nr.262 Erstes Blatt 188. Zahrgang Dienstag, 8. November (938 krlchemr tflgltd), außer tzonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatt'vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1-80 Zustellgebühr , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Stehen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru6 und Verlag: SrShIsche UniversttätLdruckerei «.Lange ln Siegen. Schriftleitung and Seschäftsftelle: Schulftrage 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Textanzeigen oon 70mm Brette 50Nps.,Platzvorschrift nach oorl). Berembg.25°/O mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen--, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Nps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Jüdischer Mordanschlag aus deuischen Diplomaten in Paris. Kevolverattentat in der deutschen Botschaft. — Legationssekretär vom Rath schwer verletzt. Nach Operation Befinden noch immer sehr ernft. Die Mordtat. Der Attentäter sofort festgenommen. Parts, 7. Koo. (DKB.) Aus den Cega- fionsfefrefät an der deutschen Botschaft in Paris, vom Rath, wurde heule morgen in seinem Dienstztmmer ein Revolverattentat verübt. Als Täter wurde später der jüdische polnische Staatsangehörige Herschel Seibel Grynszpan feslgeslellt. Er meldete sich bei einem Amtsgehilfen der Botschaft und verlangte einen der Legationssekretäre zu sprechen. Er wurde darauf zu Legationsfekretär vom Rath geführt. Gleich darauf fielen in dem Zimmer des Legationssekretär vom Rath. — (Scherl-M.) W> 8 Herrn vom Rath Schüsse, und der soeben erst gemeldete Fremde versuchte zu flüchten. Der Amts- gehilfe der Botschaft veranlaßte daraufhin die sofortige Festnahme des Täters nrch den vor dem Botschaftsgebäude stehenden französischen Polizeibeamten, der den Täter dem nächsten Polizeikommissariat zuführte. Dort erklärte der Täler, er habe das Attentat verübt, um feine jüdischen Rassegenossen zu rächen. Die Botschaft hat beim franzö- ,fischen Außenministerium strengste Durchführung der Untersuchung verlangt und zu- gefagt erhalten. Legationsfekretär v o m R a t h ist in ein Krankenhaus übergeführt und in ärztliche Pflege genommen worden. Eine der beiden Kugeln streifte die haut und drang in die Schulter ein. Die dadurch hervorgerufene Verletzung ist nicht gefährlich. Die zweite Kugel dagegen drang in die Seite ein und durchschlug die Milz, weiter verletzte sie die Magenwand an zwei Stellen. Glücklicherweise ist die Wirbelsäule nicht getroffen worden. Bei der sofort vorgenommenen Operation, die Professor Baumgartner von der Klinik d'Alma durch- führte^ erwies es sich als notwendig, die Mil z zu entfernen. Die Verwundungen am Magen wurden genäht. Die Operation war infolge der Art und Stellen der Verletzungen außerordentlich schwierig, sie ist jedoch gut verlaufen. Der Zustand des Verletzten bleibt, ohne zu unmittelbaren Befürchtungen Anlaß zu geben, sehr ernst. Legationsfekretär vom Rath hat am fpäten Rachmittag das Bewußtsein wiedererlangt, nachdem eine Bluttransfusion vorgenommen worden war. 3n den späten Abendstunden erklärte man in der deutschen Botschaft jedoch, daß nach Angabe der Aerzte der G e s u n d h e i t sz u st a n d w e i t e r h i n ernff sei. Nur mit tiefstem Abscheu wird man die Nachricht oon dem Mordanschlag auf den Legationssekretär vom Rath im Hause der deutschen Botschaft in Paris vernehmen. Ein Jude schleicht sich in der Maske des harmlosen Bittstellers in die Botschaft, um einen reiflich überlegten und vorbereiteten Entschluß kaltblütig auszuführen. Die ebenso feige wie hinterhältige Bluttat wirst ein grelles Schlaglicht auf die von jüdischen Emigranten trotz aller Wartungen immer noch unvermindert betriebene Hetze, öer nach der Ermordung des nationalsozialistischen Landesgruppenleiters in der Schweiz, Wilhelm Gustl off, durch den Juden David Frankfurter nun in der Person des Pariser Legationssekretärs vom Rath ein deutscher Auslandsdiplomat zum Opfer gefallen ist. „ , . Es besteht kein Zweifel darüber, daß es sich bet mesem neuen Verbrechen wiederum um eine Demonstration jener Kreise handelt, die aus ihrer Tod- setndfchoft gegen das nationalsozialistische Deutschland niemals ein hehl gemacht haben und, nachdem ihre Schlupfwinkel in Wien und Prag ausgeräuchert wurden, sich nun in Paris zusammenfinden, um von hier aus ihre skrupellose Hetze gegen das deutsche Volk und seine Führung fortzusetzen. Wir wissen, wie sehr alle anständigen Franzosen es bedauern, daß ihre Hauptstadt unter Mißbrauch der allzu bereitwillig gewährten Gastfreundschaft für politische Flüchtlinge zur Hochburg jener Kreise geworden ist, die die Völkerverhetzung zu ihrem täglichen Geschäft machen, während die Staatsmänner sich um einen Ausgleich bemühen und die Völker selbst soeben erst offenkundig für den Frieden demonstriert haben. Es ist offensichtlich, daß diese ihren verbrecherischen Bemühungen so sehr abträgliche Atmosphäre den jüdischen Hetzern Anlaß gegeben hat, durch die Bluttat in der deutschen Botschaft erneut „einen Zwi - schenfa 11" zu schaffen, um den Versuch zu machen, die deutsch-französischen Beziehungen zu vergiften. Es ist selbstverständlich — und die Pariser Presse gibt dem ja auch eindeutig Ausdruck —, daß die Untersuchung des scheußlichen Verbrechens mit allem Nachdruck erfolgen muß und Deutschland eine Bestrafung des Verbrechers erwartet, die der Schwere seiner Tot entspricht. Ebenso klar ist es, daß Deutschland aus dieser neuen Schandtat des jüdischen Verbrechergesindels Folgerungen ziehen wird, von denen auch die ausländischen Juden in Deutschland nicht ungeschoren bleiben werden. Das erste Verhör. Oie Mordwaffe Montag früh gekauft. Der Staatsanwalt hat am Montagnachmittag den Untersuchungsrichter Tesnieres mit der gerichtlichen Untersuchung über den Mordanschlag beauftragt. Der ruchlose Verbrecher wird die Nacht im Polizeigefängnis verbringen, morgen dem Untersuchungsrichter vorgeführt und bann nach einem ersten Verhör ins Gerichtsgefängnis eingeliefert werden. Inzwischen ist es der Polizei gelungen, den Waffenhändler ausfindig zu machen, der Montag früh dem Judenbengel den Revolver verkauft hat. Der Waffenhändler Carpe hat erklärt, daß Herschel Seibel Grynszpan ihm sehr ruhig erschienen sei und über die Gründe für Den Revolverkauf gesagt habe, er trage des öfteren größere Geldbeträge bei sich. Der Jude habe zunächst zwischen einem automatischen Revolver und einem Trommelrevolver in seiner Wahl gezögert. Auf Anraten des Waffenhändlers kaufte er bann den Trömmel- revolver, Kaliber 6,35. Uebrigens soll ber Mordbube auf Verlangen bes Waffenhänblers einen gültigen Personalausweis unb einen P a ß vorgezeigt haben. Der „Temps" berichtet, ber Mörber habe beim Verhör erklärt, baß er von seinem Onkel Abraham Grnnszpan beherbergt worben sei, ber in Der Rue bes petites Ecures Nr. 6 einen Kleiderhanbel betreibt. Ein Polizeibeamter habe bazu festgestellt, baß ber Mörber seinen Onkel am 15. August verlassen habe mit 3000 Franks, bie er von seinem Vater, ber im August aus Frankreich ausgewiesen worben sei, erhalten habe. Herschel Seibel Grynszpan war Mitte August ausgewiesen worben. Seit bem 15. August will ber Onkel seinen Neffen nicht roteber gesehen haben. Dieser erklärte (man ist allerbings überzeugt, baß er lügt), er habe in Bois be Boulogne auf bem Seine-Quai genächtigt. Auch habe er sich kurze Zeit in Brüssel mnb in einer anberen Stabt aufgehalten, auf beren Namen er sich nicht mehr besinnen will. Er will vor etwa 14 Tagen von seiner Familie runb 3000 Frank erhalten haben. Seine Eltern, bie inzwischen ausgewiesen worben sein sollen, leben, wie man annimmt, irgenbwo an der deutsch-polnischen Grenze. Grynszpan soll schon nach Frankreich gekommen sein mit dem festen Vorsatz, einen Deutschen zu töten. Er soll sich im übrigen am Montagfrüh schon längere Zeit vor der deutschen Botschaft Herumgetrieben Haden. Nach einem havasdericht wollen die Polizeikommissare ferner erfahren Haden, daß die Verwandten den Mordduden heimlich und gesetzwidrig bei sich beherbergt haben. Bei ber Haussuchung am früheren Wohnsitz bes Onkels sei eine kleine Dachkammer entbetft worben, in ber ber Verbrecher solange heimlich gewohnt habe. Der „Petit Parisien" stellt fest, baß er nicht aus eigener Initiative gehandelt habe, fonbern zu biefer außerorbentlich debauerlichen Tat von interessierten jübischen Kreisen angestiftet worben sei, bie ihm wahrscheinlich s o - gar bie Waffe in bie hanb gebrückt hätten. Daß biete unerhörte Bluttat keine Affekt- Ha nblung ist, geht aus bem „Matin" hervor, nach bem ber jübische Verbrecher bem Polizeikommissar beim Verhör erklärt habe, es sei ihm barauf angekommen, irgendeinen Deutschen zu töten. Er habe auf den er ft en besten g e - schossen. Zynisch habe der Mörder hinzugesugt, er könne njir bedauern, „d aß er nicht tot i ft". Die pariser presse fordert verschärfte Maßnahmen gegen unerwünschte Ausländer. Paris, 8. Noo. (DNB. Funkspr.) Verschiedene Blätter nehmen die Tat des polnischen Juden zum Anlaß, um verschärfte Maßnahmen gegen die in Frankreich lebenden Ausländer, oder, wie die radikalsoziale Ere Nouoelle, gegen u n = erwünschte Auslandsjuden, zu verlangen. Im Journal heißt es, die Behörden, die ihre Nachforschungen über die Kreise, in denen Grynszpan verkehrte, fortsetzen, machten kein Geheimnis daraus, daß das Attentat möglicherweise oon gewissen jüdischen Kreisen inspiriert seien, die den jungen Juden zu einem solchen Gewaltakt aufgereizt hätten. In ber Tat war es nur schwer glaubhaft, baß ber Attentäter aus eigener Initiative gehanbelt habe. Im übrigen stehe bie Tatsache, baß bie Eltern ihrem Sohn 3000 Francs überwiesen haben, in heftigem Wiberspruch mit seiner angeblich verzweifelten Lage. Der Petit Parisien erfährt: In ben Polizeiakten Grynszpans habe man ein Gesuch auf Ausstellung einer Jbentitätskarte vom 1. April 1937 gefunben. Man vermutet jeboch, baß ber Verbrecher bereits 1935 ober 1936 nach Paris gekommen ist, um bei feinem Onkel zu wohnen. Die Polizeipräfektur habe bas Gesuch Grynszpans mit einer ungünstigen Beurteilung an bas Innenministerium weitergeleitet, unb Grynszpan sei am 11. Aug. 1937 zum Verlassen bes französischen Bobens aufgeforbert worben. Statt besten sei Grynszpan bet seinem Onkel a e b I i e b e n. Trotz gegenteiliger Versicherungen bieses Onkels sei ber Jude in einem Zimmer bes sechsten Stockwerks in bem von bem Onkel bewohnten Hause versteckt worben. Als bie Polizei sich an Ort unb Stelle baoon überzeugen wollte, baß Grynszpan Frankreich verlassen hatte, sei biefer u n a u f f i n b = bar geblieben. Jour stellt fest, Grynszpan habe einen Ausweisungsbefehl erhalten. Aber wer habe sich von ber Abreise bieses Ausgewiesenen überzeugt? Niemanb. Das sei in ber Tat unvorstellbar. Theoretisch weise man Leute aus, aber sei bas Polizeikommissariat bes Stabtteiles, in bem biefe Leute wohnen, von einem solchen Ausweisungsbefehl unterrichtet? Schon bas wisse man nicht. Auf jeben Fall stelle kein Polizeibeamter die Frage, mit welchem Zuge bie Ausgewiesenen Frankreich verlassen werben. Folglich stiegen biefe Ausgewiesenen gar nicht erst in ben Zug ein. roieviele solcher Leute befänden sich in Paris in der gleichen Lage? Und wieviele Verbrechen bereiteten sie noch vor? 2Han habe dem Blatt erklärt: „Vielleicht würde der ZHörber durch bie Agitation der deutschen Emigran- t e n zum Verbrechen getrieben. Diese Emigranten gäben in Frankreich eine umfangreiche Literatur, Zeitungen, Zeitschriften heraus, in denen ständig Angriffe gegen den Führer sowie gegen das heutige Regime in Deutschland enthalten seien, und die haß und Rache produzierten." Jm „Oeuvre" heißt es, das feige Attentat, dem Herr vom Rath zum Opfer gefallen war, rufe allgemeine Verurteilung hervor. Es handele sich ganz einfach darum, bie Ausländer z u schützen, bie Frankreich bei sich aufnehme, aber alle unerwünschten, gleichgültig welcher Nationalität, welcher politischen Meinung unb welcher Religion auszuweisen, aber auch wirklich aus- z u w e i s e n. Auch in ber „R e p u b l i q e" heißt es. ber blutige Angriff habe in Paris starke Erregung hervorgerufen. Durch bas Attentat werbe roteber einmal bre Frage der unerwünschten Ausländer aufgeworfen, bie sich allzusehr baran gewöhnen, Frankreich als einen Boben zu betrachten, auf bem sie sich unbestraft ihren Streitigkeiten unb ihren Rachegefühlen hingeben könnten. „Er e Nouoelle" erklärt, burch bas Attentat werbe roieber einmal bewiesen, welche rigorose Ueberwachung in ber schwerwiegenden Ausländerfrage vonnöten sei. Auf französischem Boden gebe es tatsächlich zu viele Leute, die der französischen Mentalität und den französischen Interessen fremd seien. Die Juden dürften sich in Frankreich nicht mit einer Mentalität e i n n i ft e n, wie sie auch allzuoiele jüdische Einwanderer in P a I ä ft i n a aufweifen. Ein sicher wirksames Mittel sei der Numerus clausus für französische und ausländische Juden in allen Berufen. Auch.der „Figaro" erklärt, bas Problem ber Wachsamkeit bes Staates gegenüber ben sich in Frankreich aufhaltenben Auslänbern müsse jetzt enblich eine balbige Lösung erfahren. „Action 5 r a n v a i f e“ fragt, ob Frankreich denn ewig der Tummelplatz alter verdorbenen und verworfenen Individuen Europas bleiben werde und ob Frankreich immer d i e F o l g en für solch schändliche Handlungen werde zahlen müssen. Es sei sehr schön, daß Frankreich ein „gastfreundliches Land" sei, aber gerade aus diesem Grunde könne Frankreich sich nicht damit einverstanden erklären, daß ein ordnungsmäßig akkreditierter Diplomat in Paris von einem solchen Banditen ermordet werde. Naiadier und Bonnet zeigen ihre Anteilnahme. Paris, 7. Rov. (DRB.) Der feige Anschlag des jüdischen Mordbuben auf den Legationsfekretär an der deutschen Botschaft in Paris, vom Rath, hat in Paris größtes Aufsehen erregt. Die Presse berichtet ausführlich über den Anschlag und die Verhaftung des Verbrechers. Ministerpräsident D a l a d i e r hat dem deutschen Botschafter seine persönliche Anteilnahme sowie die Anteilnahme der Regierung übermittelt. Desgleichen haben sich zahlreiche politische Persönlichkeiten auf der Botschaft nach dem Befinden des Legationssekretärs vom Rath erkundigt. Außenminister Bonnet hat am Montagnachmittag dem deutschen Botschafter Graf von Welczek fein Mitgefühl 3 um Ausdruck gebracht. Seutsche Aerzte nach Paris entsandt. Berlin, 7.Koo. (DKB.) Der Führer hat unmittelbar nach Empfang der Kachricht von dem jüdischen Mordanschlag aus Legationsfekretär vom Rath veranlaßt, daß sich sein Begleitarzt Dr. Brandt und der Leiter der Chirurgischen Universitätsklinik in München Prof. Dr. Magnus auf dem schnellsten Wege zur Konsultation und zur direkten Berichterstattung nach Paris begeben. „Gin gemeiner Racheakt." Der Eindruck in London. London, 8. Noo. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter heben hervor, daß es sich um einen gemeinen Racheakt handelt. News Chronicle berichtet aus Paris, daß man hinter bem Anschlag politische Motive vermute, unb baß bie Idee, einen deutschen Diplomaten nieberzuschie-- ßen, aus gewissen Kreisen stamme, bie baran interessiert seien, einen beut sch-französischen Zwischenfall zu konstruieren. Grynszpan hätte dabei die Rolle van der Lübbes beim Reichstagsbrand spielen sollen. Daily Expreß betont, baß Grynszpan nach ber Festnahme erklärt habe, er bebauere, baß er vom Rath nicht getötet habe. „Eoening News" weist unter ber Uederschrift „Ein Jude schießt auf einen Nazi-Diplomaten" mit bem Schrei „Rache" nach einer ausführlichen Schilderung bieses hinterlistigen Verbrechens auf bie Ermordung Wilhelm ®ü (Hoffs hin, der ebenfalls das Opfer eines jüdischen Mörders geworden sei. In ihren Ueberschristen Heden die Londoner Blätter diesen blutdürstigen Rachegedanken besonders hervor. So heißt die Ueberschrift bes liberalen „Star": „Ein Deutscher in ber Pariser Botschaft angeschossen, um die Juden zu rächen". Um bie ganze Gemeinheit ber heimtückischen Untat besonders zu unterstreichen, berichtet „Eoening Stanbarb", daß Herr vorn Rath erst vor kurzem nach Paris zurückgekehrt sei, nachdem er eine schwere Krankheit glücklich überstanden habe. Rolwendige Folgerungen. Der „Völkische Beobachter" zum Pariser Attentat. Berlin, 8. Noo. (DNB.) Zu der Pariser Mordtat schreibt der „Völkische Beobachter": Während die Staatsmänner sich bemühen, bie Versöhnung zwischen ben europäischen Völkern zu förbern, während beutsche unb französische Arbeiter bei ben Aus- tauschrersen ber DAF, feststellen, baß sie keine Grünbe haben, sich gegenseitig zu hosten, darf in Paris eine Banbe von Lanbesverrätern ben Führer täglich in wiberlichster Form bespucken, seins Mitarbeiter verleumben und bas beutsche Volk als kriegslustig unb verdummt hinstellen. Wir stellen bei bem Pariser Mvrbanschlag bie gleichen M e - t Hoden fest, mit denen auch Wilhelm Gustloff zu Tobe gehetzt würbe. Es ist bas gleiche Spiel, einen „unpolitischen" 3 üben vorzuschicken und bann aus seiner Tat eine „herzzerreißend Tra- göbie des gequälten Jubentums" zu machen. Es ist klar, baß bas beutsche Volk aus biefer neuen Tat seine Folgerungen ziehen wirb. Es ist ein unmöglicher Zustand, baß in unseren Grenzen Hun- berttaufenbe von Juben noch ganze Labenstraßen beherrschen, Vergnügungsstätten bevölkern und als „ausländische Hausbesitzer" das Geld deutscher Mieter einstecken, während ihre Rassegenossen draußen zum Krieg gegen Deutschland auffordern und deutsche Beamte niederschießen. Die Linie von David Frankfurter zu Herschel Grynszpan ist klar gezeichnet. Wir werden uns bie Namen jener merken, die sich zu dieser feigen Meucheltat bekennen, so witz Das deutsche Volk ist entschlossen, die Lebensrechte der Nation gegen jedermann zu wahren. Reichsaußenminister von Ribbentrop spricht vor der ausländischen presse in Berlin. Berlin. 