Dienstag, tt.Zanuar 1938 188. Jahrgang / (Scherl-Bilderdienst-M.) leistet hat, stehen unsichtbar die Worte geschrieben: Arbeit, Pflicht, Ehre und Glaube an Deutschland. Von diesen Grundsätzen ist er, der nun am 12. Januar seinen 45. Geburtstag feiert, in seinem ganzen Leben auch nicht um Haaresbreite abgewichen, ganz gleich, an welcher Stelle er stand. Ob er junger Kadett war, ob Soldat in Friedens- oder Kriegszeiten, ob erster Führer der Sturmabteilungen Adolf Hitlers, ob preußischer Ministerpräsident, Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, ob Reichsforst- und Reichsjäger- m-ister oder Beauftragter für den Vierjahresplan. Als Hermann Göring das erstemal mit dem Führer zusammentraf, als er ihn sprechen hörte, do wußte er, daß von nun ab sein Leben unzertrennlich mit'dem Leben dieses Mannes der ein neues Deutschland der Freiheit und der Ehre schaffen wollte, verbunden sein würde. Und diesem Schwur, den damals Hermann Göring sich selbst abgelegt hat, ist er Zeit seines Lebens treu geblieben. Richt in einem, nein, in Hunderten von Fällen hat er Gelegenheit gehabt, dem Führer seine Treue zu beweisen. In den Jahren des Kampfes um die Macht half er den Tag vorbereiten, welchen die ganze Nation ersehnte, jenen 30. Januar 1933, da in Deutschland das Hakenkreuzbanner gehißt wurde. Was für Hermann Göring diese letzten Tage der Entscheidung vor der Machtübernahme selbst gewesen sind, das hat Reichsminister Dr. Goebbels in seinem bekannten Buch „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" in so warm empfundenen Sätzen wiedergegeben« daß sie hier in den wichtigsten Teilen angeführt seien: „Nachmittags (29. Januar), als wir mit dem Führer beim Kaffee sitzen, kommt Göring plötzlich herein und teilt mit, daß alles perfekt sei. Am morgigen Tage werde der Führer mit der Kanzlerschaft betraut. Das ist gewiß Görings schön st e Stunde. Und mit Recht. Er hat in monate-, ja man kann wohl sagen jahrelangen aufreibenden Verhandlungen für den Führer den Boden diplomatisch und geschickt vorbereitet. Seine Umsicht, seine Nervenkraft, vor allem aber seine Charakterfestigkeit und Treue zum Führer waren dabei echt, stark und bewundernswert. Seine Züge haben sich versteinert,' als ihm mitten im schwersten Kampf die Dr. Filchner ist sehr glücklich, wieder nach Deutschland zurückzukehren, das er unter dem nationalsozialistischen Regime noch nicht kennengelernt hat. Sein Besuch gilt in erster Linie dem Führer, um sich für die ihm zuteil gewordene hohe Auszeichnung mit dem deutschen Nationalpreis zu bedanken. Außerdem muß Dr. Filchner sich aus Gesundheitsrücksichten längere Zeil in ^er Heimat aufhalten, denn durch einen Sturz vom Pferde hat er einige Berlehungen erlitten, die mit sorgsamster Pflege behandelt werden müssen. Er wird sich in Deutschland einer Operation unterziehen müssen. Die Nachricht von der Verleihung des Nationalpreises erhielt Dr Filchner vom deutschen GeneralAnnahme von Anzeigen für öle Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen oon70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach oorh. Vereinbg. 250/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ser Mim der Tat. Hermann Göring wird 45 Jahre alt am 12. Januar. Nur selten ist es in der Geschichte einem Manne vergönnt gewesen, noch weit vor der Höhe des Mannesalters sein Leben, sein Wesen und seine Arbeit so ausgeprägt vor die Mitwelt stellen zu können, wie dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. Dor 45 Jahren ist er geboren, vor 24 Jahren zog er in den Krieg, um sein Leben viel- hundetstfach in die Schanze zu schlagen, vor 15 Jahren schloß er sich Adolf Hitler an, vor fünf Jahren berief' ihn der Führer zu seinem engsten Mitarbeiter. Gewaltig sind die Leistungen dieser Zeit, die Hermann Göring mit seinem Namen untrennbar verknüpfen konnte, unbegrenzt ist seine Volkstümlichkeit geworden. Als Hermann Göring feine große Rede über den Vierjahresplan im Berliner Sportpalast gehalten hatte und eine Woche später eine ebenso geschliffene Ansprache als Reichsgeliebte Frau durch den grausamen Tod von der Seite gerissen wurde. Aber er hat nicht einen Augenblick gewankt. Ernst und fest ist er seinen Weg weitergegangen, dem Führer em unerschütterlich ergebener Schildknappe. Dieser aufrechte Soldat mit dem Kinderherzen ist sich selber treu geblieben; und nun steht er vor seinem Führer und bringt ihm die glücklichste Botschaft seines Lebens. Wir sagen lange Zeit nichts; und dann ^erheben wir uns und reichen einander die Hände." Hermann Göring ist Soldat und Politiker zugleich. Soldat sein, das heißt sich ganz einzusetzen, wo immer es der Befehl fordert, dem man sich ganz unterordnet. Soldat sein, das heißt gehorchen lernen, um führen zu können. Deutscher Offizier und Flieger sein, das bedeutet, von heißer Vaterlandsliebe und unbändigem Tatendrang erfüllt bleiben. Ein Politiker, der aus diesem Soldatentum stammt» sieht die großen Ziele und kennt keine Hindernisse, sie zu erreichen. Für ihn ist die Treue kein Programmpunkt, sondern ein Bestandteil des eigenen Wesens. Als Adolf Hitler den Kameraden harter Kampfjahre zum Ministerpräsidenten in Preußen ernennt, schreibt er, er wolle ihm damit einen Beweis des Dankes geben „für die einzige Treue, mit der Sie Ihr Schicksal an das meine schlossen". Göring selbst aber erklärt immer wieder: „Was ich bin, ich bin es nur durch den Führer, was ich werde, ich will es nur durch Adolf Hitler empfangen". Der Soldat Hermann Göring hat mit fast übermenschlicher Arbeit erst die Grundlagen der, neuen Polizei, gleichzeitig die Voraussetzungen für die Schaffung der neuen Luftwaffe hergestellt. Als der Tag der Wehrfreiheit verkündet wurde, konnten die 56 000 Mann der Landespolizei als gut ausgebildete Männer der neuen Wehrmacht zugeführt werden Der 1. März 1935 war ein historischer Tag der neuen deutschen Luftwaffe. An diesem Tage konnte Hermann Göring die ersten Fliegerstaffeln als Grundstock für den Aufbau der Luftstreitkräfte aufstellen. Ms am 16. März des gleichen Jahres der Führer in einem kühnen Entschluß die deutsche Wehrfreiheit verkündete, donnerten mitten in den Jubel der Bevölkerung die Motoren der ersten Jagd- und Kampfstaffeln über Berlin... Unser Bild zeigt Wilhelm Filchner und seine Tochter Erika, die ihrem Vater nach Indien entgegengefahren ist, in Srinagar. — (Associated-Preß-M.) Der deutsche Forscher und Nationalpreisträger Dr. Wilhelm Filchner traf nach fast vierjähriger Abwesenheit von Europa nach seiner großen Forschungsreise nach Zentralasien in Begleitung einer Tochter, die ihm lach Indien entgegenge- ahren war, mit dem Dampfer „Victoria" in Genua ein. Dr. Filchner gab seiner Freude Ausdruck, schon in Genua eine größere Zahl deutscher Volksgenossen anzutref- en, die ihm die ersten Grüße der Heimat überbrachten. Einem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros erklärte er, er sei von den wissenschaftlichen Ergebnissen seiner Reise, die in erster Linie der p h y - ikalischen Förch u n g gegolten hätten, außerordentlich befriedigt. Seine Arbeiten hätten sich allerdings in den unwirtlichen Gebieten Jnner- asiens höchst schwie - i g gestaltet. Die für seine Untersuchungen notwendigen astronomischen konsul Graf, Podewils, der ihm mehrere Tagereisen an Die Grenze entgegengeritten war. Filchner war über die aktuellen Vorgänge so gut wie gar nicht unterrichtet und erfuhr nur durch seinen kleinen Radioapparat zufällig hin und wieder einige Einzelheiten über die politischen Vorgänge in Europa. Filchner sah in Genua auf der Landungsbrücke zum erstenmal die braunen Uniformen der nationalsozialistischen Revolution, doch erzählte er mit Begeisterung, daß er überall in Indien die wunderbare Zusammenarbeit und Harmonie zwischen den Reichsdeutschen feststellen konnte. Die Auslandsorganisation habe ihm überall, wo er auf feiner Heimreise mit Deutschen zusammentraf, ausgezeichnet betreut. Eingehend schilderte Dr. Filchner seine abenteuerlichen Erlebnisse während der sieben Monate feiner Gefangenschaft im Tunganenstaat. Er wurde buchstäblich in eine Falle gelockt, indem man ihn erst anscheinend im Triumphzug durch das Land zum Sitz des Oberhauptes der Tunganen geleitete. Unter dem Vorwand, daß er kein gültiges Visum habe, wurde er jedoch dann gefangengenommen und sieben Monate festgehalten. Die Zeit ver Gefangenschaft sei zunächst nicht unangenehm ge- Ur.8 Erste? Blaff ir|d)etni tagMd) ouft Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert, «lettener jjamilienblätter Heimat tm Bild Die Scholl. monats Beiugsprets: n’hLnn^L096" AM. 1.95 Ohne Illustrierte 1 80 Zustellgebühr * 2lud) bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern tnfolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- nchien Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11688 Herzliche Begrüßung Dr. Milchners in Genua. Ltnierredung mit dem heimkehrenden Forscher.—„Mein Besuch gilt in erster Linie dem Führer." Zeitsignale habe er mit einem mitgeführten Radioapparat von Nauen ausgenommen; sie seien außerordentlich klar und deutlich zu hören gewesen. Größere Schwierigkeiten hätten sich aus der Gefahr ergeben, daß ihm die wissen- chaftlichen Aufzeichnungen bei seiner abenteuerlichen Reise' weggenommen werden könnten. Deshalb habe er sich genötigt gesehen, alle wichtigen Ergebnisse sind die mitaeführten wissenschaftlichen Instrumente streng verborgen zu halten. Im Anfänge steht die Tat. Hermann Göring lehnt es ab, ein Fachmann oder gar ein Interessent zu sein. Sein Amtsbereich ist so vielgestaltig, daß er mit unzähligen Berufen und Persönlichkeiten in engster Fühlung steht: mit Ingenieuren und Künstlern, Bauern und Forstmännern, Verwaltungs- beamten und Soldaten, Unternehmern und Arbeitern. Er verlangt von allen' dasselbe, was er selber zu jeder Zeit zu leisten bereit ist: d i e höchste und b e ft e Leistung. Das Geheimnis feiner Arbeitsleistung liegt in der Persönlichkeit dieses Mannes mit dem weitschauenden Führerblick und der nur Führern eigenen Fähigkeit begründet. Wesentliches vom Unwesentlichen zu unterscheiden und unter diesem Grundsatz die Orga- nisatton der Arbeit aufzustellen, zu leiten* und zu lenken. Ob er als Ministerpräsident oder Generaloberst, als der Beauftragte, des Vierjahresplanes oder als Luftfahrtminister handelt, niemals gibt er sich mit nebensächlichen Dingen ab. Mit beispielloser Energie macht er binnen kürzester Zeit jede neue Aufgabe zum Inhalt seines ganzen Denkens, so daß er ein neues Amt in wenigen Monaten persönlich und sachlich mit seinem Geist erfüllt. Er stellt alles Tun und Wirken in die großen Zusammenhänge und trifft damit das Richtige. So ist er der rechte Mann für den Vierjahresplan, so werden in dessen Rahmen die „Reichswerke Hermann Göring" zum größten Unternehmen ihrer Art werden. Wenn Fachleute und Spezialisten oftmals glauben möchten, etwas ginge nicht, da packte Görings Soldatenhand die Sache an und formte aus den Bedürfnissen der Praxis den Weg, der zum Ziele führt, ganz einfach weil er dorthin führen mußte. Er schloß seinen Neujahrswunsch für das Jahr 1938 mit dem kurzen aber kennzeichnenden Worte: „E s geht!" Das deutsche Volk wünscht Hermann Göring, dem Mitarbeiter Adolf Hitlers, dem Soldaten und Staatsmann, der niemals an sich selbst, sondern immer nur an die Nation gedacht hat, zur Vollendung des 45. Lebensjahres alles Große und Gute — für Deutschland und seinen Führer! D. S. jägermeister am Hubertustag auf dem Hainberg hielt, drängte sich nach Beendigung der Feier ein Arbeiter durchs Spalier und packte den Ministerpräsidenten an der Schulter mit den Worten: „Mensch, Hermann, du bist doch 'ne Kanone!" Eine Sekunde lang ist alles verblüfft. Als aber Hermann Göring die Hand des Mannes schüttelte, klingt es stärker als das Hvrrido der Jäger durch..den Wald: „Hermann Hermann!" Kann ein Staatsmann ein lebendigeres Zeugnis dafür erhalten, daß er ein Volksmann ist? Diese kleine Geschichte, welche wir dem ausgezeichneten Buch von Erich Gritzbach: „Hermann Göring, Werk und Mensch" (Zentraloerlaa der NSDAP., Berlin-München) entnommen haben, spiegelt so recht die innere Einstellung des deutschen Volkes zu diesem treuen Paladin des Führers wider. Hermann Göring ist ein Kind des Volkes — darum nennt man ihn kurzerhand „Hermann". Diese Volkstümlichkeit, deren sich Göring erfreut, kommt immer und immer wieder zum Durchbruch und zeigt stets von neuem, wie sehr dieser treue Mitarbeiter des Führers von der Siebe des Volkes getragen ist. „Hermann w i r d s s ch 0 n s ch a f- fen !" Dies ist auch eines jener Worte, welche jnan in Öen letzten Jahren, vor allem im Hinblick auf Öen Vierjahresplan, hör^n konnte. Alles Beweise dafür, mit welch gläubigem Vertrauen ö,e Nation au diesen wahrhaften Nationalfoz.alisten fchaut, öeffen Leben stets ein einziger Dienst für Deutschland gewesen ist. Das Volk hat ein seines und ganz besonders aus- aevräates Empfinden dafür, wie sehr dieser Mann „’ m geW Es weiß, daß Gormg nicht das Glück in' den Schoß gefaUen ift, es we-ßdaher Mh^6heUbUantS'e”a?beitLen müssen Ls tarn unb Hand aus dem Führer des mit Ruhm LL^Richthoftn-Gefchwad^, Mar nach öer ®ltcrelbC%rbeüe7T«4^nSrroSen worden, ein Arbeiter, Der 1°) ' einmaI Wertwußte, ein Arbeite , . Leihhaus brin- gegenstande, die er noch W fr U'u friften, der sich gen mußte, um das n „r^i^anbel aufzumachen, nicht scheute einen FallschirmY ffeine der Enttäuschungen und Miß rsolg^^ freund war, Kaufmann erlebte, der stolz auf v :unqe5 welcher als Nachttapsahre Michalf^ sem^ Unternehmen zu stutzen, .^kretär an seiner Freund heute als ersten Staatsi Seite hat. . Es würde den Rahmen dieses Aufiatzes^preng m wollte man hier einen grauen bislang im dieser Persönlichkeit und dessen geleistet Dienst für Öen Führer unö für Beuna, ge= hat, geben, lieber allem, was Herman Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Dru* und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Giehen. Schristieilung und Geschäftsstelle: Schulftratze r wesen, denn er habe in der langen Zeit des unfreiwilligen Stillsitzens Gelegenheit gehabt, die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Arbeiten durchzusehen. Insgeheim habe er sogar seinen Radioapparat verwendet. Nachdem aber der Häuptling mit seinen Truppen die Hauptstadt verlassen hatte, wurde er von seinem Stellvertreter außerordentlich schlecht behandelt, so daß er große Unannehmlichkeit en auszustehen hatte. Dr. Filchner äußerte sich sehr anerkennend über die umsichtige und aufopfernde Tätigkeit der englischen Behörden, derett Tatkraft es schließlich zu verdanken gewesen sei, daß er wieder freigelassen wurde. Auch die chinesischen Behörden seien ihm mit großer Liebenswürdigkeit entgegengekommen, und von den Eingeborenen in Indien habe er die beste Behandlung erfahren. Wissenschaftlich gesehen brachte die Expedition alles, was Dr. Filchner erwartet hatte. Als eines der wichtigsten Ergebnisse sei die Aufnahme eines magnetischen Profils durch d en Himalaja von Khotan bis noch Indien hervorzuheben. Die Beschaffenheit dieses Gebirges sei genau erforscht worden. Täglich führte Dr. Filchner sieben Stunden lang genaueste itlessungen aus. Dr. Filchner betonte, daß er wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes zunächst nicht in der Lage sein werde, Vorträge zu halten. Er hoffe, im kommenden Herbst wie d er nach Indien zurückkehren zu können, um dort die angefangenen Arbeiten weiter fortzusetzen. Dr. Filchner betonte, daß es ihm nicht um persönliche Vorteile gehe, sondern darum, für sein Land etwas tun zu können. Er möchte auch in Zukunft wieder in die Welt hinausgehen, um für die deutsche Wissenschaft neue Taten zu vollbringen. Wilhelm Milchner auf deutschem Boden. Dr. Wilhelm Filchner traf kurz vor 19 Uhr an der italienisch-schweizerischen Grenzstation Chiaiso ein, wo er bereits von einem Beauftragten des deutschen Generalkonsuls in Basel erwartet wurde. In Basel hatte sich Gesandtschaftsrat D u ck w i tz, der Leiter des Baseler Generalkonsulats, mit seinen Beamten zur Begrüßung eingefunden und überreichte Frl. Erika Filchner als Gruß beim Betreten deutschen Bodens einen Rosenstrauß. Die Technische Hochschule Karlsruhe hieß als erste ini Namen der deutschen Wissenschaft in einem Begrüßungstelegramm den großen, Forscher in der Heimat willkommen. Die Stadt Freiburg im Breisgau, die als erste Stadt, welche Wichelm Filchner auf der Weiterreise durchfuhr, einen größeren Empfang vorbereitet hatte, verzichtete darauf mit Rücksicht auf das Ruhebedürfnis des Forschers. Wilhelm Filchner traf Dienstagfrüh um 6 Uhr in Frankfurt a. M. ein. SerS-öpserdes„MhihllS" Alfred Rojenverg vollendet am12.Januar das 45. Lebensjahr. In b6r Zeit der tiefsten Erniedrigung Deutschlands hält auf dem Marienplatz zu München ein Mann eine Rede, in welcher er den erstaunten und verwunderten Zuhörern Aufklärung gibt über das wahre Gesicht des 9. November. Tumult bricht .aus, verdächtig aussehende Gestalten suchen diese improvisierte Versammlung zu stören. Doch der Mann, der hier seine aufklärenden und aufrüttelnden Worte in die Menge schleudert, läßt sich nicht aus der Fassung bringen. Unter denen, die ihm zuhörcn, ist wohl keiner, der zu dieser Stunde ahnte, daß dieser Redner einmal im Leben der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und später des ganzen deutschen Volkes eine bedeutende Rolle spielen würde. Denn wer kennt damals Alfred Rosenberg? Er ist einer von denen, die den Zusammenbruch nicht teilnahmslos hinnehmen, einer von denen, deren ganzes Innere sich aufbäumt gegen die Tatsache, daß verbrecherisches Gesindel sich die Führung des Staates anmaßt, einer von denen, die zu dieser Zeit den Schwur abgelegt haben, den Kampf gegen die dunklen Mächte der Niedertracht, der Lüge und der Ehrlosigkeit aufzunchmen und durchzufechten. So reiht er sich in die Schar derer ein, die unter Adolf Hitlers Führung das Hakenkreuzbanner entrollen. Ihm wird die Aufgabe zuteil, die geistige und weltanschauliche Schulung der Partei in die Hand zu nehmen und durchzuführen, eine Aufgabe, deren Bedeutung erst so recht in den Jahren zutage trat, da die Partei immer stärkeren Zuwachs erhielt. Der 9. November 1923 findet ihn in der Spitzengruppe derjenigen, welche zusammen mit dem Führer den Marsch zur Feldherrnhalle antraten. Es folgen Jahre des härtesten Kampfes, Jahre des härtesten Einsatzes. Immer größere Aufgaben weist der Führer Alfred Rosenberg zu, seine geschliffene Feder gibt der Kampfzeitung der Bewegung, dem „Völkischen Beobachter", eine besonders ausgeprägte Note. Seine grundlegenden Werke, in denen er die Weltanschauung des Natio- malsozialismus wissenschaftlich begründet und festigt, erregen Aufsehen und finden stärksten Anklang. Auch als Redner ist Alfred Rosenberg bald in ganz Deutschland bekannt; wenn er in den großen Versammlungen das Wort ergreift, dann steht die Masse sogleich im Banne dieser Persönlichkeit, die, von einem fanatischen Glauben beseelt und getragen, den Weg zeigt, welchen die Partei