idi ir MV b 40 PH Eft l?“«r4 s t von LenÄ lmlld) am u-' 2« k?en. 3), ch selber mitteilte, Ködert pm Vor. er leider un- !669 l^tij f[|”n (j. P'illt „ p. fort. L’ intintt LA'h r'fugen P'trltl. C * L* Der K. G. Innen- M7L Nr. 287 (Elftes Blatt 188. Jahrgang Donnerstag, 8. Dezember 1058 Erscheint tüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postschecklonto: jrrontfurt am Main 11688 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universilättdruckerei R. Lange in Gießen. 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Januar 1923 die Litauer dieses Gebiet besetzt hatten und nach Jahresfrist zwischen den damaligen alliierten und assoziierten Hauptmächten und Litauen die Memelkonvention am 8. Mai 1924 abgeschlossen und das Memelstatut in Kraft gesetzt wurde, übernahmen die Memelländer mit der Wahrung der ihnen feierlich zugesicherten Autonomie den Schutz und die Verteidigung der versprochenen Lebensrechte. Der Kampf umdie Autonomie, die hier ja nicht lediglich eine Kulturautonomie war, wie z. B. in Estland, sondern eindeutig eine Territorialautonomie, da das Memelland deutsches Land ist und die litauische Minderheit keinerlei Rolle spielt, hat von den Me- mellänüerrk schwerste Opfer gefordert. Viele sind aus der Heimat vertrieben, unzählige in die Gefängnisse Jnnerlitauens gesperrt worden. Aber stets haben die deutschen Memelländer den Sieg davongetragen. Der unzerstörbare Wille, Volkstum und Heimat treu zu bleiben, manifestierte sich stets am eindeutigsten beiden Wahlen zu dem autonomen Landtag des Memelgebietes. Immer wieder versuchten die Litauer durch heimliche ugd offene Propaganda, durch offenen Terror und Heranziehen großlitauischer Elemente aus dem Innern des Landes das Wahlergebnis zu beeinflussen. Es ist ihnen nie gelungen. Bei den Wahlen zum 1. Memelländischen Landtag am 19. 10. 1925 wurden 2 7 Deutsche und nur 2 Litauer gewählt. Auch die Wahlen zum 2. Memelländischen Landtag am 30. August 1927 brachten 2 5 Deutsche und nur 4 Litauer in die Volksvertretung. Die Wahlen zum 3. Memelländischen Landtag am 10.10.1930 ergaben 2 4 Deutsche und nur 5 Litauer. Am 4.5.1932 zeigten die Wahlen zum 4. Memelländischen Landtag, nunmehr schon unter brutalem Terror abgehalten, das gleiche Verhältnis. Unter ganz ungewöhnlichen Umständen fanden die Wahlen zum 5. Memelländischen Landtag am 29.9. 1935 statt. 72 führende Memeldeutsche waren durch das berüchtigte Kauener Bluturteil vom 29.3.1935 zum Tode, zu lebenslänglichem Zuchthaus oder vieljahri- aer Gefängnishaft verurteilt worden. Ein großer Teil der deutschen Memelländer war seines Stimmrechts beraubt. Ein ungemein komplizierter Wahlvorgang sollte die Bevölkerung daran hindern, ihrem Willen offen Ausdruck zu verleihen. Und doch zeitigten sie das gleiche Ergebnis wie die beiden vorhergehenden Wahlen: 24 Deutschen standen im Memelländischen Landtag nur 5 Litauer gegenüber. Da der memelländische Landtag auf Grund des Artikels 11 des Memelstatuts alle 3 Jahre gewählt wird, so finden die diesjährigen Landtagswahlen im Memelgebiet am 11. Dezember 1938 statt. Die Lage hat sich seit dem 1. November grundlegend verändert. Die litauische Regierung hat den seit dem 17. Dezember 1926 im Zusammenhang mit dem Regierungsumsturz in Kauen und der Machtübernahme durch die heute herrschende „Tautinin- kai"-Partei über das Gebiet verhängten Kriegszustand a u f g e h o b e n. Er bot den litauischen Machthabern in Memel die Handhabe, mit schärfsten Terrormitteln gegen die. wehrlose Bevölkerung vorzugehen. Der Kriegszustand sollte nun am 15. Oktober d. I .durch ein Gesetz abgelöst werden, das ihn in Permanenz erklärte. Dieses neue sog. „Staatsschutzgesetz" sollte entgegen allen Bestimmungen des Memelstatuts auch auf das autonome Gebiet Anwendung finden. Schon im März protestierten die memelländischen Abgeordneten im litauischen Seim (Parlament) gegen diese aeplante Maßnahme. Sie stützten sich dabei auf den Artikel 17 des Memelstatuts, der die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung für eine Angelegenheit der autonomen memelländischen Behörden erklärt. Die Aufhebung des Kriegszustandes ist nun endlich erfolgt. In überwältigenden Kundgebungen hat das Memeldeutschtum die Befreiung von einem Jahre langen, fast unerträglichen Druck gefeiert. Damit ist die Presse-, Rede- und Versammlungsfreiheit wiederhergestellt worden und die Führer des Memeldeutschtums haben die Möglichkeit, nunmehr vor aller Welt den Willen und das Ziel des Memeldeutschtums zum Ausdruck zu bringen. Ein „Memeldeutscher Kulturverband" ist begründet worden als „Zusammenschluß sämtlicher auf memeldeutschem Boden wohnenden Bürger, die sich zum deutschen Geist und zum deutschen Kulturkreis bekennen", die ;,M e rn e l d e u t s ch e Liste" soll „die Geschicke des Memelgebiets im Landtag vor der Oeffentlichkeit verfechten" (ihr Führer ist der Führer der Memeldeutschen, Dr. Ernst Neumann), der „Memeldeutsche Ordnungsdienst" hat bei Umzügen, Kundgebungen usw. die Ordnung zu gewährleisten. „Diese Gemeinschaft soll dann eine Gemeinschaft sein, die hundertprozentig entschlossen ist, bis zum Letzten für ihre Volksgenossen einzustehen." So hat Dr. Neumann die Aufgabe dieses Memeldeutschen Ordnungsdienstes formuliert. So regt sich im Memelland neues Leben, seit die Memeldeutschen wieder die Möglichkeit haben, ihrem Willen freien Ausdruck zu verleihen. „Wir Memel- deutschen bekennen uns frei und offen zum Nationalsozialismus. Es ist unser Recht! Wir werden an unserer Weltanschauung festhalten. Die Machtmittel des litauischen Staates reichen nicht aus, um den Memeldeutschen das aus dem Herzen zu reißen, was ihnen heute die Waffe bildet gegen die litauische Vergewaltigung. Das ist und bleibt unser!" Dieses Bekenntnis, das der Stellvertreter Dr. Neumanns, Bert ul eit, vor wenigen Tagen ausgesprochen hat, bildet die Grundlage der heutigen memelländischen Aufbauarbeit. Es wird an der litauischen Regierung sein, zu beweisen, daß sie willens ist, die „überlieferten Rechte und die Kultur" der Memelländer, dem Memelstatut getreu, zu erfüllen, lieber den Ausgang der Wahlen zum 6. memelländischen Landtag kann kein Zweifel bestehen. Hat das Memeldeutschtum schon in den vergangenen Wochen, auf den Kundgebungen und bei den Heldengedenktagfeiern bewiesen, wie es denkt und was es will, so tun die täglichen Ueberfälle auf Memeldeutsche durch verhetzte litauische Elemente und vielfach an- getrieben durch jüdisches Derbrechergesindel ein Uebriges, um die Memeldeutschen fester um ihre Fahne und um ihren bewährten Führer Dr. Neumann zu scharen. D. S. Um Freiheitund Aecht drs deutschen Memellandes Dr. Thumann gibt die Parole zur Memelwahl. Memel, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Führer der Memeldeutschen, Dr. Neu m ami, hat am Mittwochabend aus einer Kundgebung der mernelldeutschen Wahlhelfer mit Worten klarer Entschlossenheit für die Memelwahl am kommenden Sonntag die Parole ausgegeben. Die Kundgebung schloß mit einem glühenden Bekenntnis der im größten Saal Memels versammelten Wahlhelfer für Dr. Neumann und seinen kompromißlosen Kampf um Frecheit und Recht des deutschen Memellandes. Dr. Neumann erinnerte zunächst an das Programm, das er im Jahre 1933 als Führer der Sozialistischen Volksgemeinschaft des Memellandes veröffentlicht habe. Damals habe man die Partei zerschlagen und einen Standcllprozeß gegen ihn und eine Mitkämpfer in Szene gesetzt, well der wachende Einfluß der Partei die Kreise chauvinistischer ;roß-litauischer Kreise zu stören begann. Man ver- uchte, durch den Kriegszustand und das Vorgehen der litauischen Staatspolizei, durch ein System von Sondergesetzen und durch Spitzel das deutsche Volkstum im Mernelland zu zerstören. Der Clique, die all das Unheil über unser Heimatland gebracht hat, so erklärte Dr. Neumann, der gilt unser Kampf. Unsere Heimat soll wieder frei werden! Das ist unser Recht, unser doppeltes Recht, weil es verbrieft ist in der Konvention und in den Statuten. Dr. Neumann kam dann auf das Jahr 1938 zu sprechen, das auch die Memeldeutschen in seinen Bann zog und sie zu einem Block zusammen s ch w e i ß t e, der in unmißverständlichen Kundgebungen sein Recht forderte. Er würdigte dabei besonders das Programm des M e m e l d e u t- schen Kulturverbandes, der die deutschbewußten Bürger des Memellandes umschließt. Die memeldeulschen Bürger werden das Programm von 1933 in d i e Tal umsehen und den willen der TNemeldeutschen zur Durchführung bringen. Das Jahr 1938, so fuhr Dr. Reumann fort, geht zur Reige. Ls hat G r e n- zen verschwinden lassen, die der Versailler Vertrag geschaffen hat, und hat damit riesige Unruheherde des europäischen Friedens ausgemerzt^ Jetzt stellt noch das Jahr 1938 die Frage: Wer seid ihr? (Jubelnde Zurufe: Deutsche!) Ihr habt bei der Wahl am 11. Dezember Gelegenheit, Bekenntnis davon abzulegen, zu welchem Kulturland, zu welchemvolk ihr gehören wollt! Ihr werdet mir Eure Stimme geben und damit gleichzeitig das Bekenntnis ablegen, daß Ihr auf keine Provokation achtey und den langen Weg von 20 Jahren, den Ihr mit übermenschlicher Geduld gegangen seid, weiter beenden werdet. Wir wollen der Welt zeigen, daß. es möglich ist, dem Recht zum Siege zu verhelfen, ohne daß man sie erst zum Aufhorchen bringt durch die Not und die Todesgeschreie gequälter Opfer. Wir müssen aber ebenso von unseren Gegnern verlangen, daß sie jede Provokation unterlassen und der augenblicklichen Stimmung Rechnung tragen und sich an das gewöhnen, was sie uns 15 Jahre lang vorenthalten haben. Unsere Gegner allein tragen die Verantwortung, daß wir uns abgekehrt haben und jetzt nur den Kampf für unsere Freiheit und unser Recht kennen. Memeldeutsche! dies ist deutsches Kulturland, und wir sind seine Künder!" Der erste deutsche Flugzeugträger. Das neueste Schiff der deutschen Kriegsmarine. Bon unserem W. DR -Korrespondenten. Arn 8. Dezember erfolgt in Kiel der Stapellauf des ersten deutschen Flugzeugträgers. Aus diesem Anlaß veröffentlichen wir den Bericht eines Mitarbeiters, der einen Rund- gang auf dem neuesten Flugzeugträger der Vereinigten Staaten „Enterprise" schildert. Da die „Enterprise" von allen fertigen und im Bau befindlichen ausländischen Flugzeugträgern sowohl in der Größe als auch in den Grundeigenschaften am meisten dem deutschen Flugzeugträger- Neubau ähnelt, dürfte gerade dieser Bericht besonders interessant sein. Ein Flugzeugträger wie die „Enterprise", deren Decks wir in den Anlagen der Newports News Shipbuitding betreten, gilt als die Verkörperung des technischen Krieges schlechthin und darf mehr noch als das übliche Ueberwasserkriegs- schiff, das Schlachtschiff oder der Kreuzer, des Interesses des Publikums sicher sein, da die hier vollzogene Vereinigung von Schiff und Luftwaffe illusionistischen Vorstellungen des modernen Menschen am nächsten kommt. Die „Enterprise", die erst in diesen Monaten fertiggestellt wurde und vor genau zwei Jahren vom Stapel lief, wirkt im Hafenbecken liegend noch gewaltiger und wuchtiger als die 19000 Tonnen Wasserverdrängung erwarten lassen. Das kommt durch den wie bei Passagierdampfern hohen Freibord und das darüberliegende Flugdeck, dessen Ausmaße für den Laien imponierend sind. Bei rund 240 Meter Länge beträgt die normale Breite rund 25 Meter. Das deckt sich in diesem Fall ungefähr mit der Länge und Breite des Schiffes. Achtern und vorn ragt das 5^# Ein interessantes Bild der beiden amerikanischen Flugzeugträger „S a r a t o g a" und ,L e x i n g t o n". Die Flugzeuge haben zusammenklappbare Flügel, ähnlich wie Fliegen, und können daher dicht nebeneinander auf dem Flugdeck der Schiffe aufgestellt werden. (Scherl-Bilderdienst-M.) Deck natürlich weit über den eigentlichen Außenbord des fitb verjüngenden Schiffes hinaus. Der neue deutsche Flugzeugträger wird mit seiner 250 Meter Länge und 27 Meter Breite wahrscheinlich noch etwas mehr Flugdeckfläche zur Verfügung haben. Das äußere Bild des Schiffes wird durch die sogenannte Insel an der Steuerbordseite des Flugdecks beherrscht. Als „Insel" wird hier die Einheit der geschlossenen Aufbauten mit Brücke, Schornstein, Bootslagerungen, Scheinwerfern, Feuer- leiteinrid)tungen, Dreibeinmast usw. bezeichnet. Bei den sogenannten Glattdeck-Flugzeugträgern wird von einem Stand unter dem Flugdeck manövriert, der aber natürlich keine ausreichende Uebersicht gewährleistet, um den vielseitigen Anforderungen des Fährbetriebes, des Flugbetriebes und der Artillerie zu entsprechen. So hat sich bei den jüngsten Neubauten die Insel mehr und mehr durchgesetzt, obwohl ihr Vorhandensein schiffbauliche Schwierigkeiten mit sich bringt. Man kann sich vorstellen, daß das völlig einseitige Gewicht aus Gleichgewichtsgründen ausgeglichen werden muß. Dies durch toten Ballast zu erreichen, wäre unvorteilhaft, und so hat man allerlei Wege ersonnen, um diesen Nachteil aus dem Weg zu schaffen. Der Gang über das Flugdeck der „Enterprise" zeigt uns die praktischen Einrichtungen des Flug-- b e"t r i e b e 5. Zunächst ist das ganze Deck mit einem auffallend rotgelben Anstrich versehen. Dadurch soll dem Flugzeug die Auffindung des Trägers erleichtert werden.' Gelbe, und weiße Streifen in Längs- und Querrichtung des Schiffes teilen das weitläufige Flugdeck in Felder ein, ähnlich wie wenn man vom Schiedsrichterschemel auf den Tennisplatz blickt. Dadurch werden Sicherheitszonen für Start und Landung, die wichtigsten Momente wie Aufsetzen und Abheben, für den Piloten gekennzeichnet. Drei sehr große Aufzüge, Unterbrechungen im Flugdeck, dienen zum Transport der gelandeten Maschinen in die Halle und der startbereiten auf das Deck. Ganz vorn an der Spitze des Flugdecks befindet sich ein niederleabares Gitterwerk, ein Windbrecher zum Schutz der startbereit an Deck stehenden Maschinen vor Beginn des Startbetriebes. Wenn die „Enterprise" ihre Höchstgeschwindigkeit von 34 Seemeilen in der Stunde entwickelt (das sind beinahe 62 Kilometer), entsteht ein sehr heftiger Fahrtwind, der verstärkt durch natürlichen Gegenwind genügen kann, die Maschinen von Deck zu blasen. Um das Flugdeck außen herum läuft eine ranken artige Plattform, auf die sich das Startpersonal im Gefahrfall zurückzieht und die teilweise zur Aufnahme der Flugabwehrartillerie dient, die hier aus 12,7-Zentimeter- Geschützen und einigen Dutzend Maschinenkanonen besteht. Seitlich ausgespavnte Netze dienen zur Sicherung des Personals und um den Absturz von Flugzeugen zu verhindern, die an den Rand der Flugdecke geraten. Allerdings kann das schwache Netz eine das Flugdeck verfehlende Maschine nicht aufhalten, sondern nur, wenn die Bremshaken bereits gefaßt haben, kann das Netz das völlige Ueberbordgehen verhindern. Die Patentidee, welche den Dienst auf Flugzeugträgern für die Piloten zu einem weniger selbstmörderischen Unternehmen machte, als in den Anfängen des Flugzeugträgers, ist die Erfindung der über das Deck gespannten elastischen Gummi kabel, die durch runde Scheiben oder kleine Holzkreuze in 15 bis 25 Zentimeter Höhe über Deck gehalten werden. Diese Bremskabel werden von den Bremshaken am Schwanzende des Flugzeuges erfaßt. Es gibt nur ein kurzes Aufbäumen, ein wenig Nachgeben der sinnreich gezurrten Bremskabel, und schon ist das Flugzeug nach kurzem Landeweg fest und wird von den sofort herbeieilenden Bedienungsmannschaften wahrgenommen, auf den Auszug geschoben und in das große Hallendeck gebracht, wo die vierzig übrigen Flugzeuge des Trägers betriebsklar gemacht werden oder wieder zum Start nach oben kommen. Dieses hohe Hallendeck — auf dem Monster-Flugzeugträger „Saratoga" und dem Schwesterschiff „Lexington" befinden sich sogar zwei solche Hallendecks übereinander, man kann sie in der Geräumigkeit mit einem der gewaltigen Gesellschaftssäle auf der „Bremen" vergleichen —, erstreckt sich über zwei Drittel der Schiffslänge, läßt keine störenden Unterbrechungen durch Träger oder Säulen erkennen, ist ausschließlich für die Flugzeuge hergerichtet. Ausgedehnte Feuerschutzmaßnahmen dienen der Bekämpfung plötzlich auftretender Brände, durch Unfälle oder feindliche Einwirkung. Immerhin hat man bereits in der Praxis erlebt, welche Verheerungen ein betriebsklares, mit mehreren Tausend Litern gefülltes und mit MG.-Munition versehenes Flugzeug anrichten kann, wenn es durch Bombensplitter oder ähnliche Einwirkung in Brand gerät. Hier unten sind gegebenenfalls 40 Flugzeuge mit den zahlreichen dazugehörigen Vorräten an Schmierstoff, Brennstoff und Munition. Unter der Halle befinden sich mehrere Decks, in denen die Besatzung, das Flugpersonal und das Flugbetriebspersonal untergebracht sind. Bei der „Enterprise" handelt es sich um 1800 Mann. Man spricht von einer Kriegsstärke von 2000 Mann; das ist in beiden Fällen erheblich mehr als für ein anderes Ueberwafser- kriegsschiff ähnlicher Größe. Beim Wiederbetreten des Decks erblicken mir Achtern, hinter der „Insel" eine Katapult- anlage. Diese Schleuder soll Flugzeuge katavul- tieren, die der Träger von anderen Kriegsschiffen aufgenommen hat. Also ein Bordaufklärer eines Kreuzers, der aus irgendeinem Grunde nicht zu feinem Schiff zurückkehren kann, wird mittels eines Flugzeugkranes an Bord des Trägers geheißt. Da solche Maschinen aber Schwimmer besitzen, können sie nicht auf dem Deck starten, sondern muffen abgeschleudert werden. Außerdem können normale Trägerflugzeuge Ql jo Rad-Maschinen vermittels eines besonderen Schlittens zur Beschleunigung des Startbetriebes katapultiert werden Zum Schluß des Besuches auf der „Enterprise" erleben wir noch ein sehr seltenes Bild, die Can» düng einer Jagdeinsitzer-Kette, Maschinen modernsten Typs mit einziehbarem Fahrwerk. Solche Landungen sind nur auf See möglich Heute weht sehr günstiger Wind, genau von vorn in ziemlicher Stärke, so daß die Maschinen fast wie in See, wenn der Träger mit Fahrt in den Wind gedreht hat, landen können. Die Dampffahne, die einem Rohr vorn auf Deck entströmt, zeigt den Fliegern an, daß der Wind richtig steht. Die Windstärke ist ihnen bekannt. Alle drei Maschinen schwenken ziemlich hintereinander auf die beiden weißen Längs-Streifen des Decks ein, die erste Maschine geht erst nach Ueberfliegen des halben Schiffes au Deck, die anderen weiter nach achtern Aufmerksam wird dieses Manöver vom ersten Offizier und dem Flugdienstleiter mit Beifall beobachtet. Wir aber wundern uns, daß die Maschinen nach sag und schreibe zwei Flugzeuglängen zum Stehen gebracht sind. Technik und Hebung haben die Piloten der amerikanischen Träger-Flugzeuge zu einer solchen Höhe gebracht. Fortführung der Erzeugungsschlacht im Westen Staatssekretär Willikens im Bereich der Westbefestigungen. Saarbrücken, 8. Dez. (DNB.) Staatssekretär Willikens vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft weilt gegenwärtig im Gebiet der Westbefestigungen, um die Maßnahmen zu besprechen, die im Interesse der durch den Befestigungsgürtel in ihrem Landbesitz betroffenen Bauern und Landwirte getroffen werden müssen. — In einer Unterredung mit Generalmajor Speich, dem Inspekteur der Westbefestigungen, wurden schwebende Fragen geklärt, während eine mehrtägige Besichtigungsreise durch Baden, die Saarpfalz und die Rheinprovinz einen Heberblick gab, inwieweit die Landwirtschaft des Grenzgebietes trotz der Befestigungsanlagen im Stande ist, den Parolen der Erzeugungsschlacht zu folgen. Staatssekretär Willikens überzeugte sich davon, daß die Landwirtschaft an der Westgrenze ungeachtet der sich aus dem Befestigungsbau ergebenden Hmstellungen und Erschwernisse der Bewirtschaftung in verständnisvoller Weise den Belangen der Wehrmacht zur Sicherung der deutschen Reichsgrenzen Rechnung trägt. Auf dem Wege der Entschädigung, der Abfindung, der Umlegung und Umsiedlung wird es möglich sein, die entstände- Reue italienfeindliche Ausschreitungen in Tunis. Protestkundgebungen in vielen italienischen Städten gegen die Hetzkampagne. Rom, 7. Dez. (DNB.) Die anti-italienischen Zwischenfälle in Tunis haben sich, wie die Morgenblätter aus Tunis melden, unter vorwiegend jüdi- jcher Beteiligung am Dienstag und Mittwoch wiederholt. Gegen 