Nr. 265 Erstes Blatt 188. Zahrgang Freitag, 11. November 1958 krlcheim tflgltd), außer bonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gtegener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» MonalL'Bezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne 3Quftrierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnes Nummern infolge höherer GewaV Fernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Gieße» Poftscherttonio: Franifuri am Main 11686 Sietzeim Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Dormittag» Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70 mm Breit« 50 Rpf..Platzvorschrist nach oorh. Dereinbg. 25"/. mehr. Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen Dru4 und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei R. Lange In Sietzen. 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Niemand in der Welt zweifette mehr, daß es mit dem „kranken Mann mn Bosporus" nun endgültig xu Ende ginge. Konstantinopel lag unter den drohend auf die Hafen■ W W W E stadt gerichteten Geschützrohren der im Hafen ver- fominelten Flotte der Sieger. In den Straßen klirrte der Schritt fremder Soldaten. Scheu und geduckt drückte sich der Türke an der Mauer entlang. Der Sultan war nurmehr ein Gefangener in seinem weißen Palast, die Regierung nur noch ein Werkzeug in der Hand der wahren Regenten, der hohen Kommissare der Westmächte, das Land gefesselt und streng nach außen abgesperrt, alle Lebensadern und Verkehrslinien im Innern von Truppen der Alliierten besetzt, die Bevölkerung nach acht Jahren fast ununterbrochener Kriege verbraucht, zu Tode erschöpft, ausgehungert und verarmt, über dem ganzen der Druck dumpfer Hoffnungslosigkeit und müden Verzagens. Was blieb anderes übrig als sich mit dem Fatalismus des Orientalen in das Unvermeidliche zu függn? Höchstens war vielleicht etwas Milde von der Gnade der Sieger zu erwarten! Die Gnade der Sieger! In Paris faßen sie zu Gericht und waren entschlossen, die Türkei unter sich aufzutellen. So sicher waren sie ihrer Beute, daß sie sich Zeit ließen und die Liquidation der Türkei als Letztes an die Reihe nahmen. Diese Frist benutzte Kemal Atatürk, damals ein vierzigjähriger General, um im Innern Kleinasiens, wohin er — Ironie des Schicksals — auf Wunsch der Entente zur Demobilisierung der Reste der türkischen Armee entsandt worden war, fast unter den Augen der fremden Besatzung Anhänger zu sammeln und zum Befreiungskämpfe aufzurufen. In Konstantinopel war man entsetzt. Man fürchtete, daß jede Auflehnung die übermächtigen Sieger veranlassen würde, dem Lande nur noch schwerere Bedingungen aufzuerlegen. Der General wurde schleunigst abberufen. Er mißachtete alle Befehle, sagte der Regierung den Gehorsam auf und berief nach Ankara, der späteren Hauptstadt der neuen Türkei, ein von Konstantinopel unabhängiges Parlament ein. Die Regierung sandte Truppen nach Kleinasien, um mit dem Rebellengeneral und seinen Scharen ein Ende zu machen. Diese Truppen aber gingen zu ihm über oder verliefen sich. Schließlich ließ der verängstigte Sultan ihn und die wichtigsten seiner Anhänger, darunter viele ältere Generale der Armee in Abwesenheit zum Tode verurteilen. Ja, er war der geborene Rebell. Er stammte aus der Mitte des Volkes. Sein Vater war «in kleiner Zollbeamter in Saloniki, und kaum hatte er unter mannigfachen Schwierigkeiten sein Offizierspatent erlangt, wurde er auch schon zum Revolutionär. Zuerst wandte er sich gegen die brutale Sultansherrschaft eines Abdul Hamid. Dann rebellierte er auch gegen feine eigenen Reoolutions- genossen, die I u n g t ü r k e n , als er sah, daß ihr Regiment in Parteihader und Halbheit zu versacken drohte. Er trat in Opposition zu den herrschenden Männern, an ihrer Spitze Enver Pascha, und war auch ein entschiedener Gegner des Anschlusses der Türkei an die Mittelmächte, geaen Öen er mit Wort und Schrift ankämpfte. Während des Weltkrieges wurde er von dem auf ihn eifersüchtigen Enver Pa- o zum letzten Augenblick in Schach gehalten. r.Lur Durchführung des Teilungsplanes, dessen rücksichtslose Willkür sich in dem der Türkei auferlegten, aber niemals Wirklichkeit gewordenen Friedens- vertrages von Sevres offenbarte, rückte eine Preffeempfang in München. Richtungweisende Ausführungen des Führers. München, 10. Nov. (DNB.) Der Führer gab am Donnerstag im Führerbau zu München einen Abendempfang für die deutsche Presse, zu dem über 40Ö namhafte deutsche Journalisten urrb Verleger geladen waren. An der Spitze der Erschienenen sah man den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels, den Präsidenten der Reichspresfekammer Reichsleiter Amann sowie Reichsleiter Rosenberg und Staatssekretär Hanke. Reichspressechef Reichsleiter Dr. Dietrich, der die Männer der Presse im Auftrag des Führers zu diesem Abend geladen hatte, begrüßte in ihrem Namen den Führer und legte für die deutsche Presse ein Bekenntnis zum neuen Ethos der journalistischen Arbeit im nationalsozialistischen Deutschland ab. 3n fast einffünoiger Rede sprach dann der Führer zu den Mannern der grohdeulschen presse. Er gab einen Ueberblick über den Sinn des politischen Geschehens des Jahres und umriß die Erkenntnisse, die sich aus dem Ablauf der Ereignisse ergeben. Der Führer dankte der presse für ihren Einsatz im Kampf um das Lebensrecht des deutschen Volkes. Er würdigte die Bedeutung dieses Einsatzes für die innere Geschlossenheit der deutschen Ration und sprach eingehend von dem gerade im nationalsozialistischen Deutschland vervielfachten politischen Gewicht des journalistischen Schaf- wohlausgerüstete, mit allen modernen Kriegsmitteln versehene, von britischen Offizieren geführte griechische Armee in Kleinasien ein. Hinter ihr standen die siegreichen europäischen Großmächte, vor allem England und Frankreich. Kemckl, nun im ganzen Lande anerkannter Führer, konnte ihr nur dünne Linien zerlumpter, schlecht ernährter Soldaten mit unzulänglichen Waffen entgegenstellen. Aber diese krallten sich förmlich in dem heimatlichen Boden fest und hielten allen Anstürmen stand. Nun aber, da der griechische Schild beseitigt war, stand er den europäischen Großmächten gegenüber, deren Truppen noch Teile des Landes besetzt hielten. Lloyd George, der englische Premierminister, forderte Gewaltanwendung zur Durchführung des Friedensdiktates. Doch die Völker des britischen Weltreiches waren kriegsmüde und versagten ihm die Gefolgschaft. Lloyd George mußte juriitftreten; die Siegermächte lenkten ein. Der Friede von Lausanne, abgeschlossen im Jahre 1923, nach langwierigen und hartnäckigen Verhandlungen, bei denen der erste Mitarbeiter Kemals und langjährige Ministerpräsident JsrnetJnönü seine hohe diplomatische Kunst entfalten konnte, brachte der Türkei die volle Unabhängigkeit innerhalb ihrer nationalen Grenzen — eine Forderung — die Kemal von Anfang an als Losung des Befreiungskampfes aufgestellt hatte. Nun konnte, der Aufbau des verarmten, völlig darniederliegenden Landes beginnen. Die Reste des Alten mußten beseitigt werden. Der Sultan wurde abgesetzt und die Türkei zur Republik erklärt. Auch das Kalifat wurde aufgehoben und damit begann Kemal die bewußte Loslösung von den islamischen Traditionen, die die Türkei von dem Araber- tum übernommen hatte. Der Umbau zu einem modernen Staat, der sein Dasein behaupten konnte, wurde von Kemal mit harter Hand und ohne die geringste Rücksicht auf liebgewordene Gewohnheiten und altes Ueberfommen durchgeführt, so daß manche seiner alten Anhänger in Gegensatz zu ihm gerieten. Die Reformen, die sich auf alle Dinge des Lebens bis auf die Kleidung erstreckten, im einzelnen aufzuführen, erübrigt sich. Wesentlich ist ein anderes: daß es nämlich Kemal Atatürk gelang, die schlummernden Kräfte seines Volkes zu voller Entfaltung zu bringen, ja, das Wesen seines Volkes von Grund auf umzuwandeln. Man kann heute von einem türkischen Menschen sprechen, der kaum noch eine Ähnlichkeit hat mit jenen orientalen, wie man ihn noch in den Jahren des Weltkrieges kannte. Die Bedeutung seiner Tat reicht über die Türkei hinaus. Man findet die Bilder Kemal Atatürks heute fast überall im Orient: im Zelt der Beduinen so gut wie in der Hütte der Fellachen. Wenn sich in den orientalischen Völkern, besonders in den arabischen, der Unabhängigkeitswille so stark regt, so kam der Hauptanstoß baju von dem Beispiel der Türke i, der es zum erstenmal nach jahrhundertelangem Zurückweichen gelang, dem übermächtigen Abendland siegreichen Widerstand zu bieten und sich ganz aus eigener Kraft die Freiheit zu erringen. Kemal Atatürk hinterläßt ein im vollen Aufblühen begriffenes, kräftig sich erhebendes Land. Nach außen hin steht die Türkei geachtet da und ihre Freundschaft wird nicht nur von den Nachbarn, sondern auch von den Weltmächten gesucht. Im Innern aber ist der von ihm geschaffene Staatsbau in seinen Grundmauern so fest begründet, daß auch, wenn seine starke Hand fehlt, kaum ernste Erschütterungen zu erwarten sind. Die neue Türkei wird das Vermächtnis ihres Schöpfers und großen Führers bewahren und in einiger Geschlossenheit den Weg weiterschreiten, den er vorgezeickmet hat. D. von Mikusch. f e ns. Er kennzeichnete am Schluß seiner Rede die großen innen- und außenpolitischen Aufgaben, die der deutschen presse auch fernerhin für Gegenwart und Zukunft gestellt sind. Namens der ganzen deutschen Presse dankte Reichspressechef Dr. Dietrich dem Führer für seine richtungweisenden Ausführungen und seine wundervollen Worte, die er für die deutsche Presse gefunden habe. Er ssirach im Namen aller das Gelöbnis aus, daß die deutsche Presse von dem festen Willen beseelt sei, sich in ihrer Arbeit für den Führer von niemanden übertreffe n zu lassen. Der Führer verbrachte anschließend mit den Herren seiner Begleitung den Abend im Kreise seiner Gäste, wobei er Gelegenheit nahm, sich mit zahlreichen Journalisten über ihre Arbeit zw- unterhalten. Keine Lu-en-emonskrationen mehr. Reichsminister Dr. Goebbels an die Bevölkerung. Berlin, 10. Rov. (ORB.) Reichsminister Dr. Goebbels gibt begannt: Oie berechtigte und verständliche Empörung des deutschen Bottes über den feigen jüdischen Meuchelmord an einem deutschen Oiplomaten in Paris hat sich in der vergangenen Rächt in umfangreichem Maße Lust verschafft. Zn zahlreichen Städten und Orten des Reiches wurden Vergeltungsaktionen gegen jüdische Gebäude und Geschäste vorgenommen. Es ergeht nunmehr an die gesamte Bevölkerung die strenge Aufforderung, von allen weiteren Demonstrationen und Aktionen gegen das Judentum, gleichgültig welcher Art, sofor. W > -4 M IF' „T Rom, 10. Nov. dauern wird. Paris, 10 Nov. (DNB.) In dem in eine Kapelle umgestalteten Raum in der deutschen Botschaft hat am Donnerstagabend im Beisein der Eltern des verstorbenen Gesandtschaftsrates vom Rach eine interne Xrauerfeier für die Mitglieder der deutschen Botschaft stattgefunden. Die Gehilfen des Militärattaches hielten in Uniform die Ehrenwache. Der Botschafter, der die Mutter des Verstorbenen zum Katafalk führte, widmete in bewegten Worten feinem treuen Mitarbeiter und Freund im Namen der deutschen Botschaft einen tief empfundenen Nachruf. Der Landesgruppenleiter Gesandtschaftsrat Dr. Ehr ich rief dem im Auslande gefallenen Parteigenossen und Kameraden im Namen der Deutschen in Frankreich, die sich in Ehrfurcht vor seinem großen Opfer und dem Schmerz seiner Eltern neigen, ebenfalls em letztes Lebewohl zu. Die offizielle Trauerfeier wird unter Teilnahme der Regie- rüng und deq Diplomatischen Korps am Samstag, 12. November, mittags um 12 Uhr, in der Deutschen Evangelischen Kirche in Paris (25. Rue Blanche) stattfinden. Von der Kirche aus wird dann der Sarg mit kleinem Trauer- I geleit zum Bahnhof befördert, von wo er nach Deutschland übergeführt wird. Zahlreiche ftanzösische Persönlichkeiten und Mitglieder des Diplomatischen Korps in der französischen Hauptstadt haben sich in die in der deutschen Das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" schreibt, durch diese Beschlüsse hätten die in der Rassenfrage nach und nach getroffenen Maßnahmen den juristischen Rahmen erhalten. Italien besitze nun ein Rassengesetz mit seinen Normen, mit seiner Eigenart und seinen Grenzen und mit einem unbeugsamen, aber immerhin verstehenden Geist. Italienischer Oiplomotenschub. Rom, 10. Nov. (Europapreß.) Hier wird folgender umfassender Diplomatenschub bekanntgegeben: | Der Botschafter in Rio de Janeiro, Vincenzo L o j a c o n o , wird nach Brüssel versetzt, der Bot- schafter von Brüssel, Gabriele Presiosi, nach Buenos Aires. Der Botschafter in Buenos Aires, Raffaele Guariglia, kommt nach Paris. Fürst Ascanio Colonna, italienischer Kommissar der ägyptischen Staatsschuld, wird zum B o t s ch a f - geht als Gesandter nach Luxemburg. Dor Neuregelung des Verkehrs in der Karvacho Ukraine. Prag, 10. Nov. (Europapreß.) Da nach der Beisetzung von Uzhorod und Munkacz durch IUngarn die direkte Bahnverbindung zwi- Oer Kampf am Ebro. Salamanca, 9.Nov. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet: An der Ebro-Front wurde der Vormarsch fortgesetzt. Bei nachlas- Italiens Iu-engesehe. Genehmigung durch den italienischen Ministerr^at. An der Bahre des Gesandtschastsrats vomRach Allgemeine Teilnahme des amtlichen Frankreichs. daß er das Zusammengehen der Türkei mit denk Mittelmächten für unrichtig halte. Im Abwehrkampf auf Gallipoli gegen'die anglo-australische Landungsexpedition zeichnete er sich unter dem Ober-1 kommandierenden Liman v. Sanders als kluger und I tapferer Divisionskommandeur aus, sein erster entscheidender Waffenerfolg war die Zurückweisung des Angriffs auf die Anafarta-Höhen im April 1915. Nach Abbruch des Gallipoli-Unternehmens erhielt Mustafa Kemal ein Kommando an der Kaukasus- front, wo er sich vor allem rastlos bemühte, die sehr im Argen liegenden Zustände bei der Truppe und dem Nachschub zu bessern. Hier trat sein Talent als Organisator bei beschränkten Mitteln hervor,! das er später als Führer im Unabhängigkeitskrieg aufs höchste entfalten konnte. I 1917 begleitete er den Thronfolger, Prmz Wahid- eddin, nach Deutschland und an die Westfront, wo-I bei er mit Hindenburg und Ludendorff in Berüh-I rung kam. Nach der Türkei zurückgekehrt, erhielt Atatürk ein Kommando an der arabisch-palästinensischen Front bis zu deren Zusammenbruch. Liman v. Sanders übertrug ihm, als dem fähigsten türn* 1 schen Offizier, Oktober 1918 beim Rückzug den Oberbefehl über die Heeresgruppe Yildirim. Nach der Rückkehr nach Istanbul begann Kemal die Aufstandsbewegung als einzig mögliche Reaktion gegen den Vernichtungswillen der Entente zu schmieden. Ihre Verwirklichung wurde durch seine Ernennung zum Generalinspekteur der IX. ana- tolischen Armee begünstigt. Mit ferner am 19. Mai 1919 in Samsun erfolgten Landung beginnt em neuer Abschnitt in der Geschichte des türkischen Volkes. Kemal wurde nicht nur Organisator einer I nationalen Revolution, sondern Führer seines Volkes. Er leitete im Spätjahr und Winter 1919 die beiden I ersten Revolutionskongresse in Erserum und Siwas, die den Grund zur nationalen Erneuerung legten, zog dann in Ankara ein, das die im Gegensatz zum Sultanssitz Istanbul -stehende neue Hauptstadt der nationalistischen Revolution wurde. Hier trat dann am 24. April 1920 die erste Nationalversammlung zusammen, deren Präsident Atatürk war. Der Krieg gegen die Alliierten, später gegen die Griechen hob an. Im August 1920 wurde Atatürk Oberbefehlshaber der Revolutionsarmee und schlug unmittelbar darauf die 23tägige Schlacht am Sakariyafluß, der erste große, entscheidende Waffenerfolg gegen die Griechen. 'Die Nationalversammlung, die nicht immer bedingungslos hinter dem Führer stand, verlieh ihm den ehrenden Titel „Gasi" (der Sieg-1 reiche) und den Rang eines Marschalls. Nach -einjähriger Ruhepause, ausgefüllt mit einer Zusammenraffung der letzten Kriegsmittel und der letzten waffenfähigen Männer konnte der Gasi den großen Schlag gegen die Griechen wagen. Am 26. August 1922 begann die „Schlacht des Oberbefehlshabers um Afion Karahissar-Dumlupinar, die mit einer fast völligen Einkesselung der Griechen und schließlich mit dem stürmischen türkischen Vormarsch nach dem Mittelmeer und der Einnahme von Smyrna am 9. September 1922 ihr siegreiches Ende fand und auch das Ende des Unabhängigkeitskrieges herbei- führte. „ Seit dem 29. Oktober 1923, dem Tag der Verkündigung der republikanischen Verfassung und dem nationalen Feiertag der Türkei, hat Atatürk nt dreimaliger Wiederwahl ununterbrochen den Posten eines Staatspräsidenten inne. Das Namensgesetz des Jahres 1936 brachte auch ihm eine Namensänderung. Die Nationalversammlüng trug ihm, | dem Gasi Mustafa Kemal, den Namen „Atatürk an, Vater der Türkenheit, den er zu Recht tragt. Wiewohl die neue Türkei staatsrechtlich die Form einer demokratischen parlamentarischen Republik, mit einer staatlichen Einheitspartei, hat, so ist doch in allem wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Fortschritt der Wille des Staatspräsidenten allem ausschlaggebend. Deutschlands Teilnahme. Der Führer zum Hinscheiden Atatürks. Botschaft ausgelegte Beileidsliste eingetragen Jo der französische Arbeitsrninister Pornaret, der italienische Geschäftsträger P r u n a mit dem geJamUn Personal der Botschaft, der amerikanische Geschäftsträger Wilson, der apostolische N u n t i u s m Paris, der luxemburgische Geschäftsträger, die augenblicklich in Europa weilende chilenische Militar- mifsion, das Comite Fran?e-Al lern aflne» Justizminister Marchandeau, der frühere Minister Senator Caillaux, der Präfekt des Departements Seine, Viley, ferner der ungari che Gesandte in Paris Rollin sowie der diplomatische Vertreter Irlands in Paris O'Kelly. Der Mörder des deutschen Gesandtschastsrats vom Rath ist am Donnerstagnachmittag aus dem Gefängnis in Fresnes vor den Untersuchungsrichter Tesniere geführt worden. Dieser teilte ihm amt= lieh den Tod seines Opfers mit und stellte ihn gleichzeitig unter die Anklage des Mordes mit Vorbedacht, lieber das weitere Schicksal des Onkels und der Tante des Mörders, die bisher nur wegen Vergehens gegen die Ausländerbestim- mungen angeklagt sind, ist noch kein weiterer Beschluß gefaßt worden. Es ist möglich, daß sie der Mittäterschaft angeklagt werden. Der Richter hat drei Irrenärzte beauftragt, den Geisteszustand des Mörders zu prüfen. regierungen kennt. Nie Palästina-Konferenz. London, 10. Nov. (DNB.) Im Unterhaus erklärte Kolonialminister Macdonald, daß zu der Palästina-Konferenz Aegypten, der Irak, Saudl- Arabien, der fernen und Transjordanien außer den Juden und Arabern Palästinas eingeladen werden sollen. Allerdings lehne es die Regierung ab, mit Arabern zu verhandeln, die Gewalttaten begangen hätten. Aus diesem Grunde sei für sie auch der augenblickliche Mufti von Jerusalem untragbar, weil er seit einer Reche von Jahren für gewisse Gewaltakte verantwortlich gemacht werde. Die Konferenz werde in London stattfinden. Die britische Regierung erwarte, daß nunmehr jede gesetzwidrige Betätigung in Palästina aufhören werde. In London sei man sich auch darüber klar, daß