rr. 288 Erstes Blatt 188. Jahrgang Zreitag, 9. Dezember 1938 L-schetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags A jlagen: Die Illustrierte Eenener Familienblätter z>imat 'M Bild DieLcholle Monatr-Vezugspreis: gjit 4 Beilagen RM. 1.95 L)ne Illusttierte „ 1.80 Mellgebühr. . „ -.25 ^ch bei Nichterscheinen osn einzelnen Nummern gjolge höherer Gewalt ^ernsprechanschlüffe Utter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» schien. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: ^onkfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStsdruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 rnrn Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25^ mehr. 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Die Sozialisten haben eine längere Verlautbarung ausgegeben, in der zu den innerpolitischen Problemen, öie in der Parlamentssession zur Sprache fonmen werden, überhaupt nicht Stellung genommen wird. Die Radikalsozialisten. die Pcrtei Daladiers, billigten in einer Tagesordnung die Haltung der Regierung, wünschten jedoch Der» schedene Abänderungen in den Notverordnungen. Dcrüber wird voraussichtlich eine Einigung mit der Regierung Zustandekommen. Als Kammerpräsident Herriot um 15 Uhr WEZ. bi- Kammertribüne bestieg war das Haus bereits nJ besetzt. Auch die meisten Minister, Daladier urD Bonnet an der Spitze, warön anwesend. Pressemd Kammertribünen waren überfüllt. In den Arndelgängen der Kammer herrschte das Treiben girßer Tage. Abgeordnete und Journalisten taufch- te; ihre Ansichten über die Tagesfragen aus. Auch di- deutsch -französische Erklärung und der Besuch des Reichsaußenministers von Rib- bhtrop in Paris wurden kommentiert. Im all- 'gemeinen herrschte die Ansicht vor, dieser Besuch nel sehr herzlich verlaufen. Insbesondere ‘|be Empfang in der deutschen Botschaft habe einen gl: nzenden Verlauf genommen. Man zeigte sich die in den Blättern über diesen Empfang veröffent- liditen Bilder, insbesondere diejenigen, die Herrn v n Ribbentrop in regstem Gespräch mit li M nisterpräsident Daladier, Kammerpräswent \\$) r r i o t und dem ehemaligen Ministerpräsidenten andin darstellen. Die Bilder, auf denen der Michsaußenminister im Gespräch mit Mmister- pnfibent Daladier zu sehen ist, haben eine kleine 6knsation ausgelöst, man sieht auf ihnen Daladier ^zlich lachen Das ist bei dem kühlen, sachlichen md selten lachenden „Bäckerssohn' des Daucluse" schon etwas besonderes. i Während man sich in den Wandelgängen und im K mmerplenum noch eifrig über diese Ereignisse urferkelt, erklärte Kammerpräsident Herriot die Ctzung für eröffnet. Ministerpräsident Dala- b e r erhob sich sofort und erklärte, er nehme die sofortige Aussprache über die die allgemeine Politik bir Regierung betreffenden 18 Interpellationen an. Sl!s erster Jnterpellationsredner unterzog der Rechts- algeordnete Fernand Laurent die Politik der Volksfront einer vernichtenden Kritik. Die Rechte st i bereit, di e Regierung Daladier zu unterstützen, unter der Bedingung, daß sie eine unbedingt nationale Politik und vor allem eine Politik der nationalen Ver- ikidigung bis zum Aeußersten treibe. Der Ab- । geordnete der Mitte Chateau, billigte die Außenpolitik der Regierung, die in München den Frieden gerettet uftb setzt zum deutsch-französischen Abkommen geführt habe Der Rechtsabgeordnete - Som man ge verlangte mit Nachdruck die Auf» lösung der Kommunistischen Partei. Die Festigkeit der Regierung habe den Generalstreikversuch vom 30. November Zum Scheitern gebracht Die Regierung werde die Mehrheiten haben, bi* sie verdiene Bei der Rede des kommunistischen Abgeordneten D u c l o s kam es zu stürmischen Arseinandersehungen mit der Rechten Duclos warf der Regierung vor, sie schiebe die Kommunistische Virtei als Sündenbock vor und habe im Augenblick der schwersten außenpolitischen Krise versucht, di Arbeiterklasse zu spalten. Zu stürmischen Aus- kinandersetzungen mit dem Bürgermeister von Le Havre, dem radikalsozialistischen Äbg M e n e r , kam ts als Duclos der Regierung vorwarf sie trage durch die voreilige Maßnahme der Requisition die Schuld am Ausbruch des Seeleute st reiks. Ne Kommunisten wallten nicht die Geiseln der Reaktion sein und würden daher gegen die Re- STerung stimmen Als Duclos am Schluß feiner 3bbe die Regierung auffnrherte. ihren Matz zu Trumen, kam es zu neuen stürmischen Lärmszenen t'r Abg Colombe (demokratische Linke) er- tlirfe, die Regierung habe den Frieden gerettet unb durch die N'ederschlaaung des Generalstreiks ehe innere Revolte verhindert Colombe wies bin mif die finsteren Machenschaften der Kammunisti- , fhen Parte' die ihre Weisungen aus Moskau ennfange und die Länder gegeneinander Hetzen wolle um eine Weltrevolution zu entfachen Als. bir Abgeordnete ausmalte, welche Folgen ein Sturz bis Kabinetts Daladier haben würde verneinte ! bir Ministerpräsident durch energisches Kovischütteln bi? Andeutung, daß dann eine marristilche Regie-, unq .wiederkehren könnte, er mußte aber zustim- n’en. als Colombe als die andere Möglichkeit ein Auseinanderprallen der sich gegenüberstehenden ^-alogien bezeichnete Die Aussprache über die 18 Interpellationen wird i|( am Freitag in einer Nachtsitzung abgeschlossen wer- s bm die die entscheidende Abstimmung bringen | »Erb, durch die die neue Mehrheit der Re° ! fl erung von den Radikalsozialisten bis zur ,i öirberften Rechten gegen die Kommunisten und So- | Zialisten gebildet werden wird. Man rechnet damit, daß die Regierung auf etwa 310 bis 320 Stimmen gegen die Stimmen der Linken (etwa 250) zählen kann. Ministerpräsident Daladier wird wahrscheinlich am Freitagnächmittag das Wort ergreifen. (Sine Erinnerung. v. Ribbentrop und Daladier: Zwei Jahre lang Nachbarn in Grenoble. AS. Paris, 8. Dezember. Die französische Presse hat über die rein politische Würdigung des Besuches des Reichsaußenministers von Ribbentrop hinaus auch eine Reihe von Beiträgen und Anekdoten der Persönlichkeit von Ribbentrop gewidmet, in denen Dichtung und Wahrheit sich mit Aeußerungen aufrichtiger Sympathie für den Reichsaußenminister verbinden. Unter den vielen Artikeln, die sich mit dem Menschen von Ribbentrop beschäftigen, ist auch eine Anekdote zu nennen, die ein Pariser Abendblatt seinen Lesern aus der Grenobler Studienzeit des Reichsaußenministers zum Besten gibt. Der deutsche Student Joachim v. Ribbentrop, der von November 1911 bis Mai 1913 an der berühmten südfranzösischen Universität studierte, so erzählt einer seiner damaligen französischen Kameraden, sei als schneidiger, wohl erzogener junger Mann, der sich stets mit ausgesuchter Sorgfalt kleidete, in Grenobler Studentenkreisen gern gesehen gewesen. Manchmal habe der lebenslustige junge Deutsche gemeinsam mit seinen französischen Kameraden auf dem Weg über die Hausmauer die Pension des gestrengen Abbä L a n c e l o n heimlicherweise verlassen, um auf nächtlichen Bummel zu gehen. Was aber wohl wenige wissen dürften, sei die tägliche Begegnung zwischen dem Studenten Ribbentrop und dem siebenundzwanzigjährigen Geographieprofessor Daladier auf dem Wege zur Arbeitsstätte gewesen. Der heutige Reichsaußenminister und der jetzige französische Ministerpräsident wohnten* nämlich monatelang in derselben engen Gasse nur einige Häuserlängen voneinander entfernt. Daß sie sich erst 1938 in München und nunmehr in Paris wieder treffen würden, so fügt das Pariser Blatt hinzu, hätte sich wohl niemand träumen lassen, am wenigsten die beiden Staatsmänner selber. Interessante Schnappschüsse vom Abendempfang in der deutschen Botschaft zu Ehren des Reichsaußenministers vonRibbentrop. Unsere Bilder zeigen (links) Frankreichs Ministerpräsident Daladier und rechts Kammerpräsident Herriot in der Unterhaltung mit dem Reichsaußenminister. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Fühlungnahme mit her Opposition in England. Sin vielbeachtetes Abendessen bei Lord Baldwin. — Führer der Arbeiterpartei treffen mit dem König zusammen. A. London, 8. Dezember. Ein Abendessen bei Lord Baldwin am Mittwoch, bei dem sechs Mitglieder der Opposition mit KönigGeorg VI. zusammentraf e n , bildet in London den Gegenstand eifriger politischer Kombinattonen. Die Namen der Gäste waren zunächst unter starkem Druck der amtlichen Stellen von der Presse streng geheimgehalten worden, was ein besonders pikantes Licht auf die gleichzeitig mit dem geheimnisvollen Abendessen im Unterhaus abgehaltene Aussprache über die Pressefreiheit in England wirft. Donnerstagabend wurden nun trotzdem die Namen der Arbeiterparteiler, die an dem Essen teilnahmen, bekannt. Unter den Geladenen waren nämlich nicht weniger als drei ehemalige Minister, und zwar der Vorsitzende der Arbeiterfraktion und frühere Postminister A 11 l e e , fein Stellvertreter, der ehemalige Gesundheitsminister Greenwood und der frühere Marineminister Alexander. Da naturgemäß der König diese ftüheren Minister seit langer Zeit persönlich kennt, wird die der Presse für die Abhaltung dieses Essens gegebene Erklärung, daß nämlich der König die persönliche Bekanntschaft führender Leute der Opposition bei dieser Gelegenheit habe machen wollen, gegenstandslos. Um so näher liegt nach Auffassung mancher politisch unterrichteter Kreise die Annahme, daß bei dem Zusammentreffen die Möglichkeiten einer Verbreiterung oer Regierungskoalition für den Fall eines nationalen Notstandes erwogen worden fein mögen. Lord Baldwin hat sich in diesem Sinne bereits in der Oberhausaussprache über das Münchener Abkommen geäußert, und Eden, der sich der besonderen Gunst Baldwins erfreut, hat in Reden und Artikeln während der letzten Monate immer wieder in die gleiche Kerbe gehauen. Der Umstand, daß weder Ministerpräsident Chamberlain, noch ein anderes Kabinettsmitglied und auch kein Chamberlain persönlich nahestehender Politiker bei dem Essen zugegen waren, gibt vielfach Anlaß zu der Vermutung, daß die Bemühungen um eine Annäherung an die Opposition zumindest nicht die aktive Mitwirkung des Ministerpräsidenten gefunden haben. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■Bi Anonym zwecklos. Briefe an den Gauleiter. Der Kationalfozialistifche GaudlenstHessen- Kaf f au keilt mit: 3n zunehmendem 2Naße gehen in der letzten Zeit an den Gauleiter persönlich, wie an die Gauleitung anonyme Schreiben ein, die um Abstellung angeblicher Mißstände bitten. Der Gauleiter macht daher erneut darauf aufmerksam, daß sämtliche Schreiben dieser Art keine Bearbeitung erfahren, sondern in den Papierkorb wandern. Mit Recht muß angenommen werden, daß anonyme Beschwerdesteller nichts anderes als Nörgler unt> Querulanten sind, da keinerlei Grund vorhanden ist, fachlich berechtigte Beschwerden mit dieser Feigheit vorzutragen. Dies um so weniger, als selbstverständlich niemand, der aus ehrlichem Wollen zur Abänderung eines Mißstandes eine Beschwerde veranlaßt, irgendeinen Kach- teil erfährt, sondern im Gegenteil des besonderen Schuhes der Partei sicher sein kann. Alle jene Beschwerden aber, für die der Antragsteller nicht den Mut aufbrachte, seinen Kamen hinzusehen, werden als Denuzlantenmach- roerf betrachtet und dementsprechend behandelt. Die Betroffenen mögen daher Mühe und Portokosten sparen, — mit derartigen Methoden kommt keiner aus seine Rechnung. Flugzeugträger „Gras Zeppelin". i e 1, 8. 12. Dez. (DKB.) In Anwesenheit des Führers lief am Donnerstagmillag der erste deutsche Flugzeugträger glücklich und reibungslos vom Stapel. Das Schiff wurde nach der Weiherede des General- feldmarfchalls Göring von Gräfin Hella von Brandenstein-Zeppelin, der Tochter des Grafen Zeppelin, auf den Kamen „Graf Zeppelin" getauft. Der Stapellauf des ersten deutschen Flugzeugträgers bedeutet in dem Neuaufbau der deutschen Kriegsmarine und darüber hinaus für die deutsche Wehrmacht überhaupt einen Markstein: mit der Fertigstellung diesem Flugzeugträgers wird die deutsche Küste hinsichtlich der Flugwaffe .weit nach der See zu vorgeschoben. Dem neuesten großen Kriegsschifftyp der modernen Kriegsmarinen liegt der Gedanke zugrunde, Start und Landung eines Flugzeuges auf>dem Deck eines Schiffes vor sich gehen zu lassen, wodurch die Möglichkeit besteht, zahlreiche Flugzeugträger über das Meer hinweg an feindliche Kosten zu bringen, die Reichweite der Flugzeuge also beliebig zu erhöhen. Entsprechend der verhältnismäßig jungen Geschichte des Flugzeugs ist auch der Gedanke eines Flugplatzes an Bord eines Kriegsschiffes noch nicht sehr alt. Während des Krieges, etwa im Jahre 1916, nahm er praktische Gestalt an. In weiten Kreisen dürfte es. wohl wenig bekannt sein, daß auch Deutschland schon während des Krieges ein für den Flugzeugdienst hergerichtetes Kriegsschiff besaß: den Kleinen Kreuzer „Stuttgart", der noch während des Krieges für diesen Zweck umgebaut wurde. Nach dem Krieg war es für Deutschland, das keine Kriegsflotte und keine militärischen Flugzeuge mehr besaß, natürlich unmöglich, sich mit der Konstruktion von Flugzeugträgern zu befassen, wie überhaupt auf dem ganzen europäischen Kontinent keine einzige Nation zunächst an den Bau von Flugzeugttägern dachte. Erst mit dem Flotten abkommen von Washington im Jahre 1922, an dem England, Amerika, Japan, Frankreich und Italien beteiligt waren, erhielt der Gedanke des Flugzeugträgers neuen Auftrieb. Da nach den Besttmmungen dieses Vertrages die Vertragspartner mehrere fertige und auch noch im Bau befindliche Schiffe verschrotten mußten, was sie natürlich nicht gern taten, entschlossen sie sich, einen Teil dieser Schiffe z u Flugzeugträgern umzubauen. So entstanden die englischen Schiffe „Eeagle", „Furious", „Couragous" und „Glorius" mit zusammen 153 Flugzeugen, die amerikanischen Flugzeugträger „Saratoga" und „Lexington" mit je 135 Flugzeugen, die japanischen Schiffe „Kaga" und „Akagi" mit zusammen HO Flugzeugen und schließlich das französische Schiff „Böarn" mit 40 Flugzeugen, während Italien keine Flugzeugträger baute. Selbstverständlich hasteten allen diesen Flugzeugträgern, da sie nicht zu diesem Zweck konstruiert, sondern aus zu anderen Zwecken erbauten Schiffen entstanden waren, zahlreiche Mängel an, die bei späteren Neubauten, die von Anfang an als Flugzeugträger konstruiert wurden, vermieden werden konnten. Dabei ist man bei der Entwicklung des neuen Schiststyps verschiedene Wege gegangen. Man unterscheidet zwei Arten von Flugzeugschiffen: Flugzeugträger, auf denen große Stark und Lanoedecks vorhanden sind, und Flugzeugmutterschiffe, auf denen die Flugzeuge mit Hilfe des Katapults und von Kränen ein- und ausgesetzt werden, bei denen also die Start- und Landedecks fehlen. Während Japan bei seinen Flugzeugträger- Neubauten einem kleinen Typ von rund 10 000 Tonnen den Vorzug gegeben hat, sind England und Amerika systemattsch zu einem Flugzeugträger von rund 20 000 Tonnen gekommen, wobei Amerika auch noch feinem alten Grundsatz treu geblieben ist, möglichst viele Flugzeuge an Bord unterzubringen, wenn sie auch zum Teil zerlegt werden müssen. So entstanden als neueste Flugzeugträger der japanische „Hiryu" mit ,10 500 Tonnen, 40 Flugzeugen und 56 Kilometer Stundengeschwindigkeit, der englische Flugzeugträger „ A r k Royal" mit 22 600 Tonnen, 70 Flugzeugen und 57 Stundenkilometer Geschwindigkeit,, sowie die amerikanischen Flugzeugträger „9) o rktown" und „Enterprise" mit 19 500 Tonnen, je 108 Flugzeugen und 63 Stundenkilometer Geschwindigkeit. Deutschland, das erst jetzt seiner Kriegsmarine Flugzeugträger angliedern kann, befindet sich damit in einer glücklichen Lage: das schwere Lehrgeld, das die ausländischen Staaten in den beiden letzten Jahrzehnten mit ihren Flugzeugträgern, dem bis jetzt wohl größten Sorgenkind der Marinen, zahlen mußten, bleibt uns erspart. Dennoch sind auch so die Schwierigkeiten, die bei der Konstruktion von Flugzeugträgern auftreten, noch groß genug. Das 'Flugdeck muß immer so lang fein, daß auch das Flugzeug mit der längsten Rollstrecke starten kann Daraus ergab sich nach dem heutigen Stand eine Rollstrecke von etwa 200 Meter. So weist denn auch der deutsche Flugzeugträger eine Länge von 250 Meter und eine Breite von 27 Meter auf. Auffällig bei dem deutschen Flugzeugträger ist seine starke Seeziel-Bewaffnung mit sechzehn 15-cm-Geschiitzen, durch die der Flugzeugträger offenbar gegen Kreuzer und Zerstörer Der» teidigungsfahia gemacht werden soll. Außerdem besitzt das Schiff noch zehn 10,5 » Zentimeter « Flaks, 22 3,7 • Zentimeter • Flaks und Maschinengewehre, während die Bewaffnung der amerikanischen Flugzeugträger nur aus zwölf 12,7 - Zentimeter - Flaks besteht. Der deutsche Flugzeugträger, der für 40 Flugzeuge einaerichtel ist, erreicht eine Geschwindig- keit von 32 Knoten während der schnellste Flugzeugträger, der amerikanische „Porktown" 34 Kno- ren erreicht. Auch der deutsche Flugzeugträger dürfte ein Vertreter des „I n s e II y p s" sein, ba$ heißt: olle Aufbauten des Schilfes, wie Schornstein. Brücke, Mast, Feuerleitanlagen und Artillerie, liegen in einer „3nsel" auf der Steuerbordseite des Schiffes und geben diesem das mit einem Schiff scheinbar nichts mehr zu tun habende seltsame Aussehen, das wir immer m Wochenschauen etwa bewundern konnten, wenn die amerikanischen und englischen Flugzeugträger im Bild erschienen. Segensreiches Wirken der RGV im (SuMenlanfr Bereits für 40 Millionen Reichsmark Hilfsmittel ausgegeben. R e i ch e n b e r g, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Arbeitstagung der Hauptstelle Wohlfabrts- pflege im Kurshaus Bad Liebwerda bei Reichenberg wurde berichtet, daß die NSV. i m G a u Sude t e n l a n d neben der ersten umsassenden wirtschaftlichen Hilfe für die bedürftigen Volksgenossen bereits Nahrungsmittel, Kleidungsstücke und Winter feuerung im Werte von 40 Millionen Mark ausgegeben hat. Nachdem die erste Not gelindert ist, gilt es, die eigentlichen Ausgaben der NSV. als Träger einer völkischen Wohlfahrtspflege zu gestalten. U. a. richtet die NSV im Gau Sudetenland zur Zeit überlOOOHilfs- stellen „Mutter und Kind" ein und übernimmt die Führung von zusammen 6 0 0 Kinder- tagesstätten. 