Nr. 133 Erstes Blatt 188. Zahrgang Freitag, 10. Zuni 1938 Lrschetn- täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerel R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Srundpreife für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text, anzeigen von 7Omm Breite 5ORpf.,Platzvorschrist nach oorh.Dereinbg.25"/v mehr. 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Aber die Slowaken, das Volk der Kleinbauern und Hirten, drängen sich um den allverehrten Führer, küssen ihm die Hände nach dortiger Sitte und haben unzählige persönliche Anliegen an ihn. Niemand wird abgewiesen. Und zuweilen greift die Hand des rüstigen Greises unter die Soutane, entnimmt dem Portemonnaie ein Geldstück und drückt es in die verarbeitete Hand einer armen Frau. Der Führer der Slowaken, der jetzt in Preßburg den Pittsburger Vertrag in feierlicher Form zur „Heiligen Schrift der Slowaken" erklärt und der tschechischen Regierung erneut bedingungslosen Kampf um die Autonomie angekündich hat, ist selbst Bauernsohn. Seit mehr als 20 Jahren steht er an der Spitze des Befreiungskampfes der Slowaken, nahm alle Verfolgungen auf sich, saß in Szegedin drei Jahre lang zusammen mit dem berüchtigten Massenmörder und Tschekisten, dem 'Juden Bela Kun zusammen in einer Zelle, war gar ein halbes Jahr Insasse des Gefängnisses derselben Stadt, deren Pfarrer er heute noch ist, wurde 1919 bei den Friedensoerhandlungen in Paris als Führer der slowakischen Delegation auf direktes Betreiben Dr. Beneschs ausgewiesen und gibt seitdem keine Ruhe mehr. Freilich hat er den Tschechen das Leben nicht immer so schwer gemacht wie heute. 1919/20 stellte er seine Partei als Hilfstruppe für die Tschechenregierung zur Verfügung, führte sie dann in die schärfste Opposition und tritt 1927 wieder in die Regierungskoalition ein: „Wir gehen in die Regierung, um den Pittsburger Vertrag im ganzen und in seinen einzelnen Teilen zu verteidigen". Erst im Oktober 1929, nach dem tschechischen Prozeß gegen seinen engsten Mitarbeiter, Professor T u k a , zerschneidet Hlinka endgültig das Tischtuch zwischen Slowaken und Tschechen. Seitdem bekommt Prag alle Register der von Hlinka geführten slowakischen Opposition zu spüren, vom Pianissimo bis zum Fortissimo. Der sehr lebhafte, impulsive Mann, dessen Aktionen oft von Einfällen des Augenblicks bestimmt sind, bringt es gelegentlich fertig, das höchst feierliche Programm einer tschechischen Werbeveranstaltung in Preßburg, der slowakischen Hauptstadt, durch sein bloßes Erscheinen über den Haufen zu werfen und zum peinlichen Verdruß der Prager Hradschin-Leute unter dem Jubel seiner Slowake^ ganz unprogrammäßig das Wort zu ergreifen und die ganze Angelegenheit in eine slowakische Kundgebung zu verwandeln. Der Vatikan hat den streitbaren Pater, Führer eines durchweg katholischen Volkes, zum päpstlichen Protonotar ernannt; aber die Kurie läßt den MoOÜgnor- auch ebenso bereitwillig fallen, wenn sie sich beispielsweise Anno 35 mit Prag in aller Form wieder verträgt. Das bekümmert den Stadtpfarrer von Rosenberg nicht allzu sehr. Alle Runzeln des hageren Gr'eisenantlitzes schmunzeln vergnügt mit, wenn er etwa einem Besucher auf eine entsprechende Frage hin antwortet: „Sehen Sie, das ist so: Kürzlich habe ich meinem Diözesanbischof bei seinem Besuch gesagt, hier in Rosenberg bin ich der Papst. Der'Herr Bischof hat nichts dazu geäußert, er hat nur gelächelt und mir im übrigen meine Anliegen erfüllt." Die Zeiten sind vorbei, in denen Andreas Hlinka noch halb vorsichtig, halb resigniert sich auf die Formulierung beschränkte: „Prag hat das Geld und die Macht, aber wir sind im Recht". Er gibt heute nichts mehr auf Prager Reklametricks, weder auf den tschechischen Aufruf vom 10. Dezember 1918 mit der Ueberschrift: „An das geliebte slowakische Volk?" noch auf den offiziellen Emvfangsrummel, mit dem Prag die Ankunft des Pittsburger Originals umkleidete. Seine heutige Richtschnur ist sein Wort vom 12. April dieses Jahres: „Unsere Geduld ist zu Ende". In Prag wußte man das längst, bevor dieses Wort fiel. Denn die Herren auf dem Hradschin haben dem Gegner aus dem Osten, der gerade wegen seiner Elastizität und politischen Anpassungsfähigkeit gefährlich ist, seit 1929 schon so manches liebe Mal bald diesen, bald jenen Ministersessel angeboten und haben der slowakischen Volkspartei verlockende Anaebote gemacht, um ihr endlich den Mund zu stopfen. Aber wenn man, wie Hlinka selbst sagt, 20 Jahre politischen Kampfes um das Recht durchaestanden hat, wenn man ferner bie robuste Täulchungsvolitik der Tschechen gegenüber Sudetendeutschen, Polen, Magyaren ebenso lange Zeit aus nächster Nähe miterlebt hat, und wenn schließlich die ganze Brüchigkeit dieses Mosaikstaates sich in dem offenen Kampf seiner einen Hälfte gegen die andere Hälfte offenbart, dann fällt man auf Prager Versprechungen nicht mehr hinein. Denn genau wie gegenüber den Sudetendeutschen ist die Geschichte der tschechischen Versprechungen an die Slowaken vom 30. Mai 1918, dem Unterzeichnungsdatum des Pittsburger Vertrages, bis heute eine Geschichte fortgesetzt Enttäuschungen. Diese Geschichte wird für die Tschechen nicht etwa oünftiger dadurch, daß die N"men und das politische Ansehen ihrer prominc..testen Leute von Rom, 9. Juni. (Europapreß.) Der von nationalspanischen Flugzeugen durch Bombenabwürfe verursachte und seit zwei Tagen andauernde Brand eines riesigen Treib st offlagers in Barcelona gibt dem „Giornale d'Jtalia" Veranlassung zu der Festellung, damit sei der Welt ein neuer Beweis für die Notwendigkeit der Zerstörung d e r K r i e g s m i 11 e l, die die spanischen Bolschewisten mit Hilfe des Auslands in sog. „offenen Städten" anfjäufen, durch die nationalspa- nifchen Flugzeuge gegeben worden. Vom 2. bis zum 29. April seien 7819 Tonnen Kriegsmaterial über bie französische Grenze nach Katalonien gegangen. Außerbem hätten die Sowjetspanier in der Zeit vom 8. bis 29. April 1277 Tonnen Munition und Sprengstoffe aus Frankreich erhalten. Die Zahl der Flugzeuge, bie Frankreich an Sowjetspanien geliefert habe, betrage allein für bie Zeit vom 4. April bis zum 10. Mai 330 mit 150 auf französischen Fliegerschulen ausgebildeten Flugzeugführern. Ferner hätten die spanischen Bolschewisten aus Frankreich vom 1. bis 19. April 3700 Millionen Liter Treibstoff bezogen. , Auch der Schmuggel von „Freiwilligen" gehe ungestört fort. So seien zwischen dem 9. und 29. April 298 Techniker, neben Franzosen meift Sowjetrussen und Tschechen, über die französische Grenze nach Katalonien gegangen. In der letzten Zeit habe der Menschenschmuggel noch angenommen. So sieht, schreibt das Blatt zum Schluß, die Nichteinmischungspolitik Frankreichs in einem Augenblick aus, in dem Italien auf Grund der Verpflichtungen, die es England gegenüber eingegangen ist, feine Politik der Enthaltung von jeder Einmischung auf das genaueste verfolgt. Der von der englischen Presse lancierte Gedanke, Vergeltungsmaßnahmen irgendwelcher Art gegen General Franco zu ergreifen ober über Spanien einen u s t - S t r e i s e nd i e n st" einzurichten, ber einen Ueberwachungsdienst ähnlich ber durch bas Abkommen von Nyon eingeführten Kontrolle ber Seeküste auszuüben hätte, wird von den römischen Blättern als ein neuer Versuch des englisch- französischen Antifaschismus gewertet, ben Frieben in Europa zu bedrohen. Es handle sich darum, schreiben die Blätter, durch einen „Feldzug künstlicher Aufregung" und „unsinnige Pläne" das englisch-italienische Abkommen zu zerstören. Jede englische Vergeltungsmaßnahme gegen General Franco wäre eine direkte Einmischung in ben Bürgerkrieg zugunsten der spanischen Bolschewisten. Man hält cs jedoch nicht für ausgeschlossen, baß bie britische Regierung unter bem Druck ber von ben Antifaschisten aufgeputschten öffentlichen Meinung unb ber Kritiken, die auch in konservativen Reihen gegen bie angeblich passive Politik Chamberlains erhoben werben, bemnächst in anderen europäischen Städjen Vorschläge machen wird. Soivjetspanische Flugzeuge. Paris, 9. Juni. (Europapreß.) Die Nachmittagsblätter veröffentlichen eine Meldung aus Perpignan, derzufolge nach Berichten aus Andorra nunmehr einwandfrei feststeht, daß die Flugzeuge, die am vergangenen Montag die südfranzösische Grenze überflogen haben und die in Form und Aussehen die-gleichen waren, die am Tage vorher auf französisches Gebiet Bomben abwarfen, sowjet- spanischer Nationalität gewesen sind. Die Flugzeuge hätten bas Gebiet ber Republik Anborra überflogen unb seien bann in Richtung auf die Masaryk bis zu Hobza, ber selbst Slowake ist, mit ihr verbunden sind, sondern sehr viel schlimmer. Das weiß der Pfarrer von Rosenberg natürlich auch, und er ist entschlossen, es zu nutzen. Die dritte Wahletappe. Prag, 9. Juni. (DNB.) Für bie dritte Wahletappe in der Tschechoslowakei am 1 2. I u n i wurden die Gemeindewahlen in insgesamt 8170 Gemeinden ausgeschrieben. Von diesen Gemeinden haben weit über 1800 eine deutsche Mehrheit. In mehr als 4000 Gemeinden ist eine E i n h e it s l i st e eingebracht worden; es werden demnach in rund 4000 Gemeinden Wahlen stattfinden. Im deutschen Gebiet wählt eine Reihe größerer Städte, so Reichenberg, Teplitz, Trautenau und Leitmeritz. Von den gemischtsprachigen Städten wählen u. a. Preßburg unb Jglau. !lm die dreijährige Dienstpflicht. P r a g , 9. Juni. (DNB.) Eine Reihe Prager Morgenblätter vom Donnerstag meldet übereinstimmend, daß die in den Abendblättern vom 8. Juni verbreitete Nachricht über die Einführung der dreijährigen Dienstzeit von ben Prager zustänbigen Stellen als verfrüht bezeichnet werben müsse. Die Angelegenheit sei bei weitem noch nicht spruchreif. Das linksgerichtete „A Zet" meint, baß bie bisherigen Melbungen ungenau feien; im Grunbe fei es aber entziehen, baß bie aktive Dienstzeit verlängert wirb. Die bazu notroenbige Novelle bes Wehrgesetzes solle schon einer ber nächsten Sitzungen bes Parlaments vorgelegt werben. nationalspanischen Stellungen hin längs ber Grenze weitergeflogen. Dann hätten sie nach