lir.34 Erstes Blaff Donnerstag. 10. Februar 1938 188. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzelgen von70mm Breite bORpf..Platzvorschrifl nach vorh. Dereinbg. 25°/0 mehr. Ermässigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Antigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Sieben. 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Gleichzeitig wird auch die Frage angeschnitten, ob und inwieweit die Neutralität und die Mitgliedschaft zur Genfer Liga miteinander zu vereinbaren sind. Denn mit dem Eintritt in die Liga im Fahre 1920 verzichtete die Schweiz auf den Grundsatz der totalen Neutralität insofern, als sie Verpflichtungen auf Grund des berüchtigten Sanktionsartikels 16 übernahm. Zwar besagte eine Erklärung vom 20. Februar 1920 des in London tagenden Rates der Liga, „daß die dauernde Neutralität der Schweiz und die Garantie der Unverletzlichkeit ihres Gebietes, wie sie namentlich durch die Verträge und die Akte von 1815 zu Bestandteilen des Völkerrechts wurden, im Interesse des allgemeinen Friedens gerechtfertigt und daher mit der Liga vereinbar sind". Die Eidgenossenschaft „war ferner nicht gehalte n", an einer militärischen Aktion des Völkerbundes teilzunehmen, den Durchmarsch fremder Truppen und die Vorbereitung militärischer Unternehmungen auf ihrem Gebiete zu gestatten. Aber der Rat stellte ausdrücklich fest, daß „die Schweiz die Pflichten der Neutralität feierlich anerkennt, die ihr daraus erwachsen, daß sie Mitglied der Liga sein wird, einschließlich der Verpflichtung, an den von der Liga verlangten kommerziellen und finanziellen Maßnahmen gegenüber einem bundesbrüchigen Staat mitzuwirken". Solange die Verpflichtungen aus Artikel 16 nur auf dem Papier standen, waren ihre verhängnisvollen Wirkungen auf die schweizerische Neutralität kaum spürbar. Erst der italienisch-abessinische Konflikt, in dessen Verlauf sich die Eidgenossenschaft an „Sanktionen" gegen Italien beteiligte, enthüllte die Gefahren für die Neutralitätspolitik des Landes. Gefahren, die dann von schwerwiegender Bedeutung sein können, wenn der von wirtschaftlichen „Sühnemaßnahmen" betroffene Staat darin einen neutralitätswidrigen, ja feindseligen Akt erblickt. Da die Schweiz in der Rohstoff- und Lebensmittelversorgung, in der Ausfuhr ihrer Jndustrieerzeugnisse weitgehend vom Auslande abhängig ist, muß die Unterbrechung des Handelsverkehrs im Nahmen wirtschaftlicher Blockademaßnahmen sehr empfindliche Folgen nach sich ziehen. Zwei wesentliche Gründe, die den Bundesrat bereits vor einigen Monaten zu der Feststellung veranlaßten, daß die Schweiz künftig von Fall zu Fall und souverän über die Teilnahme an Zwangsmaßnahmen der Liga entscheiden wird. Der schweizerische Vertreter im sogenannten 28er-Ausschuß der Liga, der sich mit der Frage der Paktreform beschäftigte, gab in der Sitzung vom 30. Januar den Entschluß seiner Regierung bekannt, den Vorschlag Schwedens auf rechtliche Festlegung des fakultativen Charakters der „Sanktionen" unterstützen zu wollen. Im übrigen ist nach Lage der Dinge kaum damit zu rechnen, daß die Eidgenossenschaft in Zukunft jemals wieder an derartigen „©anftionen" feilnehmen wird, welches auch die endgültigen Ergebnisse der Genfer Beratungen sein mögen. Im Jahre 1920 erklärte das Schweizer Volk den Beitritt zur Genfer Institution „nur im Vertrauen daraus, daß der jetzige Völkerbund sich in nicht ferner Zeit zu einem allgemeinen Völkerbund erweitere". Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt ja, die Genfer Entente — mehr denn je von der Universalität entfernt — kann heute schon als die organisatorische Zusammenfassung einer b e st im m - te n Mächtegruppe unter Führung Frankreichs und Englands bezeichnet werden, wobei die aktive Mitwirkung S o w j e t r u ß l a n d s den Charakter dieser Koalition eindeutig festlegt. Auf Grund der Tatsache, daß die Schweiz heute an zwei Staaten grenzt, die die Genfer Entente verlassen haben, konnte sich die Schweiz kaum mehr einer erneuten UÜberprüfung ihres außenpolitischen Standortes entziehen. Gewiß, sie sucht der AUernative „Neutralität oder Völkerbund" immer noch auszuweichen, beschränkte sich auf die Forderung, u n t e r Bedingungen innerhalb der Genfer Institution Mitarbeiten zu wollen, welche sich zwangsläufig aus dem Grundsatz der dauernden, unemge- fchränkten Neutralität ergeben. Die E^Zerwssen- ichaft, die der Genfer Entente eine Denkschrift zur Frage der Neutralität überreichen wird vertraut noch auf das Entgegenkommen der maßgebenden Genfer Mächte. Aber schließlich sind schweizerische Neutralität — ein politisches Dogma, das Messt im Wesen des Staates verwurzelt ist — Die -Ideologie der Genfer Einrichtung und ihre Knegsgefay- ren geradezu herausfordernde Methoden einander zu fremd und abgrundtief verschieden, ü°nz abgesehen davon, daß ein Land das wohl die Arsamtheit der Mitgliedsrechte in Anspruch nimmt aber hinsichtlich der Pflichten eine einzigartige Aus- lichrnestellung besitzt und fordert, niemals als vollgültiges Mitglied der Genfer Liga betrachtet wer- ben kann. Klare Entscheidungen in der kunfttgen ggtaltung des Verhältnisses der Schweiz zur Genies Entente lassen sich nicht umgehen. Augenblicklich suchen die an der Neutralitatsfrage urmittelbar oder mittelbar interessierten Machte Englands Lebensmittelversorgung im Kriegsfälle. Verteidigungsminister Inskip warnt vor unbegründeter Katastrophenstimmung. London, 9. Febr. (DNB.) Das Unterhaus behandelte die Zweckmäßigkeit einer Lebens- mittelstapelung f Ü r den Kriegsfall und lehnte den Antrag des Labour-Abgeordneten Parker auf Anlegung einer solchen Reserve mit 193 gegen 130 Stimmen ab, nachdem Verteidigungsminister Jnskip den ablehnenden Standpunkt der Regierung begründet hatte. Er wandte sich scharf gegen die Versuche, eine Art Katastrophen- stimmung heraufzubeschwören, dem Lande werde nicht damit gedient, wenn man mögliche Schwierigkeiten und Gefahren übertreibe. Gegenwärtig bestehe keine Knappheit an Schiffen, und England könne ebenso leicht und besser Schiffsraum erhalten als 1914. Gerade weil er die Gefahren aus der Luft nicht unterschätze, halte er es nicht für wünschenswert, große Mengen Lebensrnittel zu stapeln, die für einen Luftangriff offen lägen. Die Lebensmittelverteilungspläne feien bis zu einem Stadium entwickelt, daß nur noch Einzelheiten durchzuführen blieben. Es sei eine starke Uebertreibung, der Welt zu erzählen, daß England sich in einer schlechteren Lage befinde als 1914. Die Aufrüstung sei das Vordringliche, dann folgten andere Fragen der Landesverteidigung, wie die innerenglische Erzeugung. Die Regierung fei sich ihrer Pflichten bewußt. Die Anlage von Silos zur Stapelung von Lebensrnitteln würde allein 3 0 Millionen Pfund, also 375 Millionen Mark, kosten. Heftige Kritik in der presse. Mit Ausnahme der „Times" und des „Daily Telegraph" greifen sämtliche Londoner Morgenblätter Jnskip und die Regierung scharf an. Das Labourblatt „Daily Herald" spricht von einem „Gesamtangriff aller Parteien auf die Nachlässigkeit der Regierung". Das Unterhaus sei enttäuscht darüber gewesen, daß Jnskip sich weigere, eine Politik auf lange Sicht durchzuführen und die Frage der Lebensmittelstapelung im Kriegsfälle nicht für wichtig halte. Im Vergleich zu 1914 gebe es jetzt 4 Millionen Menschen mehr in England zu ernähren, wobei Großbritannien heute weniger Schiffe zum Lebensmitteltransport und für die Verteidigung zur Verfügung habe. Die liberale „News Ehronicle" erklärt, Jnskip müsse gestern selbst seine besten Freunde in Verzweiflung gebracht haben. .Ihm sei es gelungen, die ganze Streitfrage in einen derartigen Nebel und Wortschwall zu hüllen, daß man nicht mehr gewußt habe, ob er sich des „Ernstes der Lage" wirklich bewußt sei. Die konservative „Daily Mai l" meint, die öffentliche Meinung Zeit zu gewinnen, um nicht eine Reihe sehr komplizierter, für das Schicksal der Genfer Institution bedeutsamer Probleme aufzuwerfen. Wir erinnern hier nur daran, daß der Außenpoltiker des „Echo de Paris", Pertinax, kürzlich behauptete, „der neue Vertrag (nach dem Mufter der Neutralität von 1815) wird der Schweiz nur dann zugestanden werden, wenn sie als Gegengabe dem Völkerbund die Exterritorialität verleiht." Selbstverständlich sind derartige Bestrebungen, die die exterritorialen Rechte des Völkerbundes erweitern und die Gebietshoheit der Schweiz über Genf und über die darin ansässigen Ausländer einschränken wollen, für Regierung und Volk der Eidgenossenschaft überhaupt nicht erwägenswert. Gilt schon allgemein der Grundsatz, den Bundesrat Motta kürzlich vor dem Nationalrat ausgesprochen hat, „Genf darf um keinen Preis der Sitz einer Koalition werden", so wäre Genf als politisches und militärisches Hauptquartier einer Döl- kerbundsaktion gegen andere Staatengruppen eine unerträgliche Belastung für das neutrale Land. Schwierigkeiten können ferner aus dem Genfer Nachrichtendienst und aus der Tätigkeit des Senders der Genfer Entente entstehen. Bereits eine Botschaft des Bundesrats vom Jahre 1920 gab der Befürchtung Ausdruck, „daß Gegner des Völkerbundes den Sitz des letzteren zum Gegenstand von Angriffen machen würden, sei es, um öie bortige Organisation zu stören, sei es, um durch Erzwingung einer Evakuation der Organe des Völkerbundes dessen Ansehen einen Schlag zu versetzen." Es erübrigt sich, weitere Beispiele für die mannigiah tigen, in ihren Folgen so einschneidenden Zusammenhänge zwischen Neutralität, Mitgliedschaft zur Genfer Liga, Sanktionsartikel 16 und Volker- bundssitz zu nennen. Die Wiederherstellung der umfassenden Neutralität ist für die Eldgenossenfchas eine Existenzfrage. Wird die Genfer Liga di^mal die Lebensrechte des Landes anerkennen, nachdem sie bisher gegenüber den berechtigten Forderungen anderer Völker so häufig versagt hat? Was man in der letzten Zeit von der Presse und von den Politikern führender Völkerbundsmächte zu Horen bekam, berechtigt keineswegs zu Optimismus. Wahlen in Nordirland. London, 10. Februar. (DNB. Funkspruch.) In Nordirland sanden am Mittwoch Wahlen statt. Sie waren auf die Ankündigung d e Daler a s, bei den englisch-irischen Besprechungen in London die Frage der T e i l u n g I r l a n d s anzuschneiden, an, beraumt worden. Der nordirische Ministerpräsident Lord C r a i g a v o n hatte die Wahlen angesetzt m der sicheren Erwartung, daß die vorwiegend Protein England werde nicht eher ruhen, bis sie die Absichten der Regierung kenne. Aus der gestrigen Aussprache gehe nur allzu deutlich hervor, daß die Regierung immer noch nicht wisse, ob sie sich zur Lebensmittelstapelung entschließen solle ober nicht. Der konservative „Daily Expreß" schreibt drohend, wenn sich die Regierung nicht entscheiden könne, bann werbe bas britische Volk selbst bas Notwendige besorgen. Man solle sich bei den nächsten Wahlen daran erinnern. Englands Steuerlast. Die finanziellen Folgen der britischen Aufrüstung. London, 10. Febv» (DNB. Funkspruch.) Ein konservativer Abgeordneter forderte die Regierung stantischen nordirischen Provinzen, die von dem übrigen Irland abgetrennt sind, sich gegen eine Vereinigung ganz Irlands aussprechen würden, daß also die Bevölkerung Nordirlands die jetzige Regierung wählen würde, lieber das Ergebnis der Wahlen, die kaum Ueberraschungen bringen dürsten, wird erst am Freitagabend bzw. erst Montag Genaues bekanntgegeben. Die Freiwittigen-Frage. Gedämpfter Optimismus in London. London, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Alle Londoner Morgenblätter nehmen die Aussprache Edens mit dem französisches. Botschafter Cor- b i n sowie eine Unterredung des deutschen Geschäftsträgers Gesandten Woermann mit Lord Plymouth zum Anlaß, um sich mit der nächsten Sitzung des Nichteinmischungsausschusses zu beschäftigen. In der „Times" heißt es, die Besprechungen hätten der Feststellung gedient, durch welche technischen Maßnahmen man Öen britischen Kompromißplan für Spanien verwirklichen kömste. Im Mittelpunkt stehe die Zurückziehung der Freiwilligen. Die britische Regierung habe, dazu neue Vorschläge gemacht. „Daily Telegraph" meint, man könne keine sofortigen Entwicklungen erwarten. Keine Partei wünsche die Dinge zu übereilen, eine sorgfältige diplomatische Vorbereitung werde überall als absolut erforderlich betrachtet. Man sei nach den ersten Ausbrüchen des Optimismus schon stiller geworden, obgleich in amtlichen britischen Kreisen doch die Ansicht vorherrsche, daß eine verheißungsvollere Atmosphäre bestehe. Oer nationalspanische Erfolg bei Alfambra. Salamanca, 9. Febr. (DNB.) Die nationale Offensive im Abschnitt Alfambra kann als abgeschlossen gelten. Die Bolschewisten, die auf einer Länge von 50 Kilometern d i e nationale Straßenverbinduna Saragossa — Te- r u e l von Osten her bedrohten und stellenweise bis auf 1000 Meter an diese Straße herangekommen waren, sind durch die Operationen der letzten Tage durchschnittlich 20 bis 40 Kilometer weit von dieser Verbindung nach Osten zu - rückgeworsen worden, so daß jede Gefahr feindlicher Ueberfälle behoben ist. Die Nationalen eroberten während der 4tägigen Offensive ein Gebiet von 950 Quadratkilometern. Zwei Batterien 10,5-Zentimeter-Geschütze, 43 Mi- auf, alles daran zu setzen, um die auf den englischen Bürgern lastenden Steuern zu verrin- g e r n. Die Steuerlasten des englischen Bürgers seien heutzutage fünfmal größer als in der Vorkriegszeit, die Gemeindesteuern seien im Vergleich zur Vorkriegszeit auf das dreifache gestiegen. Colonel Colville, der Staatssekretär im Schatzamt, gab zu, daß die Steuern in den letzten Jahren ungeheuer gestiegen seien, die Regierung sei sich der Gefahr großer Steuerlasten bewußt, ebenso des allgemeinen Wunsches, an den» Rü st ungen zu sparen, soweit dies nur möglich sei. Eine Abrüstung könnte aber nicht einsei - t i g auf englischer Seite geschehen. Die britische Regierung beabsichtige, die Rüstungsverminderung zum frühe st möglichen Zeitpunkt zu verwirklichen. Der Antrag wurde abgelehnt. nenroerfer, über 400 Maschinengewehre, rund 10 000 Gewehre, drei Tanks und etwa 100 gebrauchsfähige Kraftwagen fielen in die Hand der Nationalen. Abgeschossen wurden neun Bombenflugzeuge und drei Jagdflugzeuge. Bis jetzt konnten 4258 Leichen gefallener Gegner beerdigt werden. Die Zahl der Gefangenen und Ueberläufer beträgt 8500. Gasmaskensabriken in aller Wett England besitzt schon über 20 Millionen Gasmasken. Berlin, 10. Febr. (DNB.) Der neue Wochenbericht des Instituts für Konjunktursorschung enthält eine eingehende Schilderung über den Aufbau einer „Luftschutzindustrie" im Ausland. Besonderen Umfang haben die Vorbereitungen des zivilen Luftschutzes in England erlangt, wobei die Sicherstellung von Gasmasken für die Zivilbevölkerung in erster Linie gefördert wird. Anfang 1937 ist in Blackburn eine staatliche Gasmaskenfabrik eröffnet worden, die wöchent - lich etwa 500000 Gasmasken liefern kann. Die Zahl der Gasmasken in Großbritannien betrug Anfang 1937 1 Million Stück, Juni 1937 9 Millionen Stück, Dezember 1937 20 Millionen Stück. In Frankreich sollen nach ausländischen Meldungen bereits 8 Millionen Gasmasken aufgestapelt worden (ein; die Erzeugung geht laufend weiter. Italien, das schon im August 1935 durch Dekret angeordnet hatte, alle Arbeiter und Angestellten in lebenswichtigen Betrieben mit Gasmasken auszurüsten, soll hierfür inzwischen 5 Millionen Gasmasken auf Lager genommen haben. Neben den Großmächten gehen auch die kleineren Staaten daran, sich planmäßig Industriebetriebe für die Erzeugung von Luftschutzgeräten einzurichten. Dies gilt zum Beispiel für die Türkei, für Griechenland, die nordischen Länder, aber auch für weit entfernte Gebiete wie Australien und Niederländisch- Jndien. Oer Hauptvorstand der obersten österreichischen Skibehörde abberufen. Wien, 9. Febr. (DNB.) Di^ Kundgebungen anläßlich der Teilnahme reichsdeutscher Sportler a m Kärntner Internationalen Skispringen in Klagenfurt haben zu einer scharfen Maßnahme des Leiters der obersten österreichischen Sportbehörde, Starhemberg, geführt. Er hat den gesamten Hauptvorstand des Skiverbandes, der obersten österreichischen Skibehörde, abberufen und an seiner Stelle einen neuen Vorstand ernannt, Frankreich sucht seine Aufrüstung zu beschleunigen Oie Notwendigkeit von Lleberstunden in der Kriegsindustrie. Paris, 9. Febr. (DNB.) Landesverteidigungs- Minister D a I a b i e r , Luftfahrtminister Guy - la-Chambre und Kriegsmarineminister Ber- t r a n d erstatteten den vereinigten Kammerausschüssen über die Reform der Landesverteidigung Bericht. Daladier erläuterte die neue Zusammenfassung der Landesverteidigung und verwies auf die großen Anstrengungen, die für den Ausbau der Luftwaffe unternommen werden müßten. Er berichtete über die ersten unter der Oberleitung von General Gamelin durchgeführten Maßnahmen unb über die Vorkehrungen zur Beschleunigung der Herstellung des Kriegsmaterials. Daladier betonte, daß größere Zusatzkredite zur Besserung des Rüstungstempos für den Augenblick nicht notwendig erscheinen, da die