m. 289 Erstes Blatt 188. Jahrgang Samstag, lO./$onntag, 11. Dezember 1938 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurl am Main 11686 Gießener Anzeiger Generai-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Stehen. Schrtstleitung und GeschSftrfteNe: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Vertrauensvotum für Daladier. Diele Stimmenthaltungen beeinträchtigen die neue Mehrheit des französischen Ministerpräsidenten. Paris. 10. Dez. (DNB. Funkfpr.) Die Kammer Hal am Schluß ihrer Nachtfihung der Regierung Daladier das Vertrauen ausgesprochen durch Annahme der radikalsozialen Entschließung mit 315 gegen 241 Stimmen bei 53 Stimmenthaltungen. Die Verkündung des Ergebnisses wurde auf der rechten Seite und in der Zfiitte mit langanhaltendem Beifall ausgenommen. Die Sammer vertagte sich sodann auf Dienstagnachmittag zur Aussprache über den haushalt 1939. Wie dazu unser E. E.-K orrespondent berichtet, wandte sich in der Kammersitzung am Frei- tagvormittag das Hauptinteresse der fast vollzählig erschienenen Abgerodneten den mehr als einstünüigen Ausführungen des Finanzministers Paul-Rey- n a u d zu, der mit großer Beredsamkeit die von ihm ergriffenen steuerlichen, finanziellen und sozialen Maßnahmen verteidigte. Reynaud bezeichnete als unerläßliche Voraussetzung für die finanzielle Wiederaufrichtung die nationale Wiederaufrichtung. Dabei zog er eine Bilanz der Lage, die er bei seinem Amtsantritt vorgefunden habe. Seit sieben Fahren sei die industrielle Erzeugung in Frankreich um ein Viertel zurückgegan- g e n, während sie in der gleichen Zeit in D e u t s ch- land um 3 0 v. H. gestiegen sei. An Anleihen seien ausgenommen worden: Im Fahre 1936 30 Milliarden, 1937 40 Milliarden, 1938 45 Milliarden Franken. Im Jahre 1939 wären es 55 Milliarden geworden, wenn man das Steuer nicht herumgeworfen hätte. Fn drei Monaten vor seiner Amtsübernahme sei der Goldbestand der Bank von Frankreich um 10 Milliarden zurückgegangen. Weiterhin legte Reynaud eingehend die Gründe dar, die der W ä h r u n g s k o n t r o l l e in Frankreich entgegenständen. Der Minister zog einen Vergleich mit den ganz anders gelagerten Verhältnissen in Deutschland. Frankreich muß auf anderem Wege die Kapitalflucht verhindern und das Fluchtkapital zur Rückkehr nach Frankreich bewegen. Die Nachmittagssitzung begann in einer äußerst gespannten Stimmung. Alle Tribünen waren wieder überfüllt. Nach einer bemerkenswert scharfen Rede des kommunistischen Abgeordneten Waldeck-Ro- chet, der die Regierung für die Steigerung dec Lebenshaltungskosten in Frankreich verantwortlich machte, ergriff der elsässische Abgeordnete Oberkirch, der der Rechten angehört, das Wort zu einem Appell an die aufbauenden Kräfte des Landes, um Frankreichs Wirtschaft wieder zu stärken, wobei er Vergleiche zog mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den autoritär regierten Ländern, insbesondere in Deutschland. Seine Ausführungen über die „gelenkte Wirtschaft" wurden von der Linken mit beleidigenden Zwischenrufen ausgenommen, so daß sich Ministerpräsident Daladier veranlaßt sah, zu erklären, Oberkirch sei schon vor dem Kriege ein Verterdiger der französischen Sache gewesen, man müsse einer solchen Persönlichkeit Gehör verschaffen. Auch Kammerpräsident Herriot mußte Oberkirch vor den Zwischenrufen der Linken in Schutz nehmen. Der kommunistische Abgeordnete Peri behauptete, daß die deutsch-französische Erklärung zu einer Entwertung des Sowjetpaktes führen müsse. Als Peri auf die innerpolitischen Vorgänge in Deutsch-1 land einging, erhoben sich auf der Rechten stürmische, Zwischenrufe: „Und in Rußland? Fn Spanien? Fn | Moskau? Anwalt Stalins!" Peri erklärte, die Ent- ’ sendung eines französischen Botschafters nach Rom I habe die Haltung Ftaliens gegenüber Frankreich, keineswegs nachgiebiger gemacht. „Ich will den Frieden mit Deutschland!" Mmfterpräsidenl Daladier ergriff dann das Wort- er stellte seinen Ausführungen den Satz voraus: „Man kann mich stürzen, oder man muß mir Gelegenheit geben, meine Tätigkeit fortzusetzen. Wir haben die Wahl zwischen zwei Wegen. Ich habe den besseren gewählt. Fch bin weder der Gefangene einer Partei, noch einer Persönlichkeit." Daladier rechnete scharf mit den Kommunisten ab, die einen politischen Streik vomZaun gebrochen hätten, der in Wirklichkeit nichts anderes hcktte sein sollen als ein Proteststreik gegen die Außenpolitik. Schon bei der Ankunft Chamberlains in Paris versuchte man, eine lächerliche Kundgebung zu inszenieren. Aber die Pariser Bevölkerung hat durch ihre Beifallskundgebungen gegen diese lächerlichen Versuche Stellung genommen. Die Besetzung von Fabriken durch die Belegschaften ist ungesetzlich. Alle Negierungen haben diesen Standpunkt vertreten. Wenn ein solcher Versuch erfolgt, müssen die Fabriken geräumt werden. Man hatte in den Renault-Werken Barrikaden errichtet, ich kann das durch Photographien beweisen. Meine Pflicht war es, dem Gesetz Achtung zu verschaffen, und es ist geachtet worden. Ohne Rücksicht auf das französische Volk und auf die in Frankreich lebenden Ausländer, fuhr der Ministerpräsident, zu den Kommunisten gewendet, fort, wollten Sie am 30. November von 4 Uhr morgens an den gesamten Verkehr lahmlegen. Aber das ist Ihnen nicht gelungen. (Fortgesetzte Lärmszenen.) Die Regierung hat ihre Pflicht erfüllt, jede republikanische Regierung würde ebenso gehandelt haben, um das Leben der Nation sicherzustellen. Heute sind Sie sehr bescheiden. Noch nicht 1 vom Hundert der Arbeiter hat Ihrem Streikbefehl gehorcht. Glauben Sie, daß Sie Deutschland damit geärgert hätten, wenn Fhr Generalstreik geglückt wäre? Niemals, so fuhr der Ministerpräsident mit tiefem Ernst fort, werde ich zulassen, daß die Ordnung gestört wird, ohne die es keine Republik upd keine Demokratie in Frankreich geben würde. Daladier ging dann auf die Kritiken an der Außenpolitik ein. Wie kann man von einer „Kapitulation von München" sprechen? Sie (zu den Kommunisten gewendet) werfen sich als Vertreter einer Politik der Festigkeit auf, die in Wirklichkeit eine Politik des Krieges gewesen wäre. Was das deutsch-französische Abkommen betreffe, fuhr der Ministerpräsident fort, so sei es unzweifelhaft, daß dieses Abkommen die französische Grenze mit Deutschland garantiere. Die Abkommen, die Frankreich und Deutschland mit anderen Ländern abgeschlossen hätten, blieben natürlich in Kraft. Mit erhobener Stimme fuhr Daladier fort: „Fch will den Frieden mit Deutschland! Alle ehe^naligen Frontkämpfer wollen den Frieden mit Deutschland. (Stürmischer Beifall.) Sie werden sich mit ihrem eigenen Leben für das Ziel der Errichtung eines dauerhaften Friedens einsetzen." Daladier schloß mit einem feierlichen Bekenntnis seiner Treue zu den republikanischen Einrichtungen. Während das Haus ihm in atemloser Svannung zuhörte, sagte er: ..Fch bleibe meiner Partei treu, allen lächerlichen Manövern zum Trotz. Ich bin ein Sohn Frankreichs und vor allem ein Patriot und ein Republikaner. Fch habe nach Kräften gearbeitet, um das Land zu retten, um es vom Rande des Abgrunds zurückzureißen und seine Wiederaufrichtung vorzubereiten. Sie wissen wohl, daß man Opfer bringen muß. An diese Gefühle appelliere ich jetzt! Auf die Fragen, die sich heute dem französischen Volke stellen, muß man mit Festigkeit und Mut antworten!" Die Rede des Ministerpräsidenten wurde von der Rechten häufig durch lebhaften Beifall unterbrochen. Als Daladier geendet hatte, standen sämtliche Abgeordnete von den Radikalsozialen bis zur äußersten Rechten auf und spendeten ihm langanhaltenden Beifall. Die Verlagerung der Mehrheit Daladiers von der ehemaligen Volksfront nach rechts wurde damit auch äußerlich unterstrichen. Tumult um Blum. Für die Demokratische Allianz ergriff Flandin das Wort. Er bemerkte, seine Partei werde natürlich jetzt für die ^Regierung Daladier stimmen, sie behalte sich aber ihre endgültige Stellungnahme zu den Verordnungen für die Haushaltsberatungen vor. Flandins Rede wurde von dem Hause mit eisigem Schweigen ausgenommen. Für die Radikalsozialisten gab der Fraktionsvorsitzende Chichery eine Erklärung der unbedingten Gefolgschaft für die Regierung Daladier ab. Als der sozialistische Parteiführer P l u m zunächst die von den Sozialisten eingebrachte Tagesordnung begründete, wonach die Sozialistische Partei die Aufrechterhaltung der bei den Wohlen vom Fahre 1936 ausgedrückten Volksmeinung forderte, wurde er dauernd durch Zwischenrufe der Rechten unterbrochen. Als er polemisch-die Frage stellte, wer schuld an dem Zusammenbruch der Volksfront sei, rief die Rechte: „Sie!" Blum suchte weiterhin darzulegen, daß die Sozialisten die Solidarität gegenüber der Volksfront seit den Maiwahlen 1936 loyal bewahrt hätten; die Regierung Daladier jedoch habe durch die von ihr ergriffenen Maßnahmen die Volksfront zerstört. Die Zwischenrufe von rechts wurden immer heftiger, als Blum die Finanzmaßnahmen der Regierung kritisierte. Kommunistische und sozialistische Abgeordnete stürmten plötzlich gegen die Rechte vor. Es entstand ein unbeschreiblicher Tumult. In der Mitte des Saales drohten einige Dutzend Abgeordnete, handgemein zu werden. Der Kammerpräsident verließ seinen Platz, womit die Sitzung aufgehoben worden war. Blum stieg gleichfalls von der Rednertribüne herab. Erst allmählich konnten die aufgeregten Gemüter beruhigt werden, und die Sitzung nahm schließlich nach einer längeren Unterbrechung ihren Fortgang. Blum verzichtete jedoch auf eine Fortsetzung seiner Rede. Dte Wimmuna. Nachdem noch einige Rechtsabgeordnete das Wort ergriffen hatten, schritt das Haus zur A b st i m - m u n g. Von Daladiers eigener Partei, den R a - d i k a l f o z i a l i st e n , enthielten sich 25 Abgeordnete der Stimme, und 2 Abgeordnete stimmten sogar gegen den Regierungschef. Die hohe Zahl von 53 Stimmenthaltungen muß überraschen. Rechnet man die Zahl der Stimmenthaltungen zu den 241 gegen Daladier abgegebenen Stimmen, dann verringert sich die Mehrheit von 74 Stimmen auf nur 21. Die beiden marxistischen Parteien, die Sozialisten und die Kommunisten, haben g e s ch l o s- sen gegen den Ministerpräsidenten gestimmt. Die Mehrzahl der Abgeordneten der Sozialistischen und Republikanischen Union, jener Partei zwischen Sozialisten und Radikalsozialisten, konnte pch weder klar für, noch gegen Daladier entscheiden und enthielt sich der Stimme. Bor neuen Ksippen. Es erhebt sich die Frage, wie in der nächsten Woche die Abstimmung über die Finanzverordnungen der Regierung ausfallen wird. Einzelne Redner der Rechten haben darauf hingewiesen, daß die jetzt von ihnen eingenommene Haltung in erster Linie eine Antwort auf den k o m - munistifchen Versuch darstelle, einen G e - neralstreik zu entfesseln; diese ihre Haltung lege sie aber nicht für die bevorstehende Abstimmung über die Notverordnungen Paul-Reynauds fest. Rach dem Bekanntwerden der verhältnismäßig knappen Rlehrheit Daladiers wird in politischen Kreisen die Zukunft seines Kabinetts mit einiger Skepsis angesehen. Wan hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Regierung bei einer weiteren Abstimmung in der Minderheit bleiben könnte. Für diesen Fall hält man es für wahrscheinlich, daß Daladier erneut mit der Regierungsbildung betraut werde und dann ein Kabinett ohne oer- ff e (f t e Gegner, wie Wandel, Eampinchi usw.. bilde, oder die Rechte würde nach einem Sturz Daladiers s e l b st versuchen, eine Regierung zu bil den, und halte hierfür Laval in Bereitschaft. Ob ein Kabinett Laval lebensfähig sein wird, hängt in erster Linie von den Radikalsozialisten ab, denen bisher die scharfe Kampfstellung einzelner Rechtsgruppen gegen die Sozialisten stets Unbehagen ein- geflößt hat. Oie polnischen Ukrainer fordern Autonomie. Eigene Regierung, Parlament und Verwaltung. Warschau, 9. Dez. (DNB.) Im Sejm wurde von der ukrainischen Abgeordnetengruppe ein aus 21 Artikeln bestehender Autonomieantrag in Form einer Verfassung für das gesamte ukrainische Siedlungsgebiet in Polen eingereicht. Der Antrag ist von den 14 ukrainischen Abgeordneten Oftgaliziens und dem Vertreter der wolhynischen Ukrainer unterzeichnet. Als ukrainisches Siedlungsgebiet werden die Woiwodschaften Lemberg, Stanislau, Tarnopol und Wolhynien, der größte Teil der Woiwodschaft Polesien und Teile der Woiwodschaften Lublin, Krakau und Bialystok genannt. Alle diese sollen zu einer autonomen Einheit mit eigener ukrainischer Regierung und eigenem Landtag, eigener Verwaltung und einem eigenen ukrainischen Obersten Gericht in Lemberg zusammen- geschlossen werden. Von der Zuständigkeit der ukrai- nischen Gesetzgebung werden die Fragen der Außenpolitik, der Armee, des Staatshaushaltes und der Währung ausgeschlossen. Für die ukrainische Sprache wird Gleichberechtigung mit der polnischen Sprache gefordert. In der Begründung wird daran erinnert, daß der ukrainischen Volksgruppe bereits im September 1923 eine Autonomie versprochen worden fei. Die von einer ukrainischen Mehrheit bewohnten Gebiete besäßen ein besonderes Nationalgefübl und die Erinnerung an ein eig.enes staatliches Dasein. Die territorielle Autonomie würde nicht nur eine Sicherung des ukrainischen Daseins, sondern auch eine Normalisierung der ukrainisch-polnischen Beziehungen herbeiführen. Die Slowakei fordert Trennung von der Sowjetu"ion. Preßburg, 9. Dez. (Europapreß.) Staatsminister S i d o r erklärte bei der Vereidigung von 5000 Hlinka-Gardisten in Tyrnau, daß seit dem 6. Oktober in der Slowakei nicht mehr die Logen und das jüdische Kapital, sondern einzig und allein die slowakische Regierung herrsche. Sodann begründete Sidor die Forderung nach slowakischen Staatssekretären in den die gemeinsamen Angelegenheiten betreuenden Ministerien. „Fch sehe", sagte der Minister, „daß der Prager Geist von 20 Fahren noch immer nicht verschwunden ist. Wir sprechen es klar aus, daß die Außenpolitik von einem fähigen slowakischen Menschen mitgeleitet werden muß, weil wir den Weiterbestand der Bündnisverträge mit der Sowjetunion nicht dulden'und es uns nicht erlauben können, daß sich kommunistische Masaryk- und Gottwald-Brigaden in Sowjetspanien breitmachen und daß die Grundsätze des jüdischen Geldes in unserer Außenpolitik noch immer gelten." Codreanu. Die grausige Mordtat, der in der Nacht, zum 30. November Codreanu, der Führer der „Eisernen Garde", und 13 seiner Anhänger zum Opfer gefallen sind, liegt wie ein schwerer Alpdruck auf dem innerpolitischen Leben Rumäniens. Die amtliche Lesart, nach der Codreanu und feine Leute auf dem Transport von dem Gefängnis Doftana nach dem Militärgefängnis von Jilava bei Bukarest auf der Flucht von der Begleitmannschaft erschossen worden sein sollen, als beim Passieren eines Waldes von andern Anhängern der „Eisernen Garde" ein Befreiungsversuch unternommen wurde, ist in aller Welt auf stärkstes Mißtrauen gestoßen. Ein unmittelbar nach der Todesnacht veröffentlichter Artikel des Regierungsblattes „Romania" spricht eindeutig von einer „schmerzlichen, aber notwendigen Operation", vom „harten Zwang staatspolitischer Ordnung" und erklärt weiter: „Die Unterdrückung mußte blitzschnell erfolgen. Und sie kam. Angesichts der Drohung konnte es keine andere Lösung gefon. Der Unruheherd der legionären Anarchie mußte ausgerottet werden." Mit der „Drohung", von der die „Romania" spricht, meint das Blatt das einige Tage vorher von rumänischen Studenten verübte Attentat auf den Klausenburger Universitätsrektor, das vielleicht die wohlvorbereitete Vernichtung Co- dreanus ausgelöst hat, wenn sie nicht schon vorher beschlossen worden sein sollte. Jedenfalls spricht alles dagegen, daß, wie es der amtliche Bericht wahr haben will, mitten im Wald und in dunkler nebliger Winternacht alle 14 Gefangenen erschossen wurden, aber bei dem angeblichen Ueberfall weder einer der Gendarmen noch einer der Befreier verletzt worden ist. Auch die höchst verdächtige Eile, mit der man die Leichen der 14 Ermordeten noch in der Nacht in einem Winkel des Gefängnisfriedhofes von Jilava verscharrt hat, deutet auf kein gutes Gewissen, sondern viel eher auf das Bemühen, alles zu vertuschen, was in jene geheimnisvollen Vorgänge der Nacht zum 30. November Klarheit bringen könnte. Vielleicht hat sich die rumänische Regierung die Wirkung ihrer Maßnahmen anders vorgestellt. Durch die gesamte Presse des Auslandes, soweit sie nicht judenhörig oder marxistisch ist, ging ein Schrei des Entsetzens und der Empörung. Selbst in Frankreich, das seit dem Ende des Weltkrieges mit Rumänien politisch und finanziell auf das engste liiert ist, werden Stimmen laut, die den Mord von Jilava als eine planmäßige Aktion des Judentums bezeichnen und andeuten, daß das furchtbare Verbrechen mit Wissen, wenn nicht gar auf Veranlassung der Madame Lupesku geschehen ist. Als die bislang viele Jahrzehnte hindurch fast unumschränkt herrschende Liberale Partei unter der „Dynastie" Bra- t i a n u von den namentlich in den durch das Friedensdiktat der Pariser Vorortverträge neugewonnenen siebenbürgischen Gebieten stark vertretenen Nationalzaranisten, einer Kleinbauernpartei, unter Maniu gestürzt wurde, wandte sich dieser vergebens gegen den wachsenden Einfluß der Madame Lupesku, sie ging zwar 1934 ins Ausland, fehrie aber bald darauf nach Bukarest zurück und hat seitdem alles darangefetzt, dem jüdischen Element in allen Zweigen des öffentlichen Lebens Rumäniens die Wege zu ebnen. Wenn man weiß, daß Rumänien mit einer Million Juden bei einer Gefamtbeoölkerung von 19 Millionen von allen europäischen Staaten nächst Polen die meisten Juden beherbergt, und daß die Juden alle Zweige der rumänischeü Wirtschaft beherrschen, namentlich den Getreidehandel, der bei dem fast rein agrarischen Charakter des Landes die wirtschaftliche Schlüsselstellung einnimmt, dann wird es klar, wie unheilvoll der fast unbegrenzte Einfluß der Madame Lupesku und ihrer jüdischen Hintermänner für die Geschicke des Landes fein mußte. Es leuchtet aber auch ein, daß unter solchen Verhältnissen die antisemitische Bewegung im rumänischen Volke tiefe Wurzeln schlagen mußte und auf stärkste Beachtung rechnen dürfte, sobald sie aktiv in das politische Leben Rumäniens eintrat. Schon die kleinbäuerliche Nationalzaranistische Partei war naturgemäß antisemitisch, sie forderte Landzuweisung durch Zerschlagung des vielfach mit dem Judentum versippten Großgrundbesitzes, sie kämpfte gegen den jüdischen Grundstücksspekulanten und Wucherer, und ihr Ministerpräsident Maniu trat zurück, als er die Entkernung der Madame Lupesku an höchster Stelle nicht hatte durchsetzen können. Auf bewußt rassische Grundlage aber ljatte Corneliu Zelea Codreanu 1927 seine „Eiserne Garde" gestellt. Sie blieb nicht bei politischen und wirtschaftlichen Forderungen stehen, sie ist eine Erneuerungsbewegung, die tief im Mystizismus der rumänischen orthodoxen Kirche wurzelt. Das unterscheidet sie vom Nationalsozialismus und Faschismus und macht sie zu einer ganz aus dem rumänischen Volkstum kommenden und der rumänischen Erde verhafteten Erscheinung. Corneliu Zelea Codreanu wollte der Erzieher der Jugend seines Volkes zu einer neuen sittlichen Lebensauffassung fein. Nur von der inneren Erneuerung des rumänischen Menschen versprach er sich die Grundlage einer politischen Wandlung. So stellte Codreanu seine „Eiserne Garde" unter die fünf Gebote der Schweigepflicht, der Selbsterziehung zur Opferbereitschaft für das Vaterland, der Arbeitspflicht, des unbedingten Gehorsams gegenüber dem „Capi- tanul", dem Führer, und der gegenseitigen Hilfsbereitschaft. Codreanus politisches Programm fußte auf der Erkenntnis, daß Rumänien ein Bauernland fei und man den Bauern auch an der Leitung der Staatsgeschäfte maßgebend beteiligen müsse. Jedes Mitglied der „Eisernen Garde" trägt ein Säckchen Erde auf der Brust, Symbol der Verbundenheit mit der Heimatscholle. In der Sauern- jugen'd des platten Landes hat die „Eiserne Garde" auch ihre stärkste Stütze. In rumänischer Nationaltracht, ein silbernes Kreuz auf der Brust, mit der Lammfellmütze auf dem Haupt, so sprengte der „dapitanul" auf einem Schimmel durch die Dörfer der Bukowina, Bessarabiens und der Moldau, überall das Bauernvolk um die Banner des Erzengels Michael sammelnd, unter dessen Schutz er leine Bewegung gestellt hatte, und es mit dem mystischen Glauben an ein neues Rumänien erfüllend. Die Ueberbrückung der tiefen Kluft zwischen Stadt und Land, die Säuberung des Staatsapparates und der Wirtschaft von den korrupten Elementen, die Rumäniens Ruf im Ausland so schwer geschadet haben, sah Codreanu nur möglich nach einer rücksichtslosen Beseitigung der jüdischen Parasiten, die, mit der städtischen Oberschicht des Landes vielfach verfilzt, Rumänien bis aufs Blut aussaugen und erpressen. Hier konnte es für Codreanu kein Kompromiß geben, der Kampf gegen die herrschenden Gewalten mußte unerbittlich fein. Um ihn auch politisch zu führen, gründete Codreanu die Partei „Totut pen- tru Patria" („Alles für das Vaterland"), an deren Spike der greise General Cantacucino gestellt wurde. Die Regierung griff zu Mitteln schärfster Unterdrückung, aber ohne jeden Erfolg. Die Bewegung breitete sich im Zeichen der Verfolgung nur noch mehr aus. Auch der Versuch des Königs, mit einem Ende Dezember 1937 eingesetzten antisemitischen Kabinett Goga der Eisernen Garde den Wind aus den Segeln zu nehmen, mißlang völlig. Codreanu lieh sich durch dies Experiment nicht täuschen. Nach einem Monat schon griff der König zur Diktatur. An die Spitze der neuen, von Parteien und Parlament völlig losgelösten Regierung wurde der Patriarch Miron Christea gestellt. Man glaubte, Codreanu, dessen Bewegung, wie schon hervorgehoben, ganz im Religiösen wurzelt, würde sich scheuen, dem Ooerhaupt der rumänisch-orthodoxen Nationalkirche als politischer Gegner gegenüberzu- treten. Auch diese Rechnung stimmte nur zum Teil. Codreanu löste zwar seine Partei „SlUes für das Vaterland" auf, entband die Legionäre ihres Eides und wollte ins Ausland gehen. Ader die Bewegung mar mit der Zerschlagung ihrer Organisation nicht tot, auch nicht, als Codreanu, dem man zu der achlanten Reise nach Rom den Paß verweigert hatte, mit mehr als tausend seiner Unterführer verhaftet und unter Anklage gestellt wurde, einen Staatsstreich vorbereitet zu haben. Am 27. Mai wurde Codreanu zu zehn Jahren Kerker verurteilt. Ein Ende der „Eisernen Garde" bedeutete auch dieser Schlag nicht. Aus der Gefängnisz'elle von Doftana liefen die Fäden über bas ganze Land zu den Anhängern der Bewegung, die ihren Kampf um die Erneuerung Rumäniens mit ungebrochenem Mut fortsetzte. Die Todfeinde Codreanus, die in dem Judenklüngel um die Madame Lupesku ihren stärksten Halt haben, griffen nun zum äußerlten Mittel. Durch eine schändliche Mordtat, mühsam und durchsichtig genug als Berufsausübung der Gendarmen frisiert, mußte der unbequeme Gegner beseitigt werden. Das Echo, das dies Verbrechen im Lande gefunden hat, wird seine Urheber bereits belehrt haben, daß sie, wenn nicht alles trügt, wiederum falsch spekuliert haben. Ueberaö regt sich die „Eiserne Garde" und beantwortet den Terror der Regierung mit Gewaltakten gegen die Nutznießer des Systems. Ueberaö lauscht man im Lande auf den Ausgang dieses erbitterten Ringens, in dem es kein Pardon mehr zu geben scheint. Das erwachende Rumänien hat in Corneliu Zelea Codreanu und feinen mit ihm im WaDe von Jilavä unter den Kugeln der Gendarmen zusammengebrochenen Kampfgefährten Märtyrer erhalten, deren Blut nicht vergebens geflossen sein wird. Dr. Fr. W. Lange. Verhaftungswelle in Rumänien. Bukarest, 9. Dez. (DNB.) In Klausenburg wurden 46 Gymnasialschüler wegen Betätigung im Sinne der Eisernen Garde verhaftet. In Baia Mare wurden sechs Gymnasiasten aus demselben Grunde verhaftet. Unter den Klausenburgern sind Söhne von Universitätsprofesioren und angesehenen Bürgern der Stadt. Darüber hinaus wurden bei einer Anzahl Schülern Haussuchungen vorgenommen. Wegen Beteiligung an dem Czernowitzer Anschlag wurde die Anklage gegen fünf Personen erhoben, und zwar einen Studenten und vier Schüler. Der Prozeß beginnt am 17 Dezember. Ferner verlautet, daß