Erreichen ber nationalen Stellungen einige Bomben abgeworfen unb hieraus seien sie erneut ber Grenze entlanggeflogen unb nach Sowjetspanien zurückgekehrt. „Matin" bemerkt, bie Zeit unb die Zahl der Flugzeuge berechtigten zu der Annahme, daß es sich um die gleichen Flugzeuge handele, die französische Gebiete von Puigcerda aus überflogen hatten. Fast sämtliche Blätter, mit Ausnahme natürlich der sowjetfreundlichen, drucken in großer Aufmachung auf der ersten Seite eine kurze Erklärung Dala- d i e r s in der Kammer ab, wonach bas Wetter nicht bie Feststellung ber Nationalität ber neun Flugzeuge, bie französisches Gebiet bombarbierten, gestattet hätte. Aus Profitgier in Gefahr begeben. Nur die rechtmäßige britische Schiffahrt verdient Schuh. Londoner preffesiimmen. ßonbon, 10. Juni. (Europapreß.) Melbungen über weitere Verwicklungen ber englischen Schifffahrt in die Luftangriffe an der spanischen Mittel- rneerküste haben den regierungsfeindlichen Blättern einen willkommenen Anlaß gegeben, den Kamps gegen die englische Regierung zu verstärken. Zum Beweis dafür, daß bisher noch nichts geschehen sei, um das englische Ansehen zu wahren, führt man an, daß seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Spanien auf englischen Schiffen 33 Männer und Frauen getötet und neun Schiffe versenkt worden seien. Hinzu kämen noch die ungeklärten Angriffe von Unterseebooten auf fünf englische Schiffe. Die Re- aierungspreffe dagegen vermeidet Alarmnachrichten. In der „Times", wird darauf hingewiesen, bie meisten ber bombarbierten Schiffe seien an ihrem Mißgeschick selbst schulb. Sie hätten sich aus unverkennbarer Profitgier in Gefahren begeben, aus benen man sie nicht retten könne. Englanb habe wieberholt betont, es wäre jeberzeit bereit, Dampfern, die auf rechtmäßige Art unb Weise bie See befahren, Schutz gegen Angriffe zu gewähren. Handelsdampfer jeboch, bie in Kriegsgebiete einliefen, müßten dies auf eigene G e - fahr tun. England habe aus dieser Erkenntnis heraus auch den Kapitänen englischer Schiffe ben entschiebenen Rat erteilt, nicht in bie spanischen Hoheitsgewässer einzufahren. Daily Expreß sagt: Man dürfe nicht vergessen, daß viele sogenannte britische Schiffe nur dem Namen nach britische Schiffe seien. Diese Schiffe zeigten am Hauptmast bie rote Flagge und seien oft im Besitze von Griechen. Aehnlich sagt Lord Rothermere in der Daily Mail. Selbstverständlich erwarte die britische Oeffentlichkeit von der Regierung, daß sie bie echte britische Schiffahrt schütze. Aber eine ganze Anzahl sogenannter englischer Schiffe, bie in letzter Zeit in rotfpanischcn Häfen bombarbiert unb versenkt worben seien, seien auslänbische Schiffe, bie erst in ben letzten zwölf Monaten ins britische Register eingetragen worben seien. Streikin einer englischen Flugzeugfabrik L o n b o n, 10. Juni. (Europapreß.) Das englische Luftaufrüstungsprogramm ist burch einen Streik von 700 Arbeitern in ber Austin-Flug- zeugfabrik in Birmingham in Mitleib en schäft gezogen worben. Die Streikenden verlangen eine Aenberung der Arbeitsbedingungen. Bei dem bestreikten Werk handelt es sich um eine der sogenannten „S ch a 11 e n f a b r i k e n" ber englischen Flugzeuginbusteie, bas für bie Zeit ber Luftausrüstung in Betrieb genommen wurde. In bem Werk werben runb 4000 Mann beschäftigt, ein beträchtlicher Anteil der englischen Flugzeugherstellung erfolgt in ihm. Der Ankauf von 400 amerikanischen MlitärflngzeugeninLondonbeschloffen London, 10. Juni. (Europapreß.) Der Ankauf von 400 amerikanischen Militärflugzeugen würbe amtlich bestätigt. In einer Veröffentlichung bes Luftfahrtministeriums heißt es, alle von ber nach ben Vereinigten Staaten unb Kanaba gefanbten Kommission gemachten Vorschläge seien geprüft worben. Obgleich viele nicht ben Erwartungen entsprochen hätten, habe man sich entschlossen, 400 Maschinen anzukaufen. 200 Aufklärungsflugzeuge und 200 Apparate zur Ausbildung von Piloten. Mit der Lieferung werde in Kürze gerechnet. Von der englischen Presse wird der Ankauf begrüßt, weil dadurch die Einsatzfähigkeit der englischen Luftwaffe gestärkt werde, bedauert wird jedoch, daß England und bas zu- ftänbige Ministerium bewiesen hätten, baß sie ohne Hilfe anberer „ber Slnforberung ber Zeit" nicht gewachsen seien. Weiter wirb bedauert, daß die Vielzahl der in England bereits vorhandenen Flugzeugtypen durch zwei weitere amerikanische vermehrt werde. „Daily Expreß" will wissen, England beabsichtige die Anlegung von Reserve-Erzeugungswerkstätten in Kanada, Weitstreckenbomber könnten nicht nur jenseits des Atlantischen Ozeans gebaut unb „aufgefpeichert", fonbern auch jeberzeit im Ernstfall nach Englanb geschafft werben. Der Vorteil bestäube in ber Möglichkeit, Flugzeugreserven außerhalb ber europäischen Gefahrenzone zu bauen. Die Vereinigten Staaten bauen Niesenflugbovte. N 6 U y o r k, 9. Juni. (DNB.) Der Leiter ber Aeronautischen Abteilung im Marineministerium, Konter- abmiral Cook, teilte mit, daß bie amerikanische Marine ben Bau eines Riesenflugbootes von ber Art bes soeben fertiggestellten 41,5 Tonnen schweren At- lantic-Clippers ber Boeingwerke plane. Das Flugboot soll eine Große von 50 Tonnen erreichen und ohne Z w i s ch e n l a n b u n g die Strecke San Franzisk o—H awai unb zurück fliegen können. Die Kosten werben auf brei Millionen Dollar geschätzt. Das Flugboot werde eine zehn bis vierzehn Mann starke Besatzung haben. Falls sich die Konstruktion als erfolgreich heraus- ftelle, fei von der Marineleitung beabsichtigt, eine Flotte von 15 ober m e h r solcher Flugboote zu bauen. Der militärische Wert bes. Flugzeuges werbe von außerorbentlicher Bedeutung sein. Leistung durch Lebensbejahung. Auftakt zur Hamburger KdF. -Neichstagung. - Neichsarganisatwnsleiter Dr. Ley empfängt die preffe auf dem „Wilhelm Gustlcff". Hamburg, 9. Juni. (DNB.) Ein Empfang ber Presse burch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley bildete ben Auftakt zu ber Reichstagung der NS.- Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". In den schönen Räumen des „K d F." - S ch i f f e s „Wilhelm G u ft I o f f", das in buntem Wimpel- und Flaggenschmuck an der Ueberseebrücke liegt, versammelte sich eine große Zahl von Pressevertretern, wobei die Zeitungen des Auslandes besonders stark vertreten waren. Dr. Ley waydte sich vor allem an die Vertreter des Auslandes. Man erwarte in Deutschland, daß sie ihren Zeitungen und damit ihren Völkern ein wahrheitsgetreues Bild dessen übermitteln, was ihnen in diesen Tagen in Hamburg gezeigt werde. „Kraft durch Freude" ist für uns dersozialistische Begriff der Gemeinschaft geworden, ein Begriff, der nicht allein mit dem Verstand gewogen, sondern von den Millionenmassen unseres Volkes mit dem Herzen ausgenommen wird. „Kraft durch Freude" ist die kürzeste Formel, auf bie die Idee des Nationalsozialismus sich bringen läßt!" Ein gesundes Volk voll Energie und Lebenswillen, voll Freude an der Arbeit und voll Kraft gelte - es zu schaffen und zu erhalten. Diese Kraft erwachse aus der Freude, aus ber Lebensbejahung. Am Anbeginn jeher min- beren Leistung bes einzelnen wie bes Volkes stehe bie Hoffnungslosigkeit, bie Lebcnsverneinung, bie ihren klarsten Ausdruck im Bolschewismus gefunden habe. „Wir wollen Ihnen", so erklärte Dr. Ley, „unb bamit ber ganzen Welt zeigen, was wir bisher bereits mit unserer Jbee „Kraft durch Freude" geleistet haben. Mit dieser Idee haben mir dieses Schiff der Freude gebaut, bas unseren Schaffenben Kraft unb Erholung bietet. Aus rein wirtschaftlichen Erwägungen wäre es nie gebaut worben, und so bauen wir mit unserer Idee nicht nur Schiffe, sondern Siedlungen, Seebäder, Ordensburgen. Ihnen all diese Erfolge zu zeigen, Ihnen auf Grund der tatsächlich vorhandenen Leistung ein Bild von ber Kraft unserer Jbee zu geben, das ist der Sinn der Reichstagungen in Hamburg!" Die Idee „Freude an ber Arbeit" marschiert, so stellte Dr. Ley abschließenb fest. Der Zustrom ber ausländischen Gäste zur Reichstaqung in Hamburg habe sich verdoppelt. Der Weltkongreß Arbeit und Freude in Rom werde größer und umfassender sein als der Weltkongreß in Hamburg vor zwei Jahren. So gewinne ber Gedanke, daß die Arbeit wirklich eine Freude sein kann unb ist, baß bie Freube bem Menschen Kraft gibt, überall immer mehr Boden, werde immer mehr jener negative bolschewistische Gedanke von der Arbeit als etwas Minderwertigem zurückgedrängt und vernichtet. Der Bolschewismus und feine Schrittmacher Marxismus und Liberalismus müßten weichen, so schloß Dr. Ley unter lebhaftem Beifall, auf daß Europa und bie Welt ganz von dieser Pest befreit werde! Wie sieht es in derWirtschaffaus? Auf der Arbeitstagung des Fachamtes Textil der Deutschen Arbeitsfront und der Wirtfchaftsgruppe Textilindustrie wurde eine Bilanz gezogen, die sich sehen lassen kann. Die Referate stimmen darüber überein, daß die Textilindustrie über den chwierigsten Punkt, nämlich der Rohstoffver - orgung, hinweggekommen sei. Durch den Bier- ahresplan sei es bereits jetzt gelungen, nicht nur die Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen, sondern darüber hinaus trotz der ansteigenden Produktion, Rohstoffe für andere Aufgaben freizumachen. Schon Ende dieses Jahres wurden 200 000 Kilogramm Kunstseide monatlich für die Reifenoerarbeitung zur Verfügung gestellt, die Eigenerzeugung von Spinnstoffen machte weitere Fortschritte und besonders von der, jetzt auf dem Markte neu erscheinenden „Hanfflocke" verspricht man sich große Erfolge und damit die Ausfüllung einer erheblichen Lücke in der Rohstoffwirtschaft. Die Hanfflocke ist qualitativ hervorragend, sie wird in diesem Jahre in einer Menge von 2,5# im nächsten Jahre von mehr als 5 Millionen Kilogramm produziert werden. Eine interessante Illustration zu diesen Ausführungen bilden die Abschlüsse zweier deutscher Zellwolle- unternehmungen, der Süddeutschen in Kehl- heim und der Schlesischen in Hirschberg. Diese beiden Fabriken zahlen schon jetzt Dividenden — die eine 3, die andere 5 v. H., haben hohe Abschreibungen