Nr.ZZ Erstes Blatt 188. Zahrgang Mittwochs. Zebruar 1938 Brldjetni täg ltd), außer Bonntags und Feiertags Bettagen: Die Illustrierte (Bießenei Familienblätter Heimat im Bild DieScholle Msnatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckionto: Srantfurt am Blain 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vröhlsche UnlverfitSttdruckerel 8. Lange in Siehe«. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm hohe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen oon 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrifl nach oorh. Dereinbg. 25°/6 mehr. ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bader-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Acker ruft! 2n wenigen Wochen, zu Ostern, werden wieder Hunderttausende deutscher Jungen und Mädel die Schule verlassen, um in das Leben zu treten und sich einen Berus zu erwählen. Die Frage „Was f «o 11 i ch werden?" hat ihre jungen Gemüter naturgemäß schon seit langem beschäftigt, viele Pläne sind gefaßt und wieder verworfen worden. Eines hat die Äugend in dieser Zeit sogleich gemerkt, als sie Umschau hielt, wie die Aussichten in dem einen oder anderen Beruf wären, eines wurde ihr immer wieder entgegengehalten: Wir brauchen euch! Vorbei sind die Zeiten, da die jungen Menschen, voll Arbeitseifer und voll Arbeitswillen, anklopften an die Türen der Fabriken und Büros und ihnen immer gesagt wurde: „Wir haben keinen Bedarf, wir haben sowieso schon Mühe genug, um keine weiteren Entlassungen vorzunehmen." Jetzt, im Reiche Adolf Hitlers, steht jedem jungen Deutschen männlichen und weiblichen Geschlechts der Weg in alle Berufe offen, überall werden Kräfte gebraucht, denn die Aufgaben, welche es jetzt angesichts des .Aufstiegs auf allen Gebieten zu erfüllen gilt, fordern den re st losen Einsatz aller. Ein Blick in den täglichen Anzeigenteil der Zeitungen zeigt uns zur Genüge, wie sehr in allen Berufen B e - darf an Arbeitskräften ist. Dieser Bedarf an Arbeitskräften ist besonders stark in unserer Landwirtschaft. Wer ihre augenblicklichen Verhältnisse kennt, der ist sich klar darüber, daß die Durchführung der Erzeu- gungsfchlacht entscheidend abhängig ist von der Lösung oder vorläufig wenigstens behelfsmäßigen Lösung der Arbeitseinsatzfrage. Nicht allein das Fehlen von Landarbeitern ist zu einem schwerwiegenden Problem geworden, Ebenso wichtig und sozialpolitisch bedenklich ist die Arbeitsüberlastung der Landfrau, bedingt durch das Fehlen weiblicher Arbeitskräfte, die auch den Haushalt und die ländliche Hauswirtschaft mit betreuen könnten. Gerade angesichts der Tatsache, daß die Landwirtschaft die Aufgabe hat, die Ernährung des Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen und uns in bezug auf die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Ausland so unabhängig wie nur möglich zu machen, stellt dies alles ein Problem dar, welches nicht nur das Landvolk, sondern die gesamte Nation angeht. Wir müssen uns darüber klar sein, daß die erste Bedrohung des ländlichen Arbeitslebens ohne Zweifel in erster Linie die Landflucht darstellt. Deshalb zielen auch die Bemühungen aller Stellen darauf hin, Aufklärung darüber zu geben, daß der Beruf des Landarbeiters heute keineswegs mehr als zweitrangig anzusehen ist und daß der Landarbeiter es heute in der Stadt durchaus nicht immer „besser" hat. .Hinzu kommt noch weiter, daß der Landarbeiter durchaus nicht — wie man hier und da noch hören kann — geringere Arbeit leistet, weil er angeblich überhaupt nicht zu lernen braucht. Die Landarbeit ist heute in allen ihren Zweigen eine gelernte Arbeit. Durch die Schaffung der zweijährigen Landarbeitslehre, für die ein Lehrvertrag abgeschlossen wird und die mit der Landarbeitsprüfung zum Landarbeitsgehilfen endet, ist dieser Beruf den handwerklichen Berufen gleichwertig. Der Landarbeitslehrling erhält Tariflohn, Urlaub und eine umfassende Ausbildung in Feld, Hof und Stall sowie an den Maschinen. In ähnlicher Weise ist für die Mädel die ländliche Hausarbeitslehre geschaffen worden. In, weiteren zwei Jahren kann eine Sonderberufslehre durchgemacht werden, die mit einer Gehilfen- prüfung, z. B. zum Landwirtfchaftsgehilien, zum Melker, Schäfer, Geflügelzüchter, zur ländlichen Hauswirtschaftsgehilfin usw. abgeschlossen wird. Wer sich nickst in einem Sonderberuf aus- bilüen will, erhält nach zweijähriger Landarbeits- gehilfenzeit den „Landarbeiterbrief" und ist damit als gelernter Angehöriger dieses Berufes anerkannt. Auch nach dieser Zeit gibt es viele Aufstiegsmöglichkeiten. Nach der Gehilfenfortbildung kann die' M e i st e r p r ü f u n g (als Melkermeister, Scha- fermeister usw.) abgelegt werden. Besonders Tüchtige werden vom Reichsnährstand durch Freistellen an Landwirtschafts- und anderen Fachschulen gefördert. Durch den Berufswettkampf, durch die zusätzliche Berufsschulung und den Landjugendaustausch erfolgt eine ständige Steigerung des beruflichen Könnens. Ihre Krönung finden alle diese Maßnahmen in der Hilfe für die E x i st e n z g r ü n d u n g. Die Hitler-Jugend fuhrt m Zusammenarbeit mit dem Reichsminister für Dolksausklarung und Propaganda und dem Reichsnährstam) eine große Werbung durch, die unter dem Leitgedanken Pflüg mit, Kamerad!" steht und von der wir gewiß sind, daß sie in der Juge^) ein starkes Echo finden wird. Sinn und Zweck dieser Aktion ist es, dem jungen Menschen zu zeigen, daß Landarbeit nicht nur Dienst für das Volk, sondern auch schön und erfolgbringend ist und Möglichkeiten eröffnet, von denen bislang sich die wenigsten eine Vorstellung machen konnten. Es wird mcht nur dem jungen Bauern klargelegt werden, daß er auf dem Lande bleiben soll, fontern die Aufgabe dieser Werbeaktion der Hitler-Jugend besteht auch darin, die l a n d w i l l i g e I u g e n d d e r S t a d t auf das Land und in ländliche Berufe zurückzufuhren. Ein vor einigen Tagen in Berlin aufgefübrter Kulturfilm, der unter dem gleichen Titel „Pflüg mit, Kamerad!" starken ^ktang fand, hat im Rahmen einer lebendigen Handlung gezeigt, wie ein Junge aus der Stadt die Erfüllung feiner Landsehnsucht durchdrückt und trotz elterlichen Widerstandes einen landwirtschaftlichen Beruf ergreift, in dem er voll aufgeht. Es geht bei dieser Aktion darum, die städtische Jugend oon der Not- Frankreichs Gorge um feinen Nachwuchs. Oie Gierblichkeiisziffern höher als die Geburtenzahl. - Oie Regierung zu durchgreifenden bevölkerungspolitischen Maßnahmen nach dem Beispiel Deutschlands aufgefordert. Paris, 9. Febr. (DNB.) Der Senat behandelte das Problem des Geburtenrückganges in Frankreich, worauf schon seit einiger Zeit in der französischen Presse unter Betonung der erfolgreichen Maßnahmen in Deutschland und Italien nachdrücklich hingewiesen wird. Senator Per not, der schon seit Jahren für eine gesunde Bevölkerungspolitik eintritt, hatte an die Regierung eine Anfrage über die bevölkerungspolitische Lage in Frankreich auf Grund der letzten statistischen Erhebungen und über die Maßnahmen der Regierung gegen den Geburtenschwund gerichtet. In Anwesenheit des Ministerpräsidenten C h a u - temps, des Innenministers Sarraut, des Staatsministers Bonnet und anderer Mitglieder der Regierung ergriff Senator Pernot das Wort, um, wie er ausführte, einen Alarmschrei auszustoßen und der Regierung Gelegenheit zu geben, sich über ein Problem zu äußern, von dem die Zukunft der französischen Fami- l i e abhänge. 1867 gab es in Frankreich noch über eine Million Geburten, im Jahre 1900 nur noch 900 000 und 1936 war die Ziffer sogar a u f 6 3 0 0 0 0 gesunken. Dazu sei der bis 1935 beträchtliche Geburtenüberschuß nun zu einem immer stärkeren Ueberschuß der Sterbeziffern geworden. In den letzten zweieinhalb Jahren habe Frankreich mehr als 57 000 Einwohner verloren. Dagegen hätten Deutschland und Italien im Jahre 1935 und 1936 beträchtliche Geburtenüberschüsse zu verzeichnen. Noch schwerwiegender als diese Ziffern seien die vorauszusehenden Folgen. Der Redner wies vor allem auf die Vergreisung der Bevölkerung hin. Wenn in der Sterbeziffer und Geburtenziffer sich nichts ändern würde, dann werde im Jahre 1955 der Sterbeüberschuß 106 000 und 1980 sogar 429 000 betragen. Bei gleichbleibender Zunahme der Sterblichkeit würde Frankreich in 50 Jahren nur noch 30 lilittionen Einwohn?r zählen statt 41 Millionen heute. Die Folgen dieser Entwicklung feien auf allen Gebieten unabsehbar. Das Beispiel Deutschlands beweise, daß der Kampf gegen die Entvölkerung möglich sei. Die Gründe für den Ge- burlenschwund in Frankreich seien moralischer, wirtschaftlicher und sozialer Natur. Es fehle das notwendige Vertrauen in die Zukunft. Die Durchführung des 40-Slunden- Gesehes habe dazu geführt, daß mehr als 80 000 junge Leute vom Lande in die Großstädte abgewandert feien. Ein weiteres schwerwiegendes Moment fei d i e Arbeit der Frau. Als notwendige Abhilfsmaßnahme empfahl Senator Pernot, die Regierung müsse den kinderreichen Familien Hilfe und Unterstützung ermöglichen. Vor allem müßten die Familienzulagen erhöht und aus g.e dehnt werden. Senator Pernot empfahl, 'eine Kommission zum Studium 'der Probleme der Familie und der Be- völkerungspolitik einzusetzen. „Eine Politik, die dem Land das Vertrauen und den Glauben wicdergibt, ist notwendig: das Hell Frankreichs beruht in der Rückkehr z u den antiken Tugenden des Heimes, die starke Völker und blühende Nationen schuf." Der Minister für öffentliche Gesundheit Marc R u c a r t schloß sich den Ausführungen des Senators vollkommen an. Die Regierung verhehle sich nicht, daß die Frage des Geburtenrückganges den Bestand Frankreichs selbst betreffe, daß die Lösung aber sehr schwierig sei. Neben der schon bestehenden Generalinspektion für Kinder werde jetzt ein Organismus gegründet werden, der alle Maßnahmen zusammenfassen solle. Für kinderreiche Familien seien zur Zeit über 450 000 000 Franks Kredite vorgesehen. Die Regierung wünsche lebhaft, auf diesem Gebiet noch mehr tun zu können. Alle Vorschläge des Senators würden sorgfältig geprüft werden. Reue Milliarden für die französischen Rüstungen. Strategische Bauten in Nordafrika. Paris, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der französische Landesoerteidigungsminister D a l a d i e r wird in einer Sitzung' der Kammerausschüsse für Heer, Marine und Luftfahrt Erklärungen über die Einrichtung des Einheitskommandos in Frankreich abgeben. Der „Figaro" hält es für möglich, daß Daladier bei dieser Gelegenheit einen Plan für neue Rü st ungen im Werte von mehreren Milliarden Francs ankündigen werde. Dieser Plan werde vor allem außerordentliche Rüstungen für die Kriegsmarine und für die Luftwaffe vorsehen. Außerdem sollen Mittel für die Neueinrichtung von Flug - zeugstützpunkten in Französisch- Nordafrika eingesetzt werden. In Mers-el-Ke- London, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter sprechen im Zusammenhang mit Unterredungen über die Vorbereitung der nächsten Sitzung des Nichteinmischunasausschusses von einer sich and ahnenden englisch - italienischen Entspannung. „Times" bezeichnet die spanische Frage als eine Art Prüfung für die englisch-italienischen Beziehungen. Wenn' man in der spanischen Frage zu einer. Einigung gelange und diese dann ohne Verzögerung in die Tat umgesetzt werde, würde sie automatisch auch, die Besprechungen über eine allgemeine Entspannung fördern. — „Daily Telegraph" berichtet, daß GrasCiano am Dienstagabend mit dem Unterstaatssekretär C a ö o g a n eine Unterredung gehabt habe. Seitdem Italien seine Teilnahme an der Verstärkung der Kontrolle im Mittelmeer erklärt habe, scheine eine wirksame Zusammenarbeit auch in den anderen Fragen des spanischen Konfliktes möglich zu sein. Die gestrigen Besprechungen hätten allerdings noch keine Fortschritte in der dabei aufgeworfenen Frage der Zurückziehung der Freiwilligen gebracht. Man habe lediglich die verschiedenen Methoden geprüft. Britischerseits feien neue V o r s ch l a g e ; gemacht worden, über die sich jetzt die Botschafter mit ihren Regierungen auszusprechen hätten. Daily ! Telegraph schreibt, die Bemühungen, die Freiwilligen aus Spanien herauszubekommen, feien gestern ' abend in Gefahr gebracht worden durch die glatte .Weigerung der Sowjetregierung, mit» ! zumachen. Nun werde der französische Botschafter ! C o r b i n in Anbetracht der Freundschaft feiner Re- gierung mit der Sowjetregierung versuchen, den Sowjetbotscbafter M a i s k y umzustimmen. Das Blatt glaubt sogar, daß die britische Regierung bereit sein würde, im Rahmen eines allgemeinen Abkommens über die verschiedenen wichtigen । Mittelmeerfragen auch die Anerkennung des wir sollen die Arbeiten beschleunigt werden, und ein ganz neuer Stützpunkt soll an der atlantischen Marokko - Kü st e geschaffen werden. Schließlich ist die unverzügliche Schaffung einer neuen Auto st raße oder einer Eisenbahnlinie von strategischer Bedeutung vorgesehen, die die tunesische Ostküste mit der atlantischen Marokko- Küste auf bierettem Wege verbinden soll. Folgen des Streiks. Frankreich mutzte mehr englische Kohle einführen. Paris, 9., Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie der „Matin" berichtet, hat der französisch-englische Handel im Jahre 1937 seit längerer Zell zum ersten Male mit einem bedeutenden U n • terschußfürFrankreich abgeschlossen. Frankreich führte für 3,83 Milliarden Franken aus England ein, während es nur für 2,76 Milliarden Franken französische Erzeugnisie nach England einführte. Der „Matin" führt diese für Frankreich ungünstige Verschiebung der französisch-englischen Handelsbilanz auf die zahlreichen Streikbewegungen in den französisch en Kohlengruben zurück, die eine wesentliche Steigerung der Kohleneinfuhr nach Frankreich nötig machten. Das Blatt glaubt auch für 1938 einen ähnlichen Unterschuß voraussagen zu müssen. italienischen Imperiums zuzugestehen. Schwierigkeiten dürfe man erneut von Sowjetruß- land erwarten. Wieder einmal habe es jedenfalls den Anschein, als ob Sowjetrußland sich mit der Absicht, trage, einen Fortschritt der Nichteinmischung zu sabotieren. Edens Attacke gegen Franco. Im westlichen Mittelmeer ist nach den noch nicht aufgeklärten Versenkungen der „Endymion" und „Alcira" Gewitterstimmung. Der englische Außenminister Eden hat im Unterhaus die Situation noch wesentlich verschärft. Er hat den englischen Feuerbesehl gegen jedes untergetauchte U-Boot bekanntgegeben und im Falle einer Wiederholung von Angriffen Vergeltungsmaßnahmen gegen Franco in Aussicht gestellt. Charakteristisch für den Eindruck, den diese Scharfmacherei gemacht hat, ist eine Pariser Meldung, woiwch England ursprünglich bei der französischen Regi?tung angeregt habe, die im nationalspanischen Besitz befindliche wichtige Insel Mallorca mit einem Kordon von Zerstörern zu umgeben; der „Daily Herald", das Hetzorgan der englischen Marxisten, bezeichnet diese Ringbildung englischer und französischer Zerstörer um Mallorca bereits als eine abgeschlossene Tatsache. Das Schlimmste ist, daß England durchaus einseitig vorgeht. Die nachgewiesenen rotspanischen Angriffe auch auf englische Schiffe wurden mit dem Mantel christlicher Barmherzigkeit zugedeckt. England weiß, daß Rotspanien ein fowjetrussifches Flugkommando bereitgestellt hat, das Flugzeuge mit falschen oder irreführenden Abzeichen benutzt. Diese Flugzeuge sind auch über französischem Grenzgebiet gesichtet worden. Als das scheußliche Attentat auf die „Deutschland" mit den 31 Toten und 76 Verwundeten erfolgte, posierte die englische Regierung dir Die englisch-italienische Fühlungnahme. Versuch einer neuen Aktivierung der Nichteinmischung in Spanien. Wendigkeit der Landarbeit zu überzeugen und ihr auch darzulegen, daß sich die Verhältnisse auf dem Land in den letzten Jahren dank der von unserer Staatsführung durchgeführten Maßnahmen grundsätzlich gewandelt haben. Eingehende Ausbildungsbestimmungen sichern eine ordentliche Berufser- zichung und damit soziale Aufstiegsmöglichkeiten. Es ist so, daß die Landwirtschaft heute, wenn man von wirtschaftlichen und sozialpolitischen Gesichtspunkten ausgeht, ebenso viel bietet, wie die meisten Berufe in der Stadt. Schließlich darf auch nicht vergessen werden, daß die Lebensführung in der freien Natur selbstverständlich viel gesünder ist, als es nun einmal in der Stadt sein kann. Das haben auch die Gruppen des Landdienstes der HI. kennengelernt, die in den vergangenen Jahren überall dort anqetreten sind, wo die Hilfe am nötigsten war, der Bauer hat ihre selbstlose Arbeit schätzen gelernt und wird sie auch in Zukunst nicht missen wollen. Viele der Landdienstler sind nach Ablauf ihrer freiwilligen Dienstzeit, die auf die ordentliche Berufsausbildung angerechnet wird, auf dem Lande geblieben und haben dort Lebensberuf und Existenz gefunden. Hunderttausend männliche und weibliche Arbeitskräfte fehlen in der deutschen Landwirtschaft. Schon diese Zahl läßt deutlich erkennen, eine wie große Bedeutung der Aktion der Hitler-Jugend zukommt. Es ist nicht das erstemal, daß die deutsche Jugend sich praktisch in der Landwirtschaft betätigt, wir verweisen auf den von so großem Erfolg gekrönten Einsatz des Reichsarbeitsdienstes bei . der Einbringung der Ernte, die Hilfe der Arbeitsmaiden sowie auf den Landdienst der Hitler-Jugend, der im Vorjahre 15 000 Jugendliche von der Stadt aufs Land brcwf)te. Ein Teil von ihnen hat an der Landarbeit einen solchen Gefallen gesunden, daß er dauernd auf dem Lande bleiben und den Beruf des Landarbeiters ergreifen will. So dürfen wir hoffen, daß dieser Werbeaktion der Hitler-Jugend, die von allen Seiten nachdrückliche Unterstützung erhält, ein voller Erfolg beschieden sein wird. Eine Anordnung des Reichejugendführers. Berlin, 9. Febr. (RJP.) Der Iugendführer des Deutschen Reiches hat zu der Landarbeitswerbung der Hitler-Jugend eine Verfügung erlassen, in der es u. a. heißt: „Zur Gewinnung der Nahrungsfreiheit ist es notwendig, daß der deutschen Landwirtschaft .ein dauernder und ausreichender Nachwuchs von Jugendlichen gesichert wird. Es ist eine der dringendsten Forderungen, Facharbeiter der Landwirtschaft zu gewinnen. Der Neichsbauernführer Darrä hat die Landarbeit in allen ihren Berufszweigen zur gelernten Arbeit erhoben. Er hat zu diesem Zweck die Landarbeitslehre und die ländliche Hausarbeitslehre als Grundausbildung für alle landwirtschaftlichen Berufe geschaffen. Landarbeit und ländliche Hausarbeit sind damit nicht nur notwendig, sondern auch geachtete Lebensberufe geworden. Der Weg in diese Berufe führt zu einer sicheren Zukunft; denn das Recht auf Ausbildung, die Aufstiegsmöglichkeit und eine ausreichende E x i st e n z werden gewährleistet. Es gilt im besonderen, die Jungen und Mädel aus dem Bauerntum für diese Berufswege zu gewinnen, um sie damit dem Land und seinen Aufgaben zu erhalten. Ich verfüge daher, daß die Hitler-Jugend sich dieser Aufgabe zur Verfügung stellt." Am Frei-ag tthrö der Neichsberufs- wettkampf eröffnet. B e r I i n, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen wird am Freitag, 11. 2., um 20.30 Uhr, i m BerlinerSportpalast mit einer Kundgebung eröffnet, auf der der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur vonSchirach vor Vertretern der Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Wirtschaft und der Lehrerschaft sprechen werden. Auf der Kundgebung werden Werkscharen und Frauen ous den Betrieben, Hitlerjungen und BDM.-Mädel das schaffende Deutschland vertreten. Mit dieser Kundgebung beginnt der Wettkampf in allen Gauen Deutschlands in 4500 Wettkampforten, um am 1. Mai, dem Nationalen Feiertag des deutschen Dolles, leine Kronuna zu erfo^—- Rolle überlegener Bedachtsamkeit. Jetzt, da sich einige kleinere enalische Handelsschiffe auf eigenes Risiko, nicht in Ausführung eines internationalen Auftrags, in Gefahr begeben haben, ist die Panikmache hemmungslos. Dabei spricht jede innere Wahrscheinlichkeit dagegen, daß Franco einen Konflikt sucht, wohl aber dafür, daß die Roten, besonders nach ihren neuen Niederlagen, jede Gelegenheit zur Ausweitung des spanischen Konfliktes nnt Herzensfreude sehen würden. Oer nationalspanische Heeresbericht. Salamanca, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationalspanische Heeresbericht mitteilt, wurden die Säuberungsoperationen im Abschnitt von Alfambra fortgesetzt, wobei über 1000 Gefangene gemacht wurden. 1247 feindliche Leichen wurden beigesetzt. Eine riesige Menge von Kriegsmaterial wurde angesammelt. Mehrere hundert Familien, die vor den roten Horden geflohen waren, sind, wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt. Die von'den nationalen Truppen eroberten Dörfer bieten, wie immer, ein Bild, wie man es von den bolschewistischen Schergen und Mordbrennern nicht anders gewohnt ist: überall haben die Bolschewisten geplündert und die Häuser in der unglaublichsten Weise besudelt. So hatten die roten Horden die Kirchen zu Kasernen, Autogaragen und sogar z u D i e h st ä l l e n b e n u tz t. Oer sowjetrussische Geschäftsträger in Bukarest spurlos verschwunden. B u k a r e st, 8. Febr. (DNB.) Der sowjetrussilche Geschäftsträger in Bukarest, Legationsrat B u - d e n k o , ist, wie erst heute bekannt wird, seit Sonntagnacht verschwunden. Budenko war von einer Geselligkeit aufgebrochen und hatte sich mit dem sowjetrussischen Gesandtschaftswagen in eine Wohnung fahren lassen, die er mit anderen Mitgliedern der Gesandtschaft teilt. Nach Aussagen des Chauffeurs, der Russe ist, ist Budenko in sein Haus eingetreten. Weder die übrigen Bewohner noch die Angestellten wollest aber etwas von seiner Heimkehr gehört haben. Aus Kreisen der sowjetrussischen Gesandtschaft wird das in Bukarest als lächerlich bezeichnete Gerücht verbreitet, daß Budenko von nationaler rumänischer Seite verschleppt worden sei! Viel wahrscheinlicher ist ein neuer Terrorakt der GPU. Budenko, der Frau und Kinder in Sowjetrußland hat, war als Lebemann bekannt. Die Bukarester Blätter deuten an, daß Budenko Trotzkist sein könnte. Die Vermutung bleibt bestehen, daß er sich durch Flucht einer Verhaftung durch die GPU. entzogen hat. Die sowjetrussische Gesandtschaft und das Konsulat haben ihre Büros geschlossen. - OaS jugoslawische Konkordat. B e l g r a d, S. Februar. (DNB.) Die Verhandlungen des orthodoxen Konzils mit der Regierung Stojadinowitfch über die Frage des Konkordates mit dem Vatikan haben zu einer Einigung geführt. In einer Erklärung der orthodoxen Kirche wird hervorgehoben, daß die Kirchenleitung von den Kundgebungen der zuständigen Amtsstellen über den Verzicht auf das Konkordat befriedigt sei. In einer Verordnung des Regentschaftsrates wird bekanntaegeben, daß alle Personen, die wegen Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Konkordatsabschluß verurteilt worden waren, begnadigt sind. Anderseits hebt die orthodoxe Kirchenleitung die Exkommunizierung jener Minister und Abgeordneten w i e'd e r auf, bie seinerzeit für das Konkordat gestimmt hatten. Japan wirk» die Mitteilung seiner Baupläne ablehnen. T o k i o, 9. Febr. (DRV. Funkspruch.) Nach einer Mitteilung der „Tokio Nichi Richi" sind das japanische Auhenamt und die Marinestellen grundsätzlich entschlossen, das ultimative Ersuchen der Vereinigten Staaken, Englands und Frankreichs um Mitteilung der japanischen Flottenbaupläne abzulehnen. Aus der japanischen Antwort werde hervorgehoben, daß Japan am Londoner Vertrag der drei Mächte unbeteiligt und infolgedessen auch zu keiner Erklärung über jein Flotlenbauprogramm verpflichtet sei. Der Hinweis der drei Mächte auf die sogenannte Gleitklausel berühre die japanische Regierung nicht. / Keine außenpolitischen Bindungen der Bereinigten Staaten. Washington, 8. Febr. (DNB.) Die wachsende Propaganda der „isolationistischen" Parlamentarier gegen angebliche Bindungen zwischen Washington und London veranlaßte Außenminister Hüll zu einem Schreiben an den Vorsitzenden des außenpolitischen Ausschusses des Bundessenats Pittman. Hüll leugnet das Bestehen irgendeines Bündnisses oder Uebereinkommens zwischen England und USA. oder mit dritten Mächten für einen Kriegsfall sowie Pläne für eine gemeinsame Operation der amerikanischen Marine mit anderen Kriegsflotten sowie irgendeiner Patrouillentätigkeit der amerikanischen Flotte. Als Präsident Roosevelt gefragt wurde, ob er mit der Ansicht einer Reihe von Senatoren übereinstimme, daß die Vereinigten Staaten auch im Atlantischen Ozean eine Kriegsflotte stationieren sollten, äußerte er, daß dies Meinungen von „Amateur-Sträte giften" seien. 