Werke erst imstande sein müssen, die ihnen etwa zu übertragenden Bestellungen auch auszuführen. Die dem Kriegsministerium unterstellten Werke könnten das, nicht aber die, die vom Kriegsmarineoder Luftministerium abhingen. Namentlich in der Herstellung gewisser Flugzeugmuster seien Verzögerungen und Ausfälle festzustellen gewesen. Die Beschleunigung der Flotten- und Luftflottenbauten werde auch durch das Fehlen von Facharbeitern erschwert. Frankreich verfüge nur über 40 000 Facharbeiter gegen 80 000 in Italien. In den Werken für die Landesverteidigung werde wöchentlich in Frankreich nur 37 Stunden gearbeitet und keine Heber st un- d e n geleistet. Die Arbeiter stünden auf dem Standpunkt, sie könnten bei ihrer Tätigkeit nicht erkennen, ob die von ihnen in Ueberftunben geleistete Arbeit auch wirklich für Landesoerteidi- gungszwecke bestimmt fei oder für die Prioatin- öuftrie. Der ßanöesoerteiöigungsminifter habe deshalb auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Herstellungsmethoden für den Heeresbedarf zu vereinheitlichen. Erft wenn dieser Reformab- schnitt abgeschlossen sei, werde die Herstellung durch Bereitstellung entsprechender Finanzmittel beschleunigt werden können. Kriegsmarineminister Bertrand wies auf die Notwendigkeit der Auflegung eines neuen Flottenbauabschnittes hin, der vor allem für die Verteidigung der französischen Besitzungen i n Ueberfee die Anlage von Rohstofflagern auch an flüssigen Brenn st offen erforderlich macht. Er werde den Bau von zwei neuen 35 000-Tonnen-Linienschiffen außerhalb des Flottenbauabschnittes für 1938 beantragen. Die zur Zeit im Bau befindlichen Kriegsschiffe seien im Rückstand, der Bau müsse b e - schleunigt werden, sonst würde die italienische Kriegsflotte 1942 einen größeren Tonnagegehalt an neuen Schiffen haben als die französische, Frankreich würde dann nicht mehr imstande sein, allein die ihm im Mittelmeer obliegenden Aufgaben zu erfüllen. der sich aus einem Rechtsanwalt, einem Gendarmerieoberst sowie einigen anderen im aktiven Sportleben wenig bekannten Männern zusammensetzt. Das Verbot des internationalen Skispringens in der steierischen Stadt M u r a u wurde auf Intervention der örtlichen Behörden, die auf die großen Unkosten für die Vorbereitung der Veranstaltung hinwiesen und für einen reibungslosen Verlauf garantierten, wieder zurückgenommen. Oer umworbene Schützling. Es gehört zu den Traditionen der britischen Außenpolitik, andere Völker für sich kämpfen zu lassen, während man selbst als Spiritus rector hinter dem Schußfeld bleibt. Aber im Weltkrieg hat diese Methode zum erstenmal seit langen Zeiten nicht mehr ausgereicht, um den Lauf der Welt nach britischen Interessen zu bestimmen. England mußte selbst Blut und Kapital auf den Schlachtfeldern Frankreichs opfern, um den Krieg zu gewinnen. Die schmerzliche Erfahrung, die man damals in London gewann, kommt jedoch erst heute zur vollen Auswirkung. Die vielfachen Kriegsvorbereitungen bestätigen es. Man baut nicht nur eine riesige Schattenindustrie zur Erzeugung von Rüstungsmaterial auf, man sorgt sich nicht nur um die Nahrungsmittelversorgung für den Ernstfall, sondern es werden auch immer mehr Stimmen hörbar, welc^ die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht sowie durchgreifende Maßnahmen zur Stärkung der Volksgesundheit und Volkskraft verlangen — Forderungen, die sich recht selftam ausnehmen in einem Staat, der sich auf seine demokratischen „Freiheiten" noch immer soviel zugute hält. Dennoch wäre es ein Irrtum, anzunehmen, daß England eine grundsätzliche Schwenkung seiner Politik vorgenommen habe. Zwar ist man gewillt und bereit, sich mehr als bisher auf die eigenen Kräfte zu verlassen, aber daneben wird die alte militärische Bündnispolitik, welche die Welt im britischen Gleichgewicht erhalten soll, mit unverminderter und heute noch verstärkter Aktivität fortgeführt. Die Formen, durch die man andere Völker an das Empire zu fesseln versucht, sind vielleicht etwas lockerer geworden, um die Empfindlichkeit des modernen Nationalismus zu schonen, aber es ist dank der Geschmeidigkeit der britischen Diplomatie doch sehr fraglich, ob diese Fesseln weniger haltbar sind. Irak, Aegypten und Irland find drei sprechende Beispiele für die neue Tendenz der auswärtigen Politik Englands. Alle drei Länder sind — im wesentlichen aus eigener Kraft — nach dem Weltkriege dem Namen und dem Wesen nach souveräne Staaten geworden. In allen drei Ländern aber hat Großbritannien es trotzdem verstanden, sein strategisches Interesse zu sichern. Wer da etwa glauben wollte, daß bei einem plötzlich ausbrechenden Konflikt diese Staaten sich auf die Seite der Gegner Englands schlagen würden, der gibt sich einer schweren Täuschung hin. Denn die Rolle des umworbenen Schützlings hat nicht nur Nachteile prestigemäßiger Art, sondern bietet auch viele Vorteile von recht handgreiflicher Natur. Das jüngste Beispiel für die britische Methode, nicht nur einzelne Seefestungen, Handelsniederlassungen und Meerengen, sondern auch ganze Länder als Stützpunkte eines erdumspannenden Reichsverteidigungssystems zu gewinnen, ist Portugal. Noch in diesem Monat wird sich eine britische Müi- tärmission, die aus Vertretern aller drei Wehrmachtsteile zusammengesetzt ist, nach Lissabon begeben, um dort die Nötigen Vereinbarungen mit der portugiesischen Regierung zu treffen. Worauf es den Engländern dabei vor allem ankommt, das hat kürzlich die „Times" in einem sehr offenherzigen Artikel ausführlich bargelegt. Um den Portugiesen die Suppe recht schmackhaft zu machen, malte das Blatt zunächt die strategische Position des Bundesgenossen in den schwärzesten Farben. Portugal besitze eine Europa zugewandte Landgrenze von nahezu 1000 Kilometern, die jedem feindlichen Angriff von Spanien her offen liege. Portugal sei außerdem von Bombenfliegern in einem Tagesflug aus Paris, Sardinien oder Stuttgart zu erreichen, während anderseits Southampton nur 6 und Gibraltar knapp 3 Flugstunden von Lissabon entfernt sei. Deshalb werde, so schreibt die „Times" wörtlich, Portugal zweifellos erwarten, daß die englische Seemacht seine Küsten und Seeverbindungen beschützt und daß es ihm Truppen und Flugzeuge schickt, um ihm bei der Verteidigung seiner Landesgrenze zu helfen. Die sich jedem denkenden Menschen auf- brängenben Fragen, ob denn Portugal überhaupt den Angriff irgendeiner Macht — mit Ausnahme Sowjetspaniens und der Komintern — zu befürchten habe und ob nicht vielmehr die Nähe der britischen Flugplätze in Lissabon als bedrohlich empfunden werde, — diese Fragen läßt der Leitartikler der „Times" natürlich unbeantwortet. Um so deutlicher unterstreicht er die Notwendigkeit des britischen Einflusses in Portugal und seinen Kolonien: „Die Lage Großbritanniens erfordert, daß die Häfen unb Küsten Portugals und seiner Inseln sich in den Händen einer befreundeten Macht befinden." Wir wollen uns nicht ausmalen, welches Entrüstungsgeschrei sich in London erheben würde, wenn etwa Deutschland in ähnlicher Weise die Kontrolle über die dänischen Küsten und Meerengen oder über den gesamten Donauraum forderte, sondern wir wollen nur festhalten, daß Großbritannien dieses Recht ohne jede moralische Hemmung gegenüber anderen Ländern beansprucht und — durchsetzt. Denn daß in den nächsten Jahren neue englische Verteidigungsanlagen auf den portugiesischen Inseln entstehen werden, darüber kann es keinen Zweifel geben. Anderseits wäre es jedoch falsch, deshalb die portugiesische Macht über die Achsel anzusehen. Denn wenn auch Portugal, das Englands ältester Alliierter ist, während langer Jahrhunderte unter britischem Einfluß stand und 1916 zur Kriegserklärung an die Mittelmächte gezwungen wurde, so hat es doch nach dem Weltkriege unter der Führung seines Ministerpräsidenten S a - lazar wieder eine so starke Stellung im internationalen Kräftespiel bezogen, daß Großbritannien es nicht wagen darf, über das Schicksal dieses Landes einfach zu bestimmen. Am klarsten zeigte sich dies in der freundschaftlichen Haltung, welche die Regierung von Lissabon gegenüber General Franco einnahm, was zunächst durchaus nicht im Sinne Londons lag. Auch die Tatsache, daß gelegentlich des britischen Flottenbesuchs Anfang Februar gleich, zeitig deutsche und italienische Marineabordnungen mit ostentativer Herzlichkeit begrüßt wurden, betonte offenbar den Willen der portugiesischen Regierung, auch weiterhin eine völlig selbständige Außenpolitik zu treiben. H. Evers. Was geschah mit Budenko? Mskau, Bord und Lüge. In B u k a r e st ist der sowjetrussische Geschäfts- träger Budenko verschwunden, nachdem er ich in einem Kraftwagen der Sowjetbotschaft bis zu seiner Wohnung hatte fahren lassen. Budenko hatte sich vor seinem Verschwinden dahin ausgelassen, ihm werde zum Vorwurf gemacht, er habe gegen d i e Richtung Stalin konspiriert und er fühle sich bedroht. Was macht das Blatt der oppositionellen - Labour Pakty, der „Daily Herald" daraus? Es behauptet, Budenko fei von rumänischen Faschisten entführt worden. Das Londoner Marxistenorgan möchte damit verwischen, daß Stalin und seine Mordkompanien mehr als einen Sowjetdiplomaten auf ihrem Gewissen haben. Das wird auch im Bukarester Fall Wahrheit fein, wenn nicht Budenko, der allerlei galante Affären hatte, von einem empörten Ehemann auf GPU.- Manier erledigt wurde oder bereits in Moskau im Lubjanka-Gefangnis auf die Aburteilung durch Stalins Schergen harrt. Das Grauen, das über Sowjetrußland liegt, die Hinrichtungen der vertrautesten Mitarbeiter Stalins, die massenhaften „Liquidierungen" haben das Sowjetparadi^s zu einer wahren Mörderhöhle gemacht, und es ist psychologisch verständlich, daß Die Bolschewisten versuchen, auch im Auslande bolschewistische Methoden anzuwenden. In der ftanzosi- chen und englischen Presse hat man zwar auch beklagt, daß die Menschen so tief sinken konnten, aber man hat nichts getan, um den Mördern das Handwerk zu legen. Ueberaö verspürt man die im Dunkel wirkende Tätigkeit der GPU., was in Sowjetrußland alltäglich geworden ist, der kaltblütige Mord ist auch das Zeichen der Bolfchewistentätigkeit im nichtrussischen Auslande. Irn befreundeten Frankreich sind die weißrussischen Generale K u t i e - poff und Miller am hellichten Tage von den GPU.-Agenten entführt worden, man hat niemals wieder etwas von ihnen gehört. Ein GPU.-Agent, Ignaz Reiß, der zu viel wußte, wurde in ber Sckweiz durch GPU.-Leute ermordet, es ist erwiesen, daß eine GPU.-Agentin und Mittäterin, Lydia Grosow ski, die wegen dringenden Verdachtes von der französischen Staatsanwaltschaft verhaftet worden war, durch eine Kaution der Sowjetbotschaft in Paris frei kam und hinter den exterritorialen Pforten dieser Botschaft ver- chwand. Der Skandal in Paris ist um so großer, als die Zeitungen ganz unverhüllt behaupten, mar- -istische französische Minister und Polizisten hätten )er Sowjetbotschaft diesen Liebesdienst erwiesen. Das Schicksal des Personals der Parfier Sowjetvertretung ist überhaupt recht bemerkenswert. Der Stellvertreter des verstorbenen Gesandten Krasin, Schljapnikow, wurde verbannt, der Gesandte R a s k o w s k i verhaftet, vielleicht erschossen, der Gesandte Davtian verhaftet, der Pressechef Na- ch a t a r j verbannt, der Gesandte D o w j a l e w - s k i verstarb, unbekannt an welcher Krankheit, die übrigen Mitglieder der diplomatischen Vertretung wurden verhaftet, und es Dürfte keiner von ihnen mehr am Leben fein. Von der Schuldenkommission der Pariser Sowjetvertretung wurde S o k o l n i • Poff verhaftet und verurteilt, Preobraschen- s k i verhaftet und verurteilt. Reinhold erschossen, N a w a s ch i n ermordet. Alle vier sind also tot. Die Handelsvertretung der Pariser Sawjetbotschaft wurde ebenfalls vorn Stalinismus betroffen. Mdi - oani wurde erschossen, Pjatakow erschossen, zwei Mitglieder verschollen, zwei weitere wurden verbannt und zehn verhaftet. Die ganze Pariser Handelsvertretung ist nun restlos „gesäubert". In Warschau wurde der Botschafter Dawijan von der GPU. verhaftet und verschwand in der berüchtigten Lubjanka. In Oslo wurde der Sowjetgesandte Jakubowitz nach Moskau zurückgerufen. Als er sich weigerte, diesem Befehl nachzukommen, wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt, man warf seine Söhne ins Gefängnis, drohte sie zu erschießen und zwang so den Vater, zurückzukehren und sich dem Henker zu überantworten. In Stockholm weigert sich die Sowjetgefandte Kolontai, nach Moskau zurückzukehren, da sie weiß, was ihr dort blühen würde. Der Geschäftsträger der Sow- jetunion in Athen, Barmin, folgte ebenfalls nicht dem moskowitiscken Befehl, sondern flüchtete nach Paris, ebenso rote das Mitglied der Pariser Sow- jetbotschaft Bessekowski über die Mauer der Botschaft floh, worauf beide Proteste „im Namen, der Menschlichkeit" gegen den Mörder Stalin und die GPU. erhoben. „Meine Vorgesetzten und Kollegen", schrie Barmin, „alles alte Bolschewisten, verschwinden und werden hingerichtet, darunter Krestinski, Karachan, Aresew, der Botschafter in Ankara, und Jureniew, der Botschafter in Berlin." Und weiter schildert er das Dilemma, in dem sich die roten Diplomaten befinden: entweder in Moskau abgeschlachtet zu werden oder den Kugeln der Geheimagenten Moskaus im Auslande Aum Opfer zu fallen. Kein Sowjetdiplomat ist mehr feines Lebens sicher. Aber ein englisches Blatt wagt zu behaupten, nicht Stalin, sondern der Faschismus fei der Mörder! Der in Bukarest verschwundene SowielWomat von der GN. entführt? Ein geheimnisvolles Sowjetschiff im Hafen von Eonstanza. Bukarest, 9. Febr. (DNB.) Die Presse besckäf- tigt sich in / größter Aufmachung mit dem Fall Budenko. Warum, so fragt man, hat die Sow- jetgesand-schaft erst den ganzen Montag verstreichen lassen, ehe sie Anzeige erstattete? Selbst bei einem „Diplomaten", dessen lockerer Lebenswandel und dessen Vorliebe für alkoholische Ausschreitungen allgemein bekannt waren, sollte feine Unauffindbarkeit doch 'Grund genug zur Besorgnis fein. Ein weiterer Umstand ist die Exterritorialität der sowjetrussischen Ge- fandtschaft, auf die die rumänischen Behörden daher ihre Untersuchung nickt ausdehnen können.. Die rumänische Polizei verfolgt die Spuren einiger verdächtiger Gestklten, die vor einigen Tagen Die sowjetrussische Grenze überschritten haben und in denen GPU. -Agenten vermutet werden. „Cuvantul" weist auf den merkwürdigen Umstand hin, daß genau wie beim Verschwinden der russischen Generale Miller und Kutjepow aus Paris auch jetzt wieder ein Sowjetschiff im nächsten Hafen gelegen hat. Auch in dem Fall Agabekow vor sechs Jahren hat ein Sowjetschiff in Konstanza gelegen. Agabekow war ein GPU.- Agent, Der in Bukarest seine Zuflucht suchte. Eine Armee von Spitzeln heftete sich an seine Sohlen. Agabekow' wurde nach Konstanza gelockt, betäubt und auf Den Sowjetdampfer „Philomela" gebracht, Der unter Dampf im Hasen lag. Die rumänischen Behörden konnten im letzten Augenblick eingreifen, um Agabekow vom sicheren Tode zu retten. Diesmal war es Der Dampfer „Katämaj a", der in der vorigen Woche Kohlen ausgeladen hat und angeblich vor Dem Verschwinden Buden kos abgefahren ist. Das Blatt stellt die Frage: „Hat er nicht e r ft Budenko übernommen und ist Dann abgefahren, worauf Die sowjetrussische Gesandtschaft das rumänische Außenministerium benachrichtigte?" Budenko ist erst vor sieben Wochen nach Bukarest gekommen. Als Der abberufene Gesandte Ostrowski am Freitag vergangene Woche abreiste, übernahm er die Geschäfte der Gesandtschaft. Von sowjetrussrscher Seite wird behauptet, er sei 1935 in den auswärtigen Dienst eingetreten. Vorher habe er die Abteilung für Klassische Literatur im Staatsverlag geleitet. Von unterrichteter Seite wird behauptet, daß Budenko nur Der angenommene Name war und daß der Mann Jude sei. „Cuvantul" schreibt: „Das eigentümliche bolschewistische Verfahren, das feit so langer Zeit alle Länder Europas stört und beleidigt, hatte sich noch nicht auf Rumänien erstreckt. Jetzt aber erfährt auch Rumänien die Aufmerksamkeit des finsteren internationalen Räubertums, mit dem Moskau seine unsauberen Angelegenheiten ordnet." * Frau Kudo 1 iew, die Frau des sowjetrussischen Gesandtschaftssekretärs, hat die Bemerkung gemacht, sie habe Budenko am Sonntagabend zu Fuß weggehen sehen. Später stritt sie jedoch diese Bemerkung ab. Der Chauffeur, der Budenko weggefahren haben will, heißt Iwan Kondraschow und ist vor anderthalb Jahren aus Moskau nach Bukarest gekommen. Als der Sowjetgesandte O st r o w s k i am Freitag vergangener Woche abreiste, hat er ihn auf dem Bahnsteig dreimal umarmt und geküßt, während zwischen Ostrowski und dem Vertreter der Sowjet-Telegraphen-Agentur, Bodrow, eine sichtbare Spannung bestand. Bodrow ist unter dem Deckmantel des Journalismus GPU.