die Vereinigten Staaten an dem Palästina-Problem interessiert seien. Man werde sorgfältig prüfen, ob die Verhandlungen Der- fragliche Rechte Amerikas berühren und werde dann sofort mit den Vereinigten Staaten in Verhandlungen eintreten. lieber den Woodhead-Bericht und die Regierungserklärung macht sich in arabischen Krei- s e n eine ft arte Erbitterung bemerkbar. Die Ablehnung erstreckt sich auch auf arabische Kreise, die sich politisch bisher mrückgehalten haben. So erklärte ein arabischer Aezt, er sei tief empört über die Verschleppungstaktik. Jetzt könne fein Araber mehr an den guten Willen der Engländer glauben. Die Engländer würden sich selbst ungeheuren Scha- den zufugen und vor allem werde auch das englische Prestige durch die Vorschläge immer mehr in- Mitleidenschaft gezogen. Man müsse nun damit rechnen, daß die blutigen Vorfälle weiter anbauerten. Der Waffenstillstandstag stand für Palastian im Zeichen des Kriegszustandes. Die üblichen Feiern der englischen Behörden sind abgesagt worden. Man will jede Herausforderung vermeiden Sowohl auf englischer, als auch auf arabischer Seite macht sich eine unverkennbar gedrückte Stimmung bemerkbar. Bei den Engländern scheint man Zweifel an dem Gelingen der geplanten Konferenz zu hegen, nachdem das Arabertum Palästinas sich eindeutig gegen die- en Plan ausgesprochen hat. Aber auch auf arabi- cher Seite beginnt man die Gefahren zu erkennen, die für sie in dem Zustandekommen einer „Rounb- Table-Konferenz" liegen könnten. Man wartet anscheinend auf die Entscheidung des in Syrien in der „Verbannung" lebenden Groß-Muftis von Jerusalem. Sein Wort dürfte maßgebend sein für die Haltung der noch in Palästina verbliebenen Araberführer Die Erklärung Macdpnalds. wonach die Teilnahme des Groß-Muftis an der Konferenz für die englische Regierung „unannehmbar" sei, hat in Je- x- rusalem ihre Wirkung nicht verfehlt. Brasilien. Rio de Janeiro, 10.Nov. (DNB.) Staatspräsident Vargas erklärte am Vorabend des Jahrestags der Errichtung des neuen Staates der Presse, daß er an eine straffe Durchführung der Verfassung denke, im Augenblick müßten alle Kräfte zur Der- teibigung ber Fahne zusammengefaßt werden. Braß- lien habe die ernsthafte Zusammenarbeit mit allen zivilisierten Völkern gesucht, es dulde aber keine : Beeinträchtigung seiner Souveränität. Wer Bra- 1 silien in die minderwertige Stellung eines Be- . schützten drängen wolle, muffe mit schärfster Zurückweisung rechnen. Die Gefahren der Abhängigkeit - Brasiliens von der Ausfuhr von Rohstoffen und der scheu der Karpatho-Ukraine und der Slowakei bzw. den Ländern der Wen^elskrone (Böhmen und Mäh- ren) ohne Überschreitung ausländischen Gebietes n i ch t m e h r m ö g l i ch ist, hat die Postverwaltung verfügt, daß in Zukunft Postsendungen für die Karpatho-Ukraine erst nach Eperjes in der Ostslowakei gebracht und von dort mittels Militärkraftwagen nach der Karpatho-Ukraine weiter befördert werden. Auf den der Karpatho-Ukraine verbliebenen Bahnstrecken, die von dem übrigen Eisenbahnnetz der Tschecho-Slowakei abgeschnitten sind, wurde der Eisenbahnverkehr eingeschränkt Die rumänische Staatseisenbahndirektion teilt mit, daß der Eisenbahnverkehr mit der Stadt Marma- roschsighet unterbrochen werden mußte, weil die Strecke, die von ber rumänischen Grenzstation Halmi bisher Über tschecho-siowakisches Ge- biet geführt hatte, in einer Lange von 11 Kilometer in ungarischen Besitz Übergegangen ,st S°. lange bie Verhandlungen mit der ungarischen Elsen- bahndirektion nicht zu einem neuen Ueberemkommen geführt hätten, könne der Eisenbahnverkehr auf die- er Strecke nicht aufrechterhalten werden Die Stadt Marmoroschsighet könnte bis dahin nur auf Umwegen erreicht werden. Wer hat schuld? Untersuchung über die Außenpolitik des Benesch-Kurses. Prag, 10. Nov. (Eurovapreß.) Der tschecho-slo- wakische Außenminister C y v a l k o o s k y hat einen Schritt unternommen, der zur 2liifrollung be Schuldfrage an der verfehlten Prager Außenpolitik der Vergangenheit führen kann. Chvalkoosky, der bis zu seiner Ernennung zum Außenminister Ge- sanüt-r in Rom war. hat dem Borfttzenden der Koalitivnsparteien ein Memorandum vorgelegt, in dem es heißt: ,Zch habe die Entwicklung unserer Außenpolitik vom Ausland her verfolgt. Als Gesandter höbe ich immer meine Berichterstatter- Pflicht erfüllt und in den letzten zwei Jahren Die tjchecho-slowakische Regierung und insbesondere das Außenministerium über die Lage unterrichtet. D 11 habe i ch auch gewarnt, ja sogar beschworen. Aber u m s o n st. Meine Berichte wurden durch andere Informationen unwirksa m gemacht. Meine Ratschläge hat niemand be • solgt. — Die Unterlagen für meine Tätigkeit befinden sich im Außenministerium. Ich werde sie jetzt dem Parlament vorlegen." Der Pariser tschecho-slowakische Gesandte Osusky hat bereits gegen sich ein Disziplinarverfahren beantragt. Er hält sich seit einiger Zeit Zmecks Durchführung dieses Verfahrens in Prag zur Ber- Am Mittwochabend wurde die sterbliche Hülle des ermordeten Gesandtschaftsrats vom£ aig Im Empfangssalon der Botschaft feierlich aufgebahrt. Der Landesgruppenleiter Ehr ich und Botschaftsrat Or. Bräuer hielten die erste Totenwacht. - (Bildtelegramm - Scherl-M.) Wim Nationalen Kulturrat vereinigten tschechoslowakischen Schriftsteller, unter ihnen Jaroslaw Durych, dessen Werke zum Teil auch ms Deutsche übersetzt wurden, ferner General a. D. M e D e k, ber Verfasser des nahezu als Nationaldrama geltenden Schauspiels „Oberst Sveo", fordern die so- sortige Wahl des Präsidentende r R e • publik. „Wir lassen nicht zu", heißt es in ihrem Aufruf, „daß wegen der Nachlässigkeit einzelner das Vaterland noch größere Verluste erleidet als es bisher zu verzeichnen hat. Genug damit. W t r rufen das Volk au f!" In Prag rechnet man damit, daß in den Beratungen zwischen den führenden tschechischen und slowakischen Politikern eine Einigung über die Präsidentenwahl und die provisorische Verfassung erzielt werden wird Bereits morgen solle der Name des Präsidentschaftskandidaten bekanntgegeben werden. Die Wahl werde dann binnen 14 Tagen stattfinden. Die Wahl des Präsidenten wird eine provisorische fern. Die provisorische Verfassung, die schon in der nächsten Zeit von dem jetzigen Rumpfparlament angenommen werden wird, wird besonders die Ausgabe haben, den bundesstaatlichen Charakter ber Republik und bie Rechtsstellung der Slowakei zu-regeln. Die Tätigkeit der slowakischen Regierung erfolgt bisher ohne verfassungsrechtliche Stütze, da die tschechische Verfassung von 1920 keine Landes- Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Der Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei t sprach dem türkischen Botschafter, Exz. Hamdi Ar- pag, das Beileid des Führers und Reichskanzlers aus. Ferner hat der Reichsminister des Auswärtigen d. Ribbentrop an den türkischen Außen-! Minister Rüschtü Aras das nachstehende Beileidstelegramm gesandt: „Euere Exzellenz bitte ich anläßlich des unersetzlichen Verlustes, den die türkische Republik durch das Hinscheiben ihres großen Begründers, S. E. des Herrn Präsidenten Kemal Atatürk erlitten hat, meiner und der deutschen Reichsreaierung wärmsten Anteilnahme versichert zu sein. Als Zeichen ber Trauer um das verstorbene Staatsoberhaupt der türkischen Republik haben die Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt und ber Reichstag ihre 'Dienstflaggen für heute und morgen auf Halbmast gesetzt. türkischen Volk mein unb Volkes schmerzlich st es Mitgefühl anläßlich des Hinscheidens Atatürks, des Präsidenten der türkischen Republik aus. In ihm ist ein großer Soldat, ein genialer Staatsmann und eine geschichtliche Persönlichkeit dahingegangen. In der Errichtung des neuen türkischen Reiches hat sich Atatürk ein Denkmal gesetzt, dessen Bestand die Generationen über- R°m, 10. N°v. «Europapreß) Der italienische besitzen; Häuser deren Steuerwert aus über 20000 Ministerrrat HM das @=i=6 ;ium Schutze derHauspersa- nal arischer Rasse in ihren Diensten haben. Heber- tretungen werden mit Geldbußen von 1000 bis 5000 Lire bestraft. Hinsichtlich der Ausübung des jüdischen Gottesdienstes und der Tätigkeit der ,udi- chen Gemeinden wird nichts geändert. Die Juden können außerdem mit jüdischen Lehrkräften eigene Schulen für jüdische Kinder unterhalten. Als Angehöriger der jüdischen Rasse wird betrachtet, wer von zwei Elternteilen jüdischer Rasse ab stammt, auch wenn^ diese einer anderen als der jüdischen Religion angehören; wer von Eltern stammt, von denen ein Teil jüdischer Rasse und der andere Teil Ausländer ist; wer von einer Mutter jüdischer Rasse und einem unbekannten Vater ab» stammt; wer von italienischen Elternteilen abstammt, von denen nur ein Teil Jude ist, aber der jüdischen Religion angehört. Als nicht ber jüdischen Rasse angehörig wird derjenige betrachtet, der von zwei italienischen Elternteilen abstammt, von denen nur einer jüdischer Rasse ist und sich bereits vor dem 1. Oktober 1938 zu einer von der jüdischen Religion verschiedenen Religion bekannte. Ausnahmebestimmungen können angewandt werden auf Angehörige der Familien von Gefallenen des Weltkrieges und der Kriege in Libyen, Aethiopien und Spanien und der für die faschistische Revolution Gefallenen; auf jüdische Kriegsbeschädigte, Kriegsfreiwillige sowie Teilnehmer dieser Feldzüge, die das Kriegsverdienstkreuz erhalten haben; Verwundete der faschistischen Revolution, Angehörige der Faschistischen Partei, sofern sie vor 1925 beigetreten sind; Fiume-Freiwillige und Juden mit außergewöhnlichen Verdiensten. -- - , . . ,,x .. . - . .ter in Washington ernannt als Nachfolger fendem feindlichen Widerstand wurden Suvich der den Vorsitz einer italienischen wichtige Stellen aus dem Kamm des Aauila-Gebir- übernommen hat. Der Le- ges erobert Der Feind erii t hohe Verluste. Es mur- ' e'jn Bukarest, Ugo Sola, geht als Botschaster den 486 Gefangene gemacht. | nQ$ gane(r0. Zum Gesandten in Bukarest wird Pellegrino C h i g i ernannt, ber Gesandte in Luxemburg, Marchese Pasquale Diana, geht nach dem Haag. Generalkonsul Antonio Tamburini Berlin 10 Nov (DNB.) Der F ü h r er u n b italienischen Rasse gegen jüdischen un Reichskanzler hat an ben Präsidenten der ausländischen Emfluß gemäß den Beschlüssen des Großer? ^Nationalversammlung der türkiichen Re- Grobrats des^Fasil> smus vom «• «**&>•«** ! pEk in Ankara folgendes Zeileidstelegramm ZA wZend,eJÜd-n'°°n iedemAuter- - türrU Volk mein und b... >».n | toten wird verboten. Für die Kinder jüdischer Rasse werden auf Staatskosten besondere Volksschulen eingerichtet. Die nach dem 1. Januar 1919 in Italien eingeroanberten Juden haben das Gebiet des Königreichs, Libyens und der Besitzungen im Mittelmeer bis zum 12. März 1939 zu verlassen, wweit sie nicht 65 Jahre alt ober mit einem italiemfchen Ehepartner verheiratet sinb. Ehen von Italienern mit Angehörigen einer anberen Rasse sind verboten. Für Ehen mit Ausländern muß vorher die Bewilligung des Innen- rninisteriurns eingeholt werden. Uebertretungen werden mit Freiheitsstrafen bis zu dxei Monaten und Geldbußen bis zu 10000 Lire bestraft. Angestellte der Zivil- und Militärverwaltung, des Staates, der Provinzen, Gemeinden und der Parteiorganisationen dürfen keine Ausländerinnen heiraten. Im Falle der Uebertretung ist neben den anderen Strafbestimmungen Entziehung der Anstellung und des Dienstgrades vorgesehen. . Kirchliche Ehen zwischen einem italienischen Staatsangehörigen arischer Rasse mit einer Person anderer Rasse können keine gesetzliche Gültigkeit erlangen. Geistliche, die solche Ehen schließen sollten, werden mit Geldstrafen belegt. Italienische Staatsangehörige indischer Rasse können nicht Militärdienst leisten; das Amt eines Vormundes von Nichtjuden ausüben; Inhaber oder Leiter von für die Landesverteidigung wichtigen Betrieben sein, oder von anderen Betrieben, die mehr als 100 Angestellte beschäftigen. Auch können sie in solchen Betrieben keine leitenden Stellungen bekleiden; Boden im Werte von über 5000 Lire Paris des Pari sche Auße kommen, die Freu! zeichnung Gesicht i C. Bulli Wommi amerikan 16. Mi len,bie c auf bei gerichtli sei um der Su der Fr Protef Staatssc feMell GruMß zu ber P einen gere Lons Hous erl bie gepl Lustwaf daß dog flramm, wnie w werde. 2 Durdifübi "en Prog Motte i eeluftstrei Zeugmgtei wie eine N®offe feit ber F uwntttelbc Elisha 'Wfohr Asten F, Ml, I Sn do ‘■WH aufa JM |>un v-ik b, Ank M, srt ei" vhr°nic[P । w Ö«! K Ä Sk» N! Die»k $ 1Ä 1 »urd -elf haiW Nerun, 1921 aut \to 1“?1 lk-lli- anderes r Mw hohen. U Frage Aland- nale Nei ' ihrem Zlr im W bie Neutr sich um e mit Natio, müsse ihrl Schweb tonventior Sinflrhr ü** t°l- Auslaß deruuk die niachk" rassischen brauche Frage." Deuts c die Bezi- Brasilien Mung dern led' wirtschni Einfuhr von Fertigfabrikaten müßten überwunden werden. Die neue Kaffeepolitik werde wei- tergeführt, da Brasilien eine Ausdehnung feiner Kaffeeabsatzmärkte plane. Politische Maßnahmen zur Verhinderung des Zuflusses oder der Diskriminierung des Auslandskapitals seien nicht geplant Brasilien verlange vom Auslandskapital nur die Respektierung der Soziäl- gesetze und die Verhinderung übermäßiger Gewinne. Der Präsident wandte sich dann der Einwan- detungspolitikzu. Brasilien bezwecke lediglich, die Einwanderer zu Elementen des Fortschritts zu machen Es müsse die Bildung von ideologischen und rassischen Unruheherden verhindern. Brasilien brauche Landwirte und Industrietechniker. Die Frage, ob Mißstimmigkeiten zwischen Brasilien und Deutschland beständen, verneinte der Präsident; die Beziehungen zu Deutschland seien weiterhin gut. Brasilien habe keinerlei Interesse an einer Einmischung in die innere Politik anderer Länder, sondern lediglich Interesse an der Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland. Die Alands-Inseln. Helsinki, 10. Rov. (Europapreß.) Die Verhandlungen zwischen der finnischen und schwedischen Rogierungsdelegation über die Verteidigung der seit 1921 autonomen und demilitarisierten Alands-In- seln sind abgeschlossen. Der finnische Staatspräsident K a l l i o betonte, auch diejenigen Länder, die nichts anderes wünschten, als in Frieden zu leben, seien gezwungen, die Verteidigungsbereitschaft zur Wahrung ihrer Neutralität zu erhöhen. Unter solchen Verhältnissen sei auch die Frage der Sicherung der Neutralität Alands aktuell geworden, denn die internationale Neutralitätskonvention von 1921 entspreche ihrem Zwecke in so geringem Maße, daß Finnland im Rahmen ihrer Bestimmungen nicht instande fei, die Neutralität Alands zu verteidigen. Es handele sich um eine rein strategifche Frage, die mit Nationalität und Sprache nichts zu tun habe. Sie müsse ihre Lösung im Einverständnis mit Schweden finden. Beim Abschluß der Alandskonvention im Jahre 1921 habe man in bezug auf die Genfer Liga große Erwartungen gehegt. Ihr Einfluß sei seither aber so gesunken, datz die Neutralität Alands auf Grund dieser Konvention nicht als gesichert angesehen werden könne. Finnland freue sich, daß Schweden, das früher die Demilitarisierung Alands verlangt hätte, jetzt zusammen mit Finnland im beiderseitigen Interesse Darüber berate, wie die Neutralität Alands' am wirksamsten geschützt werden könne. — Es ist ein technischer Ausschuß eingesetzt worden aus General Oestermann, Oberstleutnant Graf Ehrenswärd und je einem finnischen und schwedischen Sachverständigen. Kleine politische Nachrichten. Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat den Führer der sudetendeutschen Volksiugend Franz Kautzberger zum Gebietsführer des Gebietes Sudetenland der HI. ernannt, und ihm gleichzeitig in Anerkennung seiner Verdienste um die sudetendeutsche Jugendarbeit den Ehrendolch verliehen. Die Ueberführung der sudetendeutschen Dolksjugend in die Hitler-Jugend findet in einer Feier statt, in der der Reichsjugendführer die sudetendeutsche Jugend auf die Fahne der Bewegung verpflichtet. * Der slowakische Minister Durcansky und der Staatssekretär Karmasin haben sich am Donnerstag nach Berlin begeben, um dort Fragen der Wirtschaft und des Arbeitsdienstes zu studieren. ♦ Das Bischofskonzil der ^Russisch-Orthodoxen Kirche des Auslandes m Sremski- Karlowiczy/Jugoslawien hat den russisch-orthodoxen Bischof Seraphim zum orthodoxen Bischof von Berlin und Deutschland gewählt. Namens der Reichsregierung hat der Reichsminisier für die kirchlichen Angelegenheiten gemäß §7 der Verfassung der orthodoxen Diözese in Deutschland (RMBliV. 