ttr. 108 Erstes Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 10. Midi 1938 Br|d)etni tftg Itd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustriert» (Bteftenei I-amilienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.I.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüfie unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzev Poftfchedfonto: Frankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühlsche Universttatrdruckerei R. Lange in Gießen. Zchristleilvng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bls8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps., für Text- an^etgen von 70mm Breite bONpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25O/^ mehr. Grmatzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anze,gen6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer wieder auf deutschem Boden. Herzliche Verabschiedung vom italienischen Ehrengeleit am Brenner. Am Brenner. Neichsstatthalter Seyß-Jnquart begrüßt den Führer auf deutschem Boden. Am Brenner. 10. Mai. (DRB. Funkspruch.) Der Sonderzug des Führers, der um 8.25 Uhr in den festlich geschmückten Bahnhof der Grenzstation auf dem Brenner einlief, hatte zwanzig Minuten Aufenthalt. Der Herzog von Pistoja und Minister Generalsekretär $ t a r a c e verabschiedeten sich herzlich namens des Königs und Kaisers, des Duce und der Minister sowie der faschistischen Partei. Unter den Anwesenden sah man den Armeekommandanten von Bozen, General G u i d i, und den Präfekten von Bozen, M a t t e i. Zur er st en Begrüßung in der hei- m a t hatten sich eingefunden Reichsstatthalter Dr. S e i ß - I n q u a r t, ^-Vrigadeführer Staatssekretär Dr. Kaltenbrunner und der Landeshauptmann von Tirol, Christoph. Der Führer verweilte längere Zeit auf dem Bahnsteig im Gespräch mit dem Herzog von Pistoja und dem Reichsstatthalter. Der Herzog überreichte dem Führer zum Abschied als Geschenk eine prächtige Grödner Schnitzerei. Der festlich geschmückte Ort und der Bahnhof mit den vielen Menschen im Festgewande sowie die Klänge der Nationalhymnen gaben der bedeutungsvollen Stunde einen würdigen Rahmen. Einige Minuten nach der Abfahrt des Führerzuges fraf dann der Sonderzug mit den Ministern und Reichsleitern ein. Jubelnder Empfang in Innsbruck Innsbruck, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Um 9.32 Uhr traf der Sonderzug des Führers auf dem Hauptbahnhof in Innsbruck ein. Die Bevölkerung, die zu Tausenden vor dem Bahnhofsgebäude und entlang der Bahngeleise stand, empfing den Zug mit jubelnden Heilrufen. Der Führer, der mit Reichsführer ff Himmler, Reichsstatthalter Dr. Seiß-Jnguart und dem Tiroler Landeshauptmann Christoph am Fenster seines Wagens stand, nahm dankend und nach allen Seiten grüßend die Willkommensgrüße seiner Tiroler entgegen. Als der Zug auf dem Bahnsteig hielt, gab es für die Wartenden kein halten mehr. Die Absperrkette wurde durchbrochen und im Nu war das Fenster des Führers von begeisterten Menschen umringt. Mütter hoben ihre Kinder empor. Adolf Hitler unterhielt sich mit den draußen Stehenden und nahm die vielen hinaufgereichten Blumensträuße immer wieder dankend entgegen, herzliche Freude weckte die Anordnung des Führers an die Absperrmannschaften, die ihm zujubelnden Kinder durchzulassen. Nach nur drei Minuten Aufenthalt setzte sich der Sonderzug 9.35 Uhr wieder in Bewegung, begleitet von den Heilrusen der Zurückbleibenden. Noch lange winkte ihnen der Führer vom Fenster aus zu. — Nun geht die Fahrt durch die srühlingsfrische Landschaft des Unterinntales nach K u f st e t n und von dort weiter nach München, der Hauptstadt der Bewegung. e Der Führer dankt dem König und Kaiser. „Im Geiste der erneut bekräftigten deutsch-italienischen Freundschaft." Am Brenner, 10. Rial. (DNB. Funkspruch.) Beim Ueberschreilen der deulsch-ilalienischen Grenze am Brenner sandte der Führer und Reichskanzler an Seine Majestät den König von Italien und Kaiser von Aelhiopien folgendes Telegramm: „Seiner Majestät dem König und Kaiser, Rom. Bei dem Verlassen des italienischen Bodens ist es mir ein aufrichtig empfundenes Bedürfnis, Eurer Majestät und Ihrer Majestät dör Königin und Kaiserin nochmals den Ausdruck meines Dankes zu übermitteln für die mir zuteil gewordene Gastfreundschaft. Unvergeßlich werden mir auch der zu Herzen gehende Empfang seilens des faschistischen Volkes und die über alles Lob erhabenen Darbietungen der italie nifchen W ehr macht bleiben. Die Tage meines Aufenthaltes an den Stätten einer ehrwürdigen Vergangenheit und einer großen Gegenwart werden zu meinen kostbarsten Lcbens- erinnerungen zählen. Im Geiste der erneut bekräftigten deutsch-italienischen Freundschaft bitte ich Eure Majestät, meine wärm st en Wünsche für Ihr, der Königin und Kaiserin und des italienischen Volkes ferneres Glück und Wohlergehen enl- gegenzunehmen. Adolf Hitler." Herzlicher Abschied vom Duce. Oer Führer hat Florenz wieder verlassen. Wenige Minuten vor Mitternacht traf der Führer, dem der Duce zum Abschied das Ehrengeleit gab, vor dem Hauptbahnhof ein. Waren schon die Straßen, die der Wagen durchfuhr, mit einer dichten jubelnden Menschenmenge erfüllt, so herrschte auf dem weiten Platz vor dem Bahnhof ein Gedränge, wie man es kaum jemals in diesen festlichen Tagen in Italien erlebt hat. Noch einmal grüßte die Jugend Italiens den Führer, dem sie in diesen Tagen so oft ihre gesunde Art und ihre nationale Disziplin hat zeigen können. Blaues Scheinwerferlicht überstrahlte diese unabsehbare Menge von Knaben und Mädchen, die Hakenkreuzfähnchen in den Händen schwangen und die rotweißgrünen Fahnen ihrer Verbände und Gruppen schwenkten, hinter ihnen wurden die mächtigen Smngbrunnen zwischen den Taxushecken zu herrlich leuchtenden Fontänen, und ein von Scheinwerfern gebildeter Lichtdom bildete den Abschluß. Beglückt von dem Anblick durchfuhren Adolf Hitler und Mussolini dieses Licht- und Menschenmeer. Als bann der Wagen vor dem Bahnhof vorfuhr und die Musikkapelle die Hymnen Deutschlands und Italiens spielte, prasselten vom Dach des Bahnhofsgebäudes Hunderte und aber Hunderte von Raketen 'n die höhe. Vor dem Bahnhof hatten Ehrenformationen der Infanterie, der Miliz im Stahlhelm und der Leibgarde des Duce Aufstellung genommen. Vor dem Fürstensaal standen die Bannerträger und die Herolde der Stadt Florenz in ihrer malerischen roten und weißen Tracht. Der Führer, der auch jetzt die Auszeichnung des Ehrenkorporals der Miliz trug, grüßte zum Abschied die Banner von Florenz und die Leibstandarte des Duce, um dann unter den feierlichen Klängen der Nationallieder gemeinsam mit dem Duce die Front der Ehrenformationen abzuschreiten. Dann war der Augenblick des Abschieds gekommen. Dicht umringt von ihrem Gefolge standen der Führer und der Duce noch einige Minuten in frendschaftlichem Gespräch. Der Führer bittet den Duce, ihn in seinen Salonwagen zu begleiten, was Mussolini jedoch lächelnd ablehnt, und stattdessen beide Hände von Adolf Hitler ergreift und lange auf das herzlichste schüttelt. Dann wendet sich der Führer der Treppe seines Wagens zu und erscheint sofort darauf am Fenster des Zuges, aus dem er unmittelbar vor der Abfahrt dem Duce noch einmal die Hand reicht. Dann seht sich der Zug langsam unter* den feierlichen klängen der nationalen Lieder der beiden Länder in Bewegung. herzlich und strahlend blickt der Duce dem Führer nach, immer wieder die Rechte zum Gruß erhebend, während der Führer noch lange das Ange des Duce.sucht. An Mussolini. In feiner Jugend hat Italien den sichersten Garanten seiner Größe. Am Brenner, 10.2Hai. (DRB.-Funkspruch.) An den Duce sandte der Führer folgendes Telegramm: „Seiner Exzellenz, dem Duce Benilo Mussolini, Die Tage, die ich gemeinsam mit Ihnen in Ihrem herrlichen Lande verbringen konnte, vermittelten mir unauslöschliche Eindrücke. Ich bewundere Ihr gewaltiges Werk der Aufrüstung des Imperiums. Ich habe das im Geiste des Faschismus erneuerte Italien im Glanze der Ihre Kraft besitzenden Wehrmacht gesehen. Ich erlebte die hervorragenden Leistungen Ihrer faschistischen Verbände. Vor allem aber haben es mir diese Tage ermöglicht, Ihr Volk, Duce, kennenzulernen, in seiner Jugend sehe ich den s i ch e r st e n Garanten für die Größe Italiens. Die Ideen- gemeinschafk der faschistischen und der nationalsozialistischen Bewegung sind eine sichere Gewähr, daß sich die treue Kameradschaft, die uns beide verbindet, für immer auch auf unsere Völker übertragen wird. Rehmen Sie nochmals meine herzlichsten Abschiedsgrüße und meinen Dank entgegen. Adolf Hitler." Oie Ernte. Es ist noch keine zwei Monate her, daß die deutsche Nation ihrem Führer eine Huldigung außergewöhnlichen Ausmaßes entgegenbrachte, als er aus dem wiedergewonneneu Lande Oesterreich heimkehrte und auf Grund eines geschichtlichen Aktes staatsmännischer Weitsicht und staatsmännischen Verantwortungsbewußtseins im Anschluß an den österreichischen Hilferuf zum Führer von 75 Millionen Deutschen geworden war. heute abend begrüßen wir wiederum Adolf Hitler bei der Rückkehr in die Heimat, nachdem sein Besuch in Italien eine Woche lang die Aufmerksamkeit der Welt auf5 stärkste beansprucht hat. Es ist nicht möglich, zwischen den Ergebnissen jener beiden Reisen Adolf Hitlers einen Vergleich zu ziehen; sie liegen auf zwei völlig verschiedenen Ebenen. Eins aber ist beiden gemeinsam: auch diese Jtalienreise des Führers hat die politischen Scheuern Deutschlands wieder in einem Maße gefüllt, daß man im Rückblick auf dieses Frühjahr von einer Erntezeit sprechen kann. Denn genau wie im Falle Oesterreich wurde jetzt im Falle Italien am praktischen Beispiel für jedermann demonstriert, welch weitreichende Auswirkungen die von langer Hand vorbereitete und sorglich aufgebaute Befriedungspolitik Adolf Hitlers hat. Gewiß, man braucht nicht die Augen davor zu schließen, daß Italien die äußerste Form politischer Vereinsamung zur Zeit des Sanktionskrieges kennen lernte, daß es sie heute noch unverändert in Erinnerung hat und daß es daher die loyale Haltung, Deutschlands während jener Zeit um so dankbarer verspürte. Aber verkennen wir auch anderseits nicht, daß seit der Begründung der Achse Berlin-Rom und erst recht seit der Wiederangliederung Oesterreichs gewisse Staaten Himmel und Hölle in Bewegung setzten, um diese Achse anzufeilen; als sie sich dann für das diplomatische Werkzeug dieser Mächte als unangreifbar erwies, lancierte man das Gerücht, die Achse sei eben doch nicht mehr bruchfest. Diese Machenschaften sind erst einige Tage alt, und wir Deutschen hätten nun zusammen mit unseren italienischen Freunden eigentlich Veranlassung, schadenfroh zu sein, wenn man das Ergebnis der Romreise des Führers und vor allem die staatspolitisch hochbedeutsamen Ansprachen Adolf Hitlers und Benito Mussolinis vom Samstagabend betrachtet. Denn die Ansprache kW italienischen Regierungschefs war eine einzige feierliche Bekräftigung jener italienischen Außenpolitik, die in der Begründung der Achse Berlin—Rom gipfelte. Die Erklärung des Führers aber, wonach er in feierlichster Form die Unantastbarkeit der natürlichen Alpengrenze nicht nur als politische Tatsache feststellt, sondern daraus ein Vermächtnis an die deutsche Nation macht, reißt den ganzen Wust außenpolitischer Spekulationen in Fetzen. Die beiden Ansprachen waren geformt durch die tiefe Ueberzeugung der beiden Staatsmänner von der großen deutsch-ibqlienischen Mission in Europa. Es gab in diesen von hinreißenden Augenblicken erfüllten Tagen eine kleine Szene, die vielleicht stärker noch als alles andere zu den Staatsmännern wie zu den Völkern der übrigen Welt sprechen muß. Als nämlich am Samstagabend jene beiden Ansprachen beendet waren, traten Hitler und Mussolini Hand in h a n d auf den Balkon hinaus, um dem stürmischen Verlangen der Volksmenge nachzugeben, und der Orkan der Begeisterung, der bei diesem Anblick ausbrach, war zugleich die Bestätigung, die das italienische Volk jenem symbolischen Akt gab. Denn dieses Zusammengehen der beiden Volksführer Hand in Hand geschah nicht vor dem Hintergrund der Wehrmacht, die ihre Stärke und ihre Leistungsfähigkeit in so eindrucksvoller Form bargelegt hatte — jetzt drunten in Italien wieim September hier in Deutschland bei den großen Webrmachtmanöoern —, es geschah vielmehr un- 4 * Unser Bildtelegramm aus Florenz berichtet von dem Besuch einer Höhenstraße, wo dem Führer das Panorama der Stadt gezeigt wurde. Von links: Reichsmmister Frank der Duce der Führer, die Reichsminister Rudolf h e ß und Lammers, Relchsleiter Bouhler * und Außenminister GrafCian 0, — (Scherl-Büderdienjt.) Die Kranzniederlegung in der Krypta der Gefallenen in der Kirche Santa Croce. Führer und Duce durchschreiten das Spalier der faschistischen Organisationen und der Ortsgruppe Florenz der Auslandsorganisation der NSDAP. — (Bildtelegramm. Scherl-Bilderdienst.