gehen muß, um ihr Ziel, die Eroberung der Macht, zu erreichen. Schon in den Jahren des Kampfes hat der Führer erkannt, wie wichtig es ist, auch i m Ausland Aufklärung über das wahre Gesicht der Partei zu schaffen und den Lügen und Verleumdungen entgegenzutreten, welche von der internationalen Judenpresse planmäßig verbreitet werden. Alfred Rosenberg gelingt es, bei seinen Unterhaltungen mit führenden Persönlichkeiten des Auslandes viele Irrtümer über die Bewegung richtigzustellen. Das Außenpolitische Amt der NSDAP., welches planmäßig aufgebaut und erweitert wird, leistet dabei wertvolle Dienste. Immer ist Alfred Rosenberg der unermüdliche Streiter für die Ziele der Bewegung, der Mann, der sein Leben restlos in den Dienst des Führers stellt. Sein „Mythus des 20. Jahrhunderts" wirkt wie ein Fanal, seine anderen grundlegenden Werke werden mitbestimmend für die geistige Richtung, welche die Bewegung einschlägt. Der 30. Januar 1933 bedeutet für Alsted Rosenberg keine Ruhepause: jetzt gilt es, der geistigen und weltanschaulichen Ausrichtung der Volksgenossen, die neu zur Partei stoßen, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das schnelle Anwachsen der Partei sowie der Ausbau der einzelnen Gliederungen der Bewegung stellen Alfred Roseüberg vor überaus wichtige und bedeutungsvolle Aufgaben. In grundlegenden Reden und Werken nimmt er zu all den Fragen, welche in diesen Jahren nach der Uebernahme der Macht von besonderer Wichtigkeit sind, Stellung und sorgt dafür, daß die geistige und weltanschauliche Schulung nie die Bahn verläßt, die ihr der Führer gewiesen. Es ist nicht möglich, auch nur annähernd einen Ueberblick über das zu neben, was Alfred Rosenberg gerade in der Zeit seit 1933 für die Partei und den Staat geleistet hat. Hervorgehoben zu werden verdient jedoch besonders die zielbewußte Aufklärungsarbeit, welche das Außenpolitische Amt der NSDAP, unter seiner Leitung vollbracht hat. Wenn heute in maßgebenden Kreisen des Auslandes den Zielen der Bewegung und der Staatsführung des Dritten Reiches in zunehmendem Maße Verständnis entgegengebracht wird, dann ist das nicht zuletzt au die Tätigkeit Alfred Rosenbergs und feiner Mitarbeiter zurückzuführen. Stets hat es sich Rosenberg besonders angelegen sein lassen, die Verbindung mit den Ausländern zu pflegen, welche das neue Deutschland besuchen, um sich ein Bild von dem von uns geleisteten Aufbauwerk zu machen; hingewiesen sei hier auch auf die Empfänge des Außenpolitischen Amtes, welche regelmäßig zahlreiche Diplomaten und ausländische Journalisten mit führenden Männern des Dritten Reiches in angeregtem Gedankenaustausch vereint finden. Auf den Reichsparteitagen stehen Alfred Rosenbergs grundsätzliche Ausführungen im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, es war mehr als eine äußere Auszeichnung, als auf dem Reichsparteitag der Arbeit im vergangenen Jahr Alfred Rosenberg vom Führer den DeutschenNationalpreis, die höchste Ehrung des nationalsozialistischen Deutschlands, erhielt. Dr. Goebbels führte damals aus, daß Alfred Rosenberg in einem unermüdlichen Kampf um die Reinerhaltung der nationalsoziali- tischen Weltanschauung sich besondere Verdienste erworben hätte und daß erst eine spätere Zeit es voll ermessen könne, wie tief der Einfluß dieses Mannes auf die geistige und weltanschauliche Gestaltung des nationalsozialistischen Reiches ist. So gehört Alfred Rosenberg zu den Männern des neuen Deutschlands, die aus dem Leben unseres Volkes nicht mehr fortzudenken sind. D.S. Amerikas Interesse in China. Washington wünscht Verwicklungen zu vermeiden. Washington, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Staatssekretär Hüll gab dem Bundessenat eine ausführliche Darstellung über die Zahl der in China lebenden Amerikaner und das dort investierte amerikanische Kapital. Danach lebten in China Mitte 1937 etwa 10 500 Amerikaner, eine Zahl, die jetzt auf 6000 gesunken ist. In Peking, Tientsin und Schanghai stehen außerdem rund 4000 amerikanische Soldaten. Die amerikanische Flotte in China hat 13 Schiffe, die 2000 Mann Besatzung haben. Das amerikanische Kapital schätzt man auf 132 Millionen Dollars. Hüll betonte, auf dem Jangtse seien amerikanische Kanonenboote schon seit den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts stationiert. Dieses Recht sei in dem Vertrag mit China vom Jahr 1858 verbrieft worden. Stets habe die amerikanische Regierung die Absicht gehabt, ihre Truppen zurückzuziehen, sobald die chinesische Regierung allein den Schutz der Amerikaner hätten übernehmen können. jDie USA. seien tets ganz allgemein an der Aufrechterhaltung des Friedens interessiert. Jedes Jahr gehen etwa 200 000 Amerikaner in das Ausland. Wenn diese Amerikaner in irgendeinem Teil der Welt von ihrem Lande einmal im Stich gelas - e n würden, so würde das unvermeidliche Rückwirkungen auf die Rechte der Amerikaner in anderen Weltteilen haben. Deshalb verlange die amerikanische Regierung, daß amerikanische Rechte im Fernen Osten respektiert würden. Die amerikanische Regierung sei entschlossen, eine Verwicklung in Streitigkeiten anderer Länder zu vermeiden. Kriegserklärung ohne Volksabstimmung. Washington, 10. Jan. (DNB) Der Kongreß lehnte mit 209 gegen 188 Stimmen eine Entschließung ab, die einen Verfassungszusatz -vorsah, nach dem kein Krieg ohne vorherige Volks- abftimmung erklärt werden soll. Roosevelt hatte erklärt, daß der Plan jeden Präsidenten in der Außenpolitik außerordentlich behindern würde. Darüber hinaus würde die Durchführung des Planes andere Nationen zu der Annahme verleiten, daß sie ungestraft amerikanische Rechte verletzen könnten. Bezeichnend ist, daß selbst in der rein-republikanischen Opposition der Plan stark umstritten war. Auch der Präsident der amerikanischen Legion hatte sich gegen die Entschließung ausgseprochen. Staatliche SörOerung der amerikanischen Handelsschiffahrt. Neuyork, 10. Jan. Die amcrika- nische Bundesschiffahrtsbehörde hat ein neues ausgedehntes Schiffsbauprogramm bekanntgegeben. Danach wurden mit sieben Gesellschaften langfristige Subsidienoerträge über denBauvon 20 Frachtschiffen und Ausarbeitung von Plänen für 23 weitere Schiffe abgeschlossen. Der Bau von 14 Schissen beginnt in diesem Jahr, die übrigen sechs sollen bis 1942 fertiggestellt werden. Die Verträge sehen Subsidien von 7,3 Millionen Dollar vor. Die American Export Co. verhandelt noch wegen beS Baues von 10 Passagier- frachtd ampfern. Der Vorsitzende der Schifffahrtsbehörde, Kennedy, schätzt die Gesamtbaukosten dieser 53 Schiffe auf 110 Millionen Dollar. Die Schiffahrtsbehörde forderte Angebote für den sofortigen Bau von 12 Frachtern im Gesamtwert von 18 bis 23 Millionen Dollar ein. Sie gab ferner ein mit der Standard Oil Co. geschlossenes Abkommen über den Bau von 12 Oeltankern im Werte von etwa 37,5 Millionen Dollar bekannt, wozu die Bundesregierung 10,5 Millionen Dollar beitragen wird. Die United States Lines begannen bereits mit dem Bau eines mit 17 Millionen Dollar veranschlagten Ersatzschiffes für die „Leviathan". polens Außenpolitik. DaSMinderheitenabkommen.-Oie Völkerbundskrisis.—OiezweiseitigeMethode OberstVeckvordemSejmausschuß Warschau, 10. Jan. (DNB.) Jrn Auswärtigen Ausschuß des Sejm erklärte Außenminister Beck die Periode der letzten Jahre sei ein Zeitabschnitt grundsätzlicher Veränderungen in der internationalen Politik, gekennzeichnet durch die Erschütterung der bisherigen Methoden. Der Tiefpunkt diefes Prozeßes fei noch nicht erreicht. Das Bild der unmittelbaren polnischen Angelegenheiten ist erfreulicher, dank dem Umstand, daß die uns interessierenden Probleme unabhängig van Konjunkturen erwogen werden. Man hat uns sogar eine z u große Vorliebe für Zweiseitigkeit zum Vorwurf gemacht. Unsere nachbarlichen Beziehungen, deren wesentlichste Bestandteile die Nichtangriffspakte mit S o w j e t r u ß l a n d und dem Deutschen Reich sind, sind unabhängig von jeder internationalen Institution und Prozedur und behalten ihren unveränderten Wert. Die Bündnisse mit Frankreich und Rumänien bilden ebenfalls ein von irgendwelchen anderen Verträgen unabhängiges Element. Dank dem Umstand, daß, wenn es um uns geht, wir auch nicht vor der Suche nach neuen Formen zurückweichen, haben wir im einverständlichen Streben mit der Deutschen Reichsregierung zur Festigung unseres, auf dem Grundsatz guter Nachbarschaft gestützten Verhältnisses, zur Lösung eines der wesentlichsten Elemente auf diesem Gebiete gegriffen, nämlich zum Problem der Behandlung der nationalen Minderheiten zu beiden Seiten der Grenze. Wir hatten kein früheres System zur Verfügung, das die Lebensprobe schon bestanden hätte. Da wir uns jedoch über das Ziel klar waren, haben wir m der Deklaration vom 5. November 1937 einen neuen Weg gefunden, der nach meiner Ueberzeugung eine vernünftige Art und Weife bildet, einerseits die innere Geschlossenheit eines jeden der Staaten zu gewährleisten, andererseits geeignet ist, gute Bedingungen zu schaffen für das Zusammenleben einer beträchtlichen feiner nationalen Kultur anhängenden Volksgruppe mit dem Staatsvolk eines jeden der beiden Länder. Ich erachte.diesen Akt als einen sehr wesentlichen Schritt zur dauernden Festigung und Kräftigung der Grundsätze, auf welche das Einvernehmen vom Januar 1934 gestützt war. Die Krise des internationalen Lebens, so erklärte der Minister weiter, steht vor allem mit dem Völkerbund in Zusammenhang. Unmöglich war ein Zustand, bei welchem das Statut einer auf Universalität berechneten Institution bloß von einigen Staaten zur Anwendung gebracht wird. Darin liegt die Quelle der Völkerbundskrise, die sich durch den Austritt einiger Staaten von erstrangiger Bedeutung noch vertieft hat. Der Völkerbund darf sich nicht in einen Block um gestalten, der gegen andere Blöcke gerichtet wäre. Der Austritt Italiens und die Erklärung Deutschlands dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Immer häufiger hören wir wieder von Plänen und Ideen eines Wiederaufbaues der internationalen wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen. Wir möchten seststellen, daß diese Projekte kerne ernsten Aussichten auf Erfolg haben, wenn man die Augen vor der Aktualität der Rohstoff- und Auswanderungsfragen verschließt. Eine Schwächung des Völkerbundes muß das Gefühl gesteigerter individueller Verantwortlichkeit der Regierung Hervorrufen. Daher verfolgt Polen mit lebhaftem Interesse die Versuche zur Anknüpfung von Gesprächen zwischen den einzelnen Hauptstädten. , Oberst Koc von der Leitung der nationalen Einigung zurückgetreten. Warschau, 10. Jan. (DNB.) Die Gerüchte über den Rücktritt des Obersten Koc als Leiter des Lagers der nationalen Einigung bestätigen sich. Zu seinem Nachfolger wurde der soeben in den Ruhestand getretene Divisionsgeneral Stanislaw Skwarczynfki ernannt. In einem Rundschreiben sagt Oberst Koc, daß er auf Grund des Auftrages von Marschall Rydz-Smigly den Versuch unternommen habe, alle konstruktiven Elemente im Interesse der Landesverteidigung zu vereinigen. Das Verantwortungsgefühl verbiete ihm angesichts seines Gesundheitszustandes, die Leitung des Lagers noch weiter zu tragen. Man glaubt, daß dieser Wechsel in der Leitung zu einer erheblichen Aktivierung der politischen Bestrebungen des Lagers der nationalen Einigung führen werde. General Skwarczynfki, der im 45. Lebensjahr steht, ist einer der jüngsten Generäle der polnischen Armee. Oie Schlacht von Teruel. Der nationalspanische Kommandant von Teruel, Oberst R e y, hat sich veranlaßt gesehen, mit 1500 Mann zu den Roten überzugehen. Daraufhin war auch der Verteidiger des Klosters Santa Clara, Oberst !8arba, gezwungen, sich mit dem Rest der nationalen Truppen in Stärke von etwa 2000 Mann zu ergeben. Die Kapitulation des Obersten Rey wurde von dem Rundfunksprecher der spanischen Nationalregierung, General Q u e i p o de Llano, als feiger Verrat gebranbmarft. Durch die Einnahme der kleinen mittelalterlichen Stadt haben die Bolschewisten strategisch keine neue Lage geschaffen, da die starke Ausbuchtung der nationalen Front nach Süden, die durch den Vorstoß im Herbst 1937 erreicht wurde, bestehen bleibt. Es ist den Roten also nicht gelungen, den Keil, der in das rotspanische Gebiet nach dem Mittelmeer hin vor- stößt, abzufchneiden. Auch der Geländegewinn der bolschewistischen Truppen ist im ganzen nur gering. Die Straße nach der Levanteküste hin, die die Gefahr einer Trennung Kataloniens vom übrigen rot- fpanifchen Gebiet in sich barg, ist zwar in den Händen der Bolschewisten, aber für die Gesamtlage hat der Fall von Teruel keine besondere Bedeutung. Die Schlacht von Teruel brach am 15. Dezember überraschend an. Die Bolschewisten hatten zehn Divisionen bereitgestellt, um die schwache Besatzung zu überrennen und die Offensivvorbereitungen, die General Franco an einer ganz anderen Stelle der weitgespannten Front getroffen hatte, zu stören. Die kleine Stadt Teruel liegt knapp 100 Kilometer vom Mittelmeer entfernt und ist umgeben von hohen Gebirgen, deren einzelne Kuppen in den Besitz der zahlenmäßig weit überlegenen Roten gelangten. Der spanische Winter hatte- in der Umgeb u na von Teruel seinen Einzug gehalten und die Kämpfe vollzogen sich unter heftigen Stürmen sowie unter reichlichem Schneefall. In Teruel liegen jetzt Schneemassen bis zu 2 Meter hoch! Trotz aller Kraftanstrengungen aber vermochten die überraschend aufgetretenen roten Divisionen zunächst nicht vorzudringen. Gegenüber dem Widerstand der Verteidiger im Kloster Santa Clara und im Hospital, wo Oberst Rey kommandierte, waren die in Teruel eingedrungenen Roten 24 Tage lang erfolglos. In den engen Gassen der Stadt erwiesen sich die bolschewistischen Tanks als unbrauchbar, Haus für Haus mußte von der roten Uebermacht in erbitterten Nahkämpfen genommen werden. Die Zivilbevölkerung von Teruel wurde abtransportiert, durch diesen Abtransport entstand eine Verwirrung im Verteidigungssystem, die von den Roten ausgenutzt werden konnte und zum Zusammenbruch der letzten Widerstandsnester geführt hat, als die Versorgung der Verteidiger mit Wasser, Lebensmitteln und Munition unmöglich geworden war Als die Kämpfe um Teruel entbrannten und plötzlich die Roten nach Teruel Division auf Division warfen, mußten die nationalspanischen Kräfte erst zusammengezogen werden, ehe der Versuch gemacht werden konnte, Teruel zu entsetzen. Die nationalen Streitkräfte standen unter dem Oberbefehl des Generals A r a n d a , der zunächst versuchen mußte, die Stelle zu schließen, an der die Roten in die nationale Front eingehrochen waren. Inzwischen rückten weitere natiönalspanische Reserven heran und die Schlacht, die sich auf dem verhältnismäßig engen Gebiet von 25 Kilometer abspielte, nahm immer größere Dimensionen an Auf beiden Seiten ind etwa je 70 000 Mann in den Kämpfen, die zu den heftigsten des spanischen Bürgerkrieges zählen, verwickelt worden. Die Nationalspamer haben einzelne Höhenstellungen — die höchsten Gebäude Teruels, so das bischöfliche Klostergebäude, liegen rund 900 Meter über dem Meeresspiegel — wieder erobert, aber die Roten warfen ihre modernsten und zum größten Teil aus Ausländern bestehenden Divisionen in den Kampf. Während in der Luft die Nationalspanier überlegen blitben, ging die Wiedereroberung des verlorenen Geländes infolge der außerordentlich schwierigen klimatischen Verhältnisse nur so langsam vor sich, daß inzwischen in Teruel selbst sich die Reste der Nationalspanier ergeben mußten. Der Süden und der Westen von Teruel sind im Besitze der Nationalspanier. Daß wenige Bataillone Nationalspcmier sich solange gegenüber 10 bolschewistischen Divisionen halten konnten, zeugt von der Kampfkraft der Männer des Generals Franco. D. S. Oer nationalspänische Heeresbericht. Salamanca, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie im nationalen Heeresbericht mitgeteilt wird, geht die Schlacht bei Teruel weiter. Mehrere bolschewistische Angriffe in der Nähe der Bahnstation scheiterten, wobei die Sowjetspanier über 100 Tote hatten. Andere bolschewistische Angriffsoersuche sind im Keim e r st i ck t worden. An der Muela- Stellung ließen die Bolschewisten bei einem Vorstoß 50 Tote zurück. An der Höhe 1076 brach ein roter Angriff im MG.-Feuer der nationalen Truppen zusammen. Die Bolschewisten haben einige Gebäude in Teruel, in denen nationale Abteilungen immer noch heftigen Widerstand leisten, unterminiert. Die nationale Artillerie beherrscht von dem Vorort San Blas und von der Muela-Stellung aus einen großen Teil von Teruel. Aufstandsbewegung in sowjetspanischen Städten. Bilbao, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die sowjet-spanischen Rundfunksender verbreiten eine Mitteilung, wonach die Bolschewisten einer ausgedehnten Äufstandsbewegung innerhalb des sowjet-spanischen Gebietes auf die Spur gekommen sind. In Madrid, Valencia und Barcelona und anderen rotspanischen Städten seien zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. — Wie Londoner Zeitungen melden, wurden am Montag i n Madrid durch eine Explosion hundert Personen -getötet und acht Häuserblocks vollständig zerstört. Die Ursachen der Explosion sind unbetont. Roms Vorbereitungen für den Führerbesuch. Rom, 10. Jan. (DNB.) Für den Empfang des Führers und Reichskanzlers in der italienischen Hauptstadt hat man mit dem Bau eines neuen Bahnhofes an Stelle der alten Stazione Ostiense im Süden der Stadt begonnen. Von dem 20000 Quadratmeter großen Bahnhofsvorplatz aus wird eine neue 40 Meter breite Allee als Serbin- dungsstraße zur V i a Triumphalis angelegt. Sie mündet an der alten Stadtmauer bei der Porta San Paola, dem besterhaltenen und schönsten Tor Roms, in die große Triumphftraße, die an die gewaltigen Zeugen der Glanzzeit des antiken Rom, so den Thermen des Caracalla, dem Circus Maximus — wo der Obelisk von Axum als Sinnbild des Sieges über Abessinien Aufstellung gefunden hat — dem Constantin-Bogen und dem Colosseum vorheiführt. Von hier aus folgt als Verbindung zum Herzen der Hauptstadt die von Mussolini errichtete Dia del I m p e r o , die flankiert vom Forum Romanum, den Kaiserforen und dem Forum des faschistischen Imperiums sowie dem Nationaldenkmal „Dittoriano" auf der Piazza Venezia endet. Mit diesen Erweiterungsbauten wird, wie „Gior- nale d'Jtalia" betont, Millionen der in Rom zusammenströmenden Italiener die Möglichkeit gegeben werden, denn Führer der befreundeten Nation m i t größter Herzlichkeit und flammender Begeisterung entgegenzujubeln. Die Tatsache, daß diese neue Triumphftraße durch den Besuch des Führers ihre glanzvolle Einweihung finden wird, sei als eine besondere Ehrung für den Führer und sein Volk gedacht, das den Duce während seiner denkwürdigen Reise durch Deutschland mit so viel Herzlichkeit und Begeisterung ausgenommen habe. Reichsminister Darre besuchte das pontinische Siedlungsgebiet. Rom, 10. Jan. (DNB.) Reichsminister Darre besuchte unter Führung des italienischen Landwirt- schaftsministers Rossoni das pontinische Urbarmachungs- und Siedlungsgebiet. Zunächst wurden.Trockenlegungsarbeiten und Pumpwerke besichtigt, da'nn wurde die Verwaltungsorganisation der Stadt S a b a u ö i a studiert. Eine Fahrt kreuz und quer führte durch besiedeltes, noch brachliegendes und nicht zugeteilkes Land. In Lit- t o r i a hatten sich Tausende von Siedlern eingefunden und begrüßten die deutschen Gäste mit lebhaften Heilrufen auf den. Führer. Ein Vorbeimarsch der Organisationen bot ein lebhaftes Bild, besonders auch durch die teilnehmenden Trachtengruppen, lieber die kürzlich eingeweihte Stadt Aprilia ging die Fahrt nach Änzio, wo ein Essen alle Teilnehmer zu einem Gedankenaustausch vereinte. Italienische Geistliche bei Mussolini. Rom, 9. Januar. Mussolini empfing im Palazzo Venezia sämtliche Erzbischöfe und Bischöfe sowie zweitausend Genleindepfarrer, die in einem von einer katholischen Zeitschrift ausgeschriebenen landwirtschaftlichen Wettbewerb für den Klerus Preise davongetragen haben. Der Duce wies auf die Bedeutung des Friedensschlusses zwischen dem italienischen Staat und dem Vatikan hin Ausgezeichnete Beziehungen zwischen Staat und Kirche hätten sich während des abessinischen Krieges bewährt. Mussolini lobte die Geistlichen für ihre Leistungen im Kampf um die Autarkie auf dem Gebiete der Landwirtschaft und forderte sie auf, mitzuwir- ken, die Landbevölkerung gesund und gläubig zu be- Oie Spannung in Palästina. von ?n Schnee umkleidet sind die Masten und Strickleitern ;uter Abschluß meiner 1$ bibliothek befindet. U°b°r die W unb f)onifl= id) Mr einem Schrank - mit SerÄug hl p hip aiprftrhp fnff m'cm.r... .v ■ < , 1 k,.. 