Nr. 109 Erste? Matt 188. Jahrgang Mittwoch. 11. MaN938 Lrlchelni »üglich, nutzer Sonniaqs und Feiertags Betlagen Die Illustriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$-.8e$ugspret$: Mit 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üenifprechanfchlüfie unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätzdruckerei R. Lange in Gießen. 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Der Bahnhof zeigte sich im Schmuck großer Fahnentücher in den deutschen und italienischen Farben, Goldbänder. Tannengewinde und Lorbeerbäume. Zur Begrüßung des Führers waren der italienische Generalkonsul Minister Pittalis und zahlreiche Mitglieder der italienischen Kolonie erschienen. Sofort nach der Ankunft entstieg der Führer dem Zuge und schritt langsam die Front der Ehrenkompanien und Ehrenformationen ab. Gauleiter Adolf Wagner hob in einer kurzen Ansprache an den Führer die weltpolitische Bedeutung der Jtalienreise hervor. Der Führer begab sich dann nach kurzer Verabschiedung von Gauleiter Wagner und den anderen zum Empfang anwesenden Herren wieder in den Wagen. Der Präsentiermarsch ertönte. Von neuem brausten die Wogen des Jubels empor. Sprechchöre baten den Führer, sich zu zeigen. Bald erschien der Führer wieder am Fenster und grüßte dankend nach allen Seiten. Langsam setzte sich der Zug Punkt 12.20 Uhr in Bewegung. 3n der Stadt der Reicksparteitaae. Nürnberg, 10. Mai. (DNB.) Ein besonders herzlicher Empfang wurde dem Führer in der Stadt der Reichsparteitage bereitet. Mit Fahnen und Tannengrün war der Bahnsteig festlich geschmückt. Eine Ehrenkompanie Flieger sowie Eyrenstürme sämtlicher Gliederungen der Bewegung hatten zu beiden Seiten der Gleise Aufstellung genommen. Hitler-Jugend und BDM. stand dichtes Spalier bis weit über die Bahnhofshalle hinaus. Unter brausenden Heil-Rufen fuhr kurz nach 14.45 Uhr der Sonderzug ein. Gauleiter Julius Streicher hieß den Führer herzlich willkommen. Der Führer begrüßte die Männer der Partei, des Staates, der Wehrmacht und den faschistischen Ortsgruppenleiter. Immer wieder scholl ihm der Jubel der begeisterten Volksgenossen entgegen. Nach zehn Minuten Aufenthalt fuhr der Sonderzug weiter. Vom Fenster dankte der Führer-für den herzlichen Empfang. 3n Leipzig von brausendem 3ubcl empfangen. L e i p z i g, 10. Mai. (DNB.) Schon mehrere Stunden vor der erwarteten Ankunft Adolf Hitlers drängten sich die Menschen in der Riesenhalle des Leipziger Hauptbahnhofs. Als kurz nach 20 Uhr der Zug einläuft, bricht der Jubel los. Der Führer wird vom Gauleiter Reichsstatthalter Mutsch mann sowie dem standortältesten Generalleutnant Weyer begrüßt. Auch die zur Zeit in Leipzig weilende Schwester des Führers nahm Gelegenheit, ihren Bruder zu begrüßen. Vor seinem Wagen unterhält sich der Führer dann noch einige Zeit Immer wieder bricht der Begeisterungssturm los. Da tritt der Führer an den Rand des Bahnsteiges und grüßt mit erhobener Rechten alle, die ihm von den zurück- fliegenden Bahnsteigen zujübeln. Generalseldmarschall Göring heißt den Führer in derReichshanptstadt willkommen. Berlin, 10. Mai. (DNB) Brausende Jubelstürme als Ausdruck der Liebe, herzlichen Freude und tiefen Dankbarkeit der ganzen Nation empfingen den Führer bei seiner Heimkehr von dem herrlich verlaufenen Freundschaftsbesuch im faschistischen Italien. Die Hauptstadt des Reiches hatte sich in ein wogendes Meer von Freude und Licht verwandelt. Ein leuchtender Farbenrausch erfüllte die Straßen und Plätze Ein Wald von Fahnen war über Nacht emporgewachsen. Hakenkreuzbanner und Fahnen des Imperiums wehten gemeinsam von den hohen Masten Ein herrlicher Frühlingsabend erhöhte die Feststimmung der Millionen, die dem feierlichen Einzug des' Führers entgegenharrten._ In dem Augenblick, in dem der Sonderzug des Führers, von Belzig kommend. Berliner Boden bei Wann fee berührte, entzündeten auf Signale der Stellwerke hin die NSKK.-Männer zu beiden Seiten des Geleises ihre Fackeln. Durch Lichtbänder in einer Länge von 17 Kilometer längs der Avus, vorbei am Banhnhof Grünewald über Jungfernheide und Moabit fuhr der Führer in die vom Jubel erfüllte Reichshauptstadt ein. Hinter den Fackelträgern, außerhalb des Bahndammes, standen in dichten Scharen die Berliner, um ihrem Führer den ersten Gruß zu entbieten. Aus dem Lehrter Jastubos. Alle führenden Männer aus Staat, Partei und Wehrmacht haben sich auf dem Mittelbahnsteig des Lehrter Bahnhofes versammelt, um dem Führer ihr herzliches Willkomm zu entbieten. Vom Diplomatischen Korps sind erschienen der, jugoslawische Gesandte Markovic, der ungarische Gesandte Sztojay. der italienische Geschäftsträger Botschaftsrat Graf Magistrat!, der italienische Generalkonsul Oberst Renzetti, der Landesgruppenleiter der Faschistischen Partei von Deutschland, Graf Ruggieri und Ortsgruppenleiter Savini. Don deutscher Seite sieht man zahlreiche Reichsminister und Reichsleiter, Stabschef Lutze, Korpsführer Christiansen, Reichsarbeitsführer Hierl, zahlreiche Staatssekretäre, Reichssportführer von Tschammer und Osten und Unterstaatssekretär Woermann mit zahlreichen Herren des Auswär-, tigen Amtes. Brausende Heil!-Rufe erschallen, als Generalfeldmarschall Göring auf den Bahnsteig kommt, auf dem sich weiter c'mgefunden haben: Generaloberst v. R u n d st e d t der Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos I mit zahlreichen Generalen des Heeres, der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, General S t u m p f f, Admiral Wißet, der Chef der Ordnungspolizei General der Polizei D a l u e g e, Generalmajor U d e t, Gruppenführer O f f e r m a n n in Vertretung des Korpsführers Hühnlein. Der Führer ist da! Schlag 22.45 Uhr fährt der Sonderzug in die strahlend erleuchtete Halle ein. Weithin leuchtet das silberne Hoheitszeichen an der Stirnseite der ersten Maschine, im Licht der aufflammenden Scheinwerfer glän'zt' weithin der goldene Lorbeer, der das schwarze Eisen der Lokomotive ringsum bedeckt. Als der Zug hält, schmettern als Willkommen der Berliner Jugend die Fanfaren der 400 Pimpfe. Dumpf dröhnen die Landsknechtstrommeln, ein ungeheurer Jubel durchtobt die Bahnhofsballe. Als der Führer seinen Wagen mit seiner Begleitung verläßt, wird er von Generalfeldmarschall Göring auf das herzlichste begrüßt. Der Führer schreitet dann die Front der Ehrengäste ab. Am Ende des Bahnsteiges begrüßt dann der Generalfeldmarschall den Führer in einer markigen Ansprache. Der Generalfeldmarschall führte aus: Mein Führer! Als heute morgen Ihr Zug die Grenze passierte, da strömte ein unendliches Glücksgefüht durch unser Dolf. Der Führer war heimgekehrt ins Reich! Von den Hausern und den Berghöfen Tirols, von den Städten und Dörfern Bayerns, den Bahnhöfen Thüringens und Preußens, überall hallte Ihnen dieser Jubel entgegen, eine einzige Manifestation der Begeisterung, der Treue und der Liebe zu Ihnen. Jehl erwartet Sie die Reichshaupt- stadt und in dieser Hauptstadt brandet noch einmal dieses Gefühl unsagbarer Liebe zu Ihnen empor. Das Volk hat mit atühendem Herzen verfolgt, wie Sie, mein Führer, in diesen acht Tagen bei dem befreundeten italienischen Volk zu Gast waren. Das deutsche Volk empfing die Ehren, die Ihnen, zuteil wurden, als eigene. Mit innigem Dankgefühl haben wir von der großherzigen Gastfreundschaft gehört, die der Kaiser und König Ihnen zuteil werden ließ. Mit Stolz und Bewunderung haben wir die gewaltigen Taten des Duce und feines Volkes miterlebt. Vor allem aber, mein Führer, haben die Herzen hier höher geschlagen, als Sie und der Duce in Morten die gegenseitige Freundschaft b e s i e g e l te n. Es ist kein Zufall, daß dieses Jahrhundert und diese Generation zwei solche gewaltige Staatsmänner erwachsen ließen. Und es ist auch kein Zufall, sondern die Fügung des Allmächtigen, daß diese beiden überragend großen Staatsmänner sich in gemeinsamer Freundschaft gefunden haben. Die Freundschaft beider Führer ist auch die Freundschaft der Völker. Wenn Sie, mein Führer, ewigen Frieden zwischen beiden Staaten verhießen, und der Duce es bestätigte, dann soll auch die Freundschaft beider Völker ewig sein. Und nun, mein Führer, danken wir Golt, daß Sie wohlbehalten zu uns zurückgekehrt sind. Wir begrüßen Sie miss unserem Schlacht- und Siegesruf: Unser geliebter Führer: Siegheil! Äonen umjubeln den Führer- Als der Führer dann aus dem Bahnhof heraustritt, empfängt ihn ein einziger Jubelschrei der Menge, Böllerschüsse ertönen, Raketen steigen auf. Der weite Platz ist in rotglühendes Licht getaucht, die Silhouetten der Häuser treten helleuchtend aus der Nacht hervor und spiegeln sich in dem Wasser der Spree. Der Führer begrüßt das Berliner Fascio, die Abordnungen italienischer Studenten und der Jugendoerbände, die ihm begeistert ihr „Eja eja alala" zurufen. Dann schreitet der Führer die Ehrenformationen der Luftwaffe, der Leibstandarte, der Polizei und der SA.-Standarte „Feld- herrnhalle" ab und besteigt seinen Wagen, lieber die Moltke-Brücke, die in feenhafter Beleuchtung erstrahlt, vorbei an den glanzvoll illuminierten Häusern, führt der Weg zum Königsplatz. veEerunosstürme öuf dem Migsplatz. Böllerschüsse und Farbenspiele. Den am Königsplatz Harrenden kündet der donnernde Salut, den das Flakregiment zu Ehren des Führers abschießt, die Ankunft des Führers. Die Böllerschüsse werden von dem lauten Krachen zahlreicher Signalbomben allerschwersten Kalibers übertönt. Glitzernde Raketen und funkensprühender Lichtregen steigen himmelwärts. Hundert mächtige Scheinwerfer schicken chre strahlenden Lichtbündel in die Höhe. Ein Lichtdom bildet sich über dem Köniqs- platz. In den Fenstern der weiß angestrahlten Gebäude um den Königsplatz glühen rote Lämpchen auf, während der Tiergarten mit seinen alten hohen Bäumen in ein sphärenhaftes Blau getaucht ist. Jetzt ist die Luft erfüllt von einem einzigen Schrei des Jubels. Der Führer fährt vorüber und grüßt seine begeisterten und dankbaren Berliner. Nun kracht ein Riesenfeuerwerk zum nächtlichen Himmel empor. Hoch auffteigenbe Kronen und knatternde Raketen in 40facher Verwandlung bilden ein einziges Flammenmeer. Riesige Lichftontünen in silbernen und goldenen Farben flammen in die Höhe. Strahlenbündel in allen Farben leuchten empor. Mrchenprocht am pariser prah. Vom Balkonfenster des Hotels Adlon auf dem Pariser Platz sehen wir herunter auf das festliche Gewoge der freudig erregten Menschenmassen. Auf der Nordsefte der breiten Fahrstraße stehen die Ehrenkompanien der Wehrmacht, ihnen gegenüber die der fj. Ringsum schimmern in marmornem I Weiß die von goldenen Hoheitszeichen gekrönten , Lichtsäulen, leuchten die illuminierten Fensterreihen । der Häuserfronten, wehen die Fahnen des Dritten Reiches und der italienischen Nation. Zwei Mär- >chenbrunnen spenden dunkelgrüne Wasserfontänen Das von grünen Lichtfluten überaossene Viergespann der Siegesaöttin grüßt vom Brandenburger Tor, dessen wuchtige Torbogen mit blendenden Scheinwerfern angestrahlt sind. Das goldene Standbild der Siegessäule ist umgeben von einem flatternden Fahnenkranz. Ein funkelndes Lichtermeer blendet taahell über den Platz. Zwei gewaltige haushohe Wasserfälle, flüssiges Silber sprühend, umrahmen 150 Meter weit als tausendfältig schimmernde Feuerwände den Weg des Führers. Fassungslos vor Bewunderung stehen die Menschen im Banne des Schauspieles. Und nun kommt der Führer. Die Spannung löst sich in einem einzigen Jubelschrei. Die Hände recken sich empor, Taufende von Fähnchen werden geschwenkt. Ein Freudentaumel hat die Taufende gepackt, die jubelnd das Svalier der Ehrenformationen zu durchbrechen drohen. Langsam passiert der Wagen das Brandenburger Tor. während hoch am nachtschwarzen Himmel ungezählte Raketen in Gold. Grün, Rot und Weiß aufblitzen. Märchen- wunder wie aus „Tausend und eine Nacht". Der Gruß der Mhelmstraße. 300 Flaggenbomben. Ein unbeschreiblicher Jubelsturm umbraust den Führer auch auf der letzten Wegstrecke im Regierungsviertel. Die Wilhelmstraße und der Wilhelm- platz, in ein Meer von Flaggen getaucht und durch Scheinwerfer taghell erleuchte*, hallen wider von den tosenden Heil-Rusen der Massen, die die Fahrbahn 5 * < ,v. ’ Berlin für den Führer geschmückt. Unser Bild zeigt einen Fahnenturm vor dem Lehrter Bahnhof. — (Scherl-Bilderdienst-M.) in undurchdringlichen Mauern umsäumen. Wenige Minuten, nachdem der Wagen des Führers unter den Ehrenbezeigungen der Wache in den Vorgarten der Reichskanzlei eingebogen ist, werden im Garten des Reichspropagandaminlsteriums unter gewaltigem Krachen 300 Flaggenbomben abgeschos- (en, aus deren Fallschirmen sich in beträchtlicher Höhe schnell hintereinander die Flaggen des Reiches entfalten. Das prächtige Schauspiel wird von der Menge mit begeistertem „Ah" ausgenommen. Vom Winde abgetrieben entschwinden die leuchtenden Flaggen bald den Blicken der Massen in der Innenstadt. Sprechchöre rufen den Führer. Der Führer hatte kaum die Reichskanzlei wieder betreten, da brachte auch schon die Menge auf dem Wilhelmplatz in unaufhörlichen Sprechchören ihren Wunsch zum Ausdruck, den Führer nun auch a u f dem B a 1 k.o n der Reichskanzlei zu sehen. Der Jubel der Massen steigert sich zum Orkan, als der Führer auf den Balkon heraustritt und die Massen grüßt. Zur übergroßen Freude der Massen erscheint der Führer nach kurzer Zeit wieder auf dem Balkon, um den Vorbeimarsch der Ehrenformationen, der SA.-Standarte „Feldherrnhalle" und der Wachtruppe Berlin abzunehmen. Und um Punkt 24 Uhr wurde der dringende Herzenswunsch der Tausende auf dem Wilhelmplatz noch einmal belohnt: Der Führer zeigte sich zum letzten Male an diesem Tage auf dem Balkon, um den Berlinern für den überwältigenden Empfang zu danken, den sie ihm bereitet hatten. Dann schlossen sich hinter ihm die Balkontüren. Ein ereignisreicher Tag fand seinen Abschluß. Alle Dienflgebäude flaggen! Berlin, 10, Mai. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister dsss Innern gibt bekannt: Anläßlich der Rückkehr des Führers und Reichskanzlers aus Italien flaggen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich von Dienstag, 10. Mai, bis auf weiteres. Der Schluß der Beflaggung wird noch bekanntgegeben werden. r/ V i In Bukarest wurde die Internationale Aka- de wie für ärztliche Forschung mit dem Sitz inBer 1 in begründet. Präsident der Akademie mit dem Titel „Rektor" wurde Geheimrat Professor Dr. Bor st (München). — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oer Allgemeine Deutsche Bankiertag. Das deutsche Bankwesen steht wieder auf einer gesunden Grundlage. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Am Dienstag wurde in der Krolloper der Allgemeine Deutsche Bankiertag 1938, der erste Bankiertag im Dritten Reich, eröffnet, der ein wirklich deutscher Bankiertag ist, weil nur Reichsbürger im Sinne des Gesetzes teil- nahmeberechtigt sind. Insgesamt 1045 Anmeldungen sind auf dieser Grundlage erfolgt. Reicksbankpräsidenl Or. Schacht erinnerte an seine Worte auf dem Bankiertag in Köln im Jahre 1928, die er damals in schroffem Gegensatz zu den Politikern jener Zeit ausgesprochen habe: „Die Hoffnung auf aus Ian- d i s ch e H i l f e ist ein Aktivum, das ich n i ch t m 11 einer einzigen Mark in meine Bilanz einstellen möchte. Dagegen ist das Vertrauen in die eigene Kraft ein Aktivum, das lOOprozen- tig bei uns zu Buche stehen muß." Heute nach zehn Jahren könne er feststellen, daß sein damaliger Bilanzierungsgrundsatz der richtige gewesen sei. Er habe die deutsche Auslandsverschuldung nicht nach dem Deflationsrezept der herrschenden Lehrmeinung behandelt, bei dem das deutsche Volk verhungert wäre, sondern er habe den Auslandsgläubigern ihre eigene Verantwortlichkeit vor Augen geführt. Ihre Abwertungspolitik habe er nicht mitgemacht, sondern unseren Devisenschutz- panzer ausgebaut. Sein „Neuer Plan" habe einen großen Teil des Welthandels auf unsere Bedürfnisse umgestellt. , , „Unsere Zeit steht unter staatlicher Dirtschaftstenkung und deshalb führt jede Theorie, die eine andere Grundlage hat, unweigerlich in die Irre." Die deutschen Banken seien in die Organisation der staatlichen Dirtschaftslenkung eingegliedert und hätten innerhalb dieses Bereiches wertvolle Leistungen aufzuweisen. Man sehe, daß die Frage der Verstaatlichung des Bankwesens überflüssig war. Wichtig dagegen sei eine straffe staatliche k r e d i t a u f s i ch t und die innere Durchdrin- gung des VankweseUs mit der Idee vom Dienst am Volksganzen gewesen. Eine staatliche Wirtschaftslenkung ohne Zwang fei nicht durchführbar. Dieser Zwang dürfe aber nur zu einer gesunden und lebensfähigen Wirtschaftsordnung führen, nicht zu einem schematischen Wirtschaftsbürokratismus. Es habe ihn mit einiger Sorge erfüllt, wie sehr die deutschen Banken im Zuge der Rüstungsfinanzierung ihr Geschäft auf den Kredit des Staates ausgebaut und wie wenig fie es auf eigenes Ri.fi ko betrieben hätten. Erfreulicherweise hätten die Finanzierungsmethoden des Dierjahresplanes wieder in stärkerem Maße dahin geführt, daß die Banken die Verantwortung für ihr Kreditgeschäft selbst zu tragen hatten. „Eigeninitiative", so schloß Dr. Schacht, „und Selbstverantwortung sind von jeher Lebenselemente gewesen und sie sind es heute noch; wer sie aufgibt, gibt sich selbst auf." Ministerialdirektor Lange betonte im Auftrage des Reichswirtschaftsministers