Montag, 8. August 1YZ8 188. Jahrgang Nr. 185 Erstes Blaff die ich" ZE AN 3&AMQA TO Fährt Runciman nach London? t der fligen insere fiuten Erde Ligen. .. . Bezeichnenderweise gehen Blätter wie „Kurier Warszawski" und „Nvwa Rzeczpvspvlita", die sich in Lügenmedungen über Deutschland nicht genug tun können, an dem Ereignis einfach vorüber. vayAts HonoGhr Prager Einnebelungsversuch. Oie Tschechen spielen sich als verfolgte Unschuld auf. Stadt S a y b u s ch und flogen dann in die Tschecho- Slowakei zurück. Das Echo in Polen. Warschau, 7. Aug. (DNB.) Die polnische Presse berichtet am Sonntag ausführlich über die Ueberfliegung der polnischen Grenze durch tschechische Militärflieger. Der regierungsfreundliche „Expreß Pvranny" spricht von einer provokatorischen Grenzverletzung durch tschechische Bombenflugzeuge. „M a l y D z i e n n i k" 'stellt fest, daß die Bodenverhältnisse in dem von den Tschechen überflogenen polnischen Gebiet so sind, daß eine Verirrung der tschechischen Flieger au polnisches Gebiet nicht erfolgen konnte. Das Blatt weist auf den ähnlichen Vorfall hin, der sich erst vor wenigen Tagen bei Glatz ereignet hat. Polen erwarte für die Verletzung seiner Grenzen volle Genugtuung. Die Ueberfliegung polnischen Staatsgebietes durch tschechische Bomben- fluozeuge lasse sich nicht durch Erklärungen begründen und nicht durch Worte des Bedauerns rechtfer- Lnnahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/.Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Tezt- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen:, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- yen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche AnzeigenöRpf. Mengenabschlüsse Staffel B • Mchlich' ür untere ittagston> - 17.30: xt. nnsteund. Dar Pvb« t5 SdOt* Mik. 21: mexab, wo 24 bis 3: Flugzeugen zu präsentieren. Auch diese neue tschechische Grenzverletzung zeigt, daß Prag mutwillig und verantwortungslos seine Nachbarn provoziert und immer mehr zum europäischen Unruhestifter ersten Ranges wird. Wäre es nicht wünschenswert... Gerechtes Urteil in England. London, 6. Aug. (DNB.) In einem Brief an die „Times" beklagt sich der B i s ch o f von G l o u- cester über diejenigen, die durch verleumde» rische Agitation die deutsch-englischen Beziehungen vergifteten. In dem Brief wird festgestellt, daß gewisse Leute, wie z. B. der Bischof von Chichester und seine Freunde, die deutsche Obrigkeit durch den ständigen Strom voy Entgleisungen reizten. Die auch ihm von Gegnern des Nationalsozialismus ständig übersandten Flugblätter gäben auf alle Fälle ein unrichtiges Bild von Deutschland wieder. Er wolle daher einen besseren Weg vorschlagen. Aus eigener Erfahrung (und derjenigen der meisten Besucher Deutschlands) habe er eine Englandfreundlichkeit in Deutschland festgestellt. Das deutsche Volk wünsche die Freundschaft mit England. Die Deutschen scheuten den Gedanken eines Krieges. Jegliche Kritik an England werde in fairer Weise in den deutschen Zeitungen zum Ausdruck gebracht, und die Berichte über englische politische Ereignisse seien sehr gut. Die ganze Haltung sei verschieden von dem, was man aus dem Auszügen erfahre, die man in England veröffentliche. Wäre es nicht wünschenswert, diese deutsche Freundlichkeit zu beantworten. Es könne keinen Frieden ohne guten Willen geben. Das Blatt schließt u. a.: „Würde es daher nicht christlicher sein, wenn man englischerseits versuchen würde, guten Willen zur Schau zu tragen, anstatt ständig und ost unfair zu kritisieren, was oft den Anschein habe, als wenn es von politischer Feindseligkeit diktiert sei und in einer Sprache zum Ausdruck werde, die weder dipornatisch, noch nachsichtig sei." Nach Moskau berufen — Selbstmord. Moskau, 7. Aug. (Europapreß.) Der Dioi- fionsfommanbeur Stupin der sowjetrussischen F e r n o st a r rn e e, der von der Politischen Verwaltung der Roten Armee von Tschita nach Moskau berufen worden war, verübte auf der Durchreise in Irckutsk Selb st mord. „Wir stellen fest, daß sich bei uns eine ganz unmögliche Situation entwickelt hat. Es ist chwülzum Er st icke n." Diese Feststellung trifft er Prager „D e m o k r a t i ck i Stre d", der eben- o wie der Journalist Ripka, der diesen Artikel interzeichnet hat, zu dem Vertrauten der „Burg", Ies Amtssitzes des tschechischen Staatspräsidenten Jene sch, gezählt wird. Der Artikel richtet sich legen den tschechischen Ministerpräsidenten H o b z a, em vorgeworfen wirb, baß seine Taktik unglücklich ei. Er habe durch ergebnislose unverbindliche Ge- pröche mit den Sudetendeutschen und durch An- etzung immer neuer Termine, die nicht eingehalten vorden seien, die tschechische Politik in eine Der- eidigungsstellung hineinmanövriert. Das Organ des ichechischen Ministerpräsidenten H o d z a , der be- anntlich zu den Agrarier zählt, setzt sich energisch zur Lehr und erklärt, tschechische Minister und Staats- länner seien von einem heillosen Schreck erfaßt und hrien deshalb so laut, weil sie sich maßlos fürchte- en. Es wäre verfehlt, dieser Oberflächen-Polemik llzu erhebliche Bedeutung beizumessen. Daß in en Prager Regier ungskreisen Mei- ungsverschiedenheiten bestehen, ist beginnt. Ebenso bekannt aber ist, daß die schlauen 'chechischey Taktiker gelegentlich solche Meinungsver- chiedenheiten sehr einmütig in ihre zweckbewußte Tschechische Meger auch über polen Scharfer Protest in Prag. Den Sonntag verbrachten Lord R u n c i m a n und Lady Runciman bei Mitgliedern des bohmi chen Hochadels. Der Gastgeber Graf K i n s k y spielt m tschechischen Kreisen eine hervorragende Rolle. Das Programm für die nächste Woche ist bisher micht allzu reichhaltig. Außer der bereits gemelde en Besprechung zwischen dem Ministerpräsidenten 5)ob3a und dem Finanzminister K a l f u s und der zweiten Besprechung zwischen Kalfus und der Sudetendeutschen Partei ist für Mittwoch eine "leuerliche Sitzung des Sechserausschusses der Mehr- -eitsparteien vorgesehen, in der der Ministerpräsident berichten wird. Außerdem wird in der kommenden Woche die erste eingehende Besprechung Zwischen Dr. H o d z a und Lord Runciman über dessen Arbeitsplan stattsinden. Prag, 6. Aug. (DNB.) Das offiziöse Prager Preßbüro teilte folgendes mit: Den Blättern wird von maßgebenden Stellen eine Information zur Verfügung gestellt, in der auf die anhaltende ausländische Propaganda hingewiesen wird, die das Ueberfliegen des Glotzer Gebietes durch drei tschecho-slowakische Flugzeuge zu Angriffen gegen den tschecho-slowakischen Staat, seine Regierung und insbesondere seine Armee benutzt. Gegenüber diesen schweren Angriffen der reichsdeutschen Presse, die wegen dieses von den zuständigen tschecho-slowakischen Stellen bereits aufgeklärten (?) Zwischenfalls fortgesetzt erhoben und von den einzelnen reichsdeutschen Rundfunkstationen verbreitet werden, wird von amtlicher Seite folgendes fest- ^Sn 'ber Zeit vom 20. Mai bis zum heutigen Tage würben insgesamt 74 Fälle festgestellt, in denen burch reichsbeutsche Flugzeuge tschecho-slowakisches Staatsgebiet überflogen würbe, wobei in 71 Fallen biefe Flugzeuge aus Deutschland tarnen und wieder nach Deutschland zurückkehrten, während in drei Fällen die reichsdeutschen Flugzeuge sogar auf tschecho-slorvakischem Staatsgebiet landeten. Nominativ werden 20 Fälle der Verletzung der stchecho- slowakischen Staatsgrenze durch reichsbeutsche Militärflugzeuge angeführt, von denen eine ganze Reihe von Fällen Gegenstanb von Protesten ber tschecho-slowakischen Behörben bei ben zuständigen Berliner Stellen waren. Außer diesen 20 lieber» fliegungen tschecho-slowakischen Staatsgebietes, deren Englische Jettachwngen. L o n d o n , 8. Aug. (Europapreß.) Zum Abschluß ler politischen Woche veröffentlicht die englische Sonntagspresse Betrachtungen über die bisherige Tätigkeit Lord Runcimans in Prag. So schreibt „Sunday Times m einem 'urzen Leitartikel, Lord Runciman könne natürlich licht erwarten, daß die Scheinwerfer der offeni- id)en Aufmerksamkeit ganz von ihm abgewendet würben. Aber es könne n i ch t in seinem Interesse liegen, wenn diese Scheinwerfer tur auf ihn gerichtet seien. Der „Observer" setzt sich mit den tschechischen Kritikern auseinander, die sich beschwert hatten, !»aß Lord Runciman zuviel mit den Sudeten- leutschen verhandelt und zuerst ihre Forderungen ingehört habe. „Diese Politik", so schreibt das Blatt, „ist sehr logisch. Die s u b e t e n d e u t s ch e n 'Forderungen liegen seit Wo ch en f e st, während die Formulierung der beabsichtigten Brager Zuge st änd nisse noch immer unvollständig ist." Bata hetzt! P r a g , 7. Aug. (DNB.) In der Zeitschrift „Zlin" veröffentlicht der tschechische Schuhgroßindustnelle Bata einen Hetzartikel, in dem es heißt: „Es handelt sich darum, keine Schwäche zu bekunden, sondern Stärke zu zeigen. Ist es aber eine Kundgebung der Stärke, wenn Bürger der tschechoslowakischen Republik zu öffentlicher Jrre- bcnta ins Ausland reisen und dort vor dem Antlitz der gesamten Welt Irredenta treiben. Das tschecho-slowakische Volk will sehen, daß die bürokratischen und politischen Saboteure, die die Arbeit unmöglich machen, a u f Urlaub oder in Pension geschickt werden. Unser Volk versteht nicht die Schwäche und Unentschlossenheit des Vorgehens, wie es sich jetzt in Prag zeigt. Unsere Schwierigkeiten beruhen in der Unentschlossenheit oben. Ich sehe keine Gründe, warum das tschecho-slowakische Volk vor der ganzen Welt wie ein Dummkopf aussehen soll." Reue Tschechisterungs- maßnchmen. Prag, 7. August. (DNB.) Die Direktion der Staatseisenoahn in Königgrätz hat eine Reihe von tschechischen Angestellten in sudetendeutsches Gebiet versetzt, während udetendeutsche Eisenbahner in rein tschechische Plätze geschickt wurden. Dies geschieht zu einer Zeit, in der das Nationalitäten- tatut ausgearbeitet wird und entgegen dem Der- prechen Prags, für die Zukunft den Nationalitäten- chlüffel einzuhalten. Wirft dieses Vorgehen ein bezeichnendes Schlaglicht auf den Prager Derständigungswillen, so ist auch die Errichtung „tschechischer Kanzleien" im subetendeutschen Gebiet ein neuer beredter Beweis für den trotz allen Leugnens sich immer wieder äußernden tschechischen Chauvinismus, der auf die allmählich immer stärker werdende Durchsetzung des sudetendeutschen Raumes mb. 6: M' Frühkonzert. )• Bäderkon' e unb ftn* ittagskonzen- t 14: * 15: Miner Klavier lfi: n unterfahrt mit bcm 19- Kleinc- ben MF unb MfE .15: Sri« •130: DeuÜ? 'Bonbon:®«' jng mar‘U 21) LÄ «ul ' l «■?' jtt > *■ mit tschechischen Zywonderern abzielt. Diese „tschechischen Kanzleien", deren erste jetzt in Saaz errichtet wurde, werden, wie'die Sudetendeutschen Pressebriefe Mitteilen, von tschechischen Korporationen unb Verbänden auf eiaene Kosten erhalten. Sie haben, wie die chauvinistische „A-zet" berichtet, einerseits maßgebliche tschechische Kreise in Innerböhmen unb namentlich in Prag über die tatsächlichen Verhältnisse der tschechischen Grenzler zu unterrichten. Vor allen Dingen sollen sie aber für nationale, wirtschaftliche und hauptsächlich An- gestellten-Fragen des tschechischen Elements Sorge tragen. Wüste Ausschreitungen Moskauer Trabanten. Prag, 8. Aug. (DNB.) Bei einer kommunistischen Kundgebung in Saaz kam es zu einem schweren Zwischenfall. Beim Anmarsch zum Kundgebungsplatz bereits stießen die roten Festteilnehmer wüste Beschimpfungen und Schährufe gegen das Deutsche Reich und sein Oberhaupt aus. Obwohl die Straßen der Stadt um diese Zeit sehr belebt waren, ließ sich die sudetendeutsche Bevölkerung durch diese Gemeinheiten nicht provozieren unb ignorierte bie roten Kunbgebungen überhaupt. Das schien den Bolschewisten nicht in ihr Programm zu passen, und auf dem Heimwege von ber Kunbgebung griffen sie sudetendeutsche Bürger, bie am Gehsteig ftanben, tätlich an unb bearbeiten sie mit Bierflaschen und ähnlichem. Die Polizei wollte die Menge zerstreuen. Dabei schlug sie wahllos mit dem Gummiknüppel auf die Menschen ein. Bei dem Zwischenfall wurden drei S u d e t e n d e u t s ch e schwer und mehrere leicht verletzt. Die drei Schwerverletzten mußten in ein Krankenhaus gebracht werden. »(SO) ttlchelni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monat$:Be$ugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illufttierte e 1.80 Zustellgebühr . e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranisurt am Main 11686 gemacht hat. Dieser Versuch scheitere aber schon an der inneren Unlogik dieser tschechischen „®e- genrechnung", die vor allem die berechtigte deutsche Empörung über die Glotzer Grenzverletzung als übertrieben hinstellen will — hn Gegensatz zu der o „diskreten Haltung", die -die Tschechen bei den agenhaften Grenzverletzungen reichsdeutscher Flugzeuge angeblich eingenommen haben wollen. Was es mit den von den Tschechen behaupteten reichsdeutschen Grenzverletzungen auf sich hat, weiß man bereits aus einer ebenso verunglückten „Gegenrechnung", die Prag Ende Mai auf stellte, als die Serie tschechischer Grenzverletzungen durch Militärflugzeuge bis zur Unerträglichkeit gestiegen war, und aus aller Welt Proteste gegen dieses leichtsinnige Spiel mit dem Feuer laut wurden. Auch damals war es der deutschen Presse ein leichtes, diese „Gegenrechnung" beispielsweise schon insofern als Hirngespinst zu enthüllen, als sie nachweisen konnte, daß angebliche „reichsdeutsche Militärflugzeuge" in Wahrheit reine Verkehrsflugzeuge waren oder daß die von den Tschechen angegebenen Flug- ■ zeugkennzeichen in ber beutschen Luftfahrt überhaupt nicht ejiftiertcn. So sehen also bie „Grenzverletzungen" beutscher Flugzeuge aus, bnf jetzt als neu aus ber berüchtigten tschechischen Zauberkiste geholt werben. Im übrigen glaubt boch wohl bei ber allbekannten Einstellung ber Tschechen niemanb, daß man sich in Prag die Gelegenheit hätte entgehen lassen, diese angeblichen deutschen Grenzverletzungen zum Anlaß einer Deutschenhetze und zu größtem Geschrei zu nehmen. (!) Die so verdächtig spät fingierten „reichsdeutfchen Grenzverletzungen" erhalten überdies durch die amtliche tschechische Erklärung, daß bei 54, also dem Gros dieser Gespensterflieger, die Erkennungszeichen nicht sicher festge- ftellt werden konnten, den nötigen Anstrich, um diese ganze tschechische Verlautbarung als ein plump angelegtes Täuschungsmanöver erkennen zu lassen. Der tschechische Hinweis schließlich, daß die reichsdeutschen Behörden den Tschechen bisher weder die Nummern, noch die Kennzeichen der Flugzeuge bekannt gegeben haben, bie Glatz in so breister Weise überflogen, wirkt nur erheiternd: denn dieses Manko hat die tschechoslowakische Regierung Flicht davon abgehalten, sich in gerpunbenen Erklärungen zu „entschuldigen". Dieser Prager Einnebelungsversuch ist also, wie alle früheren sehr kläglich gescheitert, und es wirkt wie ein Witz, daß dieser tschechische Taschenspielertrick zu einem Zeitpunkt versucht wurde, als drei tschechische Militärflugzeuge in Kampfformation in polnisches Gebiet eindrangen. Diese tschechische Provokation bei Zywiec (Saybusch) erinnert in ihrer ganzen Anlage an die freche Ueberfliegung der deutschen Stadt Glatz. Denn einmal handelt es sich um eine geschlossene Formation, zweitens waren auch bei Zywiec die geographischen Verhältnisse so eindeutig, daß ein Irrtum von vornherein ausgeschlossen ist, drittens ist auch diese Grenzüberfliegung bei hellichtem Tage er- ; folgt. Man darf gespannt jein, ob man nun in Prag auch in diesem Falle den traurigen Mut haben wird, \ dem protestierenden polnischen Gesandten die abgeleierte Formel von den „verflogenen" tschechischen P r a g, 7. Aug. (DNB.) Nach Verlauf der ersten Tage feit Einsetzen ber Untersuchung Lord Runcimans in Prag bietet die Verhandlungslage em nur wenig verändertes Bild. Die ganze Ak t i o n srecktnochinihrenAnfängen und ist kaum über die Sondierung des Bodens hinausgekommen. Tschechische Blätter wissen zu melden, daß sich Lord Runciman nach beendigtem Studium der Matene unb nach Beenbigung ber einleitenben Besprechungen zur Berichterstattung vielleicht schon End e d er lammenden Woche vorübergehend nach i London begebe. warschau.ö. Aug. (DNB.) Die polnische leie- graphenagentur meldet: „heute früh überflogen drei große tschechoslowakische Militärflugzeuge potnischesGebietinder Nähe von Zywiec (bei Bietth in Polnifch-Oberschlesien). Die tschechoslowakischen Militärflugzeuge drangen in Kamps- formatiert ungefähr 22 Kilometer in polnisches Gebiet ein und kehrten dann in die Tschecho-Slowakei zurück. Die Flugzeuge flogen in einer höhe von 800 Meter. * Der polnische Gesandte in Prag hat Anweisungen erhalten, gegen die Verletzung des polnischen Gebiets scharf zu protestieren." Zu dem Grenzzwischenfall werden noch folgende bezeichnende Einzelheiten bekannt: Die Ueberfliegung der polnischen Grenze erfolgte in der Nähe der Ortschaft Rajcza. Die drei tschecho-slowakischen Militärflugzeuge flogen in geflossener Formation und so niedrig, wie bas in dem dortigen bergigen Gelände möglich war. Die Erkennungszeichen konnten von unten deutlich wahrgenommen werden. Die Maschinen flogen 22 Kilometer tief in polnisches Gebiet hinein, kreuzten längere Zeit in der Nähe der Tschechische Winkelzüge in Sicht. In Prag soll eine Regierungskrise „gemacht" werden.-Parlament zur Sabotage aufgefordert reichsdeutscher Ursprung unbestreitbar ist, haben noch 54 reichsdeutsche Flugzeuge, deren Erkennungszeichen nicht sicher festgestellt werden tonnten ('), tschecho-slowakisches Gebiet unerlaubterroeife überflogen. In der amtlichen Publikation wird feft- qeftellt, daß auch nicht einer von diesen 54 Fällen, ja nicht einmal der 20 unerlaubten Ueberfliegungen ber tschecho-slowakischen Grenze burch unzweifelhaft festaestellte' deutsche Flugzeuge von der tschechoslowakischen Presse zu ähnlichen schweren Angriffen, wie sie in diesen Tagen von dem reichsdeutschen Rundfunk unb ber Presse gegen ben tschecho-slowakischen Staat erhoben würben, ausgenutzt worben sinb. Zugleich wird feftgeftellt, daß bie reichsbeut- jchen Behörben ben tschecho-slowakischen Behörben bisher weber bie Nummern, noch bie Kennzeichen ber Flugzeuge bekanntgegeben haben, die nach der Behauptung reichsdeutscher Nachrichtenquellen bei Harem Wetter eine ganze halbe Stunde lang und auch nur in einer Höhe von 100 Meter das Gebiet von Glatz überflogen. Deutsche Richtigstellung. Diese Auslassung des tschecho-slowakischen Presse- Büros bezeichnet der „Deutsche Dienst" als einen geradezu unwahrscheinlich grotesken Versuch der Prager Stellen, den äußerst peinlichen Eindruck zu verwischen, den die Glatzer Provokation tschechischer Militärflieger auf die Weltöffentlichkeit (auch England und Frankreich nicht ausgenommen) Rechnung einfteUen. Die tschechische Politik läuft ffenbar darauf hinaus, das Parlament als Trumpf gegen einen verständigen n a - ionalen Ausgleich einzusetzen. Es zeichnen ich in dieser Taktik zwei Etappen ab: Zunächst ein- nal die Bildung einer neuen ^Regierung, die mit dem Anspruch auftritt, daß die bisherigen tsche- ihischen Unterhändler zu weit g.e g a n g e*n seien und daß sich ihre Zugeständnisse vor dem tschechischen Zolk nicht verantworten lassen: und in der Hinterland wird der weitere taktische Winkelzug gehal- en, daß sich keine „v e r h a n d 1 u n g s f a h i g e Regierung" findet, weil keine parlamentarische Mehrheit zu ^weiteren Zugeständnissen bereit ist. Das Banse ist Schwindel ober — wenn man hof- 7her sein will — ein Trickfilm. Die Tschechen haben hre Staatlichkeit auf Grunb von D e n k s ch r i f t e n »rreicht, die der F r i d e n s k o n f e r e n z überreicht wurden und die eine anständige Behand- u n g von Volksgruppen versprechen. Die- es Versprechen b i n d e t, und die tschechischen Winkelzüge stehen auf derselben Stufe wie das Argument einer Zivilpartei, die erklärt: „Mein Name ist Hase: ich weiß von nichts!" Jedes Gericht wird nit dieser Ausrede fertig! Dr- Ho- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ' Druck unb Verlag: vrShlsche UniverfitStrbruckerei «.Lange in Stehen. Schristlettung unb SeschSstsftelle: Schulftrahe 7 Noch keine Einigung zwischen Tokio und Moskau. Litwinow-Finkelstein lehntLapans Vorschläge rundweg ab.