1936 S. 894) hierzu seine Zustimmung gegeben. Gleichzeitig ist das Einverständnis der Reichsregierung zu der vom Bischofskonzil ausgesprochenen Wahl des Archi- mandriten B a s i l i o s (Pawlowfkij), zuletzte Theologieprofessor in Charbin, zum Vikarbischof der orthodoxen Diözese ausgesprochen worden. Amerika und das Münchener Abkommen. Bonnet erläutert Frankreichs Politik in der Septemberkrisis. Paris, 10. Nov. (Europapreß.) Auf dem Bankett des Pariser Amerikanischen Klubs kam der französische Außenminister Bonnet auf das Münchener Abkommen zu sprechen. Er erklärte, er werde niemals die Freude vergessen, die er am Tage der Unterzeichnung des Münchener Abkommens auf dem Gesicht des amerikanischen Botschafters William C. Bullit hätte feftstellen können. Das Münchener Abkommen entspreche den Grundsätzen, die der amerikanische Staatssekretär Hüll in der Note vom 16. Juli 1937 ausgedrückt habe, in ihr habe er empfohlen, die Streitigkeiten zwischen den einzelnen Mächten auf dem Verhandlungswege und durch schiedsgerichtliche Vereinbarungen zu lösen. Diese Methode sei um so dringlicher gewesen, als die Eingliederung der Sudetendeutschen in die Tschecho-Slowakei auf der Friedenskonferenz im Jahre 1919 heftige Proteste ausgelöst habe. Der damalige amerikanische Staatssekretär Lansing habe am 1. August 1919 festgestellt, daß die tschecho-slowakische Grenzziehrmg „entgegen dem Geist des Völkerbundes, dem Grundsatz der Abrüstung und in formellem Gegensatz zu der Politik der Vereinigten Staaten stehe, die einen gerechten Frieden wollten". Nach dem 20. Mai habe die französische Regierung der tschecho-slowakischen Regierung immer wieder ihre fteundschaftlichen Ratschläge im Hinblick auf eine schnelle Regelung des sudetendeutschen Problems gegeben. Dje französische Regierung habe eine derartige Regelung um so mehr gewünscht, als ohne diese Regelung nur ein Ausweg bestanden haben'würde, nämlich der Krieg. Im Falle eines Krieges aber hätte nichts die Tschecho-Slowakei retten können. Heute, nach der Regelung dieser Frage, biete sich eine bessere Gelegenheit als vielleicht je zuvor, um eine neue Weltordnung aufzurichten, die auf der Gerechtigkeit begründet sei. Ein dauerhafter Friede könne nur auf folgenden Grundsätzen aufgebaut werden: Einhaltung des gegebenen Wortes; Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Staaten; Regelung der Streitigkeiten und Revision der Verträge auf dem Wege einer friedlichen Verhandlung und im Geiste der Gerechtigkeit; Achtung der Rechte der anderen Nationen in dem gleichen Maße, als diese wünschen, daß ihre eigenen Rechte geachtet werden. Englands Lustrüstungsprogramm. London, 10.Nov. (Europapreß.) Im Unter» 1 haus erklärte Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood/ die geplanten weiteren Verstärkungen der englischen Luftwaffe würden erst 1939 beginnen. Er glaube, j daß das von seinem Vorgänger angekündigte Programm, das England 1750 Flugzeuge der ersten Linie geben sollte, bis März 1939 durchgeführt sein werde. Die Regierung konzentriere sich jetzt auf die Durchführung des im Mai dieses Jahres beschlossenen Programms von 2370 Flugzeugen der Heimatluftflotte und 300 Flugzeugen Verstärkung der Ueber- seeluftstreitkräfte Eine weitere Verstärkung der Luft- ftreitfräfte der ersten Linie sowie des Reserve-Flug- zeugmaterials und des ausgebildeten Personals, sowie eine Verbesserung der Ausrüstung der gesamten Luftwaffe und eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Flugzeuge bezeichnete der Minister als seine unmittelbare Aufgabe. Er kündigte an. daß der Haushalt der Luftwaffe, der in diesem Rechnungsjahr 120 Millionen Pfund betrage, sich im nächsten Jahr auf ungefäbr200 Millionen Pfund (rund 2.4 Milliarden RM 1 belaufen werde Dabei sei berücksichtigt, daß die Kosten für die Aus- rüstung von Flugzeugfabriken im wesentlichen aufgebört hätten, so daß die Aufwendungen in Zukunft nahezu ganz auf die tatsächliche Flugzeug-Herstellung entfallen würden Den Schwerpunkt lege er auf die Verstärkung der Kampfflugzeuae, die dazu bestimmt feien, gemeinsam mit der Badenabwehr feindlichen Bombengeschwadern entgegenzutreten. Die Anzahl der bereits bestellten zusammen mit den neuerdings in Aussicht genommenen Kampfflugzeugen werde zwischen 5000 und 6000 betragen. Die Ankündiaiina des LufUahrtministers fi ob et in der Londoner Morgenvresfe ein lebhaftes Echo Daily Telegraph schreibt, im Luftfahrtministerium scheine ein neuer scharfer Wind zu wehen. News Chronicle bearüßt die Ankündiauna bedauert allerdings, daß die Red-> Sir Kmasley Woods nicht zur Beruhigung der Labour-Vartei beioetragen habe, die befürchtet, daß die Zusammenarbeit der Vertei- diaung unwirksam bleiben werde, solange man kein Munitionsmini st erium habe Daily Erpreß meint, daß England W die stärksten Bomber und die schn-llsten Kamvffluazeuae der Welt besitze Dailn Mail sagt im Leitartikel, daß es mit dem begrüßenswerten neuen Schwung im LufUabrtmim- fterium nicht getan fei und daß es,darauf ankomme, wie viele Maschinen man bauen werde und wann sie fertig sein würden Die neuen Vorschläge Sir Kingley Woods könnten nicht vor 1941 durchgeführt werden. Neubau für bas Oberkommando der Marine Berlin, 10. Nov (DNB ) Der Generalbau- infpektor für die Reichshauptstadt hat drei neue Bereiche im Zuge der Neuplanung Berlins bekannt- gegeben. Danach wirb setzt das erste Bauvorhaben an dem großen Wasserbecken, das sich in einer Länge von 1200 Meter und in 500 Meter Breite zwischen der Versammlungshalle und dem neuen Nordbahnhof erstreckt, in Angriff genommen. Als erster Monumentalbau entsteht dort ein neues D i e n st g e b ä u d e des Oberkommandos der Marine, das zur Zeit völlig unzulänglich und zum Teil in Miethäusern verstreut untergebracht ist Dieser Bau wird den Platz an der Südwestseite des Wasserbeckens einnehmen und eine Länge von etwa 330 Meter, eine Tiefe von 135 Meter und eine Höhe von 65 Meter im Hauptteil und 45 Meter in den Flügelbauten haben. Diesem Neubau muß die Strafanstalt Moabit am Lehrter Bahnhof weichen. Das Gefängnis wird neben dem Moabiter Kriminalgericht neu errichtet, so datz dort ein Block geschaffen wird, der ausschließlich Strafjustizbehörden in sich schließt Außerdem wurden zwei Grundstücke im Verwaltungsbezirk lern« pelhof enteignet, die für Wohnungsbau-- t e n bestimmt sind, in denen zum überwiegenden Teil Mieter von Abrißwohnungen untergebracht werden sollen Der Generalbauinspektor mußte, da die Eigentümer dieser Grundstücke glaubten, in Ausnutzung der Konjunktur unangemesien hohe Preise fordern zu können, zum ersten Male von der Bereichserklärung Gebrauch machen und damit die Grundlage für die Enteignung schaffen. Oie Evangelische Kirche gegen Bottsschädlinge. Berlin, 10. Nov. (DNB.) Die Tage höchster außenpolitischer Spannung haben in der Eoanoe- lischen Kirche gewisse religiös-fanatisierte Kreise benutzt, um unter dem Vorwand von Bittgottesdiensten ihrer staatsfeindlichen Gesinnung Ausdruck zu geben und zu versuchen, die Geschlossenheit der deutschen Volksgemeinschaft zu stören. Die sogenannte „Vorläufige Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche", eine kirchen- und staatsrechtlich völlig illegale Organisation, hatte am 30 September eine Bi11go11es - dienstordnung für alle Kirchenregierungen und „Bruderräte" empfohlen, die allerdings gegenstandslos wurde, weil an diesem Tage die Einigung von München bereits erfolgt war In einmütiger Geschlossenheit haben sämtliche evangelischen Kirchenregierungen Deutschlands von den Deutschen Christen bis zu den Landesbischöfen Marahrens Meiser, Wurm und Kühlewein dem Reichskirchenminister mit ihrer Unterschrift versichert, daß sie „das Rundschreiben aus religiösen und vaterländischen Gründen nicht billigen die darin zum Ausdruck gekommene Haltung auf das schärfste verurteilen und daß sie sich von den für diese Kundgebung verantwort- lichen Persönlichkeiten trennen" Der Reichs- Minister für die kirchlichen Angelegenheiten hat sofort unter Sperrung des gesamten Gehaltes ein 1 r, - MH L:.;? WWW iw i MM / pr SS.-.T9ZS 29.10.1938 Bin wie neu geboren — jetzt merke ich, daß die Astra nicht nur gut schmeckt, sondern auch gut bekommt. Donnerwetter die schmeckt und dabei ist sie so leicht. Bei der „Astra" bleibe ich! Auch Ihnen kann geholfen werden! Leichtigkeit und Wohlgeschmack — natürlich gewachsen, nicht chemisch erzielt — das ist das Geheimnis der „Astra" Hier kommt es nicht nur auf die Feinheit der Tabakblätter an, sondern ebenso auf die Meisterschaft der Tabakauswahl und Mischung Auf der ganzen Welt lebt diese Kunst nur noch im Hause Kyriazi in der dritten Generation als Familien Überlieferung Sie sorgt dafür, daß die „Astra", unabhängig von Ernten und Jahrgängen, immer die gleiche bleibt. MIT UND OHNE MUNDSTÜCK KYRIAZ Immer die gleiche: Reich an Aroma—besonders leicht! lenanrv vange Empfehlungen Wilbur, 05676 29.75 39.75 Todesanzeige 7263A fließt. 7255J Samstag Heute Gießen (Roonstraße 36), den 11. November 1938. 7249D Gestern abend 9 Uhr ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Im Namen der Hinterbliebenen Minna Beiz, geb. Löber. der Geld beschaffuni sammenhängendcn nanzierungsbedingu Die Beerdigung findet Samstag, den 12. November, nachmittags IV, Uhr statt Lang-Göns, Großen-Linden, Milwaukee (U S A.), den 10. November 1938. 20—22 Uhr Zum letzt.Male Der Froolgocke* Lustspiel von Hans Fitz. Preise: HM. 0.40-2.00. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber, treusorgender Mann, der Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Christine Keßler, geb. Henrich. 20—23 Uhr Zum letzt. Male Dantons aus gut. Stoffen, ganz gefüttert, gute Verarbeitung gute Paßform i. viel. Farben 14.90 17.90 19.75 Auch Fraaen - Mäntel in reicher Auswahl | Kaufgesuche Wl- roagen (Diesel) 2-3 Tonn. Tragkraft gegen Barzahlung zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote u. 72280 an denGießene« I Anzeiger erbet. nach langem schweren Leiden am Montag, 7. November, vormittags 6.50 Uhr, für immer von uns gegangen ist Allen, die durch Worte, Schreiben und Blumenspenden ihre Teilnahme erwiesen haben, sage ich auf diesem Wege herzlichen Dank. Die Leichenfeier hat in der Stille stattgefunden. Das Haus der guten Qualitäten Marktstraße 4-8 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpre s von 5 Pt. für die Milllmeterzc ie veröffentlich« J.B.HÄUSER Gießen, am Oswaldsgaiten (Parkplatz) Fernruf Nummer 2145—2146 Möblierte 2 Zimmer u. Hebe mit Zentralheizung und sonst. Zubehör zum 1. Dez., evtl, zum 15. Novbr., zu vermieten. Angebote unter 05070 a.d.G.A. Sonderschau von Eigenheim-Modellen im Gasthaus zur Burg in Klein-Linden, Wetzlarer Straße. x Samstag, 12. Nov., und Sonntag, 13. Nov. 1938. täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt frei! 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Die Entscheidung fiel zugunsten Ehrlers für dessen Werk „Mit dem Herzen gedacht . Der Preis beträgt 3000 RM. ManfredVoh GIESSEN Maiklstü? _____________7261 Z Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Dienstentlassung gegen die Mitglieder der sogenannten „Vorläufigen Leitung der Deutschen " loschen Kirche" veranlaßt. Diese Maßnahme ist spater auf die Personen ausgedehnt worden, die a l s verantwortlich für die segenannten Bruder- rate verschiedener Landeskirchen zeichnen und sich in dieser Sache hinter die sogenannte „Vorläufige Kirchenleitung" gestellt hatten. können Sie nicht ändern, aber dafür sorgen, daß Sie in kühlen Tagen ein gemütliches Zuhause haben und wenn es draußen stürmt und schneit, sich daheim wohl fühlen. Dazu gehört vor allem der rechte Oten her und zwar ein ORANIER-Ofen von J. B. Häuser. Er gibt in jedem Falle warm und spart zugleich an Ihren Kohlen. Zwei Gründe, die Sie schon heute veranlassen sollten, sich morgen diesen ORANIER- Ofen anzusehen bei Wetterbericht Die Gesamtwetterloge hat sich wenig geändert Deutschland liegt in einem kräftigen Hochdruckgebiet im Osten und lebhafter Wirbeltätigkeit über dem Ostallantik. Durch das Verschwinden der Hochnebel hat sich jedoch ein allgemein freundlicher Witterungscharakter durchgesetzt, der sich auch für die Folge behaupten dürfte. Vorhersage fürSamstag: Morgens viel- leine Zeugnisse in Urschrift lonoern nur ßeugntfr oBldiriften Dem Be- werbungsichretden beilegen - Lichtbilder unoöeroetbungöuntet* tgen müllen zur Ber- meiDung oon Verlusten auf Der Siückjette Warnen und iilnidirüi bei Bewerbers trauen I Gesunden Haarwuchs durch das nickt fet.enbe Köhlmeters Naturhaarö' Schuvvcn verschwinden so- fort. 'öaaranöfali hört aus StünftL Wellen bleiben erhalten. 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Ergänzungswahlen zum Großdeutschen Reichstag in den sudetendeutschen Gebieten. Berlin, 10. Nov. (DNB.) 3tft Reichsgesetzblatt vorn 10. November ist ein Führererlaß über Ergan- zungswahlen zum Großdeutschen Reichstag in den sudetendeutschen Gebieten erschienen. Diese Ergan- zunqswahlen, durch die den sudetendeutschen Volks- aenö'seu eine Vertretung um Großdeutschen Reichstag eröffnet werden soll, sind auf Sonntag, 4. Dezember 19 38, festgesetzt. Aus der Zweckbestimmung dieser Ergänzungswahl ergibt sich, daß nur d i e 's u d e t e n d e u t s ch e n D o l k s g e n o s - f en an der Ergänzungswahl tr. Teipe Markt 1Z. 1 ?2ß8D MetneAnzeigeir im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und aeleieu liiimiiniiiiiiini livniiiiiuinmiiiiiini iiiiimiiiiiwi iiiiiiiiuiiiiiiuniii 1 A *1, Parfüm eri e Seifen-Kerzen Spezialgeschäft Mäusburg 8___ Ur. 265 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Aeiiag, tt. November 1938 o»0SSE OEUTSCtl FXTRfl wir lassen Zeitschriffen. hoch! beide uns mit den weiter kam die Tür auf ihn zu — und jetzt! Im Türrahmen stand dunkel eine Gestalt. Mit einer Plötzlichkeit, die ihn selbst erschreckte, Außerdem wie man Charakter Der ungeladene Revolver. (Line entsetzliche Geschichte von Christian Bock. Mister Brown wachte mitten in der Nacht von einem Geräusch auf. Nicht von irgendeinem ballernden Lärm: von einem winzigen Geräusch nur, das aus nächster Nähe gekommen sein mußte. Mister Brown, der manchen Kriminalroman gelesen hatte, horchte — aber es war nichts mehr zu hören, und zu sehen war auch nichts Auffälliges, so weit man im Dunkel sehen konnte. Er wollte gerade beruhigt glauben, sein Ohr hätte ihn getäuscht, als er wie zufällig zur Tür hinsah. Und da bemerkte er nun allerdings etwas recht Sonderbares; der messingene Türgriff bewegte sich langsam, ganz langsam nach unten hin. Mister Brown schlug das Herz mitten im Hals, als er es sah, aber er nahm sich noch als geübter Kriminalromanleser zusammen und verhielt sich absolut ruhig. Er starrte auf den Türgriff, ber schon schräg nach unten stand und sich m Abständen mit einem winzigen Ruck weiter und weiter bewegte. Und ehe er sichs gedacht hatte, war es dann die ganze Tür, die sich auf ihn zu bewegte. Er saß aufrecht im Bett und begriff eigentlich erst jetzt, daß dies' alles wirklich und wahrhaftig war, kein Traum, kein Kriminalroman, bei dem man sich behaglich in eimn Sessel zurücklehnen konnte: die Tür bewegte sich wirklich, es hals nichts. Immer Die Jugend von tongenmrtf. Einhunderttausend deutsche Soldaten schlafen in Flanderns Erde. Unter ihnen die Blüte jener deutschen Jugend, die zu Beginn des Weltkrieges, Hör- (aal, Schulbank und Werkstaat verlassend, freiwillig zu den Fahnen eilte, um cs den gedienten und bereits kampferprobten Soldaten des Feldheeres gleichzutun. Daß sic cs ihnen gleichgetan haben, davon zeugen die Mahnmale, die sich an der Ehrenstättc der Toten von Langemarck cnkporrecken. Wie alljährlich, so wird auch jetzt wieder am 11. November die deutsche Studentenschaft an dieser von ihr betreuten Ehrenstätte Kränze des Gedenkens niederlegen, um so die Verbundenheit der Jugend des Dritten Reiches mit der Jugend von Langemarck feierlich kundzutun. Auch wir, fern der Ehrenstätte, wollen der Heldentaten der jungen Flandern-Regimenter gedenken und vermögen es wohl am besten, wenn wir uns die Größe des Geschehens von Langemarck aufs neue in das Gedächtnis rufen. Wenn uns heute der überstürzte Einsatz der jungen Regimenter kaum verständlich erscheinen will, so dürfen wir nicht vergessen, um was es sich damals an der Ppernfront handelte: um den Versuch, die durch die Marneschlacht verlorene Wende auf dem westlichen Kriegsschauplatz dennoch siegreich herbeizuführen. Nachdem Moltkc am 9. September den Befehl zum Rückzug von der Marne gegeben hatte und die deutschen Truppen am 12. September in neuen Stellungen hinter der Aisne wieder kampfbereit standen, war es das Ziel der Westmächte, den rechten Flügel der Deutschen zu umgehen, um auf diese Weise Belgien zurückzugewinnen. Ihre Anstrengungen waren vergeblich. Die Deutschen hielten nicht nur den wütenden Angriffen stand, sondern versuchten auch ihrerseits den linken Flügel des Gegners zu umgehen, um dessen Front aufzurollen. Diese Umfassungsversuche der Deutschen wurden durch abermalige Umfassungsvcrsuchc der Franzosen und Engländer beantwortet, wodurch es zu jenem „W ettlauf nach dem Meer" kam, der die kriegerischen Ereignisse in Frankreich während der Monate Oktober und November 1914 kennzeichnet. Das Ziel der Deutschen war Calais, um so zugleich die Engländer von ihrem Mutterland abzuschneiden. Sollte jedoch der Marsch auf Calais gelingen, zu dem der neue Generalstabschef von Falkenhayn fest entschlossen war, so mußten alle verfügbaren deutschen Streitkräfte eingesetzt werden. Dazu gehörte aber auch der Einsatz der jungen Kriegsfreiwilligen- Regimenter. Wir wissen, daß Calais nicht erreicht wurde, vielmehr der deutsche Angriff bei Sperrt zum Stehen kam, nicht zuletzt wegen der von den Belgiern Dorgenommenen Ueberschwemmung des Pser- gebietes. strichs, ein ehemaliger Bankdirektor, schilderte mit offensichtlichem und berechtigtem Stolz, welch einem ungeheuren Arbeitsaufwand er Sumpf in ein Paradies verwandelt hat. Verständigung, der allen Gefallenen des Weltkrieges, welcher Nation auch immer, allein würdig ist und fer der Siedlerslottte eingelaufen war, hatte man Zeit, die Stadt und ihre weitere Umgebung zu besuchen. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, im Rahmen dieses Artikels von dem erstaunlichen Aufschwung zu sprechen, den Tripolis unter italienischer Herrschaft genommen hat, von dem Bilde der in den letzten Jahren mächtig angewachsenen Stadt, die trotz der vielen hundert Neubauten im neuzeitlich-faschistischen Stil aufs glücklichste ihren nordafrikanischen Charakter bewahrt hat. Vielmehr wollen wir versuchen, eine Vorstellung von den Methoden und Ergebnissen der Siedlungspolitik des Faschismus in Westlibyen zu vermitteln. In den ersten 25 Jahren der italienischen Verwaltung war die Kolonisierungstätigkeit in /der Hauptsache der Initiative unternehmungslustiger Pioniere überlassen, die mit unermüdlichem Fleiß und unter Aufwendung beträchtlicher privater Mittel ausgedehnte Steppen- und Sumpfgebietc urbax gemacht haben. Die Regierung beschränkte sich darauf, diesen „Konzessionären", die meist mehrere hundert Hektar Land übernahmen, durch finanzielle Unterstützung ihre oft unter schwierigsten Verhältnissen vollbrachte Arbeit zu erleichtern. Wir hatten Gelegenheit, eine solche Konzession im Osten von Tripolis zu besichtigen. Da, wo sich noch vor zehn Jahren ein völlig wertloses Sumpfgelände erstreckte, fanden wir eine fruchtbare, mit Tausenden von Bäumen und Büschen belebte Pflanzung, die von tiefen Wassergräben durchzogen war und uns völlig vergessen ließ, daß ringsum sich eine unabsehbare Steppe dehnt. Der Besitzer dieses gesegneten Land- sion waren etwa 275 Hektar Trockenkulturen, auf denen Oliven, Mandeln und Wein angebaut waren. Die restlichen 25 Hektar wurden durch ein Graben- system von insgesamt sieben Kilometer Länge bewässert. Dort gediehen üppige Obstbäume, Drangen, Zitronen, Bananen, ferner verschiedene Gräser, Stauden und Bäume, die für die Zellstofferzeugung verwendet werden, und sogar — ein Experiment, wie der Eigentümer erklärte — Zuckerrohr. Der Absatz der Erzeugnisse, soweit sie nicht auf dem Markt in Tripolis zum Verkauf kommen, ist von der Regierung sichergestellt worden. Das erstaunlichste aber war eine Fischzucht, die in den Ent- und Bewässerungsgräben angelegt ist. Die Brut ist teils aus italienischen Flüssen beschafft, teils die Möglichkeit gegeben, iu spätestens 25 Jahren durch ratenweise Bezahlung (auch in landwirtschaftlichen Erzeugnissen) des Bodenwertes, von dem jedoch 30 v.H. als staatliche Beihilfe abgesetzt werden, Eigentümer der von ihnen bewirtschafteten Grundstücke zu werden. Es liegt auf der Hand, daß dieser Plan eine verhältnismäßig dichte Besiedlung weiter Landstrecken mit Bauernfamilien ge» stattet, die, um ihren Traum vom eigenen Grund und Boden schnellstens erfüllt zu sehen, bestrebt sind, intensiver zu arbeiten und möglichst hohe Er, träge zu erzielen. Wie gesagt, hängt die Größe der Güter von den Bebauungsmöglichkeiten ab. Während für Güter, die in der Ebene liegen und mit nur wenig Niederschlägen rechnen können, die aber Grundwasser be- sitzen, Pflanzungen mit ganzer oder halber^ künstlicher Bewässerung in Frage kommen, muß man sich bei den in höheren Lagen.befindlichen Gütern, die^viel Regenwasser, dagegen kein Grundwasser besitzen, auf Trockenkulturen einstellen. Aus diesen Erwägungen heraus sind drei verschiedene Arten von (Gütern entstanden: Güter von 15 Hektar, von denen 10 bis 12 bewässert werden, wie z. B. südlich von Misurata; Güter von 25 bis 30 Hektar, von denen 20 bis 25 Hektar trocken sind, wie in der Gegend von Tripolis, und schließlich Güter von 50 dem Meer entnommen worden. Heute beleben Tausende von Goldkarpfen und anderen Fischen, die teilweise vom Salzwasser auf