7.Nov. (DNB.) Der Verein der ausländischen Presse zu Berlin hatte im Hotel „Esplanade" zu seiner Jahresveranstaltung geladen. Der Einladung hatten u. a. Folge geleistet Neichsaußenminister o. Ribbentrop, der Reichspressechef Reichsleiter Dr. Dietrich, Staatsmini- ter und Chef der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker owie zahlreiche Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Ministeriums für Volksaufklärung und Zropaganda, ferner der apostolische Nuntius Oren igo, die Botschafter Hamdi Arpag, Lipski, Attolico, Wilson. Vicomte Davignon und die übrigen Missionschefs des Diplomatischen Korps. Der Präsident des Vereins Dr. B o j a n o („Agen- zia Stefani") brachte das Interesse zum Ausdruck, das die ausländischen Pressevertreter der Arbeit und den Problemen entgegenbringen, mit denen sich der Reichsaußenminister gegenwärtig zu beschäftigen habe. Sie wüßten, daß gerade unter den heutigen politischen Verhältnissen die Regierungen von der erzieherischen Funktion der Presse eine tatkräftige Unter st ützung für die Aufrechterhaltung und Sicherung der Ordnung und des Friedens in der Welt erwarten. Die ausländischen Pressevertreter seien die ersten, die den gewaltigen Aufstieg Deutschlands anerkennen, der der Willenskraft des Führers und Reichskanzlers zu verdanken sei. Der Reichsmmisier des Auswärtigen von Ribbentrop ergriff hierauf das Wort. Er müsse gerechterweise zunächst die Feststellung treffen, daß die Berichterstattung der Vertreter der Auslandspresse in Berlin in letzter Zeit einen erfreulichen Wan- d e l erfahren habe, was nicht zuletzt einer immer mehr runef)menben Einsicht und dem wachenden Verständnis für unsere nationalsozialistische Volksverbundenheit zuzuschreiben sei. Viel guten Willen und Mühe werde es allerdings bedürfen, um das wieder gutzumachen, was in dieser Beziehung in den veraangenen Jahren am deutschen Volke gesündigt wurde. Eine gewisse internationale Presse hat es fertig gebracht, das tschechische Problem, das nur die vitalen Interessen Deutschlands betraf, gegen jede Gerechtigkeit und Vernunft schließlich zu einem Weltproblem zu machen, und als man sah, daß man auf die eiserne Entschlossenheit des Führers stieß, hat sie alles versucht, um die Völker gegen ihren Willen hierfür in einen Weltkrieg hineinzuhetzen. Wer weiß, vielleicht wäre dies auch gelungen, wenn statt Chamberlain und Dala- d:er die uns sattsam bekannten Kriegshetzer in diesen Ländern am Ruder gewesen wären und versucht hätten, ihre Angstträume durch Entfesselung eines Präventivkrieges zu bannen. Daß Deutschland einerseits auf eine solche Möglichkeit in jeder Beziehung vorbereitet war, und daß anderseits ein Erfolg dieser Hetze für die ahnungslosen Völker vernichtend gewesen wäre, diese Lehre wird man hoffentlich aus den letzten Ereignisfen ziehen. Als besonders bedauerliche Tatsache sei hier noch erwähnt, daß einige Regierungen während der Krise keinerlei Anstalten gemacht haben, ihre presse zu einer ruhigen und objektiven Berichterstattung zu veranlassen. Es ist meine lleberzeugung. daß jede Regierung bei gutem Dillen in der Lage ist, eine solche sachgemäße Berichterstattung durchzuseheu. Dagegen haben wir leider wiederholt gesehen, daft Regierungen, statt beruhigend zu wirken, da und dort selbst noch zur Steigerung der Anruhe beitrugen und Oel ins Feuer gossen. Demgegenüber möchte ich hier feststellen, daß es in Deutschland in diesen Tagen bitter ernst war. und daß. wenn nicht im letzten Augenblick in München die Lösung gefunden worden wäre, der Führer das Sudetenland m i t einem Schwertstreich befreit hätte. SeuWands Zukunft ist fichergestelli. Die meisten Vertreter ausländischer Zeitungen ind um eine objektive und vernünftige-Berichter- tattung bemüht. Wir wissen auch, daß ihnen dies in der veraangenen Krisenzeit nicht immer ganz leicht gemacht wurde, und ich kenne z. B. eine ganze Anzahl von Fällen, in denen zuverlässige und sachgemäße Berichte von Ausländskorrespondenten über Deutschland von deren Heimatredaktionen gar nicht, oder zum mindesten entstellt gebracht worden sind. Ferner ist z. B. kürzlich eine n der Hauptredaktion einer ausländischen Zeitung abrizierte Falschmeldung als angeblicher Original bericht aus Berlin dem ausländischen Leser serviert worden. Fragt man sich nun, woher diese tiefgehende Verkennung natürlicher Situationen durch weite Teile der Presse kommt, so sehe ich, daß — abgesehen von der systematisch gegen Deutschland im Dienste des Bolschewismus hetzenden Presse —-die Ursache in einer oft vorhandenen übertrieben intellektuellen Einstellung ihrer Leiter zu finden ist. Aus einem abstrakten intellektuellen Erkennenwollen heraus werden von diesen die politischen Ereignisse mit falschem Maß stabe gemessen. Das Resultat ist oft schlimm und führt zu gänzlich falschen politischen Schlußfolgerungen. Der wahre Journalist muß heute volksverbunden sein. Verliert er $ie Verbindung mit dem Volk, mit der Seele des Volkes, kann er niemals der Interpret der politischen Wirklichkeit oder gar des politischen Wirkens desselben sein. Ist es im Grunde nicht etwas ganz Natürliches, daß ein ge-sundes und starkes Volk sich auf die Dauer nicht unterdrücken läßt, sondern daß es, als der Führer kam, sich hinter ihn schart! Nicht abstrakte Machtpolitik — wie unsere Gegner im Auslande oft behaupten — ist das Kennzeichen des nationalsozialistischen Deutschland, sondern für die nationalsozialistische Außenpolitik war immer maßgebend der Gedanke des Zusammenschlusses unseres deutschen Volkstums und die Sicherung desselben in einem starken Reich. Daß der Führer dieses Wunder in weniger als sechs Jahren vollbringen konnte, wird im Auslande da und dort gern als die Folge einer brutalen M a ch t p o l i t r k hingestellt. Nichts ist falscher als das, denn Deutschland war durch Versailles völlig macht- und wehrlos. Richt brutale Dachtpolitik, sondern ein geschichtlich wohl einzig dastehendes Zusammenfasfen aller geistigen Kräfte Deutschlands im Rationalsozialismus, die heroische Entschlossenheit des deutschen Volkes zu allen Opfern, sein Glaube an den Führer und seine Einigkeit haben Deutschland befreit. Rur so war es möglich, daß aus dem Deutschland der Schwäche und der Ohnmacht vor dem Jahre 1933 eine Weltmacht entstand. Es ist ein stolzes Gefühl, das diesen Deutschen nach den Jahren des Riederganges und der Unterdrückung heute beherrscht, wenn er weiß: Deutschland ist für alle Zukunft unangreifbar! Im Bewußtsein der eigenen Kraft feines 80-Millionen-Volkes ist nunmehr Deutschlands Zukunft fichergestellt. Darüber hinaus ist Deutschland in fest fundierter Freundschaft mit anderen Mächten verbunden. Die Achse Berlin—Rom. die Verbindung Deutschlands und Italiens mit dem im erfolgreichen Kampf gegen den Bolschewismus begriffenen I a p a n/unfere freundschaftlichen Beziehungen zu Polen als die Grundpfeiler der deutschen Außenpolitik sind heute Garanten der Ordnung und des Friedens in Europa und in der Welt. Im Zeichen dieser Neuordnung der Kräfte und im Zeichen der tiefen Freundschaft zwischen Italien und Deutschland und ihren beiden großen Führern ist dann auch die friedliche Einverleibung Oesterreichs und des Sudetenlandes gelungen, ohne einen. Tropfen Blut zu vergießen. Ein weiteres Zeichen des Vertrauens der Völker in diese europäische Neuordnung ist es auch, daß die ungarische und die tschecho-sloxoakische Regierung an die Achsenmächte herantraten, um durch einen Schiedsspruch in dem Jahrhunderte alten Konflikt, der Festsetzung der ungarischen Nordgrenze, eine Lösung herbeizuführen. Was der Völkerbund in zwanzigjähriger Arbeit nicht fertig brachte, dafür hat es in Wien nur eines Tages bedurft. Falls die tschecho-slowakische Regierung nach endgültiger Ziehung ihrer Grenze gewillt ist, den neuen Gegebenheiten in vollem Umfange wir auch die Namen jener njcht vergessen haben, die in der kritischen September-Woche das französische Volk zum Krieg gegen Deutschland aufhetzen wollten. Es sind dieselben Kräfte wie in Kairo und Davos, es sindJuden und keine Franzosen. Die Schüsse in der deutschen Botschaft in Paris werden nicht nur den Beginn einer neuen deutschen Haltung in der Judenfrage bedeuten, sondern hoffentlich auch ein Signal für diejenigen Ausländer sein, die bisher nicht erkannten, daß zwischen der Verständigung der Völker nur der internationale Jude steht. Abfuhr für Churchill. Von unserer Berliner Schristleiiung. Kaum hatte sich das Erstaunen der Londoner über das in England ungewöhnliche Erscheinen von Extrablättern am Sonntag — mit der Führ er- rede aus Weimar — gelegt, kaum hatten sie die ebenso drastische wie wohlverdiente Bloßstellung der im Rücken Chamberlains arbeitenden Kriegshetzer durch Adolf Hitler gelesen, da schreit derjenige, der sich mit Recht am meisten getroffen fühlt, Mr. Churchill. Wenn gegen alle britische Gepflogenheit Churchill es mit der Antwort auf feine Entlarvung durch den Führer so eilig hat, dann muß man daraus die Folgerung ziehen, daß die Weimarer Rede mitten ins Schwarze g e- troffen hat und die Kriegstreiber-Clique sich an ihrer empfindlichsten Stelle gepackt fühlt. Wir haben -durchaus Verständnis dafür, daß er eine so ungewohnte Eilfertigkeit zeigt. Denn auch in seinem eigenen Land erinnert man sich sicher, daß Mr. Churchill erst am 17. Oktober in einer an die Adresse Amerikas gerichteten Rundfunkrede erklärt hatte, „Ich bleibe bei dem Glauben, daß wir jetzt den Barbarismus (!) so weit überholt haben, daß wir ihn kontrollieren und beseitigen können ... Wir sollten uns dazu enffchließen!" Churchill hat sich gegen die Fesfftellung des Führers, Churchill lasse sich vor allem von Emigranten über Deutschland unterrichten, mit dem Argument gewehrt, er habe sich doch auch mit Konrad Henlein, Bohle und Forster unterhalten. Aber das ändert nicht das mindeste daran, daß er sich lediglich zum Sprachrohr von dunklen Ehrenmännern macht, die über das nationalsozialistische Deutschland genau so gehässig denken und genau so wenig davon verstehen, wie er selbst, von dem der Führer richtig sagte, er lebe wohl aus dem Mond. Wir wollen gewiß nicht verkennen, daß die Weimarer Rede in anderen englischen Blättern eine ernsthaftere Würdigung findet als in jenen Organen, die sich nur zu oft dem Ehrgeiz politischer Bankrotteure und Streber dienstbar machen. Die Voraus- fetzungen für eine fruchtbare Zusammenarbeit beider ßänber bleibt aber ein unerschütterliches Vertrauen zwischen beiden Völkern. Politische Glücksritter, die sich ein trauriges Geschäft daraus machen, an die Stelle dieses Verttauens eine unverhohlene Feindschaft zwischen beiden Ländern zu setzen, beschwören nur unabsehbare Verwicklungen herauf. Oie belgische Arbeiterpartei hinter Gpaak. Der Parteiführer Vandervelde legt sein SUX nieder. Brüssel, 8. Nov. (Europapreß.) Der Kon- -greß der belgischen Arbeiterpartei schloß mit einer Ueberraschung: dem Rücktritt des Parteiführers Vandervelde nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem sozialistischen Senator d e M a n und dem Ministerpräsidenten Spaak, der erklärte: „In der von dem Ausschuß vorgeschlagenen Entschließung soll der Kongreß veranlaßt werden, die Prinzipien der Regierungspolitik, aber nicht die Politik selbst zu billigen. Ich habe nun genug. Ich will, daß die ligtedieAußenpolitikderRegierun g." und schlage folgenden Text vor: Der Kongreß b i l- lige die Außenpolitik der Regierung." Der Vorschlag Spaaks wurde mit 386 046 gegen 132 497 Stimmen bei 34185 Stimmenthaltungen angenommen. Nach dem Bekanntwerden dieser überwältigenden Billigung der Regierungspolitik erklärte der Parteivorsitzende Vandervelde, daß er sein Amt niederlege. Er werde in Zukunft als einfaches Parteimitglied an einer Erneuerung der Partei arbeiten. Nach dieser Szene wurde die Innen- und die Finanzpolitik der Regierung von dem Kongreß ebenfalls gebilligt. Englische Vermittlung im Ehina-Konflitt? London, 8. Nov. (Europapreß.) Eine Unterredung zwischen dem englischen Boffchafter in China, Sir Archibald Clarke-Kerr, und Max- schall T s ch i a n g K a i -- s ch e k hat der Frage der Friedensoermittlung gedient. „Versuche, eine Vermittlung in China herbeizuführen, werden zur Zeit einwandfrei gemacht", stellt News Chro- nicle fest. Die erste Unterredung zwischen Tschiang Kai-schek und dem englischen Botschafter- soll in Tschangtscha stattgefunden haben. Japanische Kreise behaupteten, der chinesische Außenminister, Dr. Wang Tsching-wei, habe sich auf dem Luftwege nach Tschangtscha begeben. Das englische KönigSpaar nimmt die amerikanische Einladung an- London, 8.Nov. (Europapreß.) König Georg VI. hat für sich und die Königin die Einladung des amerikanischen Präsidenten, anschließend an feine Reise nach Kanada im Mai kommenden Iah- res einen Staatsbesuch in Washington zu machen, angenommen. Der König und die Königin werden als Gäste des Präsidenten Roosevelt im Weißen Hause wohnen und auch der Welt- ausstelluntz in Neuyork einen Besuch abstatten. Daily Mall beftätigt gleichzeitig den bevorstehenden erfolgreichen Abschluß der englisch-amerikanischen Handelsvertragsverhandlungen. parlamentarischer Klub der deutschen Abgeordneten in derTschecho-Glowakei Prag, 7.Nov. (DNB.) Unter Vorsitz des Abg. Kundt fand eine Sitzung der Parlamentarier der ehemaligen Sudetenüeutschen und der Karpatho- Deuffchen Partei statt, die chren Wohnsitz innerhalb der neuen tschecho-slowakischen Grenzen haben. Abg. Kundt teilte mit, daß die Abgeordneten einen par- lamentarischen Klub der deutschen national- sozialistischen Abgeordneten und Senatoren in der Tschecho-Slowakei gegrünt) et hätten. Zum Vorsitzenden wurde Abg. Kundt, zum Vertreter des Senats Senator Professor Hilgenrainer gewählt. Als nächste Ausgabe sehen die Parlamentarier die Sorge für die Deutschen innerhalb der neuen Staatsgrenzen sowie die Mithilfe bei einer Neuregelung der innerstaatlichen Verhältnisse überhaupt sowie im besonderen der notwendigen neuen Beziehungen zwischen den Deutschen einerseits und den Tschechen, Slowaken und Ukrainern andererseits. „Grenzlandpresie im Kampfs München, 7. Nov. (DNB.) Am Vortag der Veranstaltungen des 8. und 9. November wurde in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Partei, Staat und Wehrmacht, vor allem aber vieler Mitglieder der Presse, die Ausstellung „Grenzlandpresse im Kampf" ihrer Bestimmung übergeben. Die Schau, die von der Reichspressestelle der NSDAP, zusammen mit dem Archiv für Zeitgeschichte (Sammlung Rehse) und dem Deutschen Auslandsinstitut veranstaltet wird, vermittelt in sehr lebendiger und anschaulicher Weise ein Bild von der Unterdrückung und Verfolgung, von dem Ringen und Kämpfen,' aber auch von der Disziplin und der Sauberkeit der deutschen Presse der Grenz- lande im Kampf um das größere Deutschland. $ür freue Dienste in der ff. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Die endgültige Ge- staltung her ^-Dienstauszeichnung ist jetzt durch Verordnung des Führers festgelegt worden, nachdem *bie Einführung grundsätzlich bereits am 30. Januar verkündet worden war. Die ^-Dienstauszeichnung wird invierStufen verliehen, und zwar für Unterführer und Männer beimAusscheidennach vierjähriger einwandfreier, treuer Dien st lei st ung die 4. Stufe, für Führer, Unterführer und Männer nach achtjähriger Dienstleistung die 3. Stufe, nach zwölfjähriger Dienstleistung die 2. Stufe und nach 25 jähriger Dien ft lei ft ung die 1. Stufe. Alle vier Stufen werden am kornblumenblauen Band auf der linken Brustseite im Knopfloch oder an der Ordensschnalle getragen. Das Band der Stufe 1 und 2 trägt eingewebt die Sigrunen. Deutschlands größte E>A.-Retterschnle Hannover, 6. Nov. (DNB.) Stabschef Lutze legte in Hannover den Grundstein zur größten SA. - Reiter sch ule Deutschlands. Die SA.-Reiterei umfaßt 80 v. H. des außermilitärischen deutschen Pferdesportes. Die SA. ist in eineinhalb Jahren von ungefähr 2600 Reiterscheinen auf 29 500 pro Jahr gestiegen. Mit 1447 ersten Siegen, mit 1331 zweiten, 1083 dritten und 2023 weiteren Preisen der SA.-Reiterei im Jahre 1937 bis Oktober 1938 wird eine Entwicklung bezeichnet, die ausschließlich dem Tiere und damit der Landesverteidigung zugute kommt. Einstellung von Arbeifsmai'den. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Die Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes gibt bekam: Zum 1. April 1939 kann noch eine beschränkte lluzahl von Arbeitsmaiden in den Reichsarbeitsdienft für die weib- Rechnung zu tragen und eine völlige N e u« Orientierung ihrer Politik Deutschland gegenüber zu vollziehen, ist ein Ausgleich mit diesem Staat und eine endgültige Befriedung zwischen den beiden Nationen möglich. Die Stellung des Dritten Reiches als Weltmacht ist heute endgültig begründet. Dies bedeutet aber nicht, daß Deutschland mcht den Wunsch nach einem Ausgleich zwischen den Interessen der verschiedenen Mächte teilt. In diesem Zusammenhang darf hier daran erinnert werden, daß der Führer es war, der die Mächte mit dem Ziel, einen friedlichen Ausweg aus der Krise zu finden, im September nach München ein lud. In diesem Sinne hat der Führer auch mit dem englischen Premierminister auf dessen Wunsch am Tage seiner Abreise die bekannte deutsch-englische Friedenserklärung abgegeben. Um so erstaunter waren wir, daß die e r st e Antwort auf den Geist von München in der Parole bestand: Der Friede ist gerettet, deshalb Aufrüstung bis zum äußer st en. Dieses neue Aufrüstungsfieber in einigen Staaten wird gleichzeitig begleitet von einer erneuten Hetze der unverbesserlichen Kriegstreiber. In diesem Zusammenhang müssen wir leider feststellen, daß diese Kriegshetzer, in der Besorgnis, man könne z. B. Deutschland seine bekannte und unverrückbare Rechtsforderung auf Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien erfüllen, in der afrikanischen Presse eine erstaunliche Propaganda gegen Deutschland und alles Deutsche betreiben. Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax haben in weiser Einsicht allen diesen englischen Kriegshetzern und ihrer die Völker auseinandertreibenden Tätigkeit eine klare Abfuhr erteilt. Ebenso haben Frankreichs Ministerpräsident D a l a d i e r und sein Außenminister Bonnet in den letzten Wochen Reden gehalten, die in Deuffchland einen sympathischen Widerhall gefunden haben. Es ist zu erwarten, daß sich in weiterem Verfolg des in München mit England beschrittenen Weges in Zukunft neue Möglichkeiten des besseren Verständnisses auch zwifchen Deutschland und Frankreich ergeben werden und entsprechend gestaltet werden können. In diesem Sinne ist der Wunsch des französischen Außenministers nach einer aufrichtigen Zusammenarbeit zwischen Deuffchland und Frankreich bei uns begrüßt worden. Der soeben bestätigte Ausgleich Italiens mit England liegt auf der gleichen Linie. Diese Haltung der verantwortlichen Staatsmänner in London und Paris läßt die Hoffnung zu, daß letzten Endes doch-die Vernunft über die Kriegshetzer in den westlichen Demokratten die Oberhand gewinnen mag. Der Führer hat gestern in feiner großen Äede in Weimar das Treiben dieser Kriegshetzer mit unerbittlicher Schärfe und Logik gebrandmarkt. Diesem Treiben gegenüber steht das deutsche Volk einig und geschlossen hinter seinem Führer, stark und wachsam, immer bereit zum Frieden, aber ohne Sorge vor dem Krieg, und'immer enffchlossen, die Levensrechte der Nation gegen jedermann zu wahren. Der Friede will gepflegt werden. Im Namen des Diplomatischen Korps dankte dessen Doyen, Nuntius O r s e n i g o, für die Arbeit der ausländischen Pressevertreter in Berlin. Der Nuntius erwähnte die großen Ereignisse des letzten Jahres, die nicht nur den Krieg verhindert, sondern auch das aus dem Wege geräumt hätten, was unvermeidliche Ursache eines Krieges werden zu müssen schien. Besonders hob der Nunttus hervor, daß an den Münchener Abmachungen auch das Volk in allen Ländern Anteil nahm. Die Völker, die mit so viel Begeisterung den Schöpfern des Friedens zujubelten, hätten zu den vier Unterschriften der Staatsmänner noch eine fünfte hinzugefügt. Aber der von den Lenkern der großen Nationen aus- gedachte und dann von den Völkern sozusagen ratifizierte Friede bleibe noch wie ein exotisches Gewächs, dem man immer noch eine ih m angemessene Pflege angedeihen lassen müsse, damit er leben und sich entwickeln könne. Diese Atnwsphäre bestehe in der Unvoreingenommenheit von Nation zu Natton und in der gegenseitigen Hochachtung der Völker und in der Freundfchaft zwischen den Staatsmännern. liche Jugend eingestellt werden. Die Meldungen sind bis spätestens 1. Dezember 1938 abzugeben. Meldeformulare sowie Merkblätter mit den Einstellungsbedingungen sind bei den Polizeibehörden kostenlos erhältlich. Abiturientinnen mit Studi.umsab fichten fügen ihren Meldepapieren eine Bescheinigung des gesetzlichen Vertreters bei, daß er mit dem beabsichtigten Studium einverstanden ist. Eine Bescheinigung des Schulleiters, daß die Betreffende zur Reifeprüfung zugelassen wird, ist bis spätestens 15. Januar 1939 nachzureichen. Wettere Rasthof-Daufen an den Reichsaufobahnen. Berlin, 7. Nov. (DNB.) Wie der Leiter der Abteilung Reichsautobahnen beim Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Ministerialrat Schönleben, gelegentlich der Pressebesichtigung des Rasthofes „Magdeburger Börde" mitteilte, ist für die nächste Zeit die Errichtung weiterer solcher Rasthöfe in Aussicht genommen bei Hannover, bei Kamen (Westfalen), nordöstlich von Dortmund, bet Hermsdorf an der Kreuzung der Autobahnen Berlin—München und Dresden—Weimar, bei Nieder-Aula an der Abzweigung der Strecke Kaffel —Frankfurt a. M. von der Strecke Kassel — Fulda , bei Karlsruhe, auf der Schwäbischen Alb und bei Lichte nwaldau an der Autobahn Berlin—Breslau nordöstlich von Bunzlau. Amerikanische Wahlen Wn schlecht w-g -EN In Neuyork Hütt mnn j N-ss-u: „wenn wir in diesen Ingen wiederum NN den Ausschlag geben. sammengerückt jiirtk Früher rechnete man bei einer Reise im Kraftwagen von Berlin nach München mit einer Uebernachtung und selbst nach durchaus- den t» F-rng.n- vom Gipfel eines hnhen Bergee NU. Tleuyork am Vorabend der Gouverneurswahlen Man verlange bie innen# mattierten An alle Schaffenden des Gaues Heffen-Rassau. TI5(5. Der Gauobmann der DAF., Willi Decker, Eine völlige Umkehrung der Begriffe stellt sich ein, die zu einem absoluten Gefühl der Sicherheit sich verwandelt, rein aus dem Gefühlsmäßigen, aus der Vorstellung heraus — nicht aus der Gewißheit der technischen Vollendung, des Vertrauens in deutsche Ingenieur- und Werkmannsarbeit. Wie in einem magischen Spiegel, den man auf Jahrmärkten an» treffen kann, überscharf und im selben Augenblick fast ins Groteske verkleinert, erscheint die Landschaft, gleichsam als betrachte man sie durch ein umgekehr- für wahrscheinlich, daß dort die Kommunisten und Marxisten, die mit etwa 700 000 Stimmen rechnen, Wie bei den letzten Wahlen haben sich die Mar- x ist en Reuyorks, unter Leitung des Juden Rose, und die K o m m u n i st e n , deren Reuyorker Parteisekretär Israel Ämter heißt, hinter Roosevelt und die Kandidaten des New Deal gestellt. Zum der junge Oberstaatsanwalt D o w e y , der sich durch seine energische Bekämpfung der Verbrecherwelt in den Vereinigten Staaten einen Namen gemacht hat, die Mehrheit erhalten, so würde dies der Republikanischen Partei gewaltigen Auftrieb geben. Denn traditionsgemäß kommt der Gouverneur des Staates Neuyork in erster Linie als Präsidentschaftskandidat in Frage. zen Landes gilt dem Ergebnis im Staate Neuyork. Roosevelt selbst, wie auch der Parteivorsitzende der Demokraten, der Postminister Far- unb Geblelsführer Brandl wenden sich zu Beginn des Berufsweltkampfes mit nachstehendem Aufruf an alle Schaffenden des Gaues hesien- slung gerade jetzt für unser Volk von besonderer Bedeutung ist. Der Verufswettkampf umfaßt heute nach seinem sich jährlich steigernden Erfolg die Gemeinschaft aller Schaffenden — hier stehen Arbeiter, Bauern, Handwerker, Studenten — Lehrling? Geselle, Meister — Vetriebsführer und Gefolgschaftsmitglied nebeneinander, um ihre Kräfte im beruflichen Können zu messen. Wichtiger als aller Reichtum des Landes ist für unser Volk die Leistung und der Fleiß seiner Menschen. Wir erwarten von allen Berufstätigen, Erwachsenen wie von der Jugend in ihrer Beteiligung am Berufs- wettkampf den Beweis ihrer Pflichterfüllung dem ganzen Volke gegenüber." N e u y o r k, 8. Nov. (DNB.) Arn Dienstag schreiten in den Vereinigten Staaten 40 Millionen zu München, 7. Nov. (DNB.) Um auf einer Fahrt auf der jetzt fertiggestellten Reichsautobahn Berlin—München die Leistungsfähigkeit der neuen Verbindung erstmals zu beweisen, hat der Korpsführer des NSKK., Reichsleiter Hühnlein, am Montag ohne vorherige Ankündigung oder Benachrichtigung der Reichsautobahnstellen in einem Kraftwagen mit 5,4 Liter Motorinhalt eine Fahrt von der Reichshauptstadt in die Hauptstadt der Bewegung unternommen und dabei die Strecke vom Hotel ,Kaiserhof" in Berlin bis zum Odeons- Platz in München, die insgesamt 576 Kilometer beträgt, in genau vier Stunden 32 Minuten zurückgelegt. Der Korpsführer startete um 7 Uhr in Berlin am „Kaiserhof" und erreichte die Reichsautobahn um 7.25 Uhr. In der Zeit von drei Stunden und 57 Minuten legte er dann bte 527 Kilometer lange reine Reichsautobahnstrecke bis München-Dirnismaning zurück. Er traf am Endpunkt um 11.22 Uhr und am Odeonsplatz um 11.32 Uhr ein. Während der Fahrt wurde getankt, außerdem mehrmals die Wasserpumpe nachgezogen und eine Prüfung des Reifendrucks vorgenommen. Die einzelnen Etappen der Fahrt waren: 7.53 Uhr Überschreitung der Elbe, 8.08 Uhr Halle, 8.30 Uhr Naumburg, 9.30 Uhr Münchberg, 10.10 Uhr Lauf, 10.16 Uhr Nürnberg. 10.56 Uhr Ingolstadt und 11.09 Ubr Pfaffenhofen. Der Korpsführer, der die Fahrt zusammen mit Oberingenieur Winkelmann als Bealeiter unternommen hatte, will diese nicht als Rekordfahrt gewertet haben. Er will mit dieser Fahrt vielmehr hie Bedeutung der Reichsautobahnen beweisen, durch die diese beiden Städte des Reiches nun so eng zll- und seiner wirklichen Erscheinungsform mit allen Einzelheiten geben. Daneben gewinnt man durch sie Unterlagen für Vergleich und Ergänzung von örtlichen Abmessungen, man erkennt durch sie die Spuren vorgeschichtlicher Anlagen. Auch hierin offenbahrt sich das yeue Erlebnis der Welt von oben; sie gestattet uns bei Zuhilfenahme der Optik unsere Vorgeschichte einwandfrei zu erforschen. Die Luftbildkamera zeigt die Bodendenkmäler auf ganz andere Art und Weise, und zwar aus verschiedenen Ursachen. An den Stellen, wo vorgeschichtliche Bodendenkmäler, wie Befestigungen, Grabhügel, Feldgrenzen und Landwehren, noch über der Erde erhalten sind, gelingt bei schrägstehender Sonne durch die scharf ausgeprägte Schattenwir- kunq bei Senkrechtaufnahme ein ungemein plastisches Bilh des Zustandes dieser Denkmäler, so daß selbst niedrige Bodenerhebungen im schrägen Sonnenlicht durch 'ihre Schatten erstaunlich klar sichtbar werden. Das Luftbild macht aber auch die Bodendenkmaler wieder sichtbar, die von der Erde aus überhaupt nicht mehr zu sehen sind, weil ihre Erhebungen und Eintiefungen schon längst dem Ackerbau zum Opfer fielen. Auf dem Luftbild einer Heinen Befestigung aus der Eisenzeit in der Nähe von Salisbury erscheint ein unregelmäßiger dunHer Kreis, der dem heute gänzlich zugeschwemmten Graben dieser Befestigung entspricht, lieber diesem Graben wuchs das Korn, mit dem der Acker beftanben war, als die Aufnahme gemacht wurde, besser, weil dort der Boden tiefgründiger und fruchtbarer ist, infolgedessen nicht so schnell austrocknet wie an den Stellen, wo sich der natürliche Untergrund befindet; durch sein starkes Wachstum hatte er eine dunklere Färbung angenommen, die auf dem Lichtbild deutlich in die erstenmal ist auch die R a s s e n f r a g e in der Neu- yorker Wahlschlacht aufgetaucht. Lehman, La- guarbia unb anbere Jubenhäuptlinge wandten sich hitzig gegen eine „Flüsterkampagne", bei der bie alle Schaffenden die Aufforderung zur Teilnahme am Reichsberufswelikampf richten, so tun wir das, weil diese Maßnahme für die Steigerung der beruflichen Lei- Wer heute einen Flug mit dem Flugzeug ober eine Fahrt mit bem Luftschiff beschreiben soll, befindet sich in keiner sehr angenehmen Lage: Fahrten mit bem Zeppelin und Flüge mit dem Flugzeug sind schon so oft und auch schon so gut beschrieben worben, baß ihnen kaum noch etwas Neues abgewonnen werben kann. Die Erde sieht nun einmal von oben heute wie morgen gleich aus. Man darf davon überzeugt sein — es wird immer wieder so sein: ein gewaltiger grüner Klecks auf der Erde bedeutet einen Wald,' ein weißschillerndes breites Band ist ein Fluß, ein lehmig-gelbes schmales Band ist eine Eisenbahnlinie, auf dem ein schwarzes, winziges G-würm von Schnellzug mit bem Schatten bes Luftfahrzeugs Schritt zu halten sich müht. Das ungewohnte Blickfeld. Und boch ist Fliegen ober Luftschiffahren, überhaupt jebe Fortbewegung in ber Luft, ber uralte Traum der Menschheit seit eines Ikarus' Zeiten, ein neues Welterlebnis. Aus ber Höhe eines mit 300 Kilometer bahinrasenden Flugzeugs gewinnt das altbekannte Antlitz ber Erbe ein ganz anberes Aussehen, unb wenn man an Borb eines mit 135 Kilometer fast gemächlich bahinfahrenben Luftschiffes bie Erbe betrachtet, so stellt man überrascht fest, daß die Physiognomie wieder eine völlig andere geworden ist. Der im Luftschiff gegenüber bem Flugzeug wesentlich erweiterte Blickwinkel bes Betrachters und bie Möalichkeit, bie Erbe länger unb ungehin- berter betrachten zu können, schaffen dieses neue Welterlebnis, das jeden, auch den passioniertesten Flugzeugliebhaber, immer wieder in seinen Bann zieht. Wer denkt heute in Wirklichkeit noch daran, daß die Luft eigentlich nicht unser Element ist? Wer hat heute noch ein Gefühl dafür, daß das Fliegen eigentlich etwas Unerlaubtes ist, daß es bem Himmel abgetrotzt worden ist? Niemand hat heute noch solche Vorstellungen, wenn er ein Fluazeug befteiat, erst recht nicht, wenn er sich an Bord eines Luftschiff befindet. Fluazeug unb Luftschiff finb es ja auch, die dieses Gefühl nicht mehr wach werden, lassen: bas Feste im Raum für ben ßuftreifenben ist nicht die Erde, sondern das Flugzeua und das Luftschiff! Alles, was sich unter dem Beschauer befindet, ist lose, unstabil, in dauernder Beweaung; wie in einem Film rollt die Landschaft unter ihm ab. Man weiß, daß man sich an Bord eines Luftfahrzeugs aufhält, , Und sieht doch in jeder Sekunde, baß ber ruhende Vol einzig unb allein bas Flugzeug ober bas Lust- ■ schiff ist, nicht hie Erbe. D=3u« im Schneckentempo. Perspektive, die ihresgleichen nicht mehr findet. Man gewöhnt sich sehr schnell in der Luft an diese veränderten Verhältnisse! Man sieht schon recht bald, daß man Berge nicht mehr an ihrer Höbe erkennt, sondern nur noch an den geschlungenen Weaen, die auf sie binauffübren, oder an den lichten Schneisen, die durch ihren Baumbestand geschlagen sind. Man kann auch ganz genau erkennen, wo die Erde hinreichend mit Feuchtiakeit gesättigt ist und wo nicht. Auf einer weiten Wiese beispielsweise deuten bie dunkel gefärbten Stellen einwandfrei an, daß hier ein unterirdischer Wasserlauf vorhanden ist. Ein Wünschelrutengänger, ber bie Aufgabe hat, auf unbekanntem Gelänbe nach Wasser zu suchen, macht praktisch zuerst mal einen Flug über dieses Gebiet: ist iraenbmo Wasser vorhanben, so wirb die Sicht auf bie Erbe ihn unweigerlich erkennen lassen, wo er es zu sychen hat. 3m Oienfl her Forschung. In diesem Blick von oben herab, gewissermaßen durch bie Erboberfläche hinburch, liegt ja auch ber Wert ber Luftausnahme, bie ja unfern Augen hundertmal überlegen ist, für die Erforschung unserer Erdoberfläche. Die archäologische unb die Vorgeschichtsforschung sind ohne das Luftbild heute einfach undenkbar! Schon während des Krieges und auch in den nachfolgenden Jahren — man braucht nur an ben beutschen Archäologen Theobor Wiegand zu erinnern, der als erster Archäologe während des Krieges im südlichen Palästina Luftbildnern die Anweisung gab, während der Kampfpausen Ausnahmen der bedeutendsten Ruinen st ätten zu machen — sind Luftbildaufnahmen von privaten Gesellschaften bet Luftfahrt angefertigt worben. Später haben bann auf Grunb bes Erlasses bes Reichsluftfahrtministers vom 11. Februar 1937 Verbände ber Luftwaffe Luftaufnahmen von vorgeschichtlichen Bodendenkmälern durchgeführt, so in Schwaben, in Hessen, im Rheinland, in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg. Der Weg ber Luftaufnahmen archäologischer Bobenbenkmäler liegt vor allem barin, baß sie eine einzigartige Derbinbung ber kartographischen Aufnahmen bes Bodendenkmals greifender Verbesserung ber Straßen noch m i t einer 8 - bis 9 = ftü n b i g e n Fahrt. Bei der Reise des Korpsführers war auf einer Gesamtstrecke von 200 Kilometer starker Nebel anzutreffen, z.B. in ber Gegend von Nürnberg und Ingolstadt. Bei ber Abfahrt in Berlin regnete es sogar. Wesentlich ist auch, daß sich Korpsführer Hühnlein auf feiner Fahrt selbstverständlich ft r e n g an bie Verkehrsvorschriften gehalten hat unb baß nirgendwo eine Absperrung ber Straße zur schnelleren Durchfahrt angeordnet war. Aus der ganzen Fahrt wurde eine der Stärke be,s Wagens entsprechende normale Durchschnittsgeschwindigkeit eingehallen. Gegenüber einer Flugzeit Berlin—München von rund 2V2 Stunden hat der Wagen bes Korpsführers Hühnlein zu ber 576 Kilometer langen Strecke 4V2 Stunben benötigt, während der Fernschnellzug eine Fahrzeit von 7V2 Stunden benötigt. Dabei sind in die 4V2 Stunden Autoreifezeit 2 5 Minuten Auf enthalt für Tanken, Nachziehen der Wasserpumpe und kurze Kaffeepause bereits eingerechnet. Die Fahrt wurde mit einem serienmäßigen Sportwagen (Mercedes-Kompressor Type 564/K 5,4 Liters ausgeführt. Zu berücksichtigen ist auch, daß die Reichsautobahn zwischen Eichstätt und Ingolstadt sowie bei Banreuth und bei Halle im Augenblick stellenweise noch eingleisig ist, so daß also nach ber endgültigen Fertigstellung der Reichsautobahn mit einem noch schnelleren Fahrttempo gerechnet werden kann. Erscheinung tritt. . Wichtig ist dabei für den Archäologen auch, m 11 welcher Feldsrucht ber Acker bestellt ist. Günstige Pflanzen, wie Gerste, Hafer unb Roggen, wirken auf ben Boben so wie bie Entwicklerflussigkeit auf bie belichtete photographische Platte. Rüben ba- geaen finb gegen die verschiebenen Untergrunbver- hältnisse weitgehend unempfindlich. Auch alte Straßen unb Ackereinteilungen werben aus ber Lull unb durch bas Lichtbild sichtbar. So kann man beispielsweise auf einem Flug von Brüssel nach Köln unter bem heutigen Ackersystem auf weite Strecken ältere F elb e re i n t e i lu n a e n erkennen, und zwar wirb dieses ältere Feldersnstem baburch k-nnt- lich, baß im ungepflügten ober frisch bestellten Acker die aus hellerem Boden bestehenden (Erbwälle ober Felbgrenzen als Helle Limen sichtbar werben. u W. Roßmann. Oie Offiziere des Beurlaubtensiandes. Das Oberkommando der Wehrmacht hat kürzlich für das Offizierskorps des Beurlaubtenstandes eine neue, einheitliche Regelung über bie Ergänzung unb bie befonberen Verhältwsse ber Offiziere bes Beurlaubtenstcmbes getroffen. Danach ergänzen sich bie Reserveoffiziere aus Reserveoffiziersanwärtern, aus Portepee-Unteroffi- zieren, die nach mindestens zwölfjähriger Dienstzeit ehrenvoll aus bem aktivem Wehrbienst ausscheiben, und aus aktiven Offizieren, bie zur Reserve über» geführt werben. Die L a n d w e h r 0 f f i z 1 e,r e werben aus übergeführten aktiven Offizieren unb Reserveoffizieren ergänzt, sowie aus Dortepee-Unter- offizieren. bie nach mindestens zwölfjähriger Dienstzeit aus bem aktiven Wehrbienst entlassen sind, ben Bestimmungen für bie Aufnahme in das Offizierskorps d. B. entsprechen, aber wegen ihres Lebensalters nicht mehr für bie Reserve in Frage kommen. Zu Reserveoffiziersanwärtern werben Solbaten ernannt, bie sich während ihrer aktiven Dienstzeit als geeianet zur Ausbilbung zum Reserveoffizier erwiesen haben. Der erfolgreiche Abschluß einer höheren Schulbilbung ist nicht erfor- berlich, bageaen ist vor ber Ernennung zum Reserveoffiziersanwärter der Nachweis der Abstammung von deutschen ober artoerwanbten Bluts zu erbrin- aen, erforderlichenfalls auch für bie Ehefrau ober Braut. Zur Wahl als Reserveoffizier dürfen nur solche Anwärter gestellt werden, die den ■ Dienstgrad eines Feldwebels ober einen entsprechenden Dienstgrab bekleiben. Im übrigen bestehen in den einzelnen Wehrmachtsteilen noch besonbere Be- , ftinunungen. Der Weg zum Offizier b. B. steht je- : dem Wehrpflichtigen offen, ber als Soldat in ber । Wehrmacht bient ober gebient hat und ehrenvoll aus , bem aktiven Wehrbienst ausgeschieben ist. Entschei- * benb finb Führereiaenschaften, webrbienstliche Lei- : stung unb charakterliche Eignung, ©eorbnete wirt» 1 schastliche Verhältnisse werben vorausgesetzt. Die ■ Anwärter müssen völlig auf dem Boben bes natio» ; nalsozialistischen Staates stehen. Aber diese Verkleinerung allein würbe nicht reichen, um bie eigenartige Schönheit ber vom Luftfahrzeug aus gesehenen Landschaft hervorzurufen. Die Geschwindigkeit, mit der sich auf ber Erde alles fortbewegt, unterliegt ebenfalls bem Gesetz der Verkleinerung, das heißt: ein Eisenbahnzug, ber mit 80 Kilometer Stundengeschwinbigkeit burch bie Ge-- genö braust, ober ein Auto, bas sich aus staubiger Lanbstraße vorwürtsguält, scheinen wie Schnecken vorwärtszukriechen. So kommt die Zeitlupenaufnahme zur Verkleinerung, und beibes zusammen ergibt jene unvorstellbare Schönheit der Landschaft, die nur mit ber verzauberten Welt ber Liliputs verglichen werben kann. Da aber ber Beschauer aus der Luft immer die wirklichen Größenverhältnisse der dort unten verkleinert wirkenden Dinge gegenwärtig hat und sich immer wieder dabei ertappt, daß er Untersuchunaen anstellt unb das mikroskopische Maß mit ber Wirklichkeit vergleicht, so erscheint bie aus. der Höhe ohne jebe Begrenzung bes Blickfelds wie auf einem Tablett ball egende Welt in einer elt von oben Umkehrung der Begriffe. — Zeitluvenaufnabme und Verkleinerung. Erkennung vorgeschichtlicher Anlagen. vermeiden. , _ . 