50 Italiener, darunter einer der Aerzte des italienischen Krankenhauses mit seiner Familie, wurden belästigt, mißhandelt und verletzt. Eine Gruppe Demonstranten versuchte, die auf einem Neubau gehißte italienische Trikolore zu entfernen, was durch die italienischen Arbeiter jedoch erfolgreich verhindert wurde. Die Polizei hat bis jetzt nur vor den höheren italienischen Schulen ernsthaft eingegriffen, um Zwischenfälle zu verhindern, denen sich übrigens die muselmanische Bevölkerung auch weiterhin iernhält. In den Abendstunden des Mittwoch zog ein Haufe von etwa tausend Personen vor das italienische Generalkonsulat in der Nähe des Bahnhofs. Er war vorher mit blauen und roten Tintenfässern ausgerüstet worden, mit denen er eine regelrechte Bombardierung des Gebäudes vornahm. Auch die Fensterscheiben wurden zertrümmert. Die Demonstranten zogen dann vor das italienische Heim. Erst jetzt griff die Polizei ein und verhinderte weitere Ausschreitungen. Den ganzen Abend über herrschte Hnruhe in der Stadt; immer wieder durchzogen Gruppen von Juden und Marxisten unter italienfeindlichen Rufen die Straßen. Der italienische Generalkonsul hat, wie der „Cor- riere della Sera" meldet, gegen die neuen Gewalttaten in Tunis einen erneuten Einspruch beim französischen Generalresidenten eingereicht. Ferner seien die italienischen Mitglieder aus dem Rotary - Klub ausgetreten, und der Präsident, wie auch fein Stellvertreter, hätten ihren Rücktritt von der Leitung der Französisch- italienischen Liga erklärt. Besonders eifrig hetzt die jüdische Presse weiter gegen die Italiener. U. a. hat sie die Ausweisung der Leiter der italienischen Kolonie und der bekanntesten Faschisten in Tunis gefordert. Die italienfeindlichen Demonstrationen in Tunis und Korsika haben in mehreren oberitalienischen Städten lebhafte Gegenkundgebungen der Studentenschaft gegen die jüdisch-mar- ristische Hetze auf französischem Gebiet ausgelöst. In Mailand zog eine Studentengruppe, die sich auf dem Domplatz versammelt hatte, mit zwei großen italienischen Trikoloren unter dem Gesang der Gio- vinezza zum Konsulat des Deutschen Reiches und brachte dort Hochrufe auf den Führer des befreundeten deutschen Volkes und auf Mussolini aus. Von dort aus begab sich der Zug zum faschistischen Parteihaus, wo die Studenten ein Treuebekenntnis zu den in Tunis, Korsika und Nizza letzenden italienischen Volksgenossen ablegten, die Opfer des marxistischen Pöbels geworden sind/In Turin veranstalteten die Studenten Hmzüge durch die Hauptstraßen, bei denen sie durch Rufe und Aufschriften ihre Sympathie für die unter französischer Oberhoheit lebenden Italiener, die den Ausschreitungen marxistisch-bolschewistischer Radauhelden ausgesetzt waren, zum Ausdruck brachten. Auch Florenz erlebte wiederum lebhafte Soli- daritätsbeweise für die italienischen Brüder in Tunis und Korsika, die vor dem stark bewachten französischen Konsulat in lebhaften Protestkundgebungen gegen die Hnterdrückung der italienischen Landsleute in den französischen Besitzungen zum Ausdruck kamen. — In Neapel zogen Tausende, darunter auch viele Studenten, unter dem Gesang vaterländischer Lieder durch die Hauptstraßen, um gegen die Zwischenfälle von Tunis und Korsika zu protestieren Als deutsche K d F. - H r I a u b e r von den dort liegenden Schiffen auf ihrem üblichen Landausflug in den Straßen Neapels mit dem Zug der italienischen Kundgeber zusammentrafen, gaben sie ihrer Sympathie für das italienische Volk lebhaften Ausdruck, worauf es zu begeisterten Kundgebungen für den Duce und den Führer kam. Tunis und die Italiener. Die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Italien über das an der Sizilien gegenüberliegenden nordafrikanischen Küste gelegene französische Protektorat Tunis haben schon eine Vorgeschichte von mehr als einem halben Jahrhundert und sind im Grunde so alt wie die französische Schutzhoheit über Tunis selbst. Frankreich erklärte das Protektorat im Jahre 1881, als der damalige Bey von Tunis, der eingeborene Herrscher, ein sehr temperamentvoller Herr, sich an dem französischen Konsul handgreiflich verging und ihm mit dem Fächer ins Gesicht schlug. Dieser Schlag kostete ihn seine Unabhängigkeit und brachte Frankreich ein Gebiet von 120 000 Quadratkilometer ein Also etwa ein Viertel des Altreichs, das heute von etwas mehr als 2,6 Millionen Menschen bewohnt wird. Damals, im Jahre 1881, wohnten in Tunis 11 200 Italiener, aber nur 700 Franzosen. Heute werden dort rund 95 000 Italiener und 100 000 Franzosen gezählt. Italien hatte schon 1868 mit dem damals noch souveränen Bey einen Niederlassungsvertrag für seine Staatsbürger abgeschlossen. Er war den Franzosen natürlich recht unbeguem, aber es blieb ihnen, als die übrigen interessierten Mächte 1896 auf ihre Kapitulation^ und Meistbegünstigungsrechte verzichteten, nichts anderes übrig, als den Italienern auch für die Zukunft die Meistbegünstigungsklausel, die Anwendung des französischen Minimaltarifs, das Recht auf Küsten- schstfahrt und Fischfang in den tunesischen Gewässern, zuzugestehen. Nun haben die Franzosen, um dem wachsenden wirtschaftlichen Einfluß der sich schnell vermehrenden Italiener zu begegnen, eine Gesetzgebung entwickelt, die den Mangel eigenen Bevölkerungszuwachses durch die zwangsweise Einbürgerung von Ausländern auszugleichen sucht. So gilt zum Beispiel ein Kind ausländischer Eltern, das in Frankreich geboren wird, unbeschadet der elterlichen Staatsangehörigkeit, ohne weiteres als Franzose, was zum Beispiel deutsche und italienische Frauen, die in Frankreich wohnen, vielfach veranlaßt, ihre Niederkunft in ihrem Heinxatland abzu- marten Ferner hat Frankreich auch versucht, auf anderem Wege, z. B. über den Schulbesuch, Ausländer zu zwingen, die französische Staatsangehörigkeit zu erwerben. Das gilt besonders für die vielen Italiener in Tunis. Zugeständnisse, die Frankreich den Italienern in diesen Fragen gemacht hat, blieben in der Praxis völlig ungenügend, so daß auch in den römischen Protokollen vom 6. Januar 1935, die zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Laval und Mussolini abgeschlossen wurden, das Niederlassungsrecht der Italiener in Tunis eine besondere Rolle gespielt hat. Durch die dann mit dem Abessinienfeldzug und dem Genfer Sanktionskrieg einsetzende Entfremdung zwischen Paris und Rom blieb indessen auch diese Frage weiterhin offen. nen Schäden weitgehend auszuglei- ch e n. Staatssekretär Willikens erklärte, daß diese Maßnahmen so beschleunigt würden, daß die Opfer der Landwirtschaft auf das alleräußerste Maß beschränkt würden. Mit dem Fortschreiten des Befestigungsbaues werden diese Maßnahmen so Hand in Hand laufen, daß die Erzeugung in vollem Umfange durchgeführt werden kann. Keine jüdischen Wirtschaftsprüfer und Bücherrevisoren mehr. Berlin, 8. Dez. (DNB.) Bereits feit einigen Jahren werden Juden auf Anordnung des Reichswirtschaftsministers nickt mehr neu als Wirtschaftsprüfer und vereidigte Bücherrevisoren bestellt. Nun hat der Reichswirtschaftsminister darüber hinaus angeordnet, daß bei den wenigen jüdischen Wirtschaftsprüfern und vereidigten Bücherrevisoren, die zur Zeit noch öffentlich bestellt sind, die Bestellungen zum 31. Dezember 1938 zu widerrufen sind. Wer Jude ist, richtet sich dabei nach dem Reichsbürgergesetz und den Durchführungsbestimmungen. — Zur Begründung dieser Maßnahme führt der Reichswirtschaftsminister aus, daß es untragbar sei, in Zukunft noch Juden die besondere Vertrauensstellung gegenüber Staat und Wirtschaft zu belassen, die in der Bestellung und Vereidigung als Wirtschaftsprüfer oder Bücherrevisoren durch die staatlichen Stellen ober die öffentlich-rechtlichen Körperschaften zum Ausdruck kommt. Oie Bekämpfung übertragbarer Krankheiten reichseinheitlich geregelt. Berlin, 7. Dez. (DNB.) Am 1. Dezember d. I. ist vorn Reichsminister des Innern eine Verordnung Zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten erlassen. Sie enthält Bestimmungen über die Bekämpfung folgender Krankheiten: Bang'sche Krankheit, Diphtherie, übertragbare Gehirnentzündung, übertragbare Genickstarre, Keuchhusten, Kindbettfieber, übertragbare Kinderlähmung, Körnerkrankheit, bakterielle Lebensmittelvergiftung, Malaria, Milzbrand, Paratyphus, Rotz, Rückfallfieber, übertragbare Ruhr, Scharlach, Tollwut, Strychinose, Tuberkulose, Tularämie, Typhus und Weil'sche Krankheit. — Das Reichsgesetzblatt über die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900 beschränkte sich darauf, eine gesetzliche Grundlage für die Bekämpfung der gefährlichsten ansteckenden Krankheiten zu schaffen (Aussatz, Cholera, Fleckfieber, Gelbfieber, Pest und Pocken). Nach der Vereinheitlichung des Gesundheitswesens ist der Zeitpunkt für die Weiter führung der damals begonnenen reichsgesetzlichen Regelung gekommen. Die 1900 maßgebende Erwägung, daß die damals nicht erfaßten übertragbaren Krankheiten nur in beschränktem Umfange an Einzelorten oder nur in abgeschlossenen Gebieten auftreten und daß ihre Bekämpfung daher den Landesregierungen überlassen bleiben kann, ist heute nicht mehr zu halten. Durch die Zunahme des Verkehrs wird die allgemeine Ausbreitung übertragbarer Krankheiten begünstigt, so daß auch die im Reichsseuchengesetz von 1900" nicht genannten Infektionskrankheiten seuchenartigen Charakter annehmen können. Durch die neue Verordnung wird daher die Bekämpfung der in Deutschland heimischen Krankheiten und derjenigen Krankheiten, deren Einschleppung droht, reichseinheitlich geregelt. (Eröffnung einer Relchs-Dachdeckerfachschule. Die Eifelstadt Mayen steht im Zeichen der Veranstaltungen des deutschen Dachdeckerhandwerks Reichsinnungsmeister Decker entwickelte den Fachschulgedanken im Hinblick auf die Nachwuchsausbildung des Dachdeckerhandwerks und teilte mit, daß in der nun in Betrieb genommenen Fach schule für das erste Winterhalbjahr 60 Schüler angemeldet feien, deren Wohnsitze sich über das ganze Reich verteilten. In einem Sonderlehrgang feien 40 Dachdeckermeister zusammengefaßt. Ein Rundgang durch die Werkhalle bot Einblicke in die Aufgaben des Dachdeckerhandwerks und den modernen, auf Leistungssteigerung abgestellten Ausbildungsgang. Ribbentrops pariser Besuch. Der Gruß an die Toten. Der deutsche Reichsautzenminister am Grabmal des unbekannten Soldaten. E. F. Paris, 7. Dezember. Reichsaußenminister von Ribbentrop begab lch am Mittwochvormittag kurz nach 10 Hhr zum Grabmal des Unbekannten Soldaten am Triumphbogen, um dort einen großen Lorbeerkranz, dessen in den Reichsfarben gehaltene Schleifen die Aufschrift „Der Reichsaußenminister" trugen, niederzulegen. In seiner Begleitung befanden sich u. a. der französische Außenminister Bonnet, General H e r b i l l o n und mehrere andere hohe Offiziere der Pariser Garnison, der französi- che Botschafter in Berlin, C o u l o n d r e , der reutsche Botschafter Graf Welczeck, die drei Militärattaches der deutschen Botschaft sowie der Landesgruppenleiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Ehr ich. Eine Abteilung republikanischer Garde erwies die Ehrenbezeugungen, am Grabmal hatte auch eine zwölf Mann starke Abordnung der deutschen Kolonie in Paris Aufstellung genommen. Rings um den Platz hatte sich eine große Men- chenmenge angesammelt. Nach der Kranzniederlegung spielten die Clairons den „Gruß an die Toten". Es folgte eine Minute des Schweigens, während die anwesenden Deutschen den deutschen Gruß entboten. Nach der Feier trug sich der Reichsaußenminister in bas am Triumphbogen aufliegende Goldene Buch ein. Gin Frühstück des Lomitz France-Allemaane. Das Frühstück, das das Cornite France- Al lern agne am Mittwochmittag zu Ehren des Reichsaußenministers und Frau von Ribbentrop gab, nahm einen glänzenden und sehr herzlichen Verlauf. Von deutscher Seite nahmen wiederum das gesamte Gefolge des Reichsaußenministers, Bot- chafter Graf Welczeck und Gemahlin und die übrigen Beamten der deutschen Botschaft teil. Von ranzösischer Seite waren anwesend die Gattin des ranzösischen Außenministers Bonnet, der Mini- ter für öffentliche Arbeiten, d e M o n z i e, Arbeitsminister P o m a r e t, der Kabinettchef der Ministerpräsidentschaft, Clapier, Botschafter Cou- l c> n d r e und Gemahlin, ferner die Vorstandsmitglieder des Comite France-Allemagne, darunter der ehemalige Ministerpräsident Pietri, der kriegsblinde Abgeordnete Scapini, der unabhängige Abgeordnete M o n t i g n y sowie Fernand de Brmon mit ihren Damen. Als Vertreter der ehemaligen Frontkämpfer waren Jean G o y und Henri P i ch o t anwesend. Der kriegsblinde Abgeordnete und Vorsitzende des deutsch-französischen Komitees, Scapini, verwies in seiner Tischrede auf die gemeinsckaftliche Zusammenarbeit der beiden Schwestergesellschafton — des Comite France - Allemagne und der Deutsch- Französischen Gesellschaft — im Dienste der Der- standigung und der Herstellung guter Beziehungen Aschen Deutschland und Frankreich, worum sich u seit Jahren nach dem Weltkrieg bemüht hatten Scapini erhob sein Glas auf bas Wohl des Führers. Reichsaußenminister von Ribbentrop hob m seiner Antwort hervor, daß die beiden Komitees aus dem Geiste der Frontkämofergeneration heraus en der gegenseitigen Achtung der Soldaten des Weltkrieges auf weite Kreise der B"völkerungen beider Lander unb auf die jungen Generationen Frankreich und Deutschland zu übertragen verstanden hatten. Es trete immer klarer in Erscheinung, mas sich beide Völker gegenseitig zu ver- ounken und zu geben vermöchten, in der Gegen- Überstellung der Leistungen der Kunst und des - t L w - w ill Reichsaußenminister von Ribbentrop ehrte die französischen Kriegsgefallenen am Grabmal des Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen. — (Scherl-M.) Geisteslebens in Geschichte und Gegenwart. Zum Schluß rief der Minister seinen Gastgebern zu: „Meine Freunde vom Comite France-Allemagne! Sie haben einen wertvollen Beitrag für das Zustandekommen der deutsch - französischen Erklärung geleistet!" Der Reichsaußenminister erhob sein Glas auf das Wohl des Präsidenten der Republik und des Deutsch-Französischen Komitees. besuch im Louvre. Dann begab sich der Reichsaußenminister in den Louvre, wo er die berühmte Gemäldesammlung besichtigte. Der Direktor der schönen Künste, Huis man, begrüßte den Minister im Louvre, wo sich schon vorher die Gattin des Reichsaußenministers mit der Gräfin Welczeck eingefunden hatte. Außenminister Bonnet, der am Mittag an einem Essen zu Ehren des Prinzregenten Paul von Jugoslawien im Elysee-Palast teilgenommen hatte, begab sich um 17 Hhr WEZ. ebenfalls in den Louvre. Der Reichsaußenminister, der bereits am Vormittag die Gemäldesammlung besichtigt hatte, interessierte sich am Abend besonders für "die Wir-' fungen der klassischen Werke der Malerei und der Bildhauerkunst im Lichte der aufgestellten künstlichen Beleuchtungskörper. Die beiden Minister besichtigten gemeinsam die Sammlung, wobei Außenminister Bonnet in liebenswürdiger Weise den Führer spielte und die Erläuterungen der Konservatoren des Museums ergänzte. Nachmittags hatte sich Frau Bonnet der Gattin des Reichsaußenministers gewidmet. Frau Bonnet hatte Frau von Ribbentrop im Hotel Grillon abgeholt, um eine Fahrt durch die belebten Straßen des frühabendlichen Paris zu unternehmen. Eine zweite Unterredung. Wirtschaftliche Fragen im Vordergrund. Nach dem Besuch im Louvre hatte Reichs- außenminister von Ribbentrop im Hotel Gril- lon eine dreioiertelstündige Unterrebung mit dem französischen Außenminister. Die Besprechung fand bei den Pressevertretern lebhafte Beachtung. Unmittelbar nach dem Besuch wurde bekannt, daß die Unterredung vorwiegend wirtschaftlichen Fragen gegolten habe, da man am Dienstag in der zweieinhalbstündigen Unterredung, die sich an die Unterzeichnung der deutsch-französischen Erklärung anschloß, keine Zeit mehr gefunden habe, auf diese Dinge einzugehen. Außerdem hatte der Sachverständige für Wirtschaftsfragen, der sich im Gefolge des Reichsaußenministers befand, Ministerialdirektor Wiehl, im Handelsministerium dem Vertreter des gegenwärtig auf einer Mitteleuropareise befindlichen Direktors der Abteilung für Handelsvertragsfragen, Alphand, einen Besuch abgestattet. In einer längeren Unterredung wurden die Fragen des Handelsverkehrs zwischen Deutschland und Frankreich und die Mittel zu seiner Belebung erörtert. Man sucht diese Belebung durch Beseitigung von Schwierigkeiten zu erreichen, die besonders auf dem Gebiete des Verrechnunasverkehrs aufgetreten sind In der Umgebung des Quai d'Orsay erklärte man sich auch über den Verlauf der Mittwochbesprechung zwischen den beiden Ministern sehr befriedigt Man druckt tue Hoffnung aus, 'baß es zum Abschluß er- gamenber Abmachungen über ben Handelsverkehr kommen werde. Festlicher Ausklang. Den festlichen Ausklang der offiziellen Veranstaltungen bildete am Mittwochabend ein Essen in ber beutschen Botschaft, an dem neben Herrn von Ribbentrop und Botschafter Graf Welczeck Gesandter Aschmann, die Ministerialdirektoren Gauß und Wiehl, Botschaftsrat Bräuer, von französischer Seite Kammerpräsident H e r r t o t, Ministerpräsident Daladier, Staatsminister Chautemps, Außenminister B o n n e t, die Minister ©arraut, Paul-Reynaud, de Monzie und Poma- r e t tsilnahmen, ferner die Vorsitzenden der Außenpolitischen Ausschüsse von Senat und Kammer, B e -- r eng er und Mistler, die hohen Beamten des wachsen.' den reicht werden kann. George Bonnet betont ausdrücklich in dieser Möglichkeit: „Niemand sieht mehr als ich, daß die Nationen Europas die so mannigfachen Reichtümer ihres individuellen Erbes und ihrer viele Jahrhunderte alten Kultur bewahren, aber gleichzeitig nicht länger ihr Dasein bedroht und ihre Grenzen in Frage gestellt sehen mögen, um sich um so mehr einer friedlichen Zusarnmen- werden." Die deutsch-französische Erklärung ist ein klares Beispiel einer Grenz st abilisierung, und es erhebt sich die Frage, ob durch eine Bestätigung der Grenzen nicht eine weitgehende Vereinfachung dsr europäischen Politik auf die Dauer er-- arbeit widmen zu können." Zum Ende des Gesprächs war es dem franzö- sischen Außenminister ein besonderes Bedürfnis, nochmals zu unterstreichen, wie nützlich eine d i - . - - fl L (W .. . f u u « X « * ma Z t aIa A M dnAlAMlÄMMrtVn gewesen, in der sich unsere Unterhaltungen abgespielt haben. Ich denke, daß solche Begegnungen in der Tat nützlich sind zu einem offenen Meinungsaustausch und zur Regelung von Problemen, die aus der Interessengemeinschaft der Nationen er- Außenministeriums, der Abgeordnete Scapini und Fernand de B r i n o n vom Comitä France-Al- lemagne. An das Essen schloß sich ein Empfang zahlreicher geladener Gäste mit ihren Damen an, der sich zu einem glänzenden gesellschaftlichen Bild in den schönen Räumen der Botschaft in der Rue de Lille gestaltete. — Reichsaußenminister von Ribbentrop tritt am Donnerstagmorgen, 9 Uhr WEZ., vom Jnvalidenbahnhof aus die Rückreise nach Deutschland an. Die pariser preffe hofft aus Fortsetzung des Gesprächs „Zwei Achsen und eine drücke." Eine Anierreduna mit Außenminister Bonnet. P a r i s , 7. Dez. (Europapreß.) Mit Genugtuung stellen die französischen Morgenblätter am Mittwoch fest, daß der französische Passagierdampfer „Pa- r i s" dgnk der energischen Haltung des Ministerpräsidenten Daladier am Dienstagabend von Le Havre über Cherbourg nach den Vereinigten Staaten auslaufen konnte. Das Schiff hat zugleich die für Neuyork bestimmte Fracht übernommen, die der gegenwärtig noch bestreikte größte französische Passagierdampfer „Normandie" von Le Havre nach Neuyork bringen sollte. Der Einsatz von Matrosen der Kriegsmarine zur Bedienung des ausgelaufenen Passagierdampfers „Paris" scheint auch auf die noch streikenden Seeleute den Eindruck nicht verfehlt zu haben. Eine große Zahl von ihnen hat die Arbeit wieder ausgenommen. während unter dem Rest der Streiken- eine starke Entmutigung herrschen soll. Schwerer Sturm an der englischen Güdküste. E. P. London, 7. Dez. Der außerordentlich heftige Sturm, der seit 24 Stunden über der englischen Südküste tobt, verhinderte