Nr. 158 Erstes Matt 188. Jahrgang Samstag, 9./§onntag,10. Juli 1938 spricht dann über das, Verhältnis der Presse zur Bolschewismus Menschherts- ^un|t urt^ wies darauf hin, daß nur Zeiten großer nillionenfach das Leben der politischer Kraft auch große Kunstwerke von ewigem 16 4597* Wert hervorbrächten, die um so großartiger seien, je tiefer sie in einem Volk und seinem Wesen wurzelten. So wüchsen auch heute schon aus dem neuen weltanschaulichen Fundament unseres Volkes d i e neuen Kräfte unserer Kun st empor, die bereits jetzt einen einheitlichen Stilwillen bezeugten und Werke von hohem Rang und edler Schönheit schüfen. Der Acker sei bestellt und beginne nun, seine Früchte hervorzubringen. Und hier zu helfen und zu fördern, zu vermitteln und zu unterstützen und dem Volke die Tore der Kunst immer weiter zu öffnen, das sei die großbedeutsame Aufgabe der Presse. Die Presse müsse dem schaffenden Künstler das weite Feld der allgemeinen Anerkennung verschaffen, das er verdiene, und das die unaufhörliche Aufforderung für ihn bedeute, noch Besseres und Tieferes zu geben. Die Aufgabe der Presse könne es nicht sein, zerstörende Kritik zu üben, vielmehr müsse sie den jungen begabten Kräften ein Förderer und Freund sein, sie müsse bekannt machen und ermuntern, und so beiden gleichzeitig zur Seite stehen: dem Künstler, der seine Kraft aus dem Volke schöpfe und dem Volk, das diese Schöpfungen als Ausdruck seiner eigenen Seele wieder zu sich zurücknehmen solle. „Wer diese wahre Kunstauffassung besitzt, wird tritt dann an das Rednerpult, um den Tag der deutschen Kunst zu eröffnen. Die Geschichte der Menschheit, so führte er aus, kennt viele Reoolutio- nen. Entweder vernichteten sie und führten die Völker in den Abgrund, oder sie bauten regenerierend auf und führten ihre Völker zu bis dahin ungeahnten Höhen. Die moderne Zeit zeigt zwei Musterbeispiele dieser verschiedenen Arten von Revolutionen: die deutsche nationalsozialistische Revolution und die russisch-jüdische b o l s ch e w l st i s ch e Revolution. In einem bisher noch nie dagewesenen sie durch Werke unserer Zeit und vermitteln dadurch, daß wir diese Werte an unser Volk in seinen breitesten Schichten heranbringen, den Deutschen wieder den Stolz auf das Deutschsein. Die alljährlich nach dem Willen des Führers in München abzuhaltenden Tag e^ der deutschen Kunst sollen der Nation und darüber hinaus der Welt zeigen, wie weit unsere Arbeit gediehen ist. Unsere Künstler haben uns wieder ihre besten Werke zur Ausstellung nach München gebracht. Der Festzug „2 OOO Iahre deutsche Kultur" ist künstlerisch vollkommener geworden und wird Jahr um Jahr eine Verbesserung erfahren. Nicht nur zur Herstellung der Kostüme und Dekorationen, .sondern auch zur Herstellung der Plastiken soll nur In einem fesllichen Rahmen vollzog sich am Freitagmittag in München tm. großen Saal des Deutschen Museums die Eröffnung des Tages der Deutschen Kunst durch den Gauleiter des Traditionsgaues, Staatsminister Adolf Wagner. Unter den Ehrengästen wohnten die Reichsminister Rudolf H e ß und F u n k, Reichsleiter F i e h l e r sowie der bayerische Mlnstter- präsident S i e b e r t der Feierstunde bei, von der dieses Bild berichtet. — (Scherl-M.) München, 8. Juli. (DNB.) Deutschlands Feiertage dör Kunst haben am Freitagvormittag ihren Anfang genommen. München, die Stadt der deutschen Kunst, ift in ein unbeschreiblich farbenfrohes und leuchtendes Gewand gehüllt. Aus allen Gauen Großdeutschlands sind die Künsller m München zusammengeströmt. Ein strahlender Sommertag gibt dem schönsten Festkleid, das München während des ganzen Jahres anlegt, einen noch festlicheren Glanz. Der Schmuck der Stadt hat sich über Nacht zu noch größerer Schönheit entfaltet. Die zum Deutschen Museum führenden Straßen sind dicht gefüllt von freudiggestimmten Menschen, die Rudolf Heß und die übrigen führenden Männer der Bewegung und des Staates auf der Fahrt zum Deutschen Museum herzlich begrüßen. Don dem mächtigen Bau, der mit grünem Tuch festlich umkleidet ist, flattern im Sommerwinde mächtige rote Banner, lieber dem Eingang wehen weichin leuchtend die Fahnen der Nation. Auch das Bild auf den Straßen vor dem Deutschen Museum leuchtet in vielen bunten Farben. Anmutige Mädchengestalten in langwallenden bunten Gewändern unisäu- men den Kongreßbau, den Weg und die Treppe hinauf in den Festsaal. Die Seiten des Saales sind mit roter Seide, auf der die Wappen der Kunst prangen, bespannt. Goldenes Lorbeergewinde umfängt den weiten Raum. An der Stirnwand breitet auf hohem Postament ein goldener Adler seine mächtigen Schwingen. Ihn umgeben zu beiden Seiten die silberglänzenden Orgelpfeifen der neueingebauten großen Orgel, deren Klang an dieser Stätte zum ersten Male ertönen soll. Es ist die größte Orgel Münchens, ein Wunderwerk deutscher Orgelbaukunst. Erwartungsfroh und festlich gestimmt hat sich eine große Zahl der Gäste versammelt. Diele führende Männer aus Partei und- Staat, aus allen Gebieten des kulturellen Lebens, Vertreter des Diplomatischen Korps und eine große Reihe bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Fanfaren ertönen. Mädchen in festlichen Gewändern und blumengeschmückt, die die obere Galerie in einem lebenden Band umschließen, entbieten mit winkenden Tüchern dem Stellvertreter des Führers und dem Gauleiter Adolf Wagner, die jetzt den Raum betreten, ihren festlichen Gruß. Dann ertönt in rauschenden Akkorden die Stimme der neuen Orgel. Professor Sagerer spielt das Präludium in Es-dur von Johann Sebastian Bach. Von brausendem Beifall begrüßt, tritt nun Richard Strauß an das Dirigentenpult. Die Orgel und das Wiener Philharmonische Orchester jubeln unter seiner Führung in einem einzigen großen Zusammenklang auf. Es ist sein „Festliches Präludmm. Gauleiter Gtaatsminister Wagner wertvolles Material Verwendung finden. So sind wir glücklich, in diesem Jahr Darstellungen aus dem mit uns wieder vereinten deutschen Oesterreich bringen zU können. Gauleiter Wagner schloß: Das Fest der deutschen Kunst ist bereitet, so wie der Führer es befahl. Und damit eröffne ich hiermit den Tag der deutschen Kunst 1938 zu München. Mächtig erklang der Jubel der Apotheose des Hans Sachs aus der Oper „Die Meistersinger". In höchster künstlerischer Vollendung brachte sie der Münchener Lehrer-Gesangverein unter Leitung von Professor Richard Trunk zum Vortrag. Mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil beschloß Gauleiter Wagner die Weihestunde. Ausmaß zerstört der s. , , werte, er vernichtete millionenfach in seinem Machtbereich lebenden Menschen. Darüber hinaus erschüttert er das internationale Volkerleben, bedroht seine Nachbarn und bedeutet ständige Kriegsgefahr. Die deutsche nationalsozialistische Revolution zerstörte keine Menschheltswene, sondern sie fügt den vorhandenen neue hinzu, öte vernichtet nicht die in ihrem Machtbereich lebenden Menschen, sondern sie gibt ihnen auch Lebens- grundlage und Lebensgarantie rur d i e Zukunft. Das vom Nationalsozialismus beherrschte Deutsche Reich wünscht einzig und allein die Sicherstellung des Bestandes der deutschen Nation und«dient nur der Sorge um die Wohlfahrt, mit seinen Nachbarn in Frieden und gegenseitiger Verständigung zu leben. . Auf geistig-künstlerischem Gebiet bringt die nationatfoziatistische Weltanschauung einen tn seinen Ausmaßen noch ungeahnten Umbruch. Das Denken und Fühlen, Seele und Geist des deutschen Menschen wird stetig geläutert und von den Schlacken befreit, die Judentum und Internationale über uns gebracht haben. Voll Ehrfurcht und Achtung holen wir aus Deutschlands großer Vergangenheit die unsterblichen Werke deutscher Kultur und deutscher Kunst wieder hervor, bilden uns an ihnen, ergänzen s ohn Alle deutschen Sender übertragen die Eröffnung der Deutschen Kunstausstellung. Aus dem Haus der Deutschen Kunst in München übertragen alle deutschen Sender am Sonntag, dem 10. Juli, von 10.30 Uhr bis 12 Uhr die Eröffnung der Deutschen Kunstausstellung 1938. München, 8. Juli. (DNB.) Nach der Eröffnung des Tages der Deutschen Kunst empfing Reichspressechef Dr. Dietrich die Männer der Presse zum Tee vor der Amalienburg. Der Nymphenburger Park mit seinen herrlichen alten Baumgruppen, seinen Wasserspielen und weiten Rasenflächen, seinen verträumten Schlößchen und vor allem der Amalienburg, jenem köstlichen Erzeugnis deutscher Barockkunst, bildete den stimmungsvollen Rahmen für diese erste Veranstaltung im Rahmen' des Tages der Deutschen Kunst. Hornmusik vom Söller des Schlößchens gibt den festlichen Austakt. Die Ouvertüre aus Oberon, gespielt von der sächsischen Staatskapelle unter Leitung von Professor Dr. Karl B ö h m , leitet zu einer entzückenden Tanzszene über, die die galante Zeit des 18. Jahrhunderts in Musik, Gebärde und Kostüm wieder erstehen läßt. Hervorragend trifft die Tanzgruppe der Staatsoper Berlin den graziösen Stil der Schäferspiele aus der Zeit des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel. Aeichspresseches Dr. Dietrich »tone n Herrn Annahme von Anzeigen * fih die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach Dori).93ereinbg.25°/O mehr. Ermätzigie Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B r das praktische Hl-.13 breit, in guten 0-.W-.18 honen Streifen- 2-.36-.l3 i,80cm, in schön. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Festlicher Auftakt des Tages der deutschen Kunst. Gauleiter Adolf Wagner spricht auf der Eröffnungskundgebung im Deutschen Museum „Es soll die presse mit den KWlern gehen!" Presseempfang im Nymphenburger Schloßpark. 80 cm breit, in rg-Kunstseiden- 101.411.25 ne, 80cmbr=l )01.801.60 danthren ge®bt Das erste Kriegsjahr in China. Am Donnerstag war ein Jahr vergangen, seitdem an der Marco-Polo-Brücke südöstlich von Peking chinesische und japanische Soldaten eine Schießerei miteinander hatten, die man in Ermangelung einer bisher noch von keiner Seite erfolgten formellen Kriegserklärung als den Beginn des gewaltigen Ringens zwischen den beiden Großmächten Ostasiens bezeichnen muß. In jener Nacht vom 7. aus den 8. Juli 1937 waren japanische Truppen, die bei Lu- kuchiao an der Marco-Polo-Brücke bei einer Nachtübung begriffen waren, auf chinesische Wachtposten gestoßen, wobei mehrere Gewehrsalven gewechselt wurden. Es kam anfangs, wie nach solchen Zwischenfällen üblich, noch zu Verhandlungen, in denen von chinesischer Seite den Japanern der Bruch des nach dem Boxer-Aufstand geschlossenen Abkommens vorgeworfen wurde, wonach sich im Bezirk von Luku- chiao keine japanischen Truppen aufhalten dürften, während Japan der chinesischen Wehrmacht und den chinesischen Behörden Förderung der antijapanischen Bewegung in Nordchina vorwarf. Eine japanische Note an die Zentralregierung in Nanking, die erklärt, daß Japan entschlossen sei, ein für allemal Klarheit in Nordchina zu schaffen, wird ebenso entschieden von Tschiangkaischek zurückgewiesen. Der Krieg beginnt. Schon in den ersten Wochen fallen Peking, die alte Hauptstadt der Mandschudynastie, und Tientsin, die große Handels- und Hafenstadt am Golf von Tschili, in japanische Hand und nach Eroberung des Nankau-Passes nordöstlich von Peking ist der erste Abschnitt des Krieges erreicht, N o r d ch i n a ist im wesentlichen von japanischen Truppen besetzt. Genau einen Monat nach dem folgenschweren Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke greift der Krieg nach Mittelchina über. Am 8. August 1937 wird in Schanghai ein japanischer Offizier von einem chinesischen Wachtposten erschossen. Die Japaner landen Truppen zur Besetzung der bedeutendsten Handelsstadt des chinesischen Reiches ungeachtet der Gefahr drohender Verwicklungen mit den beiden angelsächsischen Weltmächten, die hier nicht nur in der „Internationalen Konzession" bedeutende Werte investiert haben, sondern in Schanghai auch den Ausgangspunkt zu ihrem eigentlichen wirtschaftlichen Interessengebiet in dem vom Jangtfekiang-Strom beherrschten Mittelchina sehen. Japan glaubt jedoch die Gefahr solcher Verwicklungen nicht fürchten zu dürfen, wenn es ihm gelingt, durch die Besetzung iiaäuW **16» fortg‘l*V6< Schanghais Chinas wirtschaftliche Lebensader abzubinden und damit die Zentralregierung in Nanking zu einer Aenderung ihres Kurses zu zwingen. Aber diesmal gelingt die Besetzung der Millionenstadt nicht mit einem Schlage wie 1932. Volle drei Mo-, nate dauert das erbitterte Ringen um die Stadt, bei dem es sich zeigt, daß es Tschiangkaischek in der Zwischenzeit gelungen ist, aus einer Reihe chinesischer Divisionen eine Elitetruppe zu schaffen, die auch im modernen Kampf sich zu schlagen versteht. Japan muß, um sein Ziel zu erreichen, weit mehr Kräfte einsetzen, als es erwartet hatte. Erst nach langwierigen erbitterten Kämpfen gelingt es den Japanern, durch umfassende Bewegungen von Norden her, und von der Hangtschou-Bucht aus, die chinesischen Truppen zum Verlassen ihrer zäh verteidigten Stellungen zu zwingen. Aber Japan muß gleichzeitig erkennen, daß es mit der Besetzung Schanghais sein politisches Ziel nicht erreicht hat. Der Krieg geht weiter. Die Reste der chinesischen Schanghai-Divisionen weichen westwärts zurück. Nanking, der Sitz der Zentralregierung, wird im Dezember nach kurzem Kampf geräumt. Tschiangkaischek sucht Zeit zu gewinnen, um neue Truppen aus dem Süden her- anzuziehen und sie für die Fortsetzung des Kampfes auszubilden. Die Chinesen beginnen zu diesem Zweck überall auf dem weit auseinandergezogenen Kriegsschauplatz einen Kleinkrieg, dem die Japaner, die ihre erst langsam sich verstärkenden Truppen auf viele Fronten verteilen müssen, nur schwer begegnen können und der besonders ihrem Nachschub schweren Schaden zufügt. Die Japaner suchen nun vor allem die wenigen großen Bahnlinien in ihre Hand zu bekommen. So rücken sie von Peking und Tientsin nach Süden vor durch die Ebene von Hope und besetzen nach der Eroberung Tsinans die große Hafenstadt der Provinz Schantung, Tsing -- t a u. Weiter westlich bringen japanische Truppen durch das Gebirge von Schansi auf Taiyuan vor. Zu Kämpfen großen Stkls in zusammenhängenden Fronten kommt es aber erst wieder im Frühjahr, als die Japaner versuchen, ihre Nord- und ihre Südarmee von Tsinan und Nanking aus an der Lunghai-Bahn zu einem kräftigen Vorstoß nach Westen zu vereinigen. Aber fast drei Monate lang halten die Chinesen in erbitterten Kämpfen Hsütschau, die Schlüsselstellung an der L-unghai-Bahn, eine völlige Umfassung gelingt den Japanern auch hier so wenig wie hinter Schanghai, die Chinesen weichen auf Kaifeng zurück. Hankau, wohin die Regierung Tschiangkaischek nach dem Fall Nankings ihren Sitz verlegt hat, ist das nächste strategische Ziel der Japaner. Der Vormarsch längs der Lunghai-Bahn soll ihnen die Möglichkeit geben, die Stadt von Norden her anzugreifen, während mit Hilfe von Marineeinheiten eine andere japanische Heeresgruppe den Jangtsekiang aufwärts sich Han- kau frontal nähern soll. Aber die furchtbare Naturkatastrophe der letzten Wochen hat diesen Plan vereitelt. Der Durchbruch der Deiche des Hoangho, des gewaltigen Gelben Flusses, der auf einer Gesamtstrecke von rund 5000 Kilometer ganz Nordchina in mächtigen Windungen durchzieht, hat südlich von Kaifeng die ganze Honan-Ebene überschwemmt und hier, also nördlich von Hankau, jede militärsiche als Journalist niemals ein selbstherrlicher Richter über die Kun st, aber auch als Künstler kein unsachlicher Kritiker an der Presse sein." Beide, Kunst und Presse, dienen ihrem Volk, und deshalb gehören sie auch in ihrem Wollen und Wirken zusammen. Phantasie, Jdeenschöpsung und Gestaltungskraft, das find die Eigenschaften, die sowohl der wahre Künstler wie der echte Journalist besitzen muß, gleich, ob ihr Handwerkszeug die Feder oder die Palette ist. Kunst, so sage man mit Recht, komme von Können. Könner müßten sie beide sein, sonst tauge ihre Arbeit nichts. Aber eines könnten s i e beide nicht: „Es recht zu machen jedermann, ist eine Kunst, die niemand kann!" Diese. Gemeinsamkeiten in großen und in kleinen Dingen faßte Dr. Dietrich in dem Wort zusammen: „Drum soll die Presse mit den Künstlern gehen?" Dann diene sie dem ganzen deutschen Volk, das nicht nur politisch vom Führer feine Größe zurückerhielt, sondern auch die Kraft, große und seiner würdige Kunst zu schaffen. Johann Strauß' Großer Walzer wirbelte bann über bas Pobium. Das Ballett ber Wiener Staatsoper, entfaltet unter der Leitung von Heby Pfund- mayr ben ganzen Charme wienerischer Lebenslust. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Gauleiters Abolf Wagner schließt sich eine bunte Folge von Tänzen an, bei denen die Tanzgruppen ber Staatsopern Berlin unb Wien und ber Bil- bungsstätte für beutfche Kunst miteinanber wetteifern. Auf bie Tanzsuite aus bem „Troubabour" folgt ein Wiener Weintretetanz, ber von Bewegungstänzen aus unserer Zeit abgelöft wird. Den großartigen Abschluß bildet ber Kaiserwalzer von Johann Strauß, ber von bem Reichsbühnenbildner Benno, von Arent hinreißend gestaltet würbe. , Der Führer empfängt die deutsche Künstler schaff. M ü n ch e n, 8. Juli. (DNB.) Der Führer empfing am Freitag in ben ^e ft räumen pes Führerbaues in München bfe Gäste des Tages ber Deutschen Kunst. In großer Zahl waren die namhaften beutschen Künstlerinnen unb Künstler aus bem ganzen Reich erschienen, um biesen Abenb mit bem Führer in ben herrlichen Räunzen bes monumentalen Hauses am Königlichen Platz zu verbringen. Außer bem engeren Mitarbeiterstab des Führers waren auch eine Reche von führenden Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens, an der Spitze Reichsminister Dr. Goebbels, anwesend. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL unb Verlag: vrühlsche llniversttätsbruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung unb SeschästLftelle: Schulftrahe 1 ^siiSr teig ^Hift mit iS wck 137 Adi? uet ui 'tviehmarki. ’ |19n fe11 u”' n RM ■ D*11 bis 41 (Ä a>4 11 bis 43 411 Stüfc a) fflv431 SffsSSSI 48 bis Rn / \ i0 bi- 33 (34 bis 36 b'- 36 (33 fe '5 “Wine a) 57 ,53 (53). d) 50 U M: Rinder, Salbei. ncl und Schafe mittel! ogranim Juli. 'l'ns Land. 6: '• Mertonjert. 9.30i W - Kinderland Was geschieht mit bei srt L 13: Nachrichten 4: Nachrichten. 14.10; *"• 15: Bilderbuch dei deutscher Besinnlichkeit von Goswin P. Gch :3 groß". Pimpse uni 16: heitere Laune - dehen. 18.15: Deutsti 'armstadt. 18.30* Still Sportschau des Iagt= i: Nationalhymne!, dir, 3erbinbenber Text m r Operetten-Abend. ti Schwimm-MeisteM' Mn in ben Sonnte:. f ,* Prag der Kraft- ers Konrad Hen- B e sch ulun Oie Verhandlungen in Prag. . v 'ths« Der Ca- der der Ali Sri» Mr noch 10 Kilometer bis zur Provinz Valencia. Salamanca, 9. Juli. (DNB. Funkspr.) nationalspanische Heeresbericht meldet: An der gilt insbesondere für den Ausbau der Berufsschulpflicht auf d em Land e, wo sie bisher in weiten Gebieten darniederlag. Einrichtung, Art und Umfang des Berufsschulbetriebes werden hier nach der starken Inanspruchnahme der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte durch die vordringlichen Aufgaben des Bierjahresplanes Rechnung getragen. Das Gesetz soll nach Maßgabe der vorstehenden Grundsätze mit Beginn des Schuljahres 1 9 39/40 durchgeführt werden. Es tritt am 1. November 1938 in Kraft und erfaßt daher sowohl Prag, 8. Juli. (DNB.) Am Donnerstagabend wurde auf dem Wenzelsplatz in Prag der Kraftwagenführer Uhl des Stellvertreters Konrad Henleins, Abg. K.H. Frank, üb er fall en. Uhl trug weiße Strümpfe, das Abzeichen der SDP. am Rockkragen und in der Tasche das sudetendeutsche Tageblatt „Die Zeit". An i)dr Ecke Heinrichgasse stürzten ich plötzlich zwei Männer auf ihn. Einer entriß ihm die Zeitung, der andere versuchte ihm das Parteiabzeichen herilnterzureißen. Uhl wehrte sich verzweifelt, war jedoch machtlos, als die Menschenmenge auf dem Wenzelsplatz sich auf ihn stürzte. Uhl wurde zu Boden geschlagen und mit Fußtritten traktiert. Schließlich gelang es ihm mit Hilfe eines Straßen- Passanten, in eintn Wagen der elektrischen Straßenbahn zu springen. Die Menge verfolgte sogar die Straßenbahn. Uhl mußte wieder den Wagen verlassen und konnte schließlich in einer Autotaxe fluchten. Er begab sich auf die Polizei-Wachtstube, aber erst als man feststellte, daß es sich um den Kraft- Wagenführer des Abgeordneten Frank handelte, wurde ein Arzt gerufen. Es wurden Spuren von Fußtritten am ganzen Körper und eine Knöchel- verletznng festgestellt. Obwohl um diese Zeit -der Prager Wenzelsplatz rerf)t, belebt ist, war weit und breit kein Polizist zu sehen. VomlschechischenMobübersallen Der Kraftfahrer des Abgeordneten Frank auf der Stratze niedergeschlagen. Ein Reichsschulpflichtgeseh erlassen. Einheitliche ErziehungSgrundlagen auch für die Berufsschulpflicht. Prag, 8. Juli. (Europapreß.) Nach tschechischen Blättermeldungen hat der sechsgliedrige parlamentarische Sonderausschuß die Beratungen über das in Vorbereitung befindliche N a t i o n a l i t ä n > tatut abgeschlossen. Am Samstag wird der Aus- chuß über den von der Regierung vorbereiteten Entwurf zu einem Sprachengesetz verhandeln. In der kommenden Woche wird die in Vorbereitung tehende Derwaltungsreform Gegenstand der Beratungen sein. Sollten sich keine neue Schwierigkeiten ergeben, so würden die drei Gesetzentwürfe Ende der kommenden Woche dem Ministerrat zur Beschlußfassung vorgelegt und dann der parlamentarischen Behandlung zugeführt werden. Dann ollen auch die Besprechungen mit den Volksgruppen, vornehmlich mit der Sudetendeut- chen Partei ihren Abschluß finden. Für die kommende Woche ist weiter noch eine Besprechung polotischen Minister mit den Parteivorsitzenden Koalitionsparteien vorgesehen. gezeichnete Stützpunkte für die Monsunzeit bewähren. Den französischen Stützpunkt nördlich der Insel Hainan, Kwang-Tschao, habe kürzlich der französische General Martin besichtigt. Trotz der zuversichtlichen Stimmung der chinesischen Behörden hege die Bevölkerung der Insel Hainan weiter Befürchtungen, es finde ständig eine weitere Abwanderung von Bewohnern dieser Insel nach dem chinesischen Festland statt. Oie japanische Offensive gegen Hankau. Schanghai, 9. Juli. (Europapreß.) Die japanische Offensive gegen Hankau hat nach japanischen Meldungen weitere Fortschritte gemacht. Die auf dem Jangtse operierenden japanischen Flotteneinheiten sind bis in die unmittelbare Nähe von Kiu- k i a n g vorgedrungen. Auch die am Südufer des Jangtse eingesetzten japanischen Streitkräfte haben weitere Fortschritte gemacht. Gleichzeitig wird eine umfassende Oftensive im Süden der Provinz S ch a n s i angekündigt. Das Ziel dieser Oftensive sei die Vertreibung der in diesem Bogen des Gelben Flusses stehenden chinesischen Truppen. Die chinesischen Freischärler setzen ihre Angriffe auf die bei Putung und Kiangwang stehenden japanischen Truppen fort und machen den japanischen Truppen durch ihre Taktik des Kleinkrieges viel zu schaffen. Irregulären Truppen soll es gelungen sein, den östlichen Teil der von den Japanern besetzten Lunghai-Bahn zu blockieren. Auch hat die Aktivität chinesischer Freischärler auf dem unteren Jangtse wieder zugenommen. Es wird von Dschunken berichtet, die mit Maschinengewehren ausgerüstet sind und den Japanern viel zu schaffen machen.. Aegensbu' DDn Vertretern Partei, der M namhafter Nd Grundstem M Mensburg-Schi eine Industries men des Lieriah N.LerglUSi holzhydrol \* gewann Wsrais der e W. München, i würdigte die J das jährlich w arbeiten und 2 Dann gab er lief) am 1.3u , Professor Sr. Ausführungen lyseverfahrens. heim (Regensb das neue Werk Stadt Regensb 250 Shit ginnt, kommt in einem umfangreichen Bericht zum Ausdruck, den der „Paris Soir" sich von seinem Korrespondenten aus Hanoi, dem Verwaltungszentrum im nördlichen Jndochina, kabeln läßt. In diesem Bericht wird u. a. gesagt, seitdem die japanischen Kreuzer sich nach dem Erscheinen der französischen Kriegsschiffe vor einigen Wochen aus der Gegend der Insel Hainan zurückgezogen hätten, würden immer noch in'dem Kanal zwischen der Insel Hainan und dem chinesischen Festland die Schiffe von japanischen Torpedobooten angehalten. In Jndochina herrsche lebhafte Beunruhigung^ Auf der Insel Hainan selbst lebten etwa zwanzig Franzosen, meist Missionare und Ordensschwestern. Die Insel Hainan werde gegenwärtig von 20 000 chinesischen Soldaten verteidigt, doch würden 5000 japanische Soldaten zu ihrer Besetzung genügen. Auf der Insel könnten leicht Flugplätze errichtet werden, und ihre Häfen im Osten und Süden könnten sich als aus- ( nur noch 10 Kilometer. Rach Aussagen von lieber, läufern greift die Derzweiflungsstimmung bei den Roten, die jetzt auch den Verlust der Stadt Rules zugeben müssen, immer weiter um sich. Role Massenmorde in Castellon. in Nanking rechnete. Wenn schließlich auch in Tokio die zum schnellen Handeln drängende Militärpartei die Oberhand bekam mit dem Argument, daß man nicht warten dürfe, bis Tschiangkaischek es gelinge, das ganze chinesische Volk hinter seinem antijapanischen Kurs zu einen und womöglich auch die Sowjetunion, die eben durch innere Kämpfe geschwächt sei, eingreifen werde und zumindest in China eine bolschewistische RevoÄchon entfachen werde, so ging doch Japan nur zögernd und anfangs mit nur schwachen Kräften in den Krieg in der Hoffnung, daß man sich in Nanking angesichts der japanischen Entschlossenheit, die nvrdchinesische Frage zu regeln, schließlich doch zu Verhandlungen über Nordchina und eine enge Zusammenarbeit mit Japan bereit finden werde. Erst als diese Hoffnung trog, hat man in Tokio Ernst gemacht und sich entschlossen, die ganze moralische, militärische und wirtschaftliche Kraft des Landes für diesen Krieg einzusetzen, wobei Japan natürlich immer noch darauf bedacht sein muß, Reserven zurückzubehalten für den Fall einer Einmischung dritter Mächte. Die Gefahr ist bei der Besetzung Schanghais vermieden warben, soweit die beiden angelsächsischen Weltmächte in Betracht kommen, sie wird von dieser Seite erneut akut werden bei einer Operation gegen Kanton, auf dessen Besitz die Japaner Wert legen müssen, um der Han- kau-Regierung die Waffenzufuhr von Süden her zu sperren. Daß es aus dem gleichen Anlaß bei einer Besetzung der- Insel Hainan zu Reibungen mit Frankreich kommen könnte, zeigten bereits die Ereignisse der letzten Tage, als Frankreich offenbar vorbeugend annamitische Truppen auf den Paracel- Inseln landete. Die größte Gefahr einer Einmischung droht aber von der Sowjetunion her, die indirekt ja schon durch bolschewistische Agenten und Waffenzufuhr durch die Mongolei ihre Hand im Spiel hat. Um so mehr ist man in Tokio entschlossen, den Krieg mit aller Energie zu Ende zu führen, ohne dritten Mächten Gelegenheit zum Eingreifen zu gelben. Das hat am Jahrestage des K^iegsbeginnes der japanische Ministerpräsident Fürst K o n o y e noch einmal kategorisch erklärt und dabei den Marschall Tschiangkaischek als den eigentlichen Feind Japans hingeftellt, mit dem es kein Verhandeln gebe. Daß der Krieg von Japan die Anspannung und Konzentration aller Kräfte fordert, hat er dabei nicht verschwiegen, vielmehr das