MV ßj I •I; >?,<; Dienstag, 9. August M8 188. Zahrgang Itr. 184 Erstes Blaff Neue Mordtat der tschechischen Terroristen deutschtum. — Täglich o s 5 i- <_« 5 • - rP 2^ "3 3 2 3 3 && 2 •* 3„ Marschall Aalbo. Einer Einladung des Generalfeldmarschalls G ö - r n g folgend trifft der italienische Lustmarschall a-n heutigen Dienstagnachmittag in Berlin ein. Während seines mehrtägigen Aufenthaltes in Berlin wird Marschall Balbo auch Uebungen der Was gedenkt Prag zu tun? Es geht um die Ordnung im Staate und um die Zivilisation. ttschemt täglich, außer Sonntags und Feiertags feflagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monat$:Be$ugspreis: fjlti 4 Beilagen RM.1.95 9hne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . , -L5 ^ch bet Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschluffe Oitcr Sammelnummer 2251 knschrist für Drahtnach- rd)ten: Anzeiger Gietzeo Postscheckkonto: jranffurl am Main 11686 suchungen stattfanden, schleppten Beamte der tschechischen Polizei ihn in einen Raum des Bodenbacher Bahnhofes. Dort mußte sich der Turner dann ausziehen, wo zwei Beamte seine Kleider durchsuchen. Bei dieser Durchsuchung schlugen die tschechischen Beamten gru n d l o s dem Kranken mehrfach ins Gesicht. Gleichzettig zerrissen die tschechischen Beamten das Festabzeichen des Breslauer Turn- und Sportfestes und eine Karte mit einer Sondermarke und einem Sonderstempel, die der Turner als Briefmarkensammler mitgenommen hatte. Der Polizeiarzt, der den Tur- ner^noch vor seiner Weiterfahrt untersuchte, konnte noch nach mehreren Stunden Schwellungen am ^ochbe?n feststellen. Bei einer späteren Gegenüberstellung mit den Zollbeamten erkannte der Turner offtF XvM zsacag. 3 01 ro iE 2 »=3 3 t«, S’Os'1 * o ° gSgjS o 3—" 6 C ’ -,2.^ wj* 2. er or 2 d' s- n^o = = C„® = inSOO® .C,v-n3 5 . O p s. o -t ®-crro 3 ’S tir 2 » 2 <4 NE )" 2 » ! 2 ^3 13 y> 3 3 h 2* 111 Berlin, 9. Aug. (DNB.) Zu den in den letzten Tagen wieder gehäuften Ausschreitungen tschechischer Rohlinge g e g e n.S u d e t ende u t s ch e schreibt der „Deutsche Dienst" u. a.: Die lange Kette der gegen das Sudetendeutschtum gerichteten tschecho-slowakischen Drangsalierungen, Mißhandlungen, Drohungen, darunter auch bestialische Morde, wurde von mordlüsternen Gegnern der Sudeten deutschen um ein neues, sehr schweres Glied ergänzt. In der Nacht zum Montag ist ein blühendes Menschenleben, der 28jährige Sägewerksarbeiter W. P a i e r l e, ein Sudetendeutscher, e r st o ch e n worden. Was läßt mehr als die Tatsache der vier Stiche, deren wohl jeder tödlich wirken mußte, auf den bestialischen Charakter der Tat und den Haß der Mörder schließen? Eine Uebermacht hat sich über drei Sudetendeutsche hergemacht; Paierle blieb das Opfer des wahnsinnigen Ueberfalles, er mußte verbluten für einen wahnsinnigen Haß, der gegen sein Volkstum gerichtet ist. Die tschechischen Bajonette, die sich vor einigen Tagen gegen die sudetendeutschen Teilnehmer am Turn- und Spartest in Breslau richteten, der beispiellose Roheits- akt gegenüber einem schwer kranken Turner, die Verprügelung' eines ahnungslosen sudetendeutschen Motorradfahrers in Unter-Polson, die Schießübungen tschechischer Soldaten auf deutsche Bauern am 5. dieses Monats bei Mittel-Langenau, die Mißhandlungen des suüetendeutschen Abgeordneten Dr. Eichholz durch tschechische Beamte, der nächtliche Ueberfall auf den deutschen Arzt Dr. Stelzig in Prag und ähnliche „Heldentaten" der letzten Tage — all diese Gemeinheiten scheinen den tschechischen Haß nur wenig befriedigt zu haben. Die endlose Drangsalierung mußte eine neue kräftigere Unterstützung erfahren, nachdem man wohl angenommen hatte, daß das schändliche Verbrechen der tschechischen' Polizisten vom 21. Mai an den Sudetendeutschen Böhm und Hofmann schon etwas weit zurückliege. Die Liste der Ueberfälle und Mißhandlungen — selbst wenn man sie nur auf einzelne grobe Fälle beschränkt — ist sowohl der Tatsache als auch des Umfanges wegen geradezu empörend. Sie ist ein laufendes Band frechster und gemeinster herausforderun- gen, die nur jemand hinnehmen kann, der sich die pflicht gestellt hat, ruhig und besonnen zu bleiben. Eine wahre Engelsgeduld ge- hört hierzu. Ob aber ein Mensch fähig ist, auf die Dauer solche gleicherweise widerlichen und herausfordernden Dinge hinzunehmen? Mit Bewunderung schaut man auf die Sudetendeutschen und ihre Haltung. Daß aber nach allem, was tschechischer Haß in den letzten Monaten hervorgebracht hat, die Erregung glimmt und nur durch eisernen Willen zurückgehalten werden kann, das wird auch der Allerneutralste in der Welt begreifen müssen. Wo irgendwo auf der weiten dieser Ratschlag höchst überflüssig ist, Diel', mehr wie Hohn wirken muß, da er aus tschechischem Munde kommt. Haben doch die Tschechen bisher alles getan, ihren Nationalitätenstaat in einen Zu- stand ewiger Unruhe, Aufregung und Zersetzung hineinzuführen. Aber nicht genug damit, die Tschechen haben es nicht einmal für nötig gehalten, wenigstens während der Anwesenheit Runcimans ihren Kampf gegen die Sudetendeutschen einzustellen. Im Gegenteil: Heute ergießt sich über unsere deutschen Brüder und Schwestern jenseits der Grenze eine neue Terrorwelle, die sich in Ausschreitungen aller Art äußert. Die aus Breslau zurückgekehrten Turner können ein besonders lebhaftes Klagelied über die Belästigungen, Schikanen und brutalen Handgreiflichkeiten fingen, denen sie bei der Einreise ausgesetzt waren. Der fromme Augenaufschlag der Tschechen und ihr salbungsvolles „alles in Ruhe" ordnen, verfängt bei uns nicht mehr und, wie wir hoffen, erst recht nicht bei dem Engländer, den die tschechischen Chauvi- nisten und die für alle Grenzverletzungen verant- wörtliche Kriegspartei lieber heute als morgen wieder außerhalb des Landes sehen möchte. Peinlich für die Tschechen, daß gerade jetzt, am Beginn her neuen Woche, die „Time s" die bisherigen Vorschläge der Prager Regierung nacheinander behandelt und als unzureichend und unzulänglich hinstellt. Aber das ist in den Augen der Tschechen nur eine Panne, über die man am besten schweigt, um van der bisherigen Linie, die jetzt dem englischen Lord anempfohlen wird, nicht abweichen zu müssen, e „alles in Ruhe zu lösen". Es fragt sich nur, ob Runciman, von dem die „Times" sagt, daß er Der richtige Mann für die ihm gestellte Aufgabe sei, bereit ist, einen Lösungsvorschlag zu machen, wie ihn Prag sich wünscht. Er weiß sehr gut, daß er m diesem Falle erst gar nicht die Reise, an die Moldau hätte anzutreten brauchen. Denn nicht um die tschechischen Wünsche, sondern um die Erful l u n g verbriefter Rechte und um die Berucksichtl- gung eherner Lebensgesetze der übrigen Nationalt- täten geht es. Sbt- 1S? . sc? -SS > C 5 3 x 2 * putschen Luftwaffe beiwohnen. Marschall Balbo wird von dem gesamten deut- . - $ h Ttfierfio- shen Volke herzlich begrüßt, denn in ihm begrüßen Prag, 8.Aug. (DNB.)) Der in ver siy cy i ir einen der tätigsten und begabtesten Vorkämpfer Slowakei amtlich geduldeten Hetze gege s Faschismus, einen Mann, der j)urch fliegerische die SDP., die die gesamten politischen Gegner der roßtaten sich einzeichnete in die Geschichte der Partei des Sudetendeutschtums zu immer neuen Ge- (iegerei. Darüber hinaus aber ist dieser enge Mit- walttätigkeiten gegen deren Anhänger aufstachelt, ist :mpfer des Duce ein aufrichtiger Freunds ^er Rächt zum Montag wieder ein blühendes WWW ' Menschenleben, der Angehörige der SDP. W. paierle, zum Opfer gefallen. paierle befand sich in der fraglichen Rachl mit seinen Kameraden K u ch l e r und Schwarz im Gasthaus herrer in Glaserwald im Bezirk hartmanih im Böhmerwald. Zwischen ihnen und 14 anwesenden Tschechen, denen sich ein tschechischer Finanzbeamter zugesellte, kam es zu Meinungsverschiedenheiten, woraus sich der Gastwirt veranlaßt sah, die Tschechen aus dem Lokal zu weisen. Rach einem kurzen Wortwechsel verließen sie das Lokal. Als sich die drei SDP.-Leute eine halbe Stunde darauf auf den Heimweg begaben, wurden sie unweit des Gasthofes von den zuvor aus dem Lokal Gewiesenen übersallen. Bor der Aebermachl versuchten sie sich durch Flucht zu retten, paierle kam jedoch hierbei nur noch etwa 100 Schritt fort, von Messerstichen getroffen, brach er st erbend zusammen und wurde später von dem Lehrer Rusa aus Glöckelberg tot ausgesunden. Der Ermordete wies insgesamt vier Stiche auf, einen hatte er in die linke Seite, einen in die rechte Seite und zwei Stiche in den Rücken erhalten. Der erstochene paierle ist 28 Jahre alt und Sägewerksarbeiter. Seine beiden Kameraden sind ebenfalls Arbeiter. Der Täter konnte noch nicht sestgesteltt werden. Im Zusammenhang mit der Bluttat sind 1 3 Personen fe st genommen worden, die sich zur _ ... .. . Zeit noch sämtlich bei der Gendarmerie befinden. Deutschlands, und die Sympathien, bie e Mord an dem sudetendeutschen Arbeiter Ftuftmarfcfjall für uns empfindet, werden ebenso paierle hat sich mit Windeseile im Böhmer- erzlich erwidert. n> a (b g e b i e t hcrumgesprochen. Die Bevölkerung . Der itllllemlche^Faschismus und de italiemlche 3utiefft getroffen, insbesondere, als zu- iiiftwasse sind ohne die intensive SÄitatb 3 Don Ausschreitungen zuchtloser tschechischer Dalbos nicht zu denken. Er hat, jetzt s 3 9 9JliIilärper|onen an verschiedenen Orten berichtet fahre alt, im Kriege als 8re’™lU'Ser_ be‘ “en. wird. Die Menschen gehen bleich und erschüttert ein- dpeniagern alle Schlachten mttgemacht. Dann trat mif|en fie bod) nicht, wer von ihnen der nächste |t zur Stiegertruppe über Nach tien S 9 ie, i[t. Jeder, der aus seiner heimatbewußten Haltung i I Doktor der Nationalökonomie. Von 1915 an sei hehl macht, muß setzt das schlimmste von den I>r eriten 3uiammentunft mit muRoInn,«:re Laienben tschechischen Störensrieden befürchten. ner der.begeistertsten Vorkampser des Duce. Er der Feldarbeit fühlt sich niemand mehr II dem Italienischen Führer die ganze Po-Ebene l.^^ Dörfern stehen di- Menschen in Ir-s Mailand erobert Vs?b dort z m f . Kruppen zusammen und besprechen das neue Ver- ^ue italienische Wirtschaftsordnung auf k°rp°r° das die Kette der Oualereien und Beun- üoer Grund age ausgebaut. Daneben L ruhigunqen, denen die Sudetendeutschen in der I»sr°rbe,t als Schriftleiter d,e daraus basierte, W tselMi,-,l°w°kischen Republik nunmehr seit zwei Wner "der^lNer Muschllni, de^Vecchi, de? Bono Jahrzehnten ausgesetzt sind, ohne Unterbrechung |mb Balbo — trat er den Marsch auf Rom an, der fortgesetzt. Ic-n 22. Oktober 1923 Mussolini die Macht gab . NZpltpl'P P l Bedeutsam ist, daß er öpr Schöpfer der Maliern-1 AvUlilv Q/vIvUllUUu Ilgen Massenaviatik wurdd. Im Winter 1930/31 , 8 Aug. (DNB.) Sonntagabend fuhr der I ^«querte Balbo mt 12 Kroßflugzeugen den Allan- s*betenabeut[d)e ä^^ert Fiedler aus Unter. | 'Wen Ozean und flog nach Rio de Janeiro. Im E im Jsergebirge mit seinem Motorrad von Zemmer 1,33 unternahm er mtt 24 Samni6=Ia[ kommend beim Gasthaus „Zum blauen len N°i-.atlantik-Geschwaderslug, der den Rhei ^^er-Polaun vor. Ein- Gruppe von iMang bis Amsterdam ging, bann über 3‘tanS |ärmen6en Tschechen, die im Gasthaufe gezecht snd ^l°nd Labrador erreich - von dort aus nach Dor bem Hause. Als d,e Tschechen, unter 9le^or1' hbanh 3TLnbh rml2 Tu öenen sich auch zwei Soldaten befanden, des Motor- -nd Lissabon führte, bis das Geschwader am 12. Juli , > ansichtig wurden, der weiße ©trumpfe IM in Ostia, Roms Seehafen landet^ D-efer ^lug rao, kommt fchon wieder ,° ein iieigteoor allem der angelsachMen Welt daß Am, ^^,^„^0wece!" Kaum hatte Fiedler das Motor- oen, wie zu Lande und zu Wasser, auch m oer Stehen gebracht, als er von der Gruppe Zuft sich selbst gefunden hatte und emem ita= ^^n ü b e r f Q U e n wurde. Er erhielt zuerst em chen Sprichwort, "seme Sache alle n mache einen'^aufWag 'in5 Gesicht, dann wurde er vom . Balbo wurde zum ^uf/marschall ernannt. gerissen und zu Boden geworfen. In biefer Als im Herbst 1933 Mussolini das Luftfahrt^ er unter Schmährufen aus das gröb- Nimisterium und das Marmemimsterlum selbst aber L 9 mißhandelt. Schließlich rissen tue ^hm ging Balbo als Gouverneur nach Liby° s Tschechen dem Mißhandelten Schuh- und Strümpfe Lott schuf er in sunftahriger Tätigkeit eure muster (Bleiet, darauf verschwand die Bande auf PÜUtgc Kolonie. Aus der Sandwuste wurden du ch ö Lastauto wobei sie die zerrissenen Strumpfe i Anlage artesischer Brunnen fruchtbare Ges lde, ° "/m » $orf)er, gegen 18 denen er den lieberschuh der °°rnehm.ch fud mo - « bi^[ben Tschechen junge Turner 1 ^aliemschen Bauernfamilien ansiedelte. Die grotze 1 Spielplatz' des Deutschen Turnvereins ! Straß- an der ägyptischen Grenz- wurde gebaut ^pu^p h^t- ein junger Turner I imd vollendet, die Städte mit den nwdernsten H Faustschlag gegen di- Nieren erhalten. Gegen Äs, Straßenzllgen und ^u (emnr*,"<®b"teSm” rb Me Unbetannten wurde die Strafanzeige erstattet, chen, kurzum: wenn der Luftmarschall den Arne einem Sonderzug der Sudetendeutzchen Tur- I ^ern und Engländern gezeigt hatte, daß der 6 -ber au5 Breslau über Bodenbach zu- | Sjismus in Öer 2uft eine gewaltige W.ad)\ W I ein erkrankter i«n ijt, ,0 3eigte $alba in Cibyen, %Mnab- H u n g e r Turner Man hat ihn nur unte< j Betätigung des imperialen Italien mit Mavnay . ^rigfeit«n im Krankenabteil des Zuges trans- I len arbeitet, denen das alte Ko onialvolk der V ^ren können. Als in Bodenbach die Zollunter- | l'N Nichts Aehnliches entgegenzusetzen hat, weil oie . stattfanden, schleppten Beai -utischen Kolonialgepflogenheiten einer oergange-liuajunti i - ' Ixen Zeit angehören. Im Krieg um Abessinien war I Libyen unter Balbo einer der strategisch wichtigsten | «unkte des Faschismus. . , , , I 9talo Balbos Besuch in Deutschland erfolgt auf I - inladung des Generalfeldmarschalls Göring. Der | hervorragendste Organisator der italienischen Lust- I ®Qffe wird finden, daß die deutsche Luftwaffe unter I «eneralfeldmarschall Göring in kurzer Zeit zur I «ollendung gelangte, und der Gouverneur von X,v I Aen wird empfinden, daß Großdeutschland als I '^nziges großes Volk ohne Kolonialbesitz den An- I ^ruch auf das Geraubte hat, weil es — diszipli- I >ert, arbeitsfreudig und ehrlich — erst dann voll I ^rstdigt ist, wenn ihm seine geraubten Kolonien I Nirückgegeben werden. rt> „Alles in Ruhe lösen.. Mit diesem Ratschlag sucht ein Prager Blatt dem in das Hotel Alcron zurückgekehrten Lord Run- c i m a n den Weg für die Besprechungen der neu angebrochenen Woche zu weisen. Wir finden, daß London Siotieni fylt selbstverständlich kein Mensch ge- ausgestreut! Aber das glaubt. Wenn man erst die Zone der großen Stadt hinter sich hat, spürt man die Landluft, und Annas hübsche blaue Augen strahlen dann. Bis jetzt hat sie es noch keinem Menschen anvertraut, wie gern sie auf dem Lande lebte. Was hätte das auch für Zweck? Man würde nicht verstehen, daß sie, die so ganz allein stand im Leben, nicht heilfroh war, so gut und sicher untergekommen zu sein. Aber die Sehnsucht nach dem Landleben mußte ihr wohl als Erbteil von Mutters Vater her im Blute stecken, dessen schöner Hof an Fremde gefallen war. Einige Male halle man bei solchen Fahrten den Besitzer Krekow besucht, ausgezeichneter Kunde und zuverlässig in seinen Zahlungen. Als Anna Mewes zum ersten Male die Kontobücher durchstudierte, war ihr sogleich ausgefallen, daß sich auf den Krekowschen Seiten nie ein Debet befand. Auch auf dem Hof und in den Ställen blitzende Sauberkeit und tadellose Ordnung. Und ein netter fröhlicher Mensch war dieser Heinrich Krekow zudem. An die Vierzig wohl schon, aber mit jungen Augen und straffem Gang. „Heiraten? Ach nee! Vorläufig noch nicht!" halle er einmal zu Annas Chef gesagt, als der ihn in ihrer Gegenwart scherzhaft fragte, ob er denn auf dem Hof und in der Wirtschaft und überhaupt ohne Frau ausküme. Mit ernstem Gesicht hatte er dann zum Stubenfenster gedeutet, wo ein weiblicher Kopf sich über eine Handarbeit zu beugen schien. „Solange meine Schwester kein anderes Unterkommen findet, muß ich für sie sorgen. Tue es gern! Gott -sei Dank ist sie ihren Schuft von Mann jetzt los! Geschieden. Und zwei Frauen auf dem Hof? Lieber warten, bis meine Schwester innerlich so weit ist, daß sie sich nach einer neuen Ehe umsieht." Das war damals. Seitdem ist Anna Mewes wohl noch ein oder zweimal mit Heinrich Krekow zusammengetroffen, immer in Begleitung des Cl)efs, und viel geredet hat niemand mit ihr. Aber gedacht hat sie oft an alles, an die Arbeit da draußen und an seine luftigen blauen Augen. „Schwer haben's doch wir Mädels! Nicht einmal merken lasten dür- ft Hugo Eckener, «tonnte deutsche M Rriebssührer des L Michshafen, volle ’O. Lebensjahr. tums gegen die Mittelmächte gewinnen muhte. Als Belohnung wurde damals Palästina nicht nur den Arabern, sondern auch den zionistischen Juden versprochen. Den in diesem doppelten Versprechen liegenden Konflikts- möglichkeiten glaubte England künftig dadurch begegnen zu können, daß es die bekannte Devise des „Teile und herrsche" auch in Palästina zur Anwendung brachte. Denn es stand in London von vornherein fest und wurde durch die Nachkriegsentwicklung noch bekräftigt, daß Palästina in Wirklichkeit weder den Juden, noch den Arabern, sondern den Engländern gehören müsse. Als Landbrücke nach Indien, wie als Schlüsselstellung des Seeweges nach Ostasien hat Palästina in der Tat eine lebenswichtige Funktion im Rahmen des Empire zu erfüllen. Das ganze strategische System des größten Reiches der Erde müßte zusammenbrechen, eine der stärksten Bastionen der weißen arischen Rasse überhaupt würde verschwinden, wenn England die politisch-militärische Oberaufsicht über das kleine Land am Jordan verlöre. Ist es da ein Wunder, daß sich an einem solchen Schnittpunkt weltweiter Interessen die glimmenden Funken eines verheerenden Kleinkrieges sehr leicht entzünden können? Man könnte sich vorstellen, daß Eygland, um die dauernden, seine militärische Kraft und sein moralisches Ansehen erheblich belastenden Unruhen ein für allemal zu beseitigen, gleich Alexander dem Großen, den gordischen Knoten einfach so durchschlüge, daß Palästina entweder den Juden oder den Arabern zugesprochen wird. Die machtpolitischen Voraussetzungen für eine derartige Radikallösung wären wohl vorhanden. Wenn die Londoner Regierung trotzdem diesen Weg nicht einschlägt, sondern mit Kompromißversuchen, Teilungsplänen, Drahtverhauen und polizei-militärischen Vergeltungsmaßnahmen ziemlich unglücklich operiert, so liegt das eben daran, daß England auch heute noch — oder heute erst recht — auf beide Teile, auf Juden und Araber, Rücksicht nehmen zu müssen glaubt. Es fehlt in London der Mut zur Entscheidung. Fehlt auch die Fähigkeit dazu? Diese Frage kann und soll hier nicht beantwortet werden. Es ist aber gewiß, daß der jüdische E i n fluß, der während der letzten Jahre an man- „Na, Fräulein Mewes? Sie schlafen wohl?" ertönt plötzlich des Chefs belustigte Stimme. Sie schreckt auf, stammelt eine Entschuldigung und dann gleitet ein strahlendes Leuchten über ihxe Züge: neben dem Chef steht Heinrich Krekow! „Das einzige Mannsbild, das aufzutreiben war", sagt der Chef,' „und nu' mal ran!" Schon bückt er sich zum defekten Hinterrad herab. So sieht er nicht, mit welchem Ausdruck von glückhafter Ueberraschung die beiden sich die Hände reichen. Später haben sie immer geschmunzelt, wenn von Reifenpannen gesprochen wurde, und an ihrem Polterabend ist in einer Ulkrede behauptet worden, Heinrich Krekow habe an jenem Tage spitze Nägel fen wir es uns, wo wir hinmöchten, w^nn wir fühlen, wo unser Platz wäre im Leben, den wir ausfüllen könnten mit Begeisterung und mit echter und aufopfernder Liebe." — Seit die neue Reichsautostraße das Dorf umgeht, nimmt der Chef immer den kürzeren Weg. Keine Hoffnung, daß man bloß mal so zum Guten-Tag- Sagen bei Heinrich Krekow mit heranführe. Krekow bestellt immer rechtzeitig, außerdem hat man Eile, es gibt genug Säumige, denen man sich in Erinnerung bringen muß, wenn man Geschäfte Neuerwerbungen des Frankfurter Goethehauses. Oie Panne. Von Charlotte Kühl. Anna Mewes ist nun schon sechs Jahre bei Müller & Sohn, Düngemittel en gros und en detail. Dem Chef ist ihre Kraft unentbehrlich, und manchmal nimmt er sie mit hinaus auf die Dörfer. Sie sitzt dann neben ihm im Auto und notiert immer gleich die aufgegebenen Bestellungen. scheidung ersucht haben. Wieder