188. Jahrgang Somsfog, 8. Zonuor 1938 nationalsozialistischen vom italienischen Volk ini^^ere den gleichen Schuh genießen wie die gleich herzlicher Weise erwidert werden. > Nation. Italien folge mit dem Bau neuer Groß- »nnahme von Anzeigen ’ für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breits bORpf.,Platzvorschrift nach Dort) Vereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein* nütjige Anzeigen sowie ein* spaltigeBelegenheitsanzei* . gen 5 Rpf., Familienanzei* gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Rom. 7. Ian. (DRV.) RIussoNni hat nach Besprechungen mit dem Finanzmimster und dem Staatssekretär und Generalstabschef der Marine das neue Floltenbauprogramm Italiens festgelegt. Rach einer amtlichen Verlautbarung sieht es den Bau von zwei Großkampfschif- fen mit ie 35 0 0 0 Tonnen, von zwölf kleineren Kriegsschiffen und einer beträchtlichen Anzahl Unterseeboot- vor. Mit dem Bau sämtlicher Einheiten wird sofort begonnen. Die beiden Großkampfschiffe werden die Ramen „R o m a“ und „3 m p e r o“ erhalten. Das erste wird auf einer Werft in Triest gebaut, das zweite in Genua. „Giornale d'Italia" betont, daß dieses Programm Italiens Verteidigung zur See der durch das Imperium und die Erweiterung der italienischen Interessen in der Welt geschaffenen Lage anpasse. Das italienische Imperium sei dazu berufen, grohe Teile der Bevölkerung aufzunehmen und müsse als ein Ausläufer des Mutterlandes auch jenseits der Sein Besuch werde zu einer neuen Kundgebung der Freundschaft und der Solidarität der beiden starken Nationen werden und die absolute Realität der Achse Berlin—Rom unterstreichen. kampfschiffe dem Beispiel anderer Rationen. Die italienische Kriegsmarine werde, von den älteren Einheiten abgesehen, sich im Jahre 1940/41 wie folgt zusammensehen: 4 Grohkampsschiffe von je 35 000 Tonnen, 4 Linienschiffs von je 24 000 Tonnen, 7 Kreuzer von je 10 000 Tonnen. 12 Kreuzer von 5000 bis 8000 Tonnen. 12 Hochseeaufklärer, 12 Aufklärer von je 2000 Tonnen, 2 0 Hochseezerstörer, 24 kleinere Zerstörer, 3 2 Hochseetorpedoboote und über 100 U - Boote. Das neue Vauprogramm soll in kürze- ster Zeit durchgeführt werden und in drei bis vier Iahren beendet sein. Die „Iribuna“ betont, Italien rüste nicht zum Krieg, sondern wolle lediglich seine Land- und Seeftreitkräfte vervollkommnen. „Lavoro Fascista" schreibt, gegenüber dem Wahnsinn des W e t t r ü st e n s , der sich in den augenblicklich pazifistischen Staaten im Dienste der Pluto- kratie breit mache, sei das faschistische Italien als imperiale Grohmacht mit ausgedehnten Wellinteressen und Freundschaften gezwungen, sich zu schützen und wenn notwendig, zu verteidigen. dem Duce des Faschismus bei seinem Besuch in Deutschland bereitet hat, werde dem Führer des Italiens Flottenbauprogramm. Zwei neue 3S000-t-L>chlachtfchiffe. - 3n längstens vier Jahren durckgefübrt. Italien trifft die ersten Vorbereitungen für den Gegenbesuch des Führers. Das Programm für den Besuch in Rom, Neapel und Florenz in den Hauptlinien festgelegt reswende sehr anschaulich geschildert, wie sowohl in N i e d e r l ä n d i f ch-Ä n d i e n als auch in A u st r a l i e n sich Has Interesse auf die ihnen aus einem Zusammenprall der großen pazifischen Mächte erwachsenden Gefahren konzentriert und wie man auch hier ihnen durch eine beschleunigte Aufrüstung zu begegnen sucht. Die t Rüstungen Australiens und Holländisch-Jndiens tragen ausgesprochenen Derteidigungscharakter. Darf man das gleiche auch von der geradezu gigantischen Aufrüstung der Vereinigten Staaten sagen? Unser Korrespondent in Los Angeles hat hier sehr eindrucksvoll dargelegt, daß Amerika zwar mit Japan in Frieden zu leben wünsche, aber die Konkurrenz der japanischen Wirtschaft in den Randgebieten des Pazifik einschließlich Kaliforniens als sehr lästig empfindet und aus diesem Gefühl der Verärgerung und Beunruhigung heraus keine Gelegenheit unterläßt, feinem Nachbarn jenseits des Ozeans die gepanzerte Faust unter die Nase zu hakten. Die ungeheuren Küstenbefestigungen, die sich von der Panamakanalzone in Mkttelamerika bis hinauf nach den Aleuten erstrecken, haben zweifellos defensiven Charakter. Aber das weit in den Stillen Ozean vorgeschobene Glacis der Insel 5) a - w a i mit den Midway-Jnseln und den Wake- Inseln, die erst in den letzten Jahren aus unbewohnten Eilanden im Weltttieer zu stark befestigten Flugzeugstützpunkten ausgebaut wurden, kann ebenso güt als Basis eines gegen Japan gerichteten Unternehmens dienen, wie als Vorposten der amerikanischen Hauptverteidigungslinie. Nach der Kündigung des Londoner Flottenabkommens durch Japan sind die eVreinigten Staaten dazu übergegangen, durch verstärkten Ausbau der besonders kostspieligen Schlachtflotte die finanziell weit schwächeren Japaner zu ähnlichen Aufwendungen zu zwingen, in der Hoffnung, durch dieses Wettrüsten ihre materiellen Möglichkeiten schnell zu erschöpfen. Aber vorerst haben die Japaner durchblicken lassen, daß sie sich an die 35 000-Tonnen-Grenze nicht halten würden, die bislang für Schlachtschiffe galt. So stehen die Amerikaner vor der Frage, ob sie den Panamakanal verbreitern sollen, um ihn auch für größere Kriegsschiffe als bisher passierbar zu machen. Die beiden Schlachtschiffe „Nevada" und „Oklahoma" sind 31,9 Meter breit, die Kanal- Ichleusen 33,5 Meter, die Schiffe passen also gerade in die Schleusenkammern hinein, Schiffe über 35 000 Tonnen jedoch mit ihrer größeren Breite wären gezwungen, den Weg um das Kap Horn herum anzutreten, um vom Atlantik in den Pazifik zu gelangen. Don Neuyork bis San Franzisko ist das eine Strecke von 13 550 Seemeilen, von denen durch die Fahrt durch den Panamakanal 8500 Seemeilen eingespart werden. Immerhin sind die Kosten für eine Verbreiterung des Kanals auf Imperiums, sondern auch Neapel und Florenz besuchen wird. Damit ist erst das Gerippe des Besuchsprogramms geschaffen, dessen Einzelheiten noch festzulegen sind. Dazu gehören in erster Linie die Reisetermine selbst. Wenn aber die Italiener schon jetzt daran gehen, den Empfang Adolf Hitlers würdig zu gestalten, dann darf man daraus schließen, daß sie nichts unversucht lassen werden, den Besuch des Führers in Rom mit der Bedeutung der deutsch-italienischen politischen Zusammenarbeit, der Stellung des Führers als Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches und der Größe wie dem Schwergewicht des römischen Imperiums in Einklang zu bringen. Jedenfalls wird der Besuch des Führers in Rom ein imposantes Ereignis werden, das die enge Verbundenheit beider Staaten und Völker erneut bekunden wird. Der Duce hatte beim Verlassen deutschen Bodens im Herbst vorigen Jahres dem Führer eine in herzlichen Worten gehaltene Einladung übermittelt, wiederum sein Gast zu sein. Diese Einladung ist selbstverständlich angenommen worden, wenn auch im Augenblick ein fester Termin für die Reise des Führers noch nicht genannt werden konnte. Inzwischen sind die Italiener daran gegangen, alle Vorbereitungen für den Empfang Adolf Hitlers zu treffen, der, wie das aus der amtlichen römischen Meldung über diese Vorbereitungsarbeiten heroor- geht, im Frühjahr nicht nur die Hauptstadt des Oer Friede im Pazifik. Eine Reihe kurzer Meldungen aus den Vereinigten Staaten macht im Zusammenhang den Eindruck, als ob dort auch nach der allseitig befriedigenden Beilegung des Zwischenfalls, der durch den Untergang des amerikanischen Kanonenbootes ^Panay" auf dem Jangtsekiang zwischen Japan und den beiden angelsächsischen Mächten entstanden war, weiterhin die Spannung im pazifischen Raum mit wachsender Sorge betrachtet werde und man trotz^.der denkbar größten innerpol-itischen Schwierigkeiten, die dem Präsidenten Roosevelt aus Wirtschaftskrisis, Arbeitslosigkeit und öffentlicher Schuldenlast zusammen mit dem an Heftigkeit zunehmendem Kampf der Gegner des New Deal erwachsen sind, anscheinend entschlossen ist, die Aufrüstung der amerikanischen Kriegsflotte, der Luftstreitkräfte und der Seebefestigungen im pazifischen Räum mit allem Nachdruck fortzusetzen, möge es kosten, was es wolle. Die interessanten Betrachtungen, die uns unsere Korrespondenten in London und Amsterdam, Los Angeles, Sidney, Chabarowsk und Tokio zum Jahreswechsel sandten, drehten sich alle um einen Punkt: der Pazifik ist künftig das Meer der weltpolitischen Entscheidungen und alle Anrainer sind emsig bemüht, ihre Ausgangsstellung für einen Konflikt im Stillen Ozean, den man wohl zwar nirgends wünscht, aber schon überall in grellen Farben an die Wand malt, so stark wie nur irgend möglich zu machen. In Singapore, dem britischen Gibraltar des Ostens an der Straße von Malakka, die den Indischen Ozean mit dem Chinesischen Meer verbindet und damit als Parallele zum Panamakanal im Osten gleichsam das Tor zum pazifischen Raum von Westen her ist, wird, am 11. Februar der Ausbau des Flottenstützpunkts, der rund 120 Millionen Mark verschlungen hat, mit der Eröffnung des neuen Trockendocks vorläufig abgeschlossen, nachdem in den Wochen vorher große kombinierte Manöver der Land-, Luft- und Seestreitkräfte die Zweckmäßigkeit der neuen Befestigungsanlagen von Singapore erprobt haben werden. Das neue Trockendock, das größte nächst dem einst für die „Queen Mary" in Southampton erbauten, beseitigt ein ernstes Hindernis, das bis-^ lang für die Stationierung britischer Schlachtschiffe in den ostasiatischen Gewässern bestand. Es bietet auch den größten Kriegsschiffen Raum zu Reparaturen und Ueberholungen, wie sie gewöhnlich schon nach der langen Seereise von den europäischen Heimathäfen der britischen Schlachtflotte bis nach Singapore notwendig werden. Ein Krieg gar hier in den ostasiatischen Gewässern wäre ohne solche Dockanlagen ein Ding der Unmöglichkeit, besonders wenn es etwa den Engländern nicht gelingen sollte, den Suezkanal frei zu halten, und sie, womit man in Marinekreisen des Empire seit dem gespannten Verhältnis zu Italien immerhin rechnet, auf den alten Seeweg um das Kap der guten Hoffnung angewiesen wären. Wer das vor zwei Jahren erschienene, ungewöhnlich spannende Buch von Frank Thieß: „Tsushima, der Roman eines Seekrieges" gelesen hat, wird sich nicht des niederdrückenden Gefühls haben erwehren können, das, abgesehen von allen sonstigen erschwerenden Begleiterscheinungen, allein schon vor der unendlichen Länge des Seeweges um Afrika herum und quer über den Indischen Ozean den Admiral Rojest- wenski und die Besatzung der russischen Ostseeflotte beschlich, als sie sich genötigt sahen, nach einer Fahrt von länger als einem halben Jahr über 20 000 Meilen ohne die Möglichkeit zu Ueberholungen an Ort und Stelle sich einem Gegner zur Schlacht zu stellen, der mit voller Kraft aus feinen heimischen Kriegshäfen hervorbrechen konnte. Die britische Kriegsflotte würde selbstverständlich Unter W erheblich günstigeren Vorbedingungen in einen Seekrieg in ben ostasiatstchen Gewässern eintreten, als sie sich im Frühjahr 1905 Ro,est- wenfti und seinen Russen boten. Sie Engländer haben auf dem Seeweg durch den Suezkanal sowohl wie um das Kap herum eine ganze Reche von Flottenstützpunkten und Sohlen- und OMatio- nen in eigener Hand. Sie haben,dann nicht nur in Singapore die vielleicht stärkste Seefestung der Welt, die auch für den Daueraufenthatt emer großen Schlachtflotte mit den modernsten Schikanen ausgerüstet ist, sondern auch noch 2000 Kilometer weiter nach Osten Hong k o n g, das gegenwärtig mit größtem Eifer zum Flottenstützpunkt ersten Ranges ausgebaut wird, aber allerdings schon^unter Umständen zu Lande von Kanton her und von der See aus von der japanischen Insel Formosa bedroht werden könnte. Immerhin, trotz der umwälzenden Veränderungen, die seit Rojestwenskls abenteuerlichem Zuge über die Weltmeere im Schlf sbau m Bezug auf Größe, Feuerung, Panzerung und Be- Oückung Platz gegriffen haben, undtrotz des Auskommens der Luftwaffe, die bisher noch keine Gelegenheit gehabt hat, m einem Seekrieg großen Stils ihre Verwendungsmöglichkeit zu erweisen, wird doch in einem künftigen Seekriege die ungeheure Weite des Ozeans eine eminente Rolle spielen, die wir im Rausch der alles überwindenden Technik für einen Kriegsfall lm pazifischen Raum doch vielleicht zu unterschätzen geneigt sind. Der militärpolitische Mitarbeltei: eines großen deutschen Blattes hat darüber in Jahreswende - interessante und wir dürfen wohl sagen für die Freunde des Weltfriedens recht tros- liche Beobachtungen angestellt. Er weistdarauf hin, daß die Einsamkeit des Weltmeeres zwischen Japan und seinen beiden angelsächsischen Nioalen s hr wohl die Ungunst der Flottenstarken °u-gle,chen könnte die auch nur auf den ersten ^"?,?egen Javan' steht denn im Augenblick liegt nicht ein einziges der 30 Schlachtschiffe, die Amerika und Englund gegen die neun japanischen auftchren Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UnIverfilStrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftlettung und Seschäftsstelle: Schulfirahe 7 lassen könnten, in Ostasien, und' niemals würden die beiden angelsächsischen Mächte mit ihrer ganzen Schlachtflotte im Fernen Osten erscheinen können, am wenigsten natürlich England, solange das ge- spanyte Verhältnis zum italienischen Imperium die Londoner Admiralität zwingt, eine beträchtliche Flottenmacht im Mittelmeer zu konzentrieren. Wenn die Engländer, wirklich, wie man in London erwägt, nach Abwicklung des laufenden Aufrüstungsprogramms fünf Schlachtschiffe in Singapore stationieren würden, so wären sie. der japanischen Schlachtflotte immer noch weit unterlegen, wenn nicht auch die Amerikaner sich entschlössen, einen Teil ihrer -Schlachtflotte nach Hawai zu verlegen. Aber von Singapore nach den japanischen Hauptinseln sind es, immer noch fast fünftausend Kilometer, die gut 3ur Hälfte an einer Unmenge kleiner japanischer Inseln vorbeiführen, von denen überraschende Angriffe von O-Booten und Bombengeschwadern einer nach Nordosten ziehenden britischen Schlachtflotte sehr unangenehm werden könnten. Auch für die Amerikaner wäre der Weg von Norden, von den Aleuten her, oder von Süden, von den Philippinen her, nicht wesentlich günstiger. Von Hawai her würde er an den von Japan stark befestigten ehemaligen deutschen Südseeinseln, den Marschall-Inseln, Karolinen und Marianen, vorbeiführen. So ist die trennende Weite des Meeres für das japanische Jnselreich der beste Schutz gegen einen angelsächsischen Angriff. Freilich diese Gunst der geographischen Lage, wie sie sehr ähnlich in früheren Jahrhunderten deiner weniger entwickelten Technik das britische Jnselreich einmal genossen hat, würde sich in ihr Gegenteil verkehren, sobald Japan Anstalten machen wollte, in der für den japanischen Bauern klimatisch günstiger als das ostasiatische Festland gelegenen Inselwelt der Sudsee, etwa gar in dem menschenleeren Australien mit Waffengewalt Siedlunqsraum für seinen Bevolke- rungsüberschuß zu suchen. Es würde auf diesem 3uq nach Süden/'der in japanischen Marinekreisen populärer ist, als der Feldzug in China, auf ähnliche Schwierigkeiten stoßen wie die angelsächsischen Mächte bei einer Offensive gegen Japan. Trotzdem unterschätzt man weder in Holländisch-Jndien noch in Australien die Gefahren einer japanischen Expansion nach Süden, die ja schon ihre friedlichen Vorboten in Gestalt von japanischen Kaufleuten und Gewerbetreibenden, Schiffsreedern und Pflanzern Über die ganze Welt des pazifischen Raumes verstreut hat und unter andern Verhältnissen vielleicht auch einmal an den Millionen chinesischer Arbei- ter die hier überall von Singapore und Batavia bis zur kalifornischen und südamerikanischen Küste ansässig sind, einen Halt finden wird. Unsere Korrespondenten haben in ihven Betrachtungen zur Iah- Rom, 7. Jan. (DRV.) lieber die Vorbereitungen Italiens zu dem im kommenden Frühjahr erwarteten Gegenbesuch des Führers und Reichskanzlers wird folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: „Die von dem Außenminister geleitete Kommission zur Vorbereitung der Veranstaltungen anläßlich des Besuches des Führers in Italien, der im kommenden Frühjahr sialtfinden wird, hat schon das Programm in seinen Hauptlinien fest gelegt. Der Führer wird außer Rom auch die Städte Reapel und Florenz besuchen." Rom in freudiger Erwartung. Rom, 7. Jan. (DNB.) Die amtliche Mitteilung über die Vorbereitungen für den Gegenbesuch des Führers und Reichskanzlers in Italien wird von den römischen Blättern an erster Stelle und in größter Aufmachung, zugleich mit Beifügung von Bildern des Führers, veröffentlicht. „Tribuna" erklärt^ Das italienische Volk schickt sich an, Adolf Hitler mit herzlicher und glühender B e - a e i st e r u n g zu empfangen. Durch den Besuch des Führers des wiedererstandenen Deutschland, das mit Italien durch engste Bande des Glaubens und der Tat verbunden ist, wird .wieder einmal die kulturelle Mission, die die beiden Völker für den Frieden und die Zukunft Europas stolz übernommen, haben, feierlich bestätigt. Die italienische Hauptstadt wird mit übervollem Herzen dem Führer der befreundeten Nation beweisen, wie aufrichtig die Gefühle sind, die die ganze, um ihren Duce und unter dem Zeichen des glorreichen Liktorenbündels versammelte Nation beseelen. . „Giornale d'Jtaliä" schreibt, das italienische Volk habe die Ankündigung der Begegnung der Führer der beiden großen europäischen Revolutionen mit größter Freude begrüßt. Diese beiden Männer erfüllten zusammen die historische Mission der V e r- teidigung von Kultur und Ordnung. Der unvergeßliche Empfang, den Has deutsche Volk Kr.6 Erstes Blatt £r|d)emi täglich, autzer Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats»Be$ug$prets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechanschlijffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686 40 Meter auf 130 Millionen Dollar veranschlagt worden, immer noch sehr erheblich weniger als der Bau eines neuen Kanals durch Nicaragua, der auch in Erwägung gezogen worden ist, aber 800 Millionen Dollar kosten würde. • Schon im vergangenen Sommer hat Amerika den Bau von zwei weiteren 35 000-Tonnen-Schlacht- fchiffen vom Typ der „Washington" und „North Carolina" anaekündigt. Das weitere Bauprogramm, das jetzt den/Kongreß vorgelegt werden soll und trotz der großen finanziellen Lasten auf anderen Gebieten bei dem durch die ostasiatischen Wirren und besonders durch den zu diesem Zweck weidlich ausgeschlachteten ,.Panay"-Zwischenfall heftig geschürten Rüstungsfieber in der amerikanischen Oeffentlichkeit sicher bewilligt werden wird, soll den Bau von zehn bis fünfzehn 10 000-Tonnen-Kreu- zern vorsehen. Auch der Bau von großen Tankschiffen, gleichsam als schwimmende Oel- und Benzinstationen für Kriegsflotte und Luftwaffe soll geplant sein. Ob die Vereinigten Staaten schon mit dieser Flottenvorlage zum Bau von 46 000-Tonnen- Schlachtschiffen übergehen werden, von denen sich nach einer Meldung des „Giornale d'Jtalia" in Japan bereits drei im Bau befinden sollen mit je 12 Geschützen von 40,6 Zentimeter Kaliber, ist wohl noch nicht entschieden. Wie schon gesagt, würde dieser Schritt eine Verbreiterung des Panama-Kanals notwendig machen, wenn Amerika wie seither Wert darauf legen würde, seine Kriegsflotte im Atlantischen wie im Pazifischen Ozean konzentrieren zu können. Die für den März und April dieses Jghres angekündigten großen Flottenmanöver, die in dem gewaltigen Raum von b?n Silenten über Hawai bis zum Aequator mit der kalifornischen Küste als Basis 200 Kriegsschiffe und 550 Kampfflugzeuge vereinigen sollen, sind sicher als gewaltige Demonstration amerikanischer Seemacht für die japanischen Beobachter berechnet, aber sie werden vielleicht auch die außerordentlichen Schwierigkeiten des Nachschubs und der Erhaltung der Kamvfkrafk einer Schlachtflotte zeigen, die gezwungen ist, so weit von ihrer Ausgangsstellung zu operieren. Der chinesische Krieg wird trotz dieser aufs höchste gesteigerten Rüstungen vermutlich weder Amerikanern noch Engländern Veranlassung zum Eingreifen geben, beide fühlen sich noch nicht stark genug dazu und weder ermutigt die Lage in Europa das britische Kabinett, noch die Abneigung der amerikanischen Oeffentlichkeit gegen außenpolitische Verwicklungen die Regierung in Washington, über drohende Reden hinauszugehen. England nimmt sogar die wachsende antibritische Stimmung in der japanischen Oeffentlichkeit in Kauf. Auch die sehr offenen Darlegungen des japanischen Innenministers, Admiral S u y e t s u g u , der erklärte, daß Japan für seine Existenz in Asien uni) auf dem Pazifik kämpfe und chaft bereits nb ,Klima", rscheimmgen Erkenntnissen Anwendung. ’ Mechanik, und vom Imitat auf teteoroiogie Lb ein. Ä i Pflanzenungen zwi- >rfüllung in nicht zuletzt )en Bestaub, unseres Bol- Wetterkunde it vorgeschul- lahegebracht. 