-Spitzel. Er hatte Ostrowski zu beaufsichtigen. Budenko schließlich kam erst vor kurzem nach Bukarest. Als die Polizei Montag nacht mit ihren Nachforschungen begann, waren alle Papiere, die irgendeinen Aufschluß über seine Person hätten geben können, verschwunden. Sie dürften von Ku- ooliew und Bodrow beseitigt worden sein, bevor sie ihre Anzeige erstatteten. Die rumänischen Grenzbehörden haben Budenko nicht bemerkt. Er kann aber einen falschen Paß benutzt oder den Grenzübergang an einer nickt beaufsichtigten Stelle, vielleicht auf Dem Wege über Die Donau nach Bulgarien, vollzogen haben. Grenzzwischenfall am peipus-Gee. Estnische Grenzwächter von Sowjetleuten erschossen. Reval, 9. Febr. (DNB.) Auf dem Eise be^ Peipus-Sees hat sich ein neuer estnisch-sowjetrussischer Grenzzwischenfall ereignet. Der auf estnischer Seite Drei Todesopfer gefordert hat. Zwei estnische Grenzwächter waren mit einem Kutscher zu Der üblichen Patrouille längs Der abgesteckten inneren Grenzlinie ausgefahren, die 500 Meter xDon her eigentlichen Grenze entfernt liegt. Bis zum Abend kehrten sie jedoch von ihrer Fahrt nicht zurück. In der Nacht teilten dann Die sowjetrussischen Grenzbehörden her estnischen Grenzwache mit, daß die Vermißten bei einem Feuergefecht den Tod gefunden hätten. Die Sowjetrussen behaupteten, daß Die estnischen Grenzwächter sowjet- russisches Gebiet betreten hätten in her Absicht, sowjetrussische Fischer sestzunehmen. Sämtliche Blätter weisen die verlogenen sowjet- russischen Behauptungen energisch zurück. Man vermutet, Daß Die estnischen Grenzwächter mit Gewalt von sowjetrussischen Grenzwächtern auf sowjet- russisches Gebiet verschleppt wurden, um sich an ihnen für die kürzliche Erschießung von zwei den estnischen Wachposten Widerstand leistenden sowjetrussischen Grenzwächtern auf estnischem Hoheitsgebiet zu rächen. DieLandwirWafirustdieZligend Ein Appell Gauleiter Sprengers. 3XS(5. Aus Anlaß ber Werbung für die Landarbeitslehre, die von ber Hiller-Ju- genb in Zusammenarbeit mit Dem Reichsnährstand burchgefuhrt wirb, erlaßt Gauleiter unb Reichs st atthalter Sprenger folgenben Aufruf: Der Tag ber Schulentlassung stellt bie Jugend vor bie Berufswahl. Ellern unb Jugendliche, vergeßt bei euren Ueberlegungen bic Landwirt- schaft nicht. Denkt immer baran, bah wir alle nicht leben können, wenn für unser tägliches Brot nicht gesorgt wirb. Das Bauerntum ist ber Quell ber ewigen Erneuerung ber Ration. Staat unb Partei werben bafür sorgen, baß bieser Le- bensquell nicht versiegt, sonbern weiter gekräftigt wirb. Allen strebsamen Menschen wirb in ber Canb- wirtschaft ein sicheres unb stetiges Auskommen gegeben. Der Reichsnährstand sorgt burch bie Bereit st ellung ausgesuchter Lehrstellen für eine gute Ausbildung, als Voraussetzung für ein späteres Vorwärtskommen. Die lanbwirtschaftliche Gefolgschaft wirb vom Reichs- nährstanb burch bie geschaffenen befonberen Einrichtungen nach jeder Richtung hin betreut Wer sich bie Lanbwirlschafl zum Lebensziel erwählt, wird es nicht zu bereuen haben. Denkt daran und stellt eure Söhne unb Töchter für bie Ausbildung der einzelnen landwirtschaftlichen Berufszweige zur Verfügung. Schönheitsideal ber deutschen Madel. Der Reichsjugendführer ruft zur Mitarbeit imVDM.-Werk,MaubeundSchönheit"auf B e r l i n , 9. Febr. (DNB.) Der Iugendführer des Deutschen Reiches richtet an alle Gymnastik- lehrerinnen folgenden Aufruf zur Mitarbeit: „Ein neues Werk ist im Entstehen. Unsere nationalsozialistische Jugendbewegung will die 17- bis 21jährigen Mädchen in ihrer Gemeinschaft erfassen, die dem Wesen und den Wünschen der Mädel dieser Altersstufe entspricht. Gnmnastikkurse, Sport und Bewegungsspiele sowie A r • beitsgemeinschaften kultureller 21 r t sollen im Rahmen des BDM.-Werkes „Glaube und i Schönheit" für alle Angehörigen der neuen Organisation veranstaltet werden. Gymnastiklehrerinnen, helft dabei mit! Ihr seid dazu berufen, gemeinsam mit unseren B D M- Sportwartinnen die weibliche Jugend auszubilden und ihrem Schönheitsideal zu dienen. Wir wollen eure Fähigkeiten unb Erfahrungen für die große Erziehungsaufgabe unserer Jugendbewegung einsetzen. Wir setzen eine größere Zahlhaupt- amtlicherKräfte ein und bedürfen einer st a r - kenehrenamtlichenBeteiligung. Es gilt, unserem Glauben und unserem Schönheitsideal zu dienen! Die Jugend hat die Parole „Glaube und Schönheit" auf ihre Fahne geschrieben. Die Jugend Adolf Hitlers ruft euch! — Meldungen zur Mitarbeit bitte ich an das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit", Reichsjugendführung, Berlin NW 40, zu richten." Oie Reich^-Lansivrechersäule. Berlin, 9. Febr. (DNB.) Der Rundfunk erfaßt Millionen von Volksgenossen. Ader er ist vorwiegend zur Unterhaltung da und muß von politischen Übertragungen möglichst entlastet werden. Das systematische Erfassen der Volksgenossen wird durch Die Organisation Der Reichs- Laut sPrech e r s ä u l e n geschaffen, die von den Rundfunkstellenleitern der NSDAP, betreut werden wird. Die Neichszentralen in Berlin und München sind mit Den Gauzentralen und diese wieder mit den Kreiszentralen verbunden. Jeder Kreis hat 100 Reichs- Lautsprechersäulen und einige Nebenanschlüsse. Zur Übertragung gelangen politische Ansprachen Des Führers und seiner Beauftragten. Die Säulen werden durch zwei Typen dargestellt. Die große Lautsprecher-Werbesäule, bie im ganzen Reich nur in einer Anzahl van etwa 6000 Stück in Den Großstädten und größeren Kreisstädten aufgestellt werden soll, ist eine architektonisch schöne sechseckige Leuchtsäule. Sie wird an Wirtschaftsunternehmen vermietet. Der zweite Typ ist.eine kleinere Säule ohne Werbeflächen in Form eines Lautsprecherpilzes. Sie findet in kleinen Ortschaften und dort Verwendung, wo in großen Städten Verkehrsrücksichten Die Aufstellung Der großen Säule verbieten. Beide Säulen tragen oben die Richt- ober Runbftrahler (Großlautsprecher) und im Fundament Die elektrischen Apparate. In sechs Jahren wird ganz Deutschland mit Diesem Nachrichteninstrument versehen sein. Oie Kreispropagandaleiter tagten in Frankfurt. NSG. Im „Steinernen Haus" in Der Gauhaupt- ftaDt versammelten sich am Mittwoch bie Kreispro- paganboleiter des (Baues Hessen-Nassau zu einer be- deutungsvollen Tagung. Das Referat hielt Gaupro- paganboleiter Stöhr. Irn Mittelpunkt seiner Ausführungen über aktuelle Aufgaben bes Parteiprogramms stanben bie Behanblung bes Problems ber Landflucht unb bes ßanbarbeiterman- g e l 5 unb ber Appell, sich für ben Auftrag bes (Bauleiters, in ber Jubenfrage bie restlose Durchführung bes Parteiprogramms sicherzustellen, mit allen Kräften einzusetzen. Die neuen Werkstoffe auf der Internat Automobil-Ausstellung Auch ein Modell der Fabrik für den Volkswagen wird gezeigt. Berlin, 9. Febr. (DNB.) Wieweit Die Kraft- fahrtinbustrie sich in die Durchführung des zweiten Vierjahresplanes eingeschaltet hat, zeigt auf der kommenden Internationalen Automo- bilausftellung die vielseitige 'Berftoff- schau, die einen hervorragenden Platz in der neuen Halle an der Masurenallee erhalten hat. Im rechten Flügel ber Masurenhalle werben die neuen Werkstoffe im deutschen Kraftfahrzeug veranschaulicht, während auf den beiden Seitenständen neue Werkstoffe in der Forschung unb Entwicklung gezeigt werden. Der Mittelstand ist derart aufgebaut, daß um ein im Schnitt gezeigtes Fahrzeug auf pult- förmigen Tischen die einzelnen Erzeugnisse aufgelegt sind, und zwar in ber Gegenüberstellung aus ben früher verwendeten und Den heute zum Einbau gelangenden Werkstoffen. 75 verschiedene Erzeugnisse werden auf diesen Tischen zu sehen sein, Werkstücke, die früher lediglich aus hoch deoisenbelasteten Rohstoffen hergestellt wurden und heute meistens aus beoifenfreiem Material entstehen, z. B. Kurbelgriffe, Zier, unb Adfteckleisten, Dichtungen, Brems- unb Kuppelungsbelege, Textilien für Ausschlag- unb Bespannungszwecke usw. Die Forschungsinstitute bes Forschungsrates, ber vom Reichsverkehrsministerium betreut wirb, zeigen Arbeiten aus ihren Gebieten, u. a. auch interessante Prüfgeräte. Zur rechten Seite ber Masurenhalle wird die .deutsche Autoindustrie eine Auswahl Der Spitzen- ' erzeugnisse auf Dem Gebiete Des Motoren- und Getriebebaues zeigen. Beim Eintritt in diesen W?st' flügel sieht ber Beschauer ein großes Modell der Fabrik für den beutschen Volks- wagen, für die noch in diesem Jahr ber Grundstein gelegt werben soll. Dieses Bauwerk wird sich in seiner Architektur würdig in die Reihe Der bereits verwirklichten Bauprojekte bes Dritten Reiches einfügen. Modell des Adolf-Wer-Plaßes in Weimar 1 keinen enbi en t. /Stange (6 Wurf el)7ch nb en t- 'N, en rb )ie on ich 'N, ib- im rg en h- u- en er de -rz 33 *n. • r fr b- m n. 3t en Ze ck- ,5« e« rn m en sie n- ch 'S, st- n« en !er ße D'e ? r Archrtektur - Ausstellung gibt mit ben zahlreichen Mobellen ber fähigsten Architekten bes Dritten Reiches einen einbrucksvollen Ausblick auf bie bauliche Gestaltung bes zukünftigen Deutfchlanbs. Das Mobell bes A b o l f - H i t l e r - P l a tz e s i n ~~ e Lmca r ^urde nach ben Plänen von H. Giesler geschaffen, ber auch bie Orbensburg Sonthofen entwarf. Ein 44 Meter hoher Glockenturm überragt bie großartige Anlage repräsentativer Bauten. Im Hintergrunb sieht man bie Festhalle für 15000 Personen. — (Scherl-M.) Monumentale Sinnbilder unserer Zeit Oer Bauwille im neuen Deutschland. Von Heinrich Hartmann. unb erhebenden Sinnbilber seiner Kraft unb seiner Gemeinschaft zu schaffen. Vor allem hat ber Führer selbst in einer seiner großen Kulturreben auf bem Reichsparteitag in Nürnberg immer mieber bie Größe bieser Aufgabe angesichts bes tausendjährigen Vermächtnisses deutscher Kunst aufgezeigt unb bie großen Künstler als „bie Fleischwerbung ber höchsten Werte ber Nation" bezeichnet. Was an neuem Leben in Dichtung unb Musik gewachsen ist, wird nun auch im neuen Raum in feiner letzten Tiefe unb Schönheit wirksam. Denn mit der Bildung einer ausgerichteten unb geschlossenen Gemeinschaft erftanb ber Architektur ihre ureigenste unb ewige Aufgabe: für biefe-burd) Jahre bes Kampfes unb bes Einsatzes zusammengeschlossene Gemeinschaft, für biefe Form politischer Willens- bilbung ben sammelnben, ben erhebenden und zwingenden Raum ber Gemeinschaft zu schaffen. Keine Kunst ist so sehr berufen, bie Geschlossenheit bes Volkes sichtbar unb gewaltig zu bofumentieren, wie gerabe bie Architektur. In ihr wird das Gefühlte zur Klarheit des Bewußtseins erhoben unb in ewige Formen gegossen. Es ist heute ihre große Aufgabe, bie Bauten ber Gemeinschaft zu gestalten, bie sich nach bem Willen bes Führers weit erheben sollen über alle Banken unb Warenhäuser, über alle Börsen, Hotels unb Vergnügungsstätten einer bürgerlichen Welt. Wie ber Nationalsozialismus über alle privaten Interessengemeinschaften hinaus aus Zerfall unb Zersetzung ein neues Reich geschaffen hat, so ragen schon heute seine Bauten über alle Häuser unb Paläste privater Unternehmungen. So sinb in ben letzten Jahren aus Dörfern unb Stäbten in klaren Linien bie Heime ber Jugenb unb ihre Feierräume, bie Schulungsstätten ber Partei, die Sportplätze und Aufmarschplätze bes Volkes unb schließlich bie großen Bauten bes Nationalsozialismus als bie höchsten Symbole ber Jbee herausgewachsen. Die erste Sorge bek nationalsozialistischen Regierung galt ber Wohnung des deutschen Arbeiters, den Räumen, in denen sich die Millionen des deutschen Volkes im Kreis ber Familie, in Stunden ber Erholung, Ruhe unb Kraft zu neuem Tagewerk sammeln. Wer heute burch Deutschlanb ährt, sieht überall bie Reihen ber sauberen unb chönen Sieblungshäuser. An ben Räubern ber Zroßstabt, in ber Nähe ber neuen Jnbustrjen, im Ostraum unb nicht zuletzt in bem vom Arbeitsbienst neu erschlossenen unb urbar gemachten Gebieten unb auf bem Boben, ber bem Meere abgerungen würbe — überall leben frohe unb gesunde Familien deutscher Arbeiter unb Bauern im eigenen Haus mit eigenem Garten. So fielen in Hamburg unb vielen aoberen beutschen Stäbten bie ungesunben Viertel, machten weiten Grünflächen Platz ober würben mit gefunben Wohnungen neu gebaut. Die Achtung vor bem beutschen Arbeiter kommt zugleich zum Ausdruck in dem Bemühen, ihm würdige unb gefunbe Arbeitsplätze zu schaffen. Mit ber Beschaffung lichter unb sauberer Räume, in benen ber Blick von ber Werkbank hinweg sich an Blumen unb Bilbern freuen kann, mit Gärten unb Sportanlagen, mit Brauseräumen unb Schwimmbäbern würbe biefe Aufgabe vom Amte „Schönheit ber Arbeit" ber Deutschen Arbeitsfront erfüllt. Nichts vermag die Lebendigkeit unserer kulturellen Arbeit besser zu beweisen, als die Tat- ache, daß heute auch ber kleinste Bau als eine kulturelle Aufgabe betrachtet wirb. So sinb nicht Die Kulturarbeit bes Nationalsozialismus sieht es als höchste Aufgabe an, zu positiven kulturellen Leistungen au führen. Sie geht auch babei zuerst vom Menschen, b. h. von Der Persönlichkeit bes Künstlers aus, benn alle kulturellen Bemühungen werden so lange erfolglos fein, so lange es nicht gelingt, bie wahrhaft begabten Künstler zu einem leibenschaftlichen Ringen unb Gestalten aus echtem Erleben anzuregen Diese Arbeit ist durch bie Sammlung aller schaf- fenben Künstler in ber Reichskulturkammer geleistet worben. Damit hat im neuen Reich der Künstler, ber als Zigeuner ber Dachkammer ober Bohemien verrufen war, seine Ehre unb Anerkennung gefunden unb zugleich den höchsten Auftrag erhalten, ben das neue Reich zu vergeben hat, bie unsterblichen ? efnoJ Roosevelt, bie Gattin des ber Bereinigten Staaten, ist eine ber u ?rau£? ?"ses Lanbes. Sie führt ben Haushalt bes Weißen Hauses, sie erfüllt ihre um« fangreidjen repräsentativen Verpflichtungen sie 6er 'unb'befiditiot SA“9m U9, im SQn3en Lande um- rf. besichtigt Sieblungen, hält Vorträge, lie- sert einen täglichen Artikel für ein großes Zei- tungssynb.kat, arbeitet in vielen Frauenfragen Mit, steht einer Werkstatt für hanbwerkliche Fach, arbeit von..Möbeln &er Kolonialzeit vor, übt mit ungen Mabchen bie alten Volkstänze ein; sie Lnri^mnhrtÄ^Unbknu unb überweist bas Honorar an wohltätige Stiftungen, fie hält wöchentliche WtDnferenjen oh, lurj fie scheint 24 Stunben am Tag zu arbeiten. Jetzt hat fie in wenigen Monaten außerbem noch zwei Bücher geschrie- den unb veröffentlicht. Das erste war ihre eigene Lebensgeschlchte, bas zweite ist eine kleine Bro- Sl ?emö £tfcI ”This Troubled World“ (H. C. Konsey & Company, Jnc., Neuyork, 1938, § 1,—), „Diese Welt voller Sorgen". Wie ber Titel schon anbeutet, beschäftigt sich bas Buch mit bem Problem bes W e l t f r i e b e n s unb b^gen defonbers interessant, weil es ganz offensichtlich bas Ergebnis vieler unb eingehenber Besprechungen mit ihrem Gatten barstellt unb daher einen wichtigen Einblick in die Auffassungen des Präsibenten ber Vereinigten Staaten gewährt. Das Buck hat nur 46 sehr kleine Seiten, unb man kann es fast schneller lesen als eine Inhaltsangabe bapon geben. Getragen ist bie Schrift von einer gluhenben, aufrichtigen Friebensliebe, verbunden Mit einer gewissen verzweifelten Hoffnungslosigkeit und dem Bekenntnis, baß auch die Verfasserin keinen endgültigen und praktisch durchführbaren Plan zur Weltbefriedigung Vorbringen kann. Wichtig ist aber gleichzeitig die in bem Buch wieberholt dokumentierte Erkenntnis, baß es mit bem reinen Ableiern von »Demokratischen" Phrasen nicht getan sei, sonbern daß es sich bei der Befriedung der Welt um kompliziertere Dinge handele als um die Frage Demokratie ober Diktatur, unb man möchte wünschen, baß ihr Gatte in seinen Re- ben an bie Nation mehr biefen in bem Buch bargelegten eigentlichen Gedankengängen feiner Erkenntnis folge, als ständig sich und andere mit der Allusion zu plagen, baß es in der Oeffentlichkeit gut klinge, wenn er den autoritär regierten Staaten mit bem Finger brohe. lens, deren Gesetze sie kommenden Geschlechtern am reinsten verkünben. Wie weit aber ihre Bebeutung über den Rahmen des eigenen Volkes hinausreicht, hat Adolf Hitler auf bem Reichsparteitag ber Arbeit aufgezeigt: „Die kleinen lagesbebürfniffe, fie haben sich in Jahrtaufenben veränbert und werben sich ewig weiter wanbeln. Aber bie großen Kulturbokumente ber Menschheit aus Granit und Marmor stehen ebenfalls seit Jahrtausenben. Unb sie allein sind ein wahrhaft ruhenber Pol in ber Flucht all ber anberen Erscheinungen In ihnen hat die Menschheit sich in Zeiten bes Verfalls stets von neuem bie ewige Zauberkraft gesucht unb auch immer mieber gefunben, um ihrer Wirrnis mieber Herr zu merben unb aus bem Chaos eine Neu- orbnung zu gestalten." Giaaisfekreiar pfundiner sprach in Budapest. Budap est, 9. Febr. (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsinnenministerium Dr. Pfundtner hielt im Staatswissenschaftlichen Institut ber Buba- pefter Universität einen Vortrag über ben staatsrechtlichen Aufbau bes Dritten Reiches. Dem Vortrag mohnten ber Innenminister, ber Finanzminister, ber Rektor ber Universität, ber Oberbürgermeister von Bubapest, ber beutsche Gesanbte, 'der Landeskreisleiter der NSDAP, unb eine große Anzahl in Bubapest lebenber beutscher Volksgenossen bei. Staatssekretär Pfunbtner wies barauf hin, baß nach der Seite bes äußeren Verfassungsaufbaues für Ungarn wie für bas neue Deutsch- land barin Uebereinftimmung besteht, baß beibe ßänber einheitlicher Verfassungsurkunden