japanische Volk mit aller Offenheit darauf hingewiesen, daß es schwere Lasten auf sich nehmen müsse und auch dann noch von ihm harte Opfer verlangt werden würden, wenn der Krieg beendet sein werde. Die vor einer Woche erlassenen kriegswirtschaftlichen Maßnahmen greifen scharf in die Lebenshaltung eines jeden Japaners ein durch die Beschränkung des Verbrauchs einer großen Zahl von Waren des täglichen Bedarfs, wie durch die Heranziehung auch der kleinen Einkommen zu den neuen Staatsanleihen, deren Ertrag die Kriegführung finanzieren soll, und durch die Umstellung zahlreicher bisher fiir den inneren Bedarf arbeitender Betriebe auf oie Kriegs- und Ausfuhrwirtschaft, wobei sogar eine Steigerung der Arbeitslosigkeit durch Stillegung von kleineren Unternehmen in Kauf genommen wird. Eine gleiche Entschlossenheit zum restlosen Einsatz aller Kräfte spricht aber auch aus den Kund- Operation vorerst unmöglich gemacht. Von Kaifeng ab floß der Hoangho schon seit Jahrhunderten hoher als das umliegende, nur durch Deiche geschützte Land, ihr Durchbruch durch die im Frühjahr vom Gebirge herangeführten Schlammasssu oder ihr Durchstich durch die Chinesen selbst mußte eine der furchtbaren Katastrophen zui^ Folge haben, wie sie dieser Landstrich in größeren Zeitabständen feit Menschengedenken immer wieder erlebt hat, zuletzt 1887, wo er an der gleichen Stelle wie heute unter furchtbaren Verwüstungen das 1852 verlassene alte Bett aufsuchte, das statt ihn wie jetzt in nordöstlicher Richtung in den Golf von Tschili zu führen, geradewegs nach Osten ins Meer leitete. Welche weiteren Folgen diese Ueberschwemmung auf die Kriegslage haben wird, ist noch nicht ganz zu übersehen, vorerst jedenfalls scheinen sich die Japaner darauf zu beschränken, den Jangtsekiang aufwärts auf Hankau vorzudringen, dabei sind sie nach Bewältigung der Flußsperre von Matang bis vor Kiukiang gekommen. Eine andere Gruppe rückt über Nantschang von Süden her vor. Der Krieg geht weiter. Nach gewiß unvoreingenommenen englischen Angaben hat Japan am Ende des ersten Kriegsjahres von insgesamt 18 chinesischen Provinzen vier in seiner Hand: Hope, Schansi, Schantung und Kiangsu mit insgesamt rund 110 Millionen Einwohnern von den 430 Millionen ganz Chinas, vier weitere sind noch Kriegsschauplatz: Suiyuan längs der mongolischen Grenze, Honan, Anwhei und Tschekiang. Aber von einer Befriedung des besetzten Gebietes sind die Japaner noch weit entfernt, überall flackert hinter ihrem Rücken der Bandenkrieg auf, in dem die Chinesen Meister sind. Immerhin ist. eine Reihe wichtiger Städte fest in ihrer Hand, sie verfügen auch, wenn man den englischen Angaben, die darin gewiß nicht übertreiben, folgen will, über 5600 Kilometer Eisenbahnftrecken und 2000 Kilometer der Küste, während den Chinesen 3600 Kilometer Eisenbahn und 2400 Kilometer Küste blieb. Wichtige Rohstoffgebiete, wie die Kohlenlager in Nordchina, die mongolische Wolle, den Tabak in Schantung und Kiangsu beherrscht Japan ebenso wie große Industrien, so die Baumwoll- und Seidenspinnereien in Schanghai und den Opiumhandel in Schantung. Die Regierung Tschiangkaischek verfugt noch über Kohley in Südschensi, vier Fünftel der Baumwollplantagen, alle wesentlichen Teepflanzun- gen und Forsten sowie die Zinn- und Antimonlager in Hunan. Japan hat also schon sehr beachtl^e Erfolge errungen, wenn es auch Tschiangkaischek durch Lähmung der Wirtschaftskraft und Absper- rung der Zufuhren noch nicht zum Frieden zwingen konnte. Der Krieg geht also weiter, den ursprünglich kein? der beiden Parteien gewollt hat. Japan wollte von Äandschukuo aus die- nordchinesischen Provinzen ohne Ueberstürzung und nach Möglichkeit in der Form einer friedlichen Durchdringung in ferne In- tereffen einbeziehen, wobei es hauptsächlich auf die Selbständigkeitsgelüste der chinesischen > Provmz- gouoerneure und die in Nordchina seit jeher herrschende Abneigung gegen das zentralistische Regime der Kuomintang, der chinesifthen Einheitspartei, NSG. Schor geworden, daß totubenten uni Nassau in Qbi gesetzt werben. ( deuten und Stu deutschen Osten vberschlesischen' Ernte zu Helsen Oeutsch-slam ZM siM verbringen g Zeltlager das durch den sührung j) e i Studentengruj wurde. Das . Frankreich, En pH vom Das Flugzeit Expedition Wetter wiederui mnga Parbat IV (6200 M leerer Ma! ^000 Meter wurden phot ^rgsteigern EiMik in den M'ger wäre 7 l,e nr guter D'e Lütticher ( „ N einem P Freitag d j e äe|d,öorenei Der $e fr1.** ftSy 35 @e St iE ®lrö die K o Ein *4 fr 1! in Sfr 1931 fentt Rluc H töt,. * 6 «Nm fr Hufe» S' stellon-Front eroberten die nationalen Truppen nach erfolgreicher Umgehung die Kreisstadt Rules. Vor Aufgabe der Stadt hatten die Roten auch hier wieder alle Kirchen und die wichtigsten Gebäude gesprengt. Rach der Eroberung von Rules setzten die Rationalen sofort ihren Vormarsch nach Süd en fort, gelangten in die Umgebung von Moncofar und von dort längs der Straße nach Vall de Uxo. Hiermit ist das Es- padan-Gebirge, das von den Roten als Hauptverteidigung für Sagunt gedacht war, völlig umgangen worden. Die Truppen Garcia Valinos rückten von Norden aus im Espadan-Ge- birge weiter vor und eroberten den größten Teil der dortigen Befestigungsanlagen. Die Entfernung bis zur Grenze der Provinz Valencia beträgt je.tzt Salamanca, 8.Juli. (DNB.) Die nationalen Behörden haben in C a st e l l o n , das am 14. Ium von den nationalen Truppen besetzt wurde, eingehende Untersuchungen über den Terror der Bolschewisten durchgeführt. In Castellon wurden die Leichen von 200.0 Einwohnern gefunden, die einer gemeinen „Kriegslist der Bolschewisten zum Opfer fielen. Die Roten hatten sich als nationale Soldate n v er k le i b e t und zogen so durch die Straßen. Die Bevölkerung brach in F r e u d e n k u nd g e b u n g e n aus, da sie in dem Glauben war, es handele sich um Abteilungen der Franco-Truppen. Plötzlich wandten sich die bolschewistischen Abteilungen gegen die jubelnde Bevölkerung und nahmen etw a 2 U U u Einwohner fest. Sie wurden kurzerhand um - gebracht. Dann raubten die Bolschewisten das Eigentum der Massakrierten. Kurz vor dem Einzug der Franco-Truppen ließ der rote Drtsgewalhge von Castellon noch weitere 600 Personen ermorden. Bei der Flucht auf dem Seewege nahmen die Roten in Massen Kisten mit Edelmetallen, Edelsteinen und Kunstgegenstanden mit sich. In dem Bielsa-Tal in den Pyrenäen wurden zwölf Dörfer durch Brandstiftung völlig ein« geäschert. Dadurch wurde die Existenz von über 2000 Fantilien vernichtet, deren einziger Reichtum das Dich bildete. Die Tiere auf der Weide wurden sinnlos a b g e s ch l a ch t e t und dann liegengelassen. & triff " ii 8-31,1 orl7 gionc CfraÄ #5$ 6inVrtW,n l o r Pj-M bttj ©elf sich des ^5 die Jugendlichen, die nach den alten Bestimmungen mit Schluß des Schuljahres 1938/39 die Volksschulpflicht beenden würden, wie diejenigen Kinder, die nach den bisherigen Bestimmungen erst später als mit Beginn des Schuljahres 1939/40 schulpflichtig werden würden. Der Zwischenraum von fünf Monaten zwischen dem Inkrafttreten des Gesetzes und dem Beginn des Schuljahres gibt die Gewähr dafür, daß die Schulaufsichtsbehörden alle Vorkehrungen für die Ausführungen des Gesetzes treffen, und daß alle Erziehungsberechtigten sich rechtzeitig auf die hier und da eintretenden Aenderungen gegenüber dem bisherigen Rechtszustand einrichten können. Die Jnkrafftetzung des Gesetzes für das Land Oesterreich muß einem Zeitpunkt Vorbehalten bleiben, in dem sich die Aenderung des bisherigen Rechtszustandes auf diesem Gebiet in die sonstigen Maßnahmen zur Angleichung und zur Eingliederung der östereichischen Schulverwaltung in die des Reiches reibungslos vollziehen läßt. planvolle Betreuung des studentischen Nachwuchses Zusammenschluß der Selbsthilfeeinrichtungen zum Reichsstudentenwerk. Berlin, 8. Juli. (DRB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz über die Bildung eines Reichs- studentenwerks beschlossen, das in alle vermögensrechtlichen Rechte und Pflichten der bestehenden Selbsthilfeeinrichtungen des Studenttschen Hilfswerks an den deutschen Hoch- und Fachschulen tritt, die mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes a u f g e l ö st sind. Seine Aufgabe ist die wirtschaftliche und gesundheitliche Betreuung des deutschen Nachwuchses an den Hoch- und Fachschulen. Reichsstudentenführer Dr. Scheel erklärte der Presse, es werde alles darangesetzt, die Nachwuchsfrage, die auch im wesentlichen eine finanzielle Frage fei, zu lösen. Der Weg zur deutschen Hochschule und von da aus in die entscheidenden Stellen auf allen, Gebieten solle jedem jungen Deutschen aus Grund seiner Fähigkeiten offen stehen. Der Leiter des Sozialamtes der Deutschen Studentenschaft, Dr. Franz, erklärte, am wichtigsten seien die Bemühungen, eine r adikal e Gebührensenkung an den deutschen Hochschulen herbeizuführen, wobei das endgültige Ziel ein gebührenfreies Hochschulstudium sei. Das Langemarck- Stipendium, eine Einrichtung, die es begabten Arbeiter- und Bauernsöhnen ermöglicht, eine Reifeprüfung zu bestehen, werde in den nächsten Jahren um das Drei- bis Vierfache planmäßig aus gebaut werden. Durch eine Konzentrierung aller Stipendienmittel öffentlicher und privater Art solle in vollkommener Planmäßigkeit - die Stärkung des deutschen Studententums erreicht werden. Besonderes Augenmerk legt das Sozialamt : weiter auf die Jungakademiker-Ehehilfe. i Auch solle eine Ausdehnung der Förderung für jene Kameraden ermöglicht meroen, die noch eine lange Ausbildungszeit nach dem Studium durchzumachen hätten. das ix •ft ** u fci ÄV ch« LujtMse emv Berlin, 8. Juli. (DRB.) Das Reichsschulpflichtgesetz, das heute im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wird, bringt einheitliche Bestimmungen für das gesamte deutsche Reichsgebiet. Es führt alle feine Bestimmungen auf die Grundsätze und die Bedürfnisse eines nationalsozia- listischen E r z i e h u n g s w e s e n s zuruck und umfaßt nicht nur das Gebiet der Volks schulpflicht, sondern vox allem auch die Berufsschulpflicht. Die Vereinheitlichung der Schulpflicht - Bestimmungen beseitigt die .praktftchen Schwierigkeiten, die sich bisher aus der D e r s ch i e° benijeit der Ländergesetze für die Durchführung der Schulpflicht, namentlich in den Grenzgebieten der einzelnen Länder, ergaben. Darüber hinaus ist nun auch eine wesentliche Voraussetzung für den einheitlichen Aufbau des S ch u 11 a ft e n - wesens, sowie für eine gleichmäßige Ausgestaltung des inneren Schulaufbaues und der fachlichen Schularbeit geschaffen. . Das Gesetz verwirklicht den nationalsoziallstlschen Gedanken, daß auch die Schulpflicht in erster Linie im Interesse der Gesamtheit und des gemeinen Nutzens zu erfüllen ist. Sie gehört ebenso wie die-Arbeitsdienstpflicht und die Wehrpflicht zu den Anforderungen, die an den einzelnen um feines Volkes willen gestellt werden. In diesem Sinne bestimmt § 1, daß die Schulpflicht die Erziehung der deutschen Jugend im G eist e des Nationalsozialismus sichert. Die Dauer der Volksschulpflicht beträgt einheitlich acht Jahre. Alle Kinder, die bis zum 30. Juni das 6. Lebensjahr vollenden, werden mit Beginn des Schuljahres schulpflichtig. Ausnahmen werden in den Ausführungsbestimmungen noch näher erläutert werden. Es versteht sich von selbst, daß die Schulpflicht a u cf) ö i e Kinder und Jugendlichen erfaßt, Damit auch sie geistig oder körperlich behinderten Kinder und Jugendlichen erfaßt, damit auch sie nach ihrem Vermögen ihren Platz in der Volksgemeinschaft ausfüllen können. Hieraus ergibt sich vielfach die Notwendigkeit einer gesonderten Beschulung dieser Kinder auf eigens hierfür eingerichteten Schulen und Anstalten. Die Berufsschulpflicht schließt sich unmittelbar der Dolksschulpflicht an. Sie erfaßt, dem allgemeinen Charakter der Schulpflicht entsprechend, alle Jugendlichen ohne Ausnahme. Der Erfüllung der Pflicht dient der Besuch einer Berufsschule, solange nicht für die Ausbildung des Jügendsichen auf andere Weife, fei es durch den Besuch einer allgemeinbildenden Schule, Fachschule oder Hochschule, gesorgt ist. Die Dauer der Berufsschulpflicht ist grundsätzlich auf drei Jahre, für landwirtsaftliche Berufe auf zwei Jahre bemessen. Sie muß sich den Erfordernissen der einzelnen Berufszweige anpaffen. Dem dient insbesondere die Vorschrift, daß Lehrlinge grundsätzlich bis zum Ende der Lehrzeit berufsschulpflichtig sind, wenn entsprechende Berufsschuleinrichtungen vorhanden sind. Aus dem Gedanken der Wechselwirkung zwischen praktischer und theoretischer Ausbildung heraus ist auch dafür Sorge getragen, daß sich die Berufsschulpflicht für Lehrlinge über die normale Altersgrenze des 18. Lebensjahres hinaus ausdehnen kann. Für die weibliche Jugend, die sich nicht dem Berufsleben zuwendet, ist die Möglichkeit einer Erfüllung der Berufsschulpflicht durch einjährigen Besuch einer Hauswirtschafts - schule vorgesehen. Der Umstand, daß das Berufsschulwesen bisher äußerst verschiedenartig gegliedert war und in manchen Gebieten noch des Ausbaues bedarf, wird es mit sich bringen, daß die Durchführung des Gesetzes nur schrittweise nach Maßgabe der vorhandenen Möglichkeiten erfolgt. Das Neue jüdische Bluttat in Jerusalem. Straßen und Plätze von Militär und Maschinengewehren besetzt. Jerusalem, 8. Juli. (DNB.) Am Jaffa-Tor wurde am Freitag aus einem Autobus eine Bombe in eine Arabermenge geworfen. Nach amtlichen Mitteilungen wurden vier Personen getötet und 15 verletzt. Eine Jüdin, die die Bombe geworfen hatte, und zwei weitere Juden wurden verhaftet/Offenbar Hegt den neuen Zwischenfällen ein Beschluß der jüdischen Revisionisten zu Grunde, den Terror mit allen Mitteln fvrtzufetzen. Die britischen Militärbehörden haben die Straßen und Hauptplätze Jerusalems mit Truppen besetzen lassen. Ueberaü stehen Posten ifn Stahlhelm mit aufgepflanztem Bajonett, und auf den Dächern sind an vielen Stellen Maschinengewehre in Stellung gebracht, die die Straßen beherrschen. Alle Geschäfte in der Altstadt und ihrer Umgebung sind geschlossen. Selbst auf den Lächern der Autobusse liegen Polizeiposten mit dem Gewehr im Anschlag. Man befürchtet, daß es am Freitagabend nach Schluß der mohammedanischen Gebete zu neuen Unruhen kommt. In der letzten Nacht unternahmen Freischärler einen konzentrischen A n - griff auf Nazareth. Sie drangen bis in die Stadtmitte vor, wo sich das Lager einer Vermessungsabteilung befand. Dort steckten sie sechs Zelte in Brand, die mit sämtlichen darin befindlichen Vermessungsgeräten vernichtet wurden. Als die Polizei eingriff, kam es zu einem längeren Feuergesecht. Die Freischärler wurden schließlich zum Rückzug gezwungen. Arabischer Protest in Transjordonieri. London, 9. Juli. (Europapreß.) Als Protest gegen die Massenverhaftungen von Arabern in Palästina wurde in Amman (Transjordanien) ein General st reik ausgerufen, der aber nach Mitternacht wieder beendet werden konnte. Rach den Berichten der englischen Presse wurden in den Straßen von Amman zahlreiche Protestkundgebungen veranstaltet, in denen die Araber ihre Sympathie zu ihren Stammesbrüdern in Palästina bekundeten. Plakate mit Aufschriften, wie „Palästina gehört den Arabern" oder „Rieder mit den jüdischen Bombenwerfern", wurden durch die Stadt getragen. Am späten Abend empfing gedungen der Hankau-Regierung am Jahrestag des Kriegsbeginns. Wir sagten schon, daß ursprünglich auch Tschiangkaischek ebenfotüenig wie seine japanischen Gegenspieler den Kriea gewollt hat, zumindest nicht damals schon gewollt hat, weil er genau wußte, daß sein Land Den Japanern militärisch weit unterlegen war und er eine lange Friedensepoche brauchte, um die innere Einheit des chinesischen Volkes, die verwaltungsmäßige Reorganisation des Landes, die Befreiung feiner wirtschaftlichen Kräfte und den Aufbau einer modernen chinesischen Wehrmacht zu vollenden. Aber der jungchinesische Nationalismus der radikale Flügel der Kuomintang in Kanton, oer auch vor einem Bündnis mit dem Bolschewismus nicht zurückschreckte, drängte den Marschall zum Handeln und machte die öffentliche Meinung für den Krieg mit Japan mobil. So wurde Tschiangkaischek, wenn er nicht die Führung des chinesischen Volkes verlieren wollte, vor der Zeit zum Krieg mit Japan gezwungen, für den er sein Volk noch nicht stark genug hielt. Er mochte wohl gehofft haben, daß der Krieg auf die Dauer die wirtschaftlichen Kräfte des Gegners überfteigen würde, vielleicht hat er auch mit einem Veto der angelsächsischen Großmächte gerechnet. Beides ist vorerst nicht eingetreten, wenn auch Japan, wie wir gesehen haben, seine ganze Kraft anspannen muß. Aber die angelsächsischen Mächte haben zwar bereitwillig Waffen geliefert, im übrigen sich aber auf die Wahrung ihrer eigenen Interessen beschränkt und sich mit Resolutionen der Brüsseler Konferenz über die Anwendung des Neunmächteabkommens begnügt, mit denen Tschiangkaischek nichts anfangen kann. Trotzdem hat der Marschall den Japanern einen unerwartet zähen und mit größter Opferbereitschaft geführten Kampf geliefert, ohne indessen das schrittweise Vordringen der Japaner auf die Dauer aufhalten zu können. So geht der Krieg weiter, und niemand vermag heute zu sagen, wie und wann und wo die letzte Entscheidung in diesem Ringen der beiden großen ostasiatischen Völker fallen wird. Dr. Fr. W. Lange. Der japanische Protest in Paris. Frankreichs Interessen im Fernen Osten. Paris, 8. Juli. (Europapreß.) Die Protestnote der japanischen Regierung gegen die militärischen Maßnahmen auf der Jndochina und der Insel Hainan vorgelagerten Gruppe der Paracel-Inseln ist in Paris eingetroffen. Das stärkere Interesse, das die französische Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dem chinesisch-japanischen Konflikt an den Jndochina betreffenden Fragen zu nehmen de- Luftwaffe eingereiht werden. heim (Regensburg) ging auf die Bedeutung ein, die gefunden werden. Unarten des Alltags. - Die Gprechmuskulatur sucht „Zerstreuung die ehest. wurden Spuren von r und eine Knöchel- um diefe Aeit -der ibt ift, war weit und tn in prog. . ß.) Nach tschechischen > Bluttat item. »Ernte zu helfen. Deutsch-siamesisches Studententager in Kärnten. Ein Deutscher, Karl Mauch, gab vor bald 70 Jahren den ersten Bericht über Simbabwe. Man weiß nicht, welch eine Katastrophe der Ausbeutung der Goldlager im heutigen Mababele-Land durch die Himjariten ein Ende machte. Erst im Mittelalter haben die Araber und später die Portugiesen wieder nach Gold in Rhodesien gesucht. Die Zone der Goldvorkommen erstreckt sich von Simbabwe aus »Stadt Regensburg hat. 250 Studenten» des Gaues Hesien-Nasfau in der Erntehilfe. Gefängnis wandern. Ein Todesurteil vollstreckt. derEmirAbdulla eine Abordnung der Streikenden, die versprach, die Arbeit wieder aufzunehmen. Ein neues französisches Armeekorps wird in Epinal stationiert. werden- m Ein Arzt hat uns feine Meinung über das Vor- sichherreden mitgeteilt. „Vielfach leiden Menschen mit einer zu lebhaften Phantasie an dieser Angewohnheit, besonders wenn ihr Beruf sie sehr anspannt. Tritt vielleicht gar noch eine vorübergehende Abspannung hinzu, so geht ihnen die Selbstkontrolle verloren, und das Reden wird motorisch. Gespräche, die sie denken — das tut jeder Mensch — werden in ihrer lebhaften Phantasie so deutlich, daß sie eben laut aussprechen müssen. Bei einem besseren Nervenzustand verschwindet das Uebel von allein. Etwas Ablenkung, anderseits aber Aufmerksamkeit und Anspannung des Willens helfen oft schon. Bromprapa- rate, die man sich natürlich nur vom Arzt verschreiben lassen soll, helfen auch die aufgeregteste Phantasie beschwichtigen." Warum man beim Briefeschreiben am Federhalter kaut. „Aas", „Schafskopf", um nur die salonfähigsten zu nennen, auszustoßen. Womit durchaus nicht behauptet sein soll, daß diese Krankheit nur bei Autofahrern anzutreffen sei! Aber das ist schon wieder ein anderes Kapitel... D. A. R. Gesch chten aus aller Wett. Gnadengesuch für einen Hund. (zs) Budape st. Am 8. Juli 1938 ist der am 7. November 1897 geborene Karl K l u ck hingerichtet worden, der am 18. Februar 1938 von dem Schwurgericht Stolp in Pommern wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Kluck hatte am 4. Dezember 1937 tn seiner Wohnung einen Brand angelegt, um seine 36 Jahre alte Ehefrau Meta Kluck, geb. Gorrs, zu töten und die Versicherungssumme für die Einrichtung zu erhalten. Bei dem Brand ist, wie der Verurteilte voraussah, außer der Frau auch das dreijährige Kind umgekommen. Sieben Personen bei einem Aulobusunglück in Algier verbrannt. In der Nähe der algerischen Stadt Konstantine stieß ein mit zahlreichen Eingeborenen besetzter Autoomnibus in einer Kurve mit einem ent- Die Wissenschaft hat heute festgestellt, daß meisten Menschen in fertigen Sätzen den- k e n. Die „innere Stimme" ist also keine Redensart, sondern naturgegebene Wirklichkeit: man denkt so, wie man spricht, d. h. man denkt natürlich zuerst. So ist es ganz erklärlich, daß bei Nervösen z. B. oft die gedachten Worte laut werden, ebenso findet man sehr häufig bei alten Leuten, denen die Selbstkontrolle abgeht, diese Erscheinung. überführt... Ersatz für Selbstgespräche. Warum kaut man beim Briefschreiben am Federhalter oder knabbert am Bleistift? Man sagt, die stumme Beschäftigung mit den geschriebenen und gedachten Sätzen errege das Sprechorgan so, daß es einer Ablenkung bedarf. Hier tritt also Kauen und Knabbern als Ersatz für ein Selbstgespräch auf. Jeder weiß, daß man vor wichtigen Entscheidungen gern eine Zigarette oder Zigarre raucht. Der Nichtraucher zerbeißt vielleicht stattdessen einen Bonbon. Auch hier ist die Zahl der anstürmenden Gedanken, der Vermutungen und Schlüsse über den Ausfall der Entscheidung und die Fplgen so gewalttg, daß die Mundmuskulatur dringend einer „Zerstreuung" bedarf. Wir wissen von vielen berühmten Geistesarbeitern, Mathematikern, Philosophen und Schriftstellern, daß sie bei der Arbeit ihr Schreibwerkzeug anknabberten. Andere wieder pflegten zu rauchen, Bonbons oher (wte Lord Byron, der berühmte englische Dichter) Medikamente auf der Zunge zergehen zu lassen. Eine harmlose, aber wenig schöne Abart des Selbstgesprächs ist besonders bei Autofahrern ver- breitet: die Kropolalie oder die Schimpf- k r a n k h e i t. Der Wissenschaftler bezeichnet nut dem gelehrten Namen die Angewohnheit, grundlose Schimpfworte oder anstößige.Redensarten wte Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise. Don Dr. Paul Rohrbach. ilnseverfabrens Der Oberbürae^e ^ handelt, der vor Millionen von Jahren hier seine M&S hatte. Durch spätere gmlagifche Bar- u°u° Werk für.den wirtschaftlichen Aufstieg bet 9“$^ von Tausenden von Metern, Durchbrüche feurtg- • flüssiger Granitmassen usw., hat sich das goldhaltige - - . , . Konglomerat in Gestalt einer riesigen, mehrfach NSG. Schon seit einigen Jahren ist es Traditton zerbrochenen Schüssel gelagert, deren Ränder «geworden, daß regelmäßig in den Sommerferien die streckenweise zutage treten, deren Boden aber so Studenten und Studentinnen des Gaues Hessen- tief liegt, daß er mit den heutigen technischen Mtt- Nassau in Oberschlesien für die Erntehilfe eingesetzt werden. In diesen Tagen sind wieder 250 Studenten und Studentinnen unseres Gaues nach dem deutschen Osten gefahren, um acht Wochen lang den >oberschlesischen^ Bauern bei der Einbringung der Schon vor einiger Zeit wurden von den ungarischen Behörden Maßnahmen angeordnet, um einer weiteren Vermehrung der Wolfshunde Einhalt zu gebieten, da diese Tiere, wie verschiedentlich festgestellt wurde, durch Wildern vielfach großen , Schaden anrichteten. Es wurde daher angeordnet, raß in Zukunft für Wolfshunde die höchste Steuerkufe festzusetzen sei wie für Luxushunde. Wer aber liefe Steuer nicht entrichten könne, müsse den be- trefienden Wolfshund dem Schinder übergeben. Nun kam dieser Tage im ungarischen Ministerpräsidium in Budapest ein Brief an, der unter der ministeriellen Post schon durch die ungelenken Schriftzüge auf dem Briefumschlag auffiel. Es stellte sich heraus, daß das Schreiben von einem Volksschüler namens Aladar Farkas stammte. Es hatte folgenden Inhalt: „Gnädigster Herr! Berauben Sie mich nicht meines Hundes. Bewilligen Sie uns. die alte Hundesteuer. Wenn nicht, dann bringe ich mich um. Ich folge meinem Hunde, wenn man ihn tötet. Aladar Farkas." Auf diesen ungewöhnlichen Brief hin wurden nun Nachforschungen angestellt, und es ergab sich, daß die Eltern des kleinen Aladar tatsächlich in sehr ärmlichen Verhältnissen lebten und die vorgeschriebene hohe Hundesteuer bestimmt nicht hätten zahlen können. Andererseits hatte der große Wolfshund, der der treue Begleiter des kleinen Aladar war, diesem vor kurzem das Leben gerettet, indem er ihn im letzten Augenblick vor einem herankommenden Auto zurückgerissen hatte. Seitdem waren Aladar und der Wolfshund unzertrennliche Freunde. Natürlich trug man diesen besonderen Umständen Rechnung, und der Gemeindevorsteher des Dorfes, in dem Aladas Farkas mit seinem Wolfshunde lebte, wurde angewiesen, den Wunsch des kleinen Bittstellers zu erfüllen und dem Gesuch stattzugeben. Schlangen als Gartengäste. K. Kairo. Der englische Botschafter in Kairo, Sir Mitts Lampson, hatte dieser Tage in seinem Garten 'eine höchst unliebsame Ueberraschung. Er mußte die Dienste eines Schlangenbeschwörers in Anspruch nehmen, um sein Landhaus von einer Kobra-Kolonie zu befreien, die sich im Garten eingenistet hatte. Die Villa Lampson liegt in der Nachbarschaft in der Oase Fayum. In den letzten Tagen hatte man auf den Gartenwegen und aus den Steinplatten der- Terrassen deutliche Anzeichen bemerkt, daß sich hier Schlangen aufgehalten hatten. Einem Diener war es auch gelungen, eine Kobra zu entdecken und zu töten; aber da es ganz augenscheinlich war, daß sich noch andere Schlangen in der Nähe aufhallen mußten, berief der Botschafter einen berühmten Schlangenbeschwörer in die Villa. Dieser begann in Gegen- wart des Botschafters und seiner Gemahlin, die charakteristischen klagenden Töne zu blasen, und in ganz kurzer Zeit sah man neun Schlangen aus den Büschen und aus einem Versteck, in dem sie sich zwischen den Blumenoasen auf einer Terrasse eingenistet hatten, hervorkriechen. Die Schlangen folgten willig der Lockung des Beschwörers und krochen in einen Korb, auf dessen Boden sie sich zusammenrollten. Als der Eingeborene wieder gehen wollte,, spielte er zuvor noch ein letztes Mal zu Ehren der Gartenbesitzer, und zu allgemeiner Ueberraschung kam jetzt noch eine Brillenschlange, die größer war als alle anderen zwischen den Pflanzen hervor und kroch langsam über den Boden, um sich zu ihren Gefährten zu gesellen. Wunderbare Rettung durch eine Maus. (—) London. In einer englischen Mine ereignete ein Unfall und eine sehr merkwürdige Rettung. Charles Trend-- well verdankt sein Leben einer Maus im Bergwerk. Durch einen zu früh losgegangenen Sprengschuß war er allein in einem Schacht abgeriegelt worden. 