ttr. 55 Erstes Blatt 188. Jahrgang Zreitag, U. 8ebruar 1938 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeigen ormittaqs General-Anzeiger für Oberheffen Öru* und Verlag: vrühlsche Unlverfitütsdruckerei «.Lange in Lietzen. §christle:. Ribbentrop. Berlin, 10. Febr. (DRB.) Der Reichsminister Freiherr von N e u r a t h, verabschiedete sich herzlich von dem engeren Kreis seiner Mitarbeiter und übergab die Geschäfte dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, der herzliche Dankesworte an den scheidenden Minister richtete und seine zukünftige Mitarbeiter zu kameradscyaft- licher Zusammenarbeit für Führer und Reich aufforderte. Eine Abordnung der Stadt Stuttgart übergab in Anwesenheit des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt und Chef der Auslandsorganisation Gauleiter Bohle dem Reichsminister F r e i - Herrn von Neurath den (Ehrenbürger® brief der Stadt Stuttgart. Der Oberbürgermeister der Stadt der Ausländsdeutschen wies auf die engen Beziehungen hin, die Freiherr von Neurath stets zur Stadt der Ausländsdeutschen und zum Deutschen Auslandsinstitut unterhalten habe. Der Minister dankte herzlich für die Ehrung. Parteianwärter dürfen das Parteiabzeichen tragen! Berlin, 10. Febr. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers hat angeordnet, daß die auf Grund ihrer aktiven Betätigung für die Bewegung als Parteianwärter anerkannten Volksgenossen, soweit sie im Besitze der gelben Parteianwärterkarte sind, das Parteiabzeichen tragen dürfen. Kleine politische Nachrichten. Generalfeldmarschall Göring hat auf die Glückwünsche des Stabschefs der SA. mit folgen» dem Telegramm gedankt: „Ueber Ihre Glückwünsche, die Sie mir persönlich und auch im Namen der gesamten SA. übermittelt haben, habe ich mich b e - sonders gefreut. Ich möchte Ihnen, lieber Parteigenosse Lutze, hierfür meinen herzlichsten Dank übermitteln, gleichzeitig verbunden mit der Bitte, diesen meinen Dank an Führer und Männer der SA. weiterleiten zu wollen. In alter Kampfverbundenheit. — Heil Hitler! Ihr Hermann Göring." » Die Internationale Handelskammer gibt die folgende Zusammensetzung des bei ihr errichteten I n - ternationalen Werberates bekannt: 1. B i-fh o p („Times"), London, Vorsitzender; 2. Arge n c e („Agence Havas"), Paris; 3. Reichard (Werberat der deutschen Wirtschaft), Berlin. Der neue Werberat hat die Anwendung der von der Internationalen Handelskammer auf ihrem Berliner Kongreß beschlossenen Richtlinien für die Aus- Übung der Werbung zu überwachen. König Georg VI. hat seine Reise nach Indien zur feierlichen Krönung als Kaiser von Indien aufgeschoben, um zu warten, his sich die allgemeine Weltlage mehr beruhigt habe und die finanziellen Aussichten in Indien geregelter erscheinen. Das Ergebnis der Neuwahlen für das nord irische Parlament liegt noch nicht vor. Wohl aber steht fest, daß die Regierung Lord CrÄigavons die Mehrheit errungen hat. Der Wahlkampf in Nordirland wurde von den Regierungsparteien unter der Parole einer Aufrechterhaltung der Trennung von Nord- und Südirland geführt. * „ABC" meldet aus Moskau, daß dort der frühere Vertreter der Sowjetunion in Barcelona und ehemaliger Gesandter in Warschau, O w s e j e n k o, zum Tode verurteilt worden ist. Vor vier Monaten ist Owsejenko von GPU.-Agenten von Barcelona nach Moskau geschleppt worden. * Die Regierung des brasilianischen Bundesstaates Bahia hat jede Kritik an ausländischen Regierungen, deren Mitgliedern sowie an den von ihnen verkörperten politischen Organisationen verboten, auch Karikaturen. Aus aller Welt. Das Verkehrsunglück bei Lohr. Ueber das Verkehrsunglück in dem Dörfchen Steinbach bei Lohr am Main erfährt man noch folgende Einzelheiten: An dem schweren Lastzug des Unternehmers Wunderlich aus Wittenberg, der auf der Fahrt nach Frankfurt a. M. war, versagten die Bremsen. Der Lastzug fuhr mit ungeheurem Tempo die stark abfallende Straße hinunter, riß den vorderen Teil des Hauses des Schneidermeisters Franz Schumann glatt weg, überquerte die Dorfstraße und raste in die Scheune •A X '<> Außerdem! RM 50.