Süßwasser „innge« wöhnt" worden sind, die Kanäle der Pflanzung und gewährleisten ihrem Besitzer eine nicht zu verachtende Einnahme. Die kolonisatorische Leistung des heute 80jährigen Bankdirektors hat ein solches Aufsehen erregt, daß Mussolini, Marschall Graziani, Marschall de Bono, Herzog von Aosta und viele andere die Pflanzung besucht und dem Schöpfer dieses wundervollen Erdenfleckchens ihre Anerkennung ausgesprochen haben. Allerdings, den Nachteil, der solchen landwirtschaftlichen Großbetrieben anhaftet, konnte auch dieser Kolonialpionier nicht ausräumen. Die Bewirt- schastung des Besitzums erfolgt ausschließlich durch arabische Arbeiter, da italienische Hilfskräfte zu teuer sind und für Siedler erst recht kein- Platz ist. Es ist klar, daß diese Kolonisicrungs- methode, so bemerkenswerte Erfolge sie auch in der ersten Zeit gebracht hasten mag, auf die Dauer dem faschistischen Ideal weder in bevölkerungspolitischer Beziehung, noch hinsichtlich der Intensivierung der Produktion im Rahmen der Autarkieschlacht entsprechen konnte. Und so gelangte man zu einem neuen K o l o n i s i e rü n g s s y st e m, das in weitaus höherem Maße die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Grundsätze des Faschismus verwirklicht, zu dem Plan der „intensiven demographischen Kolonisierung", der jetzt durch die Verpflanzung von 1 8 0 0 Siedlerfamilien aus Italien nach Libyen in Angriff genommen worden ist. Dieser Plan sieht die Schaffung vieler Kleinbauern ft eilen in den vier Küftcnpro*- vinzen vor. Dsi Grundstücke umfassen, je nach der Bebauungsart, 10 bis 50 Hektar Land. Den Siedlern, die in den ersten, wenig ertragreichen Jahren van der Regierung finanziell unterstützt werden, i-st find, was Führung und Ausbildung anbetrifft, den Güteregimentern, mit denen wir zu kämpfen hatten, nicht ebenbürtig, aber ih r Mu t ist über jedes Lob erhaben und nahezu übermenschlich." Und nach der Einnahme von Dixmuiden durch die deutschen Regimenter schreibt sie: „Jung und ungeübt, verstehen sie nicht zu kämpfen, aber verstehen z u st erbe n." Eng aneinander reihen sich die Gräber an der Ehrenstätte von Langemarck, Sinnbilder der einhunderttausend auf flandrischer Erde Gefallener. Indem aber die Blüte der deutschen Jugend mit diesen Hunderttaufenden zu sterben verstand, vollzog sich ein Wunder: aus Soldaten der unterschiedlichsten Art roaren J) e u t f d) e Frontkämpfer geworden. Aus diesem Frontkämpfergeist aber schuf der unbekannte Gefreite das Dritte Reich! Deshalb stehen auch an diesem 11. November nicht nur deutsche Studenten vor den Mahnmalen von Langemarck, sondern mit ihnen alte Frontkämpfer, Tripolis, November 1938. In einer schlichten, eindrucksvollen Feier vor etwa 50 000 Italienern hat der Generalgouverneur von Libyen, Luftmarschall B a I b o , durch die Enthüllung eines Mussolini-Denkmals die Erinnerung an den Augenblick festgehalten, in dem das faschistische Italien mit der Müssendefiedlung des „vierten Ufers" durch die italienische Rasse begonnen hat. Die ersten 20 000 Siedler waren auf dem Burgplatz an der Hafenbucht versammelt, als die Hüllen von dem Bronzeftandbild fielen, das den Duce in kraftvoll- aufgererfter Haltung auf dem Rücken eines edlen Araberhengstes zeigt, in der er vor etwas mehr als einem Jahre gelegentlich der Einweihung der großen Küstenstraße das '„Schwert des Islam" zum Himmel emporhob, um mit dieser symbolischen Handlung kundzutun, daß er sich in den afrikanischen Besitzungen Italiens nicht nur als Beschützer der italienischen Staatsangehörigen, sondern auch als Schirmherr der mohammedanischen Eingeborenen fühlt. Begeisterter Jubel brauste zu Marschall Balbo hinauf,'als er den Arabern die Erfüllung des damals von Mussolini abgegebenen Versprechens, ihre Rechte zu wahren und zu mehren, für eine nahe Zukunft in Aussicht stellte und die Neuangekommenen Siedler aufforderte, ebenso wie die schon länger in Libyen ansässigen Italiener dem Duce ihren Dank für seine väterliche Fürsorge abzustat- ten durch sofortige Inangriffnahme der Urbarmachung, durch unermüdliche Arbeit auf dem Boden, der dereinst ihr Eigentum sein werde, durch treue und alaubensvolle Mitarbeit dem allgemeinen Ziel, der Verwirklichung der wirtschaftlichen Selbständigkeit Libyens. Und in den minutenlangen Hochrufen auf den Duce, die diese Mahnung Bal- bos beantworteten, lag ein Bekenntnis, ein Gelöbnis aller dieser Männer, die fast ausnahmslos das Ehrenkleid der Faschistischen Partei trugen, all dieser Freuen in der schwarzen Sahariana der faschistischen Frauenorganisation und selbst der halbwüchsigen Kinder' in den kakhibraunen Uniformen ober weißen Hemdblusen der Knaben- und Mädchenverbände. Während die Siedler und ihre Angehörigen noch auf den Augenblick warten, in dem sie zum erstenmal ihre neuen Heime betreten und die Dörfer, die ihnen als Wohnsitz angewiesen worden sind, besichtigen können, haben die Pressevertreter sich schon von der gewaltigen Arbeit, die der faschistische Staat in den Siedlungsgebieten in unmittelbarer Umgebung der Stadt Tripolis geleistet hat, überzeugen können. Da ihr Schiff, die schnelle „Vulcania", bereits einen Tag früher als die übrigen 15 Damp- fuhr Mister Brown auf und schrie: „Hände Oder ich schieße!" Wahrhaftig, der Mann in der Tür hob Hände und blieb so stehen. „Umdrehen!" befahl Brown, „Hände oben Eine neue, eine zweite Jugend von Langemarck ist erstanden, deren Wille es ist, mit dem Ungeist von Versailles zu brechen und sich im gegenseitigen Verstehen bei aller Wahrung ihrer völkischen und nationalen Eigenart die Hände zu reichen. Allerdings: der 11. November ist auch der Tag des Waffenstillstandes! Ein Tag, an dem jenseits der deutschen. Grenze der Ungeist von Versailles immer wieder aufbrach und sich nicht scheute, das deutsche Volk zu schmähen. Wie wenig Anlaß ist doch dazu vorhanden! Wenn jemand das Vertrauen in diesem Waffenstillstand schmachvoll mißbraucht hat, dann jene geheimen Mächte, die das deutsche Volk mit den 14 Punkten eines Wilsons betrogen haben. Maa fein, daß auch noch diesmal am Waffenstill- ftanbstage der Ungeist von Versailles sich regt. Eins aber ist sicher: am selben Tage steht deutsche, französische, belgische und englische Jugend gemeinsam vor den Gräbern von Langemarck, nicht trauernd oder in düsterer, weltferner Ideologie, sondern erfüllt von dem Geist einer neuen Zeit echter Volker - — Blenden, Schals/ kleine Ansteckblumen, Gürtel, alles aus Samt, und vor allem Knöpfe, mit Samt überzogen, zieren, wie die neue „M o d e n w e l t" (Deutscher Verlag, Berlin) zeigt, die neuen Vormittagskleider, die sonst ganz schlicht geschnitten sind im Gegensatz zu den Nachmittagskleidern. Hier sieht man viel Falten, Schärpen, Boleros, Westen, Wickelblusen usw. Den Abend beherrscht der weite, faltige Rock, dessen Glocke mitunter erst am Knie ansetzt. Die Mäntel, bei denen abends taillierte Formen bevorzugt werden, haben durchweg Pelzoder Pelzstoffbesatz und neuartige Taschenmotive. gibt die „Modenwelt" viele Beispiele, mit geschickt gewähltem Beiwerk den eines Kleidungsstückes verwandeln kann. Den Erfolg der jahrelangen Mühen sähen vor uns: Von der 300 Hektar umfassenden Konzes- Italiens Giedlungspolitik in Nordasnka Von unserem G.-Korrespondenien. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Heinrich Ritter von Srb i k, der hervorragende Historiker der Universität W i e n , beging am 10. November seinen 6 0. Geburtstag. Es ist das bleibende Verdienst des Gelehrten, von Oesterreich aus stets die gesamtdeutsche Geschichtsauffassung vertreten zu haben. Srbik ist geborener Wiener; er habilitierte sich 1907 in feiner Vaterstadt, wurde 1912 Extraordinarius in Graz, fünf Jahre später Ordinarius daselbst, und wirkt seit 1922 in Wien. Von feinen zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen feien die Arbeiten über Wallenstein, Maria Theresia und Metternich heroorgehoben. Mister Brown selbst mit dem Rücken zum Zimmer und mit erhobenen Händen da. Nur einen Revolver hat er nicht. „Verhalten Sie sich ruhig!" hört Brown den Mann sagen, und dann ist es ihm, als schliche der sich hinter seinem Rücken zur Tür hinaus. Mister Brown steht leidlich machtlos da in feiner eigenen Wohnung. Ein Bild des Jammers, regelrecht an die Wand gestellt. Nach vielleicht fünf endlosen Minuten wagt er es, sich vorsichtig umzudrehen. Der Kerl rft nicht mehr da. Mister Brown nimmt jetzt sogar die Hände herunter und dreht sich vollends ■ um. Da entdeckt er auf dem Tisch den Revolver. Er geht hin. Sieht sich noch einmal vorsichtig um. Untersucht das Ding. Es ist, man sollte es nicht glauben — es ist leer. Ungeladen. Mister Brown geht minutenlang in seinem Zimmer mitten in der Nacht kopfschüttelnd auf und ab. Dann erst fällt es ihm ein, daß er ja wohl die Polizei anrufen müßte. „Oie vier Gesellen." Lichtspielhaus. Man wird sich des hübschen und liebenswürdigen Lustspiels von Jochen Huth erinnern, das unter dem gleichen Namen über viele deutsche Buhnen gegangen ist und vor einiger Zett auch bei uns am Stadttheater gegeben wurde: 'es wäre fast zu verwundern gewesen, wenn die ewig ftoffbungrige Filmproduktion sich diese Chance- hatte entgehen lassen. Das Drehbuch, vom Autor selbst geschrieben, lehnt sich eng an die Lustspielfabel an. Man entsinnt sich wohl: es ist die Geschichte von mer jungen Kunftgewerblerinnen, die sich entschlossen auf eigene Füße stellen und den nickt ganz leichten Kampf mit dem Leben aufnehmen, das heißt also ben Kamps um den Auftrag; sie werfen ihr bißchen „Kapital zusammen und machen eine Firma auf unter dem Namen „Die vier Gesellen". Der oberste Grundsatz in diesem Laden: Geschäftsinteresse geht vor Prwat- interesse — eine gescheite und beherzigenswerte Devise. Erst geht es schief, dann geht es gut, sie bekommen eine Chance, haben Glück und großen Erfolg, aber Dann geht es wieder schief, uno3mar gründlich. Es ist ganz ähnlich wie in der Klnoer- geschichte von den zehn kleinen Negerlein. Die eine hat's mit dem Ehrgeiz und fetzt fid) mit i^rer Malerei sogar wahrhaftig durch, die zweite die dritte bekommt ein Kind, noch ehe sie recht verheiratet ist, — was bleibt da dem armen, kleinen vierten Negerlein übrig? Wer es nicht mehr weitz f««9e”en, «Hi und bet ' giel uns- tütt aber bedingt J' haft in» Ansprüche Äl von ^unbtne nur niehr । sonöem we Stenbe an Perfönlich« Diese R Anspruch» halb unser daß diese und mach Es wird Dienst im und das ä nicht mehr D e Ersah' haben uns Vielleicht 1 "in fachlich daß das $ sportliche in der $ ziehung z lommenei selbstbewu Diele i unter den der Doge stände ltc deren ll steigern, Lebens- Ichutzbch bis heut Dahin gewährt Deutlich aussalken Mei/e, N unte. Mrien ml Berhältnisj ihm eigen bundene wieder e eingetrete heute in zu ost ausmerk jedem s Mpläs den fin fta>tlichi werH M un wpiertä T*n zi hM Ansicht c den letzt Zarensch schafts- u Lec ein von' titienfefö daß weift ^ngen üj ieldeut « ®«m, Kn uni Ä an Nt.niiti ?rM Mö0e?r W einfQ bl » sfr. S%nan ?arfA W hn-ig, 'm vevgleichlichem stimmlichem Format in den Rollen hpfriohinf hpimfehrf hau Stthöftn it nh hör ^tfnThö __ frinrtö rtrt<4x ihrem * Hz ) • des Fidelio und der Isolde — lange nach ihrem — „Die Gletscherband e." Eine spannende Eintritt in die Staatsoper! — verband sich eine ui uie öiuuiauuci i — uviuuiiu iiu/ eine „ y . ' , i trv ■ .Sntbedunq" von größter Zukunstsbedeu- ss^'unq °us Bergen von -erb-rt Rein- — . . P - , c . h 1-1 I h SYT>tt «AM Wnrt Hl? n b o r ’K’Jlf andere der gegen Beide gegen Aus aller Welt. Wieder ein starkes Fernbeben. Am Donnerstagabend wurde an den württem- , bergischen Erdbebenwarten wieder ein außerordentliches starkes Fernbeben ausgezeichnet. In Stuttgart Hektar mit reinen Trockenkulturen oder von 30 Hektar in den an sich trockenen Gebieten, in denen jedoch größere Regenmengen die Bepflanzung begünstigen. Auf den Bauernhöfen in der tripolitanischen Steppe, die wir besichtigten, wird das Wasser aus eigens gegrabenen Brunnen durch eine elektrische Pumpe in einen Behälter und aus diesem wieder durch ein Röhrennetz in die einzelnen Gebäude bzw. auf die zu berieselnden Grundstücke geleitet. Allein in den südwestlich von Tripolis erbauten Dörfern Oliveti, Bianchi und Giordani wurden 317 Brunnen von 15 bis 20 Meter Tiefe angelegt, während bei Breviglieri 40 weniger tiefe Brunnen das Wasser für Menschen und Tiere liefern. Außerdem wurden 70 Behälter gebaut, von denen zehn je zwei- bis dreitausend Kubikmeter und 60 je zweihundert Kubikmeter Wasser fassen. Die Bauten selbst, die in den neuen Dörfern errichtet worden sind, werden auf die Siedler wahrscheinlich einen noch viel stärkeren Eindruck machen als auf die Pressevertreter, die ihre Bewunderung nicht verbergen konnten. Um große Plätze, deren Anlagen mit Palmen bepflanzt sind, liegen weiße Gebäude im neufaschistischen Kolonialstl, mit geschwungenen Arkaden und hellen, luftigen Räumen, das Rathaus, die Kirche, die Schule, ein offener und ein gedeckter Markt, die Post, das Haus des Fafcio, das Krankenhaus alles in weniger als sieben Monaten aus dem Boden gestampft. Ringsherum zerstreut die geräumigen Wohnhäuser für die Sied- , ler. Selbst 'eine Niederlage der staatlichen Benzin- gesöllschaft fehlt nicht. Musterdörfer im wahren Sias- des Wortes hat hier der faschistische Staat geschaffen. Nun hat die Wanderung der 1800 Familien zu diesen Dörfern begonnen. Bon den 16 Dampfern, die nebeneinander im Hafen von Tripolis lagen, wurden 1074 Familien mit Kind und Kegel auf ebensooiele Lastkraftwagen „umgeladen"; neun Dampfer setzten dann die Fahrt nach Bengasi fort, wo sie 968 Familien ausschifften. Auch dort stand für jede Familie ein Lastkraftwagen bereit. Um diese gewaltige organisatorische Leistung zu vollbringen, mußte Marschall Balbo den Kraft- wagenpärk von zwei Armeekorps mobilmachen und außer den faschistischen Verbänden größere Truppenabteilungen für die Gepäckoerladung, den Ord- nungs- und Verpflegungsdienst einsetzen. In beiden Siedlungsgebieten mußten große Zeltlager mit allen erforderlichen Hilfsmitteln für diejenigen Familien errichtet werden, die ihre neuen Heime wegen der großen Entfernungen — einzelne Kraftwagenkolonnen haben über 500 Kilometer zurückzulegen -* nicht in einem Tage erreichen können. Aber: Am 7. November abends war die „erste italienische Völkerwanderung" ohne nennenswerte Zwischenfälle beendet. Singspiele trat hier zum ersten Male die komische Oper großen Stils „Prinz Caram o", die Gg. Richard Kruse durch eine textlich und musikalisch geschickte und dabei pietätvolle Bearbeitung der Bühne nach einem* Jahrhundert erschlossen hat. Die nach französischer Vorlage entstandene Liebes- und Verwechslungskomödie mit Kleidertausch und deutsch- schen Leckerbissen. Am überzeugendsten bleibt Lortzing trotz ausgeführter Arien, großen Chor- unterhaltsames Lehrbuch. 192 Seiten, 26 Ab bild un-' „Schlickrutscher", wie im Weltkrieg der Matrosen- gssn. Bergstadtverlag, Breslau. Kart. 2,50 Mark. —' witz die y kleinen Minen-, Such- und Räumboote (213) — Die fortschreitende Motorisierung Deutsch- nannte wird in diesem interessanten Buche anschau- lands fordert gebieterisch von jedermann, der am lich geschildert. Dabei erhält der Leser auch einmal auf die Wanderschaft, auf der er in Wiese und Wald und am Meer allerlei Erlebnisse hat, bis er die Partien B o t w i n n i k (Sowjetrußland) Reshevsky (USA.) sizilianisch eröffnet. Partien sind noch im Gange. Capablanca ist Fine mit einem Bauern in Vorteil. Neue deutsche Schule in Vromberg. hold. Mit Zeichnungen von Kurt Mäder. RM. 1,40. Walter Flechsig Verlag, Dresden. — (354) — Die Erlebnisse und 'Streiche von fünf Jungen und einem Mädel, die in den Goldbergtauern unter d»m cher war als das Hauptbeben. Das Schachmeister-Turmer in Holland. In Rotterdam begann die dritte Runde des Schachturniers der acht Großmeister. In der Partie Flohr (Tfchecho-Slowakei) gegen Keres (Estland) wählte dieser die westindische Verteidigung. Nach einem ziemlich schnell herbeigeführten Figurenwechsel endete die Partie remis. Der Holländer E u w e wehrte sich gegen den Weltmeister Aljechin mit der slawischen Verteidigung. Die Partie dauert noch an. Aljechin ift' etwas im Vorteil. Die Partie des Amerikaners Fine geaen den Kubaner Capablanca wurde französisch und hing: der Dirigent Herbert von Karajan. Der 30jährige Aachener Generalmusikdirektor qualifizierte sich — zunächst als Gall — für die höchsten Aufgaben, die die deutsche Musikbübne zu vergeben hat. Seine auswendig geleiteten Vorstellungen des „Fidelio" und des „Tristan" trugen dem bis vor kurzem in Berlin völlig unbekannten, zunächst bei den Philharmonikern als ausaezeichneter Konzertdirigent helworgetretenen Stabführer nicht nur spontane Ovationen ein, die beiden Abende vermittelten auch den Eindruck von einer Musikerpersönlichkeit, deren geistige und ae- ersahren müssen, bis durch seine Eulenspiegeleien das gute Bruckau endlich in schönster Eintracht „jubilieren" kann. Ein Buch, das Behagen und Schmunzeln auslöst, voll gütigen Humors, der auch uns lachend — die Wahrheit sagt. — Günther German: Babenhusen. Ein Roman von Liebe, Not und Auferstehung. In Seinen 3,80 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig — (336) — Wir werden hineinoersetzt m die schlimmsten Jahre des Dreißigjährigen Krieges, als Söldnerhaufen und Räuberbanden auf eigene Faust brandschatzten und plünderten. Als die Drangsale und Grausamkeiten immer neue schreckliche Formen annehmen und niemand mehr weiß, um welche Ideale der Kampf geht, stehen in Babenhusen einige beherzte Männer auf, die entschlossen sind, die Stadt nicht länger endlosen Plündereien preiszugeben. Auf diesem düster ernsten Hintergrund zeichnet German in zarten Pastellfarben die Liebesgeschichte der noch halb mädchenhaften Maria. Durch einen Sch"lmen- streich befreit sie ihren Geliebten aus der Gewalt der Kaiserlichen, nicht ahnend, daß er später der Verteidiger und Retter ihrer Vaterstadt werden sollte. In seiner Begrenzung hegt die Stärke dieses Romans, der mit seiner FÄle farbiger Einzelbilder einen nachhaltigen Eindruck heroorruft. — Dr. Theo Malade: Aus einer kleinen Universität. Preis kartoniert 2,— RM. Verlag I. F. Lehmann in München. — (361) — Das Büchlein ist der Dank eines Arztes und Künstlers an feine Alma mater G re i f s w a l d, die um die Jahrhundertwende vor allem durch ihre Medizinische Fakultät berühmt war. In dem Büchlein werden jedoch die ganze Stadt und die Landschaft um Greifswald wieder lebendig, und jeder, der an einer Hünen deutschen Universität studiert hat, wird in diesen Erinnerungen gern blättern. Kinderbjjcker. — Paula Walendy, (Herausgeberin): Li» rum Igrum Löffelstiel. Alte deutsche Kinderreime. Mit vielen fabiaen Bildern von Eva von Paszthory. Halbleinen 3.20 RM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (400) — Hier ist ein künstlerisch und textlich wertvolles Kinderbuch geschaffen worden, das namentlich in der Hand der Mutter oder Kindergärtnerin viel Freude bereiten wird. Die schönsten alten Kinderreime werden in der überlieferten Form bargeboten. Die Auswahl ist geschickt zusammengestellt, immer mit Verständnis für das dem Kind Gemäße. Kein pädagogischer Zeigefinger droht, farbfrohe Bilder zeigen die Hand einer Künstlerin, deren Phantasie der kindlichen Vorstellungswelt entgegenkommt. — „Linnemann." Ein Märchen von Hilde B e n s i n g. Illustriert von Eva von Paszthory. RM. 1,80. Walter Flechsig Verlag, Dresden. — (335) — Das Zwerglein Pinnemann folgt feiner Sehnsucht, die Welt kennenzulernen und begibt sich Unbekannte Opern und ein neuer Dirigent Musikbericht aus der Reichshauptstadt. Namen „Gletscherbande" ihr Wesen treiben. Die Bande erobert sich die Herzen der Hirten, der Frem- den und Bergführer, und hat allerlei spannende Abenteuer. — Karl Otto Horch: Eine Welt für sich. Erlebnisse mit Jungen. Kart. 2 Mark, Seinen 2 50 Mark. I. F. Steinkopf Verlag, Stuttgart. — (378) — Diese heiteren und ernsten Erlebnisse mit 12- bis 15jährigen Jungen offenbaren uns eindringlich, was es mit der Welt der „Flegeljahre" eigentlich auf sich hat. Hier begegnen uns die Jungen wirklich einmal ganz unverfälscht wie sie sind, mit all ihren Freuden und Leiden, Wünschen und Hoffnungen, mit ihnen für uns Aeltere oft fo schwer verständlichen Anschauungen und Begriffen. Das Buch kann Eltern und Erziehern eine wertvolle Hilfe sein und ihnen manche Anregung geben. . ' Äeisebijcher. — Die Felsenadler von Sage ft an. Don Heinz-Oskar Schönhoff. 