Nr. 256 Erstes Matt 188. Jahrgang Samstag, 8./§onntag,y. Oktober 1938 krlchetM tftgliih, autzer Sonntags and Feiertugs Beilagen: Dte Illustrierte ©tefiener Familienblatter Heimat im Bild Die Schalle OionatstBeiugsprels: Mit 4 ‘Beilagen RM.1.95 Ohne illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätrdruckerei 8. Lange in Stehen. Schristleitvng und Geschästsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige« füi die Mittagsnummer vis8'/,Uhrdes Darmittag» Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen aon 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen aon 70mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrist nach aarh. 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Mit dem Führer nahm auch der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, an der Fahrt teil. Es waren ferner auf dem Bahnhof erschienen der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 1, Generaloberst v. Rund- st e d t, der Staatssekretär der Luftwaffe, General der Flieger Milch, der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalleutnant Stumpfs, der Chef des Generalstabes der Heeresgruppe 1, General von Salmuth, weiter Gauleiter Josef Wagner, Staatssekretär Körner und SA.-Gruppen- führer Prinz Philipp von Hessen. Gegen 11 Uhr überschritt der Führer zwischen Eichhäusel und Arnsdorf die ehemalige Reichs- grenze in Richtung auf Olbersdorf und Sägern» darf. Minutenlang muß die Wagenkolonne anhal- ten, denn überglückliche Menschen haben sich um den Wagen des Führers zusammengedrängt und bringen ihm in unbeschreiblichen Kundaebungen ihren Dank aus übervollem Herzen zum Ausdruck. Ein besonders festlicher Empfang wird dem Führer in Olbersdorf zuteil. Ein einziger Bmeiste- rungsfturm empfängt den Führer auf dem Marktplatz, Der Ortsleiter der SDP. begrüßt den Führer, der vom Wagen aus nach allen Seiten zur begeisterten Bevölkerung mit erhobener Rechten herzlich dankt. Wie überall, so läuten auch hier die Glocken zur Stunde der Befreiung, und vom hohen Kirchturm weht eine riesige Hakenkreuzfahne. 3n Merndors. lieber Schönwiese und Kahlbach erreichen wir um 1145 Uhr Iägerndorf, den ersten größeren Ort im östlichen Teil der Zone IV. Am Eingang haben die Tschechen noch in der letzten Woche Straßensperren und Drahtverhaue aufgebaut. Der Tschechenspuk ist restlos verflogen, und am Eingang des Ortes grüßt weithin leuchtend ein riesiges Spruchband: „Iägerndorf grüßt seinen Befreier!" Alle Fenster der spitzgiebeligen Häuser sind über und über besetzt mit glückstrahlenden und vor Freude weinenden Menschen. Auf dem Marktplatz erreicht die unermeßliche Begeisterung der Sägernöorfer ihren Höhepunkt. Unter tosendem Jubel schreitet der Führer mit Generalfeldmarschall Göring und Generaloberst von Rundstedt die Front der Ehrenkompanie or dem Rathaus ab. Als der Führer dann mit Hermann Göring und Konrad Henlein auf dem Balkon des Rathauses erscheint und die gewaltige Menschenmenge überblickt, schlägt ihm eine ungeheuere Begeisterung entgegen. Der Dezirksleiter heißt den Führer willkommen. Dann spricht Konrad Henlein. „Mein Führer! Als vor 20 Jahren hier 3V- Millionen Deutsche gegen unsere n W illen und gegen jedes Recht einem (Stadt einverleibt wurden, da wurde dieses ^große Verbrechen von der Welt gutgeheißen. (Stürmische Pfuirufe.) In diesen zwanzig Jahren hat man uns unsere Schulen, unseren Arbeitsplatz und unser Brot genommen. Aber eines kannte man nicht: Aus unseren Herzen die tiefe Liebe zu Deutschland reißen!" Minutenlange stürmische Heilrufe brausen auf, als Konrad Henlein feststellt, daß die Sudetenüeut- schen alle Jahre der Knechtschaft hindurch nur auf diesen einen einzigen Tag gewartet haben, daß der Führer sie heimhole ins Reich. Als Konrad Henlein dann für die Sudetendeutschen gelobt, daß sie alle in guten und schlechten Tagen z u m Führer stehen werden wie ein Mann, da gibt erneut ein einziger Jubel die Bestätigung. Und wiederum stimmen die Jägerndorfer Konrad Henlein begeistert zu, als er mit den Warten schließt: „Wir sind bereit, mein Führer, für Sie unser Leben einzusetzen." Des Führers Dank. Der Führer dankt Kanrad Henlein. In packenden Worten spricht er von der neuen deutschen Volksgemeinschaft, die alle Deutschen umfaßt, und van der starken neuen deutschen Wehrmacht, der Vollstreckerin des Willens dieser Volksgemeinschaft. Tosender Jubel schlägt dem Führer entgegen, als er erklärt, daß man vielleicht drei 'Ober sechs Millionen Deutsche entrechten und unter» 'drücken kann, daß aber 80 Millionen Deutsche nie- imand in dieser Welt beugen kann. Der Führer dankt Isodann den Sudetendeutschen noch einmal für die langjährige Treue, die sie unter schwersten Umständen ihrem Volkstum gehalten haben Er schließt imit den Worten, daß am 10. Oktober nun Miud) der letzte Rest des Sudetenlandes un- tter dem Banner des Hakenkreuzes fftehen werde. Dann fei dieses Gebiet endgültig frei «und für alle Zeiten unwiderruflich ein Reichsgau Ler deutschen Ration Wenige Minuten später verläßt der Führer unter dem brausenden Jubel der Jägerndorfer wieder die Stadt, noch einmal umtost von der unbeschreiblichen Begeisterung der überglücklichen Menschen. Generalselomarschall Göring verabschiedet sich hier von dem Führer, um später in Freudenthal erneut mit ihm zusammenzutreffen. Gegen 13 Uhr macht der Führer aufdemBurgplatz bei Iägerndorf eine kurze Rast, wo er im Freien mit seiner Begleitung aus der Feldküche das Eintopfes s e n, einen Schlag Gemüsesuppe, einnimmt. Dann besichtigt wenige Kilometer hinter Iägerndorf der Führer bei dem Ort Reuerbergdorf im Tal der Olsa einige tschechische Bunker, Die erst heute um 5 Uhr von den Tschechen verlassen worden waren. In diesem kleinen Dorf wurde dem Führer ein besonders freudiger Empfang zuteil.Durch das reizvolle Hügelland und die Ausläufer der Glatzer Berge geht die Fahrt nach Freudenthal. Hier erwartet wieder Generalfeldmarschall Göring den Führer, und minutenlang werden Adolf Hitler und Hermann Göring von Den vielen Tausenden auf dem Marktplatz von Freudenthal stürmisch gefeiert. Alle Fenster und Dächer der Häuser-um den Marktplatz sind dicht besetzt. Der Führer schreitet mit Hermann Göring die Front der Ehrenkompanie der Luftwaffe ab. Dann setzt der Führer seine Fahrt fort, während der Generalfeldmarschall auf dem Marktplatz zur Bevölkerung spricht Für lange Zeit wird nun die Fahrt des Führers begleitet von Flugzeugstaffeln der deutschen Luftwaffe. An niesen Stellen der Fahrt haben die Truppen am Wege des Führers Aufstellung genommen. Im Schritt fährt unsere Kolonne an ihnen vorbei. Aufrecht im Wagen stehend grüßt der Führer seine Soldaten, lieber Würbenthal, Einsiedel und Hermannstadt nähert sich die Kolonne des Führers der ehemaligen Grenze. In allen Dörfern ist die Straße in einen Blumenteppich verwandelt, jedes Haus ist mit Hakenkreuzfähnchen und Girlanden geschmückt. Die Einwohner bringen dem Führer bei feiner Durchfahrt immer und immer wieder begeisterte Huldigungen dar. In Zuckmantel wird der Wagen des Führers minutenlang aufgehalten. Von allen Seiten recken sich dem Führer die Hände entgegen. Rach wenigen Minuten ist die alte Reichsgrenze bei Arnoldsdorf erreicht und gegen 17 Uhr trifft der Führer wieder in dem oberschle- sischen Grenzstädtchen, dem Ausgangspunkt seiner Fahrt, ein. 9er Führer besichtigt die tschechischen SesestigMgen. II ll ■ V V WH-MWW V- ■ ZM- A. . . - Ä * ■■■< y ' , ■< ;<-> T* .. /<; 1 Xi XXZ • X:<< XÄt Während seiner Reise durch die II. Zone nahm Adolf Hitler auch eine Besichtigung der tschechischen Befestigungswerke vor. — (Scherl-Mlderdienst-M.) Die Besetzung des Restgebiets. Berlin, 8. Ott. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Truppen des Generalobersten von Rundstedt haben am 7.10. die Besetzung des Gebietsabfchnittes IV beendet. Die deutschen Truppen beginnen am 8. 10. mit dem Einmarsch in die restlichen bis zum 10.10. zu besehenden sudetendeutschen Gebiete, hierzu gehen ab 12 Uhr vor: a) Truppen unter Führung des Generals der Infanterie £ i st aus dem Gau Riederdonau über die ehemalige deutfch-tfchecho-flowakifche Grenze zwischen Lundenburg und Laa an der Thaya sowie zwischen Drosendors und Reu-Biestrih; b) Truppen unter Führung des Generalobersten Ritter v. Leeb aus dem Gebietsabschnitt I, sowie über die ehemalige deutsch-tschecho-slowa- kische Grenze zwischen Gmünd und Oberhid und zwischen Eisenstein und Furth; c) Truppen unter Führung des Generalobersten von Bock aus dem Ostteil des Gebietsab- fchnittes II zwischen Wachendors und hossnungs- tal. ferner über die ehemalige deutsch-tschechoslowakische Grenze zwischen hossnungstal und Schatzlar sowie zwischen Friedland und Grottau; d) Truppen unter Führung des Generalobersten von Runstedt aus dem Gebietsabschnitt IV zwischen Währisch-Schönberg und Braunsdorf, ferner über die ehemalige deutsch-tschecho-slowa- kische Grenze zwischen Braunsdorf und westlich Oderberg. Ueberaü folgt dem Einmarsch der Truppen bald die Wiederaufnahme der Arbeit. Deutsche Eisenbahner treffen die ersten Vorbereitungen für die Wiederingangsetzung der Bahnlinien. Po ft beamte aus dem Reich nehmen die Entwirrung des völlig defekten Telephonnetzes in Angriff. An den von den Tschechen zerstörten Straßen und Brücken werden die Trümmer mühselig beiseite geschasst und bei den Sudetendeutschen selbst regt sich nach all den Tagen dumpfer Verzweiflung und tiefsten Elends neuer Mut und neue Schaffenskraft. Sie kehren wieder an ihre Arbeitsstätten zurück. Die Bauern sahen nach ihren Ackergeräten und wollen nun, so gut es geht, mit der Herbstbestellung das nachholen, was ihnen durch die tschechische Mobilisierung verwehrt wurde. Und hie und da wagt sich wieder ungetrübter Frohsinn hervor. Improvisierte Standkonzerte unserer Truppen finden ein fröhliches Echo. Auf dem Marktplatz von Schluckenau, wo Adolf Hitler die Blumengrüße der Jugend entgegennahm. . .1 t "L;,' DM, - * Marx -*** * * * * Absprung in den Frieden. In wenigen Tagen werden die deutschen Truppen auch den letzten Abschnitt sudetendeutschen Siede- lungsgebiets besetzt haben, dessen endgültige Vereinigung mit dem Reich dann nur noch eine Frage der Zeit sein wird. Wie im Frühjahr bei der Heirn- führung Oesterreichs ist auch diesmal der Führer persönlich mit seinen Soldaten über die alte Reichsgrenze gezogen, um der erste zu sein, der den von zwanzigjähriger Gewaltherrschaft erlösten deutschen Brüdern die Botschaft ihrer Befreiung brachte und sie, die gegen alle Anfeindungen im alten Oesterreich und in der neuen tschechischen Republik treu zu ihrem Volkstum gestanden haben, in dieser Stunde der endlichen Erfüllung ihrer alten Sehnsucht selber willkommen zu heißen im Großdeutschen Reich. Rur mit tiefer Bewegung, mit innigem Mitgefühl haben wir in der Geborgenheit des Altreichs von den erschütternden Kundgebungen der Dankbarkeit und Treue lesen können, mit denen diese so lange gequälten und mißhandelten und trotz aller unsagbaren Pein in ihrem Willen zum Reich nie irre gewordenen Menschen ihren Befreier empfangen haben. In Asch und Eger, in Karlsbad, Friedland und Iägerndorf, wo der Führer zu ihnen sprach, aber nicht minder ergreifend in den Städtchen und Dörfern, Weilern und Höfen, an den Straßen und Wegen, die Adolf Hitler auf seiner Fahrt durch bas befreite Sudetenland berührte, überall schlug ihm der gleiche unendliche Jubel aus von langem schwerem Druck und bitterem Leid erlösten Herzen entgegen. Und mit ähnlicher Begeisterung und Freude werden in Mähren und Schlesien, im Eg er land und im Böhmer Wald die deutschen Truppen begrüßt, die hier, wie vor wenigen Monaten schon in Oesterreich, die ersten Sendboten Großdeutschlands zu den wiedergewonnenen Volksgenossen sind und in ihrer straffen Disziplin und prächtigen Volksverbundenheit sich schon die herzliche Zuneigung der Sudetendeutschen erworben haben, wie sie in den Tagen zwischen Krieg und Frieden unser Stolz und unsere Zuversicht waren. Wir alle sind mit ihnen glücklich, daß sie nicht als Eroberer über die alte Grenze zu rücken brauchten, sondern als Künder der Freiheit in friedlicher Mission, das deutsche Land zu schützen und in fester Hand zu halten, das noch bis in die letzten Tage hinein unter tschechischer Schreckensherrschaft für feine Treue zu Volk und Reich so furchtbare Blutopfer hat bringen müssen, nun aber aufjauchzt in dem glücklichen Bewußtsein, ohne die neuen Schrecken eines Krieges sich am Ziel der Vereinigung mit dem Reich zu sehen. '„Euer Glück ist das Glück von 75 Millionen des bisherigen Reiches, so wie euer Leid bis vor wenigen Tagen das Leid von allen gewesen ist." So hat der Führer den Egerländern zugerufen, und daß wir dies Gefühl der Verbundenheit in Glück und Leid nicht bei Worten bewenden lassen werden, hat die Ostmark bereits erfahren, sieht heute schon das Sudetenland. Die ersten Hilfszüge mit Heizung, Kleidung und Lebensmitteln find schon unterwegs, um der ersten brennenden Rot zu steuern. Es ist ein überaus glückliches Zusammentreffen, daß die Eröffnung des diesjährigen Win» terhilfswerks, des ersten Winterhilfswerks im Groß- deutschen Reich, in diese Tage jubelnder Freude über die Heimkehr des Sudetenlandes fällt. So haben alle Schichten des deutschen Volkes willkommene Gelegenheit, fei es durch ihre tätige Mithilfe in den Organisationen des Winterhilfswerks, fei es durch ihre Opfer an Geld und Sachspenden, den Anfang zu machen in praktischen Beweisen nationalsozialistischer Solidarität einen Teil der Dankesschuld abzutragen, die wir dem Führer schulden, dessen geniale Staatskunst durch friedliche Revision schändlicher Diktate zwei deutsche Stämme h-im- holte ins Reich, und die wir eben diesen zehn Millionen deutschen Brüdern schulden, ck)ie in zwanzig Jahren der Rot und des Elends nicht müde geworden sind in ihrem Glauben an Deutschland. Wie der Führer in diesen kritischen Tagen großer Entscheidungen wußte, daß hinter ihm das ganze deutsche Volk stand, zu jedem Einsatz bereit, so soll er nun auch erfahren, wie die helfende Kraft der deutschen Volksgemeinschaft, die er schuf und immer wieder mit feinem Geist erfüllt und durchdrinat, sich jetzt denen zuwendet, die er in diese Gemeinschaft zurückgeführt hat. Wir alle find Bürgen dafür, daß, wie er es von uns erwartet, das Winterhilfswerk 1938/39 der geschichtlichen Größe dieses Jahres enk- spricht. Das Weihnachtsfest soll nach den Worten des Führers für uns alle ein wahres Fest des Friedens werden, sorge ein jeder an feinem Teil dafür, daß auch unsere befreiten Brüder in der Ostmark und im Sudetenland, die in der furchtbaren Verelendung, in der ihre Peiniger sie zurückaelaffen haben, unserer schnellen und starken Hilse bedürfen, dem großen Fest der Bruderliebe mit glänzenden Auaen und frohen Herzen entaeaenfe'hen fänn»n. Wie das deutsche Volk die Befreiuna des Sudetenlandes und die ihr den Weg bahnende Münchener Vereinbarung der vier leitenden euroväifchen Staatsmänner als eine geschichtliche Wende enwfunben bat, eine Tat, die nicht nur für den Augenblick den Krieg aebannt, sondern auch das Tor für eine neue europäische Politik der Zusammenarbeit aufaeftohen bat, so haben auch die andern Völker fich laut und vernehmlich für die Solidarität der euronäifrhen Gemeinschaft erklärt. Der in Varis und London bislang wohl beispiellose Jubel, mit dem französische und das englische Volk ihre aus München zu- rückkehrenden Reaierungschefs empfangen haben, mar gewiß zu allererst der Aufdruck inbrünftiaen Dankes für die Erhaltung des Friedens, aber doch auch die Zustimmung zu der Methode der direkten Aussprache von Mann zu Mann, die anders als die dinlomatischen Verhandlungen in den verhängnisvollen Julitagen des Jahres 1914 eine neue Welt- Oie Neuordnung der Slowakei Die ungarisch-ilowaWen Verhandlungen Englands Rüstung haben sich aber o ö l l i nahmen Herausgeste mit heil treuesten Vasallen sah, dem Ministerpräsidenten Daladier niemals verzeihen wird. Daladier hat nun wakei beginnen am Sonntag in L inKomorn. Die ungarische Regierung wird durch Außenminister K a n y a und den Kultusminister Paul von T e l e k i vertreten sein. Die ungarische Abordnung wird auf b-em ungarischen Luxusdampfer „Sofia" wohnen, der während der Verhandlungen am Komorner Donauw'er vor Anker gehen wird. Die tschecho-slowakische Abordnung wird unter Führung des Ministerpräsidenten der Slowakei, Dr. Josef Ti so stehen, ferner werden der Abordnung angehören der slowakische Innenminister Dulcan- s k y , der tschecho-slowakische Minister ohne Geschäftsbereich Dr. Parkany, der Chef der Präsial- abteilung im Prager Außenministerium, Krno, und der Chef der ungarischen Minderheiten im Prager Außenministerium, Anton S t r a k a. In ungarischen Kreisen sieht man den Verhandlungen mit größter Zuversicht entgegen. In Preßburg ist bereits ein ungarischer National- r a t gebildet worden, der aus den Abgeordneten und Senatoren der ungarischen Volksgruppe sowie aus den ungarischen Mitgliedern der bisherigen slowakischen Landesversammlung besteht. Der ungarische Nationalrat wird für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit in den von Ungarn bewohnten Gebieten der Slowakei bis zur Rückgliederung an Ungarn Sorge tragen. Die Bildung des ungarischen Nationalrates wurde von den beiden Führern der Vereinigten ungarischen Parteien in der Slowakei, Graf Esterhazy und Abgeordneten I a r o ß , im Preßburqer Sender bebannt- gegeben, der ihnen für diesen Zweck von der slowa- * Ein weiteres, verspätetes Zeichen der seit voriger Woche eingetretenen Entspannung ist die für Samstag morgen angekündigte Wiedereröffnung der am 27. September für den Verkehr geschlossenen sechs Untergrundbahnhöfe'im Zentrum der Stadt London. Diese Bahnhofe waren als Luftschußkeller vorgesehen worden. Ihre verspätete Freigabe für den Verkehr erklärt sich daraus. daß die weiträumigen Bahnbofsanlagen mit . Betonwänden gasdicht gegen die IMergrund^n- । tunnels abaedichtet worden waren. Auch hatte m^n , besondere Maßnohmen 3um gassicheren Schutz der Fahrstuhl- und Treppenschächte getroffen. Frankreich will diplomatische Seziehunoen zuFranco aufn-hmen. Paris. 8. Okt. (Europapreß.) Der französische Außenminister Bonnet teilte im Außenpolitischen Senats-Ausschuß Mit, die französische Regierung habe die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu der n a t i o n a l s p a n i sch e n Regierung in Burgos grundsätzlich in Erwägung gezogen. In gutunterrichteten Kreisen wird Die .Times" glaubt aus den Stimmen sowohl von Gefolgsleuten, als auch von Gegnern der Regierung zwei einander ergänzende Ideen heraushören zu können. Die eine fei, daß die Verstärkung der englischen Verteidigungsmaßnahmen als Mittel für eine erfolgreiche Politik der Versöhnung unbedingt erford^ich sei, ~ ‘ ' ine allgemeine hinauslaufen müsse. heraus den Präventivkrieg mit dem ihm zu mächtig werdenden Deutschland will, Eden, weil er aus ideologischer Verstiegenheit den Graben zwischen demokratischen und autoritären Staaten zu verbreitern statt zu überbrücken wünscht. Daß es auch im Kabinett selbst, zumindest über die Methode der Behandlung des tschechischen Problems, Meinungsverschiedenheiten gegeben hat, ist jetzt durch den Rücktritt des Ersten Lords der Admiralität Duff Cooper deutlich geworden, wir kennen ihn schon aus seiner auch in Deutschland viel gelesenen Biographie Talley- rands als überzeugten Anhänger einer Politik, die in dem engen Bündnis mit Frankreich und der gleichzeitigen Zurückdrängung Deutschlands die einzigen Mittel zur Erhaltung" des europäischen Gleichgewichts sieht. Zu diesen sturen Doktrinären aus den konservativen Reihen finden sich die Labour- leute, die zwar immer als wortreiche Pazifisten gegen die Pariser Friedensdiktate gewettert haben, aber in dem Augenblick ihre ganze Vergangenheit vergessen, wo die von ihnen tödlich gehaßten „faschistischen" Staaten die Revision fordern, die sie solange befürwortet haben, als sie gegen den Widerstand ihres eigenen Landes aussichtslos erschien. Aber diese recht verschiedenartig zusammengewürfelte Opposition hat es doch nicht gewagt, gegen den Premierminister, dessen Politik so eindeutig die Billigung des britischen Volkes gefunden hat, einen Mißtrauensantrag einzubringen. Sie fürchtete, daß Chamberlain mit der Auflösung des Parlaments und der Ausschreibung von Neuwahlen antworten könnte, die der Opposition angesichts der herrschenden Volksstimmung höchst ungelegen gekommen wären. Sie hat sich also damit begnügt, gegen den konservativen Dertrauensantrag zu stimmen, um sich die Blamage einer Wahlniederlage zu ersparen, denn entgegen den Wünschen mancher Kreise bet Konservativen Partei, die Parlamentswahlen im Zeichen des eben erzielten eindrucksvollen Erfolges der Friedenspolitik Chamberlains nicht ungern gesehen hätten, hat der Premierminister es vorgezogen, die nächsten Monate von Wahlkämpfen frei zu holten, um das in München begonnene Werk der europäischen Verständigung fortzusetzen. Die in Rom wieder aufgenommenen Besprechungen zwischen dem Grafen Ciano und Lord Perth deuten bereits an, daß die spanische Frage und im engsten Zusammenhang damit das Inkrafttreten des britischitalienischen Osterakkords zunächst alle Kraft des Konzentratwnswünsche in England Oie Folgerungen aus der letzten Krisis. Masaryk ihnen am 18. Mai 1918 im Pittsburger Vertrag feierlich zuaesichert, aber ebensowenig wie Benesch jemals erfüllt hatte. Die Tschechen und die Slowaken wollten damals auf den Trümmern der österreichisch-ungarischen Monarchie einen Staat errichten, der etwa wie damals Oesterreich und Ungarn nach innen und nach außen a l s Doppel st aat auftreten sollte. Der Kampf gegen den Wortbruch der Tschechen wurde verstärkt, als im Juni dieses Sommers die in Amerika wohnenden Slowaken das Original des Pittsburger Abkommens in die Slowakei brachten und feierlich schwuren, nie von der Autonomieforderung abzulassen. Der erste Schritt zur Verwirklichung ihres Selbstbestimmungsrechtes ist getan und die Lage dadurch geklärt worden, wenn auch viele Fragen noch zu regeln sind. Da? slowakische Volksbewußtsein ist erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts erwacht, aber unmittelbar vor dem Weltkrieg schien es so, als wenn die slowakische Volksgruppe sich fast störungslos in das Ungarntum eingliedern wollte, das damals die Slowakei auch politisch beherrschte. Nach dem Weltkrieg aber kam das slowakische Nationalbewuhtsein in der neugegründeten tschecho-slowakischen Republik erneut zum Durchbruch und gewann gegen den tschechischen Zentralismus an Macht, vor allem durch die Tätigkeit Pater Hlinkas der sehr viel für die wirtschaftliche und kulturelle Hebung seines Volkes getan hat. Die Tschechen spekulierten vergeblich daraus, daß der protestantische Teil der Slowaken, der etwa 18 v. H. ausmacht, als der intellektuell am weitesten vorgeschrittene, sich gegen die katholischen Slowaken werde gebrauchen lassen. Ferner versuchten sie zusammen mit den Juden, genau so wie in Sudetendeutschland durch tue Tschechisierung aller Amtsstellen und des Handels Die zweite besagt die Regierung müsse alles tun, um den großartigen nationalen Geist, der nur auf eine Einordnung warte, wirksamer als bis- her einzuspannen für eine Politik, die auf bas größtmögliche Maß von nationaler Einigkeit rechnen könne. Sie empfiehlt eine Umgestaltung des Kabinetts in dem Sinne, daß eine aktivere und straffer zusammengefaßte Wehrpolitik verbürgt würde. , M . Die „Daily Mail" fordert, daß die Reglerung bei der Mobilmachung aller Kräfte besonders der einheimischen Lebensmittelerzeugung größere Fürsorge angedeihen lassen solle, da Großbritannien heute im Fall eines Konfliktes hinsichtlich der Ernährung seiner Bevölkerung sich in einer ungünstigeren Lage befinden würde, als 1914. Denn während jetzt die Bevölkerung um vier Millionen höher sei, ständen 2000 Schiffe weniaer für die Lebensmittelzufuhr von Uebersee zur Verfügung. „Daily Expreß" tritt erneut für seine seit Jahren befürwortete Politik einer bewaffneten Isolierung Englands ein und meint, daß zwar keine Wehrpflicht, aber eine Art von allgemeinem Dienst für den Staat von der Regieruna beschlossen werden müsse. Der linksliberale „News Chronicle", der die Außenpolitik Chamberlains scharf kritisiert, sucht nach einer Erneuerung des nationalen Geistes, im Sinne demokratischer Auffassungen. Eine Rede Edens in Birmingham vor der Vereinigung für staatsbürgerliche Erziehung, in der er sich von einem Urteil über die internationale Lage zurückhielt, zugleich aber Chamberlain des Dankes aller Anwesenden für feine Bemühungen katastrophe hat verhindern können. So hatten in Frankreich sowohl wie in England die Völker bereits den zurückgekehrten Staatsmännern aus übervollem Herzen ihr Vertrauen ausgesprochen, ehe die Parlamente zu Wort kommen konnten. Weder die französische Deputiertenkammer noch das britische Unterhaus haben sich dem so sichtbar und eindeutig zum Ausdruck gebrachten Votum der öffentlichen Meinung entziehen können. Sowohl Chamberlain wie Daladier haben mit außerordentlicher Mehrheit die Zustimmung ihrer Parlamente zu ihrer Politik der Erhaltung des Friedens bekommen. Aber es liegt im System, daß um diese selbstverständliche Zustimmung erst in tagelangen Debatten gerungen werden mußte, daß grundsätzliche Gegner, Nörgler und Besserwisser ihr Sprüchlein aufsagen dürfen und, wenn sie schon mit Rücksicht auf die Volksstimmung nicht den allzu sichtbaren Erfolg der Regierungspolitik anzuzweifeln wagen, weil sie nicht für Feinde des Friedens gelten mögen, die heute auch in Frankreich und England tief im Kurse stehen, so halten sie es doch für ihre Pflicht, an den Methoden herumzukritteln. Was eine freie Vereinbarung in persönlicher Aussprache war, nennen sie mit Vorliebe Unterwerfung unter den Willen der Diktatoren und was eine Sicherung des Friedens durch Revision als unhaltbar erkannter Zustände war, nennen diese Unbelehrbaren Verrat am Ideal der kollektiven Sicherheit. Das neue Europa wird auf sie nicht zählen können, die neue europäische Ordnung wird ohne sie und gegen sie errichtet werden müssen, aber sie wird errichtet werden, wenn auch alle, die berufen sind, an ihr mitzubauen, sich darüber klar sind, daß München erst ein Anfang war und noch viele und große Schwierigkeiten überwunden werden wollen, bis das Ziel erreicht sein wird. Aber das Gefühl für die Wirkung der europäischen Solidarität ist in den Völkern geweckt und wird auch durch ideologische oder imperialistische Kriegshetzer nicht wieder eingelullt werden. Es ist bemerkenswert, daß die Opposition gegen das Münchener Friedenswerk im englischen Unterhaus erheblich stärker zutage trat als in der Pariser Kammer. Sie rekrutierte sich nicht nur aus der Labourpartei und der kleinen Gruppe der Oppositionsliberalen, sondern erhielt auch Zuzug aus dem konservativen Lager. Hier waren es Exponenten der äußersten Rechten der Regierungspartei wie Churchill und der äußersten Linken wie Eden, die bereits während der Krisis die größte Emsigkeit entfaltet hatten, um Chamberlain und Lord Halifax von ihrem Kurs der direkten Ver- ftäntngung mit Deutschland abzubringen, Churchill, weil er aus alten imperialistischen Gedankengängen Die Tschechen haben nach dem Zusammenbruch ihres Großmachttraumes und dem Verschwinden ihres schuldbeladenen Staatspräsidenten Bene>sch die Folgerungen aus der, neuen Politik Europas ziehen müssen und dem slowakischen Teil ihres Landes die Autonomie zugesagt, die künftige Form des Reststaates wird also förderativ sein, so daß also die Tschechen und die Slowaken in besonderen Gebieten sich selbst regieren werden. Prag und Preßburg, das eine tschechisch, das andere slowakisch, sollen künftighin die beiden Hauptstädte sein, und nur über das Schicksal der Kar- patho-Ukrainer ist noch nichts bestimmt worden. Der Führer der slowakischen Autonomisten, der greise Pater H l i n k a , hat das Ziel seines Strebens nicht mehr erlebt. Er ist am 16. August 1938 gestorben, aber sein Werk lebt m den Männern weiter, die jetzt die Macht übernehmen. Der Vizepräsident seiner slowakischen . Volkspartei, Dr. Josef Ti so, ist Regierungschef für die Slowakei. Tiso gehört der Gruppe an, die zwar immer mit den Tschechen zusammenarbeiten wollte, aber nur an der Spitze eines sich selbst verwaltenden slowakischen Staates. Er hat sich auf dem 23er« Handlungswege für dieses Ziel eingesetzt und war auch mehrmals Mitglied der Prager Regierung. Die radikalere Richtung in der Partei vertrat der Abgeordnete Karl Sidor, der ähnlich wie Pater Hlinka, bisher jede Zusammenarbeit mit Prag ablehnte, aber sein Eintritt in das Kabinett Tiso deutet wohl darauf hin, daß er sich den Tatsachen beugt, wie denn Überhaupt die Slowaken eine Einheitsfront aus allen Parteien gebildet haben und sich für die Freundschaft mit allen Nationen und „gegen die marxistischttüdische Ideologie der Zerstörung und der Gewalt" ausgesprochen haben, d. h. gegen den Bolschewismus. Die Slowaken haben jetzt also das erreicht, was Oie britische Legion bereit. London,?. Okt. (Europapreß.) Am Freitagnachmittag wurden im Londoner Ausstellunasgebäude Olympia die 1200 Mann der British Legion vereidigt, die für Polizeizwecke im sudetendeutschen Abstimmungsgebiet ausgewählt worden find. Am Samstag werden die ausgewählten Mannschaften einen Uebungsmarsch ausführen und dann am Sonntag an einem besonderen Gottesdienst teil- nehmen. Die Abfahrt der britischen Frontkämpfer ins Absttmmungsgebiet wird voraussichtlich am Montag erfolgen. Die Leitung der British Legion hat den ausgewählten Mannschaften ihrer Organisation eine Botschaft auf den Weg gegeben, in der es heißt: „Ihr geht in ein fremdes Lakid als Englands Vertreter für Frieden und Ordnung. Von Eurem persönlichen Auftreten und Verständnis wird der Erfolg Eurer Mission abhängen. Das Prestige Englands und bgr British Legion ist Euch an« vertraut. Jeder falsche Schritt Eurerseits kann verheerende Wirkungen für Euer Land und Eure große Organisation haben. Seid auf der Hut! Gott segne und führe Euch!" entbehrlich finbert wird. Dr. Fr. W. Lange. tretungen vor der Aufbringung der Mittel aus den ’ örtlichen 'Steuererträgen scheuten. Daher wird die Frage erwogen, den Luftschutz unmittelbar zur Angelegenheit des Staates zu machen. Budapest,?. Okt. (CEuropaprefe.) Die ungarisch.! kstchen Regierung zur Verfügung gestellt wurde. Die tschecha-stowakischen Verhandlungen zur Regelung beiden Führer der ungarischen Volksgruppe dankten der Lage der ungarischen Volksgruppe in der Slo- zunächst den vier Regierungschefs, die in Mun en wakei beginnen am Sonntag in den Abendstunden das