lir.52 Erste? Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 8. Februar 1938 Er)d)emi tägltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» Gieyenei Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 'Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru» und Verlag: vrühlschr UniverfilSlsdruckerei «.Lange In Stehen. Schriftleitvng und Seschästrftelle: Schulftrahe 7 Annahme oon Anzeigen für öie ‘Bhttagsnummet bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen oon 22 mm Breit» 7 Rpf.. für Text- anzeigen oon 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach oorh Dereinbg 25"/„ mehr. Lrmästtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsonzei- gen 5 Npf., Familiengnzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenORpf. Mengenabschlüsse Staffel B Aus dem geraden Weg. Noch immer steht die gesamte politische Welt unter dem Eindruck jener Anordnungen und Erlasse «des Führers, in denen sich der Wachstums- prozeß des Dritten Reiches in seiner gangen Folgerichtigkeit und in all seiner Kraft und Zu- tunftssicherheit widerspiegelt. Was am 4. Februar verkündet wurde, griff ja nicht nur tief in das politische Dasein und Gefühlsleben der deutschen Nation, sondern ist in seinen Ausstrahlungen auf die Umwelt zugleich auch ein wichtiger europäisch e r Vorgang. Insofern ist die starke Beschäftigung des Auslandes mit den Ereignissen in Deutschland durchaus natürlich. Sie könnte, gerade auch in außenpolitischer Hinsicht, sogar nützliche Fol - g e n zeitigen, vorausgesetzt, daß man die Dinge so sieht, wie sie sind und nicht von abwegigen Gesichtspunkten ausgeht und mit falschen Maßstäben mißt. Dadurch, daß man vielfach in der ausländischen Presse schon tagelang vorher über eine „innere Krise" des Reiches orakelte und einem offenbar unausrottbaren Senfationsbedijrfnis frönte, hat man sich allerdings den Zugang zu einer zutreffenden Würdigung der unseren Staatsaufbau verstärkenden und verjüngenden Maßnahmen nicht gerade erleichtert. Die Welt wäre aber gut beraten, wenn sie allmählich zu einer ruhigeren Betrachtungsweise zurückkehrte und in den Ereignissen vom 4. Februar in innenpolitischer Hinsicht nicht den Ausdruck einer „Krise", sondern vielmehr die Bestätigung jener Kraft sehen würde, die schon den ganzen b i s h e r i g en Entwicklungs- und Werdegang des Dritten Reiches gekennzeichnet hat. Das Wesen dieser Kraft ist Dynamik, ist die Fähigkeit, die Daseinsbedürfnisse der Nation jeweils schlagend zum Ausdruck zu bringen und sie ebenso schlagend zu verwirklichen. Man sollte also nicht nach Krisenzeichen suchen, wo es sich um eine wahrhaft kon- struktive Planung handelt, um den Schlußpunkt unter Entwicklungen, die zum Teil jahrelang herangereift sind und sich organisch in den Werdegang des neuen Reiches einfügen. Und schließlich ist es nicht unlogisch, tiefgreifende Wandlungen in der Struktur und Organisation der W e h r m a ch t z. B., wie sie vor nicht langer Zeit in Frankreich ebenso w i e in England erfolgt sind, als Zeichen innerer Kraft und lebendiger Anpassungsfähigkeit zu werten, weit großzügigere Planungen im staatlichen Leben Deutschlands aber mit geheimen Fragezeichen zu versehen? Nun hat der 4. Februar gewiß auch eine außenpolitische Seite, und sie ist es ja in erster Linie, die die übrige Welt interessiert. Man möchte manches, was in dieser Hinsicht in ausländischen Blättern gesagt worden ist, der ersten Ueberraschung und einer merkwürdigen Unfähigkeit, deutschen Dingen gerecht zu werden, zugute halten. Wo aber mit Vorbedacht aus den Entschlüssen des Führers „Drohungen" oder „aggressive Absichten" abgeleitet werden, kann das nicht scharf genug als Brunnenvergiftung zurückgewie- jen werden. Denn es handelt sich nicht um „Drohungen", denen gegenüber, wie der „Petit Pari- sien" nach London hinüberrief, die französische und die englische Regierung die Reihen fester zu schließen und die Derteidigungsmittel auf den höchstmöglichen Stand zu bringen hätten, sondern um eine, allerdings wirksame Willens- und Machtkonzentration. Nicht Drohung, sondern Selbstbehauptung, nicht Aggressivität, sondern Wille zur möglichst wirksamen Warneh- ntung und Sortierung unserer legitimen Interessen und Belange, — das ist der außenpolitische Sinn des 4. Februar. Aus Erfahrung wissen wir, daß uns in dieser Hinsicht nichts geschenkt wird und nichts ohne unser Zutun in den Schoß fällt. Gehört es nicht zu den natürlichsten Rechten, die jede Nation für sich ohne weiteres- in Anspruch nimmt, sich sür bie 'iöabrung ihrer Interessen die personellen und sachlichen Voraussetzungen zu schaffen, die ihr als die geeignetsten und wirksamsten erscheinen? Die Außenpolitik stand im Aufgabenbereich der nationalsozlalistlschen Staatsführung durch den Zwang der Verhältnisse und die Zielsetzungen der nationalsozlalistlschen Politik ohnehin von Anfang an mit im Vordergrund. Die Schaffung des Geheim en Kabinetts' rate unter dem Vorsitz Neuraths und unter Beteiligung der führenden Kopfe des Staates unter- streicht diesen Tatbestand und laßt das Schwerge- wicht der Außenpolitik im Rahmen der G° °mt°u - qaben auch nach außen hm besonders deutlich sichtbar werden. Durch di- Ernennung Ü-rrn von Ribbentrops zum Außenminister mag die deutsche Außenpolitik einen für das Ausland mt-r- effanten Akzent erhalten haben, und es mag vielleicht auch naheliegen, für die Stellung Herrn °vn Neuraths und für die Einsetzung des Geheimen Kabinettsrates nach ausländischen Parallelen suchen Entscheidend ist das alles nicht, .entscheidend ist allein die Tatsache, daß der Führer 'M Rahmen seiner Gesamtplanung auch für den Bezirk Außenpolitik eine Form geschaffen hat, bus Der schicksalhaften Bedeutung der Materie in geeigneter Ä U°m Mtim-rungsproz-ß weder an d e n Zielen, n o ch a n o en Methoden der deutschen Außenpolitik, die die Welt ja kennt, etwas, und erst recht wäre es sinnlos nun etwa dramatische Entwicklungen von deut- scher Seite her zu erwarten. Nach w'e °°r M d-e unwandelbare Losung: mit f r i e b l1 $en TO it teln dem Reich die Stellung zu verschaffen, auf die es Anspruch hat. Wenn der jetzt erreichte Grad der einheitlichen und totalen Zusammenfassung aller nationalen Kräfte sowie di- K°nz°ntr°twn d r außenpolitischen Energien draußen in 6er SBelt De Einsicht fordern sollte, daß es Deutsch and mit diesem Ziel wirklich ernst ist. dann kann uns Höchste Entfaltung aller wirtschaftlichen Kräfte. Generalfeldmarschalt Göring führt Reichswirtschastsminister Funk in sein Amt ein. Berlin, 7. Febr. (DNB.) Heute mittag führte' der Beauftragte des Führers für den Dierjahres- plan, Ministerpräsident Generalfeldmarschall G ö - ring, den Reichsminister Funk in sein Amt a l s Reichs- und preußischen Wirtschafts- m i n i ft e r ein. Die neu in das Ministerium berufenen Männer und die gesamte Gefolgschaft des Ministeriums wohnten mit Staatssekretär Körner, den Geschäftsgruppenleitern des Vierjahresplanes und dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der Amtseinführung bei. Generalfeldmarschall Göring ging in feiner Ansprache zunächst auf die Bedeutung des ihm vom Führer erteilten Auftrages ein, das Reichs- und preußische Wirtschaftsministerium so neu z u ordnen, daß es in jeder Hinsicht befähigt wird, den Vierjahresplan in seinem Arbeitsbereich bis zur letzten Konsequenz durchzuführen. Die bisherige Struktur des Ministeriums habe dies nicht ermöglicht. Die andere Aufgabe fei die gewesen, das Ministerium personell so zu besetzen, daß bei > allen seinen Mitarbeitern zu den Zielen des Vierjahresplanes eine klare E i n- st ellu n g besteht und darüber hinaus eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit i h m. Nach diesen großen Richtlinien habe er den Auftrag des Führers durchgeführt. Der 2Uann, den der Führer an die Spitze dieses Ministeriums gestellt Hal. ist ein alter und kampferprobter Nationalsozial i st, ein Mann, mit dem mich enge Bande der Kameradschaft verknüpfen, der in der Materie zu Hause ist und die Aufgaben der beut- * schen Wirtschaft zu lösen weiß. Das ist für mich die beste Gewahr enger und erfolgreicher Zusammenarbeit, und ich bin glücklich, daß mir nun in den beiden wichtigsten Ministerien für die Durchführung des Bierjahresplanes, im Wirtschaftsministerium und Im Ernührungs- ministerium bewahrte Mitarbeiter und Kameraden zur Seite stehen. Der Ministerpräsident bezeichnete es als vollkommen irrig, wenn in, einem Teil der Aus- landspresfe die Auffassung vertreten worden ist, mit der neuen Organisation des Wirtschaftsministeriums hätte er nun die Führung des Vierjahresplanes aus der Hand gegeben. Dadurch, daß das Wirtschaftsministerium nun so ausgebaut worden ist, daß es auf seinem Arbeitsgebiet die Aufgaben des Vierjahresplanes in weitem Umfange selbst verantwortlich durchführen kann, sei er als Beauftragter für den Vierjahresplan erst recht in bie Lage versetzt worden, den Vierjahresplan nach den großen, vom Führer festgesetzten Richtlinien an oberster Stelle zu leiten. Die vom Führer dem Vierjahresplan gestellten Aufgaben reichen ja auch weit über das Arbeitsgebiet des Reichswirtschaftsministeriums hinaus; sie umfassen alle Gebiete des Wirtschaftslebens der Nation. Aus öiefem Grunde fei auch die Organisation des Vierjahresplanes mit ihren bewährten Einrichtungen, dem Reichskommissar für die Preisbildung, den Ge- ", Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring überreicht dem Reichswirtschaftsminister Funk seine Ernennungsurkunde. Im Hintergrund sieht man Ministerialdirigent Gritz-bach. (Scherl-Bilderdienst-M.) schäftsgruppen Ernährung, Arbeitseinsatz, Devisen, Verkehr, Forsten usw. auch bestehen geblieben. Nunmehr bilden die Organe des vierjahres- planes mit dem neugesialteten Reichswirt- fchaftsministerium und allen anderen in Frage kommenden Ressorts ein unter der obersten Leitung des Beauftragten für den Bierjahres- plan stehendes einheitliches Ganzes. „Ich werde nichl ruhen und rasten, um die höchste Entfaltung aller Kräfte und Möglichkeiten zu erreichen und ficherz»stellen! Dafür bin ich meinem Führer Adolf Hitler verantwortlich. Er allein gibt mir die Möglichkeit, meine schweren Aufgaben durchzuführen, seine wundervolle, einzigartige Initiative ist die Grundlage für alle Arbeiten, die ich auf dem Gebiet der Wirtschaft durchzuführen habe. In feiner neuen Gestalt soll die- ses Ministerium ein Symbol und zugleich eine Verpflichtung sein. Richt wo der einzelne steht, sondern wie er an seinem Platze seine Pflicht erfüllt und dem Führer dient, ist entscheidend. Jeder von Ihnen soll stolz sein, in dieser großen Zeil zu leben und von sich sagen, ich trage zu meinem Teil zur Gröhe des Volkes und Vaterlandes bei. Der Ehre der Ration und der Starke des Reiches zü dienen, dazu sind wir alle berufen.“ Reichswirtschastsminister Tunk antwortete, der Generalfeldmarfchall habe auch in diesem Falle mit der ihm eigenen Entschlußkraft und Willensstärke zugepackt und in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit ein organisatorisches Werk vollbracht, durch das eine wesentliche Reform im Behördenaufbau des Reiches eingeleitet und eine ft raffe Zusammenfassung der Kräfte, eine Sammlung aller wirtschaftlichen Energien erzielt worden sei. Ein wahrhaft großes Ziel steht vor uns. Die Freiheit der deutschen Wirtschaft zu erringen und die Lebensgrundlagen des Volkes zu sichern. Wenn 1937 gut das eineinhalbfache von Rohstoffen in Deutschland erzeugt wurde, wie in den Jahren der Hochkonjunktur 1928/29 und wenn diese Zunahme gegenüber dem Jahre 1936 allein 23 v. H. im Ge- das nur recht sein, weil es zur Klärung der europäischen Lage beitragen würde. Aber über der Entschlossenheit Deutschlands sollte man doch nicht seine Bereitschaft und feinen Willen zur Verträglichkeit übersehen. Die Harmonisierung der Interessen auf einer für alle tragbaren und gerechten Grundlage ist jene Aufgabe die noch immer der Lösung harrt. Jede in dieser Hinsicht brauchbare Initiative wird sich gewiß nicht über ein mangelndes deutsches Interesse beklagen können. Man muß sich dann allerdings auch darüber klar werden, was zu den Voraussetzungen der so viel berufenen und so oft in Anspruch genommenen „europäischen Solidarität" gehört. Was kürzlich der „Temps" in einem Aufsatz über den Weg der deutschen Außenpolitik schrieb: man habe nicht mit der nötigen Entschlossenheit gegen die „Kühnheit Front gemacht, mit der Verträge zerrissen wurden, und es habe an der europäischen Solidarität gefehlt, um das internationale Gesetz zur Geltung zu bringen" — das war ein Beharren i m Irrtum und ein Bekenntnis zum Unrecht, das in dieser Form und oon dieser Stelle ausgesprochen, doch überraschen mußte. Hier besteht die Pflicht , um Umlernen, wenn anders eine fruchtbare und schöpferische europäische Diskussion überhaupt möglich sein soll. . ...... v Dies die Notwendigkeit, sich von überlebten und ungesunden Formen und Vorstellungen freizumachen und sich zu jener gerechten und realistischen Haltung durchzuringen, die die unumgängliche Voraussetzung für die Anbahnung einer europäischen Solidarität und Harmonie darstellt, ist das eigentliche Problem des gegenwärtigen Entwicklungsabschnittes. Es wäre eine Verfälschung der Lage und würde die doch von allen als wünschenswert bezeichnete Gesundung und vertrauensvolle Entwicklung, der europäischen Verhältnisse nur erneut hemmen, wenn man draußen sich dieser Pflicht etwa dadurch entziehen zu können vermeint, daß man die deutsche Willens und Machtkonzentration zum Anlaß nähme, um wieder einmal -um Mißtrauen gegenüber Deutschland aufzurufen. Es ginge dann nicht nur wieder wertvolle Zeit verloren, sondern am Ende müßte man doch wieder ein-. mal die Erfahrung machen, daß die Ruhe eines guten Gewissens und die Natürlichkeit der Zielsetzungen im entscheidenden Augenblick allen noch so listig ausgedachten Widerständen überlegen sind. Dr. Hans von Malottki. VoischaslervonDirls ens Abschied von Japan. Warme Anerkennung seiner Tätigkeit. Tokio,? Febr (DNB.) Der von seinem Posten abberufene deutsche Botschafter v. Dirksen begab sich am Sonntag nach Yokohama, von wo er die Heimreise nach Deutschland antrat um seine Gesundheit wiederherzustellen. Bereits im Oktober 1937 beabsichtigte er, für längere Zeit in Urlaub zu gehen. Er mußte aber damals wegen der Lage in Ostasien trotz seiner schweren Erkrankung auf feinem Posten bleiben. Die gesamte j a - panische Presse würdigt die großen Verdienste Dirksens um das Zustandekommen des Antikomintern-Paktes, der die enge Freundschaft zwischen Deutschland und Japan beweise. Besonders heben die Blätter hervor, daß er trotz seiner schweren Erkrankung auf seinem Posten aushielt und später seine guten Dienste für die E r - örterung d e r Friedensmöglichkeiten im chinesischen Konflikt zur Verfügung stellte. Vor seiner Abreise erhielt Dirksen Geschenke aus allen Kreisen des japanisch en Volkes. Die aufrichtige Sympathie für den Botschafter kommt auch in zahlreichen Kundgebungen der Hoch, schulen, der Aerzteschast, der Schulen usw zum Ausdruck. Unter den Geschenken befinden sich auch solche vom Kaiserpaar, von Prinz Ehichibu und Prinz Kanin. Die Abreise des Botschafters gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Demonstration für Deutschland. An ihr nahmen Vertreter der Regierung, des Heeres, der Marine, des Diplomatischen Korps und vieler Verbände teil. Der Tokioter Studenten-Derband ließ eine Rede verlesen. die dem Botschafter von Dirksen den Dank für seine guten Dienste übermittelte. Die Leitung der deutschen Botschaft in Tokio hat als Geschäftsträger Botschaftsrat Dr. Noebel übernommen. Verbot des „Temps". Unverantwortliche Brnnnenvergiftnng. Berlin, 7. Febr. (DNB.) Die vom Führer üorgenommene noch straffere Konzentration der Kräfte auf militärischem, wirtschaftlichem und außenpolitischem Gebiet wird oon gewissen Auslandszeitungen zum Anlaß genommen, wieder einmal der Führung des Deutschen Reiches öie unglaublichsten Absichten zu unterschieben und phantastische Geschichten über angebliche Vorgänge zu erfinden, die sich dabei m Berlin abgespielt haben sollten Den Auftraggebern dieser neuen Hetzkampagne ist allerdings dadurch die Rechnung verdorben, daß die Phantasie ihrer jüdischen Schreiberlinge die der Auftraggeber noch bei weitem übertroffen hat, und so fast jeder dieser Lügenberichte einem anderen widerspricht. Wollte man allen diesen dreisten und erlogenen und frechen Meldungen Glauoen schenken, so hätten sich in diesen Tagen fäm liche führenden Männer Deutschlands gegenseitig verhaftet, erschossen, angeschwärzt, sei ein Krieg aller gegen alle ausgebrochen und heute schon niemand mehr am Leben. Den Vogel dieser Hetzkampagne schoß der Pariser „T e m p s" ab D'.e- ses Blatt, das der französischen Regierung naye- steht. bekommt es fertig, einen angeblich aus Basel stammenden Bericht eines angeblich aus Deutschland kommenden Reisenden zu veröffentlichen, der von unglaublichen Lügen nur so strotzt. Dieser Bericht, der ganz ohne Zweifel in der Redaktion des „Temp s" entstanden ist, ist eine freche und verantwortungslose Brunnen- oergiftung und stellt eine schwere Belastung für die Beziehungen Deutschlands zu Frankreich dar. Der „Temps" ist heute für das gesamte deutsche Reichsgebiet verboten worden. J) i* 3 :t- n mö ?Ue um r - ";:t5. )es cs- !