36 Stunden war er schon abgeschlossen von aller Welt. Er hatte die Hoffnung ausgegeben, aus seinem Schacht lebend herauszukommen. Doch dann hatte einer der Bergleute eine gute Idee: seitlich lief eine Luftleitung zu jenem Schacht hinüber. Aber die Leitung war lang. Es war wohl kaum möglich, auf diesem Wege eine Verbindung herzustellen. Doch schließlich fing man eine Maus, band an ihren Schwanz eine Schnur und jagte 'das Tier dann durch die Luftleitung hindurch, auf der anderen Seite nahm Treadwell die Verbindung auf, schickte die Maus, nachdem er das Stück Schnur natürlich auf feiner Seite gesichert hatte, wieder durch das Rohr zurück, um auf diese Weise eine Kreisverbm- dung herzustellen, mit deren Hilfe Lebensmittel ' durch die Luftleitung hindurchgezogen werden konnten. Auf diese Weise wurde wenigstens der Mut des eingeschlossenen Mannes wach gehalten. Als er nach fünf Tagen endlich freigelegt wurde, befand er sich bei bester Gesundheit. Aber er hatte während ■ seiner stillen Zeit in jenem Schacht sich selbst ge= : schworen, daß er nie mehr in seinem Hause eine Mausefalle dulden werde. - Wetterbericht eine ^nuu]meuiuuge vu«, m r""' «V *<•-------- men des Vierjahresplans auf Grund des von Prof. Bevölkerung , _ . - . Dr Beraiusund seinen Mitarbeitern entwickelten Bestand von mehreren Hunderttausend schwarzen 8)ölzhydrolyseverf ah re ns Zucker aus Ab- Minenarbeitern im Gesamtgebiet des Witwaters- Sallholz gewonnen wird. Der Vorsitzende des Auf- randes kommt. Sichtsrats der Süddeutschen Holzverzuckerungswerke Die Abführenden Gesteinsschichten das soae- ÄG. München, Oberforstmeister Dr. vonMonroy nannte Mam-Reef und verschiedene andere „Reefs würdigte die Bedeutung des entstehenden Werkes, sind von eigentümlicher Art. Helle Quarzkiefel von Las jährlich bis zu 300 000 Raummeter Holz ver- verschiedener Große sind emgelagert in em kom- eirbeiten und 250 bis 300 Arbeiter beschäftigen kann. Paktes graues Gestem und nur diese letztere Masse Dann gab er bekannt, daß der Betrieb Voraussicht- enthalt, meist unsichtbar fern verteilt, das Gold. ! Sich am 1. Juli 1939 ausgenommen werden kann. Man nimmt an, daß es sich um d,e Ablagerung ^Professor Dr Berqius machte beachtenswerte von goldführendem Sand und Schlamm, untermischt Ausführungen über die Entwicklung des Holzhydro-1 mit Stücken tauben Gerölls, im Delta eines Flusses Des Verbrechers innere Stimme. Auch die Kriminalisten wissen sehr wohl um die Bedeutung der inneren Stimme, d.h. also der in zusammenhängenden Sätzen gedachten Gedanken. Biele Tricks, >inen Verbrecher zum Geständnis überlisten, beruhen auf der Erfahrungstatsache, daß sich bei Schreck oder Ueberraschung die gedachten Worte unwillkürlich in gesprochene verwandeln. Einem Mörder wird man beispielsweise ein Indiz, wie ein blutbeflecktes Taschentuch, einen Revolver usw., die man am Tatort fand, erst in dem Augen- bück zeigen, wenn er an diesen Gegenstand gar nicht mehr denkt, weil seine Aufmerksamkeit durch ganz andere Fragen in Anspruch genommen ist. Wird dem Verbrecher nun überraschend der Gegenstand gezeigt, ist, sein nächstliegender Gedanke natürlich der, wie er so dumm sein konntt, diesen Gegenstand am Tatort zurückzulassen. Durch die motorische Reaktion in seinem Gehirn können aber die gedachten Worte sich unwillkürlich in gesprochene verwandeln. So hat des Verbrechers eigene innere Stimme zu seinen Ungunsten ausgesagt und ihn [Ntiion “Ion ' « 8-1. t$»Ctr e" * UNg^°°>ng handele fi5’ Plötzlich 2 uni SÄ fWn-en Aberwn geschlagen. gegenkommenden Lastkraftwagen zusammen, wurde gegen einen Baum geschleudert und geriet im gleichen Augenblick in Brand. Sie- 1 ben Insassen verbrannten, 17 weitere erlitten meist Ilebensgefährliche Verbrennungen. evoilMilM lefiren besetzt. jä) äm Wft® ■ ÄUtobUS Lr°bnmen-' > W tet und t ynb • 92m°St' Offenbar -n vefstet- llen ei" r^Li&n Mlitär- Die bntWn H'Krnll i vielen ^aßen 1 der AMUst Selbst aift posten nnt dem { ft, d°b-'L E „en !°"S'nAz in i"1 SsSn 5 fort f'^n b-U [ätntl'fi gurten-® Mr " n2fon6i$e5 ^op^^Arabet",'^ii' in aber M ^"' tonnte- RJ bt6 ‘S-jäSe:, Lni IP° Aus aller Wett. !noch tief nach Süden. Bes weitem die reichsten (yninOilCinlCflUttg zum Lager am Witwatersrand in und um Jo- ^Itzlrverruckerunaswerk ReaenSbura. hannesburg wurden erst im Jahre 1886 auf den i y. i garmgrunbftüden zweier armer Buren entdeckt. Regensburg, 8. Juli. (DNB.) In Anwesenheit 1887 hatte Johannesburg 3000 Einwohner, 1905, als Don Vertretern verschiedener Ministerien und der ich zum erstenmal hier war, bestand es noch zum ^Partei, der Wirtschaft und Wissenschaft, darunter großen Teil aus schnell zusamyiengebauten ntebrp namhafter Forscher aus dem Auslande, wurde der gen Häusern mit einem rings herum gelagerten Grundstein zum Holz verzuckerungs werk in | Vorfeld voll Wellblechbudem Heute ^hat^es Wolken- Die schnelle und starke Erwärmung des Festlandes während der letzten Taae führte zum Vorstoß kühlerer Luftmassen vom Atlantik her, die am Freitagnachmittag unter meist hefttgen Gewittern und Temperaturrückgang Westdeutschland überfluteten. Damit ist wieder eine durchgehende westliche Luftströmung hergestellt, die für die nächsten Tage wechselndes und kühles Wetter bringen wird. Vorhersage für Sonntag: Wechselnd bewölkt, örtliche Gewittemiederschläge, kühl, lebhafte Winde aus West. Vorhersage für Montag: Etwas ruhiger, aber keineswegs beständiges Wetter.______________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot (in Urlaub, i. V.: Dr. Fr. W. Lange): für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 38: 9035. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange^ K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. j a r i t e n , ein uraltes Kulturvolk, das schon in vorgeschichtlicher Zeit die Küsten des indischen Ozeans befuhr und auf der Suche nach Gold bis ins In- nm Besuch auf einer Goldmine. Johannesburg, Juni 1938. Südafrika ist als Goldland uralt. Dor wenigen Tagen habe ich die berühmten Ruinen von Simbabwe im Matabele-Land in Süd-Rhodesien besucht: eine große Tempelanlage, überragt von einer mächtigen Felsenfestung, die wahrscheinlich aus der Zeit zwischen 1500 und 1000 v. Ehr. stammt. Die Gründer waren vermutlich die südarabischen H i m - Zwölf siamesische und zwölf deutsche Studenten verbringen gemeinsam eine Woche in einem .Zeltlager am Weißensee in Ä ar n i e n , I (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) idas durch den Fernostreferenten der Reichsstudenten- frefFen auf der Straße einen Bekannten. Ein führung Heißig und den Leiter der siamesisckstni r, jn feinem Beruf durchaus erfolgreicher ^Studentengrupve Prinz St u n Da r a eröffnet mann gr scheint Sie aber heute nicht zu erkennen, wurde. Das Lager umfaßt fiamestsche Gaste aus er doch —? Seine Lippen bewegen sich wie zum Frankreich, England, Belgien und Dänemark. Gruß, aber die Augen sehen starr an Ihnen vor- Vhotographifche Aufnahmen bei ins Leere. Und nun merken Sie, daß seine vom Gipfelmassiv des Himalaja. Worte Ihnen gar nicht gelten. Er unterhalt sich Wetter wiederum Ausrüstung und Lebensmittel am etwa, sondern richtige Satze. Manga Parbat abwersen, und zwar sowohl beim Man braucht nun nicht gleich das Schlimmste - Lager IV (6200 Pieter), als auch beim Hauptlager, zu befürchten, wenn man bei jenranDem biefe An- Mit leerer Maschine stieg der Flieger dann a u f gewohnheit entdeckt. In den meisten Fallen eben TT™ .1 msltor n\c. » no An a em ob nb eit. allerdings sgüebrige pariamen- - eratungen über i! ationaV\Vd.t/^ wird der fe jitnins oorbereiteten ugesetz verhandeln, d die in Vorbereitung eform Gegenstand sich keine neue Schwie^ )ie drei Gejetzentmrie dem Misterrat zur ) dann der parlamcn. , iihrt werden. Dann n a e n mit den Volks« er Sudetendeut« luß finden. Für die 4 eine Lesprechun teln kaum wird erreicht werden können. Die tiefsten Johannesburger Schächte sind schon bis zu 2500 Meter hinabgetrieben, und nur durch höchst kostspielige Kühlanlagen kann die Temperatur in diesen Tiefen für die Arbeiter erträglich gehalten werden. Aus den Schächten — wir hatten Gelegenheit, i eine Mine unter sachkundiger Führung zu besich- i tigen — wird das unten losgesprengte goldhaltige 1 Gestein in faust- bis schüsselgroßen Stücken heraus- befördert und auf breiten laufenden Bändern in die [ hintereinander liegenden Mühlen befördert, die es unter betäubendem Lärm zuletzt staubfein zermah- len. Reichlicher Wasserzufluß verwandelt dies Gesteinsmehl in einen dünnflüssigen Schlamm, der über geneigte, mit Kordstvff bedeckte Tische geleitet wird. In Den Rillen der Kordtücher setzt sich das staubfeine, aber durch seine Schwere festgehaltene Gold ab, noch untermischt mit den schwersten fremden Bestandteilen des Mahlguts von dunkler Farbe. Dies Konzentrat wird amalgamiert, d. h. mH Quecksilber behandelt. Gold löst sich in Quecksilber auf; es wird auf diese Weise von den schwarzen Sanden getrennt, und das Quecksilber kann durch Erhitzen abdestilliert werden, so daß Rohgold übrig bleibt. Aufi diese Weise ist aber nur ein Teil des Goldes aus dem Gesteinsschlamm zu gewinnen. Dieser wird, nachdem er die Kordtücher passiert hat, in giftige Cyanlösungen geleitet, die auch den Rest des Goldes herausziehen. Durch eine Reihe von verwickelten Prozessen wird schließlich auch dieses Gold aus der Cyanflüssigkeit gewonnen. Eine Million Tonnen des aus den Schächten des Witwatersrandes geförderten Gesteins enthält im Durchschnitt nicht ganz 10 000 Kilogramm Gold. Die massenhaften Rückstände der Goldgewinnung türmen sich in und um Johannesburg in Form ganzer Gebirge aus Sand empor, die weithin sichtbar sind und ein merkwürdiges, einzig in der Welt zu findendes Landschaftsbild abgeben. Der größere Teil des jährlich in der ganzen Welt gewonnenen Goldes entfällt auf die Minen von Johannesburg. Es fchwinoelt den Besucher, wenn er von Etappe zu Etappe durch die weitgedehnten Anlagen geführt wird — ein großes Goldbergwerk ist wie eine dröhnende tosende Fabrikstadt für sich —, in denen am Anfang die groben Gesteinsbrocken auf das laufende Band poltern und am Ende das Goldamalgam und das mit Hilfe des Cyanverfahrens ausgeschmolzene Rohgold in allseitig gesicherte Stahltresors gelagert wird. Das ist moderne Gold- : gcminnung mit allen Hilfen maschineller Dervoll- . kommnung und chemicher.Wissenschaft. Neben den [ vorgeschichtlichen Schächten und Burgen Rhodesiens • aber sieht man noch die Kugeln aus hartem Diorit > liegen, mit denen vor 3000 Jahren Sklavenhände den goldhaltigen Quarz in täglicher Frohn so fein zertrümmern mußten, daß durch bloßes Waschen der Goldgehalt herausgeschlämmt werden konnte. Von den primitiven Mitteln jener entfernten Vorzeit bis in unser modernes hochtechnisches Zeitalter hat der Durst nach Gold stets Wege zu seiner — nie erreichten — Stillung gesucht und wird sie weitersuchen, solange noch Goldlagerstätten auf der Erde n Donnerstagabend "Prag der Kraft- ftters Konrad hen- der trug flinM orunuuein AUHi u i o 1 0 w 1 v *■ । -------- --- - ~ Etendeuhche Tage. Regensburg-Schwabelweis gelegt. Es handelt sich um kratzer rote eine amerikanische Großstadt, hat etne 'bmnchgasle stürzten eine Industrieanlage großen Stils, in der im Rah- Viertelmillion weiße Einwohner, wozu noch etne n- Einer entriß ihm men des Vieriabresvlans auf Grund des von Prof. | Bevölkerung von beinahe 2OO OOO Farbigen und em te ihm das Pattei. wehrte sich verzwei- oie Menschenmenge ^stürzte. Uhl wurde Fuhitttten traktiert, hiise eines Straßenelektrischen Straßen- versolgte sogar die ter den Wagen ver> einer Autotaxe fluch. lizei-Wachtstube, aber 3 sich um den Kraft, en Frank handelte, 8 0 0 0 ® -1 e r uni) f(og um bas Sipfelmafliü. Da- »ich,- w-U-r -ü- eine Angernahnheit, allerdina- bei wurden photographische Ausnahmen gemacht, die etne schr schlechte. Dem Betrofsenen kommt es in den Bergsteigern zügele t t werden sollen, damit sie der Mchrzah der Falle von fetoft nad) einer Weile Einbllck in den Aufbau des Gipsels gewinnen Die zum Bewußtsein daß er seine Gedanken auf unoer. Bergsteiger waren noch im Lager IV und meldeten, nunftige Art ,laut werden ließ^ Er wird daß sie in guter Berfassung sind. zumindest verlegen, guckt toeu auf 6te $oru6er- »teWrLnJum Tode oerur.d.L S^h7 belauscht haben, at^^eitag6?iU m”$7tf er°in Brüssel durch Sie Gründe des „Sprachticks . 3rom®n1d,”err «enSr3 ÄwÄ' Sn vielen Fällen bezeichnet die Wissenschaft die ttinem Schlußwort die 38 Geschworenen aufgefor- Angewohnheit des Vorstchhtnredens als Sprach- -dert äußerste Vorsicht walten zu lassen, da der tick. Wörter, Redensarten, die bei einem hefttgen Becker ttin GistmorD gerichtsärzttich nachgewttsen Schreck wahrend einer Katastrophe unwillkürlich fei Die Entscheidung ist Den Geschworenen auch ausgestoßen wurden, werden spater auch ohne den inifhi nomnrhpn Beratung Dauerte drei äußeren Anlaß Unwillkürlich immer wieder aus- Kötunben. 35 Geschworene erklärten Die Becker Des gesprochen. Das sind schweren Fälle. ■miffmnrhdG mährenD drei sich für ihre I So hat man einmal beobachtet, daß ein Mann Unschuld aü-^rach-n Das Gericht erkannte dar- nach einem Selbstmordversuch ein unartiMierte5 En di« TodeIraf- Da in Belgien die Doll- Bellen ausstieß, nach einem Monat unaufhörlich Geiananls roanöe n. Nervenzusammenbruch vorausging. Die anfangs geschilderten Selbstgespräche — Die man, um es noch einmal zu betonen, auch bei Leuten mit hoher geistiger Begabung beobachten kann — sind harmlose Erscheinungen, Die allerdings Durch Gemütsbewegungen, körperliche ErmüDungen, Ueberanstren- gungen und zu stark beanspruchte Nerven begünstigt Paris, 8.Juli. (Eurvpapreß.) Wie Der „Paris- Nidi" aus Nancy melDet, wird Das neu Zft jchaf- enDe französische Atmeekorvs im ostfranzosischen Grenzgebiet wahrscheinlich seinen Sitz l n E p l n a l iahen, wo sich bereits vor Dem Kriege Das Kom- mändo Des 21. Armeekorps besand. Die Schaffung Dieses Armeekorps war vor einigen Tagen Durch cine RegierungsoerorDnung grunDsatzlich beschlossen worden, nachDem im Jahre 1934 D a s 10. 21 r m e e. korps in Limoges aufgehoben und die : Gesamtzahl der französischen Armeekorps einschließ- ! Lid) des algerischen Korps damit auf 19 herab- aefeM morDen war, obwohl dem Namen nach Vas 20 Armeekorps weiter bestand. Die Hauptaufgabe des neuen Armeekorps im französischen Grenz- mebiet wird nach dem „Paris-Midi" Darin be- nere von SüDafrika vordrang. In Süd-RhoDesien stehen, Dem 6. Armeekorps in Metz, dem 7. in hat man Hunderte von alten Schächten gefunden, Besan'ron und Dem 20. Armeekorps in Nancy mit Verteidigungswerken, Sklavenzwingern, Gold- iihre Aufgabe zu erleichtern. — Das Oberkom- schmelzen unD Gräbern, in Denen Leichen mit gro- manbo oer im französischen Mutterlande befinD- ßen Beigaben von Goldschmuck bestattet waren. Dr. j Lichen Kolonialtruppen, das 1927 geschaffen roorben Earl Peters hat in einem interessanten Buch hier war, wird aufgehoben werben. In ben kommenden das Ophir Der Bibel gesucht, von wo Salomo und Jahren mit schwachen Rekrutenbeständen sollen die fein Freund Hiram von Tyrus ihr Gold holen !afrif ani(d)en Soldaten, die bisher nur liehen. ii geschlossenen Kolonialverbänben verwandt rour- "" ~ ,r' - Ä iöen, auch in bie Armeekorps des französischen Mutterlanbes und unter Umständen- auch in die 465tD B (Pils. Typ) iC Motorrad Meiwp Preiswerte Oijeilel BMW. Sofort lieferbar! Römerplatz 9 4606V Schöne ( Kaufgesuche Walllorstr. 5 Stellenangebote! RadiO-Reparatenr lanb Kronprinz- Einblick ins ob tri fließt- Ein 1 I' ■ OerG.m.ti.H.,Oietien 4658 A Stellengesuche] Mr suchen einen tüchtigen v MnMtn geben. 03169 03124 Leistungsfähige Spezialfabrik für öolöetftflölet VürWen n. MWnsmeu Verireiev zum ] Vermietungen | Schöne stellt ein Aulweg 40 1 r. >03165 a.d. G.A. 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Stratberger.) das breittürmig und bodenfest einen behaglichen Ianuskopf weist: mit der bis ans Dach von Efeu umsponnenen Parkseite, mit dem lässigen Springquell unter hohen Lindenkronen und den gepflegten Laubengängen. Und vor der altösterreichisch-gelben Schloßfront der schimmernde See. Dieser köstliche Wörthersee, dies Sonntagsgeschenk des Kärntnerlandes, der so weithin und randvoll den Bergrahmen füllt im flirrenden Wechselspiel seiner Farben aus Himmelsbläue und Waldesgrün, überlächelt vom Silberlicht der Abendsonne. Den wir vor -uns wissen .auch beim Umgang landeinwärts, der vom Waldpfade aufschimmert aus zarten Nebelschleiern, der stets bereit liegt, uns zu weiterer Bilderfahrt zu führen, etwa nach Maria Wörth, wo vielleicht vor einem Jahrtausend schon der Mönch vom Einbaum aus den Saibling holte; Maria Wörth, dessen lindenumflüsterte Gotik wie eine Insel des Friedens auf dem Seespiegel ruht. Nicht nur räumlich gegenüberliegend schautPört- schach nach seinen mondänen Seefesten heute wie schuldbewußt unter niedergeschlagenen Bootshüttenlidern nach seinen alten Bergen. Und endlich das stadtnahe Seeufer, die neue Strandpromenade mit einer Badeanlage großzügister Art, aus freigebiger Hand mit froher Zuversicht geschaffen als Beispiel, wie sicher dieses Land seinem weiteren AuMege als Fremdenziel entgegensieht. Und nun K l a g e n f u r t, das sich seit den schläfernden Sonntagnachmittagen unserer Militärzeit zum frohbewegten Stadtbilde von heute gewandelt hat. Sein reiches Museum schenkt uns noch einmal eine farbige klare Rückschau über das Jahrtausend alte Land Kärnten, wo immer wieder sich römische Bildwerke in die Mauern einfacher Wirtschaftshöfe fügen und unter weiß überkalkten Kapellenwänden noch manch gotische Madonnen ihrer Auferstehung harren. V i r u n u m ! Seit Jahren wird an seiner Bloßlegung gearbeitet. Freilich muß aus wirtschaftlichen Gründen das Gelände, wenn man ihm erst seine Rätsel abgefragt, wieder eingeebnet werden. Unter jener Bodenwelle ruhen die Mauern des Forums, — und heute gehen wieder stillzufrieden die Rinder des Torfbauern über den grünen Rasen. Keine Stunde ist es hinüber nach dem mächtigen Maria-Saal, der wehrwaften Domburgstatt, darin jeder Torbogen von Kraft und Glauben predigt. Und wieder bringt uns das Steinbild eines römischen Postwagens, eines Planwagens, nicht viel anders als heute, das Leben vor anderhalb Jahrtausenden so nahe, daß wir auf der Heimfahrt durch den verglimmernden Abend in jedem Bildstock einen römischen Meilenstein sehen wollen. So war die Scheidestunde gekommen. An einem farbenklaren Nachmittage sahen wir vom schwindelnd hohen Söller der mächtigen Hollenburg hin- ikenkassen zugelassen LE6NER l Fachgeschäft traBe 9 Telephon 3707 ,efe Pban Mhw bald standen wir nach spielendem Auslauf vor Auto und bald darauf, entthronte Könige, auf . vielumstrittenen Grazer Jakominiplatz, der seinen Nacken auch nach einem Kärntner Berg- ' Union nkfurtamMain -andstraße 1% »ruf 73251 unter auf den vielverschlungenen Draulauf mit seinen Erlenauen und hinüber nach den steinfahlen Wänden der Koschutta. Aus berufenem Munde und tiefernst erfuhren wir wieder an Ort und Stelle vom ruhmvollen Abwehrkampf des Kärntnervolkes, neidlos, aber in würgendem Schweigen beim Gedanken an die Schicksale der Steiermark in jenen Tagen, an versäumte Gelegenheit, an ängstliche Hemmnis bei tiefer Bereitwilligkeit. — Und diese Stunde im Kreise von Freunden, die bestimmend dabei gewesen, diesen kleinen Ausschnitt aus der großen Weltgeschichte zu schaffen, sie war wie ein fester treuer Rahmen zum goldsonnigen Bilde der verflossenen Wochen. , Nun mußte es heimwärts gehen. Und ging wirklich im Fluge dahin; unmerklich sanft im Aufstieg Und Landung, eine Märchenfahrt wie in Andersens Galoschen des Glückes, nur weit bequemer, dreitausendachthundert Meter hoch über ziehenden Wolken, darunter immer vertrauter Bilder der Heimat schwanden. In drei Viertelstunden ging es mit hundertfünfzig Kilometer Geschwindigkeit über die Saualpe, übers Lavanttal, über die Koralpe mit ihren unendlichen Weiten und Gräben, hin über den Bergfried von Hohenlandsberg und die grünen und braunen Schachbrettfelder des Grazer Feldes. Und Ferienlage in Konstanz. Von E Höll. Wir hatten an einem schönen Sommernachmittag in Friedrichshafen das Schiff nach Konstanz genommen und wollten am nächsten Tage — nachdem wir uns die alte Bodenseestadt in Ruhe besehen hätten — weiter, in irgendeinen kleinen Ort am See, um einmal gründlich Ferien zu machen und auszuspannen. Auf dem obersten Aussichtsdeck hatten wir uns niedergelassen und atmeten tief den kühlen reinen Wind und den würzigen Ruch des Wassers; sahen den Rauch dick und schwarz aus dem weißgemalten Schornstein quillen und die Möven unser Schiff umschwärmen, und je weiter die breite Wegspur des Kielwassers sich hinter uns in die Ferne streckte, desto freier und wohler wurde uns ums Herz. Ueber die Dörfer am Ufer, über die Obstgärten und Weinberge stieg schattig der Abend herab. Die Spiegelbilder der Pappeln und Büsche am Strand standen klar und dunkel im stillen grünen Wasser der Buchten, die Landschaft war 'in ein schräges gelbes Licht getaucht und wie selbstleuchtend geworden, ein solches Strahlen ging von ihr aus. Es wurde schon dämmerig, als unser Schift um eine Landzunge bdg und sich vor uns die weite Bucht von Konstanz auseinanderfaltete. Die park- arttgen Ufer waren wie schwarze Kulissen, und der See schimmerte in goldenen, manchmal in zartes Rosa und warmes Braun hinüberspiegelnden Tönen bis an den Rand der schwarzen Silhouette der Stadt, die wie aus dem gelben Abendhimmel herausgeschnitten war. Dieser Abend wird uns noch lange zu denken geben: wie uns die Freude, unterwegs zu fein, unrastig machte und uns nach einer flüchtigen Mahlzeit wieder hinaustrieb in die dämmernden Gassen; wie wir hinüberschlenderten zum alten Kaufhaus am See, quer durch den stillen, schon entschlummernden Stadtpark, und dann eindrangen in die enge, verwinkelte Altstadt; wie wir dort aus dem Düster der Gassen die Münsterfassade gewaltig emporwuchten sahen und wie die stattlichen Prälatenhöfe und reichen Bürgerhäuser unh die schmalen hohen Häuser der Handwerker lebendig wurden von einem vergangenen wie auferstandenen Leben. Noch nie hatte sich uns eine Stadt so zauberhaft aufgetan. lendmahl.) o, wesen. Siegesstolzer Barock rauscht auf im himmel- mtag, den 1p-W Uen Hochaltar und seinen im Goldprunk starren- .qirchenfonietiö^y’' Standbildern, deren Köpfe in den Farben na- tirlichen Lebens so seltsam eindrucksvoll auf uns nederschauen. Nur Hemmas Gemahl, Graf Wilhelm, "ÄL HG.9.80, 0Bn der strengeren Liturgik späterer Zeit nur mit r, leiser Mißbilligung an so hochseliger Stelle gedul- l- SG. 9.30, Lic. hMt etwas allzufrieden lächelnd im qold- ft-nhpnhpn Waffenfleibe in den Ehrensaal seines Und dann der Morgen: In aller Herrgottsfrühe waren wir drüben am Stadtgartenufer, ließen uns den frischen Seewind um die Ohren wehen und versuchten, in die silberblau funkelnde Landschaft der Bucht hinauszuschauen. Die kühle, reine, in blitzendem Licht fast ertrinkende Morgenstunde gab allem um uns her einen eigenen Klang. Uns war, als fingen wir eben erst die köstlichen kleinen Begebenheiten des rührigen und doch gemütvollen Alltags dieser alten Stadt richttg zu sehen an, den gemächlichen Werktagmorgen am Hafen, der ganz echt und ohne Aufmachung und dabei doch wieder wie ein wunderbares Schauspiel ist. Das Kommen und Gehen der Schiffe, das Läuten der Schiffsglocken, das Schreien und Kreisen der Möven, die los- schmetternde Kapelle am Ufer und die frohen Gesichter der aus den Schiffen strömenden Ankömmlinge. < Draußen im Strandbad versuchten wir' spater- herauszufinden, was diese Stadt so liebenswürdig, ansprechend und wohltuend macht, was dieses Etwas, diese Atmosphäre eigentlich ist, die einen nicht mehr losläßt. Aber die gute Sonne hüllte uns heiß in ihr strahlendes Flammen und brannte bald jede Neigung zu tieftchlürfendem Grübeln aus unfern Köpfen. Die glückselige Faulheit kam über uns, die einem der See an schönen Sommertagen aufzwingt. Der Tag zerrann uns im klaren Wasser und reinen Sonnenfeuer wie geträumt, und als drüben im Süden die hohen Berge sich deutlicher formten im transparenten Himmel und Kühle aus dem See herüberwehte, da waren wir uns einig, daß die Weiterreise noch einmal aufgeschoben werden mußte. Und wir ließen der Einfachheit halber uns die Koffer gleich herausbringen auf unsere Halbinsel, die wir morgen zu erkunden gedachten. Das (Streifen durch die lichtgrünen feuchtduftenden Buchenwälder am Strand führte uns zu den Fischern nach Staad und zur Insel Mainau. Em andermal entdeckten wir tief in den Wäldern den Mindelsee und sahen vom Frauenberg hinunter auf den blaudunklen lleberlingerfee zwischen den steilen Waldhängen. Dem Seewein sind wir nachgegangen, zuerst hinüber nach Meersburg und dann zur Reichenau, wo er um die alten schönen Kirchen her auf ben Hügeln wächst. Und so gerieten wir in die lichtblaue Welt des Untersees und fanden Arenenberg und Stein. Wir haben uns eine Gondel gemietet und sind einen ganzen Tag lang draußen zwischen Sonne und Wasser gewesen; müde und heiß und glücklich kamen wir heim. Einmal hat uns ein Seehase mitgenommen auf seinem Segelkahn, und ganz zum Schluß haben wir uns an den Säntis herangewagt — allerdings mit der Bergbahn nur. Aber vor allem hatten es uns doch die Sonne und das Wasser angetan. Die Magie des Lichts über diesem Riesenspiegel wirkte ihr Wunder an uns. Bald war es uns eine Wonne, uns reinglühen zu lassen in der silberblauen Lohe. Und wir fanden, es sei vielleicht das höchste Glück, diese langsame Verwandlung in einen gesünderen kraftvolleren Menschen, dieses Rein- und Einfachwerden der Sinne und das Erwachen aller guten Instinkte an sich selbst zu erleben. So sind wir denn in Konstanz hängen geblieben und haben es nicht bereut. Denn wir kamen bald dahinter, daß die Badenseestadt ihren guten Namen vielleicht ein wenig zu sehr ihren schönen Baudenkmälern verdankt und von vielen deshalb mißverstanden wird. Ihre größte Stärke liegt in etwas anderem. Die 400 Meter Höhenlage, die südliche Sonne und der gewaltige Wasserspiegel brauen zusammen eine Luft, die eine stürmische Attacke auf alles Morsche und Mürbe im Menschen ist. Wir jedenfalls nahmen die Ueberzeugung m die Heimat mit, daß ein hoffnungsloser Fall der wäre, der nach wundervollen Konstanzer Erholungswochen nicht braungebrannt als neuer Menfch nach Haufe fährt. Hauses. ~ e Nach solch stillem Gottesdienst im Dom zu Gurk war die Rast am Ossiachersee ein freundliches »erklingen schwingender Stimmungen. Und der Blick tj[»n der Kanzelhöhe, auf die wir sicher an schwanker Seilbahn über sinkende Tannwipfel gleiten, ^ur feier unbegrenzten Schau übers südwestliche Karnt- ivrlanb, im gedämpften Blau und Grün der Walder unb Talweiten, ber Seen und Sieblungen Bis bas Auge mübe wird, zu trinken und der sinkende Abend bas nahe Villach mit flimmernden Lichterrechen 11 Unb nun Velden mit feinem frohen Bekennt- iT5 zur sorglosen Gegenwart! Mit seinem Schlosse, Reisewinke. Kärnien, billiges Reiseland. Das ßanbesamt für Fremdenverkehr in Klagenfurt schreibt uns: Der Besuch ber Sommerfrischen unb Kurorte ist noch recht ungleichmäßig. Wirklich zufriebenstellenb besucht sind nur bie bekannten Orte unb hier nur bie besseren und baher auch im Preise höheren Häuser. Es ist offenbar noch viel zu wenig bekannt, baß Kärnten zahlreiche Mittelstandssommerfrischen mit niederen Preisen besitzt und daß es dort mindestens ebenso schön ist wie in den bekannten Orten. Man braucht nur die Preise im Kärtner Landesprospekt oder sonst einer Kärntner Werbeschrift durchzusehen (man frage bei den Reisebüros oder beim Landesverkehrsamt Kärnten), um sich davon zu überzeugen, daß Kärnten ein billiges Reiseland ist Es ist gar nicht erklärlich, wieso da und dort von einer Ueberfüllung oder gar Teuerung gesprochen werden kann. Eine Verteuerung kommt wegen der tadellos sunktionierenden Preiskontrolle gar nicht in Frage. ' ilgotischer, farbenglutenber Inbrunst. Bild folgt auf Bild: An Friesach vorbei, dem t rgengefrönten, an Althofen auf der Höh', bis ins flCfe Wiesental der Gurk, das auf rasenüberwachse- Iim Schienenweg zu neuen Wundern führt. Im feinen Wiesental der Dom zu Gurk! —dank Mustergültiger Denkmalpflege immer weiter berühmt, ir.imer höher verehrt als kirchliches Nationalheilig- hm Kärntens. Unterm hundertfchäftigen Säulen- nlbe der Unterkirche das Grabmal der seligen Grafe Hemma von Friesach-Zeltschach, dem Herzen des Lpenländers vertraut als sagenumwobene Berg- h-rrin, die hier/seit 1465, dem Jahre ihrer Kano- njierung, bis auf heute gelassen ihrer Heiligspre- dpng harrt. In den sechs gotischen „Hemma-Re- li.fs"- Holzbildnerwerken von ursprünglicher Farbig- kt, mit den schmerzbewegten Zügen der Frauen, nit der packenden Realistik, ja Satire der Kriegs- k: echte, Bürger und Bettler, findet ihr leidgeprüftes Srdenwallen eine überaus lebensvolle Darstellung. Go wandern wir durch den Dom wie durch einen hohen Bildersaal kirchlicher Kunst, zu dem alle mftübung ihrer Zeiten ihr Bestes aufgeboten. Was Geister Viertelbergers behutsame Künstlerhand von SÄ “Triolet! S***Mfc ^LimoDsine ^Kabriolett Jagern, em Zustand. ischöpflich an schlichter Innigkeit der Zeichnung, an Neiz der treuherzigen Farbe. Und wenn wir am lande des sicheren Linienstriches noch die R md- mte des Pinsels spüren, so sinnen wir in Gedanken uch der Persönlichkeit des Meisters aus dem 12. )ihrhundert nach; wie er gefleibet, wie er gelebt ,n stillen Tale und was etwa sein eigenes Schicksal o. wesen. Siegesstolzer Barock rauscht auf im himmel- fehen Hochaltar und seinem im Goldprunk ftarren- dienst,KG.