2 . H brücke gehe ich und lasse die zierliche Gestalt in ior« zu- den in P- ie 10 >e i» rre wirt' sche ge' unö ngs* lkine noch Frankfurt a.M., 10. Jan. (Fwd.) Aüf Veranlassung des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe wird soeben in Frankfurt a. M. die große Berliner Magnesiumtagung vom November wiederholt. Das verhältnismäßig geringe Vorkommen leicht gewinn- und verwertbarer Schwermetalle in Deutschland macht es notwendig, mit Eisen, Blei, Kupfer, Zinn und Zink sparsam umzugehen und an ihrer Stelle so weit wie irgend möglich solche heimischen Metalle Zu verwenden, die in großem Umfange aus deutschen Rohstoffen erzeugt werden können. Als wichtige heimische Werkstoffe und als Austauschstoffe für diese Sparmetalle haben sich die Legierungen des Leichtmetalles „M a g n e s i u m" erwiesen. Denn die A u s g a n g s st o f f e für die Magnesiumerzeugung: Dolomit, Carnallit sowie die Magnesiumchlorid-Endlaugen der deutschen Kaliindustrie stehen uns in unbeschränkten Mengen zur Ver- ügung, so daß der Verwendung von Magnesium- legierungen in der deutschen Technik nichts entgegensteht. Das reine Magnesium ist als Bau- und Werk- toff nicht verwendbar. In fast dreijahrzehntelanger llrbeit wurden aber Legierungen von Mag'ne- ium mit anderen Metallen (meist rd. 90 v. H. Magnesium und 10 v. H. andere Metalle) entwickelt, die fpr die verschiedensten gewerblichen Zwecke ausgezeichnet verwendbar sind und deren Gebrauch erhebliche technische und wirtschaftliche Vorteile bieten. Ein Hauptvorzug der Leichtmetall-Magnesiumlegierungen bildet ihr geringes spezifisches Gewicht. Sie haben sich daher im Maschinenbau vor allem bei rasch bewegten Maschinenteilen und bei Fahrzeugen aller Art eingefuhrt Eine weitere hervorstechende Eigenschaft ist ihre leichte Bearbeitbarkeit, die trotz des größeren Einheitspreises des Werkstoffes häufig zu billigeren Fertigerzeugnissen führt als die Verwendung von Schwermetallen. Die Magnesiumlegierungen lassen ich gießen, schmieden, walzen, pressen, ziehen, schleifen, bohren und schweißen. Durch richtige Formgebung kann man trotz des geringen Elastizitätsmoduls die für den Betrieb erforderliche Stei- „zerliebt" und zerspielt vom Erdboden verschwunden sind! Während ich dort stehe, schlägt eine alte Uhr zweimal. Meine Zeit ist um; ich muß mich von dem Biedermeierschrank und Spielzeug trennen und meine Traumwelt verlassen. Bald befinde ich mich wieder in der Hauptverkehrsstraße, die den Pregel überquert. Als ich an das Wasser komme, ist die Brücke hochgezogen und ich bin gezwungen, geduldig am Ufer'zu "warten. Der Fluß bietet einen großartigen Anblick. Eisscholle an Eisscholle, schimmernd und blendend im strahlenden Sonnenlicht, bildep eine fast undurchdringliche Decke. Lange Zeit bemüht sich ein Eisbrecher vergebens, einen riesigen Frachtdampfsr durch die hochgezogene Brücke und die schmale Fahrtrinne zur Abladestelle zu lotsen. Wo kommt dieser Dampfer her? Dom Nordpol? Mit Eis und Das vorläufige Reichsergebnis des dritten Eintopfsonntages am 12. Dezember 1937 beträgt 5 744 477,62 RM. Der Eintopfsonntag im Monat Dezember des Jahres 1936 erbrachte 5 714 714,55 RM. mm uu tun v Hier vorzusprechen ist ein guter Absch' Wanderung durch das alte Königsberg. tabakfarbenem Rock, den Dreispitz auf dem Kopf, ein Buch unter dem Arm, vor mir herwandeln, an dem hohen Portal des backsteinernen Domes vorbei, dem ehemaligen Unioersitätsgebäude zu. Im Weitergehen betrachte ich mir gemächlich die niedrigen Bürgerhäuser mit ihren gemütlichen großen Dächern und den „Beischlägen", zu denen bequeme Steintreppen hinaufführen. Auf diesen platzraubenden Vorbauten der guten alten Zeit saß man sich wohl im Sommer nach d?s Tages Last und Mühen nachbarlich „Schmand mit Glumse" verzehrend, gegenüber oder plauderte, an das Eisengitter gelehnt, eine zierliche biedermeierliche Silhouette, zu den auf der Straße Vorübergehenden, hinunter. Diese Straße am Dom ist ganz unverändert geblieben, unverändert aber auch der Ostwind, der ebenso kalt wie zu der damaligen Winterzeit um die Ecke bläst und mich eilends weiter treibt. Ich erreiche nun schnell das Ziel meiner Wanderung, das Stadtmuseum, das sich in einem ehemaligen Rathaus, einem schönen Bau aus dem 17. Jahrhundert, befindet. Dieses Museum hat einen Ich könnte nachdenklich werden, wenn meine Phantasie mir nicht geradeswegs eine andere Gestalt entgegenführte, eine höchst merkwürdige Gestalt in langem verschossenem grünep Rock und mit einer riesigen Pelzmütze auf dem Kopf, die das blasse Gesicht mit den feinen durchgeistigten Zügen noch schmaler erscheinen läßt. Es ist unverkennbar der „Magus des Nordens", Hamann. Mit ihm zusammen aber kommt sein Freund, der temperamentvolle Musikus Reichardt in einem schönen Pelz- mäntelchen, das lustige Gesicht unter der großen Puderperücke von der Kälte frisch gerötet. Er pfeift eine zierliche Melodie vor sich hin, die klimpert wie eine. Spieluhr an mir vorbei. Und ich denke weiter: diesen Weg, den ich jetzt gehe, muß ja unbedingt auch Immanuel Kant gewandelt sein, denn ich strebe der Dominsel zu, auf der sich die damalige Universität, die jetzige Stadt- des len ien ife 00 ib n« ander sten die om, axi- bilh den zum zum itete rum des znf« Aus aller Well. Neun Todesopfer beim Absturz eines argentinischen Flugzeugs. Ein argentinisches heeresflugzeug mit Eduardo Justo, dem Sohn des argentinischen Staatspräsidenten, und acht höheren argentinischen Offizieren an Bord ist am Montag an der Grenze von Brasilien und Uruguay bei schwerem Sturm abgestürzt und verbrannt. Alle Insassen fanden den Tod. Eduardo I u st o und die acht Offiziere hatten am Sonntag an der Grundsteinlegung für die internationale Brücke über den Uruguay-Fluß, die von den Präsidenten Brasiliens und Argentiniens vorgenommen wurde, teilgenommen. Sie waren am Montag in Paso de los Libres gestartet, um nach Buenos Aires zurückzukehren. Der argentinische Staatspräsident Iusto hatte auf der Reise zum Ort der Grundsteinlegung dasselbe Flugzeug benutzt, mit dem sein Sohn verunglückte. Geheimrat Professor Dr. Karl Eranz, ein Allmeisier der Ballistik. Zu Ehren des Geheimrats Professor Dr.-Jng. h. c. Dr. phil. Karl Cranz, der am 2. Januar sein 8 0. Lebensjahr vollendete, veranstaltete die Wehrtechnische Fakultät an der Technischen Hochschule in Berlin eine Festsitzung. Der Dekan, (Bene- rat der Artillerie Professor Dr. phil. h. c. Dr. - Jng. Becker, gab ein Lebensbild des weit Über die Grenzen des Reiches hinaus anerkannten deutschen Altmeisters der Ballistik. Anschließend würdigte Prof. Dr. Rothe, ebenso wie General Becker, ein langjähriger Schüler und Mitarbeiter von Geheimrat Cranz, dessen wichtigste Leistungen auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Ballistik. Prof. Dr. Menzel überreichte General Becker ein herzlich gehaltenes Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers für Geheimrat Cranz und ein mit persönlicher Unterschrift versehenes Bild von Reichsminister Rust zur Weiterleitung an den Jubilar. Dom Aulo überrannt und tödlich verletzt. In der Nähe des Bahnhofs Bad Rehburg (Kreis Nienburg, Hannover) wurden zwei junge Seeleute in dem Augenblick, als sie mit zwei jungen Mädchen eine Gaststätte verließen, von einer Kraftdroschke, die sie von hinten überrannte, erfaßt und so schwer verletzt, daß sie noch an der Unglücksstelle st a r - den. Die Mädchen blieben unverletzt. Der Fahrer des Wagens entfernte sich, ohne sich um die lieber- fahrenen zu kümmern. Die Polizei hat bereits einen 22jährigen Kraftfahrer in Bad Rehburg festgenommen, der durch Zeugenaussagen schwer belastet ist. Die Staatsanwaltschaft hat die weiteren (Ermittlungen/luf genommen.. Zeitschriften. — „Das I n n e r e R e i ch" (Verlag Albert Langen/Georg Müller, München) hat im Januarheft des Dichters Wilhelm Schäfer zum 70. Geburtstags in würdiger Weife gedacht: sie bringt einen vortrefflichen Essai aus der Feder Willi Steinborns und läßt auch den Dichter selbst zu Worte kommen mit einem menschlich und künstlerisch sehr aufschlußreichen Rückblick über „Ein Jahrzehnt Sommerhalde". Ein schönes Stück dichterischer Prosa ist daneben das Kapitel „Stadt und Strom" von Karl Benno von Mechow, das seinem demnächst erscheinenden neuen Buche entstammt. An zeitgenössischer Dramatik erscheint der erste Teil des großen tragischen Schauspiels '„Der Hochverräter" von" Curt Langenbeck. Unter der Lyrik, die u. a. dem maß- und klangvollen Zyklus „Reigen des Jahres" von Fritz Diettrich Raum gibt, ragen wiederum die Verse Josef Weinhebers einprägsam und unverkennbar hervor. Das liebevckll« Bekenntnis „Heilig Vaterland", das Paul Alverdes dem sechzigjährigen Rudolf Alexander Schröder widmet und die überaus bemerkenswerte Studie von Edgar Maaß über >,Lessing in Wolfenbüttel" runden das Hest zu einem eindrucksvollen Zeugnis deutschen Kulturschaffens ab. Z5 zn n- r- m- in n> cr- ier erhalten. Nur die zahlreiche Familie ergebe die gro ßen Bataillone, ohne di-e man keine Siege erringe Italien, die katholische Nation, habe 'durch ihre innere Stärke und seine bevölkerungsmäßige Kraft die Pflicht, ein Bollwerk der christlichen Zivilisation zu sein. Monsignor N o g a r a erklärte dem Duce für die versammelten Geistlichen: daß, wenn es sich um den Ruhm Gottes, das Wohl des Volkes, die Größe des Vaterlandes handele, der Klerus der Regierung seine willige Mitarbeit gebe. Oie erste Sitzung der Dreierkonferenz der Rompottmächte. Budapest, 10. 5ah. (DNB.) In der ersten Sitzung der D.reierkonsexenz der Rornpakirnächte sind die die drei Mächte unmittelbar berührenden Fragen erörtert worden. Jy den weiteren Be- Sonthofen, 10.Jan. (DNB.) Auf der ersten Arbeitstagung aller Gau- und Kreisschulungsleiter der NSDAP, auf der Ordensburg Sonthofen kam der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP., stellvertretender Gauleiter Schmidt, ausgehend von der Neujahrsbotschaft des Führers, zu der Feststellung, daß die revolutionäre Dynamik des Nationalsozialismus sich nunmehr immer klarer abhebe und das Wissen um die totale Revolution immer weitere Kreise ziehe. Die Welt erkenne heute bereits, daß in Deutschland ein neues Gemeinschafts- und ein neues Füh- rungsgesetz wirksam geworden sind. Pg. Schmidt gab eine eingehende Darstellung des bisherigen geschichtlichen Ablaufs des deutschen Schicksals. Er brachte dabei zum Ausdruck, daß man niemals d i e Zeit des deutschen Mittelalters als eine Zeit nur kirchlicher oder konfessioneller Kräfte ablehnen dürfe. Alles, was in dieser Zeit gestaltet und geschaffen wurde, sei geformt worden vondeutschem und germanischem Geist uhb deutscher und germanischer Gläubigkeit. Als Folgerung aus dem heutigen politischen Geschehen kn Europa bezeichnete der Redner es als vordringliche Aufgabe der Partei, dem Führer für sein Werk am deutschen Leben nicht nur im Innern die Voraussetzung zu schaffen, sondern sie auch zu sichern und für die Zukunft zu erhalten. Für die Schulung bedeute dies, den Totalitätsanspruch de ^Nationalsozialismus auf allen Gebieten des Lebens zu proklamieren und zu verwirklichen. Er stellte folgende vier Forderungen auf: sprechungen sollen dann die allgemeineren Fragen unb die wirtschaftspolitischen Probleme behandelt werden. Die Blätter unterstreichen, daß zuerst Italien der ungarischen Nation die Hand gereicht habe. In der Regierungspresse, wird auch auf die Bedeutung der Achse Berlin—Rom hingewiesen. „Esti Ujsag" zählt die neuen Kräfte der europäischen Politik, die jetzt behandelt werden, auf: die Achse Berlin—Rom, das deutsch-österreichische Abkommen, der rumänische Richtungswechsel, das italienisch- jugoslawische Verhältnis. Ungarn interessiere ' sonders das ungarisch-rumänische Verhältnis. er -e,. des lirb, führend it so men Jerusalem, 10. Jan. (DNB.) Unweit Hebron wurde am Montag ein britischer Archäologe auf der Fahrt zu seiner Ausgrabungsstätte angehalten und erschossen. Der arabische Kraftwagenlenker blieb unverletzt. Am Diens- tagfrüh werden zwei noch unter der Zivilgerichtsbarkeit rzum Tode verurteilte Araber gehängt Die Widerstandsbewegung geht im übrigen weiter. Die Stadt Safet) wird durch Militär nach Freischärlern durchsucht. Oas Ziel nationalsozialistischer Schulung Arbeitstagung der Gau- und Kreisschulungsleiter der NSOAp. auf Ordensburg Sonthofen. Ich kenne diese Räume und die zum Teil sehr schönen alten Sachen gut und halte mich nur hier und dort auf, stehe eine Weile am Schreibtisch Kants, in dem so persönlichen kleinen Kant-Zim- mer. Ich bin ganz allein dort, gerade so als käme ich zu dem großen Philosophen, der einer Vorfahrin von mir sehr freundschaftlich gesonnen war, zu Besuch. Dann probiere ich nebenan das Stehpult des Professors Rhesa, was gewiß nicht erlaubt ist, und finde diesen Gegenstand, den ich selbst zu besitzen wünschte, sehr praktisch. Ich sehe im Vorübergehen zu der prächtig gemalten Decke aus dem Geburtshause Zacharias Werners auf, die mit anderen Architekturresten aus dem schonen, alten; nun leider abgerissenn Hause hierher gerettet worden ist. Ich freue mich an einer im oberen Stockwerk hergerichteten alten Königsberger Küche mit schönen Kupfer- und Zinngeräten und schließlich strande hochgezogene Anker hat, ebenso eisumkleidet, die ungeheuerliche Form eines gewaltigen Löwenkopses angenommen, baumlange Eiszapfen hängen am Bug des Schiffes, auf dem vermummte Gestalten damit beschäftigt sind, das Eis herunter zu hacken. In der Straße stauen sich sofort eine Unzahl Autos und Trambahnen, die nun nicht vorwärtskönnen, mit ihnen hüben und drüben die Fußgänger, die die Bewegungen dieses Fahrzeuges intereffiert beobachten. Endlich gelingt es dem kleinen Eisbrecher, den Riesen vorwärts zu schleppen, die Brücke schließt sich, und sofort ergießt sich von neuem der zurückgedämmte Strom des Verkehrslebens in die Stadt. Und mit der vorwärtshastenden Menschenmenge bin ich wieder mitten im Alltag. Die moderne Zeit umgibt mich, und schattenhaft verblaßt das alte Königsberg. Magnesium-Legierungen / vielseitig verwendbare deutsche Werkstoffe Magnesiumtagung und -ausstellung in Frankfurt. Welch artige Kinder in abstehenden langen Röckchen und noch längeren Spitzenhöschen mögen wohl diese zierlichen Puppen, Tiere, Töpfchen und Tiegelchen so gut behütet haben, daß wir uns heute noch daran erfreuen und erheitern können? Ich ftihle schuldbewußt, daß alle meine Puppen und Tiere Große ägyptische Spende für das Deutsche Winterhilfswerk. Die ägyptische Handelskammer für Deutschland in Berlin 'konnte als Ergebnis ihrer Aufklärung über die segensreiche Tätigkeit des Winterhilfswerkes eine Spende von 5000 kg Datteln der ägyptischen Firma United Fruit Packing and Canning Factories of Egypt melden. Gleichzeitig erklärte sich Senator Hamid Abdel Abaca Bey im Namen seiner Firma Union des Expbrtateurs des fruits Kairo bereit, 1 5 000 kg Mandarinen für das WHW. nach Deutschland zu verschicken. Beide Sendungen sind zur Verteilung an notleidende Volksgenossen an den Gau Berlin der NSDAP, weitergeleitet worden. Es ist außerordentlich erfreulich, daß es gelang, wieder Freunde des neuen Deutschlands zu gewinnen, die ihre Sympathien auch durch die Tat beweisen. Berichtigung der Steuersätze in Essen. Wie die „Frankfurter Zeitung" aus Essen berichtet, senkt die Stadt Essen den Hebesatz für die Gewerbesteuer von 220 auf 200 v. H., und zwar rückwirkend für das volle Haushaltsjahr 1937/38. Ferner wird der Hebesatz für die Lohn- summen st euer von 900 auf 800 v. H. mit Wirkung vom 1. Februar dieses Jahres an herab- gesetzt. Die Steuersenkung ist durch die über den Voranschlag hinausgehende Entwicklung des Gewerbe ft eueraufkom- m e n s veranlaßt. Insgesamt wird Essen im laufenden Rechnungsjahr mehr als 19,5 Millionen Reichsmark aus den Gewerbesteuern einnehmen. Kleine politische Nachrichten. NSG. Gauleiter Sprenger hatte feine Mitarbeiter in der (Bauleitung für Montag zu einem Kameradschaftsabend im Palmengar- ten eingsladen. Das Gauorchester und bekannte Künstler gaben dem Abend, der in herzlicher Kameradschaft verlief, den frohen künstlerischen Rahmen. SWertag im alten Königsberg. Von Margarete von Olfers. Es gibt Tage, an denen man in seiner eigenen Heimatstadt gewissermaßen zu Besuch kommt, und wie ein Reisender gleichsam das wohlbekannte Stadtbild, losgelöst von der Hast des Alltags, liebevoller als sonst betrachtet. So entdeckte ich denn plötzlich an einem klären Frosttage, daß Königsberg eine „Winterstadt" ist, nämlich, daß Frost und Schnee und Sonne seinen grauen Häuserreihen vorzüglich gut stehen und die Schönheit seiner Altstadt sehr wirkungsvoll zum Ausdruck bringen. Und als ich an jenem Win ter tag den „Mühsen- berg", der sieben Hügel einen, auf denen auch meine Vaterstadt erbaut ist, hinab und in das (Beroirr alter Gassen kam, bemerkte ich manches, das mir sonst entgangen war. Schmale lichtgrüne oder rosig getünchte Häuser standen schon in den Verhältnissen zu einander, barocke Hausgiebel hoben sich scharf gegen den tiefblauen 5)immel_ab, in dem Oval ihrer Bodenfenster spiegelte sich die Sonne. An einer Tür fiel mir ein schwerer messingener Türdrücker auf, sehr luftig in seinem Schwung und darunter ein schon verschörkeltes' Schloß. In diesen alten Gassen, erinnerte ich mich, haben einst Vorfcrhren von mir gewohnt — ob ihre Hände wohl auch auf dieser Türklinke geruht haben? Darüber nachsinnend wurde idf trotz des hellen Wintertages sogleich in