1 in Sin- Scherl, Berni Singapur Kriegsmarine, wuchtige, mit „Mona“. ,Frauenlob", >in Erlebnis, t. Ein Buch, u spüren ist, adschast md irischen Dar« Lebens. iett. !*•*» - Sin. !b Mb«. ' vkiebbera 3®Qr eine €e fr** e über b:e 3U JWotrai) ft 'n sei, 1 alten ' lr9enbmie eiJPel des E diese aul ; der Ange, und er be- 11 nicht, int ■ Manöver । Offenbach 3ulassungs- tst gewesen, ger zu ge, l feine bis, t dem An- - ! Umstände ^enfälschung Ktaftfahr- ? von drei wurde die Stempel «•iS» eben Unb Men >is 41 \ 43 Äz -Ä $elbtr, ofend °°°° ibef le vor Britische Schiffsablösung im Mittelmeer I HK« Soeben verließ das 31100 Tonnen große b r itis ch e Schlachtschiff „Warspite" Portsmouth, um sich nach dem Mittelmeer zu begeben, wo es das Flaggschiff des Admirals Dudley Pound, die „B a r h a m, ablöst. Das Schiff wurde 1934 mit einem Kostenaufwand von 2 350 000 Pfund (nach heutigem Gelde etwa 30 Millionen Mark) umgebaut und ist u.a. tnit acht 38-Zentimeter-Geschützen bestückt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Athen am Vorabend der Hochzeitsfeier. ■r: MI WKH \. i • 4 K : .> > es daher unwahrscheinlich sei, daß eine dritte Macht in dem chinesisch-japanischen Krieg intervenieren werde, und der ferner durchblicken ließ, daß Japan zur Verhinderung der weiteren Versorgung Chinas mit Kriegsmaterial an eine Besetzung Kantons und eine Blockade der südchinesischen Küste denke, diese Darlegungen, die Englands Interessen in Hongkong sehr empfindlich berühren, haben anscheinend in London die Besorgnis nicht verstärkt. Man glaubt aus Berichten über die Lage der japanischen Wirtschaft die Hoffnung schöpfen zu können, daß der Krieg in China Japans materielle Möglichkeiten bis zum äußersten anspannt, so daß es auch ohne eine Intervention der angelsächsischen Mächte und auch ohne einen noch wahrscheinlicheren Zusammenprall mit der Sowjetunion viele Jahre brauchen würde, um sich von den Anstrengungen dieses Feldzuges zu erholen. Japan als Kunde, namentlich der amerikanischen LZirtschaft, spielt bei allen Ueberlegungen über die Rrhaltung des Friedens im pazifischen Raum eine nicht unbeträchtliche Rolle, aber die A u f r ü st u ng , die Roosevelt fördert, weil er sie als Motor für die amerikanische Wirtschaft nach dem Abflauen der durch Staatsaufträge geschaffenen Konjunktur braucht, birgt ein psychologisches Gefahrenmoment in sich, das den für den Frieden sprechenden Gründen der Vernunft entgegenwirkt. Das neue Jahr wird uns vielleicht auch einer Klärung der hier angedeuteten Probleme des pazifischen Raums näher bringen. Dr. Fr. W. Lange. Oer soziale Friedensvertrag. Mit beschwörenden Worten hat der französische Ministerpräsident ChFutemps die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände noch einmal aufgefordert, sich miteinander zu vertragen, wenn anders nicht die französische Sicherheit zum Teufel gehen soll. Die Gedankengänge, die der Ministerpräsident in seinem Appell entwickelt hat, klingen uns Deutschen merkwürdig vertraut In unsere Sprache übersetzt, bedeuten sie nichts anderes als die Aufforderung, jegliches Grupveninteresse dem Gesetz des Staates, dem Wohl der Volksgemeinschaft unterzuordnen. Dieses Prinzip des gesetzlich verankerten Sozialfriedens, das der Nationalsozialismus seit einigen Jahren verwirklicht hat, ist für das liberalistisch-kapitalistische Frankreich eine unerhörte Neuerung Denn hier galt bisher im wirtschaftlichen und sozialen Bereich jenes freie Spiel der Kräfte, das die staatliche Wirtschaftslenkung auf ein Mindestmaß beschränkt und das als Hauptvorzug demokratischer Verfassung gepriesen wurde. Heute steht auch Frankreich vor der Tatsache, daß diese Ideologie zusammengebrochen ist und keine praktische Bedeutung mehr haben darf, wenn nicht alles drunter und drüber gehen soll. Es ist nun die große Frage, ob der sozialpolitische Kurswechsel, den Chautemps vorgeschlagen hat, nach dem heutigen Stand der Dinge in der Dritten Republik auch durchzuführen ist. Wir Deutschen kön- ney das Vorhaben des französischen R^gierungsfüh- rers nur begrüßen, weil ein sozial befriedetes Nachbarland für Deutschland wichtiger ist als ein von revolutionärer Unruhe erfüllter Staat, der in außenpolitischen Abenteuern eine Entlastung für seine inneren Mißerfolge sucht. Aber wir müssen leider auch unserer Skepsis Ausdruck geben, ob in Frankreich die Voraussetzungen für den Abschluß eines sozialen Friedensvertrages heute bereits vorhanden sind. Das Echo, das der Appell des französischen Ministerpräsidenten in der Pariser Presse gefunden hat, ist schon nicht sehr vielversprechend. Mit kleinlicher, eigensüchtiger und opportunistischer Kritik sieht man an der hohen Idee des Arbeitsfriedens vorbei und hat nur Augen für den eigenen Vorteil. Ja, man kann fast sagen, daß der Geist des Klassenkampfes in Frankreich heute stärker ist als je zuvor. Denn die Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, die in früheren Jahren mehr um wirtschaftliche Dinge gingen, haben neuerdings eine scharfe politische Note, seit dem Abschluß des französisch-sowjetrussischen Paktes sogar eine außenpolitische Note bekommen. Die französische Einheitsgewerkschaft CGT ist seit ihrem Zusammenschluß mit dem kommunistischen Gewerkschaftsverband im März 1936 immer mehr politisiert worden, und zwar im Sinne Moskaus. Die früher ziemlich bedeutungslosen kommunistischen GewerkschaftSdonzen besetzten innerhalb der neuen Einheitsgewerkschaft eigen Posten nach dem andern, sie' bestimmen heute fast ausschließlich die Politik der CGT. Der bekannte Iouhaux, der einst als der mächtigste Mann im französischen Sozialkampf galt und auch heute noch der Führer der CGT dem Namen nach ist, spielt in Wirklichkeit nur noch die Rolle eines Paradepferdes, das von Moskau vorgeschoben wird, um die Sowjetisierung der französischen Gewerkschaften nicht so deutlich in Erscheinung treten zu lassen. Jouhaux, der kürzlich längere Zeit in Moskau zugebracht hat, läßt seitdem eine völlig veränderte Auffassung erkennen. Er, der früher die Zweite Internationale gegen das Ueberhandnehmen des kommunistischen Einflusses noch zu verteidigen suchte, ist nunmehr einer der Haupteinpeitscher der Komintern und ihrer Politik geworden. Dazu kommt ein weiterer Umstand, der unsere pessimistische Ansicht über die sozialen Friedensbestrebungen in Frankreich rechtfertigt. Seit dem Beginn des Volksfront-Experiments ist nämlich die Mitgliederzahl der CGT von 1,2 Millionen auf nunmehr fast 5 Millionen gestiegen, d. h. aber zugleich, daß die k o m m u n i st i s ch e Macht sich in demselben Maße verstärkt hat. Der französische Durchschnittsarbeiter, der in der CGT organisiert ist, ist zwar deshalb noch lange kein waschechter Kommunist, aber er durchschaut auch nicht das teuflische Spiel, das die roten Agitatoren mit ihm treiben. Gerade die letzten Streikunruhen haben gezeigt, daß die kommunistischen Führer die Macht, Die sie auf die kurzsichtige und gutgläubige Masse der französischen Arbeiter ausüben, rücksichtslos einzusetzen gewillt sind für die Ziele, die Moskau im Auge hat. Daß diese Ziele im schroffsten Widerspruch zu den Bemühungen des Ministerpräsidenten Chautemps stehen, braucht nicht näher erläutert zu werden. Es fällt schwer, unter diesen Umständen an einen Erfolg des Appells zu glauben, den Chautemps an das schaffende französische Volk gerichtet hat. Heinrich Evers. Chautemps fordert freimütige Au Sprache. Paris, 7. Januar. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps hat Arbeitgeber, und Arbeitnehmerverbände für Mittwoch zu einer Aussprache eingeladen. In dem Schreiben an den Arbeitgeberverband jagt .Chautemps, & pMe. daß von den Athen, 7. Jan. (DNB.) Griechenland stand ganz im Zeichen der bevorstehenden Hochzeitsfeier- lichkeiten. Prinzessin Friederike wurde bei einem Spaziergang, den sie durch das reichgeschmückte Athen mit . ihrem Verlobten und ihren Eltern unternahm, von der Bevölkerung überall herzlich begrüßt. Am Abend fand ein Essen zu Ehren der Prinzessin Friederike und ihrer Eltern statt. Nachmittags trafen neben anderen ausländischen Ehrengästen der Herzog und die Herzogin von Kent und Prinzregent Paul von Jugoslawien mit Prinzessin Olga ein. Beim Hofmarschallamt gehen die ersten Hochzeitsgeschenke aus dem Auslande ein, von Staatsoberhäuptern, Botschaftern und Gesandten sowie von den griechischen Kolonien in anderen Hauptstädten. Aus dem Inland senden zahlreiche Orga- Arbeitgebern die ständigen Streiks, das ungesetzliche. Vorgehen und der politische Charakter vieler Ausstände stark mißbilligt werde. Er, höre aber auf der anderen Seite auch die Klagen der Arlwit- nehmerverbände wegen des Widerstandes der Arbeitgeber gegen die Erneuerung der Rahmenarbeitsoerträge und gegen die Durchführung der Schiedssprüche. Statt diese Kämpfe, die a u f K o - st en der nationalen Belange gingen, andauern zu lassen, wolle er Arbeitgeber- und Arheitnehmervertreter zu einer freimütigen, umfassenden Aussprache zusammenführen. Hierbei sollten Maßnahmen zur Verhütung und Mäßigung von Streitigkeiten, sowie Vorkehrungen für ihre rasche, gerechte und friedliche Lösung, falls sie doch ausbrechen, besprochen werden. Wenn der Arbeitgeberverband auch so denke, möge er Vertreter zu der Besprechung entsenden, zu der auch Vertreter der CGT.-Gewerkschaft und des an der Erzeugung beteiligten Mittelstandes (kleinere und mittlere industrielle und Technikerverbände) 'eingeladen sind. Eine höfliche, freimütige wechselseitige Aussprache unter Beteiligung der Regierung müßte die Möglichkeit bieten, „die Ursachen der jetzigen Gegensätze klar herauszuarbeiten und in gemeinsamer Verständigung ein neues Arbeitsrecht auszuarbeiten, daß die Vorbedingung des sozialen Friedens und des allgemeinen Wohlstandes fei." 3m Gowjet-Oorf fehlt es am Nötigsten. Moskau, 6. Jan. (DNB.) Der ungeheure Mangel an Waren aller Art, die ' n den Kol - chos-Dörfern der Sowjetunion herrscht, ver- anlaßt die „Leningradskaja Prawda" zu einem geharnischten Angriff gegen die ländlichen Handelsorganisationen. Der Artikel beweist, daß der Sowjetbauer heute, abgesehen von dem Geldmangel, auch aus dem Grunde nichts kaufen kann, weil nichts vorhanden ist. Das Blatt sagt, daß sein Vertreter im Leningrader Bezirk 2 0 staatliche ’Dorfläben besucht habe. In 13 von ihnen gab es kein Salz, in 18 fehlte Zucker, in 16 Seife. Wurst gab es nur in 2 von 20 Läden und in der überwiegenden Mehrzahl aller Läden fehlten Streichhölzer, Konserven, Backwaren, Soda und anderes. Dafür habe man in diesen Läden m einem Jahr 1Q4H1ÜQ Üiuiißl ßßfUüUeut. Betrüger nifationen, Städte und Dörfer Geschenke vielfältiger Art. Der griechische Ministerpräsident M e! t a j a s beging am Freitag seinen Namenstag und war Gegenstand zahlreicher Ehrungen. In der Athener Kathedrale wurde in Anwesenheit der Regierung und einer zahlreichen Menge ein feierliches Tedeum zu Ehren Metaxas abgehalten. Unser Bild zeigt die Ankunft der Prinzessin Friederike JÖuife in Athen. Nach Begrüßung durch den König besteigt die Prinzessin das Auto. An der Seite ihres Verlobten, des Kronprinzen Paul, und ihrer Schwiegermutter hielt Friederike Luise dann durch die von Tausenden jubelnder Athener umsäumten Straßen ihren Einzug in die griechische Hauptstadt. (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst-M.) und Diebe säßen in den Verkaufsstellen die die festgesetzten Preise aus eigener Machtvollkommenheit um,bas Vierfache erhöhten Es gäbe auch gelegentlich Kontrollen. Aber die sogenannten Prüfer blätterten nur mit gelangweilten Gesichtern die Mappen durch, zeigten sich auf den Straßen der Dorfbevölkerung und verließen dann wieder die Stätte ihrer Tätigkeit. Das Kolchos-Dorf aber bleibe weiter ohne Warendes täglichen Bedarfs. Oie Konferenz von Budapest. Anfang nächster Woche findet fn Budapest eine Besprechung der Außenminister bzw. Ministerpräsidenten Italiens, Oesterreichs und Ungarns statt. Zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn besteht das in den „Römischen Protokollen" mebergelegte Dreierabkommen vom Februar 1934, das seither auch schon erweitert worden ist. Das Abkommen hat zunächst die wirtschaft- lichen Beziehungen der drei Staaten wesentlich gefördert und insbesondere die Ausfuhren Oesterreichs und Ungarns nach Jtälien kräftig in die Höhe gebracht. Aber das Abkommen hatte immer auch -eine politische Bedeutung. Es war ursprünglich eine Art Gegengewicht gegen den Balkanbund (Rumänien, Südslawien, Griechenland und Türkei). Inzwischen sind gründliche Wandlungen eingetreten. Südslawien hat eine Verständigung mit Bulgarien gesucht und auch sein Verhältnis mit Italien bereinigt. Gerade in den letzten Tagen ist R u m ä n t en nachgefolgt. Der überaus freundliche Briefwechsel zwischen Goga und Mussolini, die Anerkennung des ost'afri- kan'ischen Imperiums Italiens und die Ernennung eines rumänischen Marine-Attaches in Rom legen Zeugnis ab Inzwischen hat sich auch das Verhältnis Italiens zu Deutschland gründlich gewandelt; die Achse Berlin — Rom hat starken Bewährungsproben getrotzt und erscheint auch einem mißgünstigen Auslande immer -tärfcr als eine Wirklichkeit, die nicht zu übersehen ist. Die Reden des Führers und des Duce auf dem Berliner Maifeld finden jetzt ihr Gegenstück in der nachdrücklichen Erklärung der italienischen Presse, daß im Donauraum nichts ohne Deutschland geschehen könne. Im Zuge dieser Entwicklung ist zwischen Südslawien und Ungarn eine Fühlungnahme erfolgt, die auch die ungarische Minderheit m Südslawien umfaßt; eine ganä ähnliche Entwicklung istUngsrg und Rumänien denkbar, besonders nachdem der neue rumänische Ministerpräsident aus seinem klaren und überzeugten Nationalismus heraus auch die Ächtung der in Rumänien lebenden Minderheiten versprochen hat. Die Gegenstände der Budapester Beratungen sind also erheblich. 7SJahre Höchster Farbwerke. Höchst hatte am Freitag zu Ehren der aufs engste mit ihm verbundenen Farbwerke, die auf ein 75- jähriges Bestehen zurückblicken können, reichen Flaagenschmuck angelegt. Mehr als 8000 (Befolg» schaftsmitglieder des Werks Höchst der IG. Fa.rbenindustrie hieß in dec Stickstoffhalle des Werks der Betriebsführer Dr. Hermann willkommen, ebenso die Nachfahren der Gründerfamilien und die Gäste. Anläßlich des Jubiläums erhielt jedes Gefolgschaftsmitglied ein Buch über die Arbeit des Werkes und eine Erinnerungsmedaille. Weiter wurden 500 000 Mark für die Errichtung eines Feierabendhauses, Das gleichzeitig dem Betriebssport dienen soll, sowie erneut 150 000 Mark und damit insgesamt 500 000 Mark für ein Schwimmbad im Stadtteil Höchst, und schließlich jedem Gefolgschaftsmitglied eine geldliche Zuwendung gegeben. — Die Geschichte des Werks wurde von Dr. Gustav von Brüning, einem Enkel aus der Gründerfamilie, eingehend bargelegt. Die Zahl ber Arbeiter, bie bei der Gründung des Werks im Jahre 1863 sieben betrug, ist ä u f annähernd 1 0 000 angewachsen. Das Werk ist so vielgestaltig in seiner Produktion wie kaum ein anderes im Konzern. Gauleiter Sprenger überbrachte den Höchster Farbwerken seine Glückwünsche und die Grüße des Gaues. Er erinnerte daran, baß die Betriebsführung von jeher ein gutes Herz für die sozialen Belange ihrer Gefolgschaft hatte und besonders mitarbeitete auf dem Gebiet der Werkssiedlung. Man finde auch heute in Höchst die Meister der Tat und der Menschenführung. Hier in den Höchster Farbwerken mitarbeiten zu können, müsse jedes Gefvlg- schaftsmitglieb mit Ehre und Stolz erfüllen, denn diese Arbeit sei getragen von dem Geist der sozialistischen deutschen Wirtschaft. Die Stadt Frankfurt überreichte durch den Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs der Betriebsführung eine Ehrenurkunde. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Walther vom Rath überbrachte den Dank der Zentralverwaltung der IG. Farbemndustrie für die wertvolle Mitarbeit der Betriebe. Abiturientinnen und Arbeitsdienst. Keine Zulassung zum Studium ohne Arbeitsdienst. München, 7. Jan. (DNB.) Die Reichs- studentenführung gibt bekannt: Alle Abiturientinnen von Ostern 1938, die studieren wollen, sind verpflichtet, vor Beginn des Studiums einen 26wöchigen Arbeits- b z w. Ausgleichsdienst zu leisten. Der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend hat sich verpflichtet, sämtliche Abiturientinnen, die zu studieren beabsichtigen, am 1. April 1938 zu einer halbjährigen Arbeitsdienstzeit heranzuziehen. Die Meldung hat bis spätestens 25. Januar 1938 bei den zuständigen Bezirks- It eil en des Reichsarbeitsdienstes, Arbeitsdienst für die weibliche Jugend, zu erfolgen, und zwar unter Ausfüllung des bei der Polizeibehörde erhältlichen Anmeldeformulars, dem außer Geburtsschein, polizeilichem Führungszeugnis, polizeilicher Meldebescheinigung und zwei gleichen Lichtbildern hinzuzufügen sind: eine Bescheinigung des Schulleiters, daß die Antragstellerin zur Reifeprüfung zugelassen ist, eine Bescheinigung des Erziehungsberechtigten, daß er mit der Absicht der Antragstellerin, zu studieren, einverstanden ist. Die Einberufung ergeht von den Bezirksstellen an die Abiturientinnen direkt. Die Papiere derjenigen Abiturientinnen, deren Arbeitsdienstuntauglichkeit sich bei der ärztlichen Untersuchung des Arbeitsdienstes herausstellt, werden durch die Bezirksleitung des Arbeitsdienstes an die Reichsstudentenführung zur Einberufung in den Ausgleichsdienst weitergegeben. Diejenigen Abiturientinnen, bei denen von vornherein feststeht, daß sie nicht arbeitsdienst- tauglich find, müssen bis zum gleichen Termin (25. Jan. 1938) dieselben Papiere und ein amtsärztliches Attest an das Referat Arbeitsund Ausgleichsdienst für Studentinnen, München, Karlstraße 16, einreichen. Die Einberufung in den Ausgleichsdienst erfolgt durch die Reichsstudenten- führung. Ehrenurkunde der DAF. MW m F M 1 jj, W Für langjährige Mitarbeit in einer Betriebsgemeinschaft überreicht die Deutsche Arbeitsfront in Anerkennung der Verdienste diese Urkunde. Bei vierzig^ jähriger Betriebszugehörigkeit wird diese Urkunde vom Reichsorganisationsleiter Dr. Ley selbst unter- üeichnet, -- MesteanU der DW. = Scherl-W^l . Arbeitseinsatz der Krau der 7,93 7,56 Der fängnis und zu des von liche sechs 3. Dez. 1936 Mill. Stück 25,86 find in zwei Lesungen durchberaten, so daß der Abschluß der Ausschußarbeiten- in Kürze in Aussicht steht. Don den Gesetzen, die zur Ergänzung dieser drei großen Gesetze dienen, ist der Entwurf 10,01 4,12 0,98 0,20 der ____ch t abschließen soll zur uedermittlung an die französische und britische Regierung im Laufe der nächsten 14 Tage. Dan Zeeland stimmte zu, daß der Bericht veröffentlicht werden kann, sobald die französische und britische Regierung Gelegenheit gehabt haben, ihn zu erwägen. zutreten. Die Ankündigung hat die Juden zu „Protesterklärungen" auf den Plan gerufen. Der Präsident der „Union österreichischer Juden", Oppen- h e i m er, meint im .Wiener Tag", die Entschlüsse des Grafen. Thurn-Valsassina widersprächen der österreichischen Verfassung und den Gesetzen über die Einrichtung des österreichischen Jungvolks. Er werde bei der Leitung des Oesterreichischen Jungvolks, die aus "Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Un- t^rrichtsminister Pernter und Staatssekretär Zer- natto besteht,. P r o t e st einlegen. Bericht verzeichnet ein Todesopfer und s ch'w e r v e r l e tz t e Personen. Kunst und Wstsenschast. Führer besucht das Münchener Gastspiel der Die Gchweinezahtung. Weitere Steigerung der Nachzucht erforderlich. gische Ministerpräsident van Zeeland hatte eine vierstündige Unterredung mit Ministerpräsident Chamberlain. Eine amtliche Mitteilung besagt: Van Zeeland war von dem Wunsche beseelt, mit dem Ministerpräsidenten in persönliche Fühlung zu treten, um seine Ansichten über die Aussichten auf ein internationales Vorgehen a u f Wirtschafts- uund Finanzgebieten kennen zu lernen, bevor er seinen Bericht über die Mission schließt, mit der er von der französischen Gesamtbestand darunter: Schlachtschweine (über xk Jahr alt) Jungschweine: (8 Wochen bis noch nicht Vs Jahr alt) Ferkel unter 8 Wochen trächtige Sauen x davon Jungsauen Während der Rückgang Katzenjammer hinter der Maginot-Linie. Der Länge nach zieht sich durch Elsaß-Lothringen die Maginot-Linie, jenes große Befestigungswerk, das mehrere Stockwerk tief in die Erde hineinreicht, mit schwersten Geschützen bestückt ist und so beschaffen sein soll, daß es niemals eingenommen werden kann. Zu dieser Befestigung gehören zahllose Garnisonen, die aus dem Innern Frankreichs an die Ostgrenze vorgeschoben worden sind. Und schließlich lebt Elsaß-Lothringen unter einer Axt Ausnahmezustand, der'mit dem Charakter des Landes als Bettung für die Verteidigungsanlagen zusammenhängt. Schon aus diesen wenigen Tatbeständen geht hervor, wie unangenehm das Dasein der Bevölkerung Elsaß- Lothrings ist, die zudem noch von Paris her über die Schulter angesehen wird und der man bei jeder Gelegenheit zu verstehen gibt, daß sie, da sie eine deutsche Volksgruppe darstellt, in der französischen Volksgemeinschaft nur eine minderberechtigte Rolle spielen kann. Gegen diese Rolle setzen sich die Elsaß-Lothringer seit dem Tage des pomphaften Einzugs französischer Truppen in Straßburg und Mülhausen zur Wehr. Eben erst hat die Elsaß- Lothringische Landespartei dem Zorn der Bevölkerung über das Verhalten der Franzosen Ausdruck verliehen. In einer längeren Erklärung stellt sie fest, daß Elsaß-Lothringen hinter unübersteigbaren Zollmauern und Festungswänden wirtschaftlich verkümmere, daß Frankreich auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet seine Assimilierungspolitik fortsetze und daß die Ungerechtigkeit des Schulsystems geblieben ist. Wieder Kühe und Ordnung in Tsinanfu. Peking, 7. Jan. (DRB.) Die Eisenbahnverbindung zwischen Peking und Tsinanfu, der kürzlich von den Japanern besetzten Hauptstadt der Provinz Schantung, ist in vollem Anfänge wieder in Betrieb. Lediglich der Uebergang über den Hoangho muß durch Fährboote bewerkstelligt werden, da die große Eisenbahnbrücke stark beschädigt ist und für lange Zeit unbenutzbar sein wird. In der Stadt ist wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt. Die Wasser- und Elektrizitätswerke arbeiten normal. Das deutsche Konsulat ist unbeschädigt. Die Angehörigen der deutschen Kolonie, darunter zehn Frauen und drei Kinder, sind wohlauf. Das deutsche Eigentum blieb von den Kriegsereignissen völlig unberührt. Kleine politische Nachrichten. Die Feier der Grundsteinlegung der 10 Adolf-Hitler-Schulen in Waldbrühl wird am 15. Januar in der Zeit von 15.00 bis 15.30 Uhr vorn Reichssender Köln als Reichssendung a u f alle deutschen Sender mit Ausnahme des Deutschlandsenders übertragen. * Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ist auf der Rückreise von einem Ferienaufenthalt i n.S i z i l i e n am Freitag in R o m eingetroffen. Der Reichsarbeitsminister hat zum dritten Male aus der von ihm bei der Rückgliederung der Saar für die Kriegsopfer errichteten Saarspende 10 000 Reichsmark zur Verfügung gestellt. Hieraus werden am 13. Januar in Erinnerung an die Abstimmung von 1935 im Saarland einmalige Geldspenden an bedürftige Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene überwiesen werden. Der Earl of Athlone, der Bruder der Königinmutter Mary von England, wird möglicherweise Saudi-Arabien auf Einladung König Ibn Sauds besuchen Dieser Besuch würde der erste sein, den ein Mitglied der englischen Königsfamilie Saudi-Arabien abftattet. Der französische Ministerpräsident Chautemps und Außenminister D e l b o s sind v o m P a p st mit dem Großkreuz des Ordens Pius IX. Ausgezeichnet worden. Den Orden vsm Heiligen Sylvester erhielten eine Reihe anderer Minister. Nach dem nationalen Heeresbericht konnte auch am Freitaa eine starkbefestigte bolschewistische Stellung an der Teruel-Front erstürmt werden. Mehrere mit zahlenmäßig bedeutend überlegenen Kräften und Unterstützung von Tanks durchgeführte Gegenangriffe der Bolschewisten wurden blutig zurückgewiesen. , ( Aus aller Welt. Gefängnisstrafe wegen fahrlässiger Tötung und Führerflucht. Eine schnelle Sühne fand die rohe Tat des Kraftfahrers, der, wie gemeldet, am Silvestertage einen Mann bei Trebnitz überfahren und in den Straßengraben geworfen hatte. Das Schöffengericht in Oels verurteilte den Täter Erich B a r t n i ck wegen fahrlässiger Tötung und wegen Führerflucht zu einer Gesamtstrafe von 7 Monaten Gefängnis. Ferner wurde Haftbefehl erlassen. Die Beweisaufnahme ergab, daß außer dem Angeklagten auch der Getötete unter alkoholischem Einfluß gestanden hatte. Ferner war der Verunglückte ohne Licht auf seinem Fahrrad gefahren. Der nAgeklagte war noch -Nicht einschlägig vorbestraft und geständig. Schiffszusammenstoh auf der Weser. Auf der Weser stieß der amerikanische Dampfes „Saccarappa" mit dem Tankdampfer „I. A. Mo- winkel" im dichten Nebel zusammen. Die Kollision war so heftig, daß die „Saccarappa" a u f S t r a nd gesetzt werden mußte, da zwei Räume undicht geworden waren. Der Tankdampfer wurde nur leicht beschädigt. Die Suche nach dem vermißten USA.-Bombcr. 35 Kriegsschiffe und etwa 300 Marineflugzeuge suchten am Freitag im Pazifik auf einem Gebiet von rund 60 000 Quadratmeilen vergeblich nachdem seit Mittwoch vermißten Marine-Bomben-Flug- zeug. Das Flugzeug, das eine siebenköpfige Besatzung hatte, .ist einer der neuesten Luftkreuzer und gehörte einem der Aufklärungsgeschwader an, die an den Flottenmanövern teilnahmen. Die Suche forderte bereits ein Todesopfer. Ein Marineflieger stürzte aus elftem vorn Kreuzer „Chikago" geschleuderten Flugboot und ertrank. Straßenbahnungtück in Prag. Auf dem Siegesplatz in Prag-Dewitz ereignete' sich ein schweres Straßenbahnunglück. Der Motorwagen eines aus drei Wagen bestehenden Zuges geriet ins Schleudern, entgleiste und fuhr mit großer Heftigkeit gegen einen eisernen Straßenmast. Das Dach und die Plattform wurden abgerissen, und der Wagen selbst stürzte um. Der amt- Leistungsfähig sein, vorankommen, mehr verdienen, dazu braucht man gutes Sehen! Oder die tadellos angepaßte Brille von (g^D Optiker ßpl| r a.Bahnhof vClIvl Liefet ant auch Ihrer Kra nkenkasse Hamburg, 7. Jan. (DNB.) In dem Prozeß gegen den Juden Arnold Bernstein und mehrere seiner Direktoren und Angestellten, die des Volksverrats und des Vergehens gegen die Devisen-, bestimmungen angeklagt waren, wurde nach mehrwöchiger Verhandlung vor dem Hanseatischen Son- dergericht das Urteil gefällt Es wurden verurteilt Bernstein zu zwei Jahren sechs.Monaten Zuchthaus und zu einer Geldstrafe von ^^r Millwn Reichsmark, G u p e l zu zwei Jahren sechs Monattn Ge- Oie Reform -es Strafrechts Oer Stand des Gesehgebungswerkes. 10,94 5,21 1,20 0,29 trächtigen Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes hatte die Schweinezählung vom 3. Dezember 1937 folgendes Ergebnis: Altersklassen: 3. Dez. 1937 Mill. Stück 23,83 Das Jahr 1938 wird auf dem Gebiete des Strafrechts voraussichtlich eine Reihe von grundlegenden Aenderungen bringen. Der Entwurf ves neuen Strafgesetzbuches liegt feit Dezember beim Reichskabinett, das sich in vier Sitzungen mit mm befaßt hat. Der allgemeine Teil und ein großer Xetl des besonderen Teils ist durchberaten. Der Abschluß der Beratungen ist für das neue Jahr zu erwarten. Mit dem Jnkrafttretn des neuen materiellen Strafrechts aber sind auch auf dem Gebiet öes formellen Rechts weitere Reformen verbunden. Der zuständige Abteilungsleiter des Reichsjustiz- minifteriums gibt über den gesamten Aufgabenkreis m der „Deutschen Justiz" einen guten Ueberblick. Da ist zunächst die künftige Strafverfahren sordnung. Die für sie eingesetzte Kommission hat ihre Arbeiten vor einem Jahr begonnen und unter Zugrundelegung des von einer kleinen Vorkommission ausgestellten Vorentwurfes den ganzen Stoff durchberaten. Sie hat im November die erste Lesung beendet. In enger Verbindung damit steht der Entwurf einer sie ergänzenden Friedensrichter- und Schiedsmann-Ordnung, die vom Ausschuß im Dezember in erster Lesung tzurchberaten wurde. Der Beginn bet zweiten Lesung der Strafoerfahrensordnung ist für Ende Februar festgesetzt. Der Abschluß der gesamten Ausschußarbeiten ist noch für das Jahr 1938 zu erwarten. Der dritte große Gesetzentwurf, das neue Straf- vollstreckungsgefetz, ist im vergangenen Jahr ebenfalls gefördert worden. Der jetzt mit feiner Aufstellung betraute amtliche Ausschuß hat seine zweite Lesung beendet. Auch die zur Ergänzung des verhgltnismäßig knapp gehaltenen Gesetzes bestimmten umfassenden Ausführungsanweisungen Piermieten und Provisionszahlungen gebildet wurde. Auf diesem Konto wurden unter Umgehung der deutschen Devisenbestimmungen ohne Genehmigung Zahlungen im 2ku slande für Bernstein geleistet. Obwohl den Besitzern geheim gehaltener Auslandguthaben Straffreiheit zu- gesichert worden war, wenn sie diese Beträge ordnungsmäßig den zuständigen Behörden anzeigten, hat Bernstein trotzdem sein enormes Auslandguthaben verschwiegen und damit ein Verbrechen gegen das Dolksoerratsgesetz begangen. Hinricktung eines Landesverräters. Die Ju st izpresse stelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der am 3. Sept. 1937 vorn Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu lebenslänglichem Ehrverlust verurteilte 30jährige Herbert G a j e w s k i aus Schneidemühl ist Freitagmorgen hingerichtet worden. Als Gajew- fki bei feinen im Ausland lebenden Verwandten zu Besuch war, wurde er von diesen mit einem „reichen Erbonkel" bekanntgemacht, der ihn in den nächsten Tagen in großzügiger Weise freihielt und unter dem Vorwand ausfragte, Nachrichten für eine deutschfreundliche Zeitung zu sammeln. Als der Fremde so das Vertrauen des Verurteilten erworben hatte, offenbarte er sich ihm als Agent de» ausländischen Spio - nagedienstes. Anstatt nunmehr sofort alle 23e/ Ziehungen zu dem Agenten abzubrechen und nach seiner Rückkehr nach Deutschland alsbald Anzeige zu erstatten,.hielt der Verurteilte auf das Drängen des Agenten und aus Geldgier die Beziehungen zu diesem ein Jahr lang aufrecht und suchte dessen Aufträge, die wie Üblich, mit einem harmlosen Probeauftrag begannen und dann immer verfänglicher wurden, auszuführen. So wurde der Verurteilte zum Landesverräter. Für feinen schmählichen Treubruch gegenüber Führer und Volk hat ihn jetzt die verdiente Strafe ereilt. Amerikas neuer Botschafter in Berlin. Washington, 7. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt ernannte den bisherigen Chef der politischen Abteilung des amerikanischen Außen- amtes Ministerialdirektor Hugh. Wilson zum Botschafter in Berlin. Wilson, der in der zweiten Januarhälfte feinen neuen Posten antreten wird, gilt als einer der fähigsten und erfahrensten amerikanischen Berufsdiplomaten. — Roosevelt ernannte ferner den bisherigen Leiter der Bundes- fchiffahrtsbehörde Kennedy ■gum Botschafter in London und den bisherigen Gesandten in Ottawa Norman Armour zum Botschafter in Santiago de Chile. Der Präsident teilte ferner mit, daß er zu Anfang des Sommers den bisherigen Botschafter in Moskau Daries zum Botschafter in Brüssel ernennen werde. Van Zeeland bei Chamberlain. London, 7. Jan. (DNB.) Der ehemalige beb zu einem Jahr Drei iixonaien Reichsmark Geldstrafe und Grün s eid zu zwei Monaten Gefängnis. Meyer und Gottschalk wurden freigesprochen. Bernstein werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren aberkannt. Bernstein und Wolff wird die Schutz- und Untersuchungshaft auf die Strafe an gerechnet Die gegen Grunfeld festgesetzte Strafe gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Bernstein hatte 1919 die Beteiligung an einem kleinen Küstendampfer übernommen. .Er verstand es, den Betrieb zu einem großen Schlsfahrtsunter- nehmen mit internationalen Finanzverstechtungen zu entwickeln, bas Ichlietzlich ioflar Red Star Linie übernahm. Diese internationalen Verbindungen hat sich Bernstein nun zunutze gemacht, um die deutschen Devisenbestimmungen zu umgehen. Offenbar wurde Sernftctn der Boden zu heiß, er beabsichtigte, am 1. 1937 den Hauptteil feines Betriebes ins Ausland zu verlegen, um sich dem Zugriff der deutschen Behörden zu entziehen. Den Kernpunkt der Anklage bildete die Schaffung eines Geheimfonds im Auslande dessen Beträge in die Hunderttausende von Mark gingen. Bernstein hatte auf Grund persönlicher Abmachungen bei der Neuyorker Agentur diesen Geheimfonds angesammelt, der aus angeblich hohen V. A. Der mit Hinblick auf den Facharbeitermangel heute verstärkte Einsatz der Frau in die gewerbliche Berufsarbeit, darf nach einem Aufsatz des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, Geheimrat Syrup, nicht zu einer m 6 i ter en Verminderung der weiblichen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, der Hauswirtschaft und in den Sozialberu- f e n führen, denn in diesen Bereichen sind vor allem die der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit der Frau angepaßten Betätigungsmöglichkeiten gegeben. Auch für Mädchen, die sich gewerblichen Berufen zuwenden wollen, fei eine vorhergehende einjährige Betätigung in diesen Frauenberufen wichtig. Die Landwirtschaft müsse aber, so schreibt Präsident Syrup weiter, selbstverständlich alles tun; um den Anreiz zum Uebergang der Frau in die städtische und gewerbliche Arbeit auszugleichen. Es müsse sowohl die Lohnfrage, als auch die Frage der Arbeitserleichterung durch Maschinisierung des bäuerlichen Hausbetriebes einer Prüfung unterzogen werden. Ferner fei eine bessere Freizeitgestaltung anzustreben. Auch die Maßnahmen zur Erleichterung der Eheschließung und zum Wohnungsbau sind geeignet, die Abwanderung Frauen vom Lande zu stoppen. Sauen gegenüber dem Vorjahr bei der Septemberzählung 22,2 v. H. betrug, beläuft er sich bei der Dezemberzählung nur noch auf 18,3 v. H. Wenn sich hieraus auch die ersten Anzeichen einer günstigeren Entwicklung erkennen lassen, so ist doch zu beachten, daß die Zahl der trächtigen Sauen auch jetzt noch beträchtlich unter derjenigen liegt, die notwendig ist, um die Schweinefleischversorgung in Zukunft sicherzustellen. Es ist daher dringend erforderlich, die Nachzucht weiter zu steigern, zumal sich die Futterlage im laufenden Wirtschaftsjahr durch die Rekordernte an Kartoffeln und Rüben wesentlich gebessert hat. Internationale Handwerksausstellung in Berlin. Vom 28. Mai bis 10. Juli 1938 findet in Der- lin eine internationale Handwerksausstellung fcptt, an der sich mehr als 30 Länder beteili- g e werden. Der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Paul Walter, skizzierte vor Pressevertretern den Aufbau dieser Ausstellung, zu der die Vorbereitungen bereits in vollem Gange sind. Die architektonische Gestaltung liegt einem Archi- tekten-Ausschuß ob, der unter der Leitung von Baurat Schulte-Frohlinde steht und dem u. a. Prof. Sagebiel (Berlin), Wiederan- ders (München) und Opgen Orth (Köln) an- gehören. Eine wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft, die für den kulturhistorischen Bereich verantwortlich zeichnet, wird von Prof. Dr. von Seers geleitet. Das große Interesse, das vom Ausland der Ausstellung entgegengebracht wird, zeigt sich bereits in den Besuchen ausländischer Regierungs- und Handwerkerdelegationen, die Wünsche für die Ausstellung äußern. Die Ausstellung ist in eine Reihe von Ha'uptgruppen gegliedert, wie die Kulturhistorische Schau, die internationale Länderschau, die Deutsche Handwerksschau, eine Sonderschau „Das Tischlerhandwerk als Schöpfer einer neuen Wohnkultur", eine weitere Sonderschau, in der die Sieqerarbeiten des Handwerker-Wettkampfes 1937- 1938 zu sehen sein werden, eine internationale Frisur- und Modenschau, sowie eine große Ausstellung von Rohstoffen, Geräten und Hilfsmaschmen des Handwerks. Das Rahmenprogramm ift vielseitig gestaltet. Veranstaltungen, teils in der Deutschlandhalle, teils bei Kroll, teils auf der *Bfaueninfel, werden der Öffentlichkeit starke Eindrücke vermitteln. Auf 20 internationalen handwerklichen Fachkongressen werden bekannte Wlfsenschast- ler und Fachleute des In- und Auslandes über Handwerkerfragen sprechen. Zuchthaus für Volksverräter. ,3um großen Teil so weit gefördert, daß sofort nach der Verabschiedung des Strafgesetzbuches im Reichskabinett die Aufstellung des enbgültigen Entwurfes mfammen mit den Ausführungsverordnungen erfolgen kann. Weiter ist noch zur Ergänzung des Strafgesetzbuches ein besonderes Drbnungsftrafgefetp buch in Vorbereitung, worin das bisherige lieber» tretungsstrafrecht einheitlich zusammengefaßt werden soll. Das Reichsjustizministerium hat den Entwurf bereits fertiggeftellt, der in einem allgemeinen Teil — ähnlich dem allgemeinen Teil des Strafgesetzbuches — und in einen besonderen Teil zerfällt, der vornehmlich auch, die bisher in einzelnen Ländern noch bestehenden Polizeistrafgesetzbücher ersetzen wird. Auch ein Vorentwurf üb$r die Erneuerung des Jugendstrafrechtes und der Jugendstrafgerichtsbarkeit ist fertiggefteüt Er wird einem Ausschuß aus Vertretern der Wissenschaft, der Praxis, der Jugendbewegung und der Wohlfahrtspflege zur Durchberatung 'zugeleitet/ Endlich ist noch em Vorentwurf über ein neues Straf- regifterrecht ausgearbeitet, deren endgültige Gestalt aber von der Verabschiedung der großen Gesetze bedingt wird. eines umfassenden Einführungsgesetzes im Reichsjustizministerium im wesentlichen fertiggestellt. Vorgesehen ist ein großes Rahmengesetz zur Anpassung des gesamten Nebenstrafrechts ' Reiches und Der -Länder, daneben eine Reihe Durchführungsverordnungen. Die Entwürfe find ’s RR! Geldstrafe W o l f f und britischen Regierung beauftragt worden ift. '&»1b«i «Se®* 50Okatan kam überein .baß van Zeeland jetzt seinen fflrunfelb zu zwei Bericht a b s ch l, e tz e n soll zur Ueberm.ttlung OaS „Oesterreichische Jungvolk" soll von Juden gesäubert werden. Wien, 7. Jan. (DNB.) Der Bundesführer des staatlichen Jugendverbandes' „Oefterreichisches Jungvolk",^ Graf Thurn-Dalfaffina, .gab auf einer Arbeitstagung die Erklärung ab, daß jüdi - sch e I u g e n d li ch e in Zukunft nicht mehr im allgemeinen staatlichen Jugendverband verbleiben dürfen,' sondern in einem besonderen Jugendoerband zusammengefaßt werden sollen. Wenn die österreichische Jugend deutsch und sozial gerecht erzogen werden soll, könne ‘ es jüdischen Eltern unmöglich recht fein, ihre Kinder in das „Oesterreichische Jungvolk" zu schicken. Es solle daher ein Verband geschaffen werden, in dem die jüdische Jugend unter sich fei. Das bedeute keinesfalls eine Verletzung der Verfassung, zumal auch den jüdischen Jugendlichen Möglichkeiten offenge- fraiten würden, in die «VaterlgMche Front" eür- Tanzgruppe „Deutsches Opernhaus Vertin". Die Tanzgruppe „Deutsches Opernhaus Berlin" errang bei ihrem dreitägigen Münchener Gastspiel „T a n z u m d i e W e l t" im Theater am Gärtnerplatz den stürmischen Beifall der begeisterten Münchener Kunstgemeinde. Der Aufführung am Freitag wohnte auch der F ü h r ö r mit zahlreichen Persönlichkeiten des Münchener politischen Lebens bei. Die Tanzschau aus 13 Ländern in DriginalEoftümen erregte das Helle Entzücken des bis auf deh^ letzten Platz besetzten Hauses. Die musikalische Leitung hatte Kapellmeister Leo Spies, die Choreographie und Einstudierung besorgte Rudolf Koel - li n g und die Gesamtausstattung stammt vom Reichsbühnenbildner Benno v. Ar ent. Magnesium-Tagung 1938 in Frankfurt. NSG. Im Städtischen Saalbau zu Frankfurt findet dieser Tage die Magnesium-Tagung 19 3 8 statt, die der Verein deutscher Ingenieure im NS.-Bund Deutscher Technik und die Deutsche Gesellschaft für Metallkunde im VDJ. auf Veranlassung des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe durchführen. Die Tagung ift mit einer Magnesium-Ausstellung verbunden, die in den Sälen des Städtischen Saalbaues gezeigt wird. ' Wetterbericht. Von Westen werden weiterhin Luftmassen nach Deutschland geführt, sie bringen unbeständigeres, etwas milderes Wetter, als seither. Dabei wird es in den unteren Lagen unserer Mittelgebirge zu Tauwetter kommen. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt, zeitweise Regenfälle, Temperatur zwischen 0 und plus 5 Grad. Winde um West. Aussichten für Montag: Weiterhin unbeständig, Temperatur wenig geändert. Lufttemperaturen am 7 Januar: mittags —0,7 Grad Celsius, abends + 4,7 Grad; am 8. Januar: morgens + 2,3 Grad. Maximum 1,6 Grad, Minimum 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Januar: abends —0,5 Grad; am 8. Januar: morgens —0,4 Grad. — Niederschläge 2,8 mm. — Sonnenscheindauer 0,5 Stynden. Wintersport-Wetterbericht. Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Schneefall, — 4 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, 20 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. — Hohe- rodskops: Nebel, —3 Grad, 75 cm Gesamtschneehöhe, 20 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: leichter Schneefall, •‘—3 Grad, 90 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, — 5 Grad, 83 cm Gesamtschneehöhe, 25 cm Neuschnee, Ski, Rodel und Eisbahn gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. PZ- Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt her Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universiiätsdruckcrei R. Lange, K °G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. 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Sie waren zusammen- gekommen, um der Welt den „Frieden^zu diktieren Gleich Göttern auf der Erde glaubten sie Weltgeschichte machen und die Kraft des Deutschtums mit einem Federstrich auslöschen zu können Wie jämmerlich ist selbst in einer für menschliches Rechnen kurzen Zeit dieses Geschichtemachen zu Schanden geworden. Wie ganz anders sieht heute die Welt aus, als man es sich damals in Paris vorgestellt hatte. Hätten die „großen Drei" aus der Geschichte gelernt, als sie-Geschichte gestalten sollten, sie hätten durch einen Frieden der Vernunft und Gerechtigkeit ewigen Ruhm zu ernten vermocht. So aber glaubten sie in Selbstherrlichkeit und Ueber- hebung die Welt nach ihrem Gutdünken gestalten zu können. Nur ein Werk der Vergänglichkeit und der Schande hatten sie hierdurch in ihrer Verblendung geschaffen. Das Schicksal hat noch immer die Macht jenen wieder genommen, die sie nicht zum Wohle der ihnen gestellten Aufgabe zu gebrauchen verstanden. Der kurze Abschnitt der politischen Weltgeschichte, den ein Menschenleben umspannt, ist für unsere Generation überreich an Ereignissen und Erfahrungen gewesen. Wie kleinmütig waren manche von uns 1919. Wie stolz dürfen wir heute darauf sein, daß Deutschland wieder eine Großmacht geworden ist. Wenn wir auf den geschichtlichen Zeitabschnitt seit 1919 zurückblicken, dann finden wir das berühmte Wort Bismarcks bestätigt, das lautet: „Irrtümer in der Cabinetspolitik der großen Mächte strafen sich nicht sofort, weder in, Petersburg noch in Berlin, aber unschädlich sind sie nie. Die geschichtliche Logik ist genauer in ihren Revisionen als unsere Oberrechnungskammer". Dieses Wort Bismarcks, das die deutsche Vergangenheit der letzten 20 Jahre mit so greifbarer Deutlichkeit bestätigt hat, wird auch für alle Zukunft seine Gültigkeit besitzen. Das um so mehr, als alle menschlichen Dinge, und die Politik ganz besonders, in ständiger Bewegung sind. Es gibt für sie kein Beharren, keine Erstarrung. Deshalb müssen sie steigen oder sinken, die Bahn nach oben gewinnen oder auf den Weg nach abwärts führen. Gerade diese Erkenntnis ist es, die ufts eine sinnvolle Geschichtsbetrachtung übermittelt. Das alte Athen stand im Jahre 477 v. Chr., als es den attischen Seebund gegründet hatte, auf dem Gipfel seiner Macht. Nur 73 Jahre später, nämlich im Jahre 404 v. Ehr., mußte es sich auf Gnade und Ungnade seiften Feinden ergeben. Das alte Rom hatte im Jahre 168 v. Chr. die Eroberung der Mittelmeerländer vollendet. Nur 35 Jahre später begannen die gracchischen Unruhen und 80 Jahre später, 88 o. Chr., die großen Bürgerkriege. Portugal hatte 1498 den Seeweg nach Ostindien gefunden und damit seine stolze Machtentfaltung als „Königin dreier Erdteile" eingeleitet. Aber 22 Jahre später schon wurden jene ungeheuren Korruptionen in seiner Kolonialverwaltung festgestellt, die den Zusammenbruch dieser damaligen portugiesischen Weltherrschaft verursacht haben. Wahrlich, die geschichtliche Logik ist genauer, aber auch unerbittlicher in ihren Revisionen als die ehemalige preußische Oberrechnungskammer! Wenige Jahrzehnte können genügen, dem Weltbild ein völlig anderes Gesicht zu geben. Wenige Jahrzehnte waren es auch oft in der Weltgeschichte, die uur zwischen dem Gipfelpunkt der Macht eines Volkes und feinem endgültigen Niederbruch lagen. Jede Nation hat deshalb Veranlassung, an einer sinnvollen Geschichtsbetrachtung nicht vorüberzugehen. Die Geschichte ist und bleibt die große Lehrmeisterin der Politik. Wie in der Medizin, als einer Erfahrungswissenschaft, der Arzt nur nach dem Verlauf früherer gleicher Krankheitsfälle und den hierbei gesammelten Erfahrungen zu urteilen und Zu heilen vermag, so bietet für die Geschichte der Gegenwart, die wir Politik nennen, die Geschichte der Vergangenheit den reichen Schatz der Erfahrungen. Bismarck verglich in seiner Rede am 21. April 1887 im Preußischen Landtag die geschichtliche Entwicklung mit einem breiten Strom. „Die ganze Weltgeschichte", sagte er dann, „läßt sich überhaupt nicht machen, auf ihrem Strom kann man ein Staatsschiff steuern, wenn man sorgfältig auf den Kompaß der salus publica (des öffentlichen Wohles) blickt und diesen richtig zu beurteilen weiß." Schon vorher, im April 1869, hatte der Schöpfer des Zweiten Reiches im Reichstag des Norddeutschen Bundes gesagt: „Wir können die Geschichte der Vergangenheit weder ignorieren, noch können wir, meine Herren, die Zukunft machen; und das ist ein Mißverständnis, vor dem ich auch hier warnen möchte, daß wir uns nicht einbilden, wir könnten den Lauf der Zeit dadurch beschleunigen, daß wir unsere Uhren vorstellen... Wir können das Reifen der Früchte nicht dadurch beschleunigen, daß wir eine Lampe darunter halten, und wenn wir nach unreifen Früchten schlagen, so werden wir nur ihr Wachstum hindern und sie verderben. Ich möchte deshalb Ihnen doch mehr Geduld empfehlen, der Entwicklung Deutschlands Zeit zu lassen." Aus diesen Worten Bismarcks spricht seine Ehrfurcht vor der Gewaltigkeit der geschichtlichen Entwicklung, die man nicht „machen", sondern die man nur erfassen kann, um die durch sie gegebenen Möglichkeiten nicht ungenutzt vorübergehen zu lassen. Eine sinnvolle Betrachtung gerade der deutschen Geschichte zeigt uns das Auf und Ab, unter dem unsere Geschichte im Wandel der Jahrhunderte stand. Es liegen zwei Triebkräfte im deutschen Wesen begründet, der Wikingergeist, der in die Weite der Welt treibt und die unendliche Liebe zur Heimat, die in ungezählten Volksliedern ihren tiefsten Ausdruck gefunden hat. Hier haben wir die Gegenpole der deutschen Geschichte, den deutschen Hang zu einem Uftiversalismus und dann die tiefe Empfindung für ein bodenständiges Verwurzeln in der Heimat. Seit den- Kämpfen der Franken und Sachsen sind diese Pole die Triebkräfte deb deutschen Geschichte gewesen, bis der Heimatgedanke im Preußentum seine Stärkung fand und hierdurch das Reich der Deutschen geschaffen wurde. Treitschke spricht davon, wie der Drang in die Weite deutsche Fürstengeschlechter nach ausländischen Kronen greifen und sie dadurch dem deutschen Leben verloren gehen ließ. Dann fährt er fort: „Auch dem Hause Brandenburg sind oftmals lockende Rufe aus der Ferne erklungen: die Herrschaft in Schweden, in Polen, in den Niederlanden, in England schien ihm offen zu stehen. Doch immer hat bald die Macht der Umstände, bald die verständige Selbstbeschränkung des Fürstengeschlechts diese gefährlichen Versuchungen jabge= wiesen ..." Erst mußte die Liebe zur Heimat ihren staatspolitischen Ausdruck in dem Gleichschritt preußischer Regimenter finden, erst mußte dieser Heimat- liebe ein sicherer politischer Rahmen in der Macht des preußischen Staates gegeben sein, ehe der deutsche Hang in die Weite dem Deutschtum nicht mehr zum Verhängnis werden konnte. Aber auch, daß alle politischen Dinge unter dem Gesetz der Entwicklung stehen, daß Bremische Anekdoten. Von Karl Lerbs Der tote Knecht. Als der Bauer Klaus Budelmann in Wörpeberg den neuen Knecht angenommen hatte, mußte er eine Frage beantworten: Wie es denn wohl des Morgens mit dem Aufstehen wäre? Ob es damit sehr genau genommen würde?. Klaus Budelmann sah den Frager ernst an. „Au zustehen brauchst du gar nicht", sagte er. „Du kannst liegen bleiben. Mal hatten wir h'.er einen, der blieb auch liegen. Reineweg hegen bheb der. Abers der is nu tot." „War er denn krank?" fragte der Knecht „Krank war der nid)", versetzte Klaus Budelmann. „Der is verhungert." Hasenhistorie. Der städtische Heidewanderer, der sich im ©nft: Hof „Zu den drei Linden" in Moorbergen zur Rast niederließ, erfreute den Wirt Lüer Seebode durch eine begeisterte und ausführlich begründete Lobpreisung der landschaftlichen Gegebenheiten „Aber", so schloß er einschränkend, „ich habe mich doch darüber gerounbeit, daß hier im ganzen Revier nicht ein einziges Stück Wild zu sehen war. Gibt es hier denn gar feine?" „Och doch", versetzte Lüer Seebode, „früher, da hatten wir dscha so'n Stücker drei, vier Hasen, aber der Dschagdpächter aus Verden, der hat da dscha ümmer auf geschossen, un da sund sie denn dscha schließlich weggegangen." Etwas zum Nachdenken Spät, sehr spät, als der grünsilberne Mond seine Lichtfluten über die Kupferdacher und Spitzgiebel der Altstadt strömen ließ, begaben sich zwei ge etzte und beleibte Bremer Bürger, die Brasil im Mundwinkel, unter traulichen Gesprächen heim. „Heini", sagte der eine, „warum gehst du emklrch ümmer inner Gosse? Da is es doch naß. Fidi", versetzte der andere, „ich weiß dscha auch nid) wie das kömmt. Ich kann auf m Trottoah gehen,, soviel ich will - ich geh ümmer inner GOzzeini", sagte der erste nach kurzem Bedenken, „denn machst du es falsch. Du mußt es machen wie ich. Kuck: Ich geh gleich inner Gosse; denn geh, ich ümmer auf'm Trottoah." Der Poet. Der Sohn einer an sich unbescholtenen, unverdächtigen und daher auf derartige Ereignisse keineswegs gefaßten bremischen Familie hatte das Dichten" angefangen und war daran auf keine Weise zu hindern. Die Tätigkeit, zunächst als zwar unbegreifliche, aber harmlose Absonderlichkeit gewertet, dann als unheimliche geistige Wucherung kopfschüttelnd betrachtet, nahm schließlich einen Umfang an, der zur Güte und zum Erfolg der ange- fertlgten Erzeugnisse in keinem irgendwie meßbaren Verhältnis stand. Die Sache sprach sich natürlich herum. „Was macht denn Ihr Sohn?" wurde der Vater des Poeten eines Tages von einem mit Recht besorgten Freunde gefragt „Och", versetzte der alte Herr mit heiterer Fassung, „der dichtet man ümmer so unter sich weg." Onk.el Schaefer. „In diesem Hause", sagte mein Vaters „wohnt der Mann, der augenblicklich der unglücklichste Mensch in Bremen ist." Es war zuv Zeit des Jahrmarkts, den wir in Bremen Freimarkt nennen, und der Oktoberregen klatschte in den üblichen Güssen vom Himmel; "aber wir blieben doch vor dem Hause stehen, zu nachdenklicher Betrachtung. Ich wunderte mich: Denn da drinnen wohnte Onkel Schaefer, der alte Musikdirektor, der immer in sanfter und milder Zufriedenheit durch die Sttaßen wandelte und jedem von uns Kindern einen liebkosenden Dreivierteltakt auf den Kopf tätschelte. „Nämlich", erklärte mein Vater, „die Orgeldreher, die für die Freimarktstage den Gewerbeschein haben wollen, müssen ihre Instrumente vorher vorführen, und der arme Onkel Schaefer muß sie abhören, alle nacheinander. Höllenqualen müssen das für den Mann fein. Um einen von diesen armen Teufeln abzulehnen, dazu ist er viel zu gutmütig Manche leihen sich auch für das Probekonzert neue Orgeln und ziehen nachher mit fürchterlichen alten Heulkommoden durch die Stadt. Zehn Tage lang muß Onkel Schaefer dann für feine Gutmütigkeit schrecklich büßen, von früh um acht bis abends um zehn. Ich kann gar nicht sagen, wie leid mir der Mann tut." Mit scheuem Blick betrachtete ich das Haus; stumm und grau stand es da, vom Regen uber- ronnen mit geschlossenen Vorhängen. Da drinnen dachte 'ich, hockt Onkel Schaefer in einer dunklen Ecke, hat beide Zeigefinger in den Ohren und stöhnt. Ein Orgeldreher kam durch die Straßen heran; er spielte „Letzte Rose", und nach federn Takt stieß sein Marterkasten einen schrillen Ton aus, der wie der höhnische Freudenpsiff eines trumphierenden Teufels klang. Kleines Fräulein aus Hamburg. Meine Nichte aus Hamburg, eine sehr fertige und selbstsichere junge Dame, kam zum ersten Male nach Bremen und besah sich alles mit der freundlichen und ein wenig wohlwollenden Aufmerksamkeit, mit der sich unsere großen Mithanseaten Bremen zu betrachten pflegen — ich wollte natürlich sagen: früher zu betradjten pflegten. Als wir zwischen Schauspielhaus und Kunsthalle an dem idyllischen grünen Stadtgrabenwinkel vor- überkamen, deutete meine Nichte aus Hamburg mit einer Kopfbewegung auf das mit Seerosen bedeckte verträumte Gewässer und fragte beiläufig: „Ist das die Weser?" Glücklicher Tag. Von MaxZungnickel Sie ist Krankenschwester, lieber die Jugend schon lange hinaus. Und dann die Kranken. Älle ihre Herzensfreude und ihren Herzensglanz, verschenkt sie an die Kranken. Ihre jungen Jahre hat sie schon hingegeben. Jetzt kommen die alten Jahre dran, die Mütterlichkeit, -das Flügelbreiten. Sie hätte gern ein leibliches Kind gehabt, aber sie war ja immer schüchtern und zurückhaltend gewesen. Tanz und Geselligkeit kannte sie nicht. Sie hat ihr Glück versäumt, ober das Glück hat sie vergessen. Seit langen Jahren spielt sie in der Lotterie. Nicht aus Gewinnsucht und Geldfreude. Sie will nur eine Ueberraschung haben Sie wartet auf etwas. Wie auf ein kleines Sonnenglitzern wartet sie. Oft gewinnt sie nichts. Sie ist deshalb nicht böse. Vor jeder Ziehung hat sie das Gefühl, als ob sie vor einer Tür sitzt, die sich auftun will zu einem leuchtenden Garten. Und dann kommt sie mit einem Freilos heraus. War's nicht, als ob die Tür einen winzigen Spalt freigab? Und nach Jahren hat sich die Tür aufgetan! 