-M.) Florenz feiert Führer und Duce mit großarügen Darbielungen Sizilien uni ülfrifa bildet, stellt nicht etwa nur ein starres Stabilisierungsmoment dar, sondern wirkt durch seine machtpolitische Konzentration und weit mehr noch durch die von dem Block repräsentierte Stärke der Friedensidee gegenüber der Umwelt. Schon machen sich Anzeichen bemerkbar, Daß diese Wirkung praktische Folgen in der großen Politik hat. Die Ernte dieses politischen Frühlings dürfte also noch nicht abgeschlossen sein. In ländlichen Gegenden hat sich die schöne Sitte erhalten, daß die Gefolgschaft dem Gutsherrn oder dem Bauern nach Einbringung der Ernte den Erntekranz darbringt. Der Kranz, > den die deutsche Nation ihrem Führer jetzt bei der Rückkehr aus Italien geflochten hat, ist viel größer und schöner als es äußere Kundgebungen anzudeuten vermögen. mittelbar nach der feierlichen Bekundung der Entschlossenheit zur Befriedung Europas, die auf deutscher Seite die österreichische Frage gelöst und auf italienischer Seite das Osterabkommen mit England aus schwierigster Lage heraus zustande gebracht hatte. Vorbereitet und geschult für ihre große Miiston in Europa sind die Völker Deutschlands und Italiens vor allem dadurch, daß sie beide als erste und als einzige den Weltkrieg und seine Folgen, innerlich und äußerlich überwunden haben, dies nun freilich in Verfolg der Erziehung, die dem deutschen Volke der Nationalsozialismus, dem italienischen der Faschismus brachte. Dieser Block von 120 Millionen Menschen, der seit dem 13. Marz auch rein geographisch eine mitten durch Europa gehende Achse von der Nordsee bis hinunter nacy Deutschland heißt den Führer willkommen Ein Aufruf Görings. - Grenzenloser Jubel wird den Führer empfangen. im freundschaftlichen Sichmessen der Kräfte Angriff und Abwehr zur Erstürmung und Derterdigung der Brücken der Stadt. Das Sarazenen-Tur- nier von Arezzo ist, das sagt schon der Name, gleichfalls eine Hebung kriegerischen Mutes. Ein uraltes Zeremoniell verlangt, daß vor dem Beginn des Spieles der Fehdebrief des- „Sarazenen", einer mächtigen beweglichen Puppe, feierlich verlesen und mit einem wilden Kriegsgeheul beantwortet wird. Dann treten für jedes Stadtviertel zwei Lanzenreiter gegen den Sarazenen an, der sich durch ein Schild am linken Arm zu decken scheint, während die bewegliche Rechte mit einer schweren Geißel bewaffnet ist. Trifft der Reiter mit der Lanze die Mitte des Schildes, so setzt der Stoß den Arm mit der Knute in drehende Bewegung, und der Reiter gewinnt für sein Stadtviertel den Preis, der durch geschicktes und blitzschnelles Manövrieren seines Pferdes den Hieben auszu- Der Führer fährt nunmehr wieder zurück in des Reiches Hauptstadt. Die glanzvollen und ereignisreichen Tage, die 120 Millionen Deutsche und Italiener mit Stolz und Freude miterlebten, sind in die Annalen der Geschichte eingegangen. Beiden Völkern werden sie unvergessen bleiben als Marksteine ihres gemeinsamen Weges in die Zukunft. Zwei große mächtige Völker, stolz auf ihre heroische Vergangenheit, reich an alter Kultur und geistigen Fähigkeiten, jung in ihrer Begeisterung und ihrem entschlossenen Aufwärtsstreben, haben vor aller Welt ihre unwandelbare herzliche Freundschaft bekundet. Die stählerne Achse durchzieht Europa von Norden nach Süden, von den Gestaden der Ostsee bis zu den Küsten Siziliens: ein festes Bollwerk gegen alle Kräfte der Zersetzung und Zerstörung, ein unerschütterlicher Garant des Friedens. Mit Gefühlen überströmenden Glückes und größter Dankbarkeit begrüßt das ganze deutsche Volk den heimkehrenden Führer. Es denkt noch einmal zurück an die vergangenen Tage, an denen es, verbunden durch den Aether, mit unsagbarem Stolz und unbeschreiblicher Begeisterung, Stunde für Stunde miterseben konnte, wie das große italienische Volk den Führer empfing und wie es ihn ehrte. Und wenn heute mit der ausgehenden Sonne der Führer das stolze Imperium verlassen und wieder heimkehren wird in die deutschen Gaue, so werden JubelundBegeisterungseines Volkes keine Grenzen finden, und dieser Jubel wird auch gleichermaßen sein: Der Dank des deutschen Volkes an die große italienische Nation und den Duce. heil unserem Führer! Hermann Göring." Die Slumenstadt im Fefigewand Vom Bahnhofsvorplatz fuhr der Zug mitten hinein in die Stadt mit ihren mächtigen und hohen Palästen, die die Straßen enger erscheinen lassen als sie sind. Wir fahren in einer der Hauptverkehrsstraßen gerade auf den Dom zu. In kurzen Abständen sind breite Spruchbänder an den Bürgersteigen auf beiden Seiten hochgezogen und dann fast in der höhe der Gesimse über die Fahrbahn gespannt. So fahren wir fast unter einem Baldachin durch, hier ist er weiß und mit goldenen Lilien geschmückt, die Lilien von Florenz. Wir fahren unter einer Woge von Jubel in die Stadt hinein. Aus den Fenstern der hohen fünfstöckigen Häuser hängen die Menschen dicht wie Trauben. Sie schwenken Fahnen, sie klatschen in die Hände, sie jubeln. Da taucht auch schon nach wenigen Minuten der weißschwarzgrüne Marmor- bau des Domes auf mit der berühmten Kuppel, die sich prachtvoll gegen den leuchtend blauen Himmel abhebt. Rechts vom alten achteckigen Baptisterium hier am Dom grüßen uns jubelnd Tausende von Kinderstimmen. Wir fahren zwischen dem Baptisterium und dem Dom hindurch. Jetzt können wir einen schnellen Blick auf den schlanken, hohen, prächtig marmorverzierten Campanile werfen. Da nimmt uns auch schon eine neue Straße auf, wieder geschmückt mit breitgespannten Bändern, die diesmal im hellblauen Frühlingslicht gegen das Grau der Häuser sich abheben. An der Piazza Vit- torio Emanuele sind die Häuserfronten mit langen roten Bändern, die das Hakenkreuzzeichen tragen, geschmückt. Zur Linken erreichen mir jetzt den berühmten Palazzo Strozzi. Dunkle weinrote Teppiche heben sich wirkungsvoll von den mächtigen Quadern der feldgrauen Fassade ab. Nun biegt der Blick durch eine flaggengeschmückte Straße von Flo- renz. Im Hintergrund der Palazzo Vecchio an der Piazza Signoria. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 3n Santa Grote. Die Fahrt des Führers, zur Kranzniederlegung in Santa Croce führt vom Palazzo Pitti mitten in das Herz des alten Florenz. Die graugelben Sandsteinmauern der Häuser sind mit zartblauen ober weinroten Teppichen in allen Abtönungen vielfach belebt. Dazu kommen in vier bis fünf Reihen übereinander die in leuchtenden Farben gehaltenen und mit mittelalterlichen Symbolen verzierten Fahnen der florentinischen Gesiechter. Dor dem zinnengekrönten fast burgartigen Rathaus zur Rechten die drei leichten Bögen der Loggia dei Lanzi. Die Mauerwand des Rathauses ist nur sparsam geschmückt, um so wirkungsvoller hebt sich der im Sonnenlicht aufleuchtende seidene Teppich ab, der den Balkon schmückt. Wir fahren nun a n den Uffizien vorbei, wo die faschistische Jugend Aufstellung genommen hat. Weiter am Arno entlang und bann an Bargello vorbei, der mit langen Hakenkreuzfahnen geschmückt ist. Wenige Minuten später sind wir in Santa Croce. Gegenüber der bunten Marmorfront der Kirche schließend betreten der Führer und der Duce allein die Grab- und G e d ä ch t n i s k a m m e r für die 4 2 gefallenen-Florentiner der f a - chistischen Revolution. Auch hier legt der Führer einen Lorbeerkranz nieder. Langsam geht er dann von Sarkophag zu Sarkophag. Am Ausgang der Weihestätte bleibt der Führer in einer Vorhalle vor einer großen Marmortafel stehen, die die Namen der für faschistische Ideale in Spanien gefallenen Florentiner der Nach- welt überliefert. Auch ihnen gilt des Führers Gedenken. Nach dem Verlassen der Santa Croce braust beim hinaustreten in den lichten Frühlingstag dem Führer und dem Duce wieder aus Taufenden von Kehlen Heller Jubel entgegen, der sich verstärkt, als^ beide Staatsmänner ihren Wagen besteigen. Die Fahrt geht am Arno entlang zu dem berühmten Aussichtspunkt Piazza Michelangelo und über die unvergleichlich schöne Panoramastraße auf halber höhe der Florentiner Hügel zum Palazzo Chiggi, dem Königsschloß, wo Führer und Duce gegen 16.30 ,Uhr eintreffen. Die historischen Kampfspiele im Voboli-Garlen. Florenz, 9. Mai. (Europapreß.) Wenn man in den frühen Nachmittagsstunden dieses herrlichen Frühlingstages den Boboli-Garten betrat, so hatte man den Eindruck, als habe die alte Arno-Stadt die Fülle der Farben und Fahnen nicht mehr halten können und fei übergeströmt auf die Rasenplätze, auf denen sich d i e alten tos» canifchen Volksspiele vor dem Führer und dem Duce abspielten. Kampfspiele sind es alles miteinander, und das Feierabendwerk Dopo Lavoro hat die Tradittonen aus einem der bedeutendsten Geschichts ab schn itte Italiens verständnisvoll zu über- nehmen gewußt. Denn alle diese Spiele galten dem gleichen Zwecke innerhalb der kleinen Stadt- floaten der Renaissance, der Erhaltung der Kampf- freudigkeit des italienischen Volkes. Das Brückenfpiel von Pisa schildert Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands eine magische Beleuchtung geben. Wenn der Führer den Sonderzug verläßt, wird ihn Generalfeldmar- schall Göring in einer Ansprache willkommen heißen. Gleich darauf wird die deutsche I u g e n h , 400 Fanfarenbläser der HI., vom Kopf des Bahnsteiges aus dem Führer den Willkommensgruß entbieten. Auf dem Bahnhofsvorplatz werden Ehrenkompanien der Wehrmacht, der Leibstandarte, der Polizei und der SA.-Stan- barte „Feldherrnhalle" angetreten fein. Auch das Berliner Fafcio will dem Ehrengast seines Volkes den Gruß feiner Heimat bringen. 11 Kilometer langes Fackelspalier. — Riesenhöhenfeuerwerk am Königsplah. Zur Minute, wo der Sonderzug des Führers Berliner Boden erreicht — etwa auf der höhe von Wannsee — wird zur Rechten und Linken der Bahnstrecke ein Spalier von Fackeln aufflammen, durch das der Führer bis zum Lehrter Bahnhof fahren wird. 17 Kilometer lang find diese beiden Fackelbänder. In dem Augenblick, in dem der Führer den Bahnhof verläßt, werden schlagartig die gegenüberliegende Spree und die Uferstraßen in ei n rotes Lichtmeer getaucht fein. Der Königsplatz wird durch etwa 100 Scheinwerfer der Luftwaffe in einen Lichtdom verwandelt. Während der Fahrt des Führers Herzliche Begrüßung durch den Duce. Florenz, 9. Mai. (DNB.) Der Führerund Reichskanzler traf in Florenz am Montag, 14 Uhr, bei prächtigem Frühlingswetter ein. Er wurde vom Duce aufs herzlichste begrüßt. Sodann schritt der Führer in Begleitung des Duce die Front der Ehrenformationen ab und begrüßte die Florentiner Bannerträger der Medici in ihrer farbenfreudigen Tracht, die Vertreter der Partei und der Behörden. Der Bahnhof war durch feinen Blumenschmuck in einen feierlichen Festsaal verwandelt. Der Bahnhofsvorplatz ist ein einziges Beet rotblühender Rhododendron. Er ist in weitem Umfange abgesperrt, so daß der Blick unmittelbar auf den herrlichen romanischen Bau der Maria-Novella- Kirche aus dem 13. Jahrhundert und in die mit vielen Fahnen und Tüchern übersäten Straßen- schluchten fällt, die in das alte Florenz führen. Die ganze gegenüberliegende Seite ist etwa 15 Meter hoch mit einer grünen Wand verkleidet, von der . sich die Nachbildungen antiker Brunnen in strahlendem Weiß abheben. Unmittelbar an den Brunnen steht die Ortsgruppe Florenz der NSDAP, mit ihren Fahnen, mit BDM. und HI. An sie schließt sich die Ehrenkompanie mit den Musikkorps. Auf der Bahnhofsseite haben Offiziere, Formationen der faschistischen Miliz mit Fahnen und Feldzeichen Aufstellung genommen. Nun erscheint auch schon, ganz langsam im Kraftwagen fahrend, der Führer, zu seiner Linken der Duce, von einem Jubelsturm ohnegleichen überschüttet. inden konnten. Gegen 19 Uhr werden unter einem ohrenbetäubenden Freudenschrei b i e Türen zum Balkon des Palazzo.Vecchio geöffnet. Das gelb- seidene Tuch bläht sich im Winde. Herolde in der alten Tracht der Stadt Florenz künden mit Fanfaren den Augenblick an, und wenig später erscheint der Führer zusammen mit dem Duce auf dem Balkon. Wie eine ungeheüere Brandung schlägt das Rufen und Jubeln zu ihnen empor. Die Fähnchen flattern und knattern wie ein aufgescheuch- ter Daubenschwarm über dem Platz. Dann holt der Duce die den Führer begleitenden Reichsminister auf den Balkon, um ihnen dos unvergleichliche Schausviel dieses jauchzenden Volkes zu zeigen. Der Parteisekretär Starace gebietet mit weitausholenden Armbewegungen Schweigen. Er bringt dann den faschistischen Gruß auf den Führer und auf den Duce aus. Und begeistert antworten die unübersehbaren Massen „Eia eia alala". Der Führer verläßt mit bem Duce den Balkon, aber das takt- mäßige Rufen „Hitler, Hitler!", „Duce, Duce!" schwillt erneut zu einem Orkan an, als sie zum zweiten, dritten und vierten Male auf den Balkon treten. Der Führer grüßt nach allen Seiten. Er beugt sich weit über den Balkon und grüßt zu den Deutschen der Auslandsorganisatton hinunter. Dana - erklärt ihm der Duce die Bauwerke dieses schönen Platzes. 3n den Gemäldegalerien. Nach einer Rundfahrt durch die herrlich gelegenen Boboli-Gärten besuchten der Führer und Der Duce die berühmten Gemäldegalerien. Lange Zeit verweilte der Führer bei den Kunstwerken eines Michelangelo, Tizian, Raphael, Giotto und Gior- gione, eines Rubens und Rembrandt, bei den Schöpfungen der unsterblichen großen Künstler der Renaissance. Der Führer besuchte zunächst die berühmte Galerie Palatina im Palazzo Pi11i, die in prunkvollen Räumen des Palastes etwa 500 auserlesene Bilder enthält. Anschließend begaben sich der Führer und der Duce über den Ponte- vecchio zur Galerie der U f f i z i e n , in der die schönsten Werke der florentinischen und venezianischen Schule des 15. und 16. Jahrhunderts zusammengetragen worden sind. Im Palazzo Vecchio empfing er 150 der bedeutendsten Künstler Italiens, Maler, Bildhauer, Architekten, SchriftsteLer, Musiker, Sang«, Schauspieler. Der Bürgermeister von Florenz über- : gab ein besonders hergesLelltes Werk mit Ansichten Santa Croce, einer der herrlichsten Kirchen- bauten Italiens aus dem 13. Jahrhundert, in Dem sich auch das Grab Macchiavellis befindet, fliegen aus vier mächtigen Bronzepfannen Weihrauchschwaden über den weiten Platz. Auf den Stufen der Kirche hatten einige tausend faschistische Kämpfer Aufstellung genommen, Die am 28. Oktober 1922 am denkwürdigen Marsch aufRom teilnahmen, und für deren gefallene Kameraben in der zwischen der Kirche Santa Croce und der von Brunelleschi erbauten Kapelle im Jahre 1931 in einer Krypta e i n Ehrenmal erdichtet wurde. Führer und Duce schreiten die Front der im Klosterhof stehenden Ehrenformationen ab. Hier stehen neben zahlreichen faschistischen Fahnenabordnungen auch d i e E h r e n- formationen Der Ortsgruppe Florenz unD Der ßandesgruppe Italien Der A O. Der NSDAP, mit ihren Fahnen unter Dem Befehl von ßanDesgruppenleiter Ettel. Eine Abteilung Der Leibwache Des Duce grüßt Die beiden Führer mit gezücktem Dolch. Langsam schreiten der Führer und Der Duce, Die vom Stellvertreter Des Führers RuDolf Heß und Dem faschistischen Parteisekretär Starace begleitet sind, in die durch mattes Tageslicht erhellte Krypta. Die Rechte zum Gruß erhoben, bleiben sie schweigend vor der Weihestätte für Die Gefallenen Des Weltkrieges flehen, an Der nun Der Führer einen Lorbeerkranz nieberlegt. An- Florenz huldigt dem Führer. Auf der Piazza della Signoria. Florenz hat für Die KunDgebung am späten Nach- mittag den Platz vor Dem Palazzo Vecchio, Die Piazza della Signoria bestimmt. Einen Platz, an dessen Ausstattung fast alle namhaften - Künstler des italienischen Mittelalters beschäftigt waren. Seinen Namen hat er von Den Vorstehern der Zünfte, Die hier im 13. JahrhunDerl jenes großartige Bauwerk errichten ließen, das als Palazzo Vecchio in aller Welt bekannt