den englischen Ozeanriesen „Queen Mary", seine Fahrgäste in Plymouth an Land zu setzen. Mehrere Stunden lang wurden alle nur möKichen Versuche gemacht, sei, daß Frankreich diese Geste in ihrem vollen Aus- maß zu schätzen wisse und daß Frankreich ebenso wie Deutschland hoffe, dieser erste Konsul- tationsversuch in diplomatischer und wirtschaftlicher Hinsicht möge günstige Fortsetzungen finden. Hitler, der sehr klarsichtig sei, lehne es ab, aus den französischen inneren Schwierigkeiten einen Vorteil zu ziehen. Er ziehe die Nachbarschaft eines gesunden Frankreichs einem politisch oder finanziell kranken Frankreich vor. „Journal" erklärt, der sehr gute Gedankenaustausch hätte die Atmosphäre geklärt. Auf beiden Seiten bestehe der Wunsch, alles zu unternehmen, auf daß das Abkommen vom 6. Dezember 1938 positive Ergebnisse nach sich ziehe, doch gebe es noch zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Besonders interessant ist eine Stimme aus dem Elsaß: Der Straßburger „Elsässer" schreibt unter der Ueberschrift „Friede am Rhein!": „Die deutschfranzösische Erklärung wird inunferemGrenz- land re st loser Zustimmung begegnen. Wenn ein Land an der Herstellung eines gutnachbarlichen Verhältnisses zwischen den beiden großen Nationen Interesse hat, so ist es dieser von der Natur so bevorzugte, von einer wechselvollen Geschichte aber ziemlich unsanft angefatzte Landstrich. Jetzt, wo das Kriegsbeil zwischen Paris und Berlin auf ewige Zeiten begraben ist, kann das Elsaß wieder von schwerer Beklemmung befreit aufatmen und darf seine Tätigkeit aus lähmender Lethargie befreien." Oer französische Hafenarbeiterstreik durchbrochen. England und Ztalien unterrichtet. Paris, 7. Dez. (Europapreß.) Außenminister Bonnet empfing am Mittwochmittag den englischen Botschafter, Sir Eric Phipps, und unterrichtete ihn über den Verlauf der deutsch-französischen Besprechungen mit Reichsaußenminister von Ribbentrop im Quai d'Orsay. Reichsauhenminister von Ribbentrop hatte eine Unterredung mit dem italienischen Botschafter. Ziehungen zwischen Paris und Berkin bestehe gerade darin, die Zusammenarbeit der Demokratien und der totalitären Staaten zu erleichtern. Der „In- transigeant" betont, das deutsch-französische Abkommen lasse erhoffen, daß von nun an Europa nicht mehr in zwei Teile gespalten werde und daß die Tätigkeit der beiden Achsen sich miteinander vereinbaren könne. Der dem Quai d'Orsay nahestehende „Petit P a r i s i e n" meint, Herr von Ribbentrop werde nach seiner Heimkehr dem Führer sagen können, daß seine Friedensgeste von der großen Mehrheit der Franzosen durchaus verstanden worden Berlin, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unter der Ueberschrift „Zwei Achsen und eine Brücke" gibt das Berliner Tageblatt eine Unterredung wieder, die der Außenpolitiker des Blattes mit dem französischen Außenminister Bonnet im Quai d'Orsay hatte. Außenminister Bonnet sagte: Die eben unterzeichnete Erklärung solle das Klima zu einer aufrichtigen Zusammenarbeit schaffen, die zum Nutzen beider Völker auf allen Lebensgebieten beitragen werde. „Es ist notwendig", sagte der Außenminister weiter, „daß alle Nationen in einer Atmosphäre der Eintracht leben ______ v„ . , . „ . können, ohne deshalb ihre traditionellen^rekte Aussprache zwischen Staatsmännern Freundschaften aufzugeben. Im übrigen kann nach der Art des soeben zum Abschluß gelangten ich voll und ganz der Meinung des Reichsaußen- Pariser Besuches des Reichsaußenministers seiner Ministers von Ribbentrop in dieser Frage zustim- Meinung nach ist. „Ich bin glücklich", so sagte der men: Es gibt zwei Achsen, und von Achse,Minister, „über die herzliche Atmosphäre zu Achse muß eine Brücke geschlagen E. F. Paris, 7. Dezember. Die Beurteilung der Ergebnisie des deutschen Besuchs in der französischen Presse ist nach wie vor auf einen durchaus zuversichtlichen Ton abgestimmt. Der „ T e m p s ", das Sprachrohr des französischen Außenministeriums, schreibt, man könne sich nur beMckwünschen über die Aussichten, die der deutsche Besuch eröffne. Die Unterredung der beiden Außenminister stelle sozusagen einen er st en Versuch mit der Methode der gegenseitigen Konsultation dar, so wie sie in der gemeinsamen deutsch-französischen Erklärung vorgesehen sei. Der Hauptwerk der guten Be- die für England bestimmten 250 Fahrgäste von Bord gehen zu lassen. Der Seegang war jedoch so stark, daß das Schiff sich zunächst nach Cherbourg begab, um dann am Abend in dem geschützten Hafen von Southampton einen neuen Landungsversuch zu unternehmen. Zollbeamte und Presse- photographen, denen es gelungen war, in Plymouth an Bord der „Queen Mary" zu gehen, mußten unfreiwillig die Ueberfahrt nach Frankreich mitmachen. — Unter den Fahrgästen befindet sich der englische Botschafter in Washington, Sir Ronald Lindsay, der in Europa einen mehrwöchigen Winterurlaub zu verbringen beabsichtigt. Nach wie vor erhalten sich die Gerüchte, Sir Ronald Lindsay werde demnächst aus Washington abberufen und der frühere Außenminister Eden, der in den nächsten Tagen in den Vereinigten Staaten eintrifft, an seine Stelle treten. Wachsende Stabilisierung in Ungarn. Die Regierungspartei im Abgeordnetenhaus in der Mehrheit. B u d a p e st, 7. Dez. (Europapreß.) Die neue Tagung des Abgeordnetenhauses, in der zum ersten ifeale der neu gewählte Präsident Daranyi den Vorsitz führte, wurde am Mittwochvormittag eröffnet. Bei der Neubildung des Präsidiums konnte die Regierungspartei einen neuen Erfolg erreichen. Die beiden stellvertretenden Präsidenten erhielten bei 206 abgegebenen Stimmen 154 bzw. 133 Stimmen, während die Anwärter der Opposition nur 73 bzw. 48 Stimmen auf sich vereinigen konnten. Auch bei der Wahl der Ausschüsse siegte die Liste der Regierungspartei. Die Regierung hat somit in sämtlichen Ausschüssen eine Mehrheit. Da die Hauptarbeit des Parlaments in die Ausschüsse verlegt werden soll, erhält der Erfolg der Regierungspartei eine besondere Bedeutung. Im übrigen wurden am Mittwoch bereits die ersten Reformgesetzentwürfe im Abgeordnetenhaus vorgelegt. Sie betreffen die Bekämpfung des Doppelverdienertums, die Erhöhung der Familien- bzw. hllterszulagen für die Beamten und die Einführung der nach der Zahl der Kinder steigenden Familienlohnskaka für die Arbeiterschaft. Oie Schweiz lediglich OurchgangSlond für jüdische Emigranten. Bern, 7. Dez. (DNB.) Bundespräsident Baumann gab als Leiter des Justiz- und Polizei- Vepartements im Nationalrat bekannt, daß die Schweiz wegen der Ueberfremdung und ganz besonders auch wegen der Arbeitslosen im eigenen Lande für jüdische Flüchtlinge nur Durchgangsland sein könne. Aus Gründen der Kontrolle über die Emigranten bei der Einreise habe der Bundesrat eine Verfügung erlassen, daß alle Pässe von deutschen Nichtariern im -In- und Aus- Bekanntmachung. Kennkartenzwang beim Eintritt in das wehrpflichlverhällnis. Rach der 1. Bekanntmachung über den Kennkartenzwang vom 23. 7.1938 sind alle männlichen deutschen Staatsangehörigen verpflichtet, innerhalb der letzten drei Monate vor Vollendung ihres 18. Lebenswahres die Ausstellung einer Kennkarte zu beantragen. Für männliche deutsche Staatsangehörige, die beim Inkrafttreten dieser Bestimmung (1. Oktober 1938) ihr 17., aber noch nicht ihr 18. Lebensjahr vollendet haben, begann die Frist von 3 Monaten am 1. Oktober 1938. Sie müssen ihre Kennkarte also bis spate- stens 31.12.1938 beantragt haben. Ich nehme Veranlassung, auf diese Vorschriften hinzuweisen und die in Frage kommenden Personen aufzufordern, entsprechende Anträge umgehend bei ihrem zuständigen Polizeirevier zu stellen. Die Einverständniserklärung ihres gesetzlichen Vertreters ist hierbei nicht erforderlich. 79431) Wer diesen Bestimmungen nicht entspricht, roirb veranzeigt und mit Geldstrafe bis zu 150,— RM. oder mit Haft bestraft. Gießen, den 29. November 1938. Der Polizeidirektor. In Vertretung: (gez.) H e i n a ck e r. Bekanntmachung. do* Gesdienk, da* der ganzen Familie Gewinn bringt Generalvertrieb: Baoms & Treibig Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700. rp4iA Geschenke in Seiien, Parfüms u. Toilettenarlikel kauft man Die Anforderungszettel für die Hundesteuer 1938 sind den steuerpflichtigen Hundebesitzern bereits auf Grund meiner Bekanntmachung vom 28. April 1938 zugestellt worden mit der Aufforderung, bis zum Inkrafttreten des zu erwartenden hessischen Gesetzes zur Aenderung des Finanzausgleichs-Ausführungsgesetzes einstweilen zu den in den Anforderungszetteln genannten Fälligkeitsterminen (1. Ium, 1. Oktober 1938 und 1. Februar 1939) Abschlagszahlungen auf die Hundesteuer in Höhe von je 6/i2 der vorjährigen Steuerschuld zu leisten. Nachdem das genannte Gesetz nebst einem besonderen Gesetz über die Hundesteuer nunmehr erschienen und mit Wirkung vom 1. April 1938 m Kraft getreten ist (vgl. Gesetz zur Aenderung des Fmanz- ausgleichs-Aussührungsgesetzes vom 1. November 1938, Reg.-Bl. S. 103), und dem Gesetz über die Hundesteuer vom 1. November 1938, Reg.-Bl. S. 105), sind die übersandten Hundesteueranforderungszettel 1938 rechtswirksam geworden. Die steuerpflichtigen Hundebesitzer werden daher hiermit aufgefordert, die am l.Juni und 1. Oktober d. I. fällig gewordenen Hundesteuerbeträge, soweit sie noch rückständig sind, nunmehr innerhalb einer Frist von 10 Tagen von der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, zu bezahlen, widrigenfalls ohne weitere Mahnung die Beitreibung einsetzen wird. 7934C Die Frist für die Einlegung des zulässigen Rechtsmittels der Beschwerde gegen die Anforderung der Hundesteuer 1938 läuft 14 Tage nach Veröffentlichung dieser Bekanntmachung ab. Gießen, den 5. Dezember 1938. Der Oberbürgermeister: Ritter. Bekanntmachung Die Lieferung von Blumenpflanzen für die Som- merbepflanzung der öffentlichen Anlagen soll vergeben werden. Angebote auf Vordruck, die bei der unterzeichneten Dienststelle abgeholt werden können, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 79320 Freitag, dem 16. d. IN., vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Gießen, den 7 Dezember 1938. Stadtbauamt: G r a v e r t. Kap'.ansgasse 29 bei Karnbach. in Leder das schönste Weibnachts- Geschenk Fr. Grob Neuenweg 32. üe.egenheitskäufe in Elektromotoren in jeder Größe und Strom art Ankaut - Verkauf Sümag Neu - henburg b. Frankfurt a.K. Telefon 708. 77md Mil offenen hohen Drei Jungen uno ein Mädel en decken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Seilen Text und 8 Kunstdruckiateln L-inen RM. 2,85 Hugo Dermüyler Verlag Berlin - Lichterfelde EMMS Garantie-Punkt 5: „überzeugende Fachleistung!" Ihre Güte wurde von Millionen erkannt, schuf ihr Millionen Freunde. Und diese Millionen ermöglichen den vorteilhaften Preis 3Vs Pfennig. bcfferung der Behandlung" der Inhaftierten verfügt und sich Vorbehalten, auch über deren Freilassung später zu entscheiden. Es sieht nicht so aus, als ob die innerpolitischen Derhältnisse Rumäniens überaus rosig sind. Denn wenn das Bukarester Innenministerium schon zu dem Mittel greift, 318 im Gefängnis sitzende Mitglieder der Eisernen Garde zu veranlassen, eine Unterwerfungserklärung abzufassen und zu unterzeichnen, dann spricht das nicht zugunsten der mit Hilfe von Erschießungen und Massenreichen verhafteten Mitgliedern der Eisernen Garde geworden sei, deren Namen man unter dem Aufruf vermisse. Weder sei etwas über ihre Freilassung bekannt geworden, noch finde sich ihr Name unter der Erklärung. In Bukarest verbreitete Gerüchte wollen von weiteren Erschießungen Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718? Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1 September 1937 gültia Mal über Moskau reisen. llnterseeiunnel zwischen 3opon und Mandschukuo. Tokio, 7. Dez. (DNB.) Der Bau eines Unter. see-Korridors durch die Straße von Ko r e a zwischen ivhimonoseki auf der japanischen Haupt- insel und Fusan, an der Südspitze von Korea, wird vom Eisenbahnministerium ernstlich erwogen.— Zwischen den beiden genannten Punkten b e t r a g t die Entfernung 120 K i l o m e t er Die Kosten des Tunnels werden auf 1000 bis 1-dOO Millio- lande mit einem großen „ J " gekenn -- l Kapitalinvestierung in China. Ueber die Erfolgs- zeichnet werden. Ferner sei vor einiger Zeit' aussichten des neuen Versuchs gehen die Meinungen schon angeordnet worden, daß deutsche Juden die auch heute auseinander. Sun Fo soll auch dieses einkerkerungen eingeleiteten Befriedungsaktion. Man | wird es niemand verübeln dürfen, wenn die Frei- 21ns Kreisen der Eisernen Garde wird in Zu- Willigkeit dieser Erklärung angezweifelt sammenhang mit dem Aufruf der 318 Gefangenen wird. Gefangene in Ketten haben bekanntlich keinen die Frage aufgeworfen, was aus denjenigen^zahl-eigenen, freien Willen mehr, erst recht nicht, wenn ~ v sie täglich dos Objekt der nicht gerade sanften rumänischen Polizeimethoden sind. Oie innerpolitische Krisis in Rumänien Eine seltsame llnterwerfungserklärung. Nachdem jetzt den Zeitungen gestattet worden ist, über das Czernowitzer Attentat zu berichten, wird bekannt, daß die jugendlichen Attentäter, wie überhaupt eine größere Zahl der älteren Schüler der „K r e u z b r ü o e r s ch a f t" angehören, der Jugendorganisation der Eisernen Garde. Der verhaftete Anstifter des Czernowitzer Attentats, der Student S t a n e s c u , sei der Leiter der .Kreuzbrüderschaft" für dos Buchenland und das nördliche Bessarabien gewesen. Obwohl seit dem Verbot der Eisernen Garde die Zugehörigkeit zur „Kreuzbrüderschaft" mit Gefahr verbunden ist und auch bereits deswegen im ganzen Lande zahlreiche Schüler von allen Schulen des Landes ausgeschlossen worden sind, scheint die Anziehungskraft der Organisation nicht nachgelassen zu haben, zumal sie häufig von den Lehrern begünstigt wurde. nen Yen geschätzt. Das Eisenbahnministerium hat beschlossen, die geologischen Vermessungsarbeiten vor- zunehmen. Der Zeitung „Miyoko Shimbun erklärte Cisenbahnminister Nakajima, daß der Bau des Tunnels stark zur Förderung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit zwischen Japan, Mandschukuo und China ^beitragen werde. An welch großartiges Unternehmen sich die Japaner mit der Untertunnelung der Straße von Korea wagen würden, mag man daraus ermessen, daß ähnliche Pläne in Europa, die die 42 Kilometer breite Straße von Gibraltar und den zwischen Dover und Calais nur 33 Kilometer breiten Kanal bisher allerdings vorwiegend aus politischen Gründen nicht ausgeführt worden sind. Bukarest, 7. Dez. (DNB.) Die rumänische Presse veröffentlicht am Dienstag eine interessante Mitteilung des Innenministeriums. Danach haben 318 Mitglieder der Eisernen Garde, die in einer staatlichen S t r a f a n st a l t m Daslui gefangengehalten werden, eine Erklärung der Unterwerfung und des Verzichtes auf jede „ungesetzliche Aktion" sowie einen Aufruf an ihre Freunde unterschrieben, die sichtlich in Zusammenhang mit der Erschießung Co- dreanus und der Austilgung der Eisernen Garde stehen. Die „Unterwerfungserklärung" wird nicht veröffentlicht. Der Aufruf der Gefangenen hat fol- genden Worllaut: „Freunde! Ueber unsere jahrelange Qual haben die letzten Ereignisse — gemeint ist die Erschießung Codreanus und zahlreicher seiner Mitkämpfer — eine große Ruhe gebreitet. Wir rufen alle unsere Freunde und Bekannten auf, jetzt völlige Ruhe zu bewahren. Man möge nicht einen Augenblick vergessen, daß die Feinde jenseits der Grenzen auf der Lauer stehen. Die Blicke aller, mögen mehr denn jemals zu Vaterland, Volk und Thron gerichtet sein." Der Innenminister hat daraufhin eine „Der- wissen. Auch abgeurteilte Legionäre sollen sich unter den Erschossenen befinden. Ausländischen Pressever- tretern erklärte der Unterstaatssekretär für Presse und Propaganda, daß die Meldungen der Auslandspresse über Untuhen in Rumänien falsch seien. Die Regierung habe mit der bewaffneten Macht das Heft fest in der Hand. Der Prozeß der Liquidation der Eisernen Garde sei fast abgeschlossen. Schweizer Grenze nur noch dann überschreiten dürfen, wenn sie im Besitz einer von einem schweizerischen Konsulat im Auslande erteilten Einreisebewilligung seien. Musterts Iuden-p'an. Der vielleicht bemerkenswerteste ausländische Vorschlag zur Lösung der Judenfrage wurde Ende November von dem Führer der nationalistischen Bewegung in Holland, Mussert, in seinem Blatt ,,Dolk en Daderland" gemacht. Danach sollen die drei größten europäischen Kolonialmäcyte, nämlich England, Frankreich und die Niederlande, durch Abtretung eines Teilgebietes bzw. Gebietsaustausch ein in sich zusammenhängendes national-jüdisches Gebiet schaffen. Dafür schlägt Mussert Teile von Britisch-Guayana, Französisch-Guayana (Cayenne) und N i e- derländisch-Surinam vor, in einer Gesamt- größe von 500 000 Quadratkilometer, also etwa der zwanziafachen Größe Palästinas. Die Einrichtungskosten oieses Iudengebietes sollen nach dem Plan Musserts die USA. tragen, die ungeachtet ihres Demonstrations-Mitleides mit den Juden ihre Ein- wanderungsquote nicht erhöhen wollen, zugleich aber über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um ihrerseits einen Beitrag zur Lösung der Frage zu leisten. Der handfeste Vorschlag wird von einer gewissen Auslandspresse konsequent totgeschwiegen, scheint also diesen Klüngeln außerordentlich unbequem zu sein. Neuer chinesischer Anleihe-Versuch in London E. P. London, 7. Dez. Der Vorsitzende des chinesischen gesetzgebenden Rates, Dr. Sun F o, wird um die Jahreswende in London erwartet, wo er nach Andeutungen aus unterrichteten Kreisen versuchen soll, eine englische Anleihe für China zu bekommen. Einen ähnlichen Versuch hatte ©nn Fo bereits nach der Brüsseler Konferenz unternommen. In englischen Finanzkreisen bestand vor einem Jahr jedoch wenig Neigung zu einer größeren Aus einem arbeitsreichen Leben verschied nach kurzem Leiden meine liebe Mutter, Schwiegermutter und Tante Frau Elisabeth Albert im Alter von 75 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Eduard Albert Gießen, den 8. Dezember 1938. Die Trauerfeier findet Freitag, den 9. Dezember, nachmittags 2 /4Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt 05456 Wieseck, den 8. Dezember 1938. 7940 D p5450 Imit Pension. Angebote mit Preisangbe unt. 05452 a.d.G.A. Für die uns beim Heimgang unserer lieben Mutter Frau Katharine Kehler, geb. Rau in so reichem Mabe erwiesene Anteilnahme sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Familiendrucksacnen Verlobungeanzeigen Vermählungsanzeiger Beburtsenzeigen bei Brühl, Schulstr.1 | Mietgesuche | [Stellenangebote Suche m». Zimmer ,M.M Kür die LebevolleAnteilnahme beim Heim- I gang meines lieben Mannes und Vaters I Herrn Georg Schmidt sagen wir hierdurch unsern herzlichen I Dank. Frau Elisabeth Schmidt und Kinder. I Gießen (EbeLtr. 41), im Dezember 1938. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. ________________________________05458] Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: August Balser. Danksagung. Für die uns be m Heimgange unsres lieben« Vateis in so reichem Maße erwiesene Teilnahme sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Besonderen Dank der Gesangsabteilung der Gießener Lokomotivführer für den erhebenden Grabgesang, der Reichsbahndirektion und der Altersvereinigung 1860—1910. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schneider. Gießen (Credne^tr. 25), 7. Dez. 1938. Mm süreinigeStund. Samstags gesucht. ;945d Hü user Bahnhofstraße 1. Keine Zeugnisse in Urschrift lonoern nm HeuQnte- obidirtften vew Ge- werbunaSichreiben bet ‘eflen - Lichtbilder uaaBewerbunaSunter- tflen müssen ,ur tHürfiette M» in in ihrer Gardarobe uni) schminkte sich ab. Aus allen Spiegeln kam chr Bild zurück; das Bild einer schönen, jungen, blonden Frau. Aber Elisabeth Hellfahr war unzufrieden. Sie hantierte in der Sicherheit alter Gewöhnung mit ihren Schminktöpfen und Tüchern und prüfte kritisch die Haut, die rot und frisch durchblutet unter der Abschminke zum Vorschein kam. Noch war die Stirne glatt, kein Fältchen um den vollen Mund mit den schön gezeichneten Lippen. Der Hals lief in glatter Kurve zu den festen runden Schultern. Und doch! Sie warf ein Tuch um Achsel und Arme. Sie hatte es satt, satt bis zum Hals, dieses ganze Leden mitsamt dem Theater und Großstadt und allem. „Gott, einmal wieder zu Hause sitzen und rote Grütze essen und mit Mutter von den Nachbarn zu plaudern! Hier riecht es nach siebzehn verschiedenen Parfüms, und vor den Fenstern meiner Mädchenstube platzen jetzt gerade die dicken klebrigen Knospen der Kastanien!" Dieses dumme Fieder in jedem Frühling! Sie legte Puder auf und verhalf ihren blond- lichen Augenbrauen zu einer dunkleren Färbung. Da lief es plötzlich wie ein dumpfes Rollen durch das Haus. Der dritte Akt war zu Ende. Das Geräusch schwoll an, verebbte, schwoll wieder an, verlief sich. Drei Vorhänge! Wie immer. Nein! Das dumpfe Rollen beginnt von neuem. Was soll denn das? Sie prüft ihr Gesicht, sie ist fertig. Schon ruft es unten: „Hellsahr, Hellfahr!" Sie wirst ein Kleid über. Was ist denn? Sie ist schon auf der Treppe. An der Bühnentür steht mit einem strahlenden Gesicht der Spielleiter: „Sie müssen sich zeigen, Hellfahr! Das Publikum schreit nach Ihnen!" Da ist auch Jte, die Freundin, die bis zum Schluß zu tun hat. Elisabeth reicht nach rechts und links die Hände, und steht draußen im Licht der Lampen unb Scheinwerfer. „Bravo! Hellfahr! Bravo!" Hände klatschen. Elisabeth sieht in junge frohe Gesichter. Sie lacht. Sie ist der Scharm aller jungen Mädel. Sie neigt sich. Und wieder. Und schließlich ganz allein! Hellsahr! Hellfahr! Zu dem Spielleiter sagt sie mit einem nachsichtigen Lächeln: „Diese dumme glückliche Jugend !" Dann sieht sie in der Gardarobe zu, wie Jte Fall sich die dicke Schminke von chrer honigbraunen Haut herunterwischt. „Freust du dich?" sagt Jte und sucht mit ihren pechschwarzen Augen, indes die Hände fleißig arbeiten, in den Spiegeln Elisabeths Blick. „Schon.". „Na also!" sagt Jte. Sie liebt Elisabeth und hat diesen Extrabeifall mit Hitte einiger junger Freundinnen veranstaltet. „Und jetzt gehen wir essen, ich hab' einen lächerlichen Hunger!" * „Vielleicht doch wieder Rührei mit Schinken?" fragte die Kellnerin. Elisabeth Hellfahr und Jte Fall pflegten nach den Vorstellungen ins Ludwigs-Cafe zu gehen. Dort gab es Musik, dort gab es Wiener Zeitungen und den Marmortisch, den Jte zu chrer Seligkeit nun einmal brauchte. Es war keine Speisekarte vorhanden, und man aß schlecht und teuer, aber in dem Punkt Cafe war die schmale schwarze Jte unerbittlich. Und Elisabeth hatte die Nachgiebigkeit aller großzügigen Menschen. „Also essen wir zum 37. Male" — seufzte sie. Kurz darauf erschien Doktor Brasky. Er reichte den beiden Damen die Hand, als sei er ihresgleichen. Er war Kritiker und hatte in Wien einen Namen von Klang. „Ich gratuliere!" sagte er zu Elisabeth. „Well mir bei dieser letzten Vorstellung die Jugend noch einmal eine Huldigung gebracht hat? Danke, Doktor!" Und dann fuhr sie fort: ,Za, diese Begeisterung der Jugend — die ist das Schönste an unserem Beruf; diese heißen Herzen und marmen Augen um einen herum; diese Gläubigkeit von Menschen, die die Welt noch nicht kennen und die den bunten Zauber des Theaters noch als eine wirkliche Verzauberung empfinden." „Ein seltsames Wort: zaubern!" sagte Brasky. Jte legte Elisabeth einen großen Löffel Rühreier auf den Teller: - — • „Iß!" sagte sie. „Mr haben gearbeitet und von England ausgenutzt werden, um seine Stellung I im östlichen Mittelmeer, nicht aber die Stellung des Arabertums in Palästina zu verbessern. Die Frage der Nationalitäten steht an zweiter Stelle. Die (SmlaÖunaen zur Palästina-Konferenz. Wird der Mufti teilnehmen ? London, 7. Dez. (DNB.) Im Unterhaus teilte Kolonialminister Macdonald mit, daß bisher die Regierungen von Aegypten, dem Irak, Saudi- Arabien, Transjordanien unb bie jüdische Agentur für Palästina die Einladungen zur Teilnahme an der geplanten Palästina-Konferenz in London an« genommen hätten. Dem König des Jemen sei ebenfalls eine Einladung zugegangen. Die britische Regierung sei bereit, evtl, arabischen Vertretern, die zur Zeit aus Palästina ausgewiesen seien, Erleichterungen zur Teilnahme an der Konferenz zu gewähren. Auf eine Zwischenfrage antwortete Macdonald, daß die Araber ihre Vertreter selbst wählen müssen, und daß dies nicht Aufgabe der britischen Regierung sei. Die in Jaffa erscheinende Araberzeitung „Addiffa" meldet aus London, daß der Londoner Vertreter der Palästina-Araber, Dr. T a n n o u s , mit Kolonialminister Macdonald eine Unterredung hatte, tn der die Beteiligung des Muftis ober feines Vertreters an der Palästinakonferenz erörtert wurde. Dr. Tannous befindet sich auf dem Wege nach Beirut, um dem Mufti das Ergebnis dieser Besprechung vorzulegen. Das britische Kolonialamt soll mit der Teilnahme einer rund 20köpfigen Abordnung der Palästina-Araber an der Londoner Konferenz einverstanden sein. Noch bevor die Palästina-Konferenz einberufen worden ist, ergeben sich bereits erste Schwierigkeiten für ihre Durchführung. Ein als „Sprecher der arabischen Kreise in London" bezeichneter, jedoch nicht mit Namen genannter arabischer Nationalist erklärte auf die Frage, ob der Gegner des in der Verbannung lebenden Großmufti, der englandfreundliche Fakhri Bey Nashashibi der Konferenz beiwohnen werde, dieser könne nicht für die Araber Palästinas sprechen. Falls die englische Regierung ihn einladen würde, könne er nicht neben der arabischen Abordnung an den Verhandlungen teilnehmen. Er habe keinerlei Rechte, denn die Führer der arabischen Verteidigungspartei, die sog. gemäßigten Araber, hätten der britischen Regierung erklärt, daß sie den Mufti als ihren alleinigen Führer ansähen. Von den auf den Seychellen internierten Araberführern, die auf Grund des Freilassungsbefehls d i e Freiheit wiedererlangen, werden in einem Bericht des „Daily Telegraph" folgende mit Namen angeführt: Dr. Khalidi vom Arabischen Komitee, Achmed Hilmi Pascha, der Generaldirektor der Arabischen Bank in Jerusalem, Jakub Bey el Gosshin, der Führer der arabischen Jugend, unb Fuad Saba, der Sekretär des Arabischen Hoheit Komitees. Wie „Daily Telegraph" weiter mitteilt, werden diese Persönlichkeiten, die mit anderen im Oktober 1937 deportiert wurden, sich wahrscheinlich nach Aegypten oder Syrien zurückbegeben, um dort die für London einzuschlagende politische Linie festzulegen. Syrisches — oder französisches Syrien? Kairo, 7. Dezember. (Europreß.) In den letzten Tagen hat der syrische Ministerpräsident M a r b a m Bey nach wochenlangen Verhandlungen in Paris ein Zusatzabkommen zum syrisch-französischen Vertrag unterzeichnet. Bis zur Stunde ist der genaue Inhalt des Abkommens nicht befanntgeaeben worden. Man weiß nur, daß sich die französische Regierung verpflichtet hat, den eigentlichen syrisch-französischen Vertrag dem Parlament zur Ratifizierung zuzuleiten, wenn die syrische Kammer zuvor bas nun unterzeichnete Zusatzabkommen zu biefem von Syrien schon lange ratifizierten Vertrag annimmt. Tut sie bas nicht, ist bas gesamte französisch-syrische Vertragswert hinfällig geroorben, unb man steht wieder da, wo man vor nunmehr zwei Jahren stand, als man sich zu Verhandlungen über bie Entlassung Syriens aus dem MandatsoerhAtnis zusammensetzte. Mardam Bey hat von Paris aus seine Ministerkollegen über bie wesentlichen Teile des Zusatzabkommens telegraphisch unterrichtet unb ihre Meinung dazu erbeten. Sie kam einer Ablehnung gleich. Dennoch hat Mardam Bey unterzeichnet, was in den Reihen der syrischen Nationalisten einen Entrüstungssiurm entfesselt hat. Zwar kennt man noch nicht den Text der Zusatzabkommen, aber, was über die telegraphische Information der Regierung in Damaskus bekannt geworden ist, kommt einer Umkehrung der Klauseln des französisch-syrischen Vertrags gleich und entwertet diesen völlig. Frankreich verlangt weitgehende Zugeftänb- nisse auf militärischem Gebiet, aber nicht minder auf wirtschaftlichem unb verwaltungsmäßigem. Die Staatsbank soll offenbar französisch bleiben, und durch Berater soll der Einfluß auf die Entschlüsse der „unabhängigen syrischen Regierung" gesichert bleiben. Kein Wunder, baß angesichts biefer Tatsachen die nationalistische Opposition gegen Mar- dam Bey, dem man offen einen frankophilen Kurs vorwirft, an Boden gewinnt. Der oppositionelle Führer, der lange Zeit außer Landes verbannte Dr. Sh ab ander, hat dieser Tage in einer Partei-Neugründung die Kräfte gegen Mardam rr> m «! JHP ' tum Bey unb feinen politischen Kurs zusammenzufassen gesucht unb babei hinsichtlich des französisch-syrischen Vertrags bie grundsätzliche Forderung aufgestellt, daß dieser dem englisch-irakischen Vertrag gleichen müsse. Dieser legte dem Irak lediglich die Verpflichtung auf, keine anti-englische Politik zu betreiben unb der englischen Luftwaffe für die nächsten 25 Jahre Stützpunkte im Irak zu gewähren. Es kann kein Zweifel bestehen, daß der französisch-syrische Vertrag durch die im jetzt unterzeichneten Zusatzabkommen gemachten Zugeständ- nisse gegenüber dem irakischen Vertrag völlig entwertet wird. Die Opposition gegen Mardam Bey wird also den Vertrag ablehnen. Soweit es sich bis jetzt übersehen läßt, reicht diese Opposition weit bis in das Lager des Nationalen Blocks, also bis tief in die bisherige Gefolgschaft des Ministerpräsidenten. Darüber hinaus hat Dr., .Shabander im Namen der Opposition die Forderung gestellt, das künftige Syrien müsse auf alle Fälle Glied des anzustrebenden arabischen Staaten-Bundes fein. Mit biefer Forderung trifft er sich weitgehend mit den Plänen, wie sie vorn Groß-Mufti für Palästina vertreten werden. Mardam Bey trifft in diesen Tagen wieder in Damaskus ein, dann wird bie Auseinandersetzung um das Zusatzabkommen zum syrisch-französischen Vertrag beginnen unb damit der Kampf um ein syrisches ober französisches Syrien in eine neue Entwicklungsphase treten. haben unser Essen verdient. Und zaubern?" Sie sah zu Brasky hin. „Was verstehen Sie, unter uns gesagt, schon vorn Zaubern? Ihr Schreiberleute redet doch immer nur um die ganze Sache herum. Ihr tastet und redet, aber ihr wißt doch nichts. Auch nur ein echter Augenblick, in dem ich spüre, daß ich eins mit der Rolle bin unb doch ich selbst, — ein solcher Augenblick in dem gleichgültigsten Stück — unb ich kann zaubern!" „Das habe ich nie bezweifelt!" sagte Brasky. Jte rollte ihre schwarzen Augen und nickte Elisabeth zu. „Ich kann bas viele Reden übet unsere Kunst nicht leiden!" „Auch das ist mir bekannt. Ich sprach auch mit Fräulein Hellsahr, die bekanntlich über dieses Thema anders denkt." „Tu ich", sagte Elisabeth. „Man kann unsere Dichter unb Schriftsteller nun mal nicht h'nbern, mit Wörtern zu malen. Wörter sind ber Stoff, mit dem sie arbeiten müssen. Also muß man sie reden und schreiben lassen!" Jte lachte. „Da haben Sie's, Her Landsmann! Man muß euch schreiben lassen." „Und was würdet ihr sagen — was würden auch Sie sagen, Jte Fall? — wenn mir nicht mehr unsere Kunst, über eure Kunst zu reden und zu schreiben, an euch üben würden? Denn daß es auch eine Kunst ist, wenn auch eine andere und kleinere meinetwegen, das werden Sie ja wohl nicht bestreiten, Jte?" „Bitte, Jte Fall! Jte allein klingt mir zu natürlich. Und reine Kunst? Gott ja, lieber Doktor Brasky, die Dilderrahmer haben sich ja auch immer eingebildet, daß ihre Kunst so groß sei wie die der Bildermaler selbst. Und mehr als ein Dilderrahmer seid Ihr doch auch nicht!" Elisabeth, die vor Braskys Wissen und Können eine erheblich größere Achtung hatte, als Jte in ihrer Unschuld auch nur zu ahnen vermochte, Elisa- beih strich mit dem Zeigefinger beruhigend und kosend über die braune schlanke Hand, die sich zu ballen drohte. „Daß ihr euch immer zanken müßt! Und daß Sie meine Freundin nicht verstehen und sich immer wieder ärgern! Jte ist nun mal ein Temperament, die allen Verstand haßt, und auch bie Eier in Blut kocht." „Oha!" sagte Jte. Sie war ftoh, ihrem Herzen mal. wieder Lust gemacht zu haben- In diesem Augenblick begann die Kapelle, die in der Nähe des Eingangs saß, den Toreromarsch aus „Carmen" zu spielen. „Auf in den Kampf!" sagte Elisabeth. ,m schweren Herzleiden erlegen. Der in Petersburg geborene, einer angesehene russischen Familie entstammende Sänger war in Deutschland durch zahlreiche Opern- aastspiele wohlbekannt. Die bedeutendsten Rollen in ■ feinem umfangreichen Repertoire waren Boris Godunow, Rigoletto, Jago, Mephisto, Escamillo, aber 1 auch Wotan und Telramund. Baklanow wirkte von 1911 bis 1914 an der Wiener Hofoper, 1917 bis 1927 an der Oper in Chikago; seit dieser Zeit gab er nur noch Gastspiele. Aus aller Wett. Straßenwetterdienst für die Reichsaulobahnen. Sämtliche Reichsautobahnen sind ohne nennenswerte Behinderungen befahrbar. Die Reichsautobahnen München—Salzburg sowie München—Nürnberg sind mit Glatteis bedeckt, jedoch gestreut. Die höher gelegenen Gebirgsstraßen der Ostmark sind mit festgefahrener Schneedecke, teils mit Glatteis bedeckt und gestreut. Die Groß-Glockner-Hoch-- alpenstraße ist von Verleiten bis Hochtor unpassierbar. Behindert ist der Verkehr noch auf der Rad- städter Tauernstraße von Radstadt bis Katschbergpaß sowie auf der Loiblpaßstraße, Reichsgrenze gegen Jugoslawien. Straßen werden geräumt und gestreut. Es ist mit Vorsicht zu fahren. Schneeketten sind Mitzunehmen. Sonst Verkehr unbehindert. Ein weißer Bär. Dem bekannten schwedischen Photographen und Kameramann Stig W e ß 16 n ist es in den letzten Wochen das erste Mal gelungen, Bären in freier Wildbahn in Schwedisch-Lappland auf den Film zu bekommen. Nacy mehreren mißglückten Versuchen stieß der Kameramann eines Tages in einer wildromantischen Berglandschaft auf eine Bärenfamilie, ein Muttertier mit drei Jungen. Unter den Jungen befand sich ein weißer Bär. Albinobären sind sehr selten, und man glaubt, daß es sich bei diesem Tier um den einzigen Albinobären in ganz Skandinavien handelt. Operierender Arzl als Blutspender. Der Operateur des Krankenhauses in Pancevo (Südslawien), Dr. G j u r i s i c, mußte während einer schwierigen Halsoperation feststellen, daß der Pulsschlag seiner Patientin immer schwächer wurde. Es konnte nur eine sofortige Blutübertragung helfen. Da es unmöglich war, in so kurzer Zett einen Blutspender zu finden, entschloß sich der Arzt, der Frau sein eigenes Blut zu übertragen. Die Frau konnte gerettet werden. Kleine politische Nachrichten. Der Beirat der Deutschen Reichsbahn beriet unter dem Vorsitz des Reichsverkehrsministers die Finanzlage der Reichsbahn, die Personal--, Sozial- und Beschaffungspolitik. Die außergewöhnlich hohen Leistungen der Reichsbahngefolgschaft bei der beispiellosen Verkehrssteigerung und den gewaltigen Anforderungen an den Reichsbahnbetrieb fanden volle Anerkennung des Beirates. Der Führer hat der SA.-Standarte in Dux (SA.-Gruppe Sudeten) den Namen „Hans Knirsch" zur Erinnerung an den am 6. Dezember 1933 verstorbenen nationalsozialistischen Vorkämpfer im Sudetenkand verliehen. * Zu Ehren des italienischen Korporations- und Wirtschaftsministers L a n t i n i fand am Mittwochabend im KdF.-Gemeinschaftshaus durch den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ein Empfang statt. Unter den Anwesenden bemerkte man den italienischen Botschafter Attolico, Reichswirtschaftsminister Funk, Reichsarbeitsminister Seldte, General Moser, Stabschef der SA. Lutze und zahlreiche Männer aus Partei, Staat und Wehrmacht. In Köln wird der Oberbürgermeister von Antwerpen, Camille Huysmans, Präsident der belgischen Handelskammer, einen Vortrag über das Thema „Die wirtschaftlichen Beziehungen im Geiste der Hanse" halten. Der belgische Wirtschaftsminister Professor Dr. Hymans, VerkehrsiNlmster Dr. M a r ck , ferner Reichsverkehrsminttter Dr. Dor firn ü l l e r und in Vertretung des Reichswirtschafts- ministers Staatssekretär Brinkmann werden mit mehreren Mitarbeitern zugegen sein. Aus Anlaß der in Oslo stattfindenden Beisetzungsfeierlichkeiten für die K ö n i g i n v o n N o r- wegen flckggen am Donnerstag die Gebäude der Präsidialkanzlei, der Reichskanzlei, des Reichstages und sämtlicher Reichsministerien Halbmast. Prinzregent Paul von Jugoslawien, der, aus London kommend, in Paris eintraf, hatte eine längere Unterredung mit Außenminister Bonnet in der jugoslawischen Gesandtschaft. Am Mittag war der Prinzregent Gast des Präsidenten der Republik im Elysee-Palast. * Der südafrikanische Verteidigungsminister P i r o w hatte eine halbstündige Unterredung mit Chamberlain im Amtszimmer des Ministerpräsidenten im Unterhaus. Pirow berichtete über seine Eindrücke während seiner Rundreise durch die europäischen Hauptstädte. * Der ChefdergrönländischenVer wal- tung, Direktor Jens Daugaard-Jensen, ist im Alter von 67 Jahren in Kopenhagen gestorben. Seit 1893 war er im dänisch-grönländischen Handelsdienst tätig und wurde 1912 Leiter der dänischen Verwaltung für ganz Grönland. Kunst und Wissenschast. Olympische Hymne von Strauß auch in Helsinki. Das Internationale Olympische Komitee hat beschlossen, daß auch bei den Olympischen Spielen in Helsinki 1940 die won Richard Strauß für die Berliner Spiele komponierte Olympische Hymne aufgeführt werden soll. Die Erwägungen, für die bevorstehenden Spiele eine neue Hymne von dem finnischen Komponisten Jean Sibelius komponieren zu lassen, sind dadurch hinfällig geworden. Der Prix Goncourt 1938. Der größte und bedeutendste französische Literaturpreis, der Prix Goncourt, wurde dem jungen französischen Schriftsteller Henri Trovat für seinen Roman „L’Aragne“ verliehen. Trovat ist russi- - scher Herkunft und naturalisierter Franzose. Er steht im Alter von erst 27 Jahren. — Die Brüder Edmond und Jules de Goncourt (1822 bis 1896; 1830 bis 1870) schrieben gemeinsam Werke zur Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts, Romane und Dramen. Eine von den beiden testamentarisch gestiftete, 1903 ins Leben getretene Academie des Goncourts, die aus zehn Schriftstellern besteht, zeichnet alljährlich das Prosawerk eines modernen Autors mit einem Preise von 10 000 Franks aus. men aus Aegypten. Es sind Kinderschuhe aus einem Grab in Geoelen, etwa 4000 Jahre vor d. Z., also rund 6 0 0 0 Jahre alt. Die alten Aegypter beherrschten schon, wie die schönen roten Sandalen des Museums ausweisen, die Kunst der Lederbearbeitung. Aus Japan sind Frauenschuhe für Krüppelfüße zu sehen, aus China Schuhe mit hohen Absätzen. In Java werden die Schuhe an einem auf der Sohle sitzenden Stäbchen vom Zeh getragen. Daneben finden wir Schuhe aus Indien, Tibet, Persien, Afrika, Amerika, den Polarvölkern, Türkei, Balkan, Griechenland, Rußland, Ungarn, den Alpenländern. Aus Ungarn sind Fayence- schuhe da, die in den Backofen zum Erwärmen gestellt wurden und in die man schlüpfte, um warme Füße zu bekommen. Daneben eine reiche Sammlung Trachtenschuhe und deutsche Schuhe, der Schnabelschuh der Gotik, Kuhmaulschuh der Renaissance, Schuhe des Barock, Rokoko, Biedermeier, Stangenreitstiefel des 18. Jahrhundert. An kleinen Kostümfigürchen werden die Schuhe im Zusammenhang mit der Kleidung gezeigt. Lederne Kostbarkeiten. Eine besondere Abteilung des Museums hat Meisterwerke des Lederschnitts aus allen Zeiten und Völkern gesammelt. Die ältesten Arbeiten sind altägyptische Grabfunde, Mumien- ftreifen aus Theben (900 v. d. Z.). Aus dem 5. bis 7. Jahrhundert sind koptische Ledergürtel da. Das Mittelalter hat dann schon eine hohe Blüte in der Lederkunst erreicht, wie die Gefäße und Bilder zeigen. Zu den schönsten Stücken gehört ein italienischer Prunkschild aus dem 16. Jahr-- hundert, daneben eine Lederkanne von Napoleon I., eine kostbare Kronenkapsel, Dolchscheide, Kästchen aus Spanien mit überreichem Lederschnitt, ein Kofferder Medic i, ein Toilette- kästchen der Maria von Medici, Königin von Frankreich, mit ihrem Monogramm von 1610, ein Elefant, eine Spielzeugfigur, die der Hofbuchbinder Ludwigs XIV. für den damaligen Dauphin, den späteren Ludwig XI. gemacht hat. Groß ist die Sammlung auch an kostbaren Koffern, Bucheinbänden aus der Bibliothek Franz I., Maria Stuarts und Ludwigs XIV. Ostasiatische Schattenspielbilder. Einzigartig ist die Sammlung siamesischer Schattenspiel bilder, die größte der Welt. Es sind über hundert Figuren bis zu 2 Meter Höhe. Für die großen Stücke wurde jeweils eine ganze Büffelhaut verwendet. Die Figuren stammen aus dem 17. bis 18. Jahrhundert. Das Schattenspiel wurde an hohen Festen, besonders bei feierlichen Leichenverbrennungen aufgeführt und hatte das indische Epos „Ramayana^ zum Inhalt. Daneben besitzt das Museum eine Sammlung siamesischer Tageslicht-Spielfiguren mit Bemalung und Vergoldung. Noch ist man überwältigt von der Eigenartigkeit dieser Kunst, dann erwartet den Besucher eine neue Ueberraschung: das größte und schönste chinesische Schattenspiel. Es sind weit über 1300 Schattenspielfiguren und Kulissen. Sie sind aus E s e l s h a u t in Durchbruchsarbeit ausgeschnitten und bemalt. Die Schattenspielfiguren sind in allen Gliedern beweglich, die Köpfe auswechselbar. An den Armen, Beinen und dem Rumpf sind kleine Stäbchen aus Büffelhorn befestigt, mit denen die Bewegungen der Figur ausgeführt werden. Dieses älteste chinesische Schattenspiel stammt aus der Zeit des Kaisers Kien Lung und wurde zu dessen 80. Geburtstag 1790 aufgeführt. Daneben besitzt das Museum noch ein jüngeres chinesisches Schattenspiel, das aus 2300 Figuren und Kulissen besteht, ferner javanische, balinesische Schattenspielfiguren aus Büffelhaut, komplette Bühnen für das chinesische und javanische Schattenspiel. Es ist geplant, auf diesen Bühnen mit den Figuren chinesische und javanische Schattenspielaufführungen zu veranstalten. Adolph Meurer. A. Unterstufe (7. und 8. Schuljahr der schulen und die Klassen III und IV der höheren Schälen). Für diese können ausgewählt werden: 1. Bodenturnen (Radschlagen, Gehen im Handstehen, Hechtrollen); 2. Klettern oder Hangeln; 3. Reck-, 4. Barren-, 5. Bockturnen und eine Ge- Am lommtr schulung statt, der GefolMuj verhinderten { ersetzen. Die Tportwartc bi mird in vorfch Mantel im Ho Mrckstroße) ur M 12 Uhr gei W >»' Jll Loli do blE-nie unö Zaub , Vi Die Stemm? Kristalle, ihre Knospen eines s men der Fi Abgrunde. Der oerkörve ®leiX gemein 7„Tch°tze ini, Wer. Mit ih M den braune Wien bis liegen und ! J l|M verlief W I-njch ■ 5„ '!