Nr.st Erstes Blaff iritbemi tflg ltd), autzer Sonntags und feiertags Beilagen. Die Illustrierte (Btehenej Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Sezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch * bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Poftfcheckkonko: Zronkfurt am Main 11688 188. Jahrgang Mittwoch, 12. Januar 1938 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen UN- Verlag: vrühlsche Univerfitatz-ruckerei rr. Lange in Sietzen. Schristieitung UN- Geschäftsstelle: Zchuiftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpretfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh Derelnbg.25"/^ mehr. Ermästigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gen in« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Vansittart. Von unserem Hel.« Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! London, Januar 1938. Die Ernennung Sir Robert Gilbert Vansit- farts zum „Diplomatischen Hauptberater" der Regierung hat in der politischen Welt Englands großes Aufsehen und eine Fülle von Gerüchten ausgelöst. Nicht nur, daß ein neues Amt geschaffen wurde und der Premier Neville Chamberlain anscheinend neues Leben in die etwas rostige 'Maschinerie der Downing Street bringen wollte, gab Veranlassung, sondern die Tatsache, daß ein erfahrener und alter Beamter des Auswärtigen Amtes plötzlich in das volle Licht der Oeffentlichkeit gestellt worden ist. Der Unter^taatssekretär des Auswärtigen Amtes — als solcher amtete Vansittart seit 1929 — ist nach englischer Gepflogenheit der ruhende P o l in der Flucht der Erscheinungen der Außenminister. Er ist verantwortlich für den technischen Betrieb, der sich, wie die Briten selbst zugeben, in veralteten Formen bewegt, aber er ist auch der" eigentliche Spiritus rector aller diplomatischen Geschehnisse, die oft nur die nach außen hin deckende Unterschrift des jeweiligen Außenministers tragen, und zudem hat er in Krisenzeiten ein ebenso entscheidendes, wenn auch der Oeffentlichkeit unbekanntes Wort wie auch einen sehr bestimmenden Einfluß auf die große Presse, wie einst im deutschen Auswärtigen Amt Herr von Holstein, die „graue Eminenz", seine Fäden spann — und, wie wir jetzt wissen, nicht zum Vorteil des Reiches —, nur zweimal Kaiser Wilhelm II. sah, aber wegen seiner Akten- und Personenkenntnis trotz seiner Menschenfeindlichkeit unentbehrlich war, so hat Vansittart auch alle Fäden der britischen Weltpolitik in dex Hand gehabt, alle Wendungen mitgemacht, alle entscheidenden Verträge und die Zeitungspolemik gegen angeblich gegnerische Mächte zum wesentlichen.Teile inauguriert. Die deutsche Oeffentlichkeit kannte Herrn von Holstein nicht, die englische bisher kaum Vansittart und seine Machtfülle. Jetzt tritt er ins Rampenlicht und wird damit auch der Kritik der Oeffentlichkett preis- gegeben. Vansittart gilt als francophil, als Vertreter der Politik, die unter Eöen die Fäden zwischen Pans und London fast zu einem Bündnis knüpfte, und auf den ersten Blick mag das richtige erscheinen. Im Gegensatz zu Holstein ist nämlich Vansittart, der im Alter von 56 Jahren steht, sehr weltgewandt. Er hat, seit er im Jahre 1903 als Attache der Botschaft in Paris zugeteilt worden war, eine Vorliebe für alles Französische bekundet und nach der Gewohnheit der französischen Politiker sich auch literarisch versucht, Romane und Gedichte englisch oder französisch geschrieben, die nicht schlechter sind als hie schockweisen ähnlichen Erzeugnisse der Franzosen und ein Lustspiel in französischer Sprache, das die Pariser höflich aufnahmen und etwa den literarischen Wert des „Schleiers des Glücks" hatte, in dem der Tiger Georges Clemenceau einst von der Pariser Bühne herab über die Nichtswürdigkeit der Menschen lamentierte. Da übrigens in zunehmendem Maße ehemalige britische Staatsmänner wie Lord d'Abernon, Lloyd George, Winston Churchill, Harold Nicolson, Duff Cooper, Hoare u. a. sich literarisch betätigen und sich befehden und auch darin den französischen Gebrauch in England eingeführt haben, bleibt bei Vansittarts literarischem Federspiel nur die pikante Note eines Lyrikers als neu zu verzeichnen. Immerhin muß dieses Spiel mit dem französischen Ball doch nicht feine englische Patrioteneigenschast berührt haben, denn,so weit man übersehen kann, ift er in illen entscheidenden Handlungen stets zwar Verfechter einer sehr intensiven Freundschaft mit Frankreich, aber nichtsdestoweniger ein Befürworter einer selb ft ändigenPolitik gewesen, und wenn auch Vansittart alles andere als prodeutsch ist, so ist er doch klug genug, um Deutschland nicht als quantite negligeable zu behandeln. Uni) schon das könnte als ziemlich gutes Vorzeichen gelten, daß irgendwann doch eine Entspannung eintntt, bte jeder Brite wünscht und in den Neujahrsbetrachtungen der Blätter als vordringlich behandelt worden ist. Austen Chamberlain sagte von sich, er liebe Frankreich wie eine Frau. Vansittart könnte von sich sagen, wie eine Pariser Freundin. Und das sagt genug... Denn in politicis ist er lediglich Brite. Er war Privatsekretär Lord C u r z o n s und hatte wohl hervorragenden Anteil an dessen Politik gegen Poin- care während des Ruhrabenteuers, dann rettete er Macdonald, als dieser mit Hoover m dem „Hüttengespräch am Potomac" den amerikanischen Interessen soweit entgegenkam, daß in London unter Snowdens Führung geradezu eine Revolution des Rumpfkabinetts einsetzte. Eine Denkschrift Vansittarts der Macdonald nach den USA begleitet hatte, rückte alles zurecht. Wahrend her St re, a. Konferenz wiederholte sich das Spiel, und als Sir John Simon als Außenminister wegen des Macdoncstdschen Weißbuches gegen Deutschland im März 1935 ins Gedränge geriet, nahm Vansittart die Schuld auf sich. Er war wohl der Autor der Sätze, die die wirkliche Lage des europäischen Festlandes und vor allem Deutschlands so gründlich verkannten, und Sir John Simon wußte als verantwortlicher Außenminister ebensowenig etroas von dem Inhalt des Weißbuches als von dem Aufsatz Macdonalds, der wegen seiner Maßlosigkeit Aussehen erregt und dem Foreign Office, wie es nachher hieß, vor der Veröffentlichung vorgelegen hatte, d. h. von Vansittart zensiert worden war. Aber daneben stehen wieder, wie so oft bet englischen Diplomaten, bei Vansittart Taten, die auf eme E n t f p a n n u n g sich zu richten scheinen. Es ist bekannt, daß das d e u t s ch - e n g l i s ch e Flotten- Die Aeujahrsempsänge beim Führer und Reichskanzler. OeuischlandzurZusammenarbeitim Dienst einesFriedens des Hechts und desVerirauensbereii Die Neujahrswünsche, die zwischen dem Führer und dem Diplomatischen Korps ausgetauscht wurden, lassen auch diesmal wieder erkennen, wie weit die Menschheit von einem wahren Völkerfrieden entfernt ift. Auch m ruhigeren Zeiten und gefestigten Verhältnissen würde man bei gleichem Anlaß vom Frieden sprechen, dann aber doch mit der Betonung, daß er erhalten bleiben möge. Heute dagegen ist er, wie es scheint, mehr noch ein Zu- kunftsziel, das anzustreben ist. Der Weg dorthin ist weit und mit Hindernissen reich ausgestattet. Dieser Tatbestand klingt auch durch die Neujahrsansprachen hindurch. Doch lassen sich die Hindernisse beseitigen^ wenn man allseitig nur den guten Willen hat. Dieser Wille läßt sich am ehesten bei der Ordnung der inneren Verhältnisse eines jeden Landes prüfen und in die Tat umsetzen. Völker, die in gutem Sinne mit ihren sozialen und gesellschaftlichen Gegensätzen fertig werden, schaffen sich selbst die Voraussetzung für die Erfüllung der jetzt in Berlin gewechselten Friedenswünsche. Die Rede des Päpstlichen Nuntius als des Doyens des Diplomatischen Korps spielt hierauf an, wenn sie den Wunsch ausspricht, daß der Friede nicht nur zwischen den Völkern, . sondern auch „innerhalb eines jeden Volkes" eintreten möge. Die Anspielung auf die mancherlei kriegerischen Zwistigkeiten in der Welt einerseits und auf das tragische Schicksal Spaniens mit seinen Ausstrahlungen ‘auf die europäische Politik andererseits, ist deutlich genug. Demgegenüber kann die Erwiderung unseres Staatsoberhauptes mit vollem Recht und mit begründetem Stolz darauf Hinweisen, daß die Mitglieder der 51 in Berlin beglaubigten Staatsoertretungen sich ja aus eigener Anschauung am besten davon überzeugen konnten und können, wie sichtbar im neuen Deutschland „das Glück einer brüderlich verbundenen Gemeinschaft" zutage tritt. Der eine oder andere Diplomat mag bei diesen Worten voll begreiflichen Neides auf dieses neue Deutschland geblickt und dabei der Lage in seinem eigenen Lande gedacht haben. Die Ansprache des Führers und Reichskanzlers spinnt aber jenen Gedanken weiter, indem sie ihn auf das außenpolitische Gebiet ausdehnt. Nur ein in gemeinsamer Frieoensarbeit und in Gemeinschaftssinn geschultes Volk ist wirklich in der Lage, tatkräftig an der Befriedung der Welt mitzuwirken. Man braucht gar nicht einmal an die drei großen deutschen Friedensentwürfe zu denken, um ein überaus eindrucksvolles Bild von der friedvollen Grundtendenz der deutschen Außenpolitik zu erhalten. Und es mag gerade in diesem Augenblick mannigfachster Spannungen in der ganzen Welt als besonders eindringlicher Appell erscheinen, wenn Deutschland durch seinen Führer noch einmal seine Bereitwilligkeit zu ehrlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Nationen bekundet, die die. deutsche Auffassung von wahrer Friedensarbeit teilen. An diesen Gedanken schließt die Ansprache des Führers einen Satz, der gerade im Hinblick auf die konflikterfüllte Lage in der Welt draußen einen wesentlichen, ja sogar vielleicht entscheidenden Unterschied in der Auffassung des Verhältnisses von Volk zu Volk auf außenpolitischem Gebiet für Deutschland kennzeichnet: daß das deutsche Volk nämlich eine wahrhaft aufbauende Friedensarbeit im Dienste des allgemeinen Fortschrittes „jedem völkerzerstörenden Kampfe" vorzieht. Freilich muß es sich, wie der vorletzte Absatz der Führeransprache besagt um einen Frieden „d e s Rechtes und des Vertrauens" handeln, eines Rechtes, das an Stelle des von Deutschland vielfach schon beseitigten Unrechtes von Versailles tritt, und eines Vertrauens, das im politischen Verhandlungspartner nicht von vornherein einen Gegner oder gar einen Angreifer sieht. D. S. Die ersten Empfange. Die Glückwünsche der Wehrmacht für ihren Obersten Befehlshaber. Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Wilhelrnstraße stand im Zeichen der traditionellen Neujahrs- ernpfänge beim Führer und Reichskanzler Bereits gegen 9 Uhr fanden sich vor dem „Hause des Reichspräsidenten" viele Tausende von Schaulustigen ein. Die Ausdauer der Menge wurde belohnt, als von den „Linden" her mit klingendem Spiel die Ehrenkompanie anmar-- schierte, die in diesem Jahr hauptsächlich von Süddeutschen, Badenern und Württembergern, gestellt wird. Kurz vor 11 Uhr fuhr der Führer und Reichskanzler, umjubelt von der Menge, vom „Haus des Reichskanzlers" nach dem „Haus des Reichspräsidenten". Die Ehrenkompanie begrüßte ihn mit präsentiertem Gewehr, während das Musikkorps den Präsentiermarsch spielte. Gleich darauf begannen die Empfänge. Nachdem die Glückwünsche der Partei bereits bei früherer Gelegenheit von dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, überbracht worden waren, empfing der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht um M Uhr als erste Gratulanten den Reichskriegsmini st er und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmar- schalk von Blomberg", den Oberbefehlshaber des Heeres. Generaloberst Freiherrn von Fritsch, den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, und den Oberbefehlshaber ■ der Luftwaffe, Generaloberst G ö - ring, als Vertreter der Wehrmacht, um von ihnen die Glückwünsche des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe zum neuen Jahr entgegenzunehmen und diese Glückwünsche zu erwidern. Kurze Zeit später empfing der Führer, wie alljährlich, eine Abordnung der „Salzwirker-Brüderschaft in Thale zu Halle , der Halloren, die in ihrer alten Tracht erschien und dem Reichsoberhaupt, wie von altersher üblich, Salz, Schlackwurst und ein Glückwunschgedicht, denn sogenannten Neu- jahrscarmen, darbrachte. Alsdann übermittelte namens der Bevölkerung der Reichshauptstadt der Oberbürgermeister und Stadtpräsident von Berlin, Dr. Lippert, Glückwünsche, die der Führer mit seinen besten Wünschen für das Gedeihen der Stadt herzlich erwiderte. Hiernach empfing der. Führer und Reichskanzler zur Entgegennahme der Glückwünsche der deutschen Polizei den Reichsführer und Chef der deutschen Polizei, Himmler, mit feisten Hauptamtschefs ^-Obergruppenführer H e iß- meyer, Obergruppenführer General der Polizei, D a I u e ge, Gruppenführer Heydrich und Gruppenführer Wolff. W ’M Nach dem Neujahrsempfang zeigte sich der Führer auf dem Bm lkon des Hauses des Reichspräsidenten, nm für die. begeisterten Ovationen der Bevölkerung zu danken. Die Glückwünsche des Diplomatischen Korps. Der Führer und Reichskanzler bei der Begrüßung der Diplomaten. Von rechts: Der italienische Botschafter Dr. Attolico, der polnische Botschafter Lipski, der türkische Botschafter Hamdi A r p a g, der französische Botschafter Fran?ois-Poncet, der apostolische Nuntius Monsignore Orsenigo. Hinter dem Führer: Reichsaußenminister Frei« herroonNeurath und'der Chef des Protokolls, Gesandter von Bülow-Schwante. (Presse-Jllustration-M.) Gegen 11.30 Uhr begann dann die Anfahrt des Diplomatischen Korps zum feierlichen Neujahrsempfang. Jedesmal beim Eintreffen eines fremden Missionschefs erwies die Ehrenkompanie militärische Ehrenbezeugungen durch Präsentieren des Gewehrs, wobei die Musik bei dem Nuntius- und den "Botschaften den Präsentiermarsch spielte, während für die Gesandten und die Geschäftsträger das Spiel gerührt wurde. Der Staatsakt fand in der traditionellen Form im Großen Saal des „Hauses des Reichspräsiden te n" statt, in dem sich im Beisein des Protokollchefs, Gesandten von Bülow-Schwante. sämtliche 51 in Berlin beglaubigten ausländischen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger versammelt hatten. ^Der Führer betrat in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen, Freiherrn von ^Neurath, um 12.15 Uhr den Saal. In seiner ab kommen, das einzige dieser Art und ein wesentlicher Beitrag zum Weltfrieden, von Vansittart maßgeblich vorbereitet worden ist, und auch die Rede, die der Prince of Wales vor den britischen Frontkämpfern am 11. Juni 1935 hielt und durch ihren Willen zur Versöhnung auffiel, lag Vansittart vorher zur Begutachtung vor. Ebenso war es bemerkenswert, daß Vansittart den Außenminister Hoare im August nach Paris begleitete, um mit Laval einen Plan zur Beilegung des Abessittienkrieges auszuarbeiten. Dieser Hoare-Laval-Plan trug durchaus den Charakter der Realpolitik Vansittarts, aber in England erregte er, vor allem durch Edens Völkerbundsdogma und dessen Wirksamkeit, so starke Ablehnung,' daß Hoare darüber seinen Posten verlor und Eden ans Ruder kam, um seine Völkerbundspolitik gegen Italien mit negativem Erfolg zu versuchen. Ueber diese Kluft ist die englische Außenpolitik gegenüber Italien noch nicht hinweggekommen, obgleich sich Chamberlain in einem Briefwechsel mit Mussolini für bessere Beziehungen zu Rom aussprach. Der Widerstand liegt bei Eden. ' Schließlich besuchte Vansittart während der Olympischen Spiele Berlin, und wenn er auch als „Privatperson kam, so lernte er bei dieser Gelegenheit doch den Führer und andere Männer der deutschen Regierung kennen. Trotzdem wäre es vielleicht voreilig, Vansittart in Gegensatz zu (Eben zu stellen und ihm nachzusagen, daß seine Politik fried- und verständigungsliebender sei Aber Eden hat in der letzten Zeit soviel Niederlagen davongetragen, daß es vielleicht Chamberlain erforderlich, schien, mit Vansittart einen älteren und erfahreneren Kopf zur Seite zu haben. Er hat offiziell den Außenminister zu unterstützen, aber diese Fjoskel ist doch zu durchsichtig, denn was sollte Vansittart als Unterstaatssekretär sonst getan haben? Man gehtlwohl nicht fehl, wenn ihm, dem jetzigen „Hauptberater", eine R e i s e r o l l e zugedacht ist. Nach Rom, nach Berlin? Das wird die Zeit lehren. Auf jeden Fall ist der englische Premier für einige Wochen sein eigener Außenminister, denn Eden erholt seine überanstrengten Nerven an der französischen Riviera und geht von dort aus auf sein eigentliches Parkett nach Genf. Vansittart aber sitzt ebenfalls in Süd- frankreich und wartet auf den Rus des Premierministers. Begleitung waren bei dem Empfang zugegen: bet' Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lammers, der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, von Mackensen, der Staatssekretär und Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt, Gauleiter Bohle, der Ministerialdirektor in der Präsidialkanzlei, Dr. D o e h l e, der persönliche Adjutant des Führers und Reichskanzlers, SA.-Obergruppenfüyrer Brückner, der Adjutant der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler, Oberst d. G. Hohbach, und Reichspräsidialrat K i e w i tz. Als Doyen des Diplomatischen Korps richtete der Apostolische Nuntius Monsignore Cesare Orsenigo, Erzbischof von Ptolemais, an den Reichskanzler eine Ansprache in französischer Sprache. Er sagte u. a.: Exzellenz! Auch in Zeiten stolzester Freude an einem wahrhaft eindrucksvollen materiellen Fortschritt muß die Welt von Tag zu Tag immer klarer erkennen, daß es ohne Frieden kein menschliches Glück gibt, und selbst durch den steigenden Lärm der Rüstungen hindurch ruft die Menschheit unablässig vertrauensvoll nach Friede n. In Uebereinstimmung mit diesem Sehnen der Welt geben auch wir unseren Wünschen dahin Ausdruck, daß das neue Jahr der Menschheit wirklich eine Befriedung der Gei st er bringen möge, die der Ausdruck der inneren Gewißheit ist, daß der Friede, und zwar ein fest gefügter, vollständiger Friede, ein Friede zwischen den Völkern und innerhalb eines jeden Volkes der Welt endgültig wiedergegeben werde. Mögen alle Völker sich endlich in Gerechtigkeit, Ordnung und Nächstenliebe brüderlich vereinen, und mögen sie es im Interesse des allgemeinen Gedeihens durch immer lebhaftere Wechselbeziehungen recht bald zu einer aktipen Zusammen- ar^beit bringen. Möge der Allmächtige unsere Wünsche erhören, in denen eine gemeinsame Hoffnung zum Ausdruck kommt, und möge er in diesem neuen Jahr geben, daß alle Staatsoberhäupter in Als erste Gratulanten erschienen beim Führer der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg mit den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Rae- der und Generaloberst Hermann Göring. Nach dem Empfang schritten der Generalfeldmarschall und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile die Front der im Hof aufgestellten Ehrenkompanie ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Budapester Konferenz. Uebereinstimmung zwischen den Mächten der römischen Protokolle. weitem Maße zu dieser Verwirklichung des Weltfriedens beitragen können. Herr Reichskanzler! Mit diesen Wünschen bitten wir Sre, auch die aufrichtigen und wärmsten Wünsche entgegennehmen zu wollen, die wir für das persönliche Glück Eurer Exzellenz zum Aüsdruck bringen. ' Der Reichskanzler erwiderte darauf mit folgender Rede: Herr Nuntius! Euerer Exzellenz und dem Diplomatischen Korps, für das Sie sprechen, sage ich meinen besten Dank für die Wünsche, die Sie zugleich im Namen der von ihnen vertretenen Staatsoberhäupter dem deutschen Volke und mir selbst zum Ausdruck brachten Der Frieden, den Sie, Herr Nuntius, an der Schwelle des neuen Jahres den einzelnen Völkern im Innern wie der Welt als Ganzem, wünschen, ist auch dasZiel meiner und der Reichsregierung Arbeit. Deutschland strebt — wie Sie sich, meine Herren, wohl alle aus eigener Anschauung überzeugt haben werden — mit seinen ganzen Kräften danach, unter Ausgleich all der die innere Einheit der Völker bedrohenden scheinbaren sozialen und gesellschaftlichen Interessengegensätze dem deutschen Volke das Glück einer brüderlich verbundenen Gemeinschaft zu geben, die wirtschaftlich Schwächeren durch freudig dargebrachte Hilfe zu stärken und allen gesunden und guten Regungen zur Hebung der materiellen sowie der seelischen Wohlfahrt des Gesamtoolkes zu fördern. 