-- Der Heimat Dank fei euch gewiß!-- Mit diesen und ähnlichen Gedanken betrete ich auf der Landstraße das saubere Dorf mit feinen freundlichen und alten, ehrwürdigen Häusern. Mein Weg führt an der Schule vorbei. Dort hat sich in geordneten Reihen die Schuljugend ausgestellt. Ein langer Zug setzt sich in Bewegung, an der Spitze wird ein großer, aus Efeu gewundener Kranz getragen, aus frischen Kinderkehlen ertönt ein Lied vom Vaterland! — Der Zug geht hinauf zur alten, schon gelegenen Kirche mit dem alten und dem neuen Friedhof, hinter der die Gemeinde unter großen Bäumen in Erinnerung an ihre im Weltkrieg gefallenen Sohne ein schlichtes, aber würdiges Ehrenmal errichtet hat. Eine rechteckige Wand, oben auf der Wand in Gießener Gtadiiheaier. Schiller: „Wilhelm Teil." Der „Tell" ist das letzte große Werk, das, ein Jahr vor Schillers Tode, vollendet aus feiner Hand hervorging, zweifellos das volkstümlichste nicht nur von feinen Stücken, sondern auch wohl von den Dramen der deutschen Klassiker überhaupt. Daß diese Volkstümlichkeit nicht an die Entstehungszeit gebunden war, hat sich im Laufe von mehr als fünf Vierteljahrhunderten erwiesen. Auch später mußte jedermann empfinden, daß Schiller hier einen Stoff aufgegriffen und vollendet gestaltet hatte, der, obwohl nicht minder historisch als seine meisten anderen Dramenstoffe, doch dem Volksempfinden weitaus am nächsten kam, der weder der Antike, noch der englischen, französischen oder spanischen Geschichte entstammte: gewiß auch nicht der deutschen Vergangenheit im engeren und eigentlichen Sinne, — aber das Schicksal des Tell und der Freiheitskampf des Schweizervolkes find doch von jeher als ein deutsches Thema empfunden worden, um so mehr, je entschiedener und klarer das Empfinden und Handeln in diesem Drama einer überzeitlichnationalen Idee unterstellt war, wie es bei Schiller geschah. Darum begreifen wir den „Tell" seit langem nicht so sehr als eine dramatische Chronik aus dem eidgenössischen Mittelalter, wie als ein lebendiges Beispiel und dichterisches Vorbild nationaler Tat und völkischen Freiheitswillens schlechthin. * Der „Tell" ist unter den Schillerschen Dramen jenes, das am unbestrittensten und dauerndsten von allen in den geistigen Besitz der ganzen Nation übergegangen ist; das Stück auch, das der junge Deutsche allermeist zuerst kennen lernt von den klassischen Dramen, das er zuerst auf der Schule liest und zuerst auf dem Theater sieht. Kein anderes Schiller-Drama ist uns so vertraut und geläufig wie dieses, aus keinem wissen wir so viele Verse auswendig, die längst in den Zitatenschatz eingegangen sind und „geflügelte Worte" wurden; von keinem andern deutschen Stück, wenn wir allenfalls vom ersten Teile des „Faust" absehen, sind uns die Hauptszenen so lebendig und unvergeßlich gegenwärtig im Bewußtsein: das Rütli, der Apfelschuß, Attinghausens Tod und die hohle Gasse. Und es kann kein Zweifel sein, daß wir gerade heute, in ber Zeit eines mächtig neuerwachten Freiheitsgefühls und Nationalbewußtseins, ein herzlicheres Verhältnis zu diesem Schauspiel haben müssen als je zuvor. * .Es ist schon bei der Besprechung der letzten Gießener Aufführung vor sieben Jahren an einige ber bemerkenswertesten Daten aus der Entstehungsgeschichte des „Tell" erinnert worden: etwa daran, daß der Stoff ursprünglich in den dichterischen Projekten Goethes auftaucht, der, angeregt von der Schweizerreife im Herbst 1797, an eine epische Gestaltung der alten Tell-Sage dachte, den Plan aber dann aufgab und den Stoff schließlich „gern und förmlich" an Schiller abtrat. Aber auch Schiller hatte erst andere Entwürfe beiseiteschieben müssen, ehe er ernstlich an eine Bearbeitung der Fabel gehen konnte; es ist ferner bekannt, welche außerordentlichen Schwierigkeiten sich der Ausführung in den Weg stellten, und wie schwer Schiller mit diesem Stoff gerungen hat, bis er die Gestalt annahm, die ihn selber zu befriedigen vermochte, und die wir noch immer bewundern. „Ich fühle, daß ich nach und nach des Theatralischen mächtig werde": das schrieb Schiller nicht etwa nach den „Räubern", auch nicht nach dem „Don Carlos", sondern nach der ersten Aufführung des „Tell" am 17. März 1804, ... wenig mehr als ein Jahr vor feinem Tode! „Nach und nach" — welch ein Wort, wenn man sich klarmacht, wer es sprach, wann es gesprochen wurde, und wenn man sich das unerhörte dramatische Werk vergegenwärtigt, das damals bereits vollendet war und heute zum ewigen Bestand der deutschen Dichtung und des deutschen Theaters gehört. „Des Theatralischen mächtig" —: es gibt in der Tat kaum ein anderes Stück Schillers, in welchem Handwerk und Idee, die äußere, bühnengerechte, spannende und erregende Form des Schauspiels und die innere Kraft, das Polaritätsgefetz und das zeitlose Ethos dramatischer Dichtung eine so innige, schlackenlose, künstlerisch vollkommene Einheit bilden wie in diesem Schauspiel vom großen Freiheitskampf des schweizerischen Volkes. — * Intendant Schultze-Griesheim hatte das Schauspiel in Szene gesetzt. Man sah eine Aufführung, die — ohne unangemessene Effekthascherei — auf einen erfreulich unkonventionellen Ton gestimmt war und den Willen der Spielleitung spüren ließ, das Drama mit den Augen unserer Gegenwart zu sehen. Die Szenenfolge klar und übersichtlich gegliedert und aufgebaut; gestrichen war, soweit wir sehen konnten, nur die Parnciba- Szene, die ja gewöhnlich wegfällt. Die großen Volks- fzenen erschienen recht eigentlich als das Fundament des dramaturgischen Gefüges, von dem sich die in Tell verkörperte Ein^elhandlung scharf profiliert abhob: so waren die beiden großen Energieströme, welche die fünf Akte bewegen, gegeneinander abgesetzt und dennoch im Einklang. llebrigens war die Aufführung allenthalben in einem großen Rahmen angelegt; das bezeugten sinnfällig die aus Herrn Löfflers Hand heröor- gegangenen Bühnenbilder« die mit einem unpo» fanten Gebirgs-Prospekt sämtliche Szenen zugleich nach rückwärts abschlossen und zusammenfaßten, auch farbig und in der Linienführung ein schönes, malerisches, stimmunggebendes Bild boten; das bekundete sich ferner in einer räumlichen Ausweitung des Schauplatzes: die Maffenauftritte entwickelten sich (die übliche Vorhang-Grenze gegen das Parkett hin verwischend) mit lebendiger Wirkung aus dem Orchester-Raum heraus, wodurch der Beschauer gewissermaßen auch äußerlich den bewegten und bewegenden Vorgängen auf der Bühne näh er - gerückt schien. * Die Inszenierung war endlich spürbar bemüht, das Drama aller nur theatralischen Wirkung zu entkleiden; sie war auf einen einfachen, unpathetischen, menschlichen Ton gestimmt und kam eben damit dem Schwung und dem Herzklang der Schillerschen Dramatik am nächsten; dabei war auf nichts verzichtet, was man als poetisch oder romantisch im Sinne der Entstehungszeit ansprechen konnte: weder auf den lyrisch-melodramatischen Natureingang noch auf die Gewitterszene IV>. Mitte und Höhepunkt des Ganzen war die Apfelschußszene, bühnenmäßig und seelisch durchgeformt und ausgefüllt; eindrucksvoll auch das Rütli, wiewohl hier einige leichte dialektische Schwankungen zu bemerken waren. Eine nochmalige große Steigerung ergaben die Hohle Gasse und gegen Ende der stürmisch ausbrechende Jubel des Volkes; im Sinne der Gesamtanlage war es ein guter Gedanke, die berühmten Schwurworte vom Rütli in der Schlußszene wiederholen und mit ihnen — über den Schillerschen Text hinaus,— das Schauspiel ausklingen zu lassen. Den Tell gab Herr Neuhaus. Er spielte ihn so, wie es dem Stil der Inszenierung entsprach: einfach, schlicht und menschlich, als einen Biedermann und Bürger und guten Hausvater, in der Szene mit Frau und Kindern voll heiterer Unbekümmertheit, abseits der nächtlichen Verschwärung: um so stärker und unmittelbarer wirkten die Erschütterung in der Apfelschußszene und der Seelenkampf im berühmten Monolog vor der Tat. Eine markante, wohlabgewogene Leistung sah man von Herrn v. Gschmeidler, der den Geß- ler spielte: nicht als den schnaubenden, tobenden Wüterich vergangener Theaterzeiten, sondern eher halblaut, aber scharf artikuliert, kalt, herrisch, brutal, dabei stellenweise mit einer fast eleganten, rittermäßigen Überlegenheit und Leichtigkeit des Tones. Eine große und starke Szene hatte Herr Schorn, der den Melchthal mit anfangs verhaltener, dann leidenschaftlich ausbrechender Heftigkeit gab. Allinghausen war Herr Geißler, in ber Sterbeszene von schöner, feierlicher Wirkung, zunächst aber erfreulich darauf bedacht, die Gestalt jener gebrechlichen Greisenhaftigkeit zu entrücken, in der sie früher oft schon im ersten Auftritt erschien. * Aus dem großen Aufgebot tüchtiger Sprecher seien ferner vor allem Herr Geiger als Stauffacher (mit den schönen Versen auf dem Rütli), Herr Kühne als Pfarrer und Herr V o l ck als Walter Fürst hervorgehoben. Herr Weiland gab den Rudenz als einen leidenschaftlichen jungen Ritter und Liebenden. — Unter den Frauen an erster Stelle: die mütterlich bewegte Hedwig (Rose Stirl) und die von Else Man narb ausgezeichnet gesprochene Stauffacherin. — Auch alle übrigen standen tüchtig und hingebungsvoll an ihrem Platz. Fast das gesamte Ensemble war auf der Bühne; auch der Intendant hatte eine Sprechrolle übernommen. * Der Beifall war nach den Hauptszenen und besonders zum Schluß herzlich und anhaltend. Hans Thyriot. Gloria-Palast: „Kameraden auf (See*. Ein neuer Film ber Terra, ber in Form einer lockeren, anfänglich luftfpielhaft heiteren und unbeschwerten Spielhandlung einen Einblick in das Leben bei unserer Kriegsmarine gewährt: Dienst und Freizeit der Fähnriche, Ausbildung, Sport unb Spiel, Manöver und Regatta geben dankbare Motive und malerische Ausschnitte für den Kameramann; das persönliche Leben ist nicht vergessen, und die Liebe spielt natürlich auch hier die Rolle, die ihr in jedem ordentlichen Spielfilm von alters-- her zukommt. Kameradschaft und Disziplin sind die Leitgedanken, welche die Fabel beherrschen, und wenn die Handlung im ersten Teil ohne stärkere' Bewegung bleibt, so erhält sie gegen Ende dramatische Akzente unb ausgeprägt aktuelle Färbung: ein Geschwaber geht auf große Fahrt nach Spanien unb finbet in ben bärtigen Gewässern bald Ge- legenheit zum Eingreifen gegen sowjetspanische Piraten, die einen Passagierdampfer aufgebracht haben und einen wüsten Terror an Bord ausüben — Peter Francke und Korvettenkapitän I. A. Zerbe schrieben nach einer Idee von Toni Hup- pertz und I. A. Zerbe das Manuskript; Heinz Paul hatte die Spielleitung. Aus der Besetzung heben sich mit persönlich geformten Leistungen Theodor Loos (Admiral), Carola Höhn, Paul Wagner, Jos. Sieber, Jaspar von Oertzen, Rolf Weih und Reinhold Bernt heraus. — An der Kamera stand Hans Schneeberger; die Mufik schrieb Robert Küssel. Hans Thyriot. Hitler-Zugend-Kundgebung fällt heute aus! Aus Anlaß der Großkundgebung auf Oswalds- garlen, an der felbslversländlich auch die Hitler- Jugend teilnimmt, fällt die für den heutigen Samstagabend im Cafe Leib vorgesehene Kundgebung der Hitler-Jugend aus. der Mitte das Eiserne Kreuz aus Stein, darunter steht in großen Lettern geschrieben: „Unseren Helden!" Die Wand trägt als einzigen Schmuck einen großen grünen Kranz, der an einem Kranzhalter aufgehängt ist. Darüber stehen schlicht die Namen der Gefallenen. Sonnenstrahlen huschen über die Helle Denkmalwand und zeichnen scharf die noch kahlen Aeste der umstehenden Bäume darauf. — Eine stimmungs. volle Gedächtnisstätte im Schatten alter Bäume in einen natürlichen Garten yineingelegt, geschaffen zur inneren Einkehr und würdig als Stätte, hier der Gefallenen zu gedenken.-- Der Kreis der Kinder hat sich um das Denkmal geschloffen. In der Mitte vor dem Denkmal steht der Lehrer. Seine einfachen, zu Herzen gehenden Worte klingen hinein in die feierliche Stille als ernste Mahnung und Weisung, die große Opfertat der gefallenen Brüder, die ihr Leben draußen auf blutiger Walstatt gelassen haben, nie zu vergessen, — die Tapferen, die für Bater und Mutter, für Schwester und Bruder, für Haus und Hof, für die Heimat, für unser großes deutsches Vaterland gestorben sind. Denn sie haben ja die Schrecken des Krieges von den heimatlichen Gefilden ferngehalten, sie vor Zerstörung und Verwüstung bewahrt und das Vaterland gerettet. Darum sei ihnen ewiger Dank!