192 S. Mit 12 Tafelbildern und 1 Karte. 1938. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. In Leinen geb. RM. 4,80. — (348) — Die wilde Bergwelt des Kaukasus bildet den Hintergrund der Erzählung, die ein Stück wenig bekannter europäischer Grenzgeschichte behandelt. Der Freiheitsdrang und der religiöse Fanatismus der mohammedanischen Bergvölker fanden um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in dem Imam Schamyl einen Führer, der kühn und grausam jahrelang dem russischen Vordringen widerstand. Seine Gegenspieler sind der prächtige Oberst Roth und der junge Leutnant Rüdiger, zwei russische Offiziere deutschen Blutes, zwei Soldaten vorbildlicher Haltung. Auf schmalen Bergpfahen, in nächtlichen UeberfäQen, in offenem "Stampf und in heimlicher Fehde, messen die Gegner ihre Kräfte, bis mit der Erstürmung der Felsenburg Schamyls das Land einem neuen Frieden entgegengeht. Es sind Taten voll abenteuerlicher Spannung, die Schönhoff auf Grund persönlicher Kenntnisse des Landes, feiner Bewohner und feiner Geschichte lebendig und erregend berichtet. — Max G e ise nh e y n e r : Zu den Palmen Libyens. 10000 Kilometer durch Italien und Afrika. 48 farbige Photos auf Tafeln. Verlag Knorr & Hirth, München. Preis Leinen 7,80 Mark. — (425) Max Geifenheyner machte sich um die Zeit des Führerbefuches in Italien in schnellen Wagen auf zu einer Fahrt durch die Apenninenhalbinsel und durch Nordafrika. Ein zauberhafter Film der Landschaft Italiens, Siziliens, Libyens rollt vor uns ab. Mit den großen Zeugen des alten römischen Reiches schließen sich die Schöpfungen des neuen Imperiums zusammen zu einer grandiosen Einheit. All diese starken Eindrücke schildert Geifenheyner in Worten, in denen die Begeisterung des Erlebnisses nachschwingt. Wiedergaben herrlicher Farbamnah- men illustrieren das Buch: Das nächtliche bunte Lichterspiel aus dem festlichen Rom und Neapel, Volksszenen aus Calabrien, die Wüste mit ihrem Farbenspies, afrikanische Gngeborenentypen, das große Autorennen von Tripolis. Ein Reisewerk, das zugleich eine Glanzleistung der Farbenphotographie und des Farbendrucks ist. Steuer eines Kraftwagens sitzt, insbesondere aber von jedem, der Autofahren lernen will, daß er sich gründlich mit der Materie Auto und noch gründlicher mit den Verkehrsregeln auseinandersetzt. Das vorliegende Büchlein, in Neuauflage erschienen, gibt über den Fahrunterricht hinaus eine Lektüre an die Hand, die sich der frischgebackene Autofahrer iyuyer wieder einmal zu Gemüte führen sollte. Das wird um so leichter fallen, da das Buch nicht etwa im Ton der Lehrhaftigkeit geschrieben, sondern im Plauderton gehalten ist, dabei ungemein witzig, ohne daß der tiefere Sinn des Büchleins vergessen ist: Kenntnisse vom Auto zu vertiefen, das Wissen um das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu festigen und zum unverrückbaren geistigen Besitz zu machen. Heinrich Ludwig Neuner. — Barlogs lustige Soldatenfibel. Kart. 2 RM. Deutscher Verlag. Berlin. — (310) — Soldatenleben ohne herzhaften Humor ist wie ein Eisbein ohne Sauerkraut. Schwerverdaulich. So ähnlich dachte Barlog» als er eines Tages kurz entschlossen sein Handwerkszeug zusammenpackte und sich in Richtung Militär umzusehen begann. Neugierig, wie er ist, steckte er seine Nase überall hinein. Zu den schlanken Rekruten wie zu den schon etwas beleibteren E-Schützen, zu den Tankmännern, den blauen Jungens und den Fliegern. Von dieser Studienreise hat er vielerlei mitgebracht. Und weil er als Humorist geboren ist, mit dem Zeichenstist in der Hand, hat er hier und da noch eine kräftige Portion eigenen Senf dam- gegeben. „Lustige Soldatenfibel" nennt Barlog feine Blätter, die er hier zusammengetragen hat, den ABC-Schützen des Soldatentums zur Ermunterung und zur Belehrung. Und die „alten Leute" aller Art werden auch ihren Spaß daran haben. Und zwar unter dem Motto: Uebelnehmen gilt ebensowenig wie Bangemachen. Wer ein herzhaftes Wort zur rechten Stunde nicht zu schätzen weiß, der soll sich einen Fußsack wachsen lassen und hinter dem geheizten Ofen in volle Deckung gehen. — Alarm! Minengefahr 1 Von Willibald K e i l h a ck. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebd. 2,85 RM.) — (247) — Die außerordentlich finali, pompösen Ensembleszenen und einer italienischen Koloraturarie ä la Rossini dort, wo in der biedermeierlichen Baritonlyrik des verkleideten Prinzen oder in einem witzigen Quartett der Komponist des „Zaren" und des „Wildschütz" hervor- lugt. Aus dem Bedürfnis, die Tragfähigkeit von Musik und Handlung mit äußeren Mitteln zu stützen, hat im Deutschen Opernhaus Hans Bat- teux alle Regietrümpfe des komischen Theaters ausgespielt und von Benno von A r e n t der harmlos liebenswerten Lortzing-Oper eine revuehafte Ausstattung von verschwenderischer Fülle Überhängen lassen. In dem monströsen Rahmen tummelt sich als Augenweide Rudolf Köllings Ballett, während Walter Lutze als Dirigent aufmerksam bemüht ist, auch die Musik zur Geltung zu bringen. Margret Pfahl und Lore Hoffmann verkörpern die koloraturenfreudige große Dame und den Lortzingfchen Lustspieltypus eines Fischermädchens ganz bezaubernd, während Willi W o r l e und Hans W o ck e spielgewandt den richtigen und den falschen Prinzen, darstellen. Wie das Deutsche Opernhaus mit Webers „Euryanthe", machte die Staatsoper durch eine Neuinszenierung von Mussorgskys „Boris Godunoff" auf eines jener Geniewerke der Opernliteratur wieder einmal aufmerksam, die sich nur schwer in der Gunst des Publikums durchsetzen konnten. Die glättende Bearbeitung und weich gepolsterte Instrumentation R i m s k y - K o r s s a - koffs hat dem einsam ausragenden russischen Volksdrama Mussorgskys chen Weg geebnet, und mit d-er Verwendung biefet Fassung in der Staatsoper war auch für den Regisseur Wolf Volker das Sttchwort gegeben für die Herausarbeitung der „großen Oper", der Zarentragodie mit Fürstenprunk und Massenszenen. Nach den Entwürfen des unvergeßlichen Alfred R o l l e r hat sein Sohn Ulrich die groß gesehenen, ftimmunasfräftigen Bühnenbilder beigesteuert. Die musikalische Leitung Karl El- m e n b o r f f 5 holte bie glitzernben Farben und die zarten Lyrismen der überarbeiteten Partitur fein- nervig heraus und zeigte durch kraftvolle Akzente, daß Elmendorfi auch für die ungleich urwüchsigere Urfaffung des „Boris", des harten epischen Volksdramas, der berufene Interpret gewesen wäre... In der Inszenierung der Staatsoper stand jedoch das Zarenschicksal im Mittelvunkt, zumal der geniale Sänger-Darsteller Ludwig Hofmann alle Dämonie und Qual des Tyrannen und Kindesmörders drohend und erschütternd zum Ausdruck brachte. Neben dem markanten Dimitri von Dasso A r g y - r i 5 trat Gertrud Rünger als Marina hervor. Mit der Berliner „Entdeckung" dieser Künstlerin als einer hochdramatischen Sängerin von fast un- Die Auflockerung des ziemlich festgefahrenen Berliner Opernspielplans hat sich gleichzeitig auf allen drei Opernbühnen der Reichshauptstaüt bemerkbar gemacht. Wo man aus Gründen der Publikumspsychologie noch das größte Verständnis für bie Zurückhaltung gegenüber bem Ungewohnten aufgebracht hätte, ba ist ber erste Durchbruch geschehen: in ber Sol f so per. Hier hat Erich Orthmann eine in Deutschland fast unbekannte Oper des italienischen Komponisten Franco Alfano heraus- gebracht. In der Bearbeitung von Orthmann und Hans Hartleb verbirgt sich hinter dem neuen Titel „Katjufcha" die „Auferstehung", die nach Tolstois gleichnamigem Roman geschrieben wurde und schon vor rund drei Jahrzehnten ohne weitere Folgen einmal in Berlin aufgeführt worden ist. Während der 62jährige Alfano in seiner Heimat und im romanischen Auslände ein vielgespielter Opernkomponist ift, verknüpft sich sein Name für deutsche Musikfreunde vor allem mit ber Vollendung von Puccinis „Turandot". Auf den Bahnen seines großen Freundes bewegt sich unverkennbar auch die Musik dieser frühen Alfano-Oper. Die Süße Puccinischer Melodik, das Parfüm seines Klangs und die liebevolle Detailmalerei beherrschen bis in Einzelheiten der lyrischen Diktion auch die „Kat- juscha"-Partitur. Aber Alfano ist trotz des erbarmungslosen und sentimentalen Stoffes nicht dem Verismus jener Tage zum Opfer gefallen. Vornehmheit und persönlicher Geschmack bewahren die an realistischen Zügen reiche Geschichte von ber kleinen Katjufcha, bie als Geliebte bes Fürsten Dimitri auf ber schiefen Bahn bes Lebens abgleitet, vor bem grausigen Elendsbrama. Fehlen bem in ber musikalischen Weltsprache Puccinis geschriebenen Werke auch die typisch-russischen und die packenden dramatischen Züge, so erschließen ihm bie unbedingte Herrschaft ber Singsii^me unb das üppige Melodiengut die Gunst eines Publikums, das genießen will. Die Berliner Volksoper vollzog ihren Eintritt in die Reihe jener Bühnen, die Opern zur allgemeinen Diskussion stellen, mit einer ungewöhnlich hochstehenden Ausführung. Sie ist vor allem Orthmanns bestrickender Orchesterführung ujib trefflicher Abstimmung des personenreichen Ensembles zu danken, aus dem sich bemerkenswerte foliftische Neuerwerbungen ber Volksoper sehr eindrucksvoll abhoben: der blühende Tenor Franz K l a r ro e i n s (Dimitri), die darstellerisch und gesanglich gleicherweise imposante Katjuscha von Emmy Stoll sowie der ausfallende Bariton von Walter H ä n f e. Hartlebs durchgebildete Regie mit ber dezenten Ausstattung des vielseitigen Walter Kubbernuß löste auch bie heiklen szenischen Aufgaben recht geschmackvoll, so baß ein ehrlicher Erfolg bie größte Mühe lohnte. Kehrte bie Dolksoper mit einer Neuinszenierung Einblick in einen Abschnitt unserer Seekriegführung, ber sich sonst bem Blickfelb ber Öffentlichkeit im und auch nach dem Kriege entzog. Das Buch bereitet dem Leser gute Stunden der Erinnerung an großes deutsches Erleben, und es verdient daher bie beste Empfehlung. Ernst Blumschein. — Das Lanb des Glücks. Roman von Jörgen Falk-Rönne. Ueberfetzung aus bem Dänischen von Gertrud Bauer. (Verlag I. F. Steinkopf, Stuttgart. Gebd. 2,85 Mark.) — (241) — Ein reizvolles Buch, bas ben Leser in bie entlegene Welt ber Felseninseln ber Färöer im Atlantik zwischen Island und Schottland führt und ihn dort das erste Ehejahr und das Wirken eines jungen Pfarrer-Ehepaares erleben läßt. Ein sonnig-heiteres Buch, in dem man erfährt, wie die junge Pfarrfrau aus Kopenhagen, bas „Weltkinb", erfolgreicher Seelsorge treibt als ber Pastor, der es bekehren wollte und selbst in die Schule genommen wird; wie sich bie junge Frau mit Humor und Liebe in einer ganz ungewohnten primitiven Umwelt zurechtfindet — das Leben auf den Färöern, jenen kleinen Gebirgs- infeln halbwegs Island. Die „Reife" in dieses Land des Glücks ist für den Leser eine unterhaltsame Angelegenheit, die ihm schöne Stunden bereitet. Und darum kann dieses Buch als Reiseführer nur empfohlen werden. — Gustav Schroer: Der Schelm von Bruckau. Ein heiterer Kleinstadt-Roman. Mit 74 Zeichnungen von Hans Fischer. Volksausgabe. Leinen 2,85 Mark. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (320) — In diesem Bruckau treibt zwischen ehrsamen Bürgern und Honoratioren, Klatschbasen unb Sonderlingen der Christian mit den luftigen Mausaugen und dem dummpfiffigen Lächeln seinen Schabernack. Mit bem Spottgedicht auf eines repu- tierlichen Bürgermeisters stadtbekannte Unaussprechliche fängt es an und mit bem schönsten Unfug enbet die Geschichte: Christian bringt die beiden Richtigen zusammen! „Es geht manchmal gar komisch, aber zuletzt kommt doch alles in Ordnung, soweit es überhaupt noch in Ordnung kommen kann." Das ist ein gutes Wort von Christian. Er, der einftige Trinker unb Trottel, hat's auch erst am eigenen Leibe Der deutsche Schulneubau in Bromberg, ber ben Namen „Dürer-Schule" trägt, würbe durch ben Einzug bes „Deutschen Privaten Lyzeums" und des „Deutschen Privaten Gymnasiums" seiner Bestimmung übergeben. Das Ge- bäube ift mit allen Errungenschaften ber Neuzeit ausgestattet und besitzt technische Klassen unb zwei große Turnsäle, die auf einen neu angelegten grünen Sportplatz hinausführen. Der große Ost- slügel, der die siebenklassige Deutsche Privat-Volks- schule aufnehmen soll steht im Rohbau fertig da, kann aber voraussichtlich erst zu Ostern 1939 Übernommen werden. Der Einzug in das neue deutsche Schulgebäude, an dessen Haupteingang unter dem Helm ber Pallas Athene die Worte aus Goethes .Iphigenie" stehen: .^Zwischen uns fei die Wahrheit", wurde für die deutsche Jugend Brombergs zu einem erhebenden Festakt. Schwere Bluttat in Mailand. Der 70jährige Fürst Luigi Alberico Trivul- 3 i o, der Familienälteste eines bekannten Mailänder Adelsgefchlechtes, ist in einer belebten Straße Mailands von seiner ehemaligen Freundin durch fünf Revoloerschüsse getötet worden. Die Mörderin suchte zu fliehen, wurde aber von Passanten festgenommen. Es handelt sich um die 40jährige Schullehrerin Antonietta Maria L a z z a r i n i aus Este. Sie hatte den Fürsten 1924 kennengelernt. Dieser loste vor einigen Jahren die Beziehungen und veranlaßte bie Behörben, bie Lehrerin aus Mailand zu entfernen. Die Lehrerin kehrte feboch unerwartet zurück. Da sie von dem Fürsten nicht empfangen wurde, stellte sie ihn auf der Straße und schvß ihn nach kurzem Wortwechsel nieder. Der Mord erregte in Mailand großes Aufsehen. Drei Sinder bei einem Derkehrsunfall getötet In Zweibrücken wurde ein Lastauto, das zwölf Kinder von der Rübenernte heimholte, durch einen mit Arbeitern besetzten Postomnibus gerammt. Drei ber auf den Damm geschleuderten Kinder fanden ben Tod, drei weitere sind schwer, einige leichter verletzt worden. ___,______ v__________ , _ „ von Lortzings „Zar undZimmermann"dann traf bie erste Dorläuferwelle um 21.30 Uhr unb ' in ihr nächstliegendes Aufgabenbereich zurück, ohne 29 Sekunben unb bie zweite Vorläuferwelle um allerdings unter Ernst Senffs musikalischer Lei- 21.40 Uhr 17 Sekunden ein. Der Bebenherd liegt tung die Hohe der beiden ersten Orthmann-Pre- tm südwestlichen Teil bes Beringmee- mieren zu erreichen, so begegnete man im Deut- re s zwischen Alaska unb Sibirien, rund 3000 Kilo- jschen Opernhaus einem bisher völlig unbe- meter von ber Stelle entfernt, von der bie starken kannten Lortzing. Neben seine erfolgreichen Erdbeben der letzten Tage ausgegangen sind. Um 23.34 Uhr 55 Sekunden wurde in Stuttgart noch ein Nachbeben ausgezeichnet, bas aber bebeutenb schwä- Neues für den Büchertisch. — Otto Willi Gail: „Auto fidel". Ein' gefahrvolle und oft verkannte Tätigkeit uuit3iufiuiu/cni üiiujciiiciycii qi iiiu|nun|u; incucii’, ftaltenbe Souveränität schon heute nur allerhöchste weise sehr fesselnd und enthält manchen künstleri- Veraleiche zuläßt. Der Name dieses Dirigenten wird in Deutschland bald zu den drei, vier Äuserwöhlten gehören. Johannes Jacobi. öffnet 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Aus der engeren Heimat Welche Nistkästen find auszuhängen? i ArcticS^ i: Li. e Kin- oa von Manns künstle- schassen Matter i wirb, in her iaht ist tänbnis ogjscher ie Hand ndllchen i i)ilbe . rzchory. * Jen. — t seiner gibt sich ' ese und t, bis er aufsichtigung ermöglichen, so müssen wir die Kästen an leicht erreichbaren Stellen aushängen und dazu solche Nisthöhlen wählen, bei denen der Deckel, eine • RM. ~ Das ?rs an Iahr- e Fa- jedoch -Wald . deut- rinne» 14: Nachrichten. 14.10: „O kommet doch, o kommt ihr Ballsirenen!" 15: Hundert hungrige Mäulchen. 15.15: Weltwirtschaftlicher Monatsbericht. 15.30: Wir Jungmädel laden euch ein zur fröhlichen Lese am Rhein. 16: Frankfurter Tönende Illustrierte Nr. 1. Halbmonatsblätter für NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Winter 1938/39. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Das Fest der Traube in Ungarn. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Laßt rasten eure arbeitssamen Hände, seid froh — und lacht am Wochenende! Zwei Stunden im Zauber des Weinherbstes für die Kameraden der Arbeitslager im Westen. 22: Nachrichten. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert. Im Tanzschritt durch die Welt. gaben und damit an seine Arbeit heranging. Die Leistung ist ihm nicht nur Antrieb zum persönlichen Weiterkommen, sondern mit eine ganz selbstverständliche Verpflichtung. Eine noch so vorbildliche Haltung im BDM.-Dienst, die sich nicht im Alltag beweisen kann, scheint sinnlos. Wir erziehen und wollen Mädel, die mit Freude und ihrem ganzen Herzen im Beruf stehen, die eine Auslese der Leistung darstellen. . Was aber hat der BDM. praktisch für die Siegerinnen im RBWK. getan, welche Möglichkeiten hat er zu ihrer Betreuung? Es ist klar: die berufliche Förderung liegt in Händen der Deutschen Arbeitsfront. Die Förderung, die der BDM. den Besten des RBWK. zuteil werden lassen kann, entspricht seinen besonderen Aufgaben. So wurden z. B. die Siegerinnen des vergangenen Jahres in die Führerinnenschulung eingebaut, so daß sie auf weltanschaulichem und sportlichem Gebiet für den nächsten Wettkampf noch bessere Voraussetzungen mitbringen und etwaige Lücken ausfüllen können. Außerdem stellte der Obergau einen 10tägigen Aufenthalt im Schilager und in anderen Fällen Freiplätze iw den Haushaltungsschulen Heiligenberg und Orb zur Verfügung. Mit der letzteren Maßnahme, aber auch mit der kostenlosen Teilnahme an den hauswirtschaftlichen Lagern des Winters für Landmädel und einem 20tägigen Lehrgang für bäuerliche Werkarbeit in der Werkschule des Obergaues unterstreicht der BDM. seinen Willen zur Förderung hauswirtschaftlicher Berufsausbildung, die immer stärker an die Seite anderer Berufe gestellt werden muß. Den Siegerinnen 1939 stellt der Obergau außerdem in Aussicht: kostenlose Teilnahme an einer Großfahrt des Obergaues für die Gausiegerinnen; kostenlose Tellnah'me an der Hessen- Nassau-Fahrt für die Kreissiegerinnen. Von den Betrieben erwartet er, daß sie den im Jugendschutzgesetz festgelegten Urlaubsforderungen Verständnis entgegenbringen und damit die Voraus- setzungeü schaffen, im Rahmen einer großzügigen FreizeitgeIaltung im BDM. dem leistungsfähigen Mädel nicht nur Freude und Erholung zu vermitteln, sondern auch die Möglichkeit, ans dem engen Rahmen feiner Arbeit hinauszuwachsen und damit wieder die Leistungen zu erhöhen, zum Nutzen des Ganzen. r fid)- - (M t 12- bis M was h aus sich ch einmal i Freuden mit ihnen ichen An- itn Eltern jnb ihnen jannenbe Reiner. M. K (354) - igen und nter b»m ben. Die x Frem- annenbe Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. 