3n der gleichen Gesinnung, die unsere innere Handlungsweise bestimmt, wollen wir auch unsere Beziehungen zum Ausland regeln. Wir glauben, daß die Aufgaben, die die Vorsehung dem Zusammenleben der Völker untereinander auf der Erde gestellt hat, im selben Geiste gelöst werden müssen; wir sind deshalb gewillt, mit allen Rationen und allen Staaten, die diese Auffassung ebenfalls teilen, ehrl.ich und vertrauensvoll zu- sammenzuarbeilen und dieses Bestreben auch praktisch zu betätigen. Es wird deshalb" das deutsche Volk eine wahrhaft aufbauende Friedens arbeit im Dienste des allgemeinen Fortschritts jenem völkerzerstörenden Kampfe aus ganzem Herzen vorziehen. Möge diese Sehnsucht zu einer wirklich gegenseitigen Rücksichtnahme führen und damit zu einem tatsächlichen Frieden des Rechts und des Vertrauens. Und mögen diese Wünsche im Jahre 1938 vor allem nicht nur die Völker erfüllen, sondern ihren lebendigen Ausdruck finden in den Handlungen und Taten der Regierungen. Die deutsche Volks- und Staatsführung sieht vertrauensvoll einer solchen aufrichtigen Völkerverständigung entgegen. In diesem Sinne entbiete ich Ihnen, Herr Nuntius, sowie Ihnen, meine Herren, den von Ihnen vertretenen Staatsoberhäuptern, Regierungen und Völkern meinen und des deutschen Volkes herzlichsten Neujahrswunsch Nach seiner Ansprache begrüßten der Führer und Reichskanzler und nach ihm der Reichsnünister des Auswärtigen, die Minister und Staatssekretäre den Doyen und die nach ihrer Rangfolge stehenden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger einzeln mit Händedruch und nahmen ihre persönlichen Glückwünsche entgegen, woran sich kurze Unterhaltungen schlossen. Hierauf verabschiedete sich der Führer von dem Diplomatischen Korps und verließ mit seiner Begleitung den Saal. Nach Abschluß des Staatsaktes trat der Führer und Reichskanzler a u f einen Balkon des „Hauses des Reichspräsidenten", um die aus Anlaß dieser Empfänge zahlreich in der Wilhelmstraße versammelte Menge zu begrüßen, die sein Erscheinen mit freudigen Heilrufen beantwortete In der Zwischenzeit war die Ehrenkompanie um ter_ Führung ihres Kompaniechefs, Hauptmann Hobel, aus dem Ehrenhof des ' „Hauses des Reichspräsidenten" abgßrückt und hatte mit Fahne in der Wilhelmstraße gegenüber dem,,Hause des Reichskanzlers" Aufstellung genommen. Hier schritt der Führer in Begleitung des Kommandanten von Berlin, Generalmajor Seifert, und des Kommandeurs des Wachregiments, Oberst von Alten," unter den Klängen der Nationalhymnen die Front der Ehrenkompanie ab und nahm anschließend den Vorbeimarsch dieser Kompanie ab. Das militärische Schauspiel hatte auf dem Wilhelms- platz zahlreiche Zuschauer versammelt, die dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht auch hier begeisterte Kundgebungen bereiteten. Budapest, 12. Jan. (DNB.) Auf einem anläßlich der Konferenz der römischen Protokollstaaten zu Ehren der ausländischen Gäste gegebenen Diner führte der ungarische Außenminister von Kanya aus, daß die Konferenz, durchdrungen von den Ideen der Versöhnlichkeit und Billigkeit, sich i n völliger Uebereinstimmung in sämtlichen grundlegenden Fragen befinde. Infolge der vorangegangenen Konferenzen hätten Ungarn und Oesterreich das italienisch- äthiopische Kaiserreich, Italien und Oesterreich den in der Frage der Rüstungsgleich- h e i t eingenommenen Standpunkt der ungarischen Regierung als rechtmäßig und gerecht anerkannt, einen Standpunkt, der seither von niemanden hätte angefochten werden können. Der ^genfeitige Handelsverkehr der Mitglieder- taaten habe einen Aufschwung genommen, der zur wirtschaftlichen Entwicklung anderer Staaten Mitteleuropas in großem Maße beigetragen habe. Der italienische Minister des Aeußeren Graf Ciano erklärte, die römischen Protokolle, diese tändige und sichere Grundlage der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen der drei Länder, seien nicht als ein geschlossenes System geschaffen worden mit dem Ziel, unsere drei Staaten zu blockieren und die Interessen anderer Mächte aus dem Donautal auszuschließen ober zurückzudrängen. Die glückliche Form der Zusammenarbeit und die tiefe Emp- änglichkeit für die Wirklichkeit hätten die harmonische Entwicklung der römischen Protokolle mit der Achse Rom — Berlin, ferner das herzliche Einvernehmen zwischen Italien und Jugv- l a w i e n ebenso wie zwischen Oesterreich, Ungarn und Deutschland ermöglicht. — Der österreichische Staatssekretär Dr. Guido Schmidt betonte, er sei überzeugt, daß diese Konferenz in wirk- amer Weise die Freundschaftsbande noch enger und unsere Zusammenarbeit noch intensivex gestalten werde. ♦ „G iornale d ' Italia" schreibt, die Budapester Zusammenkunft diene vor allem einer grundsätzlichen Klärung gegenüber vier Hauptproblemen. Und zwar handele es sich um die spanische Frage, das- Antikominternabkommen, Italiens Austritt aus der Genfer Liga sowie um die Achse Rom—Berlin. Diese vier Fragen bildeten die Grundlage einer neuen, entschlossenen europäischen Politik, der gegenüber jedes Land seine Einstellung klar bekunden müsse. Das Blatt wendet sich dann gegen die Gerüchte, daß Italien in Budapest von Oesterreich und Ungarn eine — bereits längst vollzogene — Anerkennung des italienischen Imperiums oder deren formalen Beitritt zum Antikominternabkommen fordern würde. Hinsichtlich der Genfer Liga genüge es vollkommen, gegenüber einigen Punkten des Genfer Paktes, die durch den endgültigen Austritt so zahlreicher Mächte noch zweideutiger geworden seien, klar Stellung zu nehmen. Die Klärung-der .Haltung der einzelnen Staaten gegenüber Genf, bei der allgemein die Tendenz vorhanden sei, blindlings eingegangene Verpflichtungen und gefährliche Risiken zu widerrufen, mache in Europa immer größere Fortschritte. Man brauche nur an.die Haltung Belgiens und Polens, der skandinavischen Staaten und vor allem der Schweiz zu denken. Alles dies bilde eine. Bestätigung der Einstellung der A ch s e Rom- Berlin und bekräftige Europa gegenüber die unerschütterliche Zusammenarbeit der Mächte, die sie.geschaffen haben. Diese Tatsachen, die man auch in Budapest empfinde, würden zu einer neuen Klärung beitragen, bei der auch die Solidarität der drei Unter Zeichner st aaten der römischen- Protokolle zum Ausdruck kommen werde. Llm Frankreichs sozialen Frieden. Die Aktion des Ministerpräsident Chautemps. Eben ist das Parlament in Frankreich'wieder zu- ammengetreten. Von den schweren außenpolitischen Sorgen ganz, abgesehen, ist die innenpolitische Lage zerfahren, unübersichtlich und eben darum auch ge- ährlsth. Chautemps hat Zeit gewinnen wollen und Jen- Vorschlag gemacht, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen ein neues Gesetzbuch der Arbeit (Codex der Arbeit ausarbeiten. Und darum tobt nun der Streit. Die Unternehmer haben verlangt, daß einmal alle Arbeiterverbände den Beratungen beiwohnen und nicht allein der allgemeine Gewerkschaftsbund, der unter Leitung des ozialdemokratifchen Gewerkschaftlers I o u h a u x teht, aber nach der Verschmelzung mit den an sich zahlenmäßig schwachen kommunistischen Gewerkschaften infolge der ungleich größeren Zielsicherheit der Kommunisten völlig ins radikale Fahrwasser abglitt. Jouhaux, der ein an sich schwacher Mann ist und eben deshalb zu großen Worten neigt und damit wiederum den Kommunisten in die Hände arbeitet, hat nun gedroht, die Arbeiterklasse zur Aktion aufzurufen, wenn man nicht zu dem Abkommen gelange, das das Land erwarte. Daneben läuft die sogenannte Kapuzenmänner-Affäre — ein charfer Feldzug des sozialdemokratischen * Jnnen- ninifters Dormoy, der eine Art Nothilfe rechtstehender Parteien verdächtigt, in provokatorischer Weise das Attentat auf zwei Häuser der Arbeitgeberverbände im Hochsommer 1937 in Paris organisiert zu haben. Absagen^ Nur die marxistischen Gewerkschaften waren ausgefordert. Paris, 12. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps empfing am Dienstagabend den Vorsitzerden des französischen Arbeitgeberverbandes, Gignvux, dem er zu der für Mittwoch vorgesehenen Sozialpolitischen Aussprache erklärte, daß es unmöglich sei, an der Aussprache auch diejenigen Organisationen zur Teilnahme aufzufordern, die ihm genannt worden seien. Er habe dieser Ansprache den Charakter einer Gegenüberstellung der beiden großen Organisationen, der CGT.-Gewerk- chaft und des Arbeitgeberverbandes, geben wollen, die sich so oft in Widerspruch befänden. Aber die Gegenwart anderer Personen würde den Charakter einer solchen Aussprache völlig verändern. Gignoux antwortete, unter diesen Umständen könne der Arbeitgeberverband an der Mittwoch-Aus- prache im Matignon-Palast nicht teilneh - men. Der Arbeitgeberverband werde aber auch weiterhin dem Ministerpräsidenten zur Zusammenarbeit zur Verfügung stehen. Der Spitzenverband her Berufsgewerkschaften hat in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten die Verwunderung und das Bedauern ausgedrückt, daß die Vertreter der Berufsgewerkschaften trotz ihres Gesuchs nicht zu einer Teilnahme an der geplanten Aussprache aufgefordert worden sind, wohl aber die C G T. - Gern e r k s ch a f t, deren Haltung durch eine unzulässige Erpressung der Regierung gegenüber gekennzeichnet sei. Die Mitglieder der Berufsgewerkschaften hätten nicht das geringste Verständnis für das Vorgehen der EGT^-Gewerkschaft, die den Rechten und Pflichten der gesetzgebenden Macht gegenüber eine offene Mißachtung zutage lege und über die verantwortliche Regierung eine tatsächliche Diktatur ausübe. Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Textilindustrie hat an den Ministerpräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem sie ebenfalls eine Teilnahme an der für Mittwoch angesetzten Aussprache im Matignon-Palast ablehnt, weil neben der marxistischen Organisation C/G. T.-Ge- werkschast keine andere Arbeiterorganisation zur Teilnahme aufgefordert worden ist. In dem Schreiben heißt es, mit den augenblicklich vom Ministerpräsidenten versuchten Methoden werde die Ruhe und Ordnung nicht wiederhergestellt werden können. Ebensowenig werde dieser Versuch gelingen, wenn man die Arbeitgeber ständig zur Annahme von Maßnahmen auffordere, in denen das Recht der Arbeitgeber zur Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften eingeschränkt werde. Ein solcher Versuch würde zu nichts anderem führen als zu einer gesetzlichen So wjetisierung aller Unternehmen. Dieser Weg würde die Abschiebung jeder Verantwortung für die augenblickliche Lage auf die Arbeitgeber bedeuten, während diese Verantwortung allein die Regierung für ihre Unentschlossenheit zu tragen habe. Vor allem müsse die Regierung von allen Franzosen, gleichgültig ob sie Arbeitgeber oder Arbeitnehmer seien, die vollkommene Achtung vor den Gesetzen uerlangen.Hm die auf die Dauer unhaltbare soziale Unruhe einzudämmen, müsse endlich die Arbeitsfreiheit gesichert werden. Eine solche Maßnahme würde ebenso den Wünschen der Arbeitgeber wie denen eines ständig wachsenden Teiles der Belegschaften entsprechen. Die Vereinigung sei zu einer Zusammenarbeit mit der Regierung bereit. Doch könne eine solche erst an dem Tage von Nutzen sein, an dem die öffentliche Ordnung wiederhergestellt sein y>erde. London zur Neujahrsansprache des Führers. London, 12. Jan. (DNB Funkspruch.) Die Ansprache des Führers und Reichskanzlers beim Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps findet in der Londoner Presse größte Beachtung. „Times" schreibt, als der Führer Deutschlands Wunsch nach Frieden betonte, habe er den Gefühlen Ausdruck gegeben, die ohne Zweifel alle Kreise Deutschland erfüllen. Die Tradition eines großen Heeres, die Erinnerungen des deutschen Volkes an die schlechten Erfahrungen in der Nachkriegszeit und in allen Jahren der Schwäche, sowie die Lehre, daß Deutschland stark sein müsse, gäben dem Mann auf der Straße ein Gefühl der Sicherheit. — „Daily Telegraph" schreibt, die Absichten des nationalsozialistischen Deutschlands seien von so großem Einfluß auf die internationalen Beziehungen, daß eine autoritative Friedensoersicherung eine äußerst beruhig e-nöe Wirkung haben müsse. Wenn Deutschland nicht den Krieg gegen irgendein Land will, fei alles in Ordnung; denn niemand wünsche gegen Deutschland den Krieg. Eine solche autoritative Versicherung mit besonderem Nachdruck sei vom Führer abgegeben worden. Die Reichsregierung wünsche also "freimütig und vertrauensvoll mit allen Nationen zusammenzuarbeiten, die sich, wie die Reichsregierung selbst, den Frieden der Völker als Ziel ~ gesetzt hätten. Mit wirklicher Befriedigung hätten die Völker gehört, daß die Volks- und Staatsführung einer aufrichtigen Völkerverständigung entgegensetze. „Daily Mail" schreibt, der Führer habe sich an Empfindungen gewandt, die über a l 1 geteilt würden. Früher habe man sich nie so heiß und so allgemein nach Frieden gesehnt wie heute, trotzdem sei aber die Welt in großen Verwirrungen, von denen viele in Genf ihren Auslauf nahmen. Eines der erfolgreichsten Mittel zum Beginn an der Arbeit des Friedens fei die Besei - tigung der U> s a che n d er Spamnung zwischen, England und Deutschland, Chamberlcsin habe mit dieser Aufgabe begonnen. Empfang desneuenjapanischenSoWaflers Weitere Vertiefung der herzlichen Freundschaft. Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing Dienstagvormittag den neuernannten Kaiserlich-Japanischen Botschafter Shi-, g e n o r.i Togo zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Botschafter Logo überreichte die kaiserlichen Handschreiben über die Abberufung seines Vorgängers, des Grafen Kintomo Musha- k o j i und feine eigene Beglaubigung als Botschafter dem Führer und Reichskanzler mit einer Rede in japanischer Sprache, in der er sagte: Ich war bereits vor nahezu 20 Jahren dienstlich in diesem Lande, dessen Sprache und Kultur ich schon vorher kennen und bewundern gelernt hatte. Um so tiefer bewegt mich das beglückende Gefühl, daß ich dieses Mal dazu ausersehen bin, an der weiteren Verinnerlichung der überaus herzlichen Freundschaft zu arbeiten, wie sie sich zwischen Japan und Deutschland so glücklich gestaltet hat. Eine besondere Freude ist es mir, daß ich jetzt in ein ganz neues Deutschland gekommen bin, welches durch die hochherzige und tatkräftige Initiative Euer Exzellenz ein die ganze Welt überraschendes Wiederaufblühen erlebt. Es steht jetzt geeint und machtvoll da und ist wieder ein geachteter und wichtiger Faktor in der Welt geworden; ein Umschwung, der ohne Beispiel in der Geschichte ist und mich mit größter Hochachtung und Bewunderung erfüllt. Von dem Gefühl beseelt, zum Schutze der Weltkultur berufen zu sein, hat es mit Japan, das von demselben Gefühl durchdrungen ist, das Abkommen gegen d i e fommuni- stische Internationale geschlossen, und es gereicht mir zur freudigen Genugtuung, daß es mir als Direktor der Europa- und Westasienabteilung des Auswärtigen Amtes in Tokio vergönnt wär, bei dem Zustandekommen dieses Abkommens mitzuwirken. Der Führer und Reichskanzler erwiderte: Daß Sie, Herr Botschafter, es als Ihre persönliche Aufgabe betrachten, die guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern an. hervorragender Stelle weiter auszubauen und an der weiteren Vertiefung der herzlichen Freundschaft zu arbeiten, wie sie sich zwischen Japan und Deutschland so glücklich gestaltet hat, begrüße ich lebhaft. Die Tatsache, daß Eure Erzellenz in ihrer bisherigen Stellung bei dem Zustandekommen des deutsch-japanischen Abkommens gegen die kommm^stische Internationale mitgewirkt haben, ist mir ‘eine Gewähr dafür, daß Sie von der Bedeutung dieser .Vereinbarung ebenso durchdrungen sind wie ich selbst. Seien Sie überzeugt, Herr Botschafter, daß Sie in Ihrem Bestreben, auf dieser Grundlage an der deutsch-japanischen Freundschaft weiter zu bauen, bei mir stets die vollste Unterstützung finden werden. AmVorabend von Gorinas Geburtstag Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Ehrenzeichen der Einheiten, die in persönlicher Verbindung zum Generalobersten Göring stehen — das Regiment General Göring und die SA.- Standarte Feldherrnhalle —, haben am Vorabend des Geburtstages des Generalobersten in dessen Arbeitszimmer in feiner Wohnung Aufstellung gefunden, ein Brauch, der auch bei den künftigen Geburtstagen des Generalobersten zur Durchführung kommen wird. Goldenes Ehrenzeichen für SA.-Oberqruppenfiihrer Züttner. Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler verlieh dem Chef des Führungshauptamtes der Obersten SA.-Führung Obergruppenführer Jüttner in Anerkennung seiner Verdienste um die Bewegung bei der Vollendung feines 50. Lebensjahres das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, unter gleichzeitiger Widmung feines Bildes. Obergruppenführer Jüttner hat sich nach - einer Berufung in die Oberste SA.°Führung und der Uebernahme des Führungshauptamtes um den Aufbau der SA. besondere Verdienste erworben, die nach außen hin auch in den Auftrag des Führers, die Durchführung der Aufmärsche der Reichsparteitage der NSDAP, zu organisieren und zu leiten, ihren sichtbaren Aus- druck gefunden haben. Der Stabsführer der Obex- ten SA.-Führung, Obergruppenführer Herzog, überreichte ihm im Auftrage des Stabschefs eine künstlerisch in Bernstein ausgelegte Ausgabe von des Führers „Mein Kampfs Oer 2Bi(re zum Leben. CinVortragEtaatsratBörgers inFrantfniE tipi). Jranf juii c. M., 11. Jan. Staatsrat Profesiur Ißilh 'Böiger, Reichstreuhänder der Arbeit (Kv'i'^ sprach auf einer Äertrauensratsschu- lung im .fyppobrom über pazifistische und national’/ ozialistische Politik. Der Redner behandelte an ir attischen Beijpielen die verschiedenartigen Auf- ajungen über die Begriffe „Eigentum, Gemein- chaft und Vaterland". Die wahnsinnige Lehre des Karl Marx stelle den Erdball auf den Kopf und erschüttere die soziale Ordnung der Volker. Die Folgen sähen wir heizte iri (Spanien und Rußland. Pazifistische Politik paßte das Volk dem vorhandenen Raum an, die nationalsozialistische Politik aber passe den Raum d e m V o l k e an. Der nationalsozialistische deutsche Mensch müsse an den Widerständen wachsen. Worte wie „Es geht nicht" kenne er nicht. Die verheerenden Folgen der pazifistischen Lebensauffassung fük unser Volk seien gekennzeichnet durch Geburtenrückgang, Auswanderung und eine falsche Auffassung von Handel und Export. Demgegenüber habe jetzt das deutsche Volk den Glauben an Deutschland wiedergewonnen und besitze den Willen, das Leben zu^meistern. Reste eines»pazifistischen Denkens müßten ausgerottet werden. Es sei eine große Aufgabe, den deutschen Menschen zu dem kategorischen „Hilf dir selb ft" zu erziehen., „Wo der Deutsche steht, (ist er für Deutschland verantwortlich." Dieser Satz müsse Leitstern unseres Handelns werden. „Seefahrt tut not!" Generaladmiral Raeder über das Verhältnis zwischen Kriegs- und Handelsmarine. Hamburg, 12. Jan. (DRB. Funkspruch.) Der hamburgische Verein „Seefahrt" hielt an Bord des Schnelldampfers „Cap Arcona" der Hamburg- Südamerika-Linie seine Hauptversammlung ab. Regierender Bürgermeister Krogmann sagte, eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins fei die H e r a n b i ld u n-g eines tüchtigen seemännischen Nachwuchses. Nicht'die Maschinen, die die Schiffe antrieben, oder die Kunonen, die einen Seeweg sichern, sei das Entscheidende, sondern der Mensch, der unter dem Einsatz seines Lebens den Kampf mit den Elementen aufnimmt. Ein Volk, das auf die Seefahrt verzichte, höre auf, eine Weltmacht zu sein. Deshalb müsse es Aufgabe aller beteiligten Kreise sein, die Blicke der deutschen Jugend auf die See zu lenken und in den jungen Menschen die Liebe zum Meer zu wecken. Der Oberbefehlsbaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, zeigte.dann die enge Verbundenheit zwischen Handelsma- r in e und Kriegsmarine. Die drei Segel s ch u l s ch i f f e der Kriegsmarine würden im kommenden Sommer Fahrten über den Atlantik zurücklegen. Der Nachwuchs der Offiziere und Unteroffiziere müsse auf Segelschiffen ausgebildet werden. Sowohl für die Kriegsmarine als auch für die Luftseewaffe würden Hochsee-Segeljachten gebaut werden. Sein besonderer Dank gelte der Handelsmarine dafür, daß sie in Zeiten der Not der Kriegsmarine in kameradschaftlicher Weise einen Teil des Offiziersnachwuchses zur Verfügung gestellt habe. Die unterstützende Arbeitslosenhilfe. Lin Dokument bolschewistischer Bestialität. M .. I »M. FW , J A M Bei einem von den nationalspanischen Truppen gefangenen Bolschewisten wurde dieses Bilddokument gefunden. Mitglieder der Internationalen Brigahe ließen sich mit den Köpfen der von ihnen abgeschlachteten Nationalspanier photographieren. Ein erschütterndes Dokument bolschewistischer Humanität. — (Scherl-Vilderdienst-M.) Der japanische Vormarsch in China. Unsere Karte gibt eine ungefähre Darstellung des bisher von der japanischen Armee besetzten Gebietes auf Grund der vorliegenden Meldungen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ÄUSSERE MONGOLE! ■SUIVUAN KANSU HUPEI Lankau ■IUI 11k Mukdenj, 'SCH ANTUNG, ■B öapani fc h lllllllll Dapan. Einfluß mwu L. Zt. in Gewalt der jap. Armee 0 4OO2OQ 300 J l/.. Hsingan HON, ■#-n oder spät.gesucht 3rau6ans3l)ting M/McheW Brauerei 090 Mädchen sofort oderspstter für klein. Haushalt in den Vormittagsstunden gesucht. Zu erfragen in d. Ge° schäftsst. d. G.A. Zuverlässiges Mädchen für tagsüber gesucht. Vorzustell. v. 16 Uhr an. on? franklurL Str. 591L Suite Halhlagssletlel Erledige schriftliche Arbeiten Gebildetes jung. Mädchen zur Beaufsichtig, ein. Kleinkindes 3 mal wöchentlich nachmittags gesucht. Schriftliche Angebote unter 174D an d. Gieß. Anzeig. (eigene Schreibmaschine). Schr. 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Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen. Goethestr. 32, Ruf 2486. 61a Stadttheater Heute I Donnerstag 19.30—22.15 Erstaufführung Lady Windermeres Fächer Komödie von O. Wilde, Neu- bearb.K.Lerbs. Preise: RM. 0.60-3.00. 20—22.00 Außer Miete 1 Emmalig.Gastspiel Meister-Seitetl Comedian Harmooisls Preise: 149D RM. 0.60-3.00. llk.o Bald nen es mit gi Christ! Hanne! Oft ha und es Richtig, [ter we. vom ol wünfät geht's io Annemai mer die Milchtm rand un chen bri ganz br< überlegt schon ihr legen. entgegen, Mutter h den?" Di gesucht. 