Nr. 1Z1 Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch. 8. Juni 1938 fcr|d)etni täg ltd), anher Sonntags and Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Bezugspretr: Mtt 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Stehen poftschecktonto: Kronkfurt am Main 11686 Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck UN-Verlag: vrühlsche Univerfitätr-ruckerei R. Lange in Sietzen. Schrlftleitvng UN- Geschäftsstelle: Schulftratze r Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. töereinbg. 25°/0 mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen;, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Zwei Rekordbrecher. Eine „He" und eine „Ju" haben über Pfingsten den Ruhm der deutschen Flugzeugindustrie in beachtlicher Weise zu mehren gewußt. Beide Maschinen, in ihren Typen grundverschieden, stammen aus Werken, die Weltruf genießen und deren Schöpfer sich stets als tüchtige Flugzeugkonstrukteure erwiesen haben: der eine, Ernst Heinkel, der andere, der kürzlich verstorbene Professor Junkers. Wenn wir die Namen dieser beiden Männer heroorheben, dann geschieht das aus besonderem Anlaß, nicht aber, um etwa die Bedeutung der anderen deutschen Flugzeugkonstrukteure, etwa der Schöpfer unserer fabelhaften Messerschrnittrnaschi- nen, der Focke-Wulf-Flugzeuge, der Dornier-Wale und wie sie alle heißen, die immer wieder die Aufmerksamkeit der gesamten fliegenden Welt auf sich lenken, in den Hintergrund treten zu lassen. Sie alle ziehen an einem Strang, wenn auch jeder für sich arbeitet und höchsten Zielen zustrebt. Sie alle haben dem deutschen Flugzeug zu einer Entwicklung verholfen, die immer wieder höchstes Erstaunen auslösen muß. Denn wir mußten in der Nachkriegszeit unser Bautempo abstoppen, wir durften über gewisse Grenzen nicht hinaus, wir durften vor allem keine Kriegsflugzeuge bauen. So gewann das Ausland einen Vorsprung von vierzehn Jahren, während bei uns der Raum für Flugzeugkonstrukteure viel zu klein war. Schließlich war es immer nur die Deutsche Lufthansa, die Flugzeuge, aber auch «nur Berkehrsmaschinen abnehmen konnte. Trotzdem rasteten unsere Flugzeugkonstrukteure nicht. Und sie taten recht daran. Denn auch für sie mußte der Tag kommen, der ihnen zum Signal wurde, nun mit aller Macht vorwärts zu streben und -unter Ueberspringung der Vergangenheit für die Zukunft höchste Leistungen zu vollbringen. Wir stehen den Jahren noch viel zu nahe, die" seit 1933 eine sprunghafte. Entwicklung unseres 'Flugzeuges brachten. Erst später wird man eine Geschichte dieses Aufbaues schreiben können, dann aber auch zu zeigen haben, was deutsche Flugzeugkonstrukteure in edelstem Wettbewerb zustandebrachten. Wir können nur das eine: uns über jeden neuen Erfolg freuen und dem Erfolgreichen unseren Glückwunsch aussprechen. Diesmal sind es die H e i n k e l w e r k e in Warnemünde und die Junkerswerke in Dessau, die sich neuen Lorbeer holten. Heinkel trat mit einem Jagdslugzeug, Junkers mit dem „Großen Dessauer" in die Erscheinung. Beide Flugzeuge trugen ihre Zeichen, das „He" und „Ju" zum Siege. Daß über das Heikel-Jagdflugzeug nähere Angaben fehlen, versteht sich von selbst. Anders ist es mit dem „Großen Dessaue r", der im Herbst vorigen Frankreich bewundert Lldets Geschwindigkeitsrekord Paris, 7. Juni. (Europapreß.) Die von Übet aufgestellte neue Schnelligkeitsweltbest- l e i st u n g mit 634,370 km/st hat in Frankreich starken Widechall gefunden. Die Blätter teilen ihren Lesern, um ihnen die von Übet erzielte Geschwindigkeit leichter verständlich zu machen, mit, wie lange Übet mit einer derartigen Geschwindigkeit zu Flügen zwischen größeren französischen Städten gebraucht hätte. Paris — Straßburg in öreioiertel Stunden, Paris—Bordeaux in fünfzig Minuten und Paris—Marseille in einer Stunde, zehn Minuten, das find die Zahlen, die dem französischen Zei- tungsleser am besten die von Udet erzielte Geschwindigkeit verdeutlichen. Der „Paris Soir" bringt ein Bild Udets als Kriegsflieger mit einer Widmung an einen der berühmtesten französischen Kriegsflieger, Rene Fonck, der selbst in einem Artikel den Lesern dieses Blattes Udet vorstellt. Während des Krieges sei er, so schreibt Fonck,, oft mit Übet in den Lüften zusammengetroffen, und die Begrüßung fei durch Maschinengewehre erfolgt. Nach dem Kriege sei er von Übet nach Berlin eingeladen worden, und er t)abe mit i h m zusammen seinen ersten Flug über Berlin unternommen. Udet sei unzweifelhaft einer der besten deutschen Kriegsflieger gewesen, und er sei es g?- blieben. Der Beweis sei. daß er Deutschland zwei der bedeutendsten Bestleistungen vom militärischen Standpunkt aus gegeben habe. Die große .Stärke der deutschen Luftwaffe liege darin, so schreibt Fonck weiter, daß sie von „wahrhaftigen Fliegern" geleitet werde, die unter Lebensgefahr eine große Erfahrung gesammelt hätten und diese Erfahrung jetzt in den Dienst des Vaterlandes stellten. Die deutsche Fliegerei stehe unter der Leitung des Generalfeldmarschalls G ö - ring, der ebenfalls ein „Aß" unter den Kriegsfliegern gewesen sei, und des Generals Udet, der feine rechte Hand fei. „Indem ich noch persönlich Udet, dem ehemaligen und loyalen. Kriegsflieger", so fährt Fonck fort, „zu seiner Leistung beglückwünsche, spreche ich den Wunsch aus, daß diese Leistung auch Frankreich nützlich sein werde, indem sie den Franzosen endlich die Augen über die Wirklichkeiten der Zukunft öffnet." Der „Paris Midi" stellt fest, daß der fron- z ö s i sch e Geschwindigkeitsrekord nur 476,310-km/st betrage und bereits im Jahre 1935 aufgestellt worden sei. Seit dieser Zeit habe Frankreich nichts mehr getan, es sei jetzt stark im Rückstand. Die gegenwärtig im Dienst befindlichen französischen Jagdflugzeuge (Devoitine) erreichten höchstens 300 km/st, die im Bau befindlichen Moräne-Flugzeuge 480 bis 500 km/st. Die in Amerika bestellten Curttß-Flugzeuge sollten 480 km/st erreichen. Im „Jntransigeant" bespricht ebenfalls ein ehemaliger Kriegsflieger, Peyrynnet de Torres, £ie Leistung Udets. Er bedauert, daß Frankreich gegenwärtig nicht die „lebendigen Kräfte" besitze, um seine Flug- zeugerzeugung zu beschleunigen. Die Leistung des Generalmajors Udet sei deshalb außerordentlich beachtenswert, weil sie beweise, daß die Hindernisse, die sich den Ingenieuren auf dem Gebiete des Apparate- und des Motorenbaues entgegenfteUten, nacheinander überwunden würden und daß der Mensch fähig sei, selbst in einer Haarnadelkurve ein Flugzeug mit über 600 Kilometer Stundengeschwin» digkeit mit sicherer Hand zu führen. Adel flog 634 Stundenkilometer. HD MWMWWWW Auf einer amtlich vermessenen Flugstrecke in der Nähe von Rostock—Warnemünde brachte Generalmajor Udet mit einem einsitzigen Heinkel-Jagdflugzeug den Schnellig- keitsweltrekorb für Flugzeuge nach Deutschland Er verbesserte ben bisher vom Auslande mit 554,357 Kilometer je Stunde gehaltenen Rekord um 80 Kilometer auf 634,370 Kilometer. Unser Bild zeigt Generalmajor Udet nach seinem Rekordflug — (Scherl-Bilderdienst-M.) Jahres zum ersten Male öffentlich vorgeführt wurde und den man eigentlich mit einem fliegenden V-Zug- roagen vergleichen kann. Alle Bequemlichkeiten für den Reisenden sind hier vereinigt. Vierzig Personen können jeweils befördert werden, dazu in einem weit über dem Durchschnitt gewöhnlicher Reifeflugzeuge liegenden Tempo. Die Geschwindigkeit des „Dessauers" liegt bei 410 Kilometer, die Stärke der vier Motoren zwischen 800 und 1200 PS. Da aber eine Auswechslung der Motore vorgenommen werden kann, wird sich bei der Fortentwicklung dieses Typs auch noch eine Steigerung dieser an sich schon beachtlichen Geschwindigkeit erreichen lassen. Welche Möglichkeiten in dem Flugzeug liegen, .hat der über Pfingsten aufgestellte Höhenrekord gezeigt. Man wußte wohl, daß die Steigfähigkeit über Erwarten gut ist. Jetzt aber ist unter Beweis gestellt worden, daß ein schwer beladenes deutsches Großverkehrsflugzeug ohne Mühe bis in die Zehn- tausendmeter-Region vorstoßen kann. Wirtschastswerbung. Eröffnung des Kontinentalen Rettame- tongresses in Wien. Wien, 7. Juni. (DNB.) Im großen Festsaal der Wiener Hofburg wurde der Kontinentale Reklamekongreß 1938 eröffnet, an dem rund 1000 Vertreter des Werbewesens aus 15, Staaten des Kontinents teilnahmen. Der Präsident des Kontinentalen Reklameverban- des, M a i l l a r d (Paris) übergab das Präsidium dem Vertreter Deutschlands, Stabsleiter Hugo F i - f ch e r. In unseren Händen — so führte der Stabsleiter Fischer aus — liegt die geistige und materielle Führung und Gestaltung der Wirtschaftswerbung, in der jeder von uns auf feinem Platz feinem Volke dient. Durch friedliche Ordnung der Wirtschaft ist für die Völker Europas die Voraussetzung für den wirtschaftspolitischen Frieden geschaffen, die jedem Volk und jedem einzelnen Lebensraum und Lebensrecht sichert. Der .ständige Vertreter des Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft, Professor Dr. Hunke, erinnerte daran, daß schon auf dem Kontinentalen Reklamekongreß im November 1936 in Berlin die Grundlinien der Umgestaltung der deutschen Wirtschaft festgelegt worden waren und daß sich seither tatsächlich ein neuer Stil, eine neue Wirtschaftsgesinnung und ein neues Können in der Wirtschaftswerbung durchgesetzt hat. Deutschland habe sich aber auf den letzten Quell jeder Wirtschaft und jeden Reichtums, auf seine eigene A r - b e i t 5 t r a f t besonnen. Heute befänden wir uns auf der letzten Stufe des wirtschaftlichen Handelns und fingen an, unsere Kraft immer planmäßiger, vernünftiger und produktiver einzusetzen, um mehr zu leisten und mehr zu schaffen. Die Wirtschasts- werbung habe ein Dreifaches zu beachten: Die Achtung vor der Volksgemeinschaft, den notwendigen Takt gegenüber dem Mitbewerber und Wahrheit und Klarheit gegenüber dem Verbraucher Mit dem Wunsche, daß der Kongreß der Weiterentwicklung der Wirtschaftswerbung einen entscheidenden Antrieb geben möge, entbot Prof. Dr. Hunke den Versammelten dey Willkommengruß des Deutschen Reiches. 5. Arbeitstagung; des Ernährungshilfswerks. NSG. Aus dem ganzen Reichsgebiet treffen heute im Gau Hessen-Nassau die Teilnehmer an der 5. Arbeitstagung des Ernährungshilfswerkes cm. Der Gauleiter, der stets ein energischer Förderer des Ernährungshilfswerkes war, wird die Gäste am Donnerstag im Jakob-Sprenger-Haus in Darmstadt begrüben. Im Februar 1937 wurde auf Anordnung des Gauleiters versuchsweise d i e e r st e M ä st e r e i in Darmstadt in gepachteten Stallungen eingerichtet. Der anfängliche Bestand von 380 Schweinen und die damit angestellten Mastversuche berechtigten zu den besten Hoffnungen, so daß man nach kurzer Zeit dazu überging, eine Großmästerei in Darmstadt neu zu errichten und auch in anderen Städten auf die Einrichtung des EHW. zu drängen. Um die Jahreswende konnte das Ernährungshilfswerk im Gau »Hessen-Nassau einen lausenden Bestand von über 2000 Tieren aufweisen. Heute hat das EHW. im Gau Hessen-Nassau bereits 52 Mästereien in Betrieb genommen, die zur Zeit insgesamt 4500 Schweine auf Mast liegen haben. Ende 1938 ist bei der Berücksichtigung der Erweiterungen, Anbauten und Neubauten der Mästereien ein Gesamtbestand von weit über 8000 Schweinen anzunehmen. Bei 2V2maügen Mastperioden ergibt triefe Zahl schon heute für das Jahr einen Schweinebestand von 20 000 Tieren. Bei restloser Erfassung aller Küchenabfälle im Gau Hessen-Nassau durch das Ernährungshilfswerk kann deshalb mit einem Gefamt- beftänb von 25 000 Schweinen gerechnet werden. Die'Küchenabfälle find zum öffentlichen Gut erklärt worden. Niemand mehr wird heute sagen können, daß es eine bessere Verwendung gebe, oder daß sich die Mühe nicht lohnen würde, sie durch die Einrichtungen der NS.