— monatlich auf Lebenszeit und RM25.— monatlich auf Lebenszeit als 2. und 3. Preis für die besten Gesamtleistungen in den drei Teil-Preisausschreiben der Burnus AG. Ferner Barpreise von RM 26500.— für die einzelnen Teil-Preisausschreiben und die besten Gesamtleistungen. Andere Zeiten ----- andere Wäschei Andere Wäsche — anderes Waschens Burnus zeigt den Weg dazu! Die besten eingesandken Rezepte sollen in einem „Wäsche-ABC" zusammengefaßt werden, um der deutschen Lausfrau zum Vorbild und zur Anleitung zu dienen. Deshalb können nur solche Rezepte zum Wettbewerb zugelassen werden, bei denen der Einsender ausdrücklich erklärt. ^Burnus ist ein grundsätzlich neuartiges Einweichmittel. Cs verdaut, d. h. löst biologisch den Schmutz aus den Wäschestücken heraus und greift dadurch das Gewebe niemals an. Burnus entfaltet seine Wirksamkeit vor dem Kochen der Wäsche — eS macht langes und starkes Kochen überflüssig. Die Lausftau kann auf das scharfe Reiben und Bürsten der Wäsche verzichten. Durch die Litze bei starkem und langem Kochen wird die Wäsche immer angegriffen; auch moderne Stoffe aus Leinen, Zellwolle und Kunstseide werden strapaziert. £lm das zu vermeiden, muh die Wäsche anders gewaschen werden, als man es früher gewohnt war. Burnus will dem Fortschritt die Wege ebnenl Gewiß ist Burnus seit langem der deutschen Lausfrau bekannt, gewiß gibt es zahlreiche erprobte Burnus-Waschrezepte. Aber tüchtige Lausfrauen entdecken in der Praxis immer neue Wege und Möglichkeiten. Wissen Sie zum Beispiel, daß Burnus auch das Wasser weich macht vnd obendrein noch zusätzlich schmuhlösend wirkt, bis die Brühe zum Kochen kommt? Einweichen mit Burnus ist also Ersparnis von Arbeitskraft, Waschmitteln und Feuerung. Wer mit Burnus einweicht, sieht am Morgen: Der meiste Schmutz schon in der Brühe! Es geht um die Frage: Wie kann die tüchtige Lausftau diese besonderen Eigenschaften von DurnuS am besten in ihren Dienst und in den Dienst der Wäsche-Erhaltung stellen? Vas Preisausschreiben gliedert sich In folgende drei Abteilungen: daß er das Rezept tatsächlich mit Burnus ausprobiert hat. 9Tacf) Abschluß der drei Teil-Preisausschreiben wird festgestellt, welcher Teilnehmer mit den meisten Rezepten in das „Wäsche-ABC" ausgenommen wird. Lierfür verteilen wir die folgenden Preise für die besten Gesamtleistungen: 1. Preis: 1 MonotSfOntG von RM 75bar auf Lebenszeit 2 Preist 1 Monatsrente von RM 50.- bar auf Lebenszeit 3. Preis: 1 Monatsrente von RM 25.- bar auf Lebenszeit 4. bis 7. Preis: je RM 1000.-...... , . . . RM 4000.- 8. bis 10. Preis: je RM 500.- •••••••••• RM 1500.- Außerdem 1000 Preise von je einem Jahres-Familienbedarf Burnus (12 Doppeldosen). Die monatlichen Lebensrenten beginnen mit dem Tage der Entscheidung des Preisgerichts. Sie werden für die Gewinner bei der Allianz- und Stuttgarter Lebensversicherungsbank A.• G., Berlin, abgeschlossen. Tehen Sie noch heute zu Ihrem Einzelhändler, bei dem Sie Burnus kaufen. Dort liegen die I.Teil: vom 1L Februar bb 11. Mflrz 1939 Welche neuartigen und wertvollen Erfahrungen (Waschvorschriften und sonstige Anregungen) beim Waschen von Weißwäsche, Krankenwäsche (Blut) und Berufswäsche haben Sie unter Verwendung vonBurn ui gemacht? 