Donnerstag, 10. März 1938 188. Jahrgang Ur. 58 Erstes Matt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite bORps.'Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag:, vrühlsche UniverfitatrdruSerei R. Lange in Gießen. 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Sie wissen, von wie großen personellen Umänderungen und sachlichen Reformen das Neubauwerk der deutschen Presse begleitet gewesen ist. Denn nirgendwo war der parlamentarisch-demokratisch-jü- Raiffeisens Wille zur Selbsthilfe lebt heute in 280 000 Genossenschaften. Sie schützen das Bauerntum in 54 Kulturstaaten. Die 4 0 000 Raiffeisengenossenschaften in Deutschland aber entwickelten sich mit ihren 4 Millionen Mitgliedern und 4,4 Millionen Sparern zu einem wuchtigen Pfeiler der deutschen Ernährungspolitik. Zu ihnen spricht am 11. März der Präsident des Reichs- verbandes Raiffeisen, A. W. Trump f, um 17 Uhr über den Deutschlandsender. Zn dieser Gedenkstunde an Vater Raiffeisen treten die deutschen Genossenschafter zum Gemeinschaftsempfang zusammen. ersten Vorschätzung des Statistischen Reichs- amts im Sommer 1937. Diese verschiedenartige Ent- Wicklung der Ernteschätzungen in den beiden letzten Jahren hat schließlich dazu geführt, daß die Ernte 1937 um 330000 Tonnen großer ist als die Ernte 1936, obwohl zunächst das Gegenteil erwartet wurde. Angesichts der großen Auswinte- die Erträge auf der Flächeneinheit zu steigern, sind nicht vergeblich gewesen. Die Hektarerträge der Ernte 1937 liegen nach der endgültigen. Ernteermittlung durchweg über den Hektarerträgen der Ernte 193 6. An Winterrog- gen wurden 1937 16,7 Doppelzentner gegen 16,4 im vergangenen Jahr geerntet. Die entsprechenden Zahlen sind bei Sommerroggen 13,6 und 12,7, bei Winterweizen 22,4 und 21,3, bei Sommerweizen 22,7 und 20,3, und bei Spelz 16,8 und 14,0. Der Durchschnitt der Jahre 1931 bis 1936 wird von dem Hektarertrag 1937 bei Winterroggen allerdings nicht erreicht. Die 1937 erzielten Hektarerträge bei Sommerroggen, Winterweizen, Sommerweizen und Spelz liegen jedoch auch über dem Durchschnitt der Jahre 1931 bis 1936. Entscheidend für die Beurteilung der Versorgungslage ist jedoch die Tatsache, daß die im Vergleich zum Vorjahr bei der Gesamtgetreideernte erzielte Mehrernte nicht für das Brotgetreide zutrifft. Während die Brotgetreideernte im Jahre dem deutschen Aufbauwerk an gedeihen ließen. Es ist sehr schwer gewesen, das in der leumderifch entstellten Atmosphäre von Entspannung der Geister überhaupt nicht mehr die Rede sein. Ich glaube, daß es für Sie alle ein beglückendes Gefühl sein muß, nun nicht mehr für die Deutschnationale oder die Deutsche Volkspartet oder die Demokratische Partei, nicht für Bürger- oder Arbeiterorganisationen, sondern für Ihr eigenes Volk zu schreiben. Es muß Sie aber auch sehr befriedigen, bei diesem großen Erfolg, den der Führer mit seiner Politik erreicht, zu wissen und davon überzeugt zu sein, daß Sie selb st an diesem Erfolg mitbeteiligt sind durch Ihre Zeitige Arbeit, durch Ihr geschliffenes Wort, durch Ihre Einsatzbereitschaft und nationale Disziplin. Sie sind nicht mehr ausgeschlossen vom großen Aufbauwerk. Sie stehen auch nicht mehr im Dienste einer anonymen Macht, die Sie selbst nicht kennen. Sie sind geistige Mitträger dieses großen Aufbauwerkes unserer Nation und unseres Reiches." Der Minister gab seiner großen Befriedigung darüber Ausdruck, daß die in den Jahren 1933 und 1934 noch vorhandene Eintönigkeit in der deutschen Presse stetig und steigend im Schwinden begriffen sei und daß sich nun wieder freie Individualität, freie geistige Konzeption nach allen Richtungen hin entfaltet. Der Minister forderte die Presse auf, auf diesem einmal eingeschlagenen Wege tatkräftig fortzuschreiten. Es gibt gewisse Augenblicke, vor allem im außenpolitischen Leben einer Nation, in denen es besser i st, zu schweigen als zu reden. Das die deutsche Presse in zunehmendem Maße einsieht, daß das so sein muß, erfüllt mich und alle meine Mitarbeiter in diesem Hause mit tiefer Freude und bester Befriedigung. Ich wünsche deshalb eindringlich, daß Sie sich' an diesem Abend bei uns nicht nur als Gäste, sondern als Mitarbeiter fühlen an einem großen Werke des nationalsozialistischen Aufbaues. So ho'ffe ich, daß Sie, wenn Sie morgen in Ihre Heimatstadt zurückkehren, mit erhöhter Berufsfreude wieder an Ihre Tagesarbeit gehen. Diese Tagesarbeit wird auch Sie niemals von Sorgen verschonen; aber sie soll Ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, welche Ehre darin liegt, am Aufbau einer Nation helfen zu dürfen und geistiger Diener zu sein am Wohl, an der Ehre und an der Freiheit eines ganzen Volkes. Mit großer Spannung verfolgten die Schriftleiter die Rede des Ministers und gaben am Schluß seinen Ausführungen mit stürmischem Beifall ihre Zustimmung. Anschließend verbrachten die Hauptschriftleiter mit den für die Führung der deutschen Presse verantwortlichen Männern einige Stunden zwanglosen kameradschaftlichen Beisammenseins in den festlich geschmückten Räumen. Am späten Abend wurden die Gäste noch durch ein hochwertiges künstlerisches Programm erfreut, das bei allen Teilnehmern große Begeisterung auslöste. letzten Reichstagsrede eine ausgiebige Antwort erteilt. „SolUen sich die hier eingerisfenen verwilderten Zustande", so betonte der Minister, „nicht ändern, so wird der Zeitpunkt nahe fein, daß die Führung des Volkes die deutsche Presse aufruft, um nun auch ihrerseits polemisch dagegen anzutreten. 3n den letzten Tagen ist vor allem in der englischen Presse die Behauptung ausgetaucht, der Führer versuche, der englischen Presse einen Maulkorb umzu- hängen. Davon kann selbstverständlich gar keine Rede sein. Rjemand wird der englischen oder der französischen oder der Presse irgendeines anderen Landes verwehren, die deutschen Zustände wahrheitsgemäß zu schildern. Wird aber für diese Art von hehpresse die Wahrheit über die deutschen Zustände nicht mehr das ausschlaggebende Element der publizistischen Arbeit, sondern die Lüge, die Verleumdung, die Sensationsmache, so kann in einer so erhitzten und ver- dessen Gründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen wc-r. Heute dankt das deutsche Bauerntum diesem Manne, der durch seine unermüdliche Arbeit die Grundlage dafür geschaffen hat, und dessen gan- 3-v. LebEwerk dem Wohle der ländlichen Beoölkc- Oie deuischepreffe half am Aufbauwerk des Führers. Oer Dank des Reichspropagandaministers bei einem Empfang deutscher Hauptschristleiter. ORaiffeifen. Zum 50. Todestage des Gründers der ländlichen Genossenschaften. Von Hermann Oieselhorst. ermitthmg nur 11 Millionen Tonnen oder rund 420 000 Tonnen weniger als im vergangenen Jahr. Dies sind die Folgen der großen Auswinterungsschäden im Winter 1936/37, die auch durch dis Steigerung der Erträge auf den verbliebenen Flächen nicht' ausgeglichen werden konnten. Damit ist auch die Notwendigkeit stnd straffe Durchführung des Verfütterungsverbotes von Brotgetreide und Erzeugnissen hieraus nach wie vor gegeben. Die Ermittlung des endgültigen Ernteergebnisses unterstreicht auch erneut die Bedeutung der angeordneten umfassenden Ablieferungspflicht für Brotgetreide. Sie zeigt aber auch, wie wichtig es ist, daß immer wieder im Rahmen des Kampfes gegen den Verderb darauf hingewiesen wird, daß mit Brot «und Backwaren hausgehalten werden muß. Vor allem gilt dies für Weizen, wo der Verbrauch in den letzten Jahren im Verhältnis zu den in Deutschland gegebenen Erzeugungsmöglichkeiten gar zu rasch gestiegen ist. Schon im Wirtschaftsjahr 1936/37 lag der Weizenoerbrauch um etwa 400 000 Tonnen höher als im Wirtschaftsjahr 1933/34. Die Steigerung der diesjährigen Getreideernte gegenüber dem Vorjahr ist, wie die endgültige Ernteermittlung bestätigt, fast ausschließlich auf dis Erhöhung der Futtergetreideernte zurückzuführen. Dies übertrifft die des Vorjahres um 750 000 Tonnen. Dabei ist jedoch die Körne r- mais ernte nicht einbezogen. Da das Reichsamt andererseits die Maisernte mit rund 121 000 Tonnen angibt, erhöht sich sowohl das Ergebnis der Gesamternte wie auch insbesondere der Futtergetreideernte im Vergleich zum Vorjahr noch um den Betrag, um den die Körnermaisernte gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, nämlich schätzungsweise um etwa 60 000 Tonnen. Es ist zu wünschen, daß das Statistische Reichsamt die.Körnermaisernte in Zukunft in die Zusammenstellung über die Gesamternte mit einbezieht, zumal der Körnermaisanbau durch die Förderung in der Erzeugungsschlacht, eine von Jahr zu Jahr wachsende Bedeutung für unsere Getreide- und Futtererzeugung gewinnt. Der genannte Mehrertrag an FuttergetreidS hat im übrigen zusammen mit Der Rekordhack- ■ f r u d) t e r n t e die Durchführung des Verfütte- 1 rungsverbots von Brotgetreide schon bisher wesent- : lich erleichtert und wird dies auch in den letzten - Monaten des Erntejahres tun. Dr. CI. dische Verfall unseres Geisteslebens so sichtbar in die Erscheinung getreten, als gerade auf diesem Gebiete. Diese Zeiten sind nun Gott sei Dank überwunden. All die vielen Probleme, die urts im Jahre 1933 und 1934 noch beschäftigten, ob die Presse das Recht zur schrankenlosen Freiheit besitzt oder nicht, ob es eine absolute Freiheit der Meinung und des Geistes überhaupt gebe oder nicht, ob und warum die Presse eintönig sei oder nicht, alle diese Probleme sind nun längst g e l ö st. Und zwar nicht durch große Programme oder theoretische Förderungen, sondern durch die stille, zähe und manchmal heroische Tages- und Nachtarbeit, die Sie geleistet haben. 3d) kann mir nicht vorstellen, daß das deutsche Aufbauwerk auf allen Gebieten unseres inneren und äußeren Lebens hätte durchgeführt werden können, wenn die deutsche Presse in dem 'Verfallszustande geblieben wäre, in dem wir sie am 30. 3anuar 1933 übernommen haben. 3ch kann mir aber auch nicht vorslellen, daß die großen Erfolge, die der Führer durch seine Politik zu verzeichnen hat, überhaupt hätten erreicht werden können, wenn die Presse nicht als ein stets einsatzbereites Armeekorps des Geistes der politischen Führung zur Verfügung gestanden hätte. Für diese Mithilfe am Aufbauwerk möchte ich der deutschen Presse an diesem Abend meinen Dank zum Ausdruck bringen. t e n möglich, entstehende Schwierigkeiten bei der Marktregelung von Milch und ihren Produkten rote Butter und Käse schnell zu überwinden. Die Eie r- verwertungsgenossenschaften schotteten sich als Eiersammelstellen in den Eierhandel ein, der bis zum Jahre 1933 fast vollständig in jüdischen Händen war. Schwierigkeiten gleicher Art mußten im Diehhandel bezwungen werden, und auch hier ist es ein Verdienst der Genossenschaften, daß die hm und wieder aufgetretenen Verknappungen in der Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch auf ein Mindestmaß beschränkt blieben. Die reichen : Weinernten der Jahre 1934 und 1935 hätten man- !chen Winzer um den Erfolg seiner mühevollen Ar- Am 11. März jährt sich der 50. Todestag eines Mannes, dem die gesamte ländliche Bevölkerung groben Dank schuldet — Friedrich Wilhelm, e”staat5fcf jetär Reichspresseches Dr. D i et. U°nich7 SS fÄ'7n'1ö!!dUch°7umgebung 'Ä ^nent der als Sohn eines Landbürgermeisters in Hamm R°lch°pressek mm , ch b M der Sieg aufgewachfen und später als Landbür «-'te d ÄfÄÄ ^e7 End Lr!ut^L" rL^S"e/'d7 großer dei/chen Zeitungen waren zugegen, e "Ät? N-ich-minister Or. Goebbels 19 .Jahrhunderts durch die Steinsche Agrargesetz- (einec Freude darüber Ausdruck, daß er die gebung freigeworden durch die Verflechtung der deutschen Presse willkommen heißen überall ti djen Grundsätze eines Hardenberg ober "“"ner “er o u ja) II ' i^ in völlige Abhängigkeit und durch das Fehlen oer- k°n^ d.e1° oiele be usüche V rb.ndun^en m nun,tiger Krediteinrichtungen, besonders durch die J)ou|e tagup auireaiiergteiten. vr w,.lb zahlreich vertretenen Händler Der jüdischen Rasse Jj £ nerfönlirben Kontakt aufnehmen. Ich und dLmst verbuntz-nen unerhörten Wucher, in I ^ibei", so führte der Minister aus, „Ihnen eine große Notlage geraten. gegenüber meinen herzlichen Dank zum Diese Verhältnisse veranlaßten Friedrich Wilhelm Ausdruck bringen für die großartige M it- Raiffeisen, zunächst als Landbürgermeister in kj{fe &ie Sie in den vergangenen fünf Jahren Weyersbusch am Westerwald unter der Losung | < • — „Einer für alle, alle für einen im Winter 1846/471 itenen. iss in iegr |ajwer geujeitn, vus m u« zur Unterstützung unbemittelter Landwirte den Kon- Systemzeit vollkommen verlörengegangene Prestige funwerein Weyersbusch ins Leben zy rufen. Achn-' • ......■" ~ rr • ......ri-f liche Gründungen nahm er zwei Jahre später vor, als er Bürgermeister in Flammersfeld geworden war; diesen folgte, eine weitere Gründung gleicher Art nach feiner Uebersiedlung als Landbürgermeister nach Heddesdorf bei Neuwied am Rhein. Bis zu seinem Tode hat er dann, besonders nachdem er durch Krankheit aus seinem Dienst als Bürgermeister ausschied, sich ausschließlich seinem Lebenswerk gewidmet und hat aus feinen Spar- un dD arte hns faffe n Mangel an Freiheit Ihnen und uns mit wechseln- bet, bte. auch heute noch, mcht alleln m Deustchla . ö, Tonstärke immer und immer wieder zum Vorsängern m aller Welt verbreitet und vorb.ldttch ^dM, sich einer geistigen und publizistischen ^'Raiffeisen hie» an. einem, auch heute noch.be- Freiheit erfreuten Sie st^n mMi^m Dienst e währten Grundsatz fest: Beschränkung des Vereins- e5 nun jüdische, freimaurerische, international- warem tz-r geheimem (oriwn einer j$r offenen lchränkung des Gewinnanteils sowie Ansammlung Sie (IWn^m9.^ 3.J) ift £ienft eines unteilbaren Vekeinsvermogens und ehren- ' :mmcr wiederholende amtlich- Verwaltung. Schon zu Lebzeiten Raiff- der Na an, stch mme$ eilens wurde den Spar- und Darlehenskassen d ° s PN ich t - r f u l Un 9 °® e Iu n 8» = Warengeschäft angegttÄert, um den Mttgtte- ° i h e i t des deutschen Volkes. Wenn dern einmal in der Verwertung ihrer Erzeugniss I DOn e,ner gewissen Auslandspresse der na- behilflich zu sein und auch den Bezug preiswerter j^^alsozialistischen' deutschen Presse entgegengehal- Bedarfsartikel, wie Düngemittel, Saatgut usw. zu daß sie, da sie in einem autoritären ermöglichen. Wa Staate wirke, sich die Gesetze des Wohlverhaltens Von den heute in derWelt. ^00 ool» und der politischen Anständigkeit auferlegen müsse, 18 000 den Hauptanteil ausmachen. Im Laufe der — ~ Jahrzehnte haben sich die verschiedensten Arten von ländlichen Genossenschaften her ausgebildet, so die Bezugs- und Absatzgenossenschaften, die Molkereigenossenschaften, die Obst-, Gemüse- und Kartoffel- venvertungsgenossenschaften, die Viehverwertungsgenossenschaften, die Eierverw^rtungsgenossenschaf- (en, die Winzergenossenschaften und sonstige Betriebsgenossenschaften. Sie alle haben bereits dem deutschen Bauern, insbesondere in schweren Jahren, unschätzbare Dienste geleistet; sie haben jid) aber tauch im Dritten Reich besonders bewähren können. Auf allen Gebieten der nationalsozialistt- scheu. Gesetzgebung haben sie fördernd mitgewirkt, die erlassenen Gesetze, Vorschriften, Anordnungen Ufro. durchzuführen. chen Winzer um Den erfolg einer muyevouen ua- Jhre Tätigkeit sei auf den wichtigsten Gebieten I beit gebracht, wenn sich nicht die Win zerg e n o s - kurz angeführt: Die Erzeugungsschlacht sen!chaften mit ihren ^lnrichtungen hatten wurde durch die Errichtung von Flachsrösten maßgeblich einschatten können. Diese wenigen Bel- wesentlich unterstützt; der Flachsanbau war bis zum spiele mögen die Bedeutung des ländlichen Genossen- Jahre 1932 bekanntlich auf etwa 4000 Hektar zu- schaftswesens für die heutige Zett Herausstellen, MWAsWZ Meendgit«igeErMlMgi»erGeimdeernieiy37 Fe^nVg’u n g s =^u n d Beizanlagen konnten I Besonderer Erfolg der Erzeugungsschlacht bei Futtergetreide, rund 50 v. H. des gesamten für die Landwirtschaft . . erforderlichen Saatgutes bereitstellen. Rund 3000 ZdR. Die soeben vom Statlstl s ch e n R e l ch s genossenschaftliche Kartoffeldämpfkolon- amt veröffentlichte endgültige Ermittlung des Er- N e n schlitzten einen erheblichen Teil der Rekorükar- gebnisses der Getreideernte 1937 zeigt wieder em- tosselernte des Jahres 1937 vor dem Verderb und mal eindringlich, daß es "'rklich erst mehrere lieferten dem Bauern zugleich ein gutes, eiweiß- Monate nach Einbringung der Ernte möglich reiches Futter. Beim Reichserbhofgefetz Hal- ist. das Erntergcbnis endgültig S“ b°urte,lem Be fen die Kreditgenossenschaften durch kurz- und mit- der Ernte 1936 war die erste Ernteschatzung imi faft telsristige P e r s o n a l k r e d i t e dem Bauern zur 2 Mill. Tonnen großer als das endgültige Ernte Durchführung seiner Aufgaben, da die anderen ergebnis. In diesem Jahr wurde die Getreideernte Bankinstitut- auf Grund ihrer Bestimmungen nur von den Berichterstattern v° n Mo na t zu Mo Realkredite geben dursten, die wiederum durch das nat günstiger ^uFte'ltc:„7$e2?(3ul2tSerö'e|1siT”,5, Reichserbhofgesetz nicht statthaft waren. endgültige Ernteergebnis 1937 mit 2?,2 Mill Ton Ebenso gehört eine reibungslose Durchführung der ! nen um rund 1 Mill. To n n en übende r Marktordnung mit zu den Verdiensten ländlicher Genossenschaften. Die glatte Abwicklung der Getreideverwertung wurde durch ihr Vorhandensein wesentlich erleichtert, als im Jahre 1933 in kürzester Frist Getreidefe st preise eingeführt wurden, statt det freien Preise der liberalistischen Zeit, die an der Börse einst von jüdischen Schiebern festgesetzt wurden und den Bauern um den Lohn seiner Arbeit brachten. Gleichfalls war es durch das Vorhandensein von Molkereigenoisenschaf- Die Der Marschall des Fernen Ostens als „Antistalinist" verdächtigt. London, 10. März. (DNB. Funkspruch.) Stalin wütet unter seinen Mitarbeitern Aufschlußreiche Erklärungen des entflohenen Chefs des sowjetrussischen Militärspionagebüros. Trauerbeflaggung am Heldengedenktag Berlin, 9. Marz. (DBB.) Aus Anlaß des heldengedenklages fordert der Reichsminifter für Volksaufklärung und Propaganda die Bevölkerung auf, am Lottnlag, dem 13. März 1938, Trauerbeflaggung zu fetzen. ' Front. Die Verluste der Rationalen sollen autzer- ordenllich gering sein. Nationalspanien dankt für die Rettungsarbeit englischer Matrosen. London, 10. März. (DNB.) Der nationallpa- nische Hauptagent in London, Herzog von Alba, sprach am Mittwoch im englischen A u ß e n a m t vor, um ein Schreiben seiner Regierung zu überbringen, in dem diese der britischen Flotte für ihre R e ttu n g s a rb e it nach der Torpedierung des nationalspanischen Kreuzers „Ba- leares" ihren Dank ausspricht. chen habe man in der Sowjetpreffe bekanntgegeben, daß Slutzki „unerwartet" gestorben sei. Es sei jedoch völlig sicher, daß Slutzki entweder hinterrücks von den Leuten Jeschows ermordet wurde oder den Befehl erhielt, sich selbst das Leben zu nehmen. Gorki und Menschinfki habe Stalin selbst vergiftet. Stalin werde Rußland ins Unglück stürzen. Mehr als 75 v. H. der Leiter der Industrie- und Bergwerksunternehmungen seien verhaftet werden. Die befähigsten Offiziere der Armee feien in die Verbannung geschickt oder hin gerichtet worden, so daß heute die wichtigsten militärischen Po st en mit Analphabeten besetzt seien. Das russische Volk könne zwar die schwersten Leiden ertragen, eines Tages aber werde es doch das Blutbad des roten Diktators nicht weiter dulden. Wann kommt Mcher an die Reihe? Budapest, 9. März. (DNB.) Der „Uj Nernze- dek" veröffentlicht eine Unterredung mit dem kürzlich aus Sowjetrußland geflüchteten früheren Chef des sowjetrussischen Militärspionagebüros, Wladimir K r i w i-tz t i. Dieser betonte, er habe einwand- reie Angaben in der Hand, daß Kirow von Stalin selbst umgebracht worden sei. Sta- ün habe später seine Gegner des Mordes an Kirow angeklagt, um sich vor den Massen für die Hinrichtung Kirows zu decken. Stalin sei in der Irreführung der Massen sogar so weit gegangen, daß er nach Leningrad reiste, um persönlich die Untersuchung im Falle der Ermordung Kirows zu leiten. Als dann Jagoda die wahren Zusammenhänge des Mordes entdeckte, sei gegen ihn e i n Anschlag verübt worden, der jedoch fehlge- chlagen sei. Als Stalin auch Bucharin und Rykow „überflüssig und schädlich" empfand, habe er auch gegen sie die Anklage wegen des Mordes an Kirow erhoben. Auf Anordnung Stalins seien Rykow und Bucharin vor den Zentralausschuß der Kommunistischen Partei gerufen morgen,. Er selbst, Kriwitzki, erinnere sich, daß damals schon die beiden Angeklagten in einem unbeschreiblichen Rervenzu stgnd vor dem grünen Tisch erschienen, hinter dem Stalin thronte. Bucharin habe mit Tränen in den Augen und gebrochener Stimme erklärt, daß er niemals irgendeine Rolle bei der Ermordung Kirows gespielt habe. Stalin sei unbeugsam geblieben. „Dies ist keine eines Revolutionärs würdige Verteidigung", habe Stalin erklärt, „bring mir Beweise, dann werde ich dir glauben. Für die Beschaffung der Beweise ist das Gefängnis, der beste Platz. Du bleibst solange dort, bis du die Beweise beschafft hast." Zwei Monate später habe Jeschow die Verhaftung Jagodas angeordnet. . Gleichzeitig seien sämtliche höheren Beamte der GPU., die unter Jagoda arbeiteten, „liquidiert" worden. Rur Slutzki, der Ehef der europäischen GPU., sei begnadigt worden, da die gesamte ausländische GPU.