75 000 Kinder werden bis zum Monat Januar in Erholungsheime und Ferienfreistätten ins Altreich geschickt werden. Daneben werden Hilfsmaßnahmen für die Betreuung derKleinkinder u n b Säuglinge vorbereitet. Für die Kinderzahnpflege werden demnächst 20 motorisierte Zahnstationen eingesetzt werden. Für die Durchführung der weiteren Ausgaben werden über 1 00 F ü r'- forgerinnen und über 60 NS. - Ge - meindeschwestern sowie weitere zahlreiche fachliche Mitarbeiter hauptamtlich eingesetzt. Daneben werden viele Tausende ehrenamtliche Helfer und Helferinnen an der Gestaltung einer völkischen Wohlfahrtspflege Mitarbeiten. Besonders gilt d^es für den Einsatz der NS.-Frauenschaft, die bereits in den letzten Jahren wertvolle Vorbeiten in der sozialen Arbeit geleistet hat. Abbruch der Gvortbeziehunqen zu Holland Berlin, 8. Dez. (DNB.) Der R e i ch s s p o r t - führer hat bis auf weiteres den Abbruch der sportlichen Beziehungen zu Holland verfügt. Diep? Verfügung ist zurückzuführen auf das Verbot, das der Bürgermeister von Rotterdam, Oud, gegen die Durchführung des Fußball - Länderspiel -'s Deutschland — Holland, das am 11. Dezember 1938 stattfinden sollte, ausgesprochen hat. Sie bezieht sich auf sämtliche Sportarten und auch auf die schon verabredeten Begegnungen Wenn auf eine scheinbare Einzelmaßnahme einer kommunalen Stelle in Holland eine so umfassende Gegenmaßnahme erfolgt, so liegt der Grund nicht in einer Ueberschätzung des Verbotes des Bürgermeisters von Rotterdam, sondern in der Tatsache, daß hinter dem Bürgermeister Oud die Tendenz maßgebender Kreise steht, das Gebiet des Sportes, das sonst von den Völkern als Brücke der Nationen respektiert wird, in einseitige politische Auseinandersetzungen hin-- einzu ziehen. Wenn deshalb der Bürgermeister van Rotterdam sich zum Werkzeug der Interessenpolitik macht, so muh der Reichssportführer als V"r- treter der Interessen auch der internationalen Sportbeziehungen eindeutig den Trennungsstrich zu einem Lande ziehen, in dem eine derartige einseitige Maß nähme möglich ist. Auch wenn die oben gekennzeichneten Kreise sich hinter die Person des Bürgermeisters von Rotterdam zurückziehen sollten — es bleibt dann den Vertretern einer fairen Sportouffassung in Holland überlassen, dafür zu sorgen, daß derartige Maßnahmen auch in Holland i n Zukunft unmöglich gemacht werden. Die Lage in Rumänien. Der frühere Ministerpräsident Manin gegen die Terror-Methoden der Regierung. B u d a p e st, 8. Dez. (Europapreh.) „Pesti Hir- lap" veröffentlicht eine Unterredung seines nach Rumänien entsandten Berichterstatters mit dem früheren Ministerpräsidenten Julius M a n i u , der das gegenwärtige Regime verurteilt und darauf bin- weift, daß Die gesamte rumänische Oeffentlichkeit mit Ausnahme dersenigen, die unmittelbar daran interessiert seien, dem gegenwärtigen Regierungssystem feindlich gegenüberstehe. Das werde am besten durch die Drti'ache bewiesen, daß die Regierung ihre Z i, f l u ch t zu f e r r o r i ft i f d) e n Mitteln "chmen miHe, obwohl der ganze ft a a t l' che Apparat in ihren Händen sei Darauf fei es auch zurückzusühren, daß staatliche Organe den bekannten Massenmord verübt hätten Er, Mamu, fei ein politischer Gegner der Eisernen Garde Das könne ihn aber nicht daran hindern, auf das entschiedenste gegen das ungesetzliche und empörende Vorgehen gegen den Führer und ein- Seine Mitgliedes dieser Partei zu protestieren. — „Uj Magnarsag" schreibt Codreanu habe sein Martyrium vorausgefühlt und vorqusaesagt. Seine Bewegung werde hierdurch zu einer lebendigen Kraft und zu einem fanatischen Heer von Gläubigen gemacht werden. Hütftrüf des Memelqouverneur« Tobelis. Somno. 8. D-z. (DNB.» Der Rücktntt des Memelgouverneurs Tubelis wird amtlich be- stätigt. Gleichzeitig ist der langjährige stellvertre. tende Gouverneur, Erster Gouoernementsrat Dr. S a k a l a u s k a s, zurückgetreten. Zum neuen Gouverneur ist der bekannte Memellitauer Victor Gailius ausersehen, der jetzt Mitglied des Hauptausschusses der Landtagswahlen ist. Gailius ist bereits in den früheren Jahren einmal stellver- tretender Gouverneur gewesen. Der GM-Lhef Jeschow gestürzt. Ein besonderer Günstling Stalins wird sein Nachfolger. Moskau 8. Dez. (DNB.) Nach einer kurzen Notiz, die in sämtlichen Blättern an versteckter Stelle erscheint, ist der bisherige Volkskommissar für Inneres (GPU), Jeschow, „auf eigenen Wunsch" aus seinem Amte ausgeschieden und soll in Zukunft nur noch das ihm gleichfalls unterstehende, politisch jedoch unbedeutende Volkskommissariat für Wassertransport beibehalten. Als neuer Innenkommis - f er ist der frühere georgische Parteigewaltige Lawrentls Berija ernannt worden. Der Abtritt Jeschows schien schon seit geraumer Zeit bevorzustehen, seit Ende August der jetzige Innenkommissar Berija seinen Einzug in der Lubljanka gehalten hatte. Dann begann es um Jeschow mehr und mehr still zu werden, während verlautete, daß sein Gesundheitszustand sich verschlimmert habe. Nun dürfte der schwindelnden Karriere Jeschows ein jähes Ende gesetzt sein. Der heute 43jährige hatte erst vor wenig mehr als zwei Jahren nach raschem Aufstieg im zentralen Parteiapparat die Nachfolge des später erschossenen Ja? g o d a übernommen. Diese zwei Jahre seiner Herrschaft in der GPU. sind durch die u m f a s s e n d st e „Säuberung" aller Organe des Staatsund Parteilebens gekennzeichnet, die die Geschichte der Sowjetunion' bisher gekannt hat. Die Amtszeit Jeschows im Innenkommissariat stellt eine Periode bar, die durch ihre unzähligen Verhaftungen und Erschießungen, durch ihre Schauprozesse, durch ihre Terror- und Zwangsmaßnahmen selbst in der Geschichte des Bolschewismus einzig dasteht. Die Ursache für Jeschows Rücktritt dürfte wohl darin zu sehen sein, daß die von der GPU. und unter seiner Leitung angewandten Methoden keineswegs zu den Ergebnissen geführt haben, die sich Jeschows Auftraggeber davon erhofften. Durch die Terrormaßnahmen hat sich dos bolschewistische Regime — gerade in den Reihen seiner früheren Anhänger — zweifellos neue Feinde geschaffen, während die erstrebte Stabilisierung der inneren Lage nicht eintrat. Der neue GPU.-Kommissar Berija ist ein georgischer Landsmann und besonderer Günstling Stalins, hat sich als Diktator Moskaus in Tiflis durch die gründliche Durchführung der „Säuberung" in den kaukasischen Gebieten schon einen besonderen Ruf geschaffen. Berija, der kaum über 40 Jahre alt ist, gilt in Parteikreisen als besonders gewandt, skrupellos unb fanatisch. Durch eine Schrift zur Geschichte der revolutionären Bewegung im Kaukasus, bie zur Glorifizierung ber dortigen Tätigkeit Stalins in den Jahren vor der bolschewistischen Revolution dienen sollte, fall sich Berija die Gunst Stalins erworben haben. In der Tat kann der Kreml bei der augenblicklichen Lage der Machtverhältnisse im Sowjetstaat nur einem Mann seines besonderen Vertrauens das wichtigste Exekutivinstrument feiner Herrschaft, die GPU., an- vertrauen. Es heißt, daß Berija, der eine große Anzahl von Georgiern aus feiner Tifliser Umgebung nach Moskau mitgebracht haben soll, bereits in der GPU. selbst eine Reihe von Aemtern neu besetzt hat und deren bisherige Inhaber verschwinden ließ. Daß der neue Mann vor ähnlichen Aufgaben steht, wie Jeschow, und baß keine prinzipielle Aenderung der GPU.-Methoden zu erwarten ist, geht schon daraus hervor, daß in der gesamten Presse immer wieder betont wird, die „Säuberung" und die „Vernichtung ber Volksfeinde" sei eine ständige Aufgabe, die an Wichtigkeit alle anderen überrage. pariser Gerüchte. Woroschilow soll bei Ltalin interveniert haben. Paris, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Agen. tur Fournier meldet, daß man trotz ber an den höchsten sowjetischen Stellen bewahrten Diskretion aus guter Qulle f o l g e n b e (3 r ü n b e für bie Absetzung Jeschows erfahren Hobe: Eine Intervention Woroschilows bei Stalin gegen bie massenweisen Verhaftungen von Offiziere), der roten Armee, ber Marine unb der Luftwaffe. Zahlreiche Proteste gegen bie massenhaften Verhaftungen innerhalb ber Partei unb ber Komintern. Die Haltung ber GPU. gegenüber Marschall Blücher, der von Jeschow beschuldigt wurde, an der Spitze einer Verschwörung gegen Stalin gestanden zu haben. (Eine Einmischung Jeschows in bie Außenpolitik. Eine Klage mehrerer sowjetrussischer Diplomaten gegen bie Ueberwachung ber Botschaften und ber Konsulate burd) die GPU. Man sprech besonders von einem Schritt des Botschafters Lugane-Orefki gegen den seiner Botschaft beigeordneten GPU.-Vertreter, ber zwei Beamte zum Selbstmord getrieben habe. Schließlich bie Kampagne Jeschows gegen Molotow, Woroschilow, Kalinin, Litwinow unb den Volkskommissar für das Postwesen Bergmann, ber 20 Jahre hinburch zusammen mit Jeschow eine große Rolle in ber GPU. gespielt habe. Bergmann sei es im übrigen, gewesen, ber Jagoba Jeschow ausgeliefert habe. Marschall Blücher unb anbere Generäle mürben jetzt wahrscheinlich amnestiert unb rehabilitiert werben. Der erste deutsche Flugzeugträger. Der Gtapellauf in Kiel in Anwesenheit des Führers. Des Führers Ankunft. Stürmische Begrüßung in Kiel unb aus der Werst. Kiel, 8. Dez. (DNB.) Auf bem Gelände ber Deutschen Werke sind bie letzten Vorbereitungen für den Stapel lauf b e 5 e r st e n deutschen Flugzeugträgers getroffen. Zu bei» ben Seiten bes Neubaues, beffen hoch aufragenber Bug mit ber Reichsflagge unb Girlanden geschmückt ist, haben Aborbnungen ber Kriegsmarine, ber Luftwaffe und ber Parteiglieberungen Aufstellung genommen. Neben zahlreichen Ehrengästen haben ich viele Zehntausende von Volksgenossen eingefunden Besonders zahlreich ist die Gefolgschaft der Bauwerft erschienen. Vor dem Bug des neuen Flugzeugträgers ragt bie Taufkanzel empor, an deren Fuß je eine Ehrenkompanie ber Kriegsmarine unb ber Luftwaffe mit Musikkorps und Spielmannszug Aufstellung genommen haben. Kurz nach ber Ankunft des Reichsluftfahrt- mmifters, Generalfelbmarschall Göring, fährt ber Sonderzug des Führers unb Reichskanzlers in den festlich geschmückten Kieler Bahnhof ein. Unbeschreiblicher Jubel schlägt dem Führer entgegen, als er mit seiner Begleitung im Bahnhofs- poital erscheint. Unter den Klängen des Präsentier- morsches schreitet der Führer mit Generalfeldmar- chall Göring und Generaladmiral Raeber die Front ber Ehrenkompanie ber 3. Marine-Unteroffizier- Lehradteilung Plön a*b unb begibt sich bann a n Bord ber Stationsjacht ,,N i x e", um bie Fahrt nach der Bauwerft anzfttreten. Beim Betreten bes Werftgeländes wird der Führer vom Betriebsführer ber Deutschen Werke, Ge- ncralbireftor Middenborff, willkommen geheißen. Der Kommandant der Befestigung der westlichen Ostsee, Konteradmiral M «' w i s , erstattet Meldung. Unb nun schreitet ber Führer unter den Klängen bes Präsentiermarsches und der National- bnmnen die Front der Ehrenabordnungen der Kriegsmarine unb ber Luftwaffe sowie ber beiden Ehrenkompanien ab. Vor dem Aufstieg zur Taufkanzel begrüßt ber Führer ben Befehlshaber ber Luftwaffengruppe 3, General der Flieger Felmy, den Kommandierenden General ber Luftwaffe See, General ber Flieger 3 a n b e r , ben Kommandierenden General des X. Armeekorps, General ber Kavallerie Knochen Hauer und Dr. Eckener sowie bie Taufpatin Gräfin Hella v. Bran- d^e n st e i n - Z e v v e l i n. Gleichzeitig ffeiat die Standarte des Führers vor derst Bug des Schiffes empor. Görings Taufrede. Generalfeldmarschall Göring hält bie Taufrede. (Er sagt u. a - Das stolze Schiff, das hier festgefügt und stark emporragt, ist Sinnbild deutscher Kraft unb Ausdruck eines Strebens zu h ö ch st e r Leistung, bas alle beseelt, die es ersannen und erbauten. Als monatelang eine Flut oon Verleumdungen an die deutschen Grenzen brandete, als verantwortungslose Hetze eine gefährliche Kriegspsychose erzeugte, wurde hier in dieser Werk- tatt mit Fleiß unb boppeltem Eifer gearbeitet in dem untrüglichen Bewußtsein, daß unser Volk solcher Verteidigungswaffen bedarf, um sich zu behaupten. Hier in den Hafenstädten, wo der Blick auf die weite See gerichtet ist, weiß jeder, wie notwendigder Schutz derdeutschen K ü st e i ft, und nirgends erkennt man klarer, daß Handel und Schiffahrt nur gedeihen, wenn sie von der Kraft der Nation gestützt und getragen werden. Die Meere stehen nur dem Starken offen. Das, Schiff, dieser gigantische Rumpf aus Eisen und ntahl, entstand dank ber Zusammenarbeit von Technikern unb Arbeitern verschiedener Vorbilbung >mb mannigfaltiger Fähigkeiten. Der Gemein- l ch a f t s g e i st, in dem es geschaffen wurde, lebt auch im Werke selbst. Sein späterer Einsatz in bie tfront ber Reichsverteibigung erfordert ebenfalls ge- wiffenbaftes Zusammenwirken vieler deutscher Man- ner. Jflugwugträger oereinigt bie Kampfkraft der Kriegsmarine mit der ber V u ft w a f U Seeoffizier unb Flieger, Schiffsbe- fafeung und Mannschaft ber Flugzeuge — sie sind m täglichem Dienst aufeinander angewie * len. Nur aemeinsam können sie die dauernde Gemeinschaft des Schiffes sichern und, wenn der Julwer ruft, ben Erfolg des Einsatzes gewährleisten. Darum muffen auch auf diesem Schiff vorbildlich die Grundtugenden des Soldaten Herr chen. Ich erinnere daran, daß heute vor 24 Iah- r e n ein deutsches Geschwader vor den Falklandinseln nach heldenmütigem Kampfe gegen einen weit überlegenen Gegner mit wehender Flagge unterging. Unb ich erinnere an die heldenhaften Kriegsfahrten unserer Luftschiffe und besonders an die bei den letzten Angriffen gebliebenen Helden. Traditionsbewußtsem ist eine Quelle starker Kraft. Darum sollst du stolzes Schiff auch traditionsgebunden sein. Du sollst den Namen eines Mannes tragen, dessen Leben in großen klaren Linien vor uns liegt. Er war ein guter Deutscher und ein unerschrockener Soldat 2Us Verfechter einer Idee, als Erfinder und Konstrukteur hat er sich jahrelang gegen Mißtrauen und Unverstand durchsetzen müssen. Kein Rückschlag und keine Enttäuschung konnte feinen Mut brechen. Das Lebenswerk dieses leidenschaftlichen Kämpfers galt der Eroberung des Luftraumes, galt deutscher Größe. Seine Sorge galt bis zum letzten Atemzuge dem Vaterlande. Der erste deutsche Flugzeugträger soll auf Befehl des Führers „Graf Zeppelin" heißen. Der Name birgt ein heiliges Vermächtnis. Fahre stets glücklich, deutsches Schiff, sei ein Hort kühnen Fliegergeistes unb zäher Seemannsart unb mehre Macht unb Ansehen bes Reiches! In dieser Stunde dankt das deutsche Volk mit heißem Herzen dem Manne, dem wir das verdanken, bem Manne, ber die Wehrkraft Deutschlands schuf, unserem heiß- geliebten Führer und Obersten Befehlshaber Ädolf Hitler! Sieg-Heil! Die Taufe. Nach Görings Rede donnert ber Startschuß über den Hafen. Die Taufpatin Gräfin Hella von Branden st ein-Zep pelin spricht die Tauf- roorte: „Auf Befehl des Führers unb Reichskanzlers taufe ich dich auf den Namen ,©raf Zeppelin*!" Klirrend zerschellt die Flasche am stählernen Bug des Schiffes. Die Haltevorrichtungen lösen sich, und unter dem Jubel der Zehntausende setzt sich der Flugzeugträger „Graf Zeppelin" erst langsam, bann immer schneller in Bewegung, um unter ben Sieg- Heil-Rufen der begeisterten Massen in bie Wasser der Kieler Föhrde zu gleiten. Die Lieder der Nation hallen empor. Während die Truppenabordnungen präsentieren unb die 60 000 auf der Werft in das Sieg-Heil des Schiffsbaudirektors Löflund begeistert einstimmen, grüßen ber Führer unb neben ihm Hermann Göring das neue Schiff. Nach dem Stapellauf begab sich der Führer unb Reichskanzler mit Generalfelbmarschall Göring an Bord ber Stationsjacht „Nixe", um durch den festlich geschmückten Kieler Hafen zum Aviso „Grille" zu fahren. Auf den