Selbstbestimmungsrecht aller Volksgruppen m in Na morn Die unaarifdie Reaierung wird durch der Slowakei verkündet hatten, und stellten sodann Die slowakische Regierung gebildet. Tiso in Prag vereidigt. Preßburg, 7. Okt. (DNB.) Die erste slowakische Regierung mit Ministerpräsident Abg. Tiso an der Spetze setzt sich zusammen aus: Professor Cermak (Schulwesen), Dr. Ferdinand Durcansky (Inneres), Ingenieur Peter Z a t k o (Landwirtschaft) und Abg. Teplian - f k y. Ministerpräsident Dr. Tiso ist vorläufig von Prag vereidigt worden. Die Uebernahme der Regierung erfolgt in legaler Form. In P r e ß - bürg hat sich ein Nationalrat gebildet, der zur Stunde noch tagt. Der größte Teil der Häuser Preßburgs trägt zum Empfang der slowakischen Regierung heute abend Festschmuck. Die neuen slowakischen Fahnen wehen von allen Dächern. Die Fahne der Slowakei ist dem slowakischen Wappen nachgebildet; sie besteht aus einem blauen Grundtuch mit einem weißen runden Mittelfeld, das ein rotes Doppelkreuz trägt. In Prag empfing der Vorsitzende der Regierung, General Syrovy, eine Abordnung der slowakischen Parteien, die das Abkommen von Sillein abgeschlossen haben, das die Stellung der Slowakei im Rahmen des tschechischen Staates zum Inhalt hat. Syrovy versicherte, daß alle Fragen zwischen den Tschechen und Slowaken im Rahmen der technischen Möglichkeiten möglichst schnell und definitiv geregelt werden. Die Prager Regieruna erwarte Verständnis für die schweren Verhältnisse, Geduld, Ueberlegung und wieder Geduld, die allein imstande seien, das Gedeihen eines so großen Werkes wie des Staatsumbaues zu ermöglichen. fest, daß die ungarische Volksgruppe unuer- zu ihrem Mutterland Ungarn zurück wolle. Beide gaben ihrer festen Ueberzeugung Ausdruck, daß das durch die zurückkehrende Ungarn vergrößerte ungarische Reich in freundschaftlichem Verhältnis mit der Slowakei leben werde. Oie Karpathendeutschen erwarten Selbsiverwaitung. Prag, 8. Oktober. (DNB.) Die Hauptleitung der Karpathendeutschen Partei veröffentlicht im Preßburger Rund'unk einen Ausruf, in dem es heißt: Wir Karpathendeutschen haben seit Jahr und Tag den gerechten Kampf der slowakischen Volks- gruppe mit Achtung und Verständnis verfolgt und beglückwünschen das slowakische 23 o l f zu seinem großen Sieg. Wir sind fest davon überzeugt, daß die slowakische Regierung als Trägerin des slowakischen Volkswillens dem gesamten Kar- pathendeutschtum die Rechte unverzüglich zuge- steht, welche sich aus dem Grundsatz der Selbstbestimmung und Selb st Verwaltung ergeben, hat doch das slowakische Volk feinen heutigen Sieg nur dem unermüdlichen und unnachgiebigen Kampf um diese Grundsätze zu verdanken. Daß 'die slowakische Regierung unserer Unterstützung in chrern Bestreben, alle Rechte der hier lebenden Volksgruppen zu wahren, sicher sein kann, bedarf keiner besonderen Betonung. britischen Premiers in Anspruch nehmen werden. In Frankreich hat Ministerpräsident Daladier in der Deputiertenkammer wie im Senat einen höchst eindrucksvollen Doppelsieg errungen, die Kammer hat Nicht nur mit überwältigender Mehrheit — nur die Kommunisten und zwei Unentwegte stimmten gegen, ihn — seine Friedenspolitik gebilligt, sondern ihm auch, allerdings bei Stimmenthaltung der Sozialisten, die geforderte Ermächti- gung zu wirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen erteilt. Die Abstimmung bedeutet das Auseinander- fallen der Volksfrontmehrheit, auf die sich das Kabinett Daladier bisher gestützt hat. Die Kommunisten haben selbstverständlich einer Politik scharf widersprochen, die auf eine Verständigung mit den autoritären Mächten hinausläuft, denn nach der Münchener Vereinbarung hat Daladier kein Hehl daraus gemacht, daß feine nächsten Bemühungen darauf gerichtet fein werden, eine Verständigung mit Italien anzubahnen. Unter sehr schmeichelhaften Worten des Dankes an Mussolini für seine wertvolle Mitarbeit im Dienste des Friedens hat der französische Ministerrat bereits die Ernennung eines neuen Botschafters in Rom beschlossen, womit die Anerkennung des italienischen Imperiums verbunden ist. Damit ist der erste Stein des Anstoßes beiseite geräumt, der andere heißt Spanien und wird allerdings erheblich mehr Mühe machen. Auch hierbei wird Daladier auf den heftigsten Widerstand seiner ehemaligen Volksfrontgenossen, der Kommunisten sowohl, wie der Sozialisten Leons Blums, stoßen. Letztere haben zwar angesichts des so unmißverständlich zum Ausdruck gekommenen Frie- denswillens des französischen Volkes nicht gewagt, gegen die Münchener Vereinbarung Sturm zu lau» fen, aber die innerpolitische Ermächtigung haben sie Daladier verweigert und damit die Volksfront gesprengt, vermutlich um die Fühlungnahme mit dem radikalen Genossen zur Linken nicht zu verlieren, der das stillschweigende Beiseiteschieben Mos- kaus und das Fallenlassen des Prager Benesch-Re- gimes, in dem der Bolschewismus mit Recht feinen die nationalen Ansprüche der Slowaken zu unter- drücken und sie wirtschaftlich und politisch zu Hörigen zu machen. Einige Slowaken, so der frühere Prager Ministerpäsident Hodza, haben den Tsche- chisierungskünsten nicht widerstehen können, aber diese Gruppe, die den tschechischen Imperialismus stützte, hatte keinen Boden im slowakischen Volke. Bor allem im Kampf um die Volksschulen trugen die Slowaken bereits unter dem Prager Zentralismus Erfolge davon, wodurch die slowakische Schriftsprache, die vor dem Kriege nur von der Intelligenz gepflegt worden war, nunmehr Eigentum breiter Massen wurde. So ist das Dolksbe- wußtsein der Slowaken gewachsen, jetzt auch zum erstenmal in der Geschichte wird die Slowakei politisch und kulturell unabhängig, wenn sie auch in der Militär-, Finanz- und Außenpolitik mit den Tschechen verbunden bleiben wird. D. S. OerersteNinisterprätidentderSlowakei Dr Josef T i s o , der Vorsitzende der ersten slowakischen Regierung, steht im 51. Lebensjahre. Er stammt aus Groß-Bytca. Dr. Tiso, der in Wien studiert hatte und 1918 Professor der Theo- tagte wurde, gründete in der Umsturzzelt den Slowakischen Nationalrat in Neutra. 1921 wurde er zum Sekretär des Bischofs von Neutra ernannt. 1924 wurde er Pfarrer in Banovce, später Bezirksdechant. Dem Prager Abgeordnetenhaus gehört Dr. Tiso seit 1925 als führendes Mitglied der Slowakischen Dolkspartei an, die er in den Jahren 1927/28 als Minister für Gesundheitswesen vertrat. Auch nach dem Wiederaustritt der Partei setzte er sich für die Erfüllung der politischen Forderungen der Slowakischen Dolkspartei ein, die er im Verhandlungswege zu erreichen suchte. also freie Hand und die lebhafte Zustimmung, die seine und Bonnets auf europäische Zusammenarbeit gerichtete Außenpolitik bei allen bürgerlichen Gruppen gefunden hat, wie das Vertrauen, das die gleichen Kreise in sein wirtschaftliches Sanierungswerk etzen, gibt ihm neue Möglichkeiten und vielleicht )er ganzen politischen Linie Frankreichs eine neue Perspektive. Wir brauchen nicht ausdrücklich zu versichern, wie sehr wir wünschen,, das französische Volk möge diese neue Chance einer finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Stabilisierung mit Ent- chlossenheit ergreifen. Denn in eiftem zufriedenen Frankreich, das in berechtigtem Stolz auf seine ruhmvolle Vergangenheit, in ruhigem Selbstvertrauen auf seine moralische und materielle Kraft, im Bewußtsein seiner außerordentlichen kulturellen Leistungen sich mit der gleichen rückhaltlosen Aufrichtigkeit wie in München der europäischen Zu- fammenarbeit zur Verfügung stellt, sieht Deutschland den besten Partner einer wahren Friedenspolitik, der bald auch sü unnatürliche und wie das Beispiel der tschechischen Krisis eklatant erwiesen hat, auch unwirksame Pakte, wie das Bündnis " dem Bolschewismus, als für feine Sicher- London, 7. Okt. (Europapreß.) Im Laufe der parlamentarischen Aussprache war von verschiedenen Seiten, besonders von Lord Baldwin, die Forderung nach engerer Zusammenarbeit aller Parteien für eine rasche Schließung der in der englischen- Rüstung zutage getretenen Lücken erhoben worden. Es wird die Möglichkeit erwogen, Vertreter aller Parteien und auch der wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen zu einer gemeinsamen Beratung unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Chamberlain zusammenzuberufen. Eine allgemeine Wehrpflicht oder auch nur eine allgemeine Pflicht zum Dienst am Staat in Friedenszeiten kann nach der erneuten Zusicherung des Ministerpräsidenten als zur Zeit ausgeschlossen betrachtet werden. Dagegen gewinnt der Gedanke eines „nationalen Registers" an Boden, in das sich alle diejenigen, die im Faye eines Kriegsausbruches sofort ihre Dienste, dem Staate zur Verfügung stellen, eintragen lassen. Die von der Regierung angekündigte U n t e r •, -pum-t un uhvW)1..i suchung über den Stand der englischen Rüstung die dann im Endziel auf eine wird sich auf die während der kritischen letzten I R ü st u n g s b e g r e n z u n g V“ der letzten Wochen versichert, wird als ein Zeiten dafür angesehen, daß der ebemaliae Außenminister Wochen zutage getretenen Mängel im bisherigen wieder Anschluß an die Regierung sucht. Rüstungsprogramm und auf die sich etwa als not-1 wendig erweisenden Ergänzungen erstrecken. Man I hofft, daß der Ministerpräsident in der Lage sein wird, dem Parlament Anfang November erschöpfende Auskünfte' geben zu können. Während die drei Wehrministenen die notwendigen Schritte zur Behebung von Mängeln unmittelbar veranlassen werden, ist das für den Luftschutz verantwortliche Innenministerium auf die Mitarbeit der Gemeindebehörden angewiesen. Bei vielen Gemeinden । unzulängliche Maß- t, da sich die Gemeindever- > hin »Ung. ouptleitung der i verdeutlicht fruf, in dem u i seit Jahr uni 'akischen Lol!-- is verfolgt un1 lkische So' est davon übt g als Trägem gesamten Ko oerzüglich M unbfaß öet ’&ftDerwal« fy Molt feinen i und uutvW vn'vv^en. x MrMtzmg t hier lebenden in kann, bedaks müsse alles tur -ist, der nur oi ner als bis Politik, die ot analer Nniglei: wurde. Die I^PPt dankten !e in Müm en 'Jtsgruppen in ii^len sodann e uiwer f wolle. Leide druck, daß das >röß.erte unga- iQllnis mit der en< * !ur»ieif d°i »«ufra Don Neutra Später b 1 Jahr. °esen vertra ule' setzte ei Forderungen er im Lev -ine atüDereunb politif Derburflt i Die Legierung besonders der lerzeuyung * t»..®* Wies t)UW M in eiM i als 1911 Dm i vier M'lliom- aioer für die ß» i ■ Derfüguns. . ut für seine ftn und memt M? Mrt Don aöfleme ; । xM STBrtWwf > die internoti ' ier lshamberla i«*?! j sucht- hör leit varill^ n der I 1 N-' ere^o schlch- ßerfehr 9e 'ocn, n b o fe ' n ab ghre oh; !>& i SS*. ..r frflnrfL(1 w btt 4’S »lzur Wahl des Präsidenten und das Abgeordnetenhaus und den Senat zur Herbstsession einzuberufen. Meine politische Nachrichten. Die japanische Regierung gibt die E. Innung des Generalleutnants Hirofho Oshima, bisher Militärattache in Berlin, zum japanischen gierung ein Neutralitätsgesetz ausge- arbeitet, das der am 11. Oktober zusammentretenden Staatsversammlung vorgelegt werden wird. Die Vorlage wird mit dem unerschütterlichen Willen Estlands begründet, bei allen bewaffneten Konflikten zwischen den Staaten Neutralität zu bewahren. von der Kreissäge zerrissen. Der 24jährige Paul Walter in Melsungen war an einer kleineren Säge mit dem Schneiden von Brettern beschäftigt, wobei er mit den durchschnittenen Teilen rückwärts ging. Plötzlich stürzte er in eine sechs Meter entfernte, in Gang befindliche große Kreissäge, die ihn im Rücken erfaßte und förmlich zerriß. Der Tod trat auf der Stelle ein. Line Frau vom Auko milgeschleifk und getötet Ein Autounglück, bei dem eine Frau den Tod fand, ereignete sich in Idar-Ob erstem. In der abschüssigen Saarstraße erfaßte ein Auto aus Trier die 38jährige Frau Klara Mirz und schleifte sie einige Meter weit mit. Kurz darauf trat der Tod ein. Schade um den guten Dein! Ein Kellerarbeiter eines Dingerbrücker Weingutes war mit einem Handwagen, auf den 70 Flaschen edlen Weines geladen waren, nach Bingen unten wegs. Als ein Personenkraftwagen das Gefährt er in Berlin bekannt. Generalkinder bringen einen Güterzug zur Entgleisung. Zwischen den Bahnhöfen Utzerath und Ulmen (Mosel) legten zwei Kinder im Alter von 6 und 9 Jahren in einer scharfen Kurve Steine auf die Schienen der Eisenbahn. Dadurch entgleiste die Lokomotive eines Güterzuges und zerbrach die Schienen an vier Stellen, bevor es gelang, den Zug zum Halten zu bringen. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen: der Sachschaden ist jedoch groß. Grohfeuer in einem Sägewerk. In dem Alsdorfer Sägewerk bei Betzdorf brach ein Großfeuer aus. Als die Feuerwehr erschien, waren bereits viele Maschinen, Geräte und Holzvorräte von den Flammen ergriffen. Die Wehren mußten sich bei dem Sturm auf den Schutz der angrenzenden Gebäude beschränken, da von den Gebäuden des Sägewerks nichts mehr zu retten war. Der Schaden ist sehr hoch. Als Brandursache wird das Wiederaufflammen glimmernder Brandreste in den Absaugkanälen, in denen tags zuvor ein kleines Feuer ausgebrochen war, angenommen. Jetzt wird ein neues Oraan in dieses Der-, fassungswerk eingebaut, das die Brücke zwischen der Partei als volksgemeinschaftlicher Organisation und der (in Italien im Gegensatz zu Deutschland) staatlichen oder halbstaatlichen Örganijation Kammer der Fa'ci und der Korporationen Das neue Sesetzgedungsorgan des faschistischen Italiens. Prag, 8. Okt. (DNB.) Der ehemalige tschechoslowakische Staatspräsident Dr. B e n e s ch ist nach der Schweiz abgereist, i ein großer Teil seines Vermögens befindet. Nach dem Verlassen Prags am Donnerstag begab er sich dann nach seinem Landsitz bei Tabor, von wo er die Reise in die Schweiz antrat. Die Präsidentenwahl wird bis zur Festlegung der neuen Grenze verschoben. In einer amtlichen Mitteilung wird erklärt, es sei Sache der Regierung,' zu beschließen, wann es nach Bestimmung der neuen Grenzen möglich sein werde, die Nationalver- Rom, 8. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der G r o ß e R a t des Faschismus hat in der zweiten Sitzung seiner diesjährigen Herbsttagung zwei Gesetzentwürfe über die Bildung der Kammer der Fasci und der Korporationen und über die Reform des Nationalrats der Korporationen angenommen. Berichterstatter für beide Gesetzentwürfe waren Korporationsminister L an t i n i und Justizminister S o l m i. fommene und sinnvolle Einordnung des einzelnen und aller feiner Lebenskreise in den Staat und in die Volksgemeinschaft. Soweit die Volksgemeinschaft in Frage kommt, sind die Organe dieser Verfassung die Partei mit allen ihren Gliederungen, insbesondere auch mit dem Dopo lavoro. Soweit der Staat in Frage kommt, setzen sich die Organe zusammen aus 1. dem Faschistischen Großrat als dem Träger der staatlichen Tradition, 2. der Verwaltung, 3. der Arbeitsverfassung (carta del lavoro) und 4. der Organisation zur Hebung desBoden- e r tr a g e s. Man braucht diese Derfassungsträger nur zu nennen, um die ungeheure Ausweitung des Begriffes „Verfassung" nach der sozialen Der schweizerische Bundesrat hat die jüdisch-bol- sckewistische Tageszeitung „Journal des Nations", als offiziöse Organ des Genfer Liga-Sekretariats, auf drei Monate verbotet. Veranlassung gab ein Artikel, in dem mit Bezug auf die Besprechung der'vier Regierungschefs in München der Ausdruck „Club des Charcutiers" verwandt worden war. Die beleidigende Schreibweise des Blattes sei im höchsten Maße geeignet, die guten Beziehungen der Schweiz zum Auslande zu gefährden. ♦ Die englisch - amerikanischen Handelsvertragsverhandlungen, die während der letzten Wochen vorübergehend ausgesetzt waren, sind jetzt wieder ausgenommen worden. Der Zeitpunkt der Unterzeichnung steht je- doch immer noch nicht fest. Die neue Kammer der Fasci und der Korporationen tritt an die Stelle der bisherigen A b g e o r d n e t e n k ammer, deren Legislaturperiode im vergangenen Jahr auf unbestimmte Zeit verlängert wurde. Wie in politischen Kreisen verlautet, wird die Kammer der Fasci und Korpora- Unverantwortlicher Leichtsinn. Nach dem Besuch mehrerer Weinlokale fuhren zwei Freunde aus Ockenheim (Bezirk Koblenz) mit dem Motorrad nach Trechtingshausen. Kurz vor dem Ziel kam es zu einem folgenschweren Zusammenstoß. Die Maschine geriet aus der Fahrbahn und prallte gegen einen Eisenmast. Der Mann auf dem Soziussitz flog gegen diesen Mast und wurde auf der Stelle getötet. Der Fahrer — er trug ebenfalls Verletzungen davon — wurde jetzt vom Koblenzer Gericht wegen fahrlässiger Tötung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Furchtbare Bluttat in einem polnischen Dorfe. Vor einigen Tagen wurde in dem Dorfe Gluchow bei Skierniewice in Mittelpolen eine furchtbare Mordtat verübt. Der Bauer Nitkowski, der mit seiner Schwiegermutter in Unfrieden lebte und deshalb mit seiner Familie das Haus der Schwiegereltern verlassen sollte, ermordete zusammen mit feiner Ehefrau in der Nacht vor der Exmittierung die Schwiegermutter, ihre beiden Töchter und eine zu Besuch weilende Kusine. Als die Bluttat bekannt wurde, versuchten die Dorfbewohner der Polizei das Verbrecherehepaar zu entreißen und es zu lynchen, was von der Polizei nur mit Mühe verhindert werden konnte. Großer Briefmarkendiebstahl in Paris. Einen frechen Einbruchsdieb st ahl hat eine Diebesbande in einer Pariser Briefmarkenhandlung unternommen; der Bande fielen seltene Briefmarken im Werte von rund 200 000 Franken in die Hände. Die Mitglieder der Bande, die sich ins Ladeninnere Eingang verschafften, indem sie aus der Glastür mit einem Diamantenscherben eine mannsgroße Oeffnung herausschnitten, müssen Kenner gewesen fein; sie suchten sich nämlich nur die seltensten Exemplare und Sätze unter den vorhandenen Markensammlungen aus. der Arbeit und der Hebung des Landesertrages schlägt: Es ist die Kammerder Fasci und der Korporationen, die an die Äelle der Deputiertentammer tritt. Die Mitglieder dieser Kammer setzen sich aus Mitgliedern des Nationalrates der Partei auf der einen Seite und der Vertreter der 22 Korporationen zusammen, die — und hier liegt wieder die Abweichung vom national- sozialistischen Aufbau — als Staatsorgane bestimmte Wirtschaftsgruppen einheitlich zusammen- fassen und ausrichten. Der Parteirat besteht aus dem Sekretär der Faschistischen Partei, aus dem zur Zeit elfköpiigen Direktorium, aus den etwa 14 Inspektoren Der Partei und 92 Gauleitern. Der Nationalrat der Korporationen setzt sich aus 852 Vertretern der Korporationen zusammen. Sie sind aber nicht sämtlich zur neuen Kammer zugelassen, werden vielmehr nach dem Gesichtspunkt ihrer Funktion ausgewählt. Verliert jemand sein Amt in der Organisation der Korporationen oder der Partei, so verliert er auch sein Mandat in der Kammer. Die Kammer der Fasci und Koporatio- nen hat die Funktion einer gesetzgebenden Versammlung. Sie ist zuständig für die Beratung und Beschließung aller größeren Gesetze von allgemeinerer Wichtigkeit. &e mehr technischen Vorlagen werden weiterhin den Kommissionen innerhalb der Kammer überlassen bleiben. Den Korporationen aber wird bei dieser Aufteilung der gesetzgeberischen Arbeit der größte Teil ihrer bisherigen Tätigkeit bleiben, so auch besonders die Beschäftigung mit Fragen, die einen so großen Apparat, wie die neue Kammer nicht behindern soll. Die Gesetzes- inttiative wird bei Partei und Korporationen liegen. überholte, fuhr dessen Lenker den Handwagen an und warf ihn um. Alle Flaschen zerbrachen, und das edle Naß ergoß sich auf die Straße. Der Kraftwagenfahrer, der aus Bad Kreuznach stammt, wird für den Schaden aufkommen müssen. Ein tapferer Lebensretter. Ein fünfjähriger Junge in Neuwied fiel beim Spielen in den Rhein. Der in der Nähe weilende Feldwebel M e s k o sprang in voller Uniform in den Strom und rettete den Jungen im letzten Augenblick unter eigener Lebensgefahr vom sicheren Tode des Ertrinkens. Der deutsche Soldat ißt reichlich Seefisch. Das Militärwochenblatt hat kürzlich in einem Bericht über die Verpflegung des deutschen Soldaten auch den Jahresfischverbrauch in der Wehrmacht mitgeteilt. Während der Kopfoerbrauch des deutschen Volkes an Seefischen sich nach den Fangergebnissen auf 12,5 Kilogramm stellt, beläuft sich der entsprechende Verbrauch beim beute schen Soldaten auf 24,5 Kilogramm für das Jahr, liegt also doppelt so hoch. Dies ist ein Beweis dafür, wie rasch es gelungen ist, auch in diesem wichtigen und großen Verbraucherkreis den Fischverbrauch zu erhöhen, anderseits aber auch dafür, daß selbst bei höchster körperlicher Leistung Seefische ein vollwertiges Nahrungsmittel sind. Dölfe in Lappland. Aus verschiedenen Gegenden in Lappland wird gemeldet, daß Wölfe gesehen worden sind. In jedem Jahr machen sich die Wölfe, die hauptsächlich über die sowjetrussische Grenze nach Lappland kommen, bemerkbar; aber so zahlreich wie in diesem Jahre sind sie nur selten schon so zeitig im Frühherbst ausgetreten. Touristen konnten die Wölfe schon von den Kraftwagen aus auf der Eismeerstraße beobachten. Kunst und Wissenschast. Oie Reichstheatertaqe der HZ. 1938. Die Reichsfugendführung hat im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Volksaufklätung und Propaganda laut RIP. Hamburg zur Stadt der zweiten Reichstheatertage der HI. bestimmt. Reichsminister Dr. Goebbels und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, haben die Schirmherrschaft übernommen. Am 23. Oktober werden ' *Reichstheatertage durch den Jugendführer des ' hen Reiches eröffnet. Anschließend wird das nqfte Werk von Eberhard Wolfgang Moller, „Der Untergang Karthagos", uraufgeführt. Wie im Vorjahr veranstaltet die Reichsjugendführung im Rahmen der Reichstheatertage ihre Theaterarbeitstagung, an der die kulturellen Sachbearbeiter der HI., ihre Theater- referenten und zahlreiche Vertreter des deutschen Theaterlebens teilnehmen werden. Der RIP. schreibt hierzu: Die Führung der HI. ist sich bewußt, daß ein wichtiger Bestandteil ihrer Gesamterziehung das Gebiet der Kultur ist. Dazu gehört auch das Theater, das von ihr als eine Kunststätte von ewiger Lebendigkeit und von besonderer Anziehungskraft für den jungen Menschen auf Grund des jeder echten Dramatik innewohnenden kämpferischen Kems erkannt wird. In ihrer Theaterarbeit begnügt sich die HI. nicht damit, mit Hilte ihrer großen BesucheLgemeinschaft, ihres Veranstaltungsringes, die Zuschauerräume der deutschen Theater mit jungen Menschen zu füllen, wenn n'cht auch gleichzeitig eine tiefgreifende Wandlung auf der Bühne und im Spielplan vor sich geht. Deshalb treten neben den Deranstaltungsring der JH. als Faktor in der jungen Tdeaterarbeit die alljährlichen Reichstheatertage der HI. Eine attchinefifche Oper in Frankfurt. Im Rahmen des Intern. Kongresses für Singen und Sprechen in Frankfurt wird durch Vermittlung des Chinainstituts und der Frankfurter Stadtverwaltung eine klassische chinesische Oper aus dem 17. Jahrhundert „Der Schmetterlingstraum" zur Aufführung gelangen. Die Musik ist nach dem chinesischen Original von Heinz Trefzger (Stuttgart) gesetzt worden, während die Hebersetzung des Textes von Dr. Ed. Horst v. Tscharner (Bern) stammt. Die Regie führt Fräulein Jung Dschu Djün, die auch die Hauptdarstellerin ist und die Arien in chinesischer Sprache siygen wird. Wetterbericht Im Rahmen der außerordentlich lebhaften, vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit brachte der Durchzug einer kräftig entwickelten Störungsfront unserem Gebiet vornehmlich in der Nacht zum Samstag verstärkte Unbeständigkeit. Dabei kam es zu verbreiteten und recht ergiebigen Niederschlägen und böig-auffrischenden Westwinden. Anschließend hat sich unter kräftigem Lustdruckfall wechselhafte Bewölkung mit Schauerneigung eingestellt. Die Gesamtlage läßt über das Wochenende'hinaus wechselhaftes und unbeständiges Westwetter erwarten. Vorhersage für Sonntag: Veränderlich, bei lebhaften Winden aus Südwest und West. Temperaturen wenig geändert. Vorhersage für Montag: Fortdauer des wechselhaften und unbeständigen Westwetters. Lufttemperaturen am 7. Oktober: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 8. Oktober: morgens 7,8 Grad. Maximum 13,7 Grad, Minimum heute nacht 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Oktober: abends 11 Grad; am 8. Oktober: morgens 9,4 Grad. — Niederschläge 6,3 mm. — Sonnenscheindauer 0,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich' Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; färben übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 3ß: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1 September 1937 gültig erklärt, die Entsendung eines französischen Vertreters nach Burgos solle einige Zeit nach der Ernennung des neuen französischen Botschafters für Rom, Die am nächsten Dienstag bekanntgegeben wird, erfolgen. Palästina. Kairo, 8. Okt. (DNB. Funkspruch.) Mit 1500 Teilnehmern trat in Kairo der allarabische Palästina-Kongreß zusammen, der von A l l u b a Pascha einberufen worden war. Aus Aegypten, Irak, Libanon und Syrien waren Abordnungen der Parlamente erschienen, nichtamtliche Abordnungen tarnen aus Indien, Marokko und Jugoslawien. Der ägyptische Kammerpräsident Barak t a Pascha wurde zum Vorsitzenden des Kongresses gewählt. In einer Verteidigungsrede für das Recht ber Araber in Palästina wandte sich Alluba Pascha energisch gegen das seinerzeit von Balfour den Juden gegebene Versprechen. Der Kammerpräsident des Irak erinnerte an seine früheren Bemühungen zur Befreiung der von den Arabern bewohnten Länder, unter ihnen auch Palästina. Der syrische Kammerpräsident gares Bey brandmarkte empört die bevorzugte Behänd- lung der Palästina-Juden durch England. * Der in London weilende Oberkommissar für Palästina, Sir H. McMichael, wird mit möglichster Beschleunigung auf seinen Posten in Pa- läftina zurückkehren. Dor seiner Abreise wird er noch Besprechungen mit dem Zionistenführer Waitz- mann und mit dem Außenminister des Irak, Tawfik Suwaidi, haben, dessen Plan eines selbständigen Palästina-Staates im Mittelpunkt der Londoner Beratungen des Oberkommissars gestanden hat. Der Nationalrat der Juden in Palästina hat gegen den Tawfik Suwaidi zugeschriebenen Plan eines unabhängigen Staates in Palästina mit einer zeitlichen Begrenzung für die jüdische Einwanderung in einem Telegramm an Waitzmann protestiert. Wie „Daily Expreß" erfährt, beabsichtigt die englische Regierung mit Hilfe weiterer Truppenverstär- kung die Ausstandsbewegung in Palästina r ü cf» s i cht s l o s niederzuschlagen. Man vertrete in Regierungskreisen den Standpunkt, es sei nutzlos, Pläne für die zukünftige Verfassung des Landes zu machen, ehe nicht die öffentliche Ordnung wiederhergestellt sei. Aller Wahrscheinlichkeit nach solle auch der von der Königlichen Kommlssivn vor- aeschlagene Dreiteilungsplan von der Regierung fallengelassen werden. Oeuticher Warenkredit für die Türkei. Ankara, 7. Okt. (DNB.) Heber die Verhandlungen, die Reichswirtschaftsminister Funk in Ankara mit dem türkischen Wirtschaftsminister Kese - b i r geführt hat, sind die Grundlagen für einen von Deutschland an die Türkei einzuräumenden Kredit von 15 0 Millionen Reichsmark festgelegt worben. Dieser Kredit soll zur Bezahlung oon Aufträgen industrieller und militärischer Natur sowie von Bestellungen auf den Gebieten deröfsentlichenArbeiten und anderes mehr Verwendung finden. Am Freitagmittag gab der türkische Außenminister RüschtüArasein Frühstück für Reichsminister Funk, an dem der türkische Wirt- schaftsminister K e s e b i r und der deutsche Botschafter von Keller teilnahmen. Am Abend fand im Hotel „Ankara Palace" ein vom Botschafter von Keller veranstalteter Empfang statt. Benefch nach Oer Schweiz abgere st Der Gesetzentwurf über die Bildung der Kammer der Fasci und der Korporationen besteht aus einundzwanzig Artikeln. Die Mitglieder führen den Titel „Nationalrat" und müssen das 25. Lebensjahr erreicht haben. Der-Duce des Faschismus und Regierungschef gehört von Rechts wegen als Mitglied der neuen Kammer an, desgleichen die Mitglieder des Großen Rates des Faschismus, so weit sie nicht Mitglieder des Senats oder der Königlichen Akademie von Italien sind. Nach Artikel 2 des Gesetzentwurfes hat die Kammer der Fasci und der Korporationen die Ausgabe, mit der Regierung und dem Senat die gesetzgeberischen Arbeit durchzufühken. * Zu dem Versassunaswerk, das Benito Mussolini für das faschistische Italien geschaffen hat, gehört auch das eben vom Faschistischen Großrai beschlossene neue Gesetz über die Kammer der Fasci und Korporationen. Wenn wir hier von einem „Verfassungs"-Werk sprechen, so darf nicht an den Begriff der „Verfassung" gedacht werden, wie er im liberalen Staat üblich war. Hier stellte eine atomistische Staatslehre dem im wesentlichen auf die Ächerheitsfunktion beschränkten Staat unorganisch gegenüber die Millionenarmee von Staatsbürgern, wobei die staatsbürgerlichen Grundrechte und die Parteien die theoretische und praktische Eselsbrücke zwischen der Millionenarmee der Wähler und ber Staatsführung war. Wenn der Faschistische Großrat bei seiner jetzigen Tagung sich mit der Umwandlung des bisherigen Abgeordnetenhauses oder der Deputiertenkammer in die künftige „Kammer der Fasci und Korporationen" beschäftigte, so führt er damit ein Verfassungswerk im faschistischen Sinne zu Ende. Und im faschistischen Sinne bedeutet „Verfassung" eine vvll- . .. sind bereits geborgen worden. 149 Bergleute konnten wo sich seit Jahren bereits sich in Sicherheit bringen, während 104 noch ner- sKormnrtonc hofmhot mißt werden. Das Rettungswerk gestaltete sich sehr schwierig. 16 Rettungsmannschaften von je 20 Mann bemühen sich unter den größten Anstrengungen, die Verschütteten zu bergen. Die Hoffnung, sie noch am Leben zu finden, ist jedoch gering, da bereits längere Zeit seit dem Ausbruch ber Katastrophe verflossen ist. Der Grubeneingang wirb von den Angehörigen umlagert, bie in höchster Sorge das Vorwärtsschreiten ber Rettungsversuche abwarten. Im Dorfe Lubikowice in Wolhynien brach ein ■« großes Schadenfeuer aus, das 170 Anwese n i n Schutt undAsche legte. Die ganze dies- ^jährige Ernte wurde ein Raub der Flammen. Das Feuer konnte erst nach 10 Stunden lokalisiert werden. Heber 100 Familien sind obdachlos gern rben. Der Schaden beträgt einige Hunderttausend Zloty. Das Woiwodschaftsamt hat sofort eine Hilfsaktion in die Wege geleitet. KORTING O Fünf Röhren O Automatische Trennschärfe-Regelung 0 Schwundausgleich wie bei einem Großsuper O Glimm- Amplimeler O Slumm-Abstimmung O Umschaltung auf Breilband-Nahempfang O Kein Rückkoppeln O Neuartige Klangregelung mit wahlweiser Anhebung der Tiefen oder der Höhen O Der Klang: lebendig wie das Leben Wechselstrom: RM. 203.75 m. R. Allslrom: RM. 234.