lir.84 Erstes Blafi 188. Jahrgang Samstag, 9./$onntog,iO. 21pril 1938 (Er)d)etni iagltd), auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giessener Familienblätter Heimat im Bild DieSchoüe Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Gietzen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Npf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. 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Die Feldherren des kaiserlichen Rom, die Päpste der Mittelalters, Richelieu, Ludwig XIV. und Napoleon, Clemenceau und Lloyd George, sie alle bauten ihre Pläne auf der Zerrissenheit im deutschen Raum auf, fre alle konnten spekulieren auf die Unfähigkeit der Deutschen, über die Zersplitterung der Stämme, die Besonderheit der Landschaften, die Verschiedenheit der Konfessionen und Weltanschauungen, die Eigeninteressen der Dynastien, die „Grundsätze" der Parteien, die Sonderwünsche der Klassen und Stände sich zu erheben zu einer schlechthin gemein- deutschen Haltung, sich vorbehaltlos zusammenzufinden in einem gemeindeutschen Willen, der allein dem deutschen Volke die politische Stellung hätte sichern können, auf die es nach seiner Größe, seiner wirtschaftlichen Bedeutuny und seinen unerreichten Leistungen auf allen Gebieten der Kultur Anspruch hatte. Aber das politische Chaos im deutschen Raum hat den fremden Völkern die Jahrhunderte hindurch erlaubt, Mitteleuropa zum Schauplatz ihrer kriegerischen Auseinandersetzungen zu machen. Und immer yat es Deutsche gegeben, die ihre persönlichen Interessen über das gemeindeutsche Wohl stellten, Deutsche, die ausländischen Mächten erst oen Schein des Rechtes g-aben, sich in die eigenen Angelegenheiten des deutschen Volkes zu mischen, eine „deutsche Frage" zu konstruieren, die zu einer Angelegenheit der europäischen Politik erklärt wurde und dazu herhalten mußte, das Volk der europäischen Mitte am Boden zu halten, weil man es für höchst unbequem und den eigenen Interessen abträglich erachtet hätte, hier einen starken politischen Faktor entstehen zu lassen, mit dem man hätte rechnen müssen. Die Spekulation auf deutsche Sonderinteressen, die ihrer Art nach im Laufe der Jahrhunderte eine vielfache Wandlung erfahren haben, vom stammes- mäßigen und dynastischen zum konfessionellen und weltanschaulichen, diese Spekulation hat erst in den Hirnen der ausländischen Staatsmänner das Bild des politischen Deutschen geschaffen, der an seiner Uneinigkeit als einer schier unausrottbaren Ratio- nalkrankheit zugrunde geht. Das Bild hat Jahrhunderte hindurch seine Berechtigung gehabt, daß es sich nun schließlich doch als trügerisch erweist, ist die aroße Enttäuschung, mit der man sich seit den fünf Jahren nationalsozialistischer Erhebung in Deutschland weder in manchen europäischen Kabinetten noch in aroßen Teilen der öffenttichen Meinung des Auslandes abzufinden vermag. Das ist begreiflich, haben wir doch selbst noch die letzten Phasen dieser Spekulation auf das Fehlen eines aroßen deutschen Rattonalgefühls erlebt, das alle Sonderinteressen ehrgeiziger, mißvergnügter oder verrannter Klüngel erlebt, wir brauchen nur an den bayrischen Parttkularismus oder die Separatistenzeit im Rheinland während der Zeit tiefster deutscher Schmach und Ohnmacht zurückzudenken. Und selbst der Wiedererstarkung Deutschlands nach der nationalsozialistischen Erhebuna hatte man mit dem alten Rezept beizukommen versucht, in völliger Verkennung der vom Nationalsozialismus von der Tiefe deutschen Volkstums aus geschaffenen Wandlung im Charakterbild des deutschen Volkes, und selbst noch engstirnig und blind verhaftet einer überlebten polittschen Auftassung, die meint, mit Hilfe rein machtpolittscher, jeder höheren ethischen Haltung entbehrenden Konstruktionen den Gang der natürlichen Entwicklung, der durch die Bande des Blutes und die Kraft des Volkstums beftimmt ist, auch in Zukunft aufhalten zu können. Die Pariser Friedensdiktate hatten seinerzeit mit der Absprengung deutschen Volkstums vom Mutterland in Danzig, un der Saar, in Oesterreich und Böhmen Sprungbretter geschaffen, die man eins nach dem andern zu benutzen gedachte, um die „deutsche Frage" nach jahrhundertelang geübtem Brauch offen zu halten und die europäische Mitte als Subjekt der Polittk auch künftighin auszuschalten. Was ursprünglich nur als Schwächung des deutschen Volkskörpers gedacht war, als Mittel zur Aufrechterhaltung der zwischenstaatlichen Spannungen rings um den mitteleuropäischen Raum wurde nach der nationalsozialistischen Erhebung akttv in den Kampf gegen das wiedererstarkende Reich eingespannt. Ueberall wurde versucht, die dem neuen Regime im Reich feindlichen Kräfte in ihrem Widerstand gegen eine der Stimme gleichen Bluts und gleichen Volkstums folgende Entwicklung zu stützen, das nationalsozialistische Reich von den Außenbezirken deutschen Volkstums mit Hilfe der vorwiegend dorthin geflüchteten Emigranten übelster Sorte zu isolieren und von hier aus mit dem oft bewährten Mittel deutscher Zwietracht den Feldzug gegen eine sich schon bedrohlich abzeichnende (Einigung Deutschlands im Zeichen des Nationalsozialismus zu eröffnen. Obwohl die Friedensdiktate hierfür überall die günstigsten Voraussetzungen geschaffen hatten, ist dieser Feldzug heute an allen Fronten verloren. Das Saargebiet, einst der Tummelplatz des marxisttschen Emigrantenklüngels, der seine Hoffnungen auf Frankreich und die Genfer Liga gesetzt hatte, ist nach einem glänzenden Abstimmungssiege zum Reich zurückgekehrt. Die Freie Stadt Danzig, von den Vätern des Versailler Diktats als ewiger Zankapfel zwischen Deutschland und Polen geschaffen, ist dank der überlegenen Staatsführung beider Nationen aus einer Quelle des Unfriedens zu einer Brücke der Verständigung geworden, eine Stadt, die trotz aller Bemühungen ihrer Genfer Protektoren sich ihr Recht auf eigene Gestaltung ihrer inneren Angelegenheiten erkämptt hat und heute deutsch und nationalsozialistisch ist, wie nur eine im Reich. Das Land O e st e r r e i ch , als Rumpf der zer- stückelten Donaumonarchie der Habsburger gegen feinen durch eindeutige Volksabstimmungen erhärteten Willen in St. Germain mit einer „Selbständigkeit" und „Unabhängigkeit" bedacht, die es politisch und wirtschaftlich lebensunfähig machten, zwei Jahrzehnte hindurch ein Svielball in der Polittk der Großmächte, durch wirtschaftliche Not und mar- xisttsche Hetze in einen Klassenkampf getrieben, der das Land an den Rand des Abgrundes brachte, und schließlich zum Schauplatz der brutalen Diktatur einer Handvoll ehrgeiziger und machtlüsterner politischer Abenteurer geworden, die bis zum letzten Augenblick auf die Hilfe des Auslandes bauten, Oesterreich ist heute wieder dank der kühnen Tat des Führers und dank der Treue und Opferfähigkeit der österreichischen Nationalsozialisten Teil des Reiches. Und das Sudetendeutschtum schließlich, bislang durch seine eigene Zersplitterung beherrscht von den Prager Regierungen, rücksichtslos unterdrückt und wirtschaftlicher Verelendung preis- gegeben, hat sich dank der Kraft des nationalsozialistischen Gedankens zusammengesunden in der einen einzigen großen Sudetendeutschen Partei Konrad Henleins zum stärksten Machtfaktor im tschecho- slowakischen Nationalitätenstaat, der die sudetendeutschen Forderungen nicht, mehr länger übersehen kann, will er nicht selbst Hand an sich legen. Es ist nützlich, gerade heute am Vortage der D o l k s a b ft i m m u n g sich diese Entwicklung vor Augen zu führen und sich auch jene Zeit wieder ins Gedächtnis zu rufen, in der bis in unsere Tage hinein die deutsche Zwietracht deutsches Schicksal wurde. Erkennen wir doch dann erst die ganze Größe unseres Sieges über uns selbst, das unvergleichlich stolzeste und tiefgreifendste Ergebnis der nationalsozialistischen Menschenführung Adolf Hitlers. In einer Zeit tiefster sittlicher und wirtschaftlicher Zerrüttung, beispielloser politischer Atomisierung entstand dem deutschen Volke ein Mann aus dem Urgrund seines Selbst, der dies deutsche Volk kannte mit seinen schwachen und seinen guten Seiten wie selten jemand vor ihm, der zur Führung berufen war. Er wußte, daß Führung Erz i e - hung bedeutete, wenn der Hohlraum ausgefüllt werden sollte, der so lange zwischen Volk und Führung bestanden hatte und immer dann unheilvoll auseinandergeklafft war, wenn eine große Stunde ein großes Geschlecht gefordert hatte. Er hat diese Berlin, 8. April. (DNB.) Am Vorabend des Tages des Großdeutschen Reiches war die Reichs- Hauptstadt noch einmal zu einer machtvollen Kundgebung angetreten. Hermann Göring richtete in der historischen Versammlungsstätte der national» sozialistischen Bewegung, dem Sportpalast, einen aufrüttelnden Wahlappell an die Berliner Bevölkerung. Die Zehntausende bereiteten dem Generalfeldmarschall immer wieder stürmische und herzliche Kundgebungen. Als der Gaupropagandaleiter die enge Verbundenheit Berlins mit dem Generalfeldmarschall zum Ausdruck bringt und mit den Worten schließt: Für unser Berlin wird selten von Generalfeldmarschall und Ministerpräsidenten gesprochen, sondern .... da unterbricht ihn aus 20000 Kehlen der Ruf: „Unser H e r tn a n n". Als Hermann Göring, der vor nunmehr fünf Jahren als Ministerpräsident Preußens, am 11. April 1933, vorn Führer den Auftrag zum nationalsozialistischen Staatsaufbau erhielt, auf das Rednerpodium tritt, kennt die Begeisterung der Menge keine Grenzen. Gleich mit den ersten Worten rührt er an die Herzen der Berliner, die feine Rede immer wieder mit Beifallsstürmen unterbrechen. Der Generalfeldmarschall erinnert daran, wie im Jahre 1933 ausländische Zeitungen behaupteten, mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus fei es mit der Freiheit d e s deutschen Volkes vorbei. Die neuen Machthaber könnten es niemals wagen, an das Volk zu appellieren, wie in anderen demokratischen Staaten, so daß niemals mehr die Meinung des deutschen Volkes zum Ausdruck kommen würde. Seitdem seien nun fünf Jahre vergangen. Wiederholt habe der Führer das Volk aufgerufen, aber immer nur bann, wenn wirklich eine große und gewaltige Schicksalsfrage zur Entscheidung stand. Gewiß habe stets die Führung immer entschieden, deren Entschluß dann in einmütigem Bekenntnis vorn Volke b e- st ä ti g t wurde. Auch. In den nächsten lagen, solle es wieder in einer freien, offenen und geheimen Dahl entscheiden. Ihr sollt bestätigen, was der Führer in diesen Tagen vollzogen hat. Damit ist wohl die größte aller Fragen zur Beantwortung gestellt: „TB ollt Ihr rin Groß- deutschland haben? (2Rlf jubelndem „3a** beantworten die Tausende die Frage.) Darüber hinaus ist die weitere Frage gestellt: Die steht das Volk zum Führer, wie steht es zu seiner Politik und seinen großen Leistungen? Zu keiner Zeit sei ein so klarer Rechenschaftsbericht vor dem Volke abgelegt worden wie es der Führer in feiner denkwürdigen Reichstagsrede getan habe, in der er die gigantischen Leistungen der vergangenen 3ahre, den einzigartigen Aufstieg Deutschlands aufgezeigt und geschildert habe, wie er Deutschland geschaffen hat, als das gewaltige Reich der 75 Millionen im Herzen Europas, das wieder zur Großmacht wurde. So sollt 3hr nun Stellung nehmen zu diesemRechen- s ch a f t s b e r l ch t und zur österreichischen Diedervereinigung, zur österreichischen Frage. (Jubelnde Zustimmung.) Seit Jahren habe in Oesterreich eine kleine Clique von Menschen geherrscht, die vielleicht deutsche Namen trugen, die ober durch Erziehung und anher e Einflüsse dos Deutschtum in sich völlig ver- gessen hatte. Als Schergen des Auslandes habe diese Clique das deutsche Volk Oesterreichs, seine Freiheit und Unabhängigkeit vergewaltigt. „Wir haben" — erklärte der Feldmarschall unter jubelndem Beifall — „mit dieser beispiellosen Unter- drückung des deutschen Oesterreich Schluß gemacht. Wir haben das deutsche Volk in Oesterreich frei und unabhängig gemacht, befreit von der Herrschaft, die, gestützt auf ausländische Bajonette, nichts anderes tat, als die Unabhängigkeit dieses Volkes immer wieder an das Ausland zu verraten " Auf meiner Fahrt durch Oesterreich habe ich ge- sehen, wie überall wieder neue Hoffnung eingezogen ist. Jetzt weiß jeder im österreichischen Land, jetzt kommt auch für uns d i e Volksgemeinschaft, auch bei uns ist jetzt die Zeit vorbei, wo Bruder gegen Bruder stand. Sie sind zurückgekehrt in die große Heimat. Jetzt schützt Adolf Hitler das deutsche Volk im deutschen Oesterreich! (Tosender Beifall.) Unsere Dolksgenos- fen im deutschen Oesterreich kennen die Leistungen und Erfolge des Nattonalsozialismus im Reich, die fest gegründet sind auf der wunderbaren Volks- gemeinschaft, die auf alle Gebiete übergreift. Wir hoffen nicht auf irgendwelche Weltkonjunktur, wir verlassen uns nur auf unsere eigenen Kräfte. So will es der Führer, so hat er gearbeitet, so hat er uns das Ziel gesetzt, und so Erziehung immer und immer als seine erste und vornehmste Aufgabe angesehen und es sich bis zum heutigen Tage nicht verdrießen lassen, sein Volk zu lehren, aus seiner eigenen Geschichte das Postulat der Gemeinschaft zu erkennen, die im gleichen Blut die unlösliche Bindung empfindet. Erst das in sich eins gewordene deutsche Volk vermochte unter der genialen Führung Adolf Hitlers die Fesseln der Friedensdiktate abzuwerfen, die Wehrhoheit zurückzugswinnen und seine gewaltige Arbeitskraft, seine hohe Intelligenz, seine oft erprobte Zuverlässigkeit, seine schöpferische PhaN< kasie auf allen Lebensgebieten zu Leistungen zu- sammenzufassen, die einen in der Geschichte bislang einzigartigen kulturellen und wirtschaftlichen Aufstieg dokumentieren. Die schönste Frucht dieser aus der nationalsozialistischen Idee geborenen Einheit von Volk und Führung ist aber erst in diesen Tagen gereift. Der Traum der Besten unseres Volkes ist Erfüllung geworden. Oesterreich, die älteste deutsche Ostmark, ist heimgekehrt, das Großdeutsche R,e i ch ist Wirklichkeit geworden. Die Stimme des Blutes hat deutsche Bruder wieder zusammengeführt, die seit den frühesten Tagen deutscher Geschichte immer Schulter an Schulter gestanden hatten, wenn es galt, das Reich zu schirmen gegen lebensbedrohende Gefahren. In den Türken- und Franzosenfeldzügen des Prinzen Eugen, in den Befreiungskriegen so gut wie im Weltkrieg hat die Gemeinschaft aller deutschen Stämme auf allen Schlachtfeldern Euro- NSG. Am Freitagmorgen lief in den Opelwerken in Rüsselsheim der 500000. Wagen, der seit der Machtübernahme Adolf Hitlers hergestellt wurde, vom Band. Aus diesem freudigen Anlaß fand ein Betriebsappell statt, auf dem der Gauleiter sprach. Es ist das erste Mal, daß in Europa ein solches Ereignis zu verzeichnen ist. Besonders stolz aber kann die Firma sein, daß e i n Fünftel d e r Wagen ins Ausland ging. Die Größe der Entwicklung der Automobilindustrie ermißt man aber erst, wenn man bedenkt, daß i n 35 Jahren vor ber Machtübernahme insgesamt nur 255000 Wagen berge- [teilt worden waren. Dieser 8: April ist für die Werksgemeinschaft aber noch ein weiterer festlicher Anlaß, denn an diesem Tage wurde der 2 6 00 0. Arbeiter eingestellt. Im Mai 1933 hatte die Gefolgschaft noch nicht einmal 6000 Arbeiter gezählt! Gauleiter Sprenger entwickelte ein Bild des früheren politischen Streites, in dem es darum ging, ob Werksangehörige politisch ober nicht politisch sein sollten. Nachdem die verbrecherische Verwirrung des alten Systems beseitigt worben fei, gäbe es nur einen Typ des Arbeiters: den des politischen Arbeiters. „Sie müssen alle politisch sein! So wie es keinen unpolitischen Beamten, Bauern und Soldaten gibt, so gibt es auch keinen unpolitischen Arbeiter. Sie alle pas das Reichspanier hochgehalten, eine Schicksals« gemeinschaft, in der eine Zeit der Mißverständnisse und Gegensätzlichkeit nur eine kurze Episode bleiben konnte. Was der Machtspruch verblendeter Sieger für ewig trennen wollte, ist nun über die völkische Gemeinschaft hinaus zu unlöslicher staatlicher Einheit verschmolzen, und mit freudigem Staunen werden wir gewahr, wie schon in den wenigen Wochen, die erst seit der kühnen Tat des Führers verftri- chen sind, in uns allen das großdeutsche Gemein- schaftsbewußtsein, bas so lange schlummernbe groß- deutsche Geschichtsbewußtsein wach wirb unb wächst, ber Stolz auf bies Großdeutsche Reich, das sich mächtig dehnt vom deutschen Meer bis zu den Kara- wanken, in dessen Grenzen nun ein 75-Millionen- Volk, von berechtigtem Selbstbewußtsein getragen, zu höchsten Leistungen strebt, ein glückliches, ein stolzes, ein einiges Volk. So tritt dieses deutsche Volk morgen an, zur Bekundung feines Willens in freier Abstimmung feierlich aufgerufen, b e m Manne, ber aus bem Volke geboren, durch sein Werk zum Führer ber Nation geworden, für die Erfüllung ber heiligsten Sehnsucht aller Deutschen nach einem Volk in einem Reich aus übervollem Herzen zu banken, vor aller Welt freimütig zu bekennen: die T a t bes Führers ist ber Wille bes Volkes unb inbrünstig z u geloben, bies Reich z u halten in starken Händen. Das ist der Inhalt unseres „Ja" am '10. April. Dr. Fr. W. Lange. müssen an bem politischen Geschehen teilhaben unb Nationalsozialisten werben." Der Führer hat seinen Staat auf das Vertrauen des Volkes gegründet. Jeder soll sich von diesem Aufbau ein Bild machen, damit er auch Mitarbeiten kann. Das Vertrauen des ganzen Volkes aber hat allein dieses Werk ermöglicht und das Wunder unseres Aufbaues ist von ber kameradschaftlichen Zusammenarbeit aller getragen. Im weiteren gab Gauleiter Sprenger bann einen aroßen Abriß ber Ginigungsbeftrebungen in Deutschland, er sprach über den Kampf und die Not in Oesterreich unb schloß: „Zum ersten Male in ber Geschichte würbe ein Staat ohne Blutvergießen erobert. Der Führer hat Oesterreich nicht mit ben Waffen, sondern mit bem Herzen zurückerobert unb damit die österreichischen Volksgenossen von ihrem grenzenlosen Leid erlöst. Deutschland wird bestehen, solange wir einig und solange wir die geschlossene Gefolgschaft des Führers sind!" Die winterliche Arbeitslosigkeit bereits überwunden. Berlin, 8. April. (DNB.) Im März ging die Arbeitslosigkeit in Deutschland (ohne Oesterreich) um 439 000 zurück. Damit ist bereits Ende Marz die Hermann Göring rnst die Reichshauptstadt aus zum Bekenntnis für den Einiger des deutschenVolkes. wird's gemacht! (Donnernder Beifall.) Die Volks- aemeinschaft brachte uns die Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeitsgemeinschaft baute die Wirtschaft auf. Und jo schufen wir die Basis zu weiterem Aufbau. Aus dem so gewonnenen Vermögen wurire die neue Wehrmacht ge» schaffen, und mit der Stärke der Wehrmacht konnte der Führer die Großmacht Deutschland errichten. Das Entscheidende aber war: Adolf Hitler erhob die Ehre zur Grundlage seiner ganzen Politik. (Jubelnde Zustimmung.) Dir habrn erlebt, was es heißt, wehrlos unb damit ehrlos zu fein. Der wehrlos ist, ist ehrlos, ist rechllos in der Dell. Daraus haben wir die Folgerung gezogen: Dollen wir den Frieden, dann muß beim Frieden das scharfe Schwert liegen. Allein das scharfe Schwert garantiert den Frieden, heute ist dieses Schwert geschmiedet, es sichert uns den Frieden, die Dacht schafft uns das Recht! (Stürmischer Beifall.) Die Kraft des Volkes sichert den inneren Frieden. Diesen inneren Frieden brauchen wir nicht mit dem Schwert zu schützen, ihn garantiert die nattonalsozla- listische Idee und die Bewegung. So steht unser Reich inmitten der von wirtschaftlichen und Das deutsche: K under. Alfred Aoen-erg sprach in der Hauptstadt Kärntens. Klagenfurt, 9. April. (DNB.) Lange Zeit vor Beginn der letzten Wahlkundgebung in Klagenfurt war die große Ausstellungshalle voll Menschen, die Alfred Rosenberg hören wollten. Es sei etwas Eigenartiges, sagte Alfred Rosenberg, daß er nun [eine große Deutschlandreise hier im Jubel beschließen könne, in Kärnten, das um seine Freiheit und um sein Recht unb um seine Einheit gelitten und besten kämpferische Gegenwart die Entscheidung der letzten Wochen mit herbeiführen geholfen hat. Tausend Jahre hätten nur ein Ziel gekannt, das ber deutschen Einheit. Die deutsche Vergangen- heit fei ein einziges Drama, in dem einst Menschen gegen Menschen, Stolz gegen Stolz, Stamm gegen Stamm, Ehre gegen Ehre standen, ein Kampf ber Nationen gegen die Völker unb schließlich Staaten K Staaten mit dem furchtbaren Zusammen- im Jahre 1918. Unb nun erlebten wir das beutsche W u n b e r. Nur aus bem Sinn ber geschichtlichen Entwicklung unseres Volkes könnten wir all das verstehen, was nun geworben ist, müßten wir auch bie nationalsozialistische Bewegung verstehen. In ben vergangenen fünf Jahren habe das Reich Abolf Hitlers bie Ernte eines ganzen Jahrtausenbs nach Hause tragen bürfen. Ein einziger Glaube habe die Hemmnisse einer schicksalsschweren Vergangenheit übermunben. In seinen weiteren Ausführungen betonte Rosenberg, baß der Nationalsozialismus bie Versah- Wir wollen den politischen Arbeiter. «Hauleiter (Sprenger auf einem Betriebsappell der Opelwerke. polittschen Krisen erschütterten friedlosen Delt, so steht es fest gefügt, glücklich, arbeitsam und stolz. (Lebhafter Beifall.) Das ist des Führers großes und unvergleichliches Derk. So sagen wir unseren Volksgenossen in Oester- reich: Blickt in die Zukunft unb schüttelt das Vergangene ab. Ihr steht jetzt auf bem 3oben des Schiffes, das Deutschland heißt. Es war eine von der Vorsehung bestimmte Mission des Führers, die Vereinigung herbeizuführen. Der Nord- deutsche Bismarck hat das Deutsche Reich geschaffen, der Süddeutsche Adolf Hitler einte das gesamte deutsche Volk. Wir werden Zeuge sein für sein stolzes Werk, das er ber Welt gab: Deutschland Wenn morgen abend bie letzten Worte bes Führers im Aether verhallt sind, wenn von allen Türmen des geeinten Reiches die ehernen Glocken dröhnen, dann steigt aus 77 Millionen Herzen der Dank auf zum Allmächtigen, dann braust das alte Dank- und Freiheitslied zum Himmel: Du Gott warst ja mit uns, Herr, mir find frei. Als Hermann Göring geschloffen hatte, löste sich die Begeisterung ber Massen aus in bem immer wiederholten Ruf: „Ein Volk — ein Reich — ein Führer!" Das begeistert aufgenommene „Sieg- Heil!" auf den Führer schloß die Kundgebung. n u n g mit all denen wünsche, die guten Willens sind. Wir strecken jedem die Hand entgegen, ber ohne Wenn und Aber bie nationalsoziali- stische Gemeinschaft bes deutschen Volkes anerkennt. Nach ber Orünbung des Großbeutfchen Reiches, seien bie Voraussetzungen ba, bas nationalsozialistische Weltbilb in die Tiefe der Massen zu tragen. Wer heute den Nationalsozialismus bekämpfe, bekämpfe Deutschland, das deutsche Volk und schließlich sich selbst, ba sich niemand ber Einheit ber Nation unb bes Staates entziehen könne. Es liege ein tiefer Sinn in bem geschichtlichen Prozeß ber letzten Jahre. Das Zweite Deutsche Reich sei von einem Preußen gegrün» b e t worben, und mancher Stachel zwischen Nord und Süd sei hieraus zurückgeblieben. Das Dritte Reich wurde von einem deutschen Oester- reicher geschaffen (stürmischer Beifall), der bann alle biefe Gegensätze innerhalb eines großen Volkes überwand zur tatsächlichen Einheit der Nation. Denn nicht nur Deutschland habe Oester- reich heimgeführt, sondern auch Oesterreich habe Deutschland heimgeholt. — Stürmischer Beifall und Sieg.Heil!