-Organisation in seiner Hand lag. Später habe sich jedoch auch sein Schicksale erfüllt. Vor zwei Wo- Die lehien Angeklagten im Verhör Der siebente Tag der Moskauer Zustizkomödie. Salamanca, 10. März. (DRV. Funkspruch.) Die der Heeresbericht mitteilt, durchbrachen die natiouatfpanischen Truppen an der Aragon- Front die feindlichen Linien in vier Abschnitten und überrannten alle bolschewistischen Stellungen einschließlich der Reservestellungen. Sie drangen bis zu einer Tiefe von acht Kilometer vor. Zahlreiche Ortschaften wurden beseht und viele Gefangene gemacht. Umfangreiches, noch nicht zu übersehendes Kriegsmaterial wurde erbeutet. Der Vormarsch dauert an. Die Frontberichterstatter des Hauptquartiers bestätigen in ihren Meldungen, daß die nationalen Truppen bereits am ersten Tage der Offensive die für drei Tage gesteckten militärischen Ziele erreicht haben. Der Angriff wurde am Mittwoch früh durch heftiges Geschühfeuer und Bombenabwürfe der nationalen Fliegerverbände auf die bolschewistischen Stellungen eröffnet. Um 10 Uhr hatten die Truppen des Generals Davila, der den Oberbefehl führt, bereits die wichtigsten Ziele e r r e i cstt. Die erstürmten Stellungen zählen zu den am stärksten befestigten an der ganzen In einer offiziösen Mitteilung erklärt die nationalspanische Regierung weiter, die Welt habe erneut einen Beweis für die unmenschliche Kriegsführung der Bolschewisten erhalten, die die Schiffbrüchigen mit Maschinengewehren einzeln abzuschießen versuchten, während die nationalen Matrosen z. B. bei der Versenkung des roten U-Bootes 96 durch den Zerstörer „Velasco" unter eigener Lebensgefahr den Gegner in Sicherheit brachten. allmächtigen Jagoda den Tod MenschiNskis durch Heilpräparate eigener Erfin^ düng beschleunigt haben, die er „Lysate" nennt und deren Wirkung er noch jetzt lebhaft verteidigt. Als letzter „Angeklagter" wird Maximow vernommen, dessen kurze Aussagen das „Verhör" der „Angeklagten" abschließen. Maximow behauptet, daß Jenukidse ihm 1932 die Stellung als Privatsekretär bei Kuibyschew vermittelt habe. Maximow will von Jenukidse und Jagoda den Auftrag erhalten haben, bei dem Anschlag auf Kuibyschew mitzuwirken, indem er das von den Aerzten vorgeschlagene falsche Heilverfahren bei dem Kranken unterstützte sowie jeweils bei den akuten Anfällen des Herzleidens Kuibyschews die ärztliche „Hilfe" hinauszögerte. Die nächste Sitzung, die bereits das „Plädoyer" des Staatsanwalts bringen dürfte, wird für Donnerstag erwartet. Danach dürsten die Anwälte der „Angeklagten" sprechen, am Freitag kann mit dem Schlußwort und mit der Verkündung des „Urteils" gerechnet werden. Aalionalspamsche Offensive an derAragon-Fronl Bereits am ersten Tage beachtliche Erfolge. letzte noch überlebende und zugleich auch mächtigste Säule Sowjetrußlands, Marschall Blücher, der die rote Fernost-Armee befehligt und über ein Gebiet regiert, das größer ist als China, scheint durch den Moskauer Schaupxozeß nun auch i n s Wanken zu geraten. Wie der „Daily Expreß" aus Warschau berichtet, hat die GPU. das Hauptquartier Blüchers in Cbaßarowsk vergangene Woche durchsucht, eine Änzahl Dokumente beschlagnahmt und einsn engen Freund des Marschalls, Wareikis, verhaftet. Wareikis, der Sekretär der kommunistischen Partei für den Fernen Osten war, werfe man vor, mit Rykow und Bucharin, die in dem augenblicklich spielenden Tbeater- Prozeß verwickelt sind, zugunsten fremder Mächte Spionage getrieben zu haben. In ganz Sowjetrußlond frage man sich, ob Blücher der nächste sein werde, der als „Antistalinist" abgeführt werde. Frankreichs Kurs in Aordafrika. Von unterem pp.Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, Februar 1938. Den Wert seiner nordafrikanischen Besitzungen hat Frankreich immer vorwiegend darin gesehen, daß diese Gebiete wie im Weltkriege tüchtige Soldaten liefern. Ausschließlich diesem Gesichtspunkt ist z. B. die Eisenbahnpolitik untergeordnet. Don Casablanca am Atlantischen Ozean nach Biserta nördlich von Tunis gehen die großen Linien, so daß die Truppen entweder von Casablanca nach Bordeaux, falls der Weg durchs Mittelmeer gefährdet ist, oder von den Mittelmeerhäfen nach Marseille geschafft werden können. Mit zuverlässigen Kolonialtruppen kann Frankreich aber nur rechnen, wenn es die Eingeborenen gut behandelt und diese sich wohl fühlen. Deswegen muß Frankreich in politischer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht alles tun, damit nie Unzufriedenschreiten der Grenzen von Algerien nach Tunis und von Algerien nach Marokko den Eindruck hätte, wie künstlich diese Grenzen seien und wie wenig sich die Natur und die Menschen unterscheiden. Bei der Bildung des Ausschusses wurde auch oft in der Presse bemerkt, daß nun ein entscheidender Schrit? im Interesse der einheitlichen Zusammenfassung des Kolonialreiches geschehen sei. Vieles deutet also darauf hin, daß Frankreich sich hier ein geschlossenes Imperium schaffen möchte, in das dann auch die anderen afrikanischen Besitzungen eingeschlossen würden, wobei der entscheidende Gesichtspunkt der der Erhöhung des militärischen Wertes dieser Kolonien ist. Cboulemvs trist vor ht> Kammer Paris, 9. März. (DNB.) In der innerpolitischen Entwicklung ist es auch am Mittwochabend noch zu keiner Entscheidung gekommen. Heber die Ausmaße des Ermächtigungsgesetzes erfährt man aus radikalsozialen Kreisen, daß die Altersversorgung für die Arbeiter nur oufgeschoben werden soll, lediglich aus finanziellen Gründen, und daß die Ausnahme von der 4 0 - St undenwoche sich nur auf die Rüstungsindustrie und auf zwei Ueberstun- Moskau, 9. März. (DNB.) Am Mittwoch ollen zunächst die Aussagen der übrigen „angeklagten" Aerzte das „Verbrechen" Jagodas vollends abrunden. Der Herzspezialist Professor P l e t n j o w behauptet,., daß Jagoda ihn 1934 gezwungen habe, sich an der Beseitigung Menschinskis und Gorkis zu beteiligen. Pletnjow läßt weiter erkennen, daß im Falle Gorkis und Kuibyschews von den behandelnden Aerzten sticht etwa Gifte oder unzulässige Medikamente angewendet worden seien, andern ein falsches, in den einzelnen Fällen „unpassendes" Heilverfahren. Als Pletnjow von seiner „40jährigen fleckenlosen medizinischen Tätigkeit" spricht, erinnert ihn der Staatsanwalt an eine Skandalgeschichte. Pletnjow soll sich an einer Patientin vergangen haben. Pletnjow erklärt, er habe schon damals in einer geheimen Gerichtssitzung diesen Vorfall bestritten und halte auch jetzt daran fest. Der „Angeklagte" Kasakow, der eher den Eindruck eines Variete- und Zauberkünstlers erweckt als den eines Arztes, versucht, ganz in} Sinne des Staatsanwalts, Jagoda weiter zu bezichtigen. Er will aus „gemeiner Furcht" vor dem heit aufkommt. In den hetzten Jahren hat Frankreich aber in wirtschaftlicher Hinsicht vieles unterlassen, so daß seine Kolonien von der Krise weit schwerer betroffen wurden als andere Telle der Welt und nun schon seit Jahren vorwiegend sozial und wirtschaftlich bedingte Unruhen unentwegt aufeinander folgen, und die . schon sell längerem bestehenden Unabhängigkeitsbewegungen, wie die marokkanische Aktion, die algerische Volkspartei und der Destur in Tunis, immer mehr an Einfluß gewinnen, insbesondere unter der gebildeten Jugend Nordafrikas. Der Vizepräsident der kolonialen Kommission der Kammer faßte vor einiger Zeit sogar seine Betrachtungen über die französische Nordafrikapolitik in einem Artikel in der AM mit den Worten zusammen: „Nordafrika war jahrhundertelang eine wichtige Kornkammer des römischen Weltreiches. Nie dürfen mir zulassen, daß es heute unter der Oberherrschaft Frankreichs im Zeichen der Hungersnot, des wirtschaftlichen Elends und der politischen Aufstandsbewegung steht." Die letzten Unruhen haben die französische Regierung veranlaßt, eine neue Körperschaft zu bilden, 2ftn nordafrikanischen Ausschuß, der unter dem Vorsitz des früheren Ministerpräsidenten und führenden französischen Kolonialpolitikers Albert ©ar raut alle Bemühungen zur Bekämpfung der nordafrikanischen Schwierigkeiten und zur Schaffung ausreichender Lebensoerhältnisse einheillich zu- fammenfassen soll. Zu diesen Beratungen hat Sar- raut vor allem ten Gouverneur von Algerien Le Beau, den Generalresidenten von Tunis lönqerte Krisen. Das Geschwür müffe schnell geW werden. Der sozialdemokratische Parteworsitzende Leon Blum schreibt im „Populaire" spitz, . glaube nicht, daß die Stellungnahme der sozial« demokratischen Kammergruppe ‘für Ministerpräsident Chautemps eine Ueberraschung bedeutet habe. Die Ausführungen Blums lassen dabei die Verärgerung durchblicken, die man in dem sozialdemokratischen Lager darüber empfindet, daß Chautemps nicht schon gestern abend z u r ü ck g c t r e t c n ist, andern die 'Kammeraussprache abwarten will. Protest gegen die Gewährung der Staatsbürgerrechte an 200 000 algerische Eingeborene. Paris, 9. März. (DNB.) Die Zahl der aus Pro« test gegen den Gesetzentwurf über bie Gewährung der französischen Staatsange» börig Feit an 200000 Eingeborene zurückgetretenen Bürgermeister und Stadtverordneten Algeriens nimmt täglich zu. Bis Mittwoch vormittag hatten bereits 92 Bürgermeister und über 100 Stadtverordnete in den drei algerischen Departements hren Rücktritt erklärt. Unter den Zurückgetretenen ind besonders die Bürgermeister von Algier und Constantine zu nennen. Reichsaußenminiffer von Ribbentrop in London. London, 9. März. (DNB.) Der Reichsministev des Aeußeren von Ribbentrop traf mit feiner Frau am Mittwochnachmittag in London zu dem angekündigten Abschiedsbesuch ein. Der deutsche Geschäftsträger, Gesandter Woermann, hatte ich zu seiner Begrüßung in Dover eingefunden. In London wurde der Minister von den Mit« gliedern der deutschen Botschaft, dem Landes- gruppenleiter Karlowa unb zahlreichen Angehörigen der deutschen Kolonie am Bahnhof empfangen. U. a. hatte sich zur Begrüßung des Reichsaußen* ministers auch der österreichische Gesandte in London, Baron Franckenstein, am Bahnhof eingefunden. Am Nachmittag gaben Herr und Frau von Ribbentrop in der deutschen Botschaft einen Abschiedsemp fang für die Deutschen Londons, Oie Stärke der englischen Lustwaffe. London, 9. März. (DNB.) Der Unterstaats- ekretär im Luftfahrtministerium Muirhead gab im Interhaus die Stärke der englischen Luftwaffe bekannt. Am 1. März 1937 habe England über 25 Kampfgeschwader, 63 Bombengeschwader, zehn Geschwader, die mit der Armee zu* ammenzuarbeiten haben, 14 Aufklärungsgeschwader und vier Torpedobombengeschwader verfügt. Dazu kämen noch die 20 Geschwader der Luftwaffe der Flotte. Seit dem 1. März 1937 eien neu hinzugekommen : 5 Kampfgeschwader, 20 Bombengeschwader,- 5 Geschwader zur Zu- •'ammenarbeit mit der Armee und drei Aufklärungsgeschwader, eines davon aus Flugbooten bestehend. Die Anzahl der Flugzeuge wurde nicht genannt. Anfragen im Unterhaus. England hält seine Rechte auf die Pazifik- Inseln aufrecht. L o ndon, 9. März. (DNB.) An den Premierminister Chamberlain wurden im Unterhaus Anfragen wegen der Behauptungeil im Moskauer Schauprozeß gerichtet, daß der englische Geheimdienst eine unterirdische Tätigkeit gegen die Sowjetregierung entfaltet haben solle. Der Premierminister erklärte, er bezweifle, daß man diesen Behauptungen, die völlig unwahr seien, irgendwo außerhalb der Sowjetunion Glauben chenken werde. Keiner von denen, die in Moskau als im Dienste des britischen Geheimdienstes tehend genannt worden feien oder eine unterirdische Tätigkeit gegen, die Sowjetregierung aus- geübt haben sollen, fei im Diernst der britischen Regierung gewesen. Lady Muriel- Paget (die in dem Moskauer Schauprozeß genannt worden ist) habe nichts mit dem britk schen Geheimdienst zu tun. Jeder, der ihre Arbeit kenne, wisse, daß sie rein humanitärer Art fei. ' Chamberlain wurde weiter wegen der Tatsache befragt, daß die Vereinigten Staaten die Pazifik-Inseln Kanton und Enderbury unter ihre Souveränität genommen hätten. Chamberlain sagte, im vergangenen Jahre hätten dis Vereinigten Staaten die Gültigkeit des britischen Anspruchs auf die Inseln der Phönixgruppe bestritten, zu denen auch Kanton und Enderbury gehörten. Der britische Bot* schafter in Washington habe der amerikanischen Regierung mitgeteilt, daß seine Regierung die juri- stische Lage trotz der amerikanischen Landung auf der Kanton-Insel als unverändert ansehe. Diese Insel sei von der englischen Regierung am 5. August 1937 tatsächlich okkupiert worden: es herrsche jetzt dort ein Derwaltungsbe- amter. Die englische Regierung halte auch alle Rechte auf die Phonix-Gruppe aufrecht. Man wolle der amerikanischen Regierung Vorschläge unterbreiten, die hoffentlich eine Basis für eine beide Seiten befriedigende Rege« l u n g bilden werden. Keine überflüssigen Einmischungen. Lord Beaverbrook fordert britische Zurückhaltung in Mitteleuropa. London, 10. März. (DNB. Funkspruch.) Lord Beaverbrook, einer der drei großen englischen Zeitungsmagnaten, veröffentlicht im „Daily Expreß", mit 2,5 Millionen Exemplaren eine der größten Londoner Tageszeitungen, einen Artikel, in dem er sich zunächst energisch für eine Politik der Isolierung Englands einsetzt und gleichzeitig auf eine Verständigung mit Deutschland drängt. Beaverbrook erklärt, daß das englische Weltreich — selbst im Kriegsfall — völlig unabhängig von len Ereignissen int übrigen Europa fei. Verpflichtungen in Mitteleuropa z. B. könnten England nur lächerlich machen und ihm schaden. Jeglicher Plan aber, England durch überflüssige Einmischungen in - einen Krieg htneinzuziehen, müsse glatt zurück« , gewiesen werden. Zwischen Deutschland und i England stehe nur eine Frage, nämlich die der -1 früheren deutschen Kolonien» Hierüber aber G u i 11 o n und den Generalresidenten von Marokko ; General Nogues sowie maßgebliche Militärs, Beamte und Politiker hiiizugezogen. Die Ausgaben ; dieses Ausschusses hat Garraut dahin umschrieben, daß die Ordnung wiederhergestellt und gegen alle Agitatoren eingeschritten werden müßte. , Die Frage, wer die Unruhestifter sind, wird Sarraut kaum näher zu untersuchen brauchen, denn er hat sich darüber schon 1931 in seinem Buche über die Kolonictlpolitik ausgelassen. Wir lesen dort: „Das neue Unruhemoment ist der russische Bolschewismus, der mit einer geschickten Propaganda sich überall einnistet, in Asien und in Afrika, in der Türkei und in Japan, in Aegypten und in Marokko. In Afrika, ist die Politik des Bolschewismus nicht die ungeschickteste. Er agitiert unter den Eingeborenen mit dem Hauptschlagwort, daß die Kolonialbevölkerung durch den Imperialismus der Herrscher-Nation zu einem Sklavendasein herab- aewürdigt wurde." Sarraut erwähnt, wie er sich schon damals gegen diese Propaganda gewandt hat. Seitdem hat diese keineswegs an Bedeutung eingebüßt, sondern eher zugenommen. Wichtige Organisationen der Eingeborenen tragen einen stark kommunistischen Charakter, wie z. B. die oben erwähnte algerische Volkspartei, die nach der Auflösung des „Nordafrikanischen Stern" dessen Erbe antrat. Die Volksfrontregierungen Blum und Chautemps tarnen diesen kommunistischen Agitatoren sehr gelegen, denn diese von den Kommunisten abhängigen Regierungen können nicht so energisch einschreiten und liefern andererseits wichtiges Agitattonsmaterial. Die Wiederherstellung der Ordnung wäre verhältnismäßig einfach, wenn Sarraut die Absicht hätte, gegen diese kommuni- ftischen Unruhestifter vorzugehen, und wenn er als Mitglied der Volksfrontregierung diese Absicht verwirklichen könnte. Aber Wiederherstellung der Ordnung allein genügt nicht, sondern notwendig ist auch die Beseitigung der Ursachen dieser Aufstände. Sarraut scheint erkannt zu haben, daß die Fragen der Sanierung Afrikas vorwiegend wirtschaftliche sind. In den Vordergrund wird er dabei die Hebung der landwirtschaftlichen ' (Erträge und die Besserung der Wohnverhältnisse in den im amerikanischen Tempo aufgeschossenen Städten sowohl wie auf dem Lande stellen. Wichttg ist aber vor allem die Frage, ob Frankreich mit . der Bildung dieses Ausschusses vielleicht auch die Schaffung eines einheitlichen nord- afrikanischen Kolonialreiches anstrebt. Ein Teil der nordafrikanischen Schwierigkeiten ist z. B. daraus zurückzufübren, daß die verwaltungsmäßige und politische Organisation der drei Gebiete Höch st unterschiedlich ist. Algerien ist eine in drei Departements aufgeteilte französische Provinz, die dem Innenministerium unterstellt ist. An der Spitze von Tunis und Marokko stehen dagegen die bärtigen souveränen Fürsten, so daß es sich nur um Protektorate handelt, die vom Auswärtigen Amt kontrolliert werden. In der Begründung der Gesetzesvorlage über die Bildung des neuen Ausschusses wird nun auffallend stark unterstrichen, daß die Souveränität der Fürsten von Marokko und Tunis und die mit diesen geschlossenen Verträge durch diesen Ausschuß nicht berührt werden und daß es nicht die Absicht der Regierung sei, aus diesen drei Gebieten ein einheitliches zu machen. Ferner ist bemerkenswert, wie neuerdings in den Berichten der französischen Presse über Nordafrika ausführlich bargelegt wird, baß man beim Ueber- den in der Woche, die mit einem um 25 v. H. höheren Lohn bezahlt werden sollen, beschränken würden. Ministerpräsident Chautemps kündigte an, daß die Regierung beschlossen habe, am Donnerstaqvor- mittag v o r die Kammer zu treten. Im Kabinettsrat stritten zwei Hauptmeinungen heftig gegeneinander. Ein Teil der Minister sprach sich für den sofortigen Rücktritt der Regierung noch am Mittwochabend aus, der andere Teil dagegen wollte die Kammeräussprache abwarten. Nach vielem Hin unb Her setzte sich schließlich der Standpunkt Chautemps durch und die Regierung beschloß, sich der Kammer zu stellen. Chautemps will hier eine Erklärung über die Gründe geben, bie ihn zur Beantragung bes Ermächtigungsgesetzes veranlaßt haben. So- zialbemotraten unb Kommunisten werben also gezwungen werden, ihre ablehnende Haltung gegenüber der Regierungsforberung auseinander zu setzen. „Epoque" sagt zu dem Beschluß des Kabinetts, die Kammeraussprache abzuwarten, das sei immerhin noch mehr wert als eine nächtliche Demission. Es besteht bie Aussicht, baß das Land wach gerüttelt werde unb bie dramatische Lage erkenne, in der es sich befinde. „Matin" erklärt, jetzt sei nicht der Zeitpunkt für politische Manöver und ver- solle man mit den Deutschen verhandeln und ernstlich versuchen, zu einem Abkommen zu gelangen. Das sei nicht nur eine Pflicht, das sei auch klug. Man solle endlich Schluß machen mit dieser einzigen Frage, die England' und das deutsche Volk trenne und dabei besonders in Rechnung ziehen, daß die Deutschen ihre Forderung in absolut rechtwäßiger Weise vorgebracht hätten. Regierungsumbildung müngarn B u d a p e st, 9. März. (DRV.) In der am Mittwochnachmittag abgehaltenen Ministerratssitzung vertrat Ministerpräsident D a r a n y i die Auffassung, die Regierung möge noch vor der Unterbreitung der Gesetzesentwürfe über die Durchführung des neuert Aufbauprogrammes von einer Milliärde Pengö dem Reichsoerweser ihre Demission anbieten. Da sich der Ministerrat einstimmig dieser Auffassung anschloß, begab sich Ministerpräsident Daranyi sofort zum Reichsverweser, der den Rücktritt des Kabinetts annahm und den Ministerpräsidenten Daranyi zum Ministerpräsidenten des neuen Kabinetts ernannte. In dem umgebildeten Kabinett haben Außenminister von Kanya, Honoedmini- ster Röder, Innenminister S z e l l, Unterrichtsminister Homan und Jndustrieminister Borne- m i s z a ihre Portefeuilles behalten. Neu eingetreten in die Regierung sind als Ackerbauminister der bisherige Staatssekretär im Ackerbauministerium Dr. F. Marschall; als Justizminister der bisherige Staatssekretär im Justizministerium M i - kecz; als Finanzminister der bisherige Präsident des Bodenkreditinstttutes Abgeordneter Remenyi- Schneller und als Minister dhne Portefeuille der Präsident der Nationalbank Jmredy. Zum Staatssekretär im Ackerbauministerium ist Abgeordneter Graf Michael Teleki und zum Staatssekretär im Justizministerium der Abgeordnete Martin Lanyi ernannt worden. Die Betreuung des Präsidenten der Nationaldank Jmredy als Minister ohne Portefeuille erfolgte zum Zweck einer einheitlichen Leitung der Wirtschaftspolitik des Landes. Die Deutschen in polen fordern Recht auf Arbeit. Die Entlassungen dauern auch nach der Miuderheitenerklärung fort. W a r s ch a u, 9. März. (DNB.) Die Arbeitslosigkeit unter den Deutschen in Polen behandelte der deutsche Senator Wiesner im Senat. Er wies darauf hin, daß während der 15 Jahre, in denen Schlesien unter dem Schutz der Genfer Konvention gestanden habe, die deutschen Arbeiter und Angestellten systematisch entlassen worden seien und daß dieser Prozeß auch nachAblauf derKonvention andauere. Leider habe- an dieser Tatsache auch die Min° derheitenerklärung vom 5. November nichts geändert. Obwohl im Jahre 1937 die Zahl der beschäftigten Bergarbeiter in Ostoberschlesien von 44 500 auf 53 600 und die in der Eisen- und Hüttenindustrie von 23 400 auf 26 600 gesti e° gen sei, also Tausende von Arbeitern neu einge(teilt worden seien, hcche man gleichzeitig Hunderte von deutschen Arbeitern entlassen. Diese Entlassungen dauerten auch nach den TNinderheitenerklärungen an, obwohl darin ausdrücklich betont werde, daß jeder das Recht auf feinen Arbeitsplatz besitze und daß niemandem aus seinem Bekenntnis zu seinem Deutschtum ein Schaden erwachsen dürfe. Bei den entlassenen Deutschen handele es sich nicht nur um bewährte Facharbeiter, sondern auch in vielen Fällen um Familienväter von sechs, sieben, acht, ja sogar zehn Kindern. Daß einzig und allein ihr Bekenntnis zum Deutschtum Grund für die Entlassung sei, gehe aus der Tatsache hervor, daß einzelne von ihnen durch Mittelsmänner aufgefordert worden seien, ihre Kinder aus der deutschen Schule zu nehmen,andernfalls sieihre Arbeit verlieren wurden. Wo man dieser Aufforderung nicht Folge geleistet habe, sei nach kurzer Zeit die Entlassung erfolgt. 