10: Schulfunk. 11: Eröffnung der alemannischen Kulturtagung. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. Bleien f "ju. tum» uns Unter schwerem Verdacht. Wer war der Entflohene? Lpd. Frankfurt a. M., 10. Nov. Ein 19jähri- ger Bursche aus Frankfurt a. M. - Zeilsheim, der be-' reits wegen Diebstahls und Bettelns, sowie Landstreicherei vorbestraft ist und sich seit mehreren Jahren in einer Erziehungsanstalt befand, kehrte Dienstag, nachdem er in der Fürsorgeerziehung durchgebrannt ryar und sich seit Wochen angeblich in Berlin Herumgetrieben hatte, nach Zeilsheim zurück, um bei seinen Angehörigen Unterschlupf zu suchen. In seiner Begleitung befand sich ein etwa 35jähriger Mann, der es verweigerte, sich den Verwandten seines jungen Freundes gegenüber auszuweisen. Als man mit der Polizei drohte, entfloh er und drohte, sich zu erschießen, wenn ihn die Polizei ausfindig mache. Der Mann, hinter dem man einen Schwerverbrecher vermutet, ist dann auch vorläufig entkommen. Die Polizei nahm aber auch den jüngeren Mann fest, der von Kopf bis Fuß vollständig neu eingekleidet war und einen größeren Geldbetrag bei sich trug, über dessen Herkunft er unglaubwürdige Auskünfte gab. Bei ihm besteht der Verdacht, daß er das Bargeld und seine Ausstattung durch irgendein Verbrechen erworben hat. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Im Gärkeller erstickt. Wie gefährlich es ist, ohne die nötigen Vorsichtsmaßnahmen den Gärkeller zu betreten, beweist ein bedauerlicher Vorfall, der sich in Hochheim am Main ereignete. Der bei der Preußischen Weinbaudomäne angestellte 50jährige Weinbauinspektor Peter K o - 6er hatte sich in den Keller begeben. Als er nach längerer Zeit nicht zurückgekehrt war, forschte man nach und fand den Mann am Boden liegend auf. Er war durch die Gase des gärenden Mostes betäubt worden. Leider kam die Hilfe zu spät; alle Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Mädel und Reichsberusswettkampf Von Odergauführerin Else Riese. schaftliche und 3 Gewerbebetriebe, 387 Einwohner; Krofdorf: 282 Haushaltungen, darunter 243 landwirtschaftliche und 25 Gewerbebetriebe, 136B. Einwohner. 1895 wohnen in Krofdorf-Gleiberg 1897 Gemeindeglieder mit 391 Haushaltungen. — Die letzte Zählung vom 10. Oktober 1938 ergibt 2538 Einwohner (1211 männliche und 1327 weibliche). Davon sind evangelisch 2154, katholisch 45, jüdisch 3, gottgläubig 176, konfessionslos 143, neuapostolisch 17. 695 Haushaltungen verteilen sich auf 540 Häuser. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 9. Nov. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt ihre Jahres-Schluh- übung ab, mit der ein Brandangriff verbunden war. Angriffsobjekt war ein landwirtschaftliches Gebäude in der Nähe des Bieberbaches, so daß die Spritze voll eingesetzt werden konnte. Die Uebung nahm einen guten Verlauf. Im Anschluß daran fand bei Kamerad Germer die Generalpersammlung der Wehr statt. Die Besprechungen galten insbesondere der Vorbereitung der Feier des 60jährigen Bestehens der Wehr. Am Nachmittag des Festtages (23. November) wird die Wehr erstmalig in ihrer neuen Uniform zu einer Gefallenen-Ehrung antreten. Ein Umzug durch die Straßen unseres Ortes wird sich anschließen. Mit besonderer Freude wurde festgestellt, daß auch einige Mitgründer, die heute noch aktiv in der Altersabteilung stehen, das Jubiläum mitfeiern können. # Allendorf (Lahn), 9. Nov. Der hiesige Schäfereiverein hielt eine Versammlung ab, die sich mit der Neuverdingung eines Schäfers zu beschäftigen hatte. Der seitherige Schäfer Otto Rinker aus Lützellinden, der die hiesige Herde seit neun Jahren betreut, will sich verändern, um als Schäfer für die Gemeinde Steinbach bei Gießen tätig zu jein. Der Verein verpflichtete nunmehr den Schä- •fer Heinrich Hardt aus Gräfen-Wiesbach. Neben üblichen Bedingungen wurde beschlossen, daß jeder Schafhalter für den Schäfer ein Schaf überwintern muß. Dem Schäfer ist damit Gelegenheit gegeben, einige eigene Schafe zu halten. Die Versammlung wurde durch den Salzmeister geschlossen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 9. Nov. Wie im Vorjahre, so soll auch in diesem Winterhalbjahr vom Deutschen Roten Kreuz hier ein Kursus f ü r e r ft e Hilfe durchgeführt werden, dessen Leitung Sanitätsrat Dr. Seipp übernimmt. Der Zug II Krofdorf der Bereitschaft I Wetzlar des Roten Kreuzes besitzt eine Stärke von 50 Mann. Zugführer Emil Schmidt wurde dieser Tage zum Oberwachtführer und der Gruppenführer Forbach zum Wachtführer befördert. Die angeschlossene, auf Grund des vorjährigen Kursus neugebildete Helferinnen-Gruppe mit ihrer Leiterin Frau Else Meyer konnte kürzlich mit 17 Helferinnen beim Kreisappell zur Vereidigung und anschließenden Uebung antreten. Man erhofft weiteren Beitritt von jungen Frauen und Mädchen zu diesem vaterländischen Hilfswerk im Laufe der bald beginnenden Neuausbildung. Mit 12 Ich- D-i- qeb. Rautafus die ein Wejchich^ ligiöft 5«’ ttt jaM™ s in dem unö 8 >erft Dch-vl- orb®>* heimlicher >is mit ^r basfc; sind Taten Md ig Ul'6 tr 1 ? gfaftn Sri«« ÄA >in6e Film der «ff vor uns römischen bes neu^ lenEinhe't' i;«-S 1 "SS b«» Spinale Kinderlähmung. * Alsfeld , 10. Nov. Der Kreisdirektor des Kreises Alsfeld gibt bekannt, daß sich in der Gemeinde Ober-Gleen ein Fall von Kinderlähmung ereignet hat. Die Bevölkerung von Ober-Gleen und der umliegenden Orte ist zur genauen Beachtung der vom Staatlichen Gesundheitsamt angeordneten Maßnahmen aufgefordert worden. — Die für den Ort Storndorf anläßlich des Auftretens der Kinderlähmung vor einiger Zeit getroffenen Schutzmaßnahmen hat der Kreisdirektor jetzt wieder aufgehoben, da sich in der Gemeinde Storndorf bisher ein weiterer Fall von Kinderlähmung nicht ereignet hat. Schweres DerkehrSunglück in Fulda. Ein ff-IHann getötet, ein anderer schwer verletzt. LPD. Fulda, 10. Nov. In d>er Stadtmitte ereignete sich in der vergangenen Nacht ein schweres Verkehrsunglück. Ein ^-Mann stteß mit seinem Motorrad auf dem Heimweg gegen einen Personenwagen und erlitt dabei derart schwere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit v e r ft a r b. Sein ^-Kamerad, der auf dem Soziussitz saß, flog gegen die Windschutzscheibe des Personenwagens und wurde schwer verletzt. Der Fahrer des Kraftwagens kam mit leichten Verletzungen davon. Lokalschau des Kaninchenzuchtvereins Albach. * A l b a ch , 8. Nov. Im Saal der Wirtschaft Bauer veranstaltete der hiesige Kaninchenzuchtverein am vergangenen Sonntag seine diesjährige Lokalausstellung. Die Schau war mit 75 Tieren verschiedener Rassen beschickt; allerdings standen die von der Rejchsfachgruppe anerkannten Wirtschaftsrassen im Vordergrund. Viele Züchter haben sich auf bestimmte Rassen festgelegt. Das Interesse an der Kaninchenzucht hat sich in unserer Gemeinde allgemein gehoben. Der Verein konnte in letzter Zeit mehrere Anmeldungen verzeichnen. Die Lokalschau war sehr gut besucht. Als Preisrichter war Herr Dietrich (Klein-Karben) verpflichtet worden. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: Groß-Chinchilla: Karl Wehrum einen Ehrenpreis, Heinrich Brück einen 1., Georg Schmitt einen 1. und 2. und Wilhelm Wagner einen 2. und einen 3. Preis. Weiße Wiener: Michel Thon einen Ehren-, einen 1. und einen 2. Preis, Wilhelm Stumpf einen 3. Preis. Blaue Wiener: Karl Hermann erhielt für das beste Tier der Ausstellung den Ehrenpreis der Gemeinde.Albach. Außerdem erhielt er einen dritten Preis. Französisch Silber: Wilh. Schäfer einen 3. Preis. Rheinische Schecken: Wilhelm Stumpf einen 3. Preis. Klein-Chinchilla: Karl Stroh einen Ehr^n-, einen 1. und 2. Preis. Schwarz Silber: Karl Schmidt einen 1. und 2. Preis. Den Reichsfachgruppen-Ehrenpreis erhielt Georg Schmidt auf Groß-Chinchilla. Einwohnerzahlen in Krofdorf-Gleiberg von 1579 biS1938. (D Diese Zahlenstatistik gibt ein ungefähres Bild der Bevölkerungsbewegung zweier heimatlichen Orte, die seit dem Mittelalter ein Gemeinwesen bilden. Dabei fällt die Besonderheit auf, daß G l e i- b e r g als der „Ort höheren Lebens" (Grafen- und später Amtmannssitz) bis zum Dreißigjährigen Krieg K r o fdo r f an "Große bei weitem übertrifft. Dann aber werden die Lebensbedingungen des Ortes Krofdorf im Tal günstiger, und es überflügelt dieser Ort den Bruder auf dem Berg und setzt ihn bis zur Gegenwart immer stärker in Abftand. Das zeigen folgende Zahlen: Im Jahre 1579 besitzen beide Orte etwa 110 Häuser; 40 Schüler erwähnt ein Schulverzeichnis. 1592 verteilen sich die 518 Einwohner auf Gleiberg mit 55 Ehepaaren, zwei Witwern und 16 Witwen, auf Krofdorf mit 31 Ehepaaren und 5 Witwen.Gehen damals 43 Kinder zur Schule, so sind es 1596 etwa 60 (das sind freiwillige Schulkinder, da ja noch keine Schulpflicht bestand). Das Jahr 1615 bezeugt iy Gleiberg 84 Haushaltungen, in Krofdorf 45 Haushaltungen. Anders zeigt sich das Verhältnis 1662: Von 101 Häusern kommen auf Gleiberg 43 (zwei Jahre svä- ter 48), auf Krofdorf 58. Bis 1688 steigt die Häuserzahl um 9. In der Folgezeit vergrößert sich Krofdorf merklich; bis 1751 bringt es Gleiberg auf pur 70 Haushaltungen, Krofdorf aber auf 128. Im Jahre 1835 wohnen insgesamt 1172 Einwohner in 58 Häusern in Gleiberg und in 145 Häusern in Krofdorf. 1875 zählt Gleiberg 65 Häuser, 92 Haushaltungen, 392 Einwohner, Krofdorf 230 Häuser, 262 Haushaltungen und 1346 Einwohner. 1882: Gleiberg: 83 Haushaltungen, darunter 75 landwirt- Anders steht es um den Schutz unseres fröhlichen Meifenvölkchens, das vorläufig nirgends lästig werden kann. Schon aus ästhetischen Gründen sollte der Vogelfreund nicht versäumen, für diese flinken, ewig turnenden und kletternden Federbällchen Nistgelegenheit anzubrin- §en. Am zweckmäßigsten werden die K ä st e n im iftober oder November aufgehängt. Dann können sie von den Vögeln schon während des Winters als Schlafplätze benutzt werden. Hohlen, die in der rauhen Jahreszeit als Schlafstelle ober als Schutzraum gegen die Unbilden der Witterung dienten, werden im Frtchjahr am ehesten xum Brut- platz gewählt. Auf freien Anflug ist unbedingt zu achten. Ast- und Laubwerk dürfen das Flugloch nicht verdecken. Kästen, die in geschützten Stellen mit der Flugöffnung nach Südosten hängen, werden bevorzugt. Doch findet man oft auch Nisthöhlen besetzt, deren Einflugöftnung nach der Wetterseite gerichtet ist. Dieser Nachteil wird von den Vögeln eher in Kauf genommen, als ein nach rückwärts geneigter Kasten, in den das Regenwaffer hineinlaufen kann. Eine leichte Neigung nach vorn ist daher nicht von Schaden. Man sieht immer noch Sitzstangen vor dem Flugloch; sie sind ganz überflüssig und bedeuten zudem eine Gefahr für die Kastenbewohner. Denn diese Stängelchen ermöglichen es allen vier- und zweibeinigen Nesträubern, leichter an die Eier ober Jungvögel zu gelangen. Auch Störungen durch Artgenossen im Kampf um den Brutplatz werden dadurch erleichtert. Die Nistkästen dürfen außerdem nicht nahe beieinander aufgehängt werden, sonst überschneiden sich die Brut- und Nahrungsbezirke der einzelnen Paare, und Raufereien sind zum Nachteil der Bruten unausbleiblich. Der Abstand zwischen zwei Kästen sollte nicht geringer als 25 Schritte sein. Wo es möglich ist, werden die Bruthöhlen am besten in 2 bis 3 Meter Höhe an Bäumen angebracht. Stämmchen, die noch zu dünn sind und infolgedessen bei Wind sehr schwanken, werden stets gemieden. Wenn jtarke Bäume nicht vorhanden sind, werden die Kästen mit Vorteil an einem Pfahl unter dem Ansatz der Krone angebracht. Liegt die nach oben, und unten verlängerte Aufhängeleiste fest am Stamm, dann schadet den Bäumen das Annageln nicht. Man achte nur darauf, daß die Rinde nicht zu jehr gequetscht wird. In Pfirsich-, Aprikosen- oder Kirschbäume wird man allerdings keine Nägel eintreiben. Diese hochwertigen Steinobstsorten leiden 'zu leicht an Harzfluß. Die Verwendung von Draht zum Befestigen der Halteleiste ist nicht ratsam. Wenn der Umfang des Stammes großer wird, reiht der Draht oder er wächst in den Baum ein und schadet dadurch empfindlich. Der schönste Meisenkasten am sichersten Ort verfehlt seinen Zweck, wenn er nicht alljährlich nach Beendigung des Brutgeschäftes nachgesehen und das alte Nest entfernt wird. Unterbleibt diese Kontrolle, dann wird der Kasten allmählich ein Paradies für Ungeziefer oder eine luftige Ruhestätte für verfaulte Eier und eingetrocknete Leichen von Jungvögeln. Solche zweifelhafte und nutzlose Zierden eines Gartens werden von den Vögeln mit Sicherheit nicht gewählt. Ebenso nötig ist es, das zudringliche Spatzenvolk aus den Kästen zu werfen. Zu einer Vermehrung dieses Straßengesindels auf Kosten der Meisen sollte der Mensch nicht beitragen. Wollen wir eine regelmäßige Be- NSG. Es wird hier nicht zum erstenmal daraus hingewiesen, welche Pionierarbeit die Hitlerjugend mit dem Aufgreisen des beruflichen Leistungskampfes vor sechs Jahren und dann in seiner wachsenden Durchführung geleistet hat. Aber es erscheint doch einmal angebracht, die Stellung des Mädels zum Beruf und den Einfluß des BDM. auf seine berufliche Entwicklung aufzuzeigen. Man hat dem BDM. schon manches Extrem angedichtet: einmal, daß er das Mädel in den Wettlauf mit dem Jungen stelle, und ein andermal, daß er es ausschließlich weiblich bedingten Berufen, also sozialen und pflegerischen, zuführen wolle. Der praktische Einsatz unserer Mädel in den vergangenen Wettkämpfen hat beide Richtungen Lügen gestraft. Selbstverständlich werden das Verständnis und der Einsatz für rein frauliche Berufe stets das Ziel unserer Berufslenkung sein. Darüber wollen wir aber nicht vergessen, welch wertvolle und unbedingt notwendige Ergänzung die weibliche Arbeitskraft in kaufmännischen, industriellen und handwerklichen Berufszweigen ist und daß selbst künstlerische Ansprüche sie keineswegs entbehren können. Das Mädel von heute sieht eben in seiner besten Auslese — und die steht wohl im BDM. — den Beruf nicht nur mehr ans der Perspektive des Geldverdienens, sondern weiß um den tieferen Sinn der Arbeit, hat Freude an der eigenen Leistung und sieht über das Persönliche hinaus die Forderung des Ganzen. Diese Richtungsänderung nehmen wir für uns in Anspruch, damit aber auch die Verpflichtung, innerhalb unserer Erziehungsarbeit alles daranzusetzen, daß diese Auffassung immer weitere Kreise zieht und tatsächlich eine bleibende wird. Es wird uns oft zum Vorwurf gemacht, daß der Dienst im BDM. die berufliche Ausbildung hemme und das Mädel allzu sehr beanspruche, so daß es nicht mehr hundertprozentig seinen Platz ausfülle. D e Erfahrungen in den vergangenen Wettkämpfen haben uns jedoch gerade das Gegenteil bewiesen. Vielleicht hat dies oderAenes nicht organisierte Mädel in fachlichen Dingen ein Kleines voraus; sicher ist, daß das BDM.-Mädel, das jahrelang durch unsere sportliche und weltanschauliche Schulung ging, das in der Gemeinschaft des BDM. eine innigere Beziehung zum Leben des Volkes gewann, ein vollkommeneres Leistungsbild aufweisen konnte und selbstbewußter, klarer und lebendiger an seine Auf- Sn 9er in °tzt in neges, Eigene irann. °F°?» welche einiqe Sicät n Auf erman r noch "Irnen» Bemalt rVer, sollte, 's Ro- 'Ibilder Diele unserer heimischen Vogelarten, besonders unter den Raub-, Sumpf- und LLasservögeln, sieht der Vogel- und Naturfreund heute in ihrem Bestände stark bedroht. Die Landschaftsoeränderungen, deren Umfang und Geschwindigkeit sich beständig steigern, rauben diesen Arten immer mehr die Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen. Die Vogelschutzbestrebungen blieben in diesem Bereiche leider bis heute so gut wie wirkungslos. Dahingegen führte der unserer Kleinoogelwelt gewährte Schutz zu durchaus erfreulichen Erfolgen. Deutlich erkennbar wird Liefe Wirkung z. B. an der auffallenden Zunahme unserer Stare und Meisen. Man darf allerdings nicht übersehen, daß unter den Höhlenbrütern gerade diese beiden Arten wahre Meister der Anpassung an veränderte Verhältnisse sind. Ja, beim Star scheint durch die ihm eigene Anpassungsfähigkeit und die damit verbundene außerordentliche Vermehrung allmählich wieder empfindlicher Mangel an Drutgelegenheit eingetreten zu sein. Man sieht diesen Vogel nämlich heute in allen möglichen und unmöglichen Löchern zu oft erfolglosen Brutversuchen schreiten. Dem aufmerksamen Voaelbeobachter drängen sich in jedem Frühjahr häufig Fälle höchst eigenartiger Nistplätze des Stares auf. Die Wohnungsnot trieb den findigen Gesellen z. B. auf der Fläche des staatlichen Naturschutzgebietes der Insel M e m - wert-dazu, in angeschwemmten Fischkästen, Fässern, unter Wrackholz, im Ofenrohre oder gar im Papierkästchen eines stillen Ortes und in Kaninchen- rohren zu brüten. Es ist selbstverständlich, daß sich das zahlreiche Auftreten des Stares in mancherlei Hinsicht auf unseren Fluren bemerkbar macht. In den letzten Jahren ist bekannt geworden, daß Starenschwärme mit durchgreifendem Erfolge Wirtschafts- und Nutzpflanzen von Schädlingen befreiten. Bei ße onbiiTa (Overösterreich), fielen Stare in ein von Tanymecus palliatus F. befallenes Zucker- rübenfelb ein und fraßen die Käfer so restlos auf, daß weitere Spritzungen überflüssig wurden. Meldungen über ähnliche Fälle liegen auch aus Mitteldeutschland vor. Dort wurden die Raupen der Gammaeule (Plusia gamma L.) an Zuckerrüben und der Kohlschabe (Plutella cruciferarum Zell) an Frühweißkraut und Rosenkohl beseitigt. Diese nützliche Mitwirkung der Starmatze m unserer Ernährungsschlacht ist freilich nur möglich, wenn die Vögel in Massen rechtzeitig während des Sommers einfallen. Die Hilfe wird immer örtlich eng begrenzt bleiben, und der Bauer kann niemals mit Bestimmtheit auf sie rechnen, da die Schwarme, wie es scheint, ganz ohne System und Regel im Lands umherstreisen. Leider hat die sonst jo erfinderische Technik bis heute kein Mittel gefunden, um die Vogel von den Bezirken (Weinberge, Kirschenanlagen, Pflaumen) fernzuhalten, in denen sie alljährlich ungeheuren Schaden anrlchten. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Vogelschutz- warte hat daher ttn Juli 1937 beschlossen, wegen der oft riesigen Schädigung unserer Obsternten die Ansiedlung des Stares nicht mehr im alten Umfang weiterzubetreiben und die Anbringung von Starenkästen vorderhand n i $ l mehr zu empfehlen. Diese Haltung von fachkundiger und berufener Seite mag auch der Bogel- freund im Interesse unserer Volkswirtschaft beherzigen, d. h. er wird' gut tun, zunächst einmal die Hege des Stares zurückzustellen.