-Rufe bankten Alfred Rosenberg für seine Ausführungen. Die Tausende waren tief bewegt von dem Gedanken, hier im äußersten deutschen Süden auch mit ben Brübern im ganzen Deutschen Reich zu einer unlösbaren Einheit verschworen zu sein. Kür ein großes, einiges, glückliches Reich. inbuftrie von Paris und Umgebung belauft sich am Freitag bereits auf fast 60 000. Auch in verschiedenen Provinzwerken sind die Belegschaften in den Ausstand getreten. Oer Marsch zum Meer. Eine zweite Durchbruchstelle der nationalen Truppen. Salamanca, 9. April. (DNB. Funkspruch.) Der nationalspanische Heeresbericht vom Freitag teilt mit, daß die nationalspanischen Truppen ihren Vormarsch imAbscknittTremp fortsetzten und wieder zwei Elektrizitätswerke erobern konnten, die Barcelona mit Strom belieferten. An der C a st e l l o n - F r o n t wurden Berge, die alle über 1000 Meter emporragen, und vier Ortschaften genommen. In diesem Abschnitt wurden 130 Gefangene gemacht. An der Cordoba- Front wurde ein feindlicher Angriff blutig zurückgeschlagen, wobei drei Maschinengewehre in die Hand der nationalspanischen Truppen fielen. Wie der Frontberichterstatter ergänzend meldet, sind die nationalen Truppen an der Castellon-Front nur noch 20 Kilometer von der Küsten- [tobt Vinaroz und nur mehr 6 Kilometer von her an der Straße Valencia — Barcelona liegenden Stadt San Mateo, entfernt. Die in diesem Abschnitt vordringenden nationalspanischen Truppen sind in die fruchtbare Küstenebene hinausgetreten. Schwere Verluste der amerikanischen Freiwilligen. Neuyork, 8. April. (DNB. Funkspruch.) Die amerikanische • Presse bringt seit einigen Tagen A u g e n z e u g e n b e r i ch t e von amerikanischen Freiwilligen, die der Sowjechölle in Spanien entflohen sind. Aus den Schilderungen geht eindeutig der Umfang der amerikanischen Beteiligung auf Seiten der Sowjetspanier hervor. Danach wurden etwa 9 00 0 Amerikaner für die Sowjetspanier angeworben. Die amerikanischen Bataillon seien his auf wenige hundert Mann vor Teruel und Gandesa aufgerieben worden. Der amerikanische Kommunist Honeycombe erklärte in Perpignan, wohin er geflüchtet ist, daß nur noch 500 Amerikaner am Leden sind. Don diesen seien zahlreiche, die nach Ablauf ihres auf sechs Monate lautenden Vertrages die Rückkehr nach den Vereinigten Staaten forderten, mit Bajonetten und vorgehaltenen Revolvern wieder an die Front getrieben worden. Arbeitslosenelend in amerikanischen Städten. Neuyork, 8. April. (DNB.) Durch die neue Wirtschaftskrise ist das Arbeitslosenelend in den amerikanischen Städten wieder gewaltig im Ansteigen. Ein Brief des Nottstlfe-Kommlssars von C l e v e l a n d schildert, daß ein Drittel der gesamten Bevölkerung dieser Stadt, nämlich 300 000 Menschen, a u f Stadt- und Staatskosten lebt. 60 000 Familienväter werden durch N o t - standsarbeiten beschäftigt. 30000 Familien beziehen Arbeitslosenunterstützung und 10 000 haben einen Antrag aus Unterstützung gestellt. Japans Flottenpolitik. Die amerikanischen Flottenbauplane. Tokio, 7. April. (DNB.) Auf Anfragen von Ausländskorrespondenten erklärte der Sprecher des Marineministeriums, Konteradmiral Noda, über die Haltung Japans zu den amerikanischen Flottenbauplänen, wenn Amerika, die angekündigte Verstärkung nach Tonnage und Geschützkaliber durchführen werde, so bedeute das die v o l l° kommene Aufgabe der bisherigen Flottenpolitik und die Verlegung der amerikanischen Seefront in den westlichen Pazi- f i k. Bisher sei Amerikas Seefront durch defensive Maßnahmen zum Schutze der amerikanischen Küsten und des Panamakanals bestimmt gewesen. Die jetzige Haltung dagegen, insbesondere aber die Aufrechterhaltung des Flottenverhältnisses 5:5:3, das nach japanischer Ansicht vollkommen unbegründet sei, könne nur als ein Hinausrücken der strategischen Seefront gedeutet werden. Wie Japan bisher immer erklärt habe, fei feine Flottenpolitik vom Standpunkt der nationalen Sicherheit diktiert. Jede Bedrohung des westlichen Pazifik müsse als eine Bedrohung I a - p a n s selbst aufgefaßt werden. Es fei klar, daß die seesfsrat der Reichswerke „Hermann ©Öring“ stimmte der Erhöhung des Aktienkapitals der Hermann-Göring-Derke von 5 Millionen Reichs- mark auf 4 0 0 Millionen Reichsmark zu. Die Erhöhung des Aktienkapitals erfolgt durch Ausgabe von 265 Millionen Reichsmark Stamm- aktlen, die zum größten Teil vom Reich übernommen werden, und von 130 Millionen Reichsmark Vorzugsaktien ohne Stimmrecht. Die Vorzugsaktien find mit 4,50 v. h. Bankzinsen bis zum vollen Ausbau des Merkes in Salzgitter, längstens bis zum 31. Dezember 1944, und von da an mit 4,50 v. h. kumulativer Vorzugsdividende ausgestattet. Die Vorzugsaktien werden zum größten Teil in den interessierten Wirtschaftskreisen untergebracht. Der Aufsichtsrat stimmte ferner der Errichtung eine Tochtergesellschaft der hermann- Goring-Werke zu, die das Hüttenwerk bei Linz bauen wird. Das Ludengesetz in Ungar«. Stürmische Bertrauenskundgebung für Daranyi. B u d a p e st, 8. April. (DNB.) Ministerpräsident Daranyi brachte im Abgeordnetenhaus das Ermäch- tigungsgesetz zur Regelung der Judenfrage ein, bas ben Titel trägt „Eine wirkungs- volle Sicherstellung bes Gleichgewichts im sozialen und wirtschaftlichen Sehen". Das Gesetz, dos auf ben Numerus clausus von 2 0 o. H. für ben Anteil des Jubentums am ge - samten öffentlichen Leben aufgebaut ist, wird nach ben Osterferien vom Parlament angenommen werben. Das Ermächtigungsgesetz sieht bie Bildung von Theater-, Abvokaten- und Aerzte- kammern vor. Mitglieder biefer Kammern können nur ungarische Staatsangehörige sein, wobei die Zahl der jüdischen Mitglieder 20 v. H. ber Gesamtzahl ber Kammermitglieder nicht übersteigen darf. In diese 20 v. H. werben jüdische Kriegsinvaliden, jüdische Frontkämpfer sowie diejenigen Juden, die vor dem 1. August 1919 von der mosaischen Konfession zu einer anberen übergetreten sinb und ohne Unterbrechung ber neuen Konfession angehören, n i ch i eingerechnet. Bei Handels« unb Industrieunternehmen dürfen Juden ebenfalls bis zu 20 v. H. beschäftigt werden. Die । Hahressumme der Bezüge der Juden darf 20 v. H. •ber Bezüge ber übrigen Angestellten nicht übersteigen. Unternehmen, die den gesetzlichen Bestim- mungen nicht folgen, können unter die Kontrolle eines Regierungskommissars gestellt oder verstaatlicht werden. Als Ministerpräsident Daranyi dem Abgeordnetenhaus bas neue Judengesetz bekannt gab, veranstaltete bie Regierungspartei eine st ü r m i s ch e Dertrauenskundgebung für die Regierung. Die linksoppositlonellen Parteien und bie Sozialbemokratie suchten durch Lärmszenen zu stören. Der Justizminister Mikecz legte bann dem Par- lament bas zweite Judengesetz vor. Es bezweckt die Reinigung des Pressewesens von bem heute überwiegenden Mischen Einfluß. Nach diesem Entwurf wird für ganz Ungarn eine einheitliche Pressekammer geschaffen. Die Ausübung des journalistischen Berufes, sei es als Herausgeber, Schriftleiter ober Mitarbeiter, wird an bie Mitgliedschaft in ber Pressekammer gebunben. Auch die Ankünbigung ber Maßnahmen zur Ent- jubung ber Presse wurde von ber Regierungspartei unb ben rechtsstehenben Abgeorbneten mit stürmischem Beifall aufgenommen. Dee Gauleitee zur Wahl! Zeder Deutsche ist sich der Größe der Stunde in der deutschen Geschichte bewußt und tut seine pflicht. Oer Gauleiter von Heffen-Rassau: Sprenger. England hat freie Hand. Keine automatischen Verpflichtungen im Kriegsfall. Keine Spaliung Europas. Chamberlain stellt günstigen Stand der Verhandlungen mit Italien fest. L o n b o n , 9. April. (DNB. Funkspruch.) Premierminister Chamberlain erklärte in Birmingham auf einer konservativen Versammlung, baß Cng- lanb sich das Recht Vorbehalten müsse, s e I b ft z u destimmen, ob es bie Teilnahme an einem Kriege für notwendig erachte oder nicht. England bürfe es nicht anderen überlassen, über diesen wichtigen Fall zu entscheiden. England habe es abgelehnt, neue Verpflichtungen auf dem Fe st lande einzugehen, denn es handele sich bei einem Krieg nicht um Geld, sondern um das Blut von Männern, Frauen und Kindern. Selbst wenn sich in der Zukunft einmal die bittere Notwendigkeit eines Krieges ergeben sollte, würde er trotzdem seine Zustimmung für eine Teilnahme verweigern, solange er nicht davon überzeugt sei, daß sich die Freiheit Englands auf eine andere weise nicht verteidigen ließe. Das Ziel der englischen Politik fei darauf gerichtet, Die Spaltung Europas in zwei gegnerische Lager zu verhindern. Mit ben autoritären Staaten müsse man, da sie einmal da seien, zusammen leben. Die britische Regierung wolle die Ausrüstung solange fortsetzen, bis es möglich sei, ein allgemeines Abrüstungsprogramm zu erreichen und inzwischen jede Gelegenheit Zu benützen, um freundliche Beziehungen mit jedem Lande herzustellen, bas bereit sei, ein Freund Englands zu sein. Daher sei England auch in B e - sprechungen mit Italien eingetreten. Die Verhandlungen hätten eine ganze Wolke von Mißtrauen unb Mißverstänbnissen fortgeblasen. Es bestehe heute bie Aussicht, daß die alten freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und Italien wiederhergestellt würden. Die Genfer Liga sei heute nicht in der Lage, die kollektive Sicherheit zu verbürgen. hinsichtlich der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich wiederholte er den bekannten englischen Standpunkt und fügte hinzu, er glaube nicht, daß das englische Volk den Wunsch habe, sich in einen Vorgang einzumischen.bei dem zwei Staaten den willen bekundet hätten, fich zusammenzuschließen. Bei der Besprechung ber Aufrüstung erklärte der Premier, baß die Regierung einen sorgfältig burch- dachten Plan für eine „Zwangsregistrierung" vorbereitet habe, ber im Ernstfall schnell unb reibungslos verwirklicht werben könne. Im übrigen müsse er betonen, daß die Regierung alle Maßnahmen zur Verteidigung nicht treffe, weil sie den Krieg erwarte, sondern weil sie ihn verhindern wolle. Daladier bemüht sich um die Regierungsbildung Rach dem Sturz des zweiten Kabinetts Blum. Paris, 8. April. (DNB.) Der Senat begann unter dem sicheren Schutz ber Polizei unb ber Mobilgarbe, bie wieder in beträchtlicher Stärke aufmarschiert ist, bie Aussprache über ben Finanzplan B(ums. Senator Garbey zerpflückte ben Finanzplan ohne Nachsicht und erklärte, der Entwurf sei charakterisiert durch die Auffassung: Inflation in jeder Form und bei jeder Gelegenheit. Gardeys Ausführungen wurden vom Senat mit stürmischem Beifall aufgenommen. Ministerpräsident Blum erklärte, der Gesetzentwurf der Regierung sei kein Hirngespinst. Schon seine erste Regierung 1936 habe versucht, „durch Anwendung orthodoxer Methoden" einen Ausweg aus den finanziellen Schwierigkeiten zu finden. Er und seine Regierungskollegen seien der Ansicht gewesen, daß ein Land wie Frankreich, das durch den Krieg unb Erschütterungen ber Nachkriegszeit verarmt fei, sich nur burch strenges planmäßiges Vorgehen roieber aufrichten könne. Der Vorsitzende bes Finanzausschusses Caillaux antwortete in temperamentvoller Form. Mit 223 gegen 49 Stimmen lehnte ber Senat sobann bie Finanzoorlage ߣon Blums ab. Die Regierung Blum beschloß barauf, dem Präsidenten der Republik ihren Gesamtrücktritt zu unterbreiten. Der Präsident nahm den Rücktritt an. Um 21 Uhr empfing das Staatsoberhaupt ben Senatspräsibent Jeanneney, anschließend den Kammerpräsidenten H e r r i o t. Wenige Minuten nach 22 Uhr traf bann Dalabier im Elysee ein. Er wurde sofort vom Präsidenten ber Republik empfangen und mit der Neubildung ber Regierung beauftragt. Daladier erklärte den Pressevertretern, er habe den Auftrag angenommen. Er sei ber Ansicht, baß bie neue Regierung spätestens bis Sonn- tagoormittag gebildet fein müsse. Er hoffe, daß fein Aufruf an die Einigung aller französischen Energien im Interesse des Vaterlandes und ber Republik Gehör finden werde. Die Blätter geben damit einmütig ber Hoff- nung Ausdruck, daß nunmehr der Augenblick für die Bildung eines Kabinetts des offen t- lichen Wohles gekommen sei unb betonen all- gemein ihr Vertrauen zu Dalabier. Wie bas neue Kabinett aussehen wirb, hängt allerbings im wesentlichen von ber Haltung ber Sozialdemokraten ab, bie heute abend darüber beschließen werden, ob sie sich an ber Regierung beteiligen, sie unterstützen ober sich in bie Opposition wrücfbegeben sollen. In parlamentarischen Kreisen hat man wenig Hoffnung auf eine Beteiligung der Sozialdemokraten. Im übrigen schreibt man Daladier die Absicht zu, sein Kabinett auf möglichst breiter Grundlage zu bilden, wobei man auch von der Fassung eines sogenannten Rüstungsministeriums spricht. Die „Epo- que" will wissen, daß die Regierung sich bereits am Dienstag ber Kammer vorstellen will. „Journal" schreibt, noch nie sei eine Regierung vom Senat mit solcher Verachtung abgewiesen worden, wie die Löon Blums. Sein rühmloser Rücktritt sehe die französische Bauernschaft unb bie Mittelklassen vor dem Rpin. — Der „Populaire" wütet selbstverständlich gegen den Senat. Die Haltung bes Senats habe bie Lösung ber Krise außerorbentlich erschwert, sie werbe wahrscheinlich zur Bilbung eines Kabinetts von wenig Bestaub unb wenig Autorität führen. Daraus kann man auf die Absicht der Sozialdemokraten schließen, sich nicht an einer Regierung Daladier zu beteiligen. Für Sonntag ist denn auch schon eine Massenkundgebung ber Volksfront im Osten von Paris vorgesehen, um auf bie neue Regierung gleich zu Beginn einen Druck auszuüben. 60 000 Streikende in der pariser Metallindustrie. Paris, 8. April. (DNB.) Mit jebem Tag nimmt bie Streikbewegung in ber Metallinbustrie ber Pariser Umgebung größere Ausmaße an. Donnerstagabenb befanden sich bereits weit über 50 000 Mann im Ausstand. Am Freitagfrüh griff bie Streikbewegung in ben für bie Luftwaffe arbeitenben Unternehmungen noch weiter um sich. So ist auch bie aus 5800 Köpfen bestehende Belegschaft der „Hispana-Suiza-Werke" in den Ausstand getreten. Eine zunehmende Unruhestimmung macht sich auch unter der Belegschaft der Salmson-Flugzeug-Motorenwerke bemerkbar. Auch hier rechnet man mit einem Streik. Die Gesamtzahl ber Streikenden in ber Metall- Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschristleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. IU./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. 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WEIN SPIRITUOSEN Y./10. April 1938 als sicherstes Unterpfand für den Bestand des Reiches und für eine machtvolle Behauptung deutscher Kultur. Professor D. Paul Althaus der Erlanger Theologe (in der „DAZ."): Das Ja, das wir am Palmsonntag aussprechen, hat unser Herz seit dem 13. März in Bewegung, Freude und Dank schon mit jedem Schlage gesagt. Es ist das Ja zu dem, was Gott der Herr durch den Führer an unserem Volk wunderbar getan hat. Ein neuer Tag deutscher Geschichte hat begonnen. Er muß und kann zugleich eine neue Stunde im Verhältnis zwischen deutschem Volks- staat und Volkskirche bedeuten. Beide gehören zusammen — es hilft nichts. Trotz allem, nach allen Mißverständnissen, Enttäuschung gen, Fehlern — laßt uns noch einmal mit der großen Frage einen neuen Anfang machen! Die kleine evangelische Kirche Oesterreichs, mit ihrem durch die Tat bewährten Bekenntnis zum Werke des Führers, kann die Brücke fein, über die wir im Reiche einander neu begegnen und endlich die rechte Haltung und Ordnung zwischen Staat und Kirche finden. Wir Evangelischen im Reiche, die Führer und Die- ner der Kirche, sind nicht anders gesinnt als unsere österreichischen Brüder. An ihrer Seite geloben wir aufs neue dem Führer unbedingte Treue selbstlosen Dienstes an unserem geliebten deutschen Volke! Professor Dr.-Jng. Ernst Sagebiel der Schöpfer des neuen Großflughafens Berlin (im „Berliner Tageblatt"): „Die Architektur ist wieder die Königin der schö. nen Künste geworden!" Dieser Satz aus des Führers großer Kulturrede umreißt klar die Stellung und Aufgabe von uns Bauleuten im nationalsozialistischen Deutschland. Jeder von uns muß dankbar und glücklich sein, in dieser herrlichen Zeit leben zu dürfen und an den gigantischen Bauaufgaben, die der Führer selbst betreut, teilnehmen zu können. Die besondere Liebe des Führers für das Bauschaffen, seine ständige persönliche Anteilnahme an der Durchführung der von ihm gestellten Aufgaben, die bis in alle Einzelheiten der Planung geht, bedeutet für uns Antrieb und Verpflichtung. Daß wir uns dessen stets bewußt sind, werden wir auch am 10. April beweisen. Staatsrat Wilhelm Furtwängler (in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung"): In einer Zeit, in der Deutsche überall in der Welt um ihre Selbsterhaltung und Selbstbehauptung kämpfen müssen, ist der Zusammenschluß von Oesterreich und Deutschland natürlich und notwendig. Staatsschauspieler Emil Jannings Dem Schöpfer Großdeutschlands, dem Erneuerer der deutschen Kultur, unserm Führer Adolf Hitler gilt der Dank aller deutschen Künstler. Darum — aus bewegtem Herzen unser Ja! Opernsänger Helge Roswaenge Als ich im Jahre 1934 in Graz Hugo Wolffs „Heimweh" sang, sprangen die Menschen spontan von den Plätzen, hoben die Hand zum deutschen Gruß und riefen „Heil Hitler". Da sprach d i e Stimme des Blutes, aber sie wurde niedergedrückt. Mir selbst verbot der österreichische Staat auf zwei Jahre die Gastspiele. Wie oft sprachen meine Berufskameraden in Wien und in den anderen österreichischen Städten von der Heimkehr ins Reich. Wie beneideten sie uns, wenn wir nach Berlin zurück konnten! Und nun haben auch sie den Weg in die große Gemeinschaft gefunden durch die gewaltige Tat des Führers. Sie alle drüben in der neuen deutschen Ostmark und alle hier im Reiche geben ihr freudiges „Ja", denn jetzt ist nicht nur die völkische und staatliche Gemeinschaft hergestellt, jetzt ist auch die große Basis für eine gemeinsame deutsche Kunst gegeben. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ltr.84 Zweites Matt Frühling im Burgenland. Bon Hans Chr Kaergel. Ich weiß nicht, durch welches Land ich fahre. Ist es nicht drüben die Bergstraße, die in Blüten steht? Was bedeuten hier Namen! Das Leithagebirge kennen wohl nur wenige in Deutschland, aber die deutschen Berge brauchen auch keine Namen. Vor dem hellgrünen Rücken des Gebirgszuges liegen wie weihe und hellrote Teppiche die ausgedehnten Obstgärten des gesegneten Burgenlandes. Hell flutet die Sonne darein. Ein eben aufgekommener Wind läßt es Blüten schneien. Die roten Ziegeldächer der alten fränkischen Siedlungen leuchten im Grün. Die weiten Weingärten und Berge lassen mich ganz vergessen, daß ich im s ü d ö st l i ch st e n Winkel unseres großen deutschen Vaterlandes dahinfahre. Ich nehme nicht den Mund zu voll, wenn ich dieses Land nur mit unserer Berg st raße bei Darmstadt vergleiche. Es fehlt auch nicht an den fröhlichen, singenden Menschen. Nur ist ihre Freude in diesen Tagen ein heiliger, mitreißender Rausch. Vom frühen Morgen bis 3um Abend stehen Kinder, Männer und Frauen an den Straßen der Dörfer. Jeder Wagen wird umjubelt und jeder Mensch gegrüßt. Die Schulen mußten geschlossen werden, denn kein Junge und Mädel hätte noch auf den Lehrer hören können, wenn draußen auf der Straße die Wagen aus dem großen Deutschland oorüberfuhren oder gar Soldaten marschierten. Es ist die größte und heiligste Zeit ihres Lebens, sie müssen sie mit fliegenden Herzen miterleben. In Pöttelsdorf halten wir zu kurzer Rast. Da gibts eine Ueberraschung. Der Wirt fragt mich, ob ich einen „B i s m a r ck w e i n" probieren möchte? Wie kommen nur die Pöttelsdorfer auf Bismarck? Da erzählt mir stolz der Wirt, daß Bismarck nur „Pöttelsdorfer Burgunder" getrunken habe. Seine klügsten Gedanken hab'e er sicher dem uralten deutschen Burgenländer Wein zu danken, den er immer nur als „Ungar-Wein" getrunken hat. Dann sitzen wir um den runden Disch herum und sie reden sich einmal frei von allem, was sie bisher bedrückte. Der Herrgott hat es sicher besser mit ihnen gewollt. Denn bis hinunter zum Neusiedler See ist alles gute saftige Erde, die nur am Bergrand von leichterem Boden abgelöst wird, darauf der gute Wein gedeiht. Zwischen den Feldern stehen überall Obstbäume. Das ganze Land ist ein einziger Garten. Und doch hat dieser Garten keinen Segen abgeworfen. Die Regierung zu Wien hatte den Weinhandel allein den Juden zugeschanzt. Es gab keinen deutschen Weinhändler. Die Juden bestimmten die Weinpreise, die Juden gaben Schleuderpreise für das Obst. Im vergangenen Jahr blieben die Zwetschgen an den Bäumen. Es lohnte sich nicht, sie zu pflücken. Der Jude zahlte nichts dafür. Soll es einen da noch wundern, daß in diesem reichen Herrgottsland die Bauern und Kleingärtner so ärmlich einhergingen und ohne Hoffnung waren? Nun begannen die Augen der Menschen au strahlen. Sie bekannten ihre große Hoffnung und ihre Gewißheit. „Jetzt ist Frühling i m Land" — hieß es. Zwar ist er eine Woche zu früh gekommen, aber ebenso früh ist auch der deutsche Frühling hier eingebrochen. Er hatte sie so überrascht, daß alle Häuser bei weitem noch nicht mit Fahnen geschmückt werden konnten. Dafür aber war das Haus ohne Fahne mit unendlich vielen grünen Hakenkreuzen geschmückt. — Wie oft erlebte ich das nun auf der Fahrt durch die einsamen Dörfer. Triumphbögen stehen am Anfang und Ende, und viele Ehrenpforten mit Grüßen an den Führer schmücken die Dörfer, die nie zuvor ein so festliches Gewand zeigten. In jedem Dorf müssen wir halten und erzählen, woher wir kommen. Rückt der Wagen wieder an, braust hinter uns her das Bekenntnis: „Ja, ja, ja, ein Äolk, ein Reich, ein Führer!" Nun geht's die Berge hinauf. Wir kommen ins mittlere und südliche Burgenland hinein. Wälder tun sich auf, Berge von Holz, das keinen Weg in die Welt fand, liegen an den Straßenrändern. Tief unter uns grüßt die farbenfrohe Frühlingslandschaft, die uns an Thüringens liederselige Waldwelt erinnert. Im nächsten Dorf sehen wir aber strohgedeckte slawische Siedlungshäuser. Wir fahren in ein Kroatendorf hinein. Denn von den 300 000 Einwohnern dieses südöstlichsten deutschen Zipfels sind rund 30 000 kroatische Bauern mit zu uns gekommen. Das Wunder aber ist, daß sie mit zu den treuesten Gefolgsmännern unseres Führers gehören. Hier gibt es kein Haus und keine Hütte, an dem nicht Fahnen und Fähncheck fröhlich flatterten. Der Bürgermeister bittet mich, der Welt zu verkünden, daß 75 v. H. der Bevölkerung des Dorfes schon in der Schuschnigg-Zeit zu Adolf Hitler gestanden hätten. Heut aber könne er schon mit Stolz vermelden, daß sein Dorf zu 100 v. H. freudig mit „Ja" stimmen werde. Und dieses Bekenntnis wiederholt sich hier von Dorf zu Dorf. Immer wieder wird mir die Bitte aufgetragen, es zu vermelden, daß das Burgenland, das jüngfte Bundesland des ehemaligen Oesterreich, das treuste deutsche Land sein und bleiben will. Wie oft wurde ich dabei an die Geschichte des Burgenlandes gemahnt. Wahrhaftig, die Burgenländer find es gewohnt, für Deutschland Wache ^u halten. Hier ist die Völkerwanderung durchgegangen, hier ist Dietrich von Bern geboren, hier sind Burgenländer Deutsche in den Türkenkriegen verblutet. Bis in die jüngste Zeit haben sie sich wehren müssen. Zuletzt noch gegen Bela Kuhns räuberische Mörderbanden. Sie waren nicht vom Schicksal verwöhnt und nahmen es gelassen hin, daß sie bisher als „Oesterreichs Stiefkinder" galten. Noch klagen die Straßen an! Noch klagt die hungernde Bevölkerung die sie rücksichtslos Regierenden von einst an! Aber jetzt ist Frühling geworden auch bei den Menschen. Das sehe ich im Dörflein S t o o b. Gerade geht der Dorfpolizist