300 Mark hat die alte Krankenschwester gewonnen. Wohin damit? — Herzklopfend überlegt sie: Was soll ich anfangen? Sie ist wie aufgerüttelt nach einem großen Traum Läuft durch eine Straße, entdeckt wie zufällig vor einem Laden einen kleinen Jungen, der vor Entzücken von einem Bern auf das andere springt. Ulkig sieht das aus. Recht ärmlich ist der Junge angezogen Wie er sich die Nase an der Scheibe platt drückt! Hinter der Scheibe liegt eine kleine, spielzeugbunte Welt mit Eisenbahnen, Dampfern, Hämmern und Fliegern. Ein Zeppelin ist auch da. Sie sieht, wie die Blicke des Jungen hinter der Ladenscheibe herumjagen, wie sie sich an jedem Stück feftfaugen. Da tippt sie ihm auf die Schulter. Er dreht sich augenblicklich herum, starrt sie wie abweseckd an. Auf feinen Augen liegt noch der Abglanz der zwergenkleinen Wunderwelt hinter der Scheibe. Und da sagt sie: „Ich habe heute einen glücklichen Tag. Komm mit, such dir was aus!" Und da nimmt sie ihn schon bei der Hand. Er ist etwas unschlüssig, weiß nicht, wie ihm geschieht. Sie zerrt ihn in den Laden hinein. Da steht er nun, hat wohl die Sprache verloren? — „Willst du die Eisenbahn?" Er nickt stumm und versonnen. „Und das Flugzeug?" Da nickt er wieder und sagt „Ja". Aber dieses Ja ist vom goldenen Atem der Freude überflogen. Und nun wird eingepackt. Der Junge weiß noch immer nicht, ob das Wirklichkeit ist, was er jetzt erlebt. Wie im Traume nimmt er das Paket entgegen. Auf einmal scheint er zu begreifen. Die Freude hebt sich wie ein Stern in seine Augen und läßt sie aufleuchten. Er stellt das Paket nieder. Schnell und bebend flüftert er ihr ins Ohr: „Danke, danke schön!" Und nun läuft er, wie ertappt, davon, aus dem Laden heraus. Sie siehj, wie der Junge rennt, sieht seine fliegenden Haare, wie er sich kräftig durch die Reihen der Fußgänger schiebt und drängt. Jetzt ist er, ganz oben an der Straße, nur noch ein sausendes Spielzeug. — Und nun ist er verschwunden. Sie lehnt an der Hauswand, hört immerzu die jubelerstickte Jungenstimme an ihrem Ohr flüstern: „Danke, danke schön!", und die kleinen Worte klingen wie in die Ewigkeit hinüber. Und nun geht sie heim. Eine Droschke fährt ins Museum. In Sidney (Australien) gab es bisher noch vier übriggebliebene „Handsoms", zweirädrige .Droschken, wie sie früher das Straßenbild in englischen Städten beherrschten. Eine der vier Droschken war so altersschwach, daß sie abgebrochen werden sollte, als es dem Kurator des Technischen Museums einfiel, daß er hier ein schönes Stück für seine Sammlung haben könnte, das bald nur noch eine geschichtliche Erinnerung fein würde. Er kaufte es also von dem alten Rosselenker und sorgte dafür, daß die letzte Fahrt, die ins Museum führte, würdig verlief. Er ließ einen Kollegen das Gefährt mieten, und vor dem Museum wurden der Wagen, der Lenker und der Fahrgast, sowie das Pferd feierlich in Empfang genommen und nachdem die letzte Fahrt bezahlt mar, brachte man die alte Droschke unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer in das Museum. nr. jb Sir die Männer werden die wir waren/ Geschichten aus aller Welt In von Gott ge- i ) alles, was die Offiziere des Schiffes aus Erfahrungen mitzuteilen hatten, lassen den rend es darunter ziemlich klar ist die Auffindung der wenigen für neten Punkte an den Ufern der Bergwände steil abbrechen oder dahrntreibt, wäh- Das würde schon Flugplätze geeig- Fjorde, wo nicht die Gletscher sich durch ihren Wert ziem- man , . . eakaleuten zu leben. Sie hat dann auch geheiratet, und alle weiblichen Nachkommen ihrer Ehe bekamen den Namen Mboandem. Noch heute sprechen diese Frauen eine Geheimsprache, die- von den Männern nicht verstanden wird und eine Art Bildersprache zu sein scheint. Sie haben auch sonst besondere' Sitten. Von ihrem neunten oder zehnten Lebensjahre an müssen sie sich an folgende Vorschriften halten: Auf der Straße darf sie keinen Mann ansprechen, und wenn sie angesprochen wird, muß sie die Augen schließen Der Kavalier muß dann Hren Daumen in die Hand nehmen und ungefähr eine Minute lang den Daumennagel mit seinem Finger reiben. Erst dann ist es ihr erlaubt, die Augen aufzuschlagen und zu sprechen. Diese schwarze Elite-Weiblichkeit darf sich vom achten bis zwölften Jahre nie mit Wasser waschen, sondern nur mit dem Saft der Kokosmilch, und vielleicht ist es diesem Umstand zuzuschreiben, daß alle Mboandemfrauen eine prachtvoll samrüetweiche Körperhaut besitzen- Während alle anderen Weiber sich schwer mühen und plagen müssen, brauchen sie keine Feldarbeiten zu verrichten, und man findet bei ihnen wohlgepflegte Hände. Obwohl der Preis dieser Frauen wegen ihrer Vornehmheit dreimal so hoch ist, wie der für andere Frauen, sind sie außerordentlich begehrt. Erinnerung an Scotts Südpol-Expedition. C. K. London. Man erinnert sich eines erschütternden Vorfalls bei der letzten Südpolarexpedition Kapitän Scotts. Als die Vorräte für die vier in der Eishütte ein» geschlossenen Männer knapp wurden, ging der eine von ihnen, Lawrence Dates, unter irgendeinem Vorwand in die Polarnacht und den eisigen Schneesturm hinaus. Nie wieder wurde eine Spur von ihm gefunden, und seine Kameraden begriffen, daß er freiwillig in den >Tod gegangen war, um ihr Leben zu verlängern und ihnen vielleicht eine kleine gebieterisch darauf — aber dieser Verkehr wird sich als durchgehender Verkehr abspielen, der 3roar das Eismeer überfliegt — vielleicht sogar in Stratosphärenhöhe — aber in diesem keine Stützpunkte sucht, zumindest sich der eventuell vorhandenen nur im äußersten Notfall, bedient. Der Transarktisverkehr ist in erster Linie eine Frage nach dem Aktionsradius der Flugzeuge, wenn nicht eine solche, die nur zusammen mit dem Problem des Stratosphärenfluges sicher gelöst werden tanm Wie sehr der Krieg in China die Bevölkerung Tokios in Anspruch nimmt, veranschaulicht dieses Bild mit Reklamefiguren eines großenTokioer Kaufhauses. Flieger, Bomben und Tanks sind die Symbole, mit denen das Kaufhaus wirbt. (Scherl-Bilderdienst-M.) Die bevorzugten Frauen. C. K. Dual a. von arktischen Flugstützpunkten denn doch als lich zweifelhaft erscheinen. Sicher ist, daß eines Tages einen Luftverkehr durch die Arktis haben wird — der transkontinentale Luftverkehr, bei dem alles auf Schnelligkeit ankommt, drängt höhere^ Breiten hinauf fliegen muß als Gronau. Diese Beobachtungen aus einem kurzen Aufenthalt in der Arktis, die bestätigt wurden 500 bis 1000 Meter Höhe eine Decke dicht gereift ter Nebelbänke über dem Lande Das' h-I »’* feil« - r” in 6i"r,S jen deutet. 40 000 , gejähr 1 den Sa erfolg $on Ä Wassers kerbehalte Men,» rejerveö1 nen bei laufen, -J In 30 ® fene Saß bei nntlli klieinSen, eine N Wnnen. feine ®,a Sranögeja Deren 5pe folgt, llnte Mi, Iien meiner nui 'und) bei weitgehend Wndungl Das Bebai 10 Semeir gegen die IM doi Zrandwe nid)i ju in - Dom eb nur mehr Hilfsmittel, ein Branbi stadem G Iran. Neh beim. We Irandweik etwa 10 c wäre, wae befömpfur Wajjermei W Zeit Dann wä zur Eindi taüiierum schäft qelk gar nicht durch bas bringen. 3 Weise der Aber mar bit Wei veriMrn- orenMv Zeiten, Brandw^ Bachlauf allem Ur immer r jVeuermel Worte leiter wer zu tragen nach feder Weihers.i mung dui zwischen den Bergen ins Wasser herunterschieben, stark erschweren, und man müßte in diesem Nebel zwischen den Bergen hindurchfliegen — von den häufigen Bodennebeln ganz zu schweigen... Und wenn man auch diese Schwierigkeiten mit Hilfe der Funkpeilung überwinden könnte, wie steht es in den häufigen Fällen, in denen dis Schnee- stürme über das Land rasen und mit Vereisung der Maschinen drohen? Dazu kommt die lange Polarnacht von vier Monaten, die die Brauchbarkeit der Flugstützpunkte, die natürlich das ganze Jahr über funktionieren sollen, weiter beeinträchtigt. „Während der Winterszeit ergeben sich durch Nebel und Stürme so ungünstige Wetterlagen, daß bei dem heutigen Stande der Luftfahrttechnik an eine Durchführung des Verkehrs nicht zu denken ist", urteilte W. v. Gronau vor erst fünf Jahren gelegentlich seines Fluges um die Welt über die Route Europa—Nordamerika über Island und Grönland, während er diesen Verkehr iiy Sommer allerdings für möglich hält, insbesondere angesichts der Tatsache, daß die eine Seite der Inseln nebelfrei zu fein pflegt, wenn die andere vernebelt ist. Für Flüge von Europa nach Ostasien und der Westküste Amerikas gilt das allerdings insofern nur beschränkt, als man bei dresen bis in noch Erzählt Asana-H vielen sein und Tafelr Ser aufgel militärische per Fan Jlale vor Mein, bi Minen be- Met And M Teppj bel sein $ »Vf* ’n mchni i M eine $Q.nb eins M, , ** tatrtjöj & te Sn Sn ’W! Ä Transarktische Flugprobleme Bon Or. Erich X Keilpflug. Westafrika gibt es im Ceakalande in der Gegend des Benue unter den Negerfrauen eine merkwürdige bevorzugte Kaste, die „Mboandem". Schon ihr Ursprung, wie die Sage ihn kennt, hebt sie aus der Menge heraus. Vor Urzeiten soll ein Weib an einer Art Strickleiter, die aus Lianen zusammengeflochten war, vom Himmel herabgestiegen sein. Zunächst fürchteten sich die Menschen und wollten in den Wald laufen. Die Frau aber rief die Leute zu sich und sagte, daß sie sandt sei, um unter den Ceakaleuten Möglichkeit der Rettung zu geben. Die später aufgefundenen Tagebücher von Kapitän Scott haben dieses Stück wortlosen Heldentums der Nachwelt überliefert. „Sollte dies gefunden werden", schrieb der Sterbende in fein Tagebuch, „so wünsche ich, daß diese Tatsachen in der Erinnerung bleiben — Dates letzte Gedanken galten seiner Mutter." Währenddessen wartete im fernen England, in ihrem alten Landhaus in Essex, die grauhaarige Mutter auf ihren ältesten Sohn. 25 Jahre hat sie ihn überlebt, fast 25 Jahre lang das Wissen um seinen Heldentod getragen. In diesen Tagen ist auch sie im Alter von 83 Jahren gestorben. Jedes Jahr am 15. März, dem Tage seines Todes, hielt Dates’ altes Regiment, die 5. Jnniskilling Dragoner, in der alten Marienkirche von Gestingthorpe eine Parade zu seinen Ehren ab. Aber niemals hat Caroline Dates, die Gutsherrin von Gestingthorpe, diesen Paraden beigewohnt. Außer zu ihrem zweiten Sohn und zu ihrer Tochter sprach sie selten von ihrem Aeltesten. Doch bis in die letzten Jahre hinein ging die zarte alte Frau im weißen Haar und unter ihren tiefen Trauerschleiern oft den Pfad in die Kirche, wo an der Nordwand des Schiffes die Regimentskameraden ihres Sohnes eine Gedächtnistafel für ihn angebracht hatten. Diese Tafel schmückte sie mit Blumen, kniete im Gebet davor, in Gedanken bei dem primitiv aufgeschichteten Felsenhügel, der sich über der unendlichen weißen Einsamkeit des Pols erhebt, und dem kleinen Kreuz darauf. Und dann stimmte sie erhobenen Hauptes in den Chor der kleinen Dorfgemeinde ein, die die Lieblingshymne ihres Sohnes sangen: „Onward, Christian Soldiers“. Als acht Monate nach der Katastrophe die Leichen der drei anderen Schicksalsgefährten, Scott, Wilson und Bowers, gefunden wurden, fand man auch Abschiedsbotschaften für ihre Lieben. Für Mrs. Dates gab es keinen letzten Gruß, nichts außer der Gewißheit, daß ihr Sohn im Tode ihrer gedacht hatte. Niemals ist seine Leiche gefunden worden. Die Rettungsexpedition brachte von ihm nichts heim als feinen Schlafsack und seine Polarmedaille. Das war alles, was man der Mutter übergeben konnte, als Erinnerung an einen heldenmütigen Sohn. Internationaler Cocktail-Wettbewerb. C. K. 21 b e r b« e n. Zum ersten Male wurde in England ein internationaler Wettbewerb zur Ermittlung des besten und kräftigsten Cocktails veranstaltet Der Wettbewerb war von der Gilde der englischen Barhalter ausgeschrieben und wurde in einem Restaurant ab- Seit etlichen Jahren tauchen immer wieder Aeußerungen der verschiedenen, an der Luftfahrt führend beteiligten Staaten auf, die die Absicht funögeben, Fluglinien über die Arktis, das Nordpolgebiet, einzurichten. Und feit derselben Zeit zeigen diese und andere Staaten ein immer größeres Interesse an den lange herrenlos gewesenen arktischen Ländern und Inseln. So hat Sowjetrußland die vor feiner sibirischen Küste gelegenen Inseln allmählich fest in Besitz genommen, Stationen dort errichtet usw., Däne» mark erschließt Grönland in Richtung Norden weiter, und Norwegen hat sich rm Jahre 1920 schon, offenbar in Voraussicht kommender Ereignisse, Spitzbergen und die Bäreninsel zusprechen lassen. Spitzbergen ist die nördlichste Insel in der Arktis, die im Sommer eisfreie Zugänge hat. Außerdem hört man immer wieder von Versuchen der Forscher, weitere Inselgruppen im arktischen Meer zu entdecken. Dieselbe Erscheinung können wir übrigens auch in der Antarktis, dem großen sechsten Kontinent, auf dem der Süd - p o l liegt, beobachten. Auch hier sind verschiedene Staaten, darunter England undy Frankreich, bestrebt gewesen, sich vorerst einmal Teile der gegen die Dzeane grenzenden Randgebiete zu sichern. Wenn wir von den verschiedenen Unternehmen absehen, die Arktis vom Flugzeug oder Luftschiff aus zu erforschen, an denen sich auch Deutschland rühmlich beteiligt hat, so kann bis heute von einer Fliegerei in der Arktis nicht gesprochen werden. Auch mit den vorbereitenden Versuchsflügen, die für die Einrichtung so schwieriger Strecken noch wichtiger sind als anderswo, hapert es bis jetzt durchaus. In diesem Sommer gelang zwar ein solcher Probeflug von Europa über den Pol nach der Westküste von Nordamerika und wirbelte viel Staub in der Weltpresse auf, der zweite Versuch dieser Art scheint aber bereits ein unglückliches Ende gefunden zu haben. Die Ursache, warum die Entwicklung so lange dauert, ist natürlich in den langen Distanzen zu suchen, die ohneBo - densicherung durchflogen werden müssen, wobei die Möglichkeit einer Notlandung auf dem oft völlig unebenen Packeis, die selbst auf offenem Dzean in vielen Fällen besteht, nur selten gegeben ist. Der Wettbewerb der Völker um den Landbesitz in der Arktis scheint also seine Erklärung in dem Wunsche zu finden, sich die künftigen Flugstützpunkte zu sichern, die die Ueberwindung der Entfernungen zwischen den Kontinenten erleichtern sollen. Das Argment, mit dem alle Pläne von arktischen Fluverbindungen arbeiten, ist das einer erheblichen Beschleunigung des Verkehrs. Die 360 Längengrade nämlich, in die man den Erdäquator eingeteilt hat, laufen am Nordpol in einem Punkte zusammen, nähern sich also einander vom Aequator nach Norden immer mehr. Am Aequator muß man beispielsweise zu einer Erdumwanderung in Dst- oder Westrichtung die Strecke von 40 000 Kilometer zurücklegen: auf dem Breitengrad von Berlin, 52 Grad Nord, beträgt der Erdumfang patalell dem Aequator aber nur noch 24 700 Kilometer, auf 66 Grad Nord, der Breite des Polarkreises, nur noch 15 300 Kilometer, auf 80 Grad Nord, der Breite, bis zu der Spitzbergen reicht, aber nur noch 6880 Kilometer. Daraus folgt, daß ost-westliche Und west-östliche Wege kürzer werden, wenn man i n höherer Breite über die Längengrade geht, und zwar trotz des scheinbaren Umwegs, den man macht, indem man nach Norden ausweicht. Diese Verkürzung tritt überall ein, wo Ausgangs- und Zielpunkt in größerer Entfernung von wenigstens ein paa rtausend Kilometer voneinander liegen. Die kürzeste Verbindung Europa—Westküste Amerikas führt z. B. durch die Arktis, ebenso wie die kürzesten Routen Australien—Südamerika—Südafrika über die Antarktis führen. gehalten. Die Teilnahme war auf berufsmäßige Barhalter und Mixer beschränkt, und es lagen Meldungen nicht nur aus allen Teilen des englischen Weltreiches, vor, sondern auch aus Amerika, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien und Spanien. Die Teilnehmer waren Mixer aus großen Hotels, Sportklubs, Militärkasinos, Vergnügungslokalen und einfachen Gasthäusern. Acht Tage lang war ein guserwähltes Richterkollegiurn damit beschäftigt, an die 1500 verschiedene Cocktails zu kosten, während am Schlußtage Hunderte von Zuschauern, die meisten von ihnen erfahrene Barhalter und Mixer aus allen Teilen Londons, vor der Bar saßen und beobachteten, roie die Mixer an diesem Tage ihre Mischungen aus. 263 verschiedenen Ingredienzen zusammenbrauten. Durch em Mikrophon wurde der Name jedes Bestandteils angekündigt, die Richter jedoch, die mit dem Rücken gegen die Bar saßen, kannten weder den Erfinder noch die Bestandteile der betreffenden Mischung, die sie schlürften Der erste Preis wurde einem Cocktail zugesprochen, der den Namen „Our Smiling Duchess“ führt und dessen Erfinder ein gewisser George Mackie aus Aberdeen ist. Der schottische Weltsieaer war selber nicht anwesend, sondern hatte seine Mischung durch einen Stellvertreter zusammenstellen lassen. Die als „der beste Cocktail der Welt" öffentlich anerkannte Mischung wurde auch durch Verleihung eines silbernen Ehrenpokals, den die „Daily Mail" gestiftet hatte, ausgezeichnet. Da staunte König Gustav. C. K. Stockholm. In Stockholm ist der Gouverneur Carle mit einer Anzahl feiner Landsleute aus Pennfylvanien zum Besuch eingetroffen, und er wurde von König Gustav in das Schloß zur Tafel eingeladen. Hier sprach er dem König seine Absicht aus, ihm die wertvqllste Familienreliquie in seinem Hause in Harrisburg zu schenken, den größten Elchkopf in der Welt. Das Tier wurde von dem Urgroßvater Earles in Alaska vor hundert Jahren geschossen, und schon seit langem haben sich die Museen der Vereinigten Staaten um die Kostbarkeit beworben. „Sie Spanne zwischen den beiden Spitzen", sagte der Gouverneur, „beträgt 1,90 Meter." „5)abe ich richtig gehört — 1,90 Meter?" „Genau", lautete die Antwort, „genau so groß wie Ew. Majestät." Carle sandte sofort ein Kabel nach Hause, daß der Kopf schnellstens an den König abgesandt roerbe. Merkwürdiges Abenteuer eines Fliegers. C; K. Kopenhagen» Den Propeller des Flugzeuges in 8000 Meter Höhe zu verlieren und 6s nicht einmal zu bemerken, das scheint doch das abenteuerlichste Erlebnis zu