Funk, daß sich die Banken bei der Durchführung des Dierjahresplanes erfolgreich eingesetzt haben. Die Finanzierung der Vorhaben des Vieriahres- planes konnte daher, von vereinzelten Maßnahmen abgesehen, ohne Inanspruchnahme staatlicher Mittel erfolgen. Ein neues Problem sei die Kapitalversorgung der österreichischen Wirtschaft. Auch hier hätten sich die Banken entschlußfreudig eingeschaltet. Es werde anerkannt, daß die Banken bei der Placierung der R e i ch s a n l e i h e n vollen Erfolg zu verzeichnen haben. Dankend anzuerkennen seien ferner die Dienste, die die Banken dem deutschen Außenhandel unter den schwierigen Bedingungen der Devisenbewirtschaftung leisten. Befürchtungen, daß es beabsichtigt sei, die Realkredit- institute mit ihren wertvollen Erfahrungen allmählich zum Absterben zu bringen, seien völlig unbe- gründet. Bei der Krediteröffnung dürfe es nicht allein entscheidend sein, ob der Kreditnehmer kreditwürdig sei, sondern ob darüber hinaus die Mittel auch der Erfüllung lebenswichtiger volkswirtschaftlicher Aufgaben dienen. Dies gelte in besonderem Maße bei Betriebsausweitungen, um Fehlinvestition zu vermeiden. Mit anderen Worten, die Banken müssen künftig mehr denn je bei aller Wahrung privatwirtschaftlicher Gesichtspunkte ihr Handeln von den übergeordneten nationalwirtschaftlichen Gesichtspunkten ableiten bzw. bestimmen lassen. von Adolf Kraemer, Geschästsführer des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte. Wie sieht es in derWirtschastaus? Die Achse Berlin —Rom ist nicht nur geopolitisch und geschichtlich bedingt, sie ist auch wirtschaftlich in einer Weise untermauert, daß sich wohl sagen läßt, daß es hier gar keine Gegensätze gibt. Der Hinweis darauf, daß beide Länder nicht über alle industriellen Rohstoffe verfügen, dringt nicht durch, denn dieser Mangel ist auch für England und Frankreich gegeben, für Frankreich sogar in einem noch viel höheren Maße als für Deutschland und Italien. Vorn Gesamtaußenhandel betrug der Anteil Italiens bei der Einfuhr im Jahre 1937 rund 221 Millionen Mark, während umgekehrt Deutschland nach Italien für 311 Millionen Mark verkaufte. Oesterreich bezog 1937 aus Italien für 289 Millionen Lire, feine Ausfuhr nach Italien stieg sogar auf 631 Millionen Lire. Der Außenhandel Italiens erreichte 1937 21,3 Milliarden Lire, darunter die Ausfuhr 7,8 Milliarden Lire, die Einfuhr 13,5 Milliarden Lire. Großdeutschland war bei der Einfuhr mit 3,2 Milliarden Lire, bei der Ausfuhr mit 1,8 Milliarden Lire beteiligt, was in dem einen wie dem anderen Fall fast an 25 v. H. heranreicht. Italien hat unter dem Einfluß der Sanktionspolitit die Grundsätze und Richtlinien seines Außenhandels insofern geändert, als es die Einfuhr auf das unbedingt Notwendige einschränkte, bei der Ausfuhr aber darauf bedacht war, gleiche Werte und Mengen einzutauschen. Italiens rÄrtschaftliche Entwicklung ist trotz Krieg und Sanktionen, also trotz starker Eingriffe von außen, an keiner Stelle rückläufig geworden, sondern hat mengenmäßig allgemein Angenommen. Die unmittelbare Verbindung Deutschlands mit Italien nach Wegfall der österreichischen Durchfuhr kann den Warenaustausch nur beleben, zumal beide Länder sich gegenseitig' etwas geben können, was ihnen fehlt. * Eine Reihe führender industrieller Unternehmun- gen der deutschen Wirtschaft haben ihre Jahresabschlüsse veröffentlicht, aus denen sich ersehen läßt, daß die Erträge und Reingewinne zum Teil sehr erheblich gestiegen sind. Die Ausschüttung von Dividenden konnte nicht nur erhöht, es konnte auch erreicht werden, daß auch solche industriellen Werke wieder Gewinne an die Aktionäre ausschütteten, die bisher jahrelang ertraglos arbeiteten. Besonders gut hat die Automobilindustrie abgeschnitten, denn einzelne Werke sind imstande, ihre Betriebsanlagen abermals erweitern zu können. Dabei macht sich überall ein Mangel an Facharbeitern geltend, was dazu führt, daß die Verfeinerung der maschinellen Technik noch weiter ausgedehnt werden muß. Ein Gradmesser dafür, ob eine Wirtschaft ge- sund ist, bildet die Zahl der Insolvenzen. Sie betrüg im April nur noch 174, um damit den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten zu erreichen. Selbst in den Jahren der sogenannten Hochkonjunktur betrug die Zahl der Konkursverfahren bis zu 10 000 und darüber im Jahr, während im Kri- senjahr 1931 nahezu 14 000 Insolvenzen angemeldet wurden. Also mehr als 1000 im Monat. Die Harpener Bergbau-AG., Dortmund, und ihre Tochtergesellschaft, die Essener Stein- / kohlenbergwer ke AG., Essen, konnten im Jahre 1937 die Leistungsfähigkeit ihrer Betriebe den wachsenden Anforderungen des Marktes an- paffen. Während die Förderung des Ruhrbergbaues im abgelaufenen Jahre im Vergleich zu 1936 um 18,84 v. H. anstieg, erhöhte sich bei Harpen, die damit sowohl das Ergebnis von 1929 als auch die bisherige Höchstförderung des Jahres 1913 mit 8,63 Millionen Tonnen überholte, die Förderung um rund 24 v. H. und bei Essener Steinkohle sogar um 26,21 v. H. Die Kokserzeugung ging um' 25,5 v. H. bezw. 27,78 v. H. herauf. Diese Leistung wurde dadurch ermöglicht, daß die Gesellschaften vorsorglich in den früheren Jahren Ausbau- und Vorrichtungsarbeiten unter Tage durchgeführt haben, die Arbeitsplätze für neue Gefolgschaftsmitglieder in kurzer Zeit schaffen ließen. So konnte die Gefolgschaft bei Harpen um 20 v. H. auf 23 242 Mann am Bilanzstichtag und bei der Essener Steinkohlenbergwerke um ebenfalls fast 20 v. H. auf 15 325 Mann erhöht werden. Hand in Hand mit dieser Steigerung der Produktion und Belegschaft ging ein verstärkter Ausbau auf allen Schachtanlagen Der Gesellschaft. Bei beiden Gesellschaften wurden 14,6 Millionen Mark in Anlagen investiert und zur Bewältigung der neuen Aufgaben auf dem Gebiet der Treibstoffoersorgung die Chemischen Werke Essener Steinkohlen-AG. gegründet. Mit der Aufwärtsentwicklung des Beschäftigungsgrades hat aber der wirtschaftliche Erfolg nicht völlig gleichen Schritt gehalten. Da sich aber das Bild der Erlösentwicklung günstiger gestaltet hat, zeigt die Ertragsentwicklung ein befriedigendes Ergebnis, das in einer Steigerung der Dividenden um 0,5 v. H. bei beiden Gesellschaften zum Ausdruck kommt. Don Jahr zu Jahr dehnt sich die Ruhrgas- A G. in Essen stärker aus. Da seit 1933 auf Grund der gesteigerten Roheisenerzeugung dauernd mit erhöhten Kokereigasmengen gerechnet werden konnte, wurden wichtige Leitungsverläügerungen geschloffen, für die ein Betrag von insgesamt 18,5 Millionen vorgesehen war. Im Jahre 1937 wurde ein großer Teil des Bauprogramms durchgeführt. 158 Kilometer Leitungen wurden neu verlegt. Mit Ausnahme eines Bankkredits von 5,5 Millionen Mark fortnte die Ruhrgas das Programm mit eigenen Mitteln durchführen, obgleich in den vergangenen Jahren die Dollaranleihe verstärkt getilgt wurde. — Der Absatz stieg auf 2,35 (2,03) Milliarden Kubik- meter. Die Steigerung entspricht etwa der Zunahme der Kokserzeugung des Ruhrgebiets. Das Betriebsergebnis stieg entsprechend dem höheren Absatz. Der Reingewinn blieb jedoch unverändert, da die Steuern und Abgaben inzwischen gleichfalls gestiegen waren. Der Absatz hat sich im lausenden Jahr weiter erhöht und es wurden an einzelnen Tagen bis zu 8,4 Millionen Kubikmeter Gas abgegeben. * Der Geschäftsbericht des Westdeutschen Zementverbandes, der „Westzement", in Bochum wirft nicht nur ein neues Licht auf die weitere starke Aufwärtsentwicklung der Zementindustrie im verflossenen Jahre, sondern gibt doch einen guten Ueberblick über die besonderen Verhältnisse, unter denen die Zementwerke in Westdeutschland arbeiten. Bei einem Gesamtabsatz der deutschen Zementindustrie von 12,47 (i. D. 11,53) Millionen Tonnen im Jahre 1937 stieg der Jn- landversand der vier deutschen Zementverkaufsverbände um 6,10 v. H. auf 10,91 (10,28) Millionen Tonnen. Der Gesamtumsatz der „Westzement" nahm etwas stärker zu, nämlich um 10,91 v. H. auf 3,03 (2,73) Millionen Tonnen. Der Absatz im Gebiet der „Westzement" betrug 1,83 (1,46) Millionen Tonnen, der gesamte Jnlandabsatz des Verbandes 2,87 (2,58) Millionen Tonnen. ZdR. Die deutsche Ernährungswirtschaft, als der vom nationalsozialistischen Neuaufbau am frühesten und am stärksten erfaßte Sektor unseres öffentlichen Lebens, hat sofort nach dem Umbruch schlagartig den Einsatz qualifizierter Fachkräfte benötigt. In der Symphonie der Zusammenarbett von Führung und Gefolgschaft in der bäuerlichen Selbstverwaltung fand insbesondere der Diplom- l a n d w i r t ein ungewöhnlich vielseitiges Arbeitsgebiet. Der Einsatz von Diplomlandwirten stieg ganz allgemein in der öffentlichen und in der privaten Verwaltung sehr bald über das Maß hinaus, das aus dem großen Reservoir brachliegender und unbefriedigt genutzter Kräfte aus der Zeit vor dem Umbruch vorhanden war. Dazu kam, daß die Lenkung dieses Einsatzes dadurch erschwert wurde, daß Di^omlandwirte wiederholt aus gegebenen Anlässen (Relchsnährstandsaufbau, Reichsbodenschätzung, Er- Weiterung des Unterrichts- und Deratungswesens) mehr oder minder sporadisch abgesetzt werden mußten. Heute mangelt es im Ernährungssektor überhaupt an qualifizierten Fachkräften. Insbesondere aber beginnt von Jahr zu Jahr ansteigend der Mangel an praktisch und wissenschaftlich d urch ge b ild e te n Diplomlandwirten Ausmaße anzunehmen, die zu ernster Besorgnis Anlaß geben. Wenn auch die ungewöhnliche Viel- eitigkeit der Berufe des Diplomlandwirtes.und ein besonderer Mangel an verwendbarem Quellen- material die Feststellung des tatsächlichen Bedarfs erschwert, so läßt doch eine gewissenhafte Auswertung der Hochschulstatistik und der Berufsstatistik des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte (RDL). Rückschlüsse auf den voraussichtlichen Bedarf zu, die der Wirklichkeit weitgehend nahekommen werden. In den nächsten drei Jahren werden im Durchschnitt rund 400 Diplomlandwirte je Iahrbenötigt. Reservoirs sind nicht mehr vorhanden. Erwerbslose qualifizierte Diplomlandwirte in nennenswerter Zahl gibt es nicht mehr. Etwa 400 Diplomlandwirte, die in der Kartei des RDL. als „in unbefriedigter Stellung" geführt werden, er» Wie auf allen anderen Gebieten, so ist auch auf dem Gebiet des H a nd e 1 s s ch i f f b a u e s Deutschland vom internationalen Konjunkturrückschlag nahezu unberührt geblieben. Im Jahre 1932 war der Bau deutscher Handelsschiffe auf deutschen Werften auf knapp 100 000 Tonnen eingeschränkt, was 1933 zunächst noch nicht geändert werden konnte Dann aber setzte gewiß auch im Rahmen der internationalen Konjunktur ein Aufstieg ein, der aber bei Deutschland erheblich stärker war als bei allen anderen Nationen, mit Ausnahme von Japan. Deutschland baute selbst im Konjunkturjahr 1928 rund 250 000 Tonnen, England im gleichen Jahr 1,6 Millionen Tonnen, Japan nicht viel mehr als 100 000 Tonnen. Bis zum Jahre 1937, nach Ueberwinduna der Mrtschaftsdepression, hatte sich das Verhältnis in der Weise geändert, daß Deutschland über 400 000 Tonnen baute, England nur noch knapp 1 Million, Japan aber fast 500 000 Tonnen. Wichtig ist hierbei, daß der Bau von beut» scheu Schiffen auf fremden Werften von Jahr zu Jahr zurückgegangen ist, was der Leistungsfähigkeit der deutschen Schiffsbauindustrie entspricht. Deshalb bat auch der Schiffsbau auf deutschen Werften für f r e mb e Rechnung eine starke Zunahme erfahren, sowohl von Dampfschiffen wie von Motorschiffen. Ende 1937 waren für fremde Rechnung nicht weniger als 506 000 Bruttoregistertonnen. Die kürzlichen Veröffentlichungen des Germanischen Lloyd weisen ein Wachstum des deutschen Anteils an der Welthandelsflotte von 6,25 v. H. gegen 5,97 v. H. im Vorjahr aus. Wir haben heute wieder 4,16 Millionen Bruttoregister» tonnen (1933: 3,88) Handelsschiffsraum nir Verfügung, womit feit 1931 erstmals wieder die Vier- Millionengrenze überschritten worden ist. Der (9er- manrsche Lloyd schätzt, daß die Flotte bis Ende streben eine Aenderung vorwiegend aus Gründen der Berufssicherheit ober wünschen Uebergangs- und Ausbildungsstellen xu verlassen. Sie wirken damit nicht bedarfsnerminoernd. Somit wird der Bedarf ausschließlich aus dem Nachwuchs gedeckt werden müssen. Zur Zeit weist die Hochschulstatistik an den deutschen Universitäten unb der landwirtschaftlichen Hochschule' Hohenheim 1100 landwirtschaftliche Studierende aus. Von diesen UOO Studierenden stehen im ersten Studienjahr (1. bis 2. Semester) 254, im zweiten Studienjahr (3. bis 4. Semester) 294, im dritten Studienjahr (5. bis 6. Semester) 403. Weitere 152 stehen in höheren Semestern. Don der Gesamtzahl der im Reich Stu- dierenden werden erfahrungsgemäß 20 bis 30 v. H. auf eine Abschlußprüfung verzichten ober nach bestandenem Diplomexamen in den väterlichen oder in fremde Betriebe zurückwandern. Der Rest steht für die öffentliche und private Verwaltung zur Verfügung. Mithin fehlen: 1938 rund 70 bis 140 Diplomlandwirte. Das werden 1939 rund 130 bis 220 Diplomlandwirte und 1940 rund 150 bis 260 Diplomlandwirte fein. Dieser „geistigen Landflucht" in der Berufswahl muß unter allen Umständen und mit allen Mitteln entgegengearbeitet werden. Das deutsche Bauerntum hat trotz des Blut- ftroms», der traditionsgemäß zur Wehrmacht fließt, genügend wertvolle nachgeborene Bauernsöhne, die über eine höhere Schulbildung und über das landwirtschaftliche Studium zur Landwirtschaft zurückgeführt werden müssen. Notwendig ist hier vornehmlich zweierlei: Einmal in Zusammenarbeit aller hier interessierten Stellen eine starke ethische und moralische Werbung, und zum anderen von der Berufsseite her eine weitgehende berufliche Sicherung, insbesondere ein Ausbau aller Maßnahmen, die geeignet sind, es dem jungen Diplomlandwirt so frühzeitig wie möglich zu ermöglichen, nicht nur seinen beruflichen und agrar« politischen, sondern auch feinen bevölkerungspolitischen Pflichten Genüge zu leisten. dieses Jahres auf etwa 4,5 Millionen Bruttoregistertonnen angewachsen fein wird, womit sie dann nur noch rund 0,75 Millionen hinter dem Vorkriegsstand zurück fein würde. Bei dieser ganzen Entwicklung ist noch besonders zu vermerken, daß der Mangel an deutschem Schiffsraum zum Ankauf von nicht weniger als 31 Schiffen aus dem Auslande geführt hat. Ein weiterer Nachweis der Wirtschaftsbelebung liegt in der Entwicklung der Bankgeschäfte. Wenn wir kurz die Monatsbilanz überfliegen, zeigt sich an dem gesteigerten Geldbedarf deutlich die zum Teil schon früh begonnene Belebung, wie z. D. in der Landwirtschaft und in der Bautätigkeit. Gewiß haben die vielen um den März herum liegenden Zinsverpflichtungen und sonstigen Zahlungsverpflichtungen zu diesem Auftrieb wesentlich beigetragen. Diel bemerkenswerter und charakte- ristischer ist jedoch die Tatsache, daß trotz des Geldbedarfs der Kundschaft die Einlagen überwiegend und sogar kräftig gestiegen sind. So haben sie bei allen Instituten zusammen um mehr als eine Diertelmilliarde zugenommen, was neben der günstigen Sparkasseneinlagen-Ent- wicklung der beste Beweis für die Auftriebskraft der Kapitalbildung ist. Der Rückgang der Wechselproteste läßt die fortschreitende Besserung erkennen. So zeigt sich schon an der Entwicklung im Februar (die März-Statistik liegt noch nicht vor), daß der Rückgang der Zahl nach 3,1 v. H., der Geldsumme nach 5,3 v. H. beträgt gegenüber dem Dormonat. Auch sank der Durchschnittsbetrag je Protestwechsel auf 132 Mark gegen 135 Mark ttn Januar. Ziem- lich unverändert ist dabei das Bild, wonach die meisten Wechselproteste im Bereich von 50 bis 500 Mark liegen, während der prozentuale Beteiligungsabfall höherer Wechsel jäh und auffallend ist. Die feindlichen Brüder. Von unterem G. $.x / WTM M Stadttheater Heute|Donnerstag^H 19.30—22 Uhr Versprich mir nichts Preise: RM. 0.60-3.00. 20—22 Uhr Außer Miete! Einmaliges Gastspiel des Ballett Raimonda vom Prince of Wales u.Empire Theatre London Preise: 3222D RM. 0.60-3.00. Furchtbares Explofionsungluck in einem englischen Bergwerk. Bisher 78 Todesopfer und zahlreiche Verletzte. aktionen haben die nationalfpcmischen Truppen ihre Stellungen vorverlegt.-Im Nordosten von Alliaga wurde die Ortschaft Montoro de Mezquita besetzt. Der an der Küste bei Alcala de Chisvert operierende Flügel drang ebenfalls weiter vor. An der Katalonien-Front versuchten die Bolschewisten im Pyrenäen-Abschnitt bei Llavorsi einen Gegenangriff, der ohne Mühe abgewiesen wurde. * Der französische Oberkommissar für Syrien, Graf Martell, wird zum 1. Juli 1938 ab- berufen werden. Als Nachfolger werden General Huntzinger und General Weigand genannt. Mit der Ratifizierung des syrisch-französischen Vertrags soll vor diesem Wechsel nicht zu rechnen sein. Der holländische Iustizminister hat angeordnet, daß alle Flüchtlinge fortan als unerwünschte Ausländer anzusehen seien. Als Flüchtling ist jeder Ausländer zu verstehen, der aus dem Zwang der Umstände sein Heimatland oder ein Gastland verläßt. Auf die Höhe seiner Geldmittel soll keine Rücksicht mehr genommen werden. Aus aller Welt. Neue Arbeitsbeschaffungslotterie der NSDAP. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Der Reichsschatzmeister der NSDAP, hat eine L o s b r i e f g e Idiot t e r i e zur Gewinnung von Mitteln für die Arbeitsbeschaffung der NSDAP, genehmigt. Die Gesamtgewinnsumme beträgt 3 600 000 RM. Es gelangen 3135 000 Gewinne und 335 Prämien zur Verteilung. Die Z i e h u n g der Prämien findet a m 31. August 1938 in München statt. Der Vertrieb der Lose auf öffentlichen Straßen und Plätzen sowie in Gast- und Vergnügungsstätten ist gestattet. Das litauische Ostseebad polangen einer Brandkatastrovhe zum Opfer gefallen. fiorono, 10. 