— m. R. 5^ Leibbinden M ** Elektro-/ - Leuch.ten^/ V l^HRHUN^j &OERTE Vj V’ V V V F^AUSDRDCkDES^ r> s: V Die ersti neral i lung, - der Mch!lt ncdom' i^uler Lu'D Gerät ßuitt ilt in jiebi Spitie die Lustkreis General < renden 3 Krieqsma niqeberq, LKK. IV: Kiel (Seil m VII: 2lusbi. bilbunq des atabemi vm. M Am den park, We der D|ti,y der Sd)u beobacht! Flq.-Tech Flakartill die Spor Hule. (3u fein »Die auft neunziger ‘ neueingerich n>e in der Nun, sie ko, W „Neuei °"erhöchskn “Wen. hc Mtzeor nilen Sd)ro< ®Js Sohn e Wiesbaden fluf alles N re!.,s auf ö würdiger L, Wertvolle Ne İ" °l- fhilpte Lnb Seele ß ,A"erhalb 'fr im™ te0" Ar, »u tabefh J Z-P un®° auf ^9 ZK' S?£ bit kotzte ä?J? M getdl- $er Ober! jrtJI«* a'inifiw ■iDito.W w » r*»''? w*S?. fcäfffl.»'. Md-> !t jifiri»* Jas Hörde der n wie des Lui wiM„der Masse 1. Ches roasse Zentral stab.A stellten jriegsa Lustwc Aufnahme für das Winterhalbjahr in die tu. '/MiMn Klassen Beginn 19 Oktober 1938. Anmeldungen u. 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Nach der militärischen Grundausbildung erhalten die Flugzeugführer ihre Sonderausbildung auf Flugzeugführerschulen, die Hilfsbeobachter auf Beobachterschulen, die Bordfunker bei der Luftnachrichtentruppe und auf der Luftnachrichtenschule, die Bordmechaniker auf der Fliegertechnischen Schule. Zum fliegertechnischen Personal ge- hören: Flugzeugmechaniker, Flugmotorenschlosser, Flugzeughandwerker, Flugzeugelektriker, Flugzeugfeinmechaniker, Flugzeugbombenpersonal, Fliegerwaffenpersonal, Fallschirm- und Sicherheitspersonal, Flugzeugfunkpersonal, Flugzeugbildpersonal. Nach Abschluß der militärischen Grundausbildung leisten die Angehörigen des fliegertechnischen Personals unter fachmännischer Anleitung in ihren Sondergebieten technischen Dienst in Verbänden (Staffeln), Schulen und Fliegerhorstwerften, mit Ausnahme der Flugmotorenschlosser, Flugzeugfeinmechaniker und Flugzeugelektriker, die zunächst für ein Jahr zur fliegertechnischen Schule kommandiert werden. Das Flugzeugfunkpersonal erhält seine militärische und fachliche Ausbildung bei der Luftnachrichtentruppe, um dann nach einem Lehrgang auf der Luftnachrichtenschule die Flugzeugfunkerprüfung abzulegen. Das Flugzeugbildpersongl erhält nach der militärischen Grundausbildung die Fachausbildung in den Bildstellen der Staffeln oder auf Bildschulen. Das allgemeine Personal der Fliegertruppe setzt sich zusammen aus: Lagerpersonal, Truppendienstpersonal, Kraftsahrpersonal, Truppennachrichtenpersonal. Musikern, Feuerwerkern, Sanitätspersonal und Anwärtern für die Beamten-Lauf- bahn. Bei der Flakartillerie unterscheidet man artilleristisches und allgemeines Personal. Der Bedarf an artilleristischem Personal wird durch Einstellung bei den Batterien gedeckt. Die Ausbildung geschieht bei der Truppe. Für das allgemeine Personal der Flakartillerie gilt, was oben über das allgemeine Personal der Fliegertruppe gesagt wurde. Es kommt lediglich hinzu die Laufbahn des Geräte- maller5 für Scheinwerfer, der bei der Truppe, in einer Pionierwerkstatt und bei einem Zeugamt seine Ausbildung erfährt. Bei der Luftnachrichtentruppe gibt es Lustnachrichtenpersonal. und allgemeines Personal. Das Luftnachrichtenpersonal (Funker und Kraftfahrer) erhält eine zwölfmonatige militärische und nachrichtentechnische Ausbildung, die mit der Funk- oder Fernsprechprüfung A bzw. Kraftfahrprüfung abschließt. Anschließend werden die Funker im Funkbetriebsdienst oder im Bodenpeildienst, die Fernsprecher im Fernsprechbetriebsdienst und Fern- schreibdienst, die Kraftfahrer im Kraftfahrdienst ausgebildet. Für das allgemeine Personal der Luftnachricht^ntruppe gilt ebenfalls das, was bereits über das allgemeine Personal der Fliegertruppe'gesagt wurde. Die Luftnachrichtentruppe hat die Aufgabe, Verbindung zu halten zwischen den Teilen der Luftwaffe und den anderen Wehrmachtteilen. Zu dem Aufgabengebiet der Luftnachrichtentruppe gehören Fernlprech- und Fernschreibwesen, Funktelegraphie und Funkpeilungen. Für die sachliche Weiterbildung der Nachrichtenleute sorgt die Lustnachrichtenschule in Halle a. d. S. Die Lustnachrichtentruppe gliedert sich in Komvanien und Abteilungen, die von Hauptleuten und Kompaniechefs, Majoren und Abteilungskommandeuren geführt werden. Das S a n i t ä t s w e f e n der Luftwaffe hat feine Spitze in der Sanitätsinspektion im Reichsluftfahrtministerium. Bei den Luftkreiskommandos befindet sich die Dienststelle des Lustkreisarztes. Zu dem fliegenden Verband gehört eine Sanitätsgruppe unter einem Sanitätsoffizier, zum Fliegerhorst eine Sanitätsstaffel. Der Sanitätsinspektor der Luftwaffe ist Berater und Gutachter der RdL. und ObdL. Er leitet den Sanitätsdienst der Luftwaffe und gibt Richtlinien für die Sanitätsdienststellen der zivilen Luftfahrt. Das Ingenieurkorps der Luftwaffe: Angehöriger des Ingenieurkorps der Luftwaffe kann werden, wer die Bedingungen zur Aufnahme in das Beamtenverhältnis der Luftwaffe erfüllt und den vom Reichsminister der Luftfahrt festgesetzten tech- nischen und militärischen Anforderungen entspricht. Die Angehörigen des Ingenieurkorps der Luftwaffe sind Angehörige der Wehrmacht. Sie unterliegen den Bestimmungen über die Dienst- und Rechtsverhältnisse der Beamten der Luftwaffe. Die Gebührnisse der Angehörigen des Jngenieurkorps regelt die Besoldungsordnung für das Jngenieurkorps der Luftwaffe. üifhNfe unb Kriegsentscheidung. Don Generalmajor a. O. Oihle. Die Frage, ob die Luftwaffe allein ober in erster Linie den Ausgang eines Krieges entscheidend beeinflussen kann, ist in den letzten Jahren vielfach erörtert worden. Es ist auch der Auffassung Raum gegeben, daß durch den restlosen Sieg einer Luftflotte über die gegnerische zu Beginn eines Krieges letzterer bereits zu Gunsten der siegenden Partei entschieden sei; eine solche Entscheidung müsse deshalb von vornherein angestrebt werden. Wenn auch die hohe, unter Umständen ausschlaggebende, Bedeutung des Vorhandenseins kampfkräftiger Luftstreitkräfte gar keinem Zweifel unterliegen kann, so dürfte doch diese Auffassung der romanhaften Phantasie einen etwas reichlichen Spielraum zu- billigen. Bei den Realitäten des Krieges ist es aber richtiger, die nackten Tatsachen mit kühler Ueber- legung zu prüfen, als sie allzu phantasievoll den eigenen Wünschen entsprechend zu gestalten. Man wird bei der Prüfung der Frage, welche — entscheidenden — Erfolge die Luftwaffe haben kann, die Verhältnisse nicht außer Acht lassen dürfen, unter denen ihre Tätigkeit vor sich geht, inwiefern sie durch diese Verhältnisse begünstigt oder behindert werden kann. Unzweifelhaft wird der Luftwaffe da, wo sie auf gar keinen oder geringen Widerstand gleicher Art stößt, eine für den Ausgang eines Krieges entscheidende Bedeutung zuzu- messen sein. Kann der Gegner weder durch eigene ausreichende Luftstreitkräfte, noch durch Erdabwehr die ßuftangriffe abweisen, und ist er auch nicht in der Lage, durch eine eigene Luftwaffe gegenüber dem feindlichen Heere oder dem feindlichen Lande Vergeltungsmaßnahmen auszuüben, so kann der Einsatz der Luftwaffe sehr wohl eine den Krieg entscheidende Bedeutung haben. Die Luftstreitkräfte können in diesem Falle ganz ungestört ihre Tätigkeit ausüben, in die Erd kämpfe an und hinter der Front eingreifen, Zerstörungen aller Art im Hinterlande anrichten und so Tod und Vernichtung in das feindliche Heer, Volk und Land hineintragen, ohne irgendwelche ober wenigstens ohne nennenswerte Gegenwehr zu finden. Daß bann bei dem* Angegriffenen infolge des Gefühles völliger Ohnmacht gegenüber dieser Tätigkeit der Luftwaffe der Widerstandswille erlahmen, ein Ende dieser entnervenden Lage ersehnt werden und schließlich auch Demoralisation Platz greifen kann, namentlich bann, wenn bas betreffenbe Volk in sich nicht besonders gefestigt fein sollte, ist verständlich. In solchem Falle kann also die Tätigkeit der Luftwaffe allein schon unter Umständen den Friedenswillen herbeiführen und so die Kriegsentscheidung bewirken. Das bcfieate Land zu besetzen, vermag allerdings die Luftwaffe nicht; aber die einrückende Landtruppe wird höchstens noch an einigen Stellen etwa aufslackernden Widerstand zu brechen haben; im übrigen wird ihre Tätigkeit nur darin bestehen, ein bereits besiegtes Land zu besetzen. Der Abschluß — nicht der erste Teil — des italienisch-abessinischen Krieges illustriert einen derartigen Vorgang in anschaulichster Weise. Die Ereignisse würden sich vielleicht auch in Europa gegenüber einem Lande ohne Luftwaffe in ähnlicher Weise abgespielt haben. Ganz anders liegen jedoch die Verhältnisse, wenn Angreifer und Angegriffene über annähernd die gleichen Luftstreitkräfte und hinreichende Abwehr verfügen. Auch bann werben allerdings der Luftwaffe im allgemeinen bie gleichen Aufgaben obliegen; sie können aber nicht ohne G e - genmebr ausgeführt werben. Diese Gegenwehr wird nachdrücklich bemüht sein, zu verhindern, daß die feindlichen Luftstreitkräfte die von ihnen ange- strebten Ziele erreichen. Die feindlichen Luftstreit- Steinhäger- ch Urquell MM würzig mild . mit dem bekannten Schinkenbild / kräfte werden also, wenn sie gleichwohl die erteilten Aufträge ausführen wollen, nicht einen verhältnismäßig gefahrlosen Flug vor sich haben, sondern sie werden auf die eigene Sicherung bedacht fein müssen; sie haben dabei auch mit erheblichen eigenen Verlusten zu rechnen. Für bie gleichen Aufgaben werben deshalb in allen Fällen wesentlich stärkere Kräfte angesetzt werden müssen, als bei der oben geschilderten Lage, wenn die Durchführung gelingen soll. Bei der Auftragserteilung wird aus diesen Gründen zu erwägen sein, ob durch die Bedeutung des Arftrages die zu erwartenden Verluste gerechtfertigt werden können. Soweit es sich hierbei um Zerstörungsaufgaben handelt, find ja auch mit ziemlicher Sicherheit entsprechende Vergeltungsmaßnahmen seitens des Gegners zu gewärtigen. Aus diesen Erwägungen heraus werden vielleicht manche Aufträge an bie Luft- roaffe unterbleiben, wenn Vergeltungsmaßnahmen für bie bem Feinde zugedachten Zerstörungen und Verwüstungen bem eigenen Lanbe erfpan werben sollten. Es wirb ja kaum anzunehmen fein, daß der geschädigte Feind sich in solchen Fällen seinerseits schonender Milde befleißigen wird, sofern er über die Möglichkeit verfügt, Vergeltung zu üben. Gegenüber einem Feinde, dem bie Luftwaffe und die Abwehr fehlt, dürften allerdings solche Erwä- gungen in der Regel kaum angestellt werden. Keinesfalls ist das so zu verstehen, als ob aus Besorgnis vor Verlusten unb vor Vergeltung bcr Einsatz ber Luftwaffe für bie ihr zukommenden Aufgaben überhaupt unterbleiben sollte. Das würde bedeuten, daß man freiwillig auf die Verwendung einer scharfen und gefährlichen Waffe gegenüber Georg von Tschudi. Die erste deutsche Luftschiffer-Kompanie und ihr Hauptmann. (Zu seinem 10. Todestag am 8. Oktober 1938.) „Die aufgeblasene Konkurrenz", so wurde in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die neueingerichtete einzige Luftschifferkompanie in der deutschen Armee „liebevoll" genannt. Nun, sie konnten es sich leisten aufgeblasen zu fein, diese „Neuen", waren sie doch gewohnt, auch ihre allerhöchsten Vorgesetzten „von oben herab" zu "betrachten. Hauptmann und Kompaniechef war seit 1897 Georg von Tschudi, Abkömmling eines alten Schweizer Geschlechtes, am 29. Januar 1862 als Sohn eines herzoglich nassauischen Obersten zu Wiesbaden geboren. „Rerum novaruni cupidus“, auf alles Neue versessen, so charakterisierte ihn bereits auf dem Wiesbadener Realgymnasium ein würdiger Lateinprofessor und als ein für alles wertvolle Neue Begeisterter schlüpfte ber Offizier, der schon als Erzieher an der Militärturnanstalt in Biebrich und auf Kriegsschule war, in die neue Uniform, stülpte den Tschako auf und wird mit Leib unb Seele Luftschiffer. Innerhalb bes Heeresverbandes hingen die Luftschiffer im wahrsten Sinne des Wortes noch in der Luft, man wußte nichts rechtes mit ihnen anzufangen. So konnte ja beispielsweise nach bem Manöver ber Komrnanbierende General unmöglich eine fachgerechte Schlußkritik anbringen, aber Seine Exzellenz hatte Humor genug, sich von Herrn von Tschudi bie Punkte nennen zu lassen, die eventuell zu kabeln wären. Zwar konnte die auf bem „Prinzip der aufgeblasenen Hüllen" beruhende Luftfahrt auf eine gar lange Tradition zurückdlicken, hatten doch schon bie Mongolen in der Schlacht bei Liegnitz 1241 Drachenballone, mit warmer Lust gefüllt, als Feldzeichen aufsteigen lassen. Aber die Luftschiffer als Aufklärungstruppe in das Heer einzugliebern, war keine leichte Aufgabe; sie ist jedoch von den verantwortlichen Männern, darunter auch Tschudi, vorbildlich gelöst worden. Was war nicht alles zu überlegen! Nur einige interessante, nicht die wichtigsten Beispiele seien erzählt. Welchen Namen sollten denn nun eigentlich die Leute der Tschudischen Kompanie führen? Tschudi hatte vorgeschlagen: „Balloniere"! Der Aus- I druck wurde jedoch als zu revolutionär abgelehnt, itrotzdem es doch auch Musketiere, Kanoniere, Pio- iniere usw. gab. Jedenfalls empfingen bie die Bal- llone cm der Erde bedienenden Mannschaften den I sstolzen Titel „Luftschiffe r". Ein Titel, der be-1 sonders auf die Weiblichkeit einen starken Eindruck gemacht haben soll! — Zuerst trug die in Tegel bei Berlin stationierte Kompanie auch noch den Helm, aber beim Ballonexerzieren wurden mit den „Pickeln" gar zu oft Löcher in die Hüllen gestoßen, so erhielten sie endlich zur Garbepionieruniform ben Tschako ber Garbeschützen verliehen. Auch würben Gewehr unb langes Seitengewehr, ba ebenfalls hinderlich, durch Karabiner und kurzes Seitengewehr ersetzt. Eine ungeheure Schaukelei muß es ja damals wirklich mit den Kugelfesselballonen, aber auch mit den späteren, verbesserten Drachenballonen, System Parseval-Bartsch von Sigsfeld gewesen fein. Die Insassen hatten bei Wind die größte Mühe, nicht aus dem Ballonkorb zu fliegen. Verschiedene Male passierte es auch, daß sich beim Landen die Sporen ins Schlepptau verwickelten, unb ber Offizier weit über bie Felber bavongeschleift würbe. Aus diesem Grunde durften fortan von den Offizieren der Luftschiffertruppe Anschnallsporen getragen werden, eigentlich ein alleiniges Vorrecht ber Kürassiere. Als äußerst wichtiges Ballon-Ausrüstungsstück galt in ber Anfangszeit ber Anker. Leider suchte er sich als Haltepunkt gar zu oft die wenigst geeigneten Gegenstände? aus. So einmal die kräftige Wade eines Bauernmädchens, ein andermal richtete er auf einem Kirchhof beträchtliches Unheil an. Tschudi sorgte schnellstens für Abschaffung des Monstrums, und fortan ging es besser. In dem zu Ende gehenden Jahrhundert schien für viele ein Ballon noch eine unheimliche Sache, und wir können es uns gut vorftellen, wie eine Bauersfrau, die Tschudi aus der Luft herab nach dem Wege fragte, vor Angst aufheutte und davonlief. Das alles klingt höchst vergnüglich, aber in Wirklichkeit wurde in diesen Anfangsjahren der deutschen Militärluftfahrt Wegweisendes geleistet. Viele mußten als Saatkorn ihr Leben dahingeben, so der unvergessene Major Bartsch von Sigsfeld, der bei der Landung auf dem festgefrorenen Ackerboden aus dem Ballonkorb geschleudert und getötet wurde. Die einzigartige Stellung eines Kompanie- f ü b r e r s der Luftschiffertruppe bringt Tschudi natürlich in Gedankenaustausch mit zahlreichen Männern der beginnenden Luftfahrtentwicklung; so ist er einer der wenigen, die dem Grafen Zeppelin lebhaftes Vechändnis entgegenbringen und ihm, wie aus dem Briefwechsel hervorgeht, manche Anregung aus ber Praxis geben konnten. — Der ©runbftein zur ,,j) e e r e s m o t o r i f i e r u n g" würbe übrigens auch von ber Luftschiffertruppe gelegt, unb es klingt in unseren fortgeschrittenen Tagen leicht erbeiternb, daß keine Militärdienststelle für das erfte ßaftauto^ das dem Heere kostenlos | vom Hersteller angeboten wurde, Interesse bezeugte, außer dem stets für den Fortschritt aufgeschlossenen Herrn von Tschlidi. Bei der Schwierigkeit ber Frage ob Uniform ober Zivil machte er bie Versuchsfahrten allerdings nachts. — Etwas später erhielt die Truppe auch einen Personenkraftwagen zur Verfügung gestellt, mit dem sie auf Befehl ihres Chefs die erste Ballonverfolgung durchführte. Die Beschreibung von Tschudis Tätigkeit bei den Luftschiffern dürfen wir nicht abschließen, ohne bes Besuches der Luftschifferlehranstalt, bie neben der Kompanie existierte, auf dem kahlen Sandhügel bei Lichterfelde zu gedenken. Lilienthal erzählte, welche Mühe bas Aufschütten bes Hügels gemacht habe und führte bei schwachem Wind einige Segelflüge vor. „In vierzehn Tagen kann bas jeber lernen", bemerkte er bazu. Aber Tschudi will es gleich einmal versuchen und macht einige „Sprünge", ohne sich selbst ober bas Flugzeug zu beschäbigen. Diese Flüge gehörten mit Recht zu den schönsten Erinnerungen Tschudis, unb noch kurz vor seinem Tobe erzählte er mir einige von biefen Erinnerungen als „erster Militärflieger ber Welt", wie er sich gern scherzhaft nannte. Zu Anfang des Jahres 1902 übertrug man Tschudi ein neues Arbeitsgebiet, auf dem es noch mehr technische Pionierarbeit zu leisten galt als in ber immerhin schon „älteren" Luftschifferei. Er würbe mit der Leitung ber „Funkentelegra- phie-Kommandos" betraut, einer Aufgabe, ber sich vor ihm ber tätlich verunglückte Major Bartsch von Sigsfeld bahnbrechend gewidmet hatte. Vielleicht ist man verwundert, daß wieder ein Mann der Luftschiffahrt ausgewählt wurde; aber erstens hatte ber Kommandant ber Telegraphentruppe ber Erfindung ber Funkentelegraphie jeden militärischen Wert abgesprvchen, unb zweitens zeigt es eben, daß bie Militärbehörde wußte, wo die fortschrittlichsten Geister im Militäroerkehrswesen zu finden waren. Tschudi hatte jedenfalls die Genugtuung, die ersten fahrbaren Funkerabteilungen, bie er unter großem Wiberstand für ben Herero-Feldzug einrichtete und mobilisierte, sich bei den riesigen Entfernungen des Landes ausgezeichnet bewähren zu sehen. Trotz dieser Erfolge scheidet er 1906 auf eigenen Wunsch aus dem preußischen Heer, um im (Befolge des Gesandten Rosen nach Marokko als technischer Berater des Sultans zu gehen. Später gestand er es ein: er bedauere, durch den Aufenthalt in Marokko etwas Großes versäumt zu haben: die Geburtsstunde der deutschen Fliegerei. Nach seiner Rückkehr aus Marokko war es ein kühner Entschluß von Tschudi, die Geschäftsführung ber internationalen Luftfahrtausstellung (ILA.) in Frankfurt a. M. 1909 zu übernehmen und diese allumfassende Flugschau, die von so be* fruchtendem Einfluß auf ben beutschen Flugzeugbau war unb weite Teile bes beutschen Volkes für ben Luftfahrtgebanken begeisterte, gegen alle Nörgler durchzusetzen. Durch bie gewaltige Aufklärungsarbeit ber ILA. begann man, bie Fliegerei nicht mehr mit Seiltänzerarbeit zu verwechseln, wie jene Versicherungsgesellschaft, bie einem Luftschiffer-Offizier mitteilte, baß sie Seiltänzer, Tierbändiger, Akrobaten und Luftschiffer nicht versichere. Die Fortschritte in ber Luftfahrt machten die Reichshaupstadt allmählich reif für den er ft en Flugplatz, unb so entstaub im gleichen Jahre wie bie ILA nach Tschubischen Plänen Johannisthal, für jeben auch nur oberflächlich mit ber Geschichte ber Luftfahrt Vertrauten ein Begriff. Kann man biefen Flugplatz doch gerabezu als Wiege ber deutschen Fliegerei bezeichnen. Direktor und Inspirator war natürlich wiederum Tschudi. Trotzdem der Flugplatz als reines Privatunternehmen sich selbst erhalten mußte und möglichst für die Aktionäre eine gewisse Rente bringen sollte, gelang es ihm durch große Flugveranstaltungen, der Luftfahrt in den Jahren 1909 bis 1914 an Preisen und Prämien über eine Million Mark zuzuführen. Eine neue Idee nach der anderen setzte Tschudi auf seinem Flugplatz durch. Da sah man bas erfte Luftrennen, ben ersten Bombenabwurf. Wettbewerb (aus 25 Meter Höhe), die schier unfaßbaren ersten Sturzflüge des Fliegers P6goud, bie ersten Leuchtfeuer für Nacht- f l ü g e unb anderes mehr. Lehrkommanbos der Armee unb Marine ließen sich hier nieber unb bildeten Flugzeugbesatzungen heran als Grundstock ber beutschen Fliegertruppe. Von 293 Flugzeugführerscheinen, bie 1913 ausgestellt würben, entfielen mehr als bie Hälfte auf Johannisthal, trotzdem es inzwischen bereits weitere 26 Flugplätze in Deutschland gab. Unermüdlich stand hinter aller Jo- hannisthaler Arbeit als Motor der quicklebendige Mann mit bem charakteristischen Spitzbart unb ben klugen und feurigen Augen. Die bewunderungswürdige Sachkenntnis auf allen Gebieten ber Luftfahrt befähigte ihn nach bem Kriege, ben er als Kommanbeur einer Fliegerabteilung mitrnachte, die Einigung ber verschiedenen beutschen Flugverbände durch Schaffung einer obersten Stelle, bes „Deutschen Luftra t", vorzubereiten. Als Vertreter Deutschlanbs unb Vizevrä- fibent im Internationalen Flugverbanb, ber FAI., kämpfte er unermüdlich für Deutschlands Gleichberechtigung in der Lust. Zur Zeit ber Internationalen Luftfahrtausstellung Berlin 1928, die genau nach dem Muster der Frankfurter ILA. aufgebaut war, starb Georg von Tschudi, ber mit ben Grundstein legen half zu deutscher Luftgeltung. Das wird ihm Deutschland nicht vergessen. Jürgen Rauch. oem Feinde verzichtet. Verluste lassen sich im Kriege nicht vermeiden: man wird sie nur, soweit möglich, einzuschranken suchen. Wenn die Luftwaffe die ihr obliegenden Aufgaben erfüllen soll, muß deshalb dafür Sorge getragen werden, daß dasjenige, was sie hieran hindern und sie schädigen kann, beseitigt oder unschädlich gemacht wird. Das störende Element ist in erster Linie die gegnerische Luft- w a f f e. Diese muß also vernichtet oder wenigstens derart geschwächt werden, daß sie nicht in der Lage ist, den Angreifer in der Ausübung seiner Tätigkeit wesentlich zu stören. Das wird am ehesten dadurch erreicht, daß man d i e feindlichen Flughäfen mit ihrem gesamten Inhalt und die Anlagen der Flugzeugindustrie gründlich zerstört. Dazu werden die Bombenflieger — je nach den Umständen in entsprechenden Verbänden, bei Nacht auch einzeln — angesetzt werden. Der Angegriffene wird dem nicht tatenlos zusehen und durch eigene Flugkräfte und Erdabwehr diese Unternehmungen zu vereiteln suchen. Er wird auch seinerseits Flugkräfte mit den gleichen oder ähnlichen Aufgaben entsenden und so kann es zwischen den beiderseitigen Luststreitkräften zu Luftkämpfen kommen — wenn man sie auch seitens der mit Zerstörung saufträgen entsandten Geschwader nicht gerade suchen wird, weil sie die Ausführung des eigentlichen Auftrages verzögern —, die infolge der eintretenden Verluste zur Schwächung des einen oder des änderen führen. Alle derartigen Unternehmungen und Ereignisse können, wenn sie von Erfolg für die eine Partei begleitet sind, wohl von erheblicher Bedeutung für den weiteren Verlauf eines Krieges fein, je mehr sie den einen die Ueberlegenheit in der Luft über den anderen gewinnen lassen und je ungestörter der erstere infolgedessen seine Unternehmungen gegen das feindliche Hinterland ausführen und auch in die Erdkämpfe eingreifen kann. Allein k r i e g s - entscheidend werden aber solche Erfolge deshalb nicht fein, weil der Angriff auf Flughäfen und so weiter immer nur einen Teil der feindlichen Luftstreitkräfte treffen wird. Deshalb wird damit wohl die Tätigkeit der gegnerischen Luftstreitkräfte beeinträchtigt, aber nicht in ihrer Gesamtheit ausgeschaltet werden. Auch dem Angreifer werden hierbei Verluste entstehen, und zwar um so mehr, je stärker die Flugkräfte und die Erd-' obwehr des Angegriffenen sind. Jeder wird außerdem mit allen Kräften dahin streben, entstandene Lücken und Verluste tunlichst bald wieder auszu- füllen. Mögen dem Angreifer aber auch an einzelnen Stellen Erfolge beschieden gewesen sein, so wird doch wegen der erfolgreichen Abwehr an anderen Stellen niemals das Gefühl der absoluten Wehrlosigkeit aufkommen können, das am meisten demoralisierend wirkt. Solange jedoch der Wehr- wille bei einem Volke bestehen bleibt und eß diesen auch betätigt, kann von der endgültigen Kriegsentscheidung nicht die Rede sein. Die oben erwähnte Idee aber, die Entscheidung durch große Luftschlachten zu Beginn eines Krieges herbeizuführen, gehört in das Gebiet der romanhaften Phantasie: jie sind weder technisch noch taktisch möglich. Jedenfalls ist es unbestreitbar, daß in jedem Lande, das als Großmacht gewertet sein und seine Weltgeltung aus eigener Kraft behaupten will, die Luftwaffe als unentbehrlicher Teil der Rüstung vorhanden fein muß. Ein wehr- williges Volk, das sich erhalten will, muß auch wehrfähig fein. Dazu gehört, daß es in ausreichendem Maße über alle diejenigen Teile einer Wehrmacht verfügen kann, die auch der mutmaßliche Gegner besitzt. Einer dieser Teile ist notwendigerweise die Luftwaffe mit den dazu gehörigen Abwehrwaffen. Wir wollen uns keinem Zweifel darüber bin geben, daß Deutschland vor dem Erlangen der Wehrfreiheit, die wir dem Entschlüsse unseres Führers zu danken haben, Luftangriffen genau fo wehrlos gegenübergestanden hätte wie Abessinien. Die Luftwaffe ist ein Faktor, dessen Vorhandensein oder Nichtvorhandensein unbedingt für den Ausgang eines Krieges von einschneidender Bedeutung ist. Kriegsentscheidend kann die Luftwaffe allein nur da sein, wo der Gegner nicht über eine solche verfügt. In allen anderen Fällen ist die Tätigkeit der Luftwaffe allerdings von dem höchsten Wert, aber die Entscheidung des Krieges kann nicht ohne das gleichzeitige Mitwirken der Ü b r i - g e n Wehrmachtteile herbeigeführt werden. Feind- liches Land in Besitz zu nehmen und es besetzt zu halten vermag die Luftwaffe nicht. Sie kann kämpfen wie die übrigen Teile der Wehrmacht, sie kann zerstören und vernichten und so sehr wohl einen sehr bedeutungsvollen Einfluß auf den Ausgang eines Krieges ausüben. Allein bei ihr aber liegt die Entscheidung so lange nicht, als der Wehrwille des angegriffenen Volkes bestehen bleibt. Kochkunst der Gulaschkanone. Wie oft haben wir schon im Aufsitzen halbgar, zäh und hart die Fleischbrocken hinuntergeschlungen, die wir gerade noch aus der glutheißen Brühe fischen konnten, die mir beim plötzlichen Abmarsch in den Straßengraben gießen mußten. Das war damals im Anfang des Krieges, als wir bei den berittenen Truppen und auch bei den Fußtruppen der Reserve und der Landwehr noch keine Feldküchen hatten, sondern uns unser Essen im Kochgeschirr selber bereiten mußten. Da hat mancher bedauert, daß er als Junge so ungern Muttern in der Küche zur Hand gegangen war. Aber selbst ihre Weisheit hätte wahrscheinlich nicht genügt, um das frischgeschlachtete Fleisch auf dem spärlichen Holzfeuer in der kurzen Marschpause weich zu bekommen. Auch als alle Truppenteile stolz Feldküchen ihr eigen nannten, war damit noch nicht die Gewißheit einer schmackhaften, bekömmlichen Mittagsmahlzeit gegeben. Mancher, der an ihrem Kessel mit wichtiger Miene den Löffel schwang, war ohne jede Vorbildung zu seinem Amt gekommen und stiftete Unfug mit Lorbeerblättern, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Freilich, leer wurde der Kessel dennoch. Dazu war der Kohldampf seiner „Tischgäste" zu groß. Mit der Zeit wurde auch er ein Meister und zauberte sogar aus Hindenburggrütze und Mackensengraupen, aus Klippfisch und Dörrgemüse die leckersten Gerichte. Die Heeresverwaltung half nach, gab Kochanweisungen heraus und errichtete an ruhigen Fronten K o ch k u r s e für Feldküchenköche. Die Nachkriegszeit hat aus den Kriegserfahrungen gelernt. Sie weiß, wie wichtig eine gesunde, kräftige,, wohlschmeckende Verpflegung für die Stimmung und Leistungsfähigkeit der Truppe nicht nur im Felde, sondern auch schon im Frieden ist. Im englischen Heere besteht schon lange eine „Schule der Kochkunst". Die Reichswehr sorgte für Kochkurse, und das junge Heer hat in München eine Versuchs-, Lehr- und Musterküche und in allen Wehrkreisen Musterküchen eingerichtet. By. Oie chemische Weltrevolution Von Otto (Torbach. Der Anteil der chemischen Wissenschaft an der Entstehung und Entwicklung des Mafchi- n e n 5 e i t a l t e r s ist viel größer als im allgemeinen angenommen wird. Nachdem die Träume mittelalterlicher Alchimisten zerronnen waren, konnte sich die wissenschaftliche Forschung lange nicht von einer gewissen Scheu vor den Veränderungen der Stoffwelt durch chemische Vorgänge erholen; man zog es vor, sich mit Stoffen von gegebener Beschaffenheit, ihren gegenseitigen Beziehungen und ihren äußeren Einwirkungen aufeinander, sowie den Gesetzen ihrer Beweglichkeit, d. h. mit physikalischen und mechanischen Angelegenheiten zu befassen. Auch die Geisteswissenschaften gerieten in den Bann dieses Zuges der Zeit. Die Leichtigkeit, mit der sich anhand unwandelbarer Gesetze, wie sie physikalische und mechanische Vorgänge offenbarten, in die verwirrende Fülle natürlicher Erscheinungen eine gewisse Ordnung bringen ließ, verursachte eine Art Rausch. Man hoffte, mit der Zeit alle „Welttäksel" physikalisch und mechanisch auflösen zu können. Die chemische Wissenschaft, die dichter an die ewig geheimnisvolle Schöpferkraft der Natur heranführte, konnte von den Urhebern einer physikalisch-mechanistischen Weltanschauung nur störend empfunden werden. Und darum suchte man fi'e zu einer Magd ihrer zu höherem Ansehen gelangten Schwesterwissettschaften herabzuwürdigen. Zwar konnte man nur mit ihrer Hilfe Steinkohle und Eisenerze jenen mannigfaltigen gesteuerten Verfahren unterwerfen lernen, die es erst möglich machten, die maschinelle Erzeugung von Gütern in großem Stile zu betreiben, aber dieses Verdienst fand nach außen hin geringe Beachtung. Man spricht noch heute in weiten Kreisen von Eisen und andern Rohstoffen, als ob sie uns die Natur in dem Zustande böte, wie sie die moderne Technik oerroertet, und nicht umsonst wurde gerade Erfindern, die die älteren chemischen Industrien ins Leben rufen halfen, besonders häufig schon zu Lebzeiten mit Undank gelohnt. James Watt, der Hersteller der ersten brauchbaren Dampfmaschine, gelangte zu Ehren und Reichtum, und jedes Kind kennt noch heute seinen Namen. Nicolaus Leblanc, der zuerst künstlich Soda darstellte, wodurch die Fabrikation von Glas und die von'Seife sich zu Großindustrien auswachsen konnten, endete aus Erbitterung über fein Schicksal durch Selbstmord, und kaum Fachgelehrten ist fein Name noch geläufig. Daß die chemische Wifsenschast sich gleichwohl neuerdings aus einer Magd zur Beherrscherin industriellen Fortschritts aufschwingen und entsprechende öffentliche Anerkennung erzwingen konnte, verdankt sie den ungeahnten Möglichkeiten, die sie 