2. Teil: VOA 16. März bis 16. April 1938 Neuartige und wertvolle Erfahrungen (Waschvorschriften und sonstige Anregungen) beim Waschen von neuartigen Wäschestoffen (Leinen, Zellwolle, Kunstseide und Buntwäsche) unter Verwendung von Burnus« 3. Teil: vom 29, April bb 29. Mal 1938 Welche Vorschläge und Rezepte für weitere neuartige Verwendungsgebiete von Burnus im Haushalt können Sie machen, die jede Hausfrau verwenden kann, und die aus Ihren eigenen Erfahrungen stammen? Für jedes dieser drei Preisausschreiben sind folgende Preise ausgesetzt: 1. Preis ..•••••••• . . . RM 2000.- 2 Preis . ......* ' * . « . RM 1000.- 3. Preis........ • • • • RM 500.— 4. bis 13. Preis je RM 100.— . . . • oo RM 1000.— 14. bis 63. Preis je RM 50.— . . . o • e RM 2500.— Sa. RM 7000.- Teilnahmezettel kostenlos für Sie bereit, die auch alle Einzelheiten des Preisausschreibens enthalten. Oder aber: Schreiben Sie noch heute an die Burnus AG., Darmstadt, die Ihnen die Teilnahmezettel kostenlos zusendet. Nur Einsendungen, denen der Teilnahmezettel, in dem Sie versichern, daß Sie die eingesandten Rezepte selbst mit Burnus ausprobiert haben, ausgefüllt und unterschrieben beigefügt ist, sind teilnahmeberechtigt! Das erste Preisausschreiben beginnt mit dem heutigen Tage. Fangen Sie noch heute an,sich mit der Aufgabe, die hier gestellt würde, zu beschäftigen! Prüfen Sie die Erfahrungen nach, die Sie mit Burnus gemacht haben, und machen Sie neue Versuche. Jeder Teilnehmer kann beliebig viele Rezepte einreichen. Ein Beispiel: Teile Ihnen mit, daß ich weitere Vorzüge von Burnus entdeckt habe, und zwar habe ich folgendes ausprobiert: Da ich 8 Kinder habe und jede Woche von 5 Jungens allein sehr viel bunte Sporthemden, die nicht im Kessel gekocht werden dürfen wegen der zarten Farbe, so habe ich die schmutzigen Lemden mit Burnus eingeweicht (auf 10 Liter Wasser einen Eßlöffel Burnus) und dann langsam heiß werden lassen unter Zusatz von 50 g Kernseife. Als ich mit Waschen anfangen wollte, war ich erstaunt, daß die Lemden schon wie neu aussahen, obwohl ich sie noch gar nicht durch die Lände genommen hatte. So verfahre ich jetzt auch mit der kleinen Kinderwäsche und habe den Vorteil, daß ich nicht mehr so oft ins Waschhaus brauche wegen der Wäschekocherei und die Wäsche auf denkbar beste Weise geschont wird. 27. Dezember 1937. Charlotte Renhsch, Chemnitz, Geibelftr. 218. Solche leichtverständlichen, einfachen und klar dargestellten Erfahrungen aus der Praxis suchen , „ --- von einem Jahres-Familienbedarf Burnus (12 Doppeldosen) ‘‘d’™"?,.” ™ I. .1-.- Bedenken Sie, wes eine Lebensrente von BM 75 wir. And je neuartiger sie sind, um so besser! Darum: Auf zum Burnus-Preisausschreiben um die besten, mit Burnus erprobten Waschrezepte für unsere Zeit! monatlich einer free alles schenken kann I Generalfeldmarschall von Eichhorn. Zu seinem 90. Geburtstage am 13. Februar. Von Or. Ludwig JRoit). des Landwirts Sichling, so daß der Führerwagen vollständig und der Anhänger zur Hälfte in der Scheune unter den eingestürzten Trümmern standen. Aus den Trümmern wurden Schumann schwerverletzt und seine Frau (nicht Schwester) t o t geborgen. Schumann wurde mit dem leichtverletzten Beifahrer des Lastzuges, Otto Ludwig, der sich im letzten Augenblick durch Abspringen retten konnte, dem Krankenhaus zugefährt. Der Besitzer Wunderlich wurde im Führersitz von den Trümmern begraben. Pioniere aus Aschaffenburg rückten nach Steinbach aus, um die Trümmer zu beseitigen. Man fand Wunderlich tot vor: er war am Steuer erdrückt worden. Schumann liegt in bedenklichem Zustand darnieder. wlnlergervllter In Stuttgart und München. lieber Stuttgart und weiten Kreisen Württembergs ging am Donnerstagabend zum zweitenmal innerhalb kurzer Zeit ein schweres Wintergewitter nieder, das von heftigen