1936 fanden die amerikanischen Wahlen im Zeichen einer stramm aufwärts gerichteten Kvniunktur statt; heute ist das amerikanisch- Wirtschaftsbild wesentlich anders: Die Zahl der Arbeitslosen und besonders auch der Kurzarbeiter hat enorm zugenom- men; die Weizen- unb Daumwollfarmer sitzen auf ihren Vorräten fest. Die Bundesregierung hat große Krebste auf diese im Augenblick unverkäuflichen Vorräte gewährt. Ohne diese Darlehen wären die Preise für diese Staoelprodukte ins Bodenlose gestürzt. Aber selbstverständlich konnten den Farmern nicht Darlehen im Werte der Hochkoniunkturpreise gewährt werben, unb so ist denn auch in diesen Kreisen eine heftige Meckerei weit verbreitet. Schließlich beginnen die Vereinigten Staaten erst mit der Einführung einer Sozialversicherung. Unb inzwischen kommt aus den älteren Jahrgängen ber Bevölkerung bie Forderung nach ausreichenber Altersversicherung, etwa gekleibet in ein Schlagwort wie dieses: „Spiegeleier auf Speck für jeden 60sährigen." Die gewerblichen Kreise, von ber Großindustrie angegangen bis in bas Heine Büraertum. können sich aber von bem alten Jbeal des „Herrn im eigenen Haus" nicht trennen unb leaen jebem sozialen Fortschritt Hemmungen in den Weg. Unter solchen Umständen zieht Roosevelt alle Wahlregister, um einen „a u t e n" Kongreß zu erhalten. Den Kongreß bilden Repräsentantenhaus und Senat zusammen. Er und seine Kabinettsminister sind nicht sonderlich wählerisch in den Mitteln, sie suchen ben noch immer fortwirkenden Radikalismus mobilzumachen, den bie Pioniere der amerikanischen KoloUifatioN mit sich brachten, als sie Europas Staub von- ihren Schuhen schüttelten. Der Durchschnitt ber Amerikaner ist naiv unb leichtgläubig. Also werden ihm die „D i k t a t u r e n" als Schreckgespenster vorgeführt, wobei aber bie gerissenen Wahlmacher um Roosevelt auch noch anbere Aepfel in den Bratofen bes aufgepeitschten Chauvinismus ber sich hier bie Maske der Humanität vor- binbet, 'mit klugem Dorbebacht hineinschieben. So werden ungeheure Rüstungsforberungen dem amerikanischen Wähler schmackhaft gemacht und aus ber anberen Seite wirb an die englische unb französische Regierung bas breifte Ansinnen gestellt, einen wesentlichen Teil ihrer Besitzungen im .mittel- amerikanischen Jpselarchipel abzutreten bannt dort amerikanische Fldtten- unb Luftstutzpunkte Errichtet werben können Die Rechtfertigung wirb m einer „faschistischen Gefahr" gesucht, von ber behauptet wird, daß sie Nord- unb Sübamenka gleichermaßen unmittelbar bebrohe. Die närrischen Panikszenen in Stadt unb Staat Neuyork bei einem Runbllmk-Hor- fpiel über bie Ankunft eines Weltraumschiffes nut Tobesstrahlen auf bem amerikanischen Kontinent geben eine Vorstellung von ber Verrücktheit, in bie bie amerikanische Bevölkerung burch eine pyan- tastische Wahlmache hineingetrieben ist. Em weiterer Bratapfel ber amerikanischen Wahlvropaganba fft ber Versuch, bie sübamerikanischen Staaten, besonders Brasilien, mit bem Schreckgespenst der „fa- schistilchen" Gefahr in bie Hürbe ber ^nanzhvanen von Wallstreet hineinzutreiben. Diese tolle Karikatur einer kapitalistisch zerfetzten Demokratie, die zu einem wahrhaften sozialen Reformwerk weber abig noch willig ist, vollzieht sich im Namen der „Men- schenrechte" unb bes bemokratischen Eigenlobs^ 3n 47i Stunden von Berlin nach München Eine Fahrt des Korpsführers Sünlein zeigt die Leistungsfähigkeit der Beichsautobahn. Am 8. November wählen bie Vereinigten Staa- 1 ten bas Repräsentantenhaus neu unb ein Drittel , bes Senats; außerbem werben in zahlreichen ber I 48 Bunbesstaaten neue Volksvertretungen gewählt, i Der ganze Wahlakt ist außerordentlich kompliziert, | ba bie verschiedenen Bunbesstaaten verfchiebene ! Wahlrechte haben, die vielfach, besonders im Süden, i darauf hinauslaufen, die Neger vom Wahlrecht auszuschließen. Auf die Einzelheiten dieser verschiedenen Wahlrechte hier einzugehen, überschrettet den Rahmen. Wir hallen nur fest, daß das Repräsentantenhaus aus 534 auf zwei Jahre gewählten Vertretern bes Volkes besteht, während der Senat ekn Staatenhaus ist, in bas jeder Bundesstaat zwei Senatoren entsenbet; bie Senatoren werben auf sechs Jahre gewühlt, alle zwei Jahre wird em Drittel bes Senates neu ergänzt. 23ei ben letzten Wahlen im Jahre 1936, bie mit ber Wiederwahl bes Präsidenten Franklin Roosevelt zusammensielen, ereignete sich em „Bergrutsch". Entgegen den Prophezeiungen ber Presse fanben bie sozialwirtschaftlichen Reformversuche bes Bundespräsidenten Franklin Roosevelt in ber Wählerschaft Billigung — ein beutliches Zeichen, daß bie soziale Frage auch in den Vereinigten Staaten aktuell geworben war, nachbem Amerika seinen Charakter als Kolvniallanb verloren hat. Die Wahlen brachten also ber bemokratischen Partei Roosevelts einen überwältigenben Sieg, während die Republikaner, deren letzter Repräsentant auf dem Prüsiden- lenstuhl Hoover gewesen mar, eine schwere Nieber- lage erlitten. Aber Franklin Roosevelt würbe feines Sieges niemals von Herzen froh. Die Probleme, bie früher in dem Wiberspiel zwischen Republikaner unb Demokraten ausgetragen würben, traten nun innerhalb der allmächtig gewordenen bemokratischen Partei auf unb lähmten ihre Schlagkraft. Roosevelt hat alle Register gezogen, um in ber Partei die feste Führung an sich zu reißen; er hat auch Teilerfolge erzielt, aber erst in ben letzten Monaten hat sein Versuch, eingeschworene persönliche Anhänger bei ber Aufstellung ber Kanbidaten für bie am 8. November ftattfinbenben Wahlen in den Vordergrund zu rücken, mit einer empfindlichen persönlichen Schlappe geendet. Der eigentliche Beherrscher ber demokratischen Parteimaschine, Farley, der als Postminister im Kabinett Roosevelt sitzt, hat schließlich die vom Präsidenten abgelehnten Kandidaten anerkennen müssen, um unabhängige Kandibaturen unb damit bie Gefahr einer Parteizersplitterung zu 3e mehr Licht, desto wohler fühlt sich der Mensch. Licht ist jetzt billig. Sine ro-Watt-Osram-MLampe gibt doppelt soviel Licht wie eine L5-Watt-Lampe, eine ivo-Watt-W-Lampe mehr als S mal soviel Licht be! nur fachem Stromverbrauch l e y, haben hier in ben Wahlkampf aktiv eingegriffen. Sollte ber republikanische Gegenkanbidat bes bisheriges: bemokratischen Gouverneurs Lehman, Agrement und Agreement. Wir lasen jetzt im Zusammenhang mit dem französischen Botschafterwechsel in Berlin, die Reichsregierung habe das „Agrement" zur Ernennung Coulondres erteilt. Dieser Ausdruck aus der internationalen Diplomatensprache bedeutet Z u • stimmung. Jede Regierung, bei der ein fremder Staatsoertreter beglaubigt werden soll, hat nämlich das Recht, ihre Zustimmung zu verweigern, wenn die von dem fremden Staat für den Botschafter- oder Gesandtenposten ausgewählte Persönlichkeit ihr aus bestimmten Gründen unerwünscht ist; der Sprache- gebrauch kennt für solche Fälle den Ausdruck „persona ingrata“, eine unerwünschte oder nicht gern gesehene Person. Um nun die Ablehnung eines Botschafters oder Gesandten durch den Empfangsstaat von vornherein zu vermeiden, ist es üblich, daß der ernennende Staat rechtzeitig bei der betreffenden Regierung a n f r a g t. Die Wahl erfolgt ohnehin fast immer so, daß dem Empfangsstaat die Möglichkeit der Zustimmung gegeben ist. Die Fälle der Ablehnung sind sehr selten. Nicht zu verwechseln mit diesem Wort agrement ist der Begriff „agree- ment“, der aus dem Englischen kommt unv Uebereinkunft bedeutet. Man^ versteht unter einem agreement im allgemeinen zwischenstaatliche Abmachungen, die nicht die feierliche Form von Verträgen oder Pakten haben, sondern bis zu einem gewissen Grade formlos sind und auch nicht durch di« beiderseitigen Parlamente ratifiziert zu werben brauchen. Der erweiterte Ausdruck „gentle- men-agreement“ bedeutet eine zwar nur mündliche, aber gleichwohl rechtsgültige und bindende Abmachung zwischen zwei oder mehreren Vertretern verschiedener Regierungen. Kunst und Wissenschaft. Lyrik-Preis der „Dome". Der Lyrik-Preis der „Dame", der in diesem Jahre zum fünften Male vergeben wurde, ist in Höhe von 1000. Mark einem Gedicht von Gotthard de Beauclair zugesprochen worden.“Der Preisträger entstammt einer seit 1780 in Darmstadt ansässigen Hugenottenfamilie. Fünf weitere Preise zu je 200 Mark entfielen auf Arthur Fischer- Col- b r i e , Herta G r a n d t, Hermann K a s a k, Gustav Le ute ritz und Hermann Sendelbach. Weit über 10 000 Gedichte standen zur Wahl. Siebenbürgener Forscher erhält den Prinz-Eugen-Preis. Die Wiener Universität verlieh am Samstag dem Direktor des Brukenthal-Museums in Hermannstadt, Dr. Rudolf Sp e k, den Prinz-Eugen- Preis. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Professor Has finger, gedachte in seiner Festrede der hanseatischen Familie, die vor einigen Jahren eine Stiftung für kulturelle Leistungen in den Grenzgauen des deutschen Volkes und seiner Sprachinseln gemacht hat. Nach dem Stiftungsbrief obliege sieben deutschen Universitäten — darunter auch Wien — die Aufgabe, das kulturelle Leben ihres Grenzgaues zu verfolgen und auf Grund dessen einen Preisträger zu wählen. Die Wiener Universität habe für den Preis den Namen Prinz Eugens gewählt, des Mannes, der die Voraussetzung für die friedliche Aufbauarbeit der Schwaben, Franken und Bayern im Südost-Donauraum geschaffen habe. Ehrenvolle Berufung eines deutschen Arztes nach Italien. Dieser Tage erhielt der seit Jahren in der Heilstätte für lungenkranke Kinder in Wangen (Allgäu) tätige Oberarzt Dr. med. Reiner Müller eine ehrenvolle Berufung an das Folanini-Jnstitut bei Rom, das Italiens modernstes Krankenhaus und das größte Tuberkulose-Krankenhaus der Welt ist. Es steht unter Leitung des Leibarztes des Königs von Italien und des Duce Professor Dr. M o r e l l i. Dr. Müller ist in Fachkreisen mit einigen wichtigen aus der Heilstätte im Allgäu stammenden Arbeiten hervorgetreten. Er hat die Berufung angenommen. Aus aller Wett. Oie Brandkatastrophe in Oslo. Die Osloer Blätter berichten, teilweise mit Trauerrand auf dein Titelblatt und mit zahlreichen Bildern der Stätte des grauenvollen Geschehens, seitenlang über die Brandkatastrophe. Aus der Familie des jungen Inhabers des photographischen Ateliers, Per B r a n d st r u p, der in der Schreckensnacht zugleich mit dem 40jährigen Jubiläum des Geschäfts seinen 21. Geburtstag und die offizielle Geschäftsübernahme feierte, sind, wie jetzt feststeht, insgesamt 11 Mitglieder verbrannt. Unter ihnen befindet sich die frühere Sängerin Karen Brand- st r u p, die mehrere Jahre in Berlin studierte. Ein alter Mann, der neben dem Atelier wohnte, wurde durch das ängstliche Bellen des Hundes geweckt, so daß er sich noch im letzten Augenblick retten konnte. Der Hund lief in die brennende Wohnung zurück und kam in den Flammen um. Ueber die Ursache des Brandes herrscht noch keine Klarheit. Eine Vermutung geht dahin, daß die Festgesellschaft vor dem Auseinandergehen photographiert werden sollte und hierzu im Ätelierzimmer vor der geschlossenen Ausgangstür Aufstellung genommen hatte. Man nimmt'an, daß Magnesium zur Belichtung verwendet wurde und die Flamme die leicht brennbare Ausschmückung entzündet hat. Der Brand hat sich dann vermutlich an dem in dem Raum lagernden Material, darunter 10 000 Negative und Celluloid-Filme, explosioartig entwickelt. * Der deutsche Gesandte in Oslo hat dem norwegischen Minister des Aeußern seine Teilnahme an dem großen Brandunglück, dem so viele Menschenleben zum Opfer gefallen sind, ausgesprochen. Erdbeben in Men. Am Dienstag wurde in Wien und Umgebung zwischen 4 und 5 Uhr früh ein kräftiges Nah- beben wahrgenommen. Der Hauptstoß erfolgte um 4.12 Uhr, weitere schwächere Nachstöße konnten noch um 4.24 Uhr und 4.23 Uhr bemerkt werden. Soweit sich bisher überblicken läßt, wurde kein Sachschaden von Belang verursacht. Immerhin hatten die Erschütterungen, das Rütteln der Türen und Klirren der Fenster fast ganz Wien aufgeweckt, und die Sorge vor größeren Auswirkungen hatte viele Bewohner veranlaßt, bei Polizei, Feuerwehr und anderen Stellen Ratschläge für ihr Verhalten einzuholen. Ein eingestürzter Kamin, herabgefallene Bilder, stehengebliebene Uhren und der Schreck der Wiener blieben jedoch glücklicherweise die einzigen bisher festgestellten Folgen des Erdbebens. Der Herd des Bebens konnte noch nicht festgestellt werden, er dürfte in der nächsten Nähe Wiens liegen. Marseiller Gangsters wieder an der Arbeit. Die Marseiller Banditen, die in der letzten Zeit durch dreiste Ueberfälle auf Züge und Kassenboten von sich reden machten und auch während der Brandkatastrophe erfolgreich ihrem ..Gewerbe" nachgingen, raubten jetzt inmitten der Stadt einen großen Lastwagen der Nationalen Eisenbahngesellschaft. Der Lastkraftwagen enthielt in erster Linie Säcke mit Silberdrähten und Pakete mit Wertpapieren, die für zwei große Marseiller Kreditunternehmungen bestimmt waren. Der genaue Wert der Säcke konnte noch nicht festgestellt werden. Der Raub wurde durch vier schwerbewaffnete Gangsters verübt. Der Lastwagen wurde schließlich völlig ausgeplündert wiedergefunden. Der Sprung in den kleinen Bell. Wie jetzt festgestellt wurde, litt der Führer des Blitzzuges „Mittel-Jüte", der sich, rote gemeldet, in der vergangenen Woche in den Kleinen Belt stürzte, nachdem er seinen Zug auf der Brücke zum Halten gebracht hatte, seit längerer Zeit an einer Krank- heit, die ihm zeitweise unerträgliche Schnurzen bereitete. Wahrscheinlich hatten ihn diese Schmerzen wieder überfallen und zu dem Entschluß getrieben, seinem Leben ein Ende zu bereiten. — Da die Frage aufgetaucht war, ob ein plötzlicher Ausfall des Zugführers den Motorblitzzug gefährden könne, wurde von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß — wie auch in anderen Ländern — stets ein Reserveführer mitsahre und ferner der Fahrer, um den Zug in Bewegung zu halten, mit seinem Fuß aus einem Knopf stehe. Werde der Fuß heruntergenommen, bleibe der Zug sofort automatisch stehen. Die größten Diamanten der Well. Der viertgrößte Diamant der Welt, der kürzlich in Minas Geraes in Brasilien gefunden und nach dem. Präsidenten der brasilianischen Republik „Präsident Vargas" genannt wurde, wird in nächster Zeit in England zum Verkauf angeboten werden. Der Stein war von einer holländischen Firma für eine Million Gulden (rund 1,3 Millionen Mark) erworben und in Amsterdam geschliffen worden. Mit seinen 600 Karat Gewicht stellt „Präsident Vargas" den derzeit viertgrößten Diamanten der Welt dar. Del; größte Diamant der Welt ist der „Cullinan", der, bevor er geschliffen wurde, ein Gewicht von 3025 Karat hatte. Er wurde in Transvaal gefunden und im Jahre 1907 König Eduard VII. zum Geschenk gemacht. Bei der Krönung König Georgs V. zierte das Schmuckstück die Königskrone. Auch der zweitgrößte Diamant der Welt, der „Excelsior" (969 Karat), wurde in Hol- ländisch-Südafrika aufgefunden. Auch -er befindet sich im Kronschatz von England. An dritter Stelle rangiert der „Kohinoor" mit einem Gewicht von 800 Karat Auch er gehört dem britischen Kronschatz an, seitdem er Ende des vorigen Jahrhunderts Königin Viktoria überreicht wurde. Internationales Schachlurnier in Amsterdam. Beim internationalen Schachturnier in Amsterdam wurde die abgebrochene Partie Flohr gegen E a p a b l a n c a auf Vorschlag Flohrs remis gegeben. Nunmehr richtet sich die Hauptaufmerksamkeit auf die ebenfalls abgebrochene Partie des Weltmeisters Aljechin gegen^ den Amerikaner Reshevsky. Die beiden Gegner spielten sehr hartnäckig und überlegt weiter. Aljechin konnte jedoch den Vorteil seines Bauernoorsprungs nicht weiter ausbauen und bot nach dem 60. Zug remis an. Der Stand nach der ersten Runde ist folgender: kl. Fine (USA.) 1 Punkt; 2. bis 7. Euwe, K e r e s (Estland), Aljechin (Frankreich), Flohe (Tschecho-Slowakei), Capablanca (Kuba), Reshevsky (USA.), je % Punkt; 8. Botwin» nik (Sowjetrußland) 0 Punkte. Banbitenüberfaü auf ein polnisches Postamt fordert zwei Todesopfer. Auf ein Postamt in der Siedlung Gaje bei Lemberg wurde ein Raubüberfall verübt, der zwei Menschenleben forderte. In den späten Abendstunden kamen zwei elegant aussehende Herren zum Postamt und baten die diensttuende Beamtin, einen versiegelten Bries zur Aufbewahrung zu Übernehmen. Als die Beamtin sich aus dem Schalter beugte, eröffneten die Unbekannten aus blitzschnell hervorgezogenen Revolvern ein Schnellfeuer auf die Frau, die tödlich getroffen zu Boden sank. Die Banditen versuchten die Kasse zu plündern, wurden jedoch durch einen Polizisten, den die Schüsse alarmiert hatten, gestört. Ehe der Beamte von seiner Waffe Gebrauch machen konnte, überschütteten die Räuber ihn mit einem Kugelhagel. Er war auf der Stelle t o t. Den Mördern gelang es unerkannt zu entkommen. Der Ueberfall hat in Lemberg größte Erregung hervsrgerufen, um so mehr, als sich in dem Gebäude ein Polizeiposten befindet. Die Polizei hat sofort eine energische Verfolgung der Täter eingeleitet. Wasserhose fordert 13 Todesopfer in Marokko. Die marokkanische Ortschaft Ben Ahmed, 80 Kilometer von Casablanca, wurde durch eine Wasserhose verwüstet. 