-Dolkswohlfahrt nutzbringend auswerten zu lassen. Große landwirtschaftliche Flächen, die Aecker vieler Bauernhöfe wären nötig, um diejenige Futtermenge anzupflan- zen, die dem Ernährungshilfswerk durch die Sammlung aller Abfälle zur Verfügung stehen. Die deutsche Hausfrau hat es in der Hand, durch ihren kleinen Beitrag mitzuhelfen, daß eine solch lebenswichtige Einrichtung zum Erfolg führt, der heute schon mit Bestimmtheit erwartet werden kann. Alles, was aus dem Ernährungshilfswerk gewonnen wird, Fleisch und Fett wie auch etwaige Bar- überschüsse kommen immer wider nur der Allgemeinheit zu gut Volksgenossen haben Arbeit bekommen, Züchter haben ein wichtiges Absatzgebiet für ihre Tiere gefunden, Industrien haben Aufträge erhalten, das Bauhandwerk hat eine ansehnliche Belebung erfahren und nicht zuletzt wurde in der Fleisch- und Fettversorgung eine empfindliche Lücke geschlossen, was unsere Hausfrau wieder zu spüren bekommt. Neue Gewaltakte tschechischen Militärs. Deutscher Pfarrer am Besuch eines Sterbenden gehindert. Passau, 7. Juni. (DNB.) Am Dienstagmorgen begab sich der deutsche Pfarrer Pius Fischer von Obermoldau im Böhmerwald mit einem Begleiter nach Eleonorenheim, um dort einen Sterbenden zu versehen. An der Kleidung und der mit- geführten Tasche war klar zu erkennen, daß es sich um einen Pfarrer handelte, der auf einem Versehgang war. Trotzdem wurde der Geistliche kurz vor dem Ort auf eine Entfernung von sechs Meter von tschechischen Soldaten angerufen und, da er mit seinem Motorrad nicht so schnell bremsen konnte, samt der mitgeführten kirchlichen Geräte von der Maschine h e r u n t e r g e r i f f e n und zu Boden .geworfen. Der Pfarrer erlitt mehrere Verletzungen. Trotzdem wurde er zur Gendarmerie geschleppt. Erst jetzt wurde dem Pfarrer der Gang zu dem Sterbenden erlaubt. Der Pfarrer begab sich später zum Arzt, um sich ein Zeugnis über seine Verletzungen ausstellen zu lassen. Dem Arzt war jedoch inzwischen von der Gendarmerie bedeutet worden, daß er kein Zeugnis, aus ft eilen dürfe. Ein Reichenberger deutsches Einwohner wollte seine Nichte, die im Krüppelheim in Reichenberg in Behandlung gewesen war und noch ein Bein jm Gipsverband hatte, nach Jungbuch bei Trautenau schaffen. Beim Umsteigen in der Station T u r ° nau wollten beide den Wartesaal betreten, was ihnen aber verweigert wurde, weil sich dort die Bahnhofswache eingerichtet hatte. Der Kommandant beschimpfte die beiden in wüster Weise und bestimmte zwei Mann der Bahnhofswache mit aufgepflanztem Seitengewehr dazu, den Deutschen, dem man inzwischen die weißen Strümpfe heruntergerissen hatte, mit feiner kranken Nichte auf die Gendarmeriestation zu führen. Die beiden Deutschen waren auf diesem Wege üblen Schimpfereien tsch echischer Passanten ausgesetzt. Der Wachkommandant hatte die Begleitsoldaten ausdrücklich gefragt, ob sie scharfe P a - t r o n e n bei sich hätten, was von ihnen bejaht wurde. Auf der Gendarmeriestation wurde ein Protokoll aufgenommen, worauf die Deutschen wieder entlassen wurden. Die Sudetendeutsche Partei hat bei den zuständigen Stellen Beschwerde wegen dieses neuen Uebergriffes des tschechischen Militärs eingelegt. Die Außenpolitik her französischen Sozialisten. Leon Blum auf dem Sozialistischen Parteitag in Royan. Paris, 7. Juni. (Europapreß.) Der Parteitag der französischen Sozialisten in Royan' fand mit einer großen Rede ihres Vorsitzenden Leon Blum seinen Höhepunkt. Blum vertrat erneut seinen bekannt ten Standpunkt, die Sozialisten dürften im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht die Verantwortung für einen Sturz der Regierung Daladier und damit für den Bruch der Volksfront übernehmen. Es fei unmöglich, eine hundertprozentige Volksfrontregierung unter Einbeziehung der Kommunisten zu bilden, da die Radikalsozialisten eine derartige kommunistische Mitarbeit nicht dulden würden. Ein Verbleiben der Regierung Daladier im Amte sei deshalb vorzuziehen. Außenpolitisch bemühte sich Blum, die Nichteinmischungspolitik der beiden von ihm geführten früheren Regierungen gegenüber dem linken Flügel der Partei zu verteidigen. Er sei heute noch der Ansicht, daß eine Einmischung in Spanien für Frankreich genau so unmöglich sei wie vor zwei Jahren. Blum bestritt energisch, die Anweisung .gegeben zu haben, drei französische Divisionen nach Spanien zu schicken. Er sei auch heute noch für eine loyale Nichteinmischungspolitik, aber wenn der seit etwa 'einem Jahre andauernde Zustand weiter bestehen bleiben sollte, dann wolle auch er nichts mehr von Nichteinmischung wissen. Blum erklärte, es sein ein Hirngespinst, zu glauben, man könne Mussolini und Hitler entzweien. Das gegenwärtige Europa sei eine Tatsache, über die man nicht mehr hinweggehen könne, es erinnere lebhaft an das Europa Napoleons I. Wenn man die Idee der kollektiven Sicherheit bis zu ihrem Ende verfolge, müsse man sich auch mit der Möglichkeit eines Krieges vertraut machen, aber, um einen Krieg zu verhindern, müsse man in gewissen Augenblicken eine Kriegsgefahr auf sich nehmen. Die Volksfrontregierung habe im Jahre 1936 keinen einzigen zuverlässigen Freund gehabt. Seine Regierung habe^die Lage Frankreichs von Grund auf geändert, Freundschaften befestigt und Mißverständnisse zerstreut. * Die Auseinandersetzungen zwischen den linksradikalen Anhängern Marceau Piverts und der Mehrheit des Sozialistischen Parteitages erreichten einen Höhepunkt, als der ehemalige Innenminister der Blumschen Volksfrontkabinette, Marx Dormo y, auf der Straße in ein Handgemenge mit „Pioertisten" geriet. Während im Kurhaus von Royan die sozialistische Parteimehrheit tagt, beraten ungefähr hundert Schritte davon entfernt, in einem Cafä, die Ausgeschlossenen. Obwohl bisher nur die Pariser Abgeordneten der „Republikanischen Linken" ihre Parteizugehörigkeit ver- |C6rdiJ!>«' M. ^rya-g e rta loren haben, nimmt man an, daß auch die Provinz- abgeordneten des linken Flügels die Sozialistische Partei verlassen und sich einer unter der Leitung von Marceau Pivert stehenden neuen Partei anschließen werden, falls der Parteitag nicht die Nationale Union in allen ihren möglichen Formen ausdrücklich verurteilen sollte. Die Mhrheil hinter Blum. 916er heftige Opposition der radikalen Gruppen. Paris, 8. Juni. (Europapreß.) Nach einer langen Nachtsitzung ist einen Tag später als vorgesehen der Sozialistische Parteitag zu Ende gegangen. Die Haltung zum Kabinett Daladier bleibt wie,bisher, die parlamentarische Unterstützung der Regierung wird von der sozialistischen Kammergruppe von Fall zu Fall festgesetzt werden. Aber diese Linie des Parteivorsitzenden Leon Blum war stark umstritten. Die Anhänger Zyromskis und die des ausgeschlossenen Marceau Pivert zeigten offen ihre Unzufriedenheit. Es gelang zwar Blum, die Mehrheit hinter sich zu bringen, es gelang ihm aber nicht, die drei -einander widerstreitenden Richtungen zu versöhnen. So kam es, daß beim Schluß des Parteitages von jeder der drei Gruppen ein eigener Schlußbericht aufgesetzt wurde. Während der von Leon Blum und dem Generalsekretär der Sozialistischen Partei, Paul Faure, eingebrachte Schlußbericht 4843 Stimmen erhielt, entfielen auf den Bericht Zyromskis 1735 und auf den der „Revolutionären Linken", der von dem Abgeordneten Härard vorgelegt wurde, 1424 Stimmen. 249 Mitglieder enthielten sich der Stimme. Oer Bürgerkrieg in Spanien. Von Erhard Weaeli, Oberstleutnant a. O. Auf dem Kriegsschauplatz in Spanien ist seit Mitte April, nachdem die nationalen Truppen zwischen dem Ebro-Delta und Torreblanca das Meer erreicht und damit die Roten der katalanischen Front von denen der anderen Fronten getrennt haben, eine Operationspause eingetreten. Daran ändern die fast täglich berichteten Kämpfe in den Provinzen Katalonien und Valencia nichts. Sie sind nur taktischer und örtlicher Natur. Die nationale Front verläuft zur Zeit (Anfang Juni) wie folgt: Don der spanisch-französischen Pyrenäen-Grenze westlich Andorra über -P.“'ris'7/ 3unü (Europapreß.) Der französische Ministerpräsident Daladier ist von seiner Jn- ipektionsreise in das südfranzösische Grenzgebiet am Dienstagabend wieder nach Paris zurückqekehrt Er gab der Press? keinerlei Erklärung ab E seinem Rückflug aus Perpignan hat der französische Ministerpräsident erklärt, er habe Befehl gegeben, die bereits getroffenen Sicherheits- maßnahmen an der Grenze noch zu ver- st 0.5, Grenzbeoölkerung habe Ruhe und Kaltblütigkeit bewahrt, lieber die Herkunft der Bombenflugzeuge hüllte sich der Ministerpräsident in schweigen. Am späten Ab?nd suchte Außen- mmifter Bonnet den Ministerpräsidenten auf. -öonnet hatte auch eine Aussprache mit dem fron» zosischen Botschafter in Barcelona. Waffentransvortschiffe sind militärische Ziele. Eine nationalspanische Erklärung zur Lombardierung derbolschewistischenHäfen Italien erfülle immer noch fein Versprechen, feine Freiwilligen mehr nach Spanien zu schicken' aber es habe vorausgesetzt, feine eigene Zurückhal- tung werde' auch d i e Zurückhaltung der anderen nach sich ziehen und der italienische Friedensgeist werde Allgemeingut in Europa werden. Statt dessen aber zögen die andern Nutzen Nordsee- und Adriahäfen. Regelung des Wettbewerbs im Verke hr mit Oesterreich. Berli,n, 7. Juni. (DNB) Bei den am 28. Mai 1938 abgeschlossenen deutch-italienischen Regie- rungsoerhändlungen ist auch die Frpge 'bes Wettbewerbs der deutschen Äordseehäfen und der italienischen Adria - Häfen behandelt worden. Mit dem 31. Mai 1)38 werden die beiderseitigen Begünstigungen außerhalb der Eisen- bahntarise für Baumwolle, Laffee, Kakao, Tee und Drogen bei der Einfuhr ncch dem Lande Oesterreich über deutsche Nordsechäfen und italienische ldria-Häfen a b g e s ch a f f t, ferner alle außerhalb ier veröffentlichen Eisenbahrtarife bisher angewen- eten Begünftigungsmaßnahinen, auch soweit sie an- ere Güter betreffen. Beide Regierungen sind über- ingekommen, in Zukunft Einerlei Maßnahmen zu reffen, die mittelbar oder unmittelbar den Stand er vereinbarten Eisenbahntarife beeinflussen können und auch keinerlei Wetlbewerbsmaßnahmen auf em -Gebiet des Hafenwesens und der Binnen- oder Seeschiffahrt zu fördern. Durch diese Vereinbarungen ist sichergestellt, daß sich die für die Aufstellung er Eifenbahntarife von und nach den genannten )äfen vereinbarten Grundsätze in Zukunft ungehindert auswirken können. Während bisher die Tarif« ätze nach den deutschen Seehäfen um 