-Kinder. ' HH,- HauvtzotteS- • .-Abendm. - HE*' mit Beichte Mel« ©tftlittBe) Mehlt ÜlldWvdM - 30, Femwr.3571. 8. ff 10.15,1Si** tWS ;0, Kahn, «gu**'* n u qu den pv* 12- *•' , -L W l0- .„.eiufch^ 'i2. Hommersahrt ins Karniner Land Von Hans Kloepfer. ;Acht Tage Kärntner Luft —, oder märens drei Höchen? So weit lag der Alltag dahinter in Staub Md Dunst, waren unsere Stunden umflossen von 4 eminb und Sonnenglanz und umstanden von i alfarbenen Felszinnen im Süden, deren feinen llift ins Wort zu schmiegen die Seele sich wehrt. 1 Ls ob man die blaue Luft mit Ziegelsteinen um» tniuern wollte. Don „oben" herab erfolgte der Em- iiud), durchs einzige Tor, das dem Steirer ins Kärnt- n-rlanö geblieben, von der freien Rampe der wei- cad Kronprinz-Rudolf-Bahn, die mit dem weiten (hnblicf ins oberste Murtal ein Stück Mittelalter «i chließt. Ein Stück Mittelalter, das sich wie von tJbft wieder aufbaut mit Markt und Mauern und ! mr und Brunnen, mit steingrauer Wehrkraft und n. WM NN n WM MW MW WM UW tir- Sti^Lr del jer ® r^ilDK1 » X tl I te »• W in(.;rt5 ut LÄ bsr% flUb * wurde Wist- Lirfi lIfl *. tie elP fis't SÄ» Sw*2> k-nben, ®u^r gSS- Berlin, JJ tjom t d.M.'s iie Lereinheimci und der EM übrigen Neichsg ichesLhege ’ i4 beseitigt m stände, die sich starren dogmal | j gen Eherechts den Rahmen 1 MW Leber aber unterzieh Altreich ge ßungun-ö Aenderungen, i Regelung des tet und die ®i ßsnde Gestaltui Familienrechts Las neue g Form der Ehe ches zu oollzb Stanbesbe. beutldjen 0 1 fiftifäe S/oaisfu stand beseitigt, b jede Mitwi Repräsentanten Priester geschjos sessionsMhori der Derlvbten über die Doro schließung galt in der Tatsach men -es 3 Ausdruck, -aß einen prioatrei dern um eine, bedeutsamen L und Wirkungen kische Beta, Perfol Aoch deutliche neuen Gesetzes h Eschen Ordn nunmehr vollzäh mmengefaßt fi ^hutze des deutf berÄ"! katl ZW fe HS ®# Ä °UK |öSin‘ ^chk^ru. dS« feÄ; ^^-der ( SwiÄe’ I...... Die Schlacht gegen den ftatta». Von Rudolf Thitt In Deutschland dürfen bekanntlich fremdländische Tiere nicht ohne weiteres in freier Wildbahn ausgesetzt werden. Der Lebensraum eines jeden Tieres ist nicht nur durch seine Nahrung, sondern auch durch seine natürlichen Feinde beschränkt. Ist es von diesen befreit oder bieten ihm Klima und Nahrung günstigere Lebensumstände als in seiner ursprünglichen Heimat, so kann es sehr schädlich und lästig "werden. Wir führen in Deutschland einen erbitterten Kampf gegen die Bisamratte und die chinesische Wollhandkrabbe,^ zwei Tiere, die vor gar nicht langer Zeit bei uns eingeschleppt wurden. Bei unserem Klima sind wir jedoch vor allzu verheerenden Wirkungen neu eingeführter Tiere, besonders wenn sie aus wärmeren Gegenden stammen, geschützt. Es gibt jedoch ein Land, das Hunderte von Millionen gespart hätte, wenn.es vor einem Jahrhundert ein solches Verbot, wie wir es heute bei uns haben, gekannt hätte. Australien wäre froh, wenn es nie etwas von einem Kaninchen, einem Sperling und einem Star gehört hätte. Das australische Klima hat diese drei harmlosen Tiere zu furchtbaren Landplagen umgewandelt, und obschon der Kamps gegen sie jetzt schon Jahrzehnte dauert und mit allen neuzeitlichen Vernichtungsmitteln geführt wird, ist es zweifelhaft, ob er jemals zu einem siegreichen Ende gebracht werden kann. Der Fuchs, der zur Bekämpfung des Kaninchens eingeführt wurde, ist dort ein gefährliches Raubtier geworden, es fallen ihm jährlich Tausende von Lämmern zum Opfer. Selbst bei der Einführung ausländischer Pflanzen muß man in Australien die größte Vorsicht anwenden. Wenn man jenen Mann entdeckt hätte, der es sich zuerst einfallen ließ, in seinem Garten einen Ableger der Feigendistel anzupflanzen, so wäre es ihm bestimmt nicht gut gegangen. Jeder von uns kennt die Opuntia vulgaris, die vor den Fenstern unserer Kakteenfreunde ein so bescherdenes Dasein führt und manchmal sogar mit Aengsten und Sorgen ob ihres Gedeihens umhegt wird. Einige australische Geschichtsschreiber dieser Pflanze sagen — denn sie hat aus Gründen, die man gleich begreifen wird, in Australien eine reiche Literatur hervorgebracht —, daß irgendein auf Geld erpichter Mann diese Pflanze eingeführt habe, um auf ihr die Koschenilleschildlaus zu züchten, die ja vor der Erfindung der Anilinfarben allgemein zur Herstellung roten Farbstoffes benützt wurde. Andere, daß ein Farmer sie als gute Futterpflanze betrach. tete. Das Vieh nahm sie auch an. Im Laufe von zwanzig Jahren legte die Opuntie einen Weg von 700 Kilometer von Neusüdwales nach Queensland zurück, und dort erst trat sie ihre stachelige und unausrottbare Herrschaft an. Der eigentliche Urheber ihres Siegeszuges scheint ein Farmer gewesen zu sein, der eines Tages um seinen Garten eine schöne Hecke von Feigendisteln pflanzte, an der er seine Freude hatte und die auch die Hühner abhielt. Aber diese Hecke wurde immer dichter und breiter, und schließlich wurde das dem Farmer zu dumm. Er schug 7)ie Hecke ab, lud das ganze Zeug auf einen Wagen und warf die Ladung in eine Schlucht. Er blieb nicht mehr lange auf seinem Hof. Tausendarmig erhob sich der Kaktus aus der Schlucht und vertrieb ihn. Im Laufe zweier Jahrzehnte besetzte die Opuntie in Queensland eine Fläche etwa von der Ausdehnung Bayerns. Ganze Dörfer erstickten unter ihrem undurchdringlichen Panzer. Die Farmer gaben das Land auf, da die Kosten der Ausrottung höher waren als der Wert des Bodens. Es gab auch kein wirksames Ausrottungsmittel. Jeder wußte, daß ein Vermögen auf den Mann wartete, der ein fol- ches Mittel ersinnen würde. Es bestand die Gefahr, daß ganz Australien von dieser Pflanze überwuchert wurde. Merkwürdigerweise war dieselbe Pflanze in Mexiko und Südafrika ziemlich harmlos In Südafrika war sie sogar geachtet. Die Bantuneger kochten aus ihr einen Syrup, der ein vorzügliches Mittel gegen Keuchhusten sein soll. In Australien aber schien die Opuntie den Tropenkoller bekommen zu haben. Schließlich entsandte die australische Bundesregierung eine Kommission nach Zentralamerika, in der Hoffnung, dort die natürlichen Feinde der Pflanze zu entdecken. Diese Kommission brachte vier kleine Lebewesen zurück: eine Laus, einen Käfer, eine Spinne und eine Raupe. Gewitzigt durch trübe Erfahrungen, ließ die australische Regierung diese Tierchen und ihre Abkömmlinge jahrelang in strengstem Gewahrsam halten. Sie wurden auf jede erdenkliche Futterpflanze gesetzt, bis man gewiß war, daß sie nur auf dem Kaktus weiterkamen. Da ließ man sie endlich, froher Erwartungen voll, auf den stacheligen Erbfeind los. Die Koschenilleschildlaus hatte man schon einmal erprobt, aber keinen großen Erfolg mit ihr gehabt. Der Käfer, ein kleines grünliches Infekt, war schon wirksamer, er saugte den Blättern den Saft aus. Die Spiine, ein roter Punkt, dem bloßen Auge fast unsichtbar, fraß sich an den Stachelbüschen ein und brachte sie zum Abfallen. Ohne die Raupe jedoch oder die Motte, in die sie sich verwandelte, wäre die Ausrottung nicht gelungen. Jemand hat, nicht ganz im Scherz, den Vorschlag gemacht, diesem kleinen Schmetterling einen Platz im Wappen Australiens einzuräumen. Der Lebenslauf dieser Raupe ist ziemlich derselbe wie der des Seidenwurmes. Der unauffälligen grauen Motte, die in Mexiko nur im Frühling und Herbst aktiv ist, erging es in Australien wie den Kaninchen. Ihre Vermehrung kannte keine Grenzen. Die Motte legt ihre Eier in Form zweier Stäbchen von der Länge und Dicke einer feinen Nadel auf das Kaktusblatt. Jedes Stäbchen enthält 40 bis 50 Eier. In zwei oder drei Wochen erscheinen kleine Raupen, die sich in das Blatt einbohren. Wochenlang fressen sie sich unablässig durch den Kaktus hindurch, bis nichts mehr von ihm übrig bleibt. Ganze Kaktuswälder brachen wie mit einem Zauberschlage von der Tätigkeit dieser Insekten zusammen. Die Herrschaft der Opuntie ist so vollständig gebrochen, daß es vielerorts schon schwer fällt, überhaupt eine aufzutreiben. Was die Menschen mit allen erdenklichen Zerstörungsmitteln im Laufe vieler Jahrzehnte nicht fertig gebracht haben, gelang diesen kleinen Lebewesen im Laufe weniger Jahre." Ein Dorf, das in einem solchen Kaktuswald stand und im letzten Augenblick durch diese Raupe gerettet wurde, hat ihr zu Ehren seine neu erbaute Gemeindehalle Cactoblastis genannt, nach dem wissenschaftlichen Namen dieses Insekts, den in Australien nunmehr jedes Schulkind kennt. Der blinde possao>er. Zum 100. Geburtstage des Grafen Zeppelin am 8. Juli ist an eine schöne wahre Geschichte zu erinnern: Unter den vielen Fremden, die nach Manzell am Bodensee kamen, um die berühmte Luftschiffhalle zu bewundern, befand sich eines Tages auch ein Schornsteinfegermeister aus Schlesien. Auf dem Bahnhof sah er eine große Menge Herren sich versammeln und trat wißbegierig chinzu, um zu erfahren, was es da gäbe. Plötzlich stand Graf Zeppelin mitten unter den Herren, hieß die „Herren Abgeordneten" freundlich willkommen und lud sie ein, ihm nach der Halle zu folgen, wo er sie persönlich führen werde. Warum nicht? dachte der Schornsteinfeger und marschierte tapfer mit. In der Halle hielt er sich immer möglichst in der Nähe des Grafen, um sich keins feiner Worte entgehen zu lassen und wurde schließlich auch mit der ganzen Gesellschaft zusammen photographiert. Als er aber gerade darüber nachsann, wie er vor der Rückfahrt am besten unauffällig verschwinden könnte, sagte Graf Zeppelin, Seine Majestät der König lasse die Herren Abgeordneten zu einer Erfrischung bitten. Eine so freundliche Einladung abzuschlagen, hatte der Schornsteinfeger nun doch wieder unhöflich ge« funden, und so.geht er also mit zum Festsaal, wo der König die durch das Vertrauen seines württem- bergischen Volkes gewählten Männer herzlich begrüßt. Der schlesische Schornsteinfeger fühlt sich durch diese Ansprache außerordentlich gehoben, seine Be« geisterung wächst aber noch, als die Herren vor das vollbesetzte Büfett geführt werden. Er greift tapfer zu und hört nicht einen Augenblick auf zu essen, erstens, weil es prächtig schmeckt, dann aber auch, weil es die beste Art ist, der größten drohenden Gefahr zu entgehen, nämlich sprechen zu müssen. Don dem, was die anderen auf echt schwäbisch untereinander sprechen, versteht er kein Wort. Wie erschrickt er aber, als ganz am Schluß ein Herr auf ihn zukommt, ihm scharf ins Gesicht sieht und dann leise sagt: „Sie sind wohl ein blinder Passagier?" Noch bevor der Schornsteinfeger sich von seinem Schrecken erholt hat und einer Antwort mächtig ist, sagt der andere in unverfälschtem Berlinerisch: „Ick nämlich o o ch." Zeitschriften. — „D a s Innere Rei ch". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul Alverdes beginnt im Juliheft (Preis 1.80 Mark, vierteljährlich 4,80 Mk., Albert Lanaen/Georg Müller, Verlag München) ein neues Werk von Wilhelm Schäfer — „Theoderich, König des Abendlandes", die Geschichte des großen Gotenkönigs, den der römische Fluch als Ketzer zur Hölle fahren ließ, will der Dichter seinem Volke, das fein Gedächtnis in der Sage von Dietrich von Bern bewahrte, wie- der ganz lebendig werden lassen. Schäfers meisterlicher Sprache gelingt, was er sich vorgenommen bat. Aus ganz anderer Welt nimmt Ina Seidels Erzählung „Die Sache mit Muskopp" ihren Stoff und ihre Spannung; es ist das Deutschland der siebziger Jahre, das Arbeitertum, dessen Lichtverlangen von der herkömmlichen christlichen Liebes- tätigkeit nicht verstanden wird. Liebe, Verstehen und eine gütig-erhellende Ironie leiten die Dichre- rin. Christoph Hienhardt deutet in seiner Studie über den Zustand in der Tschecho-Slowakei das tschechische Regime als „Eine Fremdherrschaft". Nehmen wir noch die Gedichte Josef Weinhebers und des kürzlich mit dem Hebel-Preis ausgezeichneten Eduard Reinacher und den mit Zeichnungen aus der großen Münchener Ausstellung geschmückten Aufsatz von Werner Hager über Albrecht Altdorfer dazu, so haben wir wieder ein vielseitiges Heft dieser Zeitschrift vor uns. Kunst aus dem Volke. 13on Fritz Hirschner. Don Dürer haben wir das Wort: „Als ich am Morgen aufstand, malte ich das Traumgesicht, wie ich es gesehen hatte!" Es umschließt das Geheimnis seines Schaffens. Und wenn das Blatt „Ritter, Tod und Teufel" die Jahreszahl 1517 trägt, fo spüren auch wir Heutigen noch im ehrfürchtigen Staunen, wie das Genie an der Schwelle der Renaissance nicht nur seine Zeit, sondern ihre letzten bewegenden Kräfte erfaßte und gestaltete. Darin liegt das wahre Wesen einer jeden echten Kunst. Es liegt darin zugleich die Antwort darauf, was denn deutsche Kunst überhaupt sei. Hans Thoma, der Besinnliche, sprach das einmal so aus, die Kunst könne sehr gut Antwort sein auf die Frage: Was ist deutsch?, sie könne ebenso gut wie die Sprache ein Band unserer Gemeinschaft sein. Liegt darin nicht auch die letzte innere Rechtfertigung jener großen Kundgebungen, die wir in München, der Hauptstadt der Bewegung, wieder erleben? Der Tag der deutschen Kunst will ja nicht Ausdruck eines Äaatswillens sein, der hier in Monumenten seinen Willen bekundet, sondern der Tempel der neuen Zeit, wie er aus der Sprache einer Generation, die damit Zeugnis ihres Schaffenswillens und ihrer Gestaltungskraft ablegt. Und fo wie einst Dürers Genie zum Ausdruck brachte, was an Kämpfen, Leiden, Gestalten und Sehnen in der Menschenbrust gärte, so wird dort in München die Kunst Wesensausdruck des ganzen Volkes, das m der staatlichen Form den Ausdruck seines Lebenswillens und in der Kunst die Welt seiner Ideale prägt, und das in der innerlichen Verbindung beider feine Stärke findet. Sucht man nach einer kurzen Formel, auf die sich die Bedeutung dieses Ereignisses bringen läßt, so kann man vielleicht sagen, daß mit den Festtagen in München, in ihrem Stimmungsgehalt und in ihrer Ausdeutung Macht und Kultur hervortreten nicht mehr als Gegensätze, wie man sie so gerne in der Welt darstellt, wohl aber als zwei Wesensgrundlagen des neuen Deutschlands. Mit dem monumentalen Bau des Hauses der deutschen Kunst, dessen Pläne der Führer schon vor der Machtergreifung vorbereitete, tritt die Einheit von Kultur und Macht dem deutschen Volke in bezwingender Art sichtbar vor Augen, und es erlebt in den neuen bildnerischen Voraussetzungen, wie sie der Geist der Zeit formte, die große deutsche Kultursendung. Die Geschichte mißt ein Zeitalter nach seiner Leistung. Und sie wertet nicht den Einzelvorgang, vielmehr die ganze Lebenserscheinung eines Volkes. Es besteht aber nicht nur aus einer Reihe politischer Erscheinungen, wie der Parlamentarismus so gern annimmt, vielmehr umfaßt es an Höhe und Tiefe alles, was an Lebensäußerung in den Menschen ruht. Don hier aus auch beantwortet der Nationalsozialismus die letzte Frage nach dem innersten Wesen seiner deutschen Neugestaltung: Wer nur die politische Macht will, begnügt sich mit der Beherrschung des Staatsapparates. Wer dagegen den Neubau des Volkes will, der achtet auf jene unwägbaren Dinge, die — unterirdischen Strömen gleich — durch die Stille rinnen, um einmal irgendwie aufzubrechen in elementarer Wucht und in ihre Zeit hineinzugreifen, wie damals Dürer mit feinen Bildern der Apokalypse. Irgendwie, irgendwann. Mitten aus der Not eines Volkes, oder auch mitten in einem neuen Werden. Aber immer bezwingend, oorwärtsreißend, gestaltend. Dieses Erlebnis Volk ist aufgebrochen in den einzelnen. Es zu gestalten und zu bewahren wird Aufgabe derer fein, in deren Händen die Formung der Volksseele liegt und von denen Freiligrath schon forderte, es solle der Ächter mit dem Volke gehen. Was morsch war, fiel. Was aber kraftvoll war, das fand zurück zu dem wahren Wesen deutscher Kunst, die nie anders sein kann denn aus dem Volke selbst geschöpft. Wenn wir jetzt die stolzen Tage erleben, da aller Welt der deutsche Kulturwille wieder so sichtbar vor Augen tritt, dann ist anklingt; das deutsche Wesen, das sich offenbart« das einigende Band des deutschen Gesühls, das uns umschlingt; die Sprache schlechtweg des deutschen Herzens. Mannigfach in ihrem Ausdruck, viel- geftaltig in der Form, unterschiedlich auch in den Temperamenten schlichtet sich aus ihr doch das stolze Bild deutscher Art. Es xu zeigen aber ift die große Bedeutung der Ausstellungen und Festspiele, die weit hinausreichen über allgemeine Veranstaltungen, weil sich in ihnen ein Stück der deutschen Seele offenbart. Ein Blick in die Vorhalle mit Plastiken deutscher Künstler. — (Scherl°M.) sie alle eng verbunden: in der Treue zum Gegenstand. Sie herrscht auch in der weiten Sphäre der Menschendarstellung vor. Beim Porträt versteh sich das von selbst; ein Führerbildnis von Heinrich K n i r r und ein Portrat des Reichsministers Dr. Goebbels von Wilhelm Otto Pitthan sprechen allgemein gültig für den Stand Mefer Äunft. Aber auch in der übertragenen, mehr sinnbildlichen Darstellung wie Adolf Zieglers „Götttn der Kunst oder Richard Kleins „Das Dritte Reich", ist btd demütige Werkgesinnung und die Wahrhaftigkeit gegenüber der Natur das verbindliche Gesetz. Einen Sonderraum für sich nehmen die Arbeiten Werner P e i n e r s ein. Der Meister bringt neben einer Reihe deutscher Landschaften einen .neuen Klang in die Ausstellung, exotische, vornehmlich afrikanische Landschaften, die mit Phantasie und Grazie und nie abirrendem Geschmack gemalt sind. Nicht nur den Blick, sondern auch die! Seele erheben zwei Wandteppiche von höchster .Heinrich I." und „Friedrich II.". Sie Kunst -er Volksart - Kunst des Dritten Reiches. Die Große Deutsche Kunstausstellung 1938 im Haus der Deutschen Kunst zu München nicht nur an die Stelle des alten Münchener Glaspalastes, der 1931 einem Brande zum Opfer fiel und wo mit ihm unvergängliche Werke eines Philipp Otto Runge, eines Moritz von Schwindt und eines Kaspar David Friedrich untergingen, ein neuer stolzer Bau getreten, stolzer, und gewaltiger denn alles bisher, sondern ein ganzes Volk bekennt sich mit diesen Bauten zu dem deutschen Schaffen, wie es der Führer bei der Grundsteinlegung zu den herrlichen Bauten am 15. Oktober 1933 ausführte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wenn wir die Wiederaufrichtung unseres Volkes als Aufgabe unserer Zeit und unseres Lebens empfinden, jehen wir vor uns nicht nur die Not des Leibes, sondern nicht weniger die Not der Seele, nicht nur die leidende Wirtschaft, sondern ebenso die bedrohte Kultur, und wir können uns keinen Wiederaufstieg des deutschen Volkes denken, wenn nicht wiedererstehen auch die deutsche Kultur und vor allem die deutsche Kunst." Was spricht zu uns aus Dürers Werken ebenso stark als aus Wagners Opern, Beethovens Sonaten oder Goeches Versen? Es ist die deutsche Seele, die sich regt; der deutsche Gleichklang, der München, 9. Juli. Ein neues Schaffensjahr der Kunst wird vom Führer selber aus der Taufe gehobene das ist der Sinn des Tages der Deutschen Kunst, das verleiht ihm seine tiefere Bedeutung. Wenn sich am Sonntag- Dormittag die ersten Besucher durch die hohe erzene Pforte des Hauses der Deutschen Kunst drängen, woran die Worte „Kunst ist eine erhabene und zum Fanatismus verpflichtende Mission" in bronzenen Lettern geschrieben stehen, so wird ihr erstes Schauen zweifellos der Beantwortung der Frage gelten, was an dieser Ausstellung neu und was an ihr deutsch sei. Noch durchgängiger, noch deutlicher als im vorfi gen Jahre tritt in der Großen-Deutschen Kunstausstellung 1938 der Wille der Künstler hervor, eine Einheit in jenem Geist zu bilden, die sich schon 1937 in Andeutung und Umriß kundtat. Eine volksnahe, volkstümliche Kun st ist im Werden, deren Grundsätze nicht im Experimentieren oder im Individualisieren liegen, sondern in der Richtung auf objektives Können, auf Fleiß, anständige Gesinnung und höchste Werktreue. Dies sind die Punkte, die der Betreuer des Hauses der Deutschen Kunst, Direktor Kolb, bei der Pressevorbesichtigung als die verbindlichen Leitsätze der Wahl hervorhob — und wos wäre wohl deutscher? Bemerkenswert ist, daß in diesem Jahr die Fülle der als ausstellungsreif ausgewählten Werke die räumlichen Möglichkeiten des Hauses, überstieg (es sind über e l f h u n d e r t Werke ausgestellt), während man im vorigen Jahr noch Mühe hatte, nach gründlicher Siebung die achthundert Werke zur Füllung des Hauses zurückzubehalten. Beginnen wir den Rundgang durch die herrlichen, immer wieder durch ihre feierliche Schönheit bestrickenden Räume des Hauses der Deutschen Kunst, so drängt sich nachdrücklich die Totsache auf, wie sehr hier Kunst der Volks art gepflegt wird und wie breithin die Kunst des Dritten Reiches sich auf diesem starken Fundament gründet. Kein Werk, das nach dem schlichten Sinne sich erschließen müßte, feines, das ihm nicht mit lauter Stimme verkündet, wa.s deutsch sei. Das ist besonders aus den Stoffkreisen ersichtlich, die sich nach mehrfachem Durchwandeln der Säle von selber runden. Das Heroische und Soldatische tritt stark hervor; wir nennen nur das eindringliche Gemälde von Albert Henrich „1917", Elk Ebers' „So war SA." und die Bronzeplastik „HJ.