jüdische Terrorakte. Jerusalem, 8.Aug. (DNB.) In Tiberias waren heute wieder j ü dische Terrorist e n die Geldmacht des Internationalen Judentums mit seinen bolschewistisch-chaotischen Neigungen ein besserer Bundesgenosse für das Empire sein wird als die noch ungebrochene Volkskraft der arabischen ---- Ev. Fast täglich liegen Berichte vor über Mordtaten, Feuergefechte, Terroraktionen, Bombenattentate und Ueberfälle in Palästina. Mehr als 150 Tote und viele hundert Verwundete stehen allein auf der Verlustliste des vergangenen Monats. Diele tausend Mann britisches MUitär bereiten sich zu einer neuen Expedition ins „gelobte Land" vor, und dennoch nimmt die Spannung in diesem Unruheherd immer noch zu. Nach einer Meldung aus Kairo find jetzt die gesamten arabisch-rnuselmanr- chen Völker zum 7.Oktober zu einem Allarabl- chen Palästina-Kongreß in die Hauptstadt Aegyptens gerufen worden, wo über die Lage in P a - löst in a beratschlagt werden soll und wo man Hilfsmaßnahmen für die unterdrückten.Araber be- chließen will. Nicht nur die englische Regierung, andern die ganze Welt blickt auf den verstärkten Aufmarsch der Gegner, auf diesen Zusammenprall völkischer Leidenschaften und machtpolitischer Interessen in einem kleinen orientalischen Land, das neben fruchtbaren Niederungen auch große öde Wüstenflächcn aufweist und dennoch nicht größer ist als die deutsche Rheinprovinz. Die Hartnäckigkeit und Erbitterung, mit der die drei streitenden Parteien — Engländer, Araber und Juden — um die Vorherrschaft in Palästina kämpfen, wird sofort verständlich, wenn man sich an den Ausgangspunkt dieses Problems erinnert. Die P a - lüstinafrage, wie sie sich heute darstellt, entstand in einem der kritischsten Augenblicke, die die Geschichte des brllischen Imperiums aufzuweisen hat, nämlich im Weltkrieg, als England, um die höchste Gefahr für seine Existenz abzuwehren, gleichzeitig die Hilfe des internationalen Judentums und des Araber- gnglanb tann' Landon, 9.Aug. jung des auftralistl ja seine (Finör; t! bei den London« knben. Die „Tini < ’ittcis über Deutsche ■ verständnisvoller tonet als Beispie K hassen könne, d men Weltteiles 2 limm ohne finnij jtonaffityafiffldje W M sie sich in fyen Jipen englifd)en N|Mti betoimbere an ad^°kuitschaft, fid J JWitonen, u ß’Jiiienen. l 1 W # Times", n)i s'Meift der Diszip T'TO Teletzra 2 Nonbern, rons T- ^e Engländer ä •Mmtn, wonach bt 93Dom Opferg ftn ju lernen friedliebende Sudetendeutsche, andererseits haßerfüllte Gegner — nicht zu kraß, um überhaupt an eine Vermittlung denken zu können. Hier ist schließlich auch nicht mehr ein Minderheitenproblem zu lösen, denn es geht um die Ordnung, die Verfassung des Staates als solchen, die derartige Zustände zulaßt. Dank der Tschechen ist das „Minderheiten- problem" eine europäische Frage großen Stils geworden, eine Angelegenheit der Zivilisation, ja ein Problem des Friedens der Welt. Tief muß in diesen Staat und seine Ordnung hin- eingegriffen werden, wenn man neues und größeres Unheil vermeiden will. üunciman studiert Dokumente. Prag, 9. Aug. (DNB.) Lord Runciman ist am Montag von Schloß Saar, wo er das Wochenende verbrächte, nach Prag zurückgekehrt. Am Nachmittag studierte er mit seinen Mitarbeitern die der Mission vorgelegten Dokumente. Der Ministerpräsident veranstaltet zu Ehren des englischen Vermittlers und seines Stabes am Dienstag ein Diner. Mr. Ashton Gwatkin, sowie der englische Gesandte in Prag, Newton, verbrachten das Wochenende in Karlsbad. Scharfe Kampfansage an Prag. Pittsburger Dokument nach Amerika mitgenommen. Preßburg, 9. Aug. (DNB.) Arn Montag trat der Führer der slowakischen Abordnung aus Amerika, Dr. H l e t k o, von Rosenberg aus die Rückreise nach Amerika an. Das Original des Pittsburger Vertrages führt er wieder mit sich. Vor seiner Abreise nahm er Abschied von dem greisen Führer der Slowaken, Pater Hlinka. Dr. Hletko stellte beim Abschied fest, er habe die Verhältnisse gründlich studiert und festgestellt, daß die Beschwerden der Slowaken in der Tschecho-Slowakei vollkommen berechtig seien. Es sei notwendig, den Kamps noch schärfer zu führen. Er werde die Slowaken in diesem Kampf durch verschärfte Aktionen aus Amerika unterstützen. Pater Hlinka erwiderte darauf: „Wir müssen hier noch kämpfen, denn das slowakische Volk ist ohne Rechte. Man beschmutzt uns, man schlägt uns, aber trotzdem gehen wir nicht in die Knie. Gerade jetzt erheben wir.das Wort, die Waffe für unser Recht. Wenn es notwendig sein wird, werden wir uns auch schlagen. Wir haben ein klares Ziel und sind einig. Ein Ziel, ein Dolkswille führen uns, und wir werden siegen!" Fährt Krosta nach Neuyork? ^Morgen begann MfS, wo er wfni Hj® und Sta t30 Sammer und r5 teil und i jungen von v iZt'gte er eh» pruppem^ > für n chen hohen Amtsftellen in London vorherrschend gewesen ist, nicht wenig dazu beigetragen hat, die Lage in Palästina zu v e r s ch a r s e n. Bezeichnend für die gegenwärtige Situation im gelobten Lande ist das überaus starke Anwachsen der sogenannten Neuzionisten, einer redikalen jüdischen Bewegung, die eine jährliche Einwanderung von 150 000 Juden fordert und nicht nur ganz Palästina, sondern auch das benachbarte Trans jo rdani en für die jüdische* „Besiedlung" beansprucht. Die Neuziomsten ober Revisionisten, die angeblich über 700 000 Anhänger verfügen, und öffentlich die Anwendung von G e w a l t, d. h. also den Terror predigen, haben übrigens eine starke moralische Unterstützung durch den bekannten englischen Labour-Abgeordneten Oberst Wedgwood erfahren, der es mit feiner Würde als ehemaliger Minister und Mitglied des Geheimen Staatsrates für vereinbar hielt, durch einen Brief die Palästina-Juden zum passiven und illegal bewaffneten Widerstand gegen die englischen Behörden aufzufordern! An der zunehmenden Zahl der jüdischen Terrorakte und der arabischen Todesopfer läßt sich die Wirkung dieses in hunderttausend Flugblättern verbreiteten Schreibens deutlich genug siegt diese Quelle einmal, so wäre der ganze Juden st a a t im Handumdrehen pleite. Dazu kommt der Widerstand des Arabertums, bas sich von den Juden weder ausplündern, noch als Bedien st etenvolk mißbrau- ch e n, noch seinen Grund und Bodenbesitz abkaufen lassen will. So sind der jüdischen Expansion im vorderen Orient, die ja auf nichts anderes als auf die Ausbeutung berbort wohnenden Döl- Eer hinzielt, natürliche Grenzen gezogen, die auch England berücksichtigen muß. Denn hinter den valä- stinensifchen Arabern steht die ganze islamische Welt, die zwar politisch nicht geeinigt ist — die panarabische Idee ist immer noch ein bloßes Schlagwort — die aber doch von einem eigenen, über alle Staatsgrenzen hinweg reichenden Nationalismus schon erfüllt ist. Mit diesen Ländern und Mächten, mit Aegypten, Transjordanien, Hedschas, fernen, Syrien und Irak wie auch mit den mohammedanischen Indern, aber darf England es nicht verderben, wenn es den Durchgang durch die zwischen Afrika und Asien liegende Ländermasse auf die Dauer sichern will. Der Kamps um Palästina hat sich jetzt so zuge- spitzt, daß man in London um eine Entscheidung in dem einen oder anderen Sinne nicht mehr her umkommen wird. Dabei ist es sehr die Frage, ob gen erlitten. Unmittelbar daraus explodierte in einer anderen Straße eine wettere Bombe, durch die jedoch glücklicherweise niemand verletzt wurde. Eine dritte Bombe konnte noch vor der Explosion un- ganze Reihe wichtiger Goethe-Erinnerungen envom den und dem Museum einoerleibt werden. Doi Goethes Malerfreund Philipp H ackert, dem er in Italien begegnete und von dem er mehrfach 1 schrieb, konnte ein frühes, aber sehr gutes Bild | erworben werden. Es ist ein Meerstück „Hafen von i Neapel" mit gut komponierten lebendigen Gruppes- Ferner ist neu das Bildnis eines Mannes aus ban Kreis Goethes. Es ist der Berghauptmann vo-i Tebra, den Anton Graff 1808 gemalt hat. Dsc Berghauptmann, der auf dem Bild feine schmM schwarze Berghauptmanns-Uniform trägt, war be geologische Berater Goethes. Neu sind auch M gute Landschaften von Friedrich Preller (kJ* bis 1878). lieber das eine der beiden Bm>k „Bäume im Sturm", das die Stimmung des U*' j wetters wiedergibt, Ijat Goethe sich zu Eckermono 1 geäußert: „Ich bin gewiß, daß Prellern einst oc» Ernste, Großartige, vielleicht auch das Wilde gM vortrefflich gelingen wird." Als lebendige CEtin** | rung an Goethes Weimarer Zeit wurde ein von Ferdinand Jagemann (1780 bis 182*J' . „Spielende Kinder im Weimarer Park", erworben j Als Leihgabe, deren Erwerb aber vorgesehen 1 sieht man noch ein Bildnis Johann Heinr. 3Uf *' b e i n 5 , „Der Maler mit seinen Töchtern", (Hw Ebenfalls als Leihgabe bewundert man eine ®uii* von Clemens Brentano, die Friedrich Tieck o* macht hat. Es ist eine Porträt-Plastik, die ju H schönsten der klassizistischen Zeit zählen dürfte. Aut andere kleine Erinnerungsstücke wurden dem Pu»'^ kum erstmalig zugänglich gemacht. So sieht m3T jetzt die von dem Geigenbauer Eugen Spre»j q e r in Frankfurt wieder hergestellte Gitarre b- Marianne von Willemer, die chr auf der lienreise geschenkt wurde. Sie hat sogar Saiten erhalten und-ist spielbar wie zu Marianne- Zeiten. Ebenfalls ganz neu ermatten ist ein ru zückendes Porzellan-Service aus Weimar. Die go c ( umrahmten Taffen, Kanne, Dose und Milchkanr zeigen alle auf der Vorderseite schöne farbige * anfichten von Weimar und bedeuten eine mertoc Bereicherung der Porzellan-Sammlung des Hauses. Im kürzlich originalgetreu hergenchte- Comeliazimmer hat man eine Büste der Lili aufgestellt. Die jeden Beschauer unmtttel^ anrührende Plastik ist das Werk des Munch Künstlers Heinrich Wirsing. ' »«, 8. Nug. (2 ! -Icheu Armeekorps । Em in der fofffi * Aufbau der 2 Hexenkessel Palästina - ernste englische Sorge Oie schweren Folgen eines doppelseitigen Versprechens. machen will. Anna Mewes klopft richtig das Herz, als der Kirchturm auftaucht. Kurz vor dem Dorf wird also der Ches links abbiegen. Immer unruhiger wird sie. Soll sie doch noch schnell einen Vorschlag machen? Aber welchen? Die nächsten Sekunden müssen die Entscheidung bringen. Ihr Blick ist unablässig aus das Steuerrad geheftet. Jetzt, jetzt gleich wird sie wissen, ob sie Heinrich Krekow wiedersieht oder nicht! — Da ... vollziehen des Chefs kräftige Hände die Drehung nach — links, — und schon gleitet man auf der neuen schönen Prachtstraße dahin. Das Dorf bleibt rechts liegen. Eine merkwürdige Leere entsteht in Annas Herz. Es soll aber nicht sein, denkt sie, fühlt sich plötzlich erschöpft und müde, ach, so müde. Schlafen während der langen Fahrt! Und für ein Weilchen schließt sie die Augen, gibt sich dem Gefühl des Gleitens hin, diesem Rhythmus der vollendet gebauten Straße. Es soll nicht sein, es soll' nicht sein, denkt sie unaufhörlich. Plötzlich ein scharfer Knall, die Bremsen kreischen, ihr ganzer Körper wird nach vorn geworfen. „Panne", brummt wütend der Chef, reißt auch schon die Tür auf und klettert hinaus. Als Anna sich umsieht, bemerkt sie, daß man keine fünfzig Schritt vor dem Gaschos gelandet ist, dort, wo die alte Straße in die neue mündet. Drüben, jenseits des Roggenfchlags, liegt Heinrich Kretows Gehöft. „Bleiben Sie beim Wagen, Fräulein Mewes", sagt der Chef. „Mal sehen, ob in den .Drei Linden' ein paar kräftige Arme aufzutreiben sind!" Anna steht jetzt auch draußen. Sie hat die Mütze von den blonden Haaren gestreift und läßt sie im Winde flattern. Ihre Augen suchen Krekows Haus. Rauch steigt aus dem Schornstein. Ob er zu Haus sein mag? Was würde mir das nützen! Wir müssen ja jetzt doppelt schnell wetter. Sie fetzt sich auf den blumigen Grabenrand, schließt von neuem die Augen, genießt andächtig den Lerchenjubel, der vom sommerblauen Himmel herniederperlt. Prag, 8.Aug. (Europapreß.) Blättermeldungen zufolge soll Außenminister Dr. K r o f t a in der zweiten Augusthälfte nach N e u y o r k reifen. Deutschfeindlicher Hetzer kauft Betriebe auf. Prag, 9. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die lange Liste der F ab r i k v e r k äu se jüdischer Industrieller aus sudetendeutschem Gebiet an Tschechen ist durch eine neue Transaktion bereichert worden: Die Firma Bata A G. in Zlin hat die Maco- Spinnerei Cichorius & Co. AG. in Crazau erworben. Dieser Verkauf erweckt naturgemäß nicht nur bei der Arbeiterschaft des Unternehmens, das in letzter Zeit etwa 300 bis 350 Arbeiter beschäftigte, sondern auch in der ganzen sudetendeutschen Oesfent- lichkett neuerlich berechtigte Befürchtungen. Bekanntlich ist der Inhaber der Schuhfirma Bata AG. in Zlin erst vor kurzem durch übIe deutschfeindliche Aeußerungen in der Presse bekannt geworden. __________________________ o W- ß BOfl; Landes s!^R. Sh Dort steM @ninbf Ifa&l a, Auao „Kranke Briefe.^ Bei der Londoner Post gibt es eine Abteilung „Kranke Briefe", deren Beamte jetzt um eine Gehaltserhöhung eingenommen sind, indem sie auf die besondere Schwierigkeit ihrer Arbeit hinwiesen. Es handelt sich um die Briefe mit unleserlicher oder ungenügender Anschrift, deren Unterbringung viel Scharfsinn und Mühe erfordert. Zur Begründung ihres Wunsches nach höherem Gehalt haben sie eine Anzahl Beispiele mit eingereicht. Es sind wahre Hieroglyphen, mit denen sie da zu tun haben. Uebri- gens hat das Postamt, in dessen Bezirk das Britische Museum liegt, die größte Zahl von solchen „kranken Briefen"; in manchen Fällen werden diese einfach zur Bibliothek des Museums geschickt, und die Bibliothekare, die an das Entziffern schwieriger Handschriften gewohnt sind, stellen Nachforschungen nach dem Absender an. Eine große Schwierigkeit machen auch die Anschriften auf Briefen von Ausländern, die sich mit den Tücken der englischen Orthographie nur sehr schwer abzufinden wissen, mit denen die Untertanen Ihrer Britannischen Majestät häufig genug auch zu ringen haben. Den Postbeamten ist es aber schon ganz geläufig, daß, wenn „flifta" geschrieben ist, ,Leicester" gemeint fein soll, und „Glosta" lesen sie ohne weiteres als „Gloucester"; aber eines Tages brach ihnen doch der Angstschweiß aus, als sie lange ratlos vor „Arijaba" standen, bis ein besonders Kluger eine Erleuchtung hatte, daß „Harwich Harbour" damit gemeint war. Es gibt nicht viele Postbeamte, die für diesen schwierigen Dienst geeignet sind, und sie müssen eine Prüfung bestehen, ehe sie eine solche Stellung erhalten. schÄllich gemacht werden. Ueber die Altstadt von Tiberias ist ein 42stündiges Ausgehverbot verhäng! worden. Im Norden von Jerusalem wurde ein jüdischer Terrorist durch Schüsse schwer verletzt. Sin lahmer Aufruf. Derartige Worte hat man schon oft gehört. Jerusalem, 8. August. (DNB.) Der eng» lische Oberkommissar für Palästina richtete am Montagabend einen Rund f unkap p ell an. die Bevölkerung Palästinas, in beim er sie zum Frieden aufforöerte. Der gegenwärtige Augenblick, so erklärte erti scheine geeignet, einen besonderen Appell an alle Menschen dieses Landes zu richten, alles in ihre» Macht stehende zu tun, um den Frieden wieder herzu st eilen. Dieses Ziel könne nur er reicht werden durch die aktiven Bemühungen uB das ernste Mitarbeiten aller gemäßigten Männei und Frauen, welcher Nationalität und welche« Glaubens sie auch seien. Diejenigen, die Gewalt anwendeten, so betonte er, erwiesen der Sache, dir, ihnen selbst am meisten am Herzen liege, ber schlechtesten Dienst. Wenn sie der Welt b# weisen wollten, daß sie fähig seien, sich selbst 3W regieren, so bewiesen sie jetzt durch die Tat, daß fiü hierzu nicht fähig seien. Wenn sie nicht berett feiern, von ihren vollen Forderungen abzugehen, zwänge» sie die Regierung, nicht nachZugebeU Es werde nicht möglich sein, in der HauptpoM! des Landes vor Ablauf der nächsten Monate end.» gültige Entscheidungen zu treffen. Er wisse nicht was die Kommission empfehlen und bie_ britisch - Regierung beschließen werde, doch sei er überzeugt, daß das Andauern der Gewalttaten feinen Einfluß hierauf haben werde, sondern nur den Tätern selbst Schaden bringen werde. K|’' 5"»' M «usbri tHA.' Kn«%. »i •N erfolge ?. Jn ein %Th’u15 'Umfaßen «?«»■ S".8' BÄ!’* ■wer ^tleit Vom Frankfurter Goethehaus a» Großen Hirschgraben konnten in letzter Zett eim- । ____Btraft ab lesen. Die radikaljüdische Lösung des Palästinaproblems ist jedoch schon aus dem Grunde nicht möglich, weil die zu wirklich kolonisatorischer Arbeit nicht fähigen und nicht bereiten jüdischen Einwanderer sich in eigenem Staat nur solange halten könnten, wie der von außen kommende Kapitalzustrom anhält. Ver- Völker. London, 8. Aug. (DNB.) Wie in unterrichte-1 am Werk. Durch einen Bombenwurf auf ben fen Kreisen erklärt wird, dürfte Ministerpräsident Markt von Tiberias würbe eine Araberin schwer Chamberlain, der seinen Urlaub unterbrochen | verletzt, während mehrere Araber leichte Derletzun- hat und zur Behandlung Zeines Nasenkatarrhs nach----*----«*<"****• '« — London zurückgekehrt ist, die Gelegenheit zu Besprechungen mit Außenminister Lord Halifax und Kolonialminister Macdonald benutzen. Lord Halifax trifft zu einem der vorgesehenen wöchentlichen Besuche im Foreign Office ein, mal)- rend Macdonald am Mittwoch von seiner überraschenden Reise nach Palästina in London zurückerwartet wird. Diese Reise war bei einer Besprechung, die Macdonald mit Chamberlain in der ver- gangenen Woche kurz vor dessen Abreise nach Schottland hatte, beschlossen worden. In gut unterrichteten Kreisen wird darauf hingewiesen, daß die außenpolitische Lage immer noch B e - forgnismomente in sich berge. Lord Halifax werde daher Chamberlain wahrscheinlich über die Lage in Spanien und im Fernen Offen, sowie über die Mission Lord Runcimans eingehend unterrichten. Am zuversichtlichsten werde in britischen amtlichen Kreisen die f e r n ö st l ich e Lage beurteilt, und man hoffe immer noch, daß der sowjetrussisch-japanische Streit lokalisiert werden könne. Macdonald werde dem Premierminister wahrscheinlich aus erster Hand seine in Palästina gewonnenen Eindrücke wiedergeben. Es sei noch nicht abzuschen, so wird hinzugefügt, wie lange Chamberlain in London bleiben werde. Die Verbindung zwischen der Palästina- frage und der Rückkehr des Ministerpräsidenten sieht der diplomatische Korrespondent des „Daily Herold" in der Forderung der englischen Mandatsbehörde nach sofortiger Verhängung des Belagerungszustandes über ganz P a- 1 ä st i n a. Wie es heißt, soll Kolonialminister Macdonald sich während seines Wochenendaufenchal- tes in Palästina diese Forderung zu eigen gemacht und den Ministerpräsidenten um eine sofortige Ent- Neuer LandeSgruppenleiter in Frankreich. Vor dem Reichsparteiiag 1938. Gang durch das Michsparteitaggelände. — Eine Bilanz des Baujahres 1937/38 Ziel könne mirß v" - , raumen xueureues ztmiuiig |unucii. mu i BeMhunM rnan ohne Zweifel allzu schnell gewillt, die ^mäßigten » tsjimalsozialistische Weltanschauung zu verdammen, M und MM! .je sich in ihren Formulierungen so schav ®ewüV oi ben engnfcfjen Auffassungen unterscheide. fen Ser Sache, zm j . bewundere an der deutschen Weltanschau- Italienische Manöver. Kein Platz für zugewanderte Juden Km\ Britische Kronkolonie gegen jüdische Einwanderung. Linci bewundere an der deutschen Weltanschau- mg die Bereitschaft, sich selb st dem Staate am erzuord n e n, um so seinem Nächste» zu dienen. In England könne es, so !chl?gt die „Times", wirklich mehr von die- er Geist der Disziplin und Aufopferung geben. Daily Telegraph" schreibt, Munci erzähle len Engländern, was er in Deutschland gesehen labi. Die Engländer aber könnten ruhig sein Urteil jimchmen, wonach die englische Rasse et- Mi vom Opfergeist der jungen Deut- chln zu lernen hätten. ..............dem Kronprinzen, h Ministern und Staatssekretären, sowie Dertre- vsn Kammer und Senat den Hebungen ber- !nte. Auch der D u c e nahm an den ersten Phasen Manövers teil und verfolgte die Entwicklung der npshandlungen von verschiedenen Positionen aus, f hr er bchchtigte er einzelne an den Hebungen teu- evnende Truppenoerbände. ick, so erklärtr t ;ren Appell an 4 chten, alles in Ha i Frieden mit1 der Explofilnu ir die Altstadt, 5gehverbot vch- rusalem wuck i schwer verletzt lufnif. schon oft get DW.) Der,, jür Palästina e* Iflinkappel'.r Nürnbergs »Ll-Bahn^. Hm den ungehinderten Anmarsch und Abfluß der Kolonnen und Besuchermassen zum und vom Reichsparteitaggelände sicherzustellen, mußten die Geleise der Straßenbahn in der Nähe der Lmtpold- halle auf eine Strecke von fast 500_ Meter unterirdisch geführt werden. Das ist Nürnbergs erste, wenn auch kleine „O-Bahn". Hier steht auch die neu erbaute ^-Hnterkunft, ein mächtiger Gebäude- komplex, der ebenfalls in Kürze fertiggestellt sein wird. Oie„Ki>F.