sich die Untersuchung des Attentats auch auf die Eltern zahlreicher Schüler, auf die Lehrer und sogar die Hauswirte erstreckt. Der Bukarester Berichterstatter des „Paris Midi" meldet: Am Donnerstag seien zum erstenmal die Schulen, hauptsächlich die oberen Klassen, ebenso wie die Universitäten von der Polizei durchsucht worden. In Czernowitz allein seien 120 <5 tu be nfe n, die im Besitz von Waffen gewesen seien, festgenommen worden. Auch seien Professoren, Rechtsanwälte und andere namhafte Bürger von Czernowitz fest genommen worden. Alle seien Mitglieder der Eisernen Garde. Im Prozeß gegen die „Terroristen" rechne man mit mehreren Todesurteilen. Im ganzen Lande bleibe die Lage gespannt. Man erwarte für die kommende Woche auch einen Regierungswechsel oder wenigstens eine Veränderung innerhalb des augenblicklichen Kabinetts. Veränderungen im rumänischen diplomatischen Dienst. B u k a r e st, 9. Dez. (Europapreß.) Die königlichen Räte, die zum größten Teil aus den Reihen der ehemaligen Ministerpräsidenten ernannt worden sind, wurden am Freitagmittag vom König Carol zu einem Frühstück eingeladen Am Nachmittag fand im königlichen Schloß ein Kronrat statt, der, wie amtlich mitgeteilt wird, am Mittwoch fortgesetzt werden wird. Wie in politischen Kreisen verlautet, drehten sich die Erörterungen sowohl in der Zusammenkunft ber königlichen Räte als auch im Kronrat um weitgehende Veränderungen im rumänischen diplomatischen D i e n st und um die Errichtung neuer Botschaf - t e n. Dor allem sollen die Gesandtschaften Ruma- niens bei den Staaten des Balkan- b u n b e s — Jugoslawien, Griechenland und die Türkei — sowie beim Heiligen Stuhl in Botschaften umgewandelt werden. Man sagt, der gegenwärtige Außenminister C o m n e n werde' zum Botschafter befcn Heiligen Stuhl ernannt werden. In diesem Falle würde der frühere Staatssekretär des Aeußern, Gafencu, zum Außenminister ernannt werden. Der frühere Minister Ti I e a soll zum Londoner Gesandten ausersehen fein. Die französische Regierung bat bereits das Agreement zur (Ernennung des ehemaligen Außenministers Tata- rescu cus ersten Botschafter Rumäniens in Paris gegeben. Italien fordert Verständnis. O''e ungelösten Probleme und nichterfüllten Verträge. - Eine Mahnung an Frankreich. Rom, 9. Dez. (Europapreß.) Unter der lieber» schrift: „Alles ist von vorn anzufangen" hält Gayda im halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" eine scharfe Abrechnung mit Frankreich. — Die Aufnahme, die die Rede des Außenministers Graf Ciano jenseits der Alpen gefunden habe, bestätige eine politische Einstellung, die das Gegenteil des von München erwarteten Geistes bei gewissen Kreisen sei. Bei der Prüfung der Beziehungen zwischen Frankreich und Italien müsse man davon ausgehen, daß einige lebenswichtige und gerechtfertigte italienische Probleme offen und ungelöst seien. Es müsse festgestellt werden, daß das Abkommen vom 7. Januar 1 935 sowohl vom juristischen, als auch vom politischen Standpunkt aus einfach nicht exiliere. — Gayda erwähnt dann auch die Nichterfüllung des Tunis-Abkommens, die Nichteinhaltung des Londoner Vertrags von 1915, die antifaschistische Propaganda und das Unverständnis in Frankreich gegenüber Mussolinis Politik. Diese Politik habe aber immer Ruhe und Ordnung in Europa und Gerechtigkeit für die benachteiligten Völker, vor allem Deutschland, angestrebt. Die Hoffnung auf eine Besserung der italienisch-französischen Beziehungen, die Mussolini bewogen habe, das Abkommen vom 7. Januar 1935 mit Laval zu unterzeichnen, sei durch Frankreichs Schuld enttäuscht worden, und auch die in dem Vertrag vorgesehenen Verhandlungen zur Regelung der Lage und Rechte der Italiener in Tunis seien niemals ausgenommen worden. Gayda kommt zu dem Schluß, daß zwischen Frankreich und Italien alles erneuert werden müsse: Der Jnhatt der Abkommen und der Geist der Politik. Die schmerzende Wunde. Weil einige Abgeordnete der italienischen Kammer während der letzten großen Rede des Grasen Ciano „Tunis, Tunis, Korsika!" gerufen hatten und damit an eine schmerzliche Wunde der Italiener erinnerten, hat in Tunis der marxistisch-jüdische Mob Fenster eingeschlagen und Italiener drangsaliert, wobei die Polizei nicht die Angreifer, sondern die Angegriffenen verhaftete. Die Proteste in der italienischen Welt sind sehr energisch und die Gegenproteste der Franzosen dementsprechend. Ein neuer Konfliktsstoff scheint gegeben und die jüdische Welt- kumpanei schürt eifrig das Feuer. Tunesien ist seit 1881 französisches Protektorat, der Bey von Tunis regiert nur dem Namen nach. Das fruchtbare Land — das alte Carthago liegt nur 20 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, ist aber gänzlich zerstört — wird von etwas über zwei Mil- rinnen Arabern, 100 000 Franzosen, die z. T. erst durch die Naturalisation französisches Bürgerrecht erwarben, aber auch von nicht weniger als 95 000 Italienern bewohnt. Dazu kommen nicht weniger als 5 9 0 0 0 I u d e n , die durchweg den Handel beherrschen, während die Italiener als Ackerbauer zusammen mit den Arabern die produkttve Arbeit besorgen. Die Franzosen sind meist Beamte. Das fran- zösische Kolonialsystem hat den eingeborenen Arabern und den italienischen Siedlern keine Unterstützung gegeben. Obgleich große fruchtbare Flächen der landwirt- schaftlichen Erschließung harren, besitzen % der arabischen Einwohner weniger als 10 Hektar Land. Schon Ende 1934 belief sich in Tunis die hypothekarische Belastung auf 1,67 Milliarden Franks. Dazu kommt noch die Verschuldung der Bauern an die zumeist jüdischen Händler und Geldwucherer. Im Jahre 1935 mußten, da die Landbevölkerung in die Städte strömte, um nicht auf ihrem fruchtbaren Boden infolge des winzigen Besitzes und der Steuern und Wucherabgaben ju verhungern, allein in Tunis Lebensmittel an 44 000 Personen verteilt werden! Daß die marxistisch-jüdische Hetze unter diesen Enterbten einen fruchtbaren Boden findet, ist nur natürlich, und wenn in der Hauptstadt Tunis, die mit ihrem Hafen La Goulette rund 220 000 Einwohner zählt, in Sou sie und Sfax, vom Kriegshafen Biserta abgesehen, sich jetzt diese Horden nattonal-französisch tarnten, so kann doch über die Tendenz kein Zweifel bestehen. Tunis, altberühmt wegen seiner Fruchtbarkeit, nach den Stürmen der karthagischen, römischen, van- dalischen Zeit unter Araberherrschaft, wurde 1270 wieder in den Betrachtungskreis des Abendlandes gerückt, als Ludwig IX. von Frankreich einen Kreuzzug dorthin ansetzte, aber vor Tunis starb. Im Jahre 1533 unternahm der deutsche Kaiser Karl V. einen Zug nach Tunis, eroberte die Stadt und befreite 20 000 Christensklaven. Aber schon 1574 eroberte der Türke Sinan Pascha die Stadt Tunis zurück und unterwarf das Land der Pforte. Seitdem wurde es von einem Bey, der ursprünglich lediglich die Tribute eintrieb, regiert Palastrevolutionen, Janitscharenaufstände und Hofränke haben die Beys nicht zu entthronen vermocht. Im April 1861 gaben sie dem Land sogar eine Verfassung, aber die Anleiheverschuldung an die westlichen Demokratien führte 1869 zu einer Finanzkontrolle durch England und Frankreich, der sich auch Preußen anschloß. Das Verhältnis zur Pforte wurde immer stärker gelockert, und als sich 1881 Unruhen in Französisch-Algier bemerkbar machten, benutze Frankreich die Gelegenheit, einen Einfall der räuberischen Krumirs zum Vorwand zu nehmen, um den Dey durch den Bardo-Vertrag unter französisches Protektorat zu stellen. Damit war Frankreich der italienischen Initiative zuvorgekommen, was in Rom niemals vergessen worden ist, denn die Italiener hatten alle Äorbe- reitungen zur Besetzung von Tunis, dieser „Fortsetzung Siziliens" getroffen. Bereits damals lebten in Tunis 11 200 Italiener gegen nur knapp 700 Franzosen. Nach langen Verhandlungen schloß Italien 1896 mit der Protektoratsmacht neue Konventionen ab, die auf der Grundlage der Gleichberechtigung der italienischen Mehrheit mit den Franzosen beruhen sollten. In der Praxis aber versuchte man diese Konventionen zu umgehen. Den Italienern wurde die Einrichtung neuer Schulen untersagt, die Bodengesetze schädigten die Italiener, und am 8. November 1923 erließ der Präsident der französischen Republik ein Dekret, wonach die Italiener in Tunis naturalisiert werden sollten. Erst durch die lebhaften Proteste Italiens ließ Frankreich sich herbei, die Naturalisation so lange zu verschieben, wie die Konventionen von 1896 in Kraft wären Da aber diese jedes Vierteljahr (!) erneuert werden mußten, blieb der Druck bestehen. Als 1934 der französische Ministerpräsident Laval eine Annäherungspolitik an Italien betrieb, kam natürlich auch die tunesische Frage wieder aufs Tapet. Am 7. Januar 1935 wurde ein Vertrag geschlossen, wonach bis 1945 die Konventtonen die Grundlage bilden, also die Italiener m Tunis nicht naturalisiert werden sollten. Daraus sollte das französische Recht für die Italiener schrittweise eingeführt werden, und zwar nach 1945 für die frei gewerblichen Berufe, nach 1955 für die italienischen Schulen. Dieser Vertrag, auf dem Frankreich fußt, ist überhaupt nicht gültiges Recht geworden, denn das Protokoll von 1935 fah eine Konventton vor, die die Einzelhetten der Regelung enthalten sollte. Außerdem hatten die Ratifikationsurkunden ausgetauscht weiten müssen Infolge der Teilnahme Frankreichs an der Sanktionspol mk gegen Italien ist diese aber nicht erfolgt Wenn sich die italienische Regierung damals mit dem Nationalitätswechsel der Italiener nach Ablauf der besprochenen Frist einverstanden erklärte, dann ist diese Erklärung natürlich durch die Nichterfüllung der Vorbedingungen hinfällig geworden. Auch steht Italien auf dem Standpunkt und kann sich dabei auf Urteile des Haager Gerichtshofes beziehen, daß Frankreich nicht die Möglichkett hat, in Tunis beliebig Gesetze zu verkünden, da Tunis völkerrechttich ein Protektorat ist und nicht Frankreich eigentlich zugehört E. S. Wetter gespannte Lage in Tunis. Mailand, 9. Dez. (Europapreß.) In Ergän- B zu den bereits aus französischer Quelle vor- nden Meldungen über die Lage in Tunis berichtet der Sonderkorrespondent des „Corriere della Sera" von neuen italienfein-dlichen Kundgebungen in der Stadtmitte von Tunis. U. a. feien neue Versuche unternommen worden, die Auslagen der italienischen Schiffahrtsgesellschaften und ver Zeitung „Unione" anzugreifen. Die Zettung habe ein Bild Mussolinis ausgestellt und fei daher neuerdings das Ziel von Steinwürfen gewesen. Auf Grund der energischen Vorstellungen des italienischen General- fonfuls sind die Polizeikräfte verstärkt und die Zugänge zum italienischen Konsulat mit Truppen ab- gefperrt worden. Als eine Anzahl Italiener unter dem Absingen der Nationalhymnen und unter Hochrufen auf Mussolini versucht habe, eine Geaenkund- geoung zu veranstalten, sei die Polizei sofort ein« geschritten und habe mehrere an ihren Parteiabzeichen kenntliche Italiener verhaftet, darunter den Letter der italienischen Sportgesellschaft „Italia" und einen Konsulatsangestellten. Die Spannung habe zugenommen. An den italienfeindlichen Kundgebungen, die von den Juden geschürt würden, haben die Araber nicht teilge- n o m m e n. Die Franzosen haben aus Constantine Mvbilgarde zur Verstärkung herangezogen. Ztallenische Studenten protestieren. R o m, 9. Dez. (DNB.) Die Studentenschaft von Rom brachte am Frettaamorgen erneut ihre Empörung gegen die zahlreichen antiitalienischen Kundgebungen in Frankreich und Tunis zum Ausdruck. In dichten Kolonnen zog sie durch die Straßen Roms und versuchte, sich auf der Piazza Venezia zu sammeln. Dort wurden die Studenten jedoch von der Polizei zerstreut. Sie sammelten sich aber wieder und zogen unter ständigen Hochrufen Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich b ernten von Optiker Jflagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 ' Kassenlieferant. auf den Duce durch die Ma bei Im per o. Die Polizei, die auch die französisck)e Botschaft sichert, nahm einige Studenten fest. Die Kundgebungen dauern noch an. In Mailand zogen StudeMen, die anläßlich des Ambrosiustages an einer Feier in der katholischen Universität teil genommen hatten, unter Absilmung faschistischer Lieder mit Fahnen durch die Stadt zum französischen Konsulat, wo sie ihren Unmut gegen die Vorfälle in Tunis und Korsika lebhaft 3um Ausdruck brachten. Vor dem Gebäude des Fafcio hiett ein Student eine zündende Ansprache, die in begeisterte Hochrufe auf den Duce und den Faschismus ausklang. Die Begeisterung steigerte sich, je mehr Menschen der Kundgebung zu» strömten. Vor dem neuen deutschen Reifebüro, das in den nächsten Tagen eröffnet wird, kam es zu einer Sympathiekundgebung für Deutschland. Die Studenten zogen durch die Straßen und veranstalteten überall auf Plätzen Kundgebungen. In Vicenza, in Trient und Savona veranstalteten Studenten und Schwarzhemden ebenfalls Umzüge. Uhcen Faschistische Wirtschaftsführung. Der italienische Wirtschaftsminister sprach vor der Reichsarbeitskammer. bare Gegensätze zwischen den Wirtschaftsgruppen und den Klassen gebe, dürfe es auch keine absolute Trennung zwischen dem Leben der Einzelperson und der Gemeinschaft, zwischen Privat- unb Volkswirtschaft geben. Der Duce habe den einzelnen Gruppen der Wirtschaft die Korporationen, dem Volke aber den korporativen faschistischen Staat gegeben. Die Carta del ßanoro — etwa unserem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vergleichbar — regele die Grundzüge des wirtschaftlichen Lebens. Der faschistische Staat halte in seinen Händen die Zügel der gesamten nationalen Wirtschaft, er lenke sie, prüfe sie und richte sie aus. Da- B e r l i n „ 9. Dez. (DNB.) Der zum Studium des nationalsozialistischen Wirtschaftsaufbaues in Deutschland weilende italienische Korporations- und Wirtschaftsminister Exz. Ferruccio Santini entwickelte vor der Reichsarbeitskammer die Leitgedanken des italienischen Korporationswesens und der faschistischen Wirtschaftspolitik. Dr. Ley begrüßte den Gast und stellte unter stürmischer Zustirnnruna fest, „die Achse R o m—Berlin ist unumstößliche Tatsache. Man kann wohl sagen, daß sich um diese Achse heute die gesamte Welt dreht, daß sie zu einem Faktor aemorben ist, der das politische Leben der Welt bestimmt." Es gelte jetzt, das vom Duce und vom Führer mit so einzigartigem Erfolg begonnene Wert zu verstärken, zu vertiefen und zu untermauern. Dazu sei es notwendig, daß sich die Menschen aus beiden Ländern gegenseitig kennenlernten, um dadurch auch die Verhältnisse in den beiden Staaten beurteilen zu können. „Wir wollen keinen neuen Schematismus aufrichten, wie er in den bekannten Internationalen fett Jahrzehnten die Menschheit mehr oder weniger bedrückte. Formen sind gleichgültta — der Inhalt ist alles. Je mehr sich die führenden Männer der beiden Länder kennenlernen, um so mehr werden sie verstehen, daß jedes Land die Methoden gewählt hat, die das Volk zur größten Kraft und Stärke brachte." In feinem Vortrag gab Exz. Santini eine Darstellung der Entwicklung des korporativen Aufbaues. Die faschistische Revolution habe nicht nach dem Beispiel Rußlands Das Vssteherü/e zerstört, um auf Blut und Trümmern die ungeheure Arbeit der polittschen und sozialen Wiedergeburt in Angriff zu nehmen, sondern habe sich unter der Führung des Duce auf die natürliche ßebensgrunb« läge und die Tradition des italienischen Volkes gestützt. Die faschistische Revolution sei von der einfachen Erkenntnis ausgegangen, daß der Mensch in der Volksgemeinschaft die wichtigste Keimzelle bilde. Das wirtschaftliche Sehen der Nation könne nicht von dem allgemeinen Sehen getrennt werden, ebenso wenig wie es unüherbrück- bei vermeide er jene absolute, persönlichkeitsvernich- tenbe Kollektivierung des einzelnen Menschen, die dem kommunistischen Staat eigen fei. Einige Ziele der Autarkie Politik Italiens feien bereits verwirklicht, die übrigen würden in festgelegtem Umfang verwirklicht werden. Dr. Ley dankte dem Vortragenden Herzlich und sagte in seinem Schlußwort: Die fittsche Erkenntnis, daß Geld Macht fei. Hätten einige Nationen ge- alaubt in die politische Arena bringen zu können. Diesem Wahnsinn habe das faschistische Italien ebenso wie das nationalsozialistische Deutschland ein für alle mal ein Ende bereitet. (Stürmischer Beifall) „Nicht das Geld ist die Macht, sondern die Arbeiteiner geeinten Ratio n. Menschen, die von dem heiligen Glauben beseett werden, daß sie auf dieser Welt Werte zu schaffen haben und die den unerschütterlichen Willen zur Arbeit besitzen, bebeuten eine Macht — diesen Glauben und diesen Willen hat der Duce dem itallenischen und hat Adolf Hitler dem deutschen Volke gegeben." Karl Brück zeigt großes 80 4D Lager in Autorisierte Verkaufsstelle MlschastlicheZusammeMbeilimGeistderHimse Antwerpens Oberbürgermeister sprach in Köln. Köln, 9. Z)ea. (DNB.) Auf Einladung der Hansestadt Köln sprach der Oberbürgermeister von Antwerpen unb Präsident der belgischen Kammer, Camille Huysmans, im Kölner Rall)aus über das Thema: „Die wirtschaftlichen Beziehungen im Geiste der Hanke." Er wies darauf hin, daß ein allgemeiner Wunsch nach einer friedlichen Weiterentwicklung und einem endlichen Wieder- aufdlühen des Welthandels bestehe. Dabei stehe fest, daß vielleicht nirgends das Klima für eine Politik der Annäherung und der vertrauensvollen Zusammenarbeit so günstig sei wie in Köln, weil diese Stadt den Knotenpunkt derDerkehrs st raßen aus dem Westen und den flämischen Gauen nach dem westdeutschen Raum bilde. Bei allem Unterschied der Weltanschauung und der Staatsführung gebe es gemeinsame Probleme, die auch nur gemeinsam g e - l ö st werden könnten. Um dies zu erreichen, sei es notwendig, zu der schöpferischen Idee der Hanse zurückzufinden. Ihre Tätigkeit habe sich nicht auf den Austausch von Waren beschränkt, sondern sie habe einen großen Einfluß auf Bildung und Kultur ausgeübt unb fei überdies ein Werk des Friedens gewesen. Die heutige internationale Wirtschaftspolitik könne von sich nicht dasselbe behaupten. Seelisch, moralisch und geistig sei die Welt nicht ausgewachsen in dem Ausmaße der von ihr selbst geschaffenen Technik. Da, wo die Technik Zeit und Entfernung überbrückt habe, seien von der Menschheit möalichst viele Hindernisst angehäuft worden. Sie hätten chren Grund in der internationalen Ungerechtigkeit der letzten beiden Jahrzehnte. Ungleichheit in dem Lebensrecht zwischen gleichwertigen Völkern werde sich immer rächen. Wenn man zu voller Entfaltung der menschlichen Herr- schäft über diese Erde und über alle Kräfte, die den Menschen zu chrer Verfügung ständen, gelangen wolle, dann werde die Anerkennung des Grundsatzes des Aufeinanderangewiesenseins unvermeidlich fein. So wie die verschiedenen Quartiere der historischen Hanse nach ihren verkehrsgeographischen und wirtschaftlichen Eigenarten jedes eine eigene Aufgabe zu erfüllen gehabt habe, so hätten auch heute die großen Häfen und Handelszentren ein eigenes Gebiet zu bearbeiten. bewerb sti notwendig und erwünscht. Gin gutes Einvernehmen der Häfen, deren wirtschaftliche Funktion durch verkehrsgeoaraphische Faktoren fre- herrscht werde werde zweifellos von großem Nutzen fein. Er wünsche hier keinen Weg anzudeuten, sondern wolle nur die Errichtung eines ständigen internationalen Hafenausschusses in Erwägung geben. Wenn man sich im ststen Willen zu vertrauensvoller Zusammenarbeit bekenne, dann könne daraus nichts anderes als Gutes hervorgehen» Jedem Begabten der richtige Arbeitsplatz Eröffnung des Langemarck-Studiums in Hannover. Stabschef Luhe als Oberpräsident von Hannover sprach dann: Nicht jeder irgenbroie Begabte soll studieren. Wir brau» chen fähige Arbeiter und Handwerker genau so wie Ingenieure und Forscher. Niemand soll den Rah» men seiner fachlichen Eignung verlassen, aber der Zugang zur Hochschule muß jedem Deutschen o f f e n st e h e n, der sich durch seine berufliche Leistung und seinen Einsatz für die Weltanschauung des Nationalsozialismus für ein speziell wissenschaftliches Studium in einem akademischen Berus als geeignet erweist. Für andere Leute darf hier in Zukunft kein Platz mehr sein. Getreu diesen Grundsätzen hat die Reichsstudentenführung eine Dorstudienausbildung geschaffen, die zugleich im Auftrage des Reichserzrehungsministers durchgeführt wird. Sie ist eine dauernde politische Einrichtung. Der Name „Langemarck-Studium" mahnt an die Toten von Langemarck, die einst starben für ein neues Reich der Ehre, der Gerechtigkeit, für den deutschen Sozialismus. Das deutsche Stu- dententum will als Erbe dieses Geistes einer Auslese von jungen Arbeitern und Bauern den Weg zur höchsten Bildungsstätte ermöglichen. Zugleich tritt die Dorstudienausbildung der drohenden Gefahr des Nachwuchsmangels wirksam entgegen. Es ist eine nüchterne Tatsache, daß der akademische Nachwuchs fast aller Berufsrichtungen aus dem normalen Zugang über die höhere Schule nach den eben aufgestellten Grundsätzen nicht gedeckt werden kann. Deshalb ist es wichtig, daß heute die Möglichkeit entsteht, etwas wieder gut zu machen, was einst zum Schaden Deutschlands verhindert bzw. von einer unfähigen Führung nicht als notwendig erkannt wurde. Wenn ich heute nicht nur als Ober- prüsident, sondern auch als Stabschef der SA. zu Ihnen spreche, dann muß ich auch darauf Hinweisen, daß es die Sturmabteilungen des Führers waren, in denen erstmals noch in der Zeit deutscher Zerrissenheit die deutschen Menschen, ganz gleichgültig ob sie Arbeiter der Stirn oder der Faust waren, zusammengeführt worden sind und in den braunen Bataillonen für das gleiche Ziel marschierten. In der SA. ist die nationalsozialistische Volksgemeinschaft zum erstenmal Wirklichkeit geworden, und durch die SA. ist die Idee der Einheit des Blutes in das deutsche Volk hinausgetragen worden. Wir wollen und dürfen nie vergessen, daß diebreite Masse des VolkesdasKraft- feld der Nation ist, aus dem sich die Führung des Volkes immer wieder ergänzen muß. Es darf da keine irgendwie gearteten Rücksichtnahmen ober Protektionen geben. Zur Führung darf immer nur Leistung berechtigen. Reichsstudenlenführer ^Oberführer Dr. Scheel sagte: Wohl kaum eine Tatsache vermag den ungeheuren Wandel unseres völkischen Lebens schlagartiger zu beleuchten als die, daß den 7 Millionen Arbeitslosen des Jahres 1932 etwa 1 Million fehlender Arbeitskräfte im Jahre 1938 gegenüberstehen. Während damals beste Fähigkeiten brachlagen, erleben wir heute eine wahre Jagd nach Arbeits- kräften. Mit dieser Entwicklung ist auch die Betz a b t e n so r d e r u n g in ein neues, und zwar in ihr entscheidendes Stadium eingetreten. Weil das liberale Büraertum das Volk in „Gebildete" und „Ungebildete' schied, dabei allein den sogenannten Akademiker als gebildet ansah, mußte jeder studieren, der zu diesen gebildeten Herren gezählt werden und somit als etwas Besseres gelten' wollte. Dieser Unsinn einer standesmäßigen Rangordnung, deren eigentlich realer Angelpunkt im väterlichen Geldbeutel bestand, führte zu einer verheerenden Fehl- Leitung von Begabten oder angeblich Begabten in die akademischen Berufe: Wir besaßen in der Vorkriegszeit z u w e n i g q u a l i f i z i e r t e F a ch- Arbeiter, tüchtige Werkmeister und selbststän- ditze Handwerker, im ganzen zu wenig unstudierte Könner und zu viel akademische Nichtskönner. Der Nationalsozialismus hat diesen verlogenen Bildungsdünkel gestürzt und an die Stelle der Rangordnung der Klassen und Berufe die W e r t • ordnung Der Leistung und Haltung gesetzt. Deshalb kann es sich heute nicht darum handeln, einen .Llufstieg der Begabten" zu fördern, sondern einzig und allein jeden Begabten an den richtigen Arbeitsplatz zu setzen, wo er für sein Volk eine Höchstleistung vollbringen kann. Hier im Langemarck-Studium haben wir zum erstenmal den Gedanken einer nationalsozialisti- schen.A uslese für die Hochschule konsequent durchgeführt. Wer die Männer unserer Lehrgänge ansieht, der weiß, daß mit ihnen das Gesicht unserer Hochschule sich entscheidend wandeln wird. Wir glauben: Hier erfüllt sich eine Grundforderung der Bewegung, hier zieht zum ersten Male in der deutschen Geschichte das