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I40S" f ssü ß. t§ s f®s »s f? 2587 S 315356 |,M4| ttr. 57 (Erffes Blafi (88. Jahrgang Mittwoch, 9. MrzO38 krschew» täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle monat$«Be3ug$pretr. Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70mm Breite bORpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.250/« mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsch« UniverfitSIrdruckerei R. Lange in Siehe«. SchrMrttung und Seschäflrftelle: Schulsttatz« 7_______ lgeheiterten Lungen- Sie „Palastrevolution" im Kreml wegen. Bei einem Grippeanfall hätten ihm „die Angeklagten" dann täglich 40 Kampferspritzen und die stärksten das Herz angreifenden Medikamente verabreicht. An den Folgen dieser Behandlung sei auch Gorki gestorben. Lewin beendet seine „Geständnisse" mit dem Hinweis auf den furchtbaren Zwang, unter dem er gehandelt habe. „Jagoda bedrohte mich, ich mußte gehorchen. Ich bin ein Arzt, ich verstehe nichts von aller Politik. Jagoda war in meinen Augen der allmächtige Mann. Er drohte, mich und meine Familie zu vernichten. Ich selbst bin ein alter Mann, ich hätte mein eigenes Leben geopfert. Aber ich hänge an meinen Kindern und an meiner Familie. So bin ich auf die Befehle Jagodas eingegangen." Verhör genommen. Er bemerkl, die ganze Tätigkeit des Oppositionsblocks fei dadurch überhaupt erst möglich geworden, daß er sich mit seinem Apparat zur Verfügung gestellt habe. 3m Gegensatz zu den unverbesserlichen „Schwähern" in der Art der meisten Oppo- sitionsverlreler, die nach wie vor an den „An- sinn" der Vorbereitung eines Massenaufstandes" festhielten, habe er, zusammen mit Ienukidse, die Frage der Palastrevolution auf die Tagesordnung gesetzt. Man habe die Kreml- Wache gewinnen und durch einen raschen Hand- streich die Regierung überrumpeln, verhaften und beseitigen wollen. Warum dieser — im Laufe des Prozesses bereits mehrfach erwähnte — Plan nicht gelang, weiß freilich auch Jagoda nicht zu sagen. Seine landesverräterische Tätigkeit habe darin bestanden, daß er im GPU.-Apparat selbst Spione geduldet habe. Auch die phantastische Bezichtigung, daß Jagoda an Trotzki bedeutende Geldsummen aus dem GPU.-Fonds (4- bis 5mal je 20 000 Dollar) weitergeleitet habe, nimmt Jagoda bereitwilligst auf sich. Nur die Anschuldigung der aktiven Spionage weist Jagoda für seine eigene Person zurück. „Wenn ich Spion gewesen wäre', so bemerkt er, „so hätten Dutzende von auswärtigen Staaten ihre Nachrichtendienste auflösen können!" Das Gericht geht zur Vernehmung des Angeklagten Krjutschkow über, der bereitwillig seine Mittäterschaft an der Beseitigung Gorkis und dessen Sohnes Peschkow eingesteht. Darauf wird die Sitzung unterbrochen^ Jagodas Mordaufträge an die Leibärzte des Kreml. Wie Gowjetgrößen zuTode kuriert wurden.—Neue,,Geständniffe"imMoskauerGchauprozeß den. Der Triumph Stalins über seine Feinde und ihre Vernichtung müsse unaufhörlich gefeiert werden. Die so geschaffene Furcht erzeuge eine Art krampfhafter Hysterie, die von Zeit zu Zeit dramatisiert werden müsse, und diese Dramtisierung werde durch die Schauprozesse erreicht. Bevor das Gericht zur Vernehmung Jagodas schreitet, wird dessen früherer Privatsekretär Bulanow verhört, eine dunkle Existenz, die während vieler Jahre von dem allmächtigen GPU.-Chef zu allen möglichen schmutzigen Aufträgen verwandt worden ist. „Ich war eine Kreatur Jago- d a s", so beginnt Bulanow. „Ich hatte mich daran gewöhnt, alles mit den Augen Jagodas zu sehen. Er hatte vor mir keine Geheimnisse, seine Verbrechen hat er vor mir nicht verborgen." Schon 1931 will Bulanow von Jagoda die Andeutung gehört haben, daß Jagoda sich der illegalen Oppositionsgruppe Rykows und Bucharins angefchlossen habe. Die Politik der bolschewistischen Partei, so habe Jagoda schon damals gesagt, führe das Land zum Ruin. Für sich habe Jagoda im Falle des Putsches die Rolle des Ministerpräsidenten reserviert. Neben ihm sollten Tomski und Rykow dem „Kabinett" angehören. Die Rolle des Staatspräsidenten sei Je- nukidse zugedacht gewesen. Tuchatschewski sollte Kriegsminister werden. Die Nachfolge Stalins als Generalsekretär der Bolschewistischen Partei hätte Bucharin übernehmen sollen. Hier unterbrach der Staatsanwalt Bulanow mit der Frage, ob das „neue Regime" eine ArtF a- sch ismus hätte darftellen sollen. Bulanow erwiderte auf dieses Stichwort, damit der Sowjetagitation ein neues Thema liefernd, mit dem ominösen Satz: Jagodas Benehmen wies darauf hin." Als GPU.-Chef habe Jagoda jahrelang feine schützende Hand über die Opposition gehalten. Es sei ihm gelungen, die Untersuchung trotzkistischer und anderer Umtriebe zu unterdrücken. Unter der gespanntesten Aufmerksamkeit des Saales wird darauf Jagoda selbst ins „Am wenige Benschen können die Qualen in sowjeirnUchen Gefängnissen überstehen." Ein Engländer berichtet über den Stalinschen Terror. London, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Der „Daily Telegraph" bringt Ausführungen des Engländers Malcolm M u g g e r i d g e, der einige Zeit in Sowjetrußland gelebt hat und die letzt vor Gericht stehenden früheren Bonzen gut kennt. Selbst Robespierres Methode zur Beseitigung seiner Freunde sei nicht mit den sowjetrussischen Prozessen zu vergleichen. Nie zuvor habe sich etwas ähnliches in der Geschichte zugetragen und es sei unwahrscheinlich, daß sich in irgend einem anderen Lande derartiges jemals ereignen könne. Der Laie frage sich, was diese Prozesse bedeuteten und ob etwas wahres an den phantastischen Aussagen sei. Wenn nicht, wie sei es möglich, daß die früher so zähen Männer solche Eingeständnisse machten. Bucharin sei jahrelang der erste Theoretiker der „reinen bolschewistischen Doktrine gewesen. Man habe seine Schriften andachtsvoll gesammelt. J a- goda sei bis vor kurzem noch das allmächtige Haupt der GPU. gewesen. Man habe seinen Namen mit Beben genannt. Nun aber stehe er vor der Richterbank und behaupte hartnäckig, daß er seit Jahren der Führer einer ausländischen Spionage gewesen sei. Es können gar keine Zweifel darüber bestehen, daß die umfangreichen Selbstanklagen d e r größte Schwindel fei. . Muggeridge versucht nun, das Geheimnis 511 lichten, das über den unglaublichen Eingeständnissen liegt, die vielfach aufgeworfenen Theorien über die Anwendung von Drogen, Hypnose die sowzetrus- sischen Methoden und dos Martyrium der Gesänge- nen. Nur wenige Menschen, fo schreibt er, könnten die Dualen aus st eh en, denen ste in den bolschewistischen G e f a n gni \ f e n ausgesetzt seien. Bemerkenswert sei auch, daß die Zeit der Haft ganz von der Widerstandskraft der einzelnen Gefange- n e n abhänge. So sei Bucharm beispielsweise wie Radek verhaftet worden. Er werde aber erst jetzt vor Gericht gestellt, weil er widerstandsfähiger gewesen sei. Diele Gefangenen warteten auf den Richterspruch, andere versuchten Selbstmord. Wieder andere seien eines Tages spurlos verschwunden. Malcolm Muggeridge stellte abschließend die Frage, warum diese Schauprozesse . überhaupt stattfinden. Selbst wenn keine Verschwörungen in Sowjetrußland vorhanden waren, so antwortet er, müßten sie geschaffen werden. Sie seien untrennbar mit dem Regime verbun- ist ihm nicht gedient. Damit bildet aber die deutsche Leserschaft den festesten Grundstein, auf dem sich jener inter- nati 0 nale Pressefrieden aufbauen kann, der von Reichspressechef Dr. Dietrich in seinem Vortrag beim Außenpolitischen Amt der NSDAP, gefordert wurde. Daß andere Völker noch nicht reif sind für eine so positive Einstellung zur Weltmacht Presse, ist weniger ihre Schuld als die ihrer Zeitungen. Die deutsche Zeitung ist ein Bildungs- mittel und kein flüchtiges Reizmittel, wie es die demokratischen Blätter zum großen Teil find, die ja meist nicht im festen Abonnement bezogen, sondern mit einem Höchstaufwand von anreißerischer Reklame im Straßenverkauf vertrieben werden. In Paris, London, Neuyork ist die „headline“, die Schlagzeile, alles, auf die Richtigkeit des Inhalts kommt es wenig oder gar nicht an. Deshalb kennt der Journalist in den demokratischen Ländern kein Berufsethos, er liefert dem Verleger feine Nachrichten und Artikel wie eine Ware, die auf Bestellung angefertigt wird. Der Verkaufserfolg allein ist entscheidend. Den Passanten soll der Groschen aus der Tasche gelockt werden. So wenig der Journalist in diesen Ländern eine eigene Meinung vertreten darf, so wenig besitzt deshalb auch das Publikum eine eigene und begründete Meinung über die Geschehnisse in der Welt. Jeder, der sich in den Vereinigten Staaten oder England längere Zeit aufgehalten hat, kann die erschreckenden Folgen dieser Pressepolitik an dem geistigen Niveau und der politischen Unwissenheit der breiten Masten ablesen. Die sogenannte Pressefreiheit ist hier wirklich ein Phantom, was drüben auch von einigen ehrlichen Leuten zugegeben wurde. Dr. Dietrich hat in seiner Schrift „Weltpresse ohne Maske" einige Beispiele dafür gegeben. So ließ sich beispielsweise der Schriftleiter der „Times", Kennedy, im Augustheft 1937 der Zeitschrift „The Nineteenth Century and After“ folgendermaßen vernehmen: „Unter dem Deckmantel unserer vielgerühmten Pressefreiheit geht ein großer Teil eigenmächtiger Tätigkeit der Verleger und Direktoren vor sich, die das Gegenteil wahrer Freiheit ist. Wir hier in England pflegen die strenge Kontrolle zu kritisieren, die in weniger demokratischen Ländern auf die Presse ausgeübt wird. Doch sind wir berechtigt,- unsere .Pressefreiheit' zu rühmen, wenn Nachrichtenorgane ihre eigene Politik und sogar eigene Sittlichkeit besitzen, die ihnen aber von anonymen Finanzgruppen im Hintergrund vorgeschrieben wird?" Kennedy steht mit dieser Ansicht nicht allein da. Unsere Leser mögen in der Schrift Dr. Dietrichs die gewiß unverdächtigen Zeugnisse demokratischer Pressepolitiker nachlesen und daran erkennen, wie es in Wirklichkeit um die Meinungsfreiheit bei den Franzosen und Angelsachsen bestellt ist. Und doch kann dieses andersartige Pressesystem in eine echte Friedenspolitik nutzbringend eingespannt werden, wenn nur die jeweilige Staatsführung den Journalisten von dem auf ihn lastenden Zwang zur unwahren Berichterstattung befreien würde. Der deutsche Leser, der sich glücklich schätzen darf, nicht mehr von unsichtbaren Mächten hinters Licht ge- Reichsaußenminister von Ribbentrop in London. Berlin, 8. März. (DRV.) Der Reichsmimsier des Auswärtigen von Ribbentrop begab sich heute abend mit dem fahrplanmäßigen Zuge zu einem kurzen Aufenthalt nach London. In London wurde amtlich bekanntgegeben, daß Reichs- auhenminister von Ribbentrop am Donnerstagvor- mittag dem englischen Außenminister Lo r d Halifax einen Besuch abftatten wird. Die Abendpresse berichtet von dieser Absicht in größter Aufmachung, z. T. in ganzseitigen Schlagzeilen auf der ersten Seite. Die Blätter fügen hinzu, daß der Reichs- auhenminister auch den englischen Premiermini st er sehen werde. < Oie Verhandlungen in Rom Rom, 8. März. (DNB.) Der englische Botschafter Lord Perth ist vom italienischen Außenminister Graf C i a n 0 empfangen worden. An der nahezu einftünbigen Unterredung nahm auch der Leiter der Abteilung Südeuropa im Foreign Office, Ingram, teil. Es wurde eine vorbereitende Prüfung aller zur Erörterung stehenden Fragen vorgenommen. Die Besprechungen werden fortgesetzt. Die Londoner Presse betont, daß es sich bisher lediglich um V 0 r b e s p r e ch u n g en handele. Erst am Freitag würden, so schreibt „Times", die eigentlichen Verhandlungen ausgenommen werden. Britischerseits wünsche man, daß ein evtl. Abkommen mit einer Bereinigung der Spanien- Frage verbunden sein werde, während Italien in erster Linie die Anerkennung des Aethio- pischen Kaiserreiches verlange. Ou und die Weltpresse. Wenn von der Weltmacht P r e s s e und ihrer Be- deutung für die internationale Politik geredet wird, dann ist das kein Problem der hohen Staatskunst allein, sondern eine Angelegenheit, die jeden einzelnen unserer Leser betrifft. Denn aus der deutschen Familie ist die Zeitung nicht fortzudenken. Sie gehört zum täglichen Leben. Sie liefert die regelmäßige geistige Nahrung, die nicht auf dem begrenzten Feld der Berufsausübung ober ber privaten Mußeftunbe, fonbern auf bem großen allgemeinen Acker bes Gemeinschaftslebens wächst. Dies war von jeher ihre natürliche Aufgabe. Da aber jebe Gemeinschaftsfrage eine politische Frage ist so steht die Tagespolitik auf bem Hauvtblatt ber deutschen Zeitungen. Daran fchließen sich die anderen Ausdrucksformen der Po- litik: die Lokalseite, die Unterhaltung und die Beilagen. Diese Einteilung hat im Prinzip immer in ber beutschen Presse bestauben. Sie beweist, baß im Grunbe genommen — trotz aller Amerikanisierung unb Jnbivibualisierung vor unb nach bem Kriege — bas nationale Interesse in der öffentlichen Meinung Deutschlands stets den Vorrang vor dem Einzelinteresse gehabt hat. Als der nationalsozialistische Staat dieNeu 0 rd » n u n g bes deutschen Pressewesens in die Hand nahm, den Beruf des Schriftleiters zu einem öffentlichen Amt erklärte und die Zeitungen zu Mittlern zwischen Führung und Volk, zum publizistischen Gewissen ber Nation erhob, ba war bies in der Tat eine Reinigungsaktion, die bem tiefsten Verlangen ber beut- chen Leserschaft entsprach. Jene emigrierten Schreiberlinge jüdischer Herkunft und ihre ausländischen Freunde, die von der Unfreiheit ber beutschen Presse im nationalsozialistischen Staat sprechen, haben nie eine Ahnung gehabt von bem inneren Zusammenhang bes beutschen Lesers mit seiner Zeitung. Sie haben wohl eine tolle Schwinbel- unb Asphaltpresse hochgezüchtet unb bamit ihren Rebbach gemacht, aber die Seele der deutschen Männer und Frauen haben sie nicht gewonnen. Wären sonst die Spuren chres Wirkens so schnell verweht? Nein, ber beutsche Leser, ganz gleich ob er seine tägliche Zeitungslektüre hinten auf ber Anzeigenfeite ober mit bem Leitartikel beginnt, will nun einmal eine solide, wahre und'an ständige Zeitung vor Augen haben, ein Blatt, bem er restlos vertrauen kann, bas ihn in bie Probleme ber Innen-, Außen-, Kultur- unb Wirtschaftspolitik mit beutscher Grünblichkeit und Gewissenhaftigkeit einführt, das ihn einwandfrei . unterrichtet und gut unterhält. Mit pikanten Ent- , hüllungen unb aufgepulverten Sensationen, bie schon beim bloßen Hinfehen wie Seifenblasen zerplatzen. kulös, und Kuibyschew, der schwer herzleidend sei. Lewin gibt an, Peschkow fei im angeheiterten Zustand dazu gebracht worden, sich eine Lungen- entzündungzu holen. (!) Lewin, Pletnjow und Kasakow hätten ihn dann systematisch mit einer Fülle falscher Medikamente, die die Herztätigkeit des Kranken übermäßig anregten, zu Tode kuriert. Bei Menschinski wäre durch Jagoda, aufgefordert, die Aussagen Lewins und Kasakows zu bestätigen, antwortet mit leiser Stimme: „Ich habe den Arzt Kasakow überhaupt zum erstenmal auf der Anklagebank während dieses Prozesses gesehen! Auch an Lewin habe ich niemals die von ihm erwähnten Aufträge gegeben. Ich bekenne mich zwar schuldig, die Beseitigung Kuibyschews und Gorkis in die Wege geleitet zu haben, aber mit dem Tod des Sohnes Gorkis und Menschinskis habe ich nicht das geringste zu tun". — Aufgeregt schnellt der Staatsanwalt von seinem Stuhl und richtet an Jagoda die Frage: „haben Sie nicht in der Voruntersuchung ganz andereAus- jagen abgegeben?" — Darauf Jagoda: „Ja, in der Voruntersuchung habe ich die Unwahrheit gesprochen, aber jetzt spreche ich die Wahrheit!" — Wyschinski verliest darauf aus den Akten der Voruntersuchung die damals von Jagoda abgelegten „Geständnisse" und fragt Jagoda erneut: „Warum haben Sie während der Voruntersuchung die Unwahrheit gesprochen?" Rach langer Pause antwortet Jagoda, Wyschinski mit dem Blick eines verwunde- ten Tigers fixierend: „Ich ersuche den Bürger Staatsanwalt, mir die Antwort auf diese Frage zu erlassen." Noch einmal mobilisiert jetzt Wyschinski die übrigen „Angeklagten", die bereite)tflia ihre Aussagen zur Belastung Jagodas wiederholen. Dazu bemerkt Jagoda nur noch monoton: „Lewin lugt, Kasakow lügt, Krjutschkow lügt!" Nach diesem Zwi- schenfall wird Lewin aufgefordert, seine Aussagen fortzusetzen. Im Jahre 1934 habe Jagoda ihm den dritten Mordauftrag gegeben, der diesmal Gorki selbst und das Mitglied des Politbüros Kuibyschew betraf. Lewin soll dem Zunächst widerstrebt haben. Jagoda habe erklärt: In der bolschewistischen Partei bestehe bie größte un- zu friedenheit mit der Parteileitung. Ueberall im Lande hätten sich starke Opposttlons- gruppen gebildet. Um diese Strömung zu unterstützen, müsse man einige Persönlichkei ten aus dem Wege schaffen, und zwar müsse man, um alles Aufsehn zu vermeiden, mit solchen Persönlichkeiten beginnen, von denen man bereits wisse, daß sie krank seien, wie Gorki, der tuber- Moskau, 8. März. (DNB.) Dienstag wird der frühere Oberarzt des Moskauer Kreml-Krankenhauses, Lewin (!) vernommen. Er findet es selbstverständlich, daß der allgewaltige PGU.