sein, von dem ein Flieger erzählen kann Diese Erfahrung hat ein dänischer Militärflieger gemacht. war, um einen Höhenrekordflug zu versuchen, aufgestiegen und hatte ohne große Mühe 8000 Meter erreicht, als er plötzlich Störungen im Motor bemerkte und zu gleicher Zeit spürte, daß feine Sauerstoffmaske nicht gut arbeitete. Da er schlimme Folgen befürchtete, entschied er sich, im Gleitflug niederzugehen, und es gelang ihm auch, ohne jeden Schaden auf einem Felde zu landen. Die Beobachter des Flugplatzes eilten herbei, aber sie blieben überrascht stehen, als sie sahen, daß das Flugzeug keinen Propeller mehr hatte. Die Techniker erklärten, daß die Störungen des Motors, die der Flieger in der Höhe bemerkt hatte, durch den Verlust des Propellers verursacht waren und daß das Versagen der Sauerstoffmaske, die den Flieger veranlaßt hatte, niederzugehen, ihn unbewußt das einzige Manöver hatte tun lassen, durch das er sich noch hatte retten können. \ Das Schicksal der Wiener Tauben. C. K. Wien. Charles Dilke (bedeutender politischer Schriftsteller), hat später berichtet, daß ihm Bismarck gesagt hat: „Ein netter Kerl, der junge Chamberlain. Schade, daß er so ein schlechter Trinker ist." Fast 40 Jahre später sollte Bismarcks Enkel bei mir in London essen. Eingedenk des Geschlechtes, dem er entsprang, fürchtete ich, mein kleiner Keller könne seine Wünsche nicht befriedigen. Sorgenvoll beriet ich mit meinem Butler und sagte schließlich in Verzweiflung: „Ach, ich denke. Sie bringen am besten eine Flasche von jeder Sorte herauf,, die wir haben." Zu meiner Verblüffung aber bat der Fürst nach einem einzigen Glas Wein um Wasser. „Fürst", rief ich, „Sie, ein Bismarck, bitten um Wasser! Was würden Ihr 23atef und Großvater gesagt haben?" Er antwortete in des Kanzlers eigenen Worten: „Ach! Wir werden nie Männer werden wie die waren!" So erhielt ich meine Genugtuung. Aber um auf den Abend beim Kanzler zurück- zukommen: Als wir vom Tisch aufstanden und wieder in den Salon gingen, machte er es sich auf einer Chaiselongue bequem und bat mich, daneben Platz zu nehmen. Dabei entschuldigte er sich, als ob ich jemand wäre, dem man eine Erklärung schuldig sei. ,Hch bin wie die Boa constrictor; ich habe nur eine Mahlzeit am Tag, und danach läßt er mich (dabei deutete er auf den Arzt) ruhen." Ein Gestell mit langen deutschen Pfeifen stand neben ihm, und der Dichter reichte ihm eine, die bereits gestopft war, und zündete sie an. Ich erinnere mich einer Anspielung auf seine Pfeife, die er lachend machte, und dann unterhiell er sich freundlich mit mir; aber ich fürchtete zu lange zu bleiben und nahm bald Abschied. Kurz danach schrieb ich meiner Schwester: „Alle Attaches usw von der Botschaft sind verrückt eifersüchtig darauf, daß ich bei Bismarck aß. Sv etwas ist noch nicht oorgefommen, keiner von ihnen hat je soviel wie Guten Tag mit ihm gewechselt, und selbst die Botschafter essen bei ihm nur einmal im Jahr, an Kaisers Geburtstag, und sehen ihn kaum je, wenn überhaupt, zu Besprechungen. Du siehst also, wie begünstigt ich wat, und kannst Dir vorstellen, wie stolz es mich macht." Nach beinahe einem halben Jahrhundert bleibt dieser Besuch noch immer eine der schönsten Erinnerungen meines Lebens, und was daraus, wenn ich zurück- blicke, am meisten hervorragt, ist die vornehme und doch so liebreiche Höflichkeit dieser größten Erscheinung Europas selbst dem jungen Mann gegenüber, der fein Gast war. Eine lebhafte Erörterung hat sich in Wien über die Absicht der Stadtbehörden erhoben, die Tauben, die in großer Zahl die Plätze der Hauptstadt bevölkern, zu einem erheblichen Teil zu beseitigen. Die graziösen Vögel sind so zahlreich, daß sie' zu einer Gefahr für Die Bauwerke werden. Sie nisten in dem Mauerwerk der Kirchen und her Paläste und rufen hier erhebliche Beschädigungen hervor, lieber die besten Mittel, ihre Zahl in Wien zu verringern, gehen aber die Meinungen auseinander. Es gibt genug Leute, die der Ansicht sind, daß man sie am besten schmerzlos töten sollte; sie weisen darauf hin, daß dies für sie besser wäre, als wenn sie während des harten Winters Leiden und Entbehrungen aushalten müssen, da das, was ihnen die Menschen auf der Straße und die Behörden an Nahrung bieten, nicht hinreicht, alle zu sättigen. Andere wieder treten eifrig dafür ein, einige tausend Tauben im Flugzeug nach Venedig zu schaffen, wie man es im vorigen Jahr mit den Schwalben gemacht hat, die bei einem, plötzlichen Kälteeinbruch betäubt zu Boden fielen. In Venedig könnten sie sich ruhig zu den berühmten Tauben, des Markus- platzes gesellen. Dagegen wird wieder eingewendet, daß man ja auch in Venedig sich von Zeit zu.Zeit genötigt fühlt, eine bestimmte Anzahl von Tauben zu beseitigen. Für das Wahrscheinlichste gilt, daß die Wiener Behörden beschließen werden, die Tauben aus der Hauptstadt in die Provinz zu befördern, sie aber nicht über die Grenzen zu schicken. Brillanten als „Muster ohne Wert". (cs) Belgrad. Ein merkwürdiger Fall ereignete sich dieser Tage in Belgrad, der Fall nqmlich, daß ein Vergehen durch ein zweites aufgedeckt wurde. In einem Belgrader Postamt fand der Postbeamte Bokun in einem Postsack, der bereits geleert war, ein kleines Päckchen, das die Aufschrift „Muster ohne Wert" trug. Bokun, der anfangs gar keine böse Absicht hatten öffnete neugierig das Päckchen und fand darin zu seiner Ueberraschung eine Menge glitzernder Steine — richtige Brillanten, und zwar 75 Stück Nun war Bokuns Habgier geweckt. Er überlegte sich, daß xöiefe Brillanten offensichtlich geschmuggelt waren und daß daher, wenn er sie sich aneignen würde, der Eigentümer sich aus Furcht vor Strafe nicht melden würde. So nahm er das Päckchen mit nach Hause, gab seiner Frau drei der Steine, damit sie sie von einem Juwelier prüfen lasse. Die Frau wollte sie aber dem Juwelier verkaufen und bot sie ihm für 500 Dinar, etwa 30 Mark, an. Der Juwelier schöpfte Verdacht, Der» kündigte die Polizei, die die Frau verhaftete und Haussuchung bei ihr veranstaltete, bei der die Brillanten gefunden- wurden. So kam die Polizei durch die Unredlichkeit des Postbeamten einem Brillantenschmuggel auf die Spur, denn die brillanten stammten aus Holland, von wo früher ähnliche Sendungen nach Jugoslawien geschmuggelt worden waren. Den Postbeamten freilich kann auch diese Tatsache nicht vor der Strafe für feine Unredlichkeit retten. «Cn1 iw x r Oe selber? ? SV? « Ö-n WQne schrieb: „Fast ein Familienabend — Bismarck, Graf Herbert. Bismarcks Tochter und ihr Mann, feine Sekretäre und fein Arzt, Der ihn anscheinend genau Überwacht. 'Kleine Tischdame war Bismarcks Tochter, und so saß ich zwischen ihr und dem großen Mann ober genauer und einem Der HunDe Des großen Mannes, Die er zu feiner Seite hatte unD mit allem reichlich fütterte. Bismarck war aufgeräumt, sprach nicht von Politik, weder deutscher noch ausländischer, sondern erzählte Geschichten aus seinen Studententagen und bedauerte den Abstieg unserer heutigen Zeit Vor allem der Gedanke, daß unsere Studenten xaffee tränken, war ihm ein Schlag, aber er bedauerte, sagen zu müssen, hier seien sie genau so entartet und so weiter. Nichts Ernsthaftes, aber unterhaltsam genug. Hamann ist im siebenten Himmel; Daß ich bei Bismarck aß, wirst einen Abglanz^ auf fein Haus." Das scheint — leiDer! — Die einzige Aufzeichnung zu fein, Die ich über diesen denkwürdigen Abend gemacht habe; aber der Brief ruft mir doch etwas von der Unterhaltung bei jenem Essen ins Gedächtnis zurück Das Essen war erst zur Hälfte vorbei, und ich wurde etwas ängstlich, da man mich genötigt hatte, erst einen Wein, dann anderen zu trinken, bis eine mächtige Reihe Gläser vor mir stand Ich war in jenen Tagen wenig an Wein gewöhnt und befürchtete, daß diese Bismarckschen Mengen sich als zu groß für mich erweisen würden Plötzlich rief Herbert Bismarck vom anderen Ende des Tisches herüber: „Aber Sie trinken doch sicher trockenen Champagner gern, Herr Chamberlain." Ich erwiderte hastig, daß ich alles hätte, was ich mir nur wünschen könnte, aber der Fürst wandte sich dagegen: „Schlagen Sie trockenen Champagner nicht ab, wenn Herbert ihn anbietet", sagte er, „ober Sie werben sich Herbert zum lebenslänglichen Feinb machen. Er sucht immer nach einer Entschulbigung, Champagner heraufzubekommen." llnb bann fragte Schweninger (Bismarcks Arzt): „Was trinken die Studenten in Cambridge?" — Schweninger hatte herausgefunden, wie Bismarcks Leiden behandelt werden mußte, und war, sehr zur Entrüstung der Fakultät, mit einem mediziniscyen Lehrstuhl an der Berliner Universität belohnt worden. Ich gestand voll Scham, daß wir ein schwaches Geschlecht seien; Weingesellschaften wären selten, wir lüden unsere Freunde meist zu. Kastee ein. „Genau so ist es hier", rief der Fürst, „die jungen Leute wissen nicht mehr, was Trinken heißt." Und Dann fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu: „lieber Herbert und seine Freunde kann ich mich nicht beklagen, aber die Jugend von heute kann nicht trinken Als ich ein junger Mann war, pflegten wir zu fechten und zu trinken — oh, wir waren alles in allem wochenlang betrunken. Aber die jungen Männer von heute — ach, sie werden nie Scheint so das Streben nach dem Besitz der arktischen Inseln berechtigt, um dort Benzindepots, Radiostationen und Flugplätze für Zwischenlandungen anlegen zu können, so soll an dieser Stelle doch einmal die Frage aufgeworfen werden, ob das, was in der Theorie so schön und nützlich erscheint, in der Praxis die Hoffnungen erfüllen kann, die man sich macht. Männer, die die Arktis rundum kennen, mögen diese Frage endgültig beantworten — für Die Verbindung Europa—Amerika via Grönland lieferte der Flug W. von Gronaus 1932 wertvolles Material — aber schon der Laie, der in Die Arktis kommt, mirD schnell stutzig; Die Schwierigkeiten roerDen auch Dem Ahnungslosesten alsbalD auffällig. An sich wäre Spitzbergen ja, wegen Der erwähnten Eisfreiheit seiner Küste unD Der hohen nördlichen Lage, höchst geeignet für Die Anlage von Flugstützpunkten, wenn nicht Die einfach verblüffende. Schnelligkeit wäre, mit der das Wetter in diesen Breiten, knapp 1100 Kilometer vom Pol entfernt, sich zu ändern pflegt und zwar meist vom schlechteren zum ganz miserablen. Der Verfasser selbst war Zeuge, wie die immerhin 68 Quadratkilometer große Bäreninsel, halbwegs zwischen Nordkap und Spitzbergen, sich in weniger als eine halbe Stunde einnebelte. Der normale Wetterstand für Spitzbergen — die Photos beweisen das — scheint der zu sein, daß in Tokio im Zeichen des Dieses. Nr. 6 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) 5amstag,8.Zanuar 1958 Dörfer ohne Wasserleitung. Das Großfeuer in Holzheim in der Neujahrsnacht pat wieder einmal gezeigt, welche große Gefahren bei einem Brandunglück bestehen, falls der Ort keine Wasserleitung besitzt. Biele Leser werden es wohl kaum für möglich halten, daß es heutzutage noch Dörfer ohne Wasserleitung im Kreise Gießen gibt. Leider besteht hatsächlich in zehn Gemeinden des Kreises diese neuzeitliche Einrichtung noch nicht. Holzheim hat bei dem großen Brandunglück erkennen können, was dies'bedeutet. Die Höhe des Brandschadens von rund 40 000 Mark bei diesem Unglück dürfte wohl ungefähr die Hälfte d e r Summe ausmachen, die für den Bau einer Wasserleitung für den ganzen Ort erforderlich gewesen wäre. Daraus ergeben sich besonders auch für jene zehn Gemeinden, bestimmte dringende Schlußfolgerungen. Von 80 Gemeinden unseres Kreises haben 70 eine Wasserleitung. Davon besitzen 40 ausreichende Wasserbehälter mit über 100 Kubikmeter Fassungsvermögen, in denen 50 v. H. Wasservorrat als Brandreserve gehalten werden. Diese 40 Gemeinden können bei Brandgefahr noch das Wasser aus Bachläufen, Brandweihern und Brunnen nutzbar machen. In 30 Gemeinden ist die Wasserleitung so beschaffen, daß sie zur Löschwasserversorgung'gerade noch bei mittleren Bränden ausreicht: auch diese Gemeinden haben zum größten Teile zusätzlich noch eine Wasserreserve in Bächen, Brandweihern und Brunnen. In 10 Gemeinden des Kreises ist jedoch keine Wasserleitung vorhanden, hier ist man bei Brandgefahr nur auf Brandweihet angewiesen, deren Speisung aus einer gutfließenden Quelle erfolgt. Unter diesen 10 Gemeinden befinden sich auch zwei, deren Löschwasserversorgung durch Brand- weiher nur als mangelhaft zu bezeichnen ist. Wenn 'auch bei dem größten Teile der Kreisgemeinden weitgehende Vorsorge gegen die Gefahren eines Brandunglücks getroffen ist, so kann man doch das Bedauern darüber nicht unterdrücken, daß in 10 Gemeinden des Kreises noch nicht ausreichend gegen die unabschätzbaren Verluste von Brandschäden vorgesorgt ist. Brandweiher und kleine Bachläufe sind gewiß nicht zu unterschätzen, aber sie sind doch immerhin — vom Standpunkt der Feuerwehr aus betrachtet — nur mehr oder weniger ein Notbehelf, ein Aushilfsmittel. Man stelle sich vor, welche Bedeutung ein Brandweiher im Winter bei strengem Frost mit starkem Gefrieren aller stehenden Gewässer haben kann. Nehmen wir das jüngste Beispiel von Holzheim. Wenn dort in der Neujahrsnacht nur ein Brandweiher vorhanden und dessen Wasservorrat etwa 10 oder 15 Zentimeter tief gefroren gewesen wäre, was wäre dann an Wasser für die Brandbekämpfung noch vorhanden gewesen! Eine geringe Wassermenge hätte jedenfalls schon nach ganz kurzer Zeit den Stillstand aller Spritzen bedeutet. Dann wäre den Feuerwehren nur übrig geblieben, zur Eindämmung der Brandkatastrophe durch Lokalisierung des Brandherdes die in der Nachbarschaft gelegenen, an sich von den Flammen vielleicht gar nicht bedrohten Gebäude niederzulegen, um dadurch das entfesselte Element zum Stehen zu bringen. Mit einer solchen Perspektive soll in keiner Weise der Wert der Brandweiher verneint werden. Aber man wird doch nicht bestreiten können, daß die Hilfeleistung einer derartigen Einrichtung eine verhältnismäßig enge Begrenzung hat. Diese Begrenzung, auch bei einem Brande in frostfreien Zeiten, wird noch fühlbarer werden, wenn der Brandweiher und auch der im Dorfbereich fließende Bachlauf einer ständigen sorgsamen Säuberung von allem Unrat, Schlamm usw. entbehren und dadurch immer mehr in einen Zustand geraten, den der Feuerwebrfachmann kurz und treffend mit dem Worte „Dreckloch" bezeichnet. Sorgsame Gemeindeleiter werden sicherlich nicht versäumen, dafür Sorge zu tragen, daß die Wasserreserve im Brandweiher nach jeder Richtung hin dem Fassungsvermögen des Weihers -entspricht. Aber die natürliche Verschlammung durch den Niederschlag von aufgewirbeltem ^traßenstaub, durch Erdverwaschungen' bei starken Unwettern, Hinemwirbeln von Mancherlei Abfällen beim Fährverkehr usw., ist doch nicht immer und überall in ausreichendem Maße zu unterbinden. -Oie gleichen Erscheinungen kann man in gewissem Llusmaß bei den Bachläufen im Dorfbereich mer- fen, obwohl hier durch ständiges Fließen das Wassers ein natürlicher Reinigungsprozeß stattfindet. Es kann für niemand einem Zweifel unterliegen, bafo die wirksamste Maßnahme des vorbeugenden Feuerlöschdienstes eine. ausreichende Wasserleitung ist. Mit Recht erblickt der Feuerwehrfachmann nur in einer solchen Einrichtung den Idealzustand. Diejenigen Gemeinden, die bereits im Besitze einer ausreichenden Wasserleitung sind, haben auf diesem Gebiete ihrer Aufgaben vollkommene Arbeit geleistet. Die übrigen Gemeinden, insbesondere die zehn Orte ohne jegliche Wasserleitungsanlage, sollten ihr ernstestes Bestreben daransetzen, eine vollkommene Wasserleitung zu Ichaffen und damit unter dem Gesichtswinkel der vorbeugenden Feuerschutzmaßnahmen und der wirksamen Schadensoerhütung ganze Arbeit zu tun. Die .Schaffung einer derartigen Einrichtung wird den Gemeinden heute verhältnismäßig leicht gemacht. In finanzieller Hinsicht ist die Mithilfe der Brandversicherungskammer, die für derartige Bauten Darlehen zu niedrigen Zinssätzen bzw. Zuschüsse ohne Rückzahlungsoerpflichtung gibt, besonders bedeutungsvoll. Hinzu kommt, daß für solche gemeinnützige Einrichtungen, die auch der Arbeitsbeschaffung dienen, aus anderen Quellen ebenfalls Beihilfen zu haben fein dürsten. Und nicht zuletzt ist wohl auch jede Gemeinde selbst heute insofern in einer günstigeren finanziellen Lage, als sie nicht mehr, wie etwa noch vor fünf oder sechs Jahren, sehr schlecht steht und obendrein eine Menge erwerbsloser Volksgenossen mit mancherlei Anforderungen an die Gemeindekasse aufzuweisen hat. Die Finanzierung eines derartigen Bauvorhabens wäre also heute verhältnismäßig leicht zu lösen. Hinsichtlich der Arbeitskräfte, die jetzt erfreulicherweise auch nicht mehr in unbegrenztem Ausmaß in jedem Orte und jederzeit vorhanden sind, wäre vielleicht neben der Verwendung von Facharbeitern an den Einsatz der Männer vom Arbeitsdienst zu denken, die hier eine neue dankenswerte Aufgabe fänden. Da derartige Anlagen dem Gemeinwohl dienen, würde sicherlich auch alle übrige Unterstützung zur Verwirklichung der Pläne "zu haben sein. Es sollte von allen Gemeinden, die eine derartige neuzeitliche Anlage noch nicht besitzen, alles getan werden, um möglichst bald nach dieser Richtung hin den dringenden Erfordernissen unserer Zeit und -der wirksamen Schadensoerhütung Erfüllung zu verschaffen. Bis zur Erreichung dieses Zieles sollten diejenigen Gemeinden, die jetzt ihre Was- serreseroe in Brandweihepn und in Bachläufen erblicken, dafür Sorge tragen, daß die Weiher jederzeit in weitestem Ausmaße oerwendungsbereit sind, außerdem die B a ch l ä u f e an günstigen Stellen Staumöglichkeiten erhalten, die eine gute Anlegestelle, für die Saugspntzen der Feuerwehren gewährleisten. Derartige Staueinrichtungen müßten so beschaffen sein, daß der Einsatz von Motorspritzen erfolgen kann und durch die Anlegung von Saugschächten einer Verschlammung der Saug- körbe wirksam vorgebeugt ist. Ausreichender vorbeugender Feuerlöschdienst durch die Bereithaltung wirksamer Wasserstellen ist das beste Mittel zur weitgehenden Sicherung von Vermögenswerten, die nicht nur dem einzelnen, sondern auch der Gesamtheit unserer Volksgemeinschaft von Nutzen sind. ' Bn. Der Reichsberufswettkamps 1938. Erklärungen führender Personen des öffentlichen Lebens. Der Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront find zu dem bevorstehenden Reichsberufswettkampf 1938 Aeußerungen von führenden Männern und Frauen zugegangen. Davon seien hier die nachstehenden Erklärungen wiedergegeb^n: Infolge der immer stärker werdenden Eingliederung der Frauen in den Arbeitsgang der Nation gewinnt der Reichsberufswettkampf auch für diese erneut an Bedeutung. Sie werden