-- Und in die kindliche Seele wird ein gar kostbares Samenkorn gelegt: das Gefühl und das Verftänd- nis für Dankbarkeit! Aus gläubigen Kinderherzen steigt still und heiß das Gelübde, daß sie das nie vergessen wollen, was sie da draußen für die Heimat getan haben. Und sie singen das Lied vom guten Kameraden. Vetsöhnt mögen die Manen derer, deren Opfer in manchen Herzen heute schon fast vergessen ist, dem gläubigen Gesang bewegter reiner Kinder- Herzen gelauscht haben!-- Nun wird der alte Kranz vom Ehrenmal abgenommen und der neue an seine Stelle gebracht. Im Gefühl eines großen Erlebnisses marschieren die Kinder nach dem Schulhaus zurück, ein Lied vom neuen Deutschland klingt hinein in den Hellen Früh- lingsmorgen. — <00 winden Kinderhände den hekdenkranz zum Gedächtnis an das große Opfer der Gefallenen. Mit feder Jahreszeit bringen sie ihren Dankes- gruß dar, — im Frühling und Sommer mit Dirf- tenden Blumen ans Wiese und Feld, — im Herbst mit bunten Blumen aus dem Hausgärtlein und im Winter mit Buchsbaum- und Efeugewinde! So begeht deutsche Schuljugend vorbildlich das Gedächtnis an das große Opfer der im Weltkrieg gefallenen Brüder! Jos. G e r l a ch. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Großkundgebung, 21 Uhr, auf Oswaldsgarten, vorher Fackelzug. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Die Boheme". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Kameraden auf See". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Zwischen den Eltern". — Aus- stellung der Arbeiten des Fröbelseminars, Garten- straße 30, von 15 bis 18 Uhr. — Vereinigung für Begräbnisbeihilfe: 20 Uhr, im „Burghof", Ordentliche Mitgliederversammlung. Tageskalender für Sonntag: Militärische Heldengedenkfeier auf dem Trieb. Beginn 10 Uhr. Dazu Antreten der Abordnungen der Partei und der Soldatenkamer^dschaften. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, Viertes Orchester- Konzert mit Köche Heidersbach von der Staatsoper Berlin. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Kameraden auf See". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Zwischen den Eltern". — Fröbelseminar, Gartenstraße 20, 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Ausstellung. Sladltheater Gießen. heute um 20 Uhr findet zum letztenmal eine Aufführung des großen Opernerfolges „Die Bohöme" von Puccini statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete, Gruppe II (11. Vorstellung) statt und endet um 22.30 Uhr. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Am Sonntag, 13. März (Heldengedenktag), findet um 20 Uhr das IV. Orchesterkonzert des großen Städtischen Orchesters in Verbindung mit dem Kon- zertverein statt. Leitung Professor Temesvary; als Solistin wurde die Kammersängerin Küche Heidersbach von der Staatsoper Berlin verpflichtet. Die Programmfolge sieht vor: Reger, Mozart-Variationen, Gesänge von Hugo Wolf und Weber, Brahms: I. Symphonie in c-moll. Das Konzert findet außer Miete statt. Karten im Mu- fikhaus Challier und an der Abendkasse. Ende 22 Uhr. Dichter-Lesung von Hans Zöberlein. Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein bitten uns, darauf hinzuweisen, daß die Lesung von Hans Zöberlein vom 16. März auf Montag, 4. April, verlegt worden ist. Die Lesung wird im Rahmen einer besonderen Feierstunde „Soldat und Dichter" stattfinden. „Deutsche Landschaft." Der Oberhessische Kunstverein eröffnet am morgigen Sonntag im Turmhaus am Brandplatz eine Ausstellung der Arbeiten des aus Gießen gebürtigen Malers Georg Röder (Wuppertal-Barmen). Die Ausstellung stellt eine Gedüchtnisschau aus Anlaß des 70. Geburtstages des Kunstmalers dar. Die Schau bringt Arbeiten in Oel, Tempera, Aquarell und Zeichnungen. Deutet Jirltitofroni 315(9. „Kraft durch Ireude", Kreis Gießen. Theatervorstellung. Samstag, den 12. März 1938, 20 Uhr, KdF.-Miete Gruppe II (11. Vorstellung) zum letztenmal: „Die Dohdme" Oper Dpn Puccini. Karten sind erhältlich in der Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60. 1523V NS.-Kriegsopferversorgung Kameradschaft Gießen. Antreten zur heldengedenkfeier am Sonntag, dem 13.3.1938, sämtlicher Teilnehmer um 9.30 Uhr an dLl Volkshglle. NSKOV.-Dienstanzug» 1657Q GA.< Gportabzeichenträger herhören! Bei dem Erwerb des SA.-Sportabzeichens hast du die Verpflichtung übernommen, jederzeit erneut den Nachweis deiner körperlichen und weltanschaulichen Einsatzbereitschaft abzulegen. Nun ruft dich die SA. zu dem Bekenntnis der Tat der ersten Wiederholungsübung 1938 am 27. März 1938. Der Führer hat in seiner Verfügung vom 18. März 1937 das SA.-Sportabzeichen zur Ur- künde erhoben, die Aufschluß gibt über die weltanschauliche und körperliche Haltung des Trägers und weiterhin den Besitz von der Ableistung jährlich dreimal stattfindender Wiederholungsübungen abhängig gemacht. Nach fünf Wiederholungsjahren wird das silberne SA.-Sportabzeichen, nach weiteren sechs Wiederholungsjahren das goldene SA.-Sporb abzeichen verliehen. Trägern, die am 26. März 1938 das 40. Lebens- fahr vollendet haben, wird die Teilnahme an den Wiederholungsübungen freigestellt, der künftige Besitz ist davon nicht abhängig. Die diesjährigen Wiederholungsübungen bestehen aus: 1. Am 27. März, 8 Uhr, Appell aller SA.-Sport- abzeichenträger im Reich. Gemeinschaftsempfang der Rede des Stabschefs. 15-Kilometer-Marsch ohne Gepäck mit einer Aufgabe aus der Gruppe III (Geländesport). 2. Im Septenrber-Oktober: Kleinkaliberschießen, Gruppe II, Hebung 7, Handgranatenweitwurf, Hand- granatenzielwurf. 3. Am 9. November: Teilnahme an den örtlichen Appellen der SA. anläßlich der 15. Wiederkehr Des 9. Novemder 1923. Unentschuldigtes Fehlen an einer dieser Wieder- holungsübungen zieht Entzug des SA.-Sportab- Zeichens nach sich. Durch ärztliches Attest bzw. Be- schemigung des Betriebsführers über unoermeid- baren Arbeitseinsatz belegte Entschuldigungen sind bis zum 26. März 1938 an den örtlichen SA- Sturmführer einzureichen (für den Standort Gießen an die Standarte 116). Bei mehr als einmaligem unentschullngtem Fehlen rechnen die Wiederholungsübungen nicht als Wiederholungsjahre. Die Standarte 116 erläßt hierzu folgende Anordnung: Alle SA.-Sportabzeichenttäger im Bereiche Der Standarte 116 (Kreis Gießen), außer den Ange- hörigen der ff, NSKK., RAD., Wehrmacht (für diese ergeht Sonderbefehl), haben am 27. März 1938 7.15 Uhr anzutreten. Antreteort ist bei den örtlichen SA.-Stürmen zu erfragen. Für Gießen, Heuchelheim, Wiescck und Klein-Linden Antreteort: Hof der Standarte 116, Gießen, Senckenbergstrahe 1. Anzug: großer Dienstanzug ohne Mantel. Für Nichtangehörige einer uniformtragenden Formation: Marschanzug. Mitzu bringen ist: L.-Buch, Besitzzeugnis und 0,50 Mark für Urkunde. SA.-Sportabzeichenträger, die noch nicht bei ihrem örtlichen SA.-Sturm bzw. unmittelbar bei der Standarte 116 durch Vorlage ihres Besitzzeug, niffes usw. ersaht sind, haben dies bis 26. Mürz 1938 nachzuholen, andernfalls eine Teilnahme an der Wiederholungsübung nicht erfolgen kann. Der Führer der Standarte 116: Lutter, Standartenführer. Abschied von Orlsgnippenletter Holländer Einführung feines Amtsnachfolgers pg. Grahlmann. Gestern abend fand in der Neuen Aula der Universität für die Ortsgruppe Gießen - Süd der NSDAP, eine Feierstunde von besonderer Bedeutung statt. Es galt, Abschied zu nehmen von ihrem bisherigen Ortsgruppenleiter Pg. Holländer, der als stellvertretender Personalamtsleiter in die Gauleitung nach Frankfurt berufen wurde. Die Aula der Universität war aus Anlaß dieser Feier festlich geschmückt und stark besetzt. Die Kreis- kapelle der NSDAP, eröffnete den Abend mit einem Marsch. Ortsgrupven-Propagandaleiter Pg. Blin- zi g hieß, nach Der Einbringung der Fahne, die Teilnehmer, insbesondere den Kreisleiter herzlich willkommen. Sodann sprach Kreisleiter Backhaus Er wies eingangs auf feine doppelte Aufgabe für Den heutigen Abend hin. Es gelte, den bewährten Ortsgruppenleiter zu verabschieden und seinen Nachfolger in sein Amt einzuführen. Der Abschied sei schwer, denn er bedeute einen Verlust. Pg. Hollander habe sich sowohl als Ortsaruppenleiter, wie auch als Kreisgeschäftsführer der NSDAP, als Mensch von wertvollsten Charaktereigenschaften und als treuer Kamerad erwiesen. Nach einigen grundsätzlichen Darlegungen über die Voraussetzungen, Die ein Mensch vom Charakterlichen her erfüllen müsse, wenn er Führer sein wolle, Voraussetzungen, die der Scheidende vollauf erfüllt habe, sprach Kreisleiter Backhaus über den Leoensweg des scheidenden Ortsgruppenleiters. Pg. Holländer, Sohn nordischer Eltern, sei frühzeitig nach Ungarn verschlagen worden, habe dort die Schule besucht, das Auslandsdeutschtum kennengelernt und immer treu zu Volk und Vaterland gestanden. Dann schilderte er seine berufliche Laufbahn, die außerordentlich erfolgreich war, und umriß sein Wirken in der NSDAP, seit 1929, zunächst als Ortsgruppenleiter in Limburg, bann feine Tätigkeit in Gießen, als Organisationsleiter, Propaganoaleiter und ausgezeichneter Redner. Auch erinnerte er an feine 4jäh- rige Kriegsdienstzeit bei der Marine und in Flandern. Besondere Würdigung ließ der Kreisleiter dem Scheidenden auch für seine Tätigkeit als Kreis- geschäftssührer der NSDAP, zuteil werden. Der Gauleiter habe den bewährten Parteigenossen nun in ein sehr wichtiges Amt berufen. Deshalb dürfte uns keine Trauer erfüllen, sondern unsere Wünsche zu allem Guten und der Wunsch, daß er seine Gie- ßener Kameraden nicht vergessen möge, begleiteten ihn in sein neues Amt. Mit herzlichem Händedruck verabschiedete der Kreisleiter den Ortsgruppenleiter und Kreisgefchäftsführer aus seinen Aemtern. Sodann wandte sich der Kreisleiter dem Nachfolger des bisherigen Ortsgruppenleiters, dem Pg. Grahlmann, zu und rief ihm, der von Beruf Bergbaufachmann ist, ein herzliches „Glück auf!" für feine künftige Arbeit in der Ortsgruppe Giehen- Süd zu. Der Kreisleiter schilderte kurz den Lebensweg des neuen Ortsgruppenleiters. Pg. Grahlmann sei aus einer Beamtenfamilie in Osnabrück gebürtig, habe einen technischen Beruf erwählt, sei Bergbaufachmann geworden, habe eine Maschinenbauschule und bann die Technische Hochschule Darmstadt besucht, sei als Oberingenieur und während des Krieges Leiter eines Erzbergwerkes in Ungarn gewesen, habe während der schweren Tage in Oberschlesien Grenzlandnot kennengelernt und sei im Mai 1931 treuer Gefolgsmann des Führers geworden. In all den Jahren bisher habe er sich stets als treuer Gefolgsmann des Führers erwiesen. Mit ruhigem Gewissen könne man ihm eine der besten Ortsgruppen des Kreises zur Führung übertragen. Mit dem Wunsche, daß er das Amt lange verwalten möge im Geiste feines Vorgängers, schloß Kreisleiter Backhaus feine Ansprache und verpflichtete den neuen Ortsgruppenleiter durch Handschlag für fein Amt. Ims weiteren Verlause der Feier ergriff dann pg. Holländer das Wort zu herzlichem Danke für die Würdigung feiner Arbeit. Er betonte, daß die Arbeit zwischen 'Dem Kreisleiter und ihm unter einem günstigen Stern gestanden habe. Er denke gerne zurück an die Arbeit für den Kreis Wetterau. Den Dank, der ihm geworden sei, gebe er aber an seine Kameraden weiter, die ihn ehrlich und treu jederzeit unter- stützten. Nach bestem Können habe er sich bemüht, seine Pflicht zu tun; die Zeit feiner Tätigkeit in Gießen gehöre zur glücklichsten seines Lebens. Be- checken werde und wolle er auch im neuen Amt eine Pflicht tun. Gerne werde er an Gießen zurück- । >enfen, an die sechs Jahre seines Hierseins, in die die Machtergreifung durch den Führer gefallen fei. Er werde zurückdenken an die Kampfzeit, die erfüllt gewesen sei von Mut und Tapferkeit und von einem fanatischen Glauben an die Sache des Führers. Unter unserem Führer werde er immer mit seinen Kameraden in Gießen verbunden bleiben. In seinen abschließenden Worten grüßte Pa. Holländer seinen Nachfolger als einen rechten Arbeiter und ritterlichen Kameraden, dem er getrost die Leitung der Ortsgruppe in die Hände lege. Mit einem Führerwort und mit dem Ausruf: „Unsre Fahne flattert uns voran!" schloß Pg, Holländer seine Ansprache. Ortsgruppenleiter pg. Grahlmann dankte bann in kurzen Worten