-Gowjettruppen greifen wieder an M o s k a u , 8. Aua. (DNB.) Zwischen dem japanischen Botschafter in Moskau Schigemitsu und dem Außenkommissar Litwinow-Finkel- st e i n sand am Sonntagabend eine zweieinhalb- stünöige Unterredung über den Grenzkonflikt im Fernen Osten statt. Litwinow-Finkelstein brachte zuerst eine Beschwerde dagegen vor, daß die japanischen Truppen in dem umkämpften Gebiet die militärischen Aktionen auch nach dem 4. August (Datum der letzten diplomatischen Unterredung) angeblich fortgesetzt hätten. Hierauf antwortete der japanische Botschafter, die japanischen Truppen hätten nach Ansicht der Tokioter Regierung überhaupt nie die So- wjetgrenze verletzt und bis zum gegenwärtigen Augenblick die sowjetischen Truppen auch niemals von sich aus angegriffen, sondern lediglich das Territorium Mandschukuos geschützt. Japan könne sich zu einer Einstellung Der militärischen Aktionen bereit erklären, jedoch nur unter der Be- Dingung, daß die gegenwärtige militä- rische Situation auf dem Schauplatz des Konfliktes aufrechterhalten bleibe, und zwei- tens nur dann, wenn die Sowjetregierung sich bereit erkläre, die Frage der Demarkation d e r Grenze in diesem Abschnitt zu diskutieren sowie den ganzen Konfliktsfall einer diplomattschen Ueberprüfung zu unterziehen. Litwinow-Finkelstein erwiderte hierauf, die Sowjetregierung könne keinerlei konkrete Versprechungen geben, solange auch nur ein japanischer Soldat jenseits der Grenzlinie stehe, welche die dem Derttage von Hunschun beigefügte Karte angebe. Was die Frage der Demarkation der Grenze anbelange, so erwarte die Sowjetregierung von Japan vor der Aufnahme jeglicher Diskussion eine Anerkennung der sowjetischen Grenze. Schigemitsu äußerte dann, es fei doch wohl das Richtige, bei Einstellung der militärischen Aktion eine Einigung zustande zu bringen. Gerade im jetzigen Augenblick, wo die Sowjetssite behaupte, das strittige Gebiet von japanischen Truppen gesäubert zu haben, Mrde dies doch wohl für Moskau nicht schwierig sein, Er würde deshalb Vorschlägen, entweder die militärischen Aktionen bei Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Situation einzustellen oder eine Regelung herbeizuführen, bei der die beiderseitigen Truppen in einer angemessenen Entfernung von den umstrittenen Höhen von Schang- feng zu bleiben hätten, die sozusagen neutral bleiben würde, bis eine gemischte Kommission militärischer Experten die Streitfrage einer Lösung zuführen würde. Litwinow-Finkelstein lehnte auch diese Vorschläge rundweg ab. Demgegenüber brachte Schigemitsu zur Geltung, die Sowjettruppen seien es gewesen, die zuerst, am 11. Juli, das Schangseng-Gebiet besetzt hätten. Als Ergebnis der langen Unterredung, in der sich der sowjetische Außenkommissar mitunter in recht widerspruchsvollen Darlegungen bewegte, konnte keine Einigung erzielt werden. Heue Zwischenfälle. Tokio, 7. Aug. (Europapreß.) Das Wochenende hat neue Zwischenfälle an der sowjetrussisch-koreanischen Grenze gebracht, ohne jedoch an der Gesamtlage etwas zu ändern. In der Nacht zum Sonntag drangen nach Angaben amtlicher japanischer Stellen sowjetrussische Truppen auf koreanisches Gebiet vor unD besetzten vorübergehend die etwa 1000 Meter London, 7. Aug. (DNB.) Die gesamte Londoner Presse berichtet ausführlich über die süngsten Vorgänge im sowjettussisch-japanischen Grenzkonflikt. Besondere Beachtung findet dabei die Tatsache, daß die Sowjetrussen Korea wiederum mit Flugzeugen angegriffen und bei den jüngsten Grenzkämpfen 160 Tanks eingesetzt haben. Die Tatsache, daß das japanische Außen amt Sowjetrußland neue Vorschläge überreicht hat, wird dabei besonders gewertet, weil man in diesem japanischen Schritt eine Bestärkung der englischen Hoffnung sieht, daß dieser Grenzkonflikt bald beigelegt werde und sich nicht über den Rahmen eines Grenzkonslrktes hinaus ausdehnen wird. „Sunday Times" macht dabei u. a. folgende bemerkenswerte, wohl als sehr charakteristisch zu bezeichnende Aeußerungen: Verlöre Sowjetrußland einen von der Grenze entfernt liegende Siedlung Vang- wangping. Sie versuchten, sich dort festzusetzen, wurden jedoch von mandschurischen Truppen angegriffen und zum Rückzug gezwungen. In der Nähe des Tschang-Ku-feng-Berges liegen sich die Truppen beider Seiten in einem Abstand von etwa 200 Meter gegenüber. Nach einer vom japanischen Kriegsministerium veröffentlichten Mitteilung hat Sowjettußland in den letzten drei Tagen etwa 50 Tanks verloren. Äe wurden ent- weder völlig zerstört oder einsatzunfähig gemacht. Heute früh wieder Sowjetangriffe. Tokio, 8. Aug. (DNB. Funkspr. Ostasiendienst.) Wie das Kriegsministerium mitteilt, unternahmen die Sowjets südöstlich Der Schangfeng-Höhe seit heute morgen zwei Angriffe, die in schwersten Karn'pfe Mann gegen Mann abgeschlagen wurden. Die Sowjettxuppen muß- ten etwa einen Kilometer zurückgehen. Beide Seiten erlitten schwere Verluste. Die Kampfhandlung wurde gegen 6.30 Uhr beendet. Seitdem herrscht Ruhe. zwellen Krieg mit Japan, so würde das fast sicher zu einer Revolution führen. Durch diese würde Sowjetruhland, wenn der Kommunismus überwunden wäre, in die Arme Deutschlands getrieben. was für die West Mächte nicht gut fei. Gewinne Sowjettußland Den Krieg aber, so würde es in China eine Stellung erringen, Die für britische und amerikanische Interessen in China ebenso ungünstig sein würde wie die Lage, die sich aus einem eventuellen völligen Sieg Japans ergeben würde. Niemand würde Sowjettußland einen diplomattschen Sieg über Japan mißgönnen (!?). Aber es würde eine Katastrophe für die Welt sein, wenn Der Streit zu einem Eintritt Sowjetrußlands in Den Krieg führen würde. Das würde es noch schwerer machen, die britischen Interessen in China zu verteidigen. Frankreichs „Aichleikimischimg*. Französische Offiziere als „Bergnügungtz. reisende" — und dann bei den Roten. Rom, 7. Aug. (DNB.) Der Zusammen« druck der rotspanischen Stellungen beim Brückenkopf von Mequinza wird von der gesamten römischen Sonntagspresse als ein entscheidender Erfolg Der siegreichen nationalspanischen Gegenoffensive an Der Ebro-Front unterstrichen. Die letzte Ebro-Offensive haben den sowjetrus« isch en Zustrom ausländischer Hilfs, kräfte bestätigt, den man vergebens hinter den offiziellen französischen Erklärungen zu ver- tecken suche. Aus Den Feststellungen auf Dem Kamps, gelände und Den Aussagen der Gefangenen ergebe sich unzweideutig, daß die Roten auch in ben letz, ten Wochen einen ungeheuren Nachschub an Menschen und Material erhalten haben, mit Dem sie sogar neue Internationale Brigaden — o z. B. Die 34. — bilden konnten. Um Die Spuren Der französischen Hilfeleistung besser zu verwischen, sei Die französische Schmugg, lerzentrale einfach nach Der Ostsee verlegt wor- Den, von wo aus Dann die Kriegskonterbande über Die norDfranzösischen Häfen nach wie vor nach Rot- panien gelange. Die jüngste Aktion Der Roten an Der Ebro-Front habe aber auch das Vorhandensein einer neuen ranzösischen Organisation klar erkennen lassen, mit der Den Rotspaniern Die nötigen Militärkadres durch Entsendung ehemaliger französischer Offiziere geliefert werden, Die Dann, als DergnügungsreisenDe verkleidet, Dem rotspanischen Kommando als Techniker zur Seite stünden. Alles, so betont „Giornale d'Jtalia", werde also wie früher, ja so- gar noch mehr als früher fortgesetzt. Man könne wohl sagen, daß nur die ununterbrochene Hilfe des Auslandes diesen jüngsten Verzweiflungsversuch Der Roten überhaupt erst ermöglicht habe. Höchster dänischer Orden für Feldmarschall Göring. Berlin, 6. Aug. (DNB.) Der dänische Gesandte, Kammerherr Zahle, überbrachte am Samstag Ministerpräsident Generalfeldmarschall G ö r i n g im Auftrage Seiner Majestät des Königs von Däne m a r k das G r o ß k r e u z desDanebrog» Ordens mit den Insignien in Diamanten. Außerdem überreichte Exzellenz Zahle dem Generalfeldmarschall als persönliches Geschenk Die zum Großkreuz gehörende große Ordenskette. Englische Frontkämpfer kehren heim. „Für die Wesimächle nicht gut." Sie haben kein Interesse an der Niederwerfung des Bolschewismus. Heimlicher Minister-Flug nach Palästina. Große Lleberrafchung in England. — Aenderi England seine Palästinapoliiik? London, 7. Aug. (Europapreß.) Größtes Erstaunen hat eine am Sonntagabend hier veröffen- lichte, fast sensationell wirkende Mitteilung des Kolonialministeriums hervorgeHifen, wonach Kolonialminister Malcolm M a c D irft a ID sich bereits am vergangenen Donnerstag auf Dem Luftwege nach Malta und von hier aus über Abukir nach Ieru - s a l e m begeben hat. Der Flug wurde von Dem Minister für notwendig erachtet, so erfährt man hierzu aus unterrichteten Kreisen, weil sich die Lage in Palästina trotz aller Maßnahmen Der Mandatsbehörden eher verschlechtert, als verbessert hat. Um dieser geheim vorbereiteten Reise möglichst den Anstrich des Sensationellen zu nehmen, erfolgte Der Flug in einer Maschine Der Luftwaffe. In Jerusalem waren nur wenige führende Männer Der Mandatsverwaltung von der am Samstagmorgen erfolgten Ankunft des Kolonialministers unterrichtet. Wie man noch erfährt, sei die plötzliche Abreise schon am vergangenen Mittwoch Gegenstand eingehender Unterredungen zwischen Dem für acht Stunden nach London zurückgekehrten Ministerpräsidenten Chamberlain und Kolonialminister MacDonald gewesen. Der Kolonialministtr habe dabei Chamberlain einen eingehenden Bericht über die gespannte Lage in Palästina erstattet. Chamberlain habe hierauf dem Kolonialminister ein Flugboot Der Luftwaffe bereitstellen lassen, damit der Flug ebenso schnell wie geheim habe vor sich gehen können. Die Rückkehr des Ministers nach London ist für kommenden Mittwoch angesetzt worden. MacDonald, der Jerusalem bereits wieder verlassen hat, reift über Abukir und Malta nach London zurück. lieber das Programm MacDonalds hüllt man sich in Londoner politischen Kreisen in Stillschweigen. Es wird lediglich betont, Die Reise sei nicht der Beginn einer neuen englischen Politik in Palästina. Auch wird unterstri- chen, ein besonderer Anlaß für die Bestimmung des Zeitpunktes der Reise habe nicht Vorgelegen. Zur Vermeidung von Kundgebungen, so wird lediglich zugegeben, habe man es vermieden, daß über die Reise schon vor der Ankunst des Ministers in Palästina etwas an Die Öffentlichkeit gelangt. Dies sei auch notwendig gewesen, um Die persönliche. Sicherheit Des Kolonialministers gewährleisten zu können. Zwei amtliche Mitteilungen. Jerusalem, 8. Aug. (Europapreß.) Die Oef - fentlichkeit Palästinas ist erst am Sonntagabend von der Anwesenheit Des britischen Kolonialmini st ers in Jerusalem unterricht tet worden. Die Reise hat hier allergrößtes Aufsehen erregt. lieber Den Zweck der Reise wurde am Sonntagabend von dem Hohen Kommissar eine amtliche Mitteilung herausgegeben, in Der es u. a. heißt: „Kolonialminister Malcolm MacDonald ist seit längerer Zeit darauf bedacht gewesen, Den Hohen Kommissar für Palästina zu treffen, um mit ihm die augenblickliche Lage in Palästina zu besprechen. Es ist unmöglich für Sir Harold MacMichael ge- wesen, nach London zu reifen, und Kolonialminister MacDonald hat Dafür Die Gelegenheit Der Paria- mentsferien ergriffen, um ihn in Jerusalem zu be- suchen. Er kam am Samstagmorgen auf dem Flugplatz in Qualuntia an und hatte' Unterredungen mit Dem Hohen Kommissar und mit General Haining, Dem Befehlshaber der brittschen Truppen in Palästina. Andere Teilnehmer an diesen Unterredungen waren Major Saunders, Der Generalinspektor der Polizei, und wenige andere brb tische Beamte. Die augenblickliche Lage in Palästina war Gegenstand Der Erörterungen." Der Kolonialmimster veröffentlichte am Sonntagabend ebenfalls einen amtlichen Bericht, in Dem es heißt: „Der Hohe Kommissar und ich sind telegraphisch und brieflich in ständiger Fühlungnahme. Aber es ist für mich von unerläßlichem Wert gewesen, mit ihm und General Haining über Die augenblickliche Lage in Palästina die Ansichten austauschen zu können. Wir und mit uns andere sind gewillt, unsere Rolle in der Wiederherstellung des Friedens in Palästina auf der Grundlage der Gerechtigkeit gegenüber beiden Döl- fern zu spielen. Dies wird das Ziel unserer Bemühungen auch in Zukunft sein." Volschast an die Einwohner Palästinas? London, 8. Aug. (DNB. Funkschmch.) Die plötzliche Reise des englischen Kolonialministers Macdonald nach Paläfttna, seine Verhandlungen mit dem Dortigen brittschen Oberkommissar und dem Oberkommandeur sowie seine ebenso schnelle Abreise kommen Den englischen Zeitungen überraschend. Aus den Berichten Der Blätter geht hervor, daß alle Vorbereitungen für Den Flug des Kolonialministers im geheimen getroffen worden waren, und daß außer ben höchsten Stellen Englands niemand etwas von der beabsichtigten Reise wußte. „Daily Herald" mutmaßt, daß Macdonalds Mis- Saragossa, 7. Aug. (Europapreß.) Die nationalen Truppen haben an Der Ebro« Front bei Mequinenza und Fayon am Samstag eine neue große Offensive eröffnet, die vollkommen geglückt ist. Die sowjetspanische Front wurde an mehreren Stellen durchbrochen und der Feind in die Flucht geschlagen. Die nationalen Truppen haben sich bereits an mch- reren Stellen dem Ebro-Ufer bis auf wenige hundert Meter genähert. Die Offensive begann bereits in Den frühen Morgenstunden Des Samstag nach einer heftigen Artillerievorbereitung. Um 10 Uhr wurde der Berg Auts, einer der wichtigsten strategischen Punkte in diesem Kampfgebiet, von den Nationalen erstürmt. Der Feind begann von diesem Augenblick an zu fliehen. Die nationalspanischen Truppen nützten ihren Vorteil aus und verfolgten Die Sowjetspanier bis dicht an Den Ebro-Fluß. Im Laufe Des Samstag wurden 2000 bis 3000 Gefangene gemacht. Ganze Divisionen wurden umzingelt. Die Verluste des Feindes sind außerordentlich groß. Sie können auf etwa 2000 Tote geschätzt werden. In Den Abendstunden Des Samstag begann die nationale Artillerie die Brücken zu beschießen, die die Sowjetspanier über den Ebro geschlagen hatten, wodurch ihnen der Rückzug a b g e • schnitten wurde. Während Des ganzen Tages haben die nationalen Luftstreitkräfte aktiv an Den Kämpfen teilgenom- men und den Feind aus niedriger Hohe Mit Maschinengewehrfeuer belegt. Der nationalspanifche Heeresbericht meldet zu den Kampfhandlungen noch folgende Einzelheiten: Die nationalen Truppen haben Die Verbindung zwischen Den sowjetspanischen Mi- lizen auf Dem rechten Ufer Des Ebro-Flusses zwi- schen Mequinenza und Fayon und Demjenigen, die sich weiter nördlich befinden, abgeschnitten. Der Feind ist somit zwischen dem Ebro-Bogen, an sion mit dem Teilungsplan in Verbindung zu bringen sei? Bemerkenswert ist, daß der britische Oberkommandierende in Palästina eine Rundfun kbotschast an die Einwohner Palästinas richten werde. Es soll sich Dabei um einen Ruf zum Frieden handeln. Die Blätter erwarten aber keinen neuen Kurs in Der englischen Palästinapolitik. Von gut unterrichteter Seite verlautet, daß Macdonald sich hauptsächlich über Die Frage Der z u - künftigen Sicherheit in Palästina unterrichtet habe. Seine Reise sei aber nicht aus politischen Motiven erfolgt. Sie sei geheimgehalten worden, um dem Minister die nötige persönliche Sicherheit zu geben. Es gehört zu den Seltenheiten, daß ein englischer Minister Das Wochenende zu Dienst reisen benutzt. Man nimmt daher an, daß weittragende Entscheidungen Den Minister veranlaßt haben, sich persönlich nach Jerusalem zu begeben. Man erinnert in Londoner politischen Greifen Daran, daß vor einiger Zeit auch Die Kommission, die Die Teilung Palästinas an Ort und Stelle nochmals prüfte, ihre Arbeiten abgeschlossen habe und Macdonald sich an Ort und Stelle Darüber habe informieren wollen, wie in Palästina öie Stimmung gegenüber diesem Tei - lungsplan ist. Amtliche Stellen in London haben sich bisher über Die Zwecke des Besuches des Ministers in Palästina noch nicht geäußert. dessen Ufern sich Die nationalen Truppen wieder eingenistet haben, und Mequinenza und Fayon eingeschlossen. Mehr als 100 Tanks haben bei Der nationalen Offensive vom Samstag teilgenommen. Ueber 2000 Milizsoldaten wurden gefangen genommen, darunter zahlreiche Ausländer von den internationalen Brigaden. Im nationalspanischen Lager treffen fortgesetzt Gruppen Der rotspanischen Milizen ein, welche die Verbindung mit ihren Truppenteilen verloren yaben, da die Ueberquerung des Ebro unmög« l i ch ist. Unter Den Gefangenen befindet sich wieder eine aroße Zahl von Ausländern, welchen die Rotspanier die eigenen Papiere gegen spanische Ausweise austauschten. Diese können aber kein Wort Spanisch sprechen und erklärten, daß die internationalen Truppenteile rotspanischen Einheiten angegliebert wurden, um die Absichten Des Nichteinmischungsausschusses zu umgehen. Unter Der großen Kriegsbeute Der Nattonalspanier befinden sich mehrere Batterien und Munitionsdepots, welche die Rotspanier zur Fortsetzung Der Offensive auf dem rechten Ebro - Ufer errichtet hatten. Wie die Frontberichterstatter ergänzend Mitteilen, sind an der Ebro-Front bisher sechs rote Brigaden au [gerieben worden, die ausschließlich aus Ausländern bestanden. Unter den roten Milizen herrscht große Empörung "Darüber, daß die bolschewistische Kampfleitung zurück- geblieben sei, um her Gefahr einer Gefangen- nähme zu entgehen; hingegen befinden sich Die nationalen Stabsoffiziere während der Dauer der Kämpfe stets in Den vordersten Linien. 90 rote Milizen, die mit ihrem Truppenteil beim Vorgehen Der Nationalen über Den Ebro zurückgetrieben mürben, haben Den Fluß abermals überquert und sind zu den Nationalen üb er gelaufen. Berlin, 7. Aua. (DNB.) Nach ihrem zweiwöchigen Besuch in Deutschland verließen am Samstag die 40 britischen Frontkämpfer Berlin, um über Kölnün ihre Heimat zurückzukehren. Zu ihrer Verabschiedung hatte eine von der Landesgruppe Ost des NS.-Reichskriegerbundes gestellte Ehrenkompanie mit Musikzug auf Dem Bahnsteig Aufstellung genommen. Ferner hatten sich Bot- schafter F o r b e s von Der englischen Botschaft und der englische Militärattache, sowie eine Reihe von Männern des NS.-Reichskriegerbundes eingefunden. Der Vertreter Des Reichskriegerführers. Major a. D. von Jena, entbot den englischen Kameraden herzlichen Abschiedsgruß, dankte für den wertvollen Besuch, her hie Banhe her Kameradschaft, zwischen ben heutschen und ben englischen Frontkämpfern noch enger geknüpft habe und gab seiner Freude über ben im September bevorstehenhen Gegenbesuch in Englanb Ausbruck. Als Vertreter für ben berits vorher abgeflogenen Führer her British Legion, General Hamilton, dankte sein Vertreter Kelley mit warmen Worten für die herzliche und aufrichtige Gastfreundschaft, die ihnen auf ihrer Deutschlandfahrt allenthalben zuteil geworden sei. Unter ben Klängen her Nationalhymnen beibrt Länder verließ der Zug die Bahnhofshalle. Neue Krankenabwertung? London, 7. Aug. (DNB.) Wie Der „Sunday Referee" in sensationeller Aufmachung meldet, bestehe die Möglichkeit eines weiteren Franken« ft u r de s bis zu einem Kurse von 200 zum Pfund. Die Nationalisierung her Rüstungsindustrie, die Rüstungen und Rüstungsanlagen seien der Grund für neuen französischen Geldbedarf. Daladier stehe in enger Fühlung mit dem englischen Premierminister, dessen Rat dahin gehe, den französischen Staatshaushalt zunächst auszugleichen. Wenn bas nicht getan werde, bestehe die Gefahr, daß eine Krise ben Franken bis zu 200 ober 220 gegenüber dem Pfunb abwerten werde. Das Kabinett hoffe, einen derartigen Kurssturz aber noch verhindern zu können. Kunst und Wissenschaft. Italienischer »Falstaff" in Salzburg. Als letzte Erstaufführung her Salzburger Festspiele wurde Verdis „F a l st a f f" in ita' licnischer Sprache gespielt. Hatte man schon „fti* garos Hochzeit" und „Don Giovanni" von einer deutsch-italienischen Spielgemeinschaft aufführen las' sen, so ging man nun einen Schritt weiter und brachte das Meisterwerk des großen Italieners durch italienische Sänger, größtenteils Mitglieder der Mailänder Scala, einen italienischen Dirigenten, Vittorto Gui, und einen italienischen Regisseur, Guido S a l v i n i, zur Darstellung. Orchester, Chor und Ballett wurden von der Wiener Staatsoper gestellt. So schäumte die Szene über von südländischem Temperament und unbändiger Spielfreude. Romanisches Sttlempfinden aber vermied jegliche Uebertreibung, und italienische Belkanto-Kunst hüllte alles in Wohllaut. Namentlich Marino Stabile als Falstaff bot ein Kabinettsstück an komischer Menschenbarstellung unb höchster sängerischer Kunst. Aber auch bie übrige Spielschar, bestehenb aus den Damen Augusta Oltrabelli, Gianna Perea- Labia, Angelica Gravcenco unb Mita Da - sari, sowie ben Herren Piero B iasi ni, Gmo del Signore, Alfredo Tedesco, Gmseppe N e s s i unb Virgilio Lazzari stanb ihm m nicht? nach. Diele Männer aus Partei, Wehrmacht un» Staat wohnten der festlichen Vorstellung bei. 3500 KDF..Besucher bei Den Bayreuther Festspielen. In ben letzten Tagen weilten tn Bayreuth 3 5 0 0 KdF.-Besucher her Festspiele. Aus allen Gauen des Reiches waren Die Teilnehmer zu- sammengesttömt. Zwei Vorstellungen hatte ,^rrasL durch freube" belegt, und gerade die beiden der Allgemeinheit am schwersten verständlichen Werre „Parsifal" und „TrtApn und Isolde". Aber die Nationalspanischer Sieg am Ebro. Sechs rote Brigaden aufgerieben. iw*«?* fit Sie UM h-idrich W E Peters Seftmart unb iirg) «Mim * HO Kilometer, l 104 Kilometer na irre Segelflieger Ztz'zS ÄJ *$!>* W ' jlani 6» “n8her S»Ä Am Nachmitta, „19. Wn" M die Wasserkuppe, gern kurz vor <5 wurde. Es war Starke, das sich Gewitterwolke ve Gefolge hatte. D die Segelflugzeu die Segelfiiegi Gruppe Mache temberg)), Ste Hieckmann (ß Flugzeuge verl- wohlbehalten d Leider mußt, bei diesem lefr Blech war ebei verlassen, jedoch Flugzeug getro1 sich ordnungsge zur Erde brach Dieser vorlej Wettbewerbes j I erhörten AM \ in ben hinter ur Reiftet faben. Muß ui t« Schlutztag vW brachte n «ii reichhaltiges nh Zuschauern Don Segelflugze Vorführungen v lt$as Wnstw Zweiter hei Nid)lag folg, S über den! !Mn eines Bo reiH bas E “"d «« ii gegen eine I von 2lr[ fcW °°rhi mußte pifsu ? '"Imutie”9' SÄ? Cc K SÄ L§-." h ert Dl Rif. 1 ’Mi "‘L»| i fcta Jtofeni Sens" ii , S tSt ein. Solsgang Späte, Sieger der „19. Rhön // <1 /s- Samstag: Flüge unter schweren Gewittern. Bereits zum fünften Male im Laufe der „19. Rhön" wurden die deutschen Bestleistungen und der internationale Rekord im Höhen-Segelslug überboten. Flugkapitän Drechsler von der NSFK.