2 buchsest g, Ueberschre ruft: „Au Geschrviste die kleine, es am He m Klaoik M Heil soweit, un Wir noch i Gertrud Snge lac pichen u' je vielen I 7 der ale neue T daneben. . Göhlich °e,and sie Wgten sich Dangen f auf ein 7 fernes | ?H.e-hna Lausch. Mündlich ? * ü ‘"-intrat «t?” der f > r jSS werb/- ^igitte Eiling A« legt 7 doch £ ■Oft nr'' we ¥ei|*e red 'M5;; ttr.Q Zweiter Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiaer für Gberbeffen) Mittwoch,!? Januar 1938 Lunge deutsche Nation. 11 Preisträger unserer Weihnachtspreisaufgabe „Neun Bilder und eine kleine Geschichte" erzählen... Von 1 bis 9! Zu Fuß, zu Pferd und mit der Bahn kann man von Gießen an der Lahn, auch mit dem Auto, wenn's gefällt fortreisen in die weite Welt. Das Mädel mit dem Kaffeetopf sehnt sich nach einem Puppenkopf, mit Kleidchen, feinem Schürzchen an, da hält es seine Freude trän. Wie heimisch, festlich, traut und mild schaut aus das dritte Rätselbild, ein Weihnachtsbild, so treu und wahr grab wie zu Haus in jedem Iaht. Paar Skier wünscht ich mir schon lange, zu Lernen wär es mir nicht bange, natürlich dann auch tüchtig Schnee bis an die Knie hin müßt' er geh! An dem Klavier das Mägdelein das lernt ein Lied fürs Christkindlein, bis daß die Lichter brennen, will es das Liedchen kpnnen. Das Bübchen mit dem Teddybär will noch nicht schlafen ein; drum fragt es an der Zimmertür sein liebes Mütterlein. Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag, träumt das kleine Mädchen in seinem Kinderbettchen. So schwierig scheint mir nicht der Fall x beim Bübchen mit dem Gäulchen; so viel ich seh', heult er noch nicht, verzieht nur ein bißchen das Mäulchen. Immer soll man richtig gehn und nach links und rechts hin sehn. Doch auf allerkürztem Weg über Straß und über Steg. Kurt Häuser, Gießen, 13 Jahre alt. Md ist Welynochten! Bald ist wieder Weihnachten. Wir Kinder können es kaum mehr erwarten. Lange Wunschzettel mit großen und kleinen Wünschen sind an das Christkind abgeschickt worden. Da ist die kleine Hannelotte. Sie hätte gerne ein Paar Schneeschuhe. Oft hat sie sich zwei Bretter an die Füße gebunden und es so versucht. Aber nun will sie ein Paar Richtige haben. Denn „Früh übt sich, wer ein Meister werden will." Mein Bruder Werner hat noch vom .vorigen Jahr viele Soldaten. Dieses Jahr wünscht er sich noch eine Eisenbahn, und dann geht's los „zu Fuß, zu Pferd, mit der Bahn" Ännemariechen hat sich im Schaufenster schon immer die schönen Spielsachen betrachtet. Sogar beim Milchtrinken schaut sie sehnsüchtig über den Tassenrand und denkt: „Ob mir das Christkind das Püppchen bringt?" Nachbars Peter war nicht immer ganz brav. Nun fitzt er nachdenklich am Boden und überlegt einen „Schwierigen Fall". Friedel hat schon ihren Schlafanzug an und will sich ins Bett legen. Auf der Treppe kommt ihr Plätzchengeruch entgegen, und leise schlüpft sie noch einmal zur Mütter hinein und fragt: „Darf ich noch aufblei- ben?" Die Gescheüke für die Eltern sind schon ausgesucht. An einem Nachmittag werden die Sparbüchsen geleert, und dann geht's in die Stadt. Beim Ueberichreiten der Straße geht die älteste voran und ruft: ^Auspuffen, hat Mutti gesagt!" Die größeren Geschwister machen schöne Handarbeiten und fragen die kleineren: „Wißt ihr noch wie oor'ges Iaht, es am Heil'gen Abend war?" Gertrud ubt immer am Klavier 'und sagt freudestrahlend zur Mutter: „Am Heiligen Abend kann ich's." Endlich ist es oweit, und wir können singen: „Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag." Gertrud Conrad, Lang-Göns, 11 Jahre alt. Der WeWachMaum. Inge lag nach dem Weihnachtsabend in ihrem Bettchen und konnte nicht schlafen. Sie dachte an die vielen schönen Sachen, die sie bekommen hatte, da saß der Teddy unter dem Weihnachtsbaum urfb die neue Puppe unb bas schöne Bilderbuch lagen daneben. ,,, r ar . . , Plötzlich war sie doch emgeschlasen. Aus einmal befand sie sich in einem dichten Wald. Im Schnee zeigten sich große Futzstapfen, da mußte em M-chch gegangen fein. Inge suhlte sich sehr müde und setzte sich aus einen Baumstumpf. Doch plötzlich vernahm sie fernes klingen, und ein zartes Stsmmchen fang ein Weihnachtslied. Immer näher kam das lieblia)e Geräusch Auf einmal stand das Christkind vor ihr. Freundlich sprach es: „Habe keine Angst und geh mit mir, ich werde dir etwas zeigen! Es führte Inge nun in eine dunkle Höhle. Als das Christkind aber eintrat, glänzte alles wie Gold. Plötzlich wurde es in der Höhle lebendig. Aus allen Ecken, und Winkeln krochen kleine Männlein hervor, die nahmen Inge mit in einen anderen Raum. Dort saß der Teddy und die neue Puppe Trude. H^cher^u wollte Inge auf sie zulaufen, da hörte sie die Stimme der Mutter: „Jngelein, steh auf, es ist heute noch Feiertag!" .. , ., Da erwachte Inge und sprang vergnügt aus ihrem Bettchen. Schnell nahm sie ihren Teddy m den Arm, der neben ihrem Bett gewacht hatte, und lies in ihrem Schlafanzug in das Weihnachtszimmer, wo sie alle anderen-Gaben fröhlich begrüßte. Brigitte Stoltenberg, Gießen, 9 Jahre alt. Einmal werden wir noch waw... Inge legt sich recht froh und aufgeregt ins Bett. Ist doch, wenn sie wieder wach wird, Weihnachts- tgg. Am Abend kommt dann das Christkind. Sie ist heute recht artig gewesen, denn Mutti hat gesagt: „Inge, wenn du nicht artig bist, bringt das Christkind nicht die Puppe, sondern nur Nutze unb Schmiße." Inge hatte heute Abend noch einmal so schnell ihre Suppe gegessen als sonst. Nun liegt sie erwartungsvoll im Bett. Was wird wohl das Christkind alles bringen, denkt sie. Aber bald ist sie eingeschlafen und träumt die tollsten Sachen. Sie I sieht den Weihnachtsbaum mit all seinem Lichterglanz. Sie und die Mutter fingen: „Stille Nacht, heilige Nacht" — und ihr kleiner Bruder quakt oft dazwischen. Da klopft es leise an die Tür. Der Vater ruft: „Herein", und das Christkind tritt ein. Ganz weiß ist es gekleidet. Als sie das Lied beendet, haben, fragt das Christkind mit feiner Stimme, ob Inge auch recht artig gewesen sei, und wer da vorhin geschrien habe. Die Mutter sagt: „Inge ist recht brao gewesen, nur ihr kleiner Bruder habe mitsingen wollen, er hätte es aber noch nicht gekonnt." Da muß das Christkind lachen. Nun teilt es die Geschenke aus. Inge erhält die gewünschte Mamapuppe mit langen Zöpfen, ein kleines Bäbi, Zuckerplätzchen und Nüsse, ihr kleiner Bruder ein Schaukelpferd. Da wird sie plötzlich wach. Ihr kleiner Bruder hatte geschrien. Die Mutter kommt nun auch ins Zimmer und Inge erzählt ihr ihren Traum. Dann legt sie sich ruhig hin und als die Mutter das Licht ausgeschaltet hat, schläft sie weiter. Gretel Ranft, Beuern, 10 Jahre alt. Merkwürdiger Traum. Peterchen hatte vom Christkind eine elektrische Eisenbahn, eine Menge Soldaten zu Fuß und zu Pferd und endlich einen Hampelmann bekommen. Er war schon lange mit den Sachen am spielen. Aber auch das Spielen macht müde, und so ging Peterchen nach einiger Zeit ins Bett. Er schlief bald ein und hatte einen merkwürdigen Traum. Was dies für ein Traum war, will ich jetzt erzählen: Peterchen wurde auf ein Geräusch aus dem Nebenzimmer aufmerksam. Er schlich sich in den Flur unb von bort in die andere Stube. Aber da bekam er einen Schreck, denn die Eisenbahn fuhr im Kreise, und die Soldaten machten gerade einen Vorbeimarsch. Da kam der Hauptmann der Soldaten auf ihn zu und lud ihn zum Vorbeimarsch ein. Peterchen wurde auf einmal ganz klein, der Hauptmann kam ihm nun fast wie ein Riese vor. Aber der Hauptmann sagte: „Nun vorwärts, siehe einmal dort!" und er zeigte auf einen Reitertrupp. Die Reiter sprengten im Galopp auf die Schienen zu und sprangen darüber. Peterchen war ganz begeistert und wollte es nachmachen. Aber, oh weh, er stolperte unb fiel gerade auf die Schiene, als die Eisenbahn angebraust kam. Peterchen wurde es ganz heiß, er schrie laut um Hilfe unb — erwachte. Ganz bunkel war es im Zimmer. Vom Kirchturm schlug es ein Uhr. Da schlief Peterchen roieber ein. 'K. H. Riexinger, Gießen, 12 Jahre alt. Md 1,4,1 und 9 Was ist bas unter’m Weihnachtsbaum gar für ein buntes Treiben? Der große Tisch hat kaum ben Raum für Schienen unb für Scheiben. Da sieht man Burg unb Eisenbahn, dort zieht das Fußvolk Mann für Mann. Doch auch die Pferde fehlen nicht auf diesem großen Weihnachtstisch. Drum paßt zu diesem Bild, wohlan: „Zu Fuß, zu Pferd und mit der Bahn". * Die neuen Skier machen heut der kleinen Liese! große Freud; denn überall liegt hoher Schnee, Da tut das Fallen nicht so weh. Und freudig übt sie nun das Laufen: „Umsonst soll Mutti mir nichts kaufen". Wird's auch kein Torlaus, kein Slalom, wenn ich nur immer vorwärts komm. * Hier liegt in tiefem, sanftem Schlummer Klein-Annelies ohn' jeden Kummer, sie träumt von all den schönen Dingen, die ihr das Christkindlein soll bringen. Deshalb sie heut gut schlafen mag, denn morgen da ist Weihnachtstag. * KinÄer finden es oft kleinlich, wenn die Mutter mit Bedacht spricht zu ihnen ganz eindringlich: Auf der Straße gebet acht!" Doch gar bald sind sie bekehret, wenn sie auf der Straße gehen, Mutter hat sie recht belehret, jetzt erst sie den Sinn verstehen, und so gehen sie hier im Schritte, Rose, Liese und Sieglinde, mit der kleinsten in der Mitte fliehn sie der Gefahr geschwinde. Heinz Lich, Gießen, IIV2 Jahre alt. Das Ergebnis und die preisiräger. Liebe Vuben und MHU! Es war wieder mal ein großer, luftiger Stoß von Briefen zusammengekommen, welche die Lösungen unserer Weihnachtspreisaufgabe „Neun Bilder und ein^ kleine Geschichte" enthielten: als wir sie alle gelesen, geprüft, numeriert und sortiert hatten, fein säuberlich in Häufchen geschichtet — Stadt und Land, Mädel und Buben, falsche und richtige, Preis und kein Preis —, da fanden wir, indem wir das Ganze überschauten, daß euch die Beschäftigung mit den neun Bildern augenscheinlich nicht weniger Spaß gemacht hat als uns selber. Die Zahl der Einsendungen war größer als im vorigen Jahre — also gibt es diesmal auch mehr Preise —, und die Zahl derer, welche die neun Unterschriften nicht an den richtigen Platz gebracht hatten, war verschwindend gering; fast alle hatten es getroffen, und fast allen war auch eine kleine Geschichte oder ein Ge- dichtchen dazu eingefallen. Eine Anzahl davon findet ihr hier auf dieser Seite als Kostproben; leider reicht der Platz bei weitem nicht aus, sie alle abzudrucken. Am meisten Mühe scheint euch das kleine Mädchen auf Bild 2 gemacht zu haben, das so nach-, denklich über den Rand seiner Milchtasse guckt und an das Püppchen denkt, das das Christkind ihm bringen soll. Aber bej Bub mit den Soldaten und der Eisenbahn, das kleine Mädel am Klavier, bai auf Skiern, das mit dem Teddy unb das im Bettchen haben die Phantasie unserer Einsender, wie mir lesen konnten, ebenfalls ausgiebig beschäftigt und 'angeregt. Die hübschen Preise, die wir nun verteilen, sollen die wohlverdiente Anerkennung für die aufgewandte Mühe, für Kopfzerbrechen in den Weihnachtsferien, allerlei Einfälle und fleißiges Briefschreiben sein. Wer* aber keinen Preis bekommen hat, der soll sich's nicht verdrießen lassen und es das nächste Mal aufs neue probieren: auf Wiederhören Weihnachten 1938! Die neun LösiMen. Bild 1: Zu Fuß, zu Pferd, mit der Bahn. Bild 2: Ob mir das Christkind das Püppchen bringt? Bild 3: Wißt ihr noch, wie voriges Jahr es am Heil'gen Abend war? Bild 4: Früh übt sich .. ■ Bild 5: Am Heiligen Abend kann ich's. Bild 6: Darf ich noch aufbleiben? Bild 7: Einmal werden wir noch wach, heissa, bann ist Weihnachtstag. Bild 8: Ein schwieriger Fall. Bild 9: Aufpassen, fjat Mutti gesagt. Die io Preisträger. 1. Hilde Ranft, Gießen, Am Wingert 2: „Ola Langerud in der Stadt". 2. Karl Brück, Alb ach, Licher Straße 6: „He- rold-Knabenbuch". 3. Lorchen und Heini Nicolaus, Steinbach, Adolf-Hitler-Straße 51: „Durch die weite Welt". 4. Kurt Häuser, Gießen, Am Riegelpfad 96: „Auf guter Fahrt". 5. Margret Mattern, Gießen, Wartweg 48: „Herthas seltsame Reise". 6. Walter Müller, Usenborn (Ortenberg): „Sajo und ihre Biber". 7. Karola Nordmann, Lollar, Adolf-Hitler- Straße 125: „Mutter Natur erzählt". 8. Friedrich Otto G r a 0 e l i u s , Gießen, Moltke- straße 28: „Heimat Ostafrika". 9. Margrit Heller, Gießen, Schiffenberger Weg 41: „Sabines Geheimnis". 10. Kurt Becker, Saasen, Bahnwärterhaus 14: „Ein Junge geht zur Kriegsmarine". 11. Otto Horn, Rödgen, Rosenstraße 5: „Jungen werden Flieger". 12^Gisela L ü d e k i n g , Gießen, Seltersweg 5: „Die Langerudkinder wachsen heran". 13. Franz Rathenow, Klein-Linden, Frankfurter Straße 79: „Wir jagen deutsche U-Boote". 14. Reinhold Mohn, Grüningen, Langgasse 8: „Ein Buch von der neuen Kriegsmarine". 15. Jngeborg Lutz, Gießen, Wernerwall 47: „Deutsches Wandern". 16. Heinz Schubecker, Krofdorf, Gießener Straße 314: „Bastelbuch". 17. Hannelore Teipel, Dillingen, Saar, Kaiser-Friedrich-Straße 42: „Kalender Kultur und Natur". 18. Rudolf Schäfer, Wieseck, Philosophenstr. 4: „Der kleine Jorgatz". 19. K. H. Riexinger, Gießen, Bleichstraße 33: „Ludwig-Richter-Kalender". 20. Helmut Schmitt, Steinbach, Höllenweg 4: „U-Boote am Feiyd". 21. Heinrich Fink, Garbenteich, Gießener Straße 27: „Fahnenschwanz". 22. Lotti Germer, Heuchelheim, Gießener Straße 35: „Bund der Fünf". 23. > Heini Schwalb, Alten-Buseck, Grvßen-Bu- secker Straße 35: „Ein Seekadett fährt um die Welt". 24. Erika Mosbach, Gießen, Seltersweg 81: „Onkel Antons Kinderkalender". 25. Friedel Arnold, Beuern, Untergaffe 51: „Ein Mann, ein Boot, ein fernes Land". 26. Erich und Ursula Meyer-Paysan, Gießen, Karl-Vogt-Straße 17: „Spemanns Musikkalender". 27. Willi Vink, Lang-Göns, Obergasse 41: „Kcttug". 28. Heinz L i ch, Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 8: „Kosmos-Kalender". 29. Ernst Karl R ö m‘e r , Wiefeck, Philvsvphen- straße 3: „Fahrten der U-Deutschland". 30. Toni Walter, Daubringen, Haidstraße 8: „Deutscher Kalender 1938". 31. Brigitte Stoltenberg, Gießen, Aulweg 30: „Das goldene Geschichtenbuch". 32? Helmut Eis en feiler, Hattenrod, Hinterhof 6: „Schneller Fuß und Pfeilmädchen". 33. Elfriede Kreiling, Heuchelheim, Gießener ,Straße 23: „Struvpi". 34. Ludwig Will, Steinbach, Hindenburgstr. 43: „Sagen vom Rhein". 35. Gertrud und Werner Conrad, Lang-Göns, Neugasse 1: „Kinder, wir spielen". 36. Erika I 0 st, Großen-Buseck, Anger 14: „Schwesterchen". 37. Heini Walther, Gießen, Memeler Straße: „Die fünf Schatzgräber". 38. Gretel Ranft, Beuern, Adolf-Hitler-Straße 12: „Märchenflüge ins Bienenland". 39. Paul Bausch, Langsdorf, Weidegasfe 16: „Bimbo". 40. Ria Fuhr, Gießen, Wolfstraße 16: „Fünf auf einem Ast". * Die Preise der Gießener Preisträger liegen ab Donnerstag, 13. Januar, täglich von 16 bis 18 Uhr (außer Samstag), auf der Schriftteitu'ng des Gießener Anzeigers, Schulstraße 7/9, zur Abholung bereit. Den auswärtigen Gewiünern werden die Preise in den nächsten Tagen zugestellt werden. Lieber Weihnachtsonkel! Am Heiligen Abend kann ich's — auch ich, Mit Blockflöte grüß' ich, Kameradin, erst dich! „Wißt ihr noch, wie oor’ges Jahr Es am Heil'gen Abend war?" — Da war der Setzer noch diszipliniert. Nicht Kraut und Rüben durcheinandergerührt. Aufpassen, hat Mutti gesagt... — Und doch» lieber Onkel, ich hab's gewagt! Früh übt sich ...— weil ich „Deutsch: sehr gut", Im Dersemachen mein fröhliches Blut. Ob mir das Christkind das Püppchen bringt? — Ach nein! IM. doch um Puppen schon ringt! Darf ich noch xiufbleiben? — Pfundiger Spaß! Kein IM. fragt noch so etwas! Zu Fuß, zu Pferd, mit der Bahn — Kommt manche Lösung bei dir an. Ein schwieriger Fall — doch meiner ist klar: Am 12. marschier' ich in deiner Schar! „Einmal werden wir noch wach, Heissa, dann ist Weihnachtstag..." — » Neunzehnmal noch, bis es kracht. Dein Appell viel Glückliche macht. So hab' ich dir eine Geschichte gebaut. Und alle neun Bilder darin verstaut, Nun stell' ich alles in deinen Schutz Und grüße kameradschaftlich Jngeborg Lutz, Gießen, 10 Jahre alt Ein schwieriger Fall. Am gestrigen Abend war das Christkind bei Willis Eltern gewesen, aber das kleine Willichen lag schon im Bett. Und das Christkind fragte nach allerlei Bösem, und ob es sich gebessert habe. Die Mutter sagte: „Ja." ßer Vater verstummte. „Aber da will ich dem kleinen Willi auch einige schönen Sachen balatfen." Es fyat ein großes und ein kleines Schaukelpferd. Das kleine läuft auf Rädern. Am nächsten Morgen freute sich der Willi so über seine Gaben und nahm das kleine Pferdchen und wollte es seinem Spielgefährten, dem kleinen Frjtzchen, zeigen. Als unser Willi da lief, stolperte er und fiel rücklings gegen eine Mauer. Er war ein kleiner Knirps und konnte nicht eher auf, bis jemand kam und ihn aufhob. Lange, lange blieb er liegen, bis endlich ein Schutzmann kam und den kleinen Willi mit dem Gäulchen nach Haufe zu seiner Mutter brachte. Reinhold Mohn, Grüningen, 12 Jähre alt Ob mir das Christkind das Püppchen bringt? „Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag." Das sind die letzten Gedanken der kleinen Inge, dann fallen ihr die Augen zu, und sie ist fest eingeschlafen. Da horch, was ist das? Leises Schellengeläute, das immer näher kommt. Durch einen verschneiten Tannenwald kommt ein prächtiger, mit großen Säcken beladener Schlitten gefahren, den 2 weiße Pferdchen ziehen. Daneben geht der Weihnachtsmann in gelbem Pelzmantel und dicker Mütze, er hat ganz vergnügte Augen und einen langen weißen Bart. Auf der einen Seite des Weges schaut neugierig ein Rehlein zwischen den Tannenbäumen hervor, das ist gar nicht ängstlich. Als der Weihnachtsmann jetzt die kleine Inge sieht, hält er den Schlitten an, macht einen der Säcke auf und nimmt eine wunderschöne Puppe. Lachend zeigt er diese Inge und nickt ihr zu, steckt sie aber schnell wieder in den Sack, wo noch viele Spielsachen sind. Dann ziehen die Pferdchen wieder an und der Schlitten verschwindet hinter den Bäumen. — Nun, du kleiner Langschläfer wirst ja heute gar nicht wach, sagte die Mutter am andern Morgen. Inge setzte sich im Bett auf, schaute verwundert um sich und sagte: „Mutti, ich habe den Weihnachtsmann gesehen, gelt, ich war doch svv brav, ob mir das Christkind das Püppchen bringt?" Hildegard Ranft, Gießen, 14 Jahre alt. Auspassen, hat Mutti gesagt. Wenige Tage vor Weihnachten noch, wie es überall schon nach Lebkuchen und Marzipan Ueberall hört man Stimmen erklingen — sroch. was wird dieses Jahr das Christkind mir bringen? Die größte Vorfreude, die ein Landkind nur hat ist, wenn es mit darf in die Stadt. Aber in den verkehrsreichen Straßen, heißt es immer aufpaffen, aufpaffen; und kennt man die Verkehrsordnung nicht, dann ist man schnell ein armer Wicht! Ein Stadtkind ist halt doch nicht zu beneiden, muß sich doch in vielem leiden, denn bei jedem Schritt, den's auf die Straße wagt, heißt es — aufpaffen, hat Mutti gesagt! Otto Horn, Nödgep, 13 Jahre alt. Zu Fuß, zu pserd, mit der Lahn. Heinz wünschte sich schon immer zu Weihnachten Soldaten zu Fuß und zu Pferd. Auch eine Eisenbahn war schon lange seine Sehnsucht. Das Christkind erfüllte ihm am Heiligen Abend seine Wünsche. Nach der Bescherung saß nun Heinz lange bei seinen Sachen. Er baute auf dem Fußboden seine Eisenbahn auf und spielte mit seinen Bleisoldaten. Sein Vater half ihm die Schienen legen, die Tunnels aufbauen und die Signale aufstellen. Was war das für eine Freude für den kleinen Heinz, als die Eisenbahn lief. Die Bleisoldaten standen in Reih' und Glied auf dem Fußboden. Wenn die Eisenbahn abaelaufen war, wurde sie wieder aufgezogen. Die Soldaten wurden mit einer kleinen Kanone umge- schossen. Lagen sie alle am Boden, wurden sie wieder aufgestellt, und das Spiel begann von neuem. Er war so in sein Spiel vertieft, daß er sich nicht ins Bett legen wollte. Er sagte zu seiner Mutter: „Darf ich noch aufbleiben?" In der Nacht träumte der kleine Heinz von feinen Spielsachen. Kurt Becker, Saasen, 13 Jahre alt. - M-E'S ■W > i Y .g , :.; ' «’M -E ^ 'E" .... M F '" NSG. handwe front in NSDAP, handwerksi Alsfeld-L Büdinger Wetterau Wetzlar: M« LS &■ 1 Wer lel -Seren, /leinen $ ab, dntz iebe Sch preis. 