über die Toppen beflaggten Schiffen der Kriegsmarine waren dis Besatzungen zur Parade angetreten. Bei ber Vorbeifahrt des Führers erklang der Präsentiermarsch, und die Besatzungen brachten ein Sieg-Hell auf ben Führer aus. Immer mteber grüßte der Führer zu seinen Soldaten hinüber. Vorbei ging die Fahrt der „Nixe" an ben kleinen schnittigen Schiffen ber Begleitflottille, an ben Zerstörerdivisionen, dem Panzerschiff „Admiral Graf Spee" mit seinen mächtigen Geschütztürmen, dem Schlachtschiff „Gneisenau" und an den schlanken Kreuzern. Die stahlgrauen Leiber ber in den Verbänben schnurgerade ausgerichteten Schiffe boten ein herrliches Bild, das Zeugnis ablegte von der Kraft des neuen Deutschlands auch zur See. An Bord des Aviso „Grille" fand ein Frühstück statt. Als gegen 16 Uhr die Stationsjacht „Nixe" sich vom Aviso „Grille" löste und mit dem Führer, Generalfelbmarschall Göring unb der Begleitung des Führers zur Anlegebrücke am Kieler Hauptbahnhof fuhr, brauste ber Jubel der Bevölkerung noch einmal auf. Wieder war bas Bahn- hofsgebäube von Zehntausenden umlagert, die dem Führer noch einmal begeisterte Huldigunaen darbrachten, als er die Kriegsmarinestabt Kiel verließ. Generalmajor a. D. HauSkwfer • Vorsitzender des VOA £ £ "Ä 'S' ■ H In Berlin fand eine außerordentliche Hauptversammlung bes Volksbundes für das Deutschtum im Ausland statt, die zum Vor- sitzenben ber Bundesleitung den bekannten Geopolitiker unb Nestor der Volksdeutschen Arbeit, Generalmajor a. D. Karl Haushofer wählte. Dem bisherigen stellvertretenden Bunbesleiter, Stadtrat Fritz B e h a g h e l, wurde ber Dank ber Hauptversammlung • für seine erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen. Als Bundesgeschäftsführer wurde Paul M l n k e ernannt Karl Haushofer, geboren 1869 in München, war Die Backbordseite des neuen Flugzeugträgers «Graf Zeppelin". « (Scherl-Bilberbierrst-A-j ■fcj: Mft.di-u fn Ai'iel* ßW ,r i X AL lAne 0'9 1 I'ii* (in«11 lrfe £u|l Ä' •Ai W°l. i< unb «r. KYwi test Eia# E-6W1? Eupt nicht -°rh 1|njrfo«n,en' ... Sie J ton nun «n jjir Wit- d» ® ■ l« 1*"“^ feem wird der 2 Wi Nachdem die Iftnbuhnstre-t teil a in den -h er Ber in|lanbge|eSt i I •> Meier Streife n T. z-rM-" JiMupfer den fjg. - Bei den em wurde ein Gen Freiheitska dr darauf in t ml* und zahlreik! Oie AiM Tokio, 9. Dez. krifa empfing r |UWter Crew ööir Mert Crai MW der Aus 05s verlautet, daß VWnÜ vertreten fyr. Veriudjc jur fßerfji. hi 'nen Offen nid)f । dß Sapan den N« \ M die Ereignisse I» Meinung, das; d wblidjteit einer A ,'fii Vereinigten Sta Ädjte könnten nicht hi Äaatsangehöri »lägen Besprechum luchtzung für die G zu haben. De wr;u verstehen M Messen in 0 VM Zunächst soll ! Rpn berichten. Achalieni stunhfltb 6P‘[is. 8. Dtj. »nöflebungen in T . mit Umzüge, sasWsche die die Polizei ö über angeha '.L5Vr 16 Per "i darunter auch i ässe. ~ Ruhe uni £ ***TUnSen ®°«eii8*unis ° Ute »erbe °""«n.-g,,ch r«5ßo(t)en ,3 !’"i«enbe> rlt‘ Sum^^beschl, Reit. p her J (er in die Luft gesprengt wurden, kam es in den ponbers n- Naßen von Ramallah zwischen der aufs äußerste Oreifi op Ieipörten und gereizten Bevölkerung und arabischen Wiheitskämvfern auf der einen und englischen neben S InPPßn auf der anderen Seite zu schweren zur See. Re- 8- öbfer $y. rungen berichten. Anhaltende antiitalienische Kundaebunqen in Tunis. be hauptoel- für y )ie zum annten Seo- ■ Arbeit, wählte. Der [er, StaM cr'j)Qupti,£p gkeit ausg-[ Turtie Pali. ünchen, n)ü! Hyidnn fCi °® ausfled unö rehch !puikt vertreten habe, Japan könne die englischen Llrsuche zur Verhinderung einer Neuordnung im me.'nen Osten nicht dulden. Die Blätter schreiben, bif) Japan den Neun - Mächte - Pakt als bürd? die Ereignisse überholt betrachte. Es sei bei Meinung, daß die anderen Mächte die Unver- midlichkeit einer Abänderung anerkennen sollten. Ilie Vereinigten Staaten und die europäischen West, rncchte könnten nicht länger eine Sonderstellung für ihre Staatsangehörigen in China beanspruchen. Die heutigen Besprechungen scheinen noch nicht die Vor- oussetzung für die Erörterung konkreter Fragen er. geben zu haben. Der britische Botschafter soll viel- , j»ltb v Reue Häuiersprengungen. jmtner schärferes Nnterdrttckungssystcm in Palästina. 1 x^°iotoJ toi M ann. berd D eine ok E ffdxni A ’M “'.'n jJ kW H Ein bezeichnendes Licht auf die Unterdrückungs- Mhoden wirft die unglaubliche Rolle, welche die genannte „Zisterne" in Ramallah zu spielen hr. In diesen verhältnismäßig kleinen und dump- stu Kellergewölben werden seit Wochen 3 0 0 oa 1887 bis 1910 Offizier, unternahm ausgedehnte fciifcu nach Indien, China, Japan und Sibirien, millt seit 1921 als Professor an der Unversität £Q uchen. Haushofer begründete die deutsche Geo- tik als selbständige Wissenschaft und gibt feit 19:4 die Zeitschrift für Geopolitik heraus. .Von seile Büchern seien genannt „Japan und die Ja- porer", „Geopolitik des Pazifischen Ozeans", Äehrgeopolitik", „Grenzen" und eine dreibändige spanische Geschichte". Trippen auf der anderen Seite zu schweren blutigen Kämpfen. . cJ, riralem wurde ein englisches Militärflugzug von sjQrflF Mbischen Freiheitskämpfern abgeschossen. Das Dorf 4rt,e darauf in der üblichen Weise „durchge- ^fikitu fr' und zahlreiche Einwohner verhaftet. Ü a r t s , 8. Dez. (DNB.) Die antiitalienischen 5uidgebungen in Tunis,' die am Donnerstogoor- mi.tag mit Umzügen von Gymnasiasten begannen M faschistische Gegendemonstrationen auslösten, gegen die die Polizei vorging, haben auch den Nachmittag über angehalten. Wie Havas meldet, sollen bisher 16 Personen verhaftet worden Mn, darunter auch der Vorsitzende der italienischen Eizeitorganisation Dopolaooro von Tunis, der chmals Vorsitzender der italienischen Kriegsteilneh- mcr war, sowie ein Mitglied des Personals des iialienischen Generalkonsulats. „Zur Aufrechterhal- Iwtg der Ruhe und Ordnung" sind bedeutende P o - lizeikräfte eingesetzt worden, außerdem werden rrch drei Abteilungen der Mobilen Garde von Con- siokitine nach Tunis verlegt. Andere Abteilungen der Mobilen Garde werden unverzüglich von Frankreich aus nach Tunis geschickt. Drei Wochen »Burgfrieden" in Belgien. Brüssel, 8. Dez. (DNB.) Ministerpräsident Cfaak beabsichtigt, bis zum Jahresende einen „Burgfrieden" mit den Regierungs- Parteien abzuschließen, um inzwischen eine einigende Formel für das Fort- bestehen der Drei- Parteien - Regierung zu finden. Die sozialdemokratische Ä'rrteileitung teilte nach einer Sitzung mit den Ge- s-rkschastssekretären mit, daß in der gegenwärtigen Loge eine Demission der sozialdemokratischen Mnister nicht erwünscht sei. Die Ablehnung be» Regierungsbeschlusses, diplomatische Beziehungen Burgos aufzunehmen, werde jedoch aufrecht- kalten. Der rechte Flügel der katholischen drrtei teilte mit, daß er die ^Regierung weiterer das fiert, die berl lipunoen t Kiel Derlei C iU'? । ^usländerrechte in China. ] Cotio, 9. Dez. (Europapreß.) Außenminister Arita empfing nacheinander den amerikanischen IBltschafter Crew und den englischen Botschafter 6ir Robert Craigie zu Besprechungen über die Frage der Ausländerrechte in China, verlautet, daß der Außenminister den Stand- inhr zu verstehen gegeben haben, daß England jene Interessen in Ostasien nicht preiszugeben beab- fK)tige. Zunächst sollen beide Botschafter ihren itt her „Stinj ierschisf,K gen Teschs ; ' und an b;: \' -eiber ber r b Hefen Cchis-^ ' ablegte do-' , bi^ 4 0 0 verhaftete Araber über Nacht gepfercht, um tagsüber zu Fron dien st en h^ngezogen zu werden.Durch die jeder Spur von Miene völlig hohnsprechenden Verhältnisse dieses ßotfyes — Schlafgelegenheiten sowie Latrinen sind - übirhauvt nicht vorhanden — ist es zu schweren ges u n o h e i tli ch e n S'ch äden bei den Derhaf- Wdn gekommen. u Die englische Mllitärbehörde hat Anweisung gc- aehm, von nun an in jedem „durchsuchten" Dorf dii zur Hälfte der männlichen Bevölkerung aefan- «ü zu setzen und zu Frondiensten heranzuziehen. Trotzdem wird der Widerstand der Araber täglich starker. Nachdem die seit Monaten still liegende Eisenbahn st recke von Jerusalem nach Lidda in den letzten Wochen in mühseliger Arbeit wider instandgesetzt worden war und der Verkehr air dieser Strecke wieder ausgenommen werden solle, zerstörten arabische Freiheits- (impfet den Schienenweg wiede r u m Billig. — Bei dem Dorf Soba westlich von Je- Kairo, 8. Dez. (DNB.) Trotz des von der e'ng- (ipen Militärbehörde verhängten Verbotes, über ’^Hen r (yuilerjprengungen zu berichten und trotz der rigo- ' rc- ^handhabten allgemeinen Zensur, dringen aus sßjöffina Meldungen durch, die bestätigen, daß die Massensprengungen arabischer Häu. [e* einen immer größeren Umfang annehmen. Die arische Bevölkerung läßt diese Zerstörungen jedoch nicht ohne Gegenwehr. Als im Bezirk Ra- nic-lah von den Engländern wieder zahlreiche Häu- Der pariser Skoblin Prozeß. Cigenartige Rolle des ehemaligen sozialistischen Innenministers. L. ?. P a r i s, 8. Dezember. Am dritten Tag des Projesses gegendie Ple- w i tz k a j a geißelte der Rechtsvertreter der Familie des entführten Generals Miller die Hilfeleistung, die den Entführern durch gewisse lintsae- richtete Kreise in Frankreich gewährt worden sei. Als es nach der Entführung feftgestanden habe, daß der weißrussische General sich tot oder lebendig auf dem sowjetrussischen Frachtdampfe r „M arta Uljanow a" befand, hätte Leon Blum den Sowjetbotschastrr zu sich gebeten, um ihm den dringenden Rat zu geben, den Dampfer von der Moskauer ReaieriMa durch Funkspruch nach Le Havre zurückoeordern zu lassen, um die geheimnisvollen Vorgänge, in deren Mittelpunkt der Botschafter stand, durch die französische Kriminalpolizei aufklären zu lassen. Der damalige Innenminister Marx D o r m o y habe, um die Zurückberufung des Dampfers zu verhindern, dem Minifterprästdenten eine Reihe falscher Angaben gemacht, durch die Blum, veranlaßt worden sei, von seiner Forderung an den sowjetrussi- ichen Botschafter A b st a n d zu nehmen. Dormoy, der als Zeuge geladen, aber bisher nicht e r - schienen ist, wurde unter der Drohung erneut geladen, man werde bei erneutem Nichterscheinen die gegen säumige Zeugen üblichen Strafmaßnahmen ergreifen. Bei der Zustellung des neuen Vor- ladungsbefehls stellte sich jedoch heraus, daß der Pariser Aufenthaltsort Dormoys unbekannt ist. Der weitere Verhandlungsverlauf galt der Vernehmung des Generals K u f f o r g s k i, des ehemaligen Generalsekretärs des weißrussischen Frontkämpferverbandes. Das Gericht machte Kussorgski schwere Vorwürfe. Er habe den Brief, den General Miller zurückgelassen hatte, und in dem er Mitteilung von einer bevorstehenden geheimen Unterredung mit General Skoblin machte, erst am Abend des Tages der Entführung geöffnet, als Miller bereits seit den Mittagsstunden verschwunden war. Weiter wurde ihm vorgehalten, er Hobe dann Skoblin entwischen lassen, dem er gemeinsam mit dem Admiral Kodow und dem Obersten Massilew den von Miller hinterlassenen Brief gezeigt habe. — Die Offiziere, die um Rechenschaft zu fordern, zu Skoblin gekommen waren, haben sich von diesem auf eine sehr einfache Weise hinein-. legen lassen. Skoblin hatte gebeten, einmal austreten zu dürfen, kehrte dann aber nicht mehr zurück. Rechtsanwalt Ribet verlas sodann eine Reihe von Schriftstücken, die bei der Angeklagten Frau Skoblin bei ihrer Verhaftung beschlagnahmt wurden. Es handelt sich um B r i e f e v o n i n Frankreich lebenden Russen, meist Leuten, die stark im Verdacht stehen, G e d e i m a g e n t e n her G^P U. und Spione zu sein. Wie Rechtsanwalt Ribet feststellte, hatte die GPU. schon vor 1936 in Frankreich einen ehemaligen sowjetrussischen politischen Kommissar in die Kraftwagenfahrergewerkschaft des damals noch bestehenden kommunistischen Gewerkschaftsoerbandes CGTU. eingesetzt. In den Renault- und Citroenwerken waren Stoßtruppabteilungen gebildet worden. Schiffsmakler Olivier aus Le Havre erklärte, daß der sowjetrussische Frachtdampfer „Maria Uljanowa" sich vom 19. bis 23. September im Hafen befunden habe. Er habe den Kraftwagen um 16.15 Uhr auf dem Kai längs des Schiffes gesehen, als er von Bord ging. Während seiner Unterhaltung mit dem Kapitän sei ihm ausgefallen, daß ein Mann ol?ne anzuklopfen in die Kabine gekommen sei und daß der Kapitän sofort mit dem Mann hinausgegangen sei. Der Kapitän hatte den Makler schon vormittags davon unterrichtet, daß er einen Funkspruch aus Leningrad mit dem Befehl erhalten hätte, sich für ein sofortiges Auslaufen bereit zu halten, um unterwegs Fahrgäste aufzu- nehmen (!). Die Zollwächter sagen aus, daß der Lastkraftwagen aus Paris die Zeichen „C. D." gehabt hätte. Da also der Wagen dem Diploma tischen Korps angehörte, hätte er nicht vom Zoll untersucht werden können. Gleich nach der Ankunft des Kraftwagens auf dem Hafenkai sei dann von vier Mann der Besatzung" des Sowjetdampfers eine schwere Kiste auf das Schiff befördert worden. Die Frau des Zeitungshändlers Krioochieff be-f tätigt ihre früheren Aussagen, wonach General Skvblin auf seiner Flucht in der Nacht um 2.45 Uhr zu ihr gekommen sei, um sich Geld zu borgen. Skoblin habe sehr bleich ausgesehen und sei sehr aufgeregt gewesen und habe erklärt, seine Brieftasche verloren zu haben. Nachdem er 200 Franken erhalten hatte, sei er fortgegangen. h i n unterstützen werde, daß ein Nachgeben in der Burgos-Frage aber nicht möglich fei. Es gehe nicht an, daß die Regierung sich dem Diktat der Marxisten unterstelle. Oie Beisetzung der Königin Maud. Oslo, 8. Dez. (DNB.) Heute mittag sand in Anwesenheit von 1600 Trauergästen die Trauer- feier für die am 20. v. Mts. verstorbene Königin Maud in der Kathedrale von Oslo statt. Unzählige Kränze, unter ihnen der des Führers und Reichskanzlers mit der Schleife in den Farben des Reiches und eingesticktem Hakenkreuz, der Kranz der R e i ch s r e g i e r u n g, der deutschen Wehrmacht sowie ein Kranz der Deutschen in Norwegen, umsäumten den Sarg. Nachdem der Präsident und die Mitalieder des Storthing, die Regierung und weitere offizielle Persönlichkeiten von Land und Stadt und das Diplomatische Korps Platz genommen hatten, betrat König Haakon mit der königlichen Familie unter den feierlichen Klängen des Requiems von Gounod die Kirche. Die Trauerpredigt hielt der Bischof von Oslo. Nach der kirchlichen Feier wurde der Sarg durch ein Spalier des Garde-Bataillons sowie anderer Truppenteile und einer dichten Volksmenge zur Schloßkirche geführt, wo die Bei- setzung der Königin im Beisein der nächsten Angehörigen erfolgte. Kleine politische Nachrichten. Am 1. Dezember 1938 betrug die Zahl d e r Rundfunkempfangsanlagen im alten Reichsgebiet 10 379 348 gegenüber 10 098 188 am 1. November. Im November sind mithin 281160 Rundfunkteilnehmer (2,8 v. H.) hinzugekommen. Die Zahl der Rundsuntgebührenbefreiungen im Altreich betrug am 1. Dezember 663 450. * Korpsintendant Marcard, Chef der Wehrkreis- verwaltuna IX. AK., ist zum Gruppenintendanten beim Heeresgruppenkommando VI ernannt worden. Der italienische Korporations- und Wirtschaftsminister L a n t i n t wurde in Begleitung des Reichs- organisationsleiters Dr. Ley vom Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, empfangen. Vorher hatte Minister Santini dem Amt für Berufs- erziehung und Betriebsführung einen Besuch abgestattet und war von Reichsminister Dr. Goebbels empfangen worden. X * Gegen den Devisenschieber Sacerdoti, der jüdischer Abstammung ist, und seine Genossen wurden vom Devisenkömmissar Minister Guarnieri Geldstrafen von insgesamt 2 125 725 Lire verhängt. Sacerdoti, das Ehepaar Godi di Godio und Gio- vanna Orta kamen in Sicherheitsverwah- rung. Drei Angeklagte, denen eine Schuld nicht nachgewiesen werden konnte, gehen frei aus. * Königinmutter Maria von Jugoslawien traf zu einem mehrtägigen Aufenthalt in London ein. Sie wird, wie die fett drei Wochen in London weilende Gattin des Prinzregenten, Prinzessin Olga, im Buckingham-Palast Wohnung nehmen. Aus aller Wett. Straßenwetterdienst der Generalinspektion. Berlin, 8. Dez. (DNB.) Reichsautobahnen: Im allgemeinen schnee- und eisfrei; bis auf geringe Glatteisstellen auf der Strecke München — Salzburg bei Siegsdorf und München — Nürnberg, die jedoch gestreut sind, sind sämtliche Autostraßen ohne Behinderung befahrbar. Allgemeines Straßennetz: Im Flachlande schnee- und eisfrei, nur in den höheren Lagen von Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Steiermark sowie teilweise auch in den Sudeten Schneeglätte, Glatteis. Straßen werden geräumt und gestreut. Für diese Gebiete sind Schneeketten erforderlich. Großglockner- Hochalpenstraße zwischen Ferleiten, Hochtor und Heiligenblut: Verkehr bis auf weiteres unmöglich. Leiblpaß-Straße von Unter-Leibl bis Leibl-Paß: Schneedecke über 15 Zentimeter, Verkehr stellenweise behindert. Sonst Verkehr überall unbehindert. Zwei Kindesmörderinnen hingerichtet. Danzig, 8. Dez. (DNB.) Die 