Sturmböen und einem Schneesturm begleitet war. Den Blitzen folgten während einer vollen Stunde außerordentlich harte Donnerschläge. — Ebenso entlud sich über München ein außerordentlich starkes Wintergewitter. Das um diese Jahreszeit seltene Schauspiel war von stürmischen Regenböen begleitet, die später in starke Schneefälle übergingen. Nennenswerte Schäden sind nicht zu verzeichnen. Starker Sturm über der Nordsee. Im Laufe des Donnerstags ist der starke Nordwestwind zu einem Sturm über der Nord- s e e und den Küstengebieten angewachsen. In der Deutschen Bucht wurde Windstärke 9 und in den Böen sogar Stärke 10 bis 11 gemessen. Mehrere Schiffe, die in See gehen wollten, sind in Cuxhaven vor Anker gegangen, um besseres Wetter abzuwarten. Schweres Unwetter über Rio de Janeiro fordert 15 Todesopfer. Verheerende Wolkenbrüche von einer selbst für das tropische Klima Brasiliens ungewöhnlichen Heftigkeit gingen über Rio de Janeiro und seine Umgebung nieder. Sie richteten überall erhebliche Schäden an. Ganze Stadtteile wurden unter Wasser gesetzt, der Straßenverkehr war für viele Stunden lahmgelegt und zahlreiche Häuser stürzten ein. Das Unwetter hat 15 Tote und 20 Verletzte gefordert. Verheerendes Brandunglück bei einer Bauernhochzeit. Im Dorf Sretnitza in der Nähe von Mostar (Süd- slawien) kamen auf einer Bauernhochzeit bei einem Brande 36 Personen ums Leben. Gegen 100 Personen saßen in der großen Stube zusammen, als plötzlich Feuerschwaden von der angrenzenden Scheune hereinschlugen. Eine Panik brach aus. Alles drängte sich zu der einzigen Tür. In kürzester Frist war das strohgedeckte Holzhaus niedergebrannt. Unter den Verbrannten befinden sich der Bräuttgam und seine Eltern. Die Braut wurde schwer verletzt. Man vermutet, daß ein abgewiesener Freier den Brand angelegt hat. Allen Angehörigen des ehemaligen 18. Armeekorps steht sie noch lebendig vor Augen: die kraftvolle Gestatt des Kommandierenden Generals, des späteren Generalfeldmarschalls Hermann v. E i ch - Horn. Der große Soldat in Krieg und Frieden und Heerführer im Weltkriege war am 13. Februar 1848 in Breslau geboren. Neunzig Jahre sind also seit jenem Tage vergangen. Am 1. April 1866 trat Eichhorn, 18 Jahre alt, als Fahnenjunker in das 2. Garberegiment zu Fuß ein. Im gleichen Jahre, am 14. Juni, hatte der Deutsche Bundestag in Frankfurt a. M. beschlossen, sämtliche Bundes-Armeekorps innerhalb vierzehn Tagen gegen Preußen mobil zu machen. Die Folge dieses Beschlusses war bekanntlich die Kriegserklärung Preußens an den Deutschen Bund und Oesterreich. So mußte Hermann v. Eichhorn schon wenige Monate nach seinem Eintritt ins Heer iip Feld ziehen. Er bewährte sich als ein tapferer Soldat-, besonders in der Schlacht bei Königqrätz wurde man auf den jungen Eichhorn aufmerksam. Den Krieg gegen Frankreich 1870/71 machte er im Verband des 2. Garde-Landwehr-Reaiments als Leutnant mit. Er nahm teil an der Belagerung von Straßburg, der Einschließung von Paris und der Schlacht am Mont Valerien (19. Januar 1871). Im Rahmen eines kurzen Lebensbildes des Generalfeldmarschalls v. Eichhorn seien nur die Hauptdaten und Etappen im Werdegang dieses hochbefähigten Offiziers wiedergegeben. In den drei Jahrzehnten nach 1871 war Eichhorn teils in der Front, teils im Generalstab tätig. 