deutsche Mrbeit ertum in die höchsten Bildungsstätten der Nation ein. Wir wollen diese jungen Männer zu beruflichen Könnern und bewußten Kämpfern der Bewegung erziehen, die niemals vergessen werden, daß sie als Glieder des deutschen Ar- beitertums hier stehen und deshalb alles Können und Wißen nur für dieses große schaffende Deutschland einzusetzen haben: Sie sind Arbeiter und werden Arbeiter bleiben und damit den Typ des Akademikers von gestern endgültig überwinden helfen. Es ist nicht einzusehen, warum die großartige Berufsplanung und Berufslenkung, die heute überall durchgeführt wird, für die Hochschule nicht gültig Zufall überlassen bleiben, oder wenn das Studium besonders teuer ist, nur den Söhnen wohlhabender Eltern offen stehen. Ich habe deshalb dafür gesorgt, daß durch eine großzügige Berufsberatung auf den höheren Schulen eine entsprechende B e - rufserziehuntz während des Studiums und eine anschließende Berufslenkung jeder zu einem Studium geeignete junge Mann auch tatsächlich an den richtigen Arbeitsplatz gebracht wird. JJ" 9. Dez. (DNB.) Im Beethoven. | fein soll. Die Wahl des Studiums darf nicht dem ^aal Der Stadthalle wurde das Langemarck-Stu. * *- - - - • Dium, Lehrgang Hannover der Technischen Hochschule, eröffnet. Dr. Gmelin, Leiter des Lange- marck-^studiums, betonte, nach Heidelberg, Königs» &er9 uud Stuttgart stehe man heute bereits vor bem Beginn des 4. Lehrganges. Jugoslawien wählt. Die Stellung der Regierung 6tojabino- witsch für die am Sonntag stattfindenden Wah- len zur Skupschtina ist denkbar günstig. Abgesehen davon, daß die reiche und sehr gute Ernte die Be- völkerung gerade für die Wahlzeit in eine sehr aufgeschlossene Stimmung versetzt hat, hat es die Regierung, die nunmehr im vierten Jahr amtiert, gegenüber Der Opposition insofern sehr leicht, als sie lediglich die praktischen Erfolge des Kabinetts Stojadmowitsch aufzuzählen braucht. Der stärkste ihrer Trumpfe liegt zweifellos in der Tatsache, daß Stojadinowitsch entgegen den unablässigen Versuchen der Opposition für keinerlei Unterstützung der tschechischen Katastrophenpolitik unter Benesch zu haben war und so sein Land gegebenenfalls * vor sehr ernsten Verwicklungen bewahrt hat. Für die Regierung Stojadmowitsch kämpfen bei den Wahlen am Sonntag die Partei des Ministerpräsidenten, »jugoslawisch Radikale Gemeinschaft", die zahlenmäßig stärkste Partei, ferner bie „ I ugoslawische Volkspartei", die Radikalsozialisten und die Landwirte- ferner werden die Wähler der 700000 Köpfe zäh-' lenden deutschen Volksgruppe wie bereits vor drei Jahren für die Regierung stimmen. Die Opposition besteht aus den kroatischen foberalistiscken Bauern unter Führung Matscheks, ferner der „Jugoslawischen Nationalpartei" unter den früheren Ministerpräsidenten Zivko witsch und Je flitsch und schließlich den „ F a s ch i st e n " unter LjotUsch. Die Opposition, die über keinerlei nennenswerte Wahlparole verfügt, ist zudem in sich uneins. Jugoslawien, feit dem Anschluß Oesterreichs unser sud- osülcher Nachbar, steht schon seit Beginn der Regierung Stojadinowltsch in freundschaftlichen Bezie- Hungen zu Deutschland. Die achte panamerikanische Konferenz eröffnet. Lima, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) In An. Wesenheit der Spitzen Der Behörden von Peru, Des diplomatischen Korps, Darunter Des deutschen Gesandten, sowie Der Delegation von 21 Staaten fanD am Freitagabend im Saal Des Kongreßgebäudes die feierliche Eröffnung Der achten paname« rikanischen Konferenz durch Den Präsiden- len von Peru, General Benavides, statt. Er gab einen Rückblick über die Entwicklung Der füD« amerikanischen Staaten zu politischer unD nationaler Selbständigkeit. Peru fei dabei stets einer der Hauptträger des Gedankens der friedllchen Solidarität Der amerikanischen Staaten gewesen. Diese moralische Einheit fei Das höchste Gut Amerikas, das stark fein wolle, um geachtet zu fein. Dieser entschlossene Wille, so führte Benavides, offensichtlich an Die Adresse Roosevelts gerichtet, weiter aus, dürfte aber weder politisch und wirtschaftlich noch geistig zu einem kontinentalen Imperialismus füh. ren. Der Präsident schloß mit Der Aufforderung, alle Krittle daranzusetzen, diese Einheit ganz unter der Wahrung der Souveränität jedes Landes und unter Gestaltung eines erfolgreichen Systems Der internationalen Verträge noch enger zu gestalten. Die Welt könne ohne Furcht den Entschlüßen des Kon- greffes entgegensehen. Amerikas Aufgabe fei Die Wahrung, nicht Die Scheidung gemeinsamer Interessen. Mit besonderem Interesse sieht man Der Vollsitzung entgegen, auf Der Der argentinische Außenminister Cantilo und Der nordamerikanische Staatssekretär Hüll sprechen werden. Hinter den Kulissen sind die beiden Gegenpole Argentinien und USA. schon jetzt eifrig bemüht, durch Fühlungnahme mit den einzelnen Abordnungen Gefolgschaft für ihre Auffassung in den entscheidenden Fragen zu gewinnen Angesichts Der unbestreitbaren Sympathie, deren sich der araentinische Außenminister bei der Mehrzahl seiner lateinamerikanischen Kollegen erfreut, sind die Nordamerikaner, die schon während ihrer Schiffsreise in den einzelnen Staaten ihre Propagandakünste spielen ließen, fieberhaft um die Erweiterung ihres Einflusses bemüht. So wird bekannt, daß Kuba von den Vereinigten Staaten 50 Millionen Dollar erhalten soll, wovon bezeichnenderweise ein erheblicher Teil für die Schaffung eines Flugstützpunktes verwendet werden soll. Lösung Der belgischen Regierungskrise. Spaak bleibt im Amt. Brüssel, 10. Dez. (Europapreß.) Die Regierungskrise in Belgien hat eine Lösung gefunden. Die Regierung Spaak bleibt im Amt. Der Ministerpräsident erklärte Der Presse, Die Regierung besitze Das Vertrauen Des Königs, des Parlaments und des Landes. Sie werde deshalb im Amte bleiben. Wie erinnerlich, hatte Spaak in Der Hauptsache deshalb die Absicht, zurückzutreten, weil er und feine so- zialisttschen Ministerkollegen mit Dem Wunsch, die Beziehungen zum nationalen Spanien auszuneh- men, auf erbitterten Widerstand innerhalb Der Reihen ihrer eigenen Partei gestoßen waren. Spaak erklärte, daß ein Rücktritt Der Regierung Das Land in eine Krise stürzen müsse, Die besonders vom finanziellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus verderbenbringend fein würde. — In politischen Kreisen erklärte man, Die Verhandlungen -wischen der belgischen Regierung und Burgos we- gen der Entsendung eines belgischen Vertreters nach Nationalspanien seien bereits weit gediehen. (Souleifer (Sprenger spricht in der Frankfurter Universität. NSG. Die ZohannDolfgangGoethe-llviversität in Frankfurt cl M. veranstaltet im Wintersemester 1938/39 eine aktuelle Vortragsreihe über „Das Iudentum“. Es werden insgesamt vier öffentliche Vorträge von maßgebenden Sachkennern gehalten. Der erste Vortrag findet am IHoniag, dem 12. Dezember 1938, um 20.15 Uhr, in der Aula der Frankfurter Universität statt. Es spricht Gauleiter und Reichs st atthalter Sprenger über das Thema: „Der Jude als ewiger Zerstörer des völkischen Gedankens". Der Eintritt zu diesen Vorträgen ist frei. Zwei neue RGB.-Heime im Gau Heffen-Raffou. NSG. Am Freitag weihte Gauleiter Sprenger ein Säuglings- und ein Kinderheim in Gelnhausen und ein Heim f ü r werdende Mütter im Biebergrund bei Gelnhausen, Das erste Heim Dieser A-rt im gesamten Reichsgebiet. Der Leiter der NS.-Volkswohlfahrt Gau Hessen- Nassau, Gauamtsleiter Haug, sagte, das neue Heim werde eine vorbildliche Stätte zur Betreuung der Heranwachsenden Jugend werden. Die NSV. werde in Den nächsten Jahren schrittweise die notwendigen Heime für Kleinkinder und werdende Mütter errichten. Der Anfang sei in Gelnhausen gemacht worden. Ein zweites Säuglings- und Klein- kinderheim werde noch in den nächsten Wochen fertiggeftellt Der Gauleiter gab feiner Freude Darüber AusDruck, Daß er ein so schönes Heim weihen Dürfe. Dem Hilfswerk „Mutter und Kind" werde die NSV. ihre besondere Aufmerksamkeit schenken, denn nur eine gesunde Jugend garantiere eine gesunde Zukunft. Alle Aufbauarbeit wäre umsonst, wenn Die Erhaltung Des Volkes gefährdet sei. Nichts könne für die Vermehrung Der Kinderzahl zu viel getan werden. Das Heim für werdende Mutter bezeichnete Gauleiter Sprenger als ein Musterbeispiel Der Arbeit Der NSV. und des WHW. Während früher die NSV. hungernden Menschen hätte helfen müssen, seien heute durch Das Aufbauwerk des Führers die Mittel für ihre ureigensten Aufgaben freigeworden. Das Gebäude, das in feiner Schönheit im Rahmen Der herrlichen Spesfartlandschast einzigartig sei, sei vorbildlich und müsse im Gau viel Nachahmung finden. Jeder Volksgenosse müsse sich in den Dienst des Volkes stellen. Das sei Sozialismus, durch den heute schon unser Volk ein Volk der Kameradschaft geworden sei. Aus aller Welt. Wiedereinführung der Eisenbahnpioniertruppe. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Im November d. I. ist die Inspektion Der Eisenbahnpioniere aufgestellt worden. Die Eisenbahnpioniertruppe war 20 Jahre durch Versailles zerschlagen. 1871 auf Die Forderung des damaligen Generalstabschefs Gene- ralfeldmarschall Graf von Moltke, hin geschaffen, hatte sich die Eisenbahnpioniertruppe Des alten Heeres bis zum Kriegsausbruch auf zwei Brigaden vermehrt. Die Truppe genoß nicht nur technisch, sondern auch soldatisch hohes Ansehen. In den Kolonialkriegen und in O st a s i e n hat sie kämpferisch und technisch ihren Mann gestanden. Die Leistungen im Weltkriege hat Generalfeldmar- schall von Hindenburg „als hervorragend" bezeichnet. 152 Offiziere sowie 3138 Unteroffiziere und Mannschaften, über Dreiviertel des Friedensstandes, haben ihre Soldatentreue mit dem Tode besiegelt. Straßenwetterdienst der Straßen'mspektion. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Rei.chsautobah- n e n: Schnee« uno eisfrei. Allgemeines Straßennetz: tm Flachlands schnee- und eisfrei; nur üt den höheren Lagen von Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Steiermark und teilweise auch im süd« lichen Schwarzwald festgefrorene Schneedecke oder Glatteis. Straßen sind oder werden gestreut. Für diese Gebiete Schneeketten erforderlich. Die Groß- glockner-Hochalpenstraße ist von Ferletten bis Hochtor unpassierbar. Auf Der Reichsstraße 4 im Harz zwischen Harzburg unD Braunlage ist Der Verkehr wegen Schneematsch bis auf weiteres unmöglich. Sonstiger Straßenverkehr überall unbehindert. 49 Grad Kälte in Sibirien. In Werschojansk, das im Nordosten Sibiriens liegt und als der kälteste Punkt der Erde gitt, wurden in diesen Tagen 49 Grad Kälte gemessen. Das Dürfte die tiefste Temperatur sein, die in dieser Jahreszeit in Nordsibirien verzeichnet wurde. kommunistischer Wordbube ;um Tode verurteilt. Das Berliner Schwurgericht verurtellte den acht- undzwanzig Jahre alten Otto Schröder entsprechend Dem Antrag des Staatsanwaltes wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Landfrie- densbruch als Rädelsführer zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Schröder, ein früherer Funktionär des Kommunistischen FrontkämpferbunDes, hatte am 30. Juni 1931 an einer kommunistischen Demonstration teil» genommen und bei dieser Gelegenheit Den Polizei- oberwachtmeister Emil K u h f e'l D, Der als Führer eines Ueberfallkommandos die verbotene Demonstration auflösen wollte, hinterrücks erschossen. In Der Verhandlung bestritt der kommunistische Mord- schütze, Den tödlichen Schuß auf den Polizeibeamten abgegeben zu haben, wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überführt. jüdischer Riefenschwindel aufgeflogen. Einigen Beamten der Tschecho-slowakischen Nationalbank ist es gelungen, ein groß angelegtes jüdisches Schwindelgeschäft aufzudecken. Durch die Vermitllungen eines Praaer Rechtsanwalts ist der Nationalbank ein Gesuch einiger jüdischer Geschäftsleute in Prag zugeleitet worden, worin sie um Ausfuhrbewilligung von Waren im Werte von 10 Millionen Tschechenkronen baten. Die Nationalbank ließ Nachforschungen anstellen, worauf sich ergab, daß die Waren einen Wert von mindestens 40 Millionen Tschechenkronen hatten. Die jüdischen Gauner wollten sich Die Differenz von rund 30 Millionen später im AuslanDe auszahlen lasten. Die Hauptrolle bei diesem Schwindelgeschäft spielte ein gewisser Aronowitsch aufs Tel Aviv, der als Ausländer das Geschäft mit feinem Namen decken wollte. Raubüberfall auf ein siebenbürgisches Pfarrhaus. In Der Gemeinde Gatalya in Siebenbürgen wurde in einer der letzten Nächte ein Raubmord verübt. Drei vermummte Räuber drangen in Die Wohnung eines ungarischen Pastors ein und versetzten ihm und seiner Frau zahlreiche Mesterstiche. Dann plünDerten sie Das Haus. Während Der Pastor mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft werden mußte, erlag seine Frau den erlittenen Verletzungen. Die Drei Verbrecher konnten kurz nach Der Tat festgenommen werden. IBdfer bericht Zum erstenmal in diesem Winter hat sich auf Der europäischen Hochebene ein westliches Hochdruckgebiet gebildet, bas für diese starke Frostzunahme bedeutet. Gleichzeitig verhütet es auch ein tieferes Eindringen der Atlantikwirbel auf dem Festland, so Daß Diese vorerst keinen stärkeren Einfluß aus unser Wetter gewinnen werden. Eine leichte Unbeständigkeit bleibt Dagegen erhalten. Vorhersage für Sonntag: Morgens vielfach Dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd und nur geringe Niederschlagsneigung. Temperaturen bis in Gefrierpunktnähe absinkenD. Mittags ziemlich mlld. Winde aus meist süDlichen Richtungen. Lufttemperaturen am 9. Dezember: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 3 Grad: am 10. Dezember: morgens 0,7 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum heute nacht 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Dezember: abends 3,4 Grad; am 10. Dezember: morgens 2,9 Grad. Wintersport-Wetterbericht. Rhön. Wasserkuppe: Bedeckt, 0 Grad, Gesamtschneehöhe 8 cm, verharscht; Schi und Rodel in Den Waldschneisen gut. Taunus: Keine Sportmöglichkeiten. In Den Mittelgebirgen ist über Tag mit Tauwetter zu rechnen. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, 6 Grad, Gesamtschneehöhe 10 cm, verharscht; Schi und Rodel mäßig. Alpen. Oberstdorf: Bewölkt. 2 Grad, Gesamt« schneehöhe 5 cm, verharscht; Schi und Rodel stellenweise. — Schneefernerhaus: Bewölkt, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 90 cm, verharscht, Pulverschnee; Schi und Rodel sehr gut. — Predigtstuhl: Wolkig, 7 Grad, Gesamtschneehöhe 34 cm, Pulverschnee; Schi und Rodel mäßig. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für Die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R-Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 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Als untere Großväter im 70er-Krieg standen, haben sie sich wohl den Kops zerbrochen, warum denn die Franzosen jene schönen leuchtenden roten Hosen trugen. Eine elegante französische modische Idee konnte es doch nicht sein. Und militärisch gesehen, war es ein schlechter Einfall Warum aber Napoleon III. seine Soldaten in rote Hosen steckte, hatte einen besonderen wirtschaftlichen Grund. Er wollte einfach Reklame machen für die in Frankreich blühende Krapp-Industrie, die aus der Wurzel der Krapp-Pflanze das schöne Krapprot gewann. Aber diese bedeutsame Krappkultur wurde mit einem Schlag vernichtet, als es in dem deutschen Forscherlaboratorium des großen Altmeisters Adolf Baeyer gelang, die Natur zu besiegen und aus einem Kohlenwasserstoff des Steinkohlenteers, aus dem Anthracen, künstlich jenen schönen Farbstoff Alizarin herzuftellen. Es war im Jahre 1868, als der Kekule-Schüler und spätere Nachfolger des großen Liebig an der Münchener Universität, Adolf Baeyer, aus dessen Laboratorium außer einer Anzahl von Führern der deutschen Industrie ein bedeutender Teil deutscher und ausländischer Hochschullehrer hervorging, zu seinen widerstrebenden Assistenten folgenden historisch bedeutsamen Satz sagte: „Graebe, Sie sind mein Assistent, ich befehle Ihnen Alizarin über Zinkstaub zu destillieren." Graebe führte den Befehl seines Meisters aus und es gelang ihm in Verbindung mit Lieberman auf diesem Wege das Alizarin des Krapps zum Anthracen abzubauen und umgekehrt aus diesem Kohlenwasserstoff des Teers in einer Synthese künstlich Alizarin zu gewinnen. Es war ein Jahr darauf, 1869, noch sehr die Frage, ob sich die Synthese des Alizarin fabrikatorisch verwerten ließe. Die Höchster Farbwerke und die Badische Anilin- und Sodafabrik begannen die Versuche einer rentablen fabrikatorischen Herstellung. Praktisch waren die Ludwigshafener Chemiker, bei denen der Erfinder selbst arbeitete, eher am Ziel. Denn es gelang ihrem Führer Dr. Caro — übrigens genau einen Tag vor dem Engländer P e r k i n , der ebenfalls eine Fabrikationsmethode ausgearbeitet hatte — das wichtige englische Patent zu erhalten. Das war am 25. 6.1869. Warum aber diese so bahnbrechende Erfindung in ihrem Heimatland kein Patent erhielt, war charakteristisch für die damalige Rückständigkeit des deutschen Patentwesens. Es war noch so zersplittert wie das arme Deutschland überhaupt. Es bot einer Industrie, die anstieg, um die Welt zu erobern, keinen genügenden Schutz. Die erste in der technischen Verwendung zu teure Methode von Graebe und Liebermann wurde in Preußen am 23. März 1869 patentiert. Aber von der technischen Deputation des Preußischen Handelsministeriums wurde das technisch günstige Verfahren der Badischen Anilin abgelehnt. Vielleicht aber war in dieser Philosophie beschlossen, daß sich nunmehr die verschiedenen Farbenfabriken auf Grund ihrer Bemühungen, Alizarin zu fabrizieren, in wissenschaftlicher und fabrikatorischer Hinsicht besser entwickeln konnten. Auf die erste Begeisterung für die schönen Anilin-Farben war ja inzwischen ein gewisser Rückschlag erfolgt. Es hatte sich gezeigt, daß fast alle damals bekannten Ersatz- farben eine nicht allzu hohe Lichtbeständigkeit besaßen. Man wollte zu den Naturfarben zurück. Deshalb war es für die junge Industrie von größtem Wert, daß die Fabrikation des Alizarin, die künstliche Schöpfung des allerechtesten der natürlichen Farbstoffe gelang. 1870 verkaufte die Badische Anilin das erste Alizarin. Im historischen Januar 1871 war die Fabrikation in vollem Gange. Sie betrug in diesem Jahre zirka 15 000 kg, 1872 schon 50 0Ö0, 1873 schon 100000, 18,77 schon 750 000 kg. Damit war der frühere Weltbedarf an Krapp Überboten. 1902 fabrizierte man fast 2 Millionen kg der hundertprozentigen Farbstoffes. Vier Fünftel von dieser Produktion entfielen auf Deutschland. Allmählich schwand das Vorurteil gegen den „Ersatzstoff". Es stellte sich heraus, daß er billiger und besser war als der natürliche Farbstoff. Um die Jahrhundertwende schon konnte Dr. von B r u n ck , das damalige Vorstandsmitglied der Badischen Anilin, dem Deutschen Museum in München einen „T e e r f a r b e n st a m m b a u m" schenken, der die wichtigsten Teerfarbstoffe enthielt. Etwa 270 an der Zahl. Man zauberte sie aus dem Benzol, Naphtalin und Anthracen des Teers hervor. Mit den Farben begann es. Der erste große Sieg einer industriellen Synthese war das Alizarin. Am Beispiel der Farben hatte sich die Uebertragung der wissenschaftlichen Methoden, planmäßig zu erkennen, zu analysieren und zusammenzusetzen in die technische Fabrikation entwickelt. Immer gingen die Forscher voran, ihnen folgten die Chemiker in den Laboratorien der Fabriken, die Ingenieure, Orga- nisatoren und Kaufleute. Sie alle zusammen entwickelten auf der Basis des Teers eine ganze Reihe von Körpern, die als Ausgangsmaterial für die Fabrikation von Farben, Riech- und Süßstoffen, rückbesannen im ersten Jahre des Weltkrieges uni) unter Ausnutzung der historischen Situation ihrs chemische Industrie reformieren und über die deutsche hinaus entwickeln wollten, hielt der Sohn des alten Forschers und Industriellen P e r k i n Dor Fachkreisen eine Rede. Er sagte — und dies gilt wohl auch für die Entwicklung in Frankreich — „Die Vernachlässigung wissenschaftlicher Forschung war der Grund, weshalb der Farbstoffhandel, obwohl er von England seinen Ausgang genommen hatte, allmählich durch den deutschen Wettbewerb verdrängt wurde." Das hatte schon das Beispiel der Alizarin-Fabrikation bewiesen. Es mar wohl den Deutschen eigentümlich, ihre Fähigkeit für forscherische Leistung technijch umzusetzen und in industrielle Werte zu verwandeln. Es bestand aber für die Deutschen auch dazu die harte Notwendigkeit, durch künstliche Mittel zu schaffen, was ihnen dis Natur nicht bot. H. Sch—r. 8000 Rufstellen des NEKK.-VerkehrshilfsdiensteS. In Königswusterhausen verkündete Korpsführer Reichsleiter Hühnlein die Aufstellung des NSKK- Verkehrshilfsdienstes, der sich über das gesamte Straßennetz des Reiches erstrecken wird. Zunächst sind 8000 Rufstellen vorgesehen. Unser Bild zeigt das neue Schild der Rufstellen des NSKK.-Verkehrs* Hilfsdienstes. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Schaukelpferd. Von Anion Schnack. Wenn ich mich des herrlichen Schaukelpferdes erinnere, das bei Herbstbeginn verschwand und ich wußte nicht wohin, in den himmlischen Pferdestall zu Knecht Ruprecht, saaten sie, und es käme an Weihnachten wieder durch das große Haustor gestampft, fügten sie weiter, weil ich, Tränen in den Augen und Ungeduld in dem ganzen Wesen, in jeder Ecke und in allen Winkeln des Speichers suchte und es nicht fand, ja, wenn ich mich noch dieses hölzernen Pfer- oes erinnere, so erinnere ich mich auch gleichzeitig eines wunderlichen Betruges, eines Betruges durch Sparsamkeit, der während einiger Weihnachtsfeste an meiner kindlichen und tiefen Gläubigkeit verübt wurde. Dieses Schaukelpferd war ein schönes, langgestrecktes Holztier, schimmelweiß mit schwarzen Punkten, stolz und bogig stieg der Schweis empor und wedelte auf und nieder, wenn ich im Sattel saß und dahinzusprengen vermeinte, Meile um Meile, Stunde um Stunde, immer weiter und weiter und immer schneller und schneller. Bei solchen beglückenden Ritten glaubte ich einen edlen Weihnachtsaraberhengst unter den Schenkeln zu haben, dessen klirrendes Messinggeschirr der kindlichen Einbildungskraft Gold sagenhafter afrikanischer Länder oder Engelsgold aus den bestrahlten Abendwolken war. Gut und schnell ritt es sich airf dem richtig gezäumten und schön geputzten Hengst durch die reichen und farbigen Fluren der Weihnachtslandschaft. Das Tier hatte die wulstigen Pferdelippen ein wenig zurückgeschoben und zeigte einen Rand rosanen Fleisches, was außerordentlich angestrengt urtb wild aussah. Das Weiß der Zähne blitzte grimmig und kühn hindurch: kein Wunder, ich riß ununterbrochen am Zaumzeug, da ich große Eile hatte auch war der Gaul ausgeruht und fest im Fleisch und in den himmlischen Ställen gut herausgefuttert, wie mir die liebenswürdigen Betrüger eingeredet und vorgeschwindelt hatten Unter den neugemalten und starken Hufeisen erzitterte der von Tannk.n- nadeln bestreute Boden, als rollte em Erdbeben darunter hin, die Luft sauste mir scharf um die Ohren, es ging Hügel hinauf und Hügel hinunter, und der Donner der Bleisoldatenschlacht rückte näher und näher. Ohne mich, den General und Marschall auf dem Pferde, konnte von den bedrängten Truppen der dritten Bleisoldatenarmee kein Erfolg erzielt werden. Die gezackten Sporen bohrten sich deshalb stachelnd und antreibend in die aufgeschürften Weichen, die Zügel hatten meine kleine Faust straff und knapp in der Hand, weil der Gaul vor Schmerz und Tatendrang hoch aufstieg und den Reiter über den gesträubten Kopf abzuwerfen drohte. Das alles ging unter riesigem Lärm, unter Hüh und Hott, Geschrei und dumpfem Kanonendonner aus einer Holunderbüchse vor sich, die der nachbarliche Spielgenosse bediente. Kein Wunder, daß der ein Stockwerk tiefer im Lehnstuhl schlafende Bäckermeister Anton Meier, von nächtlicher Arbeit erschöpft, aufwachte, voll Zorn und Wut über meine stürmische Reiterei einen umgedrehten Besen ergriff und an die Decke hämmerte, bis ihm der verräucherte Kalk in die wütenden und halbgeschlossenen Augen fiel. Aber, da ich den gezogenen Säbel in der Rechten schwang, ging mir der Mut nicht aus, und ich nahm keine Notiz von den Ausbrüchen einer mehlbestäubten Zioilistenseele: denn ich war ein General und Feldmarschall, und außerdem saß ich auf einem heißblütigen, von Geheimnissen umwitterten Pferd, und er nur in einem fchon durchgerutschten und verächtlichen Lehnstuhl. Wenn ich mich dieses verschwommenen und weit entfernten Kinderglücks erinnere, so ist es nicht allein deswegen, um ein bißchen Farbigkeit abzumalen und Bubenseligkeit zu schildern, sondern vielmehr, um auf die Ungeschicklichkeit von Erwachsenen und Eltern hinzuweisen. Der gescheckte hölzerne Gaul war ein üppiger und großer Gegenstand, der in der damaligen Zeit schönes Geld kostete, er wurde deswegen ein Geschenk, das ich immer wieder geschenkt bekam. Ich kann heute noch feststellen, daß es vier Jahre lang so war: in den Herbstwochen verschwand über Nacht der etwas mitgenommene und von vielen Ritten beschmutzte Gaul aus der Spielecke, ohne daß ich es unmittelbar bemerkt hätte: und wenn ich dann Nachforschungen anstellte, so erzählte man mir wichtig und geheimnistuerisch, der wilde Jäger sei jüngst in einer stürmischen Novembernacht Doriibergefprengt und hätte den Scheck mitgenommen ober der Holzgaul sei mit einem Wiehern zum Tore hinausgesprenat. märe die Gasse hinunterge- klappert und hätte Den Weg über die Detteldocher Weinberge hinweg geradeaus in den Himmel eingeschlagen. Das waren für mich geheimnisvolle und ganz unheimliche Vorgänge, die ich als Tatsachen hinnahm und an deren spukhafter Herrlichkeit 'ch nicht zu rütteln wagte. Warum sollte das auch nicht möglich fein? Erstens war es ja mein Gaul, dem konnte so etwas geschehen, und zweitens lebte und träumte ich in einem Alter, das, fern von der Schulweisheit, noch an Wunder wie an Selbstverständlichkeiten glaubte, und das noch fein einschränkendes Maß, sondern eine unbeschränkte Uferlosig- keit der Möglichkeiten und der Vorstellungen mit sich herumtrüg. • re,„ Ich habe mir auch aus der spateren Aufklärung durchaus nichts gemacht, sondern sie nur mit Unbehagen und Widerwillen ausgenommen, zumal sie mit einem altmodisch leisen Unterton spöttischen Mitleids erteilt wurde. Diese Aufklärung wollte mich überzeugen, daß mein Schaukelpferd weder im Sturmzug des wilden Jägers noch in der himmlischen Reitschule gewesen sei, sondern einfach beim Schreiner Herold in der Maingasse, der das fehlende Fußstück ersetzt habe und den Gaul neu hergerichtet und gestrichen hätte; oder sie erzählten, daß er im anderen Jahre beim Sattler wochenlang gestanden hätte, weil dem Pferd ein neuer Sattel aufgeschnallt oder ein neuer Schwanz eingesetzt werden mußte. Deswegen sei mein Schaukelpferd immer einige Wochen vor Weihnachten verschwunden, um frisch gestrichen, neu geschwänzt und ausgebessert zu werden. Diese Aufklärung hat mich lange Zeit gewurmt und gegrämt, da ich gerne wunderbaren Dingen und Begebenheiten anhänge. Für mich war es feststehend: mein Pferd hatte der wilde Jäger geritten oder ein Himmelshusar in der Wolkenreitschule dem heiligen Nikolaus in allen Gangarten vorgeführt. Glas aus dem Doaelsbero. Der Direktor des Frankfurter Stadtgeschichtlichen Museums, Dr Gras zu Solms - Laubach, unterbreitete aus einer wissenschaftlichen Sitzung des Vereins für Gefchichts- und Landeskunde die ersten Forschungsergebnisse über das bisher unbekannt gebliebene Gebiet der Vogelsberger Glasmacherkunst. Graf zu Solms-Laudach hat sich mit feinen Arbeiten in ein kunstgeschichtliches Neuland begeben Aus ihm entsteht jetzt ein Abschnitt deutscher kunsthandwerklicher Tätigkeit, der sich glanzvoll neben der Blütezeit Der klassischen Glaswerkstätten in Böhmen und Italien behaupten kann. Gläser mtt edlen Formen, Flaschen und Pokale von einer Schönheit, Die Den mittelalterlichen Glaswaren ihren besonderen Reiz gibt, Tier- bilder in phantasiereicher Gestaltung und fein- geschnittene Arbeiten mit kräftigem Steinschmuck in Museen, privaten Sammlungen und Bauernstuben des west- und südwestdeutschen Kulturraumes zählte man bisher, wenn ihre Herkunft nicht gesichert war, zu den böhmischen Gläsern. Graf zu Solms-Laubach hat nun nach mühevollen Bodengrabungen, Untersuchungen tausender von Scherben und archivalischen Forschungen festgestellt, daß vom 16. bis 18 Jahrhundert bei Laubach und Breiden- born die Kunst der Glasherstellung in mehreren Hütten von herumziehenden Glasmachern ausgeübt wurde. Der Forscher überraschte mit der Mitteilung, daß Gläser, Krüge und Geschirre in Millionen von Exemplaren zum Teil als böhmische Ware auf den Markt kamen.. Im Jahre 1607 erscheint Die erste Urkunde über eine Vogelsberger Glashütte. Aus ihrer Abrechnung ist zu ersehen, daß die Hütte in den ersten zwölf Monaten bereits 55 000 Römergläser, 27 000 Biergläser und 40 000 Scheiben hergestellt hat. Die Glasmacher brachten es bald zu einer Jahresproduktton von einer halben Million Römergläfer. Diese, erst in den jüngst aufgefundenen Urkunden, angegebenen Zahlen geben der frühen Vogelsberger Glasindustrie eine Bedeutung, die die deutsche Glas- macherei in einem neuen Licht erscheinen läßt. Aus den in den Archiven aufgefundenen Rechnungen und Verträgen wird weiter ersichtlich, daß die am Rhein, in Belgien, Holland und England als böhmische Gläser sehr geschätzte Ware aus dem Vogelsberg stammt. Für manches Museumsstück wird in Zukunft eine andere Herkunftsbezeichnung notwendig fein. Reichgefchnittene Gläser, formschön gebaute Modelle in roten und grünen Farben aus dem Vogelsberg bestehen den Vergleich mit Arbeiten gleicher Art aus Böhmen und Italien. Die Meister aus dem Vogelsberg verstanden es wie die Glasmacher an Den klassischen Stätten Der Glaskunst, Die Zweckform mit der Kunstform zu verbinden. Die Erforschung der Geschichte des Vogelsberger Glases hat begonnen. Völlig unbekannt ist noch das Gebiet des Taunusglases. Auch für den Taunus werden die Forschungen ausgenommen Die Geschichte Der Glasmacherei in Diesen beiden Landschaften kann jedoch nicht geschrieben werden ohne Berücksichttgung auch der Arbeit in den Hütten des Spessarts und der Rhön. Lpd. Zeitschriften — „Der Bergsteiger", Monatsschrift des Deutschen Alpenvereins, Alpenoerlag F. Bruckmann & Holzhausen, Münck-en Wien. Einzelheft RM. 0,60. Aus dem Inhalt des Novemberheftes nennen wir Die Aufsätze Befreites Sudetenland, von Rudolf Kaufchka. mit einer Farbtafel und zahlreichen Lichtbildern: Ruwenzorifahrt, von Eugen Eisenmann, mtt vielen Lichtbildern von der Expedition, Zweimal Lyskamm, von Martin Brundobler, mit Lichtbildern: Nevado de Sumapaz, von Dr. Walter Hellmjch, mit Aufnahmen des Verfassers: interessante Abhandlungen über Die Kleintierwelt Der Berge, von Dr. Gustav Renker und Karl Dopf: einen Aufsatz Die Brüder Schlagintweit, von Dr. E Rothe, mit Bildern aus der Graphischen Sammlung, München: Gletscherhorn Nordwand, zweite Begehung, von Otto Eidenschink, mit Bildern: Erzählungen, Gedichte und „Bergsteiger-Allerlei" sowie Bilder von Ernst Haider und Hugo Hodiener. Aus bet Stad« Sieben Bücher vom Großen Kriege. Umschau im Paradies „Mutti, dürfen mir?" fragt Irene aufgeregt, wahrend sie in dar Mittagsstunde beim Aufwaschen hilft. Die Mutti stellt die abgefpülten Teller vor- sichtig auf den Tisch und zögert mit ihrer Antwort, obwohl sie ganz genau weiß, um was es geht. „Mutti, sag doch ja", bettelt Irene, ohne die wich- tige Tätigkeit des Abtrocknens zu unterbrechen, lieber das Gesicht der Mutti geht ein stilles Lächeln: ,Zch will es erlauben, aber achte gut auf die Kleinen, und bleibt nicht so lange, hörst du. Irene gerät in Helle Begeisterung und läuft mit dem Tellerluch in die Wohnstube. „Fri^el und Horst, wir dürfen. Mutti hat es gesagt." Worauf dort eine laute Freickenkundgebung antwortet, die die Mutti veranlaßt, besänftigende Worte zu sprechen. Aber ein stilles Glücksgesuhl überkommt sie doch bei dem Jubel chrer Kinder, ein Glücksgefühl, das sie an jene köstliche Zeit erinnert, wo sie selbst noch als kleines Mädel dem Wechnachtsfest entgegenfieoerte. Am Nachmittag nimmt Irene die Kleineren an die Hand. Sie ist elf Jahre, aber Friedel nur sieben und Horst ganz und gar erst fünf. Deshalb die wahlberechtigte mütterliche Weisung, gut achtzugeben. Aber Mutti kann sich auf Irene verlassen. do.ran ist kein Zweifel. So ziehen die Drei mit erwartungsfrohen Gesichtern zur Stadt, als ginge es zum Paradies. Und in Wirklichkeit ist es ja auch ein Paradies, das sich in den Geschäftsstraßen vor ihnen auftut. Laßt es sich nicht begreifen, daß die kindlichen Gemüter vor Freude jauchzen muffen, wenn sie die Erlaubnis erhalten, sich für eine Weile in diesem Paradies umzuschauen? Denn auch für uns Erwachsene geht ja von diesen schimmernden Schaufenstern ein geheimnisvoller Zauber aus. der mit magischer Kraft dorthin lockt, wo sich eine vielfältige Pracht in strahlendem Lichte zeigt. Der fünfjährige Horst bleibt vor Dem ersten Schaufenster stehen, und mustert mit glänzendem Gesicht die glitzernden Kugeln, die an einem Ton- nenzweig befestigt sind. Nur ungern läßt er sich von Irene weiterziehen, die einem Schaufenster zustrebt, wo eine regelrechte Pujipenparade lockt. Und hier gibt es ein heftiges Drängeln, denn das Schaufenster wird regelrecht belagert. Was es dort aber auch alles zu sehen gibt. Puppen in jeder Größe und Ausstattung, dazu Bären und Affen, es ist märchenhaft. Friedel ist ganz entzückt von einer kleinen Trachtenpuppe, wahrend Irene sich in eine Wickelpuppe verliebt. So stehen sie und schauen unermüdlich. Aber dann müssen sie sich plötzlich beeilen, denn sie wollen ja auch noch einen Spielzeugladen sehen. Und dort überwältigt sie die ganze Seligkeit des Schauens und Betrachtens. Es tft unfaßbar, was diese wechnachtliche Schau alles zeigt. Die Türen zum Märchenland sind weit geöffnet und laffen einen Blick tun in eine bunte Welt her prächtigsten Dings ... Als Vati gegen Abend nach Haufe kommt, sind seine Kinder auch wieder da. Ihre leuchtenden Augen erzählen noch bester als ihre plappernden Mäuler von dem köstlichen Erleben vor den Schaufenstern. Und der Vati tauscht einen Blick glücklicher Freude mit der Mutti, denn beide misten, daß ihre Kinder die Seligkeit der weihnachtlichen Märchen- "-mmung auskosten. W. ÜornofUen Tageskalender für Samstag. Ortsgruppe Gießen-Nord: 20.30 Uhr in der Turn- halle am Oswaldsgarten öffentliche Kundgebung. — Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.20 Uhr in der Neuen Aula der Universität öffentliche Kundgebung. — Stadttbeater: 15.30 bis 18 Uhr „Frag Holle ; 20 bis 22-30 Uhr „Das Land des Lächelns". — Gloria- Palast, Seltersweg: 16 Uhr Märchenvorstellung „Schneeweißchen und Rosenrot": „Das tapfere Schneiderlein"; „Die gestohlenen Hühner"; „Max und Moritz"; 20.30 Uhr Gastspiel der Wiener Spielzeugschachtel „Alles fürs Herz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Maja zwischen zwei Ehen". — Ober- hessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr: Weihnachtsausstellung im Turmhaus am Brand. — Ab 12 Uhr Weihnachtsmarkt auf Oswaldsgarten. Tageskalender für Sonntag. Ortsgruppe Gießen-Mitte: 14.30 Uhr öffentliche Kundgebung in der Neuen Aula der Universität. — Ortsgruppe Gießen-Süd: 1530 Uhr öffentliche Kundgebung im Studentenheim. — Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr: .Mgoletto". — Gloria-Palast, Selters- weg: 15.30 und 20.30 Uhr Gastspiel der Wiener Spielzeugschachtel ,Lilles fürs Herz". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Maja zwischen zwei Chen".— Oberhessischer Kunstoerein: 11 bis 13 Uhr Weih- nachtsausstellung im Turmhaus am Brand. — Weih- nachtsmarkt auf Oswaldsgarten von 13 bis 18 Uhr, Schau- und Fahrgeschäfte täglich bis 22 Uhr. Stadlthealer Gießen. Heute Nachmittag findet eine Wiederholung des Märchens „Frau Hylle" von Walter Osterfpey statt. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim, musika- liche Leitung: Heinz Markwardt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß diese Vorstellung um 1530 Uhr beginnt. Ende 18 Uhr. — Am Abend einmalige Aufführung zu ganz kleinen Preisen des letztjahrigen großen Operettenerfolges „Das Land des Lächelns , romantische Operette von Franz Lehar. Die Partte der Lisa singt erstmalig Eva Eckert. Ernst August Waltz singt den Prinzen Sou- Ehong. Kurt Haars spielt tne Rolle des Ober« eunuchen. Musikalische Leitung Joachim Popelka ,Spielleitung: Gert Buchheim. Tänze: Thea Maaß. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 2230 Uhr. Sonntag. 11. Dezember, Aufführung des großen Erfolges .LUgoletto", Oper in drei Akten von Verdi. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Für die Rolle der Gilda wurde Lotte Grimm vom Kölner Opernhaus als Gast verpflichtet. Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Mete statt Anfang 19 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Dienstag, 13. Dezember, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: Erstaufführung „Der Hochverräter", tragisches Schauspiel von Curt Langenbeck. Spielleitung Hannes Razum. Dienstag-Miete. 11. Vorstellung. Mittwoch. 14. Dezember, Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr: „Frau Holle", Märchen von Walter Osterfpey. Stelleitung: Hermann Schultze-Gries- cheim, musikalische Leitung: Heinz Markwardt. — Anfang 1930 Uhr, Ende 21.30 Uhr: „Spanische Nacht", Heitere Oper in zwei Akten von Eugen Bodart. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Hans Geißler. Mittwoch-Miete, 12. Vorstellung. Freitag. 16. Dezember, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr, zum letzten Mal .LUgoletto", Oper von Verdi. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Freitag-Miete, 12. Vorstellung. Samstag, 17. Dezember, Antang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr: „Frau Holle". Märchen von Walter Neue interessante Beiträge zur Der deutsche Büchermarkt hat in der jüngsten Zeit eine schöne Bereicherung erhalten. Frontsoldaten haben über die Kämpfe unserer Feldgrauen an allen Fronten weitere wertvolle Bücher geschne- ben. Dadurch ist dem deutschen Volke Gelegenhett gegeben worden, im Anschluß an die bisherige Literatur über den Weltkrieg neue Blickpunkte zu gewinnen und in mancherlei Hinsicht bisher noch unbekannte Vorgänge kennenzulernen. Diese Neuerscheinungen sind nicht nur für den ehemaligen Frontsoldaten interessant, sie verdienen auch die volle Aufmerksamkeit der jungen Generatton, insbesondere unserer aktiven Soldaten und der in den Kampfformationen der Bewegung zusammengeschlossenen deutschen Jugend. Vier Jahre am Feind. Unter diesem Titel berichtet der bekannte Schriftsteller Colin Roß über seine Erlebnisse im Feld. Dieses Buch ist bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienen (geheftet 2,90 RM, gebunden 3,60 RM.). —(466)— Wer die früheren Bücher von Colin Roß kennt, seinen Reiseerzählungen aus allen Tellen der Welt mit großer Spannung gefolgt ist, der weiß von vornherein, daß er in diesem Buch ein Stück Kriegsgeschichte eigenster Art kennenlernen kann. Und in der Tat: der erfahrene Schriftsteller, der glänzende Erzähler, der anschailliche Künder von Menschen und Landschaften hat seine eigenen Kriegserlebniffe mll einer besonderen Note für die Nachwelt festgehalten. Er macht den Leser mit den kriegerischen Ereignissen in Frankreich und in Rußland, in Serbien und in Galizien, auf der Insel Oesel, gegen Kerensky und gegen die Bolschewiken, bis hinaus in die Ukraine bekannt, sowett er selbst daran beteiligt war. Und da er in vielen großen Kämpfen an diesen Fronten mitgefochten hat, erhält der Leser einen weitreichenden Einblick in weltgeschichtliche Vorgänge Dabei hält der Verfasser seine Niederschrift unter großen Gesichtspunkten, so daß sein persönlicher Antell stark hinter die Schilderung des allgemeinen Kampfverlaufs zurücktritt Er gibt den deutschen Bücherfreunden in meisterhafter Sprache ein Buch in die Hand, das mit au den besten Stücken der Kriegsliteratur gehört. Als ein erhebendes Zeugnis von der Große des deutschen Volkes in Waffen verdient es die beste Empfehlung. Regiment greift an! Hier ruft uns ein bisher noch unbekannter Schriftsteller, der damals 19 Jahre alte Kriegsfreiwillige, spätere Leutnant und Kompanieführer Fritz Engelbrecht, der von 1914 bis 1918 in vorderster Front stand, mit seinen Kriegserinnerungen ins Gedächtnis „wie sie kämvften und starben". Sein Buch legt der Verlag Wilhelm Köhler in Minden (Wests.) Dem deutschen Leser auf den Tisch (geb. 430 RM). — (526) — Wer als einstiger Frontkämpfer dieses Buck liest, wird sein unb seiner Frontkameraden Erleben tn vielerlei Hinsicht wiedererkennen. Er wird bestätigen, was der Verlag von diesem Buche sagt: „$ier spricht die Front, so wie sie wirklich war!" In diesem Bucke erlebt man das Schicksal eines von glühender Begeisterung erfüllten jungen deutschen Mannes, der fast noch als Kind mit hoch- fliegenden Vorstellungen ins Feld zieht, dort aber sehr schnell in den schweren Winterkämpfen in Ost- Preußen uni) in Polen die furchtbare Entbehrung und Not des Frontkämpfers kennenlernt, der dann mit ganz anderen Eindrücken jahrelang an der Westfront kämpft und sich dort immer wieder, inmitten alles Grauens der Front, den Gedanken an die zwingende Notwendigkeit dieses Ringens um den Bestand von Volk und Vaterland als einiges Mittel seiner seelischen Aufrichtung und seines Wil- ens zum Durchhalten bewahrt. An diesem Einzel- chicksal erlebt Der Leser die erhabene Größe der Frontkämpfer, das Heldenepos vom Kämpfen und Sterben der vielen Tausende von deutschen Männern. Bis ins Innerste gepackt und erschüttert wird eher Leser mit diesen Männern der Front mit» leben, und er wird als heiliges Vermächtnis unserer Gefallenen die große Aufgabe der Nachfahren erkennen: zu hüten und heilig zu halten all das Hohe und Edle, für das jene Männer ihr Leben dahingaben. In diesem Sinne soll dieses packend geschriebene Kriegsbuch zugleich eine Mahnung unb Verpflichtung unserer Jugend sein, in deren Hände man dieses Buch dringend wünschen möchte. * . . . starben in Flandern. Einen der gewaltigsten Brennpunkte der Westfront, das Schicksalsland in Flandern, stellt Bruno S ch w i e tz k e mit diesem Buche tn den Gesichtskreis aller, die der Geschichte über den großen Krieg ihr besonderes Augenmerk zutell werden lasten. Der Verlag E. Bertelsmann in Gütersloh hat dieses Buch her- ausgebracht (geb. 235 RM.). — (484) — Vier Kriegsgeschichte 1914/18. Jahre schlimmster Kampffront in Feuer und Nebel, in Wasser und Sumpf, in unendlicher Not und in stillem Verzicht auf alles, was das Dasein lebenswert macht, läßt Schwietzke hier tn erschütternden Bildern vor unserem geifhgen Auge wieder lebendig werden. Der Leser nimmt mit heißem Herzen Antetl an dem furchtbaren Ringen auf Flanderns Fluren, von Ypern bis zum Meer, vom ersten Sturm gegen Antwerpen bis zu der deutschen Tragödie am Kemmel im Jahre 1918, und an dem Ringen der Marine vor Flanders Küste. Wir haben schon manche Bücher über die Kampfs an diesem Frontteil gelesen, aber wir müssen sagen, daß noch keines von ihnen ims so tief berührt hat wie dieses Buch. Ohne jedes Pathos, einfach in der Sprache des selbstverständlichen Frontdienstes, bericktet der Autor über diese Kämpfe, und gerade dadurch gibt er seinem Buche die starke Note, die es in die Reihe der wertvollen Frontbücher ein fügt Man kann nur den Wunsch hegen, daß es in allen Schichten unseres Volkes seine Leser finden möge, insbesondere bei unseren jungen Männern, von denen ein großer Teil sich durch das Ringen um Langemarck besonders eng mit jenem weltgeschichtlichen Geschehen in Flandern verbunden weih. * Der Panzerkreuzer. Dieses Kriegsbuch hat zwei besondere Eigentümlichkeiten. Es behandelt den Krieg zur See und ist von einem — Land- offizier geschrieben worden; zum andern ist es nicht dem Schlachteinsatz eines bestimmten Schiffes unserer einstigen Kriegsmarine gewidmet, sondern es will dem Leser den Typ des deutschen Kriegsschiffes schlechthin und dessen Ringen um Sieg oder Untergang auf der Hochstraße Des Meeres nahebringen. Franz Schauwecker als Autor hat dieses Buch über „Kriegsfahrt, Kampf und Untergang" als weithin sichtbares Denkmal dem Kommandanten und der Besatzung des im Juli 1917 untergegangenen Kreuzers Königsberg" gewidmet Der Verlag Albert Nauck & Co. in Berlin hat es herausgebracht (geb. 4,80 RM.). —(360)— Der Panzerkreuzer, von dem Schauwecker erzählt, ist im großen Kriege nicht gefahren. Aber das Schiff und feine Besatzung, vom Kommandanten bis zum jüngsten Matrosen, sind identisch mit den vielen Schiffen und den vielen Besatzungen anderer deutscher Kriegsfahrzeuge, die von 1914 bis 1918 auf allen Meeren in Wirklichkeit gegen den Feind gefahren find, ihn bekämpft und besiegt haben, oder auch in den Fluten der Meere chre letzte Ruhestätte fanden. Wie Schauwecker dieses als Einheit und als Beispiel gezeichnete Panzerschiff den Herzen der Leser zuführt, wie er das Leben und Kämpfen dieser „kriegerischen Gemeinschaft eines Volkes auf engstem Raum im härteften Kommando des Schicksals" zur Geltung »ringt, das ist wahrhaft einzig. Und packend zugleich ist das Schlußbekenntnis dieses Buches, das in die Worte zusammengetaßt ist: „Das Meer fft ein deutscher ßebensrauyi!" Mit diesem Buche haben unsere Bücherfreunde eine Gabe erhalten, die auch in die Zukunft weist und die zugleich eine Verpflichtung in sich schließt, in all unferm Wirken für Volk und Vaterland auch bas Meer als deutschen Lebensraum unb die Schiffe und die Manner, die auf diesem Meer als treue Hüter Deutschlands fahren, nie zu vergessen. * Der Kampf um die Dardanellen. An die Nahtstelle Europas, den Bosporus und die Dardanellen, führt uns Clemens Laar mit diesem Buche, das beim Verlag C. Bertelsmann in Güters- lvh erschienen ist. (Geb. 2,85 RM.) —(313) — Er schildert uns den Einsatz von 500 deutschen Freiwilligen, die sich als Zivilisten durch Rumänien schmuggeln, um unbehelligt nach der Türkei zu gelangen, die an Deutschlands Seite im großen Kriege gegen England und seine Trabanten kämpft. Diese „Zivilisten" sieht der Leser als deutsche Soldaten und als Rückgrat der türkischen Abwehrfront an den Dardanellen gegen die riesige alliierte Flotte der Engländer und Franzosen wieder. Nach Erlebnisberichten der deutschen Kämpfer an jener wichtigen Stelle der Gesamtfront bat Laar sein Buch geschrieben, das in packenden Bildern jene Kämpfe festhält, die im Ringen um unser Sein oder Nichtsein von größter Bedeutung waren. Es ist ein hohes Lied auf deutsches Heldentum, das in dem Bericht über die Karnpferlebniffe dieser fünfhundert Deutschen an den Dardanellen zum ewigen Ruhme deutscher Soldaten und deutscher Waffen geschrieben ift Unb mit heißem Herzen wird jeder Volksgenosse dieses Kriegsbuch lesen das zwar von einem Neben- kriegsschauplatz, aber doch von einer der wichtigsten Kampffronten berichtet unb zugleich eine der schlimmsten Niederlagen der enalifch - französischen Sttettmacht für die Nachwelt festhält. Ernst Blumschein. Osterfpey: Spielleitung: Hermann Schultze-Gries- heim. Musikalische ßeitung: Heinz Markwardt. — Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Zum letzten Mal „Fidelio", Oper in zwei Aufzügen von Ludwig van Beethoven. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Die Vorstellung finoet gleichzeitig für den KdF.