ist. Der fast 100 Meter hohe Glockenlurm, der bei aller wehrhaften Wucht doch schlank und gegen den massigen, aus unbehauenen Quadern bestehenden Stein- block des Palazzos fast zierlich wirkt, ist Das Wahrzeichen Der Stadl geworden. Die massige Schwere des Blockes wird durch die kleinen und vergitterten Fenster noch unterstrichen. Die glatte Front unterbricht allein ein kleiner Balkon, Der jetzt mit matt» feiDenem Tuch behängt ist, in das die Florentiner Lilien gewirkt sind. Unübersehbar ist Die Menschenmenge, die hier Kopf an Kopf fleht. Wie dunkle Punkte sieht man eingekeilt in diese Massen Die Federbüsche Der Ca- banieri, Die bunten Barette Der Studenten, Das Schwarz der faschistischen Uniformen, Das Weiß Der Blusen Der jungen Faschistinnen und die schneidigen Uniformen Der Wehrmacht unD Der Polizei. Sieben Straßen führen zur Piazza Della Signoria. Alle sieben find, soweit bas Auge reicht, übersät mit Menschen. Aus allen Fenstern, von allen Baikonen schauen sie herab, selbst auf den Schieferdächern sichen sie, wo sie nur irgendeinen Halt weichen weiß. .. „ r In Florenz selbst wird die Ueberfieferung der kriegerischen Spiele durch ein Fußballspiel aufrechterhalten, das zweimal im Jahre vor Dem Palazzo Vecchio, Dem Rathaus, ausgetragen wird. Jedes Der vier StaDtoiertel stellt Dafür eine Mannschaft, und es erinnert bemerkenswert an Die Ueberfieferung der olympischen Spiele, wenn vorher von einem HerolD her Stabt hiä Spieler zu einem vornehmen unD edlen Kampf aufgefordert werden. In Deutschland wohl am bekanntesten ist von diesen Kampfspielen der Palio, das Pferdewettrennen Der SlaDt Siena. Auch hier sinD es Die StaDtleile, Die PferDe unD Reiter zum Weltkampf um das Banner stellen und die während des Rennens die Vertreter ihrer Farben mit hingerissener Begeisterung antreiben. Denkt man sich hierzu die Pracht Der Aufzüge in Den historischen Trachten, Die Musik auf Den altertümlichen Instrumenten, das Wehen der Fahnen, Das Wiehern der Pferde, das Funkeln Der Sonne auf Helmen, Waffen unD Musikinstrumenten, dies alles eingefaßt in eine Der ihrer Art nach schönsten Parkanlagen der Welt,, Dann hat man wenigstens ein ungefähres Bild von bem, was sich am Montagnachmittag im Boboli-Park ab» spielte. Dazu kann man noch nicht hoch genug Die Geschicklichkeit der Regie bewundern. die unter Leitung des Präsidenten der Korporationen der Künstler und der freien Berufe, des Abgeordneten Pavolini, es geschickt verstanden hatte, die einzelnen Auszüge in bunter Folge sich aneinander» reihen zu lassen, immer die historisch bezeichnendsten Episoden herauszuheben, immer die schönsten und eindrucksvollsten Bilder zu wählen, ohne dast je auch nur einen Augenblick das eine zu kurz kam oder das andere sich zu breit machte. - Der Rundfunk überträgt die Vegrüßung. Berlin. 9. Mai. (DNB.) Am Dienstagabend wird derFührerundReichskanzler.don seinem Besuch im befreundeten Italien zurückkehrend, in Berlin eintreffen. Die Reichshaupt- stabt wird ihm einen jubelnden Empfang bereiten. Von 21.55 bis 23 Uhr sind alte deutschen Sendet auf den Deutschlandsender geschaltet. Um 21.55 Uhr sendet Der Deutschlandsender Die Abendnachrichten und bringt anschließend im Rahmen eines Unterhaltungskonzertes Berichte von der Rückkehr des Führers aus Italien und über seine Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin. Die Reichshauplstadt gerüstet. Glanzvolle Illumination pomLehrterBahnhof bis zurReichstanzlei. Berlin, 9. Mai. (DNB.) Die Reichshauptsladl wird der geschichtlich bedeutsamen ersten großen Auslandsreise des Führers einen würdigen Abschluß geben. Berlin wird als Sprecher des geeinten deutschen Volkes seine Liebe, Verehrung und Bewunderung zum Aufdruck bringen. Der General- feldmarschall wird an Der Spitze her Reichsregie- rung und des Führerkorps der Partei, des Staates und der Wehrmacht den heimkehrenden Führer auf bem Bahnhof willkommen Heist e n. Die Bahnhofshalle wird ein farbenprächtiges Antlitz zeigen. Ein Meer von deutschen und italienischen Fahnen wird die Halle schmücken. Grünschmuck und duftige Frühlingsblumen werden Der Halle ein freundliches Aussehen geben. Auf dem Bahnhofsvorplatz werden von hohen Pylonen Flammen emporlodern und 60 Bannern des faschistischen Zug zum Arno ein, den wir mit bem Blick auf Die berühmte Häuserbrücke Ponte Vecchio über» chreiten. Nur noch ein paar hundert Meter find es bis zum Palazzo Pilti. Vor uns öffnet sich der breite halbrunde ansteigende Platz vor dem Palazzo Pitti. Hier geleitete der Duce Den Führer in feine Privatgemächer. Als her Duce wieder vor dem Palazw erscheint, bricht abermals ein ungeheurer Jubel her Bevölkerung aus. Die von den Baikonen her gegenüberliegenden Häuser und Den Fenstern mit Fähnchen und Tüchern winkt. Feurige Fontänen werden den Pariser Platz in ein märchenhaftes Licht tauchen. Die Wilhelm- ffrafee und Der Wilhelmplatz weisen ähnliche Ausschmückung auf wie beim Empfang Mussolinis. Hundert Musikkorps und Spielmannszuge werden innerhalb Des Spaliers her Wehrmacht und der Parteiformationen Die harrende Menschenmenge durch Musikvorträge und Märsche unterhalten. Die gesamte Anmarschstrecke weist größten Flaggenschmuck auf und wird von einer Unzahl von Scheinwerfern beleuchtet sein. Die Aufmarschleitung, die in den Händen von Ministerialdirektor Gutterer und Brigadeführer Fink liegt, hat als Abschluß her Empfangsfestlichkeiten eine besondere Heber« raschung vorgesehen. Gin Ausruf Generalfeldmarschall Görings. Berlin. 9. Mai. (DNB.) Generalfeldmarschall Ministerpräsident Hermann G ö r i n g hat zur Rückkehr Des Führers aus Italien folgenden Auf- r u f erlassen: • Deutsches Volk! wird eine Flakabteilung im Tiergarten Salut feuern, werden Signalbomben aller» schwersten Kalibers über Die Triumphstraße Donnern. Gleichzeitig werden auf Dem Königsplatz ein Riesenhöhenfeuerwerk und auf der Charlottenburger Chaussee lange Knallfron- te n und Feuerwerksaufbauten abgebrannt. Zu beiben Seiten Des wirkungsvoll beleuchteten Brandenburger Tores werden am Hin- Denburgplatz 150 m lange haushohe feurige Wasserfälle hinabsprudeln, wenn Der Führer Durch Das Mittelportal Des Tores hindurchfährt. und den Nachmittag ist eine Bagatelle mit einem Abend besuchen die Gäste englischen Botschaft eine der Pariser Oper. Für Fortschreitende japanische Offensive. Bor entscheidenden Kämpfen nördlich südlich von Hsutschau. Festoorstellungin den 30. Juni sind Truppenschauen und Manöver auf dem Truppenübungsplatz Satory bei Verfailles vorgesehen, ein Frühstück im Schlosse Stadthaus statt, für Besichtigung des Schlosses Gartenfest vorgesehen, am nach einem Essen in der der Stadt und ihrer Kunstwerke sowie ein Album mit Aquarellen, die die Florentiner Straßen und Paläste zeigen, in denen sich die denkwürdigen Ereignisse dieses Tages abgespielt haben. Die Künstlerschaft überreichte dem Führer ein Album, das die Unterschriften aller bedeutenden Künstler Italiens enthält. Das Innere der fiüüe schmückt eine von Bildhauer Starbata geschaffene Medaille, die einen Herkules, der die Schlange tötet, zeigt. Die einzelnen Seiten dieses Albums weisen Handzeichnungen der bekanntesten zeitgenössischen italienischen Maler auf. Abendtasel des Duce. Der Duce gab dem Führer zum Abschluß seiner Jtalienreise indemPalazzoMediceoRic- cardi eine Abendtafel. In dem mit wertvollen Deckengemälden von Giordano geschmückten Festsaal des Renaissancebaues waren noch einmal die hohen italienischen Persönlichkeiten und die den Führer begleitenden Reichsminister, Reichsleiter und Staatssekretäre vereint. ' * In einer Unterhaltung, die der Führer einem Vertreter der „Agenzia Stefani" gewährte, hob er die aufrichtige Freundschaft und die Beweise der Sympathie hervor, die ihm das italienische Volk überall entgegengebracht habe, und die ihn tief ergriffen hätten. Die ausgezeichnete Organisation und die prachtvolle Haltung des italienischen Heeres, der Marine und der Luftwaffe bewundere er. Aus der Unterhaltung geht weiter der starke Eindruck hervor, den die an geschichtlichen Denkmälern so reiche Stadt Rom dem Führer vermittelt hat. Er bedauere nur, daß er für die Besichtigung ihrer großartigen Denkmäler nur wenig Zeit zur Verfügung gehabt habe. In herzlichen Worten gab schließlich der Führer seiner Freude über das tiefe Verständnis zwischen den beiden Völkern, zwischen dem Nationalsozialismus rmd dem Faschismus Ausdruck. Eine solche Freundschaft, so betonte er, könne nicht künstlich geschaffen werden. Festvorstellung im Florenzer Stadttheater. Den Abschluß bildete eine F e st v o r st e l l u n g von Verdis leidenschaftlichem Musikdrama „Simone Poccanegra" im Stadttheater von Florenz. Als der Führer und Mussolini, gefolgt von den Außenministern Gras Ciano und von Ribbentrop sowie dem Stellvertreter des Führers und Dr. Goebbels um VAI Uhr die große Mittelloge betraten, brandete ein Jubel auf, der sich noch minutenlang nach dem Spielen der Nationalhymnen fortsetzte. Auch in der Pause bereitete das Publikum Führer und Duce stürmische Ovationen. Als dann, da die Zeit der Abfahrt drängte, der Führer bereits nach dem 1. Akt die Oper verließ, wurden noch einmal die Hymnen gespielt, wobei das ganze Theater die Gio- vinezza mitsang. Durch ein Lichtermeer zum Vahnhos. ter Lord Halifax, die beide dem Oberhaus angehören, also nicht im Unterhaus sein können, heftige Kritik ausgelöst. Als Kandidaten für die Nachfolge Ormsby Gores im Kolonialministerium werden bereits.der dem Schatzkanzler Sir John Simon untergeordnete Finanzsekretär Oberst Colville sowie der frühere Erste Lord der Admiralität A m e r y genannt. Schlechte Volksfrontchancen in Dem. Bern, 9. Mai. (Europapreß.) Im Kanton Bern, dem volkreichsten Kanton der Schweiz, der ich von den Alpen bis zum Jura hinzieht, haben interessante Regierungsratswahlen stattgefunden. Die bürgerlichen Parteien hatten beschlossen, in dem neunköpfigen bisher ausschließlich bürgerlichen Regierungsrat auf zwei Mandate zu verzichten, um der zweitstärksten Partei des Kantons, den Sozialisten, den Eintritt in die Kantonsregierung zu ermöglichen. Entgegen den Erwartungen haben aber die beiden Sozialisten das absolute Mehr nicht erreicht und müssen sich daher einer Stichwahl unterziehen. Die bürgerlichen Kandidaten erhielten je rund 78 000 Stimmen, während die beiden Sozialisten, darunter der aus der Generalstreikzeit von 1918 auch im Auslande bekannte Nationalrat Grimm bei einem absoluten Mehr von 67 000 Stimmen je nur 52 800 Stimmen erhielten. Weniger einfach war die Lage bei den Neuwahlen zum kantonalen Parlament, dem Groß rat, die im Zeichen einer heftigen Volksfrontkampagne der Sozialisten standen, welche mit den beiden Splittergruppen der Jungbauern und der F r e i g e i st l e r ein Wahlbündnis abgeschlossen hatten. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen haben sich jedoch in der Zusammensetzung des kantonalen Parlaments keine bedeutenden Aenderungen ergeben, so daß von einer Dolksfrontmehrheit im Großrat von Bern nicht die Rede sein kann. T o k i o, 10. Mai (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Frontberichten erreichte die im Abschnitt Hankau in nordwestlicher Richtung gegen die Lung- Hai-Bahn mit motorisierten Kräften vorgetra-gene japanische Offensive Kutschen an der Tlentsm— Pukau - Bahn, etwa 100 Kilometer südlich von Hsutschau. Der linke Flügel stieß auf Meng- tschena vor. Eine weitere Gruppe, die m nördlicher Richtung vordringt, marschierte durch Faumng in Richtung Hail sh au. Demnach betragt der ' Abstand zwischen den japanischen Truppen nördlich von Haitshau und den südlich dieser Stadt an- greifenden Gruppen nur noch etwa 150 Kilometer. Da angeblich rund 400 000 chinesische Truppen im Haitshau-Abschnitt versammelt sind, wird tywr mit entscheidenden Kämpfen gerechnet. Aus dem Hankau- Abschnitt südwestlich von Schanghai wird ein fortschreitender japanischer A n g r l n in östlicher Richtung auf Ningpau gemeldet. Oer englische Königsbesuch in Paris. Paris, 9. Mai. (Europapreß.) Nach dem Programm für den Staatsbesuch des englischen Königs- pclares in Frankreich wird das Königspaar am 2 8. I u n i auf dem Bahnhof des Bois de Boulogne vom Präsidenten der Republik Lebrun und seiner Gattin empfangen werden und nach dem Ouai d'Orsay geleitet, wo die Wohnräume im Außenministerium für sie vorbereitet sind. Es folgt der Gegenbesuch des Königs beim Präsidenten und eine Aatlonalfozlallfiische SteuerpotM. Der Reichsfinanzminister sprach in Wiesbaden. LPD. Wiesbaden, 9. Mai. Der Reichsminister der Finanzen, Graf Schwerin von Krosigk, eröffnete in,Wiesbaden die fachwissen- schastliche Tagung über Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer. Der Minister hob hervor, daß die Einkommen- und Körperschaftssteuer mit einem Aufkommen von 5,5 Milliarden Reichsmark rund 40 v. H. der gesamten Reichseinnahmen aus Zöllen und Steuern ausmache. Rechne man zu den Steuern vom Einkommen noch die Gewerbesteuer und die Bürgersteuer hinzu, so -erhöhe sich das Aufkommen auf 7,2 Milliarden Reichsmark. Daraus ergebe sich die große finanzpolitische Bedeutung dieser Steuern als wichtigste Eckpfeiler des Reichshaushalts. Bei der empfindlichen Belastung aber, die sie für den einzelnen Steuerpflichtigen darstellten, sei ihre gerechte und gleichmäßige Festsetzung oberstes Gesetz der Verwaltung. Aufgabe der Tagung sei es, die damit verbundenen zahlreichen Schwierigkeiten rechtlicher, technischer und verwaltungsmäßiger Art zu überwinden. Die in den fünf Jahren nationalsozialistischer Finanzpolitik eingetretene Erhöhung des Gesamt- steueraufkommens im Reich sei nötig, um die großen, dem Reich obliegenden nationalen Aufgaben zu erfüllen und trotzdem die Reichsschulden in den Grenzen zu halten, die eine. ordnungsmäßige Finanzwirtschaft gewährleisten. Baldur v. Schirach 31 Jahre alt. Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der Jugendfüh- r er d e s Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, feiert heute seinen 31. Geburtstag. Al- erster übermittelte ihm Stabsführer Lauterbacher die Glückwünsche der gesamten HI. In seiner Dienststelle überbrachte Obergebietsführer A x m a n n die Grüße der Jugend der Reichshauptstadt. Eine Ehrengefolgschaft von Jungvolk und HI. mit Spielmannszug war angetreten, deren Front der Reichsjugendführer abschritt. Zwei Berliner Junqmädel überbrachten mit einem großen Fruh- lingsstrauß die Grüße d e s B D M. Obergebietsführer John, der älteste Mitarbeiter Baldur von Schirachs, sprach im Namen der Hitler- Jugend des Großdeutschen Reiches und der Reichsjugendführung herzlichste Glückwünsche aus. Unter den Gratulanten sah man unter anderen den Reichssportführer vonTschammer undO ft en. — Die Jugend überbringt dem Reichsjugendfuhrer heute von 18 bis 18.25 Uhr in einer Ringsen- düng von sechs Reichssendern durch lustige kurze Hörszenen ihre Geburtstagsgrüße. Die militärische Ehrenbezeugung vor dem Führer. Berlin 9. Mai. (DNB.) Bei Truppenübungen der Wehrmacht besteht die Anordnung, daß rastende oder marschierende Truppen Ehrenbezeugungen gar nicht oder nur auf Anordnung des Führers der betreffenden Einheit erweisen. Bei großen Uebungen, an denen auch der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht teilmmmt, ■ haben sich durch die spontane Begrüßung des Führers häufig Unklarheiten über die Ausführung des Grußes in diesem Falle ergeben. Um diese zu be- Als der Führer aus dem Theater am Arnoufer entlang zurück zum Bahnhof fährt, um Florenz zu verlassen, ist das Bild der Straßen völlig verändert. An langen Ketten laufen die Lichterschnure mit Millionen von Lämpchen an den Häusern entlang. Verdeckte Scheinwerfer lassen die vielfarbigen Tücher, die sich wie ein Dach über die Straßenfluchten spannen, lassen die alten Zunftbanner und die Fahnen des neuen Deutschland und des faschistischen Imperiums erglühen. Die zahlreichen herrlichen Bauten sind mit Flutlicht übergossen, zauberhafte Effekte werden durch die Verschiedenheit der Farben, mit denen sie angestrahlt sind, erzielt. Es ist ein Rausch in allen Farben der Palette. Arn Arno sind die alten Kaimauern, soweit das Auge reicht, flußauf und flußab mit Flämmchen eingefaßt Der Ponte Vecchio mit den illuminierten ' kleinen Goldmacherbuden wirkt in der durchsichtigen Helle wie ein in Gold gefaßter Aquamarin. Ganz Florenz ist ein einziges funkelndes Geschmeide, em Meer von Licht und Farben, erfüllt von frohen, lachenden und begeisterten Menschen, die dem Führer zum Abschied noch einmal zuwinken, ihm ihre Wünsche für das befreundete Deutschland mitgeben wollen. Gegenüber dem alten Stadttor San Fre- ziano am Garibaldiplatz sind' die nationalsozialisti- schen und die faschistischen Fahnen in mächtigen Gruppen aufgebaut. In dem Augenblick, als der Führer den Platz passiert, flammen in meterhohen Buchstaben die Worte „Führer — Dux" auf Gleichzeitig leuchten von allen Seiten der Stadt die Scheinwerfer den Himmel ab. Zum letztenmal fährt der Führer mit dem Duce durch die Stadt, die ihm zu Ehren ihren herrlichsten Schmuck angelegt hat. von Versailles mit anschließender Besichtigung und am Abend ein Empfang im französischen Außenministerium. Am nächsten Tag kehrt das Königspaar vom Jnvalidenbahnhof nach London zurück. Vor einer Umbildung des englischen Kabinetts. London, 9. Mai. (Europapreß.) Mit aller Wahrscheinlichkeit wird das englische Kabinett schon in der nächsten Zeit eine Umbildung erfahren, weil mit dem Tode des Vaters des Kolonialministers Ormsby Gore, Lord Halech, ein weiteres Mitglied durch seine Erhebung zum Lord in das Oberhaus geht. Der Umstand, daß einem weiteren Minister unmöglich ist, der Opposition im Unterhaus auf ihre Fragen Rede und Antwort zu stehen, hat in den letzten Monaten gerade beim Luftfahrtminister Lord Swinton und auch beim Außenmini- Abendveranstaltung im Elysee. Tags darauf sinder nach der Kranzniederlegung am Grabe des unbekannten Soldaten ein Empfang im Pariser Sagten Sie sechs? Nein - idi sagte drei|! U Eiklteiifü 2. Garantie: Tabak edelster Orientauslese Unzählige bevorzugen die Eckstein No. 5, obgleich sie wesentlich mehr für eine Zigarette anlegen könnten. Diese Kenner - Raucher, die sich bei der Beurteilung einer Zigarette nicht vom Preis beeinflussen lassen-wissen, daß die in der Eckstein No.5 gebotenen Orient-Tabake zu den edelsten ihrer Art gehören. 12: Aus den Didierwerken AG., Wiesbaden-Dieb- Mutti hat’s Inge versprochen, im 61. Lebensjahre. Gießen, den 9. Mai 1938. Die Beerdigung findet in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. 3219D G/£SSf/V*Mäü Rundfunkprogramm Mittwoch, 11.7Nai. 5 Uhr: Frühmusik. 5-45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpau|e. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Lortzing in Leipzig. 11.40: Volk und Wirtschaft. Millionen für Mineralwasser. 11.55: Offene Stellen. r=n Cherubim: e- foIgfcn bu 4. Sinfonie «m «to IJ* mann, „Daphnie und Chloe" von Maur,re Ravel, ! nck)ffiert5fonae« Nachrichten. 1410: « yÄ,-S"5 £ b-!°"d°r- nachdem Wer von R-v-l zu du g d » g Lautsprecher. g Dr.DruckreyS und Drula Bleichwachs restlos beseitigt* In tiefer Trauer: Anna Herr, geb. Seng. Nach einem arbeitsreichen Leben und schweren Leiden entschlief heute morgen 3 Uhr mein herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Herr Druckereibesitzer Gießen, den 9. Mai 1938. 3220V Heute morgen wurde unser Betriebsführer Herr Wilhelm Herr Diuckereibesitzer von seinem schweren Leiden erlöst Nie erlahmender Arbeitswille und Pflichterfüllung bis zum letzten kennzeichneten seinen Lebensweg. In unauslöschlicher Dankbarkeit werden wir dem Verstorbenen ein bleibendes und ehrendes Andenken bewahren. Die Gefolgschaft der Firma Wilhelm Herr, Gießen Graphische Kunstanstalt. Buch- und SteindruckereL Nr. 108 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 10. Mi 1958 JO rHDtiV V -X i $ ;<<<. ■ ?*?•; 1 W ■ ■ • O, dUWSMWK :'v ,4^-fe7'i.s MW Ein Begründer deutscher Größe Wuchs, Der großartige Ausklang der römischen Festtage im Fornm Mfsolmt. Unter den Fürsten, die die kleine Streusandbüchse Brandenburg heroorbrachte, verdienen vor der Geschichte zwei den Beinamen „der Große": Kurfürst Friedrich Wilhelm und sein Urenkel Friedrich, der Philosoph von Sanssouci. Die Grundlagen, auf denen der Militärstaat des großen er mit den Polen den Vertrag von Wehlau, der! ihm die Souveränität über Preußen sicherte. Darauf ging es in einen Koalitionskrieg gegen Schweden, der erfolglos blieb, dem Kurfürsten aber die Anerkennung der Souveränität über Preußen im Frieden von Oliva brachte. Damit war der erste Abschnitt seines Wirkens erreicht. Er ging daran, den Staat auf eine neue Grundlage zu stellen. Zunächst stieß er aus Widerstand nicht m seines Erbländern, wohl aber in Preußen. Die Stände in Ostpreußen waren streng lutherisch. Sie verweigere tcn de^n reformierten Kurfürsten die Anerkennung seiner Souveränität und wühlten in althergebrachter« Weise, ja, ließen sich in hochverräterische Verbindung mit den Polen ein, die die „ständischen Privilegien^ schützen sollten. Da rückte der Kurfürst in Königsberg an der Spitze seiner Truppen ein, erzwang dick Huldigung der Stände und ließ den Obersten Chri< stian Ludwig von Kalckstein, der zu den Polen ge^ flohen, katholisch geworden war und den Polens könig gegen den Kurfürsten aufzuwiegeln versuchte« in Warschau in einen Hinterhalt locken und in Decken gerollt über die Grenze bringen. Mit dem Haupte Kalcksteins, der am 8. November 1672 in Memel zum Tode gebracht wurde, war die preußische Opposition gefällt. Als Ludwig XIV von Frankreich 1672 die Niederlande angriff, eilte ihnen der Kurfürst zu Hilfe, da er erkannt hatte, daß die Unabhängigkeit der Niederlande ausschlaggebend war für die dei- norddeutschen protestantischen Fürsten, aber der Kaiser hatte echt habsburgisch sich mittlerweile mit den Franzosen verständigt, der Feldzug gegen Turennö verlies kläglich infolge der Untätigkeit habsburgischer Generale, die Niederländer ließen den Kurfürsten fallen und lohnten seine Hilfe mit Undank. Ludwig XIV. hetzte dem Kurfürsten die Schweden auf forderten, lebendig blieb. Da er auch gleichzeitig den Grundsatz der religiösen Duldsamkeit durchfocht — er war reformiert während in der Mark und in Preußen das strenge Luthertum herrschte — ist er der erste moderne Monarch Deutschlands gewesen, und sein Wahlspruch: „Mein fürstlich Regiment soll Volkes Sache fein, nicht meine private" ließ erkennen, daß er sich stark und bewußt abhob von der Schar teutscher Barock-Serenissimi, die des Volkes Wohlstand verschleuderten und nicht weiter dachten wie an den Tag und — „car tel est notre plaisir“ an ihr Vergnügen. W»s man damals Staatsräson nannte, war krasser Macchiavellismus. Nach des Florentiners Buch vom Fürsten handelten die Höfe. Alles war erlaubt, Betrug, Fälschung, Verrat und Hinterlist, wenn es nur der Machtoergrößerung diente, und inmitten einer sehr verderbten politischen Welt mußte der „Markgraf von Brandeburg", wie ihn seine Gegner besonders am Habsburger Hof nannten, die Schlauheit eines Fuchses, die Zähigkeit einer Katze und die Wendigkeit eines Eichhörnchens besitzen, um nicht überrollt zu werden. Aber dahinter stand das große Ziel, Brandenburgs Besitz zu erweitern und damit eine protestantische norddeutsche Macht zu schaffen, die von vornherein mit dem Habsburger katholischen Kaisertum nicht zu vereinen war. Das war die nationale Aufgabe, die nicht so sehr verstandesgemäß erfaßt werden konnte, aber instinktiv den Kurfürsten bewog, alle Mittel in ihren Dienst zu stellen. Die erste Probe, der sein junges Heer unterzogen wurde, der Kampf an Schwedens Seite vor Warschau Ende Juli 1656 bestand die Truppe glänzend, dann wandte er sich von den Schweden ab, und da König Leopold von Ungarn seine Stimme für die Wahl zum deutschen Kaiser brauchte, schloß Bevölkerung der Mark Brandenburg nichts als ein Haufen verkommener und verelendeter Bürger in verbrannten Dörfern und Städten. Der Zwanzigjährige aber wußte, was er wollte. In den Niederlanden hatte er die berühmte protestantische Universität Leiden besucht, im Heerlager des Prinzen von Oranien sich aufgehalten, und er erkannte, daß es zunächst galt, seine Mark aus den Wirren des Krieges fernzuhalten und sich ohne drückende Bedingungen mit Preußen belehnen zu lassen. Gleichzeitig lohnte er die Söldnerhaufen ab und begann, ein kleines, aber schlagkräftiges stehendes Heer zu bilden und eine nur ihm unterstehende Beamtenschaft zu schulen. Die Anfänge waren winzig, aber gesund. Im Westfälischen Frieden opferte er Vorpommern und die Mündung der Oder auf, da Schweden darauf bestand, er erhielt aus der pom- merschen Erbschaft lediglich Hinterpommern und die Bistümer Halberstadt, Minden, Kammin sowie die Anwartschaft auf das wichtige Magdeburg. Deutschland war damals, wie eine Flugschrift aus dem Kreise des Kurfürsten sagte, „ein elendiges Skeleton", und die „deutschen Ströme fremder Nationen Gefangene". Das spätere Wort des Kurfürsten: „Gedecke, daß du ein Deutscher bist!" entspricht durchaus dem nationalen Geist, der sich an feinem Hofe eine Wirksamkeit bereitete und über alle politischen Tagesereignissen hinaus, die oft ein zeitweiliges Paktieren mit Undeutschen er» Zum LSO. Todestage des Großen Kurfürsten. Von Eugen Siebert. Preußenkönigs erwuchs, hat der Große Kurfürst gelegt. Heute pflegt diese vorbereitende Tätigkeit oft übersehen zu werden, sie ist aber ebenso wichtig wie ein Fundament für ein Haus. Der Große Kurfürst, eine Barockgestalt von imposantem “ rDcivchsellchtigfteÄmfk vnd ^cn^cri Oititixlm OJläragnw .taQJrandcnßur#/6e0 H.Oto'm.-"XrtcfM Cäfiteier tmÄ C^urfurfDü. OXngticburg, in Areusicn, 3 6. Cüne tmb r&ery,Lettin^onrnmu her €af|u6en£&trt6ert. inn 3&ttfien,au OofsCTLtmi 3tyrmöoiff J5crb05/~3 urg • grav 3u.OZumberg,^ürft3u ßalberfüttt t>nd 9Uu>cnfpu.rg, f)crr 3u ‘Xavenftein-.* m-,- Zeitgenössisches Bildnis des Großen Kurfürsten. großem Haupt, aus dem eine Adlernase kühn hervorsprang, mit großen blauen Augen, sehr lebendig, prachtliebend, wo es zu repräsentieren galt, sonst aber von soldatischer Einfachheit, hat durch seine Tüchtigkeit in fast genialer Weise die Elemente, die Preußens spätere Größe und damit auch die Deutschlands ausmachten, zuerst bewußt angemenbet und beibehalten. Er sorgte für das Wohl feiner Lande, schuf zuerst ein stehendes Heer und ein pflichttreues Beamtentum. Gestützt auf diese Elemente konnten er und seine Nachfolger daran gehen, aus einem Staat, der aus den verschiedensten deutschen Stämmen sich zusammensetzte, dessen Gebietsteile zersplittert im weiten Deutschland sich vom Westen bis zum äußersten Osten zusammenhanglos erstreckten, ein wenigstens dem Charakter nach einheitliches Gefüge zu machen. Diese staatenbildende Kraft hatte vorher und nachher fein anderer deutscher Staatsmann aufzuweisen, sieht man von Friedrich II. und der Zertrümmerung der norddeutschen Landesteile und ihrer Einverleibung in Preußen durch Bismarck ab, die den norddeutschen Staat überleiteten in einen deutschen und nachher gesamtdeutschen. Als Friedrich Wilhelm 1640, mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, sich den Kurhut aufsetzte, war der westliche Besitz des Kurfürstentums Brandenburg, die klevischen Lande, von Spaniern besetzt. Preußen war Polen lehnspslichtig, die Die Faschistische Partei und ihre Organisationen hatten dem Führer am Sonntagabend in dem Forum Mussolini ein Abschiedsfest veranstaltet. Besonders bemerkenswert waren die Vorführungen der Schüler der Faschistischen Akademie, die nach dem Takt italienischer Musik verschiedene Figuren in dem Riesenraum des Forums bildeten, u. a. Hakenkreuze und das „Evviva" für den Duce. Unser Bild zeigt im Hintergrund die Riesenszenerie für die Aufführung des zweiten Aktes von „Lohengrin" und im Vordergrund das gewaltige „M", das die Schüler der Fafchistifchen Akademie vor der Bühne gebildet hatten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine Reise in Japan. . Don Heinz Adrian. Wie alles klein ist in Japan, diesem Wunderland der Miniaturen, ist auch die Eisenbahn klein. Klein aber gut. Die Schnellzüge sind nach amerikanischem Muster eingerichtet, luftig und komfortabel Und immer sind die Züge voll, denn der Japaner, sowenig er im allgemeinen in das Ausland reift, reift viel im eigenen Lande. Und wie reift er! Mit kleinsten Mitteln schafft er sich größte Bequemlichkeit. Selbst bei wochenlangen Reisen besteht sein Reisegepäck aus einem flachen Abteilköfferchen, in dem feine Kimonos, meist noch ein europäischer Anzug und die sonstigen Bedarfsartikel mit geradezu