für das ihm durch die Berufung zum Ortsgruppenleiter bewiesene Vertrauen. Er fei sich der damit übernommenen großen Verantwortung bewußt. Pg. Holländer werde ihm als Vorbild immer gegenwärtig fein. Daß die Ortsgruppe GießemSüd im Kreise Wette rau mit an erster Stelle genannt werden Dürfe, sei des scheidenden Ortsgruppenleiters Verdienst. In Würdigung Der Arbeit des bisherigen Ortsgruppenleiters überreichte Pg. Grahlmann im Auftrage der Politischen Leiter der Ortsgruppe dem Scheidenden ein prächtiges Führerbild. Bewegt - dankte zum Abschluß Der Feier Pg. Holländer für diese Ehrengabe und rief den Kameraden zu, daß er sie nie vergessen werde. Ortsgruppen-Propagandaleiter B l i n z i g schloß dann die Feier in üblicher Weife. Lehrschau ,DaS deutsche Kinderkleid-. Eine sehr unterhaltende Modenschau über das deutsche Kmderkleid veranstalteten die vier Gießener Drtfffrauenfdjaften im schön geschmückten Saal Des CafL Leib. Die Frauen und jungen Mütter mit ihren Kindern suchten sich einen günstigen Platz in der Nähe Des Laufstegs, der durch den ganzen Saal führte. Die Leiterin der Ortsfrauenschaft Gießen-Nord, Frau S t a n d f u ß , eröffnete Die Schau mit dem Hinweis, daß diese Lehrschau den jungen Müttern zeigen soll, wie sie ihre Kinder art- und zeitgemäß und Dem Alter des Kindes entsprechend kleiden sollen. Fräulein Kellner begann bann Die Vorführung der Kleider, indem sie jedes Modell in seiner Machart erklärte und die Zuhörerinnen auf Den Stoss und die Ausschmückung Des Kleides aufmerk, fam machte. Sie wies Darauf hin, daß diese Klsrder, die Frau Unger-Ehrler in Leipzig geschaffen hat, nicht abseits vom Leben auf dem Zeichentisch erdacht sind, sondern von einer Mutter für ihre eige- nen Kinder erprobt wurden, die ihre Erfahrungen Der Entstehung zugrunde legte. Und nun folgten in bunter Reihe alle Die reizenden Sachen für Buben und Mädel. Die Stoffe, aus denen die Kleider gearbeitet waren, zeigten reiche Abwechselung, und die Machart und Verzierung paßte sich dem Material an. An allen Sachen war grundsätzlich Der sogenannte „Gummistrupp", der so ungesund die Taille ernennt oder die Knie abschnürt, vermieden. Höschen unü Röckchen wurden auf Die Blüschen und Leid- chen aufgeknöpft und gestatten freie Bewegung. Die Kinder, welche Die Modelle vorführten, erfüllten ihre Aufgabe mit Geschick und Vergnügen. Sie gingen würdig und langsam, ober flott unb beschwingt über den Steg beim Klange abweche- lungsreicher Tanzmusik, die Frau Fischer am Klavier stimmungsvoll ausübte. F. K. Gießener Wochen Marktpreise * Gießen , 12. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11/., Klasse D 10%, Wirsing, % kg 12 bis 14, Weißkraut 10, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüden 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl, 25 bis 28, Feld- falat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 12 bis 28 Pf., Hähne 1,10 bis 1,25 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 35 bis 50, Salat 10 bis 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 Die Jungen Mütter verfolgten mit Aufmerksam feit die Schau und betrachteten sich eingehend ____,______ bis 35, Rettich 5 bis 10, Radieschen« das Bündel manch« Kleinigkeit, dir für Li« neu und wichtig ward30 PH. - . ____x Militärische Heldengedenkfeier. Es sei noch einmal an die heldengedenkfeier erinnert, die von der Wehrmacht des Standorts Gie- hen am morgigen Sonntag, 13. März, 10 Uhr, auf Dem Trieb veranstaltet wird. Die Truppen werden dazu in Paradeaufstellung antreten. Im Mittel- punkt der Feier wird eine Ansprache des Standort- ältesten, Generalleutnant Oßwald, stehen. Nach der Gedenkfeier wird vor der Dolkshalle ein Vor- beimarsch aller Truppenteile vor dem Standort- ältesten ftattfinben. Haussammeleimer bei den NGÄ.-Blockwaltern bestellen. NSG. Die Beschaffung der haussarnmeleirner für das Ernährungshilfswerk ist nunmehr durch Poli- zeiverordnung den Hausbesitzern zur Pflicht gemacht worden. In allen Gemeinden, in denen durch die Dienststellen der NS.-Dolkswohlfahrt das Ernährungshilfswerk im Rahmen des Vierjahres- planes eingerichtet ist (auch in Gießen), ober noch eingerichtet wirb, bestellen die Hausbesitzer den vorgeschriebenen Sammeleimer bei den Ortsgruppen ober ben Blockwaltern ber NSV. Konzert des Bauerschen Gesangvereins Das diesjährige Konzert Des Bauerschen Gesangvereins ist eine Rückschau auf bas Deutsche Sängerbundesfest in Breslau. Fast sämtliche Chöre Der Folge wurden Dort gesungen. Neben Den guten Chören Der Vergangenheit stehen solche von Komponisten Der Neuzeit. Der Chor „Licht" von E. Nickel ist eine Erstaufführung. Besonderem Interesse wird „Das neue Lied" aus Der Kantate .Heiliges Leistungsfähig sein, vorankommen, mehr verdienen» dazu braucht man gutes Sehen! Oder die tadellos angepaüte Brille von t«m»v Opüker(iplkr a.Bahnhot Uvllvl Lieferant auch Ihrer Krankenkasse, Vaterland" von F. Philipp begegnen. Das Gesamtwerk kommt bei Dem Gausängerfest in Gießen im Juli d. I. zur Aufführung. Der obengenannte Chor daraus ist in kanonischer Form angelegt und roirh durch Männer-, Knabenchor und Blasorchester kunstvoll bis zum Ende gesteigert. Aehnlich gehalten ist die Vaterländische Hymne für Männer-, Knabenchor und Orchester von Jochum. Wie mit einfacheren Mitteln Wirkungen erzielt werden können, zeigt das „Morgenlied" von h. Erdlen für Männerchor und Trompeten. Das städtische Orchester bringt dev Folge angepaßte Solostücke und besorgt Die Begleitung der Gesänge. » * * 75 Jahre alt. Am heutigen Samstag, dem 12. Wrz, wirb Frau Lina Hahn, Ederstraße 14 wohiHoft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit 75 Jahre alt. Die Jubilarin geht noch ihrem Berufe als Büglerin nach. Wir gratulieren! ** Arbeitsiubilare bei Poppe & Co., Gießen. Am 3. und 13. März können die Ar- beitsfameraben Jakob Schneider aus Steinbach und Karl Schneidmüller aus Leihgestern auf eine 25jährige Tätigkeit bei Der Firma Poppe & Co., Gießen, zurückblicken. Die beiden Jubilare haben sich durch ihren Fleiß und ihre Treue gegenüber Firma und Gefolgschaft besondere Achtung und Wertschätzung erworben. Bei dem heutigen Betriebsappell wurden ihnen von Betriebsführung unb Gefolgschaft Ehrengaben überreicht. * 17. Zuteilung ber Oefsentlichen Bausparkasse. Die 17. Zuteilung der Oefsentlichen Bausparkasse (Abteilung der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen) in Darmstadt findet am 26. April in Darmstadt im Sitzungssaal der Lan- deskommunalbank-Girozentrale statt. Zuteilungs- berechttgt sind sämtliche Bausparer, Deren Vertrag spätestens 1. Januar 1938 (für Tarif 18 spätestens am 1. Dezember 1937 und Tarif 25 spätestens am 1. Juli 1937) begonnen hat, unb Die mit Einzahlungen nicht im RückstanD sinb. Die Waldarbeitsschulung hat begonnen. LPD. Schotten, 10. März. Die vor einigen Wochen bereits angefünbigte Fachschulung von Männern ber Walbwirtsckaft hat nunmehr in bem in ber hiesigen Försterschule eingerichteten Lager für W a I b a r b c i t begonnen. Das Lager ist im jetzigen ersten Kursusabschnitt von 24 Förstern und Forstbetriebsbeamten in Anspruch genommen. Die fachliche Schulung erfolgt zum Teil im Lager in Der Forsterfchule, zum Teil im Walde selbst durch Die praktische Arbeit Der Holzhauerei und aller Damit zu- sammenhängenDen Arbeitsgänge. Nundsunkprogramm Sonntag, 13. März. 6 Uhr: Hasenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Ev. Morgenfeier. 9.15: Kriegsdichter erzählen. 9.30: Chorgesang. 10: Friedrich Gottlieb Klopstock. Eine Hörfolge zu seinem 135. Todestag. 10.45: Ewiges Deutschlano. Lieder von Franz Schubert. 12: helden- gebenftaa: Staatsakt in der Staatsoper Berlin. 13.30: Blasmusik. 14: Für unsere Kinber: Wir spielen ein Märchen von Grimm. 14.30: Klassisches Konzert. Karl Erb unb das Calvet-Quartett. 15.15: Ein Sonntag im Goldhaubental. 16: Nachmittagskonzert. 18: Kamerad — als wir marschierten ... Von Emst Nebhut. 18.30: Totenklage. 19: Nachrichten. 19.10: Dem Gedächtnis im Weltkrieg gefallener deutscher Komponisten. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20.05: Aus dem Saalbau zu Frankfurt a. TI.: IV. Sonntagskonzert der Museums-Gesellschaft. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Zu Unterhaltung unb Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. ,4)ans Sachs", komische Oper in Drei Akten von Albert Lortzing. Montag, 14. März. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Du sollst das Brot nickt mißachten. Ein Spiel nach der Sage „Der Frauensand". 11.40: Volk und Wirtschaft: Vom Wettbewerb zum Wettkampf. 11.55: Offene Stellen. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloß- konzert. 14:Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musika: Ludwig van Beechoven. 15: Kleines Konzert. 15.30: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir... 16: Nach- mittagskonzert. Vom Rhein zur Donau. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.45: Deutschland baut auf. Neu« deutsche Werkstoffe. 19: Nachrichten. 19.10: Rufendes Land: Schlesien. Eine Hörfolge. 20: Wunschkonzert für das WHW, veranstaltet vom Wehrkreiskommando des Wehrkreises IX gemeinsam mit dem Reichssender Frankfurt. 22s Nachrichten. 22.30t Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2, - RachtkonzerL Nie neue Cisenbahnbrücke bei Mainzlar t. werden schnell beseitigt durch 9 Ober- haben. Frankfurt a. Mw Mebfrauenstr. 1*1 | Empfehlungen] Wofiel Cm schw. 5jähr. Aelt. Herrn wird Wanzen Industrie anerk. Nachbau, k r KOHLER GIESSEN Seltersweg Stück 18^ e gr. Stück 2 8^ »jcftnmer- pcvssen Eine Wohltat für sch wache und kranke Beine! zeugen Sie sich bitte dabei auch von unserer großen Leistungsfähigkeit. Ihre Erwartungen werden übertroffen! Teppich- und Gardinenhaus In der Nacht vom vergangenen Samstag zum Sonntag wurde, wie wir bereits berichteten, die neue Eisenbahnbrücke über die Lumda (zwischen Daubringen und Mainzlar) ihrer Bestimmung übergeben. Die neue Brücke wurde, wenige Meter von der bis zur letzten Stunde vor der Auswechsluny in Betrieb befindlichen alten Brücke, fertig montiert. Während dann die alte Brücke zu nächtlicher Stunde und im Lichte der Scheinwerfer von ihren Fundamenten gelöst wurde, waren schon kräftige Rollen unterlegt und die kurzen Fahrbahnen für diese Rollen vorbereitet. Nachdem der letzte Abendzug die Brücke passiert hatte, wurde unter gespanntester Aufmerksamkeit und aller Sorgfalt der Bauleitung und der beteiligten Arbeiter, wie auch einer großen Zuschauermenge, die Auswechslung der schweren Brücken vorgenommen. Die alte Brücke wurde entfernt und die neue an ihre Stelle gerückt und zunächst mit starken Holzbohlen unterbaut, bis jetzt in diesen Tagen die endgültige Untermauerung erfolgen kann. Die neue Brücke läßt deutlich erkennen, daß sie sehr stabil ist. Sie stellt sich in einfachster und zweckmäßigster Form dar. Gegenwärtig liegt ste, weithin Lieferbar durch Städt. Betriebe Gießen Abtlg. 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Trapp. — Wiefeck. 10: Pfarraffiftent Paetow; 15: Bibelstunde. — Kirchberg. 10: Festgottesdienst anläßlich des Heldengedenktages unter Mitwirkung des Gesangvereins Staufenberg; 11: Feier am Kriegerdenkmal. — Lollar. 13: Kinderaot- tesdienft. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte — Klein-Linden. 9.30: Gottesdienst; Kollekte; 10.30: Kindergottesdienst. — wahenborn-Sleinberg. 13: Gottesdienst. — Garbenleich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst unter Mitwirkung des Frauenchors. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Gedächtnisgottesdienst; Kirchenchor; Kollekte für Kriegergräber. — Vellenhausen. 13.30: Gedächtnis- gottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Gottesdienst; Propst Knodt; 11: Kindergottesdienst. Montag, den 14. März. Lollar. 20 Uhr: Passionsandacht. — Mainzlar. 20: Passionsandacht. Mittwoch, den 16. März. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Passionsandacht: Pfr. Becker. — Klein-Linden. 20: Passionsandacht. 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Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelbesprechung: Pfr. Ausfeld. — Kirchberg. 20: Passionsandacht für Staufenberg und Ruttershausen. — Daubringen. 