herausgewirtschaftet und daneben die bisher aufgelaufenen Verluste mit einem Schlage aus ihren Bilanzen herausbringen können. Besonders deutlich wird die rasche Erstarkung der Zellwollefabriken, wenn man sich an Hand des größten deutschen Baumwollkonzerns, der Christ ian- Dierig-AG., ein Bild vom Wandel in der Finanzierung der Zellwollindustrie macht. Aus dem Geschäftsbericht ergibt sich, daß das Unternehmen auch diesmal verstanden hat, sich den veränderten Verhältnissen seines Industriezweiges auf das beste anzupassen. Die Entwicklung auf dem Weltmarkt beispielsweise war 1937 durch stärkste Preisschwankungen der Baumwolle gekennzeichnet, die in der zweiten Jahreshälfte ihren niedrigsten Preisstand seit 100 Jahren erlebte! Man entsinnt sich, daß der Aufbau der Zellwollefabriken durch die Textilindustrie selber finanziert worden war, die die Aktienkapitalien einzahlte, zum anderen aber auch durch gut verbürgte Bankkredite. Die Schlesische Zellwolle beispielsweise hatte bei fünf Millionen Aktienkapital von den Banken sechs Millionen Kredite erhalten. Run erfährt man aus dem Dierig-Bericht, daß unter Führung dieses Unternehmens ein Konsortium gebildet ist, das der Zellwolle als Darlehen einen Betrag zur Deckung der Bankschulden zur Verfügung stellt. Das ist also in anderer Art eine „Reprivatisierung", und überdies für die Zellwylle und ihre finanzielle Tragfähigkeit ein er- neuter Beweis. Ein lehrreiches Beispiel dafür, zu welchen ungewöhnlichen Ziffernverhältnissen der hohe Beschäfti- aungsstand der verarbeitenden Industrien geführt hat, liefert der neueste Bericht der sog. „Deschimag", die Deutsche Schiffs- und Maschinenbau - A G. in B r e men , die im vorigen Jahr reprivatisiert wurde. Ihr Geschäftsumfang im Schiffsund Maschinenbau ist derart gewachsen, daß einer- seits Bilanzziffern ausgewiesen werden, die in einem ungewöhnlichen Verhältnis zu den eigenen Mitteln der Firma stehen, zum mindesten ungewöhnlich im Verhältnis zum eigenen Kapital, das freilich seinerseits gemessen am Geschäftsempfang sehr schmal ist. Die Deschimag arbeitet mit 6 Millionen Aktienkapital aber mit 170 Millionen Bilanzsumme, das Unternehmen hat an die 40 Millionen Mark in Löhnen, Gehältern, Sozialaufwendungen usw. geleistet und etwa 4% Millionen Steuern gezahlt — und das alles bei 6 Millionen Aktienkapital. ♦ In Oesterreich sind im Vorjahre 64 000 Hektar m i t Mais bestellt worden, im übrigen Deutschland waren es 1933 nur 2500 Hektar, aber die Einführung eines kurzlebigen akklimatisierten Saatgutes hat bereits im übrigen Jahre zur Bestellung von 50 000 Hektar mit Mais aeführt. Der Mais, sonst eine Körnerfrucht, die nur His zur Grenze des Weinbaues gedeiht, ist durch diese Akklimatisierung auch in Norddeutschland ertragreich geworden. Sein Anbau soll in diesem Jahre so gefördert werden, daß im Altreich mit einer Ernte von ungefähr 100 000 Hektar, die Körnermais tragen, gerechnet werden kann. Der Hektarertrag des Mais liegt bei 33 Doppelzentner in Deutschland, er ist also doppelt so hoch wie der von Ackerbohnen oder Winterroggen. Zudem hat der Anbau von Mais den Vorteil, daß er betriebswirtschaftlich die Arbeit verteilen hilft, denn seine Aussaat wird erst spät vorgenommen, und die Entkörnung ist eine Arbeit, die sich auf den ganzen Winter verteilen läßt. * Die polnische Wirtschaftslage hat eine Abschwächung erfahren. Nach dem Institut für Konjunktur- und Preisforschung war der Inder der Industrieproduktion, der 1928 100 war, im März 1938 gleich 95,1, im April nur 92,4, und zwar erstreckt sich der Rückgang, auf alle Gebiete, auf Eisen, Zink, Aolz, sowie auf die Textilindustrie, dagegen mar die Lage besser im Kohlenbergbau und in der Mineralindustrie. Auch die Ausfuhr in diesen Sparten ging Zurück. Man berät in Polen über Vorschläge, dieser Entwicklung Einhalt zu tun, die allerdings noch keine feste Gestalt gewonnen haben, zumal sie von zu vielen, u. a. auch innerpolitischen Voraussetzungen abhängig sind. Man erstrebt eine Verringerung der Selbstkosten, um im Auslande wettbewerbsfähiger zu sein, will ferner die Preise für Textilwaren sowie zur Entlastung der Landwirtschaft die Preise der Mineraldünger senken, aber vielfach werden hierdurch die Steueraufkommen berührt, die zurückgehen, wenn kein entsprechender Mehrverbrauch gesichert ist. ♦ Auf den Weltroh st offmärkten trat besonders auf den Getreidemärkten ein Umschwung ein. Die Preise stiegen an, da die l_18^-Weizenanbau- fläche in den nächsten Jahren um ein Drittel weniger betragen wird, als in diesem Jahr. Immerhin ist diese Steigerung wohl rein spekulativer Natur. Auch auf dem Metallmarkt herrschte eine stetigere Haltung, bcßjeßen war die Haltung der Textilmärkte uneinheitlich. Auch für Kolonialwaren wurden festere Preise bewilligt, dagegen zogen auf dem Del« und Fettmarkt Leinsaat und Kopra nur wenig an, während der Buttermarkt weiter unter Baisse stand und die Kopenhagener Notierungen sich weiter abschwächten. Das Kulturlager der HZ. Weimar, 9. Juni. (DNB.) Der erste Tag im Arbeitslager des Kultur- und Rundfunkamtes der Reichsjug'endführung in Weimar brachte erstrangige Heuer Höhenrekord des „Großen Mauer". M't 10000 Kilogramm Nutzlast in 7242 Meter Höhe. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Nachdem die deutsche Luftfahrt erst in den Pfingsttagen mit ihren beiden Rekordflügen — dem Geschwindigkeitsrekord des He in k e l - Flugzeuges unter Führung von Generalmajor Übet und dem Höhenrekord des Junker s f l u g z e u g e s mit der Besatzung KInder rn a n n , Wendel, Hotopf — die Welt überrascht hat, konnte sie am Mittwoch bereits einen weiteren Erfolg verbuchen. Das gleiche Flugzeug, das vergangene Woche mit 5000 Kilogramm Nutzlast eine Rekordhöhe von 9312 Meter erreichen konnte, ein oiermotpriges Junkersflugzeug vom Typ „Der Große Dessauer", stellte am Mittwoch mit 10000 Kilogramm Nutzlast einen neuen Höhenrekord von 7242 Meter auf. Auch dieser Rekord befand sich bisher in ausländischem Besitz. Am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr war das mit vier Daimler-Benz-Motoren ausgerüstete Junkers- Flugzeug mit der Besatzung Flugzeugkapitän Kindermann und Diplomingenieur Hotopf vom Werkplatz der Junkerswerke in Dessau zu einem Rekordflug gestartet. Die nach den bestehenden internationalen Vorschriften oorgenommene Auswertung der Barographen, die gestern nachmittag abgeschlossen wurde, ergab eine Höhe von 7242 Meter, welche die Maschine mit einer plombierten Nutzlast von 10 000 Kilogramm erflogen hatte. Auch dieser Rekordflug stand unter der amtlichen Kontrolle von Luftfahrzeugen und wurde durch den Aeroklub von Deutschland und der FAJ. zur offiziellen Anerkennung angemeldet. Flugzeugmotoren und nicht zuletzt die Besatzungen haben durch diesen Rekordflug erneut die Leistungsfähigkeit der deutschen Luftfahrt unter Beweis gestellt. Unser Bild zeigt oben das Flugzeug „Der große Dessauer", unten die Besatzung des Rekordflugzeugs Kindermann, Wendel und Hotopf. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wie fliegtman Seschwindigkeitsrekord? Rekordleistungen aller Art bedürfen, wenn sie international anerkannt werden sollen, selbstverständlich genaue ft er Kontrolle. Das ift auch mit gewohnter Sorgfalt bei dem neuen Schnelligkeitsrekord geschehen, den Generalmajor Übet am Pfingstsonntag von dem Flugplatz der Heinkel-Werke bei Rostock aus mit einem Jagdeinsitzer aufgestellt hat. Es wird eine genau a b - gemessene Strecke abgeflogen, die in diesem Fall 50 Kilometer beträgt und einmal h i n und einmal her zurückzulegen ist. Die Wendemarke wird durch Rauchbomben für den Flieger kenntlich gemacht. Beobachtet und kontrolliert wird der Flug von amtlichen fachmännischen Zeugen und Meßtrupps. Generalmajor Udet hat sich nach seiner Rückkehr auf den Flugplatz dahin ausgesprochen, daß er wahrscheinlich eine noch höhere G e - schwindigkeit herausgeholt hätte, wenn er die 100 Kilometer in einer Graden hätte fliegen können. Es ist klar, daß das Wenden an der Marke einen Zeitverlust mit sich bringt, da ja ein Halbkreis geflogen werden muß. Der Rekordflug erfolgte in etwa 4000 Meter Höhe, was naturgemäß beste Sicht für die amtlichen Zeugen und die Meßtrupps voraussetzt. Es ist angesichts der enormen Geschwindigkeit der neuen Heinkel-Maschine begreiflich, wenn der ganze Rekordflug noch nicht einmal volle fünf Minuten beanspruchte. erklären. Wir freuen uns, erklärte Staatsekretär Reiner, daß unser Gau heute an der Spitze des EHW. steht; wir werden diese Position auch weiter sichern. Im Gau Hessen-Nassau liegen heute 4500 Schweine in Mast gegen 650 im vergangenen Jahre. Wir haben heute 52 eigene Mästereien aufzuweisen, am Ende des Jahres werden es 60 sein. 18 000 Quadratmeter Bodenfläche sind mit Mästereien bebaut, pro Tag werden 60 000 Kilogramm Abfälle verfüttert, die eine zusätzliche Erzeugung von 2500 Kilogramm Fleisch pro Tag ergeben. Bei restloser Erfassung aller Küchenabfälle im ganzen Gau dürfe mit einer zusätzlichen Mast von 25 000 Schweinen gerechnet werden. Die gesammelten Abfälle würden einer Anbaufläche von 2399 Hektar entsprechen, also dem Grund und Boden von 320 Erbhöfen von je 30 Morgen Größe. In seinen weiteren Ausführungen behandelte Staatssekretär Reiner die Befruchtung anderer Wirtschaftszweige durch das EHW. durch Stallbauten, Schaffung von Geräten, Futterbereitungsanlagen, Sammeleimern usw. Der Gau Hessen-Nassau werde bei dem heute Erreichten nicht stehenbleiben. Das Ziel sei die restlose Verwertung aller Abfälle. Hauptabteilungsleiter Werdelmann eröffnete dann die internen Beratungen, die durch Lichtbilder ergänzt und mit einem Gedankenaustausch über die Erfahrungen in den einzelnen deutschen (Bauen fortgesetzt werden. Der Freitag ist der Besichtigung zahlreicher Mästereien in unserem (Bau gewidmet. Die S.ReichSiaglmg des Ernährungshilssiverks Das EHW. im Gau Hessen-Nassau vorbildlich für das ganze Reich. Lpd. Darmstadt, 9. Juni. In diesen Tagen haben sich in Darmstadt die Amtsleiter des Ernährungshilfswerk aus allen deutschen (Bauen zu ihrer 5. Reichstagung versammelt, um Erfahrungen auszutauschen und Richtlinien entgegenzunehmen für die bevorstehende Arbeit, der totalen Erfassung der Küchenabfälle und Verwertung bei der zusätzlichen Schweinemast, zur Erringung der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes. Abteilungsleiter Werdelmann (Berlin) hieß die nahezu 100 Amtsleiter aus ganz Deutschland herzlich willkommen. Für den am Erscheinen verhinderten Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, durch dessen Initiative im Gau Hessen-Nassau das EHW. in vorbildlicher Weise zunächst begonnen und als Musterorganisation anerkannt wurde, überbrachte Staatssekretär Reiner die Grüße und Wünsche. Gerade für einen Grenzgau wie Hessen- Nassau besitze das EHW. doppelte Bedeutung, zumal die besondere wirtschaftliche Struktur unseres Gaues den Klein- und Mittelbesitz der Landwirtschaft in der Mehrzahl sehe, anderseits aber auch die Schäden der Kriegs-, Besatzung-- und Nachkriegszeit noch nicht überall vollständig ausgeheilt werden konnten. 