-Feierabend- einschließlich Ostern 1939 an den drei Wochentagen Führer unb des Dritten Reiches Herrlichkeit" unb Dienstag, Donnerstag und Samstag gestattet, ferner'schloß mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer. Steue.rnagel, beglückwünschten die Beamten die Jubilare. Es waren dies Reichsbahnobersekretar Heinrich Schleifer, Reichsbahnobersekretär H. Bausch, Lademeister K. Schott tmb Reichs- bahnbettiebsafsistent Hch. Schmidt. Letzterer brachte das Gelöbnis: „In Treue fest für unseren Fwd. lieber die Herstellung von Fettgedäcken (Kreppeln usw.) wurde im Reichsernährungsmini- fterium unter Teilnahme von Vertretern des Reichs- innungsverbandes des Backerhandwerks. des Kon- ditarenhandwerks, der Fachgruppe Brotindustrie unb der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherber- gungsgewerbe eine Vereinbarung getroffen. Danach ist die Herstellung von Fettgebacken ab sofort bis ausnahmsweise an den Tagen vor Silvester sowie vor und nach Fastnacht. Die betreffenden Organisa- tionen verpflichten sich, für die Einhaltung dieser Vorschrift Sorge zu tragen. Treudienst-Kbr-nzeicben verlieben Ms Anerkennung für 25jährige treue Dienste wurde dem Leiter des Finanzamts Gießen, Ober» retfienmgsrat Schmidt, das Silberne Treudienst, Ehrenzeichen vom Führer und Reichskanzler ver- liehen. Die Ueberreichung des Ehrenzeichens erfolgte durch den Herrn Oberfmanzpräsidenten Heffen in Darmstadt. In einer schlichten eindrucksvollen Betriebsfeier der Beamtenschaft der Güterabfertigung Gießen wurden gestern vier Beamten durch Reichs- bahnoberinspektor S ch a r d t die chnen vom Führer Adolf Hitler für 40jährige Dienstzeit verliehenen Treudienst - Ehrenzeichen überreicht. Oberinspektor S ch a r b t wies in seiner Ansprache darauf hin, daß in der marxistischen Zeit Orden und Ehrenzeichen abgeschafft wurden unb keinerlei Anerkennung bei Dienstjubiläen ausgesprochen wurden. Erst durch unseren Führer wurde die Arbeit wieder ge- ebrt unb geadelt, wofür ihm alle zu Dank unb Treue verpflichtet sind. Nach Aushändigung der Ehrenzeichen und Ehrenurkunden des Führers sowie Glückwunsch- unb Dankschreiben des Reichsverkehrsministers Dr. Dorpmüller und des Präsidenten der Reichsbahndirektion Franttart a. M. Dr. Sonntag, 18. Dezember, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12Ä0 Uhr: 6. Morgenoeranftaltung „Weihnachtsmorgenfeier", Lieder unb Rezitationen. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. — Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr: „Frau Hotte", ein Märchen von Walter Osterfpey. Spielleitung: Hermann Schultze-Gries- beim. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. — Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr: „Dichter und Bauer", Operette in drei Akten von Franz von Suppä. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Gert Buchheim. Tänze: Thea Maaß. Chöre: Heinz: Markwardt. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Gesellschaft für (Erb- unb Völkerkunde. Nächsten Donnerstagabend in der Aula der Universität Lichtbildervortrag von Dr. B o b e k über „Zentral-Kurdistan von heute". Kreppei und andere« Hestaebäck. Große Sersammlungsattlon der Partei tm Kreise Wetterau. Am heutigen Samstagabend unb am nwraigen Sonntagnachmittag und -abenb wird im Kreise Wet- terau' eine große Versammlungsaktion der Partei durchgeführt. In Stadt unb Land werden bewährte Redner der Bewegung zu den Volksgenossen sprechen. Das Thema aller Versammlungen ist in die Worte zusammengefaßt: „M änner machen G e- schichte." In Gießen finden die Versammlungen der Ortsgruppe Nord heute um 20.30 Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten, der Ortsgruppe Ost heute um 2030 Uhr in der Aula der Universität statt. Die Ortsgruppen Gießen-Mitte und Gießen-Süd werden ihre Versammlungen am morgigen Sonntaanach- mittag durchführen, und zwar Mitte um 14.30 Uhr in der Aula der Universität, Süd um 15.30 Uhr (nicht um 15 Uhr) im Studentenheim. In einigen ßanborten hat es kleine Slenberungen gegeben: In Allendorf a. d. Lumda spricht Pg. Holzkämper aus Frankfurt a. M. am heutigen Samstagabend. In Holzheim spricht am morgigen Sonntagnackmittag Pg. Krauß, Frankfurt a. M. In Wölfersheim wird am morgigen Sonntagabend Pg. 0 ft b e 11, Weilburg sprechen. Alle Volksgenossen in Stadt und Land möchten mir noch einmal ganz besonders auf die in unserem gestrigen Blatte veröffentlichte Bekanntmachung der Kreisleitung Hinweisen und den dort angegebenen Dersammlungskalender dringend zur genauen Beachtung empfehlen. WHW., Äießen-Süd. Am Montag, 12., Dienstag, 13., und Mittwoch, 14. Dezember, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Pfundsammlung für den Monat Dezember durch die NS.-Frauenschaft statt Die Einwohnerschaft der Ortsgruppe wird gebeten, die Pfundpäckchen bereitzuhalten. Steuersteckbriefe. LPD. Gegen den Kaufmann Kurt G r ü n st e i n und die Rentnerin Willi Grünstein Wwe., Lina geb. Nußbaum, beide zuletzt wohnhaft in Gießen, Liebigstraße 17, zur Zeit in Utrecht (Holland), sind wegen geschuldeter Reichsfluchtsteuer von 15 896 resp. 15 728 Mark, fällig gewesen am 15. Oktober 1938, nebst Zuschlag, Steuersteckbriefe des Finanzamts Gießen vom 29. November 1938 erlassen worden. Es 9 Apparate und Reparaturen, Zent ra I -Ru n dfunk Bahnhofstr. 58,im Hause Brinkmann ergeht die Aufforderung, die genannten Steuerpflichtigen, falls sie im Inland betroffen werden, vorläufig festzunehmen und unverzüglich dem Amts- . richter des Bezirks, in dem die Festnahme erfolgt, vorzuführen. Vortragsabend im NG -Rechtswahrerbund Am gestrigen ^reitagabenb fand der zweite Vortragsabend der Kreisgruppe des NS.-Rechtswahrer- bundes im Hotel Hindenburg statt. Kreisgruppenführer Oberstaatsanwalt K n a u ß begrüßte die Bundeskameraden und hieß den Redner des Abends, Universitätsprofessor Dr. D o e n i n g (Gies ?n), willkommen. Professor Boening hielt dann einen fesselnden Vortrag über das Thema „Psychopathie unb Rechtsprechung in Zivil- und Straffachen". Der Redner wies darauf hin, daß der Psychopath in gewissen Fällen als Schwachsinnger zu behandeln lei. Mit einer Geisteskrankheit habe aber die Psychopathie nichts zu tun. Er streifte dann die früheren, unzulänglichen Typisierungen der Psychopathen und sprach an Hand der jetzt auf Grund des Standes der heutigen Wissenschaft gebräuchlichen Einteilung dieser charakterlich Abwegigen über die einzelnen Typen der Psychopathen. Er wies auch u a. darauf hin, daß der Psychopath, je nachdem, welche Seite man herausgreife, verschieden klassifiziert werden könne. Unter Bezugnahme auf Gerichtsfälle erläuterte der Vortragende die Erscheinüngsbilder der verschiedenen Arten ber Psychopathen und prüfte die Anwendbarkeit des § 6 BGB. und § 51 S B. Anhaltender Beifall dankte Prof. Boening, der durch seine packenden Ausführungen wertvolle Ausblicke in dieses medizinisch-juristische Grenzgebiet eröffnete. Gießener Dochenmarktpreije. * Gießen, 10. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klaffe S 15, Klasse A 14%, Klaffe B 14, Klasse C 13%, Klasse D 1.2%, ausländische Kühlhaus- eier, Klasse B 11, Wirsing, % kg 8 bis 9, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 9, gelbe Rüben und Karotten 9 bis 10, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 15 bis 30, Feldsalat, l/10 8 bis 10, To- maten, % kg 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meer^ttich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Karto^eln. % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 32 bis 40 Pf., Nüsse 48 bis 60, tauge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Ganse 1 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 20 bis 50, Salat 5 bis 6, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pst * ' ** 7 5 Jahre alt Am heutigen Samstag wird der Rentner Heinrich E m r i ch , Roonftraße 16, in Gesundheit und Frische 75 Jahre alt. Der alte Herr gehört seit vielen Jahren zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. Dem Jubilar bringen auch mir unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag bar. ** Schnakenbekämpfung. Das Stadtbauamt macht darauf aufmerksam, daß nach der Poli^ei- verordnung zur Bekämpfung der Schnakenplaqe die Keller, wie auch diejenigen Räume, in denen Schnaken erfahrungsgemäß überwintern, mindestens einmal in den Monaten Dezember bis Februar gründlich auszubrennen und, wo dies nicht möglich ist, auszuräuchern sind. ** Probleme der musikalischen Volksbild u n g." Der nächste Vortrag von Professor Temesväry über dieses Thema findet am Sonn- I rth *örki Ipre-. 'n die Mi, jungen a iPrirht «UN Heu. "A am unutf. nwroj- rfl Ipre.- It Ltn< ■ >ie verdru Achten Unsere^ Un9 der -Ebenen uen ^e- lttwoch, gruppe nat De« e Ein« n, die *ntein una geb. leben, >nd), sind 896 resp, >er 1938, lQnzamts rrden. Es uren nk iann Steuer« werden, , | em Amts- . I ie erfolgt, ite Äor- WLhrrr« zruMN- ühre die s Wbenbs, ’ ?n), will« ,nn einen ychopathie hen". Der ach in ge« uweln !ei. e Psycho' früheren, ithen "nd Standes ■in/eiiung einzelnen i. darauf he Seile werden ttt erläU’ Mr der nb prüfte 51 S «• >enlng' wertvolle reWebiet st'i gen 0 |!J »burtstnS -tadtbau' 'S' SS ®Ä‘ Je** , S-ch-"' 60 , q ^ier, .sie'ö 14 rühlliaus- g, Weiß' üben "nd spinal ts ,0 bis 12. ; io, s> Meerettich iarto'^ln. 50 Nnrk. 60, 'UM9e 10 AL das SM t 5 bis p, •e 10 b'S ,i»l 8 6'5 tag. N- Dezember, vormittags 11.15 Uhr, tm Großen Horsaal statt. Die Herren Markwardt und Lassen spielen die 3. und 4. Diolinsonate von Beet« Hoven. Aus der engeren Heimat. $är Juden fein platz tm Omnibus. LPD. Friedberg, 9. Dez. Der Derbandsaus- schuß des Zweckverbandes Kraftwagen- bet r t e b „W etterau" in Friedbera beschloß einstimmig, Juden die Benutzung oer Omnibusse des Zweckverbandes zu verbieten, da keinem deutschen Volksgenossen zugemutet werde könne, sich im Omnibus neben einen Juden zu setzen Die Omnibusfahrer sind angewiesen, auf die Einhaltung dieser Anordnung besonders zu achten. Tödlicher Unfall im Bahnhof Long-^öns. 8. Lana-Göns, 9. Dez. Ein schwerer Unglücks- sall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich am heutigen Freitagnachmittaa im hiesigen Bahnhof. Hier werden zur Zeit größere Umbauarbeiten auf dem Bahnkörper vorgenommen. Kurz vor dem Durchfahren des V-Zuges um 15.43 Uhr war offenbar ein Stein bei den Gleisarbeiten so dicht andenSchienenlieaengeblieben, daß er von der Lokomotive des V-Zuges zur Seite geschleudert wurde. Der Stein traf den Rottenmeister Georg Gleiß aus Rieder-Weisel bei Butzbach so unglücklich an den Kopf, daß der bedauernswerte Mann etwa 10 Meter weit zur Seite geschleudert wurde und mit zertrümmertem Schädel liegen blieb. Wenige Minuten später verstarb der Verunglückte an den schweren Verletzungen. „Grünberg im Licht des Wei nachtsflernes.^ + ® r u.nberg , 10. Dez. Die unter dem Na» n^n G rünberger Werbegemeinschast (GWG.) zusammengeschlossenen Kaufleute und Hano- werker haben zur Förderung des Weihnachtsgeschäftes verschiedene Maßnahmen getroffen. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, daß die Hauptgeschäftsstraßen sowie die Geschäftshäuser in der Vorweihnachtszeit stark beleuchtet werden. So sind quer~ über die Straßen an mehreren Stellen Drahtschnüre gespannt, die je 16 Glühbirnen tragen, lieber den Geschäftseingängen wurden große sechseckige Weihnachtssterne, mit Fichtenreisig bekleidet und mit Glühbirnen versehen, angebracht. Außerdem wurden große Tannenbäume am Eingang der Straßen aufgestellt. Das Rathaus auf dem Marktplatz trägt auf feiner Giebelseite goldfarbig. gemalte Sterne sowie die vom Gallusmarkt her bekannte Beleuchtungsanlage, die an der Giebelspitze noch durch einen großen achteckigen Stern von Glühbirnen vermehrt wurde, während unmittelbar davor ein mächtiger Weihnachtsbaum mit zahlreichen Glühbirnen steht. Zu einer Probebeleuchtung der ganzen Anlagen waren die Vorstandsmitglieder der Werbegemeinschaft, Bürgermeister K r a e m e r , Architekt Balser als beratender Techniker und Vertreter der Presie erschienen. Der Vorsitzende der Werbeaemein- schaft. Kaufmann Friedel Hofmann, erläuterte kurz den Zweck der Maßnahmen. Er wies darauf hin, daß schon zahlreiche Grünberg^er Geschäftsleute durch Modernisierung ihrer Läden gezeigt hätten, daß ihr Bestreben sei, nidjt auf dem alten Niveau stehen- zubleiben, ebenso zeigten die in den Schaufenstern ausgestellten Waren, oaß man das kaufende Publikum gut bedienen könne. Es fei vorgesehen, die Lichtanlagen bis Weihnachten jeden Abend von Anbruch der Dunkelheit bis 21 Uhr erstrahlen zu lassen. Für diese Zeit gelte als Motto „GrünbergimLicht des Weihnachtssterns". Landkreis Gießen. s. L a n g - G ö n s, 10. Dez. Unser ältester Einwohner, Anton Schäfer, Hundstaaten» straße, vollendet am nächsten Montag, 12. Dezember, sein 8 7. L e b e n s j a h r. Er erfreut sich noch verhältnismäßig guter kürperlicher Frische und nimmt an allem Zeitgeschehen regsten Anteil. Ein halbes Jahr älter ist Frau Anna Müller, Amts- hausstraße, die am 22. Juli ebenfalls 87 Jahre alt wurde. Wir wünschen unfern ältesten Einwohnern noch recht sonnige Tage. Rundfunkprogramm Sonntag, 11. Dezember. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier. 8.45: Lebendiges Volk. Bon Dr. Hans Pehl. 9: Deutsche Meister: Max Reger — Richard Wagner. 9.30: Dichter unserer Zeit: Otto Brues: Karins Traum". 9.45: Heinrich Schlusnus singt Loewe-Balladen. 10: ,Hn unseren Fahnen lodert Gott". Morgenfeier der Hitler-Jugend anläßlich der 10-Jahrfeier der HI. Frankfurt a. M. 11: Chor» gesana. 11.30: Kantate von Joh. Seb. Bach: „Christen atzet diesen Tag". 12: Musik am Mittag. 13: Im Luftkampf am Feinde. Zum Geburtstag des Korpsführers des NSFK. Generalleutnant Christiansen. 13.10: Musik am Mittag. 14: „Das Märchen vom gestiefelten Kater". 14.30: Verleihung des kur hessischen Kulturpreises. 14.45: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Volkstum und Heimat: „Frohes Eifeldorf". 16: Musik zur Unterhaltung. Einlage: Sportereignisse des Sonntags: Tschammer-Pokal-Spiel in Frankfurt a. M. 18: „Es soll sich doch kaaner mit der Liebe abaeben". Lied, Tanz und Fröhlichkeit mit der Dorfgemeinschaft. 18.45: Musikalischer Wunschzettel: Konzert auf Schallplatten fürs WHW. 19.30: Sportspleael des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.10: „Die Regmients- tochter". Komische Oper in 2 Akten. 22: Nachrichten. Montag, 12. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 10: Schulfunk: Endspurt zum großen Tag der Freude.11.40: Förderung der Landbevölkerung. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Mal dies, mal das ..." 15: „Wir bauen uns einen Weihnachtsmarkt". 15.30: Weltwirtschaftlicher Monatsbericht. 15.45: Ein Flug zum Feldberg, ein Diertel- jahrhundert zuvor. 16: Nachmittägskonzert. 18: Hier spricht der Jurist: ,Kampf dem Gewohnheitsverbrecher". 18.15: Die Haftpflichtversicherung des Autofahrers. 18.30: Des Führers schwarze Scharen. Ein Hörbild unserer Schutzstaffel. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. 21: „Der Gang zum Äcker". Ein Lied vom bäuerlichen Leben. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30: Nacht- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert: Schuricht- Konzert. Puppenwagen Kinderfahrzeuge Fr. Link er & Sohn Ludwißstratee 16 8080A 200 X 300 cm RM 03.- 83- 74.. 69.. 300 X 400 cm RM 224.-190.-186.-167. 160 X 230 cm RM 53.- 45- 32. 260 X 360 em RM 82.- 73.. 60. 200 X 300 cm RM 62.- 53- 40- 31.. 300 X 400 cm RM 146.- 136-104.- 92. Boude-Teppiche dos moderne Strapaziergewebe 166 X 240 cm RM 71.- 62- 53- 46- 250 X 360 cm RM 165;. 139-124-112. Durchgewebte Teppiche Spitzenerzeugnisse deutscher Webkunst 200 X 300 cm 4 A A 250 X 360 cm 4QA RM 211-176-166-134- IZO-W RM 307-289-226-194-103. 300 X 400 cm RM 422.- 366- 347- 310- 286.- 256. 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Nur mit großer Mühe und fast unerträglichen Schmerzen tonnten wir sie aufs Sofa und nach erngen Stunden ins Bett bringen. Das waren Mette Aussichten für unseren weiteren Urlaub. Da erinnerte ich mich an Togal, kaufte eine große Packung und der Erfolg: Am 3. Tag konnte meine Frau schon wieder kleine Spaziergänge unternehmen; von den Schmerzen blieb nur ein leichtes Kribbeln in den Fußzehen zurück. Am folgenden Tag machten wir eine ganztägige_Fahrt nach Berchtesgaden—Königssee—^Salzburg, zwei Tage darauf fuhren wir nach Innsbruck und genau eine Woche nach dem ersten Anfall machten wir in drei Stunden pme Bergwanderung auf 1800 Meter Höhe. Alles das hat meine Frau glänzend mitgemacht und habet nur immer nach Vorschrift täglich 3mal 2—3 Togal-Tabletten eingenommen." Die Erfahrungen anderer sind wertvoll! Der Bericht von Herrn Hornburger ist einer von vielen, der uns unaufgefordert aus Dankbarkeit Zugegangen ist. In der Tat hat Togal Unzähligen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen sowie Er- kältungskrankherten, Grippe und Influenza rasche Hilfe gebracht. Keine schädlichen Nebenerscheinungen! Die hervorragende Wirkung des Togal wurde von Aerzten und Kliniken seit Jahren bestätigt. Haben auch Sie Vertrauen und machen Sie noch heute einen Versuch — aber nehmen Sie nur Togal! In allen Apotheken. Mk. 1.24. Lesen Sie das Buch „Der Kampf gegen den Schmerz"! Es ist mit intereffanten, farbigen Illustrationen ausgestattet und für Gesunde und Kranke ein guter Wegweiser. Sie erhalten es auf Wunsch kostenfrei und unverbindlich vom Togalwerk, München 271/i3ck. ■ •<< >. Gebrauchte Fahrzeuge! 7/35 PS Wanderer- Limousine 23 LITER Opel Super 6 Cabriolet sehr ßut erhalten, preiswert zu verkaufen Ferner einige weitere günstige Objekte wie 8043 V AUDI. HORCH. Adler. DKW. 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Dezember, abends 8.15, Universitäts-Aula Lichtbilder-Vortrag: «007 O Dr. Hans Bobek, Berlin Milan m teile. Forschen in den Hochgebirgen lAf CDRC DRUCKSACHEN W CH DC Brühl. GieSen Selters weg 26_____ A NS. Kriegsoplerversorgung e.V. II Kameradschaft Gießen • i 05472 31111 '0P \0 m. 280 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dezember (038 Mutierfchoß der deutschen Kunst. Zur Eröffnung der Zweiten Architektur- und Kunsthandwerk-Ausstettung in München. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. München, Dezember 1938. Hoch in den Himmel hinein schlägt das Licht, das gigenwärtig das Haus der Deutschen Kun st in München Tag und Nacht erhellt. Bis in die Gast- riume hinein hört man von fern das Klopfen, Sägen unb Hämmern: die Vorbereitungen für die Z w e i t e Deutsche Architektur - und Kunsthand- we r k a u s st e l l u n g, die am 10. Dezember eröffnet wird, sind in vollem Gange. Immer wieder rollen die Lastfuhrwerke reihenweise heran, die ihre schwankende Last, gewaltige Modelle künftiger Großbauten oder Teilstücke davon, die erst im Hause zusammengesetzt werden, abladen. Was wird in der neuen Ausstellung zu sehen sein? Noch ist ihr Inhalt vom Dunkel des strengsten Ge- hümnisses umhüllt: selbst Vermutungen haben noch nicht in die Oeffentlichkeit dringen können. Solange nur das eine Hous zu Gebote steht, werden darin zvei Ausstellungen einander ablösen: im Sommer njirb Malerei und Plastik, im Winter Architektur unb Kunsthandwerk gezeigt. Diese beiden Ausstel- lmge naher, die auf den ersten Blick wie parallel «richtete Unternehmungen erscheinen könnten, sind in Wahrheit ganz verschieden gerichtet Während der Amsttempel im Sommer die Saat empfängt, die als bester Ertrag des neuen Schaffensjahres deutfch- stcmmiger Künstler gewertet wird, streut er im Winter die Ideen aus, die in künftigen Jahren als Rohbauten der Partei und ihrer Gliederungen, des Staates, der Wehrmacht und drr L ä n d e r in Deutschland aufwachsen sollen. Das Haus an der Prinzregentenstraße ist vom Führer zum ,Haus der Deutschen Kunst" erhoben worden, und das ist kein leeres Wort: nichts wird in Deutschland Kunst des Staatswillens heißen, was nicht durch dieses Haus ging. Es ist der Mutterschoß der deutschen Kunst. Als die erste Architektur- und Kunsthandwerkausstellung eröffnet wurde, gab es noch kein Großdeutschland. Weder Oesterreich noch Sudetenland gehörten zu uns. Während noch über die gefallenen Grenzen hinweg das überwältigende Bekenntnis der heimgekehrten Volksgenossen in unsrer Erinnerung nachklingt, öffnen sich die Tore des Hauses der Deutschen Kunst, und eine neue Ausstellung zeigt uns, was der Führer im ungeheuren Raum des erweiterten Reiches an künftigen Großbauten plant. Diese Tatsache allein verleiht der Zweiten Deutschen Architektur- und Kunsthandwerkousstellung eine Bedeutung, die sie weit über das Tagesgeschehen hinaushebt und von allen bisherigen Ausstellungen unterscheidet Die meisten der Großbauten, welche die vorige Ausstellung dem Besucher im Modell darbot, sind inzwischen entweder längst in Angriff genommen, im Werden begriffen oder gar schon fertiggestellt. Berlin, München, Nürnberg und die vielen anderen Städte, die heute der heiße Atem des großen Aufbauwerkes durchweht, die Ord-msburgen. die Reichsautobahnen und ihre Angebäude, die Brücken und Türme, die gigantische Elbbrücke in Hamburg, die KdF.-Bäder an der Ostsee und am Chiemsee .es ist nicht aufzuzählen, was da alles in der Erinnerung auftaucht. Und indessen alle diese Bauten das Antlitz Deutschlands veränderten, wuchs schon ein neues Reich, Großdeutschland heraus, und auch die heimgekehrten Lande werden nun von dem rastlos unermüdlichen Aufbauwillen erfaßt. Die Frage nach dem, was die Ausstellung an neuen Plänen und Vorhaben zeigen wird, ist daher bei allen, welche die verhängten Modelle in das Haus der Deutschen Kunst tragen sehen, brennend. Noch eins aber ist beim Vergleich mit der vorigen Ausstellung zu erwähnen. Die bevorstehende Ausstellung wird sechs Wochen früher als jene eröffnet (die erst im Januar begann) und zwei Wochen vor Weihnachten. Darin bekundet sich der Wunsch und Wille, denjenigen Teil der Ausstellung, ber dem Kun st Handwerk gewidmet ist, den Bedürfnissen des Festes anzunähern. Wie mancher Freund aus der Ferne, der norm ober zum Weihnachtsfest nach München kommt, wirb sich freuen, ein ebles Stück beutschen Kunsthanbwerks erwerben zu können, bas ihn ober Beschenkte an bie Reise zur Hauptstabt ber Bewegung erinnert’ Was aber bas Beste baran ist: bie Absicht, irgenbeine Kleinigkeit zu erwerben, wirb manchen in bas Haus an ber Prinzregentenstraße locken, ber sonst vielleicht noch keine Ausstellung biefer Art besucht hat — unb er wirb meh^ mit3 nehmen, als bas kleine Angebinbe Er wirb mit- nehmen bas große Staunen, bie große Bewunberung vor bem Aufbauwerk ber neuen Zeit Dr H. A. Thies. Heute: Eröffnung des Deutschen Ledermuseums. Für die Stadt Offenbach ist der heutige. Samstag | tin großer Tag. Die Stadt der deutschen Lederindustrie kann in festlicher Form die E i n • oeihung des Deutschen Leder-Mu- ! |e u m s begehen, bas durch Gauleiter Reichsstatt- bolter Sprenger seiner Bestimmung übergeben wirb. Das Museum selbst, in ber Frankfurter Straße Ein prächtiger ungarischer Hirtenmantel gelegen, ein repräsentadler Bau von stattlichem Ausmaß, bietet sich im schönsten Festkleid bar. Die riraße selbst ist mit Fahnen geschmückt, bie gärtne- nld)e Anlage vor bem Museum prangt in schmuckem ®rün, bie Front bes Hauses ist auf sehr geschmack- ödle Art mit golbenen Lorbeerzweigen unb frischem ®rün geschmückt worben Aus Anlaß dieser Einweihung wurde am gestrigen Freitag der Presse bes Rhein-Maingebiets Gelegenheit gegeben, bas Museum, bas in seiner Art einzigartig unb einmalig in ber Welt bezeichnet Mtrben bart kennenzulernen. Im schönen Fest- und Jhrtragsjaal des Museums hieß ber Oberbürger- Mter ber Stabt Offenbach die Gäste herzlich will- [ommen unb zeichnete in kurzen Zügen ein Bilb ber «abt Offenbach nach ihrer wirtschaftlichen unb kul- lurellen Struktur. Anfchließenb sprach ber Schöpfer bes Museums, i btr Direktor bes Kunstgewerbeschule in Offenbach, Fof Dr -Jng e h Hugo Eberharbt über bie ,i lkutwicklungsgeschichte bes Museums, unb er tat es in so launiger Weise, daß sich bie Zuhörer nicht nur l| bereichert, sondern auch gut unterhalten fühlten Er II schilderte, wie ihn die Entdeckung einer herrlichen "ÜK —, ffliM . '• inililumi Das neue repräfentable Haus des Deutschen Ledermuseums in Offenbach. alten Lederarbeit in Italien dazu angeregt habe, solche kulturhistorisch wertvolle Dinge auf bem Gebiete ber Leberbearbeitung zusammenzutragen In Offenbach, ber Stabt ber ßeberinbuftrie, bie zu vier Fünfteln den Qualitätsleberwarenbebarf ber Welt Mtreite, habe ber Gebanke an ein Lebermuseum alles Derstänbnis gefunben Er habe in ber Folge manche tatkräftige Förderung erfahren, insbesonbere burch Gelbmittel, burch bie unb burch manches eigene persönliche Opfer es ihm möglich geworben fei, viele Ankäufe zu tätigen. Er habe mit Leidenschaft gesammelt unb halb eine stattliche Fülle von Dingen Zusammentragen können Das Museum fei im Marz 1917 gegrünbet worben unb bamals in ber Kunstgewerbeschule untergebracht gewesen. 