7 2 v. H. der Mitglieder der Gewerkschaft deutscher Arbeiter, die 12 000 Mitglieder habe, seien heute arbeitslos, und in anderen deutschen Organisationen reiche der Hundertsatz sogar an 80 heran. In den Jahren 1934 bis 1937 seien insgesamt 1248 Mitglieder der Gewerkschaft deutscher Angestellten entlassen worden. Völlig trostlos sei es um die schulentlassene deutsche Jugend bestellt, die keine Lehrstellen bekommen könne, einfach weil sie eine deutsche Schule besucht hätte. Heute gebe es etwa 14 000 bis 16 000 deutsche Jungen und Mädel hn Alter von 16 bis 18 Jahren, die feit ihrem Austritt aus der Schule keine systematische Arbeitsschulung erfahren haben. Man müsse sich der Gefahren, die sich aus Diesem Zustand ergäben, bewußt sein. Die deutsche Volksgruppe sei nicht gewillt, ruhig zuzusehen, wie ihre deutsche ' Jugend verkomme und verhungere und einer trostlosen Zukunft entgegengehe, sondern sie verlange von allen Stellen des Staates, daß nicht leere Versprechungen mehr gegeben würden, sondern daß g e - Holsen werde. Die Deutschen wollten kein Privileg und keine Sonderstellung, sondern nur das gleiche Recht auf Arbeit und Brot wie alle anderen Bewohner des Staates. Das Grenzzonengeseh. Mit dem die Lebensgrundlage des Deutschtums in Polen bedrohenden Grenzzonengesetzes beschäftigte sich der deutsche Senator Wiesner, Das Grenzzonengesetz fordert die Genehmigung des zuständigen Wojewoden beim Abschluß von Kauf-, Ueberlassungs- und Erbverträgen und enthält weiter Bestimmungen über die Ausweisung einzelner Personen aus dem Grenzgebiet. Aus der bisherigen Handhabung des Gesetzes, so führte Senator Wiesner u. a. aus, müsse die deutsche Bevölkerung den Schluß ziehen, daß nach Ansicht der maßgebenden Stellen des Staates ihr bloßes Vorhandensein in der Grenzzone die Sicherheit des Staates bedrohe. Namens der deutschen Bevölkerung, die seit Bestehen des polnischen Staates in mustergültiger Treue ihre Pflichten dem Staate gegenüber erfüllt habe und ein Element der Ruhe und Ordnung sei, legte Senator Wiesner gegen die Unterstellung der Staatsgefährlichkeit entschieden Protest ein und Norberte d i e Aufhebung der drückenden Bestimmungen des Grenzzonengesetzes. Gleichzelttg nannten bisherigen Kgl. rumänischen Gesandten in Berlin Comnen zur Verabschiedung. Für den Staatssekretär Comnen veranstalteten der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und Frau von Mackensen ein Abschiedsessen, an dem auch der Präsident des Geheimen Kabinettsrates und Freifrau o. Neurath sowie der Kgl. rumänische Geschäftsträger und Frau Brabetzianu teil» nahmen. Staatssekretär i. R. Wirklicher Geheimer Rat Dr. M ü g e l begeht seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Widerstand leisten! Appetitlosigkeit, Blutarmut, Schwäche und Müdigkeit lähmen die Widerstandskraft und machen empfänglich für Krankheiten. Schaffen Sie sich Spannkraft und frisches Aussehen durch das blutbildende Kräftigungsmittel B i o f e r r i n. Erhältlich in jeder Apotheke. Bioferrin leistet besonders Kindern vorzügliche Dienste. Z bX r A i BAYER le; XRV wies er auf die vom Kommunismus drohenden Gefahren hin, zu deren Abwehr alle moralischen und aufbauenden Kräfte des Staates stärker als bisher mobilisiert werden müßten. Senator H asb ach zeigte an Hand einer Reihe von Beispielen, wie wenig in die unteren Behörden der Geist der Minderheitenerklärung vom 5. November v. I. bisher eingedrungen ift Er wies auf die Pressezensur hin, die besonders streng der deutschen Presse in Ostoberschlesien gegenüber sei. Auf der anderen Seite sei eine schwer verständliche Hetze bestimmter polnischer Organe gegen die deutsche Volksgruppe festzustellen. Oie polnisch-italienischen Besprechungen. Rom, 10. März. (DNB.) lieber die polnisch- italienischen Besprechungen in Rom ist folgende amtliche Mitteilung ausgegeben worden: „Bei den wiederholten herAichen Unterredungen, die der Duce und Außenminister Graf Ciano in diesen Tagen mit dem polnischen Außenminister yberst Beck gehabt haben, sind die verschiedenen Probleme der allgemeinen Politik und jene Probleme, die die beiden Länder im besonderen angehen, freundschaftlich durchgesprochen worden. Mit beiderseitiger Genugtuung ist dabei die volle Uebereinstim- mung der Ansicht en der beiden Regierungen festgestellt worden. Es wurde vereinbart, daß der Aust a.u sch von Informationen und Ansichten auf dem normalen diplomatischen Wege fortgesetzt werden soll. Auch wurde der Vorsatz bekräftigt, das Werk aufrichtiger und herzlicher Zusammenarbeit zwischen Italien und Polen auf dem Boden der gemeinsamen Interessen und des gemeinsamen Willens für Ordnung und Frieden sowohl auf dem politischem wie auf dem wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet fortzufetzen und zu entwickeln." Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den zum Staatssekretär des Außenministeriums er- Anlaß überbrachte ihm Reichsjustizminister Dr. Gürtner ein Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers und sprach dem Jubilar die Glückwünsche der Reich sjuftizverwaltung aus. * König Georg VI. hat der Ernennung von Viscount H a i l sh a m zum Präsidenten des Geheimen Staatsrates als Nachfolger von Lord Halifax zugestimmt. Lord Hailfham war bisher Großkanzler. Zu feinem Nachfolger wurde Lord Maugham ernannt. An Stelle von Lord Halifax wird Lord Stanhope Führer des Oberhauses. Oer so. Todestag des Alten Kaisers. Ein Kranz des Führers im Eharlottenburger Mausoleum. Berlin, 9. März. (DNB.) Aus Anlaß des 50. Todestages Kaiser Wilhelms I., des Begründers des Zweiten Reiches, wurden im Charlottenburger Mausoleum, der letzten Ruhestätte Kaiser Wilhelms, zahlreiche Kränze niedergelegt. Die junge deutsche Wehrmacht gedachte des alten Kaisers in besonders würdevollem Rahmen. Um die Mittagsstunde marschierte eine Ehrenkompanie des Wachregiments mit Musik- und Spielmannszug auf. Am Eingang zur Gruft hielten Offiziere die Ehrenwache. Kurz nach 12 Uhr erschien Generaloberst von Brauchitsch in Begleitung von General der Artillerie Beck, General Fromm und General von Witzleben mit einem großen prachtvollen Kranz des Führers. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden begab sich Generaloberst von Brauchitsch mit seiner Begleitung zur Gruft und legte, dort in stillem Gedenken den Kranz des Führers nieder, der auf feiner Schleife die Worte: „Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht" trägt. Unser Bild zeigt Generaloberst von Brauchitsch beim Abschreiten der Ehrenkompanie vor dem Mausoleum. — (Scherl-M.) Gedenkstätten des Eisernen Kreuzes. Zur 125. Wiederkehr des Strftungstages am 10. März. Von Krederik Losephi, Neustrelitz. Am 10. März jährt sich zum 125. Male der Stiftungstag des Eisernen Kreuzes, der volkstümlichsten deutschen Kriegsauszeichnung. In Breslau, wo Preußens Erhebung 1813 mit der Bildung der freiwilligen Jägerkorps, der Stiftung des Eisernen Kreuzes und dem Erlaß des Aufrufs „An mein Volk" ihren Ausgang nahm, finden vom 10. bis 13. März Erinnerungsfeiern statt, die ihren Höhepunkt in einem Staatsakt in der Jahrhunderthalle finden. Durch den Aufruf „An mein Volk", den König Friedrich Wilhelm III. am 17. März 1813 von Breslau aus erließ und durch die gleichzeitige Bildung freiwilliger Jäger-Korps nahm vor 125 Jahren der Kampf gegen Napoleon feinen Anfang. Wie ein Mann eilte Deutschlands Jugend zu den Fahnen. Selbst ergraute Männer folgten dem Ruf des Herr-, fchers, der sich mit dem Zaren Alexander verbündete und nach der bald folgenden Kriegserklärung den französischen Truppen die ersten Niederlagen bereitete. Auch die Zivilbevölkerung begriff die Größe der Ereignisse und wurde von Begeisterung ersaßt. Geld, Juwelen, Metalle und sogar Frauenhaar wurden gestiftet, um mit dem Erlös zur Bildung der jungen Truppeneinheiten beizutragen. Besonders wirkte das Beispiel eines Stettiner Goldschmiedemeisters, der eiserne Trauringe anfertigte und diese gegen goldene eintauschte. Ein Jahrhundert ynd ein Jahr später erlebten wir Aelteren die gleiche Begeisterung: auch 1914 eilte alt und jung freiwillig zu den Waffen, wieder gaben deutsche Frauen und Männer chr Letztes her und wurden Trauringe und goldene Uhrketten gegen schllchte eiserne' Ringe und Ketten eingetauscht, die Sinnsprüche trugen wie „Gold gab ich für Eisen!" oder „Gold gab ich zur Wehr, Eisen nahm ich zur Ehr'!" - Dieser 1813 in das Volk getragene Gedanke bestimmte König Friedrich Wilhelm III. dazu, für militärische und zivile Verdienste in dem kommen- den Kriege eine Auszeichnung zu stiften, welche aus Eisen hergestellt war und die Form des Kreuzes tragen sollte. Zunächst mar es, unter den Rittern des Mittelalters, das christliche Kreuz, welches den fämpfenten Truppen vorangetragen wurde, ynd dem wir beispielsweise auf den Mänteln und Schild dden der Deutschordensritter und Templer wieder- begegnen. Der Maler und Architekt Karl Friedrich Schinkel gestaltete nach einer Skizze des Königs in Berlin das Kreuz in seiner seither gültigen Förm mit dem schmalen filberneh Rand. Die Königliche Eisengießerei in Gleiwitz war die Stätte, wo die ersten Muster hergestellt wurden, die die Billigung des Königs fanden. Längst wurde diese von Friedrich dem Großen begründete Gießerei zu einem großen modernen Werk, das heute noch im Besitze des Staates ist. Aber die alte Kunstgießerei hat in einigen Werkstätten ihr altes' Aussehen gewahrt. Am 10. März 1813 erließ König Friedrich III. im Schloß zu Breslau jene denkwürdige Stiftungsurkunde, in der das Eiserne Kreuz in zwei Klassen und einem Großkreuz zur Verleihung für Verdienste im Kriege bestimmt wurde. Während die erste Klasse nicht ohne die zweite vergeben G -K WH Wy^" ' -x '•V | I / 4f| 1 Bereits wenige Wochen nach der Stiftung wurde der Orden zum ersten Male verliehen, und zwar dem Major v. Bürcke für seine Tapferkeit in dem Gefecht bei Lüneburg, wo am 2. April 1813 stärkere Einheiten der Franzosen geschlagen wurden. (Scherl-Bilderdiervst-M.) werden sollte, erhielt das Großkreuz ausschließlich „für eine gewonnene entscheidende Schlacht, nach welcher der Feind seine Position verlassen muß, desgleichen für die Wegnahme einer bedeutenden Festung oder für die anhaltende Verteidigung einer Festung, die nicht in feindliche Hände fällt, der Kommandirende". Wie sparsam gerade mit dem Großkreuz umgegangen wurde, beweist die Zahl der Verleihungen. Im Laufe des Befreiungskrieges wurde es fünfmal vergeben, im deutfch-französischen Krieg siebenmal, und im Weltkrieg trugen es außer dem Kaiser nur Hindenburg, Ludendorff, Mackensen und Leopold do n Bayern. Breslau ist also jene Stätte, die zu der Stiftung des Eisernen Kreuzes besonders enge Verbindungen hat. Hier keimte der Gedanke der Stiftung, hier wurde die Urkunde vom König unterzeichnet. Glei» witz aber, dessen Gießerei damals auch die Munition für das preußische Heer lieferte, ist der Ort, an dem die Eisernen Kreuze entstanden. In Berlin, der Hauptstadt Preußens, wurde am 19. Juli 1870 die Stiftung des Kreuzes von König Wilhelm!. erneuert, als nach der Zusammenkunft in Ems dem Gesandten Benedetti die Pässe zugestellt wurden und die Kriegserklärung erfolgte. Ebenso trägt die Urkunde, mit der Kaiser Wilhelm U. am 5. August 1914 das Kreuz auch für den bevorstehen, den Krieg erneuerte, neben der Unterschrift den Namen der Reichshguptstadt. Der dritte Ort, welcher zu der bekanntesten preußisch-deutschen Kriegsauszeichnung in engster Beziehung sieht, ist das landschaftlich schöngelegene Schloß Hohenzieritz, 12 Kklomet-r von der mecklenburgischen Landeshauptstadt Neusttelitz entfernt. Hier war am 19. Juli 1810 die Gemahlin König Friedrich Wilhelms III., die Strelitzer Prinzessin und spätere Königin Luise, verstorben. Daß der Herrscher den Orden zu ihrem Andenken stiftete, geht aus verschiedenen Anzeichen einwandfrei hervor. An ihrem 34. Geburtstage, am 10. März 1813 — drei Jahre nach ihrem Tode — wurde die Urkunde der Stiftung in Breslau unterzeichnet. Auf den Tag ein Jahr später — am 10. März 1814 — erhielt der zweite Sohn des Königs' und der Verstorbenen, Prinz Wilhelm, der nachmalige Deutsche Kaiser, das Eiserne Kreuz II. Klasse für fein tapferes Verhalten in dem Gefecht bei Bar für Aube. Und schließlich ließ, wie erst vor kurzem angestellte Nachforschungen einwandfrei ergaben, der König öas erfte Kreuz, das er getragen hatte, in Hohenzieritz einmauern. In dem Sockel eines Denkmals, das oben die Büste der Königin von Professor Albert Wolfs,'einem Schüler von Rauch, trägt, und das in der Stille des Schloßgartens unter einem offenen Tempel errichtet wurde. Auch ein Exemplar des 1814 für Verdienste preußischer Frauen gestifteten L u i f e n o r b e n s , der ebenfalls aus der Gleiwitzer Gießerei hervorging, und eine Urkunde, welche auf diese Tatsache hinweist, sind 1816 in dem Sockel eingeschlossen worden. In dieser Verbindung darf nicht unerwähnt bleiben, daß König Wilhelm 1870 bei Ausbruch des Krieges gegen Frankreich die Stiftung des Ordens am Todestage feiner Mutter erneuerte. Der Bruder der Königin, Prinz Carl von Mecklenburg-Sttelitz, der spätere Kommandeur des Gardekorps in Berlin, ließ schließlich das erste Modell eines Eisernen Kreuzes I. Klasse anfertigen, das zunächst aus kreuz- weis gewebter Bandfchleife bestand. Dieses Modell wurde Muster für die Orden in ihrer heutigen Form. Noch einige Kuriosa seien in diesem Zusammenhang der Vergessenheit entrissen! So ist wenig be- kannt, daß auch eine Frau das Kreuz für militärische Verdienste erhalten hat: die Kriegsfreiwillige Auguste Friederike K rüger, die 1813 unter dem Namen Lübeck in das 9. Regiment eintrat und sogar zum Unteroffizier befördert wurde. Für das Gefecht bei Laon erhielt sie 1814 die zweite Klasse des EK. am schwarz-weißen Bande. Auf dem stillen Friedhof des kurmärkischen Städtchens Templin findet man ihr Grab. Für Blücher, der bereits Inhaber aller Kriegsauszeichnungen war, wurde nach der Schlacht voll Belle Alliance ein besonderer Orden angefertigt, Es war ein auf goldenem Stern aufgelegtes Eifer« nes Kreuz, das unter dem Namen „Blücher- ftern" in die Geschichte eingegangen ist. Nur ein« mol wurde es in den 125 Jahren seither wieder? verliehen: im Frühjahr 1918 erhielt es der greitzl Generalseldmarschall von Hindenburg für dH Offensive im Westen. Auch er war bis dahin im Besitz jedes nur denkbaren Ordens für Verdienste im Kriege. Die Trageweise des Kreuzes ist gleichfalls im Laufe der Zeit einer Aenderung unterworfen worden. In der Stiftungsurkunde wird eine glatte , Vorderseite vorgeschrieben, während die Rückseite den Namenszug „FW“ mit der Krone, drei Eichenblätter und die Zahl 1813 enthielt. Da sich später niemand an diese Vorschrift hielt, sondern die verzierte Seite nach oben getragen wurde, erließ der Sohn des Stifters, Friedrich Wilhelm IV., 1838 Na. 34- TmmabsdS dm 10. Mär, 1813. €*. Mairstäl brr König habm mir Sr. Mairstär brm Kaiser aürr Rcußrn rtn Off- und Drfrnfiv-Bündnlß abgrschlossm. An Mein Volt. D» rocnla für Titln trturt QJoff al« für Demscht, btbarf (1 rtnc Ntchtnschaft, rna bit Ursachen brt Krieg« welcher lttzl b,ginnt Klar liegen fit dem unserblenderen evropa vor Augen. Wir erlagen unrer der Uedermachr Frankreich«. Der Frieden, der die Halste Tltv «r Unienhanen Mr «nrriß, gab an« feine Segnungen nicht; denn er schlug un« kiesen Wunden, al« selbst der Krieg. Da« Mark de« Lande« ward auegtfogtn, die Haupkfe- stungen blieben t>cm Feinde tefty. der Ackerbau ward gelähmr fo wie der sonst so hoch «edrachre Kunstfieiß unserer (Stahlt DieFrelheir de« Handel« ward aedemmr, und dadurch die Quelle brt Erwirb« und brt Wohlstand« verstvvst. Da« Land warb ein Kaub der Derannung. Durch bi« strengste Erfüllung elngegangener Derblndllchkeiren bo#i« Ich Meinem Dalke Erleichierung |u bereiien und den stanjöfischen Kaiser endlich ,u übmeaatn, bafl « sein eigen« Donhest sey, Preußen seine Unabbängigkeir ,u lassen. Aber Meine rein, stw Abstchlen wurden durch Uebermukh und Treulosigkeit vereitelt, und nur >u deutlich fcfyn wir, daß brt Kaiser« Vertrage mehr noch wie seine Krieg« un« langsam verderben «w&ttn. Jetzt Ist da Augenblick gekommen, wo all« Täuschung üba unftm Zustand «ufbörc Brandenburger, Preußrn, Schlefier^ Pomman, kltchaua! Ihr wißt reo« Nr seit fast sieben Zahrrn erdulde« habt, Ihr wißt reo« euer traurige« Loo« ist, wenn «vir den beginnenden Kamps nicht ehrenvoll enden. Erinnert Euch an die Votjelt, an d«a großen Kurfürsten, den großen Friedrich. Bleidi eingedenk da Güt«, dl« unta ftnm unsere Vorfahren blutig akämpsten: Gewissen«srelhei«, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfieiß und Wissenschaft. Gedenkt de« großen Beisp>«>« unserer machtigeb D«rbund«ien dersKussen, gedenkt da Spania, da Porrugiesen. Selbst kielnae Völ- k« find für gleiche Güter gegen mächtigere Fand, In den Kampf gezogen und haben den S>«g errungen. Erinnert Euch an die heldenmükhigen Schweitzer und Niederländer. Große Dpfn waden von allen Standen gesordai werden: denn, unsa Beginnen Ist groß, und nicht gaing« die Zahl und die Mittel unsaa Feinde. Ihr werdek>n« likbn dringen, für da« Varaland, für Euren angedornen König, al« für einen fremden Herrscher, da wie fo viele Beispiel« lehren, Eure Sehne und Eure letzten Kräfte Zwecken widmen würde, die Euch ganz fremd find. Verrrauen auf ©ort, Au«- bauet Much, und der mächtige Beistand unserer Bundesgenossen, waden uosaen «blichen Anstrengungen siegreichen Lohn gewahren. Aber, welch« Opfer auch von Einzelnen geforden waden mögen, fit wiegen bit billigen Güler nicht auf, für die wir fi« hingeben, für di« wir streiten und siegen müssen, «penn wir nicht aufhören wollen, Preußen und Deutsche zu scyn. E« ist da letzte entscheidend« Kampf den wir bestehen für unser« Srifitnj, unser« Unabhängigkeit unfern Wohlstand; keinen andern Au«weg giebk rt, al« einen chrenvel- len Frieden odn einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet Ihr aerrvst entgegen gehen nm da Edre willen, weil ehrlo« der Preuße und da Deutsche nicht,u leben vermag. Allein wir dürfen mit Zuvafichl vertrauen: @on und unfer fester Willen waden unftrtr gaechten Sache b«n Sieg verleiben, mit ihm einen sicheren glorreiche«, Frieden und di« Wiederkehr einer glücklichen Zeit Bre«lau den 17. Mar, 181 j Friedrich Wilhelm. Drei Lahre Arbeitsausschüsse. Don Dr. Millrup, Leiter der Abteilung Arbeitsausschüsse im Amt „Soziale Selbstverantwortung" der OAF. dak— Arn 21. März sind es drei Jahre, seit durch eine Anordnung des