ü r ellt nd en ren, i||l en Tb oie j ion ich en, ab- um -r9 Jien ch- 1U» Yen er .'de Mz »33 en. i. er- ien rt. lr- lb- im en. ht *n ■3e !ck- ts- Deen m en sie ln- ich rs, •ft- inen )er >ße 1 et. sie r » ; en ?n, ' uf i ■ ich fe- ag t 5 idt ior ! rr-- ' ill- )re ;en ter die •'en, ?er < )er nd n - ps Die •in ;j tuen R- e r 5f- samkdurchschnitt beträgt, so sind dies Tatsachen, die die Erfolge des Bierjahresplanes längstens beweisen. Und wenn 1937 das Ausfuhrvolumen um 19 o. 5). und das Einfuhrvolumen um 18 v. 5). höher war als im Vorfahre, so ist dies nicht nur ein Ergebnis qualitativ hoher Leistungen, sondern auch ein untrügbares Zeichen darüber, daß der Bierjahresplan nicht außen Handels feindlich ist. Diese erfreuliche, erfolgverheihende Entwicklung weiter vorwärts zu treiben ist unsere Ausgabe. Das Instrument ist vorhanden, die Verantwortungen sind eindeutig festgelegt. Den Ton aber gibt die Führung an. Nach dem Führerprinzip liegt die letzte Verantwortung bei der Spitze. Dabei wird aber niemand die Verantwortung abgenommen. Ich erwarte von Ihnen stärkste Einsatzbereitschaft und letzte Pflichterfüllung. Ich wende mich mit diesem Appell aber auch an alle Träger der Arbeit im deutschen Volk, an alle schaffenden Volksgenoj- | e n. Die Politik des Vierjahresplanes ist heute die deutsche. Der Vierjahresplan erfordert den geballten Ansatz alter Kräfte in der Hand des vom Führer Beauftragten. Das Deutschland der Gegenwart mit den großen zukunftsweisenden Aufgaben, die der Führer uns gestellt hat, braucht auch im Dirl- schastsleben INänner, die nicht allein hervorragende Fachleute sein, sondern auch die nötigen Initiativkräfte besitzen müssen, um die Dinge vorwärtszutreiben. INänner solchen Schlages haben als Unternehmer eine besonders wichtige Funktion. Es ist nicht damit getan, daß Unternehmer sich damit begnügen, für ihr Werk fich eine bestimmte Vesä)äftigung zu sichern, besonders wenn es sich dabei um öffentliche Aufträge handelt. Wir muffen von jedem verlangen, daß er tatfächlich nach neuen Arbeitsmöglichkeiten Ausschau hält, daß er- die Produktion steigert, wo er nur kann und nach neuen Aufträgen Umschau hält. Niemals hat es in den letzten zehn Jahren eine bessere Gelegenheit zur Entfaltung echten Unternehmertums gegeben, als heute in der Epoche des Vierjahresplanes. Nur dort, wo große Aufgaben liegen, können große Unternehmer heran- wachfen. Und im heutigen Deutschland gibt es Kompaniechef hn 6. Pionierbataillon In Minden. Am 1. Mai 1933 wurde er als Major in den Generalstab versetzt und war von April 1934 bis März 1936 Chef des Beschaffungswesens im Reichsluft- ahrtministerium, wo besonders der Aufbau der deutschen Luftfahrtindustrie zu seinen Arbeitsgebieten gehörte. Am 30. Januar 1938 wurde Löb zum Generalmajor befördert. Ministerialdirektor Schmeer. Rudolf Schmeer wurde 1905 in Saarbrücken geboren. Er besuchte die Volksschule, machte eine vierjährige Lehre durch und bestand später die staatliche Werkmeisterprüfung.Seit 1922 gehört er der NSDAP, an. Wegen offnen Widerstands gegen die Besatzungsarmee wurde er von einem belgischen Kriegsgericht zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Seit 1926 führte er die NSDAP, im Regierungsbezirk Aachen und ist seit 1930 Mitglied des Reichstages. 1933 ernannte Dr. Ley ihn zu seinem Stellvertreter bei der Neuordnung der Gewerkschaften. Nach der Organisation der Deutschen Arbeitsfront blieb Schmeer auch hier Stellvertreter von Dr. Ley. Die Güter der Erde müssen gerecht verteillwerde« Sven Hedin fordert die nordischen Mächte auf, ihre Neutralität zu schützen. Keine Sanktionen, keine Abenteuer! Ein Appell des großen Forschers an die schwedische Jugend. S t o ck h o l rn, 7. Febr. (DJIB.) Der Asienforscher Sven hedin hielt vor der Studentenschaft der Universität Lund einen Vortrag über das Thema „Die gegenwärtige Lage und die Jugend". Finnland und Schweden mühten durch ein lleber- einkommen unverzüglich die Befestigung der Aalands-Jnfeln regeln. So wünschenswert auch eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen den Nordländern fei, so abwegig sei ein Verteidigungsbund unter ihnen. Die Genfer Liga sei eine traurige degenerierte Einrichtung, die ein Werkzeug des Versailler Diktats geworden fei. Schweden wolle nicht an Sanktionen teilnehmen und sich zu keinem Abenteuer durch die Großmächte, die ganz andere Ziele und Absichten hätten, verleiten lassen, „wir wollen in Frieden leben", so sagte hedin, „und im Stande fein, unsere Neutralität gegen jeden, wer es auch sei, zu verteidigen. Dir wünschen, unsere bottnifchen Küsten durch ein lleberein- fommen mit Finnland zu sichern. Wenn der sogenannte Friede in Versailles mit besonderer Absicht diktiert wurde, in die Welt den Keim zu kommenden Kriegen zu legen, so hätten die Hunderte von Paragraphen auf keine geschicktere, raffiniertere und infernalischere Weise formuliert werden können, als es geschehen ist." Wenn die Frage der Verteilung der Lrd- fläche und Rohstoffe nicht auf eine vernünftige und gerechte Weife geregelt werde, werde dies unfehlbar zu einem Kriege führen. Nach dem Versailler Frieden besähen Englands 45 Millionen Menschen ein Viertel der gesamten Erdoberfläche, während 63 Millionen Deutsche nicht einen einzigen Quadratmeter außerhalb ihrer Grenzen hätten. Die Deutschen wüchsen an Zahl, Stärke und Nationalstolz. Doch seien sie e 1 n g e s ch l o s s e n wie hinter einer chinesischen Mauer, die eines Tages wie von einer Naturkraft zersprengt werden könne. Pflicht der Jugend fei es, diese schicksalsschwere Umbruchzeit mit Ernst aufzufassen: nach bestem Vermögen müsse sie ihre Zeichen zu deuten versuchen. Der nationalspanische Durchbruch bei Alsambra. solche Aufgaben. Oeffentliche und private Wirtschaft dürfen keine Gegensätze sein, sondern müssen sich ergänzen. Dabei muß die staatliche Wirtschaftsführung dem Unternehmer helfen, damit er seine Initiative unbehindert ,burd) überflüssige behördliche und bürokratische Schikanen entfalten kann. Die schlimmsten Feinde der Wirtschaft sind die Ignoranten, die Denunzianten und — es erscheint vielleicht frevelhaft oder paradox, dies in einem Ministerium aus- zusprechen — d i e Bürokraten. Im Kampf gegen diese Feinde müssen wir der Wirtschaft beistehen. Unter den Wirtschaftlern muß der Wirtschaftsminister der erste sein. Er muß den Geist in der Wirtschaft und die Ordnung des Wirtschaftslebens so gestalten, daß beide den nationalsozialistischen Grundsätzen und den durch diese bedingten Forderungen der Partei entsprechen. Don dieser Seite aus darf die Wirtschaft in der Zukunft keine Angriffsflächen bieten. Dafür hat der nationalsozia» listische Wirtschafttzminister zu sorgen, hierfür muh er die letzte Verantwortung tragen. Wer die Wirtschaft angreift, greift den Wirtschaftsmini st er an. Dieser Grundsatz muß nach Durchführung der notwendigen Gesinnungs- und Strukturwandlung unbedingt Geltung haben. Dabei müfsen w i r t- fchaft und Arbeit als eine Einheit im Sinne der nationalfozialistifchen Weltanschauung aufgefaßt werden. Ich komme aus einem Ministerium, das wie kaum ein anderes in engster Verbindung mit der Partei und mit allen Volksschichten steht und ein feines Ohr für die Sorgen und Nöte des Volkes haben muß. Ich bringe daher auch für die foziale Seite der Arbeit ein besonderes Verständnis mit und werde darauf achten, daß Vetriebs- führer und Gefolgschaft, Wirtschaftsorganisation und Arbeitsfront nicht gegeneinander, sondern zueinander stehen und zu der uns alle verpflichtenden Idee der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und Schickfalsverbundenheit. Dieser neue Geist der vertrauensvollen Zusammenarbeit fin- det sichtbaren Ausdruck durch die Anwesenheit des Führers der DAF., Pg. Dr. Ley, bei der heutigen Feier. Mit unerschütterlichem Glauben und heißem Herzen gehen wir ans Werk, das wir im Sinne und Geiste des Mannes vollführen wollen, der das nationalsozialistische Deutschland geschaffen hat, unseres Führers Adolf Hitler. Da seine Politik nur ein Ziel kennt, Ehre, Größe und Freiheit des deutschen Volkes für alle Zukunft, muß auch die Wirtschaft und die Wirtschaftsführung diesem Ziel verschworen sein." Mit den besten Wünschen für die Gesundheit und die Arbeitskraft des Generalfeldmarschalls Göring und einem Sieg-Heil auf den Führer schloß Reichswirtschaftsminister Funk seine Ansprache. Heue Männer im Reichswiftschaflsministerium. Generalmajor Löb. Im April 1936 wurde Ministerpräsident Göring vom Führer und Reichskanzler damit beauftragt, alle Maßnahmen anzuordnen, die zur Sicherung des Zusammenwirkens zahlreicher Stellen von Staat und Partei in Fragen der Rohstoft- und Devisenwirtschaft erforderlich wurden. Zum Che seines Rohstoff, und Devisen st abes er nannte der Ministerpräsident den damaligen Oberstleutnant im Generalstab Fritz Löb. Als dann im Oktober 1936 die Organisation für den Vier- jahresplan gebildet wurde, berief Ministerpräsident Göring Oberstleutnant Löb zum Amtschef der für die Erzeugung deutscher Roh- und Werkstoffe zu- ständigen Abteilung. Löb wurde 1895 in Berlin geboren. Im Februar 1913 trat er als Fahnen- junker in das Pionierbataillon 9 in Harburg ein und wurde im Juli 1914 Leutnant. Im Januar 1918 wurde er Oberleutnant. Nach dem Kriege war er zunächst im 6. Reiterregiment in Pasewalk, dann Rittmeister im Reiterregiment 9 in Fürstenwalde. Vorübergehend war Löb im Truppenamt des Reichswehrmimsternrms tätig und wurde dann Salamanca, 8. Feb^. (DNB. Funkspruch.) Wie der nationale Heeresbericht meldet, wurde der Vormarsch im Abschnitt Alsambra ortgesetzt, wobei der feindliche Widerstand überall schnell und energisch gebro>la Puebla chen und der fliehende Gegner ohne Unter- brechung verfolgt wurde. Die nationalen Truppen besetzten Perales de Alsambra sowie die Paraleios beherrschenden Höhen und die Drücken von Villalba, Basa und Alsambra. Zwei rote Bataillone, die in Sierra Palomera eingeschlossen waren, wurden voll st än big ausaerieben, andere feindliche Streitkräfte in Stärke von rund 2000 Mann ergaben sich in Borge Torre la Carcel. Durch die Operationen der letzten beiden Tage wurde das gesamte im Straßendreieck Teruel— Caminreal—Portalrubiv eingeschlossene, etwa 600 Quadratkilometer große Gebirge von Roten gesäubert. In dem eroberten Gebirgsland beenden sich mehrere Befestigungsanlagen, die den Roten zur Verteidigung des Hinterlandes dienen sollten. Die Straße Teruel—-Saragossa ist nun vor roten Ueberfällen gesichert. Die Straße Teruel—Alsambra—Portal rukno wurde von den Nationalen bereits an vielen Stellen in östlicher Richtung überschritten. Im Norden dieses Kampfgebietes besetzten die Nationalen bereits bolschewistische Stellungen in den Ausläufern des San- Just-Gebirges und sind nur noch 17 Kilometer von der Stadt M o n t a l b a n entfernt, die im Norden dieses Gebirges liegt. Die Verluste der Nationalen sind gering. Die Zahl der Gefangenen steigt fortgesetzt. So wurden Montag wiederum über3000Bolschewisten, darunter ein Brigadechef, 26 Offiziere und 30 Unteroffiziere gefangen genommen. Die Materialbeute ist außerordentlich umfangreich, u. a. wurden 13 Munitions- und Lebensmitteldepots sowie zwei Benzintanks mit 27 000 Liter Inhalt erbeutet Die nationalen Flieger vernichteten ganze Lastwagenzüge und verursachten große Menschenverluste. Sieben bolschewistische Martin-Bomber und eine Curtis-Ma- schine wurden abgeschossen. Die Bolschewisten versuchten, vom Ostuser des Alfambraflusses durch heftiges Artillerie- und Kampfgeschützfeuer ihren noch am Westufer befindlichen Leuten den Rückzug zu decken. Die nationalen Flieger und die Artillerie brachten aber die roten Geschützstellungen sofort $um Schweigen. Franco ließ zur Vermeidung eines größeren Blutbades über den feindlichen Truppen Flugblätter abwerfen mit der Aufforderung, sich zu ergeben. Hunderte von Milizen erboten sich, in den nationalen Reihen zu kämpfen. Eden droht Franko. Oer britische Außenminister kündigt^DergeltungSmaßnahmen" an bei weiteren Angriffen aus britische Handelsschiffe im Mittelmeer. London, 7. Febr. (DNB.) Außenminister Eden gab im Unterhaus die Erklärung zum Untergang der englischen Schiffe „E n d y m i o n" und „A l c i r a" ab. Die Schiffe seien, so sagte er, rechtmäßig ihrem Handel auf hoher See nachgegangen. Angesichts der kürzlich wieder erfolgten Angriffe auf Kauffahrteischiffe im westlichen Mittelmeer sei allen Interessierten mitgeteilt worden, daß die auf Grund des Abkommens von Nyon gegenwärtig angewandten Maßnahmen nicht ausreichten, um die Schiffahrt gegen ungerechtfertigte Angriffe zu schützen. Unter Liefen Umständen sei die britische Regierung gezwungen, zur Sicherung eines angemessenen Schutzes für die britische Schiffahrt und im Interesse der Sicherheit der Schiffahrt anderer Nationen, zu zusätzlichen Maßnahmen zu schreiten. Sie wolle daher Valencia und Salamanca davon unterrichten, daß von jetzt ab von jedem in der westlichen Mittelmeerzone getauchten U-Boot angenommen werde, daß es einen Angriff auf Kauffahrteischiffe vorhabe. Daher hätten die britischen Kriegsschiffe Be- fehl erhalten, jedes U-Boot das untergetaucht fahre, in Zukunft a n z u g r e i f e n. Die französische und die italienische Regierung hätten zugestimmt, eine ähnliche Aktion in diesem Gebiet zu ergreifen. Auch die anderen Beteiligten des Abkommens von Nyon feien unterrichtet worden, sowie auch die Vereinigten Staaten, Deutschland und Portugal. Hinsichtlich der Versenkung der „A l c i r a" sei jeder Grund für die Annahme vorhanden, daß es sich bei dem Angriff um Flugzeuge gehandelt habe, die im Dien st e General Francos standen. Der britische Agent in Salamanca habe darauf hingewiesen, wie ernst die britische Regierung diesen Zwischenfall ansehe. Die britische Regierung habe beschlossen, es ein für allemal wissen zu lassen, daß sie auf diese Angriffe nicht mehr ausschließlich durch Proteste und Entschädigungsforderungen antworten werde. Sie habe daher General Franco wissen lassen, daß sie sich das Recht vorbehalte, in Zukunft ohne jede weitere Ankündigung im Falle einer Wiederholung dieser Angriffe Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen. Die Schritte der britischen Regierung würden ausrei* chen, um allen Piratenangriffen ein Ende zu setzen. Marineminister Duff Cooper erklärte, daß drei Ueberlebende der „Endymion" in Gibraltar erklärt hätten, es sei weder eine Min e, noch eine Torpedospur gesehen worden. Die Tiefe des Wassers, wo das Schiff gesunken fei, lasse es ausgeschlossen erscheinen, daß es auf eine Mine gelaufen fe(. Es wäre zu begrüßen, wenn Eden auch gegenüber Rotspanien solch eine energische Sprache führen würde. Im übrigen ist es ja bisher noch gar nicht erwiesen, daß nationalspanische Flieger die „Alcira" versenkt haben, da nach den vom „Alcira"-Fall vorliegenden Meldungen, auch solchen von sowjetspanischer Seite, Dunkelheit herrschte, die Erkennungszeichen der Flugzeuge also auch nicht genau gesehen werden konnten. Salamanca weist ' unberechtigte Vorwürfe zurück. Bilbao, 8. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die na- tionalspanischen Behörden haben zu der Drohung Edens, daß England angesichts der letzten Angriffe gegen seine Handelsschiffe im Wiederholungsfälle Repressalien anwenden würde, betont, es sei keinesfalls erwiesen, daß die Angriffe von nationalspanischer Seite verübt worden seien, sondern sehr wahrscheinlich seien die Provokateure im bolschewistischen Lager zu suchen, wo man den Krieg verloren sehe und in letzter Minute einen internationalen Konflikt her- aufbeschwören möchte. Es sei unverständlich, daß England Nationalspanien noch nicht a l s kriegführende Partei anerkannt habe, obwohl dieses jetzt von einer verantwortlichen Regierung geführt werde. Das nationale Spanien achte Englands Seemachtstellung durchaus Es fei aber zu berücksichtigen, daß es sich in Spanien nicht um einen Kolonialkrieg handele, wie ihn die Bolschewisten hinstellen möchten, sondern um eine rein spanische Angelegenheit. Mische Znveniiiraiifnchme. Von unserem tbg.-Berichierstaiier. London, Februar 1938. Mit dem Beginn der neuen Parlamentssession sind alle Fragen der britischen Innen- und Außenpolitik aus dem Schatten der üblichen Weihnachtsferien wieder in das Helle Licht des Parteienstreits gerückt. Nicht, daß sie seitdem in der Oeffentlichkeit nicht erörtert worden wären. Einzelne Parlamentarier, aber auch Mitglieder der Regierung und vor allem die Presse haben die parlamentarische Atempause dazu benutzt, um für ihre Forderungen Stimmung zu machen. Der erste Tag im Parlament hat denn auch bewiesen, wie die Kräfte im Unterhaus gelagert und welches die einzelnen Fragen sind, die die Opposition zu Ausgangspunkten ihrer Angriffe auf die Regierung zu machen gedenkt: Spanien, der latente Konflikt mit Italien und der Ferne O st e n. Ueber den Außenminister brach sogleich eine Flut von Anfragen herein, deren er sich größtenteils durch ausweichende Antworten zu entziehen versuchte. Bemerkenswert waren lediglich zwei Erklärungen. Einmal kündigte Herr Eden, wenn auch in vorsichtiger Form, eine neue Initiative in der Frage des Bombenabwurfs auf die Zivilbevölkerung an. Zum zweiten stellte er fest, daß an eine Wiederaufnahme von Be spre chungen mit Rom nicht zu denken sei, und zwar mit der alten Begründung, daß die antibritische Propaganda Italiens noch nicht aufgehört habe. Was die letztere Frage an betrifft, so liegen die Dinge wohl so, daß die Prüfung der durch den Besuch von Lord Halifax in Deutschland erneut aufgeworfenen Fragen, zu denen — wenn auch in zweiter Linie — die Verwirklichung des im Januar vergangenen Jahres abgeschlossenen Gentleman-Abkommens mit Rom gehört, noch im Gange ist und durch Rücksprache mit der französischen Regierung und den Regierungen der Dominien ergänzt wird. Vor Ende Februar rft wohl kaum mit dem Abschluß dieser Prüfung zu rechnen. Ob die britische Regierung dann, wie bereits einmal anaekündigt wurde, erneut die Initiative ergreifen wird, dürfte wohl nicht nur von ihr allein, sondern von der weiteren Entwicklung der Gesamtlage überhaupt abhängen. Welche Rolle der Van-Zeelanb-Be- r i d) t über die Aussichten einer Weltwirtschaftskonferenz hierbei svielen wird, läßt sich schwer sagen. Seine Aufnahme in der Presse war freundlich-kühl, wenn man so sagen darf. Biele seiner Anregungen können einer Klärung und Lösung der bei 6er Aussprache mit Deutschland entstehenden Fragen zweifellos dienlich sein; aber im ganzen gesehen ist in englischen Augen der Bericht des ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten nur Rohmaterial, ganz davon abgesehen, daß weite Kreise der englischen Wirtschaft befürchten, daß die Vorteile der von Chamberlain eingeführten Schutzzollpolitik durch die Vorschläge van Zeelands in Frage gestellt werden. Fragt man sich nun, welche