1500 Sowjetflugzeuge in Fernost. Tokio, 8. Febr. (Ostasiendienst des DNB.) Auf eine Anfrage im japanischen Unterhaus teilte Krieas- minister S u g i y a m a mit, daß die S o w j e t l u f t- waffe im Fernen Osten über 15 0 0 Flugzeuge Rationiert habe. Die Mehrzahl dieser Flugzeuge entfalle auf bie Küstenprovinz. Kriegsminister Sugiyama betonte, daß Japan durch triefe sowjetrussische Bebrohung gezwungen werbe, seine Luftwaffe auf einen Stand zu bringen, ber sie allen Möglichkeiten gewachsen zeige. Oie Sanierung . der schweizerischen Bundesbahnen. Bern, 8. Febr. (DNB.) Der Nationalrat wird sich mit der schon seit Jahren fälligen Sanierung der Bundesbahnen befassen. Nach dem Reorganisationsplan sollen nach einer Bilanzbereinigung mit Ueberschreibung von etwa 800 Millionen Franken an den Bund zum Zweck der Tilgung die Bundesbahnen auch als politischer Faktor aus der Staatsverwaltung ausscheiden unb wieder ein rein Hessen-Aassau im Einsatz für den Meriahresplan. Besichtigungsfahrt des Gauleiters durch die nördlichen Kreise des Gaues. NSG. Eine eindrucksvolle Erkenntnis der Anspannung aller wirtschaft!ichenKräste des Gaues Hessen-Nassau für den Vierjahresplan vermittelte eine zweitägige Besichtigungsfahrt, bie ber Gauleiter vor kurzem in die nördlichen Kreise des Gaues unternahm, begleitet vom Stellvertretenden Gauleiter Linder, von Gauamtsleiter A v i e n y , als Leiter der Abteilung Vierjahresplan, und dem Gauwirtschaftsberater E ck a rd t. Im Lahnstädtcken Villmar gilt der Besuch bei der Firma Dyckerhoff und Neumann dem L a h n m a r - mo r, der hier in nächster Nähe gebrochen, unter dem Sägegatter bearbeitet wird und seinen Weg zur Fertigware nimmt. Ein wunderbar leuchtender, kirschroter Stein. Dom höchsten Bauwerk der Welt, vom Empire State Building in Neuyork schaut er wie vom Capitol in Neu-Orleans, im Rathaus von Rotterdam wie in. den Bahnhöfen Konstantinopels. In der Heimat aber blieb er das Aschenbrödel. Nun erst verkünden seinen Wert die monumentalen Bauten des Dritten Reiches^ im Reichsluftfahrtministerium, im Haus ber Flieger, in ben Reichsparteitagbauten von Nürnberg zeigt er auch feine bildhauerische Verwendbarkeit. Dor dem Kriege betrug ber Umsatz 2,5 Mill. Mark, während der Systemzeit 350 000 Mark und jetzt wiederum 1 Million Mark. Es ist also die Erschließung eines vielseitigen Absatzgebietes notwendig, um den alten Stand zu erreichen. Es ist aber nicht daran au zweifeln, daß dies gelingen wird, denn die Tatsache, daß der Lahnmarmor durchaus fein Luxus ist, was sich in feinem angemessenen Preise gegenüber anderen Werkstoffen äußert, wird ihn in unserer Wirtschaftsplanung besonders zum Einsatz kommen lassen. 20 000 bis 22 000 Gefolgschaftsmitglieder beschäftigen der Bergbau unb die Hüttenindustrie im ältesten Eisenebzreviere Deutschlands, im D i l l g e b i e t. Durch zweckmäßige Konsolidierung, die dem zerstückelten Felderbesitz ein Ende machten und durch bie bann einsetzende planmäßige Untersuchung der geologischen Verhältnisse des Gebietes wurde eine gleichmäßige Förderung sichergestellt. Der Gauleiter fuhr selbst in bie Grube „Königszug" ber Buderusschen Eisenwerke ein, um sich von der schwierigen Arbeit des Kumpels unter Tage zu überzeugen. Anschließend wurden das zur Verhüttung eisenarmer Erze in den Dienst des Dierjahres- planes gestellte Hochofenwerk Oberscheld und die Förderungsanlage einer wieder in Betrieb genommenen Kupfererzgrube besichtigt. In Wetzlar, durch seine ovtische und feinmechanische Industrie berühmt, geht ber Weg durch saubere unb weite Werkräume ber Firma Leitz. Jeber Arbeiter ist hier ein Meister seines Faches. Wir sehen bie Bearbeitung von Linsen die nicht größer als Stecknabelköpse finb. Deutsche Wertarbeit ist nicht zu übertreffen und daher auch ber Welt unentbehrlich. Die Arbeiter sind stolz darauf, einen Arbeitsplatz auszufüllen, ber schwere Anfor- berungen an ihre Ausbilbung stellt, aber auch höchste Erfolge bringt. Auf ber 13. Sohle ber Bleigrube „M e r - k u r" in Bab Ems, wo wir am Vormittag des nächsten Tages-eingefahren sind, bei nahezu 40 Grad Hitze, im Dampf heißer Quellen, bie unaufhörlich aus allen Fugen rieseln unb keinen trockenen Fetzen am Leibe lassen, 1000 Meter unter ber Erde, am Ende eines engen Maulwurfganges mit Preßluftbohrer und Sprengpatrone versehen, wühlt sich ein Mensch durch den Berg. Die Aufbereitung oes Bleies in ber Emserhütte erfahren wir bann und schließlich geht unsere Besichtigung an den Ufern ber Lahn zu einem weiteren Problem über — bie Lahnkanalisierung. Bis Gießen» Lollar ist sie geplant, unb nach bem Willen des Gauleiters wird sie ihre Verwirklichung finden. In Bad Schmalbach erwartet uns die ^Fabrikation der Z u r d a - F a s e r. Aus Torf gewonnen und bearbeitet entsteht hier diese spinnfähige Faser, die bereits jetzt vielfältigen Verwendungszwecken dient. Ihr wird vor allem die Aufgabe zufallen, hochwertigere Fasern, bie an anderen Stellen dienlicher sind, zu ersetzen. In Wiesbaden-Biebrich nimmt bann die Fahrt ihr Ende mit dem Besuch der chemischen Fabrik Kalle & C o. Hier erfährt man, zu welcher Vielfalt ber Rohstoff Holz bearbeitet werden kann. Durch verschiedenste Prozesse werden aus der Zellulose Textilien, Zellophan (zu Verpackungszwecken), künstliche Därme, Seifen unb Leimfabrikate erzeugt. Besonders zeigt sich hier die erfolgreiche Synthese zwischen Faust und Geist, die Betriebsgemeinschaft im Ringen um die Ziele des Vierjahresplanes. Die Fahrt konnte bem Gauleiter die Gewißheit geben, daß Hessen-Nassau in der Mobilisierung aller wirtschaftlichen Kräfte des Reiches einen bedeutenden Platz einnimmt und ihn halten wird. Lettow-Vorbeck. 50jährigeS Militärjubiläum des Helden von Deutsch-Ostafrila. Bremen, 8. Febr. (DNB.) Dem Sieger von Deutsch-Ostafrika, General von Lettow- V o r b e ck , wurden am Tage feines 50jährigen Soldatenjubiläums aus bem ganzen Reich zahlreich e Glückwünsche zugesandt. Im Auftrag des Oberbefehlshabers ber Luftwaffe, Generalfeldmarschall ©Öring, überbrachte der Kommandeur des Luftgaues, General Mohr, die besten Wünsche. Im Auftrage des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. facher, erschien Korvettenkapitän Pruessen von der Kriegsmarine-Dienststelle Bremen. Von den zahlreich eingelaufenen Telegrammen sind ferner zu nennen die Glückwünsche des Stellvertreters des Führers, Reichsministers Rudolf Heß, des Oberbefehlshabers des Heeres. Generaloberst von Brauchitsch, des General- feldmarschalls von Mackensen und des Reichskriegsopferführers Oderlinbober. Senator Flohr unb Senator Bernhardt überbrachten die Grüße des Bürgermeisters, SAvGruppenfüh- rer Boehmcker, unb des Senats ber Hansestadt Bremen. Herzlich beglückwünschte auch ber englische Konsul Wilman ben siegreichen Gegner feines Landes Auch ber Führer hat General von Lettow- 93 o r b e cf zu seinem 50jährigen Jubiläum telegraphisch seinen Glückwunsch in herzlichen Worten übermittelt. * Lettow-Vorbeck wurde 1870 in Saarlouis als Sohn eines preußischen Offiziers geboren. Er wurde im Kadettenkorps erzogen und 1888 Leutnant im 4. Garde-Regiment zu Fuß. Von 1900 bis 1901 machte er im ostasiatischen Expedittonskorps ben Feldzug gegen bie chinesischen Boxer mit, 1904 kam er zur Schutztruppe nach Deutsch-Südwestafrika, wo er sich während des Herero-Hlusstandes auszeich- nete und auch schwer verwundet wurde. 1907 schied er unter Beförderung zum Major aus ber Schutztruppe aus unb würbe Adjutant beim Generalkommando des XI. Armeekorps. 1909 wurde er Kommandeur des II. Seebataillons, 1913 Oberstleutnant und Kommandeur der Schutztruppe von Kamerun. Am 20. April 1914 würbe er Kommandeur der Schutztruppe in D e u t sch - O st a f r i k a. Es wird in der Kriegsgeschichte aller Zeiten ein unvergängliches Ruhmesblatt bleiben, wie er hier gegen eine gewaltige Uebermacht vier Jahre hindurch siegreich gekämpft hat. Er hatte in der Kolonie außer ben schwachen Formattonen ber Schutztruppe für ihre gegen einen europäischen Gegner durchaus ungenügende Ausrüstung keine Kampfmittel gefunden, bie für einen modernen Krieg ausgereicht hätten. Durch bie Opferwilligkeit ber deutschen Farmer und Beamten, durch die Hingabe und Treue der Eingeborenen war er in die Lage versetzt, jahrelang die feindlichen Angriffe siegreich abzuwehren. Als bann die Uebermacht über alle Lanbesgrenzen eindrang, trug Lettow-Vorbeck mit einem kühnen Entschluß ben Krieg in bas benachbarte feindliche portugiesische Gebiet, er schwenkte dann rasch entschlossen nach Norden, um auf bem Zuge in ben Kongostaat die Nachricht vorn Waffenstillstand zu erhalten. Unbesiegt legte bie kleine Schar ihre Waffen nieder: es waren fast nur Veutegewehre fremder Herkunft, mit denen sie ben Kampf bis zum bitteren Ende ehrenvoll geführt hatte, von dem sich die farbigen Krieger Ost- afrifas noch lange erzählen werden, wenn sie an ben Wachtfeuern sitzen. Es war ein: ritterliche Geste, wenn dem hochverdienten Manne, der jetzt in Bremen wohnt, der englische Konsoul als Vertreter feiner Regierung die aufrichtigsten Glückwünsche zu seinem Militärjubiläum aussprach. wirtschaftliches Unternehmen werden. Infolge ber Streitfragen bei ben Verwaltungsangelegenheiten unb angesichts des hohen Entschuldungsbetrages, ber auf den Kopf der Bevölkerung 399 Franken ausmacht, bezeichnete Nationalrat Dr. Gafner die Sanierung der Bundesbahnen als eines der schwierigsten Probleme, mit denen sich bas schweizerische Parlament seit langem zu befassen hatte. „L.Z. 130" vor der Vollendung. Auch die zweite Lustschiffhalle steht in wenigen Monaten. Frankfurt a. M., 8. Febr. (LPD.) Auf dem Flug- und Luftschi ff Hafen Rhein-Main geht der Gerüstbau der zweiten Luftschiff Halle seiner Vollendung entgegen. Im Mai oder Juni wird die Halle fertig sein unb dann wird es auch nicht mehr lange dauern, bis das neue Luftschiff „LZ 130" von Frankfurt aus seine Fahrten nach Nordamerika aufnimmt. Das neue Luftschiff sollte ursprünglich bis auf unbedeutende Abänderungen ein genaues Ebenbild des Luftschiffes „Hindenburg" sein. Die U m • Reifung von Wasser st offgas (auf bas auch LZ 130 zuerst eingerichtet war) auf Helium gas hat jedoch eine Reihe von Umwandlungen an dem neuen Luftschiff notwendig gemacht. Dem Vorteil der Unbrennbarkeit des Heliumgases steht der Nachteil seiner geringeren Tragfähigkeit gegenüber. Dieser Nachteil kann in bestimmten Fällen zwar bis zu einem ge» wissen Teil ausgeglichen werden durch eine Vorrichtung zum Erwärmen des Heliums (erwärmtes Gas hat einen gesteigerten Auftrieb). Es war aber dennoch nicht zu vermeiden, daß auch bie Inneneinrichtung des mit Helium gefüllten Luftschiffes leichter gestaltet werden mußte; dabei sollte jedoch auch nicht auf bie Be - quemlichkeit verzichtet werden, und so richtete man das neue Luftschiff nun für den lieber- seeverkehr nach Amerika aus 40 Passagierplätze ein. Die neue Anordnung ber Fahrgasträume ist so gut den Anforderungen des Luftschiffes angepaßt, baß die Passagiere fast ein noch größeres Maß von Bequemlichkeit vorfinden werden, als auf bem „LZ Hindenburg". Auch ein Höchstmaß von Sicherheit ist gewährleistet, denn bie einzige Gefahrenquelle, die bisher bei bem Zusammentreffen von unglücklichen Umständen zur Katastrophe führen konnte, das Wasserstoffgas, ist ausgemerzt. Or. Filchner dankt den britischen Behörden für ihre Unterstützung. Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Leiter ber Kulturpolitischen Abteilung bes Auswärtigen Amtes, Gesandter Dr. Stieve, gab einen Empfang zu Ehren des Forschungsreisenden und Nationalpreisträgers Dr. F i l ch n e r. Außer dem Gelehrten und seiner Tochter hatten der Einladung Folge geleistet: der Botschaftsrat der englischen Botschaft Sir George Ogilvie-Forbes, ber englische Militärattache MacFarlane sowie ber erste Sekretär ber englischen Botschaft Mr. Kirkpatrick. Dr. Filchner gab ihnen feiner aufrichtigen Dankbarkeit für bie vielfältigeunb erfolgreiche Hilfe Ausdruck, die seiner Expedition durch die britischen und britisch-indischen Behörden zu Teil geworden war. Dr. Filchner erwähnte besonders die zu seiner Befreiung unternommenen Maßnahmen des britischen Generalkonsuls in Kaschgar, Major Packmann, sowie bie freundschaftliche Hilfeleistung des englischen Dizekonsuls Gillette, der selbst die Anstrengungen einer beschwerlichen Reise nicht gescheut hatte, um den Forscher wäyrend seiner Haft in Chotan zu besuchen. Zuletzt hob Dr. Filchner noch die ersprießliche Zusammenarbeit mit dem Dermessungsamt hervor, mit dem er bie wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Forschungsreise bearbeitet hat. — Der chinesische Botschafter Deranftaltete ebenfalls zu Ehren Filchners einen Empfang. Zahlreiche führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hatten dieser Einladung Folge geleistet. Wirtschaftspolitische Konzentration. Wirtschaftliche Aufrüstung, dies Wort bebeutef nicht bie Vorbereitung des Krieges, sondern die Zusammenballung aller wirtschaft« lichen Kräfte der Nation und ihre einheitliche Führung zu dem Zwecke, um aus dem Ansatz, dessen Wie und Wann einem einheitlichen Oberbefehl unterliegt, ben größtmöglichen Nutzeffekt herauszuholen. Generalfeldmarschall Göring und Reichswirtschaftsminister Funk haben die Leitung dieses Wirtschaftsapparates in Händen; ber Vierjahresplan, dessen Ziel die wirtschaftliche Unabhängigkeit unseres Volkes ist, ist das Primäre, dem sich alle Sonderinteressen zu fügen haben. Das bedeutet aber nicht die Ausschaltung der Privatinitiative, die nach den Ausführungen des Reichswirtschaftsministers besonders pfleglich behandelt wird, sondern nur deren Lenkung auf ein gemeinsames Ziel unter Beseittgung aller der Reibungen, bie sonst im sogenannten freien Spiel der Kräfte zur Vergeudung wirtschaftlicher Energien führen. Wir können uns ben Luxus nicht erlauben, der vielleicht in reicheren Staaten angebracht ist, diese freien Kräfte schrankenlos walten zu lassen. Wir haben eine sehr knappe Devisendecke, sind abhängig von gewissen ausländischen Rohstoffen, bie wir durch Arbeit und Erfindungsgabe zu ersetzen versuchen. Wir sind ein übervölkertes Land und müssen als erste Aufgabe betrachten, den deutschen Arbeitermassen nicht nur Beschäftigung zu geben, sondern ihre Lebenshaltung zu heben. Daher ist ein geschlossener Apparat notwendig, ber jetzt als Exekutive des Vierjahresplanes zu funktionieren beginnt. Es handelt sich also lediglich um eine Verfeinerung des Apparates, um eine Ausschaltung ber Hemmungen, damit bie Wirtschaftsmaschinerie reibungslos zu arbeiten vermag. Die Wirtschaft, dieser Untergrund alles Seins, kann ihre hohe Aufgabe nur erfüllen durch Arbeit im Frieden. Ein Krieg verzehrt. Jedes Wirt- schaftsprogramm kann sich also nur bann auswirken, wenn der Friede für lange Zeit gesichert bleibt. Das ist das Ziel der oeutfchen Politik. Selbstverständlich müssen wir auch für Den Ernstfall wirtschaftlich gerüstet sein, denn gerade weil wir wirtschaftlich nicht für ben Kriegsfall gerüstet waren (z. B. hatten wir die Ernährungsgrundlage des deutschen Volkes nicht gesichert), haben wir den Weltkrieg verloren. Wir tun mit der wirtschaftlichen Aufrüstung nichts anderes, als was jede Natton im eigenen Bezirk will. Die englischen Konzentra- tionsbeftrebungen auf diesem Gebiete, bie französischen Anstrengungen, bas Roosevelt - Programm liegen genau in derselben Ebene. Es ist daher übelste Hetze, zu behaupten, bie wirtschaftliche Konzentration in Deutschland habe den Krieg zum Ziel. Gerade für Kulturzwecke gibt Deutschland ungeheure Summen aus. Die großen baulichen 93er- änbenmgen der deutschen Städte, die Errichtung von Hitler-Schulen unb Jugendheimen, die Reichs- autobahnen — bis ■ Ende 1937 wurden allein für diesen Zweck rund 2 Milliarden Mark ausgegeben —, bie soziale Fürsorge sind deutsche Werke des Friedens, an denen unablässig gearbeitet wird und für die der größte Teil der Reichseinnahmen Verwendung findet. Wir sind nicht in ber Lage Frankreichs und ber Tschechoslowakei, bie eingestandenermaßen ben größten Teil des Volkseinkommens für ihre wahnsinnigen Aufrüstungen verwenden unb bann darüber klagen, daß selbst für die bescheidensten kulturellen und sozialen Zwecke im Staatssäckel fein Geld sei. Die wirtschaftliche Aufrüstung Deutschlands dient dem Frieden unb der Unabhängigkeit der Nation von den Launen derer, die bisher sich in deutsche Dinae mischten, weil sie glaubten, Deutschland wirtschaftlich in der Hand zu haben. D. S. Italiens Wirtschaftskraft. Die wirffchaftlichen Anstrengungen Italiens, eine relative Selbstversorgung zu erreichen, gehen von der Taffache aus, daß ber größte Teil ber italienischen Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeitet, unb zwar sind in der Landwirtschaft nach der neuesten Statistik tätig 8,85 Millionen oder 48,2 v. H., in ber Industrie da- geaen nur 5,38 Millionen ober 29,3 v. H. ber berufstätigen Bevölkerung. Die „Getreideschlacht" Mussolinis hatte das Ziel, nicht nur bie Handelsbilanz zu entlasten, sondern auch den Boden Italiens fruchtbarer zu machen. Bis 1930 war Weizen der erste Posten in der Liste der eingeführten Waren. Noch 1930 entfiel ein Achtel der Gesamteinfuhr auf Weizen. Infolge des Mussolini-Planes wurde die Anbaufläche für Weizen vergrößert — seit 1922 um rund 10 v. H. —, und ber Hektar- ertrag ist im Vorjahre sogar um 50 v. H. größer gewesen als 1922. Die Intensivierung der italienischen Landwirffchast hat also Fortschritte gemacht, und wenn auch das vorige Jahr eine Rekordernte brachte, so daß Italien überhaupt feinen Weizen einzuführen braucht, so wird doch auch in schlechteren Erntejahren Italien sich zum größten Teil mjg Eigenem ernähren können. Damit ist ein Hauprzie! des Autarkieplanes im wesentlichen erreicht. Anders liegt es auf dem Gebiete ber Versorgung mit industriellen Roh st offen. Italien be- sitzt fo gut wie gar keine Steinkohle unb -führte in den elf Monaten des vergangenen Jahres, wofür Statistiken vorliegen, 11807 000 Tonnen Kohle ein. Günstiger ist bie Versorgung mit Eisenerzen usw. Ader im wesentlichen ist Italien nur in ber Lage, Bauxit, den Grundstoff der Aluminiumerzeugung, Quecksilber und Schwe- f e I aus eigenem Boden zur vollen Deckung zu gewinnen. Die Aluminiumerzeuaung Italiens ist seit 1935 von 13 500 Tonnen auf 20 900 Tonnen angewachsen und deckt praktisch den Bedarf. Die Schätze Abessiniens sind noch nicht erschlaffen, unb es werden Au mindest zehn Jahre vergehen, ehe die Quellen zu sprudeln beginnen. Bis dahin muß Italien bevisenzehrende Rohstoffe einführen. Somit wird die Autarkie Politik Italiens sich schon struktur- gemäß sehr wesentlich von bem Vierjahresplan Deutschlands unterscheiden, da Deutschland auf Grund seines Reichtums an Kohle als chemischen Grundstoff, an Holz nach Einschränkung des Brennholzverbrauchs und an gemeinen Leicht» metall-Mineralien wesentlich besser dasteht. Auf dem Gebiete der italienischen Textilindustrie ist der Schwerpunkt auf bie Erzeugung von heimischen Fasern bzw. Kunstfasern gelegt worden. Zur Herstellung von Seibengeweden wurden im Monatsdurchschnitt 1934 864 Zentner Naturseide und 4511 Zentner Kunstseide verwendet. Jetzt hat sich der Anteil der Kunstseide fast verdoppelt. Das gleiche ist bei Baumwollgeweben und Wollgeweben zu verzeichnen. Der monatlich« Verbrauch der ettcheinüjchen faser ist von 4900 Zentner auf 9400 Zentner ae- Megen. Der Gesamtproduktionsindex stand 1934 auf 87,3, gegen Ende des vorigen Jahres jedoch auf 117,1. Relativ am größten ist der Aufschwung bei der chemischen Industrie, der die Textilindustrie folgt. Die Gesamtentwicklung des italienischen Außenhandels ist durchaus günstig; auch wenn man berücksichtigt, daß das Jahr 1936 Italiens Handel durch die Sanktionsmaßnahmen zusamrnenschrurnp- fcn ließ. Die Einfuhr belief sich in den ersten elf Monaten 1936 auf 5,26 Milliarden, die Ausfuhr auf 4,70 Milliarden, dagegen war im gleichen Zeitraum des letzten Jahres, für den Statistiken vorlieqen die Einfuhr auf 12-65 und die Ausfuhr auf 9,40 Milliarden Lire angewachsen. Bemerkenswert ist, daß das Deutsche Reich als Ein- und Ausfuhrfaktor weitaus an er ft er Stelle steht. Erst dann kommen Nordamerika, England, die Schweiz Frankreich, Argentinien, Oesterreich, Südslawien und Ungarn als Abnehmer italienischer Waren. Bei der Einfuhr nach Italien steht Nordamerika gleichfalls an zweiter Stelle, dann folgen anteilmäßig Argentinien, Oesterreich, England, Britisch- Jndien, Frankreich, Rumänien und die Schweiz Der Staatshaushalt Italiens wird beherrscht durch die Abtragung der Lasten des ostafrikanischen Krieges. Er hatte den Staatshaushalt in den Finanzjahren 1934/35 und 1935/36 mit zusammen 12,1 Milliarden Lire belastet, wozu ein weiterer Fehlbetrag von 1,6 Milliarden Lire kam. Auch- im Haushaltsjahr 1936/37 spielen diese Ausgaben eine große Rolle, so daß sich ein Fehlbetrag von 17,5 Millionen Lire ergibt. Aber bereits im lausenden Haushaltsjahr 1937/38 ist Ostafrika auf den laufenden Etat übernommen worden. Die Finanzierung des Krieges ist durch Erhöhungen der öffentlichen Abgaben, durch Ausgabe von Schatzanweisungen usw. geglückt. Bor dem Kriege wurde das Nationaleinkommen auf 20 Milliarden Lire geschätzt; die öffentliche Besteuerung verschlang davon 3 Milliarden Lire. In den Prosperity- Jahren von 1922 bis 1926 ging die Schätzung der Volkswirte auf 120 Milliarden Lire Volkseinkommen. Aber es dürfte im letzten Jahre noch gestiegen sein, wie die Depositeneinlagen bei den Banken usw. durch ihre steigende Tendenz beweisen. Die Steigerung der Lebenshaltungskosten wird durch die Preisvorschriften der italienischen Regierung erträglich gehalten. D. S. Kleine politische Nachrichten. Der Führerund Reichskanzler hat dem in Deutschland zu Besuch weilenden Chef der argentinischen Heeresluftwaffe General Derdaguer das Verdi en st kreuz vom Deutschen Adlerorden mit Stern und seinem Adjutanten Oberleutnant Ahrens die 3. Stufe dieses Ordens verliehen. * In das dem Minister unmittelbar unterstellte Ministerbüro hat der Reichswirtschaftsrnini- st er berufen: den persönlichen Referenten Ober- regierungsrat Walter, den stellvertretenden persönlichen Referenten Regierungsrat Kallus, den Pressereferenten Regierungsrat Rechenberg, den Amtsrat Hofer; Adjutant des Ministers ist der -Hauptsturmführer Dr. Sch w ed ler. ♦ NSG. Im Auftrage der Auslandsorganisation der NSDAP, sprach der Führer der SA.-Gruppe Hes- Eowjet-Lustschiff zerschellt. 13 Tote beim Absturz im Schneesturm über dem Weißen Meer. M o 6 f a u, 8. Febr. (DRV.) Unweit von Vjeloje Morje im Norden der karelischen Küste des Weihen Meeres stürzte auf einem Probeflug das Lusticyifr LSSR W 6 ab. Bei der Katastrophe kamen 13 Personen ums Leben, während drei verletzt wurden. ♦ Seit Jahren bestrebt sich die Sowjetregierung in der Arktis-Forschung eine führende Rolle zu gewinnen. Sie verfolgt damit einen agitatorischen Zweck, um der Welk den Anschein zu geben, als wollte sie der Wissenschaft wertvolle Dienste leisten. In Wirklichkeit stehen hinter ihren Versuchen den hohen Norden zu erforschen, sehr reale militärische Ziele. Man möchte die Insel Spitzbergen in die sowjetrussische Interessensphäre hineinziehen, anderseits einen Schiffahrtsweg suchen, der durch das sibirische Eismeer und die Beringstraße nach dem Fernen Osten führt. Auch die vier sowjetrussischen Forscher, die in der Grönland-See auf einer Eisscholle treibend, sich in Seenot befanden, waren dazu berufen, die Pläne Moskaus im hohen Norden zu fördern. Die Versuche, durch Eisbrecher der Expedition Hilfe zu leisten, kamen wegen des stürmischen Wetters nur langsam vorwärts. Daher setzte Moskau sein größtes lenkbares Luftschiff ein, das demnächst den Start nach dem Nordpol unternehmen sollte. Die Sowjets haben vor etwa 8 Jahren begonnen, eigene lenkbare Luftschiffe zu bauen. Dabei hat man wiederholt zwischen einer unstarren Konstruktion und dem halbstarren System gewechselt. Wiederholte Unfälle bezeichnen den Weg, der mit schweren Opfern be- deckt ist, der aber rücksichtslos weiter beschritten wurde. Vor drei Jahren unternahmen die ersten Luftschiffe halbstarrer Konstruktionen ihre ersten Probeflüge, die vorwiegend agitatorischen Zwecken dienten. Das jetzt zerschellte Luftschiff UbSR W 6 war 105 m lang, hatte einen Kubikinhalt von 19 000 cbm und eine Geschwindigkeit von 100 km in der Stunde. Nach den vorliegenden Nachrichten hat sich die Katastrophe an der Murrnan-Küste ereignet, inmitten eines Schneesturmes, der dem Schiffskommando jede Orientierung unmöglich machte. Von den 19 Mitgliedern der Besatzung sind 13 tot und 6 verwundet. Zweifellos ist auch diesmal die Expedition in das Eismeer ungenügend vorbereitet gewesen, denn der Stand der russischen Wissenschaft ist gerade auf diesem Gebiete außerordentlich mäßig geblieben. Es ist sicherlich ein kühner Versuch des Luftschiffs gewesen, den Forschern Hilfe zu bringen, den Machthabern in Moskau wird der Entschluß dazu weniger schwer gefallen sein, sie sind es ja gewohnt, über alle Opfer hinwegzuschreiten, die aus ihrer Katastrophenpolitik erwachsen. sen, Obergruppenführer B e ck e r l e , am Jahrestag der Machtübernahme vor den deutschen Kolonien der jugoslawischen Ort Agram und Banja - l u ka. ♦ In Athen starb der Oheim des Königs, Prinz Nikolaus von Griechenland, im Alter von 66 Jahren. Prinz Nikolaus war der Schwiegervater des Prinzregenten Paul von Jugoslawien und des Herzogs von Kent, Bruders des englischen Königs. ♦ König Georg VI. und die Königin Elisabeth werden dem französischen Staatspräsidenten i n P a - r i s vom 28. Juni bis zum 1. Juli einen Staatsbesuch abstatten. Der König wird dabei das australische Kriegsdenkmal bei Villers-Bre- tonneux enthüllen. Kunst und Wissenschaft. Goeihemedaille für Professor Max Seiffert Der Führer und Reichskanzler hat dem Professor Dr. Max Seiffert in Berlin aus Anlaß seines 70. Geburtstages in Anerkennung seiner großen Verdienste um die deutsche Musikwissenschaft die Go e themed aille für Kunst und Wissenschaft verliehen. ♦ Professor Seiffert, am 9. Februar 1868 in Bees- kow (Mark Brandenburg) geboren, Senator der Preußischen Akademie der Künste, wirkte als Lehrer an der Hochschule für Musik und am Institut für Kirchenmusik in Berlin. Von seinen Arbeiten nennen wir die „Geschichte der Klaviermusik", die „Jnstrumentalwerke G. F. Händels" und die „Orgelwerke Buxtehudes". Orden für Kunst und Wissenschaft im Haus der Deutschen Kunst zu München. Eine wertvolle Bereicherung erhielt die erste Deutsche Architektur - und Kunsthand- werksausstellungg im Haus der Deutschen Kunst in München. Der vom Führer gestiftete O,r d e n für Kun st und Wissenschaft mit Band und die Verleihungsurkunde, die alljährlich am 30. Januar den Nationalpreisträgern übergeben werden, sind gegenwärtig im nördlichen Obergeschoß des Hauses der Deutschen Kunst ausgestellt. Die Urkundenmappe aus rotgefärbtem Saffianleder zeigt auf Pergament die Verleihungsurkunde für Professor Paul Ludwig Tro oft, die vom Führer und Reichsminister Dr. Goebbels unterzeichnet wurde. Festkonzert der Münchener Philharmoniker unter Mengelberg. Als Abschluß einer in München veranstalteten „niederländischen Woche" dirigierte der bekannte niederländische Dirigent Professor Willem M enge l b e r g die Münchener Philharmoniker bei einem festlichen Konzert in der Tonhalle, zu dem sich auch der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, der bayrische Ministerpräsident S i e- b e r t sowie die gesamte niederländische Kolonie eingefunden hatten. Bei dem Konzert wirkte die Pianistin Professor Elly Ney als Solistin mit. Stürmischer Beifall war der Dank der Zuhörer für den erlebnisreichen Abend, an dem Mengelberg Werke von Beethoven und Tschaikowski überragend darbot. Nur noch fünf Gymnasien in Hessen. NSG. Als Ergebnis der Vereinheitlichung des höheren Schulwesens auch in Hessen gibt es jetzt nur eine Hauptform, die Oberschule. Als Nebenform tritt nur noch das Gymnasium und die Aufbauschule auf. In Hessen bleiben fünf Gymnasien bestehen, und zwar in Gießen, Büdingen, Darmstadt, Worms und Ma^nz. Die Wiedererrichtung der Aufbauschule in Alzey ist nunmehr end- aültig genehmigt. Die Aufbauschule ist mit einem Internat verbunden und bietet begabten Knaben aus Rheinhessen und Starkenburg Gelegenheit, eine höhere Schule zu besuchen. Hessisches Trachtenfest in Berlin. NSG. Zu einem Trachtenfest der hessischen Heimat hatten sich die Landsmannschaften der Hessen und Kurhessen in Berlin vereinigt. Fast alle hessischen Trachten waren vertreten. Da sah man die schönen Trachten der Schwalm, der Marburger Gegend, Trachten aus Oberhessen und aus dem Odenwald. Die Vorsitzenden der beiden Landsmannschaften, Dr. Knoth und Rechtsanwalt Hans Mahr, wiesen in ihren Ansprachen auf die Pflege der alten Heimatbräuche hin, an denen gerade das Hessenland so reich ist. Die hessische Heimat bleibt auch in der Ferne stets unvergessen. In dem mit zahlreichen hessischen Stadtwappen und Reichsfahnen geschmückten Bürgersaal des Friedenauer Rathauses tummelte sich in buntem Reigen das Hessenoölkchen und aab besonders mit den Erntetänzen aus der Schwalm seinen Gästen ein reizvolles, für die Berliner ungewohntes Bild. i Kinderreiche Familien erhalten Kinbehaliungsbeträge zurück. NSG. Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst waren auf Grund der Einbehaltungsverord- nung des preußischen Staates vom 8. Juni 1932 Gehaltsteile einbehalten worden. Durch das Gesetz zur Milderung und Aufhebung der Einbchaltungs- beftimmungen war die Einbehaltung mit Wirkung vom 1. Avril 1935 aufbehoben und die Rückzahlung der einbeyaltenen Beträge in einigen wenigen Fällen ungeordnet worden. Zurückaezahlt wurden die Einbehaltungen an Waisengeld, ferner laufend beim Tode des Empfangsberechtigten und beim Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst. Den Bemühunges des Sozialamts der Deutschen Arbeitsfront ist es gelungen, die Anordnung der Auszahlung der Einbehaltungsbeträge in zwei weiteren Fällen zu erreichen, und zwar erhalten die Väter von mindestens vier Kindern die Einbchaltungsbeträge sofort zurückgezahlt. In den Fällen der Geburt des vierten Kindes nach dem Erscheinungstermin der einschlägigen Verordnung (29. Dezember 1937), erhält der Vater die Einbehaltungsbeträge an dem auf die Geburt des vierten Kindes folgenden Monatsersten zurückbezahlt. Außerdem werden die Einbehaltungen vom Witwengeld zurückerstattet.^ Aus aller Wett. Reichstagung evangelischer Verbände. Schon auf der letzten Generalversammlung des Evangelischen Bundes in Frankfurt a. M. wurde mitgeteilt, daß die nächste Reichsta - g u n g in Kiel stattfinden soll. Wie wir ersah- Kraftfahrzeug-Winterprüfung 1958 Das glänzende Ergebnis dieser über* aus harten Zerreiß- und Dauerprobe stellt wiederum den hervorragenden Ruf unserer Fabrikate öffentlich unter Beweis und gibt jedem Mercedes- Benz-Interessenten und -Besitzer die Gewißheit, daß wir für unsere nied- rigen Preise den höchsten Gegenwert liefern. Personenwagen! u. a. Typ 170 V (1,7 Ltr.) ab RM 3750.- Typ 230 (2,3 Ltr.) ab RM 5875.- Typ 320 (3,2 Ltr.) ab RM 8950.- ab Werk Lastwagen: u. a. 1,5 Io Nutzlast 1,5 to Nutzlast mit Vergasermotor mit Dieselmotor RM 3450.- RM 4950.- als Fahrgestell 2 to Nutzlast 2 to Nutzlast mit Vergasermotor mit Dieselmotor RM 3990.- RM 5600.. als Fahrgestell ab Werk j, , .. Von insgesamt 72 gestarteten Mercedes- Benz-Wagen wurden 61 Wagen ausgezeichnet. Es erhielten: 8 Mannschaften (je 3 Wagen) den Preis des Führers des deutschen Kraftfahrsports mit Goldenem Ehrenschild und 3 Mannschaften den Silbernen Ehrenschild. Ferner wurden 19 Goldene und 9 Silberne Medaillen an Mercedes-Benz-Einzelfahrer vergeben. Die gemeldeten Mercedes • Benz - Wagen starteten in den Wertungsgruppen i XV Lastkraftwagen XVI Lastkraftwagen X Personenkraftwagen IX Personenkraftwagen VIII Personenkraftwagen VI Kübelwagen bis 1,5 to Nutzlast bis 3,5 to Nutzlast über 2500 ccm bis 2500 ccm bis 2000 ccm XXA1M1 STD MN7 * G VERKAUFSTELLE FRANKFURT/M.: Frankenallee 139-149, Einfahrt Kriegkstr. 59-67, Ausstellungsräume: Kaiserstrabe 6, Fernruf Sammel-Nr. 70301 DA1F1L - Verkaufsdienst GIESSEN: Firma Kraftfahrzeug-Reparatur Neils & Kraft, Giefaen, 852D ren sind die Tage vom 30. Juni bis zum 3. Juli hierfür in Aussicht genommen. In der Abgeordnetenversammlung wird Professor D. Dr. Schumann (Halle), der früher den Lehrstuhl für fllstematische Theologie in Gießen innehatte, über das Thema sprechen: Die evangelische Kirche und die geistigen Mächte des 19. Jahrhunderts. Der Zentralvorstand der Gustav-Adolf- stiftung hat sich nun entschlossen, die diesjährige Reichstagung in Halle a. d.»Saale abzuhalten, die voraussichtlich Mitte August stattfinden wird. Auch diesmal fall eine Freizeit für Diasporapfarrer vorausgehen. Frühling auf der Halbinsel hela. Auf der Halbinsel H e l a (Danziger Bucht) ist bereits der Frühling eingezogen. Die Tagestemperatur beträgt 8 Grad über Null. Das Wachstum der Pflanzen ist in vollem Gange. Bor allem die Fliederbäume tragen bereits Knospen. In der Pucker Kempe hat man schon das Singen von Lerchen wahrgenommen. Erfolgreicher deutsch-amerikanischer Schüleraustausch. Mit dem Motorschiff „St. Louis" trafen elf deutsche Jungen, Schüler mehrerer nationalpoltti- scher Erziehungsanstalten, nach sechsmonatigem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten wieder in Hamburg ein. Im Rahmen des Carl-Schurz- Schüleraustausches haben sie höhere amerikanische Privatschulen besucht. Es handelt sich um Obersekundaner, die im Unterricht der amerikanischen Schulen vorbildlich abschnitten. Den jungen Deutschen bot sich auch reichlich Gelegenheit, das Leben in Amerika kennenzulernen. Besonders herzlich war die Aufnahme in den amerikanischen Familien. Ein Schüler erhielt von seinen Gastgebern die englische Ausgabe vom Buch des Führers „Mein Kampf" als Erinnerungsgeschenk. In Deutschland befindet sich zur Zeit eine Reihe amerikanischer Schüler, die in den nationalpolitischen Erziehungsanstalten untergebracht ist und Deutschland kennen lernen will. Gerade der Schüleraustausch erweist sich immer wieder als ein gutes Mittel, unter Angehörigen verschiedener Nationen das gegenseitige Verständnis zu fördern. , Das Schienen-Autobusunglück in Frankreich. Das Eisenbahnunglück bei Mortagne unweit Rouen hat mehr Verletzte gefordert, als zunächst gemeldet wurde. Man zählt nach den letzten Feststellungen außer fünf Toten 15 Schwer- und 10 Leichtverletzte. Der Zusammenstoß der Schienenomnibusse ereignete sich in dem Bahnhof Randon- nai. Der nach Mortagne fahrende Wagen fuhr mit 50 bis 60 Kilometer Stundengeschwindigkeit auf den von dort kommenden Schienenzug auf. Dessen Vorderteil wurde durch den Anprall vollkommen zerstört. Das Unglück wird darauf zurückgef^hrt, daß bei dem ausfahrenden Schienenomnibus die Bremsen versagten. Griechischer und englischer Dampfet im Nebel zusammengestohen. Beim Feuerschiff „Adlersgrund", südlich von Bornholm, stteß der englische Dampfer „Pluto" mit dem griechischen Dampfer „Catharina" im dichten Nebel zusammen. Die Bergungsdampfer „Seeteufel" und „Fair Play 10" sind von Warnemünde zur Unfallstelle ausgelaufen. Wenig später erhielt das Kopenhagener Radio von Rügen ein Notsignal, daß ein griechischer und ein englischer Dampfer nordwestlich von Adlersgrund im Sinken begriffen seien. Ein englischer Dampfer, der 38 Meilen von der Unglücksstelle entfernt war, erhielt daraufhin von Rügen den' Standort des Unglücks angegeben und nahm sofort Kurs, um Hilfe zu leisten. Später erhielt das Marineministerium in Kopenhagen die Meldung, daß das dänische Motorrettungsboot aus Rönne nach Adlersgrund ausgelaufen sei. In einer späteren Meldung heißt es, daß die Besatzungen beider Schiffe mit Ausnahme der Kapitäne und der Steuerleute von Bord gehen. Der englische Dampfer „Pluto" liege bereits halb unter Wasser. ..Lichtbildner sehen Deutschland." Vom 27. April bis 31. Mai d. I. veranstaltet die Gesellschaft Deutscher Lichtbildner in Wiesbaden die große Ausstellung „Lichtbildner sehen D e u t s ch l a n d", auf der die bekanntesten Lichtbildner mit ihren besten Arbeiten vertreten sein werden. Auf der Tagung der Gesellschaft in Wiesbaden Ende April werden Erna Lendvai- D i r ck s e n und Dr. Paul Wölfs interessante Vorträge halten. Einspruch gegen das polnische Grenzzonen-Äeseh Kattowitz, 7. Fedr. (DNB.) Der Vertreter der deutschen Volksgruppe in Polen, Senator Wiesner, überreichte dem polnischen Ministerpräsidenten General Skladkowskl eine Denkschrift, über die Auswirkungen des polnischen Grenzzonengesetzes auf die Bevölkerung in den polnischen Westwojwodschaften. Senator Wiesner wies auf die Schwierigkeiten hin, die deutschen Volkszugehörigen beim Erwerb, bei der lieber- eignung und Verpachtung von Grundstücken, sogar in Erbfällen, bereitet werden und ersuchte Skladkow- ski um Abhilfe, da die bisher geübte Praxis geeignet fei, die Existenz der deutschen Volksgruppe auf das empfindlichste einzudämmen. auf der Fahrt nach Montevideo drei Sitzstreiks an Bord ausgerufen hatten. Auf dem Dampfer „Black Falcon" der Black Diamond-Linie waren Kapitän und Offiziere auf der Fahrt des Schiffes nach Rotterdam einfach abgesetzt worden, die Passagiere wurden beschimpft und keine Hand rührte sich, um den Fahrgästen, die doch die Gelder für die-lieber« fahrt bezahlt hatten, auch nur das notdürftigste Essen zu verabreichen. Dann kamen Meldungen über ein geradezu lumpenhaftes Betragen der Besatzung des „President Hoover" gegenüber den Passagieren nach der Strandung in der Nähe von Formosa. Die Berichte der Konsulate der USA. aus anderen Ländern bestätigen den Verfall der Manneszucht und Vorkommnisse, wie sie auf keinen andern Handelsschiffen der Welt in gleichem oder ähnlichem Maße möglich wären. Schon im Herbst vorigen Jahres rourbe darüber geklagt, daß das Schiffsbauprogramm der Vereinigten Staaten durch die Streiks auf den Werften nicht eingehalten wer- den könnte. Die bedenklichen Zustande haben zu einer Flucht in die Oeffentlichkeit geführt, und man erwägt nun strenge Maßnahmen, die in einer Vorlage zur Ergänzung des Handelsmarine-Gesetzes niedergelegt werden sollen. Aber daß solche Zustände überhaupt einreißen konnten, ist jenem Geist demokratischer „Freiheit" zu verdanken, der nach Roosevelts letzten Rehen nachahmenswert auch für die anderen Nationen der Welt sein soll. Wetterbericht Die Belebung der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit beginnt sich auch bei uns auszubreiten. Während am Mittwochmorgen öfllich der. Elbe allgemein noch heiteres Wetter herrschte, hat sich bei uns mit der Zufuhr feuchter Meeresluft in großer vertikaler Verstärkung Mischungsnebel eingestellt, der vielfach bis zu leichten Nebelregen führte. Aussichten für Donnerstag: Nebel wieder nachlassend, bewölkt und einzelne Regenfälle, im ganzen mild, südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 8. Februar: mittags: 7,6 Grad Celsius, abends —0,7 Grad; am 9. Februar: morgens —0,4 Grad. Maximum 7,6 Grad, Minimum heute nacht —2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Februar: abends 1,7 Grad; am 9. Februar: morgens 1 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer 7 Stunden. \ Wintersport-Wetterbericht. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 2 Grad, Gesamtschneehöhe 150 cm, verharscht, Ski und Rodel sehr gut.___ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen« leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs« preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Schiffe ohne Disziplin. Oie M ßstände in der amerikanischen Handelsmarine. Seit dem Weltkriege sind die Zustände in der amerikanischen Handelsmarine recht zerfahren, aber gerade im letzten Jahr find sie chaotisch geworden. Ein Ausschuß des Senats hat jetzt Berichte über die Zunahme der Disziplinlosigkeit unter der Schiffsmannschaft veröffentlich, die beweisen, wohin das Prinzip des Gehenlassens gelangt. Dabei ist Amerika im Besitz der zweitgrößten Handelsftotte. Während Englands Handelsflotte im Vorjahre 26,5 v. H. aller die Meere befahrenden Schiffe besaß, hatten die USA. 14,8, Deutschland 15,9, Norwegen 6,6, Frankreich 4,3, die Niederlande 4 und Japan 6,6 v. H. Hinzu kommt die amerikanische Schiffahrt auf den großen Seen, deren Tonnage 3,9 v. H. der Welthandelstonnage im Vorjahre überhaupt ausmachte. Die Anstrengungen der USA. auf dem Gebiete der Handelsschiffahrt sind recht beträchtlich. Im Jahre 1890 hatten sie nur 1824 000 BRT., im Jahre 1914 = 2 970 000. Aber im Jahre 1929 fuhren 11835 000 BRT. unter dem Sternenbanner, und wenn auch diese Höchstperiode mit der Prosperity schwand, so waren es im Jahre 1937 noch immer 9 796 000 BRT., und die amerikanischen Parlamente beschäftigen sich gerade jetzt damit, das Schiffsbauprogramm wesentlich zu verstärken und den vorgesehenen Bau von Hilfskreuzern für den Kriegsfall zu genehmigen. Die nordamerikanische Handelsschiffahrt schaut auf eine stolze Vergangenheit zurück. Als nach der Gründung der Nordamerikanischen Union sich das weltbeherrschende Albion gegen die Rührigkeit der Nordamerikaner zur See wandte, kam es zu jenem Seehandelskrieg, in dem die Nordamerikaner gegenüber England nachdrücklich die Freiheit der Meere verfochten. Die Bewohner der amerikanischen Ostküste erwiesen sich in den Kämpfen mit England als hervorragende Seeleute. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg hatte der Norden sehr bald den Engländern, die die sklavenhaltenden Südstaaten unterstützten, gezeigt, daß in den Nordamerikanern das Blut der seetüchtigen Angelsachsen und Deutschen nicht ausgestorben war. Die Manneszucht aus den amerikanischen Handelsschiffen war trotz der Unterschiedlichkeit der Bemannungen streng. Im wesentlichen blieb sie auch bis zum Beginn des Weltkrieges erhalten. Dann kam langsam die Wende. Die Nordamerikaner fanden lohnendere Beschäftigung in der Industrie und in der Landwirtschaft. Die Qualität der Schiffsbesatzungen sank. Der Abhub aller Herren Länder wurde herangezogen, um den Mannschaftsbedarf auch nu/ notdürftig zu decken, die Mestizen, Quadronen und andere Rassenmischungen sowie die Neger nahmen in den Schiffsbesatzungen einen immer stärkeren Platz ein. Das wäre schon unter der harten, aber notwendigen Disziplin früherer Zeiten, als die Mannschaft immerhin rassisch ziemlich einheitlich oder nahe verwandt war, ein schwer zu überwindendes liebel gewesen. Im Zeitalter der Komintern kam aber hinzu, daß diese Schiffsbefatzung bolschewistisch durchfeucht worden ist. Die Gewerkschaften haben unter kommunistischer Führung in den letzten Jahren die Schauerleute in den Häfen und die Besatzungen der Schiffe von einem Streik in den anderen gestürzt. Die Seeleute selbst wissen, daß sie gewissermaßen ein verlorener Haufe sind, weil sich in den letzten Jahrzehnten kein anständiger Amerikaner dazu herabließ, ihren Beruf zu ergreifen. So ist mit dem Nachlassen der Disziplin ein Geist des Widerstandes und der Unordnung eingezogen, hinter dem die gesamte amerikanische Handelsschlffahrt zu verrotten beginnt. Der Senatsausschuß sagt geradezu, daß Gauner, Diebe, Spieler, Raufchgifthändler, Trunkenbolde und alle möglichen Gangsterleute sich in der Handelsmarine zusammengefunden und die Schiffe selbst zu einer Stätte der Qual für jeden anständigen Passagier gemacht hätten. Wir erinnern nur an den Bericht, den der frühere Direktor des amerikanischen Marineinspektionsbüros W e e a v e r im Oktober 1937 über diese Zustände gab. Einfchüchterungen, Gewalttätigkeiten und Blutvergießen sind nach diesem Bericht in der amerikanischen Handelsmarine an der Tagesordnung. Am 24. Oktober 1937 wurden 18 Matrosen des Fracht- dampfers „Algic" verhaftet und verurteilt, weil sie im 69. Lebensjahre. 642D 0581 1900 140 6 115 10 Gescnaftskarten bei Brühl,Gießen fm fm fm fm fm Heute entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Fritz Familie Wilhelm Fritz Jakob Fritz Reichsbahn-Sekretär L R. Eichen-Wertholz, Buchen-Wertholz, Nußbaum, Kiefern-Wertholz, Weyki.-Wertholz. Ruttershausen, Lollar, den 8. Februar 1938. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. Februar, nachmittags 3 Uhr statt Salzböden, den 8 Februar 1938. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Februar 1838, nachmittags 2 Uhr statt Die Forftämter Weilmünster, Braunfels, Merenberg, Weilburg und Brandoderndorf verkaufen am 10. INärz, alle anderen Forftämter verkaufen am 11. Wär;. Aufmaßlisten, soweit Vorrat reicht, durch Forstamt Weilmünster, Kreis Oberlahn, 846D ca. ca. ca. ca. ca. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Rosina Erdmann geb. Sprater heute mittag nach langem, schwerem Leiden im 65. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Erdmann, Schrein er meister. Garlenlreunde und Landwirte erhalten kostenlos die Gebr. Seelbach Seltersweg 20 _________37A oenehpl-freiti über Blumen-, Gemüse- und landwirtschaftliche Sämereien Blumen - Knollen, Pflanzenschutzmittel, Gartenbedarls- artikel aller Art Same*»! Well Hill GIESSEN Bahnhof Strato, EctoWoltonßasse Telefon 3403 847 A Donnerstag — Freitag - Samstag R IE STIE riesig billig! Gardinen — Dekorations - Stoffe Rest-Stores / fertige Fenster Die letzte grobe Gelegenheit zum billigen Einkauf in unserem großen • Winter - S chlufe - Verkauf Lieferungsvergebung. Folgender Bedarf des Wohlfahrtsamts im Rechnungsjahr 1938 (1. April 1938 bis 31. März 1939) für den Kreis der Fürsorgeempfänger soll im Wege des öffentlichen Wettbewerbes vergeben werden: a) Lieferung von fertigen Schuhen für Männer, Frauen und Kinder in schwerer und leichterer Ausführung, b) Schuh-Inftandfehungsarbeiten (zugelassen werden nur selbständige Schuhmachermeister), c) Lieferung von blauen Arbeitsanzügen. Woll- deaen uyd Strohfäcken, d) Lieferung von Särgen. Verschlossene Angebote sind unter Beischluß von Mustern zu a bis c bis spätestens Samstag, den 26. Februar 1938, beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 17, einzureichen. Dort können auch die allgemeinen Lieferungsbedingungen und die Vorschriften über die Form der Einreichung in Empfang genommen werden. . 836D Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß von obigen Lieferungen ausgeschlossen sind: Warenhäuser und Filialgeschäfte sowie außerhalb von Gießen ansässige Gewerbetreibende. Gießen, den 7. Februar 1938. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Dr. Hamm, Bürgermeister. Die Preuß. Forftämter Brandoderndorf, hachen- burg-Süd, Krofdorf, Werenberg, Rod a. d. W., Weitburg, Weilmünster, das Gemeindeforslamt Braunfels und das Fürftl. Solmsfche Forftamt Braunfels verkaufen öffentlich meistbietend am 10. und 11. Wär; 1938, jeweils 8 Uhr 15 Win. beginnend, im Gasthof Schmidt in Weilmünster aus Einschlag 38: ilhaus GRAEL r~' : "7 71777 'L in DAS VkiitiSwmttttülft Gießen, Schottstraße 31. Ofc78 lllMIIUIIIIIIIIlll TEXTILHAUS Stadttheater in in Unser Schaufenster in Gardinen- und Dekorationsstoften bietet ebenfalls eine außergewöhnlich günstige Kaufgelegenheit "Machen Sie sich diesen Wink zunutze. 4MO OOÖ GEWINNE 6?3 PRÄMIEN SQÖQ OQQHwi* 20—22.45 19. Freitag- Miete ErstanflührnnB Clivia Operette von Nico Dostal. Tausenden Hausfrauen schon killt Vo rax-Reiniguoqs-Apparat der ideale Staubsauger, ihr Heim verschönern. — Für alle Arbeiten im Haushalt zu verwenden. 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Architektur im Film. Von Max Ingolf. ^Eö ist nicht nur den Fachleuten vom Film, den Schriftstellern und Journalisten, die die Deffentlich- kett von Zeit zu Zeit über das Werden des Film- Kunstwerks unterrichten, sondern auch dem an den Dingen des Films interessierten Laien bekannt, daß der Film Gemeinschastserzeugnis einer zahlreichen Schar künstlerischer und technischer Mitarbeiter ist. Man hat vielfach aus dieser Tatsache heraus dem Film den eigentlich künstlerischen Charakter absprechen und ihn auf die Ebene des guten Kunstgewerbes heben wollen. Derartige Gedankengänge sind für die hochentwickelten Filmwerke der Gegenwart vorschnell und lassen eine wirkliche Vertiefung in die Zusammenhänge vermissen. Denn es darf nicht vergessen werden, daß zum mindesten bei den bedeutenden Filmschöpfungen der Kern der Idee von einem einzigen oder einigen wenigen künstlerischen Gestaltern geschaffen wird, daß der Spielleiter vielfach gleichzeitig Manuskript- und Drehbuchoerfasser ist, und daß im übrigen der Film in einer durchaus ähnlichen Weise wie die Oper Gesamtkunstwerk ist. Es kommt nur darauf an, daß die verschiedenen künstlerischen Elemente: Text, Musik, Gesang, Tanz, Schauplatz usw. aus einer Gesamtsicht heraus zu einem organischen Leben verschmelzen, das dann mit Hilfe nicht nur der Schauspieler, sondern auch des gesamten technischen Stabes, dessen Mitglieder an keiner Stelle eines gewissen künstlerischen Verständnisses und Mitempfindens entbehren dürfen, als geformtes Kunstwerk in Erscheinung tritt. Eine der reizvollsten Sonderausgaben in dieser großen Arbeitskameradschaft hat der Filmarchitekt. Man liest wohl in dem Mitarbeiter- „Vorspann", das den Uebergang zum Filmbeginn bildet, leicht darüber hinweg: „Bauten von .. Aber gerade hier liegt einer der wesentlichen Unterschiede in den Formelelementen des Theaters und des Films. Ruht auf der Bühne der entscheidende Akzent auf dem gesprochenen oder gesungenen Wort, das durch den Rahmen pes Bühnenbildes auf willkommene Weise unterstützt werden kann und im Grunde auch soll (theao* — ich schaue), aber in dieser Beziehung doch je nach dem Stil des Ganzen weitgehend sich mit Andeutungen begnügen kann, so ist der Film schon durch die Dimensionen des auf der Leinwand erscheinenden Bildes auf eine harmonische Füllung des Raumes, einen häufigen Wechsel des Schauplatzes, eine bis ins kleinste sorgfältige Durchgestaltung der einzelnen Elemente des Bilddramas angewiesen, ganz gleich, welcher Gesamtstil den Film erfüllt. Hieraus erhellt die außerordentliche Bedeutung und Verantwortung des Filmarchitekten. Er ist sehr wohl künstlerischer Bühnenbildner, Bilddichter, Maler und Zeichner, er kann Welten aus einer traumhaften Erscheinung zum filmischen Schauplatz machen, er hat dann aber die Aufgabe, alle Einzeldinge dieser Traumwelt so genau, so bis in die kleinsten Einzelzüge hinein „realistisch" zu gestalten. daß der Beschauer keine Störung empfindet, nicht, das Gefübl der „Lüge" bat, sondern in vollkommener ^Illusion willig mitschmingt in der von der Leinwand ausstrahlenden Atmosphäre. Jene peinliche Sorgfalt in der Aus-übrnng muß hier am Werke sein, die wir aus den Bildern der Böcklin- sch"n Traumwelt kennen, wo> der Baum aus den Gefilden hellenischer Wunderwelten bis in den kleinsten Ast, ja bis zum einzelnen Blatt in liebevoller Versenkung durchgestaltet ist. G^wiß: der Architekt"her monumentale Bauten schafft, der mitwirkt am Bilde unserer Städte, der vor allem in der gegenwärtigen Zeit ungeheurer Bauausaaben Werke formt, die für Jahrhunderte Gültigkeit haben werden, bat das stolze Bewußtsein, daß sein Werk den Nachkommen verbleibt, daß sein Name mit ihm verbunden sein wird und daß es seinen künstlerischen und gebrauchsmäßigen Zweck über die Zeiten hinweg erfüllen wird. Den Filrn- bildner lockt ein anderes: den Spiegelungen unseres Daseins in der Bilddichtung der Kamera die überzeugende und künstlerisch packende räumliche Gestaltung zu geben, in der das Spiel der Darsteller erst wirksam zu werden vermag. Bauten, historische und moderne, werden in der Außenfront nachgebildet, moderne oder ältere Stilepochen wiedergebende Inneneinrichtungen aufgebaut, und oft genug gibt es für den Filmarchitekten Aufgaben, oie in anderen architektonischen Arbeitsbereichen nie an ihn herantreten