12 bis 15 d. $). göher gehalten werden mußten als die Tarife von österreichischen Bahnhöfen nach Triest, werden in Zukunft die Tarife von österreichischen Bahnhöfen lach Triest um 10 v. H. niedriger sein als nach deut- chen Seehäfen. Die Frachtsätze für den kombinierten -Zahn—Donau-Seehafenoerkehr zwischen dem Lande Österreich und den deutschen Seehäfen dürfen dagegen den Frachtsätzen für Triest gleichgestellt werden. Durch diese Vereinbarungen ist 'sichergestellt, laß der Anteil der adriatischen Seehäfen am öster- eichischen Außenhandelöverkehr auch in der Zu- unft in einem „den freundschaftlichen Beziehungen" wischen Deutschland und Italien entsprechenden lmfange aufrecht erhallen wird. Der englisch-amerikanische Handelsvertrag. Berhandluugspause bis November wahrscheinlich. London, 7. Ium. (Europapreß.) In den englisch-amerikanischen Handelsvertragsoerhandlungen ist eine Stockung eingetreten. Von gutunterrichteter Seite verlautet, der Abbruch der Verhandlungen dürste kaum mehr zu vermeiden sein. Die Wieder- 'lusnahme der Verhandlungen wird nicht vor den Essvikantschep Kongreßwahlen im November /erwartet, so daß der englisch-amerikanische Handels- vertrag, wenn überhaupt, kaum noch in diesem Jahre abgeschlossen werden dürfte. Für diese, für England unerwartete und auch unwillkommene Entwicklung werden in London die Vereinigten Staaten verantwortlich gemacht. Die Vereinigten Staaten, so heißt es, hätten sich einmal geweigert, die Zölle auf englische Baumwollwaren in dem von England geforderten Maße herabzusetzen, da die amerikanische Baumwollindustrie, vornehmlich die dem schlechten Ge- chäftsgang am meisten ausgesetzten Fabriken in ,'ben Südstaaten, auf Washington einen starken Druck ausgeübt hätten. Weiter heißt es, die Vereinigten Staaten hätten sich geweigert, die W o l l z ö l l e herabzusetzen. England forderte die Ermäßigung der Wollzölle in erster Linie für Australien, dessen Ob st ausfuhr durch die in dem englischamerikanischen Handelsvertragsentwurf vorgesehene Erhöhung der amerikanischen Obst aus - fuhr nach England benachteiligt worden wäre. Als Ausgleich für fein Entgegenkommen habe Australien die Herabsetzung der Wollzölle zur Bedingung gemacht. Um die 40-Etundenwoche in der englischen Metallindustrie. London, 7. Juni. (Europapreß.) Die Einführung der 40-Stundenwoche wurde auf einer Tagung in Morecamble von dem Führungsausschuß der Vereinigten Metallarbeitergewerkschaften Englands gefordert. Mit dem Stimmenverhältnis von 24:15 ist der Vollzugsausschuß der Gewerkschaft aufgefordert worden, wegen der neuen Arbeitszeit mit den Arbeitgeberverbänden in Verbindung zu treten. Innerhalb von sechs Monaten müsse eine Regelung getroffen sein. Dieses Verlangen der Vereinigten Metallarbeiter-Gewerkschaften ist nicht neu; es wurde bereits vor Monaten vorgebracht, trat dann aber angesichts der dringenden Wünsche der Regierung nach Beschleunigung der Aufrüstung in den Hintergrund, nachdem die Arbeitgeber sich geweigert hatten, einer solchen Forderung zuzustimmen. Der neue Beschluß läuft darauf hinaus, der Regierung aus Partei- und gewerkschaftspolitischen Gründen Schwierigkeiten zu machen. Eine Lockerung des Begriffes „gelernte und ungelernte Arbeiter" wurde abgelehnt, obwohl sich die Regierung davon die Möglichkeit versprach, die in der Fachindustrie fehlenden Kräfte herbeizufchasfen. Der neue Beschluß ist ylso ein neuer Vorstoß der marxistisch orientierten Gewerkschaften gegen das Kabinett Chamberlain. Der Rückzug der Chinesen nach der Einnahme von Kaifeng. H a n f a u , 7. Juni. (Europapreß.) Nach dem Fall von Kaifeng haben die chinesischen Truppen nunmehr neue Stellungen zwischen Kaifeng und Tschengtschau bezogen, während die Zivilbevölkerung Tschengtschau verläßt. Die von Tschengtschau nach Süden und Westen gehenden Züge sind mit Flüchtlingen überfüllt. Man unterstreicht in den chinesischen Berichten, daß die Stadt T s ch e n g - Die Japaner eroberten Kaifeng, eine wichtige Bahnstation zwischen Hsütschau und Tschengtschau an der Lunghai-Bahn. — (Scherl-Bilderd.°M.) (^AffOSCHUKUC fovtav * HONAN Nantani tschau bisher noch nicht preisgegeben ist und vorläufig weiter verteidigt werden soll, obgleich sie nach dem jetzigen Stand an der Lunghai-Bahn ihren strategischen Wert eingebüßt habe. Nach den Frontberichten sind indessen südlich von Tschengtschau chinesische Stellungen ausgebaut worden, um den Truppen für eine gewisse Zeitspanne den Widerstand zu ermöglichen. Die Möglichkeit eines strategischen Rückzuges der chinesischen Truppen aus dem Raume von Lanfeng wird in Hankau lebhaft besprochen. Man ist der Auffassung, die Aufrollung der Doihara-Division im Raume von ßanfana sei unmöglich, da sie große Opfer der chinesischen Truppen erfordern würde. Deshalb sei es zweckmäßiger, den Raum von Lanfeng freiwillig zu räumen und dadurch die chinesischen Truppen in eine bessere ' strategische Lage zu bringen. Der Rückzug soll erst erfolgen, wenn es den Chinesen gelungen ist, bessere rückwärtige Stellungen auszubauen, von denen aus sie den japanischen Angriffen stärkeren Widerstand entgegensetzen können. Verschärfung der japanischen Lustangriffe auf Kanton. Hongkong, 7. Juni. (Europapreß.) Die japanischen Luftangriffe auf Kanton wurden am Diens- tan mit verstärkter Heftigkeit fortgesetzt. Dreimal erschienen japanische Bombengeschwader über der Stadt. Das erste Bombardement erfolgte in den frühen Morgenstunden, das letzte nach Einbruch der Nacht, wobei der helle Mondschein den japanischen Fliegern den Angriff erleichterte. Trotz heftigen chinesischen Abwehrfeuers gelang es den Japanern jedesmal, bis über die Stadt oorzudnngen. Außer Sprengbomben wurden auch Brandbomben abgeworfen, gegen Mitternacht standen ganze Straßenzüge Kantons in Flammen. In Hongkong sind Bemühungen zur Schaffung einer neutralen Zone in Kanton im Gange. Der japanische Generalkonsul erklärte, seine Regierung begrüße derartige Bestrebungen. Kunst und Wissenschaft. Haupttagung desGudetendeutschenKulturverbandes Bohmisch-Krummäu, 6.Juni. (Europapr.) Am Pfingstsonntag sand in Böhmisch-Krummau die 19. Haupttagung des Sudetendeutschen Kulturverbandes statt, die von 5000 Personen besucht war, obwohl mit Rücksicht auf die innerpolitischen Verhältnisse in der Tschechoslowakei die öffentliche Kundgebung fortfallen mußte. ' Vertreter aller sudetendeutschen Verbände und der Sudetendeutschen Partei nahmen an der Tagung teil. Der Vertreter der Sudetendeutschen Kulturgesellschaft in Berlin, Ingenieur Göttenauer, überbrachte der Versammlung die Grüße des im Groß- deutschen Reiche geeinten 75-Millionen-Volkes. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die feierliche Verteilung der vom Sudetendeutschen Kulturverband gestifteten Kulturpreise. Den Preis für Musik erhielt der Böhmerwald-Komponist I. S t ö g - bauer, den für deutsches Schrifttum der nordböhmische Lyriker Robert Lindenbaum, den für darstellende Kunst der schlesische Bauernmaler Paul Gebauer, den für Volkskunst Dr. Franz Beran ek und schließlich den Preis für Dolks- tumsarbeit Konrad Henlein. — Am Vormittag wurde in der Büraerfchule eine Volkskunst- ausftellung eröffnet. Am Abend fand ein& schlichte Feier statt. Es sprachen der Abgeordnete der SDP. des Böhmerwaldes, I o b st, für die Professorenschaft und Hochschulen Universitätsprofessor Pfitzner, für die Gesellschaft der Wissenschaft und Künste Professor Peking und für den Böhmerwaldbund der Gauobmann Dr. Stegmann. „Walküre" als Abschluß der Florentiner Mufiksestspiele. In Anwesenheit des italienischen Ministers für Dolkskultur Alfieri und eines überaus zahlreichen Publikums wurde auf der Freilichtbühne des Boboli-Gartens im Rahmen der Musikfestspiele des „Florentiner Mai" als Schlußvorstellung Richard Wagners „W a l k ü r e" mit größtem Erfolg aufgeführt. Unter der Spielleitung Oskar W a l l e ck s und der Stabführung Karl Elmendorffs boten die deutschen Künstler Gertrud Jünger (Brün- hilde), Viorica U r s u l e a c (Sieglinde), Luise Miller (Fricka), Jaro Prohaska (Wotan), Franz Völker (<Äegmund) und Ludwig Weber (Hunding) eine Darstellung von beispielgebender Geschlossenheit. Auf der vom Frühlingsmondlicht überfluteten Bühne des Parkes wurden nicht nur musikalische, sondern auch für das Auge unvergleichliche Wirkungen erzielt. Neuentdeckte Tagebücher Ludwig Richters. 1 Von- Ludwig Richter sind zwei neuentdeckte Tagebü ch e r aus den Jahren 1838 und 1865 über Wanderungen ins Riesengebirge, heraus- aeaeben von Karl Josef Friedrich, im Wolfgang Jeß Verlag, Dresden, erschienen. Der Band ist mit bisher unbekannten Zeichnungen aus den Tagebüchern illustriert. Vergsträher Kulturwoche in Heppenheim. An den Pflngstfeiertagen stand Heppenheim im Zeichen der Berg st räßer Kulturwoche. Mit der Eröffnung einer Ausstellung Bergsträßer, namentlich Heppenheimer Künstler, und der Freigabe des neuen Winzerkellers im Amtshof begannen die Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt die Uraufführung des Lustspieles „Die Erlösung der Weiß en Dame" aus der Feder des Heimat- dickters Holzamer stand, der als Regisseur selvst erfolgreich mitwirkte. Die Begebenheit aus der Heppenheimer Geschichte fand starken Beifall, der sich wiederholte, als Bürgermeister Dr. Köhler zum Schluß dem Dichter und den Mitwirkenden Gaben der Anerkennung überreichte. Riemenschneider-Preis 1938. In einer Weihestunde vor der Florian-Geyer- Ruine in Giebelstadt fand in Anwesenheit des stellvertretenden Gauleiters K u h n r e i ch , der Vertreter der Partei sowie der mainfränkischen Künst- lerschast die Verteilung des, von Gauleiter Dr. Hellmuth gestifteten Mainfränkischen Kunstpreises 1938 statt. Der Kunst zu dienen und die einheimischen Künstler zu ehren, schuf Gauleiter Dr. Hellmuth den Mainfränkischen Kunstpreis, den Regelkreis für Musik, den Rückert-Preis für Dichtung und den Riemenschneider-Preis für bildende Kunst. In diesem Jahre wurde der Riemenschneider-Preis im Werte von 3000 Mark dem Bildhauer Richard R o t h e r (Kitzingen) zuerkannt, der zu den mainfränkischen Künstlern zählt, die auch in den Zeiten des Verfalls der wahren deutschen Kunst treu geblieben sind, und deren Schöpfungen mit dem Volk verwurzelt sind. Bildhauer Rother hat auch das kürzlich enthüllte Damel- Sauer-Mahnmal in Sickershausen geschaffen. Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft. Zum 53. Male versammelte sich die Goethe- Gesellschaft in Weimar zu ihrer Hauptversammlung. Professor Dr. Petersen (Berlin) konnte rund 5Ö0 Mitglieder begrüßen. Die Gesellschaft umfaßt zur Zeit etwa 3-000 Mitglieder, ihre wirtschaftliche Lage ist günstig. Eine Gesamtausgabe der Schillerschen Werke, ähnlich der großen Goethe-Ausgabe wird vorbereitet. In steigendem Maße sammelt das Goethe- und Schiller-Archiv die Urschriften lebender Dichter, so von Johannes Schlaf, Borries von Münchhausen, Agnes Miegel und Heinrich Lilienfein. Die Sammlungen des Goethe-Nationalmuseums sind um fünf Goethebild- nisse bereichert worden. Zu neuen Ehrenmitgliedern wurden Professor Adolf Bartels (Weimar) und Geheimrat Max Planck (Berlin) ernannt. Starke Zustimmung löste die Feststellung Professor Wahls aus, fvonach das Schlagwort von der Jugend ohne Goethe nicht mehr zu Recht bestehe. Der Reichsjugendführer habe fein Wort eingelöst, und die deutsche Jugend bekenne sich heute wieder zu Goethe wie zu asten- großen Deutschen. Aus aller Wett. Hundertjahrfeier des Heilbades Salzschlirf. Die Hundertjahrfeier des kurhessischen Gicht- und Rheumabades Salzschlirf gestaltete sich durch die Anwesenheit des Gauleiters Staatsrat Wein- r i ch zu einer würdigen Feierstunde. Bei dem Festakt am Samstag im festlich geschmückten Kurpark behandelte Kurdirektor Metzler kürz die Entwicklung des Bades, wobei er betonte, daß die Zukunft weit größere Aufgaben als bisher an das Bad stelle. Der Redner gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß die ehemaligen und derzeitigen Kurgäste aus dem Auslande d^r Kurverwaltung eine namhafte Geldspende als Glückwunsch überreicht hätten. Es fei beschlossen worden, den Betrag der Belegschaft des Badebetriebes, deren rastlose Arbeit nur im Dienste der leidenden Menschheit stehe, zugute kommen zu lassen. Anschließend brachte Gauleiter Staatsrat W e i n r i cy seine Glückwünsche zum Ausdruck. Ein Bad, so betonte er, habe die Aufgabe, der kranken Menschheit zu Siebzehnte Ziehung der Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs. Bei dei am 1. Juni 1938 eriolgten öffentlichen Ziehung dei Auslosungsrechte wurden folgende Nummern gezogen. 16 73 159 312 410 471 581 593 687 724 725 840 874 073 1075 089 098 124 231 269 308 327 367 434 506 512 517 519 623 675 736 746 829 888 918 923 999 2082 179 308 324 338 389 420 445 546 701 731 757 762 763 770 829 882 3068 102 161 351 367 541 603 613 626 637 644 679 742 989 4048 060 070 163 175 205 211 261 285 326 343 537 567 575 604 723 739 754 800 872 903 907 5133 182 234 246 254 371 466 550 745 891 «006 230 239 247 382 394 493 575 576 690 705 706 873 932 976 7032 038 048 096 130 198 246 251 327 345 391 400 451 695 844 965 8005 028 246 307 359 450 470 627 690 792 801 830 966 971 9190 350 377 399 442 446 538 542 662 792 863 894 907 10076 080 092 134 140 160 211 240. 423 510 576 598 671 712 770 904 928 11020 023 055 062 218 220 342 347 359 401 421 473 490 511 567 722 733 737 793 917 957 972 993 12244 320 401 413 419 443 487 643 566 666 672 757 779 892 925 964 13026 029 030 080- 248 332 342 353 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485 496 498 500 658 705 819 856 890 8 7007 041 267 306 310 400 428 483 559 563 570 608 717 7,33 753 879 916 88124 214 246 264 284 -328 349 356 362 370 405 486 489 501 502 ' 601 659 702 760 830 875 895 932 993 8 9004 030 032 108 261 308 325 339 343 458 491 520 547 670 686 754 -849 897 901 921 999 Ute >ummern gelten für alle «rappen jedes WerUbschnitts. Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100,— RM. Nennwert der Auslosungsrechte 500.— RM., dazu 4Va% Zinsen für' 12% Jahre = 286,875 RM., zusammen 786,875 RM. Die Zahlung erfolgt gegen Quittung und Rückgabe der Auslosungsscheine und eines gleichen Nennbetrages in Schuldverschreibungen der Anleiheablösungsschuld des Reichs bei der Reichstchuldenkasse in Berlin SW ‘»8, Oranienstraße 106/109, oder auch bei allen Reichsbankanstalten mit Ausnahme der Reichs hauptbank Berlin. Mit dem Abiant des 80. September 1938 hört die Verzinsung des Elnlösungsbetrags auf. Die Einlösungsbeträge für die gezogenen Auslosungsrechte, die im Reichs- inunistische Hetzer. Die beiden Mordbuben hatten im September vergangener Jahres den Kommandan- ten des Schützenoerbandes im Kreise Pinsk hinterrücks durch Revolverschüsse getötet, weil er die von ihnen betriebene Bildmg kommunistischer Zellen unter der Dorfjugend inmer wider zunichte machte. Acht von den übrigen Mitangeklagten wurden zu lebenslänglichen- Zuchthaus uffd einer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Lastauto von Zug überfahren. Auf der Strecke Treysa—Neustadt (Kreis Marburg) wurde auf dem beschrankten Ueberweg am Haltepunkt Wiera ein Lastauto vom Eilzug überfahren und zertrümmert. Drei Personen wurden getötet. Die Schuldfrage wird noch untersucht. t polens größte Glashütte niedergebrannt. Die größte Glashütte in Polen, das Karawerk in Piotrikau, wurde ein Raub der Flammen. Die Hitze in der Glasbläserei setzte eine Holzwand in Brand, der in kurzer Zeit das ganze Werk ergriff. Die Löscharbeiten wurden dadurch erschwert, daß die Glasvorräte in den Lagern schmolzen. Acht Personen erlitten durch flüssige Glasmassen schwere Brand- v- k wurde an der Geburtsstelle des olympischen Gedankens mit höchster Begeisterung ausgenommen. Lang andauernden Beifall löste das Erscheinen der Fackelläufer mit der griechischen Flagge und ganz besonders das Erscheinen des Führers im Film aus. Als Anerkennung hat Minister Kotzias Leni R i e f e n st a h l die höchste griechische Sportmedaille verliehen. lebte hatte sich 'N allen Fallen dermögenhen alte- bad), das Diplomatische Korps, di- Spitzen der ren Frauen tn Lüttich genähert und deren Ver-i Behörden sowie die Führer der Sportverbände bei trauen gewonnen. Sie wird angeklagt, diese Frauen Das Filmwerk 1 1 ~ - - aus Habsucht und Geldgier durch Gift umgebracht olympischen G NSG. „Kraft durch Freude“, Seltersweg 60 _____________________ 3930V Neueste Modelle in allen Preislagen N.Groß Gießen 3720a Neuenweg 32 Wegen Erkrank, mein: Mädchens suche ich eine zuverlässige [3935D Hilft für Haushalt und Laden. Preis« Kaiserallee 7. Schäferbond schwarze Rüde, mit Hängeohren, hört auf „Turas" entlaufen. Wiederbringer erh. Belohnung. liOllar 102693 Bleichstraße 2. ElllgMg. Ich, der Unterzeichnete, erkläre mitdemAusdruck des Bedauerns, daß die von mir gemachten beleidigenden Aeuße- rungen gegenüb. den Geschwistern Ihm in Wieseck, Gieß. Str. 122, »eglicher Grundlage entbehren u. nehme selbige als unwahr zurück. Wieseck, 2.6.1938 Hans Voigt Wieseck [3924° Gießen.Str.166. Nur ' Ao Das Wette> Eriährungsla baren Einslu> °>ngs nur füi er «erforgu kommenden A * für bi, Echr z,j Gernte. anhalte Sruhobste, mV^°digt, S-r-chW » 5« Uni auch hnj SÄ ff,’ . 8 Bei der städtischen Bauverwaltung wird zum sofort'gen Dienstantritt 1 Vermessungstechniker gesucht, der insbesondere mit den hessischen Katastervermessungsarbeiten vertraut ist. Die Ver-. Gütung richtet sich nach der Tarifordnung A für ' bie Gefolgschaftsmitglieder im öffentlichen Dienst (bisher Reichsangestelltentarif). Bewerbungen mit Zeichen-u. Schriftproben- selbstgeschr. Lebenslauf, Zeugnisabschriften über Schulbesuch, Lehrzeit u. bisherige Beschäftigung, Lichtbrld, Nachweis der arischen Abstammung (bei Verheirateten auch für die Ehefrau) und derpoli- tüchen Zuverlässigkeit sind bis 1. Juli 1938 bei der Städt. Personalabteilung einzureichen. 3923V Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz. dienen. Deutschlands Aufstieg durch den Nationalsozialismus habe auch Salzichlirf den Aufschwung gebracht. Im Rahmen einer Weihestunde im Badehotel überbrachte Ü.er Leiter des Landesfremdenverkehrsverbandes, Oberbürgermeister a. D. Dr. Stadler, die Glückwünsche des Reichsfremdenoerkehrs- verdandes und des Landesfremdenverkehrsoerbandes Kurhessen. Abends fand eine Festvorstellung im Kurtheater statt. Am Abend des zweiten Pfingst- feiertages fand die Feier mit einem großen Doppelkonzert, einem Feuerwerk und Illumination des Kurparks einen würdigen Abschluß. Frühlings,est der rhein-mainischen presse. Besonderen Wert hat die Leitung des Frühlingsfestes der rhein-mainischen Presse am kommenden Samstag in Bad Homburg darauf gelegt, daß gut und viel zum Tanze aufgespielt wird. Die Besucher können im Gold- und Spielsaal nach den Klängen der Kleinen Kapelle des Reichssenders Frankfurt, unter Leitung von Franz Hauck tanzen. Im Konzertsaal spiest die Kurshauskapelle Willi Burkart, in der hübsch instandgesetzten Wandelhalle ist Willi Fe rnau mit seiner Stimmungskapelle zu hören, während im Weißen Saal, in dem sich ein richtiger Bierbetrieb entwickelt, die acht Mann starke Tanzkapelle Edgar Gerte zum Tanze aufspielt. Eine weitere Tanzkapelle, die Kapelle B i r r 0 n g, beherrscht den oberen,Saal. In den verschiedenen kleineren Nebenräumen sind ausgezeichnete Akkordionspieler eingesetzt. Sensationeller (Zistmordprozeh in Lüttich. Einer der größten Giftmordprozesse aller Zeiten begann im Gerichtssaal des historischen Bischofspalastes von Lüttich. Die 59jährige Marie Petitjean, verwitwete Becker, ist angeklagt, in den Jahren 1933 bis 1936 nicht weniger als elf Personen durch Gift ermordet zu haben. Ferner werden ihr fünf Mordversuche, zahlreiche Fälschungen, darunter eine Testamentsfälschung und Diebstähle zur Last gelegt. Annähernd 300 Zeugen sind aufgeboten worden, die Verhandlung wird stch voraussichtlich auf mehrere Wochen erstrecken. Das Untersuchungsverfahren, das unmittelbar nach der Verhaftung der Witwe Becker im Herbst 1936 ein- Besteres 3022 2-3-Fam. Haus je Etage 3 bis 4 Zimmer, Küche, Bad,W.-Klosett, größ. Obstgart., .zu kauf, gesucht inStadto.Stadt- nähe, Gegend gl., Mittelrbn., Koblenz, Wetterau, Marburg. Hohe An- od. Auszahl. Selbstkäuf. Nur Besiberangebote mit Preis und Beschreibung an Friede. Klaas, Darmstadt, Jreuestraße 6. Tüchtiges, zuverlässiges Mädchen das selbständig arbeiten u. kochen kann, zum 1. Juli gesucht. 3927D Hpau tv. Becker, Greffen, Bahnhofstraße 16 aus schwerer Charmeuseware, in den Grundfarben blau, rot, lachs und grün kostet nur Mk.6.90 Versand auch nach auswärts Peter Ohl vormals Grode Gießen, Frankfurter Str. 17 : Motorradfahrer auf, der mit seiner Frau auf dem Soziussitz dem Auto entgegenkam. Der Anprall war so heftig, daß der Motorradfahrer, der 31jäh- rige Benno H e i d e ck e r aus Darmstadt sofort t 0 t war; seine Frau wurde so schwer verletzt, daß sie kurz darauf ebenfalls verschied. Von den Insassen des Kraftwagens der Trierer Familie wurden Vater und Sohn verhaftet. Der neue Angriff auf den Nanga parbal. Die deutsche Himalaja-Expedition hat am 2. Juni das Hauptlager errichtet, von wo aus der diesjährige Versuch zur B e st e i g u n g des Nanga Parbat unternommen wird. Die Expedition wird diesmal von einem Flugzeug unterstützt. Das Flugzeug ist kürzlich in Srinagar in Kaschmir eingetroffen und steht bereits in Funkverbindung mit dem Hauptlager. Die Iagd nach den Kindesentführern in USA. Präsident Roosevelt ersuchte den Kongreß um Bewilligung von 50 000 Dollar zur Finanzierung der weiteren Suche nach den Entführern des fünfjährigen James Cash, der vor zehn Tagen — wie gemeldet — aus dem Elternhaus in Princetown weggeschleppt und, obwohl die Eltern das geforderte Lösegeld in Höhe von 10 000 Dollar gezahlt hatten, nicht zurückgebracht wurde. Bundespolizisten verstechen augenblicklich, die den Entführern zugesandten Scheine, deren Serien- Nummern bekannt sind, ausfindig zu machen. Eine Zeitung in Florida meldet, daß ein Dollar-Löse- geldschein in Jacksonville von zwei aus Tennessee kommenden Polizisten ausgegeben worden sei. Die beiden Beamten wurden festgenommen, nach ihrer Vernehmung jedoch wieder