mit seiner mächtigen Trommel die Dorfstraße entlang und trommelt alt und jung heraus. Dann verliest er mit weithin hallender, feierlicher Stimme den Erlaß des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring: „Es gibt keine Ausgesteuertenmehr!" Im nächsten Augenblick fassen sich die Leute an den Händen und tanzen in kindlicher Freude jubelnd über die Straße. Es ist wirklich Frühling im Burgenland! Es ist ein merkwürdiger Zufall, daß im selben Augenblick auf den Bauernkarren die Jugend von der ersten deutschen Musterung zurückkommt. Wie alte Landsknechte halten sie auf ihren Wagen an langen Stangen die neue deutsche Reichsfahne. Und Adolf Hitlers Fahne weht über der singenden Jugend. „Lieb Vaterland magst ruhig sein!" Immer singt weiter, ihr lieben jungen Burschen! Ich weiß, das Burgenland trägt seinen Namen zu Recht. Der deutsche Mensch hier ist die uneinnehmbare Burg im südöstlichsten deutschen Raum. Das wird am 10. April die ganze Welt erfahren. Wir alle gehören dem Führer. - & Alt und jung, wir alle gehören dem Führer und sagen ihm Dank mit unserem Ja am 10. April. Aus bewegtem Herzen: unser Za? Männer des öffentlichen Lebens geloben Treue dem Führer und Jteid)! Professor Dr. Carl Lüer Leiter der Reichsgruppe handel (im „Berliner Tageblatt"): Seitdem das alte Deutsche Reich an der Ohnmacht der Zentralgewalt zerbrochen war, ging das Streben der besten Männer aus allen Teilen unseres Volkes unablässig dahin, das Reich aller Deutschen wieder erstehen zu lassen, lieber ein Jahrhundert mußte vergehen, ausgefüllt mit Kämpfen, Siegen und Rückschlägen, ehe der Traum von Reichseinheit Wirklichkeit werden konnte. In diesen Wochen und Tagen durften wir Zeugen der Geburtsstunde eines größeren Deutschlands sein. Von der Größe und Gewalt dieses historischen Ereignisses verstummen alle unsere kleinlichen Sorgen des Alltags. Eine neue Epoche deutscher Geschichte ist durch die Tat des Führers eingeleitet, an deren Schwelle das einige und große, freie und mächtige Deutsche Reich steht. Zeigen wir uns würdig der Gegenwart durch unser einmütiges Bekenntnis zu Führer und Volk am 10. April! Kommerzienrat Dr. Hermann Nöchling-Bölklinqeu-Saar (im „Berliner Tageblatt"): Der Führer gab uns Arbeit und Brot. Er schloß uns zur Volksgemeinschaft zusammen. Er schuf die deutsche Wehr auf der Erde, zu Wasser und in der Luft. Er errang uns die Freiheit und den Schutz unserer Grenzen. Er stellte die Wirtschaft im Vier- jahresplan vor die größten denkbaren Aufgaben und hob sie dadurch zu ihrer wahren höchsten Pflicht. Zuletzt aber hat er in genialster staatsmännischer Meisterschaft unsere alte Ostmark ohne ein Tropfen Blutvergießen heimgeführt. Wir danken ihm durch unser Gelöbnis, ihm mit allen unseren Kräften zu dienen. Dieses Gelöbnis ist der Sinn unseres Ja am 10. April 1938. Staatsrat Geheimrat Prof. Dr. Sauerbruch (in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung"): Fünf Jahre. planvoller, willensstarker Aufbauarbeit unseres Führers haben Deutschland neu gestaltet. Was der einzelne an Arbeit und Beruf täglich erlebt, ist in Wahrheit ein stolzes Wahrzeichen nationaler Leistung des ganzen Volkes. Wehrfreiheit und Wehrmacht sowie der Wille zum geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbau werden nunmehr Deutschlands Weltgeltung sichern. Dieser Glaube an unsere Zukunft hat durch die Rückkehr unseres Brudervolkes in das große Deutsche Reich neue hoffnungsvolle Stärkung erfahren. Am 10. April, dem Tage der Volksabstimmung, wird dieser großen geschichtlichen Tat das freudige Bekenntnis der ganzen Nation zum Führer folgen, Das danken wir dem Führer. Sport treiben ist gesund und — jetzt auch für alle deutschen Menschen erschwinglich. So sind Millionen deutscher Menschen durch die Tätigkeit der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranlaßt worden, sich dem Sport zuzuwenden. Der Betriebssport ist zu einer Einrichtung geworden, die sich kraftvoll durchgeseht hat und immer neue Freunde findet. 3m Jahre 1937 haben 7 Millionen Männer und Frauen an Sportkursen der RS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" teilgenommen. Seit 1934 wurden an über einer Million llebungsslunden 21 Millionen Teilnehmer gezählt. Niemand hungert und friert. Oie Flotte des Friedens. - W1 Das größte Hilfswerk aller Zeiten ist das vom Führer geschaffene Winterhilfswerk des deutschen Volkes Fast zwei Milliarden Reichsmark hat es in fünf Winterhilfsjahren zur Linderung der Not aufgebracht. Welches Volk kann gleiches von sich sagen? Deutsches Volk, sei stolz auf Deinen Führer und bekenne Dich zu ihm am 10. April mit Deinem Ja. Seit 1934 merben durch „KdF." 384 Seereisen mit 490 000 Teilnehmern, über 60 000 Land« führten mit über 19 Millionen Teilnehmern 133 000 Wanderungen mit rund 3 Millionen Teilnehmern durchgeführt. Das danken mir dem Führer am 10. April mit unserem „Ja"! Das Geheimnis der Aufbaufinanzierung. Der deutsche Geld- und Kapitalmarkt wies zur Zeit der Machtübernahme alle krisenhaften Symptome auf, welche durch die allgemeine Wirtschaftskrise der vorhergeaangenen Jahre und insbesondere durch die Kreditkrise des Jahres 1931 in Erscheinung getreten waren. Erinnern wir uns nur an einige wichtige Punkte: 1. Abzug der Auslandskredite, wodurch die Erschöpfung des Geld- und Kapitalmarktes völlig offenbar wurde; 2. Ueberhöhte Zinssätze; 3. Erstarrung der Kreditbeziehungen, welche durch die Bezeichnung „Eingefrorene Kredite" den deutlichsten Ausdruck gefunden hat. Für die jje- waltigen Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung, Wie- derwchrh-aftmachung und späterhin für den zweiten Vierjahresplan mußte unter allen Umständen ein geordneter und leistungsfähiger Geld - und Kapitalmarkt wiederher gestellt werden. Die Maßnahmen, welche zur Erreichung dieses Zieles im Laufe der verflossenen fünf Jahre getroffen wurden, können nach drei großen Gruppen §eordnet werden: I. Einheitliche Lenkuna und Förderung des Geld- und Kapitalmarktes; II. Bereinigung der Schuld Verhältnisse; III. Zinssenkung. Bei der Beurteilung der einzelnen Maßnahmen darf jedoch nicht vergessen werden, daß sie fast immer auch auf die anderen Gruppen sich aus- gewirkt haben. So wirkte die Bereinigung der Schuldverhältnisse sich auch in einer größeren Aufnahmefähigkeit des Kapitalmarktes aus; die Zinssenkung wiederum erleichterte die Bereinigung der Schuldverhältnisse usw. I. Einheitliche Lenkung und Förderung des Seid- und Kapitalmarktes. 1. Um die Jahresmitte 1933 wurde ein Kabinettsausschuß zur Regelung und Ueber- wachung des Geld- und Kapitalmarktes gebildet. Er sollte „insbesondere allein und autoritativ bevollmächtigt sein, alle die den Gell)- und Kapitalmarkt betreffenden Angelegenheiten zu regeln und zu überwachen". 2. Um den Kapitalmarkt nicht ungebührlich und nur für volkswirtschaftlich wichtige Zwecke in Anspruch zu nehmen, führte die Reichsbank eine Emissionskontrolle durch, welche zwar streng, aber keineswegs starr gehandhabt wurde. 3. Durch Bankgesetznovelle vom Oktober 1933 wurde die Reichsbank zur Anwendung der Offen- Markt-Politik ermächtigt. Sie konnte danach bestimmte festverzinsliche Wertpapiere kaufen und verkaufen und diese zur bankmäßigen Deckung des Notenumlaufs heranziehen. 4. Das Anleihe st ockgefetz vom Dezember 1934 förderte durch die Begrenzung der Dividendenausschüttung die Aufnahmefähigkeit des Kapitalmarktes für Reichsanleihen. 5. Das Reichsgesetz über das Kreditwesen vom Dezember 1935 bildet die Grundlage einer Neuordnung des deutschen Kreditwesens. Es bringt eine Trennung zwischen Geld- und Kapitalmarkt, Einbeziehung lombardfähiger Wertpapiere in die bankmäßige Liquidität. Großkredite über 1 Million Mark unterstehen amtlicher Kontrolle. Maßgebliche Reichsbehörden werden an wichtigen Entscheidungen über Fragen der deutschen Bank- und Kreditpolitik beteiligt. II. Bereinigung derEchuldverhältniffe. 1. Das Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhällnisse vom 1. Juni 1933 gibt die Möglichkeit, die Verschuldung der Betriebe und deren Zinslast auf ein tragbares Maß zu senken. Die Maßnahmen sind weitgehend durch- gefuhrt. 2. Die Schuldverhältnisse der Gemeinden werden durch das Gemeindeumschuldungsgesetz vom September 1933 bereinigt. 3. Die staatlichen Aufträge führen dazu, daß die gewerbliche Wirtschaft aus eigner Kraft die eingefrorenen Kredite auftauen und zurückzahlen kann. Ihre finanzielle Leistungsfähigkeit ist so weit gestiegen, daß die Finanzierung von Neu- und Erweiterungsbauten für den Diersahresplan weitgehend von der gewerblichen Wirtschaft s e l b st getragen werden kann (Selbstfinanzierung). 4. Hypothekenforderungen und Aufwertungsfälligkeiten werden durch gesetzliche Maßnahmen vom Dezember 1935 und Dezember 1936 unter besonderen Kündigungsschutz gestellt bzw. gesetzlich gestundet. 5. Die Auslandsverschuldung ist durch besondere Abkommen mit den betroffenen Ländern geordnet. III. Zinssenlung. 1. Nach verschiedenen einleitenden Maßnahmen, zu denen die Emission der 4prozentigen G e - meindeumschuldungsanleiye gehört, erfolgte durch Gesetz vom Januar bzw. Februar 1935 die Senkung der Zinssätze für Pfandbriefe und Kommunalschuldverschreibungen sowie der öffentlichen Schuldtitel. Das Konversionsangebot wurde von 99 v. H. der Gläubiger angenommen. Insgesamt wurde damals ein Block im Werte von nominell 10 Milliarden Mark von 6 v. H. und höher auf 4,5 v. H. gesenkt. 2. Auch der Zinsfuß für Bankkredite wurde durch Maßnahme vom 1. März 1935 herabgesetzt. 3. Durch Gesetz über Hypothekenzinsen vom 2. Juli 1936 wird die Zinssenkung auch auf Privathypotheken ausgedehnt. 4. Im Laufe der Jahre 1936 und 1937 gestattete die Marktlage auch eine Herabsetzung des Zinsfußes der Jndustrieobligationen auf 5 bzw. 4,5 v. H. IV. Ergebnisse. Die Finanzierung des gewaltigen Aufbauprogramms konnte reibungslos durchgeführt werden. Beit 1935 sind 8,8 Milliarden Mark Konsolidierungsanleihen untergebracht worden. Die gesunde Kapitalmarktlage und die S t e i - aerung des Steueraufkommens von 6,5 auf 14 Milliarden Mark in der Zeit von 1933 bis 1938 ermöglichen jetzt, von der weiteren Finanzierung mittels Sonderwechfel abzugehen. In Zukunft erfolgt die öffentliche Finanzierung direkt aus dem Steueraufkommen und im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Kreditmarktes. Die deutsche Währung ist stabil geblieben. Das Preisniveau wurde aufrechterhalten. Bilder von der Wasserkante. Lebenswille und Aufstieg überall, —»praktisch keine Arbeitslosen. — Alle Schiffe in Fährte— Wo das Arbeiten Freude macht. Don unserem auf eine Deutschlandreise entsandten Sonderberichterstatter Heinz Otto. Kiel, im April 1938. Man kann sich gemeinhin kaum eine Vorstellung davon machen, wie groß unser neues Deutschland ist. Gestern lag ich noch zwischen blühenden Krokussen in Hemdsärmeln auf einer Wiese im badischen Lande, heute stehe ich frierend an dem leeren Kai im Bremer Hafen. Der Sturm heult um die Schuppen und peitscht Hagelkörner vor sich her. Das graue Wasser im Hafenbecken hat weiße Schaumköpfe. Es ist Sonntag, und wer nicht unbedingt hinaus muß, bleibt bei diesem eisigen Nord west zuhause sitzen. Nur ein einziger Afrika- Dampfer, der am Abend Bremen ve^assen soll, liegt fest vertäut vor den langen schwarzen Schuppenreihen, und emsige Krane füllen den unersättlichen Leib des Dampfers mit Stückgütern nach den chemals deutschen Kolonien. Mit einem Hafenpolizeibeamten streife ich durch die leeren Hafenanlagen, nur hin und wieder begegnen wir einem Zollbeamten, der die wohlgefüllten Speicher bewacht. „So wie heute, am Sonntag, sah es vor 1933 auch an sogenannten Arbeitstagen hier im Hafen aus. Alles war still und tot. Aber Sie müssen jetzt einmal am Wochen- t a g hier sein, dann liegen die Dampfer dicht an dickt, einer hinter dem andern, vor den Schuppen, uno ein wimmelnder Arbeitsbetrieb ist hier, wie er größer in dem besten Jahr der Bremer Hafengeschichte, im Jahre 1913, nicht gewesen ist." Später sitze ich mit einem Ratsherrn der Stadt Bremen zusammen im Gewölbe des Bremer Ratskellers bei einem steifen Grog, der die Lebensgeister wieder etwas erweckt. Der alte Senator putzt sich seine goldumränderte Brille und liest mir dann aus seinem Merkbuch eine Reihe von Zahlen über die Entwicklung der Stadt Bremen vor, die in den letzten Jahren so in die Höhe geschnellt sind, wie man es noch im Jahre 1936, als ich das letztemal in Bremen war, nicht für möglich gehalten hätte. Schon damals war man stolz auf die drei ersten Jahre nationalsozialistischer Regierung. Inzwischen sind diese Erfolge noch bedeutend überboten worden. „Bremen hatte bis zum Jahre 33 sehr mit der Arbeitslosigkeit zu kämpfen", so berichtet der Ratsherr der Stadt. „Damals hatten wir 64 000 Arbeitslose, heute haben wir praktisch gar keine Arbeitslosen. Im Jahre 1933 waren 112 000 Menschen in Bremen beschäftigt, bis heute ist die Beschäftigungsziffer auf 220 000 angewachsen. Das ist auch nicyt erstaunlich, wenn man die Zahlen der bremischen Flotte kennt. 1933 lagen Schifte von einer Gesamttonnage von 200 000 Brutto-Registertonnen auf. Es war der reine Schiffs- friedhof. Heute sind alle Schiffe in Fahrt; allein für die Bremer Flotte werden dazu noch 250 000 Brutto-Registertonnen Schiffsraum gebaut. Wie sich dieses Schiffsbauprogramm ausgewirkt hat, darüber einige Zahlen unserer Werften. Alle Weserwerften zusammen beschäftigten im Jahre 1933 3000 Arbeiter. Heute, im Jahre 1938, sind 27 000 Arbeiter auf den Werften tätig, und zu den damals vorhandenen Werften sind noch drei als Neubauten hinzugekommen." „Bei Ihrem Rundgang durch das Hafengebiet werden Sie auch unsere Rohölraffinerie-Anlage gesehen haben, es ist die größte Europas. Hier werden nur deutsche Rohöle, hauptsächlich aus der Lüneburger Heide, aufbereitet. Auch unser Handelsverkehr ist ungeahnterweise gestiegen. Daß sich dieses Aufblühen der Stadt auch auswirkt in der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung, weisen die Sparguthaben auf. Bis 1932 war das beste Jahr das Jahr 1913, das überhaupt als Rekordjahr Bremens anzusehen ist. Im Jahre 1913 lagen auf den Bremer Banken 139 Millionen als Sparguthaben. Heute, im Jahre 1938, sind die Sparguthaben, die in der . Systemzeit fast völlig abgehoben waren, wieder auf 155 Millionen angestiegen." Diese Entwicklung, die die Stadt Bremen genommen hat, ist nicht zuletzt auf die besondere Form der Bremer Betriebe zurückzuführen. Selten habe ich auf meiner Reise Fabriken oder Büroanlagen gesehen, die so bis ins Letzte den Forderungen der deutschen Arbeitsfront entsprechen. Es sind dies Arbeitsstätten, in oenen das Arbeiten Freude macht. Am Abend desselben Tages sitze ich in Hamburg in einer Hafenkneipe. Der Wind ist vielleicht noch heftiger geworven; jedenfalls ist das Bedürfnis nach einem heißen Grog noch gestiegen. Ich sitze in einer Ecke des rauchigen Schankraumes, in dem man kaum aufrecht stehen kann, ohne an die Decke zu stoßen, lieber dem Schanktisch schaukelt in dem Zugwind, der jedesmal, wenn jemand die Tür nach draußen aufmacht, durch das Lokal fegt, eine ausgestopfte Riesenschlange. Mit ihren Glasaugen starrt sie gerade in die Ecke, in der ich mit einem Die kleine Wolke. Don Curt Krispien. Ziemlich unvermerkt — wer sieht in einer großen Stadt ständig nach dem Himmel? — flog aus dem Westen finsteres Gewölk herauf, bis die naffe, kalte Peitsche eines stürmischen Regens die Menschen von der Straße unter Häuseroorsprünge und in Haustürnischen trieb. Auch Tilla hatte in einem Toreingang Schutz gesucht. Ihre Lippen waren schmal zusammengepreßt, und ihre Augen sahen trostlos auf die Straße. Aber das hing nicht mit dem Regen zusammen! Georg hatte sie versetzt, im Stich gelassen. Und das in einem Augenblick, wo sie ihn zum erstenmal um seine Hilfe gebeten hatte. Noch klang chr seine Stimme im Ohr: „Verlaß dich darauf! Ich bin Punkt fünf an der Untergrundbahn, Ausgang Uhlandstraße." Aber er war auch um halb fechs noch nicht dagewesen. Und dann kam dieser Regen ... Tilla seufzte leicht. In diesem Augenblick verdunkelle ein Schatten den Toreingang, ein großer Herr kam hereingestampft, fluchte halblaut, aber auserlesen und schüttelte die Regenttopfen von sich wie ein nasser Pudel. Tilla räusperte sich vernehmlich. Da schrak der der Fremde zusammen. Er hatte sie im Halbdunkel nicht gleich bemerkt und entschuldigte sich jetzt mür- risch: „Verzeihung! Ich glaubte, außer mir wär' keiner da." Er warf einen schnellen, scharfen Blick unter ihren Hut und fuhr in wesentlich muntererem Tone fort: „Tolles Wetter, wie?" Seine Art, ein Gespräch zu beginnen, war nicht gerade originell, doch zeigte er dabei so viel harmlose Nettigkeit, daß Tilla ttotz ihrer Verstimmung lächeln mußte. Er bemerkte es mit Genugtung. „Na also", sagte er, den Onkel-Erich-Ton beibehaltend, der in merkwürdigem Gegensatz zu seinem jungenhaften Aussehen stand, „jetzt gefallen Sie mir schon bedeutend besser. Ich gebe zu: der Silberfuchs ist naß geworden, und das Hütchen hat gelitten, aber ist das wirklich schon ein Grund zu schlechter Laune? Sie hätten Ihren Schirm mit- nehmen sollen!" Eigentlich hatte Tilla gar nicht antworten wollen, aber daß jemand von ihr glaubte, sie könne wegen eines Regenschauers böse sein, das ging ihr doch zu weit! Georg hatte sie stehen lassen, Georg, der einzige Mann ihrer gewiß nicht kleinen Bekanntschaft, dem sie blind verttaut hatte. Und da redete dieser ftemde Mensch von einem naß gewordenen Hütchen und dergleichen! Was würde nun aus ihrer Sache mit dem Intendanten Berkow, von Oer so ungeheuer viel, fast alles, für sie abhing? Georg! Georg! Ihr Aerger drängte an die Luft. „Was wollen Sie denn eigentlich von mir?" hörte sie sich sagen. „Mich kennenlernen, ja, ich weiß! Sich mit mir verabreden, morgen um fünf, im Cafö. Hab' ich recht? Und vielleicht werden Sie auch kommen, wenn Sie inzwischen nicht eine Bekanntschaft machen, die Ihnen lohnender scheint!" Er hatte ihren Ausbruch erstaunt über sich hin- gehen lassen, dann sah er sie nachdenklich und prüfend an. „Ach, so ist das!" sagte er endlich. „Don daher weht der Wind. Sie sind versetzt worden! Ich verstehe. Aber deswegen müssen Sie nicht gleich glauben, daß wir alle so sind. Ich — beispielsweise — komme stets, wenn ich mich verabredet habe. Und in diesem Falle ganz besonders gern. Versuchen Sie es mal mit mir!" Tilla biß sich auf die Unterlippe und schwieg. Es war ihr schrecklich unangenehm, daß sie sich verraten hatte. Sie warf einen verzweifelten Blick auf die Straße, aber der Regen platschte immer noch herab. Der Fremde lächelte gutmütig. „Ich sehe schon, Sie haben etwas gegen mich. Ich weiß zuviel! Aber ich gehe ja gleich ..." Er kritzelte etwas auf den Rand der Zeitung, die er in der Hand hatte, riß das Geschriebene ab und hielt es Tilla hin. Sie sah ihn zögernd an. Er stand jetzt dicht vor ihr, und sie konnte sehen, daß er doch nicht mehr so ganz jung war; Mitte, Ende dreißig vielleicht. In seinen Augen lag ein stiller, warmer Glanz. „Nein, Sie sollen sich nicht mit mir verabreden. Aber ich gebe Ihnen hier meine Telephonnummer, und wenn Sie mich anrufen wollen — das muß nicht morgen oder übermorgen fein —, ganz gleich, wann immer, ich werde mich sehr freuen. Hören Sie: Ich werde mich immer freuen ..." Seine Augen, groß, grau, leuchtend, drangen auf sie ein. „Sie werden mich anrufen ..." „Ich werde Sie anrufen", widerholte sie leise und nahm den Zettel an. Abgewandt, vernahm sie rasche Schritte, und als sie wieder aufsah, fand sie sich allein. Sie wartete noch kurze Zeit, bevor sie gleichfalls ging. Der Regen hatte aufgehört, durch dunkle Wolkenfetzen fielen schon die ersten Sonnensttahlen auf die nasse Straße. Tilla atmete langsam und tief bie gereinigte Luft. Sie schüttelte den Kopf, verwirrt und leicht verwundert. Da fuhren Autos, Straßenbahnen. Die Menschen kamen, gingen, stießen sich in Hast. Es war das gewohnte Bild. Sie sah auf ihre Hand herab, die etwas fest umschlossen hielt. Dann öffnete sie die Finger, seufzte halb unbewußt und ließ den Zettel ungelesen in dem frischen Wind flattern. Am Abend rief Georg bei ihr an: „Kannst du entschuldigen, Tilla, daß ich dich warten ließ? Aber ich traf Berkow zufällig, als ich auf dem Wege zu dir war, und habe gleich mit ihm gesprochen. Er will dich spielen lassen! Wahrhaftig, Tilla, da ist für dich eine kleine Rolle im nächsten Stück. Freust du dich sehr?" Tilla wollte sprechen, Georg danken, ihm abbitten und ihm beichten, aber das alles ließ sich nicht so schnell in Worte fassen, und schon klang wieder Georgs Stimme an ihr Ohr: „Das hat ja toll geregnet heute nachmittag! Du bist doch hoffentlich nicht naß geworden, armes Kind?" „Ach, es war gar nicht so schlimm, sagte Tilla in wunderlichem Tone, „es war nur eine kleine Wolke ..." Oer Hundekauf. Wie,man einen Hund kaufen soll, was es dabei alles zu beachten gibt und wie man sicher fein darf, den einen' Hund zu wählen, der ein richtiger Freund zu werden vermag, darüber plaudert der bekannte Tierschriftsteller Philipp Gottfried Maler zu entzückenden Bildern und mit guter Laune im Aprilheft von Velhagen & Klasings M o - natsheften. Er erlebt die Qual der Wahl, und unter den vielen Mitteln, die ihm zu feiner Anschauung verhelfen sollen, ist eines so merkwürdig, daß man es verbreiten sollte. Er hält nämlich den Hundebildern mit den Fingern die Nase zu und stellt fest, daß sie dann sämtlich an Menschen erinnern. Ohne Nase schauen sie einen ganz anders an, menschlicher; man fühlt das Vierbeinige, das Animalische nicht so stark. So kommen wir am besten weiter. „Pudel", fährt Maler fort, „muß ich zugeben, sind also doch außerordentlich kluge Geschöpfe. Würde man sich nicht gut mit ihnen unter, halten? Doggen haben prachtvoll entschlossene Gesichter. Würde man sich nicht sehr sicher neben ihnen fühlen? Setter, englische, irische und schottische Setter gehören zu den schönsten Schöpfungen der Rafsezucht, und wenn man ihnen die Nase zuhält, meint man, sie seien musikalisch. Sie haben ein herrliches Fell aus langem Seidenhaar und sollen ihrem Herrn bedingungslos ergeben fein. Aber wer außer den Windhunden hat jenen berückenden wiegenden Gang, den man an einigen Frauen sieht? Niemand hat ihn als diese Frauen und die Windhunde. Keines von allen Hundewesen ist so viel Mensch geworden wie der Windhund. Wenn ich aber meines Nachbarn Spaniel sehe, möchte ich diesem Nachbarn glauben, welcher der Ansicht ist, es sei das einzig richtige für mich, einen Spaniel ins Haus zu nehmen. Dieser Spanielfreund hat übrigens einmal einen Bobtail besessen und ist auch davon des Lobes voll. Der originellste Hund der Erde ist nach seiner Meinung der Bobtail. In der Tat, es wäre eine höchst aparte Sache, Herr eines Bobtails zu sein, jenes altenglischen Schafhundes, der zwischen Bär und alten Lotsen zusammensitze, der hier allabendlich einen Teil seiner Pension in Grog umsetzt. Der Alte ist bei meinen Erzählungen immer ernster geworden. Es kommt nicht häufig vor, baff in dieser alten Schifferkneipe mal eine Landratte ihr Garn spinnt. Meist schwirren hier nur die Erzählungen aus Schanghai und Frisco, aus Rio und Neuyork durch die rauchgeschwängerte Lust. Selten kommt es vor, daß hier Namen von Städten, die nicht an irgendeinem Ufer des Weltmeeres liegen, genannt werden. Doch heute hört man - mir zu, wie ich aus Wien, aus Linz, aus Graz und Salzburg erzähle. Wie ich den Männern, die einer nach dem andern an den Tisch kommen, berichten kann von dem Einzug Adolf Hillers in das neue deutsche Land Oesterreich. Der alte Lotse wird, je weiter die Nacht fortschreitet, immer gedrückter. Schließlich meint er auf meine Frage, warum er denn so ernst sei, indem er fluchend mit der Faust auf den Tisch schlägt: „Daß man schon so alt ist, daß man weiter nichts mehr tun kann als ja sagen, schämen muß man sich beinah. Aber ihr Jungen, wenn ihr nicht mit- Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von I Optiker JBiagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant macht", dabei stößt er einen Leichtmatrosen, der neben ihm sitzt, ziemlich heftig in die Seite, „bann soll euch der Deubel holen. Da muß doch jeder mithelfen!" Wir haben noch manche Stunde bei Braunbier und Köm zusammengesessen. — Unter den Seemännern, die um unfern Tisch saßen, waren auch Engländer und Franzosen, die stumm zuhörten,, wie ihre deutschen Kameraden stolz von dem neuen Land Oesterreich sprachen. Keiner war unter uns, der nicht stolz gewesen wäre, einer dex 75 Millionen Deutschen zu sein. Früh am andern Morgen rollt unser Wagen aus Hamburg hinaus nach Norden i n _ das Marschland. Unendlich wölbt sich der Himmel, in dem riesige.Wolkenberge wie Segelschiffe dahinziehen, über der fruchtbaren Ebene. Winzig er» scheinen die stattlichen Häuser der Marschbauern unter der Majestät dieses Himmels, der die Landschaft beherrscht. Es ist ein gesegnetes Land, das seinen Bewohnern großen Wohlstand gebracht hat. Man sieht es den Häusern dieser Bauern an, daß sie Könige auf ihrem Besitz sind. Zu diesem Land ist in den letzten Jahren immer neues Land hin zu erobert worden. Der Arbeitsdienst, die Bauern und Arbeiter dieses Landes haben nach großzügigen Plänen das Meer zurückgedrängt, dessen Wellen sich immer tiefer in den fruchtbaren Ackerboden hineinfraßen. Der Adolf-Hiller-Koog, der Hermann-Göring-Koog und im letzten Jahre der Flnkenhaus-Hallig-Koog sind unter den Händen, dieser Männer entstanden. Mächtige Deiche dämmen das Meer zurück und lassen dort, wo noch vor wenigen Jahren das Meer war, heute saftige Wiesen grünen und goldenen Weizen reifen. In Husum gibt uns der Arbeitsdienstführer einige Zahlen an, die in knapper Form den bisher geleisteten Teil des Zehn-Jahresplanes des Gauleiters Lohse umreißen. 