einen Traum verfangen ... Rokokozeit. Durch die enge Gasse kommt die hellblaue Kalesche des Herzogs von Holstein^ — Beck, geraffelt, und sogleich erscheinen hinter den kleinen Fensterscheiben dieser schmalen Häuser neugierige Gesichter. Er fährt schon wieder zu der schönen Justizrätin Graun, so tuschelt man und mehr noch: daß sie höchst unglücklich mit ihrem Justizrat verheiratet sei. Er ist ein rüder Mann, aber sie ist freilich auch keine bequeme Hausfrau, malt und dichtet und singt unb verdreht allen Männern Königsbergs durch ihre Schönheit den Kopf. Man nimmt Partei für und gegen, man bedauert den Ehemann, man tadelt die Justizrätin. $n einem Haus auf dem Löbenicht aber wartet eine schöne Frau sehr sehnsüchttg auf ihren Freund, ihre Gedanken sind nicht bei der Arie aus Glucks Jphi- geferfigf sind. Auch Grundstoffe der Magne- siumerzeugung, wie Glas mit Stücken von Dolomit ober Magnesiumpulver usw. veranschaulichen den Wert dieses Werkstoffes. Heber die Abnutzungsfähigkeit und Lebensdauer von Magnesiumlegierungen werden Proben von neuen und gebrauchten Teilen aus verschiedenen Kraftwagen mit Betriebszahlen bis zu 200 000 Kilometer gezeigt. f i g k e i t der Bauteile erreichen. Das Verhalten gegenüber den Einflüssen der K o r r o s i o n (Metallfraß) konnte durch zweckmäßige Auswahl der Legierungsbestandteile, durch geeignete Oberflächenbehandlung unb richtige Gestaltung der Verbindungsstellen von Schwer- und Leichtmetallen wesentlich verbessert werden. Weiter sind Verfahren gefunden, mit denen der Gießer alle Anforderungen erfüllen kann, die vom Konstrukteur gestellt werden. Die Brauchbarkeit der Magnesiumlegierungen für die technische Arbeit geht vor aüenAaus der außerordentlich großen Steigerung der Welt- Ma g n e s i u m e rz e ug u n g hervor, die von 1926 bis 1935 von rund 300 Tonnen auf ungefähr 25 000 Tonnen stieg, sowie aus der außerordentlich vielseitigen Verwendung auf den verschiedensten Gebieten. Sv können sie neben ihrem Hauptverwendungs- gebiet der Luftfahrt heute auch u. a. im Kraft- roagenbau, in der Elektrotechnik, im Motorenbau, im Textil- und Werkzeugmaschinenbau, im Nähmaschinenbau, beim Bau von Verpackungs-, Fer- ttgungs- und Buchungsmaschinen, im Meßgeräte- unb Vorrichtungsbau sowie in der Optik und Feinmechanik ausgedehnte Verwendung finden. Auf der 2. Magnesiumtagung in Frankfurt a. M. werden die Einsatzmöglichkeiten für Leichtmetall- Magnesiumlegierungen, ihre Eigenschaften, die Bedingungen für7 ihre zweckmäßige Gestaltung und Formung sowie die Maßnahmen zur Verhütung von Korrosionsschäden dargelegt. Oberst Löb wird über „Magnesium als deutsches Metall" sprechen. Eine Ausstellung gibt einen Ueberblicf über den gegenwärtigen Stand der Verwendung von Leichtmetall-Magnesiumlegierungen auf den verschiedensten Gebieten der technischen Erzeugung. Hier werden an Musterbeispielen die außerordentlich vielseitigen Gebrauchsmöglichkeiten für die Erzeugnisse der deutschen gewerblichen Arbeit veranschaulicht. Neben den Rohstoffen der Magnesiumerzeugung sind auch Halb- und Fertigerzeugnisse aus diesem,Grundstoffe ausgestellt, die aus den beiden Hauptgruppen der Magnesiumwerkstaffe, dem von der IG.-Farbenindustrie hergestellten „Elektron" und dem von der Wintershall AG. hergestellten „M a g n e w i n" Oie pariser Bombenanschläge. Paris, 11. Jan. (DNB. Funkspr.) Die Pariser Sicherheitspolizei gab in den späten Abendstunden des Montag bekannt, daß „einer der Haupturheber" der Pariser Bombenanschläge am 11. Oktober 1937 in der mittelfranzösischen Stadt Clermont-Ferrand festgenommen worden fei. Es handele sich um einen 27jährigen Chemiker Locuty, der in einer großen Autoreifenfabrik in dieser Gegend/ gearbeitet habe. Er habe angeblich zugegeben, daß er den , Bombenanschlag auf das Pariser Direkttonsgebäude des französischen Arbeitgeberverbandes „auf Anweisung des Geheimausschusses der revolutionären T'at eigenhändig verübt habe". Sein Mittäter, ein gewisser Macom, der zur gleichen Stunde ein Bombenattentat in einem anderen Hause im gleichen Pariser Stadtteil verübt haben soll, sei mit seiner Ehefrau angeblich ebenfalls auf Anweisung des Geheimausschusses der revolutionären Tat ins Ausland geflüchtet. 1. Das Primat der NSDAP, in ihrem weltanschaulichen Hoheit s- und Führungsrecht.' J 2. Die Alleinberechtigung der nationalsozialistischen Weltanschauuna, die Wirtschaftsführung, Wirtschaftsordnung und Wirt- s ch a f t s m o g l i ch k e i t des deutschen Volkes zu bestimmen. Das setzt für die Zukunft die Ueberwin- dung der Wirtschaftspatriarchen und der Wirt- schaftÄiberalisten voraus. 3. Die Schaffung einer nationalsoziali» st i s ch e n Erziehungsordnung nach nationalsozialistischen Erziehungsgrundsätzen mit der Ausrichtung, den Einzelnen zum Dien st in der Gemeinschaft am Polk zu erziehen. 4. Totalitätsanspruch auf dem Gebiet der Ge- sundheitsführung. Wir müßten so stark sein als revolutionäre Nationalsozialisten, daß wir die Kraft besitzen, ein neues Weltbild in uns zu tragen, und dabei bereit sein, dieses Weltbild keimen und ävachsen zu lassen, ohne ihm dogmatische Fesseln anzulegen. Der ewigkeitsbewußte nationalsozialisti- s ch e Deutsche sei das Ziel der bisherigen und aller kommenden Arbeit auf dem Gebiete der Erziehung, der Schulung,' der Menschenformung und -Führung. Die biologische Gebundenheit und Ge- boraenheit sei des nationalsozialistischen Menschen stärkste Kraft. Sie dem ganzen Volke zu geben, sei die tägliche Aufgabe der nationalsozialistischen Bewegung. ngc* leb» rfich zson» >pen. ili- alle einte- mi. ipfing N * ist' i auf dem kiM t b? ' ßei» .biete g gerne tue IfegerÄe mit ihrer berühmten Altstimme ganz eigentümlichen Zauber, es ist aus kleinen An- ........... ........ ^lu|lcn uuu Olr,alyiet„ 116t sie horcht auf das Vorfahren des Wagens anaen h-rausgewachfen, fehr liebevoll und künft- und Tau-, sie glitzern in her Sonne m°e Sri tnlle Unö diese Straße im d-r viel spat« auch Heinrich er,sch gestaltet und gepflegt. Es birgt einen Reich- eines Kronleuchters bei flackerndem Kerzenlicht Der kulturhistorischen. Erinnerungen der Stadt, hochgezogene Anker hat, ebenso eisumkleidet/ di- und Seufzern erfüllt. Kapitänleutnant Maihys Ende, Druck des Brennstoffs zu halten. Dies war in der großen Höhe sehr anstrengend, abgesehen davon, daß es einen Arm beanspruchte und mir nur eine Der „furckterregende" Mathy war mit seiner wackeren Besatzung geblieben; sein Geist und seine Tatkraft leuchteten der Luftschiffwaffe als Borbild Letzter Angriff und Untepgang von „L31Ä. Immer noch werden neue Heldentaten des Weltkrieges bekannt, und vieles von dem, was an Un- aeheuerlichem geleistet worden ist, kann erst jetzt seine volle Würdigung finden. Das gilt auch für die kühnen Zeppelinangriffe auf Eng? land im Jahre 1916. Diese Angriffe haben zweifellos damals auf London und die Engländer eine große Wirkung ausgeübt. Einer der gefürchtetsten Kommandanten war Kapitänleutnant Mathy, der Befehlshaber von „L 31", der mehrfach die britische Hauptstadt erfolgreich angegriffen hat. In dem 6. Band des von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Marine herausgegebenen Seekriegswerkes wird darüber berichtet. Hier wird aus dem englischen Seekriegswerk auch der Heldenbericht über das Ende des Kapitänleutnants Mathy und des „L 31" wiedergegeben. Es war in der Neumondnacht vom 1. zum 2. Oktober. Die Wetterverhältnisse bei dieser Angriffsfahrt waren keineswegs günstig, der Wind war böig, der Himmel bewölkt, die Sichtigkeit gering. Eine fast durchweg geschlossene Wolkendecke, die auch England bedeckte, machte zwar die Abwehr durch Geschütze und Scheinwerfer und Flieger weniger erfolgreich, erschwerte aber den Luftschiffen in hohem Maße die Navigation. Am 1. Oktober stiegen im Laufe des Nachmittags alle startbereiten Luftschiffe auf. Elf Luftschiffe waren auf dem Marsch und zu ihnen aevörte auch „L 31" unter Führung des Kapitänldutnants Mathy. Die letzte Angriffsfahrt dieses Lu.ftschi.f- fes und seiner heldenhaften Besatzung kann nur nach englischen Angaben dargestellt werden. „L 31" passierte die Küste gegen 9 Uhr abends nördlich Lowestoft und richtete seinen Kurs mit der diesem tatkräftigen Komyiandanten eigenen Bestimmtheit unmittelbar gegen London. Um 10.45 Uhr wurde ,,L 31" bei Kelvedön Hatch von Scheinwerfern gefaßt und änderte bei Annäherung an die östliche Verteidigungslinie seinen Kurs nach Nordwesten, um den Angriff aus nördlicher Richtung anzusetzen; um 11.30 Uhr erfolgte Kursänderung in südwestlicher Richtung, um nunmehr von Norden anzugreifen. „L 31" wurde von den Batterien bei Newmans und Temple House heftig unter Feuer genommen. Nach englischer Ansicht hat der Kommandant dort seine Absicht, London anzugreifen, aufgegeben und seine Bomben bei Cheshunt in kurzer Folge abgeworfen. Der Bombenabwurf richtete sehr ausgedehnten Materialschaden an, allein 304 Wohnhäuser wurden beschädigt oder zerstört. Als „L 31: nunmehr Abwehrflugzeuge in seiner Nähe bemerkte, wurde scharf festlicher Kurs genommen. Durch energische Höhen- und Kursänderungen versuchte der Kommandant, sich den Scheinwerfern, dem Geschützfeuer und den Fliegern zu entziehen. Inzwischen waren vier Abwehrflugzeuge zum Angriff aufgestiegen, die bei starker Scheinwerferwirkung günstige Bedingungen'zum Angriff hatten. Leutnant W. I. T e m p e st kam in Gefechtsberührung mit „L 31" und gibt in feinem dienstlichen Bericht eine eindrucksvolle Schilderung des Kampfes, der zur Vernichtung von „L 31" führte: „Gegen 12.45 Uhr befand ich mich über dem südwestlichen Teil von London in einer Höhe von 14 500 Fuß (4400 Meter). Es herrschte starker Bodennebel, und es war bitter kalt; im übrigen war es eine herrliche, sternenklare Nacht in der Höhe, in der ich mich befand. Ich war gerade im Begriff, nach dem nordöstlichen London hinüberzusehen, wo der Nebel nicht ganz so stark war, als ick dort sämtliche Scheinwerfer in einer riesigen Pyramide zusammengefaßt sah. Als ich meine Blicke aus ihre Spitze richtete, sah ich etwa 15 Meilen entfernt, Kurs direkt auf Landon, einen kleinen ziaarren- förmigen Gegenstand, den ich sofort als einen Zeppelin ausmachte. Ich hatte vorher viele eingebildete Zeppeline gejagt, die bei Annäherung stets Wolken gewesen waren. Ich suchte daher zu- .nächst schnell Annäherung an mein Ziel (ich stand an der einen Seite von London und der Gegner an der anderen, beide steuerten wir auf die Mitte der Stadt zu); während der ganzen Zeit waren die Verhältnisse besonders unangenehm, denn um bis zum Zeppelin vorzudringen, mußte ich eine wahre Hölle krepierender Granaten der untenstehenden Abwehrgeschütze passieren. Plötzlich schien es mir, als wenn der Zeppelin mich gesichtet hätte, denn er roaff alle Bomben in einer Salve ab, änderte scharf Kurs, richtete die Spitze nach oben und versuchte nordwärts zu entkommen, indem er so schnell wie möglich höher stieg. Während der Zeppelin seine Bomben abwarf, schätzte ich seine Höhe auf ungefähr 11 500 Fuß (3200 Meter) ein. Ich verfolgte ihn mit höchster Geschwindigkeit bis zu einer Höhe von 15 000 Fuß (4600 Meter), indem ich ihn allmählich überholte. Zu dieser Zeit war das Abwehrfeuer sehr heftig; ich war in einer außergewöhnlich unangenehmen Lage, während ich ungefähr 5 Meilen hinter dem Zeppelin stand. Hier überfiel mich das Unglück, daß meine mechanische Druckpumpe eine Störung hatte und ich meine Hand pumpe benutzen mußte, um den Hand übrigließ, um das Feuer zu eröffnen. Während ich mit dem Zeppelin höher stieg, stellte ich zu meiner Freude fest, daß ich nicht mehr inr Abwehrfeuer stand, denn die nächsten Granaten krepierten etwa 3 Meilen entfernt. Der Zeppelin war jetzt fast 15 000 Fuß (4600 Meter) hoch und stieg schnell. Ich beschloß daher, ihn zu untertauchen, denn trotz geringen Geschwindigkeitsüberschusses stieg der Zeppelin wie eine Rakete und ließ mich nicht näherkommen. Ich setzte jetzt den Brennstofftank unter kräftigen Druck und hielt unmittelbar auf den Zeppelin zu, indem ich Schnellfeuer auf ihn abgab. Als ich unter dem Zeppelin passierte, gab ich ihm eine weitere Lage Schnellfeuer, riß meine Maschine herum, stand unter dem Schwanz des Zeppelins, flog unter ihm entlang und schoß soviel Blei in ihn hinein, als ich hergeben konnte. Ich sah Rauchspurgeschosse in allen Richtungen vom Luftschiff kommen, aber ich stand zu dicht unter ihm, als daß es sich auf mich konzentrieren konnte. Während ich feuerte, bemerkte ich, wie das Luftschiff innen rot erglühte wie ein riesenhafter Lampion, und dann schoß e i neF lamme aus dem Vorderteil und bestätigte mir, daß es in Brand gesetzt war. Das Luftschiff schoß etwa 200 Fuß (60 Meter) hoch, stand still und kam stehend auf mich zu, bevor ich Zeit hatte, aus dem Wege zu gehen. Ich machte mit allen Mitteln einen Sturzflug, während der Zeppelin hinter mir herschoß, und ich erwartete jede Minute, in Flammen eingehüllt zu sein. Jetzt machte ich, um aus dem Wege zu kommen, einen Spiralflug, als der Zeppelin fauchend wie ein Hochofen hinter mir vorbeischoß. Ich richtete meine Maschine auf und beobachtete, wie das Luftschiff mit einem Funke n r e g e n z u Boden fiel. Nunmehr feuerte ich in der Erregung meiner Gefühle Dutzende von grünen Leuchtsternen. Ich sah auf meine Uhr und stellte fest, daß es zehn Minuten nach 1 Uhr war. Ich fühlte mich sehr schwach und ermüdet, und es machte mir erhebliche Schwierigkeiten, durch den Nebel meinen Weg zum Landeplatz zu finden. Ich stieß hart auf und schlug mit dem Kopf auf mein Maschinengewehr." Diesem Bericht fügt das amtliche englische Werk hinzu: „Dies war das Ende von Heinrich Mathy, befh- größten Luftschiffkommandanten des Krieges. Diejenigen, die glauben, die Zeppelinkommandanten für ihre Angriffe auf dieses Land verurteilen zu sollen, mögen an die Worte erinnert werden, die über dem Grabe einer gefallenen Zeppelinbesatzung auf einem Friedhof in Suffolk stehen: ,Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er steht ober fällt seinem Herrn/" voran. Wetterbericht. Die ausgedehnte Tiefbrucklage über Europa bringt noch immer Unbeständigkeit. Der Durchzug einer kräftig entwickelten Kaltströmung brachte dabei in der Nacht zu Dienstag weitere Windausströmungen, von denen Geschwindigkeiten von ,nehr als 60 Stundenkilometer erreicht wurden. Die Niederschläge bestehen in den Höhenlagen über 600 Meter aus Schnee. Bei dem noch herrschenden Frost bestehen im allgemeinen gute Wintersportmöglichkeiten. Starker Druckanstieg beutet auf eine be- gtnnenbe Umgestaltung ber Wetterlage, bie aber vorerst noch keine durchgreifende Wirkung bringt. Aussichten für Mittwoch: Deränberlich, mit teilweise Aufheiterung, boch noch immer unbe- ftänbig, und einzelne Niederschläge, im Gebirge Schnee. Luftemperaturen am 10. Ignuar: mittags 3,5 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 11. Januar: morgens 1,7 Grad. Maximum 4,0 Grad, Minimum 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Januar: abends —0,1 Grad; am 11. Januar: morgens —0,2 Grad. — Niederschläge 4,6 mm. Wintersport-Wetterdienst. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grad, Gesamtschneehöhe 80 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Bedeckt, —2 Grad, Gesamtschneehöhe 110 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Taunus. Großer Feldberg: Nebel, — 2 Grad, Gesamtschneehöhe 60 cm, Ski und Rodel gut mittelmäßig. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, — 4 Grad, Gesamtschneehöhe 140 cm, Ski und Rodel sehr gut. x Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftletters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für bie Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. XII. 37: 11000. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Mädel 17Jahrealt,v.L., sucht Stelle im Haushalt. Schr. Angebote unter 0111 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. Verkäufe Suk rentooses Wen (Vorder- u. Hinterhaus) in gut. Lage und aller- bestemZustande/ sofort zu verkaufen. Schriftliche Angebote unü 0114 an den Gießener Anzeiger erbet. Radio (Marke Grätzer) 2-Röhren-Ein- kreiser/ Wechselstrom preiswert zu verkauf. Schr. 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Januar 1938 Einspaltige iileinanzeigcn werden rum ermäßigen Grundpreis von 5 Pf. lürdieAtMinieter» teile veröSenlllcht ieweils nachm. ‘A4 Uhr u. abends 8 Uhr 19.30—22.15 15.Mittw.-Miete Erstaufführung Lady Windermeres Fächer Komödie von O. Wilde, Neu- bearb. K.Lerbs. Im Saale Hotel-Rest. Hindenburg Gießen, Seltersweg 68 20—22.30 Die Geisha Preise: RM. 1.20-4.00. WDiMerZäw für Installation und Heizung sofort gesucht Schulz & Jung, Gießen Aulweg 1 Am 2.1.Velour- huti.HotelSchütz vertauscht. In dem zurückgelass. Hut bef. sich die Anf.-Buchstaben P. N. Umt. erb. Dr. Keller Rodh.Str.21is2v Spielleitung: 149D Hermann Schultze - Griesheim. Preise: RM. 0.60—3.00. Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakle» Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. ün Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde wird praktisch die Sekunde ßvobe vorgeführt. 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Heute nacht entschlief nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter, Mann, mein treusorgender Vater, unser herzensguter Sohn, Schwiegersohn. Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Großbaus im 40. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kath. Großbaus, geb. Muhl, nebst Kind und allen Angehörigen. Alten-Buseck. Lieh, Grofcen-Buseck, Gießen, den 10. Januar 1938. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12. Januar, nachmittags 3 Uhr, in Alten-Buseck vom Trauerhause Friedhofstrabe 19 aus statt ______________________________________'__________________________________________158D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Großen-Linden, den 11. Januar 1938. 157D| Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem , Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die liebevolle Pflege der Krankenschwester sagen wir auf diesem - Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Heinrich Krauskopf und Angehörige. Frau Wilhelmine Lang, geb. Schmall In tiefer Trauer: Butzbach, den 10. Januar 1938. 161D Heute früh entschlief sanft nach kurzem Leiden in ihrem 76. Lebensjahr meine liebe, gute, selbstlose Lebensgefährtin, unsere treusorgende, nimmermüde Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12.Januar, nachmittags 2.45 Uhr auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Oberforstmeister a. D. August Lang, Geh. Forstrat Familie Dr. Ernst Lang, Lauterbach Familie Dr. Wilhelm Lang, Wetzlar. Kaufgesuchs Verschiedenes Mietgesuche Geräumige 3-4-Zimmer Wohnung für März oder April von Beanz- fett gesucht. Schr.Angeb.unt. 0107 a. d. G. A. Suche für sofort od.z.l.März eine 3-Zimmer- wohnung. Offerten an das Finanzamt Gießen, 3imnierj20. 