__ Seitenwand oder das Bodenstück ohne Mühe ge- roerben können. G. Rundfunkprogramm Samstag, 12. November. m bleiben. küchenverwallung I./3.-R. 116. 7265 A Verschiedenes]| Wer beizt und poliert Pelzwaren Pelz-Reparaturen Melaus? 7246 A Titm vielten Frankfurterstrasse N21^ Alle seit Mündlich können (sieeSnurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleincmzeige sagen Sie e§ allen ZZ7ZZZZZZZZZZZZZZZZZZ V///////////////Z,z ■vzzzzzzzzzzzzzzzz 1 ■■ ' ( HERREN - Giefeener Konzertverein. Donnerstag, 17. November 1938, 20 Uhr, im Stadttheater W Familien-Drucksachen veriobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen machen unsere wert. Gäste u. Mitglieder darauf aufmerk« sam, daß die ergangenen Einladungen billig. 15609° M. Liebler Kreuzplatz 2. 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Sie sind dort gegen Erstattung der Selbstkostengebühr von —,50 RM. ab 15. 11. 1938 erhältlich und müssen bis spätestens 19.11. 1938 abgeholt fein. Angebote müssen die Aufschrift tragen: „Angebot auf Lebensmittel (Fleisch, Fleischwaren und ^ett bzw. Los I oder II für die Zeit vom 1.1.1939 bis 30.6.1939 und find bis zum 25. 11.1938, vormittags 10 Uhr, der Küchenverwaltung I./J.-R. 116 nut durch die poft ^^Eine^Ueberfchreitung der örtlich festgesetzten Höchstpreise ist unzulässig. Angebote auf die Küchenbedürfniffe des I/J.-R. 116 können nur auf ganze Lofe gemacht werden Bieter sind nach den Bestimmungen der Verdingungsordnung bei der Oeffnung der Angebote nicht ^Wenn Bewerber bis zum 10.12.1938 nicht benachrichtigt sind, mußte das Angebot unberücksichtigt ist alles mit der Heizung zufrieden. Ich sage immer: „Die Hauptsache ist der Brennstoff" — wenn man sich auf den verlassen kann, dann klappt es schon. Ruhr-Zechenkoks hat mich noch nie enttäuscht u. ich heize schon 2 Jahrzehnte. zu uns. Veranstaltung unbedingt mitzubringen sind, da ohne dieselben ein Eintritt zu unserer Jubelfeier nicht möglich rst. Saalöffnung 20 Uhr. Das Belegen von Plätzen nicht gestattet. 726iD ÄtamioGieb SMßoon Wien u. Heien nach der Naturschutzverordnung Dom 18. Mürz 1936 (9t© SLI Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o- ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Pros. Dr. Walther Schoenuhen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen öufloBermüö erüeriüg.Beciin-Ctmterf rSMip 3 AvfryfcyAvw r Die Apotheke in der Westentasche — gibt es nicht. Endlich können Sie ia auch nicht alles, was es in der Apotheke gibt, bei sich fuhren. Zum Unentbehrlichen gehört aber in der rauheren Jahreszeit ein Schutz gegen Erkaltung. Und da ist die hübsche Dose oder der Pergaminbeutel mit den echten „mit den 3 Tannen" so recht geeignet, Ihr ständiger Beschützer zu sein. ________ 7266va.d.G.A. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 1 Man geht immer wieder ins Stoff-Spezialhaus! Eine Tatsache, so alt wie unser Haus selbst. Schon seit Jahrzehnten haben bei uns die guten Stoffe das Wort und da die guten Stoffe bekanntlich auch die schönsten Farben und Muster haben, wurden unsere Qualitäten schon immer bevorzugt. Noch heute ist es so. Man kommt gern zu uns, weil man bei uns schöne Stoffe günstig kauft. An jedem Meter — und wir bringen tausende von Metern — hat man seine Freude, denn er bürgt für modische und preiswerte Kleidung. Darum bleibt es dabei, wenn Stoffe, dann immer ins Stoffspezialhaus Bernard&Sohn Gießen, Plockztraße 14-16 7258 A S Heiz •und Kochgeräte Edgar BORRMANN 5: Gießen, Neustadt 5 -7, Ruf 4156 Schaufenster 2 Elektrische bekamt -frün cAMwaßE » ik wirfiscßM (ßekfeifattfr -fjwi die Dame andd£U> Kind Gebt*’ v Nr. 265 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, tt. November 1938 Kundgebungen gegen die Juden in Gießen. Im Verlaufe des gestrigen Donnerstag machte sich, wie in vielen anderen Teilen des Reiches, auch in Gießen die große Empörung aller deutschen Volksgenossen über den feigen Meuchelmord des Juden Grünspan an dem deutschen Gesandftchafts- rat vom Rath in einer Reihe von judenfeindlichen Kundgebungen Lust. In den frühen Vormittagsstunden ging in der Synagoge am chindenburgwall ein Brand hoch, der sich rasch über das ganze Gebäude ausbreitete, so daß die alsbald zur Brandstelle geeilte Feuerwehr sich mit der Beschränkung des Feuers auf den Brandherd begnügen mußte; das Gebäude brannte im Verlaufe weniger Stunden bis aus die Umfassungsmauern aus. Etwa gegen 10 Uhr schlugen auch aus der Syangoge in der Steinstraße plötzlich Flammen heraus, und auch hier nahm der Brand in ganz kurzer Zeit eine solche Ausdehnung an, daß die Feuerwehr nur noch den Schutz der Nachbargebäude sicherstellen und die Brandstelle lokalisieren konnte; auch diese Synagoge brannte vollständig aus. Die berechtigte Entrüstung unserer Volksgenossen richtete sich im Verlause des Vormittags auch gegen die paar noch in Gießen vorhandenen jüdischen Geschäfte, deren Schaufenster- und Ladeneinrichtungen dabei in Trümmer gingen, um hierdurch den Juden deutlich zu machen, daß sie auch in unserer Stadt keinerlei Platz mehr haben. Die Abwehrdemonstra- tion unserer Volksgenossen beschränkte sich dabei von selbst auf die Beseitigung der wenigen jüdischen Geschäftsstätten, feiner der Demonstranten nahm irgendeinen Gegenstand mit sich fort. Die Hunderte von Volksgenossen, die diesem Vergeltungsakt als Zuschauer beiwohnten, zeigten unverhohlen ihr Einverständnis mit dieser Ausschaltung der jüdischen Geschäfte. Eine Anzahl Juden begab sich schon im Laufe des Vormittags freiwillig in polizeiliche Schutzhaft, andere warteten ab, bis sie zu ihrer eigenen Sicherheit von der Polizei zur Schutzhaft abgeholt wurden. Die Polizei sicherte dadurch die Juden vor der starken und berechtigten Empörung, die wegen des verruchten jüdischen Verbrechens in Paris und wegen der unausgesetzten schamlosen Hetze des Weltjudentums gegen unser Volk und Reich alle deutschen Volksgenossen erfüllt. Der zweite-----ril,.......a ------- _ 13. November werden sich die Familien in allen Häusern des Großdeutschen Reiches zu Tisch setzen, um ein einfaches Gericht zu verzehren, und 80 Millionen Menschen werden vereint sein in dem Gedanken, anderen Volksgenossen zu helfen. Schon Tage vorher pflegen die Hausfrauen zu überlegen, welche Gerichte für diesen Sonntag zubereitet werden können. Wenn die deutsche Hausfrau einen Blick in die Läden und auf die Wochenmärkte wirft, findet sie die Speisekammer gefüllt mit wertvollen Nahrungsgütern aller Art. Reichsnährstand und Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, die gekneinsam entscheiden, welche Erzeugnisse und Gerichte an den einzelnen Eintopfsonntagen empfohlen werden sollen, ist die Arbeit nicht schwer- gefallen. Auch für den 13. November wird eine Reihe von Gerichten genannt, die nicht nur in den deutschen Gaststätten, sondern auch von den Hausfrauen mit Erfolg am nächsten Eintopfsonntag zubereitet werden können. Als erstes Gericht wird genannt: Graupensuppe mit Mohrrüben und Hammelfleischeinlage. Die Mohrrübenernte dieses Jahres ist reich und gut. Jeder Verbraucher weiß, wie schmackyaft und nahrhaft Mohrrüben sind. Aber die Graupensuppe ist nicht weniger beliebt, insbesondere Gmtopssonniag? -n und Männern vom Arbeitsdienst, aber auch den Hitlerjungen ist dieses Gericht bekannt. Und zu diesen beiden guten Dingen noch eine Hammelfleischeinlaae I — An zweiter Stelle wird W e Oß - oder Wirsingkohl mit Rindfleisch empfohlen. Auch dieser Eintopf kann auf reichen Zuspruch rechnen. Weiß- und Wirsingkohl haben jetzt ihre große Zeit, und Waggon über Waggon rollt an die Märkte. Das Rindfleisch ist die rechte Beigabe zu diesem Gericht. Wie immer folgt als Nummer 3 das Fischgericht. Nachdem die deutsche Fischflotte wieder in voller Arbeit ist, dürfen wir auf eine ausreichende Fischversorgung hoffen. Als letztes Gericht steht der Gemüseeintopf nach Wahl ober vegetarisch auf dem Programm. Da die beiden letztgenannten Eintopfgerichte nicht bestimmte Erzeugnisse nennen, sondern je nach der Versorgungslage und den Gewohnheiten der einzelnen Gebiete zubereitet werden sollen, sind insbesondere beim Gemüseeintopf viele Möglichkeiten gegeben. Der Blumenkohl wird dabei eine große Rolle spielen. Die Tatsache, daß wir all diese schmackhaften Gerichte billig Herstellen können, wird, wie bisher, auch den Ertrag des kommenden Eintopfsonntages günstig beeinflussen. Größere Verkehrssicherheit -Neuer tlnsallschuß! Fast 90000 Radfahrer verunglückten im vergangenen Jahr. Verstärkter Gchuh für das Millionenheer der Radler durch die Tretstrahler. Für einen sehr großen Teil unserer Volksgenossen ist das Fahrrad ein unentbehrliches Verkehrsmittel, 20 Millionen Deutsche fahren Rad, rund 12 Millionen Volksgenossen kommen zu Rad zur Arbeitsstätte. Etwa 40 d. H. der in der Industrie Beschäftigten sind Radler; in einigen Fällen erhöht sich der Anteil bis auf 75 v. H. Sehr hoch ist die Zahl der mit dem Rad zur Schule fahrenden Kinder und Jugendlichen. Ein Viertel des deutschen Volkes benutzt als Verkehrsmittel das Fahrrad! Unvermeidbare Gefahren? Diese Angaben scheinen auf den ersten Blick eine Erklärung dafür zu sein, wie es möglich ist, daß nahezu 9 0 0 0 0 Radfahrer an Verkehrsunfällen beteiligt sind — d. h. an einem Drittel aller Verkehrsunfälle —, daß über 2000 Volksgenossen dabei ihr Leben verlieren, daß 93 v. H. der tödlich verlaufenen Radunfälle auf berufstätige Menschen entfielen. Aber sind die Gefahren, die dem Radler drohen, wirklich unvermeidbar? Ist ihnen der Radfahrer tatsächlich schutzlos ausgesetzt? Die Verkehrssicherheit kann erhöht werden. Es liegt zunächst an jedem radfahrenden Volksgenossen selbst, sich der bestehenden Gefahren zu erwehren. Er tut dies durch Befolgung seiner zehn Pflichten. Er wahrt Disziplin, beweist Verantwortungsbewußtsein, fährt mit Vorsicht und ist auch auf der Straße Kamerad. Zu dieser Haltung, die von der Einsicht jedes einzelnen abhängt, tritt als weiterer Sicherheitsfaktor das verkehrssichere Fahrzeug. Für einen ordentlichen Menschen wird es eine Selbstverständlichkeit sein, daß er sein Rad in einem Zustand hält, der die Aus der Stadt Gießen. Bitte an die spitzen Hüte. Ihr seid so schön behütet, Mädchen, Frauen! Wir Männer haben nie gewußt, daß es so viele Sorten von Spitzen gibt. Mancher Hut beginnt wie ein Zylinder und endet wie eine Stecknadel. Mancher verjüngt sich brutal. Andere Abarten sehen wie leicht geköpfte Zuckertüte aus. Schließlich gibt es ganz verwegene Formen, die den Kopfbedeckungen mittelalterlicher Burgfräuleins gleichen, wißt ihr, jenen, die vom hohen Altan den Rittern nachwmk- ten, wenn sie talwärts zogen — Alle aber sind schön, alle diese Hüte. Kein anderes Wort kommt über die Lippen von uns Männern. Wir sind eben begeistert. Indessen, wir gehen ins Kino, um mehr zu sehen, als Hüte. Wenn wir in diesem spitzbehüteten Herbst im Kinohaus sitzen, liegt vor uns eine schwarzgezackte Landschaft, eine Mond-Ebene mit spitzen und stumpfen Bergkegeln. Uns aber dürstet nach Handlung, nicht nach Scherenschnitten. Vor unvorstellbar langen Zeiten, in grauen Vortagen der Mode, also vor einem guten halben Jahr etwa, trugen die Damen Tellertütchen. Sie waren sicher schrecklich, obwohl wir sie damals pflichschuldig süß und reizend fanden, wie heute die spitzen. Aber sie hatten einen Vorteil: sie störten nicht im Kino. Wir möchten euch einen Hut kürzer machen, Mädchen und Frauen! Nur im Kino. Bitte, bitte! . r. k. Dorrwtizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr: „Dantons Tod". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Tag nach der Scheidung". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die vier Gesellen". — Deutscher Automobil-Club, Gießen: 20.30 Uhr, Neue Aula, Film- und Lichtbildervortrag Max Reisch (Wien) „40 000 Kilometer Auto-Abenteuer!". Zum letztenmal „Dantons Tod". Heute abend findet die letzte Aufführung des großen Erfolges „Dantons Tod", Drama von Georg Büchner, statt. Spielleitung Dr. Hannes Razum, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 7. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Beginn 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Gießener Nonzertverein. Als erstes Platzmiete-Konzert des diesjährigen Konzertwinters sindet am Donnerstag, 17. November, das erste große Orchesterkonzert des Städtischen Orchesters unter Leitung von Prof. Stefan Te- m e s v a r y statt. Die Solistin Maria Neuß (Violine) wird mit dem Mozartschen Violinkonzert A-dur erfreuen. — Das Winterprogramm 1938/39 schließt sich den vergangenen Jahren würdig an. Wir brauchen nur die Namen der Meisterkünstler wie Wilh. Backhaus, Alma Moodie, Claudio Arrau, Lore Fischer, Joh. Willy, Günther Ramin u. a., ferner das Wendling-Quartett, 4 Orchesterkonzerte des Städtischen Orchesters und Verdis Reguiem anzuführen. Ein Programm, welches sich mit jeder Großstadt vergleichen kann. Von einem Straßenbahnwagen überfahren und getötet. Aus der Straße Gießen—Wieseck ereignete sich am gestrigen Donnerstagabend ein schwerer Verkehrs- unfall, der leider den Tod eines Mannes ;ur Folge hatte. Dort befanden sich ein Mann und sein Enkelkind aus Wieseck mit Handwagen unterwegs nach Gießen. Der Mann, der etwa 60 Jahre alte Landwirt Ludwig Sommerlad, geriet dabei auf bis jetzt noch ungeklärte Weise plötzlich vor einen in voller Fahrt von Wieseck kommenden Sttaßenbahnwagen. Der Mann wurde von dem Wagen zu Boden gerissen und so unglücklich überfahren, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die polizeilichen Ermittlungen über die Schuldfrage sind noch im Gange. Uw 3M Ml Mm Ml Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa 30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!, Ach, es ist zum Verzweifeln! Es bleibt nichts anderes übrig, als ihn das Werk bauen zu lassen und bann erst alle Irrtümer zu beseitigen! „Du bist recht mitteilsam, Karola!" lacht Herbert neoen ihr. „Ich erzähle dir schon eine ganze Weile von all dem, was man so am Ufer sieht, ich lasse mein Talent als Gesellschafter leuchten und funkeln, bin ein sogenannter amüsanter Plauderer . . . und du... hörst gar nicht zu. Bist mit deinen Gedanken ganz woanders." • „Ich war mit ihnen bei dir, Herbert. Und du sollst auch kein Plauderer sein, ich kann Plauderer auf den Tod nicht ausstehen, du sollst einfach bei mir fein. Mehr möchte ich gar nicht." „Karola! . . ." Er drückt ihr die Hand und zieht ihren Arm unter den seinen mit einem Griff, daß sie leicht aufschreit. „Grobian!" „Wenn du einmal von mir gingest . ober wenn ich einmal zweifeln mühte an dir . . . id) weiß nicht, was ich täte! Wird dir nicht bange vor deinem Liebhaber?" \ Sie sieht ihn mit feuchten Augen an, mit einem Dlick, der ihm ins Herz fährt wie ein glückseliger Schmerz. „Ach, wir beide . . sagt er da nur, „wir beide . . $n Wehlen verlassen sie das Schiff. Durch lichte Walder steigt der Weg auf. Links und rechts sehen sie manchmal in Abgründe, aus denen schroffe Felsen ragen, bizarr und seltsam geformt, ein versteinerter Garten voll unheimlicher Fabeltiere. „Seltsam, zu bedenken, daß das alles einmal der Grund eines Meeres war, auf dem wir hier stehen!" meint Karola nachdenklich. „Was unten war, kam nad) oben, niemand weiß, wie es geschehen. Was eigentlich hat Bestand, wenn selbst die Felsen die Unruhe alles Lebens in sich tragen? Nichts!" „Doch", entgegnet Herbert. „Einige wenige Dinge haben Bestand. Das Werk, das größer ist als seine Zeit ... und die Liebe, die mehr gibt als ihr Leben. Man wird's nicht anschauen können, was davon bleibt, aber es lebt im Gedächtnis der Menschen, es wirkt in ihrem Handeln weiter, als Ansporn, Vorbild und Weiser zu neuen Taten. Jahrtausende sind vergangen, seit die Pyramiden erbaut wurden. Sie sprechen noch heute. Jahrtausende sind vergangen, seit Christus starb. Er ist heute lebendig wie damals, als er zum Kreuze schritt. Wir leben alle nur von dem Glanz der Vergangenheit. Wir sind Glieder einer Kette, deren Anfang wir nicht erkennen können, und deren Ende nur Gott zu ermessen weiß." Von der Bastei schaut man weit ins Tal der Elbe hinein. Der Fluß erkämpft sich zwischen Felsblöcken und Berghängen seinen Weg. In Windungen, Kurven und Schlangenlinien sucht er die Ebene zu erreichen. Die Menschen aber steigen auf den Rücken der Berge, schauen in die Tiefe des Tals und sehen die Schiffe schwimmen, winzig klein wie Spielzeug, sehen die Eisenbahnzüge auf dem gegenüberliegenden Ufer stromab nach Dresden, stromauf nach Prag und Wien eilen. Die lange Rauchfahne liegt lang und fast unbewegt im Tal. Sie zerflattert erst, wenn der Zug schon längst darunter hinweggeeilt ist. Herbert und Karola haben sich bei der Hand gefaßt, sie gehen durch die vielen Menschen, die jeder schöne Tag nach diesem Schaustück der Sächsischen Schweiz lockt, ohne einen von ihnen auch nur zu bemerken. Wie gleichgültig ist ihnen das alles! Es geht ihnen, wie es den Liebenden vor Jahrtausenden schon gegangen sein mag: Wenn zwei sich lieben, dann lächelt Gott und schafft seine Welt von neuem und schöner — nur für diese zwei. So sehen sie auch die Dame nicht, die da eben ihren Wagen aus der Menge der parkenden Automobile heraussteuern will, aber plötzlich mnehält, als habe sie etwas entdeckt, was sie außerordentlich interessiere. „Ich bleibe noch!" winkt sie dem Parkwächter zu, der ihr hilfsbereit einen Weg aus dem Gewühl bahnen wollte, stellt den Motor ab und schlüpft schnell aus den Polstern. Schau, schau, denkt die sehr gut gekleidete Dame, streift die Wildlederhandschuhe über und eilt sich, um die zwei nicht aus den Augen zu verlieren. Nichtig, sie hat sich nicht getäuscht, das ist Karajan. Das Mädchen da ist ihr unbekannt. Aber Karajan ist es auf alle Fälle. Sieht gut aus, das hat sie mit einem -olta festgestellt. Sehr gut sogar! Und dann bleibt sie einen Augenblick stehen. Ob hier die rechte Gelegenheit ist, ihn auszuforschen. Charlie wartet auf Antwort, dringend und ungeduldig. Und ich habe ihm zu helfen. Natürlich. Aber warum klopft mir das Herz so? denkt sie. Ich habe Karajan einmal geliebt. Gut. Das ist lange vorbei. Es war schön, aber es war Wahnsinn l Ist bas jetzt nicht lange vorbei? Sicherlich. Uno doch klopft mir das Herz? Weil er dieses Mädchen bei sich hat, das so einfach aussieht wie eine Verkäuferin ober wie die Tochter eines kleinen Beamten? Lächerlich. Oder bin ich feige? Habe ich Angst vor meiner Aufgabe? Langsam geht sie hinter den beiden her. Jetzt steigen sie zur Terrasse hinauf. Wahrscheinlich wollen sie da oben Mittagbrot essen. Hm. Das ist eine vorzügliche Gelegenheit. „Ein Tisch an der Mauer! Schnell! Herbert! Schnell! Wir können geradeswegs ins Tal sehen!" Karola hat die günstige Gelegenheit zuerst erspäht, sie läuft wie ein Schulmädchen und zieht ihn hinter sich her. Aufatmend setzen sie sich. „Großartig!" lobt Karajan. „Du bist doch die Tüchtigere von uns beiden! Von Fabriken mag ich mehr verstehen als du, aber wie man zu einem anständigen Platz kommt, ich glaube, das Problem löst du wesentlich gewandter als ich." „Auch der männliche Verstand hat eben seine Grenzen!" „Werde nicht aufsässig, du ungeratenes