Reichsorganisationsleiters die Arbeitsausschüsse ihre gesetzliche Grundlage erhielten. Als bis dahin organisatorisch wie arbeitsmäßig im Arbeitsleben noch nicht gekannte Organe haben die Arbeitsausschüsse sich in diesen drei Jahren langsam aber stetig unter Führung des Amtes „Soziale Selbstverantwortung" im Zentralbüro der Deutschen Arbeitsfront zu der heutigen Form entwickelt, die sie ihrem großen Aufgabengebiet entsprechend befähigt, an der Gestaltung und Befriedung des Arbeitslebens in vorderster Linie mitzuwirken. Tatsächlich ist denn auch der Einbruch der Arbeitsausschüsse in das gesamte Arbeitsleben so gewaltig, daß diese Organe heute schon nicht mehr wegzudeken sind, lieber 50 000 der einflußreichsten und erfahrensten Fachleute — Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder — arbeiten heute in 3637^ fachlich spezialisierten, über das ganze Reich verteilten Arbeitsausschüssen aller Wirtschaftszweige ehrenamtlich in selbstoerantwortlicher Einsatzbereitschaft zum Wohle aller von ihnen vertretenen Arbeitskameraden und der Gemeinschaft. Darüber hinaus sind sie aber auch die Pioniere hinsichtlich der Verwirklichung ihrer Vorschläge; alle von ihnen erarbeiteten Beratungsergebnisse und Empfehlungen werden auch in ihren Betrieben zuerst in die Tat umgesetzt. Darin aber liegt gerade die große Bedeutung der „Sozialen Selbstverantwortung". Die mannigfaltigsten Fragen und Probleme werden von den Arbeitsausschüssen angefaßt und einer Lösung zugeführt. Keine Frage des gesamten Arbeitslebens gibt es, die von ihnen nicht fachmännisch und gewissenhaft geprüft würde, möge es sich um den Inhalt der Tarif - und Betriebsordnungen handeln, mögen es Fragen allgemein sozialpolitischer Natur ober auch wirtschaftlicher 21 r t sein, wie sie besonders im Zusammenhang mit der Durch- fühpung des Vierjahresplanes auftreten. Sie alle bilden das weite Arbeitsfeld der Arbeitsausschüsse. Nur einige Beispiele mögen den erfolgreichen Einsatz der Arbeitsauschüsse allein im letzten Jahr anbeuten: 187 Tarifordnungsentwürfe und über 250 Ergänzungs- und Aenderungsanträge wurden dem Reichstreuhänder der Arbeit von den Arbeitsausschüssen zugeleitet und zu einem großen Teile bereits verwirklicht. — 307 Lehrwerk- Hätten und 88 Lehrecken wurden durch die Vorschläge und die tatkräftige Mitarbeit der Arbeitsausschußmitglieder errichtet und tragen so zur erforderlichen Ausbildung des Nachwuchses bei. — lieber 4000 Betriebe mit mehr als 150 000 weiblichen Gefolgschaftsmitgliedern zahlen bereits auf Empfehlung der Arbeitsausschüsse der werdenden Mutter bei Arbeitsniederlegung für die Mindest- bauer von 12 Wochen den Unterschiedsbetrag zwischen gesetzlicher Wochenhilfe und bisherigem Lohn. — 20 000 Betriebe mit weit über 200 000 männlichen Gefolgschaftsleuten übernehmen bereits bei Einberufung zu kurzfristigen Wehrmachtsübungen die Differenzzahlung zwischen dem gesetzlich gewährten Fürsorgesatz und Nettoverdienst, um so den Familien die bisherige Lebensweise zu erhalten und anderseits die Teilnahme an mehreren Hebungen auch den Lohnempfängern zu ermöglichen. — Die B ezahlung der Feiertage war eins der ersten Probleme, das von den Arbeitsausschüssen selbst in Angriff genommen wurde. Zahlreiche Betriebe aller Wirtschaftszweige kamen den Empfehlungen der Arbeitsausschüsse nach und bereiteten so bereits in selbstverantwortlicher Arbeit den Boden für die Anordnung des Ministerpräsidenten Göring vor, die auch der Arbeit der Arbeitsausschüsse den erfreulichen Abschluß gab. Diese kleine Auslese beweist bereits die fruchtbringende Arbeit der Arbeitsausschüsse. Die Tatsache allein, daß die verschiedensten arbeitspolitischen Probleme, die man in der Vergangenheit vernachlässigt oder falsch behandelt hatte, von den Arbeitsausschüssen beraten wurden, hat eine befruchtende Wirkung ausgelöst, indem sie manche Maßnahme und Regelung beeinflußt und gelenkt haben. Darüber hinaus aber liegt der besonders hohe Wert und Erfolg der Arbeitsausschüsse darin, daß sie d i e B e- triebsführer und Gefolgschaftsmitglieder einander nahegebracht und diese gelernt haben, Verständnis für die gegenseitige Lage aufzubringen. Auch in dieser Hinsicht haben die Arbeitsausschüsse ihren Zweck und ihre Aufgabe erfüllt. Groß ist das Arbeitsfeld der Arbeitsausschüsse und zahlreich sind die Aufgaben, die noch ihrer Lösung harren. Daß die Arbeitsausschüsse in der Lage sind, diese Fragen zu lösen, haben sie in den drei Jahren ihres kurzen Bestehens bereits bewiesen. Ein Traum endet im Museum. Rund 18 Monate sind es her, als eine Meldung aus Frankfurt am Main uns alle aufhorchen ließ: auf dem Flugplatz Rebstock war der erste Flug durch Menschen kraft gelungen. Die Diplomingenieure Haeßler und Vi11inger hatten ein Flugzeug erbaut, dessen Propeller durch Treten zweier Pedale in Bewegung und Umdrehung versetzt wurde. Beim ersten Start des Muskelkraft- Flugzeuges wurden 195 Meter in einer Flughöhe von einem Meter zurückgelegt. Im Jahre 1936 wurde, ebenfalls nahe Frankfurt a. M. eine Flugweite von 390 Meter, in Hamburg-Fuhlsbüttel eine Flugweite von 427 Meter, und am 4. Juli 1937 in Meiningen gar eine Flugweite von 712 Meter erreicht. Alles deutete also darauf hin, daß das Fahrrad der Lüfte" erfunden fei. Vor wenigen Tagen nun hat man das Muskelkraft-Flugzeug im Deutschen Luftfahrtmufeum in Berlin (am Lehrter Bahnhof) ausgestellt, wo es neben den Schöpfungen des Altmeisters der Fliegerei, Otto Lilienthal, und neben den Bildern von den Flugversuchen des „Schneiders von Ulm" von seinem kurzen Erdenglück für immer ausruhen kann. Der Traum des durch Menschenkraft bewegten Flugzeugs ist ausgeträumt. Wie kam es zu diesem Verzicht auf eine anfangs fo hoffnungsvolle Erfindung? Die einstmals aufgestellte Leistungskurve des Menschen, die genau 5 PS für kurzfristige Spitzenleistung und 4 PS für eine Zweiminutenleistung "betragen sollte, hatte sich nach den Messungen der Konstrukteure Haeßler und Dillinger als trügerisch erwiesen. Die tatsächliche Spitzenleistung eines Radrennfahrers beträgt nur 1,3 PS, die Zweiminutenleistung 0,6 PS- und eine Dauerleistung nur 0,5 PS. Mit diesen Leistungen der „menschlichen Pfetdekraft" konnte es aber niemals gelingen, wie die Konstrukteure des Muskelkraftslugzeuges errechneten, den von der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt am Main ausgesetzten Preis von 5000 Mark zu gewinnen, der demjenigen zufallen sollte, der mit eigener Muskelkraft einen Flug *um zwei 500 Meter voneinander entfernte Wendemarken aus ebenem Flugplatz durchführte. Es hatte sich also herausgestellt, daß der Körper des Menschen seine naturbedingten, mathematisch zu errechnenden Grenzen hat, über die hinaus feine Leistung mehx möglich ist. Nicht fo aber der Geist des Menschen! Die Grenzen des menschlichen Geistes erwiesen sich als weit höher. Das ist keine Anmaßung. Denn schon, daß der Geist des Menschen, hier in der Form nüchterner Ueberlegung, sich zu einem Verzicht auf den Urtraum der Menschen, mit eigener Kraft zu fliegen, entschließen konnte, beweist den Sieg des Geistes über den Körper des, Menschen. Den Erbauern des Muskelkraftslugzeuges ist es bestimmt nicht leicht geworden, ihre immerhin doch geglückte Erfindung als Museumsstück auszustellen. Indessen. bewiesen sie weit mehr Einsicht als alle jene Utopisten, die heute noch hartnäckig an die künstliche Gewinnung von Gold und an das Perpetuum mobile glauben, obgleich auch hier mit mathematischen und chemischen Formeln der Mißerfolg errechnet werden kann. Der Geist des Menschen hat aber noch in weit höherem Maße über den Körper des Menschen gesiegt, wenn wir uns die Erfolge der Segel- und Motorfliegerei vergegenwärtigen. Ganz sicher hätten die (Erbauer des Muskelkraftflugzeuges nicht ihr „es geht nicht" ausgesprochen, wenn sie nicht gewußt hätten, daß auf dem Wege der motorischen Kräfte ein „es geht!" schon längst gesiegt hatte. Nicht der Mensch ist ein Narr, der fliegen will, sondern der, der sich darauf eigensinnig versteift, nur mit der menschlichen Muskelkraft zu fliegen. Wir unternehmen ja auch heute außer aus sportlichen^ Gründen keine Fernreisen mehr mit dem Fahrrad, seitdem wir das Motorrad und den Motorwagen haben. Und wir sehen ein, daß es ein Fehlgriff ist, den Menschen dadurch zu erschöpfen, daß man von ihm übernutürlidje ^urpevkräfte zur Fortbewegung eines Flugzeuges verlangt. Um wieviel mehr kann der Mensch im Segel- oder Motorflugzeug leisten, wenn sein Körper nicht durch das Fliegen an sich beansprucht wird. So waren also die Ttauben an dem Frankfurter „Rebstock" nicht etwa zu sauer; vielmehr war es die Vernunft, die aussichtslosen Versuchen ein Ende bereitete. Weshalb denn auch das Muskelkraftflugzeug in der Deutschen Luftfahrtausstellunq nicht als Zeuge menschlichen Unvermögens sein Dasein fristet, sondern dartut, daß die Menschen klüger geworden sind, indem sie, wenn „es so nicht geht", andere Wege einschlagen, auf denen es dann doch „geht", Menschenträume und Menschenwünsche zu verwirklichen. ß. D. Aufruf „An mein Volk". — (Scherl-M.) eine zusätzliche Verordnung, in der diese überlieferte Trageweise sanktioniert wurde. Unter König Wilhelm und 1914 wurde gleich bei der Stiftung festgelegt, daß das „W" mit der Jahreszahl, dem Eichenlaub und der Krone nach außen zu tragen fei. Insgesamt ist das Kreuz in der Zeit der Befreiungskriege 635mal in der ersten und 15 470mal in der zweiten Klasse' verliehen worden. Im deutschfranzösischen Krieg erhielten 1319 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften die 1. Klasse, 43 242 die zweite am schwarz-weißen und 4002 Personen die am weiß-schwarzen Bande der Nichtkämpfer. Im Weltkrieg 1914/18 erfolgten rund 218 0 0 0 Verleihungen der ersten Klasse, rund 5 196 0 00 der zweiten am schwarz-weißen Bande und 13 000 an dem der Nichtkämpfer. Vgn Breslau aus ging der Ruf zur Stiftung aus, in Gleiwitz wurden die ersten Kreuze geschaffen und in dem kleinen Landschloß der Mecklenburger Seenplatte ruht das Kreuz des Königs. Heute aber begegnen wir ihm nicht nur an Uniformen und Ordensschnallen der Weltkriegsteilnehmer, sondern heute grüßt es uns in der Kriegsflagge des neuen Deutschland, in den Kommandowimpeln der Flotte und in der^ Fahne des Reichskriegerbundes „Kyffhäuser". Lebendig wie am Tage der Stiftung ist dieses schlichte, schwarze Kreuz mit silbernem Rande, Symbol der Tapferkeit und freudigen Hingabe an das Vaterland. Oie Befreiungskriege. Das Programm derGedenkfeier in Breslau. B r e s l a u, 9. Mörz. (DNB.) Die schlesische Landeshauptstadt begeht in dieser Woche die Erinnerung an die denkwürdigen Tage vor 125 Jahren. Die Wehrmacht gedenkt am Donnerstag in den historischen Räumen des Breslauer Schlosses der Stiftung des Eisernen Kreuzes durch Friedrich Wilhelm III., und am kommenden Sonntag begehen Staat und Partei das Gedenken an die 125. Wiederkehr des Tages der Unterzeichnung des Aufrufs „An mein Volk" in der Jahrhunderthalle. Zwei Ehrenkompanien geleiten die Traditionsfahnen der Wehrmacht vom Schloß zur Jahrhunderthalle, während ein SA.-Sturmbann die an der Feier teilnehmenden Fahnen der Bewegung durch die Stadt zur Jahrhunderthalle begleitet. Nach einem Orgelpräludium unö einer Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters Dr. Fridrichs führt die Schlesische Philharmonie und das Große Orchester des Reichssenders Breslau unter Leitung von Generalmusikdirektor Wüst das Allegretto und Finale aus der Symphonie A-dur von Ludwig van Beethoven auf. Hieran schließen sich die Ansprachen vom Reichs- kommissar, Gauleiter und. Oberpräsident, Staatsrat Joses Wagner und Reichsminister des Innern Dr. Frick. Abschlußprüfung an der BOM- Haushallungsschule Heiligenberg. NSG. Am Mittwochvormittag fand in Anwesenheit von Oberschulrat Großmann als Vertre- ter der Hessischen Landesregierung und Obergauführerin Else Riese die Jahresschlußprüfung der Haushaltungsschule des BDM.-Ober- g,a u e s 13 auf Schloß Heiligenberg statt. Nachdem die praktische Führung bereits in den letzten zwei Tagen vorausgegangen war, haben die 30 Schülerinnen des Ganzjahreskurses auch auf dem weltanschaulichen Gebiet, m Gesundheits- und Nahrungsmittellehre ihre. Prüfung bestanden. In einer Ausstellung gaben sie einen Heberblick über das handwerkliche Schaffen der Schule. Eine kleine Speisenübersicht war besonders auf die Forderungen des Vierjahresplanes abgestellt. Oberschulrat Großmann sowie die Obergauführerin sprachen ihre Anerkennung über die Leistungen der Schule aus und beglückwünschten die Mädel zum Erfolg des Schuljahres, der ihnen die Voraussetzungen für jedes hauswirtschaftliche oder pflegerische' Betätigungsfeld nach den Forderungen des Nationalsozialismus mitgab. Am kommenden Samstag verlassen 30 Jahresschülerinnen und 20 Halbjahresschülerinnen die Haushaltungsschule auf Heiligenberg. Der neue i^urs beginnt nach Ostern. Oie jugoslawische Außenpolitik Stojadinowitsch betont die herzliche Freundschaft mit Deutschland. Belgrad, 9. März. (DNB.) Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadinowitfch hielt in der Skupschtina eine Rede über die jugoslawische Außenpolitik. Jugoslawien vermeide, sich an irgendwelchen Blockbildungen zu beteiligen. Das Verhältnis zu Frankreich, die freundschaftlichen Beziehungen zu Großbritannien, wie die Zesammenarbeit im Rahmen der Kleinen Entente und des Balkanbundes wurden gestreift. Dann erklärte der Ministerpräsident: „Die Beziehungen mit dem Deutschen Reich haben sich immer mehr vertieft und belebt. Der Besuch, den im Mai vorigen Jahres der deutsche Reichsaußen mini st er in Belgrad abstattete, war ein Beweis der freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und unserem Königreich. Mein Aufenthalt in Deutschland im Januar dieses Jahres galt der Erwiderung dieses Besuches. Die begeisterte Begrüßung durch das ganz? deutsche VM galt zugleich unserem Land und Volk. Diese Kundgebungen waren vom Geist herzliches Freundschaftdurchwoben. All dies festigt^! unsere Ueberzeugung, daß die guten und freund, schaftlichen Beziehungen mit dem großen und auf- steigenden Deutschen Reich aus allen Gebieten bei vollkommener Achtung der beiderseitigen politischen Anschauungen sich noch weiter entwickeln können." Im Verhältnis zu Italien sind die bestehenden Mißverständnisse durch das Belgrader Abkommen vom 23. März 1937 bereinigt worden. Eine neue Periode in den Beziehungen zwischen den beiden Staaten habe begonnen. Jugoslawien werde sich nur um solche Probleme kümmern, die seine Interessen direkt berührten. Der 2lbgeordnete Luka Kostrentschitsch meinte, man müsse planmäßig an der Organisierung des Donauraumes arbeiten, um gesunde. Beziehungen mit dem Dritten Reich zu unterhalten, die gleichzeitig eine Festigung ganz Mitteleuropas herbeiführen würden. Der Genfer Entente müsse man die Frage stellen, ob sie sich selber treu geblieben sei. Jugoslawien hüte sich jedenfalls vor überspannten Hoffnungen, denn heute erwarte niemand mehr das Heil aus Genf. Man könne besonders nach den siingsten Ereignissen nur froh sein, daß Jugoslawien keinerlei Verbindung mit Mos - k a u unterhalte, das sich in einem Zustand schwerster Krise befinde. Die internationale Stellung Jugoslawiens sei ein Verdienst des Ministerpräsidenten Stojadinowitfch. Lebhafter Messeverkehr in Leipzig. Besonders gute Umsätze auf der Technischen Messe. Leipzig, 9. März (DNB.) Die von der Reichs« bahn eingelegten Gesellschaftszüge brachten namentlich aus Mitteldeutschland sehr viele neue Besuche^ nach Leipzig, so daß das Messebild fast dem am Eröffnungssonntag glich. Besonders auf der Technischen Messe und der Baumesse waren gutg Umsätze in Werk st offen und Werkzeug, m a s ch i n e n , elektrotechnischen und Textilmaschr, nen zu verzeichnen. Die Reichs möbel messe hat durchschnittlich die Vorjahresumsätze oerbefferit können. In Sportartikeln wurden Wasser.« Sportgeräte von Schweden, Sportbekleidung, voyj Holland und Wintetsportartikel von Polen aufgei geben, während der Binnenmarkt für Medizinbälle, Fechtgeräte, Sport- und Kletterschuhe interessierte Die Bedarfsdeckung in Stahl war normal, desgleichen in Edelmetallen, Uhren und Schmuck waren. Das Geschäft ist namentlich in Textil- und Ledererzeugnissen sehr! zufrieden. Lebhaftes Interesse gab es im Büro* bedarf. Für Galanteriewaren traten Südeuropa und der Balkan, aber auch Süd- und Mittelamerika als Besteller hervor. Auf der Textil- und Bekleidungsmesse sind namentlich die Ausstellerfirmen der Bekleidungsbranche mit dem Messeerfolg sehr zufrieden. Ebenso zufrieden waren ferner die Firmen der Strumpf- und Teppichindustrie. Kunft und Wissenschaft. Der Inseklenforscher Professor Adalbert Seih f. In Darmstadt ft a r b im Alter von 78 Jahren der Jnsektenforfcher Professor Dr. Adalbert Seitz. Der Gelehrte, der in seiner, Wissenschaft internationalen Ruf genoß, war in Mainz geboren, studierte Philosophie und Medizin und bereiste als junger Schiffsarzt die Tropen. Von 1893 bis 1908 leitete Professor Seitz den Frankfurter Zoologischen Garten; später war er nur noch auf seinem Spezialgebiet, der Schmetterlingsforschung, tätig, die er durch ein auf zahlreichen Reisen zusammengetragenes Material hervorragend bereicherte. Heidelberg feiert Hebbels 125. Geburtstag. Am 18. März jährt sich zum 125. Male der Geburtstag des großen deutschen Dramatikers Friedrich Hebbel. Aus diesem Anlaß veranstaltet Hei. beiberg, wo Hebbel 1836 als Student sein erstes Semester verbrachte, eine Hebbel-Woche vom 13. bis 20. März. Sie bringt außer einer Morgenfeier Aufführungen von „Maria Magdalena", von „Ge* noveva" und der „Nibelungen". Wetterbericht Während am Mittwoch in Nord- und Mitteldeutschland bereits Bewölkung stärkere Wärmezu* nähme verhinderte, wurden im Südwesten und Sü* den des Reiches bei sonnigem Wetter Temperaturen bis auf 20 Grad im Schatten erreicht. Inzwischen hat sich jedoch auch hier Tiefdruckeinfluß mit stärkerer Bewölkungszunahme eingestellt. Ausgiebige Niederschlagstätigkeit ist mit dieser Entwicklung vor* erst äber nicht verbunden, doch sind geringfügige Regenfälle wahrscheinlich. Aussichten für Freitag: Meist bewölkt! und zeitweise auch geringe Regenfälle, Tagestemperaturen bei etwa 10 Grad, westliche Winde. Lufttemperaturen am 9. März: mittags 16,8 Grad Celsius, abends 7,6 Grad; am 10. März: morgens 6,7 Grad. Maximum 16,8 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. März: abends 6,9 Grad; am 10. März: morgen? 5,5 Grad. — Sonnenscheindauer 7,5 Stunden. Hauptsch'riftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftletters: Ernst Blum* schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. SUPPE 2Te||er MAGGI5 l'Mürfäiaff'f. Nr. 58 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag.lv. März IYZ8 Aus der Stadt Gießen. Schrebergärtners Start! Vater Schulte zieht sich die Joppe an, setzt bedächtig die Pfeife in Brand und meint dann bedeutungsvoll zur Mutter, die gerade Kartoffeln schält: „Dann kann es also wieder mal losgehen" Mutter nickt eifrig" „Na, mach's gut. Und sieh auch nach den Stöcken in den Beerensträuchern, und vergiß nicht, die Laube ordentlich zu lüften." Nein, Vater Schulte wird nichts vergessen, darauf kann sie sich verlassen. Er geht vergnügt seines Weges und sinnt darüber nach, was sich in diesem Jahre mit dem Garten anstellen lassen wird. Der Schrebergarten ist für Schultes eine hochbedeutsame Sache. Es ist gar nicht auszudenken, wie es fein würde ohne diesen Garten. Er gehört zum Lebensbereich der Familie wie die Wohnung und wie das tägliche Schaffen im Betriebe. Und deshalb ist es ein frohes Ereignis, wenn das Frühjahr endlich wieder Gelegenheit gibt, den Garten aufzusuchen. Freilich, heute wird es noch nicht viel werden mit der Arbeit da draußen. Es ist auch mehr ein Jnspektionsgang, den Vater, Schulte unternimmt. Doch siehe da: von den Gartennachbarn sind auch schon einige lebhaft am Werke,'die Vater Schulte frohgemut begrüßen. Der Riegel des Gartentores ist vom Rost stark angefressen. Man wird ihn erneuern müssen. Und die Beete sehen mit ihren letzten-herbstlichen lieber« resten auch nicht gerade ordentlich aus. Da wird allerdings die Harke bald Wandel schaffen, und Vater Schulte geht zunächst einmal zur Laube, um die Harke zu holen. Es riecht muffig da drinnen, aber der frische Wind fegt durch Tür und Fenster hinein und vertreibt unnachsichtlich die Erinnerung an den Winter. Vater Schulte harkt unterdessen eifrig drauflos, und bald flackert ein lustiges Feuer- chen, das alle Restbestände qualmend verzehrt. Nach zwei Stunden sieht es schon akkurater in dem Garten aus, und Vater Schulte läßt seine Blicke befriedigt umherschweifen. Aber dann gleiten sie prüfend an der, Fahnenstange hoch. Die Stange könnte neue Farbe erhalten, und eigentlich wäre zu überlegen, ob man nicht auch die Laube wieder mal anstreichen sollte. Richtig, die Stöcke in den Beerensträuchern könnten auch Ersatz vertragen, Mutters Hinweis war wirklich angebracht. Aber für heute macht Vater Schulte Schluß. Für den Anfang war es genug. Er wischt sich den Schweiß von der Stirn und denkt an Den Augenblick, wenn hier draußen zum ersten Mals wieder Kaffee getrunken wird. Ein festlicher Tag wird es fein, und alle in der Familie werden Das Glück empfinden. Denn der Garten ist ein wichtiges Stück ihres Lebensinhaltes, sie hängen an ihm mit der gleichen Liebe wie der IBauer an feiner ererbten Scholle. Er ist ja i h r Fleckchen Erde, ihr kleines Stückchen Paradies, das ihnen inmitten der Stadt Erlösung gibt für jenes schöne Naturgefühl, das in uns allen tief versteckt schlummert. H. W. Sch. Wetterbericht Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Ich möcht so gern mit dir allein sein". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwischen den Eltern". — L. B. Volkstum und Heimat: 20 Uhr im Museum, Brandplatz 2, Führung durch die Töpferwarenschau. — Kriegerkameradschaft 1874: 20.30 Uhr: Jahreshauptappell. Keine unaufgeforderten Bewerbungen an die „Reichswerke Hermann Göring". DNB. Die Zahl der Bewerbungen von Angestellten bei den „Reichswerken Hermann Göring" hat sich derartig vergrößert, daß eine Einzelbeantwortung unmöglich ist. Unaufgefordert eingesandte Bewerbungen können daher in Zukunft nicht berücksichtigt werden. Mpapimrsaffimg der SA.-Gruppe Hessen. Aufruf des Gauleiters. NSG. Die am 12. und 13. März 1938 zur Durchführung kommende Altpapiererfassung der SA.- Gruppe Hessen findet meine vollste Unterstützung. Im Gau Hessen-Nassau kommen bei dieser Sammelaktion die Kreise Groß-Frankfurt, Main-Taunus, Ober-Taunus, Unter-Taunus, Limburg, Unterlahn, Oberlahn, Usingen, Wetzlar, Biedenkopf-Dillenburg, Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Alsfeld-Lauterbach, Büdingen • Schotten und Wetterau in Frage. Ich erwarte, daß jeder Partei- und Volksgenosse in diesen Kreisen den örtlichen Formationen der SA.-Gruppe Hessen die entsprechende Unterstützung bei dieser Aktion zuteil werden läßt. Jährlich gehen unzählige Werte durch Nichterfassung des Altpapiers der deutschen Wirtschaft verloren. Der zweite Vierjahresplan erfordert aber einen erhöhten Einsatz überall dort, wo Einsparungen an Rohstoffen möglich sind und dadurch wiederum Devisen der deutschen Wirtschaft erhalten bleiben können. Der Einsatz der SA. am 12. und 13. März trägt diesen Forderungen Rechnung und wird deshalb von jedem einsichtigen Volksgenossen begrüßt werden. Das Ergebnis dieser Gemeinschaftsarbeit wird gleichzeitig auch der schönste Dank dem SA.-Mann sein, der überall dort, wo er gerufen wird, zur Stelle ist, um der Volksgemeinschaft zu dienen. Gez.: Sprenger. Jeher muß dabei mithelfen! NSG. In Düsseldorf, unmittelbar am Rhein, liegt die größte Papierfabrik des Kontinents. Dort kann man erleben, wie aus zerlesenen Zeitungen und vergilbten Akten in wenigen Stunden Bogen von Packpapier in allen Farben entstehen. Dieses Werk erzeugt im Jahre 33 000 Tonnen Packpapier, d. h. täglich verlassen 11 Güterwagen voll Papier den Betrieb. 630 Gefolgschaftsmitglieder sorgen dä- für, daß diese Papiermassen hergestellt werden, 630 Menschen von rund 100 000, die in der gleichen Industrie in Deutschland, das mit 3,2 Millionen Tonnen jährlicher Papier- und Pappeerzeugung nach Amerika der größte Papiererzeuger der Welt ist, beschäftigt werden. Die wichtigsten Rohstoffe, die den 100 000 Volksgenossen Arbeit und Brot geben, sind Lumpen, Stroh, Holz und Altpapier. Wenn das erwähnte Werk in Düsseldorf 80 v. H. Altpapier als Rohstoff verwendet, so beweist das schlagend, welchen Wert Altpapier darstellt. Nun ist aber das bedauerliche, daß die Gesamtstatistik ein anderes Bild ergibt. Es zeigt nämlich, daß der Anteil des Altpapiers, der Lumpen und des Strohs als Rohstoffe für die Papiererzeugung vom Jahre 1880 bis 1927 auf ein Viertel' gesunken ist, während sich der Anteil des Hohes verachtfacht hat. Während im „reichen Amerika" 60 v. H. des erzeugten Papiers als Altpapier an die erzeugende Industrie zurückfließen, sind es in Deutschland nur rund 20 v. H. Ein Beispiel: Bei einer Papier- und Pappeerzeugung von etwa 2,9 Millionen Tonnen im Jahre 1936 betrug die Altpapieroerwertung nur 720 000 Tonnen; es sind demnach über 2 Millionen Tonnen oerlorengegangen. So bleibt als bedauert liche Tatsache, daß im Jahre 1936 für rund zwei Millionen Devisen aufgebracht werden mußten, um 40 000 Tonnen fehlendes Altpapier einzuführen. Deshalb geht die Mindestforderung zunächst dahin, die Altpapiererfassung zu verdoppeln. Was würde das bedeuten? Mr die Papierherstellung ist das Verhältnis einer Tonne Altpapier zu einem Raummeter Holz wie 1:3. Die zusätzlichen 700 000 Tonnen Altpapier würden demnach einer Einsparung von 2 100 000 Raummeter Holz entsprechen. Da dieses Holz aber eingeführt werden muß, würden hier etwa 20 Millionen Mark Devisen für andere Zwecke frei. Ein anderes Beispiel: Unsere Zigarettenindustrie verwendet jährlich etwa sechs Milliarden Zigarettenschachteln. Selbst wenn von diesen nur 50 v. H., also dxei Milliarden, gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt würden, bedeutete dies eine Rohstoffersparnis im Werte von 700 000 Mark. Warum ist dies nun alles nicht der Fall? Weil viele Volksgenossen nachlässig sind. Es wird noch nicht das rechte Verständnis zum gebrauchten Papier aufgebracht. Die meisten sprechen „Was liegt schon daran"! Wenn jemand einen Garten hat, in dem er Erbsen, Möhren und Bohnen zieht, wird er diese Gemüse sicher nicht von einem Dritten kaufen. Deutschland aber soll Jahr um Jahr Millionenbeträge für Holzschliff und Zellulose ausgeben, nur weil die 17 Millionen deutsche Haushalte zu bequem sind, das von ihnen gebrauchte Altpapier sorgfältig aufzuheben? Das muß anders werden und wird anders! Die Millionenwerte, die verloren gehen, fetzen sich aus kleinen und kleinsten Mengen zusammen. Jeder einzelne muß hier mithelfen und kleine Mengen Zusammentragen. Er muß zu diesen Dingen innerlich eine andere Einstellung bekommen. Hier kann er auf einem ganz kleinen Gebiet seinen Willen zum Nationalsozialismus in dje Tat umsetzen. Ihn an seine Pflichten zu erinnern, ihm Aufklärer und Helfer zu sein, das ist auch der Zweck, der von der SA. am Samstag, 12., und Sonntag, 13. März, durchzuführenden Prop'agandaaktion, bei der unsere SA.-Männer durch persönlichen Einsatz im Rahmen einer Altpapiersammlung gleichzeitig ihren Willen als Helfer und Diener der Idee des Führers in vorderster Linie zu stehen, wieder einmal beweisen werden. Jeder muß mithelfen! ZM.-Untergau 116, Gießen. Betr.: 6. Dinter-Wochenendschulung am 13.3. Die letzte Winter-Wochenendschulung findet am 13.3. statt, und es erscheinen zum letztenmal alle IM.-Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen, die Anwärterinnen, Geldverwalterinnen und Sport- wartinnen. Den Auftakt der Schulung gibt eine kurze Feierstunde anläßlich des Heldengedenktages. Schulungsort: Beginn: Gruppen: Gießen (DHI.) Heuchelheim Allendorf (Lda.) Großen-Buseck Grünberg Hungen Lich Holzheim 8% Uhr 1,2,3,4/116 8Vi Uhr 17, 18, 19/116 8% Uhr 5, 7, 8 (halb) /116 8% Uhr 6, 10/116 8% Uhr 8 (halb), 9/116 8% Uhr 11 (halb), 13/116 8% Uhr 11 (halb), 12/116 8% Uhr 14, 15, 16/116 Für die Werkarbeit ist mitzubringen: Schere, Lineal, Pelikanol, Schreibzeug, Farbkasten, Pinsel, Wasserfarben. Weiterhin: Liederbuch, Brotbeutelverpflegung, Becher, Turnzeug. Ende der Schulung zwischen 17 und 18 Uhr. MwVMWMWM ASG. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Thealervorflellung. Samstag, den 12. März 1938, 20 Uhr, KdF.-Miete Gruppe II (11. Vorstellung) zum letztenmal: „Die Boheme" Oper von Puccini. Karten sind erhältlich in der Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60. 1523D General Oollmann in Gießen. Heute vormittag traf der Kommandierende Ge- neral des IX. Armeekorps, General der Artillerie D o l l m a n n , in Gießen ein, um hier bei einer Kompanie des Infanterie-Regiments 116 eine Besichtigung der Rekruten vorzunehmen. Die Besichtigung fand auf dem Exerzierplatz statt. Um die Mittagszeit wird General D o l l m a n n den Standort Gießen wieder verlassen. Ein lieber Gast nimmlvon uns Abschied. NSG. Mit dem Einzug des Frühlings geht nun bald das Winterhilfswerk 1937/38, das das deutsche Volk sechs Monate lang in fester Schicksalsgemeinschaft zusammenstehen sah, seinem Ende zu. In dieser Zeit bewies das deutsche Volk wieder vor aller Welt, daß es geschlossen hinter dem Führer steht, wenn er zum Opfer für die bedürftigen Volksgenossen, zum Sozialismus der Tat aufruft. Am Sonntag will nup ein uns besonders bekannter und beliebter Bote des Winterhilfswerkes Abschied von uns nehmen. Der Eintopf meldet sich zum letzten Mal in allen deutschen Familien. An diesem Tag muß er uns in noch festerer Gemein- ßegen wüte Haut Allabendlich mit Nivea-Creme die Haut geschmeidig machen. Dann trotzt sie Wind und Wetter, ohne spröde zu werden. sckaft um die dampfende Schüssel versammelt sehen, als früher. Wir wollen ihm damit bekunden, daß er uns ein lieber Gast war. Und da es heißt, für lange Monate von ihm Abschied zu nehmen, wollen wir ihm einen.Beitrag geben, der größer ist, als der aller vergangenen Monate. Dem Ergebnis des Sonntags muß ein Erfolg beschieden fein, in dem sich die Einigkeit und enge Verbundenheit des deutschen Volkes klar und deutlich widerspiegelt. Wenn nun Herr Eintopf, der durch feine Anwesenheit zur , Stärkung ' der Einheit der Nation wesentlich beigetragen hat, von uns geht, so kann er gewiß sein, daß wir in den kommenden Monaten niemals die durch ihn erlebte Kameradschaft vergessen werden. Wir werden ihm treu bleiben, bis er im Winterhilfswerk 1938/39 wieder erscheint. jRuf ott alle Hausfrauen. NSG. Die Verordnung des Ministerpräsidenten Göring vom 15. Februar über das weibliche Pflichtjahr bedeutet für die deutschen Hausfrauen Hilfe und Unterstützung, zugleich aber auch Aufgabe und Pflicht. Es wird'der Hausfrau mit der öffentlichen Anerkennung ihrer hausfraulichen Leistung die Mitverantwortung für die gesamte weibliche Volkserziehung übertragen. Jetzt gilt es, dieses Vertrauen zu rechtfertigen? , Es ist Aufgabe der Hausfrauen, die jungen Mädchen, die jetzt für die haus- und landwirtschaftlick)e Arbeit bereit sind, aufzunehmen. Es ist Pflicht der Hausfrauen, diese jungen „Haushaltsrekruten" mütterlich zu erziehen und richtig anzuleiten, um in ihnen die Liebe und die Achtung für die Hausfrauenarbeit in Stadt und Land zu wecken. Es wird die Freude jeder einzelnen Hausfrau sein, diese eigens für sie geschaffene Möglichkeit nicht ungenutzt zu lassen, denn in ihrer Macht liegt es, jetzt wieder mehr Mädchen für öert* hauswirtschaftlichen Beruf zu gewinnen und sich selbst die fehlenden Hilfskräfte heranzubilden. Verstehendes Zusammenarbeiten der Hausfrau mit der Lernenden und der unbedingte Wille, einander zu helfen, werden die Grundlage für den Erfolg sein. Hausfrauen! Die Öffentlichkeit, die weibliche Jugend, unsere zukünftigen Hausfrauen und Mütter warten auf Euren geschlossenen Einsatz und Eure Bereitwilligkeit! Meldungen zur Aufnahme eines Mädchens nehmen die örtliche Abteilung Volkswirt- Eichendorfs und die Romantik. Zum 150. Geburtstage des Dichters am 10. März. „Alles wird romantisch, wenn es in die Ferne rückt; so wird alles in der Entfernung Poesie. Mit diesem Satz versucht Novalis jene Bewegung der zwanziger Jahre des 18. Jahrhunderts zu erklären, die er mit heraufgeführt und für die er selbst zuerst den Begriff „Romantik" geprägt hatte. Dieses Geistesrichtung fand aber in -ihrer Frühzeit keineswegs allgemeine Zustimmung, das Wort „Romantik" wurde bald im Gegensatz zur „Klassik" gebraucht, und ähnlich wie man damals „gotisch" häufig als eine mildere Form von barbarisch anwandte, so galt „romantisch" für unklar, schwärmerisch, verschwommen, krankhaft. Bis es Herder von der historischen Sicht her gelang, den Eigenwert der Romantik als einen bestimmten Zusammenhang nordisch-germanischer und südlich-romanischer Kultur dem „Antikischen" gegenüberzustellen. Tatsächlich war es für die Zeitgenossen schwierig, eine Entwicklung innerhalb der Literatur (die zudem auch bald in der Philosophie und in der Musik ihren Charakter bemerkbar machte) zu bestimmen, deren einzelne Vertreter untereinander wieder so unterschiedliche Regungen zeigten, daß mehr das Abweichen von den bisherigen Kunstgesetzen als ein klar erkennbarer Stil das Gemeinsame war. Erst als der „letzte Romantiker", der schlesische Freiherr Joseph Karl -Benedikt von Eichendorff (geboren auf Schloß Lubkowitz bei Ratibor) seine Lieder und Novellen den Deutschen^ geschenkt hatte, begriff man, daß diese „Richtung" eigentlich eine Gesinnung war, daß nicht ein äußeres formalistisches Programm, sondern die immanenten Wesens-Bindungen der Dichter die Substanz der Romantiker sichtbar machten. Denn tatsächlich stellen Eichendorffs Werke, wie Adolf Bavtels sagte, „sozusagen eine romantische Reinkultur dar, sie sind Quintessenz alles dessen/ was in der Romantik im engeren Sinne poetisch war". Und da dies alles bei ihm aus unbewußten Quellen strömt, ist er auch wirklich „letzter Romantiker"; insofern man — im Gegensatz zur späteren bewußten Manier der Neuromantiker — das Ahnende, Naive, unmittelbar aus der Harmonie von Natur- und Seelenstimmungen Wachsende als romantisch ansprechen will, das, was sich dem Intellekt zu entziehen sucht, „in die Feme rückt". Es ist — wenn man an Eichendorffs Leben denkt — wie ein natürliches Gesetz, daß gerade bei ihm unter den deutschen Dichtern seiner Zeit diese Zusammenfassung aller Elemente der Romantik möglich und ihr Charakter offensichtlich wurde. Eichendorffs Herkunft aus einem alten schlesischen Adelsgeschlecht bestimmte ihm schon jene verwilderten Parks mit alten Schlössern, die er später gern schilderte, zur kindheitlichen, heimatlichen Umwelt. Seine -4 »AM l|||* ■ ; - ■ (Scherl-Bilderdienst°M.) Studienzeit, vor allem die Jahre in Heidelberg, ließen den für Naturstimmungen von früh auf empfänglichen Sinn im Zauber des Neckartales reiche Erlebnisse finden. Zugleich bestimmte die Lektüre Arnims, besonders dessen Roman „Gräfin Dolores" die Tendenz seines jetzt entstehenden Erstlingswerkes „Ahnung und Gegenwart" nicht nur, sondern auch weiterhin seine ganze Lebenseinstellung mit. Als freiwilliger Jäger im Lützowschen Korps an den Freiheitskriegen teilnehmend, gewann er ein noch unmittelbareres Verhältnis zu den inneren Kräften und dem Eigenleben seines Volkstums, das damals mit der politischen Befreiung zugleich seine sittliche Regeneration erkämpfte. Schließlich im Staatsdienst in der Hauptstadt Preußens beamtet, kam Eichendorff auch noch äußerlich mit dem Kreis der Berliner Romantiker in Fühlung. Lernte er so jenes Lebensgefühl kennen, für das Natur- und Geisteswelt ineinander verwoben sind, so wurde ihm, der im Volkslied und der Märchenerzählung seine eigentlichen Vorbilder gefunden hatte, die im deutschen Wesen so eigenartig ausgeprägte Verknüpfung der nordischen und der christlichen Idee gewissermaßen zum Leitmotiv feines Schaffens. Bald in Hinneigung, bald in Abwehr belauscht er die dunklen Mächte der Erde, des Wassers, geisterhafter Nachtstunden wie im „M a r m o r b i l d", beseelt er die ganze Natur mit dämmernden, lockenden Gestalten: Nixen, Zauberinnen, Loreleyen — um sich am Ende immer davon loszureißen: „Du sollst mich doch nicht fangen, dust- schwüle Zaubernacht". Nun folgt er der Frische des Morgens, der Heiterkeit und Lebenskraft des Tages und zeichnet Bilder eines frommen, Gott in der lichten Schönheit der „weiten Welt" erkennenden Wachbewußtseins. So find in Eichendorff beide Sphären der Romantik in gegenseitiger Wechselwirkung, jene dunkle, die Justinus Kerner, später Hauff und E. T. A. Hoffmann bevorzugten und ebenso die helle, tagesstwhe, die bei U h - land oder Müller stets im Vordergrund steht. Das gibt Eichendorff für die ihm besondere Eigenart immer neue Möglichkeiten und Kontrastwirkungen. Auch in dem frischen, abenteuer- und wanderlustigen Zuge, mit dem er den „Taugenichts" oder — in verschiedenen Erzählungen — eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft von Edelfräulein, Komödianten, Studenten der alten nordischen Sehnsucht nach dem Süden folgen läßt, bestätigt Eichendorff sozusagen summarisch die Romantik eben als jenen bestimmten Zusammenklang nordisch-germanischer und südlich-romanischer Elemente, die Herder als das Kennzeichen der Romantik ansah. Die Motive kehren häufig wieder, es ist eine begrenzte Reihe solcher Motive, durch die man Eichendorff ohne weiteres erkennt wie etwa Mozart nach einigen Takten. Doch die Lockerheit der Darstellungsweise, die Auflösung von geheimnisvollen Schicksalsverknüpfungen, das Wechselspiel von Hell und Dunkel, macht auch diese Motive immer wieder lebendig, sie sehen uns jedesmal anders an. Im Grunde sind es die alten deutschen Märchenmotive: der Wald, die Quelle, seltsame Wasserwesen in Mondnächten. Nur daß Eichendorff sie etwas unmittelbarer in seine eigene Gegenwart rückt und daß er weiterhin diese ganze Märchenwelt — vom Klang des Jagdhorns begleitet — auf Wanderschaft schickt. Sie „ziehen" — ein ausgesprochen „romantisches" Wort — gleich Wolken und Strömen dahin. Das Kunstmittel, wenn man von einem solchen sprechen will, ist ein assoziativer „Mittelglieder auslassender, darum vorzüglich ftimmungshafter" Stil. „Kunst der Assoziationen", der klangreichen Aus- einanderreihung von Bildern, ist es 'ja, was man der Romantik nachrühmt. In diesem Stil, der von der Lyrik kommt, ist Eichendorfs auch in seiner Prosa Meister. Durch ihn ermöglicht er jene Lockerheit, die auch häufig wiederholte Motive nie eintönig wirken läßt. Diese lyrische „Kunst der Assoziationen" blüht in feinen Liedern. Es ist kein Wunder, daß gerade Eichendorffs Gedichte fast ebenso Volksgut wurden, wie es bis dahin jene alten Volkslieder gewesen, die Achim von Arnim in „Des Knaben Wunderhorn" gesammelt hat. Eichendorffs Gedichte sind nicht nur motivisch ähnlich im Volkstum verwurzelt, sie haben auch durch eine stärkere Betonung des Assoziativen als in der Romantik bisher, ihren nordischen Bestandteil verdeutlicht, jenes Runenhafte, Zeichen- und. Bildschaffende, das Rätsel aufgibt, dem Menschen, feiner sittlichen und seelischen Kraft, aber die Aufgabe stellt, sie zu löfen. Die Lieder Eichendorffs, die die Naturbeseelung, den Geheimnisreichtum der Natur verherrlichen, sie hatten aber auch gleich jenen Volksliedern eine beglückende .Sangbarkeit und wurden damit volkstümlich, Allgemeingut der Nation. Rudolf Adrian Dietrich. ___________________________ i Zeitschriften. — Die neue Nummer der „I11 u st r i r t e n Zeitung Leipzig" steht im Zeichen der deutschen Fastnacht; das farbige Titelbild sowie die ersten Seiten sind diesem Thema gewidmet. Eine Doppelseite betitelt sich „Chinesischer Bilderbogen" und ist besonders aktuell. Der folgende Beitrag führt uns zu den Eskimos Ostkanadas und Westgrönlands. Von den Bildberichten nennen wir „Degenfechten der ff", „Englands militärischer Schutz in Ueberfee", „Plattenbichel, ein Dorf wächst auf der Alm" und den völkerkundlichen Beitrag „Das Witwenheim von Poona". Hochschulnachrichten. In Berlin ist der bekannte Religionsphilosoph Professor D. Dr. Georg Runze, em. Ordinarius der Theologie an der Universität Berlin, im Alter von 87 Jahren gestorben. Runze hat über ein halbes Jahrhundert auf dem Berliner Lehrstuhl gewirkt und ein umfangreiches Schrifttum aus der theologischen Forschung und über religiöse Zeitsragen hinterlassen. Hitler-Zugen- auf Fahrt! Gebietsführer Brandt wird sprechen. schäft - Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerkes und die Berufsberatung des zuständigen Arbeitsamtes entgegen. Seinen schweren Verletzungen erlegen. Am Sonntag gegen 22.30 Uhr fand man in Wieseck (wie bereits berichtet) den Feldwebel R a ck o w vom Jnf.