1916 geborene Frau Gertrud Jung aus Danzig und die 1910 geborene Frau Marta Szyalowski aus Tannsee, Kreis Groß-Werder, sind h i n g e r i ch t e t worden. — Frau Jung war durch Urteil der Jugendschutzkammer des Landgerichts in Danzig wegen M o r d e s zum Tode -verurteilt worden, weil sie ^ihr fünfjähriges Stiefkind Inge Jung durch fortgesetzte Mißhandlungen und Nahrungsen'tziehung zum Tode gequält hat. — Frau Szyglowski war durch Urteil der Jugendschutzkammer des Landgerichts in Dan- zig wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, weil sie ihr vierjähriges Stiefkind Renate Szyglowski erwürgt hat. Frau Szyglowski mar außerdem wegen versuchten Mordes an ihren beiden anderen Brief» kindern zu einer Zuchthausstrafe von insgesamt 15 Jahren verurteilt worden. Gattenmörder hingerichtet. Berlin, 8. Dez. (DNB.) Am 8. Dezember ist der 1908 geborene Wilhelm Bruckermann aus So- lingen-Wald hin gerichtet worden, der vom Schwurgericht in Wuppertal wegen Mordes und Mordversuchs zum Tode, zu 15 Jahren Zuchthaus und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Bruckermann hat am 5. März 1938 seine Ehefrau ermordet, weil er seine Geliebte heiraten wollte. Wenige Tage vorher hat er versucht, seinen drei Jahre alten Sohn zu ermorden, indem er das Bett, in dem das Kind schlief, in Brand setzte. Jüdischer Devisenschieber in Italien verurteilt. Die Devisenschmuggelaffäre des Juden Sacerdoti und seiner Mitschuldigen hat jetzt ihre Sühne gefunden. Der Jude hatte vor einigen Monaten versucht, durch Mittelsleute Millionenbeträge über die italienische Grenze nach Frankreich schmuggeln zu lassen, was in Italien größtes Aufsehen und Helle Empörung ausgelöst hatte. Sacerdoti, der jüdischer Rechtsanwalt ist, die ehemalige Zirkusreiterin Kay, deren Gatte Godi di Godio, und ein nach Paris geflüchteter Helfershelfer wurden nunmehr durch Erlaß des Deoisenbewirtschaf- tungsministers Guernio in eine Geldstrafe von 2 125 0 0 0 Lire genommen. Auf diese Strafe werden eine Million Lire angerechnet, die seinerzeit bei der Zirkusreiterin beschlagnahmt werden konnten, als sie sie im Luxuszug über die italienische Grenze schmuggeln wollte. — Außerdem hat der Minister bei den zuständigen Stellen für die vier Devisenschmuggler die Verschickung vorge* schlagen. verbrecherischer jüdischer Arzk von der italienischen Polizei verhaftet. Die italienische Polizei hat in Monfalcone den jüdischen Arzt Dr. Heinrich Mannheimer verhaftet, der bet der Bezirkskrankenhasse und als Vertrauensarzt in einer Werft beschäftigt war. Mannheimer wird beschuldigt, Abtreibungen vorgenommen zu haben. Nach dem Verhör wurde er in das Bezirksgefängnis cingeliejert. Italienisches Seminar in Kassel. In Kassel wurde im Rahmen des deutsch-italieni- |chen Kulturabkommens das italienische Seminar eröffnet. In Vertreteung des Oberbürgermeisters übermittelte Dr. Schaumburg die Grüße und Glückwünsche der Stadt Kassel. Er betonte, daß die Durchführung eines Seminars in diesem Rahmen erstmalig im Reiche in Kassel geschehen und als vorbildlich anzusprechen sei. Der Gauführer des NS.-Rechtswahrerbundes, Gaurechtsamtsleiter Mesferfchmidt, führte u. a. aus, daß der Gau Kurhessen in der deutsch-italienischen Vereinigung immer an der Spitze gewesen sei. Darum sei es auch Kassel bestimmt gewesen, als erste deutsche Stadt ein italienisches Seminar eröffnen zu dürfen. Ein neues Darmstädler Volkssiück. Die Hessische Spielgemeinschaft, die sich große Verdienste um die Pflege, bodenständiger Volksund Heimatftücke erworben hat, hat jetzt ein neues Darmstädter Volks- und Mundart- st ü ck aus der Taufe gehoben. Es ist „Die Stuhlrevolution" betitelt und von Karl Heinrich H a u m d a ch, einem fern der Heimat wohnenden Darmstädter, verfaßt. Die Handlung geht auf einen geschichtlichen Vorgang aus den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts zurück und zeigt, wie sich die Darmstädter Schreinerzunft dagegen wehrte, daß höhere Beamte Stühle auswärts machen ließen. Das neue Volksstück errang bei feiner Uraufführung im Kleinen Haus des Hessischen Landestheaters einen beachtlichen Erfolg. Flugzeugunglück fordert zehn Todesopfer. Ein Flugzeugunglück, das sich auf der Höhe von Naha (auf den zwischen Formosa und Fukuoka gelegenen Lootschoo-Jnseln) ereignete, hat nach den letzten in Tokio eingetroffenen Meldungen Zehn Todesopfer gefordert. Wie es heißt, gelang es einem japanischen Dampfer, zwei Passagiere aus den Fluten zu retten. Der Flugzeugfübrer konnte vorläufig nicht aufgefunden werden. Das Flugzeug war eine 14sitzige, zweimotorige Ganz- metall-Douglas-Maschine, die wegen eines Motorschadens zu einer Notlandung gezwungen war. Schwerer Taifun über den Philippinen. Ein verheerender Taifun suchte auf der zu den Philippinen gehörenden Insel Luzon mehrere Provinzen südöstlich von Manila heim. Die Zahl der Toten, die bisher ermittelt wurden, beträgt 19. Tausende sind obdachlos, weite Gebiete wurden überschwemmt. Insgesamt wurden 15 Provinzen der Mittelphilippinen betroffen, darunter am schwersten die Provinzen Sorsogen, Albay und Camarinessur. Die Berichte sprechen von bedeutenden Sachschäden. Ein großer Teil der Ernte wurde vernichtet. In Manila verspürte man nur die Ausläufer des Taifuns. Eisenbahnunglück bei Lüttich. Ein Eisenbahnunglück ereignete sich bet Lüttich. Ein Personenzua fuhr mit großer Geschwindigkeit auf einen fahrbaren Kran. Dabei wurde ein vollbesetzter Eisenbahnwagen fast völlig zertrümmert. Durch die Glas- und Holzsplitter und durch die aus der beschädigten Lokomotive ausströmenden Dämpfe erlitten 27 Fahrgäste Brand, und Schnittwunden. Mehrere Personen mußten in schwerverletztem Zustande m ärztliche Obhut gebracht werden. Weiierbprickt Das Eingreifen neuer Tiefdruckstörungen hat uns wieder Wetterverschlechterung und verbreiteten Regen gebracht. Bei Irland ist ein neuer kräftiger Atlantikwirbel angenommen, der bereits im Laufs des Samstags feinen Einfluß auf unser Wetter nehmen wird. Das Wetter bleibt also auch weiterhin unbeständig, wenn auch vorübergehend mit Aus« Weiterung gerechnet werden kann. Vorhersage für Samstag: Nach anfänglicher Aufheiterung wieder zur Unbeständigkeit und zu Niederschlägen neigend, auffrischende Winde aus südlichen Richtungen, tagsüber mild. Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags 2,5 Grad Celsius, abends 2,9 Grad; am 9. Dezember: morgens 2,1 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum heute nacht 1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Dezember: abends 3,3 Grad; am 9. Dezember: morgens 3,2 Grad. — Niederschläge 0,4 mm. Dinlersporknachrichlen. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, —3 Grad, Gesamt- schneehöhe 10 cm , verharscht, Schi und Rodel in den Wali-schneisen sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Regen, + 2 Grad, Gesamtschneehöhe 20 cm. Alpen. Oberstdorf: Wolkig, —4 Grad, Gesamtschneehöhe 5 cm, Pulverschnee, tod)i und Rodel stellenweise. — Predigtstuhl: Wolkig, — 4 Grad, Gesamtschneehöhe 34 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel mäßig. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. ^5>OYtf Heute Weitere Vorstellungen vom 10. bis 12. Dezember 1938 Beffer Kauft, wer zeitig Rauft! öicßcn ruft zum roeWnadötscmRaufi 7973D Gastspiel Seltersweg 36 Selters weg 36 79790 7979 D am 9. Dezember 1938, 20 Uhr, im GLORIAPALAST 05459 800 Kostüme 50 Mitwirkende 7985V lohnung im Fundbüro. 05467 .................— Schenken Sie Migen Dräl Wn Welt zur MM Welt zu I' N hielt das 7990A Stativ sonst etwas für den oder Gaben von 7988A Photo-Kino Krenxplati 9 (Bunter Hausjacken, Lodenjoppen, Lederjacken, Hosen, DJ.- u. HJ»-Schihosen u.-blusen Zugelassene Verkaufsstelle der Reichszeugmeisterei für sämtliche Gliederungen 1—2 Ltr., sowie WfaessUaM GeWWuko W. Korn & 'Sohn Vt bis 1 To., nur in best. Zustand, unter 7965 D an Gießen, 3F£ieuzplat$ 15 den Gieh. Anz. 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Das wird davon abhänaen. ob die nun begonnene Stabil,- [ i e r u n g o e s deutsch-französischen V e t° hältnisses sich als mehr erweist denn als ein neuer Start oder als neuer Aufbauplan für Europa, nämlich als ein grundlegender Wechsel der Sein n u n g. Denn daß zwischen Deutschland und Frankreich kein ernstes Streitobjekt mehr stand, um )as mit den Waffen zu kämpfen sich verlohnte, das mar seit Jahren bekannt, und Adolf Hitler hatte es mehrfach in unmißverständlicher Weise ausgesprochen, aber wenn dennoch der Antagonismus zwi- chen beiden Nachbarn nicht schwinden wollte, son- 'tern eher noch zu wachsen schien, dann lag das lief im Psychologischen begründet, mnn konnte man die Ursache dafür in der Verschie- icnartigfeit der Auffassung von den Begriffen des Friedens und der Sicherheit erblicken. In Frankreichs traditioneller Europapolitik öbe- tand eine sehr komplizierte und darum sehr gefähr- !iche Vorstellung von den Vorbedingungen des Friedens. Ihre Rückwirkungen waren bedrohlich, alle Welt konnte feststellen, daß die Unsicherheit und das Mißtrauen ständig wuchsen. In dem gleichen Uhrensaal am Quai d'Orsay, in dem jetzt die Erklärung unterzeichnet wurde — so hat man sich erinnert — war vor zehn Jahren von 15 Regierungen derKellogg-Pakt unterschrieben worden. Es. war ein Kollektivfriede in geradezu klassischer Darstellung. Er kam unerwartet und voran ssetzungslos wie ein Meteor aus heiterem Himmel, nichts hatte sich zuvor geändert in der Sage der Staaten und im Verhältnis der Völker zueinander, und deshalb war auch schließlich niemand verwundert, daß er ebenfn schnell aus dem Blickfelde verschwand und alles beim alten blieb. . Das jetzt getroffene Uebereinfommen findet ein Europa in Bewegung vor, eine neue Landkarte und, so darf man hoffen, ein neues Friedens-Ethos, das sich auf Gerechtigkeit, Freiheit und Selbstbestimmung für alle Völker gründet. Eine neue politische Moral reift damit heran. Frankreich reichte Deutschland in einem Augenblick die Hand, als es sich genötigt sah, eine neue' Grundlage für die Gestaltung seiner außenpolitischen Beziehungen zu suchen, nachdem sein altes europäisches System zusammengebrochen war. Worin bestand dieses System? Unter Sicherheit und Friede verstand das Frankreich nach Versailles die Niederhaltung Deutschlands, seine dauernde Schwäche und Wehrlosigkeit und demgegenüber die Vorherrschaft Frankreichs auf dem Kontinent. Da die eigenen Kräfte des Landes nicht ausreichten, wählte man das System der Einkreisung, man warb die kleinen Staaten zu Bundesgenossen und hielt sie durch wirtschaftliche Vorteile, politische Kredite und die dauernde Wachhaltung einer feindseligen Stimmung gegen Deutschland bei der Stange. Aber die natürliche Entwicklung war stärker als die raffiniertesten Konstruktionen. Deutschland begann dank seiner gesunden Volkskräfte zu er- 'starken, und als gar der Nationalsozialismus das .deutsche Volk in beispiellosem Zusammenschluß wieder zur Höhe führte, da machte Frankreichs kollektive Sicherheitspolitik die letzten Anstrengungen, mit Hilfe von Genf und Sanktionsdrohungen diese Bewegung aufzuhalten, um jenen Zustand zu verewigen, den es als den wahren Frieden bezeichnete. Der Dynamik der autoritären Staaten und dem gewaltigen Drängen deutschen Volkstums in der ganzen Welt zur Vereinigung im großen Deutschen Reich hielt das System der Starrheit nicht stand, Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 9. Dezember (938 es wandelte sich automatisch zu einem Widerstand gegen Vernunft und Natur, und selbst die Resignation erschien schließlich noch erträglicher als das Aufraffen zu der Einsicht, daß, wer den Frieden will, auch Zustände wollen muß, die ihn ermöglichen, also Veränderungen. Es war im letz- ten Grunde eine Politik der Schwäche, die nur noch durch Verewigung der Ungerechtigkeit zu halten war. Selbst wenn die deutsch-französische Erklärung nichts anderes zum Inhalt hätte als die Tatsache, daß beide Staaten in Zukunft die sich ergebenden Differenzen in direkter Aussprache beseitigen wollen, wäre ihre Bedeutung noch ungeheuer, denn sie sagt nicht mehr und nicht weniger, als daß das System der Einkreisung und des grundsätzlichen Neinsagens gegenüber berechtigten deutschen Forderungen für alle Zeit der Vergangenheit anaehört. Der dauernde Alarmzustand zwischen beiden Völkern soll ein Ende nehmen. Frankreich hat sich aus Mittel-, Ost- und Südosteuropg zurückgezogen, es hat von der Kleinen Entente und den anderen Verbündeten Abschied genommen, und auch der Sowjetpakt hat seinen Sinn verloren. Frankreichs künftige Einmischung in Mittel- und Osteuropa ist weder möglich noch nützlich. Nicht weil es das für eine Schwächung Frankreichs hielte, hat Deutschland den Konsultationspakt geschlossen, denn niemand wird vergessen, daß das französische Kolonialreich mit seinen 100 Millionen Bewohnern dem Mutterlande nicht nur große Ausgaben stellt, sondern auch ein Kraftreservoir von erheblicher Bedeutung ist, aber weil Frankreich sich dieser Aufgabe seines Imperiums jetzt zuwenden will, weil es die Wiederherstellung seiner Wirtschaft und den Austausch der Kräfte fortan in dieser Richtung suchen wird, indem es sich mit dem Rücken tfum Rhein stellt, konnte ein Abkommen zwischen Gleichberechtigten zustande- kommen. Das Tor für eine hochherzige und verständnisvolle Politik ist geöffnet, der Frieden ist vereinfacht. Europas Diplomatie ist zu klareren und unkomplizierteren Methoden zurückgekehrt, Voraussetzung für ihr Gelingen ist, daß alte und ererbte Vorurteile hinweggeräumt sind. In diesem Zusammenhang bekommt auch München eine neue und tiefere Bedeutung. Es bleibt damit nicht allein der Schlußstrich unter Frankreichs Hegemonie- und Einmischungspolitik, sondern wird direkt zum A u s- gangspunkt einer neuen Aera für Europa. Schon lange ist es das Streben der Frontkämpfer in beiden Ländern, die Tragödie von 1914 bis 1918 nie mehr zu wiederholen und an die Stelle von Haß und Konflikten den Gedankenaustausch zu setzen. Jetzt ist die Diplomatie gefolgt, und es stellt sich heraus, daß das Abkommen dem Wunsch 'beider Völker in gleicher Weise entspricht. Niemand wird erwarten, daß die beiden Nationen sich nunmehr einer rückhaltlosen Sorglosigkeit hingeben. Deutschland und Frankreich leben nicht allein auf einer Insel, und wenn sie selbst auch keine Streitobjekte miteinander haben oder sie nunmehr reibungslos zu beseitigen vermögen, dann gibt es doch noch Probleme außerhalb der gemeinsamen Interessensphäre, an denen der eine oder der andere unmittelbar beteiligt ist. Man denke nur an das Mittelmeer, wo Deutschland keine lebenswichtigen Interessen besitzt und vor dessen neu sich auftuenden Problemen es dennoch die Augen nicht verschließen kann. Denn ebenso wie Frankreich nicht auf die Entente corbiale mit England verzichten wird, kann und wird es nicht erwarten, daß Deutschland zulassen könnte, daß seine Freundschaft mit Italien durch das neue Abkommen Schaden leidet. Die Achsenpolitik hat nicht nur bereits erhebliche Aufräumungsarbeit in Europa geleistet, sondern sie ist geradezu das Element für die Neuordnung des Kontinents geworden. Sie hat den Weg nach München gewiesen und den Beweis erbracht, daß Friede gleichbedeutend ist mit Initiative und Bewegung in der Richtung des stärkeren Rechtes und der integralen Notwendigkeiten der Völker. Obwohl es also in der Welt immer neue Fragen zu lösen geben wird, ist die Erklärung von Paris dennoch eine Entspannung nicht nur für die Beteiligten, die nach 25 Jahren zum ersten Male wieder sich ihrer Nachbarschaft entsonnen haben, sondern auch für alle jene Staaten, die in die Problematik der verschlungenen französischen Nach- kriegspolitik verwickelt waren. Gerade den kleinen Staaten, die ja auch während der unseligen Sanktionspolitik gegen Italien die größte Last |3U tragen hatten, wird ein schweres Gewicht ab- ' genommen, unter dem nicht nur ihre Freizügigkeit I eingeengt wurde, sondern das sie auch ständig unter dem Druck irgendeiner Kriegsgefahr hielt, in die sie das famose Sicherheitssystem verstricken konnte. Der deutsch-französische Pakt macht sie dieser Last ledig und man darf erwarten, daß die Lösung künftiger Probleme leichter werden wird, wenn sie von der Hypothek einer deutsch-französischen Erbfeindschaft befreit sind. Dr. Max Krull. Argentmifch-Mdamerikamscher Wchenkonflikl. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers A. S. Buenos Aires, Dezember 1938. In diesen Tagen konnte man in Buenos Aires ein ebenso eigenartiges wie aufschlußreiches Schauspiel beobachten, das wieder einmal zeigt, daß die viel zitierte amerikanische Solidarität solange eine Phrase bleibt, bis sie nicht solide, wirtschaftliche Grundlagen erhält. Es war feftzustel- len, daß die gleichen Zeitungen, die sonst mit ausgesuchter Höflichkeit von Nordamerika, dem „großen Bruder im Norden" und den freundschaftlichen Beziehungen zu Washington sprechen, mit einem Mal geradezu unzweideutig unhöfliche Wendungen gebrauchten, wenn von Nordamerika die Rede war. Sie forderten Argentinien, zu energischen Gegenmaßnahmen, zu „Taten", auf, warfen den Nordamerikanern Wortbruch und ähnliche Dinge vor, kurz — die berühmte „kontinentale Solidarität" war recht empfindlich gestört. Was war geschehen? Die Reise eines nordamerikanischen Weizenexporteurs — des Herrn A. Theis, Vizepräsidenten einer großen amerikanischen Weizenfirma aus Kansas — nach R i o de Janeiro hatte genügt, um die > „amerikanische Einheitsfront" wieder einmal ins Wanken zu bringen. Natürlich handelte es sich bei dieser Reise des Herrn Theis nicht um eine harmlose Vergnügungsreise, sondern um den Versuch, einen Teil des nordamerikanischen Weizen Überschusses, der gegenwärtig 2,7 Millionen Tonnen ausmacht, in Brasilien, dem größten Weizeneinfuhrland Amerikas, abzusetzen. Man sprach von verschiedenen Ziffern, die bis zu einer Million Tonnen gingen, während die meistgehörte Ziffer fünfzehn Millionen Bushel ober etwa 408 000 Tonnen besagte. Außerdem wurde behauptet, Herr Teis reife gar nicht als Privat- ober Geschäftsmann nach Brasilien, son- bern sei zugleich Beauftragter der nord- amerikanischen Regierung, deren Verwaltung er übrigens bis vor kurzem als Mitglied des Landwirtschaftssekretariats und der 2^AA. (Agricultural Adjustment Administration), die für die Durchführung des Farmer-Hilfswerks sorgt, tatsächlich angehörte. Er habe die Versicherung des Landwirtschaftssekretärs Wallace in der Tasche, baß bie nordamerikanische Regierung seiner Firma ben Verlust, den sie beim Export von Weizen nach Brasilien erleibe — wenn bieser Weizen ben Brasilianern möglichst billigst unter Weltmarktpreis angeboten werbe — ersetzen würbe. Anbere roieber gingen so weit, zu behaupten, baß der norbameri- kanische Weizen ben Brasilianern im Austausch gegen Kaffee (ober Baumwolle) angeboten werden solle: ähnlich wie im Jahre 1931 unter der Verwaltung Hoovers bereits einmal ein solcher Austausch von Weizen gegen Kaffee statt- gesunden habe, — ober baß bie brasilianischen Käufe norbamerikanischen Weizens von ber nord- amerikanischen Import- und Exportbank finanziert werben sollten, bereu Kapital kürzlich im Hinblick auf ihre Einbeziehung in das Südamerikageschäft von USA. beträchtlich erhöht wurde ... Wenn nun auch die Gerüchte vom Tausch von Weizen gegen Kaffee nicht den Tatsachen zu entsprechen scheinen, so dürste doch wenigstens vom norbamerikanischen Landwirtschaftsministerium beabsichtigt gewesen I ■HUM ■»■ifi» * UM r UMMfflMmii IMWI »ii'iiHiaüi—wmF wnr-iwi sein, den Export amerikanischen Weizens nach Brasilien auf irgendeine Weise zu subventionieren. Diese Pläne riefen nun in Argentinien große Entrüstung hervor; denn Argentinien hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zum Weizenversorger Brasiliens entwickeln, und während ber letzten Jahre burchschnittlich 800 000 bis 900 000 Tonnen Weizen jährlich an Brasilien abgegeben. Währenb der ersten sieben Monate bes lausenden Jahres betrugen bie argentinischen Weizenverkäufe an Brasilien bereits über 770 000 Tonnen, man rechnet bamit, baß sie insgesamt im Jahre 1938 eine Million Tonnen überschreiten werben. Das aber wären etwa zwei Drittel bes gesamten argentinischen Weizenexports bieses Jahres. Die Vereinigten Staaten von Norbamerika, bie etwa bis zur Jahrhunbertwenbe ben brasilianischen Markt mit Weizen belieferten, haben ihn feitbem verloren und verkauften z. B. im vergangenen Jahre nur noch etwa 8700 Tonnen dorthin. Berücksichtigt man nun noch die Tatsachen, daß Argentinien 1939 einer großen Ernte entgegensieht, deren Unterbringung ohnehin angesichts der nordamerikanischen und kanadischen Ueberschüsse schwer fallen dürfte, und daß die Vereinigten Staaten offenbar versuchen, das argentinische Angebot durch Unterbieten, durch den Export subventionierten Weizens, also durch Dumping zu verdrängen, so wird die argentinische Entrüstung verständlich. Die Zeitungen von Buenos Aires protestierten auf das lebhafteste. Eine von ihnen, „La Nacion", schlug sogar vor, die Argentinier sollten als Zeichen ihres Protestes nicht auf der Panamerikanischen Konferenz von Lima erscheinen. Und die argentinische Regierung ließ durch ihre diplomatischen Vertreter in Washington und in Rio de Janeiro daraus Hinweisen, daß sie eine Konkurrenz gegen argentinischen Weizen durch nordamerikanische Exportsubventionen als eine „Verletzung der Politik der guten Nachbarschaft" betrachte. Daraufhin erklärten die Brasilianer, dieser ganze Konflikt ginge sie im Grunde nichts an, da er zwischen USA. und Argentinien ausgetragen werden müsse. Brasilien habe demgegenüber nur ein Interesse daran, feinen Weizen s o billig wie möglich zü kaufen. Außerdem werde es in Zukunft mehr bei den Ländern kaufen, die auch ihren Bedarf in Brasilien deckten, anstatt bei denen, die nur an Brasilien verkaufen, nicht aber dort selber kaufe wollten. (Brasiliens Handelsbilanz mit Araen- tmien ist, infolge der großen argentinischen Weizenverkäufe an Brasilien, passiv; diejenige mit USA. dagegen aktiv.) Dieser Hinweis war deutlich genug und zeigte, daß die brasilianischen Sympathien, soweit man von ihnen in diesem Zusammenhang sprechen kann, auf der Seite bes billigsten Weizenangebots, b. h. biesmal bei USA. waren. In Washington spielte sich inbessen eine Ausein- andersetzung zwischen Hüll und Wallace, bem Sekretär bes Staatsamtes unb bem Landwirtschafts- fefretär, ab, in der Hüll Sieger blieb; Hüll erklärte, daß die Vereinigten Staaten im Augenblick nicht daran dächten, den Verkauf ihres Weizen'"'^er- fchuffes nach Brasilien zu subventionieren. Zwar bleibt nun Herr Theis noch weiterhin in Rio, um alsdann auch in andere südamerikanische Staaten Winckeimannsfeier. Die griechischeKunst nach denPerserkriegen. Das Archäologische Institut der Universität hatte, einem seit Jahren geübten Brauche gemäß, für gestern abend zur Winckeimannsfeier eingeladen. Der Vertreter der klassischen Altertumskunde und Direktor des Archäologischen Instituts, Professor Dr. W. Z s ch i e tz s ch m a n n , hieß zu Beginn die Erschienenen herzlich willkommen und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß Besucher aus allen Schichten ber Bevölkerung der Einladung gefolgt seien. Prof. Zschietzschmann richtete dann in einer kurzen Ueberleitung zum eigentlichen Thema des Abends den Blick auf Winckelmanns Leben und Werk und kündigte eine hier in Gießen vorbereitete Neuausgabe feiner Schriften an, die dazu beitragen werde, bie erstaunliche Gegenwartsnähe und den vorbildlichen Prosastil des Begründers der klassischen Alterstumswissenschast ins rechte Licht zu stellen. Dann begann Prof. Zschietzschmann seinen von einer Fülle ausgezeichneter Lichtbilder belebten Vortrag über die griechische Kun st nach ben Perserkriegen. Es handelt sich hier um bie Zeit etwa von 480 bis 460 vor Christus unb um eine Epoche großer Kunst, nicht eines Uebergangs- stiles. Die Perserkriege bebeuteten eine Bedrohung von ganz Hellas; ganz Hellas setzte sich zur Wehr und behauptete sich unb seine Kultur. Aus den Wirkungen des Krieges ergibt sich eine Wandlung ber seelischen Haltung und mit ihr bie Erneuerung der Kunst gegenüber jener ber sog. archaischen Zeit. An sehr einleuchtenden Gegenüberstellungen von Werken aus beiden Epochen wurde die in einem neuen Stil sich ausprägende innere Wandlung sichtbar: in ber Entfaltung einer neuen Einfachheit, im Uebergaug von ber Bewegtheit zur Ruhe, Schwere unb Klarheit, von lächelnder Heiterkeit zum stillen, gefaßten Ernst in Haltung und Ausdruck ber menschlichen Gestalten und Gesichter. Man sieht und empfindet, wie bas Erlebnis bes Krieges bie Griechen und mit ihnen bie Gestalten ihrer Kunst gewandelt und neu geformt hat. An ber Gruppe ber Tyrannenmörber Harmobios und Aristogeiton würben Unterschiede des peisistrateischen und des alkmaeonidischen Stiles und die aus Volttik unb politischer Gesinnung kommenden, Einflüsse auf die griechische Kunstübung nach den Perserkriegen verbeut- licht. In ber Analyse bieser Gruppe würbe auch bas neu sich ausprägende Gefühl für Generationsunterschiede und Ledensstusen in ber Formung bes menschlichen Körpers d^irch bie Kunst erkennbar. Prof. Zschietzschmann versucht indessen den kaum übersehbaren Wandel in der künstlerischen Gestaltung nicht rein formalistisch zu begreifen, sondern aus der tieferen Schicht eines grundlegend neuen Lebensgefühls, aus religiösen Urgründen, aus einem gewandelten Verhältnis des Menschen zur Gottheit, was sich in einer ganz veränderten, nun gleichsam nach innen gekehrten Haltung und Gebärde des Gebetes kundgibt und sich auf die Körperstellung in der figürlichen Plastik auswirkt. In dieser inneren Umwandlung ist auch eine gegenüber der Epoche der sog. archaischen Kunst gewandelte Vorstellung und Darstellung des Götterbildes einbegriffen, wofür Plastiken des jugendlichen Kriegsgottes Ares und des Dionysos als Beispiele dienten. Der überaus feinsinnige und gedankenreiche Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Professor Dr. Rauch brachte den Dank der Hörer an den Redner zum Ausdruck, kündigte neue, ähnlich geartete Veranstaltungen der geisteswissenschaftlichen Fakultät für die nächste Zeit an unb beschloß die Feierstunde mit einem Blick in bie Gegenwart und dem Gruß an ben Führer. Allerlei Llhrengeschichten. Don Dr. W Carstensen. Die Normaluhr. In einem süddeutschen Landstädtchen hielt sich einst ein Museumswissenschafller auf, ber nach Erledigung seiner Geschäfte beschloß, bie zweieinhalbstündige Wartezeit bis zur Abfahrt seines Zuges um halbem Uhr zu einem Spaziergang .auf bie nahegelegene Burg zu benutzen. Als er nun nach mäßigem Marsch von einer Stunde das Ziel erreicht und die wunderbare Aussicht genossen hatte, dachte er daran, den Rückweg anzutreten, um in geruhsamem Schritt die Abfahrtszeit seines Zuges zu erreichen. Im gleichen Augenblick ertönte von der Zinne der Burg ein Böllerschuß weithin ins Land. „Gibt es Krieg?" fragte der Professor lächelnd ben alten Turmwart. „Ha noi, bees isch zwelf Uhr!" Erschrocken griff ber Reisende nach ber eigenen Uhr. „Aber bas ist doch unmöglich! Meine Uhr zeigt halb zwölf Uhr! Wonach richten Sie benn Ihren Schuß eigentlich?" „Ha no, nach ber Normaluhr vom Uhrmacher brunf im Schtäbtle'" Der Professor eilte durch die Mittagshitze den Berg hinab, um den Weg in ber Hälfte ber Zeit zu bewältigen. Mühevoll schafft er es in fünfundzwanzig Minuten. Doch als er außer Atem vor bem Bahnhof stand, zeigte es sich, daß die eigene Uhr doch recht gehabt hatte. Es war erst zwölf Uhr. In seinem Zorn suchte der Genasführte, um die Wartezeit auszufüllen und das Rätsel zu losen, den angegebenen Uhrmacher auf. .Haben Sie eine Normaluhr hier?" fragte er ihn. „Ha freili", war die Antwort; „dort hängt's." „Und wonach richten Sie diese Normaluhr?" „Ha no, nach bem Böllerschuß droben uffm Bergle!" Handwerker stolz. In Dresden lebte einst der Uhrmacher Pancet der als Meister seines Faches galt. Seine Uhren, die nach ihm benannt waren, wurden in aller Welt verkauft und verbreiteten feinen Ruhm weithin. Nicht lange aber dauerte es, so nutzten eilfertige Nachahmer die Gelegenheit, unter des Meisters Namen ihre schlechten Erzeugnisse abzusetzen, ohne daß dieser sich gegen den Betrug wehren konnte. Eines Tages, so wird berichtet, betrat eine Dame den Laden des Uhrmachers und äußerte ihren Unwillen über eine „Pancet-Uhr", die sie durch ihre Unverläßlichkeit bereits oft enttäuscht habe. Pancet ersah auf den ersten Blick, daß es sich um eine schlechte Nachahmung handelte, und nahm in seinem Zorn einen Hammer, mit dem er das Betrugswerk zertrümmerte. Dann reichte er der bestürzten Dome eine neue Uhr: ,Zch schenke Ihnen hier eine echte „Pancet". Das minderwertige Machwerk soll meinen Namen fürderhin nicht schänden." Scharfsinn. Man weiß, daß ber amerikanische Humorist Mark Twain, wenn es darauf ankam, von einer unwiderleglichen Logik war. Als er einst, behaglich in Decken gehüllt, auf dem Sofa ruhte, ließ die Sirene der nahen Fabrik das Zwölfuhrzeichen ertönen. Die Gattin rückte einen Stuhl heran und bat den Dichter, die Wohnzimmeruhr zu richten, die eine Minute vorging. „Ach", blickte ber brave Ehemann von feiner Lektüre auf, „ehe ich mich aufraffe und auf ben Stuhl steige, ist die Minute ja doch längst vergangen." Pünktlichkeit. Der Generalfelbmarschall v. Moltke war ein Muster an Pünktlichkeit, bie er auch von seinen Mitarbeitern verlangte. „Pünktlich wie bie Uhr", war bie Devise, die seine Arbeit beherrschte. Als er einst ein« Besprechung auf acht Uhr abends an- aesetzt hatte und mit dem Glockenscblage nicht erschien, begannen die versammelten Offiziere unruhig zu werden. Erst zehn Minuten über bie festgesetzte Zeit hinaus betrat ber Graf eilig das Zimmer; eine dringliche Beratuna schien ihn abgehalten zu haben. Die Offiziere, die Bereits Ernstliches befürchtet hatten, waren sehr gespannt, wie ber Generalstabschef bie „Unpünktlichkeit" rechtfertigen mürbe. Moltke zog ruhig bie Uhr und erklärte: „Es ist acht Uhr, meine Herren! Wir beginnen!" Zeitsinn. Man erzählt sich von Hindenburg, daß er Prüfungen und Besichtigungen sehr eingehend vornahm. „Haben Sie mit den Mannschaften auch den Zeitsinn geübt?" fragte er bei einer Regimentsbesichtigung einst den Kompanieführer. „Jawohl, Herr Oberst!" Hindenburg wandte sich an einen Soldaten: „Sie werden mir Bescheid sagen, wenn sechs Minuten verstrichen sind!" „Befehl, Herr Oberst!", der Rekrut stand stramm und blickte starr gerade aus. Hindenburg fuhr in der Besichtigung ber Kompanie fort. „Zeit ist um, Herr Oberst", tönt plötzlich bie Stimme bes Soldaten. Der Regimentschef blickte auf bie eigene Uhr; es stimmt auf bie Minute. „Kerl, wie haben Sie bas so genau getroffen?", .fragt er verblüfft. „Ich habe die Zeit von der Turmuhr ba drüben abgelesen, Herr Oberst", war die ruhige Antwort des Soldaten. Zertschnffen. — Die Weihnachts-Nummer der ,^J ll u st r i r t e n Zeitung Leipzig" führt in einem interessant bebilderten Aufsatz „Als wieder Frieden wurde" den Leser durch die bedeutendsten Friedensverträge der Geschichte. Dr. Kurt Karl Eberlein behandelt in Blld und Wort das Thema „Schneelandschaft und Stimmungsbild". Die vier weltberühmten deutschen Kna» benchore, der Leipziger Thomanerchor, der Dresdner Kreuzchor, die Regensburger Domspatzen und die Wiener Sängerknaben, werden in dem Beitrag „Vom weihnachtlichen Singen" gewürdigt. Der zweite Teil des Heftes ist den schönen Dingen gewidmet, mit denen Kinder und Erwachsene zum Weihnachtsfest erfreut werden. Unter bem Titel „Liebenswürdige Kunst" wird das Schaffen von Magda Heller-Schneider gewürdigt, von der auch die Kinder- sigürchen stammten, die im vorigen Jahr von der Reichsstraßensammlung des Winterhilfswerks zu Weihnachten verkauft wurden. In dem bebilderten Aufsatz „Deutsches Volksspielzeug" wird die Bedeutung der deutschen Spielwarenherstellung auch in wirtschaftlicher Hinsicht deutlich. Das gleiche gilt für den vierseitigen Beitrag „Schönes deutsches Porzellan". Hochsckulnachrichten. Depi ao. Professor Dr. Hans Teske wurde unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Hamburg übertragen. Dem Dozenten Dr. Max Schönberg wurde unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für landwirtschaftliche Betriebslehre an der Universität Berlin übertragen. zu reifen, nach Chile unb nach Peru — ober wenn Brasilien wirklich iwrbamerikanischen Weizen kaufen follte, womit vorläufig kaum zu rechnen ist —, so würbe es diesmal kein fubventionier- t e r Weizen, sondern Weizen zum Weltmarktpreis sein. Aber immerhin ist zu beachten, daß Hüll keine Bindung für die Zukunft eingegangen ist, und daß die Nordamerikaner ihre Zusicherung den Weizen- export nach Brasilien nicht zu subventionieren, jederzeit zurücknehmen können, was sich besonders nach der Einbringung der argentinischen Ernte, wenn der Weltmarkt vor einem neuen, großen Weizenangebot steht, als für Argentinien unangenehm erweisen würde. Man hält also in Washington die Argentinier bewußt unter DriAf Will man sie für politische Vorschläge, die man in Lima unterbreiten will, freundlicher stimmen? Oder will man sie zwingen, was sie bisher abgelehnt haben, daß! sie sich nämlich auf der Weltweizenkonferenz vertreten lasten? Oder will man einfach ein neues Druckmittel für die Beschleunigung des Abschlustes eines nordamerikamsch-argentlnischen Handels v e r - träges in der Hand behalten? Alle diese Dcog- lichkelten sind gegeben. Sicher aber ist, daß der neueste argentinisch-nordamerikanische Konflikt nicht dazu beigetrogen hat, die Gefühle der Argentinier für Washington zu erwärmen, daß er aber auch die Beziehungen zwischen Rio de Janeiro und Buenos Aires, trotz aller Versicherungen, kaum