- Gruppe Lufthansa erreichte am Freitag bei seinem Ueberlandflug nach Marburg 7070 Meter über dem Meeresspiegel, bzw. eine Startüberhöhung von 6130 Meter. Der 37jährige Segelflieger ist seit zehn Jahren Pilot bei der Deutschen Lufthansa und befliegt die Nachtstrecke Berlin—London. Er führte auch die zweite Maschine auf dem Flug der Deutschen Lufthansa von Kabul über den Pamir nach China. Der für die Luftwaffe Köln startende Pilot Blech startete mit seinem schwanzlosen Flugzeug „Herten III" und erreichte eine Höhe von 5400 Meter, ebenfalls eine ganz hervorragende Leistung, wenn man sich die eigenartige Konstruktion des „Fliegenden Dreiecks" vor Augen hält. Am Samstag weilten Gauleiter Sprenger und ■ der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Prinz , ilipp von Hessen, auf der Wasserkuppe kehren heil lach ihrem V rließen am 6® tf ämpfer & zurückzukrd' itte eine von fc ifriegerbunbes ec ig auf dem Bch >r hatten sich )en Botschaft uni i eine Reihe oon nbes eingefunbtn. rfiifjrers. Major Mchen Kamera- » für ben werb KameraMv^ Mchrn ftconb Md tzvb V'ntr t bevorsiehendki t As Dertret-k i Führer der Sri* an, dankte sm x Worten für« ndschast, die ihm tholben zuteil gi- der Rational!!^ Zug die LahM Orden ööring. dänische TrsaM >te am SamsH hall Törinor nigs von ii> s Danebror n in Stameii illenz Zahle te önliches 6iJ Hauptlager. Nach deren Eintreffen wird die Expedition abgebrochen. Weiter wird mitgeteilt, daß bei einem Dorstoß, den Karl Bauer, Fritz Bechtold und Ulrich L u f f t vom Lager 6 aus unternommen haben, die Bergsteiger auf zwei Körper stießen, die von dem starken Wind der letzten Tage aus dem Schnee freigelegt worden waren. Es wurde festgestellt, daß es sich um Willi M e r k l, den im Juli 1934 im Unwetter umgekommenen Leiter der damaligen Expediton, und den Träger G a y- lay, der bis zum letzten treu bei ihm ausgeharrt hatte, handelt. Merkel trug noch einen von ihm unterzeichneten Brief bei sich, der von Welzen - b a ch geschrieben worden war, sein Ziel jedoch nie erreichte. In diesem Brief werden die Bergsteiger der seinerzeitigen Expedition in den unteren Lagern um Hilfe gebetn. Es wird darin auch mitgeteilt, daß sie krank und seit sechs Tagen ohne Nahrung waren. Staat. f Bis 1936 allerdings hat sich auch der Suezkanal in einer Weise entwickelt, die nach den Krisen der ersten Betriebsjahre niemand zu prophezeien gewagt hatte. Aus den armseligen 486 Durchfahrten durch den 160 Kilometer langen Kanal im Jahre 1870 mit 436 000 Nettotonnen sind 1935 fast 6000 Durchfahrten mit 32,8 Millionen Tonnen geworden und wenn Deutschland 1935 unter den Kanalbenutzern erst an dritter Stelle hinter Italien stand, statt wie bisher an zweiter hinter England, so ist der Grund wesentlich im abessinischen Kriege zu suchen, der den Gesamtverkehr gegenüber 1934 um mehr als 11 Millionen Tonnen und die Einnahmen um etwa 30 Millionen Franks auf 927 Millionen hob. 40 v. H. Dividende erhielten im Durchschnitt der letzten Jahre die Aktionäre, aber auch der ägyptische Staat kassierte 1934 das Sümmchen oon 78,3 Millionen Franks ein, und dies alles, obwohl die Durchfahrtsgebühren 1934 um 25 bzw. 12,5 Centimes Gold ermäßigt worden waren. An Schiffsverkehr übertrifft den Suezkanal nur noch der, trotz feiner sechs Schleusen, wesentlich billigere Panamakanal. , Die Weltbedeutung Aegyptens als des Staates, in dessen Gebiet sich der Suezkanal befindet, springt nach diesen Ziffern ohne weiteres in die Augen Man weiß zudem, welche Rollen Aegypten in dem kürzlich abgeschlossenen Mittelmeervertrag zwischen England undJtalien svielte. Merkwürdig aber bei all dem ist das neue Verhältnis England — Aegypten feit der Unabhängigkeitserklärung des letzteren, das nicht etwa, wie man aus dem Dorangegangenen vermuten sollte, ein mißtrauisches Gewehr - bei - Fuß ist, sondern ein festes Militär- und Freundschaftsbündnis. Für Aegypten dürfte babet ausschlaggebend die lleberiegung gewesen fein, daß es ohne Bundesgenossen den Kanal nicht gut verteidigen könne, und ferner, daß es sich neuerdings sowohl an seiner Westgrenze wie auch an der Süd- grenze des benachbarten Sudan dem neuen : t a - lienischen Imperium gegenübersieht. „Auf der Grenze von Afrika und Asien gelegen, im Süden wie im Westen vom italienischen Imperium gehalten wie zwischen einer Zange", könnte man Ferdinand von Lesseps frei zitieren ... Zudem ist, was auch noch Ins Gewicht fällt, die italienische Kolonie in Aegypten selbst ungewöhnlich ^Das Bündnis zwischen England und Aegypten hat zwar seine Feuerprobe noch nicht bestanden. Schwere Llnwetierschä'den Überall In der Mön und in Mainfranken. Aegypten vom Suezkanal aus gesehen Don Erich R. Keilpflug "Erklingt fast wie Ironie, wenn man heute in den non L-ss-p« veröffentlichten Dokumenten aus je- ner Zeit liest, daß England, das der hauptsächliche Befürworter des Kanals hätte fein sollen, unter den europäischen Mächten eigentlich die einzige war, die dem Kanalprojekt einen zwar schlecht begründeten, aber hartnäckigen Wid - rstand entgegensetzte, der aus nichts als aus der Rivalität mit Frankreich geboren war. Besonders sein Argument, die Durchführung fei technisch unmöglich, klingt sonderbar, da es englisch- Marineoffiziere gewesen waren die den Rechenfehler der Ingenieure Napoleons korrigiert und nachgewiesen hatten, daß die Spiegel der beiden Meere genau gleich hoch liegen, daß also Schleusenbauten sich erübrigten. Und es spricht für Lesseps, daß er trotz des starken Druckes von Setten Englands auf die Mächte, auf den Khediven und de fen Lehnsherrn in Konstantinopel, den Sultan, fern Werk zur Ausführung brachte. Am 17 November 1869 wurde der Kanal m Anwesenheit der Kaiserin Eugenie von Frankreich, des Kaisers Franz Josephs von. Oesterreich, des Kronprinzen Friedrich von Preußen und vieler anderer Fürstlichkeiten eröffnet; eine Armada von 60 Schiffen mit den Gästen des Khediven zog durch den Kanal nach Suez; es war fo ziemlich das größte Fest des Jahrhunderts, soll allerdings auch die Kleinigkeit von 20 Millionen Goldfranken gekostet haben. England war lediglich durch fernen Gesandten bei der Pforte vertreten, hatte aber inzwischen in aller Stille die Insel Per im besetzt, die den Südausgang des Roten Meeres sperrt. — Durch den Kanal war der Grundstein gelegt zu Aegyptens heutiger Stellung in der Welt. Das alte und oft zitierte Wort Herodots, daß Aegypten Diese Worte, die der Erbauer des Suezkanals, Ferdinand von Lessep, über 10 Jahre vor der Eröffnung inmitten feines Kampfe; um den Kanal „gegen unübersehbare Hindernisse , nne bie Enqlänber später sagten, schrieb, zeichnen so treffenb unb kurz wie nur irgenb benkbar bie natürliche, geographisch gegebene Stellung Aegyptens und die sehr verschieden geartete Rolle, die es im Mittelalter un bann, von der Renaissance ab oder richtiger fett der Eroberung Konstantinopels durch die Türken (1453) im Weltverkehr spielte. Das Erscheinen der Türken am Mittelmeer war ia eine her Ursachen, durch die das Zeitalter der europäischen Entdeckersahrten und damit die Eröffnung des Weges um das Kap ausgelöft wurde. Sie bezeichnen erner auch die Gründe, warum d e r S u e z k a n a i, der im Altertum und im Mittelalter ja verschiedene Dorgänger hatte, abermals gebaut werden mußte. Freilich verging darüber erft einige Zett Obwohl nämlich seit dem Ende des 17. Jahrhunderts immer wieder Projekte auftauchten, einen Kanal durch den Isthmus von Suez zu legen, an benen übrigens auch der berühmte deutsche Polyhistor Leibniz mit feiner Eingabe an Ludwig XIV. (1671) teilhatte, wurde das Land Aegyptens aus einem Verkehrshindernis zu einem Verkehrs- mittler erst wieder im Gefolge des Zuges Je a - poleons I. nach Aegypten Dieser Zug bezeichnete nach einem Jahrhundert der Ruhe zwischen Orient und Okzident den Anfang eines Vorstoßes Europas gegen Osten und leitete ein Jahrhundert ein, in dem Europa feine imperialistischen Ziele im vorderen Orient mehr und mehr zu verwirklichen wußte. Knapp 40 Jahre nach Napoleons Zug sehen wir E n g l a n d sozusagen in seinen Fußtapfen wandeln; damals hatte es bereits bas Kunststück fertig gebracht, fernen gesamten teil* verkehr nach Jnbien statt über das Kap durch Aegypten zu leiten. Die Reisenden wurden m Alexandrien gelandet, gingen von dort auf dem Nil nach Kairo und dann durch die Wüste nach Suez, wo sie em anderes Dampfschiff bestiegen, das sie durch das Rote Meer und über den Indischen Ozean brachte. Als Lesseps 1854 seine Konzession für den Kanal vom Khediven Mohammed Said erhielt — der Kanal war tatsächlich sein eigenstes persönliches Werk —, baute England bereits die Bahnvon Al e x a n d r i e n über Kairo nach Suez, die 1859 eröffnet fj I Ju71 In England und in Indien. festige Gewitter und Wolkenbruche gingen über Westengland nieder. Zum ersten Male in seiner Geschichte wurde der unter dem Mersey- Fluß entlangführende Tunnel unter Wasser gesetzt. An verschiedenen Stellen ereigneten sich Felsstürze, wobei Eisenbahnstrecken verschüttet wurden Auch im indischen Sechs-Strom-Gebiet stehen infolge des stnrkm Anschwellens der Flüsse zahlreich« Dörfer unter Waffe r. Vielfach sind die Eisenbahnlinien unterbrochen. Zahllose Bewohner sind von der Außenwelt abgeschlossen. Die Regierung hat Flug Auf der Grenze von Afrika und Asien gelegen, auf einer Sette vom Roten, auf der andern vom Mittelländischen Meer bespült ist A e g y p t e n_öer kürzeste, direkteste Weg zwischen Europa, Indien, China unb Australien. Nachdem Basco da Gama benSeewegumdasKapderGute n H o f f- nung entdeckt hatte und hierdurch eme rivalisierende Derkehrsstraße eröffnet war, hat dieser Weg wahrend vieler Jahrhunderte den größten Teil des Handels nach Indien und China an sich gezogen. Aber damals wurde dem Weg um das Kap nicht nur deshalb der Vorzug gegeben, weil er bie Umladungen unnötig machte unb bet alten Schiffahrt Zett unb Gelbersparnis gewährte, nein, bies waren Nicht allem die Beweggründe, so schwerwiegend sie auch sein mögen; der Weg war für den Handel aus dem em* achen Grunde eine Notwendigkeit geworden, weil die Straße durch Aegypten nicht zugänglich • ein eniir Eliskases errang den Titel Deutschlandmeister. Der neue Deutschlandmeister Emil Eliskases wurde 1913 in Innsbruck geboren. Er ist der jüngste Teilnehmer in diesem TurnjM^. Mit zwölf Jahren lernte er das Schachspielen, drei Jahre später errang er bereits die Meisterschaft von Tirol und em Jahr später die Meisterschaft von Oesterreich. — End- ergebnis: 1. Eliskases, 12,5 Punkte; 2. bis 3. Kieninger und Michel, je 10 Punkte; 4. Engels, 9 Punkte; 5. bis 7. Beck, Koch und Richter, je 8,5 Punkte; 8. bis 9. K o h l e r und Rellstab, je 8 Punkte; 10. Hermann, 7 Punkte; 11. Reinhardt, 6,5 Punkte; 12. bis 14. Eifinger, Krankl tmb Schmitt, je 5,5 Punkte; 15. bis 16. Nowarra und Dr. Weil, je 3,5 Punkte. Den Ehemann niedergestochen. . Die 37jährige Ehefrau Katharina Haas, geborene Sturm, in Kempten im Kreis Bingen hat ihren Ehemann, den 39jährigen Arbeiter Franz Haas, erstochen. Der Mann konnte noch bis auf die Straße laufen, wo er tot zusammenbrach. Die Täterin stellte sich der Polizei. Die Staatsanwaltschaft ist mit der Aufklärung des Falles deschäfttgt. Es ergab sich, baß bie Eheleute schon längere Zett tn Auseinandersetzungen lebten. 30 Häuser In litauischer Stadt durch Brand zerstört. In dem an der Memel unterhalb von Kowno gelegenen Städtchen Dilkija (Litauen) brach ein Brand aus, der mit größter Schnelligkeit um sich griff und gegen 30 Häuser in Asche legte. Etwa 100 Familien wurden obdachlos. Der Schaden wird auf 700 000 bis 800 000 Lit beziffert. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. geratenen italienischen Urlauber zu retten. Die Wassermassen hatten eine derartige Gewalt, daß sie ganze Quadersteine und sogar parkende Kraftwagen mit sich führten. Die Feuerwehr hatte bis in die Nacht zu tun. Sie wurde van der Bevölkerung tatkräftig unterstützt. In der Altstadt wurden die Keller unter Wasser gesetzt. — Auch im württembergischen Oberland herrschten schwere Gewitterstürme. Zwei Gehöfte in Rettisweiler (Kreis Waldsee) und m Reute (Kreis Tettnang) wurden durch Blitzschlag voll- tändig eingeäschert. Die Familien kannten nur das nackte Leben retten. Besonderen Schaden hot das Unwetter im Hopsengebiet Tettnang angerichtet. Ganz Frankreich betroffen... ertung? Wie der I achung melde ■ !‘SÄ| ä-*4 iin gehe, den I M auszuMI tzS i werde. J-J» .■ ur-sM «*' 8 feilscht in S-M: Salzbu/l I LZ $irW ; :«n,l£n wK . iib-l°L,pL .ftii» Sonntagabend ging über der schwäbischen Land«- Hauptstadt ein schweres Gewitter nieder, dem rin verheerender Wolkenbruch folgte. wenigen Augenblicken waren Straßen und Platze der Altstadt und des Stadtteiles Berg überflutet. Die Poststraße glich einem reißenden Strom, der Personen, die sich aus der Straße befanden Mtny. Handwerkskammerpräsident D e m p e 1 gelang es, von der Tür einer Gaststätte einen in Lebensgefahr ä><4 ?ite tonterhanbe sM le Dor «ach f l n emer neujl klar ertJ ernL d'e nölii-l ^liefert Eisende ommanbott ?llles, so h^r »e ftüher, jQ I fortgesetzt. K verbrochene zweislungsversH cht Hobe. ein Geschenk des Nils fei, stimmt heute nicht mehr in dem Umfang. Samt Nil, Fruchtbarkeit unb Baumwolle, samt Moscheen, Pyramiden und son- ftigen höchst sehenswerten Altertümern, die die Fremden herbeiziehen, wäre es ohne den Kanal heute doch nur eine Angelegenheit provinzieller Natur und zweiten Ranges; der Kanal aber macht es zum Zentrum der Weltpolitik, zum Le- bensnerv von Imperien. Allerdings war Aegypten anfangs durchaus nicht der Nutznießer dieser seiner erhöhten Weltgeltung. Zunächst bemächtigte sich der abendländische Imperialismus der Beute. Wohl hatte Lesseps dafür gesorgt, daß eine „Universal-Aktiengesell- schaft" unter Beteiligung aller europäischen Nationen — und Aegyptens natürlich — zum Bau unb Betrieb bes Kanals gegründet mürbe, aber bie englische Politik schlug ihm ein Schnippchen. Trotz des bisher bewiesenen Konservativismus höchst ela- ftisch unb wanbelbar, hatte England die Bedeutung des Kanals für fein indisches Imperium sehr rasch erfaßt und nutzte die Gelegenheit einer Geldklemme des Khediven Ismael, um diesem sein Aktienpaket abzukaufen, wodurch es vorerst einen beherrschenden wirtschaftlichen Einfluß auf den Kanal gewann. Der europäerfeindliche Auf- stand Arabi Paschas von 1882 war em weiterer Glücksfall für die von England verfolgte Polittk, denn feine Niederschlagung bot ihm den wundervollsten Dorwand, das Land zu besetzen unb nicht wieder daraus zu weichen. Dafür übernahm bann England den Schutz des Landes im Süden gegen den Mahdi, den es 1898 besiegte, und krönte feine Politik durch die Erklärung vom 18. Dezember 1914, durch die Aegypten seine Selbständigkeit völlig verlor. ,Zch sage es, wenn ich nach England komme, den Engländern offen ins Gesicht, daß sie in Aegypten nichts anfangen können. Seit dem Beginn der historischen Welt haben es alle Eroberer verlassen müssen: die Perser, die Assyrer, die Griechen, — alle —Auch diese prophetischen Worte schrieb jener Ferdinand von Lesseps 20 Jahre nach der Eröffnung des Suezkanals in einer Schrift, die die Dollendung des Panamakanals für das Jahr ' 1889 verspricht. Wenn es allerdings bis 1914 nicht ' den Anschein hatte, als werde er recht behatten, , so haben die darauffolgenden 22 Jahre ihm um fo mehr recht gegeben. Schritt um Schritt yat Eng- I land vor dem mächtig andrängenden, neu erwachten • islamischen Nationalismus zurückweichen müssen unb ! seit 1936 ist Aegypten ein souveräner noch einmal ein reger Segelflug-Betrieb um den Tagespreis. Um 16 Uhr fand dann vor dem Gronhoff-Haus die Preisoerteilung und Siegerehrung durch den Korpsführer des NSFK., Generalleutnant Christiansen, statt. Als Sieger ging aus dem 19. Rhön-Segelflug- Uöettbewerb in Klasse (Einsitzer) Wolfgang Späte vom Deutschen Forschungs-Institut in Darmstadt mit 3855,9 Punkten hervor. Er erhielt damit den Ehrenpreis des Reichsministers der Luft- ahrt, Generalfeldmarschall Göring, und die Goldene Ehrenplakette des Korpsführers des NSFK., Generalleutnant Christiansen. Auf den zweiten Platz kam Kurt S ch m i d t von der NSFK.-Gruppe Sudwest mit 3613,5 Punkten vor Treuter (NSFK.- Gruppe Mitte) mit 3231,6 Punkten. Die ersten Zehn der Siegerliste wurden mit der Silbernen Plakette des Korpsführers ausgezeichnet. In Klaffe B (Doppelsitzer) setzten sich Romeis-Schillinger (NSFK.-Gruppe München) mit insgesamt 1777 Punkten vor D e r g e n s- Trippke und Kahlbacher-Tauschegg durch. Die Münchener errangen durch ihren Sieg neben der Goldenen Plakette des Korpsführers noch den Ehrenpreis des Staatssekretärs der Luftfahrt, General der Flieger Milch. Außerdem wurde eine Reihe von weiteren Preisen für Höhen- und Streckenflüge verteilt. Die G e s a m t f l u g z e i t bes ganzen Wettbewerbs betrug einschließlich Höhen-, Strecken- und Zielstreckenflüge 2 7 5 0 Stunden und die Gesamtflugleistung 75 998 Kilometer bei rund 13 00 Starts. 7070 Meter über Meeresspiegel! Aus aller Welt. Das Blaue Band von der „Queen Mary" erobert. Der britische Dampfer „Queen Mary" hat auf seiner letzten Atlantiküberquerung das Blaue Band an ich gebracht. Die „Queen Mary", die heute früh in Neuyork ankam, brauchte zu ihrer Fahrt nur 3 Tage, 20 Stunden und 2 Minuten. Sie war somit um drei Stunden schneller als der französische Dampfer „Normandie", der im letzten Jahr das Blaue Band eroberte. Schiffsbrand im Hamburger Hafen. Im Hamburger Hafen brach an Bord des Dampfers „Reliance" der Hamburg—Amerika-Lime, der eine Nordlandreise antreten sollte, ein Feuer aus, das größeren Umfang annahm. Sämtliche Feuer- löscheinrichtungen an Bord wurden sofort in Tätigkeit gesetzt. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr herbeigerufen, die die Löscharbeiten erfolgreich auf» nahm. Leider ist bei dem Brande em Todes- Opfer zu beklagen. Passagiere waren noch nicht an Bord. Das Schiff wird zur Reparatur an eine Werft verholt werden. Eliskases gewinnt die Schachmeisterschaft von Grohdeutschland. In der letzten Runde um die S ch a ch m e i st e r - schäft von Großdeutschland fiel die Ent- cheidung, ba der Titelverteidiger Kiemnaer (Köln) gegen den führenden Innsbrucker Eliskases verlor. Der Samstag als abschließender Wettbewerbstaa i der „19. Rhön" — am Sonntag werden nur noch ! Tagespreise ausgeflogen brachte dem Rhön- 1 gebirge mehrere schwere Gewitter, die fast gleich- i zeitig im Bereich der Wasserkuppe eintrafen. Noch । einmal versuchten die Wettbewerbs-Teilnehmer mit letztem Einsatz, auch diese gewaltige Kraft.uelle für Streckenflüge auszunutzen. Aber die Gewitterfront war derart stark, daß sie keine nennenswerten Uederlandflüge zuließ. Nur wenige Piloten führten Stteckenflüge größeren Ausmaßes durch. Die Tagesbestleistung erzielte der Düsseldorfer Heidrich (NSFK.-Gruppe Rheinland) mit einem Fluge von 150 Kilometer nach Heideburg in Westfalen. Peters von der NSFK.-Gruppe Hessen- Westmark und Beck (NSFK.-Gruppe Württemberg) erreichten Biedenkopf in Hessen-Nassau nach 110 Kilometer, Späte (Darmstadt) gelangte mit 104 Kilometer nach Brommkirchen und einige weitere Segelflieger landeten in der Nähe Marburgs. * Am Nachmittag des 14. Wettbewerbstages der „19. Rhön" zog eine schwere Gewitterwand über die Wasserkuppe, die nochmals von den Segelfliegern kurz vor Schluß des Wettbewerbs ausgenutzt wurde. Es war dies ein Gewitter von ungeheurer Stärke, das sich in kurzer Zeit mit einer zweiten Gewitterwolke vereinte und schweren Hagelschlag im Gefolge hatte. Diesen elementaren Gewalten waren die Segelflugzeuge teilweise nicht gewachsen, so daß die Segelflieger Romeis-Schillinger (NSFK.- Gruppe München), Knöpfle (NSFK.-Gruppe Württemberg)), Steinig (NSFK.