1922 sei bann bas Museum in eine Villa übergesiebelt. Im Herbst 1936 sei burch ben Oberbürgermeister der Stadt das ehemals zu Messe-Zwecken erbaute Lagerhaus ber Sache zur Verfüguna gestellt worben Bis bahm habe es manches Bittganges bedurft In ben Jahren nach ber Machtergreifung durch den Führer sei dies anbers geworden Partei, Staat und Stadt wie auch die Wirtschaft, sei durch erhebliche G.eldzuwendungen .in..großzügiger Weise für die edle Sache eingetreten Der Führer Adolf Hitler selbst habe durch großzügige Zuwendungen den Ausbau des Asten Lagerhauses zu seiner jetzigen Form ermöglicht Weitere tatkräftige Unterstützung sei dem Museum durch Reichsorganisations- leiter Dr L e y und durch ben Gauleiter unb Reichs- statthalter Snrenger zuteil geworben. Der Schöpfer des Museums wies bann auf bie günstige Lage bes Hauses hin, bas inmitten ber lederverar- beitenben Betriebe lieae unb — baburch sicher jcben ausländischen Aufkäufer veranlassen werbe, bei seinen geschäftlichen Besuchen in ber Stadt auch bas Museum zu betuchen unb zu roürbiacn Darüber hinaus unb vor allen D ngen sei bas Museum auch für ben Offenbacher Leberarbeiter geschaffen, der hier ein inniges und tieferes Verhältnis zu feiner Sache gewinnen solle und gewinnen werde. Das Museum führe ben Namen „Deutsches Lebermuseum" beshalb, weil es eben in Deutschland geschaffen worden fei. Seine Bedeutung sei aber für alle Volker der Erde offensichtlich. Das Museum könne internationale Geltung für sich in Anspruch nehmen. Der Redner schloß mit dem Hinweis darauf, daß die reichen Schätze des Mu^ums schon jetzt die Räume bis unter das Dach füllten und ein großer Anbau schon ins Auge gefaßt sei. Aus der Schuhjammlung: Schuhe, aus Ostasien, pananierika -1938. Bon Otto Eorbach. Es hak nicht ben Anschein, als werbe bie in diesen Tagen in Lima, der Hauptstadt Perus, beginnende „internationale Konferenz der Nationen Amerikas", ebenso stimmungsvoll verlaufen, wie die voraufgegangene „panamerikanische" Konferenz, die im Jahre 1936 in Buenos Aires abgehalten wurde. Gewiß gab es auch damals manche Hühnchen miteinander zu rupfen, und wenigstens hinter den Kulissen platzten die Geister zuweilen heftig aufeinander. Aber Präsident Roosevelt begab sich vor zwei Jahren persönlich in die Höhle bes argentinischen Löwen, dessen Gebrüll über ben „Koloß bes Norbens" immer am meisten bie panamerikanische Harmonie gestört hatte, um ben versammelten lateinamerikanischen Schwestern seine Botschaft von ber „Politik der guten Nachbarschaft" zu überbringen. Onkel Sam sollte banach ein für alle Mal auf bie Rolle bes alleinigen Beschützers ber Unabhängigkeit ber Volker ber Neuen Welt unb aus jebe vorrnund- schaftliche Anmaßung verzichten. Er sollte sich hinfort nur als Gleicher unter Gleichen mit ihnen beraten bürfen, wenn ernsthaft bie Gefahr einer (Störung panamerikanischer Eintracht von einem anberen Kontinent aus drohe. Roosevelt 'and um so mehr Glauben, weil er bei verschobenen Gelegenheiten burch Taten bewiesen hatte, daß es 'hm mit seiner unimperialistischen Haltung selbst gegenüber kleinen iberoamerikanischen Republiken vorläufig ernst sei. Die nordamerikanische Delegation kargte auch im Verlaufe der Tagung nicht mit neuen Beweisen guten Willens. Auf Grund der getroffenen Vereinbarungen konnten in'einem neuen Geiste Handelsabkommen zwischen der nordamerikanischen Union und Salvador, Costa Rica, Guatemala, Nicaragua, Honduras, Columbien, Brasilien, Kuba und Ecuador Zustandekommen, bei denen Zugeständnisse und Gegenzugeständnisse so wohl gegeneinander abgewogen wurden, daß unverbesserliche nordamerikanische Protektionisten darüber wahre Wutanfälle bekamen Was denjenigen iberoamerikanischen Ländern, bie früher am meisten unter Mißbräuchen ber Washingtoner „Dollar-Diplomatie" zu leiben hatten ein vertrauensvolles Eingehen auf Roosevelts „Politik guter Nachbarschaft" erleichterte, waren vor allem bie mit bem Genfer Völkerbünde gemachten üblen Erfahrungen. Venezuela folgte seit bem Tressen in Buenos Aires bem Beispiel acht anberer ibero- amerikanischer Republiken, indem es sich von jener unglückseligen und kostspieligen Einrichtung z u r n ck- zog, deren führende Kopfe mehr und mehr Den mephistophelischen Rat befolgten: „Such nur die Geister zu verwirren: sie zu befriedigen ist schwer!" Unb hatten bie Volker ber Neuen Welt nicht schon immer besser als bie ber Alten sich vertragen unb Kriegsbrände, wenn sie dennoch ausbrechen, durch gemeinsame Anstrengungen loschen können? Inzwischen konnten ja tatsächlich selbst die alten Kampf- hähne Bolivien unb Paraguay bazu gebracht werben, auf Grunb eines von ben Vereinigten Staaten unb Argentinien gefällten Schiedsspruches zu beteuern, daß sie sich nie wieder einander in den Federn liegen würden. Auch sonst hat sich seit ben schonen Tagen ber Zusammenkunft in Buenos Aires manches begenen, was in ber Linie fortfchreitenber Entwicklung gutnachbarlicher Beziehungen zwischen ben Volkern ber Neuen Welt liegt. Dazu gehört auch Roose- veltsBesuch inKanaba. Kanaba ist britisches Imperium, unb ben maßgebenben Kreisen in d"r Union liegt es heute ferner als je, bie Treuegeiühle ber Kanabier gegenüber bem Mutterlanbe auflockern zu wollen. Sie haben Ottawa nicht zugemutet, eine panamerikanische Konferenz zu beschicken, unb wenn Roosevelt erklärte, baß es bie Vereinigten Staaten „nicht gleichgültig" lassen würbe, wenn Kanaba von einer außeramerikanischen Macht angegriffen würde, so hat er sich wohl gehütet, auch nur den Anfch'in zu erwecken, als erwarte er, Ottawa brauche sich deswegen irgendwie im Sinne panamerikanischer Solidarität verpflichtet zu fühlen. Kanada liegt in Amerika, aber was ihm heute für bie Union einen befonberen Wert verleiht, ist gerabe seine Eigenschaft als fBinbeglieb zum britischen Empire. Die jahrelangen schwierigen Hanbels- DertragsDerhanblungen zwischen Washington unb Lonbon konnten jüngst nur beswegen zu einem glücklichen Enbe geführt werben, weil bie Union auf eine gesamtangelsächsische Solidarität mindestens soviel Gewicht legt wie auf eine gesamt- amerikanische. Erwägt man, daß schon auf der Konferenz non Buenos Aires eine gemeinsame Erklärung zustande- Das schönste Geschenk DJ.-Winterblnsen. HJ. DJ.-Skihosen, HJ. DJ.-Hetrd«*n BDDI. JM.-Binsen. -Röcke. -Westen «omA sowie sonstige Ausrüstungsgegenstände finden Sie in reichhalt. Auswahl in der parteiamtl. Verkaufsstelle H. Kaefa Nachfolger, Gießen Inh.: Wilhelm Horn und Sohn - Am Kreuzplat? 15 Im Anschluß daran wurde den Gästen in einer mehrstündigen Führung all das gezeigt, was das Museum an Sehenswertem birgt. Wohl jedermann war dabei von der Fülle der Dinge und von der Pracht vieler einzelner Stücke überrascht, die hier im idealen Rahmen der nach modernsten Grundsätzen ausgestatteten Museumsräume vereinigt waren. In einem längeren Aussatz berichteten wir bereits am Mittwoch über die schönen und interessanten Dinge, die das Museum birgt Der Sammlungsbesitz ist in 28 großen Räumen und in 500 Schränken untergebracht. In den meiften Räumen herrschen ausgezeichnete Lichtverhältnisse. Die Räume, die insbesondere die ostasiatisch'n Schattenspiele bergen, können auf seine direkte unb inbgirefte Art erhellt werben unb gestatten die Schattenbilder allenthalben auch tatsächlich 'm Schattenriß zu zeigen. Interessant ist. daß die ganzen kulttir- unb kunsthistorischen. Schätze auf eine befonbers sinnreiche Art gegen Feuersgefahr geschützt finb. Wenn sich ein einem Raume durch Feuer eine Temperatur non nur 60 Grad entwickelt, schmilzt in einem unauffällig an ber Decke an gebrachten Kontaktstück ein barür vorgesehener Be- ftanbteil ein unb baburch wirb ein elektrischer Impuls ausgelöst, der sofort zur Zentrale ber Feuerwehr geleitet wirb und diese automatisch alarmiert. Mit der Schaffung dieses großartigen MMeums ist das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet ber rheirv mainische Kulturraum um ein bedeutendes Institut bereichert worben, das dazu angetan fein wird, weit über den Rahmen des Gebiets und die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus werbend yx wirken. in modisch großem Stil Sonn,ae, den RMns^p8p (icbh Imheuser am Markt • Das Fachgeschäft für Damen- und Mädchenkleidung, Hüte ^>»il ^64 Was die Freude am Einkauf erhobt, ist nicht nur der Auswahlreichtum, sondern sind die Überraschungen in modisch lanten leuser Neuem, sei es in der aparten Verarbeitung Linie oder den schönen Stoffen. Das Haus hält diese Überraschungen bereit, ja. mehr noch: seine entgegenkommende Preiswürdigkeit erleichtert auch den Kauf der besten Qualitäten. Stfa Nach der Pvlizeiv Echnaknpiaye non klMiMckseigeM Räume, in denen überwintern pflege i nten Dezember bi- J der, wo dies aus Nid) ist, auszuri In alle Grunds! »Orderung, im. it'-Nrf die Schn bitten, den t eÄten Personei Räume zu Nen, den 8. De ___ Stadtb Wohl die drei übelsten Judengestalten aus der Kategorie der Hoch- und Landesverräter, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit den Gegnern Deutschlands direkt in die Hände arbeiteten, sind Grelling, Lessing und Gumbel. Der frühere Berliner Rechts- anwalt Richard Grelling, von dem sich seine jüdischen Rassegenossen selbst wegen seiner allzu schmierigen Grundstücksspekulationen lossagten, erhielt üach seiner Auswanderung in die Schweiz dort von der Entente allerlei Unterlagen über die angebliche Vorgeschichte des Weltkrieges. Grelling, der über eine gewandte Feder verfügte, schrieb aus diesem Material das niederträchtige und verlogenste Machwerk jener Zeit zusammen, ein Buch, das unter dem Titel „I' a c c u s e — ich klage an" in einem Schweizer Verlag gedruckt wurde und von der Entente in Hunderttausenden von Exemplaren in aller Welt verbreitet wurde. Auf diesem Buch beruhte nicht nur die gesamte feindliche Hetzpropaganda während der zweiten Hälfte des Krieges, sondern es wurde auch als „sachliche Feststellungen eines deutschen Fachmannes" von ausländischen Ministern und Presse-Organen immer wieder unter der Maske eines stichhaltigen „Deweismaterials" zitiert. Der größte „Erfolg" aber dieses jüdischen Hetzerbuches bestand in dem Eintritt Amerikas in die Kriegsfront der Entente. Daß es nach dem Kriege zum Agitationsmaterial der jüdisch geführten Marxisten in Deutschland gehörte, sei nur nebenbei erwähnt. Der Jude Grelling hatte dabei noch nicht einmal den Mut gehabt, sich als Verfasser zu bekennen; unter dem Titel stand lediglich „Von einem Deutschen" (!) Die zweite Auflage des Buches erschien in der Schweiz zu einem so unmöglich Luftkurort Erholun Wtar Park di 'M Zentral-He Jahr gaf toi-, 0»u ___ Fen Feinde im eigenen Land. Wir Landesverräter." - Oie Fälle Grelling, Lessing und Gumbel. N pei TE Machen auch v e p&'Sx 1.65 1 Iikai Sie Tieniträmne KÄlinderamts m ob Montag, d Müde der Pol LWv-Platz Nr. 1 Reuen Baue Nr.' .Während derDie mkehr an Wertta mittags bis 12*/i t ke Aw, Ab- uni loet Pässe und du im den obengenai Mieten, den 9J , TEl & iw Großer ^"^■Verkauf 8 Uh' geöffnet. Ns niedrigen Preise, daß ohne weiteres das feindliche Ausland als Geldgeber offenbar wurde. Grelling wurde von einem eigenen Rasse- genossen, dem jüdischen Schriftsteller Karl Federn, öffentlich angeprangert und zur gerichtlichen Klage aufgefordert, kniff jedoch, wie das ja Mische Art in solchen Fällen ist. Sogar die bolschewistische Pariser Zeituna „Humanitd^ klagte ihn vier Jahre nach dem Weltkrieg der Fälschung der Kriegsscyukdlüge zugunsten der Entente an. Grelling schrieb gleichwohl nach der Novemüer- revolutton in der Mischen Zeitschrift „Die Welt- bühne" Artikel wie „Schuldfrage und Friedensunterhändler — zur Zeit der Vorbereitung der Friedensbedingungen." Selbst der parlamentarische Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung lehnte diesen jüdischen Landesverräter als Sachverständigen in der Kommission für die Kriegsschuldfrage einstimmig ab. 1923, zurZeitderRuhr- besetzung, tauchte Grelling plötzlich wieder jn Berlin auf und betätigte sich als Spitzel für Frankreich. Der Professor an der Technischen Hochschule von Hannover, Lessintz, betont in seinem 1929 erschienenen ,Kriegsermnerungen", er habe „gegen die ,Große Zeit', wo immer ich gekonnt habe, gekämpft", und er fügt hinzu: „Es gelang mir, mich zu drücken. Durch vier Jahre mußte ich alle Monate zur Musterung. Die Ausmusterungen wurden immer strenger, ich verwandte immer neue Listen, um der Front zu entgehen." Am 25,6.25 schrieb Lessing im „Prager Tageblatt" einen ganz ordinären Schmäh- und Verdächtigungsartikel gegen die Wahl Hindenburgs, den er als „treuen Bernhardiner" und als „führungslosen Wolf" bezeich- nete. Seine weiteren Pamphlete wurden gegen alle KL !• if Alchiuuö Ä 6 Stroh Km Hnte> Entrüstungsstürme in Deutsckland von der rote« preußischen Regierung ebenfalls gedeckt. Gumbel, Privatdozent, später außerordent» licher Professor an der Universität Heidelberg, forderte 1922, die Entente hätte bei dem Friedensdiktat in keinem Punkt nachgeben dürfen, vor allem nicht in der Frage der Kriegsverbrecher"; sie hätte auch bei der Entwaffnung Deutschlands noch schärfer Vorgehen müssen. Er verriet die Schwarze Reichswehr und andere Verbände an die Entente. Ferner schrieb er die Broschüre „Deutschlands geheime R ü st u n g e n", deren Folge in der Nichträumung der Kölner Zone bestand. Am 27. 4. 24 forderte er bei einer Versammlung in Anwesenheit eines Franzosen auf, der Kriegsopfer zu gedenken, „ine, ich will nicht jagen auf dem Felde der Unehre gefallen sind". Diesen Lumven nannte sein Rassegenosse Arnold Zweig in der „Welt- bühne" einen „tapferen und reinigenden Mann". Unterbetten reiste Gumbel in Frankreich herum und hetzte in öffentlichen Vorträgen derartig gegen Deutschland, daß sich die französischen Natumatisten angeekelt von ihm abwandten. Gumbel behauptete in diesen Vorträgen u. a., Deutschland habe den größten Teil an Der Kriegsschuld, die Tribute beständen zu Recht, Deutschland sei zahlungsfähig, aber böswillig. Zwischendurch erhiell er eine Berufung an das neu gegründete Marx-Engels-Jnftttut in Moskau. Gumbel war es, der als erster auf- svrang und stürmisch Beifall klatschte, als in einer Leipziger Versammlung mit dem Einberufungschema „W ir Landesverräter" Küster erklärte: .Landesverrat ist keine Schandemehr. Ich habe die Ehre, mich der Versammlung als Schwerverbrecher, nämlich als Hochverräter und dreifacher Landesverräter vorzustellen. Für mich und meine Gesinnungsgenossen es nur eine Parole: weitermachenWiederholte Versuche, ein Landesverratsverfabren gegen Gumbel einzuleiten, blieben gegenüber der schützenden Hand der roten Reaierung ebenso erfolglos, wie die Maß- regelungsversuche der Heidelberger vhilosophischen Fakultät. Als chm -schließlich doch infolge des Nie« senskandals die Lehrberechtlaung entzogen werden mußte, erhiell er einen Rus an die Pariser Sor« bonne und durch Herriot an die Universität Lyon. Wir haben hier nur einige wenige Beispiele tn unserer Artikelfolge herausgegriffen. Einen vorzüglichen Ueberblick über die Zersetzungsarbeit Judas in Deutschland findet der Leser in dem Buch „D t e Juden in Deutschland", Verlag Franz Eher Nachf., G. m. b. H., München, 1936. Der Anteil Judas an dem Ruin Deutschlands in der Nachkriegszeit läßt sich in Tatsachen und Zahlen nur annähernd andeuten; er ist schlechterdings ausschlaggebend. Allerspätestens nach der nation alsozialisti- scheu Revolution hätte dieses Volk alle Veranlassung gehabt, wenigstens einen Teil seiner Verbrecherschuld gegenüber Deutschland zu sühnen. Das Gegenteil ist geschehen. Es muß nun endlich für seine Taten einstehen und die Folgen tragen. B. R. Geschäft ist Geschäft! Einen Rucksack unterm Arm kommt Herr Huber die Gasse hinauf. Endlich hat er entdeckt, was er sucht. „Sie, Dienstmann, habens Zeit?" „Sehr wohl, Herr Huber!" „Sie wissen wo ich wohn'?" „Natürli! Stephansplatz 18!" „Na also, da nehmens die Katz' und tragens z'Haus zu meiner Frau, da kriegens zehn Mark Finderlohn. Acht bringens mir, zwa behaltens Ihnen. Aber schön stad sein, dann machen nrr öfter das G'schäft!" ten. Jede Entwickluna wurde nicht durch peruanische, sondern durch internationale Bedürfnisse bestimmt". Noch in neuerer Zeit konnte es Vorkommen, daß der Sohn eines peruanischen Präsidenten an dem Zustandekommen einer amerikanischen Anleihe 6Va Millionen Dollar .Kommission" verdiente. Nicht viel anders ging es viele Jahrzehnte hindurch in andern lateinamerikanischen Landern zu. Erst Weltkrieg und Weltwirtschaf t s k r i t e brackten für die fortgeschritteneren lateinamerikanischen Länder eine Zeitwende unter revolutionären Begleiterscheinungen mit sich, die unter volkstümlicher Staatsführung eine großzügige Entwicklung nationaler Produktivkräfte möglich machte. Die brasilianische und argentinische Regierung haben bereits Erklärungen abgegeben, in denen sie unmißverständlich von dem Programm der Roosevelt-Regierung für Lima abrücken. Es ist auch nicht daran zu zweifeln, daß man auch anderwärts weiß, was die Glocke geschlagen hat. Die latem» amerikanischen Republiken hatten eine Atempause, die sie im großen und ganzen trefflich auszunützen wußten, ihre Kräfte frei zu entfalten. Sie roeröen in Lima Gelegenheit erhalten, zu zeigen, ob sie stark genug sind, ihre wirklichen Interessen mit Erfolg gegen nordamerikanische Bestrebungen au verteidigen, die eher ein Trachten nach Aufrichtung eines angelsächsischen Weltherrschafts-Trusts bedeuten, als eine Sicherung der Freiheit der Neuen Welt, die niemals weniger bedroht war als heute. kam, wonach sich alle 21 Republiken Gesamtameri- kas zu ge genfeitiaem Beistand im Falle eines wirklichen Angriffes gegen eine oder mehrere von ihnen durch eine auheramerikanische Macht verpflichtet fühlen, so sollte man meinen,, daß der be- oorsteherwen Tagung in Lima zur Förderung panamerikanischer Solidarität nicht mehr viel zu tun übrig bliebe. Nach nordamerikanischer Auffassung sollen aber erst in Lima für die angeblich mehr als je bedrohte Sicherheit Gesamtamerikas wirkllch feste Grundlagen geschaffen werden. „Die Ereignisse, die sich in Europa und Asien abspielen", erklären „Neu Jork Times", „machen eine engere Vereinigung der beiden Amenkas dringend notwendig. Eine Reibe von Fragen, die nicht auf der Tagesordnung stehen, muß besprochen werden, die Frage der militärischen Solidarität Gesamtamerikas wie die der ^Benutzung der südamerikanischen Häsen durch die Seeftreitträfte, die der Verteidigung der Monroe-Doktrin bienen, wirtschaftliche Fragen, die den militärischen Problemen zugrundeliegen, dieEntwicklungdermineralischen und landwirtschaftlichen Hilfsquellen, Ermutigung des Handels zwischen Nord- und Südamerika und der Anlage von müßigen Kapitalien in den Industrien Südamerikas usw." Zur Beschwichtigung iberoamerikanischer Gemüter schließt das Blatt dieser Wunschliste Onkel Sams die Versicherung an: „In dem Augenblick, wo unsere Delegation sich nach Lima begibt, sollen unsere südamerikanischen Nachbarn wissen, daß wir keine Machtbefugnisse suchen, die sie nicht teilen; wir bettachten sie als Kameraden bei der Ver- teibigung der gemeinsamen Interessen der westlichen Erdhälfte." Inzwischen veröffentlichte die Washingtoner Regierung im Auftrage Roosevelts em umfangreiches Programm mit zahlreichen Vorschlägen für eine innige „Zusammenarbeit" zwischen USA. und Lateinamerika, bas auf nichts weniger hinausläufi, als darauf, nicht nur alle den souveränen Rechten der Schwesterrepubliken gemachten Zugeständnisse wieder aufzuheben, sondern sie wirtschaftlich, verkehrstechnisch, strategisch und nicht zuletzt auch weltanschaulich bedingungslos an das weltpolitische Geltungsbedürfnis Washingtons zu binden. Wem nun noch nicht die Augen darüber aufgehen, weshalb die iberoamerikanischen Länder von Washington aus seit Monaten mit allen Mitteln moderner Propaganda bearbeitet wurden, um ihnen Angst vor einer „neuen Heiligen Allianz" einzujagen, zu der sich Deutschland, Italien unb Japan im Geheimen verbunden hätten, dem ist nicht zu helfen. Im besonderen wird das neue Deutschland immer wieder angeprangert, sich nach Wiedergewinnung seiner afrikanischen Kolonien in lateinamerikanischen Ländern als Kolonialmacht einnisten unb auSbretten zu wollen. In Wirklichkeit liegen die Dinge so, daß Deutschland unb andern kontinentaleuropäischen Ländern nichts erwünschter sein könnte, als daß die lateinamerikanischen Länder die handelspolitische Freiheit behalten möchten, die chnen die USA. bisher deswegen einräumte, um ihr durch mißbräuchliche Anwendung der Monroe-Dokttin verscherztes Vertrauen zurückzugewinnen. Die wiederholten Einmischungen Washingtons in die Unob- hängigkett, mit der Brasilien und andere lateinamerikanische Staaten ihren Handelsverkehr mit Deutschland regeln wollten, beweist schlagend, w o - her der wirttichen Freiheit der lateinamerikanischen Völker Gefahr droht. Je unabhängiger die lateinamerikanischen Länder ihre noch wenig angetasteten natürlichen Reichtümer erschließen, desto größer werden die Warenmengen, die sie auf andern amerikanischen Märkten nicht absetzen können, für die sie Käufer in überseeischen Ländern suchen müssen, die, wie Deutschland, dank größerer Unabhängigkeit in ihrer eigenen Entwicklung neuerdings immer mehr Kaufkraft dafür frei zu machen vermögen. Daß man dabei beiderseits auf dem Wege des Verrechnungsverkehrs ohne Die teure Mitwirkung der Wellgläubiger auszukom- men sucht, ist eine unvermeidliche Auswirkung der durch den großen Krieg und seine Nachwehen hervorgerufenen „Weltverschuldung". Die Hartgesot- tenheit, mit der man sich in Neuyork City immer gegen jede Einsicht in diesem Zusammenhana ft raubte, ging sogar dem in dieser Hinsicht gewiß stark vorbelasteten Detter auf der anderen Seite des Allantik derart auf die Nerven, daß er zur ^it wo der Streit um die Kriegsschuldenregelung noch heftig tobte, die Initialen U. S. für Uncle Sam in „Uncle Shylock" umdeutete. Die Geschichte Lateinamerikas von der Los- reißung von Spanien und Portugal bis $um Weltkriege war vorwiegend die Konservierung einer überkommenen kolonialen Gesellschaftsordnung mtt Hilfe britischen und nordamerika- nischen Finanzkapitals. „Die ganze lange Geschichte fremden Kapitals und Handels in Peru , betont der nordamerikanische Schriftsteller Carleton Deals, einer der besten Kenner iberoamerikanischer Verhältnisse, „ist eine Tragödie kolonialer Ausbeutung im geheimen Einvernehmen Mit einer kleinen Clique von Offizieren und Aristokva- im Gutes Rezept bei Erkältungen Photo - Kino Kronopiats 9 1 Gießen, Babnholstr. 49, Bnt 3941 .tu Fernsprecher 345. 7W0D 34. 42 55 72 Stragula, Linoleum Brücken, Bettumrandungen Die großstädtische Auswahl finden Sie bei 99 A papier Spezialgeschäft für Teppiche, Gardinen und Polstermöbel Bahnhofstraße 31 _#ushjX£u»-I,bleU«a-Ori»-Dr*a»** besuchen Sie unsere lueihnacntsschaul ÜJRGENER&SCHVOTEL .i. 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Gestern abend verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Coachs Sessel Chaiselongues Chaiselonguededten von dem schwersten aller Leiden, welches sie bis zum letzten Atemzuge mit grober Geduld ertrug, im 45. Lebensjahre erlöst. — Arbeit und stete Sorge um all ihre Lieben war ihr höchstes Glück. Tepuldie Benumrandmiilen Bettvorlagen Maler Steppdecken Schlaldedea ... neüDöfes fierj? Öfters Herzstör« ungen. Schwäche. Herzbeklemmung u. Angstgefühle? Das Herz durch ..Herzkraft" scho- nend starke»! Fla« sche RM. 2.70, nur in Apotheken. Weihnachtsgeschenke die Freude bereiten Gießen, Marktstraße 4-8 Donnerstagnachmittag entschlief sanft und unerwartet meine innigst- geliebte Gattin, unsere liebe, treu sorgende Mutter fi/Ub6(U law\i: Uebefsdiuhe Die Beerdigung findet am Montag, dem 12. Dezember, um 13.15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Die Beerdigung findet am Montag, dem 12. Dezember, nachmittags 2% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Die Trauerfeier findet Montag, den 12. Dezember, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Für die herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters und Schwiegervaters sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. Elisabeth WaBmann. geb. Heiner Ludwig Wa3mann Gießen, 8. Dezember 1938. Danksagung. Für die herzliche Anteilnahme an dem schweren Verlust beim Hinscheiden unseres innigstgeliebten, hoffnungsvollen, guten, braven und im Alter von 47 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina Schetter. Bettstellen. Matratzen Harmontkabetten in grober Auswahl und zu niedrigen Preisen Eigene Polsterwerkstätte 17 Rprlz Betten- und JC/* JLJ v Ltl Polstermöbel-Werkstätten Gießen. Bahnhof st r. 56. neben Hotel Schütz Ruf 4072 Todes-Anzeige Nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief heute abend 19 Uhr meine liebe herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und lante Frau Dinchen Langenhagen geb. Fischbach 'm fast vollendeten 40. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hermann Langenhagen und Familie. Kirchberg, den 8. Dezember 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr vom f rauerhause aus statt sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Besonderen Dank den Herren Professoren und Aerzten,den Schwestern, Wärtern u a. in der Medizinischen Klinik zu Gießen für die liebevolle Behandlung, sowie all denen, die des Verstorbenen auf seinem Krankenlager in fürsorglicher Liebe gedachten. Ebenso danken wir lürdie tröstenden Worte am Grabe und dem Reichsarbeitsdienst Braunfels, der Ortsgruppe der NSDAP , der SA., HJ., Bann Wetzlrf, dem Turnverein, sowie seinen Kameraden für das letzte Geleit Wilhelm Todt und Frau. ©leüsn • MarkfstraCe $ 11 ____________________________________7996A • Statt Karten. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank, Im Namen der Hinterbliebenen: Karl Schwendet und Frau Margarete geb. Roth Heinz Schwenden Gießen, Steinstraße 71, den 10. Dezember 1938. ___________________________________________________&014D ist das 11g (u'hW . Ul w' I .... .denn Erleichterung bel ^^bringt die leichte MWk von «ThsS ^uiessen Triedrichstr.7 Lieferant aller Kassen finden Sie im Fachgeschäft Steinbadi Wolkengasse d Teilzahlungen Reparaturen 71.M Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Sröhl’schen Drucker«. 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Dezember 1058 Förderung der außerbeln'eblichen Lehrlingsausbildung Die Entwicklung bis 1937 liche Entwicklung 3U verzeichnen. Ostern 1924 wurde zunächst nur die Abteilung Höhere Handelsschule mtt den stattfinden. Eine überaus große Anzahl gasten aus Partei, Staat, Stadt, Weh von Ehren- ehrrnacht und ?a-en'r2 u rouror me Zlnftalt vollstandrg in die gebiete, auf die sich grundsätzlich die innerbetriebliche Tragerschaft der Industrie- und Handelskammer Ausbildung erstrecken soll, sowie die normalerweise übernommen, • hierfür vorgesehene Dauer der Ausbildung, wobei rr$xrlkl8e2b2'L^d,,äeriaI,(^b^',n8ten l°lbstver- jedoch in Berücksichtigung besonders gelagerter Beständig auch «rtsprechende Schul,ale und Einrich. triebsoerhältnisse von den gegebenen Richtlinien Krankheitsekkennung und Behandlung Wissenschaft im Dienste des Volkes. ausfuhr, schildert Siegfried H a u b o l d in „Reclarns / Die der und ergebnisse ihrer Schuler des besten Rufes. Die Eröffnung der Gießener Bankenfachklassen konnte in feierlicher Form am 3. Oktober d. I. in der festlich geschmückten Turnhalle des Turnvereins lingen in Banken und Sparkassen eben jetzt auf eine ganz neue reichseinheitliche Grundlage stellt. stellen. Es war Mathilde, die das unerquickliche Gespräch taillistenverein, Ellern, .Angestellte usw. vertreten waren. 1926 wurde die Anstalt vollständig in die ; außerbetrieblichen Ausbildung zusammensetzt. Die Ausbilüungsordnung benennt die einzelnen Haupt- wurde er von der Regierung nach Oberschlesien ent« sandt, wo eine fürchterliche Epidemie große Opfer forderte. Virchow machte die Feststellung, dag es auch eine soziale Bedeutung der Krankheit gibt "und wendete seine außerordentliche Arbeitskraft der Lösung dieser Aufgaben zu. Rach dem 70er Kriege war es Rudolf Koch, der Kreisphysikus in einem posenschen Städtchen, der mit bewundernswerter 'Klarheit die Grundsätze der Bakterienforschung festlegte. In feinem Kreise traten Milzbranderkrankungen auf, die den Tierbestand schädigten und auch die Menschen gefährdeten. Er richtete sich ein Laboratorium ein und mit Hilfe eines selbst gebauten Wirtschaft dokumentierte durch ihr Erscheinen die Bedeutung, die man allenthalben der Angliederung dieses neuen Fachschulzweiges bei mißt. Darüber hinaus zeigten die von dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer, dem Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen, dem Vertreter der Reichsgruppe Banken und dem Leiter der öffentlichen Handelslehranstall bei der (Eröffnungsfeier» lichkeit gehaltenen Ansprachen nicht nur Ziel und Aufgabe der neuen Fachschule, sondern auch das Derantwortungs- und Pflichtbewußtsein, mit dem von allen Beteiligten an die mit der Errichtung der Bankfachklassen verbundenen Aufgaben herange- gangen wurde. Mit dem Tag der Eröffnung hat praktisch auch die außerbetriebliche Berufsausbildung der Banken- und Sparkassenlehrlinge des erweiterten Gießener Bezirkes begonnen. Der Ausbildungsbezirk Gießen umfaßt .nach der Abgrenzung, die von der Reichsgruppe Banken oorgenommen wurde, 22 Plätze mit 45 Bankinstituten. Es handelt sich um folgende Orte: Allendorf a. d. Lda., Alsfeld, Atzlar, Bad-Nauheim. Butzbach, Ehringshausen, Friedberg, Gießen, Grün- berg, Heuchelheim, Hungen, Kefselbach, Krofdorf, Laubach, Lich, Londorf, Nidda, Philippstein, Reichelsheim, Schotten, Ulrichstein, Wetzlar. Die Ausbildung der Bankenlehrlinge findet in einer Unter-- und einer Oberstufe statt und erstreckt sich über zwei der Taucher, der, nachdem man vor Anker gegangen ist, in sein unbeholfenes Hemd hineingezwängt und mit dem Taucherhelm bebecft wird und nun von 60 Kilogramm Ballast hinabgezogen versinkt; nur durch Reißleine und Luftschlauch bleibt er mit der Oberwelt verbunden. Er hat die Aufgabe, die gewaltigen Blöcke aufzusuchen, die von den anhaftenden Muscheln und Algen befreit werden müssen, die die Oberfläche verbergen und dann eine große Zange darum zu legen. Ein kurzer Zug an der Reißleine, und der Felsblock entschwebt in die matt» schimmernde Höhe, rauschend taucht er an der Oberfläche auf, und die Deckwinde birgt den triefenden Koloß in dem Laderaum wo er polternd aufschlägt. Liegen die nächsten Blöcke zu weit, als daß Leine und Luftschlauch noch bis dahin reichten, so gibt ein verabredetes Zugzeichen mittels der Leine den Kameraden oben Bescheid, das Ankertau wird etwas angezogen, und das Schiff gleitet langsam zu der bezeichneten Stelle hin. Oft trifft der Taucher auf wahre Schutthalden großer und kleiner Steine, die einen Vorrat für viele Fange darstellen. Solche .^Jagdgründe" werden sorgfältig geheim gehalten, aber man verschafft sich einfachste Orientiernngs- mittel, um sie wieder zu finden. Nach zwei Stunden Arbeit mit der Steinzange sind 20 Tonnen geladen, und das Schiff hat einen Tiefgang, daß das Wasser fast die Bordplanken überspülü Jetzt steigt der Taucher die Sprosien der angehängten Leiter wieder herauf und wird von seinem schweren nassen Zeug befreit. Die Männer an Bord wissen aber auch von Tauchern zu erzählen, die nicht wieder hochkamen, und von Kuttern, denen der Sturm den Laderaum vollschlug, so daß sie mit ihrer schweren Last in die Tiefe sackten. zunaa).l nur ote 2iDteuung Hoyere nanüelsschule mit Ein weiterer Ausbau der Sckule eraab lieh durch toon^ine111 xmpiiähria? dels'sckn? 9^ i bie "$rönun9 für die Ausbildung von Lehrlingen ^fr\.a?r i9a^zi/9?U-^ie I m Kreditinstituten", die die Ausbildung von Lehr- ®4HjIer3ai)l betrug. 1924/25 - 24, 1925/26 - 94, in lingen in Banken und Svarkallen eben ieüt auf Uniai^193?cn4 'eine ganz neue reichseinheitliche Grundlage stellt. mar ^36^37 \9Qq7^aU on - Sie Ausbildungsordnung hat den Zweck, eine or- M }qm/9q la« ???' = deutliche Ausbildung des Lehrlings in einem Bank- = 396 $ 2>r°91ften3 und Banken- oder Sparkasstnbetrieb sicherzustellen. In §8 dieser f . Ordnung sind die näheren Bestimmungen über den Trager der Schule mar zunächst em Kuratorium, Ausbildungsgang enthalten, der sich aus der Aus- ötabt, Kreis, Stabtschul- bilbung im Betrieb selbst und aus ber ergänzenden ?n^'ri^D^erc. dchul^n, Kaufmanmscher Verein, De- | außerbetrieblichen Ausbildung zusammensetzt. Die eines eigenen Schulgebäudes erwogen. Der Plan konnte verwirklicht werden, und Mitte 1936 wurde von der Kammer das Gebäude Wernerwall 11 erworben, in das nach einer gründlichen Ueberholung die Schule im Oktober 1936 einzog. Neben ber stetigen Verbesserung ber Unterrichtsräume würben auch Inventar und sonstige Einrichtungen ganz wesentlich erneuert und ergänzt. Besonderer Wert wurde ber Auswahl ber Lehrkräfte, bie burchweg Diplomhanbelslehrer mit längerer Praxis aus bem Wirtschaftsleben find, beigemessen, da hiervon naturgemäß in erster Linie bie Leistung ber Schule abhängt. Daß beste Kräfte zur Beifügung stehen, beweisen die Erfolge, auf die die Anstalt, die feit Ostern 1934 unter Leitung von Dr. habil. Kruse steht, insbesondere in den letzten Jahren zurü^blicken kann. Als erstw im Frühjahr 1937 bei ber Kammer Gießen zur ärterung stand, neben der außerbetrieblichen Förderung des kaufmännischen Nachwuchses im allgemeinen auch im besonderen bie fachliche Ausbildung eines einzelnen Berufsstandes m Gießen zu ermöglichen, war es daher nur natürlich, daß in erster Linie eine Angliederung einer entsprechenden Einrichtung an die Oeffentliche Handelslehranstalt ins Auge gefaßt wurde. Es handelte sich um bie Drogistenfachklassen, die im Herbst 1937 bei dieser Schule in Zusammenarbeit mit der Drogistenschaft errichtet wurden und sich seit.ihres Bestehens bestens bewährt haben. Alle Drogerien des Kreises Gießen und ber benachbarten, in einem Umkreis teilweise bis zu 50 Kilometer liegenben Bezirke, sind verpflichtet, ihre Drogistenlehrlinge während der Dauer der dreijährigen Lehrzeit einmal in der Woche zum lOftünbigen Unterricht in diese Fach- klalsen zu entsenden. Die mit ben Drogistenfachklassen gemachten Erfahrungen ließen eine Angliederung von weiteren Fachklassen an bie Oefsentliche Hanbelslehranstall nicht nur unbedenklich erscheinen, sondern sie zeigten gleichzeitig den Weg zur bestmöglichen Lösung. Hindernd stand ledialich ein abermals entstandener Raummangel im Wege. Hinsichtlich der Raumnot wurde jedoch ebenfalls eine Lösung gefunden, da sich Kaufmännischen Vereins in Gießen, die Oeffentliche Handelslehranstall gegründet. Die Schule hat, insbesondere im Verlauf der letzten Jahre, eine erfreu» einem befriedigten Seufzer zusammen. Nach einem sanft aufwärts gerichteten Unschuldsblick schloß sie die Augen. Hierauf trat eine Pause ein. Dann fing Fräulein Gotsch an §u lächeln. Dann schmunzelte Rolf. Dann fingen beide an zu lachen und versicherten sich gegenseitig, -daß sie es nicht so böse gemeint hätten und daß sie sich eigentlich ganz sympathisch fänden. Und dann tauchte etwas atemlos Herr Schmiedecke am Treppenabsatz auf und pochte gegen bie Tür. ,Hallo — steckengeblieben?" rief er. „Machen Sie mal bie Jnne.ntür fest zu — ganz fest! Da ist irgenbwas mit dem Kontakt. Noch fester, bitteI" Er arbeitete unterbeffen an ber Außentür herum. Nach zwei Minuten hatte er es geschafft — bie Außentür sprang auf. Währenb Mathilbe gleich die Treppe zum fünften Stock hinaufbatterte, zog Fräulein Gotsch Herrn Schmiedecke einen Augenblick beiseite. ,Hem — bitte, sagen Sie Herrn Pricke nicht, daß ich mich beklagt habe", flüsterte sie ihm zu. „Die Sache ist erledigt." Damit wandte sie sich hastig ab. Rolf zog Herrn Schmiedecke verstohlen nach der anderen Seite. .Hören Sie mal", sagte er leise, „es wäre nett, wenn Sie der Dame lieber nichts sagen würden — wegen des Lautsprechers und so. Ich hab mir’s überlegt..." , Eine große Zigarre mit einer prächtigen, rot- goldenen Bauchbinde wurde Herrn Schmiedecke rasch zugesteckt. Aber der guckte gar nicht auf die Zigarre, er guckte Herrn Pricke nach, ber hinter Fräulein Gotsch her eilig die Treppe hinauf sprang. ,Laß das, Mathilbe!" sagte Rolf scharf. „Die Dame mag keine Hunde!" „Die Dame mag keine Hunde?!" sagte Fräulein Gotsch empört. „Wie kommen Sie daraus? Die Dame mag sehr wohl Hunde! Mer manche Leute mögen keine Musik, und das ist —" ,/Ich mag Musik!" erklärte Rolf nicht weniger empört. „Aber ich mag Musik nur bann, wenn ich nicht arbeite. Und —" Fräulein Gotsch empfand bas Bedürfnis, ihm mtt- zutellen, daß es in solchem Falle andere Mtttel gäbe, als brutal gegen die Wand zu hämmern. Rolf sprach darauf von der Möglichkeit, Lautsprecher leiser zu beendete. Sie sprang ohne jede Vorbereitung Fräu-1 Universum". Die wichtigste Person an Bord ist lein Gotsch auf den Schoß und kringelte sich dort mit Oie neue Ausgabe: Errichtung von Bankenllaffen. IH L Seilersweg Nr. 67 diO Telephon Nr. 3170 paraturen 1M/I Steinfi cher. Ein eigenartiges Gewerbe betreiben an unseren Küsten Männer, bie Steine fischen. Es hanbelt sich um bas Heraufholen ber oft gewaltigen Granitblöcke, bie Zeuge längst oergangener Eiszeit sind und jetzt auf dem Boden des Meeres ruhen; sie geben vortreffliches Material, Molen und Grund- mauern daraus zu bauen. Früher suchte man die zentnerschweren Blqcke zur Winterszeit an der Küste und beförderte sie auf Splitten. Heute ist diese Zeit vorbei, nur noch aus bem Meere sind solche Steine zu holen. Eine Fahrt mitt einem Motorboot, das mit fünf Mann zum Steinfischen hin« den, die zum Erkennen und zur Behandlung ber^ Krankheiten notwendig sind. Von dem Abklopfen und Abhören bis zur wissenschaftlichen Ergründung der Krankheiten war ein weiter Weg, auf bem zuerst die ausländischen Forscher Wege und Hilfs- mittel fanden. Mit Rudolf Virchow, der einer der größten deutschen Aerzte wurde, begann die eigentliche deutsche Wissenschaft. Als junger Forscher tun gen. Die Schule war zunächst im Kaufmännischen Dereinshaus, Wernerwall, untergebracht. Ostern 1930 wurde sie in die sogenannte Alte Klinik, heute ßiebigbau genannt, verlegt. Da die Räume in diesem Bau infolge ber Entwicklung ber Schule und auch aus sonstigen Gründen bald keinesfalls den Anforderungen mehr genügten, wurde der Erwerb Ueber bie außerbetriebliche Ausbildung ber Bankenlehrlinge, bie hier im besonderen zur Erörterung steht, sinb in ber Ausbildungsorbnung folgende Vorschriften enthalten: „Die betriebliche Ausbildung wird durch eine außerbetriebliche berufliche Ausbildung ergänzt. Jeder Lehrling im Sinne dieser Ausbstdungsord- nung ist ohne Rücksicht auf Alter und Schulbildung zwei Jahre lang zum Besuch der bestehenden besonderen Ausblloungseinrichtungen verpflichtet, soweit sie von seiner Arbeitsstätte ober seinem Wohnsitz ohne wesentliche Schwierigkeiten zu erreichen sind. Es kommen dafür jedoch nur in Bettacht: 1. Besondere Bankschulen ober Dankklassen an Berufs-, Handels- ober Fachschulen, beren Eignung für die Lehrlingsausbildung von der Reichsgruppe Banken und dem Fachamt Danken und Versicherungen in der Deutschen Arbeitsfront anerkannt wird, ober 2. besondere Lehrgänge für Banklehrlinge, die gemeinsam von ber Reichsgruppe Danken und dem Fachamt Danken und Versicherung in ber Deutschen Arbeitsfront, und soweit Lehrlinge bei ben Sparkassen in Frage kommen, außerdem von ben Gemeinde-Verwaltungs- und Sparkastenschulen veranstaltet werben, ober 3. besondere Lehrgänge der Gemeinde-Verwaltungs- und Sparkassenschulen für Lehrlinge bei ben Sparkassen, soweit die Ausbildungsmöglichkeiten gemäß 1 und 2 nicht vorhanden sind. Die gesetzlichen Destimmungen über bie Berufsschulpflicht bleiben unberührt. Die Teilnahme an ben anerkannten außerbetrieblichen beruflichen Ausbil- dungseinrichtungen wird bem Lehrling als Arbetts- zett angerechnet." Es war daher auch im Bezirk der Industrie- tmb Handelskammer Gießen zu prüfen, wie am besten und zweckmäßigsten Einrichtungen geschaffen wurden, die eine Gewähr für eine ordnungsgemäße außerbetriebliche Ausbildung der Bankenlehrlinge im Sinne der heutigen Anforderungen boten, fettens ber Industrie- und Handelskammer mit Reichsgruppe Banken, ber Stadtverwaltung mehreren anderen Stellen geführten Verhandlungen konnten schon nach kurzer Zett mtt dem übereinstimmenden Beschluß beendet werden, Bankenfachklassen bei der genannten Lehranstatt zu errichten. Es durfte damit gerechnet werden, daß die Angliederung der Bankenfachklassen an die Oeffentliche Handelslehranstall auch von feiten der Praxis begrüßt wurde, erfreute sich diele Lehranstalt doch auf Grund ihrer Leistungen und ber Ausbilbungs- Worauf Mathilde beglückt die Zähne bleite und ihm mit freudigem Kläffen,an die Hosenbeine fuhr. Das entsprach Durchaus den Regeln dieses Spieles. Worauf es nebenan hart an die Wand klopfte und eine weibliche Stimme laut „Ruhe!" rief. „0 Pfcht!" machte Rolf erschrocken und hiell der heftig zappelnden Mathilde die Schnauze zu. Er starrte eine Welle zornig die Wand an. Dann setzte er sich wieder an die Schreibmaschine und hämmerte mißvergnügt drauf los. Als Rolf, mit Mathllde an der Seine, an diesem Abend zum Essen ging, stieß er im Hausflur auf Herrn Schmiedecke. „Ach, Herr Pricke", sagte der Hauswart, „tut mir ja leid: aber Fräulein Gotsch — Ihre neue Nachbarin — hat sich bei mir beklagt? Der Hund belle so oiel, meinte sie. Ob sie nicht —" ,Hören Sie mal", unterbrach ihn Rolf erbittert, „sagen Sie der Dame, sie möchte erst mal ihren Lautsprecher auf Zimmerstärke stellen. Und sie möchte dabei — zum Donnerwetter! — die dünnen Wände im fünften Stock berücksichtigen. So — das können Sie ihr sagen!" Damit stürmte Rolf — Mathllde im Schlepptau — auf die Straße hinaus und feuerte die Haustür hinter sich zu. Es war fast Mitternacht, als bie beiben heimkehrten. Rolf machte Licht im Treppenhaus unb holte ben Fahrstuhl herab. Leise kam er angerauscht. Als er unten war, ging bie Haustüre von neuem, unb eine Dame kam eilig ben Gang entlang zum Fahrstuhl. Rolf, ber schon eingestiegen war, hiell ihr höflich die Türe auf. Erst drinnen in der engen Kabine erkannten sie sich — Fräulein Gotsch unb Herr Pricke. Stumm setzte sie sich auf bie rote Plüschbank. Stumm brückte er auf ben obersten Knopf. In eisigem Schweigen glitten sie aufwärts. Erster Stock... zweiter Stock... britier Stock .. vierter Stock... knack! Der Fahrstuhl hielt mit einem Ruck. Rolf sagte „Nanu!" unb brückte noch einmal auf den obersten Knopf. Nichts. Er öffnete bie innere Tür unb rüttelte an ber äußeren. Sie klemmte. Sie ging nicht auf. Rolf brückte nochmals auf ben obersten Knopf. Wieder nichts. „Teufel nochmal!" sagte Rolf erbost und drückte auf den roten Knopf, auf bem .Marrn" stand. Einige Minuten vergingen in tiefem Schweigen. Niemand kam. Rolf drückte immer wieder auf den roten Knopf. Mathilde, die bisher still in einer Ecke gesessen hatte, kam zwischen seinen Beinen hervor und beschnüffelte die Schuhe von Fräulein Gotsch. triebsoerhättnisse von den gegebenen Richtlinien ab gewichen werden kann, wenn also beispielsweise Arbeitsgliederung, Geschäftsümfang, Lager des BankplaNes usw. eine andere Regelung notwendig machen. Auf jeden Fall muß jedoch die Ausbildung , des Lehrlings nach einem sorgfältig ausgestellten Plan erfolgen, der bie, aufgeführten Hauptgebiete des Bank- und Kreditwesens berücksichtigt, da der Lehrftng bei Beendigung seiner Lehrzeit die allgemeinen Grundkenntnisse für jedes dieser Hauptgebiete besitzen muh. Die vierte Veranstaltung der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienste des Volkes", bie die Volks- bildungsstätte gemeinsam mt bem NS.-Dozenten- bunb durchführt, brachte am gestrigen Freitagabend einen Vortrag bes Direktors ber Medizinischen und Nervenklmik, Prof. Dr. R e i n w e i n über ,Krankheitserkennung u nb B e - Handlung". Seine Ausführungen waren gleichzeitig ein Einblick in die Geschichte der deutschen Medizin, wie sie durch die großen Forscher Virchow, Rudolf Koch, Röntgen unb o. Behring gekennzeichnet ift Das Leben selbst ist ber wunderbarste Helfer, sagte Prof. Dr. R e i n w e i n, unb in feinen Ausführungen gab er zu erkennen, welch mühevolle Forscherarbeit erforderlich ist, um aus ben Erkenntnissen des Lebens die Wege und die Mittel zu fin- Mikrofkops nahm er die Untersuchung milzbrand- kranker Tiere auf. Es gelang ihm, die künstliche Züchtung von krankheitserregenden Bakterien, ein Verfahren, auf dem sich eine neue Wissenschaft, bie Bakteriologie, aufbaute. 1882 konnte er die Ent- [bie Kammer entschloß, bas neben ber Schule Ile- Ä _ genbe Gebäude bes Kaufmännischen Vereins zu er» 2m Jahre 1924 wurde mtt Unterstützung von werben. Das neue Gebäude wird der Lehranstalt Herrn Dr. F e l d (jetzt Professor an der Wirtschafts- ab 1. 4.1939 zur Verfügung stehen, bis dahin ist Hochschule m Berlin), ber Stadloerwallung unb des eine behelfsmäßige Regelung getroffen Oer Ausbau der Oeffentlichen Handelslehranstalt in Gießen. Don Diplom Kaufmann Dr. Walter Kirchner; stellvertretendem Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Gießen. Jahre. Bei beiden Stufen beträgt die wöchentliche Unterrichtszeit acht Stunden, die aus Zweckmäßig- kettsgründen auf einen Tag gelegt wurden. Lehrlinge mtt dreijähriger Lehrzeit oefucken während ihres ersten Lehrjahres die allgemeine kaufmännische . Berufsschule, an deren Stelle tritt bann während des zweiten und dritten Lehrjahres der Pflichtbesuch ber Bankenfachklassen der Oeffentlichen Handelslehranstall. Der Unterricht konnte sofort mit 36 Schülern in der Unterstufe und 36 Schülern in der Oberstufe aufgenommen werden. Die Meldung der Bankenlehrttnge geschieht durch die einzelnen Banken. Der Unterricht wird nacy dem Lehrplan, der von ber Reichsgruppe Banken zusammen mtt der Deutschen Arbeitsftont, Fachabteilung Banken und Versicherungen, aufgeftellt wurde, burchgeführt und erstreckt sich vor allem auf die „Wirtschcntslehre bes Kreditwesens", in deren Rahmen alle Fragen des vielseitigen Bank- und Sparkassenwesens eingehend behandell werden, sodann auf Volks- unb Staats» künde, Buchhaltung, Rechnen unb Kurzschrift. Der Unterricht pirb ausschließlich von Diplomhanbels» lehrern mit längerer Bankpraxis erteilt. Die Finanzierung ber Bankenfachklassen geschieht im wesentlichen von den Banken selbst,, die je Lehrling monatlich einen bestimmten Beitrag abführen und die ber Industrie- und Handelskammer gegenüber eine jährliche Garantiesumme übernommen Haden. Es verdient hervorgehoben zu werden und Ift besonderer Anerkennung wert, daß sich die zu dem Gießener Ausbildungsbezirk gehörenden Geld- und Kreditinstitute einstimmig für bie Errichtung ber Bankenfachklassen an ber Oeffentlichen Hanbelslehranstall einsetzten unb beschlossen, baß ihre Lehrlinge auf Grund der seit dem 1.4.1938 für alle Lehrlinge bes gesamten beutschen Bank- unb Kre- bitgeroerbes verbindlich gewordenen „Ordnung der Ausbildung von Lehrlingen in Kreditinstituten" diese Bankenfachklassen obligatorisch zu besuchen Haden. Die Banken/des Gießener Bezirks haben mit diesem Entschluß und ihrer auf diesem Gebiet jederzeit erfreulichen Zusammenarbeit mit ber Kammer Gießen gezeigt, wie sehr ihnen selbst bie zusätzliche außerbetriebliche Ausbildung ihres Nachwuchses neben ber' innerbetrieblichen Ausbildung am Herzen liegt, und in anerkennenswerter Einmütigkeit zur Steigerung bes fachlichen Könnens ber ihnen zur Ausbilbung anverttauten Jugendlichen bei ber Errichtung ber Gießener Dankenfachklassen beigetragen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen und die Oeffentliche Handelslehranstalt haben diese neue Einrichtung in ihre Obhut genommen mit dem festen Willen, sie restlos die Aufgabe erfüllen zu lassen, die ihr gestellt ist. Kleine Zwischenlandung im vierten Glock. Don Peter Mattheus. Machttde, die kleine, braune Dackechündin, rollte über den Teppich und schnappte nach eingebildeten Fliegen. Rolf saß am Fenster und tippte bas letzte Kapitel seines neuen Romans. Sein Blick war ab- wesenb; er hatte bie Zunge zwischen die Zähne geschoben.und tippte langsam, mit Bedacht. Gerade, als er an eine Stelle gelangt war, die besonders viel Konzentration verlangte, ging in der Atetter- wohnung nebenan der Lautsprecher los unb schmetterte einen Fanfarenmarsch. „Zum Donnerwetter!" sagte Rolf. Der Gebanken- faben riß jäh ab. Er vertippte sich und hieb zwei Tasten auf einmal herunter. Die Maschine streikte. Wütend drehte er sich um und starrte die Wand an. Das ging nun so seit Tagen. Genauer gesagt: sett dem Tage, an dem bie Atelierwohnung nebenan einen neuen Mieter bekommen hatte. Eine Dame. Eine junge Dame. Sehr nett aussehenb sogar. Modezeichnerin, wie Herr Schmiedecke, der Hauswart, gesagt hatte. Das Unglück nur, daß die besagte Dame offenbar Musik brauchte, um arbeiten zu können. Und Rolf konnte nur ohne Musik arbeiten. Er braudjte Ruhe, vollkommene Ruhe. Täh - teräh - terätätätätätät... bums... rums... tsching...! < Jetzt auch noch Pauken und Becken! Und wie laut! Unerhört war das! Mathilde mar der gleichen Ansicht. Sie protestierte. Sie warf den Kopf zurück und ließ den ersten schrillen Jaulttn hören. Und bas war mehr, als Rolf ertragen konnte. CEr (orang auf, riß einen eisernen Briefbeschwerer vom Schreibtisch unb klopfte gegen bie Wand. „Ruhe!" schrie er. Das Fanfarengeschmetter drüben brach ab. Stille, tiefe Stille ... Eine Viertelstunde lang versuchte Rolf, den zerrissenen Faden wieder anzuknüpfen. Es glückte nicht. Schließlich gab er es auf und suchte nach Wlenkung. Sein Blick fiel auf Mathilde, die friedlich auf dem Teppich saß unb mit bem eigenen Schwanz Verstecken spielle. Er erhob sich sacht vorn Stuhl, sah sie durchbohrend an und schlich mtt gespreizten Fingern auf sie zu „Du Giftkröte!" sagte er mit Grabesstimme. bestrafen. Die beiden Darlehen seien zum grö' L 5po. Heuchelheim. cht ausdrücklich eine Anwen- Teil bis heute noch nicht zurückgezahlt. Eine düng des § 27b StGB. (Umwandlung in eine Geld- ;en, man rechnet mit einem sicheren Siege der Frohnhausen — Bissenberg. Spannende HandbaMmpfe des Sonntags werden dies-1 ^getragen, so >te Ueoersicht e Gestaltung | Per Optiker am Lahnhsf | Der Mit 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) er Ehringshausen — 1900; Naunheim — Burg; Sinn — Wetzlar; deckung des Tuberkelbazillus mitteilen. 