Stellung die britische Regierung zu den einzelnen außen- nen Problemen einnimmt, so kommt man zu tstellung, daß sich an dieser feit Weihnachten kaum etwas geändert hat. Beginnen wir mit Spanien! Das Angebot der guten Dienste an die beiden spanischen Parteien, den Abwurf von Bomben auf unbefestigte und nichtmilitärische Stellungen bei der Kriegführung auszuschalten, liegt auf der Linie der Vermittlung, die England von jeher angestrebt hat. Wenn auch die Argumente der Linken, daß ein Sieg General Francos Groh- britaniens Stellung im Mittelmeer bedrohen würde, heute längst nicht mehr in dem Maße verfangen wie noch vor'einem halben Jahr, so scheint es trotzdem noch immer das unausgesprochene Ziel Londons zu sein, sich beide Parteien in entscheidungslosen Kämpfen totrennen zu lassen. Die Begünstigung eines Enderfolges Francos ist natürlich eng verknüpft mit einer Klärung der Mittelmeer» frage überhaupt. Wir wiesen ja bereits darauf hin, daß Außenminister Eden bei einer Anfrage im Unterhaus erklärte, daß sich angesichts des Fortganges der antibritischen Propaganda Italiens die Lage nicht geändert habe. Es ist nun nichts Neues, daß die arabischen Sendungen des italienischen Rundfunksenders Bari seit längerem dazu herhalten müssen, um die Aussprache zwischen Rom und London auf die lange Bank zu schieben. Was also von englischer Seite als Grund angegeben wird, ist in Wirklichkeit nicht viel mehr als ein Vorwand. Auf die Frage nach dem wirklichen Grund finbet man indessen keine einleuchtende und überzeugende Antwort. Gewiß, auf beiden Seiten herrscht ein tiefes Gefühl des Mißtrauens, das durch das Abreißen des Gesprächs zwischen London und Rom überhaupt sich täglich noch vertieft. Man weiß in London nicht, wie weit Mussolini zu gehen beabsichtigt und ist zu phantasielos, um zwischen der alten faschistischen Forderung nach dem Imperium Romanum und mare clausum wie den Erfordernissen einer unbedingten Sicherstellung des Weltreichsweges durch das Mittelmeer die Möglichkeit eines beide Seiten befriedigenden Kompromisses zu gehen. Hinzu tritt das Bestreben, die Achse Rom—Berlin durch ein Gegeneinanderausspielen ihrer beiden Pole zu schwächen. Es ist wohl auch in London mitunter die These vertreten worden, daß eine europäische Befriedung, wenn auch unter Opfern (z. B. Konzessionen in der Kolonialfrage) durch ein stärkeres Auftreten in Dftafien kompensiert werden könnte. Wir glauben indessen nicht, daß diese Ansicht die Auffassung der Regierung roiebergibt. Ein stärkeres Auftreten in Ostasien setzt den Einsatz von Machtfaktoren voraus, über bie Großbritannien heute einfach nicht verfügt. Die jetzt in Singapur burchgeführten Manöver sind der erste Versuch einer auf militärischer Grundlage beruhenden Machtpolitik, der noch mehr Versuche gleicher Art folgen müssen, bevor bie entscheidenbe Probe aufs Exempel gemacht werden kann. Bis dahin wirb man in London versuchen, das „Spiel mit den zwei Bällen" weiterzuüben, das heißt, die Lage zwischen Mittelmeer und Fernosten in der Schwebe zu lassen. Um den Preis des Wartenkönnens wird England noch manchen Rückschlag hinnehmen, auch dann, wenn das nationale Prestige berührt werden sollte, eingedenk des Wortes, daß England wohl schon viele Schlachten, aber noch nie einen Krieg verloren hat. Oie italienisch-englische Aussprache. London, 7. Febr. (DNB.) Die Blätter berichten über eine bevorstehende englisch-italienische Aussprache. An zuständiger Stelle wirb jedoch erklärt, baß fein neues Moment in den Beziehungen eingetreten sei. Jedoch könne bestätigt werden, daß der italienische Botschafter am Freitag und Samstag Unterredungen mitEden gehabt hat. Es. fei durchaus möglich, daß die engüfch« Kleine politische Nachrichten. Das vorläufige Ergebnis des vierten ^"-pf sonntags am 9. Januar 1938 beläuft sich auf 5 593 566,91 Mark. Das Ergebnis des Ein- topffonntages im Monat Januar des Vorjahres betrug 5 534 211,86 Mark. * Das Panzerschiff „Deutschland" hat Lissa- bon wieder verlassen. Zum Abschied hatte •u gesamte deutsche Kolonie eingefunden, an! ihrer Spitze Gesandter von Hoyningen-Hüne. Auch zahlreiche Portugiesen wohnten der Ausfahrt bei. * (Fincr Einladung des ungarischen Innenministers von folgend, begibt sich der Staatssekretär des Reichsministeriums des Inneren, Pfundtner, nach Budapest, um Einrichtungen der inneren Verwaltung Ungarns zu besichtigen. Staatssekretär Pfundtner wird im Rahmen des Kgl. Ungarischen Derwaltungswisfenschaftlichen Forschungsinstitutes einen Vortrag über den staatsrechtlichen Aufbau des Dritten Reiches halten. ♦ , desN^ndfunks zu kümmern und sich mit ihnen kritisch und methodisch ausein- anderzusetzen Da der Rundfunk ein arteigenes, schöpferisches Gestaltungsmittel sei, verlange er auch gne ethif^e Eigengesetzlichkeit. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Rundfunk hat, so schloß r*QCnare ® e nur ^ann einen Sinn, wenn I M .b\e. ^nschunä mit ihm als einer selbständigen 29Ä bxfa6x verdienstvoll sein, die Geschichte des deutschen Rundfunks in einer klaren Systematik festzuhalten. Daneben wird es darauf ankommen, allen Wegen, die der Erarbeitung einer eigenschopferischen Rundfunkkunst dienen, nachzuspuren. Die achte Weltmacht, wie Reichs- Mlnister Dr Goebbels einmal den Rundfunk genannt hat, ist als selbständiges gestalterisches I Phänomen aus dem Leben unseres Volkes und der Volker der Erde nicht mehr wegzudenken. Die ff 1 ^ü.n^UnJ.fübSn9 wird allen Männern ^er /Wissenschaft, die Pionierarbeit für die Ent-1 wifsmfchafNichen Difziplin ..Rund- funk leisten, jede erdenkliche Förderung angedeihen | laffen denn auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Rundfunk trägt dazu bei, den Gedanken des Rundfunks im Volk wach zu halten und dafür zu sorgen, baß über den Rundfunk das deutsche Volk mit der politischen Führung und vor allem mit dem Führer selbst unlöslich verbunden bleibt. I Cm Vertrauensvotum für Gtojadinowitfch. 5n 3ugoffamien haben am vergangenen Sonntag NachwahlenzumSenat stattgefun- oen. Neu zu besetzen waren 23 Sitze. Die hinter der Regierung stehenden Parteien hatten sich als Jugoslawisch-Radikale Gemeinschaft in den Wahlkampf begeben. Ihre Gegner waren lediglich die kroatischen Bauern unter Matschar. Infolgedessen wurden auch nur in den kroatischen und in ben Küstenbezirken ©egenfanbibafen aufgestellt. In 14 Wahlbezirken gingen bie Männer ber Regierungsgruppe glatt durch eine Abstimmung war nicht nötig, weil bie Opposition auf eigene Kanbibaten verzichtet hatte In den übrigen Bezirken würben noch brei Sitze hinzu- geroonnen.JRur sechs Senatssitze von ben insgesamt 23 freien Platzen konnte bie Opposition für sich be- baupten. Auf bie Stimmenzahl umgerechnet ergaben N. fu r Stofabinowitsch 8,46 vH. Dieses Wahlergebnis künbet einmal von ber weiter stabilisierten innerpolitischen Lage, es beweist aber auch wie stark bas Ansehen bes Ministerpräsibenten ge- wachsen ist. Em besseres Vertrauensvotum als biefen Wahlausgang konnte er sich nicht wünschen. Es würbe ihm bescheinigt, daß das jugoslawische Volk auch mit seinem außenpolitischen Kurs einverstanden ist. ' Telegrammwechsel zwischen dem Führer und General Franco. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R: Lange, K °G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs, preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf„ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 Küttig, Der türkische Außenmini st er hatte auf der Durchreise durch Belgrad eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch bei der auch Vertreter der Balkanentente zugegen waren. Rüschtü-Aras beglückwünschte Dr. Stöja- dinowitsch zu dem Sieg bei den Senats-Ersatzwahlen und berichtete über seine Eindrücke aus Genf Wien und Budapest. Wetterbericht Noch immer ist Hochdruckeinfluß für unser Wetter bestimmend. Im Gegensatz zu bisher hat bie Aufheiterung größere Ausbehnung angenommen 'wäh- renb Nebel ober Hochnebel nur kleinere Teilbezirke erfassen. Von ber atlantischen Wirbeltätigkeit finb nennenswerte Störungen für uns vorerst nicht zu erwarten. Aussichten für Mittwoch: Besonbers morgens stellenweise Nebel ober Hochnebel, sonst milder, nachts vielfach leichter Frost, mittags milde Winde um Süd. Lufttemperaturen am 7. Februar: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 0 Grad; am 8. Februar: mor-1 gens —1 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum! heute nacht —2,3 Grad. — Erdtemperaturen in | 10 cm Tiefe am 7 Februar: abends 2,8 Grad; am 8. Februar: morgens 1,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,2 Stunden. Dinterfpork. Wetterbericht. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —2 Grad, 130 Zentimeter Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel sehr gut. 7- Abr. (DNB.) Der spanische Staatschef und Generalissimus Franco hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Zur Uebernahme des Oberbefehls über die Wehrmacht Deutschlands durch Eure Exzellenz b e - glückwünsche i ch Sie lebhaft in der lieber« Seujung, daß Euer Exzellenz damit weiter zur Festigung der herzlichen Beziehungen bei getragen haben, die Spanien mit Ihrem großen Lande verbinden." Der Führer hat nachfolgende Antwort gegeben: „Eurer Exzellenz danke ich für die freundlichen Wünsche, die Sie mir aus Anfaß der Uebernahme des Oberbefehls über die deutsche Wehrmacht telegraphisch übermittelt haben. Ich erwidere Ihre Grüße mit meinen herzlichen Wünschen für das Gedeihen des nationalen Spaniens." politische Zwischenfälle beim internationalen Skispringen in Klagenfurt. Wien, 7. Febr. (DNB.) Bei dem internationalen Skispringen auf der Saßnitz-Schanze bei Klagenfurt in Kärnten zeigten 42 Springer — un- ler ihnen reichsdeutsche, japanische, jugoslawische und österreichische Sportler — ihre Künste. Schon während der sportlichen Veranstaltungen grüßte insbesondere die Deutschen aus dem Reich — so oft sie aufgerufen wurden — der begeisterte Beifall der Menge. Nach dem Springen erklangen nationalsozialistische Lieder. Die vieltausendköpfige Menge stimmte mit ein in den Gesang dieser Lieder, die von der österreichischen amtlichen Nachrichtenstelle als verboten bezeichnet werden. Die Vorfälle haben — wie die österreichische Presse erklärt — die Behörden veranlaßt, den nach dem sportlichen Programm vorgesehenen Festabend zu verbieten und die Preisverteilung nur im engsten Rahmen zu gestalten. Es wurden zwei Verhaftungen oorgenommen. „Weitere Maßnahmen" — so heißt es in bei* amtlichen Verlautbarung — „stehen bevor". Die Blätter fordern in schärfstem Tone Vorkehrungen zur Vermeidung solcher Zwischenfälle. Es sei überhaupt fraglich, so schreibt z. B. der „Morgen", wie man unter solchen Umständen noch imstande fein soll, von österreichischer Seite das Prinzip der Trennung von Sport und Politik aufrecht zu erhalten und wie man in Zukunft reichsdeutsche Sportler zu Veranstaltungen nach Oesterreich einladen könne. iS Autobahnen in LIGA, nach deutschem Borbild. „New Park Times" berichtet über ein großzügiges Projekt zum Bau eines transkontinentalen Netzes von Bundes-Autobahnen nach iem Vorbild der deutschen Reichsautobahnen. Der Alan fei gleichzeitig gedacht als Mittel zur Ülrbeitsoeschaffung. Senator Bulkley habe fcem Präsidenten ein Projekt vorgelegt, das den feau von drei die Vereinigten Staaten in Ost-West« r L'.< NÄMl MW / •- // - WME So gut schmeckt die „Astrct", daß es schwer zu glauben ist, sie sei nikotinarm. Dabei ist ein Nikoiingehalt von weniger als 1% beglaubigt. Auch Ihnen wird die „Astra helfen. Sie ist eine echte Kyriazi, vollmundig im Aroma und von hoher Bekömmlichkeit. Ihre Nikotinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zur Herstellung^Verwendung finden. Kein künstlicher Nikotinentzug. Keine chemische Behandlung. Darum: Für alle Fälle — „Astra" UND OHNE MUNDSTÜCK Reich an Aroma — Arm an Nikotin ) i» L f- 3 5 l. ' tt- n . a et. -e ■r» en 'N, -ruf i i i ■ ?d) ■ nd en i t- en, vie on ich en, lö. Jm nd tlle im r • "l'ts- 'es |?5» ür 'Alt rg en ch- iu« ien er de irz >33 ?n. .en rt. lr° b. im ' ’n. gt, en Ze ck. 15- >e- en m en fie n- ich Irs, ft- 'nen ier ße ke- ag ts idt or ,! -’t« ll- ire en ter jöie 'N, >er ■ >er nd n - ps Die jfin Inen )r- e r kf- Leistungen. * a Kinderliebes Statt Karten Todesanzeige. Schütze Alfred Jung 0567 Die trauernd Hinterbliebenen: Klein-Linden, den 7. Februar 1938. Die Beerdigung findet Mittwoch, 9. Februar, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause Hügelstraße 16 aus statt 0554 l Mittwoch, 9. Febr. 1938, nachm. 2Uhr versteig, ich dahier,Nenen- >weg (bei Hartmetz) bzw. an Ort und Stelle — Bekanntgabe dort Heinrich FaberVIL, Landwirt Großen-Lindcn, Leihgestern, den 6. Februar 1938. 812D Großen-Buseck, den 7. Februar 1938. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Februar. 14% Uhr statt. 0559 1J.B. Häuser Gießen. a.Oswaldsgarten < (Parkplatz) Der Kreis- Fernruf Nr. 2145 — 2146 | jägermeister. ■<; \ Stadttheater Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater. Großvater; Urgroßvater, Bruder, Schwager. Onkel Frische Fische Moderne Neaiieiteü von RM. 1.65 an Der keimfreie Vo^elsaüd„ldUll"förd. das Wohlbefinden Ihres gefiederten Lieblings Gießener Zoo. Seltersweg:6. Gießen (Ciebigstraße 86), den 8. Februar 1938 z 3- llniv.-Frauenklinll Am Montag, dem 7. Februar 1938, ist durch Gottes unerforsch- lichen Rat unser lieber, hoffnungsvoller Sohn und Bruder im blühenden Alter von 20 Jahren von uns in die Ewigkeit gegangen. Philipp Jung 18., Bürgermeister a. D, Margarete Jung, geb. Dorfeld Ottilie Jung Ernst Jung. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben guten Mann, unseren lieben, treusorgenden Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Pate und Onkel Restaurant Stadt Mainz den °9. Februar ': Bunter Abend SCHADE & FÜLLGRABE ohne Kopf im ganzen Fisch O A 500 g Ow Da gelingt alles in diesem schönen Gasherd! Denn im Back- und Bratofen wird die richtige, gleichmäßige Hitze erreicht. Da macht das Backen und Braten Freude. Sehen Sie sich diesen modernen Gasherd mal an bei Saumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum Happei&Co. KI.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Februar, nachmittags 3 Uhr statt Eine’ kleine un' edeu- tende Anzahlung - und ERIKA, kgm zu mir. GleichdieeritenSchrift- stücke waren von entscheidender Wirkung ... ein Erfolg der sauberen und schöben ■ ERiKA-Schrift..Spidern mir ERIKA hilft, geht es vorwärts. Sdneiben auch Sie die berühmte nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden heute abend 9% Uhr im Alter von 40 Jahren zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Katharine Faber, geb Pauli < und Kinder Toni und Ilse Familie Wilhelm Meier x nebst allen Verwandten. die Handlung in eine genau umrissene englische Welt. Mit einer geradezu ansteckenden Spielfreude waren die Sänger bei der Sache. Erna Bergers Darstellung der Frau Fluth war als Glanzleistung des Abends über die gesangliche Vollendung hinaus auch eine schauspielerische Sehenswürdigkeit. Neben ihr entfaltete Margarete Klose eine nicht minder erstaunliche Beweglichkeit in der Rolle der Frau Reich und im geschmeidigen Einsatz ihres auf« gelockerten Alts. Unter den Männern ragte Rudolf Bockelmann — wohl zum erstenmal in einer komischen Rolle — als Herr Fluth hervor, während Ivar Andresen dem Falstaff durch feine auf- gefüllte Körperlichkeit und die entsprechend groß aufgemachten Töne zu viel belachter Wirkung verhalf. Als musikalischer Leiter gab Johannes Schüler mit der beschwingten Leichtigkeit und Formklarheit seiner Orchesterführung eine seiner besten Während man nach wie vor auf den drei Opernbühnen der Reichshauptstadt vergeblich ein Werk von P f i tz n e r sucht, ist dem Meister eine verdiente Würdigung bereitet worden durch die Gründung einer Hans-Pf itzner-Gefellfcha ft, die ihr erstes Konzert in der ausoerkauften Philharmonie mit der Symphonie, dem „Käthchen". Vorspiel und einigen Gesängen bestritt und Pfitz- ner selbst sowie Wilhelm Furtwängler, den Ehrenvorsitzenden der Gesellschaft, als Dirigenten ihres Gründungskonzertes einzusetzen hatte. Die Begeisterung für den großen deutschen Musiker Pfitz- ner war bei den Hörern ehrlich und stürmisch. Johannes Jacobi. 19.30—22 19. Mittwoch- Miete Verzicht Schauspiel von Ilse Zander. Preise: RM. 0.60-3.00. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres liebe Entschlafenen, sowie dem Gesangverein Heiterkeit“ sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Margarete Schmidt. Gießen (Kirchstr. 13), den 8. Febi uar 1938. 0550 spielchores und vor allem die stimmungsmäßigen Werte einer Wallfahrt nach Bayreuth und einer Aufführung als beherrschender Tagesinhalt glücklicherweise unnachahmliches Reservat der Festspiele bleiben. Dennoch kann sich dem Zauber dieses „Klein-Bayreuth" in der Berliner Staatsoper kein Wagnerfreund entziehen. Denn die beifpielgebeyden, ja stilbildenden Leistungen der beiden Meister der Szene, Heinz T i e t j e n und Emil Preetorius, überwältigen auch im Rahmen eine Repertoireaufführung durch ihre Wucht und Größe. Das Wesentliche dieser „Lohengrin"-Jnszenierung kann in die Formel zusammengefaßt werden: Die romantische Oper Wagners wird als Musikdrama, dargestellt, aber so, daß der werkeigene Stilanteil der „Großen Oper" als Kontrapunkt stets sichtbar bleibt. Es wäre folgerichtig gewesen, wenn Tietjen auch die musikalische Leitung — wie neuerdings in Bayreuth — selbst übernommen hätte. Denn seine Regie greift zuweilen beträchtlich in das Tempo der Musik und die Klangintensität der Chöre ein. AVer auch Robert Heger wußte als Dirigent die Absichten des Generalintendanten musikalisch zu verwirklichen und besonders dramatische Akzente zu setzen. Die feinsinnige Abstimmung aller Einzelheiten reichte bis in die Besetzung der Hauptrollen. So paßte zu dem vorwiegend lyrischen, mit zartestem Tenorschmelz bestrickenden Löhengrin von Marcel WW GlaudensdeMguug VMsringGle'gen Versammln.am Freit. 