-Chef Jagoda ihm, seinem Leibarzt, besondere „Aufmerksamkeiten" zuteil werden ließ, so z. B. ihm wertvolle Geschenke, ein wohl eingerichtetes Landhaus, französische Weine, zollfreie Einfuhr ausländischer Waren usw. zur Verfügung stellte, ja ihm sogar mehrmals die Erlaubnis für Auslandsreifen erwirkte. Lewin ist ferner bei Gorki als Hausarzt aus- und eingegangen. In der Villa Gorkis unweit Moskaus traf Lewin oft mit Jagoda zusammen, der dort ein häufiger Gast gewesen sei. 3m 3ahre 1932 habe Jagoda ihm, Lewin, den ersten verbrecherischen Auftrag gegeben: den Zahn Gorkis, Waxim Peschkow, aus dem Wege zu schaffen., Als der Arzt seinen allgewaltigen Auftraggeber entsetzt nach den Gründen fragte, habe dieser nur geantwortet, Gorkis Sohn sei ein unnützer Mensch, ein Alkoholiker. Er könne der Stellung seines Vaters nur schaden. „Sie wissen, ich trage die Verantwortung für das Leben der leitenden Männer und Regierungsmit- glieder", so habe Jagoda zu Lewin gesagt. „Ich habe Veranlassung, Ihnen diesen Vorschlag zu unterbreiten. Beachten Sie im übrigen, daß b e l Nichterfüllung meines Auftrages S ie selbst und Ihre Familie sich in große Gefahr begeben." Auf diese furchtbare Drohung hin will Lewin versprochen haben, den Tod des Peschkow herbeizuführen. Der zweite Mordauftrag Jagodas habe sich auf Menschinski, Jagodas Vorgänger in der Leitung der GPU., bezogen, der zu biefer Zeit schon ein totkranker Mann gewesen fei. Jagoda habe, fo „gesteht" Lewin jetzt, ihn rufen lassen und zu ihm gesagt: „Menschinski ist bereits ein lebendiger Leichnam. Es ist besser, sein Ende zu beschleu- n i g e n. Uebernehmen Sie das." Lewin will darauf geantwortet haben, daß Menschinski noch unbestimmte Zeit um sein Leben kämpfen könne. Darauf habe Jagoda lediglich bemerkt: „Es ist notwendig, Menschinski umzubringen." Lewin habe bann darauf hingewiesen, daß es ihm notwendig erscheine, auch den Hausarzt Menschinskis, den Angeklagten Kasakow, in das Komplott einzubeziehen. Jagoda habe darauf ihm, Lewin, den Auftrag gegeben, Kasakow zu bearbeiten, und diesen nach kurzer Zeit auch selbst ins Gebet genommen. Der Angeklagte Kasakow, daraufhin vom Staatsanwalt aufgerufen, „b e ft ä t i g t", daß Jagoda ihn im Jahre 1933 zu sich zitiert und mit den gräßlichsten Drohungen zur Teilnahme an der Beseitigung Menschinskis gezwungen habe. „Völlig terrorisiert" sei er, Kasakow, darauf eingegangen. entsprechende Arzneien eine Angina pectoris her- Dorgerufen. In ähnlicher Weise sei auch Kuibyschew zu Tode behandelt worden, indem sie ihm kräftige Bewegung statt Bettruhe verordneten und durch ungeheure Mengen von Medikamenten nachhalfen. Gorki hat man gleichfalls veranlaßt, sich trotz seiner schwerkranken Lunge übermäßig viel zu be-1 führt zu werden, würde eine Neuordnung der internationalen Pressebeziehungen nach den Vorschlägen Dr. Dietrichs am allermeisten begrüßen. Denn er ist selber das häufigste Objekt der ausländischen Lügen- und Kriegshetze. H. Evers. Zweiter „Wanderbund"-prozeß vor dem KattowitzerAppellationsgericht. Schwere Strafen gegen jugendliche Deutsche wegen „Geheimbündelei" bestätigt. Kattowitz, 7. März. (DNB.) Nachdem, wie schon berichtet, erst vor wenigen Tagen das Katto- witzer Appellationsgericht in der Berufungsverhandlung in dem Kattowitzer Wanderbund-Prozeß das Urteil der ersten Instanz gegen 34 angeklagte jugendliche Deutsche bestätigte, ging vor dem gleichen Gericht nun der zweite Teil dieses Prozesses zu Ende. Die Staatsanwaltschaft Tarnowitz dehnte nach Abschluß des ersten Wanderbund-Prozesses im November 1936, in dem 41 jugendliche Deutsche wegen angeblicher Geheimbündelei auf der Anklagebank saßen, das Verfahren auf w e i t e r e 2 6 Per- fönen durchweg im jugendlichen Alter aus, die gleichfalls den inzwischen aufgelösten deutschen Jugendvereinen „Oberschlesischer Wanderbund Kattowitz" und „Tarnowitzer Wanderbund" angehörten. Auch in diesem Fcllle erblickte der Anklagevertreter das Dorliegen der „Geheimbündelei" darin, daß diese beiden Vereine untereinander geheime organisatorische Verbindungen und Untergliederungen aufrecht erhalten hätten. Außerdem sei in den Vereinen „politische Erziehungsarbeit im geheimen geleistet worden. Von den 26 Angeklagten wurden im ersten Prozeß sechs zu je einem Jahr Gefängnis und acht zu Gefängnisstrafen von zwei bis zu sechs Monaten verurteilt. Bei elf Angeklagten unter 17 Jahren wurde die Unterbringung in einer Er- ziehungsanstalt angeordnet. Nur in einem Fall kam das Gericht zu einem Freispruch. Neun minderjährigen Jungen und Mädchen wurde eine Bewährungsfrist von drei bzw. vier Jahren zuerkannt. Das A p p e l l a t i o n s g e r i ch t, das sich auf Grund des Einspruchs der Verteidigung und der Anklagebehörde mit der Angelegenheit erneut zu befassen hatte, bestätigte auch hier die Urteile der ersten Instanz in vollem Umfange. In der Urteilsbegründung wurde erklärt, daß die Schuld der Angeklagten außer Frage stehe und jeder einzelne entsprechend seiner gesetzwidrigen Betätigung in den oben genannten Jugendvereinen bestraft werden müsse. Erleichterte Bereitstellung von Land für Kleingärten und Kleinsiedlungen. Berlin, 8. März. (DNB.) Bisher konnte Land zur Errichtung von Kleingärten nur für Erwerbslose enteignet werden. Die Beschaffung von Kleingartenland ist nun allgemein erleichtert worden, damit der sich immer stärker bemerkbar machende Mangel an neuem Kleingartenland behoben und Ersatzland für die Kleingartenanlagen beschafft werden kann, deren Räumung sich infolge dringender Bauaufgaben nicht vermeiden läßt. Weiter fft bestimmt, daß auch bereits klein- gärtnerisch genutztes Land, das die Eigentümer anderen Zwecken zuführen wollen, gegen angemessene Entschädigung enteignet werden kann, um es dauernder kleingärtne- rischer Nutzung zu erhalten. Die Finanzierung der Landbeschaffung wird dadurch erleichtert, daß die Enteignungsentschädigung in wiederkehrenden Leistungen gewährt, also allmählich aetilgt werden kann, wenn hierdurch die Lage der Entschädigungsberechtigten nicht unbillig erschwert wird. Der Reichsarbeitsminister kann mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen die Reichsbürgschaft für die Zahlung der wiederkehrenden Leistungen übernehmen. Großzügige Meliorationen in Nord-Hannover. Diepholz, 8. März. (DNB.) Der Oberpräsident der Provinz Hannover, Stabschef Lutze, unternimmt eine Besichtigungsfahrt durch den Norden der Provinz. In Diepholz besichtigte der Oberpräsident die Vorarbeiten zu dem Projekt der Duemmer-Hunte-Regulierung. Immer wiederkehrende Ueberschwemmungen machten hier bisher jeden Fortschritt der Landbevölkerung zunichte. Von dem von Ueberschwemmungen geschützten Ackerland können 51 000 Zentner Roggen geerntet werden. Die jährlichen Mehrerträge des geschützten Grünlandes werden über 51 Millionen Liter Milch oder 3,8 Millionen Pfund Butter betragen. Wenn man die Mehrerträge auf die gewonnene Gesamtfläche umrechne, würden damit 21 000 Hektar Neuland geschaffen werden. Ein Gebiet im Gesamtumfange von 47 000 Hektar, also größer als die Pontinischen Sümpfe, soll jetzt in Kulturland umgewandelt werden. Die Kosten für die Wasserregulierung betragen rund neun Millionen Mark, die zu 90 v. H. vom Reiche übernommen werden. Weiterhin sind noch 30 Millionen erforderlich, um die Flächen, die durch die dauernden Ueberschwemmungen völlig versauert sind, in wertvolles Pflanzenfuttergelände zu verwandeln. Arbeitstagung der deutschen Anwaltschast/ Berlin, 7. März. (DNB.) Die Arbeitstagung der Reichsgruppe Rechtsanwälte des Nationalsozia- liftischen Rechtswahrerbundes hat folgende Ergebnisse gehabt: Der Ausbau des Gesetzes zur Verhütung von Mißbräuchen auf dem Gebiete der Rechtsberatung wird lebhaft begrüßt. Ferner mühten weitere Bereinigungen des Einziehungswesens erstrebt werden. Einer unangemessenen Ausbreitung der Schiedsgerichtsbarkeit sei entgegenzutreten. Das Verhältnis des Syn- dikus-Anwalts mit der Beschränkung der Prozeßvertretung zum freien Anwalt sei weiter zu sichern. Beste Erfahrungen sind mit den Fortbiloungskur- sen des Arbeitswertes des NSRB. gemacht worden. Aus den Erfahrungen mit dem amtlichen Probe- und Anwärterdienst wurden Vorschläge über eine zweckmäßige Auswahl der für den Beruf Geeigneten mitgeteilt und eine Angleichung der Assessoren des anwaltlichen Probe- und Anwärterdienstes und der Notariatsassessoren angeregt. Nach den An- ordnunaen des Reichsministers Dr. Frank, sind die Mitglieder der Reichsgruppe Rechtsanwälte die alleinigen Träger der NS.-Rechtsbetreu- u n g. Diese erstreckt sich bisher in der Regel nur auf die Rechtsberatung. Die Reichsgruppe erklärt sich zur Ausgestaltung dahin oereit, daß die Anwälte in Armensachen vor den Amts- gerichten kostenlos die Prozeßvertretung übernehmen, soweit das Armenrecht nur für die Gerichtskosten bewilligt wird. Herbert Hoover in Berlin. Oer Führer empfängt den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten. — Schacht begrüßt Hoover als Vorkämpfer internationaler Zusammenarbeit. Berlin, 8. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den auf seiner Europareise in Berlin eingetroffenen ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Dr. Herbert Hoover, der von dem amerikanischen Botschafter in Berlin, Mr. Wilson, begleitet wurde. Die Vereinigung Carl Schurz veranstaltete zu Ehren des früheren Präsidenten einen Empfang, an dem zahlreiche Vertreter von Partei und Staat teilnahmen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hob hervor, daß Präsident Hoover schon frühzeitig den geistigen Kontakt mit Deutschland gefunden habe. Er gedachte hierbei insbesondere der Zusammenarbeit bei der Sicherstellung der Ernährung der belgischen Bevölkerung während des Weltkrieges. Präsident Hoover habe ferner nach dem Waffenstillstand die Leitung der Hilfsorganisation übernommen, die sich der vorn Hunger bedrohten Kinder in Ost- und Mitteleuropa annahm. Aus demselben Verantwortungsgefühl heraus habe sich Hoover als Präsident der Vereinigten Staaten im Jahre 1931 während der allgemeinen Wirtschaftskrise entschlossen, entscheidende Schritte zu unternehmen, um endlich die Weltwirtschaft von den Folgen des Krieges zu befreien und den Weg zu einer internationalen Verständigung zu bahnen. Das „Hoover-Moratorium" führte zu dem Lausanner Abkommen von 1932 und damit zum Ende derReparationen. Präsident Hoover dankte für den herzlichen Empfang, den ihm die Vereinigung Carl Schurz bereitet habe. Ausgehend von seinem Interesse für die technischen Errungenschaften habe er schon ftüh- zeitig eine große Bewunderung für die führende Rolle erhalten, die die deutsche technische Wissenschaft seit 500 Jahren innehabe. Es habe seiner Auffassung von der Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit entsprochen, wenn er sich mit allen seinen Kräften für die Wiederherstellung der durch den Krieg unterbrochenen internationalen Beziehungen eingesetzt habe. Gerade die Arbeit, Die die Vereinigung Carl Schurz leiste, sei von besonderer Bedeutung für die freundschaftlichen Beziehungen der Völker untereinander. Die italienische Flottenparade vor dem Führer. Vorführungen von mehr als 200 Schiffseinheiten im Golf von Neapel. Der Führer wird die Parade zusammen mit dem Duce an Bord des Admiralschiffes „Conte di Cavour" abnehmen, das unser Bild zeigt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 4 WB Rom, 8. Marz. (DNB.) lieber die große Flottenparade zu Ehren des Führers im Golf von Neapel wurden interessante Einzelheiten veröffentlicht. An der Parade nehmen über 200 Schiffseinheiten teil, darunter die zwei umgebauten 25 000-Tonnen-Linienschiffe „C a v o u r" und „Cesare" sowie 90 U-Boote. Der Führer wird zusammen mit dem Duce an Bord des Admiralsschiffes „Cavour" die Parade abnehmen. Der erste Teil der Parade spielt sich im Hafen von Neapel ab, wo das gesamte erste Geschwader in geschlossener Formation den Führer erwartet. Nach den vorgeschriebenen Ehrenbezeugungen wird das Der Golf von Neapel. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Geschwader geschlossen den Hafen verlassen. Der zweite Teil zerfällt in eine Reihe von Kampfhandlungen, die unter Teilnahme der gesamten U-Boot-Flottille des zweiten Geschwaders unter weitgehender Einnebelung ihrer Formationen und unter starkem Einsatz von Bombengeschwadern bis auf die Höhe der Insel Ischia durchgeführt werden. So werden U-Boot- und Torpedo angriffe auf die beiden Linienschiffe „Cavour" und „Cesare^ stattfinden. In einer weiteren Phase werden Scharfschießübungen auf das funkentelegraphisch gelenkte Zielschiff „San Marco" ausbeführt. Später wird auf der Höhe der Insel Ischia ein Durchbruchsmanöver einer Torpedobootsflottille durchgeführt, anschließend werden die Linienschiffe von Flug- geschwadern mit Bomben- und Lufttorpedos aus geringster Höhe angegriffen werden. Ein gewaltiges Schauspiel wird die Schlußphase bilden, während der sich sämtliche Einheiten der beiden Geschwader fächerartig vom Fuße des Vesuvs bis hinüber nach dem Posilippo verteilen und in vollem Flaggenschmuck auf einer Front von über 10 Kilometer Anker leaen. An dieser Front werden alsdann die geschlossenen IttBoots- Formationen vorbeifahren, während gleichzeitig die Schnellboote mit größter Geschwindigkeit im ganzen Hafen ausschwärmen und die Flugzeuge noch einmal über dem Golf erscheinen. Abends werden die Kriegsschiffe festlich illuminiert werden und den ganzen Golf mit dem Spiel ihrer gewaltigen Scheinwerfer beleben. Krisenstimmung in Paris. Chautemps will ein finanzielles Ermächtigungsgesetz fordern. Paris, 9. März. (DNB.) Ministerpräsident C haut em ps soll im Kabinettsrat, bevpr er ein Ermächtigungsgesetz in finanziellen und sozialen Fragen anregte, erklärt haben, er sei bereit, zurückzutreten und die. Regierung einem Kabinett zu überlassen, das aus angesehenen politischen Persönlichkeiten, wie z. B. ehemaligen Ministerpräsidenten, gebildet werde. Der Kabinettsrat fei aber auf diesen Vorschlag nicht eingegangen. Er habe es für besser erachtet, durch eine Kammerdebatte d a s Parlament zu veranlassen, zu den von der Regierung vorzuschlagenden Maßnahmen selbst Stellung zu nehmen. Sollte ich im Verlauf der Verhandlungen mit den Partei- ührern Herausstellen, daß nicht nur die Kommuni- ten, sondern auch die Sozialdemokraten dem Ministerpräsidenten Chautemps das Ermächtigungsgesetz nicht bewilligen wollen, Dann würde Chautemps die Feststellung treffen, daß feine Regierungsmehrheit zerbrochen ist und unverzüglich den Rücktritt des Gesamtkabinetts erklären, ohne die Kammeraussprache abzuwarten. Die „Epoque" erklärt, die plötzliche Verschärfung der innerpolitischen Lage werde in der Öffentlichkeit einiges Erstaunen Hervorrufen, doch habe man eine solche Entwicklung erwarten können. Chautemps mache heute das alciche wie die meisten seiner Vorgänger in den letzten Jahren: er verlange Sondervollmachten. Der finanzielle Mißstand, die Frankkrise und die Unmöglichkeit, eine Anleihe der nationalen Verteidigung ohne vorherige Bereinigung der Lage aufzunehmen trieben Chautemps zu dieser Forderung. Mit dem heutigen Tage werde ein Kampf von unvorhergesehener Tragweite rund um das Kabinett Chautemps einsetzen. De la Roque schreibt, die Volksfront habe nunmehr bewiesen, daß sie nichts Dauerhaftes schaffen könne. Der Senat müsse jetzt die Initiative zu einem Waffenstillstand ergreifen. Der „M a t i n" aber glaubt, Kammer und Senat würden heute ober morgen doch das Ermächtigungsgesetz annehmen, ohne daß das Land aus dem augenblicklichen Chaos nicht herauszubringen ff. Ein radikalsoziales Blatt schreibt, in dem bisherigen Zustand der Ungewißheit und der Unruhe könne man nicht weiter leben. Ein Ermächtigungsgesetz ist in französischen parlamentarischen Kreisen nicht beliebt. Zwar sind die Radikal s o z i a l e n bereit, dem Volksfrontkabinett, das unter der Führung eines der Ihren steht, alles zu bewilligen, was es nur fordern möchte, jedoch haben die Sozialdemokraten trotz ihrer Zugehörigkeit zur Volksfrontmehrheit keine große Lust, gerade einem Volksfrontkabinett, das nicht unter ihrer, sondern unter radikalsozialer Führung steht, durch Bewilligung eines Ermächtigungsgesetzes große Handlungsfreiheit zu geben. Die Die Regierung ja auch auf Dem Gebiet Der Arbeitsgesetzgebung benutzen könnte. Andererseits sind die Oppositionsparteien Der Mitte unD Der Rechten, Die Der Regierung | ür Lan - DesverteiDigungszwecke zwar gern Vollmachten erteilen wiirDen, zu einer Unterstützung Des Ermächtigungsgesetzes keineswegs fest entschlossen, Denn sie haben ohne Ausweitung Der Regierungsmehrheit nach rechts, nicht Die geringste Möglichkeit, zu überwachen, was Die Regierung mit ihren Befugnissen anfangen wird. So stehen Die Vorverhandlungen für Das Ermächtigungsgesetz weitgehenD unter Dem Zeichen einer Vertrauenskrise. Protest gegend ie doktrinäre Außenpolitik der Labour Party. L o n D o n, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Nachdem bereits vor acht Tagen Lord Arnold, Mitglied Des Oberhauses Der Labourparty, aus Der Partei ausgetreten war, hat nun auch Lord Sunderson die marxistische Partei verlassen Als Begründung führte er an, er fei mit der Außenpolitik Der Labourparty nicht einverstanden. Denn sie stelle eine Kriegsvorbereitung im Namen Der kollektiven Sicherheit bar und sei somit eine B e - Drohung des Weltfriedens. Lord Sünder- fon, der in der englischen Marxisten-Partei eine führende Rolle gespielt hat, war bereits 1936 wegen des Sanktionskrieges gegen Italien, den er verurteilte, aus dem Vollzugsausschuß der Partei aus- geschieden. Sie Aeichsbank berichtet... Im Verwaltungsbericht Der Reichsbank für das Jahr 1937 sind wieder zahlreiche volkswirtschaftlich bedeutsame Feststellungen getroffen. Die B a n - kenstutzungspolitik, die im Sommer 1931 in der großen Zahlungskrise zur Vechütung größeren Uebels eingeleitet werden mußte, ist im Jahre 1937 in aller Horm abgeschlossen worden. Der Verwaltungsbericht Der Reichsbank fagt hierüber, Daß größere Beträge von Aktien einiger Großbanken, Die Das Reich sechs Jahre lang in Besitz gehabt hatte, in PrivathanD übergefuhrt wurden Nach Der im nationalsozialistischen Deutschland Durchgeführten Bankenpolitik bestehen gegen Die Preisgabe solcher Reichsbeteiligungen an privaten Großbanken keine BeDenken mehr. Im Kapitel über Finanzierungen