erstaunlicher Ausnutzung des Raumes verpackt sind. Lustig und für den Europäer ungewohnt ist das Betragen der japanischen Reisenden. Auf klappernden Sandalen trippeln sie in den Zug und belegen ihre Plätze. Alles geht schnell, reibungslos und selbst bei größter lleberfüllung friedlich und ohne Zank vor sich. Streitigkeiten und Schimpfereien, wie man sie bei uns in Europa bei Ueberfüllungen zu hören bekommt, habe ich während meiner jahrelangen Niisen in Japan nicht ein einziges Mal beobachtet. Dann öffnen sie die Fenster, und der große Abschied beginnt. Da die Sitte in Japan, Freunde und Verwandte zur Bahn zu geleiten, geradezu em Gesetz der Höflichkeit ist, so steht fast vor jebem Fenster ein Kranz von Menschen, die mit abgezogenem Hut und immerwährendem Austausch von Höflichkeitsphrasen unter seltsam anmutenden, knietiefen Verbeugungen dem Reisenden Gesundheit und Wohlergehen wünschen. Wenn der Zug im Rollen ist, fließt diese unendlich tiefe Verbeuguyg wie eine fortlaufende Welle durch die auf dem Bahnsteig versammelten Menschen. Nun beginnen die Reisenden, es sich bequem zu machen. Die Köfferchen werden verstaut, und dann die Sandalen abgeftreift und die Beine auf die Sitze gezogen Denn erst, wenn der Japaner in feiner heimischen Manier mit gekreuzten Beinen wie ein Buddha sitzt, fühlt er sich wohl. Nach kurzer Zeit hocken Männlein und Weiblein mit hochgezogenen Füßen auf den Sitzen. Irgendwo schreit ein Kind, aber kein Mensch regt sich auf. Japan ist ja das Kinderland, das Paradies der Babys. Kinder müssen schreien, also läßt man sie schreien. Mit anmutigster Natürlichkeit öffnen die Mütter ihre Kimonos und bieten den Keinen Schreibälsen die Brust. Keiner findet es an stößig, keiner sieht überhaupt erst hin In dem Mittelgang des Wagens befinden sich in den Boden eingelassene Messingspucknäpse. Obstschalen, Speisereste werden hineingeworfen und — gespuckt wird! Mein Gott! Gespuckt! — Ich habe fein Land in der Welt gesehen, wo so viel geräuspert und gespuckt wird. Aber nicht nur gespuckt, sondern auch gesungen. In keinem Lande wird auf Reisen so viel gesungen wie in Japan. Nicht laut fingen sie, sondern es ist ein leises Summen. Sie hocken an den Fenstern, lassen die märchenhaft schonen Landschaften ihres geliebten Heimatlandes an sich vor- liberfliegen und summen stundenlang ihre melancholischen Liedchen. Sie summen, bis sie ihr Reiseziel erreichen, wo wieder ein Kranz von Freunden und Bekannten sie erwartet und minutenlang wieder unter knietiefen, nie endenden Verbeugungen Willkommens- und Höflichkeitsphrasen ausgetauscht werden. Lichtspielhaus: „Signal in der Nacht." Das Manuskript zu diesem Film schrieben Fred Hildendrandt und der Regisseur Richard Schneider-Edenkoben nach Motiven des Schauspiels „Die graue Schwester" von Hensel- Haerdrich. Die Handlung ereignet sich während des Krieges an der österreichisch-italienischen Front. Die Oesterreicherin Brigitte von Schachen, durch eine Heirat kurz vor Kriegsausbruch Frau eines italienischen Offiziers geworden, gerät, nachdem ihr Mann, Conte Bernini, gleich zu Anfang gefallen ist, auf ihrem Wohnsitz Castello Monte Nicolo mit ihrer Schwägerin an einen Brennpunkt der Operationen zwischen den Fronten, da sich ganz in der Nähe des von den Oesterreichern inzwischen besetzten Schlosses eine Brücke befindet, die durch Sprengung schwer beschädigt ist Weil die Brücke für den Vormarsch der Oesterreicher von großer Wichtigkeit ist, arbeiten diese mit aller Macht an der Wiederherstellung, während em italienisches Sprengkommando, von einem Bruder des Conte Bernini geführt, durch einen Schacht in den Keller des Schlosses eindringt, um von dort aus die Brücke vollends zu zerstören. Es befinden sich also Oesterreicher und Italiener gleichzeitig im Schlosse, in dem die beiden Frauen zurückgeblieben sind. Man braucht die Ereignisse über oiefen Situationsbericht hinaus nicht weiter zu verfolgen, um zü erkennen, wieviel äußere Spannung und welche seelischen Konflikte sich daraus ableiten lassen: vor allem für die Contessa, die sich überraschend zwischen zwei Fronten und zwischen zwei Nationen gestellt findet. Der Konflikt verschärft sich überdies für beide Frauen durch persönliche Neigun- | gen und verwandtschaftliche Beziehungen, die sich hier im Brennpunkt der Entscheidung verwirrend Überschneiden. Der Spielleiter Schneider-Edenkoben hat die angedeuteten Möglichkeiten wirkungsvoll und spannungsreich auszubauen verstanden. Die Gegenaktion mit nächtlichen Blinksignalen vom Schloß aus, die Sprengung der Brücke und das österreichische Kriegsgericht nachher bilden ausgesprochene Höhepunkte. Die konzentrierte Führung der tatsächlichen Ereignisse läßt die darstellerischen Hauptbeteiligten etwas in den Hintergrund treten. Sibylle Schmitz, die man längere Zeit nicht im Film gesehen, spielt die Contessa mit beherrschter Verhaltenheit und äußerster Sparsamkeit in Geste und Wort. Von den Offizieren hüben und drüben heben sich die von Harald Paulsen, Hansgeorg Laubenthal und Hannes Stelzer gegebenen drei Hauptleute mit festen, klaren Umrissen hervor, Inge L i st, Hans L e i b e 11, Ernst Wald 0 w und Paul Bildt seien vom großen Ensemble noch genannt. Die Tonwiedergabe war mehrfach Schwankungen unterworfen, wodurch die Verständlichkeit der Dialogpartien teilweise empfindlich beeinträchtigt wurde (Tobis.) — ♦ Im Beiprogramm sieht man die Bavaria-Wochenschau, einen Farbenfilm und die interessanten Bildberichte vom Führerbesuch in Italien: bis zur Flottenschau in Neapel einschließlich; eine bemerkenswert schnelle Reportage. Hans Thyriot. Wisentzucht in Deutschland. In Deutschland wurden am 31. Dezember 1937 15 reinblütige Wisentbullen und 20 reinblütige Kühe, ferner 33 Kühe aus Derdrängungszuchten gezählt. Bei diesen handelt es sich darum, daß reim blütige Wisentst'ere mit Kühen vom amerikanischen Bison gekreuzt und deren Nachkommen immer wieder mit reinblütigen Wisentstieren weitergezüchtet werden; so wird die Erbmasse des amerikanischen Steppeckbisons allmählich ausgemerzt, und nach einigen Generationen werden die Tiere dem europäischen Wisent gleich. Ueber diese Verdrängungszucht, die im Urwaldpark Schorfheide durchgeführt wird berichtet Dr Lutz Heck in der Zeitschrift „Tierwelt" Auch auf dem Darß in Pommern, bei Speck in Mecklenburg, im Neandertal bei Düsseldorf und im Tierpark Hellabrunn in München werden Verdrängungszuchten durchgeführt, während reinblütige Wisentzuchten aus dem Saupark Springe bei Hannover, aus dem Zoologischen Garten in Berlin und aus dem Wildpark des Grafen Arnim in Boitzenburg bekannt find. Höhenfestigkeit und Zliegertauglichkeik. In den letzten Jahren hat sich eine neue Wissen* schäft ausgebildet, die Luftfahrtmedizin, die insbesondere auch untersucht hat, in welchen Höhenlagen das früh beobachtete Nachlassen gewisser geistiger und körperlicher Fähigkeiten eintritt. Man hat für diesen Zweck eine sogenannte Unterdruckkammer eingerichtet, einen Raum, der mehreren Personen und allen erforderlichen Apparaten bequem Platz bietet. Er enthält telephonische Verbindung mit der Außenwelt. Die Vorgänge in der Kammer können durch Fenster von außen her beobachtet werden, und der Luftdruck läßt sich mit gewünschter Geschwindigkeit auf jeden in Betracht kommenden Wert einstellen. Da ja die Beziehung zwischen Luftdruck und Höhe über dem Meeresspiegel genau bekannt ist, weiß ntan aus den Angaben des Barometers der Unterdruckkammer ohne weiteres, welcher Höhe der in der Kammer herrschende Luftdruck entspricht. In derartigen Unterdruckkammern läßt sich das Verhalten des menschlichen Organismus unter den in den verschiedensten Höhen herrschenden Bedingungen mit größter Genauigkeit erforschen. Wie wir in einem Aufsatz des Würzburger Professors Dr. Edgar W ö h l i s ch im Maiheft von Velhagen & Klasings Monatsheften lesen, verdanken wir diesen Versuchen daher eine Fülle wertvollster Kenntnisse allgemein- und individualphysiologischer Art. Die Untersuchung einer großen Anzahl Menschen hat ergeben, daß der Ausfall des Höhenversuchs bei kritischer Auswertung zum mindesten eine sehr wertvolle Ergänzung der übrigen Untersuchnngs- arten vorstellt, ja diesen in nicht wenigen Fällen sogar überlegen ist. Bei Personen, deren Blutkreislauf nicht sehr widerstandsfähig ist, kann sich diese Schwäche im Höhenversuch durch das regelmäßige Auftreten des sogenannten „Frühkollapses", d. h. einer plötzlichen Bewußtlosigkeit schon zwischen 5000 und 6000 Meter Nennhöhe, äußern. Derartige Personen sind natürlich für die moderne Fliegerei nicht zu brauchen. Wenn sich auch die praktische Tätigkeit des Fliegers heute noch zumeist in Höhen unterhalb von 6000 Meter abspielt, so wird doch im Ernstfälle bei militärischen Flugunternehmungen häufig mit einem längeren Aufenthalt in wesentlich größeren Höhen zu rechnen sein. Auch erlangt das Aufsuchen großer Hohen für das Ueberfliegen von Gebirgszügen eine immer größere Bedeutung. Die statistische Auswertung derartiger Höhenfesti'gkeits- prüfungen hat übrigens das überraschende Ergebnis gezeitigt, daß Personen mit ausgesprochener Neigung zum Frühkollaps fast ausnahmslos den jüngeren Jahrgängen angehören, daß also die j)D&enfeftißteit mit steigendem Mer Lunimmt. Aus der Stadt Gießen. den Hals, die sengend und rauhenb in die Mark ein- fielen. Da rückte der Kurfürst in Eilmärschen aus dem Elsaß heran, schlug die Schweden am 25. Juni 1675 bei Rathenow und am 28. Juni bei Fehrbellin. Dieser Sieg, über die gefürchtetste damalige Militärmacht daoongetragen, erweckte den Jubel aller Deutschgesinnten. Im gleichen Sommer erschien in Straßburg ein Volkslied, das ihm zum ersten Male den Beinamen des Großen verlieh. Der Schwe- denzerschmetterer erfüllte zugleich eine nationaldeutsche Aufgabe, und der Fall der schwedischen Festungen Vorpommerns, sein Winterfeldzug nach Kurland machten chn zum größten Kriegshelden seiner Zeit. Der Preis dieser Anstrengungen aber blieb aus. Die Holländer wurden eifersüchtig, der habsburgische Hof hielt es lieber mit den Schweden, und im Frieden von St. Germain mußte der Kurfürst das den Schweden abgenommene Vorpommern herausgeben. Bekannt ist fein zornerfüllter Spruch: Möge aus meiner Asche dereinst der Rächer entstehen! Immerhin: Der Brandenburger herrschte von Jülich und Kleve bis Tilsit und Memel Über ein Gebiet," das alle Keime seiner zukünftigen Größe in sich trug und das einheitlich verwaltet wurde. Die West—Ostachse durch Rorddeutschland war. teilweise gelegt und befestigt worden. Aber nicht minder groß war die Bedeutung des Kurfürsten für eine neue Politik im Innern. Er suchte die verödeten Aecker wieder durch die Heranziehung von Ansiedlern fruchtbar zu machen, befreite den Handel und das Gewerbe von mittelalterlichen Schranken und baute Kanäle, so den Müllrosekanal, gleichzeitig schuf er eine Post, und durch die Erhebung einer für alle Provinzen gleichmäßigen Mahl-, Schlacht- und Brausteuer gewann er die Mittel, um das stehende Heer zu erhallen. Als er starb, hatte das Land bei kaum einer Million Einwohnern eine glänzende Truppe vonLO 000 Mann. Reben der Infanterie schuf der Kurfittst die Dragoner, die gleich gut im Kampf zu Fuß wie zu Pferde ausgebildet' waren und von denen der kaiserliche General von Dünewald zum Kurfürsten sagt?: „Mit Ihren Dragonern jage ich den Teufel aiis der Hölle." Daß der Kurfürst eine „afrikanisch-brandenburgische Handelskom- pagnie" gründete, eine kurbrandenburgische Flotte schuf und an der afrikanischen Goldküste durch den Major Otto Friedrich von der Gröben nicht nur die Forts Groß-Friedrichsburg, Accade, Arguin und Taccarary anlegte, daß er also in der Flotten- und Kolonialbetättgung eine künftige Notwendigkeit Deutschlands sah, ift im damaligen Deutschland ge- radezu unerhört. Die Niederländer haben nach seinem Tode diese Schöpfung zu Fall gebracht. Für die nächste Zukunft seiner Lande war besonders seine Toleranzpolitik bedeutsam. Als die Jesuiten Ludwig XIV. von Frankreich zur Aufhebung des Ediktes von Nantes bewogen und eine grausame Verfolgung der Reformierten einsetzte, lud der Große Kurfürst durch das Potsdamer Edikt vom 8. November 1685 die flüchtenden Hugenotten ein, und rund 15 000 folgten der Aufforderung und wurden ein sehr betriebsamer Teil der Bevölkerung seiner Staaten. Die Gefahr eines neuen katholischen Ausrottungskrieges bewog ihn ferner dazu, im gleichen Jahre einen Vertrag mit den Niederländern abzuschließen, denn ttotz aller politischen Rivalität waren Holland und Brandenburg durch die Katholi- sierungsbestrebungen von Versailles und durch die Thronbesteigung des katholischen Königs Jakob IL in England in die äußerste Gefahr gebracht worden. Ohne das Werk des Kurfürsten hätte Preußen und das neue Deutsche Reich nicht enstehen können. Das ist feine Größe, das seine geschichtliche Sen- düng. Als er am 9. Mai 168^ an der Wassersucht starb, konnte er das Bewußtsein mit hinüber nehmen, aus einem ausgebrannten und verfallenen Hause Brandenburg einen starken und ordentlichen Bau gemacht zu haben. Der Reichslriegerführer spricht am Mittwoch im Hundfunk. Der Kreisführer des NS. Deutschen Reichskrieger- bundes, Kreisverband Gießen, gibt heute bekannt, daß der Reichskriegerführer ^-Gruppenführer Generalmajor a. D. Reinhard am 11. Mai, abends, im Rundfunk zu allen ehemaligen Soldaten sprechen wird. Waffe Kochlöffel. ' Man hat früher gern den Kochlöffel, die Kelle, mit einem Zepter verglichen, unter dessen Zeichen die Hausfrau in ihrem Reich der Küche wallet, schallet und regiert. Uns erscheint der Kochlöffel nicht niehr so sehr als Symbol der unbeschränkten Herrschaft und Macht, sondern als eine Waffe, allerdings gleichfalls in übertragener Bedeutung. Nämlich als eine Waffe, mit der die deutsche Frau sich in den friedlichen Kampf der Er.