freigelassen. Sie konnten sich nicht besinnen, wo sie den Schein erhalten hatten. Englisches Militärflugzeug abgestürzt. Ein Militärflugzeug, das drei Mitglieder einer Boxermannschaft der britischen Luftwaffe von Rhodesien nach Pretoria (Südafrika) bringen sollte, stürzte ab. In der Nähe der Absturzstelle liegende Flugftationen nahmen sofort die Suche auf und konnten feststellen, daß es in den Dschungel gestürzt ist. Bisher fand sich keine Möglichkeit, in die Nähe des Flugzeuges zu gelangen. Man befürchtet, daß die Insassen tot sind, denn die über der Unfallstelle kreuzenden Flieger erkannten keine Lebenszeichen mehr. Theater in Tientsin in die Luft gesprengt. Wie das „Giornale d'Jtalia" aus Tientsin meldet, soll im dortigen Theater ein Attentat verübt worden sein. Von unbekannten Tätern wurde nach dem Blatt eine Höllenmaschine in den Kellern des Theatergebäudes untergebracht. Durch die Explosion der Höllenmaschine flog.das Gebäude in die Luft. Bis jetzt find etwa 100 T o t e und 500 Verletzte zu beklagen. Die Polizei hat eine Untersuchung ein- .czeleitet. Drakonische Strafen für polnische Kommunisten. In einem Prozeß gegen elf Kommunisten ver- hängte das Bezirksgericht in Pinsk in Ostpolen To -I Freitag, 10. Juni, 20.15 Uhr, im Stadttheater Italienischer Opernabend Mitwirkende: Wanda Sorgi, Koloratur-Sopran, Neapel; Aldo Tamagni, Heldentenor der Mailänder Oper; Domenico Marabottini, Bariton, Neapel; Professor Renato Virgilio, am Flügel westen, des Reiches der Durchzug einer Störung bereits bei leichter Gewittertätigkeit bemerkbar machte, bleibt das festländische Hochdruckgebiet für den größten Teil Deutschlands noch wetterbestimmend. Bei uns dürste im Laufe des Mittwoch der Höhepunkt der Erwärmung erreicht werden und anschließend auch die Gewitterneigung zunehmen. Eine durchgreifende Verschlechterung mit starker Abkühlung ist, jedoch unwahrscheinlich. Aussichten für Donnerstag: Heiter bis wolkig, Neigung zu gewittrigen Störungen, nicht mehr ganz so heiß, doch schwül, Winde aus Süd bis West. Aussichten für Freitag: Im wesentlichen freundlicher und warm, jedoch nicht durchaus störungsfrei. . Lufttemperaturen am 7. Juni: mittags 27,0 Grad Celsius, abends 19,0 Grad; am 8. Juni: morgens 16,2 Grad. Maximum 27,3, Minimum 10,9 Grad. — Erdtemperatmen in 10 cm Tiefe am 7. Juni: abends 23,5 Grad; am 8. Juni: morgens 17,5 Grad. — Sonnenfcheindauer 14 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. ' Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., tnit der ' Illustrierten 5 Pf. mehr. 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Der ü NSG- % lUrf Bi n. 3*^ »ei611 EW Dienststellen l> ^etriebsoM u n g - RUHL Seltersweg Nr. 67 ■ adlO Telephon Nr. 3170 H eparaturen 1897 D ■ Dampfer „Wilhelm Gustloff" nach Italien fahrt, versicherte das beste Bestreben, den Heimatgau wie immer, wo die Hessen-Nassauer dabeigewesen waren, zu vertreten. Die Musikkapelle der Schlitzer, die das Lied von Heß „Der Bauer ist ein Ehrenmann" vorgetragen hatte, spielle dann zu einem Ländler auf, und die rhychmischen Klänge lockten viele Zuschauer, die sogar aus allen Ladengeschäften kamen, herbei. Aus her engeren Heimat. Diebstahl und Diebe. Ein neues RadiofGeröt, eine neue Leica, ein Belichtungsmesser, eine blau-weiß karierte Tischdecke, ein gelbes Frotteehandtuch, ein bläuliches Handtuch, eine bunt gehäkelte kleine Wolldecke, ein Svültuch, Zigaretten und Zigarillos wurden in der Nacht zum 6. Juni aus einem Wochenendhaus an der Lahn durch Einbruch gestohlen. Wegen Diebstahls von Motorrädern wurde gestern ein junger Mann von 19 Jahren, der in Gießen seinen Wohnsitz hat, festgenommen, weiter ein wegen Einbruchsdiebstahls ausgeschriebener Lehrling, dem auch in Gießen verübte strafrechtliche Verfehlungen nachgewiesen werden konnten. Beide wurden dem Gericht zugeführt. Ehrungen für freuen Dienst an der Scholle. * Birklar (Kreis Gießen), 7. Juni. Zu Ehren einiger verdienter Arbeitskameraden des Hofes Birklar fand am Samstag in Gegenwart des Landesgefolgfchaftswarts von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau Pg. Steidle, des Kreis- gefolgschaftswarts Pg. Braun und des Orts- gruppenletters Pg. Balser eine Betriebs- gemeinschaftsfeier der Gefolgschaft des Hofes Birklar mit ihren Frauen und gelctt)enen Gästen in dem schön geschmückten Gasthaus statt. Nach dem Abendessen begrüßte Betriebsführer Brückmann alle Arbeitskameraden, denen er für ihre bisherige treue Mitarbeit herzlich dankte. Ganz besonderen Dank sprach er je ch s Jubi- laren der Arbeit des Hofes aus. Zunächst wandte er sich an feinen ältesten Gefolgschaftsmann Heinrich Seitz, den er zu feinem 50jährigen Ar- beifs Jubiläum beglückwünschte und ihm als äußeres Zeichen der dankbaren Anerkennung eine goldene Uhr als Geschenk überreichte. Seitz ist vor 50 Jahren als 14jähriger Junge bei dem Großvater des jetzigen Betriebsführers eingetreten, hat diesem und dann dem Vater und nun dem Sohne, dem jetzigen Betriebsführer Ernst Brückmann, die Treue gehalten. Zu bemerken ist noch, daß der Jubllar trotz feiner 50jährigen Tätigkeit noch immer ein Gespann fährt und sich von jüngeren Arbeitskameraden nicht übertreffen läßt. Als weiterer treuer Arbeitskamerad erhielt Johannes Appel, der fett 42 Jahren zur Gefolgschaft des Hofes zählt, von dem Betriebsführer als an Jahren ältester Arbeiter einen schönen Sessel als Geschenk. Den übrigen langjährigen Arbeitskameraden Heinrich Weisel (25 Jahre Mtt- Fäden hin und her. Zfioman von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncket Verlag, Berlin W 35. 41. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Dann fällt ihm plötzlich sein Haus in Eigelstein ein, mit den stillen, altmodischen Zimmern und der Aussicht aus eine noch stillere Straße. Ein ' gewaltiger Unterschied eigentlich, ob jemand hier drinnen ftn Geschäft steht und den ganzen Tag das Vorbeiströmen von Menschen und Autos dicht vor Augen Hot, oder ob er in Eigelstein am Wohnzimmerfenster sitzt. Und ein nicht ganz einfacher Tausch, den Marga Montwill da eingehen will. Ein — gefährlich Tausch eigentlich. Das Sprichwort sagt zwar nur, daß man alle Bäume nicht mehr umpflanzen soll, aber auch viele junge Bäume vertragen es nicht, plötzlich in ein ganz anderes Klima und in ganz anderen Boden zu kommen. Wenn es nun — Marga Montwill auch nicht ©ertrüge, dies Umge» pflanztwerden? Wenn sie nun ihr Ruhebedürfnis, ihr Bedürfnis nach friedvollen vier Wänden etwas überschätzt hätte? Sie ist ihr Lebtag lang in Berlin gewesen. Sie ist gleich nach der Schule ins Berufsleben gegangen, Strümpfestopfen, Staubwischen und mit dem Kochlöffel hantieren, das wird schwerlich auf die Dauer ihr Leben ausfüllen können. Und was dann? Er hott sich ärgerlich eine Zigarre aus der Brusttasche und zündet sie umständlich an. Ach was, solche alberne Bedenken darf man sich nicht machen. Eine innerlich lebendige Frau kann auch in der größten Einsamkeit innerlich lebendig bleiben und ihre Tage so ausfüllen, wie es sie befriedigt. Alles übrige ist dummes Geschnack, und wenn man nicht zweiundfünfzig wäre, sondern dreißig oder fünf» unddreißig, so hätte man solche weit vorauseilende Bedenken nicht. Aber da ist noch ein anderer Punkt: dieser Breda. Sie spricht oft von ihm, sehr oft und immer sehr herzlich - und mit einem — na, fast könnte man sagen, zärtlichen Gesicht. Wenn sie doch mehr an ihm hinge, als sie sich selbst bewußt ist? Dieser Breda hat offenbar fein Herz Marga Montwill gegenüber immer sehr auf den Händen getragen. Er war immer sehr demütig, zu demütig, hat sie neulich gesagt. Das hat sie vielleicht gelangweilt. Sie hätte vielleicht lieber gehabt, wenn sie um ihn hätte werben müsien. Nun soll man sich das einmal oorstellen: Marga als Frau Hammerbacher und in Berlin der treue Freund und ehemalige Geschäftspartner, der natürlich nicht von ihr läßt — natürlich nicht, denn solche demütigen Kerle sind immer verdammt zäh in der Liebe — und alle paar Wochen also wird er sich in Eigelstein zu Besuch herumtteiben, wird olle Erinnerungen mit Marga auffrischen, wird ihr den Mund wässerig machen nach Berlin, wird den Märtyrer spielen, der nicht von ihr lassen kann... und man selber sitzt in seiner Sprechstunde, soll art anderer Leute Gallenblasen und gute Verdauung denken und hat dabei immerwährend siedend heiß die Angst im Kopf, daß ... daß ... Um ein Haar hätte der Doktor dort vor dem Schaufenster der Firma Breda und Montwill laut geflucht. Ja, ist er denn wahnsinna? Ist er denn nicht mehr ganz richtig im Kopf, daß ihn schon jetzt die Eifersucht anfällt, und daß er seine Frau schon mit einem anderen durchbrennen sieht, ehe er sie überhaupt noch zu seiner Frau gemacht hat? Aber ein schlechtes Zeichen das, ein sehr schlechtes Zeichen? Denn so viel ist gewiß: Eine Marga Montwill sperrt man nicht ein; einer Marga Montwill muß man, will man überhaupt glücklich mit ihr leben, alle nur erdenkliche Freiheit lassen, alle. Und wenn man das nicht kann? Nicht fertig« In diesem Augenblick schiebt sich die Gestalt eines jungen Mannes in das Blickfeld des Doktors. Er steigt über einen großen Blumenkübel hinweg mitten in die Auslage hinein und greift vom Boden ein Tablett mtt sechs alten, blaugrün schimmernden Gläsern auf. Der junge Mann hat eine ungeheuer hohe Stirn und merkwürdig tiefliegende Augen. Das ist Breda! denkt der Doktor. Fast hätte er es laut gesagt. Dann sieht er fast atemlos zu, wie Breda, das Tablett auf den Händen, den Weg, den er gekommen, wieder zurücksteigt, und wie er nun den beiden Herren eins der Gläser mit einem kleinen, ungeheuer liebenswürdigen, aber traurigen Lächeln hinhätt. Warum lächelt er so traurig? denkt der Doktor, und beinahe ärgert es ihn. Plötzlich fühlt er eine brennende Neugier: Er möchte Breda sprechen hören, möchte feine Augen genauer sehen und seine Hönde, und überhaupt... Er zögert noch einen Augenblick, dann rückt er den Hut entschlossen zurecht, geht auf die Ladentür zu, bleibt noch einmal zögernd stehen und tritt schließlich doch ein. Breda ruft gerade nach einem feiner Fräulein, cs möge die Gläser für die Herren besonders sorgsam verpacken. Er hat eine sehr tiefe, warme Stimme, eine sympathische Stimme; der Doktor kann sich's nicht verhehlen. Eine (Stimme jedenfalls, vor der sich auch dann niemand die Ohren zuzuhalten braucht, wenn sie sich laut erhebt. Ader dieser Tjtann erhebt wahrscheinlich nie die Stimme. Wie er noch darüber nachdenkt, steht Breda plötzlich ganz unvermutet vor ihm. Der Doktor ist so erschrocken, daß er im ersten Augenblick nicht weiß, was er sagen soll, und infolgedessen mtt der Tür ins Haus fällt. „Ich komme aus Eigelstein, Herr Breda. Mein Name ist Hammerbacher." Das dröhnt vor lauter Verlegenheit so sehr, daß es die Mädchen bis hin- über ins Lager hören können. „Aus Eigelstein?" Bredas liebenswürdige, etwas lässig vornübergeneigte Haltung strafft sich ein wenig. Er will noch etwas dazujügen, eine Freundlichkeit, etwas Zuvorkommendes, aber es fällt ihm beim besten Willen nichts ein; er ist zu verblüfft. So stehen sie etwas hilflos