steht der Satz an Der Spitze, daß Der Geldmarkt und die Kreditpolitik der Reichsbank auch im Jahre 1937 ihr Gepräge im wesentlichen durch Art und Umfang Der kurzfristigen V o r f i n a n zi er u n g d e r großen Reichsvorhaben erhielten. Wenn es auch im Jahre 1937 gelungen ist, einen größeren Teil der kurzfristigen Schulden in langfristige umzuwandeln, als Dies tn früheren Jahren möglich war, so konnte doch diese Umwandlung mit den großen Aufwendungen nicht Schritt halten, die das Reich im Interesse Der Landesverteidigung und des inneren Aufbaues machen mußte. Der Gesamtbettag an f e ft verzinslichen langfristigen Reichsan- lei h e n, die feit 1934 begeben worden find, hat sich im Jahre 1937 auf mehr als 8V2 Milliarden Mark erhöht. Bemerkenswert gering war die Vermehrung des Banknotenumlaufs, nämlich um nur 11 v. H. auf nahezu 5,5 Milliarden Mark. Es bedarf keines Beweises, daß die Steigerung der deutschen Erzeugungskraft und auch die Erzeugung selber im Jahre 1937 erheblich mehr gestiegen sind als um 11 v. H. In der allgemeinwirtfchastlichen Einleitung deS Reichsbankgeschäftsberichtes wird die Tatsache ert wähnt, daß die Erzeugung und die Umsätze deÄ Jahres 1937 Ü6 er Denen der Konjunktiirjahrs 1928/29 lagen. Es wird hinzugefügt, daß die meisten Wirtschaftszweige bei der vollen Ausnutzung ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sind, daß alsü nicht nur von der personellen, sondern auch von Der materiellen Seite her eine Art Sättigungs- und Beharrungszustand erreicht ist. Der Bericht der Reichsbank folgert aus diesem Sachverhalt, daß auch für die Möglichkeiten des Kreditaufwgndes eine veränderte Lage geschaffen sei. Nachdem jahrelang die Entwicklung von Der Geldseite her vorwärts getrieben worden war, wird Die Weiterentwicklung künftig entscheidend von Der Güterseite her getragen werden. Die Zeit, in der die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten die wichtigste Rolle spielte, ist vorüber und wird auch sobald nicht wiederkehren, da in den nächsten zehn Jahren Die neu ins berufsfähige Alter eintretenDen oberen Volksschulklassen entsprechend dem Rückgang der Geburtenzahlen von 1924 bis 1933 eine rückgängige Tendenz haben werden. > G e s ch ä f t l i ch hat die Reichsbank nicht weniger günstig abgeschnitten als im Vorjahr. Sie steht zwar unter staatlicher Aufsicht und wird von „Beamten" geleitet, hat aber trotzdem Den Charakter einer pri- vatwirtschaftlichen Aktiengesellschaft. Auf Das Kapital von 150 Millionen Mark werDen wie im Vorjahr 8 v. H. Dividende gezahlt, während das Reich mit 18,1 Millionen Mark, also etwa um die Hälfte mehr, an Den Erträgen Des Unternehmens beteiligt ist. Allerdings kommen Den Anteilseignern Der Reichsbank weitere 2 v. H. zugute, die jedoch zunächst jenem „Anlethestock" überwiesen werden, der aus Übergewinnen wirtschaftlicher Unternehmungen gespeist und mit dem eine kursstützende Nachfrage nach festverzinslichen deutschen Papieren geschaffen wird. Die in Den Jahren 1934, 1935 und 1936 aus Dem Reingewinn Der Reichsbank an Den Anleihestock gezahlten Beträge werden jeDoch gleichzeitig frei und ermöglichen" Die Auszahlung eines Betrages von 11,90 je 100 Mark Reichsbankanteil, und zwar in Form von Steuergutscheinen. Die an den Anleihestock überwiesenen Gewinnteile fließen also nach zweijähriger Betätigung im Anleihestock an Die Anteilseigner zurück. Es ist selbstverständlich nicht Das geschäftliche Ziel der Reichsbank, ihre Umsätze nach Möglichkeit zu steigern. Sie ist als Trägerin des Reichsbanknotenmonopols ein bevorzugtes, mit staatlichem Sonderauftrag ausgestattetes Institut, dessen Aufgabe es ist, die im Laufe des Geschäftsjahres anfallenden Ausgaben zu lösen. Wenn trotzdem die Gesamtumsätze Der Reichsbank von rund 920 Milliarden Mark im Jahre 1936 auf 1130 Milliarden. Mark ttn Geschäftsjahr 1937 gestiegen sind, so erklärt sich das aus dem Erstarken Der Wirtschaft und Der Dadurch hervorgerufenen verstärkten Kapital- unD Geldbewegung. Bei dem starken Anteil, den Die Leitung Der Reichsbank bei der Abwicklung des deutschen Waren- und Zahlungsverkehrs hat, ist es verständlich, Daß sich Der Bericht auch mit Den Verbesserungen Der verschiedenartigen, zum Teil recht kurzfristigen Abkommen beschäftigt, Die Deutschland mit fremden Ländern abgeschlossen hat. lieber Die Auslandsverschuldung, für Die Reichswirtschaftsminister Funk in seiner Eröffnungsrede auf Der Leipziger Frühjahrsmesse vom letzten Sonntag einen deutschen Schritt zur Konsolidierung und Abtragung anfünDigte, sagt der Reichsbankbericht nur, daß sich Der Zinsen- und TilgungsDienst unter Aufrechterhaltung Der vor Jahren festgelegten Ueber- weffungseinschränkungen vollzog. Die kurzfristigen Auslandsschulden soweit sie durch Stillhalteabköm- kommen gebunden sind, sind im Jahre 1937 unter Die Milliardengrenze gesunken. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat bei verschiedenen Anlässen Die Kurzfristigkeit Der mit Dem Ausland getroffenen Waren- und Zahlungsabkommen als eines Der Hauptübel bezeichnet, die es verhindern, daß die Deutsche Ausfuhr prozentual die gleiche Steigerung erfährt, wie sie etwa Die Ausfuhr Großbritanniens und anderer europäischer Länder erfahren hat. rt. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels sprach im Ossi- ziersheim des Wachregiments vor Offizieren Berlin. Die Rede, in der Dr. Goebbels die politischen Fragen des Tages, die brennenden Probleme der Innen- uni Außen- pnhhf klar unb eindeutig umriß, fand die lebhafte Zustirmnung der Offiziere des Standortes. An- schließend verweilte der Minister noch mehrere Stunden ,n angeregter Aussprache im Kreis- des Offizierskorps. 1 * R-ichsstatthalter Genera, Ritter non Epp ist von Neapel aus zu einem mehrtägigen Aufenthalt in der italienischen Hauptstadt eingekroffen. Oer Alte Kaiser &.b«s e t < »i i f tigkeit der bürgerlichen Meinung über die Armee und deren Offiziere und die Abneigung gegen militärische Vorlagen und Ausgaben." Zu all den Problemen, vor denen tn Spanien der ausländische Besucher steht, wo ihm alles anders erscheint als in seiner eigenen Heimat, weil sich eberr diese Probleme in ihrer Bedeutung und ihren Wurzeln nur aus spanischem Blut heraus ganz erfassen lassen, zu all dem Ringen um diese Probleme, das der ausländische Beobachter wohl spürt, kann der aufrichtige Freund Spaniens nur den heißen Wunsch aussprechen, der ihn beseelt, wenn er das Land und seine Menschen kennt: „Arriba Espana — Vorwärts — Aufwärts Spanien!" Der polnische Außenminister B e tf wohnte in Rom auf dem Forum Mussolini mit Außenminister Graf Ciano und Parteisekretär Starace militärischen und sportlichen Hebungen der Kadetten bei. Um 12 Uhr wurde der polnische Außenminister und seine Gemahlin vom Kaiser und König empfangen und nahmen anschließend im Quiri- nal an einem Frühstück teil. Abends veranstaltete Graf Ciano ein Festbankett. - > 9 > t - I, T 3 2 1 Spanische Reife. Don unserem Sonderberichterstatter W. E. Freiherr von Medem. 1931 '"8 iri. “St.biet. . eil,i9er 8 m Se. „"'"ten. M°nd °»°" die tollen Hellt der M bie W 1937 1 Umfang '"Stier "■ Wenn ,8r°ße. 'den in '" frülie. >ch Um. langen M- der Aufbaues .estver- lchsan. M hat 'tiHiarben die Der« nämlich m Mark, rung der Zeugung rgen sind VI. Probleme. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Salamanca, Ende Februar 1938. zu prüfen. An der sozial-revolutionären Stoßkraft der Falangebewegung aber wird die Entscheidung in der Kirchenfrag-e, nach welcher Seite sie auch fallen mag, nichts ändern und hemmen dürfen. Denn diese lebendige Stoßkraft ist der Garant einer glücklichen, weil sozial befriedeten Zukunft des spanischen Volkes. Diese Stoßkraft ist aus spanischem Blute, aus der stolzen Vergangenheit und der furchtbaren Prüfung der Gegenwart Spaniens gekommen. Diese Stoßkraft wird darum die spanische Volks« gemeinschaft mit der dem spanischen Menschen allein eigenen Ausdrucksform gebären. Wenn die deutsche nationalsozialistische Bewegung in den schweren Wehen dieses Geburtsaktes mit ihrer Freundschaft bei dem nationalen spanischen Volke steht, -dann entspricht das einfach der Gesinnung ihrer Weltanschauung, die nicht nur das soziale Glück des eigenen Volkes, sondern auch ein starkes, gesundes Volkstum der anderen wünschen muß. Das ist vielleicht schwer begreiflich für alle Liberale, die bei ihren politischen Taktiken auch die Schwäche, ja die Agonie anderer Völker als Gewinn in ihre Geschästsbilanzen einsetzen und die nicht wissen können, daß es ein Vorrecht der Jugend, auch junger Völker ist, aus der Fülle eigener Kraft etwas Gutes nur um des Guten und Gerechten und nicht um des eigenen Vorteils willen zu tun» beiden letzteren selbst den militärischen Oberbefehl übernommen hatte. Es war der schöne und verdiente Lohn Wilhelms I., der den zuerst von Friedrich dem Großen gehegten Gedanken, daß es Preußens Aufgabe fei, eine neue deutsche Einigung zu schaffen, nie aus dem Auge verloren hat, daß er sich unter dem jubelnden Zuruf der Vertreter aller deutschen Stämme am 18. Januar 1871 die Kaiserkrone aufs Haupt setzen und ein neues Deutsches Reich gründen konnte. Dieses Reich versuchte er, in treuer Zusammenarbeit mit seinem Kanzler, dem Fürsten Bismarck, durch Verträge mit Rußland, mit Oesterreich und mit Italien sowie durch eine großzügige Sozialgesetzgebung im Innern zu sichern. Es ist nicht ihre, sondern die Schuld schwächerer Nachfolger, wenn diese Sicherung nicht gelang. Bis in seine Todesstunde hinein beschäftigte den Alten Kaiser, auf dessen ehr- würdige Gestalt das ganze deutsche Volk voll Liebe und die Welt voller Achtung sah, die Sorge um den Bestand des Reiches. Diese Todesstunde, in der außer der Familie die getreuesten Mitarbeiter — Bismarck und Moltke — das Sterbelager umstanden, schildert Bismarck ergreifend am Ende seiner „Gedanken und Erinnerungen". Wenn Bismarck in Erinnerung an fein Verhältnis zu feinem alten Kaiser und Herrn die Worte „Treue um Treue" gebraucht, so klingen diese Worte als Mahnung über alle Zeiten, das Reich und seinen Führer nicht zu verlassen. Wir verstehen heute besonders, was es heißt, wenn Bismarck von dem alten Kaiser sagte: „Er war eine von den fürstlichen Gestalten, in Seele und Körper, deren Eigenschaften mehr des Herzens als des Verstandes die im germanischen Charakter hin und wieder vorkommende Hingebung ihrer Diener und Anhänger auf Tod und Leben erklären." Das Wort „Treue um Treue" des — wie auf dem Grabe Bismarcks steht — „treuen deutschen Dieners Kaiser Wilhelms I." soll uns allen eine Mahnung sein, dem Gründer und Führer des Dritten Deutschen Reiches unverbrüchliche Treue zu halten! Nach dem Tode Friedrich Wilhelms III. erhielt Prinz Wilhelm als mutmaßlicher Nachfolger seines kinderlosen Bruders, König Friedrich Wilhelms IV., I den Titel „Prinz von Preußen" und wurde bald darauf zum General der Infanterie befördert. In den Jahren innerer Unruhen, die nicht mir Preußen, sondern auch die übrigen deutschen Staaten bewegten, war Prinz Wilhelm auf feiten derjenigen, die nach einer d e uts chen Einigung strebten und befürwortete im Hinblick auf die innere Entwicklung Preußens auch die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie. Er war sich darüber klar, daß die Lösung der deutschen Frage ein starkes Preußen zur Voraussetzung hatte, und daß dieses wiederum weder ohne eine gefestigte und schlagkräftige Armee, noch ohne eine zielsichere Führung durch den Träger der Krone möglich war. Es war erklärlich, daß nach Jahrzehnten richtungloser Außenpolitik Preußens und reaktionärer Entwicklung im Innern des Staates niemand im preußischen Volke recht daran glauben wollte, daß gerade der Prinz von Preußen bei seinen Forderungen nach der Sicherung der Armee und der Aufrechterhaltung der Macht der Krone Preußens deutscheAufgaben im Auge hatte. Es war verständlich — aber es war für den Prinzen zugleich eine Tragik, unter der er durch die Konfliktsjahre mit dem preußischen Abgeordnete nhause hindurch bis nach dem Kriege von 1866 zu leiden haben sollte. In den Tagen der Märzrevolution 1848 ging der Haß der verletzten Oeffenti Amerikas Vordringen in der Güdsee. Mit den Neuseeländern im Wettlauf um die Phönix-Inseln. Washington, 8. März. (DNB.) Der Streit um die Südseeinseln Kanton und Enderbury hat sich zu einer Art W ettlau f zwischen den Amerikanern und den Neuseeländern, denen die britische Regierung die Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten überlassen hat, entwickelt. Siedler aus Hawai, die auf einem amerikanischen Regierungsdampfer aufgebrochen waren, um die beiden kleinen Koralleneilande für die Vereinigten Staaten in Besitz zu nehmen, sind bereits auf Kanton und Enderbury gelandet und haben Wasser und Nahrungsmittel für sechs Monate erhalten. Inzwischen sind aber auch einige Neuseeländer erschienen, die sich ebenfalls auf den Inseln ansiedeln wollen. Staatssekretär Hüll erklärte, daß die britische Regierung den amerikanischen Standpunkt kenne. Amerika habe stets die Entdeckung eines Gebiets als Rechtsanspruch betrachtet. Viele Inseln im südlichen Teil des Stillen Ozeans seien gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts von amerikanischen Segelschiffen besucht und benutzt worden, insbesondere als Basis für den Walfischfang und die Guano-Ausbeute. Eine derartige Benutzung sei zusätzlich wichtig für die Begründung eines Rechtsanspruchs. Es handele sich bei den Meinungsverschiedenheiten Englands um viele Inseln, die Amerika als unter amerikanische Flagge gehörig beanspruche, weil sie von den Vereinigten Staaten entdeckt und benutzt, von anderen Mächten aber nicht benutzt worden seien. Der einzige Grund also, weshalb Präsident Roosevelt jetzt Kanton und Enderbury unter die Verwaltung des Innenministeriums gestellt wissen will und damit für Amerika reklamiert habe, sei der amerikanische Handel. Er glaube sicher, daß die Differenzen mit der britischen Regierung in freundschaftlicher Weise beigelegt werden. Kanton und Enderbury gehören zu der bislang auf den Karten als britischen Besitz bezeichneten Gruppe der P h ö n i x - I n s e l n , die auf halbem Wege von Hawai nach Australien südlich des Aequa- tors liegt. Die Vereinigten Staaten haben schon 1934 neben der nördlicher gelegenen Insel Wake auch die Phönix-Inseln Howland und Baker und die östlich davon gelegene Insel Jarvis für sich beansprucht und in der Folgezeit als Flugzengst ü tz p u n k t e ausgebaut. Das dürste auch in Wahrheit das Schicksal der jetzt in Besitz genommenen Inseln sein. Die Annektion gehört in den see- und luftstrategischen Aufmarschplan gegen Japan. Heber eine lang ausgedehnte Kette kleiner Inseln wollen die Vereinigten Staaten bis in d i e Landmassen des Südpolargebietes vorstoßen, wo sie auf Grund ihrer Entdeckungsfahrten ein Gebiet von der doppelten Größe Deutschlands beanspruchen. Praktisch soll also von den Hawai-Jnseln über den Aequator durch die ^Inselwelt des südlichen Stillen Ozeans ein Gürtel von Flug- und Oelstationen bis in die Reichweite des Südpolargebietes angelegt werden.. Japan rüstet für die Olympischen Spiele 1940. Kairo, 9. März. (DNB.) Den alarmierenden Auslandsnachrichten, die sich gegen die Durchführung der Olympischen Spiele in Tokio aussprechen, trat Professor Kano, der Führer der japanischen Olympia-Delegation, die zur Teilnahme am Olympischen Kongreß in Kairo weilt, scharf entgegen. Professor Kano erklärte, daß an der Austragung der 12. Olympischen Spiele 1940 in Tokio keine Zweifel mehr bestehen könnten. Das gesamte japanische Volk mit seinen rund 80 Millionen Einwohnern warte auf den Tag, an Nation teilnehmen können, soziale Hilfe als Verpflichtung der Gesamtheit. Das ist am Maßstab der spanischen Vergangenheit gemessen revolutionär und ist zugleich eine Vertiefung und Neubelebung der Religion. An der demnächst in Kraft tretenden Carta del Trabajo wird man erkennen, welches Tempo und welchen Weg die sozialreformatorische Entwicklung einschlägt. Die Vertretung der Arbeiterschaft wird im Rahmen der geplanten ständischen Verfassung, die den Parlamentarismus ablösen, soll, syndikalistisch sein. Die Falange sieht als vordringlichste Aufgabe die Agrarreform an. Während in Mittel- und be» anders in Südspanien der Boden in zu große Latifundien aufgeteilt ist, ist er in Nordspanien in zu kleine, unwirtschaftliche Minofundien zersplittert, o daß die Kleinbauern des Nordens oft zur Aussonderung getrieben wurden. Hier einen gerechten ozialen Ausgleich zu schaffen, ist Aufgabe der Agrarreform, ebenso bie soziale Besserstellung der Landarbeiter. Mit der Agrarreform hängt eng die Schulfrage zusammen. Theoretisch gibt es in Spanien den Schulzwang. Praktisch verhindern seine Durchführung die Entfernungen der ländlichen Siedlungen und die Armut der Landbevölkerung (Kinder- arbeit). Mit der Schulfrage ist das für Spanien besonders schwierige Kirchenproblem verbunden. Die Kirche nahm sich in der Vergangenheit der höheren Schulen an, während sie der allgemeinen Volksschule uninteressierter gegenüberstand. Die Zahl der Analphabeten ist in Spanien noch sehr hoch. Der Kampf um die Kirchenfrage geht lange zurück. Es fei nur an die Auseinandersetzungen der Königin Isabella mit spanischen Kirchenfürsten erinnert. Der Kampf um den Kirchenbesitz, die „tote Hand", beginnt schon Ende des 18. Jahrhunderts, wo Caspar Melchior de Jovellaurs seine dann auf den Index gekommene Streitschrift schrieb. Vor etwa 80 Jahren wurde der Kirchenbesitz mit der reforma Mendizabel theoretisch säkularisiert. Der freiwerdende Boden ging aber lediglich in den Be- itz des kaufkräfttgen Großgrundbesitzes über. Gegen diese Reform argumentierte der vor 20 Jahren verstorbene Gelehrte Menündez P e l a g o , dessen Werke heute in katholischen Kreisen wiener in den Vordergrund geschoben werden. Der Jesuitenorden wurde theoretisch 1931 aufgelöst und enteignet. Seine höheren Schulen übernahm der Staat. Auch in anderen Fragen gab es in der Vergangenheit Spannungen zwischen Staat und Kirche. Es sei nur an die Beteiligung gewisser Geistlicher an dem Separatismus der Katalanen und Basken erinnert. Spanien kennt nur die katholische Kirche. Das Volk hängt an der religiösen Form. Das von den Liberalen eingeführte Scheidungsgesetz wurde z. B. gerade in den ärmsten Schichten abgelehnt. Die Frage, ob die Schwierigkeiten der Vergangenheit besser zu beheben sind durch eine Trennung Kirche und Staat oder durch die Verpflichtung der Kirche an den Staat als Staatskirche, etwa nach österreichischem Verfassungsmuster und mit dem Gegengewicht einer einzigen, den Staat polittsch tragenden Partei, wird hin und her erwogen. Der elementare Haßausbruch der Bevölkerung in Rotspanien 1936 gegen die Kirche wird das nationale, soziale Spanien veranlassen, das Problem des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat besonders tiefschürfend Vorbild sein. Als auf den Zusammenbruch Preußens 1806 die preußische Erhebung 1813 folgte, schlug das junge Soldatenherz des Prinzen so laut, daß ihm der Vater schließlich im November 1813 erlaubte, ihn auf dem Feldzug nach Frankreich zu begleiten. Auf dem Schlachtfeld von Bar-sur-Aube wurde dem Prinzen am 26. Februar 1814 für einen kühnen Adjutantenritt das Eiserne Kreuz an die Brust geheftet. Am 31. März 1814 zog der junge Prinz mit preußischen Truppen in Paris ein. Nach Beendigung der Befreiungskriege begann der Prinz feine erfolgreiche Friedenslaufbahn in der Armee. Wesentliche Abschnitte dieser Laufbahn waren erreicht, als er 1818 als Generalmajor das Kommando einer Garde-Jnfanteriebrigade, 1820 den Oberbefehl über die 1. Garde-Division und 1825 als Generalleutnant die Führung des Gardekorps übernahm. Mit außerordentlicher Hingabe widmete er sich seinen militärischen Aufgaben. 