-Gruppe Breslau) und Hieckmann (Luftwaffen-Sportverein Köln) chre Flugzeuge verlassen muhten und mit dem Fallschirm wohlbehalten die Erde wieder erreichten. Leider mußte der bekannte Segelflieger Blech bei diesem letztmaligen Einsatz sein Leben lassen. Blech war ebenfalls gezwungen, sein Flugzeug zu verlassen, jedoch wurde er beim Absprung von dem Flugzeug getroffen, so daß ihn der Fallschirm, der sich ordnungsgemäß geöffnet hatte, nur noch leblos zur Erde brachte. Dieser vorletzte Tag des 19. Rhön-Segelflug- Wettbewerbes zeigte noch einmal fo richtig den unerhörten Einsatz 'aller Wettbewerbsteilnehmer, die in den hinter uns liegenden 14 Tagen Gewaltiges geleistet haben. v Abschluß und Siegerverkündigung. Seingesetzt, die von der Luft aus das Boren des Wassers beobachten und die Rettungs- arbett für die Abgeschlossenen leiten. Aus allen französischen Geaenden werden schwere Unwetterschäden gemeldet. Bei einem Hagel- chlag in Montpellier wurde eine 60 Jahre alte Frau van einem Hagelkorn am Kopf getroffen; sie iel so unglücklich, daß sie sich das Genick brach. In )er Nähe von Straßburg wurde ein Landarbeiter vom Blitz getroffen und getötet. Der Hagel- chlag richtete besonders im Umkreis von Chalons- sur-Marne großen Schaden an. Tausende von Hasen und wilden Kaninchen wurden durch Hagelschlag getötet. Im Pariser Zoologischen Garten wurde ein Eisbär offenbar von einem heraufziehenden Gewitter tobsüchtig. Das Tier versuchte den Graben zu überspringen, stürme jedoch dabei hinein; im Fallen biß der Eisbär sich an dem Arm eines Besuchers fest und versuchte ihn mit sich hinabzuziehen, was jedoch zu Hilfe eilercke Besucher verhindern konnten. In den verschiedensten Gegenden wurde infolge der Hagelschläge und des Platzregens der Verkehr eingestellt. Die Schaden, die durch die Unwetter verursacht wurden, sind noch nicht abzuschätzen. Im Rhonebecken dagegen diente ein Platzregen zum Guten, da er mehrere leit Tagen anhaltende Waldbrände löschte. Das Rhönstädtchen Gersfeld wurde van einem j Unwetter heimgesucht. Einem Wolkenbruch und Hagelschlag folgte ein Gewitter, das zwei Stunden । lang über den Rhönbergen tobte und die Wasser- maffen eines Baches fo stark anschwellen ließ, daß sie mit reißender Geschwindigkeit das Städtchen überfluteten, das Pflafter auf riff en, Bäume Entwurzelten und ein in Fahrt befindliches Auto nut 3n» |affen gegen eine Hauswand warfen. Der sofortige Einsatz von Arbeitsdienst, der Bevölkerung und Feuerwehr verhinderte weitere Schäden. Die Bevölkerung mußte die Erdgeschosse räumen das Vieh tonnte noch in letzter Minute in Sicherheit gebracht werden Im benachbarten Dorf Mosbach vernichtete ein durch Blitzschlag entstandenes Feuer em Wohnhaus mit Stallungen. Ueber Würzburg und Umgebung ging ein schweres Unwetter nieder, das von einem starken Wolkenbruch begleitet war. Zahlreiche Baume wurden entwurzelt, Telegraphenmasten umgelegt und ganze Straßenzüge überschwemmt. Die Wasiermassen richteten schweren Schaden an. V^onders hart wurde dabei die Gemeinde Theilheim nutgenommen. — Infolge Blitzschlages geriet in hausen (Main-Franken) die Scheune des Gastwirts Karl Wa r m u t h in Brand. Das Feuer griff auch auf die Scheunen der Bauern Friix M a y unb Ferdinand Müller über. Die dr«' Scheunen wurden ein Raub der Flammen. In Willmars bei Mellrichstadt schluc, der Blitz in die Scheune des Bürgermeisters Barthelmeß und zündete. Im Nu stand die Scheune in Hellen Flammen, das Feuer erfaßte auch die Nebengebäude unb bas Wohnhaus, sowie die Nebengebäude des Bauern Landgraf. Auch dest-n Wohnhaus wurde schwer beschädigt. Ein weiteres Anwesen erlitt Brand- schaden. — Der K4jährige Bauer und Gastwirt chubert Nöth oon Unsleben wurde auf dem Fell oom Blitz getroffen und getöte t. Noch war mit feinem Pferdegefpann mit Kleemahen befchastigt gewefen und hatte unter einer freistehenden Kiefer Schutz gesucht. Wolkenbruch über Stuttgart. 1800 Festspielbesucher waren vorn „Parsisal" tief ergriffen. Die Aufführung tat, wie der DKK.-Be- richterstatter meldet, das Ihrige dazu, das Werk in schönster Form darzubieten. Außer der gewohnten Besetzung trat diesyUil zum erstenmal Franz Volker in der Titelrolle auf. Er verkörperte feinen Part mit allen ihm zu Gebot stehenden Mitteln packend und ergreifend. Die anderen Mit- mirienben, Solisten, Chor und Orchester, wetteiferten mit dem Dirigenten unb bem Spielleiter, den Hörern ben besten Eindruck zu vermitteln. Nanga-Parbat-Expedition wegen ungünstiger Witterung abgebrochen. Die Befürchtungen, daß infolge der außerordentlich ungünstigen Wetterlage die Bemühungen Der Nanga-Parbctt-Expedition abgebrochen werden müßten, haben sich bewahrheitet. Wie die Himalaja-Stiftung mitteiü, -befindet sich die Besatzung des Lagers 5 zur Zeit im Abstieg auf das Der Schlußtag des 19. Rhon-Segelflug-Wettbe- roerbs brachte noch einmal auf der Wasserkuppe ein reichhaltiges fliegerisches Programm. Tausende von Zuschauern erlebten am Sonntag Kunstfluye Der von Segelflugzeugen und Motorflugzeugen, sowie P h i i vy V » -mh - •;/ — > Vorführungen eines Fieseler-Storch. Weiter herrschte | und besichtigten das Segelfftegerlager. NACH | Vermietungen| 5 ft* Auferste Vonr Vor 35( 1588, Doll lchenAr, Ä$er ganzen Manien für v°' 1588 die n ^Lissabon 've. Zessionen und V Unb ” SL saa tzss fesi feÄ s>Ä SiiS SmS'm :ä W*alli kluS‘«nb i h« ft15 So x)re(Jens1Lnen ifan s- 5tö°rt. s\ rs1?'» SUS« ä" * >x\\Sk ? LSZ KL-» - T**bl her gesamten w De6r..?r kleine SS Ätri-. -mp °n M-nAi-MtZ hervorragende hie benutzte 9°PI Mfänger entwn 7'bemerkenme ; AöHrenkonstrukteu unb Aufbau des Wnmps.anger r ziöhre mit. bestu chrenkundigen -i capsänger ist für chen, also em I jamit ein umfan! ; reschassung wird ! roeise auch dem bem obendrein di beis in Aussich Gebührenwe Auch der bis! Derbesserungen t geändert hätte. 1 M und der ne die Stelle des bi treten ist. Die b: bem MsenO keineswegs der Abbruch getan, der Durchschnit letzten Jahren die Käufer öe; den Vorzug ge funkindustrie d unter Beibeha Leistungsfc gert hat oder Preisen ^erun: dieses bei dem genannten vux noch vor wenig Ipen oon 300 uni für wenig mefr Wtungsfäljigteit im grundst Jungen zu er M um eine Wh ergäbe I Wennt, dah zw Siebergabe des Unterschiede dest. Empsindlichteit die, aus gleiche tieser Töne ne Empfängern h< um in bem K! auf eine Ijörrid Erfolg wird du! Wetterbericht lieber das das schwieriger zu bauen als der von Suez, aber die Verteidigung auf lange Distanz könnte von denselben Stellen übernommen werden, die schon den Suezkanal verteidigen, und das ist im Dlorben die Insel Cyperu, und im Süden die Insel Perirn im Ausgang des Roten Meers. Wie Aegypten und Gefängnis wegen Nichtanmelden der Maul- und Klauenseuche. LPD. Limburg, 7. Aug. Dor dem hiesigen Schöffengericht hatten sich zwei Landwirte aus Oberzeuzheim zu verantworten. Beide gaben an, daß ihnen an ihren Kühen nichts aufgefallen sei, während der Kreistierarzt bei einer Nachschau Narben bei den Tieren feststellte, die auf eine gerade die Kanalgssellschaft sich zu diesem zweiten Kanal stellen werden, ist noch ungewiß, und vorerst suchen ja auch erst die englischen Ingenieure den Isthmus zwischen Akaba und Gaza nach der technisch besten Lösung ab. zu sechs Kosten. Treffen der Landsmannschaften. Volkstrachtenfest auf dem Opernplatz. - Jestzug durch Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 7. Aug. Unter Leitung des Amtes „Feierabend" in der DAF. fanden sich am Sonntag in Frankfurt sämtliche landsmannschaftlichen Vereine im Gau zusammen, um ein Trachten fest zu veranstalten, wie es in seiner Größe und Vielgestaltigkeit bisher noch nie zustandgekommen war, weil dies vor der Zusammenfassung dieser Vereine im Amte „Feierabend" nicht möglich war. Besonders stark waren die bayerischen Trachten- und Schuhplattlervereine und die oberhessischen Bauerngruppen vertreten, daneben, sah man starke Abordnungen der Landsmannschaften aus Ostpreußen, Westpreußen, Danzig, Westfalen, Rheinland, Elsaß-Lothringen, Württemberg, Baden und Sachsen. Um 11 Uhr fand auf dem Opernplatz eine große Kundgebung statt, bei der der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Willi Becker, eine Ansprache hielt. Er bezeichnete das Festhalten an den althergebrachten Sitten und Gebräuchen als eine heilige Verpflichtung, als ein Derbundensein mit dem Blut und Boden, aus dem man hervorgegangen sei. Niemals habe dieses Bestreben so feste Gestalt annehmen können wie im neuen Deutschland Adolf Hitlers. Er dankte den landsmannschaftlichen Vereinen für diese Volkstumspflege. Dann folgten sich in unter Reihenfolge Darbietungen der bayerischen Schuhplattler und bayerischen Trachtengruppen, Tanz einer Saarpfälzer Winzer- gruppe und einer oberhessischen Bauerngruppe, abgelöst von Gesangsoorträgen des alpenländischen Chors des Bayerischen Klubs und anderer landsmannschaftlichen Vereine und Fahnenschwenken der Rheinländervereinigung. Nachmittags bewegte sich ein farbenfroher F e st- zug durch die Innenstadt. In ihm wurde gezeigt, wie die Menschen aus den einzelnen Gauen des Trachtenwesen. Anschließend fanden in zahlreichen Sälen Stammestreffen der verschiedenen Landsmannschaften statt. Hier wurden heimatliche Tänze getanzt und Heimatlieder gesungen, auch die Mundartdichtung war zu hören. Die Volkstumspflege kam so in allen ihren Einzelheiten zu Wort und lieferte den Beweis dafür, daß auch in unserer modernen Zeit der Sinn für das Althergebrachte noch nicht untergegangen ist, vielmehr gerade jetzt im Amte „Feierabend" zu neuer Blüte gebracht werden wird. Reiches sich zusammengefunden haben, um Brauchtum ihrer Heimat zu pflegen. Die Saarpfälzer führten eine Bergmannskapelle in ihrer schmucken Tracht mit sich, eine Weikersheimer Stadtkapelle trat in ihrer malerischen Tracht auf. Oberhessische Bauernkapellen und Gebirgstrachtenkapellen vervollständigten das Bild. Die verschiedenen Stämme führten im Festzug Stammes- eigentümlichkeiten mit, so die Landsmannschaft der Schwaben „Die sieben Schwaben", die viel Heiterkeit erregten. Mit Beifall ausgenommen wurden die Trachtengruppen aus Elsaß-Lothringen, Danzig und besonders die der Sudetendeutschen. So bot der Zug einen einzigartigen Einblick in das deutsche ________Wochenende hat sich auf dem Festlande eine flache Tiefdruckstörung entwickelt, die anfangs zu stärkerer Gewittertätigkeit führte. Am Montagmorgen kam es dann bei weiterer Zufuhr etwas kühlerer Luftmassen, besonders im Rhein-Main-Ge- biet zu länger anhaltendem Nachregen. Bei schwacher Luftbewegung wird sich wieder Aufheiterung einstellen, doch bleibt das Wetter leicht unbeständig. man kann aber sicher fein, daß England die wohlbewährten Methoden, mit denen man Völker und Reiche bei der Stange hält, auch hier und nicht ohne Erfolg erproben wird. Denn England braucht Aegypten, so wie das letztere England braucht. Drüben in Arabien haben sich ebenfalls nationale islamische Staaten gebildet, deren Stärke ständig zunimmt, und alle diese Staaten stehen zwar in einer Einheitsfront, sobald es gegen den Westen und dessen Ansprüche geht, sie mögen aber gegeneinander ebenfalls diesen ober jenen ehrgeizigen, vorläufig noch im Kasten gehaltenen Plan hegen. . Damit ist die Lage aber noch keineswegs vollkommen umrissen. Die völlig private Natur der K a n a l g e s e l l s ch a f t, in der Frankreichs Einfluß immer noch stark überwiegt, kommt England und seinem Imperium teuer zu stehen. Bei Truppentransporten durch den Kanal ist für jeden einzelnen Mann die reguläre Gebühr von 10 Gold- franks pro Kopf zu zahlen, genau so, wie es die Italiener tun mußten. Und auch die Engländer schicken nicht wenige Truppentransporte durch den Kanal. Und dazu kommt noch das dauernde Schreckgespenst tos „Zementdampfer s". Dieser wäre ein Schiff, mit Eisen und Zement beladen, gehörig irgendeiner mißgünstigen oder feindseligen Nation, das sich während der Fahrt durch den Kanal plötzlich quer in die Fahrtrinne legt, bann burch Oeffnen ber Bobenventile versenkt wirb und so bie Durchfahrt sperrt. Für ben Suezkanal besteht sowieso schon unb auch für normale Zeiten die Bestimmung, daß ein Schiff, das aufläuft und binnen einer Frist von wenigen Stunden nicht wieder frei kommt, restlos weggesprengt werden muß. Wie aber Zement wegsprengen, der unter ber Einwirkung bes eingebundenen Wassers vielleicht schon zu eisenhartem Beton geworben ist? Die Spreng-' mässe müßte vielleicht so groß sein, daß der Kanal demoliert würde... Kurzum, der Engländer sinnt auf Abhilfe, und dabei hat er sich erinnert, daß das Rote Meer nach Norden ja zwei Zipfel vorstreckt, den von Suez, und östlich der Sinaihalbinsel den von Akaba. Die Folge ist, daß Pläne erwogen werden, auch von Akaba aus einen Kanal nach dem Mittelmeer zu legen, genau so, wie man in Amerika einen Pa- rallel-Kanal zum Panamakanal plant — das Risiko gesperrten Verkehrs wäre dann nur noch halb so groß. Der Akabakanal wäre technisch vielleicht verheilte Maul- und Klauenseuche hin- wiesen. Das Gericht konnte den Einlassungen der Angeklagten nicht folgen, sah vielmehr die unterlassene Anzeige bei der Schwere ber Folgen für bie Gemeinde unb Umgegenb als burch Geldstrafen nicht sühnbar an unb verurteilte beide Lanbwirte ' ' Wochen Gefängnis unb ben Vorhersage für Dienstag: Wechselnb bewölkt unb einzelne, teilweise gewittrige Nieber- schläge, Tagestemperaturen 25 Grab, schwül, schwache Winde. Vorhersage f ü r,M i 11 w o.ch : Bei schwacher Luftbewegung wechselns bewölkt; jeboch nicht un« freunbliches Wetter. Lufttemperaturen am 7. August: mittags 28,5 Grad Celsius, abends 19,8 Grad; am 8. August: morgens 18,5 Grad. Maximum 29,4 Grad, Minimum heute nacht 17,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. August: abends 25,4 Grad; am 8. August: morgens 21,8 Grad. — Niederschläge 31,5 mm. — Sonnenscheindauer 5,9 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. 23. Hans Thein. D A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Lützellinden, den 8. August 1938. 5208D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Johannes Bechthold. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 9. August, nachmittags 2Vi Uhr, vom Trauerhause aus statt. Am Samstagabend entschlief meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Maria Bechthold. Stunde der Hausfrau! eiß-Wasch-Vorsührungen derBersil-Werke statt. Eintritt frei! Vom 8. August bis 12. August studen täglich, 16 und 20Uhr, im Restaurant „3um Löwen", Neuenweg 28 Kein Verkauf! ________________________5215D Gießen (Kirchenplatz 21), Kassel, den 8. August 1938. 5212D 521QD E* Krallfahrer MlN sucht. 5216Ö Cafe Amend. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Poppenhaier, geb. Krombach Antonie Sauer, geb. Krombach Jakob Poppenhaier Heinrich Sauer und 2 Enkelkinder. der andere Arbeiten mit übernimmt, zum sofortigen Eintritt gesucht. Schr.Angeb.unt. 5214D a.d.G.A. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 9. August, nachmittags 2.45 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt [steiienängeböte] Ordentliches Wiki« als Beihilfe für Büfett sofort ge- gesucht. 522od Eberhard Schwarz Arn Kugelberg Str. 2. Todes-Anzeige. Unsere innigstgeliebte, unvergeßliche Schwester, Gote, Tante und Schwägerin Fräulein Henriette Sarnes ist heute morgen 5 Uhr in der Klinik zu Gießen plötzlich und unerwartet im Alter von 65 Jahren in die Ewigkeit eingegangen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. L d. N.s Emilie Becker, geb. Marsteller. Grüningen, den 6. August 1938. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. August, nachmittags 3 Uhr statt. Keine Zeugnisse in Urschrift itmbern nur Zeugut». obfdiriftea dem Be- werbuogSschreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- %gen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rücksette Bornen und Anschrift oeJ Bewerben trageni Am Samstag, dem 6. August 1938, entschlief nach kurzem Kranksein unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin u.Tante Frau Marie Krombach, Wwe. geb. Reuter • im Alter von 84 Jahren. Ordentliches, jüngeres Mädchen das schon etwas angelernt ist, zur Mithilfe i. Haushalt für alsbald gesucht. Lange, Arn Nahrungsberg 41. [5161D Aelter., alleinst. SranoöerSrüuletn f. d. Haush. ein. älter, alleinsteb Herrn ges. Sä Äng.rn.Lohnar u.03599a.d.G.A. Junges Mädchen zu 2 kleinen Kindern, sowie alt. Mädchen f. Geschäftshaushalt gesucht. Guter Lohn. Zu erfragen in der Geschaftsst. des Gieß.Anz. 521gÖ Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.l Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 3ronhuri. 5tci3 ist im Seitengebäude ein sehr großer, trockener Raum (3 Fenster) eben. Erde, eigen. Eingang vorn Hof, sofort odersväter zu vermieten. Auskunft: Vorderhaus,l.Stock oder imHof.v3so4 Vertrocknetes Brot gibt es jetzt nicht mehrl In einem gut schließenden Brotkasten bleibt es viel länger frisch. 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Für sonstige Zwecke, wie Sprengen und Gießen von Gärten usw. und Waschen von Autos darf kein Wasser aus der städtischen Wasserleitung entnommen werden. Wir fordern die Einwohnerschaft auf, für die Befolgung dieser Bekanntmachung einzutreten und uns Verstöße gegen obige Anordnung sofort unter Telephon 2058 mitzuteilen. Gießen, den 8. August 1938. 5211A Direktion der Städtischen Betriebe. lassen, 1 Fahrrad. Neue deutsche SIM 9, 8 and 7 PI. 10 Stück 85, 75 DDd 55 PI. 5217D NORDSEE* Seltersweg 18, Ruf 2467 mit neuen Kartoffeln ganz delikat 5218° Fett- Heringe etwas Extrafeines, fett und zart Bestimmt werden versteigert: 3 Damenmäntel, 1 Jagdbüchse. RphflPmann Gerichtsvollz.in Gießen öbUdi llldllU Wiesenstr. 2, Telef. 3108 Zwangsversteigerung. Dienstag, den 9. August, nackm. 2 Uhr, sollen im Persteigerungslokal Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntg. in obigem Lokal), zwangsweise geg. sofort. Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. 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Der eingestellte Sender leuchtet als Punkt auf der Landkarte und frischt damit gleichzeitig die geographischen Kenntnisse des Rundfunkhörers auf. Durch ein sinnvolles System reflektierender Glas- täbchen werden auf der Landkartenskala 130 Stationen zum Leuchten gebracht. Die diesjährige Rundfunkausstellung ist auch insofern lehrreich, als sie den Einfluß des V i e r - jahresplanes erkennen läßt. Auch beim Rundfunkbau wird darauf gedrungen, daß devisenbelastete Werkstoffe nur dann zum Austausch gelangen, wenn die Werkstoffumstellung keine technische Güteminderung bringt. Die neuen Rundfunkempfänger bringen den Beweis, daß sich nicht nur an unersetzlichen Edelmetallen Einsparungen machen lassen, sondern daß auch devisenbelastete Werkstoffe gegen Heimstoffe ausgetauscht werden können. An Edelmetallen benötigt fast jedes Rundfunkgerät Platin, Silber und Paladium. Aus diesen Edelmetallen werden hauptsächlich die Kontakte an den Schaltern gefertigt. Durch Aenderung der Form- Schützt die Ernte vor Brandgefahr! Lpd. Die Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenoerhütung führt in den nächsten Wochen erneut einen Aufklärungsfeldzug über die Notwendigkeit des Schutzes der Ernte vor Brandgefahr durch. Von den jährlich im Reich aufkommenden 350 000 Bränden entfallen allein zwei Drittel auf das Land. Der Gesamtverlust erreicht die riesige Summe von 400 Millionen Reichsmark! Selbst wenn der Brandschaden durch die Versicherung gedeckt ist, und der ^einzelne weder körperliche, noch materielle Not zu erleiden hatte, ist die Gesamtheit doch empfindlich geschädigt Lediglich von den verbrannten Nahrungsmitteln 'könnten 200 000 Menschen leben. Gerade jetzt in der Ernte sind die Brände besonders häufig. Wie leicht kann durch Fahrlässigkeit in der trockenen Sommerszeit ein Brand entstehen! Heu und Stroh können durch den kleinsten und unscheinbarsten Funken in Brand geraten, das Heu kann sich selbst entzünden. Wer größere Mengen Heu aufbewahrt, sorge für die nötige Entlüftung und überprüfe die Temperatur ständig mit einem schen Klippen und die Sturmböen der Nordsee taten das übrige. „Afflavit Deus, et dissipati sunt!“ ließ die Königin auf die Siegesgedenkmünze schlagen: Gott blies, und sie wurden in alle Winde zerstreut. Ein halbes hundert wracker Schiffe, ein paar tausend Mann, invalid und von Skorbut abgezehrt, erreichten nach Monaten wieder Spaniens Küsten. Das war das Ende der Großen Armada. Mit der Vernichtung der Armada hatte sich England wieder in die Reihe der Großmächte gestellt. Die Geschichte des meerbeherrschenden Britannien begann. Schon vermochte Spanien seine Kolonialflotten, auf deren regelmäßiges Einlaufen seine Wirtschaft angewiesen war, nicht mehr vor englischen Kapern zu schützen. 