könnten. So gab es kürzlich in Neubabelsberg ein seltsames Gebilde zu sehen, das die volle Breite der riesigen Tonhalle ausfüllte. Es war der aus dem Meere herausragende Teil eines Ozeandampfers, dem lediglich Bug- und Heckwand fehlten, also der vordere und der hintere abschließende Teil. Zu einem Film, der im spanischen Mittelamerika auf einer kubanischen Insel spielt, waren Aufnahmen auf Teneriffa und auf einem Ozeanriesen gemacht worden. Da aber verschiedene auf dem Schiff spielende Szenen auch noch im Atelier gedreht werden mußten, und es technisch nicht möglich war, aus ungewisse Zeit die Gastfreundschaft des Kapitäns in Anspruch zu nehmen, wurde eben kurzerhand nach gewissenhaften Studien das Schiff in seinen wesentlichen Teilen im Atelier neuqesckiaffen: das „Double" eines Ozeandampfers, Deck, Reling, Kabinen, alles in naturgetreuen Maßen und mit einem Material, das entweder dem Urbild ganz genau entsprach oder aber im Filmbild die gleiche Wirkung hatte. So kamen die Architekten von dieser Filmexpedition nicht nur mit reichem Studienmaterial über die spanischen Bauten, sondern zugleich als Schiffswerft-Unternehmer nach Hause. Die FjM'amera besucht einen Oraug-Säugling. Von Paul Gipper. Der bekannte Tierschriftsteller Paul Eip- p e r, der sich in letzter Zeit auch als Hersteller von Tierfilmen einen Namen gemacht hat, vollendete vor kurzem seine mehrjährige Arbeit an einem Film von Menschenaffen, Nie hätte ich es für möglich gehalten, daß ich einen Wochenbesuch bei einer Orangmutter und ihrem erst fünf Tage alten Säugling machen dürfte. Noch dazu mit Solluxlampe und Filmkamera. Schauplatz ist der Hellabrunner Zoo in München, wo seit einem Jahr die größte und bedeutungsvollste Menschenaffenstation der Welt und Tierfreunden offensteht. Unter den mehr als vierzig Menschenaffen, roten und schwarzen, Zwergen und Riesen, befindet sich auch ein ausgewachsener Orang-Utan, der bei seinem Eintreffen in München so böse war, daß er den Namen „Satan" erhielt. Aber die Hellabrunner Affenpfleger Der Todeskandidat und Arno Hrllmis plaudert aus der Schule. P er in Der Funksprecher Arno H e l l m i s ist in Deutschland ein bekannter Mann geworden, weil er bei den gtoßen Boxkämpfen regelmäßig den Millionen am Lautsprecher das Geschehen so lebendig übermittelt. Aus Anlaß der Uraufführung des in diesen Tagen auch in Gießen gezeigten Filmes, den die Tobis vom Kampf „S ch m e l i n g — Ben F o o r d" ausgenommen hat und bei dem ebenfalls der Sprecher ist, erzählt er seiner launigen Art von seiner Arbeit. Das Seelenleben des Rundfunkreporters vorstehenden Berufswechsel zu machen. Wsnn dann der rote Knopf aufleuchtet und die Musik trn Kontroll-Kopfhörer langsam abstirbt, dann ist es ungefähr so wie mit dem ersten Freibad, Anfang Mai, wenn das Fräulein Braut dabei steht und man ihr durch männliche harte Entschlossenheit imponieren möchte. Für den Moment des Auf-den-Sender-Gehens gibt es merkwürdigerweise nicht zwei, sondern drei Möglichkeiten. Entweder der Sender kommt zu früh, dann weiß man nicht, was man saZen soll, weil der Stoff nicht reicht. Oder der Sender kommt zu spät, dann weiß man nicht, was man sagen soll, weil man zuviel Stoff hat. Oder der Sender kommt pünktlich, dann weiß man nicht, was man sagen soll, weil man das noch nie erlebt hat. Wenn man sich von der Ueberraschung erholt, dann hat man den Stoff vergessen. Es ist wirklich ziemlich verwickelt! Bei der Uebertragunq von Boxkämpfen ist der Sprecher von allen Beteiligten am schlechtesten dran. Die Zuschauer tun überhaupt nichts und schaun nur lässig gelangweilt hin, wenn sie nicht gerade brüllen. Die Presseleute machen mit überlegen-fachlicher Miene kleine Notizen und tun so, als seien sie furchtbar überanstrengt. Die Boxer arbeiten ja, das stimmt, aber sie haben doch nach drei Minuten immer eine Pause. Die hat der Sprecher nicht! Um wieviel angenehmer ist doch die Arbeit beim Film! So fürchterlich die letzte Sekunde für den Rundfunksprecher, so angenehm ist sie später, wenn der Kampffilmstreifen das letzte, kluge Synchronwort geschluckt hat. Dann tritt die bildhübsche Tobis-Sekretärin auf den Sprecher zu (Film-Sekretärinnen sind immer bildhübsch!) und sagt: „Herr Hellmis", sagt sie, „ich schicke Ihnen das Honorar in die Wohnung. Der Wagen ist schon unterwegs. Sie müssen ohnehin müde sein. Was sollen Sie sich so abschleppen!" Und dazu lächelt die bildhübsche Sekretärin. Ist das eine letzte Sekunde? ziemlich verwickelt. Da die Gefahr besteht, daß man diese lapidare Feststellung für anmaßend hält, muß ich Sie schon bitten, weiterzulesen. Die Gefühlsskala des Sprechers einer großen Sendung kennt drei Hauptabschnitte: Freude, Angst und jene Wurstigkeit, welche unser großer Dichter Goethe einmal — war es im „Götz"? — so treffend kennzeichnete. Die Freude pflegt sich einzustellen, wenn der ehrenvolle Auftrag erteilt wird. Plötzlich sind alle Kragen zu eng! Sie passen dann wieder, wenn der Techniker mit durchbohrendem Blick äußert: „Wir jehn setz uffn Sender!" Da kommt die Angst, blanke, mordsjämmerliche Angst vor dem Mikrophon. Das dritte Stadium — die Wissenschaftler nennen es den Berlichingen-Komplex — ist nach der Sendung zu konstatieren, wenn unsere Freunde in ihrer zarten Besorgnis ganz genau wissen und erklären, was man schlecht gesagt hat und was man anders hätte sagen sollen. Das Vor- und das Nachgefühl kommt auch in anderen Berufen vor, etwa bei jungen Malern oder bei alten Berufssäufern. Dem Rundfunk eigen ist nur die Mikrophon-Angst, der Zustand des Sprechers in der gefürchteten letzten Sekunde. Man sagt, daß Todeskandidaten in der letzten Sekunde die Vergangenheit blitzschnell vorüberziehen sehen. Das unterscheidet sie -vom Rundfunksprecher, der eigentlich mehr die Zukunft vorüberziehen sieht, nicht ohne sich einige Gedanken über den zweifellos be- Das Leben selbst. Film, Realistik und Wirklichkeit. Zwei merkwürdige Vorfälle wußte in der letzten Zeit die Presse unter der Ueberschrift „Film und Leben" zu melden. Beide Male wurde ein filmischer Vorgang dadurch plötzlich gestört, daß sich überraschend der Zufall — oder das Leben, oder die Wirklichkeit, wie man es nennen will — als Diit- fpieler einschaltete. Beides waren „realistische' Filmszenen, der Natur abgelauscht, mit allen Mitteln moderner Filmkunst ausgestattet, aber ihre „Wirklichkeit" wurde jäh unterbrochen von einer anderen Wirklichkeit, die mit viel kleineren Mitteln und weniger Aufwand ähnliche Wirkungen erzielte und trotzdem das Konzept des Films gründlich verdarb. Der erste Vorfall wurde nur kurz und nüchtern von den Zeitungen gemeldet. Eine dreißig Kopf starke Truppe französischer Filmschau,pieler die sich auf dem Dampfer „Saint Joachim" emgeschifft hatte, um im Atlantischen Ozean an der Küste der Bretagne die Außenaufnahme eines neuen Films zu drehen, erlitt Schiffbruch. Die Filmleute hatten sich eben zur Aufnahme an Deck begeben, als em Stoß das ganze Schiff erschütterte: der „Saint Joachim war im Nebel auf einen Felsen aufgelaufen Der Kapitän ließ die Rettungsboote aussetzen, m denen die erschrockenen Filmleute wieder an Land gerudert wurden. , , . Wahrscheinlich war man ausgefallen, um einen Schiffbruch zu filmen. Weshalb hatte man sich sonst die äußerste stürmische Landspitze der Bretagiie und außerdem einen nebligen Tag ausgesucht? Gewiß waren alle Vorbereitungen getroffen, um einen großartigen Schiffsunfall darzustellen, mit aller Realistik, sogar mit echtem Nebel. etwas dazwischen: ein wirklicher Schiffbruchs E scharrte unter dem Boden des Dampfers, dann gab es einen starken Ruck durch den ganzen „Santt Joachim", der bedenklich zu schwanken begann durch ein Leck strömte Wasser in den Schiffsbauch, die Schraube arbeitete wie irrsinnig, ohne das Schstf befreien zu können, das Steuer funktionierte mch mehr, hilflos war der Dampfer den Wellen preis- gegeben — Panik, gellende Befehle des Kapitäns, Pfiffe, schreiende Matrosen, alles in die Boote Schluß der Ausnahme. , Man würde gern noch etwas mehr wissen. Be,aß der Operateur so viel Geistesgegenwart, die wirk, liche nickt „realistische" Panik zu kurbeln? Es ist zu bezweifeln Hat sich der erste Held, der bei der geplanten Aufnahme sicher den weiblichen Star- unter Einsatz feines Lebens retten sollte, wirklich heldenhaft betragen? Oder fiel er vielleicht als erster aus der Rolle und bekam einen hysterischen Weinkrampf? Klappte die echte Panik, das Ausbooten, obwohl sie vorher nicht geprobt werden konnte? Ach, sie klappten bestimmt nicht, sie waren sicher sehr wir- j kungslos, vom filmischen Gesichtspunkt aus deur- I teilt. Es entstand wahrscheinlich nichts als ein tolles Durcheinander, das leicht schlimm hätte ausgehen können, wenn nicht der Kapitän sehr realistisch ein- gegriffen hätte. Wohlgemerkt, der echte Kapitän, nicht der aus dem Film, denn gewiß gab es da auch einen „falschen" Kapitän, in schöner Uniform, geschminkt und „auf Schiffbruch frisiert", und vielleicht mußte ihn sogar der echte Kapitän mit einem Rippenstoß ins Rettungsboot befördern. All diese Herrn und Damen mit ihren einstudierten Rollen mußten wohl anstatt dem Regisseur einigen derben Matrosenfäusten gehorchen, die sehr tatkräftig daraus verzichten, Theater zu spielen, sondern sie dahin bugsierten, wohin sie gehörten, in die Boote. Man wird nichts Näheres über diesen Unfall erfahren, der eigentlich nur ein unliebsamer „Zwi- chenfall" war und bei dem niemand zu Schaden gekommen ist. Die Filmgesellschaft wird sich hüten, Einzelheiten zu erzählen, und die Schauspieler ebenfalls Aber eines ist gewiß: an seine Rolle hat wohl keiner gedacht, als die Meldung von unten kam: „Wasser im Schiff, wir sitzen fest!" Es nützte ihnen gar nichts, daß im Drehbuch jeder einen festgelegten Poften auf dem sinkenden Schiff hatte, mit genau vorgeschriebener Heldenhaftigkeit, Verzweiflung, mit humoristischen Zwischenfällen und tragischen Zusammenbrüchen. Sie rannten aufgescheucht durcheinander, dachten nur noch an ihre eigene Angst, an das, was wirklich war, nicht, was sie realistisch darstellen sollten. Der zweite Vorfall ereignete sich in einem Vorstadtkino von Neapel. Es wurde vor dicht besetztem Haus der große amerikanische Film „San Franzisko" gegeben, mit seiner grausigen Darstellung des Erdbebens, das diese blühende Riesenstadt m wenigen Minuten in einen rauchenden Schutthaufen verwandelte Diese Szenen gehören in ihrer krassen Realistik zum Eindrucksvollsten, was man bis jetzt auf der Leinwand sah. Der amerikanische Film ist mit Recht stolz darauf, sie haben viele Dollars gekostet — ein Vermögen für ein Schauspiel, den man 'vom sicheren Parkettstuhl aus erschauernd erlebt Aber für das Publikum des neapoütaner Vorstadtkinos war es mehr. Die Einwohner von Neapel wissen, was ein Erdbeben bedeutet, sie kennen das unterirdische Grollen nur zu gut, wenn der Vesuv wieder einmal ungemütlich wird, das widerliche Gefühl, wenn der Boden schwankt, die Mauern einstürzen, die Straßen aufreißen. Mit diesen Erinnerungen werden sie großgezogen, und wer nicht selbst Erdbeben und Vesuvausbruch erlebt hat, der kennt doch die Ruinen der zerstörten Dörfer, die Trümmerfelder von Pompeji und Herculanum. Immer, bei Tag und Nacht, steht die feine Rauchsäule des Vesuv hinter dem Golf. Man erinnert sich aus dem Film der Szene, wie während einer Theatervorstellung in San Franzisko der Kronleuchter plötzlich zu schwanken beginnt, die Galerie sich loslöst und ein Stück krachend abbricht, wie. in wenigen Sekunden aus dem festlichen Saal ein grauenvolles Gewirr splitternder Balken geworden ist, durch das sich heulend, schreiend, irrsinnig vor Angst die Menschen hindurchzuschlagen versuchen. Auf der Straße dasselbe Bild: ganze Häuserfassaden knicken ein, das Pflaster zerreißt in klaffenden Sprüngen, ein Wasserrohr bricht, zischend fährt der Strahl in die Trümmer — Da geschah es. Aus unerklärlichen Gründen löste sich in dem neapolitanischen Vorstadtkino ein an der Wand aufgehängter Feuerlöscher aus feinen Klammern und fiel zu Boden. Das dürfte einigen Spektakel gegeben haben. Durch den Sturz löste sich auch die Verschlußschraube des Apparates, und ein Strahl der feuerlöschenden Flüssigkeit ergoß sich zischend in den dicht besetzten Zuschauerraum. Noch wußte das Publikum, aufgeregt, schreckhaft gereizt durch die Vorgänge auf der Leinwand, nicht recht, was geschehen war, als plötzlich eine gellende Stimme „Terremoto! Erdbeben!" schrie, eine sehr menschliche, lebendige Stimme, anders, aufreizender, näher als die Stimmen des fernen San Franzisko, und ein junger Mann mit Händen und Füßen sich gewaltsam wie ein Rasender Bahn schaffte zum Ausgang. Dieser eine Schrei, verbunden mit dem immer noch weiter wütenden Zusammenbruch des unwirklichen San Franzisko auf der Leinwand und dem sehr wirklichen fauchenden Strahl aus dem herabgeftürzten Feuerlöschapparat genügte, um im selben Augenblick eine furchtbare Panik auszulösen. Man sprang von den Sitzen, drängte übereinander nach den Ausgängen, man stieß sich gegen die Einfassungen der Logen, und — fast genau wie im Film — löste sich ein Stück der Balustrade und brach krachend in das Parkett hinunter. Kann man sich eine größere Uebereinftimmung zwischen Film und Wirklichkeit denken? Nur langsam konnte das Publikum beruhigt werden. Sechs Frauen und neun Männer wurden bei dieser Panik mehr ober weniger schwer verletzt. Gewiß war die gefilmte Panik von San Franzisko viel großartiger, viel blutiger und grausamer verstehen ihr Handwerk und haben die rechte, innere Einstellung zum Tier: der „Satan" entwickelte sich zu einem so anständigen, geradezu vornehmen Cha« ratter, daß die Leiterin der Station und die Pfleger nun längst ohne die geringste Gefahr bei Satan aus» und eingehen: der Koloß von Größe und Kraft spielt harmlos vergnügt mit ihnen. Es sieht von der Zuschauerseite her unheimlich aus, wenn die zahnbewehrten Kiefer eine Menschenhand festhalten oder gigantische Arme einen Menschennacken umschlingen; aber Pfleger und Tier haben gegenseitig ein unbedingtes Vertrauen zueinander, sind echte Freunde. Dieser Satan lernte nun in Hellabrunn Joliette kennen, eine schöne, braunrote Drangfrau in den besten Jahren. Aus der Gemeinschaft der beiden entsproß der kleine Heinz, der inzwischen zum viel bestaunten Liebling aller oderbayerischen Tierfreunde geworden ist. Schwer, meine Gefühle zu beschreiben, als ich zum erstenmal die Wochenstube betrat; ich schäme mich nicht einzugestehen, daß zunächst Scheu und ein wenig Furchtsamkeit die Oberhand hatten. Mir ist bekannt, arie mißtrauisch und angriffslustig die Affenmütter sind in ihrer Sorge um das Kind. Aber hier bewies sich ganz deutlich die Richtigkeit der Münchener Tierpflege: Heinz Heck, der Direktor, sieht darauf, daß möglichst jeder seiner tierischen Schützlinge handzahm ist, an den unmittelbaren Umgang mit dem Pfleger gewöhnt. Die Drangmutter Joliette bildete keine Ausnahme; sie blickte uns zwar etwas verwundert an, blieb aber ruhig ausgestreckt auf ihrem Lager, genoß die wärmende Bestrahlung durch die Starklichtlampe und kümmerte sich nicht im geringsten um 1ms Schnurren meiner Schmalfilmkamera. Schnell waren Scheu und Furcht in mir verschwunden; nur ein Gefühl beherrschte mich noch: schier ehrfürchtige Ergriffenheit, ich kann es nicht anders sagen. Wie ein Menschensäugling lag der neugeborene Drang in der Schutzhohle der mütterlichen Arme, noch pflanzenhaft reglos; aber seine Lippen schwelgten energisch am nährenden Milchquell. Nach einiger Zeit bettete das Muttertier fein Kind von links nach rechts, richtete den Dberförper auf und koste mit sanfter Hand das aus dem Dämmerschlaf erwachende, heftig zappelnde Geschöpfchen. Als ich wieder fortging, war ich erfüllt von dankbarer Freude. Noch zweimal wurde ich seitdem Gast in der Hellabrunner Affenstation, um für meinen neuen Film die Entwicklung des kleinen Heinz bildlich feft» zuhalten und den Tierfreunden in Stadt und Land dieses für mich so beglückende Erlebnis zu vermitteln. Am Ende des ersten Vierteljahres verließ der kleine Heinz schon für mehrere Minuten das Haarkleid feiner Mutter, in dem er sich sonst mit allen Vieren festhält. Seine Augen blickten neugierig umher, er krabbelte auf Händen und Füßen — unbeholfen zwar, doch kühn entschlossen — über das Strohlager, trieb rudernde Gymnastik auf dem Bauch; aber die Arme einer Drangmutter sind lang und beenden zur rechten Zeit die allzu magemutiaen Ausflugsgelüste ihrer Kinder. Immerhin, plöklich richtete sich der zappelnde Drangsohn mit dem Dber» körper hoch — und saß! Erste Selbständigkeit. Einen Monat später hangelte und kletterte der rote Wollzwerg leicht am Drahtgeflecht empor, turnte über die aus Zweigen für ihn errichtete Steigeleiter, und als seine Mutter vom Pfleger Hans mit Apfelbfei gefüttert wurde, patschten seine kleinen Händchen mitten in die Schüssel. Aie Kamera hielt fest, wie der Löffel mit der Süßigkeit wechselweise in den lang vorgeschobenen Schnuten der Mutter und des Kindes verschwand, wie verzückt genußvoll die Augen des Drangsohnes leuchteten. Ich bin begierig auf die Ueberraschung beim nächsten Besuch; ein lachendes Kindergesicht im Strahlenkranz der langen, steif aufstehenden Kopfhaare — wer weiß, vielleicht schwingt der „Heinz" dann schon von Ast zu Ast und heckt muntere Schelmenstreiche aus. als die wirkliche im neapolitanischen Kino. Aber in dem Augenblick, als der Hysteriker losschrie: „Terremoto! Erdbeben!", als bei diesem einen Menschen die schmale dünne Scheidewand zwischen eingebildeter und erlebter Realität zusammenbrach — jeder Wahnsinn, aber auch jede große schöpferische Idee entspringen einem solchen Augenblick —, hat gewiß feiner aus dem Publikum den Vergleich zwischen Wirklichkeit und Film gezogen. Möglich, daß sich für einen oder den andern der Neapolitaner, die in ihrem Kino fast zu Tode getrampelt wurden, später in der Erinnerung die gefilmten Vorgänge untrennbar vermischten mit den eigenen Erlebnissen. Aber die meisten dürften von der grandiosen Panik auf der Leinwand nur sehr geringe Eindrücke behalten haben. Da kam etwas dazwischen, das war viel entsetzlicher und furchtbarer, das war lebendig. Wirklichkeit, die wir erleben, ist nicht realistisch. Sie besteht nicht in einer Fülle erschütternder Einzeleindrücke, sondern im Zittern unseres eigenen Herzens. Einen ähnlichen, wenn auch weniger blutigen Schrecken empfindet man ja schon, wenn im Ma- rionetten-Theater überraschend eine lebendige Riesenhand von oben in die Scheinwelt der Puppen greift.1 Beide Vorfälle sind glimpflich abgelaufen. Man kann sogar hinterher über beide lächeln, sie wirken grotesk wie jede Situation, in der die entfesselte menschliche Leidenschaft in gar keinem Verhältnis steht zu dem tatsächlichen Sachverhalt. Ein Schiff bekam ein Leck, es wird wieder repariert werden. Ein Feuerlöschapparat fiel zu Boden, man xvird ihn reparieren, ebenso wie man das zerbrochene Galeriegeländer und die paar Hautabschürfungen und Quetschungen im Publikum längst repariert haben wird. Es ist leicht, hinterher zu sagen: es ist nichts geschehen, weshalb die Aufregung? Und doch rühren beide Vorfälle, der auf dem Dampfer und der in Neapel, an den Tod. Der Tod ist ein unbarmherziger Demaskieren Er braucht nur mit dem Finger zu winken, und das Scheindasein, das der Mensch um sich herum gebildet hat, zu seinem Schutz, zu seiner Freude, zur Sättigung1 seiner Phantasie, bricht zusammen. Was übrig bleibt, ist das Leben selbst, das sich gegen den Tod wehrt, und in diesem Kampf sind die wenigsten gute Schauspieler. Die Regieanweisungen unseres Verstandes und unserer Erziehung, wie man sich in diesem dramatischen Höhepunkt unseres Lebens zu benehmen habe, versagen leicht. Denn der Wille zum Leben ist stärker und wirft sie über den Haufen. Dieser Wille 3um Leben ist das einzig wirklich ,Wirkliche" in uns und in aller Natur. Fritz Gaupp. l ( i- i* L. f. 3 t rt- : n ! j et. che r - en ich nd en 1 V- : en, >en *rb ' oie 011 'ch en, id- im nd i‘üe iim r • te- 105 ' ’S« rü r :llt rg en ch- 1U> tert er de irz »33 .'N. er- cn rt lr- Ab« im .'N. 9t, en Ze ck. testen m en sie n. rs, ft- inen »er ße fe- ag t s idt ior ;r- ll- ire ;en ter ibie ;n, »er )er nd rips Die in eilen )r- er ^)esdeutschenHeeres„kleinsteSoldaten" Das Potsdamer Große Militär-Waisenhaus. Am 28. Januar hat Deutschlands neue Armee nach 19 Jahre langer Warlefrist wieder von einer der traditionsreichsten Stätten preußisch-deutschen Wehrwillens, dem alten Potsdamer Soldatenwaisenhaus Friedrich Wilhelms!., Besitz ergriffen, Von dieser Schöpfung des Soldatenkönigs plaudert hier ein kundiger „alter Potsdamer". Wer sich aus der Ferne, mit der Eisenbahn oder auf dem Wasserwege der vieltürmigen alten Soldatenstadt der preußischen Könige nähert, erblickt nahe dem zur Höhe strebenden prächtigen Turm der Garnisonkirche und unweit der mächtigen Kuppel von Schinkels herrlicher Nikolaikirche die zierliche, von freistehenden Säulen getragene Kuppel eines Bauwerks, dessen sonstige Schönheit und dessen Bedeutung dem Beschauer erst offenbar wird, wenn er beim Gange durch bip Straßen vor dem gewaltigen Mittelbau des großen Hauses steht, über dem sich, wuchtig und graziös zugleich, der aus der Ferne gesehene Turm erhebt, gekrönt von der vergoldeten Statue der Caritas, der Verkörperung der Nächstenliebe mit dem flammenden Herzen in der Hand. Die vielen Wallfahrer zu den preußischen Königsgräbern in der Gruft der Garnisonkirche und zu den anderen denkwürdigen Stätten der alten Königsresidenz, die bis zum Jahresende von 1918 die Straßen Potsdams durchstreiften, erblickten oft mit frohem Staunen die zu dem ständigen Bilde dieser Stadt untrennbar gehörenden „kleinsten Soldaten der deutschen Armee", für die der Potsdamer den vertrauten Namen der „W a i s e n j u n g e" hatte. Vom kleinsten Dreikäsehoch bis zum werdenden Jüngling sah man die Zöglinge des Waisenhauses in der Nachbildung der preußischen Infanterie-Uniform in festem Schritt und Tritt geschlossen durch die Stadt marschieren oder in den Ausgehstunden einzeln ober in kleinen Trupps einherwanb-'ln, am eilfertigsten aber zu ben „großen Urlaubszeiten" zu Weihnachten unb zu ben Sommerierien. Um biefe beiben Pole brehte sich bes „Waisenjungen" Jahreskalenber. Dann fuhren bie kleinsten zum ersten Male in ihrer stolzen Uniform zur Mutter, bie irgenbwo fern im Reiche lebte, unb beren ganze Liebe unb Sehnsucht bem kleinen Knaben in Preußens Solbaten- ftabt galt. Vor freubiaer Erregung schliefen bie Knaben erst spat am Abenb vor ber Abreise ein, in aller Frühe am ersten Urlaubstag ließ bas Reisefieber sie schon roieber erwachen. Nach flüchtig gemffener Morgensuppe ging es bann in einer kleinen Völkerwanberung zur Bahn hinaus, unb ber Stationsvorsteher batte bei bem aufgeregten kleinen Völkchen alle Hände voll zu tun. Stolz hält jeder Knabe fein „M i l i t ä r b i l l e t" in der Hand, eine Reihe Waggons ist vorbestellt, schließlich sitzt die zapplige Schar auf ihren Plätzen, endlich ertönt das Abfahrtssignal, und unter lautem Jubel geht es ab. Hurra, nach Haufe! Aber dies sind die Höhepunkte des Knabenlevens im Potsdamer Waisenhaus. Die andere Zeit des Jahres gehört dem strengen Dienst und dem nicht minder strengen Schulunterricht; denn ber Zögling ist hier in diesem Hause, um ein tüchtiger Mann zu werden. Aus ihm ruhte besonders aufmerksam das Auge seines Königs, ber vom Sol- datensohn erwartet, baß er selbst ein tüchtiger Ver- teibiger bes Vaterlandes und später ein pflichtbewußter Beamter in der vordersten Reihe ber treuen Staatsdiener fein soll. So hat der Gründer des Hauses, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. es sich erdacht, als er es im Jahre 1722 ins Leben rief, „auf daß die Jugend im Dienste Gottes unb bes Nächsten möge auferzogen werben". In Friedrich Wilhelms Heer war von jeher die Zahl der Soldatenkinder sehr groß. Der König begünstigte, em früherer Vorkämpfer planmäßiger Bevölkerungspolitik, das Heiraten der Unteroffiziere und Gemeinen feines Heeres „zur Steigerung der Population" so viel als möglich. So gehörten Soldatenfrauen und Soldatenkinder zur Armee, auch noch unter Friedrich dem Großen. Zur Zeit des Siebenjährigen Krieges kamen auf taufend Mann Soldaten 500 Kinder; als ber Große König starb, zählte man auf bie 200 000 Mann ber preußischen Armee an 100 000 Söhne unb Töchter. Die „Seelenlifte" ber Berliner Garnison vom Jahre 1776 zählt 18 052 Köpfe, zu benen 5526 Solbatenfrauen unb 6662 Kinber gehörten. Der Plan zur Grünbung bes Potsbamschen Waisenhauses entftanb im Herzen bes Solbaten- königs gelegentlich einer militärischen Musterung in Halle im April 1713. Damals sah ber König bort mit Begeisterung bie Frankeschen Stiftungen und forderte den großen Stifter dieser Anstalten zugleich auf, nach Potsdam zu kommen und ihm „dort auch ein solches Waisenhaus zu machen". Franke antwortete: „Das kann ich nicht, Jhko Majestät. Das hat Gott getan!" Und als der König entgegnete, er wolle ja sein Werk mit Gott anfangen, erwiderte Franke, ein Soldaten-Waisenhaus könne nur von Militärs errichtet werden, die mit den Einrichtungen und Bedürfnissen der Armee vertraut wären. So ließ der König den Gedanken der Berufung Frankes fallen. Am 21. Mai 1722 wurde der Grundstein des Hauses gelegt, am 1. November 1724 wurde es eröffnet, aber es wurde noch jahrelang daran gebaut, und feine heutige Eine Vuchbesprechüng. — S