'durch die Entschleierung des Geheimnisses erschloß, wie es die Substanz lebender Wesen fertigbringt, aus wenigen Elementen, der Hauptsache nach aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff, eine verwirrende Fülle von Zusammensetzungen mit unterschiedlichen Eigenschaften zu bilden. Don der Analyse, Zergliederung, zur Synthese, Wiederoer- bindung, war nur ein Schritt, und mit der Zeit wurde der menschliche Geist instandgesetzt, die Natur als Baukünstler für organische Stoffe weit zu übertreffen. Das ändert freilich nichts daran, daß ohne Mitwirkung lebender Substanz kein organischer Stoff entstehen kann, weil der menschliche Geist selbst ein Organ der Natur ist. Wie Kolumbus, um Asien zu erreichen, vorwärts über den Atlantischen Ozean segelte, und dabei unbeabsichtigt einen neuen Erdteil entdeckte, so hatte Friedrich Wo ehler vor 110 Jahren eigentlich die Absicht, ein unorganisches Salz, Cyansaures Ammon, aus einer unorganischen Säure und einer unorganischen Base zu gewinnen, um zu seinem lebhaftesten Erstaunen 'festzustellen, daß er bei seinem Versuche als Erster eine organische Materie, Harnoff, synthetisch dargestellt hatte. Damit war der Bann des Vorurteils gebrochen, daß die Bildung organischer Stoffe nicht künstlich nachgeahmt werden könne. Das Rätsel, wie sich unter Mitwirkung lebender Substanz aus wenigen Elementen zahllose verschiedene Stoffe bilden können, wurde gelöst. Die Atome des Kohlenstoffs haben die Eigentümlichkeit, sich in beliebiger Zahl und Anordnung ober Verzweigung aneinder binden zu können, wobei sich die freibleibenden „Valenzen" (Derbindungsmöglich- feiten) dieser Atome mit anderen Elementen oder Gruppen von Elementen besetzen lassen. Das ist der Grund für die ungeheure Anzahl organischer Verbindungen, die weit größer ist, als die aller übrigen Stosse zusammen. Die Gruppierung der Kohlenstoffatome bildet sozusagen in jedem Falle das Knochengerüst des einzelnen Moleküls, d.h. jenes kleinsten Bestandteils, der noch alle Eigenschaften des gesamten Stoffes aufweift. Wir kennen heute Hunderttaufenbe von Kohlenstoffverbindungen, von denen die Überwiegende Mehrzahl in der Natur nicht fertig aysgebilbet zu finden ist, sondern aus den Laboratorien wissenschaftlicher Anstalten oder chemischer Fabriken her- ooTging. Zur praktischen Verwertung der Forschungsergebnisse organischer Chemie ergab sich in erster Linie die Möglichkeit, für die Gewinnung bekannter nützlicher Stoffe billigeres Ausgangsmaterial zu verwenden als bisher. So entwickelte sich die moderne Farbenindustrie. Um 1870 erstreckte sich noch von Frankreich bis Kleinasien ein Gürtel von Feldern, die mit Krapp bebaut wurden, insgesamt 160 000 Hektar. Die Ernte dieser Wurzel war auf 70 000 Tonnen jährlich gestiegen, aus denen 750 000 Kilogramm Ali z ari n im Werte von 60 Millionen Mark gewonnen wurden. Auf 640 000 Hektar wurde 1896 noch, vorwiegend im mittleren Osten, Indigo ge- zogen, um jährlich etwa acht Millionen Kilogramm Farbstoff im Werte von 80 Millionen Mark zu ergeben. Heute wird kein Krapp und so gut w i e kein Indigo mehr angebaut. Die früher daraus gewonnenen Farbstoffe werden in viel besserer Beschaffenheit und viel billiger synthetisch aus einem vorher fast unnützen Stoffe, Teer, hergestellt. Alle möglichen anderen Farbstoffe ließen sich au5 demselben Material heroorzaubern, daneben in wachsender Zahl besonders Arzneimittel. Deutschland wurde in ähnlicher Weise zum Mutterlande moderner chemischer Industrie, wie England vorher durch seine Leistungen auf den Gebieten der Physik und Mechanik zum Mutterlande der maschinellen Güterherstellung geworden war. Schon um die Jahrhundertwende erzeugte die deutsche Teerfarbenindustrie vier Fünftel des Weltbedarfs. Sie übte befruchtende Wirkungen auf ältere Zweige der chemischen Industrie aus, indem sie für die Erzeugnisse der Säuren- und Alkalienindusttie sowohl wie für diejenigen der feineren Präparatenindustne bei weitem der größte Abnehmer wurde. Seiner chemischen Industrie verdankte es Deutschland großenteils, daß es nach Ausbruch des Weltkrieges vier Jahre lang einer Welt von Feinden die Stirn bieten konnte. Hatte man schon mit der Auswechslung des Ausgangsmaterials für chemische Erzeugung verblüffende Erfolge zu erzielen vermocht, Vn versprach bi» kühnere Idee um so größere Ergebnisse, der Natur ihre Fabrikationsgeheimnisse abzulauschen. Die Seidenraupe war die Lehrmeisterin, die dem französischen Grafen Hilaire de Chardonnet in Besanxon auf die Sprünge half, auf künstlichem Wege Gewebe aus Holz- ober Baumwall z e 1 l st o f f zu bereiten. Der Rohstoff, den die Seidenraupe aus dem Zellstoff der Maulbeerblätter Wie steht es mit Ihren Augen ?--Sehschärfe und hiermit Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden lassen sich durch eine Brille steigern. Sprechen Sie doch einmal persönlich mit mir darüber. 633 D Lieferant auch Ihrer Krankenkasse! Bahnhof bereitet, besitzt in den Spinngefäßen, die einen großen Teil des Raupenkörpers einnehmen, eine zähflüssige Beschaffenheit, erhärtet aber, durch zwei feine Oeffnungen unter dem Munde getrieben, sehr schnell an der Luft. In ähnlicher Weise wird bei dem Verfahren zur Herstellung von K u n st s e i d e eine Spinnlösung durch feine Düsen aepreßt, um, in Fällbädern gehärtet, zu Kunstgeweben versponnen zu werden. Die Welterzeugung von Kunstseide flieg zwischen 1909/13 und 1936 von jährlich 8900 Tonnen auf 460 000 Tonnen. Seit 1930 folgte diesem Siegeszuge im Sturmschritt die zweite fünft- liehe Faser „Zell w olle", deren Erzeugung von 3300 Tonnen im Jahre 1930 auf 142 000 Tonnen 1936 stieg. Deutschland, das damit begann, blieb der Haupterzeuger. Auch die Gewinnung von Stickstoff aus der Luft, die im kleinen kurz vor dem Kriege in Deutschland gelang, um bald zur Grundlage einer Großindustrie zu werden, hatte in der Natur ihr Vorbild. Es find allerkleinfts Lebewesen, Bakterien und gewisse Pilze, die aus der im Boden verteilten Luft Stickstoff fixieren und den Wurzeln der Pflanzen als Nahrung zuführen. Der menschliche Geist wurde dadurch angespornt, dasselbe zu leisten. Deutschland erreichte es, indem es rechtzeitig den Weg von der Theorie zu großzügiger Praxis beschreiten lernte, daß es ihm während der Dauer des großen Krieges weder für die Sprengstoff- erzeugung noch für die Erhaltung der Fruchtbarkeit seines Bodens an Stickstoff fehlte, nachdem es von dem früheren Weltlieferanten Chile mit feinen riesigen natürlichen Vorräten an Stickstoffdüngemittein abgeschnitten worden war. Von der bloßen Nachahmung natürlicher organischer Stoffe gingen die Laboratorien moderner chemischer Industrien dazu über, neue Stoffe gewissermaßen zu züchten, die gerade solchen Anforderungen genügen, die die Natur für ihre Zwecke nicht zu stellen braucht. Deutschland erzeugt synthetischen Kautschuk, aber Naturkauti eine Schwieriger Handel Don Karl Heinrich Waggerl. schlau! Und ich saß vor ihm mit meinem (Selbe in der Tasche und wußte keinen Rat. Das Wetter war längst besprochen, der ganze Wandel in der Gemeinde nach seinen guten und schlechten Seiten, auf hundert Dinge kamen wir zu reden, nur auf das Lehen nicht. Den alten Michael plagte ja auch die Neugier mehr und mehr, ich merkte, wie er seinen Kopf anstrengte, um mir hinter die Schliche zu kommen. Hier und dort klopfte er auf den Busch — Holz? Wollte ich vielleicht Brennholz kaufen? Dann war es gut, wenn ich beiläufig erfuhr, wie unsinnig das Scheiterholz im Preis gestiegen war. Oder, wenn mich bas nicht rührte, stach mich etwa wieder der Hafer wie damals, als ich ihm den gemalten Truhendeckel entführte, um eine Bank auf der Wiese zu zimmern? War ich gekommen, um nach dem neuen Sommergast Ausschau zu halten? Nein, auch das nicht. Aber man konnte immerhin ein paar Worte darüber verlieren. Einen Sommergast habt ihr? fragte ich. Tust du dir wieder die Plage an? Ja, sagte Michael, Therese will es haben, rede du dagegen,'wenn sich zwei Weibsleute einig sind! Es ist nur so ein Fräulein, auch wieder einschichtig, und obendrein nicht ganz richtig im Kopf. Täglich holt sie sich zwei Eier, warm von der Henne, bas eine trinkt sie aus, und bas andere schmiert sie sich ins Gesicht, und jetzt rate einer, wofür das gut sein soll. Nun ja, sagte ich, das verstehst du zu wenig, Michael. Wenn das Fräulein aussähe wie du und ein Gesicht aus Borkenrinde hätte, dann schlüge sie die Eier wahrscheinlich auch lieber in die Pfanne. Richtig, sagte Michael, und darauf schwiegen wir beide gedankenvoll. Nein, dachte ich, so kommst du nie ans Ziel. Du kennst den Alten doch und seinen Geiz, cs gehen Geschichten davon um. Man sagt, daß er immer einen Kübel mitnimmt, wenn er eine Kuh auf den Markt treibt, damit er wenigstens den Mist wieder heimbringt, den sie unterwegs verliert. Sobald ich auf das Lehen zu reden käme, würde er ein Gelächter anschlagen und das Ganze für einen Spaß nehmen; es wäre fo, als hätte ich beim lieben Gott selber angeklopft und gefragt, was bas Paradies koste. Das Lehen? würde Michael sagen, mein Zulehen möchtest du haben? Ja, das glaube ich dir, das stäche manchem in die Augen! Und dann lehrte er mich die Kunst, das Lob einer Wiese zu fingen, eines Ackerfleckens, eines Kraut- gartens, und es wäre ein Lehen, das in der ganzen Gegend seinesgleichen nicht hätte. Am Ende bekäme ich es ja, aber mir bliebe kein Groschen mehr in der Tasche. Wenn ich es recht überlegte, so gab es nur einen Menschen, der dem alten Michael etwas abgewinnen konnte: die Mutter Therese. Draußen in der Küche stand ich höher im Wert, als hier in der Stube, das war schon immer so bei Leuten meines Handwerks. Und darum fragte ich jetzt voll Hinterhättiakeit, ob Michael meinte, daß mir die Bäuerin einen Ableger von ihrem Lavendelstock schenken würde. Weiß nicht, sagte Michael, frag sie selber. Und er ließ mich arglos in die Küche ziehen. Sprüche wie aus dem Kalender, dachte er wohl, aber nichts dahinter. Mutter Therese aber war gut und mildherzig, wie immer, bei ihr brauchte es weiter keine Künste. Ich setzte mich auf der warmen Herdbank in die Ecke, die Kinder kamen auch herbei, Michael und die kleine Therese. Sie rückten sich ordentlich zurecht, als gäbe es nun eine Geschichte zu hären, und beide sahen mir genau auf den Mund und dann wieder der Mutter, wenn sie etwas dazwischen sagte. O ja, die drei verstanden mich. Einmal bin ich ja auch so ein Knirps gewesen, wie Michael, nur hatten wir es daheim schwerer, uns wuchs das Brot nicht auf dem eigenen Felde zu. Der Vater zog der Arbeit nach, landauf und -ab, und mir hinterher mit unserer Habe. Es war das noch eine andere, beschaulichere Zeit, viele Leute unterwegs auf den Straßen, die meisten zu Fuß wie mir und gut Freund mit den Ich habe mir ein Lehen gekauft. Ein Lehen, das ist Ackerboden, Wiesenland, Hütte daraus. Von Haus und Hof kann man nicht reden, das wäre übertrieben, es sind wenig mehr als zwei Joch Grund, die Halde eingerechnet. Aber eine Kuh läßt sich immerhin darauf ernähren, und das ist doch wieder viel, wenn man es überlegt, so ein großes Tier. * Nachbar Michael hat das Lehen vordem gehört. Es ging hart auf hart zwischen uns beiden. Anfangs ließ es sich freilich ganz schiedlich an, Michael saß hinterm Tisch und taute friedfertig seinen Tabak, und wir redeten weit umher, wie es Brauch ist, von den Märkten und Geschäften, und daß wir ein gutes Jahr hätten, was das Futter beträfe. Der Nachbar und mehr, ich merkte, wie er feinen Kopf anftrengte, mir war das nicht geheuer, ich sah recht gut, daß er mich dann und wann verstohlen musterte, wie man einen Gaul betrachtet, wenn man noch nicht weiß, nach welcher Seite er ausschlagen wird. Komm du mir nur, dachte er wohl bei sich, mir bist du nicht zu Schwerfuhrleuten. Und im Hochsommer zogen mir weit in die Täler, manchmal bis zu den letzten Höfen und Almen und fast bis unter die Gletscher. Der Vater mar ein unverdrossener Mann, immer tätig, immer heiter, und doch reichte es nie für etmas Eigenes, mir mären gleichsam nur zur Miete in der Welt. Ach, mein Vater, roenn er heimkehrte und müde saß, mit feinem schweren Atem, roenn er mir die Hand in den Nacken legte, wie er es gern tat, seine rauhe und ruhige Hand — er starb mir ja viel zu früh! Ich war noch nichts, ich fing erst an, in feinem Sinn zu leben, so beharrlich und unverzagt, wie er es mich gelehrt hatte. Und als ick) eben sagen wollte: Setz dich hin, Vater, laß 'es mich jetzt versuchen — da starb er mir. Ständig hatte er zu kämpfen, in alles schickte er sich, roenn sich nur ein Groschen mehr daran verdienen ließ; er war Zimmermann ober Knappe im Bergwerk, mar Postbote und Bergführer, dieser besinnliche Mensch, der doch die Ruhe so liebte. Aber bei aller Unrast hatte er zeitlebens nur ein Ziel: ein Gütchen zu erstehen, ein kleines Anwesen irgendwo im Gebirge. Und oft in einer guten Stunde konnte er uns wunderbar beschreiben, wie alles sein würde, bas Haus mit bem Brunnen unb bem Holunber bane’ben, wir aßen doch alle so gern süßes Holunderkoch! Unb hinten ber Stall für bie Geißen, ben er selber zimmern wollte. Daran freute ich mich immer am meisten, daß wir auch einen Ziegenbock haben würben. Unb Dbftbäume natürlich, bie im Herbst bis ins Gras herunter voll von Aepfeln hingen, unb Blumen von jeber Art, auch Kraut unb Rüben unb ein Schwein, bas von ben Rüben langsam fett mürbe, unb endlich einen Hunb, so einen großen zottigen Kerl, ber bas Ganze bemachte. Wir mußten alle sehr genau Bescheib auf unserem Gütchen unb gingen munter aus unb ein, wir Kin- ber, unb oft, roenn ich etwas besonbers Köstliches erhanbelt hatte, einen Türknopf aus Nickel ober eine bunte Gartenkugel, bann legte ich bas Ding in meine Truhe unb sparte es für bas Haus unterm Holunber. Später verstreute uns ja bas Schicksal in der Welt, mich unb bie Geschwister alle, aber mir blieb bas Bilb unserer Wunschheimat tief unb unverlöschbar eingegraben. Ich mochte auf ben Tob krank fein ober sonst elenb, ganz Derberben konnte ich doch nie, ich mußte ja in bie.Truhe sparen, unb sooft sie auch leer mürbe, ich fing von neuem roieber an. Unb jetzt, sagte ich, ist es soweit, Mutter Therese. Ich könnte unser Lehen taufen, wenn bu mir hilfst. Ja, ja, sagte Mutter Therese, ich rebe nachher mit bem Vater. Und so mürbe ick) mit Michael einig. Zeitschriften. — Die ungewöhnliche Mannigfaltigkeit von V e 1 • Hagen & Ä la f in g s Monatshef t e- n läßt auch das Oktoberheft wieder erkennen. Wir sinden darin eine farbig illustrierte Abhandlung über deutsche Jagd- unb Tiermaler von Professor Dr. Ludwig Heck, ber ein ebenso ausgezeichneter Tier- wie Kunstkenner ist. Daneben steht, ebenfalls mit farbigen Wiedergaben geschmückt, eine kulturgeschichtliche Plauderei Dr. Oskar Gluths über die Münchener Schönheitengalerie Ludwigs I. Große deutsche Plastik bringt in Bild und Wort eine Abhandlung Dr. Gerhard Sappoks über den Krakauer Marienaltar des Veit Stoß. Grundlegende Erkenntnisse über das deutsche und französische Volkstum vermittelt eine Abhandlung des Leipziger Historikers Professor Dt. Adolf Helbok. Erinnerungen an eine vor kurzem beendete Reise nad) Amerika bietet in höchst anmutiger unb anschaulicher Form Hans Caspar von Zabeltitz: „Neuyork nebenbei." Ein heiteres und kundiges Loblied auf den Moselwein stimmt Philipp Gottfried Maler an. Der Würzburger Universitäts- Professor Dr. Fritz König, eine Autorität auf dem Gebiet der Krebsforschung, gibt einen U eher blick über das, was der Laie von dieser Krankheit und ihrer Bekämpfung wissen muß. Neben diesen unb andern Beiträgen und zahlreichen Kunstbeilagen pflegt auch biefes Heft die Erzählung. Wir finden neben der Fortsetzung des großen Romans „Wurzel und Wipfel" von Sen dies Pause eine neue Novelle des Ragbe-Preisträgers Anton Dörfler: „Die Siegerin" und eine heitere Tier- unb Menschengeschichte von Hans Thyriot: „Das Meerkätzchen und das Liebespaar." — Der Bergsteiger schließt mit bem vorliegenden Septemberheft den 8. Jahrgang. (Verlag F. Bruckmann AG. München.) Ein Farbbild des Münchener Bergmalers Professor Otto Bauriedl ist symbolhafter Auftakt des Heftes, in bem ber Schrift- , (eiter Jof. Jul. Schätz zum Geschehen an Eiger unb Nanga Parbat Stellung nimmt. Aus dem Hefte kann im übrigen hier nur eine charakterisierende Inhaltsangabe gegeben werden: Professor Dr. A. Durig, Die Bergkrankheit; Rolf Werner, Berge unb Technik; I. Steiner-Wischenbart, Am Wogereck — eine Landschaftsschilderung ber südlichsten Aussichtswarte im deutschen Grenzgau Steiermark; Kenji und Rose Takahashi, Das Dach Japans — eine aufschlußreiche Arbeit über bie Gebirge Japans, die Fahrtenschilderung einer der schwierigsten Monti Blanc-Wege; Bergsteiger-Allerlei — amüsante Anekdoten unb eine Novelle aus dem Äaisergebirgk ■?=hich«rte öhlbefinden •ER ® Bihnhol *nkasse! ? ®ut. LK NX'* s*3' K "blt Stirn "” **» «us. n9, »«rblii, Spruch di, - «r 31Qhlt '* «Wau. 'fefin, »j, ’rtonnef in r »du iv, N. ben l ulbeerblätti d f,w«. ’m? ü!:"Ä ?'.S !n, bie einen ’nebmen, eine er- durch zwei getrieben, sehr wird bei Kunstseide gepreßt, um, roen verspon- °n Kunstseide jährlich 8900 30 folgte die« Mite fünft. :t Beugung von 12000 Tonnen begann, blieb off aus bet em Kriege i? Irunbloge eine der Olatu. str Lebewesei der im Lodn ) ben Wurzel: i. Der men/chr nt, bas/clbe ju i es redjtjeitig igiger Prar,^ ib der Dcx'uet t yxuä)tbaiteif tapern es r mit seinen w ioffbüngemiW ürkicher orgtnt1 i moderner ch Stoffe gewisse! olchen Äirfordi ür ihre Zweit! chlanb erzeug! iber Notur/uut' teil von Del' heften laßt n. Dir finden ma über deut' ot Dr. Ludwig ier. wie Runfr s mit farbiger, ilturgefchichu'ot die Mnchene! sze deutsche Pla> Abhandlung^ utr MonenaM mtnifse über do verm'tte/t r5 Profest'or T>t Et -r W” nbW tiP«* A. iitrt! und tun M- W r Un'»» it°tr loritM Mt 5‘ä xSÄ Die 5iefler1 it«** t WSje?M m Öe-nriiN » Du« r°Lip d-m E 11«» “"ff «'!" W,5icr* »‘•ft#* £,*Ä 3aPan6 nap^ ®eb,rJtc3^ 6n- detendeutschen bis heute zu leiden hatten. dem Maße aufweist. r.. Bei alledem handelt es sich erst um Anfänge einer Entwicklung, der noch unbegrenzte Möglichkeiten offenstehen. Sicher wird der große englische Chemiker Sir William Ramsay mit dem Ausspruch recht behalten: „Das Land und dos Volk, das den andern in der Chemie überlegen ist, wird auch dos erste an Reichtum und allgemeinem Wohlstand sein." In die Lücke, die nach der Auflösung der nationalen Parteien entstand, trat ein neuer Mann, Konrad Henlein. Er war Frontsoldat gewesen, nach dem Kriege suchte er sein Brot als Bankbeamter, daneben widmete er seine Kraft der deutschen Turnerei. Männer wie die Abgeordneten Rosche, Frank und K u n d t standen Henlein opferwillig zur Seite. Mit dem Blute vieler deutscher Kämpfer ist die letzte Etappe des deutschen Leidensweges getränkt. Aber der Gemeinschaftsgeist und die Einsatzbereitschaft der Millionen führten unter dem „Turnlehrer von Asch", wie die Gegner Henlein höhnisch nannten, ganz zwangsläufig zur nationalsozialistischen Gesinnung. Als die Rede des Die Synthese, eingekerkert worden. So blieb ihm nur der Weg ',v,x ins Reich, um hier für seine Brüder weiterzuwerben. Er lebt als ^-Oberführer in Berlin und darf nun den Tag des Sieges sehen, den er mit heraufgeführt hat. Hans Krebs ist in Iglau geboren, der alten Bergstadt in der südböhmischen Sprach- lnsel. Nach dem Kriege, an dem er tapferen Anteil nahm, führte ihn der Weg in die politische Bewegung zurück, an der er schon vorher teilgenommen hatte. Aber auch er mußte aus der tschechischen Republik fliehen, die für freie Männer nur noch Kerkermauern übrig hatte. Als Pressechef des Reichsministers Dr. Frick trat er in dos politische Leben des Dritten Reiches. Der Führer er» nannte ihn zum Gauleiter, er übertrug ihm die Betreuung der fudetendeutschen Flüchtlinge in den letzten ereignisvollen Wochen. Der böhmisch-mährische Raum Von Or. Paul Rohrbach. Vorkämpfer der Freiheit Die Stunde der Befreiung für das Sudeten- deutschtum läßt uns in Dankbarkeit der Männer gedenken, die als Vorläufer und Vorkämpfer des Anschlußgedankens ihrem Volke ein Beispiel gaben. Solange Böhmen ein Bestandteil des österreichischen Staates war, hat sein Deutschtum diesen Staat trotz vieler Opfer treu verteidigt. Nach 1866 aber geriet die Habsburger Monarchie immer mehr in ein Fahrwasser, daß die nichtdeutschen Völker zu bevorzugen suchte, weil man glaubte, in ihnen bequemere Untertanen heranzuziehen, als es ein freiheits- bewußtes Deutschtum war. Das Ministerium T a a f e (1879 bis 1893) erfand die kraftlose Parole, daß man weiterwursteln müsse und kam den Tsche- chen im Kronlande weitgehend entgegen. Graf B a - deni (1895 bis 1897) trieb diese Politik weiter und forderte erstmals den geschlossenen Widerstand der deutschen Parteien heraus. Hier waren es Wolf und Schönerer, die mit Mut und Begeisterung den großdeutschen Gedanken verfochten. Gesrg Ritter von Schönerer war der erste offene antisemitische Dolksführer in der alten Monarchie. In der Zeit des Verfalls der nationalen Bewegung Oesterreichs waren es die deutschen Schutzvereine, die den Kampf um das Volks- bewckßtsein nicht aufgaben. Einer ihrer größten und felbstlosesten Führer war der Arzt Josef Titta aus der Gegend von Leitmeritz. Seine Arbeit galt der Ausgabe, das Vordringen der Tschechen gegen das deutsche Siedlungsgebiet aufzuhalten. Zu die» fern Zweck gründete er ein Netz von Oraanisationen, die im „Deutschen Volksrat" für Böhmen ihre Spitze erhielten. Der Zusammenbruch von 1918 vernichtete auch sein Werk, er starb 1923. Träger bester sudetendeutscher Tradition ist Rudolf Ritter von Lodgman in Auen, ein Verwal- tungsjurift, der an der Spitze der deutschen Gemeinden des Böhmerlandes stand. Zusammen mit Hans Knirsch vertrat er schon im österreichischen Reichsrat die Forderung der Zweiteilung Böhmens auf Grund der volklichen Zusammensetzung. Nach dem Ende des Krieges beriefen ihn die Deutschen zum „Landeshauptmann von Deutschböhmen". Er hat den Kampf gegen das Diktat von St. Germain mit Geschick und Tapferkeit geführt, aber ohne Waffen mußten die Sudetendeutschen unterliegen. Dann verfocht Lodgman ihre Forderungen im Prager Parlament, als Führer der Deutschen Nationalpartei. Er sprach dort das berühmte „Niemals" am 1. Juni 1920. In Böhmen war 1909 die „Deutsche Arbeiterpartei" gegründet worden. Jung, Knirsch und Krebs waren ihre Führer. Noch der Auflösung des alten Staates nannte sie sich „Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei in den Sudetenländern". Sie hat sich später der großen reichsdeutschen Bewegung Adolf Hitlers unterstellt und bis zur Auflösung der nationalen deutschen Parteien in der Tschecho-Slvwakei am 4. Oktober 1933 bestanden. Das Buch „Ein Sudetendeutscher ergibt sich nicht", das Hans Christoph K a e r g e I im Korn-Verlag in Breslau soeben herausgibt, zeigt uns noch einmal deutlich den Weg her Nationalsozialisten in Böhmen und Mähren. Der Kampf um das Volks- tum mußte für die Deutschen verloren gehe- wenn nicht auch die Arbeiterschaft bis zum letzten guten Manne dafür gewonnen wurde. Daher be» kannten sich die jungen Führer des Deutschtums zum Sozialismus als dem Ausdruck höchster völ- kischer Solidarität. Hans Knirsch stammte selbst aus dem Arbeiterstande, als ein Mann voll Gerechtigkeit und Kampfesmut war er ein echter Der- tre südetendeutscher Art. Als die heimatliche natio- nalsozialistische Partei ihre Tore schließen mußte, ist er durch den Tod vom Kampfplatz abgerufen worden. Ing. Rudolf Jung war Eisenbahner und einer der erfolgreichsten Organisatoren der Be- Führers Adolf Hitler in Nürnberg die entscheidende Phase des Frerheitskampfes einleitete, da flogen ?;anz von selber die Hakenkreuzfahnen aus Fen- tern und Dachluken zum stolzen Bekenntnis. Der Weg von der Dolkstumsarbeit zur geeinten Nation, von der Diskussion zur Tot war durchschritten. Außer dem oben genannten Buch sind noch eine Anzahl weiterer Neuerscheinungen über die Tsche. chei und die Sudetenfrage zur ergänzenden Lektüre zu empfehlen. Wir verweisen beispielsweise auf die Broschüre „B e n e s ch, Stalin und Co., der Weg eines Auch-Staates", Brunnen-Verlag, Berlin, ferner auf das im Auftrag der Anti-Komintern von Karl D i e tz im Nibelungen-Verlag, Berlin, heraus- aeaebene Rotbuch über die Bolfchewisierung der Secho-Slowakei „Verrat an Europ a", dos erordentlich aufschlußreiches Material in Bild und Tert beibringt, schließlich auf die sehr gründ- liche Schrift von Paul S i e b e r tz : „D i e tsche- chische Gefahr (I. F. Lehmanns Verlag, Mün- chen, Preis geh. 3,80 RM). Siedertz' Feststellungen befassen sich weniger damit, was heute in der Tschecho-Slowakei vor sich geht, sondern untersuchen um so eindringlicher, warum es so wurde. Sie- bertz räumt mit der vor rund 1OO Jahren von den Tschechen ersonnenen Behauptung auf, die Landgebiete Böhmens und Mährens wären „seit Urbeginn von Tschechen besiedelt" gewesen und Deutsche seien erst im 12. Jahrhundert „als Kolonisten" in diese Länder gerufen worden. Don den blutigen Vernich- So erzählt es der fränkische Geschichtsschreiber Fredegar, der um die Mitte des 7. Jahrhunderts feine „Geschichte der Franken" schrieb. Fredegar sagt ausdrücklich, die Slawen in Böhmen müßten für die Avaren kämpfen und des Winters kämen diese nach Böhmen, schliefen bei den Frauen der Slawen und fügten ihnen auch sonstige Unbill zu! Auf die Beimischung mongolischen Bluts geht vermutlich auch ein bei den Nachkommen dieser Slawen, den heutigen Tschechen, nicht selten zu beobachtender Gesichtsschnitt zurück. Ibn Iakub, der im 9. Jahrhundert in arabischer Sprache einen Bericht über seine Reise durch die damaligen europäischen Slawenländer schrieb, bemerkt, es sei auffallend, daß die Slawen in Böhmen im Unterschied von allen anderen Slawenstammen nicht blond, sondern schwarz seien. Die Slawensiedlung in Böhmen und ebenso in Mähren nahm naturgemäß das freie Land im Innern her beiden Gebiete ein, während das dicht be» waldete, regenreiche Dorgelände der umgebenden Gebirge zunächst ebenso menschenarm blieb wie vorher. Hier mögen sich germanische Reste gehalten haben, so im Egerland und vielleicht auch in der Jglauer Sprachinsel. Die Hauptmasse des heutigen Sudetendeutschtums geht jedoch auf die Besiedlung der von den Slawen nicht in Besitz genommenen Waldgebiete zurück. Noch heute sitzen die Tschechen in den besten, fruchtbarsten Innengebieten von Böhmen und Mähren, wo der Acker- bau einen Stand erreicht hat wie nur in wenigen, Ländern Europas. Dagegen ist der deutsche Boden- fast durchweg mageres, erst durch jahrhundertelange Arbeit kultiviertes Land. Dies ist auch die Ursache davon, daß die Industrie Böhmens sich in den Randgebieten angesiedelt hat, wo die Bevölkerung nicht genug fruchtbaren Boden besaß, um vom Ackerbau zu leben. Die erste Industrie war die Glasbläserei inmitten der Waldmassen der nördlichen Gebirgsumrahmung, die reichlich das nötige Holz lieferten. Die ursprünglichen Glasbläser haben auch die Weltindustrie der Gablonzer Glaswaren geschaffen. Gablonzer Glasschmuck trifft man in Indien, in der Sahara, in der südamerikanischen Pampa, am Kongo. Später entwickelte sich die R e i ch e n b e r q e r Industrie. Zuerst wurden in Reichenberg woüene Webwaren erzeugt. Die Reichenberger Messe ist die größte Tuchmesse Mitteleuropas. Es folgen Maschinen-, Klavier- und andere Fabriken.. Auch das graphische Gewerbe in Reichenberg ist ganz von Siäetendeutschen geschaffen. Die Textilindustrie in den deutschen Gebieten Nordbohmens, Nordmährens und des einstigen Oesterreichisch- Schlesien wurde schon zur Zeit des Habsburger Staats von deutschen Unternehmern gegründet und ist großenteils aus der Handweberei deutscher Gebirgsbauern entstanden. Kein Stück des deutschen Gebietes, nicht einmal das am meisten begünstigte Egerland, kann mit dem üppigen Zuckerrübenbau im Innern von Böhmen verglichen werden. Dort sitzt Kern und Kraft des Tschechentums und mit diesem Besitz kann es zufrieden sein. schuk und „Buna" sind chemisch nicht dieselben I wegung. Seine programmatischen Schriften über Stoffe, so sehr sie in vielen ihrer physikalischen, den Nationalsozialismus haben einen wichtigen Eigenschaften sich gleichen. Während der Baustoff Platz in der Literatur. Wie so viele seiner Kamera- des Naturkautschuks das „Isopren" ist, ist der Haupt- den ist auch er von den Tschechen verfolgt und baustoff des Buna das „Butadien". Die Synthese ----*■ — - .....