> Stough tz-" «nd Fi TS» °nd C». ? i Ä tote s hist Md Db(r in -ein * hmd, nicht e tröstende! «>e weil er ja N stoßen wurde i beginnt es bafut richtige GesM auch schon weit Da sind wir t wie wir cs i ssteunde schreite hängten Welt i um ihren Shmi es da nicht um mit feinen Toni weckt das Töne nach hohem, E ges dürstet sie. der Ahnung G leit kommen. M tiefer F unsere Tchritt' stille Dogelsbi den Fenstern; nicht dringen, mand. Der 9 Erde, als ob wissen das G uni) Ruhe, § Mtbingung für ßreube uni 6it(ei Schicken). Hier stehen für die Einzelübungen als Geräte Reck, Barren und Pferd zur Verfügung, auch kann die Hebung dem Bodenturnen und Klettern (Hangeln) entnommen werden. Ferner ist eine Gemeinschaftsübung vorgeschrieben. Weibliche Jugend. Die Klassenzusammenfassung erfolgt wie bei den Knaben. A. Unterstufe: Einzelübungen an Reck, Barren, Bock oder Pferd und die Gemeinschaftsübung; B. Mittelstufe: Einzelübung an denselben (Geräten und eine Gemeinschaftsübung; C. Oberstufe: wie die Mittelstufe, nur in schwierigerer Art. Oas blaue Weihnachtslicht für jedes deutsche Haus. NSG. Es ist schon seit Jahren Brauch geworden, dort, wo volksdeutschem Denken und Fühlen Ausdruck gegeben werden soll, am Weihnachtsabend die blaue Kerze des VDA. anzuzünden. Das blaue Licht wurde zum Sinnbild volksdeutscher 23er« bundenhett erhoben. Beim Schein der Kerze gedenken wir derer, die als Deutsche jenseits der Grenze wohnen müssen. In unzähligen deutschen Häusern brennt zu Weihnachten schon die blaue Kerze. Wir wollen nicht ruhen, bis das Gedenken seinen sinnbildlichen Ausdruck auch in der letzten Weihnachtsstube gefunden hat. Dieses Gedenken über die Grenze muß wie ein wärmender Lichtstrahl aus dem Deutschen Reich herauswachsen. Ans Grenzlanden sind hcmd- geschnitzte Kerzenhalter gekommen. Je mehr Kerzenhalter und blaue Lichter gebraucht werden, desto mehr Not und Sorge lindern mir, desto mchr Hoffnung und Zuversicht geben wir jenen Herzen, • die hinter den schützenden Grenzen Weihnachten feiern, wie alte deutsche Vätersitte es überliefert hat. Büchertisch. — Hinter Fleet und Flut, Auf Loggerfahrt zum Heringsfang. Von Hans Ar e n z. 137 S. Mit 15 Kunstdrucktafeln. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Leinen 3,80 Mark. — (349) — Arenz ist selber auf einem Logger mit hinausgefahren, hat Woche um Woche mit den Fahrensmännern geschafft und gehofft, geflucht und gedankt. Nun erzählt er von dem Leben an Bord, von der Freude über den ersten glücklichen Fang, von den Nächten, in denen der Logger hinter den ausgelegten Netzen schaukelt, von der beispiellosen Härte der Arbeit, von den Männern, die sie unermüdlich tun, von ihren Nöten und ihren Humoren. Er erzählt von guten und bösen Tagen, von der Bedeutung und der Geschichte des Heringsfangs, von dem segensreichen Wirken der Fi.scherei-Schutz- kreuzer, von alten und neuen Versuchen, das Rätsel der Heringsschwärme zu lösen. So ist ein echtes Seemannsbuch entstanden, das frei von allen romantischen Verklärungen, doch wie ein Bekennt» nis ist zu der Weite des Meeres und zu den Männern, die es befahren. Zahlreiche eigene Aufnahmen des Verfassers unterstützen die lebendige Ansehnlichkeit seines Berichtes. — Werner Siebold: Wagen ohne Pferde, Roman der Derkehrsrevolution. Preis geb. 4,50 RM. im Frundsberg-Verlag, Berlin W15. — (489) — Nichts hat die Erde in ihrem Aussehen, die Menschen in ihrem Rhythmus jemals so verändert, wie die Wagen ohne Pferde. Eisenbahn und Automobil, sie haben selbst ihre Geschichte, die Werner Siebold zum erstenmal in romanhafter Form schreibt. Don der Erteilung des ersten Dampfwagenpatents bis zu den modernen Volkswagen rollt die Geschichte der Wagen ohne Pferde in den mannigfachen, abenteuerlichen Schicksalen ihrer Ersinder und Förderer ab. Ein höchst zeitgemäßes und zugleich auf seine besondere Weise spannendes Buch. Wetterbericht An der Vorderseite einer neuen Störung setzte zunächst in großer Ausdehnung Aufheiterung ein, die in der Nacht zum Donnerstag vielerorts zu Strahlungsfrösten Anlaß gab. Inzwischen macht sich jedoch vom Westen her das Eingreifen von neuen Störungen mit Bewölkungszunahme geltend, auch wird es strichweise zu Niederschlägen kommen. Vorhersage für Freitag: Wolkig bis bedeckt und strichweise auch Niederschläge. Nachts nicht mehr so kalt. Winde aus südlichen Richtungen. Vorhersage für Samstag: Wechselhaft und zu Niederschlägen neigendes Wetter. Lufttemperaturen am 7. Dezember: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 8. Dezember: morgens 0,4 Grad. Maximum 5,5 Grad, Minimum heute nacht 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Dezember: abends 4 Grad; am 8. Dezember: morgens 2,5 Grad. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg: Keine Schneesfiortmöglichkeiten. Wasserkuppe: Hetter, minus 3 Grad, Gesamtschneehöhe 13 cm, verharscht. Schi und Rodel gut. Taunus: Keine Schneesportmöglichkeiten. Rr.287 Drittes Blatt Logtzer- , 1375. IgShMd- [349) - inausge- Zahrens- unb gelt $orb, n Fang, nnt 311 wollen Glichen ube ge- ' >ze muß 'rutschen b hand- Kerzen- n, desto 0 mehr &W nadfan rliefert Aus Der Stadt Gießen. Verhängte Welt. Eine verhängte Welt ist jetzt der Vogelsberg mit seinen breiten Höhen und tiefen Tälern. Milchige Nebelschwaden haben sich über ihn gebreitet, feindunstig auf den Höhen, dick und träge in den Tälern. Denn da dampfen die Bächlein und Flüsse zu Tal, über denen die Schwaden besonders gern brauen. Von dort kriechen sie in die Büsche, um tne Bäume und wälzen sich zu den Hängen hinauf. Aber aus eigener Kraft schaffen sie es nicht weit. Wenn nicht ein guter Aufwind sie aufwärts trägt, sacken sie wieder nach unten, das Tal um so schwerer erfüllend. Aber die Wolken helfen bald non oben nach: so schwer und nah schleifen sie jetzt über den Berg, dah auch oben auf den sonst so luftigen Höhen alles verhängt ist, was sonst doch unsere Freude und unser Ausspann war. Ja, eine schwer verhängte Welt ist jetzt der Vogelsberg! Doch mit verschränkten Armen vom Fenster aus läßt sich nicht eindringen in die verhängte Welt. Wozu leisten aber auch ein paar gute Stiefel und ein dichter Mantel so gute Dienste? Mit ihnen und mit einem tapferen Herzen wollen wir hineinschreiten in den Nebel, in den Vorhang aus tausend Dunsttröpfchen. Zwar reiht sich Pfütze an Pfütze auf dem Feldweg, zwar steht Schlamm und Lehm in den Runsen, grundlos scheinen die Tiefen zu sein. Und doch kennt der Weg ein Ziel, der so ärmlich und verlassen seine Kurven kriecht! Hin führt er in den Nebel, in die weite Welt der Stille und Einsamkeit. Immer tiefer und tiefer müssen wir in ihn schreiten, so zieht er uns an! Nun verhängt er uns die Welt da draußen, durch die wir eben noch schritten, schneidet uns ab von ihrer Hast und Oberflächlichkeit. Und milde reicht uns in dem milchigen Nebelmeer die Einsamkeit die Hand, nicht etwa die verlorene, sondern die tröstende! Sie wendet unseren Blick nach innen, weil er ja doch nach ein paar Schritten schon anstoßen würde an der Nebelwand. In uns aber beginnt es dafür zu leben, Freunde wecken-wir auf, richtige Gespräche führen wir mit ihnen, ob sie auch schon weit, weit weg sind von uns. Da sind wir auf einmal gar nicht mehr so allein, wie wir es im Anfang meinten! Viele gute Freunde schreiten uns zur Seite, leben in der verhängten Welt wie Schemen. Wir bleiben stehen, um ihren Stimmen zu lauschen. Singt und summt es da nicht um uns, tönt da nicht die Einsamkeit mit feinen Tönen an die Seele? Unsere Sehnsucht weckt dos Tönen der weißen Wette auf, Sehnsucht nach Hohem, Edlem; nach den Wundern des Berges dürftet sie. Sie spannt sich und füllt sich mit der Ahnung Gottes, von dem Weite und Einsamkeit kommen. Mit tiefer Freude füllt sich unsere Seele, daß sich unsere Schritte beschleunigen zum Heimweg ins stille Vogelsbergdorf. Schon glänzen Lichter aus den Fenstern; aber weit kann chr tröstender Schein nicht dringen, weil er gleich anstößt an der Dunstwand. Der Rauch der Schornsteine zieht müde zu Erde, als ob er da seine Ruhe fände. Wir aber wissen das Geheimnis der verhängten Welt: Anmut und Ruhe, Stille und Einsamkeit müssen sein als Vorbedingung für künftiges Wachsen und Reifen, für Freude und neue Arbeit! K. Hitler-Jugend Bann 116. Stamm 1/116. Arn kommenden Sonntag findet eine Stammschulung statt. Es nehmen daran sämtliche Führer der Gefolgschaft und Mitarbeiter teil. Die beruflich verhinderten Führer sind durch Stellvertreter zu ersetzen. Die Scharführer, Hauptscharführer und Sportwarte bringen Sportzeug mit. Angetreten wird in vorschriftsmäßiger Winteruniform ohne Mantel im Hofe der früheren Oberrealschule (Bismarckstraße) nm 8.30 Uhr. Das Mittagessen wird um 12 Uhr gemeinsam eingenommen. yy ge- its ber Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mshrr schon 25000 mehr als im Vorjahr Oie Teilnehmerzahl am Reichsberufswetttampf Gedanke des Berufsballett", und in Einblick a. M. statt. Die Sieger werden dann vom 22. 30. April zum Reichsentscheid einberufen, der in fern Jahr in Köln durchgeführt wird. viele Erwachsene. An der Ruf, ihren Willen durch Teilnahme am bekunden. Von Jähr zu Jahr hat der bis die- sie ergeht letztmalig zum Leistungseinsatz Berufswettkampf zu tänzerischer Uebersetzung zu sehen, bekam in das „Wiener Panoptikum" und feierte nach dem 25. November ein. ^Bci den Kreisdienst- stellen war daher der Ansturm derart groß, daß nicht genügend Anmeldebogen herbeigeschafft werden konnten, so daß von Berlin die Genehmigung zur Verlängerung der Anmeldezeit eingeholt werden mußte. Dadurch bietet sich auch noch für die Volksgenossen, die bis jetzt gewisse Hemmungen hatten, Gelegenheit, sich zum Berufswettkampf anzumelden. Besonders wird noch auf die in diesem Jahre neu eingeführte Leistungsklasse 8 hingewiesen, in der alle führenden Männer der Betriebe, wie Betriebsführer, Prokuristen, Werkmeister usw., ihre Leistungsfähigkeit beweisen können. Die Teilnehmerzahl ist fast bei allen Wettkampfgruppen in unserem Gau gestiegen. Vor allem bemerkenswert ist die erhöhte Beteiligung bei der Wettkampfgruppe „Wald und Holz". Sie beträgt rund 80 v. H. Bei der Wettkampfgruppe „Energie— Verkehr—Verwaltung" wird mit einer Zunahme von etwa 1200 Teilnehmern zu rechnen sein. Die Landjugend stellt beim Leistungskampf rund 20 000 Jungen und Mädel. Die große Teilnahme am Wettkampf macht es auch erforderlich, die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter wesentlich zu erhöhen, um die umfangreichen Arbeiten bewältigen zu können. Statt der 25 000 vorgesehenen Helfer werden etwa 35 000 Mitarbeiter eingesetzt. Mit den Vorbereitungen für die Ortsmettkämpfe beginnen sie unmittelbar nach Meldeschluß. Die Gauausscheidungswettkämpfe finden vom 24. bis 28. März wieder in Frankfurt schließlich Abschied von den Künstlerinn-rn und Künstlern mit dem Schlagerlied „Alles für's Herz". Ungern nahm man davon Kenntnis, daß nun Schluß war. Man hätte noch länger zuhören und NSG. Nachdem die Frist zur Abgabe der Anmeldungen für den Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen im Gau Hessen-Nassau einmal verlängert wurde, läuft sie jetzt endgültig am kommenden Samstag ab. Bis dahin muß jeder, der ein freiwilliges Bekenntnis zur Steigerung der Leistung ablegen will, sich zu dem beruflichen Wettstreit gemeldet haben. Groß ist schon die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen, die sich am Reichsberufswettkampf beteiligen. Noch aber fehlen mettkampfes bei den Schaffenden des Gaues Hessen- Nassau immer mehr Eingang gesunden. In allen Kreisen des Gaues Hessen-Nassau ist stun auch in diesem Jahre wieder ein gewaltiges Anwachsen der Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen festzustellen, die im edlen Wettstreit den Nachweis ihrer beruflichen Tüchtigkeit erbringen wollen. Nach einer Zwischenmeldung aus den Kreisen an den Gaubeauftragten für den Reichsberufswettkampf in der Gouwaltung der DAF. hatten sich bis zum 24. November rund 2 5 0 0 0 Jugendliche und Erwachsene mehr gemeldet als i in Vorjahr. Dieses erfreuliche Ergebnis wird am 10. Dezember noch weit höher liegen. Während die Jugendlichen fast restlos sofort nach der Eröffnung ihre Anmeldungen für den Reichsberufswettkampf abgaben, gingen die meisten Anmeldungen der Erwachsenen erst in den fünf Tagen Dann gab es noch ein eigenartiges „Leucht- man bekam den Radetzkymarsch zu hören man sich nicht entziehen kann. So gefiel besonders die Sache mit dem merkwürdigen Sprachfehler, dann die Szene mit den bösen Buben in der Schule. Geradezu unnachahmlich und wohl charakteristisch für den Wiener Ton war das Lied ,^)ch hab mir .in Grinzing an Dienstmann engagiert". Die verhinderte Serenade von Toselli, die „unheimliche Geschichte" von Leo Stoll, das lustige Wochenende mit dem grotesken Wettrennen und der Zwiegesang vom Wiedersehen, das alles nahm man mit Vergnügen hin und freute sich an der lockeren und doch so sicheren Art, in der alles geboten wurde. Einen großen Teil des Programms bestritt bann das Ballett, eine Schar von Tänzerinnen, denen Tanz und Eleganz im Mute zu liegen scheint. Selbstverständlich wurden einige Wiener Walzer geboten, und zwar nicht in einer allzu gefühlvollen Art, sondern so frisch und schwungvoll, daß man tatsächlich den Eindruck hatte, den Wiener Walzer von der Quelle her zu erleben. In gleicher Linie lagen das „Märchen im Schnee", der „Gruß aus der Steiermark", die „Melodie in Weiß" und schließlich ber „Ungarische Tanz". Eine originelle Idee war es, die Besucher durch drei .Handwerksburschen durch Oesterreich zu führen, ihnen auf besondere Weise Linz, Salzburg, Innsbruck und Wien zu zeigen. Wie das geschah, läßt sich im Einzelnen gar nicht schildern — man muß es eben gesehen haben! Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat das Theater der Wiener Spiel- zengschachtel verpflichtet und bewies damit eine glückliehe Hand. Gestern abend fand die erste Vorstellung statt. Der Gloria-Palast mit seiner geräumigen Bühne war dabei der rechte Rahmen. Das Theater der Wiener Spielzeugschachtel hat — das war rasch zu bemerken — einen eigenen Stil. Don allem geht der Reiz einer feinen Kultur aus. Deshalb gibt es auch nichts Allzulautes, nichts Ueber-Sensationelles, und selbst die Humoristen halten sich in jenen Grenzen, die durch den Gesamtcharakter des Theaters gegeben sind. Immerhin gibt cs viele Gelegenheiten zu herzlichem Lachen und zu vergnüglichem Schmunzeln, ganz abgesehen davon, daß es auch für das Auge vieles gibt, das zu heller Freude Anlaß ist. Und was das Theater besonders auszeichnet ist die Ausstattung, die in allen Teilen ideenreich, blitzsauber, ja seriös und so farbenprächtig ist, daß man des Schauens und Bewunderns nicht müde wird. Das Ballett tritt in eleganten Kostümen auf, die Herren des Ensembles zeigep sich im schwarzen Gesellschaftsanzug und so, als seien sie aus dem feinsten Modejournal ausgeschnitten. Das umfangreiche Programm, nur von einer kurzen Pause unterbrochen, nimmt von der ersten bis zur letzten Minute gefangen. Man kann es nur in Zusammenfassungen andeuten, was in den dreißig Nummern alles geboten wird. Schon ber Gruß aus der halbgeöffneten Spielzeugschachtel ist nett und originell. (Bigotte und ihre beiden Kameraden zeigen sich bann als ausgezeichnete Steptänzer und im Laufe des Abends einige Male als tänzerische Akrobaten. Die Komiker Stoll und Joham führen einige kleine Spiele und Zwiegespräche auf, die zu herzlichem Lachen reizen Sie warten mit einem urgemütlichen Humor auf, dem „Alles fürs Herz!" Schönes Gastspiel des Theaters der Wiener Gpielzeugschachiel. Donnerstag, 8. Dezember (938 W—i^WW—roWIMkLi^BP—BElMI IU1UIWJJ zu seh en können. Der Dank an die Künstler für alles Schöne und Liebenswürdige fand in anhaltendem herzlichen Beifall seinen Ausdruck. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: 16 Uhr Märchenvorstellung „Schneeweißchen und Rosenrot"; , /Das tapfere Schneiderlein"; „Die gestohlenen Hühner": „Max und Moritz". 20 Uhr Gastspiel der Wiener Spielzeugschachtel „Alles fürs Herz". — Lichtspielhaus, Seltersweg: „Maja zwischen zwei Ehen". —- Archäologisches Institut: 20 Uhr im Großen Hörsaak der Universität Winckelmannfeier, Professor Dr. Zschietzschmann „Die griechische Kunst nach den Perserkriegen". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Weihnachtsausstellung im Turmhaus am Brand. Arbeitstagung der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. Am morgigen Freitag, 20 Uhr, veranstaltet bie Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzel- hanbel im Hotel „Bayerischer Hof" eine Arbeits- Etlicher, reiner «Atem gründliche, schonende Reinigung, verhindert den Ansatz von Zahnstein. Stoße Tube <0 TL, kleine Tube 25 TL tegung, in ber alle Fragen um ben neu anzuwenden» den Einzelhanbels-Kontenrahmen erörtert werden. „Verdauungs- und Sloffwechselstörungen." Der Ortsoerein Gießen der Kneipp-Vereinigung veranstaltet am morgigen Freitag, 9. Dezember, im Kakholflchen Vereinshaus einen Vortragsabende Dr. Beck (Villingen) spricht über das Thema „Der, dauungs- und Stoffwechselstörungen". „Krankheitserkennung und -behandlung". In ber Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am! Volk" ber Volksbilbungsstätte Gießen und bes NSD.