20: Passionsandacht. Freitag, den 18. März. Gießen. Kapelle des Allen Friedhofs. 20 Uhr: Pas- sionsandacht. — pelruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 20: Passionsandacht: Pfr. Trapp. Evangelische Sladlmission Gießen, Löberstraße 14. Sonntag, 13. März. 8.30 Uhr: Morgenandacht: 13.30: Wichtig für HJ. und BDM.l 5 Won Wen ii. Heren nad) der JlaturfdbuhDerorbnung vom 18. Mürz 1936 (RGSl.1 Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- fübrlid) erläutert von Professor Dr. W- TB «eher, o. S. Prof, der Nichte und Referent im Reich»- und Preuhischen Ministerium für Wiffenschnst, Erziestunq und *Dolh»MIbung, und Prof. Dr. Walther Sehoenichen. Leiter der Reichsstell« für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. 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Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 14. März. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Dienstag, den 15. März. Gießen. 2O UHr: Fastenandacht; 20.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 16. März. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Freitag, den 18. März. Gießen. 20 Uhr: Kreuzwegsandacht. Veffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tel- to h a^ü ptpostamtr Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. ...... Stadtpostamt: Für Schlteßfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitatskolonne: Telefon 2500. Sonntagsdienst für Aerzte. Arzt: Dr. med. Klein, Neuen Bäue 29. §a h n a r z t (nur in dringenden Fällen): r. 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H., Gießen. 297442 313075 339269 375050 ----- 44 Gewinne zu 1000 RM. 11818 15516 34550 47800 67108 72113 79792 125427 125583 129317 Ein- u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19.- keine Nebengebühren. Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Happel (Strickerei) Familie Heinrich Auriga Familie August Weber Familie Karl Luh II. Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjährig - Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. Aufnahmeprüfung f. die äjähr. Handelsklasse 28. März 1938, 8 Uhr. Waschtag mit Hevko elarvekcheo würde, besorgt über Nacht d!r halbe wascharbelt durch gründliches Schmotzlösen. ^mFo schont die Wüsche und erhält dir Gesundheit! Und - Frau Wilhelmine Schneider, geb. Germer Hermann Volkmann und Fafnilie Ludwig Schneider III., Baumeister, und Familie Ernst Bieler und Familie Die Erdarbeiten für den Ausbau der Werra- und Schottstraße sowie für die Auffüllung der Vorgärten sollen auf Grund der RDO. öffentlich vergeben werden. 1620D Die Unterlagen sind ab Montag, den 14. März 1938, bei uns zu erhalten. Die Angebote sind bis zum Freitag, dem 18. März 1938, vormittags 10 Uhr, auf dem Städtischen Hoch» und Tiefbauamt, Asterweg 9, abzugeben, wo die Oeffnung im Beisein der erschienenen Anbieter erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 6 Wochen. Gießen, den 11. März 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: Gravert. meint er - und er hat recht! warum rackert sich Frau Sonderlich auch am Waschtag noch immer mit Reiben und Dürsten ab. Sie hätte es viel leichter und bliebe gesünder, wenn sie die Wäsche einfach abends vor dem Ernst Schomburg und Familie Artur Schneider, Kaufmann, und Familie Rödgen: Scheiter: Buche 120,7 rm, Eiche 10 rm. Knüppel: Buche 49,8 rm, Eiche 6,7 rm. Anbruch: Buche 4,5 rm, Elsbeere 0,8 rm. Vuchenreiser 3. Kl.: 3825 Wellen. Am 9. März verschied nach langer Krankheit unser Gefolgschaftsmitglied und Arbeitskameradin Watzenborn, Bonbaden, den 12. März 1938. Die Beerdigung" findet Sonntag, den 13. März, nachmittags 3 Uhr statt. 3m Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 12 zu se 5000, 10 zu je 3000, 40 zu je 2000, UV zu je 500, 322 zu je 300, 6424 Gewinne zu je 150 NM. 22 Gewinne zu 2000 RM 78810 132841 190671 233772 275301 296683 386464 94 Gewinne zu 500 RM. 3672 4929 22933 35028 46366 73961 76821 89457 91515 100167 100890 40 Gewinne zu 1000 RM. 36781 55197 68236 69859 76041 99843 115586 130149 192770 223016 252677 323564 349616 354685 368968 379267 88 Gewinne zu 500 RM 17406 54965 59219 81479 94024 96234 108685 ------ Zusammenkunft: 11. Schneise — Krummer Weg. Gießen, den 11. März 1938. Der Oberbürgermeister. I. B.: Nicolaus. In der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 10000 RM. 201478 352039 2 Gewinne zu 5000 RM. 216245 6 Gewinne zu 3000 RM. 152165 164710 206115 32 Gewinne zu 2000 RM. 7789 24323 34507 52903 59157 67033 88560 127710 172580 206475 269201 im 80. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Alten-Buseck, den 11. März 1938. 1607D Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. März 1938, nachmittags 21/aUhr vom Traueihause aus statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Schreiner (Wwe.), geb. Müller, und Kinder Marie Müller (Wwe.) und Kinder Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, unvergeßlichen Vater, Schwiegervater, Grobvater, Urgroßvater und Schwager Wilhelm Müller IX. Mitglied der Eiektro-Gemeinschaft Ur. 60 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) 12./13. Marz 1038 Hitler-Jugend wieder auf großer Fahrt! Zeltbau gehört zum Leistungskampf der HI. Das Zelt, das Heim der HI., an schönen (Aufnahme: Einhäuser, Gießen.) Sommertagen. r •f ■ z * i ? •? - - r, • - v-V Seit Wochen ist die Hitler-Jugend eifrig damit beschäftigt, die große Hessen-Nassau-Fahrt 1938 vorzubereiten. Schon wird in den Gefolgschaften eifrig gespart, um zum Zeitpunkt, da die große Fahrt steigen soll, genug Geld auf der Hand zu haben, und damit die Anreise mit der Eisenbahn zu bestreiten. Darüber hinaus wird ja nicht viel mehr gebraucht! So manche Gefolgschaft hat auch schon soviel beisammen, daß es reicht — Von der Elternschaft erhofft man sich auch Diesmal wieder alles Verständnis für das große kameradschaftliche Unternehmen, das die H e s s e n - N a s - fau-Fahrt 1938 daestellen wird. Am heutigen Samstag findet deshalb auch ein Elternabend statt, bei dem den Eltern all das vermittelt werden soll, was sie über die Fahrt ihrer Jungen wissen müssen. Gebietsführer Brandt wird allen Aufschluß geben. War es doch auch sein Gedanke, diese Fahrten zu organisieren mit dem Ziele, die Jugend hinauszuführen über die Kreise ihrer engeren Heimat und sie andere Landschaften, andere Menschen kennenlernen zu lassen und den Fahrtteilnehmern Gelegenheit zu geben, einen Blick zu tun in die Arbeit des Bauern, die den Jungen aus der Stadt nicht allenthalben vertraut sein kann. Gerne werden sich jene, die dabei waren, sei es auch nur als Zuschauer, dessen erinnern, wie am 9. Juli des vergangenen Jahres etwa 1000 Hitler- jungen und Pimpfe, tadellos ausgerüstet, auf dem Brandplatz standen, in Reih und Glied, letzte Anweisungen entgegennahmen für das Verhalten während der Fahrt, mit frohen Gesichtern des Abmarsches harrend. Während sich die Führer der Fahrtabteilungen noch einmal besprachen, wurde — für alle Fälle — Sanitätszeug ausgegeben für erste Hilfeleistung. (Es wurde wenig genug davon gebraucht?) Kleine Handwagen, mit Zeltmaterial, vor allem aber auch mit Sportgeräten bepackt, standen bereit. Und dann zogen die Jungen des Bannes und Jungbannes 116 singend zum Bahnhof! Gelnhausen und Wächtersbach waren damals die Ziele der Eisenbahnfahrt! Lustig und guter Dinge, angeregt von den vielen Erlebnissen, braungebrannt von der Sonne — so kehrten sie damals nach 8 Tagen zurück, empfangen von Öen Eltern und einer großen Menschenmenge am Bahnhof, die dann in den nächsten Tagen viel erzählt erhielten von den Abenteuern und Erlebnissen der großen Fahrt. Das ist nun bald ein Jahr her! Um der Elternschaft noch einmal vor Augen zu .stellen, wie es im vergangenen Jahre war, haben wir uns mit einer stattlichen Zahl von Hit- lerjungen und Pimpfen unterhalten, um von ihnen zu hören, wie^es ihnen auf der Fahrt im vergangenen Jahre gefallen hat. Noch höute packen sie begeistert aus und schilderten angeregt ihre Erlebnisse. Und auf die Frage: ob sie denn auch in diesem Jahre wieder mit dabei sein wollten, gab es keine andere Antwort als die: »Selbstverständlich!^ Dies im Brustton der Ueber- zeugung und so, als ob darüber keinen Augenblick ein Zweifel herrschen könnte. Ein Bild aus dem Sommerlager am Gederner See. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) WO Mit einem Gefolg» schaftsführer unterhielten wir uns besonders, um von ihm einmal zu hören, wie es um die Vorbereitung, die Durchführung der Fahrt und wie es um die Verantwortung stand, die es dabei zu tragen galt. Mit großem Ernst gab er Auskunft und ließ dabei erkennen, daß man sich bei der Fahrtleitung aller Verantwortung den Eltern gegenüber bewußt war. So ging, lange vor Fahrtantritt, für diejenigen, die Fahrtabteilungen oder Fahrtgruppen zu führen hatten, eine besondere Schulung voraus. Alle Fahrtführer wurden eingehend mit ihren Aufgaben vertraut gemacht, ihnen wurde - : I Auf Fahrt und int Lager gab es manches lustige Spiel. genau gesagt, was in dem und jenem Falle zu tun sei; ihnen wurde anempsohlen, alles zu vermeiden, was die Gesundheit der Fahrtteilnehmer in Gefahr bringen könnte, sie wurden aber auch darauf hingewiesen, daß alle Ueberbeanspruchun- gen auf dem Marsch, bei Geländespielen usw. zu vermeiden seien, da ja die Hessen-Nassau-Fahrt für alle Beteiligten zu einer Erholung und Freude werden sollte. Das wurde sie dank der vorsorglichen Organisation denn auch! Alle kamen putzemunter, vergnügt und erholt nach Haufe. Denjenigen aber, die aus irgendeinem Grunde nicht dabei sein konnten, oder denjenigen, die sich vielleicht mit irgendeinem fadenscheinigen Grund von der Teilnahme drückten, wurde besonders viel erzählt, so daß sie sehr bedauerten oder gar sich schwarz darüber ärgerten, nicht dabei gewesen zu sein. Daß die Teilnehmerzahl bei der Hessen-Nassau-Fahrt erfreulich groß sein konnte, war nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß diejenigen, die berufstätig waren, bei ihren Meistern und Betriebsführern alles Verständnis für die Sache fanden und den nötigen Urlaub zu rechter Zeit bekamen. Für die noch Schulpflichtigen war es ja leichter, denn die Fahrt fiel in die Zeit der Ferien. * Im nachfolgenden mag nun noch einmal in die Erinnerung zurückgerufen werden, wie die Jungen draußen in Feld und Wald und in den Dörfern die Tage ihrer Fahrt verbrachten. Einige der Hitlerjungen und Pimpfe, die wir befragten, ließen in vielen Einzelheiten wissen, wie zünftig es von der ersten bis zur letzten Stunde war. Von Gelnhausen und von Wächtersbach aus, den Zielpunkten der Fahrt, hatte sich damals die große Schar in viele kleine Einheiten aufgelöst und zog nun stern-, ja fächerförmig in die Landschaft hinaus. Man zog in die Waldberge des Spessarts, in das herrliche. Kinzigtal und kam immer in den frühen Abendstunden in den Dörfern an, die für die einzelnen Fahrtnbteilun- gen jeweils Tag für Tag vorausbestimmt waren. Ueberall in den Dörfern war reichlich für Quartiere gesorgt, und überall freuten sich die Bauern auf die Ankunft der Jungens. Ja manchmal gab es sogar großes Bedauern, wenn die Zahl der bereitgestellten Betten größer war, als die Zahl der angekommenen Gäste, das heißt also, wenn der eine oder andere Hof keinen Abend- und Nachtgast erhielt. Da wurde es dann meist so gemacht, daß immer dort, wo ursprünglich zwei Betten in einem Hause bereitgestellt waren, nur ein Platz belegt wurde, damit auch ein anderer Bauernhof, der sonst leer hätte ausgehen müssen, ebenfalls seinen Besuch bekam. Auf die Frage nach der Verpflegung gab es überhaupt nur eine einzige Antwort: „Ganz groß!" Bei 14- bis 18jährigen will das schon etwas heißen! Nach dem Aufenthalt Tag für Tag im Freien bei Sport und Spiel und fröhlichem Marsch entwickelten sie alle einen Hunaer, der sich sehen lassen konnte. Die Bauersleute haben sich dabei manchmal gewundert, was auch so ein Stadtjunge zu verdrücken vermag. Um ja die Verpflegung der Jungen auch für den nächsten Tag sicherzustellen, haben manche Gastgeber am anderen Morgen noch manches mit I Rauchfleisch oder Wurst bedeckte Brot von an* ständigem Kaliber mitgegeben. Selbstverständlich war das Gastspiel der Hitler- Jugend in den Dörfern auch nicht nur für die Hitler-Jugend selbst eine große Freude, sondern ebenso für die Bauern in den stillen Dörfern der Waldberae, die ja auch gerne einmal ein anderes Gesicht sehen, andere Mundart hören und etwas aus anderen Lebenskreisen erfahren. Wenn auch die Fahrt der Erholung dienen sollte, so war doch der Tageslauf in eine gewisse Ordnung gebracht worden. Es wurde früh (wenn auch nicht allzu früh) aufgestanden, und dann gab es einen kleinen Waldlauf, der sich für die Jungen immer um so reizvoller gestaltete, als er doch durch immer andere Landschaft führte. Nach dem Abschied von den Gastgebern begab man sich wieder auf den Marsch, der allerdings nicht über große Strecken führte. 