1590 mußte Philipp sogar die Ausfahrt der westindischen Silberflotte verbieten, obwohl infolgedessen — wie er vorausgesehen hatte — eine Bankrottwelle über ganz Spanien ging. Heber das habsburgifche Weltreich triumphierte die Herrin einer halben Insel, die im Jahre gerade 250 000 Pfund ausgeben konnte für ihren Hof, ihr Heer und die Besoldung ihrer Beamten; das heißt: den Wert der Ladung von zwei spanischen Gewürzkaravellen! Die moralische Wirkung dieses Sieges war ungeheuer. Nach einer Periode von Bürgerkriegen, Glaubenskämpfen und der Furcht vor außenpolitischen Entwicklungen gewann man in England das Selbstvertrauen wieder. Es war die Auferstehung der Nation. Der ganze jubelnde Atem von Macht und Größe weht durch die Verse von Shakespeares Königsdramen, die in dem Jahrzehnt nach dem Untergang der Armada entstanden. „O England! Vorbild deiner innern Größe, Gleich einem kleinen Leib mit mächt'gem Herzen, Was könntest du nicht tun, wenn Ehre ruft!" („Heinrich V.") K.r< Oer internationale Iilmwettbewerb in Venedig. An der 6. Schau für Filmkunst, die am 8. August am Lido in Venedig eröffnet wird, werden sich diesmal 17 Länder beteiligen; es werden 40 große und etwa 70 kurze Filme vorgcführt. Heber die Gesichtspunkte, die die Organisatoren der Veranstaltung in diesem Jahre geleitet haben, gab ihr Präsident, Graf V ol t i, einige bemerkenswerte Erklärungen. Er wies darauf hin, daß feit dem Jahre 1932, in dem zum ersten Male europäische und amerikanische Filmgesellschaften bei der Biennale von Venedig zu einer privaten Veranstaltung zusammenkamen, bis heute, wo die größeren Nationen, die eine Filmproduktion haben, offiziell beteiligt sind und die Vorführungen in einem eigens dafür gebauten würdigen Hause stattfinden, sich eine große Entwicklung vollzogen hat, an der die Internationale Filmkammer und verschiedene Regierungen, vor allem die deutsche, die großbritannische und die französische, mitwirkten. Jede Nation schickt diesmal die von der offiziellen Organisation des Landes ausgewählten Filme, so daß die Schau eine getreue Spiegelung des künstlerischen Willens und der Leistungsfähigkeit der teilnehmenden Völker fein wird. Die Frage war, ob die Schau eine Sammlung von Hraufführungen oder ein wirklicher Wettbewerb der besten Filmproduktion des Jahres sein sollte. „Mr haben uns für den richtigen Weg entschieden, indem wir die zweite Aufgabe wählten", sagte Graf Volti. „Sich auf Hraufführungen zu beschränken, hätte vielleicht em höheres Interesse vom Standpunkt der Juristen gehabt, aber unter künstlerischen Gesichtspunkten wäre der Wert der Schau vermindert worden. Wenn auch ein Teil des internationalen Publikums vom Lido den einen ober anderen Film wiedersieht, den es schon in Paris, in Landon oder in Neuyork kennengelernt hat, wie kann man ihn deshalb von einer Jahresschau ausschließen wollen? Diese ist nicht nur für das Der- gnügen des Publikums gemacht, sondern vor allem, um öffentlich und feierlich auf die Filmwerke hinzuweisen, die Ausdruck echter Kunst sind, und auf diese Weise auf die Hebung des künstlerischen Niveaus der internationalen Produktion und als Folge auf die Hebung des Geschmacks des Publikums hinzuwirken. Auch diesmal werden Neuheiten nicht nur in größerer Zahl, sondern von größerem Interesse als je gezeigt werden. Es genügt der Hinweis daß außer drei wichtigsten italienischen Filmen „Luciano Serra, pilota“, „Guiseppe Verdi* unb' „Ettore Fieramosca“, in Venedig Auffahrungen der hervorragendsten Produktion von Amerika, Deutschland, Frankreich und England stattfinden." rin9e Die Heerschau der Rundsuukempsänger. Oer neue Kleinempfänger. — Verbesserter Volksempfänger. — Neue Böhren und Lautsprecher. — Motorisierte Abstimmung. — Tastenwahl mit Fernbedienung. — Vierjahresplan und Bundfunkgerät. Don Joachim Boehmer. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Julius Schwietering, der seit mehreren Jahren (als Nachfolger von Hans Naumann) den Lehrstuhl der Deutschen Philologie an der Hnioersität Frankfurt innehatte, ist jetzt an die Hnioersität Berlin berufen worden. Dr. phil. habil. Hans-Adalbert von Stockhausen ist zum Dozenten der Kunstgeschichte an der Hnioersität Marburg ernannt worden. Professor Dr.-Jng. Paul Werkmeister, Ordinarius für Geodäsie an der Technischen Hochschule Dresden, ist auf seinen Antrag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. zweimal alle Leitungen und Maschinen vom Fachmann nachsehen zu lassen. Geradezu unverantwortlich aber ist die Hnsitte, durchgebrannte Sicherungen zu flicken. Bei Kraftmaschinen ist zu beachten, daß keine Funken entstehen. Hnachtsamkeit kann binnen kürzester Zeit die ganze Jahresarbeit vernichten. Nicht- eingebaute Motoren stellen einen besonderen Gefahrenherd dar. Man achte darauf, daß keine Heuoder Strohreste auf das Gehäuse fallen, da sie sich bei heißgelaufenen Maschinen nur zu leicht entzünden. viel Kinder haben schon das Hab und Gut ganzer Dörfer vernichtet. Nichts ist gefährlicher als das Spiel mit dem Feuer. Deshalb achte man vor allem darauf, daß Kinder unter keinen H instand en in den Besitz von Streichhölzern kommen können! Wenn es irgendwie zu ermöglichen ist. sollte man Kinder überhaupt nicht ohne Aufsicht lassen. 'lhelm Lange. Blum, fable Mer; ?*: ftnst Mn- Nwt; für den Weiter: Hans f den Inhalt der L 38 : 9034. Drui uckerei R.Lange, Bezugspreis RM.> hr, mit der Jllu- 'preis 10 Pf. und eten 5 Pf. mehr. September 1937 Schließlich achte man auch auf die Kinder! Wie- schon das Hab und Gut ganzer leucft, L LK 15 Bä .ü^chselndb, ^'8° Me . schwach» 'd°ch nicht un. 28,3 Grad Wst: morgens ^'nimum heute '"cm Lese August: mor, .5 mm. - 60tll Auferstehung einer Nation. ■ Don Walther Schwerdtseger. ’ Vor 350 Jahren, in den ersten Augusttagen < 1588, vollzog sich der Untergang der spanischen Armada. In der ganzen Christenheit beteten Katholiken und Protestanten für die Streiter ihres Glaubens, als im Mai 1588 die „Unüberwindliche' Armada" die Reede von Lissabon verließ. Ganz Spanien „war voller Prozessionen und Andachten, voller Kasteiung und Fasten". Und in allen Kirchen Englands erflehten anglikanische Prediger den Sieg für den „unverfälschten Glauben" und die Jungfräuliche Komgm. Aber Elisabeth, die so oft in ihrem Leben einen Bekenntniswechsel vollzogen hatte ohne in seelische Verwirrung geraten zu fein, war keine fanatische Glaubensftreiterin. Was sich jetzt vollzog m diesem Sommer 1588, war etwas anderes. Es war der Machtkampf zwischen Spanien und England. Jahrlang hatte das Feuer geschwelt. Englische Agenten und englisches Geld arbeiteten gegen die spanische Herrschaft in den Niederlanden, und von allen Verschwörungen und Aufstandsbewegungen in England liefen Fäden zum Kabinett von Spanien im Escorial. Immer wieder bemühte man sich, die gefährliche Glut unter diplomatischen Verhandlungen zu ersticken. Nun schlug sie zu gewaltiger Flammensäule empor. Im Frühling 1587 war es Francis D r a k e gelungen, die spanischen Kriegsvorbereltungen für JJ - nate zu hemmen. Mit einer Handvoll Schiffe segelte er angesichts der Kanonen von Cadiz m den Hasen, versenkte fast alle schweren Galeonen der spanischen Kriegsflotte und kaperte noch auf der Heimfahrt e portugiesisches Kauffahrteischiff, dessen Ladung d ganze Unternehmen bezahlte. El Draque, wie Spanier seinen Namen deuteten, wurde ein Schreckenswort. Aber er hatte, wie er selbst sagt, „dem König von Spanien nur den Sart angejengt . Man konnte nicht mit einem kühnen Handstreich ein Weltmacht vernichten. Am 19. Juli 1588 wurde die spanische Armada beim Vorgebirge von Lizard, oem südlichsten Punkt von Cornwall gesichtet. Es war ein Unternehmen von fast antiken Ausmaßen: 130 schwere Kriegsschiffe, Geschwader von Transportschiffen, die Kriegsmaterial und Vorraie für Monate verstaut hatten, an 20 000 Soldaten, eine Freiwilligen-Legion aus dem spanischeni Zioei, 8500 Matrosen, 2000 Rudersklaven. Man sucht unwillkürlich die Kriegselefanten in dieser Ausstellung^ Die Insel Wight sollte zum militärischen Stutzpunkt Tastenwahl einstellen kann. Das Gerät besitzt acht Tasten für acht verschiedene Sender. Hat z. B. ein Rundfunkhörer eine Vorliebe für den Sender Köln, o betätigt er eine der acht Tasten und stellt sich mit der anderen Hand den Sender Köln scharf ein. Wenn er die Wahltaste losläßt, liegt ein für allemal auf dieser Taste die Scharfeinstellung von Köln. In gleicher Weise kann er sich auf anderen Tasten Wien, Stuttgart oder Königsberg einstellen, be- chriftet diese Tasten mit dem zugehörigen Sender und braucht beim Empfang lediglich den gewünschten Sender durch Tastendruck einzuschalten. Paßt ihm die getroffene Auswahl am nächsten Tage nicht mehr, benutzt er den ihm unerwünscht erscheinenden Sender für eine Neueinstellung und hat dabei nur die Beschriftung der Taften zu ändern. Bei der Ausbildung der Sk'alen mit den Stationsnamen wird auf beste Lesbarkeit größter Wert gelegt. Man findet Großflächenskalen ober Kinoskalen, die den Zweck haben, den Namen des hörbaren Senders gebung der Kontakte konnte die Stärke der Edelmetallstreifen von 0,04 mm auf 0,01 nun verringert werden. Daher benötigt man für 2000 Kontaktfedern, die in etwa 100 Apparaten vorhanden find, an Stelle von 25 Gramm Platin nur noch 8,85 Gramm Platin. Aehnliche Ersparnisse lassen sich bei der Ausführung von Zinnlötstellen erzielen. Ein Empfänger besitzt etwa 150 Lötstellen. Dadurch, daß man heute in der Lage ist, 40prozentiges Lötzinn einwandfrei zu verarbeiten und die Stärke des Lötdrahtes von 2 mm auf 1,5 mm zu vermindern, ist ein wesentlicher Teil des bisherigen Zinnbedarfs eingespart worden. In einzelnen Fällen ist man auch dazu übergegangen, Löten durch Schweißen zu ersetzen und auf diese Weise eine weitere Senkung des Zinnverbrauchs herbeizuführen. Bei der Anwendung von Nickel als Oberflächenschuh h"' ) die Hmstellung auf Speziallacke erfolgreich durchgesetzt. Aus Aluminium, Magnesium und seinen Legierungen werden viele Einzelteile im Spritzgußverfahren hergestellt. Neuartig ist die Anwendung von Leichtmetallen, wobei eine Aluminium- platte von 50 mm Stärke durch den ungeheuren Druck von etwa 200 Tonnen zum Fließen gebracht wird und sich in einen etwa 10 Zentimeter hohen Spulentopf verwandelt. Dieses neue Verfahren bringt gegenüber dem alten Ziehverfahren Einsparungen von 74 v. H. an Werkstoffen. An Stelle des Werkstoffes Eisen findet man vielfach einen neuen Preßstoff, aus dem der Unterbau der Empfänger hergeftellt wird. Auf diese Weise können bei 100 000 Geräten 130 Tonnen Eisen gespart werden. Als Fortschritt im Lautsprecherbau ist die Ausführung der Befestigungsbüael in Holz an Stelle von Eisen zu bezeichnen. Man hat auf diese Weise nicht nur einen besseren Bauteil erhalten, sondern obendrein bei 100 000 Stück noch 28 Tonnen Eisen einqefpart. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei dem Austausch von Naturseide und Baumwolle für die Isolierung von Drahtleitungen gegen die Heimstoffe Zellwolle und Kunstseide. Aus diesen Beispielen ist zu erkennen, wie die zielbewußte Ausrichtung der Rundfunkfabrikation den Forderungen des Vierjahresplanes wirkungsvoll gerecht geworden ist. Obwohl die technische Entwicklung des Rundfunkempfängers heute ebenso als abgeschlossen gelten kann, wie die des Autos oder die der Nähmaschine, bringt die deutsche Rundfunkinduftrie auf der diesjährigen Großen Funkausstellung in Berlin eine Fülle von Neuerungen auf den Markt, die Zeugnis von einer unermüdlichen Forschertätigkeit und fabrikatorischen Verfeinerung ablegen. Als lebendiger Ausdruck der Gemeinschaftsarbeit der gesamten deutschen Funkindustrie tritt ein neuer Kleinempfänger auf den Plan. Er ist ebenso wie der Volksempfänger durch Gemeinschaftsarbeit aller Rundfunkhersteller entstanden und durch seine Preisgestaltung für 35 Marl eine in der Welt einzig dastehende Leistung der Rundfunkindustrie. Empfänger und Lautsprecher sind in dem neuen Apparat zujammengebaut und vermögen ihre hervorragende Leistung dadurch zu bewirken, daß die benutzte Hoppelröhre eigens für diesen Klein- empsänger entwickelt wurde. Hierin liegt insofern ein bemerkenswertes Ereignis, als bisher der Röhrenkonstrukteur dem Apparatebauer Schaltung und Aufbau des Gerätes vorfchrieb, während beim Kleinempfänger umgekehrt der Apparatebauer eine Röhre mit bestimmten Eigenschaften von seinem röhrenkundigen Mitarbeiter verlangte. Der Klein- empsänger ist für Wechsel- oder Gleichstrom zu benutzen, also ein Allstromempfänger, er sichert sich damit ein umfangreiches Anwendungsgebiet. Seine Beschaffung wird durch eine besondere Zahlungsweise auch dem ärmsten Volksgenossen ermöglicht, dem obendrein die von Reichsminister Dr. Goebbels in Aussicht gestellte Neuregelung des ausgebaut werden, und die Kanonen der spanischen Riesenschlachtschiffe sollten den Kanal sperren, um die Heberfahrt des Statthalters in den spanischen Niederlanden zu sichern, der mit 30 000 Mann zum Einfall nach England bereit in der Hafenfestung Sluys lag. ... Was konnte England dem gegenüberstellen? Den ganzen Winter war der Lärm der Hämmer auf den Werften nicht verhallt. Auf allen Dorfangern wurden Rekruten ausgebildet. 50 000 Mann hatte man auf die Beine gebracht; aber die satirische Aushebungsszene, die Shakespeare in „Heinrich IV. gezeichnet hat, ist sicher kein reines Phantasieprodukt, und die Kampfkraft dieser Truppen mag im Vergleich mit den kriegsgewohnten Spaniern ziemlich gering gewesen sein. An die 200 Schiffe waren in Plymouth vereinigt. Meist allerdings Kauffahrteischiffe, die man notdürftig bestückt hatte, bewaffnete Heringsfänger. - . Dennoch erkannten kluge Beurteiler, wie Papst Sixtus V., das gewaltige Potential de guerre um einen modernen Ausdruck zu gebrauchen —, das in dieser Flotte steckte. Der Führer: H a w k i n s , der als Sklavenhändler in den afrikanischen Gewässern seine nautischen und organisatorischen Fähigkeiten bewiesen hatte, und Drake, Seeräuber und Weltumsegler, der i n einer Nußschale von Schiff den Stürmen auf sieben Meeren getrotzt hatte. Auf spanischer Seite: der Herzog von Medina-Sidonia, der nicht imstande gewesen wäre, eine Fähre von einem Ufer des Guadalquivir an das andere zu bringen. Die spanischen Schiffe: plumpe Riefentonnen mit großem Tiefgang. Die englischen: klein, wendig und schnell, mit weittragenden Geschützen ausgerüstet. Heinrich vm., der nicht nur der filmgerechte fette König der sechs Frauen war, sondern zugleich ein bedeutender Herrscher und der Begründer der modernen Flotte, hatte die umwälzende Idee gehabt, Geschütze an den Längsseiten der Schiffe aufzuftellen, statt nur an Bug und Heck. Nun bewährte sich diese Neuerung im Kampf. Die Breitseiten der Engländer rissen furchtbare Lecks in die hölzernen Wände der spanischen Kolosse und verwüsteten die Banke mit den anqeschmiedeten Rudersklaven, wodurch die großen Kästen fast unbeweglich wurden. Die spanischen Seekämpfe waren eigentlich nur Landschlachten zu Wasser gewesen: das feindliche Schiss wurde mit Enterhaken herangeholt, Soldaten sprangen an Bord und eroberten in zähem Gemetzel das feind- ■ lidye Schiff wie eine Festung. Die Engländer hüteten sich wohl, auf diese Taktik einzugehem Mit überraschenden Angriffen, verheerendem Geschutzfeuer ' und Brandern, die sie nachts in das zusammen- aeballte spanische Geschwader schickten, wurde die t Unüberwindliche Armada" zersprengt. Die schotti- bezogen ist. Die Verbesserung des Tones ist ferner durch neue Röhren herbeigeführt worden. Als Neuerung kommen zum erstenmal Stahlröhren zur Anwendung, die sich in ihrem inneren Aufbau von den bisherigen Glasröhren wesentlich unterscheiden, und bei denen die elektrischen und mechanischen Eigenschaften des metallischen Werkstoffes für die Formgebung und Leistungsfähigkeit ausgenutzt wurden. Damit stehen die deutschen Stahlröhren im Gegensatz zu den amerikanischen, bei denen der Glaskolben nur durch Stahl ersetzt wurde. Daß man ähnliche Leistungen wie aus den Stahlröhren auch aus Glasröhren herausholen kann, beweisen die zum erstenmal erscheinenden „roten" Röhren, die sich feit etwa zwei Jahren in den von der Ostmark gebauten Empfangsgeräten bewährt haben. Zur Verbesserung der Tonwiedergabe sind auch auf dem Gebiet des Lautsprecherbaues neue Wege beschritten worden. Wenig bekannt ist, daß das für die Membrane mancher Lautsprecher benötigte Spezialpapier aus Amerika bezogen werden mußte. Heute ist die deutsche Industrie in der Lage, diese Papiere in besserer Güte herzustellen. Da es Schwierigkeiten bereitet, den gesamten Umfang der hörbaren Töne durch einen einzigen Lautsprecher naturgetreu wiederzugeben, finden wir in einer Reihe hochwertiger Empfangsgeräte zwei Lautsprecher. Der eine ist für die Wiedergabe tiefer, der zweite für die Wiedergabe hoher Frequenzen geeignet. In einem als besonders hochwertig anzusprechenden Kammermusikgerät sind sogar drei Lautsprecher eingebaut. Andere Konstrukteure wieder haben die Wiedergabetreue durch die Verwendung von Leichtspulen zu steigern gewußt. Man kann heute behaupten, daß ein guter Ortssender in einem guten Empfänger so naturgetreu wiedergegeben wird, daß ein verwöhntes Ohr keinen Unterschied zwischen Originalmusik und übertragener Musik festzustellen vermag. Als Neuerung verdient auch ein Flach- lau t s p r e ch e r erwähnt zu werden, der nur eine Tiefe von 5 Zentimeter hat und wie ein Bild an der Wand aufgehängt wird. Selbsttätige Abstimmung: das Kennzeichen für die Verbesserung der Abstimmung ist ihre Motorisierung. Eine Anzahl von Geraten benutzt den Antrieb eines kleinen Elektromotors, um den Empfang einer bestimmten Station selbsttätig scharf einzustellen. Der Vorgang erfolgt unhörbar und bringt von selbst den Sender erst wieder zu Gehör, wenn die Scharfeinstellung vorgenommen ist. Ein weiteres Mittel zur optischen Kennzeichnung der richtigen Einstellung eines Senders ist das „magische Äug e". Es handelt sich um eine optische Anzeigevorrichtung, auf deren kreisrunder Fläche ein Sektor größerer Helligkeit die richtige Abstimmung erkennen läßt. Man kann die Vorrichtung mit den zusammengekniffenen Lidern eines Auges vergleichen und hat für den Grad der Zusammenziehung der Lider gleichzeitig einen Maßstab für die einfallende Lautstärke des Senders. Zu den weiteren Abstimmhilfen ist die Einführung einer Taftenwahl zu zählen. Durch das Niederdrücken einer mit dem Namen einer Sende- ftation gekennzeichneten Taste wird der gewünschte Sender selbsttätig zu Gehör gebracht. Interessant ist eine Ausführung, bei der man nicht auf die Auswahl bestimmter Sender angewiesen ist, sondern bei der man sich jederzeit einen beliebigen Sender auf Gebührenwesens zugute kommt. Auch der bisherige Volksempfänger hat Verbesserungen erfahren, ohne daß sich sein Preis geändert hätte. Dazu gehört eine verbesserte Leuchtskalp und der neue dynamische Lautsprecher, der an die Stelle des bisherigen magnetischen Systems getreten ist. Die billigen Rundfunkempfänger, die mit dem Volksempfänger auf den Markt kamen, haben keineswegs dem Absatz der hochwertigen Geräte Abbruch getan. Ganz allgemein ist festzustellen, daß der Durchschnittspreis der verkauften Geräte in den letzten Jahren gestiegen ist, ein Beweis dafür, daß die Käufer dem hochwertigen Gerät immer mehr den Vorzug geben. Diesem Wunsche hat die Rundfunkindustrie'dadurch Rechnung getragen, daß sie unter Beibehaltung der bisherigen Preise die Leistungsfähigkeit wefentlich gestei- g e r t hat oder daß sie bei gleicher Leistung mit den Preisen herunterging. Am sinnfälligsten kommt dieses bei bem Überlagerungsempfänger, dem sogenannten Super, zum Ausdruck. Während diese noch vor wenigen Jahren zwischen den Preisgruppen von 300 und 400 Mark lagen, werden sie heute für wenig mehr als 200 Mark bei noch gesteigerter Leistungsfähigkeit angeboten. Da im grundsätzlichen Aufbau keinerlei Heberraschungen zu erwarten sind, haben sich die steiler um eine Verbesserung der Tonwiedergabe bemüht. Jedem Rundfunkhörer ist bekannt, daß zwischen der Originalmusik und der Wiedergabe des besten Lautsprechers noch immer Hnterschiede bestehen. Der Grund hierfür ist in der Empfindlichkeit des menschlichen Ohres zu suchen, die auf gleiche Lautstärken hoher, mittlerer und tiefer Töne verschieden anspricht. In den neuen Empfängern hat man daher Hilfsmittel eingebaut, um in dem Klangbild die tiefen und hohen Tone auf eine hörrichtige Wiedergabe zu bringen. Dieser Erfolg wird durch Baßheber, Tonregler und Gegen- Heuthermometer! Der Großteil aller Brände entsteht durch Fahrlässigkeit und ist somit vermeidbar. Offenes Licht, auch Petroleumlampen, haben im Keller, auf dem Boden und besonders in der Scheune nichts zu suchen. Das Anzünden von Streichhölzern auf Treppen ist ebenfalls sehr gefährlich. Sodann achte man auf die Beschaffenheit der Feuerstätten. Diel Hn- glück haben auch schon schadhafte elektrische Anlagen gebracht. Deshalb sollte es sich jeder selbst zur Pflicht machen, im Jahre mindestens ein- oder don". Heberhaupt werden Feuersbrünste nicht durch Hufeisen oder ähnlichen Aberglauben gebannt, sondern einzig und allein durch Achtsamkeit und Vorsicht. Die eigene Vorsicht ist stets der beste Hnfall- schutz. Deshalb: Schützt die deutsche Ernte vor Brandgefahr! Domotizen. Tatzeskalender für Montag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Signale nach Lon» wtz. ne ist der Mer- > h xurüdgegangen. j leit im Beibrauch l eigentlichen haus- | Dorrat vollständig i engen und Gießen on Autos darf kein Verleitung entnom- ist auf, für die ®e’ Lzutretenundun tung Wort unter 521U r^Setriebe^_____ ersteigert. Q August, nalvm. sSgbss s&ss I SÄ intcb ZWS jeels— I Gießener HI. im schönen Kranken Gewitter über Gießen und Oberhessen Freitagabend für | begleitet, lieber Niederscheld und Dillen- Ibkuhlung brachte, bürg hauste das Unwetter mit einer bisher kaum m Lpd. Verschiedene Gewitter, die über das Dill das den der Nachdem das Gewitter am 1 unsere Landschaft nur teilweise Abkühlung brachte, herrschte am Samstag wiederum ungemein heißes und schwules Wetter. Wohl wurde es im Laufe des Sonntags etwas kühler als wahrend der ganzen vergangenen Woche, zu einer merklichen Abkühlung, wie sie von vielen ersehnt war, kam es aber erst nach einem heftigen Gewitter, das gestern große Teile unserer Landschaft überzog. Glücklicherweise sind nach den bisher vorliegenden Meldungen keine ernsten Schäden durch das Gewitter entstanden. Der anhaltende Regen mürbe allgemein sehr begrüßt und dürfte auch der Feld- frucht, insbesondere den Hackfrüchten sehr wertvoll und entzündete ihn. Weitere