-Regt. 116 mit schweren Verletzungen auf der Straße liegend auf. Der bedauernswerte Mann mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo er am gestrigen Mittwochabend an einem schweren Schädellrruch leider verstorben ist. Die Ermittelungen der Gendarmerie konnten bisher noch keine Klarheit über die Ursache des Vorfalles erbringen; man vermutet jedoch einen Unglücksfall, der sich ohne Zeugen abgespielt hat. Da auch mit der Möglichkeit gerechnet wird, daß es sich um einen Verkehrsunf'all handelt, werden alle Personen, die von dem Vorgang etwas bemerkt haben, und die durch ihre Bekundungen zur Aufklärung beitragen können, dringend gebeten, ihre Wahrnehmungen der Gendarmeriestation Gießen (Kreisamt Gießen) umgehend zur Kenntnis zu bringen. Salzhering — einmal anders! Der Hering ist nicht nur bei uns, sondern auch bei andsern Völkern ein sehr wichtiges Nahrungsmittel. Nur sind uns andere Nationen, vornehmlich die Skandinavier, in der Zubereitung des Herings überlegen. In Deutschland hat man sich bisher wenig Mühe gegeben, aus diesem schmackhaften Fisch andere Gerichte als „Pellkartoffeln und Hering" zu machen/ 2m besten Falle finden wir hier und dort den „eingelegten Hering" oder den „Rollmops". Dann haben sich die Fertigkeiten vieler Hausfrauen schon erschöpft. Und doch läßt sich bei sachgemäßer Behandlung dieses Meeresbewohners eine Reihe von schönen Speisen Herstellen. Etwa Heringsklopse oder Heringsröllchen mit Tomaten, Heringskremsoße zu Aufläufen und Pellkartoffeln, Hering mit Sellerie und Kartoffeln gebacken, Heringshäckerle, Heringe mit Aepfeln, Heringspaste als Brotaufstrich, Heringssalat und manches andere mehr. Jedes Fischgeschäft gibt diese Rezepte ab, die man nur einmal ein paar Minuten zu studieren braucht, nach denen man sich aber auch richten muß. Sie sind das Ergebnis sorgfältiger Studien in der Küche. Man braucht wirklich nicht Stielaugen nach den Herrlichkeiten der „Schwedenplatte" zu machen. Wir haben den gleichen Hering bei uns. Er kostet nur wenige Pfennige, und einige Mühe macht aus ihm eine schöne Bereicherung der Mahlzeit. Also nicht immer die gleiche Zubereitung, wenn es Hering gibt, sondern auch einmal etwas anderes. Dann wird sich auch der an wertvollen Nähr- und Aufbaustoffen reiche Hering schon von selbst häufiger als bisher bei Tisch einstellen. Gießener Dochenmarktpreife. * G i e ß e n, 10. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse B 12, Wirsing, Vi kg 12 bis 14, Weißkraut 10, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, Vi kg 40 bis 45, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, H kg 12 bis 28 Pf., Suppenhühner 90 Pf. bis 1,20 Mark, Blumenkohl, das Stück 35 bis 50 Pf., Salat 10 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 20 Pf. e Von der Maul- und Klauenseuche frei. NSG. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Dortelweil (Kreis Friedberg) erloschen ist, wird das aus der Gemeinde und Gemarkung Dortelweil gebildete Sperrgebiet aufgelöst und zum Beobachtungsgebiet erklärt. Ferner ist im Kreis Friedberg die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Holzhausen erloschen. Gemeinde und Gemarkung Holzhäusen werden als Sperrgebiet aufgelöst und zum Beobachtungsgebiet be- 2n unzähligen uns bekannten und unbekannten Liedern, Gedichten und Beschreibungen wird das Sehnen nach der Ferne besungen und beschrieben. Denn es war von jeher der Wunsch jedes Deutschen, einmal aus seinen ;,oier Wänden" herauszukommen, um die Welt mit ihren Schönheiten ken- nenzulernen. Lange Zeit galt nur der etwas, der einmal außerhalb Deutschlands war. Aber wem dieses Glück nicht beschieden sein sollte, der wollte wenigstens das Meer sehen, oder'ihn zog es hin zu den Bergen, um sie zu erklettern und dort auf einem einsamen Gipfel mit seinen Gedanken allein zu sein. Dieses Streben ist nicht mehr aus den Herzen der Deutschen hinwegzudenken. So sind in diesem Zeitalter des Verkehrs, wo große Entfernungen in kürzester Zeit zurückgelegt werden können, auch den Fahrten der Hitler-Jugend feine Greifen gesetzt. Gerade die junge Generation muß ihr Vaterland kennenlernen. Sie muß sehen und hören, daß auch an der entferntesten Grenze des Reiches noch Deutsche wohnen, die die gleiche Die Gefolgschaft des I. Bataillons Infanterie- Regiment 116 und der zugeteilten Regiments-Einheiten veranstaltete gestern in Zusammenarbeit mit der NSG. „Kraft durch Freude" ein Werkskonzert, das in der Mittagsstunde aus der Sporthalle in der Bergkaserne durch den Frankfurter Rundfunksender übertragen wurde. Es dürfte in seiner Art das erste aus einem militärischen Betrieb gewesen sein. Der Regimentskommandeur, Oberst H e r r l e i n, hatte in liebenswürdiger Weise die Regimentsmusik des JR. 116 unter Leitung des Musikmeisters Wohlfarth zur Verfügung gestellt. Es wirkten ferner mit: das Gießener Handharmonika-Quartett unter Leitung von Musiklehrer Keil und der Ge- folgschaftschor unter Leitung von Musikunteroffizier Rouge. In Vertretung des zur Zeit durch die Truppeneinzelbesichtigungen verhinderten Regiments- und der Bataillons-Kommandeure sprach Major L y n ck e r, Chef der 13. Kompanie, einleitende Worte und verband damit die Begrüßung der etwa 300 bis 400 Gäste. Anschließend sprach Betriebsobmann Pg. Otto Volz über die Bedeutung dieses Werkskonzertes. Er hob hervor, daß es wohl das erstemal sei, daß Soldaten und Arbeiter und Angestellte beim Heer gemeinsam ihre Werkpause begingen. Es liege im Willen des Führers und Oberbefehlshaber des Heeres, wenn jeder Deutsche neue Kraft zur Lösung gegenwärtiger und zukünftiger Aufgaben aus Freude zur Arbeit gewinne. Der schneidige Parademarsch der 116er — der Alexandermarsch — eröffnete den Reigen der Darbietungen. Dann sang der Gefolgschaftschor das schneidige Soldatenlied: „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren". Nach der Ouvertüre „Frau Luna" von Paul Linke spielte die Regimentsmusik den Argonnermarsch, dessen bekannte Weisen jedem alten Soldaten Leben und Leiden im Argonuerwald in Erinnerung riefen. „Schwarzbraun ist die Haselnuß" hieß ein weiterer Musikvortrag der Kapelle, bei dem alle Kenner kräftig mitsangen. Ein Tanzwalzer „Fahr mich in die Feme, mein blonder Matrose" brachte die Stimmung auf den Höhe- stimmt. Die Orte Okarben und Ober-Erlen- bad) bleiben wie seither Beobachtüngsgebiet. * ** Freie Lehrer st elle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Allertshausen, Kreis Gießen. Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen das 27. Lebensjahr vollendet und die sonstigen nach dem Deutschen Beamtengesetz erforderlichen Voraussetzungen erfüllt haben. Sprache sprechen, wenn auch Sitten und Gebräuche verschieden sind. Die Jugend muß diesen Deutschen beweisen, daß wir irfi Innern des Reichs an sie denken und mit ihnen fühlen. Auch die -Deutschen jenseits der Grenzen werden dadurch in ihrem Hoffen bestärkt, später vielleicht wieder zum Vaterland gehören zu dürfen. Im Zuge dieser Gedanken und' Erziehungsaufgaben hat der Führer der Hessen-Nassauischen Hitler-Jugend, Gebietsführer Brandt, neben den Fahrten im Innern unseres Gaues, noch die Nordmark- und die Bayrische Ostmarkfahrten in seinen Fahrtenyrogramm vorgesehen. Den Eltern der E'e- ßener Hitlerjungen und Pimpfe wird er seine Pläne und deren Vorbereitungen am Samstag, 12. März, um 20.30 Uhr, im Rahmen einer Feierstunde der HI. im Cafe Leib schildern. Halten Sie sich diesen Abend frei! Die Parole heißt: „Am Samstag, 12. März, um 20.30 Uhr zur HI. ins Cafä Leib". Ed. punkt, da der Ansager zum Mitsingen und Schunkeln aufforderte, wovon ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. Dann gab das Handharmonika- Quartett seine Darbietungen zum besten. Ein Marschlied, ein Walzer und zum Abschluß noch einmal ein zackiger Marsch fanden reichen Beifall. Eine etwas ernstere Darbietung brachte der Gesangschor in dem Lied „Die alten Straßen noch", wobei Gefolgschaftsmitglied Petz old die Solopartien sang. Zu diesem Lied stimmungsvoll passend war. die nachfolgende Walzer-Rhapsodie Pußta- Legenden (Lindsay-Theimer), vorgetragen von der Regimentsmusik. Mit dem Trompetensolo „Schenkt man sich Rosen in Tirol" kam Unteroffizier D a tz wunderbar zu Gehör. Zum Schluß sang der Gefolgschaftschor ein lustig-bewegtes Lied „Das beherzte Schätzer!". Der 116er-Marsch von Krause und der Marsch des Infanterie-Regiments Keith bildeten den Abschluß der mustergültig verlaufenen Deranstaltunb- Reicher Beifall lohnte jede der einzelnen Darbietungen und 'galt als Dank für die aufgewendete Mühe der Vorbereitung und Ausführung. 50 von der NSV. betreute Volksgenossen nahmen als Gäste an der Veranstaltung teil. Sie alle waren sichtlich höchst erfreut von den Darbietungen. Im Anschluß an das Werkskonzert gedachte Major L y n ck e r im Auftrage des Führers des 50. Todestages des großen Kaisers Wilhelm I., dessen geniale Leistungen er besonders zu würdigen verstand.- Seine Ausführungen endeten mit eirfem „Sieg-Heil" auf den Führer und Oberbefehlshaber des Heeres, dem sich der Gesang der National- hy/nnen anschloß. Auf Anordnung des Kommandeurs des I./JR. 116, Major Wiese, bewirtete dann Stabszahlmeister Roth die 50 NSV.-Betreuten im Speisesaal des Unteroffizierheims des I./JR. 116 mit einem kräftigen Mittagessen. Die Gäste, merft ältere Volksgenossen, waren voll des Lobes über das Gebotene und werden diesen Tag gerne in Erinnerung behalten. Rg. Krastwagen-Zusammenstoß. D Lollar, 9. März. Heute um die Mittagsstunde ereignete sich inmitten unseres Ortes, in der scharfen Kurve an der Kirche, ein s chwerer Verkehrsunfall. Ein Lastkraftwagen der Firma Seibert (Wieseck), der von Gießen kam, stieß mit dem Personenwagen eines Lehrers aus Fronhausen zusammen. Beide Wagen mürben dabei beschädigt; insbesondere der Personenkraftwagen wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Insassen des Personenwagens, der Lehrer und seine Frau, erlitten glücklicherweise nur Hautab. schürfungen und wurden nach erster Hilfe durch einen Arzt nach Hause gebracht. Horst-Weffel-Gedenkfeier. gfs. Heuchelheim, 9. März. Dem Gedenken Horst Wessels war der Pflichtabend unserer F r a u e n s ch a f t gewidmet. Die Ausgestattung des Abends hatte die Jugendgruppe unter ßeituna von Fräulein Anni Kreiling übernommen. In lebendiger Schilderung erstand die Gestalt des tapferen Kämpfers für die Bewegung in Deutschlands schwerster Zeit. — Eine weitere Erinnerung an heldenhafte Opferbereitschaft brachte die Schilderung der Erstürmung des Annabergs in Oberfchlesien im Jahre 1921. Gemeinsamer Gesang beschloß die Feierstunde. 75 Zahre Männergesanaverein ,/<5ermaniax' Großen-Buseck. wg.. Großen^ Buseck, 9. März. Der hiesige Männergefangverein „Germania" Großen-Buseck, der im Jahre 1863 gegründet wurde, kann in diesem Jahre auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verein beschloß, das Jubiläum festlich zu begehen. Die ersten Vorarbeiten sind bereits im Gange. Nun berief der Vereinsführer die Mitglieder des Ausschusses für Geschäftsführung zu einer Sitzung in die Wirtschaft „Zum kühlen Grunde" ein. In dieser Sitzung wurden verschiedene Beschlüsse gefaßt, die den Ablauf des Jubilä» umsfestes festlegen. Das Jubiläum soll am 28., 29. und 30. Mai gleichzeitig mit einer Standartenweihe begangen werden. Für den 28. Mai ist ein Kon» Jetzt Möbel billig kaufen im Total-Ausverkauf Möbelhaus KOOS Marktstraße 8,1. Stock 1519A Kein Laden zert in der neuen Turnhalle auf dem Tal vorge« sehen. Die Kreiskapelle der NSDAP, unter der Leitung von Dirigent^ S ch le u f e wird mitwir- ken. Mit dem Konzert wird außerdem eine Ehrung verschiedener Mitglieder für 25- und 50jährige Mitgliedschaft verbunden sein. Im Ablauf der Feier ist auch ein zweites Konzept vorgesehen. Die eigenttiche Jubiläumsfeier mit Standartenweihe ist für Sonntag, 29. Mai, vorgesehen. Diese Feier findet auf dem Sportplatz statt. Eine größere Anzahl auswärtiger Vereine ist dazu eingeladen. Zum Teil liegen schon die Zusagen vor. Auch an die befreundeten rheinhessischen San- ger in Guntersheim bei Worms ist Einladung ergangen. Am frühen Morgen des Festsonntags wird ein Wecken der Kreiskapelle die Ortsbewohner aus dem Schlafe rufen. Um die Mittagsstunde findet ein hist 0 rifch>er Festzug statt, der feine Anziehungskraft nicht verfehlen wird. Nach dem Festzug und nach Gesangsoorträqeu wird der Tag mit einem Volksfest ausklingen. Für die Ausgestaltung eines Juxplatzes sind alle Vorbereitungen getroffen. Der Montag, 30. Mai, wird einem Volks- und einem Jugendfest vorbehalten bleiben. Wilhelm Fenchels Heimgang. * Ober-Hörgern, 9. März. Heute war in unserem freundlichen Bauerndörfchen tiefe dörfliche Stille eingekehrt. Kein Fuhrwerk ging, man hörte kein Peitschenknallen. Das Dorf hatte Trauer angelegt. Die Einwohner nahmen Abschied von einem der bestem Söhne des Dorfes. Wilhelm Fenchel, der treue oberhessische Bauer und ehemalige Vorkämpfer für das hessische Landvolk wurde zur letzten Ruhe gebracht. Bauern aus der Wetterau- und aus dem Vogelsberg, alte Freunde aus nah und fern, waren zahlreich herbeigekommen — u. a. Dr. von Helmolt (Friedberg), Altbürgermeifter Leun (Großen-Lin- den), Wolf (Effolderbach), Stein (Stumpertenrod), Dorsch (Wölfersheim), Breidenbach (Dor. heim), Bürgermeister Hofmann (Queck) — um WettpausebeimZns.-Rgt.ll6mderVerMemr Gin schönes Konzert. - Betreute der AEV. als Gast zu Tisch. Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Dann stand er im Halbdunkel des kleinen Grenz- babnhofes und starrte mit stierem Blick den roten Schlußlichtern des attf ährenden Zuges nach. Er sah sie kleiner und kleiner werden und endlich in der Finsternis verschwinden. In ohnmächtiger Wut ballte er die Fäuste. Mit welch unverzeihlicher Leichtfertigkeit hatte er sich schon beim ersten plumpen Angriff des Feindes übertölpen lassen! ... Oder sollte er den Paß tatsächlich vergessen haben? — Nein, ganz ausgeschlossen! Er wußte genau, daß er ihn in das innere Fach der Brieftasche gesteckt und sich kurz vor der Abfahrt noch einmal von feinem Vorhandensein überzeugt hatte. Ohne Zweifel, der Paß war ihm gestohlen worden, und zwar von diesem feisten Schurken, diesem Herrn Claude. Es gab keine andere Lösung des Rätsels. Aber was half das nun alles? Der Paß war fort, der Weg nach Paris versperrt, alle schönen Hoffnungen zunichte gemacht! Er stand da, konnte nichts tun, als auf den nächsten Zug zu warten und nach Berlin zurückzufahren. Und ein verächtliches Lächeln würde die Begrüßung fein, die ihn bei Direktor Wörlen erwartete. Er hatte versagt, kläglich versagt. Er hatte das Vertrauen und die stolzen Erwartungen des Chefs grausam enttäuscht. Und — was würde Gerda sagen? Ach, es war unerträglich! Hätte er sie nicht doch besser mitneh- men sollen? Dieser Streich wäre ihm dann jedenfalls nicht gespielt worden. Sie hätte die Augen z offenbehalten. Wahrhaftig, eine anständige Ohrfeige müßte man stch verabreichen! Nun war es aus mit der schönen Gehaltserhöhung, aus mit der baldigen Heirat Denn ein zweites Mal gab es keinen solchen ehrenden Aufttag mehr. Ein Bahnbeamter mit schiefsitzender Mütze trat auf den einsamen Fahrgast zu. „Verzeihung, junger Mann, es fahrt hier fein Zug mehr bis zum Morgen. Der Bahnhof wird nun geschlossen. Wenn Sie den Wartesaal aufsuchen wollen--?" Willy Ruland nahm mit einem ergebenen Kops- nicken seinen Koffer und ging hinüber- Der Wartesaal mar ein trostlos ober Raum mit kahlen Wänden, die vor Dunkelheit kaum sichtbar waren. Eine einzige Lampe brannte, ihr fahler Schein beleuchtete gespenstisch das Gesicht eines Mannes, des einzigen Gastes. Das Gesicht dieses Mannes war ungewöhnlich: nicht eben häßlich, doch rätselhaft verschlossen, von Alter zerfurcht; die Augen hingegen von unruhiger, fast, böser Lebendigkeit. Bei Rulands Eintritt wandte sich der Alte langsam um und starrte ihn forschend an. Dann erhob er sich, als erwartete er, daß der Fremde zu ihm trete und an feinem Tisch Platz nehme. Willy Ruland machte ein verblüfft abwehrendes Gesicht und begab sich an die Theke, wo ein ältliches Mädchen mit wirr ins Gesicht hängenden Haarzotteln in die Lektüre eines zerlesenen Romanheftes vertieft war. Erst auf wiederholten Anruf fuhr sie stammelnd empor und fragte verlegen lächelnd nach Rulands Wünschen. Willy bestellte eine Tasse Kaffee und ein paar belegte Brötchen. Er mußte aber eine geraume Zeit warten, bis ihm das Bestellte auf einem Tablett hingeschoben wurde. Als Willy mit seinem Kaffee die Theke verließ, um an einem der Tische Platz zu nehmen, stand der sonderbare alte Mann sogleich wieder auf und lud ihn mit einer stummen, fast demütigen Gebärde ein, sich an seinem Tisch niederzulassen. Es lag etwas Rührendes in dieser bescheidenen Werbung. Ruland zögerte und steuerte bann auf den Tisch bes Fremben zu. „Den Zug versäumt? Haha, kommt vor!" kicherte der Alte. „Peinlich, sehr unangenehm! Bargent meine Name, Gustav Bargent. — Habe auch einmal ben Zug versäumt! Ein für allemal!" Ein sonderbarer Kauz! dachte Ruland, aber bas Geschwätz gefiel ihm. Er gab dem Alten zu verstehen, daß er wegen seines Passes Pech gehabt habe und nun wohl oder übel auf ben nächsten Zug nach Berlin warten müsse. „Fährt in sieben Stunden. Wirklich unangenehm! Was werden Sie tun? Hier warten? — Trostlos! Ein Hotel aufsuchen? — Lohnt sich nicht! Warum versuchen Sie nicht — hm — ohne Paß über die Grenze zu kommen? Es gibt — hm gewisse Möglichkeiten — Sie verstehen--!" Willy Ruland horchte auf. Holla! Wenn sich das bewerkstelligen ließe? lieber die Grenze, drüben ein Auto — Herrgott, man käme noch rechtzeitig in Paris an! „Welche Möglichkeiten?" fragte er vorsichtig. Der Alte rückte etwas näher an Ruland heran. „2n meinem Hause wohnt ein Autobesitzer, verwegener Bursche. Hat schon manchen hinübergebracht. Kommen Sie mit mir! Ich werde ihn wecken. Und bis er fertig ist, sind Sie mein Gast. Eine Flasche Wein fei für Sie geopfert! Kommen Sie, wir gehen nach Hause." Ruland wehrte ab, das verschrobene Wesen des Alten beunruhigte ihn. Aber Bargent versteifte sich auf seinen Plan, und schließlich ließ sich Ruland überreden. Immer noch besser, mit einem Sonderling eine Flasche Wein zu leeren, als in diesem'gottverlasseben Wartesaal die Stunden abzusitzen! Und am Vormittag trotz allem in Paris fein!... Den Kerlen zeigen, daß Willy Ruland nicht gleich beim ersten Anhieb die Flinte ins Korn wirft! ... Doch noch die Aufgabe lösen! ... Siegreich nach Berlin zurückkehren! ... Jawohl! Die Scharte auswetzen, um jeden Preis, und wenn das Wagnis noch so gefährlich war! Der Alte trat mit seinem Gast aus dem Bahnhof. Doch sogleich, als Ruland in das finstere, von den verstreuten Lichtpunkten trüber Gaslaternen kaum erhellte Gefchlucht der Straßen einzubringen begann» überfiel ihn neuerbings eine beflemmenbe Unruhe. Bargent bog in ein Gäßchen ein, das in sanfter Krümmung steil in bie Höhe führte. Laternen flacker- ten in weiten Abständen. Um die Ecken der Häuser- gevierte fuhr ein matter Nachtwind. Endlich hielt der Alte vor einem baufälligen Hause. Es stand schwarz und ausgestorben da. Die beiden Männer stiegen eine Treppe hinaus, tasteten sich durch einen langen Flur. Mehrere Türen wurden leise geöffnet und wieder geschlossen. Dann flammte eine elektrische Lampe auf. 6. Etwa zehn Stunden vorher, also am frühen Nachmittag dieses Tages, verließ ein junges Mädchen ben Zug, der eben aus Köln angekommen war. Es trug eine grüne. Handtasche und einen mäßig großen, aus Stroh geflochtenen Koffer. Mit verlegenen, schleppenden Schritten schob es sich burch bie Sperre und trat aus bem Bahnhof auf bie Straße. Sein hübsches, etwas bleiches Gesicht war verbü- fiert von Schmerz und Müdigkeit. Ueberbies schien es irgendwie ein schlechtes Gewissen zu haben, denn es druckte sich ängstlich an den Häuserwänden hin, und wenn jemand des Weges kam, senkte es den Kopf, so daß das Gesicht unter bem breitrandigen Mlzhut kaum mehr zu sehen war. Manchmal verhielt bas Mäbchen ben Schritt, als überlegte es, ob £5 wohl einen Sinn hätte, den Weg fortzufetzen. Ebenso sinnlos aber mochte es ihm wohl erscheinen, stehenzubleiben ober gar umzukehren. So gelangte es enblich an bie (Etfe der Berggasse, ohne von jemand erkannt zu werden. Als es jedoch gerade in bie Gösse einbiegen wollte, prallte es mit einem anberen jungen Mäbchen zusammen, das in großer Eile aus der Gaste herauskam. „Oh, Verzeihung, ich ... nanu, Listy, du? Nein, so eine Ueberraschung! Du kommst wohl gerade vom Bahnhof? Hast du Urlaub ober--?" "Nein, ich ... ich bin entlassen worben. Und nun — es blieb Wir nichts anberes übrig, als nach Hause zu fahren." „Ach!" sagte die andere in einem nicht ganz echten Mitgefühl. x „Lange werde ich's ja nicht aushatten hier. Sag, Lene, wie ... steht es mit dem Vater?" ßene zuckte bie Schultern. „Ach, der wird immer verschrobener, Lissy, richtig unheimlich. Alle Leute, gehen ihm aus bem Wege. Es ist gut, daß du ge- kommen bist. Vielleicht kannst du chn ein bißchen ins Gleye bringen!" ßiffp Bargent machte eine mutlose Handbewegung. ,,3a) wage es fast nicht, ihm unter die Augen zu treten. Er haßt mich, er hat mich damals fortgejagt aber es ist doch das Haus, in welchem ich gebe» ren wurde. Meine Mutter hat darin gelebt und ist Darin gestorben. — Ach, wenn Mutter noch lebte* Sa wüßte man wenigstens, wozu man auf der Wett ist." 1 hast es nicht leicht. Nun —- alles ©ute, ßisty! Besuche mich doch bald einmal! Peter ift auch wieder zu Hause. Er hat mich schon ein paarmal nach dir gefragt. Du, ich glaube, Peter halt was auf dich! ..Aber nein!" sagte Lissy mit schwachem Lächeln. "Nun, vielleicht komme ich mal 'rüber zu euch!" Sie reichte ihrer Schulfreundin die Hand und setzte bann ihren Weg fort. 1 9 m5 T b<£ 1Iür des Olten Gebäudes stand, mollte fie aller Mut verlassen. War nicht ihr Leben in diesem Hause seit Mutters Tod eine Hölle Men? - Nicht einmal nach ihrem Tode hatte der Mann es seiner Frau verzeihen können, daß sie iÄjV'S®5“ ßcf£iit h°tte. Ja, sie war ihm im Wege gewesen — von Anfang an. Sie war gehaßt worden vom ersten Tag ihres Lebens an. 21(5 sie dann aber durch einen Zufall hinter sein verbrecherisches Treiben kam, da war sie nicht ein« fid>cr 8-wesen. Unfeines- S .