7Nai. (DNB.) In der Pfarrei des litauischen Ostseebades Polangen brach Dienstag vormittag ein Brand aus, der sich bei starkem Wind sehr rasch ausdehnke. In kurzer Zeit stand ein ganzer Strahenzug in Flammen. Gegen 12 Uhr waren bereits -die Post, die Pfarrei und gegen 40 Gebäude einge äschert. Polangen ist der größte litauische Kurort, in dem in den Sommermonaten 30 000 bis 40 000 Badegäste weilen. Auch der litauische Staatspräsident pflegte seinen Sommerurlaub dort zu verbringen. Das Grohfeuer dauerte bis in die späten Nachmittagsstunden. Dreiviertel des Ortes und ein großer Teil der Sommerhäuser wurden e i n g e ä s ch e r t. Die Feuerwehren waren dem Brand gegenüber nahezu machtlos, da während der ganzen Zeit Windstärke 6 herrschte, so daß das Feuer sprunghaft von Haus zu Haus Übergriff, Die Litauische Telegraphcnagentur meldet il a.: 120 Wohnhäuser, die Post, das Gymna- sium, die Pfarrei, einige Volksschulen und die meisten Läden sind vernichtet. Das Feuer war durch einen Schornsteinbrand in der Pfarrei entstanden. 1500 Personen sind obdachlos geworden. Der Schaden wird auf über zwei Millionen Lit geschäht. Verluste an Menschenleben sind anscheinend nicht zu beklagen. Der Brand ist zur Zeit lokalisiert. Von den staatlichen Behörden sind sofort Maßnahmen zur Linderung der Not der Einwohnerschaft getroffen worden. Internationales Krauensportfest in Bad-Nauheim. Der Kreis Friedberg im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen führt in Form einer Abendoer- ansitaltung auf der v. Tfchammer-und-Often-Kampf- bahn in Bad-Nauheim am 29. Juni ein großes Internationales Frauensportfest durch. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange. Zur Austragung ge- lanoen: 100-MeterLauf für Frauen; 100-Meter-Lauf für Mädchen; Hochfprunq für Frauen, Weitsprung für Frauen; Kugelstoßen für Frauen; Diskuswerfen für Frauen; 80-Meter-Hürdenlauf für Frauen; 4X100-Meter-Staffel für Frauen (Vereinsmannschaften) ; 4X 100-Meter-Staffel für Mädchenmann- London, 10. Mai. (DNB.) Am Dienstagmorgen ereignete sich in dem Markham-Bergwerk in Duckmanton unweit Eheslerfield in dem Augenblick eine Grubenexplosion, als 200 Bergleute ihre Nachtschicht beendet halten und ausfahren wollten. Die 200 Bergmänner wurden durch fallendes Gestein von den verschiedenen Schächten, die nach oben führen, eingeschlofsen. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Während der Rettungsarbeiten ereignete sich dne Zweite Explosion. Nach den letzten Mddungen sind 78 Bergleute ums Leben gekommen. Die Zahl der Schwerverletzten ist auf 46 gelegen. 40 weitere Bergarbeiter sind leicht verletzt. Das Schicksal der etwa 45 eingeschlossenen Bergarbeiter ist ungewiß. Man befürchtet, daß viele von ihnen durch Einsturz des Hangenden ver- schaften. Die sportliche Leitung liegt in Händen von Gausportlehrer Brox (Marburg) und der Kreis- fachwarte A. Langsdorf (Bad-Nauheim) und Hch. Lotz (Massenheim). Spazierfahrten mit fremden AutoS. Leichtsinnige Streiche jugendlicher Burschen. Lpd. Frankfurt a. M., 10. Mai. Sechs Burschen im Alter bis zu 18 Jahren hatten in den letzten Wochen in Frankfurt a. M., Bad Homburg und auf dem Sandplacken mit Autos und Motorrädern, die von ihren Besitzern ohne Aufsicht gelassen wor- den waren, Spazierfahrten unternommen.. Wenn der Betriebsstoff verbraucht war, ließen Jie die Fahrzeuge einfach stehen. Die Polizei hat jetzt die Täter, die geständig sind, fest^enornmen und | dem Jugendrichter zugeführt. Insgesamt waren 15 Autos und Motorräder entwendet worden, die jedoch alle wieder ihren Besitzern zugestellt werden konnten. Mit Streichhölzern gespielt. 40 000 Reichsmark Brandschaden. Lpd. D a r m st a d t, 10. Mai. Arn .Montagnachmittag entstand auf dem Hofgut Georgen- hausen ein Brand, der sich bald zum Groß- feuer entwickelte. Das Stallgebäude des Mittelbaues wurde völlig zerstört. Angrenzende Gebäude wurden teilweise ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte im letzten Augenblick gerettet werden. Der Schaden wird auf 40 000 RM. geschätzt. Das Feuer entstand durch einen sechsjährigen Jungen, der mit Streichhölzern gespielt hatte. hundertjähriges Bestehen des Deutschen Vereins in Valparaiso. Der Deutsche Verein in Valparaiso beschloß am Gründungstage, das dreitägige Festprogramm aus Anlaß seines hundertjährigen B e st e h e n s mit einem. Festessen, an dem u. a. der Landesgruppenleiter, der Ortsgruppenleiter, der Generalkonsul. eine Vertretung der. Botschaft und sämtliche Mitglieder des Vereins teilnahmen. Staats- 'präsident Al es sand ri übermittelte seine Glückwünsche. Diese persönliche Aufmerksamkeit des Präsidenten legt Zeugnis ab von der hohen Kultur-, itellung der deutschen Vereine in Chile. In asten Reden wurde die deutsch-chilenische Freundschaft hervorgehoben und die deutsche Kulturarbeit in Chile gewürdigt. Auch die Presse hatte der Kulturarbeit des Deutschen Vereins in Valparaiso Sonderausgaben gewidmet. Erfolgreicher Zielstrecken-Segelflug. Der in der Reichssegelfliegerschule Homberg tätige NSKK.-Segelfluglehrer Erwin Kraft hat mit einem Z i e'l st r e ck e n fl u g, der ihn über eine 336 Kilometer lange Strecke vom Hornberg nach Linz in Oesterreich führte, eine neue Hornberg-Bestlerstung aufgestellt. Kraft durchflog die Strecke in 6 Stunden 45 Minuten in einer Höhe von teilweise über 3000 Meter. Bei seiner Landung in Linz wurde der schwäbische Segelflieger von seinen Kameraden aus der Ostmark mit großem Jubel empfangen._______ schüttel worden find. Zahlreiche Familien sind von dem Unglück sehr schwer betroffen, da sich vielfach mehrere Angehörige einer Familie im lln- glücksschacht befanden. Es war zwar einer Rettungsmannschaft gelungen, unter größten Schwierigkeiten eine telephonische Verbindung mit dem Un- glücksstollen herzustellen, aber seit Nachmittag antwortet niemand mehr. Daraus schließt man, daß keine Hoffnung mehr besteht, Irgendeinen der Verunglückten noch lebend zu retten. Obwohl aml- lich über die Ursache nichts bekanntgegeben wurde, kann man annehmen, daß es sich um schwere kohlen st aubexplosionen handelt. Alle Verunglückten, denen durch die Gewalt der Explosion die Kleider vom Leibe gerissen worden waren, haben zur Zeit des Unglücks gewaltige Stichflammen im Grubenstollen gesehen. Rätselhafter Leichenfund. Bei Jnstandsetzungsarbeiten im Hotel „Splendid" in der Stadt Dorohoi in der nördlichen Moldau (Rumänien) wurden unter dem Fußboden einer kleinen, dunklen Kammer im Keller des Hauses zehn Skelette von Menschen gefunden. Sie fanden sich nur mit einer 30 Zentimeter hohen Schicht von Sand bedeckt. Die Untersuchung ergab, daß es sich durchweg um junge Männer handelte, die zweifellos ermordet und in der Kammer verscharrt worden waren. Schon vor einiger Zeit waren im Hof des Hotels 16 Skelette ausgegraben worden. Damals war zwar aufgefallen, daß sie alle Verletzungen aufwiesen und mit einer Kalk- und Sandschicht überdeckt waren. Man hatte sich jedoch zunächst mit der Erklärung zufrieden gegeben, daß vor Jahren an der Stelle des Hotels ein Friedhof gestanden haben mochte. Vier englische Militärflugzeuge abgestürzt. Mit vier Flugzeugabstürzen, die insgesamt acht Todesopfer forderten, erlebte die englische Luftwaffe einen schwarzen Tag. Die Um glücksfälle ereigneten sich sämtlich im Süden Englands. Der erste Absturz wurde aus Huntington gemeldet, wo ein Offizier und zwei Mann den Tod sanden. Bei einem Unglück in God-Manchester fanden zwei« Offiziere den Tod. In der Grafschaft Lincolnshire stürzte ein Bomber ab. Von der dreiköpfigen Besatzung konnte sich nur einer durch Fallschirmabsprung retten. Schließlich wurde noch der Absturz einer Jagdmaschine in der Grafschaft Surret) bekannt. Dabei fand der Flugzeugführer den Tod. Unfälle bei der französischen Luftwaffe fordern sechs Todesopfer. Auf dem Militärflugplatz Lyon-Bron zerschellte ein mit fünf Personen besetzter Apparat bei Lande- übungen am Boden. Die Trümmer des Flugzeugs gerieten sofort i^ Brand. Alle fünf Besatzungsmitglieder tarnen ums Leben. — Bei Luft- manÖDern stießen zwei zur Flugbasjs Chartres gehörende Flugzeuge in vollem Flug zusammen. Während der Pilot 'des einen Flugzeuges sofort g e - tötet wurde, gelang es dem anderen im Fallschirm abzuspringen. Dabei wurde er aber schwer D,$ r letzt. Zwei Todesopfer eines Autobusunglücks. Auf der Reichsstraße bei Kirchen (Rheinprovinz) stießen in der Kurve ein aus Frankfurt kommender vollbesetzter Autobus und ein Lastwagen zusammen. Der Anprall war so heftig, daß beide Fahrzeuge in Trümmer gingen. Insgesamt wurden 16 Personen mehr ober weniger schwer verletzt. Zwei von ihnen — der 15jährige Walter Denker aus Niederschelden und der Fahrer des Autobusses Schupp aus Struthütten — sind kurz nach dem Unfall gestorben. Die übrigen Verletzten wurden in das Krankenhaus in Kirchen gebracht. Folgenschwere Kesselexplosion auf einem Ausflugsdampfer. An der Malchiner Anlegebrücke explodierte der Dampfkessel eines Demminer Ausflugsdampfers. Durch den Kesseldampf, der mit großer Gewalt in die Schiffsräume einftrömte, erlitten 23 Personen Verbrühungen an Kopf und Händen. 14 Ver. letzte mußten in das Malchiner Krankenhaus em« geliefert werden. Nach dem bisherigen (Ergebnis ber Untersuchungen besteht ber bringenbe Verbacht einer Fahrlässigkeit des Schiffseigentümers. Er wurde oerhaftet und in das Gerichtsgefangnis Malchin eingeliefert. Hochwasserschäden in karpalhorußland. lieber bem nörblichen Teil des Verchovina-Bezir- kes in Karpalhorußland ging ein heftiges Gewitter mit Wolkenbrüchen nieder, bas vier Stunden anhielt. Der Usch-Fluß und seine Zuflüsse stiegen stellenweise bis zu 2,70 Meter über- normal an. In- folgedessen strömten hohe Wasserfluten durch einige an ber Straße von Uschhorod nach Uschok liegende Gemeinden und richteten dort große Schäden an. Ein 14jähriges Mädchen wurde als L e i ch e geborgen, ein lOjähriger Knabe wird vermißt. Kunst und Wissenschaft. Eine bedeutsame Uraufführung beim Deutschen Reger-Fest 1938. Beim Deutschen Reger-Fe st 1938 wird am 28. Mai unter Leitung von Professor Dr. Fritz Stein ber erste Satz des „Regstiems" von Max Reger uraufgeführt werben. Dieser Satz ist von Reger bis zur letzten Note fertiggestellt und mit allen nötigen Angaben für den Notenstecher versehen worden. Der Satz ist als Opus 145 bezeichnet worden. Dieses unvollendete Requiem ist ein kostbares Vermächtnis Regers. Seine erste Aufführung bedeutet ein musikalisches und menschliches Ereignis seltener Art, zugleich eine erhabene Totenfeier für den Meister. Mittelrheinische Gesellschaft für Klimatologie .inu 4jau.vabe das Land von Norden nach Süden durchreist und konnte d e allmählich beginnende und zuletzt gewaltig anjchwellende Woge der Begeisterung und des Enthusiasmus verfolgen, die jeden einzelnen Angehörigen der italienischen Nation mit sich gerissen und erhoben hat Jetzt, da der Führer im Begriffe ist, Rom zu verlassen und nach Florenz zu fahren, da der Schauplatz der Ereignisse von der Ewigen Stadt m die Kapitale der Renaissance verlegt wird, findet sich ein Augenblick zur Besinnung und zur rückichauenden Betrachtung. Da ist es nun wunderbar, wie sich jetzt alle Be- aebenheiten dieser Tage, die zuerst so zusammenhanglos erschienen, zu einem sinnvollen Ganzen ordnen Bon Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde wurde die Erwartung des Imperiums fieberhafter und leidenschaftlicher, wurde die Atmosphäre des Landes heißer und südlicher, bis sich an dem Abend des 3. Mai, an dem der Führer in Rom einzog, die elektrische Spannung eines ganzen Volkes in den Donnerschlag eines Jubels ohne gleichen entlud. Dann folgten die Tage in Rom und Neapel, die uns allen unvergeßlich bleiben werden. Nicht nur uns. den Erwachsenen Als in Neapel in einer Nacht eine Beleuchtungsprobe der Triumphstrahe stattfand haben Väter und Mütter ihre Kinder auf die Schultern gehoben, damit auch die Kleinen eine Erinnerung an die Feste des Lichtes in ihr späteres Leben mitnehmen möchten, einen Abglanz des Goldes und der Helligkeit, von der Adolf Hitler in den Städten, Italiens umstrahlt worden ist. Dem Betrachter, der die verwirrende Vielfältigkeit dieser Tage rückschauend überblickt, wurde es zu einem bewegenden Ereignis, daß die Jugend des gesamten Landes aufgeboten worden war. um unserem Führer zu huldigen und diese großen Tage mitzuerleben Nicht nur die faschistische Jugend Roms, sondern die Jugend des ganzen Imperiums und seine Kolonien, eine ganze junge Generation ist vor dem Schöpfer des Dritten Reiches erschienen und hat die Freundschaft zwischen Eitler und Mussolini in ihren begeisterungsfähigen Herzen mitempfunden Die Jugenb, die immer die Zukunft und die Erfüllung gewesen ist, sie trägt von Rom her ihre Erinnerungen in das Imperium und in die Kolonien hinaus, sie durchsetzt das ganze Land mit ihren Berichten und Schilderungen über die germanisch-italische Verbundenheit. Die Jugend ist es, die den festen und unwandelbaren Bestand dieses Bündnisses als das heilige Vermächtnis der Führer in ihren Herzen bewahren wirb. ♦ Wer sich in diesen Tagen auch einmal abseits der großen Fe st st raßen und Militärparaden bewegt, sah mancherlei, das den Betrachtern der offiziellen Ereignisse verborgen blieb. Wenn man vor einigen Jahren zur Peterskirche ging, mußte man sich durch eine Wirrnis von dpnklen und engen Gassen hindurcharbeiten. Dieses Viertel, ein Gänge- viertel, wie etwa das Hamburger, ist heute verschwunden. Der ganze Stadtteil ist abgerissen worden und zwei breite Alleen, der alte und der neue Borgo, führen heute zum Vorplatz des Pe- tersdoms Wenn man aus der Stadt nach Süden herausfährt, gelangt man in die römischen Vorstädte. zwischen deren Komplexen schon die Landschaft der Campagna, mit ihren Wasserleitungen aus der altrömischen Zeit sichtbar wird Auch hier ist das Alte und Verbrauchte abgefallen. Neben den antiken Aequadukten stehen die neuenArbeiterwohn- Häuser die neuen Gemeindeschulen und die modern eingerichteten Spitäler Neben den sagenumwobenen Ruinen, die vom Faschismus ehrfürchtig behütet werden, richtet das neue Imperium seine sozialen Denkmäler auf. Die Kadetten der A c a - demia Fascista haben hier ihre Hörsäle ihre Sprechzimmer und ihre neue große Schwimmhalle. Als wir diese Anlagen besichtigten wurde ich an die Münchener Architekturausstellung erinnert Der gleiche baumeisterliche Geist dort und hier, dort und hier das gleiche Bestreben nach einer einfachen, klaren Formsprache die ohne verschnörkelte Ornamente deutlich und gelassen ausdrückt, was sie zu sagen hat Was wir auf der Münchener Ausstellung an Modellen gesehen haben, die Heime der Hitler- Jugend und die Führerschulen mit ihren Kampfplätzen und Sportfeldern, das ist in dieser Akademie Wirklichkeit geworden, weil die nationalsozialistische und die faschistische Bewegung von dem gleichen Willen und dem gleichen Geist beseelt sind. Wenn man von Rom nach Neapel fährt, kam man noch vor einigen Jahren an den P o n t i n i - sch en Sümpfen vorüber, an einer verrufenen Landschaft, die seit Jahrhunderten eine Brutstätte der Malaria gewesen ist. Diese Sümpfe sind jetzt verschwunden An ihrer Stelle breiten sich zu den Selten der Bahnstrecke fruchtbare Aecker Wiesen und Obstgärten aus, und in der Ferne schimmern zwischen blühenden Bäumen die neuen Häuser der Stadt Litton a. die der Duce aui diesem wiedergewonnenen Gelände gegründet hat Was hier geschah und geschieht wiederholt sich in Deutschland hundertfach Unser Arbeitsdienst entwässert die Moore und verwandelt die Watte der Nordsee in fruchtbares Siedlungsland Diese parallelen Entwicklungen in beiden Ländern sind ganz selbstverständlich und natürlich geworden Da die Ziele der beiden Bewegungen die gleichen sind, so wenden auch ihre Führer die gleichen, von der Natur gegebenen Mittel an. um ihre Völker zum Glück und zur Wohlfahrt zu geleiten. Der gleiche Geist und der gleiche W'lle— sie drücken sich auch aus in allen Einzelheiten der faschistischen und der nationalsozialistischen Parteiorganiiatonen sie drücken sich aus in den Erscheinungen in dem festen Marschtritt und der kühn entschlossenen Haltung der Iungfaschisten Ein neues Geschlecht wächst heran das — wie die Hitler- Jugend in Deutschland — das Erde der Führer im gleichen S'nne verwalten und ihren Geist weiter tragen wird in die nächste Generation. * Alle Feste gehen einmal zu Ende. Auch die römischen Tage Adoli Hitlers sind abgeschlossen. Die Fremden und Ausländer verlassen Rom. die Truppen die an den Paraden und Manövern teilnahmen, sind wieder in ihre Garnisonen abgerückt, das Landvolk ist wieder in seine Provinzen zurückgekehrt, die Angehörigen der Faschistischen Jugend sind zu ihren Familien heimgesahren Die Menschenströme, die die Stadt mit ihren Wogen überschwemmten, fluten wieder >n >hr Bett zurück und dos Straßen- leben Roms wird fortan um viele Grade stiller und farbloser wirken Der Berichterstatter, der jetzt zehn Tage durch Italien gereist ist, betrachtet diese Zeit als eine der schönsten seines Lebens Denn