20 0 0 0 Morgen Neuland, das sind 5000 Hektar, wurden durch Eindeichung gewonnen. Auf diesem Neuland konnten bisher 4 0 0 Siedlungen eingerichtet werden, auf denen Bauern mit ihren zahlreichen Familien Arbeit und Brot gefunden haben. Durch die Eider- Abdämmung konnten allein 42 000 Hektar Land neu erschlossen werden. Diese riesige Fläche, die bisher durch Ueberschwemmungen ständig bedroht war und nur ein saures Gras, das nicht verfüttert werden konnte, hervorbrachte, ist durch die Abdämmung und Dränage zu wertvollem Weideland geworden. Ich habe mit den Siedlern des Finkenhaus- Hallig-Koogs gesprochen. Es sind prachtvolle Menschen, die dem unersättlichen Meer immer neues Land abringen. Ein Bauer führt mich hinaus auf den Deich, an dem von der See her, vom Wind Lamm kunstvoll die Mitte hält. Ich würde ihn Robinson nennen. Schließlich blieb uns doch allen ein Stück Jnselromantik im Blute, Liebe zu vorzioi- lisierter Treuherzigkeit, die einem Bobtail aus Fell und Augen blickt. Wahrlich, ich glaube, Bobtails und alle diese altmodischen Schafhunde aus England, Rußland und Ungarn, die Owtscharki, Kuvasz, Puli und Kommondor, die Burschen mit dem Reiz urtümlicher Grimmigkeit und mit dem Zauber der verhängten Augen, sie sind recht eigentlich die romantischen Hunde. Sollte nicht zwischen ihrer zottigen Unordentlichkeit und einem unentschlossenen Tierfreund dir innigste Verwandtschaft bestehen? Lacht nicht! Alle diese Wesen, die ich Robinson nennen würde, sind etwas wie metaphysische Hunde. Wir leben auf der Grenze, und nichts in der Welt ist einerlei. Lacht nicht, ich bin mit meiner Wahl am Ende. Weitschweifig und eindrucksfähig, wie ich bin, möchte ich drei Hunde besitzen, wegen seiner Balladengestalt einen Windhund, wegen des rotseidenen Felles einen Setter, und wegen der verhängten Augen einen Robinson." Neue Bücher des Insel-Verlages. Im Jnsel-Derlag zu Leipzig werden im Frühjahr folgende Werke erscheinen: Rainer Maria Rilke, „Ausgewählte Werke" in zwei Bänden; die Ausgabe bringt alle Hauptwerke vollständig, aus den übrigen Werken eine reiche Auswahl, zum Teil aus dem ungedruckten Nachlaß; Hans Carossa, „Gesammelte Gedichte"; Friedrich Schnack, „Gesammelte Gedichte"; Ernst Bertram, „Sprüche aus dem Buch Ar ja"; Fritz Dehn, „Das Gespräch vom Tode"; Rudolf Kaßner, „Der Gottmensch", Essays; ein neues Jtalienbuch „Neapel und Sizilien — als Land der Griechen erlebt" von Bettina Seipp mit 48 Bildtafeln; eine neue Ausgabe des „Ulrich von Hutten" mit 24 Bildtafeln; in den Insel- Klassikern: Eduard M ö r i k e s „Werke" in zwei Bänden mit einer Einleitung von Friedrich Ludwig Barthel; in der Reihe »Dichter unserer Zeitt: die Romane „Oswalt und Sabina" („Zwei ohne Gnade") von Hubert Mumelter und „Pieter Bruegel" von Felix Timmermans; in der »Bibliothek der Romane* „Die Elixiere des Teufels" von E. T. A. Hoffmann und „Die Kartause von Parma" von Friedrich von Stendhal; als Pressendruck erscheint: „Die Abendstunden" von Emile Verhaeren, übertragen von Eva Marte r st e i g , gedruckt von der Albert-Eggebrecht- Presse, Mainz. Von wichtigen Neuauflagen sind zu nennen: die große Ausgabe von Schillers „Sämtlichen Werken" in sieben Bänden auf Dünn- papierdruck und Gottfried Keller, „Gesammelte Werke" in vier Bänden, eingeleitet von Ricarda Huch. praktischer Sozialismus in -er HI. NSG. Neben der körperlichen und weltanschau» lichen Erziehung hat sich die Hitler-Jugend vor allem die berufliche Förderung und Ertüchtigung der ihr anvertrauten deutschen Jugend zur Aufgabe gemacht. Durch ihre Sozialarbeit hat sie sich an allen maßgeblichen Stellen eingeschaltet und sich der Betreuung und der Ueberwachung des beruflichen Lebens der jungen Menschen, seiner körperlichen Entwicklung und seiner Lebensverhältnisse verpflichtet. Heute ist die Sozialarbeit der HI. zu einem der Faktoren geworden, die das Wesen der nationalsozialistischen Jugendarbeit ausmachen. Die Bildung des beruflichen Leistungswillens der HI. hat ihre Krönung im Reichsberufswettkampf gefunden, der aus dem werktätigen Leben des deutschen Volkes nicht mehr wegzudenken ist. Allein die steigende zahlenmäßige Beteiligung der Jugend an diesem Wettstreit beweist, daß er von der Gesamtheit der Jungen und Mädel in seiner Richtigkeit erkannt worden ist. Während sich 1934 im Gau Hessen-Nassau 18000 Jugendliche am Reichsberufswettkampf beteiligten, waren es in diesem Jahr über 82 000. 1500 Jungen und Mädel nahmen als Kreissieger am Gauentscheid teil und über 200 Gausieger werden Hessen-Nassau in diesem Jahre beim Reichswettkampf in Hamburg vertreten. Wenn wir durch die berufliche Ertüchtigung im Berufswettkampf höchste Arbeitsleistung verlangen, dann haben wir die Pflicht, auf der anderen Seite für eine ausreichende Freizeit- und Urlaubsgestaltung zu sorgen. Noch im Jahre 1933 erhielten 23 v. H. aller Jungarbeiter überhaupt keinen Urlaub. Durch das Verständnis der Betriebsführer und Lehrherren ist es oer HI. heute schon gelungen, 70 v. H. aller Jungarbeiter im Gebiet Hessen-Nassau einen bezahlten Urlaub von 12 bis 18 Arbeitstagen zu beschaffen. Diesen Urlaub verbringt der Jungaröeiter wiederum in der nationalsozialistischen Jugend. Auf Fahrten und im Zeltlager lernt er seine Heimat kennen und findet in der Gemeinschaft der Kameraden Kraft und Erholung für seinen Einsatz am Arbeitsplatz. Im vergangenen Jahre konnte 50 000 in ein Zeltlager und auf Fahrt geschickt werden. In diesem Jahre wird sich diese Zahl auf 65 000 erhöhen. Die Sommerlager des BDM. erfaßten im letzten Jahre allein 8000 Mädel zur Schulung und zur Erholung. Eine große gemeinsame Arbeit verbindet die NSV. und die HI. in der Jugendhilfe. Hier werden heute über 10 000 Jungen und Mädel durch einen Stab von Helfern sozialerzieherisch betreut. Daneben stehen/die mit der NSV. gemeinsam durchgeführten Jugenderholungspflege, Kinderlandverschickung und Heimverschickung, durch die jährlich Zehntausende von Jungen und Mädel unseres Gaues einer Erholungsfreizeit zugeführt werden, lieber 1000 Sozialreferenten und Sozialreferentinnen sind in den unteren Einheiten der Hitler-Jugend und des BDM. eingesetzt, um auch dort die praktische Sozialarbeit volanzutreiben. 15 Sozial- und wirtschaftspolitische Arbeitsgemeinschaften in den Städten des Gaues sorgen durch Schulungen für die Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchses in den sozialen Berufen und in der Wirtschaft. In allen Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront wurden HJ.-Führer als Jugendwalter eingesetzt, die für die soziale Betriebsjugendarbeit, der Betreuung am Arbeitsplatz, verantwortlich sind. Maßgebend hat sich die HI. auch in die Gestaltung der Berufsberatung ein-- geschaltet. Für jährlich rund 25 000 Jungen und Mädel erhalten die Arbeitsämter eine Beurteilung von den zuständigen Einheiten zur Erleichterung der Beratung. Im besonderen Maße wurde die Werbung f ü r landwirtschaftliche Beschäftigungen aufgegriffen. Neben dem Einsatz von landwirtschaftlichen Lehrlingen hat die Landdienstarbeit der HI. auch im Gau Hessen-Nassau erfolgreich begonnen. Im Jahre 1937 wurden 14 Landdienstlager mit einer Belegschaft von rund 200 Jungen und Mädel eröffnet, die in diesem Jahre bereits auf 25 Lager mit rund 400 Jungen und Mädel erhöht werden. Außerdem wurden 1937 = 1000 Jugendliche für den Landdienst der HI. geworben und in Nord- und Ost-Deutschland eingesetzt. Tausende von Jungen und Mädel arbeiten während der Sommermonate im freiwilligen Ernteeinsatz in der Land- halb täglich Erdalpflege! falsche Sparsamkeit ist es, wenn man Schuhe nicht tagt lieh mit Erdal behandelt. Gewiße Erdalglanz hält lange. Erda* macht Schuhe nicht nur schön, eft pflegt und erhält sie auch, des* wirtschaft unseres Gaues. Einen ebenso bedeutenden Einfluß auf die Beschränkung der Landflucht hat die Arbeit in der Landjugend, die Schulung der Jugendwarte des Reichsnährstandes. Die Jugendrechtsarbeit nimmt heute einen großen Rahmen ein. In allen Sozialstellen aben uns das Ziel gesetzt, diese Anlagen nicht etwa nur im Aeußeren repräsentativ zu gestalten, sondern sie bis ins kleinste zweckmäßig schön und wohnlich einzurichten, daß sie für die Truppe ein wirkliches Heim werden. Ihr jungen Soldaten werdet im Anblick dieser modernen und neuzeitlichen Unterkünfte von euren älteren Kameraden geradezu beneidet werden. Ich möchte meinem Wunsch an die Truppe dahingehend Ausdruck geben, daß ich euch Soldaten bitte, wenn ihr frohe und ernste Stunden in diesem Heim verlebt, stets der großen Zahl meiner unbekannten und ungenannten Mitarbeiter der Faust und der Stirn zu gedenken, die sich vorbehaltlos und uneigennützig jederzeit eingesetzt haben, um diesen Führer. Volk und Vaterland. So sind wir alle: Heer wie Luftwaffe in ruhmreicher Geschichte, in Leistung und in Bedeutung für den Schlacht- und Kriegserfolg einander gleichwertig, aleich würdig und ebenbürtig. In diesem Sinne begrüße ich als Standort- ältester die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 254 an ihrem heutigen Feiertage nochmals herzlich und rufe Ihnen zu: haltet immer gute Kameradschaft, Heer und Luftwaffe, Luftwaffe und Heer. überbrachte sodann den Gruß der Stadt Gießen. Er sagte u. a.> Ich habe die Freude und die Ehre, Ihnen den Gruß der Stadt Gießen zu entbieten, der Stadt und ihrer Bevölkerung, Kopfschmerzen, Druck über den Augen und andere Beschwerden. Vielleicht liegt ein Sehfehler vor ? Eine Brille hilft! Augenärztl Verordnungen finden meine ganz besond. Beachtung. 633D Optiker^ SB a.Bahnhof VviiVl Lieferant auch Ihrer Krankenkasse. Pariser Vorort - Verträge sein und unser Großdeutsches Reich errichtete und den Hassern und Neidern in der Welt das Wort entgegenschleuderte: ,hinter mir die deutsche Nation und vor mir die deutsche Wehrmacht!" Die deutsche Nation wird am lO.April freudig ihr Bekenntnis zum Führer ablegen. Wir werden stolz sein, daß wir als Soldaten Adolf Hitlers dieses große Werk miterleben und schützen können. Wir gedenken in dieser feierlichen Stunde unseres Führers und Obersten Befehlshabers Adolf Hitler! Während die Truppe das Gewehr präsentierte, brausten über den weiten Platz die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe auf den Führer als Gruß und Gelöbnis. Der gemeinsame Gesang der beiden Nationallieder beendete die feierliche Begrüßung. Der Vorbeimarsch. Anschließend folgte der Vorbeimarsch der Fliegertruppe vor dem General der Flieger Felmy. Mit den Ehrengästen war auch hier eine große Zuschauermenge stark interessiert an dem prächtigen militärischen Ereignis, das den überzeugenden Beweis erbrachte, daß unsere Flieger nicht nur in ihren Maschinen noll und ganz ihren Mann stehen, sondern auch den alten zackigen Paradeschritt der deutschen Soldaten ausgezeichnet beherrschen. Oie GchLüsieiübergübe Mit dem Vorbeimarsch hatte die Feier auf dem Trieb ihren Abschluß gefunden. Nunmehr rückte die Fliegertruppe zu ihrem H 0 r ft ab, vor dem sie im offenen Viereck, vor ihrer Front den Kommandeur und die Fahne, Aufstellung nahm, Eine große Menschenmenge war auch hier Zeuge des denkwürdigen Ereignisses. Als Zeichen der innigen Verbundenheit waren auf Einladung des Bauleiters der Luftwaffe Pg. E i.ch h 0 l z zu beiden Seiten des Haupttores kurze Ehrenspaliere gebildet worden, die in nachstehender Reihenfolge in dem Standortältesten, Generalleutnant O ß w a l d. Wenige Minuten später erschien der General der Luftwaffe F e l m y , der nach Entgegennahme der Meldung des Fliegerkommandeurs, Oberstleutnant L a ck n e r , in Begleitung des Standortältesten Generalleutnant O ß w a l d , des Generalmajors der Luftwaffe W i 11 i ch , des Kreisleiters Backhaus und des Oberbürgermeisters Ritter unter den Klängen des Präfentiermarsches die Front der Truppe abschritt. Nachdem der General die Ehrengäste begrüßt hatte, folgte die feierliche B e - grüßung der Truppe. Zunächst sprach der Standortälteste Generalleutnant Oßwald: Im Namen des Standorts begrüße ich die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 254 an ihrem heutigen feierlichen Einzüge . in ihrem neuen Standort auf das herzlichste. Ich hoffe und wünsche Ihnen, daß Sie sich bald hier einleben und wohlfühlen mögen. Sie finden hier in Gießen ein Infanterie-Regiment und eine Artillerie - Abteilung vor, deren Stammtruppenteile auf eine jahrhundertealte stolze, ruhmreiche und ehrenvolle Ueberlieferung zurückblicken. Ihre Ueberlieferung umfaßt erst einen kürzeren Zeitraum, knapp 25 Jahre. Sie ist aber nicht minder ehrenvoll und ruhmreich. Die Taten und Leistungen unserer Luftwaffe im großen Kriege sind mit ehernen Lettern in das Buch der Geschichte der deutschen Wehrmacht eingeschrieben. Namen, wie: Richthofen, Boelcke, Immelmann und viele andere mehr, werden glänzen bis in die spätesten Geschlechter. Sie tragen ein anderes Kleid, eine andere Uniform als die Soldaten des Heeres. Sie haben eine andere Ausbildung. Sie haben eine andere Verwendung und eine andere Kampfesweife. Sie fechten in der Luft, die erdgebundenen Soldaten des Heeres auf fester Erde. 7 So bestehen Unterschiede zwischen Ihnen, den Soldaten der Luftwaffe und den Soldaten des Heeres. Eines aber eint sie alle: der unbändige Wille zum Siege, der unzähmbare Kampfgeist, der unerschütterliche Glaube an die Überlegenheit des deutschen Soldaten zu Lande, zu Wasser und in der Luft über jeden nur möglichen Gegner auf dieser Erde, und der Gleichklang des Gefühls für die Erfüllung aller unserer Pflichten im Frieden wie im Kriege, im Leben wie im Sterben, die Erfüllung unserer Pflichten bis zum äußersten für Der Kommandeur der Flieger, Oberstleutnant Laüner dankte hierauf mit einer kurzen Ansprache, in der er sagte: Freudig bewegt durch die herzlichen Begrüßungsworte sage ich im Namen meiner Truppe meinen aufrichtigsten Dank für den schonen Empfang. Nach öfterem Umziehen kommt unsere Truppe heute in ihren endgültigen Standort. Hier empfängt uns ein Hör ft, wie er schöner nicht gedacht werden kann. Wir waren in letzter Zeit nicht verwöhnt worden, denn wir fanden bisher nur ein Provisorium vor. Um so mehr empfinden wir die Schönheit dieses neuen Horstes als einer idealen Arbeitsstätte. Von ganzem Herzen gilt heute, nächst unserem Dank an unseren Führer und unseren Oberbefehlshaber, unser Dank der Stadt Gießen, die durch finanzielle Opfer und durch mannigfaches Entgegenkommen auf vielen Gebieten es ermöglicht hat, daß wir Flieger hier diese herrliche Heimstätte vorfinden. Der tiefe Dank, der uns beseelt und bei unserem heutigen Einzug bewegt, ist nur schwer in Worte zu fassen. Um so mehr wollen wir Flieger durch unser Verhalten zu der hiesigen Garnison und zu den Bewohnern dieser schönen Stadt zum Ausdruck bringen, wie froh wir sind, in diesem schonen Standort arbeiten zu dürfen. Mit Stolz nennen mir uns vom heutigen Tage ab „die Gießener Flieger". Mit Freude fügen wir uns in diese Gemeinschaft ein und werden mit ihr in guten und in schwere n Zeiten allezeit eng zusammen stehen. Daß wir gewillt find, engste Bande der Gemeinschaft mit der Garnison und mit den Bürgern dieser Stadt zu knüpfen und zu pflegen, bringen wir zum Ausdruck mit dem Rufe: „Die Stadt Gießen und ihre Einwohner Hurra!" Kräftig stimmte die Fliegertruppe in den dreimaligen Ruf ihres Kommandeurs ein. Dein 3a in der stolzesten Stunde des einigen Reiches. Horst zu eurem Dienst, zu eurer Arbeitsstätte, zu eurer Freude und zur Ehre unseres geliebten Vaterlondes zu gestalten. Diesen denkwürdigen Tag möchte ich aber nicht vorübergehen lassen, ohne des Mannes zu gedenken, dem wir alle unsere Arbeit verdanken, unseres Führers Adolf Hitler, denn das eine ist sicher, ohne Adolf Hitler stände heute keiner an dieser Stelle. In diesem Gedenken begrüße ich Sie vor den Toren des schönen Horstes und übergebe Ihnen, allen viele treue Herzen entgegenschlagen möchten. Der Abend beweise schon, daß es den Fliegern nicht nur gegeben sei, einen tadellosen Parademarsch zu zeigen, sondern auch Volksgemeinschaft zu pflegen. Mit dem Hinweis auf die unverbrüchliche Zusammengehörigkeit in unserer großen Volksgemeinschaft schloß der Oberbürgermeister seine sehr beifällig aufgenommene Ansprache. Im Anschluß daran zeigte sich Georg Heß mit den Kirch-Gönser Mädchen in der Hüttenberger Tracht auf der Bühne. Unser Heimatdichter brachte den Fliegern zunächst ein gereimtes Grußwort und forderte zum Schluß zum Tanze auf, der mit einer „Damenwahl" begann. Sodann sah man die Offiziere der Flieger mit den Hüttenbergerinnen sich unter allgemeinem Beifall im Walzertakt drehen. Bald herrschte an allen Tischen angeregte Unter- Haltung, und wie im Fluge vergingen die Stunden des Abends, der einen glücklichen Abschluß des für unsere Stadt so bedeutsamen Tages darstellte. He ute Oiensteinschränkungen beim Postamt. Am 9. April, dem Tag des Großdeutschen Reiches, treten folgende Diensteinschränkungen beim Post- amt Gießen ein: 1. Sämtliche Schalterstellen, mit Ausnahme der Briefausgabe beim Postamt, Bahnhofstraße 91, schließen um 17 Uhr. 2. Die dritte Ortsbriefzustellung fällt aus. Heil Hitler! für die ganze Wohnung Thomas Ortsgruppenleiter. auf- von Die Hörer dankten mit herzlichem und seht verdientem Beifall. Hans Thyriot. klafum - räume sind staubarme Räume sehr verehrter Herr Kommandeur, nun den Schlüssel zum Fliegerhorst Gießen mit dem Ruf: Es lebe die Kampfgruppe 11/254 und die mit ihr verbundene Stadt Gießen! Es lebe die deutsche Luftwaffe! Es lebe Deutschland! Es lebe der Führer! Rach der Entgegennahme des Schlüssels hielt der Kommandeur Hochschulnachrichten. Professor Dr. Erich Obst, Ordinarius für Geo- graphie an der Technischen Hochschule Hannover, wurde in gleicher Eigenschaft cm die Universität Breslau berufen. eine ungemein preußische Erscheinung, ein Offizier mit ausgeprägten, festgefügten Begriffen und Vorstellungen, ein Mann des Willens, dessen glühendes Herz nur in wenigen Augenblicken leidenschaftlicher Beredsamkeit sich verrät, ein einsamer Mensch ohne träumerische Illusionen, der nur durch die Große seines Charakters und die Unbeirrbarfeit seines Handelns ein Schicksal zu zwingen vermag, das be- reite hoffnungslos gegen ihn entschieden zu haben scheint. Als wichtigster Gegenspieler: der von Herrn v. Gschmeidler gegebene König; hier bestach zunächst die äußere Erscheinung, bie den bekannten Zügen Friedrich Wilhelms III. ausgezeichnet angenäherte Maske. Dem entsprach vollkommen das Seelenbild des schwächeren, aber hart und ehrlich um die Entscheidung ringenden Monarchen, in dem eine nicht minder strenge Auffassung des preußi- schen Evangeliums lebendig ist, — daneben aber freilich auch das absolutistische Prinzip des 18. Jahrhunderts, in dem er erzogen und groß geworden ist: ein sehr nüchtern denkender, aber auch sehr mißtrauischer und manchen Einflüssen preisgegebener Mensch, den sein Gewissen in schwere Hemmungen verstrickt. Für die heftig und leidenschaftlich aufbegehrende, ihrem heißen Herzen unbedenklich folgende Jugend sprachen vor allen andern Herr Weiland (Dohna) und Herr Schorn als der Studiosus Schröter. Die beiden einzigen Frauengestalten in diesem heroisch intonierten preußischen Mönner- stück: Else Monnard, voll Wärme und hingebender Herzlichkeit, als Scharnhorsts Freundin Riekcken; Helga Retschy, als die junge Tochter des Generals, eine schmale, mädchenhaft herbe Erscheinung. Daneben seien Herrn Kühnes nobel vergeistigter Hardenberg, Herr Greif als unheilvoll beschwörender Kalckreuth, die Herren D o l ck (in der leise komischen Charge des traurigen Konjunkturritters Bagrow), Geiger, Dittmar und Himberg hervorgehoben. — > Oberstleutnant Laüner eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Mit ^USSBODENBELägH Hip richtiger und dankbarer Freude nehme ich Ihnen, Herr Bauleiter E i ch h o l z, den Schlüssel Letzte Winke zum Wahltag. Allen Volksgenossen in Gießen zur Beachtung dringend empfohlen! Wahlschleypdienst in Gießen. Diejenigen Volksgenossen, die zu ihrem Wahllokal nicht gehen können und deshalb gefahren werden wollen, sehen sich am Wahltag rechtzeitig telephonisch mit der für sie zuständigen Ortsgruppe in Verbindung. Diese wird dann für die Beförderung zum Wahllokal sorgen. Die Gießener Ortsgruppen sind unter folgenden Fernsprechnummern zu erreichen: Giehen-Witke: 3454 Gießen-Ost: 3330 Gießen-Nord 3514 Gießen-Süd: 3716. Kreisleitung Wetterau der K5D2Tp. Standkonzerte am heutigen Samstag. In Abänderung der bereits veröffentlichten Anordnung spielen die Musikkapellen heute an nachstehenden Plätzen: 1. Die Kreiskapelle von 15 bis 16 Uhr am Kreuz- plah und von 17 bis 18 Uhr am Selterstor. 2. Die Skandarlenkapelle 116 von 16 bis 17 Uhr am Selterstor und von 17 bis 18 Uhr am Kreuzplah. 3. Das Musikkorps des Jnf.-Rgts. 116 von 16 bis 16.45 Uhr am Kreuzplah. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. Die Rundfunkübertragungen am „TagdesGroßdeutschenReicheS" DRB. Für den heutigen „Tag des Großdeutschen Reiches" sind folgende Reichssendungen des Deutschen Rundfunks vorgesehen: 10.30 Uhr: Eintreffen der Treuestaffeln des RSKK. aus dem Reich am Westbahnhof in Wien. 11.00 Uhr: Eintreffen des Sonderzuges des Füh» rers am Westbahnhof. Abschreiten der Ehrenkompanie durch den Führer. _ 11.57 Uhr: Reichsminister Dr. Goebbels verkündet vom Balkon des Wiener Rathauses den „Tag des Großdeutschen Reiches". 