13 Einwohner, deren Hütten von den Fluten davongetragen wurden, kamen ums Leben. Ueberdies wurden starke Ueberschwemmun- gen festgestellt, die schwere Sachschäden verursachten. Wetterbericht Deutschland liegt noch immer am Nordrande eines Hochdruckgebietes und im Zusuhrbereich feuchtmilder Meeresluft. Die Temperaturen liegen daher auch bei uns beträchtlich über dem jahreszeitlichen Durchschnitt. Doch herrscht in den Niederungen neblig-trübes Wetter vor. Strichweise kam es auch zu geringfügigen Regen. Die Großwetterlage wird sich vorerst nur wenig ändern. Vorhersage für Mittwoch: Vielfach Nebel oder Hochnebel, doch zeitweise auch aufhei- ternd, höchstens vereinzelt geringfügiger Regen, mild, meist südliche Winde. Lufttemperaturen am 7. November: mittags 10,8 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 8. November: morgens 8,4 Grad. Maximum 13,1 Grad, Minimum heute nacht 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. November: abends 10,5 Grad; am 8. November: morgens 9,3 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein-. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. 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November 1938,14.45 Uhr, in der Oberrealschule Grünberg. Mitglieder aus Grünberg und Umgebung, die teilnehrnen wollen und ihre Anmeldung noch nicht abgegeben haben, haben sich unverzüglich bei unserer Geschäftsstelle avzumelden. Auch für den Gießener Kurs, der ebenfalls in aller Kürze beginnt, werden noch Anmeldungen bis spätestens 12. d. M. entgegengenvmmen. Dor allem den Inhabern kleinerer Einzelhandelsbetriebe wird dringend empfohlen, an diesen Arbeitsgemeinschaften im Hinblick auf die Duchführungs- pflicht ab 1. 1. 1939 teilzunehmen. 71 gzv Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Kreisgruppe Gießen- Gießen, Lonhstraße 7 -^044/ sind rostfreie Bestecke! Ohne Putzen, ohne Schmirgeln sind die rostfreien Bestecke immer blank. Sie werden einfach nur im warmen Wasser abgewaschen. Lassen Sie sich diese Bestecke mit den guten Solinger Klingen mal zeigen bei BJ.B. 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November 1YZ8 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 262 Zweites Blatt | Fahnen heraus zum y.Aovember Originelle Gasthausschilder die SA.-Slandarte 116. r.k. Wirksam 2 Stamm 1/116. herrlich erfrischend, verhindert den Ansatz des gefürchteten Zahnsteins. Stoße Tube 40 *BL, klein« Tube 25 Ein zweites und in gleicher Weise originelles Schild grüßt den Gast am Hause „Laubacher Wald". In hübscher Anordnung zeigt sich dieses Aushängeschild, das eigentlich nur ein Laternenträger ist. Auch hier ist eine Fülle ansprechender Motive vereinigt. Der Jäger mit dem kecken Hütchen, der die in ihren Formen reizvolle Laterne hält, die Eichenäste mit ihren Blättern, der Kuckuck, die Flinte des Jägers und das Waldhorn, das alles vereinigt ich hier in schöner und sinnvoller Weise. Die beiden Aushängeschilder sind aus der Werkstatt des Schmiedemeisters Kopp in Laubach hervorgegangen. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Durchwandelte sacht In der Nacht, in der Nacht, Das Tor mit dem gotischen Bogen." Dornoliren. Tageskalender für Dienstag. gischen Klinik verstarb. Die polizeilichen Ermittlungen über die Schuldfrage sind im Gange. BOM -Mävel kommen zur Zugendgruppe der NG.-Frauenschoff. gfs. Am Sonntagvormittag wurden die aus dem BDM. ausscheidenden Mädchen in die Jugendgruppe der NS.-Frauenschaft übernommen. Die Feier fand in dem mit Blumen und Fahnen ge- chmückten Saal des Hotel Schütz statt. Dem Ernst des bedeutungsvollen Schrittes, den diese jungen Mädchen nun unternahmen, entsprach die Gestaltung der Feier. Sie wurde eröffnet durch eine Triosonate voy Corelli für Klavier und zwei Violinen. Nach einem gemeinsamen und einem Lied der Jugendgruppe verabschiedete die stellvertretende BDM.-Führerin ihre Mädels. Sie berichtete, kurz über die Arbeit der Abteilung „Glaube und Schönheit" und erklärte, daß dort jedes Mädchen die seiner Befähigung entsprechende Beschäftigung gefunden habe. Dann begrüßte die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede die übernommenen Mädchen als Kameradinnen. Sie erklärte, daß im BDM. Dolks- und Kulturgeschichte des Ostens an der Universitär Marburg, Dr. phil. Johannes Nobel, ist ' inm Ebrenmitalied der International Academv ot Unter den mancherlei Sehenswürdigkeiten des Städtchens L a u b a ch und der Umgebung befinden sich auch kleinere, aber nicht weniger interessante Dinge, die einige Aufmerksamkeit verdienen. Neben dem schönen Brunnen in La u b ach, neben alten Fachwerkbauten findet man an einem der schönsten und ältesten Fachwerkhäuser, am Haus „Zur Eule", ein Gasthausschild, das durch feine schone und originelle Gestaltung auffällt. Es handelt sich um das Aushängeschild der Gastwirtschaft und Bäckerei „Zur Eule", das in feiner Anordnung alles enthält, was es für das Haus auszudrücken gilt. So findet man in diesem Aushängeschild nicht nur die Hochschulnachnchien. Der ordentliche Professor für Indische Philologie Große Feierstunde der NSDAP. Am Mittwoch, 9. November 1938, gedenkt Grohdeutschland der Gefallenen des Jahres 1923. InGietzen veranstaltet die NSDAP, an diesem Tag eine Jeierstunde für die Toten der Bewegung um 20.30 Uhr in der Volkshalle. Es spricht: der Kreisleiier. Die Bevölkerung Gießens und die Volksgenossen aus Wieseck und Klein-Linden find hierzu herzlich eingeladen. Eintritt frei! Saalöffnung 19.30 Uhr. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. am Kugelberg an. Die Ehrengefolgschaft stellt die Gefolgschaft 11/116. Anzug: Winteruniform ohne Mantel. Von der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor für physiologische Chemie an der Universität Gießen, Dr. Robert Feul - gen, ist von der Kaiser!. Leopold. Carolin. Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle in Anerkennung seiner hervorragenden Forschungen auf dem Gebiete der Nucleinsäure und verwandter Verbindungen und insbesondere auch der Phosphatide zu ihrem Mitglied ernannt worden._________________ Die Bevölkerung Gießens und darüber hinaus des gesamten Kreises Wetterau wird gebeten, an- läßlich des 9. Novembers 13 o U m a ff zu flaggen. Backhaus, Kreisleiter. Aufruf! An alle EA.-Lportabzeichenträgcr. Gemäß Verfügung des Stabschefs SA. Luhe haben sämtliche SA.-Sportabzeichenlräger an den örtlichen Veranstaltungen des 9.11.1936 teilzunehmen. Die Teilnahme zählt als 3. Wiederholungsübung für das Jahr 1938. 3m einzelnen wird hierzu folgendes angeordnet: Sämtliche SA.-Sportabzeichenlräger des Standortes Gießen, die nicht der SA., NSKK.» NSFK.. H3. und Polizei angehören, treten am 9. 11. 1938 um 19.20 Ahr auf dem Hofe der Standarte 116, Senckenbergftraße, an. Zur Kontrolle ist das Lei- ftungsbuch und Vefihzeugnis mitzubringen. Das große SA.-Sportabzeichen ist zu dieser Veranstaltung anzulegen. Die SA.-Sportabzeichenlräger außerhalb des Slandorles Gießen haben an den örtlichen Veranstaltungen, d. h. bei den für sie zuständigen Stürmen teilzunehmen. Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz hatte viele Abenteuer hinter sich, als er im Sommer 1883 in einer Bucht Südwestafrikas vor Anker aina. Das väterliche Tabakgroßhandelshaus war schon dem Zwanzigjährigen zu .eng gewesen. Abenteuerlust trieb ihn nach Mexiko. Er wurde Cowboy und betätigte sich als Pferde- und Maul- tierzüchter. Schließlich kehrte er zwar ohne Geld, dafür aber mit vielen Erfahrungen nach Bremen zurück. 1881 starb der Vater und Adolf übernahm die Leitung des Geschäfts. Als einer der ersten gründete er in Südwestafrika eine Far- torei. Dann drohte das Tabakmonopol, und Lu-- deritz ließ in der Bucht von Angra Pequena Landaufkäufe vornehmen. Aber die ausländische Konkurrenz machte ihm viel zu schaffen. Er forderte von der Regierung Schutz für die deutschen Handeksgebiete in Uebersee. Bismarck empfing ihn in der Wilhelmstraße, und am 24. April 1884 sandte dann der Reichskanzler an den deutschen Konsul in Kapstadt das historische Telegramm. „Nach Mitteilungen des Herrn Lüderitz zweifeln die Kolonialbehörden, ob seine Erwerbungen nördlich vom Oranjefluß auf deutschen Schutz Anspruch haben. Sie wollen amtlich erklären, daß er und seine Niederlassungen unter dem Schutz des Reiches stehen. Bismarck." . „ Mit diesem Telegramm begann die osfizieue deutsche Kolonialpolitik, die bis dahm in den privaten Erwerbungen hanseatischer Handelshäuser ihre Vorläufer hatte. _ , Es war also anfangs der achtziger Jahre, ms Lüderitz mit feiner Brigg „Tilly in der Bucht von Lagos landete. Damals kreuzten bemerkenswert viele Schiffe im Südatlantik. Es waren solide Schiffe in gefechtsmäßigem Zustand. Und wenn es nötig fein füllte, dann würden diefe Kanonen auch losgehen. Die Welt erlebte den beispiellosen Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Ein Sommernachtstraum". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Schatten über St. Pauli". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schuberts Unvollendete Symphonie". Zum letztenmal „Ein Sommernachtstraum". Heute abend findet die letzte Aufführung des großen Eröffnungserfolges dieser Spielzeit „Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare statt. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Musik Leitung: Heinz Markwckrdt. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 6. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. Probleme der musikalischen Volksbildung. Beethovens sämtliche Violin-So na - t e n werden diesen Winter im Rahmen der Vorträge gespielt, die Prof. Temesvary unter dem Titel „Probleme der musikalischen Volksbildung" in der Universität hält. Ausführende sind die Herren Konzertmeister Ewald L a s s e n und Kapellmeister Heinz Markwardt. Der erste Vortrag findet Freitag, 11. November, 20.15 Uhr im Großen Hörsaal der Universität statt. Der Eintritt ist frei. Jedermann willkommen! Hitler-Zugend Dann 416. Glona-palast: »Schatten über St. Pauli." Hamburger Filme scheinen gegenwärtig große Mode zu fein; jedenfalls ist dies — nach „Fracht von Balttmore" und „Ein Mädchen geht an Land" — der dritte innerhalb weniger Wochen. Vielleicht wäre aus fpielplantechnischen Gründen eine Der« teilung auf längere Sicht vorzuziehen gewesen. Der Roman von Harald Baumgarten, der die Vorlage für das Drehbuch von Ernst Hasselba ch und Per Schwenzen lieferte, heißt „Wasserdroschke Junge Liebe"; der Filmtitel gibt dem Streifen einen etwas sensationellen Anstrich, während der Spielleiter Fritz Kirchhoff eher die volksstückmäßigen Züge der Fabel herauszuarbeiten versuchte. Der allmähliche Niedergang und Verfall einer ehemals angesehenen Hamburger Firma, die schlichte Liebesgeschichte zweier jungen Leute, Eifersucht, Entführung und Spritschmuggel bei Nacht und Nebel bilden die nicht ohne Geschick und mit unaufdringlicher Lokalfärbung romanhaft gemischten Hauptbestandteile der Handlung. Marie- luise Claudius in ihrer klarem, herzhaften Offenheit und Harald Paulsen, der halblaut und hinterhältig einen dunklen Ehrenmann stellt, sind die markantesten Gegenspieler. Theodor Loos, Gustav Knuth und Maria Koppenhöfer tun sich neben ihnen im figurenreichen Ensemble hervor. Der Komponist Wolfgang Zeller hat einen hübschen, volkstümlich sangbaren Walzer beigesteuert: „Mit der ,Alten Siebe4 gibt's ein Wieder- sehn!" — (Terra.) Das Beiprogramm bringt die neue Wochenschau, einen Kriminalsketsch, einen Kulturfilm von den Wanderdünen der Kurischen Nehrung „unb einen Vorspann zum „Tag nach der Scheidung". Hans Thyriot. Aus Oer Stadt Gießen. Zm Dorübergehen. Ich hörte chn im Vorübergehen verdrossen sagen (unter einem Regenschirm), indes sich eine Begleiterin eng an ihn schmiegte): „Ah, dieses verdammte Regenwetter!" Und ich dachte, was er für ein Narr fei. Ich dachte an die Menschen in den Krankenzimmern, an die Tausende, die es in jeder Minute auf der Erde gibt, die fo froh wären, gesund und stark dahinzugehen, im herben, kräftigen, feuchten Geruch des Regens. Und ich sah nun doppelt ent- 3Ü<öie Lichter. Ihr Widerspiegeln im Nassen. Die jungen Mädchen vor regenbetupften Kinobildern. Die jungen Männer, die mit Hellen Augen ihre Fahrräder über die Straße steuerten, an Autos vorbei, an Straßenbahnen, stoppend an Ecken, wieder anfahrend, das Wasser sprühte ihnen ins Gesicht. Es war eine wunderbare Medizin. Einer lachte, seine Zähne blitzten. Die Läden. So warm, so bunt, so vielfältig lockend gerade im Regen! Die drolligen, winzigen Schirmchen der Frauen, die zusammengeklappt so klein sind, daß sie in eine Handtasche passen. (Denn die Handtaschen sind heute groß.) Die steinernen Figuren an den Häusermauern, Oie im Regen Leben gewannen. Atmeten sie nicht auf, war das Wasser nicht wie eine freundliche Dusche für sie, die. den Staub wegnahm? Die Anlage, in der es von allen Büschen tropfte und in die der gelbe Schein der Straßenlampen fiel; die Anlagen mit den einsamen Bänken, die nun bald ganz verschwinden; die Anlagen mit den Wegen, auf denen es quietscht, wenn der Fuß eines Nächtlichen auf das nasse Laub tritt. lieber allem aber immer wieder die Lichter der sechsten Abendstunde, das einzige, große Gefunkel, mit dem sich die Städte an ihren Abenden schmük- ken. Und noch einmal dachte ich, wie man so närrisch sein könne, den guten Regen zu schelten, diesen Regen am Abend, in der Nacht, der leuchtenden Nacht. Und ein Vers fiel mir ein, den ich in diesen Tagen wieder las, Vers des toten Dichters August von Platen: „Wie rafft ich mich auf in der Nacht, in der Nacht, Und fühlte mich fürder gezogen, Die Gassen verließ ich, vom Wächter bewacht, Morgen abend zur Kundgebung der NSDAP. I in der Dolkshalle tritt der gesamte Stamm 1/1161 Nigers hinaufwanderten. Seltsames Gepäck führten sie mit sich: gebündelte Fahnen. Bunte, schöne Flaggen, jeweils in den Farben der betreffenden Nationalität. Schade, sagte sich Adolf Lüderitz, da ist für mich nichts mehr zu machen... Aber der Bremer Kaufmann war auch nicht ohne Gepäck gekommen. Herrliche Sachen entnahm er feinen Körben: eine alte Garde-Ulanen- Uniform für den Hottentottenhäuptling Josef Fre- berics aus dem Groß-Nama-Land, eine Dragoner-Uniform für den Oberhäuptling Kamaha- rero und für dessen Unterhäuptlinge alte Kürassier-Litewken. Der Höhepunkt aber waren zwölf Schachteln Bleisoldaten! Alle Waffengattungen waren da oertreten. Der Häuptling Josef Frederics traute feinen Augen nicht, als er die Kartons bekam. Da schickte man ihm eine ganze Armee kleiner, weißer Männer aus Blei! Dann zog er seine Gala-Uniform an und ging in die Kirche. Auch die anderen Häuptlinge waren selig. Und der Erfolg für Lüderitz blieb nicht aus: bereits nach einigen Monaten kam zwischen dem Häuptling Josef Frederics, Herr über Groß-Nama- Land, und dem Kaufmann Adolf Lüderitz aus Bremen ein Vertrag zustande. Danach erwarb Lüderitz von dem Häuptling den Hafen Angra Pequena mit dem Hinterlande und etwas später den Küstenstreifen vom Oranjefluß aufwärts bis zum 26. Breitengrad. Das waren 40 000 Quadratkilometer Land. Ein Gebiet wie Hannover, Braunschweig und Bremen zusammen. Die englischen Herren hatten diesen' Verhandlungen etwas nervös zugesehen. So war es nicht verwunderlich, daß Lüderitz nach einiger Zeit zu General Smyth, dem Gouverneur der Kapkolo- nie, gebeten wurde. Der empfing ihn mit Den Worten: „Sie sind zu spät gekommen, Herr Lude- ritz!" Damit ließ sich der Bremer aber nicht erschrecken. Er kannte diesen Satz vom Niger her zu gut. Aber der Gouverneur fuhr fort: „Das Land, das Sie gekauft haben, ist nämlich schon längst von einem Engländer erworben worden! Mister Spence erwarb es bereits 1864 vom Onkel Frederics! Ich habe Ihnen daher zu eröffnen... , Lüderitz verließ das Haus des Gouverneurs sehr ZwölfGchachteln Bleisoldaten erobern ein Reich. Em Ruhmesblatt für Adolf Lüderitz. Auf dem Nautilus-Felsen an der Küste von Angra Pequena steht ein einsames Kreuz. Es kündet von den großen Taten und dem tragischen Tode des Begründers von Deutsch-Sudwest. Franz Adolf Lüderitz.