entbehren. In beiben Staaten sinb bie wichtigsten staatsrechtlichen Normen, soweit sie in Rechtsvorschriften ihren Nieberschlag gefunben haben, in einer größeren Zahl von Gesetzen enthalten, bie man wegen ihrer Bebeutung für bie Gestaltung bes Gemeinschafts, lebens als „S t a a t s y r u n b g e s e tz e" zu bezeichn nen pflegt. Währenb in Ungarn für biefe Staats- grunbsätze bas in vielhunbertjähriger Entwicklung entftanbene Gewohnheitsrecht tritt, wird ' die beutsche Derfafsungsgesetzgebung überlagert burch ' die na11onalsozialistische Weltanschau- un g, bie bie oberste Grunblage ber Volksordnung ‘ bilbet unb in ben wichtigsten Punkten im Partei- ! Programm Ausbruck gefunben hat. Die Ausführun- ' gen würben mit großem Beifall aufgenommen. Zu Ehren bes Staatssekretärs gab'am Abenb ber Innenminister im Festsaal bes Innenministeriums ein Essen, an bem der Ministerpräsibent unb meh- ' rere Minister mit ihren Gemahlinnen, mehrere Staatssekretäre, bie Präsibenten ber Königlichen ' Kurie, ber Oberbürgermeister von Bubapest, ber 1 Oberstabthauptmann von Bubapest, Felbmarschall ' Erzherzog Josef sowie ber beutsche Gesanbte unb ' ber Landeskreisleiter der NSDAP, teilnahmen. Der Nicaragua-Kanal Unter bem Einbruck der Weltaufrüstung haben die USA. nicht nur ein sehr umfassendes Flottenprogramm ausgearbeitet, sondern bie alte Absicht, einen zweiten Kanal neben bem Pa- n a m a kanal von dem Atlantischen nach bem Pazifischen Ozean zu bauen, weiter vorwärts getrieben. Im Kongreß ist bereits eine Vorlage für ben Kanalbau eingebracht worben. Die Kosten fallen sich auf 300 Millionen Dollar belaufen. Der Panama-Kanal ist erst, als ber Weltkrieg bereits begonnen hatte, am 15. August 1914 ziemlich fang- unb klanglos eröffnet worben, nachbem bereits im Jahre 1879 ber Franzose Lesseps, ber Schöpfer des Suezkanals, ein Unternehmen gegrünbet hatte, das ben Panama-Kanal bauen sollte. Die Skanbal-e Affären um bie Panama-Gesellschaft erschütterten den Ruf ber französischen Demokratie. Parlamentarier unb Zeitungen, barunter auch ber „Temps" unb ber „Matin", hatten Bestechungsgelber angenommen, Glemenceau verlor nach ber Ausbeckung des Schwinbels fein Manbat, unb bie Hoffnung ber Franzosen, ben Panama-Kanal bauen zu bürfen, zerrannen im Schmutz. Da schalteten sich bie USA. ein, sie bestachen bie politischen Machthaber bes Staates Panama, errichteten bie Panamakanalzone unb bauten ben Kanal. Seitbem sinb runb 10 000 amerikanische Truppen mit ben notroenbigen Flugzeugen zur Sicherung bes Panamakanals rechts unb links bes Kanals untergebracht. Der Kanal wird gegenwärtig vertieft unb zwar, wie es heißt, um 35 000 - Tonnen - Schiffe zu tragen, aber in Wirklichkeit bürste wohl bie Verbreiterung und Vertiefung des Kanals für 43 000-Tonnen-Kriegsschiffe vorgenommen werden. Der neue Nicaragua-Kanal würde, da er bedeutend länger als der Panamakanal wäre, mindestens 30 000 amerikanische Soldaten mit den notwendigen Fluazeugplätzen zu seiner Bewachung erfordernd Der Kanal würde an der atlantischen Seite bei der nicaraguanischen Hafenstadt San Juan del N o r t e beginnen, bann dem Laufe des San- Juan-Flusses folgen, ber natürlichen Grenze zwischen Nicaragua unb Costarica, unb burch ben Nicaragua-See hindurchgehen. Der Nicaragua-See, dessen Wasser für den Kanal abgeleitet werden müssen, ist der einzige Süßwassersee, in bem Haifische unb Schwertfische vorkommen: er ist anscheinend durch eine vulkanische Eruption vom Pazifik abgetrennt worben. Der Kanal würde bei B r i t o an ber Küste bes Stillen Ozeans münben. Das Gelänbe ist allerdings ebenso wie die Gegend um ben Panamakanal, besten Schleusen nach einem amerikanischen Schlagwort „von nur 12 Mann" zerstört werben könnten, gefürchtetes Erbbedenge- biet. Der Nicaragua-Kanal braucht nur brei größere Schleusenanlaaen, das Lanb ist ziemlich eben, bie technischen Schwierigkeiten sind gering unb bie G?» sundheitsverhältnisse sind beöeutenb besser, als in ber Panama-Kanal-Zone, wo Hunberttausenbe von weißen unb farbigen Arbeitssklaven infolge ber mangelnben sanitären Maßnahmen an Malaria, Gelbfieber usw zugrunde gegangen sinb unb sich erst in ber letzten Zeit bie Verhältnisse einigermaßen gebessert haben. Wie im Staate Panama wirb auch in Nicaragua bie Errichtung einer Kanalzone unter ausschließlich nordamerikanischer Oberhoheit geplant, bie aber auch burch bas Gebiet von Costarica gehen müßte, das, als im Jahre 1916 ' wirtschaftliche ober technische Zwecke ober Reprä- fentationsgrünbe für ihre Gestaltung allein maß- gebenb, sonbern sie werben für ben lebenbi« gen Menschen geplant, dessen Herz in unseren Räumen in seiner Freiheit und Natürlichkeit freubig bestätigt werben soll. So sind neben ben Wohnungen unb Arbeitsstätten auch bie Räume, bie ber Erziehung bes neuen Menschen bienen, ein sichtbarer Ausbruck ber nationalsozialistischen Welt- anschauung. Schon im ersten Baufahr ber Hitler- Jugend konnten eine große Anzahl vorbildlicher Heime erstellt werben. Unb wie sich bie großen Er- ziehungssysteme aller Zeiten ihre typischen Räume schufen, so sind dazu auch bie größeren Bauten ent- stauben, bie bem weiteren Erziehungsweg bes Nationalsozialismus bienen. Schon stehen brei gewaltige Drbensburgen unb allenthalben die kleineren Führerschulen ber Partei unb so würben kürzlich bie Grunbsteine für zehn Abolf-Hitler-Schulen gelegt. Weit überragt werden biefe Anlagen von ben Bauten, mit benen ber Führer ben größten beutschen Städten ein neues Gesicht gegeben hat. So entstaub in Berlin für bie Olympiabe 1936 bie riesige Anlage bes Reichssportfelbes als Anerkennung unb Verpflichtung für bie beutschen Leibesübungen unb zugleich als ein sichtbares Symbol für bie stiebliche Zusammenarbeit ber Jugenb ber Welt. Heute klingen in ber Reichshauptstabt allenthalben bie Hacken, rattern bie Preßlufthämmer, um Platz zu schaffen, für eine einzigartige, gigantische städtebauliche Neuordnung, einen Neubau unb Umbau bieser Millioueustabt, ber ihrer Be- beutung als Mittelpunkt eines mächtigen Reiches sichtbaren Ausbruck verleihen soll. So wirb Hamburg als bas Tor zur Welt eine burrfigreifenbe Umgestaltung erfahren unb gewaltige Neubauten erhalten, die einmal jeben Gast bes neuen Reiches roürbig empfangen sollen. So erhielt München, bie Geburtsstabt ber Bewegung unb bie Stabt ber beutschen Kunst, mit ber Umgestaltung bes Königlichen Platzes, ben Ehrentempeln für bie Gefallenen bes 9. November unb ben Verwaltungsgebäuben ber Partei eine erhabene Weihestätte bes Nationalsozialismus unb mit bem Haus ber beutschen Kunst bie eblen und verpflichteten Räume für bie besten Werke ber lebenben Künstler. An keiner Stelle forderten bie Tatsachen so große Bauten wie. in Nürnberg. Man kann weber aus Zahlen noch aus Bilbern einen Begriff von ber zwingenben Kraft bieser Bauten unb von ihrer erhebenben Wirkung erhalten. Nur wer selbst an einem Reichsparteitag babei war, vermag zu fassen, warum biefe Aufmarschplätze in Stein gebildet wer- ben, die Tribünen sich in großartigen Verhältnissen erheben, offene Säulenhallen die Stirnseite begrenzen und steinerne Hoheitszeichen die beherrschenden Blickpunkte dieser Anlagen bilden. Dort klingt alles zusammen zu einem wunderbar großen unb mit- reißenbem Erlebnis: Da gehört ber Aufmarsch schon zur Feier in ber Geschlossenheit feiner Gsieberungen, seinem Rhythmus unb mit feinen wehenben Fahnen, ba marschieren bann unsere Kolonnen ein in einen Raum, ber in Stein eine ewige Sprache spricht, bort stehen fie in geschlossenen Blöcken unb halten Zwiesprache mit ben ehernen Ablern, ben Symbolen ihres Stolzes unb ihrer Macht. Dort klingen ihre Lieber unb Chöre als Antwort unb Bekenntnis auf; bann hören fie, ergriffen unb aufgeschlossen, bie Worte bes Führers. Diese Bauten bes Führers würben nicht gebraucht in einer Zeit, bie bem einzelnen Menschen . unb seinen persönlichen Bebürsnissen alle Rechte zusprach. Notwenbig aber sind sie für ein Volk, bas zu einem bewußten politischen Willen geführt war- : ben ist unb auf e i n politisches Ziel zuschreitet, benn sie sind bie Manifestation besfelben Willens unb i derselben Kraft, aus der die Nation lebt. Sie sind : die unvergänglichen Sinnbilder unserer Gemein- i schast. An bem Stolz, ben fie ihrem Volke wie keine 1 anbere Leistung vermitteln, werben alle Versuche, । bie Geschlossenheit bieser Gemeinschaft zu zerstören, i für immer scheitern. 1 Alle Arbeit unseres Volkes ist ein Bauen. Die i großen Bauten aber sinb bie stärksten Zeichen unse- 1 rer völkischen Kraft unb unseres geftaltenben Wil- ( „Diese Well voller Gorgen." Von Kurt G. Sell, Washington. MAGGI W Fleischbrüh-Würfel 5 u# W cd Oer Erste und der Zweite im Ski-Marathon. Im Schwarzwald wurde der 50-Kilometer-Skilauf durchgeführt, bei dem die Teilnehmer einen Höhenunterschied von 1400 Meter bewältigen mußten. Der Lauf war ein harter Kampf zwischen dem Vorjahrsmeister L e u - pold (Breslau) und seinem stärksten Gegner Schertet (^-Sportgemeinschaft München). Auf den letzten 14 Kilometern holte Schertel den anfänglichen Vorsprung Leupolds wieder ein und brachte den Sieg an sich. Unser Bild zeigt links Schertel und rechts Leu- pold nach ihrem großartigen Rennen. — (Schirner-M.) ■w o K W k die USA. mit Nicaragua einen Kanalzonen-Vertrag abschlossen, den heftigsten Widerspruch gegen eine Abtretung costaricanischen Landes anmeldete. Ob sich diese Verhältnisse geändert haben, ist unbekannt. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat Sr. Majestät dem König Georg II. von Griechenland, ebenso Ihren Königlichen Hoheiten dem Prinzregenten Paul und der Prinzessin Olga von Jugoslawien zum Ableben des Prinzen Nikolaus von Griechenland telegraphisch seine Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. * Anläßlich seiner Ernennung zum Generalfeldmarschall hat Ministerpräsident G ö - ring aus dem In- und Auslande Glückwünsche in so überaus großer Zahl erhalten, daß es ihm unmöglich ist, jedem einzelnen persönlich zu danken. Generalfeldmarschall Göring spricht daher auf diesem Wege allen denen, die seiner so freundlich gedacht haben, seinen herzlichen Dank aus. * Am 1. Februar 1938 betrug die Gesamtzahl der Rundfunkempfangsanlagen im Deutschen Reich 9 356 888 gegenüber 9 087 454 am 1. Januar. Im Laufe des Monats Januar ist mithin eine Zunahme von 269 434 (3 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. Februar befanden sich 621261 gebührenfreie Anlagen. Aus aller Welt. Schwerer Verkehrsunfall bei Lohr. (Ein furchtbarer verkehrsunfall ereignete sich am Mittwoch spät abends in Steinbach bei Lohr am INain. Ein aus zwei Wagen bestehender Fernlastzug fuhr infolge Versagens der Bremsen mit voller Wucht gegen ein an der Straße gelegenes Wohnhaus. Der Anprall war so heftig, daß das ganze Haus und eine angebaute Scheune krachend ein stürzt en. Die Bewohner wurden unter den Trümmern begraben. Der Besitzer des Hauses, Schreinermeister Schumann, wurde in hoffnungslosem Zustand in das Krankenhaus eingeliefert. Seine Schwester wurde sofort getötet. Der Beifahrer des Lastzuges wurde schwer verletzt. Der Führer befindet sich noch in dem Führerhaus und konnte noch nicht befreit werden. Ob er noch am Leben ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Zur Hilfeleistung wurden aus Aschaffenburg Pioniere angefordert. Die Anglücksstelle bietet ein Bild grauenvoller Zerstörung. Großer Theaterbrand in Mailand. ' Das Teatro Lirico in Mailand wurde durch einen Brand fast vollständig zerstört. Das Feuer, das sich wahrscheinlich schon während der Nacht im Inneren des Gebäudes ausgebreitet hatte, wurde erst in den frühen Morgenstunden des Mittwoch bemerkt, so daß es der Feuerwehr nicht mehr gelang, das Theater zu retten. Von dem vorderen Teil des Theaters blieb nur die Fassade stehen. Bei den Löscharbeiten erlitt ein Feuerwehrmann Verletzungen. Das der Stadt Mailand gehörende Theater, in dem hauptsächlich Operetten und Revuen ge- spielt wurden, wurde 1894 erbaut. Es war eine der größten Bühnen Mailands und faßte 2700 Personen. Im Jahre 1932 war es völlig renoviert worden. Nachforschungen über die Ursache des Brandes haben ergeben, daß es sich um einen am Schluß der Vorstellung weggeworfenen Zigarren- oder Zigarettenstummel handeln kqnn. Hierbei ist zu bemerken, daß in den italienischen Theatern, abgesehen von den großen Opernbühnen, kein Rauchverbot besteht, obwohl eine solche Maßnahme nach früheren Theaterbränden immer wieder gefordert worden ist. — Nicht nur der Zuschauerraum ist vernichtet, sondern auch das Bühnenhaus mit allen Garderoben und Nebenräumen, die Bühneneinrichtung und die Kulissenmagazine sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden wird auf über acht Millionen Lire geschätzt. Acht Todesopfer eines Flugzeugunglücks bei Marseille. Ein französisches Wasserflugzeug der Strecke Marseille—Tunis ist beim Start in Marignane in der Nähe von Marseille gegen eine Kaimauer gerast und zerschellt. Acht Personen sind dabei ums Leben gekommen. An Bord befanden sich elf Fluggäste und drei Mann Besatzung. Die Maschine ging sofort unter. Sechs Personen konnten aus denr Äasser gezogen werden, die acht übrigen verschwanden mit dem Flugzeug unter Wasser und konnten bisher noch nicht geborgen werden. Es handelt sich um sechs Fluggäste, den Flugzeugführer , und den Funker. 7Nit dem Motorrad tödlich verunglückt. Fahrer eines Fernlastzuges fanden kurz vor Wilnsdorf (Kreis Siegen) zwei junge Menschen neben einer schwerbeschädigten BMW.-Maschine t o t im Straßengraben liegen. Es handelte sich um den Klempner Heinrich Büdenbender aus Wilnsdorf und den Albert Wertheb ach aus Wilgersdorf, die sich am Abend zuvor in einer Wirtschaft in Wilnsdorf aufgehalten und gegen 11 Uhr trotz Abratens von verschiedenen Seiten noch eine Vergnügungsfahrt nach Siegen unternommen hatten. Auf der Rückfahrt von Siegen ereilte die beiden Fahrer dann das Verhängnis. Nach den vorhandenen Spuren ist das Motorrad im Nebel gegen einen Baum gefahren. Fahrlässiges Devlsenvergehen. Eine Frau aus Wildungen hatte sich Geld, das sie in Deutschland in Reichsmark hergeliehen hatte, bei ihrem Besuch im Ausland vom Schuldner in ausländischer Währung zurückzahlen lassen und über den Betrag ohne Genehmigung der Devisenstelle verfügt. Die Große Strafkammer verurteilte sie deshalb wegen fahrlässig begangenen Devisen- vergehens in zwei Fällen zu Geldstrafen von 5000 und 2000 Mark. Begnadigung durch den Führer. Der Führer und Reichskanzler hat die von dem Schwurgericht in Stargard gegen den August D ö l z wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren umgewandelt. Der bisher unbestraft Verurteilte hat in der Neujahrsnacht 1934 in einem Streit seine Frau, mit der er schon lange in Unfrieden lebte, erwürgt. Zweijähriges Kind erfroren. Das zweijährige Kind der Siedlerseheleute Bauer in Schwetzingen, das einige Tage vermißt war, ist von einem Feldhüter in einer Wegfurche auf der freien Gemarkung t o t aufgefunden worden. Der Leichenbefund hat einwandfrei ergeben, daß der Tod des Kindes durch Erfrieren eingetreten ist. Ein sauberes Kleeblatt. In den letzten Tagen stand ein junger Bursche aus Aschaffenburg vor dem Jugendgericht. Er gehörte zu denen, die in Aschaffenburg wiederholt parkende Autos gestohlen und mit ihnen Schwarzfahrten unternommen hatten. Der jugendliche An- aeklagte wur-e zu 4f/2 Monaten Gefängnis verurteilt. Bereits am nächsten Tage hob der Bursche auf einer Bank 60 Mark mit einem Scheck ab, den er seinem Betriebsführer gestohlen und mit dem Namen des Betriebsführers versehen hatte. Wenig später ließ er sich ebenfalls mit gefälschtem Scheck auf der gleichen Bank nochmals 250 Mark auszahlen. In Begleitung dreier Freunde fuhr der junge Mann in einem Auto nach Darmstadt und Frankfurt, wo das Geld in fragwürdiger Gesellschaft durchgebracht wurde. Die Frankfurter Krrml- nalpolizei, 'die nach jugendlichen Schaufensterein- brechern fahndete, wurde auf die vier Burschen aufmerksam, die sich durch ihr bedenkenloses Geldausgeben verdächtig gemacht hatten. Das Kleeblatt wurde f e st g e n o m m e n. Hochwasser in Amerika. Infolge schweren Dauerregens traten zahlreiche Flüsse in dep nördlichen Zentralamerikastaaten und in West-Ontario über die Ufer und überschwemmten weite Gebiete. Viele Brücken, Dämme und Gebäude wurden von den Wassermassen fortgerissen. In vielen Orten mußten die Einwohner die Wohnungen räumen. Der Schaden beläuft sich bisher auf etwa eine Million Dollar. Wetterbericht Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit hat wieder heftige Ausmaße angenommen und wirkt sich demgemäß auch bei uns in großer Lebhaftigkeit und Unbeständigkeit aus. Die Nacht zum Donnerstag brachte den Durchzug einer Störungsfront, die mit verbreiteten Niederschlägen und Temperaturanstieg verbunden war. Von Grönland sind kalte Luftmassen nach England vorgestoßen und werden die Ausbildung neuer Störungen begünstigen. Aussichten für Freitag: Zunächst wechselnd bewölkt, nachts einige Störungen und wieder etwas kälter, lebhafte, nordwärts ziehende Winde, später wieder zunehmende Unbeständigkeit. Aussichten für Samstag: Fortdauernd wechselhaftes, kaltes, unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags 1,9 Grad Celsius, abends 2,8 Grad; am 10. Februar- morgens 4,7 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum heute nacht 2,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Februar: abends 1,5 Grad; am 10. Fe* bruar: morgens 2,2 Grad. — Niederschläge 1,3 mnK Wintersport-Wetterbericht. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, — 3 Grad, 135 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder? Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Philipp Mandler, Oberamtsgehilfe i.R. Gießen (Asterweg 27, Nebenhaus), den 9. Februar 1938. 0594 Backfisch Nachdruck verboten Ohne Gewähr helfe aus der Pfanne! 250 Gramm 9. Februar 1938 2. Ziehungstag ön der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen Riesen-Salz-HerNe Stück | Empfehlungen] 1797 3517 5472 6139 300 NM 36922 40630 48129 62309 63484 74676 75422 78456 80814 80859 82924 95054 107475 115625 116554 Ruf Nr. 2467 Seltersweg 18 Fischgerichte. 385932 W27S AWWg 50600 121308 249331 141839 309329 390651 147821 246187 312554 389870 Hausfrauen! Besuchen Sie uns in unserem Laden. 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Zebruar 1958 Aus der Stadt Gießen. Sieg nach Punkten...! „Trotz größter Härten des Gegners blieb Schme- ling klarer Punktsieger...", so konnte man über den letzten Boxkampf Max Schmelings lesen. „Klarer Punktsieger", eine schöne Sache, verehrte Leserin! Hatten Sie nicht auch Lust, „klare Punktsiegerin" zu werden? Sie lachen — Boxkampf, mei- neu Sie, ist nur Männersache, und Sie finden die Frage ein wenrg ... na, sagen wir getrost, verrückt. Warum eigentlich? Man muß ja'nicht unbedingt boxen, um zu siegen, es gibt schließlich auch andere Kämpfe. Da ist vor allen Dingen der große, ernste und schwere Kampf ums Dasein. Bleiben wir bei dem Vergleich „Boxkampf". Wir Hausfrauen werden auch in den „Ring" gefordert, und zwar im Kampf um den Lebensunterhalt und die Ernährung eines ganzen Volkes. Wir haben schon manche Runde hinter uns, aber immer noch nicht den Verderb, der Hitze, Frost, Feuchte, Kälte, Rässe, Schimmel,'Insekten und Vergeudung darstellt, knock out geschlagen. Ja, liebe Leserin, der Kampf ist keineswegs nur „Männersache", da müssen auch Sie in den Ring und sich in Ihrer Haushaltung nach Punkten mit all den verderblichen Einflüssen herumschlagen, und zwar so tapfer und schlau, daß Sie Punktsiegerin werden. Gehen wir einmal in die Speisekammer. Dieser wichtige, von zwei- und vierbeinigen Naschkatzen gerne ausgesuchte Raum, ist unsere Verteidigungsstellung. Sauberkeit ist das allerwichtigste, ebenso die Lüftung. Kühl und trocken muß ein'Raum sein, in dem Speisen aller Art aufbewahrt werden. Im Winter ist der Frost der erbittertste Feind aller Art Lebensmittel, im Sommer stellt sich die liebe Sonne auch nicht freundlich mit Butter und Fleischwaren. _ In den meisten Speisekammern türmt sich Brett über Brett. Hier beginnt schon ein grundliegender Fehler. Denn man darf Lebensmittel und Konservengläser nur in Reichweite unterbringen, da sonst nur eine sehr mangelhafte Kontrollmöglichkeit besteht. Das „Eingemachte" ist der Stolz jeder Hausfrau. Es ist aber keineswegs richtig, Konservengläser aüf hohe Schränke in dunklen Vorplätzen unterzubringen: genau so falsch ist es, sie auf das höchste Brett der Speisekammer „aus dem Weg" zu stellen. Das wäre Punkt eins. Punkt zwei: gründliche Lüftung, die das Abziehen von feuchter und dumpfer Luft veranlaßt. Das gilt natürlich auch für den Keller, der niemals zu kalt oder zu warm sein darf. Punkt drei: Schutz den Speisen vor Insekten und Ungeziefer. Retter und Schützer ist hier der Fliegenschrank und das Drahtgazefenster. Es hat wenig Sinn, wenn man sagt, „ach du liebe Zeit, bis zum Sommer ist es ja noch so lang!" Ein tüchtiger General hält in Friedenszeiten die Manöver ab. Die Hausfrau tut gut daran, jetzt schon mit der Mobilisierung gegen alles fliegende und kriechende Ungeziefer einzusetzen Sind erst einmal die Fliegen und grünschillernden Mückesi wieder da, dann stehen wir auch schon wieder inmitten der Offensive gegen den Lebensmittelperderb. Punkt vier: Schimmel! Auch ein böses Speise- kammerkapitel, ein schlimmer Zetstörer des Volksgutes! Hier kommt es in der Abwehr auf Luft, Licht und Reinlichkeit an; Auswaschen der Bretter, sorgfältige Reinigung der bereits erwähnten Flie- genschränke und Drahtgazehauben und vor allem der Töpfe, in denen Speisereste abgestellt werden. Punkt fünf: Richtige Einteilung und Verwertung und keine allzu große Anhäufung von Lebensmitteln. Wer alle diese Punkte aufmerksam beachtet und mit hausfraulicher Umsicht um den Erhalt der Lebensmittel kämpft, der wird dann auch, wie Maxe, „klarer Punktsieger", nein, — besser gesagt, „Siegerin nach Punkten" sein! Benetianische Küpreß-Landschast Jl gung. Mädelführerinnenschulung. Londorf Grünberg Hungen Großen-Linden Die Gruppen jeden Sonntagmorgen um 10.30 Uhr auf dem' 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter j^Nass IWJWNIVea Schon abends die Haut gut vorbereiten. Gesicht u. Hände mit Nivea-Creme pflegen, das macht die Haut widerstandsfähig gegen Wind und Wetter. Ä fürdie Gruppen: 1, 2, 3, 4/116. 17, 18, 19/116. 5, 7, 8(halb)/116. 6 und 10/116. 8 (halb) und 9/116. 11 (halb) und 13/116. 11 (halb) und 12/116. dafür, daß die Räume geheizt werden, für eine Turnhalle, Sportgeräte und Kochen des Tees. Mitzubringen ist von allen Führerinnen: Turnzeug, Schreibzeug, Liederbücher und Brotbeuteloerpfle- 7/116 und Geilshausen, Rüd- dingshausen und Londorf. 9/116, Beltershain, Weiters- hain, Lumda, Reinhardshain, Harbach, Saasen, Hattenrod, Lindenstruth, Bersrod, Ettingshausen. 13/116, Lich, Ober- und Nie- der-Bessingen, Birklar, Bettenhausen, Obbornhofen, Bellersheim, Utphe, Trais-Horloff, Steinheim, Inheiden. für die Gruppen 14, 15, 16/116 mit allen Standorten. 17, 18, 19/116 und die Standorte Schulungsort: Gießen (DJH.) Klein-Linden Lollar Großen-Buseck Grünberg Hungen Lich anstatt Großen-Linden: nen für Küpreß 19 3 8 gehen im Gemeinschaftsatelier in der Sonnenstraße ihrer Vollendung entgegen. Wer zu Besuch kommt, muß achtgeben, daß er nicht in einen Farbentopf fällt oder von einer Leinewand mit venetianischer Nacht umgeben wird; überall stehen Farbtöpfe und Bilder umher, und die meisten sind von beachtlichem Format. Nicht ohne Grund: ein monumentaler Stil muß die Dekorationen des Künstler- und Pressefestes beherrschen, wenn sie zur Geltung kommen sollen. Sie werden kommen, darauf können Sie Gift nehmen, hier wird nach Quadratmetern gemalt, hier wird nach Wänden gemessen und der Pinsel al fresco geschwungen. Das muß man sagen: die Künstler haben sich's nicht verdrießen lassen, sie sind fleißig gewesen und noch immer fleißig, es kann was vorgezeigt werden, und es soll „was gebotte wern". Es wird: wenn man sich in Einzelheiten vertiefen will, ist es zweckmäßig, zuvor eine Zimmerwand freizumachen oder den ganzen Fußboden, damit das Kunstwerk in voller Pracht und Größe gewürdigt werden kann. Venetianisch ist Trumpf — natürlich: der goldene Markuslöwe, der Markusplatz, der große Kanal und die Rialto-Brücke, Serenaden und Gondelfahrten, — Venedig von allen Seiten, und venetianische Trachten, garantiert stilechte, bitte sehr, keine luftigen Phantasiegebilde. Stil ist gut, aber Phantasie ist auch gut — besonders auf Festen, wie Küpreß war und wieder werden soll. Es gibt auch weniger historische und klassisch-strenge Motive in Fülle: vom Quattrocento zur Gegenwart, vom Lido zur Lahn lassen sich, wie man mit Freuden und heimatstolzem Herzklopfen bemerken wird, unschwer heitere und farbige Brücken schlagen: Othello, der Lagunenschlammbeißer — was sagen Sie dazu, hätten Sie das für möglich gehalten? Wir auch nicht, aber wir haben ihn' mit eigenen Augen gesehen. Es war schaurig und schön zugleich. Das Küpreßchen und das Bieberlieschen befanden sich übrigens in nächster Nähe. Na, Sie werden's ja erleben: Dienstag abend ist alles fertig. Die Lichter und Farben, die Figuren und Kostüme, die Melodien und Tänze der Nacht in Venedig werden Sie festlich umfangen. Annerod, Großen-Buseck, Alten-Buseck, Beuern, Trohe, Rödgen, Lollar, Daubringen, Mainzlar, Ruttershausen, Odenhausen (Lahn), Allendors (Lahn), Staufenberg, Burkhardsfelden, Reiskirchen verteilen sich auf die beiden Gießener Schulungen. . Jungmädelführerinnenschulung. jetzt endgültig festgesetzt. Durch die Einschaltung der Schlachtviehmär k,te, die jede Woche Dienstags stattfinden, ist eine Aenderung der Markttermine für die Nutzviehmärkte notwendig geworden. Die Nutzviehmärkte werden künftig nicht mehr Dienstags, sondern Donnerstags stattfinden: sie können natürlich erst dann wieder abgehalten werden, wenn die Maul- und Klauenseuche erloschen ist. Die Märkte finden — unter Beachtung dieses Vorbehalts — an folgenden Terminen statt: Rindvieh- (Zucht- und Nutzvieh-) Märkte: 24. Februar, 10. März, 24. März, 7. April, 28. April, 19. Mai, 9. Juni, 30. Juni, 21. Juli, 4. August, 18. August, 1. September, 15. September, 29. September, 13. Oktober, 27. Oktober, 10. November, 24. November, 8. Dezember, 22. Dezember. Schweinemärkte : 23. Februar, 23. März, 27. April, 25. Mai, 29. Juni, 20. Juli, 31. August, 28. September, 26. Oktober, 23. November, 7. Dezember. Ziegenmarkt^ 7. September. Frühjahrsmarkt (Messe): 26. März bis 3. April. Herb st markt (Messe): 1. bis 9. Oktober. Weihnachtsmarkt: 10. bis 18. Dezember. BOM.- u. IM.-Llnteraau 116, Gießen. Stelle KS.: Betr.: Handballspiel. in H o l z h e i m 14, 15, 16/116. Die Jungmädelführerinnen, die Konfirmandinnen sind, besuchen am Schulungsort vormittags oder nachmittags die Kirche. Für die Werkarbeit ist mitzubringen: Schere, Lineal, Pelikanol, gummiertes Glanzpapier. Die IM.-Führerinnen des Standortes bringen je 15 Pf. für Tee mit. Gießener Dochenmarktprelfe. * G i e ß e n , 10. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Daß das muntere Fräulein auf dem Plakat eine schöne, rote und gesunde Zunge herausstreckt, ist nur auf den ersten Blick verblüffend, hat aber hier oben nichts Ernstliches zu bedeuten. „Hier oben" — das sind die höher gelegenen Räumlichkeiten des Clubs, die sonst nur selten oder gar nicht betreten werden. Zur Zeit lohnt es sich, sie zu betreten: hier ist das Land, wo die Küpressen blühn, hier kann man etwas sehen, hier ist eine Malerwerkstatt von beträchtlichen Ausmaßen entstanden. Die Dekoratio- Universitätssportplatz (Am Kugelberg 80) zum Training. Bei Regen oder unbeständigem Wetter ist 10.15 Uhr Treffpunkt vor der Universität zum Spiel in der Halle. Kommenden Sonntag fällt allerdings das Trainig für Führerinnen wegen der Wochenendschulung aus. Betr.: Leistungsabzeichen. Ich erinnere nochmals an die Angaben, wer dis Saniprüfung mitgemacht hat und wer nicht, da nächste Woche wieder eine stattfinden soll. Die Untergausportwartin. Velr.: 4. und 5. Wochenendschulung des 21L- und IM.-Untergaues 116 am 13. Februar. Am Sonntag, 13. Februar, findet im M.- und IM.-Untergau *116 die Wochenendschulung statt, an der alle 'M.- und JM.-Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen, sowie alle Geldverwalterinnen, Sozialwartinnen und Sportwartinnen im Untergau teilzunehmen haben. Die Führerinnen der Standorte, in denen die Schulungen stattfinden, sorgen Schulungsort: für die Gruppen und Standorte: Gießen (M.-HJ.-Heim) 3,4/116. Gießen (Moeserheim) 1,2/116. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSDAP., Ortsgruppe - Gießen-Ost: Große Aula der Universität, Kundgebung; Gauredner Krug- Jahnke. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Immer, wenn ich glücklich bin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schiffbruch der Seelen". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr in der Aula des Gymnasiums Vortrag Professor Dr. Wegner, Frankfurt a. M., „Durch Jnnerbolivien und Hochperu". — Deutsche Jägerschaft: 17.15 Uhr Veterinär-Pathologisches Institut, Frankfurter Straße 94, Vortrag Professor Dr. Krause „Wildkrankheiten". Maskenball des VfV.-Reichsbahn. Am kommenden Samstag veranstaltet der VfB- Reichsbahn in den Räumen des Gefellschastsvereins seinen Maskenball. Die Räume für dieses fröhliche Fest zeigen sich noch im Schmuck der Dekoration, die vom DDAC. für seine „Fahrt in den siebenten Himmel" geschaffen war. Maskenball des Vauerfchen Gesangvereins. Am Samstag, 26. Febr., wird auch der Bauerfche Gesangverein — ebenfalls in den Räumen des Gesellschaftsvereins — seinen Maskenball abhalten. Der Maskenball der „Bauern", der schon eine jahrzehntelange Tradition hat, wird die Sänger mit vielen ihrer Freunde in närrischer Festfreude vereint seheI. Giehener Märkte 1938. Die Termine der Gießener Märkte für 1938 sind, wie uns von der Stadtverwaltung mitgeteilt wird, Die Mädel, die im letzten Jahr der Sonderabteilung Handball angehörten und diejenigen, die im kommenden Jahr mitspielen wollen, treffen sich Die pfeife aus Holland. Don Robert Seitz. Umbenhaar besaß eine Tabakspfeife, keine ge- «ähnliche, wie man sie für ein paar Groschen beim Kaufmann Küper bekommt, sondern eine sogenannte holländische Pfeife mit Windmühle und Segelboot auf dem glänzenden Porzellankopf und einem Jungensgesicht, das paffend über den Zaun sah. Wenn ihm diese holländische Welt dampfend zwischen den Zähnen hing, hatte Umbenhaar mchts mehr mit dem alltäglichen Krimskrams zu tun, und es schien undenkbar, daß er sich jemals von dieser Tabakspfeife würde trennen können. 2lber nun war da der Nachbar Christian Rook, em vierschrötiger Kerl mit Teufelskräften, dabei em gutherziger Mensch, und wenn's nottat, stets zur Hand Christian Rook saß oft auf der Bank bei Umbenhaar, kaute an seiner alten braunen Stummelpfeife und warf wohl im Gespräch begehrliche Blicke auf die Pracht, aus der Umbenhaar schmokte. „Düwel auch", konnte er sagen, „wo hast du eigentlich die Parade her? Sie ist ihren Taler wert. „Das soll wohl sein", sagte Umbenhaar nahm die Pfeife aus dem Mund und hielt sie vor sich ins X D?rfe vorbei, ein Stück hin, floß ein Ba^, die wilde Hanne, ein reißendes ©a fer bas rni Frühjahr schon manchen Schaden angenchtet.hatte. Eines Tages traf Umbenhaar die kleine Peutje, die weinend zwischen den Weldenbuschen: stand.Ihr roter Ball, den der Vater aus der Stadt mttge- bracht hatte, war in das Wasser gefallen und schramm nun lustig dahin. Umbenhaar ve^uchte, mit einem Stock den Ball zu erreichen, Flüchtling schien sich nur noch mehr m feiner Fahrt 3U„$a‘1C?at ihn nun die Hanne 9^»“"- Umbenhaar. „Du mutzt nicht weinen. Wlc- bie wilde Hanne hat mir auch schon einmal was sort- $Gpeutje»Ctfragfe nicht. Sie war allzusehr mit ihrem Schmerz beschäftigt. . Umbenhaar sagte: „Es war em Medaillon, wie man es an der Uhrkette trägt. Ein Bi» Das hat mir die wilde Hanne direkt aus den Ringern geholt. Nun. das ist lange her, und die Hanne wird es nicht mehr wissen. Er erzählte das so nebenbei, als hätte er damals keinen Kummer darum gehabt. Es war das Bil eines Mädchens gewesen, um bas sich Umbenhaar zu jener Zeit bewarb, aber ber Bach hatte ihm das Bild, und das Leben hatte ihm das Mädchen weggeholt. Nun sprach er seit Jahren zum ersten Male wieder davon. Er hatte der kleinen Peutje die Hand auf das Haar gelegt und gab sich große Mühe, sie zu trösten. Doch das Kind schien überzeugt, daß es keinen zweiten so schönen Ball auf der ganzen Welt gäbe, und es weinte nur noch lauter. Umbenhaar hatte seit langem dieses kleine Mädchen in sein Herz geschlossen. Es kam morgens zu ihm, wenn er vor der Türe saß und seine Milch trank, es sah mittags zu seinem Fenster herein, und wenn es zum Abend ging, saß Peutje auf seinen Knien und erzählte ihm Geschichten. Auch hatte er das Mädchen noch nie meinen sehen. Darum war er ganz erschrocken, als sie sich nicht beruhigen lassen wollte. Er sah sich hilflos um, lief am Rande des Baches hinter dem Ball her, blieb stehen, verpustete sich und lief von neuem, doch das Wasser war flinker als die alten Beine und ließ den Ball munter hüpfen und kreiseln in den strudelnden Wellen. Der Alte stand niedergeschlagen neben Peutje, und sie wußten nicht, was sie tun sollten. Sie sahen bann einen Mann oben am Bache mit langsamen bebächtigen Schritten. Es war Christian Rook, der Ackerzeug über der Schulter trug. Peutje lief hin zu ihm und wies auf den Ball. Der Mann lachte gutmütig, und ohne sich zu besinnen, legt er sein Gerät hin, stieg mit den schweren Schuhen in das Wasser, stand nun mitten darin und wartete, bis der Ball so nahe war, daß er ihn ohne Mühe herausholen konnte. Es war nichts Besonderes, was Christtan Rook da vollbracht hatte, aber das Mädchen mußte es wohl für eine große Heldentat halten, denn sie sah bewundernd auf den starken Mann, der ohne zu zögern seine Füße in das nasse Reich der wilden Hanne gesetzt hatte. Nun fiel Peutje ein, daß in den Märchen, die sie kannte, eine gute Tat immer belohnt wurde. So sagte sie nach einem Weilchen: „Du kannst