neben ihrer weltanschaulichen Eignung und ihrem fachlichen Können vor allen Dingen unter Beweis stellen müssen, daß sie auch ihren hauswirtschaftlichen Ausgaben im Interesse des Volkshaushaltes gewachsen sind. Ilse Wrede, Kreisfrauenschastsleiterin. Wenn zum ersten Mule in diesem Jahr neben den Lehrlingen Gesellen und Meister zum' Reichs- berufswettkampf aufgefordert werden, so betrachte ich es als eine Selbstverständlichkeit, daß diese dem Rufe in weitgehendstem Maße Folge leisten. Besonders für Junggesellen und Jungmeister ist es Ehrenpflicht, sich diesem Leistungswettkampf zu unterziehen, um zu beweisen, daß das Handwerk gewillt und entschlossen ist, die Aufgaben, die der zweite Dierjahresplan uns im Rahmen des nationalsozialistischen Aufbauprogramms stellt, meistern zu helfen. Anderseits aber wird der Dreiklang Meister, Geselle und Lehrling hierdurch sichtbar herausgestellt und wird dadurch bewiesen, daß wir unserer jahrhundertealten Tradition im Handwerk bewußt sind und uns ihrer auch in Zukunft würdig erweisen wollen. Deshalb lautet die Parole: „Meister, Geselle und Lehrling im Reichsberufswettkampf 1938 vor die Front!" Gtühler, Kreishandwerksmeister. Wenn Sowjetrußland sich des Stachanow- Systems als feiner Errungenschaft rühmt und auf diese Weise" die Leistungsfähigkeit des russischen Volkes steigern will, so stellt das nationalsozialistische Deutschland Demgegenüber den Berufswett- kampf aller schaffenden Deutschen als seinen Weg zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes. Im Stachanow-System und dem Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen liegt so recht der ganze gewaltige Unterschied zwischen russischer und deutscher Welt, zwischen Bolschewismus und Nationalsozialismus. Beide Länder beherrscht von dem Zwang, die Leistung des Voltes zu steigern — wenn auch aus verschiedenen Gründen —. Beide Mittel, der Kampf, wie immer im Leben. Stachanow, das Antreibersystem, Kampf mit oder wider Willen, auf alle Fälle aber ohne Rücksicht auf den einzelnen. Menschen spielen in Rußland keine Rolle. Und das Ziel: Die Höchstmasse des Produktes. Berufswettkampf dagegen: Wettkampf freier Menschen mit dem Willen zur Höchstleistung, mit dem Streben, der Tüchtigste zu sein, und dem Ziel: der bestleistungsfähige Mensch als das kostbare Gut unseres Volkes. Wenn wir so Stachanow-System und Berufswettkampf nebeneinander sehen, so kann es uns nicht zweifelhaft fein, wem der endgültige Sieg zufallen muß, ob dem Bolschewismus oder dem Nationalsozialismus. Dann steht uns aber auch die Verpflichtung ganz klar vor Augen, die uns allen der Berufswettkampf auferlegt, der in diesem Jahre über die Jugend hinaus auch die Erwachsenen zum Streite ruft. Ihr darf sich niemand entziehen, der sich Deutscher nennt. In diesem Sinne: Glückauf zum Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen 1938! £>r. Loh, Kreisdirektor. Generalmajor a. O. von Specht 85 Jahre alt. Generalmajor a. D. von Specht. Liebig- straße 68 wohnhaft, kann am morgigen Sonntag, 9. Januar, seinen 85. Geburtstag begehen. De? Jubilar erfreut sich zwar nicht mehr aller körperlichen Rüstigkeit, aber er nimmt an den Geschehnissen unserer Zeit noch regen Ameil. Generalmajor von Specht, geboren zu Eschwege, trat am 19. August 1870 in das 2. Nass. Jnf.-Regt. Nr 88 zu Mainz ein, in dessen Verband er die Belagerung von Paris mitmachte. Am 6. März 1872 wurde er Leutnant, am 20. März 1881 Oberleutnant. Nachdem er im folgenden Jahre zum 2ldju- tanten der 20. Inf.-Brigade in Posen ernannt worden war, wurde er 1885 zum Leidgrenadier-Regt. Nr. 8 versetzt und zur Dienstleistung.beim Großen Generalstab abkommandiert. Ab 22. März 1887 tat er als Adjutant Dienst bei der 11. Jnf.-Brigade in Brandenburg. Am 14. Mai 1887 wurde er zum Hauptmänn befördert. Am 20. Sepbr. 1887 wurde er als Kompaniechef zum Leibgarde-Regt. Nr. 115 nach Darmstadt versetzt, von wo er am 14. Mai 1894 unter Beförderung zum Major in das 3. Magdeburgische Jnf.-Regt. Nr. 66 und zum Adjutanten des Generalkommandos ■ des IV. Armeekorps in Magdeburg versetzt wurde. Im Jahre 1896 wurde er Batillonskommandeur im Anhaltischen Jnf.-Regt. Nr. 93 in Dessau, Anfang 1897 wurde er zum Deutschordens - Regiment Nr. 152 in Zerbst, später in Deutsch-Eylau, versetzt. Am 14. September 1900 kam er als Oberstleutnant zum Stab des Inf.-Regts. Graf Bülow von Dennewitz (5. Westfälisches) Nr. 55 nach Detmold, im März 1903 als Oberst und Kommandeur des 2. Badischen Jnfant.- Regiments Nr. 110 nach Mannheim. Dom 22. April 1905 ab wirkte er als Kommandeur des Landwehrbezirks Kiel, bis er im Jahre 1917 im Range eines Generalmajors in den Ruhestand versetzt wurde. Seinen Ruhestand verlebt der hochbetagte Militär bereits seit einer Reihe von Jahren in unserer Stadt. Generalmajor v o N Specht ist Kamerad in der NSKOV. Anläßlich seines Geburtstages werden ihm u. a. im Auftrage des Reichskriegs- opferführers Oberlindober durch den Kameradschaftsführer der NSKOV. in Gießen, Kam. Bonhard, herzliche Glückwünsche übermittelt werden. Auch wir beglückwünschen den Jubilar zu seinem Ehrentage! (2hifn.: Borst - Gießen.) Der satter Llji. Erzählung von Walther Gottfried Mucke. Asana-Ha zählte siebenzehn Jahre, als er mit vielen seiner Schulkameraden freiwillig die Federn und Tafeln niederlegte, um der Fahne im Zeichen der aufgehenden Sonne zu folgen. Nach kurzer militärischer Ausbildung verabschiedete er sich von seiner Familie und verneigte sich auch zum letzten Male vor dem Altar des Hauses, vor den alten Tafeln, die im Zeichen der Schmetterlinge die, Namen der Ahnen trugen. Als er nach Minuten stiller Andacht, während der sein Körper fast mit dem Teppich verwachsen schien, das Haupt aufhob, fiel sein Blick auf den Falter Uji, der den Geist des Urahn der Famili Ha verkörperte. Und weil in diesem Augenblick die eben untergehende Sonne durch eine Spalte des Vorhangs auf das von der Hand eines alten Meisters geschaffene Sinnbild fiel, war es gleichsam, als atme es unter der roten Flut abendlichen Feuers, als erwache es aus Dieb hundertjährigem Schlaf, ein Bote des untergehenden Lichtes. Seine feibenblauen Schwingen rührten sich wie hauchzarte Blätter der Kirschblüte, und ferne saphirgrünen Augen funkelten wie die Stirnlichter der Iris, von der Asang-Ha in der Schule gehört hatte, daß sie eine fremde Göttin sei. Er erschauerte tief, dunkel nur ahnend, was es mit diesem wunder- amen Falterbildnis auf sich habe, und verneigte ich dreimal vor dem Sinnbild Uji und dreimal vor einem Vater. Dann schied er von den Seimgen, um als Soldat des Mikado in die Schlacht Zst ziehen. Indessen war der Sommer mit endlosen Marschen und vielen ruhmvollen Gefechten dem Herbst gewichen. Die Nächte begannen schon kühler zu werden, und bald würde der eisige Nordwind die einsame Erde Chinas blankfegen und in die starre Ruhe überirdischer Anbetung versetzen. Asang-Ha und seine Kameraden nahmen darupi jeden Xag, der ihnen die aufgehende Sonne brachte, als em Geschenk der Götter. Viele von ihnen waren schon auf den Wegen und in den ungeernteten Reisfeldern geblieben, die sie — unaufhaltsam Dorroarts» stürmend — hinter sich gelassen hatten. Und sie waren stolz darauf, einem Regimente anzugeyoren, das in den Schlachten von allen Zuerst an den Feind kam und dessen Tapferkeit ichon mehrfach in den Heeresberichten erwähnt wurde. Eben lagen sie wieder in gelöster Ordnung am Rande eines lichten Kiefernwaldes. Vor ihnen dehnte sich eine zerklüftete Ebene, und hinter Strauchern und Steinen in Trichtern und Gräben lauerte unsichtvar der Gegner. Die Stacheldrahtschlangen reichten säst bis zu ihnen her, und drüben zwischen den Wacholder- und Distelbüschen, die in herbstlicher Blüte standen, gähnten die ersten mit Reisig bedeckten Wolfsgruben. Das Feuer des Gegners riß seit Stunden qualvollen Wartens furchtbare Lücken in ihren Reihen. Aber die eigenen Geschütze hatten erst vor kurzem begonnen, das Feld einzuschießen, weil der Aufmarsch im waldigen Gelände schwierig gewesen war und die Fahrzeuge der unaufhaltsam vordringenden Fußtruppe nicht schnell genug zu folgen vermochten. Und als am frühen 2sbend endlich der Angriffsbefehl kam und zuerst die Maschinengewehrgruppen aufsprangen, denen in kurzen, gestaffelten Reihen die Schützen folgten, da war ihnen der Blick umflort und die Sicht fahl, denn der ganze westliche Himmel vor ihnen stand im Flammenwunder der untergehende Sonne? Asang-Ha aber achtete nicht der Widerstände, die der Himmel selbst als eine Prüfung seiner besten Söhne vor ihnen ausbreitete. Und es lag an ihnen allen, die Welten und Sonnen zu wenden. Nicht um zu warten, bis die Feuerkugel im Nichts versank und das Feld vor ihnen blank war, wie der Karpfensee von Okyo, dem großen Künstler, nein, dazu hatten sie das Kindsein nicht abgelegt. Aber sie waren Männer geworden, um der Sonne einen Auf gang zu bereiten, wie er der Ahnen und ihrer Geister würdig war. Und es lebe Dai Nippon, das große Vaterland! Es lebe der Sohn des Himmels, der Kaiser! Mit diesem Rufe stürzten sie in den Tod und über ihren Leibern, die wie Brücken waren von Trichter zu Trichter, kamen die Kameraden der zweiten und dritten Linie, und bevor noch die Nacht der segnenden Quannon niedersank, behaupteten sie die feindliche Stellung und pflanzten die wehenden Fahnen in die blutgetränkte Erde. Als Asang-Ha erwachte, stand die Sonne schon hoch im Osten. Wieder einmal und vielleicht zum letzten Male? Doch war er zu schwach um nun aufzustehen und sich ehrfürchtig vor ihr zu verneigen, und als er den Versuch wagte, nach der Feldflasche und dem Verbandspackchen zu tasten, riß die Wunde dicht neben dem Herzen auf, und es wurde für Sekunden Nacht um ihn. Zeit also, den letzten Gedanken in die Ferne zu richten und das wunderbare Glück unverhofften Ruhmes zu durchkosten. Und zum andern Male öffneten sich die Lider über den müden Augen Asang-Has. Fern am westlichen Horizont gewahrten sie einen Fesselballon mit dem Zeichen Dai Nippons. So weit war der Sieg schon vorgetragen? Das war gut, und Asang-Ha Durfte also scheiden. Sein offener Blick berührte den Himmel, und sein sterbender Mund formte behutsam und feierlich die Namen feiner Ahnen Und als er den Geist Ujis, des Alten, be- chwor, da flatterte von der blutroten Distelblüte zu einen Füßen ein großer, feibenblauer Falter und chwebte über ihm, wurde größer und sank. Nun erhob er sich wieder und seine Augen funkelten wie die Stirnlichter der fremden Göttin. Und sank aufs neue, atmete Düfte von Veilchen und Kirschblüten und glitt lautlos und voll unendlicher Liebe über das Antlitz Asang-Has, um sich auf feinen zitternden Lippen niederzulassen. Asang-Ha schloß die Augen und atmete nicht mehr. Sein Ruhm war vollkommen, denn der Geist des Ahnherrn selbst hatte sich in Ehrfurcht vor ihm verneigt und den letzten Hauch seines Atems in sich eingefogen. Maps. (Fine fröhliche Betrachtung von Werner Bergengruen Durch Zufall bin ich auf ein wichtiges Wort aufmerksam geworden: ich säume nicht, von ihm Mitteilung zu machen. Es heißt „maps" und ist griechisch. Niemand weiß, was es bedeutet. Es kommt in der gesamten, uns bekannt gewordenen Literatur der Hellenen nur ein einziges Mal vor und steht in einem der homerisches Gesänge. Alle anderen Werke des griechischen Schrifftums, in denen jemand „maps" gesagt oder getan hat, siyd der Vernichtung anheimgefallen. Einzig die Epen Homers hat die Vorsehung aufbewahrt, damit maps nicht unterginge. Es ist nicht möglich, Den Sinn Des Wortes etwa aus Dem Zusammenhang zu erschließen. Die einen halten es für ein ADverbium, Die anDern für eine Partikel, Die Dritten für eine Interjektion; manche auch für eine fjeute überhaupt nicht mehr existierenDe Wortgattung, sozusagen ein Fossil. Es mangelt nicht an philologischen Mutmaßungen: maps soll bedeuten: vorlaut, be- benDe, unentwegt, auf Nachteiliges erpicht, fruchtlos, traun, fürwahr, schier, halt, nun aber in Be- sonDerheit, erstaunlich, in der Tat, schlagartig, in gewissem Umfange, ei warum nicht gar, eben gerade noch, das sowieso, hastunichtgesehen, holterdiepolter und heißa. Es gibt Erklärer, die es mit „pardautz!" oder, moderner gesprochen, „peng", wiedergegeben sehen möchten. Auch für „legten Endes" haben sich Stimmen erhoben. Das alles ist durchaus willkürlich und ungewiß, und niemand weiß, was Eumaios, Aphrodite und Themistokles meinten, wenn sie „maps" sagten. Vielleicht würden sich uns ganz neue Einblicke in die griechische Welt öffnen, wenn wir wüßten, was maps ist. Vielleicht ist es das Zauberwort, das uns, verstünden -wir es nur, den ganzen Himmel Homers auf unsere trübselige Er Ke herabzwänge. Ein Zauberwort ist es auch so. Vielleicht begreift es in sich die ganze, so vieldeutige Welt mit all ihren Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten. Vielleicht läßt es sich einem nicht zu öffnenden Wunderkästchen ver- gteichen, das beim Schütteln hauchzarte, berauschende Düfte und geisterhafte Silberklänge von sich gibt. Der Aufklärer wird es schließlich zerschmettern, sich verdientermaßen hierbei den Finger verletzen und nun weder vom Duft noch vom Klang noch von sonst einem Inhalt eine' Spur finden. Der Kluge und Demütige aber, denn diese Eigenschaften schließen einander nicht aus, wird das Kästchen auf einen bevorzugten Platz stellen, eine Rose im Stengelglas davor, wird es zu Zeiten andächtig in die Hand'nehmen und zu Zeiten auch nur mit einer Verneigung ehren. Und wenn wir nun wüßten, daß maps unwiderruflich „in gewissem Umfange" bedeutet, was hätten wir gewonnen? Ich empfehle maps zur Aufnahme in den Schatz der deutschen Sprache. Seine einleuchtende Reim- barkeit auf Schnaps und Kollaps ist noch der geringste feiner Vorzüge. Aber es ist ein gänzlich un- abgegriffenes, noch frisches Wort und von jugendlicher Elastizität. Es ist prägnanter und dennoch verwendbarer als das adjektivisch beschränkte „mophyktisch", das in meiner Jugend eine Weile ein alles bezeichnendes studentisches Modewort war. Ich bin, nebenbei bemerkt, boshaft genug gewesen, es im Kriege einmal, einem Feldgendarmen zu suggerieren, der ein Protokoll über die Vernehmung eines wiederaufgegriffenen Gefangenen abzufassen hatte und hochgestochene Fremdworte liebte. Maps eignet sich gleichermaßen zum Zutnnken, zu Beschwörungen, Schmeicheleien, Flüchen. Begrüßungen, Wahlsprüchey, Telegrammen, Inschriften und Parolen: zu Aeußerungen des Mitleids und des Trostes, der Ueberrafdjung und Bewunderung, der Warnung und der Drohung. Man kann ihm jeden Ton geben, vom zärtlichsten ßiebesge® flüster bis zum rasenden Aufschrei des vom Irrsinn der Welt gepeinigten Herzens. Mit einem 'einzigen „maps" läßt sich das mit großem Anspruch geräuschvoll Auftretende entlarven und erledigen. Die Ehrfurcht vor der Unenträtfelbarfeit der Welt wird in einem andächtig gemurmelten maps aufs Trefflichste aufgehoben sein. Auch scheint ein „maps!" von entschiedener Männlichkeit berufen, an die Stelle des indianischen: „Hugh, ich habe gesprochen!" zu treten Und nun verabschiede ich mich vom Leser mit einem herzhaften dreifachen: „Maps!" Ein Kameradschaftsführer gab dann einen Be- bung. Vordergrund der H. e s das fest, und ctli- mit richt aus seiner Kameradschaft und schilderte das, was bisher in der Kameradschaft getan wurde. Der Leiter des Amtes der NS.-Studentenkampf- zur tatkräftigen Mitarbeit und zur Wer- für ihre Ausführungen. Ein kameradschaftliches Zu- I sammensein schloß sich an die Altherrentagung an. deten sich zwei schöne Triebe, die ich auch gut durch den Winter brachte. Und dann konnte ich im nächsten Jahre aus diesen zwei schwachen Aestchen eine schön geformte Krone bilden. Dieses Rosenbäumchen ist noch heute eine Zierde meines Vorgartens. Warum ich das in den ersten Tagen des neuen Jahres hier erzähle? Das hat seinen guten Grund. Uns Menschen ist auch im letzten Jahr manches unerwartet gekommen, wir haben Leid und Trauer erfahren, und viele haben sich Niederschlagen lassen, haben vergessen, daß auch in ihnen, wenn ein freudig wachsender Trieb abbrach, noch schlafende Augen vorhanden sind, die austreiben wollen. Man muß nur Geduld und Beharrlichkeit haben. Man muh an das Wort denken: Nun erst recht! Freud und Leid wechseln in unserm Leben. Sie ergänzen sich oft. Wir übersehen zu leicht die Freude und denken nur an das Leid. Wir glauben, das Leben müßte sich so abspielen, wie wir es Uns vorstellen. Wir sehen immer nur die Gegenwart, und diese betrachten wir oft auch noch mit einem Vergrößerungsglas. So erhalten wir ein falsches Bild. Mit einem schweren Seufzer sagen wir zu manchem Schlag: Das ist unser Unglück! Und nach einiger Zeit stellt es sich heraus, daß es ein Glück war. Bricht uns eine Hoffnung Zusammen, dann sollten wir an jenes Rosenbäumchen denken. Was ist Glück und was ist Unglück? Das Schicksal zeigt uns Wege, von denen wir nicht wissen, wohin sie führen. Wir stehen still und forschen, welchen wir einschlagen sollen. Und schließlich sehen wir ein, daß es doch der falsche war. Soll man da gleich verzweifeln und von Unglück reden? Nein! Wir haben den Mut und kehren um und beginnen von neuem. Nun erst recht! Wir müssen nur Beharrlichkeit besitzen. Wir dürfen nie dem Augenblick leben, sondern müssen darüber hinaus auf unser Ziel schauen. Allen feindlichen Gewalten zum Trotz rufen wir: Nun erst recht! Ohne Mühsal und Anstrengung wird es frellich nicht gehen, und wir brauchen viel Zeit. Wir werden aber auch dann unser Ziel erreichen. Hat sich das Rosenbäumchen unterkriegen lassen, als ihm der Edeltrieb abgebrochen war? Nein! All seine Kräfte und Säfte wandte es auf und weckte die schlummernden Augen zum Austreiben. So konnte es, wohl etwas verspätet, aber immer noch rechtzeitig, eine neue schöne Krone bilden. Wer beschreibt mein Erstaunen, als ich nach chen Wochen wieder nach dem Hochstämmchen dem abgebrochenen Triebe schaute? Da hatten sich links und rechts von der Bruchstelle zwei kleine Knospen gebildet, die schon ansehnlich geworden waren. Sie kamen aus dem veredelten Teile. Da Doch die Freude dauerte nicht lange. Als ich an einem Morgen meine Rosenstämmchen besuchte, mußte ich zu meinem Leid feststellen, daß gerade dieser eine Trieb abgebrochen war. Hatte sich ein Vogel draufgesetzt, oder hatten die Kinder auf der Straße Fußball gespielt, wobei der Ball auf Rosenbeet geflogen war? Das war kaum nach zustellen. Ich betrachtete das kahle Stämmchen ging betrübt weiter. Wenen-TagungderAS.-Studentenkampshilse Hochschulring Gießen. UHL Seliersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen lM?u Der Hochschulringführer der NS.