ünwetterschäden. wurde. Ringsherum herrliche Berge, schone, schat- tiae Walder und, was uns alle am meisten Spatz machte, in nächster Nähe die Regnitz. Nach dem Frühsport stürzten sich 150 Hitlerjungen an die Fluten, und manche brachten es sogar fertig, ein Bad zu nehmen (6.10 Uhr morgens!). Dieses „kulturelle Zeremoniell" wurde bald durch Kaffeefassen abgelost, was die restlose Hingabe jedes einzelnen fand. Aber nach ein paar Stunden war es schon wieder „viel Afrika". Da tat die Regnitz gute Dienste. Die halbe Lagerbelegschaft suchte das kühle Naß auf, um sich darin zu erfrischen. Schnell war die richtige Stimmung gefunden. Ueberall ertönten die Klange des Schifferklaviers. Fußballspiele wechselten mit Boxkämpfen ab. Dazu kamen nach die Lagerwltze, die der Sache noch eine besondere Note gaben. Da schlug zum Beispiel Tazio Nuoolan unter dem rasenden Beifall der Zuschauer den berühmten Goethe in der 10. Runde k. o. Dieser erlebnisreiche Morgen fand seinen Abschluß mit dem Essenfassen, dem nun eine Besichtigung her Stadt Bamberg folgen soll. Alle Hitlerjungen sind restlos begeistert von der Fahrt, die einen durchaus vollwertigen Ersatz für die Nordmarkfahrt kp. dagewesenen Heftigkeit. Innerhalb weniger Minuten waren die Straßen überschwemmt. Die Abflutzkanale vermochten die Wassermassen nicht zu fassen. Den Regenmassen folgte unmittelbar ein dichter Hagel- schlag, der auf den Feldern und Fluren teilweise nicht unerheblichen Schaden anrichtete. Auf den Straßen bildete sich vorübergehend eine Zentimeter' dicke Eisschicht. Zwischen Burg und Nieder- scheid ergoß.sich das Walser in wahren Sturzbächen auf die Straße, diese an mehreren Stellen mit einer hohen Schlammschicht bedeckend. Der Flurschaden, der im Dilltal an verschiedenen Stellen an- gerichtet wurde, dürfe erheblich se>n. Auch die Gegend von Herborn wurde von einem Unwetter heimgesucht. Das am Freitagabend über dem nördlichen Oberhessen niedergegangene schwere Gewitter hat nicht nur in der Gemarkung Saasen Schaden angerich. tet, sondern auch bei Harbach,. Ettingshau- jen Münster ' und anderen Orten erheblichen Schaden an den Feldfrüchten verursacht. Stellenweise wurden Bäume entwurzelt und ~ Wieder sind 150 Hitlerjungen des Bannes 116 auf Großfahrt. Diesmal ist es die Fränkische S ch w e i z , die als Fahrtenziel gern ä^t wurde. Die erste Nacht verbrachten wir im Zeltlager Burg bei Bamberg, das wir nach einstundiger Bahnfahrt und einem kleinen Fußmarsch erreichten. Die tüchtigen Lagerköche hatten schon alles getan, um den Empfang würdig tu gestalten. Das hatten die Eltern einmal sehen sollen, wie mit Kakao und Brötchen ein Festmahl stattfand. Nach der langen Bahnfahrt war der nötige Appetit vorhanden. Tief- befriedigt und gesättigt konnten die Hitlerjungen ihren Schlafplatz im Zelt einnehmen. Die Mrt- gruppe der Gefolgschaft 2/116 hatte als Vorkommando alle Vorbereitungen zum Zelten ge- Lpd. Aus dem Vogelsberg, 7. Aug. Die nun schon seit Tagen anhaltende große Hitze hat in manchen Gegenden des Vogelsbergs eine empfindliche Wasserknapvheit hervorgerufen. So mußten z. B. in desen Tagen die Bürgermeister von Alsfeld und Lauterbach Maßnahmen zur Wassererspnrnis anordnen. In Alsfeld wurde das Besprengen der Gärten mit Wasser aus der Leitung verboten. In Lauterbach wurden dis Lpd.'Verschiedene Gewitter, die über das Dill- Springbrunnen außer Betrieb gesetzt und das t a l zogen, waren stellenweile von H a g e l s ch l a g Spritzen und Begießen der Garten verboten. NS.-Gemelnschaft „Kraft durch Areude". Antragsformulare und Mahnblätter zur Bestellung eines Volkswagens können ab heute, Montag, den 8.August 1938, abgehalt werden, in Gießen: Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60; in Friedberg: Kartenverkaufsstelle Bismarckstraße 32. Schriftliche Bestellungen von Antragsformularen sind zwecklos. 5205D Sparsamkeit im Wasserverbrauch. Infolge der anhaltenden Dürre ist her Wasser- oorrat der Stadt Gießen erheblich zurückgeaangen. Die Direktion der städtischen Betriebe empfiehlt deshalb äußerste Sparsamkeit im Verbrauch. Dor allem darf zum Gießen von Gärten und zum Waschen von Autos kein Wasser der Wasserleitung entnommen werden. Artilleristen-Kameradschast 1895 Gießen. Am Samstag vereinigten sich zahlreiche Mitglieder der Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen in Gemeinschaft mit aktiven Kameraden unserer Gießener Artillerie-Abteilung im Kameradschaftsheim „Hessischer Hof" zu ihrem üblichen monatlichen Ka- meradschaftsabend. Kameradschaftsführer Müller konnte dabei den Kameraden über den gegenwärtigen Stand der Zusammenfassung aller alten Soldaten im NS 'Reichskriegerbund berichten. Ferner machte er Mitteilung von einer Ehrung, die der frühere Waffenring der deutschen Feldartillerie feinem langjährigen Waffenringführer, Generalleutnant a._D. Freiherrn von Matter, in dankbarer Würdigung seiner großen Verdienste um den Was- fenring und zugleich als kameradschaftlichen Gruß barbringen will. Die Artilleristen-Kameradschast 1895 Gießen ist gerne bereit, ihren Beitrag zu die- ser Dankesgabe an den hochbetagten und leider schwer erkrankten General zu leisten und ihm da- durch auch den Dank der Gießener Kameraden zu bekunden. Der weitere Verlauf des Abends brachte neben dem Austausch mancher Erinnerungen und Eindrücke über den Dienst bei der Artillerie in Krieg und Frieden noch frohgestimmte kameradschaftliche Unterhaltung, bei der insbesondere die für Anfang September geplante Omnibusfahrt an den Rhein im Vordergründe stand. gewesen sein. Das Gewitter, das in breiter Front etwa von Butzbach her aufzoa und sich in nördlicher Richtung bewegte, entlud sich unter zahlreichen heftigen Blitzen. So blieb es nicht aus, daß es auch zu einigen Einschlägen kam, ohne daß jedoch größerer Schaden angerichtet worden wäre. In Gießen schlug der Blitz in einen Straßenbahnwagen, der aber seine Fahrt fortsetzen konnte. Fer- ner waren in Gießen einige Schläge in Lichtleitungen zu verzeichnen, durch die für kurze Zeit einige Teile der Stadt in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein Blitz schlug in ein Haus in der Schützenstraße und zerstörte die Hauptsicherung des Hauses. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Feuerwehr hatte in zwei Fällen einzugreifen. Sie wurde in die äußere Frankfurter Straße gerufen, wo Kartoffel- stroh und dürres Gras in Brand geraten war. In einem zweiten Fall mußte die Feuerwehr nach dem heftigen Regen zum Auspumpen eines Kellers in die Neuen Baue ausrücken. Durch eine Störung in der Leitung, die anscheinend auch durch einen Blitzschlag hervorgerufen wurde, ertönten plötzlich die Feuer- und Alarmsirenen unserer Stadt, so daß sich Feuerwehr und Polizei schon aufmachten, um nach ihren festgelegten Alarmplätzen auszurücken. Glücklicherweise lag kein Ernstfall vor. Im Bahnhofs- viertel schlug der Blitz in eine elektrische Schaltanlage, so daß das Gebiet um die Frankfurter Straße vorübergehend ohne Licht war. Ein kalter Schlag traf das Gebäude der Ohren-Klinik, es wurde aber glücklicherweise nur die Fahnenstange zerstört. In der Nähe von Krofdorf schlug der Blitz in die Anlage des Umspannwerkes; infolgedessen war der Ort Krofdorf vorübergehend ohne Licht. Außerdem schlug der Blitz in einen Getreidehaufen Wenn alles friedlich schlummert, zieht die Wache um das Lager ihre regelmäßigen Runden. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man so unter dem Sternenzelt Wache hält und ein fern vorüberziehendes Gewitter ab und zu den Nachthimmel erhellt. Um 6 Uhr wurde Wecken geblasen. Da wurde der stille Platz schnell lebendig. ' . Wir konnten uns nun erst die schöne Landschaft bietet, betrachten, da es am Abend vorher schon dunkel' Ldp. Büdingen, 7. Aug. Der Neubau des Büdinger Heimatmuseums ist jetzt soweit gediehen, daß das Richtfest begannen werden konnte. In dem Neubau wurde im Rahmen der Richtfestfeier eine Stiftungsurkunde für dielen Bau und eine Urkunde über die Geschichte des Histon- schen Vereins in Büdingen, dessen Ausstellungen Gebäude dienen soll, nach Unterzeichnung durch Bürgermeister, den Beigeordneten und den Rat Stadt eingemauert. Znhei-en hat den ältesten Ortsdiener des Kreises Gießen. -""82 Jahre alt. Herr Wilhelm Pletsch, der voriges Jahr von Hungen nach Gießen, Sencken- bergstraßc 25, zu seinem Sohn verzogen ist, feiert am 8. August in voller Rüstigkeit seinen 82. Geburtstag. Er nimmt an den heutigen Geschehnissen noch regen Anteil. Unseren herzlichen Glückwunsch. ** Ran gserun fall. Heute morgen ereignete sich im Rangierbahnhof unmittelbar an .der Hamm- straße ein Unfall beim Rangieren. Ein Wagen wurde heftig gegen den Gleisabschluß und den Prellbock gedrückt', so daß der Wagen entgleiste, das Gitter, das die Gleisanlagen von der Straße trennt, durchstieß und einen Baum umlegte. Es entstand lediglich Materialschaden. 46200Thrt Geldstrafe für jüdischen Steuerbetrüger. Lpd. Alsfeld, 7. Aug. Das Finanzamt Alsfeld hat den jüdischen Diplom-Ingenieur Karl S a - lomon zu Alsfeld, seither Geschästsführer des Sägewerks der Juden Gebrüder Wallach, wegen fortgesetzter Hinterziehung der Einkommensteuer 1929 bis 1936 in Tateinheit mit fortgesetzter Hinter- ziehung der Gewerbesteuer 1930 bis 1937, der Einkommensteuerzuschläge und der Krisensteuer, sowie der Vermögenssteuer 1932 bis 1937 zu insgesamt 46 200 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Tierquäler kommt ins Gefängnis. Lpd. Hanau, 6.Aug. Wegen Tierquälerei erhielt vom Schöffengericht Hanau der 22 Jahre alte Friedrich Heyd drei Monate Gefängnis. Er hatte beim Sandabfahren die beiden Pferde seines Arbeitgebers in Dörnigheim in roher Weife gequält und mißhandelt. _________________________ Harbach die Ortsstraße überflutet. Blitzschlag verursacht Großfeuer auf einem Gutshof. Lpd. Marburg, 7. Aug. Bei dem schweren Gewitter, das über dem nördlichen Teil des Kreises Gießen und dem angrenzenden südlichen Teil des Kreises Marburg am Freitagabend niederging, schlug der Blitz in einen großen Stall des Hofgutes Fortbach in Hachborn ein. Das Stallgebäude mit der Heuernte stand im Nu in hellen Flammen, die mit rasender Geschwindigkeit auch auf die angrenzende Scheune Übergriffen. Während das Vieh aus den Stallungen gerettet werden konnte, wurden Stall und Scheune mit allen Vorräten trotz eifriger Arbeit zahlreicher Wehren eingeäschert. Waffernot durch Hitze. 00 Inheiden, 8. August. Herr Philipp Schmidt kann am morgigen Dienstaa, 9. August, seinen 8 5. Geburtstag feiern. Dieses Jahr sind es 40 Jahre, daß der „alte Schmidt" sein Amt als Ortsdiener übernahm. Er diente bei den 116crn in Gießen. Auch heute ist er noch ein be- aeifterter Freund alles Militärischen. Wir gratu. fieren dem Jubilar. Büdinger Heimatmuseum Wirtschaft. Frühkartoffel-Erzeugerpreise vom 8. bis 13. August. Fwd. Für deutsche Speise-Frühkartoffeln sind durch Anordnung der HD. der deutschen Kartoffel, wirtschaft folgende Erzeugerfestpreise je 50 kg netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation für die Zeit vom 8. bis 13. August festgesetzt: für weiße, rote und blaue Sorten 3,25 (in der Vorwoche 3,75), für runde gelbe Sorten 3,75 (4,25) und für lange gelbe Sorten 3,75 (4,25) RM. Rhein-Mainische Börse. Schwächer. Frankfurt o. M., 6. Aug. Auch an der Wo- chenschlußbörse lagen wieder einige Abgaben aus den verschiedensten Quellen vor, wogegen die Auf- nahmebereitschaft zu wünschen übrig ließ, zumal Kaufaufträge nur vereinzelt und auf niedrigerer Basis eingegangen waren. Im Verlaufe tarnen daher einige Limite zur Ausführung, so daß ein weiteres Abgleiten der Aktienkurse zunächst ver- mieden wurde. Die Umsätze waren im allgemeinen recht klein. Angebot erfolgte hauptsächlich wieder in der Farben-Aktie, die auf 147,13 bis 147 (147,50) nachgab, Metallgesellschaft verloren 0,90 v. H. auf 121,13. Die durchschnittlichen Einbußen lagen bei 0,50 bis 1 v. H., wobei alle Marktgebiete gleichmäßig betroffen wurden. Darüber hinaus ermäßigten sich Demag auf 135,50 (137,25), Bemberg auf 124 (125,50), Conti Gummi auf 197,50 (200,13), Berger Tiefbau auf 137 (138,50) und Deutsche Erdöl auf 119,25, (120,50). Montanpapiere bröckelten nach 0,25 bis 0,50 v. H. schwächerem Beginn im Verlaufe um meist weitere 0,13 bis 0,40 o. H. ab, Mannesmann. schwankend zwischen 104 bis 104,25 (103,75). Behauptet lagen u. a. Adlerwerke mit 105, BMW. mit 140,25 und Rheinmetall mit 125. Am Rentenmarkt lag wieder etwas Angs- bot vor. Reichsaltbesitz 129,90 (130), Kommunal- Umschuldung 94,25 (94,35), hingegen Reichsbahn- Vorzugsaktien 122,40 (122,13). Don Liquidation^- Pfandbriefen gaben die beiden Frankfurter bis 0,25 v. H. nach. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen blieben behauptet. Industrie-Obligationen zeigten nur geringprozentige Abweichungen, ebenso lagen Staatspapiere kaum verändert. 41/? v. H. Reichspost etwas höher mit 100,40 (100,20), ebenso 4V? v. H. Hessen von 29 mit 100,50 (100,30). Delo» sama II bröckelten 0,25 v. H. ab auf 151,75. Der Freiver kehr lag still und teilweise , schwächer. Man nannte Elsäss. Bad. Wolle mit 80 Brief (82), Verein. Fränk. Schuh (Berneis) 69 Brief (72). Dingler schwankten bei unverändert 85,50 bis 86,50. Tagesgeld wieder 2,25 v. H. Sprechstunden Der Nedaktion. , H.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Zwei hinter Gisela. Vornan von Sans Hirthammer. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa. 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Giesela hörte betreten zu. „Warum erzählt sie mir das alles?" dachte sie. „Ich will es doch gar nicht wissen." r „Du wirst sicher eines Tages den Rechten finden", redete sie ohne rechte Kraft der anderen zu. „Du bist noch so jung! Eines Tages' wirst du mir deine Kinder vorstellen, ich sehe es schon voraus." Aus dem Mund der anderen brach ein Lachen. „Wenn du es ooraussiehst, bann wird es schon stimmen!" Dor Giselas Haustür trennten sie sich mit em paar freundlichen Worten. Gisela war schon auf der Treppe, da kehrte sie noch einmal um, betrat die nächste Telephonzelle und wählte die Nummer der Pension Stadelmann. Radegast mußte erst an den Apparat gerufen werden. Als sie seine Stimme hörte, durchströmte sie cm Gefühl großer Dankbarkeit. „Walter — ja ich bin cs. — Aber nein, es ist nichts vorgefallen. Du, ich war heute in einer so häßlichen Stimmung. Kannst du mir verzeihen? — Ich danke dir. In Zukunft wird es nicht mehr Vorkommen." 21. Nach jedem Treppenabsatz legte Gisela den Kopf auf die Seite, beugte sich über das Treppengeländer und schielte nach oben wie ein Huhn, bas nach bem Wetter guckt. Und als sie endlich oben angelangt war, mußte sie erst eine Weile verpusten, bevor sie sich entschloß, bie Klingel zu ziehen. Heli mochte sie schon erwartet haben, benn sie öffnete nach wenigen Sekunben. „Da wäre ich also!" sagte Gisela und schlenkerte mit der Handtasche. „Und ich begreife jetzt, warum sie eine so beneidenswert schöne Figur haben. Wie oft am Tag machen Sie diese Gipfelbesteigung?" „So an bie zehnmal kann es wohl bisweilen werben. Aber kommen Sie, Sie werden gleich für Ihre Mühe belohnt." Sie führte das Mädchen ins Atelier und weidete sich an den Ausrufen der Begeisterung, mit denen Gisela den unvergleichlichen Anblick aufnahm. Die Sonne war eben im Untergehen und vergoldete mit ihren letzten Strahlen den ganzen Raum. Die Möbel, bie Wänbe, bas Kaffeegeschirr auf dem Tisch, alles glühte und leuchtete in einem flammenden Rot. Heli zog bie Garbine beiseite. „Wollen Sie ,lieber ben Dächern von Berlin' genießen?" In ber Tat, der Anblick war phantastisch. Weithin schweifte das Auge über bas Gewirr ber Dächer unb Giebel, über dieses unendlich steinerne Meer, aus bem gleich vereinzelten Inseln bie Kirchtürme und Hochhäuser emporragten. Aus ben Schornsteinen stiegen dünne Rauchfahnen, vom Winde leicht bewegt, sammelten sich hoch oben zu einer rosigen Dunstwolke unb trieben bavon. „Wir haben bie Sonne fast ben ganzen Tag! Unb von meinem Schlafzimmer aus kann ich jeden Tag sehen, wie sie aufyeht — sofern es nicht gerade regnet. Unb nach wenigen Stunben steht sie schon über bem Ateliersenster. Nein, wir können bort unten in ber Tiefe nicht leben. Bedenken Sie, daß mir vom Lande kommen!" „Ja, dafür würde ich auch ganz gern zehnmal im Tag die Treppe auf« unb runtersausen." Als Heli ihr ben Mantel abnahm, bemerkte sie den neugierigen Blick, ben Gisela nach Peters Ex- perimentiertisch warf. „Das ist bas Reich meines Bruders. Sagte ich Ihnen schon, baß er Chemiker ist?" „Ach!" staunte Gisela und trat ein wenig näher an bie geheimnisvollen Kolben unb Retorten heran. Heli erzählte ihr von Peters Arbeit, von bem langwierigen und verbissenen Kampf um feine Er- finbung. Es klang nicht aufdringlich, aber es klang doch aus jedem ihrer Worte ber Stolz ber Schwester. „Das muß schön sein!" meinte Gisela nachdenklich. „So zusammen arbeiten, gemeinsam kämpfen, sich gegenseitig helfen! Es ist ganz wunderbar — unb Sie glauben nicht, wie glücklich ich bin, baß mir es nun erreicht haben. Eben in biefer Stunbe Der« hanbelt Peter mit einem großen Inbustriekonzern über bie Auswertung feiner Erfinbung. — Es tat ihm sehr leid, baß er heute nicht zu Hause bleiben konnte. Er hätte Sie so gern kennengelernt. Ich glaube, er — ist ein bißchen in Sie verliebt!" Gisela brehte sich betroffen nach ber Sprechenden um. „Sie — scherzen wohl? Der junge Mann kennt mich doch gar nicht!" „Ich habe ihm soviel von Ihnen vorgeschwärmt. Wie hätte ich ahnen sollen, daß er gleich Feuer fängt!" Gisela lächelte verlegen. „Gut, daß er nicht da ist! Er würde sehr enttäuscht sein, wenn er mich kennenlernte." „Wie ich meinen Peter kenne, möchte ich eher das Gegenteil annehmen. Aber er märe jedenfalls sehr enttäuscht über — Ihren Derlobungsring!" Eine glühende Röte überzog Giselas Gesicht, verlegen drehte sie an bem Ring. „Ich — ich habe mich verlobt!" kam es zögernd von ihren Lippen. „Es kommt mir selber noch ein wenig komisch vor, daß es so schnell gegangen ist." „Meinen Glückwunsch!" sagte Heli, wenig herzlich und brückte ihr bie Hand. „Nehmen Sie Platz, bitte. Ich werde rasch mal Tee aufbrühen. Sie entschuldigen mich doch einen Augenblick!" „Bitte!" sagte Gisela unb sank verwirrt in ben Sessel. Sie hatte nur zu beutlich gefühlt, baß Helis Glückwunsch nichts weiter mar als bie Erlebigung einer Höflichkeitspflicht. Diese Erkenntnis schmerzte sie tief unb griff gleichzeitig an etmas, roas sie bisher hatte nicht laut merben lassen, mas sie mit aller Kraft unterbrückt unb geknebelt hatte. Ja, es gab Augenblicke, da bereute sie den übereilten Entschluß. Zuweilen, wenn sie im Bett lag ober an ber Schreibmaschine saß, geschah es, baß die kluge Einsicht gleich einem jähen Lichtstrahl ihr Inneres traf. Es war ihr bann wie einem armen Sünber zumute, ber sich zu etwas Bösem hat verleiten lassen unb sich nun gar zu gern einreben möchte, es sei nur ein bummer Traum gewesen. Diese Stimmungen pflegten aber, so rasch sie kamen, roieber vorüberzugehen, unb Gisela beruhigte sich mit bem Gebanken, baß es sich um eine Begleiterscheinung hanbeln mochte, bie jebem kühnen und folgenschweren Entschlüsse eigen mar. Konnte man von Heli Stoll erwarten, baß sie Begeisterung heuchelte über eine Angelegenheit, von der sie nicht im geringsten berührt mar? Vielleicht hatte sie tatsächlich bezüglich ihres Bruders an gewisse Möglichkeiten gedacht unb war nun enttäuscht, baß nichts baraus werden konnte. Später, als sich bie beiben jungen Mäbchen am Kaffeetisch gegenübersaßen, erzählte Gisela von bem Ausflug nach Frankfurt unb was sich babei alles ereignet hatte. In ihrem Bericht erschien die Gestalt bes Herrn Rabegast von einem freunblichen Heiligenschein verklärt. Er wuchs zum Helben empor, zum uneigennützigen Beschützer unb Ritter eine armen Mäbchens. Inbem sie Herrn Radegasts Vorzüge, seinen Ebelmut, sein Zartgefühl, seine selbstlose Liebe ins Licht stellte, inbem sie bie Zuhörende zwang, ihrem Helben Lob unb Bewunberung zu zollen, errichtete sie sich selber eine feste Schutzwehr gegen bie unerwünschten Angriffe ihrer Vernunft. Hell, zuweilen an ihrer Tasse nippenb, hatte schweigend zugehört. Sie mar klug genug, die Uebertreibungen zu merken, sie mar aber auch klug genug, einzusehen, daß es sinnlos gewesen wäre, ihre Zweifel, ihre Bedenken auszusprechen. „Da scheinen Sie ja Ihr Glück zu machen!" sagte sie bedachtsam. „Es wäre Ihnen von Herzen zu wünschen. — Nun will ich aber mein Versprechen einlösen und Ihnen unser Ahnenbuch zeigen." Sie ging zum Bücherschrank und brachte einen dicken Schmöker angeschleppt, der alle Anzeichen eines biblischen Alters trug. „Unser Urgroßvater, ber Bauer Andreas Stoll aus Hengersdorf, hat es angelegt. Sehen Sie, diese ungefüge, halb verblichene Schrift ist von ihm. Er hat selber schon mit vielem Eifer die Spuren seines Geschlechts verfolgt, hat sorgsam niedergeschrieben, mas ihm sein Großvater erzählte, unb so besitzen mir in biejem Buch ein einzigartiges Dokument, das sich von Sohn zu Sohn in ber Familie dererbte unb von jeber Generation mit neuen Eintragungen versehen mürbe. Hier, biese wuchtige, wie mit dem Meißel gegrabene Schrift, bas ist der Großvater. Ich erinnere mich noch an ihn. Eine hünenhafte Gestalt, klobige Bauernhände!" In ehrfürchtigem Staunen blickte Gisela auf bie vergilbten Seiten, aus denen sie ber Atem ber Vergangenheit anwehte. „Es muß ein stolzes Gefühl sein, biese lebendige Verbundenheit mit ben Vätern!" „Ein stolzes, aber auch ein verpflichtenbes Gefühl!" sagte Heli ernst. „Denn wir, bie Nachkommen, wissen uns eingeschlossen in ben ewigen Strom des Blutes. Wir erkennen, baß unser eigenes Leben nicht ein Ding für sich ist, fonbern nur ein Glied in ber Kette. Wir erkennen, daß wir mit heiligen Händen das Erbe der Väter verwalten müssen, daß mir es für unsere Söhne rein erhalten und bewahren müssen. — Das hier ist die Geschichte unseres Vaters. Er mußte nach einer Reihe von Unglücksfällen den Hof verkaufen, begann dann einen Getreidehanbel und kam wieder zu Wohlstand. Sein Wunsch, den alten Hof wieder zu erwerben, blieb freilid) unerfüllt." „Das ist sicher schwer für Sie?" . „Gewiß! Peter hat sich daher als Lebensziel die Aufgabe gefetzt, ben Stollhof wieder In den Besitz unserer Familie zu bringen. Er träumt davon, daß seine Sohne wieder tüchtige Bauern werden, wie es die Väter waren. „Um diese Chronik beneide ich Sie. Ich gar nichts von meinen Ahnen. Es ist eigentlich recht armselig, unb ich bin Ihnen daher wirklich bantbar, daß Sie mir helfen wollen. Steht das auch in dem Buch, was Sie mir von ber Verwandtschaft mit Ihrer Familie erzählten?" (Fortsetzung folgt!) H ■ - ■ < ä E HfcHS Mf UM - 1' WWMM rkS S.J.Jpor/ uhen lagen bei ltgebietc gleich'! . hinaus ermäßig' 1 >), Lemberg auf Schöne, spannende Rennen am Samstag Achter waren der RV. Wetzlar 1919 (6:20 Min.) Regatta-Verband eine Umgestaltung und Reu- und der Gießener RK. „Hassia" (6:27 Min.) aus-, belebung erhalten. Es fand ein wertvoller. Ge- geschieden. Die GRG. hatte abgemeldet, so daß der dankenaustausch statt, der viele neue Anregungen Frankfurter RE. 1884 und der Offenbacher RV. I brachte. Großartige Leistungen auch am 2. Regattatag Saarbrücken und Spg. „Wiking" Da „Saar" Offenbach für i hatten, traten in Wettbewerb. ■■ ©er Wanderpokal des Führers für den Preis der Rationen in Aachen. Sieger blieb. Am Samstagabend fanden sich die Vereinsführer und Sportkameraden zu einer angereaten Aussprache über die Förderung des Wassersportes zusammen. Gaufachamtsleiter D e ck h a r d t (Kassel) berichtete über die Aussprache in Breslau und rief die älteren Rudersportler auf, ihre Erfahrungen in den Dienst der Sache zu stellen, damit dem Rudersport ausreichender Nachwuchs erhalten bleiben kann. Nach dem Beispiel Wünsdorf sollen Mannschaften aus den Formationen und dem Heer zu- sammengestellt werden, die wieder Keimzellen neuer wassersportlicher Betätigung sein sollen. In. dem Bestreben der Zusammenfassung der Rudersportvereine nach Stromgebieten, soll auch der Lahneiner Brücke Am Felsen, die bis drei Meter an das gegenüberliegende Ufer reichte, geschaffen worden. Gleichzeitig hatte der SA.