- • — des Butadiens geht von den Rohstoffen Kohle und. Kalk aus und erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Die Zusammenlagerung (Polymeration) des Butadiens, eines bei Zimmertemperatur gasförmigen Stoffes, zu langen Kettenmolekülen, d. h. die Herstellung des synthetischen Rohkautschuks, erfolgt dann nach verschiedenen Arbeitsverfahren, die sich danach richten, durch welche besonderen Eigenschaften sich das Endprodukt auszeichnen soll, wie sie natürlicher Kautschuk nicht oder nicht hi ausreichen- tungsfeldzügen der Ziska und Prokop gegen das Deutschtum führt eine gerade Linie zu den Ausbrüchen ungehemmten Hasses, unter dem die Zum tieferen Verständnis der Geschichte Böhmens und Mährens gehört ein Blick auf die Regenkarte von Mitteleuropa. Sowohl Böhmen als auch Mähren sind ringsum von Anschwellungen des Bodens, meist wirklichen Gebirgen, umgeben. Die Gebirge fangen einen Teil des Regens ab und die im sogenannten Regenschatten liegenden Gebiete empfangen eine geringere Regenmenge. Das Erzgebirge, der Böhmerwald, die Sudeten und die zwischen Böhmen und Mähren liegende Boden- schwelle haben 75 bis 100 Zentimeter jährlichen Regenfalls, während das Innere des Böhmischen Kessels — in Mähren liegen die Derhältnisie ähnlich — nur halb soviel Niederschläge, bis zu 50 Zentimeter Iahreshöhe, erhält. Die Folge eines solchen relativen Trockenklimas ist Spärlichkeit des natürlichen Waldwuchses, während die Niederschläge für Ackerbau noch genügen. Waldfreies Land mit gutem Ackerboden, wie ihn Böhmen und Mähren reichlich besitzen, wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit von Landbau treibenden Völkern aufgesucht. Die Mühe des Bodens haben die Menschen sich erst von da an gegeben, wo kein freies Land mehr zu finden war, oder wo sie es im Besitz stärkerer, Stämme fanden. Böhmen war ursprünglich von einem keltischen Stamm, den B o« fern, bewohnt; daher nannten es die germanischen Nachbarn das Bojoheim, woraus Böheim und Böhmen geworden ist. Die Bojer wichen einem Germanenvolk, den Markomannen, während Mähren von den gleichfalls germanischen Quaden eingenommen wurde. Gegen die Angriffe der Markomannen und Quaben auf die römischen Grenzen mußte der Kaiser Marcus Aurelius einen langen und schweren Abwehrkrieg führen. Bekannt ist die Erzählung, der Kaiser habe Löwen kommen lassen, um die Germanen in Furcht zu versetzen, diese aber, die noch nie Löwen gesehen hatten, sollen sie für große Hunde gehalten und mit Keulen totge- schlagen haben. Die Quaden, die zu den Sueven gehörten, zogen während der Völkerwanderung mit den ihnen benachbarten schlesischen Pandalen ab und gründeten sich eine Herrschaft in Spanien, die späterhin mit der westgotischen verschmolz. Auch die Markomannen verließen Böhmen und ließen sich im bayerischen Alpenvorland nieder. Da sie aus dem Bojerlande kamen, wurden sie die Bojoaren oder Bajuvaren genannt. Daß sie ein so fruchtbares und wertvolles Land wie Böhmen aufgaben, wird sich am ehesten dadurch erklären, daß sie von anderen Ankömmlingen verdrängt wurden, und dies können nur die Avaren gewesen fein, die im 6. Jahrhundert n. Chr. als Vorläufer der Ungarn an der Donau erschienen. Gleich den Hunnen und Ungarn waren auch die Avaren ein Reiter- volk und darum in dem waldlosen offenen Lande selbst der Tapferkeit germanischer Fußkämpfer überlegen. Die Avaren haben jedoch Böhmen und Mähren nicht unmittelbar eingenommen. Sie behielten ihren Hauptsitz in der ungarischen Pußta und ließen es zu, daß nach Böhmen sich slawische Stämme hineinschoben. Bei diesen, die Ackerbauer waren, pflegten sie sich einzulagern polens Fahne Wer Tesche». Von unserem *K H -Korrespondenten Teschen, Oktober 1938. Auf dem ehemals tschechischen Bahnhof von Te« scheu weht im frischen Herbftwind d i e polnische Flagge. Auf den Geleisen stehen lange Züge, deren Wagen mit Soldaten vollgestopft sind. Wir passieren eine Reihe von schwer bewaffneten Posten, um zu dem polnischen Obersten vor- zu bringen, der die Presse betreut. Er wohnt mit seinem Stabe in den Wagen, in denen Schreibmaschinen klappern. Endlich haben wir unseren Ausweis in in Händen, der uns im „Äriegsgebiet" dort freies Geleit gewährt, wo bereits das polnische Heer seine Zelte aufgeschlagen hat. Während wir durch den Bahnhof gehen, treffen neue Militärzüge, von jenseits der Olsa kommend, ein. Langsam rollen die Züge an, fahren über die von Doppelposten be» wachte ehemalige Grenzbrücke, neue Kolonnen grüner Soldaten strömen auf den Bahnhof, der einem Heerlager gleicht. Einsam und fast gleichgültig sitzt vor der Gastwirtschaft ein tschechischer Offizier von der Derhandlungsdelegation. Neugierig mustern chn die Blicke der Soldaten. Dor wenigen Tagen hatten die Tschechen noch in den Betonbunkern a«i der Olsa gelegen, heute ist die tschechische Armee auf dem Rückzug begriffen. Wahrend uns ein Einheimischer von der tschechischen Räumung erzählt, borniert ein polnisches Kampfgeschwader über die frühere polnisch-tschechische Grenze und nimmt Richtung nach dem Westen. Auf den Straßen herrscht ein lebhaftes Treiben. Ordonnanzen in voller Ausrüstung flitzen nach allen Gegenden, auf Kampfwagen, Motorrädern und auf requirierten Autos. Schwierigkeiten bereitet die in der Tscheche! bisher noch übliche Linksfahrordnung, während dis Polen auf der rechten Seite fahren. Es gibt noch immer gefährliche Szenen, wenn sich ein Links- und ein Rechtsfahrer begegnen. Auch die Fußgänger bedürfen immer noch der Zurechtweisung durch die polnischen Polizisten, die seit dem 2. Oktober in benn Neuland Polens Dienst tun. Einen einzigen Tag hindurch war Teschen ohne Polizei, als die Tschechen abgezogen waren und nichts hinterließen, als einen Haufen beschlagnahmter Gegenstände, darunter etwa 1400 Rundfunkgeräte. Sofort bildeten die ansässigen Polen und Deutschen eine Bürgerwehr, die ausgezeichnet funktionierte. Mit dem Einmarsch der polnischen Truppen war die kurze Zeit des „Freistaates Teschen" vorüber. Schon amtiert eine polnische P ost, die von den Tschechen zerstörte Fernsprechverbindung mürbe rasch hergestellt, und in ben Ta- bakverkaufsstellen bekommt man schon polnische Zigaretten. Und wie rasch verändert sich das Bild der Stadt. Eine große Zahl der Tschechen hat Teschen, das durch die Grenzziehung 1920 in zwei Hälften geschnitten war, verlassen. Uebrig blieben die Deutschen und die Polen. Noch bei ben letzten Gemeind ewahlen im Sommer konnten die Tschechen in ber Stadt Teschen 10 Mandate besetzen, während die Deutschen 19 Sitze und die Polen 3 (von insgesamt 34 Stadtverordneten) erreichten. Künftig wird die Zahl der tschechischen Sitze wohl um mindestens die Hälfte, wenn nicht um mehr sinken, die ber Dolen infolge des Zuwachses von Osten steigen. (Die Volkstumszahlen im gesamten Teschener Gebiet nach der österreichischen Statistik von 1910 sind: 340 000 Einwohner, davon 235 000 Polen, 115 000 Tschechen, 80 000 Deutsche. D. Schristltg.) Die tschechischen Staatssymbole sind verschwunden; eben noch meißelt ein Arbeiter den böhmischen Löwen von dem Hauptporteil des Postamtes herunter. Die Hauptstraße, ber „Sachsenweg", wurde in 93!b sudskistraße umbenannt. Die bisher tschechisch-deutsch- polnischen Straßentafeln machen einsprachia polnischen Platz. Die Firmenschilder sind teilweise schon übermalt, aus einem Alexander wird ein Aleksander, aus einem Karl ein Karol. Was tschechisch isi an Aufschriften wird bereits am ersten Tage vollkommen ausgemerzt. Nun rückt die äußerliche Einsprachigkeit langsam von der Stadt Teschen in das Land gegen Freistadt nach Norden und Trznnietz nach Süden vor. In ben Kafteeliäusern nennt der Kellner den Preis noch in Tschechenkronen und dividiert durch fünf, um den Zlotypreis zu erhalten. Hier ist die Krone nicht entwertet, während sie in ber Zeit des Interregnums rapib gefallen war, man bot schon 20 und mehr Tschechenkronen für einen Zloty. Am Bürgersteig stehen deutsche Iungtur- n e r und mustern das soldatische Leben, das sich vor ihnen abspielt. Dort drüben marschieren polnische Pfadfinder, ernst und gemessen, sie werden heute noch einen im Kampf um dieses Ländchen gefallenen Kameraden beerdigen. Wir bitten einen älteren Herrn um Auskunft. Er antwortet uns deutsch. Wir kommen ins Gespräch und erfahren erst, welch tiefgreifende Deränderunaen ein Wechsel der Staatsgewalt mit sich bringt. „Ich habe einen Bruder", so sagt er, „der nach Weißkirchen zuständig ist, und mein Onkel wohnt in Freudenthal. Der Bruder bleibt nun Angehöriger des tschechischen Pckg RM 0.30 u. 135, Ktnpck 4 - in Apotheken u Drogenen QiÄitkqeljait aber In Wahrheit waren bessere Nerven die Rettung. Die moderne Zeit verlangt unbedingt Nerven und Nervenpflege. 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Boredorf/Leipzig.smV Biber in Deutschland Don Professor Dr. Gustav Hinze 75 Seiten mit 9 Textabbildungen und 62 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln nach Natururkundeu des deutschen Dibervat«» Amtmann Vehr Herausgegeben von der RetchLftev« für Naturschutz, Serlht In Leinen gebunden 91 DL 3,00 Wie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten die einst in Deutschlands Gauen weit verbreitet waren, aber durch ~ bas unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr und mehr der 2 Vernichtung anheimfielen. Es gehört heute zu den wichtigsten Aufgaben aller Freunde unserer heimischen Tierwelt, diese» seltsam« Nagetier vor rem Ausfterben zu schützen und die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ein hervor- ragender Kenner gibt hier in trefflichen Schilderungen und herrlichen Natururkunden ein anschauliche» Lebensbild vom deutschen Biber, Hugo Bermühler Verlag,Berlin-Lichtersel-e BOHNEN GARANTIERT COFFEIN FREI [KAFFEE] HAG J KAFFEE HAG ü*vwkMe*s —— KAFFEE HAG die Weltmarke, das Päckchen 73 Pfff. SANKA KAFFEE (das billige Hag-Erzeugnis) 50 Pfff. Geschichten aus aller Welt nl68o<48 6399 D 6443D 6306C Eine zoverlässtge Armbandubr vom Te.ephon Nr. 4243 Schützenstraße 62 DhrensDezialhaus Lenning. I h.O.ALBERT WEBER‘MAGDEBURG I. V.: Nicolaus, Beigeordneter. 'PHFNYUOKIZ4AO 10Tobla60 k 20 Ta Wo99j HallewiederSprechslunde Dentist Küthe Bahnhofstrahe 73 polnisch können." Der Junge sieht ganz danach aus, als ob er einen eifernen Willen hätte. So greift der Wechsel bis in die engsten Sphären des menschlichen Lebens, bis in die Familie hinein. Aber hier ist Grenzland dreier Völker. Und der Grenzländer, gleichgütig, welcher Nation er angehört, ist zäh und beharrlich, er wird die Schwierigkeiten unverdrossen zu überwinden suchen, die sich ihm entgegenstellen. Es bleiben ihm ja die schönen, blauen Berge der Beskiden, auf denen die Herbst sonne liegt. Es bleibt die stille und anheimelnden Olsa, bisher der Schicksalsfluß dieses Landes, das nicht nur den Reichtum der Fluren, sondern auch große Schätze in den Steinkohlenschächten birgt. Die polnische Nation hat erbittert um dieses Land gekämpft. Bor dem Plastenschloß drüben steht noch die erzene Polin auf Stein, die einen Schwerthieb nach dem Westen führt. Durch zwanzig Jahre hindurch war dieses Denkmal für die polnische Mehrheit dieses Gebiets ein Mahnung. Heute ist es nur noch Erinnerung. Vertreter, ' 2. Hauslisten V, enthaltend sämtliche Personen, die im Haus wohnen, und zwar sind diese vom Hausbesitzer, seinem Vertreter oder dem Hausverwalter aus den Haushaltslisten in diese zu übertragen, 3. Haushaltslisten, vom Haushaltungsvorstand, 4. Betriebsblätter, vom Betriebsinhaber. Es wird empfohlen, vor der Ausfüllung der Listen die Anleitung auf den Vordrucken genau zu beachten. Die einzelnen Spalten der Listen müssen vollständig und gut leserlich ausgesüllt werden, da nach den Haushaltslisten die Steuerkarten und zum Teil die Bürgersteuerbescheide für 1939 ausgestellt werden. Die rechtzeitige Abgabe und genaue Ausfüllung der Vordrucke erspart unter anderem persönliche Einladungen und Vorsprachen, spätere Nachfragen nach der Steuerkarte für 1939, sowie die Anforderung zu hoher Lohn-, Kirchen- oder Bürgersteuer usw. Die ausgefüllten Vordrucke, und zwar die Haushaltslisten und Betriebsblätter, sind sofort dem Hausbesitzer oder dessen Vertreter abzugeben, der in der Hausliste die Vollständigkeit der Haushaltslisten und Betriebsblätter zu bescheinigen, die Hausliste V auszusüllen und die gesammelten Listen zur Abholung bereitzuhalten hat. Die Erfüllung dieser Verpflichtungen kann aus Grund der Reichsabgaben-Ordnung durch Strafen erzwungen werden. . Das Austragen der Vordrucke wird rm laufe dieser Woche erfolgen, während das Etnsammeln von Donnerstag, den 13. Oktober 1938 ab durchgeführt wird. „ . Ich erwarte bestimmt von allen m Frage kommenden Volksgenossen, daß sie die ehrenamtlich tätigen Helfer (Blockwalter der NSV.) bei ihrer Arbeit weitgehendst unterstützen, damit das Austeilen und Einsammeln der Listen ordnungsgemäß, gewissenhaft und fristgerecht erledigt Werden ; kann. Die Zählung erfüllt nur dann ihren Zweck, . wenn alle in den Listen gestellten Fragen lückenlos und richtig beantwortet sind, und daß im übrigen jedes Haus durch eine Hausliste, jede Haushaltung durch eine Haushaltsliste und jeder Betrieb )urch ein Betriebsblatt erfaßt worden ist. Gießen, den 4. Oktober 1938. Der Oberbürgermeister. Wieseck, den 7. Oktober 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehause Marburger Straße 39 aus statt. 6441° Frau Krauses erster Gedanke beim Waschen tst weiches Wasser! Sie weiß, darin schäumt Waschmittel und Seife viel besser! Sie macht sich immer vor Bereitung der Lauge durch einige Handvoll Henko-Bleichsoda das Wasser weich und kalkfrei. Dadurch erreicht sie, daß die Seife, die ja in jedem guten Waschmittel enthallen ist, ohne Verlust auS- genutzt wird. — Eins muß man allerdings beachten: die Zugabe von Henko muß immer etwa 15 Minuten vor Bereitung der Waschlauge erfolgen - um ss besser ist dann die Wirkung! einer der Männer, die beobachtet wurden, sprach länger als fünf Minuten. Im Gegensatz dazu stellte eine Frau, die in eine Fernsprechzelle am Trafalgar Square gegangen war, einen außerordentlichen Re- forb aus: sie legte den Fernsprechhörer nach genau einer Stunde und sieben Minuten aus der Hand, wobei sie in der ganzen Zeit nur ein einziges Gespräch geführt hatte. Sehr häufig waren die Fälle, in denen Angehörige des weiblichen Gescvlc -s zwanzig bis dreißig Minuten am Fernsprecher blieben, ohne die in großen Buchstaben über ihnen schwebende Mahnung „Fasse dich kurz!" auch nur eines Blickes zu würdigen, ohne sich auch nur im Geringsten darum zu kümmern, daß sich inzwischen eine ganze Schlange von Menschen aufgestellt hatte, die den Fernsprecher auch benutzen wollten. Kummer mit Zwillingen. F. Nancy. Die Sorgen einer Frau, die einen Mann heiratete, der einen ihm vollkommen ähnlichen Zwillingsbruder besitzt, bereiteten einem Scheidungsrichter in Nancy schwere Kopfzerbrechen. Die Frau beantragte die Scheidung, weil ihr Mann darauf besteht, mit seinem Zwill'igsbruder zusammen zu wohnen. Es sei ihr aber unmöglich, so begründete sie ihr Scheidungsoerlangen, die beiden Brüder zu unterscheiden. Wenn sie glaubte, irgendeinen Kummer ihrem Mann anzuvertrauen, konnte sie sicher sein, die Antwort zu erhalten: „Aber ich bin doch dein Schwager!" Noch schlimmer war es, wenn sie ihrem Manne eine Gardinenpredigt hielt. Ihre Vorwürfe waren immer an den Schwäger gerichtet; denn selbst wenn sie wirklich ihren Mann vor sich hatte, behauptete dieser einfach, sein eigener Bruder zu semi Die beiden Zwillingsbrüder besitzen gemeinsam einen Laden. Dor der Heirat wohnten sie zusammen im ersten Stockwerk ihres Hauses. Nach der Heirat übernahm das junge Paar den ersten Stock, und der übrigbleibende Junggeselle zog in den zweiten, jedoch nahm man die Mahlzeiten gemeinsam ein, und da entstanden die Verwicklungen. Noch größer wurde schließlich die Verwirrung, als der Junggeselle sich eine Freundin anschaffte; denn diese Freundin irrte sich ebenfalls ständig. Und nun kam zwischen beiden Frauen die Eifersucht hinzu; denn die Ehefrau behauptete, sie wisse niemals, ob nicht etwa ihr Mann mit der Freundin seines Bruders ausgehe — und umgekehrt. Die verheircktete Frau »erlangte, daß die Brüdet sich trennten. Dies lehnten sie aber kategorisch ab. Sie seien ihr ganzes Leben zusammen gewesen, hatten gemeinsam gelernt und gearbeitet und konnten sich ein getrenntes Dasein einfach nicht vorstellen. Der Richter prüft noch nach, ob die französischen Gesetze einen Paragraphen enthalten, auf , Grund dessen man eine Ehescheidung wegen allzu i großer Aehnlichkeit von Zwillingsbrüdern ausspre- : chen kann. Rumpsstaates, mein Onkel wird Reichsdeutscher unb ich erhalte einen polnischen Paß." So spielt das Schicksal einer Familie mit, die einem deutschen Bürgergeschlecht von Teschen entstammt. Aber wie viele „kleine" Probleme bleiben ungelöst auf einem Stück Erde wie diesem, auf dem drei Völker feit Jahrhunderten um Geltung ringen. Wir treten in ein (^schäft ein. — „Ich habe nun in allen drei Staaten, deren Grenzen hier zu- fammenstoßen, Kunden. Wie wird man nun die noch fälligen Zahlungen regeln?" Hier wird eine klug ausgewogene Uebergangszeit notwendig sein, die neue Zusammenhänge dort herstellt, wo alte Wirtschaftsfäden durchschnitten wurden. — „Jetzt habe ich meinem Jungen endlich ein wenig tschechisch beigebracht", sagt ein Vater, „nun muß er polnisch lernen. Es wird ihm noch lange alles durcheinander kommen." Der Junge, der noch die Jungturnerkluft trägt, ist etwas entrüstet. „Nein, Vater, ich werde mich hinsetzen und büffeln. Eins! Zwei! werde ich Bestellungen werden durch Sammler abge^holt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Der Alkohol und der Elefant. (m.) Colombo (Ceylon). ,Der Angeklagte hat in betrunkenem Zustande einen Kraftwagen gelenkt." Diese Feststellung hört man in allen Sprachen leider nur zu oft vor den Gerichtshöfen aller Herren Länder. Immer wieder gibt es gewissenlose Menschen, die nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben vieler Mitmenschen dadurch gefährden, daß sie sich betrunken an bas Steuer eines Autos setzen unb Derkehrsunfalle verschulben. Selbst in Ceylon kennt man bieses Vergehen unb die ominöse Formel: „Der Angeklagte hat in betrunkenem Zustande ...", die die Verurteilung einzuleiten pflegt. Ein Richter hat dort aber m diesen Tagen zum ersten Male einen Fall abzuurtei- len gehabt, bei dem der Angeklagte sich, sozusagen „an das Steuer eines Elefanten gesetzt" hat. Die Anklage richtete sich gegen einen Mahout, einen eingeborenen Elefantentreiber, der nach den gesetzlichen Bestimmungen genau so behandelt werden mußte wie der Lenker eines Kraftfahrzeugs. Der Mahout hatte dem Alkohol so reichlich zugesprochen, daß er den seiner Obhut anoertrauten Elefanten nicht ordnungsgemäß führen konnte unb baburch einen Unfall verschuldete. 5 Rupien waren die Geldbuße, mit der dieses Vergehen geahndet wurde. Wettlauf zwischen Känguruh und Eisenbahn B. Newcastle. Ein Wettlauf zwischen einem Känguruh und der Eisenbahn wurde einmal vom fahrenden Zug aus in Neu-Südwales beobachtet. Das Känguruh weidete friedlich an der Eisenbahnstrecke, als der Zug heranbrauste. Da hob das Tier seinen Kopf, wie wenn es darin eine Aufforderung zum Messen der Kräfte erblickte, und begann in Riesensprüngen neben dem Zuge herzueilen. Im Nu waren alle Abteilfenster mit Zuschauern besetzt, es wurden Wetten abgeschlossen, wer in dem seltsamen Rennen Sieger bleiben würde, das man mit größter Spannung verfolgte. In fünf Meter langen Sprüngen setzte das Känguruh über Baumstümpfe unb Steine, überroanb spielend die Hügel, die ihm im Wege lagen und hielt fünf Kilometer weit „gleichen Schritt" mit dem dahinbrausenden Zuge. Dann bot sich ihm ein sehr hohes Hindernis, vor dem es einen Augenblick stoppte, um dann mit mächtigem Satz hinüberzufliegen. Diese Tat schien aber seinem Ehrgeiz genügt zu. haben. Es blieb plötzlich stehen und sah dem Zug unverwandt nach, bis er verschwunden war... Sie wird für Ordnung sorgen. (th) Neuyork. Mögen die Männer ruhig so etwas von oben herab die Frauen als das „schwache Geschlecht" bezeichnen, die wohllöblichen Stadtväter von Bell Centre im amerikanischen Staate Wisconsin haben ihre eigene Ansicht darüber, wer als der Stärkere anzusehen ist... In Bell Centre war der Posten eines Stadtpolizisten frei geworden. Lange suchte man unter den Bewerbern einen geeigneten Mann, ber energisch für Ruhe unb Drbnung in der Stadt sorgen und das Eigentum ber Bürger schützen würde. Schließlich fand man eine geeignete Per- für den Winterbedarf empfiehlt frei Haus U400D Hch.Trechsler Kohlen- und Kartoffelhandlung Steinstraße 73. Tel. 3581. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Wer« ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Schmidt In tiefer Trauer: Ludwig Spuck Familie Otto Spuck Familie Karl Schneider Familie Hans Polster. Betr.: Personenstands- und Betriebsaufnahme nach dem Stand vom 10. Oktober 1938. Bekanntmachung. Durch Verfügung des Herrn. Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — Abt. III (Innere Verwaltung) vom 20. 9.1938 wird auf Anordnung des Herrn Oberfinanzpräsidenten Hessen in Darmstadt am 10.10.1938 in der Gemarkung Gießen eine Personenstands, und Betriebsaufnahme durchgeführt. Das Austtagen und Einsammeln der Hausnsien, Haushaltungslisten und Betriebsblätter erfolgt durch die Blockwalter der NSV. Sollten Hausbesitzer, Haushaltungsvorstände, Bettiebsführer usw. die Vordrucke nicht erhalten, dann ersuche ich die fehlenden Listen auf Zimmer Nr. 18 des Stadt Hauses, Bergstraße 20, abholen zu lassen. Nach dem Stand vom 10. 10. 1938 müssen aus- gefüllt werden: _ „ , 1. Hausliften, enthaltend sämtliche Haushal tüngen und Betriebe des Grundstückes und zwar durch den Hausbesitzer oder seinen Kur. Wir führ, sämtliche Lebertran- Emulsionen und Lebertran-Oel geschmack- und geruchlos. [essaA Fachdrogerie Bornemann Bahnhofstr. 17 Ruf 2135. Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz. ä, Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Keller mD J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb Str.24. oesenartskarten bei Brühl. Gießen Heute vormittag. 5x/a Uhr, entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein guter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Grobvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Rinn V. Landwirt im 66. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Elisabethe Rinn Familie Ernst Römer Familie August Rinn Familie Emst Rinn. Familie Ewald Rinn Heuchelheim, den 7. Oktober 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9 Oktober, nachmittags 2Uhr vom Trauerhause,Ludwig-Rinn-Str.7 aus statt . 6436D sönlichkelt, die im amtlichen Bericht u. a. folgender-. > maßen charakterisiert wurde: „23 Jahre alt, Gewicht I 2 Zentner 10 Pfunb, Körperbau außerordentlich ; muskulös." Diese gewichtige Persönlichkeit ist eine ! Frau, die nach Meinung ber Behörde besser als alle । Männer, die sich um den Posten bemüht hatten, für । die nötige Zucht in Bell Centre sorgen wird. Die 1 Stadtväter haben offenbar ifyre Erfahrungen. Die alten Liebesbriefe. T. London. Hier droht eine noch ziemlich junge Ehe in die , Brüche zu gehen, weil die Frau von ihrem Mann verlangte, daß er die Briefe, die er von Frauen vor seiner Eheschließung erhalten hatte, verbrennen sollte. Der Mann weigerte sich energisch, dies zu tun, da er nicht wegen der übertriebenen Eifersucht seiner Frau Erinnerungen an harmlose Freundschaften seiner Jugend vernichten wolle. Er konnte besonders den Umstand geltend machen, daß er von seiner Frau auch nicht die Vernichtung der Briefe verlange, die sie vielleicht vor ihrer Ehe erhalten habe. Darauf entgegnete die Frau, daß sie gerade deswegen das Bedangen an ihren Mann richte weil sie bedauerlicherweise kurz vor der Heirat aus freien Stücken ihre alten Liebesbriefe verbrannt habe und er deshalb auch keine zu besitzen brauche. Während der Richter noch prüfte, welche Entscheidung er treffen solle, meldete sich eine ältere Hausangestellte, die die Ehefrau aus dem Haushalt ihrer Eltern übernommen hatte und gestand, daß sie seinerzeit den Auftrag zur Verbrennung der Briefe der Braut nicht ausgeführt habe, sondern diese bei sich verwahrt habe, weil sie es nicht übers Herz habe bringen können, so etwas zu vernichten. Der Versöhnungsvorschlag des Richters hatte sofort Erfolg, und nun haben sie beide ihre alten Liebesbriefe! Das Schwätzchen in der Fernsprechzelle. B. London. „Die Fernsprechzelle ist für die schwatzhaften Frauen unserer Zeit das geworden, was früher einmal der Brunnen auf dem Marktplatz war, an dem sich die Gevatterinnen zu einem endlosen Schwätzchen versammelten." Diese nicht gerade schmeichelhafte Feststellung findet sich in einer Denkschrift, die von der Londoner Poftbehörde veröffentlicht wird, nachdem sie eine statistische Untersuchung über die Benutzung der öffentlichen Fernsprechzellen vorgenommen hat. Vor einer größeren Anzahl Zel- : len, die mit Fernfprechautomaten versehen waren, ließ sie Beamte Aufstellung nehmen, die sehr geschäftig taten, aber keine andere Aufgabe hatten, als mit der Uhr in der Hand die Dauer der Fernsprechunterhaltungen zu kontrollieren. Das Ergebnis über- t stieg auch die pessimistischsten Erwartungen; es zeigte, [ daß auch am Fernsprecher die Frauen eine ganz = unwahrscheinliche Gesprächigkeit entfalten. Nicht DOPPELHERZ- Doppelherz Verkaufsstell.:Drog.H. Elges, Seltersw.66. C.Seibel. Frankf. Str. O.WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 434V la gelbfleischige 6407 D Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr.Industrie und Bewerbe, Behörden. Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7» Rui 2251 Graue Haare verschwinden durch Apotheker Walter Ulbrichts Haarfarbe-Wiederhersteller MIn In wenigen Tagen jjlNlC’UraU Naturfarbe zurück! Einfache Anwend.! - Kein Färbemittel! Vollkommen unschädlich,! Erstklassige Gutachten und Sachverständigen - Urteile! 1 Originalfl., Monate ausreich., RM 3.50 Alleinverk.-. Germania-Drog. C. Seibel, Gießen, Frankinrter Str. 39, Tel. 3593. vor Hans Sturm. Erden!) die und übergeben, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern.. sagte Verdi. Jm^ ersten Augenblick konnte ich vor Rührung nichts erwidern, überwand mich dann jedoch und fragte mit bebender Stimme, warum er den Lear nicht selbst geschrieben habe? Er schloß Keller wieder gefüllt sind, hebt die schöne Kirmes- zeit an Wochenlang vorher sind die Dörfer Kur- hessens in denen sich mit den schönen Trachten manch alter Brauch erhalten hat, in Unruhs um das Fest. Wird das Wetter günstig sein? Ist das Kirmesschwein schlachtreif? Wird Nachbars Frieder bis zur Kirmes die Trauer ablegen, daß er mit der Liesbeth tanzen kann, und kommt Försters Gretel, die allen Burschen den Kopf verdreht, wieder nach Haus? Das alles sind „Sorgen", welche die Dorfbevölkerung vor der Kirmes bewegen. Wer sorgt da nicht gern mit? Und nun graut dieser Herbsttag, an dem die Kirmes beginnt. Manches Borstentier hat sein Leben sekundenlang die Augen und sagte still wie sich hin: „Vor der Gewitterszene, in der Lear auf der Heide steht, schrak ich zurück!" von den ersten Kirmesburschen begrüßt. Die Musikanten sind ihnen allen liebe Bekannte, Jahr um Jahr spielen sie zur Kirmes auf. Der Kirmeszug stellt sich auf. Mit klingendem Spiel bewegt er sich durch den Ort, die Kirmesburschen voran. Hinter der Kapelle wird der Kir- mesbock geführt, der später versteigert wird. Sein lautes Blöken erregt Heiterkeit. Hinter ihm marschiert die übrige Dorfjugend Arm in Arm und in Viererreihen. Die Mädchen blicken lachend auf den Zug. Mit feierlichen Schritten bewegen sie sich im Festkleid zum Kirmessaal. Manch eine schreitet in Gedanken versunken: Wird der Verehrer aus dem Nachbardorfe heute erscheinen und vor aller Oeffentlichkeit oft mit ihr tanzen? Das ist das Zeichen, daß sie von „ihm" ehrlich geliebt wird. Der Saal füllt sich immer mehr. Der erste Tanz wird aufgespielt, den die Kirmesburschen, also die älteren Burschen, nach alter Sitte mit ihrer Liebsten tanzen. Dann wirbeln sie alle durcheinander, tanzen links und rechts herum, lachen glückselig und jauchzen. In den Tanzpausen stehen sie im Kreise oder in Reihen und singen herrliche Volkslieder, Bauer und Handwerksmann, Hoferbe und Kleinknecht, Lehrerstochter und Großmagd in echter Volksgemeinschaft. Gewiß, vor einigen Wochen haben sie sich irgendwo einmal gezankt, ist einer dem anderen über Vie Wiese gefahren: heute ist das vergessen. Am Abend, wenn die Nebel vor den hellerleuchteten Fenstern des Saales steigen, rückt aus den Nachbardörfern die Jugend an. Die Ehepaare aus dem Orte und auch die Alten des Dorfes sitzen im Saal und in den' angrenzenden Räumen. Die Frauen verfolgen die tanzenden Paare mit scharfen Blicken und überlegen künftige Hochzeiten, während die Männer über Ernteerträge, Aussaat, Diehhan- del und Wegebau reden. Dann aber holen auch sie ihre Frauen und tanzen zwischen der Jugend, bis der neue Tag graut. Drei Tage lang feiern, lachen, singen sie, bis die Kirmes durch die Kirmesburschen feierlich begraben wird. Unter Absingen von Klageliedern wird die Kirmes verscharrt. Brennende Besen, Pfennigstücke und Branntweinflaschen fliegen in die Grube. Dann wird „Bär" getanzt, die Musikanten werden entlohnt und zum Dorfe hinausbegleitet. Das ist die Kirmesfeier, die die Landbevölkerung Kurhessens alljährlich nach altem, überliefertem Brauch begeht. Die Feier hat aber noch eine tie'erß Bedeutung: Ein Volk, das in der Verehrung de» Hergebrachten schaffend steht, wird durch die Gemeinschaft in seinem Glauben an die Zukunft dec Kirmes in Kurheffen. 23on Bernhard Schorbach. Wenn der Oktober seinen Nebelatem über kahlen Felder haucht, wenn die Scheunen Maestro und Gutsherr. Scharf trennte Verdi Kunst und Leben, der große Gestalter menschlicher Leidenschaften war ein anderer als der Gutsherr von S. Agata. Dies erfährt man aus seinen zu wenig bekannten Briefen und in dem kleinen Verdi-Museum der Mailänder Scala. Hier sieht man den runden schwarzen Bauernhut des Gutsherrn, das armselige Klavier, an dem der berühmte Trauerchor des „Nabucco" entstand, der einfache Schreibtisch, Kränze, Schleifen, Bilder seiner Nächsten und Freunde und neben vielem sonstigen des Meisters Totenmaske, in der Tatwille und Güte zur letzten Erkenntnis geeint sind, jener Erkenntnis, mit der Verdi im „Falstaff" seine Arbeit beendete: Tutto nel mondo e burla! (Alles ist Spaß auf Augen ... Augen von jener Art, die auch das zu „ entziffern wissen, was der andere als Geheimnis geopfert, damit die Bauersfrau sorglos vor dem bewahren möchte ... Im allgemeinen wortkarg und Bratetopf stehen kann; denn die Verwandten haben reserviert, sprach er wohltönend, sympathisch und , ihren Besuch angesagt, und das Haus füllt sich im mit großer Ueberlegung, doch was er sagte, war Laufe des Tages mit vielen Gästen, schwergewichtig wie Gold. Er fragte nach meinen | Gegen Mittag steigert sich die Unruhe. Schwarznächsten Arbeiten und sagte, er wisse, ich denke an gekleidete Gestalten nähern sich dem Dorf — die König Lear". Wenn das stimmt, würde -ich Ihnen Kirmesmusikanten! Jubelnd tragen die Kinder diese gern mein umfangreiches Material zu diesem Stoff - Kunde von Haus zu Haus. Im Dorskrug werden sie * Nation gestärkt. Dekorationen wurden angefertigt, und die Eröffnung hätte im Winter 1870/71 in Kairo stattfinden können, wenn nicht der deutsch-französische Krieg einen Aufschub nötig gemacht hätte. Die Uraufführung fand schließlich am 24. Dezember 1871 vor einem auserlesenen, aus aller Herren Länder zusammengeströmten Publikums statt. An „Aida" knüpfte sich auch der damalige Streit Verdi- Wagner, der natürlich längst entschieden wurde. Der Kammerdiener. Wenn der Kutscher Luigi mit seinem Pferdchen durch Reggio trabte, pfiff er von seinem Kutjcheroock unermüdlich Opernmelodien von Donizetti, Bellini und anderen, am liebsten solche von Verdi. Bald wuchs seine Verehrung für den Maestro derart, daß er kurzerhand sein Pferdchen abgab und zu Fuß nach Mailand pilgxrte, um dem Gutsherrn von S. Agata seine Dienste anzubieten. Er wurde ausgenommen und machte nun alles, bürstete die Böden, putzte die Schuhe, staubte den Schreibtisch ab, machte die Botengänge, hielt die Partituren in Ordnung, die Bibliothek, und wäre auch Barbier geworden, wenn Verdi nicht standhaft seinen Doll- oart gepflegt hätte. Als Verdi für einige Aufführungen nach Petersburg verpflichtet wurde, Luigi in S. Agata alles in Ordnung halten. Eine halbe Stunde vor der Abreise kam Luigi erhitzt an und meinte: „Jetzt können wir fahren. Ich bin da!" — „Dein Paß?" lachte Verdi. — „Ist in Ordnung!" — „Dein Gepäck?" — Luigi wies auf ein großes blaues Taschentuch, das an den vier Ecken zusammengeknotet war. Verdi meinte: „Aber dort scheint keine italienische Sonne!" — „Dann wird mich ein Schnaps wärmen!" Jetzt kaufte Verdi in aller Eile einen gefütterten Mantel, Stiefel und einen Pelzkragen. Luigi wurde mitgenommen und soll doch noch gefroren haben Mascagni erzählt. Kurz nach der Uraufführung der „Cavalleria rusticana" stellte der Verleger Ricordi Mascagni dem Maestro vor, wovon der junge Komponist begeistert berichtet hat: „Kaum hatte er mich erblickt, drückte er mir die Hand mit großer Herzlichkeit. Was mich sofrt gefangen nahm, waren seine Hr.236 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften) 8./9. Oktober 1938 Aus der Stadl Gießen. Neue Saat. Eilig, sich überstürzend, rasen die Wolken am Himmel dayln. Ab und zu ichaut ein Stückchen blauer Himmel hervor. Schon vorbei. ylcue Dw|jen wälzen sich heran, dann und wann fällt ein talier Regenschauer. Unaufhaltsam ziehen die Wolken. Von yeit zu Zeit imn9t die eonne noch Einmal hindurch, dann kommt eine neue graue Wand. Der wilde Sturmwind packt sie, urfb bald fliegen die dunklen Fetzen am Himmel dahin. So braust der Herbststurm über die Stoppeln des leeren Feldes. Er zerrt und reißt an den jungen Obstbäumen, bis das Band am Pfahl losgescheuert ist, bis der Baum hilflos im Winde hangt. Alte, würdige Riesen, die viele Menschenalter hindurch treulich ihre Früchte brachten, knickt er um, und fährt dann wütend in das Unterholz des nahen Waldes. Die Blätter wirbeln in der Luft, die Aeste krachen, und ächzend neigen sich die Bäume. — In diesen Tagen, in denen der Herbststurm den kommenden Winter einleitet, in einer Zeit, in der die Natur sich zum Schlafe rüstet, fährt der Bauer hinaus, um die Winterfrucht zu säen. Mit langsamen Schritten geht er hinter seinem Pflug. Wir sehen die dampfenden Pferde, die blinkende Pflugschar beim Wenden am Ende des Ackers. Und dort drüben pflügt geruhsam ein „Kühbäuer- chen", Furche für Furche. Stundenlang kann man den pflügenden Bauern zusehen. Welche tiefe Bedeutung hat gerade diese Arbeit im Herbst! In den Tagen, in denen die Bäume ihr Laub verlieren, die Wiesen braun und gelb werden, alles sich zur Winterruhe vorbereitet, in diesen Tagen legt der Bauer die goldenen Saatkörner in die Erde und vertraut auf die Zukunft. Mitten im Sterben der Natur legt er neue Keime, neue Hoffnungen. Ist das nicht wie ein Bild des Lebens? Trotz Schnee unfy Eis werden die kleinen Pflänzchen bleiben. Ihr Leben überdauert die Kälte. Und dann wird die Sonne wieder kommen und ihnen helfen. Die Lerchen bauen ihre Nester in die zarten Hälmchen, und auch die Wachteln werden wieder ihren Rufr erschallen lassen. Gegen Abend hat der Banker seine Arbeit vollendet, hängt Wagen und Maschine wieder zusammen und fährt heimwärts. Er hat fein Werk getan. Nun kann der Winter kommen. Im Geiste sieht er seinen Acker schon mit den hochgewachsenen Halmen im Winde sich bewegen. Gottes Segen leuchtet, lauer Regen feuchtet das entkeimte Grün. Flock, o Schnee, und strecke deine Silberdecke schirmend drüber hin! (v. Salis.) H. Vornotizen Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebesbriefe aus dem Engadin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „13 Stühle". — NS.