2),11 die zwei nen ZNin aewapP”.; Wn?’r W Ser HM P* wö®in Ischen n( M Mf M, m ö e Raucher P' 5Kuni> neri Bachstelze- stürmte, ö Kopf seiner «4 ein pa dSZig-r-tl wd 3lal‘' Schritten. Doch wa sonderbaren scheiden wo heilen den raschend nel einen Bries ten Umschla bewiesen er ruslichen D gen Manne singergliedli Munde zu zwang. Es wendete, al zu beareise krampfhaft der Rechte' hörlich wie das Papie hoch, daß ' schüttelte t brannt fjat „Futsch!" Faust knül Manteltasch anfgereckten bandschuhs holte er no gung an. l sich seine A Inhalt des! Ehe er m er mir noch entspannt, al Mn erschi Sre'^a desGrs 3n dreißj Krieg das 9 ström vernic Zu den Wei das die u durchzogen Abendland verbrannter des neuern Donaubrück Stand aber Auugel an tturzung un ° nicht hab. f)abe Ä °°n 2-hr-n ,Lor Zum Re JJ1 leinen R A-für jeL xZ ■‘Miet? „b "*rb-. M «äs, »nes'iä 'N der Oere Sri» Oie Hochzeitsfeier in Achen in Eine Staatsdepartement weist auf die möglicherweise unangenehmen Folgen hin, die sich in an- an vor die Nach geigt der des mit Nachdruck verboten! N e u y o r k, Dezember 1937. Aus aller Welt. Allgemeine Teilnahme dem Flugzeugunglück in Argenkinlen. Kleine politische Nachrichten. An Stelle des zum Jahresende wegen Erreichung der Altersgrenze zurückgetretenen Direktors des Weltpostvereins Nerim wählte der Bundesrat Reinhold Furrer, bisher Direktor des Zentralamtes für die internationale Eisenbahnbeförderung und früher eidgenössischer Oberpostdirektor. An seine Stelle wird wahrscheinlich der Direktionspräsident der Schweizerischen Bundesbahnen. Dr. Schrafl, treten. Der ungarische Reichsverweser begibt sich auf Einladung des Präsidenten der polnischen Republik zu Anfang Februar nach P o l e n. Er wird in Krakau empfangen, von wo sich die beiden Staatsoberhäupter zur Jagd in das Bialowitzer Gebiet begeben. Der englische Verkehrsminister Dr. Leslie B u r g i n ift auf der Rückreise von Davos mit seiner Gattin in München eingetroffen. Er besichtigt auf Einladung des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen die Autobahn München — Salzburg und den Abschnitt Siegsdorf—Berchtesgaden der Deutschen Alpenstraße und fährt dann in Begleitung von Dr. Todt ihi Sonderzug nach Nürnberg, um die Autobahn Nürnberg—Halle zu bereisen. anwolt sich auf den Rechtsstandpunkt stellte, daß die Eltern nicht willkürlich die Staatsangehörigkeit ihres minderjährigen Kindes ändern könnten, daß Fräulein Elg noch immer amerikanische Bürgerin sei und daß ihr diese amerikanische Staatsangehörigkeit nicht ohne weiteres abgesprochen werden könne. Er stellte daher den Antrag, das Staatsdepartement anzuweisen, dem Fräulein Elg einen amerikanischen Reisepaß auszustellen. Das Bundesbezirksgericht hat sich dieser Auffassung angeschlossen. Entscheidung amerikanischenStaatsschutz beanspruchen könnten. Das Staatsdepartement betont, daß die Entscheidung zu unendlichen internationalen Verwicklungen fuhren könnte in Fällen, in denen in Amerika geborene junge Männer ihr amerikanisches Bürgerrecht geltend machen würden, um sich gegen die Einziehung zum Militär d i e n st in den Staaten, in denen sie nun dauernd ihren Wohnsitz haben, zu schützen. Am 8. März 1921 erfolgte eine Ausdehnung fremden Besatzung bis zu den Eingangspforten niederrheinischen westfälischen Industriegebietes Düsseldorf und Duisburg. Der entscheidende Stoß aber erfolgte 1923 nun 15 Jahren. Am 9. Januar 1923 stellte Zwischen Vertretern der deutschen und der italienischen Regierung wurde vereinbart, daß Deutschland eine größere Anzahl italienischer land- wirtschaftlicherArbeiter und Wanderarbeiter verwenden wird. Auch die Fragen der Sozialversicherung und der Ueberweisung von Lohnersparnissen sind geklärt worden. Damit ist allerdings diese interessante Staatsangehörigkeitsfrage noch nicht erledigt, denn - das „Im Namen von Oranten mach auf das Tor!" so lautet die Inschrift auf dieser originellen Festpostkarte, die anläßlich des bevorstehenden freudigen Ereignisses im holländischen Königshaus in Holland verbreitet wird. — (Asfo^iated-Preß-M.) Kunst und Wissenschaft. Erna Sack von ihrer Konzertreise nach Amerika zurückgekehrt. Die Kammersängerin Erna Sack von der Dresdener Staatsoper ist von ihrer Konzertreise durch die Vereinigten Staaten nach Deutschland zurück- gekehrt. Sie traf an Bord des Lloyd-Schnelldampfers „Bremen" in Bremerhaven ein. Die Künstlerin äußerte sich sehr befriedigt über ihre Aufnahme in den Vereinigten Staaten, wo sie 20 Konzerte in verschiedenen großen Städten gegeben hat, die alle ein volles Haus brachten. Auch der amerikanische Rundfunk hat an den Weihnachtsfeiertagen Darbietungen der „deutschen Nachtigall" auf alle Sender Übertragen. Frobenius-Expedition nach Australien. Nachdem das Kulturmorphologische Institut von Geheimrat Professor Dr. F r o b e n i u s in Frankfurt in zwölf Expedittonen Afrika durchforscht hat, unternimmt. Frobenius jetzt Expeditionen in dis übrigen Erdteile, um durch die dort gewonnenen Ergebnisse die Resultate aus Afrika zu bestätigen. Eine Expedition befindet sich noch auf der Insel Cerarn und den Molukken und wird auch erst im April zurückerwartet. Jetzt startet eine Expedition zum ersten Male nach Australien. Ende Januar begibt sich die Expedition von Frankfurt aus nach Westaustralien, um einige unbekannte Starnrnes- gruppen der Australier zu erforschen. Die Expedition, bie aus öret Forschern und zwei Malerinnen besteht, wird sich über Genua nach Sidney begeben, von wo sie weiter nach Port Freernantle gebracht wird. Der eigentliche Ausgangspunkt der Expedition ist bie- Beagle-Bay. Es werden ethnographische wie auch vorgeschichtliche Forschungen betrieben werden. Ein besonderes Ziel der Expedition ist ein Volk in Westaustralien, bei dem vorgeschichtliche Felsbilderkunst sich bis heute lebendig erhalten hat Alfred huggenberger liest in Berlin. Der bekannte schweizerische Dichter Alfred Huggenberger, der vor wenigen Wochen seinen 70. Geburtstag begehen konnte, und der jüngst vom badischen Unterichtsministerium mit dem Hebel- preis ausgezeichnet wurde, unternimmt eine Vortragsreise durch Deutschland. Huggenberger, der in Deutschland eine große Lesergemeinde besitzt, kündet in seinen Büchern von der Kraft der Erde und der natürlichen Bindung des Menschen an Heimat und Volk In seinem Werk lebt eine tiefe Religiosität. Im Rahmen eines von der Fichtegesellschaft, Berlin, veranstalteten Abends wird der Dichter aus eigenen Werken lesen. Das Protektorat dieser Veranstaltung hat der Gesandte der Schweiz, Exzellenz D i n i ch e r t übernommen. nach kurzer Zeit bie Schneedecke um etwa 10 Zentimeter erhöhten In den oberbayerischen Bergen dagegen sind die Schneefälle nur gering gewesen. So hat sich in Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden die Schneehöhe so gut wie nicht geändert, während Kempten, Füssen, Sonthofen und Hindelang je 10 Zentimeter Neuschnee melden. Aus den Allgäuer Bergen wird sogar eine Erhöhung der Schneedecke bis zu 25 Zentimeter berichtet. Der Sternflug von hoggar. Die Teilnehmer am Touristik-Wettbewerb des internationalen Sternfluges von Hoggar,^ unter ihnen auch die drei deutschen Messerschmitt- Flugzeuge, sind in Tamanrasset (Hoggar-Gebirge) eingetroffen. Fünf Todesopfer durch Brände in England. Bei einem Hausbrand in Nottingham kam eine vierköpfige Familie ums Leben. Der Mann prang aus dem Fenster des ersten Stockwerkes und zog sich schwere Verletzungen zu, an denen er im Krankenhaus starb Seine Frau und die beiden Töchter erlitten tödliche Rauchvergiftungen. — Bei einem Hausbrand in Oxford verbrannte ein > fünfjähriges Mädchen , Ein Flugzeug macht sich selbständig. Auf dem Militärflugplatz von Nirnes ereignete sich ein eigenartiger Unfall. Ein Schulflugzeug, das von einem Prüfling verlassen wurde, um mit noch laufendem Motor einem zweiten Flugschüler übergeben zu werden, machte sich in der kurzen Ablösungspause selbständig, brauste unbemannt über das Flugfeld und hob sich in die Lüfte. In etwa 50 Meter Höhe kreiste das Ausreißerflugzeug einige Minuten, bis die Maschine schließlich absackte und auf dem Erdboden zerschellte, ohne sonst Schaden anzurichten. Die Nähnadel gehört nicht ans kleid! In Grünbach (Rheinprovinz) hatte eine junge Frau beim Nähen eine Nadel mit dem Faden an chr Kleid gesteckt. Bald darauf nahm sie ihr sechs Monate altes Kind auf den Arm. Dabei drang dem Säugling unbemerkt die Nadel in den Leib. Erst später, als die Mutter das Kind ins Bett bringen wollte, entdeckte sie am Unterleib des Säuglings den Zwirnsfaden und sah, daß die Nadel in den Körper gedrungen war. Das Kind mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo die Nadel auf operativem Wege entfernt wurde. der Trauung wurde im Garten des Schlosses in Athen diese Aufnahme gemacht. Sie das junge Paar mit den Eltern der Braut. Links Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg, rechts Herzogin Viktoria Luise. — (Scherl-Bilderdienst-M.) nach den Vereinigten Staaten zurück und ließ sich in Neuyork nieder. 1934 jedoch entschied das Staatsdepartement, daß Fräulein Elg schwedische Staatsangehörige feie Es wurde ihr deshalb ein neuer amerikanischer Reisepaß für eine Europareise verweigert. Fräulein Elg leitete daraufhin ein Verfahren vor dem Bundesbezirksgericht > ein, in dem ihr Rechts- Wer ist amerikanischer Bürger? Von unserem E. M.-Verichterstaiier. z ........ amerikanische Bürgerrechtsfragen tief eingreifende Entscheidung, die auch dem Staatsdepartement große Sorgen verursacht, hat soeben das Bundesbezirksgericht in der Bundeshauptstadt Washington gefällt. Es hat entschieden, daß in Amerika geborene Kinder i h r amerikanisches Bürgerrecht ungeachtet der Staatsangehörigkeit der Eltern niemals ver- liere.n können. Fräulein Marie Elisabeth Elg, die 1907 in den Vereinigten Staaten als Tochter chwedischer Eltern geboren wurde, bie schon ein Jahr vorher das amerikanische Bürgerrecht erworben hatten, siedelte, als sie vier Jahre alt war, mit ihrer Mutter in deren alte Heimat Schweden über. Der Vater folgte 1923 nach. Die Familie erlangte auf Grund der Staatsangehörigkeitsgesetze Schwedens und eines zwischen den Vereinigten Staaten und Schweden zur Regelung der Staatsangehörigkeitsfrage geltenden Vertrags wieder das chwedifche Bürgerrecht. Fräulein Elg kehrte 1929 mit einem Reisepaß^ in dem ihre Staatsangehörigkeit als Amerikanerin angegeben wurde, DerNanbznq insNuhrgebiei Am 11. Januar dieses Jahres waren 15 Jahre verflossen, seitdenz die alliierten Truppen auf französische Veranlassung weite deutsche Gebiete über bie sogenannte Rheinlandzone hinaus militärisch besetztem Dieses Vorgehen lebt in ber Geschichte als der sogenannte „Ruhrkampf" fort, wenn bamit auch keineswegs biefer große historische Vorgang umschrieben ist, benn feine Ausstrahlungen unb Auswirkungen erstreckten sich auf alle Rheinlande; darüber hinaus^ war es ein Stoß in das Herz des deutschen Staats- und Wirtschaftslebens. Schon mit dem ersten Einmarsch der alliierten Truppen in die friedlichen Westprovinzen begann dieser Kampf. Es zeigten sich sehr bald die von Paris ausgehenden Absichten, die deutschen Rheinlande vom Mutterlande zu trennen. Die sogenannte „Kulturpropaganda" sollte dazu ebenso bienen wie ber wirtschaftliche Druck. Die Begünstigung ber Sonberbündler unb andere Methoden gehörten zu den Bestandteilen der „aktiven Rheinlandpolitik", wie sie von den Chauvinisten der Siegermächte befürwortet wurde. Die deutsche Staatshoheit war gelähmt durch die „Ordonnanzen" der interalliierten Rheinlandkommission in Koblenz. deren Fällen derartiger Staatsangehörigkeitsfragen ergeben könnten. Das Staatsdepartement hat deshalb beim Oberbundesgericht in Washington sofort Berufung gegen diese Entscheidung eingelegt und darauf hingewiesen, es dürften heute Hunderte ähnlicher Fälle geben, in denen Leute in k r i e g f ü h - reiben Ländern leben unb auf Grunb dieser Die Anteilnahme an dem Absturz des argentinischen Heeresflugzeuges ist allgemein. Als einer der ersten drückte der deutsche Geschäftsträger in Buenos Aires das Beileid des Reiches aus. Präsident Justo fuhr in einem Sonderzuge nach Montecaseros (Provinz Corrientes), um der Ueber- führung der Verunglückten nach Buenos Aires beizuwohnen. Unter den Getöteten befindet sich auch der ehemalige argentinische Militärattache in Berlin, Oberst Schweizer, der Chef des Militärkabinetts, ferner der Unterstaatssekretär im Marineministerium, Oreschnik, und der Kommandeur des 1. Fliegerregimentes, Oberstleutnant Bergamin i, der das Flugzeug selbst führte. Amerikanisches Flugbool verschollen. Der „Samoa-Clipper", ein viermotoriges amerikanisches Flugboot, das mit einer sechsköpfigen Besatzung von den Samoa-Inseln nach Auckland flog, ist verschollen. Das Flugboot teilte in einem Funkspruch mit, daß es wegen eines drohenden Taifuns umkehren müsse. Seither ist kein weiterer Funkspruch mehr gehört worden. Man befürchtet, daß das Flugboot ad gestürzt oder bei einer Notlandung im Stillen Ozean so schwer beschädigt worden ist daß die Funkeinrichtung nicht mehr arbeiten kann. Der „Samoa-Clipper" befand sich au: seinem zweiten Flug über die erst im letzten Monat eröffnete Luftlinie Hawai — Neuseeland. Die USA.= Marinestation auf den Samoa-Inseln unternimmt eine Suchaktion. Wyker Schiffer im Wattenmeer verschollen. Zwei Schiffer aus Wyk auf Föhr fanden zwischen den Inseln Föhr und Amrum das Motorboot „Zukunft", das ohne Besatzung und bis oben voll Wa - fer geschlagen war. Das Boot gehörte dem Schiffer Goldbersen, der dieser Tage den Wyker Hafen verlassen hatte. Trotz sofort angestellter Nachforschungen konnte der Schiffer nicht gefunden werden, so daß angenommen werden muß, daß er im Schneetreiben umgekommen ift. Starker Schneefall im Allgäu. Nach starkem Föhneinschlag haben im Allgäu wieder sehr starke Schneefalle eingesetzt, die gestellt werden sollen, die im Laufe der Jahre bald I in diesem, bald in jenem Beruf tätig tparen und | somit — mehr oder minder vollständig — als „angelernte" Arbeiter eingestellt werden können. Angestellte in ähnlicher Lage werden ihre eigenen Bemühungen daraus zu richten haben, daß sie in einem Beruf unterkommen, wo wirklich Arbeitskräfte ihrer Art gesucht werden „Reparationskommission", auf Verlangen Frankreichs fest, daß Deutschland in *ber Lieferung von — Telegraphenstangen rückständig geblieben fei. Damit hatte Poincar 6 den Vorwand für den Einmarsch in das Ruhrgebiet erhalten. Am 10. Januar teilte die französische und belgische Regierung mit, daß sie „Ingenieure" in das Ruhrgebiet entsenden würden, um die Kohlenlieferungen zu beaufsichtigen. Diese „friedliche" Aufgabe solle durch Truppen „geschützt" werden. Am 11. Januar fand der Einmarsch ins Ruhrgebiet statt. Fünf Divisionen mit 75 Tanks und Hunderten von Fliegern besetzten zunächst Essen und Gelsenkirchen unb bald darauf bas ganze Ruhrgebiet. Gleichzeitig wurde das „altbesetzte" Rheinland mit verstärkten fremden Garnisonen versehen. Das Ziel Poincares und Clemenceaus, das Rheinland dauernd vom Reiche zu lösen, schien nahe. Gleichzeitig am 10. Januar 1923 besetzten litauische Freischärler die deutsche Stadt Memel im Osten. Die Bevölkerung des Westens antwortete mit dem passiven Widerstand. Die Reichsregierung unter Reichskanzler Cuno berief ihren Pariser Botschafter ab. Alle Lieferungen an die Besatzungsmächte wurden eingestellt, deutsche Beamte weigerten sich, für die fremden Machthaber zu arbeiten, bald lagen die Eisenbahnen still, die Kohlen für die fremden Machthaber wurden nicht befördert. Die Besatzung antwortete mit Willkürakten schlimmster Art. Der Versuch der fremden „Ingenieure", das Ruhrgebiet und seine Hilfsmittel auszubeuten, es durch eine Zollgrenze bis Hamm vom Reiche । abzuschnüren, legte bas Wirtschaftsleben fast völlig i still, schuf Verbitterung und Not und verschärfte die i Inflation der deutschen Währung. Der Ruhrkampf war reich an dramatischen Er- ■ eignissen. Die Treue d^r Bevölkerung zu ihrem Vaterlande, mochte es noch so schwach und ohnmäch- i tig sein, hat sich in überwältigender Weise bekundet ; 121 Deutsche sind getötet worden, 10 zum ' Tods, *5 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worben, 1500 Jahre Gefängnis würben verhängt, : 145 000 Menschen würben aus ber H e i- mat vertrieben Unvergeßlich ist der Tag im Kruppwerk in Essen, wo 12 Arbeiter unter französischen Kugeln tot zusammenbrachen, heilig ist bem deutschen Volke bas Sterben Leo Schlageters auf ber Golzheimer Heibe bei Düffelborf. Auf zwölf Milliarden Goldmark wird der Schaden berechnet, der dem deutschen Volksvermögen zugefügt wurde Der passive Widerstand verlor indessen auf die Dauer seine Wirkung, weil hinter der kämpfenden Bevölkerung der Westprovinzen fein einheitliches Volk und kein geschlossener nationaler Wille stand Die englische Regierung hat versucht, den Ruhrkampf durch diplomatische Mittel zu beendigen Lange Zeit war Frankreich nicht bereit, darauf einzugehen, auch als im Sommer 1923 der Kampf von deutscher Seite abgebrochen worden war. Erst im Herbst beschloß die Reparationskommission, die Aufnahme neuer „Verhandlungen" die von Deutschland n em e schwere Opfer forderten. Die Londoner Konferenz im August 1924 brachte die Zusage ber etappenweisen R ä u m u ng ber wiberrechtlich besetzten Gebiete unb die Rückgabe der deutschen Bergwerke und Eisenbahnen. Die Rheinlandfrage selbst blieb noch jahrelang in ber Schwebe. Es sind b i 11 e r ft e Erinnerungen für bas beutsche Volk, bie sich an bie Zeit vor 15 Jahren knüpften. So hell bie Opferbereitschaft ber bebrückten Bevölkerung strahlte, so nieberbrüdenb waren bie Zeichen ber Zerrüttung und Verarmung. Erst die Tat Adolf Hitlers, der. uns die Wehrhoheit im ganzen Reiche wiedergab, konnte uns die Gewähr dafür geben, büß solche Ereignisse für bie Zukunft unmöalich finb. Das Deutsche Reich ist roieber Herr feines Laubes unb feiner Grenzen. B. R- Die älteren Angestellten. Die Wiebereinstellung ber zahlreichen älteren und erwerbslosen Angestellten, die während der großen Wirtschaftskrise ihre Stellung verloren hatten, war nach dem 30. Januar 1933 ein schwieriges Kapitel. Schließlich wurde ein gelinder Druck ausgeübt, um dieses dornige Problem zu lösen. Es kann heute mit -tiefer Befriedigung festgestellt werden,daß auch diese Aufgabe in weitern Umfange g e I ö ft worden ist. Von dem ursprünglichen Kreis von 40 000 im buchstäblichen Sinne erwerbslosen Angestellten konnten 37 000 wieder in Arbe.it und Brot gebracht werden. Nun ist es aber nicht so, daß nur noch 3000 erwerbslose Angestellte übrig geblieben wären. Aus dem Urgesunden Triebe heraus, unter allen Umständen durch eigene Arbeit wieder irgendeinen normalen Verdienst, und fei es auch nur einen bescheidenen, zu gewinnen, haben viele dieser Angestellten Notstellungen übernommen. Sie suchten unterzukommen, wo sich gerade eine Möglichkeit dazu bot Daß bas in manchen Fällen auch mit persönlichen Verzichten und Entsagungen moralischer, also nicht -rein materieller Art verbunden war, läßt sich wohl leicht erraten. Und so kann es nicht- Wunder nehmen, daß jetzt bei den Arbeitsämtern zahlreiche Meldungen einlaufen, in denen die Bitte ausgesprochen wird, den ehemaligen erwerbslosen Angestellten eine Möglichkeit zu eröffnen, ihre Leistungen und Fähigkeiten voll einzusetzen. Diesem Wunsche wird naturgemäß in weitem Umfange entsprochen, wie ja auch auf Grund der Arbeitsbücher und einer besonderen für Mai eivALktzte« Erhebung auch jene Arbeiter fest- Nr.y yrkties Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 12. ZanuarM8 Die Parole der Hitler-Zugend 1938. Das Jahr der Verständigung. Aus -er Stadt Gießen. Eine Zigarette Und ein Brief. Der junge Mann fiel mir auf, weil er plötzlich ohne ersichtlichen Grund die Straße überquerte. Von weitem glich er vielen jungen Männern seines Alters: er trug Gamaschen und Handschuhe^ den Mantelkragen hochgeschlagen und den mit einem kleinen Längsgraben eingetieften Hut ein wenig schief, dem linken Ohr zu. Aber sein bleiches Gesicht stach so sehr von den anderen, mit eitler Selbstgefälligkeit und einem kleinen Glückslächeln maskierten Straßengesichtern ob, daß es mich geradezu erschreckte. Es gab ohne jede Scheu einen inneren Aufruhr der Gefühle preis. Die finster zusammengezogenen Augenbrauen, die zwei tiefen Falten über der Nasenwurzel schie- nen zum Letzten — zu Abwehr oder Angriff — gewappnet zu sein wider das Ungewisse, von dessen Drohen die flackernden Blicke erzählten. Als der junge Mann den Bürgersteig erreicht hatte, steckte er sich hastig eine Zigarette in den Mundwinkel, fand aber, so wild er auch sämtliche Taschen nacheinander abklopfte und durchwühlte, kein Feuerzeug, sie anzuzünden. Während er ringsum, in die vorüderflutenden Menschen, nach einem Raucher spähte, benahm sich die Zigarette in seinem Mund nervöser als der wippende Schwanz einer Bachstelze. Ein Eisenbahnbeamter, auf den er los- ftürmte, war ihm lächelnd behilflich. Er drehte den Kopf feiner kleinen Shagpfeife nach der Seite und zog ein paarmal kräftig, daß es Glut gab, an der die Zigarette'rasch anbrannte. Qualmend aus Mund und Nase entfernte sich der junge.Mann mit langen Schritten. Doch während ich noch über den Grund feiner sonderbaren Erregtheit nachsann und nicht zu entscheiden- roaate, ob Berufs- oder Liebesangelegenheiten den Anlaß gegeben hatten, trat er überraschend neben mich vor ein Schaufenster und riß einen Brief auf. Das zierliche Format des gefütterten Umschlags und die zarte Rosafarbe des Papiers bewiesen eindeutig, daß keine geschäftlichen ober beruflichen Dinge das seelische Gleichgewicht des jungen Mannes störten. Er paffte, daß die Zigarette fingergliedlang am Glühen war, ohne sie aus dem Munde zu nehmen, bis ihn ein Hustenreiz dazu Zwang. Es dauerte lange, bis er das kleine Blatt wendete, als ständen Dinge darastf, die nicht leicht zu begreifen' maren. Dabei kauten feine Zähne krampfhaft auf der Unterlippe, und der Daumen der Rechten, die den Brief hielt, hämmerte unaufhörlich wie im Takt feines raschen Herzschlags auf das Papier. Mit einemmal schnellte er die Linke hoch, daß ihr der glimmende Stummel entfiel, und schüttelte die Finger wie ein Kind, das sich verbrannt hat. „Futsch!" sagte er, indem er- den Brief in seine Faust knüllte und das knisternde Knäuel in die Manteltasche stopfte. Dabei glitt sein Blick zu dem tiiifgerecften Zeigefinger, der in der Spitze des Woll- bandschuhs ein kleines Loch zeigte. „Futsch!" wiederholte er noch einmal und sah mich wie um Bestätigung an. Ich nickte, obschon ich nicht wußte, ob sich seine Aeußerung auf den Handschuh, ober den Inhalt des Briefes bezog. Ehe er mit schleppenden Schritten ging, wandte er mir noch einmal sein Gesicht zu. Es war völlig entspannt, ober wie