^ugungsschlacht innerhalb des Vierjahresplans einreiht, um Deutschland die Nahrungsfreihell zu erringen. Jede Hausfrau weiß, welchen Sinn die deutsche Nahrungsfreiheit hat, daß sie ein für allemal eine Einengung unserer Handlungsfreihell durch Heraufbeschwörung von Nahrungssorgen infolge äußerer Einwirkungen verhindern soll. Die Ernährung Deutschlands ist durchaus gesichert. Es handell sich lediglich darum, die Er- zeuaniffe, die der deutsche Boden genügend und in reichlichem Maße hervorbringt, zu bevorzugen und mehr zu verbrauchen, und die Nahrungsmittel, die uns nicht in solchen Mengen zuwachsen, die wir vom Auslande einführen und mit Bardevisen bezahlen müssen, weniger zu verbrauchen. Am Beispiel der eigenen Vorratskammer soll das klarer gemacht werden: Nehmen wir einmal an, mir haben große Mengen an Kartoffeln, Zucker, Graupen, Haferflocken, Sago, Quark ujm. im Hause, dann wird doch jede vernünftige Hausfrau, ganz besonders, wenn ihr Wirtschaftsgeld — im Falle Deutschlands die Devisen — knapp bemessen ist, die vorrätigen Dinge verwenden und nicht andere Lebens- mlltel wahllos einkaufen. Das vernünftige Haushallen der tüchtigen Hausftau hat der deutsche Staat ganz einfach zum Vorbild für die gesamte Ernährungswirtschaft gemacht. Den Kochlöffel als Waffe für Deutschlands Nah- rungsfreiheit verwenden, heißt nichts anderes, als eine tüchtige, vernünftige und sparsame Hausfrau sein. Dazu gehört auch, daß sie in Zukunft in ver- tärttem Maße Erzieherin ihrer Famllie wird und dafür sorgt, daß gegeffen wird, „was die Helle gibt", nämlich das, was der vom deutschen Baden und nicht der am Schreibtisch geschriebene Küchen- zettel verlangt. Es liegt an der Tüchtigkeit der Hausfrau, daß die Umstellung auf die zu bevorzugenden, reichlich vorhandenen Lebensmittel durchaus zu keiner Revolution in der Küche und zu keiner völligen Abkehr von den bisherigen gebens* gewohnhellen zu werden braucht. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister. Manche Hausfrau wird es aus eigener Erfahrung wissen, daß gerade dann von ihr die schönsten Gerichte und Zusammen- stellungen erfunden wurden, wenn man mit dem vorlieb nehmen mußte, was gerade vorhanden mar. Nicht Schmalhans soll in Deutschland Küchenmeister sein, sondern Frau Tüchtig und Frau Finding; nicht Hunger ist der beste Koch, sondern Verant- mortung! Welches sind nun die Lebensmittel, die von uns im verstärkten Maße verbraucht werden sollen? Es sind Zucker, Graupen, Grütze, Haferflocken, entrahmte Mllch, eiweißreicher Käse, Halbfettkäse, Speisequark, ferner Kartoffeln und Sago aus Kartoffelmehl, Fische, Wintergemüse und schließlich Marmelade und Marmeladeerzeugnisse. Diese Nah- rungsmittel sind nicht nur zur Zell im Ueberfluh vorhanden, sondern sie werden uns auch künftig dank der Erzeugungsschlacht noch reichlicher zur Verfügung stehen. Was die erwähnten pflanzlichen Nahrungsmittel betrifft, so sind es gerade solche, die je Hektar der Anbaufläche die meisten Nähr- werte-Einhellen erzielen, deren Anbau also bei kleinster Fläche den größten Nahrungsnutzen bringt Bei Fett und Fleisch, deren Verbrauch bei uns erheblich über dem Vorkriegsstand liegt, ist es gerade umgekehrt; denn hierfür müssen erst Futtermittel angebaut werden, der Erzeugungsweg ist also länger und der Nutzen an Kalorien geringer. Darüber, daß eine fett- und fleffchärmere Nahrung nicht nur billiger, sondern auch gesünder ist, sind sich wohl alle Ernährungswissenschaftler einig. Die deutsche. Hausftau handhabt den Kochlöffel als Waffe für Deutschlands Nahrungsfreiheit, wenn sie das Wort beherzigt, das Hermann Goring, der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, im Sportpalast sagte: „Es ist eine Sünde, wenn man immer gerade das kaufen und das haben will, was tm Augenblick eben nicht durch die Natur hervorgebracht wird!" O. E. O. Dornotiren. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Candida". — Gloria-Palast, Seltersweg: .Kleiner Mann ganz groß". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Signal in der Nacht". — Wettbewerb HJ.-Heirn, Gießen: Ausstellung der Entwürfe in der Dolkshalle (Empore) von 16 bis 18 Uhr. — Oberhefsischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung „Landschaften feiner Heimat" von Richard Walter, Darmstadt. Reueinstudierung „Candida" im Stabfttjeater. Heute abend Neueinstudierung „Candida", ein Mysterium in drei Akten von Bernard Shaw. Spielleitung Wolfgang Kühne. Bühnenbild: Karl Löffler. Für die Rolle des Marchbanks wurde Wolfgang Büttner von den Städtischen Bühnen, Frankfurt am Main verpflichtet. Die Vorstellung findet gleichzeitig ass 30. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Einmaliges Gastspiel „Ballett Üahnonba“. Das Stadttheater Gießen hat für Donnerstag, 12. Mai, das „Ballett Rairnonda" vom PHnce of Wales und Empire Theatre London für ein einmaliges Gastspiel verpflichtet. Das einmalige Gastspiel findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Dom Gleichstrom zum Wechselstrom. Das städtische Elektrizitätswerk hat jetzt die Um- fteüungsarbeiten von Gleichstrom auf Wechselstrom im-Zuge der Licher Straße und der Kaiserallee mit Einschluß der Nebenstraßen eingeleitet Die Straßen- arbeiten sind ziemlich schnell vorgeschritten. In dem Straßenstück von der „Stadt Lich" bis zur Georg- Philipp-Gail-Straße wird der Bürgersteig schon wieder gepflastert. In der Georg-PHilipp-Gail- Straße stehen die Arbeiten vor dem Abschluß, und jetzt sind bereits die Ausschachtungsarbeiten in der Landmannstraße vorgenommen worden. Die Ausführungen dieser Umstellungsarbellen nimmt viel Am 18. bis 20. Juni begeht das Infanterie- Re gimemt 116 die Feier feines 125jähri- gen Bestehens. Diese Feier ist ein Ehrentag des Regiments im schönsten Sinne des Wories. Große Taten haben das Regiment und ferne Stammtruppen vollbracht. An fast allen kriegerischen Ereignissen der letzten 125 Jahre hat das 116er Regiment mit Auszeichnung teilgenommen. Treue und Hingebung haben das Regiment über die Schlachtfelder geführt und der ernsten Friedens- arbeit sicheren Rückhalt gegeben. Zu großen Taten gehören tapfere und tüchtige Männer, und die hat das Regiment allezeit gehabt. Siegreiche Führer auf dem Schlachtfelde und hervorragende Erzieher in stiller Friedensarbeit. Erst vor wenigen Tagen fanden die Leistungen des E • Batl. des Regiments besondere Aner- kennungdurch d e n K o m m a n d i e r e n d e n General. Die großen Kriegstaten haben auch große Opfer gefordert. Viele haben die ruhmreichen Blätter der Geschichte des Regiments mit chrem Blute besiegelt und sich damit für alle Zeiten ein unauslöschliches Gedenken gesichert. Der treuem und tapferen Söhne des Vaterlandes wird an dem Jubelfeste aufs neue in Liebe und Dankbarkeit gedacht. Der reiche Inhalt der verflossenen 125 Jahre des Regiments ist ein wertvolles Vermächtnis. Was auch die Zukunft bringen wird, eins ift ge° I miß: die 116er werden sich stets der Geschichte Zeit in Anspruch, so daß die Vollendung noch geraume Zett dauern dürfte. Als nächster Bezirk wird die llmstelluna des Stromes in der Steinstraße und in der Marburger Straße erfolgen. Die Umstellung von Gleichstrom auf Wechselstrom in der ganzen Stadt dürfte noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Feuerwehren besuchen das Gießener Wasserwerk. Es gehört nun schon mit zu den schönsten Ge- pslogerchetten der Gießener Freiwilligen Feuerwehr, daß sie in ihrem Uebungsplan außer der notwendigen straffen Ausbildung der Feuerwehrleute auch kameradschastllche Ausflüge, verbunden mit einem nützlichen Zweck, vorsieht, um dadurch bei den Kameraden die Freude am Dienst immer mehr zu stärken. So führte am Sonntag früh der Weg der Feuerwehrmänner mit Autos zum Gießener Hochbehälter, der unter fachlicher Leitung des Betriebsinspektors Steckenmesser besichtigt wurde, dann weiter nach Queckborn zu den Quellen und Pumpanlagen der Gießener Wasserleitung. Dort hatten sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr W i e s e ck bereits eingefunden. Betriebsinspektor Steckenmesser machte sehr interessmtte Ausführungen über die gesamten Anlagen, ihre Leistungen, den täalichen Wasserbedarf, die geplanten Erweiterungen der Quellenanlagen usw. Die Kameraden waren alle von dem Gehörten und Gesehenen sehr erfreut, denn es ist ihnen allen wertvoll, auch einmal an der Quelle des Elements zu fein, das ihnen bei ihrem Dienst und besonders im Augenblick der Gefahr das wichtigste Hilfsmittel zur Bekämpfung eines Brandes ist. Die Rückfahrt ging über Grünberg nach Annerod, wo sich Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Annerod im Saale von Engelhardt eingefunden hatten. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Hauptbrandmeister Koch ergriff Branüinspektor Lenz das Wort zu längeren Ausführungen. Er betonte u. a., nicht allein der Dienst solle die Feuerwehrleute zusammenfüh- ren, sondern darüber hinaus solle die Pflege der echten Kameradschaft mit die Hauptsache sein. Diese Kameradschaft zu erweitern und zu vertiefen fei mit der Zweck dieser Fahrt. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß Brandinspektor Lenz seine Ausführungen, die allenthalben beifällig ausgenommen wurden. In ftoher kameradschaftlicher Unterhaltung verblieb man dann noch einige Zeit beisammen. ihres Regiments würdig zeigen; sie werden chren alten, guten Rus auch in der Zukunft bewähren. Gießen und die 116er. Seit dem Jahre 1868 steht Gießen in engen Peziehungen zum Infanterie - Regiment 116. In dieser Zeit sind zwischen Bürgerschaft und dem Regiment so vielfache enge Beziehungen entstanden, daß der Ehrentag des Regiments auch ein Jubel tag der Stadt ist. In treuer Anhänglichkeit kommen am 18. bis 2 0. Juni die alten und jungen 116er zu chrem stolzen Regiment; die Erinnerungen an vergangene Tage werden wieder lebendig, manche Wieder- sehensfreude wird erfüllt, manch stilles Gedenken an brave Kameraden gefeiert. Herzliche Willkommensgrüße aus freudig bewegtem Herzen wird die Bürgerschaft der alten Garnison- und Universitätsstadt Gießen den zahlreichen Gästen entgegenbringen. Sei es durch Bereitstellung von Freiquartieren, durch Ausschmückung der Stadt und der Häuser oder durch Massenbeteiligung an den Großoeranstaltungen des Regiments. Gießen und Regiment 116 gehören zusammen! Wie es in der Vergangenheit und Gegenwart war, so möge es auch in der Zukunft sein! Freiquartier - Anmeldungen bittet das Regiment direkt an das E • Satt IR. 116 zu senden. 12S Lahre Lnsanterie-Hegimeni 116. Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 18 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Ach nein, wenn man's richtig nimmt, kann's sogar ganz lustig fein, diese unglaubliche Durchsichtigkeit aller Menschen und Dinge, diese Wichtigkeit aüch der kleinsten Geschehnisie. Und bann, wenn man selber unter die Menschen hier tritt! Jeder grüßt, jeder hat ein freundliches Wort im Vorbeigehen. Der Buchhändler weiß, welche Art Bücher man am liebsten lieft, und beim Bäcker bekommt man nur ganz blonde Brötchen, weil bekannt ist, daß man die anderen nicht mag. Der Briefträger schwenkt schon von weitem den Brief, auf den man wartet. Und diese Gemeinschaft: „Man" geht ins Theater, „man" hat Premiere, „man" ist zum Kaffeekränzchen, „man" hört sich den Warschauer Pianisten an, „man" hat seine armen Leute, die man kennt und pflegt und betreut — alle find an allem beteiligt, alle wissen alles, alle fühlen sich verpflichtet und verantworilich für alles. Was hat gestern abend der Doktor gesagt? Man ist sogar vielleicht ganz glücklich hier, aber es ist ein dünnes und flaches Glück... Ob nicht dem Doktor nur eine Frau fehlte, um fein dünnes und flaches Glück tief und voll zu machen? Ich selber, wenn ich hier leben mühte, denkt Marga Montwill, ich wäre wahrscheinlich unerhört glücklich. Vorausgesetzt natürlich, man hätte Mann und Kinder! Sie will sich gerade vom Fenster abwenden, um sich endlich anzuziehen, da kommen unten auf der Straße drei Menschen in blauem Trainingsanzug gelaufen: zwei Männer und ein Mädchen. Sie laufen vorschriftsmäßig mit angelegten Ellen- bogen, mit kleinen, gut abgerollten Schritten. Sie laufen bis an die Hammerbachsche Haustür, und wie sie nun die Gesichter heben, erkennt Marga die beiden Doktoren und Monika. Sieh an, Waldlauf treibt man hier in Eigelstein! Und der alte Onkel Hammerbacher... Unsinn, er ist nicht alt Er ist wirklich nicht alt. Man muß ihn nur anschauen. Famos sieht er aus, in dem sportlichen Aufzug. Und bitte, jetzt packt er doch wahrhaftig das Mädchen Monika und schuttert sie. wie ein Kohlenmann einen Sack Kohlen, und trägt sie ins Haus. Unglaublich. Ach, Breda, guter alter Jupp, dir verginge ja das Herz vor Wehmut, könntest du das mit ansehen! Siehst du, so ist ein Mann, der ein gesundes und ausgefülltes uni) vernünftiges Leben geführt hat. Aber du? Dreißig Zigaretten am Tag und unzählige Taffen Kaffee und nie vor ein Uhr ins Bett und morgens blaß wie eine Wasserleiche und zurechnungsfähig immer erst ab vier Uhr am Nachmittag. Aber dieser da! Das Mädel sieht übrigens entzückend aus. Merkwürdig, daß wir uns so spinnefeind gegenüberstehen. Ist sie vielleicht eifersüchtig? Denkt sie vielleicht, daß ich den Vater betören will? Während oben Marga Montwill noch die Nase gegen das Fenster drückt, fällt unten die Haustür so kräftig ins Schloß, daß der Boden im Zimmer sanft erzittert. Holla, das galt mir, lächelt Marga, das war des Doktors Pranke, so weckt er „diskret" die faulen Leute. Also Tempo! Sie stürzt zum Waschtisch und gießt Wasser in die dickbauchige Waschschüssel. Brr, ift das kalt! Nee, da klingelt man besser nach einem bißchen Warmwaffer. Oder vielleicht kann man ein Bad kriegen, so ein recht heißes Bad? Sie steht einen Augenblick unschlüssig, den Zeigefinger in dem eiskalten Wasser. Aber dann fallen ihr die drei Gesichter wieder ein, diese drei frischen, Eältegeröteten, glänzenden Gesichter über den Trainingsanzügen. Nein, in Eigelstein wäscht man sich nicht warm, da sitzt man aud) nicht plätschernd in der Badewanne. Da nimmt man einen großen, möglichst rauhen Lappen und schrubbt sich damtt ab, als wäre man sein eigener Kochtopf, und je röter die Haut, um so bester. Los also, 351)ne zusammen und los! Brrrrrr. Saukalt! Pfui Teufel! Und am gemeinsten sind die kleinen Ninnsale den Rücken hinunter. Ach, schon als Kind hat man laut gejammert, wenn der kalte Schwamm aufs Bäuchlein traf. Aber trotzdem. Alles für dich, lieber Doktor Hammerbacher. Ich will euch an Forsche nicht nachstehen, euch in Eigelstein .. Und ich will auch so ein frisches, ausgeschlafenes und ... und ... ganz junges Gesicht haben! Indessen ist Waller Lenzsch zusammen mtt Monika Hammerbacher die Treppe hinaufgestiegen. „In einer Viertelstunde beim Frühstück!