* gemeinschaft und Kameradschaft absolute Selbstverständlichkeit geworden seien. Sie sollten sich weiterhin an das Wort halten, daß die Zukunft in der Hand derjenigen liege, die ftrenger dienen und mehr von sich selbst verlangen, als andere von ihnen verlangen dürfen. Es erfolgte Dann die Ausnahme und Verpflichtung der Mädchen durch sehr eindringlich gesprochene Worte der Gaujugendgruppenführerin. Sie bat die Mädchen, Den guten Geist und die straffe Erziehung des BDM. auch in die Jugendgruppe zu übertragen und nie zu vergessen, daß sie als zukünftige Mütter verantwortungsvollste Trägerinnen des na- Früchte. Dann kam der Weltkrieg und raffte alles dahin, lieber Deutsch-Südwestafrika weht wieder eine fremde Flagge. Angra Pequena jedoch erhielt zum ewigen Gedenken dieses deutschen Kolonialpioniers den Namen Lüderitz-Bucht. Von einem Bierlastauto angefahren und gestorben. Ein schwerer Derkehrsunfall ereignete sich am gestrigen Montag gegen 18 Uhr an der Ecke Rod- Heimer Straße-Krofdorfer Straße. Dort kam der etwa 60 Jahre alte Fuhrunternehmer Heinrich Schreiner, Kirchenplatz 3 wohnhaft, auf einem Fahrrad aus der Krosdorfer Straße gefahren, um in die Rodheimer Straße einzubiegen. Im gleichen Augenblick passierte ein großes Bierlastauto, das in Richtung Heuchelheim fuhr, diese Stelle. Schreiner wurde von dem Bierlastauto angefahren und trug dabei so schwere innere Verletzungen davon, > daß er bereits auf dem Transport nach der Chirur- ■ der 40 000 Quadratkilometer sei. Zwar habe Frederics Onkel früher einmal mit Mister Spence einen Vertrag geschlossen. Es handelte sich darin aber nur um Schürfrechte! Das war der große Unterschied. Glücklich und zufrieden fuhr der Bremer Kaufmann wieder zur Küste zurück. Inzwischen war auch das englische Kabinett zusammengetreten. Man wußte nicht recht, wie man sich 3um Fall Lüderitz stellen sollte. Vielleicht mußten sogar die Regimenter der Kapkolonie marschieren! Aber auch Lüderitz fand an Der Küste Unterstützung vor. Neben seiner Brigg ankerte Das deutsche Kanonenboot „Nautilus". Da kam Die englische Regierung mit einer neuen lieber- raschung: sie erklärte durch ihren Gouverneur, daß sie die Kaufverträge des Deutschen nicht anerkenne! Das fragliche Gebiet sei Niemandsland gewesen und könne von jeder zivilisierten Macht annektiert werden. Und das habe England bereits getan. Damit sei also der Besitz des Bremer Kaufmanns englisches Kroneigentum. Ader — gerne fügte man als Geste hinzu — man wolle Herrn Lüderitz nichts in Den Weg' legen. Wenn er sich ruhig verhalte, unD die britischen Gesetze achte, könne er als Privatmann weiter in Angra Pequena bleiben. Lüderitz dachte jedoch nicht daran, auf diesen Vorschlag einzugehen. Er erstattete feiner Regierung Bericht, und acht Wochen später kam Das eindeutige Telegramm nach Kapstadt: „Sie wollen amtlich erklären, daß Herr Lüderitz und seine Niederlassungen unter dem Schutz des Reiches sEule als Sinnbild des Hauses, sondern auch Brezel des Bäckers, den Bierkrug und das Weinglas, schließlich auch noch das Schild nut der notwendigen Aufschrift. stehen." , _ , Zwei Jahre später ging Lüderitz auf neue Entdeckungen aus. Diesmal reizten ihn die gewaltigen Erzlager, Kupferminen und Diamantenfelder, die sich oberhalb des Oranje-River befinden sollten. Mit einigen Fachmännern machte er sich 1886 auf den Weg. Nach außen hin verkündete er, daß er die Schiffbarkeit dieses Flusses erkunden wollte. Er kam bis Aries Drift. Dort machten sich Die Ingenieure an die Arbeit und Lüderitz fuhr mit seinem Steuermann, dem Essener 2. Stein- g r ö v e r, wieder heimwärts. Man sah die Beiden noch einmal. Am 22. Oktober 1886 kreuzten sie mit ihrem Boot in Der Alexandra-Bai. Nach lleberguerung des offenen Meeres sollten sie dann am 24. Oktober in Angra Pequena eintreffen. Dort sind sie nie angekommen. Im Nordweststurm sind sie sicher bei hohem Wellengang gekentert und ertrunken. Alle Rettungsexpeditionen tarnen ergebnislos zurück. ,------■-«>, ■ * t Die von Lüderitz so wagemutig begonnene Ko- zum Ehrenmitglied Der International Academy ot lonialarbeit schlug kräftige Wurzeln und brachtelIndian Culture in Lahore ernannt worden. nachdenklich. Er gab sich aber nicht geschlagen. Am gleichen Tage reiste er persönlich zum Häuptling Frederics. Jetzt mußten zwölf Schachteln Bleisoldaten beweisen, daß sie einst viel Freude brachten. Der schwarze Würdenträger rief den großen Rat des uull- lusgegen. ute inseit erlerne uen o . h yldolf Lüderitz ging als Wettlauf der Großmächte um Afrika. Lüderitz, be- ^mna-Landes^ iI)mS ntiDd) ein- trachtete sich sehr interessiert die Leute, die diesen Sieg x norfirhert daß er alleiniger Besitzer soliden Schiffen entstiegen und dann die User Des!mal feierlich versichert, daß er au.miger lö am 13. November, dem zweiten Ein- (Nachdruck verboten!- 27. Fortsetzung. Sie nämlich nii „Grüß Gott! Grüß Gott! Schau, schau! Der Herr Doktor persönlich! Hat man jetzt ja sehr, sehr selten die Ehre!" „Gott sei Dank!" knurrt Meßdorff. „Sonst waren „Aber Herr „das ist ... das ist ja . „Soll's auch sein!" In seinem Arbeitszimmer trifft er seinen Schwie- gervater. Generaldirektor Didriksen ist zu seiner Stellung gekommen, weil sein Vater sie chm so gesichert hatte, daß auch ein Kind diesen Platz hätte ungefährdet einnehmen können. Vom ersten Tage an hat er sich dabei nicht besonders behaglich gesichtt. Alles, was mit Geschäft zusammenhängt, ist chm ein Greuel, er betrachtet es nur als eine unumgängliche häßliche Notwendigkeit. Sein ganzes Leben gehört eigentlich der Musik. Dabei ist er selbst nur ein recht mäßiger Klavierspieler, weil es ihm an der nötigen Energie fehlte, sein Können mit seinem Wollen in Einklang zu bringen. So beschränkt er sich nun auf das Zuhören, hat eine Loge in der Oper als Dauermieter, kennt alle bekannten Sänger und Sängerinnen persönlich, sammelt mit bewundernswertem Eifer Schallplatten und hat sich als Lebensziel gesetzt, junge unbekannte Talente zu fördern. Das ist sein eigentlicher Lebensinhalt, wobei chn nur eine gelegentliche Sitzung stört, die er notgedrungen leitet, nachdem ihn sein Schwiegersohn vorbereitet hat. „Gut, daß ich dich treffe, Schwiegervater", begrüßt ihn Meßdorff. „Es tut mir zwar sehr leid, aber ich habe das Gefühl, als wenn wir noch Arbeit bekä- men. Darf ich bitten, daß du dich für morgen ganz frei hältst und übermorgen zu einer Unterzeichnung in die Verwaltung kommst?" Das Gesicht des alten Herrn verzieht fid) zu einer Miene, als habe ihm jemand zugemutet, Essig zu trinken. „Muß denn das fein?" „Es läßt sich leider nicht umgehen. Ich habe in deinem Namen morgen eine Aufsichtsratssitzung ein- berufen." Art sein können. An erster Stelle steht am kommenden Eintopf- sonntag Graupensuppe mit Mohrrüben und Hammelfleischeinlage. Drei besonders wertvolle und schmackhafte Erzeugnisie in einem Eintopf. Man braucht kein Prophet zu sein, um diesem Gericht besonders reichen Zuspruch vorauszusagen. Aber auch das zweite Gericht wird in allen Gaststätten seine Freunde finden: Weiß- oder Wirsingkohl mit Rindfleisch. Dieser Eintopf ist schon in den vergangenen Jahren Was gibts am Eintopfsonntag? Oer Speisezettel der Gaststätten am 13. November. Kaninchen-die deutschen Pelzlieferanten Lolalfchau des Kaninchenzuchtvereins Gießen. Fahrzeugführer mit 2 Anzeigen und 5 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 10 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 2 gebührenpflichtigen Verwarnungen. "* Buchführungsarbeitsgemeinschaften im Einzelhandel. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel weist nochmals auf die in den nächsten Tagen beginnenden Buchführungsarbeitsgemeinschaften hin und empfiehlt chren Mitgliedern, im Hinblick auf die Buchführungspflicht ab 1.1.1939, dringend die Teilnahme. ** Noch gut -abgegangen. Gestern nachmittag ereignete sich an der Ecke Frankfurter Straße und LiebiAtraße ein Derkehrsunfall. Dort stießen ein Auto und ein Radfahrer zusammen. Dabei ging es noch glimpflich ab, denn der Radfahrer erlitt außer einigen leichten Kopfverletzungen nur geringe Hautabschürfungen. miierung verbunden, die folgendes Ergebnis Zeitigte: Den Reichsfachgruppen-Ehrenpreis für Weiße Wiener erhielt C. Hoffmann (Dorf-Gill). Adolf Stieber erhielt für Groß-Chinchilla eine silberne Ehrennadel. Emil Kern wuroe mit einem silbernen Becher ausgezeichnet. Heinrich Becker (Gießen) erhielt für Angora-Tiere und Pelze eine silberne Nadel, bzw. die Bewertung „sehr gut". Für die verschiedenen Rassen wurden folgende Preise vergeben: Angora: Heinrich Becker erhielt einen Ehrenpreis, Albert Nuhn einen 4,., L. Kreiling einen 2. und Frau Schneider einen 1. Preis. Deutsche Widder, grau: K. Simons einen Ehrenpreis und vier 2. Preise; Chr. Hüttenberg einen Ehren- und einen 2. Preis; Ferd. Schellhaas einen 1. Preis. Französische Silber: Ehr. Hüttenberger einen 2. Preis. Groß-Chinchilla: A. Stieber einen Ehrenpreis, zwei 1. und einen 2. Preis. Fritz Vogel erhielt einen Ehrenpreis und G. Harig einen 2. Preis. Weiße Wiener: E. Kern zwei Ehrenpreise, zwei 1. und zwei 2. Preise; O. Stroh einen Ehrenpreis, einen 1. und einen 2. Preis; C. Hoffmann (Dorf-Gill) zwei Ehren- und einen 1. Preis; Gg. Schellhaas einen Ehren- und 1. Preis; Adolf Stieber einen 1. und einen 2. Preis; Fritz Vogel einen 1. Preis. Blaue Wiener: Gg. Schellhaas einen Ehren- und einen 1. Preis; Otto Dörr einen 3. Preis. Klein-Chinchilla: L. Kreiling zwei Ehrenpreise und einen 2. Preis; H. Stroh einen 2. Preis und K. Simons einen 3. Preis Klein-Silber: Karl Nuhn einen 2. Preis. Am Sonntag veranstallete der Kaninchenzuchtver- ein Gießen im „Burghof" eine Kaninchenschau, die sehr sehenswert war und auch einem lebhaften Interesse begegnete. Zahlreiche Besucher fanden sich im Lause des Tages ein und bewunderten die prächtigen Tiere, die zur Schau gestellt waren. Insgesamt war die Schau mit 110 Tieren beschickt, die ausschließlich aus den Beständen der Mitgli^er stammten. Außerdem Handelle es sich fast nur um Tiere der anerkannten Wirtschaftsrassen. Man begegnete in dieser Schau dem prächtigen Angora-Kaninchen, den schweren grauen deutschen Widdern, dem Groß-Chinchilla und der Raste Französisch-Silber. Allein 40 Tiere der Raste „Weiße Wiener" waren vertreten, die der Verein besonders pflegt Schließlich sah man noch die schönen blauen Wiener, das Klein-Chinchilla und als Liebhaberzüchtung, das Lux-Rex-Kaninchen. Die Schau ließ erkennen, daß man im Kaninchenzuchtverein Gießen mit großem Eifer und mit bestem Erfolg in bewußter, züchterischer Tätigkeit arbeitet. Die Bedeutung dieser Arbeit wird klar erkenntlich, wenn man hört, daß fast 90 v. H. aller Pelze, die in Deutschland getragen werden, aus Kaninchenfellen veredelt wurden. In welch vollendeter Weise diese Veredelung vor sich geht, bewies eine Sonderschau von Fellen und Pelzen, die das Kaninchenfell als Ausgangsmate- rial hatten und in überraschend vielen Formen veredelt wurden. Vom Maulwurf bis zum Leopardenfell, waren schlechterdings aus der Tierwelt alle jene Gattungen von Pelztieren nertreten, die ihr Fell für Pelzwaren geben müssen. Die Ausstellung in ihrer Gesamcheit bewies, daß auch in aller Stille und in kleinerem Kreise wertvollste Arbeit geleistet werden kann. Mit der Ausstellung war gleichzeittg eine Pra- -cht mehr hier." Doktor ..." stammelt der Verdutzte, .. eine Beleidigung!" Widder, weiß: Ferd. Schellhaus einen 1. ttn5 zwei 2. Preise. . _ Lux-Rex (Kurzhaar): Professor O. Urstadt einen Ehren- und einen 1. Preis. Amtsgericht Gießen. Der bereits bejahrte A. D. aus Gießen wollte am 4. Juli bei den Eheleuten Sch. Geld einfaffieren. Er traf aber nur die Ehefrau Sch. an, die die Rech- nun nicht bezahlen konnte. Anstatt sich zu entfernen, um später das Geld bei dem Ehemann Sch. zu er« heben, blieb der Angeklagte und stellte der Ehe« frau Sch. unsittliche Anträge. Die in chrer Ehre gröblichst verletzte Frau erstattete gegen den damals offensichtlich angetrunkenen D. Strafanzeige. Durch Strafbefehl erhiell er eine Geldstrafe in Höhe von 80 Mark. Er beruhigte sich aber nicht bei dieser Strafe. In nichtöffentlicher Sitzung verhandelte des« halb gestern das Amtsgericht gegen den Angeklagten. Es verurteille ihn wegen Beleidigung (§ 185 StGB.) zu einer Geldstrafe von 100 Mark. Im Nichteinbrin« gungsfalle hat D. für je 5 Mark einen Tag Gefängnis abzusitzen. Für die Höhe der Strafe war maßgebend, wie der Vorsitzende in der öftenllichen Ur- teilsbegrünbung hervorhob, daß der Angeklagte nicht das Unerlaubte seines Tuns einsehen wollte. Da der Angeklagte verurteilt ist, hat er auch die Kosten des Verfahrens zu tragen. Der O. St. aus Alten-Bufeck, der bis jetzt noch nichts mit dem Strafrichter zu tun hatte, zechte im Mai auf der Ludwigsburg bei Wieseck. Er versäumte aber, seine stattliche Zeche zu begleichen, und erhielt deswegen gemäß § 263 StGB. (Betrug) unter Zubilligung mildernder Umstände einen Strafbefehl in Hohe von 50 Mark. Gegen diesen Strafbefehl legte St. gleichfalls Einspruch ein.- In der gestrigen Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte, der in dem genannten Lokal Stammgast war, inzwischen seine Schuld beglichen hat. Eine plötzliche Verschlechterung seiner Vermögenslage, bedingt durch einen Arbeitsplatzwechsel, hatte damals den Angeklagten gehindert, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Der Geschädigte betonte, daß er fein Interesse an der Bestrafung des Angeklagten habe. Das Gericht machte von der Möglichkeit des § 153 lü StPO. Gebrauch und stellte mit Zu- ftimmung des Vertreters der Anklage das Verfahren gegen St. ein. Ein böses Stück hatte sich wieder der bereits einschlägig vorbestrafte H. R. aus Allendorf a. d. Lda. geleistet. In der Zeit von Ende Juni bis zum 19. Juli öffnete er im Arbeitsraum der Reichsbahnarbeiter fortgesetzt die Spinde zweier Arbeitskameraden, aus deren Kleidern er im ganzen 10 Mark entwendete. Zur Oeffnung der Spinde hatte sich der Angeklagte fremder Schlüssel bedient. Obwohl der noch in jungen Jahren stehende Angeklagte bereits . einschlägig vorbestraft ist, gewährte ihm das Gericht noch einmal mildernde Umstände. Es verurteilte ihn wegen Verbrechens gegen § 243 Absatz 1, Ziffer 3 StGB, (schwerer Diebstahl) zu einer Gefängnis- strafe von neun Monaten. Außerdem erging gegen den Angeklagten Haftbefehl. Das Urteil int Frankfurter Schlachthofprozeß. LPD. Frankfurt a.M., 5. Nov. Die Dritte Strafkammer beendete am Samstag die Verhandlung-gegen die 13 Angeklagten, die der Leber- und Fleischdieb st ckhle im Schlachthof angeklagt waren. Das Gericht folgte den Anträgen der Staatsanwaltschaft nur insoweit, als es sich um Eigentumsdelikte handelte, dagegen lehnte es aus subjektiven Gründen eine Verurteilung der Angeklagten wegen Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz und das Fleischbeschaugesetz ab. Das Verfahren gegen einen Angeklagten wurde auf Grund der Amnestieverordnung eingestellt. Der Hauptbe- schuldigte Arnold Schönewolf wurde wegen Diebstahls, Dollstreckungsbruchs gemäß § 137 StGB, und Hehlerei zu 15 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von neun Monaten einer Woche Untersuchungshaft verurteilt. Von den übrigen elf Angeklagten, die in der Mehrzahl des Diebstahls und VoÜstreckungSbruchs schuldig befunden wurden, erhielten drei an Stelle verwirkter Gefängnisstrafen Geldstrafen von 120 bis 150 Mark und acht Gefängnisstrafe von zehn Wochen bis sechs Monaten. „Du lieber Himmel!" Der Alte schlägt in hellem Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammen. „Du willst doch nicht etwa irgend etwas Neues unternehmen?" „Nein, Papa", beruhigt chn Meßdorff lächelnd. „Diesmal habe ich nur eine alle Rechnung beglichen. Die ,Vereinigten^ ... du weißt, die Leute, die uns damals mit dem Patent so betrogen haben, sind fällig. Darüber wollen wir morgen beschließen; ich bin überzeugt, daß man mein Manöver versteht. Weil ich meinen Bankkredit ein wenig scharf an- spannen muß, ist mjr's lieber, der Aiifsichtsrat ist dabei, obgleich er neben dir nichts zu melden hat!" „Oje!" Ein komischer Seufzer entringt sich der Brust des Allen. „Und gerade morgen singt einer meiner Schützlinge in der Oper vor. Schade. Der junge Mensch hat einen Bariton, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt." „Du wirst doch pünkllich sein, Vater?" „Beruhige dich! Beruhige dich! Ich bin pünktlich auf die Minute. Schließlich muß ich ja auf irgendeine Weise dankbar fein, daß du mir den ganzen Kram so vorbildlich abgenommen hast. Aber ... jag mal, wird das nicht ein bißchen viel? Nein, nein, du mußt nicht gleich aufbrausen! Es greift dich doch niemand an. Ich sehe bloß, wie du verwegen mit dem Geld der ,Union' umspringst. Du hast viel ausgegeben ..." „Deine Tochter ist nicht billig!" „Nu ... nu ..." beschwichttgt der Alle. „Brauchst nicht gleich zu beißen! Ader wenn du eines Tages einmal Schwierigkeiten hast, mein Junge?" „Sei unbesorgt, Papa, ich verderbe mir so schnell nicht den Magen. Aber da kommt Irene ..." In der Tür steht Irene Meßdorff, sehr schlank, fast ein wenig zu groß. Die mandelförmigen Augen in einem sehr großgeschnittenen, etwas scharfen Gesicht, blauschwarz das Haar, zu einem schweren Knoten in den Nacken gelegt. Ein Kleid, das so einfach erscheint, wie es nur eine Künstlerin entwerfen kann: ein Bild von einer Frau in einem Rahmen, der wie geschaffen für sie ist. Meßdorff küßt ihr die Hand. „Du bist die schönste Frau in der ganzen Stadt, Irene! Wenn du nur nicht die vielen Menschen um dich hättest!" „Ach geh? ... Sonst hast du Gesellschaft recht gern! Aber beruhige dich! Sie sind längst foxt- Du siehst ... ich gehorche deinen Winken!" Dabei fährt sie ihm leicht über das Haar. „Seid ihr beide bei Geschäften? Oder führt dir Papa seine neuen Schall- platten vor?" „Wir sind leider bei Geschäften, mein Kind! Dein Mann belegt mich für die nächste Zeit völlig mit Wik AM M «MM Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau l. Sa. ** Ein Sechsundsiebzigjähriger. Am heutigen Dienstag, 8. November, kann der Rentner Georg Schmidt, Ebelstraße 41, seinen 76. Geburtstag feiern. Leider ist der hochbetagte Mann feit Monaten durch Krankheit an das Bett gefesselt. Beste Wünsche zum Geburtstag und für baldige Genesung! ** Schülerinnen spenden für sudetendeutsche Kinder. Die Schülerinnen der Oberschule für Mädchen haben als Spende für die sudetendeutschen Kinder hepte 209 felbftgearbeitete Wäschestücke an die Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. abgeliefert Die Sachen sind zum großen Tell durch Umarbeiten älterer Wäsche- und Kleidungsstücke, oder aus Stoff- und Garnresten entstanden. ""Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 28. Oktober bis 3. November ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 5 Anzeigen und fünf gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Beschlag. Du kannst deinem Vater glauben, es ist schrecklich, Generaldirektor zu sein, wenn man nichts von seinem Geschäft versteht. Ich gäbe was dafür, wenn ich mir ein Haus am Mannsee kaufen könnte und Franz Schulze hieße, der mit niemand etwas zu tun hat." „Aber Vater ...! Charly nimmt dir doch alle Arbeit ab! Du darfst dich doch nicht beklagen." „Tu ich auch gar nicht, Kind!" Er lacht freundlich und gibt ihr einen kleinen Klaps auf die Backe. ,Hch muß nur von Zeit zu Zeit meinem Herzen einmal Luft machen. Gib mir