- Dozentenbunbes hält Professor Dr. R e i n w e i n am morgigen Freitagabenb einen Vortrag über „Krankheitserkennung unb -behanblung". Unser neuer vornan. In ber heutigen Nummer des Gießener Anzeigers beginnen mir, nachdem mir den Abdruck des Romans „Kleine Frau mit großem Mut" von Kurt Riemann in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes beendet haben, mit der Veröffentlichung eines neuen, großen Romanwerkes. Wir stellen heute einen neuen Autor vor, ber unseren Lesern bisher bei uns noch nicht begegnet ist, dessen Arbeiten sich aber in letzter Zeit einer zunehmenden Beliebtheit und Verbreitung zu erfreuen hatten. Der neue Roman heißt: „Wohin gehst Du, Elisabeth?" von Hubert lauste. Der ursprünglich vom Autor gewählte Untertitel „Eine Schauspielerin sucht ihren Weg" mag bereits eine Ahnung vom Thema und zugleich eine Andeutung davon geben, daß sich dem Leser hier eine völlig andere Welt öffnet als in den voraus- gegongenen Werken. Aber es soll gleich dazu bemerkt werden, daß es sich hier nicht allein um einen Theater- und Künstlerroman, sondern ebensosehr auch um einen Frauen- und Liebesroman handelt, unb, daß der Weg der Schauspielerin Elisabeth Hellfahr ein Weg oder Umweg ins Glück ist und in der Erfüllung einer tiefen fraulichen Sehnsucht endet. Die Geschichte ist gut unb lebendig erzählt, sie stellt die ^Menschen unb ihre Umwelt den Lesern plastisch vor Augen und steigert sich zu einer mi- gewöhnlichen inneren unb äußeren Spannung. So biirfen wir gewiß fein, mit dem neuen Roman allen unseren Leserinnen und Lesern in Stabt und ntcr ben piellosen ie uner« umoren. ion der jssangs, -Lchutz- s Wsel' n echtes n allen Vekennt« m Man- Aufnah' nge An- ohne 1. Preis [mW 15. lussehen, o perän* ahn und )ie Wer- r Form [sagen- rollt die mannig- iber und gleich auf «5* ng sx ung elU' rorts ZU iod)t B n neuen nb, m-ch nen- ... M Wachts Zungen- VeHeb w* , IO an Zauber der Edelsteine. Von Friedrich Schnack. Die Steinwelt ist nicht tot; ihre Keime sind die Kristalle, ihre Blumen bie Ebelsteine. Sie sind bie Knospen eines geheimnisvollen Lichtlebens in den Fluren ber Finsternis, die farbigen Träume der Abgründe. Der Geist der Flamme ist in ihnen steinern verkörpert. Sie gleichen ben Tränen der Sterne, geweint in bie düstere Unterwelt. Sie sind die Schätze unb Kleinodien der Erd- unb Felfen- muttcr. Mit ihren Kornern unb Prismen hat sie sich den braunen Nacken bekränzt. Gläserne Blitze umzucken das schlafende Gesicht; in ihrer Hanb- muschel liegen Diamanten unb Rubine reinsten Wassers, und ber Bergkristall ihres Siegelringes schimmert gerünbef unb rein wie der eiskühle Tropfen ihrer Bergquelle. Der Hauch großer Vergangenheit umatmet den Edelstein. Er ist zeitlos, er altert nie. Ewige Jugend ist ihm verliehen. Sein Wesen ist so gut wie unwandelbar, die Verwesung kann ihm nichts anhaben. Hat er sich nicht durch ungeheuer ausgedehnte Zeiträume erhalten? Alle Schicksale der Erde erlebte er. Er überstand sie alle. Die Erde ber Urzeit hatte mit ihm gespielt. Durch Stürme unb Feuer warf sie ihn, durch Wasserfluten und Zyklone. Er rollte durch heiße Flüsse und wurde durch bie Schlote der Vulkane geschleubert. Als die Erbe des wilben Spieles müde war, verschloß sie ben Ebelstein in ihre unterirbifdjen Kammern und in die Gräber ber Berge, bis ihr jüngster Sohn, ber fundgierige Mensch, ihn aus seinem Schlummer aufweckte und herauftrug in das Licht des Tages, das von seinen Kanten unb Flächen flammt wie das Widerspiel des Urfeuers und des Sternenschimmers. Dieses hohe Feuer ist künstlich nicht nachzuahmen, mag es auch gelungen fein, eine Anzahl synthetischer Edelsteine herzustellen — es ist bas Feuer der Natur. Die künstliche Korunde und Spinelle, in mancherlei Farben und Tonungen, sind aus der chemischen Masse ausgeschmolzen und nicht nach geheimem Weltgesetz gewachsen, das bie Kristalle in ihre unabanberliche Form treibt, womit sie Leben gewinnen und Strahlung. Das hohe Alter adelt den natürlichen Stein. Die Zeit hat ihn gereift, bas Geheimnis seiner Geburt ihm mit Zauber ausgestattet. Das ben Ebelstein umspielende Fluidum ist sein Geist, die Durchsichtigkeit sein Rang, die Härte sein Charakter und das Feuer seine Seele. Diese Eigenschaften verleihen ihm Würde unb Wert. Die Kllnst des Schleifens steigert sie zu Hoheit und großer Ehre. Der Schliff weckt das innerste Leben des Steines, mehrt feine Schönheit und wandelt ihn zum seltenen unb kostbaren Juwel. Unter ben Hänben ber Meister verlieren bie Steine, sich zu lenchtenbem Wasser verslüchtigenb, gleichsam ihre Starrheit unb Kälte. In alter Zeit, als bie Kunst bes Schleifens noch nicht erfunden war, haben bie Juweliere bie gewachsenen Kristalle sorgfältig poliert. So prächtig sie auch schimmerten unb blinkten, ihr eigentliches Wesen, bie leuchtenbe Gewalt ihres Innern war nicht aufgeweckt worben. Erst ber Schliff brach biefen Zauberschlaf. Nun konnten die Flammen, Blitze und Feuer ber Steinseele rein hervorsprühen unb heftiger berücken. Für bie Edelsteine begann ein neues Zeitalter unb ein ruhmvoller Siegeszug burch bie Erbteile. Der Schliff gibt ben durchsichtigen Steinen zahlreiche Flächen, Facetten genannt. Die Schleifkunst ist eine Art von Mathematik, auf schärfste Genauigkeit kommt es dabei an. Der Edelsteinschleifer schneidet wohlberechnete Winkel aus dem Stein, indem er ihn gegen die kreisende mit Diamant- oder Korundstaub versehenen Scheibe preßt, dabei darf nicht zuviel „Abgang" entstehen, auch müssen etwaige Fehler und Risse berücksichtigt werden. Durch die Facetten erleidet der einfallende Lichtstrahl eine mehrfache Brechung und Rückblendung, so daß dem Stein ein unruhig gleißendes, das Auge anlockendes Funkeln entspricht. Berühmt ist ber Brillantschliff. Er wirb vor allem dem Diamanten, dem härtesten und kostbarsten aller Edelsteine, gegeben, am wirkungsvollsten dem von reinstem Wasser, dem blauweißen. Der herrlichste blauweiße Diamant, den jemals die Erde hergab, ist der 3106 Karat schwere Culli - n a n, einst in Südafrika gefunden unb jetzt im Besitz des englischen Königs. Da ber Stein zu groß war, mußte er zerschnitten werden: neun große und 96 kleinere Brillanten wurden aus ihm heraus- geschlaffen. Cullinan I. funkelt im Zepter, Culli- nan ll. in der Krone Englands. Die nicht durchsichtigen Steine ober werden mugelig, halbrundlich geschliffen. Diese Form gibt man dem Türkis, dem schwarzen, blauen unb milchigen Opal, dem M o n d st e i n , dem M a - j ad) i t u. a. mehr. Sie erfreuen durch ihre schönen Farben, den opalisierenden Schein, das katzäugig wogende Licht, ihren Schmelz unb durch mancherlei andere Reize. Allergemeinste Stoffe sind die chemischen Bausteine der Edelsteine: Thonerbe, Kohlenstoff, metallische Verbindungen, Kalke unb Kieselsäure. Durch ben Schöpfergeist ber Natur würbest sie aus der ungestalteten Masse heraus gehoben, geformt, gebildet, beseelt und aus trüben Erdstössen zu ewig leuchtenden Lichtstoffen geschaffen. Begegnungen mit Rudofl Virchow. Von Sven Hedin. In seinen Erinnerungen „Fünfzig Jahre Deutschland" (Verlag F. A. Brockhaus) erzählt Sven Hedin von seinen Begegnungen mit vielen großen Deutschen. 11. a. lernte er im Berlin ber neunziger Jahre auch Ru- bolf Virchow, einen ber größten beutschen Aerzte des Jahrhunberts, kennen. Virchow war ein Wunber an Gelehrsamkeit unb Geist. Er schien alles zu wissen, was mit Körper unb Seele ber Menschen aller Länber zu tun hat. Er mar pathologischer Anatom, Mebiziner, Anthropologe, Ethnologe, Ethnograph. Er hatte bie moderne Gesundheitslehre eingeführt und begleitete selbst seine Sanitätskolonne im deutsch-französischen Krieg; er hatte eiste neue Kanalisierung für Berlin durchgesetzt, die für die Gesundheit besser war als die alte, er förderte bie Volksaufklärung unb rief eine Gesellschaft nach ber andern zu diesem Zwecke ins Leben, er schrieb bahnbrechende wissenschaftliche Merke, gründete gelehrte Zeitschriften und unterstützte bie Herausgabe allgemeinverständlicher Werke, er unterrichtete, hielt Vorlesungen und heftete sich wie eine Bulldogge Bismarck an die Fersen. Er schien mit allem zwischen Himmel und Erde fertig zu werden. Seine Arbeitsleistung hätte gut auf zehn gewöhnliche Menschen verteilt werden können. Und doch merkte man ihm nie an, daß er Eile hatte. Ick) war viele Male bei ihm zu Tisch, stets wirkte er gleichmäßig unerschütterlich ruhig, als lebe er mitten in den friedlichsten Ferien. Stundenlang konnte er ber Jugend von seinen Reisen und Erfahrungen erzählen, von seinen scharflinnigen Theorien über bie Menschenrassen unb ihren Ursprung. Als ich im Jahre 1892 einmal mit einer dicken Mappe selbstgezeichneter Volkstypen aus Persien unb Türkistan zu ihm kam, prüfte er jebes einzelne Blatt unb hielt lange Vorträge über meine Perser, Kurden, Afghanen, Turkmenen, Usbeken, Osttürken, Chinesen unb Kirgisen. Schon gleich zu Beginn meines Berliner Aufenthaltes lub er mich in bie Anthropologische Gesellschaft ein, beren Grünber unb Vorsitzender er war, unb ich besuchte non da an die meisten Sitzungen. Die Forderungen an Disziplin, die bei diesen Gelegenheiten herrschte, richteten sich nur an die gewöhnlich vollzählige Zuhörerschaft in dem ainphi- theatralischen Hörsaal. Der Vorsitzende selbst mar über alles, was Pünktlichkeit und Verabredung hieß, erhaben. Er tat, was ihm einfiel. Als ich bas erste Mal teilnahm, betrat ich kurz vor ber festgesetzten Zeit, gegen sieben Uhr, ben Saal. Alle Anwesenden waren mir fremd, und ich kam zwischen zwei alte, vermutlich ungeheuer gelehrte Herren zu fitzen. Sie waren freundlich unb höflich unb ließen sich in ein Gespräch mit mir ein. Als sie horten, baß ich Schwede war, den Orient bereift hatte und bei Richthofen studierte, stiegen meine Aktien. Wir unterhielten uns sehr angeregt. Inzwischen war es acht Uhr geworden. Wir sprachen weiter miteinander über das Ansehen, das Virchow allenthalben, besonders bei den Gelehrten, genoß. Es wurde neun Uhr. Der Vorsitzende war immer noch nicht erschienen. Keiner wurde ärgerlich, keiner ging weg, alle blieben sitzen. Man begrüßte seine Bekannten, erörterte wissenschaftliche fragen, blätterte in neuerschienenen Büchern uifb Zeitschriften, bie auf einem Tisch ausgelegt waren, besah eine Ausstellung anthropologischer Photographien, und bie Zeit verstrich. Einhalbzehn Uhr betrat Virchow ben Saal, ging mit langsamen Schritten ans Rednerpult unb begann seinen Vortrag, ohne mit einer Andeutung fein Zuspätkommen zu erklären ober um Entschul- bigung zu bitten, daß er bie Zuhörer zweieinhalb Stunben hatte warten lassen. Sein Vortrag war meisterhaft nach Form und Inhalt, unb er sprach vollkommen frei. Er berichtete über bie letzten Neuigkeiten, Entdeckungen unb Theorien auf dem Gebiete ber Anthropologie unb ber Vorgeschichte bes. Menschen unb streikte den Inhalt ber seit ber letzten Sitzung bei der Bibliothek ber Gesellschaft eingegangenen Bücher unb Zeitschriften. Er sprach zwei Stunben lang ununterbrochen, ohne ein Anzeichen von Mübigkeit; als er geendet hatte, unterhielt er. sich noch mit einigen ber Anwesenden. Für eine spätere Sitzung waren drei Vorträge angcmelbet. Aber gerabe zu biefer Zeit wütete die Influenza schonungslos in Berlin, unb alle drei Redner blieben aus. Virchow war bggegen punkt kicher als gewöhnlich unb hielt aus dem Stegreif einen Vortrag über die angejaaten Themen, die verfchiebene Teile ber Erde berührten. Er wußte Befcheib über alles, las alles unb ließ sich nichts- entgehen. Jetzt, ein Menschenalter nach seinem Weggang, ist es mir eine teure Erinnerung, ihm im Leben so nahe geftanben zu haben. Zu feiner Zeit war er einer ber größten Gestalten her internationale)* Wissenschaft. Land eine fesselnde, von Tao zu Tag erwartuntzs- voll willkommen geheißene Unterhaltungslektüre zu bieten. NSDAP., Ortsgruppe Sießen-Nord. *21 m Samstag, 10. Dezember, 2030 Uhr, findet lu der Turnhalle eine öffentliche Kundgebung der OrtL^ruppe Glehen-Rord der NSDAP, statt. Es spricht der Gauredner pg. Holländer, Frankfurt a. 2IL, über das Thema: „Männer machen Geschichte". Ls spielt die Lrelskapelle der Kreisleitung Metterau. Partei- und Volksgenossen, nehmt an dieser Kundgebung teilt Thomas, Orlsgruppeuleiter. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost. Am Samstag, 10. Dezember, veranstaltet die Ortsgruppe Gietzen-Ost der NSDAP, in der Neuen Aula der Universität eine Kundgebung mit dem Führer der NSFK-Standarte 75 Sturmbann» sichrer Pg. Wagenführ. Beginn 20.30 Uhr. Alle Volksgenossen werden hierzu eingeladen. Für Parteigenossen und Parteianwärter ist die Teilnahme Pflicht. Dem Silbernen Sonntag entgegen... Weihnachten rückt näher. Der nächte Sonntag bereits ist der Silberne Sonntag. Die Frage „Was schenke ich ...", die in diesen Tagen manchem viel Kopfzerbrechen macht, wird immer dringender. Wer bis zum Silbernen Sonntag mit sich ins Reine gekommen ist, was er als Weihnachtsgeschenk seinen Lieben und Freunden geben möchte, wird es be» grüßen, daß an diesem Sonntag nach altem Brauch bie Geschäfte und Läden offen sind, und er wird seine Wahl treffen. Es ist eine bekannte Erfahrung, daß man um so besser kauft, je früher man die Läden und Geschäfte zum Einkäufen aufsucht. Man hat ja auch eine ungleich größere Auswahl in allen Dingen als später am letzten Sonntag vor Wech- nachten und kann seine Käufe und Besorgungen mit aller Ruhe machen. Der Geschäftsmann erwartet vom Silbernen Sonntag, daß er — seinem Ehrennamen entsprechend — viele Silbermünzen in die Kasse rollen läßt. Er hat sich für alle Anforderungen und Wünsche, die anspruchslosen wie auch für die größeren, eingedeckt. Wer es nicht glauben möchte, der braucht nur einen Gang durch die Straßen zu tun und sich alle die praktlschen und schönen, vielfach wunderbaren Gegenstände anzusehen, die hinter den Scheiben zur Ächau gestellt sind. Weihnachtliche Dekorationen werfen auf die Gaben schon jetzt den Vorglanz des Heiligen Abends. Diele fleißige Hände waren in den letzten Tagen bemüht, die Schätze in den Ladenfenstern zu zieren. Nun warten Tausende auf den verdienten Lohn ihrer Mühen. Jede rollende Münze, jedes Geldstück, das wir jetzt ausgeben, hilft einem andern das Brot erhalten. So werden wir am Silbernen Sonntag wieder vorwechnachlliche Freude erleben. In den Nach- mlttagsftunüen und abends im Schein der Lichter werden sich frohgestimmte Menschen durch die Stadt bewegen, werden Paketeund Päckchen aller Art den Weg von den Geschäften in die Wohnungen antreten. Menschen und Dinge stehen alle unter dem Gebot der Weihnacht: In Liebe zu schenken, denn „Geben ist seliger denn nehmen!" Weihnachtsmarkt auf dem Oswalds garten. Vorn 10. bis 18. Dezember findet auf Oswoldgarten wieder Weihnachtsmarkt statt. Es wird dort eine kleine Buüenstadt aufgebaut, die ganz im fyufyen des Weihnachtsfestes stehen wird. Da wird es Weihnachts-Geschenkartikel aller Art, Christbaumschmuck und Christbäume zu kaufen geben, eine Waffelbäckerei wird da sein; für die Kinder und Erwachsenen wird es einige Möglichkeiten zu Belustigungen geben. Die Marktzeit ist auf täglich von 7 bis 19 Uhr festgesetzt. Sonntags wird von 13 bis 16 Uhr geöffnet sein. Otto Schönau ZO Lahre alt. Der Büchsenmachermeister und Waffenmeister a. D Otto Schönau, Kaiserallee 10 wohnhaft, begeht am heutigen 8. Dezember seinen 70. Geburtstag. Schönau, der aus einer thüringischen Bauernfami- lie aus Artern stammt, trat im Jahre 1888 bei der 12. Kampa nie des Anhallischen JR. 93 ein und erhielt in der ehemaligen Gewehrfabrik in Spandau seine Ausbildung als Waffenmeister. 1894 wurde er zum IV. Batl. des JR. 87 in Mainz versetzt. 1896 kam Schönau 3um II. Ball. J.-R. 116, dem er fast 40 Jahre hindurch in treuer Pflichterfüllung diente. Unter dem damaligen Bataillonskommandeur Major H e r r l e i n , dem Vater des jetzigen Regimentskommandeurs, trug er wesentlich zur Hebung des Schießwesens bei. Bereits 1896 wurde Waffenmeister Schönau die Berechtigung zur Ausübung von Privatarbeiten und zur Anleitung von Lehr- lingen erteilt. 1914 rückte er mit dem Regimentsstab des JR. 116 an dis Westfront und machte die Kämpfe in Belgien, bei Verdun und im Argonner- wald mit. Nachher kam er nach dem Osten, 1915 wurde er zum Reoisionsdienst an der Gewehrfabrik Erfurt kommandiert und später mit verschiedenen Revisionskommandos beauftragt. Am Weihnachtsabend 1918 kehrte er nach Gießen zurück. Bis zur Bildung des Hunderttausend-Mann-Heeres macht,? er Dienst im II. Batl. Im Jahre 1921 wurde er zur Disposition gestellt und 1933 pensioniert. Bereits 1896 beteiligte er sich im Schützenwesen und wurde 1900 Mitglied des Gießener Schützenvereins, dessen Schietzkommission er von Anfang an angehörte und dessen langjähriger Mannschaftsführer er wurde. Für seine Verdienste um den Verein, dessen Meistermannschaft zahlreiche Erfolge erzielen konnte, wurde er zum Ehren Mitglied ernannt. Gleichzeitig betätigte er sich im Krieaerverein, mit dessen Mannschaft er noch am Reichs-Tum- und Sportfest in Breslau teilnahm und dessen Ehren- Mitglied er ist. Anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums wurde Schönau mit dem goldenen Treubienstchren- zeichen ausgezeichnet, und ein Stabsoffizier des JR. 116 überbrachte ihm die Glückwünsche des Regiments. In ScAitzen- und in Jägerkreisen erfreut er sich größter Wertschätzung. Er ist Mitbegründer des früheren,Hubertus"-Vereins. Noch heute ist er ein gesuchter Büchsenmachermeister. Dem Jubilar auch unseren herzlichen Glückwunfch zum Geburtstag. Gießener Wochenmorkiprelie. * Gießen, 8. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten. Markenbutter, ! > kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, % kg 8 bis 9, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 vis 9, gelbe Rüben und Karollen 9 bis 10, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 15 bis 28, Feldsalat, l/io 8 bis 10, Tomaten, % kg 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, % kg 4 Pf-, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 dis 330 Mark, Aepfel, N kg 32 bis 45 Pf-, Nüsse 48 bis 60 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pl. bis 1 Mark, Gänse 1 bis 1,20 Mark, Blumenköhl, das Stück 20 bis 50 Pf-, Salat 5 bis 6, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. ** 85 Jahre alt Am heutigen Donnerstag, 8. Dezember, wird Frau Elisabeth Wagner, geb. Mohr, Ludwigstraße 14 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische 85 Jahre alt Der Jubilarin, bie seit über 40 Jahren zur treuen Bettehergemeinde des Gießener Anzeigers gehört, unfern herzlichen Glückwunsch. ** 7 9. Geburtstag eines verdienten Turners. Der in weiten Kreisen wohlbekannte Turnkamerad Wilhelm Dap per begeht heute, Donnerstag, in geistiger und körperlicher Frische seinen 79. Geburtstag. Nach wie vor besucht er noch regelmäßig die Turnstunden der Attersriege des Turnvereins von 1846. Er führt seine körperliche Rüstigkeit auf seine-turnerische Tätigkeit zurück, die er seit seiner Schulentlassung betreibt. Dem Judi- Bergfahrt muß t Vortrag in der Sektion Gießei Es waren zwei schöne Stunden, die von der Sektion Gießen-Oberhessen des Deutschen Alpenvereins ihren Mitgliedern und Gästen am gestrigen Mitt- wochabend mit dem Lichtbildervortrag von Dr. H e r • zog (München) im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts bereitet wurden. Das war nach des Alltags Last und Mühen prächtige Erholung durch die Erzählungen eines Mannes, dessen Herz und Sinne ganz erfüllt sind von einer geradezu rührenden, wunderbaren Liebe zu den deutschen Bergen und vor allem zu chrer Tierwelt Der Vereinsführer der Sektion Gießen, Direktor Wrede, leitete den Abend mit Grußworten an die zahlreichen Besucher und an den Vortragenden ein. Hierauf sprach Dr. Herzog (München) über „Beobachtungen eines Bergsteigers und Bergjägers". Er führte seine Hörer in feiner Weise im Geiste hinauf in die herrlichen deutschen Berge des Karwendelgebirges, des Allgäus und des Alpenbezirks im Grenzgebiet von Vorarlberg und Tirot Außerordentlich anschaulich wußte er von den vielen Schönheiten dieser Bergwett und ihrer Bewohner zu berichten, vor allem aber verstand er es, mit unendlich viel Liebe vom Leben und Treiben des Bergwillies zu erzählen. Viele gute und herrliche Lichtbilder boten habet eine prächtige Ergänzung des gesprochenen Wortes. Durch die glückliche Vereinigung von Wort und Bild konnte man unter der Führung dieses außerordentlich naturverbundenen Redners die Gemsen, das Rehwild, die Hirsche, die Füchse, den Auerhahn und das Murmellier in ihren verschiedenartigsten Lebensverhältnissen beobachten, ja sogar ein Gemskitz, dessen Geburt der Vortra- der deutschen Leisi Vortrag im Reichsbu In einer gut besuchten Versammlung des RDK. im „Burggraben" sprach Gauredner Kreisamts- leiter Psi. Kleemann zu den kinderreichen Vätern