1829 heiratete Prinz Wilhelm die Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar, mit deren Schwester Maria sein jüngerer Bruder, Prinz Karl, verheiratet war. 1831 wurde Prinz Friedrich Wilhelm, der spätere Kaiser Friedrich, und 1838 die Prinzessin Luise, die spätere Großherzogin von Baden, geboren. dem es zeigen könne, wasNipponausdiesem Gebiete zu lei st en imstande sei. Alle Kräfte des Kaiserreiches arbeiteten daran, die Spiele zu einem riesigen Erfolge zu machen. Die n o t w endig e n M i t t e l seien längst von der Regierung für die vorbereitenden Arbeiten bewilligt und diese Arbeiten in vollem Gange. Der Konflikt mit China habe nicht das mindeste mit den Spielen zu tun und bedeute absolut keine Gefahr, aumal der Krieg sich mitten in chinesischem Gebiet abspiele. Einem gewissenlosen Brunnenvergifter das Handwerk gelegt. Luxemburg, 8. März. (DNB.) In dem Fälschungsprozeß „Neue Z e i t" wurde der Haupt- angetlagte Ro sselet wegen Herstellung falscher Urkunden und Gebrauch dieser Fälschungen x u drei Jahren Gefängnis, zehn Jahren Ehrverlust und 500 Franken Buße sowie 1000 Franken Schadenersatz verurteilt. Gleichzeitig wurde Stellung unter Polizeiaufsicht für die Dauer von zehn Jahren verhängt. Den angeklagten Journalisten Molling sprach das Gericht frei. — Die linksradikale Monatsschrift hatte, wie seinerzeit gemeldet, im Juli 1937 Dokumente veröffentlicht, die „beweisen" sollten, daß die deutsche Kolonie in Luxemburg eine verkappte Bestechungs- und Spionagezentrale sei, die aus einem Geheimfonds u. a. an den belgischen Rexistenführer L6on Degrelle 300 000 Franken ausgezahlt und auch an luxemburgische Blätter und Persönlichkeiten Unterstützungen überwiesen hätte. Die deutsche Gefandtschaft in Luxemburg hatte die Dokumente sofort als plumpe Fälschungen bezeichnet. Am 9. März, dem 50. Gedenktage des Todes ein nachdem der Prinz von Preußen seinem Kaiser Wilhelms I. gedenkt dl e Wehr-, erstorbenen Bruder Friedrich Wilhelm IV. als macht auf Anordnung ihres Obersten Befehls- Wilhelm I. auf den Thron folgte, fand der Habers in Appellen des Reorganisators der preußi- A^nia in dem Abgeordneten von Bismarck- schen Armee, des Wegbereiters der deutschen Eim- Schönhausen seinen treuesten Helfer und Diener, gung. Mit der Wehrmacht werden sich alle alten benen Ireue nod) über sein Grab reichen sollte. Das Soldaten, wird sich unser ganzes, zum S olz auf einzigartige Vertrauensverhältnis zwischen beiden seine Männern, das in seiner Beispielhaftigkeit sowohl im dankbarer Verehrung des „Alten Kaiftrs ennne n. nfleren aut ba5 Verhältnis des Königs und späteren lieber Den als zweiten Sohn Friedrich Wil' g Kriegsminister von Roon und Helms III. und der Königin Luise am 22. Dtarz jeinem Generalstabschef Generalfeldmarschall von geborenen Pnn^en Wilhelm s^e !^ne Mutter im I 0 11 f e wie im weiteren auf das Verhältnis zwi- Jahre 1810. „Einfach, bieder und verständig . Diese einem deutschen Stabschef und seinen Mitarbei- W°et« über Einen dreizehnjährigen Ju^en klingen, l^ jn un rmrtte, war eine wesentliche wenn man an den Weg eines komglich-n Prinzen ^rnuslekunn für £ 8 , undänß-r- denkt, fast abfprechend; sie sind aber ans dem nur ^arausfetzung für die ge«en me.e innere una augere der Mutter möglichen tiefen Verständnis für ihr Widerstande in den Kriegen 1864, 1866 unö 1870/71 sagen um nichts mehr und durchgeAte d - u ich ° , gu n g ,Nur der preu. um nichts weniger, als was die Anlagen dieses Asche Ministerpräsident von Bismarck war in der mnrron Nrin-ren mirklick mären Er war einfach" Lage, den noch m der Vorstellung des alten Deut- — 9n>ir können heute auch sagen: Er hatte eine schen Reiches unter österreichischer Führung lebenden beispielhafte Schlichtheit; er war „bieder" - preußischen Monarchen davon zu überzeugen, daß wir müssen für dieses uns in seiner ehrenden Be- ^er gordische Knoten deutscher Zustande sich nicht deutuna verlorengegangene Wort heute sagen: Er in Liebe dualistisch losen ließ, sondern nur militärisch war bis ins Kleinst- z u v e r l ä s s i g u n d t r - u ; z ° r h a u ° n werden kannte . Er war es, der den m er war verständig" — hier können wir unser den Tagen des Kanslikthahepunktes tenen eigenen höchstes Lob und unseren tiefften Dank aussprechen, Rücktritt erwägenden König aus einer Bahnfahrt von menn wir heute sagen: Er ernannte die A u f -1 Jüterbog nach Berlin bei dem Portepee des preu- aab en seiner Zeit und war groß genug, ßischen Offiziers fassen durfte, und iyn zum D urch- größere Mitarbeiter neben sich zu ertragen und halten bewegen konnte. Aus diesem Erlebnis her- ihnen die Lösung der Aufgaben seiner Zeit anzu- aus konnte Bismarck später über seinen kaiserlichen vertrauen. Herrn sagen: „Wenn er überzeugt war, daß »i« -** «w - ys? :>r: ä b—” s “~.s putsche Kaiser war eins durch und burd). (Et■ mar auf die Gefahren, denen er ausgesetzt sein 6o(bat unb 0ff181er, ur^ er An hierin WAn b’r Politik ebenso wie auf dem Schlacht- heutc nöd) jeöem lungen^Soldaten ui^ Offizier ein , ^ie Wahrheit dieser Worte erhärtet das 23er» sRnrhrfh ton Al« auf den Zusammenbruch 23reu» ! alten Wilhelms I. in den Kriegen 1864 und besonders 1866 sowie 1870/71, von denen er in den Mg des kiache er« Ge des ikturjahrs die mei« usniitzung daß also h von der mgs. und ericht dec , daß auch ndes eine jahrelang Wärts ge« ntwicklung eite hek Schaffung )lle spielte, wiederkeh- e neu in? ksschultlah irtenzahlen >enz haben ht weniger steht zwar .Beamten" einer pri* das Kapi- t im Vor- bas Reich !>ie Hälfte ; beteiligt nern der edoch zu» trben, der mehmun- nde Nach« pieren ge« 1935 und mt an den doch gleich' hing eines chankanteil, en. Die an eile fließen Anleihestock Mche Ziel Möglichkeit Reichsbankstaatlichem dessen Auf- -jahres an« rohdem die b 920 Ml- Mlliarden sind, so eP rlschasi.u-? n KaM' eil, den die cklung des hat, ist es t den Der- Teil recht Deutschland lieber die )ie Deichs' ffnungsrede etztenSonn- )ierung sbantbew dienstuner ►gten Ueber MftMen halteabtom 1937 unter inkpräsident lnlästen d and getrol als eines ndern, daß icke ^le^e -reichten. >o»Df,hn 7-,irren LL1 in d-- Zs b mehrere Wenn die «Sturmflut den Deich durchbricht und das ganze Land zu vernichten droht, dann kommen alle, die es angeht und unterstellen sich dem, der Dämme gegen die Katastrophe aufroirft, ohne daran zu denken, welche Familienzwistigkeiten sie gestern noch trennte. Eine Diskussion über das „Warum" und „Wofür" erübrigt sich angesichts der Lage. So tarnen Ende Juli 1936 Falangisten und Monarchisten zusammen. Dämme gegen den ausbrechenden Bolschewismus, der schon mit Waffen und Fackeln, und wahnsinnigen Menschen durch das Land rast, kann nur der aufwerfen, der die Waffe handhaben und Männer zu führen versteht: der Soldat. So rafften in Spanien überall, wo es noch möglich war, Offiziere, Generäle, Falangeführer wehrfähige Männer zusammen und handelten. Dann übernahm einer, der Stärkste, die Führung des Ganzen: General Franco. Als die Dämme nach vorwärts geschoben waren und immer mehr Land der roten Flut abgerungen wurde, tauchte auch die Frage auf: Wofür. Das war im Baltikum genau so, nur unter anderen, schwierigeren Verhältnissen. Denn da standen in einer Koalition: die besitzlose lettische Volksmasse, soweit sie antibolschewistisch war, die den Boden besitzende deutschblütige Minderheit mit den sie unterstützenden reichsdeutschen Freikorps und monarchistische rechtsrussische Freiwilligenoerbände. In Spanien aber wohnen nicht drei verschiedene Rassen durcheinander. Spanien ist rassisch eine Einheit. Der katalanische und baskische Separatismus, war nicht blutsmäßig bedingt. So bliebe als Erfahrungsmaßstab von 1919 nur das soziale Problem übrig, das gewisse Aehnlichkeiten hinsichtlich der Verteilung des Bodens in Groß- und Kleinbesitz und der sozialen Stellung des Industriearbeiters aufweist. Der Staatschef General Franco entzog der drohenden Auseinandersetzung den Boden, indem er formal die Einheitsfront der „Falange Espanola Tradicionalista de las Junias de Ofensiva priemen uerrem» Nacional-Sindicalista“ schaffte, in der Falangisten S* WZ S tggj-y» E3,Ä.*-Ä Mjer Flucht erreichte. syndikalistischen Einschlag. Diese neue Regierung Nach seiner Rückkehr aus England zeigte der ^ad) dem Willen Francos die große Aufgabe, Prinz von Preußen seine Zielklarheit und zugleich Hag Programm der Aufbauarbeit und die welt- feine menschliche Gröhe, indem er weiter voll tief- anschaulich-verfassungsmäßige Grundlage des neuen ftem Verständnis an dem die besten Deutschen er» Spaniens zu schaffen. Daß dies für Spaniens Zufüllenden Einigungsstreben Anteil nahm und sich entscheidende Werk nicht ohne Ringen um in keiner Weise erbittert über die ungerechte Be-1 Grundsätzliche hinter den Kulissen abgeht, ist urteilung zeigte, die er in der preußischen und ebenso selbstverständlich wie die Aufbauschung, die deutschen Oesfentlichkeit gefunden hatte. Ebenso ent- zwangsläufige Auseinandersetzungen in den schlossen übernahm der Prinz aber auch im Juni Gesprächen der Hotelhallen erfahren. 1849 den Oberbefehl über die zur Niederwerfung j)er Falangeführer Cuesta hat gesagt, daß in der süddeutschen Revolution bestimmten Truppen, Vergangenheit alle alten Mächte, Liberale, mit denen er rasch die selbstzerstörerischen Kräfte, Monarchisten, Politische Katholiken, versagt hätten die die Pfalz und Baden bedrohten, zerstreute. Vom ^nd daß das Werk der sozialen Befriedung nur Oktober 1849 ab nahm er als ÜJlilitärgounerneur DOn den jungen national-revolutionären Falange- am Rhein und in Westfalen seinen Wohnsitz in prüften geschafft werden könne. So ist alles in der Koblenz, von 1854 ab wirkte er nach seiner Er- Entwicklung, die nicht heute begonnen hat. Denn Nennung zum Generalobersten mit dem Rang eines Probleme, die jetzt ihre Lösung finden müssen, Generalfeldmarschalls als Gouverneur der Festung hoben schon vor 1936 die Besten des Landes leiden- in Mainz. schaftlich bewegt und zum persönlichen Einsatz ver- Der 60jährige Prinz von Preußen wurde während anlaßt. v . der Erkrankung König Friedrich Wilhelms IV. 1857 Als der junge Antonio P r i m o d e Rivera dessen Stellvertreter und übernahm von 1858 ab aus der Jntelligenzschicht Spaniens die Aktivisten die Regentschaft. Sein von 1858 datierender in seiner Falange sammelte und sie mit den 1931 Erlaß über seine Regierungsgrundsätze, in denen auch in Valladolid gegründeten J. O. N. S. 3ur F. E. de die Förderung der deutschen Einigungsbestrebungen las J. O. N. S. verschmolz, um die brennende soziale eine entscheidende Rolle spielte, fanden weithin gro- Frage national, d. h. im Gegensatz zu Marxl- ßen Anklang. Uebersehen wurde jedoch zunächst die sten und Anarchisten und im Gegensatz zu dem Forderung nach einer Heeresreform und den auch in Spanien irrsinnigen Parteiparlamentarls- für sie benötigten Mitteln. Die von dem Prinzen mus zu lösen, begann er mit einer Gruppe sozial- Wilhelm als Regenten durchgesetzte Heeresorganisa- nationalistischer Revolutionäre, die nach ihrer Her- tion führte zu dem einschneidenden Konflikt mit dem fünft fast alle Senores, „Herren", waren, das Ver- Preußifchen Abgeordnetenhaus, das 1860 die Be- trauen der Arbeiterschaft zu erwerben. Es gelang willigung der Kosten ablehnte. Der Regent stand vor ihm damit die erste soziale Tat der Ueberbruckung der Notwendigkeit — was in Preußen seit den Tagen von Klassengegensätzen. Auch die 2lrbeito: suhlten Friedrichs des Großen nicht mehr der Fall gewesen sich von ihren eigenen Führern, diesich in den war —, wieder selbständig königliche Politik, verschiedensten marxistischen, anarchistischen, kom- unb vor allem Außenpolitik, zu betreiben. Mit wel- munistischon usw. Gruppen bekämpften, ebecho ver- chen Schwierigkeiten hierbei zu rechnen war, vermag raten, wie die Jugend der Jntelllgenzschicht von am besten das Bismarck-Wort aus den „Gedanken den bürgerlichen Parteigebilden. Das Ziel der und Erinnerungen" über diese Zeit zu erläutern: I Falange ist eindeutig: spaniscke Volks g e m e i n - „Die königliche Autorität hatte bei uns unter dem Ischaft (Eingliederung des Arbeiters in die Volks- Mangel an Selbständigkeit und Energie unserer aus- gemeinschaft), Arbeitssicherung, ausreichende wärtigen und namentlich unserer deutschen Politik I Entlohnung, B o d e n r e f o r m, S ch u l r e f o r m, gelitten; in demselben Boden wurzelte die Hngerech-1 denn jeder Spanier soll am geistigen Leben der Die ZgendWppen der AS.-Irauenschast. NSG. Der BDM. umfaßt die Mädel vom 10. bis 21. Jahr. Die 21jährigen werden, sofern sie nicht als Führerinnen im BDM. tätig sind, alljährlich am Reichsparteitag in die N S. - Frauenschaft bzw. dasDeutsicheFrauen- werk überwiesen. Nun mag es früher manchem Mädel, das der jungen Gemeinschaft des BDM. eben entwachsen war, nicht leicht gefallen sein, sofort einen inneren Anschluß an die Frauen zu finden, die ihrem Alter und ihren täglichen Pflichten nach einem anderen Lebenskreis angehören als die Mädel, die eben aus dem BDM. kommen. Mit den Jugendgruppen, die nun zwei Jahre bestehe^, hat die NS.-Frauenschaft eine Lücke geschlossen und dem jungen Mädel eine Möglichkeit gegeben, langsam in die Frauenschaft und die Frauenarbeit hineinzuwachsen. In den Jugendgruppen, die damit den Nachwuchs der NS.-Frauenschaft darstellen, finden sich die Mädel und jungen Frauen von 21 bis 30 Jahren. Hier haben sie die Aufgabe, die verantwortliche Frauenarbeit kennenzulernen. Ihrem Alter entsprechend sollen sie auch die Ausgestaltung der Feste, Feiern und monatlichen Pflichtabende der NS.-Frauenschaft übernehmen; sie sollen sich also in erster Linie um die kulturellen Dinge innerhalb der Frauenarbeit kümmern. Daneben aber ist es Pflicht, an den Kursen des Reichsmütterdienstes teilzunehmen, und auf allen Gebieten der Mütterschularbeit die Kenntnisse zu erwerben, die sie befähigen, später als Hausfrau und Mutter ihren Aufgaben gewachsen zu sein. Kurse beim Roten Kreuz, Luftschutz usw. vervollständigen dieses Aufgabengebiet der Jugendgruppen. Dazu kommt noch die Pflege des Volkstums und Volkstanzes; auch ein richtiger froher Sportbetrieb gehört mit zu dem Leben in den Jugendgruppen. In jeder Woche ist ein Heimabend, der zum Teil mit der Schulung des Reichsmütterdienstes verbunden ist. Die Sonntage sind frei. Einmal im Monat lind alle Mitglieder der NS.