-Marinebund Marine-Kameradschaft Gießen 1892: 20.30 Uhr Monatsmusterung. — Bauerscher Gesangverein: 14.15 Uhr: Stadtkirche. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr: „Der süßeste Schwindel der Welt". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Lief sbriefe aus dem Engadin". — Lichtspielhaus, Bahnyofstraße: „13 Stühle". — Großdeutsche Feuerbestattung: ab 15 Uhr Führung durch die Anlagen des Krematoriums in Gießen. Spielplan des Stadttheaters vom 9. bis 16. Oktober. Am Sonntag, 9. Oktober, sindet die Aufführung der ersten Lustspiel-Operette der Winterspielzeit statt. „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette in drei Akten von Rudolf Weys, Musik von Robert Stolz, ist die neueste Operette des Komponisten. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Tänze: poflverbinbung von und nach Gießen. Abfahris- und Ankunftszeiten der Züge mit Postbeförderung auf dem Bahnhof Gießen. Die schnelle Beförderung der Brief- und Paket- post ist für den Geschäftsmann sowohl, als auch für den Privatmann täglich eine Angelegenheit von besonderer Bedeutung. Wenn Briefe in- den nächsten Briefkasten geworfen oder direkt zum Postamt gebracht werden, oder wenn an dem Paketschalter Pakete zur Auflieferung kommen, umgekehrt von auswärts Briefe und Pakete erwartet werden, besonders in dringenden Fällen, stets ist dann bei dem Absender oder dem Empfänger die Frage akut, ob wohl die Sendung mit diesem oder jenem Zuge noch mitgehen bzw. ankommen werde. In zahlreichen Fällen hängt vor allem für den Geschäftsmann hinsichtlich seiner Disposition viel davon ab, daß er genau weiß, wann die von ihm aufgelie- ferte Post die nächste Abbeförderungsmöglichkeit hat bzw. nach welcher Zugankunft er auf dringlich erwartete Brief- oder Paketpost rechnen kann. Um den Gießener Volksgenossen zuverlässige Anhaltspunkte über die Postverbindungen von und nach Gießen an die Hand zu geben, haben wir uns an das Postamt Gießen gewandt mit der Bitte, uns die Zugoerbindungen für die abgehende und für die ankommende-Post des Gießener Postamts nach dem neuesten Fahrplan anzugeben Daraufhin wurde uns von der zuständigen Dienststelle des Postamts Gießen in dankenswerter Weise folgender Beförderungsplan für die von Gießen abgehende bzw. in Gießen ankommende Poft zur Verfügung gestellt. Züge mif abgehender post. Dom Bahnhof Gießen nehmen folgende Züge Poft mit: 0.01 Uhr O-Zug Kassel—Berlin: 1.20 Uhr O-Zug K-assel—Berlin, täglich außer Montags; 1.33 Uhr O-Zug Kassel—Hamburg, täglich außer Montags; 4.24 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.— Basel, täglich außer Montags; 4.31 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Basel, täglich außer Montags; 5.19 Uhr Pz = Personenzug in Richtung Betzdorf; 5.38 Uhr Pz in Richtung Gelnhausen; 5.41 Uhr Pz in Richtung Koblenz; 5.45 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Wiesbaden, nur werktags; 5.49 Uhr Pz in Richtung Fulda; 6.03 Uhr Ez = Eilzug in Richtung Koblenz—Trier, täglich außer Montags; 6.48 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M., nur werktags; 7.15 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Mainz—Saarbrücken; 7.54 Uhr O-Zug Kassel—Berlin; 7.55 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Basel (Stuttgart—Friedrichshafen); 8.43 Uhr O-Zug Siegen—Hagen—Essen, täglich außer Montags; 9.37 Uhr Ez in Richtung Frankfurt a. M., täglich außer Montags: 9.57 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.: 10.54 Uhr Pz in Richtung Koblenz, werktags außer Montags; 11.19 Uhr Ez Kassel—Hannover; 12.09 Pz in Richtung Köln, nur werktags; 12.40 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.; 15.17 Uhr Pz in Richtung Siegen- Oberhausen; 15.29 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.; 15.46 Uhr Pz in Richtung Köln, nur werktags; 15.59 Uhr Pz in Richtung Hannover; 16.38 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a.M.; 17.31 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.; 18.15 Uhr Pz in Richtung Koblenz; 18.27 Uhr Pz in Richtung Kassel; 18.30 Uhr Ez in Richtung Frankfurt a. M., nur werktags; 18.55 Uhr Pz in Richtung Gelnhausen, nur werktags; 19.58 Uhr Pz in Richtung Marburg, nur werktags; 20.10 Uhr Pz in Richtung Fulda, nur werktags; 21.20 Uhr Ez in Richtung Siegen, nur werktags: 21.39 Uhr O-Zug in Richtung Frankfurt a. M., nur werktags; 21.50 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M„ nur werktags; 22.12 Uhr O-Zug Kastel-^Hamburg, nur werktags; 22.26 Uhr O-Zug in, Richtung Frankfurt a. M.; 23.43 Uhr O-Zug Kassel—Berlin. Züge mif ankommender posf. Im Bahnhof Gießen kommen folgende Züge mit Post an: 1.18 Uhr O-Zug aus Richtung Basel—Frankfurt a. M., täglich außer Montags; 1.31 Uhr O-Zug aus Richtung Bafel—Frankfurt a.M., täglich außer Montags; 4.22 Uhr O-Zug aus Richtung Hamburg—Kassel, täglich außer Montags; 4.30 Uhr O-Zug aus Richtung Berlin—Kassel, täglich außer Montags; 5.35 Uhr O-Zug aus Richtung Berlin—Kassel, nur werktags; 6.31 Uhr Pz aus Marburg, nur werktags; 7.11 Uhr O-Zug aus Berlin—Kassel; 7.35 Pz aus Frankfurt a. Äs. nur werktags; 7.36 Uhr Pz aus Betzdorf, nur werktags; 7.46 Uhr Pz aus Fulda; 7.50 Uhr O-Zug aus Hamburg— Kassel; 7.51 Uhr O-Zug aus Frankfurt a.M., täglich außer Montags; 8.36 Uhr O-Zug aus Frankfurt a. M„ täglich außer Montags? 8.56 Uhr Pz aus Kassel; 8.57 Uhr Pz aus Koblenz; 9.24 Uhr Pz aus Gelnhausen; 9.50 Uhr Pz aus Marburg; 11.15 Uhr Ez aus Frankfurt a. M.; 12.04 Pz aus Fulda; 12.08 Uhr Pz aus Köln: 12.25 Uhr Pz aus Kassel; 12.26 Uhr Pz aus Frankfurt a. M., nur werktags; 14.29 Uhr O-Zug aus Bremen—Hamburg—Kassel, nur werktags; 14*36 Uhr Pz aus Koblenz, nur werktags; 14.48 Uhr Pz aus Gelnhausen, nur werktags; 14.52 Uhr Pz aus Frankfurt a. M.; 15.10 Uhr Pz aus Frankfurt a. M.; 15.22 Uhr Pz aus Oberhaufen—Hagen—Siegen ; 15.37 Uhr Pz aus Koblenz; 15.50 Uhr O-Zug aus Stuttgart—Frankfurt a. M., nur werktags; 16.28 Uhr Pz aus Kassel; 17.19 Uhr Pz aus Marburg; 18.08 Uhr Pz aus Frankfurt a M., nur werktags; 18.26 Uhr Ez aus Hannover— Kassel; 19.33 Uhr Pz aus Fulda, nur werktags; 19.34 Uhr Pz aus Köln—Betzdorf, nur werktags; 19.36 Uhr Pz aus Gelnhausen; 19.48 Uhr Pz aus Frankfurt a. M„ nur werktags; 20.42 Uhr Pz aus Kassel, nur werktags; 21.04 Uhr Pz aus Koblenz; 21.14 Uhr E? aus Frankfurt a. M„ nur werktags; 21.32 Uhr O-Zug aus Esten—Hagen—Siegen, nur werktags; 21.34 Uhr Pz aus Fulda, nur werktags; 22.08 Uhr O-Zug aus Basel—Stuttgart—Frankfurt a. M„ nur werktags; 22.36 Uhr Pz aus Köln—Wetzlar, nur werktags; 23.34 Uhr Ez aus Trier—Koblenz, nur werktags: 23.51 Uhr O-Zug aus Wiesbaden- Frankfurt a. M. Eine Neunzigjährige. Am kommenden Montag, 10. Oktober, kann Frau Katharina Hahn, Witwe, geb. Wöll, Schiffenber- ger Weg 39II, ihren 9 0. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau erfreut sich noch aller geistigen und körperlichen Frische und nimmt an den Ereignissen unserer Zeit noch regen Anteil. Mit Vorliebe erzählt sie aber auch von vergangenen Zeiten. Sie wurde im Revolutionsjahr 18*48 in Laubach geboren, wo ihr Vater Posthalter war. Sie erinnert sich noch genau der schönen Postkutschen und der vielen Pferde, die in Remisen und Ställen ihres Vaters standen. Damals wurde der Postdienst durch ihren Vater zwischen Laubach und Schotten versehen. Gerne erzählt sie auch von der Sensation, die in Laubach hervorgerufen wurde, als ihr Vater ein- Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker Jtla&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 Kassenlieferant. mal von Gießen die erste Petroleumlampe mit nach Laubach brachte und dann, als er wieder nach Gießen fuhr, gleich für den größten Teil der Einwohnerschaft Petroleumlampen mitbringen mußte. Lebhaft erinnert sie sich der Kriegszeiten von 1866, 1870/71 und 1914—1918. 13 Kindern schenkte sie das Leben, davon dreimal Zwillinge. Seit dem Jahre 1873 wohnt sie in Gießen. Seit Jahrzehnten gehört sie zum Stamm der treuen Leser des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zu ihrem Geburtstage. \ HL./ Dann und Lungbann 116. Sozlalsielle. Im Bereiche der Reichspostdirektion Frankfurt am Main, also auch die Kreise Gießen und Friedberg, werden am 1. April 1939/40 Postjungboten Thea Maaß, Bühnenbild: Karl Löffler. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Vorstellung um 19.30 Uhr beginnt. Ende 22.30 Uhr. Außer Miete? Dienstag, 11. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette von Robert Stolz. Dienstag-Miete 2. Vorstellung. Mittwoch, 12. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr: Erstaufführung „Eine Fran wie Jutta", Lustspiel in drei Akten von Möller und Lorenz. Spielleitung: Karl Volck. Mittwoch- Miete. 3. Vorstellung. Freitag, 14. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette von Robert Stolz. Freitag-Miete 3. Vorstellung. Samstag, 15. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: KdF.-Feierabendring, 1. Vorstellung „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette von Robert Stolz. Freier Kartenverkauf. IBDMwtRMrWroiit NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Zreude". Die während der Sommermonate ausgefallenen Dienstag-Schwimmstunden beginnen wieder am Dienstag, dem 11. Oktober 1938, von 20 bis 21 Uhr für Männer und Frauen gemeinsam, von 21 bis 22 Uhr für Männer und Frauen gemeinsam. Teilnehmergebühr für DAF.-Mitglieder 30 Pf. pro I Stunde. 6419D Vom unbekannten Verdi. Zu seinem 125. Geburtstage am 10. Oktober ' Ein Dorftifchler entdeckt Verdi. Das alte kleine Spinett in der armseligen Hütte seines Vaters zu Roncole, an dem sich Verdi als Kind mit ungeschickten Fingern die ersten Melodien und Akkorde zusammensuchte, trägt auf dem Deckel eine Inschrift, die ein armer Dorftischler unbeholfen und in fragwürdiger Rechtschreibung eingekritzelt hat. Sie verdient festgehalten zu werden: „Ich Stefano Caoaletti, habe* dieses Instrument repariert und wieder instand gesetzt. Habe auch unentgeltlich ein neues Pedal gemacht und die Tasten teilweise erneuert. Das alles tat ich, weil ich die musikalische Begabung des kleinen Giuseppe erkannte und den Wunsch hatte, ihm sein Spiel auf dem Instrument zu erleichtern. Wenn mir dies gelungen, bin ich reichlich belohnt. Geschrieben im Jahre des Herrn 1821." Goethe-Lieder. Verdis Hauptschaffen gehört der Bühne. Im Konzertsaal ist er vertreten mit dem Requiem und 'dem Quartett; hierhin gehören auch seine etwa vor 6 Jahren wieder aufgefundenen Liedkompositionen, von denen fünfzehn vor 1846 entstanden sind. Erst 1880 schreibt er sein schönstes Ave Maria, das er bereits dreimal vertont hatte. Zu seinen besten Liedern dürften die sechs Romanzen' gehören, mit denen er 1838 beinahe debütiert hätte; in ihnen liegt schon die dunkle Tragik seiner großen Opern, liegt schon Verdis Können angedeutet. Er nahm von Euripides und Tacitus, von Dante, Mokiere, Voltaire, Byron, Shakespe'are, Calderon, Puschkins Schiller und Grillparzer Texte; unbekannt blieb, bis vor einigen Jahren, daß er^Goethes Gretchenmono- loge („Meine Ruh ist hin" und „Ach, neige, du Schmerzensreiche") vertonte Verdis Lieder bereichern nicht nur unser Wissen um den Musiker, sondern auch um den Menschen. Holde Aida. Dor fast siebzig Jahren bestellte der ägyptische Khedive Ismail Pascha zur Eröffnung des von ihm erbauten italienischen Theaters eine Prunkoper aus der ägyptischen Geschichte. Zuerst war Verdi von dem Plan wenig erbaut und hoffte von der Angelegenheit loszukommen, indem er die ansehnliche Summe von 150 000 Lire für die Partitur forderte. Der Khedive ging ohne Zögern auf die Forderung des Maestro ein und sandte ihm den Tertentwurf des Aegyptologen Mariet Bey, an dem sich Verdi sofort begeisterte. Die Partitur wuchs schnell, die Frage kommenden BU 3. 2. a) Aus der engeren Heimat und mit Gießen in zr 19 Jahre hwer verletzt, Die Verlegung der Wieseck-Mündung als vorberei- tend-e Maßnahme für die Erweiterung des Nordendes des Bahnhofes Gießen, insbesondere zur Schaffung einer neuen Zufahrtstraße zum Güterbahnhof, ist jetzt in Angriff genommen worden. Das Gelände zwischen der neuen Zufahrtstraße zum Gu- terbahnhof und dem jetzigen Bahnkörper wird von der Kreuzung Gabelsbergerstraße-Hammstraße allmählich ansteigend bis zum Güterbahnhof ausgesüllt. Es wird der Erweiterung, d. h. einer Durchbrechung des leichten Knicks dienen, den die Schienenführung hier ausweist, während an der nahe am Elektrizitätswerk-vorbeiführenden Seite die neue Straße zum Güterbahnhof entstehen wird. Am Eisenbahndamm entlang der Hammstraße, von der Gabelsbergerstraße bis zur Neustädter Unterführung, wird eine Stützmauer hochgeführt werden, so daß dort soviel Gelände gewonnen werden kann, daß eine Schmälerung der Straße nicht einzutreten braucht. Die Arbeiten unterstehen der Leitung der Bahnmeisterei I des Betriebsamtes I. Ein Teil der in seitiqt. Die werteren werden erst später gebraucht, o daß die jetzigen Besitzer noch ihren Nutzen daraus ziehen können. Die Arbeiter der Bausirma Schneider Heuchelheim, haben bereits mit dem Ausheben des projektierten Bettes der Wieseck begonnen. In den nächsten Tagen soll ein Bagger eingesetzt werden. Das ausgehobene Erdmaterial wird für Auffüllzwecke an dem großen Bauprojekt verwendet werden, für das später eine große Menge Auffullmaterial gebraucht werden wird, von dessen Beschaffung der Fortgang der auf lange Sicht geplanten großen Umbauarbeiten abhängig ist. * . rufe sowie sonstige Einkommenbezieher, die nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden, wenn sie monatlich einen Mindestbetrag von 1,— RM. opfern. Die Richtlinien sind Mindestsätze zum Erwerb der Türplakette. Behörden und Firmen, deren Gefolgschaftsmitglieder die Lohn- und Gehaltsopfer während oder am Ende des Monats zahlen, erhalten die Türplaketten bereits zu Beginn des Monats gegen die Verpflichtung, daß die Lohn- und Gehaltsopfer jeweils am Ende des Monats dem WHW. überwiesen werden Behörden und Firmen geben die schriftliche Erklärung ab, daß die Turplaketten entsprechend den Richtlinien des Reichsbeauftragten ausgegeben werden. Im Einverständnis mit dem Oberkommando der Wehrmacht, dem Reichspoftmfnisterium, der Reichsbahn und der Reichsbank werden die Opfer von Lohn und Gehalt der Angehörigen der Wehrmacht, der Beamten, der Angestellten und Arbeiter der bezeichneten Ministerien und Reichsbetriebe ausschließlich an den Reichsbeauftragten überwiesen. Die Dienststellen dieser Ministerien und Behörden fordern die Türplaketten bei den örtlichen Dienststellen des WHW. mit einer Bescheinigung an, aus der die Zahl der zum Empfang der Türplaketten Berechtigten und der für den betreffenden Monat gezeichnete Gesamtbetrag zu ersehen sind. Dabei wurde der Motorradfahrer, alte Karl K r ö ck aus Gießen, so daß er mit einem Schädelbru deren erheblichen Verletzungen nach Klimt eingeliefert werden mußte. an- die 1280 RM. in Händen. Da er keine Möglichkeit hatte, das Geld zu verschließen, nahm er es vorläufig an sich. Am nächsten Tage, einem Sonntag, arbeitete er wieder mit seinen Kameraden auf seinem Büro. Er lieferte das Geld aber nicht ab. Später fiel ihm ein, daß er bei einem Buchmacher in Frankfurt a. M. mehrere Wetten laufen hatte. Er fuhr deshalb nach Frankfurt. Auf dem Wettbüro mußte er aber zu seinem Bedauern feststellen, daß er verloren hatte Diesen Verlust wollte.er ausgleichen. Er setzte deshalb auf verschiedene Pferde, die am gleichen Tage in Rennen liefen. Sein privates Geld reichte nicht aus; er griff nun den Betrag von 1280 R' an. Er gewann nichts, sondern verpulverte an diesem Nachmittag 120 RM. Er war verzweifelt, da er nicht wußte, wie er seiner Dienststelle das Geld ersetzen sollte. Auf dem Frankfurter Bahnhof sah er an einem 0-Zuge das Schild „Baden-Baden". Dieses Schild will er als einen Wink des Schicksals betrachtet haben, das ihn dadurch bestimmen wollte, in BadenBaden zu spielen. Er fuhr also nach Baden- Baden. Dort spielte er und verlor sein ganzes Geld bis auf den letzten Heller. Schließlich mußte ihm seine Braut das Geld zur Heimreise schicken. In Friedberg angekommen, stellte der Angeklagte sich der Polizei und legte dort ein umfassendes Geständnis ab. Mit seiner Berufung hatte der Angeklagte kein Glück. Es blieb bei dem erstinstanzlichen Urteil. Kaffee Hag geschütztes Warenzeichen. Fwd. Frankfurt a. M., 7. Okt. Die Kaffee» handels-AG. in Bremen (Kaffee Hag) hatte vor einigen Monaten einen Schadensersatzprozeß gegen eine Gaststätte in Frankfurt a. M. angestrengt, mit dem Ziele, daß die Gaststätte es zu unterlassen habe, auf Verlangen der Gäste nach Kaffee Hag einen anderen coffeinfreien Kaffee als diesen zu verabreichen. Das erstinstanzliche Urteil vom 30. Mai wurde von der 1. Kammer für Handelssachen des Landgerichtes Frankfurt a. M. zugunsten der Beklagten entschieden, da Kaffee Hag bereits zur Beschaffenheitsangabe geworden sei, also kein geschütztes Warenzeichen mehr darstelle, sondern als freier Warenname allgemein für coffeinfreien Kaffee anzusehen sei. Auf die Berufung der Klägerin hin in diesem Schadensersatzprozeß wurde soeben vom 4. Zivilsenat des Oberlandesgerichtes Frankfurt am Main das erstinstanzliche Urteil vom 30. Mai aufgehoben und die Beklagte verurteilt, bei Meidung einer Geld- oder Haftstrase zu unterlassen, in ihrer Gaststätte auf Bestellung von Kaffee Hag einen anderen Kaffee zu verabreichen und die Behauptung aufzustellen, er sei derselbe wie Kaffee Hag. 20 Uhr. bei seiner Scharsührerin und kommt am nächsten Mittwoch um 4.45 Uhr mit Schwimmzeug und 10 Pf. (für Bedebenutzung) ans Dolksbad. Betr.: Führerinyen-Fünfkampf und Relchsfchwipim- schein. Große Strafkammer Gießen. Der Th. S. aus Emmerich, zuletzt wohnhaft in Friedberg, hatte vom Bezirksschöffengericht eine Gefängnis st rase von sechs Monaten erhalten. Obwohl dem Angeklagten noch die Untersuchungshaft angerechnet worden war, legte er dennoch gegen das Urteil hinsichtlich der Strafhöhe Berufung ein. Der Angeklygte hatte in Friedberg eine Anstellung gefunden. Dort hatte er auch Gehälter auszuzahlen. Hätten seine Vorgesetzten gewußt, daß der Angeklagte bereits seit langen Jahren der Spiel- und Wettleidenschaft verfallen ist, dann hätten sie ihm sicher eine andre Betätigung zugewiesen. An einem Tage im Juli dieses Jahres zahlte der Angeklagte bis in die späten Abendstunden hinein Gehälter aus. Arn Schlüsse hatte er noch einen Ueberschuß von > Hungen, 8. Okt. Welchen Drangsalen das deutsche Volk im Sudetenland durch seine tschechisches Unterdrücker ausgesetzt gewesen ist, darüber ist schon eingehend berichtet worden. Wie die Bevölkerung stets in Sorge war und um ihr Leben bangen mußte, ergibt sich u. a. auch aus Schilderungen der Grenzbewohner, wie sie in Briefen enthalten sind, die eine hier wohnhafte, an der Grenze zwischen Preußisch-Schlesien und der bisherigen. Tschechei beheimatete junge Frau von ihren dort wohnhaften Angehörigen erhielt. An rührenden Erlebnissen fehlt es dabei nicht. Kommt da ein neun’ VDü gehftrft in di» fiilfegemclnfdion für da» »»fünfte M»n f Werft» mitglieft der NSv. jähriger Junge aus der Tschechei mit einem gefüllten Rucksack auf dem Rücken nach Reußen- dorf, einem kleinen schlesischen Grenzort. Als man den Rucksack nachsieht, ergibt sich folgendes: Der kleine Kerl hat sein drei Monatealtes Brüderchen, um es vor den Tschechen zu bewahren, im Rucksack über die Grenze nach dem schützenden deutschen Vaterland gebracht, wo beide von einer Lehrerfamilie in treue Fütsorge und Obhut genommen wurden. Kreis Büdingen. § Nidda, 7. Okt. Die diesjährige O b st b a u rn - zäh lung ergab hier folgende Zahlen, wobei die Zu- oder Abnahme im Vergleich zur Zählung in 1934 in Klammern beigefügt ist: Apfelbäume 7367 (mehr 1080), Birnbäume 613 (weniger 200), Zwei- schenbäume 2920 (weniger 370), Mirabellen und Renekloden 206 (mehr 90). Aprikosen 121, Pfirsich 244 (mehr 165), Walnüsse 324 (mehr 205), Suß- und Sauerkirschen 330, Johannisbeersträucher 3030 Stück, Stachelbeeren 1430 Stück, Himbeeren 1413 qm. * Nidda, 8. Okt. Nach Beratung mit den Gemeinderäten wurde der städtische Haushalt für 1 938 in Einnahme und Ausgabe mit 279 252,83 RM. gegen 262 785,81 RM. im Vorjahre festgestellt. Fahrlässige Uebertretung des Tierschutzgesetzes. Einem Bullen die Halskeile ins Fleisch gewachsen. ' Lpd. Marburg, 7. Okt. Dor einiger Zeit stellte man bei einem dem Schlachtvieh-Mittelmarkt Marburg zugefahrenen Mastbullen fest, daß eine Halskette in den Hals des Tieres ein- gewachsen und die entstandene Wunde mit einer eitrigen Masse ausgefüllt war. Die Kettenglieder waren ganz in der Wunde versenkt, so daß man die Kette nicht ohne weiteres herauszuziehen vermochte. Der Besitzer wurde wegen Uebertretung des Tierschutzgesetzes durch Strafbefehl zu50MarkGeld- [träfe verurteilt. Er gab sich mit dieser Strafe nicht zufrieden und suchte bei seinem Einspruch vor dem Amtsgericht in Marburg eine geringere Strafe zu erzielen. Er machte u. a. geltend, daß etn solcher Fall bei der Tierhaltung Vorkommen könne. Er habe den unruhigen Bullen von den übrigen Tieren abgesondert und in einem dunklen Stall untergebracht, wo die Verletzung des Tieres nicht aufgefallen sei. Das Gericht war der Ansicht, daß ein ordentlicher Tierhalter fein Vieh beaufsichtigen müsse. Zugunsten des Angeklagten nahm das Gericht fahrlässige Uebertretung des Tierschutzgesetzes an, hielt aber eine Geldstrafe als ungenügende Sühne. Das Urteil |läutete diesmal auf eine Woche Haft. Spendet für die sudetendeuischen Brüder? Es müsie unser Stolz sein, sagte der Führer, in wenigen Jahren die Not unserer sudetendeutschen Brüder restlos zu beseitigen. Spendet deshalb aus die Konten der Gauamtsleitung. Postscheckkonto: Frankfurt a. M 23000, Girokonto 6800 Bank der Deutschen Arbeit, Frankfurt a. M., Girokonto 7300 Städtische Sparkasse Darmstadt. Zungjäger-Lehrgang für den Lagdkreis ließen. Der Kreisjägermeister des Kreises Gießen kündet heute einen neuen Jungjägerlehrgang für den Jagdkreis Gießen an. Er soll der Vorbereitung der Prüflinge für eine im kommenden Frühjahr stattfindende Jägerprüfung dienen. Wenn auch der Besuch eines solchen Lehrganges nicht Voraussetzung für die Teilnahme an einer solchen Prüfung ist, so hat sich doch ergeben, daß die Teilnahme dringend zu empfehlen ist. Der Beginn ist in die jetzige jagdreiche Zeit gelegt worden, um den Lehrgangsteilnehmern in den kommenden Monaten nach Möglichkeit Einblick in die Praxis der Jagd- ausübung, Winterfütterung usw. zu geben. (Siebener Vochenmarktpreije. * Gießen, 8. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse 6 12 Klasse C 11% Klasse D 10%, ausländische 11 bis 12%, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 11, rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 40, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat, t/.o 10, Tomaten, % kg 15 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15 Meerrettich 35 bis 70, Kürbis 8 bis 9, Pilze 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,15 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 25 bis 45 Pf., Birnen 20 bis 40, Brombeeren 45 bis 50, Preiselbeeren 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 80 Pf. bis 1,05 Mark, Gänse 1 bis 1,15 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 69 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 15, Endivien 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 2 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 15 Pf. Amtsgericht Gießen. Der W. O. und der F. K., beide aus Gießen, hatten wegen groben Unfugs und ruhestörenden Lärms Strafbefehle über 2 bzw. 1 Woche Haft erhalten. Da beide Einspruch einlegten, kam die Sache gestern zur Hauptverhandlung. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, in der Nacht zum 9. Juni im Neuenweg durch lautes Gröhlen und Herbeiführung einer Schlägerei groben Unfug verübt zu haben. Während der Angeklagte O. in der Hauptverhandlung das Zwecklose feines Einspruchs einsah und diesen daher zurücknahm, wurde gegen den Angeklagten K. das Verfahren eingestellt, da einwandfrei festgestellt werden konnte, daß nicht der Angeklagte, sondern fern Am nächsten Mittwoch, 12. Oktober, schwimmen wir noch einmal für den Fünfkampf, den Reichs- schwimmschein, evtl, auch für das BDM.-Leistungsabzeichen. Das Bortragsprogramm des Goethe Bundes. Bei der Arbeit verunglückt. * Lumda, 8. Okt. Auf der R e i ch s a u t o - bahn-Baustelle in der Nähe unseres Ortes ; verunglückte der Arbeiter Hans Meyenschein : aus Alten-Gronau dadurch schwer, daß ihm der linke Fuß stark gequetscht wurde. Leider sind die Verletzungen so stark, daß wohl alle Zehen des Fußes verloren sein werden. Der bedauernswerte Mann wurde nach Gießen in die Minik überführt. Landkreis Giesien + Grünberg, 7. Okt. Zur Zeit wird die Orgel in der Stadtkirche, deren Holzteile stark durch Wurmfraß beschädigt sind, einer gründlichen Reparatur unterzogen. Sie wurde im Jahre 1853 von dem Orgelbauer Wilhelm Bernhard (Romrod) erbaut und gleichzeitig mit der in jenem Jahre fertiggestellten heutigen Stadtkirche in Benutzung genommen. Bis jetzt waren noch keine größeren Reparaturen nötig. Die während des Krieges abgegebenen Prospektpfei'fen wurden später durch andere ersetzt. Bei der Reparatur wird die Orgel in ihrem äußeren Aufbau, d. h. in der Anzahl und der Art der Register, im wesentlichen beibehalten. Dagegen wird der Spieltisch, der in der Mitte der Orgel steht und den Organisten mit dem Rücken zum Werk spielen läßt, seinen zukünfttgen Platz an der rechten Seite der Orgel erhalten. Da er auch eine elektrische Auslösung erhalten soll, wird sich dann ein leichterer Anschlag beim Spielen ergeben. Während der Umbauarbeiten, die in der Orgelbauwerkstätte von Nicolaus (Lich) vorgenommen werden, dient ein Harmonium als Ersatz. Ein Brett an der Orgel vermerkt die Namen folgender Organisten: Legrer Johannes Glaser vom 28. August 1853; Lehrer Karl Magel 26. November 1855 bis Juli 1875; Lehrer Reuß Juli 1875 bis Dezember 1875; Lehrer Traugott Opvel 1. Januar 1876 bis 1. November 1884; Lehrer Konrad Mohr 1. November 1884 bis 18 April 1898; Lehrer Georg Sauber 18. April 1898 bis 15. April 1934; Berufsschullehrer Fr. Gengnagel 15 April 1934 bis 1. September 1934; cand. jur. Karl Frank 1. September 1934 bis 21. Juni 1935 und feit dieser Zeit wieder Berufsschullehrer Fr. Gengnagel. +’ (3‘r ü n b e r g , 8. Okt. Am Freitagabend fand eine abschließende Sitzung der Gallusmarkt k o m m i s s i o n statt. Es wurden nochmals die einzelnen Veranstaltungen für die Markttage besprochen: Heimatabend am Sonntag vorher, Eröffnungsfeier am Dienstagabend. Da wohl wegen der Seu- 1 chengefahr mit dem Ausfall des Klauenviehmarktes ; zu rechnen ist, soll auf die Ausgestaltung des Pferde- ■ Marktes besondere Sorgfalt gelegt werden, da • gerade jetzt starke Nachfrage nach Pferden besteht. - Der Krämermarkt und das Volksfest an den beiden Markttagen — Mittwoch und Donnerstag — wer- ** Mieterjubiläum. Am morgigen 9. Oktober wohnt der Invalide Heinrich Volk, Kaplanei- gaffe 9, feit 30 Jahren in diesem Hause. Das Mieterjubiläum ist ein schönes Zeichen der Harmonie zwischen Vermieter und Mieter. ♦* Für den Radfahrverkehr freigegeben. Bis auf weiteres sind die 1. und die 5. Schneise des Stadtwaldes von der Straße nach Rödgen bis zum Schisfenberger Weg für den Räd- fahroerkehr fr ei gegeben worden. Die Sondererlaubnisse für die Benutzung von Schneisen des Stadtwaldes mit Fahrrädern wurden aufgehoben. NSG. Nach der Eröffnung des Winterhilfswerkes 1938/39 durch den Führer werden ab Oktober bis einschließlich März, wie auch in den früheren Jahren, wieder für Lohn-, Gehalts- und Firmenopfer TürplakettendurchdasWHW. ausgegeben. Anspruch auf Aushändigung der Türplaketten haben: 1 a) Lohn- und Gehaltsempfänger, die monatlich ein Opfer von 10 v. H. ihrer Lohnsteuer, jedoch mindestens 0,25 RM. bringen. b) Festbesoldete, die neben ihrer Lohnsteuerleistung noch zur Einkommensteuer veranlagt werden-, wenn sie neben ihrem monatlichen Opfer in Höhe von 10 v. H. ihrer Lohnsteuer ein monatliches Opfer in Höhe von 1 v. H. ihres für das Vorjahr veranlagten Einkommensteuerbettages entrichten, soweit die Steuerschuld nicht durch Lohnabzug getilgt ist. Diese 1 v. H. werden also lediglich von der Einkommensteuerschuld errechnet, die durch Vorauszahlung und Abschlußzahlung getilgt worden ist. Gewerbetreibende, Inhaber von offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften, Angehörige der freien Berufe und sonstige Einkommenbezieher, die zur Einkommensteuer veranlagt werden, soweit sie monatlich ein Opfer in Höhe von 1 v. H. des für das Vorjahr veranlagten Einkommensteuerbetrages entrichten. Wesentlichen Einkommen- und Vermögensänderungen ist dabei Rechnung zu tragen. b) Gewerbetreibende und Angehörige freier Be- Zusammenstoß zwischen Lastauto und Motorrad. * Großen-LindeN, 8. Okt. Arn geftrigen Freitagnachmittag ereignete sich hier an dem Straßenabzweig nach Leihgestern ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Lastauto und einem Motorradler, beitr aus Gießen. Die Ausgabe der MW.