1890 war es der Ostpreuße Emil Behring, der, gestützt auf die Vorarbeiten Virchows und Kochs, ein Serum gegen die Diphtherie entdeckte und in Marburg die bekannten Behring-Werke errichtete. Fünf Jahre später, 1895, war es der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen, der die Durchleuchtung des Körpers möglich machte. Auf eine weitere wertvolle Entdeckung machte Prof. Reinwein aufmerksam, und zwar auf die des In« fulins zur Behandlung der Zuckerkrankheit. Er wies nach, wie gerade die pmerkanischen Forscher mit Hilfe außerordentlicher Geldmittel diese Forschungen vorwärtsgetrieben hätten, aber erst mit Hilfe des Göttinger Chemikers Windaus zu einem Ergebnis kamen, das große Erfolge zeitigte. Er schloß seine mit einigen Lichtbildern erläuterten Ausführungen mit dem Hinweis, daß zu einer erfolgreichen Be- Handlung auch die seelische Einstellung des Kran- ken, das heißt, sein fester Wille, ein maßgeblicher Faktor für die Gesundung sei. Den Dank der Zuhörer brachte Kreisreferent Dr. Heidt zum Ausdruck. und nicht zuletzt der Torwart hervor. Tv. Hausen — Io. Krofdorf. Nach langem Umsehen und vielen Bemühungen ist es nun wieder dem Tv. Hausen gelungen, eme einigermaßen spielfähige aktive Mannschaft aufm- stellen, die bereits am Sonntag schon kn Tätigkeit tritt. Der Ausgang dieses Freundschaftsspieles ist offen. Auch in der II. Kreisklasse gehen die Spiele der Vorrunde mehr und mehr zur Neige. Diesmal treffen sich SA. 116 Gießen — Tv. Londorf Luftwaffe II. — VfB.-R. Gießen. Und was heiße überhaupt Vertrag in einer Zett, in der man heute nicht wissen könne, mii welcher Gage man im nächsten Monat gerade sein Leben zu stiften imstande sei. Sie habe dem Intendanten erklärt, daß sie nicht wieder käme. „Wann?" Die Spiele der Vezirksjlaffel Gießen Mannschaften noch höhere Ziele alr, selbst wenn es sich nur um den Verbleib in der Bezirksklasse handelt. silberne Sonntag bringt wieder einige interessante Paarungen. In Großen-Buseck fällt schon Platzherren. In Garbenteich wird sich Großen-Lin- den anstrengen müssen, um zu einem Siege zu kommen. Lollars Reserve fährt nach Hungen und dürfte nicht um eine Niederlage herumkommen. Harbach erwartet Grünberg und dürste stark genug sein, den Güsten das Nachsehen zu geben. Spannend wird das Spiel in Saasen, wo Geilshausen antreten muß. Wenn die Gäste mit dem gleichen Elan das Spiel bestreiten, wie man es von der Mannschaft gewohnt ist, sollte an einem Siege der Gäste nicht zu zweifeln sein. Krofdorf, der Sie- ger über Londorf wird in Treis erwartet, wenn nicht alles täuscht, sollte die Mannschaft einen weiteren Sieg landen können. VfV.-R. Rachwuchself — SA.-Kampfgemeluschafl. Auf dem Waldsportplatz treffen sich morgen zu einem Freundschaftsspiel beide oben genannten Mannschaften. Die Gäste, die zwar in ihrer Spielstärke etwas nachgelassen haben, sind unberechenbar in ihren Leistungen. Wenn es gegen den alten Rivalen geht, ist die Mannschaft wieder da und wird ihr Bestes geben, um günstig abzuschneiden. Die Grün- Darlehen zu gewähren. Insofern sei K., da er trotz- l strafbaren Handlungen stellten keine Unterschlagung'weißen haben aus ihrem reichhaltigen Splelermairi dem die Darlehen gegeben habe, wegen Untreue zu dar, da sicher die Gelder gleich zur Auszahlung ge- rial eine Nachwuchsmannschaft aufgestellt. Lollar I. — Wißmar I. Zum ersten Rückspiel empfängt Lollars 1. Cif die gleiche vom nachbarlichen Wißmar. Die Gäste müssen durch Verhängung einer Plahsperre zun, zweiten Male das Lollarer Gelände aufsuchen. Das Vorspiel konnte Lollar sicher (7 :1) gewinnen. Die Begegnung beider Mannschaften hatte schon immer durch ihren lokalen Einschlag besonderen Reiz. Ob die Lollarer morgen wieder einen so sicheren Sieg landen können, kann man noch nicht mit Bestimmtheit Voraussagen. Die Wißmarer hatten in den letzten Spielen eine merkliche Formverbesserung zu verzeichnen und werden daher diesmal alles auf» bieten, um ehrenvoll zu bestehen. So muß dis Piatzelf schon gut auf der Hut sein, Lollar wird wieder mit Ersatz antreten müssen, aber man rechnet doch, wenn auch erst nach Kampf, mit einem günstigen Ausgang des Spiels. Lollar lugend — Londorf Jugend. Vormittags treffen sich wieder die Iugendmann» fchasten im Kampf um die Bannmeisterschaft. Die Lollarer Elf konnte in ihrer Gruppe die Vorrunde ungeschlagen beenden und werden morgen bestrebt sein, die Rückrunde mit einem guten Auftakt zu eröffnen. In der Staffel IV der Bezirksklasse werden dies-1 mußten. Die Männerturner werden an Einsatz und "r kiA .....------1----- ' Eifer nichts fehlen lasten, die Vorrunde ohne Punktverlust abzuschließen, zum andern aber wird der Gegner bemüht sein, die Schlappe des letzten Spieles wieder gutzumachen und somit den Anschluß an die Tabellenführung zu festigen. Wie wir erfahren, stellt der Männerturnverein folgende Spieler in Aussicht: Strack, Winter, Heil, Pfeifer, Klein, Bingel, Mehler, Menges, Troß, Brenner, Döpfer, Walter, Bauer, Hahn. Trotz des Fehlens von Seipp und Kraufch durfte wohl kaum ein schwacher Punkt zu finden sein. Bei den Gästen ragen besonders Färber und Winden mal die beiden vorletzten Spiele aus, daß man auch hier bald die gewünscht und den Ueberblick über die zukünftige__,______D der Dinge bekommen wird. Vielleicht ereignen sich gerade in den Letzten Tagen" noch Ueberraschun- gen, die von ausschlaggebender Bedeutung sein können. Keineswegs dürfen jedenfalls die führenden Mannschaften ihre Spiele auf die leichte Schulter nehmen, weil sich sonst die Reihenfolge sehr zu ihren Ungunsten verschieben könnte. In Gießen treffen sich MSV. Barbara und Mtv. Gießen und in Heuchelheim stoßen Tv. Heuchelheim und Luftwaffensport» Harbach — Grünberg. Saasen — Geilshausen. Treis — Krofdorf. Wieder kommt am Sonntag einer der vielen In der diesjährigen Derbandsrunde angesetzten Lokalkämpfe zum Austrag; der Männerturnverein erwartet mit feiner ersten Vertretung auf eigenem 2. Kapitel Jte Fall sah Jago Schmid mit Staunen und einiger Betroffenheit ins Gesicht. Der Spanier -hatte sie nach der Probe am Bühneneingang erwartet, und kaum daß er ihr die Hand gereicht, nach Elisabeth gefragt. Die sei fort, sagte Jte. „Fort?" Er wurde blaß, sowett die braune Haut unter bem blonden Haar das erlaubte. In den grauen Augen stand es wie eine Drohung. „Fort? Wohin?" „Friß mich nicht, Jago!" sagte Jte, „sondern führ mich in ein bescheidenes Gasthaus, wo ich meinen Hunger stillen kann — Probieren heißt bekanntlich arbeiten — und dort will ich dir dann Rede und Antwort stehen." Die Mittagsstunde war längst vorüber, und in der allbekannten Gaststätte, wohin sie Jago brachte . war ein Fenstertisch frei. „Hier, in aller Oesfentlichkeit?" fragte Jago. ,„3ch muß Menschen sehen" — Jte wählte sich einen Platz, der den Blick auf die Front des Staatstheaters freigab —, „und dann wird die Oesfentlichkeit deine Temperamentsausbrüche zähmen." Sie sah ihn lächelnd an. mit ihren schwär- 3ßn, lebendigen Augen, wurde dann ernst und still und fuhr behutsam fort: „Tut es dir so weh, Jago? Er sah starr durch das Fenster und sagte nichts. — also Jte sei die plötzliche Flucht nicht so fürchterlich überraschend gekommen Elisabeth habe ost geklagt und geschimpft. Nicht mehr als andere auch in diesen lächerlichen Zeiten-, aber bei Elisabeth sei eben alles ernster zu nehmen, innerlicher, schwerer. Ja, aber warum denn gerade jetzt? Vielleicht einfach, weil sie zur Zeit ste- sei. In der gestrigen Premiere sei Elisabeth nicht beschäf- ttgt, auch in dem kommenden Lustspiel nicht. Sie könne also an sich fort. „Urlaub?" Jte zuckte die Achseln. Wahrscheinlich, wenn Elisabeth auch von einer Vertragslösung gesprochen habe. wartet mit seiner ersten Vertretung auf eigenem Während der Tv. Londorf keine große Mühe haben Platze die spielstarke Els des MSV. III/AR. 9 Bar- wird, die an sich nicht schlechte Mannschaft der SA. rara zum Punktspiel. Beide Mannschaften zeigten sicher niederzuhalten, wird es dem VfB -R schwer bis jetzt recht annehmbare Leistungen, ungeschlagen fallen, die Oberhand zu behalten. Im Grunde geführt Der Mtv. in dieser Staffel die Tabelle an, nommen sind die Endergebnisse bei allen Mann» kurz gefolgt von den Soldaten, die am letzten Sonn- schäften von ausschlaggebender Bedeutung für die tag ihre erste, aber knappe Niederlage einstecken zukünftige Tabellengestaltung. wmoii.Gw? Roman von Hubert Rcmsse. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München. einen Neuling handelt. Naunheim empfängt Burg und steht damit vor einem weiteren Erfolg, der den dritten Tabellenplatz gewährleistet. Schwieriger dagegen ist die Aufgabe des Sportvereins Wetzlar, der zum B. C. Sinn muß. Wir glauben jedoch, daß sich das bessere Können der Domstädter durchsetzt. Die letzte Paarung, Frohnhausen — Bistenberg, birgt für die Bistenberger wohl keine Chance, den Voilpielsieg zu wiederholen. Ehringshausen — 1900. Die ursprünglich^ Ansetzung obigen Spieles nach Gießen mußte mit Rücksicht auf das an diesem Tage vorgesehene Basketballturnier, das inzwischen jedoch wieder abgesetzt wurde, umgelegt werden. Dadurch hat sich die Angelegenheit für die Blauweißen etwas schwieriger gestaltet. Denn der auf eigenem Platze wohl sichere Sieg muß nun auf des Gegners Platz erfochten werden. Und so einfach ist dies gerade nicht! Vor allem darf das Wort „Neuling" kein Anlaß für die Blau-Weißen fein, das Spiel etwa auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Ehringshäuser, die sich jetzt in die Bezirksklaste eingewöhnt haben, sind nunmehr zu Leistungen fähig, die bereits ihre Früchte getragen haben. Der Sieg gegen Bisfenberg und das knappe Ergebnis gegen den Tabellenführer haben weiterhin das Vertrauen dermaßen gestärkt, daß man die Gastgeber schon als gleichwerttgen Partner ansehen muß. Die Blauweißen werden jedenfalls eine Elf antreffen, die bis zum Letzten kämpft. Mit der Besetzung Herbst; Pankok, Lippert; Krämer, Ren- sing, Schäfer; Schellhaas, Koch, Löbsack (Zeller), Hormei, Heuser, bei der evtl, noch Quick eingesetzt werden kann, sollte es aber möglich sein, zu einem Erfolg zu kommen, wenn sich jeder einzelne voll elnsetzt. Ehringshausen II. — 1900 II. Der Reserve der Blauweißen dürste die Aufgabe wohl nicht so schwer fallen. Doch erscheint auch hier Vorsicht am Platze, wenn die hochgesteckten Erwartungen in Erfüllung gehen sollen. Die Spiele der Kreisklaffen am Sonntag. I. kreisklasse. Großen-Buseck — Heuchelheim. Lollar — Wißmar. Leihgestern — Muschenheim. Garbenteich — Großen-Linden. Hungen — Lollar II. II. Kreisklaste. fahr hat ihren Vertrag gelöst. Sie ist bereits fort. Sie wird den Sommer nicht spielen. Genügt Ihnen das?" Brbsky nickte. Er sagte ganz ruhig: „Tausend Dank! Und soviel Temperament: das wäre ganz mein Fall!" Ae schlug die Tür hinter sich zu. Sie hatte den Wortwitz natürlich schon viele hundertmal in ihrem Leben gehört. Aber diesmal ärgerte er sie. Ich und Dras'ky? Ich — Braskys „Die Kritiker hoben auch schon was läuten hören", sagte sie zu ihren Kolleginnen. Welcher? „Der Brasky. Er war gerade draußen, um mich zu fragen." „Und du?" „Nun, ich habe ihm Bescheid gefügt.* Eine Kollegin lachte. „Eine Hand wäscht die andere. Dafür hat der Braskr) dein bescheidenes Röllchen in der gestrigen Premiere über den grünen Klee gelobt." „Was?" sagte Jte. Es klang Empörung aus diesem Ruf und doch auch eine hemmungslose Neugier. Konnte ihr die Kritik entgangen sein? Sie wagte nicht zu fragen. Elisabeth, deren unbestrittene Ueberlegenheit sie gegen alle Anfeindungen gedeckt hatte, war fort. Sie war allein. Sollte sie in Brasky einen Schützer finden? Sie schminkte sich mit peinlicher Sorgfalt. Im dritten 21ft hatte sie eine große Szene, und die Rolle saß ihr wie angegossen. In dem Punkt hatte die unbekannte Krittk sicherlich recht. Und —Brasky war ja im Hause. ♦ Der Morgen lag noch grau und verschlafen über München, als der kleine Wagen rntt Magnus am Steuer, neben ihm Elisabeth, in die Leopoldsttaße einbog. Zur Rechten träumte ,;Benz" von durchtanzten und durchlachten Nächten. Für einen Augenblick stand ein solcher Abend wie ein 'ar» biges Bild vor Elisabeths Denken, dann riß Morgenwind und Frühlingsftische das Bild in Fetzen. Sie zog di« Lederkappe tiefer; di« letzten Häuser blieben rechts und links zurück, die Allee der Ulmen flog ihr entgegen. Sie atmete tief, daß es fast einem Seufzer glich. „Aengstlich?" fragte Magnus. Der Zähler schwankte um achtzig. „Aber nein! Nur ein Abschieds seufz er. München ade!" Sie versuchte hinter der Scheibe .einen komischen Jodler. „Der Gesundhettsprozeß fängt schon an!" lachte sie. - (Fortsetzung folgt!) Das alles habe sich gestern abgespielt. „Gestern!" sagt« Schmid und ballt« seine Fäuste. „Gestern habe ich ihr" — er machte eine Pause und sah Jte fragend an — „gestern habe ich ihr Rosen geschickt!" „Ja" sagte Jt«, „die stehen rn der Königin- stvaße." „Du hast sie gesehen?" „Ja!" „Elisabeth?" „Ja natürlich", sagte Jte, „und di« Rosen auch!" „Und fett wann ist sie fort?" „Seit heute!" „Und wohin?" „Heim, nach Mecklenburg! Und zwar mit einem Jugendfreund, und im Wagen." Eine Pause entstand. Ob dieser Jugendfreund — ? Jago schämte sich der Frage und wurde rot. Jte schüttelte den Kopf. „Die beiden sind Nachbarskinder. Das Heißt: Gutsnachbarn. Sie stämmt von Trebbin und er von nebenan. Er ist verheiratet, ein Maler —" So also war's! Schmid atmete auf. Es war ^e^en' ihm etwas völlig mißlang. Er war ein guter Kaufmann, er mar ein erfolgreicher Mensch — er glaubte an seinen Stern. Er hatte die erste Er- schutterung überwunden. Er ballte seine Rechte zu einer gewaltigen Faust und hieb damtt auf die Kante des schweren Holztisches, daß die Gläser klirrten. „Jte", sagte er, „so wahr ich Jago Schmid heiße, ich werde sie finden, und ich werde sie mir holen!" "Ist es denn so ernst?" fragt« Jte. Er sah ihr in die Augen und nickte nur. „Und was willst du tun?" „Was ich tun werde? Ich werbe zum Intendanten gehen. Oder zur Polizei. Ich werde mich neben ihrem Geburtshaus ankaufen, da oben bei Trebbin. Ich werde einen Detektiv beschäftigen ober eine Detektivin. Ich werd« sie einkesseln wie em begehrenswertes Wild! Ich werde —" au^lachte atl' ihn mit vollster Herzlichkeit n "^ch «erde zunächst dick ausquetschen bis aufs ß?Öte. 2ch werd« Elisabeths Zimmer mieten und an ihrem Flügel auf sie warten —" Gemessen an den Großkämpfen der letzten Sonn-l Wißmar wird der Lokalkampf in Lollar ausgetra- tage, tragen die für morgen vorgesehenen Spiele ’ gen. Das Spiel in Leihgestern wird wegen der po- geringeren Charakter. Unbedeutend find sie jedoch litischen Kundgebung bereits am Vormittag aus- nicht, denn von dem Ausgang hängen für manche aetrage« *--*•—* —-------*— Er war gang wieder der gute Jago. „Unser Bernhardiner", hatte Elisabeth zuweilen zu Jte gesagt.» „Das wirb sich schwer machen lasten", lachte Jte, „Denn die Zimmer mit dem Flügel ynd die ganze fahrende Habe, die habe ich vorläufig von ihr übernommen." „Du, Jte? Großartig! Dann weiß ich was: wir beide werden oft in ihrem Zimmer sitzen und von ihr plaudern! Willst du?" Jte nickte. Sie sah da, schmal und schlank und blaß, und ohne Elisabeth ein wenig verlassen, und sah zu kern blonden Riesen auf, der ihr sein Herz so offen zeigte. Die mit den blauen Augen haben es leichter, dacht« sie. Aber sie schüttelte den Gedanken schnell wieder ab. Eifersucht — pfui! Aber wie ver- liebt diese Männer fein konnten! „Wir müssen chr ein wenig Ruhe lassen", sagte sie. „Wir alle! Ich, du, das Theater, die Menschen, alle! Di« Zeit verbraucht uns, und wir selber verbrauchen uns in ihr. Und du bist mit schuld. Wir sind doch nie so unsolide gewesen, wie in dieser Zeit, wo das Geld nichts gilt!" Jago lachte. „Ja, Geld kommt vom gelten. Mein« Peseten, die gelten noch, di« sind noch Geld." Jte stand auf. Sie sah einen Augenblick lang durch das Fenster in den Himmel hinein und sagte dann: „Wenn ich dir für die Zukunft einen Rat geben darf, bei Elisabeth darfst du so etwas nicht sagen. Mir macht es nichts, ich weiß von zu Haus her, daß es auch glückliche Bettler gibt." * Am Abend, in der zweiten Pause, ließ Dr. Brasky Jte sagen, daß er sie unbedingt einen Augenblick sprechen müsse. Es war allgemeiner Umzug in der Garderobe und wenig Zeit. Jte nahm einen Mantel um und trat vor die Tür. Sie war zur Hälfte ungeschminkt und beim entsprechend ärgerlich. „Es ist doch wirklich eine Rücksichtslosigkeit." Di« schwarzen Augen blitzten. „Ja, stimmen denn die Gerüchte?" „Welche?" „Daß bi« Hellfahr geht — nach Berlin?" „Aber ich kann Ihnen doch hier nicht —" „Meine Zeitung hat um 12 Uhr Redaktions- schluß. Ich mache mich unter meinen Kollegen ein» fach lächerlich, wenn ich — ausgerechnet ich, ber Freund ber Elisabeth —" „Was sind Sie? Der Freund ber Hellfahr? Daß ich nicht lache, mein lieber Herr Doktor. Im übrigen, um Ihrer Stellung nicht zu schaden unb weil Sie mir leib tun: Es stimmt, Fräulein Hell» Spv. Heuchelheim. Schon oft genug haben sich beide Mannschaften einen erbitterten Kampf geliefert; sind doch beide Mannschaften immer in Der Spitzen» gruppe der 1. Kreisklasse zu finden. Diesmal ist es mieoer ber Fall, und man wird mit einem noch größeren Kampfe rechnen können. Heuchelheim wird alles versuchen, um seinen Tabellenstand zu behalten. Aber auch die Dusecker wollen sich von der Spitze nicht verdrängen lassen, zumal die schwer» sten Punkte schon daheim sind. Die Busecker, die Diesmal wieder ihre vollständige Elf, außer Damb» mann, stellen können, sollten sich nicht überrennen lassen. Große Strafkammer Gießen. Gestern nahm vor ber Großen Strafkammer das Verfahren gegen den früheren Rechner der Feldbe- rcin’.gung in Ober-Mörlen K. seinen Fortgang Der Zeuge F., der jetzt im Odenwald wohnt, wurde über die näheren Umstände gehört, die seinerzeit zu der Hingabe des Darlehens von 600 Mark an ihn geführt hatten. Der Zeuge bekundete, daß er die Dar- lehensoaluta gegen einen Schuldschein bekommen habe. Später wurde er nicht durch, die Feldbereinigungskommission, sondern durch K. persönlich vor Dem Amtsgericht Bad-Nauheim verklagt. Zu dieser Zctt waren dem Zeugen bereits rund 105 Mark von seinem Gehalt einbehalten worden. In Höhe von 495 Mark erkannte sein Beauftragter die Forderung an. Nach dem Zeugen äußerte sich ein Sachverständiger über die Buchführung des Angeklagten. Er führte aus, deß dem Angeklagten nicht nur reine Additionsfehler unterlaufen wären, sondern er habe auch Die erforderlichen Gegenbuchungen unterlassen, seine Hilfstagebücher weder abgeschlossen, noch übertragen. Der Staatsanwalt faßte in seinem Plädoyer noch einmal den Prozeßstoff zusammen. Er beantragte aegen K. eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, eine Geldstrafe von 1500 Mark und Drei Jahre Ehrverlust. Der Verteidiger beantragte die Freisprechung seines Mandanten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schwerer Amtsunterschlagung (§§ 350, 351 StGB.) und Untreue in zwei Fällen zu einer Gesamt- Gefängnis ft rafe von einem Jahre unb e d) s Monaten. Für die beiden Fälle der Untreue erhielt ber Angeklagte weiterhin noch eine Geldstrafe von je 250 Mark, die im Nichteinbrin- Jungsfalle mit je einem Tage Gefängnis für je 0 Mark zu.verbüßen ist. Das Gericht billigte K. wegen feiner seitherigen Unbesttaftheit mildernde Umstände zu. Der Angeklagte sei als Beamter anzusprechen unb dementsprechend zu behandeln. Für den Begriff des Beamten im Strafrecht sei es unerheblich, ob, wie im vorliegenden Falle, eine ordnungsgemäße Verpflichtung Vorgelegen habe oder nicht. Durch seinen Pflichtenkreis als Rechner der Feldbereinigung in Ober-Mörlen sei der Angeklagte als Beamter im strafrechtlichen Sinne zu bestrafen gewesen. Der Vorsitzende betonte, daß der Angeklagte zunächst feine Geschäfte ordentlich geführt habe. 1924 habe er z. B. ein Defizit von einer einzigen Mark in seiner Kasse gehabt. Erst 1928 fei ein größeres Defizit aufgetreten. Aber erst im Jahre 1932 habe sich ein auffälliger Fehlbetrag ergeben. Die damals zuständige Behörde habe es an der not- Im Spiel gegen Ehringshausen darf sich 1900 nicht auf die Möglichkeit verlassen, daß es sich um wendigen Beaufsichtigung fehlen lassen. Das Gericht vertrete weiterhin die Auffassung, daß der Angeklagte das Durcheinander in seinen Büchern absichtlich herbeigeführt habe, um seine Verfehlungen au verdecken. Seine Bemerkung, daß selbst fünf Professoren nicht mehr aus der Unordnung in seinen Büchern herauskämen, sei bezeichnend. Die Kammer glaubte aber nicht, daß ber Angeklagte die gesamte fehlende Summe in Höhe von 14 000 Mark für sich verbraucht habe. Es seien hierbei verschiedene Posten auszuscheiden, doch seien ungefähr 8000 Mark in die Tasche des K. geflossen. Weiterhin sei Mll juui jujuh ber Angeklagte nicht befugt gewesen, die beiden 'morgen die Entscheidung. Durch die Platzsperre in verein aufeinander. Die Artilleristen haben am letzten Sonntag nicht gefallen können und sie werden auch diesmal um eine Niederlage nicht herumkommen, wenn sie sich nicht auf sich selbst besinnen unb ihre! ganze Spielweise grundsätzlich ändern. Denn der Mio. Gießen wird ebenso, wie es 1900 tat, evtl, auftretende Mängel ausnutzen und seinerseits Wert auf eine möglichst eindeutige Entscheidung legen. Die Heuchelheimer haben schon einmal die lieber» legenheit der Gäste zu spüren bekommen. Sie werden auch diesmal nicht viel ausrichten können. Gerade deswegen aber sollte ihr Hauptaugenmerk darauf gerichtet sein, die Niederlage so erträglich wie möglich zu gestalten. Der Lokalkampf in Gießen. , , : bie Gelder gleich zur Auszahlung ge- rial eine Nachwuchsmannschaft ausgestellt. ößten langt seien. Bezüglich der beiden Untreuehanolun- 1. FL. Großen-Buseck — L Spv. Heuchelheim. , u. v v , ? Rück- gen lehnte das Gericht ausdrücklich eine Anwen- Nach langer Pause empfangen die Schwarzaelb-m Zahlung sei außerdem fraglich. Die Feldbereini- buna des § 27b StGB. (Umwandlung in eine Geld- am kommenden Sonntag ihren alten Rivalen den gungskasse fei insofern ausgeschädigt. Diese beiden strafe) ab. I Spv. Heuchelheim. Schon oft genug haben fick beide