hier war er nicht nur Berufsmensch, hier war er ein Menich mit offenen Augen und empfänglichem Herzen Er brauchte nur aufzuschreiben, was er hörte und sah. Er konnte sich ohne Vorbehalt von der Stimmung dieser Tage ergreifen und treiben lassen Er brauchte nur von seinen menschlichen Eindrücken zu berichten und durfte gewiß sein, von den Lesern in der Heimat verstanden zu werden. Gestern stand ichandem Grabmal der Cä- cilia Metella, einem grauen verwitterten Rundbau an der Via A p p i a , die immer noch mit den gleichen Lavaquadern gepflastert ist wie vor Jahrhunderten Auf diestr Straße, auf der einst die römischen Legionen marschierten, auf der die iegreichen Imperatoren in die Hauptstadt des Römischen Reiches heimkehrten, zogen gestern Abteilungen der faschistischen Arbeiter m ihren dunkelblauen Uniformen und die Kohorten der Aoanguar- disten zur Stadt hinaus. Wir Haden in Deutschland eine Via Appia nicht aufzuweisen, aber durch die Straßen Nürnbergs, der Stadt Albrecht Dürers, und der Meistersinger, marschieren in den Septembertagen jeden Jahres die Bataillone der ff, der SA., des Arbeitsdienstes, der Hitler-Jugend auf das Reichsparteitaggelände hinaus. In Italien und Am 14. uni) 15. Mcri findet der Reichs- Werbe- und Opfertag des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen statt. Unser Sonderberichterstatter nahm aus diesem Anlaß an einer von Obergebietsführer Rodatz geleiteten Bereisung einer Anzahl moderner Jugendherbergen am Rhein teil. Jugendburg S t a h l e ck, im Mai. Drei Tage sind wir den Rhein entlang durch moderne deutsche Jugendherbergen gezogen, geführt von Obergebietsführer R o d a tz , dem Chef des Amtes für Fahrten und Wandern der Reichsjugend- ührung und Leiter des Reichsverbandes für Deut- che Jugendherbergen. Drei Tage, an deren Ende man sich, bestürmt von Eindrücken und Gefühlswallungen stärkster Art, allmählich wieder zurück- inden möchte in die Pflichten des Werktages, und rach denen man dann sich schließlich noch einem olchen Ergebnis ausgesetzt sieht wie dem Aufent- )alt auf dieser Iugendburg Stahleck. die elbft der kühnsten Jugenromantik gegenüber immer noch mit neuen Schönheiten aufzuwarten weiß In Düsseldorf beginnt die Reise, nicht weit von der Stadt ragt als immerwährende Mahnung jenes schlanke hohe Kreuz empor, das in der Golzheimer Heide dem Andenken Schlageters und seines tapferen Todes vom 26 Mai 1923 gewidmet ist Und etwas weiter stromab birgt Das alte Wesel das Grab der elf Schillschen Offiziere, die einen nicht weniger tapferen Tod am 16. September 1809 zu sterben wußten Aber wo im rheinischen Lande ist überhaupt ein Fuß Boden, an dem nicht Erinnerungen aus der deutschen Gesch chte haften! Düsseldorf empfängt uns mit einer der größten und schönsten deutschen Jugendherbergen Breit hm- jelagert, mit vielen hohen lichtspendenden Fenstern tehen die drei Hauptgebäude der I o s e 1 - ® o e b » bels-Jugendherberge da Nicht weniger als 600 Betten stehen in ihren Hellen luftigen Schlafräumen bereit, und was sie bescheiden hier „Notlager" nennen, das sind weitere 100 Betten im ebenso Hellen und peinlich sauberen Saal des Deutschland das gleiche Schauspiel: Zwi- schen den ehrwürdigen Rumen und den Denkmälern einer großen Vergangenheit dröhnt heute der soldatische Schritt jener Kohorten und Sturmscharen, die von Benito Mussolini und Adolf Hitler geschaffen worden sind. In Deutschland und Italien der gleiche Vorgang: zwei Völker sind von ihren Führern zum Selbstvertrauen» erweckt, zum Ehrgefühl, Aur Lebensfreude und zu allen Tugenden der Wehrhaftigkeit erzogen worden, zwei Völker haben sich verjüngt Während in Moskau die Henker Stalins arbeiten, während Spanien von den bolschewistischen Banden verwüstet wird, wahrend die falschen Demokratien in peinlicher Ratlosigkeit dem festlichen Schauspiel des Führerbesuchs zusehen, haben die beiden jungen Nationen Europas sich rusammenge- schlossen In der Welt der veralteten Verfassungen und der greifen Politiker haben sich die beiden verjüngten und ihrer jugendlichen Kraft sich bewußten Nationen mit schicksalhafter Notwendigkeit miteinander verbünden müssen. In diesen Tagen haben die beiden Führer unter ein Kapitel der Weltgeschichte den Schlußstrich gesetzt Auch das ist eine der erhebenden und großen Gewißheiten, die wir aus diesen römischen Tagen in die Heimat mitnehmen werden. Dachgeschosses. Also siebenhundert Betten? Ein riesenhaftes Hotel? Stimmt, wenigstens dem äußeren Umfang nach. Aber wenn man bann hört, daß selbst solche Jugendherbergen rote die dort in Düsseldorf ober wie hier auf ber Burg Stahleck und viele anbere immer noch oft genug in Platznöte kommen, wenn man sich weiter sagen läßt, daß die 148 Jugenbherbergen des Rheinlanbes im vergangenen Jahr 1110 710 dlebernadjtun- gen verzeichneten, unb baß es' 1937 in sämtlichen beutschen Jugendherbergen sage unb schreibe a ch t Millionen gab, unb wenn man bann an einem Wochenenbe etwa einmal bas fröhliche Gewimmel ber Jungen unb Mädel auf ben Jugenbherbergen unb auf ben Wanberwegen selbst erlebt — bann wirb man boch sehr nachbenklich. Denn blitzarttg sprinat an solchen einleuchtenben Beispielen ber Praxis ganz selbstverstänblich die Erkenntnis von ber bringenden Notwenbiakeit eines möglichst biet)- ten Netzes unserer Jugenbherbergen auf. Man strebt eine Netzbichte an bei ber etwa alle 20 Kilometer ber junge Wanderer ein hygienisch einwandfreies, aber auch anheimelndes Unterkommen In einer Juaendherberge findet (die Distanz selbstverständlich nicht mit dem Metermaß ausgemessen). Die Gröhe einer Jugendherberge und ihre Bettenzahl ergibt sich meistens ja schon aus der Anziehungskraft eines bestimmten Gebietes Aber nicht daraus allein Denn die Großherbergen, wie etwa die in Düffel darf, bergen fast immer noch besondere, für sich abgeteilte Führerschulen oder enthalten eine Reihe von notwendigen Derwaltungsräumen für den mannigfachen Bedarf eines so großen Arbeitgebers, wie es das Deutsche Jugendherberg-werk ist Nach etwas anderes wird eindringlicher klar, immer am praktischen Beispiel Schon am ersten Tage dieser Bereisung hören wir von Obergebietsführer R a d a tz in sehr betonter Form das Wort von dem erzieherischen Wert der deutschen Jugendherbergen heutiger Gestaltung, unb mit bleiern Wort.tut sich hinter bem frisch-frohen Wirbel bes gleichwohl so planvoll gelenkten deutschen Ju- flenroanbern ber bedeutsame große Hmtergrunb auf 7*68 778 6537507 *278595 1952 ►■■■«■■wer LSZÄSKS 8 0 0 3 791 1937 ANSTEIGEN DER ÜBERNACHTUNGEN IN DEN DEUTSCHEN JUGENDHERBERGEN Achtung Kurve! — im Film Im Deutschen Museum in München wurde ein Erweiterungsbau mit neuen automobil» technischen Abteilungen eröffnet, ber einer Anregung des Führers zu verbauten ist. Man sieht hier alle wesentlichen Neukonstrukionen des Automvbilbaues. Befonbers bemerkt von ben Besuchern würbe biefer We r s u ch s st a n b, auf bem jeder seine Fahrsicherheit nachweisen kann: Vor ben Augen bes Fahrers rollt ein Film ab, bei dessen „Gefahrenpunkten" der Kraftfahrer seine Geistesgegenwart und Geschicklichkeit selbst nachprüfen kann. (Scherl-M.) Mit der HZ. durch rheinische IH. So notwendig sind die Jugendherbergen! - Verblüffende Zahlen und erzieherische Werte. In der Tat, wenn es apch in Zukunft keinen Acht« zehnjährigen mehr geben soll, der nicht sein Vaterland aus unmittelbarem Erleben in feinen landschaftlichen, geschichtlichen, kulturellen, menschlichen Werten studiert hat, so ist dies doch nicht Alleinzweck. Wer wie wir in diesen Tagen solche Jugendherbergen ah wie in Düsseldorf oder „Roemrykeberge" bei Burg a. d Wupper ober bie Peter-staffel-Iugend- herberge von Asbach im Westerwalb ober bie von Brobenbach unb bie hier auf ber Burg Stahlect, ber muß zugeben baß biefe Häuser mit ihrer äußeren Gestalt unb mit ihrem so sorglich gewählten Gehalt eine ungewöhnlich starke erzieherische Wirkung auf das Heimatgefühl, auf das Gefühl für Boden- tänbigfeit, für Formschönheit, für lanbschaftsbebing- tes Bauen haben müssen. Gar nicht zu reben von ben erzieherischen Werten, bie aus bem Gemeinschaftsleben, aus ber Achtung vor bem Gemeinschaftsgut, aus selbstverstänblicher Sauberkeit ufro entstehen Denn alle biefe Häuser, sie mögen im meber« rheinischen Stil ober in bergischer Fachwerkan ufro. erbaut sein, wirken auf ben Ankömmling so, baß er vor heller Freube sofort lange Beine machi um unter ein so gastlich winkendes Dach zu kommen, bas als bie architektonische Verkörperung ber um- gebenben Lanbschaft selbst erscheint. Drinnen aber nimmt bie heitere Orbnung ber Hallen, ber muitcr» gültigen Schlafräume, bie urgemütliche Wohnlichkeit ber ganz schlichten unb boch schönen Tagesräume die blitzenbe Sauberkeit ber Wasch- unb Duschabteilun- gen ben Wanberer auf, ber mit strahlenb frohen Augen bas Haus burchstreift. Unb halb bekommt er aus bampfenber Schüssel eine Belehrung beliebigen Umfanges- barüber, was bie mit allen mobernen technischen Schikanen arbeitenben Küchen unserer heutigen Jugenbherbergen zu leisten vermögen Aber neben biesen Hauptküchen gibt es außerbem noch be* sonbere Kochräume, bie mit einzelnen, meistens zwei- flammigen Kochern, etwa 6 bis 8 Stück in einem Raum, ferner mit Wasserleitung unb sonstigem 3u* behör versehen sinb, wo einzelne Trupps sich nach ihrem Gusto bie Mahlzeit selbst bereiten können Man streift immer roieber burch bie Hellen Räume unb freut sich an ber gebiegenen hanbwerklichen Kunst, bie mit einfachsten Mitteln hanbfeste, form« schöne Möbel, vorbildliche Beleuchtungskörper, Schalen unb Geräte schafft. Wer noch bie Uranfänge ber „Stubenten- unb Schülerherbergen" lange vor bem Krieg als Iungwanberer erlebt unb alle ihre Kümmerlichkeit unb Mängel am eigenen Leibe er* fahren hat, ber kann vielleicht am besten ermessen, welch ungeheure Entwicklungsstrecke zwischen dem Damals und dem Heute liegt, kann aber auch ermessen, mit welcher frohen Zuversicht deutsche Eltern von heute ihre Kinder in die Jugendherbergen schicken können, die im wahrsten Sinne des Wortes Heime für gesunde, ausgeschlossene, junge Menschen sind. 100 Zähre Oevffckes Sänaerfeff. K w 1 I v 'i - > ) .> >'■ ■ ' ■ < - »I ■ << U > « Zur Erinnerung an bas vor 100 Jahren in F r a n k- f u r t a. M veranstaltete Deutsche Sängerfest fand aufbem Römerberg in Frankfurt unter Mitwirkung von 1000 Sängern eine volkstümlich» Weihestunbe statt. — * Em l«‘ Mederdolden über in jedem Mai. Ein junger Man. chen. & redet und miteinander, man I sie lieben sich blick nicht wissen m ben wissen es. Auch Die weißen Fay mischen grauen „ M. In ledem $ «Mai. ie?eI Jeder > ^QI>r Wtirn. ti-s bliih-n M h°' *'ae*Wt> Ysv«3a'\ I 2ßmb W'.i >;ase e?» i. «■ X &?• Erbe ist unb Hä» Jl5.-(0emeinfi I Samstag, Große kdZ.-Ai Schaus Karlen zu 90 tenoertaufsfleUe, BDM.-U.Z Aelr.: Iugenbhe 2ie ©rappen- sofort mit jh in Verbindung, Gießei Bernai Wenn man die bie ja Qr ? Widerspruch "drei Akte geh L ?■ Äolisch *Ä“ ?\®an erinr " d°m°K, doi i^onben m Tegen-Spiel te.i4; Mi* Ut ®eger nomÄy!- rS? dern man >"'e hL^st- •ri« |te' » «ni tatet beiZ -- non u5f>* .M üb,j tQtifiherf Und R Tagest ! Stadttheater-. 1’ nichts". — ®l°r Mann ganz gro stratzes: „Signal ; fä.-fyim, Giehei der Bolkshalle ( < verein: 17 bis 1 am Brand. - ! Turm der Johar 5 Heute abend von Charlotte l Spielleitung Her, bilder Karl Löff zeitig als 31. Bo Anfang 19.30, E Nr. WO Drittes Blatt Geheuer Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, st. M^-938 Aus der Stadt Gießen.! 2)jU< vlwLUl - CnOfft Q' schein Käse rollt durch die Stadt ** 70 Jahre a lt wurde MVIeüexWeMeikWlil des nne des Wortes junge Menschen arbeit der Gliederungen der Nord. Candida wird vor die Wahl gestellt, sich für einen der beiden Männer zu entscheiden, für den älteren, den starken, guten, gerechten ... oder für den jungen, hilflosen, weltfremden und romantischen. Und während man schon fürchtet, sie werde sich für den jungen, hilflosen entscheiden, wird man auf eine berückende Weise eines Besseren belehrt: sie bleibt bei dem älteren, bei Jakob, bei ihrem Mann, weil der nämlich zwar gut und gerecht, aber gar nicht stark, sondern noch viel hilfloser und hilfsbedürftiger ist als der Junge. Jakob wäre ohne Candida verloren, das weiß Candida, denn sie kennt ihn und liebt ihn, und deshalb bleibt sie, und ihre Begründung — wenn hier etwas mit Gründen zu tun oder zu lassen war — ist ebenso weiblich wie menschlich; sie ist unanfechtbar. Herr Kühne hatte das Stück so inszeniert, wie es gespielt werden muß und eigentlich auch allein gespielt werden kann, zeitlos und ohne Seitenblicke auf die Jbsensche Problemattk, der es im Grunde fremd ist, so locker und schwerelos auch zunächst, wie es Shaws Dialogführung entspricht; der reine Gewinn des Abends waren die echten und ungetrübten Komödienszenen — Candida und Jakob; Candida und Eugen; Candida zuletzt zwischen, mit und über beiden. — Herr Löffler hatte für die Londoner Pfarre zu St. Dominik einen Raum geschaffen, der dem englischen Schauplatz wie der Morellschen Häuslichkeit angemessen schien. ** Oeffentliche Er st-Impfung in der Stadt Gießen. Auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters über die Erstimpfung der Kleinkinder aus dem Geburtsjahr (Kalenderjahr) 1937 und aus früheren Jahren, soweit Impfung noch nicht erfolgt ist, werden die Eltern und Pflegebefohlenen besonders hingewiesen. wir beim Kern des Stückes angelangt, wo die Komödie zu spielen beginnt zwischen diesen dreien, und dann wird es, wie in jeder echten Komödie, wirklich ernst, dann handelt es sich nicht mehr um Figuren oder Personen, sondern um Menschen und menschliche Dinge und um eine Entscheidung, die ans Leben geht. Im Laufe der nächsten Wochen wird am Nordende des Bahnhofs Gießen von der Unterführung an der Gabelsbergerstraße bis in die Höhe des Güterbahnhofsgebäudes gegenüber der Einmündung der Wieseck in die Lahn ein Erweiterungsbau in Angriff genommen, der die Schaffung einer neuen Zugangsstraße zum Güterbahnhof zum Ziele hat. Mit diesem Umbau wird eine Ber- legung des Wieseckbettes zwischen dem letzigen Bahnkörper und der Mündung in die Lahn verbunden sein. Die neue Zufahrtstraße zum Güterbahnhof wird an d e r Stelle, an der jetzt von der Hammstraße her der Zugangsweg zum Elektrizitätswerk abzweigt, ihren Anfang nehmen und mit etwas südwestlicher Richtung nach dem Lahnbett zu bis auf einen Punkt führen, der etwa in der Höhe des Güterbahnhofsgebäudes annähernd 100 Meter westlich in der Nähe des Ufergeländes der Lahn liegt. Das Gelände zwischen der neuen Zufahrtstraße zum Güterbahnhof und dem jetzigen Bahnkörper wird von der Kreuzung Gabelsbergerstraße/Hamm- straße, allmählich ansteigend bis zum Güterbahnhofsgebäude, derart aufgefüllt werden, daß es an seiner westlichen Seite (also an den Gebäuden vor dem Elektrizitätswerk vorbeiführend) die neue Zufahrtstraße hat, während das zwischen dieser und dem Städten zu sehen sein. Sie sind neben den Schaufensterdekorationen der Einzelhandelsgeschäfte ein wirkungsvoller Teil der Käsewerbewoche, die gegenwärtig von den zuständigen Fachschaften und Einzelhandelsgeschäften durchgeführt wird. Es bleibt zu hoffen, daß diese Werbemaßnahmen auch zu einer Steigerung des Käseverbrauchs führen. — (Bild: NSG.) jetzigen Bahnkörper neugewonnene Gelände für die Erweiterung der Betriebsanlagen am Nordende des Bahnhofs verwandt werden kann. Diese Veränderung der Geländeoerhältmsse bedingt die Verlegung des Laufes der Wieseck von der jetzigen Unterführung am Bahnkörper gegenüber vom E-Werk bis zur Mündung. Während die Wieseck jetzt direkt neben der Güterbahnhofstraße nach Südwesten zu abzweigt, also das Gelände durchschneidet, das in Zukunft Bahnzwecken dienen muß, wird sie im Rahmen dieses Erweiterungsbaues ihr neues Bett zunächst noch ein kurzes Stück weiter westwärts bis in die unmittelbare Nachbarschaft des Elektrizitätswerks ziehend erhalten und dann neben der neuen Zufahrtstraße her in leicht südwestlicher Richtung nach dem Bett der Lahn führen. Die Neugestaltung der Zufahrtstraße macht den Bau einer» neuen Brücke über die Wieseck, entsprechend der Verlegung des Flußbettes, erforderlich. Weiter können bei dieser Umgestaltung die jetzigen Schrebergärten zwischen der Güterbahnhofstraße und dem Elektrizitätswerk nicht mehr beibehalten werden. Wie wir vor einiger Zeit schon meldeten, waren damals wegen dieses Geländes Ankaufsverhandlungen im Gange, die mittlerweile zum Abschluß gekommen sind. Mit der Beseitigung dieser Gärten ist für die nächste Zeit zu rechnen. Tagung am Mittwoch, 18. Mai, nach Gießen eingeladen. Auf dieser Tagung sprechen Kreisobmann Pg. Katzemeier und Kreisberufswalter Pg. Beckmann über 1. „Der Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront" und 2. „Betriebsgebundene Be- rufserzieh'ung".« NG.-Irauenschast (Dießen-Nord. Am Freitagabend hatte die Frauenschaft Gießen- Nord einen größeren Kreis von Gästen ins Cafe Leib eingeladen, um einen Ueberblick über die Winterarbeit der Frauen zu geben. Ortsgruppenleiter Thomas mit den Politischen Leitern und ihren Frauen waren anwesend Die Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Stand fuß eröffnete den Abend mit einleitenden Worten über die frühere Frauenarbeit, sprach dann von der Gründung der Frauenschaft, ihren Aufgaben und Zielen, der Erziehung zur Volksgemeinschaft unter Zusammenschluß aller Frauen in notionalsozial'sti. und Abzeichen für die Sammlung in Empfang nehmen. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls bei der NSV. Die Meldungen der Gruppenführerinnen auf den ihnen zugegangenen Formularen hat sofort nach der Sammlung bei dem Untergau zu erfolgen. Betr.: Sportabend der Mädelgruppe 2/116 Giehen-Nord. Morgen, Donnerstag, 12. Mai, um 20.15 Uhr, treten alle Mädel der Mädelgruppe 2/116 Gießen- Nord an der Schillerschule mit Sportzeug zum Sportabend an. Alle Beurlaubungen für den Sportabend sind an diesem Tage aufgehoben. Entschuldigungen werden nur vorher bei der Gruppensport- wartin angenommen. die gute Zusammen- Ortsgruppe Gießen- F. K. auf das Besondere. Die Spatzen sind für München nichts Besonderes, weit eher die Tauben, zumal die auf dem Odeonsplatz. Aber selbst die Tauben auf dem Odeonsplatz stellen das nicht dar, was die Besonderheit Münchens ausmacht. Daher muß man, was München betrifft, von den Vögeln überhaupt absehen. Man muß an die Kunst denken. Kunst nach München tragen, das ist etwas Ueberflüssiges, obgleich ein kleines Bedenken dabei ist. Denn es kann nicht genug Kunst in München geben, und einer, der Kunst nach München bringt, bringt vielleicht eine so große Art dorthin, daß die schon bestehende unendlich bereichert wird. Also zu Ehren der Kunst: Kunst nach München bringen, ist weder überflüssig noch unsinnig. Aber Bier nach München bringen, das wäre in der Tat höchst überflüssig. Bier nach München tragen heißt Eulen nach Athen tragen. Und wenn auch noch Edleres das Besondere dieser Stadt ausmacht, so wäre doch nichts so überflüssig wie Bier nach München bringen. Außerdem aber kann man, wenn man der athenischen Eule überdrüssig ist, Kölnisch Wasser nach Köln, Wasser in den Rhein, Holz in den Wald, Sand in die Wüste oder Tulpen nach Holland tragen. Es ist ganz gleich, was man irgendwohin bringt, wenn man nur bedenkt, daß es erstens schon im Ueberfluß da sein und zweitens etwas Besonderes sein muß, das an den betreffenden Ort auch bekanntermaßen gebunden ist. ununterbrochen bei der früheren Zigarrenfabrik Karl Emmelius tätig unb ist schon seit Jahrzehnten Mitglied des Führerrates des Kaufmännischen Vereins, dessen Geschäfte er als Rechner auch heute noch führt. Herr M o o tz erfreut sich noch der besten Gesundheit. ** 86 Jahre alt. Am morgigen Donnerstag, 12. Mai, begeht Frau Helene Pietsch, geb. Werner, Senckenbergstraße 25 wohnhaft, in guter Gesundheit ihren 86. Geburtstag. Die Jubilarin, dis täglich noch mit großem Interesse die Zeitung liest, ist im vorigen Herbst von Hungen nach Gießen zu ihrem Sohne verzogen. ** Maienblasen. Am heutigen Mittwoch um 19 Uhr findet das Maienblasen vom Turm dec Stadtkirche mit folgenden Darbietungen statt. 1. Choral: „Wie groß ist des Allmächt'gen Güte"^ I. A. Freylinghausen, Halle 1704; 2. „Die Nacht", Franz Abt; 3. Volksweise: „Wenn's Mailüfterl weht von Kreipl. Betr.: HI.-Theaterring. Die letzte Vorstellung im Rahmen des HJ.° Theaterringes findet am Montag, 16. Mai, 20 Uhr, statt. Zur Aufführung gelangt „Scharnhorst". Die Karten sind bis spätestens Freitag gruppenweise auf der Verwaltungsstelle des Untergaues abzu- hol'en. Tagung der Betriebsberufswalter in Gießen. Die Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung in der DAF. hat die Betriebsberufswalter der Kreise Wetterau und Alsfeld/Lauterhach zu einer Die sehr freundliche Aufnahme erwies die unverbrauchte Anziehungskraft des „Mysteriums" aus der Jbsenzeit. Hans Thyriot. Spähen nach München. Don Oskar Zancke. In Athen gab es einst so viele Eulen, daß der etwas Ueberflüssiges tat, der nych welche dazu in die Stadt brachte. Daher kommt die schon im Altertum bekannte Redensart „Eulen nach Athen tragen", die Ueberflüssiges oder Unsinniges tun bedeutet. Mit einer Abwandlung von Redensarten muß man aber sehr vorsichtig sein, wie sich aus folgendem ergibt. Es hieße Spatzen nach München tragen, so meinte kürzlich jemand, der es für überflüssig hielt, die Freuden des Münchner Faschings in allzu üppiger Weise auszumalen. Und er bedachte sehr richtig, daß es wohl möglich sei, Isar-Athen mit Athen zu vertauschen, und daß es Eulen in der berühmten Stadt München nicht gäbe. Aber er bedachte nicht richtig, daß man die Eule nicht so leicht mit einem beliebigen anderen Vogel vertauschen könne. Gewiß gab es viele Eulen in Athen, während es in München allenfalls Käuze gibt. Um diese Tatsache zu umgehen, kam er auf die Spatzen. Und damit trug er selber Eulen nach Athen, d. h. er tat etwas sehr Unsinniges. Denn er vergaß den Sinn der Redensart, bei dem es wirklich nicht auf den Vogel ankommt, den man irgendwohin mitbringt. Schätzungsweise gibt es Spatzen genug in München, aber Spatzen find auch in London, Berlin, Paris, in allen Hauptstädten, Städten und Dörfern unseres Festlandes. Nicht darauf kommt es an, nicht auf den Vogel, den man hat und mitbringt, sondern auf den besonderen Vogel, der etwa zu einer Stadt gehört, ja nicht einmal auf den besonderen Vogel, sondern AS.-Gemeinschafl „Kraft durch Freude". Theatervorstellung. Samstag, den 14.2Uai 1938, 20 Uhr: Große KdF.-Miete, Gruppe I (16. Vorstellung) „S ch a r n h o r st" Schauspiel von Gerhard Menzel. Karten zu 90 Pf. und 1,— R7N. sind in der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, erhältlich. 3235V BOM- u. ZM.-Untergau 116, Gießen. Betr.: Jugendherdergsfammlung am 14. il 15. 2Uai. Die Gruppen- und Standortführerinnen setzen sich sofort mit ihren zuständigen NsV.-Amtsleitern in Verbindung, von denen sie die Sammelbüchsen Ortsgruppenleiter Thomas sprach den Frauen seinen Dank aus für den schönen Abend und gab seiner Freude Ausdruck über '' > in Frank- ngerfest foJJ rt unter M' volkstümlich« Geiste. Sie erklärte dann die fünf Abteilungen des Deutschen Frauenwerks, in denen jede • Frau ein ihr zusagendes Arbeitsfeld finden kann _ , gestern der Prokurist Georg-M o o tz, Bahnhofstraße 41. Herr Mootz war von Jugend auf bis zum Eintritt in den Ruhestand Elfe Monnard als Candida: die schöne strahlende Mitte des Spiels; sie gab, mit einer klaren, warnzen und festen Stimme, diese Gestalt, eine der reichsten und liebenswürdigsten, die Shaw geschaffen hat, genau so, wie man sie sich vorstellt und zu sehen wünscht: klug und empfindlich im Gefühl, ausgeglichen und ruhend in der Ueberlegen- heit, Reife und leisen Mütterlichkeit ihres fraulichen Wesens. Herr Geißler als Morell entwickelte die Erscheinung dieses Mannes mit behutsamen Heben qängen aus einer zunächst unangreifbar scheinenden Position auf den kritischen Augenblick hm, der IfSfe ft«?'® KW» "'*r. Kwhrt Ujm 17 I». M?, R. 'onimen |9nber umi In Unen °ber fWfunie die LWteHnn. kAend frohen rb bekommt er beliebigen modernen FWn 'unserer flogen. Aber rÄ norf> be« LM«ns zwei- F‘u“ in einem I 'onstigem Zu. |UPP5 sich nach pn können I bellen Räum« handwerklichen andseste, form» juchtungskörper, P bie Uranfänge Qen" lange vor 't und alle ihre Genen Leibe er» besten ermessen, e Bischen dem n aber auch er« t deutsche Eltern Zeitschriften. — „Das innere Reich" (Herausgeber? Paul Alverdes; Verlag Albert Langen / Georg Müller, München) hat sein Mai-Heft als Sonderheft zur Heimkehr Oesterreichs ins Reich ausgestaltet und hat darin eine Fülle vortrefflicher Beiträge aus und über Oesterreich vereinigt, die insgesamt ein lebendiges Bild vom geistigen'und menschlichen Wesen unserer Ostmark vermitteln. Vom reichen Inhalt seien genannt neben Weinhebers einleitender „Hymne auf die Heimkehr" Bruno Brehms „Brief aus Wien", Franz Tumlers „Fahrt an die Grenze", Perkonigs „Letzte Tage" und Max Mells „Begebenheit aus den österreichischen Unruhen", Beiträge, die gleichsam als dichterische Augenzeugenberichte gelten können; Robert Hohlbaum liefert eine eindringende Studie über Conrad von Hötzendorf, Brehm schreibt über deutsch-österreichisches Soldatentum. Ernst von Dombrowski ist mit einer Reihe markanter Holzschnitte vertreten, die dem Heft einen charaktervollen Bildschmuck geben. Neue Zugangsstraße zum Güterbahnhof Verlegung der Wieseck-Mündung. NSG. Ganz wörtlich darf man das zwar nicht nehmen. Denn es sind zwei große unb schön geschmückte Lastkraftwagen, auf deren Rädern die Werbung der Fachschaft Milch- und Sahneoerteiler für den Verbrauch von deutschem Käse geschmackvoll aufgebaut ist. Immerhin gab es aber beträchtliches Aufsehen, wo auch die „Käsewagen" erschienen. In großen Spruchbändern „Quark macht stark!", „Eßt mehr Käse!" usw. wenden sie sich an alle Verbraucherkreise. Auf dem einen Wagen sieht man u. a. einen riesigen Bottich mit Siebkäse, ein mächtiges Rad Schweizerkäse, eine Milchkuh auf grüner Alm usw., während der andere in wirkungsvollem Aufbau die verschiedensten Käsesorten in ihren schönen und zweckmäßigen Verpackungen zeigt. Werbeschilder und Plakate an den Wagen tun ein übriges, um diesen Appell für die Steigerung des Käseöer- brauchs eindringlich zu gestalten. Nachdem beide Wagen bis Dienstag durch Frankfurt a. M. liefen, werden sie nun auch in anderen h fr «10' n R; gjO: "t Mls<' I N VE' stttpacht' bis 11 ihn innerlich demaskiert und Candidas Entscheidung rechtfertigt. — Wolfgang Büttner von den Städtischen Bühnen in Frankfurt spielte a. G. den Marchbanks mit spürbarem Vergnügen an den Möglichkeiten der Rolle, mit aller knabenhaften Unfertigfeit, aller unklaren Romantik und dem heftigen Temperament der achtzehn Jahre. — Herr Volck gab, wie zuletzt vor Jecfjs Jahren, mit behäbigem Humor den Biedermann Burgeß; Frau Güngerich war die leicht schockierte, sanft komische Proserpina, Herr Paschen der unbeschwert-irdische Unterpfarrer Mill. — Die Jugendgruppe war zahlreich vertreten und legte Zeugnis ab von dem jugendlichen Leben in der Frauenschaft. Die Leiterin Fräulein Münnich sprach über die Aufgaben und Pflichten der Gruppe, aber auch von ihrem frohen kameradschaftlichen Zusammenhalten. Vorträge von Liedern, Gymnastik- Übungen und Volkstanz sanden lebhaften Beifall. Am Schluß des Abends zeigte die Arbeitsgemeinschaft Grenzland-Ausland Lichtbilder aus Oesterreich. Dabei sprach Fräulein Feder über die aeographische und geschichtliche Vergangenheit des Landes. Fräulein Fuhrckrug ein Gedicht von Anacker vor: Ein Volk, ein Reich, ein Führer. Auf festlich geschmückten Tischen hatten die Leiterinnen der Arbeitsgruppen eine Ausstellung von Arbeiten aller Art zusammengestellt, die von den Gästen mit Interesse besichtigt wurde. Gießener Gtadiiheaier. Bernard Shaw: „Candida." Wenn man die Petroleumlampe auf dem Kamin erblickt, die ja an sich überflüssig ist und außerdem im Widerspruch zu dem Kostüm steht, in welchem die drei Akte gespielt werden, könnte man glauben, sie sei symbolisch gemeint, und erinnert sich daran, daß diese Komödie von 1894 zu den frühen Stücken von Shaw gehört und bis in die Jbsenzeit zurückreicht. Man erinnert sich auch vielleicht, daß „Candida" damals, vor allem in England, so beziehungsvoll verstanden worden ist, daß man in ihr geradezu ein Gegen-Spiel zu „Nora" erblicken wollte. ♦ Und wenn man die Gespräche hört, mit denen das eigentliche Thema vorbereitet wird, wie da die soziale Frage und die Frauen-Frage auftauchen, die Ibsen so sehr beschäftigt haben, bann wird man solche Vergleiche verstehen, bie 1 überdies burch bie ähnliche Situation (ber Gleichgewichtsstörung in einer Ehe) nahegelegt werben. Aber Unterschiebe unb Abstänbe liegen ebenso offen zu Tage wie bie Aehnlichkeiten: Shaw wäre nicht, was er ist, wenn er nur ein Gegen-Stück geschrieben hätte. * Man braucht auch Shaw nicht ernster zu nehmen, als er sich unb sein Publikum zeitlebens selber genommen hat: man sollte sich also roeber über ben offiziellen Untertitel — Mysterium in brei Akten — ben Kopf zerbrechen noch sich über eine spätere Aeußerung bes Dichters ärgern,, ber bieses Stuck als einen „weinerlichen Unsinn"' bezeichnete; son- bern man sollte sich an bie Menschen darin, an seine äußeren Tatbestände unb seine innere Entwicklungslinie halten unb bie echte Komöbie erkennen, die barüi steckt... ober sich versteckt, benn so leicht wirb es einem bei Shaw auch roieber nicht gemacht. Er hatte schon bamals seine Freube am Spott, an kleinen Bosheiten unb am Wiberspruch, unb er hat es von jeher geliebt, seine Zuhörer zu täuschen unb sich über sie luftig zu machen. Aber wenn wir alles beiseite lassen, was nur Beiwerk unb Schnörkel ist, bie Diskurse unb Disputationen, bie Nebenfiguren ber ältlichen Sekretärin Proserpina, bes „schurkischen" unb geschäftstüchtigen Schwiegervaters unb bes weltlich - unbebeutenben Unterpfarrers Alexander Mill —: bann bleiben drei Menschen übrig, ber Pfarrer Jakob Morell unb ber junge Dichter Eugen Marchbanks und zwilchen beiden Jakobs Frau Candida; und bann sind Hessen. lerordnung ssuk rbereitunfl der Wittschap bek ifters üb-r d>0 unb di- SW -S- -tz- $teile Ob»rlol>nlg Maienfreude. 3eber Mai, jeber Mai: Die Kerzen ber Kastanien. Gelang ber Männerchöre im Abenb. Mädchen an ben Fenstern. Ein Gespräch vor dem Tor Der Abendstern, glitzernd, groß. Uyd das Rauschen der Baume, wenn ein Windstoß kommt. Die Beete voller Tulpen, unb* alle Hortensien blühen jetzt. Die Kapellen beginnen im Freien zu spielen, bie weitgewölbte Muschel trägt bie Töne ZU uns. Milchglaslampen sanft in ber Nacht. Da hat man boch schon einmal gesessen? Gestern? Ja, gestern, vor vierzehn Jahren unb boch gestern, weil die -Bäume biefelben sinb, weil bie Walzer biefelben I sind, wenn auch ber erste Geiger vielleicht nicht mehr lebt, unb der bitte, gemütliche Paukenmann auch nicht mehr, weil aber ber Wind der gleiche Wind ist, und alles zusammen, bas Wesen ber Hellen Nacht, basfelbe ist. Heber Mai. „Wir sehen uns boch roieber?" Der Stolz ber neuen Kleiber. Die Sonntagskarte zum ersten Ausflug. Das Glücklichsein: wie warm schon die Erbe ist unb wie belaubt bis in bie Gipfel hinauf bie Buchen. Unb blaue Lanbstraßen, schnurrende Motorräder, etwas Wehendes, etwas Weißes, ein Glück im Vor- beifliegen. Das leise Traurigsein über schwarze Burgruinen: in gotischen, zerbröckelten Fenstern steht em Himmel aus Azur. Vor ben alten Steinen fdjroanft bas junge Grün. Violett, schwer hängen Fliederbolben über bie Mauern. Es ist roieber so in jebem Mai. Ein junger Mann steht bei einem jungen Mäb- chen. Er rebet und sie schweigt. Sre haben Streit miteinander, man'sieht es im Dorübergehen, aber sie lieben sich auch, obwohl sie es in diesem Augenblick nicht wissen wollen, nur wir Vorüberwandern- ben wissen es. Auch bas kehrt wieder. Jeden Mai. Die weißen Fahnen ber Lokomotiven zerflattern Zwischen grauen Buchenstämmen. Gesang ist im Walb. In jebem Mai. r. k. Bornotizen. Tageskalenber für Mittwoch. Stabttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Versprich mir nichts". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Kleiner Mann ganz groß." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Signal in ber Nacht" — Wettbewerb HJ.-Heim, Gießen: 16 bis 18 Uhr Ausstellung in der Dolkshalle (Empore). — Oberhessischer Kimst- verein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Maienblasen ab 19 Uhr von dem Turm der Johanneskirche. Stabttheater Gießen. Heute abenb erste Wieberholung ber Komöbie von Charlotte Rißmann „Versprich mir nichts" Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, Bühnen- bilber Karl Löffler. Die Vorstellung finbet gleich- e als 31. Vorstellung ber Mittwoch-Miete statt. ng 19.30, Enbe 22 Uhr. Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 19 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Mit einem Ruck reißt sich Monika los. Und im selben Augenblick geht schräg gegenüber die Fremdenzimmertür auf, und Marga Montwill steht da. Sie trägt noch chren blau-beige gestreiften Dressing-gown aus Schlipsseide (so was kriegt man nur in Berlin, denkt Lenzsch flüchtig) und hat wohl nur ihre Schuhe hereinholen wollen. Aber es sieht aus, als habe sie nachsehen wollen, wer draußen so heftig miteinander flüstert und zischelt. Peinlich, denkt Lenzsch und hebt die Rechte zu jovialem Gruß: „Morgen, morgen, schönste Dame. Auch schon wach?" „Jawohl, auch schon wach", murmelte Marga, nicht weniger verlegen als die beiden anderen, und reibt sich ein wenig die Augen und tut, als sähe sie erst jetzt Monika dastehen. „Sie haben schon einen Waldlauf hinter sich, Fräulein Monika. War's schön?" „Och ja. Haben Sie gut geschlafen?" „Danke, wunderbar." Sie sind aufeinander zugetreten, und ihre Hände legen sich eine Sekunde kühl ineinander. Lenzsch steht dabei und spürt die scharfe Luft zwi- schen den beiden, und es freut ihn, er weiß selbst nicht, weshalb. Oder halt, er weiß es doch, und je länger er dem konventionellen Gerede der beiden zuhört, um jo klarer wird es ihm, warum ihn die scharfe Luft freut: well, wenn zwei sich nicht mögen, ein Dritter auf jeden Fall fein heraus ist. Also warte, Monika, mein Herzchen, warte, mein Kind! Dir treibe ich den Hochmutsteufel und dis Bisiigkeit und die Anzüglichkeiten schon aus. Oder, wenn du mich denn durchaus nicht willst, es gibt ja auch andere, sogar sehr reizvolle andere, und alle Liebe rostet nicht. Diese Marga sieht wirklich be- zaubernd aus in dem gestreiften Mantel. In den nächsten Zwölf Stunden, Monika, mein schönes sprödes Kind, gibt's was, und es ist noch nicht gewiß, wer zuletzt lacht. Du aber in gar keinem Fall, so wahr ich Walter Lenzsch heiße und diese andere da mal geliebt habe. Also! Walter Lenzsch dreht sich also mit verschränkten Armen und sehr ostentativ zu Marga Montwill herum und schaut bedeutsam an ihr auf und ab. „Großartig sehen Sie aus", sagt er dann, und es tut ihm in der Seele leid, daß er kein Monokel besitzt, das er sich ins Auge klemmen könnte. Marga Montwill lacht leise auf: „Ja, vor allem um den Kopf herum." „Nichts ist köfllicher", stellt Lenzsch daraufhin fest, „als ein Frauenkopf mit verwühltem Haar. Es regt die Phantasie an, wissen Sie. Und überhaupt, Herr- gott, wenn ich noch daran denke, was für prächtiges Haar Sie früher hatten, als Sie noch keinen Bubikopf trugen. Manchmal ging es auf, und einer von uns durfte Ihnen die Kämme halten ... Manchmal war dieser eine auch ich!" „So? Ich sagte Ihnen doch schon mal, daß ich mich an die Zeit gar nicht mehr erinnere." „Aber ich! Aber ich! Seit ich Sie wiedergesehen habe, muß ich unaufhörlich daran denken. Fast ganz unaufhörlich. Und wenn Sie mich zum Beispiel vor Ihrer Abfahrt noch mal in meiner Bude im Sanatorium besuchten, dann könnte ich Ihnen mit entzückenden Photos alle hübschen Erinnerungen wachrufen." Marga Montwills ablehnendes Gesicht ändert sich plötzlich: „So? Ist das wahr? Haben Sie noch alle die alten Photos?" Walter Lenzsch löst seine Hände voneinander und stemmt sie zufrieden in die Seiten. „Aber freilich. Sogar eingeklebt habe ich sie!" „Donnerwetter! Ja, das muß ich mir dann allerdings ansehen. Denn wissen Sie, mein alles Album ist mir bei irgendeinem Umzug verlorengegangen. Und ich hing doch soooo daran. Schon wegen der ulkigen Moden. Und wegen der Widmungen ..." Sie sehen einander in die Augen und lächeln beide. „Manche Leute schrieben dabei auch ganze Gedichte, wissen Sie noch?" „O ja. Und Herr Goethe persönlich stand Pate." „Warum auch nicht? Wenn's um die Siebe geht, ist auch ein Goethe nicht zu gut zum Pate-Stehen." „Fragt sich eben nur", sagt Marga Montwill mit einem Schimmer von Spott, „ob das damals wirklich Liebe war." Waller Lenzsch macht nur eine kurze Bewegung mit den Schultern. Man kann sie deuten, wie man will. Aber sein Gesicht hat einen ganz merkwürdigen Ausdruck, und seine Augen sind unaufhörlich und glänzend auf Marga gerichtet. Eine Weile schweigen sie. Maraa schaut an ihrem Mantel hinunter. Unten in der Küche klappert jemand mit Tellern und Töpfen. Das Brausen im Badezimmer hat aufgehört. Dann klappt unten an der Tür der Deckel vom Briefkasten, und irgend etwas vlumpst klatschend zu Boden. „Wissen Sie, was ich möchte? Und was ich auch bestimmt tue?" fragt Lenzsch auf einmal leise und Heist mit am Aufbau desLugenöherbergwerkes! NSG. Am nächsten Samstag und Sonntag sammell die Hiller-Jugend für den Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen zum Reichswerbe- und Opfertag. An die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau ergeht der Ruf, auch in diesem Jähr den Jungen und Mädeln eine Spende zu geben. Jeher Pfennig ist ein Baustein für neue und schöne Jugendherbergen, die in den schönsten Landschaften und Wandergebieten zur Stärkung und Gesundung der Jugend erstellt werden sollen. In der umfassenden Erziehungsarbeit an der nachwachsenden Generation des neuen Deutschland NSDAP. (Sau Hessen-Nassau. Der Gauleiter. Die unter nationalsozialistischer Führung stehenden Jugendherbergen sind Erziehungsschuten des nationalsozialistischen Staates und Pftegestatteu deutschen Brauchtums. (Eine hohe und verantwortungsvolle Aufgabe wird ihnen im neuen Deutschland zuteil. Sprenger. nimmt das Jugendherbergswerk einen wesenllichen Platz ein. Ursprünglich war das Juaendherbergs- wert errichtet worben, um der deutschen Jugend Unterkunft auf chren Wanderfahrten zu gewähren. Kleinere und größere Herbergen — häufig in Kellern oder Schulen behelfsmäßig eingerichtet — sorgten für die Unterbringung der Jugendlichen auf ihren Ausflügen. Zweifelsohne war das Jugend- Herbergswerk schon damals von gesundheitlichem und erzieherischem Wert, jedoch die Doraussetzun- aen, die Fahrten zu einem wertvollen polillschen Erziehungsmittel zu machen, fehlten. Bor fünf Jahren rburde deshalb das Jugendherbergswerk in die Erziehungsarbeit der Httler- Jugend eingegliedert. Waren bis dahin die Jugendherbergen zumeist behelfsmäßig unteraebrachte Uebernachtungsgelegenheiten, so war es selbstverständlich, daß das Jugendherbergswerk, um seinen Aufgaben gerecht zu werden, grundsätzlich neue Wege gehen mutzte. Süffige, in freundlichen Farben gehaltene zweckenttprechercke Räume sichern ausreichende, hygienisch einwandfteie Unterbringung. Außer den Schlafräumen müssen auch geeignete Räume für Tagesaufenthalt und Schulung vorhanden sein. Um eine einwandfreie Verpflegung zu gewährleisten, sind zweckentsprechende Herbergsküchen gleichfalls eine selbstverständliche Pottoendig- keit. Um zu erreichen, daß alle diese _ Einrichtungen nicht nur einer kleinen Schar aus begüterten Kreisen 3ur Verfügung stehen, sondern jedem Jugendlichen die Benutzung der Jugendherbergen auf Fahrt ermöglicht ist, wurden die Uebernachtungssätze für geführte HJ.-Gruppen und Schulklassen auf 20 Pf. je Nacht herabgesetzt. Das eingehende Uebernach- tungsgeld ist aber gerade ausreichend, um den lausenden Verpflichtungen, die sich aus Sicht-, Heizungs- und Waffergeld sowie einer Entschädigung für den das Haus in Ordnung hallenden Herberas- wart zvsammensetzen, gerecht zu werden. Darüber hinaus müssen zur Bauerhaltung und zur Erwecke- rung des Herbergsnetzes Ausgaben von beträchtlicher Höhe aufgebracht werden. All dies erfordert die Berettftelluna von Geldmitteln, die in chrer vollen Höhe der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen aus eigener Kraft nicht aufbringen kann, der deshalb um Unterstützung bei den Volksgenossen bittet. Die Richtigkeit des Iugendherbergsgedantens beweist das Ansteigen der Uebernachtungszahl von 4,6 Millionen in 1933 auf 8,2 Millionen in 1937. So erfreulich die Stellgkeit im Anwachsen dieser Zahlen ist, so gibt sie dem Jugendherbergswerk die ernste Verpflichtung, das bestehende Herbergsnetz noch weiter auszubauen. Bei 2000 Herbergen im Reich werden im Rhein-Main-Gebiet zur Zett 70 Herbergen mit 350 000 Uebernachtungen durch den Landesverband Rhein-Main im Reichsverband für DIH. betreut. Der vollständige Ausbau des Jugendherbergswerkes erfordert bei 3000 Herbergen im Reich das Vorhandensein von 10 0 Herbergen im Rhein-Main-Gebiet. Auch in Zukunft kann das Jugendherbergswerk den hohen verantwortungsvollen Aufgaben, die chm im neuen Deutschland gestellt sind, nur dann gerecht werden, wenn sich jeder für die Unterhaltung und den Ausbau des Jugendherbergswerkes nach Maßgabe feiner Kräfte und Stellung einsetzt. Seine Mthilfe kann er an den Reichswerbe- unb Opfer- tagen unter Beweis stellen. An jeden ergeht der Ruf: Gebt für das Deutsche Jugendherbergswerk! Förderung dererbgesundenkindeneichenZaminen DNB. Der Reichs- und Preußische Arbetts- minifter Seldte hat die Dersicherungsoehörden und die Träger der Krankenversicherung schon bei früheren Gelegenheiten darauf hingewiesen, daß fie die Förderung der erbgefunben deutschblütigen kinderreichen Familien als chre vornehmste bevölkerungspolitische Aufgabe zu betrachten haben. In einem neuen Erlaß, der in der nächsten Nummer des Reichsarbeitsblattes veröffentlicht wird, bestimmt der Reichs- und Preußische Arbettsntinister nunmehr, daß deutsche kinderreiche Versicherte, deren Familien als geordnet anHusehen sind, von der Verpflichtung, für den Krankenschein und das Arznei- Verordnungsblatt eine Gebühr zu-entrichten, voll- kommen befreit werden. Die Befreiung von der Krankenschemgebühr gilt auch für die Familienhilfe. Für das Arzneiverordnungsblatt ist bei der Inanspruchnahme von Famllienyllfe schon nach gellendem Recht keine Gebühr zu zahlen. Als kinderreich im Sinne der neuen Bestimmung gelten Versicherte, die mindestens vier, Witwen, die mindestens drei leibllche ehellche oder für ehelich erklärte Kinder haben oder gehabt haben. Hiernach sind Versicherte auch dann noch als kinderreich an- zusehen, wenn einzelne Kinder bereits erwachsen oder gestorben sind. Voraussetzung für die Ge- bührenfreihett ist jedoch, daß zu dem Haushall des Versicherten mehr als zwei unterhallsberechtigte Kinder gehören, für die nach den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung Famttienhttfe gewährt wird. Als Ausweis gill z. B. das vom Reichsbund der Kinderreichen ausgestellte Ehrenbuch für die deutsche kinderreiche Famllie. Da es jedoch noch geraume Zeit dauern wird, bis jeder Kinderreiche im Besitz des Ehrenbuches ist, genügt vorläufig die Bescheinigung über die Mitgliedschaft des Versicherten beim Reichsbund der Kiickerreichen zusammen mit der polizeilichen Bescheinigung zur (Erlangung der Fahrpreisermäßigung bei der Deutschen Reichsbahn für kinderreiche Familien. Tagung dekÄgendgruppensührennnenmGießen Am Sonntag versammellen sich die Jugendgruppenführerinnen des Kreises Wetterau zu einer Arbeitstagung im Hotel Hoxfeld. Die Kreisjugendgruppenführerin Pgn. Anni Schwengber eröffnete die Tagung mit eingm Wort des Führers und sprach nach gemeinsamem Gesang über die Aufgaben der Iugendgruppen. Sie betonte, daß es an der einzelnen Führerin liegt, wenn die Gruppe etwas leisten soll. Die Jugendgruppe umfaßt den Nachwuchs der Frauenschaft, sie muß hineinwachsen in die Frauenschaft, und sie steht unter dem Geleitwort: Bereit fein und helfen! Aus der Organisation „Glaube und Schönheit" im BDM. treten die Mädchen mit 21 Jahren in die Iugenv»>7Uppen des Deutschen Frauenwerks über. Sie arL*iten in engster Fühlung mit der Frauen- schaft und reihen sich ein in die verschiedenen Arbeitsgebiete. Die Führerinnen gaben bann einen Ueberblick darüber, was in den Orten von den Gruppen bereits erreicht wurde. Da wird in fröhlicher Karne- radschaft gewandert und geturnt, musiziert und gesungen, und der Volkstanz wird gepflegt. Andere Gruppen haben Bastel- und Nähabende eingeführt. In gemeinsamer Ardett entstehen unter geschickten Händen Spielsachen aller Art, Kleidchen und Schürz- chen werden aus allen Sachen hergestellt, und aus gespendeten Stoffresten werden Hemdchen und Schürzchen gefertigt für die Abteilung Grenzland- Ausland, für die NSV. und das Winterhilfswerk. Anschließend sprach bann die Kreisführerin über den Erwerb des Leistungsbuches. Drei Lehrgänge des Mütterdienstes und ein Samariterkursus müssen besucht werden, außerdem ist ein sechswöchiger Hilfsdienst im- Krankenhaus oder in einer Familie zu leisten. Hier mit aller Kraft sich einzusetzen im sozialen Dienst in der Volksgemeinschaft, das ist die Aufgabe jeder einzelnen. Nach gemeinsamen Mittagessen wurde über die große Pfingst-Tagung beraten. Am Pfingstsamstag wird das Lager, an dem alle Jugendgruppenführe- rinnen des Gaues Hessen-Nassau teilnehmen, von der Gaufrauenschaftsleiterin Pgn. (Erna Wester - nacher eröffnet, am Sonntag wird Gauleiter Sprenger zu den Teilnehmerinnen sprechen. Zum Schluß sand eine rege Aussprache über alle organisatorischen Fragen statt. Gemeinsamer Gesang beendete die Tagung, die bewies, wie diese jüngste Organisation im Deutschen Frauenwerk voller Leben und Bewegung ist und vorbildliches Wollen zur Leistung zeigt. F. K. Tagung der Kindergruppenleiterinnen. Die neuernannten Leiterinnen der Kindergruppen, die jetzt im Kreise Wetterau aufgestellt werden, versammelten sich am Sonntag im Gasthaus Hindenburg" unter ihrer Leiterin Ubt Roth. Nach kurzer Begrüßung sprach die Leiterin über den Zweck dieser neuen Organisation, die eine Vorstufe für die HI. .bedeutet. Sie führte aus, daß die Kindergruppe an einem Nachmittag in der Woche alle Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren zufammen- faßt unter der Aufsicht einer Leiterin, die gemeinsam mit zwei Helferinnen mit den Kindern spielt und singt. Im Sommer geht es hinaus in die freie Natur. Dort lernen die Kinder spielend die Pflanzen und Tiere unterscheiden; sie beobachten, wie alles wächst und reift, und sie lernen, mit offenen Augen um sich schauen. Schon in dieser Woche wird mit der Werbung zu den Kindergruppen begonnen. An alle Eltern wird die Frage gerichtet werden, ob sie ihr Kind einreihen wollen in die fröhliche Gemeinschaft dieser Jugend, die hineinwachsen soll in die national* sozialistische Weltanschauung, in eine Kameradschaft, in der die Begriffe Ehre, Treue und Gemeinschaftssinn gepflegt werden. Die Kindergruppen werden nicht schulmäßig oder militärisch aufgezogen, sondern in fröhlichem Sviel erzieht eins das andere. Durch die Pflege von Sitten und Gebräuchen wird das Deutschbewußtsein geweckt und gefördert und Stolz und Pflichtgefühl gestärkt werden. Aus kleinen Wanderungen sehen die Kinder die Schönheit ihrer Heimat, und in festlichen Stunden werden sie bin Eltern zeigen, was sie an Spielen und Singen gelernt haben. Im Winter wird gebastelt und geklebt, damit die Geschicklichkeit der Hand geübt wird. So tut sich für die Leiterinnen ein reiches Tätig- unnötig ernst. „Ich möchte mal wieder nach Berlin fahren und einen Bummel durch alle die alten netten Lokale machen, in denen man sich als Student herumgetrieben hat. Und mit Ihnen möchte ich in den Krollgarten gehen und Sonntags früh in den Zoo, und auf der Brücke vom Schöneberger Stadtpark möchte ich noch mal mit Ihnen stehen. Wissen Sie noch?" Ja, Marga weiß noch. Gott, wie jung man damals war! , „Und wie anders die Zukunft aussehen sollte ..." fügt Lenzsch hinzu. Ja, auch das. Aber schön, Lenzsch kann ja mal nach Berlin kommen. Oder will er vielleicht gleich mitfahren, wenn Marga zurückiährt? Lenzsch strahlt: „Ist das Ihr Ernst?" „Warum nicht?" '„Wirklich?" „Wollen Sie vielleicht die Hand darauf? Oder das ganz große Ehrenwort, so wie damals — wissen Sie noch?" Ja, Lenzsch weiß noch. Und den Blick lächelnd ineinander, geben sie sich die Hände: Abgemacht, es lebe das schone Berlin! Wie sich die Hande voneinander lösen, wendet Lenzsch sich erschreckt um: „Aber wo ist denn Monika? Haben Sie sie weggehen sehen?" Monika? Ja, sie hat irgend etwas gemurmelt, was Marga nicht verstanden hat. Dann ist sie gegangen. Merkwürdig, Lenzsch hat das gar nicht gehört. Na ja, so leichte Trainingsschuhe hört man ja auch wirklich nicht. Sie stehen noch einen Augenblick unschlüssig und ein bißchen unangenehm berührt: daß man über einem dummen Gespräch Monika so vergeßen hat. Dann dreht sich Lenzsch entschlossen auf dem Absatz herum. Tja, da werben wir uns also mal schleunigst anziehen. Also bis nachher! Und er geht Wenn es schicklich wäre, reckte er im Vollgefühl seines Sieges beide Arme. Aber was würde bann Marga denken! Und außerdem: Vielleicht liegt ihm nun gar nicht mehr so viel an diesem Sieg? Denn wer weiß, was geschieht, wenn man mit Marga Montwill nach Berlin fährt! Wer weiß! Dann klappen zwei Türen, und Tapsy, der die Treppe heraufkommt, weil er Frauchens Stimme, gehört hat, findet einen leeren Korridor und einen Hauch von Frauchens Parfüm um den Pfosten des Treppengeländers herum. Und dann spitzt er die Ohren und hort dreierlei: (Ein lustiges, nicht sehr melodisches Pfeifen. Das ist das fremde Herrchen, der fast so riecht wie der Tierdirektor in Berlin. 6d)tt 3m Herbst und in 6 u b o r f in be Heunerbande un UHL Seltersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen AnW Durch einen Stra' rveaen Diebstahls Monaten ver Strafbefehl legte er Montag geführte H zusammen nutJL Meter lang geMt stelle der Firma Ä E. zusammen mit November vorigen 'Laustelle oorbeikam eine Reparatur an nehmen, und nerai Eisenstangen wegzv aufzuladen. Der A habe angenommen, (fangen um Abfall, Erlaubnis der Fli Zeugenaussage ero weder die Erlaubnr noch daß die Art i die Annahme rech um Abfall Hande! Grund des 1 Ü das Verfahren er Gegensatz zu den hatte, daß durch Ein leises sehr melodisches Summen. Das ist Frauchen. ' Und ein kaum vernehmbares Schluchzen. Das ist Seppis Frauchen. Aber man muß die Ohren schon gewaltig spitzen, um es zu hören. 14. (Ein Vater fragt seine Tochter, wie alt sie ist, und ein Sonntags« spaziergang endet mit Zähneknirschen. Beim Kaffeetisch gibt es eine kleine Sensation: Vater Hammerbacher will auf seinen Frühschoppen verzichten und statt dessen seine Damen ein Stündchen ins Freie führen. Die Damen, soweit sie sich als die seinigen betrachten, lächeln nicht eben entzückt. O Gott, diese Sorte Spaziergänge kennt man zur Genüge. Vater Hammerbacher rennt mit Riesenschritten immer zehn Schritt voraus, Tante Marthchen bekommt nach der ersten halben Stunde Ballenschmerzen, und Monika * langweilt sich zu Tode, weil sie schon auswendig weiß, was der Vater über Tank? Marthas Ballenschmerzen und was, umgekehrt, Tante Martha über Vaters sinnloses Rennen zu sagen hat. „Und der Herr Kapellmeister Bitterlich?" wirft Tante Marcha vorsichtig fragend hin. „Was soll ihm denn gesagt werden, wenn er dich abholen kommt, und du bist einfach nicht da?" Dann solle ihm eben gesagt werden, gibt der Doktor wohlgelaunt zur Antwort, daß eine nette junge Dame aus Berlin zu Gaste sei, und daß Infolgedessen für Frühschoppen uick ähnliche Männerangelegenheiten keine Zeit sei, und fertig. Und jetzt nicht mehr lange' gefackelt, fährt der Doktor fort, indes seine Augen so ein bißchen drohend zwischen Tante Martha und Monika hin und her gehen, nicht mehr lange herumgehockt und Bedenken aufgetischt, sondern raus an die Frühlinqs- luft! „Frühlingsluft", wiederhott Monika bedeutsam. Jawohl, Frühlingsluft, und in zehn Minuten steht er, der Doktor, angezogen vor der Tür. So stürmt denn alles davon, sich herzurichten. Tante Martha sucht händeringend ihr Lorgnon; Marga muß unbedingt noch Tapsy schön machen, desien Barthaare teils von der Frühstücksmilch, teils von der feuchten Gartenerde vollkommen verklebt • sind, und der junge Doktor stellt verbittert fest, daß 'n seinem Strumpf ein Loch ist, und daß ausgerechnet jetzt bestimmt keine der Damen Zeit hat, es ihm ein bißchen zuzuziehen, weshalb er sich entschließen muß, die Hosen so tief herunterzulassen, daß er beim Laufen beinahe mit dem Absatz darauf tritt. Nur Monika, gelassen und still, steht rechtzeitig neben dem Vater an der Haustür. (Fortsetzung folgt) auch Bettwäsche i kommen, Gleiches mHedbersdoi 6le Zigeuner, die w da in bas transportiert tnurb !