-Mnats-TürplMe Sie Richtlinien. Ab nächsten Mittwoch, 12. 10., kann die Sportdienstgruppe Schwimmen der IM. wieder ins Volksbad zum Schwimmen, und zwar von 19 bis Wer daran teilnehmen will, meldet sich ..... “ * -*■ — Zachsten 10 Pf- Das Vortragsprogramm 1938/39 des Goethe- Bundes und des Kaufmännischen Vereins wird feinen Höhepunkt in der aus Anlaß der 25-Jahrfeier veranstalteten Goethe-Festwoche finden. Im Mittel- punkt der Vortragsfolge steht ein Zyklus von fünf Dichterabenden. In der Kundgebung zur Woche des Deutschen Buches wird Agnes Siegel aus eigenen Werken lesen. Der zweite Dichterabend ist sudetendeutscher Dichtung gewidmet. Gottfried Rothacker und Friedrich Bodenreuth haben in ihren Büchern den Kampf und die Not sudetendeutscher Heimat geschildert. Für den dritten Dich- terabend ist Wilhelm Schäfer eingeladen worden. In einer Feierstunde „Soldat und Dichter" wird der Frontdichter P. C. Ettighoffer aus seinen Werken lesen. Am fünften Dichterabend wird Hans C a r o s s a im Rahmen, der Gießener Goethe-Festwoche und der 25-Jahrfeier des Goethe-Bundes einen Dorttag halten über das Thema „Goethes Wirkung in der Gegenwart". Die Dichterlesungen werden ergänzt durch sechs allgemeine Vortragsabende. Zur Eröffnung des Vortragsprogrammes wird Universitätsprofessor Dr. Carl Troll über das Thema sprechen: „Nanga- Parbat-Himalaja — als Ziel der deutschen Forschung". Der Münchener Vortragsmeister Ernst Kreuzträger wird einen frohen Abend „Kunterbunt" geben. Für den dritten Vortragsabend ist Dr. Hans 'Thimotheus Gröber zu einem Lichtbilder- vorttag „Der Bamberger Reiter, ein Idealbild deutschen Wesens" verpflichtet worden. Von besonderer Bedeutung wird auch der Vortrag des Australien- flieqers Hans Bertram „Flug in die Hölle" fein. Wien, die Stadt der deutschen Ostmark", ist das Thema, über das Professor Dr. Waldmann, Direktor der Kunsthalle Bremen, sprechen wird. Schließlich wird Fliegerdichter Dr. Peter Supf einen interessanten Lichtbildervortrag „Werdezelt der deutschen Fliegerei" halten. Zum Abschluß des Programms wird die Gießener Goethe-Festwoche stattfinden, die unter dem Protektorat des Herrn Oberbürgermeisters stehen wird. Das Festprogramm ist noch nicht endgültig jeftgelegt. Umrahmt wird die Woche durch zwei Morgenfeiern im Stadttheater, von der eine von dem Bann 116 der HI. durchgeführt werden wird. Das Stadttheater wird am Todestag Goethes eine Festaufführung bringen. Der Gießener Konzert-Verein wird sich mit einem Orchester-Konzert anschließen, zu dem als Solist der Bariton Johannes Willy mit Goethe-Liedern gewonnen wurde. Am 24. März wird Hans Earosia feinen Goethe-Vortrag halten, und am 25. März findet zur 25-Jahrfeier des Goethe- Bundes ein öffentlicher Festabend statt. Umbauarbeiten am Bahnhof Gießen. eingestellt. Es kommen nur Angehörige der HI. in Frage. Da die Bewerbungen in der Zeit vom 20. bis 30. Oktober 1938 eingereicht werden müssen, bitte ich etwaige Interessenten, sich schriftlich auf dem Dienstwege mit mir in Verbindung zu setzen. Das gleiche gilt für solche Kameraden, die Telegraphenbaulehrling oder Fernmeldelehrling werden wollen. Hitler-Jugend Bann 116. Bett.: Sprechstunden des Bannführers: Dienstags und Donnerstags von 15 bis 18 Uhr. An den übrigen Tagen ist der Bannführer nach vorheriger Anmeldung zu sprechen. Betr.: Sprechstunden der Stellenteiter: Montag bis Freitag: 15 bis 18 Uhr. Samstag: 10 bis 13 Uhr. Bett.: lleberweifungsfchelne. Die Ueberweisungsscheine für die Uebermeifungen von HI. in andere Formationen der Partei sind auf der Verwaltungsstelle zu erhalten. Stamm II und 111/116. Die Gefolgschaft- und Scharführer treten am 9.10. 38, 8.55 Uhr, am Bahnhof Lich zur Stamm* schulung an. BDM -u.ZM.-Untergau 116 Gießen Betr.: Schulung am Sonntag für die Sport- wartinnen. Alle ©ruppenfportroartinnen des Untergaues Wetterau (Mädel und IM.) treten am Sonntag, 9. Oktober, morgens 10 Uhr, mit Sportzeug, Schreibzeug, mit Brotbeuteloerpflegung ah. Von den Gießener Mädel- und Jungmädel-Gruppen kommen auch die Scharsportwartinnen. Betr.: Schwimmen im Volksbad. Das ist das echte altbewährte Erdal mit dem Rot- t frösch auf der Dose. Nimm zur J i täglichen Schuhpflege immer u i;;' - - ' DAS HAUS # DER GUTEN QUALITÄTEN L Marktstraße 4—8 a DAS HAUS ■ DER GUTEN QUALITÄTEN Marktstraße 4-8 Urteil. dun« Kr: 25 tt°Ule M iBabenl ^zes @c[b Bitten. ngeklag^ n* »MS au m« jjltn, wobei dir üf ZählMtz m »felbäume 7367 er 200), Zwei- Üirabetten wj n 121, PW 205), Süh- unö cher 3030 Stuck, 11413 qm. nS mit d-" K he Saus')0 । Ausgabe m W. im Dorjahlt -jkch gewachste. Zeit stellte Sund- mit ie Settengl'«^ daß man et"Ng % (t. 11 (finipnicb Dl]r m ®inL gtraf« tUttMD. echei mit eine n nach ReuP i mjort. Als ni- folgendes: Sc ealtes Sri >n zu bewahre: dem fchützendc beide von eint, und Obhut gf JäS dK k Lrlorcn Qm QJiÄn brangfalen da; 1 durch feint ’ liefen ist, dar orben. Wie bii ) um ihr Leb-- ch aus Schild in Briefen er an der ®ren der bisherig von ihren -on i r üfjrtnben Gr* ibn einneun> NW für "iä-n Ar-» all «"*' & fri- )t i «« Ittidlt ' (| ai, • * “r" MN« ,, e«°’L<Ü * batte Dp, 9e9‘ ^lTen9t, m. 1 unterlaß °lfeehaz 15 diesen ij vom 30. Mo, eIdfad)en des tcn der Se. ;Ü5 Zur!Be. te,n gefchuk. 7°ls freier -n ^ffee an- hin in JOtb,e.n vom . Wntfurt am HU°il vom Beklagte Der. K ^ltstrase llatte auf 8e> ’ren Kaffee zu 'ufzustellen, er Alibis einschließlich 2. Januar 1939. Wirtschaft 3, für Ochsen a) 43,50 bis 46,50 (bisher 15), b) 39,50 bis 42,50 (37 bis 41), c) 29,50 50 (bis 36); für Bullen a) 41,50 bis 44,50 3 43), b) 37,50 bis 40,50 (35 bis 39), c) 27,50 35,50 (bis 34); für Kühe a) 41,50 bis 44,50 bis 43), b) 36,50 bis 40,.50 (34 bis 39), c) 25,50 34,50 (bis 33); für Färsen a) 42,50 bis 45,50 (41 bis 44), b) 38,50 bis 41,50 (36 bis 40), c) 29,50 bis 36,50 (bis 35). Für Ausstichtiere kann bis (40 bis deutung und ermöglicht es, jahreszeitliche Schw-an- kunqen im Einlagebestand auszugleichen. Die deutschen Banken haben in vorsorglicher und rechtzeitiger Erkenntnis, daß die Bedeutung des Bankkredites im Ablauf des 1933 einsetzenden Be- lebungsprozesses ständig zunehmen werde, planmäßig an einer Stärkung ihrer inneren Reserven gearbeitet. Ersten beträchtlichen Teil ihrer Gewinne haben sie, seitdem die Rentabilität wieder erreicht worden ist, in den letzten Jahren vorweg abgebucht und zurückgestellt, so daß zu dem Einlagenzuwachs die Reseroenanreicherung tritt. Diese vorsorglich gesicherte Beständigkeit der Ausleihefähigkeit unserer Banken gehört mit zu den Faktoren, die zu der Krisenfestigkeit der deutschen Wirtschaft beigetragen haben. Neue Rinder- und Echweinepreise im Rhein Main-Gebiei. Fwd. Eine Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring, sieht mit Wirkung vom 8. Oktober 1938 eine Erhöhung der Erzeugerpreise für Fett- schweine um 2 Mark und für Schlachtrinder um 1,50 Mark je 50 Kilogramm Lebendgewicht vor. Danach betragen die Preise aus den Schlacht« viehMärkten im Rhein-Main-Gebiet. F^nksurt a. M., Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und 6'n verdienter Hnmatsorscher gestorben LPD. D a r m st a d t, 7. Oktober. Ein verdienter Forscher der hessischen Heimalgeschichte, Professor Dr. Karl Lindt, ist im Alter von 81 Jahren nach kurzem Leiden gestorben. Der Verstorbene widmete sich mit großer Liebe der Geschichte seiner engeren Heimat, um deren Erforschung er sich große Verdienste erwarb. Der Historische Verein für Hessen ernannte ihn an seinem 70. Geburtstag zum Ehrenmitglied. Zum goldenen Doktorjubiläum erneuerte die Universität Tübingen unter anerkennenden Worten für seine wissenschaftliche Tätigkeit das Doktordiplom. geringe sind sehr nahrhaft. ZdR. Manche Hausfrau hat immer noch die irrige Meinung, daß Fische, besonders aber Heringe, nur ein wenig nahrhaftes und als Hauptmahlzeit r' sättigende--' Nahrungsmittel feien. Dem ist entgegen- zuhalten, daß gerade der grüne Hering, wie er jetzt aus den Fängen unserer Schlepvnetzfischerei auf den Markt kommt, ein sehr nahrhaftes Essen ist. Er ist Bankreserven und Industrie. Die großen Aufgaben, vor die die deutsche Industrie namentlich feit Bekanntgabe des Vierjahresplans gestellt worden ist, sind'zum Teil über den Weg der sogenannten Selbstfinanzierung gelöst worden, d. h. bei rasch wachsenden Ueberschüfsen sind die Ausschüttungen planmäßig beschränkt worden, so daß den Betrieben beträchtliche.Mittel für den Ausbaubedarf zur Verfügung standen. Es sprechen jedoch eine Reihe von Anzeichen dafür, daß der Höhepunkt dieser Selbstfinanzierung bereits überschritten worden ist. Bei einem Teil der Unternehmen ist eine stärkere Bindung der Mittel durch Lagerauffüllung erfolgt, in anderen Fällen hat die Besteuerung der Vergrößerung der Eigenkapitalien Grenzen gezogen. Zudem haben die rohstoffmäßig bedingten fabrikatorischen Umstellungen, der Facharbeitermangel und andere Wachstumszeichen der Volkswirtschaft kostenerhöhend gewirkt. Da qber das Aufgabenpensum der Industrie unverändert groß ist, gewinnt die Versorgung mit fremden Mitteln an Bedeutung. Demgemäß hat gegenwärtig die Ausleihungskapazität der Banken, also ihre Fähigkeit, Kredite zu gewähren, eine größere Bedeutung als in den ersten Jahren der Wirtschaftsbelebung. Die unverminderte Stärke, ja das Wachsen dieser Ausleihefähigkeit wird bereits durch die günstige Entwicklung des Einlagebestandes der Kreditbanken erwiesen, denn der Einlagebestand bei den Groß-, Regional- und Spezialbanken ist heute um etwa 680 Millionen Mark höher als vor einem Jahre. Zu diesen den Banken anoertrauten Mitteln tritt nun das eigene Kapital der Banken, das sich aus dem Stammkapital sowie den gesetzlichen und freien Reserven zusammensetzt. Das Eigenkapital der Kredittnstitute ist namentlich für die Krediteinräumung auf längere Frist von Be- ein Ausstichzuschlag von 5 Mark für Ochsen und Färsen, 6 Mark für Bullen und 3 Mark für Kühe erzielt werden. — Die Preise für Schweine betragen jetzt in der Schlachtwertklasse a) 58 bis 59 (bisher 56 bis 57), bl) 57 bis 58 (55 bis 56), b2) 56 bis 57 (54 bis 55), c) 52 bis 53 (unverändert), d—f bis 50 (unverändert). Sauen gl) bis 58 (54), g2) bis 52 (unverändert) Mark je 50 Kilogramm Lebendgewicht. Die vorstehenden Preise ten bis einschließlich 2. Januar 1939. vor allem so fetthaltig, daß er mit nur ganz wenig - Lgebraten werden kann. Oder wer will dem geräucherten grünen Hering, dem vollfetten Bückling eme Nahrhaftigkeit und seinen schon sprichwörk^ Uchen Fettreichtum absprechen? Weiterhin enthält öer Lenng noch wichtige Aufbaustoffe für den menschlichen Körper. Da ist das Eiweiß zu nennen, r , iGv.^CrF.m9 Jn reichem M-aße enthält, und nicht zuletzt die für die Blutbildung und den Aufbau der Nerven und Gehirnsubstanz so wichtigen Vitamine A UNd D. Die Hausfrau kann also ruhig ihre Bedenken bei- leite lassen. Ein Gericht aus grünen Heringen, einerlei ob als gebackener Fisch, als Bückling, oder als marinierter Hering, ist sehr gesund und nahrhaft. Die Hausfrau tut also sich und den Ihren nur einen Gefallen, wenn sie jetzt in der Hauptfangzeit öer Heringe öfters ein Essen von diesen schmackhaften, bekömmlichen und nahrhaften Fischen auf Öen Tisch bringt. Und sie tut nicht zuletzt ihrer Haushaltungskasse einen großen Gefallen, denn trotz seiner großen Vorzüge ist der Hering sehr billig. Briefkasten der Redaltion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. $. in E. Der Spediteur ist durch seine Einberufung zu einer militärischen Hebung und die Anforderung seiner Möbelwagen von seiner Verpflichtung zur Erfüllung der vertraglich übernommenen Verbindlichkeiten frei geworden; irgendwelcher Schadensersatzanspruch gegen ihn besteht nicht. Durch die zum 30. 9. 38 ausgesprochene Kündigung ist das bezüglich der alten Wohnuna bestehende Mietverhältnis erloschen, so daß ein Anspruch des Vermieters gegen den Mieter auf Zahlung des früher vertrag- lich vereinbarten Mietzinses nicht besteht. Hat jedoch der Mieter die Wohnung über den 30. 9. 38 hinaus inne, fo kann der Vermieter von dem Mieter eine angemessene Vergütung für die Ueberlassung der Räumlichkeiten begehren, die im Regelfall dem vereinbarten Mietzins gleichkommt. Durch den Abschluß eines anderen Mietvertrages über eine neue Wohnung ist der neue Vermieter zur Ueberlassung der Mietsache, der Mieter zur Zahlung des vereinbarten Mietzinses ab 1.10. 38 auch dann verpflichtet, wenn er die neue Wohnung — gleich aus welchen Gründen — mit Beginn der Mietzeit nicht bezieht. Zwecks Verhütung doppelter Mietzinszahlung dürfte sich daher empfehlen, die alte Wohnung zu räumen und die Möbel evtl, einstweilen anderweit unterzustellen. Die Unmöglichkeit des Spediteurs, den übernommenen Umzug auszuführen, befreit den Mieter weder von feiner Verpflichtung zur Zahlung einer angemessenen Entschädigung für die Ueberlassung der alten Wohnung, noch zur Zahlung des für die neue Wohnung vereinbarten Mietzinses. 137 nach 136,50, Berger 151,75 nach 151, Demag 144,25 bis 144,50 nach 145. Bei den später notierten Werten hielten sich die Abweichungen ebenfalls unter 1 v. H., fester Holzmann mit 156 (154,50). Abendbörse freundlich. Seitens der Kundschaft setzte sich bescheidene Nachfrage fort, während der Berufsyandel im Hinblick auf den Wochenschluß zurückhaltend blieb. Die Um- fäfoe erreichten daher auf keinem Marktgebiet größeren Umfang. Bei weiterhin freundlicher Haltung erfuhren die Kurse überwiegend Erhöhungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. Fest tendierten Gesfürel mit 141 (139,50), Metallgesellschaft mit 129,50 (128), Scheideanstalt mit 217,75 (216,50) und kräftig erhöht waren am Einheitsmarkt Lindes Eismaschinen mit 172 (168) in Angleichung an Berlin (172,90). Für Montanwerte erhielt sich etwas mehr Interesse, Verein. Stahl 103,50 (103,13), Hoesch 112,50 (112), Buderus 111,50 (111), Mannesmann 110,25 (110), Rheinstahl 138,.50 (138,25). Von sonstigen führenden Werten lagen JG.-Farben mit uno. 153,50 und AEG. mit 119 (119,25) ziemlich still. Sonst notierten u. a.: Demag 145 (144,75), Dt. Linoleum 157,40 (157), Licht & Kraft 140 (139,50), RWE. 123 (122,50), Eßlinger Masch. 105,50 (105), Felten 136 (135,75), Rheinmetall 129,50 (129), Verein. Deutsche Metall 171 (170), ferner am Ein- heitsmarkt Commerzbank 110,75 (110,65), Frankfur- ter Hof nach Pause 67 (65,50). Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse ruhig und wenig verändert. Frankfurt a. M., 7. Oft. Der nur kleine Auftragseingang gab der Börse weiterhin das Gepräge. Bei nicht unfreundlicher Grundtendenz ging das Geschäft nur vereinzelt über den Mindestsatz hinaus, zumal auch der Berufshandel keine Unternehmungslust an den Tag legte. Am Aktienmark war die Kursgestaltung wiederum nicht ganz einheitlich, im Durchschnitt hielten sich die Veränderungen meist unter 1 v. H. Montanwerte lagen durchweg nur knapp gehalten. Mit großem Interesse erwartet man das Ergebnis der Bilanzsitzung bei Klöckner. Rheinstahl gingen um 2 v. H. zurück auf 138, Buderus um 1,40 o. H. auf 110,13, während Verein. Stahl mit 102 (102,50) unb Mannesmann mit 109,50 (109,75) wenig verändert und Hoesch mit 111,50 behauptet lagen. Maschinenwerte notierten voll behauptet, etwas höher Junghans mit 107 (106) und Rheinmetall mit 129 (128,50). JG.-Farben lagen bei sehr ruhigem Geschäft 0,50 v. H. leichter mit 153,25. Don Elektro- werten lagen die führenden Papiere AEG. mit 117,65 (117,25) und Siemens mit 204 (203,50) etwas fester, hingegen gaben Lahmeyer 1,25 v. H. auf 128 und Lechwerke 1 v. H. auf 104 nach. Im ein- zelnen kamen Reichsbank mit 185,50 (186,50), Bem- berg mit 136,50 (137) und Berger Tiefbau mit 151 (152) zur Notiz. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls ohne Bedeutung bei nur wenig veränderten Kursen. Reichsaltbesitz 130,60 (130,50), Reichsbahn- VA. 125,90 (126). Im Freiverkehr bröckelten Korn- munal-Umschulduna leicht ab auf 94,15 (94,20), dagegen 4 v. H. Rentenbank-Ablösung 0,13 v. H. höher mit 91,90. Am Pfanbbriefmarkt lagen Liquidationswerte nicht ganz einheitlich, zumeist aber noch 0,13 bis 0,25 v. H. höher, ebenso zogen Stadt- anleihen vielfach im gleichen Ausmaß an. Jndu- trie-Obligationen kamen bei etwas mehr Geschäft vorwiegend leicht erhöht zur Notiz. Im übrigen lag der Einheitsrentenmarkt still. Don den variablen Werten bröckelten Reichsbahn-DA. nochmals 0,13 vom Hundert ab auf 125,75. Nachdem im Verlaufe unter leichten Schwankungen die Umsätze am Aktienmarkt teilweise etwas lebhafter waren, herrschte später wieder weitgehende Stille, im ganzen verblieb aber ein leichter Zug nach oben. Insbesondere Montanwerte waren beachtet und etwa 0,50 bis 1 o. H. fester, Rheinstahl chwankend mit 138 bis 137,50 bis 138,25. Recht eft lagen AEG. mit 119,25 nach 117,65, sonst notierten u. a. JG.-Farben mit 153 bis 153,50 nach 153,25, Scheideanstalt 216 nach 215,50, 23emberg Für kalte Tage warme Bekleidung Jetzt ist es Zeit,Ihren Bedarf zu decken in Unterwäsche für Damen und Herren Wollwaren Handschuhen Strümpfen Unsere Auslagen erleichtern Ihnen Ihre Wahl emA 6482A Kostümen Kleidern Pullovern Blusen und Röcken Richtige Bekleidung für kühle Tage finden Sie in unseren Auslagen Marktstraße 4-8 u. Mausburg 13 Treffen Sie Ihre Wahl in Modernen Damen-, Backflschund Kindermänteln mxv Verkauf riCHl V*Vermieten «42?A Stimmen Schönau Bahnhofstr. 76, Ruf 3269 TEXTILHAUS GRAP [öl WIESECK Sonntag;, den 9. Oktober Anfang Anfang 4 Uhr U allZ 4 Uhr Zum kühlen Grund Inhaber: A. Schepers. Tel. 3188 Als es Abschied nahm Das Fachgeschäft für Kautsch, Sessel und Matratzen A. Wehrheim Töberstraße 17 __________6451 A Montag, 17.0kt., Prof. Dr. C. Troll Bonn, Teilnehmer der Himalaya - Expedition 1937: „Nanga- Parbat - Himalaya“, Gemeinsam veranstaltet mit dem Goethe-Bund und d. Kaufm. Verein. Donnerstag, 8. Nov., Prof. Dr. B. Lantensacfc, Greifswald: „Raum und Volk in der politischen Entwicklung des Fernen Ostens“. Donnerstag, 24. Nov., Dr. K. Helbio, Hamburg: „Auf Fußpfaden quer durch Borneo“. Donnerstag, 15. Dez., Doz. Dr. Hani Bobek, Berlin: „Zentralkurdistan von heute. Forschungen in den Hochgebirgen zwisch. Urmia- u.Vansee“. Donnerstag, 19. Jan., Prof. Dr. F. Hinte, Gießen: „Österreich, die deutsche Ostmark in Natur, Kultur und Wirtschaft“ Mitgliedskarten (zum freien Eintritt f. aheVortrüge): Familien (bis zu vier Familienangehörigen) 4 RM.) Einzelpersonen 2 RM.; Studenten, Schüler, Militär, Angehörige der SA. und SS. 1 RM. Blnselkarten (zum Besuch eines Vortrages): 00 Rpf.) Studenten, Schüler, Militär, Angehörige der SA. und SS. 40 Rpf. Neuanmeldungen werden schriftlich an Dr. Alfred Töpelmann, Gießen, Bismarckstraße 1, erbeten oder können an der Abendkasse erfolgen. , 6410° Der Leiter: Dr. Frlti Ulte, Prof. d. Geographie. Ihre Verlobung geben bekannt 6401V Ihre Vermählung geben bekannt Gießen (Seltersweg so), 9. Oktober 1938 Ihre Vermählung geben bekannt V SELTERSWEG 47 Magdeburg-8. Alfredstraße 18 llllllllllllllllllllllllllllll Ihre 8eschäfts- Drucksachen •teilen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren eo vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge,Postkarten, Rechnungen, GeschAftskerten Ihree Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen prelewertl Brühl'sohe Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 llllllllllllllllllllllllllllll Karl Hofmann Krimlnalsekretär Gießen (Senckenbergstr. 23), den 8. Oktober 1938. 0454 Haben Sie einenVogel- käflg nötig? Dann zum [6i2oA Bleheoer Zoo, Ole&eo, Seltersw. 6, Tel. 3292 Georg Schwan Liesel Schwan, geb. Georg Rudolf Wadenpfuhl Marianne Wadenpfuhl, geb. Möser Danksagung. Für die überaus zahlreichen Glückwunschschreiben, Älumenspenden und Geschenke, die mir anläßlich meines 25 jährigen Vienstjubiläums aus der Einwohnerschaft Gießens und von Lehorden und Dienststellen zugingen, sage ich auf diesem Wege herzlichsten Dank. Gießen, den s. Oktober 193ö Älelchstraße 38 Rodhelmer (Sfr. 47 Gefellfchaftfür Erd- u.Völkerkunde in Gieben Beiträge Im MkerWWl 1938/39 Alle Vorträge werden mit Lichtbildern gehalten und fnden in der Aula der Universität, statt. Teppiche zum Selbstarbeiten aufgezeichnet M67i mit Material in Kroßer Auswahl Else Lenz, Gießen Riegelpfad 821, Ecke Ludwigstr. Gießen Schiffenberger Weg 19 8. Oktober 1938 Walburg Regius Dr. phil. Karl Köhler Chemiker sind Hautunreinheiten, die man nicht dulden sollte. Beseitigt werden sie leicht durch tägliches Waschen mit der echten Sreckenpferd- Teersch wefel-Seife von Bergmann & Co., Radebeul. Zu haben in den Fachgeschäften, bestimmt bei: Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2 Herrn. 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(Theo Lingen) Ob Sie zur Ostmark fahren oder nicht - Sie haben hier die Gelegenheit, eine Reise zu unternehmen, wie Sie sie schöner vergnüglicher und auch billiger nicht erleben können. 2 Kleiderstoffe Stichelhaar-Schotten 65—70 cm br. . .per Meter 1.25, 1.15, 0.98 Köper-Schotten , 70 cm br.......per Meter 1.75, 1.45, 1.25 Zellwoll-Melange, 70 cm br. .. .per Meter 1.45 I Krepp-Raye, ca 90 cm br per Meter 1.95 I Kunstseiden Jacquard, 95 cm br. / in feinen modernen Farben . . per Meter 2.5V j Kon’uren-Krepp, 95 cm br., weichfließender eie ganter Wollstoff...........per Meter 3.50 I Mantelstoff-Diagonal, ca. 145/150 cm br I schwere strapazierfäh. Ware per Meter 3.4o I Fischgrat-Noppen, ca 150 cm br. I f. sportl. Mäntel u. Kostüme, per Meter 5.9d I Kamelhaar-Mantelstoff, ca 145 cm br., pracht I volle weiche u. warme Qualität per Meter 6.80 I Baumwolle- u. 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Sie tun es mit jenem Recht, das is der Gewohnheit' heraus erwachsen ist. Die < chüler der benachbarten Schulen, die sonst fast ■ iit Ballspielen einen Teil des Platzes beherrschten, 1 mmeln sich nun irgendwo anders. Der Gießener Jahrmarkt kündigt sich meistens )on zeitig an, denn oft sind schon acht Tage vor eginn der Messe die schweren Wagen und die Wohnwagen der Schausteller auf dem Platz. Viel- .'deutendes Gefühl, wenn die Kleinsten am Steuer der Rennwagen sitzen. MkeWMlMMM I Roman von Kurt Riemann .'pyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa (Nachdruck verboten.) l. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) . In diesem Augenblick schlägt der Fremde die lugen auf. Ganz langsam. Karola hält sich ganz ft.'I, wagt kaum zu atmen. Er hat sehr große blaue fügen. Sie blicken lange in den Himmel, starr und rrbeweglich, dann belebt sich der Blick, als erkenne er, was sich da über ihn beugt. Und nun geschieht etwas Üeberrafchendes, etwas H rührendes, daß es Karola die Sprache verschlägt be Augen beginnen zu lächeln, über das Gesicht gcht ein Schimmer von Glückseligkeit, es beginnt zu lei chten, zu strahlen, es wird wundervoll lebendig — es wird das Gesicht eines großen Jungen, der sich unendlich freut. ,Du — bist tra!?" flüstert der Fremde, gerade so loit, daß Karola es verstehen kann. Sie nickt ihm langsam und ernsthaft zu. Da schließt er die Augen, wendet den Kopf lang- an zur Seite, so daß seine rauhe, unrasierte Wange ici in ihre Hand schmiegt und bleibt, still liegen. .Gut! Gut!" Und wie ein Verirrter, der heimgesunden hat, ruht er nun glücklich und zufrieden bei id Dann tastet seine Hand nach der Brust — es tu fiert da wie Papier — und wieder die beiden liiincn Worte- „Gut! Gut!" _5r streckt sich, und sein Atem wird tief und gleich- nrßig Er schläft. Ein wenig verzweifelt hockt Karola noch immer liefen ihm Was soll das geben? Schließlich kann sc nicht hier sitzenbleiben, bis vielleicht gegen Abend tir Bauer oorbeikommt Allerdings — wenn man chn vorsichtig bettet — Je meint plötzlich daß es schön sein müßte, hier -u sitzen und auf seinen Schlaf aufzupassen. Wenn |r erwacht, kann man ihn ja ’m Auto mitnehmen 5in warmes Gefühl mütterlicher Verantwortung promt über sie — sie hat schon als kleines Mäh- i ixn ihre Puppen sehr sorgfältig gepflegt, wenn sie I hnf waren - seit Mutter tot ist, hat sie für nie- Hund mehr Sorge zu fragen — ach Gott, nicht n denken' Aber schön muß es doch fein einen Duschen zu haben — einen Mann — em Kind — letdjf gab es in der Umgebung weit und breit keinen anderen Jahrmarkt, den sie hätten besuchen können. So kommen sie eben schon eher und — wohnen auf Oswaldsgarten wohnen damit in aller Öffentlichkeit. Dann sieht man oft Wäsche um die Wagen flattern, denn die ruhige Zeit müssen die Frauen ausnützen! Schon während der ganzen vergangenen Woche beherrscht nun eine Flut der Töne, der Farben, der bunten, schreienden lockenden Bilder, den weiten Platz. Da und dort hört man noch die gute alte Orgel, die jeden Erwachsenen an die Jahrmärkte, Volksfeste und Messen seiner Jugendzeit erinnert. Schade, daß sie immer mehr verschwindet Wer erinnert sich nicht gerne jener prachtvollen Orgeln, bunt bemalt, vielteilig aufgebaut, mit den Rokokofiguren, deren mittelste den Taktstock bewegte usw. Wie standen wir doch als Kinder viertelstundenlang ii 1 k\ v - Auch das Motorrad en miniature erfreut sich aller Beliebtheit. davor und versuchten die geheimnisvolle Technik zu ergründen, die diesen großen und vielstimmigen Orgeln zugrunde liegen mußte. Diese Orgeln also vermißt man nun fast ganz, und an ihre Stelle ist die Schallplatte getreten, deren Klänge dann mit oder ohne Nebengeräusche überdimensional verstärkt werden. Wenn es Fortschritt bedeutet, sei nichts dagegen gesagt. Der Bummel über Oswaldsgarten ist interessant und dankbar. Man braucht nicht zu fein dazu sein! Der Bummel über den Jahrmarkt hat so etwas völlig Unverbindliches an sich. Jedermann kann sich gefangen nehmen lassen von den phantasievollen Anpreisungen der Ausrufer und — kann weitergehen. Man darf alles und muß nichts! Wer Zeit hat und lockere Groschen genug, könnte z. B. systematisch eine der Schaubuden nach der anderen besuchen, könnte da unb dort an den Verkaufsständen naschen Hier sich im Schießen üben und dort an der Gewinnbude sein Glück probieren. Weniger erfreut sind die Schausteller von jenen, die nur „gucken kommen" und keinen Pfennig ausgeben. ♦ Es wäre schwierig, alles aufzuzählen, was es auf der diesjährigen Herbstmesse zu sehen gibt. Zwar fehlen diesmal Achterbahn und Russisches Rad (die eigentlich zu jeder Messe gehören), nichtsdestoweniger gibt es genug Gelegenheit, sich zu unterhalten. Mit Vergnügen folgt man den Anpreisungen des Ausrufers, der die Glasmenschen in das rechte Licht rückt und das Wunderbare und Einzigartige dieser Schau in bunten Farben schildert, jener Schau, die selbstverständlich auf der Pariser Weltausstellung die größte Sensation war. Für „ausnahmsweise" nur 10 Pfennige kann jedermann in Verführung geraten! In stiller AuffordeUnsinn! Du phantasierst, Karola! Sie ruft sich selbst zur Ordnung und faßt dann kurzerhand den Entschluß, ihren Schützling ins Auto zu laden. Wenn man ihn wachrüttelt und unterstützt, müßte sich das machen lassen. Hoffentlich ist's kein Devisenschmuggler.' fährt's ihr durch den Sinn. Unterm Hemd hat er scheinbar irgend etwas verborgen, was ihm wichtig erscheint — Na, das wird sich Herausstellen! — Und dann begibt sie sich ans schwere Werk. Es ist schwerer als sie gedacht hat, denn der Fremde tut ihr nicht den Gefallen, aufzuwachen, sondern läßt sich schwer wie ein Sack von ihr in den Sportwagen verstauen. Doch sie schafft's. Aufatmend besieht sie sich ihr Werk, da liegt er nun neben ihr im Wagen und die Wunde hat wieder zu bluten angefangen; die Polsterung ist natürlich zum Teufel. Das Kleid auch. Schadet nichts! denkt Karola. Hauptsache, daß ich ihn durchknege? — Sie sitzt schon im Wagen neben ihm, da bemerkt sie einen langen schmalen Briefumschlag im Gras am Wegrand Das sind — die Devisen! Ein heißer Schrecken fährt ihr durch die Glieder. Sollte dieser Mann tatsächlich —? Eigentlich bleibt keine andere Lösung — hier, dicht an der Grenze — außerhalb der Zollstraße — „Lieber Gott, tu mir das nicht an!" Und mit Erstaunen bemerkt fie, daß es ihr wehtun würde, wenn sie diesen Mann der Polizei übergeben müßte. Ja, im tiefen Herzensgründe spielt sie sogar mit dem Gedanken, ihn nicht zu verraten — Unsinn? Wenn das der Fall ist — muß er die Folgen tragen Selbstverständlich' — Karola ist für Sauberkeit innerlich und äußerlich. — Wer ist er eigentlich? Hat er keinen Ausweis bei sich? Natürlich! Hier hat er ja die Brieftasche im Sakko Und da der Name im Paß: Dr. Herbert Karajan. Herrgott — Karajan? Wo habe ich nur diesen Namen schon einmal gehört? Karajan —? Das klingt doch nicht alltäglich Hieß nicht jener Mann Karajan, dem Meßdorf damals, als Vater so krank wurde, die Erfindung abjagte? — Natürlich! Hier steht es ja — Berus: Industrie-Chemiker — Langsam schiebt fie die Papiere wieder in die Brieftasche zurück und verstaut sie sorgfältig im Rock des Unglücklichen. Eine seltsame Erstarrung überfällt sie. rung stehen die Grazien dabei und spielen mit einem weißen Kakadu In hoheitsvoller Ruhe steht der „eiserne Siegfried" mit dem scharfgeschnittenen Profil da, angetan mit einem Hermelinmantel und dann — „begeben sich die Künstler zur Bühne Und gegenüber tut sich wieder eine andere Welt auf: die „Märcheninsel Hawai", die durch exotisches