dir nun wünschen, was du willst." Christian Rook lachte: „Da müßtest du wohl einen großen Sack voller Taler haben. Willst du mir das geben?" Mittlerweile war Umbenhaar dazu gekommen. „Du mußt ihm schenken, was erfid) wünscht", sagte Peutje zu ihm, „er hat sich nicht vor der wilden Hanne gefürchtet." Sie verttaute darauf, daß Umbenhaar den Wunsch würde erfüllen können, denn er hatte viel Ähnlichkeit mit dem guten Berggeist ihres Kinderbuches, war ein wenig verhutzelt, hatte struppiges Haar, und seine Augenbrauen waren wie dichtes Buschwerk. „Wenn es in meiner Macht steht, will ich es wohl mit gutem Willen tun", antwortete Umbenhaar, so wie er es aus den Geschichten wußte, die Peutje ihm berichtet hatte. Christian Rook rückte die Mühe ein wenig und sagte nachdenklich: „Wie roär’s mit einem Baum, an dem Dukaten wachsen? Oder mit einem Roggenstück, darin alle Aehren von Gold sind? Vielleicht tät’s auch Silber, wenn's zu Gold bei dir nicht langt." „Da hast du nun zuviel versprochen", lachte Umbenhaar, und Peutje bekam ein weinerliches Gesicht. „Laß;nur", tröstete der Alte, „wir werden ihn schon gufneben stellen." Sie gingen nun zu britt nebeneinander her, und Umbenhaar holte die holländische Pfeife aus der Tasche, um sich die Heimkehr behaglich zu machen. Christian Rook verhandelte noch immer mit Peutje wegen des Wunsches. Auf einmal sagte er: „Nun, ich wüßte wohl, was einen Dukatenbaum wert wäre." Dabei sah er auf die blaue Pfeife aus Delft. Umbenhaar erschrak. „Er wird sich die Pfeife fordern", dachte er, „und Peutje wird ja sagen. Sie weiß ja nicht, wie sehr ich daran hänge. Was soll ich nun tun? Hab ich doch versprochen, was in meiner Macht steht. Nun wird ein anderer daraus rauchen und seinen Abend haben. Ich aber hätte das Zusehen." Er war stehen geblieben, nahm die Pfeife aus dem Mund und ließ die Sonne darüber gehen. Langsam wendete er die Pfeife hin und her, und der Sonnenfleck wanderte über das Segelboot und die Windmühle und über das paffende Jungen- gesicht am Zaun. Christian Rook wandte sich um, wies mit dem Daumen auf die holländische Pfeife und sagte zu Peutje: „Da will ich dir sagen, was du da herzaubern könntest." Im selben Augenblick klatschte das Wasser auseinander, zog Ringe,-gurgelte und gluckerte minutenlang. Umbenhaar rief: „Die wilde Hanne, aber ich hab sie verjagt." Christian Rook schüttelte ärgerlich den Kopf. Er wollte durchaus in das Wasser und die Tabakspfeife wieder herausholen. Nur mit Mühe hielt ihn Umbenhaar davon ab. Peutje war traurig, weil sie die wilde Hanne nicht gesehen hatte. Später erzählte Umbenhaar, daß Die Hanne ein Medaillon um den Hals getragen hätte. Er wüßte auch, was für ein Bild darin wäre. Aber das wollte ihm Peutje nicht glauben. _ _ „Oie Frankfurter Weihnacht." Das Weihnachtsfest des Jahres 941 brachte zu Frankfurt am Main die endgültige Aussöhnung zwischen Kaiser Otto I. und feinem Bruder Heinrich, der — wie es Wilhelm von Scholz in seinem am Badischen Staatstheater zu Karlsruhe zur Uraufführung gelangten Schauspiel „D i e Frankfurter Weihn ach t" darstellt — in* mitten einer vor dem Domportal kauernden, vom Kaiser mit Münzen und Gewcmduna beschenkten Bettlerschar zerlumpt und barfuß zu feinen Füßen liegt und Verzeihung empfängt. Dieser das Schauspiel beschließenden Dersöhnungsszene zwischen den Brüdern geht voran der Kampf Ottos gegen den aufrührerischen Bruder und damit um die Kaiserkrone, listig geschürt von dem Sttefbruder Thank- mar, der selbst Erbe der Krone zu werden hofft. Aus Geschichtlichem wie Legendärem, aus dem dramatisch kaum zu erschöpfendem Machtringen um die Jahrtausendwende zog Wilhelm von Scholz den Vorwurf seiner Handlung. Das Spiel dichterischer Phantasie wendet sich zum Geheimnisvoll* Uebersinnlichen: im Kerker zu Ingelheim, wo Heinrich in lebenslänglicher Haft für sein Verbrechen büßen soll, weist ihm eine Traumerscheinung in der Gestalt Kaiser Ottos den geheimen Weg zuv Flucht. Sie führt nach Frankfurt zur Weihnachtsmesse und zur Versöhnung. Das von wahr erschautes Gestalten durchwogte Stück entwickelt sich im Fluß meisterhaft behandelter Sprache und schöner ©et danken. Die klare Gliederung und die leichte Faß- lichkeit der Vorgänge trat bei der Karlsruher Ausführung in den Vordergrund. Dichtung und Dar- stellung brachten zusammenwirkend den unbestrittenen Erfolg. Der herzliche Beifall eines stark besetztes Hauses rief den Dichter inmitten der Hauptdarsteller viele Male vor den Vorhang. Ernst Stolz. Zeitschriften. — Besonderes ernst nimmt auch der englische Luftschutz den Kampf gegen Feuersgefahr durch Brandbomben und widmet deshalb dem Ausbau betf Brandbekämpfungs-Einrichtungen größte Aufmerksamkeit. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört eiti großzügiger Ausbau der kommunalen Feuerwehren. Einen aufschlußreichen Bilder-Artikel, der uns mit den Plänen und Experimenten des englischen Luftschutzes bekanntmacht, veröffentlicht die neue „S i - r e n e" Das Heft bringt außerdem viele andere interessante Bildberichte und Aufsätze, die Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes und allerlei Unterhaltung und Zeitvertreib. „Psst! Kein Wort mehr! Ich gehöre hierher und bleibe hier. Was Sie anbetrifft, das ist etwas an- deres. Sie haben für Macher getan, was Sie kann« ten. Und im übrigen — Ihre Mission ist ja erfüllt." „Meine Mission?" „Ich hoffe", sagte Lisbeth langsam, sie war ans Fenster getreten und sah in den Hof hinab, als gäbe es da etwas zu entdecken, „ich hoffe. Sie haben nicht vergessen, weshalb Sie eigentlich zu Machers kamen. Sie wollten mein Vertrauen gewinnen. Haben Sie es nicht?" „Lisbeth!" Er trat neben sie und wollte ihre Hand ergreifen, „ich habe Ihr Vertrauen nicht in dem Maße, wie es mein sehnlichster Wunsch wäre!" Lisbeth drehte sich um und entzog ihm chre Hand. Ihre Augen funkelten. „Ich denke, Herr Stelling, mehr Vertrauen haben Sie von mir nicht zu fordern, als daß ich Ja sage zu Ihnen und — Ursel. Das war Ihr Wunsch, er ist erfüllt. Haben Sie von Ihrer zukünftigen Schwägerin noch mehr -u fordern?" Stelling zog unwillkürlich die Hacken zusammen und verneigte sich. Er hatte sich wieder ganz in der Gewalt. Sein Gesicht verriet keinen seiner Gedanken. „Nein", sagte er, „mehr habe ich nicht zu fordern. Ich danke Ihnen für die gute Kameradschaft, die Sie mir erwiesen haben, und für Ihr Vertrauern." Er sah auf die Uhr. „Ursel erwartet mich. Auf Wiedersehen!" Sie fühlte noch feinen Händedruck, als sie ihn drunten über den Hof schreiten sah. Sie wandte sich schnell ab. Da stand Frau Macher in der Tür. „Ist er fort, endgültig?" hörte sie fragen. „Ja, was sollte er denn hier noch tun?" Lisbeth hatte sich an den Schreibtisch gesetzt. Frau Hedwig schlich näher und stellte sich hinter ihr auf, so, daß Lisbeth ihr Gesicht verbergen konnte. „Tut's weh?" fragte sie. „Was sollte denn weh tun?" Frau Macher fuhr ihr mit sanften Strichen übers Haar. „Mädel", sagte sie mit einer Stimme, Die alle Härte verloren hatte, „mir können Sie's ruhig sagen. Ich bin doch weder blind noch taub. Und Sie haben uns so viel geholfen. Sie halten uns die Treue. Sie gehören zu uns. Sie find mir nicht weniger lieb, wenn Sie einmal weniger stolz uns selbstbewußt erscheinen." „Es ist doch —" sagte Lisbeth mit erstickter Stimme, „— wegen — Ursel. Sie wissen doch alles, weshalb fragen Sie?" (Fortsetzung folgt.) reib« eld- kasse stets zur genauen (Nachdruck verboten.) 13. Fortsetzung. 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, ausländische 12, Wirsing, XA kg 10 bis 15, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, V10 9 bis 10, Tomaten, Vi kg 40 bis 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, V» kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, kg 12 bis 25 Pf., Birnen 10 bis 25 Pf., Hähne 1,20 Mark, Enten 1,20 Mark, Blumenkohl, das Stück 45 bis 60 Pf., Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. Provinzial-Pflegeanftalt (Altersheim) Moltkeftraße/Ecke Kaiferallee Ludwigsplatz Liebigftraße/Ecke Ebelstraße Frankfurter Straße/Ecke Hillebrandstraße Walltorftraße/Ecke Asterweg Steinstraße/Ecke Ederstraße Am Oswaldsgarten Stadtpost Bahnübergang Gnauthstraße/Schiffenberger Weg Marburger Straße/Ecke Schwarzlachweg Ludwigstraße vor Einmündung Alicenstraße (Bahnunterführung) Bahnhossplatz. Räume für das „$ aaleff en": 1. Gasthaus ,Zur Stadt Lich". 2. Cafö Leib. 3. Studentenheim. 4. Hotel Schütz. 5. Zeughauskaserne. Im Dienste für das Winterhilfswerk veranstaltet am kommenden Sonntag, 13. Februar, die Wehrmacht auch in unserer Garnison Gießen ein großes Eintopfessen, dessen Ertrag bei der Bewältigung der dringlichen Aufgaben des Winterhilfswerks wirksame Hilfe leisten soll. In mehr als 20 Feldküchen und außerdem in den feststehenden Kochkesseln unserer Kasernen werden die Soldatenköche und Kochfrauen am nächsten Sonntag das Mittagessen nicht nur für die Soldaten bereiten, sondern auch für — hoffentlich! — einige tausend Gießener Familien. Aus allen Feldküchen und Kochkesseln gibt es Erbsen mit Speck. Jeder „Schlag" kostet 0,50 Mark. Die Derpflegungsverwaltung unserer Garnison hat sich auf rund 9000 Portionen Erbsen mit Speck allein für die Zivilbevölkerung eingerichtet. Für die Verpflegung "der Zivilisten mit dieser schmackhaften Feldküchensuppe sind 18,20 Zentner Erbsen, 16,80 Zentner Speck und 72 Zentner Kartoffeln notwendig. An Zutaten sind 4,20 Zentner Suppengrün, 21 Pfund Tomatenmark und 32 Pfund Gewürze erforderlich. Mit den Soldatenköchen und Kochfrauen bemüht sich eine große Zahl von Helfern und Helferinnen um die schmackhafte Zubereitung des Esiens. Von 11 Ahr ab können die „Schlage" an allen Feldküchen in Empfang genommen werden. Jetzt Möbel billig kaufen im Total-Ausverkauf Möbelhaus KOOS Marktstraße 8, 1. Stock ei3A Kein Laden Weitere Ausführungen sollen hier unterbleiben, damit keine Unübersichtlichkeit Platz greift, denn bei Zweifelsfragen ist die in Frage kommende Kranken- * " " ' ^uskunftserteilung bereit. H. H. Oie Mädchen aus der Burgstraße Roman von Hilde X Lest. Freiwillige Weiierversicherung bei der Krankenkaffe. oder nach Beendigung der Kassenleistungen anzeigen ..." Diese Frist muß also unbedingt eingehalten werden. Sie beginnt mit dem Ausscheiden aus dem Be» schäftigungsoerhältnis und nicht, wie von vielen Volksgenossen angenommen wird, mit dem Tage der Abmeldung durch den Arbeitgeber. Wird während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit das Arbeitsverhältnis gelöst, dann läuft tote 3-Wochenfrist nach Beendigung der Kassenleistungen, denn in diesem Falle zählt die Zeit der Arbeitsunfähigkeit noch als Mitgliedszeit. Tritt jeboef) nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsunfähigkeit ein, für die die feit* Der Professor war ein riesengroßer Kerl mit breiten Bauernfäusten, die offensichtlich zupacken konnten. Als ihm Herr Macher Rede stand, sah es aus, als sage ein Schulbub dem Herrn Lehrer, ein Gedicht auf. Der Professor unterbrach das Gedicht. „Kennen wir alles, Herr Macher, dafür hat sich der Stelling schlaflose Nächte gemacht. Wenn Sie Ihre Erfindung ganz genau kennenlernen wollen, empfehle ich Ihnen die Lektüre seines lesenswerten Werkes." Er öffnete kurzerhand die Türen, betrat auch bas Kinderzimmer, wünderte sich nicht im mindesten, holte mit der größten Selbstverständlichkeit eine Tafel Schokolade aus der Tasche, zerbrach sie in vier mathematisch genau gleiche Teile, verteilte sie und war schon wieder draußen, ehe Frau Hedwig Zeit fand, dem Jüngsten die Nase zu putzen. „Die Iöhren sind in Ordnung", sagte er. „Nun zeigen Sie mir den Kessel." Ehe er eine Antwort hörte, stand er schon im Laboratorium, nahm ein paar Einzelteile in die Hand, balancierte auch den Oelbrenner in der Rechten, als fei er eine Nippesfigur, sagte „ganz sauber!", drehte sich um, wuchtete zur nächsten Tür, sah sich in der Küche und schnob endlich: „Den Kessel, meine Herren, den Kessel!" Stelling unternahm es, ihn aufzuklären. „Stop", sagte der Professor nach wenigen Sätzen. „Den Rest kenn ich. Erfindung halb fertig, schon verscherbelt, Vorschuß auf den Millionengewinn genommen, Gläubiger machen den Sack zu — fertig, erledigt, aus! Immer dasselbe, meine Herren Erfinder." ,Ha", sagte Frau Hedwig bitter, „weil leider auch Erfinder was zu ejjen haben müssen!" „Schweigen Sie doch um Gottes willen!" raunte ihr Stelling zu Aber der Professor winkte ab. „Sie hat ja recht, natürlich hat sie recht. Sie vergessen immer nur das eine, daß die Genialität gerade dort aufhört, wo das Leben beginnt. Auch ein Genie ist verpflichtet, vernünftig zu denken. Wirtschaft, Horatio! Verstehen Sie mich. Sagen Sie", — er sah sich im Kreis um — „ist denn niemand da, der mir diese wahrscheinlich entsetzlich 9000mal Erbsen mit Speck für Zivilisten. Oie Feldküchen der Soldaten nehmen den Hausfrauen am Sonntag die Sorge um das Mittagessen ab. - 48 Ztr. Erbsen, 72 Ztr. Kartoffeln und 46 Ztr. Speck in der Suppe. wer sich also die Blühe des Heimtragens ersparen will, der kann bei diesem „Saal-Essen" feinen „Schlag" verzehren. Für das Speisen außerhalb des eigenen Heims muh sich jedermann natürlich einen Löffel selbst mitbringen. Unsere Hausfrauen mögen sich nun die Standplätze der Feldküchen nach der hier folgenden Heber« sicht einprägen, damit sie am kommenden Sonntag von vornherein genau wissen, wo sie den „Schlag' in Empfang nehmen können. Die Feldküchen stehen zur Essenausgabe bereit an: Universität (Ludwigstraße) Seltersweg Torhäuschen (Kettenplatz) Frankfurter Straße/Ecke Wetzlarer Weg Marktplatz Lindenplatz Kreuzplatz Marktftraße/Ecke Neustadt Hotel Schütz Oie Einbrecher-Autos gefunden. LPD. Frankfurt a. M., 9. Febr. Die beiden Autos, die in den Nächten zum 3. und 5. Februar von den Schaufenstereinbrechern zu ihren Diebesfahrten durch die Frankfurter Innenstadt verwendet wurden, sind von den Dieben stehengelassen und inzwischen den Besitzern wieder aus« gehändigt worben. Der von den Einbrechern in den frühen Morgenstunden des Samstags benutzte Kraftwagen war in einer süddeutschen Großstadt gestohlen worben. Die Täter haben ihn in Wies- baben stehengelassen. Es handelt sich nicht, wie mehrere Zeugen angegeben hatten, um einen Auto-Union- Wagen, fonbern um ein Mercebes-Benz-Kabriolet aus dem Jahre 1934. Um bei starkem Andrang an einer Feldküche und bei schwächerer Nachfrage an einer anderen eine Ausaleichsmöglichkeit bei der Suppenausgabe zu schaffen, ist ein Radfahrer-Nachrichtendienst vorgesehen, der bei jeder Feldküche bereitsteht und im erforderlichen Augenblick rechtzeitig losflitzen kann, um weitere Zufuhr heranzuholen, entweder von der Essen-Nachschubstelle aus ober unter Heranziehung einer anderen, nicht mehr aufgesuchten Feldküche. Dadurch sollen alle verfügbaren Essenporlionen an die Bevölkerung herangebrachl werden, so dah es also nicht vorkommen kann, daß an einzelnen Stellen kein Essen mehr vorhanden ist, wahrend andere Feldküchen noch halb gefüllt sind, ohne ihren Vorrat verkaufen zu können. In Speiseträgern (großen Behältern) wird die Nachschub-Zentralstelle in der Zeughauskaserne fortlaufend umfangreiche Vorräte bereithalten, damit nirgend Mangel eintreten kann. Wer selbst kein Geschirr zum Empfang des Essens an die Feldküche mitbringt, kann dort Gefäße aus Hartpapier, je eine Portion fassend, haben, die sich u. a. im vorigen Jahre bei dem 116er-Fest bei der Ausgabe der Essenportionen bewährt haben. Jedes dieser Eßgefäße kostet fünf Pfennig. Man kann seine Erbsen mit Speck aber nicht nur an der Feldküche in Empfang nehmen, um sie von dort zum Verzehren nach Hause zu bringen, sondern es ist auch dafür gesorgt, baß man in Sälen von Gast stätten usw. gemeinsam essen kann, ohne dabei zum weiteren Verzehr gezwungen zu sein. herige Kasse noch Leistungen zu gewähren hat, so zählt diese Zeit nicht mehr als Mitgliedszeit. In diesen Fällen beginnt also die Frist zur Antragstellung mit dem Tage des Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis. verworrene Geschäfts- und Patentlage auseinanber- polken kann? Die fehlt nämlich in Ihrem Bericht, Herr Stelling!" „Ich!" sagte Lisbeth. Der Professor sah sie erstaunt an, als bemerkte er ihre Anwesenheit erst jetzt, zwei Sefunben währte diese Prüfung, bann sagte er: „Endlich ein vernünftiger Mensch — kommen Sie!" Er folgte ihr ins Büro unb schloß bie Tür. Lisbeth berichtete, ruhig, sachlich, klipp unb klar. Wenn sie sich vorgenommen hatte, etwas zu beschönigen, manches zu verschweigen, sie konnte es nicht unter bem Blick biefer Augen, die einen Gedanken ergrünbeten, ehe er ausgesprochen war. „Genügt", sagte ber Professor nach einer Viertel- stunde. „Also: Patente unb Modell an ben Bu- kofzer, biefen Schweinehund oerpfänbet. Dazu noch Wechsel gegeben, bie jetzt bei Dritten herumschwirren unb zu Protest gehen. Unb Macher wie Stelling stellen sich nun vor, sie kämen aus diesem Durcheinander heraus mit neuen Patenten, auf genialen Schleichwegen. Ist doch so?" „Ja, es ist so", sagte Lisbeth und fand kein Wort der Verteidigung. t,Unb Sie glauben auch, daß das