-StaVt" im neuen Gewand. Die KdF.-Stadt ist gegenüber dem Vorjahre nicht mehr zu erkennen. Wenn auch an den großen Hallen nennenswerte bauliche Veränderungen nicht oorgenommen wurden, so haben doch die Anlagen eine wesentliche Hmgestaltung erfahren. Man glaubt sich in einen großen Blumengarten versetzt, dessen Gesamtbild durch die Hervorhebung der für Nürnberg charakteristischen Nadel- und Birkenbäume noch gesteigert wird. Die Straßen sind neu belegt, vollständig staubfrei und lassen auch bei dem größten Landregen eine Pfützenbildung nicht zu. Es sollte eine bunte und lustige Anlage geschaffen werden, in der jedes Beet anders gestaltet ist. Die Anlage der Blumenbeete und selbst der ausströmende Blumengeruch der einzelnen Beete sollten sich grundlegend voneinander unterscheiden. Die gestellte Aufgabe ist glänzend gelöst worden. Die geschaffenen 14 Beete unterscheiden sich in Form und Gestaltung, ohne dabei bizarr zu wirken. Bereits im Februar dieses Jahres wurde mit den Erdarbeiten und Bodenverbesserungsarbeiten in der „KdF.-Stadt" begonnen. Zur Ausgestaltung benötigte man 100 000 Pflanzen, die alle aus fränkischen Gärten kamen. Wenn nun in wenigen Wochen die Reichsparteitagaäste in die „KdF.-Stadt" strömen, so werden es nicht mehr allein die Vorführungen sein, die als Magnet sich auswirken, es 2000 Gewehre und über 150 Maschinengewehre erbeutet haben. Eine große Anzahl Milizionäre wurde tot aufgefunden. Im Kampfabschnitt von Mora del Ebro haben die nationalen Truppen den Feind indieFluchtgeschlagen und verfolgt. Zahlreiche Milizionäre haben sich ergeben. An der Levante-Front haben die sowjetspanischen Milizen in die nationalen Stellungen einzudringen versucht. Sie wurden jedoch zurückgeschlagen. Kanton wieder bombardiert. Hongkong, 8.Aug. (Europapreß.) Im Laufe des Montags wurde die Stadt Kanton abermals einem Luftbombardement unterzogen. Neun japanische Flugzeuge warfen, so heißt es, in kurzer Zeit mehr als dreißig Bomben ab. Die meisten Bomben schlugen in der Nähe der Derwaltungs- aebäude des großen Elektrizitätswerks ein. — Auch die französische Kachedrale soll teilweise schwer beschädigt worden sein. Verlustliste von Gchangfeng. Tokio, 8. Aug. (Ostasiendienst des DNB.) Das japanische Kriegsministerium veröffenllicht heute eine Aufstellung über die japanischen Verluste seit dem Ausbruch des Grenzstreites von „ßngtonb kann von deutschem Opfergeist lernend Oer nationalspanische Heeresbericht. Salamanca, 9.Aug. (Europapreß.) Das nationale Hauptquartier meldet in seinem in der Nacht zum Dienstag ausgegebenen Heeresbericht, daß die nationalen Truppen an der Ebrofront zwischen Mequinenza und Fayon D. Hugo Eckener, der in der ganzen Welt brannte deutsche Pionier der Luftschiffahrt und Ätriebsführer des Luftschiffbaues Zeppelin in Friedrichshafen, vollendet am 10. August das 70. Lebensjahr. — (Scherl-Bildarchiv-M.) enmurf ach Araderin ft er leichte Leih explodierte inr Pombe, durch; verletzt wurde, f Die Ärohe Gtrahe. Bis zum diesjährigen Parteitag ist die Große Straße fertiggestellt. Nur noch die letzten Platten aus Granit, die in ihrer grünen und grauen Tönung die Marschfläche stark beleben, werden cms- aeleqt. In einer Breite von 100 Meter Länge, die dem Weg von der Berliner Schloßbrucke bis zum Brandenburger Tor entspricht, sührt sie von der Kongreßhalle zum Märzfeld. Hierhnben dann alljährlich die Vorführungen der Wehrmacht statt. Neben den beiden Modelltürmen sind schon viele Fundamente der wuchtigen Türme,_ die das tiefe Feld begrenzen, gefegt. Die ganze Nürnberger Altstadt könnte die viereinhalb Kilometer lange, rings um das Märzfeld führende Straße emschlie- ßen. Für die Errichtung der 26 jeweils 36 Meter hohen Türme und die Tribünenbauten werden etwa 170 000 Kubikmeter Werkstein benötigt Oie Lager der Formationen. Nicht weit vom Märzfeld entfernt liegen, eingerahmt von frisch gepflanzten Laubbaumen, die Laaer der SA. und der HI., die berde schon fertiggestellt sind. Das ---Lager fft im Ausbau Im nächsten Jahre wird das ständige Lager für den Reichsarbeitsdienst in Angriff genommen und in nvei Jahren das Wehrmachtslager. So wachst bis zum Jahre 1940 hier, versehen mit allen modernen und sanitären Anlagen, eine zweite Großstadt, die 540 000 Menschen beherbergen kann. Oie Ehrenhalle fertiggestellt. Die unter der 370 Meier langen Haupttribüne des Zeppelinfetdes liegende Ehrenhalle ist.lnesen Taaen fertig geworden. Mit einem besonders herr- tichen deutschen Marmor, der vom Rot ms Grüne (niplt sind ihre Wände verkleidet. In den Ä prad^ölle Plastiken non »rofefior W. ’ÄXrontl ist di- echte, in Rot und Gold leuchtende Mofaiwecke, deren Entwurf von dem Münchener Professor Kaspar stammt. Paris, 8. Aug. (DNB.) Arn Samstag stellte er deutsche Botschafter Graf W e l c z e ck der deut- u>. Kolonie in Paris im Rahmen einer Feier im lachen Hause den neuen Landesgrup- er lei ter Pg. Gesandtjchaftsrat Dr Ehr ich Dr und führte ihn in sein neues Amt ein. Dr. • Ijkig ist Nachfolger des aus beruflichen Gründen "erogenen Landesgruppenleiters Frankreich Pg. eich er Er hat als persönlicher Referent und titoi: Adjutant des Gauleiters Bohle lange Jahre iriijrd) an hervorragender Stelle in der AO. ge- Ej|tiet. v jtr Botschafter hieß den neuen Landesgruppen- eilr im Namen der deutschen Kolonie herzlich will- tzioien und wünschte ihm auf seinem neuen Ar- .xl-seld in Frankreich vollen Erfolg. In feiner Intoort stellte Dr. Ehrich besonders heraus, daß :(r vornehmste Grundsatz der Tätigkeit der AO. niluslande die Achtung vor den Gesetzen ei Gastlandes sei. Die eindrucksvolle Feier hlig mit dem Sieg-Heil auf den Führer und /(instangter und mit dem Absingen des Deutsch- uii- und Horst-Wessel-Liedes. 0r. Hugo Eckener 20 Zahre alt. Unbon, 8. Aug. (DNB.) Im Hinblick auf die '^Vorschlag gebrachte Einwanderung von i u o t = 95 n Flüchtlingen in Nord-Rhode- L’-n hat, wie Reuter mitteilt, die Regierung Noro- Adesiens in einer amtlichen Verlautbarung er- ail' daß die Mitglieder des gesetzgebenden ilmtes en jede Einwanderung jüdischer Züchtlinge seien. Der Regierungsvertreter 9 sich daher nicht m der Lage, den Außenminister uweisen, die Angelegenheit gegenwärtig weiter 1 'behandeln. bnbon, 9.Aug. (DNB.Funkspr.) Die Schil- eru.'ig des australischen Staatsanwalles Munci n'ftinnc ' in^-; N feine Eindrücke von Deutschland a |t i n a s, m. ßci ^en Londoner Blättern große Beachtung rjuiden. Die „Times" schreibt, die Bemerkungen Ihr;cis über Deutschland zeigten, daß er ein guter verständnisvoller Beobachter sei. Sie seien aus- r-echnet als Beispiel für Ansichten, von denen Mn hoffen könne, daß sie in beiden Tellen des iMchen Weltteiles Anklang fänden. In England Schangfeng. Danach beliefen sich die japanischen Verluste bis zum 6. August auf 70 Tote und 180 Verwundete. Vom 6. bis 8. August betrugen die Verluste insgesamt 200, so daß eifi Gesamtverlust von 450 Mann festgestellt wird. Die sowjetrussischen Verluste dagegen betragen nach der gleichen japanischen Aufstellung etwa 1500 Mann. Die japa- Nischen Truppen zerstörten ferner danach 100 Tanks und kleinere Kampfwagen, während sechs sowjet- russische Flugzeuge abgeschossen wurden, davon zwei in Korea. Keine englische Vermittlung in Fernost. London, 8. Aug. (DNB.) Zu dem s o w j e t • russisch-japanischen Konflikt wird von maßgebender englischer Seite erklärt, daß keine Aenderung der Lage zu verzeichnen sei. Ebenso- wenig habe die von der englischen Regierung eingenommene Haltung eine Aenderung erfahren. Ein Ersuchen um Vermittlung sei bisher an die britische Regierung nicht gestellt worden. Eine Vermittlungsaktion, so wird weiter erklärt, könne nur auf Grund eines Ersuchens beider Parteien in Frage kommen. Kleine politische Nachrichten. Im Alter von 73 Jahren ist der ehemalige Reichs- postminister Johann G i e s b e r t s am Sonntag in München-Gladbach g e ft o r b e n. ♦ Lord Allan of Hurtwood hat sich im Flugzeug nach Berlin begeben. Lord Allan ist Mitglied des Exekutioausschusses der Dölkerbundsvereimgung. Von 1923 bis 1926 war er Schatzmeister und Dor- sitzender der Hnabhängigen Labour-Partei und ge» hört heute der Nationalen Arbeiterpartei an. Kunst und Wissenschaft. INainfrönkisches Dichter- und Schriftsiellertreffen 1938. Einer Anregung des Gauleiters Dr. Hellmuth zufolge findet alljährlich im August unter der Schirmherrschaft des Landeskullurwatters" Waldemar Vogt das MainfränkischeDichter- und Schriftstellertreffen in Amorbach im Odenwald statt. Gauleiter Dr. Hellmuth hat für 1938 die Tage des 27. und 28. August zur Durchführung dieses Treffens bestimmt. Das Treffen wird diesmal einen weit größeren Teilnehmerkreis als im vergangenen Jahre aufweisen, da sich jetzt auch der Wolfram-von-Eschenbach-Bund und die Nor- dische Gesellschaft, sowie eine Reihe bildender Kunstwerden diesmal auch die Anlagen selbst sein, die unsere Stadtbesucher dort draußen feschalten. -loch einige Zahlen. Schließlich noch einige andere Zahlen, ba fie am besten ein Bild von der bis jetzt auf dem Reichs- partettagaelände vollbrachten Arbeitsleistung geben können. Auf dem Gelände sind bis heute 160 000 Laubbäume neu angepflanzt worden. Sie ergäben eine doppelseitige Allee von Nürnberg bis Antwerpen oder von Berlin bis Zürich. Für die Wasserversorgung mußten rund 60 Kilometer Rohr verlegt werden. 780 000 Kubikmeter Erde sind bisher bewegt worden. Ein Feldbahnzug, der sie auf einmal fortschaffen wollte, müßte von Nürnberg bis Neapel Wagen an Wagen reihen. So ist auch in dem abgelaufenen arbeitsreichen Baujahr auf der Feststätte der Nation wiederum Großes vollendet worden, das allen, die dem Planen Form und Gestalt geben, zur Ehre und zum Stolz gereicht. Die Hunderttausende, die in wenigen Wochen dem Rufe des Führers nach Nürnberg folgen, um hier seine Parole für das nächste Jahr zu hören, werden die Größe dieses Werkes spuren, das von dem Wollen und Glauben eines starken, friedlichen und arbeitsfteudigen Volkes eine eindringliche Sprache redet. 855 Fahnen des Gaues in Nürnberg. NSG. In fast allen Kreisen des Gaues Hessen-Nassau fanden in den letzten Wochen Besichtigungen der Marschteilnehmer des diesjährigen Reichsparteitages statt. Bei den Appellen wurden vor allem die Ausrüstung und das Marschieren überprüft, damit der Marschblock Hessen-Nassau, der sich aus Teilnehmern der 26 Kreise der NSDAP zusammensetzt, ein einheitliches Bild bietet. Die Appelle in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach, Hnterwesterwald und Groß-Frankfurt finden in den nächsten Tagen statt. In diesem Jahre werden von den Politischen Leitern unseres Gaues 855 Ortsgruppenfahnen mit nach Nürnberg geführt. 6 bkk . ! SÄ I | Ml ■ bÜ*5 ei9enen, jj? = Jn 1 $i? I p^fcfjas, C' l , moha^ I to» es nif.1 du-ch bie^l uibennaffe 1 sh jetzt fr t ewe EutschL ?? nicht nichk $ schr.die ’» ^n Äudentumze! Neigungen ein, W sein mit); der aiadiir 1 Auf dem Platz, auf dem sich einmal das Deutsche Stadion erhebt, läßt der Erdaushub die enormen Ausmaße dieser Arena, die die größte sein wird, die je auf der Welt gebaut worden ist, erkennen. Da auch für ihren Bau alle Erfahrungen mangeln und jedwede Deraleichsmöglichkeiten fehlen, ift in diesem Jahre ein Teilmodell im Hirschbachtal in der Fränkischen Schweiz erstellt worden An einem in einem Winkel von 30 Grad aballe nd en Berghang, der genau der Neigung ent- pricht, in der die Sitzplätze Reihe um Reihe bis hinauf zu einer Höhe von 77 Meter ernporsteigen, treben zwei je 27 Meter breite, aus Holz erbaute Sektoren empor. Heber der letzten Sitzreihe, der zweiten der insgesamt fünf gleich hohen Etagen, die die Zuschauerränge abteilen, zeiyt eine rote Marke die Höhe des Olympischen Stadions in Berlin an. Sie gibt einen wenigstens annähernden Anhaltspunkt für die in bloßer Vorstellung sonst kaum faßbaren Ausmaße dieses Forums. Es spricht für das Nürnberger Arbeitstempo, daß einer der Sektoren dieses Modellbaues, für den viele tausend Kubikmeter Holz und Beton benötigt wurden, in 17 Tagen erstellt war. 30 000 Personen bietet er bequem Platz. Heber 400 000 aber kann das Deutsche Stadion fassen. Aneinandergereiht ergeben seine Sitzplätze eine Länge do 243 Kilometer. Die Außenmauer des Stadions übertrifft die Hohe der Türme der Lorenzkirche m Nürnberg. Eineinhalb Milliarden Backsteine werden zu seinem Bau benötigt. Trotz der riesigen Ausmaße wird es aber, wie die praktischen Versuche im Hirschbachtal gezeigt haben, jedem Besucher möglich sein, den Vorgängen auf dem Sportfeld genau zu folgen. Beträgt doch die Sichtweite des auf der höchsten Stufe sitzenden Besuchers zum Mittelpunkt des Feldes knapp mehr als 100 Meter. 3n Asbestanzügen an die Arant. c , Für den Kampf in den vordersten Linien sind jetzt neue englische Flammenwerfer tonftruiert worden, die auf unserem Bild von dem englischen Luftfahrtminister Sir Kingsfey Wood (rechts) besichtigt werden. Die Apparate erzeugen eine solche Hetze,. daß die B^ienungs Mannschaften dafür besondere Asbestanzuge erhalten. — (Associated-Preh-M.) Nürnberg, 8. Aug. (DNB.) Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Beginn des Reichs- Parteitages 1938, und bereits sind die ersten Kommandos und Vortrupps eingezogen. Fieberhaft« wird in den neuen großen Räumen der Organisationsleitung Dom frühen Morgen bis tief in die Nacht gearbeitet. Ein gewaltiges Pensum ist in diesen letzten Augustwochen noch von den mit den Vorbereitungen betrauten Männern der Partei zu bewältigen. In diesem Jahre, in dem Oesterreich heimgekehrt ist, hat vor allem das Quartieramt eine chwierige Aufgabe zu lösen, denn zu der beträcht- ichen Zahl von Teilnehmern und Besuchern kommen erstmals „legal" viele Tausende Volksgenossen aus der deutschen Ostmark, um die Feiertage der ganzen Nation mitzuerleben. Draußen vor den Toren der Stadt, wo in schier unübersehbarer Weite das Parteitagsfeld sich dehnt, tritt nun allmählich an die Stelle rastloser Bauarbeit wieder die Vorbereitung für den Parteitag selbst. Hnd so liegt es nahe, die Bilanz des Baujahres 1937/38 zu ziehen und festzustellen, was Hirn und Hand in diesem Zeitabschnitt vollbracht haben. Oie Kongreßhalle im Wachsen. Am meisten fällt dem Besucher des Geländer das nun schon bis zu seinem ersten Stockwerk aus dem Boden gewachsene monumentale Halbrund der Kongreßhalle am Dutzendteich auf. Die Außenwände sind zum Teil schon mit den schweren Granit- quadem verkleidet. 175 Eisenbahnwaggons Material wurden täglich hier verarbeitet. Für den Abtransport der Bau- und Hilfsstoffe werden insgesamt 250 000 Güterwagen, die aneinandergereiht einen Güterzug von der Länge der Strecke Königsberg bis Madrid ergeben, benötigt. Der Rauminhalt des gesamten Bauwerks beträgt drei Millionen Kubikmeter. Die für die Freitreppenanlage benötigten Stufen entsprechen einer zwei Meter breiten und 1800 Meter hohen Treppe, die somit von Garmisch bis zum Schneefernerhaus auf der Zugspitze fuhren würde. An einer Stelle des Rundbaues wird zur Zeit noch ein Holzmodell aufgesetzt, das eine 18 Meter hohe Säule tragen wird. So ist es bis zum Parteitag auch möglich, die enorme Höhe zu erfaßen, in der die 164 und 184 Meter frei den Jnnenraum überspannende Decke liegt. Unmeit von dieser Baustelle steht eine Holzhalle, die in natürlicher Größe Teilstücke der Jnnenraume der Kongreßhalle birgt, an denen bis ins kleinste alle Einzelheiten studiert werden. Sie veranschaulichen, in welch überwältigender Klarheit des Stils und Schönheit und Zweckmäßigkeit sich einst auch das Innere dieses herrlichen Baues repräsentiert. Teilmodell des Deutschen Stadions. Jom, 8. Aua. •Torrem ircHona JbrivstL o io Eß»?0„ Caspe Morgen Mittwoch Schluß-Versteigerung des Inventars 5226D .Hotel Vittovia Neues für den Bücheriisch flusses erwarten. Vielfach 5227V weise gegen bar: Zirka 85 Quadratmeter trockener ■ oiLiu oo xjuuumiiiicici iluucilul ; Lagerraum zu ebener Erde evtl. 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Bei den übrigen Insassen handelt es sich um zwei Frauen und um drei Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren. An der gleichen Stelle hat sich vor zwei Monaten ein ähnlicher Unfall abgespielt. Verheerende Brände auf den Philippinen. Ein Großfeuer zerstörte in San Pablo in der Provinz Laguna (Philippinen) über 500 Wohnhäuser. Das Rathaus, die städtische Markthalle und mehrere Geschäftsgebäude fielen dem Feuer zum Opfer. 6000 Menschen wurden obdachlos. Der Brandschaden wird auf über eine Million Dollar geschätzt. Ein zweites Groß feuer wütete in Tondo-Diftrikt, wo 2000 Filipino-Hütten zerstört wurden. 12 000 Menschen wurden hier obdachlos, viele von ihnen erlitten Verletzungen. Fabrikbrand in Anhatt. Im Neolit-Werk Trebbichau (Anhalt) brach ein Brand aus, der sich rasch ausdehnte. Bei Bohrarbeiten an einer Schleifmaschine sprang ein Funke auf ein Gefäß über, das mit Spiritus und Lack gefüllt war. Als die Feuerwehr erschien, stand bereits das ganze Gebäude in Mammen, das zur Herstellung von Hartpapier und künstlichem Harz dient. Die Löscharbeiten gestalteten sich bei der großen Hitze sehr schwierig. Die Büroräume, das Kesselhaus und die Schlosserei blieben vom Feuer verschont. ler und Musiker des Gaues Mainfranken beteiligen werden. Auch der neugegründete „Wildenberg-Chor" wird erstmals mit seinen künstlerischen ^Leistungen an die Oeffentlichkeit treten. Stanislawski f. Der berühmte russische Schauspieler Stanislawski, einer der bekanntesten Theaterkünstler des alten Rußland und der Begründer des Moskauer künstlerischen Theaters, ist in Moskau an Herzschwäche gestorben. Stanislawski hat einst europäische Berühmtheit erlangt. Heute zehrt sein Theater in der Aera der Bolschewisierung der Kunst nur noch von dem alten Ruhm. Daß auch die Bolschewisten Stanislawski mit Ehrungen überhäuften, ist bezeichnend für die Armut des Bolschewismus an eigenen Talenten. elektrischen Schlag getroffen. Wiederbelebungsver- ( suche blieben erfolglos. * s In besonderem Maße hat die Steiermark unter ’ den außergewöhnlichen atmosphärischen Störungen dieses Sommers zu leiden. Noch ist die furchtbare > Unwetterkatastrophe, die im Mai b. I. Millionenwerte vernichtete, in aller Erinnerung, unb schon 1 wieder kommen neue Meldungen, die von verheerenden Unwetterfolgen in einzelnen ; Gebieten der Grünen Mark berichten. So wurde ■ am Sonntag das Ennstal und die Gebiete Fohns- dorf, Neumarkt und Mureck von Hagelschlag und schwersten Wolkenbrüchen heimgesucht. Wieder wurden mehrere Brücken zerstört und viele , Hektar Wiesen- und Ackerland überflutet. Im Enns- tal überschwemmte das Wasser die Maschinenräume einiger Lodenwalcher; dies sind jene Betriebe, die den bekannten Schladminger Loden erzeugen. Etwa 1000 Kilogramm wertvoller Wolle und Garne wurden von den reißenden Fluten weggespült. Ferner sind drei Bergwanderer seit dem Gewitter verschollen. Die Gendarmerie hat die Nachforschungen ausgenommen. In Oberwoelz in der Obersteiermark wurde ein 18jähriges Mädchen, das dort die Ferien verbrachte, v o m Blitz er s chl agen. Ein neben ihr stehendes lljähriges Kind erlitt schwere Brandwunden. In vier Fällen sind durch Blitzschläge bäuerliche Anwesen eingeäschert worden. * lieber dem Bezirk Plan bei Marienbad ging ein schweres Hagelunwetter nieder, das bie gesamte Ernte in vier Gemeinden vernichtete. Durch den Hagel wurde das Obst von den Bäumen geschlagen, und die Bäume selbst wurden stark beschädigt. Die Hagelkörner zerschlugen Fensterscheiben und Dachziegel. Straßen und Wege wurden durch Ueberschwemmungen unbefahrbar. Die betroffenen Ortschaften bieten ein Bild der Verwüstung. Es wurden durchweg Kleinbauern betroffen, die gegen den Schaden nicht versichert waren. Hermann Göring als Pale. In Biebernheim bei St. Goar am Rhein wurde dem Kreisabschnittswart des Reichsbundes der Kinderreichen Anton Härtel das elfte Kind — der achte Junge — geboren. Ministerpräsident Ge- neralfeldmarschall Hermann Göring hat bie Patenschaft übernommen. Verkehrsunfall eines polnischen Diplomaten. Der Wagen bes Presseattaches ber polnischen Ge- sanbtschast in Prag, Kasimir W i e r z b i a n s k i, stieß in ber Nähe von Karlsbab in einer scharfen Kurve mit einem Leichenwagen zusammen. Dabei überschlug sich ber Wagen bes Attaches unb Wetterbericht Während sich im größten Teile Haus-, Laden- u.Büromöbel,Nah- u. Schreibmasch., Radios, Kassenschränke, Klaviere, 1 Post. Mäntel, Kostüme u.Kleid., Bücher,Schreibutensilien, ^Füllfederhalter, Pinsel, Körbe,Bürsten, Gasherde, Rechen- u. Adressiermaschinen, Korbmöbel, Bilder u. v. a. - Ferner Donnerstag, 11. Ang., vormittags 9 Uhr, an Ort n. Steile: 1 Schreibmasch.