-Frauenschaft zu einem Abend, dem sogenannten Pflichtabend, vereinigt. In den einzelnen Gruppen werden außerdem Arbeitskreise gebildet, in denen sich die Mädel und jungen Frauen nach ihren besonderen Neigungen zusammenschließen, um fremde Sprachen zu pflegen, zu singen und andere praktische Arbeiten zu erfüllen. ' An manchem Abend wird Spielzeug für die Kindergärten der NSV. gebastelt oder der Nationalsozialistischen Völkswohl- fahrt auf irgendeinem anderen Arbeitsgebiet, deren es ja so viele gibt, geholfen. Ueberall stehen die Jugendgruppen in den Ortsgruppen der Frauenschaft bei ihrer Arbeit zur Seite. Sie stellen dort eine wertvolle Hilfe für die älteren Frauen dar, die — oft schon allein von ihren häuslichen Pflichten stark beansprucht — einer Entlastung bedürfen. In dieser ebenso schönen wie mannigfaltigen, echt fraulichen Arbeit stehen im Gau Hessen- Nassau schon 4 20 Ortsjugendgruppen. Jede Gruppe umfaßt 10 bis 50 Mädel. An der Spitze der Jugendgruppen steht im Gau die Gaujugendgruppenführerin Parteigenossin S u ß l i ck, der in jedem Kreis eine Kreisjugendgruppenführerin untersteht. In jeder Ortsgruppe bestehen eine oder mehrere Ortsjugendgruppen mit einer Führerm. Aus der bisherigen Arbeit im Gau Hessen-Nassau können die gute Aufbauarbeit und der erfolgreiche Einsatz in den Kreisen Wetterau, Wetzlar und Main-Taunus hervorgehoben werden. Ernst Kratz. Der SrziehuliMeg des deutschen Mdels. Berlin, 8. März. (DNB.) Auf Einladung der Reichsreferentin des BDM, Jutta Rüdiger, besichtigten Vertreterinnen des Arbeitsdienstes sowie der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen die Dienststelle der Reichsjugendführunb- Der BDM ist als Gliederung der Jugend-Organisation der NSDAP. V o r st u f e z u r P a r t e i und hat damit die Aufgabe, die nationalsozialistische Grunderziehung der weiblichen Jugend zu verwirklichen. Im Arbeitsdienst gilt es, die sozialistische Gesinnung praktisch zu beweisen. Die Arbeitsgemeinschaft nationalsozialisti- s ch e r Studentinnen hat als besondere Aufgabe, für die wissenschaftlichen Arbeitsgebiete die entsprechenden fähigen Kräfte heranzuziehen. Nach der vierjährigen charakterlichen Erziehung im Jungmädelbund setzt sich das in den meisten Fällen schon berufstätige BDM-Mädel mit allen weltanschaulich-politischen und wirtschaftlichen Fragen auseinander. Eine Vertiefung erfährt die Erziehung dieser Jahrgänge im A r b e i t s d i e n st. Die wesentlichste Erziehung für die 17 bis 21jäh- rigen Mädel wird fortan dem BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" mit seinen vielseitigen Arbeitsgemeinschaften zufallen, in denen jedes Mädel nach der siebenjährigen Erziehung zur Gemeinschaft im Jungmädelbund und BDM. nunmehr seine eigene Begabung, und Neigung frei entwickeln kann, um diese dann später wieder in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. — Für die Leiterin der Schule des weiblichen Arbeitsdienstes betonte 21 ft a von Larisch nachdrücklich, daß BDM. und Arbeitsdienst aufs engste zusammenarbeiten müßten, um den von Jutta Rüdiger aufgezeigten Erziehungsweg des deutschen Mädels zu verwirklichen. Im gleichen Sinne äußerte sich Reichs-ANSt.-Referentin Inge Wolff. Jahrgang 1927/28. Die Hitler-Jugend ist durch das Rsichs- gesetz vom 1. Dezember 1936 die staatliche Jugendorganisation und die Reichsjugendführung trägt den Charakter einer Obersten Reichsbehörde. Ihr obliegt neben Elternhaus und Schule die Erziehung der gesamten deutschen Jugend. Trotzdem hat die HI. bewußt darauf verzichtet, einen Zwang zum Eintritt der Jugendlichen in ihre Reihen auszuüben. Die Erfahrung hat gelehrt, daß das Vertrauen zur deutschen Jugendbewegung so allgemein geworden ist, daß sich die jungen Jahrgänge freiwillig und vollzählig zu den Formationen gemeldet haben. Die Erfassung beginnt durch das Deutsche Jungvolk und die Jungmädel mit dem 10. Lebensjahr. Mit 14 Jahren erfolgt die Ueberleitung in die HJ^ bis zum 18. Lebensjahr, zum Bund Deutscher Mädel bis zum 21. Jahre, wovon die Zeit von 17 bis 21 Jahren dem Werk „Glaube und Schön- h e i t" vorbehalten ist. In diesem Frühjahr werden alle Jungen und Mädel aufgerufen, die in der Zeit vom 1. Juli 1927 bis 30. Juni 1928 geboren find. In den ein- ^elnen Bezirken sind Werbestellen errichtet, in denen vom 15. bis 31. März die Anmeldung zu erfolgen hat. Voraussetzung ist deutsche Reichsangehörigkeit, arische Abstammung und Erb- gesundheit. In der gleichen Zeit findet eine W e r b e w o ch e mit' Aufmärschen statt, Elternabende werden Gelegenheit zur Klärung von Ein- zelfragen geben. Am 19. April erfolgt die Aufnahmeverpflichtung durch eine Feier auf der Marienburg, wo der Reichsjugendführer eine Ansprache' hält, die als Reichssendung übertragen wird. Am Geburtstag des Führers, 20. April, wird ihm v o m E^n tritt des neuen Jahrganges Meldung erstattet. MeWehrmachiausderLutoschau Wie in den Vorjahren, so ist auch diesmal Deutschlands Wehrmacht auf der Autoschau mit einer Ausstellung vertreten, die lebhafte Aufmerksamkeit be= anspruchen darf. Besonderes Interesse findet dies- mals der erstmals ausgestellte Kraftwagenwerkstattzug für Jnstandsetzungsarbeiten. Dieser Werkstattzug besteht aus dem Werkstattkraft- wa-gen, aus dem Werkstattgerätewagen, aus einem Maschinensatz und aus einem Stromerzeuger, der auf einem Einachs-Anhänger mitgeführt wird. Wir sehen hier, wie in fabelhafter Zweckmäßigkeit alles das in Zukunft ins Gelände mitaeführt werden kann, was für die Ausbesserung von Autos benötigt wird. Wenn man heute diesen kompletten Zug sieht, so erscheint die geleistete Arbeit vielleicht gering. Es darf aber nicht vergessen werden, wieviel Ueberlegungen dazu gehörten, einen solchen Zug fachgerecht z u s a m m e n z u st e l - l e n und die einzelnen Gegenstände zweckmäßig auf die einzelnen Wagen zu verteilen. Der Werkstatt- gerätewagen enthält unter anderem einen Montagebock, eine Motorrad-Hebebühne, eine Abfüll- und Getriebeölpumpe, eine hydraulische Presse, eine Werkbank, eine Hobelbank und eine Autogen- Schweiß- und Schneideanlage. Der Werkstattkraftwagen enthält zwei Werkbänke, eine Drehbank im Zelt, einen Luftkompressor und Ao zieh Werkzeuge. Weiterhin stellt die Wehrmacht die bewährten Typen der durchgeführten Motorisierung vor. Man hat bewußt darauf gesehen so wenig Typen wie möglich für die Motorisierung zu benutzen, um eine Einheitlichkeit zu gewährleisten und um auch bei Reparaturen das notwendige Ersatz- material gleich zur Stelle zu haben. Die Typen aber, die gewählt und ausgebaut wurden, sind in ihrer Durchbildung so bewährt, daß sie im Ernstfälle auch das leisten können, was von ihnen beansprucht wird. Da ist einmal der leichte Zugkraftwa - g e n mit einer Motorleistung von 100 PS und 50 Kilometer Höchstgeschwindigkeit in der Stunde. Da ist ferner der schwere Zugkraftwagen mit einem Gewicht von 18 Tonnen, einer Motorleistung von 230 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer in der Stunde und einem Fahrbereich von 260 Kilometer. Die Anhängerlast wird ebenfalls auf 18 Tonnen beziffert. Ein Anhänger besonderer Art ist dann noch der Tieflader-Anhänger, der auch in seiner Art einen wahren Koloß darstellt. Bei einem Eigengewicht von 12,8 Tonnen hat er eine Tragfähigkeit von 20 Tonnen. Schließlich sehen mir die bewährten Tvpen der Panzerkraftwagen, sowie der leichten und mittleren Panzerspähwagen. Wenn gerade bei der Wehrmacht eine Ausstellung des neuen deutschen Buna-Gurymis sich befindet so aus gutem Grunde, denn die Wehrmacht hat sich um die Einführung des Buna besondere Verdienste erroor- ben da sie ja die Möglichkeit hatte, Buna praktisch zu erproben. Auf der K r a f t f ah r k a m p f tr u p- penschule sind diese Versuche erfolgreich durch- geführt worden und so wird hier em Beispiel Dafür gegeben, daß die Wehrmacht auch neben den Ausgaben der Landesverteidigung in der Lage ist, wirtschaftliche Aufgaben von höchster Bedeutung lösen zu helfen. Aus aller Wett. Das Ende des Mörders von Skiernlewice. Der polnischen Polizei gelang es, den Burschen, der, wie gemeldet, in Skiemiewice die Frau und das fünfjährige Töchterchen des Generals Sko- zicki und zwei feiner Hausangestellten ermordet hatte, in einem Dorfe bei Minsk auf einem Dachboden zu stellen. Der Verbrecher gab mehrere Schüsse auf die Beamten ab, glücklicherweise ohne zu treffen. Ehe er jedoch festgenommen werden konnte, machte er mit einem Schuß seinem Leben selbst ein Ende. Hinrichtung eines Mörders. Am 8. März ist der 1900 geborene Fritz Kunert hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Frankfurt (Oder) wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Kunert hatte auf dem Gut Hohen- tannen (Kreis Oftfternberg) die erst 15/Hjährige Erna Nowicki mit der Arzt erschlagen, weil sie es abgelehnt hatte, die Beziehungen zu ihm fortzusetzen. Wetterbericht Die lebhafte, vom Atlantik über Skandinavien hinwegführende Wirbeltätigkeit greift immer weiter südwärts und hat bereits das festländische Hochdruckgebiet von dem Atlantik abgetrennt. Vor allem in Nord- und Mitteldeutschland macht sich der Tief- druckeinfluß mit stärkerer Bewölkung geltend, er zieht jedoch nach Süden rasch ab. Immerhin wird sich auch hier das Wetter etwas ungünstiger gestalten. Aussichten für Donnerstag: Bewölkt bis aufheiternd und im allgemeinen ttocken, mild, bei ausgeglichenen Temperaturen zwischen Tag und Nacht lebhafte westliche Winde. Aussichten für Freitag: Wechselhaft und leicht unbeständiges Wetter, aber nicht unfreundlich. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. , Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr,' mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vorn 1. September 1937 gültig. Ein Nur noch kurze Zeit i WAusveikanl Gedicht Ad nun muß sich alles, alles wenden! Diese Verse kann der Dichter Uhland nur beim Frühlingsgesang der Vögel niedergeschrieben haben. So tröstend, so erquickend sind die Töne der kleinen Sänger. Die ersten Vorfrühlingstage wirken immer so, wie wenn nach banger, schwerer Nacht der junge Tag mit seinem Glanz in unser Zimmer tritt. Darum muß es nun heißen: Die Fenster auf, die Herzen aus! Geschwinde, geschwinde! H. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Der Troubadour". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ich möcht so gern mit dir allein sein". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Mann mit dem Kuckuck". Stadttheater Gießen. Heute abend findet zum letzten Male eine Aufführung des großen Erfolges „Der Troubadour", Oper in vier Akten von Verdi, statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Wolfgang Kühne, Bühnenbild Karl Löffler. Dr. Baselli (München) auf Anstellung. Die Vorstellung findet als 23. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30, Ends 22.15 Uhr. „Ton in Töpfers Hand." Der ^andschaftsbund Volkstum und Heimat unternimmt am Donnerstagabend eine Führung durch die Ausstellung bodenständiger Töpferwaren im Oberhessischen Museum. Diese Schau schlichter, edler Handwerkserzeugnisse kann allen Volksgenossen bestens empfohlen werden. BOM.-Untergau 116. Dienstbefehle für diese Woche. Am Mittwoch, 9. März, 20 Uhr, in Lich; am Mittwoch, 9. März, 20 Uhr, in Lollar; am Donnerstag, 10. März, 20 Uhr, in Geilshausen; am Samstag, 12. März, 19.45 Uhr, Kundgebung mit Gebietsführer Brandt. GA-Gportabzeichen nicht Selbstzweck NSG. Am 27. März werden die Träger des SA.- Sportabzeichens ihre erste Wiederholungsübung ablegen. Aus diesem Grunde sei nochmals Sinn und Zweck des Abzeichens herausgestellt, um dessen Bedeutung auch denen näherzubringen, die sie noch nicht oder nur ungenau kennen. Das SA.-Sportabzeichen wurde vom Führer mit der eindeutigen Zielsetzung der Wehreriüchtigung der deutschen Jugend gestiftet. Während das Reichs- sportabzeichen seine Erfüllung in der Höchstleistung auf leichtathletischem Gebiet findet, will das SA.- Sportabzeichen zum Wehrsport und zur Erhaltung der wehrsportlichen Tüchtigkeit erziehen. Die einzelnen Abschnitte auf dem Wege zur Erziehung und Ertüchtigung sind in den Bedingungen zum Erwerb und zum dauernden Besitz des SA.- Sportabzeichens klar herausgestellt. Sie umfassen 1. die weltanschauliche Schulung und die innere Haltung des Menschen, 2. die Körperschulung zur Kräftigung von Knochen, Makulatur und Organen, )5. die Erziehung zur Leistung, die, gepaart mit stählernem Willen und eiserner Disziplin, ihren Niederschlag in der Einsatzbereitschaft des eigenen Ich für die Gemeinschaft findet. ^Aus dieser Zielsetzung geht hervor, daß das SA.- Sportabzeichen nicht Selbstzweck sein will und sein kann, sondern zum Dienst an der Allgemeinheit führt. Dienen aber ist die höchste Aufgabe des SA.- Mannes und darüber hinaus jedes Deutschen. Darum melden sich alle Sportabzeichenträger zur ersten Wiederholungsübung am 27. März! SA. sammelt Altpapier und Pappe! SA.-Obergruppenführer B e ck e r l e hat in einem Aufruf, den'wir gestern veröffentlichten, den Einsatz der SA. zu einer Sammlung von Altpapier und Pappö für den nächsten Samstag und Sonntag angekündigt. Welche großen Werte an Rohmaterial zur weiteren Versorgung unserer Wirtschaft auf diese Weise sichergestellt werden können, wird allen Volksgenossen klar sein, wenn sie an das Altpapier in ihren eigenen Haushaltungen denken und sich dabei überlegen, in wie vielen deutschen Haushalten etwa die gleiche Menge oder noch viel mehr vorhanden sein dürfte. Jedermann wird bei einer solchen Betrachtung zu dem Ergebnis kommen, daß es in der Tat eine sehr lohnende und volkswirtschaftlich außerordentlich wertvolle Tat ist, die unsere SA. in diesem Frontabschnitt unseres Kampfes nach den Weisungen des Führers vollbringt. Einen weiteren wertvollen Maßstab für die Bedeutung dieser Sammlung erhält man, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die deutsche Papier- und Pappeerzeugnug jährlich etwa 3,2 Millionen Tonnen, gleich ein Siebtel der gesamten Welterzeugung, beträgt, in Amerika von der dortigen gesamten Papiererzeugung etwa 60 v. H. in Form von Altpapier der Wirtschaft wieder zugeführt werden, in Deutschland die Nutzbarmachung von Altpapier für unsere Wirtschaft sich aber nur auf 25 v. H. der Erzeugung beläuft. Diese Zahlen reden für jedermann eine deutliche Sprache. Die SA. will nun bestrebt sein, an ihrem Teile zu einer Besserung der Verhältnisse auf diesem Gebiete unserer Versorgungswirtschaft nach besten Kräften beizutragen. Diese Arbeit können alle Volksgenossen, insbesondere unsere Hausfrauen, der SA. dadurch erleichtern, daß fie das Altpapier und die Altvorräte an Pappe schon vor der Ankunft der Sammler in Bündeln zusammenpacken, damit der Abtransport nicht nur beschleunigt, sondern den Männern der SA. auch etwas erleichtert wird. An die Hausfrauen ergeht denn auch hiermit die besondere Bitte der SA.-Standarte 116, die Altpapier- und -pappe-Vorräte in Packen griffbereit für die Sammler bereitzulegen. Die Sammelaktion in Gießen wird am Fre-itagnachmittag. mit einer Propagandafahrt mit Sprechchören durch die Stadt eingeleitet. Die Auffahrt der Fahrzeuge zur Sammlung erfolgt am Samstag um 14 Uhr auf Oswaldsgarten. Von dort aus wird zu der Sammlung in Fabriken, Betrieben und Anstalten abgerückt. Am S o n n - t a g fahren die Sammelfahrzeuge um 8 Uhr von Oswaldsgarten aus nach den einzelnen Stadtbezirken ab, um die Sammlung in den Haushaltungen durchzuführen. Die Sammlung wird am Sonntag'um die Mittagszeit ihren Abschluß finden. Für die Sammlung stehen die Fahrzeuge des städtischen Fuhrparks, einschließlich der Elektrokarren als Zubringer, Körbe, Säcke usw. zur Verfügung. Ferner haben die Fuhrwerksoereinigung Gießen und die Privatindustrie ihren Fuhrpark der SA. in bereitwilliger Weise für dieses gemeinnützige Werk zur Verfügung gestellt. Die gesammelten Altpapier- und Altpappemengen werden gewogen, dann zunächst für kurze Zeit behelfsmäßig eingelagert, um in beschleunigter Weise abtransportiert und der Verwertung zugeführt zu werden. In den Landorten werden die Einheitsführer der SA. in Verbindung mit den Ortsbürgermeistereien die Sammelaktion organisieren und durchführen. Man kann nur hoffen und wünschen, daß dieses neue Werk der SA. im Dienste unserer Volksgemeinschaft allenthalben die wohlverdiente gute Förderung finden und ein voller Erfolg werden mög^! Am Sonntag, 13. März, 6. Winterwochenendschulung für alle Mädelgruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen sowie alle Gruppenreferentinnen. Beginn 8 Uhr in allen Schulungsorten. Urlaub zum Kirchgang in den betreffenden Schulungsorten anläßlich des Heldengedenktages wird durch die Schulungsleiterin gewährt. Die Schulungen finden in folgenden Orten statt: Gießen, Watzenborn-Steinberg, Langsdorf, Grünberg, Londorf. $rau Oßwald noch nicht gefunden. Die Suche der Gießener Kriminalpolizei nach der seit etlichen Tagen spurlos verschwundenen Frau Oßwald aus Dreieichenhain, deren Personenkraftwagen an dek Straßenkreuzung Lollar—Odenhausen herrenlos im Straßengraben stehend, aufgefunden wurde, ist ununterbrochen eifrig im Gange. Am gestrigen Dienstagnachmittag unternahmen Beamte unserer Kriminalpolizei in Gegenwart eines Vertreters der Staatsanwaltschaft und unter tatkräftiger Mithilfe von Männern des Pioniersturmes 2/116 eine Suche in der Lahn auf der Strecke vom Hofgut Friedelhaufen bis zur Brücke über die Lahn bei Odenhausen. Dabei wurde auch mit einem Ponton des Pioniersturmes der Fluß befahren unh in allen Teilen sorgfältig abgesucht. Das Ergebnis dieser Nachforschungen war negativ, so daß also auch durch diesen tatkräftigen Einsatz bis jetzt noch keine Klärung der mysteriösen Angelegenheit erzielt werden foniite. Mittlerweile ist die Angelegenheit mit dem gefundenen wildledernen Halbschuh, den man nach Lage der Dinge zunächst als Eigentum der Frau Oßwald vermutete, aufgeklärt worden. Der Schuh gehört nicht der Frau Oßwald, alle daran geknüpften Vermutungen sind daher gegenstandslos. Sänger-Hundertjahrfeier in Frankfurt. Gauleiter Sprenger Schirmherr. NSG. Der Sängerkreis 14, Frankfurt a. M., begeht im Mai die Hundertjahrfeier des ersten deutschen Sängerfestes, das 1838 in Frankfurt a. M. durchgeführt wurde, in würdiger Form. Gauleiter Sprenger hat die Schirmherrschaft über diese Veranstaltung übernommen Die Erinnerungsfeier wird am 7. Mai mit einer Kundgebung auf dem Römerberg eingeleitet, an der fast 5000 Sänger aktiv teilnehmen. An die Kundgebung schließt sich eine Sängerwoche mit vier großen Konzerten und die Hundertjahrfeier der Mozartstiftung an. Die Konzerte, die im Saalbau stattfinden, werden von sechs Einzeloereinen und 21 Chorvereinigungen bestritten. Auf dem Programm stehen nur Werke zeitgenössischer Tonsetzer, von denen mehrere ihre Uraufführung erleben. Bezirksverwaltunqsgericht Gießen. Am Samstag, 12. März, 8.45 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Bezirksoerwaltungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1, Berufung der Genossenschaft für Häute- und Fettoerwertung e. G. m. b. H. zu Kassel, Nebenstelle Gießen, gegen die Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vorn 19. November 1936 RUHL Seliersweg Nr. 67 | adib Telephon Nr. 3170 I eparaturen |M,L A wegen Versagung der Erlaubnis zur Errichtung eines Lagers für Häute und Felle in dem Anwesen des Wilhelm Bauer in Butzbach. 