^ yat der Vater ihnen nachgerufen und ist dann im Bade- zimjner verschwunden, wo man ihn heftig brausen hört? Die zwei steigen stumm nebeneinander. Sie pusten noch ein bißchen, und Waller Lenzsch trocknet sich mit dem Taschentuch die Stirn. ,Ln einer Viertelstunde", sagt er bann und fügt zögernd hinzu: „Sollte man nicht Fräulein Montwill Bescheid sagen? Ich meine, es wird ihr lieb sein, zu wissen, wann hier Kaffee getrunken wird." „Na, wenn sie das noch nichk weiß", gibt Monika achselzuckend zurück. „Schließlich: mehr nach Kaffee kann's ja hier im Haus nicht gut riechen. Außer- dem läuten schon die Glocken, und Vater hat die Tür ja wohl laut genug zug^umst." Waller Lenzsch lächelt ein bißchen und lehnt sich, oben angekommen, gegen den geschnitzten Geländerpfosten. Sein Lächeln — Monika spürt es genau — ist ein bißchen anders als sonst, nicht so höflich und auch nicht so liebevoll, soydern eher etwas von •oben herab, und auch seine Stimme hat eine andere Färbung. „Gott, wissen Sie", sagt Doktor Lenzsch und dreht seinen Schal zwischen den Händen, „in Berlin pflegt man sich nicht gerade nach Türenschlagen und Kirchenglocken zu orientieren. Und vor zwölf Uhr steht ein Junggeselle in Berlin überhaupt nicht auf. Sie glauben ja nicht, wie ganz anders man in Berlin lebt. Ach, so ganz anders. In jeder Hinsicht. Und wenn ich daran denke ..." Er legt, immer noch gegen den Pfosten gelehnt, die Beine übereinander und dreht den Schal zwischen seinen Händen zum feschen Knoten: „ .. wenn ich daran denke — es war doch eigentlich meine schönste Zeit, damals das Studium in Beriin und diese Großzügigkeit und diese Freiheit und dies Leben. Als Marga ... Verzeihung, Fräulein Montwill, gestern bei Tisch davon sprach, da ging mir das alles wieder so richtig auf. Herrgott, was für ein Kerl war man doch, damals! Und was hat man alles mitgemacht und durchgemacht unb an- gestellt! Und wie die Frauen so ganz anders sind! Wissen Sie. das ift ein Typ, diese Marga Montwill. Solche gibt's haufenweise in Berlin. Ein fabelhafter Typ. Gescheit unb selbständig und euer« gisch und fair und die blendendsten Kameraden von der Well — dabei doch so elegant und damenhaft und mit so viel Charme... Und was für einen Kreis so eine Frau hat, mit was für ungeheuer interessanten Menschen sie zusammenkommt, und was für einen ungeheuren Einfluß sie haben kann! Wissen Sie, wenn ein Mann in Berlin — oder überhaupt — Karriere machen will, so braucht er bloß so eine Frau zu heiraten. Ich sage Ihnen nicht, daß sie es mtt dem Sex-Appeal schafften, ach nein, gar nicht. Sondern... ja, ich weiß nicht... aber auf jeden Fall schaffen sie es. Sie bauen dem Mann die Karriere und bauen für sich selbst den einzig möglichen Rahmen, und wenn's mal schief geht, verinenen sie selber irgendwie Geld, und wenn's wieder gut geht, tun sie, als hätten sie chr Leben lang nur so im (Selbe gewühlt — großartig. Aber warum lachen Sie denn, Fräulein Monika?" Monika hat die Arme über der Brust verschränkt. Ihre blauen Augen haben jetzt große Aehnlichkell mit denen des Vaters. „Ich lache? Aber i wo. Ich freue mich höchstens, daß Sie in unserem Hause Gelegenheit haben, sich so einer fabelhaften Frau zu nähern." Waller Lenzsch zieht erstaunt die Brauen in die Höhe: „Wieso? Ich..." Da legt Monika Hammerbacher ihm plötzlich ihre schmale, kühle Mädchenhand auf den Arm, und ihre Stimme klingt merkwürdig tief und ganz fremd. „Lieber Freund", sagt sie langsam, und in Waller Lenzsch steht ein merkwürdig trauriges und hilfloses Gefühl auf, denn noch nie hat Monika „Lieber Freund" zu chm gesagt, und noch nie ist ihm überhaupt so tyiflar gewesen, was das eigentlich bedeutet, wenn eine junge Dame „lieber Freund" sagt. „Lieber Freund", sagt Monika also langsam, '„jeder Mann möchte dorh gern Karriere machen — und hat darum gern eine Frau zur Sette, die ihm dabei hilft, nicht wahr? Außerdem — glauben Sie, ich hätte nicht längst gespürt, daß Sie mehr mit Fräulein Montwill verbindet als nur ein paar Tanzsturchentage? Nun also. Und jetzt wollen wir uns anziehen gehen." Aber Waller Lenzsch hat blitzschnell ihre Hand in die seine genommen. „Monika , sagt er flüsternd, ,was reden Sie denn da! Wissen Sie denn nicht, wie sehr ich... ?" „Lassen Sie mich los", verlangt Monika, „unb bemühen &e sich, bitte, nicht, mir Dinge zu erklären, die für jeden Menschen mtt offenen Augen auch ohne jede Erttärung verständlich find. Und ich sagte, Sie sollen mich loslassen!" „Aber, Monika! Ich bitte Sie!" trS)err Doktor „Mir ist es bitter ernst, Monika, ich muß Ihnen jetzt sagen, wie ich ..." „Mir aud), Herr Doktor. Und es braucht gar nichts weiter gesagt zu werden. Die ganze Sache ist auch viel zu belanglos." „Monika!" LFottjetzung folgt.) 70 Jahre Alitesrauenverein Lich Tragischer Tod eines Kindes. Standartenführer Liefe tödlich verunglückt. ausreicht. Der wohuuugsausfchuß richtet daher erneut die Bitte an alle Volksgenossen in Gießen und in den unmittelbaren Nachbarorten, soweit wie möglich llebernachtungsquartiere für die Sänger zur Verfügung zu stellen. Oer neue Leiter des Wetterauer Heimatmuseums. RS.Sememschost „Kraft durch Areude". Theatervorstellung. Samstag, den 14. 2Hai 1938. 20 Uhr: Große KdZ.-riUete. (5ruppe\ I (16. Vorstellung) ..Scharnhorst" Schauspiel von Gerhard Menzel. Karlen zu 90 pf. und 1.— R21L sind in der Kar- tenverkaussstelle. Seltersweg 60. erhällllch. 3235V Don der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mttgeteitt: Der Führer und Reichskanzler hat den nichtbeamteten außerordentlichen Professor Dr. Walter Keller unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zum außerordentlichen Professor und zum Direktor der Kinderklinik der Universität Gießen ernannt. Monatsversammlung des Aeichstreubundes. D/rr ReichstreUbund ehemaliger Berufssoldaten, Standort Gießen, hielt am Samstag im..Burghof" eine Monatsversammlung ab. Der Standortfuhrer. .Hauptmann d. R. Schwender. sprach über diy Zusammenfassung der Soldatenbünde in dem RS. Deutschen Reichskriegerbund „Kyffhäuser" und über die Stellung, die der Reichstreubund dabei ein- nimmt. Dabei erklärte er, daß der Reichstreubund. -- Lich, 8. Mai. Schon bald nach der Genfer Konvention (1864) und dem Beitritt von 16 Staaten Europas zu diesem Bund hatte der Rote-Kreuz- Gedanke auch im Hessenland, vor allen Dingen durch den Einfluß der damaligen Prinzessin, späteren Großherzogin Alice, „der Nächstenliebe höchste Kraft des Herzens mar", Eingang gefunden. Bereits im vorigen Jahr konnte deshalb der hessische Alicefrauenverein unter großer Beteiligung in Darmstadt sein 70jähriges Jubiläum feiern. Es ehrt den edlen Sinn der Bürger und Bürgerinnen unseres Städtchens, daß auch der hiesige Alice- frauenverein in diesem Jahr dasselbe Jubiläum begehen kann. Als einer der ersten Rot- Kreuz-Dereine in Hessen war er bereits im Jahr 1868 gegründet worden. Auf Anregung des Prin- zen Ferdinand zu Solms-Lich wurde am 25. Mai 1868 eine Sstzung einberufen, die von einer größeren Anzahl Frauen besucht wurde. Sie schlossen sich zu einem Alicefrauenverein zusammen und wählten als erste Borsitzende die Fürstin Ludwig zu Solms-Lich. eine geborene Prinzessin Mane Umfangreiche Vorarbeiten für das Sängerfest in Gießen. Zestzug der 15000. — Zahlreiche Sonderzüge nach Gießen. — Großartige Oarbietunge» in den Konzerten und bei dem Volksfest. DHC Gießen. Eine genußreich« Maienfahrt durch einen Teil des Westerwalds unternahm am Sonntag der DHL. Gießen in Stärke von 75 Teilnehmern. Nachdem das altertümliche Städtchen Herborn durchschritten mar, setzte der Aufstieg ein, der in mäßiger Stet- qung, ziemliche Windungen machend, zur Schönen Aussicht führte, wo die erste Rast erfolgte. Von diesem Platze hatte man hübsche Blicke in das DMal mit Herborn und Sinn, auf die umliegenden hohen mit der Ruine Greifenstein und dem Merkenbacher Wasserturm. Der Weitermarsch führte über ein nut zahllosen Frühlingsblumen bestandenes Hochplateau, von dem aus man prächtige Blicke,^zunächst auf den ausgedehnten Schelder Wald, später auf die Westerwaldberge, auf die im ersten Maten- grün prangenden Wälder und malerisch gelegene Dörfchen genoß. Durch Wald und Feld gelangte man nach knapp dreistündiger Wanderung über Uckersdorf, dem Amdorfbachtal entlang nach dem herrlich auf steiler Waldhöhe gelegenen Forsthaus Netchaus, wo ausgiebige Kaffeepause gehalten wurde. Auch hier erfreute man sich an der reizvollen Aussicht. Die wertere Wanderstrecke führte über den bewaldeten Hangelberg, wo Lichtungen wiederum prächtige Blicke in das Schelde tat nut feinen höhen, u. a. auch noch der Eschenburg, boten, am Feldbacher Hof mit seiner Kirchenrume, am schön gelegenen Waldfriedhof vorbei nach dem End- ziel Dillenburg. Nachdem der größte Teil der Landerschar noch die hochgelegene alte Burg mit dem Wilhelmsturm bestiegen hatte, um den hübschen Blick «uf die Stadt und chre Umgebung zu genießen, erfolgte in froher Gemeinschaft mit dortigen Volks- genoßen die Schlußrast. Gietzener ZDodienmarftpreiie ** Silberne Hochzeit.>Der Dreher Wilhelm M e l ch i o r und Frau Bertha, geb. Petermann, Mit- telweg 12 wohnhaft, begehen am he'ttigen Dtenstag 10. Mai, das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubel paar unfern herzlichen Glückwunsch! 1 70Jahrealt.Am morgigen Mittwoch, 11. Wlai, begeht Herr August Stange, Jffi 9 67, feinen 70. Geburtstag. Der Dollar marschnrrt als SA -Mann im Gießener SA.-Sturm R 41/116, dessen ältester Kamerad er ist, noch immer wacker mit. ** Dom Theater. Fröulem Käthe Muh n, Gesanqschülerin von Frau Ilse Schmidt-totf- fenbor ff, wurde als hochdramatische an das Stadttheater Beuchen (Schlesien) verpflichtet. NDG. Krankengeld bei Bade- un heilstättenkuren rechtzeitig bea n t r a • ten. Wiederholt sind Schwierigkeiten dann auige treten, wenn ein Kriegsbeschädigter bei Durch f uh- rung einer Bade- und heilstättenkur nach dem Reichsversvrgungsgesetz KrankengeS von seine Krankenkasse beanspruchte. Em Bescheid des Reichs arbeitsministers weist darauf hin, daß Bermel düng von Nachteilen rechtzeitig vor Antritt der Kur der Antrag auf Bewilligung des Krankengeldes bei der Krankenkasse gestellt werden muß. Briefkasten der Redaktion. ft® R.B. Die vpn Ihnen genannte Preisüberwachungsstelle befindet sich beim Kreisamt in Gießen. Gießen 10. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten:'Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1 57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1'55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis.25 BL Äafe, bas Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrtsch, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11M,.klaffe D 10% Wirsing, % kg 15 bis 18 (gelb), 20 bis 22 (grün), Weißkraut 15 bis 18, gelbe Rüden und Karotten 12 bis 15, rote «Ruben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 12 bis 15, Spargel 35 bis 80, Unterkohlrabi 8, Tomaten 40 bis 45, Zwiebeln 20, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 3o, Rhabarber 18 bis 20, Kartoffeln, alte, % kg 5 Bf-» 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 M°rk neue /, kg 20 Pf., Aepfel 15 bis 40, amerikanische Aepfel 60 Ps., Suppeichühner 1,05 Mark, Blumenkohl das Stuck 30 bis 50 Pf-, Salat 5 bis 25, Salatgurken 50 bis 60, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15, das Bündel 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. Das unter der Stabführung ^n ur „M. a 9 e r burd) den Frauenchor Lich zu Gehör gebrachte „Großer Gott, wir loben dich schloß den ßeft- beSfe edier der Ehrengäste brachte Ortsgruppen- leiter Kuhn den Dank und die Wünsche der Partei zum Ausdruck Rektor Erb sprach für den oer- LPD. Wetzlar. 9. Mai. In dem Dorfe Al te n- kirchen wurde das fünf Jahre alte Töchterchen einer Arbeiterfamilie von einem Leiterwagen der an einer abschüssigen Stelle des Hofes plötzlich hinabrollte, mit großer Wucht gegen eine Tt au er gebrüht unb dabei so schwer verletzt daß es bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus in Ehringshausen verstarb. LPD. Hanau. 8. Mai. SA.-Standartensuhrer Liese ist in feiner Wohnung einem Unfall ium Opfer gefallen. Beim Auswechseln einer elektrischen Birne kam er der elektrischen Lichtleitung zu nahe; er wurde vom elektrischen otrom getroffen und fiel t o t zu Boden. Der Führer der Standarte 98 Hanau. SA.-Stan- dartenfuhrer Heinrich Liese, war seit 1930 Vorkämpfer in der SA. und seit 1935 Führer der Standarte 167 Hofgeismar. Er schied auf der hohe seines Schaffens im Alter von 45 Jahren, nachdem er erst wenige Wochen als Führer der otanbarte 98 fianau an der Stätte feiner neuen Aufgabe wirken konnte. An ihm verliert die SA.-Gruppe HAen einen Führer von lauterster Gesinnung, höchster Einsatzbereitschaft und vorbildlicher Kameradschaft. Auf Anordnung des Obergruppenführers haben sämtliche Dienststellen der SA.