-Trommler" von Anni Spetzler-Proschwitz. Wiewohl nun im ganzen stark vertreten, wie es der Repräsentation eines männlichen und wehrhaften Volkes entspricht, hat dieser Kreis doch nicht mehr ganz das Gewicht wie im vorigen Jahr. Es klingen aus der reichen Ideologie des Nationalsozialismus vielmehr die friedlichen, erdgegründeten Werte vorherrschend auf. Die großen und ewigen Themen des Daseins schaffen sich Raum. Da ist der Stoffkreis Bauer und Scholle. Ein pflügender Bauer von Werner Pein er, an Pieter Brueghel erinnernd, mag als Beispiel sprechen. Da ist die Familie; da ist Mutter und Kind. Die „Kärntner Mutter", ein Holzschnitt des Klagenfurter Switbert Lobisfer, setzt die besten Verkörperungen dieses Themas in deutscher Kunst fort, und eine ganze Reihe andrer Werke schließt sich auf gleicher Höhe an. Daß innerhalb dieses Gebietes auch der Genremalerei neue Möglichkeiten blühen, beweist ein Werk wie Willy Hanfts „Winterhilfe", das eine Familie beim Sammeln von Gaben für das große Opfer zeigt. Mehr noch als bisher aber haben die Künstler, die hier zu Worte kommen, die weiten Gebiete des deutschen Werkschasfens durchstreift und dort dankbare Motive gefunden. Don der Arbeit des Bauern sprachen wir schon; die Tätigkeit des Handwerkers, des Fabrikarbeiters, der Schaffenden aller Berufe findet fein Spiegelbild. Die Schilderung gigantischer Jndustriewerke, wie sie Heinrich Kley einst entdeckte — auch er ist als Altmeister dieses Gebietes mit einer Arbeit, „Generatoren im Bau", vertreten —, hat frische Nachfolge gefunden und spricht in Gemälden wie Richard G e ß n e r s „Teerdestillatton" oder Franz Gerwins „Hochofen" von starken Zukunftsmöglichkeiten. Die Bauten des Führers erschließen der Kunst eine neue Provinz; hier feierfi der Pinsel des Malers und der Sttft des Graphikers das hohe Lied der technischen Arbeit wie in Erich M e r ck e r s „Autobahnbrücke Teufelstal". . Dahinter aber breitet sich unabsehbar eine lieber» fülle deutscher Land s ch af ten über die Säle aus, und auch das spricht von dem friedlichen Grundzug dieses Schaffensjahres deutscher Kunst. Gleich als ersten Eindruck beim Betreten des Saales 1 empfängt den Besucher eine warme, weiträumige Großlandschaft von Ferdinand S t a e g e r aus dem Hegau am Bodensee. So verschieden sich die zahlreichen Temperamente auf diesem Gebiete Werkkunst: .. äußern, ob sie mehr, wie Max Zaeper, zur entführen den Betrachter rn jene Blute der Hohen- Romantik, oder mehr, wie Ernst Liebermann, staufenzeit, der auch der Bamberger Retter ent- zur „Heroischen Landschaft" streben, in einem' find stammt, das Symbol des diesjährigen Tages der würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! l 'I^inkenhi, :et und die Grundlagen für eine künftige abschließende Gestaltung des nationalsozialistischen Ehe- und 633D von einem Standesbeamten abgeschlossen kraft des Urteils auf. nicht im «t ein den l "genau °rt°ßt"w°rd-n -°nn°n, und bet dem einem wenden. Mit besonderem Nachdruck wandte sich Dr. Gurt- ner gegen den Einwand, der bei flüchtigem Lesen des Gesetzestextes erhoben werden könnte, daß das Gesek nicht bestimmt genug gefaßt, daß es zu dehnbar, zu elastisch sei. „Dieses Gesetz", so erklärte Dr. Gürtner, /.geht genau den Weg, den alle neuen nationalsozialistischen Gesetze gegangen sind. Es be- deutet eine Abkehr von der Form zum Inhalt, vom Formalen zum Wesentlichen. Man . n .... ____»i •„ zn -X—u hon Von der korrekten Anpassung einer Brille hängt gutes Sehen ab. jede auch die einfachste Bulle wird nach Maß gefertigt und ist dennoch im Preis nicht teurer bei Ebe abgeben. . Mit besonderem Interesse ist nicht nur in Oeper» reich, sondern auch im Altreich das neue Ehe» s ch e i d u n g s r e ch t erwartet worden. Der Eha» ratter der Ehe als einer moralisch hochstehenden Einrichtung wird im neuen Eherecht noch unter» strichen. So wird auch weiterhin der Eheorucy ein Scheidungsgrund sein. Allerdings sind Vorkehrungen dagegen getroffen, daß ein Ehegatte m schikanöser Weile Tatbestände des Ehebruchs ausnutzt, um sich einseitig Vorteile zu verschaffen. Hier wird dem Richter die Befugnis zugesprochen, aus der gesamten Sachlage zu schließen, ob es sich um eine zerrüttete Ehe handelt, die im Interesse der Beteiligten, ohne Schaden für die Kinder und im Interesse der Würde der Ehe geschieden werden soll. Neu ist in dem Gesetz als Scheidungsgrund die Verweigerung der Fortpflanzung. Damit wird für die Ehegatten ein gegenseitiger An pruch auf Nachkommenschaft festgelegt, der nur dann nicht wirksam wird, wenn triftige Grunde entgegenstehen. Aber auch hier ist einer schlkanoien Ausnutzung der Bestimmung ein Riegel vorgeschoben. Geblieben sind als Gründe, aus denen die Scheidung begehrt werden kann, eine schwere Cheoerfehlung oder auch ehrloses und unsittliches Verholten Gerade auf diesem Gebiet gibt es Grenzfälle, die nicht durch den Gesctzestext Einheitliches Eheschridvngskecht aus neuen Grundlagen. zu einem frohen Erlebnis in einem glänzenden Rah» men und in Anwesenheit vieler hervoragender Teil» Familienrechts geschaffen werden. Das neue großdeutsche Eherecht kennt nur eine Form der Eheschließung: die im Namen des Reiches zu vollziehende Trauung durch einen Standesbeamten. Damit wird in der deutschen Ostmark der für die nationalsozialistische Staatsführung nicht länger erträgliche Zu» jianb beseitigt, daß die Mehrzahl aller Ehen ohne ede Mitwirkung des Staates als des Repräsentanten völkischen Wollens allein durch den Priester geschlossen wurde und daß je nach der Kon- ' essionszugehorigkeit oder dem Religionsbekenntnis ber Verlobten verschiedene Vorschriften Liber die Voraussetzungen und die Form der Ehe- chließung galten. Darüber hinaus kommt aber schon i n der Tatsache, daß die Trauung künftig i m N a - men des Reiches vollzogen wird, klar zum Ausdruck, daß es sich bei der Eheschließung nicht um feinen privatrechtlichen Vertrag der Ehegatten, sondern um einen vom völkischen Standpunkt höchst bedeutsamen Akt handelt, dessen Voraussetzungen und Wirkungen darum auch wesentlich durch völkische Belange bestimmt werden müs n. Eheverbolunb Nichtigkeit derE" e Noch deutlicher tritt dies in dem Abschnitt des neuen Gesetzes hervor, in dem die aus Gründen der völkischen Ordnung erlassenen „Eh e v e r b o t e" nunmehr vollzählig und in übersichtlicher Form zu- fammengefaßt sind, wobei die auf dem Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre unzähligen Varianten des Lebens gerecht wird. Der Gesetzgeber muß sich damit begnügen, ganz allgemeine Richtvunkte zu geben und im übrigen dem Richter einen Maßstab in die Hände zu legen, nach dem der einzelne Fall mit sehr starkem reien Ermessen entschieden werden muß. Was ein ehrbarer, anständiger Mensch bezüglich seines Verhaltens in der Ehe zu tun und zu lassen hat, ist ja eine Vorstellung, die in diesem Staat und in Meern Volk eine wirklich feste Grundlage gefunden hat." Die Tatsache, daß die Ehe kein Vertrag ist, soll nach Mitteilung des Ministers auch äußerlich dadurch zum Ausdruck kommen, daß der Standesbeamte die Ehe „im Namen des Reiches" für geschlossen erklärt. Durch den Zusatz „im Namen des Reiches" soll jedem Volksgenossen zum Ausdruck gebracht werden, daß die Eheschließung ein st a a t» kicher Hoheitsakt und kein bürgerlich- rechtlicher Vertrag ist. Die Bestimmung, daß eine Ehe geschieden werden kann, wenn einer der Ehegatten unfruchtbar sei, erfahre eine Einschränkung, die man populär etwa dahin formulieren könne: „Du darfst durch diese Scheidungsklage dich aber nicht als einen gemeinen Menschen offenbaren!", d. h. das Scheidungsbegehren muß sittlich gerechtfertigt sein. Aus einer Schilderung des geradezu grotesken Zustandes, der in Oesterreich bjsher auf diesem Gebiet geherrscht hat, entwickelte Dr. Gürtner die unbedingte Notwendigkeit, dieses Gesetz mitgrößterBeschleunigung einzuführen. „In Oesterreich wird dieses Eherecht mit einer geradezu leidenschaftlichen Sehnsucht e r - wartet und ich bin glücklich und froh, daß es gelungen ist, daß neue Eherecht schon am 1. August in Kraft zu setzen", erklärte Dr. Gürtner. Die Ehe im völkischen SM. und auf dem Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit 1 des deutschen Volkes beruhenden Eheverbote wegen i Blutsverschiedenheit und wegen Mangels der Ehe- i tauglichkeit an erster Stelle aufgeführt werden. Die Vorschriften über die Geltendmachung und die Folgen der Nichtigkeit einer Ehe weichen in we- < sentlichen Punkten von den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches ab. So kann sich in Zukunft niemand mehr auf die Nichtigkeit einer Ehe berufen, solange nicht die Ehe durch gerichtliches Urte i l mit Wirkung für und gegen alle für nichtig erklärt worden ist. Eine Nichtigkeitsklage kann auch in den bisher im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelten Nich- tigkeitsfällen nur von dem Staats anwalt und von den beteiligten Ehegatten erhoben werden, nicht mehr dagegen von einem beliebigen Dritten, der an dem Bestand oder Nicht- beftänd der Ehe lediglich aus privatrechtlichen Gründen interessiert ist. Die Folgen der Nichtigerklärung einer Ehe sind je nach der Schwere Verfehlung der Ehegatten verschieden gestaltet. Während die rossenschänderische und die den Gesetzen der Erbgesundheit zuwider geschlossene Ehe ebenso wie die Namensehe und die ihr gleichgestellte Staatsangehörigkeitsehe mit rückwirkend erKraft aus- ge loscht werden und keinerlei Folgen einer rechten E h e heroorbringen können, ist in den übrigen Nichtigkeitsfällen die rückwirkende Kraft der Nichtigerklärung eingeschränkt und insbesondere den Kindern aus her nichtigen Ehe die R e ch t s st e l l u n g ehelicher Kinder ein- geräumt worden, ohne Rücksicht darauf, ob den Eltern die Nichtigkeit der Ehe zur Zeit der Eheschlie- ßung bekannt war oder nicht. Vesonü-ers deutlich tritt die durch das neue Ehegesetz vollzogene Abkehr von der früheren vertragsrechtlichen Auffassung der Ehe in der Tatsache hervor, daß Willensmän» g e I eines Ehegatten bei Eingehung der Ehe, mögen sie nun auf beschränkter Geschäftsfähigkeit, auf Irrtum, Drohung oder Täusckmng beruhen, in Zukunft nicht mehr die Anfechtbarkeit der Ehe begründen. Solche Willensmängel können zwar auch in Zukunft dem Ehegatten, in dessen Person sie Vorlagen, das Recht geben, die Fortsetzung der ehelichen' Gemeinschaft zu verweigern und die Aufhebung der Ehe zu begehren. Die Aufhebung wirkt jedoch nicht wie die Nichtigerklärung auf den Zeitpunkt der Eheschließung zurück, sondern sie lost ebenso wie die Scheidung der Ehe mit der Rechts- Ä Reich" ist ää: * emen ^uen rW. vornehmlich "v, die mit Mn, mendem Geschmack a- sondern auch die piche von höchster t.iZnedrich II.". Sie e Blüte der Hohen, 'berger Reiter ent» ahrigen Tages der ■riUe 3um r Erfrischung bitten, q abzuschlagen, HM wieder unhöflich g«' mit zum Festem rauen seines wurtiem Männer herzlich be * gehoben, seine -oe „15 iw 5»ren »°- ; chsp">er geitschrist „llusöer natur“ (Der Naturforscher) Sago BecmflDler Beriaq Berlin-Werfelöe iPdjtouMjeitiHdrUäicI^- Schlank bleibt man durch den bewShfw ten Richfertee. Wenn die Zeit dazu fehlt, nimmt man Drix-Tabl. oder Dragees aus den wirksamen Droaen von Dr. ERNST RICHTERS Frühitüdukräulertee auch öl» Orix-Tablctten—Drix-Dragee» 1 mur UM .M *•» ■4 'A v ' t < ■■ ■*. <. •/<% 7' A •Z* Senner« EN Fern8pr.4O71 hnhofstraße 2-4 16501 b, iZA,x S'wÄ /olner $°r^' । 6m.Q,er (VJCI , ^Pinhi» 3 km/st let l«ö. Ifiien. Wer Qm - 'erlin g^Ag. hat six^de,. Äh 6 ien fU.’U“ 8« irtitet3w ?’ Seit r"' «lanqte m/r“”01' inbete ,?0,r* tun S$t.i ,?,? '»Bi ZÄ" lßeÄ !*Ä9* Äau ,ner ^OOO-Ki!ometer, aum möglich war. 'W um eine ferien. einem 105-p8-Hich nen legt, versäume ^Ilung anzusehen. ]te und Geschmack |e für immer. A werde-»“* M staun«’’’'1 f sd>n>»rzl09.1<: U ,Lebe*ohl / ftrHübner^ || beseitig' gE0 Hübne'”Vfl”s“' u»1*": deOw'gBÄ ggg^ L-M Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) y./W.Zuiii938 Nr. 158 Drittes Blatt Diamantene Hochzeit in Gießen Hitler-Zungen des Vannes 116 aus Heffen-Aassau-Iahrt. Früchte des emsigen und hingebenden Schaffens brachte. Herr Nauheimer und Frau erfreuen sich in weiten Kreisen der Bevölkerung von Gießen und Umgegend großer Beliebtheit. Das Ehepaar Nauheimer zählt zu den langjährigen, treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. Dem Jubelpaar bringen auch wir unsere herzlichsten Glückwünsche zu der diamantenen Hochzeitsfeier bar. Jlnfer Bild (Aufn. Neuner) zeigt das Jubelpaar. ihnen müsse der „depperte Sohn" sein. „Der braucht ka Fahrkarte net", sagte das Mütterchen stolz. „Der fahrt sie und mich. Uns allezsanim Der Wagnermeister Johann Philipp von Watzenborn-Steinberg konnte am gestrigen Tage auf eine 50jährige Tätigkeit als Wagnermeister zurückblicken. Noch geht er seinem Berufe nach und erfreut sich dank seiner sachgemäßen Arbeit in weitem Umkreis aller Werschätzung. Am gleichen Tage konnten er und seine Frau das Fest der goldenen Hochzeit feiern. (Wir berichteten gesterri bereits kurz darüber.) Unser Bild zeigt den Jubilar mit einem Schnitzmesser bei seiner Arbeit. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) - Zusammenarbeit zwischen dem DRL., den Forma« tionen der Partei heraus und richtete an die Kreissportwarte den Appell, sich für den Bau von Uebungsstätten einzusetzen, den die DAF. fördert und unterstützt. Eine die zu teuer wird. ZdR. Kostspielige Blumen zur schönen Sommerszeit? Man denkt an eine Orchidee oder an eine Ueberraschung der Rosenzüchter. Tatsächlich jedoch steht die Blume, die uns zu teuer wird, auf dem Felde. Sie ist überhaupt durchaus keine Seltenheit, die blaue Kornblume, die das Entzücken aller Menschen bildet, die als Bewohner der Stadt jetzt einmal geruhsam auf Feldwegen spazieren gehen. Jeder möchte einen Strauß von Kornblumen haben und ihn mit der nicht minder kostspieligen, leuchtenden Mohnblüte verzieren. Darum werden einfach die Halme mit den reifenden Aehren niedergetreten und richtige Gänge in die Kornfelder gebahnt. Daß damit dem bäuerlichen Besitzer ein Schaden zugefügt wird — wer denkt schon daran? Und daß zugleich suchte. Jener Ball aber, den ich auf meinem Streifzug um die Kirche greifbar nahe vor mir erblickte, war in die Weißdornhecke gesprungen und hielt sich in ihrem dichten Rücken verborgen. Noch drang von Zeit zu Zeit auch zu chm ein Sonnenstrahl, und so richte er in der grünen Höhle der Blätter und der Dornen wie eine feste kugelrunde Frucht, der die schönste und reifste Röte zuteil geworden war. So sah ich ihn schweben; nicht viel höher als meine Augen hatte er sich jenem anderen Jungen verborgen gehalten und sich von mir entdecken lassen. Nun wäre, da man von einem Zehnjährigen Taten erwartet, zweierlei möglich gewesen.: den Ball nehmen und ihn auf den Schulplatz hinüberwerfen oder aber ihn nchmen und in die Tasche stecken, also ihn mitgehen heißen. Darüber aber entspann sich, zu meiner eigenen großen Verwunderung, bei mir kein Kampf. Ich war zu jener Stunde, soweit es Tennisbälle betraf, weder ehrlich noch unehrlich. Soweit es diesen roten Ball in seiner grünen Hecke anging, blieb die Moral unbeteiligt, sie wurde nicht benötigt und nicht vermißt, sie mochte für diesmal an einer anderen Stelle unserer kampferprobten Stadt chre Möglichkeiten entfalten. Was sich hier wie auf einer Insel ereignete, war dies: daß eine so schöne Wölbung, eine vollendete Kugel in makellosem Rot, fremdartig genug,in Dorn und grünem Laub auftauchte und nun, je mehr und je wechselvoller der Sonnenstrahl sie suchte und fand, sich überhauchen ließ von mehr als nur Licht, von mehr als nur Feuer, nämlich von dem, was ich mit meinen jungen Jahren nicht verstand aber sehr wohl und ganz ungeteilt fühlte und genoß. In diesem Glimmen und Leuchten einer Ampel trieb der ganze unschuldige Jugendtag sein Spiel, samt seiner Nimmerwiederkehr; in ihm wärmte die Sonne des Sommers und schattete das Grün der Kastanien, klangen der Stundenschlag vom Turm und die englischen Ausrufe der jungen Damen, Schritte im Kies, Vogelfang und der eigene Herzschlag mit. So vieles andere hat sich damals und seither ereignet. Aber der rote Ball? Ich habe in meinem Leben nie mehr etwas so Schönes gesehen wie ihn. Bornoiizen Tageskalender für Samslag. 3. Hessisches Gausängerfest, Gießen: 12 Uhr Ban- nerübergabe auf dem Brandplatz; 16 dis 19 Uhr Chorkonzerte; 20.30 Uhr Gaufeierstunde in der Dolkshalle. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Die kleine und die große Liebe." — Universitätssportplatz: 18 Uhr 2. Handball-Blitzturnier. Tageskalender für Sonntag. 3. Hessisches Gausängerfest, Gießen: 8 Uhr zwei Kirchenkonzerte (Johanneskirche und Stadtkirche); 8.30 Uhr Singen auf Straßen und Plätzen; 9.30 Uhr „Die Jahreszeiten" von Haydn in der Dolkshalle; ’ 13 Uhr Sternmarsch; 13.30 Uhr. Gaukundgebung auf dem Oswaldsgarten; 14.30 Uhr Festzug nach dem Festplatz (Trieb); 15 Uhr Heimatspiel von Georg Heß in der Dolkshalle, Volksfest mit Tanz. — Gloria-Palast ,(Seltersweg): „Die kleine und die große Liede." Betriebssportappelle im Gau Heffen-Iiaffau. NSG. Zur Vorbereitung der Betriebsfportappelle fand am Freitag in der Gauhauptstadt eine Tagung aller Kreisfportwarte des Gaues Hessen-Nassau statt. Außerdem waren die Betriebssportwarte einiger Großbetriebe aus Frankfurt erschienen. Der Gausportwart der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude", Jung, gab Richtlinien für die Durchführung der Betriebssportappelle bekannt. In seinen Ausführungen betonte er, daß von den Kreis- und Betriebssportwarten in der nächsten Zeit große Aufgaben zu erfüllen seien. Für die glatte Durchführung der Wettkämpfe müßten sich alle Pr- beitskameraden, vor allem aber die Betriebssport- und Uebungswarte einsetzen, die von den Kreissportwarten dementsprechend geschult werden müßten. Im Verlauf der Tagung wurde weiter die Schulung der Lehrkräfte und Uebungswarte behandelt. Ferner stellte Gausportwart Jung die vorbildliche Am kommenden Montag, 11. Juli, können der Rentner und frühere Weißbindermeister Gott- llebNauheimer und Frau Luise, geb. Hoch, Ludwigstraße 5 wohnhaft, in bester Frische das seltene Fest der diamantenen Hochzeit im Kreise ihrer vier Kinder und sechs Enkelkinder begehen. Der Jubilar ist 84 Jahre, seine Ehefrau 82 Jahre alt. Das Jubelpaar entstammt alteingesessenen, angesehenen Gießener Familien. Der Vater des Jubilars war Bauunternehmer, der Vater der Jubilarin betrieb ein für die damaligen Verhältnisse bedeutendes Malerund Weißbindergeschäft, das Gottlieb Nauheimer nach dem Tode seiner Schwiegereltern - in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts übernahm. Neben diesem Geschäft wirkte Herr Nauheimer auch als Bauunternehmer, durch dessen Arbeit manches stattliche Haus in Gießen entstand. Herr Nauheimer ist alter 116er, der auch noch beim kürzlichen Regimentsfest unserer 116er mit Begeisterung dabei war. Die Ehegatten können auf ein arbeitsreiches, gesegnetes Gemeinschaftsleben zurückblicken, das ihrem Wirken sowohl in der Familie, als auch in ihrem Geschäft die unsere Getreideernte, also unser tägliches Brot, an Ertrag verliert — wer wird gleich so weitgehende Folgerungen daraus ziehen! Gedankenlosigkeit und Kurzsichtigkeit beeinträchtigen so die Erfolge der Erzeugungsschlacht. Darum kommen die im Kornfeld gepflückten Feldblumen der Gemeinschaft zu teuer. Wir dürfen unser Brot nicht im wahrsten Sinne des Wortes „mit den Füßen treten". Man könnte zur Abhilfe an die bestehenden Strafgesetze erinnern. Das Landvolk appelliert aber vor allem an die Einsicht der Volksgenossen, um der kostspieligen Unsitte ein Ende zu bereiten. 50 Zabre Waqnermeister. Hochschulnachrichten. An der Universität Kiel vollendete der ordentliche Professor der Botanik Dr. Georg Fischler fein 60. Lebensjahr. Am gestrigen Freitag hat die Hessen-Nas- sau-Fahrt der HI. begonnen. Daran nehmen auch viele Hitlerjungen aus Gießen und den umliegenden Orten teil, lieber den ersten Tag der Fahrt der Hitlerjungen des Bannes 116 erhalten wir folgenden Bericht: Flacht bei Limburg, 8. Juli. Strahlender Sonnenschein lag über Gießen, als die Fahrtengruppen unseres Bannes am heutigen Mittag kurz nach 12 Uhr mit dem Sonderzug Gießen verließen. Mit froher Fahrtenstimmung fuhren unsere „116er" die Lahn abwärts, den Aussteigebahnhäfen Limburg und Nassau entgegen. Schon vom Zuge aus lernten unsere Junggenossen die Schönheit des romantischen Lahntales mit seinen vielen Flußwindungen, steilen Waldhängen und Felsen kennen. Um 13.30 Uhr traf der Sonderzug in Limburg ein. Hier verließ der größte Teil unserer Fahrtteil- nehmer den Zug, während weitere.Fahrtengruppen aus der Umgegend von Gießen, darunter die Wie- secker, nach Nassau weiterfuhren. Nachdem noch einige Verhaltungsmaßregeln für die Fahrt erteilt waren, konnten die Tageswanderungen nach den vorqeschriebenen Zielen beginnen. Während ein Teil der Gießener Fahrtengruppen sich nach Norden dem W e st e r w a l d zuwandte, nach Offheim, Niederhadamar und Elz (bei uns bekannt durch seine guten Fußballer), wanderten die Feldschergefolgschaft und die Nachrichtenschar die Lahn abwärts nach dem malerischen Diez mit seiner vieltürmigen und hoch aufragenden Burg, Fahrtengruppen der umliegenden Ortschaften Gießens, wie Heuchelheim, Groß- und Klein-Linden, südlich dem Taunus zu. Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von \ Optiker Jföa&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 1 Kassenlieferant. Oer rote Ball. Von Georg von der Bring. Ich war nicht mehr als zehn Jahre alt, als ich ihn erblickte. Auf meinem Gesicht, mir im Rücken und bis an den Fuß der Kirche gab es nichts als das grüne Dunkel der Kastanien; dicht vor mir aber, hinter einer hohen Hecke, wußte ich den Schulplatz liegen. Er erglänzte mit feinem Kies, ich sah es, denn durch die winzigen und sehr ungleichmäßig verteilten Löcher der Hecke traf manch heller Widerschein der Sonne in meine Augen. Don dort herüber klangen Sttmmen. Jemand, eine Frauenstimme, rief ein englisches Wort. Alsbald wurde ein Ball geschlagen; sodann Schritte im Kies und wieder Stille. Sie spielten Tennis. Das geschah in dem Jahre 1900, von dem die Welt so viel erwartete. Die jungen Mädchen unserer Stadt mochten gehört haben, daß es- neuartig und schön sei, Tennis zu spielen. Die paar englischen Worte, die man dazu brauchte, sielen ihnen nicht schwer; ihre Bälle aber flogen, wie mit eigener Flügelgewalt, wohin sie wollten. Zum Glück waren es leuchtendrote Bälle; Oer Sohn. Von Jupp Wenzel. Die alte behäbige Bauersfrau beteiligte sich zunächst nicht an dem Gespräch, das sich in dem Zugabteil dritter Klaffe angesponnen hatte. Vielleicht fühlte sie sich unter all den Männern nicht recht am Platz, zumal es anscheinend alles Städter waren, Leute mit selbstsichern lauten Stimmen und großen Aktentaschen, Männer denen das alte Weiblein in feiner Ecke gewiß nicht imponieren mochte Und doch stand in ihren Augen ein verschämter Stolz, als trüge sie eine wichtige und geheime Freude auf ihrer Reise mit sich. Hier und da wendete sie den grauhaarigen Kopf zum Fenster, um sich dann mit etwas ratlosem Blick ins Abteil zurückzuwenden. „I glaub, wir haben a bissel Verspätung", sagte ein ätterer Mann, seine Uhr ziehend. „Hoffentlich krieg i meinen Anschluß noch." Sein Nachbar unterbrach für einen Moment die Beschäftigung mit einem Käsebrot, dessen Geruch da-, ganze Abteil zu vergiften drohte. „Der Zug < hat immer Verspätung", stellte er lakonisch fest. Das Mütterlein schien plötzlich interessiert Sie beugte sich ein wenig vor. „Tschuldigens, Herr Nachbar", sagte sie, „hat er wirklich immer Verspätung? Dös kann i mir gar net denken —" ‘ Der Käsemann sah sie erstaunt an. „Ob tote es denken oder net, Weible, es ist wie ich sage. Ich muß es doch wissen, denn ich fahr jeden Tag mit dem Zug" __ . , „Gewiß, gewiß. Wenn Sie jeden Tag fahrn. Aber i moan halt — verstehns — es wundert mi halt —". Ein überlegenes Lächeln erschien auf dem runden Gesicht des Mannes mit dem Käsebrot. „Da qt nt$ zu verwundern, Mutter. Der Zug muß zwei Schnellzüge abwarten, daher kommt s." . „Ach so is/' Das klang sehr erleichtert. Sie schwieg eine Weile. . , . ., „Wissen's", sagte sie dann zutraulich, „i hab schon denkt, mein Sohn is vielleicht schuld, daß er so spat Die Männer lachten. „Da brauchens ka Angst net haben. Glaubens, der Zug hätt auf Ihren Sohn gewartet?" „Halt ja. Aber es wär mir gar net recht gewesen. I sag immer, er muß pünktlich sein. Verstehens?" Die meisten verstummten ob ihrer treuherzigen Einfalt. Nur ein dicker Mann meinte schnaufend: Aus der Stadl Gießen. Gommer an der Lahn. Leise gluckert der Fluß an Bootssteg und Brücke. Wie aut es nach Wasser und Sonne riecht! Wie schön ist das stetige Dahinfließen! Das Ufer leuchtet in sommerlichem Grün. Der sanfte Bogen der Brücke wölbt sich zärtlich über das blaugraue Wasser Kleine Wellen blitzen auf im Sonnengeriesel, ein schlankes, weißes Boot mit sonnenbraunen Jn- Iallen schießt schnell vorbei. Wie schön der gleichmäßige Rhythmus des Paddelns! In der Badeanstalt herrscht fröhlicher Lärm: braune Menschen, weiße Tische, bunte Schirme! Die Schonen der Stadt, mit viel Anmut und ein wemg buntem Stoff bekleidet, liegen, sich sonnend, lässig auf den Pritschen. Auf dem Kinderspielplatz ist immer fröhlicher Tumult: Rutschbahn und Sandkiste, Schaukel und Wippe locken zu lustigem Spiel. „Jetzt tomm ich aber dran!" ruft ein süßer Blondkopf bei der Schaukel. Ganz kleine, dicke, nackte Menschlein kugeln sich auf dem Rasen. Die Eisbude ist immer von einer Menge Kinder umlagert, die ihr Fünserl erwartungsvoll Hinhalten. Das rosige Zünglein fährt schon über die Lippen im Vorgeschmack der Himbeer- und Vanilleseligkeit. Aber immer wieder wendet sich der Blick dem Wasser zu: Schwimmer und Schwimmerinnen teilen die Fluten mit kraftvollen Armen. Jetzt steigt ein kleines Mädel auf das Sprungbrett, nach einigem Zögern springt es in ..vorbildlicher" Haltung in die Fluten — und platscht fürchterlich auf fein Bäuchlein. Wer wagt, gewinnt: es wird noch mal versucht, und schon gelingt’s! Dort wird ein bunter Wasserball von hübschen Mädels unter fröhlichem Gekreisch hin- und her- getrieben, schon hat ihn die Freundin erobert und reitet daraus, dann wird er ihr wieder abgejagt, man braucht sie nur an den Beinen festzuhalten. Jetzt: ein Wasserballspiel! Kritische Zuschauer sammeln sich auf der Brücke. Der Ball fliegt hin und her, auch öfters ein kräftiges Schimpfwort, jedes Tor wird mit viel Geschrei begrüßt. Im Kinderkästchen, Gänsestall genannt, ist v i e l Lärm. Die einen schreien, weil sie nicht hinein- wollen, die andern schreien, weil sie nicht herauswollen! Es ist „zitterlich" kalt, wie ein kleiner Junge feststellt, und als er trotzdem hineingetunkt wird, kann er nur schluchzen: „Da! Jetzt ist mein Höschen naß!", und dicke Tränen kullern über die Bäckchen. Eine kleine, zukünftige Ochmpiaschwimmerin erklärt der rufenden Mutter: „Wenn ich jetzt doch gerade von Wassers Kühle errungen bin ..Aber trotzdem wird sie von der energischen Mutter herausgeholt aus dem köstlichen Naß — von rohen Gemütern „Kartoffelsupp'" benannt. „Gell, die darf sich noch sträuben!" meint sie dann von ihrer Freundin, die leider nicht auf die Rufe der Mutter hört, sondern fröhlich weiter plantscht und spritzt. Und über allem die herrliche Sommersonne! E. L. St. Während wir uns auf dem Marsch befanden, fing es tüchtig an zu regnen, der Regen entwickelte sich später sogar zu einem starken Gewitter — aber was macht uns das aus, wir haben auf Fahrt ganze Kerle mit. Mehr oder weniger naß trafen mir in unseren Zielorten ein. Zur Beruhigung der Mütter sei gesagt, daß sich alle Jungen wohlauf befinden. ' rr Heute abend werden sich unsere Hessen-Nassau- Fahrer mit der Jugend der Quartierorte zu frohem Kameradschaftsabend zufammenfinden. „Freili. Pünktlich muß ma scho sein. Da kann ma die Kinder gar net früh genug anhalten. Dös sag i. „Wohl wahr ist's", bestätigte die Alte. „Dos sag i mei'm Sohn auch immer, wann i ihn seh." In ihr gutmütiges Runzelgesicht kam ein verschmitzter Zug. „Aber heut hab i net mit ihm gesprochn. Er woaß net, daß i mitfahr." „I mar in der Stadt beim Avokat", erklärte sie eifrig. „Und mie i zurückfahrn will nach Mödling, da hab i ihn gesehgn. Auf dem Bahnhof is er gestanden, grat) vorn am Zug. Ganz sicher fahrt er zn uns heraus, weil er doch alle halbe Jahr mich besucht. Oesters geht's halt net, unser Hof is gar so abgelegen. Na, der wird schon Augen machen, wann er mich in Andlau siecht." ,.Wo — in Andlau?" frug der dicke Herr erschreckt. „Fahrt denn der Zug nach Andlau?' „Na gewiß", sagte das alte Mütterchen. Aber alle anderen Abteilinsassen protestierten. „Der, Zug fahrt nach Rottann." Aber die Alte schüttelte ungläubig den Kopf. „Dos glaub i nimmer. Mei Sohn fahrt nach Andlau, dös woaß i gewiß. Weil es doch das nächste is zu uns nach Mödling." ■ „Nachher wird sich wohl der Zug nach Ihrem Sohn richten", rief der Mann rpit der Käsestulle spöttisch. „I sag, was i sag." „Da hört sich doch verschiedenes auf. Was habns denn mit Jyrem Sohn?" rief jetzt auch der dicke Herr empört. „Sie tun grad, als ob’s der Eisenbahnminister wär." r . Der Zugschaffner, der die Seitentür aufnß und sich in das Abteil zwängte, machte dem beginnenden Disputt ein Ende. „Die Fahrkarten bitte." Natürlich entdeckte er gleich die verkehrte Fahrkarte. „Sie fan im falschen Zug, Mutter. Der hier fahrt nach Rottan." _ . „Aber dös is doch net möglich." Die Stimme der alten Frau zitterte leicht. „Wo mein Sohn doch- — ,Da hat er Ihnen halt net richtig Bescheid gesagt." „Aber er fährt doch mit — „Nachher fährt er halt auch verkehrt. Wenn er so bös dürfens net sagen." erklärte die Alte mit einem schwachen, jedoch vergeblichen Versuch, sich zu entrüsten. „Dos.könnt leicht a Beamtende- leibigunq merdn." v , rc „Äh, gehns zua,^ Mutter", lacht der Schaffner. „So leicht laß i mf net beleidigen." „Aber mein Franzi teans beleidigen — „Herrgottfa, wo is er denn, der Franzi? Daß i mal feine Fahrkarte seh." Der Schaffner musterte fahrt er." Der Schaffner sah sie kopfschüttelnd an. Einer der Männer deutete verstohlen auf die Stirn. Wahrscheinlich war die Alte nicht ganz richtig. „Verstehns net? Fahrn tut er, der Franzi. Dorn auf der Lokomotiven steht er." „Jesfas, da schau her", rief der Schaffner plötzlich aufatmend. „Der Lokomotivführer ist's. Der Huber Franzl. Da fan sie die Huber-Mutter. Natürlich, es gleiche Gesicht." „Freili", sagte sie verschämt und glücklich. Die Spannung, die in dem Abteil geherrscht hatte, wich dem Gefühl einer freudigen Erlöstheit. Nun lächelten alle, diesmal nicht über, sondern mit dem Mütterlein, dessen Sohn vorn auf der Maschine stand und den Zug mit sicherer Hand seinem Ziel entgegenführte. Ja, sie hatte ein Recht, stolz zu sein. Nicht jeder Mensch hat das Glück, von, seinem Sohn im Eisenbahnwagen durch das Land gefahren zu werden. Für einen Moment hatten sie alle vergessen, daß der Junge seine Mutter in die verkehrte Richtung fuhr. die Männer, wahrscheinlich nahm er an, einer von und die jungen Damen hatten, wiederum glücklicher« ilmen müsse der „depperte Sohn" sein. weise, einen Jungen bei sich, der sie ihnen wieder Soldaten im Wehrmachls-Meisterschaslskamps täte aber nur Kraul-Staffel drohte, am besten verbringen könnte. Ob man viel. itg (Nachdruck verboten!) 