« „•? das Haus verlassen, mit der festen Absicht, es nie mehr zu betreten. - (FortjetzMg folgt) Wirtschaft 0. I f ) ,n Laden i ) o,< 6 ,6 Börse Zwar iufen iuf . 6 . 4 *7i 7 . 6 .. 0 > 12 .. 6 .. 6 .. 6 .. 7 .. 6 ». 7 .. 4 .. S . 10 .. o Japan...... Jugoslawien Oslo ..... Wien . Lissabon... Stockholm ., Schweiz.... Spanien.».. Brag . Budapest.. Beuyod... 0,725 5,706 62,49 49,05 11,295 64.02 57J56 8,TOS Entgleisung bei Outenhofen, i 8 Güterwage« die Böschung hinabgestürzt. Heute vormittag 7.45 Uhr entgleisten von einem Güterzug auf der Strecke Oberlahnstein-^Gießen, kurz vor dem Bahnhof Dutenhofen, acht Güterwagen und stürzten teilweise die Böschung hinab. Hierdurch wurden beide Hauptgleise gesperrt. Der Personenverkehr wird durch eingleisigen Betrieb, aufrechterhalten. Aufgleisungsarbeiten sind im Gange. Die Ursache der Entgleisung konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Personen wurden nicht verletzt. ier mit 8,29. Mai, i Spochlch Verein ist die Zusagen sischen San- nladung er« 15 wird ein rohner aus )e findet ein seine An- h dem Fest- ler Tag mit usgestaltung ?n getroffen, Volks- und Dreijähriges Kind tödlich verbrüht. Lpd. Büdingen, 9. März. Das dreijährige Enkelkind des Schmiedemeisters G e ß n e r in I L-eidhecken stürzte in einen Eimer mit kochendem Wasser und zog sich dabei so schwere Brandwunden zu, daß es im Friedberger Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen ist. Landkreis Gießen. Lollar, 9. März. Die hiesige Volksschule veranstaltete in der „Linde" einen Elternabend. Nach einem Begrüßungslied des Schulchores sprach Rektor Ruckelshausen über das Volkslied. In sinnvoller Weise waren in den Vortrag Gedichte über bas Volkslied eingeschlossen. Lichtbilder schlossen sich an, zu denen immer die entsprechenden Volkslieder erklangen, von den Schülern gesungen, auch j einige mit Begleitung von Blockflöten und Harmonika. , t M 0 Lollar, 9.März. Hier fand em Appell der Untergruppensührer und Frauensachbearbeiterinnen der Gemeindegruppe Lollar des Reichsluftschutzbundes statt. Gemeindegruppenfuhrer Eberle behandelte zunächst eine Reihe von Fragen der Geschäftsführung und Organisation. Anschließend verpflichtete er die Frauensachbearbeite- rinnen. Die Gemeindegruppen-Frauensachbearbeite- rin Frau Eberle machte sodann die Sachbearbeiterinnen mit ihren Aufgaben bekannt. Der Aus-1 bildungsleiter der Gemeindegruppe Dr. Mitter- maier behandelte verschiedene Fragen der Aus- / Loh Öidi nicht erst nufforöern! tritt freiwillig an den Wstw.-Sammier heran und gib freudigen Herrensk bildung.. Eine Brandbekämpfungsübung schloß sich an. Der Gemeindegruppenführer behandelte noch die Frage der Erfassung und Bezeichnung von Schutzräumen und anderes. Eine Aussprache ergab noch manche Anregung. G Mainzlar, 9. März. Der Steinrichter Ludwig Pfeiffer II. von hier kann am kommenden Sonntag, 13. März, auf eine 25-jährige Tätigkeit in den hiesigen Didierwerken zu- 0,723 5,694 62,37 48.95 11,275 W.90 57,44 8,691 e,«5 rein seck. w 1 S'.grünbet ‘Mnoes ’wwMten ”J«psfiil). eNsfiih, »Zum kiih- verschie, 'es 9ubilä. 'm 28., 29 ortenweihe ein Kon. * durih Tal vorge« unter her mitwir- ne Ehrung 50jährige lf der Feier Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Buenos Ätres . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig London pelsingfors.... Part«........ Holland gtalseu....... r. Ar ^'ld?rnng ^loß bic Mg. te war in tiefe dörs- tzing, man Me Trauer .bfchied von Wilhelm er und ehe- he Landvolk dem Logels- waren zahl- i Helmolt ^roßen-Lin« mpertenrob), bach lDor. ued) - M Hans 0,40 v. H. höher. Am Montanmarkte waren die Kurse für Verein. Stahlwerke und Mannesmann eine Kleinigkeit freundlicher, Hoesch aber pag 77,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. März. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211.—; W16 214.—; W19 218.—, W20 220.—, Roggen R12 193.—, R15 196.—, R 18 200.—, R19 202.— Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; $utter= perlte —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 29,50, W 16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95, Roggenmehl Type 1150 R 12 77,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtaus- qleich; Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R.12 9,95, R 15 10,15, R-18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation; Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14.— Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu, gut, gesund, trocken —do. drahtgepreßt —, Weizen- und Roggenstroh drnhtgepreßt und gebündelt —. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb. 1266 Rinder (257 Ochsen, 167 Bullen, 590 Kühe, 252 Färsen), 597 Kälber, 60 Hämmel, 78 Schafe, 324 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 33 vis 45 Mark, Bullen 32 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 32 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 37 bis 52, Schafe 23 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe flott. • Spar- und Dorschußkaffe in Keffelbach. o Kesselbach, 9. März. Die hiesige Sp ar - Und Dorschußkasse e: G. m. b. H. Kessel-! bach hielt ihre Generalversammlung für das 59. Geschäftsjahr bei Mitglied Johannes Höchst ab. Wegen Erkrankung des geschäftsführenden Direktors Schmidt leitete Direktor Köhler die Versammlung. Dor Eintritt in' die Tagesordnung wurde der verstorbenen Genossen gedacht. Hieraus wurde durch den Rechner ein ausführlicher Geschäftsbericht erstattet, der den Mitgliedern einen aufschlußreichen Ueberblick über die Tätigkeit der I Kasse im abgelaufenen Jahr brachte. Auch in diesem Jahre ist die Aufwärtsentwicklung weiter vorwärts gegangen. Die Mitgliederzahl ist von 328 auf 341 mit 357 Geschäftsanteilen gestiegen. Der Gesamtumsatz betrug 4 795 038,64 RM., gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung von rund 929 000 RM. I Die Bilanzsumme stieg um rund 32 000 RM. auf 732 423,23 RM. Die Gesamtausleihungen der Kasse betragen 653 936 RM., die Spareinlagen 570 954 Reichsmark. Eine Aufgliederung der Ausleihung und Spareinlagen nach Größenklasse sowohl, als nach Berufen zeigt, daß jede Gattung an diesen Zahlen im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftlichkeit beteiligt war. Die Neuausleihungen betrugen 79 435 Reichsmark, hinzu kommen noch die Abforderungen von Spareinlagen 103 676 RM., so daß rund! 183 000 RM. an hie Mitglieder für wirtschaftliche Bedürfnisse ausbezahlt wurden. Die Einzahlungen auf Spareinlagen betrugen 130 954 RM. Das Eigenkapital beträgt 68145 RM., eine Erhöhung' von 4000 RM. gegenüber dem Vorjahr. Der Rein- gerpinn betrug 3445,92 RM.; er fand nach den Vorschlägen der Verwaltung seine Verwendung. Der Bericht über die gesetzliche Revision wurde zur Kenntnis genommen. Auf Antrag aus der Versammlung wurde dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Verwal- tiOgsmitglieder wurden wiedergewählt. Unter Punkt „Verschiedenes" wurden noch einige geschäftliche Anfragen besprochen, darunter auch auf das gegenwärtig laufende Geschäftsjahr aufmerksam gemacht, Wunsche geäußert und Anregung gegeben zur Feier des 60jährigen Bestehens. Gewerbe- und Landwirtschastsbank Butzbach. ,50 o. H. schwächer. , Don den später notierten Werten zeigten Deutsche Linoleum eine Kurssteigerung um 0,75, Vereinigte Deutsche Metallwerke auf den Abschluß hm von 2, Alla. Lokal und Kraft von 1 v. H. Verschiedene Werte lagen schwächer, so Aschersleben um 1, gelten 0,50, Feinm. Setter 0,50, MAN. 0,25 v. H. Am Bankenmarkte' Commerzbank um 0,13, Braubank 0,50 v. H. schwächer, aber Dresdner Bank 0,25 v. H. • höher. Im übrigen blieb der Börsenverlauf ohne be- Dresdner Bank im Jahre 1937. Die Dresdner Bank konnte im Jahre 1937 eine merkliche Geschäftsausweitung auf fast allen Gebieten erzielen. Die Umsatzsteigerung geht mit 19 v. H. (im Vorjahr 12,5 v. H.) über die entsprechende Entwicklung des Vorjahres erheblich, hinaus. Die'iZahl der Kunden hat sich gleichzeitig um über 40 000 auf 539 000 erhöht, die Anzahl der Konten ist entsprechend geftieaen. Die neu bewilligten Kredite erreichten einen Betrag von 861 Millionen Mark gegen 740 Millionen Mark im Vorjahre. Auch bei den Genossenschaftsabteilungen der Dank ist eine nennenswerte Vergrößerung des Uip- satzes festzustellen. Die Ertragsrechnung weist einschließlich 2,02 Millionen Mark Gewinnvorttag aus 1936 einen Reingewinn von 9,62 Millionen Mark aus, nachdem im Gegensatz zu den Vorjahren vorweg dem gesetzlichen Reservefonds 2 Millionen Mark zugeführt und 1 Million Mark auf Immobilien ab geschrieben wurden. Die Dividende beträgt 5 v. H. (im Vorjahre betrug der Reingewinn einschließlich 2,48 Millionen Mark Gewinnvortrag 11,02 Millionen Mark, wovon u. a. der offenen Reserve 3 Millionen Mark zugeführt und 4 v. H. Dividende ver- co Eberstadt, 9. März. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der hiesige Gesangver-! ein „Lieder! ranz" in Gemeinschaft mit dem Gesangverein „Germania" Ober-Hör-I gern unter Leitung des Dirigenten der beiden Vereine, Lehrer A n b'r e 5 , im großen Saale des „Deutschen Hauses" in Eberstadt cm Konzert. Neben den Chören des Vereins wirkten Angehörige des Musikkorps des J.-R. 116 Gießen mit, ferner auch em Frauenchor. Nach dem Eröffnungsmarsch begrüßte Vereinsführer H. Müller die zahlreichen Teilnehmer. Dann wechselten gesangliche und musikalische Darbietungen in bunter Reihenfolge miteinander ab. Man hörte Kompositionen von Heinrichs, Stürmer, Wolfram, Grimm, Silcher, Andre usw. Besonderen Beifall fanden der Chor „Im tiefen Keller" (Baßsolo), sowie der Gemischte Chor „Flamme empor", der von über 100 Sängern wie-1 i bergegeben wurde. Die Darbietungen legten sprechendes Zeugnis ab von der unermüdlichen Arbeit, die in den Vereinen geleistet wipd. Vesonderes Verdienst um das Zustandekommen des Konzertes gebührt dem Dirigenten, Lehrer Andres. Mit dem Schlußwort des Vereinsführers des Gesangvereins „Germania" Ober-Hörgern fand die Veranstaltung ihren Abschluß. . r gfs. Inheiden, 8. März. In unserer Frauenschaft herrschte im Februar reges Leben Außer dem Pflichtabend, an dem ein Vortrag über Frauenberufe gehalten wurde, fand ein Abend der Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft statt, bei dem die Leiterin über das Thema „Kampf dem Verderb und über „Unser täglich Brot" sprach. Erzählungen und kleine Erlebnisse aus dem Alltag fugten sich passend ein. An einem Abend der Jugendgruppe beschäftigten sich die elf Teilnehmerinnen mit gymnastischen Hebungen, während zu Fastnacht die Frauenschaft einige humorvolle Stunden gemeinsam erlebte. 100 Zahre „Orphms" in Butzbach. pb. Butzbach, 9. März. Am 2. November 1838 gründete sich hier der Gesangverein „O r - p h e u s", der somit in diesem Jahre auf sein 100» jähriges Bestehen zurückblicken kann. Um dieses Fest würdig begehen zu können, soll bereits in diesem Sommer vom 11. bis 13. Juni eine größere Feier ftattfinben, zu welcher schon eine größere Anzahl auswärtiger Gesangvereine ihre Teilnahme zugesagt haben. Seit einiger Zeit sind die Festausschüsse in Tätigkeit. Dieser Tage fand eine Gesamt- pb. Butzbach, 9. März. Im Saale des „Deutschen Hauses" fand die 75. Generalversammlung der hiesigen Gewerbe - und Landwirtschafts- b ank e. G.m.b.H. statt. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die wirtschaftliche Belebung in Butzbach und Umgegend weiter zugenommen hat, insbesondere hatte das Bauhandwerk gut zu tun. Die Geschäftstätigkeit der Bank war sehr lebhaft, der Gesamtumsatz stieg von 25,6 auf 31 Mil-1 lionen, die Bilanzsumme erhöhte sich von 851 000 auf 923 000 Mark. Es erhöhten sich die Debitoren von 484 000 auf 513 000 Mark. Die Kredite auf Konto-Korre.it-Konto betragen 513 215 Mark. Das | Wertpapierkonto beläuft sich auf 77 530 Mark. Der Bestand an Wechseln betrug Ende des Jahres 147 358, gegen 62 926 Mart im Vorjahr. Der Kaf- fenbeftanb einschl. Guthaben auf Reichsbankgiro- und Postscheckkonto stellt sich auf 41104 Mark. Das Bankguthaben betrug 90 922 Mark. Die Forderungen auf Hypothekenkonto betrugen 40192 Mark, das Beteiligungskonto auf 2000 Mark als Beteiligung an einer gewerblichen Zentralkasie besteht in Aktien I der Landesgewerbebank für Südwestdeutschland AG. Karlsruhe. Die Forderungen auf Vorschußkonto betragen 9853 Mark. Die Spareinlagen erhöhten sich von 588 461 auf 647 072 Mark. Das Geschaftsgut- haben der Mitglieder erhöhte sich auf 110 317 gegen 108 000 Mark im Vorjahre. Die Zahl der Genossen betrug 427. Die offenen Reserven stellen sich nach Zuteilung aus dem Reingewinn auf 61 820 Mark. Die Gesamchaftsumme der Mitglieder beträgt 510 000 Mark, die Oefamtgarantiejumme 681000 Mark. Der Reingewinn soll wie folgt verteilt werden: 5129,25 Mark - 5 v. H. Dividende, 600 Mark Zuschrift auf Reservefonds, 170,33 Mark Vortrag auf neue Rechnung, insgesamt 5899,58 Mark. Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats Kaufmann Louis I o u tz , Georg Becker und Otto Gerhardt wurden wiedergewählt. hl erscheinen, er Berggasse' llls es jedoch rallte es mit men, das w i, du? Ne'«' gerade vom n. Und NM , nach Wse : ganz echten n hier. Sag, wird immer We Leuten ' daß du ge' mdbewegE je Auge» SU ils sortgeiF M ich s-b i-l-bi »L ! noch TC, [an °ut 6ir alles W Mel"' iS-* M l-e nnen. mar Sj'git Mk r h eine? andere Veränderung. Renten zum Teil etwas niedriger, so Kommunal- Umschuldung 96,10 nach 96,20. Das Material am Pfandbriefmarkt war wiederum sehr knapp. Abendbörse freundlicher^' An der Abendbörse traten einige Sonderbewegun- gen hervor, die sich auf günstige Abschlußziffern der Unternehmungen gründeten. So waren Konti Gummi bis 212,50, VDM. bis 177,50, also bis 0,75 d. H. über Mittagsschluß gefragt, auch Metallgesell- chaft dadurch beeinflußt und 0,25 v. H. höher. In / Abschlußerwartungen stiegen Allianz bis 283,50, nachdem sie am Vortag noch mit 276 notiert waren. Der Berliner Schluß war schon 283. IG.-Farben ehr ruhig und 0,13 v. H. fester.. Auch am Montanmarkt zeigten sich verschiedentlich leichte Kursbesserungen, während die übrigen Märkte unverändert und ohne Sonderbewegung lagen. Am Einheitsmarkt waren Haid & Neu mit 106,75 um 0,75 v. H. höher. Im Freiverkehr Dipgler mit 90 nach 89,75 d H. gesucht. Renten neigten ebenfalls im Gegen- atz zur Mittaasbörse wieder zur allgemeinen Festig- feit, auch Umschuldung bei einigen Umsätzen wieder 96,15 (96,10). Im einzelnen notierten: Commerzbank 123,50, Deutsche Bank 127,75, Dresdner Bank 115,50, Reichsbank 212,50, Allianz Verein 283,50, • Mannesmann 113,75, Rheinraun 230,50, Rheinstahl 144,50, Verein. Stahl 112,65, Adlerwerke Kleyer 120 75 MAN. E 129,50, Bekula 169, Conti Gummi 212L0, Demag 146,50, Erdöl 140,25, Scheideanstalt 249, Licht und Kraft 147, JG..-Farben 158,90, IG-- Farben-Bonds 130,40, Gesfürel 147,50, Goldschmidt 145, Metallgesellschaft 136,25, VDM. 177,50, Ha- ausschußsitzung statt, zu welcher auch der Bürgermeister der Stadt, Dr. Mörschel, emgeladen war und in welcher der Vereinsführer E. L ö ° bau und Vorstandsmitglied L. .Wöll nähere Ausführungen über die Feier machten. Am Sams-^ tagnachmittag soll der Eröffnungsakt auf dem Marktplatz ftattfinben, hieraus Gedenkfeier für die Toten auf dem Friedhof, abends soll in der städtischen Festhalle am Wetzlarer Tor das Weihefestspiel „Wehrhaft Volk" aufgeführt werden. Am Sonntagvormittag findet das Wertungssingen im großen Saal des „Hessischen Hof" und in der Turnhalle statt. Um 13 Uhr Festzug, nach dessen Beendigung Weihe der neuen Vereinsfahne und Ueber- reichung der Zelter-Plakette. Sodann folgt am Nachmittag Volksfest auf dem Festplatz. Am Montag findet der Ausklang des Festes statt, der mehr lokalen Charakter besitzen dürfte. rückblicken. „ m <£ Leihgestern, 9. März. Seinen 75. Geburtstag kann am Donnerstag, 10. März, der Eisenbahn-Zugführer i.R. Johannes Faber XI. in guter Gesundheit begehen. Q Garbenteich, 9. März. In den Saal „Zum weißen Roß" hatte die hiesige Ortsgruppe des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland zu einem Deutschen Abend eingeladen. Ortsgruppenleiter Lehrer Mörschel ging nach Worten der Begrüßung auf die Nöte und Sorgen der deutschen Brüder im Auslande ein. Zwei Lieder des Gesangvereins „Frohsinn" unter Stabführung von Chorleiter Harnisch, sowie der Vortrag von Gedichten durch Mädels und Jungens der 2. Schulklasse gaben dem Abend eine würdiae Einleitung, i Lehrer Koch (Hausen), der einige Jahre Schulleiter einer deutschen Schule in Argentinien war, hielt bann einen Vortrag über Aufbau und Ausbau bes Deutschtums ber bort ansässigen deutschen Kolonisten. t Lichtbilder aus Argentinien ergänzten den Vortrag. Ortsgruppenleiter Mörschel dankte dem Redner und schloß die Versammlung. von dem allen Kampfgefährten für Immer Abschied, zu nehmen. Der Kriegerverein und der Gesangver- ein des Dorfes waren mit chren Fahnen erschienen. Nach kurzen Abschiedsworten von Pfarrer Chri - stian (Gambach) und nach dem Gesang eines Kinderchors wurde Wilhelm Fenchels sterbliche I Auüe von feinem schönen Bauernhof aus zum Friedhof geleitet. Wilhelm Dorsch (Wölfersheim) nahm hier Abschied von dem treuen Freunde und Mitstreiter aus früherer Zeit. Bezirksbauernführer Schneider (Friedberg) sprach für den Verein ehem. Landwirtschaftsschüler Friedberg und wies auf die Treue und die Opferbereitschaft des Heimgegangenen hin. Für Ministerpräsident a. D. Prof. Dr Werner und die alten Freunde aus Gießen widmete Postinspektor a. D. Lucas (Gießen) dem Heimgegangenen herzliche Abschiedsworte. Ortsgruppenleiter Kirchhöfer (Hungen) dankte dem Verewigten für feine treue Mitarbeit als Aufsichtsratsmitglied der Spar- und Leihkasse Hungen. Gemeinderechner Schneider (Ostheim) sprach für die Molkereigenossenschaft Ostheim-Niederweisel, für die Kreisfachgruppe Ziegenzüchter Oberhesfen Karl Philipp (Watzenborn-Steinberg), für den Ziegenzuchtverein Gießen Hödel (Gießen). Auch die Verwaltung der Butzbach-Licher Eisenbahn gedachte ihres Heimgegangenen Aufsichtsratsmitgliedes. Don den Sprechern wurden Kränze am Sarge des ver-1 dienstvollen Mannes niedergelegt. Die Trauerfeier wurde in der schönen Dorfkirche abgehalten. Pfarrer Christian schilderte den Heimgegangenen als treuen Familienvater, guten Christen und nimmermüden Schaffer für die Heimat und für seinen Berufsstand. Einfach und schlicht, aufrecht, wahr und treu und mit kerndeutscher Gesinnung sei er durch das Leben gegangen. Mit dem Liede „Wie sie so sanft ruh'n", von dem Gesangverein Ober-Hörgern gelungen, und mit dem gemeinsamen Gesang der Trauergemeinde wurde die Feier geschlossen. Run kann er ausruhen, der nimmermüde Kämpfer. In nächster Nähe seiner im Jahre 1924 heim- geaangenen Gattin hat er seine letzte Ruhestätte gepmben. Frankfurt a. M., 9. März. An der nahm die Umsatzschrumpfung weiterhin zu. haben die in den letzten Tagen vorgelegenen Verkäufe für Gelbbeschaffungszwecke angehört, boch waren anderseits mangels besonderer Anregunge auch nur in sehr bescheidenem Ausmaße Kaufau träge vorhanden. Angesichts der Geschäftsstille war die Grundhaltung durchaus behauptet, es überwogen zumeist sogar leichte Kursbesserungen. So hatten vor allem JG.