Balg!" Das hört niemand außer ihr und sie lacht ihm selig ins Gesicht. Ungeratenes Balg ... das ist eine wunderschöne Liebeserklärung. „Auf alle Fälle sitzen wir hier ausgezeichnet und werden essen wie die Fürsten!" fährt er fort. „Mach dich recht breit, Mädel, wir wollen jeden wegekeln, der es wagt, sich an unfern Tisch zu setzen!" Sie essen mit dem gesunden Hunger junger Menschen, und keiner von beiden achtet auf die Frau, die sie vom Eingang her lange und eindringlich beobachtet. Irene überlegt noch immer, ob sie Karajan anreden soll; aber es erscheint ihr überflüssig und gefährlich zugleich, eine Szene heraufzubeschwören. Und was soll sie von ihm erfahren? Sie weiß jetzt, daß er in Dresden ist. Das genügt zunächst. Von seinen Plänen wird er ihr sowieso nicht viel erzählen. Langsam wendet sie sich, ohne gesehen worden zu sein, und geht zu ihrem Wagen. Charly wird schmunzeln, wenn ich ihm sage, was ich gesehen habe! denkt sie vergnügt und freut sich, ihm behilflich sein zu können. Lächelnd lenkt sie ihren Wagen aus der Reihe der parkenden Automobile. Inzwischen sind auch Karola und Karajan fertig. Sie marschieren nun noch ein Stück in die bizarre Wildnis der versteinerten Gärten des Elbsandstein- gebirge«. Sie haben sich bei den Händen gefaßt und sind fröhlich wie Kinder. Er treibt Schabernack wie eigene Gefährdung oder die anderer Verkehrsteilnehmer ausschließt. Abgesehen davon, daß er sich anderenfalls strafbar macht. Signalglocke, beide Bremsen, die Beleuchtung, alles hat in Ordnung zu sein. Die Dunkelheit birgt für den Radfahrer besondere Gefahren: Oft wird er zu spät erkannt. Das Katzenauge ist als Schutzmittel nicht mehr ausreichend. Aus diesem Grunde soll es durch den T r e t st r a h - (er — so nennen wir mit einem deutschen Wort den „Pedal"-Rückstrahler — ersetzt werden. Unbegründete Bedenken. Der Tretstrahler hat sich als wesentlich besser er» wiesen und stellt die denkbar beste Sicherung des Radlers dar. Auf über 25 000 Fahrkilometer wurden Versuche angestellt, die ohne Ausnahme die erwarteten, in jeder Hinsicht befriedigenden Ergeb» nisse brachten. Bedenken, die da und dort nuftraten,. daß je nach der Fußstellung die Wirksamkeit ausgeschaltet werden würde, oder aber mangelnde Sauberkeit — die jeder Radler vermeiden wird — sie beeinträchtige, haben sich als unbegründet herausgestellt. Welche Räder müssen Tretstrahler haben? Aus Grund dieser Erfahrungen sollen die Tretstrahler für alle Fahrräder eingeführt werden. Zunächst besteht die gesetzliche Pflicht zur Anbringung nur für die Räder, die feit dem 1. Oktober 1938 neu in den Verkehr kommen. Für die schon länger im Verkehr sich befindenden Räder ist aus produktionstechnischen Gründen die Anbringung zwar noch nicht angeordnet, es ist aber der ausdrückliche Wunsch des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei, daß die Anschaffung im Interesse einer erhöhten Verkehrssicherheit freiwillig schon jetzt erfolgt zum Schutze der Radfahrer und der anderen Verkehrsteilnehmer. Eine Sonderregelung wurde für die Rennräder getroffen, die nur dann mit Tretstrahler ausgerüstet sein müssen, wenn sie im Straßenverkehr gefahren werden. Die zehn pflichten für Radler. Dor einiger Zeit hielten die Verkehrspolizisten jeden Volksgenossen an und überreichten ihm ein Merkblättchen mit den „Zehn Pflichten für Radfahrer". Man hat es inzwischen verlegt oder fortgeworfen. Man lernt ja so schnell, nicht wahr ...?" Trotzdem soll man Gelerntes ab und zu wiederholen. Zum eigenen Vorteil! „Scharf rechts am Rand der Fahrbahn fahren!" Tust du das wirklich immer? Oder schlüpfest du nicht hier und dort zwischen Automobilen und Straßenbahnen unschön in der Mitte durch ...? „Grundsätzlich nicht nebeneinander fahren!" Ein Schwätzchen mag sehr erbaulich sein; aber Lastwagenräder, die einen durch eigene Schuld überfahren, sind es nicht, daran denke, wenn Kamerad Fritz dir ganz schnell noch die Sache mit Müllers erzählen will! „Die ßenfftange ft e t s sestha11en , Füße auf den Pedalen lassen!" Du lieber Himmel; wieviel Jongleure gibt es eigentlich? Man sehe sich einmal um; Schuljungen leisten Erstaunliches darin — allerdings, einmal kommt das bittere Ende! „N u r bei ausreichendem Platz überholen!" „Nach links in weitem und nach rechts in engem Bogen einbiegen!" Auch das ein großer Junge, versteckt sich in den unmöglichsten Winkeln, narrt sie, kurz, ist glücklich und verliebt. Sie läßt alles lächelnd geschehen und freut sich ihres großen Jungen. Dollgetrunken mit Sonne und Bergluft kehren sie am Abend zu dem Dampfer zurück. Als sie auf dem Schift stehen, mitten unter den vielen Menschen, die nach Haus fahren, küßt cr plötzlich ihre Hand, ganz irnpulfiv. Ganz aus sich heraus. „Du darfst mich nie verlassen, Karola", sagt er leise. „Ich habe keinen Menschen als nur dich allein/* Ganz fest erwidert Karola den Druck seiner Hand. Was auch kommen mag, immer wird sie auf seiner Seite stehen, fest und unbeirrt. Sie wird keinen Richter anerkennen als ihr Herz. „Niemals", sagt sie, „niemals!" und spürt seinen Ring an ihrem Finger, den Ring, den seine Großmutter schon trug. Schön war der Tag, schön wie die festliche Stadt, die sich nun naht, die in ihrer heitern Schönheit ihre Gäste immer empfängt wie eine fröhliche Frau, die auf uns wartete. Als Karola am späten Abend den schmalen Plad der Plattleite hinauftteigt, ist sie sehr glücklich. Sie weiß, wie Karajan sie liebt, er wird sie immer lieben, auch wenn sie die Wahrheit sagen muß eines Tages. Das erfüllt sie mit einer heitern Ruhe, mit fröhlicher Gelassenheit. „Ich habe ihn getroffen!" Irene wirft die Handschuhe auf das Bett, den Hut dazu, dann schüttelt sie das dunkle Haar, daß es in breiten Wellen sich locker um ihr Gesicht legt. Seit drei Tagen wohnen sie in Dresden, wie immer in dem großen Hotel am Zwinger. Irene läßt sich die Festspielwoche der Oper nie entgehen. „Karajan?" fragt Meßdorf aus dem Schlafzimmer und fährt vom Bett auf, auf dem er rauchend und gelangweilt Zeitschriften durchblätterte. „Ja. Deinen so sehr gefürchteten Doktor Herbert Karajan. Ich traf ihn auf der Bastei mit einem Mädchen. Uebrigens ein harmloses Ding." Irene hört, wie ihr Mann sich schnell erhebt uni) zu ihr herüberkommt. „Also doch! Habe ich also doch recht gehabt. Der Bursche hat etwas vor!" Darin liegt viel Schärfe, Mißtrauen und eine leise Drohung. „Was hast du eigentlich mit Karajan zu tun?" (Fortsetzung folgt!) aufpassen. Schlafen kann vom Rade aus zu führen, ist wirklich ein unbeschrerb- lernt man, man muß nur NN Ile ein- i u i c i ii —. , , , „ ! <ßon anberen bis zu sieben Jahr-n ° u I e. n ° m b °, ° n Zu st and halten!" rlbstverständlichkeit, daß Veterinärmedizinische Gesellschast Gießen iel= heim auf dem 1900-Platz aus. Bei den Nachwuchsspielern der Vlauweißen wird es wohl noch nicht Deutsche Schwerathleten in Linderkämpsen Im Ringer: Deutschland — Estland SJ.Jport Wilke gegen den erfahrenen Sobkowiak und schließ- heimische lich auch von Büttner II gegen den großen Techniker abgeben. Czortek. Dom Leichtgewicht ab werden unsere Aus-1 Wirtschaft Srabänder zum Tode verurteilt Handballkämpse des Sonntags Aussichten. Kreisklasse. g getötet zu Mich en Ermitt- 4 des er» Ueberraschung riecht. — L v augenblicklichen Mannschaft in Katzenfurt sichten besser. Man rechnet mit sicheren Siegen von Nürnberg, Vogt und Runge, mit wahrscheinlichen von Murach und Baumgarten. licher Leichtsinn. . x .,91 ur ein Erwachsener darf ein 5ttno $ »■ 2 u" = zu einem Sieg reichen. Kurze Mcmnschaft der Spiel- *s a 3 0 . c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Markt- verlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe lebhaft. Bingel; Meh'ler, Menges, Wagner, Brenner, Döpfer. D gern Utz: Fch« L^ mutz d>- « Spielleitung immer noch auf den verletzten Seipp „ . . — cn«; x«» wnAmHA verzichten. Sein Fehlen wird sich in der Hintermannschaft etwas bemerkbar machen. Die Läuferreihe und der Sturm verfügen über em solides Können, so daß es dem Gegner schwerfallen wird, durchzustoßen oder aufzuhalten. Vor allem Die Schußkraft des Sturmes Dürfte dem gegnerischen Torhüter schwere Arbeit geben. Deren Sitz mitnehmen 1" Wer von den Radlern es jetzt noch nicht begriffen hat, daß ein Fahrrad keine Familienkutsche ist, auf der die ganze Familie unterkommt, lernt es nie. Und Die zehnte Pflicht: „D e t n F ahrra d st e t s in verkehrssicherem Das ist eine so dringliche ©eL, jeder, der sie außer acht laßt, Kopf und Kr^aen riskiert. n u- Wenn auch Rückschlüsse auf die Aussichten der einzelnen Mannschaften etwas verfrüht sein Dürften, so kann man dock) heute schon Übersehen, inwieweit sich Bewerber für den ersten Tabellenplatz in beiden Staffeln herausgeschält haben. Da ist in Der Staffel 4 zunächst Der MTV., Der in diesem Jahre eine recht gute Vertretung hervorgebracht hat, Da ist aber auch Die Luftwaffe, die als ernsthafter Anwärter gilt; von den anderen Mannschaften, Die bis auf Die beiden Marburger Vertreter ebenfalls günstig stehen, gar nicht zu sprechen. — In Der Staffel 5 ist durch Die höhere Zahl oer absolvierten Spiele Der Ueberblick naturgemäß weit eher möglich. Hier liegt Lützellinden mit einem Punkt vorn, dicht gefolgt von Dem Neuling Katzenfurt und Dem Tv. Hörnsheim. Die restlichen vier Vereine Dürften hier wohl kaum eingreisen können, weil sie bereits eine Reche von Verlustpunkten haben. Es wird also einen scharfen „Drei"kampf Lpd. Mainz, 10. Nov. Das Schwurgericht in Mainz hatte sich am Donnerstag mit Der Anklage gegen Den 25jährigen unverheirateten und geringfügig vorbestraften Heinrich Br abänder aus Mainz-Ginsheim wegen Mordes zu befassen. Nach dem gerichtlichen Eröffnungsbeschluß wurde der Angeklagte beschuldigt, am 9. August 1938 m Mainz-Ginsheim vorsätzlich Die siebenjährige A. K. mit U eb er! e gun g getötet zu haben. Auf Grund der staatsanwaltlichen Ermittlungsergebnisse wurde Brabänder diese Straftat als Sexualmord zur Last gelegt. Für die Haupt- Verhandlung war, dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend, die Oeffentlickkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen worden. Der Vertreter der Anklagebehörde sah nach eingehender Verhandlung einen Mord, also Die vorsätzliche und überlegte Tötung des Kindes, als erwiesen an und beantragte gegen Brabänder Die Todesstrafe unter Aberkennung Der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit, sowie die Einzichung Des zur Tat benutzten Messers. Der Verteidiger stellte Die EntscheiDung in das Ermessen Des Gerichts und begründet diesen Antrag mit Dem Hinweis, daß Die jetzt von den früheren Angaben teilweise abweichenden Erklärungen Des Angeklagten Die überlegte Begehung Der Tat zweifelhaft erscheinen ließen. Der Angeklagte wiederholte Die Behauptung, ef habe ohne lleberlegung gehandelt. Nach Der Beratung verkündet Der Vorsitzende folgendes Urteil: Der Angeklagte ist schuldig des Mordes im Sinne Des § 211 StGB, und wird deshalb zum Tode verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Das bei Der Tat benutzte Messer wird ein- gezogen. Die Kosten Des Verfahrens fallen Dem Angeklagten zur Last. . . Anschließend gab Der Vorsitzende eine eingehende Begründung des Urteils. Der Angeklagte nahm das Urteil mit völliger Ruhe auf. Frauen Vereinsmeisterschaftskämpfe Die Teilnahme ist für alle DRL.-Vereine, die das Frauenturnen pflegen, verbindlich. In Der Reichsklasse besteht jede Mannschaft aus fünf Turnerinnen; in allen übrigen Klassen ist die Stärke einer jeden Mannschaft auf vier Turnerinnen begrenzt. Für alle Klassen sind jedoch folgende Uebungen festgesetzt: Gymnastik (Haltungsschulung), Gymnastik (Hupf- übungen), Barren, Schwebebalken, Fechterkehre am Pferd, Korbballwurf. Die Gruppen-Ausscheidungs- kämpfe der bis zum 12. März ermittelten Gaumeister finden am 26. März statt. Die Vereinsmelster- schäft zwischen den vier Gruppensiegern wird am 22. und 23. April entschieden. Für Das Jahr 1939 ist nachstehende Gruppen-Einteilung getroffen worden: Gruppe 1: Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Nordmark. Gruppe 2: Schlesien, Sachsen, Mitte, Nieder- - KW MH Boxlanderkampf Deutschland — Polen. Eine Jublläums-Veranstallung unserer Amockeur- borer gibt es am Sonntag, 13. November, in Breslau. In Der Jahrhunderthalle geht es zum zehltten Male gegen unseren östlichen Nachbarn Polen, Den Gewinner Des Preises Der Nationen bei Den letzten Europameisterschaften in Mailand. Don beiden Seiten wird Der Kampf ernst genommen; jeder will siegen. Deutschland hat von Den bisherigen neun Begegnungen sieben gewonnen und nur zwei verloren. Ein weiterer Erfolg ist zu erwarten, aber bei einem Lokalderby jeden Optimismus zurück« stellen, zumal das Spiel noch auf dem Felde des VfB.-R. stattfindet. In diesem Kampf, der bestimmt bart und zähe durchgeftihrt wird, möge die belfere und beständigste Jugendmannschaft Sieg und Punkte daoontragen! Die Äugend Der Blauwerßen tritt m stärkster Aufstellung an. Eine gleich schwere Aufgabe bat Die Ib. schäft von 1900 zu meistern. Noch steht Die Ib.-Ju« genD Der Blauweißen am besten in der Gruppe II. Sollte sie es tatsächlich schäften, die I. Jugend von Teutonia" Watzenborn-Steinberg auf eigenem Gelände niederzukämpfen, dann wird sie mit dem Titelverteidiger Großen-Linden Schritt halten ton- Rhein-Mimische Börse. rMltagsbörse schwacher. Frankfurt a. M., 10. Nov. Die Börse zeiate j sich gegenüber kleinem herauskommenden Angebot । nur wenig aufnahmebereit, zumal Kaufaufträge ; wieder fast völlig fehlten. Der Aktienmarkt > war daher bei kleinsten Umsätzen weiter schwacher, wobei durchschnittliche Rückgänge von 0,50 bis 1 vom Hundert eintraten. Spater erfolgten in einzelnen Werten auf dem ermäßigten Stand kleine Rückkäufe, so daß eine teilweise Erholung vorlag. Die Gesamchaltung blieb indessen lustlos. Den stärkten Rückgang hatten AG. für Verkehr auf 121,50 125). Von Montanwerten stellten sich Hoesch auf 116,40 (118,25), Ilse Genuß auf 135,75 (137), Mannesmann auf 112 (112,50) und Verein. Stahl auf 107,13 bis 108 (109,40). JG.-Farben gaben zunächst auf 150,65 nach und erholten sich dann auf 151,50 (152,25). Maschinenaktien lagen bis 1 v. H. schwächer. Am Elekromarkt büßten Felten 1,25 v. H., Gessürel 1,50 v. H. und RWE. 1,75 v. H. em, ferner gingen Westdeutsche Kaufhof, Metallgesellschaft, Zellstoff Waldhof bis 1 v. H. zurück. Behauptet tagen Reichsbank mit 193,50. Arn Rentenmarkt war das Geschäft rul)ig und die Kursentwicklung weiterhin etwas unencheit- lich. Reichsaltbesitz 130,75 (130,90), anderseits Reichsbahn-VA. 126 (125,75). Der Pfandbriesmarkt lag ruhig und behauptet. Stadtanleihen bröckelten z. T. bis 0,25 v. H. ab, auch Industrie-Obligationen behaupteten nicht überall Die letzten Kurse. Im Freiverkehr nannte man Kämmunal-UmschulDung uno. 93,60, weiter nachgebend 4 v. H. Rentenbank- Ablösung auf 90,75 (90,90). Im weiteren Verlaufe stockte Das Geschäft nahezu vollkommen und die Kurse bröckelten eher etwas ab. Verein. Stahl 107,50 nach 108, Hoesch 116,75 nach 117, Mannesmann 111,25 nach 112, Reichsbank 193 nach 193,50 usw. Die erst später festgestellten Kurse lagen durchschnittlich 1 bis 1,50 v. H. ■ schwächer, Holzmann verloren 2 v. H. auf 151 und : Conti Gummi nach Pause 4,50 auf 202. Am Markt Der unnotierten Werte D'Ea e ,T8 I s “ 91 *• ** '9 * *3 ’rfi CH, s»*8 s । - tu „»cto1 I Das Fachamt Radsport arbeitet auf weite Sicht. Gilt es doch für die Olympischen Spiele 1940 in Helsinki geeignete Nachfolger für unsere Goldmedail- len-Gewinner Toni Merkens, Lorenz und Jhbe zu finden. In den nächsten Wochen werden etwa 20 unserer besten Nachwuchsfahrer in einem besonderen Lehrgang unter Leitung des Olympiatrainers Mar- ~~*-1—,<« tin Schmidt in Der Dortmunder Westfalenhalle ge- die etwa 150 Mark kosten soll. o r u ® E c 3 CR - «*-•”. “Sf. >!-«" Den zahlreiche westdeutsche Fahrer am Lehrgang Jugend. Tv. Holzheim—Tv. Hausen Tv. Lang-Göns—To. Grüningen Tv. Dornholzhausen—Tv. Hochelheim Tv. Hörnsheim—Tv. Lützellinden Tv. Krofdorf—Tv. Wißmar Tv. Garbenheim—Tv. Ätzbad) Tv. Wetzlar-Niedergirmes—Tv. Wetzlar. Handball-Großkampftag auf dem MTB.-Vlah. mto. 1 — £u Iroaffe I. Der kommende Sonntag bringt für Den Mto. eine außerordentliche Leistungsprobe. Nicht weniger als vier Handballmann schäften stehen im Kampf. Die beiden Jugendmannschaften spielen bereits am Vormittag. Beide werden ihr Aeußerstes ^ergeben müssen, wollen sie Den jeweiligen Gegner VsB.-R. unD Klein-Linden mit einer Niederlage nach Hause schicken. Während es der 1. Jugend gelingen sollte, ist Der Ausgang Des Treffens zwischen Der 2. und Mein-Linden ungewiß, da die Kampfstärke beider Sfotcrftttittibcn vc** ftoit. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachi mittag geichlojjen. geben, bevor Der Stafjelsieg vergeben werden kann. Hier und Da Dürften sich am nächsten Sonntag schon einige weitere interessante Treffen entwickeln, Die aufschlußreich sein können. Es roerDen spielen: MTV. Gießen—Luftwaffe Gießen Ockershausen—1900 Gießen Marburg—Heuchelheim Tv. Garoenheim—NieDergirmes Tv. Hörnsheim—To. Münchholzhausen Tv. Katzensurt—Tv. Wetzlar. Wenn auch Ockershausen zu Hause sicherlich stärker als auf fremden Plätzen ist, so wird es trotzdem nicht zu einem Sieg langen. Wir rechnen viel mehr Damit, daß Die Gießener Mannschaft sicher gewinnen wird. — Das gleiche gilt auch für Heuchelheim. Zwar sind Die Aussichten hier nicht ganz so groß. Zu einem knappen Vorsprung wird es aber trotzdem reichen. — Niedergirmes hat in Garbenheim keine Chancen, zumal die Mannschaft anscheinend auch etwas außer Tritt gekommen ist. — Wenn Hörnsheim nicht auf der Hut ist und nicht von vornherein auf Sieg spielt, sollte es Münchholzhausen gelingen, gleichauf zu bleiben und vielleicht ogar ein Ergebnis zu erzielen, Das nach herrschte Geschäftsstille bei tellweise rückläufigen Kurien. Dingler 100 bis 102 (100,65 bis 103), Katz & Klumpp 100 bis 102 (101 bis 102), Verein. Fränk. Schuh 77,50 bis 79 (78 bis 80), Ufa 85,75 (86,25). Tagesgeld uno. 2,25 v. H. Abendbörje ruhig und behauptet. Die Abendbörse nahm einen ruhigen Verlauf. Die Grundhaltung war auf Dem ermäßigten Stand behauptet. Soweit noch kleine Abgaben erfolgten, fanden sie eine willigere Ausnahme, da sich seitens der Kulisse etwas Rückkaufsneigung bemerkbar machte. Kundsd-aftsaufträge lagen noch kaum Dar. Die meisten Der nur wenig notierten Papiers lagen uiweränDert Von Montanwerten erholten sich Hoesch auf 117,50 (116,75), Mannesmann auf 112 (111,75); Buderus blieben mit 111,50 gehalten, während Verein. Stahl auf 107,75 (108) abbrödel« ten. Nicht ganz behauptet lagen auch JG.-Farben mit 151,13 (151,50). Etwas höher notierten Deutsche Erdöl mit 129,50 (129), AG. für Verkehr mit 122,25 (121,50), Gesfürel mit 137 (136,50) und Rheinmetall mit 137,50 (137,25). Sonst kamen noch bei unveränderten Kursen Adlerwerke mit 109,50, MAN. mit 143,25, BMW. mit 146,25, Moenus mit 127, Reichsbant mit 193, Commerzbank mit 114, Deutsche Bank mit 119,75 und Dresdner Bank mit 112,75 zur Notiz. Von Renten gingen Reichsaltbesitz wenig verändert mit 130,80 um, Farben-Bonds waren zum Mittagsturs von 120,75 gefragt. ii. a.