geht?" „Nein, ich glaube es nicht." „Vernünftiges Mädel. Zu schade hier. Na, wollen mal sehen. Was aber ben Macher anbetrifft — bie Sache ist gut, aber sie gehört nicht ihm. Rund heraus gesagt, — sie gehört bem Bukofzer, bem Schweinehunb. Unb nun antworten Sie mir ehrlich, Fräulein ..." „Lenz." „Fräulein Lenz: kann ich, Hauschild, vor meinen Verein hintreten unb sagen: Ich empfehle euch, mit einem Herrn Bukofzer zu verhanbeln, bamit er gnä« bigft gestattet, baß wir sein Patent weiterentwickeln? Kann ich vielleicht meinem Geheimrat Lösch zumuten, daß er sich mit Bukofzer an einen Tisch setzt? Kann ich bas?" „Nein", sagte Lisbeth, traurig das Haupt senkenb, „bas können Sie nicht." „Dann find wir leiber fertig. Ich muß Macher onheimstellen, feine Sachen in Orbnung zu bringen. Dann mag er sich roieber bei mir meßen. Sagen Sie ihm bas." Er erhob sich. In ber Tür wanbte er sich nochmals um. „Was Sie betrifft, — ich kann Sie als Sekretärin im Verein gebrauchen. Gehälter sind, wie Sie sich benken können, recht anftänbig. Wollen Sie?" Lisbeth sah ihn erstaunt an. „Jetzt, gerabe jetzt, wo Machers alle Hoffnung verlieren müssen? Unmöglich!" »Also doch = auch ein bißchen — genial?" Hau- schilb tippte sich an die Stirn. „Ober sagen wir lieber ... zu anständig für ben menschlichen Alltag?" Er reichte ihr bie Hanb. -„Auf Wiebersehen, Fräulein Lenz, und Sie können ja immer noch bei mir anrufen." Dann polterte er hinaus. Stelling und die Machers traten ein. „Ich habe es nicht anders erwartet", sagte Macher gleichmütig, „es ist ja immer dasselbe. Diese Herren, die ein wundervares sorgloses Dasein führen, haben keine Ahnung davon, was Lebenskampf ist. Für sie ist Not eine schmutzige Sache, die man nicht einmal mit der Feuerzange anpackt." „Unsinn!" fuhr ihm Stelling in die Rede. „Hauschild ist der letzte, dem man Hochmut oder Standesdünkel nachsagen könnte. Aber Ihre Not, Herr Macher, ist nicht gleichbedeutend mit Ihrem Geschäftsgebaren. Man muß sich nicht gleich einem Wucherer verschreiben; für die Pellkartoffeln langt es auch so." „Streitet euch nicht", sagte Lisbeths „Sie, Herr Stelling, werden Herrn Macher nicht ändern, er hat nun einmal keinen Sinn für das Geschäftliche, dafür ist er Erfinder. Und Sie, Herr Macher, werden wohl ewig auf Ihren berühmten Pellkartoffeln fitzenbleiben, denn ich sehe jetzt, daß Sie keinen Schritt weiterkommen." „Heißt das, daß Sie uns jetzt verlassen wollen?" fragte Macher unsicher. Lisbeth tippte an ihre Stirn, genau so, wie es fünf Minuten vorher Hauschild getan hatte. Daraufhin sagte Frau Hedwig: „Na, dann is 's ja jut ...", packte ihren Mann unb zog ihn zur Tür hinaus. Die beiben jungen Leute blieben allein. „Das wäre also mein Abschied", sagte Stelling. „Und Sie wollen wirklich noch weiter hierbleiben?" „Finden Sie es nicht selbstverständlich, daß ich bleibe? Wäre es nicht verantwortungslos, diese beiden Leute jetzt zu verlassen?" „Man muß auch an sich denken." „Möglich — Sie sind ein Mann. Sie haben eine Karriere vor sich. Aber eine Frau hat andere Pflichten als bas Gelboerbienen." „Gewiß. Nur erfüllt sie biefe Pflichten kaum '^n ber Schreibmaschine." „Die Schreibmaschine ist Mittel zum Zweck. Sie wissen, baß ich hier mehr bin als eine Bürokraft. Wollte ich nicht mehr sein, so konnte ich fteilich auch bie Stelle übernehmen, bie mir Hauschilb an- geboten hat." Stelling sah sie überrascht an. „Wirklich?" Er trat auf sie zu. „Lisbeth!" sagte er bittenb, „kommen Sie zu Hauschilb. Sie und ich bet Hauschild! Wir würden gut — Zusammenarbeiten--" ♦♦ Reifeprüfung im Gymnasium. Unter Vorsitz von Oberstudiendirektor Dr. Wolke- w i tz fand am 8. und 9. Februar bas Maturum statt. Von insgesamt 27 Schülern wurden 8 befreit, während 1 Schüler bas Examen nicht bestand. ** Musikalische Abends eier in ber Johanneskirche. Die nächste musikalische Abenbfeier mit einer Bach-Kantate und Werken für Chor und Solostimmen von Hch. Schütz findet Sonntag, 20. Februar, statt. ** Jahreshauptversammlung der Kavallerie ° Kameradschaft Gießen. Zur Jahreshauptversammlung der Kaoalleriefame- radschast Gießen fand sich am Sonntag eine stattliche Zahl Kameraden im Saale des Gasthofs Faul- stich ein. Neben den auswärtigen Mitgliedern, die fast restlos erschienen waren, nahmen auch viele Ehrenmitglieder teil. Kameradschaftsführer Ernst Hartmann gedachte zunächst der im Laufe des verflossenen Jahres Heimgegangenen Kameraden, sowie aller derer, die für des Vaterlandes Befreiung bluteten und starben. Kassenführer Rohrbach erstattete Bericht über die Vermögenslage der Kameradschaft. Die Kasse bot ein erfreuliches Bild der Weiterentwicklung. Nach (Erteilung ber Entlastung durch ben Kameradschaftsführer erhielt Kam. Rohrbach Dank unb Anerkennung für seine vorbildliche Tätigkeit. — Nach Ausführungen des Kameradschaftsführers über ben im Sommer stattfindenden 8. Waffentag der Deutschen Kavallerie zu Erfurt erfolgte die Ergänzung des Vorstandes durch Ernennung des Kameraden Keuper. Die übrigen Kameraden ernteten Dank und Anerkennung für die im letzten Jahre geleistete Arbeit. Inzwischen waren die Kameraden des Reiterzuges JR. 116, die als Gäste geladen waren, eingetroffen, ebenso auch bie Familienangehörigen der Mitglieder und verbrachte man noch einige Stunden bei kameradschaftlicher Unterhaltung. ** Aushändigung von Postsendun- gen an unbekannte Empfänger. Für gewöhnliche Pakete, Einschreibbriefsenbungen sowie für versiegelte und unversiegelte Wertpakete, Post- und Zahlungsanweisungen bis zum Wert- oder Geldbetrag von 100 Mark gelten als vollgültige Ausweispapiere von Behörden und von der NSDAP., ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden für bestimmte Personen ausgestellte Ausweispapiere, die ein beglaubigtes Lichtbiß unb die eigenhändige Unterschrift des Inhabers ent« hatten. Bei Sendungen mit höherer Wertangabe ober über höhere Beträge als 100 Mark werden, wie bisher, nur solche Ausweispapiere als vollgültig angesehen, die außer den vorerwähnten beiden Erkennungsmerkmalen noch eine Personenbeschreibung enthalten. * Unfälle. Der 32jährige Arbeiter Richard Strobel erlitt bei feiner Arbeit an den Kippwagen schwere innere Verletzungen. — Der bei der Reichsautobahn beschäftigte 24jährige Arbeiter Otto Lotz erlitt schwere Prellungen und Quetschungen an der Brust und im Rücken. — Eine 60jähriae Frau, wohnhaft im Asterweg, kam in ihrer Wohnung zu Fall unb zog sich dabei einen Oberschenkelbruch zu. Die Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik gebracht werden. 14000 Mark Steuerstrafe. Lpd. Lauterbach, 9. Febr. Das Finanzamt Lauterbach gibt bekannt, daß ber Karl Valentin Döring in Wallenrod wegen Hinterziehung von Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Vermögenssteuer, Gewerbe- unb Kirchensteuer rechtskräftig mit 14 000 Reichsmark Steuer strafe belegt worden ist. _____________ Zur Ausgabe der Suppe hat jede Feldküche einen bestimmten Platz zugewiesen er» halten. Dadurch soll Gewähr dafür geschaffen wer- den, daß die Bewohner aller Stadtteile — ohne großen Anmarsch — das Essen von den F<^ küchen abholen können. Auf dem Marsch der Fi küchen zu ihren Standplätzen darf vorher fein Essen verabreicht werden. Diese Anordnung hat den Zweck, Sicherheit dafür zu schaffen, daß die Feldküchenkessel an den Standplätzen auch wirklich noch voll sind und Vorkommnisse vermieden werden, die im vorigen Jahre mancher Hausfrau unb ihrer Familie eine bittere Enttäuschung verursacht hatten. Man wirb also diesmal mit Sicherheit dar- auf rechnen können, daß man an den Standplätzen der Feldküchen seinen „Schlag" erhält. Die Praxis zeigt immer wieder, daß bei vielen Volksgenossen über die Bestimmungen der freiwilligen Wefterversicherung in der Krankenversicherung noch viel Unklarheit herrscht. In vielen Fällen sind die Voraussetzungen für eine derartige Versicherung unbekannt. Auch wird nicht beachtet, daß bie Antragstellung durch eine gesetzliche Frist begrenzt ist. Gerade diese Fristbestimmung ist schon vielen zum Verhängnis geworden, da die Anträge zu spät gestellt waren und somit abgelehnt werden mußten. Da nun eine Wmterarbeit, und zwar die Holzhauerei, in Kürze beendet sein wird, sollen nochmals in kurzen Umrissen die wichtigsten Bestimmungen der Weiterversicherung hier wiedergegeben werden, damit jeder, der aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ausscheibet, weiß, was er im Falle einer freiwilligen Weiterversicherung zu tun hat. Gerade in der Holzhauerei sind viele kleine Landwirte und Gewerbetreibende ben Winter über beschäftigt, bie in ber übrigen Zeit des Jahres ihrem eigenen Berufe nachgehen unb in dieser Zeit feiner Krankenversicherungspflicht unterliegen. Für diese Volksgenossen ist hier die beste Gelegenheit gegeben, um für sich und ihre Familien gegen Krankheitsfälle einen Versicherungsschutz zu schäften. Zunächst die gesetzlichen Voraussetzungen für bie freiwillige Weiterver- sicherung. Hierzu schreibt § 313 der Reichsversicherungsordnung vor: „Scheidet ein Mitglied, bas auf Grund ber Reichsversicherung ober bei dem Reichsknappschaftsverein in ben vor angegangen en 12 Monaten, mindestens 26 Wochen oder unmittelbar vorher mindestens sechs Wochen versichert war, aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung aus, so kann es in seiner Lohn- stufe oder Klasse Mitglied bleiben, solange es sich regelmäßig im Inland aufhält ..." In der Regel ist es so, daß vor dem Ausscheiden bie Beschäftigungszeit 6 Wochen überschritten hat, wodurch die Voraussetzungen erfüllt sind. Jedoch ist zu beachten, daß die Zeit ohne Unterbrechung zurückgelegt sein muß. Kommen kürzere Beschäftigungsperioden in Frage, so müssen diese in den letzten 12 Monaten vor der Antragstellung mindestens 26 Wochen ergeben, andernfalls besteht keine Möglichkeit zur Weiterversicherung. Hier ist eine zusammenhängende Beschäftigungszeit nicht erforderlich. Nun zu der Frist der A n tra g ft eU u n g. Hierzu besagt § 313 der RDO. weiter: „Wer Mitglied bleiben will, muß es der Kasse binnen 3 Wochen nach dem Ausscheiden St, Me gezahlt, für tier- Alle tierärzt- mit jungen Arbeitskräften versehen werden, eingehender Beratung wurde beschlossen, das Wirtschaft stufen an. llt en t. Devisenmarkt Berlin gaben waren dagegen kaum zu beobachten. Die xur|e zeigen auecoings gegen den Muiagsschiuß wieder fein einheitliches Aussehen und wurden viel- ifjren hoi, sö ^iedszeit. Qn ir AntmgstrI' aus bem Ar- Heim Nach ' e r irer 6 .. 4 <% ,. 7 6 .. 0 > 12 6 . 6 rt- ? n laufen kaut »05 ieln Laden Mein-Mainische Börse. Mttagsbörse: Uneinheillich. unieitleifien, reift denn bei nbe Kranken- •ihing bereit H.H. ll- re en er sie n, er er id et. che r» jen ,?n, uf i« ich ''e- 2g ' s bt or D5 ie in u» nd lle im r ■ is- 65 ■5« rg en h- u» en er de rz 33 n. nd en b •n, en rb )ie on . ich ’n, ld- mi 'ertsunfähig- n läuft ine c Ärbriisun- rbeitsvechält. die die seit- Ittbttt. . Die beiden iü> b. Februar echern zu furter Innen- Dieben stehen- i wieder aus- rechern in den tags benutzte hen GroW! ihn in Wies- ht, wie mehrere t Auto-Union- Lenz-Kudrick Japan...... Jugoslawien Oslo...... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... Prag....... Budapest... ÄeuDod.... Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlosfenen Dividende an. _________________________Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H ehalten wer- ws dem Le. ! von vielen ; dem Tage re hierher und ist etwas an- was Sie tonn' sion ist 1° -enstraße w b. m n. ht ?n Ze i. ,5* e« »n m en üe in« ch 5, ft- n« en er ße »n r- r 5f- Reichsaltbefitz gut behauptet mit 130,60, ebenso Kommunal-Umschuldung mit 05,25 und 4proz. Ren- tenbank-Ablöfung mit 94,10, dagegen bröckelten Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. ab auf 129,75. Am Pfandbriefmarkt wurden Franks., Meininger und Rhein. Hyp. Geld zu unv. 100 repartiert. Bon Kom- munal-Obligationen stellten sich Rheinische auf 99.65 (99,50), Liquidationspfandbriefe lagen unverändert. Stadt- und Staatsanleihen kamen zumeist behauptet zur Notiz, 4,5proz. Stadt Mainz von 26 0,25 v. H. ermäßigt auf 98,90, 4,5proz. Frankfurter von 26 0,13 v. H. höher mit 99J3. Industrie-Obligationen zeigten nur wenig Abweichung. 9m Freiverkehr waren Städte-Altbesitz stark gefragt mit 135,13 (134,75). 9n der zweiten Börsenstunde stockte das Geschäft nahezu vollkommen. Die Aktienkurse bröckelten größtenteils leicht ab. Auch die höher notierten Papiere konnten sich nicht immer voll behaupten. Verein. Stahl 112,65 nach 112,90; 9G.-Farben 159,75 nach 160,13, Buderus 123,50.bis 123 (122,50), Rheinstahl 1'41,75 bis 141,50 (141,50), Jul. Berger 153,50 bis 153 (152,75). Abendbörse behauptet. An der Abendbörse war die Haltung behauptet. Das Geschäft war etwas besser als an den Vortagen. Aus der Börse heraus zeigte sich verschiedentlich etwas Kaufinteresse, das durch kleine Nachfrage aus dem Publikum unterstützt wurde. Abangehören, hat 110 Mitglieder. An Entschädigungen wurden im Fahre 1937 4452 Mark gezahlt, für tier» ärztliche Behandlungen 333 Mark. Alle tierärztlichen Kosten, die 10 Mark übersteigen, übernimmt bie Viehkasse. Der Erlös aus verwertetem Vieh, das die Kasse übernahm, betrug 1117 Mark. Die gezahlten Versicheren gsvrämien erreichten eine Höhe von 3109 Mark. Die Gesamteinnahme belief sich auf 6911 Mark, die Gesamtausgabe auf 6005 Mark. Das Guthaben bei dem hiesigen Spar- und Vorschußverein beträgt 877 Mark. Das Gesamtvermögen schließt mit 1785 Mark ab. M Großen-Linden, 8. Febr. Viehversicherung hielt ihre diesjährige Generalversammlung unter dem Vorsitz des Altbürgermeisters Lang im Gasthaus „Zum Ritter" ab. Die Rindviehkasse, ,oer die hiesigen Viehbesitzer fast alle "'n Entschädigungen [L sie war toi hinab, als Sie haben w Machers laM .en. habm $ nt wM V rauen wj Wunsch var< illt. S-b-" , noch -M •,ss* SP D Watzenborn-Steinberg, 7. Febr. Der Schützenverein „Auerhahn" hielt am Samstagabend bei Mitglied Georg Philipp seine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer Otto Schäfer gab die Richtlinien bekannt, die von dem Verein durch die Angliederung an den Deutschen Schützenverband erfüllt werden müssen. Der Vorstand bleibt in seiner seitherigen Besetzung, zum zweiten Vorsitzenden wurde Georg Schäf bestimmt, Dietmar! und Schießwart sind Lehi.. Rätter und Karl S ch m a n d t X. Der Beitrag wurde erhöht. Jungschützen, die der HI. angehören, sind vom Beitrag befreit. Bei dem anschließenden Saalschießen wurden sehr gute Leistungen erzielt. frühere Kunzsche Anwesen als Heim für den Land« menst zur Verfügung zu stellen. Das Haus soll sofort für seinen Zweck instandgesetzt werden, so daß Die Landdienstjugend am 1. April Einzug halten kann. — 9n der Gastwirtschaft Göbel fand auch eine Versammlung der Bürgermeister und Ortsbauernführer der genannten Orte statt. Der Plan, das Landdienstlager zu errichten, wurde freudig begrüßt und tatkräftige Unterstützung zugesagt. Kreisgefolgschaftswart Blumenröder Sab die Bedingungen für die Aufnahme eines anddienstjungen bekannt. Ein Vertreter des Arbeitsamtes erläuterte die Förderungsmaßnahmen. * Frohnhausen (Lahn), 9. Febr. Der Rangierer Friedrich Lange von hier wollte den eisernen Hemmschuh von einer Schiene entfernen, wurde dabei aber von einem nachrollenden Wagen hart am Kopf getroffen und mußte mit einer f ch w eren Schäd elverletzung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Aus der engeren Heimat. Gefechtsschießen. 2 Wetzlar wir» am 16. u n d 17. Februar, jeweilig von 8 Uhr ^m/lta9fS 5 .^r nachmittags Gefechtsschießen SHi f 6r ^unitl°n. an der Straße Alten - , u I 6 ck — D a u b r t n g e n abhalten. Feuerstel- hingen berberfeits der Straße Alten-Buseck -- Daubrmgen, Schußrichtung nach Osten. Der ganze mnerhalb der Ortschaften Daubringrn 1 -s-reis (ßumba) — Climbach — Beuern — Groken- Wecf — Alten-Buseck ist gefährdet und wird abgesperrt werden Den Weisungen der Absperrposten ..D0^Iaufl9en Festnahme aus Gründen der Sicherheit berechtigt sind, ist unbedingt Folge zu leisten. „ Die Straße Alten-Buseck — Daubringen Jperrtmd^reni) Schießens für jeden Verkehr ge- 17-.,UrnLm8'- Februar wird Gefechtsschießen Mit s. MG. im Raume Langd Rabertshausen, Ulfa, Gonterskirchen Stoirnfyls ftattfmben. Die Feuerstellungen liegen bei Rabertchausen Schießrichtung geht nach Nordosten auf Stom els zu. Der gefachte Raum innerhalb der Gemarkungen Langd, Rabertshausen, Ulfa S ornfels Gonterskirchen ist gefährdet und wird gesperrt Das Betteten des gefährdeten Gebietes ist für die Dauer des Gefechtsschießens streng verboten. Den Weisungen der Absperrposten, die zur Festnahme berechtigt sind, ist unbedingt Folge zu leisten. Während der Schießübungen werden folgende Straßen, soweit sie im Kreise Schotten liegen gesperrt: 1. Landstraße I. Ordnung Ulfa — Gonterskirchen; 2. Landstraße II. Ordnung Ulfa — Stornfels. Die Umleitung im Kreis Schotten erfolgt über Eichelsdorf — Rainrod — Einartshau en Das I. Ball. Jnf.