2. Berufung des Hermann Ostheim II. in Gettenau' gegen das Urteil des Kreisausschusfes Büdingen vom 25. November 1937 wegen Entziehung des Führerscheins. 3. Klage des August Greulich in Freiensteinau (Kreis Lauterbach) gegen den Bescheid des Kreisamts Lauterbach vom 17. August 1937 wegen Entziehung des. Wandergewerbescheins für 1937 Kj. Baut Radfahrwege! - und Fußwege? Brief an den Gießener Anzeiger. Sehr geehrte Schriftleitung! Unter dem ersten Teil dieser Ueberschrift forderte vor einiger Zeit ein Einsender in Ihrer geschätzten Zeitung den Bau von besonderen Radfahrwegen, und er suchte seine Forderung durch Belege mit den großen Zahlen der beradelten Kilometer zu stützen. An sich ist wohl gegen diese Forderung nichts einzuwenden, vorausgesetzt, daß Geld dazu vorhanden ist, und daß nicht Gelände in Anspruch genommen wird, das im Hinblick auf unsere wirtschaftliche und politische Lage füglich vorerst noch besser der Land- und Forstwirtschaft dienstbar bliebe. Im Zusammenhang mit der Anregung jenes Einsenders darf aber wohl auch die Frage erhoben werden: Wie ist es aber mit dem immer noch in beträchtlicher Anzahl vorhandenen Fußvolk? Jst's nicht bereits so, daß ein Gang auf der Landstraße zu gewissen Tageszeiten in einer beständigen Flucht, in einem beständigen Schutzsuchen vor allen möglichen Fahrzeugen, und nicht zum wenigsten vor Motor- und Fahrrädern besteht? Auch dann, wenn man sich unter Beachtung aller behördlichen Vorschriften als Fußgänger auf den mit „Fußweg" bezeichneten Teilen der Landstraße bewegt? Ich habe in dieser Beziehung selbst schon recht schmerzliche und schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Man wird es den Fußgängern daher nicht Übelnehmen können, wenn sie mit Rücksicht auf ihre Kleider, auf ihr Leben und ihre Gesundheit, die ihnen mindestens ebensoviel wert sind wie dem Radfahrer sein Gummireifen, die Bitte aussprechen? Baut zu - nächst einmal Fußwege — und schützt diese in hinreichendem Maße! Gewiß wären diese Der Tod des alten Kaisers. Zum 59. Todestage Kaiser Wilhelms!, am 9. März. Am 9. März 1888, vormittags gegen 10 Uhr, durchflogen Extrablätter die Reichshauptstadt, die den kurzen inhaltsschweren Satz enthielten: ,Seme Majestät der Kaiser ist um 8.30 Uhr verschieden." Die Erschütterung, die sich auf die Trauerkunde hin aller Gemüter in Deutschland und darüber hinaus in der ganzen Welt bemächtigte, galt dem dahin- gegangenert, verehrten und geliebten Loben, es kam aber auch das Gefühl darin zum Ausdruck, an einer geschichtlichen Wende von größter Tragweite zu stehen. Wenn mit dem Tode eines alten und der Thronbesteigung eines neuen Herrschers säst immer eine neue Epoche für ein Land anbrach, so hat der Gang der Weltgeschichte es gefügt, daß mit dem Tode Kaiser Wilhelms I. dieser Einschnitt für Deutschland besonders tief war. Schon damals war es deutlich, daß KaiferFriedrich nur eine kurze Regierungszeit befchieden sein würde, daß also nicht der nächsten, sondern der übernächsten Generation die Führung der kommenden Epoche zufallen würde. Die große Menge, die am 8. Mürz das Palais des sterbenden Kaisers umlagerte, stellte solche Erwägungen gewiß nicht bewußt an. Die Erregung und die Trauer des Augenblicks drängte jeden bestimmteren Gedanken an die Zukunft zurück, aber unbewußt lagerte das Gefühl von der Schlckfalhaftigkeit der Stunde doch auf allen Gemütern. Die Berliner Bevölkerung war vom frühen Nachmittag des 8. März an voller Unruhe, als die Zeitungen ein Bulletin veröffentlichten: „Seine Majestät der Kaiser hatte eine unruhige Nacht, fein Befinden ist sehr schwach." Vorher hatte man sich auf die Nachricht der Erkrankung des Kaisers hin kaum Sorge gemacht; zu groß war trotz seiner neunzig Jahre das Vertrauen in die starke Natur des Herrschers. Aber nun strömte alles zu den Linden und in die Behrenstraße, wo die Rückseite des kaiserlichen Palais liegt. In der Stadt schwirrten Gerüchte. In der sechsten Stunde hieß es, der Kaiser sei bereits gestorben, sein Tod würde geflissentlich verheimlicht. Da um 6 Uhr die Glocken zu läuten begannen und daß die Purpurstandarte um diese Zeit eingezogen wurde, schien die Gerüchte zu bestätigen. Dann erfuhr man aber, daß in den Kirchen Gottesdienste zur FürbiÜe angeordnet waren, und auch das Einziehen der Flagge wußten Kundige leicht zu erklären: jeden Abend wurde sie herabgeholt. Trotzdem wollten die düsteren Gerichte nicht ganz verstummen, lieber der dichtgedrängten Menge lag dumpfes Schweigen; man sprach nur flüsternd. Um sieben Uhr verließ ein General das Palais, und auf das Bestürmen der Menge rief er laut: „Der Kaiser lebt!" Von Mund zu Mund wurde die Nachricht weitergegeben, es kam Bewegung und doch auch Beruhigung in die (Scherl-Bilderdienft-M.) HPU HM i M MM v.- 4 Massen. Bald daraus wurde ein neues Bulletin bekanntgegeben: „Der Schwächezustand dauert fort, Seine Majestät nehmen ab und, zu etwas Wein und flüssige Nahrung zu sich. Im ganzen ist der Zustand ruhiger." Als um 8 Uhr auch noch cm General die Nachricht aus dem Palais brachte, der Kaiser sei in tiefen Schlaf verfallen und die Mitglieder der kaiserlichen Familie hätten sich aus dem Palais entfernt, verließ der größte Teil der Menge den Schauplatz. In der Nacht und auch noch am Morgen war die Hauptstadt voller Zuversicht, die auch durch die Morgenblätter bestätigt wurde. Ein früh um 7 Uhr ausgegebenes ungünstiges Bulletin, der Schwächezustand habe zugenommen und einen hohen Grad erreicht, konnten die Morgenblätter noch nicht bringen. So kam es, daß die meisten hoffnungsvoll an ihre Tagesarbeit gingen, als der. Kaiser schon verschieden war. Um so erschütternder wirkte die Todesnachricht, die um 10 Uhr durch die ersten Extrablätter verkündet wurde. Ein paar Stunden später erschien der „Staatsanzeiger" mit der ämtlichen Bestätigung: „Es hat Gott gefallen, Seine Majestät den Kaiser und König, unseren allergnädigsten Herrn, nach kurzem Krankenlager heute um 8.30 Uhr morgens im 28. Jahre seiner reichgesegneten Regierung aus dieser Zeitlichkeit abzurufen. Mit dem Königlichen Hause betrauert unser gesamtes Volk den Hintritt des allgeliebten, ehrwürdigen Herrschers, dessen Weisheit so lange über feinen Geschicken in Krieg und Frieden ruhmreich gewaltet hat. Berlin, den 9. März 1888. Das Staatsministerium." Nach und nach wurden auch die Einzelheiten über die letzten Stunden des Monarchen bekannt. Die bedrohliche Wendung war nachmittags eingetreten, zu eben der Stunde, als sich in Berlin Gerüchte vom Tode des Kaisers verbreitet hatten. Im Schlafzimmer waren alle Mitglieder der Familie versammelt, der Oberhofprediger D. Kögel stand am Bette und sprach ein Gebet, das der Koster zuweilen mit einem leisen „Richtig!" oder einem „Gut!" unterbrach. Später, nach Einnahme einiger Erfrischungen, zeigte er sich kräftiger und fef)r gesprächig. Plötzlich rief er den Prinzen Wilhelm, den späteren Kaiser, in seine unmittelbarste Nähe. Mit meist deutlich vernehmbarer Stimme sprach er eingehend mit dem Enkel. Er sprach von der Armee und Preußens gesamtem Volke, von Deutschlands Bündnissen, von möglichen Kriegen der Nachbarvölker, von ihren militärischen Einrichtungen und solchen/ im deutschen Heere, die ihn in letzter Zeit besonders beschäftigt hatten. Dann schwieg er einige Zeit.und schlief ein. Aber immer wieder, wenn er erwachte, sprach er von den Truppen und von den Erinnerungen der Feldzüge. Da richtete die Großherzogin von Baden an den kranken Vater die Bitte, sich durch zu vieles Sprechen nicht zu ermüden. Hierauf erwiderte er laut und deutlich: „Ich habe jetzt nicht mehr Zeit, müde zu fein." ' In den frühen Morgenstunden, etwa um 4 Uhr, trat1 ein starker Verfall der Kräfte ein. Der Puls wurde immer schwächer, der Atem schwerer, dos Bewußtsein schwand. Die ganze Familie und alle Persönlichkeiten, die am Abend ^orher um das Krankenbett versammelt waren, wurden zusammen- gerufen. Die Kaiserin saß in ihrem Stuhle zur Seite des Bettes und hielt die link? Hand des Sterbenden in der ihren. Auch die Schwäche, die sie zeitweise selbst überwältigte, konnte sie nicht bewegen, die Hand des Gemahls loszulafsen. Nur noch für kurze Augenblicke kehrte das Bewußtsein zurück, dann blickte der Kaiser um sich und erkannte wohl, daß er von allen seinen Lieben umgeben war. Er nickte einzelnen gütig zu, sprechen konnte er nicht mehr. Die Atemzüge wurden immer kürzer; Hofprediger D. Kögel begann zu beten. Alle Anwesenden sanken auf die Knie. Die Uhren schlugen */29. Da — noch ein tiefes Aufseufzen — der Kaiser war tot. Erst aus dem Munde des Geistlichen, während dessen Gebet er den letzten Atemzug getan hatte, erfuhren die Anwesenden die traurige Gewißheit. Schweigend trug die Kaiserin den Schlag, auch Bismarck kämpfte den Schmerz mit Gewalt nieder, nur Moltke vermochte die Tränen nicht zu bannen, die ihm aus den Augen strömten. Einer nach dem andern trat noch einmal heran, zuerst die Familienmitglieder, Fürst Bismarck, Graf Moltke, der Oberhofmarschall, die General- und Flügeladjutanten, die Aerzte, bis zur Leibdienerschaft, und andere von den langjährigen treuen Dienern des kaiserlichen Herrn, um den letzten Abschied von ihm zu nehmen. Alle knieten vor dem Toten nieder und küßten zum letzten Male die Hand, die so lange über ihnen und dem Vaterlands gewaltet hatte. C. K. Zeitschriften. — „Das innere Reich" (Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München) beendet' mit dem Märzheft feinen vierten Jahrgang. Im ersten Teil ist das Heft aus Anlaß des Heldengedenktages dem Gedächtnis der Front gewidmet. Zu dieser Ehrung haben Franz Tumler, Wolfram Brockmeier und Heinrich Frank eine Reihe bisher unveröffentlichter Gedichte beigesteuert. Von gleichem Geiste erfüllt sind die Kriegserzählungen „Herrgott im Himmel! Was wäre es jetzt schön" von Wolf Justin Hartmann und „Der Fähnrich" von Walter Georg Hartmann: jede von ihnen umkreist das Erleben des Krieges in der Erinnerung an die einst mit dem Tode besiegelte Treue und Kameradschaft. Unter den übrigen Prosabeiträgen sei vor allem der historischen Erzählung „Jrinq und Jrminsried" von Hans Friedrich Blunck gedacht. Ihr reiht sich der Schluß der Novelle „Ein Mann, der nichts schuldig blieb" von Eduard Lachmann an. Daneben findet sich gleichsam erläuternd zu den Versen von Ludwig Friedrich Barthel, Georg von der Bring und Adolf Beiß eine Betrachtung über das unerschöpfliche Thema „Das Gedicht und der Leser" von Ed- gär Hederer. In den kleineren Beiträgen findet sich eine schöne Würdigung der Malkunst'Wolf Panizzas; die dazugehörigen sechs Bilddafcln runden das Heft in gewinnender Weise ab. Lpd. 125 Jahre IZerHusaren. Verbunden Rektor i.R. Valentin Müller, Hausen / Gießen. unsere jetzigen Straßen dem Fährverkehr noch ge-1 tes, Kavallerie-Regiment Rr nügen können, wenn r---# v <«— von ihnen entfernt ist, und wenn alle Verkehrs- zu diesem großen Regimentsappeu zu mewen oei teilnehmer sie vernünftig benutzen, auch auf andere Postinspektor Kunz, Darmstadt - Arheugen, oer die gebührende Rücksicht nehmen und vor allem sich | auf Anfragen Auskunft gibt. in manchen Fällen, besonders im Wald« eigentlich^ Lr_. ~ , . nur angedeutet zu werden brauchen. (Man beachte mit ihrem 6. Regimentsappell feiern die ehemaligen nur die Pfade, bfe sich im Walde neben den Fahr- 13er Husaren (Husarenregiment König Humbert straßen oft von selbst bilden.) |Don Italien, 1. Kurhessisches Rr. 13) am 28. und Im übrigen kann man auf Grund täglicher Be- 29. Mai in Darmstadt ihren IZöjahriaen Grün- obachtungen der Meinung sein, daß — abgesehen dungstag. Ihre Bedeutung erhält diese Jubiläums- von den Großstädten mit ihrem riesigen Verkehr — feier durch die Beteiligung des Tradrtionsreglmen- unlere iediaen Strafen dem Fährverkehr noch ge- - tes, Kavallerie-Regiment Rr. 6 Darmstadt. Aue einmal das „lästige Fußvolk" ; ehemaligen 13er Husaren werden aufgefomrt, sich t, und wenn alle Verkehrs- zu diesem großen Regimentsappell zu melden bei mit wesentlich geringeren Mitteln zu bauen, als besondere Radfahi _ * S in seinen Ansprüchen in bezug auf Breite und Beschaffenheit seiner Wege sehr viel bescheidener sein, und er ist es auch. Er begnügt sich mit einigermaßen trockenen, etwas eingeebneten Pfaden, die geringeren Mitteln zu bauen, als be- an die wohlüberlegten und wohlgemeinten Anord- irroege. Denn der Fußgänger kann nungen und Vorschriften der Behörden halten. Herz und Blutkreislauf. populär-wissenschaftlicher Vorirag von Prof. Dr. R. Dürler. Im letzten Vortrag am 24. Januar wurde das Herz als Pumpe und die Strömung des Blutes in den vom Herzen ausgehenden und wieder zum Herren zurückkehrenden Blutgefäßen unter dem Einfluß des Blutdrucks und der Elastizität der Schlagaderwände besprochen. Der Blutdruck, der als mittlerer unter wechselnden Umständen mit einer auffallenden Zähigkeit festgehalten wird, ist nun kein konstanter, Ion- dern beständigen Schwankungen unterworfen, die durch die Herztätigkeit, die Atmung und durch Einflüsse auf die Gefäße bedingt sind. Wenn die Herzkammern das Blut in die großen Schlagadern werfen, steigt der Blutdruck, bei der Erschlaffung des Herzens und in der Herzpause sinkt er, aber nicht ganz, sondern nur auf zwei Drittel, so daß die Schlagadern bei Verletzung auch in der Herzpause spritzen. Bei der Einatmung nimmt der Blutdruck im allgemeinen ab, bei der Ausatmung steigt er. Und bringen Gefäßnerven die Blutgefäße zur Zusammenziehung, so geht der Blutdruck in die Höhe, bei Erweiterung der Gefäße herab. Es ist für die Beurteilung des Herzens und Kreislaufs wichtig, diese Druckschwankungen, die sich vom Herzen aus wellenförmig durch die Gefäße fortpflanzen, genauer zu verfolgen, was mitApparaten besonders gut gelingt, die, wie erwähnt, seinerzeit von Herrn Professor Dr. Frank hier tn Gießen konstruiert wurden. Bei diesen Apparaten wird ein an einer Feder befestigter Druckknopf oder ein an einem Ende geschlossener Gummischlauch auf die Haut über dem Blutgefäß aufgesetzt und durch kurze Schreib, ober längere Lichthebel bie übertragenen Druckschwankungen ausgezeichnet. Da diese Schwankungen rasch verlaufen, muß die Eigenschwingungszahl der Hebel groß sein in Bezug auf die Schwingung, die ausgenommen wird, auch müssen die Hebel möglichst kurz oder, wenn sie länger sind, wie die Lichthebel, möglichst masselos sein. Die entsprechenden Appa- rate werden vorgezeigt. Die Kurven, die man mit ihnen erhält und die noch mit Zeitmarken versehen werden können, nennt man Pulskuroen. Es wird vorgeführt, wie eine solche Kurve ouf- genommen wird und wie die Pulskurve in der großen Körperschlagader, der Speichenschlagader und in der tzHalsblutader beschaffen ist; bei letzteren läuft die Druckwelle, die bet der Zusammenziehung des rechten Vorhofs und der rechten Kammer entsteht, rückläufig dem Blutstrom entgegen, bei ersteren rechtläufig mit dem Blutstrom zusammen. An einem langen, mit Wasser gefüllten Gummischlauch wird gezeigt, wie sich die Pulswelle vom Ort der Erzeugung durch den Schlauch hindurch ausbreitet; in den Schlagadern geschieht dies mit einer mittleren Geschwindigkeit von neun Meter in der Sekunde. Der Arzt, der sich bei der Pulsuntersuchung oft mit den tastenden Fingern als Aufnahmeapparat begnügen muß, unterscheidet noch als wichtig die Größe des Pulses, die Geschwindigkeit des Anstiegs, seine Härte und die Zahl der Pulsschläge in der Minute. Unter dem Einfluß der Atmung und der Gefäßnerven und besonders bei Erkrankungen des Herzens und der Gefäße erfahren diese Pulskurven wesentliche Veränderungen. Reben dem Blutdruck und seinen Schwankungen ist auch die Geschwindigkeit des Blutstroms für die Beurteilung des Kreislaufs von Bedeutung. Auch hier spricht man von einer mittleren Geschwindigkeit und von Schwankungen derselben, die aus ganz ähnlichen Gründen zustande kommen wie beim Blutdruck. Die mittlere Geschwindigkeit ist im Querschnitt eines Blutgefäßes verschieden groß, indem ein rascherer A ch s e n st r o m und ein langsamerer R a n d st r o m besteht.' Im ersteren werden die schwereren roten Blutkörperchen bewegt, in letzterem die leichteren weißen und die Blutplättchen, deren Funktion geradezu verlangt, daß sie der Gefäßwand möglichst nahe sind. Die so wichtigen roten Blutkörperchen werden so im Kreislauf öfters her- umgemirbelt als die anderen körperlichen Bestandteile des Blutes. Mit Appraten, die vorgewissen werden, hat man die mittlere Geschwindigkeit in den Schlagadern zu 40 Zentimeter in der Sekunde, in den Haargefäßen- zu 0,08 und in den Blutadern zu 20 Zentimeter bestimmt, was sich daraus erklärt, daß der Querschnitt sämtlicher Haargefäße 500mal und der der Blutadern 2mal größer ist als der der Körperschlagader; Geschwindigkeit und Gesamtqu-erschnitt verhalten sich eben umgekehrt proportional zueinander. Es sei noch darauf hingewiesen, daß man die Geschwindigkeit des Blutstroms nicht mit der Geschwindigkeit der Pulswelle verwechseln darf, erstere ist eine translatorische, letztere eine undulatorische Bewegung, die auch bei stehendem Blut zustande kommen kann, ganz ähnlich wie Wasserwellen in einem See, in den man einen Stein wirst. Viel schwieriger ist die Ermittlung der G e- schwindigkeitsschwankungen, muß diese doch bei uneröffneten