i r Au st en Chamberlain: Englische Politik. Erinnerungen aus 50 Jahren. Deutsche Ausgabe herausgegeben und übersetzt von Dr. Fritz Pick. Mit einem Geleitwort des britischen Premierministers Neville Chamberlain. Preis in Seinen geb. 12,50 Mark. Essener Verlagsanstalt in Essen — (14) — Die Familie Chamberlain, die ihrem Vaterlande drei bedeutende Staatsmänner geschenkt hat, stammt aus Birmingham, dem Mittelpunkt der englischen Stahlindustrie. Hier besitzen die Chamberlains eine Schraubenfabrik, das sichere Fundament für die hervorragende politische Rolle, die der Vater Joseph Chamberlain sowohl wie seine beiden Söhnen Austen und Neville als Unterhausabgeordnete ihres heimatlichen Wahlkreises und letzterer auch als Bürgermeister seiner Vaterstadt gespielt haben. Joseph Chamberlain, der unter Gladstone als Liberaler begann, hat in den kritischen Jähren des Burenkrieges als Kolonialstaats- jekretär im konservativen Kabinett Salisbury die große Tradition des britischen Imperialismus der viktorianischen Aera fortgeführt. Eine schwere Erkrankung zwang ihn zwar, sich 1906 vom parlamentarischen Leben völlig zurückzuziehen, wie sehr aher der Einfluß dieser überragenden Persönlichkeit sich auch dann noch geltend zu 'machen wußte, sehen wir am besten aus diesem Erinnerungsbuch seines ältesten Sohnes, das, soweit es die Jahre 1906 bis 1914 betrifft, zum weitaus überwiegenden Teil aus den Berichten besteht, die Austen Chamberlain, damals als unionistifcher Abgeordneter in der Opposition zum liberalen Kabinett Asquith fast täglich feinem meist von London abwesenden Vater erstattet hat. Aus diesen Berichten, die auch den deutschen Lesern an sich fernliegende Dinge behandeln, lernen wir wie aus kaum einem zweiten Buch das parlamentarische Leben Englands kennen, bie klug ausbalanzierte Maschinerie bes Zusammenspiels zwischen Regierung und Oppositton, die wesentlichsten innerpolitischen Probleme dieser Zeit, besonders die irische Frage, die heiß umkämpfte Reform des Oberhauses und die den Dominions gewährten Vorzugszölle, die dem alten Chamberlain als konsequentesten Verfechter des Reichsgedankens besonders am Herzen lagen. Gerade aus diesen Teilen des Chamberlainschen Memoirenwerkes können wir sehr viel lernen zur Erkenntnis der Grundlagen des politischen Denkens der Engländer überhaupt, mag es uns auch mehr zu den außenpolitischen Exkursen hinziehen, die vor allem in ben letzten Abschnitten bes Buches immer mehr in ben Form erhielt es erst in ben 70er Jahren des Jahrhunderts durch Friedrich den Großen und seinen Baumeister Contard. Die ersten Lehrer und Prediger bekam das Waisenhaus aus Halle, aus dem Frankeschen Lehrpersanal. Die fortschreitende Entwicklung der Anstalt, die geistige und leibliche Pflege der Kinder blieb Gegenstand unausgesetzter Fürsorge des Königs bis an sein Ende. „Tonnen Goldes" gab er nach einer alten Quelle für fein Waisenhaus aus. Hier, wo es das Wohl feiner verwaisten Soldatenkinder galt, spendete ber Sparsame mit vollen Hänben. Auch bie späteren Herrscher Preußens bewiesen bem Potsdamer Waisenhaus stets ihre besondere Fürsorge. Staat und Armee entnähmen den Zöglingen im Laufe der Jahrhunderte zahllose tüchtige Männer, die dem Hause Ehre machten. Das Diktat von Versailles wollte auch diese schöne, berechtigte und zu allem im wahrsten Sinne humane, echtester Nächstenliebe dienende Schöpfung preußisch-deutschen Wehrwillens in Atome auflösen. Es gelang dem bösen Anschlag nicht ganz. Die staatliche Erziehungsanstalt der Jahre 1919 bis 1938 erhielt wenigstens den Keim der Einrichtung am Leben. Jetzt hat das neue deutsche Heer das alte-Potsdamer Waisenhaus wieder in seinen Schutz genommen, unb wie früher werben „bie kleinsten Soldaten" des deutschen Heeres im Bannkreis der historischen Soldatenstadt heranwachsen zu tüchttgen Verteidigern des neu erstarkten deutschen Vaterlandes. Johannes Moeller. Vordergrund treten. Chamberlain hat aus seiner einseitigen Vorliebe für Frankreich niemals ein Hehl gemacht. Sie rührt vermutlich schon aus feinen Studienjahren her, die er teils in Berlin, teils in Paris zugebracht hat. Wir haben seinerzeit den Bericht über seinen Besuch bei Bismarck veröffentlicht. Er ist nicht ohne Bewunderung und herzliche Zuneigung für den großen deutschen Staatsmann, die bedeutendste Persönlichkeit seiner Zeit, deren Charme sich der junge Engländer nicht zu ent-1 ziehen vermochte. Aber vom übrigen Deutschland, I seiner Gesellschaft, seinen politischen Kräften hat Chamberlain doch ein zumindest sehr oberflächliches, wenn nicht gar recht schiefes Bild mit nach Hause genommen. Und da er niemals sich bie Zeit genommen hat, durch einen zweiten Befuch in Deutschland dies Bild feiner Studentenzeit zu revidieren, hat er sich später ber_ Kriegspfychose hemmungslos hingeben können und blieb auch noch nach dem Zusammenbruch in seinen alten Vorstellungen. Nach ber kurzen Locarno-Periode, in der er als Außenminister um bes ihm im englischen Interesse wünschenswert dünkenden beutsch- französischen Ausgleichs willen eine Zusammenarbeit mit Stresemann anstrebte, ist er bald wieder in feine alten Vorurteile verfallen unb hat in feinen letzten Lebensjahren mit seinen Attacken gegen ben Nationalsozialismus bei seinen ultrakonservativen Parteifreunden immer lebhaften Beifall gefunden. Ganz anders war Chamberlains Einstellung zu Frankreich, zu dem er schon als Student in Paris ein inneres Verhältnis gefunden hatte. Es wäre töricht, sich darüber irgendwelcher Täuschung hinzugeben, daß diese Einstellung Austen Chamberlains trotz aller bis auf den Grund gehenden We- sensoerschiedenheit zwischen Engländern und Franzosen, wie sie besonders während des Weltkrieges zutage getreten ist, die Einstellung sehr vieler seiner Landsleute ist, gleichgültig welchen Standes oder welcher Parteirichtung, gestern wie heute. Besonders aufschlußreich sind dafür bie Aufzeichnungen Chamberlains über die Tage vor dem Eintritt Englands in den Weltkrieg, in denen die konservative Opposition mit größter Energie eine Entscheidung des Kabinetts Asquith für ben Krieg zu erzwingen suchte. Interessante Streiflichter fallen auf eine große Anzahl bedeutender Persönlichkeiten des englischen politischen Lebens wie ber internationalen Politik. Charakteristisch ist auch Chamberlains Bericht über bie Bilbung des Kriegs- Konzentrattonskabinetts Lloyd George. Die Brutalität des Walliser Feuerkopfes hat man damals notgebrungen ertragen, um ihn ähnlich wie bie. Franzosen Georges Clemenceau nach errungenem Sieg kaltzustellen. Austen Chamberlain lobten Gegner und Freunde gleichermaßen als einen Mann von größter persönlicher Uneigennützigkeit, und er hat diesen in der Politik nicht eben häufigen Charakterzug in mehreren kritischen Situationen unter Beweis gestellt, so als er zugunsten Bonar Laws auf die Führung der Konservativen Partei und damit auf die Anwartschaft auf Öen Premier- minifter verzichtete. Sein jüngerer Stiefbruder Neville Chamberlain, der gegenwärtige britische Premierminister, hat bem Buch ein Geleitwort mitgegeben, das seinen deutschen Lesern die gewiß liebenswerte Persönlichkeit des Verfassers nahezubrin- gen sucht. Dürfen wir in diesem Bemühen den Wunsch des brittschen Premierministers sehen, die Denkwürdigkeiten seines Bruders in ben Dienst ber deutsch-englischen Verständigung zu stellen? Wenn Klarheit über bie beiderseitigen Auffassungen der erste Schritt zu einer Verständigung ist, Io mögen allerdings Austen Chamberlains Erinnerungen aus fünfzig Jahren englischer Politik sehr wohl dazu verhelfen. Dr. Fr. W. Lange. politische Erinnerungen aus dem Aachkriegs-Oesierreich. Eine Buchbesprechung. — Ernst (Street Ritter von (5 tr*e e r u • witz : (Springflut über Oe st erreich, Erinnerungen, Erlebnisse und Gebauten aus bewegter Zeit 1914—1929. Bernina-Verlag GmbH., Wien. Preis in» Seinen geb. 9,50 RM. — (601.) — Der Verfasser, der als christlich-sozialer Politiker in den schwierigsten Nachkriegsjahren Rumpföfterreichs eine bedeutsame Rolle gespielt und auch für kurze Zeit das Amt des Bundeskanzlers bekleidet hat, entstammt zwar einer egerländifchen Familie, hat sich aber nach bem Zusammenbruch ber Monarchie entschlossen, in Oesterreich zu bleiben, wo er in ber Textilindustrie leitende Stellungen gefunben hatte, nachdem eine Krankheit seiner Laufbahn als Generalstabsoffizier in der k. u. k. Armee ein vorzeitiges Ende gefetzt hatte. Steeruwitz hat sich über Die wechselvolle Geschichte der Ostmark und die großen Probleme des alten Nationalitätenstaates der Habs- Bürger seine eigenen Gedanken gemacht, die dank feiner reichen Erfahrungen als Offizier und Jnbu- ftrieUer vom herkömmlichen Schema abweichen und in manchen Punkten eine wertvolle Ergänzung bekannter Tatsachen und eine neuartige Beleuchtung politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge bedeuten, wobei stet; ein starkes Gefühl für Gerechtigkeit und Billigkeit, das den Verfasser auszeichnet, wohltuend berührt, zumal es in der Nachkriegszeit vielfach üblich geworden war, Oesterreichs neuere Geschichte ausschließlich unter dem Eindruck des Zusammenbruchs zu betrachten, wobei häufig weder bie Große der Aufgabe noch die Stärke der zentrifugalen Kräfte und die trotzdem namentlich in Verwaltung und Heer vollbrachten tatsächlichen Leistungen eine gerechte Würdigung erfuhren. Hier rückt das Buch von Streeruwitz, das geschichtliche Betrachtungen und persönliche Erinnerungen in buntem Wechsel mischt, manches oberflächliche unb kurzsichtige Urteil zurecht ohne sich blind den schweren unb verhängnisvollen Fehlern des Systems zu verschließen, das nach dem Tobe des alten Kaisers den nicht unverschuldeten Zusammenbruch nicht aufzuhalten vermochte. Streeruwitz hat sich bann im Interesse der Wirtschaft, die Friedensdiktat und Austromarxismus zu vernichten drohten, in die Politik gestürzt, bie in diesen Jahren eines unfruchtbaren Parteigezänkes in Wien besonders unerfreulich war. Seine kurze Kanzlerschaft 1929 war von Seipel, der bamals überragenden Gestalt der • österreichischen Politik, wohl von vornherein als eine über augenblickliche Schwierigkeiten hinweg helfende Verlegenheitslösung gedacht. Von den Intrigen der Partei- bonzey, denen sich Schober schon als Nachfolger anbot, ist dem Verfasser ein bitterer Nachgeschmack geblieben, der angesichts der Aufrichtigkeit feines Strebens begreiflich genannt werden muß. Eine Fülle im Reich wohl meist unbekannter Abbildungen sind eine wertvolle Bereicherung des interessanten Erinnerungsbuches. Dr. F. W- Lange. Austen Chamberlain. Englische Politik. Die Mädchen aus der Burgflraße. Vornan von Hilde K Lest. 12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 9. Um die Mittagszeit stand Dr. Walter Mansfeld vor der Flurtür zu Mutter Lenzens Mittagstisch und hielt den Strauß in zaghaften Händen. Mutter Lenz sah ihn kopfschüttelnd an, zog ihn erst wortlos in die Diele, nahm ihm dann den Strauß ab unb sagte: „Aber Walter, die teuren Blumen! Die können doch gar nicht halten, bis Carla zurück- kammt.-Nun ist schon ein Busch verwelkt —" „Ick weiß ja gar nicht, ob er für Carla ist", sagte endlicy der Assessor. Mutter Lenz stemmte die Hände in die Seiten. „Nun wird's aber zappenduster! Wissen Sie, mir mär's ja egal, welche von meinen Töchtern Sie eigentlich haben wollen. Aber baß Sie das nicht einmal selber wissen —" Sie unterbrach sich, denn es hatte soeben geläutet und eines der ältlichen Fräuleins trat mit .großem Wortschwall ein, versicherte Mutter Lenz — wie alle Tage — ihr außerordentliches Entzücken ob des Wiedersehens, begrüßte mit viel- faejenben' Bvcken — „da ist ja auch unser Doktor wieder, dem gefällt's aber auch gar zu gut bei Ihnen!" — den Assessor, stürzte sich auf den Blumenstrauß unb entwand ihn der Mutter Lenz. „Nein, die herrlichen Blumen, nein, wer sich so etwas leisten könnte, na ja, die Herren Studienassessoren, nein, Frau Lenz, und natürlich für Sie! Nein, diese Aufmerksamkeit!" Unb bann war sie schon im Speisezimmer unb erregte bie dort versammelte Gesellschaft mit den gleichen Ausbrüchen des Entzückens. „Sehen Sie nur diese herrlichen Blumen! Nein, Fräulein Ursula, Sie müssen sofort eine Vase holen, damit diese kostbaren Blüten nicht verdursten. Der Doktor hat sie natürlich für Frau Lenz gebracht!" fügte sie hinzu und kassierte zufrieden die vielsagenden Blicke der schmunzelnden Tafelrunde. Ursel holte die geforderte Vase, und die ging nun von Hand zu Hand, und vielerlei Nasen senkten sich zwischen die leuchtenden Köpfchen der Blüten. Alle schnüffelten sie darin, als hätten sie hinter den Düften auch noch die Jugenderinne- rungen eines alten Justizrats wittern können. „Ist das nicht ein herrlicher Strauß, Fräulein Lisbeth?" stichelte das älttiche, wortführende Fräulein, und da Lisbeth nur gleichmütig nickte, fuhr sie fort: „Nein, Fräulein Ursula, es gibt doch nichts Poetischeres auf dieser Welt, als die Sprache der Blumen!^ Aber Ursel löffelte nur etwas eifriger ihre Suppe, und so stellte das Fräulein entfagenb fest: „Wie schade, daß Ihre Schwester Carla dieses Farbenwunder nicht sehen kann. Oder sollte sie auf ihrer Reise auch so herrliche Blumen bekommen?" Der Assessor verbrannte sich die Zunge, weil er, um schweigen zu dürfen, allzu hastig aß. Erst als das ältliche Fräulein als letzter Gast sich verabschiedet hatte, konnte der Assessor, etwas unsicher und doch auf Glaubwürdigkeit bedacht, sein Sprüchlein hersagen. Dazu legte er das Kärtchen seines Vaters auf den Tisch des Hauses. „Meine Eltern sind plötzlich wie verwandelt, und sie sind nun einverstanden mit ..." Er sah hilfeflehend zu Mutter Lenz, fand aber in ihr keine Stütze. „Mir kommt diese Wandlung ziemlich plötzlich", begann er von neuem, „besonders Da sie doch..." ... Carla gar nicht kennen! hatte er sagen wollen, aber er blieb abermals stecken. Die gute Mutter Lenz empfand schmerzhaft Verwirrung im Kopf, sie wollte ihm dennoch helfen: „Es ist auf alle Fälle sehr rührend und vornehm gehandelt von Ihrem Vater, daß er seinen Ver- sohnungswillen in einen Gruß an meine —" Aber war es ein Wunder, daß auch hier Mutter Lenz der Faden abriß? „Gruß an meine Tochter", hätte sie sagen müssen, jedoch sie hatte deren drei. „Nun, Himmel, hilf du mir!" flehte die Mutter, da sah sie, wie Lisbeths Mundwinkel spöttisch zuckten, und hörte sie sagen: „Wie kommt es, daß Ihr Vater Ursel kennt? Sollte er ihr etwa im „König von Spanien" begegnet sein?" Der Mutter Lenz wurde es schwarz vor ben Augen, sie sah nicht Ursels Lächeln, die Räte in des Assessors Antlitz, sie flehte den Himmel um Hilfe an, unb der Himmel half. Er ließ die Flur- glocke ertönen, Ursel aufspringen, hinauseilen unb mit einem Telegramm zurückkommen. Das Schicksal war wirklich einmal gnädig. In dem Telegramm stand klar und deutlich: „Eintreffe morgen — Carla." Sie las diesen Text zwei- ober dreimal, obwohl er doch wirklich unmißverständlich war, und bann sagte sie: 1 „Nun ist mir alles klar!" Obwohl ganz und gar nichts klar war, nicht einmal, weshalb Carla ihre Reife so früh beendete. Sie sah unwillkürlich auf ben Assessor. Wenn jetzt Freude in seinen Augen aufblitzte, war viel getan. Aber er senkte das Haupt. Das Schicksal raubte ihm. bie Galgenfrist, die er noch zu haben glaubte, nun stand die Entscheidung urplötzlich vor ihm, und er kam sich vor wie ein Prüfling, der ganz und gar nicht vorbereitet ist. Er sah die hohe Prüfungskommission und hörte die Frage: Welches Thema haben Sie gewählt, Herr Kandidat? Vermochte er überhaupt zu antworten? Aber der Vorsitzende war ein gütiger Mensch und sagte: „Wie schön, daß die Blumen nun nicht zu welken brauchen ..." Als der Assessor überrascht den Kopf hob, zeigte ber Vorsitzende das rührend verstehende Gesicht der Mutter Lenz. * An diesem Nachmittag eilte Lisbeth schneller als sonst zur Arbeit, denn bei Machers gab es heute einen großen Tag, Hauschild hatte seinen Besuch angesagt. Hauschild, der große Professor Hauschilb vom Dampfkesselverein, dessen Nein Hoffnungen vernichten, dessen Ja das Glück eines Mannes machen konnte. Seit Lisbeth „wieder gut war", hatte Stelling mit doppeltem Eifer gearbeitet und Machers Erfindung mit Zeichnungen, Berechnungen, Erläuterungen, Leistungskurven und Prüfungsberichten in eine Form gebracht, in der man sie sogar den kritischen Augen eines Hauschild vorlegen konnte. „So sieht die Sache wenigstens menschlich aus", hatte Hauschild anerkennend geäußert, als ihm Stelling das säuberliche Aktenstück „Schnelldampf- erzeuger System Macher" oorlegte, und da der Professor bei aller Bärbeißigkeit doch ein gewissenhafter und gründlicher Mann war, hatte er sich die Arbeit mit nach Hause genommen. „Durchaus brauchbar, gar nicht so dumm wie ich dachte", war das vorläufige Urteil, er fügte allerdings vorsichtig hinzu: „Das heißt, so wie Sie die Geschichte darstellen. Nun wollen wir mal sehen, wie die Praxis aussieht..." Die Praxis, du lieber Himmel, wie sah die Praxis aus! Es nutzte nichts, daß Frau Hedwig mit Schrubber, Besen und Staubtuch hantierte, daß die Kinderwäsche von den elektrischen Leitungen im Laboratorium entfernt und bie Katze mitsamt ihren Jungen aus dem Schmelzofen in der Werkstatt verbannt wurde. Der Professor kam schließlich nicht, über Frau Hedwigs häusliche Tugenden oder Untugenden einen Spruch zu fällen. Er wollte einen Dampfkessel sehen. Er wollte nach Lichtenberg fahren und sich das Ding dort betrachten. ' Oder er wollte sich wenigstens überzeugen, daß dieser geniale Querkopf Macher immerhin das Zeug besaß, die Verwirklichung seiner Idee richtig anzupacken. Nun stand aber ber kleine i Gunter Macher recht kläglich vor seinem Werktisch und besah seine Schätze. Die wollten und wollten nicht mehr werden. Heber einige Röhreneinsätze, einen allerdings recht sauber gearbeiteten, aber leider Gottes zu früh explodierten Delbrenner kam er nicht hinaus. „Ist das alles?" fragte Stelling, und Macher wühlte zur Antwort verzweifelt in fernem Haarschopf. „Frau Macher", sagte Stelling, „wollen Sie nicht vielleicht doch einmal in Ihrer Bratröhre nachsehen, ob sich der Dampfkessel nicht darin befindet." „Nee", seufzte Frau Hedwig, „die Bratröhre ist bei mir merschtendeels immer noch -leer gewesen." . „Aber Herr Macher!" sagte Stelling ärgerlich, „Sie haben mir doch gestern noch versprochen, daß wir das schöne Modell in Lichtenberg besichtigen können!" Der Erfinder sah ihn an, mitleidig staunend, wie man einen kleinen Jungen ansieht, der naseweise Fragen stellt. „Glauben Sie denn wirklich, daß Herr Bukofzer, der ehrenwerte Finanzier, nur auf uns wartet, um uns den Eintritt auf sein Grundstück zu gestatten? Sie wissen doch, daß er mich erpressen will." „Teufel noch mal", sagte Stelling, „die Sache mit dem Bukofzer stand doch vor drei Wochen genau so wie gestern! Und Sie haben mir gestern trotzdem versprochen .. Lisbeth war eingetreten unb legte die Hand auf Stellings Arm. „Aergern Sie sich nicht, Herr Stelling, hat ja keinen Zweck. Daran müssen Sie sich bei Herrn Macher gewöhnen. Er lebt immer von der Hoffnung auf den morgigen Tag. Wenn er die nicht hätte..." „Und wenn wir Sie nicht hätten..." fiel Frau Macher ein. Draußen tönte bie Glocke. „Da haben wir die Bescherung"/ sagte Stelling, „ber Professor ist da!" (Fortsetzung folgt.) llr.55 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwochs. Februar 1938 Aenderungen des Einkommensteuergesetzes von 1934 Aus der Stadt Gießen. Goldene Rücksichtslosigkeit? Das Wort von der „goldenen Rücksichtslosigkeit" stammt von Theodor Storm, und es bezieht sich auf jene gelegentlich erforderlichen Rücksichtslosigkeiten, die „erfrischend wie Gewitter" sind. Dagegen läßt sich nichts sagen, denn tatsächlich ist es zuweilen angebracht, von dieser Rücksichtslosigkeit Gebrauch zu machen, wenn nämlich die Sprache der Rücksicht nicht im mindesten verstanden wird. Es gibt eben Leute, die auf diesem Ohr nicht hören, und die deshalb so angefaßt werden müssen, wie sie es verdienen. Im allgemeinen aber ist diese besondere Spielart der Taubheit nicht sonderlich verbreitet. Um so merkwürdiger erscheint es, daß wir uns das Leben .oft, genug gegenseitig schwer machen. Dabei gehört eigentlich gar nicht viel dazu, es sich möglichst zu erleichtern. Ein bißchen guter Wille, ein wenig Verständnisbereitschaft und eine kleine Dosis Mutterwitz können in dieser Beziehung Wunder vollbringen. Sie sind die vortrefflichsten Waffen im Kampf mit den kleinen Widerwärtigkeiten des Alltags. Daß der Alltag solche Widerwärtigkeiten häufig genug bereithält, wer wollte es bestreiten? Da hast du dich eben ins Bett gelegt, um nach des Tages Last einen ordentlichen Schlaf zu tun, als es in dem Zimmer über deinem Schlafraum ziemlich lebhaft wird. Stühle ^werden gerückt, laute Stimmen ertönen, kein Zweifel, Müllers haben Besuch. Schöne Aussicht für einen Schlafsuchenden, womöglich bis Mitternacht die Geräusche zu hören. Aber sind Müllers nicht sonst sehr ruhige Leute? Laß ihnen für heute abend das Vergnügen und zieh dir den Bettzipfel über die Ohren. Es kommt ja auch vor, daß in deiner Wohnung mal Gäste sind, die ihre Unterhaltung auch nicht gerade im Flüsterton führen. Vielleicht hast du aber am nächsten Tage das Pech, einen vollbesetzten Omnibus zur Arbeitsstätte zu erwischen. Da es regnet, ist das kein Wunder, ober wer wird sich die Laune verderben, weil er einige Minuten stehen muß und dem Schaffner deshalb schimpfend Vorhaltungen machen? Der Schaffner tut, was er kann, und außerdem ist er auch nicht Herr über das Wetter. Was würdest du wohl an der Stelle des Schaffners tun? Reden wir Nicht davon. Rein, die „goldene Rücksichtslosigkeit" ist keine Lebensregel für den Kampf mit dem Alltag. Das gäbe ein schönes Durcheinander, ein fortwährendes Geschimpfe und Krakehlen, von schlimmeren Folgen ganz zu schweigen. Rücksichtslosigkeit dort, wo sie hingehört. Aber im menschlichen Nebeneinander ist gewöhnlich das kameradschaftliche Verhalten ebenso am Platz, wie das Bemühen, allen Dingen die beste Seite abzugewinnen. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NSLB. Kreis Gießen: 17 Uhr Kreisversammlung der Fachschaft 2 (Höhere Schule) Vortrag von Rektor Siegfried „Der Wehrgedanke in der Schule". — ' Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Verzicht". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Immer, wenn ich glücklich jin". _ Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Einmal werd' ich Dir gefallen". Sladtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, findet eine Wiederholung des Schauspiels „Verzicht" von Ilse Zander statt. Spielleitung Walter Schmidt a. G. Die Vorstellung findet als 19. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 22 Uhr. ■ Mit einer Novelle vom 1. Februar 1938 hat die Reichsregierung das Einkommen st euerge- setz vom 16. Oktober 19 3 4 in»einigen wichtigen Punkten abgeändert. Das Gesetz von 1934 hatte für buchführende Landwirte und Gewerbetreibende die sog. Bewertungs- sreiheit für kurzlebige Wirtschaftsgüter eingeführt. Danach konnte ein Gegenstand des Anlagevermögens, der eine betriebsübliche Nutzungsdauer von nicht mehr als 5 Jahren hat, nach Belieben abgeschrieben werden, also zum Beispiel auch sofort in einem Betrag im Zeitpunkt der Anschaffung. Bei Gegenständen mit längerer Nutzungsdauer war nach wie vor die Absetzung für Abnutzung auf den Zeitraum der Lebensdauer des Gegenstandes zu verteilen; eine Maschine mit 3000 Mark Anschaffungswert und einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 10 Jahren darf jährlich nur mit einem Zehntel des Wertes, das ist mit 300 Mark, abgeschrieben werden. Die Bewertungsfreiheit für kurzlebige Wirtschaftsgüter wird nunmehr bis auf weiteres auf gehoben. Di-e Vergünstigung ist seinerzeit eingeführt worden, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Heute, zu einem Zeitpunkt, da die Wirtschaft auf volle Touren gebracht und die Arbeitslosigkeit beseitigt ist, wo im Gegenteil bereits Mangel an geschulten Fachkräften eingetreten ist und sich eine gewisse Rohstoffknappheit geltend macht, ist ein solcher Anreiz nicht mehr zeitgemäß. Für Gegenstände, deren Einzelwert jedoch 2 0 0 Mark nicht übersteigt, bleibt die Abschreibungsfreiheit nach wie vor bestehen. Zum teilweisen Ausgleich für den Wegfall der Vewertungsfreiheit ist der im Gesetz von 1934 aufgehobene zweijährige Verlust vortrag wieder eingeführt worden. Buchführende Land- uAb Forstwirte und Gewerbetreibende, die Bücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches führen, können die in den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren entstandenen Verluste aus Land- und Forstwirtschaft bzw. aus Gewerbe am Gewinn in Abrechnung bringen, soweit solche Verluste nicht schon durch Aufrechnung mit etwaigen Gewinnen aus anderen Einkunftsarten in diesen Vorjahren selbst ausgeglichen worden sind. Während die Beseitigung der Bewertungsfreiheit für alle Gegenstände gilt, die nach dem 30. September 1937 7IGDAP. Ortsgruppe Greßen-Ost. Donnerstag, 10. Februar, £0.30 Uhr, in der großen Aula der Universität: Kundgebung. Es spricht Gauredner Pg. Krug-Jahnke. Alle Volksgenossen sind eingeladen. Für Parteigenossen und Parteianwärter Pslichtveranstaltung. ADM- u. ZM.-ilntergau 116, Gießen. Die M - und IM.-Gruppenführerinnen des Standortes Gießen geben noch heute die zahlenmäßige Meldung für das Groß-Konzert der Wehrmacht an den Untergau. Befr.: HJ.