12.02 Uhr: Der Führer nimmt vor dem Rathaus die Treuebotschaften des RSKK. aus 31 Gauen des Deutschen Reiches entgegen. 19.45 Uhr: Bericht von der Fahrt des Führers durch die Straßen Wiens zur Nordwestbahnhalle. 20.00 Uhr: Gauleiter Bürckel begrüßt den Führer. Der Führer spricht. Richt zu spat hmgehen. Die Abstirnmungs- und Wahheit am Sonntag beginnt um 8 Uhr und endet pünktlich um 17 Uhr, also 5 Uhr nachmittags. Da diesmal angesichts der doppelten Bedeutung des Tages der Andrang zu den Wahl- bzw. Abstimmungslokalen noch stärker sein wird als bei den Märzwahlen von 1936, empfiehlt es sich, schon die frühen Vormittagsstunden zur Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflicht zu benutzen. Dann hat man den ganzen übrigen Teil des Sonntags bis zum späten Nachmittag reichlich Zeit, sich seinen Angelegenheiten zu mit Napoleon zu sprengen. Friedrich Wilhelm, in schwerem Gewissenskonflikt, glaubt sich an den Bündnisvertrag mit Frankreich gebunden, von seinen Generalen verlassen und verraten. Das Volk wiederum, hier in Bürgern und Studenten verkörpert, glaubt sich von Scharnhorst getäuscht und preisgegeben, der die geplante Rebellion gegen den unbegreiflich zaudernden König nicht mitmachen kann und will. ♦ So gerät Scharnhorst, noch ehe der entscheidende Kampf gegen den gemeinsamen Gegner draußen begonnen yat, zwischen zwei Fronten im Innern und rückt damit (wir deuteten es schon in der ersten Besprechung des Schauspiels an) in die Nähe des Kleistischen Kurfürsten: wie dieser wird der General zum Verkünder des altpreußischen Staatsgedankens, der auf Gehorsam und Pflichterfüllung gegründet ist; Scharnhorst weiß, daß niemand — weder er selber noch das Volk — von dem auf den König geschworenen Eide entbunden werden kann. * Weil Scharnhorst dergestalt dem Volke, dem Staate und dem König die Treue hält, die Verantwortung für sein Handeln aber, wie Yorck bei Tauroggen, allein auf sich nimmt, „bewahrt er Preußen vor dem Schicksal Frankreichs" (im Jahre 1789) und zwingt er den König, das Gebot der Stunde und des Handelns zu erkennen. Friedrich Wilhelm begreift, daß dieser General, in dem er einen Rebellen witterte, nicht nur den Dolkswillen, sondern auch das alte Evangelium des Staates und des Königtums in Preußen verteidigt, und diese Erkenntnis stellt ihn an die Seite Scharnhorsts und des Volkes. In letzter Stunde hat sich die bedrohlich zerrissene Front im Innern geschlossen; jetzt ift der Weg frei, und niemand kann die Erhebung aufhalten; Scharnhorst fordert die totale Wehrhaft- machung der Nation; der König, aus schwerem Ge- wissenszwang aufatmenö befreit, löst das unnatürliche Bündnis mit Frankreich und tritt an die Seite Rußlands. Die Zeit ist reif geworden für den be- rühmten „Ausruf an mein Volk", ©neifenau 'st schon auf dem Wege von England nach Preußen zurück; wer aber im Ueberschwang nationaler Leidenschaft das eiserne preußische Staatsgesetz der Pflichterfüllung und des unbedingten Gehorsams glaubte verleugnen zu können, der wird sich jetzt, im Kampf um die Freiheit, auf den gefährlichsten Posten zu bewähren haben. Nicht der historische Tatbestand also ist in Menzels Schauspiel itnfc für feine Bewertung das zu unserem Fliegerhorst in Empfang. Zu unserer Freude ist nun der lang erwartete Tag gekommen, an dem wir unser endgültiges Heim beziehen können. Ich kenne viele Fliegerhorste in Deutschland, und daher kann ich wohl sagen, daß der F1 i e - gerhorst Gießen einer der schönsten i st. Daß dies so ist, verdanken wir zum großen Teile Ihnen, Herr Bauleiter E i ch h o 1 z, und allen ihren Mitarbeitern. Mit welcher Liebe und Sachkenntnis hier gearbeitet worden ist, können alle die besonders ermessen, die Gelegenheit hatten, Einzelheiten dieses Baues mit Ihnen und mit Ihren Mitarbeitern an Ort uni) Stelle au besprechen. Was Sie, Herr Bauleiter Eichholz, und Ihke Mitarbeiter hier geleistet haben, das werden wir Flieger nicht vergessen, stellt doch diese Anlage ein Werk dar, das uns stets erinnern wird an Ihr Können, Ihren Fleiß und Ihren Schaffensdrang und an die tatfrohe Mithilfe aller Ihrer Arbeitskameraden. Mit Stolz und Freude ziehen wir nun in den neuen Horst ein. Unseren herzlichen Dank für dieses schöne Heim aber bringen wir zum Ausdruck mit dem Rufe: Herr Bauleiter E i ch h o l z und alle seine Mitarbeiter Hurra! Dankbar stimmten die Soldaten in den Ruf ein. Der Einzug in den Horst. Nach der Deffnung der Haupttores durch den Kommandeur und nach der feierlichen Ablösung der bisheriaen -Wache durch die Wache der Fliegertruppe folgte die feierliche Flaggenparade, bei der auf das Kommando des Kommandeurs „Heißt Flagge!" unter den Klängen des Präsentiermarsches die Flagge hochgezogen wurde. Dann folgte, mit der Fahne an der Spitze, der Einmarsch der Einheiten der Fliegertruppe in ihr neues Heim. Volksgemeinschastsabend. Der festliche Tag fand seinen schönen Ausklang mit einem Dolksgemeinschaftsabenb in der Volks- Halle. Der Abend wurde zu einem Volksfest im wahren Sinne des Wortes. General F e l m y nahm ebenso daran teil, wie der Kreisleiter mit seinem Stabe, wie viele Offiziere mit ihren Angehörigen, die Soldaten der Fliegertruppe, Angestellte und Arbeiter, die am Bau des Fliegerhorstes beschäftigt waren, und darüber hinaus viele Volksgenossen. Die Volkshalle war denn auch gut besetzt. Zwei Musikkapellen — die Musikkorps der Flieger und unserer 116er — lösten sich mit ausgezeichneten musikalischen Darbietungen ab und spielten bann ununterbrochen zum Tanze auf, so daß die Bühne der Volkshalle überhaupt nicht leer wurde. Oberbürgermeister Ritter hielt eine furse Ansprache, in der er die Flieger npch einmal herzlich willkommen hieß und dann davon sprach, wie ein frischer Wind allenthalben in unserem Vaterland wehe, seitdem es in Deutschland wieder eine stolze Wehrmacht gebe. Gießen könne auf den heutigen Tag besonders stolz sein. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß unsere Stadt den Fliegern eine lebendige und schöne Heimat werden möge,/und Wesentliche: dafür waren von jeher und sind noch heute die Geschichtsbücher zuständig. Es kommt auch nicht auf die letzte, mit Waffengewalt erzwungene Entscheidung über Preußens Behauptung oder Untergang an — sondern auf die Entscheidung vor der Entscheidung, auf die Klärung der inneren Fronten, aus eine Auseinandersetzung, die nicht mit dem Degen, sondern nur mit Charakterstärke und menschlicher Reife zu führen ist — ohne Blütner- gießen und ganz im Innern. Und Scharnhorst, wie auch der König, bewährt sich als Held (nicht im kriegerischen, sondern im dramatischen Sinne), indem er den einzig möglichen Ausgleich findet, der Freiheit und Notwendigkeit, persönliches und über« persönliches Gesetz miteinander in Einklang bringt. Man wird bemerkt haben, daß dieses Schauspiel zu den nicht übermäßig zahlreichen zeitgenössischen Dramen zu rechnen ist, welche nicht nur bildhafte Szenen und natürliche Spannung aufweisen, sondern eine von Grund aus dramatische Fabel besitzen, um ein echtes Problem kreisen, es zu stellen und zu lösen wissen, und mit Charakteren und deren Entwicklung rechnen. Das ist viel und das ist mit hoher Anerkennung festzustellen. Daß das Stück, wie seinerzeit bereits gesagt wurde, seinem innersten Wesen nach auf einer Freilichtbühne nichts zu suchen hat, dürfte ebenfalls klar geworden sein. Die Qualitäten von Menzels Drama traten in der von Dr. Erich Schumacher geleiteten Aufführung erst ins rechte Licht: es war die reifste und einheitlichste Leistung, die wir hier von ihm gesehen haben. Alle die eben erwähnten Elemente, welche Gesicht und Haltung des Werkes bestimmen, waren in der Inszenierung folgerichtig zusammen- gefaßt und übersichtlich ausgebr/itet Man erlebte die innere Auseinandersetzung, die das Grund- gefüge der drei Akte bildet, in einer so sachlichen wie lebendigen Darstellung, in einer Wiedergabe, die von echtem dramatischen Impuls getragen und anqetrieben war — ohne die ablenkende Wirkung von Aeußerlichkeiten und ohne unangemessenes Pathos. (Ein paar leichte Schwankungen im dialek- tischen Zusammenhalt werden sich unschwer aus- gleichen lassen.) — Vorzügliche Raumgestaltung wiesen die von Herrn Löffler entworfenen Szenenbilder auf, der von Spitzbogen begrenzte Saal des Königs wie das schlichte Biedermeierzimmer des Generals. • Den Scharnhorst gab Herr Geißler, der seit jenem fanatischen Kleriker in der „Uta von Naumburg" keine so starke und persönlich geschlossene Darstellung geliefert hat. Sein Scharnhorst war NSDAP., Ortsgruppe Sießeu-Mitte Das Hoheitsgebiet umfaßt die Abstimmungsbezirke V, VI, XII, XVII, XVIII. Gesamtleitung: Ortsgruppenleiter Pg. Hans Weber. Partei-Zentral-Wahlbüro: Geschäftsstelle Seltersweg 38, Telephon 3454. Leitung: Pg. Aug. Wolf, Pg. Georg Schelhom. Press e: Pg. Erich Schulte. Abstimmungsbezirk V: Am Pfarrgarten, Gabelsbergerstraße, Hammsttaße, Kornblumengasse, Lahnstraße, In Löbershof, Mühlstraße, Kleine Mühlgasse, Neustadt, Sandgasse, Schanzenstraße, Tiefenweg. Parteiamtliches Wahllokal: Büro: Gebrüder Grieb, Neustadt 32, Telephon 4 007. Leiter: Pg. Hans Spnntag, Stellvertreter: Pg. Wilh. Horn jr. Abstimmungsbezirk VI: An den Bahnhöfen, An der Kläranlage, An der Margarethen- Hütte, Bahnhofstraße, Grabenstraße, Hinter der Westanlage, Horst-Wessel-Wall. Parteiamt- liches Wahllokal: 'Gasthof „Württemberger Hof", Bahnhofstraße 15, Telephon 258 0. Leiter: Pg. Willi Eichenauer, Stellvertreter: Pg. Adolf Philipp. „ Abstimmungsbezirk XII: Bleicbstraße, Gnauthstraße, Goethestraße, Henselstraße, Lessing- straße, Lonystraße. Parteiamtliches Wahllokal: Bäckerei Sommer, Bismarckstraße 26/ III, IV und XVI, die infolge irgendeines Gebrechens nicht zur Wahlurne gehen können und dies den Blockleitern noch nicht gemeldet haben, geben Nachricht an die Geschäftsstelle, Marburger Straße 20, Telephon 3514. Für Abholung mit Auto wird Sorge getragen. Oesterreichische Stimmberechtigte können nur im Abstimmungsbezirk XVI (Regierungsgebäude, Landgraf-Philipp-Platz 3, Sitzungssaal), der als alleiniger Abstimmungsraum zugelassen ist, abstimmen. Betr.: Generalappell am 9. April 1938 auf dem Oswaldsgarten. Sämtliche Politischen Leiter und Blockhelfer treten pünktlich um 18.15 Uhr vor der Geschäftsstelle an. Ich erwarte von allen Partei- und Volksgenossen, Gießener Giadttheaier. Gerhard Menzel: „Scharnhorst". Der Schlesier Gerhard Menzel, geboren 1894 in Waldenburg, entstammt einer Kaufmannsfamilie und begann feine berufliche Laufbahn ganz un- literarisch als Banklehrlina in Breslau; nachdem er als Ulan vier Jahre im Kriege gewesen war, versuchte er es abermals bei der Bank, wurde abgebaut, ging in ein Goldwarengeschäft und hatte, als auch das nicht das Richtige zu fein schien, feine erste aktive Begegnung mit dem Film als Besitzer eines kleinen Kinos, wo er selbst auf dem Harmonium die Begleitung spielte . . . Eine größere Oeffentlichkeit wurde auf Mtznzels Begabung aufmerksam, als er 1928 für sein Kriegsstück „Toboggan" den Kleistpreis erhielt: wir haben damals die Darmstädter Aufführung ausführlich besprochen. Auf „Toboggan" folgten die Dramen „Fernost", „Bork" und „Liebhabertheater", ein Roman „Wieviel Liebe braucht der Mensch?" und ein Roman .Flüchtlinge", aus dem sich später der Film gleichen Namens entwickelte; Menzel hat dann eine Reihe weiterer Drehbücher geschrieben, unter denen „Morgenrot" (mit Forster in der Hauptrolle) einer der erfolgreichsten war. — Menzels jüngstes Werk, das Schauspiel „Scharnhorst", haben wir im vorigen Sommer auf der Marburger Festspielbühne tennengelernt: ein historisches Drama aus den preußischen Befreiungskriegen. Der General Gerhard David Scharnhorst steht inmitten der Szenenfolge — und zwar in einer ähnlichen Isolierung — wie Gneisenau bei Wolfgang Goetz. Die eigentümliche dramatische Situation bei Menzel ergibt sich aus der doppelten Frontstellung seines Helden. Scharnhorsts eigentlicher Gegenspieler, Napoleon, bleibt unsichtbar: ehe der General den Kampf gegen den Kaiser auf« nehmen kann, ist — das macht den Inhalt der Fabel aus — die Lage in Preußen zu klären; das geschieht so, daß Scharnhorst schließlich mißverstanden gerade zwischen denen steht, die er an seine Seite zu zwingen wünscht, zwischen dem König und dem Volke. Es geht um bit Ehre, um die Erneuerung und die Freiheit Preußens. Scharnhorst bereitet die be» roaffnete Erhebung der Nation vor, indem er, selber ein Kind des Volkes, dessen Willen dem Könige gegenüber für souverän erklärt. Armee und Volk haben, von Scharnhorst geführt, chre Entschlossen- hett bekundet, das unnatürliche Bündnis Preußens PEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS soweit sie nicht schon m einer geschlossenen Formatton an dem Appell teilnehmen, daß sie sich um 19.30 Uhr restlos aus dem Oswaldsgarten ein- sinden. Velr.: Anhören der Wahlergebnisse im Cafe Leib. Am Wahlsonntag treffen sich ab 20 Uhr sämtliche Partei- und Volksgenossen mit Angehörigen im Cas6 Leib. Die Kreiska pelle ist für diesen Abend verpflichtet. Ich erwarte rege Beteiligung. widmen, einen Ausflug zu machen ober dergleichen und kann rechtzeitig zu Hause am Lautsprecher die Mitteilungen über die Zählergebnisse abhören. Es ist ferner angehracht, nicht ausgerechnet in der Mittagsstunde den üm diese Zeit erfahrungsgemäß starken Andrang noch zu vermehren. Es sollte wirklich eine Kleinigkeit sein, die geringe Mühe des Abstimmungsaktes in der günstigsten Tageszeit, also morgens, vorzunehmen. Am allerwenigsten aber sollte man die Erfüllung seiner Abstirnmungs- und Wahlpflicht auf die Zeit der letzten Stunde, also von 4 bis 5 verschieben. Es darf keinesfalls vorkommen, daß sich noch in der letzten halben Stunde etwa „Schlangen" vor den Wahllokalen bilden, weil man zu bequem gewesen ist, früher hinzugehen. Jeder wartet nachts auf das Ergebnis, verzögert die Zählung nicht! Ortsgruppe Gießen-Nord. Zentrale: Geschäftsstelle, Marburger Str. 20, Telephon 3514. Gesamtleitung : Ortsgruppenleiter Pg. Hermann Thomas. — Stellvertreter: Pg. Willi Wenzel. Abstimmungsbezirk I: Auf der Bach, Burggraben, Hundsgasse, Kirchenplatz, Kirchstraße, Lindengasse, Lindenplatz, Marktplatz, Marktstraße, Walltorstraße, Wetzsteingasse, Wetzsteinstraße, Zozels- gasse. Abstimmungsraum: Schulhaus Kirchstraße 16, Saal 9, Erdgeschoß. Partei- Wahllokal: Cafä Leib, Malltorsttaße 38, Tele- phon 3792. Leiter: Pg. Karl Schneider. Abstimmungsbezirk II: Asterweg, Dammstraße, Ederstrahe, Im Gartfeld, Schillerstraße, Schwarzlachwea, Weserstraße, Werrastraße, In der Schwarzlach. Abstimmungsraum: Schiller- schule, Schiller^ttaße 8, Saal 6, Haupteingang links. Parteiwahllokal: Wirtschaft „Nohl", Eder- sttaße 6, Tel. 3737. Leiter: Pa. Fritz Geißler. Abstimmungsbezirk III: An der Hardt, Bootshausstraße, Gleiberger Weg, Hinter den Schießgärten, Krofdorfer Straße, Leimenkauterweg, Rodheimer Sttaße, Schlachthofstraße, Schottstraße, Schützensttaße, Wernerwall, $u den Mühlen, Grüner Weg, Holzweg, Am ßauferterober. Weg. Abstimmungsraum: Schulhaus Kirchstr. Io, Saal 5, Erbgeschoß. Parteiwahllokal: Wirtschaft „Pulvermühle", Rodheimer Sttaße, Telephon 3027. Leiter: Pg. Peter I ö ck e l. Abstimmungsbezirk IV: Am Rbdtberg, Am Wingert, Böcklinstraße, Bückingstraße, Cranach- sttaße, Dürerstraße, Feuerbachstraße, Friedhofsallee, Holbeinstraße, Marburger Sttaße, Menzelsttaße, Spitzwegstraße, Steinsttaße, Thomastraße, Wiesecker Weg, Wißmarer Weg. Abstimmungsraum: SchillerschUle, Schillersttaße 8, Turnhalle. Par- teiwahllokal: Wirtschaft „Stadt Marburg", Marburger Sttaße 23, Telephon 3811. Leiter: Pg. Karl H i l l e b r e ch t. Abstimmungsbezirk XVI: Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Diezstraße, Dreihäusergasse, Erlengasse, Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Landgrafen- sttaße, Landgraf-Philipp-Platz, Marktlaubenstraße, Neuen Bäue, Schlohgasse, Schulstraße, Senckenbergstraße, Sonnenstraße, Trillergasse, Wagengasse, Weidengasse. Abstimmungsraum : Regie- rungsgebäude, Landgraf-Philipp-Platz 3, Sitzungssaal. Parteiwahllokal : Gastwirtschaft „Frankfurter Hof", Lindengasse, Telephon 3521. Leiter: Pg. Georg Mohaupt. Alle Volksgenossen in den Wahlbezirken I, II, Telephon 2939. Leiter: Otto Launspach, Stellvertreter: Pg. Theo Gebauer. Abstimmunosbezirk XVII: Kreuzvlatz,Löwengasse, Maigasse, Mäusburg, Rittergasse, Sel- terswcg, Teufelslustgärtchen, Wettergasse, Wolkengasse. Parteiamtliches Wahllokal: Uni- versitäts-Cafö, Plockstraße 5, Telephon 2398. Leiter: Pg. Karl Beck, Stellvertreter: Pg. Ernst Jung sen. Abstimmungsbezirk XVIII: Alicenstraße, An der Johanneskirche, Hindenburgwall, Johannes- straße, Kaplansgasse, Katharinengasse, Neuenweg, Plockstraße. Parteiamtliches Wahllokal: Gasthof „Zum Löwen", Neuenweg 28, Telephon 3 414. Leiter: Pg. August Eichholz. Stellvertreter: Pg. Theodor Lehrmund. Die Volksgenossen im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte wollen sich in Zweifelsfällen an das für sie zuständige parteiamtliche Wahllokal wenden. Für Kranke stehen an den parteiamtlichen Wahllokale^ Kraftwagen zur Verwendung bereit. NGOAp., Ortsgruppe Gießen-Süd. Ab st immungs bezirk VII: Liebigbau, Lie- bigstraße 16, 1. Stock links, Saal 20. Vorst.: Hans Burg, Stellv.: Georg Büxler. Straßen: Am Zollstock, Buddestraße, Frankfurter Straße, Friebrich- strahe, Hollerweg, Leihgesterner Weg mit Bergwerk, Rcdthohl. Abstimmungsbezirk VIII: Liebigbau, Lie- bigstraße 16, 1. Stock rechts, Saal 2. Vorst.: Jakob Maternus, Stellv.: Jakob Haß. Straßen: Am Stea, Am Weiher, Arndtstraße, Beethooenstraße, Buchnerstraße, Crednerstraße, Fichtestraße, Freittg- rathstrahe, Fritz-Reuter-Straße, Gaffkystraße, Glaubrechtstraße, Händelstraße, Haydnstraße, Hillebrand- straße, Hochweg, Hofmannstrahe, Klinikstraße, Körnerstraße, Mittelweg, Richard - Wagner - Straße, Schubertstraße, Thaerstraße, Uhlandstraße, Wetzlarer Weg. Abstimmungsbezirk IX: Liebigbau, Lie- bigstraße 16, 1 Stock rechts, Saal 3. Vorst.: Alfred Männche, Stellv.: Wichelm Kraft. Straßen: Auf der Weißerde, Aulweg, Ebelstraße, Elsa-Brand- ström-Straße, Erdkauterweg, Jheringstraße, Liebig- straße, Sandkauterweg, Studentensteg, Welcker- straße, Wilsonstraße. Abstimmungsbezirk X: Lanaemarckschule (früher Realgymnasium), Turnhalle, Ludwigstraße Nr. 11. Vorst.: Wilhelm Dieter, Vertr.: Wilhelm Vetter. Straßen: Am Riegelpfad, Am Schlangenzahl, Günthersgraben, Ludwigsplatz, Ludwigstraße, Röntgenstraße, Wartweg, Wilhelmstraße. Parteiamtliche Wahlbüros: Gesamtleitung: Ortsgruppenleiter Pg. Grahlmann. Partei-Zentralwahlbüro, Geschäftsstelle Hofmannstraße 7, Tel. 3716. Leitung Pg. Kämmerer, Vertreter Pg. Rausch. Wahlbezirk VII: Hotel Hop selb, Friedrichstraße. Vorsteher: Pg. Beimborn, Vertr.: Pg. Tank, Telephon 2338. Wahlbezirk VIII: Gaststätte „Tannhäuser", Frankfurter Straße. Vorsteher: Pg. Otto, Vertr.: Pg^Velte, Telephon 2554. Wahlbezirk IX: Hotel Kobel, Liebiastraße. Vorsteher: Pg. Müller, Vertr.: Pg. Behaghel, Telephon 3481. Wahlbezirk X: Gaststätte Stadt Wetzlar, Rie- qelvfad. Vorsteher: Pg. Hof, Vertr.: Pg. Keiner, Telephon 2226. NSOAp. Ortsgruppe Gießen-Ost. Zentralwahlbüro: Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Ost, Kaiserallee 2, Ruf 3330. Leiter: Ortsgruppenleiter Pg. Ernst K r e u ü e r. Stellv. Organisationsleiter Pg. Adolf Treser. Diejenigen Volksgenossen, die nicht zur Wahl gehen können und einen Wagen brauchen, werden gebeten, die Ortsgruppen-Geschäftsstelle davon in Kenntnis zu setzen oder dem zuständigen Blockleiter die Meldung zu geben. Die parteiamtlichen Wahlbüros befinden sich jeweils in unmittelbarer Nähe der amtlichen Abstimmungslokale: Wahlbüro des Wahlbezirks XI: Stadtverwaltung, Sitzungssaal, Bergstraße 20. Tel. 2851; Leiter: Pg. Zellenleiter Karl Pfeil. Wahlbüro des Wahlbezirks XIII: Ju- stus-von-Liebig-Schule, Stephanstraße 12, Tel. 8112; Leiter: Pg. Zellenleiter August Wagner. Wahlbüro des Walbezirks XIV: „Stadt Lich", Licher Straße 59, Telephon 3279. Leiter: Pg. Zellenleiter Ludwig Willems. Wahlbüro des Wahlbezirks XV: Justizgebäude — Landgericht — Hitlerwall 15, Telephon 3857. Leiter: Pg. Zellenleiter Raimund Hoog. Verlängerung der Polizeistunde am 10. April in Hessen. LPD. Der Reichsftatthalter in Hessen — Landesregierung — teilt mit: Um allen Volksgenossen Gelegenheit zu geben, auch in öffentlichen Lokalen das Ergebnis der Volks-abstimmung am 10. April zu hören, wird — vorbehaltlich einer etwa noch von der Reichsregierung zu treffenden Regelung — die Polizeistunde am 10. April 1938 allgemein gebührenfrei bis 3 Uhr verlängert. Rundfunkhören bis Montagmittag grundsätzlich gebührenfrei. DNB. Der Präsident der Reichsrundfunkkammer teilt im Einvernehmen mit dem Reichspostminister mit, daß ab sofort bis einschließlich Montag, den 11. April, mittags 12 Uhr, das Abhören der Kundgebungen der Reichsregierung für alle Rundfunk- empfangsanlagen gebührenfrei ist, um dadurch allen Volksgenossen die Gelegenheit zu geben, die historischen Ereignisse durch den Rundfunk mitzuerleben. Eonntagmorgen Großes Wecken. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 führt am Wahlsonntagmorgen ein Großes Wecken durch. Die hierzu bestimmte Abteilung marschiert um 7 Uhr durch die Straßen unserer Stadt. Aus der Giadt Gießen Das Augenmaß! „Fntz", hat der Geselle zum neuen Lehrling gesagt, „geh doch mal rüber zum Magazinverwalter und hole das Augenmaß." Fritz ist natürlich voll Eifer gegangen, er ist so erfüllt von seiner neuen Tätigkeit, daß er ohne jede Besinnung und ohne jeden Arg das tut, was der Geselle von chm verlangt. Das Augenmaß wird irgendein Werkzeug sein, denkt er vielleicht, und verlangt es also vom Magazinverwalter. Der sieht ihn ein wenig schmunzelnd an, lanat dann in eine Ecke und ladet dem Lehrling ein schweres Eisenstück auf die Schulter. Fritz schleppt das Eisenstück fort, sieht nicht, daß mehrere vergnügte Gesichter hinter ihm herschauen und wundert sich nur, daß er in der Werkstatt mit Gelächter und großem Hallo empfangen wird. Erst als der Geselle ihn mit lustigem Augenzwinkern betrachtet und dann meint, daß ein richtiger Lehrling sich nicht ins Bockshorn jagen lassen dürfe, wird er stutzig und läuft rot an. Er braucht sich über den Reinfall nicht zu grämen, er jst nicht der einzige Lehrling, der in diesen Tagen auf jene etwas merkwürdige Weise in der Welt der Erwachsenen willkommen geheißen wird. Soll er das Augenmaß holen, so wird vielleicht sein Schulkamerad nach dem Gummihammer ausgeschickt. Auch der Steinhobel gehört zu diesen sonderbaren Werkzeugen, und je witziger die Gesellen in der Werkstatt sind, um so erfinderischer erweisen sie sich auch in dieser Beziehung. Zu einem ordentlichen Lehrbeginn gehört nun einmal der Versuch, die Fixigkeit und den Wirklichkeitssinn des neuen Lehrlings zu erproben. Es ist ein alter Brauch, den eine Generation der anderen überliefert. Und dieser Brauch hat zweifellos seine gute Seite, wenn auch der Lehrling zunächst betroffen ist und nur den Schabernack spürt. Aber das ist gewiß: er hat bereits eine Lehre erhalten, die er so schnell nicht vergißt. Sieh dich vor, sagt diese Lehre, du bist in einer Welt, wo es nicht nur rasch zufassen heißt, wo es auch gilt, den Kopf zu gebrauchen. Aufpassen mußt du, mein Junge, gut aufpassen, wenn aus dir etwas werden soll. Die Zeit der Schulbank ist vorbei, jetzt hast du deinen Mann zu stehen, und ein richtiger Mann bedient sich des angeborenen Augenmaßes und holt es nicht aus dem Magazin. Solche Lehren sind wichtig für das Leben, vor allem, wenn sie befolgt werden. Und nicht nur für die neuen Lehrlinge, auch für manche Erwachsene täte es not, nach dem Augenmaß ausgeschickt zu werden. Etwas Spott hinzunehmen ist gewiß bitter, bitterer aber ist es, häufiger berechtigtem Spott zu begegnen. Daß das jedoch nicht zu geschehen braucht, dafür sorgt der gesunde, lebensfreudige Sinn, der sich vom ersten Reinfall den Weg zum Erfolge bahnt. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Verklungene Melodie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Biberpelz". Tageskalender für Sonnlag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: Morgenveranstaltung „Ostland". — 19 bis 21.30 Uhr: „Das Land des Lächelns". Sladttheater Gießen. Sonntag, 10. April, 11.30 Uhr, 13. Morgenver- anstaltung „Ostland". Diese Veranstaltung zum Wahlsonntag bringt Rezitationen aus Werken von Werner Bergengruen, Bruno Götz und Henry von Heiseler. Finnische Lieder von Kilpinen und Palm- gren. Die Leitung haben Wolfgang Kühne und Joachim Popelka. Karten für HI. und BDM. zum Preise von 25 Pf. gegen Ausweis des Theater- Preise von 25 Pfennig gegen Ausweis des Theaterrings. Ende der Veranstaltung um 12.30 Uhr. — Arn Abend Wiederholung des großen rnantische Operette in drei Akten von Franz Lehar. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Montag, 11. April, Anfang 20 Uhr, Ende 23.15 Uhr, KdF.-Miete, Gruppe 1 (13. Vorstellung), „Clivia", Operette von Nico Dostal. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner. Freier Kartenverkauf. Das Gebot der Stunde Ein Aufruf der Evangelischen Verbünde zur Wahl. Berlin, 8. April. (DNB.) Die großen evangelischen Verbände rufen mit fcrt- genbem Aufruf zur Erfüllung der Wahlpflicht auf: Eine jahrhundertelange Geschichte voll Leid und Tränen hat zu jubelnder Erfüllung geführt. Mit diesem Leid durch Jahrzehnte des Liebesdienstes an den österreichischen Volksgenossen verbunden, sind die großen evangelischen Verbände, in deren Lager sich die gesamte Deutsche Evangelische Kirche in allen Schichten und 91 i d) t u n g e n zusammenfindet, nun mit dem ganzen großdeutschen Volk eins im Lobpreis Gottes und im heißen Dank an den Führer, der Gottes Stunde und Auftrag spürte und erfüllte. Wir brauchen unsere Mitglieder nicht an ihre Dan- kespflicht am 10. April zu mahnen. Sie ist selbstverständliches und stolzes Recht. Aber wir wollen diesen Herzensdank öffentlich bekennen und zugleich dazu aufrufen, das Gebot der Stunde für die Deutsche Evangelische Kirche nicht zu überhören. Wir bitten alle Verantwortlichen in Kirche und Staat eindringlich, auch unter Opfern alles zu tun, was zum gegenseitigen Verstehen und zum Frieden führen kann. Ihm mit dem verstärkten Einsatz unserer als Gemeinschaftswerk der deutschen evangelischen Christenheit bewährten Verbände zu dienen, sind wir allezeit bereit. Möge dem Geburtstag des Großdeutschen Reiches der Geburtstag einer innigen volks- verbundenen überzeugungskräftigen Evangelischen Kirche Großdeutschlands bald folgen. Prof. D. Heinrich Bornkamm, Präsident des Evangelischen Bundes. Pastor Konstantin Frick, Präsident des Zentralausschusses für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche. Prof. Dr. jur. Hans Geroer, Präsident des Evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". „Theaterring" Achtung; Die für Samstag, den 9. April, angesehte Vorstellung für Gruppe II fällt wegen der Ivahlkund- gebungen aus. Wann die Vorstellung nachgeholt werden kann, wird noch bekanntgegeben. Die auf 9.4.38 lautenden Theaterkarten find sorgfältig aufzuheben. TNontag, den 11. April, 20 Ahr. „KdF."-7Niete Gruppe I: Operette „Clivia". Hierfür gelten die Karten vom 31. 3. 38. — Karten zu 1,— und 1,20 RM. in der Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60. 2281V Neuer Jahrgang Arbettsdiensikameraben. In der vergangenen Woche hat wieder ein neuer Jahrgang Arbeitsdienstkameraden im Lager „Justus von Liebig" Einzug gehalten. Insgesamt sind 180 Kameraden in unserem Gießener Lager ausgenommen worden. Die Arbeitsmänner stammen zum Teil aus dem rheinisch-westfälischen Industriegebiet, hauptsächlich aus Bochum, zu einem anderen Teil aus der Marburger Gegend und schließlich aus dem südlichen Schwarzwald, aus Freiburg im Breisgau. Sichtlich: der Arbeitsdienst eine „Schule der Nation"! Deutsche Menschen aus Nord und Süd lernen sich kennen und wertschätzen. Neuer Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Gießen. Der bisherige Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Gießen, Dr. Erasmus Pauly (Gießen), ist auf feinen Antrag von dem Herrn Reichs- und preußischen Wirtschaftsminister von seinem Amte, das er vier Jahre innehatte, entbunden worden. Mit Erlaß vom 5. April 1938 hat der Herr Reichs- und preußische Wirtschaftsminister den Diplom-Ingenieur Erich S ch r o t h , Direktor dsr Didier-Werke AG. in Mainzlar, zum Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Hießen berufen. Krastomnibusverbindung Volkshalle - Fliegerhorst. Die Leitung unserer Straßenbahn hat die städtischen Kraftomnibusie versuchsweise für den regelmäßigen Verkehr zwischen der Volkshalle und dem Fliegerhorst eingesetzt und dadurch die Fahrverbindung vom Fliegerhorst mit Anschluß an die Straßenbahn sichergestellt. Die Omnibusse verkehren im Pendelbetrieb zwischen Volkshalle und Fliegerhorst und umgekehrt alle Viertelstunde vom Morgen bis zum Abend, solange die Straßenbahn verkehrt und Fahrgäste für den Omnibus-Pendelbetrieb vorhanden sind. (Weitere Lokalnachrichten 4. Blatt, Seite 2.) Abenteuer in Paris. Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Guten Abend, meine Herren! Habe mich etwas verspätet. Sie werden entschuldigen." ,Seine Ursache, Monsieur, es liegt an uns, Ihnen für Ihr Kommen au danken." Heinz Stadler blickt um sich, während er den Mantel ablegt. „Nicht mehr viel los, hier. Früher war es amüsanter, als die Rimskaja ihre frechen Schlager fang. Haben Sie die Rimskaja jemals gesehen, meine Herren?. Donnerwetter, wenn sie den Cancan tanzte!..." Für den Bruchterl einer Sekunde begegnet sich fein Blick mit dem Pawlas. Nichts deutet darauf hin, daß dieser Blick mehr ist als eine flüchtige Musterung. Dann fetzt sich Heinz Stadler und ftrecft die Beine unter den Tisch. „Ich nehme an, daß Sie auf mein Angebot von heute mittag zurückkommen wollen." „Das ist in der Tat die Angelegenheit, in der wir Sie auftuchen wollten." Paul Sacher zögert einen Augenblick, bevor er weiterspricht. „Was wir Ihnen jetzt anvertrauen, ist natürlich nicht für jedermanns Ohren bestimmt. Wir erwarten daher Ihre Zusicherung, daß Sie von unseren Mitteilungen keinem dritten gegenüber Gebrauch machen und auch sonst nichts unternehmen werden, was uns in irgendeiner Weise schädigen könnte!" Stadler antwortet nicht gleich. Er setzt umständlich eine Zigarette in Brand und läßt das Streich- holz abbrennen, bevor er den verkohlten Rest in den Aschenbecher legt. „Ich muß Ihnen daraus leider erwidern, daß ich es grundsätzlich ablehne, mich auf irgendwelche Verpflichtungen einzulassen. Wenn Sie Bedenken Haden, mir Ihr Vertrauen auch ohne derartige Kinkerlitzchen zu schenken, bann hat es gar keinen Zweck, uns überhaupt in eine geschäftliche Unterhaltung einzulassen." Paul Sacher macht ein betretenes Gesicht. C weiß nicht recht, wie er sich au dieser Antwort oei hatten soll. Der Mann ist ja nicht im geringsten daraus erpicht, ihre Geheimnisse zu erfahren. Und das soll ein verkappter Polizeibeamter fein? — Verdrehtes Zeug! Ein Spitzel hätte nicht gezögert, die verlangte Zusicherung zu geben, die ihnen einem Verbrecher gegenüber zu nichts verpflichtete. Gleichsam zur Bestätigung dieser Gedanken fährt Stadler fort: „Wenn ich mich Ihnen zur Verfügung stellte, so geschah es einzig aus Gefälligkeit, um des wertvollen Beistandes willen, den Sie mir heute leisteten. Ich bin nicht im geringsten gekränkt, wenn Sie von meinem Angebot keinen Gebrauch machen wollen." Verflucht! denkt Paul Sacher. Dieser Idiot von Claudius hat sich geirrt. Wie denn, diese ganze Geschichte im „Esplanade", bas Erscheinen ber Polizei, die Verfolgung, Maquinots Flucht — bas sollte alles nur eine Komödie gewesen sein? — Quatsch! Eine schöne Komödie, wenn es blutige Köpfe gibt und beinahe ein Schießeisen losgeht! Das Schweigen beginnt bereits peinlich zu werden, da rettet Töne Larrings durch ein freimütiges Wort die Lage. „Unser Mißtrauen, Monsieur, bezog sich nicht auf Den großen Maquinot, sondern auf den Mann, von dem uns gesagt wird, daß er ein Polizeibeamter sei. Man sagte uns, daß Ihre Verfolgung inszeniert wurde, um uns in Sicherheit zu wiegen. Wir wären glücklich, wenn Sie uns diesen Vorwurf einwandfrei widerlegen könnten." Stadler schüttelte belustigt den Kopf. „Wenn Sie diesen Blödsinn glauben wollen — ich habe nicht den geringsten Anlaß, Ihnen das Gegenteil zu beweisen. Ich denke nicht daran, Ihnen zu beweisen, daß ich Alphonse Maquinot bin. Sie drängen sich mir in einer Weise auf, die mich selber beinahe mißtrauisch macht. Könnte ich nicht auf die Vermutung kommen, daß Sie selber von der Polizei sind? Auch ich habe ein Recht, mißtrauisch zu sein! Kurz und gut, ich glaube, daß es besser ist, wenn Sie Ihren Kram allein machen." Er macht Miene, sich zu verabschieden. Das haben die anderen nicht erwartet. Ihr Mißtrauen ist restlos verflogen. Maquinot! Sie müßten ja Idioten fein, wenn sie sich den Beistand dieses Mannes verscherzen wollten. Weg mit Fred Peggs und feiner unsinnigen, wucherischen Forderung! Maquinot wird die Sache bedeutend besser deichseln. Ein ganz gerissener Lügner ist Fred Peggs. Der wußte genau, warum er sie in ihrem Mißtrauen gegen diesen Mann bestärkte. Der wollte sich dieses gewinnbringende Geschäft nicht entgehen foffen. Der wollte nur feinem anftänbigeren Kon- rrenten eines auswischen! Man hat bich durchschaut, alter Gauner unb Blutsauger. Wie, fünfzig Prozent Beteiligung? Eine Unverschämtheit! Unb eine Narrheit, baß man sich in seiner Nervosität barauf eingelassen hatte! Das sind die Gedanken von Paul Sacher, und er zögert nun nicht länger, die Folgen aus diesen Ueberlegungen zu ziehen. „Ich bitte Sie, Monsieur Maquinot, das Gesagte zu vergessen und eine Zusammenarbeit mit uns in Erwägung zu ziehen." Czibulka gibt ihm einen warnenden Fußtritt, aber Paul fährt fort. „Es handelt sich um einen größeren Posten von Wertsachen. Wir haben Schwierigkeiten, die Ware unauffällig zu Geld zu machen." „Welchen Wert?" „Nach grober Schätzung fünfhundert Mille." „Ausländische Ware?" e „Aus Deutschland. Ausgangsort Berlin?" Also doch, ihr verfluchte Schweinebande! denkt Heinz Stadler, während er sich nachdenklich über das Kinn streicht. Töne Larrings blickt auf Czibulka. Czibulka versetzt dem Sprechenden einen zweiten Fußtritt. Mußte denn gleich alles aus der Schule geplaudert werden? „Es ist ein Auftrag aus zweiter Hand!" fällt er dem geschwätzigen Paule ins Wort. „Eine Erbschaft, die unauffällig realisiert werden soll, vermutlich wegen der Erbschaftssteuer!" Heinz Stadler gestattet sich ein diskretes Lächelt», das von Paul Sacher ebenso diskret übernommen 1 wird. Glaubt Otto wirklich, daß ein Maquinot auf solche Lügen hereinfällt? Otto bekundet durch einen dritten Fußtritt, daß ihn das Gefeixe ärgert. Er will eine hitzige Antwort geben, unterläßt es aber, da feine Aufmerksamkeit durch gewisse Geschehnisse in Anspruch genommen wird, die sich mit der jungen Dame im roten Kleid begeben. Pawla Werzewna ist mit dem Kellner in einen ■ heftigen Wortwechsel geraten — aus welchem Grunde läßt sich nicht erkennen. Otto /ieht sich die Sache eine Weile mit an, er achtet kaum mehr auf das Gespräch am Tische, sondern ist wieder ganz im Banne des schönen jungen Mädchens. Dann schnappt er ein paar Worte auf, ber Kellner spricht von „Geschäftsführer" und „Polizei". Da hält Otto es an der Zeit, dort drüben mal einzugreifen und nach dem Rechten zu sehen. Er steht auf. Empfiehlt den andern, sich mal eine Weile ohne ihn zu unterhalten, unb schlendert wie zufällig auf den Tisch der jungen Dame zu. Erst als er ganz nahe ist, tut er, als werbe er auf ben Streit aufmerksam; er tritt auf den Tisch zu unb packt ben Kellner an den Jacken- knöpfen. ' "" " " > „Was soll bas, Mann? Warum belästigen Sie bie Dame?" „Nennen Sie bas belästigen, Herr, wenn ich versuche, meine Zeche zu bekommen? Die Dame behauptet, chre Gelbbörse vergessen zu haben. Sie bietet mir zwar ihre Handtasche an, aber was ioll ich mit einer Handtasche, Herr? Soll ich in meiner Freizeit damit spazierengehen?" „Kein Mensch verlangt das von Ihnen, mein Lieber!" Er blickt auf den Tisch, schätzt die Höhe der Zeche ab, sie kann nur eine Kleinigkeit betragen. Unauffällig drückt er dem Kellner ein Dreifrankenstück in die Hand, das ist sehr reichlich bemessen. Der Kellner will eilfertig herausgeben; als aber Czibulka abwinkt, entfernt er sich. Czibulka wendet sich höflich an die junge Dame. „Verzeihen Sie mir, Mademoiselle, daß ich den dummen Zwischenfall nicht unauffälliger in Ordnung bringen konnte." Pawla kämpft zwischen Aerger und Verlegenheit. „Sie haben sich sehr wirkungsvoll für die Niederlage von vorhin gerächt. Da ist es wohl meins Pflicht, Ihnen für bie Gefälligkeit zu banken, Ueb- rigens entspricht es ber Wahrheit, daß ich meine Geldbörse mitzunehmen vergaß." Czibulka hebt abwehrend die Hand. „Sie brauchen mir weder zu danken, noch sich zu rechttertigen, Mademoiselle! Der kleine Dienst war wirklich nicht der Rede wert. Ich hätte gewünscht. Ihnen auf eine viel überzeugendere Art zu beweisen, wie sehr ich Sie bewundere." Sie blickt ihn an. Ein kaum wahrnehmbares Lächeln huscht über ihre Züge. „Ich irre wohl nicht, wenn ich aus Ihrer schmeichelhaften Bemerkung den Wunsch heraushöre, daß Sie mich für ein paar Minuten mit Ihrer Gesellschaft beglücken möchten." Sie macht eine nachlässig einladende Handbewcgung. Czibulka freut sich sehr, so rasch ans Ziel gekommen zu sein. Er nimmt Platz und wirst einen spöttischen Blick zu Töne Larrinqs hinüber. Töne verzieht mißmutig das Gesicht. 30. Es wäre alles programmäßig abgerollt, wenn Töne ßarrings nicht Verdacht geschöpft hätte. Pawla hat ihre Sache gut gemacht. Im Verlauf einer halben Stunde ist es ihr gelungen, den guten Otto Czibulka so vollkommen aus dem Gleichgewicht zu bringen, daß sie begründete Hoffnung hegt, ihre Aufgabe erfolgreich beenden zu können. Diese Aufgabe besteht darin, das Versteck der geraubten Juwelen auszukundschaften. x (Fortsetzung folgt.) Frau Christine Luh, geb. Weil Im Namen der trauernden Hinterbliebenen2 Ludwig Konrad Luh. Lang-Göns, Lützellinden, den 9. April 1938. Die Beerdigung findet Montag, den 11. April, nacbm. V/2 Uhr statt 241 SD Keller Frau Elise Eisenbach Wwe kurz vor ihrem 70. Geburtstage In tiefer Trauer: Die Kinder. Gießen (Ebelstraße 18), Bad Reichenhall, Hamburg, den 8. April 1938. 2371 p DANKSAGUNG den dem Entschlafenen gewidmeten Für die trauernden Hinterbliebenen: Elise Kraushaar Wwe. Gießen, im April 1938 01709 Klein-Linden, den 9 April 1938 2392 D Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir hiermit allen unseren innigsten Dank. im Alter von 68 Jahren, nach kurzer Krankheit in die Ewigkeit abzurufen. vom Roten Kreuz für ehrenden Nachruf. Für die vielen wohltuenden Beweise der Anteilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Ebenso danken wir dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte und der Freiwilligen Sanitätskolonne Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 4V2 Uhr meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante J. Wellhöfer, Televbon *2313, 'ih'nrh Str 24 Am 7. April verschied nach langem schwerem Leiden unsere liebe, herzensgute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Pflegemutter, Schwester, Schwägerin und Tante *öartbreniil)oU ä Walten 5 ML, 'Unmacklwl-, ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmack- boh 1 Mk frei Die Trauerfeier findet am Montag, dem 11. April, nachmittags 23/4 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Familien- Drucksache oietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren Billigst die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Rinn, geb. Jung. *^uiessen rriedridistn? *<• Lieferant- v aller Kässen Vossalin-Creme seit 40 Jahr, glänzend bewährt b. Flechten, Hautausschlag. Geschwüren usw.Rheumatismus, Ischias u. Gicht verschwindet sicher durch 2353V Vossalin-Rheuma Tube1,-,/^.Zu hab in Apothek.u. Drogerien Vossal Labor. Buer/w. Vornenrm Geschmackvoll/ Persönlich I Diese drei wesentlichen Eigenschaften .. v:\den n Erleichterung bei pugi P^^bringt cLcjie leichte Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sprechen wir alle unseren aufrichtigsten Dank aus. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Dechert, Hausmstr. i.R. Gießen, den 8. April 1938. ______________________________________________________2398D DOPPELHERZ- Fabrikniederlaßen: Drog. H. Elgee, Selterswegßß. C.Seibel, Frankfurt, btr. 0. v.inierhoff, i\reuzDlatz9/10. Grünberg: Karl Schott il sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein, 434V Höhere Pnvatoule Gießen Wernerwall 15 Lehrplan der Deutschen Oberschule und Oberrealschule, reai- gymnasiale und gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für alle Schulprüfungen. Reichsverbandsprüfung durch dicLehrer derSchule. Tätliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstnndeu. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen jederzeit - auch in VI, nach Sjährigem Grundschulbesuch auch in UIII. Nichtversetzte können Zeit gewinnen. Sprechstunden täglich 11* ? bis 13 Uhr. Fernruf 2129.___________l757p Gut gebend Metzgerei evtl, mit Wirtsckaft von tüchtigen Fachleuten zu dachten oder kaufen Besucht, wo sicheres Kontingent er Metzgerei vorband. ist. Schrift!. 2lngeb. u. 2383D an d. Gieß. Anz. " ■ "V. Vogtsche Privat-Hondelsschüle X Gießen, Goethestr.32 - ; Aufnahme für das Sommer-Halbjahr in die 1- u. */2-jährigen Klassen. Beginn 21. April 1938. Anmeldungen u. Ausk. in Gießen, Goethestr. 32. jederzeit, Ruf-Nr. 2486. ______________________2225A Patent-Ruhebett für Ausflüge und Wochenend Kopfende 3 X verstellbar Belastung 125 kg 1p46d Zusammengelegt im Beutel 70x15 cm, nur RM. 17.60 Karl Egner Frankf. .Ml raße 9. 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April, vorn, itags 10 Uhr: 2429D A-Stämme: Kiefer SL 3b—4a 6 St. - 7,28 fm L-Stämme: „ „ 2a 8 „ = 4,47 „ „ ,, „ 2b 16 „ - 13,40 „ „ „ ,, 3a 17 „ = 26,80 „ ,, „ „ 3b 8 „ = 10,86 „ „ „ „ 4a 3 „ = 4,60 „ Abschnitte: „ „ 2a—3b 5 „ = 2,64 „ Anschließend an die Versteigerung kommen zum Verkauf: 479 Fichte-Derbstangen der Klaffen 2b—3c. Zusammenkunft am Forsthaus Hüttenberg. Lützellinden, den 8. 4.1938. Der Bürgermeister. Engel. Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakies insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfasser» auf 56 Kunstdrucktafeln. 3n Leinen gebunden RM. 3,60. Aus dem Inhalt: Parade im Frühling - Ein Elchkalb torkelt ins Leben-9m Sommerglühen - Elk, der Schaufler vom Meer — Die hohe Zeit — Der Kopitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. Der Verfasser ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elckkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelniederung beobachtet und biet'« nun aus seiner umfangreichen Lickibildsammlung di« schönten Ergebnisse leiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überrasche,.den Frille und Dielseitigkett. Dih er aber n'cht nur einer unserer besten Natur- lichtbildner, sondern auch ein außergewöhnlich begabter Schrift- steiler in, der seine Erlebnisse spannend und unte halisam zu berich. «en weiß, wird die Freude am Besitz die'es schönen Buches verdoppeln Alle 3äqcr und Freunde der Natur müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-W"' Veir.: Avflinimulig Werreichischer Slimmberechrigter,dieinder Stadt Gießen und im Kreise Gießen wohnhaft find. Für sämtliche in der Stabf Gießen und im ftreis Gießen wohnenden österreichischen Stimmberechtigten ist als Abstimmungsraum für die Volksabstimmung und die Wahl zum Großdeutschen Reichstag am 10. April 1938 der Abstimmungsraum des 16. Abstimmungsbezirks im Regierungsgebäude (Kreisamt), Landgraf-Philipp-Plah 3, Sitzungssaal, bestimmt worden. Alle übrigen Abstimmungsbezirke dagegen dürfen Stimmen von österreichischen Stimmberechtigten nicht entaegennehmen; sie müssen vielmehr diese an den 16. Abstimmungsbezirk verweisen. Die österreichischen Stimmberechtigten werden gebeten, selbst mit darauf zu achten, daß sie nur mit grünen Stimmzetteln abstimmen. Gießen, den 7. April 1938. Der Oberbürgermeister: Ritter. Bekanntmachung. Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige Berufsschule am 2360D Donnerstag, dem 21. April 1938. Die Anemldung der in die Berufsschule neu eintretenden Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage, vormittags 9 Uhr, zu erfolgen, und zwar: a) für die Gewerbliche Berufsschule und die Mädchen-Berufsschule in dem Schulhaus in der Kirchstraße, b) für die Kaufmännische Berufsschule im Liebig- bau in der Liebigstraße. Berufsschulpflichtig werden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Schüler und Schülerinnen, die an Ostern 1938 aus der Volksschule entlassen werden, sowie diejenigen, die aus höheren Schulen nach achtjährigem und mehr als achtjährigem Schulbesuch, aber vor vollendetem 10. Schuljahr ausgetreten sind. Für Schulpflichtige, die in ein Lehroerhältnis treten, besteht die Schulpflicht unabhängig davon, ob sie zunächst eine Probedienstzeit durchlaufen oder nicht. Im übrigen beginnt der Unterricht für diejenigen Berufsschüler, die nicht in die Berufsschule neu eintreten, erst am Freitag, dem 22. April 1938. Stadtschulamt Gießen. I. V.: Nebeling. Bekanntmachung. Die Aufnahme der Schulanfänger in die Volksschule findet statt am Donnerstag, dem 21. April 1938, und zwar: 2359D um 10 Uhr für die Goetheschute, Horst-Dessel-Wall, Schillerschule. Schillerstrahe, Alte Pestalozzischule, Wernerwall, um 11 Uhr für die Neue Pestalozzischule, 3n den Eichgärten. Für alle anderen Echtster beginnt der Unterricht am Donnerstag, dem 21. Aprit 1938, vormittags 7.25 Uhr. Stadtschulamt Gießen. I. D.: Nebeling. Bekanntmachung. Die Straßenbauarbeiten für die Neubefestigung des Kirchen- und Lindenplatzes sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung öffentlich vergeben werden. Die Angebotsvordrucke find ab 2373D Dienstag, den 12. April 1938, bei uns abzuholen. Die Angebote sind bis Mittwoch, den 20. April 1938, vormittags 11 Uhr. auf dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Afterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung im Beisein der erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 7. April 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert. Zur Konfirmation empfehle ich meinen Apfelsaft besten rheinischen Traubensaft Lieferung frei Haus! Einhart Micke' Fruchtsaftkelterei Gießen Marburger Saaße 75 Anruf 4389 240sa Hiife b. Fußschmerzen bringt die Maßeinlage vom Fachmann K. Kling vorm voA ♦ Heger* Bandagist Marktatraße 16. Kasse niieferanL Die große Friihjdhrs-Möbelschau »VORBILDLICH WOHNEN« bis 16. April verlängert! Franhfurts großes Einrichtungshaus erwartet Sie! Einmal so ganz zwanglos, mit einem kleinen gedruckten Führer zur Hand, durch Fluchten vorbildlich ausgestatteter Wohnräume gehen zu können, —ganzinRuheMöbel,Teppiche,Kunstgegenstände betrachten, — jeden einzelnen Raum auf sich einwirken lassen zu können,— das ist ein Erlebnis besonderer Art. Im Schauen, Betrachtenund Bewundern vergeht die Zeit wie im Fluge. — Und das Interessanteste: die Räume sind so zusammengestellt, wie sie sich als Zwei-, Dreioder Vierzimmer - Wohnvorschlag ergeben. Schlafzimmer, Speise-, Wohn- und Herrenzimmer nach Entwürfen erster Künstler wechseln mit den wundervollen „WK“- und „Wohnstatt“- ModeUen. Der Besuch dieser selten schönen Schau ist bestimmt lohnend und anregend Ur. 84 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) y./w. April 1958 Mreis blinnn. 