(Kappel). Firnhaber, stellv. Gerichtsvollzieh. Motorwagen-Verkaufsges. m.b.H. GIESSEN Frankfurter Str. 52 — Fernruf Nr. 2847 Aus aller Wett. Schwere Unwetter. Der Gau Schwaben wurde von einem schweren Unwdtter heimgesucht, das insbesondere in ber Gegenb von Türkheim schweren Schaben anrichtete. In Siebnach schlug ber Blitz in eine Bauernwirtschaft, bie in Flammen aufging; etwa 700 Zentner Heu, 200 Zentner Stroh unb bie ganze neue Ernte mürben vernichtet. In Beckstetten wurde eine Bauerntochter auf dem Heimweg non ber Felbarbeit vom Blitz erschlagen. In ber Ortschaft Gremheim bei Dillingen erfaßte ber Sturm zwei aneinanber gekoppelte, mit Betreibe belabene Wagen, bie von zwei Pferden gezogen würben. Pferbe unb Wagen würben in bie Donau geschleubert. Ein Pferd ging in den Fluten unter, die Ladung wurde größtenteils fortgeschwemmt. — Bei einem schweren Unwetter, das über Bayreuth tobte, kam es zu einem Unglücksfall. In einem Werk arbeitete der Schreinermeister Hacker mit seinen Gehilfen an Motoren, die wegen der stark einströmenden Wassermassen hochgestellt werden sollten. Bei ber Arbeit mürben der Meister und sein Sohn vom heiteres und hochsommerliches roarmes setzt, hat sich im Westen und Süden unbeständiges und kühleres Wetter eingestellt. Dar bei kommt es in kleineren Teilgebieten auch Regenfällen, die teilmeife gewittriger Natur finb. Die Gesamtlage läßt auch in der Folge wieder eint Verstärkung und Ausdehnung des Hochbruckein- Mädchen ehrlich, steifstg u. sauber, f. Haus- u. Küchenarbeit zum baldig. Eintritt gesucht. Bewerbung., mög- lichstm.Zeugnis- abschrift.anl°'"v Bahnhofgamtätten Sieben £ahn. zu predigen, wie notwendig für jedes Glied unseres Volkes es ist, seinen Teil an der Erhaltung unserer Volkskraft beizutragen. Es mußte untersucht werden, ob ber Hoben, auf ben solche Aufrufe fallen, auch ge- sunb unb aufnahmefähig genug ist, um eine Wirkung erwarten zu lassen. Die zahlreichen Beobachtungen, bie ber Verfasser unmittelbar im Leben als Arzt seinem Umgang mit ben verschiebensten Stäuben unseres Volkes entnahm, vermitteln ein beutliches Bilb non ben Zuftänben unb Anschauungen, bie vielfach in unserem Volk sich breit gemacht haben. Wollen mir bie geeigneten Mittel finben, um bagegen zu mirfen, so müssen wir biete Zustänbe kennen Deshalb sinb bie offenen Darlegungen bes Verfassers von größter Wichtigkeit. — „Die Grunblagen fachgerechter Kraftfahrzeug-Ausbesserun g." Don Oberingenieur Eugen Ma y e r - S i b b unb Betriebsingenieur Carl F ü ß. Erster Banb: Der Motor. 196 Seiten. Mit 112 Abbilbungen. Franckh sche Verlagshanblung, Stuttgart. — (236.) — Don jebem neuzeitlichen Kraftfahrzeug wirb heute ein störungsfreier, Gang verlangt. Wenn man von allen Unfall- fchäben im weitesten Sinn bes Wortes absieht, so gehen alle anberen Störungen unb Fehler zurück auf Verschleißerscheinungen. Natürlich zeigt sich bie letzte Ursache nicht immer sofort klar, im Gegenteil, es be- barf oft reicher Erfahrung unb genauester Untersuchung, bis man bem letzten Fehler auf bte Spur kommt. Das vorliegenbe Werk geht ben Verschleiß- erscheinungen beim Kraftfahrzeug im einzelnen nach, es sucht ben Stoff nach sachlichen Gesichtspunkten zu- sammenfassenb zu orben unb gibt aus einer Fülle praktischer Erfahrungen grunblegenbe Anleitung für bie Derhinberung übermäßiger Abnutzung durch sachgemäße Reparatur auftretenber Störungen. Der vorliegende Banb untersucht bie Derschleißerscheinungen am Motor unb gibt Anweisungen für bie fachgerechte Ausbesserung. Von befonberer Bedeutung ist, baß in biesem Werk zum erstenmal bie Erfahrungen berücksichtigt mürben, bie in ben Ausbesserungsmerkstätten ber Reichsbahn, ber Reichspost unb bes Heeres gemacht morben sinb. Wir suchen für die Einkaufsabteilung jungen Kaufmann Verlangt wird Stenographie, Maschinenschreiben, flottes Rechnen, gute Auffassung. Angebote unter Beifügung von Lichtbild, handgeschriebenem Lebenslauf und Zeugnisabschriften an Bänninger G.m.b.H., Gießen blieb im Straßengraben liegen. Wierzbianskis Begleiterin mürbe auf bie Straße geschleubert unb blieb t o t liegen. Der Attache selbst liegt mit einem Bruch ber Schäbelbasis im Krankenhaus. Man hofft, ihn am Leben zu erhalten. Lastkraftwagen vom Zuge überfahren. Die Reichsbahnbirektion Stettin teilt mit: Am 8 August mürbe ein belabener Lastkraftwagen mit Anhänger bei Altbamm vom Zuge überfahren. Die Arbeitsbienstmänner Paul Iambor und Gerhard Rosenfeld vom Arbeitsdienstlager in Lütt- mannshagen wurden getötet, der Kraftwagenfahrer Klabunde aus Stettin leicht verletzt. Die Reichsbahnbirektion hat die Untersuchung sofort eingeleitet. Fünf Menschen beim Baden ertrunken. Am Sonntag trieb ein stürmischer Nordwestwind große Wassermassen in bie Lübecker Bucht, wo bas Baben wegen bes hohen Wellenganges zu einer Gefahr wurde. So fanben allein in Travemünbe vier Menschen ben Tob, unb auch vom Timmen- bbrfer Straub wird ein T o d e s o p f e r gemelbet. Schiffbrüchige der See entrissen. Die Station Poel (Ostsee) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger meldet: Don einem deutschen Kutter, der in der Bucht von Wismar kenterte, wurden zwei Mann durch das Motorrettungsboot „Lübeck" der Station glücklich gerettet. — Die Zahl der bisher geretteten Schiffbrüchigen beträgt nunmehr 5812; davon entfallen auf dieses Jahr 46. Todessturz auf der Rennbahn. Einem Unglücksfall ist der bekannte deutsche Amateurreiter Hauptmann v. B o t h bei den Rennen in Gotha zum Opfer gefallen. Im Bassewitz-Jagdrennen kam er mit ber ihm selbst gehörenden „Demoiselle" am vorletzten Hinbernis so unglücklich zu Fall, baß er einen Schcibelbruch baoontrug unb wenige Stunben später im Krankenhaus seiner schweren Verletzung erlag. Sechs Todesopfer eines Autounglücks. An einem ungesicherten Eisenbahnübergang in der Nähe von Bray-Dunes an der belgisch-französischen Grenze wurde ein Personenkraftwagen vorn Zuge erfaßt. Der Zug schleifte das Auto । über 700 Meter mit sich. Aus den Trümmern des OPEL-Super6 2,5 Ltr. - 6 ZyL - 55 PS von Mk. 3350 an ab Werk kurzfristig lieferbarl Unverbindl. Probefahrten Geschäfts-Drucksachen Briefblätter BrlefumecM,< Ä _ Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Buntes Allerlei. Das Fernglas als Retter. Zwei junge Sportsleute waren dieser Tage von der Stadt Southend an der Mündung der Themse mit einem kleinen Segelboote auf die hohe See hinausgesahren und waren gekentert, als sich ein plötzlicher Windstoß erhob. Vom Ufer aus hatte niemand den Unfall bemerkt, da das Boot schon zu weit entfernt war. Nur ein elfjähriger Knabe machte sich das Vergnügen, durch ein Fernrohr zu sehen, das am Strande aufgestellt war und vom | KaufgeSUChe"] Mehrteiliger gut erhaltener Hasenstall zu kaufen gesucht. Schr.Angeb.unt. 03606 a. d. G. A. — Hans Bernfee: Kampf dem Säugling s t o d. Heft 5 der Reihe „Politische Biologie'. Mit 13 Zeichnungen. Kart. 3,80 Mark. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (234.) — Aus der Erkenntnis, daß vor allem das schon vorhandene gesunde Leben zu schützen und zu erhalten ist, hat Bernsee seine Erfahrungen und Beobachtungen zu- sammengestellt und die Folgerungen, die sich in bevölkerungspolitischer Hinsicht ergeben, bargestellt. Der Verfasser gibt Anleitungen unb Hinweise, wie bie Sterblichkeit ber Säuglinge oerminbert werben kann unb erhärtet biefe Angaben immer roieber burch bas in Statistiken zusammengefaßte Tatsachenmaterial. Ein eingehenbes Kapitel ist auch bem „Stilljammer geroibmet; benn bie richtige Ernährung bes Säuglings ist neben einer sorgfältigen hygienischen Körperpflege überaus wichtig. So stellt bie Schrift für jebe Frau, bie Hilfe unb Anweisung als Mutter braucht unb für Hebammen, Aerzte, Fürsorgerinnen, kurz alle, bie mit ihr um bie Erhaltung bes Lebens in ben Wiegen kämpfen, einen aufschlußreichen Ratgeber für fast alle Fragen bieses Gebietes bar. — Erich Ke*nmayr: Der Marsch ins Nichts. Roman. 169 Seiten, Paul Zzolnay Verlag, Berlin, Wien, Leipzig, 1938. — (215) — Es wirb hier bie Epoche Napoleons roieber heraufbeschworen, in ber beutsche Soldaten für die Interessen des Eroberers bluten mußten. Wir erleben ben Helbenkampf eines Deutschen Regimentes auf spanischem Boden gegen ein Volk, bas sich gegen Napoleons Frembherrschaft empört hat. Kernmayrs Roman bes ersten nassauischen Regimentes, das in bie napoleonischen Kriege hineingezogen wirb, ergreift uns tief. Wie diese Soldaten, einfache Söhne des Volkes, in Spanien sich, immer härter bedrängt, heldenhaft bewähren und wie sie sich am Ende auf bie Treue zum eigenen Volk besinnen unb in bie Heimat burchschlag^n, bas schildert Kernmayr in Vor Durch eir australischer bereits beri, d°-Schich «e 1 .Tc ^ürt «durch, ,Sorte . den Urs fie Slt > Ech CWt 8rok>. e>hi 6231° LNühlstvabe 22. WsaSsleMeiissolllieiikesIiel-initiMWeiirelilis Naturgeschichte der mikroskopischen Sützwasserbewohner von F.Eyferth. Fünfte, von Prof. Dr. W. Schoenichen vollständig neubearb. Auflage. Mit über 1500 Abbildungen. 2 Bände, Halbld. RM.38. —, Lein. RM. 30. —. Das weithin bekannte Werk hat sich als Aufgabe gesetzt, dem Freund der Kleinlebewelt des Süßwassers die Bestimmung der ganzen bunten Fülle von Lebewesen, die ihm im Mikroskop entgegentritt, zu ermöglichen. Sie MollMe Eine Einführung in gemeinverständlicher Darstellung von Dr. TB. Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktafeln nach photographischen Aufnahmen des Verfassers. Preis gebunden RM. 3.60. Dieses kleine Buch ist für den Naturfreund geschrieben, der den Wunsch hat, die Wunder kennenzulernen, von denen das Mikroskop Kunde gibt Sie Msorlen des MMers onö des Meeres Hilfsbuch zum Bestimmen nebst kurzer Einführung in deren Biologie. Don Prof. Dr. Lepfi. Mit 550 Abbildungen. Preis gebunden RM.4.-. Wer sich mit Mikroskopie beschäftigt, kann dieses höchst wertvolle Buch, das ihm zum Desttmmen große Dienste leistet nicht entbehren. Zu beziehen durch fede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag • Berlin - Lichterfelde Vorhersage für Mittwoch: heiter unb bis auf vereinzelt auftretenäe «Störung trocken, tagsüber warm unb meist Winbe aus oft« Nfr* w»* sS«.» ne h her lftnwol -»» L« «15 ium 43arfeine ti *vn hfl refltos Jahrhunderts bis o r um begann BftS- L über ganS Kongo und um china und einige | Besitzungen und Z, die rvestm Martinique, noch : f"«6,8"n,rSl ! । trieges und abschl I; lerfailler Fneder sm erweitern l Ächen der groß fetungsbranges, Lessen ungeachtet t hohem Maß mit tage der Besitz i £ ischen Staat veru wie Frankreich, n i eine erhebliche Z ober nicht über a fügen, um den ko ftab wirtschaftlich der Hand, daß Kolonien sinnlos Beherrfäftng m« 3n wirtsch der französische sich in höheren vor dem Kriege flechlung der D sitzungen äußer Anteil der Kolo dem Wert nach 1909 bis 1913 l ö.f). und in der Jahren ist der 2 f 32 v. h. geftiegi । allerdings 21/gier I mit bem Mutter/ l «s gehör/ eigentlit | Tebie/ frantreidjs | ^nien im fran Rn Belang. / Moon 2 bis ' p unb -impo 1 Gk diese Ante Wen. . _Ueberbliit mar fischen Einfuhr, bezug auf Ruhr sahr aus ben K gegen bie Liefe ?)ufsftoffen bei ins Gewicht fäl «it der kolonic Zeugnisse sind vergleich jU] licher Richtung. Vorhersage für Donnerstag: Mchf heiter und warm, doch örtliche Gewitterstörungen Lufttemperaturen am 8. August: mittags 22,2 GnÄ Celsius, abenbs 19,8 Grab; am 9. August: morgen? 16 Grab. Maximum 22,3 Grab, Minimum heuir nacht 16 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tie 'i am 8. August: abenbs 22,4 Grab; am 9. August: morgens 19,8 Grab. Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blun» schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilde r: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i. V.: Ernst Blunr- schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hon- Beck (in Urlaub). Verantwortlich für ben Inhalt b'ir Anzeigen: Theob. Kümmel. D.A. VII. 38: 9034. Druit unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R.LaW, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis M 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. utrb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehl. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 19'31 gültig. Publikum nach Einwerfen eines Pennys benutzt werben konnte, unb als er nun bas Glas auf den fernen Horizont richtete, erblickte er bas umge. schlagens Boot unb sah, wie bie beiben Segler Der. zweifelt mit ben Wellen kämpften. Geistesgegen- » roärtig rannte ber Knabe zu ben Stranbwächtern unb alarmierte sie, so baß wenige Augenblicke später em Motorboot mit voller Geschwinbigkeit zu bem Segelboot hinausfuhr. Die Retter tarnen im f letzten Augenblick an, um bie jungen Leute, bie am i Enbe ihrer Kräfte waren, noch zu retten. B. Der Taschenspiegel als Lebensretter. Ein Signal, bas durch bie Reflexe eines Hand, tafchenspiegels gegeben würbe, rettete bas ßeben breier völlig erschöpfter Frauen, bie fast eine Wach? in einer ber berüchtigten „Eishöhlen" in ber Nähe ber Stabt Granbs im westlichen Neu-Mexiko hatten zubringen müssen. Die drei Frauen waren aus bem Staat Kentucky gekommen, unb man fand ihren. Wagen am Eingang ber Höhle. Augenscheinlich, hatten sie diese besichtigen wollen, aber sie waren, schon seit Tagen verschwunben. Es würben schließ, lich Regierungstruppen aufgeboten, nach ihnen zw suchen, aber alle Bemühungen blieben lange vergeb, lich, bis man plötzlich bas Aufblitzen von Lich,. strahlen bemerkte, bie über bie Felsspitzen, bie bie Höhle umgaben, hinhuschten. So würben bie Retter auf ben richtigen Weg geführt unb fanben bie brei Frauen völlig erschöpft auf bem mit Lava, beberften 23oben ber Höhle liegen. Ihre Füße hatten, auf bem zerrissenen Boben schwer gelitten. Die eine von ihnen hatte einen Spiegel in ber Hand» lasche schwach bewegt, bis sie einen einfaHenbem Sonnenstrahl bamit auffing, der bann bie Kunde von bem Ort, an bem sie zusammengebrochen waren, nach außen brachte. B. Jedem Mann ein Ei... „Jedem Mann ein Ei, dem braven Schwepp«. mann aber zwei" — so wurden, wie alle weiß, bie tapferen Weißenburger unb ihr Führer Schwepperrnann von Lubwig bem Bayern für ihre tatkräftige Hilfe in ber Schlacht bei Mühldorf bc lohnt. Kaurn bekannt ist aber, daß bie Weißen- burger zu ben Eiern noch eine ansehnliche Beigabe in Gestalt des umfangreichen StadtwaLdes erhielte^ der x ihnen manchen Segen brachte. In diesen« Sommer jährt sich diese kaiserliche Schenkung zum 600.Male. Das nimmt bie Stadt Weißenburg im Bayern zum Anlaß, ein großes Erinnerungsfch zu begehen. Der Weißenburger Stadtwald ist autz die Stätte bes Bergwalbtheaters, bas alljährlich ' Opernaufführungen veranstaltet. j Vermietungen"] Neuzeitliche 5-MöIid. ob. Friedrichstr. (Zentralhz., Bad Balkon, Nebenräume) auf 1. September vermietbar. Schr.Angeb.unt. 03601 a. d. G. A. Einen Wurf schöner Ferkel verkauft 5224D Karl Fuchs Göbelnrod. 1 fieflnet- Wheils-MW 1 Statt 5M5d billig abzugeben. 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Daraus folgt allerdings keineswegs, daß Frankreich oder die sonstigen westeuropäischen Völker an ihrer zukünftigen Weltstellung verzweifeln müßten. Die wissenschaftliche und technische Ueberlegenheit und der ungeheure Reichtum an auch die Püffe und Stöße des Stellwagens auf holpriger Landstraße als eine unvermeidliche Selbstverständlichkeit hin, sogar das Grundübel der Zeit, die Paß- und Zollplackereien an all den vielen Schlagbäumen, die sich damals mitten durch Deutschland zogen, trug man mit Fassung: und wessen Herz und Sinne offen waren für die Schönheiten der Natur, für das reizvolle Stück Volksleben, das sich in der Postkutsche ausdrückte, der ließ sich den Genuß auch durch solche Leiden nicht vergällen. Viele unserer Dichter, Goethe, Mörike, Lenau, Eichendorff haben die Poesie der Postkutsche, des „Schwagers" und seines melodischen Posthornes besungen. Die Postillone in ihrer stattlichen Tracht verkörperten in sich die Romantik des Reisens. Die Landesfürsten wetteiferten darin, ihren Postillonen die schmuckeste Uniform zu geben. Da waren die Preuße^ in dunkelblauer Reitjacke mit orangefarbenem Besatz, die schwefelgelben sächsischen „Kanarienvögel", die Hannoveraner im Kollett von scharlachrotem Tuch mit blauen Aufschlägen, die hellblau befrackten Bayern, die Taxisschen mit dunkelblauem Koller und gelben Schoßumschlägen, alle in weißen Lederhosen, schwarzen Kanonenstiefeln, mit Sporen, glänzendem Lackhut und goldener Tresse. Dazu waren die Kerle, 1®... braven SchmI den, wie alle*1 ger und ihr $ 'em Bayern füll 5t bei Mühldor r, daß die W ansehnliche 9k -tadtwaldes erhir. brachte. In fe liche Schenkung, tadt Weißenbuii 'fees Erinnerm' r Stadtwald ist, fers, das alljoh t. Das französischeKolonialreich Von Or. Roderich t>. Llngern-Sternberg. Frankreich ist nach England die zweite größte Kolonialmacht, und mit Stolz, wenn auch nicht ohne einen Unterton von Sorae, erklären französische Nationalisten, Frankreich sei nicht ein Staat von 42 Millionen, sondern von 100 Millionen Einwohnern, wobei die Bevölkerung der Kolonien kurzerhand der Einwohnerschaft des eigentlichen Frankreichs zugezählt wird. Die Geschichte der französischen kolonialen Ausbreitung besteht aus zwei schroff voneinander getrennten Abschnitten, von denen der erste die Zeit von der Wende des 16. und 17. Jahrhunderts bis Unsere Zeit ist stolz darauf, die schnellsten Verbindungen zu besitzen, die die Menschheit jemals gekannt hat. Schnellzug, Auto und Flugzeug lassen die Entfernungen zusammenschrumpfen, und wir möchten gewiß das Tempo unserer Zeit, das nun einmal das unsrige ist, nicht wieder missen. Aber ein schöner Gedanke ist es, grade in dieser hastigen Zeit die Gemächlichkeit und die Romantik des Reisens von ehemals wieder lebendig werden zu lassen. Wie manchen abgehetzten Städter gibt es, dem solche geruhsame Fahrt durch schönste Gegenden des Vaterlandes ungeahnten Genuß und Entspannung bringen kann. Wer denkt nicht bei dem Wort Postkutsche unwillkürlich an die Bilder von Schwind und Spitzweg, die das Reise-Idyll der „guten alten Zeit" für immer festgehalten haben! Gewiß, die Bequemlichkeit, mit der wir heute sogar in einem gewöhnlichen Z.-Klasse-Wagen durch die Gegend rollen, die kannten unsere Urgroßväter nicht. Für die Reisenden war, besonders auf lange Strecken, die Idylle durch mancherlei Strapazen und Geduldsproben gestört. Aber wie man früher, als das Leben noch nicht auf Schienen lief und ein paar Handgriffe uns mit Licht und Feuer versorgten, überhaupt den Unbilden des All- taas viel unmittelbarer ausgesetzt war, so nahm man Die erste P f e r d e p o st k u t s ch e ist jetzt dem Reichspostminister Dr.-Ing. e. h. Ohnesorge vorgeführt worden und hat in allen Stücken seinen Beifall gefunden. Sie wird in allernächster Zeit-im Erzgebirge auf der Strecke Bad Oberschlema—Auersberg in Dienst gestellt werden. In kurzen Abständen werden noch weitere Kutschen fertiggestellt und sollen auf folgenden Linien ihren Dienst aufnehmen: im Schwarzatal auf der Strecke Bad Blankenburg (Thüringer Wald)—Schwarzburg, im Naturschutzgebiet der Lüneburger Heide zwischen Hanstedt und Wilsede, im Glatzer Bergland von Bad Kudowa (Kr. Glatz) über Grenzeck (Kr. Glatz) nach Straußdörfel—Tannhübel und im Schwarzwald zwischen Birkendorf und Bettmaringen. (Scherl-Bilderdienst-M.) >uper6 ),._55ps an ab Werk lieferbar! robefahrten lersfag: W (StxDiWötW. iV. rMvP 22,2 Tst i W ab, Minimum «c ituren in 10m ib; am 9. Augusts ^nnn5. ! MIqsS; » r°r gelitten •! 