11.Febr ,abds.8‘ ,Uhr im Studentenheim Leihgesterner Weg Es spr.:AndreasThiel Berlin - Nur vor Mitglied. u. Interessent. Unkostenbeitrag 0,30 RM. Vorverkauf bei Rudolf Schwab, Bießen/Wieseck, Bezirkeringleiter u. Württemberg. Hof, Bahnhofstr- Berlin, im Februar. Die Personalunion zwischen der künstlerischen Leitung der Bayreuther Festspiele und der Generalintendanz der Berliner Staatsoper hat es zum ersten Male ermöglicht, daß eine Inszenierung mit der gesamten bildlichen Ausstattung und solistischen Besetzung vom Festspielhaus in die Berliner Staatsoper übertragen werden konnte. Mitten im Spielplanbetrieb des Hauses Unter den Linden erschien plötzlich als Abendvorstellung jene Neuinszenierung des „L o h e n g r i n", die Generalintendant Heinz Tietjen im Sommer 1936 in Bayreuth herausbrachte, und die musikalisch damals von Wilhelm Furtwängler geleitet wurde. In dieser Verpflanzung einer Aufführung aus dem wohlbehüteten Gralstempel von Bayreuth bekundet sich einmal die vorzügliche Zusammenarbeit zwischen Frau Wagner und Generalintendant Tietjen, zum anderen zeigt sie aber auch, in welch reichem Maße die künstlerischen und technischen Haupt- und Hilfskräfte der Berliner Staatsoper zur Zeit die Bayreuther Festspiele bestimmen, so daß es nur weniger Ergänzungen von anderen Bühnen bedarf. Das Ergebnis ist für Berlin beglückend. Andererseits muß jedoch festgestellt werden, daß die einzigartige Akustik des Bayreuther Festspielhauses und die Eigenart seines Orchesterraums, die Dimensionen der Buhne, die Zusammensetzung des großen Fest- Wittrisch ausgezeichnet die mädchenhafte Innigkeit und silbrige Feinglieürigkeit des Soprans von Käte Heidersbach als Elsa. Auf der anderen Seite war charakterlich und stimmlich das richtige Verhältnis gewahrt zwischen der Dämonie und den urwelthaften Tönen Margarete Kloses als dramatisch treibender Ortrud und dem von ihr verleiteten Ehrenmann Telramund, dessen menschlich verständliche Rache von Jaro Prohaskas stürmischem Temperament auch gesanglich bedeutendes Format bekam. Dazu die Meisterleistung Josef von Manowardas als König Heinrich und Walter Großmann als eindrucksvoller Heerrufer. — Das mußte in seiner Gesamtheit ein Riesenerfolg werden, der sich in stürmischen Beifallskundgebungen und ständig ausoerkauftem Haufe LU erkennen gibt. Nicht minder bemerkenswert ist die Neuinszenierung der „L u st i g e n Weiber von Windsor" von Otto Nicolai, jener genialen komischen Oper, die vor fast neunzig Jahren an. der gleichen Stelle uraufgeführt wurde. Der Gastregisseur Wolf Völker aus Essen, der sich schon an Operetteninszenierungen im Berliner Theater des Volkes als temperamentvoller Spielleiter und überlegener Beherrscher der Bühne erwiesen hat, befreite die köstliche Heiterkeit der „Lustigen Weiber" von dem possnhaften und pseudoromantischen Unfug, der gerade bei diesem Werke gern auf der Bühne getrieben wird. Völker traf den naiven Lustspielstil Nicolais ausgezeichnet und seine werkgerechten Einfälle gaben den Vorgängen auf der Bühne eine fast schauspielhafte Ausgefülltheit. Die schönen und gut disponierten Bühnenbilder von Karl Doll stellten Oie glückliche Geburt unserer Gisela zeigen wir in großer Freude an Or. med. Fritz Wallau und Frau Gretel, geb. Muhl Alle Sorten Wöflniiet MgM iotfmnö I empfiehlt 6. Mölkt Steinslr.73.Tel.358l Leder-Röhrig Neustadt43 500 g 32 20—22.30 Uraufführung in Anwesenheit der Verfasserin Verzicht Schauspiel von Ilse Zander. Bayreuther „Löhengrin" in Berlin Musikbericht aus der Keichshauptstadt. Spielleitg.: Walter Schmidt a.G. Preise: RM. 0.60—3.00. &17D Konrad Walter, Weichensteller i. R. im 93. Lebensjahre nach einem arbeitsreichen Leben zu sich in die Ewigkeit zu rufen» Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm, Konrad und Johannes Walter. Aeltere Dame sucht z. 1. Avril Wohnung 2 Zimmer 11. Küche Schr.Angeb.mil Preisangabe u. 0562and.G.A [Stellenangebote} Keine Zeugnisse in Urschrift Mildern nur Heugnt». abichrtsten dem /Be- werdungSjchreiben bet. 'egen - Lichtbilder unüBewerbun iSunter- ^gen müflen tut rüer» Meldung oon Verlusten 2n Berlin fand der,Presseball statt, der die führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Dresse und der Kunst gesellig vereinigte. Unser Bild zeigt einen Schnappschuß aus der Ufa-Loge: Hilde Meißner, AlbrechtSchoenhals, Frau Birgel, Maria von Tasnady, Willy Birgel und Ursula Grabley. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutsches Mädel, werde Schwester? RJP. Berlin, 5. Februar. Die Reichsreferenlin für den V D IN. beim Reichsjugendführer, Jutta Rüdiger, hat an die vor der Berufswahl stehenden rNädel folgenden Aufruf erlassen: Welcher Dienst könnte dem deutschen Mädel mehr liegen als der S chwest e r n d i e n st, sei es als R S.- Schwester in der Gemeinde, die Familie umsorgend und betreuend, sei es als freie Schwester im Kampf für die Gesundheit des Volkes oder als Rote-Kreuz-Schwester, die in jeder Rotzeit, wenn sie gebraucht wird, selbstverständlich und schweigend ihre Pflicht tut. Dieser Beruf ist nicht leicht, er fordert den ganzen Menschen. Aber dieser Einsatz, der eine starke Persönlichkeit fordert, findet seinen Dank in der Leistung und macht daher froh. Der Beruf der Schwester wird immer einer der vornehmsten Berufe des deutschen Mädels sein. * Dazu schreibt der Reichs-Jugend-Presse- d i e n st: Dieser Aufruf zeigt klar die Stellungnahme des BDM. zu dem Beruf der Schwester von heute. Lange Zeit betrachtete man diese Tätigkeit von der rein charitativen Seite aus. Es entstand das Bild der sanftett, demütigen Schwester, die ihre pflegerische Tätigkeit aus Barmherzigkeit und in Abkehr von den Freuden der Welt ausübte. Es war selbstverständlich, daß diese Art der Berufsauffassung bei den natürlich empfindenden, frischen und tatkräftigen Mädeln der Gegenwart nur geringes Verständnis fand. Die Folge davon war, daß der Nachwuchs für den Schwesternberuf sich mehr und mehr verminderte, zumal den Mädeln genügend andere Einsatzmöglichkeiten offenstanden. bei denen sie ihr Recht auf Lebensfreude nicht preiszugeben brauchten. Erst in den letzten Jahren hat sich das Berufsbild der Schwester gewandelt. Mit dem Grundsatz des Nationalsozialismus, daß Vorbeugen besser als Heilen fei, taten sich für die Schwester außer dem Dienst in Krankenhäusern noch andere reiche Arbeitsgebiete auf. Die G e - meindepflege wurde wesentlich erweitert, die Gesundheitsämter stellten in steigendem Maße Schwestern ein, und sie erhielten als Kreisoder Gauvertrauensschwestern organisatorische Aufgaben, die weit über den Rahmen des bisher möglichen hinausgingen. Um so dringlicher besteht heute die Nachfrage nach Schwesternnachwuchs. Wie der Aufruf der Reichsreferentin für den BDM. zeigt, stellt sich der BDM. dieser Aufgabe mit allem Nachdruck zur Verfügung. Man hat bewußt gerade den B D M. dazu aufgerufen, den Nachwuchs für den Beruf der Schwester zu stellen. Wenn heute ein BDM.-Mädel sich diesem Beruf zuwendet, so ist damit schon der neue Typ einer Volksschwester gewährleistet, die, weltanschaulich gefestigt, sportlich ertüchtigt und lebensbejahend, vor allem um die politische Notwendigkeit der Volksgemeinschaft weiß. Wie ist der Ausbiidungsganq? Die Ausbildung zu dem Beruf der Schwester ist k 0 st e n l 0 s. Die Mädel erhalten freie Unterkunft, Verpflegung und die nötige Dienstkleidung; darüber hinaus wird sogar ein Taschengeld von monatlich zehn Mark gezahlt. Die eigentliche Ausbildung kann mit 18 Jahren, in Ausnahmefällen auch mit 17*/2 Jahren beginnen. Da aber jedes Mädel, das Schwester werden will, ein Jahr hauswirtschaftliche Tätigkeit und e i n halbes Jahr Arbeitsdienst nachlyeisen muß, kann die Vorausbildung bereits mit 16 Jahren einsetzen. Zweckmäßig ist hier der Besuch einer Haushaltungsschule des BDM., die Teilnahme am Hauswirtschaftlichen Jahr oder am Mädellanddienst. Im letzten Falle verdient das Mädel bereits während dieser Zeit. Die Ausbildung in einer Kranken- pflegeschule dauert zwei Jahre und schließt mit der staatlichen Prüfung. Danach können sich die Schwestern je nach Neigung und Begabung spezialisieren. Schwestern, die in der vielseitigen Gemeindearbeit, in der Erziehung der Volksgenossen zum Nationalsozialismus und zur gesunden Lebensführung ihren Lebensinhalt sehen, werden in die NS. - Schwesternschaft (braune Tracht) ausgenommen. Diejenigen Schwestern, die sich einer Arbeit in Krankenanstalten oder Heimen widmen wollen, schließen sich der freien Schwestern- schaftder NSV. (blaue Tracht) an. Dazu kommt noch das Aufgabengebiet der Schwestern vom Roten Kreuz, die sich vor allem für den Sondereinsatz in Zeiten der Not bereit halten. Möglichkeiten zum Aufstieg. Für tüchtige Schwestern besteht jederzeit die Möglichkeit zum Aufstieg, sei es durch Spezialisierung auf einem bestimmten Gebiet (Säuglings-, Diät- oder Operationsschwester, Küchenleiterin usw.) oder durch die Uebernahme einer leitenden Stellung (Heimleiterin, Gauvertrauensschwester, Oberin eines Krankenhauses usw.). Gute Bezahlung, ausreichende Freizeit und eine gesetzlich geregelte Altersversorgung bieten der Schwester die finanzielle Sicherheit, die sie für ihren anstrengenden und verantwortungsvollen Beruf braucht. Es ist daher auch in dieser Beziehung durchaus zu verantworten, junge Menschen aus diesen Beruf hinzuweisen. Es gibt wohl kaum eine Tätigkeit, die sich in so hohem Maße an die fraulichen Eigenschaften des Mädels wendet. Helfen, beraten und pflegen ist eines der ureigensten Gebiete der Frau und wird es, unabhängig von allen Entwicklungen des Wirtschaftslebens, immer bleiben. Wenn das Mädel, wie es meist geschehen wird, nach einigen Berufsjahren heiratet, so hat es eine Vorbildung für d i e Haushalt - und Familienführung, wie sie besser keine andere Tätigkeit vermitteln könnte. Sollte das Mädel aber keine eigene Familie gründen, so bietet ihm gerade dieser Beruf die beste Möglichkeit, sein Leben dennoch reich und fruchtbar zu gestalten und so den Sinn seines Frauenl^bens ganz zu erfüllen. —ms. Wissenschaft vom völkischen Leben her! Die Akademie des NSD.-Dozentenbundes in Tübingen. Tübingen, 5. Febr. (DNB.) Im Festsaal der Universität Tübingen sand die Eröffnungsfeier der wissenschaftlichen Akademie des N S D.° Dozentenbundes statt. Nach einleitenden Worten des Rektors der Universität und Leiters der Akademie, SA.-Gruppenführers Professor Dr. Hoffmann, führte Reichsdozentenbundführer -^-Brigadeführer Ministerialdirektor Dr. Schultze aus: In den Vordergrund der wissenschaftlichen Tätigkeit ist heute die Sicherung unseres wirtschaftlichen Lebens gerückt. Der Führer hat die Wissenschaft in den Rahmen des Vierjahresplanes in größtem Maße eingesetzt. Damit treten an die Wissenschaft vom Leben her Aufgaben heran, die von der Wissenschaft zu meistern sind. Nichts vermag die absurde Auffassung, daß die Wissenschaft nur dann leistungsfähig sei, wenn sie sich von allem Leben abschließe, besser zu widerlegen als die neuen schöpferischen Taten unserer deutschen Wissenschaftler. Es gilt nun, alle Quellen z u einem arteigenen Leben, mag man nun an das Gebiet des Rechts, der Wirt- chaft, der Kunst und Kultur, der Lebensanschauung oder der Religion denken, freizulegen. Das möge allen klar fein, um zu wissen, daß wir uns auf der Universität nicht für eine bereits gestorbene mittel- alterfiifje Einrichtung einsetzen, sondern daß sie e i 11 lebendiges Organ des Volksganzen ist, und zwar ein Organ, das in gleicher Weise wie alle anderen Einrichtungen des Volkes einer Reformation unterzogen werden muß. Auf dieser Basis sollen die großen Ausgaben erkannt und gelöst werden, die heute die Zeit an uns teilt. Von diesen Grundsätzen aus gesehen, stellen gerade die kleinen und mittleren Hochschulen einen wichtigen Faktor in der Lebensordnung unseres Volkes dar. Es ist notwendig, daß die Universität wieder in sich eine Gemeinschaft der Wissenschaft wird und damit eine wahre nationalsozialistische Hochschule darstellt. Die hohen Mauern, mit denen man sich in fachlichen Absonderungen abgeschlossen hat, sollen durchbrochen werden und pulsierende Ströme des Lebens sollen auch diese wissenschaftliche Arbeit durchfließen. Wenn wir das erreicht haben, dann können wir sagen, daß unsere Universitäten wahre Hochschulen des Vol- k e s sind, und daß sie ein unübersehbares Glied unserer Gemeinschaft darstellen. Am Nachmittag sprachen Professor Dr. Wetzel über die Lohnetalforschung als Gemeinschaftsarbeit, Professor Dr. G i e s e l e r über die urgeschichtliche Menschenkunde im Lohnetal, Professor Dr. Riek über die im vergangenen Jahre vorgenommenen Grabungen am Hohrnichele, Dr. Dölzing über „Der Hohlstein" und stud. med. Keller über „Sagen des Lohnetals". ------------- J Gruppenführertaqung des NGFK. Berlin, 5. Febr. (DNB.) Während der Reichs-- Wintersportkämpfe der Hitler-Jugend fand vom 3. bis 5. Februar 1938 in Garmisch-Partenkirchen eine Gruppenführertagung des NSFK. statt. Der Korpsführer des NSFKs., Generalleutnant Christiansen, brachte zum Ausdruck, in welch kurzer Zeit der Aufbau der neuen Organisation vollzogen worden sei; eine Arbeit, die nur durch den großen Idealismus, verbunden mit einegj heißen Herzen für die Idee, von den Beteiligten habe geleistet werden können. Er dankte auch allen Stellen des Staates und der Partei, die die Voraussetzungen hierfür durch ihre Mitarbeit geschaffen hätten. Dann umriß er die einzelnen Aufgabengebiete des NSFK. für die Heranbildung des Nachwuchses für die Luftfahrt. Der Schlußpunkt dieser Ausbildung solle für die Zukunft das Motorkleinflugzeug fein, das schon im Sommer dieses Jahres zur Verfügung stehen werde. — Amtsleiter Scheidt vom Amt Rosenberg sprach über weltanschauliche Fragen. Die Arbeitsfront kam durch den Leiter der Abt. Luftfahrt, W a l i t s ch e k, zu Wort. Nach Schluß der Tagung leistete der Korpsführer mit seinen Gruppenführern einer Einladung des Reichsjugendführers Folge, nachdem er am Vormittag vor den Gebietsführern der HI. über Aufbau und Ziele des NSFK. gesprochen hatte. Fuchs-Reizen. Von Karl Scherer. Seit einer Woche liegt der Schnee einen Fuß hoch, die ganze Feldmark ist wie ausgestorben. lieber dem blendenden Weiß steht um die Mittagsstunde die bleiche Wintersonne, eine große mattblinkende Scheibe, aber leuchtkräftig genug, daß das blitzende Gefunkel der Schneedecke die Augen beizt. Die Wasserläufe schlafen unter Eisschilden; auch der Mühlbach ist still geworden und zieht lautlos zwischen Schleuse und Wehr; denn das mächtige Schaufelrad ruht unbeweglich in den vereisten Widerlagern der algengrünen Sandsteinquadern. In den Erlen- und Weichselbüschen am Mühlenkolk turnt ein Flug Kohlmeisen und zieht schwirrend weiter nach den jungen Ebereschen am Waldrand, wo noch wenige trockene braunrote Beerendolden hängen. Das Völkchen Feldhühner aber, das sich unter dem Hartriegelbusch am Rain in das lockere Flockenbett eingewuhlt hat und nun aufsteht und der schützenden Bachsenke zustreicht, hat sich wieder um eins verringert. Zwischen weißen Stechdorn- und Wachhower- büschen mündet der Feldweg in das Stangenholz Im Wald ist's sonntagsstill; kaum daß dann und wann ein Holzschlitten auf dem .Abfuhrweg die Landstraße im Tal sucht oder ziehenbe Krähen über den Buchenwipfeln quarren. Auf den kahlen Zweigen des Laubholzes und dem dunklen Samt des Nadelwaldes liegt hoch die Masse des blitzenden Silbers. Die Strahlen der Wintersonne fallen chräg in das Helldunkel der mannshohen Fichten- ugend und machen jedes vom Neuschnee über- ponnene Bäumchen zu einem holden Wunder. Ueberall stehen Fährten und Spuren Schnee Die Dämmerung kommt sruh. Ueber den fid)ten dunklen Hügeln im Südwesten leuchtet in funkelnder Klarheit der Abendstern. Draußen in der meHigen Feldmark fahren graue Schatten über den Schnee verschwinden in den Furchen u>?d tauchen wieder auf — Familie Lampe zieht sich sucht «egen das Dorf, wo der Grünkohl noch in den Krautgarten ft1öort, wo eine halbhohe Fichtenschonung in das Feld einschneidet, steht seit dem Spätherbst an einer breiten Stellung ein fester geräumiger Hochsitz- Die Wildkanzel gibt mehr Freiheit als ein noch so umsichtig gewählter Stand am Boden, der Weidmann ist unabhängiger vom Wind und bat weiteren Aus- blick Links die schneehellen Ackerbreiten, rechts der dunkle Hochwald mit dem stark befahrenen Bau hinter der Schonung, durch die die Stellung auf das Feld ausläuft auf der Reinecke Rotooß gern auf die Ackerflur hinausschnürt — dä muß das Fuchsreizen Erfolg haben! Der Abend kommt. Mit dem Schneehemd über dem Mantel klettere ich die Leiter zum Hochsitz hinauf und mache es mir bequem. Die Pfeife brennt. Von den Höfen über dem Wald blitzen helle Lichter auf; ein Schlitten klingelt auf der Landstraße im Talgrund vorüber, die Glöckchen sind kaum vernehmbar, doch der Schnee macht seltsam hellhörig. Im Dorf läutet es Abend; sonst nur das Schweigen, die ungebrochene Stille der Winternacht. Eine-halbe Stunde vergeht. Geduld ist die erste Jägertugend. Die Kälte bringt durch Mantel und Pelzjoppe, und die Füße werden taub. Da hole ich aus dem Jagdmuff die Quäke hervor und intoniere Mümmelmanns Klagelied gedämpft und leise. Nichts rührt sich. Also von neuem gereizt, eindringlich und überzeugend. Nun bewegt sich etwas unter den Randfichten der Stellung. Ein unbestimmbares und dunkles Etwas wird sichtbar, rückt ein wenig vor, verharrt dann aber reglos. Doch das Nachtglas holt es näher heran — ein starker, alter Rammler macht im Schatten der Fichtenzweige einen Kegel und äugt unbeweglich die breite Stellung entlang gegen das Feld. Ein unerwarteter Besuch, der wohl einen anderen Löffelmann in Not wähnte. t Die Kälte kneift gehörig, und der tfroft bringt bis auf bie Haut, weber bas Kirschwasser, noch bie ,Furze" wollen mehr wirken. Also schicke ich den Schmerzgesang nochmals laut unb vernehmlich in bie schweigenbe Nacht: „Owääho ... owääh, owääho, waho, ohäo .. " Unb jetzt kann ich beut- lich wahrnehmen, wie ein bunkler Schatten auf bem monbhellen Durchbau ziemlich eilig heranschnürt. Doch es ist noch zu weit unb ber Dämmer zwischen ben Bäumen zu stark, um bas Rätselwesen sicher anzusprechen, bas nun auf Büchsenschußwelte oerhofft. Wie