'e Volks, deutschen n95raum 5gebäübe Un95(QQl, gsbejirfe fischen e. Müssen 3>rt Der, rden ge, nur mit fige Le. 2360V neu ein- n diesem mar: >ie Mad- in der i Liebig- ies neuen i, die an werden, len nach i)ulbe|udf, elen sind, is treten, ob sie zu- r nicht. ; Diejenigen : neu ein« 18. ing. ff flott5« April 2359V ichgärlen. Unterricht Dormittags »efestigung us Grund Vergeben 23730 r 11 Uhr, , Asterweg Zeisein der S •&M K- Ä , 1 K I 1 - M EM ;-X' HD MM WM W..J W ie KdF. ein aus dem Leben unseres Volkes nicht mehr fortzudenkender Begriff für frohe Arbeit und rür heiteren Lebensgenuß durch diese Arbeit geworden ist. Man kann sehr gut verstehen, daß dieses großartige, mit dem deutschen Arbeiter unlösbar »erdundene Werk, das — mit Ausnahme von Italien — nirgendwo in der Welt seinesgleichen hat, immer mehr die Aufmerksamkeit und die hohe Wertschätzung aller wahrhaft sozialistisch denkenden ' Menschen findet, daß es bei den Arbeitern anderer Völker die Sehnsucht nach gleicher kameradschaftlicher Betreuung immer lebendiger werden läßt \ lind daß es den Ruhm des nationalsozialistischen Deutschlands, in vorbildlichster Art um das Wohl und das Glück des Arbeiters der Stirn und der Faust besorgt zu fein, hinausstrahlen läßt in alle Welt. Arbeit und Brot für alle schaffensfähigen deutschen Menschen immer wieder zu erschließen und au erhalten — das war eine der ersten großen Aufgaben, die der Führer bei seinem Ausbauwerk sofort in Angriff nahm. Wie vollkommen ihm die Erfüllung dieser Ausgabe gelungen ist, wissen wir alle. Im Zusammenhang mit der Arbeitsbeschaffung stellte der Führer alsbald eine zweite große Ausgabe zur Lösung in den Vordergrund: nämlich dem schassenden Menschen zu seiner Arbeit auch die Freude zu ? e b e n, aus der immer wieder neue Antriebsraft zu eifrigem Schaffen erwächst. Zur Erfüllung Wenn wir in unserer engeren Heimat Umschau halten und dabei die Zeit vor 1933 in Betracht ziehen, so wird uns allen der grundstürzende Wandel der Dinge im Leben des deutschen Arbei- lers eindringlich klar. Einst war es — beifpiels- 1 weife — dem Volksgenossen mit kleinem Einkommen nur selten oder überhaupt nicht möglich, t»as Theater zu besuchen: heute bietet ihm „Kraft , k»urch Freude" die Möglichkeit, für ein bescheidenes Eintrittsgeld die gute Kunst der deutschen Theater kennenzulernen. Einst war es eine Seltenheit, gehaltvolle und lehrreiche Vorträge geistig hoch- iehender Menschen dem sogenannten kleinen Manne ■,u bieten; heute stehen dank „Kraft durch Freude" aud) diese Bildungsmöglichkeiten den Volksgenossen mit kleinem Geldbeutel ohne weiteres offen. Emst mußten die meisten Volksgenossen soweit lie durch tarifliche Bestimmungen vor der Macht- ibernahme überhaupt Urlaub genossen sich so gut roie möglich daheim die Zeit vertreiben, wobei ein schrebergärlchen für viele schon ein besonderer Belitz war. heule steht allen diesen schäftenden deut- idjen Menschen in den Einrichtungen von „Kraft Lurch Freude" die Möglichkeit offen, nicht nur in ber Heimat tagelang herrliche Wanderungen zu imternehmen. sondern auch auf deutschen Flüssen Lie Schönheiten der Wasserreise zu genießen, flut deutschen -schiffen die Meere zu befahren und ondere Länder und Völker kennenzulernen, mit der Bahn an herrlichen Reisen m Gemeinschaft Mit gleichgesinnten deutschen Menschen teilzunehmen, über den Urlaub hinaus oft an Sonntagen in OZememschaftsfahrten mft Kraftomnibussen immer wieder die deutsche Heimat kennenzulernen und zu erleben. J> Aus der engeren Heimat )rg xornmann im xreije jeiner •u»"- l Enkel und 13 Urenkel seinen IQ wennDE stag feiern. Seiner Militärdienst' I *JL| W bei den 116ern genügt. Im Kriege -Meile"! er schwer verwundet. I M l'^ »r**00®« 4 Kinder, 14 Enkel und 13 Urenkel seinen 9 2. Geburtstag feiern. Seiner Militärdienst' Wirtschaft Angebot gegenübersteht: die Kurse Nachfrage kein am Keine „Tausend Meilen" mehr' be- Dein Bekenntnis zum Werk des Führers: Dein La am 10.2lpril und aus aus der pflicht hat er : 1870/71 wurde Die gültig bei Hersfeld. < Deckenbach, 8. April. Am kommenden Dienstag kann der einzige Altoeteran unseres Ortes Georg Kornmann im Kreise seiner Diel Freude und Erstaunen erregten die Handarbeiten unserer Schüler- und Berufsschülerinnen, an Staatsanleihen waren kaum verändert. Industrie- Obligationen hatten bei behaupteten Kursen einiges Geschäft. Abendbörse fest. Die Abendbörse war an den Aktienmärkten weiter fest. Das Geschäft war bei weiterer Kundschaftsbeteiligung teilweise etwas lebhafter, ebenso ergaben sich vielfach weitere leichte Erhöhungen bis 0,50 v. H. Lebhafter waren von Maschinenaktien Demag mit 157 (156,50) und MAN. mit 138 bis 138,25 (138), auch Junghans zogen 0,50 v. H an der Gemeinde und überreichte ihr ebenfalls eine Ehrenurkunde. Schulkinder widmeten ihr mancherlei Geschenke. Die Frauenhilfe überbrachte einen Ruhesessel, die Frauenschast grüßte mit einem Blumenstrauß. Bewegt dankte die Jubilarin für die vielseitigen Ehrungen. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 7. April. Unsere Schule veranstaltete im Gemeindesaal eine schöne Ausstellung von Schülerarbeiten aller Art, die gut besucht wurde. Schülerarbeitsbücher, Zeichnungen und Bastelarbeit zeigten die neue Art des Sachunterrichts, den Unterricht in Ganzheiten. foSübtm eine Ülotroer Unternehmen sH M Mi hM bes ; sllckn zu l INI eine Hch hinein) an bie Firm Eisschrank t man sie un mögliche Ai im Eisschi Auenos A bestellte, f zwinkern: tim die deuischeWaffefball-Meistefschaff Vier Vorrunden-Gruppenturnlere. Zur deutschen Wasserball-Meisterschaft 1938, die die Sieben von Wasserfreunde 98 Hannover zu verteidigen hat, werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. Für die vier Dorrunden-Gruppenturniere nahm man jetzt die Einteilung vor und legte die Austragungsorte fest. Gespielt' wird in einer einfachen Runde jeder gegen jeden. Die vier Gruppensieger qualifizieren sich für das Vorschlußrunden- turnier, in der dann in gleicher Weise nach dem Punktsystem gespielt wird. Die beiden punktbesten Mannschaften bestreiten den Titelkampf. — Die Einteilung der Vorrundengruppen: Gruppe 1, vom 11. bis 12. Juni in Wuppertal: Aachen 06, Schwimmsportfreunde Wuppertal- Barmen, Wasserfreunde Hannover-Linden, München 99. Gruppe 2, vom 18. bis 19.Juni in Hamburg: Weißensee '96, Hellas Magdeburg, Leipzig 1930 und der Sieger aus einem Vorspiel zwlschen Prussia Königsberg und Königsberg 01. Gruppe 3, vom 18. bis 19. Juni" in Hannover: Wasserfreunde 98 Hanover, ^-Sportgemeinschaft Hamburg, Spandau 04, ASV. Breslau. Gruppe 4, vom 25. bis 26. Juni in Leverkusen: Duisburg 98, Münster 91, Bayern 07 Nürnberg und Schwaben Stuttgart. (Erstes Training für den „Großen preis von vau^. Bei sehr heißem Wetter (24 Grad Luft- und 33 Grad Bodentemperatur) begann am Freitag in den Straßen der südfranzösischen Stadt Pau auf der 2,7 Kilometer langen Rundstrecke das Training für den „Großen Autopreis" am kommenden Sonntag. Obwohl dieser Tag nur Vorversuchen galt, kamen beachtliche Zeiten heraus. Hermann Lang schaffte auf dem neuen Mercedes-Benz 1:51 Min., Drey - f u ß drehte mit dem neuen kompressorlosen Dela- hoye eine Runde in der gleichen Zeit, wäbrend Nuvolari auf dem Alfa Romeo sogar 1:48 erreichte. Alle drei blieben damit unter dem seit dem Jahre 1935 bestehenden Rundenrekord (1:52) und kamen damit dicht an die 90 Stundenkilometer heran. Von den 16 gemeldeten Fahrern fehlt nur Wimille auf Bugatti. Im Verlaufe des Trainings gab es übrigens einen aufregenden Zwischenfall, da Nuvolaris Wagen in voller Fahrt in Brand geriet. Er versuchte zwar zu stoppen, mußte aber doch noch im Fahren abspringen und zog sich neben Brandwunden auch Hautabschürfungen am Kopf zu. Sein Start kommenden Sonntag ist daher noch ungewiß. wurden "zumeist gestrichen. Liquidationspfandbriese zeigten Schwankungen bis 0,25 v. H. Stadt- und „B 2iei kWL. nid Die „Tausend Meilen von Brescia", das .. rühmte italienische Autorennen, wird nicht mehr durchgeführt. Die zahlreichen Unfälle auf den nicht abgesteckten Straßen haben die Verantwortlichen in Italien zu diesem Entschluß veranlaßt. Das letzte Rennen vor wenigen Tagen hat der Italiener Bion- detti auf Alfa Romeo gewonnen. Auch der Name Rudolf Caracciolas ist in der Sieger-Liste eilige- zeichnet. denen man ihre Geschicklichkeit und ihre Ausdauer erkennen konnte. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 8. April. In unser A r b e its- dien st lager wurden dieser Tage 160 Arbeits- dienstmänner neu ausgenommen. Die Arbeitsmänner stammen zum größten Teil aus der Gegend von Serben Sitfir «f avvells wurden den Jubilaren von der Betriebs» führung und der Gefolgschaft Geschenke Überreicht. ** Aufnahme der Schulanfänger Das Stadtichulamt gibt bekannt, daß die Ausnahme der Schulansänaer in die Volksschule am Donnerstag, 21. Avril, llattfindet. Für die anderen Schüler beginnt der Unterricht am aleichen Tage. — Das neue Schuljahr für die hiesige Berufsschule beginnt ebenfalls am 21 Avril. Die Anmeldung der in die Berufsschule neueintretenden Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage bis 9 Uhr zu erfolgen. ** Zur R i ch t i q st e ll u n a. In dem in Nr. 78 des ..Gießener Anzeigers" <3 /4. Aprils veröUent- licht-n Aufsatz über das Biohumwerk der Stadt Gießen ist ein sinnentstellender Fehler unterlaufen. Der letzte Satz im vorletzten Absatz mußte richtig lauten: „Für Hausaärten benötiat man zur Düngung mit Btohum für 1 Aar ld. s. 100 Quadratmeter) 75 Kilogramm, welche sich auf nicht viel weniger als 1 Reichsmark (nicht Raummeter!) Srieffaffen her Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 2H I. in G. Wenn der Herr bei Ihnen in voller Pension wohnt, kann er nicht ohne Ihre Zustimmung den Kostpreis für zwei Tage abziehen. Am besten vereinbaren Sie mit ihm unter den gegebenen Umständen einen neuen Pensionspreis. Aus Der Stadt Gießen. 3um 10. April 1938 Aus unserem Leserkreis wird uns das nachstehende Gedicht einer deutschen Frau im Sudetenland übermittelt. D. Schriftltg. Es braust ein Ruf durchs deutsche Land Reicht Brüder alle Euch die Hand Zu einem Bunde stark und schön: Grohdeutschland soll nun aufersteh'n! Wo in der Welt ein Deutscher weilt, Die Kunde durch den Aether eilt. Sie flieget über Grenz und Wall Und findet jubelnd Wiederhall In allen Herzen fern und nah: Der langersehnte Traum ist wahr. Die Ostmark kehrt zurück zum Reich! Nun sind wir alle frei und gleich! Das deutsche Volk der ganzen Welt Adolf Hitler zu seinem Führer wählt! Adolf Hitler, Du Retter aus Not und Schmach Rufe auch uns, wir folgen Dir nach! AdolfHitler, auch wir weih'n Dir Herz undHand Führe Du uns ins deutsche Vaterland! Führe Du uns zur Größe, zu Glück und Macht, Du führ' uns zum Licht, nach trostloser Nacht! Adolf Hitler, uns Deutschen von Gott gesandt, Befreie auch uns, im Sudetenland! Mäßet herSruppe 1/116 &iefMvOüb herhören! Die Mädelgruppe 1/116 Gießen-Süd ist im Leistungskampf des Obergaues 13 Hessen-Nassau als untergaubeste Gruppe hervorgegangen. Weiterhin seid Ihr in die engere Auswahl der obergaubesten Gruppen gefallen. Die Obergauführerin Else Riese hat nun am kommenden Montag, 11. 4., für die gesamte Gruppe einen Besichtigungsappell angesetzt. Alle Beurlaubungen sind hierfür aufgehoben, und es tritt jedes Mädel um 20 Uhr am Bahnübergang Schiffenberger Weg/Aulweg in tadelloser Kluft an. Die Führerin der Mädelgruppe 1/116 Gießen-Süd. Gez.: Marianne Eger, Mädelschaftsführerin. Die Führerin des Mädelrings Gießen-Stadt. Gez.: Hilde Fink, Mädelgruppenführerin. Gegen Gerüchtemacher! Vom Infanterie-Regiment 116 wird uns mitgeteilt: Von unverantwortlichen Gerüchtemachern wird die Meldung verbreitet, daß der Regiments- appell des Infanterie-Regiments 116 am 18. bis 20. Juni abgesagt worden fei. Demgegenüber wird vom J.°R. 116 mitgeteilt, daß der Regimentsappell selbstverständlich i n vollem Umfange der vorgesehenen Veranstaltungsfolge zur Durchführung gelangt. Hausangestellte sind arbeitslosenverstcherungspflichtig. NSG. Hausgehilfinnen sind in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Das Reichsversicherungsamt hat zum Begriff „Hausgehilfin" ausge- führt, daß es sich bei Hausgehilfinnen nur um Personen handeln kann, die zumindest überwiegend häusliche Arbeiten gewöhnlicher Art verrichten. Als Hausangestellte bezeichnet das Reichsversicherungsamt Personen, die mit höheren oder leitenden Aufgaben, also mehr geistiger Art, betraut sind. In dem zur Entscheidung stehenden Fall oblag der Hausangestellten die selbständige Einstellung von Hilfspersonal, die freie Verfügung über die Verwendung des für die Haushaltsführung ausgewor- fenen Wirtschaftsgeldes: an den Mahlzeiten des Dienftberechtigten nahm sie teil. Es ergab sich daraus, daß sie nicht Hausgehilfin, also nicht ar» beitslosenversicherungsfrei ist. (RVA. 13.11.36). (Biehencr öodjenmarftpreile. * Gießen , 9. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse 8 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11’X, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 15 bis 18, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat, Vm 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Vf.. 50 ktz 3,30 bis 3.90 Mark, Aevfel, % kg 12 bis 35 Pf., fiähne 1 bis 1,20 Mark, Suvpenhübner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 10 bis 28, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 12 bis 15 Pf. ** Arbeitsjubiläum. Am 31. März am 8. April konnten Herr Fritz Burger Steinberg und Fräulein Christine Jung Leihgestern auf eine 25iährige Tätigkeit in — ttnrnra Poppe R Co., Gießener Gummiwarenfabrik, Gießen, zurückblicken. Anläßlich eines Betriebs- Winterkampfzeit der Steher 1937/38 ist end» - - abgeschlossen. Don den 44 auf Hallenbahnen veranstalteten internationalen Dauerrennen kamen allein 14 auf Paris, je 7 auf Berlin und Antwerpen, 5 auf Stuttgart, 4 aus Dortmund je 2 auf Brüssel, Marseille und St. Etienne, und eins auf Kopenhagen. Mit 11 Siegen und 60 Punkten war Erich Metze auch in diesem Winter wieder der erfolgreichste toteher, der durch seine stetige Fahr- weise eine Klasse für sich war Mit 7 Siegen und 53 Punkten nimmt der Berliner Stach den Ehrenplatz ein. Weltmeister Walter Lohmann hat diesmal als Winterbahnfahrer etwas enttäuscht, trotzdem folgt er auf Grund seiner zahlreichen Starts an dritter Stelle mit 41 Punkten. Der deusche Meister Schön nahm bis zu seinem Sturz den dritten Platz ein; die lange Kampfpause warf ihn bann aber weit zurück, und jetzt hat der Wiesbadener nur den 12. Platz, der seinem wahren Können keineswegs entspricht, inne. Mit 6 Siegen und 39 Punkten war wieder der Italiener Severgnini, als Vierter folgend der beste Ausländer. RUHL Seilersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen i89/ L nA 3ni sich über di keineswegs leuchtung. ( unö einen c oje beiden b*e >n aanz Jas ihnen Wunschzelte ~Q9 öieberl ^?ch diesen mit neuen uches TM ten Betrieb ®onn«nen (! tum soll u)( Neues Amt: Nationaler Lustsport." NS.-Fliegerkorps und Aero-Llub von Deutschland. Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General» leutnant Christiansen, dem der gesamte Luftsport in Deutschland untersteht, veröffentlicht bie Richtlinien unb bie Vorschriften für den deutschen Luftsport, die in Zukunft Gültigkeit haben. Die neuen Bestimmungen sehen eine Trennung des nationalen und internationalen Luftsports vor, und zwar wird der nationale Luftsport von dem bei der Dienststelle des Korpsführers geschaffenen Amt „Nationaler L u f t s p o r t" betreut, während dem Aero-Club von Deutschland bie Befugnisse in allen Angelegenheiten obliegen, die mit dem internationalen Luftsport Zusammenhängen. lieber beiden steht als oberste Sportleitung für die Luftfahrt in Deutschland der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps. Die Aufgaben sind klar umgrenzt. Das Amt „Nationaler Luftsport" ist danach zuständig für die Ueberwachung des Luftsportwesens, wozu besonders die Leitung unb Durchführung von nationalen Wettbewerben, Prüfung unb Genehmigung von Ausschreibungen, nationale Lizenzen, sowie die Aufstellung des alljährlichen Terminkalenders gehören. Der Aero-Club von Deutschland dagegen übernimmt die repräsentative Vertretung der gesamten deutschen Luftfahrt dem Auslande gegenüber, und ebenso beim Internationalen Luftsportoerband, der F&teration Aeronautique Internationale. In fein Aufgabengebiet fallen somit das internationale Lizenzwesen, die internationalen Wettbewerbe in Deutschland, die Anmeldung von Rekorden zur Anerkennung durch FAJ. und die Mitwirkung beim Aufbau des Luftsports in befreundeten Ländern durch Entsendung von Segelflug-Expeditionen und Lehrkräften in Gemeinschaft mit dem Korpsführer des NS.-Fliegerkorps. Erfolgreiche Dauerfahrer der Winterbahnen. Wranfe f"a| M. freilirf; I "bng fi,6 i"* lonff j, Hfen s Skirma d,d'e Sl so, Der i Jjj $OrPat Wer Mej Ä Kmuf> fe? ■,!rin einlner Sm ""Kt« JU Para! °d «ti®*, tirDie es» faflobinfon i ufoiOe m i i Licke« ■ I |d Floreana Ucod wa 1 Otion *\ Me M eines alten t (Neuerreic ümes. hier unb nährten ßräutern, d mud)(en. Do :' 3njel wiebe ! wasser bot. reana über unb bet D ein Lager besser zun jetzt ein ei tung befiel fleifdi Kap bei dem 6f röte und 1 schenk mach ehepaar fid glüiklich ist, es ganz uni fl Eröffnung einesNSB.-Kindergartens —.— Homberg, 7. April. Nachdem unser Städtchen eine NS. -Schwester erhalten hat, wurde im Saale des „Frankfurter Hofes" Fräulein Gretel I ü n a ft als Kindergärtnerin in ihr Amt eingeführt. In Gegenwart der Frauenschaft, der Eltern der aufoenommenen Kinber, der Amts» träger der Partei sowie der Vorsitzenden der verschiedenen Vereine sprach zunächst Kreisamtsleiter Pauly. Anschließend sprach Frl. Hohmann, die Kreissackbearbeiterin der NSV.-Kindergärten. Sie ging auf die Tagesarbeit näher ein. Die Kinder besuchen vorerst die Anstalt von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Im Sommer wirb die Besuchszeit von 7 bis 11.30 Uhr unb von 14 bis 18 Uhr erhöht, lieber Mittag bleiben die Kinder auch da unb erhalten ein ihrem Alter entsprechendes kräftiges Essen, hauptsächlich Gemüse. Danach tritt eine Ruhepause ein, in der die Kinder auf Liegestühlen schlafen werben. Alle Schüler müssen diesen Anordnungen folgen. Für ein Kind zahlt man wöchentlich 30 Pfennig, für das zweite 10 Pfennig, das dritte und vierte sind frei. Sollten sich in dieser Hinsicht Schwierigkeiten ergeben, so läßt sich abhelfen. Zum Schlüsse bat sie die Eltern um Verständnis unb Unterstützung, dann werde großer Segen von dem Kindergarten ausgehen. Ortsgruppenleiter Damm gab gleichfalls feiner Freude über die Eröffnung eines Kindekgartens Ausdruck unb wünschte der neuen Einrichtung besten Erfolg. Landkreis Gießen D Watzenborn-Steinberg, 8. April. Heute, Freitag, begingen die Eheleute Balthasar Häuser XIV. und Ehefrau Marie, geb. Jung, Gießener Straße 31, bas Fest der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute sind noch recht rüstig und erfreuen sich guter Gesundheit. O Hausen, 6. April. Das Jungvolk, Standort Hausen, veranstaltete in der Wirtschaft Fink einen Volksgemeinschaftsabenb, der einen guten Besuch aufwies. Jungzugführer Karl Freitag, Hausen, wies darauf hin, daß solche Dolksgemeinschaftsabende den Zweck hätten, den Eltern einen Einblick zu geben in die Arbeit des Jungvolkes. Es war nun ein fröhliches Treiben, das sich da vor den Zuschauern abspielte. Frisch und überzeugend klangen die Lieder der Jugend. Die Sportvorführungen wollten zeigen, wie Sport zum fröhlichen Spiel werden kann, und lösten die humorvollen Vorführungen viel Heiterkeit aus, zugleich aber erkennen lassend, daß hinter all dem frohen Spiel ein ernster sportlicher Wille liegt. Echt jungenhaft, frisch und keck wurde ein kleines Theaterstück gespielt, das viel Beifall ausloste. So konnten die Jungens mit dem Erfolg ihrer Darbietungen zufrieden fein, unb war all die Mühe des Vorbereitens und Einübens nicht umsonst, da der Abend für die Jungens unb ihren Führer, Karl Freitag, ein voller Erfolg war. Stützpunktleiter Philipp S ch a r d t III. brachte den wohlverdienten Dank in einem Schlußwort zum Ausdruck. = Lich, 7. April. Am 8. Mai kann der hiesige ehemalige Alicefrauenverein, jetzt Ortsge- meinschast des Deutschen Roten Kreuzes, sein 70- jähriges Jubiläum feiern. Seiner stillen, nur im Krieg mehr an die Öffentlichkeit getretenen Arbeit entsprechend soll auch das Jubiläum in schlichtem Rahmen gefeiert werden. Am Nachmittag werden die Mitglieder und geladenen Ehrengäste einer persönlichen Einladung der derzeitigen Vorsitzenden, Fürsttn Reinhard zu Solms-Hoyensolms- Lich, in den Saal des Schlosses folgen unb sich nach einer kurzen Feierstunde zu einer frohen Kaffeetafel vereinen. Die musikalische und gesangliche Ausstattung der Feier haben hiesige Kräfte übernommen. Bei der Feier wird ein geschichtlicher Rückblick über die Gründung, Entwicklung und Arbeit des Vereins, der einer ber ältesten der Roten- Kreuz-Vereine in Hessen ist, geboten werden. gfs. Hungen, 7. April. In unserer Gemeinde sammelte die NS. - Frauenschaft über 700 Eier für das Winterhilfswerk der NSV. Auch die Werbung für Freiplätze wurde erfolgreich durchgeführt. Eine Anzahl Haushaltungen haben sich zur Aufnahme von Ferienkindern oder SA.