-Nachrichten-Sturm der Standarte 116 eine Fernsprechleitung vom Felsen bis zum Bootshaus gelegt, so daß durch die sofortige Durchgabe der Meldungen die Organisation und die Zusammenarbeit wesentlich erleichtert wurde.' Während des Radrennens am Sonntagvormittag bestand sogar eine Blinkverbindung zur Volkshalle, über die die Berichte der beiden Veranstaltungen ausgetauscht werden konnten. Die Leitung der Regatta hatte Fr. L e o e r m a n n. Fachleute von Rang standen ihm zur Seite. Die Rennen selbst waren von gutem Wetter begünstigt. Nur am Samstag machte sich die drückende Schwule unangenehm bemerkbar. Während am Samstagnachmittag der Hoheitsträger der Partei des Kreises Wetterau, Kreisleiter Backhaus, die Rennen mit Interesse verfolgte, wohnte ihnen am Sonntag SA.-Brigadeführer Schwarz bei. Bootslängen 6:49,6 Min. durchs Ziel, Während der Wetzlarer RCl. 1880 7:00,4 Mm. brauchte. Der Wanderpreis für das Prinz-Eitel- Friedrich-Rennen, einen er ft en Senior- Vierer, fiel kampflos an die Frankfurter RG. „Oberrad" 1879, da der RCl. Saar, Saarbrücken, abgemeldet hatte. Bei den Vorrennen zum Vierten Senior- Unter zahlreicher Beteiligung fand dann am Sonntag der zweite Tag der Regatta statt. Im Dorrennen für den Lahn-Achter, dem Dritten Se n i o r - A ch t e r für die Vereine des Lahn- Regatta-Derbandes, waren die Mannschaften der Gießener Vereine, des GRK. „Haffia" und der GRG. 1877, ausgeschieden, so daß der Limburger RK. 1907 und der Wetzlarer RE. 1880 um den Sieg kämpften. Die starke Mannschaft der Wetzlarer, die im Dorrennen 6:13 Min. gebraucht hatte, kam nur auf 6:29 Min., so daß Limburg mit 6:17,1 Min. sicherer Sieger wurde. Der Ehrenpreis im Senior-Zweier mit Steuermann wurde dem Homberger RK. „Ger- Mlefa fit» Sarfoffeb Je 50 kg netto 'ippfangsftation .'Wetzt: für ) (in der Jfon (4,25) und Srfe. von den 1846cm auch sicher gehalten werden konnte Das Endergebnis lautete 39 :26 für Gießen. Wrr können uns nicht erinnern, daß jemals Tv. 1846 Gießen den alten Faustballrivalen aus der ehemaligen Freien Reichsstadt Friedberg so hoch hat schlagen können. In der Männer klasse II mar cm aus- geglichenes Können der drei angetretenen Mannschaften zu beobachten. Gausieger wurde Turn« gemeinde Bad Homburg vor Tuspo. Treysa unb Spielgemeinschaft Eschwege. In der Männer kl ässe III gab cs einen spannenden Kampf zwischen den alten Rivalen Turngemeinde Bad Homburg und Polizei Hanau. Während im vergangenen Jahr Bad Homburg mit einem Ball den Gausieg errungen hatte, drehte Hanau in diesem Jahr den Spieß um und gewann mit dem gleich knappen Ergebnis 32:31. 1874 ins Hauptrennen kamen, das Frankfurt mit 6:01,2 vor Offenbach mit 6:07,1 Min. füt sich entschied. Nach dem Ausscheiden des Limburger RK. 1907 und des RK. „Germania" Köln lagen die GRG. 1877 und die ausgezeichnete Mannschaft des Kitzin- ger RD. 1897 im Hauptrennen des Zweiten Senior-Vierers, das.Kitzingen, das im Vorrennen nur 6:26 Min. brauchte, mit 6:51,4 Min. im Alleingang gewann, da die Gießener bereits bei 1500 Meter aufgegeben hatten. Durch einen Sieg im Zweiten Senior- Achter mit 6:01,4 Min. vor Offenbach, RG. „Undine", mit 6:11,2 Min. holte sich Köln die Startberechtigung für den Sonntag. Der Kitzinger RV. 1897 schied bei 1500 Meter aus. Der E r st e Senior-Achter war eine sichere Sache der frischen Mannschaft der Renngemeinschaft RD. und RG. „Undine" 1919 Rüsselsheim, die mit 6:27 Min. gegenüber der GRG. 1877 mit 6:42 Min. nicht in Frage gestellt; er fiel dem als Zweiten ein« gekommenen Hermann Lang auf Mercedes- Benz zu, aber die dahinter folgenden italienischen Wagen rückten sänitlich einen Platz vor. In 1:40:35,2 Stunden blieb Lang vor Farina, Wimille und Bion- betti (alle Alfa Romeo), wobei er einen Durchschnitt von 138,388 km/st erzielte. Darmstädter Segelflieger erfolgreich. höhenrekard auch im Zweisitzer. Dom F l ug h a f e n D a r m st a d t aus unternahm Segelfluglehrer Zitter vom Deutschen Forschungsinstitut für (Segelflug Darmstadt mit Dr. Dabrock als Begleiter im Segelflug-Doppelsitzer ,.Kranich" einen Rekordversuch im Höhenflug. Er erreichte dabei eine Startüberhöhung von 5500 Meter, die einen neuen internationalen Rekord bedeutet. ch an der Wo« ! Abgaben aus Men die Aus> ließ, zumal auf niedrigerer iaufe tarnen da- so daß ein mei« e zunächst oer« im allgemeinen schlich wieder in )is 147 (147,50) 0,90 v.h. auf Lübben gegen Oblt. o. G u st k e weitaus weniger Mühe, zur Meisterschaft zu kommen, als im Vorjahre. Dr. Tübben verteidigte seinen Titel durch einen 6:1-, 6:1-, 7:5-Sieg. Im Senioreneinzel entschied das bessere Laufvermögen von Heeressportlehrer Sturm die Schlußrunde. Sturm schlug Major Dipl.-Ing. A u d ö r sch 6:0, 6:1. Im Seniorendoppel behaupteten sich Oberfeldarzt Dr. Baader / Hptm. Baumann als Favoriten; Hptm. Sommer / Hptm. Breidenbach unterlagen in der Endrunde 6:1, 6:3. Turnverein 1846 (ließen wieder Faustball-Gaumeister. Auf den ausgezeichneten Spielplätzen des Marburger Universitäts-Stadions trug Der Gau XII Hessen am Sonntag die Gaumei st erschuft im g au ft ball unter der umsichtigen Leitung von Gauobmann Dr. P f e f f e r (Gießen) aus. In der Männerklasse I standen sich, nachdem der vorjährige Gaumeister Licht-Luft Hanau a. M. in den Kreisgruppenspielen auf der Strecke geblieben war, eine Reihe Mannschaften gegenüber, die als ziemlich gleichwertig anzusprechen waren: Turngemeinde Friedberg, die in der Kreisgruppe den vorjährigen Gaumeister sicher geschlagen hatte, der seit Jahren in der Spitzenklasse des Gaues stehende Tuspo. Wölfershausen, Tv. Frankenau, der alte und bewährte Faustballpionier an der Eder, der in der Kreisgruppen den bekannten Tv. Wasenberg ausgeschaltet hatte, und dann Tv. 18 4 6 Gießen, der langjährige Gaumeister, der nach einjähriger Pause wieder auf dem Plan war und — trotzdem er mit Ersatz angetreten war — zeigen konnte, daß er sich wieder in ausgezeichneter Form befindet. Erstmals sahen wir eine Mannschaft von der unteren Lahn in der Endrunde, den Tv. Altendiez, der mit anerkennenswertem Elf ex. spielte, mania", Homberg (Niederrhein), kampflos zugesprochen, weil der vorjährige deutsche Meister RE. 1880 Hannover abgesagt hatte. Den Ern st en Junior-Vierer sicherte sich der Mainzer RD. mit seiner Arbeitsdienstmannschaft in einem scharfen Rennen mit 6:48 Min. vor dem RE. 1884 und „Undine" Frankfurt a. M. mit 6548,8 Min. den Junior-Einer abgemelbet nur Stuttgart, Steele und Beuel ... ___________ Nach einem Fehlstart sicherte sich der erfolgreiche Franz Skoda vom Wassersport- verein Beuel vor dem Favoriten Hermann Klotz euiu Neubau «i* 4ii £ Hermann Lang gewinnt „Loppa Liano" Manfred v. Lrauchitsch als Sieger disqualifiziert. vom Steeler RD., der 6 Sek., und dem Stuttgarter I. Ringger, der 16 Sek. später durchs Ziel ging, den Sieg. Ein gleichfalls spannendes Rennen wurde der Dritte Senior-Vierer, das der RK. „Germania" Köln mit 6:41,2 vor dem Frankfurter RE. 1884 und „Undine" mit 6:44,1 Min. gewann. Die Offenbacher RG. „Undine" hatte aufgegeben. Um den Wanderpreis der Stadt Gießen kämpften im Ersten Vierer die ausgezeichneten Mannschaften von Frankfurt, Köln und Saarbrücken. Die Boote lagen zunächst auf gleicher Höhe, und erst im Endspurt war der RK. „Germania" Köln mit halber Bootslänge in 6:38,2 Min. dem RE. „Saar" Saarbrücken mit 6:40,2 Min. und der Frankfurter RG. Oberrad 1879 itfit 6:42,2 Min. entschlüpft. m. Den Dritten Iungmann-Vierer, das Adolf-Fischer-Gedachtnis-Rennen für die Lahn-Regatta-Dereine, sicherte sich in einem bis Ms Ä 9t«h. ! 31. Gießener Ruder-Regatta - ein waffersporttiches Ereignis Erfolge der Favoriten. - Ausgezeichnete Leistungen. 197,50 (200,13), ib Deutsche Erdöl ! e bröckelten nach 1 |inn im Verlause j). ab, Manne»' 104,25 (103,75). mit 105, BMW. !5. er etwas Ange« Ü), Kommunal- ?n Mchsöchn- > ßiquibatiiW1 für ter bis 0,25 itanteüiw :n WT ebenso Wn I, v. h. w ,20). ebenso 4 ^, (100,30). He!"' mt 151,15- itl un» a6. Wille mit ® ui) (»erneiij ® bei unverändert r 2,2-5 v.h.___ ievattwn. Ihr. Eamslagnach» Nach dreijähriger Pause fand die 31. Ruder-Regatta auf der Lahn und 27. Hauptregatta des Lahn- regattaoerbandes sehr starkes Interesse, das nicht nur in der reichen Beteiligung, sondern auch durch den guten Besuch zum Ausdruck kam. Es waren Festtage des Wassersportes, die gekennzeichnet waren durch Besuch und Beteiligung guter, alter Freunde des Gießener Rudersportes. Die Nachbarvereine von der Lahn, die mit den gleichen wechselvollen Erfolgen aus manchem Rennen hervorgin- gen, wie die Vereine von Rhein und Main haben erneut gute Leistungen, sowohl in der Seniorenklasse wie bei dem Nachwuchs gezeigt, so daß sich Gaufachwart D e ck h a r d t, Kassel, anerkennend über die Pflege des Wassersportes in Gießen aussprach. Die Veranstaltung der Gießener Ruder-Gesellschaft von 1877 war sorgsam vorbereitet und wurde pünktlich durchgeführt. Durch eine Lautsprecheranlage wurden die Zuschauer stets über die Rennen auf dem Laufenden gehalten. In diesem Jahre waren zum ersten Male durch den SA.-Pionier- Sturm 16 bessere Startmöglichkeiten durch den Bau Die Regatta begann bereits am Samstag mit den Dorrennen. Am Nachmittag startete als erstes das Iean-Kirch-Ge dächt nis - Rennen, ein dritter Senior-Vierer für die dem Lahn- Regatta-Derband angehörenden Vereine. Verteidiger war der Limburger Ruderklub 1907, der das Rennen 1935 gewonnen hatte und auch jetzt wieder eine gute Mannschaft stellte, die den Mannschaften des Wetzlarer RCl. von 1880 und der GRG. 1877 das Rennen nicht leicht machte. Die Wetzlarer waren gut vom Start gekommen, aber Limburg schob sich zwischen Gießen und Wetzlar, bis es zurückfiel. Aus einem scharfen Endkampf ging die GRG. mit 6:29,1 Min. vor dem Wetzlarer RCl. 1880 mit 6:32,2 und dem Limburger RKl. 1907 mit 6:50 Min. als Sieger hervor. Bei der Gießener Mannschaft mit Fritz Meister, Eugen Euteneuer (Uffz. IR. 107) errangen damit Heinz Loh (am Steuer) den 80., Friedl Iödt den 50. und Hermann D u , 11 den 20. Sieg. Ein ebenso bemerkenswertes Rennen lieferten sich mit dem Junior-Achter die Offenbacher RG. „Undine" und der Kitzinger RV. von l«97^das Kitzingen mit 5:53,8 vor Offenbach mit 6:22,2 Mm. sicher gewann und damit seinen 100. Sieg feierte. Im Vorrennen für den Zweiten Senior- Einer waren der Steeler RD. Essen-Steele aus- geschieden, während der Wassersvortverein Godesberg 1909/11 aufgegeben hatte. Der Mainzer RD. und der RCl. Saar, Saarbrücken, hatten abgemeldet, so daß Franz Skoda vom Wassersportverein Beuel und Jakob Ringger vom Stuttgart« Cannstattcr RCl. 1910 das Hauptrennen bestritten. Ringger hatte einen guten Start, jedoch holte Skoda mit mehr Ruhe und Sicherheit aüf und zog bei 1000 Meter gleich. Bei 1500 Meter gab Ringger auf, so daß Skoda, Beuel, mit 7:05,8 Min. Sieger wurde. , .. .. Den Vierten Iungmann-Vierer bestritten der Limburger RKl.'1907 und der Frankfurter RCl. Griesheim 1906. Die Limburger waren schneller am Start, aber die Frankfurter setzten nach und holten bald eine leichte Führung heraus, die sie zusehends vergrößern konnten, so daß sie mit etwa zwei Bootslängen und 6 40,6 vor Limburg mit 6:52 Min. durchs Ziel schossen. Im Senior-Vierer ohne Steuermann kämpften RCl. Saar, Saarbrücken, und RKl. Ger- mania Köln um den Herausforderungspreis. Nach einem Fehlstart ging Köln in Führung, aber Saarbrücken holte auf und konnte bei 1000 Meter einen leichten Vorsprung herausrudern. Es kam zu einem Kampf Boot an Boot, bei dem Saarbrücken knapp siegreich hervorging. Saarbrücken brauchte 6:00, Köln 6:00,2 Min. Der Sieg ryurde jedoch wegen Behinderung Köln zuerkannt. • Das Gefallenen-Gedächtnis-Re n n e n, ein Erster Iungmann-Viere r zum Andenken an die im Weltkrieg gefallenen Mitglieder der GRG„ bestritten der RD. Wetzlar 1919 der Main- rer RV und der Wetzlarer RCl. 1880. Die Mainzer gingen sofort in Führung. Bei 1500 Meter war das Boot d-s W-tzlor-r WB. 1919 ^fenlert Der Mo,n> rem der mit einer Mannschaft von Arbeitsdienstmännern das Rennen bestritt, ging mit zwei Unter den deutschen Automobil-Rennfahrern gibt es nur einen Pechvogel, und das ist unzweifelhaft Manfred v. B r a u ch i t j ch. Aus dem Nürburgring geriet sein Wagen beim Tanken in Brand als er bereits mit klarem Vorsprung das Feld anführte, beim Training in Livorno fuhr er Rundenrekord, der sich dann als „Rechenfehler" herausstellte, und drei Tage später gewann er das Rennen um den „Ciano-Pokal" — und wurde disqualifiziert! Er war in der 13. Runde bei einem Ueberholungsoer- such in die Strohballen gefahren und brachte nach seinen eigenen Aussagen den Wagen mit laufendem Motor im Rückwärtsgang wieder auf die Strecke. Einige Zuschauer griffen jedoch dabei hilfsbereit zu und v. Brauchitsch vermochte sie auch nicht durch Zurufe von seinem Wagen wegzubringen. Auf Protest hin wurde der Deutsche disqualifiziert, weil er unterwegs entgegen den Bestimmungen fremde Hilfe in Anspruch genommen hatte. Der deutsche Sieg mar dadurch Für den Preis der Nationen, der im Rahmen des Aachener Reitturniers unter starker Beteiligung j des Auslands entschieden wird, hat der Führer i und Reichskanzler diesen aus Silber gehämmerten, i mit gravierten und feuervergoldeten Ornamenten i verzierten Pokal als Wanderpreis gestiftet. Ent- ■ wurf: Professor Karl Berthold. (Atlantik-M.) i Walter Lohmann 1 deutscher Stehermeister. Aus der Nürnberger Radrennbahn Reichelsdorfer Keller wurde am Sonntag die deutsche Stehermeisterschaft 1938 entschieden.' Der Bochumer Walter 1 Lohmann, der im vorigen Jahre Weltmeister wurde, sicherte sich den Titel vor Erich Metze (Dortmund) und dem Titelverteidiger Adolf Schön (Wiesbaden). Dill deutscher Sehermeister Drückende Schwüle lag über der Mitteldeutschen . Kampfbahn in Erfurt, als die 60 Teilnehmer an der deutschen Geher-Meisterschaft sich auf den 50 Kilometer langen Weg machten. Die große Ueber- raschung bildete der Sieg des Berliners Dill in 4:45:32 Stunden. Altmeister Hähne! (Erfurt) belegte hinter dem Berliner Peter den dritten Platz. Leider fehlte der Titelverteidiger Prehn (Leipzig) am Start, und der Favorit B 1 e i w e i ß (Berlin) gab zwischen dem 30. und 40. Kilometer auf.JDtit einer ganz neuen Mannschaft holte sich die SA.» Brigade 35 Leipzig mit 18 Punkten wieder die Mannschafts-Meisterschaft. Btask schleudert den Hammer 58,13 Meter! Ein Weltrekord, der keine Anerkennung finden kann! Auf dem Hanns-Braun-Sportplatz des Reichssportfeldes, wo der SC. Charlottenburg und der Berliner SC. am Sonntag einen neuen Versuch zur Deutschen Leichtathletik-Vereinsmeisterschaft unternahmen, schleuderte Erwin B l a s k (BSC.), der Olympiazweite, den Hammer 58,13 Meter weit und übertraf damit den 26 Jahre alten Weltrekord des Amerikaners Pak Ryan um 36 Zentimeter! Sämtliche drei Würfe von Blask lagen über der gültigen Rekordmarke von 57,77 Meter; zweimal wurden 58,13 Meter und einmal 57,93 Meter gemessen. Das Gewicht des Hammers war richtig, aber Leiber war der Wurfring nicht in vorschriftsmäßiger Verfassung und so kann dieser Weltrekord, auf den die deutsche Sportgemeinde seit den Olympia-Glanzleistungen unserer Hammerwerfer wartet, kerne Bestätigung finden. Weltrekord im Speerwurf der Frauen. Dortmunderin Volkhaufen wirft 47,17 Meter. Das am Sonntag im Mannheimer Stadion vom Kreis Mannheim des DRL. mit Unterstützung einiger Mannheimer Vereine durchgefuhrte Frauen- Sportfest, das die besten deutschen Leichtathletinnen an den Start brachte, hatte leider nicht den gewünschten Besuch zu verzeichnen. Dafür standen die Leistungen auf einer um so höheren Stufe. Hatte bei den Stuttgarter Mehrkampf-Meisterschaften die Berlinerin M a t t h e s den Speer 47,80 Meter weit geworfen — leider mit Rückenwind, also nicht re» ' kordfähig! - so schleuderte in Mannheim die Dortmunderin V o l k h a u s e n das Gerat 47,17 Meter weit. Diese Leistung dürfte wohl als Weltrekord anerkannt werden. Harbig läuft deutschen 400-m-Aekord. Beim Amerikaner-Sportfest in Dortmund stellte der Dresdener Rudolf H a r b i g am Sonntag über 400 Meter mit genau 47 Sekunden einen neuen deutschen Rekord auf. Die bisherige Bestleistung hielt der Berliner L i n n h o f f mit 47,3 Sekunden. Harbig traf erneut auf den Amerikaner Howells, den er vor wenigen Tagen in Hamburg nur knapp schlagen konnte. Diesmal siegte er ganz klar m neuer Rekordzeit von 47 Sekunden. Dr Tübben wieder Wehrmachtsmeister Bei drückender Hitze, aber strahlend blauem Himmel wurden am Sonntagnachmittäg die Endrunden Wehrmachts-Tennismeisterschaft ausgetragen. 2m Hauptkampf des Tages hatte Mar.-Jnt.-Rat Dr. sich aber gegen die technisch erfahreneren Mannschaften der älteren Gauklasse sich noch nicht durchsetzen konnte. Tv. 1846 Gießen gewann gegen Wölfershausen, Frankenau und Altendiez überlegen. Auch Friedberg schlug die genannten Gegner; es kam aber nicht zu der Form auf, die es ihm ermöglichte, in der Kreisgruppe den vorjährigen Gaumeister zu bezwingen. Der Sieg gegen Wölfershausen siel recht knapp aus, und auch gegen Frankenau konnte Friedberg nur mit vier Bällen gewinnen. Dem Entscheidungsspiel zwischen Gießen und Friedberg fehlte es an den Momenten der Spannung, die sonst immer diese Begegnung zu einem Genuß werden ließen. Zu dem erwarteten knappen Ausgang dieses Treffens kam es nicht. Schon die ersitz Halbzeit brachte den Gießenern mit 20 :8 Bällen einen klaren Vorsprung, der dann nach Platzwechsel wn Serien, mein *VS’«in« ^«feänjei*1« sehen v'' gc 'fOCreS"'4 riie ÄdjrieM' auf!