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Und ganz gleich, ob diese letzten Worte vor dem Abschiedsgruß an der Straßenecke, aus dem Bahnsteig, oder beim Auseinandergehen im Versammlungsraum gesprochen werden, immer hinterlassen sie den Eindruck eines herzlichen Gefühls, sofern sie eben nicht nur mechanisch gesprochen werden. Denn es soll ja nicht nur eine Redensart sein. Genau so wenig, wie jene Frage „Wie geht's?" nur eine Lippenübung sein sollte, hinter der sich die Gedankenleere verbirgt. Es gibt Menschen, die mit dieser Frage schablonenhaft jedes Gespräch einleiten, ohne jemals zu erwarten, daß die Frage auch eine Antwort erheischt. Daß sie damit nicht nur gegen den guten Geschmack verstoßen, sondern auch die krasseste Unhöflichkeit bezeugen, scheint ihnen nicht zum Bewußtsein zu kommen. Wenn überhaupt jenes „Wie geht's?" ausgesprochen wird, und allzu häufig sollte das niemand tun, dann muß es klingen wie eine ehrlich gemeinte, freundliche Erkundigung, die eine ebensolche Erwiderung verdient. Gewiß, es ist nicht schwer, den Menschen, die uns besonders nahestehen, in solcher Weise zu begegnen. Für sie haben wir schon leicht ein gutes Wort bereit, und wäre es auch nur jenes „Mach's gut!", mit dem wir sie auf die Reife schicken. Denn ebenso wie der Ton die Musik macht, so entscheidet der Klang über den inneren Wert des Wortes. Aber wenn wir durch den Alltag gehen und ein wenig aufmerken, wird uns offenbar, wie wenig doch im allgemeinen das gute Wort mit seinem herzlichen Klang ertönt. Kein Zweifel, der Alltag ist nicht immer vergnüglich, und viele Disteln wachsen an seinem Wege, den wir von einer Woche zur anderen gehen müssen. Um so erfreulicher wäre es aber, häufiger ein gutes Wort zu hören, das für den Augenblick das graue Einerlei zerreißen und die Seele erfrischen würde. H. W. Sch. Vornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Die Geisha". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Mutterlied" — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Berg ruft." Skadtlheaker Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung des großen Operettenerfolges „Die Geisha" von Jones statt. Musikalische Leitung und Gesangstexte Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt. Tänze Irmgard Zenner. Die Vorstellung findet^als 15. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Das Meister-Sextett im Stadttheater. Das Meister-Sextett, früher genannt Comedian Harmonists, gibt am Donnerstag, 13. Januar, im Stadttheater einen heiteren Abend mit völlig neuer Vortragsfolgei Die Vorstellung findet außer Miete statt. Schädlingsbekämpfung im Obstbau. Der Oberbürgermeister veröffentlicht heute eine Reichsverordnung zur Schädlingsbekämpfung im Obstbau, durch welche die Polizeiverordnung des Kreisamtes Gießen Über Schädlingsbekämpfung im Obstbau vom Februar 1934 ersetzt wird. Die Eigentümer und Nutzungsberechtigten von Obstbäumen und Obststräuchern mögen diese Bekanntmachung sehr genau beachten, da diejenigen, die die Reinigung ihrer Obstbäume und -str'äucher bis 1. März jedes Jahres nicht durchgeführt haben, Strafanzeige gewärtigen müssen, außerdem die Arbeiten auf Kosten der Reinigungsoerpflichteten durchgeführt werden. Baumverjüngung in Gießener Anlagen. - & -s>v,X . M - M" W- - M»: 7-- ** ■.«meÄäliS Gegenwärtig werden in den städtischen Anlagen umfangreiche Baumver» jüngungs-Maßnahmen durchgeführt. Eine stattliche Anzahl Bäume an den Fußwegen wurden ihrer Kronen und vieler Aeste beraubt, so daß jetzt nur die Stämme und einige Aststumpen. kahl und hart in ditz Luft ragen. Wenn der Anblick auch jetzt nicht sonderlich schön ist, so werden die Bäume doch im Frühjahr mit neuer Kraft austrei- den und in wenigen Jahren wieder volle Kronen gebildet haben. Unser Bild zeigt die gestutzten Bäume am Hindenburg- wall. Vortragsabend im Goldatenbund Standort Gießen. Der Standort Gießen des Soldatenbundes gab seiner Arbeit im neuen Jahre am gestrigen Montagabend einen bedeutungsvollen Auftakt durch einen wehrwissenschaftlichen Vortrag, zu dem sich mit den Kameradschaften des Soldatenbundes auch die Kameraden des Reichstreubundes und die Vertreter der Wehrmacht zusammenfanden, denen der Standortführer, Steuerinspektor Oberleutnant d.R. Schwender, den Willkommensgruß entbot. Der Vortragende, Oberst o. O. GreaoroviuS, Meiningen, sprach über „Die Kriegsgeschichte als das beste Erziehungsmittel des deutschen Mannes". In prägnanten Ausführungen entwickelte er an Hand eines reichen Kartenmaterials die Aufmarschpläne zu den entscheidungs- vollen Schlachten von Jena und Auerstädt, von Wörth und von der Entscheidungsschlacht gegen Rumänien bei Bukarest, und zwar vom Standpunkt beider jeweiliger Gegner aus, um zu beweisen, daß genaue Beurteilung der Lage und entschlossenes Handeln in operativer und taktischer Hinsicht die Grundlagen der Feldherrnkunst sind. An dem Beispiel der Schlacht von Jena machte er die Enschluß- kraft Napoleons klar, der durch entschlossenes Handeln und durch die für die damalige Zeit außergewöhnlich schnelle Uebermittlung seiner Anordnungen den Beweis seines Feldherrntalentes lieferte. Die Schilderung der Schwierigkeiten des Feldzuges gegen Rumänien gipfelten in der Feststellung, daß es keine Schwierigkeiten gebe, die nicht durch den einigen Willen deutscher Männer überwunden werden könnten. In instruktiver Art zeigte Oberst Grego- r 0 d i u 5 dann die Notwendigkeit für jeden deut- chen Mann, sich eingehend mit kriegsgeschichtlichen Betrachtungen und Studien zu beschäftigen, um die eigene Phantasie zu befruchten, um den Geist lebendig zu erhalten und dieWedanken zu schärfen. Durch diese geistige Auseinandersetzung wird erst der Mann zum einsatzfähigen Soldaten, der nicht nur eine technischen Handhabungen kennt, sondern auch im entscheidenden Moment zu handeln versteht. Sehr eingehend machte der Vortragende verständlich, wie viele kleine und doch so entscheidende Vorarbeiten, wie die Nachricht über den Gegner, die Kenntnis des Wetters und dks Geländes, die Einschätzung der Einsatzbereitschaft der eigenen Truppe u. a. erst den Entschluß reifen lassen und die Tat herausfordern. Dazu ist erforderlich, daß sich auch der einzelne Mann mit soldatischer Lektüre befaßt und mit innerer Anteilnahme die Geschichte der für das Volk von schicksalhafter Bedeutung geworbenen Kriegshandlungen studiert, so als wäre er heute noch mitverantwortlich für die damaligen Entscheidungen. Alle großen deutschen Männer haben immer wieder betont, daß die Kriegsgeschichte das beste Erziehungsmittel des wehrhaften Deutschen ist. Das gilt nicht nur für den Feldherrn, sondern auch für jeden einzelnen Mann. Aber nicht nur der Soldat, sondern auch der in seiner Alltagsarbeit stehende Mann braucht eine solche Vertiefung in die Geschichte schicksalsschwerer Geschehnisse seines Volkes, um barautz die Kraft und die Anregung zu neuem Lebenskampf zu schöpfen. Napoleon hat mit feinem Ausspruch, daß Politik unser Schicksal ist, recht behalten, solange es Staaten gibt. Darum ist es notwendig, daß unser Volk politisch und militärisch-politisch geschult wird. Denn die Unkenntnis wichtigster Dinge und kriegsgeschichtlicher Zusammenhänge kann durch den einzelnen einem ganzen Volke zum Verhängnis werden. Der Sprung vom Wissen zum Können ist kleiner, als der vom Unwissen zum Können. Anschließend würdigte der Vortragende die Verdienste der Historiker um die Erweckung des Lebens- und Freiheitswillens des Volkes, wie es in trefflicher Weife die Erforschung der Kriegsschuldlüge bewiesen hat, und er wies nach, daß aus ihrer Arbeit auch die Freude am Vaterlande erwächst. Der Standortführer, Kamerad Schwender, dankte dem Vortragenden, für die mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Anschließend berichtete Kameradschaftsführer Kaufmann Oberleutnant a. O. Vöhr über den Stand der Arbeit des Gießener Soldatenbundes. Er dankte zunächst den Kameraden Kreß, Hirth und Bandis für die umfangreiche Mitarbeit und überreichte Kamerad Steuersekretär Hirth nachträglich ein Geschenk als Anerkennung. Er besprach dann das starke Anwachsen des Bundes, das eine Aufteilung in weitere Kameradschaften erforderlich gemacht hat. Der Standort Gießen umfaßt nun die 1. Soldatenkameradschaft Gießen, die sich aus Kameraden vom Reichstreubund zusammensetzt, die 2. Soldaten- kameradschaft Gießen, die alle ehemaligen Infanteristen, sofern sie keine 116er bzw. 15er und 36er waren, umfaßt und die von Leutnant d R. Der-! waltungsussistent H. Bohn geführt wird, weiterhin die 1. Infanterie-Kameradschaft, bestehend aus ehemaligen 116ern, 15ern und 36ern, unter Führung von Oberleutnant d.R. Röhr, und schließ- lich die Artillerie-Kameradschaft. Der Dienstbetrieb der einzelnen Kameradschaften erfolgt getrennt, er besteht aus theoretischen und praktischen Aufgaben. Die Erfassung aller für den Soldatenbund in Frage kommenden Männer schreitet rüstig vorwärts. Gleichzeitig wurden die Anfänge zu einer brauchbaren Bibliothek gelegt, die durch freiwillige Spenden ausgebaut wird. Dank vielseitiger Unterstützung ist die Arbeit auf dem besten Wege, so daß auch noch die letzten Schwierigkeiten überwunden werden, um die noch notwendigen Gebrauchsgegenstände für die Ausweitung des Dienstbetriebes bet schaffen zu können. Kameradschaftsführer Röhr appellierte an alle ehemaligen Soldaten zur Mitarbeit und Mithilfe. Das Schlußwort sprach der Standortführer, Kamerad Schwender, der die Ausführungen des Kameraden Röhr unterstrich und auf die weitere Zusammenarbeit im gleichen Geiste hinwies^ BNM- u.LM.-Untergan 116, Gießen. Dienstbefehl! Berichtigung. Der Spielschardienst am Diens-, tag, 11. Jan., im Singsaal des Lyzeums, findet schon ab 17.30 Uhr, und nicht, wie gestern mitgeteilt, um 18 Uhr statt. Betr.: Führerappell der NSDAP^ Am 16. Januar findet der Führerappell der Mn gähnst^* a-ündUch, ohne den Zahnschmerz |U.-Lehrerbund, Kreis Welterau. Fachschaft 2, Arbeitsgemeinschaft für Mathematik und Naturwissenschaften. Dienstag, 11. Januar, findet im Physiksaal der Langemarckschule (Realgymnasium) ein Experimen- talvortrag von Studienassessor H e u s s e l über die Phvtozelle statt. Alle Erzieher sind dazu eingeladen. Der Vortrag geht von 16.30 bis 18 Uhr. Von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft wird vollzähliges Erscheinen erwartet. Gleichzeitig ist in derselben Schule eine Ausstellung physikalischer Geräte der Physikalischen Werkstätten Göttingen. Sie ist durchgehend geöffnet von 15 bis 18.30 Uhr. Erziehern, die mittags am Kommen verhindert sind, empfehlen wir den Besuch desselben Vortrags im Physiologischen Institut von 20.15 bis 21.45 Uhr. Am nächsten Sonntag Gau-Gtraßensammlung. NSG. Wie im letzten Jahr, findet auch 1938 im Gau Hessen-Nassau wieder eine Gau-Straßen- sammlung statt. Herrliche, farbenftohe Nelken kommen auf den Straßen zum Verkauf. Die Handwerker mit ihren Gesellen und Lehrlingen, die Beamten und Lehrer, die Schwestern, Helfer und das Sanitätspersonal des Roten Kreuzes, ehemalige Kriegsteilnehmer und Frontkämpfer des Kyffhäu- serbundes, Helfer und Warte des Reichsluftschutzbundes haben in diesen Wintertagen den Verkauf der Blumen übernommen und wollen damit auch ihr Teil dazu beitragen, daß die dringendsten Sorgen von den Türen aller unserer Volksgenossen fernbleiben. Jeder muß helfen, ihnen die Arbeit so leicht wie möglich zu machen, um auch der Gau- Straßensammlung am kommenden Sonntag einen vollen Erfolg zu bescheren. Frau Elisabeth Streng f. Im Alter von 94 Jahren ist in Gießen Frau Elisabeth Streng, geb. Mettenheimer, die Witwe des am 7. Januar 1897 verstorbenen Gießener Mineralogen und Geologen Geh. Hofrats Professor Dr. August Streng, gestorben. Die Heimgegangene war am 15 September 1843 geboren; sie entstammte einer alten Gießener Familie. Im Alice- Frauenverein vom Roten Kreuz, dem sie seit einer Reihe von Jahren als Ehrenmitglied angehörte, war sie bei der Vereinsgründung beteiligt, seitdem wirkte sie als Mitarbeiterin an allen Entwicklungen und Arbeiten des Vereins eifrig mit Während des Weltkrieges stellte sie in der Liebesgaben-Abteiluno dieses Vereins in aufopfernder Tätigkeit ihre Kräfte dem Vaterland zur Verfügung, zugleich widmete sie sich mit mütterlich mitfühlendem Herzen unermüdlich der Pflege der Verwundeten, von denen keiner ungetröstet und unversorgt von ihr ging. Der Alice- Frauenverein vom Roten Kreuz und mit ihm viele, denen die gütige Frau in warmherziger Weise Helferin und Trösterin war, haben ihr die allezeit freudig geleistete Hilfe und Mitarbeit stets herzlich gedankt, und sie werden auch über das Grab hinaus diese echt deutsche Frau in dankbarer Erinnerung behalten. . Kapitänleutnant Birnbaum spricht in Giehen. Demnächst werden in unserer Stadt Vortragsveranstaltungen von besonderem Reiz stattfinden. Kapitänleutnant Birnbaum, ein gebürtiger Laubacher, der in Gießen zur Schule gegangen ist, wird am Montag, 17. Januar, 20 Uhr, und am Dienstag, 18. Januar, um 10 Uhr, jeweils im Cafe Leib, Vorträge halten, die viel Interesse finden werden. Der Redner spricht aus reichem Wissen über die wiedererstandene deutsche Marine und über die jüngste Weltreise des Schulschiffes „Schleswig-Holstein", die er mitgemacht hat. Gleichzeitig wird von dieser Schulschiff-Weltreise ein Film gezeigt. Es sei daran erinnert, daß der „Gießener Anzeiger" fortlaufend eingehende Berichte über diese Reise aus der Feder des Vortragenden veröffentlichte. Die Vortragsveranstaltung am Montag abend ist jedermann kostenfrei zugänglich, insbesondere wird sich die reifere männliche Jugend dafür interessieren. Die VortragsveranstaUung am Dienstagvormittag ist dem Besuch durch die Gießener Schulen, insbesondere der höheren Schulen und der Berufsschule, vorbehalten. Das Modell einer Adolf-Hitler-Schule. ■ ü Samstag wird in Waldbröhl in Anwesenheit des Reichsjugendführers und des Reichsorganisationsleiters die Grundsteinlegung für 10 Adolf-Hitler-Schulen vorgenommen. Unser Bild zeigt das Modell der Adolf-Hitler-Schule in Heiligendamm im Gau Mecklenburg. (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Wettkampfgruppenleiter des Gaues werden aus gerichtet. NSG. Bevor die praktische Durchführung des Berufswettkampfes aller schaffenden Deutschen beginnt, werden die Orts- und Gruppenwettkampfleiter in den Kreisen des Gaues Hessen-Nassau noch einmal für ihre Aufgaben vorbereitet. Es finden sieben Tagungen statt, zu denen jeweils mehrere Kreise zusammengefaßt werden und bei denen alle Gauwettkampfleiter sprechen werden. Sonntag, 23. Januar, kommen die Wettkampfgruppenleiter aus den Kreisen Wetzlar, Oberwesterwald, Oberlahn-Usingen und Dillenburg-Biedenkopf nach Wetzlar. Für den 30 Januar sind Tagungen in Gießen für die Kreise Wetterau und Alsfeld-Lauterbach und in Gelnhausen für die Kreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern und Büdingen-Schotten vorgesehen. , Langemarckschule in Gießen. Unserem Bericht vom Samstag über die Feier der Umbenennung des Realgymnasiums in „Lange- marck-Schule" ist nachzutragen, daß im Rahmen der Feier.kurz vor deren Schluß Schulrat Nebe- l i n g für das Stadtschulamt und für die bei der Feier anwesenden Vertreter der Polks-, Berufsund der Höheren Schulen der „Langemarck-Schule" zu dem neuen Namen herzliche Glückwünsche aussprach. Er betonte in seinen kurzen Ausführungen, daß es nun Aufgabe der Schule sei, im Geiste dieses Namens zu wirken. Für die Lehrerschaft bedeute es eine hohe Verpflichtung, diesem Geiste entsprechend zu lehren, für die Schüler aber unter dem Gedanken derer von Langemarck zu lernen und sich stets des großen Opfers bewußt zu sein, das deutsche Jugend in jenen schweren Stunden brachte. Den Helden von Langemarck nachzustreben sei große Aufgabe. Zug verpaßt - ^00 Mark gewonnen! Zufall und Glück äußern sich manchmal in merkwürdigen Launen Gestern gegen Abend verpaßte der in Gießen beschäftigte Justus Finger aus Hayna im Kreise Frankenberg den Eisenbahnzug, den er zur Heimfahrt benützen wollte. So wandte er sich denn zur Stadt zurück und traf in der Marktstraße auf einen der grauen Glücksmänner der Winterhilfelotterie. In. raschem Entschluß griff er zu und zog ein Los. Es lautete auf einen 100-Mark-Gewinn! Sicherlich war in Anbetracht dessen der glückliche Gewinner über-ben verpaßten Zug nicht ungehalten. — Nach dem 500-Mark-Gewinn vom Sonntag nun wieder ein schöner Gewinn! Gewiß ein lebhafter Anreiz, den grauen Glücksmännern auch einmal in den Kasten zu greifen. Ein weiterer 100-Mark-Gewinn wurde gestern in den Abendstunden in Lollar gezogen. Der glückliche Gewinner ist der Bahnarbeiter Schneider, der im Bahnhof Gießen beschäftigt ist. Ernstes und heiteres Alt-Gießen. Am morgigen Mittwochabend spricht Amtsgerichtsrat i. R. Franz Gros in der Universitätsaula über „Ernstes und heiteres Alt-Gießen" (mit Lichtbildern). Die alteingesessenen, wie die zugezogenen Bürger unserer Stadt werden an der Schiwerung der denkwürdigen Persönlichkeiten unserer Stadt und an den heiteren Episoden des alten Gießen ihre Freude haben. Der Redner, ein Sohn unserer oberhessischen Heimat, ist weit über unsere Stadt hinaus als vorzüglicher Kenner unserer heimischen Verhältnisse in Gegenwart und Vergangenheit bekannt. Der älteste Gießener Gesangverein „Liederkranz" wird den Vortrag mit heimatlichen Chören umrahmen. Der Besuch dieses Heimatabends, an dem auch Partei, Wehrmacht und Behörden teilnehmen, kann der gesamten Bürgerschaft bestens empfohlen werden. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 11. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Yi kg 1,57 Mark, feine Molkekeibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10 Pf., Wirsing grün, Vi kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelberüben und Karotten 10 bis 12, rate Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Zwiebeln, Vi kg 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Aepfel 10 bis 20 Pf., junge Hähne 1.— bis 1,20 Mark, ausländ. Kühlhauseier Stück 11 Pf., Blumenkohl 45 bis 50, Endivien 10 bis 12, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf., Kartoffeln, Zentner 3,25 bis 3,45 Mark. * ** Silberho ch z e i t. Am heutigen Dienstag, 11. Januar, töftnen Wilhelm Schiefer st ein und Frau Katharine, geb. Repp, Gutenbergstraße 2, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 «Uhr. Samstagnach- mittag geschloßen Aus der engeren Heimat. Oie Maul- und Klauenseuche in Watzenborn-Steinberg. * Watzenborn - Steinberg, 11. Jan. In der Hofreite des Karl K l o o s I. in Watzenborn- Steinberg ist die Maul - und Klauenseuche estgestellt worden Die Gemarkung Watzenborn- Steinberg wurde zum Sperrgebiet, die Gemarkun- gen Hausen, Garbenteich, Gröningen und Leihgestern zum Beobachtungsgebiet erklärt. Hilfswerk für die brandgeschädigten Holzheimer Bauern. Die Bauern von Eberstadt haben den durch den Brand geschädigten Bauern von Holzheim zwei große Wagen voll Stroh gespendet, um den Geschädigten die Möglichkeit zu geben, ihr Vieh zu versorgen. — Zu einer gleichen Maßnahme haben sich auch die Bauern von Lang-Göns entschlossen. Mehrere Wagen, mit Heu und Stroh beladen, wurden dieser Tage nach Holzheim gefahren. Das Hilfswerk stellt einen schönen Beweis praktischer Volksgemeinschaft dar. Einem Unglücksfall zum Opfer gefallen. * Friedelhausen, 11.Jan. Vor einiger Zeit berichteten wir, daß auf dem BahnhofFriedel- Hausen die 24jährige Elisabeth Röhrsheim von Odenhausen totaufdemBahnsteig aufgefunden wurde. Nach eingehenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Gießen in Zusammenarbeit mit der Gießener Bahnpolizei wurde fest- gestellt, daß die Bedauernswerte den Umständen nach einem Unglücksfall beim Ausstei - gen zum Opfer gefallen ist. Ein Verbrechen liegt also nicht vor. Verhängnisvoller Schuß. * Büdingen, 10. Jan. Im benachbarten Diebach a. H. ereignete sich dieser Tage ein schwe « rer Unfall. Der 17jährige Landwirtssohn Frdr. Dörr hantierte mit einem Jagdgewehr. Dabei ging eine Schrotschußladunglos und traf den jungen Mann ins Gesicht. Der Verunglückte mußte zunächst in die Augenklinik und dann in die Chirurgische Minik nach Gießen eingeliefert werden. Er verlor das rechte Auge und hat außerdem erhebliche Gesichtsverletzungen erlitten. Er liegt in bedenklichem Zustande darnieder, man hofft jedoch, ihm das Leben erhalten zu können. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 11. Jan. Seinen 85. G e« burtstag kann am morgigen Mittwoch, 12.Januar, der Zweitälteste Einwohner unserer Gemeinde, der Zimmermann und Landwirt Johannes E i f f I., Hindenburgstraße 30 wohnhaft, begehen. Seit kurzem Zeit erkrankt, konnte er sich bis dahin einer guten Gesundheit erfreuen und nahm an allem Zeitgeschehen lebhaften Anteil. △ Leihgestern, 10.Jan. Der hiesige Gesangverein ,Liederkranz" hielt am Samstagabend in seinem Vereinslokal „Zum Löwen" seine ordentliche Hauptversammlung ab. Nach Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder gedachte der Vereinsführer zunächst der im letzten Jahre verstorbenen drei Sangesbrüder, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Dann gab er einen kurzen Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Die vom Rechner vorgetragene Jahresrechnung wies geordnete Kassenverhältnisse und einen ansehnlichen Ueberschuß auf. Dem Sangesbruder Jakob Schmelz wurde anläßlich seines 25jährigen Sängerjubiläums die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen.' Der Verein, der unter der vortrefflichen künstlerischen Leitung des Reallehrers Blaß steht und annähernd 100 Sänger zählt, kann in diesem Jahre auf sein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Die weiteren Verhandlungen des Abends betrafen die Vorbereitungen zur Feier dieses 75jährigen Jubiläums, das mit einem größeren S3ngerfest am 24. und 25. Juli stattfinden soll. Es wurden hierzu bereits die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse bestimmt. Zu diesem Fest hat der Gesangverein „Rheingold" Hagen bereits seine Teilnahme zugesagt. Dieser Verein, mit dem seit zehn Jahren gute sangesbrüder- liche Beziehungen bestehen, will mit seinem Besuch eine Sängerfahrt verbinden. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Dann hielt Mamanten-Konwdie JRomon von Horst Biernath. 27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Olefson schielte nach Martinis Hand, nach den Knöcheln insbesondere. Es war eine gesunde, feste und weder geschwollene noch allzu fleischige Männerhand. Seine Angriffslust aber war trotz Martinis warnendem Hinweis und trotz der Erinnerung an die böse Niederlage der beiden Detektive ungebrochen. Zanten jedoch gab chm einen Wink, sich wieder zu setzen. Martini schlug die Beine übereinander. „Man fährt wirklich gemütlich auf Ihrem Schiff! Ich werde die .Catharina' in meinen Bekanntenkreisen wärmstens empfehlen..." Noch stand Olefson hinter ihm und ballte die Fäuste. „Es wäre eine Wohltat--!" murmelte er und sah Zanten fast flehentlich an, er möge das Zeichen zum Losschlagen geben. Er war ein kleiner Kerl und diesem stämmigen Martini ohne Frage gänzlich unterlegen, aber er besaß die Zähigkeit und Kampflust eines Terriers. „Also Sie haben von dem Diamantenraub keine Ahnung?" stieß Zanten wütend heraus. „Schrecklich! Schrecklich!" murmelte Martini mit höchstem Bedauern. „Sie wollen damit doch nicht etwa sagen, daß eine der Damen an Bord ein Halsband vermißt?" Humphrey brachte einen Ton hervor, der zwischen dem Wiehern eines jungen Hengstes und dem Liebesseufzer eines Jünglings im Stlmmbruchalter lag. „Sie haben Konsul Barrett erzählt, daß sich ein Diamantentransport der Minerva-Mine an Bord befindet!" schrie er. „Eine hervorragende Illustration zu dem Thema, wie aus der Mücke ein Elefant wird. Ich habe Konsul Barrett nur darauf aufmerksam gemacht, daß sich zwei Herren der Minerva-M'ne an Bord der .Catharina' befinden — einen Umstand, der fast darauf schließen lasse, daß sie zur Bedeckung eines Diamantentransportes mitführen.. " „Aber Sie wußten doch", unterbrach Humphrey ihn gereizt, „daß der Transport der Minerva-Mine längst überfallen und geraubt war!" „Weiß man denn, ob es der echte war?" fragte Martini mit verblüffender Offenheit. „Das wäre ja schließlich nicht der erste Fall in der Geschichte der Diamantentransporte, daß man die wertvolle Ladung auf mehreren Wegen zum Ziel gehen läßt." Humphrey stand mit hängenden Armen an der Wand. Sein Gesicht sah aus, als werde er im nächsten Augenblick in Tränen ausbrechen. „Wo waren Sie während des Diners?" forschte Zanten scharf. Er kam mit dieser genau geformten Frage wieder aufs wesentliche. „Jawohl!" rief auch Humphrey mit neuem Wind in den Segeln. „Wo waren Sie während des Diners?" Martini warf einen Blick auf feine Armbanduhr: „Ah, es genügt Ihnen wohl nicht, wenn ich Ihnen sage, daß ich in meiner Kabine war? In unserer Kabine, selbstverständlich!" fügte er, mit einer entschuldigenden Geste gegen Humphrey, hinzu. „Nein, das genügt uns nicht!" antwortete Humphrey laut. Martini zog langsam einen länglichen, mehrfach gefalteten Zettel aus der äußeren Brusttasche und glättete ihn auf seinem Knie. „Was für ein merkwürdiger Zufall", sagte er, selbst überrascht, ,Haß ich Ihnen über jede Minute zwischen sieben und halb neun Ausschluß geben kann! Wirklich ein reiner Zufall, daß ich dieser Liebhaberei auch heute frönte. Es ist nämfich eine alte Angewohnheit von mir, die Sie vielleicht für töricht halten werdest — aber Sie sehen, wie nützlich manchmal solche Torheiten sein können —, in Hotels und auf Schiffen aus reiner Langweile übkr meine Zeit sozusagen Buch zu führen. Gleichzeitig ergibt sich daraus eine recht lehrreiche Nachprüfung der Wartezeit auf die Bedienung. Ich führe sozusagen eine Rekordliste. Oh, es gibt da Hotels, in Bombay hauptsächlich, die ganz obenan stehen, während Kapstadt leider auch nicht annähernd an die Spitzengruppe heranreicht. " „Der Kerl macht mich krank!" stöhnte Olefson verzweifelt. „Ihnen und der .Catharina' mein Kompliment, Kapitän!" führ Martini mit zermürbender Geschwätzigkeit fort. „Sehen Sie nur an! Eine Minute nach fieben: Nach dem Steward geläutet. Sieben Uhr vier: Der Steward erscheint... Fast ein Rekord — Sie werden mir das zugeben, wenn Sie jemals in einem Kapstadter Hotel eine Viertelstunde auf die Bedienung gewartet und schließlich Ihre Schuhe selber geputzt haben... Sieben Minuten nach sieben: Der Steward bringt mir die Speisekarte. Sieben Uhr neun: Ich gebe meine Bestellung auf, Pasteten, Königinsuppe, Rotzunge auf holländische Art — übrigens ausgezeichnet..." „Hören Sie auf!!!" brüllte Zanten, zitternd vor Wut. Er verlor nicht oft die Nerven, aber dieser plätschernde Redestrom brachte ihn um. Martini bat, aufrichtig betroffen um Vergebung. Er gestand, die Aufstellung solcher Daten fei wahrlich wohl eine blöde Angewohnheit und es müsse natürlich jedweden Außenstehenden höchlichst langweilen, zu hören, was er, Martini in feiner freien Zeit treibe ... Zanten spreizte die Beine. Er sah gefährlich aus. Gerade deshalb, weil er so ruhig war — weil er, nach dem plötzlichen Ausbruch feines Zorns, wie ein Bild aus Stein dastand. „Noch ein Wort in diesem Ton, Martini", sagte er fast flüsternd, aber deutlich artikuliert, „und Sie fliegen über Bord! Ich verspreche es Ihnen feierlich! Und ich halte meine VersprechiMgen immer — und wenn ich mich selbst dem Gericht stellen müßte." Martini sah sich protestierend und hilfesuchend im Kreise um. Bei Tweedle begegnete er eisiger Kühle, aber auf allen anderen Gesichtern stand nackt und klar das brennende Verlangen nach Lynchjustiz. Er bewegte unsicher die Lippen und duckte sich leicht. Man hatte das Gefühl, er suche einen Fluchtweg. „Also: Wo haben Sie die Steine versteckt?" fragte Humphrey messerscharf. Vielleicht war das jetzt der fruchtbare Moment, um ein Geständnis zu erpressen? „Und wo haben Sie Ihre Beweise, daß ich die Diamanten gestohlen habe?" fragte Martini jred) dawider. „Und wenn es nur die Tatsache wäre", schnaubte Zanten, „daß Sie im letzten Augenblick an Bord gesprungen sind!" Martini sah ihn gespannt an. „Weiter! Weiter!" drängte er lauernd „Oder ist das alles?" „Bei Ihrem Ruf mürbe es schon genügen, um Sie dem nächsten Gerichtshof auszuliefern!" knurrte Zanten. Aber man merkte ihm plötzlich an, daß er unsicher wurde. Nein, er wußte wahrhaftig nicht weiter! Eine peinliche* Pause entstand. Tweedle rutschte unbehaglich auf seinem Stuhl herum und sah zu Zanten mit einem Blick auf, als zweifle er nun endgültig nicht mehr daran, daß es um dessen Verstand und Stellung geschehen fei. Auch Oleffon riß die Augen auf. „Also los, Humphrey!" fuhr Zanten auf und wischte sich die Stirn. „Sie hatten doch alles beisammen!" Aber bevor Humphrey dazu kam, das Register aufzuzählen, meldete sich der Steward Curry an der Tür und überreichte Zanten einen Zettel, den Dr. Wilkens ihm zur Beförderung übergeben hatte. Curry entschuldigte sich für die Verspätung der Uebergabe, aber er hatte Zanten zu dieser Zeit eher im Maschinenraum oder auf der Brücke als in seiner Kabine zu finden erwartet. Zanten warf einen flüchtigen Blick auf das Papier. „Verdammte Klaue!" Er suchte nach seinem Einglas und klemmte es sich ins Auge, um die fürchterliche Handschrift zu entziffern. „Das ist ja toll! Das ist ja nicht möglich!" sagte er schließlich kopfschüttelnd." Er wandte sich in augenscheinlicher Verlegenheit an Martini. „Und nach dem Dinner waren Sie wphl die ganze Zeit mit Fräulein Hollerthau zusammen?" fragte er fast verstört. „Allerdings." Zanten gab dem Steward einen Wink: „Laufen Sie zum Doktor und melden Sie ihm, ich käme sofort!" Er wartete ab, bis der Mann die Tür hinter sich geschlossen hatte. Dann -ging er zu Martini hinüber. „Sie können ebenfalls gehen!" sagte er knarrend belegt und ließ die Hände hängen. „Aber ich rate Ihnen in Ihrem eigenen Interesse dringend davon ab, irgend jemand an Bord etwas von den hier zur Sprache gekommenen Dingen zu erzählen! Wenn Sie sich von mir grundlos beleidigt fühlen, dann steht es Ihnen frei, im nächsten Hafen Ihr Fahrgeld zurückzuverlangen und mich zu verklagen. Bis dahin muß ich, im Hinblick auf die allgemeine Sicherheit, Ihr Wort haben, daß Sie schweigen. Wenn Sie sich weigern, wäre ich leider zu Gewaltmaßnabmen gezwungen.,.." (Fortsetzung folgt) die Sängerschar durch Vorträge von Gesangschören ihre inaktiven Mitglieder noch einige Zeit beisammen. wg. Großen-Buseck, 10. Jan. Gestern vormittag riß in der Zeilstraße ein Draht des elektrischen Ortsnetzes ab, der als Seitenanschluß quer über die Straße ging. Glücklicherweise lag die Bruchstelle am Hauptstrang, so daß der Draht ohne Gefahr entfernt werden konnte. — Im Schulhaus auf dem Tal wurden während der Ferien erhebliche Erneuerungsarbeiten oorgenommen. Zwei Schulsäle und das Treppenhaus wurden überholt. In einem weiteren Awl wurde eine zweckmäßige Verdunkelungsvorrichtung geschaffen, die die Vorführung von Filmen ermöglicht. 00 Kesselbach, 11. Jan. Am morgigen Mittwoch, 12. Januar, kann die Witwe Frau Wilhelmine Becker, geb. Wißner, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern. Der Hochbetagten blieb in ihrem Leben mancherlei Kummer nicht erspart. Schon nach dreijährigem Ehestand verlor sie ihren Mann. Ihr Sohn verstarb auch in der Blüte der Jahre. Die Jubilarin nimmt an den Ereignissen unserer Zeit noch regen Anteil. Wir beglückwünschen! § Lumda, 10. Jan. Der Reichsluftschutzbund führt in unserem Dorfe eine längere Schulung durch. Der Lehrgang beginnt heute abend und dauert etwa fünf Wochen. An ihm nehmen die Luftschutzwarte und die Frauen der Häusergemeinschaften teil. Zweck dieser Schulung ist- eingehende Unterweisung in allen vorkommenden S e löst sch utz- maßnahmen. — Im vergangenen Jahre wurden in unserem Dorfe 10 Kinder geboren, 5 Knaben und 5 Mädchen. 3 Ehen wurden geschlossen. Kein Todesfall. )) Lumda, 10.Jan. Am Samstagabend hielt unsere Kriegerkameraüschaft ihren Hauptjahresappell ab. Dazu waren die Kameraden mit ihren Familienangehörigen erschienen. Mit dem Lied: „Ich hab' mich ergeben" wurde der Appell eröffnet. Kameradschaftsführer Heinrich Fabel erstattete den Jahresbericht, der von der regen Tätigkeit der Kameradschaft Zeugnis gab. Der Kassenwart las den Kassenbericht vor; dieser schloß mit einem ansehnlichen Betrag ab. Anschließend hielt unser Lehrer, Kamerad Keller, einen fesselnden Vortrag. Er sprach über die Spionageabwehr während des Krieges hinter der Westfront und schilderte einige verwegene Taten des deutschen Geheimdienstes. Bei dem Wettkamofschießen des Reicbs- kriegerbundes stand unsere Kameradschaft, was Die Beteiligung anbelangt, mit 100 v. H. wieder an erster Stelle. Sieben Kameraden konnte die bronzene Ehrennadel überreicht wevden. Es wuvde beschlossen, auch in diesem Jahre wieder einen Familiennusflug nach einer historischen Stätte zu unternehmen. Der Kameradschaftsführer dankte allen denen, die im vergangenen Jahre ihm treu zur Seite standen (auch dem Kameraden Keller für seine wertvollen Vorträge). In seinem Schlußwort forderte er die Kameraden auf, auch im neuen Jahre in Treue, Einmütigkeit uni) Gottoertrauen zusammenzustehen und alle Kraft einzUsetzen für Führer, Volk und Vaterland. Der Appell klang aus in dem Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Vaterland und in dem Gesang der Rationallieder. Nach dem offiziellen Teil wurde eine Kaffeepause eingelegt. Anschließend verlebten die Kameraden noch einige frohe Stunden mit ihren Angehörigen. od Bettenhausen, 9. Jan. Unser Dorf feierte gestern das 25jährige Dienstjubi- l ä u m des früheren Polizeidieners und jetzigen Ratsdieners Wilhelm Fritz, der im Alter von 70 Jahren steht. Der Gesangverein brachte ihm zunächst ein Ständchen vor seinem Hause. In einer Gedenkfeier im Saale von Heinrich Konrad Köhler hob Bürgermeister Lindner die Verdienste des Jubilars um die Gemeinde hervor und übergab namens der Gemeinderäte ein Geldgeschenk und einen Sessel. Für die Partei sprach Ortsgruppenleiter Balser. Der aus unserem Dorfe stammende Bürgermeister Schäfer von Muschenheim erzählte in launiger Weise humoristische Vorkommnisse aus der Dienstzeit Dtzs Gefeierten. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 10. Jan. Im Rahmen des Win- terprogramms der Kulturgemeinfchaft der NSG. „Kraft durch Freude" fand am vergangenen Samstag das zweite Gastspiel des Stadttheaters Gießen mit der Straußschen Operette „Eine Nacht in Venedig" vor einem bis auf den letzten Platz besetzten Hause statt. Auch diese Vorstellung war wieder ein voller Erfolg für die Gießener Künstler. Die ausgezeichneten Darbietungen begeisterten das dankbare Publikum zu stürmischem Beifall. Als drittes Gastspiel des Gießener Stadttheaters ist im Monat Februar Puccinis Oper „La Boheme" vorgesehen. Infolge des ständig steigenden Interesses an diesen Gastspielen wird für die Spielzeit des nächsten Winters die Einrichtung von zwei Platzmietegruppen für Alsfeld ins Auge gefaßt. Kirche und Schule. 00 Klein-Linden, 10. Jan. Aus dem Leben unserer Kirchengemeinde im Jahr 1937 ist folgendes zu berichten (die in Klammer angeführten Zahlen find die Ergebnisse des Jahres 1936): Es wurden 8 (16) Kinder getauft, ferner in den Kliniken und Krankenhäusern von Gießen 22 (28), im ganzen also 30 (44). Kirchlich eingesegnet wurden 17 (19) Paare, beerdigt wurden 25 (13) Personen. Die Zahl der Konfirmanden betrug 39 (36), und zwar 17 Knaben und 22 Mädchen. Die Gottesdienste besuchten insgesamt 6644 (6481) Männer, 9822 (8666) Frauen und 2176 (2292) Kinder, das sind wöchentlich im Durchschnitt 127 (124) Männer, 189 (166) Frauen und 42 (44) Kinder. Am Kindergottesdienst nahmen während des ganzen Jahres 6479 (5828) Kinder teil, das find in Der Woche 124 Kinder. Die Teilnehmerzahl an der Christenlehre beläuft sich auf 646 (597) Jugendliche. Zum Heiligen Abendmahl gingen 700 (740) Männer und 991 (972) Frauen. Rundfunkprogramm rniklwoch. 12. Januar. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.05: Wetter- und Schneeberichte. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 10: ' Schulfunk. Ein Volk — eine Sprache. Hörbilder um Martin Luthers Werk der neuhochdeutschen Sprachschöpfung. 10.30: Werkskonzert. 11.40: Deutsche Scholle. Bauern erzählen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 14.10: Von Lehär bis Grothe. Meister der neuen Operette. 15: Volk und Wirtschaft. Die verbotene Mietskeigerung. 15.15: Deutschland hilft sich selbst. Wunder des Holzes. 15.35: Vom Briefmarkensammeln... 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 20: Festkonzert zum Jahrestag der Saarabstimmung. 21: Stunde der jungen Nation. Schicksalstage an der Saar. Hörbild. 21.30: Festkonzert (gortfj. 