15 bis 20 Kilometer für den Tag war so die Strecke, die von den Jungens spielend bewältigt wurde. Immer an schönen Punkten gab es dann Rast, in geeigneter Landschaft wurden Geländespiele geübt, ja, es wurden auch alle jene Vor dem Aufbruch zur Hessen-Nassau-Fahrt 1937 auf dem Brandplatz in Gießen. 1 Abenteuer in Parts. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Lissy hob ihren Blick zu ihm, und ihre großen Augen senkten sich forschend in die seinen. Willy wurde verlegen. „Sie wollten doch ... dem Mann Bescheid sagen!" erinnerte er, als er sah, daß Bargent keine Miene machte, seinem Versprechen nachzukommen. „Oh, hat noch Zeit, hat noch Zeit! Erst wollen wir trinken. Auf Ihr Wohl, junger Mann!" Er hob kichernd sein Glas. „Nein, bitte, tun Sie es sofort! Ich muß heute vormittag in Paris sein. Ich werde dort dringend erwartet." „Oh, dringend erwartet? So, so —" Bargent blickte vorsichtig um sich, als fürchte er einen unliebsamen Lauscher. „Sie haben ... etwas angestellt . . hier in Deutschland, wie? — Geld unterschlagen?" Sein heißer Atem streifte Willys Wange. „Keineswegs, das ist ja Unfinn! Es ist so, wie ich Ihnen sagte: mein Paß wurde'mir gestohlen. Und da meine Geschäfte in Paris sehr dringend sind —!" „So, so! Sehr dringend also! — Nun, da müssen wir halt sehen!" Während er dies sagte, starrte er unverwandt seine Tochter an. Dann erhob er sich umständlich und ging auf die Tür zu. Plötzlich wandte er sich noch einmal um. „Es ist vielleicht ... schicklicher, Lissy, wenn du dich in dein Zimmer zurückziehst. Der Herr wird nichts einzu- wcnden haben." Lissy richtete sich steif auf, und es schien Willy, als veränderte sich der Ausdruck ihres Gesichtes zu einer kalten, inhaltlosen Maske. „Du brauchst keine Sorge zu haben." Wenige Augenblicke später waren die beiden allein. Kaum waren die Schritte des Alten draußen verklungen, da griff Willy Ruland beschwörend nach dem Arm des Mädchens. „Um Gottes willen, Fräulein, was... was soll das alles bedeuten?," „Wieso?" fragte sie zurück. „Herr Gregor wird Sie über die Grenze schmuggeln. Da ist nichts weiter zu erklären." Ihre Miene verharrte in der merkwürdigen gespenstischen Starrheit. „Nein, nein!" rief Willy leidenschaftlich. „Es liegt etwas Unheimliches, Grauenvolles über all diesem Geschehen. — Sie waren vorhin ganz anders, Fräulein Bargent! Warum waren Sie so entsetzt, als Sie Ihren Vater im Zimmer erblickten? — Ich hatte zunächst bei seinem seltsamen Verhalten den Eindruck, als ob er... geisteskrank sei." Lissy blickte ihn aus irren Augen an. „Vielleicht ist er es!" flüsterte sie. Und dann geschah etwas Unerwartetes. Sie warf sich aufstöhnend über den Tisch, mit ausgestreckten Armen. „Ich kann nicht, ich kann nicht mehr... Mag er mich umbringen, mag er mich zu Tode prügeln — ich kann nicht mehr. Ich... kann nicht mehr." Willy war entsetzt über diesen ungehemmten Ausbruch eines verzweifelten Herzens. Er griff nach ihrer Hand. „Mein Gott — erklären Sie sich deutlicher! Was können Sje nicht mehr?" Ihr ganzer Körper wurde durchwühlt von krampfartigen Zuckungen. Sie klammerte sich an feinen Händen, an feinen Armen fest. „Erschrecken Sie nicht, wenn ich Ihnen verrate, daß man es... auf Ihr Geld abgesehen hat. Sie haben ... eine größere Summe bei sich, nicht wahr?" Willy Ruland erblaßte. „Ja — allerdings! Woher wissen Sie? — Mein Gott, sprechen Sie! Ich will gern alles tun, was in meinen Kräften steht, um Ihnen zu helfen, aber Sie müssen mir alles sagen!" Er mußte aber noch warten, bis Sie sich beruhigt hatte. Die Sekunden dünkten ihm Ewigkeiten. Jeden Augenblick konnte Bargent zurückkehren. Endlich begann sie. „In Ihrem Abteil befand sich ein Herr, der sich sehr für Sie interessierte, nicht wahr? Vermutlich hat er versucht, Sie über den Zweck Ihrer Reise auszufragen. Ein älterer Herr, etwas beleibt?" „Ja — tatsächlich?" gab Willy in höchster lieber« raschung zu. „Seine Aufgabe war es, den Inhalt Ihrer Brieftasche festzustellen und Ihnen, wenn die Sache sich lohnte, den Patz abzunehmen. Dieser Mann ist — der Zutreiberi" Willy riß die Augen auf. Das also war die Lösung! Dann hatte Herr Claude mit den Juwelendieben ja gar nichts zu tun! Er hatte diese Leute überschätzt. Sie wußten demnach noch nichts davon, daß man im Begriff war, sie in eine Falle zu locken. Ah, und nun diese Falle nicht schließen zu können! Unerträglicher Gedanke! „Auf dem Grenzbahnhof erwartete Sie... mein Vater, mit dem Angebot, Ihnen den Grenzübertritt ohne Paß zu ermöglichen. Nun, dieses Angebot—" Sie hielt erschreckt inne. Draußen war eine Tür gegangen, und nun näherten sich vom Flur her eilige Schritte. „Was ist mit dem Angebot? Schnell!" Aber schon wurde die Tür aufgerissen, Bargent trat ein. Lissy hatte gerade noch Zeit gefunden, Rulands Hände loszulassen, in ihren Stuhl zurückzusinken und die starre Miene von vorhin wieder anzunehmen. Weniger gewandt war Ruland. Seinen Gesichtszügen war es weniger rasch gelungen, vom Ausdruck unbeherrschten Entsetzens in den einer ruhigen Gelassenheit hinüberzuwechseln. Hatte Bargent Verdacht geschöpft? Anmerken ließ er sich jedenfalls nichts. Er ging händereibend auf den Tisch zu, nahm lächelnd Platz und griff nach dem Weinglas. „So!" sagte er, mit den Augen zwinkernd. „Es ist alles in bester Ordnung. In einer knappen Stunde können Sie fahren." „Wundervoll!" rief Willy, aber seine Stimme war unversehens heiser geworden. „Und Sie glauben, daß ich ohne Zwischenfall hinüberkommen werde?" „Aber natürlich! Gregor versteht sein Geschäft, darauf können Sie sich verlassen. — Willst du uns nicht noch einmal einschenken, Lissy? Herr Ruland trinkt sicher auch noch ein Glas." „Nein, danke! Ich möchte meinen klaren Kopf nicht verlieren; denn es könnte immerhin gefährlich werden." „Sie werden doch keine Angst haben, lieber Freund! Und wenn — dann ist ein bißchen Alkohol die beste Medizin! — Oh, die Flasche ist schon leer? Dann muß noch eine zweite daran glauben." Er stand auf, und es sah aus, als wollte er an den Wandschrank gehen, wo er seinen Weinoorrat aufbewahrte. Aber in dem Augenblick, als er an Willy Ruland vorbeiging, schlug er zu — und seine Faust hatte einen guten Schlag. Willy Ruland sackte mit einem gurgelnden Laut zusammen. 8. Heinz Stadler nahm Gerdas Arm und führte sie behutsam zum Ausgang des Bahnhofes. „Sie müssen sich beruhigen. Wir werden ihn bestimmt finden. Sehen Sie, wie gut, daß ich noch gewartet habe!" „Aber — wenn ihm etwas zugestoßen ist?" „Zu einer solchen Befürchtung besteht nicht der geringste Anlaß. Ich nehme als wahrscheinlichsten Fall an, daß bei der Paßkontrolle irgend etwas geschehen ist. Vielleicht--" „Aber seine Papiere sind doch in Ordnung! Ich habe sie selbst gesehen." „Vielleicht hat er sie zu Hause liegen gelassen?" „Ausgeschlossen! Sie müßten ihn kennen! Er hat sicher in der letzten halben Stunde vor der Abreise mindestens zehnmal nachgesehen, ob er auch nichts vergessen hat — in dieser Beziehung kann er einem wirklich auf die Nerven gehen." „Nun, wir wollen uns darüber vorerst nicht den Kopf zerbrechen. Sie suchen sich jetzt eine nette, gemütliche Unterkunft in einem — hm, hören Sie mal, Fräulein Gerda, wie wäre es, wenn Sie in meinem Hotel ein Zimmer nehmen würden? Der einfachste Ausweg! Wir können uns dann jederzeit treffen und unsere Schlachtenpläne entwerfen." „Sehr gerne!" erwiderte Gerda erleichtert, „Eigentlich ist es ja eine Unverschämtheit von mir. Sie so in Anspruch zu nehmen, aber--" „Also ganz im Ernst, Fräulein Gerda — ich möchte etwas Derartiges jetzt nicht mehr hören. Versuchen Sie sich meinetwegen einzubilden, daß ich eigens zu dem Zweck nach Paris gekommen bin, um über das Wohl Ihres Verlobten zu wachen! Ja?" Sie lachte in heller Verlegenheit. „Na ja, gut! — Sie trauen meiner Phantasie ja allerhand Fähigkeiten zu!" „Dann darf ich Sie also in mein Hotel bringen?" „Natürlich! Ich bin sehr froh, daß ich nicht' gan- allein sein werde." (Fortsetzung folgt) Leibesübungen betrieben, die für das Leistungsabzeichen der Hitler-Jugend notwendig find. Mancher der Jungen konnte während dieser Fahrt die Prüfung ablegen. Für die HI. war diese Möglichkeit zur Vorbereitung und Ablegung dieser Prüfung besonders günstig, weil die Jungen ja immer da waren und es auch nicht an Zeit und Training mangelte. Selbstverständlich hatte man auch Bälle dabei und es gab manches lustige Ballspiel. Die Badehosen befanden sich ebenfalls im Tornister und wurden oft genug heroorgeholt. In manchem Bachlauf, in manchem Dorfteich gab es dann ein sehr bewegtes Badeleben. Während der Fahrt war für alle Fahrtgruppen auch ein Ruhetag eingelegt, das heißt, man blieb also für einen Tag im Dorf oder in dessen nächster Umgebung, und den Abend verbrachten dann die Gießener Hitler-Jungen und die Pimpfe in der Gemeinschaft mit den Dorfbewohnern. Da führten sie Spiele vor, zeigten Ausschnitte aus Heim- und Lagerabenden, veranstalteten Boxkämpfe, zeigten luftige Bodengymnastik, sangen ihre Lieder usw. So waren die Tage ausgefüllt und verliefen zu aller Zufriedenheit. Die reichen Erlebnisse mögen noch heute in manchem nachklingen, der damals dabei war und bei der Hessen-Nassau-Fahrt 1938 wieder dabei sein wird. * Auch aus der Gefolgschaft der Marine-Hitler- Jugend sprachen wir einige Kameraden. Sie nahmen allerdings nicht an der Hessen-Nassau-Fahrt teil, sondern verbrachten die Tage ihres Urlaubs in einem festen Lager, in einer landschaftlich sehr bevorzugten Gegend: bei Miltenberg am Main. Dort führten sie ein richtiges Lagerleben, machten kurze Streifzüge in die Umgebung, übten in großen Ruderbooten auf dem Main, übten auch in ihrer Laaergemeinschaft für das Leistungsabzeichen und kehrten nach schönen Tagen ebenfalls gesund und munter zurück und voll der dankbaren Erinnerung an Ferientage, wie sie die Jugend vorhergegangener Generationen nie erleben konnte. Und noch einen anderen jungen Kameraden sprachen wir, einen jener stattlichen und kräftigen Kerle, die im vergangenen Jahre im Zusammenhang mit dem Reichsparteitag die Fahnen der Hitler-Jugend nach Nürnberg trugen und weiter nach Süden marschierten, um -eine weihevolle Gedenkstunde in der Feste Landsberg zu verbringen. Auch er erzählte mit Begeisterung von dieser großen Fahrt, die über die Zeit von fünf Wochen führte, und zeigte uns viele schöne Bilder, in denen dieser Chrenmarsch der Hitler-Jugend festgehalten war. Nun steht also die Hessen-Nassau-Fahrt 1938 bevor! Sie wird diesmal in das Gebiet von Limburg führen. Die Hitler-Jugend unserer Stadt und des Kreises wird nunmehr einen anderen Teil unserer Heimatlandschaft kennenlernen, und zwar das Herr- liche Lahntal mit seinen romantischen Städtchen und seinen schönen Dörfern. Die Eltern werden der großen Sache unserer Jugend, der nächsten Hessen- Nassau-Fahrt, sicherlich die Bereitschaft und Einwilligung nicht versagen. N. Ereignisse im Fachamt Handball. Zu einer Arbeitstagung hat der Kreisfachwart für kommenden Sonntag Die Vereinsspielwarte, Uebungsleiter, Schiedsrichter und Anwärter eingeladen. Neben den wichtigen laufenden Angelegenheiten sollen vor allen Dingen die Arbeiten in Zukunft, das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau, das Gießener Hallenturnier besprochen werden. Außerdem gilt es, die verantwortlichen Männer in die Neuerungen der Handballspielordnung einzuführen. Auf jeden Fall verspricht die Zusammenkunft recht interessant zu werden, weil auch ein Vertreter des Gaues anwesend sein wird. Der Spielbetrieb ist am Heldengedenktag dürftig. In der Bezirksklasse stehen nur zwei Spiele an. Der Rest kann