3le9el in der k einen einfM er dann die fc- nengebrochen & Von Postkutschen, Postillonen und Posthörnern Alte Landstraßenromantik soll wieder aufleben. ickt i Teile Deutfc marmes Wett! " Süden des te Zetter eingestellt Teilgebieten U; oittriger Natur L ier Folge wieder c g des hochdruckrii Leichhardt war Märker, 1813 im Spreewald geboren. Als Kind lernte er, wie er selber schreibt, „tüchtig hungern". Nach Beendiguna seiner Studien in der Philologie und den Naturwissenschaften reiste er vor hundert Jahren nach Australien. Der Staat Neu-Südwales hatte 1843 einen Preis von tausend Pfund ausgesetzt für die Erschließung eines Weges zwischen Sidney und dem Hafen Essington in Nordaustralien, eine Strecke von achtzehnhundert Meilen durch völlig unerforschtes Land. Mit der denkbar primitivsten Ausrüstung — die wissenschaftlichen Instrumente bestanden aus einem Taschenkompah und einem Thermometer (das sofort kaputt ging), machte sich Leichhardt auf den Weg. Mit zehn Begleitern war er 1844 von der Morreton-Bucht aus aufgebrochen, sechzehn Monate später tauchte er allein, ein Gespenst seiner selbst, in dem kleinen Hafen Port Essington wieder auf; in den Zeitungen las er seine Nachrufe — man hatte ihn längst für tot gehalten. Nach Sidney zurückgekehrt, wurde er wie ein Nationalheld gefeiert; die „Königliche Geographische Gesellschaft" in London verlieh ihm ihre Goldene Medaille mit der Widmung: „Die von Dr. Leichhardt zurückgelegte Reise, mit fast beispielloser Beharrlichkeit ausgeführt und mit dem vollständigsten Erfolge gekrönt, eröffnet den Ansiedlern Australiens ein neues, weites Feld für Unternehmungen und verbindet die Siedlungen von Neu- Südwales mit einem sicheren Hafen im Norden, wodurch die mit großen Umwegen verbundene und äußerst gefährliche Schiffahrt durch die Torres- Straße vermieden wird." Nichts kann die Atmosphäre der australischen Wildnis besser wiedergeben als einige Worte von Leichhardt eigenem Bericht: „Sieben Monate waren wir ohne Mehl, viel länger als ohne Zucker, mehrere Monate ohne Salz und schließlich ohne Tee, so daß uns nichts blieb als das Fleisch der Rinder, die wir mit uns führten. Die Zubereitung war ganz einfach, wir schlachteten am Abend einen Ochsen, zogen ihm die Haut ab und zerteilten ihn. Am nächsten Morgen schnitten wir das Fleisch m lange Scheiben. Diese Scheiben und Strange hausten wir auf Leinen und Baumwollzweige; in zwei bis drei Tagen waren sie hinreichend trocken, um in Säcke gepackt zu werden. Gutes ttockenes Fleisch war am besten roh." Q Ein Begleiter nach dem anderen verließ Leich- bardt' der letzte wurde bei einem Ueberfall von Austral-Negern getötet. Oft war es nur dre Furcht der Schwarzen vor den ihnen unbekannten Pferden und Ochsen, die Leichhardt rettete Monatelang wanderte er allein, immer den Tod des Verschmachtens vor Augen. Oft folgte er dem Flug von Tauben, Leichhardt. Von Heinrich Hauser. Durch einen grausigen Fund mitten in der australischen Wüste scheint nun, wie wir bereits berichtet haben, nach neunzig Jahren das Schicksal des deutschen Australiensorschers Leichhardt aufgeklärt worden zu sein. Im südaustralischen Parlament zu Adelaide wurde bekanntgegeben, daß in der Simpson- Wüste nordöstlich von Mount Dare, etwa 30 Meilen vom Finke-Fluß, acht Skelette weißer Männer aufgefunden wurden von denen angenommen wird, daß es die lieber» refte der im Jähre 1848 verschollenen Expedition des deutschen Australiensorschers Leichhardt sind. Die Berichte von den ersten Entdeckerfahtten ins Innere Australiens lesen sich, heute wunderlich, denn Expeditionen waren nötig für Ziele, die man heute mit der Vorortbahn erreicht. Die frühesten Forschungsreisen ins Innere erfolgten unfreiiDiUig entlaufene Sträflinge wanderten auf Taufende von Meilen durch den Busch, aber ihre Fahren brachten natürlich keine „wissenschaftlichen (£rgebni|fe^ Die frühen Expedittonen 9-ngen strahlenförmig von den Hafenstädten aus. Der Schiffsarzt G 9 Daß und der Seekadett Flinders waren die ersten, die Tasmanien umsegelten, 1796 mit einem winzigen Pott „Tom Thumb" - Bei emier Begegnung mit feindlichen Eingeborenen retteten ste ihr Leben dadurch, daß Flinders den Häuptlingen die Bärte schor. Charles Sturt, ursprünglich Offizier, entdeckte 1828 den Darling-Fluß, fuhr auf ihm hmabund geriet ganz unerwartet in das mächtige üWß des Murray. Er ruderte bis zur Mundung dieses größten australischen Strom-Systems, konnte a nicht durch die Küstenbrandung kommen und reyrr nach unendlichen Strapazen auf dem Weg zurua, den er gekommen war. ~ „ Eyre zog 1841 an der Küste der ''®5°öen Australbucht" entlang durch unendliches Oedland. Sein Begleiter fiel unter den Speeren der Eingeborenen. Dor dem Dursttod rettete er fitp- ’nöein er mit einem Schwamm Tau von den Blattern sammelte. Aus höchster Hungersnot rettete ihn em stanzösisches Walfang-Schiff an der Küste. Siner der größten australischen Forscher ist em Deutscher gewesen, Dr. Ludwig Leichhardt, T"„ nad) ihm ist heute noch eine Provinz von Jteu» Südwales und eine Vorstadt von Sidney benannt. Gloria-palast: „Signale nach London" Der Film gehört in die Kategorie der Hollywood- Produktion, die sich mit Vorliebe historischer Stoffe bemächtigt und diese mit einem beträchtlichen Aufwand an Menschen und Ausstattung in Szene setzt. Die Ereignisse erstrecken sich über einen Zeitraum von 35 Jahren (1770 bis 1805), wirken insgesamt mehr episch als filmisch und werden auch vom Titel, wie uns scheint, nicht ausreichend gedeckt. Immerhin hat der Film entschiedene Verdienste vor ähnlichen Werken dieser Gattung: weder die Geschichte einer Knabenfreundschaft noch die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe nämlich, weder Abenteuer noch Sensation sind für die Bewertung der Fabel ausschlaggebend; wichtig ist hingegen, daß kulturhistorisch interessante Dinge gezeigt und ernstliche Probleme aus der Geschichte des britischen Weltreiches auf eine einleuchtende Weise verständlich gemacht werden. Aus den beiden abenteuerlustigen und aufgeweckten Buben, die das Vorspiel bestreiten, werden zwei Männer, die in der Entwicklung Englands — jeder auf seine Weise — eine bedeutende Rolle gespielt haben: der eine ist Horatio Nelson, der Sieger von Trafalgar, der andere Jonathan Blake, der wichtigste Kopf der noch heute bestehenden, berühmten Londoner Versicherungsfirma Lloyds. Bei aller Romantik bleibt der Film — Manuskript: Ernest Pascal und Walter Ferris; Regie: Henry King — sachlich genug, die erstenAnfänge und die grundsätzlicheBedeutung einer schnell und zuverlässig arbeitenden Nachrichtenübermittlung und, im Zusammenhang damit, ein Generalproblem der englischen Situation im Kampfe gegen Napoleon um 1800 sichtbar zu machen. Aus der Freundschaft zwischen Nelson und Blake ergibt sich — innerhalb dieser Situation — überdies ein echter Konflikt persönlicher Art, der ebenso wie der romantische Liebeshandel zwischen Blake und Lady Elizabeth der Handlung auch im Sinne des Spielfilms farbige Lichter aufsetzt und lebendigen Antrieb gibt. Die energisch-männliche Erscheinung Tyrone Powers (Blake) und die sehr hübsche, blonde Madeleine Carroll (Elizabeth) bieten die darstellerisch interessantesten Leistungen in einem bunten und zahlreichen Ensemble. Fein und ftilge- recht wirkt die sparsame und gedämpfte musikalische Begleitung. — (Deutsche Fox-Film.) Zeitschriften. — Die Schweiz steht im Mittelpunkt der neuesten Nummer der „I11 u st r i r t e n Zeitung L e i p z i g". Mit einer prachtvollen Landschaftsaufnahme werden die Beiträge über das eidgenössische Land eingeleitet; es folgt eine Würdigung der Persönlichkeit des Bundespräsidenten Dr. Baumann. In Bild und Wort wird sodann der Schweizer Wehrmacht eine aufschlußreiche Darstellung zuteil. Den Abschluß bildet der Aussatz „Landesgemeinden in der Schweiz". um Wasser zu finden: „Der Abend naht, die Sonne ist unter den Horizont hinabgesunken, aber immer noch strengt man das Auge an, um durch die Dämmerung die dunkelgrüne Umgebung eines Baches zu erspähen, oder versucht dem pfeilähnlichen Flug einer Taube zu folgen, deren Flügelschlag plötzlich mit Hoffnung erfüllt, nur, um sogleich mit größerer Betrübnis zurückzugleiten. Mit gesunkenem Mut läßt man den Kopf auf die geschwundenen Vorräte sinken. Wie oft habe ich mich in diesen wechselnden Zuständen der frohesten Hoffnung und des tiefsten Elends befunden, wenn ich durstig, im Begriff, vor Mattigkeit aus dem Sattel zu sinken, dahinritt. Das arme Pferd stolperte über jeden Stein, stieß kraftlos an den Bäumen an. Aber plötzlich wird der Rufe eines Kakadus, das Quaken eines Frosches gehört und die Hoffnung kehrt zurück: Es ist ganz gewiß Wasser in der Nähe. Die Sporen werden dem dursttgen Tier in die Seiten gedrückt — und da liegt die Lagune, der Bach. Das Pferd ist im Augenblick abgeladen, gekoppelt und ordentlich gewaschen. Bald ist ein Feuer angezündet, der Fleischtopf darübergesetzt — das Wonnegefühl des armen Wanderers ist ohne Grenzen. Dann hülle ich mich in meine Decke und blicke in die dichter werdende Finsternis oder in den gestirnten Himmel, dessen Bilder so groß und so ruhig an mir Dorübergleiten." Im Dezember 1857 brach Leichhardt zu einer neuen Expeditton auf, die Neu-Südwales quer durch den Kontinent nach dem Swan-Fluß in West- australien führen sollte. Er hatte diesmal eine ganze Schar von Begleitern, Maulttere zum Reiten und eine große Ziegenherde als lebenden Proviant. Er ließ seine Begleiter hinter sich zuruck und verscholl in der Wildnis. Keiner der Hilfsexpeditionen gelang es, feinen Spuren weit genug zu folgen. Die jetzt gemeldeten Funde bringen zum ersten Male Licht in diese Tragödie eines großen deutschen Forschers und Pioniers. rjch Wilhelm N- ftleiters: itil und furbieM b), i.W: Ernst s Sans Thymt; ItffSSi MsdruSerei W onaisbeiugsH -llg-Mr« ltrlauf5P«lslÄ ®u|trieri M 1.6=Plemb,r ton»1 aufSQeS,rn *wA hinsichtlich der kolonialen Rohstofflieferungen, denn die Kolonien kaufen immerhin französische Erzeugnisse für bedeutende Beträge und sind z. B. als Verbraucher französischer Textilien von erheblichem Belang. Der stärkere Absatz innerhalb des Kolonialreiches ist hauptsächlich dadurch erreicht worden, daß Frankreich die Konkurrenz anderer Staaten durch Zollschranken und Vorzugstarife fernhält. Es wäre aber ganz abwegig, die französischen Kolonien lediglich vom wirtschaftlichen Standpunkt zu bewerten. Für Frankreich sollen die Kolonien heutzutage nicht zuletzt eine große militärische Bedeutung erlangen, ein Vorhaben, das icherlich problematisch ist, aber gerade deshalb von besonders großer Wichtigkeit für die gesamte französische Politik ist. Je unzureichender die Besetzung )er wehrpflichtigen Jahrgänge in letzter Zeit wird und je mehr die militärische Rüstung an Umfang zunimmt, um so mehr treten die Kolonien als Reservoir von Rekruten und Arbeitskräften in den Vordergrund. Frankreichs passive Bilanz der natürlichen Bevölkerungsbewegung, das Ueberroiegen der Sterbefälle über die Geburten, soll durch verstärkten Rückgriff auf die Einwohner der Kolonien ausgeglichen und ein Stand der militärischen Rüstung erzielt werden, der dem nie zur Ruhe kommenden Gefühl der „Unsicherheit" vollauf Rechnung trägt. Zeichen der großen Lebenskraft und des regen Geltungsdranges, die dieser Nation eigen sind. Dessen ungeachtet ist gerade Frankreich in besonders hohem Maß mit den Sorgen belastet, die heutzu- taae der Besitz von Kolonien jedem westeuropäischen Staat verursacht, zumal solchen Staaten, die, wie Frankreich, nicht in der Lage sind, fortlaufend eine erhebliche Zahs von Kolonisatoren zu stellen oder nicht über ausreichende materielle Mittel verfügen, um den kolonialen Besitz in größerem Maßstab wirtschaftlich auszuwerten. Denn es liegt auf der Hand, daß auf die Dauer der Besitz von Kolonien sinnlos wird, wenn ihre Verwaltung und Beherrschung mehr kostet, als sie einbringen. In wirtschaftlicher Hinsicht hat allerdings der französische Kolonialbesitz in der Nachkriegszeit sich in höherem Grade bezahlt gemacht, als das vor dem Kriege der Fall war. Die stärkere Verflechtung der Metropole mit den überseeischen Besitzungen äußert sich vor allem darin, daß der Anteil der Kolonien am französischen Außenhandel dem Wert nach gestiegen ist. Während der Jahre 1909 bis 1913 betrug er in der Einfuhr nur 10,9 v. H. und in der Ausfuhr 12,8 v. H., in den letzten Jahren ist der Anteil a6er bis auf 2*5,7 v. H. bzw. 32 v. H. gestiegen. Von sämtlichen Kolonien ist allerdings Algier hinsichtlich des Warenaustausches mit dem Mutterlande bei weitem die bedeutendste; es gehört eigentlich schon zum binnenwirtschaftlichen Gebiet Frankreichs. Demgegenüber find die übrigen Kolonien im französischen Außenhandel nur von geringem Belang. Jndochina z. B. hat nur einen Anteil non 2 bis 3 v. H. am französischen Gesamtexport und Import zu verzeichnen, während bei Algier diese Anteile 12 v. H. bzw. 17 v. H. erreichten. _ . Ueberblickt man die einzelnen Waren der französischen Einfuhr, so kann man feststellen, daß in bezug auf Nahrungs- und Genußmitteln die Zufuhr aus den Kolonien nicht unbedeutend ist, wogegen die Lieferung von industriellen Roh- und Hilfsstoffen bei keinem einzigen Posten wesentlich ins Gewicht fällt. Hinsichtlich der Aufnahmefähigkeit der kolonialen Bevölkerung für französische Erzeugnisse sind die Erfolge in den letzten Jahren im Vergleich zur Vorkriegszeit befriedigender als I gen Für jeden Unbefangenen erhebt sich in diesem Zusammenhang die Frage: Werden die Farbigen, die Berber, Marokkaner, Neger, Indo-Chinesen usw. tatsächlich auf die Dauer gewillt sein, für Frankreichs Sicherheit und Ruhm ihr Leben einzusetzen? Sind im Fall langwieriger kriegerischer Verwicklungen die in aller Welt verstreuten Kolonien nicht eher Gefahrenherde als Quellen der militärischen Stärke und der wirtschaftlichen Kraft? Diese Zweifelsfrage wird heute in Frankreich immer wieder gestellt, und es ist in der Tat sehr wahrscheinlich, daß die Kolonien in Zukunft im Zusammenhang mit einem großen Kriege, für Frankreich keine fördernde, sondern eine belastende und hemmende Wirkung ausüben würden. Darauf deuten nicht nur die Vorgänge in Tunis hfti, wo eine Los-von-Frankreich- Bewegung, die sogenannte neo-desturische, den Franzosen dauernd zu schaffen macht — es ist in sämtlichen von westeuropäischen Kolonialmächten abhängigen Völkern das Streben deutlich erkennbar, die europäische Vormundschaft loszuwerden ober doch nach und nach zu lockern. Wir stehen wahrscheinlich am Vorabend einer weiteren „Enteuropä- isierung" der Welt, was sich nicht nur darin äußert, daß alle überseeischen Länder sich industriell verselbständigen, sondern auch darin zum Ausdruck kommt, daß die Beherrschung und Auswertung des kolonialen Besitzes immer kostspieliger und schwieriger wird. Der Weltkrieg und die europäischen Zustände der Nachkriegszeit haben den Farbigen aller Schattierungen einen zuvor nie gekannten Anschauungsunterricht darüber erteilt, daß die Europäer, die sie früher als eine zur Herrschaft berufene Menschengattung ansahen, eine Vielheit sich fortdauernd befehdender Völker darftellen, von denen jedes für sich auf Kosten des anderen seinen Vorteil in der außereuropäischen Welt sucht. Diese Erkenntnis beginnt die entferntesten Gebiete und die primitioften Stämme zu erreichen. Zugleich mehrt sich die Zahl von farbigen Intellektuellen, von Arabern, Indo-Chinesen, Negern usw., die sich anheischig machen, ihr Land selbständig, und zwar nach „modernen" Grundsätzen zu verwalten, und zwar nicht zu Nutz und Frommen der europäischen Lehrmeister, sondern zu eigenem Vorteil. Auch das Gefühl der eigenen kulturellen Wertigkeit und der eigenen Kultur hat innerhalb der Völker des Islams, bei den Indo-Chinesen, Indern, ja selbst in beschränktem Umfang bei den mittel- und süd- amerikanischen Indianern sehr stark zugenommen mit dem Erfolg, daß die Stellung der westeuropäischen Staaten in Uebersee von Jahr zu Jahr schwieriger wird. Es liegt auf der Hand, daß dieses Erwachen der farbigen Welt Frankreich, das zwar eine sehr geschickte Hand in der Behandlung von farbi- I gen Völkern bewiesen hat, infolge seiner Armut an zum Jahre 1815 umfaßt — in welchem Jahr Frankreich seine kolonialen Erwerbungen in Nordamerika, Westindien, Südamerika und Vorderindien fast restlos an die Engländer verloren hatte —, und die Zeit feit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Dieser letzte Zeitraum begann mit der Eroberung von Algier und schloß mit der Besitzergreifung von Marokko und der Zuteilung der Mandatsgebiete im ehemaligen deutschen Kamerun und Togo und in Syrien auf Grund des Versailler Diktats. Das heutige Kolonialreich Frankreichs erstreckt sich fast über ganz Nordwestafrika bis zum Kongo und umfaßt ferner Madagaskar, Jndochina und einige in der ganzen Welt verstreute Besitzungen und Stützpunkte, von denen einige, wie z. B. die westindischen Inseln Guadeloupe und Martinique, noch aus der ersten Kolonialzeit stammen. Daß Frankreich bis kurz vor Ausbruch des Weltkrieges und abschließend noch als Auswirkung des Versailler Friedensdiktats sein koloniales Territo- rium erweitern konnte, ist ein unverkennbares Ob ereilsf eld, 8. August 1938. e- kp. kommen! ganz großen, ilich träumtest ein: damit du es weißt. Meine Erfindung hat die gebührende Anerkennung gefunden." las ihn noch einmal, schüttelte verständnislos den Kopf, begann aber doch zu ahnen, daß da irgendein schändliches Spiel im Gange war. War das nicht eine Verschwörung? Herrn Rade- gast wollte man ihr also abspenstig machen? Und Peter Stoll sollte versuchen, sie zu gewinnen, well es — weil es für alle von Vorteil sei? Es war nicht anders, als wankte plötzlich der Boden unter ihren Füßen. Konnte man sich so in einem Menschen täuschen? So unglaublich es schien, aber — war dieser Brief nicht der offensichtliche mal angekauft wurde. Was würdest du sogen, He- liuschka, wenn ich jetzt in diesem Augenblick, einen niedlichen kleinen Scheck mit einer schönen, runden, fünfstelligen Zahl aus meiner schäbigen alten Brief- beiden Frankfurter Sonderzuge verlassen den Gau schon am 5. September. Außer den Teilnehmern des Kreises Groß-Frankfurt fahren mit diesen Zügen der Gaustab, die Mitglieder des NSDStB. und die Teilnehmer der Kreise Offenbach und Hanau. Die restlichen Züge fahren am 7. September nach Nürnberg. Zn dem Zug, der in Gießen ab'geht, mhren die Teilnehmer aus den Kreisen Alsfeld- „Wenn das unsere Eltern noch hätten erleben dürfen!" Er strich ihr das Haar aus dem Gesicht. „Sag mir einen Wunsch, Heli, einen ganz großen, irgendeinen Wunsch, von dem du heimlich träumtest und der dir bis heute unerfüllbar blieb. Ich kann nicht anders, ich muß dir eine ganz große Freude Nach einer längeren Pause fand nun am Montag auf den Wiesen vor der Gail'schen Fabrik eine Truppenvereidigung des E.