-Gruppe auf 14 Tage bis zum 21. Mai halbmast geflaggt. Dom 8. bis 11. Juli findet — wie von uns schon berichtet — in Gießen das 3. hessische Gau-Sängerfest statt. Die Ausschüsse zur Vorbereitung dieses Sängerfestes sind seit Wochen eifrig an der Arbeit. Am Samstagnachmittag, war der Gauführerrat des hessischen Sängerbundes in mehrstündigen Beratungen bis in den Abend hinein mit dem Gießener Haupt- und Geschäftsführen- ben Ausschuß im Hotel hopfeld versammelt. _ In dieser Sitzung wurde von den Unterausschüßen über den heutigen Stand der Arbeiten ihres Aufgabenbereiches berichtet. Zu Beginn der Sitzung machte deren Leiter, Schulrat Born, Darmstadt, die Mittellung. daß (Bauleiter'' Reichsstatthaller Sprenget die Schirmherrschaft über das Sängerfeff übernommen hat. Diese Mitteilung wurde von den Sängerkreisleitern und von den Vereinsvertretern, wie auch von den 102,50. _ Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Mai. Es notierten betreibe je Tonne, alles übrige je 100 kg ■ in JR3R.: Weizen W 3 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219 , Roggen R12 190, R15 193, «R18 197, R19 199 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer Nicht notiert. Weizenmehl. Type 812, W 13 29,50 W 16 29 60, W 19 29,60, W 20 29,95; Roggenmehl, Type 1150, R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Wetzenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 1110 W 20 11,20; Roggenkleie R12 9,9a, R15 ' R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab zu Psenburg-Büdingen. Es konnte deshalb auch für das heute gefeierte Jubiläum keine schönere Stätte geben als den Konzertsaal des Schlosses, den in dankenswerter Weise der Schloßherr Dr. h e r m a n n O t t o E r b- prinz zu Solms-Lich zur Verfügung gestellt hatte. Da der Saal durch seine wundervollen Gobelins an und für sich schon einen reichen Schmuck auf- weist, war von einer besonderen Ausschmückung abgesehen worden. An der Stirnseite grüßten zwei große Fahnen des Großdeutschen Reiches und eine ebenso große Rote-Kreuz-Fahne. Pünkllich um 15 Uhr begann die sehr gut besuchte Jubelfeier mit einem gemeinsamen Lobgesang. Nach einem vierhändig gespielten Marsch von Schubert (Frl h. Junker und E. Litzius) und einem eigens zu diesem Ehrentag von Geheimrat Dr R'ömheld (Nidda), einem warmherzigen Freund des Roten Kreuzes, verfaßten und von Frl. Fischer wirkungsvoll vorgetragenen Prolog konnte die langjährige Vorsitzende und auch nach der Umstellung" im Roten Kreuz wieder zur Leiterin der Ortsgemeinschaft des Roten Streikes berufene Für- st in Reinhard zu S o l m s - L l ch eine große Zahl von Ehrengästen begrüßen; u.a. als Vertreter der Partei und der Frauenschaft Ortsgruppenleiter K u h n und Frau L. S ch ä f c r , für bie Stadt und den am Erscheinen verhinderten Bürgermeister Ratsherrn Geil. Rektor Erb, von feiten der Kreisstelle Gießen des DRK. und der Rote-Kreuz-Organlsatio- nen des "Kreises Dr. med. G r o s Professor Dr. Eger Frau Ella Giese, Baroneß Rabenau, für den ehemaligen Hessischen Alicefrauenverein die beiden früheren stellv. Vorsitzenden des Landesoereins Frau Käte Gebhardt mtt.Ministerialdirektor Dr. Kratz (Darmstadt), als Vertreter der ort- ' lichen Rote - Kreuz - Organisationen Beigeordneter . Wahl und Dr. med. Neunhoffer. Auch die 1 ehemalige verdienstvolle Vorsitzende des früheren AFV.-Kreisverbandes Frau Kramer war erschienen Die Leiterin gab am Schluffe j^cr beifällig aufgenommenen Ansprache dem Wunsche Ausdruck, daß die Mitglieder auch in der neuenvrtsqemein- fchaft des Roten Kreuzes weiterhin ihre Aufgaben für das Deutsche Rote Kreuz mit demselben Eifer und der gleichen Liebe und Opferwilligkeit erfüllen möchten, wie bisher. Im Anschluß an ein ebenfalls von dem obengenannten Verfasier dem Roten Kreuz gewidmetes und von Frl. H. Junker vorgetragenes Gedicht erstattete nun der Geschäftsführerdes D-r-ms Stiftsdechant Kahn, den Festbericht ,,70 Fahre Alicefrauenverein Lich". Ausgehend von der Gründung und den Gründern ging der Redner au die Tätigkeit des Vereins in Friedens- und Kriegs zetten ein, beschäftigte sich insbesondere mtt den Leistungen in den beiden Kriegen 1870/71 unb 1914/18, ließ interessante Streiflichter aus die Nach- kriegszeit fallen und stellte am Schluß die neuen uilb großen Ausgaben hes Roten Kreuzes und ferner einzelnen Organisationen im ueuen Großdeutschen Reich, bie ihm der Führer und Schnmch^ des Deutschen Roten Kreuzes gestellt hat, klar und Es ist dabei zu betonen, baß die Quartiernehmer für die Llnterlunft einen angemessenen Preis bezahlen. Man kann nur wünschen, daß dem Wohnungsausschuß möglichst umgehend noch weitere Quartiere an ble Hand gegeben werden, da bie Aufgabe der Quartierverteilung auf bie eingegangenen Anmeldungen eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Für die Verpflegung der Sänger hat der Der- pflegungsausschuß mtt der Organisation der Gastwirte umfassende Vereinbarungen getroffen, bie den Gästen eine gute und preiswerte Verpflegung zu angemessenen Preisen, insbesondere für die Mittag- und Abendmahlzeiten, sichert. Der Verkehrsausschuß steht mit der Reichsbahn in Verbindung, um den Einsatz zahlreicher Sonderzüge rechtzeittg vorzuberetten. Bei Sonderzügen mtt mindestens 300 Teilnehmern ist mtt einer Fahrpreisermäßigung von 60 v. 5). des normalen Fahrpreises zu rechnen. Soweit Sonderzüge nicht zustandekommen, soll auf die Durchführung von Gesellschaftsfahrten hingewirkt werden. Für den Verkehr auf her Gießener Straßenbahn erhofft man gleichfalls eine Fahrpreisvergünstigung. Für Ausflugs- fahrten im Anschluß an das Sängerfest sollen Kraftomnibusse nach den Orten der näheren Umgebung eingesetzt werden. Der große Zesizug wird von dem zuständigen Ausschuß mit aller Um« sicht vorbereitet. Zunächst werden bie Sänger m vier großen Marschblöcken sternförmig zum Oswaldsgarten geführt, wo bie Sanger- funbgebung stattsinden wird. Marschblock I hinberten Bürgermeister unb üderreichte^als Ehrengabe ber Stadt ein Jubiläumsgeschenk (Schrank für bie Helferinnen). Der Vertreter des ehemaligen Hessischen Landesvereins vom Alicefrauenverein Dr. Kratz (Darmstadt) gab dem allgemeinen Bedauern Ausdruck, daß es ber langjährigen Landesleiterin infolge ihres tragischen Ablebens nicht mehr möglich gewesen fei, gerade an diesem Jubiläum, eines der ältesten hessischen Alicefrauenvereine, teilzu- nehmen, daß es aber gewissermaßen ein Vermächtnis der Entschlafenen sei, dem Verein ihrer Heimat- stabt heute Dank und beste Wünsck)e zu überbringen. Dr. Gros (Gießen) grüßte für den Kreisführer des DRK., Kreisdirektor Dr. Lotz, und rief den Verein zu neuer Arbeit in alter Treue auf. Frgu Ella Giese (Gießen) war bie Ueberbringerm der Anerkennung des früheren Kreisverbandes Gießen unb ber Wünsche der benachbarten Ortsgemein- schäft. Beigeordneter Wahl machte sich zum^Dol- metscher ber Glück- und Segenswünsche des oam« tätszuges Wetterau und des ehemaligen Drte= männervereins. Der jubilierende Verein ließ durch seine langjährige und verdienstvolle Rechnerin, tfrau Güngerich, als äußeres Zeicken der Dankbarkeit an bie Vorsitzende einen Rosenstrauß überreichen. Ein auf den Führer und Schirmh^rrn des Deutschen Roten Kreuzes ausgebrachtes, begeistert aufgenommenes Sieg-^)eil und die Nationalhymnen gaben ber Feierstunde einen würdigen Abschluß. Nach kurzer Pause folgte dann an den festlich gedeckten Tischen eine Kaffeetafel. Zwischendurch wechselten Chöre des Frauenchors, em vierhändig gespieltes Menuett aus der kleinen Nachtmusik von Kreutzer (Sri Litzius unb ^ Junker) mit verschiedenen Einzelgesängen (Frau M. Wagner), Duetten (Frl. Junker unb Frau Do lz), Terzetten (Frl. Junker, Frau Volz unb © a g - n e r) und einem Quartett (Frl. E. und H. I u n • ter, Frau Volz und Wagner) ab und wurden mit großem Beifall aufgenommen. , Gegen Abenb fand das in allen Teilen wohlge- , lunqene Fest mit einem Dank des Geschäftsführers . an alle Teilnehmer und Mitwirken'den und mtt . einem Aufruf zu neuer Arbeit im neuen Jahrzehnt , unb im erneuerten Reich feinen Abschluß. Leichte Erhöhungen wiesen u. a. auf: Manneslnann 114 50 (114,25), Deutsche Erdöl 142 (141,50), Licht unb Kraft 142,75 (142,50), IG. Farben 157 (156,90), Holzmann 164,50 (164,25), Rheinmetall 14o,o0 (145,25) unb Südd. Zucker 217,75 (217,50). hingegen gingen Metallgesellschaft auf 136,50 Scheide- anstatt auf 249 (249,50), BMW. auf 1)9,75 (160,25), Ilse Genuß auf 138,50 (139), und u. a. Haufwerke Füssen nach Pause auf 143 (145) sowie Reichsbank auf 196,50 (197) zurück. Am Einhettsmarkt waren Schramm Lack weiter fest mit 146 (145), Gritzner stiegen auf 49,75 (49,50), dagegen gaben Lokom. Krauß auf 142 (142,-50) unb Linde Eis auf 186 25 (187 50) nach. Renten lagen im allgemeinen ruhig und kaum verändert. Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. ermäßigt auf 126,40, 6 v. H. Maintraft unverändert der eine reine Berufsorganisation fei, nicht in dem neuen Reichskriegerbund aufaehen werde. Der Reichstreubund wurde bei ber Bildung des früheren Soldateribundes lediglich deshalb, weil er die ältere Drgarttfation mar, und über reichliche Praxis in verwaltungstechnischen und organisatorischen Fragen verfügte, dem Soldatenbund zur Unterstützung m Seite gestellt. Durch die Wiederaufrichtung ber Wehrhobett seien dem Reichstreubund wettere Auf- gccken in ber Betreuung der jungen Kameraden entstanden, denen die alten Berufssoldaten mit Rat und Tat als gute Kameraden zur Seite stchen. Diese Ausgaben erstrecken sich nicht nur auf die Soldaten, die über chre Pflichtzeit hinaus gebient haben. ' sondern in neuester Zeit auch auf solche kurzf^stige Dienenden, die nach Wiederholungs- Übungen versorgungsberechtigt werden. — Anschließend wurden die Reden des Duce und des Führers angehört. wird von der Neustadt her am Oswaldsgarten einmarschieren, Marschblock II kommt über den Horst- Wessel-Wall zum Oswaldsgarten. Marschblock III trifft dort von der Rodheimer Straße her ein, Marschblock IV hat bie Kirchstraße als Anmarschstrecke zum Oswaldsgarten zugeteilt erhallen. Nach der Sängerkundgebung wird ber Festzug vom Oswaldsgarten aus durch die Neustadt, Marki- traße, über den Marktplatz durch die Mäusburg, Kreuzplatz. Setterswea, Hindenburgwall, Bleich- traße, Ludwigstrahe, Kaiserallee zum F e st p l a tz auf dem Trieb bei der Dolkshalle marschieren. 3a der Volkshalle und auf dem Festplah hat der Bauausschuß umfangreiche Arbetten durchzuführen. Für die G r o h k o n z e r t e in der Volkshalle ist die Bühne durch Auf- und Anbauten räumlich zu erweitern, damit die Sänger (2000 Mttwirkende) für die Konzerte richtig und gut aufgestellt werden können. Auf dem Festplatz (Trieb bei der Volkshalle) sind die F e st z e 11 e aufzustellen, die den Besuchermassen einen angenehmen Aufenthalt bieten sollen. Als Parkplatz für Kraftwagen unb Motorräder ist ber Trieb nach ber Artilleriekaserne zu vorgesehen und bereitzustellen- die Anfahrt wird von der Grünberger Sttaße her sein, die Abfahrt wirb über den Alten Rödger Weg an der Liebigshöhe vorbeiführen. Die Lintriktspreife ■ waren in der Sitzung Gegenstand einer sehr gründlichen Aussprache. Das Ergebnis besteht bann, daß Preise geschaffen werden, die auch für bie Volksgenossen mit geringeren Mitteln tragbar sein dürsten. Näheres hierüber wird zur gegebenen Zeit noch bekanntgegeben. Mitgliedern der Ausschüsse mit Freude aufgenom- I men. Dankbar begrüßt wurde auch ber Hinweis, daß Gauleiter Sprenger voraussichtlich bei allen wichtigen Veranstaltungen des dreitägigen Sänger- festes zuaeaen sein wird. . Der Wohnungsausschuß konnte mitteilen, daß in dankenswerter Weife bereits viele Bürgerquartiere zur Verfügung gestellt wurden. Es ergab sich aber, daß die Zahl der bisher zugesagten Quartiere noch nicht zur Unterbringung aller auswärtigen Sänger Lpd F r i e d b e r g , 8. Mai. An Stelle des verstorbenen Leiters des Wetterauer Heimatmuseums Professor Georq Bl-ch-r wurde der Stuüien- aflessor Dr. tz er mann R»th von der r-IMl R18 10,40. R19 10,50 Muhlens-,rpr°M ao Friedberg mit der Museumsleitung beauftragt Sojaschrot, Palmkuchen, Erdnutz. Roth, -in S°b°r°ner Meßener E mehr°^°h 1 stiert I?eber g-tr., 14,00 tzöchstpr-.- als Assistent am Kunstw.ff-mchasllich-n Jnst-tut der ger|-tation. Tro-k-nschnitz-l nicht notiert; Universität Gießen tätig und ' tzeu lose 5,50, drahtgepreßt nicht notiert; Weizen» s-nsch-ftlich-r Zusammenarbeit mit Professor Bl-ch-r. Rog^nstroh. drahtgepretzt 3.30, g-bund-It 3, -?raailcker Tod eines Kindes. Erz-ug-rhöchftpr-is frei Erzeug-rverlad-ltation. Jrantfurter Schlachkvlehmarrt. Frankfurt a. M., 10. Mai. (Vorbericht) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 65a Kälber, 66 Hämmel, 46 Schafe 4039 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark-Hammel^35 bis 52^ Schafe 25 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 TOarL — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Ham- mel und Schafe mittelmäßig. Wirffchafi. Tihein-Mainifche Börse. Alittagsbörse: Aktien weiter rückläufig. Frankfurt a. M., 9. Mai. Die Börse lag auch zum Wochenbeginn sehr ruhig. Am Aktienmarkt setzten sich die Rückgänge fort, da Abgaben aus Mischen Kreisen anhielten, während anderseits Kaufaufträge kaum Vorlagen und die Aufnahmebereitschaft gegenüber dem nur kleinen Angebot nach wie vor unbedeutend war. Infolgedessen stellten sich auf ncchezu allen Gebieten durchschnittlich Einbußen von 0,50 bis 1 v. H. ein, die verschiedentlich auch 2 v. H. und mehr betrugen. Montanwerte waren verhältnismäßig behauptet, Buderus 121,40 (121,50), Hoefch 113 (113,75), Mannesmann 114,50 (114,65), Verein. Stahl 109 (109,40), matt lagen aber Rheinstahl mit 141 (143,50) unb Deutsche Erdöl mit 141,50 (143,50). Don Autowerten gingen Daimler stärker, und zwar um 1,75 v. H. auf 148,75 zurück, Adler werke verloren 1 o. H. auf 120,50, PPtW. 0,25 v. H. auf 160,25. Maschinenpapiere wiesen nur geringe Veränderungen auf, Demag ausschließlich 6,3 v. H. Dividende 0,50 v. H. niedriger mit 147,25 (154). Am Chemiemarkt betrugen bie Rückgänge bis 0,75 v. H., und von Elektrowerten ermäßigten sich Felten um 1,25 o. H. auf 141,75. Etwas höher lagen Conti-Gummi mit 20a (204), Zement Heidelberg mit 161 (160,50) und Deutsche Linoleum mit 172,50 (172). Westdeutsche Kaushos in Erwartung des Ergebnisses der heutigen Bilanz sitzung behauptet mit 109. Schwächer wgren noch AG. für Verkehrswesen mit 136 (137,75). Im Verlaufe ließen die Abgaben nach, so datz bie Haltung widerstandsfähiger war, obgleich Erholungen kaum oder nur um Bruchteile eines Prozentes eintraten und auch die Umsätze überaus f'em blieben. Häher waren IG. Farben mit 157,2a nach 157 Westdeutsche Kaufhof mit 109,50 nach 109, AEG. mtt 122 nach 121,75 (123), hingegen gingen weiter zurück Daimler auf 148,25 nach 148,7a, Demag auf 146,90 nach 147,25, Rheinmelatt auf 145 nach 145,75, Reichsbank auf 197 nach 197,50 (197,75) und Mannesmann auf 114,25 nach 114,-?0. Die später notierten Papiere lagen größtenteils bis 1 o H schwächer, darüber hinaus verloren Bem- berg, Gesfürel und Deutscher Eisenhandel bis 1,50 d. H. Abendbörfe uneinheitlich. praktisch billig ugui bei 'M , X'.jk » ■ ? ;. , , . ■> . Raijnonoa Während die waren von d Menge, nahir Mitternachtsf dem Duce, ui Jn her 2hün fielt öes Führers chener haup im Schmuck g und üalieniid geroinbe und Führers war nister Pitt italienischen Ankunst ents , Berlin, sturme als A tiefen Dankt 6en Führer verlaufenen Italien. Die. wogendes M Em leuchten! Md Plätze Q Mporgewachj Fmperiur Masten. Ein xststimmunq bes L^nbN-k. in ?eIM tommt „ru rte. ent, S die 3168 e!le8 ihre ; L,n«tSän ?ou.5' vorbei unt ft, »füll ? Achten Sr ie« -rft-n a Ad »,ntra['on|t tei* llk. E pl*'1"’ '«nb Fan" 3*^ “?*s nchten ™V 8? §Jl.