voreinander und mustern sich mit den Augen. Nicht mehr der Aller- jüngste, dieser Hammerbacher, denkt Breda und fühlt etwas wie Schmerz und Wut in sich auf« steinen, ohne recht zu wissen, warum. Ein kluges Gesicht, intelligente Augen, und vielleicht hat er das an sich, was die Amerikaner Sex-Appeal nennen, denkt Hammerbacher und fühlt plötzlich seine gesunde Breite gegenüber diesem hochaufgeschossenen, schmalhüftigen Menschen wie etwas Lächerliches, Altväterisches. Breda wird es zuerst klar, daß man wohl nicht gut stundenlang so voreinander stehen und sich an- glotzen farm. So führt er denn seinen Besuch zu einem Sessel, einem jener schönen, tiefen, blauen, die der Doktor vorhin von draußen bewundert hat, wirft sich selbst in einen zweiten, bietet verwirrt Zigaretten an, obwohl der Doktor doch noch seine glühende Zigarre in der Hand hat, und bemüht sich, Konversation zu machen: Wie es Marga denn gehe? Sie sei ja über die Maßen begeistert von Eigelstein, und sie fei offenbar auch reizend ausgenommen worden. „Gott, so eine Kleinstadt, das ist für uns Großstädter ja immer der stille Traum!" Wenn er erst mal die Bude hier losgeschlagen habe... „Losgeschlagen?" Der Doktor macht große Augen und schaut sich um, als könne dies Losschlagen in der nächsten Sekunde vor sich gehen. Joseph Breda reibt sich etwas verlegen die lang« gliebrigen Hände. Ja, nach dem, was Fräulein Montwill ihm gerade gestern geschrieben habe ... „Wieso, was hat sie denn geschrieben? Verzeihung, ich meine... wir kennen uns ja noch gar nicht weiter, Herr Breda, da ist es ja ziemlich dreist, Sie einfach so zu fragen, was Fräulein Montwill geschrieben hat. Aber..." Joseph Breda denkt eine Weile nach. „Ich vermute, Herr Doktor", sagt er bann, „daß Sie irgend etwas Besonderes hergeführt hat." Der Doktor legt seinen Hut auf ein in der Nähe stehendes Tischchen und knöpft sich den Mantel auf. Natürlich hat ihn was Besonderes hergeführt. Heute morgen in aller Frühe hat man einen langjährigen Patienten von ihm operiert; deswegen ist er von Eigelstein in der Nacht hergefahren. Nachdem er nun einmal in Berlin ist und Zeit hat, zu tun und zu lassen, was er will, ist er selbstverständlich auch einmal hier Dorbeigegangen, um sich Margas Geschäft anzusehen. Und er muß gestehen... Breda lächelt und sieht plötzlich sehr krank und sehr schlecht aus. „Ja, es ist schade um das Geschäft. Sie müssen schon verzeihen, Herr Doktor, daß ich das zuerst sage, und daß ich, daß ich... noch gar nicht gefragt habe, ob man Ihnen schon gratulieren darf. 21bcr Marga Montwills plötzlicher Entschluß wirft eben für mich alles um, und da ... aber wie gesagt, verzeihen Sie, bitte, und ich wünsche Ihnen ganz bestimmt von Herzen..." Diem Doktor bleibt fast das Herz stehen. „Aber erlauben Sie mal! Wovon reden Sie denn? Was für einen Entschluß hat denn Fräulein Montwill gefaßt? Ich meine, wenn Sie etwa eine ganz bestimmte Sache, eine — hm — Frage meinerseits, die ich an Fräulein Montwill gerichtet habe, meinen, so muß ich Ihnen mit großem Bebauern sagen, daß... Aber woher wisien Sie denn schon davon?" Breda hat den Kopf gesenkt. Sein Mund ist ein wenig nach unten gezogen. „Sie fühlte sich verpflichtet, mir darüber zu schreiben." „Und — was hat sie geschrieben?" Draußen rasen die Autos dahin, zwei neue Kunden betreten den Laden und streichen dicht an Breda vorbei — aber Breda starrt nur vor sich hin, die Ellenbogen auf die Knie gestützt, die Hände matt ineinandergelegt. „Sie schrieb", sagt er dann langsam und so leise, daß es der Doktor kaum verstehen kann, ,Haß Sie ihr... daß also die bewußte Frage gefallen sei, und daß sie vorher selbst oft mit diesem Gedanken gespielt habe, weil Eigelstein sie geradezu verzaubert hätte." Der Doktor beugt sich gierig vor. „Nun — was weiter?" „Von dem Augenblick an, ba Ihre Frage gefallen fei, habe sie dann natürlich das Spielen mit solchen Gedanken aufgegeben und habe angefangen, ernsthaft zu erwägen." Eins der ßabenfräulein kommt angelaufen und streckt Breda einen Zettel hin. „Bitte, Herr Breda, können wir die Vase Nr. 89/27 noch mal nachbekommen?" Die beiden Herren sehen sehr verstört auf. „Ja", sagt Breda bann, „ich glaube. Aber fragen Sie doch Fräulein Montw ... Äch so. Ja, also einen Augenblick." Und mit etwas schlacksigen Bewegungen geht er hinüber ins Büro. Der Doktor sitzt mit zusammengepreßten Lippen. Wenn nun der andere ihm plötzlich glatt ins Gesicht lachte: Sie, was wollen Sie denn mit Marga Montwill? Sie aller Provinzbär? Aber nein, so etwas tut der ba nicht. Selbst menif er's dächte. Dann ist Breda wieder ba. Er hat ein paar Kassenzettel in ber Hand; davon schiebt er im Sprechen immer einen über den anderen. „Und was ist bei den Erwägungen bisher herausgekoMmen, Herr Breda?" Breda sieht schnell und forschend auf. „Das wissen Sie noch nicht?" Der Doktor schüttelt den Kopf. Es stehen jhm auf einmal lauter kleine Schweißperlchen auf der Stirn. Aber das kommt von der verdammten Zentralheizung! — Nein, von Margas endgültigen Entschlüßen weiß er noch nichts. Breda schaut ihn verständnislos an. Ja aber... „Sie sind doch erst heute morgen in Eigelstein abgefahren?" (Fortsetzung folgt) 9 Jl.-Sport Vienna" Wien in Gießen zu Gast. // Die Stadtelf Gießen als Gegner. ■ ie i- Vene Erfolge der Gießener Leichtathleten lief ifit m in ■ ist, ?ie ei, len et» 10t ire* ist ietf ien. ®e« rga »iirf eue an sich ade ! Iber öas oill bt> its, en, en, i?" ein 1, och en* wurde eine Minute vor Halbzeit durch Bomben- chuß von Schmidt mit dem zweiten Treffer abge- fchlosfen. a Internationales Frauensportsest in Sad-Nauheim. Die ersten Nennungen. — Olhmpiasiegerirrneu nur Start. Der Arbeitsausschuß für das Internationale Frauensportsest. das am 29. Juni als Abendveranstaltung auf der von-Tschammer- und Osten-Kampfbahn in Bad-Nauheim durchgeführt wird, hatte eine Besprechung." Es wurde über den Stand der Vorarbeiten berichtet. Wie das Reichsfachamt für Leichtathletik mitge- teüt hat, stnd Einladungen zur Teilnahme an die folgenden ausländischen Olympiasiegerinnen und Spchenkönnerinnen ergangen: Ungarn: Czak und Vertessy; England: Odam undJofftey; Frankreich: Leißner; Italien: Valla und Testoni; Holland: Koen, Doorgest und van Baten Blanken Holland hat bereits zugesagt. Das sind alles hervorragende Kräfte der Olympiaklasse. oas f* Alt ien, unb bt* st- hin der ?n* jen Ebenso ausgezeichnet ist die deutsche Besetzung, soweit sie jetzt schon feststeht. Dam Reichsfachamt für Leichtathletik sind die folgenden Frauen der Kern- und Nachwuchsmannschaft namhaft gemacht worden: 100-Meter-Lauf: Krauß, Albus, Winkels, Weizenkorn-Hannover. 100-Meter-Lauf (Mädchen): Wohlfahrt- Waiblingen. Hochsprung: Ratjen-Bremen, Kaun-Kiel,Nie- meier-Emden, Staudt-Limburg. W e i t s p r u n g: Kuhlmann-Hamburg, Venus- Nordhausen, Praetz-Salzwedel, Wohlfahrt-Waiblingen. Kugelstoßen: Schröder-Mannheim, Wessel- Iserlohn, Kirchhoff-Bielefeld, Dolkhausen-Dortmund. Diskuswerfen: Schröder-Mundenheim,Wessel-Iserlohn, Kirchhoff-Bielefeld, Dolkhausen-Dortmund, Hagemann-Kassel. 400X100-Meter • National st affe l: Albers, Krauß, Winkels, Weizenkorn. Frauen-'Sladkklaste. Jahrgang 20/21. 100 Meter: 1. Elfe Ludwig, DfB.-R., 15,2 Sek.: 2. Erna Repp, DfB.-R., 15,7 Sek. — Hochsprung: 1. Else Ludwig, DfB.-R., 1,20 Meter; 2. Balsmann, To. Frankenberg, 1,15 Meter. — Kugelstoßen: 1. Else Ludwig, VfB.-R., 7,85 Meter; 2. Belz, Frankenberg, 6,15 Meter: 3. Erna Repp, DfB.-R., 5,85 Meter. — Dreikampf: 1. Else Ludwig, DfB.-R.; 2. Kobolski, To. Franken- berg. — Weitsprung: 1. Kobolski, Tv. Frankenberg, 4,40 Meter: 2. Else Ludwig, VfB.-R., 4,20 Meter; 3. Erna Repp, DfB.-R., 4,10 Meter. er i-:. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ?• 2n Holland gibt es einen ähnlichen Schutz wie das D R. ®. M. in Deutschland. Wenn 36r Gebrauchsmuster von einem Holländer bereits angemeldet ist, so durfte eine Anmeldung Jhrer- feit m vorliegendem Falle abgelehnt werden. !lr- • : - bcs jen al» in 4)1 ne* ren bs- chö- gen DfB/R. beim Tv. Gemünden. Am 2 Pfingstfeiertag war die Leichtathletikab- teilung des VfB.-Reichsbahn einer Einladung des Tv- Gemünden (Wohra) zu ihren Jubiläumswett- ^wpfen gefolgt. Vier Frauen, zwei Aktive und sechs Jugendliche traten zum Start an. Die Kämpfe waren ehr gut besetzt. Gestartet wurde in einer Landklasse und Stadtklasse. In der Stadlklasse waren besonders die Leute aus Korbach, Frankenberg Arolsen usw. die Gegner der Gießener Die Gießener zeigten sich in bester Form. Die Frauen sowohl wie die Jugendlichen konnten mit prächtigen Siegen und Leistungen aufwarten. Die Ergebnisse: Aktive Klasse. Jodj'iprung: 1. Helmut Möll, VfB.-R., 1,65 Meter; 2. Roos, Korbach, 1,60 Meter; 3 Mi- Hel, Korbach, 1,55 Meter. — 100-Meter- Lauf: 1. H. Moll, VfB.-R., 12,2 Sek.; 2. Graf, Korbach, 12,2 Sek., Brustbreite zurück; 3. George,. Korbach, 12,4 Sek. — Weitsprunq: 1. Helmut Moll VfB.-R., 6.41 Meter; 2. Bracht, Korbach 6,33 Meter; 3. Keßler, Frankenberg, 6,23 Meter — Drei tamp f: 1. Helmut Möll, VfB.-R. FraueN'Stadtklasse. Weitsprung: 1. Lotti Diehl, VfB.-R., 4 60 Meter; 2. Luise Weber, DfB.-R., 4,45 Meter — 100 Meter: 1. Lotti Diehl, VfB.-R., 14,7 Sek - 2. Luise Weber, VfB.-R., 15,6 Sek. — Hochsprung: 1. Lotti Diehl, VfB.-R., 1,25 Meter. — Kugelstv-ßen: 1. Lotti Diehl, VfB.-R., 8,10 Meter; 2. Luise Weber, VfB.-R., 6,40 Meter. — L Lotti Diehl, DfB.-R.; 2. Luise Weber, VfB.-R. — 4 X 1 0 0 - M e te/r - S ta f- V* (3". ^0'^ Sek.; 2. To. Gemünden 67,4 Sek. Die Gießener, in der Aufstellung Luise Weber Else Ludwig, Lotti Diehl und Erna Repp, liefen sämtlich prachtvoll und gewannen mit ca. 50 Meter Vorsprung. Äm jüngsten Spiel vollbrachte die 1. Elf des §E. Teutonia Watzenborn-Steinberg eine große Leistung. Die einheimische Elf befand sich in einer ausgezeichneten körperlichen Verfassung Als Schiedsrichter Wingenfeld (Fulda) das Spiel an- pfiff, hatten sich viele Zuschauer eingefunden, die einen fesselnden Kampf erlebten. Während die Teutonen in stärkster Aufstellung antraten, also mit Happel; Jung, Fett; Hrch. Schmandt, Hedrich, Naumann; Lang, Däublin, Schmidt, O. Haas, Buß — hatte Hersfeld Ersatz für Lämmerzahl, Schaffert und Stiehl. Der hefte Mann der Gastmannschaft var ohne Zweifel der Torhüter, der seine Mann- chaft vor einer höheren Niederlage rettete. Hersfeld hatte Platzwahl und spielte zuerst mit der Sonne und dem leichten Wind. Schon nach kurzer Zeit stellte sich eine kleine Feldüberlegenheit Jer Platzmannschaft heraus, doch langte es nur zu drei Eckbällen. Als dann Lang durchging und den Ball wunderbar zur Mitte flankte, blieb dem Gäste- torhuter nichts übrig, als den von O. Haas ins Netz gejagten Ball aus den Maschen zu holen. Ein In seiner Ansprache begrüßte der Vereinsführer, Karl Muller IV., zunächst die alten Gründer, die sämtlich erschienen waren, sowie den stellver- . tretenden Kreisführer, Dr. Römer (Großen-Linden), ° und den Gauoberturnwart Will (Gießen). Er gab bann in großen Zügen ein Bild vom Werden ; des Turnvereins, wie wir es im „Gießener An- : Zeiger" in der letzten Donnerstagnummer