-Thealerring. Die nächste Vorstellung des HJ.-Theaterrings ist am 14. Februar und bringt „Eine Nacht in Venedig." Bis Freitag, 11. Februar, sind alle Karten abzuholen. Die bestellten Karten der Gruppen müssen restlos abgeholt werden. Befr.: Besprechung der BDM.-Schulungsmädel. Am Mittwoch, 9. Februar, findet um 19.30 Uhr in der Dienststelle des Untergaues eine Besprechung der Schulungsmädel statt. angeschafft worden sind (dieser Zeitpunkt des Wegfalls ist seinerzeit vom Staatssekretär des Reichsfinanzministeriums in einer Rede der Öffentlichkeit bekanntgegeben worden), wird die Wiedereinführung des Derlusivortrages erstmals bei der Veranlagung für das Jahr 1938 im Jahre 1939 praktisch werden. Die Kirchensteuer konnte bisher im Rahmen der sogenannten Sonderleistungen in der tatsächlichen Höhe am Einkommen in Abzug gebracht werden. Künftig wird die Abzugsfähigkeit eingeschränkt: Kirchensteuern können nur noch insoweit abgezogen werden, als ihr Betrag 2 v. H. des Gesamtbetrages der Einkünfte nicht übersteigt. Für die Landwirtschaft wird durch diese Begrenzung in der Regel eine Aenderung gegenüber bisher nicht eintreten. Im Sinne der nationalsozialistischen Rassegesetz- gebung liegt es, wenn künftig Kinderermäßigungen für Kinder, die Juden find, nicht mehr gewährt werden. Dieser Grund-- satz ist sowohl bei der veranlagten Einkommensteuer, als auch bei der Lohnsteuer zu beachten. Für buchführende Landwirte ist von Bedeutung die Bestimmung, daß jeder Buchführende (nicht nur der Vollkaufmann) künftig das Recht hat, B i - lanzänderungen im .Rahmen der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und im Rahmen des steuerlich Zulässigen auch dann noch vorzunehmen, wenn die Bilanz dem Finanzamt bereits eingereicht ist. Neugefaßt und teilweise abgeändert sind die Bestimmungen darüber, wer wie ein Verheirateter zu behandeln ist, mit der Folge, daß seine Steuer nach dem Satz für Verheiratete aus der Tabelle abzulesen ist. Wie Verheiratete sind zu behandeln: 1. Personen, denen Kinderermäßigung zusteht. 2. Männer, die mindestens vier Monate vor Ende des Kalenderjahres das 65. Lebensjahr vollendet haben. 3. Verwitwete oder geschiedene Männer, aus deren Ehe ein Kind hervorgegangen ist. 4. Verwitwete oder geschiedene Männer, die mindestens vier Monate vor Ende des Kalenderjahres das 50. Lebensjahr vollendet haben. 5. Frauen, die mindestens vier Monate vor Ende des Kalenderjahres ein Kind geboren haben, das nicht Jude ist. Zusammenkunft der Zugettdgruppen- führennnen des Kreises Wrtterau. Arn Sonntag fand eine Arbeitsbesprechung der Jugendgruppenführerinnen statt, bei der die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede über die politische Erziehung ber Frau sprach. Frau Wrebe führte aus, daß der Weg dieser Erziehung, ber im BDM. beginnt, hinüberführt in die jetzt neu geschaffene Organisation des BDM. „Glaube und Schönheit", und sich vorn 21. Lebensjahr in den Iugendgruppen sortsetzt. Der Nachwuchs der Frauenschaft wächst in den Jugendgruppen in die Aufgaben hinein, die der Staat von der deutschen Frau verlangt. Frauen, die sich aus Bequemlichkeit oder Feigheit den Pflichten, die sie für ihr Volk zu leisten haben, entziehen, sind für die Volksgemeinschaft wertlos. Anschließend sprach die Kreisjugendgruppenfüh- rerin Pg. Anni Schwengber zu ihren Mitarbeiterinnen und forderte sie auf, mit Verantwortungsbewußtsein ihr Amt zu führen und in ihrer Haltung, so wie in ihren Handlungen ein Vorbild zu 6. Frauen, die mindestens vier Monate vor Ende des Kalenderjahres das 50. Lebensjahr vollendet haben. 7. Vollwaisen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich in der Ausbildung für einen Beruf befinden (beide Voraussetzungen müssen ebenfalls mindestens vier Monate im Kalenderjahr bestanden haben). In dieser Aufzählung ist wesentlich neu die Berücksichtigung ber lebigen Mutier in Ziffer 5. Als lebig sind bagegen zu behanbeln Personen, die Weber zu Beginn bes Kalenberjahres noch minbeftens vier Monate im Kalenberjahr verheiratet waren. Die Möglichkeit einer Steuerermäßigung nach bem bekannten Paragraphen 33 bes Gesetzes im Falle einer außergewöhnlichen Belastung des Steuerpflichtigen durch Unterhaltspflicht, Krankheit, Todesfall, Unglück u. ä., die bisher auf RUHL Sellersweg Nr. 67 ES adlO Telephon Nr. 3170 ® eparaturen ,M7D W Einkommen bis -20 000 RM. (30 000 RM. mit mehr als zwei Kindern) beschränkt war, kann künftig unbeschränkt gewährt werden, da es sich ergeben hat, daß auch bei höheren Einkommen ganz außergewöhnliche Belastungen auftreten können, die eine steuerliche Berücksichtigung verdienen. Schließlich sind die Bestimmungen über die Möglichkeit ber Herabsetzung von Vorauszahlungen geändert worden. Es wird hier N'cht mehr vom Einkommen, sondern vom Steuerbetrag ausgegangen, und zwar^ können Vorauszahlungen dann herabgesetzt werden, wenn der Steuerpflichtige glaubhaft macht, daß sich die (um eine etwaige Lohnsteuer gekürzte) Einkommensteuer voraussichtlich um mehr als ein Fünftel, mindestens aber um 100 RM., niedriger stellt als bisher. Es sei in diesem Zusammenhang jedoch darauf hingewiesen, daß für kleinere Bauern und Landwirte, die diese Grenzen nicht erreichen, nach wie vor die Möglichkeit besteht, für zu hohe, durch eingetretene besondere Umstände nicht mehr gerechtfertigte Vorauszahlungen Stundung bis zur nächsten Veranlagung zu beantragen. F. fein und ihrer Gefolgschaft die nationalsozialistische Weltanschauung vorzuleben. Die Mitglieder der Jugendgruppen haben sich nicht nur helfend in der großen Organisation des Frauenwerks zu betätigen, daneben soll auch die eigene körperliche Ertüchtigung durch Leibesübungen und Wandern zu ihrem Recht kommen und dazu beitragen, den gesunden, geistig und körperlich leistungsfähigen Frauentyp zu schaffen. s Nach der Mittagspause wurden organisatorische Fragen in lebhafter Aussprache behandelt, und die Führerinnen berichteten über die in ihren Gruppen bereits geleistete Arbeit. Ein Referat über „Bücher, die wir lesen", klärte darüber auf, was wir unfern Frauen und Mädchen vorschlagen sollen, denn gerade auf diesem Gebiet muß klar erkannt werden, was deutschem Wesen entspricht. Seit ber großen Reichswerbung finb im Kreise Wetterau 50 Iugenbgruppen gegrünbef worden, deren Mitglieder bereit sind, im Gesamtarbeitsgebiet der Frau mitzuhelfen. Die Führerinnen verließen die Tagung mit klarer Zielrichtung und neuen Anregungen für die Weiterarbeit ber kommenden Wochen. F. K. Ilse Zander: „Verzicht." Uraufführung am Gießener Stadttheater. Ibsens Familienbrama „Gespenster" hat (1881) zum ersten Male das Thema gestellt und in einer uns heute schon fast klassisch anmutenden Weise dramatisch gestaltet: das alte biblische Thema von der Missetat ber Väter, bie an ben Kinbern beim- gesucht wirb bis in das dritte und vierte Glied, ins Gegenwärtige gewendet und abgeroanbelt an eitern sehr modernen Fall krankhafter Vererbung. Die Akzente in dem seinerzeit Aufsehen erregenden, erschreckenden und unheimlichen, aber meisterhaft gebauten Drama waren so gesetzt, wie sie Ibsen gemäß waren und in die innere Entwicklungslinie seiner gesellschaftskritischen Dramen paßten: daß also bie Vorgänge ein warnenbes Beispiel bilbeten für bie Eheluge unb bie Elternlüge, währenb bie Erbkrankheit an sich als ein zwar schauerlicher, aber doch wohl vereinzelter Sonberfall empfunben wurde, der überdies den Psychiater und Nervenkliniker viel eher anzugehen schien als den Dichter unb Gesellschaftskritiker. * Wenn man das Drama von Ilse Zander auf sich wirken läßt, so wird man an die Geschichte der unseligen Familie Alving in den „Gespenstern erinnert; aber mit den fast sechzig fahren, bie darüber Angegangen finb, hat sich bas Bilb der Welt von Grund auf verwandelt. Die Betonung hat sich — bei einem in vielem sehr ähnlichen Motiv inzwischen auf eine gewichtige Weise verschoben. Das Stück spielt, wie es heißt, „in jüngerer Vergangenheit", aber bie Verfasserin hat, instinktiv ober bewußt, den Fall aus ber neuen Einsicht unserer Zeit gestaltet, bie allen Fragen berJßererbung, ins= befonbere der Verhütung erbkranken Nachwuchses die größte Bebeutung beimißt: zwar wird es sich auch hier um einen Sonberfall hanbeln, aber die Art, wie bie baraus entwickelten Konflikte behandelt werben, entspricht ber erst jetzt in voller Tragweite gewonnenen Erkenntnis, baß ein solcher Fall nicht Sache einer Familie ober etwa einer Dorfgemeinde, auch nicht einer sozialen Schicht, sondern Angelegenheit der ganzen Nation sei, des Staates ai|o und des Staatswohles, grundsätzlich jedermann zur Beschäftigung und Auseinandersetzung damit ver- pslichtend. * Die Vorgänge spielen durch alle drei Akte hindurch in einem dörflichen Pfarrhause: hier begegnen sic) die wenigen Menschen, deren Lebenswege sich auf eine schicksalhafte Weise im engsten Umkreise überschneiden. Da ist die Gemeindeschwester Hedwig, du frisches, fröhliches, kerngesundes Geschöpf, hilfsbereit und von allen gern gesehen; der junge Bauer Men Ahrenholz liebt sie unb will sie zur tfrau aber ber alte Ahrenholz, ber bahcim auf den Tod krank liegt, will keine städtische Schwiegertochter haben, sondern mit der Heirat feines Sohnes zwei Höfe zusammenbringen; er hat sein Testament gemacht: Jochen muß wählen zwischen dem Mädchen und dem Erbe seiner Väter. Als es zu Ende geht, hat sich ber Alte boch überwunden und ist, vom jungen Pfarrer Albrand umgestimmt, bereit, Hedwig als Jochens Braut anzuerkennen; aber nun zögert Hedwig plötzlich, die inzwischen gehört hat, der Alte gehe an einem Leiden zugrunde, das „in der Familie" liege. Hedwig ist die erste hier, „die begriffen hat, welche schwere Verantwortung das Eingehen einer Ehe uns auferlegt"; sie hat Jochen, sehr wider fein Gefühl, dazu bestimmt, die Leiche des Vaters sezieren zu lassen, aber sie ist auch unsicher geworden, ob sie Jochen wirklich liebt, und am Ende ehrlich genug, sich selber unb ihm zu gestehen, daß ihr wahres Gefühl dem Pfarrer gehört, ber nichts ahnenb den beiden ben Weg bereiten wollte. ♦ Jochen ist von biefer Eröffnung furchtbar enttäuscht. Aber auch Hedwigs neue Liebe ist zum Tode verurteilt. Während die Untersuchung des alten Ahrenholz dessen organische Gesundheit bestätigte (er starb an einem rostigen Nagel), ist Pfarrer Albrand — ohne es zu wissen — auf das schwerste erblich belastet: seine Mutter starb im Jrrenhause, seine älteste Schwester hat sich in geistiger Umnachtung aus dem Fenster gestürzt, die jüngere, bie hier bei ihm angeblich zu Besuch, zur Erholung unb nur ein wenig „mit ben Nerven runter" ist, läßt immer deutlichere Anzeichen bes auch ihr vererbten und allmählich ausbrechenden religiösen Wahnsinns erkennen. Albrand hat also „fein Recht , Buße zu predigen in seiner Gemeinde unb dem „Lumpen- bäwert" die Ehe zu verbieten, von bem Anna, das Hausmädchen des Pfarrers, ein Kind erwartet... * Hedwig, die erst von Jochen erfahren hat, wie es um den Geliebten unb also um ihre Liebe zu ihm bestellt ist, hat Jochen beschworen, dem Pfarrer gegenüber zu schweigen. Jochen will es tun unter der Bedingung, daß Albrand keinen Versuch unternimmt, Hedwig zu seiner Frau zu machen. Aber das Unheil ist nicht aufzuhallen: Hedwig hat nicht die Kraft, Albrand ihre Liebe zu ver'chweigen. Albrand, der Hedwig von Anfang an still und selbstlos geliebt hat, wird aus allen Seligkeiten gerißen, als er bie ganze schreckliche Wahrheit erfahren muß: was ihm aus dem immer unheimlicher werdenden Wesen seiner Schwester unb aus schlecht versteckten Andeutungen des Lumpenbäwert als schlimme Ahnung aufstieg, wirb ihm zur niederschmetternden Gewißheit durch seinen alten Vater, der ins Pfarrhaus kommt, um die Tochter in eine Anstalt zu bringen. (Hier taucht, in der Szene zwischen Vater unb 'Sohn, bas Ibsen-Motiv der Elternluge wieder auf) Aber Albrand findet endlich doch die Kraft zum Verzicht, welche das in seiner Liebe schwache Mädchen kaum aufbrächte — er darf Hedwigs ge- sunde Mütterlichkeit nicht an sich binden: „Es muß ein Ende sein mit diesem Erbe" unb „Laß uns nicht Träumer sein unb schwächliche Genießer..." Das Stück ist in einem realistischen Stil geschrieben — stellenweise mit ganz naturalistischer Mundart-Behandlung —, aber dies wird den einsichtigen Leser unb Zuschauer nicht verleiten können, etwa in ber Milieu- und Zustandsschilderung einer kleinen Dorfgemeinde, wie es ber naturalistischen Kunstweise entsprochen haben würbe, Ziel unb Absicht des Dramas zu erkennen. Vielmehr kam es der Verfasserin, wie uns scheint, darauf an, die grundsätzlichen ethischen Forderungen — im Sinne unserer Zeit unb ihrer neugewonnenen Einsichten — aus ben dargestellten Zuständen abzuleiten; das heißt, die sittliche Reife und charakterliche Haltung zu zeigen, kraft deren sich bie wesentlichen Träger ber Handlung in einem Gewissenskonflikt bewähren, in ben sie infolge der schicksalhaften Verstrickung ihrer Beziehungen zueinander gestellt finb; solche Haltung bewährt sich in ber seelischen Stärke, persönliches Glück einer Ibee zu opfern, die man als gut unb richtig erkannt und für bie man sich eingesetzt hat, noch ehe sie zum Maßstab bes eigenen Handelns werden konnte.* * — Die Verfasserin hat im Programmheft einige Ge- banfengänge veröffentlicht, die zur Entstehung ihres Dramas führten, auch eine einleuchtende Verteidigung des Titels gegeben, gegen den aus äußeren Gründen Einwände vorgebracht worden find. Wir möchten, ohne im einzelnen auf diese Darlegungen eingehen zu können, die Besucher barauf Hinweisen. Die Spielleitung hatte Walter Schmibt a. G, Er brachte eine Aufführung heraus, bie von erfreulich einheitlicher Wirkung war. Die Regie hatte, soweit wir bas zu übersehen vermögen, einige vorsichtige unb gutzuheißenbe Striche angebracht unb war im übrigen merklich bestrebt, bie Vorgänge im Schauspiel aller Sensation zu entfleiben, auch einer nichts als naturalistischen Ausmalung nach Möglichkeit zu entrücken. — mit anderen Worten die grundsätzliche Bedeutung des Falles unb bie baraus heroorgehende Problematik aufzuzeigen. Die ethischen und volkserzieherischen Hintergrünbe, auf bie es hier ankam, waren lebenbig herausgearbeitet; man gewann ben Einbruck, baß bie Hörer willig und aufgeschlossen mitaingen unb ber Entwicklung unb Lösung bes Konfliktes innerlich beteiligt ober jebenfalls zum Nachbenken angeregt folgten: wohl aus bem Gefühl heraus, von ber Bühne unmittelbar angesprochen zu sein in einer Frage, die heute immer wieder mit allem Nachdruck aufgeworfen wirb. Daß das Drama auch rein theatralischer Qualitäten nicht entbehrt, wird aus bem Aufriß bes Handlungsablaufes deutlich geworden fein; die Spielführung hat sie keineswegs übersehen und ihnen zu angemessener unb spürbarer Geltung verhalfen. — Herr Löffler hatte ben burch alle drei Akte gleichbleibenben äußeren Rahmen geschaffen unb ben Schauplatz einfach unb stilvoll ausgestaltet. * Herr von Gschmeibler spielte den Pfarrer Albrand als einen noch jungen Mann, ruhig und ernst, milde unb hilfsbereit, ber Würbe und Verpflichtung seines geistlichen Amtes bewußt; er verkörperte auch, in vorsichtiger Steigerung unb behutsamen Uebergängen, bas „leisere, passive Heldentum bes gewöhnlichen ungläubigen Menschen", von bem bie Verfasserin spricht, und ließ in ben letzten, menschlich bewegenden Szenen die beispielgebende Größe ber Selbstentäußerung, ber Selbstüberwin- bung und der pflichtbewußten Opferbereitschaft mit« erleben, bie ben eigentlichen Sinn bes Schauspiels ausmacht. * Helga Retschy gab bie Schwester Hedwig — zunächst in jugendlich frischer, unbekümmerter Herzlichkeit und Hingabe an einen schönen Beruf; sie war klug genug, bie innere Wanblung (bie beim Lesen ein wenig überraschenb erscheint) andeutend oorzu- bereiten, und spielte nach bem entscheibenben Bekenntnis ganz aus bem Gefühl heraus, bas sich erst sehr natürlich gegen bie einzig mögliche Entschei- bung sträubt, weil sie bas eben schwer erkämpfte reine Liebesglück zerstört. (Es ist psychologisch richtig, baß sie dieses Glück in der Gegenwart lucht unb sieht, in der armseligen Scanne des letzten Bei- einanderseins — ohne an die Zukunft zu denken.) Herr Schorn gab den Ahrenholz sehr ruhig und beherrscht im Ganzen, ein wenig schwerblütig und schwerfällig auch; bie wenigen leibenschaftlichen Ausbrüche wirkten ohne theatralische Ueberhitzung und innerlich begrünbet. — Emmy Güngerich bemühte sich mit Takt um bie schwierige, wenig dankbare, sicheres Gefühl für Möglichkeiten unb Grenzen erfordernde Gestalt der Helene Albrand. — Eine prächtige Figur war bie von Frau Stirl gegebene Wirtschafterin Frau Doelle: eine aus bem Leben gegriffene, gutmütige, resolute Person, bie hier so etwas wie bie Stimme des Volkes im Alltag vernehmlich zu machen hat. — Mit einer gesunben Einfühlung, nicht ohne leise rührenben Beiklang, verstand Frl. Garbe bas junge Hausmäbchen Anna zu nehmen. — Herr Di11mar bewahrte ben Bae- wert mit Geschick vor unangebrachter Komik wie vor überflüssigen Deutlichkeiten. — Herr Neuhaus war ber schmerzlich bewegte und schwer heim- gesuchte alte Albrand, Herr Boi cf gab mit behaglicher Ausführlichkeit den schwatzhaften Gemeinbe- biener Nolte. — * Der besonbers nach bem letzten Akt starke Beifall rief mit ben Darstellern auch bie Verfasserin und ben Spielleiter an bie Rampe. .rv ........... Hans Thyriot. l i l ) i« i« st 3 l. rt- ! n et. che r • en -’n. tuf i - 'ch nb en 1t- en, ;en ■rb 1 nie on 'ch en, ib- im nb ll- im r • ts- ies .'’S- li r >llt rg en ch- iu» en er be mz 33 'n. ?r» en ft lr- b. jm i Lm. gst en Ze ck. LS* ie» en m en ifie n- >ch 7S, firnen >er ße fe« ag t 5 ibt or drillte en ter i)ie 'm, >er ier nb i - ps )ie in 1P en )t- ? r ks- Soldaten Helsen dem WKW. Dis neue große Hilfsaktion unserer Wehrmacht für das Winterhilfswerk, die am 19. u n b 2 0. Februar durchgeführt wird und über die wir in großen Zügen vor einigen Tagen bereits berichteten, rückt immer mehr in den Vordergrund des öffentlichen Interesses. Es zeigt sich in zahlreichen Fragen aus der Bevölkerung, daß deren Interesse an dlesem gemeinnützigen Unternehmen unserer Soldaten sehr rege ist. Die 23er» anstaltungsfolge bringt eine Reihe von Ereignissen, die alle auf den guten Zweck der Hilfeleistung für das WHW. eingestellt sind, zugleich aber auch den Volksgenossen ein schönes Erleben bieten sollen. Die Hilfsaktion unserer Soldaten wird am Samstag, 19. Februar, nachmittags mit einem Propagandamarsch eines ganzen Bataillons unserer 116er mit sämtlichen Fahrzeugen und mit der Regimentsmusik an der Spitze eingeleitet. Dieses Bataillon, das in voller Ausrüstung ausschließlich für den Zweck der Werbung für das WHW. marschiert, wird um 15 Uhr von der Bergkaserne abrücken. Es wird folgende Straßen durchschreiten: Licher Straße, Ludwig- straße, Bleichstraße, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Marktstraße, Marktplatz, Schulstraße, Son- nenstraße, Seltersweg, Hindenburgwall, Hitlerwall, Moltkestraße, .Kaiserallee zur Kaserne zurück. Sammler der NSV. werden mit Wzeichen (Achselklappen der Soldaten darstellend) den Werdemarsch begleiten und dabei die Spenden der Volksgenossen für das WHW. entgegennehmen. Am Abend dieses Tages wird ein Großkon- zert von vier Musikkorps mit Spielmannszügen in der Volksholle stattfinden. Diese Veranstaltung wird den Besuchern ein besonderes musikalisches Erleben bieten, denn es geschieht nicht allzu häufig, daß wir in Gießen derartige Großkonzerte unter Einsatz einer so stattlichen Zahl von Musikern erleben. Daher dürften es sich wohl auch die Volksgenossen von Stadt und Land nicht entgehen lassen, bei diesem einzigartigen Konzert zu- g'egen zu sein. Es werden Eintrittskarten zu 1,— und zu —,50 RM. ausgegeben. Der Kartenverkauf wird von der NSV. durchgeführt werden, die bestrebt sein will, alle Karten bereits im Vorverkauf abzusetzen. Es dürfte sich daher empfehlen, sich frühzeitig in den Besitz der Eintrittskarten zu bringen, da die Einrichtung von Abendkassen in der Volks- Halle nicht vorgesehen ist. Konzertprogramme zum Preise von —,10 RM. werden gleichzeitig mit den Eintrittskarten abgegeben. Es versäume also niemand, bei einer Dienststelle oder bei seinem Block- walter der NSV. frühzeitig Karten zu erwerben. Zur Generalprobe für dieses Konzert, die am Samstag, 19. Februar, vormittags in der Dolkshalle stattfindet, hat der Standortälteste die gesamte HI. von Gießen eingeladen. Aus -en Gießener Gerichtssälen. Schöffengericht Gießen. Gestern l)atie sich die E. D. aus Stockhausen vor dem Schöffengericht wegen versuchter Abtreibung au verantworten. Die Hauptoerhandlung, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, ergab, daß die Angeklagte mehrere Abtreibungsversuche unternommen hat. Das Urteil lautete auf vier W o - chen Gefängnis. Unter der gleichen Anklagte hatten sich die I. Sch. aus Gedern und der F. P. aus Frankfurt zu verantworten. Beide Angeklagten waren geständig. Der Angeklagte P. erhielt drei Monate Gefängnis, wahrend die Sch. mit sechs Wochen Gefängnis davonkam. Die nächste Anklage richtete sich gegen den E. B. aus Reichelsheim. Sie lautete auf Urkundenfälschung und Betrug. Der Angeklagte hatte im vorigen Jahre während der Erntezeit seinem Arbeitgeber vorgespiegelt, er habe für 30 Mark Kartoffeln gekauft und legte auch eine diesbezügliche Bescheinigung des angeblichen Lieferanten vor, die er selbst gefälscht hatte. Hierdurch veranlaßte er seinen Brotherren, ihm 30 Mark Vorschuß zu geben, die er nach und nach mittlerweile wieder abgezogen hat. Der Angeklagte war restlos geständig und behauptete, in großer wirtschaftlicher Not gehandelt zu haben. Es wurde auch festgestellt, daß der Angeklagte das Geld nicht vertan, sondern für feine Angehörigen je ein Paar Schuhe damit gekauft hat. Deshalb billigte ihm das Gericht im weitesten Maße mildernde Umstände zu und erkannte wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug auf die gesetzliche Mindeststrafe von einer Woche Gefängnis. Sodann stand die G. Sch. aus Borsdorf wegen übler Nachrede vor dem Schöffengericht. Die Angeklagte hatte bei einem Zeugen zwei der angesehensten Bürger von Borsdorf strafbarer Handlungen bezichtigt. Die Angeklagte war restlos geständig und behauptete, sie habe diese Aeußerun- gen, die sie selbst als Gerücht gehört habe, nur in einem ganz vertrauten Kreise erzählt. Trotzdem hielt das Gericht mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung eine Freiheitsstrafe für angebracht und erkannte auf einen Monat Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Der I. B. aus Roßdorf hatte wegen Ueberttetung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 30 Mark erhalten. Auf feinen Einspruch hin kam die Sache gestern zur Hauptverhandlung. Der Angeklagte fuhr im September vorigen Jahres mit seinem Omnibus frühmorgens, als es noch stark neblig war, von Gießen nach Steinbach. An der Straße wurden damals Bauarbeiten vorgenommen, und aus diesem Grunde war sie nur auf der einen Hälfte befahrbar. Als der Angeklagte sich bereits in dem engen Teil befand, merkte er plötzlich, daß ihm ein anderes Fahrzeug, ein Dreirad, entgegen» kam. Er bremste daraufhin sofort ab und gab dem anderen durch Lichtsignale ein Haltezeichen. Trotzdem konnte dieser sein Fahrzeug nicht schnell genug zum Stehen bringen, so daß es zu einem ganz leichten Zusammenstoß kam. Die Feststellungen ergaben, daß der Angeklagte nicht weit genug rechts gefahren war. Hätte er dies getan, so wären die beiden Fahrzeuge ttotz der Verengung der Fahrbahn noch glatt aneinander vorbeigekommen. Denn kurz darauf fuhren an derselben Stelle zwei Lastkraftwagen ohne besondere Schwierigkeiten aneinander vorbei. Es blieb daher bei der im Strafbefehl festgesetzten Strafe. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. A Großen-Linden, 7. Febr. In den ersten Jahren nach der Inflation waren in unserem rasch sich vergrößernden Orte die Neubauten wie Pilze aus der Erde geschossen, so daß einmal im Laufe eines Jahres 17 Häuser errichtet wurden. In den folgenden Krisenjahren aber war die Bautätigkeit fast vollständig erloschen, während sie sich nun allmählich wieder belebt. Im abgelaufenen Jahr sind wieder sieben neue Wohnhäuser entstanden; so bauten in der Horst-Wessel-Straße der Schlosser Wilh. Junker, Richard Schneider und Wilh. Seth, in der Frohnhofstraße der Landwirt Friedr. Engel, in der Lindenstraße der Arbeiter Joh. Dietz, in der Alten Heerstraße August Rinn und in der Ludwig- straße Phil. Magnus. Das Haus des Zahnarztes Dr. Römer in der Bahnhofstraße geht feiner Fertigstellung entgegen. <£ Leihgestern, 7. Febr. Im großen Saale der Wirtschaft „Zum Löwen" gab der Gesangverein „Li e d e r k r a n z" am Samstagabend ein Konzert. Nach einem einleitenden Musikstück hieß der stellvertretende Vereinsführer Karl F a • der jr. die Gäste und Mitglieder willkommen. Er wies in feiner Ansprache darauf hin, wie der Verein stets im Männergesang das deutsche Lied gepflegt habe und bezeichnete den Abend als ersten Auftakt zur 75-Jahrfeier des Vereins, die am 24. Juli begangen werden soll. Der Chorleiter, Reallehrer Blaß (Gießen), gab zu den Chören, außer den Volksliedern, eine kurze Schilderung über Entstehung und Inhalt des jeweiligen Liedes. Befon- Dekan Gußmann 70 Jahre alt. Am morgigen Donnerstag, 10. Februar, kann der in Gießen im Ruhestand lebende frühere Dekan des Dekanats Gießen Ludwig Gußrnann in bester Frische feinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist ein Oberhesse, der am 10. Februar 1868 in Hirzenhain geboren wurde. Seine ganze Amtstätigkeit als Geistlicher verbrachte er in Oberhessen, wo er vom 1. April 1894 bis 31. Mai 1896 als Pfarroerwalter in Gettenau (Kreis Büdingen) wirkte, anschließend vom 1. Juni 1896 bis 1897 Pfarroerwalter in Kirchberg bei Lollar, feit 1897 dort definitiv war. Im Dezember 1912 wurde er Dekan des Dekanats Gießen mit dem Pfarramtssitz in Kirchberg, bis er im Mai 1936 — nachdem er einige Zeit vorher von dem Amt des Dekanats zurückgetreten war — auch als Seelsorger in den Ruhestand trat. Um die evangelische Kirche und um die Gemeinden feiner Pfarrei hat sich Dekan Gußrnann große Verdienste erworben. Er war lange Zeit Mitglied des früheren Landeskirchentages, Gründer und langjähriger Vorsitzender des Vereins „Kinderfreund" zu Lollar und Daubringen, welche die dortigen Kleinkinderschulen und Krankenschwesternstationen unterhalten, Gründer und Vorsitzender der Heimatoereinigung Staufenberg zur Erhaltung der Burg Staufenberg, ferner ist er seit Jahren Vorsitzender des Oberhessischen Mis'sionsoereins für Bafel und Vorstandsmitglied der hessischen Missionskonferenz und des Verbandes evangelisch-kirchlicher Frauenoereine in Hessen. Durch sein allezeit hilfsbereites und liebenswürdiges Wesen, verbunden mit großer persönlicher Bescheidenheit, und durch feinen vornehmen Charakter, wie auch durch sein starkes deutsches Empfinden hat er sich in weiten Bevölkerungskreisen unserer Heimat und darüber hinaus größte Wertschätzung und viele Freunde erworben. Dem Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glück- wünsche dar. ** Dienstjub iläen. Am 5. Februar waren es 25 Jahre, daß Fräulein Frieda Leonhardt als Haushälterin und Aufsichtsperson in den hiesigen Bahnhofgaststätten tätig ist. Bei piner kleinen Feier wurden ihr Dank und Anerkennung für chre treuen Dienste durch den Betriebsführer ausgesprochen und ein Diplom der Industrie- und Handelskammer und ein namhaftes Geldgeschenk überreicht. Fräulein Leonhardt ist die zweite von 37 Angestellten der Bahnhofgaststätten, die diesen Ehrentag begehen konnte. — Im Januar waren es fünfundzwanzig Jahre, daß das Gefolgschaftsmitglied Karl Schneucker bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen erngetreten rft. Der Betriebsführer Direktor Dr. Schneider beglückwünschte den Jubilar zu seinem Ehrentag namens der ganzen Gefolgschaft und sprach ihm Dank und Anerkennung für seine treue Dienstzeit au$. ** Halbseitige Straßensperrung. In den nächsten Wochen, mutmaßlich bis Anfang März, wird die Marburger Straße vom Wingert bis zur Karlsruhe" halbseitig gesperrt fein. Die Straße wird auf dieser Strecke verbreitert. Der Verkehr wird vorübergehend eine Beschränkung erfahren. ** Winterhilfespende. Der Lokomotiv- führer-Gesangverein hat aus Anlaß seiner Generalversammlung am Sonntag, über die wir am Montaa bereits berichteten, eine Sammlung für das Winterhilfswerk durchgeführt Der gespendete Betrag wurde der Bezirkssparkasse Gießen für das WHW. überwiesen. ** Zurückgelegte Eintrittskarten zu Lp r e ß" a b h o l e n ! Die bei den Vorverkaufskassen reservierten Einttittskarten sind bis Freitagabend abzuholen, da sonst anderweitiger'Verkauf erfolgen muß. Raubüberfall auf einen Postbeamten. Lpd. Darmftabt, 8. Febr. Am Montag um 21 Uhr wurde ein Postbeamter auf dem Weg von N i e d e r r a m st a d t nach dem Bahnhof Nie- debramstadt von zwei Männern üb er fallen, niedergeschlagen und beraubt. Der Beamte hatte einen Postsack mit einer Anzahl Briefe voip Postamt Niederramstadt nach ~bem Bahnhof an den Zug zu bringen. In der Mitte des Fußpfades, der von der Hauptstraße nach dem Bahnhofsgebäude führte, ging der Beamte an zwei dort stehenden Männern vorüber. In diesem Moment sprangen die beiden auf den Postbeamten zu, rissen ihn rückwärts zu Boden und mißhandelten ihn durch Faustschläge ins Gesicht. Alsdann flüchteten die Täter und na hm en den Po st sack mit. Brahms-Feier des Musikwchenschaftticherr Seminars. Wenn das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Gießen in seiner Brahms-Feier neben dem Jnstrumentalmusiker Johannes Brahms auch den Dokalmusiker zur Geltung brachte, so bestätigte es damit die beiden Wurzeln feines Schaffens und fein Auswirkungsfeld. Das H - d u r = I r i o o p. 8 wie auch die vierstimmigen A-cappella=9ßerte lassen aufs deutlichste die geistigen Grundlagen späterer Werke erkennen. Zumal das H-dur-Trio gibt ein deutliches Abbild seiner Schaffenseigenheit. Der junge Brahms (noch nicht 21jährig) hatte es im Januar 1854 in Hannover niedergeschrieben. In dieser Fassung ist es ein Abbild seines romantischen Drängens geroorben, das durch die flutende Vielheit feines Erlebens einer Ausweitung der Form zustrevt, um alles ihn innerlich Bewegende zu erfassen. Daß er in späteren Jahren nicht völlig mit dieser Formgestalt einverstanden war, zeigt schon die Tatsache, daß er gelegentlich einer Aufführung des Trios in Wien (1871) einen Teil der Durchführung streichen ließ; Ende der 80er Jahre unterzog er es einer gründlichen Umarbeitung, die das Abschweifende, Episodische zugunsten formal-geistiger Straffheit beseitigte und so mit den beiden vorliegenden Fassungen einen Einblick in die geistige Werkstatt gestattet wie kaum ein anderes Werk. Es ist erstaunlich, wie der Meister in feiner Reife das Lebenskräftige unterstreicht; beispielsweise das Scherzo bis auf das klangliche Entschwinden in der Coda unangetastet lä^t, aber wiederum im ersten Satze das Seitenthema neu formuliert, die Durchführung stärker zusammendrängt und namenllich den früheren Fugenteil ganz fallen laßt. Das Adagio wurde ebenfalls thematisch stark durchgeformt, insbesondere der bewegte Tell der allen Fassung gestrichen. Ebenso er» hielt das Finale an Stelle des vom Cello getragenen Gefangsthemas ein neues Seitenthema. Das Ganze in der endgültig vorliegenden Gestalt läßt in der Gründlichkeit und geiftigen Verantwortlichkeit des Schaffenswillens nirgendwie die Umarbeitung als solche erkennen; ein jugendfrischer Geist erscheint in reifster Fassung und logisch gestraffter Durchdringung; ein Erleben wurde zum Bekennen. Das bestätigte auch die diesmalige Aufführung des Werkes durch Profefsor Dr. Gerber (Violine), Ernst Schneider (Solocellist des Städtischen Orchesters) und stud. phil. Hans W. Guth (Klavier), die in fachlichem Aufgehen im Werk und mirfikalifchem Hingegebensein die in ihm ruhenden Kräfte weckten. Voll besonderer Stimmunasge- bundenheit war das Adagio mit der feinen Klang- lichkeit der Streichinstrumente; das Scherzo war sinnig akzentuiert und von schwelgender Melodik im Trio. Die Themen des erften Satzes wurden roeitatmig im Bogen gespannt, und im Finale wurde die treibenbe Kraft ber rhythmischen Energien bestimmen!) für fein Klangwerben. Die praktischen Erfahrungen seiner Detmolder und Hamburger Zeit hatten Brahms auf die Chormusik hingesührt, und in\ gründlichen Studien der älteren, unbegleiteten Vokalmusik hatte er sich diese Satzweise in allen ihren grundlegenden Bedingungen zu eigen gemacht. So werden die d e u t- s ch e n Volkslieder für g e m i s ch t e n Chor wie auch die M a r i e n l i e d e r in ber Reinheit ihres Satzes, in ber Feinheit ihrer Stimmführung und nicht zuletzt durch die Beherrschung der darauf beruhenden Ausbruckswerte zum Ausgangspunkt der späteren großen Chorschöpfungen. Wenn sich auch Brahms ber klanglichen und . satztechnischen Mittel früherer Perioden bedient, so bedeuten seine Chöre doch nicht nur ein Nachahmen alten Stiles, sondern mannigfache Züge lassen erkennen, daß er die weitere Entwicklung ber musikalischen Aus- bruckssähigkeit dazwischenliegenber Zeiten in seine Darstellungsart hineinzubeziehen vermochte. In seinen Volksliedern hat Brahms die Melodien und Texte, darunter auch volksliebartige Nachschöpfungen, bearbeitet, die ihn in ihrer Unmtttel- barkeit fesselten und ihn zu neuer Formung, wie z. B. in dem unvergleichlichen „In stiller Nacht", anregten. Die Marienlieder op. 22 kennzeichnete er in einem Briese an Simrok: „Die Gedichte sind schöne alte Volkslieder und die Musik etwa in ber alten Weise ber Kirchen- und Volkslieder." Die Klarheit des Klanges in diesen gemischten Chören ift ebenso wirksam auf den Hörer wie sie dem Ausübenden eine befonbere Stellung zum Werk gibt. Brahms fordert in diesen Sätzen ein beträchtliches Maß chorischer Disziplin und klanglicher Ausgeglichenheit; befonbers aber ift. mit ber Vielfalt bes texlichen Inhalts eine befonbers charakterisierende Deklamation bedingt. So wurden unter Profesfor Gerbers Leitung die einzelnen Lieber zu geschlossenen Stimmungs- bilbern, unter benen sich das am Eingang stehende „In stiller Nacht" und „Die Wolluft in den Maien" hervorgehoben. Mit feiner Stimmlicher Bewegung erschloß sich „Dort in den Weiden"; nur hätte das von Brahms vorgeschriebene Jeggiero“ noch mehr Beachtung finden können. Die Marienlieder erschienen durchweg klanglich noch geschlossener und vertiefter in den dynamischen Abstufungen. Von besonderer Innigkeit war die letzte Strophe bes „englischen Grußes. Die Glockenszene im Kirchgang war fein ausgeftimmt unb wirksam in ihrem Abklingen. Der Schluß der „Wallfahrt" war groß im Ausdruck, Schön das klangliche Fließen im „Nuf zur Maria". Vortragende waren Elsbeth M u e l - ler-Leutert (Alt) und das Collegium musicum (Madrigalchor) der Universität. Um dos Gebotene dem Hörer nahezubringen unb ihn dafür empfänglich zu machen, gab Professor Gerber zu Beginn der Veranstaltung Einblicke in Brahms persönliche Erscheinung unb seine künstlerische Eigenart. Die einbrucksvollen Vorträge wurden von dem vollbesetzten Auditorium dankbar gewürdigt. Dr. Hermann Hering. „Derlehte Flug." Während ihres letzten unglücklichen Fluges hat die amerikanische Fliegerin Amelia Earhart von jeder Station durch Radio ausführliche Berichte nach Hause gesandt, so daß mir die Schilderung ihrer Reise aus ihrem eigenen Munde besitzen. Diese Berichte sind jetzt in Buchform unter dem Titel „Der letzte Flug" veröffentlicht worben, zusammen mit ihren Schilderungen früherer Flüge. Da ift zum Beispiel die Geschichte ihres erften Atlantik- fluges, bei dem ihre Ankunft in Burry Port so gut wie unbemerkt vor sich ging. Ebenso die Beschreibung ihres zweiten Atlantikfluges, wo fie allein flog. Schon diefe Berichte zeigen den Abenteuersinn ber Fliegerin, deren Beifall lösten bas „Berefinalied" unb der „Solbat auf Posten" aus. Den Schluß der Vortragsfolge bilbeten ebenfalls zwei Solbate«lieber mit Trompeten- dzw. mit Orchesterbegleitung, die wiederholt werden mußten. Den musikalischen Teil des Abends beftritt die Kapelle Schleuse in vortrefflicher Weise. * Watzenborn-Steinberg, 9. Febr. Am heutigen Mittwoch, 9. Februar, feiert Herr Georg Burger I. in Watzenborn-Steinberg seinen 78. Geburtstag. Der Jubilar ift noch sehr rüstig unb erfreut sich noch im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel einer guten Gesundheit. Wir gratulieren. 8 Alten-Bufeck, 6. Febr. Am Samstaa- abenb veranstaltete die Wißmarer Spiel- und Tanzgruppe in dem bis auf den letzten Platz befetzten Saale von Ph. Einhäufer einen erfolgreichen Dolkstumabend. Nachdem Herr Sarg (Alten-Bufeck) einige Worte über bas Wesen einer volksgebunbenen Kunst gesvrochen unb des Mannes gedacht hatte, der diese Kunst wieder auf ihren ureigenen Weg führte, begrüßte der Leiter der Wißmarer Gruppe die Erschienenen und sprach über Zweck unb Ziel ber volkstümlichen Tänze unb Spiele. Im Laufe bes Abends folgten ein Märchenspiel und ein bäuerliches Lustspiel von Hans Thoma, von denen besonders das Letztere große Heiterkeit hervorrief. Der Abend wurde bereichert durch die schön vorgetragenen Volkslieder und gut aufgeführte alte Volkstänze ber Wißmarer Trachtengruppe, bie mit größtem Verstänbnis ausgenommen unb reich mit Beifall belohnt würben. # Staufenberg, 8. Febr. Postschaffner Kraft unb Frau von hier feierten biefer Tage bas Fest ber Silbernen Hochzeit. Wir gratulieren. * Ruttershausen, 9. Febr. Am 11. Februar begeht ber Kamerab in ber NSKOV. Joh. Phil. Will von hier in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Wir gratulieren. wg. Großen-Bufeck, 7. Febr. Der lanb- wirfichaftliche Arbeiter Heinrich Balser konnte in biefen Tagen auf eine 2 5jährige Tätigkeit im Dienfte des hiesigen Hofgutpächters Richard E f a u Wwe. zurückblicken. Er hat sich durch Fleiß unb Gewissenhaftigkeit das Vertrauen ber Betriebsführung und der ganzen Gefolgschaft erworben. * Reiskirchen, 8. Febr. Bei großer Beteiligung der Kameraden unb ihrer Angehörigen fand hier am Samstag der Generalappell der Kriegerkamerabfchaft statt, der in echter Kameradschaft und Fröhlichkeit mit einer harmonisch verlaufenen Familienfeier endete an der auch ber Kreisverbandssührer Dr. Monnard mit seinem Stabe teilnahm. Unterverbanbssührer Glaub erhielt das Kyfshäuser-Ehren-Zeichen 1. Klaffe, Kameradschaftsführer Mengel das Ehrenzeichen 2. Klasse für langjährige treue Dienste. Am Sonntag Sprach Major a. D. RietSch (Hanau) vor den im Unteroerbanb Reiskirchen vereinigten Kameradschaften Reiskirchen, Bersrod, Saasen, Hattenrod und Burkhardsfelden. Unterverbandsführer Glaub begrüßte den Redner des Abends, sowie den Adjutanten des Kreisverbandsführers, Kamerad Weber, auf das herzlichste. Nach einigen kurze« Worte« über bas Fronterlebnis des deutsche« Soldaten und nach einem Rückblick auf die überwundene Systemzeit erteilte er Major Rietsch das Wort, ber in feffelnber Weife über unsere neue Wehrmacht berichtete. Am Schlüsse seiner lehrreichen Ausführungen betonte ber Vortragende, daß jeder beutsche Volksgenosse bie Pflicht habe, sich wehr- polittsch und weltanschaulich so zu schulen, daß er feinem Daterlande an dem Platz dienen könne, an den er gestellt werde. Eine Reihe ausgezeichneter Lichtbilder aus dem Leben der jungen Wehrmacht vervollständigte den ausgezeichneten Eindruck des Vortrags. Unterverbanbssührer G l aub dankte dem Redner für seine beherzigenden Worte. Kreisver- bandsadjutant Weber schloß den Abend mit dem Gruß an den Führer. 0] Saasen, 6. Febr. In der jüngsten Bürgerversammlung beschäftigte man sich mit dem Thema „D o r f v e r s ch ö n e r u n g". Im Zusammenhang damit sollen die Ortsstraßen, die sich in schlechtem Zustand befinden, ntu eingedeckt werde«. 00 Bo 1 lnbach, 6. Febr. Bei Gastwirt Wagner hielt biefer Tage der bekannte U-Bootfahrer Kratz aus Freienseen einen Vortrag. Er fdjitberte eine Fülle seiner Erlebnisse während bes Weltkrieges unb feine Fahrten im U-Boot. Der lebendige Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. „Rückschauend", heißt es da, „kommen mir weniger anaenehme Erinnerungen an diefe Nacht über dem Atlantik. Zum Beispiel, wie ich die Flammen aus dem abgenutzten Kollektor Schlagen sah und so nebenbei Darüber nachdachte, ob es wohl angenehmer wäre, zu ertrinken ober zu verbrennen. Oder die fünf Stunden Sturm mitten während der Schwärzesten Nacht, als ich allein aufrecht bei den Instrumenten wachte, hin- unb her- gefchleudert wie nie in meinem Leben. Und dabei nicht zuletzt bas Gefühl wunderbarer Einsamkeit unb bie Erkenntnis, daß die Maschine, die ich flog, ihr Bestes hergab unb von mir bas Beste verlangte, was ich zu geben hatte." Dann kommt die Geschichte ihres Fluges über den Pazifik, als sie stundenlang in Rabiooerbinbung mit Honolulu war, mit ihrem Mann sprechen konnte und bas seltsame Erlebnis hatte, während sie allein mitten über dem Pazifik war, zu hören, wie ber Ansager meldete, daß fie unterwegs nach San Franzisko wäre. Dann verstummten die Stimmen allmählich. „Nach Mitternacht ging ber Monb unter unb ich war allein mit ben Sternen." Ihr Flug um bie Well war sorgfältig vorbereitet worden unb begann mit einem unglücklichen Start. Sie änberte ihren Kurs, startete von San Franzisko, flog von Neuorleans nach Brasilien, von dort nach Dakar, über das afrikanische Festland und dann in einer großartigen Tour vom Roten Meer nach Karachi. Weiter von Rangoon nach Bangkok unb dann nach Singapur und Australien. In Lae in Neuguinea sah fie den Pazifik wieder, den sie in San Franzisko verlasse« hatte: ,Vor nicht viel mehr als einem Monat war ich auf ber anderen Seite bes Pazifik unb blickte westwärts. Heute abend schaute ich ostwärts über ben Pazifik. In ben rasch vergehenden Tage«, bie bazwischen lagen, war die Welt in ihrer ganzen Weite an uns vor- übergefloaen — mit Ausnahme dieses weiten Ozeans. 5ch werbe froh sein, wen« wir bie Gefahren seiner Ueberquerung hinter uns haben." Dies ift die letzte Eintragung in ihr Tagebuch. Hochschulnochrichten Professor Dr. Karl Pieper, Extraorbinarius für Zahnheilkunde an der Universität München, wurde zum Ordinarius ernannt . ------------ — l § gueckln rortrafl des Ortsgrupp tretende Leite einem erklären Haften Erorde seinen Doltsge Bau von W zahlreich vertr Land die De' schließend san schutzhauswar der Ortsbem Anweisungen dem Vortrag rungen und nicht zum RL nerte an die gegenüber feil Sieg-Heil auf J1K N O *1 i*td) lle «US liefe01.8 7-»®tl,t * 6a5 M-bezieh-0 gt»iefe°. be° Sb--' 20 5tlb" Ausgabestellen Parole fi esse« wir Soldaten! DhD-l > Ettin f Paulus Walti lustschutzb zeigt. Gemeir berg) erläutei Filmbilder. : sprach anschlie schuhschulung. sich noch recht schutzbund ans < Rodhe N/M.147 1 Kameradschaft nächst eine fi | ineinsam ge-fur gen und untei Musikalische Dc Di bei i , WS. 3ic Ip-ele der Eli, in den Hander der Obersten ausgeschrieben frouillenlauf j | patrouillenlau El- C über 12 |1X 8 km. b) ( 11 •“ drei Man aus der ln p Mannschaf I ten nn?fd)afl °n. Standarte •orte 30 in Sß I S E>ner komb I Seiten. hechten Schne, "NS nichts ! heutigen ' fe W Khen - * ÄS Äh ™ eint Wil- Das ) Wirtschaft .1* i* 3 etwas 'ch llt weitere Besserungen um iatten Reichsaltbesitz bei gewannen 0,13 v. ch. auf SJi.-fpOTti rte. tew Ibenb mit dem \ t erksamkeit w Berlin — $tanffart a M Deoitenmarfl 0,723 5,694 62,37 48,95 11,275 63,97 57,47 14,49 8,691 2,477 0,725 5,706 62,49 49,05 11,295 64,09 57,59 14,51 8,709 2,481 0,723 5,694 62,40 48,95 11,28 64,00 57,47 14,49 8,691 2477 0,725 5,706 62,52 49,05 11,30 64,12 57,59 14,51 8,709 2,481 für verschiedene Papiere Prozentbruchteile. Am Rentenmarkt nb en t- -n, en rb die on >ch 'N, id- lM rt- ! N Il- re en er nie n, er er ib e- 2g t S dt or nb iUe im r • is- es s° et. che r » en ?n, uf Kurszettel der Berliner und Zranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die chöhe der zuletzt oeschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o ch. Lombardzinsfutz 5 o ch ;n ir« ■ r * ps de । in u- * Leteili, hörigen smd ppell ber der in echter einer harm- ; an ber and; arb mit fei- ihrer Glaut 1. Klasse, Ehrenzeich^i te. Am Sonn' anau) vor ben }ten Kameraden, hattenck ihrer Gl auf », sowie den rrs, Kamerad einigen kurzen- beuWn Sol« die uberwun- Rietjch das unsere neue ier /Erreichen ie, daß jeder ', sich ZD^r« den, bafe « en tonne, an asyezeichneter :n Wehrmacht Eindruck des ib bankte dem 130. Kommunal-Umschuldung lagen mit 95,25 unverändert, ebenso 4 v. ch. Rentenbank-Ablösung mit 94,13 bis 94,25. Am Pfandbriefmarkt wurden Rheinische chyp. Gold bei un'v. 100 mit 30 v. ch. rationiert, Meininger Hyp. gestrichen. Liquidatirmspfanb- briefe zeigten Abweichungen bis 0,25 v. ch., Korn- munal-Obligationen blieben unverändert. Unverändert lagen ferner Stadtanleihen und die meisten Staatspapiere, niedriger jedoch 5,5 v. ch. Poungon- leihe. Industrie-Obligationen zeigten die üblichen leichten Schwankungen. Kommunal-Umschuldung rg en ch- u- en er de rz 33 n. ■r« en bem zur Ausgestaltung des Kameradschasts- abends bei. Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: Schweine knapp, Großvieh dem Dedarfe entsprechend. Rhein-Mainische Börse. Freundlich. Reichsbund-Jahnenweihe beim BfL. Lollar. Am Samstagabend feierte der Verein für Leibesübungen 1883 Lollar sein Winterfest, mit dem gleichzeitig die Weihe der neu verliehenen Fahne des Vereins verbunden war. Mit einem Musikstück wurde die Feier eingeleitet, dem sich der Aufmarsch der Turner und Turnerinnen anschloß, Hierauf begrüßte der Vereinsführer Brück Mitglieder und Gäste. In einem Ueberblick über die Entwicklung des Vereins und die Turn, und Sportbewegung feit der Machtübernahme zeigte er das bis jetzt Erreichte. Der heutige Abend solle einen Ausschnitt im Verlaufe 5 Pf. höher mit 95,30, Reichsbahn-VA. unter Schwankungen 129,90 nach 130. Am Aktienmarkt konnten sich die später ver-. einzelt eingetretenen Erhöhungen nicht immer voll behaupten und teilweise ergaben sich Rückgänge noch unter den Anfangsstand. So bei Verein. Stahl auf 112,50 nach 112,65 und zeitweise 112,75. Weiter erhöht waren Moenus Maschinen mit 135 nach 134,50 und Deutsche Erdöl mit 141,25 nach 140,75. Die später notierten Werte kamen zumeist 0,50 bis 1 v. Sy fester an, Rheinstahl plus 1,25 v. Sy auf 141, Aschaffenburger Zellstoff plus 1,50 v. Sy auf 141,50, Conti Gummi plus 1,50 v. Sy auf 192,50, dagegen Rordd. Lloyd 80,75 (81,25). Von Bankaktien Deutsche Bank 126,50 (126,25), Commerzbank 122,25 (122,13), Dresdner Bant unv. 114,25. Im Freiverkehr nannte man: Dingler 88,25, Katz & Klumpp 108, Rastatter Waagon 56, Frankfurter Maschinen 163 bis 165, Elfäss. Bad. Wolle 87, Schuh Berneis 76,50, Verein. Pinsel 76, Ufa 69,75. Tagesgeld 0,25 v. Sy leichter mit 2,25 v. Sy Abendbörse gut behauptet. Die Abendbörse hatte kleines Geschäft in einigen Montanwerten, rote Verein. Stahl zu 112,75 (112,65), Rheinstahl zu 141,50 (141) und Mannesmann zu 114,25 (114,65), ferner in IG. Farben zu 161 (160,50), Moenus Maschinen zu unverändert 135, Adlerwerke zu unverändert 118,75 und in Großbankaktien zu Mittagskursen. Im übrigen lagen die Aktienmärkte sehr still und zumeist nominell, wobei aber die freundliche Tendenz fort« bestand und meist leichte Besserungen eintraten. Um 0,25 bis 0,50 v. Sy erhöht waren u. a. MAR. mit 129,50, Conti Gummi mit 192,50, Demag mit 144,25, Deutsche Erdöl mit 141,50, Licht & Kraft mit 143,50, Gesfürel mit 145,75, Holzmann mit 160,25, Schlickert mit 178 und Rheinmetall erhöhten sich um 1 v. Sy auf 142, dagegen gingen Scheideanstalt 0,50 v. Sy zurück auf 254, ebenso Buderus auf 122,50. Am Rentenmarkt wurden Meininger Gold mit 100 notiert, Aufträge unter 20Ö0 Mark fielen aus. Von Stadtanleihen erhöhten sich Darmstadt auf 98,90 (98,75), Farben-Bonds waren 0,13 v. Sy niedriger mit 130,13 gefragt, Reichs- bahn-VA. zu unverändert 129,90 und Kommunal- Umschuldung zu unverändert 95,30. Am Einheitsmarkt befestigten sich Kahlgrund Eisenbahn um Id. Sy auf 44,50. / Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Febr. Auftrieb: Kälber 832 (gegen 1135 am 1. Febr.), Hümmel und Schafe 262 (152), Schweine 3985 (4540). Rotiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (65), b) 55 bis 59 (57 bis 59), c) 48 bis 50 (48 bis 50), d) 3(5 bis 40 (40). Hämmel b2) 46 bis 52 (46), c) 43 bis 45 (41 bis 45), d) 32 bis 40 (—). Schafe a) 39 bis 42 (37 bis 41), b) 34 bis 36 (32 bis 36), c) 20 bis 32 (22 bis 30). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) 51,50 (5,1,50). Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft, Schweine zugeteilt. Buenos ülire. Brüssel....... -h’ta de Janeiro Bolen........ ssovenhageu... Danzig....... London....... helsingfor».... 'Borte........ Holland...... Stallen....... Kreis Wetzlar. <£ Rovheim (Bieber), 8. Febr. Der Sturm 21/M. 14 7 des NSKK. hielt dieser Tage einen Kameradschaftsabend ab. Der Sturmführer hielt zunächst eine kurze Ansprache. Dann wechselten gemeinsam gelungene Lieder, turnerische Vorführungen und unterhaltsame Vorträge miteinander ab. Musikalische Darbietungen und Tanz trugen außer- berg) erläuterte die interessanten und wichtigen Filmbilder. Kreisführer S ch u ch a r d t (Gießen) sprach anschließend über Sinn und Wert der Luftschutzschulung. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich noch recht viele Volksgenossen dem Reichsluft- ^schutzbund anfchließen möchten. etwas größeren Umsätzen feste Haltung mit 130,65 (130,30), Reichsbahn-VA. z ib« m n. BL ;'?n Ze ck- I 5* e« en 'M en sie ■n« ch 'S, ft‘ n- en er ■ ße yft“ '.Der IM fonitit ge Tätig. Paters Ri- M sich durch «trauen der ^lgschch er. Gießener Schlachiviehmarki. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Dieh-Derstei- gerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 10 Ochsen, 5 Bullen, 10 Kühe, 30 Färsen, 118 Kälber, 141 Schweine und 11 Hämmel aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 41 bis 44 Pf., Bullen 40 bis 42, Kühe 33 bis 42, Färsen 37 bis 43; Kälber 33 bis 58; Hämmel 40 bis 48 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 RM., Klasse b 1 (135 bis 149,5 kg) 1,09 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07 RM., Klaffe c (100 bis 119,5 kg) 1,03 RM. Klassen d bis f (unter 100 kg) 0,97 RM., Klasse gl und 1 (fette Specksauen und Altschneider) 1,05 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und 5X8 km. b) Spezialsprunglauf. Die Gruppe Hessen hat für den Patrouillenlauf Kl. B drei Mannschaften gemeldet. Zwei Mannschaften aus der hohen Rhön, von Standarte 418 und ----- eine Mannschaft aus dem Upland, von Standarte 30. »fommen & Mannschaften trainieren in ihren Heimatgebie- ten. Standarte 418 auf der Wasserkuppe und Standarte 30 in Wildungen. Ferner wird die Gruppe mit einer kombinierten Mannschaft den Staffellauf bestreiten. Für den Spezialsprunglauf hat die Truppe Hessen nicht gemeldet, da in Anbetracht der schlechten SchneeverhiiltMe ein sportgerechtes Trai- m bi(|« wie «4 " illeftor W 7-d-r F Sturm 1 । jch allein iy hin- MdL den. Und »s ner Eich-» nc b-e bÄ» 'abd°-.A mitt« *5 nÄ ning nicht möglich war. Schwemmtest der Studentenschaft. Am heutigen Mittwochabend trägt die Studenten- schäft der Gießener Universität ihre diesjährigen Meisterschaften im Schroimmen, Kunstspringen uno Tauchen im Dolksbad aus. Die Meldungen sind sehr zahlreich. Es kommen zum Austrag: Em Drei- kämpf (Tauchen, Schnellsthwimmen und Springen), Einzelwettbewerbe im Freistilschwimmen, Rückenschwimmen und Brustschwimmen, Kunstspringen, ve. stehend aus drei Pflicht- und drei Kürübungen, für Stubenfen; Kleiderschwimmen, Schnellschlmmmen und Tauchen für Studentinnen und zwei Freistil- ltaffeln der Kameradschaften und Fachschaften. Die nächsten Kämpfe der Fußbatt-Gauliga Hessen. üngsten B ü l' : man sich I in8". 