22: Nachrichten. Die neue Straßenverkehrs-Ordnung. Unser Verkehrsfachmann hat das Wort. ' Polizei für die neue Straßenverkehrs-Ordnung , gerüstet. — Einheitliche Unterweisung aller Polizei-Offiziere und -Beamten. Wenn wir bisher bei der Besprechung der am 1. Januar 1938 in Kraft getretenen Straßenverkehrs- Ordnung nur die Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer eingehend behandelt haben, so wollen wir die Artikelserie über die Pflichten aller Volksgenossen auf der Straße nicht abschließen, ohne auch die Polizei zu Erwähnen, die über die strikte Durchführung zu wachen hat. Der Chef der Ordnungspolizei, General der Polizei Daluege, hat als zentrale Schulungsstätte für die Derkehrspolizeibeamten aus ganz Deutschland die Technische Polizeischule in Berlin geschaffen, die den diensttuenden und allen künftigen Verkehrspolizeibeamten in halbjährlichen Kursen eine gewissenhafte und alles umfassende Schulung in Derkehrsfragen angedeihen läßt. Mit dem Nachfolgenden zeigen wir den Lesern, daß sich die Exekutive gewissenhaft auf die neuen Vorschriften vorbereitet hat und daß der einzelne Beamte mit dem notwendigen Wissen ausgerüstet wurde, um schnell und sicher eingreifen zu können, um Derkehrsüder- tretungen sofort zu erkennen und zu ahnden. Unser Verkehrsfachmann hatte Gelegenheit, sich darüber eingehend mit dem Kommandeur der Technischen Polizeischule in Berlin Major Kasten zu unterhalten. Als im Jahre 1933 durch den Führer Dje Parole zur Motorisierung Deutschlands ausgegeben wurde, faf) die Polizei die schweren Aufgaben voraus, die 'if)r durch einen immer stärker anwachsenden Verkehr entstehen würden. Deshalb wurden erst einmal alle im Verkehrsdienst tätigen Beamten für ihren verantwortungsvollen Dienst besonders geschult. Vor etwa 3 Jahren wurde dann versuchsweise die aus dem bewährten Feldjäger-Korps sich entwickelnde motorisierte Gendarmerie auf Den Landstraßen eingesetzt, die sich in kurzer Zeit so gut einarbeitete, daß man sie sehr schnell zu einer ständigen Einrichtung ausbaute. Für die Schulung dieser Männer, die auf Den Landstraßen bald beliebter Freund zahlreicher Verkehrsteilnehmer, aber auch gefürchteter Feind rücksichtsloser Fahrer geworden waren, wurde in Suhl Die motorisierte Gendarmerieschule eingerichtet, die diesen Männern in mehrmonatigen Kursen durch erfahrene Fachlehrer alles Notwendige auf kraftfahrtechnischem und' verkehrsrechtlichem Gebiet vermitteln ließ. Diese Beamten kennen nicht nur genau die Verkehrsregeln, sondern sind ebensogut bewandert im technischen Aufbau eines Wagens, vor allem in Denjenigen Teilen, Die befonDeren polizeilichen Konstruktionsvorschriften unterworfen sind. Dem Grundgedanken Der Polizei, der die Sicherheit über alles stellt, ist auch Die Einrichtung Des VerkehrsunfallkommanDos in allen größeren StäDten nicht fremd. Diese Kommandos greifen zwar erst nach Den Unfällen ein, aber Durch genaueste Feststellungen helfen sie mit Der Erforschung Der Unfallursachen unD SchulDmomente und ihre Registrierung in genau geführten Statistiken, neue Wege in der Unfallbekämpfung zu beschreiten. Diese Beamten, Die Tag und Nacht mit ihren Spezialfahrzeugen bereit» stehen und SonDerkenntnisse in Der Ursachenfeststellung sowie in Der Herstellung von Skizzen und Photos besitzen, tragen also inDirekt ebenfalls für Die Herabdrückung der Unfälle bei. Fahrzeugabnahmebeamle werden ebenfalls geschult. Bei Den Kontrollen Der motorisierten Gendarmerie wurden auf Der Straße vielfach Fahrzeuge angetroffen, Die mit ihrem Aufbau unD ihren Einrichtungen Durchaus nicht Den polizeilichen Vorschriften gerecht mürben, obwohl sie nachweislich erst kurz vorher polizeilich zugelassen roorDen waren. Der Che Der OrDnungspolizei, General Daluege, packte hier Das liebel gleich bei Der Wurzel an und befahl. Daß auch Die Beamten, Die bei Den Zulasfungsstellen Der ßanDratsämter ober Der Polizeipräsidien mit Der Zulassung von Kraftfahrzeugen beauftragt sind, vor Der Uebernahrne Dieser Posten erst eine Dreimonatige kraftfahrtechnische unD verkehrsrechtliche AusbilDung auf Der Technischen Polizeischule in Berlin mit Erfolg hinter sich gebracht haben müssen. Fortan hat man also Die Gewähr, Daß alle neu zugelassenen Fahrzeuge, auch Die gebrauchten, roieDer in Betrieb gesetzten, vorschriftsmäßig gebaut und ausgerüstet finD, Denn Den Beamten sinD alle Kniffe bekannt, niit Denen man Die Vorschriften zu umgehen ober zu täuschen versucht. Polizeibeamte als Fahrkünstler. — Solomaschinen schneller und wendiger als der schwerste Wagen. Mit Der Errichtung Der motorisierten Gendarmerie und Der Beschulung der Zulassungsbeamten war man schon einen großen Schritt weitergekommen, aber bamit war Das Verkehrsproblem in den größeren Städten noch nicht gelöst. Deshalb wurden vor etwa zwei Jahren auch in Großstädten motorisierte Bereitschaften Der Schutzvolizn zu sog. Verkehrsüberwachungsstreifen zusammengestellt, die Dann ebenfalls zu ständigen Einrichtungen wurden und auf mehr als 50 deutsche Städte ausgedehnt wurden. Für diese Verkehrsbereitschaften in der Polizei wurden selbstverständlich, wie es erst kürzlich General Daluege in einem Vortrag betonte, nur Mäner verwendet, Die schon allein fahrtechnisch weit über Dem Durchschnitt stehen. Hier konnte Die Polizei auf Die wertvolle Vorarbeit Des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps zurückgreifen, wenn die erfahrenen Straßendienstbeamten und Polizeikraftfahrer mit langer Praxis nicht ausreichten. Als Spezialbeamte auf schnellsten Solomaschinen werden auf persönliche Anweisung von General Daluege nur junge, aber erstklassige Motorradfahrer Des NSKK. genommen, bei Denen Die fahrtechnische Sicherheit von vornherein -gegeben ist. Diese Männer erhalten Die notwendige polizeiliche Ausbildung und auf der technischen Polizeischule in Berlin noch eine zusätzliche Ausbildung im Kraftradfahren bei stärkstem Stadtverkehr; sie find also nicht mir Fahrkünstler, Die ihr Rad auch bei Höchstgeschwindigkeiten meisterhaft durch den dichtesten Verkehr .steuern können, sondern auch so wendig, daß von ihnen selbst Der schnellste Wagen eingeholt und gestellt werden kann, wenn der. Fahrer sich verkehrswidrig benommen hat. In Berlin werden demnächst 150 Polizeimänner auf Solomaschinen Den Verkehr zusätzlich überwachen und sie werden überall da auftauchen, wo Schwierigkeiten im Verkehr entstehen ober wo Der Verkehr durch schlechte Fahrdisziplin ich nicht reibungslos abwickeln kann. kein polizeioffizier ohne Führerschein. — Einheitliche Auslegung Der Verordnung. Den Verkehrsoffizieren aller größeren Städte wurden bereits im Oktober von den Verkehrsreferenten des Reichsführers und Chef der deutschen Polizei sowie Des Verkehrsministeriums eingehende Vorträge gehalten, um auf diese Weise in ganz Deutschland Die Anwendung Der Verkehrsvorschriften nach einheitlichen Richtlinien sicherzustellen. SelbstverstänDlich werden auch die Polizeioffiziers- Anwärter auf die Verkehrsvorschriften eingehend geschult, und heute wird keiner Offizier, wenn er nicht vorher den Führerschein erlangt hat. Auch Die älteren Offiziere haben Den Führerschein erwerben müssen. Die Verkehrsbeamten im Straßendienst werden allwöchentlich von Den Verkehrsoffizieren unterrichtet, und Die Reviervorfteher müssen Dafür sorgen, daß ihre Beamten mit Den neuen Vorschriften vertraut sind. Dadurch ist erreicht worden, Daß jedes. Polizeibeamte, ob im Straßen- oder Revierdienst, über Die neuen Bestimmungen genau so Denkt wie die Männer in Den Ministerien, die sie ausgearbeitet haben. Darüber hinaus erhält jeder Polizeibeamte eine „Dienstanweisung zur Durchführung der Verkehrsvorschriften über den Straßenverkehr , die ihm Die Anwendung der neuen Vorschriften wesentlich erleichtern dürfte. Die Polizei hat, wie aus dem eben Geschilderten zu ersehen ist, nicht geruht, sie hat die Dinge nicht an sich herankommen lassen, sondern hat rastlos beste Vorarbeit geleistet, um ihren Beamten Das Rüstzeug an die Hand zu geben, schnell, sicher und gericht die jeweilige Derkeyrslage und die lieber» tretungen zu beurteilen. Wenn ein Verkehrspolizeibeamter heute seine Pflicht tut und einareift, Dann mögen alle Verkehrsteilnehmer Die Gewißheit haben, daß Die Männer Der Polizei ein sicheres Urteil ad- geben können, weil ihre Schulung so gewissenhaft durchgeführt wird, daß sie nicht nur gut fahren, sondern vielleicht sogar Fahrlehrer sein könnten. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Vlittagsbörse: Spezialwerte fest. Frankfurt a. M., 10. Jan. Die Börse hatte am Aktienmarkt einen zögernden und ruhigen Wochenbeginn. Die Kauflust Des Publikums ist schwächer geworden, doch handelte es sich bei Den weiteren Anschaffungen um echte Anlagekäufe. Trotz uneinheitlicher Kursgestaltung blieb Die Grund- tenDenz fest, wie auch Erhöhungen von Durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. in der Mehrzahl waren. Weiterhin anregend wirkt das bisher .günftige Zeichnungsergebnis auf die Reichsanleihe. Das Geschäft beschränkte sich in Der Hauptsache auf einige Spezialbewegungen, wobei besonders sogenannte schwere Werte in den Vordergrund traten, offenbar unter dem Eindruck Der schwachen Haltung Der Sperrmark. Sehr fest lagen Siemens mit 210 bis 211 (209), Schuckert mit 178,65 bis 179,75 (177,50), außerdem stiegen Bemberg auf 147 (145), Gebr. Junghans auf 129,50 (127) und Rheinmetall-Borfig auf 148,65 (147,50). Montanwerke lagen zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. höher, schwächer jedoch Rheinstahl mit 149 (150,50), auch Verein. Stahl 0,25 v. H. leichter mit 115,50. IG. Farben setzten 0,25 v. H. niedriger mit 164,50 ein, waren aber später 0,50 v. H. höher gefragt. Im einzelnen notierten Geffürel 0,50 v. H., Adlerwerke Kleyer 0,50 v. H., Daimler nach unverändertem Beginn 0,75 o. H. höher, Dagegen Rütgerswerke 0,65 v. H. und WeDeutsche Kaufhof 0,13 v.H. niedriger. Am Rentenmarkt hielt Die Nachfrage an. Reichsaltbesitz gewannen 0,13 v. H. auf 130,40 und Kommunal-llmschuldung erhöhten sich bei lebhafteren Umsätzen auf 95,05 bis 95,10 (95). Leicht rückläufig waren Reichsbahn-BA. mit 129,50 (129,90). Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen blieben bei anhaltender Nachfrage unverändert, Liquidationspfandbriefe zogen teilweise 0,13 v. H. an. Von Stadtanleihen befestigten sich 4,50 (ehemals 7 v. H.) Frankfurter auf 99,25 (98,90), 4,50 v. H. Mainzer auf 98,65 (98,50) und 4,50 v. H. Heidelberg auf 98,25 (98,13). Staatspapiere wiesen kaum Abweichungen auf. " AbenDbörse still. An der AbenDbörse konnte sich infolge Des kleinen Ordereinganges nur mäßiges Geschäft entfalten. Die Grundtendenz war jedoch weiter freundlich unD Die Kurse lagen ebenfalls meist gut behauptet. Vereinzelte Abweichungen betrugen kaum mehr als 0,25 bis 0,50 v. H. Weiter ^est lagen aber,ScheiDeanstalt mit 255 (253), ferner erhöhten, sich Bank für Brau- industrie auf Den Berliner Stand von 135 (133). Die Mehrzahl Der Notierungen lauteten wohl nominell, auf dieser Basis zeigte sich aber zumeist Nachfrage. Von Montanwerten notierten Buderus mit 126,25, Verein. Stähl mit 115,65, Rheinstahl 0,50 v. H. leichter mit 149, Deutsche Erdöl 145,75. Am Elektromarkt zogen AEG. 0,25 v. H. an auf 123,75, während Betula mit 166, Gesfürel mit 150,50, Licht und Kraft mit 146,50 unverändert lagen und Schuckert 0,25 v. H. abbrocfleten auf 179,50. IG. Farben lagen mit 163,75 behauptet, ebenso u. a. BMW. mit 153, Holzmann mit 157,50, Goldschmidt mit 144,13, VDM. mit 172,50, Bemberg mit 146,50, Adlerwerke mit 113,40. Geringe Abweichungen zeigten noch Rheinmetall mit 148 (148,65), Rütgerswerke mit 153 (153,40), Westdeutsche Kaufhof mit 61,75 (62), andererseits MAN. mit 133,50 (133), Conti-Gummi mit 191,75 (191,25). Großbankaktien 'blieben unverändert. Am Rentenmarkt hatten Korn« munal-Umschulduna einigen Umsatz mit 95,15 und 95,20. Notiert wurden 4,50 v. H. Krupp mit unverändert 100 und Schutzgebiets-Certif. mit unverändert 11,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Jan. Die Umsätze am Getreidemarkt waren in Brotgetreide belanglos, Da die Zufuhren meist unmittelbar an Die Mühlen gehen. Weitere Anträge auf Zuweisung von Weizen und Roggen durch die Reichsstelle wurden gestellt. Brauaerste konnte mangels Bezugsscheinen nicht umgesetzt werden. Die Entspannung am Mehlmarkt hält an, da Die Verarbeiter über Vorräte verfügen. Die größeren Mühlen haben Die Bestätigung für die Februar-Lieferung herausgegeben. Rvggenmehl hat sehr kleines Geschäft, man erwartet mit Der wieder beginnenden Schiffahrt Neuzugänge. Die Futtermittelversorgung ist im Rahmen der Zuteilungen befriedigend. Der Bedarf an Rauhfutter muß wie bisher teilweise anderwärts gedeckt werden. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 221, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202 Großhandelspreise der Mühlen Der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 29,30, W 16 29,40, W 19 29,40, W 20 29,75, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber getr. 14,00 Höchstpreise ab Erzeugerstatton. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1250 Kälber, 240 Schafe, 3600 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Lämmer und Hämmel 33 bis 46, Schafe 16 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber unD Schweine zu- geteilt, Hämmel unD Schafe langsam. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt oeschlosienen DtvidenDe an. ReichsbankDiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt tu M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk Mittagbörse Darum 8.1. 10.1. 8.1 19.1. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,65 101,7 101,6 101,7 4% Deutsche Rcichsanl. von 193-1 iy2% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,3 99,3 99,3 99,3 sungen von 1935 . .......... iy»% Deutsche Reichsschatzanwei- jungen von 1935, II. Folge ... iy2°'n Deutsche Reichsschatzanwei- 99,6 99,6 99,6 99,6 sungen von 1936, III. Folge .. 99 99 —- — 5y*% Doung Anleihe von 1930 .. 107 106,65 106,25 106,25 4yt% Hexische Bolksstaat von 1929 4*4% Deutsche Reichspostschatz von 100,15, 100,25 — 100,4 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz 100,5 100,3 100,5 100,5 von 1936 L ................. 99,85 99,8 99,8 99,8 Reichsanleihe-AI tbesttz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 130,25 130,2 130,25 130 Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. L andesbk. Darmstadl 138,5 138,5 — 137,5 Goldpse. R. 12.............. 534% Hess. Landes-Hyp.-Bank 100 100 100 100 ßiqiL Goldpse............... 4y2% Preuß." Landespfdbr.-Anst. 101,75 101,9 — — Goldpfe. R. 19.............. 100 100 100 100 4*4% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4*4% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Konim.-Sammel-Anleihe 99,25 99,25 99,25 — 99 99 — — Auslos.-Rechte l.............. 135,75 135,75 135,5 135,5 4y2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4*4% Franks. Hyp. Gold-Komm. 100 100 100 100 Obl. 2 3................. 5 */a% Franks Hyp. Liauidatton 99,25 99,25 — — Goldpse..................... 6*/2% Rheinische Hyp. Liquidation 102 102,13 — — Goldpse..................... 102,13 102,25 102 102,25 Steuergutschein-Berrechnungskurs 111,35 111,35 111,5 — A G. tür Verkehrswesen .... 6ft 134,9 134,75 134,75 135 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —— — 127,5 Hamburg-Am.-rika Paket......0 83 82,5 83,25 83,5 Norddeutscher Lloyd..........0 84,9 85,4 85 85 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 129,9 129,5 129,65 129,65 Reichsbank................. 12 210,5 212 210 212 Berliner Hontelsgesellschaft . 6% —— — 135,25 135,5 Commerz- und Privat-Bauk ... 5 120 120,25 120 120,25 Deutsche Diskonto.......... 5 127,25 127,5 127,25 127,5 Dresdner Bart..............4 114 114 114 114 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittvg. börse Saturn 8-1. 10.1. 8-1. 10.1- Accumulatoren-Fabrik...... . 14 — — — — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 144 144 144 144 Bemberg................. .. 0 145 146,5 145 146,5 Bekula................... .. 8 166 166 166 165,75 Buderus Eilen............. .. 6 126 126,25 126,25 126,5 Zement Heidelberg......... .. 7 169,25 169,25 — —• Lemeni Karlstadt.......... .. 6 —— — — —— Conti Gummi............. . 12 191,5 191,75 191,5 191,5 Daimler Motoren.......... 6 yt 141,75 143 142,25 142,9 Dessauer Gas............. .. 4 — —— 120,5 120,9 Deutsche Erdöl............ .. 5 14Q 145,75 145,4 146 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 260 255 — — Deutsche Linoleum......... . 10 166,5 168 167 168,5 Elektrische Lieferungen...... .. 6 132 132,5 133 132,25 Aektrische Licht und Kraft... .. 7 146 146,5 146 146,5 I. G. Farben-Jndustrie ..... .. 7 164,75 163,75 164,65 164 Felten & Guilleaume....... .. 6 135,75 137,25 136,25 137,25 Gesfürel.................. .. 7 150 150,5 150 150,5 Th. Goldschmidt........... .. 6 142 144,13 142,9 144,25 Gritzner Maschinen......... .. O 51 52 51 51,75 Harvener................. 8'4 176,5 175 176,5 175,25 Hoesch Eisen............... 3*4 117,5 118 117,9 117,5 Philipp Holzmann......... .. 8 158,5 157,5 158 157,5 Ilie Bergbau.............. .. 6 — — 165,75 169,75 Ilse Genüsse.............. .. 6 — 136 136,5 135,9 Kall Aschersleben.......... .. 4 114 114,25 114 114,13 Klöcknermerke ............. 414 121,25 121,65 120,5 121,25 Kolswerke und Chemische Fabrik 7 — —— 160,13 159,9 Lahmeyer................ .. 6 — — 123 Mainkrast................. .. 4 96 96 — —— Mannesmann............. 4 y, 118 118,25 118 118,13 Mansfelder Bergbau....... .. 7 159,5 159,5 159,75 159,75 Metallgesellschaft........... .. 6 147 147 146,25 Orenstein & Koppel........ .. 0 — 113 112,5 Rheinische Braunkohle...... . 12 232 —— 231,75 232 Rheinische Elektro.......... .. 6 — 129,75 129,75 Nheinstahlwerke............ .. 6 150.5 149 150,5 149,5 Rheinisch-Westfälische Elektro .. K 132,25 128 132,4 127,75 Rütgerswerke .....t....... .. 7 154 153 153,9 153,5 Salzdetfurth Kalt.......... .. 6 176 176 176 176 Schuckert L Co............. .. 7 177,5 179,5 178,5 180 Schultheis Patzcnhofer...... .. 4 100,9 102,13 Siemens & Halske ......... .. 8 — 211 207,75 212 Süddeutsche Zucker......... . 10 — 217 217,5 217 Bereinigte Stahlwerke...... 4*4 115,75 115,65 115,5 115,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 62,13 61,75 62 61,9 Westeregeln Alkali.......... .. 4 113,65 i 14 114 114,5 Zellstoss Waldhof.......... .. 6 155 155,5 155,25 154,25 Olavi Minen.............. 0,6 31 31,5 31,13 31,4 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL - 8 .Januar 10-Januar • 8 .Januar 10-Jaunar Anitlnch Roiierung Amrnche Rotte rung Amtliche Rvtierung Alluüche»4lonerung Geir Bnei Geir Briei Geld Briei Geld Bries Buenos Aires............. 0,726 0,730 0,726 0,730 Japan.................... 0,723 0,725 0,723 0,725 Brüssel................... 42,11 42,19 42,12 42,20 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,133 0,135 0,133 0,135 Oslo................. 62,35 62,47 62,35 62,47 Loten.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,38 55,50 55,38 55,50 Lissabon.................. 11,27 11,29 11,27 11,29 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ............... 63,94 64,06 63,94 64,06 London................... 12,405 12,435 12,405 12,435 Schweiz.................. 57.44 57,56 57,41 57,53 Helsingfor»................ 5,485 5,495 5,485 5,495 Spanien.................. 14,49 14,51 14.49 14.51 Baris.................... 8,417 8,433 8,412 8,428 Prag..................... 8,706 8,724 8,70! 8,719 Holland .................. 138,13 138,41 138,14 138,42 Budapest................. Italien ••••••• •••••»•«•,«• 13,09 13,11 13,09 13,11 älcuijod 2,481 2,485 9,480 2,481 I Handtuchhalter Löffel Kalter, Sand-Seife-Soda- Garnituren, Schlüsselhalter | verchromt o. vernickelt Stadttheater Gießen 150D Donnerstag, 13. Januar 1938, 20 Uhr Einmaliges Gastspiel; MeistersSextett Comedian Harmonists Preise: RM, 0.60,1-, 1.25, 1.50, 2.-. 2.50. 3- toenn au« Die tart gierur Muffel Nicht 6er P neues Down sonder Benin volle ' Der amte« ist na Pol Mist 'Betri' veröl: eigen schehr Unter und ( scheid« . tes A aus t wärti nenz' jen, Kais« und lichte Fäde alleü träge nerisc Die i stein seine wird gegeb Lar olitil unb Lc den ers seit er Paris Franz ftanzö Romai schrieb« ähnlich spiel h lich au1 „Schlei George herab Mentie malige Lloyd । Duff a und sich Gebräu« Vansitta Note ein hin mus doch nid) hoben, d rllen en stchter ei «ich, ab« quantit^ könnte q irgendwo Zritewr blätter c bombet e.'ne Fr« eine Denn i »ar Priv hervorrao ^hi ®?cboi '^uttenqel Jet ^oowi torfs d, M t r t ffi? M h-Qr3 1931 ^Schuld r a6e, die ondes un{ Junten, gfc Sa k n 5 »htf hP0 prele Gew. Unentsck ). Verl. 14 9 5 — 14 11 _ 3 13 8 2 3 14 7 2 5 14 5 4 5 12 4 4 4 14 4 3 7 14 5 1 8 12 2 3 7 12 1 4 7 das Reichsbundvereine halten WresMchau Nach den Spielen des vergangenen Sonntags Zeigt die Tabelle-der Bezirksklasse Gießen folgenden Stand: essen Fliesen-UIandschoneii 2. 