geschildert : haben. Im einzelnen ging der Vereinsführer noch * ?uf die Erfolge ein, die die Lang-Gönser Turner seit dem Bestehen des Vereins zu verzeichnen haben. Zum Schluß wies er auf die erzieherische Tätigkeit der Turnvereine hin, ermahnte die Jugend zur Nacheiferung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nun auch bald ein vorbildlicher Sportplatz bei der Turnhalle entstehen möge. Nach einem Chor des Gesangvereins „Frohsinn" zeigte die Jugendgruppe ihr Können in schönen Freiübungen. Den Löwenanteil an allen Vorführungen bestritt die Frauenabteilung (unter Leitung von Frauenturnwart Wilhelm Dem), deren zehnjähriges Bestehen mit dieser Feier verbunden war. Eine der Gründerinnen, Frl. Hedwig Schmidt, sprach einen Vorspruch. Dann folgten Volkstänze, Ball- und Keulenübungen der Turnerinnen. Die Turner zeigten vorbildliche Hebungen am Barren. Den Höhepunkt der Darbietungen bildete der Tanz der Turnerinnen „An der schönen blauen Donau". Während das Orchester den Walzer spielte und der Gesangverein „Germania" den Text sang, gaben die Turnerinnen in Reigen und Einzel, gruppen eine sinnbildliche Darstellung dieser unvergänglichen Musik. Nach schier endlosem Beifall mußte die Vorführung wiederholt werden. Für den Kreisführer vom Reichsbund sprach der Stellvertreter, Dr. Ernst Römer (Großen-Linden-. Er überbrachte die Gruße des Kreises und dankte vor allem den Gründern des Lang-Gönser Turn- Vereins. In seinen weiteren Ausführungen ging er näher auf die großen Aufgaben der Turnvereine ein, wie sie einst der Turnvater Jahn ersehnt hatte: Eine hohe Schule für ein wehrhaftes und freies Volk soll jeder Turnverein fein! Die alten Gründer, deren Namen wir in der Donnerstagnummer veröffentlichten, wurden von dem Vereinsführer durch eine besondere Ehrenurkunde ausgezeichnet. Den Dank für diese Aus- Zeichnung sprach der Ehrenvorsitzende Wilh. Dem der den Verein 25 Jahre geführt hat, aus. Für die auswärtigen Gäste sprach Heinrich Hohn (Gießen). Er überreichte zugleich dem Vorsitzenden die erste Urkunde der Gründung mit den Unterschriften aller Gründer. Jrn Namen der aktiven'Turner übergab sodann Karl Rudolph eine geschmackvolle Mappe in der alle Sieger des hiesigen Turnvereins (nebst Blldern usw.) verzeichnet sind. Der Vereinsführer versprach, auch weiterhin dafür zu sorgen, daß alle nachfolgenden Sieger eingetragen werden. Zum Schluß dankte der Vorsitzende allen Mit- wirkenden, die mit dazu beigetragen hatten, den abend so schon zu gestalten, besonderen Dank wiü- mete er der Frauenabteilung und ihrem Führer Wilhelm Dem. Iestzug. Am zweiten Pfingstfeiertag bewegte sich ein ■JU u 8 bßr Turner und Turnerinnen durch das mit Fahnen geschmückte Dorf. Auf dem Festplaß vor der Turnhalle und in der Turnhalle begann dann em Volksfest, das noch durch turnerische Dar- bletungen der Frauenabteilung und durch Gesangs, vorträge der Vereine abwechslungsreich gestaltet wurde. arbeit), Franziska Schreiner (17 Jahre Mitarbeit), Walter Müller (14 Jahre Mitarbeit) und Emil Lenzing (11 Jahre Mitarbeit) überreichte Betriebsführer Brückmann als Zeichen der dankbaren Anerkennung ein Geldgeschenk, wobei er die Hoffnung aussprach, daß auch sie, wie der Arbeitskamerad Seitz, auf dem Hofgut ihr 50jähriges Arbeitsjublläum einst feiern möchten. Landesgesolgschaftswart Pg. S t e i d l e begrüßte die Arbeitskameraden mit herzlichen Worten, dabei Mich die italienischen Kameraden und Kameradinnen, die an der Feier teilnahmen. Nachdem er über den Sinn der Betriebsgemeinschaft gesprochen hatte, überreichte er im Auftrage des Landesbauernführers Dr. Wagner sämtlichen Jubilaren eine Ehrenurkunde mit dem Bilde des Führers und des Reichsbauernführers, zugleich dankte er ihnen für ihre bisherige treue Arbeit an der Scholle. Betriebsobmann Willi Lenzing dankte namens der Gefolgschaft dem Betriebsführer für den schönen Gemeinschaftsabend und im Auftrage der Jubilare für die Geschenke. Dem Landesgesolgschaftswart Pg. Steidle dankte er für die Ehrung der Jubilare seitens des Reichsnährstandes. Ortsgruppenleiter Balser sprach nach Dankesworten an den Betriebsführer den Jubilaren, ganz besonders Heinrich Seitz zu feinem 50jährigen Jublläum, herzliche Glückwünsche aus. Nach einem Hinweis auf das große Werk des Führers und auf die wunderbare deutsche Auferstehung durch Adolf Hiller schloß er seine Ansprache mit dem freudig aufgenommenen Treuegruß an den Führer. Anschließend verbrachte man bei guter Bewirtung und beim Gesang alter Volkslieder, wobei die ttalienischen Arbeitskameraden schöne Lieder ihrer Heimat zu Gehör brachten, noch einige Stunden in froher Geselligkeit. Octsbauernführer Seipp sprach am Schlüße des Abends herzliche Dankes- worte für den Detriebsführer und die Gefolgschaft des Hofgutes Birklar. Landkreis Gießen. * Wiese ck, 7. Juni. Der 70 Jahre alte Heinrich Beck von hier stürzte auf der Straße so unglücklich, daß er mit einer schweren Schulterverletzung nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. .* Allendorf a. d. Lda., 7. Juni. Der etwa 60 Jahre alte Landwirt Georg S ch o m b e r wollte im Stalle nach dem Füttern die Krippe säubern. Dabei wurde er von einem bösartigen Rinde so heftig gegen die Krippe gedrückt, daß er mit Quetschungen und Prellungen des Oberkörpers in die Klinik zu Gießen eingeliefert werden mußte. * Reiskirchen, 8. Juni. Die Landwirtsfrau Menael stürzte heute früh in der Scheune so unglücklich, daß sie einen Unterschenkelbruch erlitt. Die Sanitätsbereitschaft Gießen, mußte die bedauernswerte Frau nach Gießen in die Klinik bringen. * Srünberg, 7. Juni. Der 39 Jahre alte Zimmermann Karl Eckhardt stürzte auf der Reichsautobahn von einer Brücke ab. Mit schweren Prellungen und Ouetschungen mußte er nach Gießen in die Klinik gebracht werden. „Teutonia" weiterhin in den Pokalspielen. Watzenborn-Steinberg I.-„Hessen- Hersfeld I. 5:0 (2:0) Ecken 14:3. Rundfunkprogramm Donnerstag, 9. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land: 6: Präludium und Fuge in e-moll von Arn. M. Brunck- horst; Morgenspruch: Gymnastik. 6.30: Frühkon- Zevt. 7: Nachrichten. 11.40: Volk und Wirtschaft. 12: Mittagskonzert. 13. Nachrichten. 13.15: Mit- tagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.15: nr Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. 16: l & Neuenahr: Nachmittagskonzert. 18: Zeit- geschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.50: Tn in ..Sport der Woche. 19: Nachrichten. 19.10: Em Künstlerleben. Hörfolge um den Lied- komponisten Hugo Wolf. 20: Unser singendes, klin- gendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Äolomen. Koloniale Schuld, wie wir sie sehen. Nachtkonzert Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nach Wiederbeginn waren die Gäste wie umqe- sollten eine Wandlung zu ihren Gunsten schaffen, doch nach kurzer Zeit waren auch die Teutonen wieder „da". Sie spielten ihr Spiel und als Daublm aus spitzem Winkel zum dritten Treffer emschoß, war ine Entscheidung gefallen. Die Gäste spielen etwas^ lustloser und die Teutonen, anqe- seuert durch die zahlreichen Zuschauer und durch ^olge kommen immer mehr in ^ayrt. Als Buß von Linksaußen den 4. Treffer erzielte und kurze Zeit darauf O. Haas zum fünften uCnmelroar bas Schicksal der Gauligisten besie- gelt^ Noch einmal rafften sie sich zur Tat auf, er= regten aber nur zwei Eckbälle und einen Sttaf- )tofj der aber von Happel abgewehrt wurde. Zu weiteren Toren reichte es aber auf keiner Sette wehr- Als Schiedsrichter Wingenfeld (Fulda) das Spiel abpfiff, waren die Teutonen im 7. Spiel 11 NI h P tl twrw ______ - Düsseldorfs Meisterjugend verliert in Gießen. 1900 1.3gb. — 3<£. Düffelborf-U. la-Jgb. 2:1 (1:1). Die Jugend der Spieloereinigung 1900 kann wohl auf ihren größten Erfolg in den letzten Jahren zu- rückblicken. Düsseldorfs Meisterjugend vermochte nicht die zu bester Form aufgelaufene 1. Jugend der Blauweißen niederzuringen. Bei den Blauweißen gab es keinen Versager. Dom Tormann bis zum Linksaußen war die Mannschaft wie aus einem Guß. Der 1. Jugend der Blauweißen, welche in der Aufstellung: Launspach: Kreiling, Goß; Fiedler, Kraft I, Bötz; Gans, Sasse, Werner, Bonarius, schmück antrat, hatte man feine Siegesaussichten gegeben. Es entwickelte sich ein zäher Kampf, Mann gegen Mann. Nie hatte man bei den Blauweißen dieses flüssige Spiel gesehen. Der Sturm der Gäste verfing sich immer wieder in der Läuferreihe der Blauweißen. Nach 20 Minuten kam der Sturm der 1. der Spielvereinigung 1900 gut durch. Der Halblinke flankte zum Mittelstürmer, und dieser schoß für den Gästetormann unhaltbar ein. Nun drängte Düsseldorf zum Ausgleich. Jedoch Launspach ließ keinen Erfolg zu. Erst vor Halbzeit gelang es den Gästen, auszugleichen. Durch fanatischen Kampfeswillen zum Sieg wuchsen die Jungens der Blauweißen in der zwei- len Halbzeit über sich selbst hinaus. Groß war die Freude, als es den Blauweißen gelang, kurz vor Abpfiff den Sieg zu erringen. Der Rechtsaußen batte gut zur Mitte gegeben. Hier stand der Mittelstürmer, der den Ball nur noch über die Torlinie Zu drücken brauchte. — Doch auch der Sturm der Düsseldorfer war oft gefährlich geworden. Dank der guten Abwehrarbett der Verteidigung und der her- vorragenden Leistung des Torwartes kam kein Er- olg für Düsseldorf mehr zustande. Trotz der knappen Niederlage waren die Düsseldorfer den Gieße- nern jederzeit ebenbürtig. Die zweite Jugend der Blauweißen hatte einen allzu schweren Kampf zu bestehen. Sie verlor gegen die 2. Jugend von Düsseldorf mit 0:3 Toren. Turn-Miläum in Lang-Göns. _.2lm ersten und zweiten Pfingsttag beging der Turnverein Lang-Gons bei schönstem Wetter die Feier seines 40jährigen Bete h e n s. Das Fest begann mit einem Kommers am Pfingstsonntag in der schon geschmückten Turnhalle, die kaum die Menge der Besucher fassen konnte. Die turnerifchen Darbietungen wurden umrahmt von Musikstücken der Kapelle der Butzbacher Feuerwehr sowie durch Chore der Gesangvereine „Frohsinn" und „Germania". stehen Könner zur Verfügung, die alle schon mehr oder weniger zu größeren Aufgaben herangezogen wurden. Havlicek hütete schon das Tor der Nationalmannschaft, Pankratz fand ebenfalls schon Verwendung in dieser. Der Rechte Verteidiger Mandl war Teilnehmer der Olympia-Mannschaft, die Italien im Endspiel im Olympiastadion zu Berlin lenen großartigen Kampf lieferte, der erst in der Verlängerung entschieden wurde. Der bekannteste Spieler, der linke Verteidiger Schmaus, steht leider nicht zur Verfügung, da er zur Weltmeisterschafts- expedttion zählt. Um eine solche Mannschaft zur Hergabe ihres Könnens zu veranlassen, wurde eine Mannschaft ^bildet, die an Schlagkraft nichts zu wünschen übrig läßt. Mit der Aufstellung Gottschalk (VfB., Luftwaffe) Pankok Lippert (beide 1900, 2/116) 2uick Horn Krämer (1900, AR. 9) (03 Kassel, 2/116) (VfB.,H/116) Heilmann Schultheis Bach Sack Szponick (SA. 116) (Kewa, (VfB., (1900, (VfB) 2/116) 1/116) AR. 9) hofft man jedenfalls auf ein günstiges Abschneiden. Die Gaste treffen nachmittags mit dem Autobus, von Sinn kommend, wo sie während ihres