>er verstauben es, * mi> tonnte 'wnommen weck tiefer Dst 2en.s!a0 der Alms SInton °ot,ier ®ro6en & »Wien, alle än, "IFnii etoag mit i M di- L« k®° Wien bei t Wj®,« SP Mtw, ?nton x R hoben. dSL !S- ÄK HÄ0"'’0 >ch L feinet' .Ws n W i »n i>ih.®en *Nte 'ne ui ft keitsfeld auf, das viel Hingabe und Treue verlang?, aber auch durch Freude und durch die Anhänglich- kett der Kinder belohnt wird. Ls folgte den Ausführungen der Krsiskinder- gruppenleiterin eine sehr lebhafte Aussprache, bet der alle Fragen geklärt wurden. Gemeinsamer Gesang beendete die interessante Tagung. F. K. Aus der engeren Heimat. Tragischer Tod auf dem Bahnkörper. Am gestrigen Dienstag gegen 10.45 Uhr ereignete sich auf der Bahnstrecke zwrschen Garbenteich uni) Li ch ein tragischer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. An einem Wegübergang zwischen dem Pfahl- graben und Lich in der Nähe der Reichsautobahn- brücke, dessen Schranken von dem nächstgelegenen Bahnwärterhaus bedient werden und die wogen des Herankommens eines Zuges bereits geschlossen waren, wollte der im 80. Lebensjahr stehende Arbeitsinvalide Konrad Briegel aus Garben- teich noch den Bahnkörper überqueren. Dabei hat der alte Mann offenbar die geschlossene Schranke umgangen und sich auf das Gleis begeben, während im gleichen Augenblick der von Gießen herankommende Zug sich dem Wegübergang näherte und von dem etwas schwerhörigen Manne nicht rechte zeittg wahrgenommen wurde. Der Bedauernswerte wurde von dem Zuge erfaßt und noch eine Strecke wett mttgeschleift. Leider fand der alle Mann dabei den Tod auf der Stelle. Ehrung für Hans Baustian. j. Schotten, 7. Mai. Zu Ehren ihres aus dem Reichsberufswettkampf hervorgegangenen Reichssiegers Hans Baustian hielt die hiesige Molkerei-Genossenschaft Hoherods- köpf einen würdig verlaufenen Betriebsappell m ihrem schön ausgeschmückten Betrieb ab. Es waren hierzu viele Vertreter der Partei, der DAF., dos Treuhänders der Arbeit, des Verbandes usw. erschienen. (Eine Fahnenabordnung der HI. und des hie bc stol frffii " Di tül 2 1,1 gon s, ue Btz WZ »ES 6* Ä e !ri I W Jungvolks war aufmarschiert. Betriebsführer Carl Linck begrüßte die Erschienenen und betonte, die Molkerei sei stolz auf ihren Sieger. Kreisobmann Schneck der DAF. feierte den Sieger und übev- brachte die Glückwünsche der DAF., ebenso der Vertreter D u t t i n g von der Gau Verwaltung, Abteilung Nahrung und Genuß. Kreisleiter G ö r n e r überreichte dem Sieger die von Dr. Ley und Baldur v. S ch i r a ch unterzeichnete Ehrenurkunde mit ehrenden Worten. Bürgermeister Menge! überbrachte Hans B a u st i a n mit einem Geschenk (silbernen Becker) die Glückwünsche der Stadt. Auf den Führer brachte Kreisleiter G ö r n e r das Sieg-Hell aus. Im Kurhaus Vogelsberg schloß sich eine Nachfeier an, bei der die HJ.-Kapelle frohe Weisen spielte. Gemeinderat in Schotten. CD Schotten, 9. Mai. Der Gemeinderat beschäftigte sich in feiner jüngsten Sitzung mit Steuerfragen. Die staatliche Grundsteuer w'rd in Zukunft von der Gemeinde miterhoben, dafür muß die Gemeinde andere Lasten, die der Staat seither trug, künftig übernehmen. Für die Grundsteuer im Rechnungsjahr 1938 berechnen sich die Hebesätze der Gemeinde entsprechend den Steuermeßbeträgen auf 125 v. H. für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, auf 108 v. H. für die Grundstücke. Die Hundesteuer wird künftig ebenfalls in der seitherigen Höhe ganz von der Gemeinde erhoben. Landkreis Gießen gfs. Wieseck, 10. Mai. Unsere Frauen- schäft veranstaltete am Sonntag eine Mütter- ehrung, indem sie die über Siebzigjährigen einlud. Im festlich geschmückten Saale wurden die Gäste von der Frauenschaftsleiterin FrauM ö b u s be- grüßt. Musik und Gedichtoorträge erfreuten die ©Jt.-tfpoet em, 10. Mai. Ihre silberne Hochz T. Handball -m kreis VIII. Nr. 67 Nr. 3170 Ml) )( Lich, 10. Mai. Dank der großen Kuchen- spenden zum 7 0. Jubiläum des Alice- Frauenvereins konnten gestern die Kinder unserer Kinüerschule, die Insassen des Krankenhauses sowie viele Kranke in der Gemeinde mit einer süßen Gabe bedacht werden. Die Gaben wurden von groß und klein dankbar entgegengenommen. gfs. Inheiden, 10. Mai. Die von den Mitgliedern der Frauenschaft und des Frauenwerks in der Abteilung Grenzland-Ausland im Winter gearbeitete Kinderwäsche ist jetzt an die Sammelstelle für den Kameradschaftsgau Schlesien abgeliefert worden. Die schön genähten und gestickten Sachen werden gewiß viel Freude bereiten. < Ettingshausen, 8. Mai. Der Landwirt Georg Heinrich Keil L, der älteste Einwohner unserer Gemeinde, feierte heute seinen 8 8. Geburtstag. Der alte Herr geht noch jeden Tag ins Feld und hilft bei den Feldarbeiten mit. An den Tagesgeschehnissen nimmt er noch regen Anteil. lieben Alten, die bei Kaffee und Kuchen sich in der frohen Gemeinschaft recht wohl fühlten. _ A Dollar, 11.Mai. Am morgigen Donnerstag können Schreinermeifter Heinrich Henkelmann und Ehefrau das Fest ihrer silbernenHochzeit feiern. # Mainzlar, 9. Mai. Der Landwirt Ludwig S pa ar III. und Ehefrau, Loklarer Straße hier, feierten das Fest der silbernen Hochzeit. Wir. gratulieren. Um die deutsche Handball- Misterschast. sere Frauen- eine Slutter- bz-Mhen. ®uröen die Gaste Möbus be- ^erfreuten^lc nmen. Das ist, Mchzen- Das ist die Ohren schon offen. emeinderat i &tyittQ mit runbfteuer wird 'erhoben, dafür bie her Staat ür die ®tunb= ed)ntn sch die L den Steuerland- und forst- v. h. für die lünftig ebenfalls er Gemeinde er- Schwere Strafen für Zigeunerbande Große Strafkammer in Gießen. Hunderttausend sehen Deutschland-England Der große Fußball-Länderkampf im Berliner Olympiastadion. Misterschastsschießen der deuffchen Ager Hinterpommern vor Hannover. Gaugruppe 4: VfL. Haßloch — SD. Urach; SV. Waldhof — Post SV. München. Gießener Basletballer beim Stadkelurnier in Dad Kreuznach. Am 14. und 15. Mai findet in Bad Kreuznach ein Baskettballturnier statt, das außer dem Veranstalter Mannschaften aus Luxemburg, Bonn, Köln, Mainz und Gießen als Teilnehmer sieht. Gießen wird in den verschiedenen,Klassen mit vier Mannschaften vertreten fein. Die Mehrzahl der Spieler in der aktiven und in der Frauenklasse stellt der Männerturnverein, der dadurch leider an der Anlagenstaffel nicht teilnehmen wird. Eine Verlegung des Turniers war aber nicht möglich, da der Termin schon Anfang Mai nach Ueberwinduna vieler Schwierigkeiten festgelegt wurde. Die Jugendmann, schäften stellen VfB.-ReichSbahn und Spielvereinigung 1900. Kriegerkameradschaft nötige junge Nachwuchs gesichert sei. Es fanden dann verschiedene Ehrungen statt. Das Khffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse echiel- ten die früheren, um die Kameradschaft verdienten Führer Theodor Schlag und Karl Freitag. Acht Kameraden erhielten ein I^biläumsabzeichen, dem dieses konnte auch sonstwo herrühren. Er konnte deshalb nicht wegen Bandendiebstahls, sondern nur wegen Hehlerei bestraft werden. Die Große Strafkammer verurteilte den Emil Weiß wegen Bandendiebstahls und einfachen Diebstahls in zwei Fällen wegen seines jugendlichen Alters zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und vier Monaten, den An ton Weiß wegen Bandendiebstahl und Hehlerei unter Versagung von mildernden Umständen zu einer Gesamtzuchthaus st rafe von zwei Iah- ren und einem Monat und den Eberhard Dreschner unter Berücksichtigung seiner Jugend und seiner bisherigen Unbestraftheit wegen Bandendiebstahls zu einer Gefängnis st rafe von zweiIahren. Alois Kreutz, der bereits siebenmal vorbestraft ist, wurde wegen Hehlerei im Rückfall zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten oerurteill. Mit Rücksicht auf die ganze Persönlichkeit des Anton Weiß und des Alois Kreutz, die eine starke Gefährdung der Zlllgernemheit bedeuten, wurde auch noch bei chnen die Zulässigkeit der Polizeiaufficht ausgesprochen und beiden die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. Der ebenfalls angeklagte Karl Kreutz wurde freigesprochen, weil in der Verhandlung gewisse Bedenken auftauchten, ob er identisch sei mit dem seinerzeit ausgebrochenen Zigeuner. Trotz starken Verdachtes auch gegen ihn blieb doch die Möglichkeit, daß der entflohene Zigeuner sich unbefugt den Namen und die Papiere des Karl Kreutz angeeignet hatte; eine Verurteilung konnte daher nicht erfolgen. und Arnar Georg Müller IV., lebende Mitbegründer, für 50jährü für 25jähriae Mitt"..... Haas, Wilhelm ( wiy Münch, Ludwig Rock, "Wilhelm"Will, Heinrich Schäfer. Kamerad Karl Freitag dankte im Namen der mit Ehrenzeichen Bedachten für die zuteil gewordenen Ehrungen. Es wurde dann noch verhandelt über die Errichtung der neuen Schießhalle, die im Laufe des Vorsommers fertig- gestellt fein dürfte. In echter Kameradschaft beteiligen sich viele Kameraden freiwillig an der Errichtung der Halle. Mit Dank und Gruß an den Führer schloß der Kameradschaftsführer den Appell, dem sich noch ein gemütliches Beisammensein an« schloß. Xü. Groh'Rcchlenbach — Tv. Garbenheirn 8:7 (4:3). Am 31. Oktober 1937 standen sich die beiden Mannschaften zum fälligen Pflichtspiel auf dem Platz des Tv. Groß-Rechtenbach gegenüber. Da- wannen die Gastgeber, trotzdem sie nur mit zehn Mann spielten, einwandfrei mit 11:6 Toren. Garbenheim gab sich mit diesem Ergebnis nicht zuftie- den, legte vielmehr Einspruch ein, weil angeblich ein nicht geprüfter Schiri eine vollkommen unzulängliche Schirileistung gezeigt habe. Auf den Einspruch hin wurde entschieden. Die Entscheidung mußte aber wieder aufgehoben werden, weil neue Momente zu prüfen waren. Die Ermittlungen waren teilweise recht schwierig, so daß sich die Erledigung der Sache immer wieder verzögerte. Arn Sonntag standen sich nun beide Mannschaften erneut gegenüber. Wohl steht die endgültige Entscheidung immer noch aus. Trotzdem hatte sich die Kreisspielleitung entschlossen, eine Treffen anzusetzen, ganz gleich, welche Stellungnahme der Gau abgeben wird. Beide Mannschaften kommen nämlich, je nach Ausgang der Wertung des ersten Spieles, als Staffelsieger in Frage, d. h. der Gewinner des Endkampfes wird in die Bezirksklasse aufsteigen. Um die Kritik zu dem Spiel vom Sonntag gleich vorwegzunehmen! Zwei Gegner standen sich gegenüber, die weit davon entfernt sind, in der Bezirksklasse ein Wort mitzureden. Nicht nur, daß man die eigentlich selbstverständliche Ballbehandlung und das bringeno notwendige Stellungspiel vollkommen vermißte, auch das Zusammenspiel ließ viel zu wünschen übrig. Es gab sehr viele Fang- und Fuß- fehler, so daß der sehr aufmerksame Schiri Krausch vom Mtv. Gießen mehr als sonst eingreifen mußte. Schließlich fiel immer wieder ditz unjaubexe Äb- Der kommende Sonntag bringt für Deutschlands Handballsport eine Kraftprobe mit Holland, die in doppelter Auflage — Männer und Frauen — in Aachen durchgeführt wird. Daß das Reichsfachamt Handball trotz dieses Länderspiels die Gruppenkämpfe am 15. Mai in vollem Umfange abwickeln kann, zeugt von der großen Zahl von Spitzenspielern, über die Deutschland im Handballsport ver- fügt. Der Spielplan am nächsten Sonntag lautet: Gaugruppe 1: MTSA. ßeipjig — Oberalster Hamburg; Flak Stettin — VfL. Königsberg. Gaugruppe 2: MSV. Vor. Carlowitz — Polizei- SV. Berlin; MSV. Weißenfels — Tv. 47 Wetzlai Gaugruppe 3: Hindenburg Minden — VfB. 08 Aachen; Lintforter SV. — Post SV. Hannover. Die Hinterpommern verdanken ihr gutes Abschneiden in erster Linie den Schutzen Dallmer, Holzkamm und Tramoke. Der bisher führende Revierförster Marxen (Velgen) wurde auf den dritten Platz verwiesen. Die Spitze hält jetzt Dallmer mit 562% Punkten vor Holzkamm mit 562 und Marxen mit 560%. Der bisherige Zweite, Damme (Hannover), liegt nun an vierter Stelle mit seinen 546 Punkten. Beyer (Berlin) mit 538% und Revierförster Steiner (Mühlenbeck) mit 538% Punkten sind die nächstbesten Schützen. Am Dienstagnachmittag wurde der Wettbewerb der Jagdschützen fortgesetzt. Dabei gab es noch bessere Ergebnisse als tags zuvor. Radler (Groskau) schoß mit der Pistole 136 von 150 möglichen Ringen und setzte sich damit an die Spitze, gefolgt von Lohs (Berlin) und Klindworth (Ohrensen) mit je 135 Ringen. Euler (Tillowitz) mit 132 und Damm (Hannover) mit 131 Ringen. Mit der Büchse war Müller (Tetthun) bei 138 von 150 möglichen Ringen um drei Ringe besser als der bisher führende Dittmann (Hamburg). Pferde von einem Bienenschwarm getötet. LPD. Lampertheim, 8. Mai. Ein w i l d gewordener Bienenschwarm griff plötzlich ein Pferd egespknn an und zerstach die beiden Pferde derartig, daß die Tiere unter furchtbaren Schmerzen eingingen. Der Knecht, der das Gespann begleitete, wurde ebenfalls von den stechlustigen Insekten über zugerichtet. Auch ein Gutsaufseher, der zu Hilfe eilte, wurde so zerstochen, daß er ebenso wie der Knecht in das Krankenhaus emgehefert werden mußte. Riesensprengung in einem Hinterländer Steinbruch. Lpd. Marburg, 10. Mai. In dem nahe bei Mornshausen am Dautphe gelegenen Grün- st e i n b r u ch der Eiserfelder Steinwerke, m dem vor längerer Zeit bereits einmal 38 Zentner Sprengstoff zur Entzündung gebracht wurden, ist wiederum eine Riesensprengung durchgeführt worden. Diesmal bohrte man einen langen Stollen mit Seitengängen in den unteren Teil der etwa 40 Meter hohen Felswand und lud den Stollen mit 25 Zentner Sprengstoff. Zahlreiche Zuschauer waren Zeuge, wie der durch Elektriziat zur Entzündung gemachte Sprengstoff unter dumpfem Donnerschlag explodierte. Die Felswand hob sich etwas und stürzte dann in sich zusammen. Die Abräumung und Verwertung der losgelosten rie.iaen Gesteinsmenge nirn’mt mehrere Monate in Anspruch. ringer Schaden entstanden war und der Angeklagte infolgedessen zu keiner längeren Frecheitsstrafe als von einem Monat Derur teilt worden wäre. Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich der erst 21jährige K. R. aus Echzell wegen Betrugs und schwerer Urkundenfäl-' schuna vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte war bis zum 4. Jan. 1938 an der Reichsautobahn bei Reiskirchen beschäftigt. Nach seiner Entlassung feierte er zunächst wegen Rheumatismus krank. Der Vertrauensarzt schrieb ihn zum 27. Jan. 1938 wieder arbeitsfähig. Um nun noch für die restlichen vier Tage bis zum 1. Febr. das Krankengeld in Höhe von 5 bis 6 RM. herauszuschlagen, veränderte er auf der ärztlichen Beschei- niaung das Datum vorn 27. in den 31. Jan. 1938. Gleichzeitig nahm er die entsprechende Fälschung auf dem Leistungsnachweis der Krankenkasse vor. Das Geld Eqm jedoch nicht zur Auszahlung, weil der Kassenbeamte sofort Verdacht schöpfte und den Angeklagten der Polizei übergab. In der gestrigen Hauptverhandlung war der Angeklagte reftlos geständig und gab an, aus Not gehandelt zu haben. Mit Rücksicht hierauf und auf seine Jugendlichkeit, sowie seine bisherige Unbestraftheit billigte das Gericht ihm mildernde Umstände zu und erkannte auf die gesetzliche Mindestrase von drei Monaten Gefängnis. t6 Tochter, sonntags- ineknirschen- [eine Sensation: ' n EL men em di- l n Gott, oiefe itten En aUSLtNdlg i wirft i»“ «ES *.«« bit MW« «m ” ”> un» i» ®e' teil’ llonil^ |» daß >elb'tt<' 'aU5gr DaNie" eNl' flau*' der einzig noch iber, für 50jährige Mitgliedschaft, gliÄrschaft die Kameraden Wllh. Schön, Karl Freitag, Lud- ' Aus den Gießener Gerichtssälen . , v - .'önnen am Donnerstag, 12. Mai, der Reichsbahn-Rangiermeister Karl Volk und Ehe- stau Marie, geb. Juno, Rathausstraße dahier wohnhaft, begehen. — Die hiesige Änegerkamerad- schäft hält an den beiden nächsten Sonntagen ein Leistungsschießen mit Bewertung ab. s. Lang-Göns, 9.Mai. Die hiesige Evangelische Frauenhilfe unternahm am Sonntag einen Ausflug nach Heidelberg, lieber 70 Mit- gliebgr nahmen an der Fahrt teil und hatten bei schönstem Maiwetter unvergeßliche Reiseeindrücke. I Hausen, 10. Mai. Die yiesige Krieger- kameradschaft hielt einen gut besuchten Appell ab. Von den vielen Punkten, die zur Erledigung tarnen, seien besonders erwähnt die Mitteilung von der Ueberführunq der Kriegerkameraüschaft in den NS. Deutschen Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund). Kameradschaftsführer Fritz Wahl wies darauf hin, wie durch diese Ueberführung der zum Bestehen der ebsfübrer Carl betonte, die • Äreisobmann M und ü&t& ebenso der M Mltunq, Abteil eiter Görner Ley und Lal- renurfunbe mit iengel übest n Geschenk (jib e der Stadt. (Börner dar »berg schloß sich (.