Gefäßen des Menschen geschehen. Eine elegante Methode hat wieder Herr Fränk mit seinem Schüler, Herrn B r o e m s e r, angegeben. Drückt man ein Blutgefäß quer zur Längsrichtung leicht ein, so entsteht stromaufwärts ein „Stau", stromabwärts ein „Sog"; die so entstehende Druckdifferenz ist ein Maß für die Blutgeschwindigkeit. Durch Lichtschreibung erhält man eindrucksvolle Kurven, die vorgewiesen werden. Von besonderer Bedeutung ist die Beurteilung der B 1 u t f ü 11 e in einem Glied, einem Organ und die der Stärke des Blutstroms in dem zu- und abführenden Blutgefäß. Zur Beurteilung der Blutfülle schließt man das Glied oder Organ in eine Rohre oder Kapsel ein, die noch mit hautwarmem Wasser gefüllt und mit einem volumenmessenden Instrument verbunden wird. Auch Schwankungen der B 1 u t f ü 11 e, für die ähnliche Ursachen bestehen wie beim Blutdruck, kann man dabei auszeichnen, wobei Voraussetzung ist, daß das Blut aus den Blutadern gleichmäßig abftrömt, was im allgemeinen zutrifft, während es durch die Schlagadern ungleichmäßig zuströmt. Mit dem sogenannten Fingerplethysmographen werden diese Schwankungen vorgewiesen. Mit dieser Methode läßt sich dartun, daß das tätiae Organ immer blutreicher als das ruhende ist; selbst der sich zusammenziehende Muskel, von dem man annehmen konnte, daß er die Blutgefäße ausdrückt, ist es, die Gesäße sind eben entsprechend im s» Blut. In geradezu bewundernswerter Weise wird die Stromstärke des Blutes vor und hinter den Organen entsprechend der Funktion reguliert, was sich mit einem äußerst sinnreichen Instrument, der Thermo st romuhr von Professor Dr. Rein in Göttingen, zeigen läßt. Mit einem Wechselstrom von einer Frequenz, die nicht mehr reizend wirkt, aber Erwärmung hervorbringt, wird ein Blutgefäß quer durchströmt und bas Blut so stärker erwärmt. Stromauf- und stromabwärts von der Heizstelle wird je eine Lötstelle zweier gegeneinander geschalteten Thermoelemente zur Temperaturmessung angelegt und die. Elemente mit einem registrierenden Galvanometer verbunden. Je stärker der Blutstrom' ist, um so geringer ist die Temperaturdifferenz der Lötstellen und umgekehrt, so daß man aus der Galvanometerkurve auf die Stärke der Blutsttömung schließen kann. Aeußerst wichtige Erkenntnisse sind mit dieser Thermostromuhr gewonnen worden. So werden z. B. die beiden doch relativ kleinen Nieren des Menschen in 24 Stunden von der fast unglaublichen Menge von 1500 Liter Blut durchfpült, nicht etwa, weil die Nieren so viel Sauerstoff brauchten, ist doch das aus den Nieren aussließende Blut noch ausfallend sauerstoffhaltig, sondern, weil das Blut in den Nieren immer wieder gewaschen und von den giftigen Stoffwechselschlacken, besonders Harnstoff, befreit werden muß. Störung dieser Funktion der Nieren, die mit dem Herzen eng gekoppelt sind, führt daher zu bedenklichen Krankheitserscheinungen. Es ist ferner auffallend, daß die Nierengefäße nicht zu Kreislaufregulationen verwendet werden, wie es beim Haut- und Bauchgefäßsystem geschieht. Ein weiteres Beispiel 'betreffe die Muskulatur. Der Muskel gelagert. Aeußerst zweckmäßig wird ferner das Blut mit Hilfe des im oerlänaerten Rückenmark gelegenen Gefäßzentrums umgesteuert, z. B. bei Wärmeeinwirkung in hie oberflächlichen Hautgefäße zur Abgabe überschüssiger Wärme, bei Kälte in innere Organe, bei der Verdauung in den Magendarmkanal, bei körperlichen Hebungen in om-" Matur. Diese Umsteuerung geschieht auf Kosten anderer Organe, was auch der lateinische Spruch „plenus venter non studet libenter" (mit vollem Magen arbeitet man nicht gern geistig) ausdrückt, bas Gehirn erhält eben in diesem Fall weniger ruhende Muskel erhall eine gewisse Menge Blut» Läßt man ihn zucken und damit tätig werden, so wächst der Blutstrom stark an. Wird die Zuckungs- höhe immer größer, dann wird auch der Blutstrom immer stärker. Fügt man jetzt der Atemlust Aad- liehe Kohlensäure zu, so wächst zwar der Bluwruck durch Kontraktion der Gefäße, aber die Durchblutung des Muskels nirymt ab und bannt seine Sei- stungsfähigkeit. Rein gibt ferner an, daß vom Mmutenvolumen Blut, das vorn Herz gefördert wird — es sind rund 5 Liter — 10 v. H. durch die ernährenden Kranzgefäße des Herzens, 30 v. H. durch die Nieren, 20 v.H. durch Darm urtb Leber und 40 v.H. durch Muskeln und Haut stießen. ' . r Bei einem Rückblick auf den Kreislauf ergab sich, welch lebenswichtige Funktionen er im einzelnen zu erfüllen hat. Herz und Gefäße bilden nun ein zusammengehöriges Ganzes; was in dem einen Teil geschieht, kann auf den andern nicht ohne Einfluß fein. Das Ziel ihrer physiologischen Tätigkeit ist, den Organen eine optimale Menge Blut bei eben ausreichendem Energieaufwand zur Verfügung zu stellen und dabei die zirkulierende Blutmenge möglichst klein zu halten. Für besondere Fälle stehen erhebliche Reservekräfte und große Blutspeicher zur Verfügung. Von einer höheren Zentralstelle im verlängerten Mark aus werden Herz- und Blutgefäße in sehr zweckmäßiger Weise gesteuert, besonders auch durch Nerven, die man Blutdruckzügler nennt. Noch ist der Ortes zu gedenken, wo das Ziel des Blutkreislaufs, der S t o f f a u s t a u s ch , erreicht wird, das ist in den Haargefäßen. Diese sind so äußerst fein, daß ein Kubikmillimeter Blut bei der Geschwindigkeit von 0,8 Millimeter in der Sekunde volle 4V» Stunden braucht, um einmal den Querschnitt einer Kapillare zu passieren; es sind aber ungeheuer viele Kapillaren vorhanden. Die innere Oberfläche aller aus der Körperschlagader hervorgehenden Kapillaren beträgt schätzungsweise 80 Quadratmeter und ist damit von ungefähr gleicher Größe wie die atmende Oberfläche der Lungen. Dadurch ist die Möglichkeit eines äußerst ausgiebigen Stoffaustausches gegeben. Staunend und mit einem begründeten Optimismus für seine Weltanschauung steht der Mensch vor diesen sinnvollen Wundern der Natur. Ägend-RuderlehrMg bei der SAG. Hebungen im neuen Stil. Nachdem am 9. Januar der Gaufachamtsleiter für Rudern die Vereinsführer im Gau XII in Gießen zu einer Führertagung zusammengerufen hatte, sand am vergangenen Sonntag im unteren Bootshaus der Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 ein Lehrgang der Vereinsjugendwarte unter Leitung des Gaujugendfachwartes Kamerad Dr. Kruse (Kassel) statt. Vertreten waren die Vereine: Ruderverein Wetzlar 1919, Limburger RG. 1920, RV. Bad Ems, Ru- dergesellschast Lahnstein, Ruderclub „Möve" Groß- Auheim, Hanauer RG. 1879, Marburger RB. 1911, Ruderverein Kassel, Ruderklub Kurhessen Kasiel, RG. Kassel 1927, Ruderklub „Hassia" 1906 Gießen und der gastgebende Verein Gießener Ruder-Gesellschaft 1877. Nach der Begrüßung durch den Dereinsstihrer der GRG. 1877 Artur Scharmann gab der Gau- jugenbroart in kurzen Zügen das Programm des Lehrganges bekannt und erteilte dem Kameraden Pfaffe (Hanau) das Wort zu einem Vortrag über modernes Rudern. In hervorragender Weise verstand Kamerad Pfaffe seine Zuhörer für die Sache zu interessieren. Zunächst behandelte er die Stilfrage. An Hand von Skizzen an der Tafel gab er die entsprechenden Erläuterungen, um zu zeigen, auf welche Art es möglich ist, selbst einem Anfänger bas Rubern leicht unb mühelos beizubringen. Hierbei wies er barauf hin, daß der Reichsjugendfachamtsleiter Karl Heinz Schulz auf diese Art unb Weise es verstanden hat, den Achter der RG. Wiking, Berlin, so weit zu bringen, daß es ihm gelang, im Jahre 1893 die Bronzene Olympia - Medaille zu erringen. Weiter wurde das Bootsgerät und die körperliche Grund- schulung behandelt. Im Anschluß hieran ging es aufs Wasser, um das soeben theoretisch Erläuterte auch praktisch vorziy führen. Mannschaften der Gießener und Hanauer Rudergesellschaft brachten Boote zu Wasser, um den neuen Stil und die Art der Ausbildung vorzuführen. Gleichzeitig zeigte der Skuller Jodt einiges über Bootsbeherrschung. Nach der Mittagspause brachte Kamerad Pfaffe noch mehrere Filme über praktische Ruberarbeit zur Vorführung, die insbesondere den neuen Stil, zum Teil auch an Hand von Zeitlupenaufnahmen, er« kennen ließen. In einem weiteren Vortrag behandelte anschließend der Fachwort die Frage der Organisation der Jugendabteilungen. Rudern sei Leistungssport und damit Dienst für die Jungen im HJ.-Dienst. Als letztes Thema wurde noch die neue HI.- Sportordnung für Rudern behandelt. Sämtliche Lehrgangsteilnehmer wurden mit deren Inhalt vertraut gemacht. Reicher Beifall dankte jedes Mal den einzelnen Rednern für ihre Ausführungen.' Sodann schloß der Gaujugendfachwart den Lehrgang mit einem Dank an die Gießener Ruder-Gesellschaft für die Zurverfügungstellung der Räume in der herkömmlichen Weise. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. G. in G. Weder nach dem Hessischen Landesrecht, noch nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch gibt es ein Lichtrecht. Der Nachbar kann also ohne Rücksicht auf Sie seinen Neubau ausführen lassen. Das Lichtrecht kann nur als Grunddienstbarkeit erworben werden. Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Gerda zögerte. Dann nahm sie sich einen Anlauf. „Ich will ganz offen zu Ihnen sein, denn es könnte der Fall eintreten, daß ich Sie in Paris um Ihren Beistand bitten muß." „Selbstverständlich stehe ich Ihnen in jeder Weise zur Verfügung." „Ich danke Ihnen! Es ist doch irgendwie ... beruhigend. Nun, mein Verlobter ist Angestellter bei der Versicherungsgesellschaft „Sanitos". Vor kurzem machte er mir die Mitteilung, baß er den Auftrag erhalten habe, nach Paris zu reifen. Er befanb sich in großer Aufregung, was mich um so mehr rounberte, als er schon früher mehrere Jahre dort tätig war. Es mußte also die Arbeit, die er in Pa- ris zu erledigen hatte, her Grund seiner Aufregung sein. Aber er weigerte sich, mir irgendwelche Andeutungen über den Charakter dieser Aufgabe zu machen. Er dürfe nicht darüber sprechen, es sei ein großes Geheimnis. Sie können sich meine Unruhe, meine Angst vorstellen. Ich bat ihn, mich mitzunehmen. Ich wollte bei ihm sein, falls ihn eine Gefahr bedrohte. — Er ließ das aber nicht zu. — Nun bin ich eben auf eigene Faust mitgekommen. Er wird sich damit abfinben müssen ... oder glauben Sie, daß er mich nach Hause schickt?" .Kaum! Ich jedenfalls brächte es nicht fertig. — Sie wollen ihm also bei der Ankunft gegenüber- treten?" „Natürlich! Ober ^soll ick ihn vielleicht als heimlicher Schutzengel umschweben?" „Das wäre bestimmt ein herzerschütternder Anblick. — D i e Wiebersehensszene auf bem Pariser Bahnhof möchte ich mir nicht entgehen lassen. Herr Rulanb wird blaß werben vor Schreck, vermute ich. Sie erlauben mir boch, baß ich von ferne zufehe um mich bann an bem schließlichen Dersöhnungskuß mit erfreuen zu können —" Gerba blickte durch bas Fenster in die aufbäm- mernbe Helligkeit des neuen Tages. Dann wandte sich bas Gesicht ihrem Gegenüber zu. „Ich möchte Sie gerne meinem Verlobten vorstellen, Herr Stadler, vorausgesetzt natürlich, daß Sie damit einverstanden sind." lieber Stäblers Züge ging ein leichtes Erschrecken. „Hm, Fräulein Bosch, das ist allerdings .,. gewiß, sehr schmeichelhaft, dieser Beweis Ihres Vertrauens, jedoch ... Sie müssen verstehen ... nein, ich möchte Sie doch bitten, bas zu unterlassen. Herr Rulanb wird nicht im geringsten daraus erpicht fein, meine Bekanntschaft qu machen." Gerda begann stutzig zu werden. Warum diese merkwürdige Weigerung? Das verpflichtete ihn doch zu nichts? Oder — hatte er besondere Gründe? Er war so verlegen geworden, geradezu bestürzt hatte er nach einer passenden Ausrede gesucht. Heinz Stäbler hatte das wechselnde Spiel ihrer Mienen beobachtet. Seine Hand legte?stch leicht auf ihr Knie. „Suchen Sie um Himmels willen nicht nach irgendwelchen geheimnisvollen Hintergründen! Ich halte es nicht für notwendig, mit Ihrem Verlobten bekannt zu werden. Das ist alles. — Verstehen Sie mich recht! Man labt sich Verpflichtungen auf, gerade im Ausland, als Landsmann, nicht wahr! Und meine Zeit ich wirklich--" „Ach, nun reden Sie sich nur nicht auf Zeitmangel heraus! Es wird so schlimm nicht fein! Mir jedenfalls haben Sie sich geradezu aufgebrängt." „Das ist ja auch etwas ganz anberes. Eine scharmante junge Dame — ich bitte Sie, Kavalierdienst steht über allen anderen Pflichten." Wider ihren Willen mußte sie lachen. „Hört, hört, ein verheirateter Mann! Was würde wohl Ihre entzückende kleine Frau dazu jagen?" „Sie würde es gewiß billigen, daß ich einer Landsmännin, die mutterseelenallein und unter so bedenklichen Umständen in Paris weilt, Schutz und Beistand anbiete." „Na schön, wir wollen bas gelten lassen. Wit wollen sogar die Gefahr auf uns nehmen, daß es böse Eifersuchtsszenen setzen wirb, wenn Herr Ru- land uns mit diesem Herrn Nebenbuhler ertappen sollte. Aber —" sie wurde plötzlich ernst, „wenn nun mein Verlobter in Gefahr kommt, wenn ich selbst keinen Ausweg mehr--" „Daß Sie in diesem Falle auf mich rechnen können, bedarf wohl keiner Worte. Ich fürchte bloß, daß Sie mir etwas zuviel Fähigkeiten in dieser Beziehung zutrauen. Sie dürfen nicht vergessen, baß ich als Philologe kaum eine Erfahrung in solchen gefährlichen Dingen besitze. Auch mit meinen Körperkräften ist es nicht weit her. Und wenn es mal ZU einem Handgemenge kommen sollte — der Himmel verhüte es! — bann nehme ich bestimmt Reißaus. Ich bin da etwas — änastlich, seit ich mal als Junge ganz aus Versehen furchtbare Keile bekam- men habe. ©erbas Gesicht schwankte zwischen Zweisel und Enttäuschung. Sie betrachtete heimlich feinen straf- Ifcn, sportgestählten Körper. „Soll man das nun glauben? Egentlich sehen sie gar n'cht so aus. Ehe? wie ein ganz gefährlicher Raufbold, mit bem nicht gut Kirscken esfen ist." „Das scheint nur so!" entgegnete Heinz Stadler bekümmert. — Als bann der Zug in den Pariser Nordbahnhos einlief und mit kreischenden Bremsen zum Halten kam, war der Himmel bereits von der ausgehenden Sonne erhellt. Heinz Stadler hals seiner Begleiterin beim Aus- steigen. „Machen Sie rasch, Fräulein Bosch, damit Ihnen der Teure nicht durch die Lappen geht." Die Mahnung war überflüssig. Denn Gerda war unter den Ersten, die der Sperre zustrebten. Sie gab ihre Fahrkarte ab und faßte bann an dem eisernen Gitter Posten, der den breiten Flur der Bahnhofshalle gegen die Bahnsteige abschloß. Heinz Stadler hatte Mühe gehabt, hinter ihr Schritt zu halten. Nun drückte er ihr abschiedneh- mend die Hand. „Hals- und Beinbruch, Fräulein Bosch! Meine Adresse haben Sie. Sie können mich dort jederzeit — auch telephonisch — erreichen. Unb nun wollen wir hoffen, baß Herr Rulanb Ihre Anwesenhent nicht allzu ungnädig aufnimmt. Sollte er sich zu Tätlichkeiten hinreißen lassen, bann werbe ich eingreifen." „Er wirb schon nicht!" lächelte Gerda, Ober ihr Herz klopfte bebenklich. / Heinz Stadler zog sich zurück. Er trat an einen nahen Zeitungskiosk und behielt von dort aus das junge Mädchen im Auge. Mit scharfen Blicken musterte Gerda die Reisen- den, bie durch die Sperre drängten. Keine Gestalt, kein Gesicht entging ihr. Ein Kriminalbeamter, der auf her Suche nach einem steckbrieflich Verfolgten war, hätte nicht wachsamer sein können. Allmählich verebbte der Strom, die letzten Nach- zügler fanden sich ein — aber Willy Rulqnd befand sich nicht unter den Angenommenen. Gerda stand noch, als längst alle die Sperre passiert hatten. Es war ihr vollkommen unbegreiflich. Willy war doch eingeftiegen, sie hatte sich im Abteil von ihm verabfchiedet — unb sie wußte bestimmt, baß sie ihn jetzt nicht übersehen haben konnte. Es mußte ... etwas Gräßliches geschehen sein ... Gerda fühlte ein heißes Würgen in der Kehle. In diesem Augenblick trat Heinz Stäbler zu ihr. „Nicht angekommen?" Gerda schüttelte stumm den Kopf. Heinz Stadler unterdrückte einen Fluch. „Also doch!" zischte er. „Ich hätte es mir denken können ... 5. Willy Rulanb durchwühlte zum zehnten Male seine Brieftasche. „Mein Gott, es — ich weiß bestimmt, daß ich den Paß eingesteckt hatte. Er muß mir — gestohlen worden sein! Die beiden Beamten tauschten verständnisvolle Blicke. „Es tut uns leid, mein Herr, wir müssen Sie ^auffordern, den Zug zu verlassen. Bitte, mein Rulands Blick fiel auf Herrn Claude, der mit der Miene eines unbeteiligten Zuschauers in seiner Ecke lehnte. „Sie — Sie haben meinen Paß entwendet, als ich so unvorsichtig war, zu schlafen. Ihre neugierige Fragerei vorhin hätte mir eigentlich eine War- nung sein müssen. Ich verlange, daß man diesen Herrn durchsucht." Herr Claude riß in drolligem Erstaunen seine kleinen Augen auf. „Ich soll Ihren Paß entwen- bet haben?" Der Verdacht schien ihn überaus zu belustigen. „Das ist wirklich zu albern. Was sollte ich wohl damit anfangen? Ich habe Kreuzworträt- sei gelöst während Sie schliefen. Diese Beschäftigung ist nicht nur angenehmer, sondern auch geistreicher als Pässestehlen." „Ganz unsere Meinung, Monsieur!" stimmten die Beamten zu. „Ihre Verdächtigung ist wirklich zu töricht. Der Herr ist französischer Staatsbürger. Sie können zufrieden sein, daß Herr Claude Ihre Beleidigung von der humoristischen Seite nahm. Also bitte, verlassen Sie den Zug!" Willy Rulanb wischte sich den kalten Schweiß von der Stirne. ,Lch bestehe daraus, daß man diesen Herrn durchsucht. Ich bleibe bei meiner Behauptung, daß er den Paß gestohlen hat." Herr Claude stieß einen ungeduldigen Seufzer aus. „Ich denke, meine Herren, Sie tun dem jungen Mann den Gefallen, damit er sich endlich be- ruhigt!" / Die Durchsuchung fand statt, blieb aber ergebnislos. „Eh bien, Sie sehen selbst, mein Herr! Es ist nun wirklich genug! Wollen Sie jetzt endlich —?" „Sann ift der Paß irgendwo im Abteil versteckt worben. Ich muß bitten--\" „®ir t)aben Ihr- lächerliche Ausflüchte nun "'r«ich s-tt, mein Herr! Also bitte! Oder eichen Eie es vor, durch die Polizei aus dem Abteil ent. fernt zu werben? $$^as Aussichtslose weiterer Widersetzlichkeit ein Er raffte fein Gepäck zusam- wen warf Herrn Claude einen letzten vernichtenden Sttcf 3u und kletterte, Derzwiflung im Herzen, aus bem Abteil. (Fortsetzung folgt.) Aus -er engeren Heimat Wirtschaft e V/i 0,723 5,694 62,35 48,95 11,27 63.88 57,43 8,691 8,477 0,725 5,706 62,44 49,05 11,28 63,97 57,51 8,709 2,480 ) i m. hkeit der jen Landes« 'chbuch gibt ohne 9tüif« lassen. Das lbarkeit er« meister i. R. Wilhelm Brück von hier zu Grabe geleitet. Durch sein langjähriges Wirken als Ge- 1 0,725 5,706 62,47 49,05 11,29 64.00 57,55 8,709 248) ?r, um dar isch vorziy > Hanauer ir, um den vorzuM dt einiges rad Pfaffe rarbeit zur Stil, zum chrnen, er« rag behänge der 0r« rn sei Leitungen im neue HZ.