* ■ hitfe 1*'* jn er ein E nh»m jetli >«6 * "'X Sie9' fl, ,eid'd) ir<’ chlte"' zum Schluß spannenden Kampf der Wetzlarer RK. 1880 mit 6:53,2 Min. vor dem Limburger RK. 1907 mit 6:55,4 Min. Der Favorit des Dritten Junior-Vie« r e r s , die Frankfurter RG. Oberrad 1879, wurde in 6:42 Min. Gewinner dieses Preises,, da Beuel aufgegeben hatte. In gleicher Weise ging es dem Kitzinger RV. 1897 beim Vierten Senior-Vier e?, der 7 03,6 Min. benötigte und ohne Konkurrenz durch das Ziel ging, weil der Frankfurter RC. 1884 und „Undine" aufgegeben hatten. Mit großer Spannung wurde der Zweikampf im E r st e n Senior-Einer um den Lahnpotal zwischen dem erfahrenen Skuller Friedel Iödt und dem Sieger aus Rennen 3, Franz Skoda (Beuel), erwartet. Iödt war in guter Verfassung und legte vom Start weg sicher und ruhig los. Obwohl er in mehreren Rennen mit seiner Mannschaft schon stark in Anspruch genommen war, ließ er sich auch diesen Erfolg nicht nehmen und siegte sicher mit 7:07,2 Min. gegenüber Skoda mit 7:17,1 Min., während Toni van de Bergh vom Mainzer RV. aufgegeben hatte. Der Zweite Iungmann-Vierer fiel an den Frankfurter RK. Griesheim 1906 mit 6:52,2 Min., der gegenüber den durch mehrere Rennen in Anspruch genommenen RV. Wetzlar 1919 mit 7:08,2 Min. von vornherein die besseren Chancen hatte. Der Fünfte Senior-Vierer sah den Frankfurter RC. 1884 mit 6:49 Min. über den Wassersportverein Beuel mit 6:59 Min. siegreich. Ein ausgezeichnetes Rennen fuhr noch einmal der Kitzinger RV. 1897 im Dritten Senior« Achter mit der guten Zeit von 5:58,2 Min. vor dem Limburger RK. 1907 mit 6:04 Min. Den Abschluß brachte der Erste Senior- Achter um den Wanderpreis des verstorbenen Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen, den die Renngemeinschaft RD. und RG. „Undine" 1919 Rüsselsheim Boot an Boot mit dem Sieger aus dem Rennen 12, dem RK. „Germania" Köln, austrug, bis Rüsselsheim mit seiner frischeren Mann- schäft knapp Sieger wurde. Rüsselsheim brauchte 5:54,4 Min. und „Germania" Köln 6:01 Min Regattaleiter Fr. ßcocrmann nahm bann bitt Siegeroerkünbigung und die Preisoerteilung vor. V f * 3 Lob der Organisation NaggenUung - Start \a-;\ iüii Abschluß: Radbalt-Wettkampse Harter Kamps über 220 Kilometer Großer Motorradpreis von Europa □ e>J -2 « E KVA- c 19 Mann in der letzten Runde. Das c t es t / Links: Das Feld unterwegs. Rechts: Der Sieger und neue Deutsche Meister im Schmuck des Siegerkranzes, — (Aufn. [2]: Neuner« Gießener Anz.) machte ziehen, in den o'* it: .• '-rÄ vtz v.' : 2 =1 e 2 0 . e Allen den vielen hundert Zuschauern, die sich schon gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen auf der Kaiserallee und vor der Volkshalle einfanden, bot sich ein überraschendes und freundliches Bild. Von der Georg- Philipp-Gail-Straße ab bis zum Schützenhaus stand zu beiden Seiten der Straße Fahnenmast an Fahnenmast. Die Fahnen leuchteten im Lichte der Morgensonne. Schon gegen 5.30 Uhr herrschte großer Betrieb. Die Fahrer kamen nacheinander an in ihren bunten Trikots, überprüften noch einmal ihre Räder, besprachen sich mit ihren Kameraden, durch den Lautsprecher wurden erste Anweisungen gegeben, und es dauerte nicht lange, da wurde die große Zahl der Fahrer zum Start aufgerufen. Mann um Mann trat an und nur wenige der gemeldeten Fah- Vereinsführer Hauck eröffnete den Begrüßungsabend mit einer kurzen Ansprache, in der er einen Ueberblick gab über die Pflege des Radsportes in unserer Stadt. Er erinnerte an die hervorragendsten Ereignisse, an unvergeßliche Fahrer und an große Erfolge, die manchem Gießener Radfahrer beschieden waren. Er gab aber auch dem Wunsche Ausdruck, daß es dem Gießener Radsport wieder einmal möglich sein möchte, Rennen auf einer Zementbahn auszutragen. Worte des Dankes richtet der Vereinsführer an das Reichsfachamt, das dem Verein die Ehre erwies, ihm die Durchführung des Rennens zu übertragen. Die Radfahrervereinigung habe alles aufgeboten, um dem vom Fachamt bewiesenen Vertrauen gerecht zu werden. Weitere Worte des Dankes widmete er der Stadtverwaltung, die in vielfacher Hinsicht dem großen sportlichen Ereignis förderlich gewesen sei. Mit der Hoffnung, daß das Rennen zu aller Zufriedenheit verlaufen möge, schloß der Redner. ... , Gaufachamtsleiter Eggerth, überbrachte die Grüße des Reichs- und des Gaufachamts und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß diese Meisterschaft im Gau Hessen ausgetragen werde. Er gab dabei der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Radfahrervereinigung Gießen zweifellos alles getan Habe, um dem Rennen den ordnungsgemäßen Verlauf zu sichern. Mit einer Erinnerung an die Tage von Breslau und mit der Aufforderung, auch für die Zukunft alles daran zu setzen, daß das deutsche Volk 1 ein Volk der Leibesübungen werde, schloß Gaufach- I amtsleiter Eggerth. auf den schnellsten Neukonstruktionen dieses Jahres harte Kämpfe, in denen die Fabrikfahrer die erste Rolle spielten. Noch idealer ist der 8,6 Kilometer lange Sachsenring nach dem vor wenigen Wochen beendeten Umbau als Rennstrecke geworden. Es (Schweinfurt) und Weimer (Cannstatt) durch das Ziel. Stürmischer Jubel empfing den neuen Meister. Jedoch auch allen denen, die dichtauf folgten blieb die Anerkennung nicht versagt. Unter großem Jubel empfing der neue Deutsche Meister im Einer-Streckenfahren durch den Kreisfachwart August Deibel (Gießen) das Meisterschaftstrikot und den Eichenkranz. Nach einer Ehrenrunde, vorbei an den Tausenden von Zuschauern, wurde der junge Meister um Autogramme bestürmt und konnte sich erst spät aus der begeisterten Menge freimachen. Die Schlacht war geschlagen! Der neue Deutsche Meister, der schon aus manchen Rennen im Reich siegreich hervorging, hat seinen Sieg verdient er« rungen. Kampf gegen 1 und das Feld „ , . . nun nicht einmal aus, sondern ging sogleich an die in Gemeinschaft mit Kameraden des NSKK. die Ordnung an Start und Ziel aufrecht, und die Gen- darmerie des Kreises Gießen stand ebenso bereitwillig im Dienste der Sache. Um bei eventuellen Stürzen der Fahrer rasch helfen zu können, waren durch die Sanitätsbereitschaften der einzelnen Orte viele Kameraden eingesetzt, die aber glücklicherweise in keinem. ernsteren Fall einzugreifen brauchten. Die Hitler-Jugend bildete Spalier am Ziel. So wurde aus einer Gemeinschaftsleistung heraus der Ablauf des großen Rennens gesichert und damit bewiesen, daß das Reichsfachamt Radsport mit der Wahl der Stadt Gießen als Austragungsort für diese Meisterschaft nicht schlecht beraten war. pressor schied schon zu Beginn aus, während H a m e l e h l e (DKW.) und R u s k auf der zweiten Norton durch Stürze vorzeitig aufgeben mußten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. S. Da der Mieter A. die Wohnung trotz der von ihm selbst ausgesprochenen Kündigung am 1. April 1938 nicht geräumt, sondern bis zum 7. April 1938 innehabt hat, ist er zur Zahlung des anteiligen Mietzinses für die Zeit vom 1. bis 7. April 1938 verpflichtet; sollte Zahlung nicht erfolgen, kann Klageerhebung angeraten werden. Ein Anspruch gegen den Mieter B. besteht nicht. § * folgte — aber das Feld gestattete keine Extratouren. ' Bald lagen wieder alle zusammen. Dahlhoff und s Pütte hatten dann kurz hinter Londorf Pech mit i ihren Rädern, fielen ab und wurden nicht mehr ge- < sehen. Zum allgemeinen Bedauern fiel dann auch 1 Zöbisch (München), ein aussichtsreicher Fahrer, ! aus, und zwar durch Reifenschaden auf schlechter Ortsdurchfahrt in Treis. Und dann kam die böse Ueberraschung! Auf der Kreisstraße zwischen Mainzlar und Staufenberg, in einer Kurve, gab es einen Massensturz, der ■ ungefähr 15 Mann zum Opfer forderte. Da gab es verbogene Felgen, Reifendefekte, Hautabschürfungen (glücklicherweise nur leichte) und für Augenblicke eine Verwirrung, die aber bald einem zähen Ringen um die Behebung der Schäden wich. Einige der Fahrer blieben aber doch auf der Strecke, andere vermochten weiterzufahren, während das Gros der Fahrer in Richtung nach Lollar enteilte. Aber auch zwischen Staufenberg und Lollar fand man mindestens alle hundert Meter einen Mann, der die Reifen von den Felgen riß. Die steinige Straße, die leider nicht gekehrt worden war, forderte Opfer über Opfer. Kaum 60 Mann überstanden diesen herben Abschnitt der Strecke. Sie fanden sich am Lollarer Kopf wieder zum gefchlossenen Feld und fuhren unvermindert scharf dem Ende der Runde zu. Immerhin war der Schreck über das Ende dieser ersten Runde allen etwas in die Glieder gefahren. Schon war eine Anzahl der besten und aussichtsreichsten Fahrer ausgeschieden. Der Gießener Neumann überstand diese Runde sehr gut und passierte an dritter Stelle die Startlinie. Langsamere zweite Runde. Zu-Beginn und während eines erheblichen Teils der Strecke wurde auf der zweiten Runde etwas gebummelt. Man bieb einträchtig beisammen, bis hinter Grünberg wieder einige 3U Ausreißversuchen vorstießen. Bronold (Chemnitz), Kropp (Aachen) und Stzrakati (Wien) ließen es auf einen Versuch onkommen — es blieb aber beim Versuch! Nach wenigen Kilometern fand man sie wieder mitten im Feld. Bis Avendorf ging wieder alles gut. In Treis ereilte Stzrakati (Wien) das Geschick Ein Bowdenzug war ihm gerissen und hatte sich in die Kelte verfilzt. Mit vieler Mühe erst gelang es ihm, die Kette wieder freizubekommen. Als das Feld fein Fehlen bemerkte, wurde ein phantastisches Tempo vorgelegt, denn man hatte den Wiener als einen gab nur verhältnismäßig wenige Stürze und dazu in allen Klassen neue Rekorde. Kluge (DKW.) vor Petruschke. Nach der feierlichen Flaggenhissung durch Korps- füijrer Hühnlein wurden die 20 Teilnehmer der _250er-Klasse für ihr 301 Kilometer langes Rennen gestartet. Zum fünften Male machten in einem internationalen Rennen dieser Klasse jetzt die DKW.-Fahrer Europameister Ewald Kluge und B. Petruschke weit vor den übrigen das Ende unter sich aus, und zum fünften Male überfuhr Kluge vor seinem Rivalen als Sieger das Zielband. White auf Norton allen überlegen. In der Klasse bis 350 ccm über 344 Kilometer erwies sich die auf dem Sachsenring bisher ungeschlagene Norton als schnellste Maschine. Nach Simpson, Rusk, Frjth und Daniel! war diesmal I. H. White der Steuermann und neue Rekordsieger. Zunächst waren es die beiden DKW. von Winkler und Wünsche, die ihm wie ein Schatten folgten, aber dann vermochte nur noch Winkler einigermaßen mitzuhalten, der als einziger nicht überrundet wurde. White tankte nach der Hälfte des Rennens in 20 Sekunden und blieb von Beginn an immer an der Spitze. Um den dritten Platz Aßlar. Die Ergebnisse der Spiele im einzelnen waren folgende (es wurde in zwei Gruppen gekämpft): Gruppe I : Krofdorf I.—Wieseck I. 10:0; Krofdorf III.—Wetzlar 1:5; Krofdorf III.— Wieseck I. 11:1; Wieseck I —Wetzlar 6:7. — Gruppe II: KrofdoiG II. — Wieseck II. 4:2; Aßlar—Wieseck II. 10:2; Krofdorf II.—Aßlar 9:6. Im Entscheidungsspiel, das öij> Sieger der beiden Gruppen, Krofdorf und Wetzlar, gegeneinander aus- trugen, konnten sich mit 6:7 die Wetzlarer einen knappen Sieg sichern. Ein Jugend-Kunstfahren sah drei Wetz- larer im Wettbewerb, die mit sehr schönen Leistungen aufwarteten. Das Ergebnis: 1. Engel, Wetzlar, 195,4 Punkte; 2. Hagner, Wetzlar, 161,7 Punkte; 3. Schmidt, Wetzlar, 149,4 Punkte. Den Siegern in diesen Wettbewerben wurden schöne und wertvolle Ehrenpreise zuteil. :=Q=_- 0® r-A a» 0 Seit etwa einem halben Jahr sind die Männer der Radfahrervereinigung Gießen mit aller Hingabe damit beschäftigt gewesen, die „Deutsche Amateurmeisterschaft im Einerstreckenfahren" vorzubereiten. Gestern vormittag lief nun das große Ereignis im Zeitraum von 6 Stunden ab. Die große Frage des Tages ist beantwortet: Sieger ist der Berliner Her-- bert Schmidt vom Postsportverein Berlin. Schmidt ist der Träger des Meisterschaftstrikots für ein Jahr. Dem Sieger gebührte der Titel zu Recht, den er sich in einem grandiosen Endspurt errang. Die Gießener Radfahrervereinigung hat mit der Durchführung dieses Rennens ihrer Geschichte ein neues Ruhmesblatt hingugefügt. Der große Kampf des Tages nahm einen spannenden, zum Teil hochdramatischen Verlauf. Den Auftakt bildete am Samstagabend ein Degrüßungsabend. im „Burghof", zu dem sich allerdings weniger die Fahrer, die sich zeitig zur Ruhe begeben hatten, als die Mitglieder des Vereins mit zahlreichen Gästen aus dem Kreise der Partei und ihrer Gliederungen (deren sich einige äußerst wertvoll in den Dienst der großen Veranstaltung stellten), einfanden. Unter den Gästen sah man auch den Gaufachamtsleiter Egge r t h von Kassel. Mit großer Freude wurde ein Telegramm d e s R e i ch s s p 0 r t f ü h r e r s ausgenommen, das folgenden Wortlaut hatte: „Der Deutschen Meisterschaft im Einer-Strecken- fahren erfolgreichen Verlauf! Heil Hitler! Gez.: von T^chammer." 2 ; -i ^.6 ’ |A', 35 Mann stark war. Bald aber erlebte man eine besondere Freude. Stzrakati kam, kurz hinter Lindenstruth, wieder in Sicht und holte Meter um Meter auf. In großartiger Fahrt hatte er allein und im Kampf gegen den Fahrtwind 35 Kilometer gefahren und das Feld wieder eingeholt. Aber er ruhte sich 4- t ~ 61 e 2 pto- Spitze. Wieder ging es geschlossen ins Lumdatal. In Treis gab es wieder drei Opfer und Stzrakatis Einsatz wurde von Fortuna auch schlecht belohnt. Wieder Schaltungsdefekt! Die Kette hält ihm nicht, er steigt auf, steigt wieder ab — endgültig! Es war sehr schade! Auf den nächsten Kilometern der Ortsdurchfahrt wurde auch die Streitmacht der Schweinfurter immer kleiner. In Lollar wartete dann für die heimischen Radsportfreunde eine böse Ueberraschung. Neumann, der bisher bravourös gefahren war und immer in der Spitzengruppe lag, immer auf dem 3., 4., 5., 6. Platz zu sehen war, hatte zwischen Staufenberg und Lollar Reifenschaden bekommen und mußte in Lollar absteigen. Zwar er sich daran, einen neuen Reifen aufzuglaubte sich aber nicht mehr in der Lage, Kampf eingreifen zu können und gab auf. ___ursprünglich so stattliche Feld war nun sehr klein geworden. 19 Mann lagen noch im Rennen und gingen in dieser Stärke in die letzte Runde. Nicht einmal sonderlich rasch! Ausreißversuche wurden gar nicht erst unternommen. Erst nach Allendorf löste sich das Feld in einige Gruppen auf. Ätzer 5^ E U IS* 8 E-Po 0 ° Jr-' ~ £ CS Das Ergebnis. 1. und Deutscher Meister im Einer« Streckenfahren der Amateure: Herbert Schmidt, Postsportverein Berlin; Zeit 6:04,30 Stunden; 2. Balling, Schweinfurt (zwei Rad- längen zurück); 3. Weimer, Cannstatt; 4. Wevelsiep, Delbert; 5. Bösch, Lustenau; 6. Lück, Duisburg; 7. Schellhorn, Schwein- furt; 8. Hackebeil, Chemnitz; 9. I s ch e., Han- nover; 10. Peter, Schöneberg; 11. S e u f e r t, Schweinfurt; 12. Lepke, Berlin; 12. Bille. Dortmund-Hombruch. Das große Rennen fand mit der Verteilung von Ehrenpreisen an die sechs besten Fahrer ihren Ab- schluß. ®Sou = n Z 2 •- — Deutscher Sieg in der Halbliterklasse. In der Halbliterklasse, kam es nicht zu dem mit Spannung erwarteten ' großen Kampf zwischen unserer Kompressor-BMW. und der italienischen vierzylindrigen Gilera von Serafini. Meier setzte sich sofort an die Spitze, und schon die ersten Runden zeigten, daß der Deutsche einige Sekunden schneller war. Serafini versuchte zu folgen, aber in der 15. Runde siel er wegen eines Maschinenschadens aus, nachdem er vorher schon einmal hatte anhalten müssen. Die beiden englischen Norton- Fahrer Daniel! und Frith, die bemerkenswert gleichmäßig ihre Runden zogen, belegten den zweiten und dritten Platz. — In der 34. Runde erreichte Meier mit 142,2 km/st die Tagesbestzeit. ; E u y e u e L q a» T3.Z E*i 2 D 3 = am Lollarer Kopf war wieder alles beisammen. Inzwischen hatte sich aber allerlei ereignet. Bronold, der aussichtsreiche Chemnitzer, fiel aus, Bille (Dortmund) und Bolte (Chemnitz) ebenfalls, Diebrock (Bielefeld) mußte in Lollar die Segel streichen, und zwischen Staufenberg und Lollar ereilte auch den, der von vielen als Favorit genannt worden war, Hackebeil (Chemnitz), das Pech, Reifenschaden hinnehmen zu müssen. Aber bald saß er wieder auf dem Rad, raste dem Feld nach und holte es auch noch ein. In die letzte Entscheidung vermochte er aber nicht mehr einzugreifen. Auf den letzten Abschnitten vor dem Ziel entspann sich noch ein ungemein harter Kampf zwischen dem Cannstatter Weimer, dem Berliner Schmidt, dem Schweinfurter Balling und noch einigen anderen, die nun im Rudel von etwa 10 Mann dem Ziel zustrebten. Geufert (Stuttgart) trat dann den Endspurt an, konnte aber nicht ausreißen, vielmehr riß sich der Berliner Schmidt im steilsten Stück der Kaiserallee zu einer gigantischen Spurtleistung hin und schoß mit zwei Radlängen Vorsprung vor Balling Runde der Ueberraschungen. Dar Wetter war dem Rennen über jegliche Erwartung hinaus günstig Es war nicht so heiß, wie während der Tage der vergangenen Woche. In den ersten Morgenstunden war es sogar angenehm kühl. Die Sonne blieb fast während des ganzen Vormittags hinter Wolken. Es war dabei ziemlich windstill. Die Fahrer hatten also nur Fahrtwind, keinen Gegenwind! So waren die Voraussetzungen für ein schnelles Rennen nicht ungünstig. Rasant zog das große Feld los. Wie die Tachometer der folgenden Kraftwagen auswiesen, wurde in der ersten Runde ein Durchschnittstempo von nahezu 40 Kilometer gefahren. Obwohl man mit 15 Minuten Verspätung gestartet war, wurde der herausgegebene Zeitplan der Durchfahrten in den Orten, fast auf die Minute genau eingehalten. Das Rennen brachte aber schon während der ersten Runde etliche Ueberraschung. Vor allem eine b ö s e Ueberraschung. In den ersten Minuten, schon nach 1000 Meter gab es einige Schaltungsdefekte (manche Fahrer hatten Drei-, ja sogar Viergangsschaltungen am Rad), die allerdings rasch behoben werden konnten, so daß die betreffenden Fahrer rasch wieder aufholten. Bald gab es die ersten Ausreißversuche. Richter (Chemnitz) versuchte es zuerst, Hackebeil (Chemnitz) schloß sich an, Bähler (Jena) ernsten Gegner kennengelernt. Die blendende Fahrtechnik des Wieners fiel stark auf. In Staufenberg gab es wieder neue Opfer. Meurer (Tilsit), der schon auf der ersten Runde einmal ins Hintertreffen geraten war, fiel durch Reifenschaden aus, Siegel (Chemnitz) und Csigowski (Leipzig) ebenfalls. In Staufenberg löste sich dabei eine Spitzengruppe von acht Mann ab, die aber wieder eingeholt wurde. Einen schweren Verlust erlitt das Feld durch einen Sturz, der sich Ende der ersten Runde auf der Kaiserallee ereignete. Irrgang, der talentierte und faoorierte Berliner kam durch einen Rahmenbruch zu Fall und schied aus. Zwei Mann fielen außerdem noch über ihn, konnten aber weiter fahren. Sztrakatis großartige Leistung. Durch die mancherlei Ausfälle kam es, daß das Feld, als es in die dritte Runde ging, nur noch etwa Wie es nicht anders zu erwarten war, waren die Fahrer, wie auch alle, die sich vom Ablauf des Rennens überzeugen konnten, über die Organisation des Lobes voll. Es klappte alles ausgezeichnet! Viele Helfer hatten sich uneigennützig in den Dienst der Sache gestellt. Die Lautsprecheranlage, manchmal ein Schmerzenskind, funktionierte ausgezeichnet, die Streckenabsperrung durch den Sturm 3 der Motorstandarte 147 war hervorragend, die durch den Nachrichtensturm der Standarte 116 verlegten Fernsprechleitungen gestatteten eine Unterrichtung der Zuschauer über große Teile des Rennens, die motorisierte Polizei aus Frankfurt-Höchst sicherte die Straße wahrend des Rennens mit zwei Wagen, die Polizei unserer Stadt hielt Jrn Laufe des Nachmittags wurden im Garten des Schützenhauses noch Kämpfe im Zweier-Radballspiel gezeigt, die einen großen Kreis interessierter Zuschauer fanden. Es kämpften sowohl Jugend- wie auch aktive Mannschaften aus unserer näheren Umgebung um die Siege in den Turnieren. Diese Spiele zeitigten folgende Ergebnisse: Aktive: Gesamtergebnis: 1. Radsportoerein „Adler" Hanau; 2. Radfahrer-Vereinigung Gießen; 3. Radfahrerverein Wetzlar; 4. Radfahrerverein 1900 Wieseck. Die einzelnen Spiele in dieser Klasse brachten folgende Ergebnisse: Hanau—Wetzlar 7:6; Gießen—Wieseck 15:6; Hanau—Wieseck 11:4; Wetzlar—Wieseck 9:1; Hanau—Gießen 8:7; Wetzlar- Gießen 3:15. Jugend: Gesamtergebnis: 1. Radfahrerverein Wetzlar; 2. Radfahrerverein Krofdorf 1. Mannschaft; 3. Krofdorf 2. Mannschaft; 4. Radfahrer-Vereinigung rer fehlten. Die blitzenden Maschinen, die Fahrer in ihrer farbenprächtigen Sportkleidung, die Fahnen, die gespannte Menschenmenge — das alles bot jenes Bild, wie man es zu einem Meisterschaftskampf nicht anders erwarten kann. Ortsaruppen- leiter Weber (Gießen-Mitte) hielt im Auftrage der Partei eine kurze Ansprache, wies kurz auf die hohe Bedeutung der Veranstaltung hin, ermahnte die Fahrer zu ritterlichem Kampf und gab dann das Kommando zur Hissung der Flagge des Reichsbundes für Leibesübungen. Eine stattliche Menschenmenge säumte die Straße, als das Kommando zum Start gegeben wurde und sich das große Feld in Bewegung setzte. Für 100 Meter galt die Strecke als neutralisiert, und dann zogen die'Fahrer los. — Mehr als 300 000 Zuschauer hatte das größte! entspann sich em harter Kampf zwischen Wunsche motorradsportliche Ereignis der Welt, der Große und Mellors (Velocette); der Engländer mußte aber Preis von Europa, in Verbindung mit dem Großen ! an der Box halten und wurde so nur Vierter vor Preis von Deutschland an die Rennstrecke des den beiden NSU. von Bodmer und Hentze, öie noch Sachsenringes bei Hohenstein-Ernstthal gelockt, das alte Zweizylindermodell fuhren. Fleisch- Europas beste Motorradfahrer lieferten sich hier mann als einziger mit dem neuen NSU.-Kom- 0© ,Eßs.. .5 o \ o a z 2 E 3 u a, c 2,3-* utr-c Hochdramaüscher Misterschastskampf im Emer-Sirelkensahren. Das große Radsportereignis von Gießen. — Deutscher Meister: Herbert Schmidt, Berlin 100 Fahrer im Kampf um den Titel. i dtiofiener XamüicubVättex