-Kapelle hohe Amtsgericht Gießen. Durch einen Strafbefehl war der F. E. aus Lich wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt worden. Gegen diesen Strafbefehl legte er Einspruch ein. Die am gestrigen Montag geführte Hauptverhandlung eraab, daß E. zusammen mit A. aus Lich etwa 14 dünne, zwei Meter lang geschnittene Eisenstangen von der Baustelle der Firma K. in Lich entwendet yatte. Als E. zusammen mit A. von Hungen kommend im November vorigen Jahres gegen Abend an der Baustelle Dprbeifam, hielt er dort an, angeblich um eine Reparatur an seinem Lastkraftwagen vorzu- nehmen, und veranlaßte 21., die dort lagernden Eisenstangen wegzunehmen und auf den Wagen aufzuladen. Der Angeklagte behauptete zwar, er habe angenommen, es handele sich bei den Eisenstangen um Abfall, dessen Mitnahme ihm durch die Erlaubnis der Firma gestattet gewesen sei. Die Zeugenaussage ergab jedoch, daß her Angeklagte weder die Erlaubnis hatte, Eisenabfall mitzunehmen, noch daß die Art und die Lagerung der Eisenstäbe die Annahme rechtfertigte/ daß es sich bei ihnen um Abfall handelte. In dem Urteil wurde auf Grund des § 1 Absatz 2 des Strafsteiheitsgesetzes das Verfahren eingestellt, da die Verhandlung im Gegensatz zu den früheren Ermittlungen ergeben hatte, daß durch den Diebstahl nur ein ganz ge- Dem Fußball-Länderkamps zwischen Deutschland und England, der am kommenden Samstag in der großen Kampfbahn des Olympia - Sportfeldes in Berlin ausgetragen wird, sieht man mit besonderer Spannung entgegen. Zum Spiel gegen Deutschland haben die Briten folgende Elf namhaft gemacht: Woodley (Chelsea London); Sproston (Leeds United), Hap^ood (Arsenal London); Willingham, Boung (beide Huddersfield Town), Welsh (Charlton London); Matthews (Stoke Clly), Robinson (Sheffield Wed.), Broome (Aston 23.), Goulden (West- Ham), Bastin (Arsenal London). In Reserve stehen der Verteidiger Bateman (Brentford), der Mittelläufer Cullis (Wolverhampton Wanderers) und die Stürmer Drake (Arsenal) und Clifton (Chesterfield). Das deutsche Aufgebot. Am Moittag hat die Reichssportführung die deutsche Elf — wie bereits kurz gemeldet — wie folgt namhaft gemacht: Jakob (Jahn Regensburg); Janes (Fortuna Düsseldorf), Münzenberg (Alemannia Aachen); Kupfer (FC. Schweinfurt), Goldbrunner (Bayern München), Kitzinger (FC. Schweinfurt); Lehner (Schwaben Augsburg), Gellefch (Schalke 04), Gauchei (Neuendorf), Szepan (Schalke 04), Peffer (Rapid Wien). Der Jagdgau Hannover ist nicht lange an der Spike des Mannschaftswettbewerbes der Meisterschaftswoche der Jäger geblieben Die Hannoveraner hatten am Attmtag 2134% Punkte in der Deutschen Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen in Berlin- Wannfee mit Büchse und Pistole auf Wildscheiben und mit Flinte auf .30 Wurftauben geschossen. Wie Hannover am ersten Tage, so zeigten sich auch am Dienstag die Hinterpommern, die im Vorjahre um nur % Punkte von den siegreichen Berlinern geschlagen worden waren, stark verbessert. Im Mann-, schaftswettbewerb, dessen Sieger den 2Banberpreis des Führers und Reichskanzlers erhält, und im Einzelkampf sind die Hinterpommern in Front. Die von ihnen erreichten 2163 % Punkte stellen das bisher beste Mannschaftsergebnis der Meisterschaftswoche dar. Hannover folgt jetzt als Zweiter mit 2134 % Punkte vor Groß-Berlin (2102%) und Hinterpommern II (2065%). Die Braunschweiger überboten ihre Vorjahresleistung um über 300 Punkte und liegen mit 2012% Punkten an fünfter Stelle. Die „Breslauer Elf", die im Vorfahre die groß- artigen Erfolge erzielte und vor drei Wochen gegen Portugal nicht allen Anforderungen gerecht wurde, ist also mit kleinen Aenderungen beibebalten worden. Das ist an sich keine Ueberrafdjung; Dr. Nerz hat sofort nach dem Spiel gegen Portugal auf diese Wahrscheinlichkeit hingewiesen. Aber im Sturm wurden doch zwei wichtige Posten neu'besetzt. Die Einstellung von Gauchei, der schon vor einigen Jahren als blutjunger Spieler in die Nationalmannschaft kam, dann -aber eine Formkrise durchmachte und wieder zurückgestellt wurde, und Pesser an Stelle von Siffiing und Fath soll der Fünfer« reihe wieder jene Durchschlagskraft geben, die man in den Kämpfen gegen die Schweiz, Ungarn und Portugal vermißte. Hoffentlich sind die beiden Schalter, Gellefch und Szepan, körperlich ganz auf der Höhe und in ihren Aktionen glücklicher als zuletzt in Frankfurt. Wenn sich unser Sturm zusammenfindet, dann wird es einen prächtigen Kampf geben, in dem Deutschland dank der Güte seiner hinteren Reihen keine schlechte Rolle spielen wird. 22ir würden uns freuen, wenn die deutsche^ Els an die Leistung jener Mannschaft anknüpfen würde, die 1930 im Grunewald-Stadion gegen England 3 :3 spielte. 100 000 Zuschauer und darüber hinaus ganz Sport-Deutschland erwarten es! Im Herbst und Winter vorigen Jahres lagerte in Eudorf in der Nähe von Alsfeld eine größere Zigeuner bände und unternahm von dort aus in den verschiedensten Ortsckasten Diebstähle. So wurden in 'Romrod mehrere Fahrräder gestohlen, auch Bettwäsche und Hühner waren abhandenge« kommen. Gleiches geschah in Nieder-Aula und ;; in Heddersdorf. Der Verdacht lenkte sich auf die Zigeuner, die in Lingelbach gestellt und von da in das Gerichtsgefängnis nach Alsfeld transportiert wurden. Zwei der inhaftierten Zigeuner verstanden es, aus diesem Gefängnis zu entfliehen und konnten bis heute noch nicht wieder festgenommen werden. 2ßegen dieser Diebstähle hatten sich am gestrigen Dienstag der Alois Kreutz, Karl Kreutz, Ernst W 's i ß , Anton Weiß und Eberhard Dreschner vor der Großen Stafkammer in Gießen zu verantworten. Alle Angeklagten leugneten hartnäckig, irgend etoas mit den Diebstählen zu tun zu haben, obwohl die Beweisaufnahme einwandfrei ergab, daß alle — außer Karl Kreutz — entweder die Diebstähle ausgeführt hatten oder mindestens als Hehler tätig waren. So wurden bei der Durchsuchung der Behausung des Anton Weiß in dem Bett seiner Frau, welche die Kranke spielte, ein auseinandergenommenes Rad vor gefunden, das in Romrod gestohlen worden war, und noch ein Bettlaken, das zu der gestohlenen Wäsche gehörte. Außerdem bestand starker Verdacht, daß Anton Weiß auch an dem Fahrraddiebstahl in Heddersdorf t eilgenommen hatte. Dies konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Einwandfrei wurde aber festgestellt, daß Anton Weiß das dort gestohlene Rad weiterver- ' kauft hatte. Dabei gab er in höchst unglaubwürdiger Weise an, diese Rader von einem Unbekannten gekauft zu haben. , , Sein Sohn Emil Weiß hatte dagegen zu- sammen mit dem ausgebrochenen Leon harp Weiß die Diebstähle in Nieder-Aula ausgeführt. Das eine dort gestohlene Rad stellte er in einem Dorfe in einer Scheune unter, das andere verkaufte er an einen .gutgläubigen Dritten. Auch er gab an, das Rad von einem ihm unbekannten Handwerksburschen mitten^ auf der Landstraße erworben zu haben. Eberhard Dreschner, der an sich nicht zu den Zigeunern gehört, aber mit diesen im ßanbe um« herzieht, gab an, das bei ihm gefundene gestohlene Damenfahrrad von einem Unbekannten zur Verfügung gestellt bekommen zu haben. Dreschner unternahm nach seiner Festnahme auch einen Fluchtversuch. Er warf auf dem Marsch nach dem Gefängnis dem Gendarmeriewachtmeister das Rad ■ gegen die Beine und entfloh in den Wald. Er konnte jedoch am nächsten Tage mittels einer groh- angelegten Razzia wieder festgenommen werden. Durch die Beweisaufnahme kam die Kammer zu der Ueberzeugung, daß diese drei Angeklagten gemeinschaftlich die Diebstähle in Romrod ausfuhrten, - und daß sie sich zur fortgesetzten Begehung von t Diebstählen verbunden hatten. Auch Alois Kreutz war erhebllch verdächtig, sich an den Romroder Diebstählen beteiligt zu haben, insbesondere, weil er einige Tage spater in Llngett s dach ein gestohlenes Rad verkaufen wollte; doch konnte ihm nicht nachgewiesen werden, daß es sich dabei um ein in Romrod gestohlenes Handelle, Jon* I wehrarbeit der Hintermannschaften auf. Die Folge davon war eine Reihe von Strafwürfen, die allerdings nur selten verwandelt werden konnten. Tv. Lützellinden — Tuspo Butzbach 13:11 (10:5). Ein recht torreiches Ergebnis erbrachte das erste Aufsttegspiel, das der Sieger der Staffel 4, der Turnv. Lützellinden, auf seinem Platz durchführte. Es braucht, danach zu urteilen, wohl nicht besonders betont zu werden, daß zwei ausgezeichneten Stürmerreihen zwei weniger gute Hintermannschaften gegenüberstanden. Immerhin aber ergab diese Tatsache dem Spielverlauf das Gepräge und hielt vor allen Dingen auch die sehr zahlreichen Zuschauer in ihrem Bann. Was die Einheimischen besonders in der ersten Halbzeit zeigten, war Handball in höchster Vollendung. Da war jeder Mann auf seinem Posten, und selbst der junge Tormann wuchs über sich selbst hinaus. In dieser Form hat Lützellinden die größten Aussichten, auch noch weitere Spiele zu gewinnen und vielleicht sogar den Ausstieg in die höchste Klasse möglich zu machen. Doch das sind Fragen, die der grüne Rasen entscheidet und die zunächst die weiteren Spiele klären müssen. Auffallend war, daß Butzbach sehr bart spielte und oft Anlaß zum Einschreiten des Schiris gab. Dahingegen verhielten sich die Einheimischen — mit Ausnahme einiger Zuschauer — wieder einmal mehr mustergültig und waren nur darauf bedacht, ein günstiges Ergebnis zu erzielen. Daraus wurde allerdings nichts. Denn die Gäste kamen nack vorgenommener Umstellung immer mehr auf, während Lützellinden, durch die harte Spielweise etwas mitgenommeen, verhallen spielle. Schließlich kam ein knapper, aber jederzeit verdienter Sieg zu* ftanbe, der eigentlich bei Halbzeit schon feststand. Es ist klar, daß die Hiesigen, besonders in der aktiven Klasse gegen Kreuznach und Luxemburg, kaum um eine Niederlage herumkommen werden. Es wird aber der Mannschaft auf Grund ihres fleißigen Trainings möglich fein, die Spiele ausgeglichen zu gestatten. Günstiger sind die Aussichten in der Frauen- und in der Jugendttasse. Hier ist Gelegenheit gegeben, wenn auch nach Kampf, den lurnierjieg zu erringen. Hoffen wir, daß der Besuch unserer Mannschaften in Bad Kreuznach ein voller Erfolg wird. Ep.-L 1920 Heuchelheim in Herborn. Am Sonntag weilten die Heuchelheimer mit einer kombinierten und ihrer Jugendelf im Dilltal. Die kombinierte Mannschaft, die aus 6 Spielern der erften und 5 aus der zweiten bestand, hielt sich bis zur Halbzeit tapfer gegen die spielstarke K^eis- klassenelf des Herborner Eisenbahnvereins. Drei schöne Tore wurden erzielt, wovon das eine wegen Abseits nicht gegeben wurde, während bei einem weiteren Tor der Schiedsrichter auf Protest der einheimischen Zuschauer seine Torentscheidung auf Torabstoß änderte. Noch der Pause spielte Herborn mit dem Wind und konnte dreimal erfolgreich fein. Die Blauweißen gaben sich jedoch nicht geschlagen. Immer wieder zog das kombinierende Jnnentrio dem gegnerischen Tore zu, und zahlreiche Sck)üssc verfehlten knapp das Ziel, oder landeten in den Händen des ausgezeichneten Herborner Torhüters. Die beiden Ersatzaußenstürmer der Gäste verloren in den aussichtsreichsten Stellungen stets den Ball an die gegnerische Abwehr. So mußte sich Heuchelheim mit dem Resultat von 1:3 zufriedengeben, obwohl es nicht ganz dem Spielverlauf enssprach. Die Heuchelheimer Jugendelf, die nur mit zehn Mann antrat, konnte mit 0:0 ihrem Gegner Widerstand leisten. ■SS f.C eilNat. S: die?^enen f« des , Ar- warben. uf ^ei L * Franke 2' während io msk heran- ® ^herte unb Lh wcht recht, ^auernswerk ' iL?? noch lht'an. aus dem °^Mgenen .'t die hiesige ^.aherods- ri-br-ppeil m ab Cs waren D2lF, des itos ufw. er. w und de? Wirischast. . Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- rungohalle Rhein-Main in Gießen wurden 2 Ochsen, 2 Bullen, 36 Kühe, 17 Färsen, 140 Kälber, 206 Schweine, 4 Schafe aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 44,Pf., Bullen 31 bis 40 Pf., Kühe 13 bis 42 Pf., Färsen 41 bis 43 Pf., Kälber 30 bis 59 Pf., Schafe 18 bis 41 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 Mk., bl (135 bis 149,5 kg) 1,09 Mk., b2 (130 bis 134,5 kg) 1,07 Mk., c (100 -bis 119,5 kg) 1,03 Mk., d—f (unter 100 kg) —,97 Mk., gl (fette Specksauen und 1 und Altschneider) 1,05 Mk., g2 (andere Sauen und h Eber) 1,01 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe glatt. Ausverkauft. * Fwd. Schweine- und Schafzählung am 3. Juni. Am 3.Juni findet die übliche Zwischenzählung von Schweinen, und Schafen im ganzen Reichsgebiet — ohne Oesterreich — statt, bei der noch einige weitere Ermittlungen durchgeführt werden. Die für die Sicherung unserer Bolksernährung und der planmäßigen Erzeugungslenkung außerordentlich bedeutende Zählung muß alle Beteiligten veranlassen, die gestellten Fragen richtig und zuverlässig zu beantworten. Rhein-Mainische Börse. Still und wenig verändert. Frankfurt a.M., 10. Mai. Die ungewöhnliche Geschäftsstille als Folge der starken Zurückhaltung der Kundschaft gab auch dem heutigen Börsenverkehr das Gepräge. Aus den bekannten Quellen lag auch heute wieder etwas Angebot vor, doch konnte man seitens der Banken bessere Aufnahmeneigung beobachten, ebenso erfolgten auf dem ermäßigten Stand hin und wieder kleine Rückkäufe. Bei an sich noch eher schwächerer Grundtendenz kamen die Aktienkurse im allgemeinen wenig verändert zur Notiz. Die Umsätze hatten allerdings bei allen Abschlüssen nur denkbar kleinsten Umfang. Wider Erwarten niedriger lagen Westdeutsche Kaufhof mit 109,25, nachdem sie an der Abendbörse in Auswirkung der 5prozentigen Dividendenerklärung auf 110,25 befestigt waren. Von den zunächst nur sehr wenig notierten Werten lagen ferner schwächer: Conti Gummi mit 204 (205), Felten mit 141 (141,75), Eßlinger Maschinen mit 117,50 (118,50), Cement Heidelberg mit 160,25 (161); Gesfürel, Adlerwerke, IG. Färben und Hoesch gaben bis 0,50 v. H. nach. Um Bruchteile eines Prozentes höher lagen AG. für Verkehr, Buderus Eisen, Junghans, Demag und BMW. Am Renten markt blieb es ebenfalls überall sehr ruhig bei kaum veränderten Kursen. Reichsaltbesitz 5 Pf. höher mit 133,75, hingegen waren Kom- munal-Umschuldung mit 96,10 ebensoviel niedriger, doch bestand zu diesem Kurs Nachfrage. Stadtanleihen bröckelten teilweise 0,13 v. $). ab, 4V2 v. Hanau aber 99,50 (99). Von Länderanleihen 1929er Hessen 100,50 (100,75), Oberhessen Provinzialanleihe nach Pause 136,75 (137,90). Auch Industrie-Obligationen lagen nicht immer behauptet, 6v.H. IG. Farben 0,25 v. H. niedriger mit 130,25. Am Pfandbrief- Markt blieb die Lage weiterhin unverändert. Abendbörse gehalten. Die Abendbörse nahm bei nicht ganz einheitlicher Entwicklung und bei im allgemeinen nur kleinsten Umsätzen einen vorwiegend behaupteten Verlauf. Die Abweichungen erreichten nur ganz vereinzelt mehr als 0,25 bis 0,50 v. H., wobei im Vergleich zum Berliner Schluß Erhöhungen überwogen. Bemberg zogen 1 v. H an auf 149, im gleichen Ausmaß ermäßigten sich BMW. auf 159 (aber 158,50 in Berlin). 'Montanwerte schwankten bis 0,40 v. H.; Mannesmann 114,13 (114,50), Verein. Stahl 108,65 (108,75), Hoesch 112,75 (112,50), Rheinstahl 142 (141,75), Dt. Erdöl 141,75 (141,50). IG. Farben ließen nach unverändert 156 im Verlaufe bei kleinem Angebot 0,25 v. H. nach auf 155,75. Sonst notierten noch u. a. Dt. Linoleum mit 173 (172,50), Licht und Kraft mit 143 (142,50), Adler mit unverändert 120, Moenus mit unverändert 135, MetaGqesellschaft yüt unverändert 136, Scheideanstalt mit unverändert 249, andererseits Demag mit 147,50 (148), Reichs- ban'k mit 196 (196,50), Gesfürel mit 146 (146,50), Junghans mit 121,75 (122), Schöfferhof mit 191,75 (192,25) und Dresdner Bank mit 113,40 (113,50). Der Rentenmarkt war geschäftslos. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 10. Mai. Auftrieb: Kälber 655 (gegen 784 am 3. Mai), Hämmel und Schafe 112 (133), Schweine 4039 (4200). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 bis 65) (62 bis 65), b) 57 bis 59 (53 bis 59), c) 45 bis 50 (42 bis 50), d) 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 52 (46 bis 52), c) 42 bis 45 (41 bis 45), d) 35 bis 40 (34 bis 40). Schafe a) 38 bis 40 (36 bis 42), b) 34 bis 36 (—), c) 30 bis 31 (—). Schweine a) 56,50 (56,50), hl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), q) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zuge- tcilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Fleischgroßmarkt: Beschickung: 1002 (938) Viertel Rindfleisch, 612 (603) halbe Schweine, 54 (23) ganze Kälber, 26 (10) Hämmel, 28 (16) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch a) 80, b) 69. Bullenfleisch a) 77. Kuhfleisch a) 77, h) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69, c) 61. Kalbfleisch I 81 bis 95, II 70 bis 80. Hammel-, fleisch b) 76 bis 90, c) 65 bis 75. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung, »roh unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktoerlauf: ruhig.__ Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ________________________ Frankfurt a. M. | Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlnßk. Abend börse Schlußkurs ScklußL Mittagbörse Schluß- kurs Schluß?. Abend- börie Schluß- kurs Scklußk Mittag- böne Dalum 9-5. 10.5. 9.5- 10-5. Laiuw 9-5- 10.5 9.5. 10-5- 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsan!, von 1934 4*/,.% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935 ............