erlöschenbes Röcheln zittert es nochmals burch bie Stille. Mißtrauisch schiebt sich ber Räuber näher, kommt aus bem Schatten in bas volle Licht bes Monbes unb macht noch einige zögernbe Schritte, bann steht er breit ba unb windet und lauscht ... der Fuchs! Das Rot des Winterbalges steht leuchtend gegen den Schnee, bie buschige Stanbarte geht langsam hin unb her. Doch er traut bem Frieben nicht recht, sichert unb äugt gegen bie Schonung unb läßt sich abroartenb auf bie Keulen nieber. Aber Lampes Sterbelieb hat gar zu mächtig gelockt, schon ist er roteber hoch unb kommt schleichenb näher. Vielleicht hat er vierunbzwanzig Stunben gefastet, unb bie Aussicht, ben eisigen Februarabenb mit einem warmen Leckerbissen zu beschließen, treibt ben Rotrock vorwärts ... ’ Der Schuß verrollt zwischen Walb unb Feld, hallt über bie Ackerflur in ben schweigenben Abenb hinaus unb kommt von ben Hügeln zurück. Mit steifgefrorenen Knochen klettere ich über bie vereisten Leitersprossen zur Erbe. Aus bem Anschuß liegt in bunteirotem Schweiß ein starker, alter Rübe ... Gloria-Palast: »Immer, wenn ich glücklich bin ..." Daß sich ber Titel bieses Filmes nicht auf Hans Moser bezieht, wirb man bemerken, wenn man Hans Moser. — (Zeichnung: Sten, Terra.) die Karikatur betrachtet, die wir hier abbilden; aber Moser als Theaterkassierer Schöberl und Theo Lingen als Ballettmeister Schnuller haben in dieser Geschichte, bie vom Theater und von der Liebe handelt, allerlei Szenen und Pointen von unwiderstehlicher Komik: Moser zum Beispiel, den noch nie jemand fingen hörte, in einem Duett mit bem Theaterbirektor Hörbiger, unb Lingen in zärtlicher Aussprache mit dem Stubenmädchen Lucie Englisch zu erleben, gehört zu den apartesten Reizen des Films. Dabei spielen diese nicht einmal die Hauptrolle; die Hauptrolle spielt vielmehr Martha Eggerth: sie ist bie Revuesängerin Marietta Duval, bie eines Tages um ber Liebe willen vom Theater Abschieb nimmt. Aber man weiß ja, wie das geht: das Theater kann man nicht einfach hinter sich lassen und in die Ecke stellen; eines Tages ist es wieder da mit den alten Kollegen, mit Premierenfieber und Premierenkrach und allem Zauber des Komödiantentums, den noch die wandernde Schmiere „auf Teilung" sich bewahrt. Natürlich gibt es eine böse Szene mit dem tfjeaterfremben Ehege mahl, beinahe Scheidung, dann klug entfachte Eifersucht unb neugewonnene Einsicht bes Mannes in die Welt, welche ber Frau ein Lebenselement bedeutet, ... zuletzt die beglückende Kompromißlösung: Liebe und Theater, nun wird Marietta wirklich immer glücklich sein, nicht nur mit ihrem sehr hohen Koloratursopran fingen, tanzen und spielen. Der Regisseur Lamac hat die eigentümliche, anziehende, erregende und ein wenig rührende Welb -ber Bühne mit sicherem Griff unb gutem Humor lebendig gemacht, auch bie Zauberkünste der Kamera nicht vergessen, bie es fertig brinat, aus einem Menschen zwei zu machen vor unfern sehenden Auaen, Traum unb Wirklichkeit miteinanber zu verschmelzen, und gleichzeitig auf zwei Ebenen bes Bewußtseins ober ber Vorstellung zu spielen. Fritz van Dangen gibt mit einer sympathischen Nüchternheit ben Mann, um kwssentwillen die Diva eines Tages ihre Karriere im Stich läßt .. Ernst M a • rischka schrieb das Buch, Franz Grothe die Musik; an der Kamera stand Jendo S t a 11 i ch. — (Terra.) ♦ Im Beiprogramm: neben der Ufa-Wochenschau noch einmal die ausführliche Bildreportage vom Boxkampf Schmeling—Ben Foord, die ein zahlreiches, sachverständig interessiertes Publikum an- gelockt hatte. Hans Thyriot. Hochschulnachnchien. Der Rektor der Universität Marburg hat den ordentlichen Professor für Alte Geschichte Dr. Friedrich T a e g e r mit sofortiger Wirkung zum Dekan ber Philosophischen Fakultät ernannt. Der Rektor hat gleichzeitig mit bem Wechsel im Dekanat ber Philosophischen Fakultät eine Umbilbung bes Senats vorgenommen. Aus bem Senat scheiden aus: ber 0. Professor Dr. W a ch s m u t h unb ber n.b.a.o. Professor Dr. Mattes. Zu Mitgliedern bes Senats würben neu ernannt: ber 0. Professor Dr< Jaensch und ber 0. Professor Dr. Reicks. I i l ) i- i- u f- 3 L ‘ ft- n et. ije r» en i?n, ' ruf i ■ 'ch nb en 1t- en, ,cn ■rb .bie . on en, .nb- in 1 nb Uc im r • 1 ts- >es 25- ||ü r M rg en ch- iu- en er be "z •33 ?n. ?r» ' en ft im 'N. -st, en ze ck. is» ie« en m |ien 'sie n- ich I75, st- ,-n- en -er sie ?e- ag t s ibt or 1 >r- ll- ■ire en Jter Die 'm, . «er ' ier nb 1 - ps ne in Juten )r- 2 r -kl- Aus der Stadt Gießen. »Der Baum hat eine Seele wie der Mensch!" Dem Reichsnaturschutzgesetz vom Jahre 1935 steht der kennzeichnende Vorspruch voran: „Heute wie einst ist d»e Natur in Wald und Feld des deutschen Volkes Sehnsucht, Freude und Erholung. Ewiger Wald und ewiges Volk gehören zusammen." Der deutsche Wald ist wieder, wie in Zeiten unserer germanischen Vorfahren, Eigentum des gesamten Volkes. Von jeher lebt im deutschen Volksglauben eine gewisse Verehrung des Baumes, ein starkes Gefühl der Verbundenheit mit dem Baum. Die Anschauung „der Mensch ist wie ein Baum", und der umgekehrte Vergleich „Der Baum ist wie ein Mensch", haften tief im deutschen Gemüt. Der Mensch behandelt den Baum als eine ihm gleichstehende Persönlichkeit mit geheimnisvollem Wesen. Man kündigt in Westfalen den Bäumen des Hofes den Tod des Hausherrn an, indem man sie schüttelt und spricht: „Der Wirt ist tot." In der Pfalz bitten die Holzfäller den schönen, gesunden Baum um Verzeihung, ehe sie ihm „bas Leben abtun". Die Ueberzeugung, „der Baum hat eine Seele wie der Mensch", und der Wunsch, zu wachsen und zu blühen wie ein Baum, ist weitverzweigt. Wie sich der Volksglaube die Aehnlichkeit des Baumkörpers mit dem Menschenleib ausmalte, dafür ist bezeichnend dos Verbot des Baumschälens in dem uralten Recht der germanisch-deutschen Markgenossenschaften, das furchtbare Strafen für solchen Baumfrevel androhte. Aus den Weistümern ein Beispiel: „Es soll niemand Bäume in der Mark schälen, wer das täte, dem soll man sein Nabel aus seinem Bauch schneiden und ihn mit demselben an den Baum nageln und denselben Baumschäler um den Baum führen, so lange, bis sein Gedärm alle aus dem Bauch auf den Baum gewunden seien." Aus dem Wendhager Bauernrecht: „Wenn jemand eine Werde abschält, so soll man ihn mit seinem Gedärme den Schaden bedecken lasten; kann er das verwinden, kann es der Baum auch verwinden." Diese grausigen Strafandrohungen haben nur dann Sinn, wenn man zu den Zeiten, als sie zuerst aus- aesagt wurden, annahm, baß die Rinde und der Bast die Eingeweide des Baumes als eines beseelten, nach Menschenart empfindenden Wesens darstellten. Wer die Krone haut, Borke und Bast des lebenden Baumes reißt, beraubt den Baumgeist der zum Leben notwendigsten Glieder. Nach dem Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn" sollte der frevelnde Mensch mit dem entsprechenden Teil seines Körpers gutwachen, was er an dem Baum gesündigt; er sollte die entftemdeten Glieder mit seinen eigenen gleichsam ersetzen. Der Vergleich menschlichen und pflanzlichen Wachs- tums zeigt die Reform vom „Lebensbaum", der grünt, welkt und abstirbt. Darauf beruhen auch manche Hochzeitssitten. Dem jungen Paar werden bei der Hochzeitsfeier grüne Bäume vorangetragen, ein grüner BdliM prangt auf dem Wagen, der die Aussteuer der Braut in das neue Heim führt; auch vor der Tür des Hochzeitshauses steht ein grüner Baum. In Thüringen besteht der Brauch, daß das Brautpaar am Hochzeitstage oder kurz danach zwei junge Bäumchen auf Gemeindeeigentum pflanzen muß. An diese knüpft sich der Volksglaube, wenn das eine oder das andere eingehe, müsse das eine oder das andere der Eheleute bald sterben. Dem Deutschen liegt die Freude am Walde im Blute und greift ihm an die Seele. Der waldverwüstende romanische Franzose liegt im Walde auf dem Bauche, der Deutsche auf dem Rücken, denn dieser will in den Waldesdom hinaufschauen und dem Waldesrauschen lauschen. Das deutsche Jägerherz hat seine intimsten Regungen, wenn ihm auf der Frühpirsch der Wald erwacht, oder auf dem Schnepfenstrich am Märzabend der Wald schlafen geht. Dr. B. Jetzt Möbel billig kaufen im Total-Ausverkauf Möbelhaus KOOS Marktstraße 8, 1. Stock 8i3A Kein Laden NSRK. (Nationalsozialistisches Reiter-Korps) angebären. Die ganze Ausbildung im NSRK., was besonders für die Hitler-Jugend zutrifst, liegt in Händen der SA.-Reiterei Deutschlands. Die Meldestellen zum NSRK. befinden sich in allen Dienststellen der Reiterstürme. Die Ausbildung der HI.- Reiter liegt überall in bewährten Händen eines SA.-Reitlehrers. Für die Prüfung zum Reit'erschein wird verlangt: Dorreiten eines Pferdes in den drei Gangarten, Schritt, Trab und Galopp, außerdem Anfangs- wisten über das Fahren und über die Griffe am Fahrlehrgerät, Kenntnisse der Verkehrsordnung und Verkehrszeichen, sowie über die einschlägigen Fragen in der Pferdepflege. Schulung in Volkswirischast- H-uswirtschast in Gießen. In der Lehrküche im „Einhorn" war am Sonntag Hochbetrieb. Die Leiterinnen der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft bereiteten alle Gerichte vor, die bei der Schulung ihrer Mitarbeiterinnen aus dem ganzen Kreis Wetterau gezeigt werden sollten. Im praktischen Lehrgang sollte die Zubereitung zeitgemäßer Speisen vorgeführt werden, denn alle Aufklärung in Wort und Schrift kann doch niemals das erwirken, was durch persönliche Aussprache in wenigen Stunden zu erreichen ist. Auch hier gilt das Wort: „Grau, lieber Freund, ist alle Theorie!" Die Kreisabteilungsleiterin Frau M a t h y begrüßte die Mitarbeiterinnen, verteilte die Rezepte und besprach die Herstellung. Die Aufgabe, die hier gestellt war, lautete im besonderen auf abwechslungsreiche Eintopfgerichte mit reichlicher Verwendung der Kartoffel. Bei uns in Hessen sind die Kartoffeln wohl eine Zuspeise, die bei keiner Mit- tagsmcchlzeit fehlen darf. Aber auch ihre Verwendung für den Abendbrottisch abwechslungsreich zu gestalten, dazu bedarf es neuer Vorschläge und Ueberlegungen bei den Hausfrauen. Und hier brachte die Schulung wirklich allerhand Neues und Kreisleiier Backhaus bei den Innungs-Obermeistern. Die Kreis Handwerkerschaft Gießen hatte für den gestrigen Montag nachmittag die Obermeister der Innungen im Kreise Gießen zu einer Versammluna in den Krausmüllersaal der Kreis- Handwerkerschaft zu Gießen eingeladen. Kreishandwerksmeister Stühler begrüßte die Kameraden, insbesondere aber den Kreisleiter Backhaus, der erstmalig im Kreise der Obermeister weilte und damit erkennen ließ, daß er auch bemüht ist, mit dem Handwerk in Fühlung zu treten. Der Kreishandwerksmeister wies darauf hin, daß der Kreisleiter über Frontkameradschaft und Über seine enge Bekanntschaft mit dem Reichshandwerksmeister Schramm und anderen führenden Männern des Handwerks sich diesem Stande unserer Volksgemeinschaft herzlich verbunden fühle und ihm auch das hiesige Handwerk dieses Gefühl der Verbundenheit entgegenbringen möge. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Kreishandwerksmeister mit aktuellen Fragen des Handwerks. Er erhob die Forderung an die Handwerksmeister, sich eingehend mit den neuen Roh- und Werkstoffen vertraut zu machen und manche noch vorhandene und völlig unbegründete Scheu vor den neuen Werkstoffen zu überwinden. Von den Meistern müsse alles versucht Werden, den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Für das Handwerk ergebe sich außerdem eine Reihe neuer Aufgaben. Wesentlich sei die Errichtung einer Beratungsstelle für bäuerliche Wohnkultur, die demnächst auch im Rahmen unserer Kreishandwerkerschaft errichtet werde. Die Bemühungen dieser Beratungsstelle seien darauf gerichtet, die Ausstattung des Bauernhauses so zu gestalten, wie es der Bödenverbundenheit entspreche, die dem Bauern zu eigen sei. „Schlicht und echt, wahr und recht" laute die Forderung. Die städtische Wohnungseinrichtung habe im Bauernhaus keinen Platz mehr, wie es auch unangebracht sei, wenn der Städter seine Räume mit bäuerlichen Möbeln fülle. In den neuen Siedlungen solle sich insbesondere eine neue Dolkskultur organisch entwickeln. Wege seien hier bereits beschritten. Für das Handwerk ergebe sich auf diesem Gebiete manche große Aufgabe. In weiteren Darlegungen wies der Kreishand- werksmeister auf die Leipziger Messe, deren Besuch er eindringlich empfahl. Die Leipziger Messe könne dem Handwerker manche wertvolle Anregung für seine eigene Arbeit, insbesondere auch für die Möglichkeiten der Verwendung neuer Werkstoffe vermitteln. Vom Gau aus werde ein Sonder- zug zur Leipziger Messe gefahren. Die Anmeldungen hierfür feien über die Kreishandwerkerschaft an die Handwerkskammer zu richten. Zum Schluß erinnerte der Kreishandwerksmeister noch an die Aufstellung der H a u tzh a l t p l ä n e der Innungen und sprach davon, daß für die nächste Zeit eine Ermäßigung der Beiträge, insbesondere für kinderreiche Handwerker, erwogen werden solle. Kreisleiter Backhaus sprach sodann zu den Obermeistern. Er gab zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, nun auch einmal im Kreise des Handwerks weilen zu können. In unterhaltsamer Weise erzählte der Kreisleiter dann einige Episoden aus der Kampfzeit, während der er mit dem jetzigen Reichshandwerksmeister Schramm und mit dem Beauftragten für Beratungsstellen für bäuerliche Wohnkultur Kumme r f e ld t in Norddeutschland in einer Front stand. Dann sprach er in grundsätzlichen Ausführungen über die Notwendigkeiten, die sich für die Staatsführung im Dritten Reich ergeben und die insbesondere darin bestehen, daß alle Organisationen die große, klare Linie einhalten, die von der Partei bestimmt wird. Die nationalsozialistische Weltanschauung müsse die ausrichtende Kraft sein. Die jüngste Zeit habe erneut gezeigt, daß alle Fäden in der Hand des Führers zusammenlaufen, da nur bann die erstrebte Einheit gewährleistet sein könne. Was im Kreise des Handwerks geschehe, dürfe nicht nur wirtschaftlich gesehen, sondern müsse in erster Linie vom Politischen her betrachtet werden. Dabei gelte es, geradezustehen für die Sache unseres Volkes, sich stets als ganzer Mensch zu beweisen, klar zu sein in Handlung und Entscheidung und klare Einstellung sich anzueignen zu den wichtigen Dingen unseres Vaterlandes. Der Obermeister habe nicht nur in wirtschaftlichen, handwerklichen und künstlerischen Dingen zu wirken, er habe vor allem auch in politischen Dingen auf feine Berufskameraden Einfluß zu nehmen. Wer in der nationalsozialistischen Weltanschauung verankert sei, werde dabei immer richtig handeln. Das Weltanschauliche gelte es voranzustellen. Meister, Lehrlinge und Gesellen müßten Mitarbeiten an den großen Aufgaben, die unserem Volke gestellt seien. Das Handwerk dürfe nicht außerhalb der Partei und ihrer Gliederungen stehen. Das Handwerk müsse sich auch seiner großen Verpflichtungen aus der Vergangenheit her, wie auch feiner künstlerischen Aufgaben bewußt sein. Das Handwerk erlebe gegenwärtig eine Auferstehung und es habe Bauten schaffen helfen, die in ferne Zukunft hinein Zeugnis von unserer Zeit ablegen sollten. \ Oer Kreishandwerksmeister schloß die Versammlung mit dem Versprechen an den Kreisleiter, daß das Handwerk in unserem Kreise, seiner Aufgabe sich stets bewußt, die große Linie einzuhalten und in engster Zusammenarbeit mit der Partei ihre Aufgaben zu erfüllen bestrebt sein werde. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Ost. Donnerstag, 10. Februar, 20.30 Uhr, in der großen Aula der Universität: Kundgebung. Es stricht Gauredner Pg. Krug-Jahnke. Alle Volksgenossen sind eingeladen. Für Parteigenossen und Parteianwärter Pflichtveranstaltung. Deutsches Jungvolk. Stamm V/116. Am Mittwoch, 9. 2., Besichtigung des Standortes Großen-Buseck um 17 Uhr durch den Stamm- führer. Am Donnerstag, 10.2., Besichtigung des Standortes Annerod um 17 Uhr durch den Stamm- ührer. Am Samstag, 12. 2., Besichtigung des Standortes R ö d g e n um 16.30 Uhr durch den Stammführer. Wer erhält den Miterschein? NSG. Wie alljährlich, findet auch in diesem Jahre vom Februar bis April die Abnahme der Prüfungen zum Reiterschein in allen Gauen statt. In den Reitereinheiten der SA. und jf wird die Erziehungsarbeit in der Reit- und Fahrausbildung in letzter Zeit- mit größtem Eifer betrieben, um die Prüfung zum Reiterschein zu bestehen. Der Reiterschein berechtigt zur bevorzugten Ausmusterung für berittene und fahrende Truppenteils der Wehrmacht. Auch für Jugendliche, die die Offizierslaufbahn einschlagen wollen, ist der Reiterschein als wichtiges Militärpapier dringend erwünscht. Alle Bewerber zum Reiterschein müssen dem Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Verzicht". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Immer, wenn ich glücklich bin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Einmal werd ich Dir gefallen". — Musikwissenschaftliches Seminar der Universität um 20.15 Uhr im Großen Hörsaal Brahms-Feier. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, findet in Anwesenheit der Verfasserin die Uraufführung des Schauspiels „Verzicht" von Ilse Zander statt. Ilse Zander behandelt in ihrem Schauspiel ein erbbiologisches Problem, düs uns gerade heute sehr interessiert. Spielleitung Walter Schmidt a. G. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 19. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ende 22.30 Uhr. (Siebener wochenmarklprette. * Gießen, 8. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, ausländische 12, Wirsing, XA kg 10 bi., 15, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, XA kg 40 bis 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, XA kg 12 bis 25 Pf., Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 45 bis 55 Pf., Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. Die Mädchen ans der Burgfiraße. Vornan von Hilde K Lest. ll. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Justizrätin war starr vor Staunen. Das war ja Auflehnung, nein, das war offene Rebellion! Sie schmetterte den Widersacher mit einem einzigen Blick zu Boden. „Feigling!" sagte sie, „geredet hast du allerdings nichts. Aber gedacht hast du es!" Sie sprang auf und rauschte erregt durch den Raum. Dann pflanzte sie sich vor seinem Lehnstuhl auf. „Das eine sage ich dir: ich kenne das Mädchen, das feine Braut wird! Wage es ja nicht, meine Pläne zu durchkreuzen! Ich dulde nicht, daß man das Glück meines Kindes antastet!" Der Justizrat hob neugierig die Augen und wies mit dem Finger in eine undeutliche Ferne. Das sollte heißen: Du bist dagewesen? „Selbstverständlich!" kam es zurück wie Donnergrollen, „oder dachtest du, ich ließe das Kind durch deine Tyrannei zugrunde richten?!" Der Justizrat sah befriedigt ihren Abgang. Die gute Seele! dachte er, nie würde sie einen eigenen Irrtum eingestehen. Ließ man sie aber getrost die Schuld auf andere wälzen, so befreite sich ihr gutes Herz und stieg hinan. Hat das Mädel ihr gefallen, dann taugt das Mädel etwas, denn der Blick der Plittwitzens ist, weiß der Himmel, aus Röntgenstrahlen. Taugt das Mädel aber etwas, nun — mehr haben wir nie erhoffen tonnen. Welch ein Wunder, daß mein Sohn ganz von selbst so ein Mädel fand! Man glaubt nicht an Wunder, aber man läßt sie gerne geschehen... Der Justizrat, gewohnt, sich mit Schuld belasten zu lassen, fühlte in sich die Reue, die seine Frau hätte empfinden müssen. Zur Reue gesellte sich die Neugierde. Wie er sich wohl fühlte, der Walter? Wo hauste er eigentlich? Und wie mochte wohl das Mädel aussehen, das Walter und — feiner Frau gefiel? Am nächsten Vormittag stieg ein alter Herr mit Hilfe eines Spazierstocks aus Ebenholz mit Elfen- beinkrücke langsam die knarrenden Treppen des .Königs von Spanien" empor. Er trug einen Frühjahrsanzug aus feinem grauen Tuch nach der Mode Eduards des Siebenten, Helle Gamaschen über den Lackschuhen und auf dem Kopf seltsamer- weise eines jener butterfarbigen Gebilde, das der Volksmund Kreissäge nennt. „Don jeftern, aber oho!" verzeichnete der Portier durchaus anerkennend, „offenbar Mansfeld senior in Person." Der Justizrat hatte gerade die erste Hälfte des zweiten Treppenabsatzes erklommen und hielt nun an, sich zu verschnaufen und das restliche Ende Weges abzuschätzen, als es hinter ihm leichtfüßig polternd ankam, wie wenn ein Schuljunge, drei Stufen auf einmal nehmend, dahergeftürmt kommt. Beinahe wäre der Schuljunge in ihn hineingerannt. Aber der gesenkte Blick mochte in letzter Sekunde die Lackschuhe erspäht haben. Das Wesen hielt an, dicht hinter dem Justizrat, eine Stufe unter ihm. Nur war die Bremswirkung offenbar zu stark. Der Justizrat konnte gerade noch zufassen, um das Wesen vor Absturz zu bewahren. Er faßte — aber das waren keine Jungensknochen. Das war auch kein Jungensgesicht, das nun glutrot anlief. Schockschwerenot! Es war lange, schrecklich lange her, kaum noch in Jahren auszudrücken, daß der Herr Justizrat, damals noch Rechtspraktikant, ein ähnliches Wesen im Arm gehalten hatte, und kaum minder lange war es her, daß ihm die Erinnerung daran wieder entschwunden war. Da stand er nun, an das Treppengeländer gelehnt, und hielt leibhaftig ein junges Mädel im Arm. Dieser Augenblick,' vielleicht war's auch nur der Bruchteil eines Augenblicks, erschien ihm als kostbare Galgenfrist. Er nahm das Bild des verstörten Gesichtchens in sich auf. Die blonden Locken, die ein wenig wirr in die errötete Stirn hingen, die weit aufgerissenen blauen Augen, den halbgeöffneten vollen Mund. Dann war alles vorbei. Das Mädel sprang, noch etwas schneller als zuvor, an ihm vorbei die Treppen hinan und verschwand in der ersten Tür gleich links am Korridor. Der Justizrat stand noch eine Weile still. Das Herz klopfte ihm aus verschiedenen Gründen. We- gen der Anstrengung des Treppensteigens, wegen des plötzlichen Zusammenpralls, wegen der Mühe, die ihm das Festhalten des Mädchens gemacht und — wegen der Erinnerung, die dieser UeberfaU in ihm heraufbeschwor. Langsam setzte er seinen Weg fort. „Der Herr Doktor ist gewiß im Frühstückszimmer, erste Tür links", hatte der Portier gesagt. Der Justizrat ließ seine Blicke schweifen. Da stand die Aufschrift: Frühstückszimmer. Aber es war das nämliche, in dem das junge Mädchen verschwunden war. Der Justizrat hielt inne. Er klopfte nicht an der Tür. Er hörte dahinter ein silbernes Lachen, dann ein zweites, tieferes, das Lachen feines Sohnes. Seltsam, dachte der Justizrat, habe ich eigentlich meinen Sohn jemals lachen hören? Im justizrät- lichen Hause wurde niemals, am wenigsten laut ge- lacht. Wenn er nun eintrat, erstarb gewiß das Lachen. Er drehte sich auf der Stelle um und schritt die Treppen hinab, am Portier vorbei, ins Sonnen- licht der Straße. Er trat ans Ufergelände der Spree, sah einen Schwarm weißer Tauben überm grünen Hut des Schlosses kreisen, sah offene Wagen, die ersten hellen Mädchenkleider auf der Brücke und tausend funkelnde Lichter im Wellengekräusel des Flusses. Frühling in Berlin! Da hauste man im Grünewald, hatte seinen Wintergarten mit hunderundacht verschiedenen Kakteensorten, aych einen richtigen kleinen Park hinter der Villa, elf Sommeranzüge im Mottenschrank, eine Kreissäge auf dem Kopf, aber vergessen, was Frühling iH. Man mußte in einen stickigen Bus steigen und ins älteste Berlin fahren, man mußte in einem uralten Hotel wacklige Stiegen ersteigen, um zu erfahren, daß es einen Frühling gäbe. Man mußte mit ansehen, wie ein Sohn die strengen Bande der Familie sprengte, um zu bemerken, daß es auch für Menschenherzen nicht ein ewiges Einerlei der Jahreszeiten gibt. Man mußte seinen alten Adam ordentlich durcheinanderwirbeln lassen, um einzusehen, daß mit den Jahren nicht unbedingt der ewige Winter kommen muß. Aufgepaßt, alter Freund, das Leben geht weiter, ob man w-ill ober nicht. Der Justizrat schritt am Schloß entlang zum Lustgarten, war sein Schritt nicht jugendlich beschwingt? Schwang er nicht den Stock, statt sich darauf zu stützen, in übermütigen Kreisen? Rannte er an der Schloßbrücke nicht wie ein sorgloser Schuljunge zwischen den Autos hindurch ans Ustr des jenseitigen Bürgersteigs? Donner und Dorna? War das etwa der Justizrat Mansfeld, der da bei der alten Lempken, der Blumenfrau, stehenblieb? „Na, junger Mann, ’n Sträußken für bet Frvl- lein Braut?" Der Justtzrat sah in bas verschmitzte, aus hundert Falten lachende Gesicht. Ci der Tausend, dieses Gesicht-- „Sagen Sie, Frau--" „Lempken heeß ick." „Frau Lempke, richtig--und hießen Sie nicht auch'Rosa?" „Rosa nannten sie mir, aba bet wem nu woll dreißick) Jahre sind!" „Rost ..." wiederholte der Justtzrat gedankenvoll, „die schöne Rosa ..." Das Gesicht der alten Frau überflog wahrhafttg ein rötlicher Schimmer. „Detse bet noch im Koppe Ham, die schöne Rosä, ja, so nannten se mir, bie Herrn Studiker!" Ihre Augen leuchteten und ihr Stolz strahlte durch ein Tränlein der Rührung. „Nee, sowat, detse bet noch wissen!" Der Hanbrücken schaffte mieber reinen Tisch in ihrem Greisenantlitz. „Dafier solln se ooch be scheuste Rose int Knopfloch friegn, Herr Dokta, weil roa allebeede mal so jung roa’n!" Und da prangte bie Blüte auch schon blutrot an seinem Rockaufschlag. / Der Justizrat griff in bie Tasche. „Nee, lassen Se man..." wehrte die Alte ab. Er brückte ihr einen Schein in bie Hand. „Für bie Rose bekommen Sie nichts, schöne Rosa, bie will ich geschenkt haben. Aber an ber Freube, bie ich heute erlebe, bürfen Sie ruhig Ihren Teil haben." „Nee, nee, sowat ..." bas war alles, was bie Lempken hervorbringen konnte, denn bie Tränen rollten jetzt ungehemmt in ihr Halstuch. Der Justizrat schlenberte roeiter. Er sah bie Universität in ihrem neuen Glanz und blickte staunend durchs Gitter. War dieser Tag verhext? Hatte sich alles verschworen, ihm die eigene Jugend vorzugaukeln? Dieser Dorhöf, er sah aufs Haar so aus wie damals, als er selber Tag für Tag ihn durchschritt in sorgloser, heiterer Jugendzeit. Später hatte man alles verändert, Bäume und Sträucher wachsen lassen, Denkmäler aufgestellt, Würde verbreitet, als ob es ein Fehler fei,- Jugend zu erhalten-- Die Prunkstraße Berlins lag hell und sonnst, festlich gelb der Mittelweg, in zartestem Grün die Lindenbäumchen. Lindenbäumchen? , Der Justizrat blieb stehen und maß den Baum am Rand des Bürgersteigs mit ungläubigen Blicken. Drei Daumen dick ber Stamm, ein buftiges Krönlein darüber, worin der erste zarte Blütenflor honiggelb zu schimmern anhebt, schüchtern und doch stolz, wie es die Art ber Jugenb ist. Er trat zurück unb blickte bie Straße hinab. War das nicht wie vor vierzig Jahren der tägliche Weg feiner Studentenzeit, die Prunkftraße eines jugendlichen Berlins, bas sich gerade anschickte, Weltstadt zu werben, sich schmückte unb reckte in kindlicher Lebenslust? War, was da- zwischenlag, nur ein schwerer Traum von Alter, Würde unb Behäbigkeit? Der Justizrat rettete sich in bie Kühle eines Blumenladens, bat um einen Stuhl und um ein Glas Wasser, erhielt beibes, unb schrieb dann eine Karte: Für Fräulein Lenz in herzlicher Verehrung unb in ber Hoffnung auf persönliche Bekanntschaft Mansfelb senior. Das Senior sttich er roieber aus unb ersetzte es burch: Mansfeld der Aeltere. Unb auf ben Umschlag schrieb e?: Herrn Dr. Walter Mansfeld im Hotel „König von Spanien" mit der Bitte um Weiterleitung. Dann brachte er eine halbe Stunde damit zu, einen herrlichen Strauß auszufuchen, ber. aus lauter verfchiebenen Blüten bestaub. Jede barg in sich bas Geheimnis einer Jugenderinnerung, die fein Gedächtnis in seltsamem Wachsein hervorsprudelte. Auch die rote Rose der alten Lempke erhielt ihren Platz. Sie wurde zu diesem Zweck mit einem verlängerten Stiel versehen. In glückhafter Stimmung fuhr ber alte Herr nach Haufe. Seine Gattin bürste mit ihm zustieben sein. Er war bereit, alles zu tun, was bas Werk bieses Tages krönen konnte. (Fortsetzung folgt.) ) > i* 3 Wirtschaft n dem zogen Nass. Landesbank auf 99 50 (99,25) an. Li- bis beisammen. * 209 209,25 — Zranksurl o HL Devisenmarkt 210 122,13 126,5 114,25 209 122,13 126,25 114,25 135,75 122.13 126,5 114,25 135,75 122,13 126,25 114,25 Berlin en j?n, ruf et. che rt- ! N Mein-Mainische Börse. Mllagsbörse: Uneinheitlich. ke» ag t s rdt jor ebenso hatten Industrie-Anleihen nur geringe Abweichungen. Stäbte-Attbesitz waren zu uno.134,75 stramm gesucht. Im Verlaufe blieb die Kursentwicklung bei anhaltend kleinsten Umsätzen uneinheitlich. Montanwerke waren zumeist um Bruchteile v. H. höher gefragt, Buderus erholten sich auf 122,50 nach 'ch nd 'en en )r- e r 5f- ’s) an» k. MOS liegt in ÄeLe. Dienst. )tr n eines n - ps Oie {in ■ .u» aber gegenüber den vorbörslichen Annahmen eine widerstandsfähige Haltung. Am Aktienmarkt überwogen sogar auf kleine Käufe, die vornehmlich vom Berliner Platz ausgingen, leichte Erholungen. Liquidationsverkäufe, die in den letzten Tagen das Kursbild stark beeinflußten, lagen kaum vor. Inwieweit die schwache Haltung der Sperrmark die Kursentwicklung beeinflußte, war nicht einwandfrei zu erkennen. Einige Abgaben lagen am Elektromarkt vor, wo besonders Gesfürel gedrückt waren mit 142,50 (144), ferner ließen Felten 0,90 v. H. auf 136,13 und Lahmeyer 0,25 v. H. auf 120,75 nach, wogegen Licht & Kraft 0,50 v. H. gewannen auf 142 und AEG. mit 117,65 (117,50) voll behauptet blieben; die Abschlußziffern machten einen 'erlangt: »garten, Infangs- 'isse am ung und |en Fra« , im Sonn» Abteilung alle Ge- titarbeite« i gezeigt sollte ine hrt wer Schrift' rch per= u errei« , lieber guten Eindruck. Von Montanwerten waren Buderus nach der leichten Erholung am Wochenende wieder um 1,50 v. H. gedrückt auf 121,75, Rhem- stahl knapp gehalten mit 140 (140,25), dagegen Hoesch 0,25 v. H. und Verein. Stahl 0,13 v. H. gebessert, ebenso Deutsche Erdöl 0,25 v. H. IG.-Far- ben zogen nach unverändertem Beginn leicht an auf 160,25 (159,90). Von Maschinenaktien blieben Moenus in größeren Beträgen gesucht mit 132,50 (131,50), Daimler Motoren um 1,25 v. H. erholt auf 141,75, Adlerwerke unv. 118,75. Schwächer lagen Reichsbankanteile mit 209 (210). Am Rentenmarkt war nur kleines Geschäft zu verzeichnen. Reichsaltbesitz bewegten sich bei unverändert 130,30, ebenso Kommunal-Umschuldung bei 95,25 und 4proz. Rentenbank-Ablösung bei 94,13 bis 94,25. Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe unverändert, Repartierungen erfolgten nur noch vereinzelt. Von Kommunal-Obligationen diesem ne der " statt, «d die nldung um die heiler» >ng für lsiziers. lein als Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Dte hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt oeschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 v H ll- pre ,en ter ibie [’n, :bet ' >er nd rt. lr. :(b» im 'N. «n Ze ck. ts» ie» en m en sie n« rch !rs, ft- 'nen »er ße tallgesellschaft auf 146,25 (147), während Schlickert 1 v. H. gewannen auf 176,50. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse verlief unaewöhnlich still, da jede Anregung von außenher fehlte. Die Haltung war gegen den Mittagsverkehr und auch gegen den Berliner Schluß nur wenig verändert, ebenso wiesen die meisten Kurse nur geringe nominelle Abweichungen aus. Der Montanmarkt war behauptet, Buderus 122,50, Mannesmann 114, Rheinstahl 0,25 v. H. leichter mit 139,75, ebenso Deutsche Erdöl mit 139,75, Verein. Stahl 112,25. Von Elektroaktien gingen Licht und Kraft wieder zurück auf 142 (142,75), dagegen konnten sich Gesfürel weiter etwas erholen auf 143,50 (143), ELG. mit 129,50, Bekula mit 168,75 und Schlickert mit 176,50 blieben unverändert. Maschinenaktien lagen wenig verändert, Moenus 0,25 o. H. fester mit 132,75, Demag unv. 144,13, MAN unv. 129, Adlerwerke 0,13 v. H. ermäßigt auf 118,65. Chemische Papiere kamen wie mittags zur Notiz, IG.-Farben mit 159,75, Scheideanstalt mit 253,50, Goldschmidt mit 140,75, Bem- berg mit 138, nur Metallgesellschaft 0,25 v'. H. leichter mit 146. Im einzelnen notierten u. a. Deutsche Eisenhandel mit 150 (151), Hapag mit 80 (80,25), Conti Gummi mit 191 (191,25), Deutsche Linoleum mit 167 (166,75), Holzmann mit unv. 160 und Südd. Zucker mit unv. 208. Von Einheitswerten befestigten sich Aschaffenburger Aktien-Brauerei nach Pause auf 152 (150). Der Rentenmarkt war geschäftslos. Man nannte Altbesitz in Anpassung an Berlin mit etwa 130,50 (130,30), Kommunal-Umschuldung mit unv. 95,25 und JG -Farben-Bonds notierten unv. 129,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 860 Kälber, 160 Schafe, 3800 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 30 bis 47, Schafe 22 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Schweine zugeteilt, Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe mittelmäßig. ifen jt S Laden hl) be* , die hier abwechsi tor.n« sind die iner Mit- Menuett« gsreid) zu läge und Und hier Heues und tRetdiebant............. - - 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6V» Commerz» und Privat-Bank ... 6 Deutsche Diskonto............ 6 Dresdner Bank.............. 4 Portes lQmm. Slanb. lQmmt iborte6 hrer. rg en ch- iu = icn er de -rz : 33 .'N. er- iien X Hen ts 11 unb en, 'rb 'bie on ich en, id- im nd iVUe im r - ' ts- 1C5 ?5 = ü r M Kreisleiter Vachaus vor den HI-Wrem Tagung der Führer des Bannes 116. ** Ein 75jährige r. Der Rektor i. R. Chr. Schlierbach, Am Kugelberg 54 wohnhaft, begeht heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar, der m Rodheim an der Bieber geboren ist, stand lange Jahre als Lehrer in Kinzenbach. Bereits ein halbes Jahrhundert ist er treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Wir gratulieren dem Jubilar. ** Polizeiliches Einschreiten gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 28.1. bis 3.2. ein: gegen Kraftfahrzeugfuhrer mit 7 Anzeigen und 13 Verwarnungen und Belehrungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 2 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Radfahrer mit 2 Anzeigen und 8 Verwarnungen und Beleyrungen. *♦ Vorlesungen über Wildkran khel- t e n. Der Kreisjägermeister für den Kreis Gießen weist in einer Anzeige auf eine Vorlesung über „Wildkrankheiten" hin, die der Direktor des De e- rinär-Pathologischen Institutes, Prof. Dr. Krause, während des Monats Februar halten wird. Die Teilnahme daran wird den Mitgliedern der Deutschen Jägerschaft dringend empfohlen, sie erfolgt unentgeltlich. . , . , ** Lieferungsvergebung durch das Wohlfahrtsamt. Das Städtische Wohlfahrtsamt schreibt heute die Vergebung der Iahresliefe- rungen von Schuhen, Schuhinstandsetzungsarbelten, Arbeitsanzüqen, Wolldecken, Strohsäcken und ©argen aus. Von der Lieferung ausgeschlossen sind Warenhäuser und Filialgeschäfte sowie Gewerbetreibende von außerhalb. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach mittag geschlossen ——- mb. „Für Rosa, die reube, die hren Teil was die ie Tränen , Der ■ ioersität in , nb durchs sich * zugaukeln- 5 wie da- chschritt in hatte man wachien breitet, als Vw . ®rün dl r Rand des Drei?flU‘ inbarM lb p % wie es J > blickte ^ rtjj »*?• »on * tfi* fioff"“"« sK i» eineni 3’ranffurfer Gekreideborse. Frankfurt a. M., 7. Febr. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,40, W 16 29,50, W 19 29,50, W20 29,85, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu —, Stroh —. Aus der engeren Heimat. Die Laubacher „Blasiusgesellschast". }) Laubach, 6. Febr. Die hiesige „B a u m- kirchergesellschaf t", die wegen ihrer alljährlichen Zusammenkunft am 3. Februar auch „B l a s i u s g e s e l l s ch a f t" genannt wird, hielt in althergebrachter Weise ihre Iahreszusammenkunft ab. Bereits am Vormittag trafen sich die Mitglieder dieser alten Wiesenbaugenossenschaft im Gasthaus „Zur Linde" am Marktplatz, um die alljährliche Verteilung der zur Genossenschaft gehörenden Wiesen und die Wahl ihres neuen Vorsitzenden (Schultheiß genannt) vorzunehmen. Der geschäftliche Teil wurde von dem seitherigen Schultheiß Landwirt Friedrich Konrad Löwer geführt. Im abgelaufenen Jahre waren zwei Mitglieder verstorben, zwei Neuaufnahmen konnten erfolgen. Eine besondere Ehrung wurde dem Landwirt Heinrich Jäger II. zuteil, der 50 Jahre Mitglied dieser Markgenossenschaft ist. Der 25 Morgen umfassende Gemeinschaftsbesitz wurde in 15 sog. „Weidteilen" ausgelost. Nach Erledigung der Tagesordnung schloß sich eine gemeinschaftliche Feier an. Gegen 21 Uhr bewegte sich der Umzug der „Blasiusgesellschaft" unter Vorantritt der fackeltragenden Jugend von dem Marktplatz aus durch die Straßen der Stadt zu dem Hause des neugewählten Schultheißen Christian Frank, wo die Feier bis zu den frühen Morgenstunden fortgesetzt wurde. — Die Blasiusgesellschaft, die ihren Ursprung auf den Untergang des Dorfes Baumkirchen (im oberen Seentale unweit der Höresmühle gelegen) und die Uebersied- lung seiner Bewohner nach Laubach zurückführt, kann auf eine mehr als 500jährige Tradition zurückblicken, die sich in ihrer ursprünglichen Form bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Bstriebsfeier einer Waldarbeiisgemeinschast. I. Schotten, 6. Febr. Enge und herzliche Verbundenheit, vorbildliches Zuftlmmengehörigkeitsae- fühl herrscht in der Forstverwaltung des Forst- amtsbezirks Schotten. Alle im Staatswald des Forstamts und im Stadtwald Schotten tätigen Personen (Beamte, Angestellle, Holzhauer, Waldarbeiterinnen) waren für gestern abend in die hiesige Turnhalle zu einer gemeinsamen Betriebsfeier eingeladen. Etwa 400 Personen waren zusammengekommen, von den entlegenen Ortschaften waren fU mittels Autobusse abgeholt und wieder heimgefahren worden. Alte Mütterchen, die schon jahrzehntelang im Frühjahr und im Herbst Pflanz- arbeiten im Wald verrichten, sollten einmal aus ihren Heimatdörfchen, die sie kaum verlassen, in eine andere Welt geführt werden. Freudige Stimmung lag über der Versammlung. Ein Waldhornquartett eröffnete die Feier. Die hiesige Jugendkapelle spielte frohe Jägerweisen. Die Tafeln und der Saal waren im Waldesgrün geschmückt. Forstmeister Grünewald begrüßte in herzlichen Worten alle Erschienenen und sprach über den tiefen Sinn dieser Betriebsfeier. Er gab einen Ueberblick über die Leistungen der deutschen Forstwirtschaft und ihre hohe Bedeutung im Bereich des Vierjahresplanes. Diese Aufgaben können nur gelöst werden, wenn in ehrlicher, treuer Arbeit und Kameradschaft eine fachlich geschulte große Arbeitsarmee im Wald ihr Tagewerk treu verrichtet. Sodann behandelte Forstmeister Grünewald einige Tagesfragen, so die verschiedenen Verwendungsarten des Holzes und die Fortschritte unserer Wissenschaft in der Holzoerwertung. Eine Ausstellung in einem Nebenraum der Turnhalle illustrierte diese Ausführungen. Besonderen Dank sprach Forstmeister Grünewald allen seinen Mitarbeitern aus. Ganz besonders wurden durch die Ueberreichung eines Bildes der Holzhauer Karl Schmidt (Eschenrod), der schon über 45 Jahre im Wald Jahr für Jahr beschäftigt ist, sowie Elisabethe Appel (Rudingshain), die bereits über 40 Jahre im Walde tätig ist, geehrt. In dem Sieg-Heil auf den Führer und mit den deutschen Liedern klang die Ansprache aus. Turnerische Vorführungen am Barren und Keulenschwingen der Turnerinnen folgten. Der Gesangverein Feldkrücken, meist aus Holzhauern bestehend, trug mehrere Lieder in ansprechender Weise vor. Gemeinsame Lieder wurden gesungen. Im Tonfilm wurde eine Wochenschau, ein kleines Lustspiel, ferner ein wirkungsvoller Film vorgeführt, der tiefen Eindruck machte. Waren doch viele Volksgenossen zugegen, die noch nie einen Tonfilm gesehen hatten und sich nun in eine ganz andere Welt versetzt sahen. Alle Gäste hatten Gutscheine für ein Esten (Würstchen mit Kartoffelsalat), Bier, Kaffee, Kuchen usw. erhalten; so war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Ferner kam auch der Tanz zu seinem Recht, bei dem man noch die schönen allen Vogelsberger Tänze, den Dreher und bergt, sehen konnte. Die schöne, harmonisch verlaufene Feier wird allen Teilnehmern im schönsten Gedenken bleiben. Landkreis Gießen. * Wieseck, 8. Februar. Am morgigen Mittwoch, 9. Februar, kann Frau Elisabethe Ihm W w e., Philosophenstraße 12, ihren 7 7. Geburtstag feiern. 00 Klein-Linden, 6. Febr. Für Samstag hatte die Ortsgruppe Klein-Linden der NSDAP, zu einem Kameradschaftsabend in die „Deutsche Eiche" eingeladen. Der Orts- gruppenleiter gab zu Beginn der Veranstaltung seiner Freude über den sehr starken Besuch Ausdruck, dankte allen Mitarbeitern und schloß mit dem Treuegelöbnis zum Führer. Eine Hand- harmonikagruppe aus Gießen umrahmte den Abend mit Musikstücken und begleitete auch die gemeinsam gesungenen Volksweisen. Großen Beifall erntete auch die Volkstanzgruppe des Ortsrings Gießen des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat" für ihre schönen Volkstänze, an denen sich öfters auch die Besucher des Abends beteiligten. Ein besonderes Verdienst aber gebührt dem Heimatdichter .Georg Am Sonntag fand die erste große diesjährige Führertagung des Bannes 116 in der Aula des Gymnasiums statt. Bannführer »Rohrbach eröffnete die Tagung und begrüßte mit herzlichen Worten den Kreisleiter Backhaus. Der Kreisleiter ergriff das Wort und betonte sein weitgehendstes Verständnis für die HI. unb ihre Arbeit. Im Hinblick auf bie im Sommer dieses Jahres stattfinbenbe Norbmarkfahrt gab er ein anschauliches Bilb von ber Eigenart und den Schönheiten Schleswig-Holsteins und berichtete über feine dort verbrachten Kampfjahre unb, was bie Zuhörer ganz besonders interessierte, «*.?r sein erstes Zusammentreffen mit unserem gu.^er am 11. Mai 1926 in Schwerin. Weiterhin gab der Kreisleiter eine lebendige Schilderung seiner späteren Kampfzeit in Hamburg und Altona und hob hier besonders eine von ber Partei veranstaltete Versammlung in ben Tosca-Sälen in Altona hervor, auf ber Reichsminister Dr. Goebbels sprach. Die Ausführungen des Kreisleiters wurden mit starkem Beifall aufgenommen. Anschließend sprach der Kreisobmann der DAF., Pg. Wagner, über „Menschenführung". Bann- 121,75. IG.-Farben schwankten zwischen 160 bis 160,25. Die erst später notierten Kurse lagen überwiegend niedriger, am meisten Aschaffenburger führer Rohrbach beschäftigte sich anschließend über bie im Sommer zur Durchführung kommenden Fahrten und wies barauf hin, daß die Vorbereitungen jetzt schon getroffen werden müßten. So müsse die Sparaktton diesmal bis zum 1. Mai burchgeführt werden. Die weiteren Ausführungen bes Bannführers erstreckten sich auf organisatorische Fragen ber HI.-Fuhrung. Gebietsstabsleiter Dettmar sprach dann über bie politische Aktivität ber HI. und die Betrachtung aller Geschehnisse und Fragen vom politischen Standpunkt aus. Er betonte, daß die moralische und seelische Ausrichtung der Hitlerjugend mit der militärischen Schritt halten solle. Alle im täglichen Leben eintretenben Entscheibungen solle ber HJ -Füh- rer < zuerst vom Standpunkt des Nationalsozialisten aus treffen. Ferner svrach der Redner noch über die Menschenführung und Betreuung in ber Hitler-Jugend und stellte heraus, daß ohne Kampfgemeinschaft keine Erziehungsgemeinschaft möglich sei. Nach einer regen Aussprache über aktuelle HJ- Fragen wurde die Tagung mit dem Gruß an den Führer geschlossen. Schmackhaftes. Wie einfach waren z.V. die Klöße chen aus gekochten Kartoffeln mtt Quark herzu» stellen, bie, mit Tomatentunke gereicht, eine |äb> tigenbe Abenbmahlzeit hergeben. Auch die Kostproben ber Mittagsgerichte, wie Hammelfleisch mtt Gräupchen, und ein Seemannsgericht, Labskaus mit Fisch, fanben Beifall und bürsten sich bald manchen Famllienttsch erobern. 3m zweiten Teil ber Schulung würben zeitgemäße Osterkuchen gezeigt. Da gab es einen gedeckten Apfelkuchen und Tortenböden mit Marme- labe ober eingeweckten Früchten belegt, wobei auch Dörrobst verwenbet werden kann. Die Frauen verfolgten mit großer Aufmerksamkeit, was gezeigt wurde und unterrichteten sich durch - Fragen in ber Pause. Frau Mathy gab über alles bereitwillig Auskunft unb sprach noch ausführlich über das hauswirtschaftliche Jahr, bas für unsere schulentlassene weibliche Jugend zur Pflicht werden muß. Am Schluß der Tagung ermahnte sie ihre Mitarbeiterinnen, das Gelernte daheim im kleinen Kreise zu verwerten und in kurzen Lehrgängen bie Frauen praktisch zu schulen, bamit alle Lebensmittel, die uns'in Wintergemüsen und einheimischen Hülsenfrüchten unb besonbers in Kartoffeln reichlich zur Verfügung stehen, restlos verwertet werben. Sehr beliebig! kehrten bie Teilnehmerinnen nach Hause zurück. General-Musterung der Marine-Kameradschaft 1892. 3m vollbesetzten Bootshaus der Marine-Kameradschaft Gießen wurde am Samstagabend — wie man uns berichtet — die General-Musterung ber Marine-Kameradschaft abgehalten. Kamerabschastssührer Lich begrüßte eingangs nie erschienenen Kameraden und gab seiner Freude über bie zahlreiche Beteiligung Ausdruck. Er teilte ferner mit, daß der Führer ber Marinestandarte 34, Obersturmbannführer Baden, in letzter Minute durch dringende dienstliche Verhinderung nicht in ter Lage sei, die geplanten Ausführungen zu machen. Kamerabschaftsführer Lich gab bann den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß bis Ende 1937 ber Kamerabenbestand mit 115 ziemlich gleichgeblieben ist, allerbings liegen nach dem 1. Januar 1938 acht Neuanmelbungen von jüngeren Kameraden vor. Durch Tod schied aus ber Kamerab Dr. Sieger, besten Anbenken in üblicher Weise geehrt würbe. Im Jahre 1937 wurden 20 dienstliche Vorhaben ausgeführt, abgesehen vom Schießdienst. Hinsichtlich des kameradschaftlichen Lebens in ber Marine-Kameradschaft konnte bei fast allen Veranstaltungen eine gute Beteiligung festgestellt werden. Es wurde von der Kameradschaftsführung mit Dank verzeichnet, baß es durch Kameradengeist möglich war, den Bronzekranz am Skagerrakplatz ohne Belastung der Kameradschaftskasse der Stadt Gießen zu stiften. Die Beteiligung am Schießen ist nach Ansicht des Kameradschaftssührers noch nicht zufriedenstellend. 3m Jahre 1936 war bie Marine-Kameradschaft Gießen bie zweitbeste im Gau Hessen. Beim (Bau» preisschießen 1937 gelangte Gießen, ba bie Beteiligung am Dienstschießen zur Bewertung mit herangezogen würbe, an bie sechste Stelle. Der Verkchr mit Partei, Wehrmacht, Presse unb den Gau- unb Bundesbienststellen bewegte sich in guten Formen. Das Verhältnis zur Marine-SA. unb Marine-Hitler-Jugend, in Gießen schon immer vorbildlich gewesen, sei noch tiefer geworden. Kameradschafts sichrer Li ch betonte, daß das auch für bie Zukunft so gehalten werden soll, im Hinblick auf das gemeinsame Ziel. Es wurde festgestellt, daß 27 Angehörige der Marine-Kameradschaft der Marine-SA, angehören unb baß ber Kamerad, Oberscharführer Benderoth, mit 46 Jahren mit guten Leistungen das SA.-Sportabzeichen erworben hat. Die Marine-HI., die für den Winter ihren Dienst in ihrem Heim m der Roonsttaße abhält, soll nach wie 'üor alle Förderung erfahren. Allen Kameraden, insbesondere den Kameraden in der Kameradschaftsführung, wurde von Kamerabschaftsführer L i ch für ihre Mitarbeit herzlicher Dank ausgesprochen mit ber Bitte, es auch im Jahre 1938 so zu halten. Den Kameraben würbe sodann der gedruckte Jahresbericht übergeben. Ihren Bericht und ihre Wünsche gaben dann bekannt der Schriftführer H. Runge, Kassenführer Joh. Seibert, sowie für den Rechnungsausschuß Kamerad K. Herbert. In längeren Ausführungen sprach dann der Schießwart Hch. Benderoth über seine künftige Tätigkeit im Jahre 1938, unb er betonte, daß es unerläßliche Pflicht jedes Kameraden sei, zu schießen. Verabschiedet mit Worten • bes Dankes wurde bann ber seitherige zweite Kameradschaftsführer W. Schmidt, der aus Gesundheitsrücksichten sein Amt verläßt. An seine Stelle tritt Kamerad Dr. Mettenheimer. Es wurden bann die Bunbesausweise ausgegeben unb Neuaufnahmen vorgenommen. Nach De- hanblung einiger interner Fragen würbe mit dem Bekenntnis restloser Treue zu Führer und Volk bie Generalmusterung in üblicher Weise geschlossen. Der anschließende kameradschaftliche Teil hielt die Kameraden bei guter Stimmung noch einige Zeit v$ranUu,rt o. M., 7. Febr. Die Börse begann Zellstoff mit 140 (142,25), Akkumulatoren mit 224 bie neue Woche zwar mit sehr stillem Geschäft, hatte (225,50), ferner ermäßigten sich Bemberg auf 138,50 ....... ' bis 138 (139), Rheinmetall auf 141,50 (142,40), Me- । ÖDflen Jeu]।. jjanucsuuni uuf yy du yod ,gD) ur quibattonspfandbriefe zeigten Abweichungen 0.25 v. H. Stadtanleiben waren nahezu unverändert, Frankfurt a. M. Berlin Schlutz» fürs Schluß?. Abend börie Schluß kurS Schlußk Mittag- dürfe La um 5-2. 7.2. 5-2- 7.2. !llccumulalor?n- Fabrik...... . 14 225,5 224 226 224 Akcbaftenburg Zellstoff...... .. 6 142,25 140 141,25 140,65 Bemberg................. .. 0 139 138 138,25 137,75 Bekula................... .. 8 168,5 168,75 169,25 169,25 BuberuS Esten............. .. 5 123,25 122,5 122,75 122,5 Gement Heidelberg......... .. 7 164,75 164,75 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — — Conti (Summt............. . 12 192,75 191 192 190,65 Daimler Motoren.......... ey, 140,5 141,75 141,13 142 Denauer («ao ............. .. 4 —— — 121,65 121,75 Deutsche Erdöl ............ .. 5 139,5 139,75 138,13 139,65 Deutirbe Mold- und Silber .. .. 9 254 253,5 —— — Deuticbe Linoleum ........ . 10 166,75 167 166,75 166,75 Eleklriilbe Lieferungen...... .. 6 129,25 129.5 130 130 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 111,5 142 140,75 142 I. 01. Farben-Industrie..... .. 7 159,9 159,75 159,75 159,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 137 136,5 137,5 137 Gesfürel................. .. 7 144 143,5 143,25 144 Tb. Goldschmidt........... .. 6 140,9 140,25 140,75 140.25 Gcitzner Maschinell......... .. 0 50,4 50 50 49.75 Haroener................. 8Vt 166,75 166 166,25 167 Hoeick Esten.............. 3Vt 113,75 114 114 114,25 Pbilivv Holzm rnn......... .. 8 160,25 160 160,5 159,75 Ilse Bergbau ............ .. 6 — 160,75 — Ilse Genüsse.............. .. 6 134 134 134 134 (sali Aschersleben.......... .. 4 111,25 — 110,75 110,75 stlocknerwerke ............ 4¥t 118,75 118,25 118,5 118,25 Kokswerke und Chemische FabrU 7 — —— 156,25 157,13 Labmeyer ................ .. 6 121 120,75 121,25 121,25 Mainkrast................. .. 4 95,5 —— — —- Mannesmann ............ 4'/t 114,65 114 113,9 113,9 Mansselder D rgbau....... .. 7 157,75 157,5 158 158 Metallgeiellsch ist........... .. 6 147 146 146 145,75 Orenstein & K oppel........ .. 0 — — 108,5 107,5 Rheinische Braunkohle...... . 13 230,5 —— 230 229 Rheinische Eie tro.......... .. 6 130,25 129,65 130,5 —— Rheinstablwer?............ .. 6 140,25 139,75 139 139,75 Rbeinstch-Deü sälische Elektro .. « 127,13 127 126,5 127 Rütger-werke ............. .. 7 149 148 146,75 149 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 170 170 170 Schlickert & Go............. .. 7 175,5 176,5 175,75 176,75 Schultheis Bo".enhofer...... .. 4 — — 95,65 95,5 Siemens L He löke ......... .. 9 — — 210,5 211,75 Süddeutsche Zucker......... . 10 208 208 209 208,5 Bereinigte Stahlwerke...... 4'/. 112,13 112,25 112,4 112,4 Westdeutsche Kaufhof....... .. u 60,75. 60 60 60,13 Westeregeln i falt.......... .. 4 110,75 110,5 110,25 110,13 Zellstoff Waldhos.......... .. 6 148,25 148 148 148 Ltavi Minen ............. . 0,6 — 28,75 29 28,9 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börie Schluß- fürs Schluß! Mittag börse Datum 5-2. 7-2. 52 7-2. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,7 101,7 101,7 101,75 4% Deutsche Reichöanl. von 1934 99,3 99,3 99,3 99,3 n,-riinfl -itn - -.p' Aot'eruiio Geld Brief Geld Brief gaoan.................... 0,723 0,725 a,723 0,725 5,694 5,706 5,691 5,706 62,37 62,49 62,37 62,49 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,275 11,295 11,275 11,295 Stockholm ............... 63,97 64,09 63,97 64,09 Schweiß .................. 57,47 57.59 57,47 57,59 Spanien.................. 1449 14,51 1449 14,51 r A91 8,709 8.691 8,709 Budapest................. ÄeuQod•••••••••••••••••• 2,476 2,480 2,477 2,481 Heß (Leihgestern), dem Kreisringleiter des Land- fchattsbundes „Volkstum und Heimat". Er bot echte Perlen seiner heimatgebundenen eigenen Dichtung dar und erntete stärksten Beifall. Frohsinn und Tanz beschlossen den wohlgelungenen Abend, dessen Ueber- schuß dem Winterhilfswerk zugute kommt. T Garbenteich. 6. Febr. Am 3. Februar waren es dreißig Jahre, daß der Landwirt Ludwig Wallbott V. von hier das Amt des Kirchenrechners der evangelischen Kirche Garbenteich führt. Er war seinerzeit Nachfolger von Heinrich Hinterländer II., der am 30. Oktober 1907 gestorben ist. Am 3. Februar 1908 wurde Ludwig Wallbott als Kirchenrechner bestätigt und vom Kreisamt in sein Amt eingeführt. So versieht er jetzt seit 30 Jahren das Amt des Kirchenrechners bis auf zwei Jahre Abwesenheit von der Heimat während des Krieges, wo der Sohn seines Vorgängers, Johannes Hinterländer, ehemaliger Gemeindeeinnehmer und heute noch Kirchenvorsteher, das Amt versah. Im heutigen Gottesdienst überreichte Pfarrer Steiner, Hausen, dem Jubilar ein gerahmtes Bild der Kirche Garbenteich mit entsprechender Widmung und sprach den Dank der Kirchengemeinde aus. darauf hinweisend, mit welcher Treue und Gewissenhaftigkeit Ludwig Wallbott stets sein Amt geführt, wie die Liebe zu seiner Kirche stets bestimmend war für seine Arbeit. Zugleich verlas der Geislliche auch ein Glückwunschschreiben der Landeskirche Nassau-Hessen. Da Ludwig Wallbott am Mittwoch, 9. Februar, seinen 6 0. Geburtstag feiert, konnten ihm auch dazu Glückwünsche bereits überbracht werden, indem der Hoffnung Ausdruck gegeben wurde, daß es ihm noch lange vergönnt sein möge, das Amt des Rechners der eoangel. Kirche Garbenteich zu führen. = Steinbach, 7. Febr. Jungvolk und Jungmädel des Standortes Steinbach veranstalteten am Sonntag im Saale des „Einhorn" einen Dorfgemeinschaftsabend, der sehr gut besucht war. Die Darbietungen der Mädels und Jungen — das Programm umfaßte 27 Nummern — fanden ein beifallfreudiges Publikum. In bunter Folge wechselten Gesang, allerlei Ulk, lustige Spiele, so daß die Zuhörer aus dem Lachen zeitweise gar nicht herauskamen. Der Abend wurde von der anwesenden Gruppenführerin 4/116, Lisbeth Zelß aus Holzheim, in üblicher Weife geschloffen. Die Leitung des Abends hatten die hiesigen Führer resp. Führerin des Jungvolkes und der Jungmädel. Q Lollar, 6. Febr. Am Samstagabend wurde in einer hiesigen Wirtschaft von einem Volksgenossen bei einem Glücksmann der W H W.