herzlicher gestaltet hat. Denn für die Brasilianer bedeutet dieser Zwischenfall, daß chnen die Argentinier nun schon zum zweitenmal innerhalb uqn einem Jahre ein großes Geschäft zerstört haben: vor einem Jahre das Angebot der kostenlosen Vermietung von Kriegsschiffen, und heute das Angebot, billigeren Weizen zu kaufen und billigeres Brot zu backen. Womit spielen wir 1939? Hund um eine vorweihnachtliche Spielzeugschau. - Fernlenk-Auto und Oberleitungs-Eisenbahn. - Die Technik erobert das Spielzeug. Die ersten Weihnachtsbäume sind gefällt, und die Kinder beginnen schon die Tage zu zählen, bis der Nikolaus kommt. Die Geschäfte haben ihre Wech- nachtsschauen aufgebaut, und vor allem die Spiel- zeugläden sind Ziel der ersten Interessenten und Käufer. Wandert man durch die Spielzeugausstellung eines großen Spielzeuggeschäftes, so wird einem auf den ersten Blick klar: die Gegenwart und der Hinweis auf die Zukunft hat die Spielzeuge maßgeblich beeinflußt. Die Ankurbelung der Lau- wirtschast, die Motorisierung, das Dor- wärtsstürmen der Technik und die wieder vorhandene Wehrmacht des deutschen Volkes — diese vier Faktoren haben auch der kleinen Well der Jugend ihren Stempel aufgedrückt. Zwar hat es früher schon Baukästen, Automobile, Dynamomaschinen und Zinnsoldaten auf dem Spielzeugmarkt gegeben, aber es gab sie nie in solch umfassender Vollständigkeit wie heute. Unsere Jugend spielt anders als etwa die der Vorkriegszeit, wie sie ja auch ein anderes Verhältnis zu den Dingen hat, die mit der Technik drr Zeit Zusammenhängen. Schade, daß keine Statistik uns bereinft/flarüber Aufschluß geben wird, wie viele der Ingenieure und Straßenbauer, der Elektriker und Motorenfachleute ihre ersten Anregungen vom Spielzeug her bekommen haben. Zweckbedingt — das ist ein hervorragendes Kennzeichen des modernen Spielzeugs: es soll an regen und erziehen, soll die natürlichen, in dem Kinde schlummernden Fähigkeiten ans Licht treten lassen. Selbstverständlich muß das Spielzeug, wenn es solche Aufgaben erfüllen soll, verschiedene Forderungen erfüllen: es muß naturgetreu und dabei in technischer Hinsicht vollendet sein. Trifft beides zu. so stellt sich ein Drittes von selbst ein: das Spielzeug muß abwechslungsreich sein, muß verschiedene Möglichkeiten zulassen, muß — ganz grob ausgedruckt — auch dann noch zum Spiel und vielleicht erst recht zum Basteln anregen, wenn cs hinsichtlich seiner eigentlichen Zweckbestimmung schon längst als erledigt angesehen werden muß. Kommt bann als Viertes noch bie Preiswür- b i g t e i t hinzu, so sind alle Voraussetzungen gegeben, baß das Spielzeug seinen Weg machen und ein Schlager werden wird. Glalomfahrt des Autos. Da gibt es ein sogenanntes „F e r n l e n k - Auto". Vier verschiedene Fahrgeschwindigkeiten sind mit ihm einzuhalten. Gesteuert wird es durch eine Stahldrossel. Mit ihrer Hilfe kann bas Auto bei wechselnben Geschwindigkeiten gelenkt werben: beim Langsamgang ist bas. kinderleicht, beim schnellsten Gang schon recht schwer. Große Anforberun- gen aber werben an die Intelligenz des Spielenden gestellt, wenn er nach dem Muster eines Slalomlaufs auf Schiern kleine Hindernisse aufbaut, durch die bann das Auto mit der Stahlbrossel ferngelenkt werben muß! Da gibt es weiter ein 21 n r u f a u t o. Ruft man bem hallenben Auto zu „Los!", so beginnt es zu fahren, gebietet man ihm „Haiti", so bleibt es auf der Stelle stehen! Eine kleine Membrane, die in das Auto eingebaut ist, bewirkt dieses Wunder. Ein F r e i 1 a u f a u t o hat bie angenehme Eigenschaft, baß das Uhrwerk erst bann abzulaufen beginnt, wenn beim Aufsetzen auf ben Boben ber Startaus- löser automatisch betätigt wird. Ist aber das Uhrwerk abgelaufen ober etwa gar entzwei gegangen, so kann bas Auto dennoch weiterfahren — eine Eigenschaft, die bei ber „Demontierfreubi g- feit" unserer Jugend von den Eltern sicherlich begrüßt werden wird. Eine ganz „tolle Kiste" aber ist ein neues Rennauto. Stößt dieses Auto irgendwo an, so wird dadurch ein Feuerstein in Tätigkeit gesetzt: während eine kleine Flamme an- zeigt, baß das Auto in Brand geraten ist, fliegt ber Fahrer in hohem Bogen aus dem Auto heraus. Ferngesteuerte Eisenbahnweichen. Es ist eine bekannte. Tatsache: Väter schenken ihren Jungen gern eine elektrische Eisenbahn. Bekannt ist aber auch, baß bie Väter bann an ben Weihnachtstagen länger und intensiver mit ber Eisenbahn spielen als die beschenkten Jungen, bie lebiglid) zusehen dürfen. Das war immer schon so und wirb wohl auch so bleiben. Kunststück aber auch bei solchen Wunderwerken von Eisenbahnen, wie sie jetzt überall zu haben sinb! Während früher die elektrischen Oberleitungslokomotiven ihren Bügel nur als Dekoration auf bem Dach hatten unb wie bie Dampfzüge von ber Stromleitungsschiene zwischen ben Gleisen gespeist wurden, ist das jetzt zum ersten Male anders geworden: die elektrischen Triebzüge fahren wirklich als Triebzüge! An dem Gleise sind Masten befestigt, die eine elektrische Oberleitung tragen, genau so wie die elekttischen Züge, die in Süddeutschland verkehren. Es gibt Eifenbahnanlagen für sieben Züge auf einer Tischplatte. So war auch bas Mobell, bas auf ber Pariser Weltausstellung ausgestellt war unb einen „Grand prix“ einbrachte. Bemerkenswert ist, baß die Anlage auf kleinen Schienen aufgebaut war, wie ja überhaupt bas moderne Spielzeug weitgehend darauf Rücksicht nimmt, daß für bie Spiele ber Jugend in ben Kleinwohnungen nicht mehr der Raum der früher üblichen Großwohnung zur Verfügung steht. Bieaeiolöaf und Hücklaufkonone. Der Grundsatz ber Naturtreue des Spielzeugs zeigt sich am deutlichsten bei ben Spielsachen aus ber Welt bes Militärs. Man kennt ja hier schon so einiges: Aufschlaggranaten, Bombenflieger, bie wäh- renb bes Flugs ihre Bomben fallen lassen und bie bann beim Aufschlagen knallen, Sturzflieger, bie Bücher unter dem Demsche Erzähler — Annette von D r ost e - H ü l s h o f f Werke in einem Band, her-ausgegeben von Dr. Wilhelm von Scholz. Leinen RM. 5,50. Waller Häbecke Verlag, Stuttgart-N. — (502). - „Ich mag unb will jetzt nicht berühmt werben, aber in fünfzig Jahren möchte ich gelesen werben!" Wie munberbar hat sich bies Wort unserer größten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff erfüllt! Darum freuen wir uns, baß biefe neue Ausgabe ihrer Werke im Gegensatz zu ben bisher erschienenen Gesamtausgaben bas Erbe ber Droste in einem Band zufommenfaßt unb sich nur auf bas ber Dollenbung Nahe, im Werk der Westfälin, beschränkt. Wilhelm von Scholz, ber 'treffliche Droste- Kenner hat gut gewählt. Dieser wahrhaft lebenbige Band „Droste", ber jebem Freunbe der Dichtung im Volke zu eigen sein möchte, erschöpft bas Wesentliche der Dichterin. Er bringt alle bie Gebichte, die zum Bestand der deutschen Ballade, ber beutschen Lyrik, bes beutschen geistlichen Liedes gehören: er enthält bie im Werk ber Dichterin einsame Novelle „Die Jubenbuche", bie seltsam anschauliche, entrückte Epik ihrer Derserzählungen und einiges, was zur. Abrundung des Bildes nützlich ist. Die Gedichte unb Balladen sind möglichst in bie Zeitfolge ihrer Entstehung gestellt, so daß bem Leser bie Entwicklung dieses Dichtergeiftes vermittelt wird. Ausgezeichnet wie immer das Nachwort, bas Wilhelm von Scholz bem Banbe beigefteuert hat. Die Ausstattung ist würbig unb vornehm. — Andreas Thom: Die .ungleichen Geliebten. Roman. 347 Seiten. Paul Zsolnay Verlag, Berlin, Wien, Leipzig 1938. — (387.) — Ein Roman aus dem alten Oesterreich, die Geschichte eines ausgemachten Peckwogels unb armen Teufels. Die vielfach realistische Schärfe in der Schilderung seines irbischen Leibensweges weckt manchmal Erinnerungen an die Zeiten des Naturalismus: aber die dennoch spürbare Liede bes Erzählers zu seinem fragmürbigen Helden mag ben Leser mit manchen Deutlichkeiten unb manchen (lanbschaftlich begründeten) Eigentümlichkeiten des Stils versöhnen. hth. Aus llafur und Technik. — Willy Steding: „Im Banne ber F i s ch w e i b", Anglererlebnisse unb Tiergeschichten. Mit 32 Zeichnungen von Carl Benebek. Broschiert 3,20 Mark: Ganzleinen 4,20 Mark. Im Deutschen Verlag, Berlin. — (494) — Ein leibenschaftlicher Sportangler berichtet von ber Jagb auf Barsche, Rotaugen, Hechte unb anbere Fische. Kapitel, in benen von ben Lebensgewohnheiten ber Bowohner unserer Gewässer erzählt wird, wechseln ab mit Abschnitten, in benen bie ganze Spannung des Jagb- erlebnisses schwingt. Der Verfasser erzählt vom Hochzeitsreigen ber Fische, von ben Hyänen bes Wassers, von feinen Erlebnissen am rauschenden Stauwehr unb von bem fremden Eindringling in unsere heimatlichen Flüsse unb Bäche, ber Wollhandkrabbe. Wir erkennen, daß ber Angelsport nicht nur ein aufregen» bes Gebulbspiel ist, fonbern jebem, ber ihn ausübt, ein ganz befonberes Verhältnis zur Natur unb zu ihrem Leben gibt. — Technik voran! 1939. Jahrbuch mit Kalender für bie Jugenb Herausgeaeben vom Deutschen Ausschuß für Technisches Schulwesen. 232 Seiten Text. Mit vielen Bildern. Kart. 0 95 RM. Verlag von B. G, Teubner in Leipzig unb Berlin. senkrecht zur Erde stürzen unb einen scharfen Knall Hervorrufen. Aber es gibt mehr! Schwere Kanonen, die nach bem Abfeuern einen Rücklauf des Geschützrohres aufweisen wie die richttgen Kanonen auch; wir sahen Soldaten, die liegend, kniend und stehend mit Gewehren richtig schoßen! In chrem Tornister ist ein Zündplättchen untergebracht und aus bem Gewehr fliegt beim Schuß ein Stückchen Holz heraus! Die Steigfähigkeit ber Tanks ist bedeutend vergrößert worden. Die Zahl der Spielfoldaten endlich ist Legion. Alle Wechnachtsbaum —(518)— Das Jugendjahrbuch „Technik voran!" gibt einen Querschnitt durch das technische Schaffen des nationalsozialistischen Deutschland. Wir bekommen z. B. einen. Ueberblid über die Wege zur Eisengewinnung. Der Dieselmotor wird behandelt 1 und seine Anwendung gezeigt, Versuchsfahrten in die Chemie der deutschen Textilstoffe unternommen, bas Geschütz als Maschine bargestellt. Wir erfahren Hausbauüberlieferungen aus germanischer Zeit. Der neue Flughafen Berlin-Tempelhof wirb uns in feinen Einzelheiten bekannt, unb ber vielbewunderte Fockesche Hubschrauber stellt sich uns vor. Wie wird ein Seeschiff gebaut und wie ber mechanische Webstuhl? lieber diese und viele andere Fragen geben die leichtverständlichen Berichte in „Technik voran!" Auskunft. zur untere Frauen — Liede G ä st e z u bewirten, ohne darüber Haushalt- und Wirtschaftskasse aus ben Fugen geraten zu lassen, lehrt in launiger Form Band 2 ber Goldenen Reihe: „Kleine Gerichte für liebe G ä st e". (Preis kart. 2 Mark. Verlag Otto Beyer, Leipzig.) Der Hausfrau an Festtagen einen großen Speisezettel zu ersparen, ist Zweck und Sinn biefes mit vielen Photos ausgestatteten Buches zeitgemäßer Kochkunst. In etwa 240 Rezepten „kleiner Gerichte" weist es den Weg, in netter Weise Gastfreundschaft zu üben, ohne daß die Hausfrau zu viel Mühe hat. Leicht faßliche Anleitungen machen das Kochen zur Freude. — Cornelia Kopp: Grundkenntnisse vom Kochen, Braten, Backen. Verlag Otto Beyer, Leipzig. — (522) — Ein Lehr- unb Leit- faben, ber ohne Voraussetzung von DorkeNntnissen mit ben allerersten Grunbzügen beginnt — also ein vollwertiges Kochbuch für bie Anfängerin, bie junge Hausgehilfin, ben Haushaltlehrling und alle, denen die kocherfahrene Mutter fehlte. — 350 Rezepte zeigen neben den Zutaten auch die für das Gelingen unerläßliche Arbeitsweise; einprägsame Merksätze vermitteln neben vielen Regeln die Hauptgrundzüge, und Kniffe werden durch kleine Zeichnungen und 300 besonders anschaulichen Photos erläutert. Kinderbücher. — Billi. Eine Hundegeschichte von Jpf, mit Bildern von Fritz Baumgarten. 18 bunte Seiten mit vielen Bildern. Hlw. RM. 3,—. Verlag Josef Scholz, Mainz 1938. — (433.) — Diesen kleinen luftigen Billi werden alle Kinder gern haben. Sie werden an seinem Schicksal heißen Anteil nehmen und mit ihm glücklich sein, wenn er wohlbehalten und um manches klüger wieder daheim ist. Fritz Baumgar- teft hat zu ben so leicht verständlichen, flüssigen und so humorvollen Versen von Jpf eine Fülle von Bildern aeschaffen. Vom 4. bis zum 12. Lebensjahr werden Buben unb Mädchen davon entzückt sein. — Leopold Weber: Bubenferien am Baltischen Meer. Erinnerungen. Mit Zeichnungen von Carl Streller. Halbleinen RM. 1,20. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (401.) — Leopold Weber erzählt hier aus seiner Jugendzeit in Rußland. Er versteht es, bie wechselvolle 23er» schlungenheit ber Schicksalswege so darzustellen, daß junge Menschen mit Spannung unb Freube barir? lesen merbeiL Die Schwere des Lebens wird nicht verhüllt, doch von dem warmen Licht echten Humors beglänzt. Truppengattungen sind vorhanden, an ihrer Spitze bie militärischen Führer: Göring mit bem Fcld- herrnstab, Hinbenburg und Mackensen sinb beutlid) zu erkennen. Neu sinb bie sogenannten „Biege- f o I b a t e n": sie lassen sich in fast allen Gelenken bewegen. Neu sinb auch bie Miniatursoldaten, bie wesentlich kleiner sinb als bie gewöhnlichen Spiel- folbaten. Ihre Herstellung würbe notwendig durch die Schaffung ber Miniaturfahrzeuge, in denen bie gewöhnlichen Figuren nicht mehr untergebracht werben können. W. Roßmann. vier Wochen zur Versteigerung zu bringen, worin gezahlt würben. Der arme Jüngling erhielt glückstrahlend für bie Aerzte al« Fallschirmspringer. Als er Max und Moritz" als Tanzspiel Die Hamburgische Staatsoper brachte das Tanz. m jagen mn welches Ei es sich schon auf 4000 Mark hochgetrieben worben, da es spill „M a x u n d Di o ritz" von Norbert Sch seine Sachen genau burchsah, da keine sechs Dutzend Eier des seltsamen Vogels auf,das nach bem Bilderbuch Wilhelm Busch .nberen Schublade noch em solches der Erde mehr gab. ! schatten wurde, zur Uraufführung TW «U Schultze, auslaufen lassen und ihre Schalen als Zimmer- schmuck heimgebracht, ähnlich, wie sie es mit ben bunten Muscheln taten. Später gerieten die leeren Eierschalen bann in einen vergessenen Winkel, ba sie jeher für wertlos hielt. Der Museumsbirektnr war ber Meinung, daß diese beiden Eier vielleicht noch höhere Preise er- Zwei Bogeleier. Ein Vornan aus der Wirklichkeit, erzählt von Hermann ll'vr ch-tzannibal James Hulkes stand bei seinen Nachbarn in einem kleinen Dorfe bei Rochester in bem Ruse eines auch aus ben benachbarten Ortschaften einige Käufer herbeigekommen, und ein armer Handlungs- jütigling aus Newington hatte sogar für siebenund- dreißig Mark alte Sache erworben, zu benen er als Zugabe noch die naturwissenschaftliche Sammlung bes Verstorbenen erhielt. näher betrachtete, fanb er in einer Schublabe zwi scheu allen möglichen Muscheln ein buntes, großes Dogelei, bas ihm sehr merkwürbig erschien. Er nahm es vorsichtig in bie Hanb und betrachtete es aufmerksam. Noch nie hatte er von einem Vogel gehört, der ein so großes, buntes Ei legte. Kein sand er in einer anderen Schublade noch ein solches Ei. Der junge Mann machte sich schließlich auf ben STQ rtn nn A (innhAM it tu Xtfl ha vvs *• i ♦«i 4a a m . Der junge Besitzer der beiden Geyrfugl-Eier mar von der traurigen Geschichte bes Riesenvogels feit3 dieser gern einwilligte. 