23 Fortsetzung. weitersprechen mochte. oroyre, am oejieu ununuym *-v* \ 2 mxhni„ llbriaens nur 0ie5 eme u/im. mf, leicht einmal das Einerlei von Torbole durch einen al?wäre zwischen ihr und dem Einst, das sich mit Ausflug nach Bozen unterbräche? Man konnte diesen beiden Namen verband, ein eiserner Vorhang zum AbendwiederzuruckelmOder ob' nmnaar XS. den sie niemals Meder heben würde, einmal durch das schone Suganertal. nachVenedi Nachdem sie einmal — nicht leicht zu Otten- rieths Wesen und Charakter Zutrauen gefaßt, wurde sie auch ihm gegenüber aufgeschlossener und gesprächiger. Das Nonnenhaste ihrer Haltung, ihrer Erscheinung fiel täglich mehr von ihr ab. Und immer wieder sagte er sich voll Bewunderung: Wie schön muß diese Frau gewesen sein. Aber dann lachte er über sich selber, denn er brauchte ja nur Renata ananzusehen und wußte genau, wie schön die Mutter gewesen war. Immer wieder, wenn er sie zusammen erblickte, kam es ihm vor, als wären sie Schwestern, eine ältere, eine jüngere. Hölting mit 55,7 Sekunden, lieber 110 Meter Hür- den kommen für den Endsieg nur Leutnant Holling und Feldwebel Scheele mit je 15,8 Sekunden in Frage. Im Speerwerfen führt nach dem Vorkampf Leutnant Gerdes Mit 63,85 Meter. Feldwebel Blast erwies sich im Hammerwerfen mit 52,96 Meter und im Kugelstoßen mit 14,94 Meter als der Beste. Im Handgranatenwerfen hat Uffz. Wenzeck mit 70,61 Meter die besten Siegesaussichten. Feldwebel Lei- churn kam im WMprung als einziger auf 7 Meter, Auch den toten Oberst und San Bartolomeo erwähnte sie übrigens nur dies eine Mal. Es war, _ ' 1 •?*... _____fr. fr. >\ne firk mit an den Straßenecken. „Wenn die Truppe nach Riva kommt , scherzte Ottenrieth zu seinen beiden Damen, „gehen wir alle hin, und ich spiele noch einmal den Direktor von der Alchimie!" Er hatte übrigens wieder, wie so oft schon, über das närrische Schicksal zu staunen, als am nächsten Tage der Baron ihm einen alten Herrn mit weißem Bart bekannt machte, der — es fanden sich nach und nach Frsihlingsgäste ein — ein paar Tische von ihnen entfernt gesessen hatte: „Mein Onkel Purg- staller — von der Alchimie in Innsbruck!" „Donnerwetter!" fuhr es Ottenrieth heraus. „Von der Alpinen Chemie? Da sind wir ja mal kurze Zeit Kollegen gewesen!" Der Onkel konnte sich an keinen Kollegen namens Ottenrieth erinnern. „Schreiben Sie sich wie der bekannte Komponist?" Und Leutstetten mußte lachend den Zusammenhang erklären. An einem Sonntagmorgen, nach dem Frühstück, stand Ottenrieth, wie er gern tat, mit einer Zigarette in der gewölbten Einfahrt und überlegte, wie man den Tag, der ein wenig grau zu werden Rundfunkprogramm Sonntag, 10. 3ult und im 100-Meter-Lauf erreichte Leichum mit 10,7 Sekunden die beste Zeit. Im M-Meter-Lauf setzte sich Uffz. Riecher mit 22,4 Sekunden an die Spitze. Uffz. Linnhoff lief die 400 Meter verhalten in 50 Sekunden. Die beste Vorlaufzeit über 4X100 Meter erzielte das Jnf.-Regiment 31 mit 45 Sekunden, über 4 X 400 Meter die Flugwaffe Staaken mit dem Schlußmann Lintthoff mit 3:23,9 Minuten. Beste Mannschaft über 4X1500 Meter war die 8: Kompanie des Jnf.-Regts. 109 mit 10:13,9 Mm. Im Modernen Fünfkampf führte die Klasse A im Aaper Wald die Schießprüfung durch. Leutnant Lemp, der im Gesamt nach dem Fechten auf den vierten Platz vorgerückt war, setz'te sich als bester Schütze mit 195 Ringen von 200 möglichen an die Spitze mit 25 Punkten. An zweiter Stelle liegt Oberleutnant Freiherr von Schlocheim mit „Wegen meines Vertrages? Gut, so soll er kommen. Wir wollen ihn sprechen. Er sagt zwar, daß er dich sprechen muß, aber es scheint sich ja doch um mich zu handeln." INonlag, 11. Juli. 5 Uhr: Von Breslau: Frühmüsik. 5.45: Ruf ins Land. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.50: Gibt cs ein Lebensgesetz? 11.45: Volk und Wirtschaft. Hilfe für die Kinderreichen. 12: Von Hamburg (aus Hannover): Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Von Hamburg (aus Hannover): Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.15: Von Hamburg: Musikalische Kurzweil. J5: Für unsere Kinder. 16: Von Koblenz: Nachmittagskonzert. Vom Rhein zur Donau. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Ein Künstlerleben. Hörfolge um den Liedkomponisten Hugo Wolf. 20: Mit fröhlichen Menschen unterwegs. Heiteres von KdF.-Fcchrten, von Paul Georg Münch. 20.15: Von Freiburg: Konzert anläßlich des Freiburger Schubert-Festes. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du! 22.35: Don Köln: Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: NachtkonZert. , UHL Seltersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen '»M t manchem der Gedanke gekommen fein: Wenn wir unseren Führer nicht hätten, so wäre uns wohl manches solche Erlebnis, wie das dieser Lagertage, versagt geblieben. Unser Lagerleiter gab uns mehrere Male Gelegenheit, die Baudenkmaler der Stadt Goslar zu besichtigen. , s. Die Krönung unserer La gern eit war aber me Drei-Tage-Mittelgebirgsfahrt. Zwei Tage lang waren wir auf der Strecke und sahen geradezu einzigartiges von Deutschen und Italienern, Fahrern und Maschinen. Bei ihnen paarte sich Umsicht mit Schneid, Vorsicht mit Draufgängertum. Wir fuhren mit dem Gedanken heim, Herrliches aus dem Gebiete der Kameradschaft sowie auf dem Gebiete des Motorsports erlebt zu haben. Abendsportfest des Fähnlein 3116. Dieser Tage traten die Pimpfe des Fähnleins 3/116 zu einem letzten Leistungsvergleich vor den großen Ferien an. Dazu hatten sich noch einige Pimpfe von den anderen Fähnlein eingefunden. Es gab eine Reihe spannender Kämpfe und gute Ergebnisse. , ... Die Ergebnisse: 60-Meter-Lauf: 1. Nordmann, 8,4 Sek.; 2. Balser, 8,5 Sek.; 3. Lyncker, 8,6 Sek. Weitsprung: 1- Balser, 4,55 m; 2. NorD- mann, 4,50 m; 3. Lyncker, 4,30 m Kugelstoßen: 1. Pfann (21/116), 10,88 m, 2 Balser, 10,28 m; 3. Nordmann, 9,32 m. Hochsprung: 1. Balser, f,30 m; 2. Nachtigall (2/116), 1,20 m; 3. Pfann (21/116) 1,20 m. 1 0 0 0 - Meter - Lauf : 1. van Bentheim, 3,35 Min.; 2. Lyncker, 3,38 Mm.; 3. Pfann (21/116), 3'D r^e i” a m pf: 1- Balser, 305 P.; 2. Nordmann, 288 P.; 3. Pfann (21/116), 279 PüEe. Fünfkampf: 1- Pfann (21/116), 440 P.; 2. van Bentheim, 438 P.; 3. Winter 348 Punkte. Weitsprung Klasse II: 1. Nachtigall, 4,90 m; 2. Herold, 4,72 m 1006-Meter-Laus Klasse II: 1. Storck, 3'D r?Upt r"u n g Klasse II: 1. Herold, 9,66 m; : 2. van Bentheim, 8,50 m; 3. Storck, 8,40 m. . (Sofern die Fähnleinzugehörigkeit nicht besonders [ genannt ist, gehören die Wettkampfteilnehmer dem I Fähnlein 3/116 an.) Oie Gießener Motor-SZ. im Harzer ; Motorsportlager. Der Bericht eines Teilnehmers. Am Tage der Abfahrt in den Harz standen wir alle gespannt am Bahnhof, um auf den Sonderzug , zu warten, der uns nach Goslar bringen sollte. Wir Gießener saßen in einem Abteil und verbrachten uns die langen Stunden mit Singen und Erzählen. In Goslar angekommen, marschierte die ganze Lagerbesatzung in das etwa 20 Minuten von der Stadt entfernte Lager. Als wir hinkamen, machten wir doch große Augen. Das Lager lag auf einem Berge, und die Zelte schmiegten sich wie Kletten an den Abhang an. Ringsum ragten die Berge des Harzes auf. Nach dem Abendessen wurden die Banne in die Zelte aufgeteilt, und dann ging es gleich schlafen. Bei gutem Wetter mar um 5 Uhr Wecken. Ein erfrischender Waldlauf durch die herrlichen, dyftigen Harzwälder trieb uns die Müdigkeit aus den Knochen. Nach dem Waschen wurde Kaffee empfangen und dann kam die eigentliche Eröffnung des Tages: die Flaggenparade. . , ... Das ganze Lager war in fünf Zuge aufgeteilt. Der eine Zug hatte nun technische Ausbildung, der andere Fahrdienst. Ein Zug ging schießen, der andere hatte Sport, und der letzte machte Erdarbeiten zur Verschönerung unseres Lagers, z. B. Treppenbau zur Waschstelle oder ein Zaun um das Lager. Am beliebtesten war natürlich die Ausbildung. Die Männer des Korps, unsere Ausbilder, leisteten ganz hervorragende Arbeit, und wir verdanken ihnen bestimmte vieles, was wir zur Abnahmeprüfung zum Führerschein andernfalls nicht gewußt hätten. Am Sonntag war die Harzfahrt der Motor-HF. Wir waren den ganzen Tag auf der Strecke und hatten Gelegenheit, den Schneid unserer Kameraden zu bewundern. Am Abend, bei der Siegerehrung, hörten wir aus des Korpführers Mund, der übrigens jedem der'Fahrer eine Uhr überreicht hatte, Lobworte über die Leistungen unserer Kameraden. Oesters hielten wir Heimabende ab, bei denen die Bevölkerung der Stadt Goslar Gelegenheit hatte, sich unseren Betrieb anzusehen. Wenn wir nun schweigend in der Schiefergrube, in der unser Führer einmal zu 30 000 Menschen sprach, oder in einer Schlucht in der Nähe des Lagers an loderndem Feuer unter fternenbefätem Himmel saßen, so mag hinunterschlenderte? Da kam Leutstetten die Uferstraße entlang auf das Haus zu, barhäuptig und in seinem rohseidenen Anzug wie immer» und schwenkte schon von weitem einen Brief „Für das Fräulein Braut! Der Hausdiener vom „Benaco" hat ihn mir eben zugesteckt." Ottenrieth besah den Umschlag. Hotelumschlag. Eine Marke war nicht darauf. Die Handjchnft „Nein, Lieber, laß mich ihn allein sprechen. Er ist ja offenbar wirklich nicht ganz bei Tröste, und wenn ihr zusammengeratet, nachdem er es nun doch einmal durch das Zimmermädchen erfahren hat, ich fürchte, dabei kommt nichts Gutes heraus. Wenn es etwas Ernsthaftes ist, bann bringe ich ihn dir. „Du bist viel zu gut mit dem Fratz! Im August hast du ihn anders abgefertigt. Aber schön, mache, wie du sagst. Schick nach ihm. Ich gehe solange nach oben." „Nein, ich werde mit ihm einen Spaziergang machen. Da hab ich ihn an der Seine, und er kann zwar bellen, aber nicht beißen. Wir gehen den Lugolago entlang. Falls dich Eifersucht plagt, kannst du uns mit dem Fernglas verfolgen." Sie winkte ihm zu und ging, so wie sie war, nach dem Hafen zu, rief den Hausdiener vom „Benaco" herbei und schickte ihn hinein, Herrn Armbruster zu sagen, sie erwarte ihn hier draußen. Er kam sofort herausgeschossen, Ottenrieth sah es noch, als er sich zum Geyen wandte. Er hatte hinter der Spiegelscheibe des Kaffeehauses gesessen und unruhig auf Antwort geharrt. „Aber, Fritz!" sagte sie lachend und strecke ihm die Hand hin und warf dabei den Kopf zurück, wie es ihre Gewohnheit war, wenn sie jemand begrüßte. „Fährst du mir denn immer nach, wenn ich nach Torbole gehe? Wie geht's?" Er war so erregt, daß er weder auf ihren Scherz, noch auf ihre Frage antwortete. „Ich bin dir sehr dankbar", stieß er hervor, „daß du mich diesmal nicht einfach wegschickst w'e damals. Hättest du damals auf mich gehört, du hattest dir. manches erspart." Dabei sah er sie mit einem so blitzenden Blick aus seinen runden Augen an, daß sie lachen mußte. Aber ihr Lachen klang nicht ganz frei. , „Ich bin leider nicht sehr sparsam veranlagt, । Fritz", sagte sie, „und wenn du nichts weiter vor- : zubringen hast, als diese geheimnisvolle Erklärung, t dann übe du die Tugend, die mir fehlt, und spare > deine Worte." (Fortsetzung folgt!) niedergesunken, den sie niemals Mieder heben würde. Renata und Ottenrieth selbst waren damit beschäftigt, sich ihre gemeinsame Zukunst auszumalen und in immer neuen Grundrissen zu entwerfen. Daß sie ihren Wohnsitz in Wien nehmen wurden, galt ihnen für selbstverständlich: beide liebten die trotz Kriegs- und Nachkriegszeit heitere Stadt und ihr beschwingtes Leben. Auch banden ja Die ge- chäftlichen Dinge, von den künstlerischen nie ganz zu trennen, Ottenrieth stark an Wien. Wie stark, das merkte er jeden Tag an der Post, die der einzige Briefträger des kleinen Postamts ihm m das Haus trug, und mit deren Erledigung er, sehr zu seinem Leidwesen, ganze Vormittage verbrachte. Der Erfolg der „Liebesfuge vom Gardasee hielt an; schon hatten Konzertvereinigungen im Reich und in der Schweiz begonnen, sich ernhaft dafür zu interessieren. „Diana von der Donau und der „Hellblaue Engel" eroberten sich ebenfalls immer mehr Bühnen; die „Stagione Franceschim" zog mit dem „Engel" durch die großen und kleinen Städte Norditaliens: die mannshohen Plakate mit der Schlagzeile „Angelo azzurro" klebten überall Bei den Ersten Deutschen Wehrmachtmeisterschaften in Düsseldorf wurden am Donnerstag auf der Bahn im Rheinstadion sämtliche Meister im Schwimmen ermittelt. Zahlreiche Zuschauer hatten sich bei dem herrlichen Sommerwetter eingefunden. .Gefreiter Przywara, der schon am Vormittag die Meisterschaft über 1500 Meter Kraul gewonnen hatte, sicherte sich auch überlegen den Titel über 400 Meter Kraul, lieber 200 Meter Brust wurde überraschend Gest. Schaller Sieger;'man hatte hier den Gefr. Tigge- nrann an der Spitze erwartet. Er belegte aber nur den dritten Platz. In der 4X2O0-m-Kraul^Staffel stellte die Schiffsartillerieschule die schnellsten Schwimmer. General von Reichenau, der oberste Schiedsrichter bei den Wchrmachtmeisterschasten, ehrte die Sieger. Leutnant Lemp kannte £r nicht. „Na, dann schicken Sie's nur hinauf, Baron. Die Damen sind oben." . ' ,,©ar nicht eifersüchtig? Bei einer Herrenhand- chrift? Sie sind ja ein Muster von einem Brau- ^Wer mag ihr schreiben, dachte Ottenrieth. Auf jeden Fall war es eine deutsche Handschrift gewesen, keine italienische. Nach einer Weile kam Renata herunter. Sie versuchte, belustigt auszusehen, aber es gelang ihr nicht ganz. Etwas wie Furcht saß unruhig in ihren Augen. „Sieh, was ich bekommen habe!" Ottenrieth faltete den Bogen auseinander und lQ^ßiebe Reh! Entschuldige, daß ich dich noch so nenne, und entschuldige überhaupt den Ueberfall, ich bin plötzlich wieder da, wohne hier im „Benaco und muß dich unbedingt sprechen, horst Du, unbedingt, es ist in Deinem Interesse, weil ich Dich warnen muß, dringend warnen: Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie dringend. Das Z'mmer- mädchxn sagt, Du bist mit Ottemsieth verlobt, aber Zimmermädchen schwatzen viel, und ich wich es nicht glauben und hoffe, ich komme noch zur reasten Zeit. Ueberhöre meine Warnung nicht, Du wurdest es ewig bereuen! Sage mir, wann ich Dich besuchen kann. Dein Fritz." . . , „Fritz Armbruster?" fragte Ottenrieth und sah Renata in die Augen. „Das Mondgesicht? Na höre, der Junge ist toll!"^ ...... .. „Der Brief klingt so sonderbar, findest du nicht? Verrückt und melodramatisch wie ein Dreyorgol- manh, und doch ist ein Ton darin, ich weiß nicht — ich möchte ihn doch hören, ich habe ein etwas schlechtes Gewissen ihm gegenüber?" Am gestrigen letzten Tag der Schwurgenchtspenode wurde die Verhandlung gegen die H.R. und den R.O. aus Bad-Nauheim wegen Kindestötung und versuchter Abtreibung bzw. versuchter Abtreibung, Begünstigung und Erpressung, zu Ende geführt. Die Angeklagte R., die geschieden ist, hatte im November v. I. em Kind zur Welt gebracht, um das sie sich überhaupt nicht kümmerte, so daß es ein paar Stunden spater starb. Vorher soll nach der Darstellung der Angeklagten der Mitangeklagte O. mit ihrem Einverständnis mehrere Abtreibungsversuche vorgenommen haben, die aber nicht zu dem gewünschten Ergebnis führten. Sie versteckte dann die Kindesleiche in der Schublade eines Schrankes, wo es der Angeklagte O. gelegentlich des Umzugs der Angeklagten R. entdeckte. Diese behauptete weiterhin, daß O. ihr beim Beseitigen der Spuren behilflich gewesen sei. Kurze Zeit später sei dann O. mit Erpressungsversuchen an sie herangetreten und habe auch 25 RM. erhalten. Zu ihrer Entlastung behauptete die Angeklagte, sie habe nach der' Geburt nicht die notige Kraft besessen, sich um das Kind zu kümmern. Dem stand jedoch die Tatsache gegenüber, daß sie gar keine Vorkehrungen für die Geburt traf und das Kind allein zur Welt brachte. Der Angeklagte O. bestritt alles und belastete seinerseits die Angeklagte auf das schwerste. Da Tatzeugen nicht vorhanden waren und her Liebhaber der Angeklagten von seinem Zeugnis- verweigerungsrecht Gebrauch machte, hing ne Entscheidung des Gerichts davon ab, welchem der beiden es mehr Glauben schenkte. In Uebereinstim- mung mit dem Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt'das Gericht »die Angeklagte R. für glaubwürdiger, da sie von Anfang an geständig war und tm Laufe der Vernehmungen eine stets gl eich ole'.b ende Darstellung der Vorgänge gab. Das Gericht hielt lediglich den Tatbestand der Erpressung bet O. trotz schwerster Bedenken nicht für erwiesen, da O. von der R. schon mehrfach Darlehen erhalten und nach deren Aussage bas Geld auch ohne die geschilderten Begleitumstände erhalten hätte. Nach mehrstündiger Beratung erging folgendes Roman von Hans von Hülsen. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell. führt im Modernen Fünfkampf. Am Freitag standen die Ersten Deutschen Wehrmachtmeisterschaften in Düsseldorf im Zeichen der leichtathletischen Kämpfe. Auf der Haupt- kampfbahn und den Nebenplatzen des Düsseldorfer Rheinstadions wurden die Ausscheidungen fortgesetzt. Es herrschte eine drückende Schwüle. Trotzdem waren die Leistungen ausgezeichnet. Alle 800-Meter- Läufer, die sich für die Entscheidung durchsetzten, blieben unter zwei Minuten. Die beste Zeit erzielte Gesteiter Berberich mit 1:57,4 Minuten vor Leutnant Warnte mit 1:58,3 Minuten. Im 3000-Meter- Hindernislauf steht Feldwebel Heyn mit 9:257 Minuten an der Spitze der Bewerber. Die beste Zeit über 400 Meter Hürden erzielte Leutnant Urteil: Die Angeklagte R. wird wegen Kindes- tötung und fortgesetzter versuchter Abtreibung unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesa m t g e f ä n g n i S st r a f e von Zwei Iah- ren und acht Monaten verurteilt. Der Angeklagte O. wird wegen Begünstigung zur Kuwes- tötunq und fortgesetzter versuchter Abtreibung zu einer G e s a m t g e s ä n g n i s st r a f e v o n e l n e m Jahr verurteilt. Die Angeklagte R. erhielt mtt Rücksicht auf ihr Geständnis die Untersuchungshaft mit drei Monaten zwei Wochen angerechnet. Im Anschluß an die Urteilsverkündung schloß Der Vorsitzende mit Worten des Dankes an die Geschworenen die Schwurgerichtsperiode. Treffen der Landsmannschaften in Frankfurt. ßpli. Frankfurt a. M., 8. 3ufi. Unter Sei- tung des Amtes Feierabend in der KdF. findet am 7.August in Frankfurt ein Treffen sämtlicher landsmannschaftlichen Vereine im Gau statt, wie es bisher in diesem Umfang noch nicht dagewesen ist. 70 Landsmannichaften bestehen im Gau Hessen-Nassau; Landsmannschaften aus Ostpreußen, Westpreußen, Danzig, Schleswig-Holstein, Westfalen, Rheinland, Elsaß-Lothringen, Bayern, Schwaben, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Mitglieder dieser Landsmannschaften haben hier ihre zweite Heimat gefunden. Sie haben sich zusammengeschlossen, um das heimatliche Brauchtum und Volkstum zu pflegen und zu erhalten, wie es sich in der Mundart, in den Liedern, in Trachten, Sitten und Bräuchen äußert. Eine Reihe von landsmannschaftlichen Vereinen besteht bereits feit 60 Jahren. NS.-Gemeinschast .Fräst durch $reube“. „Großer Preis von Deutschland" am 24. 7. 1938. Zu dem vorstehenden Rennen auf dem Nürburgring führen wir eine Omnibusfahrt durch. Der Fahrpreis einschließlich Eintritt zum Rennenl beträgt 8 RM. p r 4624V Abfahrt: 3.30 Uhr in Gießen am Haus der Deutschen Arbeitsfront. e . n Anmeldungen nimmt die Kartenverkaufsstelle Gießen, Seltersweg 60, entgegen. Gießener lvochenmcrrktpreise. * Gießen, 9.Zuli. Aus dem heuttaen Wochenmarkt kosteten: feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mk., Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 8, Estr, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12X-, Klasse B 12, Klasse C 11'/., Klasse D 10>G Enteneier 11/. bis 12%, Wirsing, % kg 10 bis 20, Weißkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Ruben, das Bündel 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Ro- mischkohl, /- kg 8 bis 12, Bohnen, grün 30 bis 40, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 35 bis 55 Zwiebeln 15 bis 18, das Bündel 10 bis 15, Rhabarber, % kg 12 bis 15, Kartoffeln, alte, % Kg 5 $f-, 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mk., neue, % kg 9 bis 11 Pst Pfirsiche 50 bis 60, Himbeeren 50, Kirschen 70 bis 75, Stachelbeeren 25 bis 40, Johannisbeeren 30 bis 45, Erdbeeren 40 bis 60 Pf., Hahne 1,10 bis 1,15 Mk., Suppenhühner 90 Pf. bis 1-O5 Mk., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 50, Emmachgurken 8 bis 20, Oberkohlrabi 5 bis 10, Suppengrün 5, Rettich 5 bis 15, das Bündel 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. * ** Eine Achtzigjährige. Ihren 8C Geburtstag kann am Montag Frau Elise Weis Witwe, Seltersweg 60, begehen. Mit regstem Interesse verfolgt sie noch die Zeitgeschchnisse, besonders im Rundfunk und im Gießener Anzeiger, den sie nun schon über 50 Jahre liest. Schwurgericht Gießen. Sie machten viele Ausflüge, zu dritt mit dem Wagen. Auf solchen Fahrten, die Gardesana entlang, nach Gardone oder Salo oder auch am rauschenden Ponalefall vorbei in das Ledrotal und zum Lehrosee, entwickelte Grazia Tudesco ihre Pläne. Der Besitz in San Bartolomeo, der nach dem Testament des Obersten ihr gehörte, war zum Verkauf ausgeschrieben — undenkbar für sie, noch einmal dorthin zuxück- zukehren, wo sie so namenlos gelitten! Es fehlte auch bereits nicht an Angeboten. Zusammen mit dem väterlichen Erbteil würde ihr noch ein genügendes Kapital verbleiben, auch wenn sie hier in Torbole eine kleine Villa erwürbe. Sie hatte sich bereits umgetan und zeigte den Kindern vom Auto aus das Besitztum drüben, über dem See, ganz am Ende des Ortes, schimmerte es weiß zwischen den Olwen- närten, eine kleine Gruppe von Zypressen stand davor Der Preis, den sie nannte, schien Ottenrieth vorteilhaft, er redete ihr zu. Ganz in der Nähe, sagte sie, nur ein wenig tiefer über dem See, hätte vor dem Krieg ein ihren Eltern befreundetes Ehepaar, Oesterreicher, ein Landhaus besessen, es sei in der Kriegszeit zerstört worden, über die Trümmer wuchere heute bereits das Gras. Mehr sagte sie nicht darüber^ doch Ottenrieth glaubte an einem leisen Schwanken ihrer Stimme zu merken, daß sie bewegt war und an etwas Schmerzliches dachte und nicht 6 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Dampfer „Neuyork". 8.10: Evangelische Morgenfeier. 8.50: O wie schön ist ein Feiertag! 9.30: Von München: Zum „Tag der deutschen Kunst": Chorgesang. 10: Das Schicksal ruht in dir, du sollst es entfalten. 10.30: Unterhaltungskonzert. 11.30: Aus Wiesbaden: Aus den Kuchaus-Kolonnaden: Unterhaltungskonzert. 12: Von Berlin: Mittagskonzert. Als Einlage 13 bis 13.15: „Rund um Schotten. Kämpfe der Motorräder im Vogelsberg. 14: Von Stuttgart: Für unsere Kinder. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Von Fpeiburg: Volkstum und Heimat. Hochsommer im Schwarzwald. 16: Aus Wiesbaden: Nachmittagskonzert. Als Einlage 17 bis 17.20 Uhr: Deutsche Schwimm-Meisterschaften in Darmstadt. 18: Dorf» sonntag der Jugend. 18.30: Da lacht Tirol. 19: Nachrichten. 19.10: In fideler Gesellschaft. 19.30: Sporftpiegel des Sonntags. 19.45 Uhr: Deutsche Schwimm-Meisterschaften in Darmstadt. 20: Aus Innsbruck: Fröhlicher Heimatabend. 21.15: Anno dazumal. 21.25: Von Freiburg: Kammermusik anläßlich des Freiburger Schubertfestes. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.20: Von Königsberg: LeichtathleM - Länderkampf Deutschland — Polen. 22.40: Musik zur Unterhaltung. 24 bis 3: Nachtmusik. Festkonzert anläßlich des schwäbischen Liederfestes 1938 in Stuttgart. i3116. Lankins L00t d-n no4> "Whnbm ""d eute । ®=nn ait r Äge,N ,A: "l)" Stobt r°°b»> >en «- sich N' «"LZ W, 8,4 Sek.; nr- 2. 31oit). W Bentheim, ^°nn (21/liß), k2- 9 Punkte. L16), 440 $• r- 348 Punkte. 1. Nachtigull, Ö: 1. Storck, jerolb, 9,66 m; k, 8,40 m. ^>cht besonders eilnehmer dem eg Nr. 6/ Jffl - Nr. 3170 t89n tM L10 Meter 5)ur» eutnant Holling 8 Sekunden in dem Borkamps Feldwebel Blask it 52,96 Meter r als der Beste. ' knzeck mit 70,61 Feldwebel Leiser aus 7 Meter, ichum mit 10,7 trter-Lauf setzte \ m die Spitze, vettzaiien in 50 er 4X100 Meter it 45 Sekunden, He Staaken mit 3:23,9 Minuten. Meter war die i 10:13,9 Min. . nps führte die ießprüsung durch. ,ach dem Fechten mr. setzle M * m 200 mockch n ln zweiter Stelle ^Schiocheim^ LS- Srflh! 3m August vL, schön, mache- Ä gehe s°l°nge nnen ^^/kann Leine, :* Ä... unb en ^ps.^gnd bz. rtr b°ß »VfS* „ad«"1 m gleich auf den zehnten Platz zurück. Die Kämpfe um die Handball-Welimeisterschast MÖBEL WWW Franz Bette und 6 Enkelkinder. Gießen, Mainz, Berlin, am 8. Juli 1938. 4619D Franz Bette _ 4182V Erhältlich 4654V lältlich Kolonialwaren - Geschäften, Gastwirtschaften und Drogerien 1 in kamen jemelts die ersten Sechs in die Entscheidung. Genau wie im Kunstspringen setzte sich hier, bei den Männern wieder Erhard Weiß überlegen an die Spitze, und bei den Frauen schnitt Gerda Dau- Franz Bette Anni Bette Am 8. Juli verschied nach schwerer Krankheit unser hochverehrter Seniorchef Olga Bette, geb. Godosar Dr. August Mayer Dr. Ernst Keller Wir verlieren in dem Entschlafenen einen langjährigen, guten und zielbewußten Vorgesetzten, der uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. Im Sinne des Verstorbenen werden wir weiterwirken und sein Andenken in hohen Ehren halten. Heute nacht um 1 Uhr ist mein lieber Mann, unser herzensguter Vater und Großvater In tiefer Trauer: Luise Bette, geb.Tigges Leni Mayer, geb. Bette Elisabeth Keller, geb. Bette Einspaltige Kleinanzeigen werden mm ermäßigten Grund- vrets von 5 pf. fürdteMllimeter- leflc veröllentltcht Die Gefolgschaft der Firma Franz Bette, Dr.Neumann-SpeQgel verreist bis 7.Ao6nst Vertreter die Herren» Dr. Geyer, Dr. Klein, Dr. Mehl. Dr. Ploch erlang erneut am besten ab. Vierte Etappe der „Sour nach langem, schwerem Leiden, wohlversehen mit den heiligen Sterbesakramenten, im 69. Lebensjahr still und friedlich eingeschlafen. , Immer noch Maserus. Auf der vierten Etappe der „Tour de France" von Nantes nach Royan (228 Kilometer) mußte nicht weniger als dreimal gestartet werden, da Fabrikniederlagen: Drog. H. Elges, Seltersweg 66. C. Seibel, Frankfurt. Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Eiaubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. m«v DAS GROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSEt , Das feierliche Seelenamt findet Montag, den 11. Juli, um 7 Uhr in der kath. Pfarrkirche zu Gießen statt, die Beerdigung am gleichen Tage um 2.45 Uhr. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Für Transport unternehmen! Wer kann in der zweiten Julihälfte einige Möbel und Hausgerät von Dortmund nach Billertshausen (Kr. Alsfeld) mitnehmen? Angebote mit Preis an: 4607V Schroer, Dortmund. Saarbrücker Strafte 28 Unser lieber Altersbruder Franz Bette ' ist am 8. Juli 1938 gestorben. Er war einer unserer Besten, dem wir ein treues Andenken bewahren werden Die Beerdigung findet statt: Montag, den 11. Juli, nachmittags 2a/< Uhr. Die Altersvereinigung 1870/1920. 