1936 wurde in Darmstadt mit dem Ernährungshilfswerk begonnen. Es wurden Stallungen errichtet oder umgebaut und die inzwischen gesammelten Erfahrungen konnten schnell bei der Ausdehnung des EHW. verwertet werden. Die erste große Mastanlage entstand in Darmstadt, Reichsamtsleiter Hilgenfeld konnte sie als Musterbetrieb Konzerte und ein kulturpolitisches Referat des Reichsintendanten des deutschen Rundfunks. Auf Frau Prof. E11y Ney, die am Vormittag vor ber begeisterten Jugend Beethoven und Mozart spielte und dazu auch sprach, folgten am Abend die Dichter F. Helke, der aus seiner „Preußischen Rebellion" vortrug, und Hans Baumann. Ein Kammerkonzert Professor Hermann D i e r e r s mit seinem collegium musicum vereinigte die Sager« besatzung zu einer stimmungsvollen Feierstunde. Im Mittelpunkt des Tages stand eine Aussprache über Stand und Ziel der deutschen Rundfunkarbeit. Reichsintendant Dr. Glasmeyer gab eine Uebersicht über die Grundlagen feiner Arbeit. Aus Kreis der jungen Kulturschaffenden kam dazu em Fülle von Fragen und Anregungen. Das Problem Rundfunk und Landflucht, die Forderung guter Unterhaltungsmusik feien als Beispiele genannt. Arbeitsgemeinschaft zwischen den Landesplanungsgemeinschaften Nbein-Main und Heffen-Naffau. NSG. Die Landesplanungsgemeinschaft Rhein- Main ist zuständig für den Reichsftatthalterbezirk Hessen, die Landesplanungsgemeinschaft Hessen- Nassau für den Regierungsbezirk Wiesbaden. Im Rhein-Main ■ Gebiet find die Interessen im preußischen Teil des Gaues mit denen im Reichsstatthalterbezirk Hessen auf vielen Gebieten gleichlaufend. Der Leiter der Reichsstelle für Raumordnung, Reichsminister Kerrl, hat daher am 4. Aug. 1937 die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft ber Lanbesplanungsgemeinschaften Rhein-Main und Hessen-Nassau ungeordnet. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft wurde Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger eingesetzt. Die Arbeitsgebiete zwischen den Landesplanungsgemeinschaften und der Arbeitsgemeinschaft sind im allgemeinen auseinandergehalten, jedoch ist der Arbeitsgemeinschaft die übergeordnete Planung (Großpla- nung) vorbehalten. Einzelheiten werden im Benehmen mit den Planungsgemeinschaften geregelt. Die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft werden sich, um ihre Aufgabe lösen zu können, jeweils rechtzeitig mit den zuständigen Stellen der öffentlichen Verwaltung, ber Wirtschaft usw. ins Benehmen setzen. Wie es seither im Gau Hessen-Nassau üblich war, wird wohl die Wichtigkeit der Arbeit dieser Arbeitsgemeinschaft von allen Stellen erkannt, geroürO'.gt und die Arbeitsgemeinschaft in jeder Weise unterstützt. Eine geordnete Planung ift die wichtigste Zelle eines organischen Wirtschaftsaufbaues. Diplomaten beim Führer. Die neuen Gesandten von Guatemala und der Schweiz. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing unter dem üblichen Zeremoniell im „Hause des Reichspräsidenten" die neuernannten Gesandten von Guatemala und der Schweiz zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. Der Gesandte von Guatemala, Dr. Manrique Rios wies auf die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern hin. Der Führer und Reichskanzler gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der neue Gesandte diese bestehenden guten Beziehungen fördern wolle und sagte ihm hierbei die Unterstützung des Reiches zu. Der neue schweizerische Gesandte, Dr. Frölich er, wies in seiner Ansprache auf die jahrhundertealte, nie getrübte Freundschaft der beiden sprach- und kulturoerwandten Länder, ebenso auf die allgemein anerkannte Neutralität ber Schweiz hin. Er versprach, diese Freundschaft zu pflegen und das Verständnis dafür auch weiterhin im ganzen Schweizer Volk zu vertiefen. Der Führer und Reichskanzler hob hervor, daß das Deutsche Reich in gleicher Weise wie die Schweiz diesen freundnachbarlichen Beziehungen bas größte Ge- wicht beimißt, und wies auf die hohe Bebeutung hin, die der überlieferten Neutralitätspolitik der Schweiz im Leben der Völker Europas und als wichtiges Element des Weltfriedens zukommt. — Nach den Empfängen verbrachte ber Führer mit jebem Gesanbten eine Zeitlang in freundlicher Unterhaltung und schritt nach der Abfahrt der Diplomaten die im Ehrenhof des „Hauses des Reichspräsidenten" aufgestellte Ehrenwache ab, wobei er von den zahlreichen Zuschauern in der Wil- helmftraße mit stürmischen Heill-Rufen begrüßt wurde. Schlesiens Ehrenmal. Waldenburg, 10. Juni. (DNB.) Der (Bautag der Bewegung in Schlesien wurde mit der Weihe des Ehrenmales für die 177 000 im Weltkriege gefallenen Schlesier, für die 23 schlesischen Blutzeugen der Freiheitsbewegung und für die Opfer der Arbeit in Schlesien auf dem Postberg bei Waldenburg eröffnet. Der Vorsitzende des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, Dr. Eulen, übergab dem (Bauleiter und Dberpräfibenten von Schlesien, Wagner, bas Ehrenmal. In dem Kreis der Mahnmale, der daheim und jenseits unserer Grenzen Deutschland verkündet, hat dieses Waldenburger Ehrenmal, so sagte er, eine einmalige Bedeutung. Es sind alle der gleichen Ehre wert, die sich für die Gesamtheit ihres Volkes opferten. Was dcr Soldat des Krieges und der Soldat des Führers längst wußten, nun weiß es auch der Soldat der Arbeit, daß der Ewigkeitswert des Opfers für die Allgemeinheit das Höchste ist, was der einzelne geben kann. Dann weihte ber (Bauleiter das Ehrenmal, „den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung und der Jugend zum leuchtenden Vorbild". In Begleitung des Generalleutnants Koch (Oppeln), in Vertretung des Kommandierenden Generals, sämtlicher Führer der Gliederungen der Bewegung und Dr. Eulens legte er im Inneren des Ehrenmals einen Kranz nieder. Eine Eingabe des Bundes der polen in Deutschland. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der Bund der Polen in Deutschland hat an den Reichsinnenminister eine Eingabe gerichtet, in der eine Reihe von Wünschen der polnischen Volksgruppe im Reich vorgetragen wird. Die einzelnen Wünsche des Polenbundes, die sich auf die allgemeine wirtschaftliche und kulturelle Betätigung beziehen, werden gegenwärtig von den zuständigen Stellen einer eingehenden Prüfung unterzogen. Wie die Eingabe selbst feststellt, ist ein Hauptwunsch ber polnischen Polksgruppe, die Errichtung eines polnischen Realgymnasiums in Marienwerder, seit einem halben Jahre erfüllt. Die Schule befindet sich in ungestörter Fortentwicklung, was sich auch in einer namhaften Steigerung der Schülerzahl auswirkt. Hinsichtlich der übrigen Schulwünsche finben seit längerer Zeit Besprechungen mit bem Bund ber Polen statt. Im übrigen kann schon jetzt bemerkt werben, daß die polnische Volksgruppe an dem wirtschaftlichen Aufstieg des Deutschen Reiches, der sich vor allem in der Beseitigung der Arbeitslosigkeit äußert, in vollem Umfange teilnimmt. Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen bei der Neichsarbeitskammer. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Reichsorganisationsleiter Dr. Ley gibt bekannt: Die Bildung einer wirklichen Volks- und Leistungsgemeinschaft verlangt, daß die Betreuung des deutschen schaffenden Menschen nicht nur an der Arbeitsstätte und in der Freizeit, sondern schon am Beginn einer Volks- und Leistungsgemeinschaft einsetzt: b e i seinem Leben in der Wohnung. — Infolge dieser hervorragenden politischen Bedeutung der Wohnung kann die Ordnung des Wohnungswesens nicht einzelnen Interessengruppen überlassen werden. Ich habe deshalb die Bildung der Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen bei den Arbeitskammern veranlaßt. Wegen ber Bebeutung, bie ber Lösung ber Wohnungsfrage für die beste Sozial- unb Gemeinschaftsorbnung zukommt, habe ich bie Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen in ber Reichsarbeitskammer verankert. Das Ziel ist bie Haus- unb Wohnungsgemeinschaft neben ber Betriebsgemeinschaft als Garant für die Verwirklichung ber Leistungsund Volksgemeinschaft. 