erst nach dem Hallenturnier steigen. Die endgültige Erledigung der Runde wird sich allerdings noch sehr lange hinziehen, weil am 27. März auch bereits die Aufstiegsspiele beginnen und Lützellinden somit zunächst für die Bezirksklasse nicht mehr zur Verfügung steht. Es werden sich diesmal gegenüberstehen: Mtv. Gießen — Tv. Hörnsheim. Tv. Roth — Tv. Heuchelheim. Die Mannschaft des Mtv. konnte das Vorspiel gegen Hörnsheim bereits eindeutig für sich entscheiden. Es sollte schon mit Rücksicht darauf auch diesmal wieder zu dem Punktgewinn reichen. Inwieweit das aber eintreten wird, bleibt abzuwarten. Hörnsheim ist stärker geworden und hat gerade im lebten Spiel eine recht gute Leistung gezeigt. Die Platzmannschaft dagegen kämpfte sehr unterschiedlich und wies auch zuhause eine bedenkliche Unsicherheit auf. Gerade deswegen muß man den Ausgang des morgigen Spieles als offen bezeichnen. Heuchelheim muß auch diesmal wieder mit Ersatz antreten. Ob es unter diesen Umständen gelingt, sich durchzusetzen, scheint sehr zweifelhaft zu fein. Denn mancher Gegner hat schon erfahren, wie stark gerade Roth auf eigenem Platz ist und wie schwer es fällt, dort zu gewinnen. Aller Voraussicht nach wird der kommende Sonn- tag auch die Entscheidung in der Gauklasse bringen. Zwei überaus wichtige Spiele stehen an: Tv. Wetz- lar — Jahn Gensungen und ET. Kassel — Tuspo. Bettenhausen. Gewinnt Wetzlar und verliert Bettenhausen — beide Möglichkeiten bestehen — so hat Wetzlar den Titel des Gaumeisters errungen, Gesellschaftsspiel 1900 — MSV. III. AR. 9. Den morgigen spielfreien Sonntag müßen 1900s Handballer zu einem Freundschaftsspiel aus. Gegner ist die Elf des Militärsportvereins „Barbara . Beide Mannschaften stehen sich erstmals gegenüber, und es dürfte sich ein spannendes und technisch hochstehendes Treffen entwickeln. Den Gästen geht der beste Ruf voraus. Sie stellen eine auf fast allen Posten gut besetzte Elf ins Feld, die ihre Hauptstarke-wiederum im Sturm hat. Hier ragen besonders die beiden Ex-1900er Uffz. Winden und Usfz. Färber hervor. Die Spielvereinigungsleute, die in der Vorrunde der Derbandsserie recht unglücklich kämpften, sind, wie die letzten Ergebnisse gezeigt haben, wieder im Kommen. Die Angriffsreihe, seither das Schmerzenskind, ist wieder gut eingespielt und dürfte der Hintermannschaft der Artilleristen das Leben schwer machen. Alledings muß der Links- außen Schüler ersetzt werden. Freundschaftsspiele. Garbenheim I — Katzenfurt I. Katzen- furt geht einen schweren Gang; die Platzbesitzer hatten erst am vergangenen Sonntag ihre der- zeittge Spielstärke deutlich unter Beweis gestellt. Ein sicherer Sieg der Garbenheimer sollte, den Leitungen entsprechend, das Spiel beenden. Holzheim I — Pohl - Göns I. Holzheim hat sich eine Mannschaft der Bezirksklasse des Friedberger Kreises verpflichtet. Der Ausgang des Spieles bleibt abzuwarten; es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß es gerade in Holzheim zu Überraschungen kommen kann. Dutenhofen I — Orüningcn I. Nach langer Zeit tritt Dutenhofen wieder auf den Plan; es dürfte wohl der Mannschaft zur Zett etwas an Einheit fehlen. Orüningen bestand am vergangenen Sonntag gegen eine Mannschaft der Bezirksklafse recht gut. Wie das bevorstehende Treffen enden wird, wird wohl die Form des Tages entscheiden. Diesen drei Spielen gehen jeweils Jugendspiele voraus. Haufen I — Wißmar I. Hausen hat sich für Sonntag eine Mannschaft verpflichtet, die zur Zeit ganz besondere Spielstärke aufweift und auch mit den größten Hoffnungen sich den Aufstieg zur ersten Kreisklasse erkämpfen wird. Start der VezirMlasfe zu den Pokalspielen. Am morgigen Sonntag wird die erste Zwischenrunde um Den Dscharnmer-Pokal durchgeführt. Hier stoßen zu den Siegern aus der Vorrunde die Bezirksklassenmannschaften. Damit fangen die Spiele an, mehr und mehr an Interesse zu gewinnen. Für den Sport!reis Gießen sind folgende Spiele vorgesehen: Steinberg — Naunheim Lollar — Butzbach Frohnhausen — Burg Oberbiel — Steindorf Spfr. Wetzlar — SpV. Wetzlar Bissenberg — Sinn. Die Teutonen erhalten in Naunheim den Gegner, der ihnen die letzte Niederlage auf eigenem Platze in der Verbandsrunde beibrachte. Dadurch genügend gewarnt, dürfte diesmal Steinberg als Sieger zu erwarten fein. Nach dem Unentschieden in Sinn haben die Lol- larer bewiesen, daß sie noch Kampfkraft besitzen. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß dem Siegeszug der Butzbacher diesmal Halt geboten wird. Di- Begegnung im Dillgebiet wird wohl mit einem Sieg der Frohnhäufer enden, da sie spielerisch höher zu bewerten sind, als die Burger und außerdem den Platzvorteil für sich haben. Oberbiel, neben Sportfreunde Wetzlar Sieger aus der Vorrunde, empfängt Steindorf. Eine interessante Paarung, die darüber Aufschluß geben soll, inwieweit Steindorf sich während der Bezirksklas- sen-Zugehörigkeit verbessert hat. In Wetzlar steigt ein Lokalkampf. Auf dem Platze im Klosterwald empfangen die Sportfreunde den Sportverein 05. Dadurch haben die Platzbesitzer lediglich einen finanziellen Erfolg, denn der Sieger und damit weiterer Teilnehmer heißt Sportverein. Nach dem überraschenden Sieg der Bissenberger in Sinn sind auch diesmal die Gastgeber als Sieger zu erwarten, zumal den Sinnern ihr ausgezeichneter Tormann Betz infolge Sperre nicht zur Verfügung steht. Die' zweite Zwischenrunde erfolgt am 27. März, in der die Spieloereinigung 1900 auf den Sieger der Wetzlarer Begegnung in Wetzlar trifft. Unschwer zu erraten, daß der Großkampf innerhalb kürzester Zeit seine Wiederholung findet. Steinberg I — Naunheim I. Zu einem spannenden Kampfe sollte es morgen aus dem Teutonen-Platze kommen. Naunheim ist schon von vielen Kämpfen her in Steinberg bekannt. Außer einem Spiel, in dem die Teutonen mit 4:1 gewannen, behielt stets Naunheim die Oberhand. Die letzten drei Kämpfe endeten jedesmal mit 2:1 zugunsten Naunheims. Wie wird nun das morgige Spiel ausgehen? Naunheim ist als eine faire und technisch hochstehende Elf bekannt. Jeder einzelne Spieler zeigt beachtliches Können. Die gefährlichste Waffe ist der Sturm. Bei den Teutonen rechnet man mit der stärksten Besetzung. Hapvel steht wieder zur Verfügung. Die Perletzungen, die zwei Spieler am letzten Sonntag erhalten haben, sind auch nicht schwerwiegend, so daß ihr Mitwirken gesichert ist. Unter diesen Umständen können Vereinsleitung und Anhänger mit Beruhigung dem Spielausgang entgegensehen. Alle übrigen Mannschaften sind spielfrei. Lollar — Butzbach. Als Auftakt zur Pokal-Runde empfängt die erste Elf des Sportvereins Lollar die spielstarken Butzbacher als Gegner. Im letzten Verbandsspiel der beiden Gegner sah man die Lollarer klar im Vorteil, und nur dem Umstand, daß damals Gabriel zum zweiten Male vom Mißgeschick verfolgt wurde, konnten die Platzbesitzer es verdanken, daß sie einen Punkt retten konnten. Inzwischen sind aber die Gäste wesentlich stärker geworden, und schon manchem beachtlichen Gegner konnten sie das Nachsehen geben. Ader auch die Lollarer haben sich etwas gebessert. Außer dem Sturm, der immer noch zu bemängeln ist, haben die Lollarer in den letzten Spielen wieder eine Form gezeigt, auf die man wieder etwas mehr Hoffnung setzen kann. Die endgültige Mannschaftsaufstellung steht noch nicht fest. Können die Lollarer wieder an die Leistungen in den letzten Spielen anknüpfen, so dürfte morgen ein spannender Kampf zum Austrag kommen. Noch einmal: Auffliegspiel AfS.-R. - Lich. Mit Spannung sieht man dem Treffen der obengenannten Mannschaften auf dem Waldsportplatz entgegen. Waren es doch die Licher, die am vorigen •sonntag den Grünweißen nach hartem Kampf beide Punkte abnehmen konnten. Die Licher Mannschaft hat bewiesen, daß sie zu kämpfen versteht und ist durch ihren Sieg moralisch gestärkt. Sie ist auf aüen Posten gut besetzt, hervorzuyeben ist der Torwart Gilbert. Die Grünweißen werden aus ihrer Niederlage gelernt haben. Die Niederlage war auf Das Versagen der Verteidigung zurückzuführen, da- wurde diese wieder mit Thron und Leutheuser gestellt. Da Bach und Szponick wieder mitwirken, durfte der Sturm für einige Tore gut sein. Fußbail her Kreisklassen. Tv. Wißmar — DfB.-Reichsbahn III. Die Dritte fährt nach Wißmar zum Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Gruppe B. Im Vorspiel konnten die Grünweißen einen klaren Sieg herausholen. Die Gastgeber bewiesen bei dem Vorspiel, daß die Mannschaft mit Recht die Tabelle anführt. Der eigene Platz wird ein wichtiger Faktor bei diesem Spiel sein. FL. 1926 Grohen-Bufeck I — Tv. Wieseck I. Am morgigen Sonntag empfangen die Schwarzgelben die gleiche des To. Wieseck zum fälligen Verbandsspiel. Die Gäste, die in letzter Zeit ganz beachtliche Ergebnisse zu verzeichnen hatten, werden sich auch in Großen-Buseck zu verteidigen wissen. Allerdings sind in Buseck nicht viel Lorbeeren zu holen. Allerdings sollte in Großen-Buseck dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Spogg. Leihgestern I — Ffpv. Steinbad) I. Morgen empfängt die Erste der Spielvereinigung Lechgestern die gleiche des Fspv. Steinbach zum Verbandsspiel. Die Blauweißen, die in letzter Zeit eine gute Form an den Tag gelegt Halme, sollten auch diesmal das bessere Ende für sich behalten. Die Spvg. wird das Spiel mit folgender Mannschaft bestreiten: Dutenhöfer; Velten, Laux II.) Wedemann, Väth, Textor; Sauber, Arnold, Krick, Funk oder Laux I. und Heß. Vor dem Spiel der Ersten treffen sich die neuaufgestellte Jugend der Spogg. und die zweite Elf des DfB.-R. Gießen zum fälligen Rückspiel. Wer hier den Sieger stellt, ist nicht vorauszusagen. Am vorigen Sonntag trug die Jügend der Spvgg. in Gießen gegen die 1. Jugend der Spvgg. 1900 vor dem Ligaspiel ein Gesellschaftsspiel aus, das die Lechgesterner, ttvtzdem sie für Seel und Hch. Velten Ersatz einstellen mußten, mit nicht weniger als 6:0 Toren gewannen. Es war ein auch in dieser Höhe verdienter «Steg. Saasen I. 3gb. — 1900 1. 3gb. Die 1. Jugend der Spieloereinigung 1900 folgt einer Einladung zu einem Gesellschaftsspiel nach Saasen. Saasens 1. Jugend ist hier im Kreis in der letzten Zeit wohl bekannter geworden. Die Blauweißen haben sich entschlossen, die 1. Jugend umzu- stellen. Durch das Mitwirken zweier neuer Leute er- I Steinhäger W -Urquell MßM , würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! hofft man eine Verstärkung. Die 1. Jugend von Saasen besitzt jedoch eine solche Stärke, daß sie sich auf eigenem Gelände wohl nicht so leicht überrennen läßt. Bedeutsamer Abschluß einer Entwicklung. Anordnung des Stellvertreters des Führers. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat eine Anordnung erlassen, die Sport und Leibeserziehung durch Angehörige der Partei regelt. In dieser Anordnung heißt es: „Nachdem in immer stärkerem Maße der Sport und die Leibeserziehung durch die Angehörigen der Partei, besonders ihrer Gliederungen, vertreten und zur Geltung gebracht werden, ist eine einheitliche Regelung auf diesem Gebiet durch den Reichs- sportführer, der den Auftrag des Führers zur Leibeserziehung des deutschen Volkes erhalten hat, notwendig geworden. Ich bestimme daher, daß die Richtlinien des Reichssportführers von Tschammer und Osten hinsichtlich der Leibesübungen und des Leistungssports verbindlich sind für die Gliederungen und angefchloffenen Verbände der Partei." Wirtschaft. Nhem-Mainische DSrse. Mittagsbörse: Starker abgeschwächt. Frankfurt a. M., 11. März. An der Börse war das Geschäft etwas lebhafter. Im Verlaufe setzte an den Aktienmärkten, verstärkt durch Berliner Abgaben, denen sich der berufsmäßige Börsenhandel anschloß, unter Führung der Hauptwerte eine stärkere Kursabschwächung durch. Die zahlreichen wirtschaftlichen Anregungen, so vor allem auch die Ausführungen des Reichsbankpräfi- denten anläßlich der Reichsbank HV., blieben ohne besondere Auswirkungen. Auch unmittelbar nach Festsetzung der ersten Kurse, hielt die schwache Haltung der Börse an. IG.