03173 'Wppii^i wrj - < D 0 P p E L“ HERZ* mintimjW-- Der Sparsame: Die beste Flasche Mineralwasser.ist die geschenkte, die zweitbeste: jßuAenjBwnnen 'PMeler Urquelle Treffen siegte die Mannschaft von Rumänien sicher mit 12:6 (7:2) Toren Über die Elf von Luxemburg. Schweden — Holland 8:4 (4:2). Im zweiten Magdeburger Spiel standen sich die Mannschaften von Schweden und Holland gegenüber. Die Skandinavier siegten zwar 8:4 (4:2); die Leistungen beider Mannschaften konnten aber nicht überzeugen. Zwischenrunde: Holland — Luxemburg 9:3 (5:0). Am Freitag wurden in Magdeburg die beiden Zwischenrundenspiele zur Handball-Weltmeisterschaft abgewickelt. Dor rund 4000 Zuschauern schlug zunächst in einem Trostrundenspiel die holländische Elf die Mannschaft Luxemburgs mit 9:3 (5:0) Toren. Die Holländer treffen jetzt am Samstag in einem weiteren Trostrundenkampf auf Polen, während Luxemburg als unterlegene Elf sich am Sonntag mit dem Verlierer des zweiten Zwischenrundenkampfes, Rumänien, um den 5. bzw. 10. Platz auseinander- zufetzen hat. Rumänien — Schweden 7:6 (3:3). Die Rumänen lieferten den Schweden im anschließenden Spiel einen durchaus ebenbürtigen Kampf, wurden aber knapp 7:6 (3:3) geschlagen. Damit haben die Skandinavier das Recht erworben, am Samstag fn Berlin einen der beiden Dorschlußrundenkämpfe gegen die Schweiz zu bestreiten. man die Strecke in drei Teilabschnitte zerlegt hatte. Etappensieger wurde der Belgier Derwaeke vor Meulenberg (Belgien) und Dini (Italien). Bester Deutscher war wieder der Bielefelder Mengler, der im Spurt einen sechsten Platz belegte und dadurch in der Gesamtwertung aufgerückt ist, während der Magdeburger Weckerling, der nach der dritten Etappe nur 32 Sekunden hinter dem luxemburgischen Spitzenreiter Maserus lag, auf dem letzten Ungarn — Dänemark 10:6 (2:4). Den ersten Handball-Länderkampf erlebte Dessau mit dem Dorrundenspiel zur Weltmeisterschüft zwischen Ungarn und Dänemark. Rund 5000 Zuschauer hatten sich auf dem Platze des SV. 98 eingefunden. Die Ungarn hatten schwerer zu kämpfen, als man vorher angenommen hatte. Roch zur Pause führten die Dänen 4:2, erst dann kamen die Magyaren besser ins Spiel und siegten noch 10:6. Die Schweiz schlägt Polen 9:2 (6:0). Rund 400Q Zuschauer wohnten in Weißenfels der Begegnung der Schweiz und Polen bei. Die Schweizer siegten erwartungsgemäß überlegen mit 9:2 (6:0) Toren. Die Polen gaben einen im Feld- spiel gleichwertigen Gegner ab, ihnen mangelte es in erster Linie aber an Erfahrung. Deutschland — Tschecho-Slowakei 19:6 (12:3). Dor einem Rekordbesuch von 10 000 Zuschauern siegte Deutschland am Donnerstag in Leipzig über die Tschecho-Slowakei eindeutig mit 19:6 (12:3). Der sudetendeutschen Mannschaft wurde ein überaus herzlicher Empfang bereitet. Ungeachtet der hohen Niederlage hinterließen die Gäste einen guten Eindruck. Rumänien — Luxemburg 12:6 (7:2). Zwei Begegnungen der Vorrunde zur Feldhandball-Weltmeisterschaft wurden am Donnerstag als Doppel-Deranftaltuna auf dem Platz des Polizeisportvereins in Magdeburg ausgetragen. Im ersten Großangriff auf das „Groschengrab". ZdR. Erst wenige Wochen sind es her, seit zum erstenmal der Name „Groschengrab" austauchte und unser Interesse fesselte. „Ungeheuer Groschengrab", Las mutete seltsam an; man wußte zunächst nicht, was sich dahinter verbarg. Bald berichteten Zeitung, Zeitschrift und Film aber von seinen Erlebnissen, die wir aus eigenen Erfahrungen gut ergänzen konnten. Heute ist der Name „Ungeheuer Groschen grab" schon in aller Munde und dürfte sich bald genau so großer Beliebtheit erfreuen, wie der Ruf „Kampf Zre m Verderb". Das „Groschengrab" ist' aber nicht nur eine ergötzliche Phantasiegestalt, genau so wenig wie „Kampf dem Verderb" ein leeres Schlagwort ist. Hinter seinem Heiterkeit erweckenden Narnep verbirgt sich ein ernst zu nehmender Schaden an unserem Volks - vermögen. Und dieser Verlust tritt nicht nur einmal auf, sondern in jedem Jahre wieder, wenn wir nicht alle Mittel einsetzen, ihn zu verhindern. Heber die Bedeutung der Erhaltung jedes Stückchens Brot, jedes geernteten Nahrungsmittels — und darum geht es ja hier — durften sich gerade die Hausfrauen im klaren sein. Sie wissen uni unseren begrenzten Nahrungsraum, der die Ausnutzung aller Möglichkeiten nicht nur der Erzeugung, sondern auch aller Lebensmittel verlangt. Sie wissen aber auch um die Bedeutung des Groschens. Gerade darum wirkt die Gestalt Les „Groschengrab" besonders eindrucksvoll. Die Groschen summieren sich schnell zur Mark! Daher heißt es haushalten mit dem Groschen. Wenn nun erneut an die Hausfrauen der Appell gerichtet wird: „Kampf dem Verderb", Kampf dem !,Groschengrab", so braucht nicht lange um ihre Mithilfe geworben zu werden. Die großen Verlustzahlen sind in ihrem Gedächtnis haften geblieben und haben ihnen eindringlich vor Augen geführt, daß sie in ihren kleinen Haushalten mithelfen müssen, sie zu verringern. 1,5 Milliarden Reichsmark jährlich, also Millionen und aber Millionen Beeren, Kar- toffeln, Gemüsepflanzen, Eier, Fleisch- und Wurstscheiben dürfen eben einfach nicht verkommen. Verbrauch und Aufbewahrung werden daher entsprechend eingerichtet. Unsere Sorgfalt und die neu« - zeitlichen technischen Hilfsmittel der Aufbewahrung und Verarbeitung sind unsere erfolgreichen Kampftruppen. Wenn wir so Hand in Hand mit der Landwirtschaft und dem Handel arbeiten, der genau so jeglichem Verderb entgegentritt, kann die Erreichung des Zieles nur eine Frage der Zeit sein. Die Vermeidung des Verderbs führt gleichzeitig zur rest- ! losen Ausnutzung aller Nahrungsmittel bis zu den 1 letzten Resten und der Erhaltung der Abfälle für die • Tiere. Läßt erst jede Hausftau die nötige Sorg- ' falt walten, erzieht sie nicht nur ihre Kinder dazu, : sondern geht ihnen selbst mit gutem Beispiel voran, so trägt sie zu ihrem eigenen Besten ihr Teil zur Sicherung unserer Volksernährung bei. O. H. punffum gewinnt das Große Jagdspringen. 4. Nauheimer Reitturnier. Der Beginn des Nauheimer Reitturniers stand im Zeichen des Großen Jagdspringens der Klasse A, zu dem sich 130 Bewerber gemeldet hatten. Trotz des schweren Kursus gab es eine große Anzahl von fehlerlosen Ritten, bei denen schließlich die Zeit entscheiden mußte. Lt. Stemmwedel (Kav.- Regt. 3) siegte auf dem ganz vorzüglich springenden Punktum in 54 Sekunden vor Hatti unter Hauptstuf. Becher (10. Reiter-Standarte) und Prahlhans unter Lt. Sachs. Auch beim Geländeritt, zu dem 112 Bewerber am Start erschienen waren, gab es auf der mit 18 Hindernissen gespickten Bahn vorzügliche Leistun- D&SCWWt- BiuckbanÄÄo Aufklärung und Prospekte bei Joh. Frohn 1 Bandagen- Fachgeschäft Gießen, Marktplatz Nr. 19 >7,5 Punkten. In der Abteilung B erscheint Leutnant Job durch seinen vierten Platz im Schießen in Front inst 19 Punkten vor Oberleutnant Hagen mit 20 und Leutnant Hentze mit 25 Punkten. Den Unteroffizier-Fünfkampf (Weitsprung, Hand- manatenweitwerfen, 300 Meter Schwimmen, Schienen und 4000 Meter Geländelauf), der in Düsseldorf zum ersten Male durchgeführt wurde, gewann llffz. Dorfschmidt (Artillerie^ReSiment 18) mit 360 Punkten vor Feldwebel Klühspiest (Jnf.-Reg. 36) mit 353 Punkten. Fußballs,eg der Luftwaffe. Bei Len Deutschen Wehrmachtmeisterschaften in Düsseldorf gab es am Donnerstag auch das Fußball-Vorrundenspiel zwischen den Vertretungen der Luftwaffe unL der Kriegsmarine. Die Flieger siegten srst in der Verlängerung mit 1:0. - VETTER ___mA Blut, । Kraft Starke Nerven, frisches Aussehen, gesunden Appetit erreichen alt und jung durch» Lebens-Elixk Di. Schleifer Die Quelle neuen Lebens. Der Gehalt an Lecithin u.Eifen machl'sl Gr. Flasche RM.2.76 Kurfl. RM.4 90 Engel-Apotheke, Gießen, Um die Deutschen Schwimm-Meisterschaften. Vorkämpfe im Kunstspringen. Die ersten Grohdeutschen Schwimm-Meisterschaften nahmen am Fr^itagvormittag im Darmstädter Großen Woog ihren Anfang nut den Dorkämpfen im Kunstspringen der Männer und Frauen. Die sechs Besten qualifizierten sich für die Entscheidung. Wie -rwartet, setzte sich bei Len Männern der Dresdener Weiß mit 157,25 Punkten überlegen an die Spitze Dor Haster (Bewag Berlin) mit 145,99 und Abersold (Osnabrück) mit 145,18 Punkten. Leo Esser ! Iserlohn) liegt erst an fünfter Stelle hinter Wal- iher (Frankfurt-Oder). Bei den Frauen liegt die ! fttzt wieder für Nürnberg startende Gerda Dau - merlang mit 109,86 Punkten vorn, gefolgt von Schloßnagel (Bayern Nürnberg) und Suse Heinze -Schöneberg). Werter wurden am Vormittag die Schwimm-Wettkämpfe der Teilnehmer an dem HJ.-Zettlager in Darmstadt durchgeführt. Kämpfe der Altersklassen. Das Programm des Nachmittags begann mit einer Begrüßung der Teilnehmer an den Altersklassenkämpfen durch Ministerialrat Löwer, dem ein Aufmarsch sämtlicher Altersschwimmer folgte. Leider hatte sich das Wetter gegenüber dem Vormittag erheblich verschlechtert. Trotzdem wurden die Kämpfe der „Alten Herren", bei denen es zum Teil ganz ausgezeichnete Leistungen gab, ordnungsmäßig Üurchgeführt. lieber 50 Meter Rücken startete sogar ein Siebzigjähriger, ein Zeichen der Treue, die gerade von den „Alten Herren" dem Schwimmsport Dehälten wird. Vorkämpfe im Turmspringen. Neben den Altersklassenkämpfen wurden am Frei- lagnachmittag auch die Dorkämpfe der Männer und grauen im Turmspringen abgewickelt. Auch hier __03154 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 6 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht gen. Der zweite Teil der Marathonfahrt der Gespanne führte über Echzell, Salzhausen, Bingenheim ............. „...._o,__, .......und wieder zurück nach Friedberg. Auch dieser Teil Teil der Fahrt einen Defekt zu beheben hatte und I der Strecke stellte die Fahrer vor große Anforde- mit einem Zeitverlust von etwa IV2 Minuten im runden. Wenn trotzdem auch heute die Leistllngen Ziel eintraf. Dadurch fiel er in der Gesamtwertung zufriedenstellend waren, so stellt das den Fahrern gleich auf den zehnten Platz zurück. I und ihren Gespannen ein gutes Zeugnis aus. Leder-Becker Gießen/Bahnhofstraße 16 ' ei', j 3ß ekann tmacfjung ! «llllliiu«- Gießen, Senersweg raumleider Gießen, Frankfurter Straße 52, Ruf 2847. 4626 A Das Heimatbuch vom deutschen Walde! Sessel Kautsch im Fachgeschäft A. WEHRHEIM fr. Löberstraße 17 ">4 1 Matratzen Aufarbeiten 4621A PMJ C/3B Emailte Geschirre und 5 FÜR ARBEITSBESCHAFFUNG Gießen, Bahnhofstr. 48, Rn! 3941 BORRMANN Gießen, Neustadt5-7, Ruf 4165 dann wenden Sie sich vertrauensvoll an AUF KRAFTFAHRZEUG-REPARATUR 3933A NEILS & KRAFT in alter Tradition des Hauses K. G. Svezml-Reva» raturwerkstätte Iungfuchs (Stark verkleinerte Abb. aus Waldwebm) Kraft Fahrzeug Reparatur Wieseck, GieK. Str. 73. 274i D Tel. 3975 Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl’schen Druckerei FRANKFURT A. M. 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Derselbe Chorleiter führt nun auch die neue ^Bereinigung, die auch in dieser Zusammensetzung dem Gießener Männergesang alle Ehre macht. Neben den genannten Vereinen ist noch einer den Gesang pflegenden Vereinigung zu gedenken, die dies unter besonders schweren Umständen tun muß. Es ist die Gesangsabteilung der Lokomotivführer. Wenn man bedenkt, daß der Eifenbahndienst eine geregelte Uebungstätigkeit nicht zuläßt, ist es besonders beachtlich, was dieser Verein bereits geleistet hat. Schon unter ihrem ersten Eine Fahne des ehemaligen Gesangvereins „Harmonie". gefangnerem 1843, der sich aus polizeilichen Rücksichten nicht „Liedertafel" nennen durfte. In Linz dagegen wurde doch später eine solche ins Leben gerufen, weil hier wiederum der Nams Gesangverein der Polizei Anstoß gab. Und selbst noch in späterer Zeit fehlte es in Oesterreich nicht an Wider- ständen. Gelegentlich des Sängerbundesfestes in Graz (1902) fanden sich die Militärbehörden in Auswirkung der Badenischen Richtung, Die Oesterreich gegen die Deutschen zu regieren gedachte, veranlagt, „die Mitwirkung der Regimentsmusiken zu verweigern und der Garnison den Besuch des Festes ausdrücklich zu verbieten". Um so stürmischer wurde dann allerdings auf dem Festplatz in Graz das Trompeterkorps eines bayrischen Artillerie-Regi- ments gefeiert. Das immer mehr erstarkende Zusammen- gehörigkeitsgefühl, wie auch das Beispiel der Musikoereine mit ihrer Veranstaltung von Musikfesten, ließ die einzelnen Vereine sich zu landschaftlichen Bünden zusammenschließen. Die Schweiz steht hier wieder mit ihrem ersten Züricher-See- Sängerfeste (1826) voran, 1827 vereint das erste Württembergische Liederfest in Plochingen bei Eßlingen 200 Sänger. In allen Gauen Deutschlands regt es sich: Auf dem Schleswiger Sängerfeft (1844) wird „Schleswig-Holstein, meerumschlungen" zum aufrüttelnden Motto, das dann ein Jahr später auf dem Deutschen Sängerfest in Würzburg (104 Vereine mit 1900 Sängern), allen das bisher^ mehr Geahnte zur Erkenntnis werden läßt, das Streben nach nationaler Einheit. Die Reaktion nach 1848, dämmte allerdings die immer mehr höher wachsenden völkischen'Wogen ein. Erst 1861 oeremiqte sich in Nürnberg eine Schar von Sängern, wie man sie bisher noch nie erlebt hatte (rund 250 Vereine mit mehr als 5000 Sängern): aus dem deutschen Lande, aus Oesterreich (Salzburg, Linz, Innsbruck, Wien, Siebenbürgen), aus London, Konstantinopel und Amerika. „Wo äußere Macht die Deutschen trennt, das deutsche Lied sie eint; wo Deutsche feind- lichen Bestrebungen erliegen sollen, das Lied deutsche Männer stählt, daß an der ehernen Brust abprallt, was sie vernichten soll. Wie im Gesänge eins, so in der Tat." (Aus der ^Festrede.) Aus diesen Eindrücken entstand das Derlanaen nach einem deutschen Sängerbünde, der 1862 in Koburg gegründet wurde und mit seinem ersten Bundesfest 'm Dresden (1865) dem deutschen Einheitsoerlangen greifbarste Gestalt gab. „Es ist Der Gesangverein „Heiterkeit" hat seinen Geburtstag 1878. Er ging aus der freiwilligen städtischen Feuerwehr hervor, deren Mitglieder zugleich die ersten Sänger waren. Nach kurzer Zeit machte sich die Gesangsabteilung selbständig. Der erste Chorleiter war Herr G r o e n i n g e r , der den Verein bis 1898 leitete. Es war eine Zeit ruhiger und steter Entwicklung. Der Grund zu Der heutigen Leistungsfähigkeit des Vereins wurde durch Herrn Lehrer Becker gelegt, der von 1898 Chorleiter war. Der energischen und zielbewußten Leitung dieses begab- richtigt, und alles strömte bei dem schönen Sommerabend da hin, so daß die Sänger wohl einige hundert, in tiefer Stille lauschende Zuhörer hatten, die beim hellen Mondenschein freudig die Mitternacht im Garten vor Den Saalienstern heranwachten:" — Dem Berliner Beispiel folgten Frankfurt (DDer) unD Leipzig 1815 mit ihren Lie- Dertafeln. . ,, .. JeDoch Die Beschränkung Der MitglieDerzahl, Die Abgeschlossenheit Des Kreises ließen Die bei manchem erwachende SangesfreuDe untätig Draußen stehen, unD so ist es verstänDlich, Daß sich in Berlin 1819 auf breiterer Basis Die „jüngere" LieDer- tafel zusammenfanD, Deren EhrenmitglieD Zelter murDe unD Der u. a. auch Der Vater von TheoDor Körner, Der FreunD Schillers, angehörte. Dieses Hinaustreten in Die Öffentlichkeit ließ Dann Da ID in Dielen Orten ßieDertafeln erstehen. Voran ging hier im gleichen Jahr MagDeburg, Das sich sehr um Die Bereicherung Des LieDerschatzes bemühte, San- gerfahrten unD später Zusammenkünfte mit Noch- baroereinen Durchführte unD auswanvernDe Mit- glißDer mit „Sängerpässen" versah. (Dessau 1821, Danzig 1823, Hamburg 1824, Kassel 1830.) Im SüDen DeutschlanDs ging aber Der entschei- DenDe Schritt von Dem Züricher Musikalienhändler Hans Georg N ä g c l i (1743 bis 1836) aus. Seiner 1805 gegründeten Singanstalt glieDerte er 1810 Den ersten Männerchor an. Sein Bestreben, Das weite Volkskreise erfaßte, fanD so viel Nachhall, Daß er 1834 bereits von wenigstens 20 000 MitglieDern Der Schweizer Männergesangvereine sprechen kann. — Stuttgart ließ 1824 seinen „Lieberkranz" entstehen- in seinen Reihen finhen wir u. a. Gustav Schwab, Wilhelm Hauff unD LuDwig U f) l a n D. Seinem Ziel entsprechens Das Andenken großer Männer zu ehren, wirD das Schiller- fest zum 9. Mai 1825 zum Anfang des öffentlichen Wirkens. Ulms „LieDerkranz" (1825) übernimmt 1 die Tradition der letzten noch lebendigen Meister- | singerzunft. Im Badischen, besonders in Karlsruhe, .wirken sich der persönliche Einfluß Nägel is in Neugrüvdi'ngen aus. (Frankfurt a. M. 1825, G i e- feen 1 8 37.) Im Bayrischen entschied man sich sonderbarer Weise für die Bezeichnung „Liedertafel". (1829 Nürnberg, 1840 München.) Erst verhältnismäßig spät folgt Oesterreich , mit seinen Männerchören. Metternich witterte > in dieser „Pest Deutschlands" Gefahr. Nur Durch ; geschickte Diplomatie entstand der Wiener Manner- Altehrwürdige Gießener Sängerfahnen. Die alte Fahne des Gesangvereins „Liederkranz". ten Mannes gelang es bald, den Verein merklich vorwärts zu bringen. Auf Wettstreiten in Bad- Nauheim, Lang-Gons, Villmar und Nidda zeigte er unter Beckers Leitung gediegenes Können, dem Der Erfolg nicht versagt blieb. Der große Krieg tief mit manchem Sänger auch den Dirigenten ms Feld, auf Dem er Den EhrentoD fürs Vaterland fand Nach Dem Krieg übernahm Heinrich Blaß Den Verein unD veranstaltete einige Konzerte. 1923 folgte Herr Musiklehrer S ch ä 111 e r, Der bis heute die' musikalischen Geschicke Des Vereins leitete unD in rastloser Tätigkeit manchen schönen Erfolg für sich und seinen Verein buchen konnte. Der Groß'sche Männerchor entstand aus dem Zusammenschluß mehrerer Vereine, nämlich der Concordia, der Harmonie und der Gemütlichkeit. Aus her Geschichte des deutschen Mnnerchors Zum Dritten Hessischen Gausängerfest in Gießen vom 8. bis ll.Suli. Don Dr. Hermann Hering Der Bauersche Gesangverein, gegründet 1864, verdankt seine Gründung und seinen Namen seinem ersten Dirigenten Philipp Bauer, dem Stammvater der Gießener Musikerfamilie gleichen Namens. Unter dessen und seines Sohnes Franz Bauer Leitung nahm der Verein eine gesunde Entwicklung. Nach Jahren wechselnder Dirigententätigkeit gelang es 1895 dem Verein, in Dem Kapellmeister Paul PoIster einen geborenen Dirigenten zu finben, unter Dessen Leitung Der Verein einen beDeutsamen Aufschwung nahm. Unter seiner Führung nahmen Die „Bauern" als erster Gießener Verein an verschieDenen Wettstreiten mit Dem größten Erfolg teil, so in Bockenheim bei Frankfurt, Kreuznach, Weisenau, BaD Homburg unD schufen sich so auch außerhalb ihrer VaterstaDt einen ruhmvollen Namen. NachDem Herr Polster gezwungen war, wegen Krankheit Die Leitung nieDerzu- legen, übernahm Herr Otto Görlach Den Verein unD führte ihn über ein BierteljahrhunDert auf Dem erfolgreichen Weg weiter. In künstlerisch hochstehen- Den Konzerten unD auf Wettstreiten legte er Zeugnis ab von einer aufopfernDen Tätigkeit unD fügte Der Vereinsgeschichte manches ruhmvolle Blatt hinzu. Groß war Deshalb Die Trauer Des Vereins, als Der verDienstvolle Mann 1931 Durch einen Unglücksfall aus Dem Leben schieb. Sein Nachfolger murDe UniversitätsmusikDirektor Professor Dr. lerne s - oart), Der Das Görlachsche Erbe weiter ausbaute unD in starkbesuchten Konzerten Der Oeffentlichkeit von seiner trefflichen Chorleitung Zeugnis ablegte. ßeiDer sah er sich 1936 burch Arbeitsüberlastung gezwungen, bie Dirigentenschaft nieberzulegen. An feine Stelle trat Heinrich Blaß, ber bis heute Den Verein noch führt. Leiter, Herrn,Lokomotivführer Eckhardt, hat dis Vereinigung an den Wettstreiten Der Lokomotivführer-Gesangsabteilungen DeutschlanDs mit sehr schönem Gelingen teilgenommen. Auch unter ihrem jetzigen Dirigenten, Herrn KonraD Nicola, w rd mit gleichem Ernst Die musikalische Arbeit gepflegt. BesonDers erfreulich ist, Daß ein Teil Der Sänger Dieser Gesangsgruppe auch noch in Dem einen oDer anDeren Männerchor Gießens mitfingt. Zu dem Gausängerfest in Gießen ist der Gießener Sängerschaft ein schweres Stück Arbeit auf Die Schultern gelegt worden, aber wir können überzeugt sein, daß sie mit jenem Verantwortungs« bewußtsein, das von jeher den Sänger auszeichnete, auch dieser Aufgabe Durchaus gerecht wirD. H. Blass. Aus Der Entwicklung Der deutschen Musik im 19. Jahrhundert ist ein Sonderzweig der Musik- Übung, der Männerchorgesang, schlechthin nicht wegzudenken. Nicht, daß er etwa maßgeolich Das Musikgeschehen beeinflußt oDer gar Vorstöße auf NeulanD gezeitigt hätte, sonDern er ilt Der Sammelpunkt Gleichgesinnter zur Ausübung und Verfolgung eines gleichen Zieles, Der Pflege des Deutschen LieDes aus Dem Vo ks- bewußtsein heraus, geworDen; ein Einsetzen männlichen Wollens unD Fühlens für männliche JDeale, ein Einstehen unD Bereitem für bewußtes Deutschtum, ein Sich-Zusammenschließen unD oft genug ein Aufrütteln Der Lauen zum Mittun am großen Werk. _ . Der Männerchorgesang ist em ®r3^u0n:s oes 19. JahrhunDerts Zweifellos haben auch schon in früheren Zeiten Männerstimmen zusammen gelungen. Eine Reihe von Werken für „voces aequales- (D. h. für gleiche Stimmen, entweDer hohe s^rauen- oder KinDerchorj ober tiefe sMännerchors), bestätigen bas ebenso wie bie frühe Erwähnung Des „ADjuvantenvereins" in Koswig-Anhalt (1604) ober Der Singgesellschaft zum „Antlitz^ in ot. ©allen, oDer englischer Bestrebungen, Die m gleicher Richtung verliefen. Meist handelte es sich in ölcJ5.n ’ len um eine Betätigung im Dienste Der Kirche. Ein bewußtes Sich - ZusammenstnDen von Männerstimmen zum gemeinsamen LieD ist Dort) erst gegen Die WenDe zum 19. JahrhunDert hin iest- zustellen. So hatte Der BruDer Josef HayDns, Der Salzburger MusikDirektor Michael HayDn sich zu seinen „Gesängen zu vier Männerstimmen ohne Begleitung" veranlaßt gesehen, durch Die ^nges-- lust eines Kreises junger Männer. Gleichen fielen mochten Die mehr als 100 Hefte Des LeonharD von Call (1779 bis 1815) Dienen. Wenn Der Geiger LuDwig Spohr in einer Selbstbiographie 1809 berichtet, Daß er mit einigen Schulern eine Harzreise unternommen unD „eine ansehnliche auch auf Dem flachen LanDe erfolgten schon Vcreins- grünDungen. Eine ungewohnte Blüte einer ausgesprochen volkstümlichen Kunst brach an. Einige zwanzig Jahre nach Den ersten Gründungen in Berlin unD Zürich bilDete sich in unserer StaDt Gießen Der erste Männerchor. Es war der heute noch bestehende „L i e d e r k r a n z", dessen Geburtsjahr 1837 ist. Freilich war das nicht die erste Choraemeinschaft der Stadt überhaupt, denn schon im Jahre 1819 war eine gemischte Chorvereinigung gegründet worden, aus Der sich im Laufe Der Zeit Der AkaDemische Gesangverein entwickelte. Im vergangenen Jahre, 1937, konnte Der LieDerkranz, Der einer Der ältesten Vereine unseres HessenlanDes überhaupt ist, sein lOOjähriges Bestehen feiern. Mit berechtigtem Stolz konnte Dabei dieser Männerchor auf eine recht erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Besonders unter der Leitung des jetzt noch lebenden Musiklehrers Franz Bauer, der einer verdienstvollen Gießener Musikerfamilie entstammt, gewann der Verein rasch Ansehen und Ruf. Ein seltenes Zeichen von Anerkennung wurde ihm deshalb durch Den letzten i Großherz'og Ernst LuDwig zuteil, Der ihm als einzigen hessischen Verein Das VerDienstkreuz Philipps des Großmütigen verlieh. Nach Dem großen Kriege leitete Herr Otto Gutjahr Den LieDerkranz bis 1925 unD rourDe Dann abgelöst Durch Musiklehrer W. Schöttler, Der Die Chormeisterstelle bis 1933 innehatte. Die nun erfolgenDe Vereinigung mit Dinn Gesangverein „Heiterkeit" erwies sich als nicht von Dauer. 1936 murDe sie wieDer gelöst, unD unter seinem jetzigen Chornleister, Musiklehrer Albert K a st e n , konnte, wie schon gesagt, 1937 Die Hundertjahrfeier glanzvoll begangen werden. Die im Norden und Süden Deutschlands fast I gleichzeitig einsetzende Entwicklung des deutschen | Männergesangs durch Gründung der Berliner Liedertafel 1809 durch F Zelter und des Züricher Liederkranz 1810 durch Nägeli wirkte auf die san- aesfroben Männer des übrigen Deutschland rote em Signal. Wie Pilze schossen überall besonders in Den Städten Die ßieDertafeln unD LteDerkranze hervor. Von linksnach rechts: Georg T o D t, Bauerscher Gesangverein, feit 64 Jahren aktiv — mit 83 Jahren zugleich Der älteste Gießener Sänger unD wohl auch Der älteste tm Gau — Aarl Faber, Gesangverein „LieDerkranz", seit 48 Jahren aktiv. — Franz Bauer, Musik» lehrer i. R., langjähriger Chorleiter Des Gesangvereins „LieDerkranz . beiden letzten Chorgemeinschaften hatten sich schon vorher zusammengeschlossen und unter ihrem Leiter, Herrn Albert Kasten, sich einen geachteten Namen erworben. Nach dem Umsturz schloß sich der Gesangverein „Concordia" noch an, und da alle diese Vereine unter dem Chorleiter Philipp Groß aus Wieseck sangen, legten sie der Gemeinschaft den Namen Groß'scher Männerchor bei, damit einen Mann ehrend, her sich um Das Männerchorwesen große VerDienste erworben hat. Unter seinem neuen Namen hat sich Der Verein bei Den verschiedensten Gelegenheiten als ein würdiger Vertreter der großen deutschen Sängersache erwiesen. Wie der Name „Frohsinn » Quartett» verein" besagt, ist auch dieser Verein aus einem IZusammenschlutz entstanden. Während der Frohsinn Das war doch für eine Stadt wie Gießen des Guten etnxis zuviel. Mancher dieser Vereine fiel deshalb Der Zeit zum Opfer. Heute bestehen noch außer Dem „LieDerkranz" Der „Bauersche Gesangverein", Die „Heiterkeit , Der „Groß'sche Männerchor", Der „Frohsinn — Quartettverein" unD Der „Lokomotivführer-Gesangverein". Ein bekanntes Wort sagt: Wo vier Deutsche zusammen sinh, bilhen sie einen Gesangverein. So blieb auch her Lieherkranz in Gießen nicht allem. Im Laufe ber Zeit entstauben noch eine Reihe von Männerchören So 1846 bie „Harmonie", 1864 ber Bauersche Gesangverein, 1878 bie „Heiterkeit", 1885 die „Gemütlichkeit", weiter noch die „CcncorDm , der Maschinenbauer-Gesangverein, die „Liedertafel , Der „Frohsinn", der „Quartettoerein" und die „Eintracht". Vonlinksnachrechts: Jean Arnold, Gesangverein Heiterkeit", seit über 50 Wen aktiv. — Heinrich Sonntag, „Großscher Männerchor", feit 37 Jahren aktiv. — Alber Schuck, Gesangverein „Liederkranz", seit 46 Jahren aktiv. — (Aufn. s8j: Neuner, Gieß. Anz.) In unseren Bildern zeigen wir einige Sänger, die sich über viele Jahrzehnte für den Gießener Männergesang eingesetzt haben. Aus der Reihe der vielen, die tn Treue zur deutschen Sanger» fache stehen, konnten mir nur eine kleine Auswahl treffen. daß diese Gattung sich bereits zunehmender Beliebtheit erfreute. Waren hier Sanaesluft und Lebensgefühl der Antrieb, so ließ die Zeit größter politischer Depression sich die Männer zusammen- finben, unD in Der BinDung Durch Das Deutsch- völkische Bewußtsein liegt hier Die eigentliche Wurzel Des Deutschen Männerchorwesens. Den Anstoß Dazu gab her Direktor ber Berliner Singafabemie Karl Friebrich Zelter. Im Dezember 1808 grünhete er hie erste „Lieber- t a f e l". „Eine Gesellschaft von 25 Männern, von Denen ber 25. her gewählte Meister ist, versammelt sich monatlich einmal bei einem Abenbmahle von zwei Gerichten, um gefällige beutsche Gesänge auszuführen. Die Mitglieber müssen entroeber Sanger, Dichter ober Komponisten sein." „Die Gegenstanbe bes Daterlcmbes sinh in ihrem ganzen Umfange Dichtern unb Komponisten empfohlen; bie 2teber= täfel sieht sich als eine Stiftung an, hie bie ersehnte Rückkunft bes königlichen Hauses (aus Dem Königsberger Erik) feiert." Damit war biefer musikalischen Tafelrunbe Das Ziel gesteckt. Wie sich biese neuartige Sanaesübung auf bie Außenstehenben auswirkte, herüber berichtet her Berliner Musikschriftsteller LuDwig R eilst ab m späteren Jahren: Unvergeßlich ist mir her Emhruck geblieben, ben ich noch als Knabe von einer Versammlung biefer ersten Liebertafel nur aus her Ferne als Zuhörer (extra parietes) empfangen habe. Es war im Sommer; bie Tafel würbe im Kamperschen Saale gehalten. Die Wärme haLe Die Gesellschaft bestimmt, Die Fenster zu öffnen. Da erschallten ihre heiteren LieDer, Damals etwas ganz Unbekanntes, etwas Einziges in seiner Art, Durch Die Stille Des AbenDs in Den Garten hinaus, wo sich noch einige Gäste befanDen. Diese lauschten mit gespannter Äufmerksamkeit; kein Laut Jtorte Die Töne. Doch Die KunDe von Dem LreDerfest verbreitete sich sofort weiter unD alsbalD füllte sich Der niemmu^ Garten mit Spaziergängern; Die Bewohner Des imetätninner [mb ibt gelommtn. — Drtibntr Anzeiger e Derbeblatt Nung oder vom e verlas e Teilzahlung , lnilf.tr. ft M MMMM heißtHervorra- bar! Me! dr« t des Idem ''Wdpflanzen. irsKupfertief, ltfschlußreiihem und G. Wolff DI. 4.80 1 ef er 5ltur ers-nie 8 ,-SCHAU sA qMMER ldUS,n< ns i ''' meldet. s < 6in Blick in ben i Kunst während t>< Vegrüßungsabend in der Volkshalle ( an. in 1 S0I der begrüßte in seiner Eigenschaft als Sängergauführer alle Volksgenossen herzlich, insbesondere die Sänger und Volksgenossen, die von jenseits des Ozeans zu dieser Sängerseier nach Gießen gekommen sind und die als deutsche Menschen im fremden Lande das deutsche Liedgut pflegen und dadurch in der Fremde die Werte ausdrücken, die uns in der Heimat so groß und stark gemacht hoben. Mit dem Gruß an die Sängerkameraden in Gießen verband der Redner seinen Dank für die treue und unermüdliche Arbeit oller Sänger und Helfer zur Vorbereitung dieses Festes. Ebenso dankte er den Gliederungen der Partei und der Wehrmacht, die sich bereiterklärt haben, bei der Durchführung des Gausängerfestes mitzuwirken. Ganz besonderen Dank sagte der Sängergauführer dem Oberbürgermeister unserer Stadt für sein unermüdliches und kraftvolles Eintreten bei der Vorbereitung dieses Festes. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Gießener Bevölkerung freudigen Herzens an diesem Feste teilnehme und durch vollzählige Beteiligung zum vollen Gelingen des Sängerfestes beitrage. Adolf Hitler ein. Bürgermeister Prof. Dr. Hamm als Vertreter des dienstlich außerhalb von Gießen weilenden Oberbürgermeisters brachte dessen.und der Gießener Bevölkerung herzliche Grüße und Wünsche für das Gausängerfest zum Ausdruck, zugleich entbot er allen auswärtigen Sängern die herzlichen Willkommensgrüße unserer Stadt. Sodann sprach er Ministerialrat Ringshausen den Dank der Stadt Gießen dafür aus, daß durch seine Entscheidung dieses Sängerfest in Gießen stattfinden kann. Er betonte, daß die Gießener Bevölkerung freudigen Anteil nehme an diesem Fest, weil gerade Gießen immer ein Hort des deutschen Liedes, des deutschen Männerchorgesangs gewesen ist und sich daher die Gießener Bevölkerung mit den Sängern innig verbunden weiß. Der Redner wünschte der großen Sängerveranstaltung den besten Verlauf, damit das Fest und mit ihm die Stadt Gießen allen Sängern und Festteilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleibe. Am gestrigen Freitagabend vereinigten sich die ' Gießener Sänger mit ihren Sangesbrüdern aus der nächsten Umgebung von Gießen, mit zahlreichen Ehrengästen und vielen Volksgenossen aus unserer Stadt in der festlich geschmückten Volkshalle zu einem Begrüßungsabend. Troß des Werktages und der ungünstigen regnerischen Witterung hatten sich so viele Männer und Frauen eingefunden, daß die große Volkshalle eine sehr gute Besetzung aufwies. Das Musikkorps unseres Infanterie-Regiments 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt eröffnete den Abend mit musikalischen Darbietungen, von denen die Ouvertüre „Marinarella" von Fucik die Dortragsfolge einleitete. Ludwig Wendler, Aad-Nauheim, als Sänger-Prooinzführer für Oberhessen, hieß in seiner Eröffnungsansprache die Vertreter der Partei und der Behörden, sowie alle Sängerkameraden mit dem Sängergauführer, Ministerialrat Rings- Hausen, an der Spitze herzlich willkommen. Sein Gruß galt ferner allen Volksgenossen aus' Gießen und Umgegend, die sich zu dieser Feier mit den Sängern zusammengefunden hatten. Als den Zweck dieses Begrüßungsabend zeichnete er die Pflege der Sängerkameradschaft und die Vertiefung der engen Beziehungen zwischen Stadt und Land, zwischen der FeststaLt Gießen und ihren Gästen. Provinzführer Wendler wünschte am Schlüsse seiner Ansprache, daß auch das Gausängerfest dazu beitragen möge, Die Chorgruppe II mit den Vereinen: Bauerscher Gesangverein Gießen, Frohsinn Lang-Göns, Germania Großen-Linden und Liederkranz Leihgestern stellte eine sehr stattliche Sängerzahl auf die Bühne. Unter der Leitung von Kreischormeister Blaß sang sie zuerst die unverwüstliche und zum eisernen Bestand der Männerchöre gehörige „Maienzeit" von I. Rietz mit einer sehr guten rhythmischen Präzision und unter Herausstellung der in dem Stück szenisch aufeinanderfolgenden Bilder recht eindrucksvoll. Das zum Volkslied gewordene „In der Ferne" von Sil- cher wirkte besonders durch die Herausarbeitung der in den verschiedenen Strophen des Liedes liegenden unterschiedlichen Gefühlsmomente. Die Tanzgruppe des Turnvereins Wiefeck unter Leitung von Lehrer Heller tanzte hierauf nach dem Straußschen Walzer „Rosen aus dem Süden", gespielt vom 116er-Musikkorps, in vortrefflicher Art eine Reihe von schönen Tanzfiguren, die durch die graziöse Art der Ausführung und durch die Exaktheit aller tänzerischen Bewegungen der Gruppe mit Recht starken Beifall auslösten. Die als Chorgruppe III auf der Folge stehende und von Ehrenchormtzister Harnisch aus Stein- Th o ma s (Bingen), Martin Wendling (Offen- . bach) und Philipp Schnell (Klein-Auheim) vom i Kreis Maintal. Schulrat Born dankte allen San- gerführern und Chorleitern für die mühevolle Kleinarbeit im Dienste der großen Sache und brgchte zum Ausdruck, daß im Gau Hessen in bezug auf Haltung und Gemeinschaftsgeist große Fortschritte erzielt wurden. , . , Sängerkreisführer Müller gab bekannt, daß das Essen am Sonntag überall ab 11 Uhr eingenommen werden kann, so daß der Sternmarsch pünktlich beginnen kann. Dabei werden die Fahnen den Vereinen vorangetragen. Auf Oswaldsgarten wird stimmweise aufmarschiert. Die Anweisungen sind am Platze kenntlich gemacht. Beim Festzug wird in Marschblocks — Rheinhessen, Starkenburg, Ober- hesien — marschiert. Hierbei werden die Fahnen den Marschblocks vorangetragen. Die Fahnen, die in Breslau waren, marschieren jeweils an der Spitze. Auf dem Trieb nehmen die Fahnen längs der Volkshalle Aufstellung. Hier werden 421 Fahnen mit der Erk-Plakette ausgezeichnet werden. Der Obmann des Wohnungsausschusses, Vereinsführer Adam Urhahn, gab bekannt, daß einige Umorganisationen notwendig waren. Durch das Entgegenkommen des Standortältesten der Garnison konnte die Quartierfrage restlos geregelt werden. Sängerkreisführer Müller stellte den Deutsch- Amerikaner Karl Reinhart aus Baltimore (USA.) vor, ein Gießener, der hier aus der Chor- schule Görlach heroorgegangen ist und dem Bauer- schen Gesangverein angehört. Schulrat Born begrüßte diesen Sänger von Uebersee, dem mit dem „Deutschen Sängergruß" ein freundliches Willkommen bereitet wurde. In der anschließenden Sitzung des M u s i k b errat e s mit den Kreischormeistern wurden die Fragen der Werkschöre besprochen und Anregungen für die Umgestaltung der Wertüngssingen erteilt., Der nächste Gausängertag 1939 wird in Bensheim abgehalten werden. Da der Führer und Reichskanzler sich die Festsetzung des Deutschen Sängerbundesfestes vorbehalten hat, wird das nächste Gausängerfest ein Jahr nach dem Bundessängerfest in Mainz stattfinden. Die kommenden Gausängerfeste sollen wegen der Schwierigkeit der Durchführung nur noch in Darmstadt oder । Mainz stattfinüen. Schulrat Born schloß die Tagung mit begeister- . ten Worten über die hohen Aufgaben der Sänger- - führer und Sänger im Dienste des deutschen Liedes i I und des deutschen Volkes. Sonst notierten u. a. IG.-Farben 155,13 die vom Führer auf dem Deutschen Sängerfest Breslau gestellten Aufgaben fördern zu helfen. Sängergauführer Ministerialrat Ringshausen Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Alillagsbörse uneinheitlich. lMüncheN' 1°-, sinete im ; Alli-he Kunstaus! M dein duschen Lutscher Kunst. < KÄ* IJLdien aus alle Die Dürbietungen. Rach den Ansprachen folgte eine bunte und inhaltsreiche Folge von Darbietungen. Die Chorgruppe I, bestehend aus den Vereinen Heiterkeit (Gießen) und Harmonie (Großen-Linden) unter Leitung von Musiklehrer Schüttler eröffnete den gesanglichen Teil des Abends mit der „Maiennacht" von L. Seibert, eines zu seiner Zeit berühmten Komponisten, von dessen umfangreichem Schaffen mit Recht sich dieses Werk erhalten hat. Das Stück wurde recht gefühlsinnig mit sorglicher Beachtung der Melodiebögen und der dynamischep Steigerungen, besonders am Schluß, gesungen. Das kniffelige und witzige „Mädele ruck" von Plötzeneder wirkt durch die schwierigen Synkopen rein instrumental. Herr Schüttler führte seinen Chor sicher über die vielen Klippen und ließ die Melodienverteilung in den einzelnen Stimmen deutlich aufleuchten. Unser Heimatdichter Georg Heß entbot hieran den Sängern in seiner bekannten humorvollen Art den Gruß in der oberhessischen Sängerstadt Gießen. Georg Heß verstand es ausgezeichnet, die hohen ideellen Werte des deutschen Liedes und dessen begeisterte Pflege, insbesondere auch in der dörflichen Lebensgemeinschaft, herauszustellen, ebenso die ewigen Werte des heimatverbundenen Volkstums und der engen Gemeinschaft aller Volksgenossen in Stadt und Land zu betonen. Der humorgewürzte, feinsinnige Vortrag fand bei den Zuhörern wohlverdienten begeisterten Beifall. Anschließend erfteute die Tanzgruppe des Bundes für Volkstum und Heimat unter Leitung von Fräulein Hübner, Gießen, mit schönen Volkstanzweisen, die das lobenswerte Bestreben unserer Jugend auf diesem Gebiete unter Beweis stellten und verdiente dankbare Anerkennung fanden. Das Musikkorps unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt brachte anscbließend die melodienreiche Komposition „Hofballtünze" von Lanner ausgezeichnet zu Gehör und konnte dafür verdienten dankbaren Beifall ernten. sK «linail gSpttl *$*♦. (155,25), Hoesch 113,75, Verein. Stahl 107, Rhein- stahl 141, AEG. 118, Bemberg 138 (138,25), Bekula 160, Daimler 136,25 (136,50), Erdöl 130,50, Scheide- anstalt 220, Gesfürel 138, Metallgesellschaft 131,50, Moenus 129, Rheinmetall 132,50 (132,75), Demag 146,75 (147), Schuckert 172 (172,25), Reichsbank 194,65 (194,75). Am Rentenmarkt bröckelten Reichsaltbesitz 0,13 v. H. ab auf 131,75. Im Freiverkehr bestand für 5 v. H. Harpener Obl. von 1937 zu 102 größere Nachfrage. Kommunal-Umschuldung nannte man mit uno. 95,90. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 8. Juli. Die Witterungs- schaden im Frühjahr wirken sich an den Obst- Märkten in meist nur schwachen Zufuhren aus. So blieb das Angebot von Kirschen, Pfirsichen und Stachelbeeren unzureichend, auch Erdbeeren hatten nux noch geringe Anlieferungen, hingegen standen Himbeeren' und' Johannisbeeren etwas mehr zum Verkauf. Heidelbeeren kamen erstmals in ganz geringen Mengen auf den Markt. Bei festen Prstjen gestaltete sich der Absatz durchweg gut. Aus dem Ausland geringes Angebot von Aprikosen und Pfirsichen. Am Gemüsemarkt stand Blumenkohl im Vordergrund, auch Erbsen, Karotten, Kohlrabi und Frühkartoffeln waren reichlicher angeboten, während die Zufuhren in Gurken, Weiß- und Rotkraut und in Wirsing ungenügend blieben. Bei kaum veränderten Preisen war das Geschäft nicht überall voll zufriedenstellend. Ausländische Tomaten, Gurken und Zwiebeln waren nur schwach vertreten und wurde» flott abgesetzt. Frankfurt a. M., 8. Juli. An der heutigen Börse erfolgten zwar weiterhin die bekannten Kapi- talumschichtungsverkäuse, sie waren aber merklich geringer als an den letzten Tagen. Die Aufnahmeneigung gestaltete sich etwas fteundlicher, daneben kamen auch kleine Anlagekäuse zur Ausführung. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung allerdings sehr uneinheitlick, ebenso hielten sich die Umsätze nach wie vor in sehr engen Grenzen. Im Durchschnitt gingen die Abweichungen kaum über 0,50 bis 1 v. H. hinaus. Weiter gedrückt waren jedoch Scheideanstalt mit 220 (222,50), ferner Metallgesellschaft mit 131,50 (135,50), wobei es sich ausschließlich um jüdische Verkäufe handelte. Von Bergwerkswerten verzeichneten Buderus eine Erholung auf 115,50 (114), Hoesch gewannen 0,90 v. H. ' auf 113,90, anderseits verloren Mannesmann 0,75, Harpener 1 und Verein. Stahl 0,25 v. H.; die Erzeugungsziffern der Verein. Stahl im zweiten Vierteljahr 1938 waren der Börse noch nicht bekannt. * IG.-Farben blieben mit 155 behauptet, Zement Heidelberg stiegen um 1 v. H. auf 154,75 und AG. ür Verkehr und Fellen erholten sich um je 0,50 v. H., , während Maschinen- und Motorenwerte Schwankungen von 0,25 v. H. aufwiesen. Für Renten hielt das Kaufinteresse an, wenngleich nennenswerte Umsätze weiterhin ausblieben. Reichsaltbesitz um). 131,90, Kommunal-Umschuldung nicht ganz gehalten mit 95,88 (95,90). Auch späte Schuldbuchforderungen 0,13 v. H. niedriger mit 99,25. Industrie-Obligationen tendierten uneinheitlich, 6 v. H. Mainkraft 100,75 (101), 5 v. H. Röchling 101,75 (101,25). Goldpfandbriefe bei kleiner Nachfrage unverändert, von Liquidationswerten Pfälzische 101,40 (101). Stadtanleihen lagen unverändert. Schutzgebietsanleihen gingen auf 11,98 (12) zurück. Kommunal-Umschuldung waren im Verlaufe zu 95,90 angeboten. Die zweite Börsenstunde brachte zwar keine Belebung des Geschäftes, so daß auch in den meisten Fälle keine weiteren Notierungen erfolgten, doch stellten sich verschiedentlich leichte Besserungen ein, da Angebot kaum noch herauskam. IG.-Farben 155,25 nach 155, Verein. Stahl 107 nach 106,75, Mannesmann 112,50 nach 112, Zement Heidelberg Ministerialrat Ringshausen betonte sodann, der deutsche Mensch habe sich immer treu bekannt zu seinen ureigensten Werten, zu seinen Taten und zu seinen Opfern. Diese Taten und Opfer seien stets um so größer und erfolgreicher gewesen, je mehr er schöpfen konnte aus dem Quell deutscher Werte. Die freudige Bejahung oon' Opfer, Kampf und Arbeit habe der deutsche'Mensch stets auch zum Ausdruck gebracht durch das deutsche Lied. So wissen wir, daß die nationalsozialistischen Formationen, die das heutige Reich erobert haben, sich in diesem Glauben in starkem Kampfe durchgerungen haben mit fröhlichem Gesang. Und wir wissen ferner, daß von diesem fröhlichen Gesang auch die starken Bataillone unserer Wehrmacht getragen werden und daß eben» i falls unsere deutsche Arbeit mit fröhlichem Gesang geleistet wird. So haben wir heute ein neues Vaterland, in dem Freude und Zufriedenheit der Menschen herrschen. Demgegenüber sehen wir in den sog. steigernde Meisterung von Schwierigkeiten führten Friedrich H e g a r dem Sondergebiete der C Horba l l a d e zu, wo er in sinnvoller Ausnützung der Klangfarben, des Aufbaues der Klänge, der gespanntesten Deklamationslinie und bildstarker Kraft der darstellenden Mittel große Wirkungen erreichte, die manchen Nachfolger verlocken mochten. Und doch, gegenüber dieser Klangpracht und Monumentalität blieb dennoch das Volkslied «ieger, das zeigte das große „V o l k s l i e d e r b u ch vor dem Kriege, das bestätigte die Volksliedpftege m der Nachkriegszeit, wenngleich hier zuweilen los polyphone Prinzip um jeden Preis durchgesetzt werden wollte. Wie aber die neu erwachenden Schaffenskräfte der Gegenwart sich m chrer Ausrichtung zum Volkhaften, mit Klarheit und Werkgebundenheit der Mittel regen davon zeugte das letzte Konzert des Bauer'sch en Gesangvereins mit dem neuen Liedgut von dem Vres- lauer Sängerfest. Davon werden auch die kommenden Tage in Gießen künden. Jetzt, wo die Grenzen Großdeutschland in einem umfassen, ist das Wirklichkeit geworden, was B i s - marck 1893 zu den Sängern sprach: „Des deu^ schen Liedes Klang hat die Herzen gewonnen ich zähle es zu den Imponderabilien, die den Erfolg unserer Einheitsbestrebungen eingeleitet und erleichtert haben. Und so möchte ich das deutsche Lied als Kriegsverbündeten für die Zukunft nicht unterschätzt wissen." Und heute gilt mehr als je zuvor das, was der Führer den Sängern in Breslau zurief als Anerkennung und gleichzeitige Aufgabe und verantwortungsvolle Pflicht: „Sänger sind sie und sind damit Sprecher des deutschen Volkstums." unserer Feier Krone, daß wir mit jedem gemeinsamen Liede Deutschlands Herzen zur größeren heißersehnten Einheit an unserem Teile zu|arnrnen- sinqen helfen." — Wenn auch die kommenden politischen Ereignisse den Plan einer fünfjährigen Wiederholung des Festes nicht ermöglichen ließen, so fand doch der Kampfesgeist von 1870 m Karl Wilhelms Männerchorlied „Die Wacht am Rl)ein" fein Symbol. Hier war es em Verdienst des deutschen Sängerbundes, daß er dem Komponisten für feinen Ruhestand vom Reich eine Rente erwirkte. Aus der Reihe der Sangerfeste stehen vielen noch die Tage der Wiener Schubert- Weihe 1928, die das Deutfchbewußtfein herauf- wallen ließen, und allen noch die Breslauer Tage in hellster Erinnerung! * Als einer Sonderart der Mufikpflege waren dem Männerchor durch feine Ausdrucksmittel, Klangmöglichkeiten und nicht zuletzt durch die Gesinnung feiner Träger eigene Wege gezeichnet. Aber erst allmählich konnten die zukommenden Werke erwachsen. Die Gesänge Michael Haydns und auch die von L. von Call (ab 1802 erschienen), waren „keine Chorsätze, sowohl durch den musikalischen Stil wie auch durch die Textauswahl", wie N ä g e 11 feWellt, er selber gab ebenso den Auftakt zum Neu- schaffen, wie es im Norden die Liederta-el mit Zelter an der Spitze tat. Erst die erwachte vaterländische Dichtung (E. M. Arndt, Schenkendorf, Theodor Körner, Uhland, Hauff u. v. a.) weckte den Musiker. Dem Nachhall der patriotischen Hochstimmung Berlins 1814 gibt K. M. von Weber mit seinen Gesängen aus Körners ,Leier und Schwert" — „Lützows berg geleitete Vereinigung bestand aus den Ver» einen „Eintracht" Steinberg ui><„Frohstnn Gar- benteich. Es wurde zuerst gelingen „Lustiger Matrosensang" in der Bearbeitung von Nellius. Das Stück ist nur für große Chöre gedacht, da durch Stimmteilung die Bierftimmigkeit oft überschritten wird. Die Chorgruppe sang das Werk klanglich gut abgewogen und stellte den ruhigen Mittelsatzui rechten Gegensatz zu den bewegten Ecksatzen. Das liebliche Madrigal „An einem Bachlein wirkte durch eine gute dynamische Abtönung. Außerhalb der Folge sang die ©angeroereimgung Lollar in Verbindung mit dem sungverein Wieseck unter Leitung von H. May er (Wieseck) zwei Chöre, den „Waldmorgen" von Köllnet und „Morgen marschieren wir" von Stilz recht gefällig uni) das Lied von Stilz mit dem nötigen Humor. Ebenso führte diese Vereinigung den gesanglichen Teil bet dem Walzer „An der schönen blauen Donau mtt guten Gelingen aus. Auch zu diesem Straußschen Walzer brachte die Tanzgruppe des Turnvereins Wieseck unter Leitung von Lehrer Heller eine Fülle schöner Tanzfiguren, die wiederum mit viel Anmut und mit Freude aller mitwirkenden Mad- chen an der dankbaren Aufgabe durch geführt wurden. Wieder gab es am Schlüsse starken Beifall Das Musikkorps unserer 116er beschloß den scho» nen Abend mit der ausgezeichneten Darbietung zweier Kompositionen von Lehär und Kampsert. Dem Musikkorps, das sich um den genußreichen Ver- lauf des Abends sehr verdient gemacht hat wurde auch hier wieder mit lebhaftem Beifall gedankt. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 8. Juli. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hat das Grundstück Gießener Straße 95 erworben, um ihre Geschafts- telle darin unterzubringen. Es wurde dies notwendig, um dem immer stärker werdenden Ge, schäftsverkehr Rechnung zu tragen. # Mainzlar, 8. Juli. Die Deutsche Arbeitsfront gründete in den hiesigen Didie r w e r k * n eine Betriebssportgemeinschaft. Etwa 50 Arbeitskameraden haben sich bis jetzt hierzu ge- Manne, der uns das neue Reich bereitet hat, der den Aufbau vollzieht und auch uns die Kraft verleiht, die er unserem neuen großen Reiche gegeben hat. Darum ist auch der Sinn dieses Gausängerfestes der, ein freudiges Bekenntnis abzulegen zu unferm Führer, zu unjerm Volk und unferm großen, starken Vaterland. Darum steht schon am Beginn dieses Sängerfestes das Bekenntnis zu unferm Führer und zum deutschen Daterlande! Mit freudiger Begeisterung stimmte die große Festgemeinschaft in den von dem Redner ausgebrachten Gruß der Treue und des Gelöbnisses der unverbrüchlichen Gefolgschaft zu unferm Führer Demokratien, daß dort der fröhliche Gesang nicht den Wert hat, wie bei uns. Wenn wir uns heute durchgerungen haben zur Fröhlichkeit und der deutsche Gesang unserem Volke diese große Freude bereitet, so ist das eine Freude, die sich auf die Wiedererweckung der Werte gründet, die wahrhaft deutsch sind, die dem Wesen und der Art des deutschen Volkes voll entsprechen. Das deutsche Volk bejaht heute wieder seine eigenen Werte, und das ist seine innere Freude, die in der Pflege des deutschen Liedes zum Ausdruck kommt und ihre Träger in den Gesangvereinen hat. Deren Aufgabe ist es, die Fahne des deutschen Gesangs voranzutragen in die deutsche Zukunft, damit unfer Volk diese Zukunft freubig bejaht durch das Bekenntnis zu dem 155,25 nach 154,75, dagegen Daimler 136,50 nach 136,75. Von den später notierten Papieren lagen Schiffahrtsaktien schwach, Hapag nach Pause 71,50 (74,75), sonst hielten sich die Veränderungen innerhalb eines Prozentes. Bekula um 2 v. H. erholt auf 160. Abenddörfe gut behauptet. Die Abendbörfe nahm mangels Aufträgen einen ruhigen Verlauf. Anschließend an den Mittagsverkehr war die Grundhaltung gut behauptet. Angebot trat kam auf. Soweit noch kleine Ermäßigungen, die kaum mehr als 0,25 v. H. ausmachten, vorgenommen wurden, stellten sie Anpaffungen an Berlin dar. Weiter gedrückt Hapag mit 70,50 (71,50). Etwas höher kamen Ahlerwerke mit 114,50 (114,25) wilde Jagd", „Schwertlied", — unvergleichliches musikalisches Wesen von unerschöpflicher zündender Begeisterung. Franz Schubert stellt mit leinen Gesängen in schönster reifster Form den Choren bereichernde musikalifche Aufgaben, um die fid) der „Wiener Männer-Gesangverein" und der Wiener Schubert-Chor unvergeßlich für alle Zeiten verdienten. Groß ist die Zahl der Schaffenden in ihrem Bemühen um den Männergefang; Erbauliches Treffendes und Förderndes verdanken wir ihnen, wenn auch oft beeinflußt von den Strömungen der Zeit. Die Großen unserer Musiker haben jeder zu seinem Teil immer dem Mannerchor das ihm Zukommende in persönlicher Gestalt als Aufgabe gestellt. (Kreutzer, Marschner, Robert Schumann, Joh. Brahms, Franz Liszt, Richard Wagner, Anton Bruckner, Hugo Wolf, Max Reger u. a m.) Durch die ständig wachsende Zahl seiner Mitglieder mit breitestem Grunde im Volkstum ver- wurzelt, muhte der Männergefang zum berufensten Träger des Volksliedes werden. Der Tübinger Unioersitätsdirektor Friedrich Sil- cher zeigte mit feinem Hauptwerk: „Zwölf Hefte Volkslieder, gesammelt und für vier Männerstimmen gefetzt" (erschienen 1826 bis 1860) Unvergängliches in feinsinnigem, innigem Durchleben und rückte durch feine eigenen Weifen „Aennchen von Tharau", „Morgen muß ich fort von hier", „Nun leb wohl, du kleine Gaffe" u. a. m. m die engste Nähe des Volksliedes. Im gleichen Bestreben begegnete ihm in Berlin der 1807 zu Wetzlar geborene Ludwig Erk. .. .. _ Die zunehmende Größe der Chore, die äußerste Differenzierung der Ausdrucksmöglichkeiten, die sich flut) ^lnen M non Robert1 . s-x. Weil. Vor L Hunft, das tni Ueuzfahnen flank ^Ehrenkompanien! »die Ehrenformat'o Md des Arbeits gsteUung genomm övlandarlen der $ Mng des Hauses J^njenöen Loutk mit dem j Reiches und i ^en Landesregi Fnö Persönlichkeit, ?en vielen Gäste ! Keßere, jn große, fee I A dem Horst-W- M , M QbM± äu •siktS "« d- löü&jnb Et Jl RS RÄ Oie ersten Ereignisse beim 3. Hess. Gaufängerfest Eröffnungssitzung. - Begrüßungsabend mit vielseitigen Darbietungen. Fähnen wehen feit ^gestern in den Straßen der l Stadt Gießen. Mit diesem Schmuck drückt unsere 1 Bevölkerung ihre freudige Anteilnahme an dem 3. Hessischen Gausängerfest in Gießen aus. Der gestrige Freitag brachte den Auftakt zu dem großen Sängertreffen. Zwar zeigte sich das Wetter am gestrigen Tage nicht von der besten Seite, aber seit dem heutigen Samstagvormittag sind nach dieser Richtung hin die Aussichten für das Sängör- sest wesentlich besser geworden. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein leuchten über der Feftstadt, in der seit, heute früh die Sänger aus allen Teilen des Sängergaues eintreffen. Die Eröffnung. Zu der feierlichen Eröffnung des 3. Hessischen Gausängerfestes hatten sich am Freitagnachmittag im Hotel Schütz bereits die Sängerkreisführer und die Kreischorleiter der 27 Sängerkreise des Sänger- Gaues eingefunden. Ihnen entbot der stellv. Sänger- gauführer, Schulrat Born (Darmstadt), namens des Sängergauführers, Ministerialrats Rings- Haufen, herzliche Willkommensgrüße. Der Sängerkreisführer des festgebenden Kreises Gießen. Ingenieur Karl Müller, übermittelte herzliche Grüße in der Garnison- und Universitätsstadt Gießen, die in bereitwilliger Weise alles getan hat, um dieser Kundgebung für das deutsche Lied zu einem eindrucksvollen Verlauf zu verhelfen. Prooinzführer Ludwig Wendler (Bad-Nau- heim) gab der Freude darüber Ausdruck, daß die Stunde gekommen ist, in der die hessischen Sänger sich durch diese machtvolle Kundgebung zum deutschen Männergesang bekennen werden. Er schilderte dann die sehr schwierigen Vorarbeiten und dankte allen Mitarbeitern. k Schulrat Born besprach hierauf die technischen Dinge der kommenden Festtage und gab die bereits eingelaufenen Glückwunschschreiben bekannt. Dann nahm er die Verpflichtung einiger Sängerkreisführer vor, die nach ihrer kommissarischen Bestellung mit Dank und Anerkennung nun endgültig bestätigt wurden. Besonderen Dank sprach er dem Sängerkreisführer Fritz Kling jun. (Wetzlar) für seine Einsatzbereitschaft aus. Dann verpflichtete er im Namen des Sängergauführers die Sängerkreisführer: Karl Müller (Gießen), Ludwig Dönges (Merlau) vom Ohm-Lumda-Kreis, Fritz Kling jun. (Wetzlar) Kreis SolmsMetzlar, Valentin Aha (Lauterbach) Kreis Vogelsberg-Nord, Lehrer O b e r - heim (Ober-Lais) Kreis Vogelsberg-Süd, Willi