-Männern bereit erklärt. Nach Ostern beginnt ein Mütterfchu- lungs- und Säuglingspflegekurlus, der sich voraussichtlich reger Beteiligung erfreut. ch Obbornhofen, 8. April. Im Rahmen der Dorfverschönerungsaktion wurde jetzt die Schaffung von Fußsteigen in ber Braugasse vom Gasthaus „Zur alten Schule" ab in Angriff genommen. Im Laufe des Jahres sollen noch weitere Arbeitsoorhaben ausgeführt werden. Es soll u. a. ein Heim für bie H I. und ein Schwimmbad gebaut werden. * Rodheim a. d. Horloff, 8. April. Der 26 Jahre alte Straßenunterhaltungsarbeiter Ernst Müller wollte heute morgen in einer Schutzhütte im Ofen Feuer anmachen. Da im gleichen Raume ein Benzinbehälter stand, der anscheinend nicht völlig dicht war, kam es zu einer Explosion, und der bedauernswerte Mann stand wenige Sekunden später in hellen Flammen. Er erlitt schwere Brandwunden am Unterleib, an Ober- und Unterschenkel, an den Armen und an den Händen. Der Verunglückte mußte sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden. + Grünberg, 8. April. An der Schul» sparkasse der Volksschule beteiligten sich im vergangenen Schuljahr 95 Schüler. Die Schüler erwerben Marken zu 10, 25 unb 50 Pfennig, die sie in ein Sparheftchen einfleben. Sobald eine 1 Seite dieses Sparheftes mit Marken gefüllt ist, er- : hält ber Schüler den Betrag in einem Sparbuch, < bas ihm von ber Bezirks-Sparkasse auf feinen Namen ausgestellt wird, gutgeschrieben. Der Der» । kauf ber Sparmarken liegt in den Händen von 1 Lehrer Wenzel. Im Schuljahre 1937/38 wurden insgesamt für 1071,75 Mark Sparmarken von den ! Schülern erworben. $ Saasen, 8. April. In diesen Tagen konnte i die hiesige Handarbeitslehrerin Frau Katharine Schepp (Wwe.) auf eine 40jährige D i e n st- < zeit an der hiesigen Volksschule zurückblicken. Im 1 Zusammenhang mit der ethulentlaffungsfeier fand I auch eine Abschiedsfeier für Frau Schepp statt Auch i die Gemeinde veranstaltete zu ihren Ehren bei ©aff» ' wirt Wilhelm Schepp ein» Abschiedsfeier. bei < der alle Liebe und Verehrung zum Ausdruck kam, 1 die man ihr in der ©emeinb? entaeaenbrinat. Leh- 1 rer Dieser würdigte die Verdienste ber b-llchten i Lehrerin unb überreichte ihr ein Glückwunschschrei» i ben bes Kreisschulamtes. OrtsarunnenlMter Schepp I übermittelt der Jubilarin Glückwünsche im Namen I Marktverlegung für den Diehgroßmarkt in Gießen. Der Vorsitzende des Viehwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau hat folgende Marktverlegung für den Diehgroßmarkt in Gießen angeordnet: In Gießen fällt der Markt am Dienstag, dem 19. April, aus. Dafür wird ein Markt auf Mittwoch, den 20. April, festgesetzt. Anlieferungstag ist der Vortag des Markttages. Anlieferungs- und Marktzeiten sind die gleichen wie bisher. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 8. April. Die Börje blieb am Aktienmarkt fest. Zwar erstreckt sich das Publikumsinteresse weiterhin auf Spezialwerte, insbesondere auf solche, bei denen die Abschlüsse noch hevorstehen, doch erhielten auch bie übrigen Marktgebiete weiterhin einige Anregung. Das Geschäft hat im ganzen noch keine durchgreifende Belebung erfahren, immerhin sind die Umsätze bei verschiedenen Werten beachtlich. Im Vordergrund standen heute am Elektromarkt Lahmeyer auf ben großen Auftrag in Vorarlberg; sie erschienen zunächst mit dem Plus-Zeichen und wurden auf 135 (129,75) geschätzt. Lebhaft waren AEG. mit 121 bis 122,50 (120,50), RWE., Licht und Kraft und Bekula lagen behauptet. Weiter fest waren sodann Westdeutsche Kaufhof mit 106 (104,75), ebenso setzten Metall- aesellschaft chre Steigerung auf 145,50 bis 146 (144,50) fort. An den übrigen Marktgebieten hielten sich die Erhöhungen meist unter 0,50 v. H., Aschaffenburger Zellstoff gewannen 1 v. H. auf 143. Etwas niedriger lagen von Chemiewerten Th. Goldschmidt mit .148,50 (149,25). Am Rentenmarkt hat sich das Geschäft kaum gehoben. Reichsaltbesitz mit 132,95 (133) behauptet, im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung 5 Pfennig höher mit 96,35. Am Pfandbriefmarkt blieb es bei dem seitherigen Zustand, ba der starken auf 124,75, Moenus unverändert 133, Adlerwerke nicht ganz behauptet mit 123,65 (123,75). Don Elekrowerten waren RWE. weiter erhöht auf 126,50 (126,25), AEG. unverändert 122,50 und Gesfürel j mit 151. Lahmeyer waren in Reaktion auf die starke Steigerung angeboten und wurden mit 138 geschätzt gegenüber einem Höchstkurs in Berlin von 139,25. Montanpapiere konnten sich gut behaupten, Verein. Stahl 111,40 (111,25), Mannesmann 117,50, Buderus 119,50 (119), Deutsche Erdöl 142,75, nur Ilse Genuß 146,50 (147). Sonst notierten u. a. IG. Farben mit 160,75 (161), Conti-Gummi mit 215,25 (215,75), AG. für Verkehr mit 140,25 (140,50), Holzmann mit 164 (163,50), VDM mit 175,50, Reichsbank mit 198,50. Am Rentenmarkt notierten Reichsaltbesitz mit 132,95, 6 o. H. ;3Q. Farben mit 129,50, 5 v. H. Gelsenkirchen Berg mit 103, 5 v. H. Mansfeld mit 103 (102,90), 5,50 v. H. Frankfurter Hyp. Liquid, mit 101,50 (101,40) und 5,50 v. H. Meininger Liquid, mit 101,65 (101,70), Kommunal-Umschuldung unverändert 96,35. .. r >?■ XI * ■ W if | B L «.*** W WH'Sl ** , G M. G I Äteinhäyer •Urquell j» würzig mild - mit dem bekannten Sei fferffnf Dein La dem Führer, dem Schöpfer des Großdeuifchen Reiches w t r wenn ir. 67 3170 -«9#L fassen können, zieht der Motor den Wagen wieder durch. Auf einer besonders gefährdeten Strecke trafen wir eine Arbeiterkolonne mit der Errichtung eines dünensicheren steinernen Fahrdammes beschäftigt. Mit ihrer Hilfe wurde dem Auto eine Bahn geschaufelt. Die Glanzpunkte der Fahrt sind die Oasen und in den Oasen die Hotels der S.A.T.T. Eine Oase ist immer so stark in den umliegenden Felsboden eingetiest, daß der rätselhafte Grundwasservorrat, den die Sahara in ihrem Schoße birgt, durch Brunnen erreichbar wird. Der eigentliche Oasenbaum ist die Dattelpalme, von der die Araber sagen, sie müsse ihre Wurzeln im Wasser und ihre Krone in der Sonne baden. Große Oasen tragen Hunderttausende von Palmen, so Ghardaia mit 38 000 Einwohnern, wo wir vorgestern übernachteten. El Golea, wo wir heute rasten, ist klein, es hat nur 7000 Palmen und 400 Bewohner. Der Sand hatte uns aufgehalten, so daß wir erst später am Abend zwischen den geöffneten eisernen Torflügeln des alten französischen Forts hindurchfuhren, in dessen Mauern unser Hotel liegt. Es hat seine eigne, ölgetriebene Kraftanlage und strahlte wie ein arabisches Märchenschloß, als wir nach 13stündiger Fahrt das Auto verließen. Wir fanden jede nur denkbare Bequemlichkeit, die schönsten Betten, warmes und kaltes fließendes Wasser, warme Duschen in besonderen Zellen, vortreffliches Essen, Ansichtskarten und heute früh auf dem Postamt- T.S.F., d. h. drahtlose Telegraphie, zu einem Satz von 2,40 Franken (20 Pfennig) für das Wort bis nach Deutschland. Das alles aber soll erst der Anfang der Sahara- Herrlichkeiten sein. Noch tausend Kilometer weiter, in Tamanrasset am Fuß des Hoggargebirges, im innersten Herzen der Wüste, soll es noch viel interessanter und großartiger sein. Von dort hoffe ich meinen nächsten Afrikabrief zu datieren. Reparatur mit Vordmitteln. Das war klug gedacht und gesagt, denn als der Wagen schon nach zweieinhalb Stunden wieder fahrbereit war, wenn auch nur für eine stark verminderte Geschwindigkeit, waren alle Passagiere — niemand hatte den Humor verloren — froh und dankbar. Tags darauf wurde ein anderer Feind lebendig: der Sand. Einem guten Auto kann viel zu- aemutet werden. Wir haben in diesen Tagen eine Vorstellung davon bekommen, wie leistungsfähig für starke Steigungen und unebenes Gelände die S.A.T.T.=3ßagen find, aber wenn der Weg auch nur wenige Meter durch eine quer hinübergewehte Sanddüne blockiert ist, so versagt auch der stärkste Motor. Das Geheimnis der Befahrbarkeit der großen nordafrikanischen Wüste liegt darin, daß die ungeheuren Dünenmassen von den Fahrwegen gemieden werden können. Die Sanddünen-Gebiete, von den Arabern Erg genannt, liegen mehr im östlichen und westlichen Teil der Wüste, der mittlere Teil hat harten Boden. Stellenweise gelingt es aber dem Wind auch hier, aus der Decke von feinen Gesteinstrümmern fo viel Sand heraus- ^lermertt >75). 5Bon auf 126,.% Ü ©effürel 3n auf die en mit 138 Berlin oon behaupten, ann 117,50, 142,75, nur erten u. a. üummi mit mit 140,2-5 DM mit lentenmarli v. 1 Berg mit , 5,50 D.j). 101,40)'uni 35 (101.70), 1,35. ( ** t'i xn" Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise. Don Or. Paul Rohrbach. 1 Hamburg: -ipZ'g if! el zwW 1. 1 Hannover tgemeiiW ' fieoertulen: 7 Nürnbelf über zu beginnen, daß ihr Mann nicht zum Vorsitzenden gewählt war. Um der Szene ein Ende zu machen, mußte der Koch sie schließlich auf den Arm nehmen und aus dem Saal tragen. Historische Modenschau. C. K. Paris. In Paris soll im Museum Galliera eine Ausstellung alter Kostüme eröffnet werden. Die zahlreichen Vitrinen, die sich mit Kostümen und dem Zubehör füllen sollen, sind schon aufgestellt. Was die Ausstellung besonders reizvoll machen wird, sind die vielen Figuren in bewegten Szenen, die in allen Räumen Platz finden sollen. Gleich in der Eingangshalle werden den Besucher zwei schöne Damen begrüßen, die eine vom Hofe Franz I., die andere vom Hof Heinrichs III., ferner ein Pariser Bürger mit großem Hut, ein Untertan Heinrichs IV., zwei Nürnberger Schöffen aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, einer in Rot, einer in Schwarz, ein Pistolenschütze aus derselben Zeit in Koller und Harnisch, ein Arquebusier Ludwigs Mit dir allein auf einer einsamen Insel... B. San Franzisko. Das Paradies der Galapagos-Jnseln im Stillen Ozean scheint seinen Zauber noch nicht eingebüßt zu haben, obwohl das Schicksal des Dr. Ritter abschreckend wirken sollte. Ein amerikanisches Ehepaar hat die vulkanischen Inseln als dauernden Wohnort gewählt, um hier freiwillig ein Leben zu führen, wie es Robinson einst beschieden war. Die beiden Robinson von heute sind der Bergbauingenieur Ainslay Conway, ein 43jähriger Mann aus Ma- rysoille in Kalifornien, und seine Frau Frances, eine frühere Lehrerin. Sie wurden jetzt auf der Insel Floreana von der amerikanischen Expedition Hancock während einer Kreuzfahrt im Stillen Ozean aufgefunden. Das Ehepaar verließ die kalifornische Küste im Mai vorigen Jahres an Bord eines alten Segelbootes, und nach einer langen und abenteuerreichen Fahrt landete es auf der Insel James. Hier hielten sich die beiden fünf Monate auf und nährten sie von Fischen und von den spärlichen Kräutern, die auf dem felsigen Boden der Insel wuchsen. Dann entschlossen sie sich aber, die kleine Insel wieder zu verlassen, weil ste zu wenig Trinkwasser bot. Das Paar siedelte auf die Insel Floreana über, die etwa 100 Seemeilen entfernt liegt und der Wohnsitz des Dr. Ritter war. Sie schlugen ein Lager im Innern der Insel auf, wo der Boden Lesser zum Bebauen geeignet ist. Hier führen sie jetzt ein einfaches ruhiges Leben. Ihre Hauptnahrung besteht in Kartoffeln und getrocknetem Rindfleisch. Kapitän Hancock, der die Insel besuchte, war bei dem Ehepaar zu Gast, dem er eine Anzahl Geräte und Werkzeuge und Lebensmittel zum Geschenk machte. Er berichtet, daß das Robinson- ehepaar sich sehr zufrieden fühlt und vor allem glücklich ist, fern von der Kulturwelt zu leben, die es ganz und gar vergessen möchte. n" das •'S*' Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Stürmische Werbung. C.K. Neuyork. 11000 Liebesbriefe in vier Jahren geschrieben zu haben, das ist gewiß ein nicht leicht zu überbietender Rekord, und doch ist es ddrn 24jährigen Buchhalter David Brother in Neuyork auch mit diesem Ansturm nicht gelungen, die Liebe der 22 Jahre alten Stenotypistin Dorothy Hochman zu erringen. Sie sind beide in demselben Büro tätig, und die junge Dame hat auch die Briefe entgegengenommen, aber wenn der hitzige Bewerber sich nicht mit schriftlichem begnügte, sondern auch Seidenstrümpfe, Süßigkeiten, Parfüm und Blumen schenken wollte, dann war sie stolz und wies alles zurück. In einem der 11000 Briefe, dem letzten, las Dorothy die Worte: „Wenn ich Sie mit einem jungen Mann sehe, werde ich ihm die Zähne ausschlagen." Das war ihr zuviel, sie. ging vor Gericht und ließ den hitzigen Bewerber vorladen. Hier erklärte sie: „Er ist zwar ein hübscher junger Mann, aber ich liebe ihn nicht." Brother mußte sich auf Ermahnung des Richters wegen seines Briefes entschuldigen. Als er fragre, ob er denn nicht Geschenke schicken könnte, erhielt er den Bescheid: „Wenn Sie das tun, junger Monn, werden Sie Aerger davon haben." IV. Wie man in der Sahara reist. El Gol6a, März 1938. Wir sitzen im Wüstenhotel in der Oase El Golöa, beinahe 1000 Kilometer südlich von Algier. El Golea ist die dritte Station auf der großen Automobilroute, die quer durch die Sahara von Algerien nach Britisch-Nigeria und Französisch- Aequatorialafrika führt. Sie ist fast 4000 Kilometer lang, und sie erfordert, mit ausgiebig eingelegten Ruhetagen, gut zwei Wochen. Eben haben wir den Zimmerkellner bestellt und ihn etwas e i n h e i z e n lassen, denn die Wüste ist noch winterkalt. Selbst wenn man sich nach dem Mittagessen zum Kaffee in den Hotelgarten setzt, ist ein Mantel nach angenehm. Das Holz für unser Zimmeröfchen wird drei Tagesmärsche weit auf Kamelrücken. aus einem Wadi geholt, einem Trockenflußbett, in dem Tamariskensträucher wachsen. 100 Kilo kosten 8 bis 10 Franks, und 200 bis höchstens 250 Kilo machen eine Kamellast aus. Ein Frank hat zur Zeit den Wert von etwa 8 Pfennig. El Golea ist hiernach also kein teurer Platz, was man bestätigt findet, wenn man hört, daß ein Kilo Kamelfleisch zwei Franken kostet und ein Kilo Hammelfleisch drei Franken. Was ist El Golea und wie kommt man hierher? Der Leser wird sich schon denken, daß es eine Oase in der Wüste sein muß, denn ein Hotel kann es nur in einer solchen Oase geben. Die Wagen, mit denen man die Wüstenreise macht, gehören der S. A. T. T., der Society Algörienne des Transports Tropicaux. Sie fassen zwölf Passagiere und haben hinten noch Raum für Lebensmittelkisten und Ersatzteile im Falle einer größeren Panne. Solch ein Wagen sieht trotz seiner massigen Größe elegant aus, stahlgrau, mit breiten Schiebefenstern, und etwas in Stromlinienform gebaut. Trotz seines Gewichts kann die Schnelligkeit bei ebenem Gelände auf 50 Kilometer stündlich gebracht werden. Die erste Tagereise von Algier ist nur ein Vorspiel, denn sie führt noch durch die ganze Breite des K ü st e n a t l a s , dessen zwei Hauptketten in windungsreichen Paßstraßen überquert werden. Das Gebirge empfängt reichlich Regen, und erst beim Hinabfahren von der inneren, südlichen Kette ändert sich das Bild. Die Vegetation wird spärlich, und allmählich beginnt die W ü st e , kein Sandmeer, sondern steriler Gesteinsboden. Die Etappen der Wüstenreise sind die O a s e n , die 200 bis 500 Kilometer auseinanderliegen. Bis zur ersten Mittagsstation geht noch eine Eisenbahnlinie; bis zur zweiten Oase begleiten den Weg eine Telegraphenleitung und die Gittermasten einer elektrischen Ueberland- zentrale. Dann hören diese Symptome unserer technischen Kultur auf, und auch die anfangs gut ausausgebaute Straße vereinfacht sich immer mehr und ist manchmal nur noch eine ausgefahrene Spur auf dem Wüstenboden. Einem Sahara-Auto kann allerlei Mißgeschick passieren. Ein solches von ganz merkwürdiger Art erlebten wir morgens am zweiten Reisetag in Gestalt einer Hammelherde, der es einfiel, plötzlich dicht' vor dem in scharfer Fahrt bergab befindlichen Wagen im Galopp den Weg zu kreuzen. Um kein Tier zu überfahren, bremste der Chauffeur so hart, daß im hinteren Getriebe etwas brach und wir nicht von der Stelle konnten. Die tröstliche Aus- funft lautete: vier Stunden für eine vorläufige bie Kurs, PQnbbrifU .^buftrie, |en emi8es zublasen, daß sich von heut auf morgen eine kleine Düne über die Straße legt. Unser wirklich tüchtiger Chauffeur wagte einmal oen Versuch, sie mit einem forcierten Anlauf zu nehmen — aber schon saßen —1 ** fest und mußten uns herausschaufeln. Erst die Räder bis auf den harten Grund durch- Der Hahn im Eisschrank. (rk) Buenos Aires. In Südamerika sind elektrische Kälteeinrichtungen «ine Notwendigkeit. Nun versucht natürlich jedes Unternehmen dieser Branche recht viele Kunden für sich zu gewinnen. Den interessantesten Weg zum Herzen des Käufers aber scheint jene Firma ye- lunden zu haben, die in jeden verkauften Eis- jchrank einen schönen großen frischgeschlachteten Hahn hineinlegte. Wenn sich die erstaunte Hausfrau an die Firma wandte und berichtete, daß sie ihren Eisschrank bereits besetzt gefunden habe, beruhigte man sie und ersuchte sie, den Hahn auf die bestmögliche Art und Weise zu verwenden. Der Hahn cm Eisschrank wurde zum Tagesgespräch von Buenos Aires. Und wenn jemand einen Eisschrank bestellte, fragte er in der Folgezeit mit Augenzwinkern: „Eisschrank — mit oder ohne Hahn?" Die Kinder müssen es wissen. (gf) Kairo. Ein Inhaber eines Kaufhauses in Kairo war sich über die Ergänzung seiner Spielwarenabteilung keineswegs im Klaren. Endlich kam ihm die Erleuchtung. Er suchte einen Jungen von sechs Jahren und einen anderen von 10 Jahren aus und forderte die beiden Kinder auf, sich unter den Spielsachen, die in ganz Kairo zu haben waren, das auszusuchen, was ihnen gestele. Allerdings beschränkte er den Wunschzettel auf fünf Gegenstände. Am nächsten tag wiederholte er den Versuch mit zwei Mädchen. Nach diesen Erfahrungen deckte er sich dann selbst mit neuen Vorräten ein und machte ein vorzügliches Geschäft. In Zukunft will er seinen gesamten Betrieb nur unter diesen aus der Praxis gewonnenen Gesichtspunkten organisieren. Das Publikum soll wählen. Und er richtet sich danach. Ein Elefant belebt das Geschäft. (—) London. In England stellt eine Firma, die feuerfeste Geld- Ichränke fabriziert, auch Stahlmöbel her, deren Ab- lotz freilich in letzter Zeit manches zu wünschen übrig ließ. Endlich kam einer der Verkaufsmanager auf folgenden Gedanken: Er mietete bei einem Zirkusunternehmen einen Elefanten und ließ diesen eine sonst im Zirkus gezeigten Kunststücke auf den euerfeften Schränken und auf den Stahlmöbeln einer Firma ausführen. Diese Kunststücke und vor allem die Stabilität der Möbel imponierten dem Publikum so, daß sich der Verkauf beträchtlich hob. Der Klub der großen Männer. C. K. Dorpat. In Dorpat ist ein „Klub der großen Männer" gegründet worden, wobei unter Größe die des Körpers zu verstehen ist. Er zählt etwa 60 Mitglieder, die die größte Körperlänge von allen Män- nern in Estland haben. Um Mitglied des Klubs zu Derben, muß man mindestens 1,85 Meter groß sein. Zu den größten Mitgliedern gehört der bekannte Sportsmann Vikstes, der 2,06 Meter mißt. Eine merkwürdige Tatsache ist dabei aber, daß von allen Mitgliedern des Klubs festgestellt wurde, daß sie | Frauen von auffällig kleinem Wuchs geheiratet i haben. Einer von ihnen, ein Koch, hat die Kassiererin einer Bar zur Frau, die gerade 1,07 Meter mißt. Diese kleine Dame hat aber ein lebhaftes Temperament, und sie drang in den Saal, in den bie großen Männer" sich zur Wahl des Vorstan- les versammelt hatten, um ein lautes Geschrei bar- XIII. und einige anbere. Jrn anstoßenben Saal fin< ben verschiebens Gruppen Ausstellung: zunächst ein Höfling und eine Dame aus den Anfängen Ludwigs XIV., er in Kniehosen, sie in ihrem schweren Schleppkleid mit der Samtmaske vor dem Gesicht; gegenüber eine Dame in der „Fontange" — dem hohen haubenartigen Kopfputz aus Musseline« Spitzen und Bändern, wie er zur Zeit der Madame de Maintenon Mode war —, die an ihrem Putztisch sitzt und sich frisieren läßt, während ihr kleiner Mohr ihr soeben ihre Post gebracht hat und einer ihrer vertrauten Freunde ihr auf der Lauts vorspielt. Eine andere Gruppe stellt eine Bürgerfamilie beim Mittagessen bar: ber Hausvater, die Mütze auf dem Kopfe, sitzt qm Tisch und schneidet Brot, während sein kleiner Sohn ihm artig gegenüber sitzt und die Mutter die Suppenterrine hereinbringt, die ganze Szene in der zugehörigen Umgebung mit vollständigem Anrichtetisch, kupfernen Wasserbecken und so weiter. In der großen Galerie werden vier Szenen dargestellt: Kartenspieler zur Zeit Ludwigs XIV., die Männer am Spieltisch sitzend, die Frauen aufrecht oder an Stühlen gelehnt neben ihnen stehend und dem Spiel folgend; ein Konzert aus der Zeit Ludwigs XVI., Spinett, Harfe und Gesang; ferner zwei Straßenszenen, die erste während der Revolution, eine Gruppe, die um die neueste Bekanntmachung versammelt ist, die zweite unter dem Direktorium. Schließlich wird man noch ein paar Tänzer sehen können, einen Harlekin des 18. Jahrhunderts mit feiner Maske, und manches andere. Blaubart ist verschwunden. (pk) Budapest. In der Arenastraße in Budapest herrscht großs Aufregung. Blaubart ist weg. Verschwunden. Ohna ein Wort zu sagen. Blaubart, das ist — vielleicht muß man jetzt schon sagen: war — ein Papagei« Aber kein gewöhnlicher Papagei, sondern ein Wundervogel, wie man ihn in der Tat selten finden dürfte. Seinen Namen hatte er wegen der zarten blauen Federn erhalten, die unter seinem Schnabel wie ein Bart aussahen. Sein eigentlicher Wert aber lag in seinen ungewöhnlichen Sprachkenntnissen und in seiner Arbeit in der Wäscherei seiner Herrin. Die Tätigkeit Blaubarts in diesem Geschäft war außerordentlich vielseitig. Trat ein Mann in das Geschäft, so flog ihm Blaubart auf die Schulter und krächzte: „Guten Tag! Bitte, nehmen Sie den Hut abr Ein fremder Besucher erschrak natürlich über diese ungewöhnliche Begrüßung zuerst gewaltig. Dem ersten Schrecken folgte Erstaunen, denn nun krächzte der Vogel: „Nehmen Sie Platz! Was wünschen Sie?" Damen, die das Geschäft betraten, wurden anders empfangen. Ihnen rief Blaubart zu: „Hier wird schön geputzt! Sehr schön geputzt!^ In ber Tat, Blaubart war ein Sprachgenie. Er beherrschte 33 ungarische, 16 beutsche, 9 französische unb 7 englische Wörter und konnte etwa 20 zusammenhängende Sätze einigermaßen verstänblich hersagen. Kein Wunber, baß Blaubart in ber ganzen Umgegenb hoch geachtet unb bewun- bert war. Einen Käsig kannte er gar nicht. Mit seiner Herrin flog er bes Abenbs zusammen nach Hause, d. h. seine Herrin fuhr natürlich mit ber Straßenbahn, währenb er, ber gefieberte Blaubart, auf das Dach bes Wagens flog und genau aufpaßte, bis feine Herrin aUsftieg. Und nun ist Blaubart plötzlich verschwunden. Eines Abends auf dem Nachhauseweg war er nicht mehr zu finden. Niemand weiß, was ihm zugestoßen ist, ob er gestohlen wurde oder ob sich vielleicht eine hungrige Katze seiner bemächtigt hat. Jedenfalls herrscht in der Arenastraße ehrliche Trauer um dieses seltene Exemplar eines Papageien. Der sagenhafte Schatz des Ali Pascha. C. K. Athen. Eine Kapitalistengruppe hat mit Erlaubnis der Regierung umfangreiche Arbeiten in der Nähe der Stadt Trikala in Thessalien begonnen, um einen großen Schatz aufzufinden, der einmal Ali Pascha, deijn Gouverneur von Janina, gehört hat. Er setzte sich aus 24 Goldladungen zusammen, die von Mauleseln getragen wurden. Ali Pascha, der wegen [einer Gausamkeiten berüchtigt war und im Jahre 1822 ermordet worden ist, hatte die Christen des Landes gebrandschatzt, um diesen Schatz zusammenzubringen, den er für den Sultan bestimmt hatte; er war bei diesem in Ungnade gefallen und wollte sich durch das große Geschenk wieder in Gunst bringen. Er hatte die kostbare Sendung mit größter Heimlichkeit vorbereitet, aber als der Zug in die Nähe von Trikala gekommen war, fiel er in einem Hinterhalt, den der Brigant Peristeris gelegt hatte, dessen Bande eine Schreckensherrschaft in diesem Gebiet ausübte. Alle Mauleseltreiber wurden nieder- gemacht, und die Räuber bemächtigten sich des Schatzes, den sie an einem geheimen Ort in jener Gegend versteckten. Seit jener Zeit hat sich ein ganzes Sagengewebe um den Schatz des Ali Pascha gesponnen. Man hat alle nur denkbaren Hilfsmittel in Bewegung gesetzt, um das Versteck aufzufin- ben, aber bis heute sind alle Nachforschungen vergeblich gewesen. Jetzt scheint es, als ob bie erwähnte Kapitalistengruppe aus Athen einen besseren Weg gefunben habe. Sie hat sich für eine große Summe ben Plan verschafft, ber, wie behauptet wird, von einem Mitglied der Bande stammen soll« M, die ver zu Der« 1 ereilen be« [ ipentere I rb legte bie I i einer ein- - ;r GWiN' ! tjlufennta' e nach bim punWlen - Sie Sinin Wupp - Wuppertal' ben, M SS ?rer Knnb- peF'„ ebenso jungen Wnoftien Jt 138 bis 0 v h. an Pau*.s lüft' und 5 ■M in d-' lau aus 66 Training F en Sonntag a ng fif* kin., Dreh' rttOfwaK (1:5?) 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