- Lotterie ein 1 0 0 - R M.° Gewinn gezogen . + Grünberg, 7. Febr. Am Samstagabend fand in der Turnhalle ein Vortragsabend des Unterverbandes Grünberg im Reichs- kriegerbund „Kyffhäuser" statt. Der Leiter des Unteroerbandes, Lehrer i. R. Roth, begrüßte die zahlreiche Versammlung, die namentlich viele auswärtige Kameraden mit Familienangehörigen aufwies, für deren Beförderung ein Autobus zur Verfügung stand. Der Redner des Abends, Major a. D. R i e tz s ch (Hanau), sprach in etwa einstündiaen Ausführungen über „Die wehrpolitische Lage in Spanien". Er gab einen geschichtlichen Rückblick über Spanien, das einst ein meerbeherrschendes Land mit reichem Kolonialbesitz war, dann aber rasch von seiner Höhe gesunken sei, und behandelte eingehend die Bedeutung des Freiheitskampfes des Generals Franco, der weit mehr als ein Bürgerkrieg fei, da hier sowohl zwei Weltanschauungen miteinander kämpften, als auch machtpolitische Interessen fremder Staaten ausgetragen würden. Eine große Zahl Lichtbilder von Land und Leuten erläuterte die Ausführungen- Zur Verschönerung des Abends trugen mehrere Liedoorträge von Lehrer Roth und den Geschwistern Müller bei. Mit einem Schlußwort des Kreisführers Dr. Monnard (Gießen) und mit dem Treuegelöbnis zum Führer klang der Abend aus. ch Ettingshausen, 6. Februar. Dieser Tage wurde hier Pg. Karl Seipp als Ortsgruppe n l e i t e r in sein Amt eingeführt. Die Amtseinführung nahm Kreisleiter B o ck h a u s vor. Kreis Wetzlar. 4- Rodheim a. d. Bieber, 4. Febr. Die Kriegerkameradschaft hielt beim Kameraden Bechtold ihren Generalappell ab. Der Kameradschaftsführer wies auf die Bedeutung der Tatsache hin, die sich durch die Stellung des Kyffhäuser- bundes unter den Befehl des Führers der jf Himmler für den Bund ergeben hat und umriß die Aufgaben der Kriegerkameradschaften. Kamerad M ü s s e n e r gedachte des verstorbenen Feldherrn Ludendorff. Kamerad Ziemer erstattete den Geschäftsbericht, aus dem zu ersehen war, daß die Kameradschaft jetzt 87 Mitglieder zählt, vier Mit- aliederappelle abhielt, zum Heldengedenktag eine Ehrenwache am Kriegerehrenmal stellte und eine Familienfahrt an den Rhein unternommen hatte. Einige Kameraden nahmen am Reichskriegertag in Kassel teil. Kamerad D u t e n h ö f e r berichtete von einem Kassenbestand in Höhe von 381,35 Mark. Etwa 50 Mark wurden für Kriegerwaisenhäuser aufgebracht. Der Schießwart regte im weiteren Verlauf der Versammlung eine regere Beteiligung am Schießen an. Eine Anzahl Kameraden stellte sich für die Wiederherstellung des Schießstandes, der durch die Witterung gelitten hatte, zur Verfügung. Zum Schluß des Appell wurden mehrere Kameraden mit den Diplomen für gute Schießergebnisse bedacht, und zwar: Ludwig Gerlach, Heinrich Bechtold, Karl Bender V., Karl Mank jun., Karl Pepp- ler, Karl Schmidt XII., Karl Schäfer II., Robert Ziemer, Wilhelm Reinheimer, Albert Meyer und August Veite. O Groß-Rechtenbach, 4. Febr. Die hiesige Gemeinde - Zweckoerbands - Kasse ist jetzt in das frühere Bürgermeistereigebäude des ehemaligen Amtes Rechtenbach verlegt worden. Die Kasse, zu der die 14 Gemeinden des früheren Amtes gehören, hat nun dort ihren Betrieb eröffnet. Aus Anlaß dieser Betriebseröffnung sand ein Appell für die Gefolgschaft statt. Bürgermeister Langsdorf hielt dabei eine kurze Ansprache. Insbesondere dankte er der Kreisverwaltung Wetzlar für die Instandsetzung der Räume. Das Amtsgebäude, wohl eines der schönsten alten Landhäuser des Kreises, hat mit der Unterbringung der Kasse wieder eine geeignete Zweckbestimmung erfahren. — Das bisherige Kassengebäude, das ebenfalls dem Kreis gehört, soll, sobald es vollständig geräumt ist, von der Gemeinde übernommen werden, die sich mit dem Gedanken trägt, einen Kindergarten und ein H I. - H e i m darin einzurichten. ch Frankenbach, 4. Febr. In der hiesigen Gemeinde will man (nacktem in den vergangenen Jahren ein fremder Schäfer die hiesigen Schafweiden gepachtet hatte) jetzt wieder eigene Schafe im Orte halten. Viele Landwirte haben sich bereiterklärt, sofort Schafe anzuschaffen. Es sollen 70 bis 80 Schafe durch das Tierzuchtamt Biedenkopf an* gekauft werden. ö.Jl.-'Spoit Deutsche und Wehmachts-Skimeisterschasten. '< • F Mf ■ IRr ■■ ■" WM Helmut Lantschner dreifacher Sieger. (Schirner-M.) Oer SO-Kilometer-Oauerlauf. Die Meisterschaftskämpfe des deutschen Skisports wurden am Montag in Neustadt mit dem 50«km= Dauerlauf fortgesetzt. Diese gewaltigste Prüfung, die es im Skilauf überhaupt gibt, endete mit dem überraschenden Siege des Müncheners Hermann Scher- t e l von der /--Sportgemeinschaft. Der Bayer, der damit den vierten der bei den Deutschen Skimeister- chaften 1938 zu vergebenden Titel gewann, steht im )2. Lebensjahr und hat schon verschiedene schöne Er- olge aufzuweisen. Doch sein sportlicher Aufstieg er« olgte erst in der Münckmer ---Sportgemeinschaft. Ausgesprochenes Pech hatte der Titelverteidiger Herbert L e u p o l d (Breslau), der über zwei Drittel des langen Weges in Front lag, aber zum Schluß auf blanken Skiern im harten Firnschnee seinen gesamten Zeitvorsprung einbüßte. Die Meisterschaft der Wehrmacht eroberte der Oberjäger Kurt P o p p a vom 1. (Jäger) JR. Dresden, der in der Gesamtwertung auf den 5. Platz kam. Dallangrud Weltmeister im Eisschnelläufen. Die Weltmeisterschaften im Eisschnelläufen der Männer endeten am Sonntag in Davos mit dem Enderfolg des norwegischen Olympiasiegers Ivar Ballangrund. Mit einem zweiten Platz über 1500 Meter und dem ersten über 10 000 Meter verteidigte der Norweger die Führung erfolgreich und errang den Weltmeistertitel. Auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung kam überraschend der Oesterreicher Karl Wazulek. Bester Deutscher war der Münchener Franz Dieser, der auf den 16. Rang gesetzt wurde vor David Barwa (Berlin). Eecilia Eolledge entthront. Die Weltmeisterin im Eiskunstläufen Eecilia Eolledge (England) wurde bei den Titelkämpfen in Stockholm entthront. Neue Titelträgerin wurde ihre Landesschwester Megan Taylor, während Eecilia Eolledge und Hedy Stenuf (USA.) die nächsten Plätze belegten. Die einzige deutsche Vertreterin, Lydia Deicht, wurde Fünfte. Blick auf die Slalom-Strecke am Feldberg. (Scherl-Bilderdienst-M.) *■ K M. Fußball her heimischen Mannschaften. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. Großen-Buseckl — SA. -Kampfgemeinschaft Gießen I 3:3. Beide Mannschaften lieferten sich ein anständiges Spiel und teilten sich die Punkte. Heuchelheim — Rodheim 2:1. Ein hartes Spiel, in dem Heuchelheim Sieger blieb. Klein-Linden — Wieseck 3:2. Das Spiel wurde bis kurz vor Schluß fair durchgeführt. VfB. -R. Gießen I — Alten-Buseck 6:2. Anfangs wehrten sich die Alten-Busecker sehr, fielen aber der gewandteren Platzmannschaft zum Opfer. VfB.-R. Gießen II — Garbenteich 10:0. Die Garbenteicher haben an Spielstärke verloren. 2. kreisktasse. Staufenberg — Londorf 1:0. Zwei gleichwertige Gegner. Londorf trat mit nur 10 Mann an. Oppenrod — Geilshausen 5:2. Durch Einstellen neuer Spieler konnten die Oppenröder den Sieg an sich reißen. Göbelnrod — Lehnheim 6:1. Die Gö- belnroder zeigten sich bei diesem Spiel von der besten Seite. Treis — Grünberg 2:4. Die Treiser waren dieses Mal nicht in Form und ließen sich auf eigenem Platze von den Grünbergern schlagen. Pokalspiel: Steinbach — Sportfreunde Wetzlar 1:4. Die Steinbacher verloren das Pokalspiel und scheiden somit aus. VfV.Reichsbahn I — Tv. Alten-Buseck I 6:2 (4:1). Bei schönstem Fußballwetter standen sich auf dem Waldsportplatz obengenannte Mannschaften im Rückspiel gegenüber. Das Spiel hielt leider nicht das, was man sich versprochen hatte, die Grün-Weißen ließen sich das hohe Spiel des Gegners aufzwingen, und man vermißte vielfach das sonst gute Verständnis der Spieler zueinander. Die Läuferreihe der Platzherren war auffallend schwach, im Sturm fiel biez rechte Seite vollkommen aus. Lediglich die Hintermannschaft konnte befriedigen. Die Gäste enttäuschten nach der angenehmen Seite, die Mannschaft brachte einen großen Eifer mit. Die Elf war auf allen Posten gut besetzt. Zu Beginn des Spieles sah man gefährliche Vorstöße der Gäste, die der Hintermannschaft schwer zu schaffen machten, doch wurde in der Aufregung zu unplaciert geschossen. Die Grün-Weißen, die sich nun gefunden hatten, drückten auf das Tempo. In der 14. Minute konnte Steiniger aus 25 Meter Entfernung den Torhüter zum erstenmal schlagen. Kurz darauf machte Szponick einen Alleingang und konnte im Nachschuß das zweite Tor für seine Farben einschießen. In kurzer Folge gab es drei Ecken für die drängenden Platzherren, die aber nichts einbrachten. Heß konnte in der 35. Minute auf Vorlage von Szponick auf 3:0 erhöhen und zwei Minuten später sogar den vierten Treffer anbringen. Drei Minuten vor der Pause konnten die Gäste einen Angriff mit dem ersten Erfolg abschließen. Nach dem Wechsel ließ das Tempo merklich nach, Alten-Buseck ging zum Angriff über, aber Thron konnte in letzter Minute klären. Das Spiel war meistens offen, doch jetzt sah man die Grün- weißen mehr im Angriff. Aber nichts wollte gelingen. Erst in der 65. Minute konnte Heß den fünften Treffer erzielen. Die Gäste gingen vom Anstoß mächttg ins Zeug, und der Mittelstürmer schoß das schönste Tor des Tages, für Gottschalk unhaltbar. Die Grün-Weißen erzwangen zwar noch einige Ecken, die aber abgewehrt wurden. Schon glaubte man nicht mehr an einen Erfolg, als Heß ein Mißverständnis der Gästeverteidigung kurz vor Schluß geschickt ausnutzte und an dem verdutzten Torwart vorbei einschoh. Schiedsrichter P i e h, Londorf, leitete einwandfrei. VfV.Reichsbahn II — 5pt>. Garbenteich I 10:0 (3:0). Die Reserve lieferte seit langer Zeit wieder ein gutes Spiel und schlug die Gäste eindeutig. Die Gäste hatten nur zehn Mann zur Stelle, darunter mehrfacher Ersatz. Kurz vor Schluß wurde der beste Mann der Gäste herausgestellt, so war die hohe Niederlage zu erklären. FC. 1926 Großen-Buseck I gegen SA.-Kampfgemeinschaft I 3:3. In Großen-Buseck gab es einen dramatischen Kampf. Beide Mannschaften traten in stärksten Aufstellungen an. In Großen-Buseck erwartete die Schar der Fußballfreunde eine Revanche für die Vorspielniederlage, wurde aber enttäuscht. Die SA. hat an Kraft gewonnen und wird noch mancher Mannschaft zu schaffen machen. Die Gastgeber spielten anfänglich überlegen, und in der 10. Minute fiel das erste Tor für die Platzbesitzer. Dann gestaltete sich das Spiel ausgeglichener. Erst in der 30. Minute fiel durch eine schlechte Abwehr der SA. das zweite Tor für die Gastgeber. Ein Elfmeterball, durch Handspiel verursacht, ließ die Gäste ein Tor aufholen. Nach der Pause wurde die SA. erheblich akttver. In der 15. Minute der zweiten Halbzeit gelang der Ausgleich. Nun drehten die Platzbesitzer wieder auf, und durch ein schönes Zusammenspiel des ganzen Sturmes gelang es den Einheimischen, durch einen unhaltbaren Schuß ihres Mittelstürmers abermals in Führung zu gehen. Die Gäste ließen sich aber nicht entmutigen. Nach mehreren erfolglosen Angriffen gelang es, den Ausgleich zu erzielen. Die SA. war nun bemüht, das Ergebnis zu halten, und dies'gelang auch. Selbst ein Elfmeterball für Großen-Buseck, der dreimal wiederholt wurde und immer wieder vom Tormann der SA. bravourös gehalten wurde, konnte am Ergebnis nichts mehr ändern. Wißmar I — SA.Kampfgemeinschaft II 4:2 (2:0). Das Spiel wurde als Gesellschaftsspiel ausgetra- qen, da der Schiedsrichter nicht erschienen war. Die Gastgeber waren komplett, die SA. hatte Ersatz in ihren Reihen. In der ersten Halbzeit hatten die Einheimischen mehr vom Spiel und erzielten zwei Tore. Nach der Pause kam die SA. mehr auf, und es gelang beiden Mannschaften, noch je zwei Tore zu schießen. Wißmar errang einen verdienten Sieg. Klein-Linden I — Wieseck I 3:2 (2:1). Das Spiel verlief in den ersten Minuten ziemlich ausgeglichen, bis es Klein-Linden gelang, den Führungstreffer zu erzielen. Klein-Linden spielte nun stark überlegen und konnte in der 35. Minute das zweite Tor buchen, nachdem wenige Minuten vorher Wiesecks Tormann einen Elfmeter halten konnte. Kurz vor Schluß der ersten Halbzeit schossen die Gäste das erste Tor. In der zweiten Halbzeit wurde die Ueberlegenheit des Gastgebers deutlicher, aber dem Schußpech des Klein-Lindener Sturmes war es zuzuschreiben, daß kein Tor fiel. Auch der zweite Elfmeter wurde von Wiesecks gutem Torwart gehalten. Dann aber erzielten die Gäste bei 3XS(5. „Kraft durch Jreube**, Kreis Gießen. 12. Febr., 20 Uhr: Großen-Buseck, Saal Gans, Licht- bildervortrag „Kolonie Samoa aus eigener Erfahrung" von Prof. Dr. Sessous, Gießen. 12. Febr., 20 Uhr: Lich, Saal Stein, Lichtbildervortrag „Vererbungslehre und Rassenhygiene" von Prof. Dr. Ankel, Gießen. Anschließend ein Kurzvortrag des Reichsluftschutzbundes „Wehrpolitik und Abwehrpolitik". 12. Febr., 20 Uhr: Vollbringen, Saal Schäfer, Licht- bildervortrag „Die deutsche Hindukusch- Expedition" von Dr. Scheibe, Gießen. 12. Febr., 20 Uhr: Klein-Linden, Saal Burg, Licht- bildervortrag „Die deutschen Kolonien" von Prof. Dr. Klute, Gießen. 12. Febr., 20 Uhr: Treis (Lumda), Gasthof „Zum Bahnhof", Lichtbildervortrag „Reiseoilder aus dem Süden" von Prof. Dr. Funk, Gießen. 12. Febr., 20 Uhr: Wieseck, Saal Braun, Lichtbil- dervoickrag „Eine Reise zu den Deutschen in Siebenbürgen" von Dr. Glöckner, Gießen. Anschließend ein Kurzvortrag des Reichsluftschutzbundes „Der totale Krieg und feige Bedeutung für jeden Volksgenossen". 12. Febr., 20 Uhr: Lollar, Saal der „Linde", Dorf- gemeinschaftsabend „Das Volkslied", Pg. Rektor Ruckelshaufen. 19. Febr., 20 Uhr: Allendorf (Lumda), Saal Horn, Lichtbildervortrag „Vererbungslehre und Rassenhygiene" von Professor Dr. Ankel, Gießen. 26. Febr., 20 Uhr: Mainzlar, Saal Müller, Lichtbildervortrag „Die deutschen Kolonien" von Prof. Dr. Klute, Gießen. 8291) Deutsches Volksbildungswerk. ♦ kdF.-Mieke. Die dritte Rate der KdF.-Miete Gr. II muß bis spätestens Donnerstag, 10. Februar, einge- löst werden. 830V Theatervorstellung. Samstag, 12. Februar, KdF.- Miete Gruppe II, 9. Vorstellung: „Die Geisha", Operette von Jones. Preise für Einzelkarten 1,— und 1,20 RM. — Samstag, 19. Februar: „Lady Windermeres" von Wilde. — Samstag, 26. Februar: „Lady Windermeres" von Wilde. Omnibusfahrlen. Am 28. Februar finden Omnibusfahrten zum Rosenmontagszug nach Mainz und Köln statt. Fahrpreis nach Mainz 4,40 RM, nach Köln 7,50 RM. Alle Fahrkarten find in der Verkaufsstelle, Seltersweg 60, erhältlich. einem schnellen Durchbruch ihr zweites Tor. Dis Gastgeber gingen aber bald erneut in Führung und stellten damit den Sieger. 1900 — 2./116 1:1. Bei ihrer Begegnung gegen die 2. Kompanie konnten die Blauweißen nur zu einem Unentschieden kommen, da sich die Soldaten als ein überaus eifriger Gegner erwiesen, besonders aber die Hintermannschaft, in der Pankok und Lippert überragten, dem Sturm der Platzbesitzer nicht die geringste Möglichkeit ließ, zur vollen Entfaltung zu kommen. Berücksichtigt man weiter, daß Horn und Schultheiß nicht mit von der Partie waren, so kann man sagen, daß das Resultat als ein Erfolg für dis Soldaten zu werten ist. Unter Leitung von Knapp (Werdorf) standen sich gegenüber: 2. /11 6 : Kornmann; Pankok, Lippert; Zimmermann, Jung, Rüger; Wagner, Kitterle, Hormel, Möller, Steinel. 19 00: Rahn; Zeiler, Löb sack ; Erhard, Quick, Lehrmund; Schellhaas, Niedenthal, Koch, Sack, Heuser. Der schnelle Beginn der Soldaten ließ den Blau- weißen wenig Entwicklungsmöglichkeit, wodurch der Verlauf sich vorerst in der Hälfte der Platzbesitzer abwickelte. Nach zehn Minuten kamen die Blau- weißen bann mit guten Angriffen zu Wort, und als bei einem Schuß aus dem Hinterhalt der Tormann bereits geschlagen war, konnte Lippert auf der Linie das Unheil noch abwenden. In der 15. Minute half seine Kunst aber auch nichts mehr, als eine schulgerechte Flanke von Sack von Niedenthal eingeköpft wurde. Der Druck wurde jetzt etwas stärker. Die Soldaten wurden in ihrer Hälfte fest- gehalten. Erfolge ließen sich aber nicht mehr zu- ftanbebringen, da die Verteidigung Pankok-Lippert immer wieder mit Erfolg klären konnte. Nach dem Wechsel kamen die Soldaten wieder mehr zur Geltung. Eine Umstellung (Pankok führte jetzt den Sturm und Hormel stürmte auf Linksaußen) machte sich vorteilhaft bemerkbar. Die Angriffe wurden weit gefährlicher, und als bei einer Abwehr Zeiler mit der Hand dem Ball zu nahekam, winkte den Gästen eine günstige Ausgleichsmöglichkeit. Lippert ließ die Chance nicht ungenutzt und verwandelte den Strafstoß unhaltbar. Gegen Schluß flammte das Spiel nochmals auf. Es wurde auf Entscheidung gedrängt. Bei einem Angriff von rechts sah es für die Blauweißen vorteilhaft aus, doch wieder war es Lippert, der den Ball von der Linie wegholte. Nachdem auf der Gegenseite Hormel und Möller nochmals gefährlich waren, ging das Spiel zu Ende. Rundfunkprogramm Mittwoch, 9. Februar. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10 Gymnastik. 8.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Beowulfs Kampf mit dem Drachen. Eins Nordlandsage. 10.30: Froher Klang zur Werkpause. 11.40: Deutsche Scholle. Ein kleines Kapitel Bodenkunde. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Schön ift’o bei den Soldaten. Ein Militärkonzert um Soldatenlust und Soldatenschneid. 15: Volk und Wirtschaft. Der Zahlungsbefehl. 15.15: Der Aufsatz. Ein lustiges Spiel um eine peinliche Angelegenheit. 15.4^: Aus Kunst und Kultur. 16: unbekannte Haydn. 16.30: Heitere Balladen von Emil Petschnig. 17: Ihnen zllliebe! Wunschkonzert zugunsten des WHW. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher (Schallplatten). 19: Nachrichten. 19.10: Unser sin- gendes, klingendes Frankfurt. 21: Stunde der jungen Nation. Wißt ihr, worin der Spaß des Lebens liegt? 21.30: „'s goht bergege!" Vom fchwabifch- alemannischen Narrentreffen in Ueberfingen am Bobensee. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerab, wo bist du? 22.30: 5. Sinfonie B-dur von Anton Bruckner, 24 bis 2: Nachtkonzert. . . .