-Regt. 116 wird in der Zeit'vom 2 2. bis 2 5. Februar, täglich von 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags, Scharfschießen mit f. MG. tm Raume Langd — Rabertshausen — Ulfa — Stornfels — Atzelderg (nordwesllich Stornfels) abhalten. Während des Schießens wird der gefährdete Raum von der Truppe abgesperrt. Das Betreten des abgesperrten Geländes ist für die Dauer der Schießübungen verboten. Den Weisungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Für die Dauer der Schießübungen werden folgende Straßen, soweit sie im Kreise Gießen liegen, gesperrt: 1. Straße Langd — Ulfa; 2. Straße Rabertshausen — Ulfa; 3. Gemeindeweg Langd — Schotten. Umleitung innerhalb des Kreises Gießen erfolgt über Rabertshausen — Ulfaer Kreuz - Ulfa. Wenn man die Ianchegrnbe nichtzndeckt. Lpd. Lauterbach, 9. Febr. Eine böse Ueber- raschung erlebte ein hiesiger Landwirt. Als er frühmorgens nach feinen beiden fast gemästeten Schweinen sehen wollte, fand er die Stalltür offen, die Borstentiere waren aber verschwunden. Bald stellte sich heraus, daß die Tiere über Nacht in die nicht richtig abgedeckte Jauchegrube gestürzt und darin umgekommen sind. Der Landwirt hat seinen Leichtsinn mit dem Verlust zweier fetter Schweine, die zusammen über fünf Zentner wogen, büßen müssen. Landkreis Gießen. * Lollar, 10. Febr. Auf Veranlassung der Kreisführung des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) findet am nächsten Samstagabend hier in der „Linde" ein wehrpolitischer Vortrag mit Lichtbildern statt. Zu dieser Veranstaltung wird heute öffentlich eingeladen. § Lollar, 7. Febr. Gestern hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse im Gasthaus „Zur Germania" ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Taubert eröffnete die Versammlung mit Grußworten. Alsdann gedachte die Versammlung in der üblichen Weise des im abgelaufenen Geschäftsjahre verstorbenen Mitgliedes, Schuhmachermeister Schwalm, sowie der Toten des Weltkrieges und der Bewegung. Hierauf erstattete der Direktor der Kasse, Bankbeamter E s p iicfj, den Geschäftsbericht. Aus diesem ging hervor, daß die Kasse auch im abgelaufenen Jahre eine günstige Entwicklung genommen hat, was auch der Bericht des Aussichlsrates geigte. Erwähnenswert ist, daß der Umsatz fast eine Halde Million erreicht hat. Die Spareinlagen erhöhten sich von 320904,61 RM. im Vorjahr auf 352 406,36 RA7 in 1937; zu beachten ist hierbei, daß neu eingelegt 142 982,04 RM. und zurückgezahlt 111480,29 RM. wurden. Die Zahl der neu aus- gegebenen Sparbücher betrug 92 Stück. Der Stand der flüssigen Mittel ist derart günstig, daß die Geschäftsführung hofft, allen Anforderungen ohne weiteres gerecht werden zu können. Der Vorstand hofft, nach Ablauf des jetzigen Geschäftsjahres der Jahreshauptversammlung mit einem Geschäftsbericht aufwarten zu können, dessen Bilanzsumme eine halbe Million Mark überschreitet. Die Zahl der Genossen ist von 216 auf 226 gestiegen. Die Bilanz für 1937 ergab ein sehr erfreuliches Bild. Vorstand und Äufsichtsrat konnten entlastet werden. Eine fünfprozentige Dividende kann zur Verteilung gelangen. Die Ersatzwahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat ergaben die Wiederwahl der satzungsgemäß Ausscheidenden, so daß beide Organe in ihrer seitherigen Zusammensetzung bestehen bleiben. Nach dem Bericht über die gesetzliche Revision der Kasse, der das günstige Gesamtbild vervollständigte, und der Verlesung des Protokolls, schloß der Vorsitzende des Aufsichtsrates in der üblichen Weise die Sitzung, an die sich ein gemütliches Beisammensein der Genossen anschloß. gfs. Allend ors a. d. Lumda, 8. Febr. Die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e hatte hier die Amtsleiterinnen von Allendorf und der umhegenden Ortsgruppen zu einem Appell einberufen, um durch persönliche Fühlungnahme und eine lebendige Aussprache die Frauen in ihrer Arbeit zu stützen und anzuspornen. Es wurde eingehend über die Arbeit der Block- und Zellenfrauenleiterinnen gesprochen und die Gebiete der einzelnen Abteilungsleiterinnen kurz gestreift. Die Frauen ergriffen gern die Gelegenheit, sich über alle Fragen zu un- trrichten, und trennten sich mit dem Bewußtsein, mit neuer Freudigkeit an ihre Aufgabe heranzu- gehen. _ Y Rödgen, 9. Febr. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der G e s a n gv e r e i n „C o n- cordia" im Saalbau Wegerer ein Winterver- gnugen Der Chor des Vereins trug unter Leitung des Chorleiters Nicolai zur Verschönerung des Abends bei. 9m Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines Theaterstückes, das sehr beifällig ausgenommen wurde. »Klein-Linden, 7. Febr. Am Sonntagabend sprach Pfarrer Germer (Großen-Lmden) in der hiesigen Kirche über das Thema „Glauben und Volkstum der Deutschen in Siebenbürgen . Auf beschäftigte sich mit der Angelegenheit. Bezirks- bauernführer Langsdorf erläuterte zunächst den Plan. Mit dem Landdienstlager soll der Landflucht begegnet werden. Vom Landdienstlager Niederkleen sollen die Orte Lang-Göns, Kirch-Göns, Pohl-Göns, Ebersgöns, Oberkleen, Dornholzhausen und Hochel- *Garbenteich,8. Febr. 9m überfüllten Saale „Zum weißen Roß" hielt am Samstagabend der Gesangoerein Frohsinn sein 60.Stiftungsfest. Mit dem deutschen Sängergruß wurde das reichhaltige Programm eingeleitet. Vereinsführer Wahl begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und sprach kurz über die hohen Werte, die im deutschen Volkslied verankert liegen. Die sodann vorgetragenen Chöre und Volkslieder ließen erkennen, daß der Verein eine sehr sorgfältige Schulung erfährt. Der Chor „Dank-Choral aus der Kantate „Heiliges Vaterland" wurde erstmalig unter Mitwirkung eines Knabenchors aufgeführt, fand außerordentlichen Beifall und mußte wiederholt werden. Die Darbietungen machten dem Chor, wie auch seinem Dirigenten Georg Harnisch (Steinberg) alle Ehre. 9m weiteren Verlaufe des Abends wurden die Mitglieder Georg Sammer, Wilhelm P i tz und Karl Schwarz zu Ehrenmitgliedern ernannt. Eine besondere Ehrung wurde dem Sänger Heinrich Kuhlmann zuteil, der in Anbetracht feiner 35jährigen Sangestätigkeit mit einem wertvollen Geschenk bedacht würde. Ein Theaterstück fand starken Beifall. Die Kapelle Bender (Steinberg) bestritt den musikalischen Teil. T Hausen, 8. Febr. Am 20. August 1927 traten auf Anregung des Altbürgermeisters Happel, damals Bürgermeister von Haufen, 59 Gemeindeglieder zusammen und gründeten den evangelischen Kirchenchor Hausen. Zunächst war dieser Chor ein gemischter Chor. Doch durch die Jn- anspruchnahme der Männer in den damals bestehenden zwei Männergesangvereinen schien es oald zweckmäßig, den gemischten Chor in einen Frauenchor umzuwandeln. Der Chor hätte also im vorigen Sommer sein zehnjähriges 9ubiläum feiern können. Da der Sommer nicht recht geeignet ist für eine solche Feier, wurde diese auf den Winter verschoben. Sie wurde am Sonntagabend statt des sonst üblichen alljährlichen Familienabends als kirchen- musikalische Feierstunde in der Kirche ausgestaltet. Don einem Kirchenkonzert im eigentlichen Sinne wurde abgesehen, da der beschränkte Raum der Kirche ein, wenn auch noch so kleines Orchester nicht zur Entfaltung kommen läßt. So hat der Frauenchor den Abend allein bestritten. Pfarrer Steiner wies in feinem Begrüßungswort auf den Sinn des Abends hin und konnte den Vertrauensmann der evangelifchen Kirchenchöre des Dekanats, Pfarrer Weisel (Heuchelheim), begrüßen, der seinerseits dem Verein seine herzlichsten Glück- und Segenswünsche aussprach. Der Feierstunde lag zugrunde die Schilderung eines Menschenlebens in erzählender Form von der Wiege bis zur Bahre. 9n diese Schilderung flochten sich die Lieder des Chores und der Gemeinde ein. Für den Chor war es eine beachtliche Leistung, da er bei dieser Feierstunde 10 Chöre sang. Sie kamen sehr gut 3ur Geltung, und der wohlgelungene Vortrag war der beste Lohn für alle Mühe des Einübens, der beste Lohn auch für den Dirigenten, Finanzsettetär Sommer, der den Verein seit seinem Bestehen in sachkundiger Weise leitet. So durfte der Abend einen tiefen, nachhaltigen Eindruck auf die Anwesenden hinterlassen. Am nächsten Sonntag will der Chor seine aktiven und passiven Mitglieder noch einmal versammeln, um im gemütlichen Zusammensein Rückschau zu halten auf die letzten zehn 9ahre feines Bestehens. O Saasen, 8. Febr. Der hiesige Gesangverein Eintracht hielt im Saale „Zum goldenen Löwen" sein Wintervergnügen ab. Mit dem Sängergruß wurde der Abend eröffnet. Vereinsführer Hermann Wagner begrüßte Sie Gäste und forderte auf, in die Reihen der Sänger einzutreten und mitzuhelfen an der Förderung deutschen Liedgutes. Nach einigen weiteren, unter der bewährten Leitung des Dirigenten Volk Dorgetragenen Liedern ae- langten zwei Theaterstücke zur Aufführung, Die starken Beifall fanden. Auch ein Gesangsquartett erntete für feine Darbietungen viel Anerkennung. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 7. Febr. Die Ortsgruppe Krofdorf der NSDAP, veranstaltete am Samstag einen Kameradfchaftsabend, zu dem fämttiche angeschlossenen Gliederungen und Formationen, sowie die Deutsche Arbeitsfront, NSV. und Rotes Kreuz eingeladen waren. 9n der mit den Symbolen des Dritten Reiches geschmückten Turnhalle waren alle Plätze besetzt, als der Ortswart der KdF Hemmerle den Abend eröffnete. Ortsgruppenleiter Schmidt wies in kurzen Worten auf Sinn und Wert der im Staate Adolf Hitlers zu übenden Kameradschaft hin, und er wünschte der Veranstaltung einen würdigen Verlaus. 9n launigen Versen führte dann Pg. Hemmerle, der dem Abend ein stets umsichtiger Leiter war, in die zügig abrollende Programmfolge ein. Die Krofdorfer Musikkapelle wartete mit gut ausgewählten Musikstücken auf. Der Chor der Frauenschaft bot einige Lieder dar. BDM.-Mädel fangen und tanzten. Sehr nett machten sich ein paar kurze Schattenspiele der 9ungmäbel. Die Gedichte der Hitlerjungen M l>s b a ch und K. R ö h r s° heim betonten die weltanschauliche Untermauerung der Veranstaltung. Handharmonjka-Dorttäge minelle Veränderungen, die zudem Bruchteile v H. nicht überschritten. Leicht befestigt waren JG.-Far- ben mit 159,90 bis 160,50 (159,75), Verein. Stahlwerke mit 112,75 (112,65), Metallgesellschaft mit 146,25 (146), Goldschmidt mit 141,7o (141,50) und Elektr. Lieferungen mit 130,50 (130,25). Niedriger notierten u. a. Buderus mit 122,50 (123), Klöckner mit 118,50 (118,75), Rheinstahl mit 141 (141,50), Seinberg mit 140,25 (140,50), Demag mit 144 (144,50), Gessürel mit 145,50 (146). Licht & Kraft wurden um 1,25 v. H. zurückgesetzt auf 142,50 (Berlin 142). Gut behauptet lagen neben Adlerwerke mit 119, Mannesmann mit 114, Moenus mit 135,50, Schlickert mit 178, AEG. mit 117,13, Scheideanstalt mit 254,50. Am Einheitsmarkt fliegen Schramm Lack auf 141,25 (140) und Mainzer Aklien-Bierbrauerei auf 90 (89). Großbankaktien hatten zu unveränderten Kursen etwas mehr Umsatz. Renten lagen nahezu geschäftslos, 4,5prozent. Stadt Mainz v. 28 unv. 99,13, Farben-Bonds 0,13 v. H. niedriger mit 130,40, Kommunal-Umschuldung llnv. 95,25 bis 95,30 und 4proz. Rentenbankablö- fung mit 94,15 bis 94,20. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Febr. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Reichsmark: Weizen W13 211, W16 214, W19 218, W 20 220; Roggen R 12 193, R15 196, R 18 200, R 19 202, Großyanbelspreije ber Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste unb Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl, Type 812, W13 29,40, W 16 29,50, W 19 29,50, W 20 29,85; Rog- genmehl, Type 1150, R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojoschrot, Palmkuchen, Erbnußkuchen, Treber getr. 14 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel, Heu, Stroh nicht notiert. Tenbenz: ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgenbe Marktlage: Vorauftrieb: 1016 Rinber (258 Ochsen, 108 Bullen, 467 Kühe, 183 Färsen), 448 Kälber, 70 Härnrnel, 37 Schafe, 286 Schweine. Es kosteten: Rinber: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Härnrnel 30 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Rinber unb Schweine zugeteilt, Kälber, Härnrnel unb Schafe mittelmäßig. Rbeimsch-Westfälilche Elektro .. fl Rüigerswerke ...............7 Salzdetfurth Kali............6 Schubert L Co........... 7 Schultheis Vatzenhofer........4 Siemens & Halske........... v Süddeutfche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke...... iyt Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Woldhof............ 6 Olavi Mine»...............0,6 — Frankfurt a. 2H Daium Accumuiatoren-Fabrik.......14 Aschaffenburg Zellstoff........ 6 Bemberg............ 0 Bekula................. 8 BuderuS Eisen...............6 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6% Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 ■g. G. Farben-Industne.......7 Felten & Guilleaume......... 6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt.............6 Gritzner Maschinen...........o Harvener.................8% Hoesch Eilen............... 3l/i Philivv Holzmann...........8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kalt Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke .............4 /t Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .......... Mainkraft........... Blaonesmann....... Mansfelder Bergbau . Metallgeselljchaft..... Orenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle öihetnische Elektro.... Nheinstahlwerke...... Gnmd eingehenden Studiums und den Erfahrungenkvon Elfriede Schmidt und Elli Hoffmann, auf einer Reise, die der Vortragende nach Sieven- zweistimmige Lönslieder, gesungen von Anna ourgen unternommen hatte, erzählte er von der Ge- Funk und Hilde Valentin, gefielen ebenso schichte der Siebenbürgener Deutschen. Gemeinde-! wie die tapfer gesungenen Liedchen der kleinen gesänge und Liedvorträge des Kirchenchors um-' 11jährigen Hanni M a'n ö l e r. So bestritten ausrahmten die Veranstaltung. Die Kollekte des Abends. schließlich borfeigene Kräfte die Unterhaltung, was kommt der Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins zugute. ‘ gewiß der Dorfgemeinschaft nur förderlich sein M Großen - Linden , 8. Febr. Die hiesige kann. Sieg-Heil unb ber Gesang ber National- -BiehnprfiAoritn.A hUG ih« ' Hymnen beschlossen ben offiziellen Teil bes Abenbs. 0 Niederkleen, 8. Febr. Die Unterbringung eines ßanbbienftlagers in unserer Gemeinde hat nun feste Form gewonnen. Der Gemeinderat gegenüber ben vorbörslichen Erwartungen einen uneinheitlichen Beginn. In oersckiebenen Werten lagen vom Berliner Platz größere Abgaben vor. So gingen am Aktienmarkt Reichsbank bei größerem Angebot auf 208 (209,50) unb Harpen er auf 166 (168) sowie JG.-Farben auf 160,13 (161) zurück. Anberseits war bas Kaufinteresie klein und nur von lokaler Bedeutung. Di.e Umsätze hielten sich in engen Grenzen, da auch die Berufskreise wieder zurückhaltend geworden sind. Die Kursbildung war unregelmäßig, wobei aber die durchschnittlichen Abweichungen kaum über Bruchteile eines Prozentes hinausgingen. Von Bergwerkswerten ermäßigten sich Hoesch auf 114 (114,50), Mannesmann auf 114 (114,25), während Ver. Stahl 0,13 v. H. gewannen auf 112,90. Von lokalen Papieren -logen Moenus Maschinen weiter an auf 136 (135), Adlerwerke gewannen 0,25 v. H. auf 119. Im einzelnen kamen Gesfürel mit 146 (145,75), Westdeutsche Kaufhof mit 60,50 (60), Zellstoff Waldhof mit 149 (148,-50), Bekula mit unv. 169, Deutsche Linoleum mit unv. 167 und Hanfwerke Füssen mit unv. d32,5O zur Notiz. Nach den ersten Notierungen bröckelten die Kurse vielfach weiter etwas ab. Am variablen Rentenmarkt blieben 3 r a n t f u r t a. 9. F-br. Sie Börse hatte M dem meist leicht nachgebenden Berliner Schluß ...... - j j angepaht, doch handelte es sich größtenteils um no« 8 Frankfurt a. M. Berlin Schlub- kurs Schlubk. Abend- börie Schlub- kur- Schluß!. Mittag- dürfe 8.2. 9.2. 8.2- 92- — ™ J —— 228 141,5 141 140,75 141,5 139,25 140,25 138,75 140,25 169 169 169,13 169,75 122,5 122,5 122,5 123,25 164,5 164,5 — — — —— 192,5 192 192 192 142 141,5 141,75 141,5 — — 122,25 122 141,5 141 141,25 141 254 254,5 — 167 166,5 167 166,5 130,13 130,5 130,13 130,5 143,5 142,5 143,5 142 161 160,5 160,4 159,5 137,25 136,75 137,25 136,75 145,75 145,3 145,9 145,75 141,25 141,75 141,25 141,75 —— 49,5 50 49,9 168 166,5 169 166,25 114,5 114 114,5 113,75 160,25 161 160,5 160,5 — — 158,5 134 134 134 134,4 — 110,5 — 110,9 118,75 118,5 119 119 —— — 156,5 155,5 120,75 120,5 121,25 121,25 —— — ■— 114,25 114 114,25 114 157,5 —— 157,75 158 146 146,25 145,75 145,75 — — 108,5 109,25 — 231 230,75 231,25 — —- 129 141,5 141 141,25 140,75 127 126,75 126,65 127 149 148,25 148,25 148,13 —- 170 170 170,4 178 178 178,25 178,25 — 95,5 96,25 — —— 211,75 211 208 208 208,5 209 112,75 112,75 112,65 112,5 60 60,13 60,13 60,25 110,75 110,75 110,5 110,9 148,5 149 148,5 148,25 28,9 29,2 29 29 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlubk. Abend- börse Schluß- kurs Schlubk Mittag- bürse • Damm 8.2. 9.2. 8-2. 9.2. 5% Deutsche Rcichsanleihe v. 1927 101,75 102 101,75 101,75 4% Deutfche Reichsanl. von 1934 99,25 99,25 99,25 99,25 *y2% Deutsche Reichsschatzanwei- — — — ——