-Bataillons statt. Die Ehrenformation präsentierte, als Hauptmann Schnede! dem in der Abwesenheit von Oberstleutnant Meuther mit der Führung des Bataillons beauftragten Hauptmann Kampmann die Aufstellung meldete. Nachdem der stellvertretende Bataillönskommandeur die Fronten abgeschritten hatte und nachdem der evangelische Standortpfarrer Ausfeld und für den katholischen Teil der Truppe Standortpfarrer Kaplan Haenlein, die Mannschaften auf die Feierlichkeit dieser Stunde vorbereitet hatten, richtete Hauptmann Kamp- mann eine kurze Ansprache an die Kameraden. Er wies aus die Bedeutung dieser Stunde im Leben eines jeden Soldaten hin, der durch den Fahneneid in die Kameradschaft der deutschen Wehrmacht ausgenommen werde, die den Schild für und über Deutschland halte. Er erinnerte an die Augusttage vor 24 Jahren, als sich gleichfalls eine Front von Unter Eid und Waffe! Dereidigungsfeier beim L-Bataillon Gießen. taschen nähme?" „Herrgott, du, ich würde vor Begeisterung einen Purzelbaum schlagen." „Tue es!" sagte Peter würdevoll und rückte allen Ernstes den Rauchtisch beiseite." „Du hast wirklich —?" „Ich habe!" Er griff mit einer unvergleichlich beiläufigen Bewegung in die Brusttasche und zauberte das angekündigte Papier auf den Tisch. „Nun?" lächelte er, indem er sich bedachtsam und erwartungsvoll über das Kinn strich. Da riß nun Heli freilich gewaltig die Augen auf. „Dunnerkiel, zehntausend Mark!" Geradezu andächtig flüsterte sie cs. „Wo bleibt der angekündigte Purzelbaum?" Sie lächelte, schob dell Rock bis übers Knie hinauf, bückte sich — und schon war es geschehen, einmal, zweimal, dreimal. Nun saß sie neben dem Schreibtisch auf dem Boden, die Haare hingen ihr verwegen ins Gesicht. „Du könntest meinem Beispiel folgen!" lachte sie. „So ein Purzelbaum ist ein prachtvolles Mittel, das Herz zu erleichtern." Peter hob die Nase. „Es würde meiner Würde schlecht anstehen, mich vor einem halbwüchsigen Mädchen lächerlich zu machen." Sie war im Nu auf den Beinen. „Du — das halbwüchsige Mädchen nimmt du zurück — ober —!" Aber diesmal wurde es nichts aus der Balgerei. Bevor sie anfangen konnte, hatte er sie in die Arme genommen. „Heli — ist es nicht wundervoll?" „Ja!" sagte sie ernst, und ihr Gesicht war dicht vor dem seinen. „Peter! Daß du es nun wirklich geschafft hast! Ich freue mich so!" „Peterle!" „Jawoll!" sagte er und warf sich in die Brust. „Die Erdöl-AG. wird sich auf die Produktion meines synthetischen Petroleums umstellen. Unter ^einer Leitung, wohlgemerkt! Ich bin als Ehefchenuker angestellt worben unb werbe ein Gehalt beziehen, das im Vergleich zu meinen bisherigen Einkünften geradezu fürstlich zu nennen ist!" „Junge, Junge, wieviel denn?" „Habe Geduld, mein Lieblina! Ich werde es dir im Lauf der nächsten Tage schonend beizubringen versuchen. Im übrigen ist es noch nicht alles. Ich bin außerdem am Gewinn beteiligt, ganz davon ab- Jn tiefen Tälern unb in Tropfsteinhöhlen Die Gießener HI. in der Fränkischen Schweiz. nichts für ihr armes Köpfchen. Große Ordnungsliebe schien nicht Herrn Stolls besondere Stärke zu sein. Wie er alles herumliegen läßt! Wenn man neugierig wäre, könnte man in seine ganzen Geheimnisse einbringen. Nein, gewiß nicht! Gisela Mertens hatte gewiß nicht die Absicht gehabt, ben Brief zu lesen, der da, mit einem Glaswürfel beschwert, auf einem Stoß anderer Papiere in einem flachen Briefkorb lag. Sie wollte sich gerade dem Fenster zuwenden, aber da sprang ihr ein Wort in die Augen, das alle guten Vorsätze über den Haufen warf. Im ersten Augenblick war sie geneigt, an eine Sinnestäuschung zu glauben, denn was sollte wohl der Name Radegast in einem Brief, der an Heli Stoll gerichtet war? Sie schaute noch einmal hin, aber das. Wort blieb bestehen, klar und deutlich. Mit einer hastigen Bewegung griff sie nach dem Brief, den Toni Kindlmann an Heli Stoll ae- schrieben hatte. Sie las ihn von Anfang bis Ende, So fand Peter, als er nach Hause kam, seine Schwester allein vor. „Unb ich habe eigens eine Einladung ausgefchla- gen!" rief er in gerechter Enttäuschung. „Die Herren wollten mich zu „Lutter unb Wegener" „mitnehmen, um bas große Ereignis zu, begießen." Heli sah ihn nachbenklich an. „Ich weiß nicht, was mit bem Mäbel los war. Erft schien sie mir ganz prachtvoll, aber zum Schluß würbe sie immer zugeknöpfter. Uübrigens ist sie bereits verlobt, laß also beine Hoffnungen fahren! Erzähl mir lieber, wie es war! Ein großes Ereignis sollte begossen werden? Das klingt recht vielversprechend!" Peter hatte Hut unb Mantel wütend in eine Ecke geschleudert. „Was sagst du? Verlobt hat sie sich? Mit diesem Radegast? — Ich dreh dem Gauner den Hals um." „Kaum der richtige Weg zu Giselas Herzen! — Aber erzähl doch fchon, Peterle! Haben sie dich gleich zum Generaldirektor gemacht? Haben sie dir die Aktienmehrheit angeboten?" Er mußte wider seinen Willen lachen, und nun drängte es ihn selbst, sie an dem großen Erfolg teilnehmen zu lassen, der ihm widerfahren war. Er packte sie an beiden Ohren unb zauste sie. „Erstens, meine Teuere, wirst du dir in Zukunft einen respektvolleren Ton angewöhnen müssen. Ich 1 bin nicht mehr dein kleiner unmündiger Bruder, sehen hatten. , „ , , Wir haben heute in Oberailsfeld einen Ruhetag eingelegt. Am Abend soll ein Dorfgemeinschafts- abend steigen. Dazu werden schnell noch ein paar Lieder aufgewärmt und Spiele gelernt. Es wird auf jeden Fall ein Abend, der sich sehen lassen kann. Die Vorbereitungen lassen schon erkennen, daß es „ganz knorke" wird. Die Stimmung der Fahrten- gruppe kann nicht besser sein. Die Mütter können beruhigt sein, es ist alles ae- funb und munter, Heimweh hat bis jetzt keiner br durch die starke Reibung an den Luftmassen gleichsam entzündet werden. Dabei' verpuffe-n sie vollständig. _ Daß sich der Volksglaube mit den fallenden Sternen eingehend beschäftigt, ist keineswegs verwunderlich. Nach einer kleinrufsischen Sage sind die Sternschnuppen Teufel, die den guten Engeln, die als richtige Sterne leuchten, gleichen möchten. Weit verbreitet ist auch die Auffassung, die die Esthen aussprechen, wenn sie beim Fallen einer Sternschnuppe erklären: „Einer ist wieder gestorben, sein Stern fiel vom Himmel." Bei uns hat aber außerdem die Ansicht allgemeine ©ültigfeit, daß man sich beim Fallen einer Sternschnuppe vor allen Dingen etwas wünschen soll. Der Wunsch wirb angeblich in Erfüllung gehen. Unb deshalb flüstern sich namentlich die Liebenden ihre Wünsche zu, wenn sie an diesen schönen Sommerabenden unter dem sternbesäten Himmel spazieren gehen und dabei das Wunder der fallenden Sterne sehen. Andere aber klopfen schnell an ihre Geldtasche, namentlich wenn sie leer ist, und hoffen dann ... Sch. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Signale nach London". Es kostete sie nach Helis Rückkehr eine große Ueberwindung, die Unbefangene-zu spielen, und sie verabschiedete sich unter irgendeinem Vorwand früher, als sie ursprünglich geplant hatte. 22. icrn, Wetterau und Wetzlar. Der von Limburg kommende Zug befördert die Teilnehmer aus den Kreisen Biedenkopf-Dillenburg, Limburg-Unterlahn, Maintaunus-Obertaunus, Oberlahn-Ufingen, Ober, westerwald, Untertaunus, Untermefterwalb. Der Zug ab Darmstadt führt die Parteigenossen aus Den Kreisen Bergstraße, Darmstadt, Groß-Gerau, Oben- malb unb Worms nach Nürnberg. Der von Mainz abgehende Zug befördert die Teilnehmer aus den Kreisen Alzey-Oppenheim, Bingen, Mainz, Rhein- gau - St. Goarshausen, Wiesbaden, Untertaunus. Musik- und Spielmannszüge werden von den Kreisen Groß - Frankfurt, Hanau, Wetterau unb Zwei hinter Gisela. Vornan von Hans Hirthammer. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werbau/Sa. 20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „N—nein!" wich Heli verlegen aus. „Darauf ist mein Bruder bei seinen Forschungen gestoßen. Es muß sich überhaupt erst zeigen, ob es wirklich stimmt. — Aber nun muß ich Sie ein Weilchen allein lassen. Ich habe vorhin zu meinem Schrecken festgestellt, daß ich vergaß, Butter zu besorgen. Sie bleiben doch zum Abendbrot, nicht wahr? „Wenn es Ihnen recht ist, — gern!" Heli verließ das Zimmer, unb nach ein paar Minuten vernahm Gisela, wie braußen bie Flurtür sich öffnete und schloß. Sie blätterte noch eine Zeitlang in bem Buch, dann floppte sie es zu unb stanb auf. Der Inhalt des Bücherschrankes enttäuschte sie. Lauter wissenschaftliche Sachen, damit hätte sie wenig anfangen können! Uno das mar wohl der Schreibtisch dieses Herrn Peter Stoll? Eigentlich hätte sie ihn ganz gern kennengelernt, diesen jungen Mann, der solch lebhaftes Interesse für sie zeigte. Sie beuate sich über ein Blatt Papier, bas, mit chemischen Formeln übersät, auf bem Schreib- tisch lag. Hu, so viel Gelehrsamkeit! Das wäre Aus Oer Stadt Gießen. Fallende ©ferne. Jeber Kalenbertag hat gemäß einer alten Ueber- lieferung seinen befonberen Heiligen. So ist der 10. August dem heiligen Laurentius gewidmet. Laureuttus war römischer Diakon, der im Jahre 258 als Märtyrer für feinen Glauben verbrannt wurde. Nach ihm ist eine Erscheinung benannt, die wir gegenwärtig am nächtlichen Himmel in besonderer Schönheit sehen können: den Laurentius- schwarm. Man hat die Sternschnuppen dieses Schwarmes, der alljährlich periodisch wiederkehrt, die „Tränen des heiligen Laurentius" genannt. Damit ist ihnen eine poetische Bedeutung gegeben, die zugleich erkennen läßt, daß der Vorgang selbst immer schon besondere Aufmerksamkeit gefunden hat. Sternschnuppen fallen zwar während des ganzen Jahres, und wer ein sorgfältiger Himmelsbeobachter ist, kann fast in jeder Abendstunde Sternschnuppen wahr- nehmen. Aber bie Erscheinung ganzer Stern- schnuppenschwärme ist erheblich seltener. Im wesentlichen sind es zwei Schwärme, bie alljährlich auf» treten: um ben 10. August nämlich und um Mitte November, die nach ihren Ausgangspunkten am Himmel als Perfeiden und Leoniden von den Astronomen bezeichnet werben. Es ist ein eigenartiges unb einbrucksvolles Bild, wenn über ben nächtlichen Himmel bie Sternschnuppen raketengleich hinschießen, plötzlich aufleuchten unb ebenso schnell wieder verglühen. Der Astronom sagt, baß es sich dabei um kleine unb allerkleinste Teile von Weltkörpern, sozusagen um „Weltspäne", hanbelt, die an sich falt unb dunkel sind. Sie glühen nur auf, wenn sie in ben Anziehungsbereich der Erbe gelangen, da sie bann die in diesen Uniformen steckten, auserlesene Gestalten, lauter Enakssöhne, strotzenb m Kraft unb Gesundheit und auch voller Lebensfreude, heiteren Temperaments und fast immer freundlich im Umgang. Kein Wunder, daß sie vor hundert Jahren zu den volkstümlichsten Gestalten des öffentlichen Lebens gehörten! Die gemütliche Bezeichnung „Schwager , dem Brauch solcher allgemeiner verwandtschaftlicher Anreden aus bem Anfang bes 18. Jahrhunderts entnommen, bürgerte sich bald für sie ein. Sie waren eine stolze unb selbstbewußte Zunft, wohl miffenb, daß überall, wo sie hinkamen, bie Blicke wohlgefällig auf ihnen ruhten, und daß die Leute aus den Türen eilten, wenn sie ihr Horn erschallen ließen. Schön zu blasen war der höchste Ehrgeiz jedes Postillons, unb mancher unter ihnen brachte es über die üblichen Signale hinaus zu wirklicher Kunstfertigkeit darin, so daß die luftigen ober wehmütigen Weisen weithin hörbar bie Landschaft erfüllten, ja, gradezu mit der Landschaft selbst zu einem harmonischen Eindruck verschmolzen, wie Lenaus Gedicht von der lieblichen Maiennacht es so prächtig schildert. Wie allen Privatfuhrleuten der Gebrauch des Posthorns bei schwerer Strafe verboten war, so wurde anderseits der musikalische Ehrgeiz der Postillone von oben her mit allen Mitteln, auch nut geldlicher Belohnung, gefördert. So befiehlt die preußische Postordnung von 1812 den Postmeistern, darauf zu halten, daß „fleißig und wohl geblafen" wird. Manche Posten waren auf die Leistungen ihrer Postillone besonders stolz, es wurden schwierige Stücke eingeübt, indem sich die Führer des Hauptwagens und der „Beichaisen" zu Duetten, Terzetten unb Quartetten während der Fahrt vereinigten. Da konnten auch bie Großen im Reich der Töne ihr? Helle Freude daran haben, Robert Schumann erzählt feiner Braut von einem Leipziger Postillon, dessen lustige Trompeterstückchen auf ihn gewirkt hätten wie der beste Champagner, und auch Händel, Bach unb Beethoven verbauten bem Posthornklang manche Anregung. Die Fürsten ehrten ihre Postillone, inbem sie sie bei festlichen Gelegenheiten, namentlich bei Hochzeiten in ihrer schmucken Tracht ben Zug eröffnen ließen. Friedrich der Große, ber für die „hanbfesten Kerls" eine besondere Vorliebe hatte, ließ bie Ueberbringer von Siegesdepeschen durch Trupps von 24 bis 48 berittenen Postillonen begleiten, deren Horngefchmetter eine eindrucksvolle Begleitung zu der Verkündung ber Freubenbotschaft bilbete. Die Fahrtenabteilung des Bannes 116, bie gegenwärtig in ber Fränkischen Schweiz wellt, hat sich nun ausgeteilt in kleinere Gruppen von je 18 bis 20 Hitlerjungen. Der Zug brachte sie, nachdem das Zeltlager bei Bug am See abgerissen wurde, von Bamberg nach Ebermannstadt. Schon während ber Bahnfahrt erschloß sich bem Auge ein herrliches Landschaftsbild. Der sattelförmige Höhenrücken bes „Walberlo", auf .dem schon die Germanen einen Thingplatz errichtet hatten, unb jetzt noch jebes * ' Walpurgis lange Prozessionszuge aus der Imgegenb ihr Ende finden, fand überall DOM.- u.LM.-ilntergau 116 Gießen Heute ab 17.30 Uhr wird in der Müllerfchen Bade-anstatt bie Schwimmprüfung für ben Führe- rinnen-Fünfkampf abaenommen. Außerbem kann gleichzeitig ber Reichsschwimmfchein Nr. 1 unb 2 durch 15« bzw. 45-Minuten.Dauerschwimmen erworben werden. Sonntag, 14. August, von 8 bis 10 Uhr, findet auf bem Universitäts-Sportplatz ber Unter- führerinnen-Dreikampf für bie Gießener M.- unb IM.-Gruppen statt. Die Gruppenführerinnen sorgen bafür, baß alle in Frage kommenden M.- unb IM.- Führerinnen pünktlich mit Sportzeug antreten. Listen mit ben Namen mitbringen. Zu den Wettkämpfen sind wieder Schleuberball, Bandmaß unb Stoppuhr mitzubringen. Sonntag, 21. August, findet 25-Kilometer- Wanbern für bas BDM.-Leistungsabzeichen statt. Genaue Zeit wird noch einmal bekanntgegeben. Sechs Sonderzüge zum Reichsparteitag. NSG. Die Politischen Leiter unb Zuschauer aus dem Gau Hessen-Nassau werben in diesem Jahre I in sechs Sonberzügen nach Nürnberg gebracht. Die Wiesbaden gestellt. Orthopäden Tagung in Gießen. Wie bereits vor kurzem berichtet wurde, findet vom 3. bis 5. Oktober d. I. die 3 3. T a g u n g b e r D e u t» schen Orthopädischen Gesellschaft m Gießen statt. Der inzwischen erschienenen vorläu- figen Tagesordnung ist u. a. folgendes zu entnehmen. Die Eröffnungssitzung findet in der Aula ber Lubwigs-Universität statt, die weiteren Sitzungen sämtlich im Hörsaale der Unioersitäts-Frauen-Klinik. Am ersten Derhandlungstage werden die beiden Hauptthemen „Orthopädie und schaffendes Volk" und .Orthopädische Technik" verhandelt. Der zweite Sitzungstag sieht folgende Hauptthemen vor: „Ortho- pädie und Frauenheilkunde": „Primäre Knochenge- chwülste" und „Dererbungsfragen". Der dritte und letzte Sitzungstag stellt das Hauptthema „Vitamine und Hormone" und brinat außerdem eine Reihe freier Einzelvorträge. Im Rahmen der Tagung find ferner eine Anzahl geselliger Veranstaltungen vor- gesehen. Taaunasleiter ist Professor Dr. Pitzen von der Orthopädischen Klinik in Gießen. Gietzener 2Bod)enmarftpceüe. * Gießen, 9. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Die nfl.-Dolhewohlfohrt verschickte bisher teil 2 Millionen Kinder )ur Erholung und gab ihnen somit frohe fetlentoge. vielem Werk kannst Du bienen durch Deine Mitgliedschaft jur DSU. und durch Spenden von fteiplbheiL Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C’ 11%, Klasse D 10%, ausländische 12, Enteneier 11% bis 12% Pf., junge Hähne, % kg l,lö bis 1,15 Mk., Suppenhühner —,90 bis 1,05 Mark, Wirsing, grün 10 bis 12 Pf., Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 20. bis 25, gelb 20 bis 25, Erbsen 20 bis 28, Tomaten 20 bis 45, Zwiebeln 10 bis 14, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 50 bis 60, Kartoffeln, neue 6, 5 kg 55 Pf-, 50 kg 4,50 bis 5,50 Mark, Falläpfel, % kg 10 bis 12 Pf., Pfirsiche 50 bis 60, Himbeeren 50 dis 55, Brombeeren 55 bis 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 30, Salat 8 bis 15, Salatgurfen 10 bis 40, Ein» machgurken 2 bis 10, Endivien 5 bis 15, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf *♦ Ehe- und Mieter-Jubiläum. Am heutigen Dienstag, 9. August, kann bas Ehepaar Wilhelm und Mathilde Koster, geb. Dogeimann, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Seit 25 Jahren wohnt das Ehepaar Koster auch im Haus von Klaus Neurath, Asterweg 26. Herzlichen Glück- wünsch! ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 29. Juli bis 5. August ein: Gegen Kraftfahrer mit 9 Anzeigen und 5 Verwarnungen und Belehrungen: gegen Radfahrer mit 4 Anzeigen und 5 Verwarnungen und Belehrungen: gegen sonstige Fahrzeugführer mit 11 Anzeigen unb einer Verwarnung und Belehrung. machen." Heli guckte angestrengt auf seine Nasenspitze. „Es ist ein recht närrischer Einfall!" sagte sie endlich. „Du wirst lachen, aber ich mochte jetzt mit dir in jenes kleine Cafö am Engelufer gehen, weißt du noch, wo wir vor fünf Jahren den Kampf begonnen haben. Wir hatten gerade soviel Geld, daß wir eine Tasse Kaffee kaufen konnten. Am andern Tag mußten wir hungern — aber unser Mut war grenzenlos!" „Ja, unser Mut war grenzenlos! — Komm, zieh dich an, Heli, mir fahren hin! Erinnerst du dich, du hättest damals so gerne noch ein Stück Apfelkuchen gegessen, aber dazu reichte es nicht mehr!" 23. ' Gleich bei ber morgenblichen Begrüßung am an« bem Tag mußte Gisela Mertens bie Feststellung machen, baß bie Geschichte mit bem autobesitzenben Herrn unfreundlich ausgenommen worben war. Fräulein Hinterhuber begnügte sich, einen kurzen, unverständlichen Brummton herauszuquetschen, während Herr Weißfloh mit ber Miene eines schwer gekränkten Mannes, bem aller Glaube an bas Edle abhanden tarn, Giselas Gruß erwiderte. Gisela verzog die Lippen, lieferte bie Zigarren ab unb setzte sich an ihre Maschine, ohne baß s>e Miene gemacht hätte, bie schulbige Aufklärung' zu geben. Die Hinterhuber unb Herr Weißfloh htten sich nie sonderlich ins Herz geschlossen, aber nun schienen sie sich in einer Art Notgemeinschaft gefunden zu haben. Das zeigte sich besonders ausfällig,, als Fräulein Hinterhuber das Fenster öffnete, eine Handlung, die sonst regelmäßig Herrn Weihstoys flammenden Widerspruch zur Folge hatte. Sogar Babett Hinterhuber fiel es auf, daß heute das gewohnte Räuspern ausblieb, mit dem Herr Weißfloh feinen Protest einzuleiten pflegte. „Zieht es Ihnen auch nicht, Herr Weißfloh. fragte sie scheinheilig, nachdem sie eine Welle vergeblich auf bie vertrauten Anzeichen (eines jn« grimms gewartet hatte. „Gewiß nicht, Fräulein Hinterhuber, lassen Sie ruhig auf!" Seine Stimme war sanft und frieoucy. „Ein bißchen frische Luft kann nicht schaden. Es ist ein herrlicher Tag heute, finden Sie mcht. (Fortsetzung folgt!) Männern unb Jünglingen bildet«, um ben Säbel für das Vaterland zu ziehen unb sich heldenmütig gegen eine Welt von Feinden zu behaupten. Diesem Geist der Hingabe unb bes Opferwillens für etwas Großes, für bas Vaterlanb, für bas Millionen gefallen ober verwunbet wurden, in bie Herzen ber Rekruten zu tragen, bas fei auch bie größte Aufgabe währenb einer kurzen Dienstzeit. Der Hauptmann machte ben jungen Solbateh verständlich, daß es eine Ehre fei, Waffenträger ber Nation zu fein unb er gab bem Wunsch Ausbruck, daß Zeiten der Schmach, wie wir sie in ben Jahren zwischen 1918 unb 1933 erleben mußten, nie mehr wieder- kehren mochten. Dann trat Der Bataillons-Adjutant vor und die Truppen schwuren auf die De$en ihrer Offiziere bem Führer des Deutschen Reiches unb Volkes unb bem Obersten Befehlshaber Treue unb Gehorsam. Der stellvertretende Bataillonskomman- deur, Hauptmann Kampmann, brachte bas „Sieg-Heil" auf ben Führer aus. Mit den Liedern ber Nation klang bie Feierstunbe aus. Jahr an Walpurgis lange Prozessionszuge aus oer ganzen Umgegend ihr Ende finden, fand überall großes Interesse. Von Ebermannstadt aus zogen die Fahrtengruppen einzeln ihren Tageszielen entgegen. Die Fränkische Schweiz machte auf alle einen starken Eindruck Tiefe, enge Täler taten sich uns zwischen steil aufstrebenden Bergen auf. Dazwischen liegen, wie von Riefenhand zerstreut, gewaltige Felsblocke, die ber Fränkischen Schweiz ihr charakteristisches Ge- präge geben. Die Fahrtengruppe ber Gefolgschaft 2 marschierte noch bis Streitberg, einem kleinen Ort, der aber von mächtigem Fremdenverkehr erfüllt ist. Ueberhaupt sieht man in ber Fränkischen Schweiz im Sommer fast mehr Fremde als Einheimische. | Die Dörfer sind ziemlich klein. Ein Dorf, so groß wie die Dörfer ber Wetterau, sieht man hier über- ......m f u . Haupt nicht Orte mit 50 ober 60 Einwohnern sinb Lauterbach, Büdingen-schotten, Gelnhausen, Schluch. hier keine Seltenheit. — ---------- In Streitberg hatten wir Gelegenheit, bie größte Tropfsteinhöhle Deutschlanbs zu besichtigen. Durch einen 400 Meter langen Gang, m bem bie angenehme Kühle von nur + 12 Grad Celsius herrschte, mußte man gehen, um die phantastischen Stcinge« bilde besichtigen zu können. Märchenhafte Grotten boten sich bem Beschauer bar. Beim Beklopfen ber kerzen- und harfenartigen Gebilde konnte man einen glockenreinen Ton Horen. Eine halbe Stunde brachten wir in der Hohle zu, bis wir alles ge- Beweis, daß Heli aus ganz bestimmten, zwar undurchschaubaren, aber fehr selbstsüchtigen Gründen ihre Bekanntschaft gesucht hatte. . . . , . ein Vorwand gewesen war. Helis verlegenes Ausweichen vorhin ließ fast darauf schließen. !■.