1904 wurde er Kommandierender General des 18. Armeekorps in Frankfurt a. M. Wer im Verband dieses Armeekorps diente, erinnert sich in Verehrung und Hochachtung seines Kommandierenden Generals, des ebenso klugen wie wohlwollenden Vorgesetzten. Eichhorns Besprechungen und Kritiken waren kurz, aber in ihrer Auswertung doch so erschöpfend, daß keine Frage offen blieb. Gar manches harte Urteil wußte er in kameradschaftlicher Art wohlwollend und sehr oft humorvoll zu mildern. Der Kommandierende" war in seinem ganzen Armeekorps sehr beliebt und hatte, wie man zu sagen pflegt, „eine sehr gute Presse". Als Eichhorn zum Armee-Jnsvekteur ernannt wurde, empfanden Offizier und Mann sein Scheiden als einen schmerzlichen Verlust. Als der Weltkrieg ausbrach, lag General v. Eichhorn schwer erkrankt zu Bett. Daß er in jenen begeisternden Augusttagen nicht mit hinaus konnte nn die Front, machte ihn auch noch seelisch krank. Auch in diesem Krieg wollte es das Schicksal, daß er seine hervorragenden Führereiaenschaften dem Vaterlande zur Verfügung stellen konnte. Im Januar 1915 war Eichhorn wieder so weit hergestellt, daß er an die Front konnte. Er erhielt den Oberbefehl über die 10. Armee an der Ostfront, die hinter dem linken Flügel der 8. Armee aufgestellt wurde. Die taktische Aufgabe, die der damalige Generaloberst von Eichhorn zu lösen chatte, war folgende: Truppenoersammlung vor dem Gegner, Marsch auf weiten Umwegen gegen die Flanken des Feindes, Umfassungsbreite 170. Kilometer, gleichzeitiges Einschwenken der Flügelgruppen, um den Gegner in die von der Heeresleitung gewollte Richtung zu zwingen, Abschneiden aller Verbindungslinien des Feindes.und dessen Einkreisung in so überraschendem Tempo, daß kein Entsatz mchr erfolgen konnte. Gelangte dieser Plan vollständig zur Durchführung, reifte er als strategische Überraschung zur Vernichtungsschlacht in den Wäldern von Suwalki, so war es ein zweites Tannenberg. Das war eine Aufgabe so ganz im Geiste. Eichhorns, der ein großer Verehrer Schlief fens war. Bekannt ist, daß Eichhorns Manöversiege ihm in Erinnerung an den großen japanischen Heerführer den Ehrennamen „Noai" eingebracht hatten. Die „Winterschlacht in Masuren" dauerte vom 5. bis 21. Februar. Der Winter 1914/15 war außerordentlich schneereich: noch ' im Februar 1915, in den Tagen der Masurenschlacht, lag berx Schnee stellenweise meterhoch. Weg und Steg waren verschneit. Generaloberst von Eichhorn führte das von Fritz von Below befehligte 21. Armeekorps, das 38. Armeekorps unter General v. d. Marwitz, das 39. Reservekorps (General v. ß a u e n ft e i n), die Königsberger Landwehr, die 5. Garde-Brigade, Landsturm und die 1. Kavallerie-Division. Den Truppen Eichhorns gelang es, die Russen in den Wäldern bei Suwalki und Auguftowo vernichtend zu schlagen. Mehr als hunderttausend Russen wanderten in die Gelangenschaft: insgesamt verlor der Gegner 165 000 Mann und das ganze Gerät, das weithin über die Fluren und in den Wäldern verstreut lag. Die Winterfchlacht in Masuren, die zur Vernichtung des rechten Flügels des rusfj'schen Heeres führte, riß eine so große Lücke in die russische Heeresgliederung, daß Großfürst Nikolai Nikolajewitsch gezwungen war, aus die Rekruten zurückzugreifen, um feinen rechten Flügel wieder aufzurichten, und daß der russische Kriegsminister Suchomlinow nicht mehr imstande war, das verlorene Gerät zu ersetzen. Rund drei Jahre war Generaloberst von Eichhorn der Führer der nach ihm benannten Armeegruppe. lieber all und jederzeit bewährte er seine hohen Feldherrneigenschaften, wofür ihm sein oberster Kriegsherr durch seine Ernennung zum General^eldmarschall dankte. Dann wurde dem Generalfeldmarschall von Eichhorn der Oberbefehl über die bisherige Heeresgruppe L i n f i n g e n übertragen: er nahm sein Hauptguartier in Kiew. Dort wurde der verdiente Heerführer am 30. Juli 1918 von einem Bolschewisten ermordet. Mit Generalfeldmarschall von Eichhorn schied wie mtt Generalfeldmarschall von der Goltz« Pascha einer unserer Besten zu früh für Volk und Vaterland von dieser Erde. Hermann von Eichhorn war ein