-Farben zunächst 0,50, anschließend weitere 2 o. H. niedriger, Metallgesellschaft um 1,13; Erdöl um 0,40 v. H. leichter. Arn Elektromarkte verloren Betula und Siemens je 2,75 v. H., AEG. 1 v. H., Gesfürel 0,25 v. H. Auch Automobilaktien im Gegensatz zu ihrer letztägigen Erholung stärker gedrückt, so Adlerwerke um 1, Daimler um 2,50 v. H., wesentlich besser gehalten waren BMW., Junghans sogar 0,50 v. H. fester. Von Maschinenwerten gaben Demag 1,50, Rbein- metall 1,25 v. H. nach. Ziemlich schwach lagen Montanwerte unter Führung von Verein. Stahlwerke, die 2,50 v. H. verloren, daneben Rheinstahl 2, Hoesch 1,75, Mannesman etwa 1,50 v. H. niedriger. Von Einzelwerten gaben Holzmann um 2,75, Zell- ftoff Waldhof in gleichem Ausmaße, Bemberg 3, Westdeutsche Kaufhof 2, VDM. 1, Deutsche Linoleum 0,65, Reichsbank 2,50 v. H. nach. Der Rentenmarkt war wesentlich besser gehalten, obwohl auch hier verschiedentlich leichte Kursrückgänge sich einstellten. Die Altbesitzanleihe gab etwa 0,25 o. H. nach, Kommunal-Umschuldung bis 96,05 (96,15). Im weiteren Verlaufe schrumpfte das Börsengeschäft außerordentlich stark zusammen. Conti Gummi, die erst später notiert wurde, lagen um etwa 6 v. H., Feldmühle um 1,50 unter Bortag. Junghans büßten ihren Anfangsgewinn wieder ein und darüber hinaus noch 1 v. H. Freiverkehrswerte sehr still, aber ebenfalls zunz Teil "1 bis 1,50 v. H. schwächer. Die Pfandbriefkurse lagen durchweg unverändert, Kommunal-Umschuldung im Verlaufe .noch eine Kleinigkeit niedriger. Abendbörse still. Die Abendbörse war etwas unsicher, an sich aber farblos. Verschiedentlich bröckelten Großwerte noch etwas ab, vor allem Montanaktien, wo Verein., Stahlwerke und Mannesmann je 0,25 v. H. unter Mittagsschluß umgingen. IG.-Farben mit 156 gut behauptet, Reichsbank 0,65 v. H. freundlicher. Den wenigen Verkäufen standen auch Publikumskäufe, wenn auch in geringem Ausmaße gegenüber. Am Rentenmarkt waren kaum Veränderungen zu verzeichnen, Kommunal-Umschuldung wieder 95,95. Im einzelnen notierten JG.-Farben 156, Verein. Stahlwerke 110, Mannesmann 111, Scheideanstalt 249, Conti Gummi 206, Reichsbank 209, Rheinmetall 138, Junghans 120,25, Farbenbonds 130, Commerzbank 123, Deutsche Bank 127,50, Dresdner Bank 116, Rheinstahl 141, Adlerwerke 119,50, MAN. 128, Bemberg 141,50, Daimler E 139,50, Demag 145,75, Deutsche Linoleum 168,50, Licht und Kraft 145,75, Gesfürel 146, Holzmann 159,50, Moenus 132,50, Schriftftempel 115, VDM. 174, Kaufhof E 96,50, Hapag 75, im Freiverkehr Bürbach 71 nach 70 mittags gehandelt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lvmbardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börfe Schiuß- kurs Schlußk. Mittagbörse Damm 10-3. 113- 10.3. 113. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,9 101,9 101,9 102 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 99,9 99,9 99,9 99,9 iy.% Deutsche Reichsschatzanwet- sungen von 1935 .......... — — — — AYf% Deutsche Reichsschatzanwet- sungen von 1935, II. ftolge ... 99,9 99,9 99,9 99,8 t Halloh war alles in der Arena. An der "aeaen. uberliegenden Seite stob der Stier wieder herein und fegte nun die Arena ratzekahl Es war ein Gemisch von artistischen Glanzleistun. langen Männer beim Herüberschnellen über die Hol^brustung und von Komik, daß man lief) bet Gefahr gar nicht bewußt wurde. „Unseren Leuten passiert fast nie etwas", sagte ein spanischer reagieren zu schnell auf jede ©itua- non. >3a) habe jetzt das Improvisationstalent der Spanier begriffen, ihre jugendliche Freude an der Improvisation. Schließlich mar der Jungstier so- meit außer Puste, daß die Erfahrenen mit Decke Ncchssüel an ihn herankamen. Man sah verblüffend« Bilder von Eleganz und Mut. um, ohne Ouerschüsse der Parteien befürchten zu müssen, die Finanzierung von Aufrüstung und Sozialreform nach einheitlichen Gesichtspunkten und dem Grad der vorhandenen Mittel vorzunehmen. Die Sozialdemokraten haben geantwortet, daß für eine solche Ermächtigung die parlamentarische Basis des Kabinetts Chautemps zu klein sei. Das Kabinett war tatsächlich ein rein radikalsozialistisches, das aber bei feinem Amtsantritt eine Mehrheit erhalten hatte, die von den Kommunisten bis zur Gruppe Marin, also weit nach rechts, reichte. Aber die Scheu vor jeder Art von Ermächttgung, die eine Selbstausschaltung des Parlaments bedeutet, ist bei den französischen Parteien nach wie vor groß. Man hat also das Bedürfnis, alle sich bietenden Möglichkeiten durchzuexerzieren, bevor man sich dazu entschließt, eine Maßnahme zu billigen, die vor dem Lande dem Eingeständnis einer Kapitulation des Parlaments, einer Konzession an „autoritäre Methoden" gleichkäme. Diesem Gedanken entspringt die Betrauung L6on Blums mit der Regierungsbildung, obwohl es höchst zweifelhaft ist, daß ihm der Versuch einer Erweiterung der Regierungsbasis diesmal gelingt, nachdem ihm erst vor zwei Monaten der Erfolg versagt blieb. Die Neigung, mit den Kommunisten in einer Regierung zusammenzuarbeiten, war damals schon bei den Radikalsozialisten außerordentlich gerina, von den weiter rechts orientierten Gruppen, die für eine Regierung der Konzentration in Frage kämen, ganz zu schweigen. Das Prestige der Kommunisten hat nun aber inzwischen durch die auch in Paris mit wachsendem Grauen verfolgten Moskauer Ereignisse einen schweren Stoß erhalten, so daß es kaum denkbar ist, daß sich bürgerliche Gruppen heute noch zu einer Zusammenarbeit mit den Kommunisten bereit fänden, worauf andererseits L6on Blum ungern verzichtet, weil er für seine Partei die Agitation der röteren Konkurrenz fürchten muß, wenn er einen Trennungsstrich nach links ziehen müßte. So steht also in Frankreich wieder einmal das Experiment der Volksfront zur Debatte. Bevor nicht die Unmöglichkeit erwiesen ist, ein neues Dolksfrontkabinett unter sozialdemokratischer Führung aus die Beine zu stellen, wird sich weder eine breitere parlamentarische Grundlage für eine Regierung, das schon Chautemps konnte auch die Hoffnung haben, für eine Konzentration aller Kräfte auf eine neue ge- wattige Rüstungsanstrengung eine breite inner- politische Basis zu finden. Und tatsächlich hatte ja auch im Januar fein darauf abgeftelltes Regie- rungsprogramm die Zustimmung einer weit über die eigentliche Volksfront hinausgreifenden überraschend großen Mehrheit erhalten, lieber den Wunsch nach weiterer Aufrüstung gibt es in Frankreich heute keine Meinungsverschiedenheiten. Daß die Kreise der französischen Rechten zu jedem Opfer für eine Verstärkung der Rüstungen bereit sind, auch wenn diese durch ein Kabinett der Linken durchgeführt wird, ist selbstverständlich. Und Sozialdemo- traten und Kommunisten, früher erklärte Gegner von jedem „Militarismus", die einst grundsätzlich alle Heereskredite zu verweigern pflegten, sind heute in Frankreich wie überall in der Welt die eifrigsten Befürworter einer starken Rüstung, nicht weil sie in einer ausreichenden Landesverteidigung das beste Mittel zur Bewahrung des Friedens sehen, sondern weil ihr Programm der „kollektiven Sicherheit" in tatsächlicher Verdrehung seines eigentlichen Sinnes ständige erhöhte Kriegsbereitschaft verlangt und überall dort bewaffnete Einmischung fordert, wo die marxistischen Ideologien in Bedrängnis geraten. Trotzdem ist es ein Trugschluß, in der Aufrüstung gleichsam das Alleilmittel für alle Sorgen Frankreichs zu sehen, denn die vorwiegend agrarische Wirtschaft Frankreichs wird keineswegs von einer gewaltsam übersteigerten Aufrüstung den Antrieb erhalten, den man sich in Paris davon erhofft. Auch außenpolitisch müssen die Erfolge ausbleiben, wenn es der französischen Politik nicht gelingt, sich mit neuen Ideen zu erfüllen und Anschluß an die dynamischen Kräfte des neuen Europa zu finden. Wenn nun Chautemps von der Kammer die Ermächtigung für fein Kabinett verlangte, von sich aus Zeitpunkt und Ausmaß der weiteren sozialen Maßnahmen zu bestimmen, so hieß das nichts anderes, als den finanziellen Aufwendungen für die Aufrüstung müsse alles andere untergeordnet werden, auch die Fortführung der Sozialreform. Chautemps forderte die Drosselung aller nicht unbedingt notwendigen öffentlichen Ausgaben und Steigerung der Produktion, das hätte also für die andern Bolksfrontparftien Verzicht auf die die französische Wirtschaft fortdauernd beunruhigende Stteikhetze bedeutet und weitgehende Ausnahmen von der 40-Stundenwoche mindestens für die Rü- tung&inbuftrie. Chautemps hat erklärt, die bisher fchon in der Durchführung des Sozialprogramms oer Volksftont eingelegten „Pausen" seien unzureichend gewesen, da die Parteien nicht aufgehört yatten neue sozialpolitische Forderungen anzu- melden und dadurch den Wirtschaftsfrieden gestört und das Vertrauen der Sparer in eine stabile Ent- wiMung immer wieder enttäuscht hätten. Eine ch e Pause müsse sich also auch auf die -Langfeit des Parlaments erstrecken. Die Regie- nmg müsse also ausreichende Vollmachten haben, Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! VII. Ländischer Stierkampf. Hinter der Front, im März 1938. Es schien an diesem ersten Februarsonntag schon eine echte Frühlingssonne auf die blüheyden Obst- bäume eines bezaubernden Tales in den Bergen irgendwo südlich der Ebroebene. Und die Stim- mung in der Unterkunft des spanischen Stabes, der mich gastlich ausgenommen hatte, war froh wie der blaue Himmel über uns. Denn die Nachrichten vom Frontabschnitt lauteten gut, sehr gut sogar. Das gesteckte Operationsziel des Teilangriffs 'der letzten beiden Tage war erreicht und gesichert, ein neuer Zug auf dem Schachbrett dieses' zähen Ringens gewonnen. „Da fahren Sie nur ruhig mit den Senores I., B. und Z. nach dem kleinen Städtchen, das Sie auf dem Wege hierher passierten. Da gibt es etwas, was Sie bestimmt noch nicht erlebt haben, einen ländlichen Stierkampf zu Ehren der Soldaten, die in der bortigen Umgebung in Quartier liegen als Beneficio für das Truppenlazarett. Na- türtief) dürfen Sie keine Vergleiche mit unseren Stierkämpfen in den großen Städten ziehen. Aber bei uns hat oft das kleinste Landstädtchen seine eigene festgebaute Arena, und unter den Amateuren der Bevölkerung sind Talente, die sich schon man- chesmal zum berühmten Matador entwickelt haben, ©tierfampf spielen hierzulande schon die Bengels auf und Kleinbauern waren Fachkenner in der Arena. Dann kam die Schlußzeremonie. Dem toten Stier werden die Ohren abgeschnitten als Trophäe für den Matador. Dann schleifen die Ackergäule im Chautemps, das es vorgezogen hat, ohne die Vertrauensfrage zu stellen und eine Abstimmung der Kammer abzuwarten, seinen Auftrag dem Präsi- denten der Republik zurückzugeben, weil es chm deutlich geworden war, daß sich in der Kammer keine Mehrheit finden werde für das Ermächtigungsgesetz, ohne das Chautemps nicht glaubte weiter regieren zu können. Das wesentlichste Ergebnis dieses nun abgetretenen (vierten) Kabinetts Chautemps, das erst seit dem 19. Januar dieses Jahres am Ruder war, ist zweifellos die organisatorische Vereinheitlichung aller Maßnahmen der Landesverteidigung. Um eine großzügige planmäßige Behandlung aller die Landesverteidigung betreffenden Fragen nach einheitlichen Gesichtspunkten und eine rationelle Ausnützung aller vorhandenen oder noch zu schaffenden finanzieller Mittel zu erreichen, war der Landesverteidigungs- Minister — im letzten Kabinett der radikalsozialistische Abgeordnete Daladier — auch für die Luftfahrt- und Marineministerien federführend ge- ®orben. Entsprechend hatte man eine einheitliche militärische Kommandogewalt über alle drei Wehrmachtsteile geschaffen und sie dem Chef des Generalstabes General G a m e I i n übertragen. Als dritte Maßnahme sollte nun die Bereitstellung der für die Fortsetzung der Aufrüstung größten Stils erforderlichen Mittel durch Auslegung einer riesigen Rüstungsan leihe von 15 Milliarden Franken folgen. Mit ihrem (Ertrag sollte die autonome Landesoerteidigungskasse aufgefüllt werden, deren Einrichtung die Kammer eben erst fast einstimmig gebilligt hatte. Aber Chautemps und sein Finanzminister Mar- chandeau waren sich darüber Ilar, daß für diese Rüstungsanleihe gewisse politische, wirtschaftliche und finanzielle Voraussetzungen geschaffen werden müssen, wenn sie den erhofften Erfolg bringen soll. Dazu gehört in erster Linie die Stabilität des Franken, der nach einer längeren Ruhe Mitte der Woche einen erneuten Schwächeanfall erlitten hat. Das britische Pfund, das Mitte Februar noch 153 französischen Franken entsprach, stieg am Dienstag auf 156 und