3n einem Kommentar der DAF., Amt Soziale Selbstoerantwortung, wird dazu erläuternd u. a. ausgeführt: Unmöglich kann es ein Nebeneinandey. von schönen Arbeitsstätten und schlechten und ungesunden Wohnstätten auf die Dauer geben. Das Haus ist die Stätte, an der sich das Familienleben, die Keimzelle gesunder Volkskraft, entfaltet. In der Reichsarbeitskammer wurde am 1. Mai 1938 die Arbeitsgemeinschaft für Wohnungswesen gebildet, deren Aufgabe es ist, Fragen von grundsätzlicher Bedeutung durch Sachverständige aus allen Kreisen des öffentlichen Lebens eingehend zu untersuchen und auf die wohnungspolitische Entwicklung Einfluß zu nehmen. Der nallonalfpanische Vormarsch Salamanca, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, wurden an der Teruel-Front im Abschnitt Puerto Mangalos weitere Ortschaften sowie im Abschnitt Camarena verschiedene wichtige Höhen besetzt. Auch an der Castellon-Front rückten die Nationalen weiter vor. Durch ein Unwetter sind, hier jedoch die Telephonoerbindungen gestört, so daß die augenblicklich erreichten Stellungen nicht angegeben werden können. Nur die Einnahme der Ortschaft Useras ist bisher bekannt geworden. An der P y r e n ä e n f r o n t eroberten die Truppen im Abschnitt Cinca mehrere Gebirgsstellungen in über 2400 Meter Höhe, sowie die Ortschaft San Juan de Plan. Der Feind erlitt hohe Verluste. Dor einigen Tagen saßen, wie französische Kriegsberichterstatter ihren Blättern mitteilen, die nationalspanischen Angriffskolonnen vor den auf Befehl des sowjetspanischen Generals Miaja in fieberhafter Eile ausgebauten Verteidigungsstellungen der Bolschewisten fest. Es war nicht gelungen, wesentlich über die Linie Mora de Rubieles—Rubelos de Mora—Sarrion hinaus vorzudringen. Ebenso saß der nationalspanische Angriff auf der Straße T e - r u e l — Sagunto bei Puebla de Valverde fest. General Franco entschloß sich deshalb, um den Feind aus seinen Stellungen zu vertreiben, was mit größeren Verlusten verbunden gewesen wäre, diesen nicht unmittelbar anzugreifen, sondern zu umgehen. Auf seinen Befehl rückten die nationalen Truppen durch das Gebirge weiter nach Süden vor und nahmen vor allem das Bergmassiv von Pena Golosa, das eine Höhe von stellenweise 1800 Metern erreicht und sich halbwegs zwischen dem Turia-Fluß und dem Meer befindet. Das Massiv beherrscht mit seinen Ausläufern und den voir ihm ausgehenden Flußtälern ein weites Gebiet. Durch die Einnahme dieses Gebirges sind die Nationalen teilweise schon weit in den Rücken der feindlichen Stellungen gelangt. Der Feind hat nach dem Bericht von Ueberläufern und Gefangenen der neu eingetretenen militärischen Lage Rechnung getragen und beginnt die Stadt Castellon de la Plana von der Zivilbevölkerung zu räumen. ♦ Zapunische Fortschritte im Kaifeng-Abschnitt. Schanghai, 9. Juni. (Europapreß.) Die Räumung Hankaus durch die chinesische Zentral- regierung ist beendet worden. Die Mehrzahl der Ministerien wurde nach Tschungking am oberen Jangtse, dem Sitz des Präsidenten der Regierung, übergeführt. Das neue Hauptquartier Tschiangkaischeks befindet sich an einem nicht näher bezeichneten Orte in der Provinz Honan. In Han- fau sind nur einige höhere Beamte der verschiedenen Ministerien zurückgeblieben. Auch der Auszug der Zivilbevölkerung aus Hankau hat begonnen. Inzwischen haben die japanischen Truppen im Kaifeng-Abschnitt weitere Fortschritte gemacht. Tschenatschau ist noch in chinesischer H a nd , doch heißt es, die Chinesen räumten auch diese Stadt, da der Widerstand als aussichtlos gelte. Nach chinesischer Darstellung sollen die chinesischen Truppen bei Tschengtschau noch starke Verteidigungsstellungen halten. Oie Schlagkraft der schweizerischen Armee. Bern, 9. Juni. (Europapreß.) Der Ständerat hat den Vorlagen über die restliche Verwendung der Währungsanleihe sowie über die Verlängerung der Wiederholungskurse auf drei Wochen einhellig zugestimmt. Der Restbetrag des Währungsanleihe- fonds beläuft sich auf 41,4 Millionen Schweizer Franken; davon entfallen . 26 Millionen auf die Mehrkosten der Landesverteidigung infolge der Abwertung und der Rest auf neue Bedürfnisse der Armee. Zur Verlängerung der Wiederholungskurse erklärte der Berichterstatter des Ausschusses, nachdem die Schweiz vor kurzem ihre Neutralität zu- rückgewonnen habe, läge kein Grund zu der Annahme vor, daß irgendeiner dqr sie umgebenden Staaten die Schweiz angreifen wolle. Trotzdem müsse die Schlagkraft der Armee aufs Höch st e gesteigert werdey. Kunst und Wissenschaft. Oie Reichstheaterfestwoche in Wien. In einer Pressekonferenz im Reichspropaganda- «mt Wien wurde das umfangreiche Veranstaltungs- Programm für die Reichstheaterfe st woche in Wien bekanntgegeben. Die Veranstaltung, die am 12. Juni beginnt und im ganzen Reich ein außerordentliches Interesse findet, wird die größte ihrer Art sein. Die einzelnen Arbeitstagungen werden einen großen Teil der deutschen Theaterdirektoren und Verleger sowie zahlreiche Bühnenautoren und darstellende Künstler als Teilnehmer sehen. Im Mittelpunkt des Programms steht eine große p r o - ?;rammatische Rede des Reichsmini- ters D r. Goebbels, die auf aste deutschen Sender übertragen werden wird. Im weiteren Verlauf der Reichstheaterfestwoche wird u. a. eine Reihe von Arbeitssitzungen der Fachschaft „Bühne", der Bühnenautoren und Verleger, des Bühnennachweises und der Bühnenoermittler sowie der Versorgungsanstalt deutscher Bühnen stattfinden. — An Festlichkeiten sind ein Empfang im Rathaus, eine Einladung der Tagungsteilnehmer auf dem Kahlenberg durch die Gemeinde Wien und ein Künstlerfest im Schloß Schönbrunn- vorgesehen. Der Internationale Kongreß für Kinderschuh in Frankfurt. NSG. Die „Association Internationale pour la Protection de 1* Enfance“ veranstaltet gemeinsam mit dem „Reichszusammenschluß für öffentliche und freie Wohlfahrtspflege" vom 12’ bis 18. Juni einen I n - ternationalen Kinderschutzkongreß in Frankfurt a. M. Reichsminister Dr. F r a n k hat die Schirmherrschaft übernommen. Das Programm der Tagung beginnt mit einem Empfang der Kongreßteilnehmer, unter denen sich auch 500 ausländische Delegierte als Gäste der Reichsregierung befinden, wobei Reichshauptamtsleiter Hilgen jeldt und ie Lord Msfield entführt werden sollte. Ein phantastischer plan. — Gensationsprozeß in London. Vor dem Polizeigericht in Oxford begann die öffentliche Voruntersuchung gegen den 50jäh- rigen John Bruce Thornton, der beschuldigt wird, die Entführung des bekannten Automö- bilindustriellen Lord Nuffield, eines der reichsten Männer Englands, vorbereitet zu haben, mit der Absicht, von ihm ein L ö s e g e ld von 100 000 Pfund (rund 1,2 Millionen Mark) zu erpressen. Thornton, war Ende Mai in der Nähe der Morris-Automobilwerke bei Oxford verhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte auf die Angaben eines ehemaligen englischen Offiziers, des Majors a. D. Ramsden, den Thornton als Mittäter gewinnen wollte, der aber sofort die Polizeibehörden unterrichtet hatte. Auf deren Anweisungen hin ging 1 Ramsdon scheinbar auf die Pläne Thorntons ein. Die nach zehnstündiger Dauer vertagte Voruntersuchung ergab ein phantastisches Bild von diesem Entführungsversuch, dem ersten in der Kriminalgeschichte Englands, über den die Abendblätter seitenlange Meldungen veröffentlichen. Die Pläne Thorntons gingen dahin, als amerikanischer Journalist sich in das Amtszimmer Lord Nuffields einzuschmuggeln, sein Opfer mit vorgehaltenem Revolver zu entführen und es auf eine gecharterte Jacht auf der Themse zu bringen. Hier sollte Lord Nuffield gezwungen werden, Thornton Anweisungen auf eine kontinentale Bank in Höhe von 100 000 Pfund zu unterzeichnen. Während Thornton mit diesen Anweisungen nach Paris fahren wollte, sollte Ramsden mit Lord Nuffield auf der Jacht zurückbleiben und, falls die Bankanweisungen nicht eingelöst werden sollten, Lord Nuffield über Bord werf en. Für den Fall, daß Thornton das Geld erhalten hätte, war geplant, Lord Nuffield die Augen zu verkleben und ihn an einem einsamen Platz an der englischen Ostküste abzusetzen. Alle diese Pläne waren von Thornton bis in die kleinsten Einzelheiten ausgearbeitet und von Ramsden an die Polizei weitergegeben worden. Thornton glaubte, jeder Möglichkeit Rechnung getragen zu haben. Wie sich aus den Zeugenaussagen ergab, hatte Thornton Lord Nuffield schon seit längerer Zeit beobachtet und war sogar auf dem aleichen Schiff mit ihm nach Australien gefahren. Aus Australien hatte sich Thornton auch P e - rücken, falsche Schnurrbärte und sonstige Verkleidungsgegenstände mitgebracht. Einen schnellen Wagen zur Entführung seines Opfers, sowie Fesseln und Ketten, falsche Nummernschilder usw. hatte er in London gekauft. Ueber das Vorleben Thorntons werden keine Mitteilungen gemacht. Verschiedene Andeutungen lassen darauf schließen, daß Thornton, der mit reichlichen Geldmitteln ausgestattet war, einer i n t e r - nationalen Verbrecherbande angehörte und in der Londoner Gesellschaft verkehrte. Um die Goldschätze der „Lutine". Das Geheimnis einer britischen Fregatte. — Ein Riesenbagger durchwühlt den Meeresgrund. Amsterdam, Anfang Juni. In einer der letzten Nächte um 2 Uhr verließ der größte Zinnbagger der Welt, die „Karimata" der Gemeenschappeliste Mijnbouw Maatschappij Bil- liton, die Werft in Kinderdijk. Sobald „Lutine- Wetter" einsetzt, d. h. Ostwind weht, wird der Riesenbagger nach jener gefährlichen Stelle zwischen Terschelling und Vlieland geschleppt werden, wo das Grab der „L u t i n e" ist. Eine Boje bezeichnet es. Auf 18 Meter Tiefe, 12 Meter unter Sand, ruht hier das Wrack oder das, was noch von jener einst stolzen englischen Kriegsfregatte „Lutine" im Laufe der verflossenen 139 Jahre übriggeblieben ist. In diesem Wrack sucht man nach Gold. Am 11. Oktober 1799 veröffentlichte die „Times" folgende Notiz: „Die Hamburger und Bremer Post vom 4. dieses Monats ist von Parmouth aus mit der ,Lutine' nach Cuxhaven versandt. Die ,Lutine' ist heute morgen mit Passagieren und Gold- und Silberbarren an Bord in See gegangen." Die „Lutine", ein damals modernes, von Admiral Hood von den Franzosen erbeutetes Kriegsschiff mit 32 Kanonen und einer Besatzung von 240 Mann, ist nie in Cuxhafen angekommen. Schon im Augenblick des „Times"-Berichtes war sie nicht mehr. In der Sturmnacht vom 9. zum 10. Oktober war sie auf der Höhe von Terschelling gestrandet und un tergegangen. Ein einziger von den rund 400 Menschen an Bord überlebte die Nacht. Man sagt, daß in jenen Tagen 240 Leichen angespült wurden, die man dann in dem Doodemanskisten, einem kleinen dunklen See in dem alten sagenumsponnenen Wäldchen auf Terschelling begraben hat. Unter den Ertrunkenen befand sich ein Herzog von Chatillon, ein Herzog von Montmorency und manch anderer Träger eines klingenden Namens der damaligen englischen Gesellschaft. Am 29. Oktober berichtet die „Times": „Von der britischen Fregatte ,Lutine' sind keine weiteren Berichte eingetroffen." Lloyds bezahlte die Versicherungssumme von rund 15 Millionen Mark, und England schickte anderes Geld nach Hamburg. Frankreich und Holland waren damals gegen die britische Allianz in Krieg; britischerseits hatte man den Verlust offiziell als Kriegsfolge hingenommen. Lloyds hat bisher nur die Schiffsglocke erhalten, die seitdem als „T o t e n g l o ck e der Schiffe" geläutet wird, wenn der Totalverlust eines bei Lloyds versicherten Schiffes bekanntgegeben wird. Aus dem Munde des einzigen Ueber» lebenden erfuhr die Welt von den großen Schätzen an Gold, Silber und Münzen, die an Bord der „Lutine" gewesen sein sollen. Man zog auf Suche aus. 1801 fischte man unter anderem tatsächlich 58 Goldbarren von zusammen 323 Kilogramm, 35 Silberbarren von zusammen 879 Kilogramm, 1510 Pilare, Piaster und spanische Matten und 179 Golddublonen auf. Genug, um die Phantasie anzureizen. Im Verfolg wurden ungezählte Bergungsversuche gemacht, teils in aller Oeffentlichkeit mit jedermanns Wissen, teils geheim. Das Wrack gehörte kraft Kriegsrecht der holländischen Regierung, die ihrerseits mit deck damaligen Bürgermeister von Terschelling einen Bergungsoer- trag auf halb und halb gemacht hatte. 