4. 154 G 1900 Wetzlar Sinn Burg Steinberg Naunheim Bissenberg Frohnhausen Butzbach Lollar Steindorf BORRMANNg: Gießen, Neustadt 5 - Ruf 4165 Pkte. 23:5 22:6 18:8 16:12 14:14 12:12 11:17 11:17 7:17 6:18 6:20 entfalten. Die Gäste erschienen mit einem Mann Ersatz, die Platzbesitzer mußten drei ihrer Spieler ersetzen. Die Heuchelheimer zeigten von ihrem bisherigen Können nicht viel, während die Gastgeber säst ausschließlich das Spielgeschehen diktierten und weit überlegen waren. Das Endergebnis entsprach dem Spielverlauf. Es gab einen harten aber doch fair geführten Kampf um den Ball. Die einheimische Elf zeigte die geschlossenere Leistung, das Führungstor war bald fällig und der Halblinke Michel konnte, nachdem er im Strafraum gelegt worden war, durch Elfmeterball für seine Mannschaft erfolgreich sein. Wenig später erhöhte der Linksaußen 0. Stecker nach vorausgegangenem gutem Zusammenspiel auf 2:0. 2luch nach der Pause spielten die Alten-Busecker überlegen und zeigten ein Können, art das die Gäste nicht heranreichten. Der Sturm war mit dem 2:0 Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. In Vertretung: gez. H. Bgcke MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und qelelru. die Obstbäume mit übermäßig hohen Baumkronen, an denen die Durchführung dieser Maßnahme nicht Oie Kämpfe der Kußball-Kreisklaffen am Sonntag. 1. Kreisklasse: Klein-Linden I. — VfB. -Reichsbahn Gießen I.: Die VfB.er waren in Klein-Linden, jedoch verzichteten die Klein-Lindener auf Punkte und Spiel. Alten-Buseck— Heuchelheim 4:0. Das höhe Resultat bedeutet eine Ueberraschung. Die Spiele Großen-Buseck — Alten-Buseck, Lollar N. — SA.-Kampfgemeinschaft und 1900 Gießen II. — VfB. Gießen II fielen der schlechten Platzverhält- lüsse wegen aus. Großen-Linden — Garbenteich 5:1. Die Großen-Lindener waren in ganz großer Form und gewannen verdient, auch in dieser Höhe." 2. Kreisklasse: Oppenrod — Flensungen 6:2. Die Flen- sunger verloren erwartungsgemäß in Oppenrod. Grünberg — Göbelnrod: Die Grünberger mußten sich auf eigenem Platze geschlagen bekennen. Lehn heim — Müschen heim: Die Platzbesitzer verzichteten auf Punkte und Spiel. Alten-Buseck I — Heuchelheim I 4:0. Die Alten-Busecker sicherten sich auf eigenem Platz gegen die Mannschaft von Heuchelheim einen eindeutigen Sieg. Der bis jetzt als gefährlich geltende Sturm der Gäste hatte keine Möglichkeit, sich zu mehr möglich ist, zu entfernen, wenn sie nicht mehr zu verjüngen sind. (2) Bei der Durchführung der im Abs. 1 genannten Betämpfungsmaßnahmen sind die vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft erlassenen Richtlinien zu beachten. §2. (1) Die Überwachung der angeordneten Maßnahmen obliegt neben den Ortspolizeibehörden den Pflanzenschutzämtern und deren Beauftragten; ihren Weisungen über die Art der Durchführung der ungeordneten Maßnahmen ist Folge zu leisten. (2) Kommen die im § 1 Abs. 1 genannten Personen den ihnen obliegenden Verpflichtungen trotz besonderer Aufforderung durch das Pflanzenschutzamt nicht nach, w können diese Stellen die Bekämpfungsmaßnahmen auf Kosten der Verpflichteten selbst vornehmen oder vornehmen lassen. (3) Das Pflanzenichutzamt kann mit Zustimmung der obersten Landesbehörde die Bekämpfungsmaßnahmen allgemein auf Kosten der Verpflichteten selbst vornehmen oder vornehmen lassen. Die Verpflichteten haben die erforderlichen Hilfsdienste zu leisten. Die Höhe der zu erstattenden Kosten wird durch die unteren Verwaltungsbehörden festgesetzt. §3. Die obersten Landesbehörden werden ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft die zur Bekämpfung örtlich oder gebietsweise auftretender Krankheiten oder Schädlinge und die zur Verhütung ihres Auftretens erforderlichen wettergehenden Vorschriften zu erlassen und Maßnahmen zu treffen. 8 4. Die obersten Landesbehördert oder die von diesen bestimmten Verwaltungsbehörden können nach Anhörung des Landesbauernführers mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung zulassen. n . § 5. An die Stelle der obersten Landesbehörden treten in Preußen die Regierungspräsidenten (in Berlin der Polizeipräsident), im Saarland der Reichskommissar für das Saarland. 8 6. Wer den Vorschriften dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach §13 des Gesetzes zum Schutz der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bei vorsätzlicher Begehung mit Gefängnis bis zu 2 Jahren und Geld- trafe oder mit einer dieser Strafen, bei fahrlässiger Begehung mit Geldstrafe bis zu RM. 150,— und mit Haft ober mit einer dieser Strafen bestraft. 8 7. (1) Die Verordnung tritt am 15. November 1937 in Kraft. (2) Die vor dem 1. September 1937 erlassenen landesrechtlichen Vorschriften über die Schädlingsbekämpfung int Obstbau treten gleichzeitig außer Kraft. Berlin, den 29. Oktober 1937. 81. (1) Zur Bekämpfung und Abwehr von Krankheiten und Schädlingen der Obstbäume und -sträucher sind bie Eigentümermnb Nutzungsberechtigten von Obstbäumen ober -sträuchern verpflichtet, spätestens bis zum 1. März jeben Jahres 1. die abgestorbenen oder im Absterben begriffenen (abgängigen) Obstbäume und -sträucher, ferner die Obstbäume und -sträucher, die von Krankheiten (5- B. Krebs) oder Schädlingen (z. B. Blutlaus, Borkenkäfer) so stark befallen sind, daß Bekämp- sungsmaßnahmen nicht mehr zweckmäßig sind, zu beseitigen; die Obstbaüme und -sträucher sachgemäß auszu- lichten, dürre, absterbende Aste und Astteile, Misteln und Kirschenhexenbesen zu entfernen sowie die Obstbaume und -sträucher von Moosen, Flechten und alter Borke zu säubern; 3. Raupennester und Fruchtmumien zu entfernen und sofort zu verbrennen. i sprachen werden. Im Kleinkaliberschießen belegte 1 die Gxuppe des Postsportoereins unter 27 Mann- ' schäften den 9. Platz. Bei dem sich anschließenden i Volksschießen errang ein Schütze des Vereins den ersten Preis. Vereinsmeister im militärischen A n- schlag (Kleinkaliber) wurde Kurt Strack mit 153 Ringen. Die Vereinsmeisterschaft im beliebigen Anschlag, die zum ersten Male durchgeführt wurde, errang Werner Scheller mit 162 Ringen. Beim Schießen um bie Unterkreismeisterschaft kam die 2. Mannschaft unter dreizehn Vereinen auf den 2. Platz, beim Kreisschießen sicherte sich die 1 Mannschaft den 4. Sieg. Im Vereinspreisschießen wurden von den nachfolgenden Schützen folgende Ergebnisse erzielt: Willi Weber 34 Ringe, Kurt Strack 33 Ringe, Otto Scheller 32 Ringe, Sa hm 32 Ringe, Heinrich Schmier 32 Ringe, Helmut Scheller 32 Ringe, Heinrich Kern 31 Ringe, Fritz Hill 30 Ringe, Karl Müller 29 Ringe, Willi Flach 29 Ringe, Ludwig Friedrich 29 Ringe, Adolf Müller 28 Ringe, Baumann 28 Ringe, Martin 27 Ringe, Volkert 27 Ringe. Zahlreiche Mitglieder, insbesondere Jugendliche, beteiligten sich an leichtathletischen und turnerischen Wettkämpfen. So war der Verein bei dem Leichtathletischen Mehrkampftag, bei den Kreismeisterschaften der Jugend, bei den Kreismeisterschaften der Mädchen und bei den Gau- kämpfey der Mädchen in Marburg gut und erfolgreich vertreten worden. Außerdem, war der Postsportoerein mit zahlreichen Mitgliedern und Jugendlichen bei den heimischen Turnfesten vertreten. Das Weidig-Berg- turnfest in Butzbach, das Feldbergturnfest, das DRL.-Kreissest in Dillenburg, das Hoherodskopf- Bergfest und das Unterkreisturnen in Grünberg sah die Kameraden vom Postsportverein mit in den Wettkämpfen. Postamtmann Seibel konnte aus der Fülle der Ergebnisse 44 Sieger nennen. Einen schönen und besonderen Erfolg errang Kamerad Fischer im 1000 - Meter - Langst reckenschwimmen in der Lahn, indem er in der Altersklasse B 1. Sieger werden konnte. Oie Polizei erhält eine Skischule. Der Skisport der Polizei gehörte besonders in den süddeutschen Ländern in den dienstlichen Ausbildungsplan, zumal hier vielfach für den Polizeibeamten im Winter der Dienst nur auf Schneeschuhen möglich ist. Rach der Neubelebung des Polizeisportes durch die Initiative des Generals D a I u e g e erwarb bie Polizei eigene Skihütten, in denen Polizeibeamte aus dem ganzen Reich dem weißen Sport gewonnen wurden. Mit der Ueber- führung der Landespolizei in die Wehrmacht ging der größte Teil der Skiunterkünfte der Polizei verloren. Es ist dem Polizeisport gelungen, mehrere Polizei-Skiheime mit Hilfe des Kameradschaftsbundes Deutscher Polizeibeamten neu zu schaffen, so Erlenbruck im Schwarzwald, weiter die Polizei- Skihütte Schöneck im Vogtland, Balderschwang im Hochallgäu und Zinnwald im Osterzgebirge. Die erste dienstliche P o l i z e i - S k i s ch u l e ist soeben am Oberjoch bei Hindelang im Allgäu sertiggestellt. Für den Bau Ijat der Führer das größte Interesse bekundet. Er ließ sich über alle Einzelheiten unterrichten und machte selbst wichtige Vorschläge. Nach ihrer Einweihung am 17. Januar 1938 wird die neue Polizei-Skischule Hauptquartier der Po lizei-Skimei st erschuften vom 23. bis 25. Februar sein. Die Ausschreibungen sehen einen Langlauf über 18 Kilometer, einen Abfahrtsund einen Torlauf sowie als Hauptwettbewerb einen Mannschafts-Streifenlauf vor. Beim Mannschafts- Streifenlauf werden die Erfahrungen der vorjährigen Polizei-Skiwettkümpfe dahin ausgewertet, daß die Mannschaftsstärke auf 20 Mann unter einem Führer erhöht wird, so daß sich dieser Wettbewerb auf dem Gedanken der Kameradschaft und der Gemeinschaftsleistung aufbaut. Kausm. Verein A.V.V0N187A Wir verweisen unsere Mitglieder auf bie am Hiitlroo«fl,öeni2. MM, 8 Hör, In öer Kula burch Herrn llmtsfleriölsroi 1.1 ©ros stattfindenden aöenö u. erwarten, baß Sie Ihr Interesse burch zahlreichen Besuch bekunden. i63d Betr.: Verorbnung zur Schäblingsbekämpfung im Obstbau vom 29. 10. 1937. Bekanntmachung. Die nachstehenbe Reichsverorbnung zur Schäblingsbekämpfung im Obstbau vom 29. 10.1937, burch welche bie Polizeiverorbnung bes Kreisamts Gießen übet Schäblingsbekämpfung im Obstbau vom 26.Febr. 1934 ersetzt worben ist, bringen wir zur allgemeinen Kenntnis. Alle Eigentümer und Nutzungsberechtigten Don Obstbäumen unb Obststräuchern weisen wir auf bte Wichtigkeit ber Verorbnung besonbers hin unb empfehlen ihnen genaue Beachtung. Eigentümer unb Nutzungsberechtigte,bie bie Reinigung ihrer Obstbäume unb -sträucher bis 1. März jeben Jahres nicht durch- geführt haben, haben Strafanzeige zu gewärtigen, außerbem werben bie erforberlichen Maßnahmen auf Kosten ber Verpflichteten burchgeführt werben. Gießen, ben 7.Januar 1938. Der Oberbürgermeister: I. V.: Nicolaus. Verordnung zur Schädlingsbekämpfung im Obstbau. Vom 29. Oktober 1937. Auf Grund der §§ 2, 16 des Gesetzes zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen vom 5. März 1937 (Reichsgesetzbl.I S.271) wird hiermit verordnet: Obst- unö Gartenbauverein Gießen Am 12 Januar 1938, 20 Uhr, spricht unser Mitglied Herr Amtsgerichtsrat i. R. Gros in der Neuen Aula über Ernstes und heiteres Alt-Gießen mit Lichtbildern. Der Gesangverein Lieberkran; wirkt mit. Der L.-B. Volkstum und Hennat, Ortsring Gießen, labet hierzu ein. Unkostenbettrag RM. 0.20. • i64d ______________ Junker, Vereinsführer. „Fünfziger” aller Jahrgänge 156D besucht den Vortragsabend für Volkstum und Heimat Mittwoch, den 12. Jannar, abends nm 8 Uhr in der Neuen Änla Es spricht Herr Amtsgerichtsrat Gross über Giefoener Originale und Giebener Volksleben Unkostenbeitrag nur 20 Pf. Die vereinigten Fünfziger-Vorstände weil nabM und billig! Frisch wie aus dem Netz: Seelachs ohne Kopf, 500 g 25 $ Kabeljau ohne Kopf, 500 g 28.) SChelhlSdl ohne Kopf, 500 g 35-) geschuppt Seelachs-FiletohneG^™, 32 tl Kaheljan-Filelohne%^4(). Oie deutschen Eiskunstlauf- Meisterschaften. Titelträger wieder erfolgreich. Die Eiskunstlauf-Meisterschaften 1938 wurden am Sonntagabend im Kölner Eis- und Schwimmstadion beendet. Sämtliche Titelträger des Vorjahres behauptete auch diesmal wieder ihre Meisterwürde. Nachdem am Samstagabend bei den Frauen Lydia Beicht über Maxi Herber triumphiert hatte, holte sich am Sonntag erwartungsgemäß unser Weltmeisterpaar Maxi Herber/Ernst Baier den Titel im Paarlaufen und Ernst Baier, der außerdem wieder die Einzelkonkurrenz der Männer bestritt, wiederholte auch hier seinen Vorjahresersolg mit der Wiedergewinnung des Titels. erteilt werden. Eine Neubesetzung wurde nicht erforderlich. Der Haushaltsvoranschlag für 1938 wurde genehmigt. Einige bevorstehende Veranstaltungen, insbesondere bie Winterhilfsoeranstaltung am 22. Januar, bedurfte einer längeren Aussprache. Die Ge- sangsabteilung erfreute noch durch einige schöne Lieder. Turnverein Wieseck. 3m Rahmen einer unterhaltsamen Veranstaltung im Katholischen Vereinshaus hielt der hiesige Postsportoerein Gießen Rückschau auf die Jahresarbeit, die 1937 geleistet worden war. Die Familienfeier vereinigte die Mitglieder mit ihren Angehörigen und nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Der finanzielle Ertrag des Abends wurde dem Winterhilfswerk Angewiesen. Die sportlich und turnerisch tätigen Abteilungen des Vereins fanden Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen, und ernteten für ihre Darbietungen alle Anerkennung. Im Mittelpunkt des Nachmittags stand bie Siegerehrung aller derer, die im vergangenen Jahre bei sportlichen und turnerischen Wettkämpfen Erfolge verzeichnen konnten. Postamimann Seibel, ber Leiter des Vereins, gab seiner Freude über die geleistete Arbeit Ausdruck und verlas dann eine umfangreiche Siegerliste, der wir folgendes entnehmen: Der Schießsport, der im Postsportoerein eine besondere Pflegestätte hat, konnte eine Reihe schöner Erfolge verzeichnen. An Schießauszeichnun- gen wurden errungen: die kleine Auszeichnung in Bronze von Walter Jung mit 134 Ringen. Otto Scheller errang die große Auszeichnung in Silber und in Gold mit 158 Ringen. Ferner konnten sich die Kameraden Heinrich Kern, Helmut Scheller, Heinrich Sann und Werner Scheller die große Auszeichnung in Gold erringen. Auch auf Ehrenscheiben war geschossen worden. Die Ferdinand - Mohr - Gedächtnisscheibe wurde von Willi Weber errungen. Die übrigen Ehrenscheiben sicherten sich die Kameraden Heinrich Kern, Kurt Strack, Kurt Strack, Otto Scheller, Helmut Scheller und Alfred Strack. Bei Mannschaftsmehrkämpfen konnte der Verein ebenfalls beachtliche Erfolge verzeichnen. Beim Gruppenschießen um den Herausforderungspreis im Wehrmannschießen wurde die Mann- des Postsportoereins Gießen (die Schützen Heinrich Kern, Kurt Strack, Werner und Helmut Scheller) unter 14 Mannschaften 4. Sieger. Das Ergebnis mit 780 Ringen durfte dabei als sehr gut ange- Postsporiverein Metzen. Der Turnverein Wieseck hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Daupert begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden. Reichsbundkreisührers Dr. Schäfer (Gießen) nahm als Gast teil. Der Kreisführer konnte eine besondere Ehrung vornehmen, indem er zwei verdiente Kameraden des Vereins, Aug. Lotz und Ludw. Lotz, den Kreisehrenbrief des DRfL. verlieh. Aug. Lotz dankte auch im Namen feines Kameraden für die Ehrung, und versicherte, auch weiterhin mitzuhelfen, fei ihnen eine heilige Pflicht. Vor Eintritt in die folgende Tagesordnuna ehrte die Versammlung die im letzten Jahr durch Ableben von ihnen, gegangenen sechs Vereinskameraden durch eine Minute stillen Gedenkens. Der dann folgende Geschäftsbericht des Dereins- führers war sehr ausführlich. Der Vereinsführer wies darauf hin, daß die Jugend des Vereins künftig restlos der HI. angehören müsse. Der Abschluß des Jahres konnte in jeder Beziehung als ein Erfolg dargestellt werden. Als technischer Leiter berichtete Dbertummart Heller über den Turnbetrieb im abgelaufenen Jahr. Der Turnbetrieb war sehr rege und hatte 96 Uebungsstunden und eine Gesamtbesucherzahl von 2592 zu verzeichnen. Eine Veranstaltung löste die andere ab. Verschiedene Lehrgänge wurden durch Turner bzw. Turnerinnen besucht. Auch die Teilnahme an auswärtigen Veranstaltungen brachte verschiedenen Turnern den besten Ruf ein. Auch die neu eingeführten Turnstunden von SA., Jungmädel und Jungvolk wurden besonders erwähnt. Der Ober» turnwart ging noch auf die einzelnen Sportarten ein und brachte zum Ausdruck, daß alle Kräfte eingesetzt werden müssen, um auf allen Gebieten weiter vorwärts zu kommen. Auch der Fußballeiter Hch. Hoffmann gab einen Ueberblick über die von ihm- betreute Abteilung. 42 Spiele wurden ausgetragen, wovon die meisten gewonnen wurden. Die Jugend errang im Fußball den Untergruppenmeistertitel. Der Gesangswart Gust. Weller betonte, daß er mit den Leistungen der Sänger zufrieden fein könne, nur wäre zu hoffen, daß sich noch einige jüngere Kameraden finden möchten. Kassenwart Karl Pausch brachte einen vorläufigen Auszug der Vermögensverhältnisse, aus dem hervorging, daß im abgelaufenen Jahr größere Aufwendungen notwendig waren. Die Prüfung der Kasse kann erst später erfolgen. Dem Vereinsführer und seinen Mitarbeitern konnte hierauf Entlastung ^Snordsee- Seltersweg: 18 Ruf 2467 • _____________159A Sport der Giehener Studenten. Das neue Jahr stellt die Sportler der Universität gleich vor schwere Ausgaben. Durch einen Sieg über die Hochschule für Lehrerbildung Weilburg hat sich die Handballmannschaft bie Teilnahme am Endspiel um die Gaumeisterschaft bes Gaues Südwest gesichert. Ihr Gegner steht noch nicht fest. Zur Vorbereitung hat sich die Universität bie Mannschaft der Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt zum morgigert Mittwoch eingeladen. Doch muß sie auf Grünig, Krausch und Hüfner verzichten, so daß em gleichwertiger Kampf zu erwarten ist. Für das Spiel sind ausgestellt: Mayer, Seipp, Bork, Weigel, Sturm, Wenzel, Götzelt, Rittershausen, Haibach, Geppert, Ringk. Rach dem Handballspiel begegnen sich auf dem Universitätssportplatz die Fußballmannschaften der beiden Hochschulen zu einem Freundschaftsspiel. Hier dürfte Gießen, obwohl es mit einem Ersatztormann spielen muß, den Sieger stellen. Für Gießen werden spielen: Spohr, Oehlmann, Becker, Weyer, Pon- tani, Jüngst, Folger, Lenz, Hanfland, Jäger, Hen- kelmann. Oer Tabellenstand der Fußball-Bezirksklasse Gießen. noch nicht zufrieden, vielmehr brachten erst zwei weitere Tore von K. Stecker und Walther das Endergebnis. Der Sieg der Platzbesitzer war in jeder Hinsicht verdient. Dem Gästesturm blieb selbst Ehrentor vrsagt. Audi Sie sollten jetzt Seefische L-B. Volkstum und Heimat Mittwoch, den 12. Januar, um 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität Amtsgerichtsrat i.R. FRANZ GROS: Ernstes und heiteres Alt-Giefeen (mit Lichtbildern) 151D Der Gesangverein Liederkranz wirkt mit Die Gießener Bürgerschaft ist herzlich eingeladen 20 Pfennig Unkostenbeitrag, HJ. und BdM. 10 Pf. • ••und zum Bauen A b e r m a n n