Bescheid, Meßdorfs, wann ich antreten muß und wo. Was ich zu tun und zu sagen habe, bitte in gewohnter Weise bis heute abend, nicht?" „Alles in Ordnung, Papa." Er blinzelt seinen Kindern zu und geht. Nach kurzer Pause hört man ganz leise das Tannhäuser- Vorspiel. Der Herr Generaldirektor ist für die nächsten zwei Stunden nicht zu sprechen. Er weilt bei seinen Schallplatten. Meßdorff erstattet seiner Frau Bericht. Er geht mit großen Schritten dabei auf und ab. Das ist so gewesen in den ersten Tagen ihrer Ehe, das ist noch heute so. Er vertraut sich, wie er sagt, keinem Menschen an als nur seiner Frau. Sie weiß das sehr zu schätzen, und ihr Rat hat chm schon viel geholfen. Irene fft ein Mensch, der sich zwischen Zahlen außerordentlich wohl fühlt. Dock) heute fällt ihr zum erstenMale eine gewiße Zerfahrenheit auf. Das gefällt ihr nicht. Als er seinen Bericht geendet hat, wartet er auf ihre Zustimmung. Aber die bleibt seltsamerweise aus. „Du sagst gar nichts?" fragt er endlich erstaunt. „Scheint dir Der Plan nicht ganz einleuchtend? Ich lege die unangenehme Konkurrenz still und nütze unsere eigenen' Betriebe voll aus. Es ist ein Geschäft, das man fast ohne Papier ausrechnen kann." „Mir ist nicht wohl dabei, Charly. Und ... du verheimlichst mir etwas. Es fft kein Geschäft, was du zu Ende bringen willst, sondern deine Rache. Arme Karola! Schade, daß ich sie nicht kenne. Muß ich eifersüchtig auf sie sein, daß du dir noch immer soviel Mühe um dies Mädchen machst? — Charly ... du darfst mich nicht betrügen! Hörst du? — Man sagte unten in der Gesellschaft auch etwas von einer Charlotte ... und dein Name wurde dabei genannt." Aus halbgeschlossenen Lidern sieht sie ihn an. In seinem Gesicht regt sich kein Muskel. Unhörbar ahnet Irene auf. „Blödsinnige Eifersüchteleien!" sagt er. „Ich habe diesen Namen nie gehört. Du solltest über solch Geschwätz lachen, Irene." wiederhott bei den Gintopffonnfagen genannt wor- den, und stets haben die Gaststätten gute Erfahrungen mit diesem einfachen Gericht gemacht. An dritter Stelle steht, wie immer, das Fischgericht. Wenn nicht plötzliche Stürme unseren Fischern die Arbeit auf See erschweren, wird die Fischversorgung auf allen Märkten ausreichend sein. Entscheidend ist aber immer das Wetter. Warum aber sollte nicht auch einmal der Matjeshering beim Eintopfsonntag zu großen Ehren kommen? Der Gemüseeintopf nach Wahl oder vegetarisch läßt den Gasfftätten in den einzelnen deutschen Gauen alle Möglichkeiten offen. Da die Blumenkohlversorgung in diesem Jahre besonders gut und S-oß ist, wird dieses Erzeugnis sicherlich an vielen rten berücksichtigt werden. Alles in allem: einige der besten und schmackhaftesten Erzeugnisse unserer Ernährungswirtschaft stehen zum 13. November bereit. Gäste und Gastwirte werden zuftieden sein. 2Iutff l... —----------- topffonntag 1938/39, stellen weit über 200 000 Gaststätten ihren Gästen wieder ä,en beliebten Eintopf vor. Wie bisher, hat die Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergunasgewerbe im Einvernehmen mit dem Reichsnährstand zwei Eintopfgerichte reichseinhecklich festgelegt, während zwei weitere Gerichte den landsmannschaftlichen Wünschen und der Markttage in den einzelnen Gebieten des Reiches Rechnung tragen sollen, also verschiedener In Wahrheit verwünscht er jenen niederträchtigen Schwätzer, der da voreilig ein Stichwort in sein Spiel gebracht hat, das ihm ganz und gar nicht vaßt. Er hütet sich aber, nur einen einzigen Ton davon laut werden zu lassen. „Wenn ich erführe, daß du mich betrügst, Charly ..hört er seine Frau sagen. „Du bist nicht recht ausgeschlafen, Kind. Ich habe gejehen, wie lange du noch gelegen hast!" gibt er ärgerlich zur Antwort. „Unsinn. Charly! Kein Ablenkungsmanöver! Mir fft's ernst. Du bist ein Genie, aber die »Union AG.' nimmt einen Umfang an, den bald kein Mensch mehr übersehen kann. Ich möchte nicht wis- jen, wie hoch unser Bankkredft ist." „Ich auch nicht!" lacht er. „Und er wird noch höher. Ich habe die Bank durch ihren Direktor in der Hand." „Charly, das ist ... Leichtsinn! Das ist noch schlimmer als nur Leichtsinn." „Es ist ein hartes Spiel, das weiß ich!" Sein Mund wird schmal und scharf. ,Ein Spiel, das uns sehr gefährlich werden kann. Aber wer in der Wett gewinnt etwas ohne Einsatz? Niemand. Und nur die Spießbürger lieben ein Leben ohne Gefahr. Ick nicht. Ich wage es ... und, verlaß dich drauf, ich gewinne auch." ,Hch wünsche bir's." „Dir auch, Irene. Ju weißt, ich denke immer nur an dich! Alles, was ich tue, geschieht für dich allein!" „Ach, Charly ... du sagst, du tust es für mich .. < und ich will dir glauben! Und du denkst auch an keine andere?" ,Zch denke immer nur daran, daß ich dich liebe." „Der große unheimliche Doktor Meßdorff ist verliebt in ein törichtes Frauenzimmer... ach, Charly, dos fft schön! Das fft wunderschön!" Sie legt chm die Arme um den Hals und küßt ihn. Er läßt es wie abwesend geschehen. „Ich danke sehr. Somit wäre der Kaufvertrag in Kraft getreten. Heute mittag um zwölf Uhr gehen Grundstück, Gebäude und Maschinen, Aktiva und Passiva der »Bereinigten Chemischen Werke^ in Radevormwald in den Besitz der »Union AG/ über. Darf id) Sie, gnädiges Fräulein, und Sie, Herr Justizrat, zu einem bescheidenen Mahl bitten? Karola streift die Hattdschuhe über. ,Lch danke, Herr Doktor. Es steht Ihnen frei, Herr Justizrat Doch auch Wangenherm lehnt ab. Er habe noch einige Dinge geschäftlicher Art zu erledigen. Der Abschied ist steif und sehr kühl. (Forffetzung folgt!) iionalsozicckistffchen Gedankens und der national- sozialistischen Erziehung seien. Mit einem gemeinsamen Lied, einem zwecken Trio von Corelli und dem Treuegelöbnis an den Führer wurde die eindrucksvolle Feier geschlossen. Musikalische Abendfeie,-. Die Bedeutung der musikalischen Abendfeiern, die in unserer Stadt zu einer ständigen Einrichtung geworden sind, wird dadurch wesenttich gesteigert, daß den einzelnen Folgen stets eine besondere Grundidee eigen ist. Musik und Wort ergänzen und verdeutlichen sich dabei gegenseitig in erfreulichster Weise. Der vergangene 31. Oktober war dem Gedenken des großen Wittenberger Reformators gewidmet. Auch die 29. musikalische Abendfeier am vorigen Sonntag in der Johanneskirche stand in seinem Zeichen. Lucher, der selbst ein bedeutender Musiker war, dessen Choralmelodien auch heute noch nichts von chrer Eindruckskrast verloren haben, hat nachweisbar fruchtbringend auf das Schaffen der Komponisten seiner Zeit und die einer späteren Zeck eingewirkt. Auch der große Leipziger Thomaskantor Ioh. Seb. Bach hat sich dem Einfluß Lochers gern und willig hingegeben. Dieser Tatsache verdanken wir eine Reihe höchst wertvoller Werke. Auf dem Gebiet des Orgelchorals steht Bach als der überragende Schlußstein einer vorangegangenen Entwicklung da, deren bedeutendste Stufen wohl in Buxtehude und Pachelbel erscheinen. Sein Schaffen bewegt sich auf diesem Gebiet in mannigfach verschiedenen Formen, vom einfach kolorierten oder fugierten Choral fortschreitend bis zum Choralvorspiel, zur Choralfantasie und Choralvariation. Die über Luchersche Wersen und Texte geschriebenen Werke dieser Art gehören zum großartigsten, was der Meister geschaffen hat. So vor allem das am Sonntag als erstes der Choralvorspiele erschienene „Aus tiefer Not", das mit seinen sechs meisterhaft geführten realen Stimmen, von denen zwei im Pedal liegen,, ein Meisterwerk musikalischer Satzkunst darstellt. Ebenso tres- fend im Ausdruck ist „Nun freut euck lieben Chri- stengmein" mit den über dem im Pedal erscheinenden Choral hinellenden freudigen oberen Stimmen. Bon eindringlichster Wirkung ist auch „Ein feste Burg" mck seinem gewaltigen Drgelpuntt am Schluß. Organist I. Nebeling war diesen Werken ein liebevoller und sicherer Ausbeuter, der be« sonders durch eine treffliche Registrierung dem musikalisch-dichterischen Inhalt voll gerecht wurde. Diese im Mittelpunkt des Geschehens stehenden Stücke wurden umrahmt von der Tokkata und Fuge in C-dur und dem Präludium und Fuge in a-moll, an der Bach nachweisbar am .längsten unb_ eindringlichsten gefeilt und gearbeitet hat. Dafür ist aber auch ein Werk entstanden, das in der Geschlossenheit und Verbundenheit der Grundidee und in der meisterhaften Form unter Bachs Werken mit an der Spitze steht. Auch diese beiden Werke fanden durch den Spieler eine würdige Wiedergabe. Die Schrift- und Lutherworte des Geistlichen waren, wie schon gesagt, in feinsinniger Weise dem musikalischen Teil anaepaßt, so daß diese Abendseier in ihrer Geschlossenheit von tiefstem Eindruck war. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 8. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, % kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Weißkraut 4 bis 6 Pf„ 50 kg 4 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben und Ka- rotten, kg 7 bis 10 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 15 bis 38, Feldsalat, lko 8 bis 10, Tomaten y2 kg 28 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 35 bis 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 42 Pf., Birnen 25 bis 40, Nüsse 45 bis 50 Pf., junge Hahne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, bas Stuck 10 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 45 bis 50, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5. bis .10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 10 bis 20, Radieschen, bas Bünbel 8 bis 12 Pf. _________________________________ Aus -er engeren Heimat $.J.Jport Große Lleberraschimgen in den Kreisklaffen II in der Tabelle Gew. Unentsch. Verl. Bad 1:2 6:0 2:6 2:4 5:0 2:7 3:4 4:1 0 1 0 1 0 0 0 0 1 0 2 1 2 1 4 2 4 3 3 2 1 0 1 0 Gew. 5 4 2 2 2 1 0 0 Großen-Buseck Lollar Rodheim Heuchelheim Klein-Linden Rüddingshausen Wieseck 11:2 5:1 0:5 3:2 3:1 2:6 Spiele 5 5 5 4 5 5 1 4 Pkte. 10:0 8:2 5:5 4:4 4 6 3:7 0:2 0:8 Pkte. 8:2 7:1 6:4 5.3 2:4 0:2 2:8 0:4 Leihgestern Großen-Linden Lich Hungen Garbenteich Lollar II Steinbach SA. Spiele 5 4 5 4 3 1 5 2 1. Kreisklasse: Großen-Buseck — Rodheim Klein-Linden—Wißmar SA. — Lich Hungen — Muschenheim Garbenteich — Steinbach Leihgestern — Großen-Linden 2. Kreisklasse: Grimberg — Saasen Rieder-Ohmen — Ettingshausen Unentsch. 0 0 1 0 0 1 0 0 Verl. 0 1 2 2 3 3 1 4 Flensungen — Harbach Heuchelheim II — Gr.-Linden Londorf — Staufenberg Fußball im Gau Hessen. 17:10 Tore! SA. II— VfB.-R. III Queckborn—Göbelnrod (Ges.-Sp.) Treis — Daubringen (Ges.-Sp ) gewertet. I. Kreisklasse Staffel Gießen B. Großen-Buseck I — Rodheim I 11:2. Am Sonntag weilten die Rodheimer in Großen- Buseck zum fälligen Punktespiel. Die Gäste mußten eine eindeutige Niederlage einstecken. Großen-Buseck, Tabellenführer ohne Derlustpunkt, zeigte sich mit der Mannschaft Koch-, Brück, Eisenacher-, Gans, Harbach II, Harbach I; Hofmann, Hochstein, Henß, Balser, Melior von der besten Seite. Der Großen- Busecker Sturm sicherte sich immer wieder den Beifall der vielen Zuschauer. Die Verteidigung glänzte durch wuchtige Abschläge, die Läuferreihe ließ keine geschloffene Kombination der Gäste zu. Rodheim kam anfänglich zwar gut zur Geltung, bis schließlich die Gastgeber auf Touren kamen. Rach gehn Minuten und noch ausgezeichneter Kombination fiel das erste Tor für die Platzbesitzer, dem in kurzen Abständen fünf weitere Tore folgten. Rach der Pause sah man das gleiche Bild. Rodherm versuchte zwar, unbedingt das Heft in die Hand zu bekommen. Großen-Buseck blieb aber weiterhin Herr der Lage. Bei stetig wechselnden Angriffen auf beiden Seiten, erwiesen sich die Gastgeber als schlag- fertiger und sicherer und kamen zum verdienten Sieg. Leihgestern I — Großen-Linden I 2:6 (2:2). Was niemand erwartete, wurde Tatsache. Großen- Linden bezwang den Tabellenführer auf dessen Platz! Obwohl für Großen-Linden in Leihgestern nie günstiger Wind wehte, gingen die Gäste doch mit großem Elan in den Kampf. Der Sieg stand nie in Frage. Die Elf von Großen-Linden kam schon nach wenigen Minuten zur Führung, Arnold schuf aber bald durch einen Weitschuß den Ausgleich. Der Torhüter der Gäste konnte das Leder nur berühren. Der Plotzoerein übernahm dann sogar die Führung. Die Großen-Lindener liefen nun zu großer Form auf, aber in der Folge glichen die Gäste wieder aus. In der zweiten Halbzeit zeigten die Großen-Lindener dann ein ausgezeichnetes Spiel, so daß die Tore nicht ausbleiben konnten. Die Gastgeber verlegten sich nun auf Härte, und der Schiedsrichter mußte mehrmals verwarnen. Ein Elfmeter- ball, von Arnold getreten, wurde vom Gästehüter brillant gehalten. Für die Gäste, die ein Gesamt- lob verdienen, war der Sieg um so höher zu bewerten, als er auf des Gegners Platz errungen werden konnte. Grünberg I — Saasen I 1:2 (1:1). Die 1. Mannschaft aus Saasen weilte am Sonntag zum Punktespiel in Grünberg und kam zu einem knappen Sieg. Bis zur Pause konnten beide Mannschaften nur einmal erfolgreich sein. Während der zweiten Halbzeit lag Saasen klar im Feldvorteil. Angriff auf Angriff wurde vorgetragen und nur zu großes Schußpech verhinderte den höheren Sieg. I. Kreisklosse Staffel Gießen A. Lehrer hinaus in den Wald gewandert, um B u check e r n zu sammeln. Durch ihr fleißiges Sammeln find sie zu einem schönen Ergebnis gekommen. — Jagdpächter Otto Nickel hielt eine kleine Treibjagd ab. Es kamen 10 Hasen, ein Fuchs und ein Reh zur Strecke. D Watzenborn-Steinberg, 7. Noo. Der hiesige Geflügelzuchtverem hielt bei Mitglied Häuser eine Versammlung ab. Vereinsführer Karl Philipp IV. gab die kommenden Ausstellungen bekannt. Anschließend wurde die Beteiligung an den verschiedenen Schauen besprochen (Jubiläumsschau in Lang-Göns, Kreisschau in Lollar, Landesschau in Frankfurt a. M.) und die Anmeldebogen verteilt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung erläuterte der Dereinsführer die Förderungsmaßnahmen für Geflügelzucht im Rahmen des Dierjahresplanes und forderte die Züchter auf, sich tatkräftig einzusetzen. Don einer Lokalschau wurde für dieses Jahr abgesehen. Nach der Besprechung einiger züchterischer Fragen wurde die Versammlung geschlossen. 00 Eberstadt, 7. Nov. Die Dreschmaschine der hiesigen Dr e s ch g e n o s s e n s ch a f t hat ihre Arbeit beendet. Fast alle Bauern haben die Maschine in Anspruch genommen, so daß sie ein Vierteljahr lang fast täglich gelaufen ist. Die längste Dreschdauer auf einem Hof war 26 Stunden. 3 Hungen, 7. Nov. Gestern nachmittag stießen zwei Personenkraftwagen auf der Landstraße zwischen Inheiden und Utphe in der Nähe des Trais-Horloffer-Kreuzes zusammen, wodurch beide erheblich beschädigt wurden und einige der Insassen Verletzungen davontrugen, die ärztliche Hilfe erforderlich machten. Die Untersuchung über die Schulüfrage ist im Gange. Kreis Friedberg. = Butzbach, 7. Nov. Zum Besten des Winterhilfswerkes fand gestern abend im großen Saale des ,Hesi. Hof" das erste große Konzert statt, dessen Vortragsfolge von dem Musik- korps unseres Bataillons und von dem Männerchor 1838 bestritten wurde. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Abwechselnd boten die Bataillonsmusik und der Gesangverein Märsche, Chöre, Volkslieder, Vorspiele, Fantasien, Chöre mit Orchesterbegleitung, Solostücke für Tylophon, mit Trompete und Pauken usw. den Zuhörern, die mit lebhaftem Beifall dankten. Der ansehnliche Betrag aus Eintrittsgeldern floß restlos dem Winterhilfs- werk zu. Tanzvergnügen beschloß den Abend. Kreis Büdingen. O Gedern, 7.Nov. Zur Eröffnung der winterlichen Kulturvorträge sprach hier am Samstagabend Pg. Dr. Korten aus Frankfurt über das Thema „Nationalsozialismus, Weltanschauung, Religion und Rasse". Der Saal des Bergwirtshauses war mit einer gespannt lauschenden Zuhörerschaft besetzt. darauf, den Sieg sicherzustellen. Doch dies sollte ihnen nicht gelingen. Die Steinberger Abwehr stand. Allmählich fand sich aber auch die Teutonen- Elf besser und schuf manchen gefährlichen Augenblick vor des Gegners Tor, ohne jedoch zählbare Erfolge zu erzielen. So blieb denn schließlich das Ergebnis bis zur Pause bestehen. Nach Wiederanpfiff beherrschte Steinberg das Spielgeschehen. Die Platzbesitzer kämpften nicht mehr mit dem Elan, wie vor der Pause. Sie waren ihrem Tempo zum Opfer gefallen. Die Teutonen erzwangen eine leichte Ueberlegenheit und manche schöne Gelegenheit wurde herausgearbeitet. Aber das Glück war gegen die Gäste. Buß verschoß zweimal in aussichtsreichster Stellung und ein andermal wurden drei hintereinander folgende Nachschüsse von Lang immer wieder abgewehrt. Die Platzbesitzer spielten nun härter und Fritsche wurde das erste Opfer. Nun hoffte man schon nicht mehr auf einen Sieg; denn Haas mußte zurückgezogen werden. Trotzdem gelang Haas noch ein Weitschuß, der vorerst von der Latte zurückprallte, doch Schmitt war zur Stelle und köpfte ein. Bei einem Gegenangriff- sprang der Linksaußen mit voller Wucht auf den Tormann Happel, so daß er das Spielfeld verlassen mußte. In den restlichen Minuten versuchten noch einmal beide Parteien, den Sieg zu erringen. Es war jedoch vergebens. Frohnhausen II — Steinberg II 0:2 (0:0). Die 2. Mannschaft der Teutonen konnte auch diese gefährliche Klippe überwinden, wenn auch die beiden Tore kurz vor Schluß fielen, so genügte es doch noch zu einem verdienten Sieg. Der Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Eröffnung durch Ortsbauernführer Schmidt sprach Kommissionsvorsteher Keil über die ein- Eeinen Böden in unserer Gemarkung, chre Beschaf- enheit, Lage und Feuchtigkeit, denen entsprechend äe Bewertung der Böden vorgenommen wurde. An Hand der aufgelegten Karten konnte sich jeder Bauer über die Einschätzung seines Besitzes vergewissern. Meinungsverschiedenheiten sollen durch die Zusammenarbeit zwischen Bauer und Kommission an Ort und Stelle bereinigt werden. — Der Buchdruckergesangverein „Gutenberg" D a.r m st a d t weilte am Samstag und Sonntag beim Gesangverein „Heiterkeit-Sänger- k r a n z " in Großen-Buseck zu Gast. Vereinsfuhrer Ludwig Wagner hietz die Sänger willkommen, erinnerte an die alte Kameradschaft zwischen dem Dirigenten des Darmstädter Vereins und dem Der- einswirt des Großen-Busecker Gesangvereins, die vor vielen Jahren bei den Soldaten geschlossen wurde und jetzt die Ursache der Zusammenkunft darstellte. Die Gäste überreichten durch ihren Vereinsführer Dittmar ein schönes Bild aus Darmstadt und ließen gleichzeitig eine Einladung nach Darmstadt ergehen. Im weiteren Verlaufe der Zusammenkunft wurden Chöre und Volkslieder gesungen. Solo-Darbietungen und humorvolle Einlagen trugen zur Unterhaltung bei. Zum Abschluß des Besuches am Sonntag sangen die beiden Vereine auf dem Anger einige Lieder. A Daubringen, 7. Nov. Am Samstag veranstaltete der Gesangverein Daubringen im Saale „Zum blauen Hecht" einen Liederabend zugunsten des WHW. Viele Volksgenossen waren dem Rufe des Vereins gefolgt. Während einer Pause sammeUen SA.