1823 schenkte König Wilhelm I. das Wrack dem englischen König, der die Rechte seinerseits an Lloyds weitergab. Ein großer Bergungsversuch wurde 1857 gemacht, wobei im Schutze günstiger Umstände die Hebung von 17 Goldbarren und 34 Silberbarren gelang. Ein anderer groß angelegter Versuch wurde 1886 mit Tauchern unternommen, der gleichfalls nicht ohne materiellen Erfolg war. Alte Terschellinger behaupten, daß damals auf dem Meeresgründe gründlich aufgeräumt worden sei, wobei die letzten Goldreste vom letzten Taucher mit einem Besen zusammengefegt wurden. Was die „Lutine" an Schätzen tatsächlich an Bord hatte, ist nie bekanntgeworden. Die Unterlagen bei Lloyds sind verbrannt. Es gibt viele, die annehmen, daß das Wrack im Laufe der Zeit vollkommen ausgeplündert ist. Schon die bekannten Bergungsversuche brachten für mehrere Millionen Mark Werte ans Tageslicht. Andere meinen demgegenüber, daß wahrscheinlich viel höhere Beträge an Gold und Goldeswert an Bord waren, als die Versicherungssumme ahnen läßt. So sollen auch große Summen Bargeld der „Lutine" mitgegeben worden sein, die für den Sold der britischen Festlandsarmee bestimmt waren. Man belegt diese Meinung mit dem Hinweis, daß andernfalls kaum ein so großes Schiff, ein Dreadnought feiner Zeit, für den Transport eingesetzt worden wäre. Die Organisatoren der jetzigen Bergungsaktion neigen jedenfalls der letzten Auffassung zu, und diese Organisatoren sind Lloyds und die Gemeenschap- pelijke Mijnbouw Maatschappij Billiton, ein sogenannter gemischt wirtschaftlicher Betrieb, an dem auch der niederländische Staat beteiligt ist. Man muß bedenken, daß bei dem heutigen Unternehmen immerhin ein Bagger im Werte von rund vier Millionen Mark eingesetzt wird. Dieser Bagger ist zum Zinnschürfen auf Billiton bestimmt und soll möglichst im Herbst noch nach Niederländisch-Jndien geschleppt werden. Das Risiko ist also ziemlich groß. Der mögliche Fund wird unter den beiden Gesellschaften und noch ein paar Fundberechtigten verteilt, wobei die Billiton Maatschappij 70 Prozent erhält. Die „Karimata" kann 30 Meter tief baggern. Falls das Wetter günstig ist, kann sie in ununterbrochener Tag- und Nachtarbeit innerhalb vierzehn Tagen den ganzen Meeresboden auf der bezeichneten Stelle umpflügen und durchsieben. Theoretisch kann ihr dabei nicht mal ein Nagel entgehen. Zudem ist der Bagger so schwer konstruiert und so hubkräftig, daß ihm selbst Wrackreste von größerem Umfang keinerlei Schwierigkeiten machen dürften. Man wird also diesmal ganze Arbeit leisten. Vom Wrack wird nichts mehr übrig bleiben, so daß man von dem letzten Angriff auf die „Lutine" sprechen kann. Gold ober fein Gold — auf jeden Fall sind die Tage der „Lutine" gezählt. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Gäste begrüßen werden. Bei der feierlichen Eröffnung wird Reichsminister Dr. F r a n k sprechen. Für die anschließende Vollsitzung hat Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fritz Reinhardt das Hauptreferat übernommen. Die sozialmedizinische, die sozialjuristische und die sozialpädagogische Sektion führen Sondertagungen durch, auf denen namhafte Fachleute über die Erfahrungen in ihrer Arbeit berichten werden. An die wissenschaftlichen Tagungen schließen sich Fahrten der Kongreßteilnehmer nach Süd- und Norddeutschland an, die mit Besichtigungen von Kindererholungsstätten der NSV., Krüppelheimen und anderen Einrichtungen des Kinderschutzes verbunden sind. Aus aller Welt. Oer zweite Mörder des Weimarer tt-Mannes in der Tschechoslowakei festgenommen. Graz, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) In der Nähe von Hirschenstand bei Neudek im Erzgebirge wurde am 29. Mai beim Grenzübertritt ein verdächtiger Mann festgenommen, der bei näherer Überprüfung der Personalien jetzt als der von den reichsdeutschen Polizeibehörden gesuchte Mörder des ^-Mannes Kallweit, namens Peter Forster erkannt wurde. Dieser Forster, der 1911 in Geisheim in Bayern geboren wurde und nach Amberg zuständig ist, steht im Verdacht, zusammen mit dem inzwischen in Weimar Hingerichteten Emil B a r g a tz k y den ^-Rottenführer Kallweit eines Konzentrationslagers bei Weimar, der beide bei der Arbeit bewachen sollte, von rückwärts überfall en und mit einer Schaufel oder einem ähnlichen Werkzeug ,e r f ch l a g e n zu haben. Während es gelang, Baraatzky zu ergreifen, konnte sich Forster allen Nachforschungen entziehen. Nunmehr befindet er sich bis zur weiteren Entscheidung in der Auslieferungshaft beim Kreisgericht in Eger. Allgemeine Erregung über den neuen Kindesmord in Dm rika. Die Aufdeckung des grauenhaften Todes des neuesten amerikanischen Entführungsopfers hat in den Vereinigten Staaten Abscheu und Entsetzen hervorgerufen. Die Blätter veröffentlichen ausführliche Meldungen über die Auffindung der Leiche des fünfjährigen Söhnchens James des Tankstellenbesitzers Cash. Die Leiche wurde etwa zwei Kilo; meter von der Elternwohnung in Princetown (Florida) entfernt gefunden; sie konnte lediglich an den Kleidern des Kindes identifiziert werden. Als Todesursache wird Ersticken oder Erwürgen angenommen. Der Mann, der unter dem Verdacht, an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein, verhaftet wurde, heißt Franklin M a c C a l l. Er ist 21 Jahre alt und hat sich, offenbar, um feine Mittäter zu verbergen, an der tagelangen Suche nach dem entführten Kinde eifrig beteiligt. Nach einer Mitteilung des Chefs der Unterfuchungsbehörde hat er bereits gestanden, die drei Erpresserbriefe geschrieben und das von den Eltern bezahlte Lösegeld von 10 000 Dollar empfangen zu haben. Er bestreitet jedoch, an der Entführung ober an der Ermordung des Kindes teilgenommen zu haben. Tatsächlich vermutet die Kriminalpolizei, daß noch weitere Personen in den Lall verwickelt sind. Das L ö s e g e l d wurde inzwischen an der von MacCall bezeichneten Stelle in voller Höhe gefunden, MacCall war bis zum April dieses Jahres im Hause des Tankstellenbesitzers Cash beschäftigt und ist ein Bruder des derzeitigen Pfarrers von Princetown. Angesichts der Tatsache, daß es sich um den zweiten Fall von Kindesentführung mit tödlichem Ausgang in einem Zeitraum von wenigen Wochen handelt, hat sich weiter Elternkreise in Amerika große Beunruhigung bemächtigt. Zahlreiche Zuschriften erschütterter Zeitungsleser betonen, daß europäische Länder keine Verbrecher dieser Art aufzuweisen haben, und fragen verzweifelt nach Mitteln zur Bekämpfung dieses auf die Vereinigten Staaten beschränkten grauenhaften Verbrechens. Oie Tombola auf dem Frühlingsfest der Nhein-Mainifchen presse. Die Tombola ist auf dem Fest der Rhein-Maini- fchen Presse in den letzten Jahren stets ein besonderer Anziehungspunkt gewesen. Eine unübersehbare Fülle von wertvollen Gewinnen werden auch diesmal aufgebaut sein. Die Tombola stellt einen Querschnitt des wirtschaftlichen und kulturellen Schaffens des Rhein-Main - Gebietes dar. Unser Gaugebiet bestreitet auch heute noch über die Hälfte des gesamten deutschen Automobil- absatzes: deswegen der Hauptgewinn ein A u t o. Bei uns sind die Erfinder und die ersten Förderer der Kältetechnik zuhause. Daher der zweite Hauptgewinn ein Kühlschrank. Offenbach hat Weltruf - in seinen Lederwaren. Daher der dritte Hauptgewinn ein Ausrüstungskoffer. Die gesegneten Gaue des Rheins schufen als erste den- deutschen Schaumwein. Daher auch die vielen wertvollen Packungen von Schaumwein. Besonders Frankfurt entwickelte Schreibmaschine und Fahrrad. Beides ist auf der Tombola zu gewinnen. Auch was rhein-mainischer Erfindergeist, angeregt durch den Vierjahresplan, als deutsches Kulturgut schuf, winkt als Tombolagewinn, (Plexiglas, Cellophan, Werkstoff-Kunstharz usw.), schließlich all das, was der ausklingende Frühling und die Badesaison für Damen und Herren fordern. Die elektrotechnische Industrie ist mit einer Reihe wertvoller Gegenstände auf der Tombola vertreten. Heues Motorschiff auf dem Rhein. Die Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrts-Gesell- schäft wird Ende dieses Monats ein neues M o - torschiff in den Dienst stellen. Das Schiff, das einen ganz neuen Typ in der Rheinflotte darstellt, erhält den Namen „Köln" und ist 12 Meter breit und 70 Meter lang. Das Schiff soll in der Lage sein, zu Berg 17 und zu Tal 28 Kilometer in der Stunde zurückzulegen. Zwei Dieselmotoren bewerkstelligen den Antrieb. Schwere Bergunfälle im Kaisergebirge. Im Kaisergebirge haben sich, wie aus Kufstein gemeldet wird, drei Bergunfälle ereignet. Die Münchener Zahnärztin Marianne Staubitzer stürzte bei einer Wanderung zur Baumgartenalm etwa 40 Meter tief ab und trug eine Gehirnerschütterung sowie Kopfverletzungen davon. Bei einer Kletterfahrt auf die Elmauer Halt stürzte der Bergsteiger Richard D u b g e n infolge Ausbrechens eines Steines zweihundert Meter tief ab. Bis Hilfe zur Stelle eilte, war er bereits tot. — Beim Abstieg von der Elmauer Halt rutschte die 21jährige