und Müttern des Kreisabschnittes Gießen. Er siihrte u. a. folgendes aus: Wenn man in der heutigen Zeit einen Volksgenossen fragt, warum er feine ober nur 1 bzw. 2 Kinder habe, so werden die verschiedensten Gründe vorgebracht. Der eine könne viele Kinder nicht ernähren, da das Einkommen zu schlecht sei, oder er habe es zu etwas gebracht, unb'bie Kinder sollen nicht weniger werd-en, wenige könne man besser erziehen und ihnen bei der Verheiratung eine größere Aussteuer geben. Der andere glaubt, aus weltanschaulichen oder politischen Gründen auf Kinder verzichten zu müssen. Die eigenartigsten Ausführungen und Entschuldigungen werden vorgetra- gen. Fast immer sind es persönliche Wünsche, egoistische Gründe, die die Kinderzahl beschranken. Man will die Freuden des Lebens genießen, aber keine Verantwortung für eine größere Familie und für den Staat übernehmen. Wenn gar geäußert wird, der Staat sehe in den Kindern nur Kanonenfutter, so muß das als besonders verwerflich gelten.' Don der Volkszahl hängt doch unsere äußere Freiheit, Sein und Nichtsein unseres Volkes und damit das Wohlergehen auch der einzelnen Familien ab. Volksgenossen mit geringer Kinderzahl huldigen noch Anschauungen einer liberalistischen Zeit, in der der einzelne Mensch mehr bedeutete als die Allgemeinheit, in der das Volk ein Begriff von zusammengewürfelten Menschen war, die sich durch nichts auszeichneten, die an der gleichen Arbeitsstätte standen, gleiches Einkommen hatten und bestrebt waren, die Proletarier aller Länder zu vereinigen. Der Nationalsozialismus sieht in dem Volk keine Anhäufung von rassisch und seelisch gerriffenen Menschen, sondern eine blutsmäßig zusammengesetzte Schicht, die die Grundlage bildet, auf der bas völkische Reich aufgebaut wird. Der Nationalsozialismus fördert aerobe bie kinderreiche Familie, weil in ihr die Kinder zum Gemeinsinn erzogen werden und er mit ihr am besten das Volk erhalten, erhöhte Lebensmöglichkeiten schaffen und wirtschaft- lichen und kulturellen Aufstieg erreichen kann. Eine besonders große Aufgabe fällt der deutschen Frau zu. Gerade ihr muß ]o viel Leben gegeben werden, daß sie nicht nur eine Familie gründet, sondern auch aufbaut. Sie soll der Eckpfeiler in der Familie fein, da von ihr weitgehend das Wohl der Familie in materieller und geistiger Hinsicht ab- hangt. Leider muß häufig festgestellt werden, daß manche Mädchen auf Dem Lande lieber in der Stabt ober in einem Betrieb arbeiten, als in der Landwirtschaft: auch wollen viele lieber einen Städter als einen Bauern heiraten. Diese Einltel- lu;w führt zur Landflucht, zum Untergang der Fa- nulle, denn das Land war und ist noch heute untere stärkste Blutquelle. Die bevölkerungspolitische Frage läßt sich n'cht auf wirtschaftlichem Wege lösen, sondern ist eine Seelenfrage. Das sehen wir schon daran, daß bie lat bringen auch wir unseren herzlichen Mück- wunsch bar. ** Ein Siebenundsiebzigjähriger. Am morgigen Freitag, 9. Dezember, kann der Rentner Friedrich Schäfer, Wetzsteingasse 32, seinen 77. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen den Jubilar. **KennkartenzwangfurWehrpflich- t i g e. Alle deutschen jungen Männer, die demnächst wehrpflichtig werden, müssen beim Eintritt in das Wehrpflichtoerhättnis, d. h. innerhalb der letzten drei Monate vor Vollendung chres 18. Lebensjahres, die Ausstellung einer Kennkarte bei der Polizei beantragen. Diese Anträge sind umgehend, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember, einzureichen. *♦ Gesellenprüfung im Handwerk. Bis zum 20. Dezember sind sämtliche Handwerks- lehrlinge im Kreise Gießen, die chre Lehrzeit bis zum 1. April 1939 beenden, zur Gesellenprüfung bei den zuständigen Prüfungsausschüssen anzumelden. Die Kreishandwerkerschaft Gießen macht auf diese Verpflichtung heute noch einmal besonders aufmerksam ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 25. November bis 1. Dezember ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 17 Anzeigen und 13 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fayrzeugführer mit einer Anzeige unb 7 ge- bichren pflichtigen Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 5 Anzeigen und 18 gebührenpflichtigen Verwarnungen. in Erlebnis fein. l des Deutschen Alpenvereins. gerube durch einen glücklichen Zufall beobachten konnte, vernwchte man in den allerersten gebens* äutzerungen im Bild zu verfolgen. Von dem Kampf der Hirsche in der Brunftzelt, vom reizvollen Sptel junger Füchse, von der Auerhahnbalz, vom Springen und Klettern der Gemsen und vom Beschaffen des ..Gemsbartes", sowie von vielen anderen Dingen der Tierwett unserer Alpen wußte Dr. Her- zog so fesielnd zu plaudern, daß man nicht müde wurde, chm mit größter Spannung zuzuhören. Seine humorgewürzte Darstellung, in der viel Schalk unb guter Mutterwitz zur Geltung kamen, aber auch bie tiefe Liebe eines Mannes zum Tier, der von zu Hause zur Jagd loszieht und bann im Walde bei der Beobachtung der Tierwelt sogar das Schießen vergißt bzw. es aus reinster Freude am Tier bewußt unterläßt, all das machte diesen Lichtbildervortrag zu einem besonderen Erlebnis. Und man kam, dank dieser einzigartigen Vortragsgestal- turog, in Uebereinstimmung mit dem Dortragengen zu dem Ergebnis, daß in der Tat eine Bergfahrt ein Erlebnis sein muß, bas weit über ben Tag hinaus im Leben des Bergfahrers lebendig wirkende Kraft bleibt, ein Erlebnis, das gewissermaßen ein „Märchenmorgen in den Bergen", ein völliges Aufgehen in der Schönheit unserer Berg- wett darstellt. Den herzlichen Dank der Hörer für ben reizvollen Vortrag und die herrlichen Lichtbilder brachte außer- ordenttich starker Beifall überzeugend zum Ausdruck. Der Dereinsführer, Direktor Wrede, faßte diesen Dank noch einmal in warmen Worten an Dr. Herzog zusammen. ? als Grundlage r /v xw der Kinderreichen. wirtschaftlich gut gestellten Kreise und die Intellektuellen mit der Geburtenbeschränkung anfingen und sie auch heute noch fortsetzen. Deshalv muß der Kampf gegen bie Kinderarmut mit allen Mitteln weitevgeführt werden. Gerade der RDK. hat diese schwere Aufgabe übernommen. Er kämpft mit dem Rassepolitischen Amt gegen den Dolkstod. Da mit der Volkszahl nicht nur Die Wirtschaft, sondern auch die Kultur und der sittliche chochstand eines Volkes zurückgeht, ist der Kinderreiche für den Staat viel wertvoller als der Kinderarme. In jedem Volksgenossen muß der Gedanke geweckt werden, daß sein Leben keine sittliche Berechtigung und seine Familie keinen Lebens.nhalt hat, wenn die notwendige Kinderzahl fehlt. Diele Kinder müssen, wie es zu Großvaters Zeiten mor eine Selbstverständlichkeit sein. Kinderarmut bedeutet wirkliche Armut. Bei vielen Volksgenossen ist es Mangel an bie eigene Fähigkeit und Kraft, Kinder erziehen zu können. Wenn man aber seinen Kindern eine gute Erbmasse mitgibt, werden sie ben Kampf im Leben schon bestehen und wertvolle Menschen werden. Heute sind den Kindern aus wirtschaftlich schlechter gestellten Familien in ben Ausbildungsbeihilfen, Adolf-Hitler-Schulen us.w. weitgehende Aufftiegs- möglichketten gegeben. Wer im Leben etwas erreicht unb eine „höhere Stufe" erklommen hat, ist befon- bers verpflichtet, mehr Kinder zu haben unb in ihnen fortzuleben. Der inhaltlich und rednerisch ausgezeichnete Vortrag wurde mit starkem Beifall aufgenommen. Wieder ein „armer Jude" als Betrüger entlarvt. Lr verheimlichte Vermögenswerte. LPD. Frankfurt a. M., 7. Dez. Als eine Kontrolle des Bankstahlfachs des 81jährigen jüdischen Handelsvertreters Samuel Sußmann erfolgte, wurden darin für 40 000 Mark Wertpapiere unb mehrere hundert Mark Bargeld gefunden. Suß- mann gab zunächst an, daß der Besitz einem Neffen in Amerika gehöre und chrn in Verwahrung gegeben worden fei. Als man ihn aufmerksam' machte, daß die Verwaltung des Vermögens eines Ausländers der Genehmigung durch die Devisenstelle bedürfe, wurde er unsicher. Er berief sich dann dar- aus, daß er im Laufe der Jahre von den Zinsen neue Papiere gekauft habe, bie mUeingelagert worden seien. Merkwürdigerweise vermochte S. keine Abrechnung vorzuweisen. Es wurde ihm gesagt, daß eine solche Geschäftsführung nicht üblich fei. 5n die Enge getrieben, gab er zu, baß es sich bei dem Inhalt des Stahlfachs um sein eigenes Geld handele. Der Inhalt des Stahlfachs wurde beschlagnahmt. In der von chm abgegebenen Dermögens- aufstellung hatte S. fein Vermögen mit nur 20 000 Mark anaegeben. Sußmann verstarb vor kurzem. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einziehung (bes beschlagnahmten Vermögensbesitzes, die vom Schöffengericht im objektiven Verfahren in öffentlicher Verhandlung ausgesprochen wurde. Aus der engeren Heimat. Es ist viel stiller geworden. 4- Grünberg, 7. Dez. Schon die ersten Tage nach der Fertigstellung der Reichsautobahn Frankfurt—Kassel durch Inbetriebnahme der letzten Teil- strecke Reiskirchen—Romrod zeigen hier eine große Veränderung im Kraftfahrverkehr. Solange dieses letzte Teilstück noch nicht fertig war, mußte der gesamte Durchgangsverkehr auf der Autobahn an einem der beiden Orte auf die nahegelegene Reichsstraße 49, die durch Grünberg führt, übergehen und diese bis zum nächsten Anschlußort benutzen. Tag für Tag konnte man daher hier ft a r « ke n Durchgangsverkehr beobachten; bei dem vor allem Die großen Lastwagen mit 1 bis 2 An- hängern auffielen, ebenso auch zahlreiche ausländische Wagen. Daß bei ben zahlreichen Ecken und teilweise engen Straßen der Stabt oft gefährliche Situationen entstanden, ist leicht zu verstehen, und es nimmt Wunder, daß keine größeren Unfälle sich ereigneten. Beobachtet man dagegen den jetzigen Verkehr, so kann man fast von Verkehrs stille sprechen, da die Zahl der durchfahrenden Autos wohl nur noch die Hälfte der früheren beträgt. AiÄt vom fahrenden 3ufl abspringen. * Beltershain (Kreis Gießen), 7. Dezember. Ein folgenschwerer Unfall, der manchen anderen eine Warnung sein muß, ereignete sich auf ber hiesigen Bahnstation. Hier sprang der von der Arbeit heimkehrende 25 Jahre alte Wilhelm Krug aus Beltershain von d e m noch fahrenden Zuge ab. Dabei rutschte er auf dem durch Regen naßgeworbenen Trittbrett aus unb fiel so unglücklich, daß er unter bie fahrenden Wagen rollte. Er wurde von dem Unterbau eines Wagens erfaßt, ein Stück weit mitgeschleift und schwer zusammengedrückt. 'Man konnte ihn erst nach Zurückstoßen des Zuges über eine kurze Strecke bewußtlos unb schwer verletzt unter dem Wagen hervorholen. In ernstem Zustande mußte er nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden. Großer Brandschaden in Schotten. * Schotten, 7. Dez. Bei dem bereits gemeldeten Brand in der hiesigen Wollweberei und Spinnerei von Schütz & Weitz gelang cs dem tatkräftigen Einsatz der Feuerwehr, die großen Spinn f äle und das angrenzende Wohnhaus z u retten. Dagegen sind durch die Flammen unb durch bie erforderliche reiche Wassergabe beim Löschen große Mengen von Kleider st offen mitverbrannt bzw. unbrauchbar geworden. Mehrere Walzenstühle sind nicht mehr verwendbar. Der gesamte Brandschaden an Gebäuden, Einrichtungsgegenständen, Maschinen unb Warenvorräten dürfte auf etwa 60 000 bis 70 000 Mark zu veranschlagen fein. Der Betrieb der Fabrik, in der etwa 50 Menschen beschäftigt sind, wird aufrechterhalten werden. Der Wiederaufbau soll mit • aller Tatkraft erfolgen. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 8. Dez. An der Straße Mainz- lar—Treis, unweit dem Pumpenhaus, werden gegenwärtig unbrauchbar gewordene W a f f e r I e i - tungsrohre entfernt und durch Tonrohre ersetzt. Durch bie regnerische Witterung gestaltete sich bie Arbeit sehr schwierig. — Im Garten des Gastwirts Friedrich Koch blühen zur Zett — dicht vor Weihnachten — Schling- llndBuichrosen. A I r e i s a. b. ß b a. 8. Dez. Am gestrigen Mittwoch konnten Philipp Schaaf, Flurschütz, unb seine Ehefrau Christine, geb. Dpper, bas Fest der silbernen Hochzeit feiern. Dem Silberpaar bie besten Glückwünsche. ch Beuern, 7. Dez. Im vollbesetzten Saale von Sommerlab fand ein Werbeabenb für ben VDA. statt. Studienrat Seih alb (Gießen) sprach über die Ausgaben bes VDA. unb schil- derte insbesondere an Hand von Lichtbildern den schweren Kampf der Sudetendeutschen um die Erhaltung ihres deutschen Volkstums. Er berichtete über Land und Leute, Not und Arbeitslosigkeit im Sudetendeutschland und bas Erlebnis der Tage ber Befreiung durch deutsche Truppen. Die Oberklasse unter Leitung von Lehrer Haas verschönte den Wend mit einigen Liedern unb Gedichtoorträgen. — Am Tage der nationalen Solidarität wurden in unserem Dorfe 118 Mark gesammelt. Die Bevölkerung bewies erneut ihre Opferbereit« schäft. = Steinbach, 7,Dez. Am vorigen Samstag« abend hatte der Gesangverein „Eintracht" seine Mitglieder unb geladene Gäste zu einem Familienabend im Saale bes „Einhorn" eingeladen. Der Abend wurde durch einen flotten Marsch ber Kapelle Schleuse eröffnet. Nach dem Deutschen Sängergruße bes Chores richtete der Vereinsführer, Landwirt Friedrich Walb, herzliche Worte ber Begrüßung an bie zahlreich Erschienenen. Nach einigen Musikstücken und wohlgelungenen Chören unter Stabführung bes Chorleiters Karl Sommer (Watzenborn-Steinberg) gab der Vereinsführer einen kurzen Rückblick über das verflossene Vereinsjahr. Besonders gedachte er des 75jährigen Jubelfestes des Vereins, das im Juni d. I. ftattfanb. Anschließend wurde den Besuchern in einigen Bildern, die während der Festtage aufgenommen wurden, noch einmal das große Geschehen des wohlgelungenen Festes auf der Leinwand gezeigt. Eine besondere Freude hatte der Verein, als Sängerkreisführer Müller (Gießen) erschien, er hatte es trotz mehreren anderweitigen Verpflichtungen sich nicht nehmen lassen, nach Steinbach zu kommen. Bürgermeister Rink würdigte in anerkennenden Worten die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Verein, Gemeinde unb Bewegung. Nach einem Theaterstück in Wetterauer Mundart, welches von einem Vereins- Mitglied verfaßt war, sprach Vereinsführer Wald das Schlußwort unb bankte alle denen, die zu dem Gelingen des Abends beigetragen hatten. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer Großdeutschlands und dem Gesang der Nationalhymnen wurde der offizielle Teil des Abends geschlossen. In echtem deutschen Sängergeist blieben die Besucher bann noch einige Stunden gemütlich beisammen, unb manche schöne Erinnerung wurde bei froher Stimmung ausgetauscht. 3 Garbenteich, 7. Dez. Der hiesige Gesangverein „Victoria" hiett seine 60.Jahresversammlung ab. Vereinsführer Stein gab zunächst einen Rückblick auf das vergangene Vereins- fahr, das sehr arbeitsreich, anderen befreundeten Gesangvereinen gegenüber reichlich verpflichtend unb SJlxfport ;en. ne» 148 Holz („Gut Wirtschaft mitstellten sich auf bis bis 21 Mark Bezirkstagung des Ländlichen Genoffen schastsverbandes Rhein -Main-Neckar. getrieben und evtl. Einlagen der Devisenstelle geteilt werden. Wirtschaffsberater Schaffner, Franktu't o. M. Rhein-Mainifche Börse. TNitlagsbörfe überwiegend freundlich. Frankfurt a. M., 7.Dez. Die Börse eröffnete bei stillem Geschäft zwar nicht ganz einheitlich, aber überwiegend mit leicht gebesserten Kursen. Die deutsch-französischen Vereinbarungen und ihr günstiges internationales Echo trugen hierzu nicht unwesentlich bei. Indessen blieb die Unternehmungslust mangels größerer Kundschaftsbeteiligung recht klein. Die mannigfachen Ansprüche an die flüssigen Mittel, wie z. B. der bevorstehende Steuertermin und der Geldbedarf zu den Weihnachtsfeiertagen, lassen nur wenig für Effektenkäufe übrig. Teilweise kam wieder kleines Angebot aus jüdischem Besitz, für die Genehmigung vorlag, heraus. Am Aktienmarkt hielten sich die Veränderungen meist unter 1 v. H. Von Montanwerken lagen Hoesch 0,25 v. H. und Verein. Stahl 0,75 v. S). niedriger, Mannesmann 0,65 v. H. und Deutsche Erdöl ebensoviel höher. JG.-Farben gewannen 0,40 v. H. auf 147,65, Rutgerwerke 1 v. H. fester mit 141. Maschinenwerte schwankten bis zu 0,75 v. H. fester mit 141. Maschinenwerte schwankten bis zu 0,75 v. H., Elektroaktien lagen sehr still. AEG. unv 115. Leicht erhöhte Kurse wissen noch Reichsbank, Zement Heidelberg, Conti Gummi und Verein. Deutsche Metall auf. Das Rente ngeschäft blieb auf der ganzen Linie klein. Reichsaltbesitz 0,13 v. H. leichter mit 128,75, anderseits im Freiverkehr Kommunal-Um- schuldung 10 Pf. erholt auf 92,15. Unnotierte 4,5- und öprozentige Industrie-Anleihen fanden etwas Beachtung bei gut gehaltenen Kursen; öproz. Ewald 99,75 bis 100, 5proz. Essener Steinkohle 100.25, 4Lproz. RWE. 96. Von amtlichen Industrie-Anleihen erholten sich 6pröz. JG.-Farben auf 118 (117,65), während sonst die Kurse bei kleinen Umsätzen gehalten waren. Stadtanleihen bröckelten verschiedentlich ab, insbesondere Werte mit noch erhöhtem Kurs. Meist nur knavp gehalten lagen auch Liquidationspfandbriefe, sonst zeigten die Rentenpapiere vorwiegend den letzten S^and. Abendbörse freundlich. Bei freundlicher Grundstimmung hatte die Abendbörse mangels Aufträgen ruhiges Geschäft. Es zeigte sich eher etwas Kaufintereffe, während Angebot nicht in Erscheinung trat. Am Aktienmarkt fanden nur vereinzelt kleine Umsätze bei überwiegend aut behaupteten, iedoch auch teilweise leicht erhöhten Kursen statt. Niedriger lagen aber Bemberg mit 135 (136), Metallgesellschaft mit 116.50 (117) und Rheinmetall mit 129.25 (129,50). Sonst notierten u. a.: JG.-Farben 1^8, Buderus 107,25 (107), Wannen mann 107,25 (107,13), Rbeinmetall 131 (130.75), Stablverein 104,90, Roesch 108.50. Adlerwerke 104,50 (104,25), Licht und Kraft 135.50 (135 25). Gesfürel 129. Demag 1^6,25, Moenus 129.50. MAN. 137.50. Westdeutsche Kaufhof 103,50, Deutsche Bank 116. Frankfurter pferdemarkt. Frankfurt a. M., 7. Dez. Der Dezember- Pferdemarkt war, obwohl er zu den Wintermärkten zählt, reichlich beschickt; auch der Besuch und der Umsatz war zufriedenstellend. Die Preise lagen bei schweren belgischen Arbeitspferden zwischen 1450 i bis 1650 Mark, bei schweren und mittelschweren Ermeländer- und Hunsrücker-Pferden zwischen 1150 bis 1350 Mark, bei norddeutschen Pferden zwischen . 1000 bis 1200 Mark; Tiere 2. Qualität und ältere < Arbeitspferde zu 700 bis 900. HWe Laufpferde und . kleinere Tiere zu 350 bis 550 Mark je Stück ge- : handelt. Schlachtpferde 1. Qualität etwa 27 bis 29, 2. Qualität auf 19 ______________ je 50 Kilogramm Schlachtgewicht. Nächster Pferdemarkt am 3. Januar 1939. und 1936 zweimal siegreichen Vorworts-Mannschaft gelang es wiederum, den Preis an sich zu bringen. Die erzielten Ergebnisse können nicht als Spitzenleistungen bewertet werden, weil die Bundesscheren, bahn sich nicht in einwand-freiem Zustand befand. Es erzielten in den drei Kämpfen: 1. „Kegelkranz Vorwärts" Wieseck 4046 Holz; 2. „Alle Neun" Wic- seck 3728 Holz; 3. „Gut Holz" Wieseck 3565 Holz. In der Einzelbewertung erzielten die Bestleistungen auf je 25 Kugeln: Kogler Ludwig Forbach 156 Holz, Karl D ö r i n g e r und Otto Schrei- n e r je 148 Holz, Robert Will 147 Holz (sämtliche „Vorwärts" Wieseck); Kegler Heinrich Deck 154 und Wilhelm Strack 148 Holz (beide „Alle Neun" Wieseck); Kegler Heinrich Hahn Holz" Wieseck). erläuterte die Aufgaben, die den Genossenschaften aus dem Reichskreditwesengesetz erwachsen, wobei er die Verpflichtung zur Verstärkung des Eigenkapitals unterstrich. Dann befaßte er sich mit Fragen der Erbhofkredite und erläuterte weiter das neue Einheitsstatut, durch das die Besoldung, die Vertragsfestsetzung und die Kautionsstellung der Rechner geregelt wird. Ganz besonders wies er auf die Unterschriftskartei hin, die neue Bestimmungen für den Kontenverkehr mit sich bringt. An die Vorträge schloß sich jeweils eine Aussprache. Nach einer Mittagspause gab D rektor Ki^mann, ^ranffurf a M. von der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar einen Ueberblick über die Lage auf dem genossen- Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Dez. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) 'n Mark: Weizen W 9 204, W 11 206, W 12 207, W 13 208, W16 211, W18 213, W19 215, W20 217, Roggen RH 189, R12 190, R 14 192, R 15 193, R 16 195, R 17 196, R 18 197, R 19 1J9 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhaser —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,45, W 16 29,45, W18 29,45, W19 29,45, W 20 (Kreis Alzey) 29,45, W 20 (Kreis Worms) 29,80 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Mais- backmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 22,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Wei- zenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreife ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R19 11,00, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreife ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund trocken 5,00 bis 5,20, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,20, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu 7,50 bis 7,80, Weizenstroh bindfadengepreßt und gebündelt 2,80, Roggenstroh do. 3,00, Hafer- und Gerstenstroh do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkl. Frankfurt a. M., 8. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1253 Rinder (235 Ochsen, 102 Bullen, 663 Kühe, 253 Färsen), 284 Kälber, 131 Hammel, 52 Schafe, 179 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hümmel 28 bis 52, Schafe 25 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. — Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe lebhaft. Rundfunkprogramm Freitag, 9. Dezember. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpaufe. 9,40: Mutter turnt und fpielt mit dem Kind: Frau Holle schüttelt die Kissen aus. 10: Schulfunk: Flotte der Freude. 10.30: Leistungssteigerung auf dem Gebiete des 'Sports. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „O, Wein, zerstreu' unsere Sorgen ..." 15: Kleines Konzert. 15.30: Nur was gewerkt die Meisterhand, ist preiswert, schön und hat Bestand. Ratschläge für den Weihnachtstisch. 16: Nachmittagskonzert. Fröhlicher Sang und heiterer Klang zum Nachmittag. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht: Afrikanische Kolonialerlebnisse. 18.30: ,Heimweh!" Eine Hörfolge von Karl Kalt- wasfer. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: „Do« alückhafte Schiff von Dorkum". fioi'fr f " ' - ■ ■ • Verdis „Don Carlos". 22: N"'" - > . ' * Unterhal- tungs-- und Tanzmusik. 24 bis 2; Nachtto.nzert. i*i■' 'i*i. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. SamsLagnach- mittag geschloffen. Oie KdF.-Zahressportkarte ist erschienen. Jeder Schaffende, der mit KdF. regelmäßig Lei- besübungen betreiben will, muß die Jahressport- karte erwerben. Sie berechtigt ihn zur Teilnahme an allen Veranstallungen, die das Sportamt der NSG. Kraft durch Freude betreut Für das Jahr 1939 ist die Karte bei allen KdF.-Dienststellen und bei allen KdF.-Sportlehrern erhältlich und wird gegen eine einmalige Gebühr von 20 Pf. ausae- geben. Ihre Gültigkeit erhält die Karte durch die Verwendung einer Jahreswertmarke in Höhe von 30 Pf. Dazu kommen dann von Fall zu Fall die für die jeweiligen Veranstaltungen vorgesehenen geringen Beiträge. Die neue Jahressportkarte bietet genügend Raum für die Bestätigung der Teilnahme an den Uedungs- stunden der Betriebssportgemeinschaft, an den Sport? kursen der NSG. Kraft durch Freude, an den Be- triebsfportappellen und an Sonderveranstaltungen für einen Zeitraum von fünf Jahren. Damit erhält nicht npr der Inhaber ein aufschlußreiches Dokument, auch für den Betriebsführer wird die Jah- resfportfarte feines Gefolgsmannes von Wichtigkeit, denn fie wird in einigen Jahren erschöpfend Auskunft geben können über den Gesundheitszustand ihres Besitzers. Gleichfalls freigehalten ist der nötige Platz für amtliche Eintragungen aller Art, wie z. B. von Ernennungen und über die Teilnahme von Lehrgängen. Auch der Erwerb des Reichssport-, des SA.-Sport- und sonstiger Leistungsabzeichen kann in der Jahressportkarte bestätigt werden. Die Inhaber genießen den Unfallschutz durch die Deutsche Sporthilfe. Bayerns Pokalelf gegen Hessen. Die bäuerische Fußball-Gaurnannschaft, die am 18. Dezemver in Kassel zum Reichsbundpokaltreffen gegen Hessen antritt, ist jetzt ebenfalls aufgestellt worden. Daß man in Bayern die Sache diesmal recht ernst nimmt, geht aus der Berufung von sechs Nationalspielern hervor. Die Mannschaft hat folgendes Aussehen: Jakob (Jahn Regensburg); Streitle (Bayern München), Pfänder (1. FC. Nürnberg); Kupfer (1. FC. Schweinfurt), Kennemann (Spvgg. Fürth), Kitzinger (1. FC. Schweinfurt); Lehner (Schw. Augsburg), Burger (60 München), Lechner (Sckw. Augsburg), Fiederer (Spvgg. Fürth). Gorsky (1. FC. Schweinfurt). Ewald Kluge zweimal Europameister. Der Internationale Motorradsport-Verband, die Füdöration Internationale des Clubs Motocy dijtes (FJCM.), gibt jetzt bekannt, daß der deutsche Motorradrennfahrer Ewald Kluge (Chemnitz) aus seiner DKW. zweimaliger Europameister wurde. Bekanntlich erkämpfte sich Kluge den Meistertitel in der Klasse bis 250 ccm. Er gewann die Englische Tourist Trophy, die Großen Preise von Europa, Belgien, der Schweiz, Frankreich und Hol- land. Damit wurde er mit 36 Punkt/n auch Eurofür den Chor selbst sehr erfolgreich war. Der von Schriftführer Happel gegebene Jahresbericht ließ die Jahresarbeit im einzelnen erkennen. Kassenwart Schäfer berichtete über einen guten Kassen- absckluß. Auf Antrag der Kassenvrüfer wurde ihm Entlastung erteilt. Für das neue Jahr wurden beide Kasienprüfer einstimmig wieder gewählt. Der Vorstand wurde durch den Dereinsführer erneut bestätigt. An Veranstaltungen im laufenden Winterhalbjahr wurden beschlossen: am 1. Weihnachtsfeier- tag: Kinderbescherung; 28. Januar: Stiftungsfest; 18. Februar: Maskenball. Die Wiederkehr des 60. Gründungstages im Juli n. I. soll mit einem Jubiläumskonzert würdig gefeiert werden. Schon viele befreundete Vereine haben zugesagt. Bei dem vom Sängerkreis den Vereinen zur Wahl gestellten Besuch eines Wertungs- ober Leistungssingens im nächsten Jahr entschied man sich für das Leistungs- fingen. Zum Tage der nationalen Solidarität wurde der Betrag von 20 Mark überwiesen. Die Versammlung wurde umrahmt von Liedern des Chores unter Leitung von Chorleiter Sommer. Nach den geschäftlichen Angelegenheiten folgte noch ein frohes kameradschaftliches Beisammensein. △ Eberstadt, 7. Dez. Der Reichslufisch u tz b u n d veranstaltete in unserem Orte unter Leitung von Lehrer H i l d (Lich) einen Kursus für Laienhelferinnen. 43 Frauen und Mädchen aus den Untergruppen Eberstadt, Dorf- Gill und Ober-Hörgern nahmen daran teil. Zum Schluß fand eine Prüfung statt, die erkennen ließ, daß die Teilnehmerinnen mit großem Interesse bei der Sache waren. Auch die praktischen Vorführungen verliefen zu aller Zufriedenheit. Der Kursus fand in der Schule statt. — Die Sammlung zum Tage der nationalen Solidarität brachte ein Ergebnis, das jenes des Vorjahres bei weitem übertrifft. — Dieser Tage wurde einer der alte ft en Einwohner unseres Ortes, der Landwirt und Maurermeister t. R. Wilh. Biehl, zu Grabe getragen. Der Verstorbene war als Handwerker weit über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannt. Lange Zeit gehörte er dem Kirchenvorstand an. — Bei dem K l e r n k a l i b e r w e t t f ch r e ß e n des NS. - Neichskriegerbundes errang der hiesige Schütze Richard Eich als bester Schütze unseres Detes mit 10 Schuß 110 Ringe. Dieser läge erhielt er die dementsprechende Ehrenurkunde. $$5 Verkauf des abgängigen Bullen erbrachte den Betrag von 1080,65 Mark. Das Tier hatte ein Gewicht von fast 24 Zentner. Für den jüngst angeschafften Zuchtbullen wurden 800 Mark bezahlt. * jungen, 7. Dez. Unter reger Beteiligung der Elternschaft fand im „Solmser Hof" eine Eltern- besprechung statt, auf der der Leiter der Oberschule die Erziehungsziele im nationalsozialistischen Staat klarlegte. Die Zusammenkunft diente weiterhin der Bekanntgabe wichtiger Mittellungen an die Eltern und gab zu reger Aussprache Anlaß. Für die Eltern aus Lich und Umgebung war bereits am 30. November im „Goldenen Engel" Zu Lick eine ähnliche Veranstaltung durchgeführt worden, die ebenfalls sehr gut besucht war und von der engen Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schifte Zeugnis ablegte. Kreis Bübingen. CO Badenhausen I, 7. Dez. Die Holz- fällung im Staatsxvald Konrad sdorf (in den Revieren Finkenloch und Konradsdorf) ist in vollem Gange. Insgesamt sind 34 Holzhauer beschäftigt. — In unserer Gemarkung fand dieser Tage die Reichsbodenschätzung statt. Von dem Bodenschätzer des Finanzamts wurde ein Vortrag gehalten, der über alle einschlägigen Fragen Aufschluß gab. Die Schätzungsarbeiten sind abgeschlossen. Nunmehr fand eine Besprechung mit den Grundstückseigentümern statt. Einige Einwendungen gegen die Schätzungsergebnisse sollen einer baldigen Nachprüfung unterzogen werden. — Am Tage der nationalen Solidarität wurden in unserem kleinen Orte 20 Mark gesammelt. Einige Tage vorher erbrachte die Kartoffelsamm- lung für das Winterhilfswerk 16 Zentner. pameister im Gesamtklafsement der europäischen Wettbewerbe. Von den beiden anderen Europameistern kam der Engländer Mellors in der 350-ecm-Klasse auf Velocette auf 34 Punkte. Feldwebel Georg Meier, der deutsche Europameister der Halbliterklasse, sammelte durch seine Siege in den Großen Preisen von Europa, Belgien, Holland und Italien 24 Punkte. Eishockeyspieler üben in Garmisch. Zur Vorbereitung auf die vom 2. bis 12. Februar kommenden Jahres in Zürich und Bafel stattfinden« den Welt- und Europameisterschaften im Eishockey werden die besten deutschen Eishockeyspieler vom 15. bis 25. Januar in Garmisch-Partenkirchen zu einem Lehrgang zusammengezogen. Die Teilnehmer werden vor allem aus den Spielern bestehen, die am vergangenen Wochenende in Wien weilten. • Schottland — Ungarn 3:1 (3:0). Rund 20 000 Zuschauer wohnten am Mittwoch- nachmittag in Glasgow dem Fußball-Länderkampf zwischen Schottland und Ungarn bei. Die Schotten kamen mit 3:1 (3:0) zu einem verhältnismäßig leichten Sieg, obwohl sie die ganze zweite Halbzeit hindurch nur zehn Mann auf dem Felde hatten. Kraftprobe der nordischen Rin-e . In der großen Kraftprobe der nordischen Ringernationen haben Schwedens Ringer ihre Vormachtstellung gegen Finnland behauptet. Nach dem Sieg des Nachwuchses in Stockholm mit 22:6 siegte die Meisterklasse im zweitägigen Turnier in Helsinki verdient mit 16:12 über die besonders in den leichten Gewichtsklassen sehr starken Finnen. Wanderpreiskegeln in Wieseck. schastlichen Geldmarkt. Sein Bericht ergab ein erfreuliches Bild über die Gesundung der finanziellen Verhältnisse in den Genossenschaften, die zu einer anhaltenden Aufwärtsbewegung und gesunden Li- qutbität führten. Dadurch waren die Genossenschaften iß der Lage, ihren Ausgaben gerecht zu werden und darüber hinaus noch beträchtliche Summen für die Aufgaben des Reiches zur Verfügung zu stellen. Er dankte feinen Mitarbeitern im Lande und ermunterte sie, auf dem Wege der Sparsamkeit und der vorsichtigen Geschäftsführung zu bleiben. Geschäftsführer Fendt ergänzte diese Ausführungen und legte den Molkereigenossenschaften nahe, den Rechnern der sonstigen Genossenschaften für die Auszahlung der Milchgelder eine der Billigkeit entsprechende Vergütung zu bewilligen. Abteilungsleiter Stang befaßte sich mit banktechnischen Fragen, so mit der des Wechselgeschäftes und des denossenfchafMchen Ueberweisungsverkehrs. Gleichzeitig verwies er auf die Verwendung der genossenschaftlichen Zcchlscheine, die den Zahlkarten gleichzustellen find und den bargeldlosen Verkehr fördern. Abteilungsleiter Simmermacher sprach über den Scheckverkehr zur Vereinfachung des Geschäftsverkehrs und über die Verwendung des genossenschaftlichen Schecks zur Begleichung der Steuern. Auch die Annahme von Beamtenbankschecks soll gefördert werden. Hinsichtlich des Effekten- und Devisengeschäfts machter er auf die noch bestehenden Anordnungen zur Anmeldung und Ablieferung aufmerksam. Zwischen den Wertpapieren, die der Genossenschaft und solchen, die den Kunden gehören, sind die Unterschiede zu beachten. Schließlich machte er auf die Anmeldepflicht der österreichischen Bundeswerte aufmerksam. Direktor Strasburger, Frankfurt a. M von der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft Rhein- Main-Neckar gab eine Ueberfidjt über die Lage auf dem Getreidemarkt, der infolge der sehr guten Ernte eine starke Andienung zu verzeichnen hat. Der Absatz ist durch die Marktordnung geregelt, die unter allen Umständen zu beachten ist. Die Rekordernte an Weizen hat zusammen mit den reichlichen Beständen an Getreide dahin geführt, daß Tanzsäle u. a. Lagerungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden mußten. Dom Reich wird der Bau von Getreidelagern gefördert. Auch die Hauptge- nossenschaft wird ein Getreidesilo in der Nähe ihrer Lager in Frankfurt errichten. Der Redner gab den Leitern der Genossenschaften wertvolle Ratschläge für ihr Verhalten in dieser Frage. Dann ging er auf das Gebiet des Kartoffelabsatzes ein, der zu wünschen übrig läßt. Auch hier ist starkes Angebot zu verzeichnen, durch das die Märkte bedrängt werden, so daß die zuständigen Stellen Maßnahmen zu einer grundlegenden Abhilfe ergriffen haben. Hinsichtlich der Düngemittelfrage erläuterte der Redner die Notwendigkeiten, die zu einer Beschaffung von Lagerräumen führen. Abschließend gab er Aufschluß über die Handhabung des Sammelsystems bei der Düngemittelbeschaffung, da dadurch Unkosten vermieden und für den Bauern Einsparungen ermöglicht werden können. Abtei'ungSleiter Klohn,Frankfurta M sprach über das Futttr- und Dünqemittelqesckäft. Es sei ratsam, Bestellungen rechtzeitig aufzugeben, da Vorräte an Stickstoff, Kali und Thomasmehl ausreichend vorhanden sind. Die Lage auf dem Futtermittelmarkt bezeichnete er als sehr gut. Hin- \ sichtlich des Flachsanbaues soll auf eine Konzentration hingearbeitet werden. Abteilunasle'ier köv berichtete über die genossenschaftliche Beschaffung von Maschinen zur Behebung des Arbeitermangels auf dem Lande, und zeigte Mittel und Wege zur Lösung dieser wichtigen Frage auf, um in erster Linie den Klein- und Mittelbetrieben die Verwendung von Schleppern und anderen Geräten rentabel zu gestalten. Nach Donkesworten an alle Mitarbeiter wurde in den späten Nachmittagsstunden die Arbeitstagung mit dem Treugruß an den Führer geschloffen. 9n_ ben vergangenen drei Wochen wurden die drei fälligen Kämpfe um den Wanderpreis — der für 5 Jahre vorgesehen ist — von den drei Wie- secker Kegelklubs auf der Bundesscherenbahn bei Gastwirt Heinrich Braun in Wieseck ausgetragen. Der vorjährige Sieger, Kegelklub „Alle NeunWft- seck", hatte den schönen Wanderpreis gegen die Kegelklubs „Gut Holz" und „Kegelkranz Vorwärts" Wieseck zu verteidigen. Der in den Jahren 1935 Der Ländliche Genossenschaftsverband Rhein- Main-Neckar hielt am gestrigen Mittwoch im Cafs Leib zu Gießen eine Bezirkstagung für die Warenabsatz- und Kreditgenossenschaften des Bezirks Gießen ab, die von etwa 400 Vorstandsmitgliedern besucht war. Der Geschäftsführer des Verbandes, Pg. Fendt (Frankfurt a. M.), entbot den Genossenschaftlern den Gruß. Besonders begrüßte er Oberrevisor Hart- nv n. Er gab bann einen kurzen Ueberblick über die Arbeitstagung. Rechtsberater Dr. Hamm, Frankfurt a. M. sprach hierauf über Steuer- und Rechtsfragen. Er behandelle die wichtigsten Vorschriften und Gesetze, zunächst das Körperschafts st euer- g e s e tz , und wies auf dessen Uebergangsbeftim« mung hin, die bis zum 31.12.1939- läuft. Bis dahin ist die endgültige Festlegung des neuen Genof- senschaftsgefetzes $u erwarten. Er betonte, daß grundsätzlich alle Arten von Genossenschaften Körperschaftssteuer zu entrichten haben und machte auf einige Ausnahmen aufmerksam, die auch für frühere Veranlagungen gültig sind, so baß gewisse Ermäßigungen nachträglich reklamiert werden können. Hierauf behandelte er die Gewerbesteuer und führte auch dabei einige Ausnahmen ein, u. a. die Gleichberechtigung der Kreditgenossenschaften mit den Sparkassen. Hinsichtlich der Ü m s a tz st e.u e r machte er auf die Vergünstigungen für den Großhandel aufmerksam und verwies ausdrücklich auf die Einreichungsfrist bis 10.1.1939 für den Erleichterungsantrag für die Buchführungsvorschriften. Weiterhin gab er Aufschluß über die Kapitalertragssteuer und die Steuerabzüge für Arbeitslohn und Sozialabgaben. Geschästsführer Sen 6 t Frankfurt a.M sprach über die Stellung der Genossen- schaftenimheutigenWirtschaftsleben. Wenn auch die Verhältnisse, aus denen heraus die Genossenschaften zur Bekämpfung des Wuchers gegründet wurden, heute nicht mehr maßgeblich sind, und auch die Mißstände im Handel beseitigt wurden, so sind doch den Genossenschaften eine Anzahl Aufgaben gestellt, die nur durch das Genossenschaftswesen geleistet werden können. Neben den Genossenschaften muß ein auf gesunder Grundlage und ehrlichem Wollen basierender Handel bestehen, weil dadurch der Allgemeinheit am besten gedient ist. Hinsichtlich des zu erwartenden neuen Genossen- schaftsqesetzes erklärte der Redner, daß grundsätzliche Abänderungen nicht zu erwarten seien, da das Gsnossenschaitswesen den Anforderungen der nationalsozialistischen Wirtschaftsauffassung entsprickt. Die neuen Aufgaben der deutschen Landwirtschaft sind nicht ohne gesunde Kredit; und Warengeschäfte durchzuführen. Wo Gemeinschaftsarbeit zu. leisten war, waren die Genossenschaften zur Stelle, wie z. B. bei der Beschaffung der Saatgutreiniaungs- maschinen, der Kartoffeldämpfkolonnen. Die Genos- senichaften müssen auch bei der 5. Erzeugungsschlacht mtthelsen durch die.Beschaffung von Maschinen, um dem steigenden Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft zu begegnen. Schließlich befaßte sich der Redner noch mit der Ausschaltung des Judentums aus der Wirtschaft und machte darauf aufmerksam, daß evtl. Genossen jüdischer Herkunft sofort den Gerichten zur Löschung aus dem Register mitgeteilt werden müssen. Weiterhin müssen Kredite an jüdische Mitglieder unter allen Umständen ein Amssrauen! Achwng! Hilfe, sparsam und schonend! Gießen srntvttt kvett Was schenken? £ederwaren genossen herzlichst eingeladen. Leder-Becker, Bahnhofstrabe 16 7941 A Nichtmitglieder 30 Pf. 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Oluf Grund der Anordnung des Beauftragten für den Dierjahresplan Ministerpräsident Hermann Göring über die Behebung des Facharbeitermangels und den Erlaß des Herrn Beichswirtschaftsministers vom 22.10. 1938 haben sich sämtliche Lehrlinge des Handwerks innerhalb des Kreises Giehen, die ihre Lehrzeit bis zum 1. April 1939 beendet haben, sofort bei den zuständigen Gesellenprüfungs-Ausschüssen ihres Berufes zur Prüfung anzumelden. Die Anmeldungen sind bis zum 20. Dezember 1938 bei den Borsitzenden der Gesellenprüfungs-Ausschüsse der zuständigen Innungen vorzunehmen, damit die Prüfungen ordnungsgemäß im Januar 1939 durchgeführt werden können. Die Anmeldeformulare sind bei der Kreishandwerkerschaft Gießen, Goethestraße 7, I. Stock, abzuholen bzw. anzufordern. Die Prüfungsgebühr beträgt AM. 6.—. 2 große Werbetage // der automatische Schnellwäscher und die hydraulische Wäschepresse wird rfVvw. erstmalig in Gießen vorgeführt. 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Dezember 1928, 20.30 Uhr, im Hörsaal der Medizinischen Klinik, Klinikstraße 41, Professor Dr. Rein wein über: „Krankheilserkennung und -Behau W Bei einem Eintritt von 10 Pfennig sind alle Volks- aus Leder schon von 4.75 RM. an Leder RöhriO,Nßnstadt43 £UeAam ^lusbruf Ft’Wl'p“ 5 d e »° °m R burA v ' N w/Revoffe |d)m » n^eren Deutsche Gtenografenschasi Ortsverein Gießen Samstag, 10. Dez., 20.30 Uhr, tut C?oft Leib MM-MM Bunte Programmfolge. Tanz! Der Nikolaus kommt! Pakete sind im Cass Leib abzugeb. ZUM FEST! Das gutsitzende Korsett nach Anprobe (7728A Damen-Wäsche mit echt Plauener Spitzen KorsefimoflenGesdiw.BieraDS GIESSEN, Seltersweg 59 Das muff jede Hausfrau selien — da lohnt sich der weiteste Weg. Wäsche waschen, kochen, fviilcn und schon fast getrocknet in ganr knrzer^eit, ohne die biShcrigcArbcit, das begeistert alleHausfrauen,wo „Herkules" sichzeigt. 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