« Sämtliche Inhalt wr« । Mol ben i." Sodann gang mit W\W für n der her- Nunofunkprogramm Donnerstag. 10. März. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börje. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Seels Alsfeld. —.— H o mb e r g, 8. März. Am Sonntagnach- mittag veranstaltete die Gruppenkapelle 223 des RAD. Alsfeld unter der Leitung i 3 T ) 6 Uhr: Morgenlied, Morgensvruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymanstit. 8.ß0: Froher Klang zur Werk- pause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Dolkhliedsingen. Liederblatt 25. 11.40: Was ist uns Raiffeisen? 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskon^ert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Im Sauseschritt durch beliebte Operetten (Schallplatten). 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Für unsere Kinder: Großes Rätsel- raten bei der Plapperliefe. 16: Nachmittagskonzert. Musik für jeden soll es sein, sie klingt vom Deutschen Eck am Rhein. 17: Unser ewiger Wagner (IV), (Schallplatten.) 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher (Schallplatten). 19: Nachrichten. 19.10: Grimmelshausen-Runde. 20: Das Leben kann so schön sein. Ein Hörfilm in sechs Bildern. 21: Aus dem Leben von Joseph Haydn. 21.10: Aus dem Studio, Wien: Musik von Joseph Haydn. 0,723 5,694 62,32 48,95 11,26 63,85 57,39 8,691 2,476 melnderatsrmtglled, Beigeoronerer uno ms 'jjai- glied des Kirchenvorstandes hat er sich große Verdienste um unsere Gemeinde erworben. Pfarrer MüNer hielt die Grabrede und schilderte das ar- beits- und^erfahrungsreiche Leben bes, Verstorbenen. Der Führer der Kriegerkameradschaft hob in seiner Gedenkansprache den lauteren Charakter de- Der Verlauf der Börse brachte keine grundsätzlichen Aenderungen mehr, die Umsätze schrumpften noch mehr zusammen. Sonderbewegungen zeigten sich auf keinem Marktgebiete. Im Freiverkehr blieben^ Rödgen, 7. März. Im Saalbau Wägner hielt der Gesangverein „Concordia" seinen Familienabend ab. Musik, der deutsche Sänger- gruß und zwei weitere Lieder leiteten den Abend ein. -Der zweite Vereinsführer E tz e l m ü l l e r gab feiner Freude über die starke Beteiligung an diesem Abend Ausdruck und nahm dann eine Reihe von Ehrungen treuer und bewährter Mitglieder vor. Chorleiter Nicolai wurde aus Anlaß seiner 25- jährigen Tätigkeit mit einem Bild des Komponisten Franz Schubert geehrt. Für 25jährige Tätigkeit als Vereinsführer wurde H. B e l l o f und für 25jäh- rige Rechnertätigkeit L. Hahn mit je einem Bild des Führers bedacht. Unter Überreichung von Ehrerwiplomen wurden die Mitglieder L. Hahn, Karl Brück und Ph. Wiegel zu Ehrenmitgliedern ernannt. Mit der silbernen Ehrennadel für 40jährige Mitgliedschaft wurden die Sänger. Chr. Balser und Konrad W a g e 11 e r ausgezeichnet. Diese letztere Ehrung wurde durch den Sangesbruder Geldmacher als Vertreter des Deutschen Sängerbundes vorgenommen. Chorleiter Nicolai dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung und gab einen kurzen Rückblick über feine Tätigkeit für den Verein. Nicht zuletzt durch die gute Zusammenarbeit von Chorleitung und Vereinsführung feien Gießener Gchlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachttiehmarkt (Schlachtviehvertettungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 11 Ochsen, 4 Bullen, 12 Kühe, 36 Färsen, 127 Kälber, 221 Schweine aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 39 bis 44 Rpf., Bullen 39 bis 42, Kühe 24 bis 42, Färsen 33 dis 41, Kälber 25 bis 57 Rpf je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,09 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07 RM., Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03 RM., Klasse d bis f (unter 100 kg) 0,97 RM., Klasse gl und 1 (fette Speck- fauen und- Altschneider) 1,05 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und Eder) 1,01 RM. Marktverlauf: Großvieh dem Bürarf entsprechend. Schweine zugeteitt. Alles ausverkauft. Mein-Mamifche Börse. AUttagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 8. März. An der Börse verstärkte sich die bisherige Umsatztätigkett fast bis zur -völligen Geschästsstille. Es lagen an den A k - tienmär f ten nur sehr geringe Kaufaufträge vor, während die Verkaufsnergung überwog. Eine besondere Begründung für die geringe Aufnahme- neigung war nicht festzustellen, immerhin führte die Entwicklung zu einem allgemeinen Rückgang der Aktienkurse. Auch war das Ausmaß der Abschwächungen zum Teil größer als an den Vortagen. So verloren IG.-Färb en Industrie 1,25, Erdöl 1,25 v. H. Am Elektromarkte waren AEG. um 1,25, Bekula um 0,65 v. H. niedriger. Eine Ausnahme bildeten RWE., die 0,65 v. H. höher eröffneten. Motorenwerke erneut 0,25 bis 0,50 v. H. leichter. Am Zell- stoffmarkt gaben Waldhof ihren Anfangsaewinn von 1 v. H. später wieder her. Montanwerte bröckelten weiterhin ab, so verloren Hoesch 0,25, Mannesmann 0,65, Verein. Stahlwerke 0,75, Rheinbraun 2 v. H. Schiffahrts- und Verkehrswerte nur knapp geh allen. Von Einzel bewegun gen ist die Abschwächung von Reichsbank um 1,25, von Conti Gummi um 1,50 v. H. zw erwähnen, bei letzteren wird nun die Dividenide auf 14 nach 12 v. H. erwartet. Im übrigen mußten mangels Interesses die ersten Notierungen bei der Ueberzahl der Päpiere ausgesetzt werden. Auch Renten behaupteten nicht mehr die ausgesprochene Festigkeit der vorangegangenen längeren Zett. Immerhin waren sowohl Kommunal-Um- schuldung bei 96,20 und Rentenbank-Ablösung bei 95,15, also beide weiterhin gut gehalten, gefragt. Die AlHesitzqnleihe verlor 0,13 v. H. gavan..... (lufloflatotai Oslo _____ Wien....... Lissabon.... Gtodbolm .. Sckweiz... Cvanien.... Prag....... Budaoei» ... Keuyock.... hnten Male ch weiß bette. Er muß stöndnisvolle wir mßiien «Bitte, tnem 6er mä i seiner Ste wendet, als ! neugierige eine Dar« man diesen Launen feine paß enture"' überaus / L Was sollte kreuzwortrot' h '■ stimmt» ist wirkdch jlauüe N>' Seilt Seuf^ jun* jj endlich »et fittt'J'-1,1 83*** -Ki-bf Einführung M neuen Grünberger Bürgermeisters. f Gründern, 8. März. Am Donnerstagnach- nrittag findet im Sitzungssaale des Rathauses eine öffentliche Sitzung der Ratsherren statt. Einziger Punkt der Tagesördnung ist die. Einführung des Bürgermeisters Krämer durch den Kreisdirektor Dr. Lotz (Gießen). Bürgermeister-Einführung in Großen-Dufeck. wg. ® r o & e n * SB u f e d, 9. Mürz. Am «estrigen Dienstagabend wurde in feierlicher Form der neue Bürgermeister unserer Gemeinde, August Schwalb, in sein Amt eingeführt. Das Amt des Bürgermeisters war'seit 1.Januar dieses Jahres^ verwaist. Die Einführung fand im Rathaus auf hem Anger in Anwesenheit des Gemeinderates statt. Kreisdirektor Dr. Lotz eröffnete die Feier und sprach zunächst namens des Kreisamtes dem bis- i herigen Bürgermeister Rebholz für seine Arbeit zum Wohle unserer Gemeinde besten Dank aus. Dann sprach der Redner über die Bedeutung des Amtes des Bürgermeisters im Dritten Reich und betonte besonders, daß heute kein Bürgermeister mehr gewählt werden könne, wie es in früheren Jahren der Fall gewesen sei, vielmehr werde er, unter der Voraussetzung, daß er das Vertrauen der Partei besitze, ernannt In der Gegenwart wie in der Zukunft sei der Bürgermeister der Verantwortliche in der Gemeinde, er müsse Führerquall- täten besitzen, dürfe sich nicht hinter Vorschlägen des Gemeinderats verschanzen, er müsse immer wieder heroortteten und sich in seinem Führeramt beweisen. Die Gemeinde müsse sich als eine Gefolgschaft betrachten und dem Bürgermeister Vertrauen entgegenbringen. Für den Bürgermeister sei es darüber hinaus Pflicht, die ihm von höherer Stelle gegebenen Gesetze genau zu beachten und stets verantwortungsbereit zu sein. Für den Gemeinderat laute die Aufgabe, dem Bürgermeister mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nach diesen grundsätzlichen Ausführungen überreichte Kreisdirektor Dr. Lotz dem neuen Bürgermeister August Schwalb die Ernennungsurkunde und nahm feine Vereidigung auf den Führer vor. Bürgermeister Schwalb dankte in einer kurzen Ansprache für das ihm erwiesene Vertrauen und würdigte kurz die Arbeiten feines Amtsvorgängers. Er gelobte, feine Aufgaben im Dienste der Gemeinde in tiefem Verantwortungsbewußtsein zu leisten und die Gemeinde mit allen Kräften zu fördern. Er werde ferner bemüht fein, sich das Vertrauen der ganzen Gemeinde zu erwerben. Kreisdirektor Dr. Lotz dankte dem neuen Bürgermeister für feine im nationalsozialistischen Sinne gesprochenen Worte und schloß bann die Feier in üblicher Weise. Landkreis Gießen. gewinn betrug 3439 Mark. Die Verteilung des Reingewinnes wurde wie folgt beschlossen: Aus die Gewinnanteile werden je 6 Mark ausbezahlt, dem WinterhUfswerk werden 50 Mark zugewiesen, der Rest wird der Betriebsrücklage und dem Reservefonds zugeschrieben. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsrrttsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Direktor Linden- struth dankte zum Schluß allen Mttgliedern ftir die rege Mitarbeit und Treue und bat auch fernerhin um Unterstützung der genossenfchaftlichen Arbeit. D Oppenrod, 8. März. Don einer außerordentlich großen Trauergemeinde wurde der in weitem Umkreis bekannte und geschätzte Zimmer- von Musikzugführer Rheinländer auf dem Marktplatz ein Platzkonzert. Am Abend fand in der gut besetzten Stadthalle ein Kameradschafts- abenb statt. Oberfewmeister Schneider begrüßte die Gäste, sprach von den Aufgaben, die der Arbeitsdienst zu erfüllen hat und wies darauf hin, daß der Reinertrag dieser Abendveranstaltung dem Winterhilfswerk zugute komme. Die Musikdarbietungen, die der Abtnd brachte, lösten großen Beifall aus. Verschiedene humoristische Einlagen füllten die Paufen. — Am heutigen Dienstag, 8. März, feiern Uhrmacher L. Gnifkows ki und dessen Ehefrau im Kreise chrer Kinder, Enkel und Urenkel bei guter Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Wir beglückwünschen'. — Die 3v.....- , ।..... -o- ------- - jüngste Wanderung des hiesigen Wanderver- meinderatsmitalied, Beigeordneter und als Mit- ejn5/ bje über Goldborn—Deckenbach nach Höingen m'*" führte, fand bei guter Teilnehmerzahl statt. Im Anschluß an die Aussprache gab sodann Bür- aermeister Weil nähere Einzelheiten über die Verschönerung des Dorfbildes bekannt. Hierbei sind dem Obst- und Gartenbauverein besonders dankbare Aufgaben gestellt. Zum Schluß fand eine Verlosung von Obstbäumen, Beerensträuchern, Rosen und Gartengeräten statt. )( H o l z h e i m, 8. März. Die N S G. r a f t durch Freude" hielt • in Verbindung mit der NS. -Frauenschaft im Saale von Sarnes einen Dorfgemeinschaftsabend ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Im Mittelpunkt des Abends standen einige Aufführungen der Alten-Busecker Bauernspielschar. ' csd Eberstadt, 7. März. Die hiesige Bezugs- und Absatzgenossenschaft hiett im Gasthaus „Zum Schwanen" unter Leitung des Aufsichtsratsoorsitzenden E. v o n Sie mar unb in Anwesenheit von 70 Mitgliedern ihre Jahreshauptversammlung ab. Rechner Wilhelm Schneider erstattete den Geschäftsbericht. Im Bezugsgeschäft wurden von der Genossenschaft 3968 Zentner Düngemittel (448 Zentner mehr als im Vorjahr), 1764 Zentner Futtermittel (424 Zentner weniger als im Vorjahr), 208 Zentner Saatgut, 784 Zentner Kohlen, 96 Zentner Mehl und 20 Zentner Bindegarn geliefert. Abgesetzt wurden von der Genossenschaft 2409 Zentner Wintergetteide. Die Forderungen für Warenlieferungen betragen 7134 Mark. Die Zahl der Mitglieder beläuft sich auf 113. Die Rechnung wurde in Ordnung befunden und dem Rechner, der schon seit 31 Jahren sein Amt gewissenhaft versieht, Entlastung erteilt. Der Reoisionsbericht wurde von dem Vorsitzenden Koch bekanntgegeben. Die satzunsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. ch Ettingshausen, 9. März. Frau Margarethe Sann, geb. Sann, konnte am gestrigen Dienstag in körperlicher und geistiger Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern. Trotz ihres hohen Alters vermag die Jubilarin noch in Haus und Ho zu helfen. Außerdem fährt sie noch als Eier- und Vutterhändlerin in jeder Woche nach Lich. Wir gratulieren! = Ettingshausen, 8. März. Sie. Sänger'Bereinigung „Konkordia" hielt bei Gastwirt Keil II. ihre Generalversammlung ab. Nach dem Sängergruß dankte Vereinsführer Sann den Mitgliedern für treues Zusammenstehen und ihr Interesse am Verein. Besonderen Dank sagte er dem Chorleiter Lenz (Klein-Linden) für seine ständige Bemühung um die Förderung des Chores. Nachdem des verstorbenen Mittzliedes PH. Keil I. ehrend gedacht war, erstattete Rechner ©örnert den Kassenbericht, der einen kleinen Ueberschuß aus- rotes und in Ordnung befunden wurde. Nachdem die Durchführung eines Ausfluges im Frühjahr be- schlossen war, schloß der Vereinsführer mit dem Wunsche, daß die Mitglieder auch weiterhin in Treue zur Sache des deutschen Liedes stehen möchten, die Versammlung. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schluß! Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Wend. Börte Schlußkurs Scklußk. Mittag. Börse "®atum 7.3 8-3. 7-3. 83. Saturn 7.3. 83. 7.3. 8 3. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 102 101,9 101,9 102 Accumulatoren-Fabrik.......14 231 230 230 — 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 99,75 99,75 99,75 99,75 Aschaffenburg Zellstoff........6 141,25 141 141,75 141,5 4%% Deutsche Reichsschatzanwei- — — — Bemberg............. O 146,75 170 146,25 169,4 146,5 170,5 145,5 170 4%% Deutsche Reichsschatzanwei- fungen von 1935, II. ssolge ... 99,9 99,9 99,9 99,9 Buderus Eilen...............b Eement Heidelberg...........7 120,25 166,5 121,5 166,5 121,25 121,75 <%% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1936, III. ?rolge .. _ — — 99,9 Gement Karlstadt............6 Conti Gummi.............. 12 — 212,25 210,75 209,9 Doung Anleihe von 1930 .. 108 108 — 108 Daimler Motoren..........6VS 141,5 141 141,65 141,25 /g% Darmstädter Komm.-Lan- desbanl R. 6................ 99,5 99,5 _ —- Ilse Genüsse........... 6 Kali Aschersleben............ 4 142 141,75 142,5 142 Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 139,65 140,13 140,4 140,25 Älocknerwerke .............*Vi Kokowerke und Chemische FabrU 7 118 —T- 118 158,25 117,5 157 4%% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 — —— — —• Labmeyer......... 6 120,25 120,25 120,75 — 4%% Franks. Hyp. Gold-Somm. Obi. 23............... 100 100 Mainkraft...................4 Mannesmann.............4Vi 96 114,4 95,75 113,5 114,13 113,75 5y,% Franks. Hhp. Liquidation 102,25 102,2 102 102,25 _ ManSselder Bergbau......... 7 Metallgesellschast........ 6 137,75 —z 152 138 6Vt% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 102,2 102,25 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle.......12 233 231 108,75 232,65 108,4 230 Steuergutschein-Derrechnungskurs 111,45 NI,4 111,6 111,6 Rheinische Elektro............6 —— — — —— A.G. für Verkehrswesen .... 6ft Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 136,5 136 136,5 136,13 Rheinstahlwerke..............6 Rketnrsck.WestfäIische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 144,5 126,75 151 144,5 127,5 145 126,9 151 144,5 126,9 150,5 — 154 — — Salzdetfurth Kali............6 _ Hamburg-Amerika Paket......0 78,25 78 — — Schurken & Co...............7 179,25 178,5 179 178,5 Norddeutscher Lloyd..........0 —— 78,25 — —— Schultheis Patzenhoser........4 95 95 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Att. 7 131,9 131,76 132 132 Siemens S Halske...........• 204 202,5 204,5 202,75 NetchSbank................. 12 — 211,25 212 211,13 Süddeutsche Zucker........ 10 vereinigte Stahlwerke...... 4Yi 210,5 112,75 210,25 111,75 112,5 111,65 Berliner Handelsgesellschaft . 6% 135,5 — 135,65 Westdeutsche Kaufhof.........0 99,75 99 99,5 99,13 Commerz- und Privat-Bank ... 5 123,9 123,65 123,9 123,65 Westeregeln Alkali...... 4 108,5 107,5 —— —— Deutsche Diskonto............1 128 127,75 128 127,75 Zellstoff Waldhof............6 148 149 148,5 148,5 Dresdner Bank..............4 115,25 115,25 Deoifk 115,25 nmarf 115,25 Berlir Olavi Minen ............ 0,6 — $ranffnd a M. 29 29,25 7-März 8 .März Amtliche! Geld Kotierung Briet Amtliche Notierung Geld Bries iHnpnnfl tfltlM ............. 0,648 0,652 0,644 0,648 ................. 41,92 42,00 41,88 41,96 0,143 0,145 0,144 0,146 47,00 47,10 47,00 47,10 55,36 55,48 55,38 55,50 Tnntin ............. 47,00 47,10 47,00 47,10 12,40 12,43 12.405 12,435 ................ 5,485 5,495 5.49 5,50 8,032 8,048 7.962 7,978 Holland .................. 138.30 1Z8.58 138,36 138,64 ' Zkalten................... 13,09 13,11 13,09 13,11 7.März 8.Marz Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Haus von Damüls erblicken. 5. 6. Ruf 2486. 61A' ön der heutigen Macbmittagsziehung wurden gezogen 25. Ziehungstag 8. März 1938