Aufenthaltes im Sportkreis Gießen Quartier bezogen haben, in Gießen ein. Leihgestern, 7. Juni. Am zweiten Pfingstfeiertag begingen die vor 50 Jahren hier Konfirmierten ihre goldene Konfirmations- feier. Unter Führung des Ortsgeistlichen zogen sie unter Orgelspiel, während die Gemeinde, ihnen zu Ehren sich erhoben hatte, in die Kirche ein und nahmen auf den vordersten Bänken vor dem mit Blumen geschmückten Altäre Platz. Es waren sieben Frauen und zehn Männer; ein Mann war zu diesem Tage von auswärts nach hier gekommen. Der Ortsgeistliche legte seiner Predigt den Text ihres z Konfirmationstages zugrunde, gedachte ihrer Alterskameraden, die nicht mehr unter ihnen weilen, und deren Gräber im Anschluß an den Gottesdienst in stillem Gedenken besucht wurden. Am Nachmittag fanden sich die Jubilare zu einer Nachfeier bei ihrem Alterskameraden Johannes Heß XXV. zusammen. Es war dies die erste goldene Konfirmationsfeier, an der ihr alter, jetzt in Bad-Nauheim im 82. Jahre lebender Lehrer, der Rektor i. R. Jung zum allgemeinen Bedauern nicht teilnehmen konnte. s. Lang-Göns, 7. Juni. Die goldene Konfirmation, die yi unserer Gemeinde von Pfarrer Waldeck schon vor über zehn Jahren eingeführt wurde, fand auch diesmal am zweiten Pfingstfeiertag statt. Im Jahre 1888 waren in unserer Gemeinde 33 Konfirmanden eingesegnet worden. Davon sind noch verhältnismäßig sehr viele am Leben. Vier sind nach auswärts verzogen Zur Feier waren 23 (14 Frauen und 9 Männer) erschienen, auch zwei von auswärts. Nach einem Festgottesdienst gingen die goldenen Konfirmanden zum Abendmahl, am Nachmittag fand im Evangelischen Gemeindehaus eine kleine Feier aller Teilnehmer statt, bei der man alte Erinnerungen aus« tauschte. * Muschenheim, 7. Juni. In einer hiesigen Familie erkrankten sechs Personen anscheinend an einer leichten Fleischvergiftung. Glücklicherweise befinden sich die Erkrankten jetzt wieder etwas besser. Breis Alsfeld. * Kirtorf, 8. Juni. Der in einem Teiche bei Heimertshausen am zweiten Pfingstfeiertag tot aufgefundene Ludwig Arnheiter aus Frankfurt a. M. hat anscheinend durch Freitod wegen Nervenzerrüttung seinem Leben ein Ende gemacht. Wahl als das größte fußballsporlliche Ereignis unserer Stadt kann man das morgen stattfindenüe Gastspiel der „Dienna"-Wien bezeichnen. Die Gäste, d>e mit Austria (jetzt Ostmark). Rapis. Admira, WAC., Sportklub usw. den seitherigen österreichischen Fußball verkörperten, sind bestens bekannt. Die Erfolge, die die einzelnen Mannschaften erzielt haben, stehen einzigartig da, und die aus Spielern der Vereine zusammengesetzte Länder- mannschast trug einmal nicht zu Unrecht die Bezeichnung „Wundermannschaft". Ihre Erfolge lie- ;en damals die ganze Fußballwelt aufhorchen, und elbst England, das nach wie vor als Lehrmeister m dieser Sportsparte anzusehen ist, war voll des Lobes über die Leistungen beim Spiel in London. Wie oll die aufgeführten Vereine, so hat auch iaoann\ SESF/J*“1!3*11 Siegeslauf zu verzeichnen. 1929 und 1930 Cupsieger (gleichbedeutend mit dem deutschen Pokalsieger), 1931 österreichischer Meister, 193! Mltropacupsieger (der unter Teilnahme der besten Mannschaften aus Oesterreich, Ungarn, Jta- Iien und der Schweiz durchgeführt wird), 1933 österreichischer Meister, 1937 Cupsieger — das sind )ie Erfolge der „Vienna". Ein gewiß reicher und choner Kranz von Erfolgen. Die Fußballfreunde unserer Umgebung werden also eine Mannschaft zu ©efidjt bekommen, die Fußball zu spielen.versteht. In der angekündigten Mannschaftsaufstellung Havlicek Mandl Lindenthal Novotny I Patzka Novotny II Sttizl Peter Pcmkvatz, Pawlik Matzenauer 1900 in Wissen (Giegerland). Die III. Siegerlandkampfipiele des VfB. Wissen hatten eine ausgezeichnete Besetzung erhalten. Den Löwenanteil an den Erfolgen holten sich bekannte Großvereine wie ASV. Köln, „Preußen" Krefeld, „Bergbau" Hamborn und DLC. Aachen. Aber auch bie kleine Expedition der Spielvereinigung 1900 Gießen ging nicht leer aus. Vor allem wurde ein wertvoller Mannschaftssieg durch den ersten Platz m ber Olympischen Staffel errungen. Die übrigen Erfolge können sich jedoch auch sehen lassen. Die -oeranftaltung wurde zwar mustergültig abgewickelt, litt aber sehr unter der kurzen und außerordentlich weichen Bahn. Verschiedentlich mußten auch infolge des Gewitterregens Unterbrechungen eintreten. Das Leistungsniveau tjatte darunter natürlich zu leiden. Die Ergebnisse: 8 0 0 Meter: 1. Mannheim (VfB. Wissen), 2:07,8 Min.; 2. Peters (1900 Gießen), 2:09,4 Min.; 3. Artz (Preußen Krefeld), 2:10,6 Minuten. Peters trat zu spät an, um den guten Wissener Mannheim in dem zwölf Mann starken Feld abschütteln zu können. K u g e l st o ß e n : 1. Sarx (Jahn Siegen), 13,20 Meter; 2. Stockschläger (Jugend Betzdorf), 12,87 Meter; 3. Mo (1900 Gießen), 12,41 Meter. Kilo war diesmal nicht recht in Form, sonst hätte es Zu einem Sieg reichen müssen. Diskuswerfen: 1. Münch (ADV. Köln), 40,70 Meter; 2. Kilo (1900 Gießen), 40,06 Meter; 3. Sarx (Jahn Siegen), 38.62 Meter. Die 40,06 Meter lasten sich schon eher sehen. Eine weitere Leistungssteigerung sollte der 1900er jedoch in den nächsten Wochen erreichen können. Olympische Staffel: 1. Spieloereinigunq 1900 Gießen, 4:00 Min.; 2. VfB. Wissen, 4:02,8 Min.; 3. DLC. Aachen, 4:06 Minuten. Die zum Abschluß der Kämpfe gestartete Olympische Staffel (800, 200, 200, 400 Meter) gestaltete sich zu einem Triumph der Gießener Farben Besonderes Lob verdienen die beiden alten Kämpen Peters und Bepperling. Wirtschaft Marktoerlauf: Kälber und 50 bis 57 Mark. die dieSommermode bringt Gießen Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! TANZ * * J MHlujnrh Rnttiete* < Mittwoch, Samstag, Sonntag 20 Uhr W E RRP DRUCKSACHEN Brühl, Gießen dai Schweine zugeteilt, Hümmel und Schafe mittelmäßig. Qßoeqßttß W. UüffaidMt falze* M ötqatodw und durch die — entgegen der Wahrheit — bewiesen werden sollte, daß er in einem Arbeits- oerhältnis stand. Auf Grund dieser Falschanmeldungen erreichte es der Angeklagte, daß er auf Kosten der Ortskrankenkasse ärztliche Hilfe und auch Krankenhausbehandlung in Anspruch nehmen konnte und daß er außerdem noch Krankengeld erhielt. Bei einer Haussuchung wurde noch ein in gleicher Weise ausgefülltes Anmeldeformular gefunden, von dem der Angeklagte aber noch keinen Gebrauch gemacht hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Be- Bergschenke Herrliche Lage a. Bergwerkswald Groß.schattig. Garten.Terrassen dem demnächst steigenden Entscheidungsspiel gegen MSB. „Barbara" Gießen ihren Mann stellen wird. Die Jugend des To. Hausen trat am ersten Feiertag in H o ch e l h e i m an und mußte sich durch die verstärkt spielenden Platzbesitzer mit 13:10 geschlagen bekennen. . Die Jugendmannschaft von Klein-Linden hatte für den zweiten Pfingstseiertag die gleiche des Tv. Lützellinden zu einem Freundschaftsspiel emgeladen. Lützellinden trat mit einer sehr starken, durch einige Spieler der aktiven Mannschaft verstärkten Els an. In der ersten Halbzeit war das Spiel noch ziemlich ausgeglichen. In der zweiten Halbzeit kam die Ueberlegenheit der Gäste deutlich zum Ausdruck, während die Gastgeber völlig zerfahren spielten. Lediglich durch einige Alleingänge konnten die Einheimischen noch einige Tore aufholen. Das Spiel endete mit 11:17 Toren für Lützellinden. Der für kommenden Sonntag (12. Juni) an gesetzte Mannschaftstag muß mit Rücksicht auf eine Reihe anderer Veranstaltungen abgesagt werden. Der endgültige Termin wird noch bekanntgegeben. 9:7-Sieg in Ockershausen. Am ersten Pfingstfeiertag weilten 1900s Handballer mit einer kombinierten Mannschaft bei dem Turn- und Spielverein Marburg-Ockershausen. Die Marburger Vorstädter, die sich übrigens in diesem Jahre für die Bezirksklasse qualifizieren konnten, lieferten eine ansprechende Partie, mußten aber den besser zusammenarbeitenden Gießenern den Vortritt lassen. Die eingestellten, jungen Kräfte ließen sich vieloerheißend an. Die schwarze Hand Das Schreckgespenst früherer Vervielfältigungen! Vorbei I Denn mit dem Roto drucken Sie mühelos, und Ihre Hände bleiben sauber! Versuchen Sie’s einmal, wir führen gern den Roto unverbindlich vor. GENERALVERTRETUNG: FRANZ VOGT& Co. Gießen - Vokohaus Selters weg 44. Ruf 2464 »vr^A Waffeltag Mittwoch und Donnerstag Prag, sührung de slowakei ab der ersten Aufträge schrumpfte das Börsengeschäft sehr stark zusammen. Sonderbewegungen traten kaum hervor bis auf »Siemens, die etwa, 4 v. H. gegenüber dem Freitagschlusse genannt wurden. Auch Reichsbank-Anteile setzten etwas stärker befestigt mit 2,50 v. H. höher ein. Im übrigen zeigte der .Montanmarkt ein freundliches Bild, wobel Hocsch 1,25, Mannesmann 0,90, Verein. Stahlwerke 0,50 v. H. anzogen. Sehr still lag der Chemiemarkt, hier waren zumeist unveränderte Kurse genannt, IG.-Farben 0,25 v. H. befestigt. Motorenwerte uneinheitlich, während Daimler 0,75, Adlerwerke 0,25 v. H. anzogen, eröffneten MAR 1 v. H. niedriger. Nheinmetall 0,65 o. H. fester. Von Bauaktien Ber- ger Tiefbau 1 v. H. höher. Zementaktien ohne Veränderung. Der Rentenmarkt zeigte keine Belebung, Altbesitz 132,25 nach 132,20. In den festverzinslichen Freiverkehrsrenten wie späte Schuldbücher, Städte- Altbesitz, trat keine Veränderung ein. Auch die österreichischen Schillingswerte behaupteten zwar ihre Kurse, wobei die Wiener Kurse sich sehr stark an die der Börsen des Altreiches angeglichen haben. Die Umsätze sind wegen der noch ausstehenden Frage der Derstempelung der Werte wesentlich geringer geworden. Im Verlauf schrumpften die Umsätze am Aktienmarkt sehr stark zusammen. Zunächst lagen von den später notierten Werten Accumulatoren um 3, RWE. um 1. Goldschmidt um 1, Kali Aschersleben.um 1,50, Eßlinger Maschinen um 0,50 v. H. über ihren letzten Schlußfestsetzungen. Auch Renten unverändert ruhig bei behaupteten Kursen, am Pfandbriefmarkt hält die Nachfrage unvermindert an. Rhein. Hyp. Liquidationspfandbriese um 0,40 v. H. befestigt. * Die Frankfurter Abendbörse siel infolge des halben Feiertages (Wäldchestag) aus. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u rt a. M., 8. Juni. (Vorbericht.) Auftrieb: 519 Kälber, 23 Schafe, 73 Hämmel und 3410 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65, Lämmer ' und Hämmel 42 bis 48. Schafe 34 bis 42, Schweine trug und versuchter schwerer Urkundenfälschung zu einer Gesamtgefängnis st rase von 1 Jahr unter Zubilligung mildernder Umstände. Für die Bemessung der Strafhöhe war maßgebend, daß der Angeklagte zwar noch nicht vorbestraft ist, aber durch sein Verhalten öffentliche Belange geschädigt hatte. Straferschwerend kam noch hinzu, daß die Urkundenfälschungen in raffiniertester Wests begangen worden waren und der Angeklagte, der schon von Jugend auf verdorben ist und einen schwachen und haltlosen Charakter hat, stets erst nach längerem Leugnen die ihm zur Last gelegten Taten zugab. sehen Sie bei uns in einer entzückenden und gepflegten Auswahl, die den verwöhntesten Ansprüchen gerecht wird. Prüfen und vergleichen Sie unsere Stoffe Neuzeitliche Kristallglas- Leuchtdiele JteuteMutitiß ww Uon0 0«