$$ 1 Hanau D,t d MI NI ■Ws lertaunus nen von d., Bc«erau J ließen. findet von, I der Deut- I 'Uschaft in I ^enen Dorläu« I *5 Zu entneh. I Äula her I een Sitzungen I vrauen-Klinit. I 'n die beiden I sfendez Volk' I eii- Der zweite I 'vor: „Ortho.I 3re Knochenge-1 Der dritte und I ima „Vitamine I m eine Reihe k er Tagung sind I taltungen vor- L Dr. Pitzen eßen. teile. utigen Wochen-' r. /? kg 1,52 | Rar!, Matte 20 I , Eier, deutsche. ' blehtr len Inöec en lomli ftohe ik Kannst Du DlleDldiofl iui , lonftelplBDen. B 12, Klasse (‘ Enteneier 11% lö bis 1,15 M, , Wirsing, grün Rotkraut 12 bi; iben 10 bis 12, ahnen, grün 2ö is 28, Tomaten arber 10 bis 15, i, 5 kg 55 Pi , , M kg 10 bis ren 50 bis 55, bas W 10 0 bis 40, Ein- 15, Recktz 5 Biläum. Am n das Ehepaar i. ieb. Dagelmann, [ tn. 2eii 253ah‘ | ch im -aus m .1 herzlichen Gluck- | Polizei schütt in lauft ein: Segen \ Verwarnungen r mit 4 AnM'' jungen; 8* 'M" s?? M grvv^ u , »afinW-'J* I • j fit I \*. J, Hit I f ' en I uf« «°Lpi bi'! I ■n ien/SiQ6l «» °L" taub« "fu"-*.!-1 fifSP* el * LiS" S-e A? Aus der engeren Heimat. Gießener Sommerschlußverkauf beendet Ergebnis: für Käufer und Verkäufer befriedigend. Wirtschaft ausbestritten wurden. Die „ gute Unterhaltung, so daß Warenbranche her Absatz besonders erschwert und die reich gefüllten Lager hatten wenig Abgang zu verzeichnen. Erfeulicherweise setzte fast zum gleichen Zeitpunkt mit dem Beginn des Sommerschlußverkaufes, richtiges Sommerwetter ein, was sich naturgemäß auf den Geschäftsgang sehr günstig auswirkte. Do die günstige Witterung auch eine gesteigerte Reiselust auslöste, wurden die Bedürfnisse auch noch dieser Richtung geweckt und die entsprechenden Einkäufe getätigt. Hinzu kam, daß die Geschäfte diesen Tatsachen insofern Rechnung trugen, als sie in einer überaus reichlichen Auswahl dem Publikum Waren anboten und auch hinsichtlich der Preislage Zu- oeständnisse machten. Gegenüber den normalen Preisen waren die Herabsetzungen in einer Reihe von Artikeln ganz erheblich. Richt zu vergessen ist, daß die Geschäftsleute auch ihre Auslagen gerade in der Zeit des Sommerschlußverkaufes besonders geschmackvoll gestaltet hotten und damit einen lebhaften Anreiz zum Kaufe schufen. Alles in allem läßt sich sagen, daß der Sommerschlußverkauf 1938 beiden Teilen, Käufern wie auch Verkäufern, ein befriedigendes Ergebnis brachte. Die Verkäufer konnten ihre Lager erheblich entlasten, wenngleich das vielfach nur durch starke Herabsetzungen der Preise möglich war. Der Käufer aber hatte Gelegenheit, unter sehr günstigen Bedingungen seinen Bedarf an Waren aller Art zu decken. Sprechstunden her ) -eJaktion. 11 30 bis 12 30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. Zahl, wenngleich auch hier wieder der Schneider seine Radel zücken muß, sie für die Spieler dieses Hauses fertigzumachen. Auch hier herrscht, gerade wie im Atelier der Schneiderinnen, noch nicht Hochbetrieb. Roch brauchen nicht fünf oder gar sechs Kostüme an einem Tag gemacht zu werden. Roch kann man ein wenig besinnlich den Dingen sich widmen, bis ... nun' bis das Theater zum erstenmal wieder seine Pforten öffnet, das Gewoge von Menschen in den Gängen zu vernehmen ist, die Klingel ertönt zum Beginn einmal, zweimal und in letzter Minute noch gerufen wird: „Schnell, schnell, das Gnomenkostüm und die Kleider der Waldgeister und die Schleier der Elfen und Feen, schnell, schnell, für den „Sommernachtstroum" ... M. Sch. geschüttet werden. Mein-Mainische Vörse. Mittagsbörse weiter schwächer. Frankfurt a. M., 8. Aug. Bei begrenzten Umsätzen lag die Börse auch zu Beginn der neuen Woche überwiegend schwächer. Am Aktienmarkt setzte sich kleines Angebot fort, während Nachfrage kaum in Erscheinung trat und auch sonst die Aufnahmeneigung überaus gering blieb. Zu den ersten Kursen, die nur spärlich vorlagen, ergaben sich durchschnittliche Rückgänge von 0,50 bis 1 o. H. Im Verlaufe wurden sie teilweise um weitere 0,25 bis 0,50 v. H. ausgedehnt. Etwas stärker ermäßigt waren IG.-Farben auf 146,50 bis 146,25 (147,75), BMW. mit 138,50 (140,25) und Conti Gummi, die besonders kleinen Markt haben, auf 195 (197,50). Am Montonmarkt ließen Buderus, Hoesch, Mannesmann und Rheinftahl bis 0,50 v. H. nach, Verein. Stahl bröckelten nach 100,40 auf etwa Pari ob (100,75). Maschinen, Motoren- und Elektroaktien kamen bis 0,50 v. H. niedriger an. Behauptet blieben u. a. Aschaffenburger Zellstoff mit 112, Metall- gcsellschaft mit 121,50, Deutsche Erdöl setzten 0,40 v. H. höher mit 119,65 ein. Am Rentenmarkt bestand ebenfalls wieder überwiegend etwas Angebot. Einige Umsätze erfolgten zunächst nur in Kommunal-Umschuldungs- anleihe zu 94 (94,25), nachdem sie bereits am Samstag nachbörslich mit 94,15 umgegangen waren. Reichsaltbesitz bröckelten auf 129,75 (129,90) ab. Am Pfandbriefmarkt war die Lage ziemlich ausgeglichen, die Umsätze waren jedoch gering. Li- Neuer Fundus für das Stadttheater Heber 1000 neue Uniformen wurden angeschafst. schalten die Nockenplatte des Kranes zertrümmert zu Haden. Da der Sachverständige die Beschädigung der Nockenplatte auf Verschleiß zurückführte, ließ der Amtsanwalt in diesem Punkte die Anklage fallen, und der Angeklagte wurde insofern freige- fprochen. In den beiden anderen Fällen wurde er wegen Sachbeschädigung in Sachen der §§ 303, 74 StGB, zu einer Gefängnis st rase von fünf W o - ch e n verurteilt. Soweit er verurteilt wurde, hat der Angeklagte außerdem die Kosten des Verfahrens zu tragen. 'Rundfunkprogramm Mittwoch, 10. August. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Volk und Wirtschaft. Das Auto kommt zum Käufer. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen noch Tisch ... 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Krimi-; nettes in der Sippenforschung. 16: Nochmitagskön- zert. — Dos Mikrophon unterwegs. — 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Fliegendes Deutschland. 19.5: Volk singt, spielt und plaudert: Rhönmusrkanll.'n von ehedem. Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Laßt doch der Jugend ihren Lauf!" 22- Nachrichten. 22.20: Eurovomeisterstbaften im S^wimmen. Wasserball, 200-Meter-Brustsckwimmen für Damen, 4X200-Meter, Männer, Entscheidung. Auto mit vier Insassen überschlägt fick 1 Toter, 3 Schwerverletzte. Lpd. Hanau, 6. Aug. Ein schwerer Verkehrs- Unfall, der sich am Samstag früh gegen' 3 Uhr zwischen Langenselbold und Hanau zutrug, hat em Todesopfer gefordert. In der Nahe des Dorfes Rückingen rannte ein mit vier Personen besetztes Auto gegen einen parkenden Last- k r a f t w a g e n und überschlug sich. Die vier Insassen des Personenautos wurden schwer ver- etzt und verschiedenen Krankenhäusern zugefuhrt. Einer der Verunglückten, der aus Oberursel stammende Dr. H e i n r i ch , ist im Laufe des Samstag- vormittags im Dr.-Robert-Ley-Kronkenhaus, wohm er gebracht worden war, g e ft o r b e n. * Großen-Buseck, 8. Aug. Wieder einmal weilt aus Frankfurt a. M. eine Fahrtengruppe der Hitler-Jugend in unserem Orte, um hier einige Tage zu verleben. Schon nach kurzer Zeit war die Großen-Busecker HI. mit den Gästen in ein kameradschaftliches Verhältnis getreten. Am Samstag fand ein wohlgelungener Kameradschaftsabend statt, den Gefolgschaftsführer Brück mit Worten herzlicher Begrüßung eröffnete. Bürgermeister Schwalb sprach anschließend über den tieferen Sinn der Fahrten her HI. Der Abend brachte Spiele, Vorführungen und gemeinsam gesungene Lieder, die von den Einheimischen, wie auch von den Gästen ,/Schnell, schnell die Reifröcke nachsehen und fertig machen, und hier das Mieder, das muß noch enger gemacht werden. Fix, fix, setzen Sie hier noch die Puffärmel ein und ..., die neue Gewandmei|terin des Theaters schaut die verdutzt dreinschauenden Schneiderinnen des Ateliers spitzbübisch an und lacht herzlich dazu. Nein, nein, noch braucht man in diesem Tempo nicht zu schaffen, noch hat man Zeit und Muße, sich in Ruhe der Dinge zu widmen, wenngleich auch so ein Tag der Sommerzeit sein gerüttelt Maß an Arbeit hat. Es ist allerei zu rüsten und zu richten im Fundus des Theaters. Ein großzügiger Spielplan steht bevor und verlangt somit eine ebenso großzügige Vorbereitung. Da sind Entwürfe zu machen für alles das, wa neu geschaffen werden soll. Einkäufe sind zu üerlegen und wollen bis ins kleinste erwogen werden, da ja auch hier wirtschaftlich gearbeitet werden muß. „Sommernachtstrauml" Mit bunten Farben malt die Gewandmeisterin die Entwürfe zu den Kostümen dieses Eröffnungsstückes der Spielzeit 1938/39. Die Fülle und Mannigfaltigkeit in der Verschiedenheit der Personen dieses Shakespearschen Stückes verlangt ein unbedingt künstlerisches Einfühlungsvermögen in alle Einzelheiten und Erfordernisse. Und so gibt es Arbeit in großem Maße. Doch nicht nur neue Sachen werden gearbeitet, wie bei diesem Stück, auch anderes will erledigt sein. Da sind z. B. allein 100 Kostüme, die in diesem Jahr dem Fundus der Damenobteilung beigefügt wurden. Der Fundus des Theaters wurde vollkommen erneuert. Prächtige Bauernkostüme in ihrer Originalität von Form und Farbe, daran das Auae sich immer wieder ergötzen ktnn. Feierliche, zarte Biedermeier- und Rakofoklei- der, die stets einen Hauch von Anmut und Grazie vermitteln, sobald man ihrer ansichtig wird Aber dieses wie jenes ist nachzusehen. Hier muß eine Litze erneuert werden an der bunten Weste des Bauernrockes. Und dort an dem Rokokoknstum hat eine Spitze sich gelöst, die ebenfalls der Reparatur bedarf. Daneben hängt eine große Robe in rotem Atlas. Sie muß enger gemacht und etwas ausgebessert werden, berichtet auf unser Befragen die aber träumt schon der Aufführung des „Rigoletto" entgegen. Und da wir von diesem sprechen, werden auch gleich die Kisten und Kasten mit Spitzen und Bändern und Federn und Hüten nachgesehen. Da muß der Bleistift notieren und die Schere ordnend helfen, den vieles ist nicht brauchbar mehr von diesen Dingen. Und da man einmal dabei ist, dergleichen Dinge zu bestellen, werden auch sofort notwendige andere Anschaffungen notiert. Schuhe in Rot und Gold und Silber für die tanzenden Feen unseres Theaters. Stoffe für wundervolle Kleider werden bestellt, dazu noch Borten und Bänder in großer Wahl. Aber fchauen wir uns weiter um. lieber einen kleinen Flur sehen wir hinüber zur Garderobe der Herren. Man ist gerade dabei, die Schränke zu räumen und neu zu ordnen. Und so finden mir alles in buntester Wahl durcheinander. Es beeinträchtigt das Bild nicht, nein, es erhöht gar noch seinen eigenen Reiz und läßt Bilder ohne Zahl vor unserem Auge erstehen. Da liegen Zylinder, rabenschwarz, neben hellleuchteden, weitrandigen Spanierhüten. Fräcke ohne Zahl warten darauf, gebürstet zu werden, gleichgültig, ob sie der Biedermeierzeit ange- hören oder dem Rokoko eigen sind. Träumen könnte man hier von alten Zeiten und längst vergangenen Menschen, da die Kleider ihrer Tage nach zu uns sprechen. Daneben aber blitzen Uniformen auf mit ihren goldenen und silbernen Tressen. Man hat die alten zum großen Teil durch neue ersetzen können, da auch der Fundus dieser Abteilung um, ein Wesentliches bereichert wurde. 1000 Stuck neue Kostüme ist immerhin eine stattliche Rudolf ploch in Butzbach t- * Butzbach, 9. Aug. Infolge eines Schlaganfalles ist am Sonntag im 70. Lebensjahre der Reichsbahn-Oberinspektor i. R. Rudolf Ploch verstorben. Der Heimgegangene hat sich lange Jahre in unserer Stadt in vorbildlicher und selbstloser Weise ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Von 1925 bis 1931 wirkte er u. a. in der Gemeindevertretung und als Beigeordneter sowie als Stellvertreter des Bürgermeisters. Besonders hat er auch als Vorsitzender des Wohlfahrtsauschusses und als eifriger Mitarbeiter auf dem Gebiete des Verkehrswesens fruchtbare Arbeit für die hilfsbedürftigen Volksgenossen und für die Aufwärtsentwicklung unserer Stadt geleistet. Für die Geschichte unseres Ortes hatte er allezeit stärkstes Interesse, und er war denn auch ein eifriger Mitarbeiter des Geschichtsvereins, dem er mit feiner gewandten Feder ein wertvoller Förderer war. Im Verkehr mit allen Volksgenossen war Rudolf Ploch allezeit ein warmherziger, für die Wünsche und Sorgen aller Kreise empfänglicher und Verständnis- voller Mensch, der durch sein freundliches und charaktervolles Wesen sich nicht nur große Wertschätzung in Butzbach selbst, sondern auch darüber hinaus erworben hat. Dem „Gießener Anzeiger" stellte er sich viele Jahre lang, auch noch in der Zeit, da sein Gesundheitszustand schon mancherlei zu wünschen übrig ließ, als Mitarbeiter für Butzbach gerne zur Verfügung, der auch hier mit Ge- meinsinn und mit seiner sorgsamen Federführung wertvolle Mitarbeit im Dienste der Allgemeinheit leistete. Bei allen, die diesem vortrefflichen Manne nähertreten konnten, und bei den vielen Volks- genossen, denen er im. Verlaufe seiner beruflichen und späterhin ehrenamtlichen Tätigkeit in der 23er« waltuna der Stadt Butzbach förderlich sein konnte, wird fein Andenken in Ehren fortleben. Landkreis Gießen. quibationsmerte bröckelten teilweise 0.13 v. H > ab. Stadtanleihen lagen uneinheitlich bei Abweichungen von 0,13 bis 0,25 v. H., 4,5proz. Hanau 98 (98,50). Industrie-Obligationen waren verschiedentlich mäßig höher. Im weiteren Verlaufe kam das Geschäft fast völlig zum Erliegen. Die Kurse bröckelten eher noch leicht ab. IG.-Farben 146,13 nach 146,50, Verein. Stahl 100 nach 100,40, Hoesch 106,50 nach 107, Rheinstahl 129,75 nach 130 13, Bemberq 122,25 nach 123,50. Von den später notierten Werten waren stärker verändert Berger Tiefbau mit 133,50 (137), Gement Heidelberg mit 146 (148,25) und nach Pause Rhein. Elektro Stamm mit 114,75 (117,50). Der Freiverkehr war geschäftslos. Man nannte Dingler mit 85,75 (86,25), Vertin. Fränk. Schuh mit 66 bis 68 (69) und Elsass. Bad. Wolle mit 79 bis 81 (80). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse sehr still. Die Abendbörse lag sehr ftill, und die Zurückhaltung dauerte fort. Es bestand weiterhin Abgabeneigung, doch kam es mangels Kaufaufträgen und infolge fehlender Aufnahmebereitschaft kaum zu Ao- schlüssen, da die vorliegenden Verkaufsaufträge zumeist limitiert waren. Die meist nominellen Kurse lagen nicht ganz einheitlich und waren im allgemeinen wenig verändert. Schwach waren Gesfürel, die noch 0,25 v. H. unter den Berliner Schluß zurückfielen auf 126,75 (128,50). Sonst bröckelten u. a. ab: Buderus auf 105,50 (105,75), * Daimler auf 125,50 (126), Deutsche Erdöl auf 119 (119,65), Rhein- metall auf 124 (124,50), Demag auf 135,25 (135,50), Scheideanstalt auf 204 (204.25), Westdeutsche Kaufhof auf 91,25 (91,50) und Südd. Zucker auf 216,50 (217). IG.-Farben lagen mit 146,25 (146,13) gut behauptet, tber sehr ruhig, ebenso Verein. Stahl mit 100, Mannesmann mit 103,50 (103,40). Rheinstahl waren zu unv. 129,75 angeboten. Etwas höher lagen Bemderg mit 122,65 (122,25). Der Rentenmarkt war geschäftslos. Farden-Bonds notierten nominell und unv. 119,50, desgleichen Reichsbahn- VA. mit 122,13. Kommunal-Umschuldung horte man mit unverändert 94. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Aug. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 196, WH 198, W12 199, W 13 200, W 16 203, W 18 205, W 19 207, W 20 209; Roggen RH 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185, R 16 187, R 17 188, R 18 189, R 19 191 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,10. W 16 29,20, W 18 —. W 19 29,20, W 20 29,55; Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11.00, W 19 11,10, W2O 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50, Müblenfestpreife ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu (bis Vs Besatz) 5,00, do. (bis Vio Besatz) 5,80 bis 6,00, Erzeugerpreis ab Erzeuger- Verladestation: drahtgepreßt bis 40 Pf. Aufschlag. Weizen- und Roggenstroh —. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 551 Kälber, 65 Härnrnel, 36 Schafe 3702 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark. Hämmel 34 bis 48, Schafe 25 bis 40. Schweine 53 bis 60 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe mittelmäßig. Amtsgericht Gießen. Wegen Sachbeschädigung in drei Fällen hatte sich der O. K. aus Gießen vor dem Einzelrichter zu verantworten. Der Angeklagte war in einer Gießener Fabrik beschäftigt. Es war gegen Ende einer Schicht. Durch ein Versagen der Heizung war man mit der Arbeit etwas im Rückstand. In einem Heizungske s^ wurde noch vulkanisiert. Der Angeklagte, der sich erst kurz im Betriebe befand, sich aber dennoch unter geheimnisvollen Andeutungen eine Auffeherrolle gegenüber seinen Arbeitskameraden anmaßte, öffnete das Gehäuse der Heizungsregulierungsuhr und stellte die Uhr um einige Minuten vor. Dadurch wurde der Vulkanisierungsvorgang verkürzt. Es entstanden Fehlfabrikate, wodurch das Werk um ungefähr 200 Mark geschädigt wurde. Der Angeklagte gab zu, die Regulierungsuhr vorgestelst zu haben. Er behauptete aber, dies nur getan zu haben, damit ein anderer Arbeitskamerad seinen Zug noch bekommen könne; den Dukanisierungsvorgang habe er nicht stören wollen. Seine Einlassung wurde aber durch die Vernehmung zahlreicher Zeugen wider- legt. Weiterhin warf die Anklage dem K. vor, am 24.9.1937 mehrmals mutwillig den Hauptschalter für den Motor eines Laufkranes em- und ausgeschaltet und dadurch einen Kurzschluß herbeigesuhrt SU haben. An diesem Tage transportierten mehrere Arbeitskameraden mit dem Laufkran. Der Ange- klagte stand neben dem Hauptschalter. Plötzlich schoß ein großer Feuerstrahl aus dem Schalter und versengte einen anderen Arbeiter, der in der Nahe stand, leicht. Es entstand durch Durchschlagen der Sicherung Kurzschluß. Der Arbeitsprozeß wurde unterbrochen. Der Angeklagte bestritt, sich an dem Hauptschalter zu schaffen gemacht, zu haben; er mußte aber zugeben, daß er früher öfters wahrend des Fahrens mit dem Krane an dem Schalter herumgespielt hatte. Ein anderer Zeuge sah, wie der Angeklagte nach dem Feuerstrahl die Hand an dem Schalterkasten hatte. Der Elektriker, der nachher Die Störung beseitigen mußte, stellte an dem Schalter Schmorperlen fest und führte den Kurzschluß auf ^jn Verstellen am Schalter und nicht auf schlechten Zustand des Schalters zurück. Im übrigen wurde meser Schalter noch mehrere Monate nach diesem Vorfall ohne die geringsten Störungen weiterbenutzt. Die Anklage hatte dem Angeklagten weiterhin °°tgetoorfen, durch unsachgemäßes Ein- und Aus- Sicherung der deutschen Edelpelztierzucht. Fwd. Die Bedeutung der deutschen Edelpelztierzucht in Der Volkswirtschaft, insbesondere aber im Rahmen der durch den Vierjahresplan gestellten Aufgaben, wird klar ersichtlich, wenn man sich vor Augen hält, daß der Wert der in Deutschland gehaltenen Edelpelztiere zur Zeit rurrä 30 Millionen beträgt. Unter Ausnutzung dieser Sachlage haben einzelne gewissenlose Elemente versucht, mit teilweise amerikanischen „Schneebattmethoden" unsaubere Geschäfte zu machen. Das ist nunmehr durch den Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, unterbunden worden. Mit Schreiben vom 21. Juli d.J. hat er den Leiter der Gruppe Ernährung in der Zentralstelle für den Dierjahresplan in der DAF., Pg. Hanns Zie - rold, zum Bevollmächtigten für die deutsche Edelpelztierzucht ernannt und Diesen beauftragt, alle notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Edelpelztierzucht im. Interesse der deutschen Volkswirtschaft zu treffen. Mit dieser Beauftragung entfallen alle Vorwände, daß Unberufene oder Interessenten, Die sich teilweise zu „Schutzgemeinschaften" und anderen vereinsähnlichen Gebilden zusammengeschlossen haben, noch weiterhin Sonderaktionen zur Wahrung ihrer Interessen unternehmen. Solche Aktionen können nur die in der Pensionspelztierzucht investierten Werte auf das stärkste gefährden. Sie haben aus diesem Grunde in Zukunft zu unterbleiben. Fwd. Papierfabrik Oberschmitten W. & I. Moufang 21®., Oberschmitten. Im Berichtsjahr 1937 hielt die gute Beschäftigung an. Dor allem die Ausfuhr hat wesentlich dazu beigetragen, die einen erheblichen Anteil der Erzeugung aufnahm. Durch die Aufstellung einer zweiten Papiermaschine wurde die Kapazität wesentlich vergrößert. Der Rohertrag wird mit 1,03 Mill. Mark ausgewiesen (im Vorjahr 1.10 bei 0,42 übrigen Aufwendungen). Nach auf 157 500 (103 500) erhöhten Tlbschreibungen ergibt sich ein Reingewinn non 27 247 (20 169) Mark, woraus wieder 3 v. H. Dividende auf 900 000 Mark Grundkapital Staunen nicht herauskamen. Ungern hörte man das Schlußsignal. # Allendorf ( L a h n ), 8. Aug. Nach alter Sitte wurden für die demnächst stattfindende Kirmes die Mädchen unseres Ortes „versteigert". Die Versteigerung fand unter der Leitung des in der ersten Kirmeserversammlung gewählten „Kirmeswartes" statt. Sämtliche Burschen hatten sich zu der