Münchenerin Gertrud K r e i s, die sich in Begleitung ihres Bruders und einer Freundin befand, auf einem Schneefeld in der Roten Rinnscharte aus und stürzte 30 Meter tief ab. Das Mädchen wurde mit Kopfverletzungen und Rißwunden nach Kufstein eingeliefert. Die dänische Königin von einem Hund angefallen. Kopenhagen, 9.Juni. (Europapreß.) Königin Alexandrine wurde am Mittwochabend in der Nähe ihres Sommerschlosses Stagen von einem Hund angefallen, der ihr eine schwere Bißwunde beibrachte, als sie versuchte, ihn von ihren kleinen Hunden fernzuhalten. Die Königin mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben und in ein Krankenhaus eingeliefert werden, wo die Bißwunde nach einer Serum-Injektion genäht wurde. Später konnte die Königin das Krankenhaus wieder verlassen. Mit Rücksicht auf den Unfall wird ein für nächste Woche in Stockholm geplanter Besuch zum achtzigsten Geburtstag König Gustavs von Schweden wahrscheinlich abgesagt werden. Sechs Todesopfer des Flugzeugunglücks in Südafrika. Wie jetzt feststeht, sind sämtliche Insassen des vor einigen Tagen a u f dem Flug von Rhodesien nach Südafrika verunglückten englischen Militärflugzeuges tot. Das Flugzeug beförderte eine Mannschaft von Amateurboxern der britischen Luftwaffe. Bergungsmannschaften haben sich jetzt durch den Busch bis an die Flugzeugtrümmer heranarbeiten können. Durch Signale meldeten sie die Austindung von sechs Leichen. Banditen erbeuten eine Million Franken in Nizza. In Nizza wurde ein dreister Raubüberfall begangen. Drei elegant gekleidete junge Leute näherten sich in einem schnittigen weißen Luxusauto zwei Bankboten, die einen Handwagen vor sich herschoben, in dem sie eine Million Franken Bargeld zur Post brachten. Ehe die Boten ahnten, was ihnen bevorstand, wurden sie von den Banditen durch Hiebe mit Pistolenknäufen niedergestreckt. In wenigen Augenblicken hatten sich die Räuber des Geldes bemächttgt und waren verschwunden. Die Riesenschlange und die Blindschleiche. Die von starken Polizeikräften unter großer Anteilnahme der Oeffentlichkeit durchgeführte Jagd nach der in einem Londoner Vorort angeblich entwichenen 4% Meter langen Riesenschlange endete nach 24stündiger Aufregung mit einer Ueberraschung. Eine erneute Durchsuchung des Hauses des Besitzers der Riesenschlanae ergab, daß diese überhaupt nicht das Weite gesucht, sondern sich nach dem Ausbruch aus ihrem Käfig im Keller verkrochen hatte. Kurz zuvor hatten Polizei und Feuerwehr einen Garten umstellt, weil angeblich die Riesenschlange darin gesichtet worden war. Diese Angaben erwiesen sich jedoch als ein falscher Alarm, denn ein Aengstlicher hatte eine 60 Zentimeter lange Blindschleiche für die Riesenschlange angesehen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrucferei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Hongkong, Vorposten der britischen Reichsverteidigung. Don unserem Or. B.-Äerichferstatter. Hongkong, Frühsornmer 1938. Hongkong wird eine der edelsten Perlen in der Krone des britischen Weltreiches genannt, und diese Auszeichnung verdient es wegen seiner außerordentlichen Naturschönheit. Von einem anderen Standpunkt aus betrachtet, dem des Wirtschaftlers, ist es ein ungemein wertvoller Handelshafen. Dem reichen südlichen China vorgelagert hat der Handels-, Hasen Hongkong einen Rang erworben, der ihn unter die ersten Welthäfen einreiht. Der japanisch-chinesische Krieg hat ein übrigens getan und seit Mitte August 1937 das große Schanghai, die Seepforte zum gesegneten Jangtsetal, fast völlig lahmgelegt. Schanghais Schaden aber ist der Nutzen Hongkongs geworden: die Stadt blüht in diesem Kriege wie nie zuvor. In Hongkong fließt der Strom unermeßlichen Reichtums durch eine enge Schleuse; Schleusenwächter aber ist England! Von einem dritten Standpunkt betrachtet, dem des Machtpolitikers, ist Hongkong das vorgeschobenste, fernöstliche Bollwerk der britischen Reichsverteidigung. Ein Bljck auf die Karte genügt, begreiflich zu machen, daß Hongkong nicht an einer der Hauptadern des Weltreiches liegt, an der das Empire tödlich verwundbar wäre. Seine politisch-militärische Bedeutung ist tatsächlich die der vorgeschobenen, befestigten Stellung und nur zu ermessen im Hinblick auf das mächtige Singapur, dessen „Außenwerk" Hongkong ist. Singapur ist die Hauptstellung, die stärkste Seefestung der. Welt, der bestausgebaute Flottenstützpunkt des Empire, das Panzerschott, das die westlichen Meere mit dem östlichen Weltmeer verbindet — und sie voneinander trennen kann. Die Tatsache, daß Hongkong nicht zum Hauptver- teidigungsgürtel des britischen Reiches gehört, schmälert seine militärpolitische Bedeutung nicht. Ein gut „placierter", befestigter Vorposten kann von der größten Wichtigkeit sein. Hongkongs strategischer Wert liegt darin, daß es von einem aus dem Osten vorstoßenden Feind nicht einfach liegen gelassen werden kann. In seinem Rücken wäre es gefährlich: es muß also genommen werden, ehe man an Singapur Herangehen kann. Das bedeutet eine wesentliche Verzögerung >des Angriffs auf die britische Hauptstellung, eine Verzögerung, die im britischen Aufmarschplan als unbedingt notwendig vorgesehen ist. Hongkong soll den Feind im Anmarsch Hinhalten, chm Zeit rauben, nicht seinen Ansturm auffangen und seine Wucht ganz brechen. Die Zeitspanne des Hinhaltens ist sogar ziemlich genau festgelegt, nämlich auf mindestens einen Monat; bis dahin soll dann der britische Aufmarsch bei der Hauptstellung Singapur durchgeführt sein, insbesondere also die Heranziehung einer starken Flotte. Entsprechend dieser ihm zugedachten Aufgabe ist Hongkong mit Verteidigungsmitteln ausgestattet. Ortsfest sind die mit schweren und schwersten Schiffskanonen, aber auch mit Steilfeuerhaubitzen und einer außerordentlich starken Luftabwehr bestückten Forts, die auf den von der Natur wie zu einer Festungsanlage geschaffenen steilen Bergen und anderen Hängen liegen. Von diesen Bergen aus, mit diesen Geschützen, ist die See bis weit hinaus zy beherrschen; einer noch so starken Flotte würde der Versuch, die Einfahrt in einer der vielen Buchten oder gar die Landung von Truppen erzwingen zu wollen, teuer zu stehen kommen. Es ist sogar anzunehmen, daß ein solcher Forcierungsversuch selbst unter den größten Opfern zum Scheitern verurteilt wäre; denn man weiß ja, wie es den alliierten Flotten im Jahre 1915 vor den Dardanellen ergangen ist, deren Befestigungen und Geschütze mit denen des modernen Hongkong überhaupt nicht zu vergleichen waren. Von See her kann Hongkong als gesichert gelten. Anders auf der Land feite, wo das Festlandsgebiet der Kolonie in die chinesische Provinz Kwangtung übergeht. Hier grenzt Hongkong an die Bezirke Sanon und Waiyeung. Sanon, im Nordwesten von Hongkong, am riesigen Delta des Kantonflusses, hat zwei gute Buchten, die Hauhoi Wan oder Tiefe Bucht und die Taichan-Bucht. Waiyeung, im Nordosten, besitzt die große, inselreiche Mirs-Bucht und die noch bessere Bias-Bucht, Sowohl im Nordwesten wie im Nordosten Hongkongs, besonders auf chinesischem Gestlandsgebiet, wären Truppenlandungen sehr wohl möglich. Der britische Generalstab hat diese Möglichkeit natürlich in Rechnung gestellt und seine Maßnahmen entsprechend getrosten. Nach einer Landung bietet Hongkongs Festlandsseite einem Angreifer schwieriges, dem Verteidiger günstiges Gelände. Die Ketten hoher Berge sind durchzogen von tief eingeschnittenen, unregelmäßigen Tälern. Das Gelände ist besonders gut geeignet zur Anlegung von „Fallen", betonierten Maschinengewehrnestern, Geschützstellungen, Gräben und Verhauen, und ist entsprechend gut. ausgenützt. In allen Richtungen ist das Hongkonger Gebiet von ausgezeichneten Schnellverkehrsstraßen durchzogen. Sogar übet die hohen Berge führen feste Fahrwege, nur zu militärischen Zwecken gebaut, und leicht kann es dem Spaziergänger, der „so für sich hin" geht, begegnen, daß er unversehens von einem „Herrn in Zivil" angehalten und freundlichst darauf aufmerksam gemacht wird, daß er besser daran täte, umzukehren; denn hier dürfte man nicht „ungestraft unter Palmen wandeln". Daran merkt dann der bisher Unbefangene, daß er wohl ganz nahe bei einer wichtigen Festungsanlage fein müsse. Das geht alles ganz unauffällig vor sich, so wie es dem Engländer liegt. Ebenso unauffällig ist die Modernisierung der Festung Hongkong in den letzten Jahren vor sich gegangen. Vor kurzem noch plauderte eine der Hongkonger Zeitungen vergnügt darüber, wie man doch so gar nichts von dem Einbau der schweren Schiffs- geschütze gemerkt hätte: bei Nacht wären sie entladen, bei Nacht auch von dem fernen Hafenbassin in Leichtern bis nahe zu chrem Bestimmungsort und von da aus auf die hohen Berge transportiert worden: kein Hongkonger hätte eine Ahnung davon gehabt! Die Landverteidigung Hongkongs ist einer Streitmacht von knapp 10 000 Mann anoertraut. Sie setzt sich zusammen aus Festungsartillerie und Jngemeur- truppen, Gebirgs- und mittelschweren Haubitzbatterien, Signalkorps, regelmäßig fünf Bataillonen Infanterie, und dem Hongkonger Freiwilligen-Ver- teidigungskorps. Dieses letztere besteht aus zwei Feldartillerie-Batterien, fünf Maschinengewehrkompanien, Kraftfahrkolonne, Signalkorps, Pionier- korps, Eisenbahnhilfstruppe, u. a. m. Geführt wird das Freiwilligenkorps, wie auch jede seiner Einheiten von britischen Offizieren; seine Mannschaften und Unteroffiziere aber setzen sich zusammen aus Briten, Chinesen und Portugiesen, es sind sogar Ausländer anderer europäischer Nationalitäten darin. Seit Ausbruch der Feindseligkeiten mit Japan hat ein außerordentlich starker Zustrom von Chinesen eingesetzt, die eine militärische Ausbildung genießen und im Notfälle ihre Hongkonger Heimat mitverteidigen wollen. Die Luftverteidigung Hongkongs hat ihr Hauptquartier im Hauptflughafen Kai Tak, auf der Festlandseite, unmittelbar östlich von Kowloon, der eigentlichen Hafenstadt Hongkongs. Neue Flugplätze sind im Inland teils fchon fertiggestellt, teils noch im Ausbau begriffen. Eine Schätzung über die in Hongkong stationierte