Soldat im besten Sinne des Wortes. Und wer ihm nähertreten durste, schätzte und verehrte ihn auch als einen edlen Menschen. Auf dem Ge- biet der Militärwissenschaft zählte dieser hochgebildete und wissensreiche Mann zu den besten Mitarbeitern seines Fachs Wetter bericht Von der Rückseite des Sturmwirbels erfolgte bereits am Donnerstag eine weitgehende lieber Hutung des europäischen Festlandes mit arktischer Kattluft unter starken Schauern und zum Teil auch Gewittern. Dabei wurden Windgeschwindigkeiten von mehr als 80 km Stundengeschwindigkeit erreicht. Durch die Kaltluft wurde zwar ein starkes Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik ausgebaut, das aber die Einflußnahme weiterer Atlantikwirbel von unserem Gebiet nicht verhindern wird. Aussichten für Samstag: Nach anfänglicher Aufheiterung wieder neue Unbeständigkeit und Niederschläge (im Gebirge meist Schnee), bei abflauenden Winden aus Nord bis West nachts vielfach leichter Frost. Aussichten für Sonntag: Wechselhaftes und unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 10. Februar: mittags 7,9 Grad:, abends 3,3 Grad: am 11. Februar: morgens 1,8 Grad. Maximum 8,3 Grad, Minimum heute nacht 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Februar: abends 3,2 Grad: am 11. Februar: morgens 1,7 Grad Celsius.— Niederschläge 7,6 mm. Wintersport-Wetterbericht. Rhön. Wafserkuppe: Nebel, minus 4 Grad, Ge- ! samtschneehöhe 9 cm, Neuschnee 4,9 cm, Pulver- schnee, Ski pnd Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Starker Schneefall, — 6 Grad, Gesamtschneehöhe 160 cm, Neuschnee 25 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut Im Gebirge bleibt Frost erhallen, es wird noch zu einzelnen Schneefällen kommen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K °G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mtt der Illustrierten 5 Pf. mehr. . Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Frau Anna Walter, geb. Pirr Zu haben in Apotheken. D oger.en und wo Plakate sichtbar. im 73. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Großen-Linden, Schotten, den 10. Februar 1938. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 13. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Obergasse 5 aus statt 0613 a/< Jahr). kaufen. 0608 0620 877D Heute Samstag einstmals wach 878 A Joh. Pfeiffer Bahnhofstr. 38 Hinterhaus. Am Donnerstag, dem 10. Februar 1938, entschlief hach schwerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Anna Weiß, geb. Walter Tilly Praß, geb. Walter Studienrat Dr. A. Weiß Lehrer Reinhold Praß Helga Praß. 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Besonders dem Herrn Pfarrer tür die trostreichen Worte am Grabe, lür die liebevollen Worte und die Kranzniederlegung des Herrn Lehrer Keppler, t-einen chulkameraden. sowie dem hiesigen Jungvolk unseren inn gsten Dank. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Schmidt Wieseck, den 10. Februar 1938. Gesucht wird zürn 15. Februar 1938 eins Hausgehilfm nicht unter 18 Jahren, die kinderlieb, arbeitsam und ehrlich ist, in einen Haushalt von 4 Personen (2 Kinder im Alter von 2 und Nach schwerem Leiden wurde unser Wanderkamerad Philipp Mandler zur ewigen Wanderung abberufen. Er war stets ein eifriget und treuer Wanderkamerad und lebt sein Geist i>> uns fort. Westerwald-Verein e.V »Gießen. Gießen, den 10. Februar 1938. Beerdigung: Samstag, den 12. Februar. voj mittags 11 Uhr. auf dem Neuen Fried hof. — Zahlreiche Beteiligung erbeten. _____________________________________________060° 20—22.45 Br?tan!Iflhrnng Clivia Operette von Nico Dostal. Preise: «nD RM. 1.20-4.00. Für bett Natur- freund! 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