^Farben einen Anfangsgewinn von 1, auch Erdöl auf die Entwicklung des letzten Geschäftsjahres gefragt. Am Elektromarkte eröffneten AEG. 0,25 v. H. fester, Bekula unverändert. Für die übrigen Elektrowerte mußte zumeist die Erst- I notiz ausgesetzt werden. Am Zellstoffmarkt behaupteten Waldhof ihre Vortagssteigerung. Zementwerte gehalten, Heidelberger Zement, bei ber die BiKwz- sitzung mit Erwartungen von wieder 8 v. H. bevor- steht, 166,50. Bei Automobilwerten Adlerwerke um 0,13, Daimler 0,75 v. H. freundlicher, daneben Jung- SiccumuIatorev-FabrU....... 14 Mchassenbmg Zellstoff 6 Bemberg........... 0 Bekula .......8 BuderuS Esten. . 5 Gement Heidelberg .. 7 gement Karlstadt 6 Conti Gummi ......... 12 Daimler Motoren 6*4 Dessauer GaS........... 4 Deutsche Erdöl b Dautsche Gold- und'Silber.... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. G. Farben-Jndultrie ...... 7 Felten & Guilleaume ........ 6 GeSfürel....................? Th. Goldschmidt 6 Gritzner Maschinen . . 0 Harvener ............8% Hoesch Eisen ..... 8Yi Philivv Holzmann 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse 6 Kali Aschersleben 4 Klöcknerwerke .............4*/s Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmei) er................ Mainkraft................. Mannesmann ...... ManSselder Bergbau Metallgeiellschaft........... Orenstein & Koppel........ Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke............ Rbeinilck-Westsalische Elektro Rütgerswerke ............. Salzdetfurth Kali.......... Schuckert L Co............. Schultheis Patzenhofer...... Siemens L Halske ........ Süddeutsche Zucker....... Vereinigte Stahlwerke Westdeutsche Kaufhof....... Westeregeln Alkali....... Zellstoss Woldhof......... , Ctatit Minen.............. — Frankfurt a. 31 teilt wurden). In der Bilanz sind die Jnlandkreditoren um rund 15 v. H. gestiegen. Verhältnismäßig noch stärker ist die Zunahme der Spareinlagen, die 30 v. H. beträgt. Die Wechselbestände haben sich gegen das Vorjahr um 35 v. H. auf 734 Millionen Mark erhöht, während die Schuldner und Waren- vorschüs|e zusammen um 7 v. H. auf 1054 Millionen Mark zurückgegangen sind. Die Gesamtzahl der Gefolgschaftsmitglieder belief sich zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres auf 12162. Die Bank hat sich bereiterklärt, 75 ältere kaufmännisch^ Angestellte in ihre Dienste ! zu nehmen. Im Berichtsfahre feierten 201 aktive Gefolgschaftsmitglieder ihr 25- und 40jähriges Äienstjubiläum. Bemerkenswert sind die Leistungen der Dank auf dem Gebiete der Alters- und Hinter- bliebenen-Verforgung; insgesamt beziehen zur Zeit 2718 frühere Mitarbeiter Pensionen und Pensions- zuschüsse. Die Gefolgschaft erhielt wiederum eine, und zwar gegenüber dem Vorjahre erhöhte Zuwendung; dabei wurden verheiratete Gefolgschaftsmitglieder mit Kindern, die nach dem unteren Tarif besoldet werden, und Schwerkriegsbeschädigte besonders berücksichtigt. ' Im neuen Geschäftsjahr hat sich die Ausweitung der Geschäftstätigkeit weiter fortgesetzt. Umsätze und Kreditbeanspruchung bewegten sich in den ersten beiden Monaten über den entsprechenden Vorjahrs- I zahlen. Rhein Mainische Börse. TNtttagsbörse sehr still. 9 .März Amlliche Notierung Gelb I Brief Frankfurt a. M. Berlin Schluß- fürs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse^ Darum 83. 9.3. 8.3. 9 3. t Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schluß?. Abendbörse Schlußkurs Schluß! Mtttag- börse Damm „ -A- 8.3 9.3. 8.3. 9.3. 6% Deutsche ReichLanleihe v. 1927 4% Deutsche ReichSanI. von 1984 ..... 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 47i% Darmstädter Ko mm.-Lan- desbank N. 6................ Deutsche Koinm.-Sammel-Anleihe Lluslos.-Rechte I.............. 4Yi% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 47t % Franks. Hyp. Gold-Komm. Obi. 2 3................. 67s% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 67i% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Berrechnungtzkurs A.G. für Verkehrswesen .... 6ft Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd. U.......0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 1 Reichsbank................. 1- I Berliner Handelsgesellschaft . I Commerz- und Privat-Bank... i I Deutsche Diskonto............1 1 Dresdner Bank 230 .— — 233 141 141 141,5 141 146,25 146 145,5 146,5 169,4 169 170 169,25 121,5 — 121,75 —- 166,5 166,5 — ■— 212,25 212,5 209,9 211,75 141 141,75 141,25 142,5 — 120,25 120.5 140 140,25 139,75 140,25 249,25 249 —— 169,25 170 169,25 170 — 130,5 130,75 130,75 146,5 147 — 146,9 158 158,9 158,25 158,75 139,5 139 139- 139 147,5 147,5 147,75 147 145 145 145 145 48,4 — 48,65 169,5 — 169 —— 114 114 113,5 113,65 162 — 162 -- — —— —— 162,5 141,75 142,5 142 143 — 1171 117,5 117,25 —- —— 157 158 120,25 120,75 — 120 95,75 95,75 — -- 113,5 113,75 113,75 113,75 — 136,25 138 136,25 — * — 108,4 108,75 231 230,5 230 230 144,5 144,5 144,5 144,4 127,5 126,75 126,9 126,9 — 150,25 150,5 151,5 — 167 — 166 178,5 178,5 178,5 178,5 — 95 94,9 202,5 — 202,75 202 210,25 211,5 — 211,75 111,75 112,65 111,65 112,4 99 99,13 99,13 99,4 107,5 107,75 — 107,5 149 149 148,5 148,5 — — —- 1 28,75 8-März 9-März Amlliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Briet Geld Bries 0,644 0,648 0,633 0,637 41.88 41,96 41,90 41,98 0,144 0,146 0,144 0,146 47,00 47,10 47,00 47,10 55,38 55,50 55,40 55,52 47,00 47,10 47,00 47,10 12,405 12,435 12,41 12,44 5,49 5,50 5,49 5,50 7,962 7,978 7,912 7,928 138,36 138,64 138,42 138,70 13,09 13,11 13,09 13,11 8-März Amtliche Notierung Geld Bries 0,723 0,725 5,694 5,706 62,35 62,47 48,95 49,05 11 .27 11,29 63,88 64,00 57,43 57,55 — 8,691 8,709 — — e,47t 2,481 S.Jlxfport Titelkämpfe in acht Sportarten beim Deutschen Turn- und Sportfest. Nachdem jetzt auch die Frauen-Gaumeister im Handball ihren deutschen Meister in Breslau ermitteln, werden beim Deutschen Turn- und Sportfest 1938 in Breslau deutsche Meisterschaften in folgenden acht Sportarten entschieden: Leichtathletik-Meisterschaften vom 28. bis 30. Juli. Tischtennis - Bundesspiele (Nationale Meisterschaften) vom 28. bis 30. Juli. Meisterschaften im Freistilringen und Gewichtheben vom 28. bis 30. Juli. Tennis-Mannschaftsmeisterschaft (Medenspiele) am 28.Z29. Juli. Meisterschaft im Vereins-Mannschafts-Radfahren über 100 Kilometer am 30. Juli. Meisterschaft im Zwölfkampf der Turner und Meisterschaft im Zehnkampf der Turnerinnen am 28. Juli. Meisterschaft im Frauen-Handball (Termin noch unbekannt). Ein Blick zurück auf das Fahrten- programm des Echiklubs Gießen. Der Gießener Schiklub führte im Laufe des Winters eine Reihe Hochgebirgs-Schifahrten durch, die sehr zahlreiche Beteiligung aufwiesen. So fand von Weihnachten bis anfangs Januar ein Jugendschikurs auf der Säß-Alpe im Walfertal unter Leitung von Schilehrer Otto I ü n g st und Georg Müller mit 25 Teilnehmern statt. Im Februar fand in Damüls in Tirol ein Hochgebirgs-Schikurs unter Leitung von Schilehrer Karl Althaus mit 16 Teilnehmern statt. Ende Februar, anfangs März führte Kreisfachwart Fritz D ö r f n e r eine Fahrt mit 8 Teilnehmern ins Walfertal. Zur Zeit befinden sich eine Reihe Mitglieder bei dem Schikurs der Universität Gießen auf der Talblickhütte in Hirschegg im kleinen Walfertal. Zu Ostern finden zwei Hochgebirgsfahrten statt, und zwar eine ins Groß-Glock- nergebiet und die andere auf eine höher gelegene Hütte in den Bayerischen Alpen. Fußball der Kreisklaffen. Flensungen-lNücke — Geilshausen 1:1 (0:0). Am vergangenen Sonntag standen sich diese beiden Mannschaften im Derbandsspiel gegenüber. Es gab einen ausgezeichneten Kampf, wie man ihn auf dem Lande nur selten zu sehen bekommt. Die Geilshausener wären durch einen Sieg Gruppenmeister geworden. Flensungen errang sich durch das Unentschieden einen guten Mittelplatz in der Tabelle. Das Spiel begann mit lebhaften Angriffen der Gäste und erst allmählich machte sich die einheimische Verteidigung frei. Der Kampf nahm an Spannung zu, wuchtig und temperamentvoll wurde gekämpft, jeder Spieler gab sein ganzes Können- Bei Halbzeit stand das Spiel noch 0:0. Dann erzielten die Geilshausener aus einem Gedränge heraus das Führungstor, kurz darauf aber erzielte Flensungens überragender Verteidiger Becker, weit aufgerückt, durch schönen Schragschuß von halbrechts den Ausgleich. Becker war der weitaus beste Mann im Spielfeld. Er war es also auch, der die Geilshausener um den Gruppensieg brachte. In der Tabelle steht Geilshausen mit Muschenheirn punktgleich, Muschenheirn führt aber durch das günstigere Torverhältnis. Fußball und Handball der. Gauliga Hessen. Der Kampf des Tages steigt bei den Fußballmannschaften in Kassel zwischen dem SC. 03 und Hanau 93. Die Hanauer müssen gewinnen, wenn sie Meister werden wollen, während dem SC. 03 immerhin schon ein Unentschieden zum Erhalt seiner Meisterschaftsaussichten genügen würden. In diesem Fall würde die Meisterschaft erst nach dem Treffen BC. Sport — SC. 03 entschieden. Man darf gespannt sein, zu wessen Gunsten die Entscheidung fällt. Hanau hat dank seiner guten Hintermannschaft in Kassel keine schlechten Aussichten, aber da auch die 03er auf allen Posten gut beschlagen sind, hält es schwer, an einen Sieg Hanaus zu glauben. Die übrigen Kämpfe sind für die Gestaltung der unteren Tabellenhälfte von Bedeutung. Germania Fulda wird wohl beim Spv. Kassel eingehen und auch in Fulda darf man den Erfolg der Platzmannschaft gegen DfF. Friedberg erwarten. Im Handball greifen am Sonntag zwei der drei für die Meisterschaft noch in Frage kommenden Vereine in die Ereignisse ein. Der Spitzenreiter Tv. Wetzlar wird alles daran setzen, in Kassel gegen Hessen-Preußen seine Erfolgsserie fortzusetzen, und auch Jähn Gensungen müßte auf eigenem Platze gegen CT. Kassel zum Siege kommen. Ein reiner Abstiegskampf geht in Kirchbauna vor sich, wo der Tv. die Mannschaft von Tuspo. 86/09 Kassel empfängt. Fußball der Iugendmannschaften Bannmeisterschaftsspiele: VfV.-Reichsbahn Gießen — Turnv. filein-tinben. Beide Mannschaften treffen sich am Sonntag auf dem Waldsportplatz. Die Gäste, die Anfangs der Spiele schlecht in Schwung kamen, haben am vergangenen Sonntag erst gegen Wieseck bewiesen, daß noch mit ihnen zu rechnen ist. Die Gießener müssen deshalb auf der Hut fein, damit sie keine Enttäuschung erleben. Trotzdem sollten die Einheimischen. nach hartem Kampf Sieger Weibert. Turnv. Großen-Linden — Turnv. Wieseck. Die Hüttenberger empfangen am Sonntag erstmalig die Hitlerjungen aus Wieseck. Die Gäste, die erst am vergangenen Sonntag auf eigenem Platze gegen Klein-Linden eine knappe Niederlage em- stecken mußten, müssen sich mächtig anstrengen, nm ehrenvoll zu bestehen. Die Platzbesitzer dürfen das Spiel keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, denn die Mesecker werden voraussichtlich mit stärk, fier Aufstellung das Spiel bestreiten. Trotzdem ist mit einem Siege der Platzbesitzer zu rechnen. Pflichtspiele der Jugendgruppe: Ettingshausen — Hungen; Butzbach — Garbenteich. In der ersten Begegnung wird es ein spannendes Spiel geben. Ein knapper Sieg der Platzbesitzer ist zu erwarten. In Butzbach wird Garbenteich schwer kämpfen müssen, um die Punkte zu erringen. Da beide Mannschaften gleichstark sind, ist ein spannen, des Spiel zu erwarten. Saafen 1. Jgd. — Alten-Buseck 1. Jgd. 2:2 (0:0). Zum fälligen Pflichtspiel weilte die Saasener 1. Jugend am Sonntag in Alten-Buseck. Saasen spielte sofort eine leichte Feldüberlegenheit heraus, ohne aber zu Erfolgen zu kommen. Nach der Pause brachte Saasens Mittelürmer seine Elf sofort m Führung. Der Linksaußen der Gaste glich dann durch Abseitstor aus. Beide Mannschaften konnten dann noch je einmal erfolgreich fein. Jtundfunkprogramm Freitag, 11. März. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkspause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Für 10 Pfennig Brötchen bitte? Hörfolge. 10.30: Harte Zucht — olympischer Kranz. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... (Schallplatten). 15: Kleines Konzert. 15.30: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. Wichtelmännchen. 15.45: Ostland — Schicksalsland. Blut aus allen deutschen Stämmen. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher (Schallplatten). 19: Nachrichten. '19.10: Die lachende Oper. Ein unvermutetes Treffen luftiger Gestalten, herbeigeführt von Hans Wilhelm Kulenkamps. 21: Dom Rodenfteiner bis zum tollen Bömberg. Von Schelmen und Käuzen in deutschen Landen. Eine Hörfolge. 22; Nachrichten. 1 1533V Infolge Unglücksfalls verschied am 9. März 1938 der Feldwebel Hans Rackow 6, Kompanie, Infanterie-Regiment 116. Die Kompanie verliert in ihm einen bewährten und tüchtigen Soldaten, der bei Vorgesetzten und Untergebenen besonders angesehen und beliebt war. Ein ehrendes Andenken ist ihm über das Grab hinaus gesichert 6. Kompanie, Infanterie-Regiment 116 Schönn, Hauptmann und Kompaniechef. Wetzlar, Gießen, den 9. März 1938. 1532V Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger Für die wohltuenden Beweise inniger Teilnahme, die uns beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen erwiesen wurden, dankt herzlichst Keine Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugnisabschriften dem Br- werbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder unoBewerbungsunter- ^gen müssen zur Be» meidung von Berlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Die Ernte wird dadurch besser. Gute Werkzeuge helfen Ihnen dabei: Baumsägen, Gartenscheren, Gärtnermesser, Bürsten. Auch alle anderen Gartengeräte bekommen Sie in guter Quali- im Namen aller trauernd Hinterbliebenen s Gustel Mootz. Mlsleller MSaWllrs per sofort oder 1. April IZiemäilita IKöchenmäilcheo 1 Köchin gesucht. Attgeb. mit Bild u. Ge- haltsansprüchen an Gust. Auer, „Ratskeller" Bad Salzschlirf Kr. Fulda. [1522D Für die Programm-Zeitschrift „DieWoflrtenW* (Offizielles Organ d. II.Reichs- gartenschau) suchen wir Anzeigen - Vertreter. Verlag Boeckling & Müller, Eisen, Postfach 12. 15i7v Suche per sofort eine tüchtig^ MW Schr. Angeb. u. 1528V an den Gießen. Anzeig. Sröftige, fand. Frau für die- Abendstunden v. 6 Uhr an zur täglichen Reinigung von Betriebsräumen fofoit gesW. Näheres in der Geschäftsstelle d. Meß.Anz. hW> tät bei J.B. Häuser 5 Gießen, a.Oswaldsgarten £ (Parkplatz) **" Fernruf Nr. 2145-2146 Vermietungen WQüLSimmet zu vermieten. Aulweg 76. [Oma 2 große Garagen eine ev. für Lastwagen z.l.April zu vermiet. 01090 Franks. Str. 59. Mietgesuche Aelter.Ebevaar 2Pers., sucht per sof.od.l.Maisch. Ukl.Mlhn. Bad u.Heizg. erwünscht, d. nicht Bed. Schr. Ang. u. 01099 a.G.A. Gesucht z. l.Juli sonnige, geräum. 5-6=5immer= Wohnung mit Bad,Balkon, Zubehör, 1. oder 2. Stock, in gut. Hause in bester Lage v. ruhigem Dauermieter. Schriftl. Ang. u. 01093 a. d.G.A. Nicht zu junge Hausgehilfin die kochen kann und alle Hausarbeit verrichtet, in 2 - Personen- Haushalt zum 1. April gesucht. Borzust. nachm. 4 bis 6 Uhr 01097 Kevlerstr. 71. Baue gut.... mit Ab ermann Lieferungs -Vergebung. Die Lieferung des Bedarfs an: Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, Backwaren, Butter und Margarine Milch und Eier, für das.Rj. 1938, sonstigen Verzehrungsgegenständen und Reinigungsmitteln für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1938 (Verlängerung des Vertrags von Vierteljahr zu Vierteljahr bis 31. März 1939), ist bei im Wettbewerb festgestellter preiswerter Lieferung nicht ausgeschlossen, soll unter Zugrundelegung der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL.) für das Landes-Alters- und Pflegeheim in Gießen vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können während der Dienststunden auf der Verwaltung" eingesehen werden. Die Bedarfslisten werden gegen Erstattung der Selbstkosten hierselbst abgegeben. Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die obige Verwaltung bis Mittwoch. den 23. Ittärj 1938, vormittags 10 Uhr, einzureichen. In den Angeboten sind auch die Lieferungsbedingungen anzuerkennen, andernfalls das Angebot unberücksichtigt bleiben muß. Die Eröffnung der Angebots findet gemäß den Bestimmungen der VOL. in nicht öffentlichem Termin statt. Wenn Bewerber bis zum 10. April 1938 nicht benachrichtigt sind, mußten die Angebote unberücksichtigt blriben. Die Teilung der Mengen in Lose bleibt vorbehalten. Gießen, den 8. März 1938. 15200 Vermattung des Landes-Atters-Pflege- und Kinderheims: Kloß. Gewinnauszug 5. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 26. Ziehungstag 9. Marz 1938 Ön der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 10000 RM. 19369 365592 368165 6 Gewinne zu 5000 NM. 144158 145471 232956 4 Gewinne zu 3000 RM. 194300 201343 36 Gewinne zu 2000 RM. 5221 38173 48358 68979 148903 158082 162340 165534 187824 245299 307430 309595 314243 336734 353041 359918 383527 392735 44 Gewinne zu 1000 RM. 586 10068 27463 66238 67071 120067 120518 145766 146464 166328 174624 195595 200476 207536 220390 221260 222990 230324 334798 358889 367444 385085 106 Gewinne zu 500 RM. 2162 2422 15674 21431 28365 31964 39535 46390 47378 55887 59643 60484 80924 84007 85313 100735 103266 127363 128443 147231 148640 159430 170184 178538 192905 194712 195385 197878 212654 214274 224544 235170 264280 269199 275142 282029 284782 290280 293388 295300 300652 301701 302069 307448 320419' 329465 335447 339731 353581, 355369 360672 394886 399254 206 Gewinne zu 300 RM. 3474 5958 7005 14308 17997 20974 24641 24750 29629 31594 34500 35070 38331 39938 60602 61686 65420 72142 78128 79006 81868 90990 92010 95667 95754 97515 98657 101985 109945 110063 111488 115660 117438 122054 127520 127698 130884 135706 137894 144036 144140 145582 147868 156541 156842 158090 161612 161674 163348 174421 174977 175185 180352 183659 185492 190373 192758 194297 201830 205785 209704 215173 220825 246214 251490 256864 260389 261832 262296 263892 266849 274568 275774 281523 283629 288086 289301 298608 304377 308775 309429 317077 325107 330416 336084 341305 342273 349268 350346 353196 357246 361975 361981 369087 369574 369996 372990 377972 378082 387322 394069 395303 397201 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 14789 2 Gewinne zu 10000 RM. 251582 12 Gewinne zu 3000 RM. 44307 69311 97028 176309 258357 358067 16 Gewinne zu 2000 RM. 137941 168321 230311 284006 331558 341123 379977 383102 58 Gewinne zu 1000 RM. 2427 6666 23253 41006 50301 72199 80610 81786 84900 105823 107382 112828 120978 150300 155373 179822 181485 216964 239442 262854 277355 280764 308639 310451 310536 357078 368571 382165 389895 62 Gewinne zu 500 RM. 1107 4545 12537 25948 57835 61829 73275 89195 98427 119537 155300 159856 164350 175470 188526 212851 220242 225966 238788 251720 260649 262732 267691 269599 285247 304360 321471 350563 362242 392296 397580 182 Gewinne zu 300 RM. 6179 17604 18243 23464 24557 25276 28328 31438 33537 36872 41951 46843 53931 54044 61913 62086 66389 67811 68565 71739 79745 82776 90143 90437 94756 95015 98117 105746 109983 110667 112407 113453 118261 121065 123488 124411 125942 127941 128123 131939 142326 157499 166616 169924 185736 186798 188197 189110 192506 193561 195442 199659 219577 220493 225692 229262 231143 232538 233513 235503 238030 239256 248234 259351 276646 282769 287645 293853 306618 310844 317633 328186 328188 331983 332471 334128 335493 336009 340208 343560 359644 360861 369061 369088 372299 373868 385844 386235 387063 393421 396551 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu je 500000, 2 zu je 20000, 4 zu je 10000, 20 zu je 50000, 40 zu je 3000, 146 zu je 2000, 280 zu je 1000, 486 zu je 500, 1010 zu je 300, 23008 zu je 150 NM. U'.25 \JOCHHEIM G€M€ N SCHÄFT -SUMWOHie- LIICHTSIP1IIEILHAWS HEUTE PREMIERE! * mitWilh Fritsch und GUSTI HUBER und JUTTA FREYBE, PETER DANN / FR. KAYSSLER SPIELLEITUNG : HANS HINRICH Brennende Fragen um Ehe und Liebe, Treue und Untreue, Kindesliebe und Pflicht stehen im Mittelpunkt dieses menschlich sehr nahegehenden Films voller Tragik, Spannung und Freude Beiprogramm: „Kurhessen“ — Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr 1521A Mi Fische sind billig! | ff Fischfilets MB von Seelachs, Kabeljau, Barsch und Schellfisch. Kochfische. Flußbackfische, Merlan, Heilbutt, Karbonade. FfSÄIJs’ 2UX-HAVE Marktstraße 23 1530A Tel. 2417 Suche für sofort junge, gesunde 9aü5lo6ter (Privalhaushaltt Taschengeld.'^v Zrllu tötete Hööer W.-Barmen Sedanstraße 68. Braves, ehrlich, und fleißiges MW für den ganzen Tag z. 15. Marz gefucht. oioi)4 Am. SW Gießen, Gartenbauoetr., Mer Str. 57 S.l. Mdchen für sofort gesucht eventuell [1626d iWSiMAll Frau Götz Asterweg L Verkäufe 1 schwarzer eis. 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