Getrommel in kurzen zeitlichen Abständen das Augenmerk auf sich zieht. Männer in schneeweißen Tropenanzügen machen gute Figur und werben für ihre Schau.' Ein aufgewecktes Aeffchen bildet das Entzücken der Kinder Wenn in dieser Schaubude die Vorstellung beginnt, dann nimmt der Ausrufer der „Todesfahrt" das Mikrophon zur Hand. Sparsam wird dabei der Vorhang zurückgeschlagen, so daß jedermann den Schauplatz der erregenden Vorführungen sehen kann, jene geschlossene Kugel aus Stahlbändern, in der die „Todesfahrt" sich abspielt. — Und wieder nebenan hat sich eine „Wiener Schau" aufgetan, die schon durch die Bilder auf der Außenwand erraten läßt, was es zu sehen geben wird An der Ecke nach dem Viadukt zu haben sich, so scheint es, jene Händler ein Stelldichein gegeben, die wir alle unter dem Namen „billiger Jakob" kennen. Nicht weniger denn fünf haben dort unter runden Schirmen ihre Verkaufsartikel aufgebaut, die sie mit denkbar bestem Erfolg an den Mann bringen. Kaum wird man dessen müde, ihren geschickten Anpreisungen zu folgen. Noch mancher anderen Verlockiing gilt es zu widerstehen oder zu erliegen. Ein Duft von gebratenen Würstchen, vermischt mit dem Duft von gebrannten Mandeln und von Lebkuchen aus der oberbayerischen Hütte bringt den Gaumen in höchste Unruhe, und hier lecken Kinder an Eis und Schlagsahne ... Ueberhaupt die Kinder? Das Karussell mit Motorrädern und Autos hat es ihnen restlos angetan; die Autobahn mit den Rennwagen von bester Strg« ßenlage ist Ziel aller Wünsche. Herrlich, einmal Gas geben dürfen wie die Großen! Herrlich, am Steuer zu sitzen und richtiggehend selbst Autv zu fahren? Immer wieder unvergleichliches und leise schmerzliches Bild, so vier, fünf Kinder vor jenem Stand stehen zu sehen, an dem es Luftballons und so vielerlei kleine reizende Spielsachen zu kaufen gibt? Den Kindern sprechen alle Wünsche aus den Augen. Mancher Vater, manche Mutter zieht unwillkürlich Der kleine Mann bekommt einen Ballon. (Aufnahmen [5|: Neuner, Gießener Anzeiger.) I W I > ■- den Geldbeutel. Die Halbwüchsigen drängen in dis Schaubuden, haben Eisdüten in den Händen, neigen zur Schiffschaukel und gehen unermüdlich auf und ab Abends ist dann der Festpunkt für die reifere Jugend da, da füllt fie die Schaubuden, promeniert auf und ab, flirtet, lacht, scherzt. — Noch viel ließe sich über den Jahrmarkt sagen, auch wenn er sich in so bescheidener Form vollzieht, wie in Gießen, wo es nicht so fein kann wie im Wiener Prater, auf dem Münchener Oktoberfest, der Dresdener Vogelwiese oder in Hamburg! Morgen abend ist die Gießener Herbstmesse zu Ende. Dann kommen die Fernlastzüge wieder — fL „Hier sehen Sie die größte Sensation der Pariser Weltausstellung." — Nicht 20, sondern nur 10 Pfennige Eintritt zahlen Sie hier — I Karajan? Ausgerechnet der einzige Mensch, dem ich nie unter die Augen kommen möchte? — Ein kurzes Auflachen. Und ihn lese ich hilflos auf! Aus Millionen diesen einen! Wär's doch ein Devisenschmuggler, ein wildfremder Mensch, dessen Namen ich nie gehört habe — aber nicht dieser Mann — vor dem ich mich fürchte — ja, fürchte! Ob ich ihn einfach bei Tante Therese abgebe und weiterfahre? Aber dagegen bäumt sich ihr Trotz auf — und ihr Herz. Unsinn! Erst soll er einmal gesund werden. Alles andere findet sich. Vielleicht — kann ich wieder gut machen, was ich damals schuldlos schuldig geworden bin. Entschlossen setzt fie sich ans Steuer ihres Wagens Stumm und bleich hängt der Mann neben ihr Sein Kopf ist zur Seite gesunken und ruht an ihrer Schulter. Es ist schwer, sehr schwer, diesen Mann neben sich zu wissen — und zu fühlen. Karola sitzt starr und steif Sie weiß, daß nun ein Abenteuer beginnt. Aber sie fürchtet sich nicht — das Schicksal hat sie gerufen. Sie will ihm die Antwort nicht schuldig bleiben. Als er langsam die Augen aufschlägt, da ist es hell, und die Helle formt sich zu einem Bild, und das Bild, das er durchs weitgeöffnete Fenster staunend erblickt, ist dies: Weit spannt sich her Himmel über niedere Häuser, ein herrlicher tiefblauer, reiner Himmel, wie er nur im Gebirge leuchtet Weiße Sommerwolken ziehen über ihn hin. Sie kommen und vergehen. Man kann ihnen dabei zusehen. Die Sonne blickt über die Tannenwipfel auf her Höhe, läßt Wolkenschatten über die Felder laufen. Die Dächer des Dorfes leuchten rot und die alten Linden dazwischen dunkelgrün Von der Höhe schaut man aus diesem Fenster ins Tal, über das Dorf und die Wiesen ringsum. Die erste Regung des Erwachenden ist ein Gefühl heimlichen Glückes, der Freude eines beschenkten Kindes vergleichbar. Erde, Himmel und Wald. . Musik einer Landschaft, Frieden und Ruhe und Wiedergenesen. . Karajan richtet sich langsam auf Er sucht in seinem Gedächtnis; aber da ist ein großes Loch. Er weiß nicht, wo er ist, wie er herkam, noch was überhauvt mit ihm geschehen ist Nur her Blick eines Mädchens, eines fremden, schönen Mädchens, das neben feinem Bett fitzt das ist afl^ Er reckt die Glieder — alles in Ordnung! Da in dec Schulter ... ah, das schmerzt teuflisch! Der Schädel ist auch noch etwas hohl, aber sonst fühlt er sich ganz wohl! Wenn man doch nur eine Ahnung hätte! Eine leise Ahnung! ... Aber da sitzt man nun wie ein neugeborenes Kind! Was ist eigentlich geschehen? Wo steckt man hier? Er müht sich, seine Gedanken zu sammeln. Er kann es rtidjt. Seltsam! Er ist gar nicht traurig Darüber. Im Gegenteil! Er ist heute morgen aufgewacht wie ein Mensch, der sehr lang und fest geschlafen hat. Ihm ist gut zumute, und eigentlich könnte man aufstehen. Ah ... verteufelt! Die Beine denken nicht daran, ihn zu tragen! Gut, daß er schnell hinter sich gegriffen hat, sonst wäre er mitten ins Zimmer gestürzt und bann hätte man die Bescherung. Ich bin also krank! denkt Karajan. Ich bin — oder besser, ich war krank. Was für eine Krankheit? Was ist denn geschehen? Keine Ahnung mehr! Plötzlich wacht man also auf und liegt im Bett und weiß von nichts. Ulkig! Wie lange mag ich hier gelegen haben? Schwer zu sagen. Und ein Krankenhaus ist das hier bestimmt nicht. Ein Sanatorium auch nicht. Es sieht nach einer Bauernstube aus: da steht eine Truhe, der Schrank hat gut und gern feine hundert Jahre, das Bett ist so herrlich bequem, wie man heute keins mehr zu bauen versteht... Die Lage ist zwar angenehm, aber rätselhaft, völlig rätselhaft. In sanftem Dämmer seiner Gedanken, zwischen Wachen und Traum, lächelt er friedlich vor sich hin, bis es plötzlich leise an seine Türe klopft. Ehe er „Herein" rufen kann, schiebt, sich eine breite, massige Gestalt ins Zimmer, weiblichen Geschlechts und sehr gesetzten Alters. Sie strahlt übers ganze Gesicht wie die liebe Morgensonne „Herrje — er ist wieder lebendig!" Die Gestalt lacht aus prächtigen, gutmütigen Augen. „Na, das wird ja nun auch langsam Zeit! Ja, ja, Sie Langschläfer! Sie haben uns schön den Kopf heiß gemacht. Wird hier angefahren, ins Bett gelegt und denkt drei Wochen nicht dran, wieder auszustehen. Na, nun ist's aber vorüber. So. Da ist das Essen. Der Doktor hat gesagt: Morgen früh ist er überm Berg und bann könnt ihr ihm brei Portionen hinstellen. Sollen mal sehen, bie ißt er auf. Nu, und ba sind sie, die drei Portionen Unser Fräulein kommt dann auch gleich mal nachschauen." (Fortsetzung folgt!) gjtx OeuisckeZentral.LehrsteUe fürSchitauf Die Bedeutung • einer einheitlich ausgerichteten Lehrweise im Scyilausen hat die Reichssportführung und das Fachamt Schilauf im DRL. bewogen, für diesen Winter eine Zentralstelle für Lehrwarteaus- bildung zu schaffen. Als Ort der Ausbildung wurde mit Lech am Arlberg einer der schönsten und bekanntesten Schiplätze der deutschen Ostmark gewählt. Den ganzen Winter über sind jeweils für 25 Teilnehmer Quartiere bereitgestellt, so daß eine lausende Ausbildung möglich ist. Die vom Dezember bis April dauernden Lehrgänge werden oon Jben DRL.'Schilehrern Friedl Pfeiffer und A. Möhn durchgesührt. In einer Ausbildungsreihe werden etwa 350 Schilehrwarte erfaßt, die dann wieder in ihre Vereine und Ortsgruppen zuruckkehren. Die Reichssportführung verspricht sich oon dieser zentralen Erfassung des Lehrwesens einen vollen Erfolg, nachdem sich eine ähnliche Einrichtung der Ruderer in (Brunau aufs beste bewährt hat. Internationale Sechstagefahrt . in Deutschland. Rach einem Beschluß des Internationalen Motorsport-Verbandes wird der Austragungsort der internationalen Sechstagefahrt für Motorräder auf jeden Fall in Zukunft alle zwei Jahre geändert. Bisher fand diese schwere Prüfung bekanntlich in dem Lande Vezirks- und fireW Spiele des Sonntags der Bezirksstaffel Gießen. Die Spiele der Bezirksstaffel Gießen werden am Sonntag unter Beteiligung aller Mannschaften fortgesetzt. VfB.-Reichsbahn — Bisienberg, Naunheim — 1900, Ehringshausen — Steinberg, Frohnhausen — Wetzlar, Sinn — Burg. Der DfB.-R. empfängt den Tuspo. Bisienberg, der durch seine beiden Heimspiele derzeit an zweiter Stelle steht. Leicht wird es den Leuten vom Waldsportplatz nicht werden, die Gäste in Schach zu halten, zumal noch gewisse Aufstellungssorgen zu beheben sind. Noch schwieriger ist die Aufgabe, die den Blau- Weißen bevorsteht. Der Gang nach Naunheim ist schon von jeher eine der schwersten Klippen für die Gießener gewesen und nun, nachdem die Wetzlarer „Vorstädter" in den bereits getätigten Spielen chre Form bewiesen haben, sind die Aussichten nicht besonders günstig. Ilie Teutonen aus Steinberg besuchen den Neuling Ehrinashausen. Spielerisch muß man den Teutonen ein Plus einräumen, das jedoch nicht allein ausreichen dürfte, um zum Erfolg zu kommen, da dis Gastgeber sehr eifrig und verbissen zu kämpfen verstehen. Der Sportverein Wetzlar muß nach Frohnhausen. Ein Weg, der nur ungern gemacht wird. Denn gerade die Dränier haben den Domstädtern schon manches Schnivpchen geschlagen. Das eins Der Dillderbys, das im vergangenen Jahre entscheidend für die Spitzengruppe war, hat nach dem mäßigen Abschneiden beider Mannschaften sehr an Interesse einaebüßt, da es sich diesmal nur um den Kampf um das Tabellenende handelt. ÄfA.-Reichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn I — Bisienberg I. Die Grünweißen erwarten auf dem Waldsportplatz die Bissenberger zum fälligen Meisterschafts, spiel. Der Turn- und Spielverein Bissenberg, der bisher zwei Spiele ausgetragen hat, die beide gewonnen wurden, muß erstmals in dieser Serie auswärts spielen, es muß abgewartet werden, ob die Mannschaft stark genug ist, auch Punkte auf fremden Plätzen zu holen. Wiederholt standen sich beide Mannschaften gegenüber, in Bissenberg gelang es den Grünweiken nie, einen Sieg zu erringen, während Bissenberg noch nie jn Gießen gewinnen konnte. Die Gäste, die zwar auch einige Spielerausfälle zu beklagen haben, sind aber trotzdem nicht leicht zu nehmen. Die Grünweißen, die bei ihrem ersten Spiel in Steinberg auf acht chrer etatmäßigen Spieler verzichten mußten, aber trotzdem zeigten, daß sie auch ohne diese Spieler ernst zu nehmen sind, werden in der Aufstellung: Gottschalk, Mattern I., Leutheuser II., Herrlich, Lukaschewski, Mattern II., Schmidt, Godglück, Schmuck, Leutheuser III. und Szponick antreten. Die Aufstellung ist die zur Zeit beste. Vorausgesetzt, daß sich die Elf der Schwere dieses Spieles bewußt ist und mit allem Einsatz kämpft, sollte es möglich fein, daß die Punkte in Gießen bleiben. VfB.-Reichsbahn II — Bisienberg II. Im Spiel der zweiten Mannschaften geben wir den Gießenern die größeren Siegesaussichten, da die Gäste doch nicht die Spielerfahrung haben. Aber auch hier darf nicht gespielt, sondern es muß gekämpft werden, wenn es zu einem biege reichen soll. Spielvereinigung 1900 Gießen. Zum Beginn der diesjährigen Serie müssen die Blauweißen nach Naunheim. Das stellt den Meister gleich vor einen der härtesten Kämpfe. Da außerdem noch für Lippert, Quick, Sack, Hormel, Zeller, Herbst, Krämer und Koch Ersatz eingestellt werden muß, gestaltet sich das Vorhaben für den verbleibenden Rest an Spielern, der wahrscheinlich mit Fischer, Schmölz, Pankok, Erhard, Reusing, Lehrmund, Schellhaas, Theis, Löbsack, Kociok, Heuser formiert werden wird, besonders schwierig. Unlösbar ist die Ausgabe jedoch nicht, denn es fei nur daran erinnert, daß vor zwei Jahren dieselbe Lage vorhanden war. Um so überraschter war man dann, als es der damals bunt zusammen gewürfelten Elf gelang, ein Unentschieden zu erringen. Und dies war bis jetzt nicht das schlechteste Ergebnis für die Vlauweißen in Raun- heim. Mit etwas Glück, das nun einmal dazu gehört, kann auch heuer dieser Fall eintreten. Raunheim II — 1900 II. Die Reserve der Blauweißen ist durch Abstellung von Spielern an die Erste ebenfalls geschwächt. Man muß deshalb auch hier abwarten, wie sich der Ersatz bewährt. statt, dessen Mannschaft im Jahre zuvor die Internationale Trophäe gewonnen hatte. Da die Ena- länder in den letzten drei Jahren in diesem Kampfe iegreich blieben, soltte ursprünglich der Austra- ;ungsort auch im kommenden Jahre die Insel Man ein. Nach der neuen Bestimmung aber muß England, das bereits zweimal hintereinander die Sechstagefahrt ausrichtete, auf eine dritte Austragung in heimischer Umgebung verzichten. Wie verlautet, wird Deutschland 1939 die Fahrt durchführen. Das Gelände wird diesmal aber nicht das Werdenfelser Land bei Garmisch-Partenkirchen sein, sondern Tirol und das Salzkammergut. Deutsche Segelflieger in der Uekordlifle Der Internationale Flugsportverband (FAI.) hat nach den beiden Ozeanflügen auch zwei internationale Segelflugrekorde deutscher Flieger anerkannt. Es handell sich dabei um den Höhenflug im Einsitzer, den Waller Drechsel auf dem Segelflugzeug „Minimoa" auf der Wasserkuppe am 5. August mit 6687 Meter ausführte, sowie um den Streckenrekord mit Rückkehr zum Startplatz im Mehrsitzer. Heinrich Huth flog mit seinem Begleiter Brandt auf dem Segelflugzeug .Kranich" auf der Strecke Hamburg — Hannover — Hamburg 238,830 Kilometer. Der Höhenrekord wurde bisher von Dittmar mit 4325 Meter gehallen, während sich die zweite Bestleistung im Besitz ausländischer Flieger befand. fen in punttetämpfen. Spvgg. 1900 1. 3gb. — Tv. Heuchelheim 1. 3gb. Es ist eine letzte Kraftprobe für die 1. Jugend der Blauweißen, vor den am 23. Oktober einsetzenden Verbandsspielen um die Bannmeisterschaft des Bannes 116, um die nicht weniaer als über 60 Jugend- Mannschaften kämpfen werden. Und diese Master- schäft zu errinaen, ist nicht leicht! — In den letzten beiden Freundschaftsspielen gegen Leihgesterns 1. Iu- gcnb und gegen Klein-Lindens 1. Jugend konnte die Iugendmannschaft der Spvgg. 1900 keineswegs gefallen. Wie sich — nach Umstellungen — die 1. Jugend finden wird, wird man am Sonntag sehen können. Tv. Heuchelheim 2.3ugenb — 1900 3. 3ugeud. Die 3. Jugend der Spielvereinigung 1900 trägt gleich der 1. Jugend ein letztes Freundschaftsspiel gegen die 2. Jugend von Heuchelheim aus. Heuchelheims 2. Iugendmannschaft ist neu ausgestellt. Trotzdem wird sie wohl den Sieg an sich reißen, da sie den Platzvorteil besitzt. Teutonia- Watzenborn-Gteinbera Teulonia Watzenborn-Steinberg — Ehringshausen. Zum weiteren Derbandssviel muß die 1. Mannschaft des FC. „Teutonia^ Watzenborn-Steinberg Die Reise zum Bezirksklassenneulmg, der Sportae- meinde Ehringshausen, antreten. Ehringshausen bestreitet mit diesem Spiel seinen ersten Punktkampf in der Bezirksklasse und es steht daher zu erwarten, daß die Mannschaft mit aller Hingabe versuchen wird, recht günstig die Derbandsspiele zu beginnen, zumal auf eigenem Platze. Unter normalen Umständen, das heißt, wenn die Teutonen ihre wirklich erste Garnitur stellen könnten, wäre sicherlich an einen weiteren Punktgewinn zu glau- ben. Da-jedoch die Mannschaft voraussichtlich wieder in der gleichen Aufstellung wie zum 1. Verba ndsspiel, also sehr ersatzgeschwächt antreten muß, muß das Spiel als offen bezeichnet werden. Vor diesem Spiel treffen sich die 2. Mannschaften beider Vereine. Hier kann man den „Teutonen" wohl ohne weiteres ein kleines Plus einräumen, auch auf des Gegners Platze. Oie Pflichtspiele dec Kreisktoffen 1. Srelsklasse: Klein-Linden — Lollar Großen-Buseck — Ruddrngshausen Rodheim — Heuchelheim Wißmar — Wieseck Steinbach — Leihgestern Großen-Lind en — Lich. 2. Kreisklasse: Nieder-Ohmen — Harbach Ettingshausen — Flensungen Saasen — Queckborn Gruningen — Londorf Großen-Linden II — Staufenberg Treis — Krofdorf. Noch immer haben die meisten Vereine Mannschaftssorgen. Jn der ersten Kreisklasse sind spannende Spiele zu erwarten, denn jede Mannschaft möchte sich günstig in der Tabelle placieren. Klein- Linden empfängt die abgestiegenen Lollarer, die im ersten Spiel überraschend die Punkte verloren. Aber auch der Gastgeber ist nicht in der Lgge, die stärkste Elf zu stellen, man muß daher den Ausgang des Spieles als offen bezeichnen. Schwer dürften es die Rüddingshaufener haben, die nach ihrem ersten Siege gleich auf einen der stärksten Vertreter der Gruppe treffen. Bei allem Eifer, den die Gäste an den Tag legen werden, sollte der Ausgang des Spieles nicht zweifelhaft sein, an den Gästen liegt es, dafür au sorgen, daß die Niederlage nicht zu hoch aus-ällt. Rodheim greift erstmals in die Spiele ein und hat gleichzeitig einen starken Gegner vor sich. Die Heuchelheimer sind in guter Verfassung, was der erste Sieg beweist. Hier handelt es sich aber um ein Spiel mit lokalem Charakter, das die Gäste knapp für sich entscheiden sollten. Wieseck muß in Wißmar antreten. Man rechnet mit einem sicheren Siege des Neulings. Steinbach sollte ursprünglich gegen die SA. spielen, Leihgestern gegen Lollar II. Da beide Gegner keine Mannschaft zur Stelle haben, wurde das Spiel Steinbach — Lechgestern angesetzt, um beiden Mannschaften Gelegenheit zu geben, zu spielen. Leihgestern ist sehr schwer zu schlagen. Lich weill in Großen-Linden und wird dort einen schweren Stand haben, denn die Platzherren haben chre Mannschaft vorteilhaft verjüngt. Nieder-Ohmen erwartet Harbach und sollte das Spiel für sich entscheiden können. Flensungen muß in Ettingshausen antreten und hat dort wenig Aussichten auf Erfolg. Saasen sollte stark genug sein, den Gästen das Nachsehen zu geben. Londorf muß nach (Brimingen, doch erwartet man die Gäste auf Grund des guten Abschneidens gegen Treis in Front. Offen dürfte das Spiel der Reserve von Großen-Linden gegen ©taufenberg fein. Treis empfängt Krofdorf und wird sich anstrengen müssen, wenn es gewinnen will. Großen-Linden I — VsR. Lich I. Am Sonntag geht es um die ersten Punkte. Gegner ist die 1. Mannschaft der Licher Rasenspieler. Sollten die Gäste die gleiche Elf stellen können,' die sich in den Aufstiegsmelen so glänzend schlug, so ist auf dem Großen-Lindener Sportplatz mit einer harten Auseinandersetzung zu rechnen, denn eine Mannschaft, die den Kreismeister VfB.-R. Gießen geschlagen hat, wird versuchen (ebenso wie die Platzelf) im ersten Derbandsspiel zu den ersten Punkten zu kommen. Vorher spiell die 2. Mannschaft gegen die 1. Mannschaft von Staufenberg ebenfalls um die ersten Punkte. Die Platzelf, die eine Mischung von aufgerückten Jugendspielern und älteren Spielern darstellt, ist auf dem Papier sehr spielstark. Es vanddall ii Die Spiele der Bezirksklasie nehmen nach der Ueberbrückung von allerlei Umständen am kommen- den Sonntag chren Anfang. Die von dem zuständigen Sachbearbeiter vorgeschlagene Aufteilung ist genehmigt. Die Mannschaften spielen in der vorge- sehenen Form in den Staffeln IV (Spitzenmannmannschaft Mto. Gießen) und V (Spitzenmannschaft Tv. Lützellinden). Es ist schon einmal darauf aufmerksam gemacht worden, daß der heimische Bezirk mit 14 Teilneh- mern im ganzen Gau weitaus an der Spitze steht. Aber nicht nur in dieser Beziehung sind wir vorne. Sicherlich ist auch die Spielstärke unserer Mannschaften so, daß sie keinen Gegner zu fürchten brauchen. Am ersten Spielsonnitag stehen sich gegenüber: Staffel IV. To. Heuchelheim — Luftwaffe Gießen SpDgg. 1900 Gießen — MSB. Barbara Gießen DfL. 1860 Marburg — Ockershausen. Die Heuchelheimer haben sich alle Mühe angetan, ihre Mannschaft so gut wie nur irgend möglich vor- z über eiten. Inwieweit chnen das gelungen ist, wird schon der erste Start zeigen. Daß die Flieger gut find, fit zur Genüge bekannt. Das Können wird man auch in Heuchelheim nicht unterschätzen. Das Lotaltreffen 1900 — Barbara ist das erste der SA.KampWelge Iahresrück chau der i Mit dem Start in Weilburg bei den nationalen Wettkämpfen der dortigen Turn- und Sportgemeinde beschloß die Leichtachletikabteilung der SA.- Kampfspielgemeinschaft Gießen am letzten Septem- bcrfonntag chre erste Wettkampfsaison. Mit den errungenen Erfolgen kann man zufrieden sein, wurden doch auf neun Veranstaltungen 11 erste, 12 zweite, 8 dritte und außerdem noch einige recht wertvolle weitere Plätze belegt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß nur größere Sportfeste besucht wurden, wo ein gegen stärkste Konkurrenz erkämpfter dritter Platz nieljr zählt als ein leichter erster Sieg auf einem kleinen Provinzfest. Beschickt wurden die Nationalen Writtämpfe von Merck in Darmstadt, Turngemeinde Hanau und Turn- und Sportgemeinde Weilburg, der Staffellauf Kassel—Wilhelmshöhe, das Hoherodskopfberg- fest, das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau, die Kreismeisterschaften des Kreises Gießen und die Gaumeisterschaften von Nordhessen in Gießen. Außerdem vertraten fünf der SA.-Kampfspielge- meinschaft angehörende SA.-Männer die Gruppe Hessen bei den Reichswettkämpfen der SA. in Berlin. Die Gaumeisterschaften lagen für die SA.-Kampfspielgemeinschaft leider etwas früh. Die einzelnen Männer hatten ihre Bestform noch nicht erreicht, so daß z. B. die 4X100-Meter-Staffel wohl in den Endlauf kam, hier aber nur Vierter wurde, während SA.-Mann Jacob im Speerwerfen den dritten Platz belegte. Die Kreismeisterschaften brachten dann einen vollen Erfolg. Die 4 X100- Meter-Stafiel wurde in 45,7 Sek. Kreismeister vor dem Ortsrioalen und Gaumeister VfB.-Reichsbahn Gießen, ebenso Rottf. Mayer über 200 Meter in 23,7 Sek. und SA.-Mann Jacob im Speerwerfen mit 53,70 Meter. Im volkstümlichen Dreikampf auf dem Deutsche^, Turn- und Sportfest in Breslau erzielten die Rottenführer Niemann und Grünig die zum Siege nötige Punktzahl. Die erste Kraftprobe mit erstklassigen Wettkämpfern anderer Gaue bestand die Kampjspielgemeinschaft beim nationalen Sportfest von Merck in Darmstadt mit gutem Erfolg. Die 4X100-Meter-Staffel wurde 2. hinter Heilbronn, Rottf. Mayer lief die 100 Meter in 11,2 Sek. und wurde damit ebenfalls Zweiter, während SA.-Mann Franz Koch im glerchten Rennen den 3. Platz in 11,4 Sek. belegte. Glänzende Siege brachte das Nationale der Turngemeinde Hanau der Kampfspielgemeinschaft mit 4 ersten, 4 zweiten und 2 dritten Plätzen. Bemerkenswert war der Endlauf über 100 Meter, in dem drei Gießener SA.-Männer unter den sechs Teilnehmern standen und nach scharfem Kampf die drei ersten Plätze belegten. Schöne Siege wurden auf dem Hoherods- fopfbergfeft errungen. Rottf. Niemann wurde sogar 1. Sieger in der ersten Altersklasse (30 bis 40 Jahre). Die Staffel — mit Ersatz für den schnellsten Läufer Rottf. Mayer — mußte sich nach unglücklichem Lauf oon Iahngemeinschaft Oberursel knapp geschlagen bekennen, wurde aber bei der starken und zahlreichen Konkurrenz immer noch Zweite. Die reichsoffenen leichtathletische» Wettkämpfe in Weilburg brachten nochmals einen vollen Erfolg, 2 erste, 4 zweite und 2 Dritte Siege wurden errungen. Glänzend war auch das Abschneiden der aus zehn Männern bestehenden Staffel, die am Groß- staffellauf Kassel - Wilhelmshöhe teilnahm und in der Klasse C den ersten Platz ganz überlegen erkämpfte. Ein Versuch um die Deutsche Vereinsmeisterschaft der Klasse B wurde auch unternommen. Durch verschiedene Umbesetzungen, die durch Absagen nötig geworden waren, wurden aber nur 4500 Punkte erzielt, die keineswegs der Leistungsmöglichkeit der Mannschaft entsprachen. Wie die oben aufgeführten Ergebnisse ausweisen, haben die Leichtachleten der SA.-Kampfspielgemein- schaft die Gießener SA. und die hiesige Leichtathletik außerhalb des heimischen Kreises glänzend ver- treten. Dieses hervorragende Al/chnüden in den Wettkämpfen war nur möglich durch hartes Training und vorbildlichen Mannschafts- und Kampfgeist. . .uut nur abzuwarten, inwieweit sie sich auf dem Rasen zurechtfindet. FSpv. 1926 Steinbach — Spog. 1926 Leihgestern L Nächsten Sonntag unternimmt die 1. der Spiel- Vereinigung eine Reise nach Steinbach, um der dortigen Ersten zum Punktspiel gegenüberzutreten. Die Platzherren sind durch Einziehungen ihres Torhüters Deuker sehr gehandicapt, zumal dieser ihre größte Stütze war. Die Steinbacher, die ihre Mann- schäft stark verjüngt haben, werden wohl gegen die Blau-Weißen aus Leihgestern den Kürzeren ziehen, zumal die Gäste in stärkster Besetzung antreten. Lediglich Martini fehlt: dieser ist aber durch Schä- I fer. Der bereits zum „eisernen Bestand" zählt, sehr gut ersetzt. Die Spielvereinigung fährt mit Krämer; Velten, K. Laux: Wedemann, Väth, Textor; Schäfer, R. Arnold, Krick, G. Laux und Funk. • i Kreis VIII. vielen Spiele um die Vorherrschaft im Gießener Handball. Man darf gespannt sein, wie sich die Soldaten in ihre neue „Umgebung" einfügen werden und mit welchen Leistungen sie gerade in dem ersten Spiel aufwarten. Ob bei 1900 immer noch Mannschaftsschwierigkeiten bestehen? — Die Marburger werden auch mit Ersatz gegen ihren einzigen Lokal- rivalen gewinnen. Staffel V: Hörnsheim — Garbenheim Lützellinden — Wetzlar Katzenfuri — W.-Niedergirmes. Es wird Hörnsheim sicherlich nicht schwer fallen, den Neuling Garbenheim sicher zu schlagen. Immerhin darf man nicht außer Acht lassen, daß die Mannschaft gerade in letzter Zeit ansprechende Ergebnisse erzielt hat, obwohl sie immer wieder mit Ersatz antreten mußte. — Das große Fragezeichen, in dieser Runde ist zweifellos die Mannschaft des vorjährigen Baumeisters. Nachdem Der größte Teil der alten Spieler nicht mehr zur Verfügung steht, muß man sich auf junge Kräfte stutzen, die wahr, scheinlich kaum so eingespielt sind, um den jeweiligen Gegnern wirklich ernsthaften Widerstand leisten zu können. — Wenn Niedergirmes nicht komplett antritt, wird es Sieg und Punkte bei dem Neuling lassen müssen. Einzelleistungen. Die von den Männern der SA.-Kampfspielge- meinschaft erzielten überdurchschnittlichen Leistungen seien hier angeführt: 100 Meter: Mayer 11,2; F. Koch 11,4; Niemann 11,6; W. Koch 11,6 Sekunden. 4X100-Meter: 45,7 Sek. Aufstellung: Niemann,' Koch I., Koch II., Mayer. 200 Meter: Mayer 23,7; F. Koch 23,8 Sekunden. 800 Meter: Baumstieger 2,08 Minuten. 3000 Meter: Stürmer 9,42 Minuten. Weitsprung: Hiemann 6,10 Meter. RUHL Sehersweg Nr. 67 ■ adlO Telephon Nr. 3171 I eparaturen » 83 || Diskuswerfen: Niemann 33,85 Meter. Speerwerfen: Dr. Jacob 53,70 Meter. Handgranatenwerfen: Dr. Jacob 72,85 Meter. Einige Leistungen können sich sehen las en. Lücken, die noch in den Mittelstrecken, Sprüngen, im Kugelstoßen und Diskuswerfen vorhanden s nd, werden sich mit dem weiteren Ausbau und Mitgliederzuwachs aus den Reihen der SA. schließen. Nach dem Wintertraining in der Halle wird die Leichtachletikabteilung der SA.-Kampfsvielgemein« schäft im nächsten Jahre mit neuer Kraft, großem Stärke und besseren Voraussetzungen als in diesem Jahre in den Kampf auf der Aschenbahn eingreifen. 3n Helsinki nach deutschem Vorbild. Der Finnische Ruderverband und das Organisationskomitee der Olympischen Spiele 1940 in Helsinki haben die deutsche Reichssportführung Darum ersucht, den Berliner Ruderfachmann Erich M a a k zur Organisation der Olympischen Ruderregatta nach Helsinki zu entsenden. Maak wird bereits Mitte Oktober nach Finnland reifen, um diese Aufgabe durchzuführen Der Berliner, der auch Reichsfachamts- Preffewart ist, hat seinerzeit die Berliner olympischen Ruderprüfungen mit großem Erfolg organisiert. Rundfunkprogramm Sonntag, 9. Oktober. /• 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Römisch-katholische Morgenfeier.8.45: Ansprache Dr. I. M. Nielen. 9: Wahrheit suchen und Wahrheit finden Deutsche Meister. 9.40: Dichter unserer Zeit: Herybert I Menzel. 10: Wie schon ist so ein Feiertag! Froh- I sinn auf Schallplatten. 10.30: Chorgesang. 11: ■ „Lebenswege deutscher Künstler": Karl Böhm und Paul Graener. Hörfolge. 11.30: Denkmalsweihe des ehemaligen Nassauischen Feldartillerie-Regts. Nr. 63 „Frankfurt". 12: Musik am Mittag. 13: Das Mikrophon unterwegs. 13.15: Musik am Mittag (Ford setzung). 14: Für unsere Kinder: ,Lasperle ist krank." 14.30: Strengt euren Scharfsinn an! Schall- platten-Preisrätsel. 15.15: Heimat und Volkstum: Dorfsonntag im Markgräflerland. 16: Sport und Unterhaltung. 18: Fidele Hühner! 18,30: „Oestliche Rosen". Ein Liederzyklus nach Gedichten. 19.30: Sportspiegel Des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Froher Klang von Koog und Hallig. Montag, 10. Oktober. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten. 10: Schulfunk: WHW. Drei große Zauberbuchstaben leuchten wieder über Deutschland. 11.45: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10 I 1— darauf haben wir gewartet? 15: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir — 16: Nachmittagskon- , zert. 17 bis 17.10: Einlage: „Die Zwangsversteige- | rung". Eine Geschichte aus dem Jahre 1932. 18: ' Wir blättern zurück — 18.10: Bronzene Musikanten. 18.30: 1. „SOS". Ein Einfall von Berkun-Wulffen; 2. „Minna Magdalena". Ein Reinfall von Curt Goetz. 19.15: Tagesspiegel. 1930: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: „Drum laßt uns wandern heut am Weserlauf — Bilder eines deutschen Stroms.21.15: Italienische Unterhaltungs- ! musik. 22:Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist Du? Au» in infolQ* ’ zeriilpkt p MH jtt fi«»"1” «S" Sx- aus nE ch-nd-r.SH |tunW 11,1 -M •** austechterhaltev deutscher W Geschichte der v. Bock imjM herzlichen Will rung, die aller nau wüßten, i hingehöre. Bor denken an Sprecher gedac dachte der @i gedachte der I 1919 und im kenninis zu il Kugeln der t hauchten. Du ' den Platz. Di guten Karner ; Reichender mit einer Mi 21 Uhr traf! i neralobersten ein und schr Marsches die einer Anspo s a r fobann: Deutle Inommen do berg. Mm 10. deutsche (l W unlere des TUM wehen übet wehen, roi Loden bet' sei, bann 0 e ff e r r । an Bay Aeichsgau Hamen 5 habe feinen tiefes 6 te Wer luriAswa im Subeten l» den Reid Konrad -enl ^n tiefffer Dan oben, jeder a.tzbereit S«en Dank i lchafl fein. Sc ^deutsches 9J kt| Tieg-heil!" Btjrriur M dasdeu h §"oim, io eitl Kommando PPPe 5, @ . puppen tabeT bi । Cftw i reichen Ä^Pfen, 1 der CS einbi :|l! kei,M>i e,ner 5 ^ Die । . Nb ?Qnbonh' 10 [Ort. ,l0®0fifA Cll