Luftwaffe ist kaum möglich; es wurde vor einiger Zeit von rund 150 Flugzeugen gesprochen, jedoch dürfte diese Zahl über die nüchternen Tatsachen hinausgehen. Die Erdverteidigung gegen Luftangriffe ist zweifellos vorzüglich ausgebaut. Bei zwei nächtlichen Luftschutzübungen Anfang dieses Jahres war insbeosndere der Eindruck der Scheinwerferarbeit stark; ihrem rastlos suchenden Kreuzfeuer entging keines der motorlos-leise „an- schleichenden" Flugzeuge. Batterien traten bei diesen Uebungen nicht in Tätigkeit, doch sind schon weitere Hebungen größeren Ausmaßes angekündigt, bei denen auch neueste Brandbomben vorgeführt werden sollen. Hongkongs Verteidigungszustand wurde auch in diesem Jahre in ausgedehnten Manövern einer rigorosen Prüfung unterzogen. Die Stärke der Landungstruppen wurde mit zwei Regimentern (sechs Bataillonen) angenommen. Von der Tief bucht stieß der Feind landeinwärts vor und kam erst nach Einbruch der Dunkelheit mit Hongkongs Derteidi- gungsmacht in Fühlung, konnte aber ihre Stellungen nicht durchbrechen. Am gleichen Nachmittag landete ein weiteres feindliches Bataillon im Tolo- Hafen, zu dem man von der nordöstlichen Mirs- Bucht durch den Tolo-Kanal gelangt, einen an der schmälsten Stelle etwa 1200 Meter breiten Meeresarm. Durch blitzschnelles Heranschasten von Verstärkungen, insbesondere durch Einsetzen von Panzerwagen und der motorisierten Maschinengewehrabteilung des Freiwilligenkorps, konnte die durch die unerwartete nordöstliche Landung ensttandene schwere Gefahr gebannt werden. Am darauffolgenden Tag traten dann auch die Küstenbatterien in Tätigkeit, und zwar bei Fort Shelter, das an der südöstlichen, inselreichen Bucht des Hongkonger Festtandes liegt. Dort wurden unter dem Schutz feindlicher Seestreitkräfte Truppentransporter herangebracht. Da sich Kriegsschiffe wie Transporter unter der Feuerdeckung der hohen Küste hielten, gelang das Manöver, die Landbatterien waren machtlos, die Küstenwache zu schwach. Es wurden Truppen gelandet, sie stießen energisch einige Meilen ins Innere vor, bis Taipo Tsai, wo sie auf stark befestigte Maschinengewehrnester stießen und später von den Kumaon-Schützen (einer Truppe aus dem indischen Pundjab) im Gegenangriff geworfen wurden. An den beiden letzten Manövertagen machte der Feind an den verschiedenen Fronten noch eine Reihe Tages- und Nachtangriffe, wurde aber an allen Stellen in Schach gehalten. Flotteneinheiten griffen die Forts am äußeren östlichen Haseneinang an, während andere Einheiten mit den ortsfesten Batterien der Festung zusammenarbeiteten. In der Kritik wurden die Manöver als äußerst befriedigend bezeichnet. Das britische Kommando ist überzeugt, daß Hongkong die ihm vom Reichsgeneralstab gestellte Aufgabe erfüllen, d.h. sich selbständig auf mindestens einen Monat verteidigen kann. Oberkommandierender aller Streitkräfte des Britischen Reiches im Fernen Osten ist der jeweilige Oberkommandierende der Marinestation China, ein Admiral, gegenwärtig Sir Percy Noble, der in der britischen Marine einen so großen Ruf 'genießt, daß es heißt, er wäre im Kriegsfälle zum Oberkommandierenden der gesamten Flotte ausersehen. Zur China-Flotte gehören zur Zeit das vierte Kreuzergeschwader, ein großer Flugzeugträger, eine Zerstörer-Flottille, fünf Geleitschiffe, das U-Boot- Mutterschiff „Medway" mit einem Begleitzerstörer und fünfzehn U-Booten, ein Vermessungsschiff, fünf Flußkanonenboote auf dem Westfluß (Kantonfluß), und fünf Hilfsschiffe. Das vierte Kreuzergeschwaüer besteht aus sechs großen Kreuzern, von denen jedoch gegenwärtig drei auf Heimatwerften liegen, und zwei leichten Kreuzern, von denen einer die „Birmingham" ist, der gerade in Dienst gestellte, modernste Kreuzer der Flotte. Es , wird angenommen, daß die britische Admiralität im Falle eines kriegerischen Konfliktes mit Japan das Hongkong-Geschwader auf Singapur zurücknehmen wird, daß also Hongkong sich ohne Unterstützung durch Seestreitkräfte halten soll, bis starker Entsatz herangezogen ist. Die Versorgung Hongkongs ist auch auf den Fall einer länger dauernden Blockade insoweit gesichert, als es sich um Kriegsmaterial, Brennstoffe und — Wasser handelt. Hongkong lebt nur von Regenwasser, das in großen, offenen Bassins gesammelt wird, die an vielen Stellen auf den Anhöhen und in Bergeinschnitten angelegt sind. Befürchtungen, daß diese Bassins im Kriegsfall durch Bombenangriffe zerstört werden könnten, sind nicht sehr ernst zu nehmen. Ein Luftangriff auf die Wasserbassins hätte nur am hellen Tage einige Aussicht auf Erfolg, und da ist die starke gut verteilte Luftabwehr zu ihrem Schutze bereit. Eine andere, viel ernstere Frage ist, wovon zwei Millionen Menschen leben sollten, die jetzt auf Hongkonger Gebiet wohnen, wenn die Kolonie von der Seeseite blockiert und durch eine Landung starker Truppenkräfte von dem sie versorgenden chinesischen Hinterland abgeschnitten werden sollte. Dieses Problem mag auch dem britischen Stab zu denken geben. Wetterbericht Die Schönwetterlage in Mittel- und Ostdeutschland, die am Donnerstag ihren Höhepunkt erreichte, kann als beendet angesehen werden. Von Westen eindringende immer kühlere Staffeln feuchter Meeresluft brachten auch in unserem Bezirk nach anfänglicher großer Schwüle vielerorts gewittrige Niederschläge mit beachtlicher Abkühlung. In größerem Ausmaße kommen die Niederschläge besonders in Süddeutschland vor. Wohl wird sich von Westen her rasche Wiederaufheiterung durchsetzen, doch ist das Aufkommen niederschlagsfreien Schönwetters und starker Erwärmung vorerst unwahrscheinlich. Vorhersage für Samstag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung, aber noch Neigung zu einzelnen schauerartigen Niederschlägen, mäßig warm, westtiche Winde. Vorhersage für Sonntag: Vielfach aufheiternd, aber nicht beständig. Frau Marie Schäfer, geb. Textor im 53. Lebensjahr von uns gegangen. Leihgestern, den 9. Juni 1938. 02718 "1 i* ’M Die Beerdigung findet am Samstag, dem 11. Juni, 13% Uhr statt Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. In tiefer Trauer: Obersteuerinspektor Wilh. Schäfer und Kinder. Todesanzeige. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist heute meine liebe Gattin, unsere herzensgute, treubesorgte Mutter und Schwiegermutter Krofdorf, den 9. Juni 1938. 3966D Die Beerdigung findet Samstag, den 11. Juni, nachmittags 2 Uhr statt. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Amend nebst allen Angehörigen. Am 9. Juni, 8% Uhr, verschied nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Anna Amend, geb. Jung im 56. Lebensjahre, Lederlreibrlemen und Rundriemen alle Stärk, u. Breit, vorrätig bei Leder-Röhrig, Gießen Neustadt 43 3258A igti für Mk.2.10, aber nur in Apotheken! best.: Umversitäts-Apoth.z.gold Engel u. Pelikan-Apoth. io52V Stellenangebote Hile für Haushalt vom 15.Jum bis 1. Juli gesucht. Walltorstr. 481. Keine Zeugnisse in Urschrift ionbern nur Zeugnis, abschristen Dem Bewerbungsschreiben bet» legen i — Lichtbilder undBewerbungsunter- ¥gen müssen zur Ber- meibung von Verlusten aus bet Rückseite Warnen und Anschrift des Bewerbers traaeul I Meiler gesucht. 3868° Ed. Künkel Bahnhofstraße 8. Für leichte l 02722 Näharbeiten einige Mädchen sofort gesucht. Wäldie-Beder Marb.Straßel5. Zum 15. Juni 0. 1. Juli möglichst erfahren, älteres Mädchen zu 2 Kindern gesucht. Hausarbeit muß mit übernommenwerden 2. Mädchen vorhanden. 35 Mk. monatlich. 3972d Dr. med.Lehr Bad-Nauheim Herrn..Göring Str.37, ATA erlraseln Doppelflnhhe: 30 PL» ATA sein Normalflasche: 1? DL «ATA grob Paket: 12 Pf. Ium Gchcucnl giMS gar vielerlei.. werKWmmmt^ ber bleibt öabei Verkäufe Für Metzger-od. Lebensmittelgeschäft [02717 2 Erker-Einsätze (Majolika mit Spiegel u. Marmor), 1,56 breit und 0,56 tief, 1 gr.Eiöschrank zu verkaufen. Walltorstr. 4 I. Telefon 3679. Verschiedenes Verloren von Brandweg Mein-Linden bisCrednerstraße Gießen eine Werkzeugtasche Geg. Belohnung abzugeben. 3970° Klein-Linden Brandweg 11. Vereine Nächster Kame- radschast.-Apvell findet nicht wie angekündigt Samstag, d. 11. sondernMontag. den 13. d. M., 20,30 Uhr, im Auerhahn statt. Wegen Ausgabe der Plaketten hir den Regiments- apvellu. sonstige wichtige Mitteilungen ist voll- zähl. Erscheinen erforderlich. Ter Zlamerad- 1 schaftsfübrer. Uns. Mitglieder, der. Angehörige, Freunde u. Bekannte werden hiermit nochmals erinnert an den Tanz-und UnMal- lungs-Abend am Samstag, dem 11. Juni 1938, auf ber„Karlsrnhe“. Deukslye 386°d Stenografenftfioft OrlsverelliGleben Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzeigei wie: 3963A Kukirol Lebewohl W-Tropfenu Zino-Pads sind bewährte Mittel z. sicher. Beseitigung d. Hühnerauges. Brennende Füfee verspüren sofort Linderung durch Eldechse-Sauerstoff- Fußbad, Paket 15 Pf. Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17. rHnJeaefefWi(tell aller Art 3974a für Baus, Garten n. Feld kaufen Sip vorteilhaft bei ÜSüdXIÖLL Ludwigsplatz-Drogerie, Photohaus Elche zwischen Meer und Memel von Marlin Kakries Dnsgefamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. 3n Leinen gebunden RM. 3,60. Aus dem Inhalt: Parade im Frühling-Ein Elchkolb torkelt ins Leben-Im Sommerglühen-Elk, der Schaufler vom Meer — Die hohe Zeit — Der Kopitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdüne—Elche im Schnee. Der Verfasser ist in seiner Heimat b rkannt als ein ausgezeichneter Elckkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelnieüerung beobachtet und bietet nun aus seiner umfangreichen Lichlbildsammlung die schönsten Ergelnisse feiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Daß er aber nicht nur einer unserer besten Natur, lichtbildner, sondern auch ein außergewöhnlich begabter Schrift- steiler ist, der seine Erlebuisie spannend und unte- haltsam zu berichten weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. Alle gägcr und Freunde der Natur müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-M" Eine kleine Ausgabe nur und dafür viele Bequemlichkeit. 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