überschritt am Mittwoch sogar 157 Franken trotz starker Intervention des französischen Währungsfonds. Das war gewiß kein Zeichen des Vertrauens der französischen Geldbesitzer, die veranlaßt werden müßten, ihre ins Ausland gebrachten Kapitalien zurückzuholen und in Rüstunasanleihe anzulegen, wenn diese Erfolg haben soll. Das radikalsozialistische Kabinett Hatte begriffen, daß eine neue gewaltige Aufrüstung, wie sie mit Hilfe der Rüstungsanleihe geplant war, gleichzeitig mit der konsequenten Fortführung des weitgespannten Sozialprogramms der Volksfront kaum durchzuführen ist und die finanzielle Kraft Frankreichs überschreiten würde. Chautemps hatte auch erkannt, daß nur eine unbedingte Wiederherstellung des Wirtschaftsfriedens und Maßnahmen zur Erhöhung der nationalen Produktion eine neue Vertrauensbasis für den Franken schaffen könnten. Es handelte sich also um die Frage, ob das Sozialprogramm der Volksftont oder die Aufrüstung den Vorrang haben sollten, wobei hervor- gehoben werden muß, daß das radikalsozialistische Kabinett in der Durchführung der Aufrüstung ein wesentliches Mittel zur Ankurbelung der ftanzö- ischen Wirtschaft sah, womit dann sich neue Mög- ichkeiten für eine Weiterführung der sozialen Re- ormen erschließen würden. Daß man sich von der kluftüstuna auch eine Hebung des außenpolitischen Ansehens Frankreichs verspricht, eine neue Anziehungskraft auf die lau gewordenen Verbündeten, versteht sich bei der bekannten mechanistischen Einstellung der meisten Franzosen zu dem vordringlichen außenpolitischen Problem der Neuordnung ; Europas von selbst. Dr. Fr. W. Lange. Vlum bemüht sich V Galopp und mit Peitschengeknall den Kadaver um em Kabinett der Sammlung. h", ?rcn. an‘ s^op.Ia' £er lmg zieht mit süßem Lächeln seine Kappe, ber S andere da: Ho, ho! Oberst erhebt sich feierlich und salutiert. Nun rettet Un% "^mt sich den nächsten der Jüngling wieder im Galopp um den RirM DOr' er UI? die Kuh laust in die Beifall. Pause. Zeremonie: Das^Hostor öffnet sich ^berf ^mnal in Fährt, und hereinmarschieren die Toreros^ unter S*?"3™ $auten J°^nder junger ihnen die beiden Matadore. Musik. Verbeugung"or ^ebt auseinander und rüber über der Ehrenloge. Die Toreros sind wochenttigs^ s-h. xn ®inerr !?ar genug, mge Landarbeiter, der eine Matador ist ©rfirei- unfanftni ^11^06 auf die her an der Zuckerfabrik, der andere Student ©ohn f te' unb bie Zuschauer biegen sich vor Lachen, des Landarztes, beide elegante Jungens Der 3ug Donnerwetter, denkt die Kuh, verdammte Bande, zieht ab. Beifall. Noch einmal der Jüngling £)as unb mit gesenkten Hörnern fegt sie einmal um die Schimmelchen bockt wieder, jetzt können einige Meid- 9?rnde 2trcna herum, bis der letzte Bursche mit chen das Kichern doch nicht unterdrücken' Mona assenartiger Geschwindigkeit über die Holzwand gerunzelt die Stirn. Es geht noch alles gut. Der !urn* .l'tz gerade, daß sie noch eine Hose erwischt Oberst erhebt sich unb wirst den Schlüssel zu den y. ritsch, ratsch, da flattert ein Herndzipfel unb Stterverließen in des Jünglings Kappe. Der' Jüng- verschwindet hinter der Barriere. Die Mädchen ling wirft im Vorbeireiten — ehrlicher Beifall fischen vor Lachen und klatschen in die Hände, dem breitschultrigen, etwas hinkenden Stierwächter P™ im Vollgefühle ihres Sieges, trottet in den Schlüssel zu und verschwindet endgültig Die der Arena und hält Umschau: Wer wagt Musik bricht ab. Atemloses Schweigen der Erwar- Rittersmann oder Knapp'. Jetzt kommen sie tung. Große Zeremonie: Der Stierwächter geht an 51e'b6r ^rück über die Barriere, die Ritter und die Tür zum Stieroerließ, grüßt stramm mit er- Knappen, johlend und wie trunken von dem Tempo, hobenem Arm. Der Oberst erhebt sich und winkt dicr eben in der Arena alles durcheinander- Dcr erste Stier kann kommen. 'j gewirbelt hat. Bis hierher hatte mir der Stierkarnpf ganz gut gefallen. Jetzt aber trottete das arme Vieh mit einem Lumm erstaunten Muh in die Arena, braun, hinten links stark abgeschubbelt, vom etwas unsicher auf den Beinen, wahrscheinlich für den Kampf prä- panert. Es glotzte die inzwischen eingetretenen Män- ner mit den roten Tüchern an, bis es ihm doch ZU bunt wurde und es einen annahm. Der parierte geschickt, auch der zweite, denn der Stier war nun ärgerlich gewordey und ging gleich auf den nächsten Tuchschwenker los. Der dritte machte mit seiner roten Capa eine so scharfe Wendung, daß der. ..... ....... |U,«M um Stier vorn einknickte. Da blieb denn das Rindvieh und paßt auf, bis sie den Frechsten hat. Der ist gleich m der Mitte der Arena liegen wie draußen schon ein paarmal dicht an ihrer Nase vorbei- auf der Wiese. Muuüh! Was wollt ihr komischen gelaufen. W auch wieder, aber bas Rinbvieh Meckschen von mir? Ja, was wollten sie! Borläu- sieht es nicht, geht auf den vorgehaltenen Woilach fig trampelten sie empqrt auf den Emporen, denn eines anderen los, aber nur um hart davor links ei" Stier h at in Wut zu geraten. Er kam abzubiegen und den Frechdachs vor die Horner zu auch in Wut, als man ihm die Banderillos, drei kriegen. Paare, in den Nacken fetzte, und zwar mit ©ran- Zwischenakt: Tanzmusik. Das Temvo ift nock öe^^a und Mut, das muß man den Landarbeiter- flotter, es tanzen auch keine Mädchen mehr tu> ^rC4°^ affen- Witt jedes Stieres, erklärte mir Hammen, jede hat jetzt ihren, und mit Tuchfühlung APn sa grab'daß er dle Schmer- Die jungen Männer müssen doch Schwung be-' zen der 2Viderhaken in feiner Haut gar nicht emp- kommen für das zweite © t i e r f p i e I. Das sTOnn -!Jn, ®tter VON Asse kämpfe gern. — ist nur für die Fortgeschrittenen, die Ernstzuneh- "ur astrologisch em ©her, aber wenden in spanischen Mädchenaugen Tromvetcn- Sh; Widerhaken des Lebens sind doch verdammt stoß. Nun läßt der Stierwächter Zeinen dun k- „s n r . , len Jungstier in die Arena und der hat keine ^lun wurde es ernst auch bei diesem ländlichen Kugeln aus den Hörnerspitzen. Die Schar in der eherfampf. 9lun spielte der Matador allein 2Irena lichtet sich merklich: Es sind alles Männer d^wu^iden Sher indem er em rotes Tuch auch Soldaten darunter. Dieses ist nicht mehr unter rStoßdegen hing und das Tier anlau- ihrer Würde. Der junge Stier saust durch die K'nmüif6!11114 ^machen und vor allem sein Arena, kreuA und guer und längs der Bande^Man kennenzulernen. Denn wehe ihm, sieht eine Zeitlang nur Podexe, Beine Voöere roeim der Stier auf den Mann und nicht auf Das Beine über der Barriere verschwinden ' kommen' h^SrfiVpn £>° e an0e^’ Mit be- verschwinden, kommen. Ein paar aufgeMtzte eleganten Bewegungen, immer dem Hosenbeine flattern schon in der Gegend. Sle^u. Stier m bie eiligen sehen, jagt der Matador des schauerrunde rast. Ich habe so gebrüllt vor fförÄe« Serr um D°- Ht da- Lachen, daß Maria mich Katz Ladenhlltchens eines .üeatro des ub-rt°g°n-n Kampfers, das die tzrauen anerkennenden Kullerblickes würdiate Ein Si Spaniens m Entzücken versetzt. Der Matador pa- bolb machte unten eine Bandentür aus ml radiert mit Proben seines Mutes und seiner Grazie, der Stier und räumte nun den ©ehr kneiend hält er dem Stier das Tuch vor, läßt ihn!m>;. ^n^^raumire min ^Den Schutzgang auf. unter feinem Arm durchschießen, bis das Tier mit schlagenden Flanken ermüdet eine Kampfpause macht und breitbeinig, mit gesenktem Kopf und jeden Augenblick zu neuem Angriff fähig, vor ihm steht. Das ist die Haltung, in der der Stier die nur handbreite ©teile in seinem Nacken freigibt, durch die der Matador das Herz des Stieres trifft, wenn er seinen gezielten Degen bis zum Heft durchstößt, mit steifem Arm, dem er die nötige blitzschnelle Wucht durch den nach vorn geworfenen Körper gibt. So schnell, daß das Auge des Zu- schauers den entscheidenden Augenblick kaum faßt. Sitzt der Stoß, dann fällt der Stier wie im Blatt- lchuh. Wenn nicht, dann foritit sich ein rohes itt'L-M' Sesdiäfts-Hebemaftme Georg Röder, Wuppertal-Barmen Meine Möbelwerkstätten befinden sich in Beuern Große Auswahl Reichhaltige Läger 2 1592V 1605V ."kiches. Ar HIJU 5. Busch S ch i p p e1 Büi'ohaus „Pariser Hoi“, Zimmer 325. issoV ö Ausstellung zum 70 Geburstage des aus Gießen gebürtigen Kunstmalers ca. 60 Schlafzimmer, 50 Küchen, 40 Speisezimmer und Herrenzimmer / Polstermöbel lind Matratzen Ausstellung der Men des Fröbelseminars 8 Arbeiten in Oel, Tempera. Aquarell und Zeichnungen Sonnlag, den 10. Up ^geheime Boi S Zahre allen beutle 'Meid)5 übet die mischen Reich statt. Samstag, den 12. März, 15 bis 18 Uhr, u. Sonntag, den 13. März, 11—13 und 15—18 Uhr. (isesD Gieben, Gartenstr. 30. Plockstraste 12. Kernruf 2196. Inhab.: K. Kling vormals Jufihard Marktstraßelß Lieferant aller Krankenkassen. FRANKFURT A. M. 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Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrats. 4 Beschlußfassung über den freiwilligen Umtausch von 200 000 Aktien im Nennbeträge von je 100 Reichsmark Nr. 221 000 bis 420000 in 20000 Akt. im Nennbeträge von je 1000 Reichsmark. Besichtigen Sie bitte unverbindlich unsere wirklich reichhaltige Auswahl in Qualitäts- Pianos / Flügel Klein-Pianos Verkauf - Vermietung Zahlungserleichterung - Stimmen - Reparieren 1503 A R. SCHÖNAU Bahnhofstraße 76 / Kein Schaufenster Speisen fen nicht denn das lästige Umfüllen fällt fört. Vn feu&fatem Stenge .Qto dhMiomTüvt auf den.'Jfak! VerlangenSie aber stets(. die echte M. Brockmanns gewürzte Autterkalkmlschung „Iwevg LAavke" Schnelle Mast, keine Knochenweiche, gesunde Aufzucht, mehr Milch, mehr Lier, hochbewertete Kaninchen usw. Der „Ratgeber" sagt alles; neue (11.) Ausgabe kostenlos. Zu haben in den einschläg. 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Gießen Gegründet 1864 Mitglied des Sänfierfianes 12 im Deutschen Sängerbund > etare > ®sniiA * Menbtu.» Su"& Neff > i>«m Sieh Str jr für : ML®'m |en zurück Ueber Naturschutz und Naturkunde Ä?r^..ÄMEinverstandNchen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Verlin- ^verlangen Sie noch heute von Ihrem (Bie&ener Buchhändler das «dführliche btbUöerie Werbeblatt Ufreuuds 6er Natur find Freund« gut« Büch«'. WWW Bei der Bolksabstim fit der abgegebenen L Die jur Dutdffufjm kcksoerfaffungsgefehe dadurch Betör Krl l Dieses Vundesvi I«gefeinet kund ’ der Bollziehun Gr ist die Bund W Seytz.Jnquarl W. Menghin. : lhaler. Bundesprc zurück Leine! «I den Bundeski S. de- Sunöestan 3"»i * getnäh r B 00n 1934 feine Kabinetts <3 Fabrikniederlagen :Droff. H. Elges, Seltersweg 66. C. Seibel, Frankfurt. Str. 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10» Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. I»aubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 434V Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht J’ erteil119 ^1 lsulS Das seit über 20 Jahren bestehende Utobelfcescfiäft fdheia Gießen, Bahnhofstraße 65. habe ich übernommen. Ich bitte, das der seitherigen Firma bewiesene Vertrauen auch auf mich unter Zusicherung einer reellen und preiswerten Bedienung übertragen zu wollen. In diesem Sinne wüd auch Herr Wilhelm Schreier weiterhin bei mir tätig sein: Bei Bedarf halte ich mich bestens empfohlen und bitte um Ihren unverbindlichen Besuch. §20 Abs. 3). f) Änderungen der Gewinnverteilungsvorschriften. 6. Neuwahl des Aufsichtsrats. 7. Wahl des Abschlußprüfers. Jeder Aktionär ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Um in dieser stimmen oder Anträge stellen zu können, müssen die Aktionäre ihre Aktien gemäß §21 der Satzung spätestens bis zum 6. April 1938 einschließlich bei der Dresdner Bank in Dresden oder Berlin oder bei einer ihrer übrigen Niederlassungen bis zum Ende der Schalterhassenstunden hinterlegen und bis zur Beendigung der Hauptversammlung dort belassen. Für den Fall einer Hinterlegung bei einem deutschen Notar oder einer Wertpapiersammelbank ist der Hinterlegungsschein am zweiten Tag vor der Hauptversammlung der Dresdner Bank in Dresden einzureichen. Dresden, den 9. März 1938. Der Vorstand Unsere reichhaltige Auswahl in Damen-Mänteln macht Ihnen bei kleinen Preisen die Anschaffung wirklich leicht fioelhe-Buni und Kaufm. Verein Die Lesung von Hans Zöberlein ist verlegt vom 16. März auf 1571V Montag, den 4. April, abends 8 Uhr. Näheres wird noch bekanntgegeben. 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