Versteigerung eingefunden, und ein jeder kaufte sich unter Scherzen das Mädchen, mit dem er zur Kirmes den ersten Tanz wagen will. Interessant war es, wenn mehrere Burschen auf ein Mädchen „spitzten" und sich gegenseitig trieben. So kam es, daß Mädchen bis zu einem Preis von 17 Mark kosteten. <£ Holzheim, 8. Aug. Im Zuge der Neuordnung des Reichsumlagegesetzes war von Der hiesigen Bürgermeisterei eine Neuwahl der Kommissions- mitglieDer für die Teilfeldbereinigung im Bereich der Reich-autobahn ausgeschrieben worden. Es wurden gewählt: Ortsbauernführer Heinrich Kuhl II., Wilhelm Ar ch, Balthasar Wilhelm Klotz und Karl Jäger. ftrete Alsfeld Deckendach, 8. Aug. Unser Einwohner Peter Li nge Ibach II. konnte am gestrigen Montag im Kreise seiner noch lebenden sechs Kinder, der elf Enkel und drei Urenkel seinen 7 5. Geburts- t a g feiern. — Dieser Tage konnte ferner Johannes Keller seinen 80. Geburtstag begehen. Mit ihm feierten seine Tochter, drei Enkel und ein Urenkelkind. Der Jubilar verlor im Weltkrieg einen Sohn. Er selbst stand zur Ableistung seiner Militärdienstpflicht bei den 116ern in Gießen. — Bei der hiesigen Eisenstein-Bergwerks-Wäsche ereignete sich ein Unfall. Vom Gerüst einer etwa zwölf Meter hohen Schlammleitung stürzten zwei Arbeiter ob, deren einer dabei einen Armbruch, der andere einen Rippenbruch erlitt. Beide Verunglückte wurden durch die Sanitätsbereitschaft Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Kreis Dehlar. cf Rodheim a. d. Bieber, 8. Aug. In der Kurve an der Amtsmannsmühle ereignete sich ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer aus Usingen, der in bpr Richtung nach Gießen fuhr, verlor die Herrschaft über seine Maschine und fuhr mit großer Wucht gegen einen Baum. Der Motorradfahrer erlitt wie durch ein Wunder nur eine geringfügige Quetschung an seiner Hand. Die Maschine, wie auch der Baum wurden erheblich beschädigt. — Im Saale Bender wurde durch die Gaufilmstette der Die Hausfrauen hatten in Den vergangenen zwei Wochen große Tage. Der Sommerschlußverkauf war lebhafter Anreiz Dafür, sich in Der Stadt umzutun, eingehend Die Schaufenster zu besichtigen. Die eigene Kasse zu prüfen und Die Wünsche, Deren mancher vielleicht lange zurückgestellt war, nun endlich Der (Erfüllung entgegenzuführen. So war es Denn fein Wunder, Daß an fast allen Tagen Des Sommerschlußverkaufes in Den- Geschäften ein stärkerer Betrieb herrschte als sonst, ja, an Den beiden Samstagen, Die in Den Sommerschlußverkaufs-Termin fielen, gab es in manchem Laden so viele Käufer, wie im Laufe Des Jahres mir zur Weihnachtszeit. Kaum hatte man in Den Gefchäften Hände genug zur Verfügung, um Die reiche Auswahl zu zeigen, wieDer aufzuräumen, wieder zu zeigen... Mit dem vergangenen Samstag nun wurde Der Ausverkauf beendet. Wie es jedermann bekannt fein dürfte, sind Diese Ausverkäufe reichseinheitlich geregelt, im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo eine öonDeroeranftaltung Die anDere ablöste und es mehr oDer weniger Dem einzelnen Geschäftsmann überlassen blieb, Derartige Ausverkäufe zu veranstalten. Wenn man nun einen kurzen Rückblick auf den Sommerschlußverkauf in unserer Stadt werfen will, so kann festgestellt werden, daß in den vergangenen zwölf Tagen eine Geschäftstätigkeit herrschte, die merklich über das Uebliche hinousging. Infolge der schlechten Witterung in den ersten Sommermonaten war zum Beispiel in Der Textil- und in Der Schuh- Schneiderin. Drüben in Der anDeren Ecke Des Ateliers summt emsig Die Nähmaschine ihr gleichmäßiges Lied. Auf hellgelben Rock windet sich zierlich und fein eine silberne Borte. Am Tisch nebenan wird Das Mieder aus brokatähnlichem Stoff verfertigt. Dieses Ganze 1 Die uuuj uun uen voupeii Film „Der Mustergatte" gezeigt, der mit großer „Hauskapelle" sorgte für Freude verfolgt wurde. Im Beiprogramm sah man die Frankfurter aus dem I den Jtalienbefuch des Führers. S.jf.-ifport Korpssiihrer Hühnlein fährt den neuen KdI.-Wagen In der schwedischen Badestabt Vaxholm began-! Ein Gewitterregen hatte am Sonntag nach n am Samstaa die ersten Kanu-Weltmeisterschaf- drückenden Hitze des ersten Tages etwas für Aus aller Welt Strafe Das empfangen. „Horbroinb“ flog Azoren—Neuyork in 15 Sfunben 50 Almuten. Hochseeflugzeug „Nordwind" der Deutschen der Ab- Das Zachamt Handball im kreis 8 vor Beginn der neuen Runde! nen am Samstag die ersten Kanu-Weltmeisterschaften. Das wichtigste Ereignis des ersten Tages war die Faltboot-Weltmeisterschaft über 10 Kilometer, bei der Olympiasieger Gregor Hradetzky (Wien) die deutschen Hoffnungen trug. Leider konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Auf halber Strecke mußte der Wiener aufgeben, und so kam der Schwede B o g r e n etwas überraschend zum Sieg. Der zweite deutsche Vertreter, Nowatzki (Breslau) wurde Dritter. eine altbekannte Tatsache, daß mit dem Schieds« richter die Spielbewegung steht und fällt. Als Termin für den Beginn der neuen Runde ist durch den Reichsfachamtsleiter der erste Sonntag im September genannt worden. Oie beiden Meister im Radsport. die Gebr. Saß einer ganzen Reihe großer Einbrüche, darunter auch des Tresoreinbruches bei der Disconto-Gesellschaft, einwandfrei überführt sind. Insbesondere liegen auch entsprechende Geständnisse vor. Es ist nunmehr damit zu rechnen, daß die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird, damit diese berüchtigten Verbrecher endlich ihre gerechte Im Radsport wurde am Sonntag um die Deutsche Steher-Meisterschaft und den Meistertitel im Einerstreckefahren der Amateur? -^kämpft. Stehermeister wurde in Nürnberg vor 14 000 Zuschauern Walter Lohmann- Bochum (oben), die Streckenmeisterschaft bei Gießen über 220 Kilometer errang Herbert Schmidt vom Post-SV. Berlin (unten). (Schirner-M.) Lufthansa, unter Führung von Flugkapitän von Engel, traf, von Horta (Azoren) kommend, im Neuyorker Flughafen Port Washington ein. Die Flugdauer betrug diesmal nur 15 Stunden 50 Minuten. Seit Beginm der Nordatlantik-Dersuchsflüge der Deutschen Lufthansa im Jahre 1936 stellt diese Flugdauer die schvellste Zeit der Ozeanüberquerungen in der Westrichtung dar. KdF.-Wagen als Prämie für zehnjährige Betriebszugehörigkeit. Um ihren Gefolgschaftsmitgliedern den Kauf eines KdF. - Wagens zu ermöglichen, hat eine Firma in Kleinleipisch (Lausitz) einen neuartigen Weg be« schritten. Jedes Gefolgschaftsmitglied erhält uad) zehnjähriger Betriebszugehörigkeit den vollen Kaufpreis, nach fünfjähriger Betriebszugehörigkeit die Hälfte des Kaufpreises und nach dreijähriger -öe- triebszugehörigkeit ein Viertel des Kaufpreises für einen KdF.-Wagen als Prämie und einmalige Beihilfe. Bei 1268 Starts wurden 75 990 Streckenkilometer zurückgelegt, wobei 11 Flüge über Weltrekordhohe ausgeführt wurden. Die letzte Weltbestleistung des Wettbewerbs erreichte Flugkapitän Drechsel (unten) von der NSFK.-Gruppe „Lufthansa", der eine absolute Höhe von 7070 Meter über dem Meeresspiegel erflog. Der Gesamtsieger in der Einsitzerklasse wurde wieder Wolfgang Spate- Darmstadt (oben). — (Scherl - Bilderdienst - M.) Kein deutscher Sieg über große Distanz. Im Zweier-Faltboot (10 Kilometer) lieferten sich die beiden deutschen Boote, mit den beiden schwedischen Mannschaften einen erbitterten Kampf, aber im Endspurt behaupteten sich die Schweden, die damit zu einem neuen, vielbejubelten Doppclerfolg kamen. Die Münchener Kreh-Fuchs und Tesch-Muggenthaler belegten die Plätze. Die Reihe der schwedischen Erfolge wurde im Einer-Kajak fortgesetzt. 20 Meldungen waren zu dieser Weltmeisterschaft abgegeben worden, und davon wurde nur eine nicht erfüllt. Der Deutsche Kleckers (Düsseldorf), der als Favorit galt, fand unerwartet starke Gegner und mußte sich mit dem vierten Platz begnügen. Widmark (Schweden) übernahm sofort die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Ein Pole und ein zweiter Schwede gingen noch vor Kleckers durchs Ziel. Der zweite deutsche Vertreter, Dörfer (Linz), wurde Siebenter. Der Sieger fuhr mit 46:43,3 Minuten einen neuen Landesrekord heraus. Im Zweier-Kajak waren 13 Boote im Wettbewerb. Die Linzer Mannschaft Kainz-Maurcr lag zunächst in Führung, mußte aber bei 1000 Meter die Schweden Johannesson-Bcrndtsson vorbeilassen. Nach der Hälfte der Strecke schoben sich die Münchener Triebe-Ebcrlc auf den zweiten Platz, konnten aber das schwedische Boot nicht mehr ganz er- reichen. Auch im Zweier-Kanadier war den Deutschen das Glück nicht hold. Vier Boote waren am Start. Ein Boot der Tschecho-Slowakei gab sofort auf, während das zweite schnell einen deutlichen Vorsprung herausholte, den die Wiener Weinstabl- Proisl und die Hamburger Holzenberg-Jörgens trotz aller Anstrengungen nicht mehr wettmachen konnten. Zwei deutsche und zwei schwedische Boote traten zu einem Einlagekampf im Vierer-Kajak an, wobei das erste deutsche Boot mit knappem Vorsprung siegreich blieb. Aber überlegen in kurzen Strecken. Nach der Ueberlegenheit der schwedischen Kanuten in den langen Strecken setzte sich die deutsche Streitmacht am Sonntag in den kurzen Strecken überlegen durch. Von den fünf Wettbewerben fielen allein vier an Deutschland. Lediglich im Einer-Kajak war Schweden vor Deutschland erfolgreich. kühlung gesorgt, als mit Verspätung die Titelkämpfe über die 1000-Meter-Strecke in Angriff genommen ris mit 595 Pfund im Dreikampf bei 120 Pfund Körpergewicht. Im vergangenen Monat hat Liebsch in Amerika sein Heimatland mit großem Erfolg vertreten, denn als Mitglied der deutschen Landermannschaft, die die Amerikaner in Baltimore, wie auch in Neuyork nach hartem Kampf schlug, war Liebsch neben Manger der beste Mann in der deutschen Staffel. Außerdem sind am Start: 3 rg e, Gary und Herrmann (Marburg), sowie Bello f f und Fritz Funk (Gießen). Dann gibt es em Ringerturnier im Weltergewicht und Kämpfe im Boxen. Unterkreisturnen der Kreise Gießen und Alsfeld in Holzheim. Nachdem der Sportplatz von Holzheim einer Besichtigung durch Kreisfachwart D a u p e r t (Wieseck) und durch den Kreisturnwart Reuter (Gießen) unterzogen und der Platz für geeignet befunden worden war, wurde nunmehr dem Turnverein Holzheim die Durchführung des Unterkreis-Turn- f e st e s der Kreise Gießen und Alsfeld übertragen. Das Turnfest findet im September statt. Gleichzeitig wird der Turnverein damit die Feier seines 30jährigen Bestehens verbinden. Der Begrüßungsabend wird verschönt werden durch Vorführungen der Kreisriege an Barren und Reck. Feldwebel Meier wurde beim Rennen von Hohenstein-Ernsttal auf BMW. in der 500-ccm- Klasse in absoluter Streckenrekordzeit Europameister. — (Schirner-M.) Das Derbrecherpaar Gebrüder Saß endlich überführt. Die Berliner Kriminalpolizei konnte nach monatelanger, äußerst mühevoller Ermittlungsarbeit die berüchtigten Berliner Einbrecher der Systemzeit, die Brüder Franz und Erich Saß, zahlreicher Bank-, Geldschrank- und sonstiger Einbrüche, die sie 1926 bis 1932 verübt haben, überführen. Nachdem die beiden Verbrecher aus Dänemark, wo sie vier Jahre Gefängnis verbüßt hatten, nach Deutschland abgeschoben worden waren, ging die Berliner Kriminalpolizei daran, die noch ungesühnten Straftaten der Gebrüder Saß zu klären. In erster Linie handelte es sich um die Aufklärung des Tresoreinbruchs bei der Disconto-Gesellschaft am Wittenbergplatz in Berlin 1929. Im Januar 1929 waren unbekannte Täter nach Anlegung eines Schachtes vom Keller aus in die Stahlkammer der Filiale der Disconto- Gesellschaft am Wittenbergplatz eingedrungen. Aus 179 aufgebrochenen Schließfächern wurden Bar- geld und Devisen im Gesamtbettage von schätzungsweise 160 000 RM., sowie Schmucksachen von erheblichem Wert gestohlen. Schon damals waren die Gebrüder Saß festgenommen worden, weil sie der Tat dringend verdächtig waren. Ihre Ueberfüh- rung war jedoch nicht möglich. Erst nach dreimonatigen, durch das Verhalten der Verbrechen außerordentlich erschwerten Vernehmungen und Feststellungen ist es der Kriminalpolizei gelungen, das damalige Material so zu vervollständigen, daß wurden. Der Hamburger Cämmerer hatte zwar im Einer-Kajak sofort die Führung, doch war Widmark (Schweden) im Endspurt frischer und überholte den Deutschen. Dagegen war in den übrigen Wettbewerben die deutfche Ueberlegenheit klar. Den Zweier-Kajak gewannen Triebe- Eberle in 4:44,6 vor den Schweden Boo-Berg- lund und den Dänen Larsen-Jörgensen; auf den vierten Platz kam mit Kainz-Maurer noch ein zweites deutsches Paar. — Zwei Deutsche endeten im Einer-Kanadier in Front. N e u m ü l l e r setzte sich schließlich in 6:45,8 gegen seinen Landsmann Wed em an n (6:51,4) durch. Die übrigen Teilnehmer blieben über sieben Minuten. — Hoch überlegen zeigten sich W e i n st a b l - P r o i s l im Zweier-Kanadier, den sie in 5:47,3 an sich brachten, während Mottl-Skrdlant (Tschecho-Slowa- fei) erst in 5:52,8 an die zweite Stelle kamen. — Wieder zwei deutsche Boote machten im Vierer- Kanadier das Ende unter sich aus. Europameister in Rekordzeit. Mannschaften würden erreicht 75 998 Kilometer samtflugsttecke auf Segelflugzeugen und 265 000 Kilometer für Transporte zum Rückholen der Maschinen. , . F r. Christiansen, Korpsführer des NS.-Fliegerkorps." Auch an den Reichsmimster der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmar. schall Hermann Göring, und den Staatssekretär, General der Flieger Milch, sandte Korpsführer Christiansen Telegramme, in denen er den Abschluß der „19. Rhön" meldete. Rhön-Abschluß mit einem Weltrekord. Nach den auch für das Fachamt Handball so ereignisreichen Tagen des Deutschen Turn- und Sportfestes beginnt erneut und in erhöhtem Maße die Arbeit im kleinen. Es gilt zunächst die Runde 1938/39 vorzubereiten und anschließend daran mit der Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter zu beginnen. Welche Arbeit gerade mit der Ausrichtung, Einteilung und Durchführung der Pflichtspiele verbunden ist, dürfte kaum bekannt fein. Fest steht auf alle Fälle, daß die maßgebenden Stellen oft Wochen damit beschäftigt sind, nach Möglichkeit dafür zu sorgen, daß ein harmonischer Verlaus in jeder Beziehung gewährleistet ist. So ist, um nur ein Beispiel zu nennen, bei der Festsetzung der Termine immer wieder zu beachten, daß eine ganze Reihe von Mannschaften ihre Plätze mit anderen Kameraden teilen, daß sie Rücksicht auf andere Vereine nehmen müssen usw. Aus Gründen der Sparsamkeit werden stets alle Mannschaften eines Vereins an einem Tage zu Hause angesetzt, und auch die Staffeleinteilung nimmt Rücksicht darauf, daß große Reisen nach Möglichkeit vermieden werden. Bis jetzt konnten ohne Ausnahme alle Wünsche erfüllt werden, obwohl es oft außerordentltch schwer fiel. In der Zwischenzeit sind die Meldebogen an die Vereine zu Versand gekommen. Die bereits vorliegenden Formulare lassen erkennen, daß man auch in diesem Jahre wieder mit einer guten Beteiligung rechnen kann. Eine ganze Reihe von neuen Mannschaften ist schon jetzt bekannt, andere werden sicher noch folgen. — Der Jugendhandball wird ohne Zweifel einen Auftrieb erfahren, nachdem durch die HI. auf die Abgabe von Meldungen bzw. Zusammenstellung von Mannschaften auch in den Einheiten gesehen wird. Die Durchführung der Jugendrunde obliegt dem zuständigen Fachwort in der HI., der seinerseits die Festlegung der Spiele in Gemeinschaft mit dem Fachamt Handball durchführt, um so die Einheitlichkeit zu wahren. Daß bei dem zu erwartenden starken Aufgebot von Mannschaften auch für restlose Klärung aller Schiedsrichterfragen gesorgt werden muß, ist selbstverständlich. Es gilt jetzt, die bereits geprüften Schiedsrichter zu schulen und die Anwärter in die Geheimnisse der „Kunst" einzuweihen. Denn es ist Sport der HI. im Busecker Tal. HI. Grohen-Buseck — Fahrtengruppe 21 Frankfurt 8:1. Am Sonntag früh trafen sich Großen-Busecker HI. mit Kameraden der Frankfurter Fahrtengruppe 21 zu einem Fußballspiel. Die Busecker, die mit Mohr; Wehrum, Gans; Euler, K. Wagner, Haas; E Balser, E. Wagner, W. Harbach, Becker, Spuck ins Feld kamen, zeigten sich von der besten Seite. Nach anfänglich verteiltem Feldspiel gelang es den Buseckern durch eine schöne Kombination den ersten Treffer zu erzielen, dem gleich ein Zweiter folgte. Allmählich machte sich die Ueberlegenheit der Einheimischen bemerkbar, so daß man mit 4:1 die Seiten wechselte. Nach der Pause bot sich das gleiche Bild. Aber auch die Frankfurter schlugen sich tapfer, insbesondere der Torwart. Er konnte es aber nicht verhindern, daß er noch viermal hinter sich greifen mußte und damit bas Endergebnis von 8:1 für die Busecker hergestellt war. Wasserball: HI. Großen-Buseck — HI. Beuern 5:0. In einem Wasserballspiel standen sich obengenannte Standorte gegenüber. Von Anfang an hatten die Busecker das Spiel in der Hand und zeigten sich überlegen bis zum Schluß. Das Spiel endete mit 5:0 für Großen-Buseck. HI. Großen-Buseck — Fahrlengruppe 21 Frankfurt 4:1. Am Nachmittag trat dann die Busecker Mannschaft gegen eine Mannschaft der HI.-Fahrtengruppe Frank urt a. M. an. Wie am Vormittag im Vor- piel, das 2:0 für Großen-Buseck stand, so konnten ie auch im Rückspiel mit 4:1 einen Sieg buchen. Die Mannschaft mit Peter; Pfeiffer, Jockel; Wagner; Hahn, Becker, K. Brück zeigte ein schönes Spiel, bas die zahlreichen Zuschauer begeisterte. Korpsführer Christiansen erstattet dem Führer Bericht. Nach Beendigung der „19. Rhön" sandte der Korpsführer des NSFK., Generalleutnant Christiansen, an den Führer und Reichskanzler olgendes Telegramm: „Ich melde den 19. Rhön-Segelflug-Wettbewerb des NS.-Fliegerkorps vom 24. Juli bis 7. August mit 63 Segelflugzeugen beendet. Höhen-Weltrekord von elf Segelflugzeugen Überboten. Größte erreichte Höhe 8100 Meter. 40 Höhenflüge über 4000 Meter. Durch unerhörten Einsatz von Flugzeugführern und Die pistolenschühen für Nürnberg. Veste Schützen des Gaues Hessen-Nassau ermittelt. NSG. Bei dem Ausscheidungsschießen der Politischen Leiter für den Reichsparteitag wurden als beste Schützen des Gaues Hessen-Nassau ermittelt: Dr. Paul Wehner, Kreis Wiesbaden, 540 Ringe; Erich Betz, Kreis Gelnhausen (510); Helmut Treser, Kreis Wetterau (495); Georg Schuchmann, Kreis Wetterau (485); Alex Schnappup, Gauleitung (464); Hermann Frohn, Kreis Schlüchtern (459); Erich Bender, Kreis Biedenkopf-Dillenburg (449); Karl Müller, Kreis Offenbach (447); Karl Wittgen, Kreis Oberlahn-Ufingen (443); Jakob Ackermann, Kreis Alzey-Oppenheim (432); Heften- teufel, Kreis Mainz (426). Sie letzten beiden Schützen nehmen als Ersatzschützen teil. Weltmeister Liebsch in Gießen. Dem 1. Kraft- und Sportklub 1893 ist es gelungen, aus Anlaß seines 45jährigen Bestehens den Weltmeister 1937 im Gewichtheben der Federgewichtskasse, Georg Liebsch (Düsseldorf), zu einem Start zu verpflichten. Liebsch ist mehrfacher Deutscher Meister und hat Deutschland öfters international mit großem Erfolg vertreten. Im vergangenen Jahr wurde Liebsch dann Weltmeister in Pa- Die Hunderttausende, die den Motorradrennen auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernsttal am Sonntag beiwohnten, bekamen als Ueberraschung die drei Typen des KdF.-Wagens zu sehen: Korpsführer Hühnlein selbst saß am Steuer des ersten Wagens (unser Bild) und uhr die beiden Besten im Rennen der 250-ccm-Klasse, Kluge und Petruschke, auf ihrer Ehrenrunde über die Rennstrecke. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Deutsche Kanuten ini Europa-Msterschasts-Weltbewerb. ML- -«ML Ä & S-""E StE' aaraiw 6ä,s,0eän9w *«**1 ■%S& }Wen!!lnetetl % W>5 bk O‘>- I ÄS' raaJ>er,D tz--? neigt Mn ein J^itat der fit*» °l- CrGu"'«iri> hSh-r I W» en ■ Cn,,n«*n, > H öen H SftL« "beii! 2 Überneh S Borherrschast ii mU Sol9«6e" ch M-"'di-" Hewismus das J flnen Mitteln «rung bis Zum gegen ihre tfr wMchentum jhinben, um in ö Deutschen und । Mischen Repuk in der Lage, ichenversolgu chische GPU-, der tschechische yan ebenso wie der tsch beamte sitzt, 3U n Drangsalierungen ' indessen meist verk e; gar nicht wage chen Drohungen r lammen ist. Und wieder mi samkeit aus eine kaus lenken, die 1 ein sich ständig sl j des Syftem der I kenden Deutsche I Diese organisiert, I es selbstoerständl | krassesten Fälle I vor Gericht fomi I demokratische Ges I rnals einem I auch nur ein I Man fällt Schein I das tschechische G 1 ‘.her gleityeitig m ®’i) an einem De, 1 W Freibrief I ’^Denn die Ische, ! 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