eine welke Blume in all seinen Zügen erschlafft. P. B. Kreishandwerkswalter in der OA§. neu eingesetzt. NSG. Die Organisation des Deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront im Zuge der neuen Kreiseinteiluna der NSDAP, ist nunmehr abgeschlossen. Als Kreishandwerksmeister wurden u. a. eingesetzt in Alsfeld-Lauterbach: Johann Wilhelm Koch, Büdingen-Schotten: Spengler Paul Kossatz, Wetterau: Schneidermeister Otto Stein, Wetzlar: Graveur August Ludwig. fahren der Ertüchtigung, der Schulung und des Jungvolkes wurde im letzten Jahre, im fUNpre ber HI., die Heimbeschaffungsaktion ein- h act 7~*nn ro’r uns im Fahrendes Baubeginnes W^eime einmal umsehen, so müssen wir fest- stellen, daß schon Gewaltiges geleistet würbe. Unterstützt von Partei, Staat und Eltern blickten wir auf 543 neue Heime und Tausende von Notlösungen, weiterhin auf 96 vollendete oder angefangene neue Jugendherbergen. Der vierte Reichsberufswettkampf gab uns das Mld, daß die gesamte schaffende Jugend über Konfessionen und Klassen geeint ist, und wir kommen von einem früheren Leistungskampf einzelner zu dem Berufswettkampf aller Schaffenden. Die Ertüchtigung und Schulung wurde fortgesetzt Im Vierjahresplan kämpft das deutsche Volk um seine absolute Freiheit. Die letzten Kräfte müssen mobil gemacht werden, um dieses große Ziel zu erreichen. Diesem Ziel dient auch der Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen. In einem gewaltigen Leistungswettbewerb werden die wertvollsten und tüchtigsten Arbeitskräfte der Nation ihre Kräfte einsetzen, um ihre beruflichen Leistungen zu steigern und ihre weltanschauliche Einstellung unter Beweis zu stellen. Jeder, der am Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen teilnimmt, reiht sich damit ein in die große Kampffront, in der. das deutsche Volk kämpft um Freiheit, Ehre und Frieden. Rebeling, Schulrat. Wenn eine Landgemeinde von rund tausend Seelen, wie Langsdorf im Kreise Gießen, den Betrag von über 2000 Mark aufbringt, um ein stattliches Buch über ihr Gemeinwesen zum Druck zu bringen, so beweist das einen gesunden und starken Heimatsinn. Der aus Rodheim an der Bieber stammende Verfasser, der seit 1928 als Pfarrer zu Langsdorf wirkt, wandelt in feinem Buche keine ausgetretenen Pfade, sondern eigne Wege. Er registriert nicht einfach Daten, sondern er gestaltet schöpferisch seinen Stoff und läßt vor allem die Menschen, die das Dorf bilden, in den Vordergrund treten. Die staatlich-politische Geschichte, eingeteilt in die Abschnitte: die prähistorische Zeit, aus Mittelalter und Neuzeit, hie Langsdorfer im Kampf mit ihrer Regierung, der Langsdorfer Judenkrawall, Kriegs- unb Heerwesen, bie Gemeindeverwaltung und ihre Organe, nimmt etwa den sechsten Teil des Ganzen ein. Ein zweites Stück ist dent^Ackerbau, der Viehzucht, dem Forstwesen, dem Geldwesen sowie dem Handwerk und Gewerbe gewidmet. Die Bau- und Siedlungsgeschichte iss hauptsächlich eine Geschichte der rund 200 Hofreiten. Das.vierte Stück behandelt die allgemeine Kirchengeschichte, die Pfarrer, das Bauwesen und Der- mögensangelegenheiten sowie die Langsdorfer Gläubigkeit. Daran schließt sich die Geschichte der Schule und das Verzeichnis der Lehrer. Das der Volkskunde eingeräumte sechste Stück berichtet über Dorfsagen, Hausnamen, Flurnamen und Hausinschriften. Das siebente und letzte Stück, für die Familien- und fand ihren sichtbaren Ausdruck in den Reichssportwettkämpfen, Zeltlagern und Fahrten sowie Heimabenden und Führerschulungen. Große Vorarbeit würbe in der Grenz- und Aus- lanbsarbeit geleistet. Durch Grenz- und Auslandsfahrten wurde die direkte Fühlungnahme mit der Jugend anderer Länder angeknüpft. Reichsjugendführer Baldur von Schirach lud tausend Söhne ehemaliger französischer Frontkämpfer zu einem Besuch »ach Deutschland ein. Um die Jahreswende sanden in verschiedenen Gegenden Deutschlands deutsch-ausländische Jugenbgemeinschaftslaaer statt. In seiner Neujahrsbotschaft gab der Neichsjugend- führer die Parole: „ 1 9 3 8, das Jahr der Verständigung!" Der Reichsberufswettkampf 1938. Ein weiterer Aufruf. Langsdorfer Heimatbuch. Beiträge zur Geschichte und Volkskunde von Langsdorf. Anmeldeschluß für den Reichsberufswellkampf 1938. Die Anmeldung für den Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen ist nur noch bis zum 15. Januar 1938 möglich. Später eingehende Anmeldungen haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung mehr. Wir fordern alle Schassenden im Kreise Wetterau auf, sich, soweit sie ihre Anmeldung noch nicht abgegeben haben, sofort bei dem Betnebs- obmann, ober bei ben Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront anzumelden. Die Betriebsführer unb Betriebsobmänner werden hiermit nochmals gebeten, alle Anmeldungen sofort an die Kreiswattung weiterzuleiten. Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswattung Wetterau. forscher von besonderer Bedeutung, verbreitet sich über die Langsdorfer Sippen im allgemeinen sowie über die vierzig noch blühenden alten Langsdorfer Stämme, über vierzehn der erloschenen sechzig alten Stämme und die Familie von Langsdorfs im besonderen. Der Langsdorfer Mensch ist der Gegenstand eines kurzen Schlußkapitels. Was der Verfasser in der Einleitung zu dem volkskundlichen Stücke sagt, gilt für bas ganze Werk: „Es ist nicht unsere Absicht, in biesem Stück eine vollständige unb lückenlose Darstellung ber Langsdorfer Volkskunde zu geben... Es liegt uns gar nicht daran, in romantischer Verklärung das vergangene Brauchtum schimmern zu sehen. Der Erforscher gerade der Heimatgeschichte weiß zu gut, daß es auch auf dem Dorf die vielgerühmte ,gute alte Zeit* nie gegeben hat. Immer war das Leben unserer Väter ein schweres Ringen mit der Not des Lebens und mit den dämonischen Gewalten, die den Menschen schuldhaft unb qualvoll werben lassen. Worauf es uns in diesem Buche vornehmlich zu zeigen anfommt, ist dieses: wie aus dem tiefen Dunkel ber Jahrhunberte unser teures Dorf unb seine Menschen heraufgestiegen finb bis zur Gegenwart." Das Langsborfer Heimatbuch führt die Entwicklung ’ eines Dorfes in großen unb wesentlichen Zügen bem Leser lebenbig und fesselnd vor Augen. Wie sich eine Mundartdichtung, meng sie eine wirkliche Dichtung ist, über den engen Kreis des Lokalen hinaus erheben kann, so ist es mit diesem Buche der Fall. Es spricht nicht nur zu den eingeborenen Langsdorfern, sondern zu jedem, ber für heimatkundliche Dinge Sinn hat. Die für die Geschichte eines Dorfes ungewöhnlich vornehme und gediegene Ausstattung entspricht seinem Inhalt. Der Verfasser unb bie Gemeinbe Langsborf können stolz darauf sein, was hier geschaffen mürbe. Karl Esselborn. Das Buch würbe im Auftrage ber Gemeinbe Langsborf von deren Pfarrer Dr. Hugo Friedrich H e y m a n n herausgegeben. Umfang 309 Seiten (3). Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr, „Lady Windermeres Fächer". — Gloria - Palast (Settersweg): „Der zerbrochene Krug". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Berg ruft". — L.-B. Volkstum und Heimat, Arbeitsgemeinschaft Gießener Solda- tenkamerabschaften, Obst- unb Gartenbauverein Gießen, „Fünfziger" aller Jahrgänge, Kaufmännischer Verein von 1873, sämtlich um 20 Uhr in ber Neuen Aula, es spricht Amtsgerichtsrat i. R. Gros über „Ernstes unb heiteres Alt-Gießen". — Skiklu.b Gießen: 20 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut Lichtbilber-Vortrag. Erstaufführung „Lady Windermeres Fächer". Heute abend finbet im Stabttheater die Erstaufführung bes Gesellschaftsstückes „Laby Windermeres Fächer", Komödie in vier Akten von Oskar Wilde, in der Neubearbeitung von Karl Lerbs statt. RUHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen (897 D Spielleitung: Hermann Schultze - Griesheim. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 15. Vorstellung ber Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Hitler-Zugend Baun 116 Gießen. Thealerring der Hitler-Jugend. Am Montag, 17. Januar, findet die 5. Vorstellung für den Theaterring ber Hitler-Jugend statt. Es gelangen „Streit am Lagerfeuer" unb „Die Gans" von Heinz Steguweit zuk Aufführung. Der Dichter lieft aus feinen Werken. BOM.- u.IM.-Untergau 116,Gießen. Vetr.: hI.-Thealercing. Am 17. Januar, 20 Uhr, beginnt bie 1. Vorstellung für dieses Jahr im Rahmen bes HJ.-The,ater- rings. Heinz Steguweit lieft aus feinen Werken. Zwei Schwänke des Dichters werden von der Spielschar aufgeführt. Karten werden ab Donnerstag an der Dienststelle ausgegeben. Vetr.: Wochenendschulung für Monat Januar. Die Wochenendschulung für Monat Januar steigt nicht am 16. d. M., sondern wird entweder am 6. ober 13. Februar für beide Monate zusammen stattfinden. Der genaue Termin wird an dieser Stelle noch bekanntgegeben. Schaufenster künden deutsche Leistung. NSG. Die Deutsche Arbeitsfront führt durch ihre Reichsdienststelle „Der Deutsche Handel" in der Zeit vom 13. bis 20. Februar unter dem Merkwort „Wir künden deutsche Leistung" einen Schaufensterwettbewerb durch, der Auftakt und wesentlichen Bestandteil des Berufswettkampfes aller schaffenden Deutschen darstellt. Teilnahmeberechtigt sind alle im Einzelhandel schaffenden Deutschen. Voraussetzung für die Zulassung ist die arische Abstammung. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung hat spätestens bis 25. Januar auf bem dafür vorgesehenen Anmeldeschein zu erfolgen. In dem Wettbewerb ist ein Schaufenster mit einer guten Werbeidee bei möglichst geringem Kostenaufwand und sauberer technischer Ausführung zu gestalten. Idee unb Ausführung müssen von bem Wettbewerber selbst stammen. Ein Teilnehmer kann mehrere Fenster ge- Der Verteidiger Wiens. Ium 300. Geburtstage des Grafen Rüdiger von Starhemberg. In dreißig furchtbaren, Jahren hatte der große Krieg das Reich zerstampft. Wie von einem Lavastrom vernichtet liegt das Land von ber Leitha bis zu den Weingärten am Abhang des Kahlenberges, das die ungeheuren Heermassen Kara Mustafas durchzogen haben zum Sturm des Islam gegen das Abendland. Der Himmel glüht vom Wiederschein der verbrannten Dörfer, als am 7. Juli 1683 der Wagen des neuernannten Stadtkommandanten über die Donaubrücke nach Wien rollt. „In was für einen Stand aber ich diesen Posten gefunden, was für Mangel an allen Requisiten, und was für eine Bestürzung unter dem Volke, werden I. M. diejenigen jo nicht haben hier bleiben wollen, genugsam remon- jtriret haben," meldet der Graf Rüdiger von Starhemberg tags darauf dem Kaiser. Die fieberhaften Arbeiten der letzten Wochen und die vierzigstünbigen Gebete konnten die Vernachlässigung von Jahren nicht wettmachen. Dabei war Wien, das Tor zum Reich, im Schnittpunkt wichtiger Straßen, mit seinen Rüst- und Lagerhäusern, die Operattcms- basis für jede Armee nach dem Osten. Nun wurde in aller Hast geschanzt, es wurden die Schindeldächer heruntergerissen, Wasserbottiche vor jedem Haus auf- gestellt, Wälle aufgeworfen. Der Bürgermeister Andreas Liebenberg ergriff als erster den Schubkarren, um Steine und Erde zu fahren. Die zwei Monate der Belagerung begannen. Von den Anhöhen bes Wiener Waldes schleuderten die dicken Mörser der Türken, von französischen Ingenieuren gerichtet, Steinkugeln und Brandbomben über bie Bastionen. Sklaven schachteten bie Laufgräben aus, in denen die Stadt bald gefangen hing. Tag um Tag berannten die Janitscharen die Wälle. Ein Mann hält die Stadt. Der Graf von Starhemberg ist in jeder Stunde auf den Wällen. Los- gerissenes Gestein zerbeult ihm den Eisenhut: der Chirurgus schneidet Kugeln aus seinem Fleisch. Zwei Tage fiebert er unter der Ruhr, denn er ißt feuchtes Brot und stinkende Heringe wie seine Soldaten. Unerträglich sind die Sommertage in der verseuchten Stadt, in deren Straßen Mensch unb Tier verfaulen, in ber man durch das Gewölk von Staub, Rauch und Brandschwaden den Himmel nicht sieht. — unter Rangstreitigkeiten der Befehlshaber, naht das Entsatzheer. Aber bie zusammengeschmvlzene Manm schäft kann dem Druck der Belagerer kaum noch Stunden Stand hatten. Mit Ketten, spanischen Reitern und Wvlfseisen läßt Rüdiger von Starhemberg bie Stabt zum Straßenkampf corbereiten. „Keine Zeit mehr verlieren, gnäbigfter Herr! keine Zeit!" hat er auf den Zettel gekritzelt, mit dem ein Bote sich in der Kacht des 11. September zum Entsatzheer durchschlägt. Garben von Raketen zerstieben über bem Stefansturm. Am Morgen sieht das Christenheer unter grauen, flammendurchlohten Wolken die Stadt, die Abteilungen der Belagerer in der Ebene, die goldglänzenden Lagerzelte Kara Mustafas mit Bädern, Blumengärten und exotischen Tieren. An diesem Tag wird Wien befreit. Mit diesem Tag endet auch Rüdiger von Star- Hembergs europäische Bedeutung, und durch „vielfältige Verdrüsse und Mortificationes" ist er bald völlig aus dem Heere wegintrigiert worden. Der Kaiser gab ihm einen Türkenkopf und den Stefansturm in sein Wappen für „die tapfere De- fenfion und erhattung Unserer von der Ottomani- schen Porten mit erschröcklicher Macht in die neunte Wochen so hart und eng gelägert gewesten Haupt- und ResidenzStadt Wien". Kupferstiche, Münzen und Lieder feierten den Verteidiger Wiens. Ein österreichischer Historiker schrieb: „Der Halbmond auf den Mauern Wiens aufgepflanzt, hätte die Weltgeschichte geändert. Wie tausend Jahre früher Karl Martell in der Schlacht von Tours Europa vor der UÜberflutung der Araber rettete, fo war jetzt Starhemberg ber Mann, ber burch bie Verteibigung Wiens bie letzt« Sturmflut bes Islams von Europa abwehrte." Den Schwur, ben Kara Mustafa getan hatte, bie Stefanskirche in einen Pferbeftall zu verwanbeln, muß man als Sinnbilb verstehen. Deutfchlanb hätte offen vor ben Osmanen gelegen, wenn Wien fiel; Kultur unb Raffe bes Äbenblanbes waren bebroht von jenen kriegerischen Völkerschaften, die von ber turanischen Steppe her- eingebrodjen waren, als Träger ber Jbee einer Wettrevolution unter ber Fahne des Propheten. Dreihundert Jahre lang waren sie eine unaufhörliche Bedrohung für das Reich gewesen. Dor ben Mauern Wiens brach sie enbgültig zusammen. Das ist Rübiger von Starhembergs unsterbliches Der- bienft. Walter Schwerdtfe^er. Hochschulnachrichten. Der Reichserziehungsminifter hat den nb. ao. Professor Dr. Georg Ma sing zum Orbinarius unb zum Direktor des neuerrichteten Institutes für allgemeine Metallkunde an ber Universität Göttingen ernannt. 1OOOO (Sulfren für einen Gah. Der Arzt in der Anekdote. Als im Jahre 1738 in Leiben der berühmte holländische Arzt Boerhave mit 70 Jahren starb und sein Nachlaß versteigert wurde, fand man ein stark versiegeltes Buch, das die Aufschrift ,,Die einzigen und tiefften Geheimnisse der Arzneikunst" trug. Die Schar ber Neugierigen unb Wissensbursti- gen, bie glaubten, hier bas Rätsel vom Stein ber Weisen gelöst zu finden, war groß unb so würben für ben Folianten bis zehntausenb Gulben geboten. Doch als der glückliche Besitzer enblich seinen Schatz öffnete, sah er nichts als leere unbeschriebene Blätter. Unb nur auf ber ersten Seite konnte er ben Satz lesen: Hatte ben Kopf kalt, bie Füß§ warm und den Leib offen, so kannst du aller Aerzte spotten. * Diese Regel hat wohl viel für sich, für ben Arzt aber, besten Patienten biefe Lorbeugemaßnahmen eben nicht beachtet haben, bürste sie kaum ausreichen. Er muß heute auch als fertig ausgebilbeter Arzt sich ftänbig weiterschulen, wofür bie ärztliche Pflichtfortbilbung, wie wir sie in Deutfchlanb haben, zu sorgen hat. Auf einen Mebiziner, ber sich nicht um bie Fortschritte in seiner Wissenschaft kümmert, ließe sich jebenfalls jener Ausspruch anroenben, ben ber bekannte Berliner Anatom Wilhelm von Walbeyer in einer Antrittsvorlesung gegenüber ben jungen Stubenten äußerte: „Meine Herren, bie Anatomie ist für (eben Arzt bie (Brunblage seiner Wissenschaft. Ein Arzt, ber bie Anatomie nicht beherrscht, ist mit einem Maulwurf vergleichbar. Beibe arbeiten im Dunklen, unb bas Ergebnis ihrer Bemühungen finb Erbhügel." * Die Anforderungen an ben Arzt, ber das höchste Gut eines Volkes, bie Gefunbheit, zu verwalten hat, können nicht hoch genug gestellt werben. So ist zu verstehen, baß Nubolf Virchow ben Stubenten gegenüber bei Prüfungen äußerst ftreng war. So fragte er auch mal roieber einen Kanbioaten, was bei einer Krankheit, bie er vorher genau beschrieben hatte, zu oerorbnen sei. Die Antwort lautete, die unb bie Arznei. „Unb wieviel soll ber Kranke bavon nehmen?" „Einen Eßlöffel voll, Herr Geheimrat." Nachbem bie Prüfung zu Enbe war, fiel bem Stubenten ein, baß er sich in ber Dosis stark geirrt hatte. Voller Not versucht er bas Unheil nachträglich roieber gut zu machen, stürzt Virchow nach unb stammelt außer Atem: „Herr Geheimrat, ich habe mich in ber Dosis versehen, ich hätte nur 5 Tropfen geben dürfen". Virchow zuckte nur die Achseln: „Be- baure, aber, ber Kranke ist bereits gestorben". * Ebenso bissig war Virchows Urteil über Kollegen, die dem ärztlichen Beruf nicht in vollem Maße genügten. So wurde in einer Gesellschaft, bei der Virchow anwesend war, über einen Arzt gesprochen, dessen Geiz allgemein bekannt war. „Nicht einmal eine Kutsche hält er sich. Die wäre bet ber Ausbehnung seiner Praxis ungemein wichtig." „Da sehen Sie"; meinte Virchow, ber von ben Fähigkeiten bes geizigen Arztes nicht viel hielt, „baß Geiz eine vorteilhafte Eigenschaft sein kann; benn hätte er eine Kutsche, so würbe er noch viel mehr Schaden anrichten!" Allwissenb unb - ein Tausend- fünftjer ist ber Arzt allerdings nicht. „Ein so großer Mann wie Sie kann gewiß alle Krankheiten heilen", versuchte eines Tages eine Dame ber Pariser Gesellschaft bem bekannten Arzt Petit zu schmeicheln. „Sie irren sich. Gnädigste, es geht uns Aerzten wie ben Kutschern von Paris, bie kennen alle Straßen, aber sie wissen nicht, was in den Häusern vor sich geht." * Daß Geschwinbrgkeit keine Hexerei ist, zeigt jene Geschichte, die von bem Leipziger Psychiater Flechsig erzählt wirb. Er hatte einmal einen krassen Fall von Größenwahn zu behandeln. Es wurde ein armer Landgeistlicher in die Klinik eingeliefert, der sich allen Ernstes einbildete, Papst Benedikt ber Fünfzehnte zu sein. Nach ber Be- hanblung stellte sich rasche Besserung ein. Als man Flechsig am anberen Tage nach dem Befinden des Kranken fragte, äußerte sich Flechsig sehr befriedigt: „Unser Kranker hält sich nur noch für Benedikt den Vierzehnten, ich hoffe das Beste". Dr. L. Spee. Ein weißer Bison. In der National Bison Range in Montana (USA.) wurde ein weißes Bisonkalb geboren. Die» fer Albino ist, wie die Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" dazu bemerkt, das zweite seiner Art; ber erste Albino ist sein Vater, der heute vier Jahre alt ist. Beide Albinos stammen von derselben Bisonkuh. Selbst in den Zeiten, in denen bie Prärien von Riesenherden von Bisons bevölkert waren, kamen weiße Exemplare nur selten vor, und sie wurden sehr geschätzt, so daß ihr Fell von den Indianern mit 10 bis 15 Pferden bezahlt wurde, während die Weißen bis zu 1000 Dollar für ein einziges weißes Bisonfell ausgaben. halten jedoch die Fühlungnahme aufrecht. Mit dieser Abmachung ist also das gemeinsame Unterrichtswerk „Häuser der Kurzschrift" erloschen und jede Organisation arbeitet wieder für sich allein. Wie aus den Ankündigungen ersichtlich, beginnen die Lehrgänge in Kurzschrift und Maschinenschreiben des 'Ortsvereins Gießen der Deutschen Stenographenschaft am Donnerstag, 13. Januar, und Freitag, 14. Januar, in der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Wernerwall 11, also nicht mehr, wie früher, in der Alten Pestalozzi-Schule. Ueber den großen Wert, den die Kenntnis der Kurzschrift und des Maschinenschreibens allen, die mit Schreibarbeit zu tun-haben, bietet, ist sich heute jedermann klar. Hauptversammlung des VHC.-Zweigverein« Gießen. Der Zweigverein Gießen des Vogelsberger Höhen» Clubs hielt dieser Tage, wie man uns berichtet, im Hotel Hopfeld feine Hauptversammlung ab, um Rückschau zu halten bzw. um seinen Mitgliedern Rechenschaft abzulegen über die im vergangenen Jähre geleistete Arbeit. Rach der Begrüßung durch den Vereinsführer, Oberinspektor Hardt, wurde zunächst von dem Wandermeister ein Bericht über die 14 planmäßig durchgeführten Wanderungen gegeben. Außerdem führte eine zweitägige Wanderung in das Sauerland und eine am Himmelfahrtstag veranstaltete Sternwanderung nach Bad Homburg. Die planmäßigen Wanderungen führten auch im vergangenen Jahre teils in die engere Heimat, in den Vogelsberg und in den Taunus, aber auch in das waldreiche und von schönen Tälern durchschnittene Hinterland. Die Wanderungen erfreuten sich durchweg einer guten Beteiligung. Die Wanderwege waren von den jeweiligen Wanderführern geschickt ausgesucht. Manchem Kameraden erschloß sich wieder ein neues Stück deutscher Heimat. Der Wegebezeichnungs-Ausschuß, der im Jahre 1937 aus eine 25jährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken konnte, hat wieder einen Teil der von Gießen sowie von den umliegenden Ortschaften ausgehenden Wegemarkierungen aufgefrischt. Das vom Wegebezeichnungs-Ausschuß des Zweigvereins Gießen zu unterhaltende Wege-Markierungsnetz erstreckt sich über 500 Kilometer. Aus Anlaß der 25jährigen Tätigkeit des Wegebezeichnungs - Ausschusses wurde wieder eine neue Markierung geschaffen, die „Rund um Gießen" führt und mit roten Ringen gekennzeichnet ist. Der Kassenbericht lautete befriedigend. Der Zweigverein blieb seiner Mitgliederzahl nach, nach Zu- und Abgängen sowie nach Ueberweisungen von Mitgliedern aus anderen Zweigvereinen, in seinem Mitgliederbestand auf der Höhe des Vorjahres bestehen. Die Monatsversammlungen waren jeweils durch Vorträge verschiedener Art sowie durch musikalische Darbietungen anregend gestaltet worden. Im Rahmen einer größeren Familienfeier wurden die fleißigen Wanderer ausgezeichnet. Den Kindern der Mitglieder wurde eine wohlgelungene Nikolausfeier bereitet. Der» für das Jahr 1938 zusammen- gestellte Wanderplan, der allen Wünschen gerecht wird, fand volle Zustimmung. Zum Schlüsse dankte Vereinsführer Hardt allen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit und forderte aus, stets werbend für die schöne Wandersache einzutreten. ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Mittwoch, 12. Januar, kann der Kraftfahrer Louis Geller, Gießen, Wiesenstraße 11, sein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der hiesigen Firma Joh. Balth. Noll, Zigarrenfabriken, begehen. ** Eine Dierundachtzigjährige. Am heutigen Mittwoch, 12. Januar, kann Frau Susanne H e n z e r l kn y, geb. Bierau, Neustadt 36, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 84. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen! *♦ Schulpersonalien. Der Studienrat Johannes B e y r i ch , bisher an der Horst-Wessel- Schule (Oberschule für Jungen) in Offenbach a. M., wurde in gleicher Diensteigenschaft mit Wirkung vom 1. Januar 1938 ab an die Oberschule für Mädchen in Gießen versetzt. — Der Hausmeister Hermann Koch, bisher an der Gewerbeschule Gießen, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Oberschule für Jungen („Langemarckschule", seither Realgymnasium) versetzt. ** Unfälle. Ein 12jähriger Junge aus der Frankfurter Straße kam beim Schleifen auf eisglatter Straße zu Fall und zog sich einen Schulterbruch zu. — Ein Mann aus der Ederstraße rutschte im nässen Schnee aus und erlitt ebenfalls eine erhebliche Schulterverletzung. — Eine Schülerin aus der Frankfurter Straße stürzte beim Schlittschuhlaufen und zog sich dabei einen Unterschenkelbruch zu. Sämtliche Verunglückte mußten in die Chirurgische Klinik gebracht' werden. Die neue Straßenverkehrs-Ordnung. Unser Verkehrsfachmann hat das Wort. Vie überwacht die Polizei den Verkehr? — Die Dienstanweisung über die neuen Verkehrsvorschriften. Die seit dem 1. Januar dieses Jahres gültige gesetzliche Neuregelung der Vorschriften über den Straßenverkehr stellt erhöhte Ansprüche an die mit ihrer Durchführung beauftragten Organe der Polizeiexekutive. Der Verordnungstext mußte selbstverständlich kurz und knapp gehalten sein, so daß sich die Notwendigkeit genauer Dienstvorschriften für die zur Derkehrsüberwachung' eingesetzten Polizeibeamten ergab. Soeben ist die Dienstanweisung zur Durchführung der Vorschriften über den Straßenverkehr erschienen-, sie geht den Polizeibehörden in diesen Tagen zu. Im Rahmen dieser Vorschriften werden die Polizeibeamten im ganzen Reich einheitlich den Kampf gegen den Verkehrsunfall aufnehmen, und zwar haben nicht nur die besonders zur Verkehrsüberwachung eingesetzten Verkehrspolizeibeamten, sondern alle anderen Polizeibeamten sich bei ihren Dienstverrichtungen der Ueberwachung des Straßenverkehrs zu widmen. Die Dienstanweisung schreibt im einzelnen dem Polizeibeamten genau vor, wie er die Bestimmungen der neuen Verkehrsoorschriften anzuwenden hat. Don besonderer Bedeutung ist dabei der Dor» spruch zur neuen Straßenverkehrs-Ordnung, nach dem nicht „die kleinliche Anwendung der Vorschriften in jedem Falle, sondern eine ihrem Ziel entsprechende Handhabung" Sinn und Zweck der polizeilichen Tätigkeit sein muß. Die Dienstanweisung bestimmt ausdrücklich, daß „sich der Polizeibeamte von diesem Grundgedanken stets leiten lassen und damit seine Verkehrsfreundlichkeit gegenüber allen verantwortungsbewußten Volksgenossen beweisen muß. Andererseits ist gegen leichtsinnige oder gar rücksichtslose Verkehrsteilnehmer, deren Verhalten geeiand ist, andere in Gefahr zu bringen, scharf vorzugehen." Wenn z. B. ein Fahrer eine unübersichtliche Kurve schneidet, so wird dies als außerordentliche Rücksichtslosigkeit gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern angesehen und empfindlich bestraft. Korrektes und höfliches Auftreten der Beamten bei Durchführung der verkehrspolizeilichen Maßnahmen ist selbstverständliche Pflicht. Jede Schärfe im Ton wird von ihnen vermieden werden. Strafen dem Schuldmah angepaht! Bei allen Ueberiretungen der Verkehrsvorschriften werden die Straf- und Derwaltungsmahnahmen der Art und Schwere der Verstöße angepaßt werden. Soweit eine gebührenfreie Verwarnung nicht ausreicht, werden fühlbare Polizeistrafen verhängt. Dabei wird die BedeLung der Tat, die Schuld des Täters und seine Vermögenslage berücksichtigt werden. In schweren Fällen, insbesondere immer dann, wenn mit einem unvorschriftsmäßigen Verhalten des Betroffenen eine Verkehrsgefährdung verbunden war, werden Geldstrafen in Höhe von mindestens 6 Mark oder entsprechende Haft ausgesprochen werden. Für leichtere Uebertretungen sieht die Dienstanweisung ausdrücklich Geldstrafen vor, die nicht die Höhe von 5 Mark oder entsprechende Haft überschreiten sollen, um die für den Kraftfahrer so unerwünschte Eintragung der Strafen in den Führerschein in diesen Fällen zu vermeiden. Mit diesem Entgegenkommen trägt die Polizei den Erfahrungen mit dieser sehr empfindlichen Sondermaßnahme Rechnung und beschränkt sie nur auf die wirklich schweren Uebertretungsfälle. Wie werden Verkehrskontrollen durchgeführt? Bei der Durchführung von Verkehrskontrollen wird die Polizei den Führern der durch die, Äon» Halten, jedoch ohne Mitwirkung eines zweiten Teilnehmers. Es bestehen in dem Schaufensterwettbewerb fünf Leistungsklassen, für das erste, das zweite und das dritte Lehrjahr, für Arbeitskameraden bis zum fünften Berufsjahr nach vollendeter Lehre, wobei Arbeitsdienst und Wehrdienst als Berufsjahre zählen, und für Arbeitskameraden vom sechsten Berufsjahr aufwärts. Die verschiedenen Geschäftszweige werden in folgenden Gruppen zusammengefaßt: Eisen und Me- tallwaren; Glas und Porzellan; Photo, Optik und Mechanik; Uhren, Schmuck, Gold- und Silberwaren; Textilien; Leder- und Schuhwaren; Raumgestaltung (Möbel, Teppiche, Gardinen, Tapeten, Linoleum); Nahrungs- und Genußmittel; Rundfunk, Schall- platten und Musikinstrumente; Buch-, Zeitschriften- und Musikalienhandel; Papier- und Schnitzwaren, Büroeinrichtungen und Büromaschinen; Spiel- und Korbwaren; Drogerien, Gesundheits- und Körperpflege; Farben und Lacke; Kunst- und Antiquitätenhandel; Blumenbindereien. Dabei werden die verschiedenen großen Schwierigkeiten bei der Bewerbung berücksichtigt. Jedes im Wettbewerb stehende Fenster wird mit einem Teilnehmerschild gekennzeichnet. Besonders gute Fenster werden durch eine Urkunde von der Wettbewerbsleitung ausgezeichnet. Dank von „Schorsch" Heß. Der oberhessische Heimatdichter Schorsch Heß, Leihgestern, dankt für die ihm übermittelten Glückwünsche zu seinem 5 0. Geburtstag mit folgenden Zeilen: Fir all die Gleckwinsch ean die Grihse, oab se aus ßaaftem1) komme, oawer „Gieße", ob aus em Odenwald, vom Dugelsberk, vom Rhei', ihr Gratulante all — auf) danke Uch räächt fei'. Es woar'n so viele — näit ze iwerdreiwe — deaß aich näit Jedem kann e’ Antwort schreiwe; drimm moag mein Dank on Uch-) off dem Weg komme, wuher ihr'sch weaßt, deaß „Fofzig" aich erklömme.. Es wsar e' Fraad fir mich, ihr dirft m'fch glaawe, un’ mancher Gruß der koom — do noh ean weit, — Hot mich erinnert o viel schiene Stonne, däi ich v'rleawe könnt ean meiner Jugendzeit. Hun aich aach offt ean meiner dearwe Dat3) goar rnanchrnoul Uch de Spiej'lH virgehaale dem Städter, un wann's sei mußt aach d'm Land, seid mir näit dies, mir bleiroe doach die Aale. 's woar hoatt3) geschwaßt/) doach gout gemah'U) do mir, doas woas aich wollt — wird Wirklichkeit eam deutsche Land, mir könne nur u's Deutschtum un’ u's featbft er- haale, wann mir zesommeftieh als Bräuer, Hand eqn Hand. Mein aale Hauptmann schreibt: „Hornist > Gefreiter Heß, mit der Bezeichnung, in Erinn'rung ist mir Dein Gesicht, Blas' ohne mein Befehl zum „Avancieren" weiter für unsre Jugend, daß sie tue ihre Pflicht!" Jawohl! — Solang' de Herrgoatt mir noach schenkt d's Leawe, mach aich — wenn aach offt falsch o'rstanne — noch mei „Späß", wer Däifer8) gräbt, der wird viel „Ernst" drean feanne!... Aich bleiroe woas aich rooar — woaschecht — en Owerheß!. H Leihgestern, 2) Euch, 3) Art, 4) Spiegel, 5) hart, 6) geschwätzt (gesprochen), 7) gemeint, 8) tiefer. „Häuser der Kurz christ" aufgehoben. Vom Ortsverein Gießen der Deutschen Stenographenschaft wird uns geschrieben: Zwischen der Deutschen Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung und Betriebsführung, und der Deutschen Stenographenschaft, Reichsgeschäftsführung Bayreuth, mit Zustimmung des Gauleiters der Bayrischen Ostmark W ä ch t l e r, der die weitgehendsten Vollmachten der Deutschen Stenographenschaft besitzt, wurde eine Vereinbarung getroffen, nach welcher der am 3. November 1936 zwischen diesen beiden Organisationen geschlossene Vertrag außer Kraft gesetzt worden ist. Beide Stellen erhalten damit völlige Handlungsfreiheit, Mamanten-Komödie Roman von Lorst Biernath. 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Und die bestünden worin2" „Daß ich Sie isoliere." „Klingt allerdings besser als Einsperren." „Ist mir völlig gleichgültig, wie es klingt! Jedenfalls haben Sie mich verstanden?" „Ja. Und wenn Sie es wünschen, werde ich den Mund halten. Im übrigen aber verspreche ich Ihnen nicht weniger feierlich, als Sie mir verschiedenes versprochen haben, daß diese Geschichte noch ein Nachspiel haben wird und kein billiges!" „Ditte sehr — tun Sie, was Ihnen gefällt! Und dort ist die Tür?" „Danke! Ich bin nicht blind! Aber für Ihre Umgangsformen sollten Sie wirklich mal was Ernsthaftes tun..." An der Schwelle drehte Martini sich noch einmal zu Humphrey um: „Ich wollte Sie nur an die Schnäpse erinnern, Timperly, die Sie mir noch immer schuldig sind! Schließlich — eine Liebe ist der andern wert." Und dann war er draußen. „Sie lassen den Burschen laufen?" fragte Olefson empört. Zanten legte den Zettel, den der Arzt ihm übersandt hatte, mit einer entsagungsvollen Bewegung auf den Tisch: „Wilkens teilt mir mit, daß während seiner und der Detektive Abwesenheit zum zweitenmal in* Die Kabine eingebrochen worden ist. Der Panzerschrank, den ich zugedrückt hatte, wie Sie sich erinnern werden, ist wieder geöffnet worden, die verschlossenen Koffer der Detektive sind erbrochen, die Schränke ausgeräumt, die Betten her- ausgerissen und die Matratzen teilweise ausgeschnitten." „Und Ihre Beweise gegen Herrn Martini?" fragte der Erste kühl und sauer wie Zittoneneis. Für die Aussichten Zantens, aus dieser verfahrenen Geschichte mit Anstand herauszukommen, hätte er jetzt auch nicht mehr einen Pfifferling gesetzt. „Was sonst", rief Humphrey überstürzt, „als daß eben mehrere Kerle an Bord sind, die's auf die Steine abgesehen haben? Und Martini — war der erfolgreiche Dieb!" „Ihre Beweise?" fragte Tweedle im gleichen lauernden Tonfall, in dem vor wenigen Minuten Martini diese Frage ausgesprochen hatte. „Beweise? Ja natürlich! Soviel Sie haben wollen!" Und Humphrey hob schon die Hand, um sie an den Fingern herzuzählen. Aber Zanten zog seine schwere Uhr. „Sie können Ihren Dienst wieder antreten, Tweedle!" befahl er grob. „Und im übrigen ersuche ich Sie, darauf zu achten, daß Sie besser rasiert sind! Als Kapitän können Sie sich später meinetwegen einen meterlangen Dollbart wachsen lassen — aber als Ersten Offizier muß ich Sie schon bitten, entweder das eine oder das andere zu tragen!" Tweedle stob davon, als werde er mit der Feuerspritze gejagt. Er bot zweifellos einen spaßigen Anblick, aber weder Zanten noch Humphrey waren in der Stimmung, um lachen zu können. Auch Olefson wahrte eine ernste Miene. Er verließ dann ebenfalls, mit des Kapitäns Erlaubnis, die Kabine. Humphreys Blick streifte Zanten von unten herauf und blieb schließlich über dessen blankem, gebräuntem Schädel an der grauen Tapete hängen. „Wie gefällt Ihnen eigentlich dieser Tweedle?" Zanten schob die Unterlippe vor. „Hm... Es gibt wahrscheinlich bessere und frischere Offiziere, aber im allgemeinen ist er ein durchaus brauchbarer und anstelliger Mann." „Nicht sehr sympathisch ...", bemerkte Humphrey bohrend. „Sympathisch . . .?" wiederholte Zanten und horchte dem Klang nach. „Ein gefährliches Wort. Ich gebrauche es höchst ungern. Früher, in jüngeren Jahren, als noch die Frauen eine Rolle in meinem Leben spielten, hat es zu meinen Lieblingsausdrücken gehört. Seitdem ich Männer nach ihren Leistungen zu beurteilen habe, ist es aus meinem Wortschatz ziemlich gestrichen. Es ist ein Wort für Liebes-, aber nicht für Dienstverhältnisse." „Charakterfest?" fragte Humphrey ein wenig ungeduldig. Zanten hob das Gesicht: „Worauf wollen Sie eigentlich hinaus?" Humphreys Antwort kam vorsichtig, wie aus der Medizinflasche getröpfelt. „Er raucht Opium — das wissen Sie so gut wie ich. Ein etwas gefährliches Vergnügen, das leicht auf den Charakter schlägt... Ja, und ich wollte Sie fragen, ob Sie Tweedle für fest genug halten, um der lockenden Versuchung einer großen Summe standzuhalten." Zanten verstand plötzlich. „Hören Sie mich an, Humphrey!" sagte er sehr ernst. „Das geht nicht an, daß Sie jeden Menschen, dessen Börse Ihnen mager erscheint, gleich mit diesem Diamantenraub in Verbindung bringen! Schließlich werde ich selber noch eines Tages das zweifelhafte Vergnügen haben, in Ihrer Schlußliste obenan zu stehen..." Er wehrte Humphreys entrüsteten Widerspruch mit einer barschen Handbewegung ab: „Tweedle mag ehrgeizig sein — kein Fehler für sinen Mann. Er mag vielleicht auch ungeduldig und enttäuscht sein — und das werden Sie einem Offizier, der mit sechsunddreißig Jahren noch immer nur zwei Streifen trägt, nicht verdenken. Er mag auch noch andere Fehler haben, privater Art, die aber weder Sie noch mich etwas angehen, solange er seinen Dienst vünktlich verrichtet... In der Zeit jedenfalls, in Der der Raub geschah, stand Tweedle auf der Brücke, Humphrey, und gab acht, daß Sie gefahrlos die vier Gänge des Dinners sich einverleiben konnten, und soviel ich gesehen habe, hat es Ihnen geschmeckt.. Humphrey wollte einfallen — aber Zanten richtete iich erdrückend groß vor ihm auf und schnitt ihm das Wort ab: „Ich lege Ihnen nichts in den Weg, ihren neuentdeckten kriminalistischen Gelüsten nach Herzenslust zu frönen und sich die Langeweile an Bord durch ein etwas reizvolleres Spiel als Sackhüpfen, Flirt und Pingpong zu oertreiben. Mir aber ist die Sache bitter ernst, und ich bitte Sie dringend, in Zukunft nur dann aufzutreten, wenn Sie mit kräftigeren Beweisen als heute aufwarten können. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, einen Schiffsgenossen nach dem anderen zu verdächtigen, ohne^ meist gegen ihn Vorbringen zu können, als daß er sich irgendwie und irgendwo durch ein Wort oder eine Handlung bemerkbar gemacht habe, die ihn unter Umständen in den Kreis dieser Tat ziehen konnte. Was Martini betrifft, so mögen Sie recht haben, wenn auch ihr Material gegen ihn mehr als dürftig ist. Ihre Bemerkung über Tweedle jedoch ist blanker Unsinn, und ich will versuchen, sie zu vergessen. Denn das dürfen Sie trolle erfaßten Fahrzeuge Kontrollzettel nach einheitlichem Muster aushändigen, die aber nicht während der Fahrt sichtbar am Wagen angebracht werden dürfen, sondern nur zum Zwecke einer schnelleren Abwicklung bei nochmaliger Kontrolle greifbar bereit zu halten sind. Zur Unterstützung der Polizei bei Verkehrskontrollen werden Angehörige der Parteigliederungen, insbesondere des NSKK., im Benehmen mit den für die Gliederungen zuständigen Dienststellen herangezogen werden. Die Verkehrskontrollen werden u. a. auch auf den Ausfallstraßen der Städte des Reiches durchgeführt werden, auf denen nachweislich wegen der erhöhten Geschwindigkeit sich besonders schwere Unfälle ereignen. Dabei werden die Fahrzeuge durch uniformierte Polizeibeamte angehalten. Als Haltesignal wird die bei der motorisierten Gendarmerie eingeführte rote Flagge mit eingesetztem weißen Rechteck, bei Dunkelheit oder starkem Nebel eine bis auf 150 Meter gut sichtbare rote 'Laterne verwendet werden. Die angehaltenen Fahrzeuge werden zur Feststellung etwaiger Mängel und der Personalien Der Fahrer in verkehrsarme Seitenstraßen oder auf besondere Sammelplätze geleitet, damit Der übrige Verkehr sich ungehindert abwickeln kann. Verwendung von Stoppuhren untersagt! Die Dienstanweisung verbietet ausdrücklich schema- ttsche Geschwindigkeitskontrollen, Die schon im Hinblick auf Das Fehlen allgemeiner Geschwindigkeitsbeschränkungen in der Straßenverkehrs-Ordnung zu unterbleiben haben. „Auch bei örtlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen", so heißt es in Det Dienstvorschrift, „kommt es nicht so sehr auf Die Einhaltung Der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit als vielmehr Darauf an. Daß Der Fahrer sein Verhalten Den Verkehrsverhältnissen anpaßt." Die Verwendung von Stoppuhren ist ausdrücklich untersagt. Dagegen werden die Kontrollen zur lieber« wachung der Beleuchtungseinrichtungen, wobei vor allem auf das rechtzeitige SIbblenDen, der Scheinwerfer besonders scharf geachtet werden wird, möglichst unauffällig durchgeführt. Bei diesen Kontrollen werden deshalb auch Polizeibeamte in Zivilkleidung Verwendung finden, wobei jedoch die Fahrzeuge immer durch uniformierte Beamte angehaltelr werden. Der Kontrolle des Radfahrverkehrs wird die Polizei ihre besondere Aufmerksamkeit widmen. Es wird in Zukunft nicht mehr geduldet werden, daß z. B. Radfahrer nach ihrer polizeilichen Feststellung, außer Sehweite gelangt, ihre unbeleuchteten Fahrräder wieder benutzen. Beim Fahren ohne Licht werden deshalb unter Umständen die Fahrräder oder betriebswichtige Einzelteile einstweilen sicher- gestellt. Verkehrsposten kann Auskünfte ablehnen! Ueber die besonders verantwortungsvolle, aber auch dankbare Tätigkeit Des Derkehrspoftens sagt Die Dienstanweisung, daß er ein Vorbild für Selbstbeherrschung und Entgegenkommen sein müsse, ständig bestrebt, ein verständnisvolles Zusammenarbeiten mit Den Verkehrsteilnehmern zu erreichen. Grundsätzlich hat Der Verkehrsposten im Dienst, so hestimmt Die Dienstanweisung, sich nur mit seiner Aufgabe zu befassen, es sei denn, Daß besondere Ereignisse sein sofortiges Einschreiten zwingend erfordern. Keinesfalls Darf Der Verkehr aufgehalten roerDen. Bitten um Auskunft hat der Der- kehrsposten nur Dann zu entsprechen, wenn Dies ohne Nachteile für die Verkehrsregelung geschehen kann; andernfalls hat er die Auskunft in höflicher Form abzulehnen. Die Sonnlagsschule für Verkehrssünder! Zum „Nachhilfe-Unterricht" über Das Verhalten im Straßenverkehr werden grundsätzlich Personen durch Die Verkehrspolizeibehörde ringelnden, Die durch ihr Verhalten bewiesen haben, daß sie die Vorschriften für Den Straßenverkehr nicht beherrschen. Bei geringfügigen Verstößen tritt Der Verkehrsunterricht an Die Stelle einer an sich verwirkten gebührenpflichtigen Verwarnung ober polizeilichen Strafverfügung. Im Falle schwerer Verstöße erfolgen Verkehrsunterricht unD Bestrafung nebeneinander. Bei Nichterscheinen zum festgesetzten Un- terrichtstexmin ohne ausreichende Entschuldigung ergeht Strafverfügung. Der Unterricht findet grundsätzlich in den frühen Morgenstunden Des Sonntags statt und Dauert etwa eine Stunde. Er wird erteilt durch Verkehrsoffiziere oder erfahrene ältere' Verkehrspolizeibeamte. Die Polizei wird Dabei auch auf vorhandene Einrichtungen und geeignete Lehrkräfte Des NSKK. zurückgreifen. Die Leitung Des Unter« mir glauben: So reizvoll Ihnen dieser Gedanke auch erscheinen mag — mir ist er verteufelt unangenehm! Denn das Gefühl, einen Schurken zum Ersten Offizier zu haben, erhöht nicht gerade meine Sicherheit... Also seien Sie in Zukunft mit Ihrem Verdacht etwas vorsichtiger, wenigstens insofern, als Sie ihn nicht laut werden lassen! Denn wenn Sie damit so rasch bei Der HanD sind wie bisher, wäre es nicht abzusehen, auf wen ich mich eigentlich noch würde verlassen können... Gute Nacht, Humphrey! Nehmen Sie mir meine offenen Worte nicht übel! Aber ich liebe es nicht, um Den Brei herumzugehen." Humphrey übersah Die Hand, Die Zanten ihm halb entgegenstreckte. Seine Verbeugung siel äußerst knapp aus und sein Gruß äußerst kühl. Mit einem hörbaren Knall schloß er Die Tür hinter sich. So also rourDe ein Mann entlassen, Den man nicht mehr benötigt: mit einer wohlabgemessenen Mischung von hohem Kanzelton und wohlwollender Ironie... Humphrey stampfte über Das Achterdeck. Er sah rot. Rotes Meer und roten Wind, rote Planken und rotes Eisen. Und rot hingen die Sterne am Himmel und loderten wie Fackeln. Das war Die Stimmung, um Brennspiritus aus Der Flasche zu trinken... Aus Der Bar Drang Grammophongedudel und Gelächter herüber. Die Lenox improvisierte einen spanischen Stierkampf. Sie selber spielte den Torero, und Herr Scrub Durfte Den Ochsen machen. Konsul Barrett hüpfte höchst albern herum unD schwenkte imaginäre Kastagnetten in Den Händen. Das Publikum brüllte „Oleh", klatschte und zielte mit Den Sodafontänen in die Arena. Martini saß nüchtern und gelangweilt am äußersten Ende der Bar auf einem hohen Schemel und fischte die Olive aus seinem Glas. Humphrey strich den Alkohol aus seinem Programm, um Martini aus dem Wege zu gehen. Da er Die Möglichkeiten, seinen Grimm zu ertränken, verbaut sah, beschloß er, ihn zu verschlafen. Es war auch gesünder... Die „Catharina" lief mit voller Fahrt durch die sternenklare Nacht. Im gläsernen Brückenhaus stand unbeweglich und groß Der Schatten des wachthabenden Steuermanns. Auf Dem Vorschiff reckte ein schwarzer Heizer, von Der Glut einer Zigarette be« leuchtet, sein schweißblankes Gesicht aus Dem Kesselschacht gegen Den Fahrwind. (Fortsetzung folgt.) richts liegt jedoch immer in den Händen der Po-1 lizei. Das Thema des Unterrichts sind die wichtigsten Verkehrsregeln. Der Unterricht beginnt .mit einem Vortrag über die Verkehrsoorschriften an Hand besonders eindringlicher Photos von Verkehrsunfällen und - von Gefahrenpunkten im Straßenverkehr, ergänzt durch Verkehrstafeln, Modelle ober andere Unterrichtsmittel Zum Schluß des Unterrichts wird den Teilnehmern Gelegenheit zur Fragestellung gegeben. Die Verpflichtung zur Abgabe von Warnzeichen ist mit Rücksicht auf die allgemeine Lärmbekämpfung eingeschränkt worden. Warnzeichen sind vorgeschrieben, wenn andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße gefährdet werden. Sie sind auch vor dem Ueberholen zulässig. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird die Polizei die Einhaltung der Vorfahrt-Grundsätze überwachen, sie wird aber auch mehr als bisher der Regelung der Vorfahrt durch Aufstellung von Verkehrszeichen ihre Aufmerksamkeit zuwenden, wobei gegenüber der Pflicht zur Erhaltung von Leben und Gesundheit der Volksgenossen und von volkswirtschaftlichen Werten — so schreibt die Dienstanweisung vor — die Rücksichtnahme auf die Kosten der Verkehrsschilder unbedingt zurückzutreten hat. Die richtige und zweckmäßige Vorfahrtsbeschilderung wird von Zeit zu Zeit von zentraler Stelle aus nachgeprüst werden. Blutprobe auch bei Fußgängern! Für die polizeiliche Sondermaßnahme der Blut- untersuchung bei Verkehrsunfällen mit dem begründeten Verdacht alkoholischer Beeinflussung werden dem Polizeibeamten bestimmte Anweisungen gegeben. Dabei wird ausdrücklich betont, daß sich die Blutuntersuchung nicht nur auf Führer von Kraftfahrzeugen, sondern auf Verkehrsteilnehmer aller Art, auf Fahrzeuglenker und Fußgänger, erstreckt, sofern sie an einem Verkehrsunfall beteiligt finb. Ueberhaupt wird dem Polizeibeamten zur Pflicht gemacht, nicht nur den Fahrzeugverkehr, sondern den gesamten Straßenverkehr, insbesondere auch den Fußgängerverkehr, laufend auf die Beachtung der Verkehrsoorschriften zu überwachen. Außer diesen Einzelanweisungen trägt die Dienstanweisung ganz erheblich zur Vereinfachung des Verkehrsrechts bei, indem sie eine Unzahl überholter und nicht mehr in unsere Zeit passender Ver- fügungen und Erlasse wegräumt. Im ganzen werden 71 Einzelerlasse, die teilweise bis zu zehn Jahren zurückliegen, in Bausch und Bogen aufgehoben. Das bedeutet nicht nur eine wesentliche Vereinfachung für den Polizeibeamten, sondern damit fallt auch mit einem herzhaften Schnitt ein lästiger alter Zopf von Verordnungen, die sich teilweise nicht mit dem Gedanken der gesteigerten Motorisierung vereinbaren ließen. Die Dienstvorschriften, nach denen künftig der Polizeibeamte auf der Straße den Kampf gegen den Verkehrsunfall aufnimmt, sind, wie diese kurze Zusammenstellung beweist, mehr denn je ein Ausdruck der neuen Haltung der deutschen Polizei überhaupt. Nicht die kleinliche Anwendung der gesetzlichen Vorschriften in jedem Falle, sondern die Sicherheit des deutschen Menschen ist das Ziel ihrer Arbeit. Diese Aufgabe sucht die Polizei mit allen ihr zu . Gebote stehenden Mitteln, technisch und menschlich auf das beste vorbereitet, zu erfüllen. Die Polizei hat in der vorliegenden Dienstanweisung ihre Parole zum Kampf gegen den Verkehrsunfall erhalten. Sie erwartet dabei, daß jeder einzelne Volksgenosse in diesem Kampf ün seiner Stelle mithilft! (Schluß der Aufsatzreihe.) Aus der engeren Heimat. Maul- und Klauenseuche in Mainzlar. * Mainzlar, 12. Jan. In der Hofreite des Ludwig Vogel VIII. ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Die Gemarkung Mainzlar wurde zum Sperrgebiet, die Gemarkungen Daubringen und Staufenberg zum Be- obachtungsgebiet erklärt. Zimmerbrand im alten Schloß. '+ Grünberg, 12. Jan. Aus dem unteren Eckzimmer des alten Schlosses, das an die Marktgasse angrenzt und das der katholischen Gemeinde als Raum für Abhaltung ihres Gottesdienstes dient, wurde am Dienstagabend gegen 23 Uhr von Vorübergehenden starke Rauchentwicklung bemerkt. Die sofort alarmierte Feuerwehr stellte fest, daß es sich glücklicherweise nur um einen kleineren Brand handelte. Auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise war in einem Schrank, der zur Auf- bewahrrmg der Meßgewänder dient, Feuer entstanden. Nach kurzer Tätigkeit der Wehr war der Brand gelöscht. Schulungslager für Waldarbeit in Schotten. Lpd. Schotten, 11. Jan. Wie das „Schottener Krefsblatt" meldet, soll in der Försterschule in Schotten ein Schulungs lager f ü r Wald- arbeit eingerichtet werden. Dieses Schulungslager, das voraussichtlich eine Dauereinrichtung werden dürfte, wird von Förstern und Waldarbeitern, die hier zu achttägigen Kursen zusammengezogen werden, besucht. Schotten, als die Stadt der Grünen Gilde, wird durch dieses Schulungslager einen erfreulichen Auftrieb bekommen. Die Schulung wird voraussichtlich schon im Februar begonnen und das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Landkreis Gießen. * Wieseck, 12. Jan. Der 16jährige Hans Schneider von hier geriet mit der linken Hand in einen Fleifchwolf und erlitt an vier Fingern schwere Schnittwunden. — Der zwölfjährige Schüler Emil Wenger kam beim Schlittenfahren zu Fall und erlitt einen Unterarmbruch. # Mainzlar, 11. Jan. Der Verein für Schweineverficherung hielt am Samstagabend bet Gastwirt Müller feine Jahre.sschluß- versammlung ab. Vereinsführer Klingelhöser erstattete den Jahresbericht. Der Rechner L. Becker II. konnte einen günstigen Kassenstand zur Kenntnis geben. Die Jahreseinnahme belief sich auf 792 Mark, die Ausgabe auf 733 Mark. Der Ueberschuß betrug also 59 Mark. Außerdem konnte der Verein 450 Mark den Rücklagen zuweisen. Die Mitgliederzahl ist gestiegen. Taxatoren und Vor- ftanbjüuröen in ihren Aemtern neu bestätigt. Auch die Schäfereigesellschaft hielt ihre Generalversammlung, die sog. „Schafkirmes", ab. Der Vorsitzende Heinrich Vogel IV. gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Der seitherige Schafhirte Werner wurde wieder gedingt. Der Vorstand der Gesellschaft blieb weiter im Amt. # Daubringen, 11. Jan. Der Gesangverein „Sängerlust" hielt seine Generalversammlung ab, zu deren Beginn zweier verstorbener Sangesbrüder gedacht wurde. Der Vereins- suhrer Wilhelm Opper erstattete den Jahresbericht. Der Verein konnte zwei neue Mitglieder begrüßen. Eine Vereins-Reisekasse wurde gegründet. Im Sommer will der Verein mit einer Veranstaltung unterhaltsamer Art an die Oeffentlichkeit treten. Der Rechner Karl O p p e r gab Aufschluß über die Kassenlage des Vereins. -*■ Staufenberg, 11. Jan. Die Kriegerkamerad schäft hielt bei Gastwirt Zecher ihre Jahreshauptversammlung ab. Kameradschaftsführer Fay erstattete den Jahresbericht. Der Rechner konnte von einem Ueberschuß in der Kasse berichten; es wurde ihm Entlastung erteilt. Im weiteren Verlaus der Versammlung wurde beschlossen, den Kleinkaliberschießsport weiterhin lebhaft zu pflegen. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung geschlossen. * Ruttershausen, 11. Jan. Unter Leitung von Kameradschaftsführer Wilhelm Göbel hielt die hiesige Kriegerkameradschaft ihre Generalversammlung ab. Man gedachte zunächst der verstorbenen Kameraden Schiefer st ein und Hörr, die im vergangenen Jahre zur großen Armee abberufen wurden. Anschließend überreichte der Kameradschaftsführer dem Kameraden Karl Erdmann II. für sein Schießergebnis von 152 Ringen die goldene Ehrennadel. Rechner Armin Schön verlas den Kassenbericht, der einen Ueber- schuß aufwies. Schriftführer Ludwig Schreiner gab dann den Tätigkeitsbericht bekannt und verlps eine Schützenordnung aus dem 17. Jahrhundert. 3m verstossenen Jahre wurde eine neue Schießhalle erbaut. Nach Erledigung verschiedener Anträge und nachdem man für den 5. Februar einen Familienabend vorgesehen, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. § Rödgen, 11. Jan. Der SA. - Sturm 7/116 veranstaltete am Samstag im Saalbau Wagner einen Kameradschaftsabend. Nach einem Marsch der SA.-Kapelle und nach einem Kampflied hielt der Sturmführer eine Ansprache, in der er die hohe Bedeutung unserer Zeit und die Bedeutung des Führers für unser Volk umriß. Die Ausführungen wurden mit großer Aufmerksamkeit ausgenommen und mit dem, Sieg-Heil auf den Führer und mit den beiden Nationalliedern beschlossen. Ein anschließend von einigen Kameraden gesprochener Fahnenspruch wurde mit Beifall aufgenom-- men. Im unterhaltenden Teil des Abends wurden einige humorvolle Darbietungen zu Gehör gebracht. OO Beuern, 11. Jan. Der hiesige Turnverein hielt bei Gastwirt Ranft seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Arnold umriß in seiner Ansprache zunächst die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahre und gab dann einen Ueber- blick über die großen Aufgaben, die dem Reichsbund für Leibesübungen gestellt sind. Kassenwart Linden st ruth konnte einen günstigen Kassenstand nachweisen. Seine tadellose Kassenführung wurde anerkannt. Der Vereinsführer wurde unter Anerkennung feiner Verdienste um den Verein einstimmig wiedergewählt. = Steinbach, 11. Jan. Seinen 75. Geburtstag kann am heutigen Tage der frühere Zimmermann Ludwig Krämer II. feiern. Herr Krämer, der vor zwei Jahren das Fest der goldenen Hochzeit feiern konnte, erfreut sich einer guten Gesundheit und kann noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten leisten. CD Sillenborf (Lahn), 11. Jan. Der hiesige Schweine - Versicherungsverein vereinigte seine Mitglieder bei Gastwirt Hörr zur Jahreshauptversammlung. Im vergangenen» Jahre wurden von der Versicherung 1591 Tiere mit einer Versicherungssumme von 132 571 Mark ersaßt. Die Einnahmen betrugen 1431,56 Mark, die Ausgaben 983,30 Mark, der Kassenbestand 448,26 Mark. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf 1051 Mark. Der seitherige Vorstand führt die Geschäfte weiter, Rechner Volk legte jedoch infolge Arbeitsüberlastung sein Amt nieder. An seine Stelle wurde das Mitglied Heinrich Müller bestimmt. Die Kasse wurde in Ordnung befunden. Vereinsführer Ludwig Wagner V. dankte dem Rechner für seine bisherige treue Mitarbeit. — Der hiesige Rindvieh-Versicherungsverein hielt bei Mitglied Henkelmann seine Generalversammlung ab. Rechner U l m erstattete nach der Begrüßung durch den Vereinsführer den Kassenbericht, der in Einnahmen 750,68 Mark und in Ausgaben 992,82 Mark auswies. Der Verlust, entstanden durch das Eingehen von drei Stück Großvieh und fünf Kälbern, beträgt 142,52 Mark. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf 920,68 Mark. Die Kassenbücher wurden in Ordnung befunden. Versichert waren 59 Tiere mit einer Versicherungssumme von 73 910 Mark. Der seitherige Vorstand wurde wieder- gewählt. * Lang-Göns, 11. Jan. Am Sonntag veranstaltete die Kriegerkameradschaft einen Unterhpltungsabend, bei dem Kamerad Pfarrer Wahl einen Vortrag mit Lichtbildern über „Erlebnisse aus dem Weltkriege" hielt. Kameradschaftsführer Nern überreichte dann an die Kameraden Kd. Rudolph, Johs. Gg. Müller, I. Kl. Weil, Hch. Kuhl, Konr. B r ü ck e l I. und Friedrich Höfer das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse. Im Anschluß daran wurden von Schießleiter H ö - f e r die im Jahre 1937 von den Kameraden Gg. Ludwig Rudolph, Johs. Fr. B e p l e r , W. Kd. Brück el, Otto Nern, Karl Velten III., Hch. Kuhl und Otto Bink beim Schießen errungenen bronzenen Ehrennadeln überreicht. Zum Schluß sprach Kam. N e rn dem Vortragenden Dank aus und schloß den Abend mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. * Holzheim, 12. Jan. Der Landwirt Heinrich Buß wurde erneut zum Bürgermeister der Gemeinde Holzheim ernannt. • O Holzheim, 12. Jan. Am morgigen Donnerstag kann Schneidermeister und Kirchendiener i. R. Jakob Schneider III. seinen 85. G e - burtstag feiern. Der hochbetagte Mann war 25 Jahre lang als Kirchendiener der Gemeinde Holzheim tätig. — Im Rahmen des Volksbildungswerkes sprach im hiesigen Rathaussaal Pg. Scherer über das Thema „Freimaurertum". Seine Ausführungen wurden mit großem Interests verfolgt. cx) Eberstadt, 11. Jan. Die Kriegerkameradschaft hielt bei Kamerad Felsing ihre Jahreshauptversammlung ab. Kameradschaftsführer H. V. Bender eröffnete die Versammlung. Pro- paganbaobmann Wehrum sprach sodann über die Arbeit des Reichskriegerbundes und gab anschließend einen Bericht über die Tätigkeit der Kameradschaft. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde beschlossen, eine Gemeinschaftsfahrt zum Kysshäuser zu unternehmen und außerdem ein Winterhilfe-Schießen zu veranstalten. Bürgermeister Görlach schloß mit dem Treugelöbnis zum Führer die Versammlung. Kreis Iriedberg. ch Butzbach, 10. Jan. Im festlich geschmückten Saale des „Deutschen Hauses" veranstaltete die Butzbacher Schützengesellschaft einen Familienabend, zu dem eine große Anzahl Freunde des Schießsportes erschienen war. Der Vereinsführer Dr. Nern eröffnete den Abend, wobei er des Führers gedacht. Wie in jedem Jahre, wurde auch diesmal die Würde des Schützenkönigs und der Schützenkönigin herausgeschossen. Das älteste Der- einsmitglieb und weitere drei Schützenbrüder erhielten für ihre regelmäßige Teilnahme an den Schießabenden besondere Ehrungen. Die hiesige Militärkapelle hatte den musikalischen Teil des Abends übernommen. — In letzter Zeit wurden wiederholt Rudel Rehe in unmittelbarer Nähe unserer Stadt beobachtet. Am Freitagnachmittag hatte sich sogar ein Damhirsch bis in den Garten eines Einwohners gewagt. Bald war er aber von einigen Hunden entdeckt worden und.mußte nun eilig den nahen Wald aufsuchen. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 11. Jan. Im „Frankfurter Hof" hielt der Turnverein feine Hauptversammlung ab. Der zweite Vereinsführer I. M a h r gedachte zunächst der Verstorbenen des vergangenen Jahres und gab dann bekannt, daß der 1. Vereinsführer Seibert infolge hohen Alters die Leitung des Vereins niederlegte. Schriftführer Repp erstattete dann den Jahresbericht. Rechner Schlosser gab den Stand der Kasse zur Kenntnis. An Stelle des bisherigen Vorsitzenden wurde der frühere Schriftführer Pg. Gottfried Repp zum Leiter des Vereins gewählt. — Der hiesige Wanderver- e i n unternahm am Sonntag bei einer Beteiligung von 35 Mitgliedern und unter starkem Schneetreiben den ersten Ausflug des Jahres, der nach Vüßfeld' führte. A Deckenbach, 12. Jan. Am kommenden Freitag, 14. Januar, kann die Witwe Louise L ö ch e l im Kreise ihrer 5 Kinder und 13 Enkel ihren 81. Geburtstag begehen. Unser Einwohner Ludwig Löchel kann am 15.Januar seinen 7 6. Geburtstag feiern. Kreis Schollen. )—( Ruppertsburg, 10. Jan. Von einem tragischen Geschick wird der Landwirt Jakob Geiß dahier verfolgt. Schon feit mehreren Jahren ist seine Frau bedenklich erkrankt. Am letzten Donnerstag kam er bei seinem Hause zu Fall. Er verspürte anfangs nur wenig Schmerzen, tags darauf aber machten sich starke Lähmungserscheinungen am Unterkörper bemerkbar, so daß man den Bedauernswerten in die Medizinische Klinik nach Gießen überführen mußte. Drei unversorgte Kinder stehen nun fast allein. — Fast alle Mitglieder unseres Ob st - und Gartenbauvereins hatten sich am Samstagabend bei Gastwirt Schlöxb zu ihrer ersten Versammlung im neuen Jahre eingefunden. Im Mittelpunkt der Tagung stand das Thema „Das Obstjahr 1938". Die besonderen Aufgaben des Obstbaus zur Erfüllung des Vierjahres- plans wurden behandelt. Recht rege war die Aussprache über „Wintermaßnahmen im Obstbau". Kreis Dehlor. < Lützellinden, 11. Jan. Im Gasthaus Franz veranstaltete die hiesige Kriegerkameradschaft einen Filmabend, der sehr gut besucht war. Kameradschaftsführer Wenzel hieß alle Besucher herzlich willkommen. Anschließend wurde der im Weltkrieg gefallenen Kameraden gedacht. Die Vorführung des Kriegsfilmes „Verdun" hinterließ bei allen Zuschauern einen tiefen Eindruck. Mit dem Gedenken an den Führer klang die Veranstaltung aus. Frankenbach, 11. Jan. Im vergangenen Jahre erblickten in unserer Gemeinde 12 Kinder das Licht der Welt, es starben 14 Personen, zur Schulentlassung kamen 6 Knaben und 6 Mädchen, getraut wurden 5 Paare. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. cxd Langsdorf, 11. Jan. Heber die Bewegung innerhalb der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde liefern die Kirchenbücher und statistischen Erhebungen folgende Ergebnisse von 1937: Zur Taufe wurden 20 Kinder gebracht, im Vorjahr 15. Konfirmiert wurden 17 Kinder (19). Kirchliche Trauungen fanden 4 statt (5). Beerdigt wurden 11 Personen (20). Es ereignete sich ein Austritt aus der evangelischen Landeskirche. Eintritte oder Uebertritte kamen nicht vor. Es fanden 62 Hauptgottesdienste und 54 Nebengottesdienste statt. Sie wurden besucht insgesamt von 7703 Männern und 9235 Frauen = 16 938 Erwachsenen und 4 123 Kindern = 21 061 Personen. Der Durchschnittsbesuch der 52 Wochen errechnet sich folgendermaßen: 148 Männer und 178 Frauen = 326 Erwachsene und 79 Kinder = 405 Personen. Diese Ergebnisse bedeuten in Hundertsätzen ausgedrückt etwa 46 v. H. der Erwachsenen oder etwa 45 v. H. aller Evangelischen. Oeffentliche Abendmahlsfeiern fanden 9 statt, zu denen noch zahlreiche Hausabendmahle traten. Sie wurden besucht von 542 Männlichen und 648 weiblichen Personen = 1190 Erwachsenen ober etwa 170 o. H. derselben. Vom übrigen kirchlichen Gemeindeleben sind folgende Angaben zu machen: Ein Gemeindepflegeverein, dessen Aufgabe die Erhaltung der .Diakonissenstation ist, hatte etwa 180 Mitglieder. Die Gesamteinnahme betrug 1214 Mark. Der Zweigoerein des Evangelischen Bundes zählt 50 Mitglieder mit 100 Mark Einnahme. Der Gustav-Adolf-Verein, der dem Zweigoerein Solms angeschlossen ist, hatte 41 Mitglieder, seine Einnahme belief sich auf etwa 70 Mark. Die evangelisch-kirchliche Frauenhilfe besteht aus 115 Mitgliedern, die Einnahmen waren 249 Mark. Der Kirchenchor hatte 42 Sängerinnen und Sänger, die 20 Mark Beiträge zahlten. Die Gesamtsumme an Gaben der kirchlichen Liebestätigkeit und Gemeindearbeit betrugen rund 3320 Mark. Das bedeutet pro evangelische Haushaltung etwa 16,60 Mark. — Don besonderen kirchlichen Ereignissen ist nur die am Reformationstag stattgehabte 400-Jahrfeier des Evangeliums in Langsdorf herborzuheben, die unter großer Beteiligung der hiesigen und auswärtigen Langsdorfer begangen wurde. (Der „Gießener Anzeiger" hat seinerzeit darüber berichtet.) Zu den kirchlichen Obliegenheiten gehört im Dritten Reich die Ausstellung arischer Nachweise. Zwar ist die Hochflut der Gesuche aus den beiden ersten Jahren stark gesunken, aber immerhin wurden in 1937 noch 225 derartige Anfragen erledigt. Die Zahl der arischen Nachweise seit 1933 geht bei jedem Pfarramt, das etwa über 1000 Einwohner zählt, bereits in die Taufende. oo Bettenhausen, 11. Jan. Wir entnehmen aus der kirchlichen Statistik des Jahres 19 3 7 folgende Angaben: Nach der Volkszählung von 1933 betrug die Einwohnerzahl 330 Evangelische und 4 Andersgläubige. Es wurden abgehalten 61 Hauptgottesdienste, 19 Nebengottesdienste. Sie waren besucht insgesamt von 1518 Männern und 1872 Frauen — 3390 Erwachsenen und 972 Kindern = 4362 Personen; im Durchschnitt der 52 Wochen besuchten die Kirche 29 Männer und 36 Frauen = 65 Erwachsene und 19 Kinder — 84 Personen. Das bedeutet in abgerundeten Hundertsätzen 24 v. H. der Erwachsenen, 25 v. H. aller Evangelischen. Austritte oder Eintritte ereigneten sich nicht. Getauft wurden 4 Kinder, im Vorjahr 3. Konfirmiert wurden 6 Mädchen (6 Knaben und 1 Mädchen). Getraut wurden 4 Paare (2). Beerdigt wurde nur eine Person (6). Abendmahlsfeiern in der Kirche sanden 5 statt, dazu etliche Hausabendmahle. Die Teilnahme betrug 169 Männer und 193 Frauen — 362 Erwachsene = rund 139 v. H. derselben. Besonders auffallende Ereignisse fanden im kirchlichen Leben nicht statt. An Gaben christlicher Liebestätigkeit wurden insgesamt aufgebracht 226 Mark. Kirchliche Vereinsarbeit im eigentliche Sinne besteht in unserer Filialgemeinde nicht, nur zwanglose evangelische Fraüenabende im Winterhalbjahr. Aus den Gerichissäken. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich vor der Großen Strafkammer der 36 Jahre alte P. S. aus Schweinsberg wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Der Angeklagte war am 19. August v.J. mit seinem Personenkraftwagen auf einer Geschäftsreise nach Gießen begriffen. Unterwegs mußte er auch die Gemeinde Treis a.d. Lumda durchfahren. Schon eingangs des Ortes bemerkte der Angeklagte, daß die Straße, die sich infolge von Schlaglöchern in sehr schlechtem Zustande befand, außerordentlich stark belebt war. Deshalb mäßigte er seine Geschwindigkeit auf etwa 20 Kilometer. In diesem Tempo schickte er sich gerade an, eine rechts und links der Straße spielende Kindergruppe zu passieren, als unvermittelt ein siebenjähriges Mädchen unmittelbar vor seinen Wagen sprang. Der Angeklagte riß sofort, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, das Steuer nach links herum, konnte jedoch nicht verhindern, daß das Kind von feinem Wagen erfaßt und zu Boden geschleudert wurde. Es zog sich dabei einen schweren Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung zu, so daß es noch am selben Abend in der Chirurgischen Klinik in Gießen starb. Dieser Sachverhalt wurde durch die Beweisaufnahme einwandfrei festgestellt. Der Vertreter der Anklagebehörde und der Sachverständige vertraten den Standpunkt, daß der Angeklagte, der im übrigen erst vor kurzem den Führerschein erworben hat, insofern fahrlässig gehandelt habe, als er nicht nach links hätte ausbiegen dürfen, sondern sofort hätte bremsen müssen. Gerade weil die Geschwindigkeit sehr gering gewesen sei, wäre es dem Angeklagten möglich gewesen, den Wagen auf höchstens zwei Meter zum Stehen zu bringen. Allerdings hielt der Staatsanwalt unter Würdigung der geschilderten Umstände und mit Rücksicht auf die bisherige Unvorbestraftheit des Angeklagten eine Freiheitsstrafe für nicht erforderlich und beantragte eine Geldstrafe von 300 Mark. Demgegenüber vertrat die Kammer die Auffassung, daß es dem Angeklagten bei dem urplötzlichen Aust'auchen des Kindes auch bei sofortigem Bremsen nicht möglich gewesen sei, den Unfall zu vermeiden, und sie'erkannte auf Freispruch. Sodann wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den Taver Frank aus Metzlos wegen Sittlichkeitsoerbrechens verhandelt. Dieser hatte sich in mehreren Fällen an kleinen Kindern vergangen. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei die Schuld des Angeklagten, so daß das Gericht auf eine G e - fängnisftrafe von einem Jahre erkannte. Vier Wochen gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Oie Frankfurter Fleifchfckiebungen vor dem Reichsgericht. Aufhebung des. Urteils. LPD. Frankfurt a. M., 11. Jan. Das Reichsgericht verhandelte im Dezember gegen die Angeklagten, die wegen der Fleischschiebungen auf dem Frankfurter Schlacht- und Viehhof zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Gegen das Frankfurter Urteil hatten die Angeklagten Revision eingelegt. Das Reichsgericht beschloß, seine Entscheidung am 11. Januar zu verkünden. Diese Entscheidung ist dahin ergangen, daß das Urteil bis auf einen Fall der Bestechung feinem ganzen Umfang nach aufgeho - b e n wurde. Die Aufhebung des Urteils, die nicht aus formellen Gründen erfolgt ist, betrifft auch einen Angeklagten, der tejne Revision eingelegt hat und sich schon in der Strafverbüßung befand? „Engel des Herrn" vom Gondergericht verurteilt. LPD. Darmftabt, 10. Jan. Vor dem Sondergericht in Darmstadt hatten sich am Montag zwölf, Anhänger der seit 1934 verbotenen Sekte „Menschenfreundliche Versammlung" oder „Engel des Herrn" zu verantworten, die in Kenntnis des Verbots den Zusammenhalt und die Verbindung auch mit Anhängern in der Schweiz aufrechterhalten hatten und im allgemeinen geständig waren. Der Hauptangeklaate, der frühere' Prediger der Sekte, Wilhelm Neff aus Darmstadt, erhielt 5 Monate Gefängnis, ein Angeklagter aus Neu-Isenburg, der im Interesse der Sekte Autofahrten in die Schweiz unternommen hatte, wurde zu 4 Monaten Gefängnis, eine Frau aus Traisa zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Drei weitere Frauen wurden amnestiert und eine mangels ausreichenden Nachweises freigesprochen. Die übrigen Angeklagten tarnen mit geringen Gefängnis- ober Geldstrafen davon. Die Untersuchungshaft wurde den Angeklagten angerechnet. Zerbrochene am 15. und 16. Januar Gau=Straßenfammlung für das y' v'.- wiiw WM/-' 212 120,25 127,5 114 100,3 99,8 130,2 138,5 100 101,9 100 99,25 99 irischast war SJ.-ipori Berlin 99,6 99,7 106,13 102,25 RetchSbant 12 Devifenmarkt Berlin — $ranffuct a. 2R. Empfehlungen] 2RoIf - Dieter Heute Mittwoch Erstauff ührun g! Ein neuer Jannings-Film! / Ein neues Meisterwerk! 171A z.Z. llniv.-Frauenklinik Groß-Felda Emil Jannes'' 20 den io. Zanuar 1938 0125 101,7 99,3 135,5 100 212 120,5 127,5 114 100 99,25 135,5 100 100,5 99,8 129,8 101,7 99,3 101,7 99,3 212 135,5 120,25 127,5 114 106,25 100,4 100,5 99,8 130 137,5 100 101,7 99,3 212 135,75 120,5 127,5 114 102,5 111,5 135 127,5 83,5 85 129,65 135,4 128 83 84,25 129,65 99,6 99 106,65 100,25 99,6 99 106,5 100,25 100,3 99,8 130 138,5 100 101,9 100 99,25 99 135,25 100 99,25 102 102,5 111,35 135 83 85 129,75 Schluß!. Mittag- börse 134,75 82,5 85,4 129,5 Die glückliche Geburt eines kräftigen Zungen zeigen in dankbarer Freude an Or. med. Karl Diem und Frau Else, geb. Fischer Rhein-Mainische Börse. Millagsbörse: Freundlich. Frankfurter 102 (102,13). Stadtanleihen waren wenig verändert, höher jedoch 4,5proz. Darmstadt von 26 mit 98,75 (98,25). Industrie-Obligationen lagen uneinheitlich. Von Altbesitzanleihen gingen Dekosama auf 135,25 (135,75) zurück. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fr a n k f u r t a. M., 11. Jan. Auftrieb: 1147 Kälber (gegen 1266 am 4. Januar), Hümmel und Schafe 240 (391), Schweine 3963 (3880). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 60 bis 65 (61 bis 65), b) 53 bis 59 (52 bis 59), c) 41 bis 50 (44 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40); Hämmel 62) 46 (46 bis 48), c) 40 bis 45 (40 bis 45), d) 37 bis 38 (28 bis 39); Schafe a) 38 bis 40 (40 bis 42), b) 34 bis 35 (35 bis 38), c) 18 bis 32 (20 bis 32); Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), ^) 52,50 (52,5*0), d) 49,50 (49,50); Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) 51,50 (51,50). Marktoerlauf: Kölber, Hämmel und Schafe Buenos Aires . Brüssel Vito de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London HdlsingforS.... Parts........ Holland Italien Äefemngs- u. Arbeilsvergebung. 2Iuf Grund der V.O.B. find nachstehende Lieferungen und Arbeiten auf der Landstraße II. Ord. 220 Büdingen—Pferdsbach — nach Losen getrennt — sofort an leistungsfähige Unternehmer zu vergeben, und zwar: a) Kleinpflasterherstellung L d. Ortsdurchfahrt Büdingen. Lieferung von zirka 2300 qm Kleinpflastersteinen 8/io qm, Lieferung von zirka 400 qm Basaltsteinen, Ausführung von zirka 2500 qm Vorprofilierung mit Fahrbahn-, Gossen-, Bankettpflaster usw. b) Umbau der Kurve bei Pferdsbach. Ausführung von zirka 3000 cbm Erdbewegung, Ausführung von zirka 3000 qm Chaussierung einschl. Grundbau, Ausführung eines zirka 10 m langen Durchlasses usw. Angebotsvordrucke sind — solange der Vorrat reicht — in unserem Amt, Gießen, Hitlerwall 37, erhältlich, wo auch die der Lieferung und Ausführung zugrunde liegenden Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Angebote sind — für jedes Los getrennt — in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift: „Angebot für ........... auf Landstraße II. O. Nr. 220" bis Donnerstag, den 20. Januar 1938 Dorrn. 10 Uhr bei uns einzureichen, wo anschließend deren Oeffnung erfolgt. 178D Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 11. Januar 1938. Hessisches Strahenbauamt Gießen. Ruder-Dereinsführeriagung in Gießen. Der Gaubeauftragte für das Fachamt Rudern im Gau XII, Willi Deckart (Kassel), tjatte zum erstenmal zu einer Tagung der Führer der Ruder- oereine im Gau XII sowie der Obmänner des Gaufachamtes nach Gießen 'eingeladen. Die Verfamm- lung fand im unteren Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft 1877 statt. Vertreten waren die Vereine aus Lahnstein, Bad Ems, Eschwege, Ruderverein Kassel, Ruderklub Kurhessen Kassel, Kasseler Frauen-Ruderverein, Ruder-Gesellschaft Kassel 1927, Limburger Ruderverein 1895, Limburger Ruderklub 1907, Limburger Rudergesellschaft 1920, Marburger Ruderverein 1911, Ruderklub „Möve" Groß- Auheim, Hanauer Rudergesellschaft 1879, Hanauer Ruderklub „Hassia", die beiden Gießener Vereine und eine Vertreterin des Frauen-Ruderoereins Frei-Weg Frankfurt a. M. Der Gaubeauftragte eröffnete die Tagung mit Worten der Begrüßung und erstattete dann einen eingehenden Bericht über die Lage und den Stand des Fachamtes Rudern im Gau Hessen. Anschließend unterbreiteten die Vereinsführer ihre Nöte und Sorgen. Auch die verschiedenen Obmänner des Gaues sprachen zu den Versammlungsteilnehmern. Vach der Mittagspause hielt die Führerin des Frauen-Ruderoereins Kassel, Frau Klose, einen Vortrag über bas Wesen und die Technik im Frauen-Rudern. Den Abschluß ihrer Ausführungen bildete ein Film der letztjährigen Frauen-Regatta in Kassel. Zum Schluß der Tagung erzählte der Gaujugendwart Dr. Kruse von einer Fahrt von echs Mitgliedern des Rudervereins „Kurhessen" Kassel nach den Masurischen Seen. Der Vortrag, dem die Zuhörer mit großer Aufmerksamkeit folgten, wurde durch eine Anzahl farbenphotographischer Aufnahmen ergänzt. Sport der Studenten. Gießener Studenten kämpfen in Greifswald. Am 22. und 23. Januar finden in Greifswald bie diesjährigen Hochschulmeisterschaften im Boxen, Turnen, Fechten und Geländelauf statt. Gießen hat Aussichten, in diesem Jahr zum erstenmal einen deutschen Meister zu stellen. Im Boxen der Leichtgewichtler gilt Krausch als Favorit. K'.uusch schied im vorigen Jahr in Breslau gegen den langjährigen Meister Fritz Krüger nach beinahe gleichwertigem Kampf aus. Krüger errang überlegen den Weltmeistertitel in Paris, ist aber jetzt nicht mehr startberechtigt. Krausch wird sich bei Feldhus im Training in guten Händen befinden. Unsere Universität wird in Greifswald außerdem durch eine Geländelaufmannschaft, die aus vier Mann und einem Ersatzmann bestehen muß, vertreten sein. Um die Besten auszulesen, trägt die Studentenschaft vorher einen Geländelauf aus, in dem zugleich der Kampf um die hessische Universitätsmeisterschaft ausgetragen wird. 164 bis 165 (163,75) lebhafter Um. Vermehrtes Interesse zeigte sich auch für Autowerte, Daimler 142,90 bis 143,50 (143), Adlerwerke 113,50 bis 114 (113,40), BMW. etwa 153,50 (153). Elektroaktien verzeichneten überwiegend Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H, nur AEG. etwas höher gefragt. Im einzelnen notierten u. a. Bank für Brauindustrie mit 135,75 (135), Moenus Maschinen mit 128 (127,50), Demag mit 147,50 (148) und Westdeutsche Kaufhof mit 61,65 (61,75). Haus 3x3 Zimmer, Küche und Bad u.Nebengebäude (in beiter Lage) günstig zu verkaufen durchlief H. Reinschmidt Telefon 3267. 135,75 100 99,25 102,13 102,25 111,35 Frankfurt a. M., 11. Jan. Die Börse am Aktienmarkt zu den ersten Notierungen wieder uneinheitlich, doch kam im Verlaufe die weiterhin feste Tendenz teilweise auch kursmäßig zum Ausdruck. Der Auftragseingang hatte keinen größeren Umfang, die Hauptkaufwelle nach dem Zinstermin scheint verebbt zu sein. Anderseits erfolgten wieder einige Glattstellungen, so daß die Kurse im Rahmen eines' Prozentes schwankten. Vermehrtes Kundschaftsinteresse verblieb am Einheitsmarkt in verschiedenen Jndustriepapieren, außerdem lag wertere Nachfrage nach Großbank- und Hypotheken.bankaktien vor. Im Großoerkehr waren am MoN- tanmartt Vereinigte Stahl auf die weitere Erzeugungssteigerung mehr beachtet mit 116 bis 116,25 (115,65), Klöckner gewannen 0,25 v. H., während Mannesmann 0,65 v. H. und Rheinstahl 0,50 v. H. nachgaben. Deutsche Erdöl 1 v. H. höher mit 146,75. Don chemischen Werten gingen JG.-Farben mit Berliner Handelsgesellschaft . 6 ft Commerz- und Privat-Bant... 6 Deutsche Diskonto............5 Dresdner Bank..............4 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 4%% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 ............ 4%% Deutsche Reichsschatzanwei- 'sungen von 1935, II. Folge ... 4ft% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1936, III. Folge .. 6,/2% Doung Anleihe von 1930 .. 4V2% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostschatz von1 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... iOberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. Lan desbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. bft% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4y2% Preuß. Lcmdespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4yz% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4%% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. £6L 2 3 6y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... By2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs D.G. für Verkehrswesen .... 6 ft Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Pakete.....0 Norddeutscher Lloyd..... o Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Morgen Donnerstag, abends 19.15 Uhr, besinnt in der öffentl. Handelslehranstalt, VVernerwall 11, unser Anfängerlehrgang in Maschinenschreiben Am Freitag, abends 19.30 Uhr, beginnen in derselben Schule unsere Kurse in Kurzschrift! Bei genügender Beteiligung kann für Schüler in den Nachmittags» stunden ein weiterer Anfängerkurs in deutscher Kurzschrift eingerichtet werden. Meldungen sind sof. zu richten v\l?r flZz an Schriftführer Werner, Aulweg 36 v Deutsche Stenografenschaft Ortsverein Giefeen. npD Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o H Gießener Schlachtviehmarkt. 3'U dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (^chlachtviehverteilung) in der Viehversteigerungs- halle Rhein - Main auf dem Gießener Viehmarkt wurden 6 Ochsen, 8 Bullen, 14 Kühe, 27 Färsen, 115 Kälber und 227 Schweine aufgetrieben. Außerdem stand ein Hammel zum Verkauf. Für Ochsen wurden bis zu 44 Pfennig, für Vullen bis zu 42 Pfennig, für Kühe 29 bis 42 Pfennig, für Färsen bis 43 Pfennig je Pfund Lebendgewicht bezahlt. Die Kälbre brachten 35 bis 60 Pfennig, und der Hammel 42 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden folgende Preise erzielt: Klasse a (150 Kilo und mehr) 1,11 Mark, b 1 (135 bis 149,5 Kilo) 1,09 Mark, b 2 (120 bis 134,5 Kilo) 1,07 Mark, c (100 bis 119,5 Kilo) 1,03 Mark, d—f (unter 1OO Kilo) 0,97 Mark, § 1 und I (fette Specksauen und Altschneider) 1,05 Mark, g 2 und h (apdere Sauen und Eber) 1,01 Mark je 1 Kilo Lebendgewicht. Der Markt wurde ausverkauft, der Handel vollzog sich flott Die Saftigkeit des klassischen Lustspiels, der kühne, durch seine Elntälle immer wieder überraschende Humor, machen diesen Film zu einem EreignisI Friedrich Kayssler / Max Gülstorff Lina Carstens / Angela Salloker Aul der Bühne: Mars und Roheris, akrobatisches Taozuaar Beiprogramm, Ufa-Tonwoche — Jugend hat Zutritt Täglich 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5 30, 8.30 Uhr OieSpielederFußball-GauligaHessen Der kommende Sonntag sieht, nachdem am vergangenen Sonntag alle angesetzten Spiele ausfallen mußten, folgende Begegnungen vor: Hessen Hersfeld — FC. Hanau 93 VfB. Groß-Auheim —SC. 03 Kassel BC. Sport Kassel —VfB. Friedberg Kewa Wachenbuchen — Germania Fulda. Die Verfolger des Spv. Kassel haben es am Sonntag nicht leicht. Hessen Hersfeld wird bem F C. Hanau 93 eine ebenso harte Nuß zum Knacken geben, wie der V f B. Groß-Au-- öeim dem S C. 03 Kassel. Man wird hier ziemlich ausgeglichene Spiele erwarten dürfen. Sport Kassel hat Gelegenheit, die Vorspielniederlage gegen den V f B. Friedberg wettzumachen, und Kewa Wachenbuchen sollte diesmal gegen Germania Fulda mehr erreichen als seinerzeit in Fulda, wo man die Punkte teilte. Birger Ruud darf nicht starten. Amerikanische Ueberrafchung für den Norweger. (5ine unangenehme Ueberrafchung erlebte der am Dienstag in Neuyork eingetroffene norwegische Springerkönig Birger Ruud. Die Vertreter des amerikanischen Ski-Verbandes, der Ruud zur Teilnahme an mehreren großen Wettbewerben und der Meisterschaft von USA. eingeladen hatte, erklärten dem Olympia-Sieger, daß er nicht starten dürfe, da er gegen d i e Amateurgesetze verstoßen habe. Der Grund zu dieser amerikanischen Maßnahme ist, daß unlängst in einer amerikanischen Zeitschrift eine Ski-Ausrüstungsfirma ihre Ankündigungen mit dem berühmten Namen von Birger Ruud in Verbindung brachte und für Reklamezwecke benutzte. Rundfunkprogramm Donnerstag, 13. Januar. 6: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 10.30: Werkskonzert. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: Deutsche Seebataillone besetzten Tsingtau. (Von einem, der dabej, war.) 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Wir singen — und ihr Herz singt mit. 15: So arbeitet die Gaufilmstelle... ... und hier spricht Sowjetrußland. 15.15: Für unsere Kinder. Protzkäthchen. Ein kleines Spiel für Kinder... 15.45: Sportschau der Woche. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Moderne Kammermusik von Alfred Kuntzsch. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Koloraturen des 18., Jahrhunderts. 20: Wunschkonzert zugunsten des WHW. 22: Nachrich- ten. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. Schlich- kurs 10.1. 500 g 35 u.28^i SttlW o.K.,500g29H SAIIM o.K.,500g28^> Heinrich 8WeM Liebigstratze 66 Tel. 3685. Ii72d Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 Verkäufe | Reinrassiger MillelschoaDzer ^5 Jahr alt Rüdel in nur gute Hände billig abzu- flcben. oiig Hannnstr. 5 vt. ©ul renluüies llmeseu (Vorder- u. Hinterhaus) in gut. Lage und aller- bestemZustande, sofort zu verkaufen. Schriftliche Angebote mit. 0114 an den Gießener Anzeiger erbet. Arn SRentenmartt mar das Geschäft klein. In den variablen Werten zeigte sich etwas Angebot. Altbesitzanleihe des Reiches 130 (130,20); auch Kornrnunal-Urnschuldung auf 95,10 (95,20) rückläufig, während vorbörslich noch mit 95,22'/- Umsätze erfolgten. Am Pfandbriefmarkt hielt die Nachfrage an. Nass. Landesbank überschritten den Paristand um 0,13 v. H. und wurden mit 50 v. H. repartiert, auch verschiedene Kommunal-Obligationen erreichten 99,25 nach 99. Von Liquidationspfandbriefen stie- vv±,wy. ^muutuuui; gen Rheinische auf 102,50 (102,25), die beiden I langsam, Schweine zugeteilt. Daium Accumulatoren-Fabrik 14 Aschaffenburg Zellstoff 6 Bemberg...................o Bekula 8 Buderus Eilen 5 Cemenl Heidelberg 7 Cement Karlstadt .......6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren .... j 6% Deslauer Gas :.............. 4 Deutjche Erdöl 5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume 6 Gesfürel.................... 7 Tb. Goldschmidt 6 Gritzner Maschinen O Harvener.................S'/2 Hoesch Eisen 8y2 Philivv Holzmann S Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse 6 Kali Aschersleben 4 Klöcknerwerke ............. 4y2 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer..................6 Mainkrast ........... 4 Mannesmann 4'/z Mansfelder Bergbau 7 Metallgesellschaft............. 6 Oren stein & Koppel O Rheinische Braunkohle 12 Rheinische Elektro............-6 Rbeinstablwerke 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kalt 6 Schuckerl & (So...............7 Schultheis Patzenhofer 4 Siemens L Halske........ 9 Süddeutsche Zucker 10 Vereinigte Slahlwerke 4’/t Westdeutsche Kaufhof 0 Westeregeln Alkali.......... 4 Zellstoff Woldhof 6 Otavi Minen...............0,6 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schluß! Mittag börse Dawm 10-1. 11.1. 10.1. 11.1. 144 146.5 166 126,25 169,25 143,75 , 145.5 166 126,25 168,75 144 146,5 165,75 126,5 226 144,5 145,5 166 126,5 191',75 192 191,5 192 143 143,25 142,9 143 —— — 120,9 121,75 145,75 146,5 146 146,13 255 257,5 — 168 169 168,5 169 132,5 — 132,25 132 146,5 146/25 146,5 146,25 163,75 164,75 164 164,9 137,25 137,5 137,25 137,25 150,5 150,25 150,5 150,25 144,13 143,5 144,25 143,75 52 50,5 51,75 175 175 175,25 175 118 117,75 117,5 117,9 157,5 158 157,5 158 —— — 169,75 166 136 136,25 135,9 136,75 114,25 114,25 114,13 114,13 121,65 122 121,25 122,25 — — 159,9 160 —— 123,4 —— 124,4 96 96 —— 118.25 117,9 118,13 118,25 159,5 159,25 159,75 159,75 147 147 — — — 112,5 112,75 —— 231,5 232 233 129,75 — 129,75 129 149 148,5 149,5 149,25 128 127,5 127,75 127,5 153 153,25 153,5 153,5 176 176 176 176 179,5 179 180 179,25 — — 102,13 102,75 211 212,75 212 213,25 217 — 217 217,75 115,65 116 115,75 116 61,75 62 61,9 61,5 114 114,25 114.5 114,5 155,5 153,75 154,25 154 31,5 31,5 31,4 10.Januar 11 .Januar 10.Januar 11 .Januar Ämtliche luiierung Amtliche Votierung Amtliche Votierung ÄmNlcheVotieruna Br^> Brie- Geld Vries Gele Brie, 0,726 0,730 0,726 0,730 Japan.................... 0,723 0,725 0,723 0,725 42,12 42,20 42,14 42,22 Jugoslawien.............. 5,694 5,706 5,694 5,706 0,133 0,135 0,133 0,135 Oslo.................... 62,35 62,47 62,37 62,49 47,00 47,10 47,00 47,10 Wion..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 55.38 55,50 55,40 55,52 Lissabon.................. 11,27 11,27 11,29 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm................ 63,94 64,06 63,97 64,09 12,405 12,435 12,41 12.44 Schweiz.................. 57,41 57,53 57,43 57,55 5,485 5,495 5,485 5,495 Spanien.................. 14,49 14,51 14,49 14,51 8,412 8,428 8.417 8,433 Prag..................... 8,701 8,719 8,706 8,724 138,14 138,42 138,22 138,50 Budapest................. 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuvork.................. 2,480 2.484 2,481 2,485 Frankfurt 4 M. -Lchlutzk. Abendbörse Schluß- kurs 10.1. 11.1. Eo fammeln öic Beamten, Lehrer, Hanörocrher, das Kote Kreuz, der Keicholuftldmtzbund und der Kyffhäufcrbunb