-Männer für das WHW. Die Sammlung' ergab den schönen Betrag von 14 Mark. Der Verein bot mit seinen Männer-, Frauen- und gemischten Chören allen Besuchern ein reichhaltiges Programm. Ortsgruppenleiter Pflüger dankte in seiner Ansprache allen, die gekommen waren, um auch ihr Scherflein beizugeben zu dem Werk, das der Führer geschaffen. Mit tieh Liedern der Nation klang der Abend aus. + Grünberg, 6. Nov. Für die durch die NSG. „Kraft durch Freude" ich Feierabendring Grün berg zusammengeschlossenen Mitglie- der fand am Samstagabend in der Turnhalle die zweite Theatervorstellung' statt. Da in letzter Zeit nochmals eine starke Werbung von Mitgliedern stattgefunden hatte, war diesmal ein guter Besuch zu verzeichnen. Die Rhein-Mainische Landesbühne spielte das Drama „Der Weibsteufel" von Karl Schönherr. Zwei weitere Gastspiele dieser Bühne sind noch im Februar und März vorgesehen. Q Stockhausen, 7. November. Die hiesigen Schulkinder sind schon mehrmals mit ihrem In Hessen pausierte der Spitzenreiter Hessen Hersfeld, und so hatten die Verfolger Gelegenheit, Boden gutzumachen. Nach vorn gekommen sind Meister Hanau 93 und der VfB. Groß-Auheim, denn der Meister schlug den BC. Sport Kassel überzeugend mit 6:0, während Groß-Auheim mit einem 1:0-Sieg über den Altmeister Spv. Kassel eine Überraschung brachte und damit gleichzeitig seinem Nuf als typische Heimmannschaft gerecht wurde. Der Neuling Dunlotz auf dem Universitätssportplah gegenüber. -Zu Artz fang konnten sich beide Mannschaften nicht recht finx den. Trotzdem erzielte DfB.-R. in der 4. Minute den ersten Treffer. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten, denn in der 7. Minute erzielte die SA.» Mannschaft, die in der ersten Halbzeit nur mit zehn Mann spielte, den Ausgleich. VfB.-R. fand sich nun wesentlich besser zufammen und lieferte ein schönes Zusammenspiel, was ihnen auch während der ersten Halbzeit noch zwei weitere Tore einbrachte, so daß die erste Halbzeit mit 3:1 für sie abschloß. Ohne Pause ging es ip die zweite Halbzeit mit demselben Kampfgeist. Anfangs schien es, als würde sich auch die SA.-Kampfspielgemeinschaft besser finden. Es kam aber nicht dazu. Noch einmal erhöhte in der 8. Minute VfB.-R. auf 4:1. Durch eine gut eingebrachte Ecke wurde in der zwölften, Minute der Stand auf 5:1 gestellt. Ein Strafstoß für die SA. brachte das Ergebnis auf 5:2. In der Folge ließ die SA. mehrere Torchancen aus. Das Spiel endete mit dem Ergebnis 7:2 für VfB.-R. Klein-Linden I — Wißmar I 5:1 (2:1). Die Umstellung und Neuaufstellung der 1. Elf Klcin-Lindens hat sich beroährt. Der Anhang bekam am Sonntag ein Spiel zu sehen, das auf der ganzen Linie befriedigte. Die beiden kämpfenden Mannschaften zeigten das Spiel in einem Tempo, von dem man nicht hätte glauben können, daß es durgehalten würde. In der 15. Minute kam Klein-Linden zur ersten Ecke, die zum ersten Tor wurde. In der 27. Minute trat in der Hitze des Kampfes ein Wißmarer Spieler eine Vorlage des Klein-Lindener Linksaußen ins eigene Tor. Kurz vor Halbzeit konnte der Torwächter der Gastgeber eine linke Flanke von Wißmar noch ab« wehren, mußte aber einige Sekunden später doch erleben, daß her Ball wieder zurück ins Tor getreten wurde. Erstes und einziges Tor für Wißmar. In der zweiten Halbzeit machte sich eine lieber- legenheit der Gastgeber deutlich bemerkbar. Wißmar konnte das schnelle Spiel nicht so durchhalten wie die Klein-Lindener. In der sechsten Minute wurde ein vom Schiedsrichter gegebener Elfmeter zum 3. Tor für Klein-Linden verwandelt. Wißmar raffte sich nun auf und belagerte für einige Minuten das Tor der Turner, aber ohne Erfolg. Durchbrüche von Klein-Linden führten zum 4. und zehn Minuten vor Schluß zum 5. Tor. Dem erstklassigen Torwächter der Gäste war es zu verdanken, daß das Ergebnis nicht noch ungünstiger für die vom Pech verfolgte gute Wißmarer Mannschaft ausfiel. Wißmar Das Spiel Wieseck — Lollar wurde Selten hat ein Spielsonntag sooiele Ueberraschun- gen gebracht, wie gerade der vergangene. Großen- Buseck schlug Rohheim zweistellig. Wißmar hat seine Anhänger schwer enttäuscht. Wohl niemand hätte geglaubt, daß sich die SA. von den Gästen aus Lich schlagen ließe. Offen war der Kampf in Hungen, den die Platzherren knapp für sich entscheiden konnten und damit bewiesen, daß sich die Mannschaft wieder gefunden hat. Wie vorauszusehen war, konnte sich Steinbach in Garbenteich nicht durchsetzen und überließ damit den Platzherren den ersten Sieg. Leihgestern kam auf eigenem Platz unter die Räder. Knapp mußte sich Grünberg von Saasen geschlagen bekennen. Ettingshausen kam m Nieder-Ohmen um die Niederlage nicht herum^Die Gäste konnten zwar bis zur Halbzeit das -spiel offen halten, dann war jedoch chr Pulver verschossen. Wie erwartet, konnte Harbach aus Flensungen beide Punkte mitnehmen; die Gastgeber hatten nur zehn Mann zur Stelle. Heuchelheim hatte die Mannschaft verstärkt, aber trotzdem mären hie Gaste überlegen und sicherten sich beide Punkte. Staufenberg trat mit nur zehn Mann in Londorf an und mußte eine deutliche Niederlage einstecken. Im Gesellschaftsspiel gelang es Göbelnrod, knapp die Oberhand über die stark abgefallenen Queckborner zu behalten. Daubringen lieferte ebenfalls in Treis ein Gesellschaftsspiel und mußte, mit nur neun Mann spielend, den Platzherren den Sieg überlassen. SA. I. Mannschaft — VfR. Lich I. 0:5 (0:3). Anschließend zeigten die I. Mannschaft der SA.- Kampfspielgemeinschaft und die I. Mannschaft des VfR. Lich chr Können. Das Spiel war reich an interessanten Kampfmomenten. Bereits zu Anfang fetzte ein scharfes Tempo ein. Beide Mannschaften kämpften verbissen um die Führung, die die Licher auch in der zchnten Minute durch einen schönen Weitschuß errangen. Die Verteidigung der SA.- Mannschaft leistete nicht das, was man sonst von ihr zu sehen gewohnt war. Ihr fehlte die Schlagkraft. In der 18. Minute gelang ein Durchbruch der Sicher. 2:0 ! Noch einmal sollte in der ersten Halbzeit die Mannschaft des VfR. Lich siegreich sein. Durch gute Vorlage des Rechtsaußen konnte mit einem 3:0- Ergebnis in die Halbzeit gegangen werden. Ein Spieler der SA.-Kampfspielgemeinschaft mußte infolge Verletzung für die zweite Halbzeit ausscheiden. Nachdem bei der SA. in der Verteidigung eine Aenderung vorgenommen wurde, kam das Spiel mehr in die Mitte des Feldes. Gefährliche Augenblicke vor dem Tor der Licher konnten aber stets von deren Verteidigung geklärt werden. Im Sturm der SA.-Mannschaft vermißte man die Entschlußkraft zum Schießen. Durch ein Eigentor wurde der Stand auf 4:0 gebracht. Die SA. bemühte sich nun um das Ehrentor. Es blieb ihnen aber durch die hervorragenden Leistungen des Licher Tormannes leider versagt. Mit 5:0 Toren endete das Spiel für Lich. SA. II. Mannschaft — DfB.-R. III. Mannschaft 2:7. Gestern mittag standen sich die II. Mannschaft der SA.-Kampfspielgemeinschaft und die III. des VfB.-R. »FC.Teuionia^ Watzenborn-Steinberg Frohnhausen I — Steinberg I 1:1 (1:0). Der Spitzenreiter „Teutonia" mußte seinen ersten Punkt einbüßen. Frohnhausen stellte eine gefährliche Mannschaft ins Feld. Jeder einzelne Spieler war von einem bewundernswerten Kampfgeist beseelt. Hauptsächlich in der ersten Hälfte hatte die Hintermannschaft der Teutonen bange Minuten zu überstehen. Die Teutonen spielten nicht das gewohnte Spiel. Vornehmlich im Sturm konnte man immer wieder Schwächen feststellen. Dem Schiedsrichter Zitzer (Gießen) stellten sich die Teutonen in stärkster Aufstellung, also mit: Happel, Fett, Jung, Fritsche, Hederich, H. Schmandt, Buß, Haas, Schmitt, Däublin. Lang. e .Steinberg spielte zuerst bergauf und Frohnhausen nutzte diese Gelegenheit aus, um die Teutonen-Abwehr. zu überrennen. Es gelang aber nicht. Ungeheuer schnell war das Spiel und mit langen Steilvorlagen wurden immer wieder die Außen eingesetzt. Steinberg kam nicht richtig in Schwung, Däublin besaß nicht die Uebersicht, die man sonst von ihm gewohnt ist. Lediglich Schmitt war in gewohnter Form. Mit seiner schnellen und wuchtigen Spielweise schuf er brenzliche Momente vor des Gegners Tor. Einmal umspielte er die gesamte Abwehr und den Tormann, war dann aber dock den Bruchteil einer Sekunde zu spät, so daß der Verteidiger noch klären konnte. Auf der Gegenseite hatte Frohnhausen mehr Glück. Der Halblinke erreichte 16 Meter vor dem Tor das Leder und gegen seinen Bombenschuß war Happel machtlos. Angefeuert durch diesen Erfolg drängten die Platzbesitzer mit allen Mitteln können. Licher „ßätilia" auf Sängerfahrt. ) Lich, 7. Nov. Aus Anlaß der 75-Jahrfeier des befreundeten Gesangvereins „Liedertafel" Marburg weilte am Samstag und Sonntag der Gesangverein „Cäcilia" Lich in Marburg. Bei der Feier übermittelte der Vereinsführer der „Cäcilia" dem Jubelverein die herzlichsten Glückwünsche seines Vereins und überreichte gleichzeitig ein Bild, das den Chor des Vereins darstellt. Ferner ernannte Vereinsführer K. Lotz den Vereinsführer der „Liedertafel" Marburg, August Garde, zum Ehrenmitglied der .Cäcilia". Nach der offiziellen Jubiläumsfeier wurde noch manche Stunde in kameradschaftlichem Beisammensein verbracht. Der Sonntag vereinigte die Sänger im Zeichen des deutschen Liedes, wobei die alte Freundschaft zwischen beiden Vereinen erneut bekräftigt wurde. Allerheiligenmarkt in Hungen. 3 Hungen, 7. Noo. Der diesjährige Allerheil i g e n ma r kt, der ein Lokalfeiertag für unsere Stadt ist, wurde leider durch den Ausfall des Schweine- und Sckafmarktes, der sich infolge der Maul- und Klauenseuche in der Umgegend notwendig erwies, nicht unwesentlich beeinträchtigt, so daß er sich auf den Krämerkarkt beschränken mußte. Die- fer war auch in diesem Jahre, obwohl zu gleicher Zeit in Ortenberg der sog. Kalte Markt stattfand, gut beschickt und besucht, so daß namentlich die Besitzer der Verkaufsstände recht zufrieden waren. Feuerwehrtag in Srünberg. '4- Grünberg, 7.Nov. Der gestrige Sonntag stand hier im Zeichen der Feuerwehr. Am Nachmittag fand auf dem Sportplatz em Fuß- und Geräteexerzieren statt, anschließend ein Brandangriff der Feuerwehr auf dem Marktplatz. Neben der Freiwilligen Feuerwehr war auch die Pflichtfeuer- wehr angetreten. Da die Vorführungen als Lehr- übungen gedacht waren, hatten sich die Wehrletter und weitere Feuerwehrmänner, ebenso auch die Bürgermeister der zum Feuerwehrbezirk gehörenden Orte eingefunden. Der Abend brachte einen gut besuchten Kameradschafts abend in der Turnhalle. Ansprachen des Wehrleiters, Hauptbrandmeister Haas, des Ortsgruppenleiters Schütz, des Bürgermeisters Krämer, sowie mehrere Schmalfilme, die über die Tätigkeit der Feuerwehr unterrichteten, ferner Musikvorträge der Feuerwehrkapelle füllten den Abend aus, der mit "Tanz abschloß. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 7. Nov. Die Krie g e r - kameradschaft hatte am Samstag chre Mitglieder und deren Frauen zum diesjährigen Kam^ radschaftsabend im „Treppchen" eingeladen. Nach der Begrüßung durch Kameradschaftsführer Dr. Reidt gedachte er des Führers, der unser Groh- deutschland geschaffen hat, und führte dann tm Lichtbildervortrag durch das wieder zum Reich heimgekehrte Oesterreich, wobei ihn Kamerad Franz Sack aufs beste unterstützte. Der Vortrag wurde mil großem Beifall ausgenommen. Gute Musik, Volkslieder, Tanz usw. hielten die Kameraden bis in die frühen Morgenstunden beisammen. 8 Alten-Buseck, 7. Nov. Hier begann ein Kursus in Krankenpflege, her von her NS-- Frauenschaft durchgeführt wird. Die Leitung übernahm eine Gießener NS.-Schwester. Der Kursus dauert einen Monat und verteilt sich auf drei Abende jeder Woche. Die Zahl der Teilnehmer belauft sich auf 30 Frauen und Mädchen, die den lehrreichen Ausführungen und den praktischen Vorführungen der Schwester mit größtem Interesse folgen. ^8- Großen-Buseck, 7. Nop. Die hiesige Ortsbauernschaft hirlt im „Kühlen Grund S ammlung ab, die Einblick in die Tätigkeit öer Reichs-Bodenschätzungskommission gab. Nach Konzert in Lollar. 3 L o l l a r, 7. Nov. Die hiesige Sängervereinigung veranstaltete am gestrigen Sonntagabend im Saalbau „Zur Linde" ihr diesjähriges Winterkonzert. Die Auswahl der Darbietungen zeugte von gutem Geschmack und gab unter her Stabführung von Chormeister Heinrich Meyer (Wieseck) den San- gern Gelegenheit, ihre Fähigkeiten voll zu entwickeln Der Chor ,Hoch empor" von Curti stellte hohe Slnforherungen an die Sängerschaft, die aus- aezeichnete Schulung des Vereins brachte aber eine Leistung zustande, die bei den Besuchern stärkste Aufmerksamkeit fand. Die „Hymne" und „Dank- choral" aus her großen Kantate „Heiliges Vaterland" kam mit Orchesterbegleitung in schönster Zusammenarbeit aller Mitwirkenden zu einwandfreiem Vortrag. (Die Kantate „Helliges Vaterland" von Franz Philipp wurde bei dem Gausängerfest in diesem Jahr in Gießen zur Aufführung gebracht.) Daß die Volkslieder nicht zu kurz kamen, verficht sich von selbst. Auch hierin stellt sich die Sänaerver- einiflung in der Pflege des Liedgutes ein schönes Zeugnis aus. Entsprechend dem Bestreben des Vereins, den Chorgesang immer mehr zu vervollkommnen,'wurde auch diesmal, wie immer, die Vortrags- folge mit einer geschlossenen Zusammenfassung aller am Konzert beteiligten Kräfte beendet. Die „Mühle im Schwarzwald" von Eilenberg und „Frei weg" von Satan, beides mit Orchesterbegleitung, zeigten schönes Jneinanderfügen der Instrumente mit den Gesangsstimmen. Chorleiter Meyer und seine Sängervereinigung dürfen auf ihre Leistungen mit Recht stolz sein. Die instrumentale Mitwirkung hatte das Mustk- korps des JR. 116 mit einem gutbesetzten Streichorchester übernommen. Die Leitung dieses Orchesters hatte für den durch Erkrankung verbinder- ten Musikmeister Wohlfarth Feldwebel Ochse. In bekannter Vollendung vorgetragene Werke von Rossini, Strauß, Lehar u. a. riefen dankbaren Beifall hervor. Das Orchester mußte, ebenso wie her Män- nerchor, sich zu wieherholten Zuaabeiv entschließen. Als Solist bot Unteroffizier Lang mit einem Konzertlied für Klarinette einen besonderen Genuß. Der „Sängervereinigung" gebührt volle Anerkennung, daß sie einen derartigen Musikgenuß unseren Mitbürgern ermöglichte. Es ist zu hoffen, daß nach dem nächsten öffentlichen Auftreten des Vereins, dem durch das bereits gemeldete Hinzukommen des Turn- und Gesangvereins neue Kräfte zugeführt werden, ein weiterer Aufstieg erreicht wird. Durch die Uebernahme des Frauenchors des letzteren Vereins ist ebenfalls eine Bereicherung für den Chorgesang erfolgt. So ausgestattet wird die „Sanger- oereinigung" im kommenden Jahre, wenn sie ihr 20jähriges Bestehen begeht, der Öffentlichkeit wiederum ein gutes Zeugnis ihres Fleißes vorlegen »«LI kn uni) bos ^oik i kniWnden Ang' Mr Zeit- Und to Sprung zur ich an diesen Tage stechenden Zeilen n Um 12 Uhr am in mein Zimmer teiUc mir mit, m mehr gefaßt Mm. Er werd Kch im Bürgerb mich, ob ich mit ch das losort und ttas für die Sonderaue Abend kam der tischen beobachte Wagen ob. Ich \\ fuhren zum 1 außerordentlich b am Eingang stet Dr. von Tch monoton und oh Ausführungen, gerissen, unsere ten herein und sich vor -en Ein Giynoll M, tyobium, mo Sa aujgetjört ljatte. ! hoch erhobenen Pi Führer Ulrich Grc ich Und so beaar mit dem geschich Nach den ech mit Kahr und in den „Dölkisi gaben, Ausrufe ich nach einige, sah ich gerade, das Pürgerbrm 8 ä Vergabe einer Hatte mit her vertraut IMen entspn ^twendigen" ( wegenarbeit 5 Kräfte, um Nten wir, W ^falten war. I TM" und U dem -ie-.-r Di Nti- sSfe Whia„?‘ .811 ite»» «"> 4?« - M & W?B.9efö jjnefl s.)eule »L;>: °d°,tz.«°qch gfcat* d>er JI hebt h ■ te»1 ÄL sWt um Mm i ^■ rvilh.Horn u.Sohn 1 ♦ Fernsprecher 277 Z Gießen Lreuzplay IS (mT) 2d§IahreTextilhaus! (i9Zs) 80 Jahre Firma H. Raeß ---- 40 Jahre wilh.Horn! Diese Jubiläen geben uns Veranlassung, unseren Runden in Stadt und Land für das unserem Hause entgegengebrachte Vertrauen unseren Dank abzustatten. Unser großer Jubiläums -Verkauf von Mitkwocb, 9. Nov., bis Mittwoch, 2Z.r7ov.I9ZS, soll Ihnen erneut den Beweis unserer großen Preiswürdigkeit bei der 4.45 RM. Manhläoon von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wiener» NuCniuSSu holten Veröffentlichunaen einer Anzeigei Paddelboot Tamnn Mrrad und E 200 ccrn Stellungen, 94 cm breit per Meter............ Werbe-Drucksachen liefert BrQhl'sche Druckerei Motorrad (500 ccrn), umzugshalber sofort billigst abzugeb. Aulweg 52 p. 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Erst die kurz vor 9 Uhr in Grünberg kreuzenden Personenzüge konnten wieder durchfahren. (Kreis Worms) 29,70 plus 0,50 RM. Fracht-Aus- gleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50,’ Roggenvollkleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber getr. —, Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,00, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt 2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt, 2,90 bis 3,00, Hafer- und Gerstenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt 2,40 bis 2,50 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Rundfunkprogramm Mittwoch, 9. November: . i Reichssendung: Der S. November. 12.00: Der Marsch des 9. November. WW DKR., fest. Vorsteher, Alles-Ap- vorteur,Umstände halber günst. abzugeben. 7i93D Zu erfragen im Gießen. Anzeig. Ladenthete mit Marmoreinlage zu verkauf. Dammstraße 34.