2Bie eine Sensation ging nun die Nachricht über ron Helga Sweblund bezaubernd inszeniert. Die bie Auffindung der beiden Riesenalk-Eier und über Ballettmeisterin der Hamburgischen Staatsoper enb die beabsichtigte Versteigerung von einem Erdteil wickelte den Stil der Aufführung ganz aus dem zum andern. Die Zeitungen überboten sich in Be- Zeichnerischen bes Bilberbuches, ohne dabei ben richten über ben ausgestorbenen Riesenvogel unb räumlichen Charakter bes Tanzspiels. aufzugeben, ben glücklichen Finder ber letzten Eier. Unb bie , Unter ihrer Regie ergab sich eine prachtvolle Ge- Museumsbirektoren überrechneten bie Mittel, bie famtleiftung ber Tanzgruppe, aus der das köstliche ihnen zur Verfügung standen, und baten ihre wohl- Bubenpaar Paula B r a f z als Max und Gaby Komponist aus bem reichen Figurenschatz Wilhelm Buschs bie Gestalt bes Malers Klecksel, ber zu Beginn ben letzten Schnörkel bes Bilderbuch-Titels malt, um bann bie begleitenben Verse zu fingen. Er greift babei in die szenischen Vorgänge ein und wirkt dadurch als eine Art Chorführer der stummen Tanzgruppe. Auch musikalisch bleibt Norbert Schultze auf ber Linie, bie er mit seinem ersten Bühnenwerk ein- geschlagen hat. Sie wird gekennzeichnet durch die spielerische Leichtigkett unb entsprechende Melodik, durch ihren Formenreichtum und ihren parodistischen Des Geyrfugls Schicksal war dadurch besiegelt worden, daß er verkümmerte Flügel besaß, bie seinen Mensch konnte ihm sagen, um welches Ei es sich handelte. Als er f ' ' Es waren zwei Eier von dem pinguinartigen Riesenalk, dem Geyrfugl der Isländer, einem Vogel, ber nicht fliegen konnte unb ber einmal ben ganzen Küstensaum zwischen Norbamerika unb Nordeuropa in bichten Scharen bevölkerte. Seit genau fünfzig Jahren war ber eigenartige, auf ber Brust weiß unb auf bem Rücken schwarz gefieberte Vogel, der bie Größe einer Gans besaß, ausgestor- bcn. Die letzten beiben Riesenalke würben im Jahre ren mit großem Erfolg in ber Märchenoper ------ mund feinem Struwwelpeter- zahlt, ba es in ben öffentlichen unb privaten Samm- von 5598 Mark, während für bas zweite, das nicht hingen überhaupt nur einige Dutzend ausgestvpfte mehr in guter Verfassung war, noch 3828 Mark Riesenalke gab. gezahlt wurden. Direktor bes Museums konnte ihm berichten, daß , gestiegen, schon im Todesjahr des Geyrfugls — vor genau fünfzig Jahren — ein Ei achtzig Mark kostete. Ein Dierteljahrhundert später wurde es schon mit über 1000 Mark verhandelt, unb zuletzt war der Preis zielen würden, da bie Amerikaner eifrig dahinter per waren, alle Ucberrefte des ausgeftorbenen Rie- lenoogels, ber einmal ihre Ostküste scharenweise bevölkerte, aufzukaufen. Er machte bem jungen Manne ' , - . ... aus Newington ben Vorschlag, bie beiden Eier in Grundzug. nioi- SIRru-fcon iitr Worftoinori.n a ,,, Unter der musikalischen Lettung von Wilhelm jBrückner-Rüggeberg wurde das neue Werk In vielen Gegenden Schwedens unb besonders in Lappland sind die wenigen Nomaden, die dort Hausen, von der Kulturwelt völlig abgeschnitten, so daß ihnen Hilfe durch Aerzte in Flugzeugen gebracht werden muß. Wenn gemeldet wird, daß ein Lappe schwer erkrankt ist, fliegt sofort ein Arzt zu ihm. Den Tag über ist es leicht, den angegebenen Ort ausfindig zu machen und zu landen, während in ber Nacht der Landungsplatz durch Feuersignale kenntlich gemacht werden muß. Wenn dieses System auch sehr schnell arbeitet, so ist es doch wiederholt vorge- Weg nach London, um die Eier dem Britischen Mu- tausend Mark für ein Dogelei — bas war wie im u .... feum anzubieten. > Märchen! Er konnte es nicht fassen, daß Eier von „Schwarzer Peter Tior Jiirofrnt- n^a ’ll/ii ipiim« nnn fumom IfrUnitAnv, (r. _____ or. .... , ... . u sich ben Erlös, untereinanber zu teilen. Biel hatten sie allerbings nicht zu erwarten. Denn jeder, ber Gebrauch für die alten Möbel Halle, wollte sie fast geschenkt haben. Immerhin waren Sonderlings. Er mied die Menschen unb benutzte feine-frei. Seit gewöhnlich dazu, in der Umgebung “44 auf einer «einen Insel bet Island gefangen, herumzustreifen, die Steinbrüche zu untersuchen und KÄÄÄÄy«. Ä i »-■ naturkundliche Sammlung, die er in seinem langen , 9'er der Menschen völlig ausgeliefert war. ~ Leben zusammengetragen hatte, um sich von ihr die ' großen Geheimnisse der Natur erzählen zu lassen. , « - . , , - Manche seiner Mitmenschen glaubten auch, er sei!'°w berührt Er hörte es zum ersten Male daß die ein richtiger Naturforscher, von dem man noch lange ächülslerte Menschheit sich soweit versündigt hatte, nach seinem Tode sprechen unb dessen Sammlung einen der außergewohnlichsten Vogel restlos aus- man in ein großes Museum bringen würde. Aber 13UE??ten‘ . r. , x .. v als er im Jahre 1894 zu Grabe getragen warden! -rstaunt- er erst, als ihm der Direktor war, da wurde er in keiner Zeitung gewürdigt, und “c'ier d-m phantasttfchen Handel erzählte, der s. _ e ......., • ■ r a , 0tfnn»r» mif hi'ti mtarroitnnrton 'Fftotonnlrön »innplobr v_ ~ !Solopart des Malers Klecksel sang Josef Segler a_. |Wt , Dann kam' der denkwürdige Tag heran. Es war mit lebendigem Humor. Die Uraufführung, ber eine gestopften Balg 300 Mark geboten wurden, war der eine aufregende Sache. Der letzte Höchstpreis, ber gleichfalls hervorragende Erstaufführung ber Tanz- Preis später auf bas Vierfache gestiegen, unb jetzt für ein Riesenalk-Ei bezahlt worben war, mürbe Pantomime „Prinzessin Schneewittchen" von Franz wurden sogar schon 6000 Mark für einen Vogel be- weit Überboten. Das eine Ei brachte einen Erlös , $ ö f e r voranging, wurde mit stürmischem Beifall "■ * - . . . —"" * -* *• -• * aufgenommen. Der anwesende Komponist wurde lebhaft gefeiert. Dr. Max Sidow. Der Handlungsgehilfe war von diesen Zahlen arme Jüngling erhielt glückstrahlend für bie überrascht unb hegte die stille Hoffnung, baß er für Zngabe seines Kaufes mehr als bas 250fache von feine beiden Eier bann vielleicht genau soviel be- bem, was er für ben eigentlichen Möbelkauf gezahlt । kommen würde, wie er auf ber Nachlaßversteigerung hatte. Hätte er noch gewartet, bann wäre es noch sich nach ber Zuteilung feinen Erwerb für alle Sachen zusammen ausgegeben hatte. Aber wehr geworben, benn bie Genrfugl-Eier sinb in- achtete, fand er in einer Schublade zwi- er war mit feinen Wünschen zu bescheiden. Der । Zwischen schon wieder über 1000 Mark im Preise TUroPfnr w.iipitnia nnh (Frr)nilMAn Fl /• uun vpn --pcici uhu ituiem ^rruwweipeier- jjie arzullye yuse rain oayer m manchen yauen zu üter b?n ihm rora^leaten fiunb äuJörud irfleni)?>0 ^eschtet ln ver- Ballett gegangen ist. Auch lein neues Werk kann spät. Das schwedische Ministerium des Innern hat über den u>m vorgeiegrsn psuno ziusorua. Unc staubten Schubladen lagen, ohne dost ihr Besiber als em wertvoller Beitrag zur Erneuerung des daher ieht anasardnet bah bie älerifc ber ßuftambu» noch°chcht"vm?ek°mm7n^ Ersieh s ch"zunächi? die aan?9 ^'deutung wußte. Aber es war musikalischen Bühnenmärchens gelten Die sieben lanz an einem Kursus für Fallschirmabspringer tell- GesihÄ von dem Kauf der Eier buchten und er. Gegend Vn sich^die" Fis^zu^Keit^ ls°der IandMn?°9be?en"°^n?°mimi,»/" "ehmen sollen. ™an. die Aerzte jederzeit AöhItP dem iunaen Kaufmann bann was für ein ^iefPHnfP nn* nüf nfferLJ r - J, ?er ^anblung, beren pantomimische Darstellung von im Fallschirm abspringen können, daß dann m allen tfÄ, .*,« i. x. „l... । äs, "aä,.ÄiEÄrfe™ w i ** w",|m mir , S ge- f v , (_ _ f ... I schaffen wurde, zur Uraufführung. Der Komponist kommen, baß es unmöglich war, mit dem Flugzeug Jüngling war, als träume er. Vier- setzt darin ben Weg fort, ben er in den letzten Iah- zu landen, weil es an einer ausreichenden Fläche ntm* f.., ... »------- ------- *- ------------ fehlte oder die Zeichen nicht genügend sichtbar waren. Die ärztliche Hilfe kam daher in manchen Fällen zu da tarn auch kein Museumsdirektor unT"'feine federn mit den ausgestopften Riesenalken eingesetzt tätigen Stifter, ihnen ben seltenen Kauf ermög- D ^rck^ als Moritz e^ähnt sei. Den schwierigen Sammlung zu holen. Lebiglich die Verwandten san- h?"?. Während in den ersten Jahrzehnten vor der.Uchen zu helfen. I den sich ein, um feinen Nachlaß zu versteigern und völligen Ausrottung des R.efenalks für einen aus-. Dann kam bei S.JlxfpoTi 28.10.1938 Aus dem Reiche des Wintersports Springen durchführen. Wirtschaft 88.11.1938 X MIT UND OHNE MUNDSTÜCK Immer die gleiche: Reich an Aroma, besonders leicht! Das nenn’ ich wirklich Aroma! Wie die Cigarette schmeckt! Wenn sie jetzt noch wirklich leicht ist, dann bleibe ich immer bei der „Astra"! Da staunste! Die Deutsche und Wehrmachtsmeisterschaft im Abfahrtslauf wird am 25 Februar in Kitzbühel auf einer Strecke entschieden, die zu den schönsten der Welt zählt. Es handelt sich um die vielen alpinen Schiläufern bekannte Hahnenkamm-Standardstrecke. Die 4,1 Kilometer lange Strecke führt von der Ehrenbachhöhe (1805 Meter) nach dem in 1000 Meter Höhe liegenden Ziel bei Kitzbühel. Sie ist sehr den kann. So kann die Hahnenkarnrnstrecke auf 2,7 Kilometer verkürzt werden, oder eine neue Abfahrt am Kitzbüheler Horn und am Steinbergkogel gewählt werden. Jeschken-Vahn wird ausgebaut. Die Jeschken-Bahn bei Reichenberg, auf der am 4 und 5. Februar die Europameisterschaften im Rodeln durchgeführt werden, wird durchgreifend um- aebaut. Die Doppelkurve wird gestreckt und so über» 9... . . . . . . r f.___— W.«Uv f-innin. .... Zum Dereins- Gauleiters Dr. Fritz l0nJfpL mit »e Seiten mit 3osef edioij, inen lustigen Tie werden?' ncn unb mite; iten und um ih Baumgai-,, flüssigen und e Fülle von . 2. Lebensjck v- ntzuckt sein, j ferien am a ■ Mit Zech gl in M. 1,20. ■ - (4013 - ’ er 3uqenb3e'H, • hselvolle $er= :iustellen. M Freude bar s wirb ny. lj echten fr ■ jedoch, Tidball werde in der kommenden Tennis» spielzeit der Partner von Gene Mako sein. IußbaU der Gauliga Hessen. Hessen Hersfeld — FC. Hanau 1893 Dunlop Hanau — SC. 03 Kasiel Kewa Wachenbuchen — Kurhessen Kassel BC. Sport Kassel — SpV. Kassel. Hersfelds Thron wackelt bedenklich, und es wäre gar keine Ueberrafchung, wenn die ,^)erbstmeifter- schaft" doch noch an den Meister Hanau 93 fallen würde, der in den letzten Wochen von Erfolg zu Erfolg eilt. Rach der schweren Niederlage in Kasiel wird Hersfeld allerdings bemüht sein, sich zu rehabilitieren. Ob das gegen den Meister möglich sem wird, bleibt abzuwarten. Auch der sehr stark m den Vordergrund getretene SC. 03 Kasiel hat eine schwere Prüfung vor sich. Dunlop Hanau hat zwar nicht ganz das gehalten, was man sich nach den guten Anfangserfolgen versprechen durfte, aber die Elf ist doch weiterhin sehr gefährlich. Kewa Wachenbuchen wird die Kurhessen-Elf sicher schlagen, dagegen ist der Ausgang des Kasseler Lokalkampses zwischen BC. Sport und Spielverein völlig ungewiß. Schiklub Innsbruck neu gegründet. In Innsbruck wurde der Schiklub Innsbruck im Beisein des Gauleiters Hofer neu gegründet. Der Verein war 1934 von der Systemregierung ausgelöst worden und bildet jetzt durch den Zusammenschluß aller Innsbrucker Schiläufervereinigungen eine leistungsfähige Gemeinschaft. Zum Dereins- führer wurde auf Vorschlag des Gauleiters Dr. Fritz Lantschner gewählt. Die Schihütte des Klubs wird künftighin zum Gedenken an den von Schuschnigg-Schergen gemordeten Freiheitskämpfer Wurnig den Namen „Friedrich-Wurnig-Schihütte" führen. Ferner wird der Klub am 6. Januar auf der Berg- Ifel-Schanze ein Friedrich - Wurnig - Gedächtnis - Die „Astra" bekommt und schmeckt Dabei bleibe ich. Aronksurte* Schlachtmehmarkl. Frankfurt a. M., 8. Dez. Auftrieb: Rinder 1253 (gegen 1345 am 1. Dez.), darunter 235 (216) Ochsen, 102 (83) Bullen, 663 (755) Kühe, 253 (291) Färsen. Kälber 336 (304), Hammel und Schafe 183 (196), Schweine 227 (260). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochseni a) 44,50 bis 46,50 (44 bis 46,50), b) 40,50 bis 42,50 (40,50 bis 42,50), c) 33 bis 37,50 (37,50), d) 29 (—). Bullen a) 43,50 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40 bis 40,50), c) 35.50 (35,50). Kühe a) 42,50 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 37 bis 40,50 (37 bis 40,50), c) 28 bis 34.50 (29 bis | 34,50), d) 18 bis 25 (19 bis 25). Färsen a) 42,50 bis 45,50 (43 bis 45,50), b) 39 bis 41,50 (39 bis 41,50), c) 36 (35 bis 35,50). Kälber a) 60 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (50 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 32 bis 40 (37 bis 40). Hammel b2) 46 bis 50 (46 bis 52). b) 39 bis 45 (40 bis 45), c) 26 bis 36 (26 bis 36). Schafe a) 37 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 36 (33 bis 37), c) 20 bis 31 (25 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50) ©auen gl) 58 (58). Marktverlauf: Rinder, Kalber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. 'I rla8 öl» 11 “®9en ein’II si„| jeiil , Ml ft Hausse W ^nnknisM Verlag g, I r’ und PejU ^kenntnisse :"" also eit in- die junge , alle, bentt 550 Rezevii W das @E; unprägsami Regeln dir dmch Heim »ulidjen $Ji, , Ml- I A 8.0,* Ä Wten SS «L iere Vom 2. bis 11. Januar findet ein deutsch-englisches Schilager in der Jugendherberge Meißnerhaus statt. Zwanzig Engländer werden auf Einladung der Gebietsfuhrung Kurheffen frohe Tage in kameradschaftlicher Zusammenarbeit verleben. Die zwanzig jungen Engländer sind von der King Edwards School, Birmingham (1). Die Führer der englischen Gruppe waren bereits im Verlauf dieses Jahres m Kurhessen. Das Lager der Hitlerjungen und der englischen Schüler wird mit zur Verständigung zwischen der Jugend beider Völker beitragen. Anschließend an die Tage des Lagers werden die Engländer drei Tage in den Familien der am Lager teilnehmenden Hitlerjungen verbringen. Meisserschastsobfahrt in Kitzbühel. >ringtr «db-UÄ ‘Ä 'Bis fÄii" Verfügung über jübiscbe rNerlpapierbepots. Fwd Jede Verfügung über die in ein jüdisches Depot eingelegten Wertpapiere, sowie jede Auslieferung von Wertpapieren aus solchen Depots bedarf der Genehmigung des Reichswirtschaftsmini- sters. Die Befugnis zur Erteilung dieser Genehrni- qunq hat der Reichswirtschaftsminister auf die einzelnen Wirtschaftsgruppen der Reichsgruppe Banken übertragen. Anträge auf Erteilung der Genehmigung sind von dem Wertpapiereigentumer bei der Depotbank einzureichen, die sie an die zuständige Wirtschaftsgruppe weiterleitet. Rhein-Mainische Pärfe. MUlogsbSrse stlll und behauptet Franksurt a. M., 8. D-z. Das fast nölliae Ich- len von Kundschaftsaufträgen nach beiden Richtungen gab auch der heutigen Börse das Gepräge. Im ganzen gesehen blieben die Aktienkurse weiterhin verhältnismäßig gut behauptet, und Heine Veränderungen erreichten kaum mehr als 0,25 bis 0,50 d. H. Jlwessen begünstigte die Enge des Geschäftes größere Abweichungen in einzelnen Papieren, oo setzten Metallgesellschaft 1,50 v. H. hoher em mi 118 und Deutsche Erdöl gewannen 1,25 v. H. auf 122,75, während andererseits Demag um 1 d. 5) zurückfielen auf 145,25. Arn Montanmarkt Jagen Mannesmann schwächer mit 106,50 (107.25), Hoesch mit 108,25 (108,50) knapp behauptet und Vereinigte Stahl mit 104,90 unverändert. Gut gehalten waren bei ausgeglichener Marktlage weiterhin 2G. Warben mit 148. Elektropapiere notierten meist unverändert je 0,50 v. H. erhöht waren Gesfurel mit 129,50 und Elektrische Lieferungen mit 113/75. Bon sonst zu- nächst zur Notiz gekommenen Werten gaben AG für Verkehr auf 118,50 (119), VDM. auf 172,o0 (173), Rheinmetall auf 129 (129,25) »ach, anderseits Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. hoher mit 103,75. Abendbörse behauptet. Obwohl die Geschäftsstille in vollem Umfange fortbestand, erhielt sich auch an der Abendbörse eine freundliche Grundtendenz. Die Kursentwicklung war nicht ganz einheitlich, im ganzen aber behauptet. Vereinzelte Abweichungen gingen über 0,25 bis 0,50 v. H. nicht hinaus. Von den führenden Werten wurden JG.-Farben mit unverändert 149, Vereinigte Stahl mit 104,50 (104,90) umgesetzt. Sonst notierten u. a. Rheinstahl mit 131 (130,50), Gesfürel m-t 130 (129,50), Deutsche Erdöl mit 123 (122,75), Rhem- metall mit 129,50 (129), Adlerwerke mit 10465 (104,50), andererseits Cement Heidelberg mit t49 (149,50), Mannesmann mit 106,90 (107,13), Lickt und Kraft mit 133,50 (134); ferner Metallgesellschaft mit 118, Scheideanstalt mit 192, Demag mit 145,25, Buderus mit 107, Bemberg mit 135, Commerzbank mit 110,75, Deutsche Bank mit 115,50 und Dresdner Bank mit 109. Am Rentenmarkt waren Reichsaltbesitz zu 128,13 (128.25) gefragt, ebenso 6 v. H. IG Farben zu 117,75. Die Umschuldungsanleihe ging in kleinen Beträgen mit unverändert 92,15 um. Neue Bewerber für das Olympia -1944 Das Amerikanische Olympische Komitee beschloß in Boston, sich beim IOK. um die Olympischen Spiele 1944 zu bewerben, die bann in Detroit veranstaltet würden. Die in Detroit ansässigen Automobilfabriken wollen die finanzielle Sicherung garantieren und haben bereits Pläne für ein 110 000 Zuschauer jassendes Stadion und für ein Olympisches Dorf bestellt. Auch die englische Amateur Athletik Association strengt sich an, die Olympischen Spiele 1944 nach London zu bekommen. Bekanntlich haben sich weiter Rom und Lausanne um die Durchführung des Weltsportfestes bemüht. Budge verliert das letzte Amateurspiel. Donald Budge, der Welt bester Tennisspieler, verabschiedete sich vom Amateursport mit einer — Niederlage. Er trat auf den Grasplätzen des Long Beach TC. zum letzten Male als Amateur an und wurde von feinem jungen Landsmann Jack Tidball überraschend mit 6:2, 2:6, 6:4 geschlagen. Tidball ist als Doppelpartner von Bobby Riggs bekannt geworden. Das Paar wurde allgemein als würdiger Nachfolger von Budge-Mako angesehen. Neuerdings heißt es schnell TMdSus Schwabl hält den Streckenrekord höht, dost die Fohrgeschwmdiokeit nicht mehr beem. mit 5-35 Minuten Die Lage an den Nordhängen j trachtigt zu werden braucht Schon letzt kann gesagt der Streifalpe und Seidalm verleiht der Strecke werderi daß dieses große aröftte Schneesicherheit. Besonders günstig für die schen Wintersport Format und Farbe bekonnnen Austraauna von Meisterschaften erweist sick noch der wird, steht doch eine starke internationale JBeteih» u7st°nd d°ß weitere Wf°hr.°^ zur' Verfügung gung in Aussicht. Der .wrwem'che Sckll.ttensport. stehen, wenn die Standardstrecke nicht benutzt wer-s verband hat bereits seine Teilnahme zugesagt. Aundfunkprograrnm Samstag, 10. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach- richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschs land - Kinderland: „Bilderbücher, MärchenbiSer-- alles fürs Kind". 10: Schulfunk: Werk und Mensch: Hermann Göring. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittaas. konzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalischer Gabentsick. Io: Verkäufer ohne Feierabend. 15.15: Bilderbuch der Woche. 15 30: „Die Schwarzenbörner Streiche". Lustiges aus dem Hessenland. 16: Frankfurter tönende Illustrierte (III) Halbmonatsblätter für NS.-Gemeinschaft,Kraft durch Freude" 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Blasmusik. 19 15: Tagesspiegel- 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Rach richten. 20.15: Barnabas von Gesczy spielt. 22: Nachrichten. 22.30. Spätmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. ihrer Spitze i dem Feld- , sind deutlich en „Biege- llen Wenl-n irsoldliten, bie nlichen Grirf» twendig duch , in denen dir rgebracht iven Roßmann. I her Zu E ^rbnch-Ti^W zu singen. Lr» ein und wiml iummen TEI rt 5d)W auf ihnenmert ein« Mt durch d'- lin»e M-l-d»' n piiodlIEch" «on d°s neue »! fS . ySs ar unb.®« en Meng lofef S, 6er ’tr W “"9aon 8!°«! <5 S S&-- In Renten blieb das Geschäft außerordentlich Ml. Die Kurse veränderten sich im allgemeinen wie- Der nur wenig, im ganzen war die Tendenz aver erneut eher etwas schwächer. Bon öffentlichen an- leihen waren Reichsaltbesitz angeboten und 0,50 v.H. niedriger mit 128,25, ferner Dekosama I 0.25 v. H. mit 133,90. In Stadtanlechen verblieb noch überwiegend etwas Angebot, ebenso gingen Liqm= dationspfandbriefe vielfach weiter leicht zurück. Von Industrie-Obligationen Farben-Bonds — O,aO v. n auf 117,75. Goldpfandbriefe und Staatsanleihen unverändert. Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung unverändert 92,15. In der zweiten Börsenstunde erhielt sich eine reundliche Grundtendenz, das Geschäft blieb aber ehr ruhig. Don den führenden Papieren konnten ich JG^ Farben bis auf 149 nach 148, Mannesmann auf 107 nach 106,50 und Hoesch auf 108,75 nach 108,25 erhöhen; Vereinigte Stahl bewegten sich zwischen 104,90 bis 105,13. Von erst spater notierten Papieren sind Klöckner mit 1^,50 (114L0),Schuckert mit 175,75 (174,90), andererseits und Kraft mi 134 (135,50) und Reichsbank mit 187,75 (188,/ö) sowie Scheideanstalt mit 192 (193) §u erwähnen Großbankaktien lagen 0,50 v. H. schwacher. Der Frei verkehr lag ruhig und behauptet Dingler 98 bis 100, Ufa 83. Tagesgeld wurde bei einigen Ansprüchen zum (Steuertermin aus 2,50 (2,25) v. H. erhöht. Leichtigkeit und Wohlgeschmack - natürlich gewachsen -das ist das Geheimnisder„Astra"undihrer Bekömmlichkeit. Auch Sie werden bei der „Astra" bleiben. Die Feinheit derTabakblätter allein tut's nicht. Auf die Tabakauswahl und die Mischung kommt es an. Und nur im Hause Kyriazi lebt diese Kunst als Familienüberlieferung schon in der dritten Generation. Sie sorgt dafür, daß die „Astra", unabhängig von Ernten und Jahrgängen, immer die gleiche bleibt. Mm - H MW z' ZWW Geschenke für den Herrn? MS Modestube Körner | Fernruf3410 Plockstr. 10 Carl Loos Mitglied der Elektro-Gemeinschaft Manufakturwaren Weißwaren Kirchenplatz 13 empfiehlt praktische Weihnachtsgeschenke in großer Auswahl Gießen Ludwigstr. 16 Bequeme Teilzahlung gestattet «*** Fahrrad-Beleuchtungen Friedr. 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Di Ml, daß st 2lber bas wi 1a Aadtthealei — Gloria-Po Vorstellungen tapfere vchm „Max und Ä Spielzeugschac Haus (Lahnho - Bolksbildui bunb: 20.30 U «t Klinikstras rag „Krankhl deutscher Kne Uhr im Kathi Imgen) Vortra ftörungen. - ü S Gieße itaauna 18 Uhr Seil Prand. 5in riPriid «"es fett» d-ik, Ä«ii HHhlhh't //^ 0 Nr. 288 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Sreitag, 9. Dezember 1958 Neue Uniform für die mittlere HL.-Führerschast. NSG. Jahrelang leisten in den Einheiten der Hitler-Jugend und des Jungvolks Kameraden Dienst als HI.-Führer. Sie nehmen damit ein gewaltiges Maß von Verantwortung auf sich. Als Mittler zwischen Elternschaft und Hitler-Jugend, zwischen dem Junggenossen und dem Bannführer stehen die Gefolgschaftsführer, Fähnleinführer, Stumm- und Jungstammführer, ebenso die verantwortlichen Mitarbeiter der Bannführer und Jungbannführer mit auf den wichtigsten Plätzen innerhalb der gewaltigen deutschen Jugendbewegung. Der Reichsjugendführer hat deshalb verfügt, daß zur besonderen Kennzeichnung und Anerkennung der mittleren HJ.-Fiihrer- schaft ein Dienstanzug für die vorgenannten Führer geschaffen wird. Außer dem Recht zum Tragen des HJ.-Dienstrockes für die vorgenannten HJ.-Führer erhalten diese u. a. besondere Schulterklappen und Dienstmützen, ebenso ist eine Kennzeichnung der mittleren Jungvolkführerschaft angeordnet. Diese Neuerung hat nichts gemein mit der Schaffung trennender Unterschiede oder einer Angeberei. Höchster Grundsatz für die Jugend des Führers bleibt Treue und Kameradschaft. Es soll aber auch jedem, der seine ganze freie Zeit in den Dienst der Bewegung stellt, die Möglichkeit gegeben sein, für seine Leistung eine Anerkennung zu erhalten. Es ist darum den Gebietsführern der Hitler-Jugend das Recht gegeben worden, an die Angehörigen der mittleren HI.- und DJ.-Führerschaft das Recht zum Tragen dieses neugeschaffenen Führerdienstanzuges zu verleihen. Die Reichszeugmeisterei ist bereits damit beschäftigt, die Auslieferung der Uniform für die mittlei'e HJ.-Führerschaft vorzubereiten. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß der Führer des Gebietes 13 Hessen- Nassau in einem besonderen Gebietsbefehl den Angehörigen der. mittleren HJ.-Führerschaft die Genehmigung zum Tragen der Uniform noch erteilen wird. Aai.-Soz. Krieasopferversorgung. Kameradschaft Gießen. Sonntag, 11. Dezember, 20 Uhr, im Cafe ßeib.' Kameradschaftsabend. (Bunter Abend mit Tanz.) Aus Der Stadt Gießen. Der Wunschzettel. Männer machen Geschichte. Versammlungsaktion im Kreise Wetterau am 10. und 11. Dezember 1938. „Also", hat der Vater abends verkündet, „ich wünsche jetzt, daß die Wunschzettel geschrieben werden. Es wird höchste Zeit. Uebermorgen müssen sie fertig sein." Nach diesen Worten schaut er wieder in die Zeitung, aber der achtjährige Willi faßt ihn sacht am Rock: „Vati, muß ich mit Tinte schreiben oder geht es auch mit Bleistift?" Vor Tinte hat Willi immer noch ein geheimes Gruseln, die schmiert so,.und außerdem gibt es Kleckse. Doch der Vati entscheidet, daß mit Tinte geschrieben werden muß, damit es ordentlich aussieht, worüber sich die neunjährige Lene freut, denn sie hat keine Bange vor der Tinte. Plötzlich kommt ihr indessen ein Gedanke: „Muß Mutti auch einen Wunschzettel schreiben?" Vati blickt hinüber nach der Mutti, die sich gerade über eine Näharbeit beugt. „Aber natürlich", sagt er dann, „Mutti schreibt auch. Oder glaubt ihr' daß die Mutti keine Wünsche hat?" Alle schauen nun die Mutti an, wodurch die Mutti beinahe verlegen wird. „Wartet nur", erwidert sie schließlich lächelnd, „ich werde sogar recht viele Wünsche aufschreiben." Und dann ist es eine ganze Weile still, so daß man sogar hören kann, wie draußen der Wind gegen die Läden drückt. Vati hat wieder die Zeitung vor, Mutti führt sorgsam einen Faden in die Nadel, und die Plappermäuler der Kinder sind stumm geworden. Willi beschäftigt sich mit seinen Vorstellungen über eine neue Bemannung seiner Festung, sowie mit der Lösung der Frage, ob er einem Rennauto oder einer dreimotoriaen Junkersmaschine den Vorzug geben soll. Unterdessen sind Lenes Gedanken bei der Puppenstube und bei dem Küchenherd, auf dem man richtig kochen kann Nächsten Nachmittag sitzen Willi und Grete mit heißen Köpfen in der Stube und tauchen ihre Federn in das Tintenfaß. Bei Willi hat es schon viele Kleckse gegeben, aber er will die Sache hernach noch mal ins Reine schreiben. Die Frage, ob Rennauto oder Junkersmaschine, ist immer noch nicht gelöst. Schließlich entschließt er sich großzügig, beide aufzuschreiben. Außerdem ergeben sich noch allerlei kleine Wünsche. Er hockt immer noch schwitzend bei seinem Erzeugnis, als Lene schon ihren fertigen Bogen faltet. Daß Willi ihn liest, will sie mcht zugeben, aber gerade, wie er erbost aufspringen will, kommt die Mutti herein. Sofort ist Willi mucks- mäuschenstill, denn auf das Artigsein kommt es jetzt an. Am Samstag, 10. Dezember, und Sonntag, 11. Dezember, finden im gesamten Kreisgebiet Versammlungen der NSDAP, statt. Es werden die bekanntesten Gauredner des Gaues Hessen-Nassau über das Thema „Männer machen Geschichte" sprechen. Die Parteigenossen sind zum Besuch der Kundgebungen verpflichtet. Die Volksgenossen des Kreises sind herzlich eingeladen. Folgende Redner sprechen in in Gießen: Pg. Holländer in der Ortsgruppe Gießen- Nord am 10.12., um 20.30 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. P. W a g e n f ü h r in der Ortsgruppe Gießen- Ost am 10.12., um 20.30 Uhr, in der Neuen Aula her Universität. Pg. David Müller in der Ortsgruppe Gießen- Mitte am 11.12., um 14.30 Uhr, in der Neuen Aula der Universität. Pg. Holzkämpe rin der Ortsgruppe Gießen- Süd am 11.12., um 15 Uhr, im Studentenheim. In folgenden Städten und Dörfern finden Versammlungen statt: Samstag, 10. Dezember, 20,30 Uhr: Allendorf/Lda.: Schäfer HI., Vadenrod. — Allertsbausen: Schmelz, Ober-Ingvlheim. — Alten-Buseck: Althoff, Frankfurt. — Beltershain: Schultz, Frankfurt. — Bersrod: Schäfer, Frank- furt. — Beuern: Langula, Frankfurt. — Burkhardsfelden: Den- zer, Lcppenbcim. — Climbach: Brunner, Frankfurt. — Dau- brtngen: Brück, Wiesbaden. — Ettingshausen: Viel, Frankfurt.— Freienscen: Zimpelmann, Frankfurt. — Geilshausen: Christ, Langenselbold. — Göbelnrod: Kratz, Darmstadt. — Gonters- kirchen: Wagner, Frankfurt. — Großen-Buseck: L. von Oelhafen, Wiesbaden. — Grünberg: Jung, Frankfurt. — Larbach: Dr. Schnabel, Frankfurt. — Lattenrod: Dr. Scholz, Frankfurt. — Leucheiheim: Vogt, Frankfurt. — Lungen: Laug, Darmstadt. — Kesselbach: Rahner, Frankfurt. — Lardenbach: v. d. Osten, Frankfurt. — Laubach: Schütz, Bensheim. — Lauter: Müller, Idstein.— Lindenstruth: Goebel, Frankfurt. — Lollar: Bartholomäus, Worms. — Londorf: Seipel, Fauerbach v. d. L. — Lumda: .Herrchen, Bad-Schwalbach. — Mainzlar: Fischer, ytuerbach a. d. B. — Münster: L. Wagner, Wiesbaden. — Ovenhausen: Wachsmuth, Frankfurt. — Oppenrod: Bock, Oberursel. — Queckborn: Langenbach, Bad-Nauheim. — Ncinhardshain: Laus, Wetzlar. — Reiskirchen: Klostermann, Groß-Gerau. — Rödgen: Eisentraud, Rüsselsheim. — Rllddtngshausen: Beeres, Darmstadt. — Ruttershausen: Keil, Buchschlag. — Saasen: Kobold, Frankfurt. — Stangenrod: Nordmann, Wetzlar. — Staufenberg: Köke, Dehrn. — Stockhausen: Licht, Frankfurt. — Treis/Lda.: Jordan, Offeirbach. — Trohe: Becker, Darinstadt. — Weickartshain: Lechner, Wiesbaden. — Wcitershain: Dr. Korten, Frankfurt. — Wettcrfeld: Schuster, Frankfurt. — Wieseck: Fuchs, Mainz. — Münzenbcrg: Krauß, Frankfurt. — Trais- Münzenbcrg: D. Müller. Frankfurt. Sonntag, 11. Dezember, 15 Uhr: Albach: Christ, Langenselbold. — Allendorf/Lahn: Schäfer, Frankfurt. — Annerod: Seipel, Fauerbach v. d. L. — Bellersheim: Lechner, Wiesbaden. — Bettenhausen: Wagenführ, Frank- furt. — Birklar: Rahner, Frankfurt. — Bodenrod: Fell, Kronberg. — Butzbach: Vogt, Frankfurt. — Dorf-Güll: Dr. Korten, Frankfurt. — Eberstadt: Beeres, Darmstadt.— Fauerbach v.d.L.: Lorch, Westerburg. — Ganrbach: Jung, Frankfurt. — Garben- tetch: Schultz, Frankfurt. — Griedel: v. d. Osten, Frankfurt. — Großen-Linden: Bock, Oberursel. — Grüningen: Wachsnmth, Frankfurt. — Lausen (Krs. Fdbg.): Schuster, Frankfurt. — Lausen (Krs. Gießen): Laus, Wetzlar. — Loch-Weisel: Langenbach, Bad-Nauheim. — Lolzheim: Neuhaus, Langen. — Inheiden: Kobold, Frankfurt. — Kirch-Göns: Langula, Frankfurt.— Klein-Linden: Denzer, Leppenheün. — Langd: Köke, Dehrn. — Lang-Göns: Fuchs, Mainz. — Langsdorf: Lolländer, Frank- furt. — Leihgestern: Eisentraud, Rüsselsheim. — Lich: Ostbelt, Weilburg. — Maibach: Müller, Idstein. — Münster: Nordmaim, Wetzlar. — Niedcr-Bessingen: Brück, Wiesbaden. — Nteder- Weisel: Dr. Scholz, Frankfurt. — Nonncnroth: Dr. Schnabel, Frankfurt. — Obbornhofen: Licht, Frankfurt. — Ober-Bessingen: Fischer, Auerbach.— Ober-Lörgern: Klostermann, Groß-Gerau.— Oppershofen: Wagner, Wiesbaden. — Ostheim: Viel, Frankfurt. — Pohl-Göns: W. Wagner, Frankfurt. — Rabertshausen: E. Becker, Darmstadt. — Rockenberg: Schütz, Bensheim. — Rodheim/Lorl: Keil, Buchschlag. — Röthges: Brunner, Frank- furt. — Ruppertsburg: Jordan, Offenbach. — Steinbach: Lcrr- eben, Bad-Schwalbach. — Steinheim: Althoff, Frankfurt. — Trais-Lorloff: Göbel, Frankfurt. — Lltphe: Gratz, Darmstadt. — Vtllingcn: Schäfer III., Vadenrod. — Watzenborn-Steinberg: Ruder, Frankflirt. — Wohirbach: Zimpelmann, Frankfurt. Sonntag, 11. Dezember, 20 Uhr. Assenheim: Althoff, Frankfurt. — Bad-N53 257 272 2$8 334 393 403 468 478 513 573 621 639 655 737 758 785 807 814 878 898 927 580 f4 072 127 152 160 263 301 445 476 522 587 627 786 867 888 927 968 59054 075 16o 214 226 249 325 328 395 435 492 514 609 615 661 684 733 7:38 810 811 878 901 931 955 60128 129 137 149 190 228 333 359 418 545 598 646 704 732 735 851 946 957 982 «1028 040 184 251 366 367 540 564 570 688 721 735 828 911 939 62030 148 151 217 236 279 322 328 351 471 473 622 670 830 876 931 946 982 63020 101 146 155 276 312 360 475 545 629 684 714 784 817 869 993 6 4007 034 081 157 206 216 320 358 430 473 517 533 537 553 624 832 853 873 983 989 994 65143 174 201 278 460 617 633 659 681 684 741 829 884 897 906 66037 094 123 318 324 395 404 443 454 689 758 858 881 990 67083 210 339 341 378 552 558 593 616 634 675 756 780 781 815 9:38 940 950 6 8079 119 158 175 222 252 269 277 286 460 575 756 764 963 61)087 166 171 178 207 399 430 449 504 542 597 6:36 649 676 745 894 919 981 70019 024 046 066 145 223 237 260 483 491 495 516 586 602 636 692 718 755 925 959 71014 039 225 255 274 308 361 428 446 615 726 780 832 852 910 924 926 967 999 72015 076 218 336 549 706 821 903 945 963 7 3004 010 016 025 150 163 244 322 327 353 381 391 411 455 460 508 514 548 724 828 866 990 7 4012 095 149 218 260 287 388 449 694 745 820 831 902 945 958 7 5000 091 098 130 137 220 244 322 332 395 561 669 703 850 853 76131 192 196 293 331 419 6:38 723 866 906 909 947 964 990 77115 125 211 219 245 353 407 441 469 506 538 569 572 586 662 695 735 781 834 848 931 78002 067 098 290 424 500 670 721 851 883 941 79082 205 246 280 314 324 370 SSO 386 464 488 505 555 580 605 691 758 791 820 932 947 972 80024 171 175 386 511 613 628 643 683 867 868 897 899 964 986 995 81190 214 276 286 453 520 541 591 771 893 900 938 951 964 82062 116 163 174 209 260 328 380 398 405 463 588 640 760 898 900 83151 175 309 331 396 496 526 558 565 582 654 684 715 769 876 971 84020 131 151 166 197 379 415 429 463 595 605 611 644 670 674 750 813 836 882 927 988 85041 069 189 355 404 478 527 595 619 774 80067 0X9 100 127 249 279 286 360 361 414 489 563 677 746 781 805 808 861 935 87047 055 101 110 157 303 307 317 339 436 503 588 637 714 742 750 783 864 88092 107 152 194 195 197 221 276 359 455 523 536 605 787 792 898 89049 135 160 222 242 243 268 338 389 405 569 637 663 728 940 978 997 Die gezogenen Nummern gelten für alle Gruppen jede# WeniUhctinitts. 8ei Jei Einlnsun weiden gezahlt für je 100.— RM. Nennwert der Auslosungsrechte 500,— RM., dazu 4*/»% Zinsen tür 131/« Jahre — 298,125 RM., zusammen 798,125 RM. Der einem Einlieterer auszuzahlende Gesamtbetrag wird auf volle Reichspfennig nach unten abgerundet. Die Zahlung ertolgt gegen Quittung und Rückgabe der Auslosungsscheine und eines gleichen Nennbetrages in * Sonderdrucke dieser Ziehungsliste sind zo beziehen vom Verlag der Allgemeinen Verlosungstabelle in Grünberg, Schlesien, (Postscheckkonto Breslau 12347) rum Preise (einschließlich Porto) von: I Stück 35 Pfg 2 Stück 65 Pfg., 3 Stück 95 Pfg.» 4 Stück !,Ä RM.. ■> Stück 1,45 RM., 10 Stück 2,70 RM.. 100 Stück 13»- RM. Der Einfachheit halber empfiehlt es sich, der Bestellung den Betrag in Briefmarken beizulegen. Bei größerem Bedari Preise nach Anfrage beim Verlag, 7954 V Einspaltige Kleinanzeigen werten zum ermäßigten Grundpreis von 5 Df. für Die JUfUimeteri rette veröffentlicht aus guten Stoffen, ganz gefüttert, gute Verarbeitung, gute Paßform, in vielen Farben 14.90,17.90 19.75, 25.— 29.75, 35.— 39.—, 45.- FraoeonröDlel KindermiinieJ Manlelsiohe in verschied. Arten 150 breit 2,95, 3.90 5.50, 6.75 Kleiderstoffe einfarbig und gemustert 0.95, 1.35 1.95, 2.75 Ferner haben wir Extra- Angebote in Taschentücher Schals Handiohnhe Strample Unterröcke Hemdchen Hemdhosen Sohlt, ptor Bettinlett nsw. ManfiedVob GIESSEN MarkW Versteigerung Das Inf.-Rgt. 116 versteigert am Montag, dem 12. Dezember 1938, 11 Uhr, auf dem oberen Hof der Bergkaserne (Sicher Straße) meistbietend gegen bare Bezahlung S Irrsvßevde Verkaufsbedingungen und Nationale der Pferde Können beim Regiment eingesehen werden. 78G9D 52 E . 2- Ouv S c SW* ti-5 - Ö 2 N ■2 »2 £ A C <3 -e-e AL ~ c £ < 3^2 3 $■ ef 5 v 5. 615 $5 L s 3 V.ZL. 6 SS-S' * e £ M? - =