3m > ; ißen, die sich gedeckt werden Gaswirt W > ll-Bcwtfchi! g. Er schilp , d de- W»' Der lebendi? § Queckborn, 6. Febr. Hier fand ein Film- vortrag bes, Reichs-Luftschutz-Bundes, Ortsgruppe Grünberg, statt. Der stellvertretende Leiter K o h l b a ch (Grünberg) gab in einem erklärenden Vortrag Auskunft über die wichtigsten Erfordernisse, die der Luftschutz an den ein« Beinen Volksgenossen zu stellen hat; Entrümpelung, Bau von Schutzkellern usw. Die Gemeinde war sehr zahlreich vertreten, ein Zeichen dafür, daß auch bas Land die Bestrebungen des RLB. unterstützt. An- / schließend fand noch eine kurze Beratung der Luftschutzhauswarte und «roartinnen statt, in denen der Ortsbeauftragte Schaufelberger nähere Anweisungen erteilte. Bürgermeister Horst dankte dem Vortragenden für seine weitgehenden Erklärungen und forderte die Volksgenossen, die noch nicht zum RLB. zählen, zum Beitritt auf und erinnerte an die Pflicht des einzelnen Volksgenossen gegenüber seinem Dorf und seinem Volk. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Abend. > Ettingshausen, 6. Febr. Im Saale von Paulus Walter wurde hier durch den Reichsluftschutzbund der Film „Volk in Gefahr" gezeigt. Gemeindegruppsnleiter K o h l b a ch (Grün- Oie SA -Gruppe Hessen bei den Winterkampfspielen. RSG. Die Durchführung der RS.-Winterkampf- spiele der Gliederungen der NSDAP, für 1938 liegt in den Händen des Hauptamtes für NS.-Kampffpiele ber Obersten SA.-Führung. Als Wettbewerbe sind ausgeschrieben: a) Mannschaftswettbewerbe: Pa- trouillenlauf Kl. A über 18 km mit Kk.-Schießen; Patrouillenlauf Kl. B über 12 km mit Kk.-Schießen; Kl. C über 12 km mit Kk.-Schießen; Meldestaffel em E. 6# artet« » « «57 nitfit * iuf "eL W je * *> * Gegen das Lustschutzgesetz verstoßen. Lpd. Frankfurt a. M., 8. Febr. Bei ber großen Luftschutzübung am 12. November hatte ein diensttuender NSKK.-Mann einen 37jährigen Passanten aufgefordert, sich unterju ft eilen. Der Passant sollte sich an eine 50 Meter weiter gelegene Stelle begeben, folgte aber nicht und machte ungehörige Bemerkungen. Der Passant bekam wegen Uebertretung des Luftschutzgesetzes einen Strafbefehl über 10 RM. Auf seinen Einspruch erhöhte ber Einzelrichter bie Strafe a u f 3 0 R M. Das Schuldkonto wird i^irer größer. Lpb. Frankfurt a. M., 8. Febr. Das Schulb- fonto ber beiben jungen Burschen, bie am vorletzten Sonntagabend auf dem Römerberg mit einem gestohlenen Auto und in betrunkenem Zustand i n b i e aufmarschierten Formationen gefah - r e n waren und eine große Zahl von SA.-Männern verletzt hatten, wird immer größer. Kürzlich war in 'einem Photohaus in Ludwigshafen ein Schaufen st ereinbruch verübt worden. Die Kriminalpolizei hat nun feftgefteüt, daß als Täter die beiden in Frankfurt festgenommenen Autodiebe, die den schweren Unfall verursachten, in Frage kom- men. Die bei dem Einbruch gestohlenen Photo- apparate und dergleichen konnten in ber Wohnung ber Täter beschlagnahmt werben. Wo ist das Auto der Gchaufenstereinbrecher? Lpd. Frankfurt a. M., 8. Febr. Der von den Einbrechern in ber Nacht zum 5. Februar bei ihren Einbrüchen in ber Frankfurter Innenstadt benutzte Kraftwagen ist noch nicht wieder ausge- taucht. Ermittlungen Haden ergeben, baß es sich nicht, wie zunächst auf Grund der Zeugenaussagen angenommen wurde, um einen Horch-Wagen, sondern um ein Mercedes - Benz - Cabriolet aus dem Jahre 1934 handelt. Dieser Wagen ist besonders schwer, hat schwarzen Anstrich, der erst kurz- lid) erneuert wurde, und graues Verdeck. Besonders auffällig rft bie reiche Verchromung bes Wagens, namentlich an ber Kofferbrücke. Das ursprüngliche Kennzeichen TS 39 898 haben die Einbrecher vermutlich in IS 38 986 geändert. Auf den beiden Türen des Wagens befinden sich in grauer Schrift bie Buchstaben F. S. Bekanntlich waren wenige Nächte vorher offenbar von ben gleichen Tätern ebenfalls Schaufenstereinbrüche verübt worden. Den zu diesen Einbrüchen benutzten Kraftwagen hatten bie Diebe in Mainz gestohlen. Dieser Wagen ist in Frankfurt gefunden und dem Eigentümer wieder ausgehändigr worden. Für die Wiederherbeischaffung des noch fehlenden Mercedes-Benz-Cabriolets ist ein Teil der ausgesetzten namhaften Belohnung bestimmt. Der Finder wird dringend gebeten, ben Wagen nicht zu öffnen, fonbern sofort der nächsten Polizeidienststelle Mitteilung zu machen. < '6 ln vor, ^ebr. * Sm ÄS; *'1 sb'; te* hÄ y»« auf 61r L«,. te 1 Dolkslieder ^Nmare! ’Jribnis auf, Dl)nt wurden. Wchaffner bas ®Ir grahi. Frankfurt a. M., 8. Febr. Die Börse war am Aktienmarkt leicht befestigt. Der kleine An- lagebebarf der Kundschaft stieß auf leere Märkte, da auch heute keine Abgaben aus nichtarischen Kreisen Dorgenommen wurden. Da auch die Kulisse in kleinem Maße Käufe tätigte, ergaben sich bei allerdings noch sehr kleinen Umsätzen vorwiegend Erhöhungen von durchschnittlich 1 v. Sy Stärker gefragt blieben Moenus Maschinen mit 134,50 (132,75), Gesfürel erholten sich um 1,75 v. H. auf 145,25 und Bemberg um 1,25 v. Sy auf 139,25. Von chemischen Werten stiegen IG.-Farben auf 160,75 (159,75), Scheideanstalt auf 254,50 (253,50) und Goldschmidt auf 141,50 (140,25). Am Montanmarkt zogen Hoesch, Mannesmann, Rheinst-ohl und Vereinigte Stahl bis 0,65 v. Sy an. Motorenwerte waren leicht erhöht, Daimler auf 142 (141,75), Adlerroerke auf 118,75 (118,65). Im einzelnen no- tierten Reichsbank 0,50, AG. für Verkehrswesen 1 v. H., Deutsche Erdöl 1 v. Sy höher. Nicht ganz behauptet lagen Rheinmetall mit 141 (141Z0), Hanfwerke Füssen mit 132,50 (133) und Holzmann mit 159,90 (160). Nach den ersten Kursen ergaben sich WHW -Gmlopf her Wehrmacht bereits am nächsten Sonntag! Mtt Rücksicht auf den allgemeinen Eintopf fonntag am bevorstehenden 13. Februar ist das von unseren Gießener Truppen für den 20. Februar vorgesehene A e l d k ü ch e n . E i n- topf elfen aller Volksgenossen zum Vesten des Winterhilfswerks auf den 13. Februar, also auf nachsten Sonntag, vorverlegt worden. Unsere Hausfrauen werden alfo bereits am kommenden Sonntag die Erbsen mit Speck aus ben Feldküchen in Empfang nehmen und sich dadurch die Sonntagskocherei ersparen können. Jede Portion Essen kostet —.50 RM. Der Ertrag aus diesem gemeinsamen Feldküchen-Lintopf wird von der Wehrmacht dem DHW. zugeführt. Alle Hausfrauen, die am kommenden Sonntag das Mittagessen für ihre Familien aus der Feldküche beziehen wollen, seien heute schon darauf hin- gewiesen, daß wir morgen genaue Angaben über bie Standorte bet mehr als 20 Felbküchen unb über bie weiteren Essen- Ausgabestellen bringen werben. Parole für alle: am nächsten Sonntag effen wir Erbsen mit Speck ans ber Solbatenküche unb helfen dadurch bem DHW.! Der Pokalkampf in Steinbach. Steinbach I — Sportfreunde Wehlar I 1:5. Die erste Mannschaft von Steinbach hatte die gleiche der Sportfteunde Wetzlar im Pokalspiel zu Gast. Steinbach, als einzige Mannschaft des hiesigen Bezirkes gemeldet, konnte sich im ersten Spiel nicht durchsetzen. Mit 5:1 Toren mußten sich die Steinbacher den körperlich stärkeren Wetzlarern beugen. Dem Spielverlauf nach hätte das Spiel für Steinbach gewonnen werden müssen, denn Wetzlar wurde fast während der ganzen Spielzeit in seine Hälfte gedrückt. Die besten Gelegenheiten wurden von dem ganz unzweckmäßig spielenden Steinbacher Sturm vergeben. Die Jugend machte ihre Sache besser, denn sie schlug ihren Gegner, die Jugend von VsB.-R. Gießen, mit 2:0 Toren glatt. Der Sieg war verdient, denn Steinbach stellte in diesem Spiel die schnellere Mannschaft. Heuchelheim I — Rodheim I 2:1. Die beiden Lokalgegner lieferten sich einen harten aber spannenden Kampf. Die Gastgeber spielten dabei überlegener, als es das Ergebnis ausdrückt. Der überaus sichere Rodheimer Torhüter verhinderte eine höhere Torausbeute. Heuchelheim trat mit Müller; Wämser, Römer (Hl. A.-R. 9); Bach, Waldschmidt, Henkelmann; Christ, Schmidt, Hofmann (7/116), Mandler und Arnold an. Der Jnnensturm war die treibende Kraft im Angriff. Die Läuferreihe leistete tadellose Arbeit. Die Verteidigung war nur zum Teil gut. Die Gäste kämpften mit riesigem Eifer und unter dem Einsatz aller Körperkraft. Der Spielverlauf sah die Einheimischen sofort gefährlich. Die Gäste verschufen sich mit weiten Abschlägen aber immer wieder Luft. Wieder einmal hatten sie abgewehrt, der Ball kam hoch vor den Strafraum der Einheimischen, die Verteidigung überlief den Ball, und sicher schob der Rodheimer Mittelstürmer zum Führungstor ein. Bald darauf wurde aber ein Elfmeterball für Heuchelheim (Schmidt war hart gelegt worden) von Mandler glatt verwandelt. Nach dem Ausgleich setzten die Einheimischen ihre Angriffe stürmisch fort. Ein scharfer Schuß des Halblinken prallte von der Latte ab. In vorbildlichem Einsatz schob sich nun Hofmann zwischen die Verteidigung und konnte zum vielumjubelten Siegestreffer einsenden. Nach der Pause beging man in der Heuchelheimer Elf den Fehler, Hofmann auf Rechtsaußen zu stellen. Diele Torschüsse der Heuchelheimer Sturmer fanden in der Folge nicht den Weg in das Netz. Die Bälle gingen an die Latte, darüber oder wurden eine Beute des Tormannes. Erft kurz vor Schluß erschien Hofmann wieder auf seinem Platz in der Mitte. Da war es aber für weitere Erfolge zu spät. Es blieb bei 2:1! Schiedsrichter Best (Gie- ßen) leitete einwandfrei. Vorher spielten Heuchelheim Jugend und Rod- heim Jugend 1:3. aus der Arbeit des Vereins bringen. Das neue Vereinsjahr stelle neue große Aufgaben, an deren Verwirklichung jeder Mitarbeiten solle. Die nun folgenden turnerischen Hebungen gaben ein anschauliches und eindrucksvolles Bild von dem Können der Turner und Turnerinnen aller Allers- ftufen. Nach einem weiteren Musikstück fand die Weihe der neuen Fahne statt. Der Kreisführer des Oadjamtes Turnen, Daupert, weihte die neue ahne. Sie soll, so führte er dabei aus, das Sinnbild des turnerischen Gedankens fein und bedeute eine hohe Verpflichtung dem Volke gegenüber. Er ermahnte Turner und Turnerinnen, auf der Bahn Jahns weiter zu schreiten. Hierauf übergab er dem Vereinsführer die Fahne, der sie mit Worten des Für den kommenden Sonntag sind kür die Gau- liga folgende Spiele vorgesehen: FC. Hanau 93 Regen Borussia Fulda, SC. 03 Kassel 6po. Kassel, Hessen Hersfeld — Oermama iyuföa, JBJÄ Sroß-Aicheim - Sport Kassel, VfB. Friedberg Regen Kewa Wachenbuchen. Hanau 93 hat die beste Gelegenheit die Spitze M behaupten, da zuhause ein Sieg über vonmia i ssillda zu erwarten ist. Sehr wichtig ist der Kasseler Lvkalkampf, in dem der Sieger kaum vorauszu- lagen ist. Hessen Hersfeld wird den Anschluß nicht De’rlieren und die beiden anderen Treffen werden zu einer gewissen Klärung der Lage am Tabellen- mde beitragen. Hessen Hersfeld erhält übrigens die Punkte aus iim zum kommenden Sonntag angesetzten ^ußdau- Nristerschaftsspiel gegen Germania Fulda kampflos, la Germania wegen des Versuches, Spieler zu ziehen, für einen Sonntag gesperrt worden ist. Zaoan...... Jugoslawien Celo ..... Dien....... Lissabon.... Stockholm .. Sckiweiz .... Svanlen.... Prag....... Budaveft... Neuy ort.... # Wißmar, 7. Febr. Unser Mitbürger Wilhelm Klinkel und seine Ehefrau, geb. Roth (aus Odenhausen) konnten dieser Tage das Fest uer Silbernen Hochzeit feiern. — Das Wiesengelände im Wißmarbachtal, das im vergangenen Jahre durch Drainage verbessert worden war, ist an Wilhelm Wagner und Heinrich P e i e r vergeben worden. — Ein glücklicher Zu- sall brachte dem hiesigen Landwirt L. Drommershausen (Haus Nr. 25) vier Kälber ins Haus. Die Jungtiere wurden von zwei Kühen an einem Tage geboren. Frankfurt a. M. Berlin i i Frankfurt a.M. Berlin Schluß- lurs Schluß?. Abend- börie Schluß- htt-3 Schluß! Mittag- börse Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittag- börse Datum 7-2. 82. 72 8.2. $aium 7-2. 8.2. 7.2. 8 2- 5% Deuisckie 8 etchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichöanl. von 1934 iy2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 ... .... 4*4% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... 4%% Deutsch? Reichsichatzonwet jungen von 1936, III. jvolge .. 5%% Doung Anleihe von 1930 .. 4’/2% Hesiische Volksstaat von 1929 4 yt% Deutsche Reichspostschatz von 1934 1..................... 101,7 99,3 99,65 99 109 100,75 100,3 99,7 130,3 137,75 100 99,25 136 100 99,5 102,4 102,25 111,4 134 80 81.25 129.9 209 122,13 126,25 114,25 101,75 99,25 99,65 99 108,5 100,75 100,3 99,9 130,65 137,75 100 102,25 100 99,5 99,25 136 100 99,5 102,25 102,4 111,4 135 80,25 80.75 129,9 209,5 135,5 122,25 126,5 114,25 —-iowwo —* co —* —• W — —• O—* CO O ^0>MU1U> Kl CD —* O cn CO COCO O O O CD CO —* CO - —- —»»» —»- CO—* O CO CD » CO - CO. 1JM —. rO . Kl CO I Ca> ' ' I I OU I - O 1 I . . . k|. | 1 . Kl aiuwuim COcnCD l T> cn I I CD cn | CnCD 1 1 | Cnkj kJ cn —• | cn | cocn 101,75 99,25 99,65 99 108,13 100,75 99,9 130,75 136,5 100 136 1024 135 137 79,65 80,75 129,9 208,75 135,5 122,25 126,5 114,25 Aceumulatoren-Fabrü.......14 ischafsendurg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Sekula.................... 8 guderuS Eilen.......... 5 Zement Heibelberg...........7 5ement Karlstadt............6 Eonti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6*4 desiauer GaS ...............4 Deutsche Erdöl............ 5 deutsche Gold- und Silber .... 9 deutsche Linoleum.......... 10 Llektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 (A. Farben-Jndustrie.......7 reiten & Guilleaume.........6 Aesfürel.................... 7 £b. Goldschmidt.............6 Iriyner Maschinen...........0 )arvener................. 8% öoesch Essen............... 8 yt Sbilivv Holzmann...........8 >lse Bergbau................6 3Ife Genüsse................6 ioli Aschersleben ............4 ilocknerwerle ............ 4’/» kokswerke und Ehemssche Fabrik 7 ^abmeyer ..................6 Jlainhaft...................4 Mannesmann.............4'/r Jlanäfelber Bergbau ......... 7 ^retallgeieUschaft.............6 Drenftein & Kovvel..........0 »beinische Braunkohle....... 12 iheinlsche Elektro............6 iheinstablwerke............ 6 vbeinisch-Destsälische Elektro .. 6 lütgerswerke ...............7 -alzdetsurtb Kali............6 ictiuden L Lo............... 7 Schultheis Patzenhoser........4 Siemens & Halske ...........• süddeutsche Zucker...... 10 bereinigte Stahlwerke......1'/» Sestdeutsche Kaufhos......... o ßjefteregeln Alkalt...... 4 224 140 138 168,75 122,5 164,75 191 141,75 139,75 253,5 167 129,5 142 159,75 136,5 143.5 140,25 50 166 114 160 134 118,25 120,75 114 157,5 146 129,65 139,75 127 148 170 176,5 208 112,25 60 110,5 148 28,75 141,5 139,25 169 122,5 164,5 192,5 142 141,5 254 167 130,13 143,5 161 137,25 145,75 141,25 168 114,5 160,25 134 118,75 120,75 114,25 157,5 146 141,5 127 149 178 208 112,75 60 110,75 148,5 28,9 224 140,65 137,75 169,25 122,5 190,65 142 121,75 139,65 166,75 130 142 159,75 137 144 140,25 49,75 167 114,25 159,75 134 110,75 118,25 157,13 121,25 113,9 158 145,75 107,5 229 139,75 127 149 170 176,75 95,5 211,75 208,5 112,4 60,13 110,13 148 28,9 140,75 138,75 169,13 !22j5 192 141,75 122,25 141,25 167 130,13 143,5 160,4 137,25 145,9 141,25 50 169 114,5 160,5 158.5 134 119 156,5 121,25 114,25 157,75 145,75 108,5 230,75 129 141,25 126,65 148,25 170 178,25 95,5 211,75 208,5 112,65 60,13 110,5 148,5 29 iyz% Deutsche Reichsbahnichatz Lberhessen Provinz.Anlethe mit Auslos.'Recbten ............ 4*4% Hess. LanveSbk. Sannftab: GoldPse. R. 12 ........... 5y,% Hess. Landes-Hyp.-Bank Sbahn Porz.-Wt. 7 Retchrbank................ 12 Berliner HanvelsgeseUlchaft 6Z4 Commerz- un t Privat-Banl ... 6 Deutsche Divlonto....... 5 Dresdner Boul........ 4 Rellfiofr Äaldhof...... 6 Ltavi Minen...............0,6 7. Februar 8. Februar ' Geld a Brief Geld Brief"" 0,651 0,655 0,656 0,660 41,97 42,05 42,02 42,10 0,140 0,142 0,140 0,142 47,00 47,10 47,00 47,10 55,40 55,52 55,42 55,54 47,00 47,10 47,00 47,10 12,41 12,44 12,415 12,445 5,485 5,495 5,49 5,50 8,132 8,148 8,132 8,148 138,41 138,69 138,45 138,73 13,09 13,11 13,09 13,11 7.Februar 8 Februar umg Geld Brief -im i'(ticWr:-prung Geld | Brief Dankes und dem Gelöbnis, stets nach Kräften bemüht zu sein, die hohen Aufgaben zu erfüllen, übernahm. Ein außerordentlich reichhaltiges Programm wickelte sich alsdann ab, Musikstücke wechselten ab mit einem Theaterstück, Turnen an den Geräten und Tänzen. Besonders gefiel auch das humoristische Turnen. Der Kreisführer gab im Laufe des Abends noch eine Reihe Ehrungen bekannt. Werbeabend für Breslau in Großen-Linden. 2) (276. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 1. Ziehungstag 8. Februar 1938 tJn der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 5000 NM. 142618 216675 12 Gewinne zu 3000 NM. 18986 91838 217618 291265 354166 358561 12 Gewinne zu 2000 RM. 56617 146059 218220 259812 313182 351960 62 Gewinne zu 1000 RM. 15065 20765 37076 61679 64158 71310 90276 104131 145710 154623 167623 168070 222915 228550 233691 239979 250331 258596 261257 270787 314411 315075 329135 333403 363695 378925 96 Gewinne zu 500 RM 8215 11343 18437 22870 23785 33756 41340 51599 66937 79381 82183 85569 93340 110895 112779 116355 131182 145820 153847 168311 169438 186219 202827 205361 207639 208661 216147 218982 232234 241876 244247 256358 258135 299754 304879 312460 319563 324256 324538 328796 336910 338846 352232 355331 365676 378327 385049 387984 202 Gewinne zu 300 RM. 4950 5439 6426 9069 11309 15098 18741 19842 21558 21753 24273 27981 31214 46684 48555 57281 57723 57898 63034 68433 77221 78481 79787 81203 90830 95538 98410 104628 124622 126583 127558 131532 132003 138752 140516 142778 143445 155549 156253 158512 159246 161282 162460 (165804 167939 167988 177222 178168 183006 183314 191943 194916 196618 198576 199368 200579 205743 207593 209259 212292 217636 218126 223826 225797 233589 235157 237200 238810 242187 246886 258141 258570 258691 263072 267269 268932 270352 272148 276944 278374 283013 285599 288861 304705 307372 335182 336068 349456 358121 360420 362279 364958 373444 378745 379808 381033 383385 390148 392345 393165 396273 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 30000 RM. 282260 4 Gewinne zu 10000 NM. 190419 227604 ■i 2 Gewinne zu 5000 RM. 324419 j ' 4 Gewinne zu 3000 RM. 109876 304671 10 Gewinne zu 2000 RM. 81858 207309 251684 264031 392826 64 Gewinne zu 1000 RM. 4616 14768 55583 66859 81963 98992 106732 132893 137023 139271 149697 163143 166827 193023 199562 201235 204720 213862 216250 239250 274461 275027 280195 298761 304197 318020 329585 355856 356430 356464 385274 392688 102 Gewinne zu 500 RM 8127 9083 22647 57594 65302 78225 92698 99340 107280 114378 129263 132447 132475 139952 149904 155004 174873 188090 189481 189839 209977 216707 217009 254459 270781 275939 294695 299064 300444 302120 303011 312186 323904 324881 327202 338482 349475 358871 360940 362701 364820 364826 368150 376075 377225 381531 381676 382878 386595 387104 395175 168 Gewinne zu 300 RM 20527 33689 33841 35903 37522 43589 49993 55025 67022 70877 75974 91352 92449 94639 95988 97814 99731 103495 119339 121129 121960 123068 133831 133871 137567 139497 141437 142212 142529 145718 153073 164922 167835 169911 170862 171489 174331 182294 184298 188515 189882 191900 205969 208867 209040 227886 231171 233457 239134 241854 245579 246224 246743 262869 266663 268529 269456 269867 269908 270197 275805 286676 286823 287652 288852 294800 300877 306101 324046 328013 329025 341005 354293 360252 370290 370869 372682 373504 374735 383080 390470 390490 394262 395207 Dm Gewinnrode verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 30000, 20 zu je 20000, 96 zu je 10000, 194 zu je 5000, 384 zu je 3000, 978 zu je 2000, 2884 zu je 1000, 4802 zu je 500, 9832 zu je 300, 233788 zu je 150 RM. 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In der Gauklasse ist es Wetzlar gelungen, auf dem gefährlichen Gelände in Hanau in einem der schönsten Spiele der ganzen Runde zu zwei sehr wertvollen Punkten zu kommen. Mit einem 10:7-Sieg wurde die Siegesserie der Soldaten unterbrochen. Auf der anderen Seite hat aber auch der nächste Anwärter, Tuspo. Bettenhausen, gewinnen können, so daß eigentlich erst der nächste Sonntag wenigstens eine Art Vorentscheidung bringen wird. Denn dann treffen Bettenhausen und Wetzlar aufeinander. In der B e z i r k s k l a s s e standen sich gegenüber: Tv. Lützellinden — Tv. Heuchelheim 15:2. Tv. Münchholzhausen — 1860 Marburg 10:4. 1900 Gießen — Tv. Hörnsheim 5:3. Tsp. W.-Niedergirmes — Mtv. Gießen, f. Mtv. Wenn auch Heuchelheim in Lützellinden nur mit 10 Mann antrat, so stand es schon nach wenigen Augenblicken fest, daß auch eine komplette Mannschaft nicht viel hätte ausrichten können. Die Gastgeber gewannen wie sie wollten. — Die größte Ueberraschung bedeutet wohl die ganz einwandfreie Niederlage, die Marburg in Münchholzhausen bezog. Die Platzbesitzer waren in einer ausgezeichneten Verfassung und liefen besonders in der zweiten Halbzeit zu einer glänzenden Form auf. — Hörnsheim hat diesmal wohl sein schlechtestes Spiel in der diesjährigen Runde geliefert. Der Mannschaft wollte diesmal auch gar nichts klappen, so daß 1900 zu einem knappen aber vollkonimen verdienten Sieg kam. Das einzige Spiel der 1. Kreis kl affe SpV. Gr.-Rechtenbach — Tv. Katzenfurt gewann Gr.-Rechtenbach hock). Allerdings hatte dar Ausgang keine Bedeutung, weil die Punkte den Platzbesitzern vor einiger Zeit bereits kampflos zugesprochen worden waren. Freundschaftsspiele. Mtv. Gießen II — MSV. Barbara 5:9. Hausen — Lich 11:3. Der Mtv. trat zu diesem Spiel nicht komplett an, so daß der Sieg der Soldaten, die übrigens weit von ihrer sonstigen Form entfernt waren, verständlich wird. — Hausen hat trotz der langen Pause noch nichts von seiner alten Kampfkraft eingebüßt. Die Mannschaft gewann nicht nur rein zahlenmäßig sehr hoch. Sie war dem Gegner auch in jeder Beziehung überlegen. Die restlichen Pflichtspiele der Jugendklasse: Tv. Wetzlar — Tv. Nauborn 9:5. Neue Leiterin des Frauenhandballs im kreis VIII. Der Kreisfachwart hat für die Betreuung des Frauenhandballs im Kreis Gießen Frl. Liesel W e - b e r berufen und inzwischen auch in ihr Amt eingeführt. Frl. Weber, die schon seit Jahren als Vorkämpferin für Frauenhandball bekannt ist, wird alles daransetzen, um das schone Spiel auch im hes» mischen Kreis bekannt zu machen. — Das-Jnteresse, das man der Sache jetzt schon entgegenbringt, ist groß, so daß berechtigte Hoffnungen bestehen, bald zu einem geregelten Spielbetrieb zu -kommen. Rundfunkprogramm Donnerstag, 10. Februar. 6 Uhr: Morgenlied. Gymnastik. 6.30: Frühkon» zert. Märsche und Walzer. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 10.30: Froher Klang zur Werkpause. Märsche ehemaliger Koblenzer Regimenter. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: Eine Parole — Eine Tat. 12: In den Domen der Arbeit. Werke großer deutscher Meister. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14t Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... (Konzert). 15: Jung sein heißt: nicht fertig sein. 15.15: Für unsere Kinder: Wir besuchen mit dein Mikrophon das Historische Museum in Frankfurt am Main. 15.30: Jugend am Werk 16: Nachnnt- tagskonzert. Berühmte Märsche und Walzer. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Deutsche und Wehrmachts- Skimeisterschaften 1938. Bericht vom 40-km-Staffel- lauf. 18.45: Konzert des kleinen Orchesters des Reichssenders Frankfurt. 19: Nachrichten. 19.15: Bunter Heimatabend in Neustadt. Feldbergrutscher. Ausschnitte aus dem Kameradschaftsabend bei den Deutschen und Wehrmachts-Skimeisterschaften 1938. 19.45: Suiten und Ballettmusiken zeitgenössischer Komponisten. 21: Vom Eulenspiegel bis zum tollen Bömberg. Heiteres von Schelmen und Käuzen in deutschen Landen. 22: Nachrichten. Bauerscher Gesangverein e.v. Gießen Gesucht komfortable Vereins. 845V in sämtl. Räumen des Gesellschafts- Am Samstag, dem Kß A n HI Ä-ffi iMJmoii Ml mit Bad im Westen oder Südwesten der Stadt auf 1. Juli 38 oder später. Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Solides,fleißiges Mädchen Karl Bänninger, Friedrichstraße 33. 844 D Am 15. Februar 1938 Küpreh | Mietgesuche""| Anfang 20.11 Uhr Küpreh 851D U/CDDE DRUCKSACHEN wV CKDG Brühl, OleOon NMe ©lauöensönueguog öezicksrmg Gietzev Versammle,.am Freit. JHe 11.Febr .abds.81 Uhr ■ im Studentenheim# Leihgesterner i Es spr.:AndreasThiel 1 Berlin - Nur vor Mit- glied. u. Interessent. Unkostenbeitrag 0,30 RM. 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