-Studenten- kampfhilfe hatte am Donnerstagabend alle Alten Herren der NS.-Studentenkampfhilfe zu einer Altherrentagung in das Studentenhaus eingeladen. Der Leiter des Amtes NS.-Studentenkampfhilfe Dr. Herrmann eröffnete den Abend und begrüßte die zahlreich erschienenen Alten Herren. Ferner galt sein Willkommengruß dem Gaustudentenführer Kugelmann (Frankfurt a. M.). lieber die neueren Ereignisse der NS.-Studentenkampfhilfe sprach zunächst der Führer des Hochschulrings Gießen Professor Dr. A. W. F i s ch e r. Zuerst kam er auf den Zweck und den Grund eines solchen Zusammenseins zu sprechen. Es sei notwendig, daß jeder Propaganda für die Kampfhilfe treibe, denn leider seien die Ziele der Kampshilfe noch nicht überall da bekannt, wo sie eigentlich bekannt sein sollten. Gerade in einer Universitätsstadt dürfe man nicht beiseite stehen, sondern man müsse aktiv die Ziele der Kampfhilfe zu verwirklichen suchen. Der Hochschulringführer kam dann auf mehr organisatorische uitd finanzielle Fragen zu sprechen und setzte sich anschließend eingehend mit den verschiedensten Einwänden und noch evtl. Unklarheiten über die Kampfhilfe auseinander. Dann erläuterte Professor Fischer den Aufbau und das Leben der Kameradschaften. Die Alten Herren wollten der Aus der Stadt Gießen. Nun erst recht! Vor einigen Jahren hatte ich mir ein Edelauge einer Rosenneuheit mitgebracht. Unter meinen Wildlingen suchte ich den kräftigsten heraus und setzte ihm dieses Edelauge ein. Ich hatte Glück. Das Auge wuchs an, und im nächsten Frühjahr bildete sich ein starker Trieb, den im Juni schon eine Blüte schmückte. Langemarck-Schule" in Gießen Eine denkwürdige Feierstunde. Und das soll uns die kleine Geschichte lehren. Wenn Leid und Trauer in unserm Leben ein- kehren, wenn Hoffnungen und Pläne scheitern, dann helfen uns nicht Stumpfheit und Verzweiflung, sondern nur die Worte: Nun er st recht! Ipern und Langemarck in den „ Gedanken der Festgemeinde. Nach der Wiedergabe des Orchesters von Glucks „Älteste" hielt der Leiter der Schule studierenden Jugend nur beratend zur Seite stehen, die Jugend selbst werde ihren neuen Weg schon gehen und sich das Leben in den Kameradschaften ... _____________________________________ri neu formen. Sein Schlußwort war nochmals ein Hilfe Dr. Herrmann dankte allen Vortragenden Appell zur tatkräftigen Mitarbeit und zur Wer- für ihre Ausführungen. Ein kameradschaftliches Zu- Jn der Turnhalle des Realgymnasiums zu Gießen fand am heutigen Samstagoormittag'auf Einladung des Schulleiters, Oberstudiendirektors A n - gelberger, eine denkwürdige Feierstunde statt. Anlaß war die mit Genehmigung des Gauleiters Reichsstatthalter Sprenger erfolgte Genehmigung und heutige Einführung des neuen Namens der Anstalt, die künftighin zur Erinnerung an die deutschen Kämpfer vor Langemarck den Ngmen Langemarckschule (Oberschule für Junge n) führen wird. Der Schulgemeinde und der Elternschaft wurde diese ehrenvolle Namensverleihung durch den Reichsstatthalter in der heutigen Feierstunde bekanntgegeben. Die Feier wurde eingeleitet mit dem Vortrag des Chores von C M. von Weber („Gebet vor der Schlacht"), dargeboten unter Leitung des • Musiklehrers Blaß. Anschließend brachte ein Orchester, ebenfalls unter Leitung von Musiklehrer Blaß, Schuberts „Marche heroique“ zu Gehör. Mehrere Gedichte, vorgetragen von Schülern verschiedener Klassen, rückten den Marsch der deutschen Kämpfer nach Flandern , und die Taten der jungen Kriegsfreiwilligen vor m v ' Kreiswallung Wetterau, Abteilung Presse. Die Uebungsstätte Gießen im Berufserziehungswerk der Deutschen Arbeitsfront beginnt am 10. Januar 1938 laufend neue Lehrgemeinschaften in Kurzschrift und Maschinenschreiben. Nachdem der Vertrag zwischen der Deutschen Arbeitsftont und der Deutschen Stenographenschaft im ganzen Reichsgebiet gelöst ist, werden auch in Gießen wieder in erhöhtem Maße durch die Deutsche Arbeitsfront Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften in sämtlichen Geschwindigkeiten laufend eröffnet. Wir fordern alle Kurzschriftler und Maschinenschreiber auf, sich sofort zur Teilnahme anzumelden, da die Anmeldung bei Beginn der Maßnahmen erfolgt fein muß. Nähere Auskunft bei der Deutschen Arbeitsftont, Kreiswaltunq Wetterau, Fernruf 2141/44. 124D Letzte Warnung! ,3n letzter Zeit wurde wiederholt festgestellt, daß die für das EHW. bereitgestellten &üd)enab- fälle durch Unbefugte entwendet werden. Es wird letztmalig darauf hingewiefen, daß in Zukunft die nicht berechtigten Sammler zur Anzeige gebracht werden, die sich an den für das Ernährungshilfswerk bestimmten Küchenabfällen vergreifen. Die Oeffentlichkeit wird gebeten, uns bei der Ueberwachung der bereitgestellten Küchenabfälle be fülfhd) zu fein und uns jeden wahrgenommenen Fall telephonisch unter Nr. 2297 oder schriftlich an die Kreisamtsleitung der NSV. zu melden. Kreisamtsleitung Wetterau der NSA. j Oberlandesgerichtspräsident i. K Or. Lang t- In Darmstadt, wo er im Ruhestand lebte, ist der Oberlandesgerichtspräsident Dr. h. c. Ludwig ßang im Alter von 77 Jahren verstorben. Der Heimgegangene war ein geborener Oberhesse, der aus Storndorf (Kreis Alsfeld) stammte. Er studierte in Gießen, war nach seiner Staatsprüfung bei einem Vorsicht bei Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Vielfach werden sowohl im Haushalt, als auch im Gewerbebetrieb Gefäße, die zur Aufnahme von Nahrungsund Geckußmitteln bestimmt sind, wie Wein-, Bier» und Mineralwasserflaschen, zur Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten benutzt, die im Haushalt ober im Gewerbebetrieb Verwendung finden sollen (z. B. Salzsäure, Salpetersäure, Karbolsäure, Lysol, Salmiakgeist, Sublimatlösung und dergleichen), ohne daß Vorkehrungen getroffen werden, durch die der Gefahr einer Verwechslung des giftigen Inhaltes der Gefäße mit einem Nahrungs- oder Genußmittel vorgebeugt wird. Infolge dieses auf Unkenntnis und Unachtsamkeit, auf Gleichgültigkeit oder Rück- ichtslosigkeit zurückzuführenden Verfahren sind schon häufig Personen, die aus Versehen aus solchen Flaschen getrunken haben, schwer erkrankt oder gestorben. Ebenso wie es Gifthändlern verboten ist. Gifte in Trink- oder Kochgefäßen oder in solchen Flaschen oder Krügen abzugeben, deren Form oder Bezeichnung die Gefahr einer Verwechslung des Inhalts mit Nahrungs- oder Genußmitteln herbeizuführen geeignet ist, muß auch demjenigen, der giftige Flüssigkeiten im Besitz hat, um sie im Haushalt oder im Gewerbe zu verwenden, schon im Hinblick auf seine zivil- und strafrechtliche Verantwort- ichkeit dringend empfohlen werden, die gleiche Vor- icht bei ihrer Aufbewahrung obwalten zu lassen. Wieder 30 Schweine des EHW. schlachtreif. Das Gießener Ernährungshilfswerk, das bereits vor geraumer Zeit zahlreiche Schweine zur Mästung im eigenen Stall unterbringen konnte, kann demnächst wieder 30 bis zur Schlachtreife gemästete Tiere absetzen. Diese Schweine haben durchweg Gewichte von über 150 Kilogramm erreicht. Sie werden der Viehverwertungsgenosfenschaft Gießen überwiesen mit der Asrpslichtugg, sie nur den Gie» Oberstudiendirektor Angelberger die Festrede. Mit Dankesworten begrüßte er zunächst die zahlreichen Gäste, an ihrer Spitze die Vertreter der Partei, der Stadt Gießen, der übrigen Behörden und der Schulleitungen, ferner die Eltern, die Vertreter der Vereinigung ehemaliger Schüler des Realgymnasiums und schließlich die versammelten Schüler selbst. Eine Erinnerung an den Oktober 1914 und zwei Gedichte leiteten über zu dem Schlußwor. _ . _ Schulleiters, der nun daran erinnerte, daß in der trüben Nachkriegszeit ein Mann aufstand, der auch als Kriegsfreiwilliger in Flandern war, von Gott als Vollstrecker feines Willens, stand, der auch als Kriegsfreiwilliger in Flandern war, der uns von Gott als Vollstrecker feines Willens wieder zum Licht und zu neuer Größe führte: unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Ihm galt der Gruß der Treue und der Dankbarkeit, des aufrechten Gefolgschaftswillens und des stolzen Bekenntnisses zu ihm und seinem W Ole Verlobung unserer Tochter Hildegard mit Herrn Otto keusch geben wir hiermit bekannt Bürgermeister a. O. 0r. jur. Karl Anklam u.Frau Gertrud, geb. Gasier Hildesheim, seiner Landstraße 50 Meine Verlobung mit Fräulein Hildegard Anklam beehre ich mich anzuzelgen Otto keusch Gießen (Lahn), Seltersweg 65 121D 9. Januar 1938 15 und 20.15 Uhr, beim Kurzfdirift L-B. Volkstum und Heimat öiveikurs in 6 et eoang.Staötmiffion Gießen, Löherstraße 14 — anschließend bis einschließlich Mittwoch täglich um 10, 15 und 20.15 Uhr. .Jedermann ist herzlich eingeladen. Eintritt frei. Berufserziehungswerk jNnu der DAF Uebungsstätte Gießen Ab Montag, den 10. Januar 1938, beginnen laufend neue Lehrgemeinschaften und Autbaukameradschaften in Miss.-Insp.löutzke u. a. sprechen am Sonntag, 9. Januar, chronische Verschleimung, Luftröhrenkatarrh, hartnäckige Bronchitis mit Auswurf, Asthma wurden mit Or. Boether Tabletten auch in alten Fällen erfolgreich bekämpft. Bewährtes unschädliches, kräuterhaltiges Spezialmittel. Enthält 7 erprobte Wirkstoffe. Stark losend, auswurffördernd.Remigt, beruhigt u. kräftigt die angegriffenen Gewebe. Zahlreiche schriftliche Anerkennungen dankbarer Pattenten und von zufriedenen Ärzten! In Apotheken m——»»Preis M 1.43 und 3.60 Ihre Verlobung geben bekannt Irmgard Schalch Paul Mieritz Gießen e Äerlin-Köpenick Wetzlarer Weg 61 ' Gießen, Steinstraße 53 jetzt wird sie 72&ia unentbehrlich zur Schonung Ihrer Augen eine Brille nach Maß von Optiker Magnus Seltersweg 33. Ihr Kassenlieferant Familiendrucksachen Verlobungeanzelgen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? Mitglied der Elektro-Gemeinschaft Quälender Husten und Mafdiinenfdireiben Mittwoch, den 12. Januar, um 20 Uhr In der Neuen Aula der Universität Amtsgerichtsrat i.R. FRANZ GROS: Nähere Auskunft und sofortige Anmeldung, die vor Beginn vorliegen muß, bei ?2D Die Deutsche Arbeitsfront Gießen, Schanzenstr.18, Ruf 2141 Gesellschail für Erd- d. Völkerkunde Donnerstag, den 13. Januar abends 8.15, Aula des Gymnasiums Idchtbildervortrag: Dl Alfred Kaufmann, Gießen Palästina inmitten der Zeitereignisse Einzelkarten 60 und 40 Pfennige WIESECK Sonntag, den 9. Januar 1938 TANZ Zum kühlen Grund Inhaber: A. Schepers. 8eD Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er* halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! Ernstes und heiteres Alt-Giefeen (mit Lichtbildern) Der Gesangverein Liederkranz wirkt mit 20 Pfennig Unkostenbeitrag 91D Cafe-Restaurant .Reingold* Heute Samstag, 8. Januar 1938 10oA I. großes Bockbierfest die immer 65 a gelöst werden für frohe Feste Für kalte Tage breit, Meter MarktstraCe 4-8 “"“’SsesS ffüt festlidie •*M ’ fnr kalte 5""IÄd"5 WOLLST<^Ä^-ÄiSS3-25 MANTetSÄKS*e ;*3.90 Äne9t> crn besonders" schwere und Br°e“wtrte 1OÄ für elegante Ma^te, § gy itoem breit... - • ■• • •■ Leistungsfähigkeit Werbe-Drucksachen hei Brühl. Schulstr.7 Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen u. Stimmungen fachgemäß u. pre'sw. WM e$* DM ■ ■.'■* .WM '... -.. DU W.-■ ’•• - •.. //>?.•■. - - Am Lut Der Bob öffentliche doch, ihm ei Winterruhe so scheint es feine Rauch Häuser oerri ft ®- Fortsetzui ..Humphrey öffnete sie knacken. Es U jemand Aeußliche (i funnnenzucke! *en ?>e dock nervös. . "Nt kom J*ner kurzen ier Detektim JÄt bm l»?5 wahi *05 heraus ?or die Sti te“. 9cba‘ hebe »re all. ^nst, aber i er Dokb ?le beiden ^ck, daß- durck '^en «8.* K°s Se'»V” ■Niteiig Es ist sch Dichter Mat Gedichtes do Mann, kern Male bestät läßt im Ge fieren und rück. Nur ei der von 19: Natur sechs Obstbaum h damalige E ter des en gewesen sei konnte man chen. Aus eil gegenwärtige beilegen. So wt macht, Donnerstag Kälte nicht auf einen enttäuschui auch noch uns einmo lichen Pra ten wäre j wehren jin will. Wenn den Mensc strophe die 61 A 131D 85 V Neustadt 27 Kiefernknüppel A Lärcheknüppel A Strobenknüppel A Buchen-Anbruchholz. 181,2 rm 43,8 „ 69,3 „ 38,9 „ 2,9 „ 5,— „ 255,— „ Bezirksstelle Gießen MaxUngert,FrankfurterStr.57 Fabrikniederlage C. Seibel, Frankfurter Str., 0. Winterhof!, Kreuz- nlatz 9/10, Herrn. Elges, Seltersweg 66. Grün berg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drog.Karl Klein Hauptberuf!. Mitarbeiter werden noch eingestellt. Vorstellung tägl.18-19 Uhr 95 V Deutscher Lloyd Lebensversicherung A.-G., Leipzig Geschäftsstelle: Frankfurt a. M., Kaiserstraße 37 Bekanntmachung. Sehr.: Fundgegensiände der Straßenbahn. Im Jahre 1937 sind in den Straßenbahnwagen wiederum mehrere Gegenstände wie: Herren- und Damenschirme, Handtaschen, Handschuhe, Aktenmappen, Einkaufsnetze, Geldbörsen und verschiedenes' andere, gefunden worden. Diese Gegenstände sind von den Eigentümern spätestens bis zum 15. Februar 1938 auf der Verwaltung, Hammstraße 35, Zimmer Nr. 2, in Empfang zu nehmen; andernfalls dieselben wegen der Gefahr des Verderbs an die minderbemittelte Bevölkerung verteilt werden. Gießen, den 5. Januar 1938. 96A Direktion der Städtischen Betriebe — Abteilung Straßenbahn. — 38,8 „ Buchenstöcke A. B) Freitag, den 14. Januar 1938, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 85a und b des Stadt- Brennholz-Versteigerungen der Stadt Gießen. A) Mittwoch, den 12. Januar 1938, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 85a des Stadtwaldes, Um Irrtümer zu vermeiden, weise ich darauf hin, daß ich meinen Damen- und Herren- Frisier-Salon den ich 2 Jahre verpachtet hatte, wieder selbst weiterführe. Solide Bedienung versichert Georg Wahl Friseurmeister Heute morgen 3V2 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine RinnWwe. geb. Schimmel im vollendeten 74. Lebensiahre. In tief er Trauer: Familie Ludwig Hofmann 9. , Familie Ferdinand Schimmel E Familie Friedrich Otto Rinn Familie Karl Mandler Familie Emst Bepler. Heuchelheim, Altona, Kinzenbach, den 8. Januar 1938. Die Beerdigung findet Montag, den 10. Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Ludwigstraße 20 aus statt. die echte M. Brockmanns gewürzte Futterkallmischung „Iwevs-LNavke" Schnelle Mast, keine Knochenweiche, gesunde Aufzucht, mehr ivilch, mehr Sier, hochbewertete Kaninchen usw. Der „Ratgeber" sagt alles; neue (11.) Ausgabe kostenlos. So haben in den einschläg. Geschäften y2 kg 0.35z 1 kg 0.65, 2'/, kg 1.50, 25 kg 8.90, 50kg l6.-Ml. Försterei hochwart: Buchenscheiter A und B Eichenscheiter A und B Buchenknüppel A und B Eichenknüppel A und B Buchen-Anbruchholz Eichen-Anbruchholz Buchenreiser 3. Kl. Im neuen Jahr gefunö bleiben! Die Doppel- herz = Kur beginnen! DOPPELHERZ waldes, Försterei hochwart: Buchenscheiter A und B Eichenscheiter A und B Elsbeerenscheiter A Buchenknüppel A und B Eichenknüppel A und B Eichen-Anbruchholz Buchenreiser 3. Kl. Buchenstöcke A 1,9 „ Eichenstöcke A. Zusammenkunft bei beiden Versteigerungen: Kreu- zung 13. Schneise — Grubenschneise (krummer Weg). Gießen, den 7. Januar 1938. 123A Der Oberbürgermeister: I. D.: Nicolaus. Nadihillestonöen in Englisch und Französisch erteilt E. Petter Lehrerin, Frankfurter Str. 46 2 091 100,— rm 152,2 „ 1- „ 42,4 „ 126,— ,, 2,— „ 0,6 „ 1,- „ 2,— „ 7,- „ 143,— „ 16,9 „ im Punktekampf gegenüber. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorauszusagen. Die Staufenberger Jugegd muß nach Klein-Linden. Handball^ ämpfe des Sonntags. In der G a u k l a f f e trifft der Tv. Wetzlar auf Jahn Gensungen. Das Vorspiel ging verloren. Diesmal wird es, wenn nichts dazwischen kommt, wcchl anders werden. In der B e z i r k s k l a s s e steht der Tv. Lützellinden mit 4 Punkten vorne, gefolgt von 1860 Marburg, Mto. Gießen, Hörnsheim und Heuchelheim. VfL. 1860 Marburg — Heuchelheim, Hörnsheim — Münchholzhausen, -Roth — Mtv. Gießen, 1900 Gießen — Niedergirmes. Das Spiel in Marburg wird wohl kaum eine Überraschung bringen, weil die Heuchelheimer schon das Treffen der Vorrunde einwandfrei verloren haben. Indessen kann man nicht sagen, ob man sich nicht doch aufrafft und dem Gegner ein Spiel hinlegt, das vielleicht zu der erhofften Ueberraschung führt. Nach der Niederlage, die Marburg am letzten Sonntag einstecken mußte, hat natürlich auch Münchholzhausen keine Chance, den im Vorspiel errungenen Sieg zu wiederholen. Hörnsheim ist auf eigenem Platz sehr gefährlich und wird das auch diesmal wieder unter Beweis stellen. — Der Mtv. wird 'sich in Roth anstrengen müssen, denn die Mannschaft ist als typische Heimmannschaft bekannt und der kleine Platz ist schon manchem Verein zum Verhängnis geworden. — Nach den Leistungen der letzten Zeit zu urteilen, hat 1900 auch gegen Niedergirmes keine allzu große Chance. Die Spiele der 1. Kreisklasse sind restlos erledigt. In der Staffel 2 wird es allerdings noch ein Entscheidungsspiel geben, das aber von der Einstellung abhängig ist, die der Gau zu einer Eingabe des Spv. Groß-Rechtenbach einnehmen wird. Die 2. K r e i s k l a s s e hat bis auf einige wenige Mannschaft ins Feld, die auf alle» Plätzen gleich gut besetzt ist. JDie Einheimischen haben gegen diese Mannschaft einen schweren Stand, doch rechnet man mit einem knappen Sieg der Alten-Busecker. Die Jugendmannschaft sollte auf Grupd des Platzvorteiles gegen Saasen zu einem Siege kommen. Fspv. Steinbach I — Spogg. Leihgestern I. Am morgigen Sonntag muß die Spvgg. Wh-- gestern den schweren Gang nach Steinbach antreten. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten verlegt sein Amtsgebaude nach dem Reichssportfeld, wo soeben das Richtfest an dem neuen Hause gefeiert werden konnte. — (Schirner-M.) Wenn auch die Steinbacher den Schluß der Tabelle bilden, so ist das kein Grund, das Spiel leicht zu nehmen. Die Steinbacher sind bestimmt nicht so schlecht, wie es der Tabellenstand besagt. Außerdem spielen sie auf eigenem Gelände. Der Ausgang des Spieles ist offen. '** Staufenberg I — Heuchelheim II. Die 1. Mannschaft von Staufenberg tritt auf eigenem Platz der 2. Mannschaft von Heuchelheim Spiele die'Runde beendet. Sobald sämtliche Staffel- sieger feststehen, beginnen die Endkämpfe um den Sieger und die aufstiegberechtigte Mannschaft. ------------------------------------- i Fußball um den Tschammerpokal. Der begehrte Tschammer - Pokal, um den am Sonntag in Köln das Entscheidungsspiel zwischen Schalke 04 und Fortuna-Düsseldorf ausgetragen wird. — (Schirner-DL) Gießen (Wiesenstraße 6), den 8. Januar 1938. Am 3. Januar ist unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Frau Sophie Frutig, geb. Euler nach einem arbeitsreichen Leben in ihrem 90. Lebensjahre von uns gegangen. - Ihrem Wunsche entsprechend hat die Beisetzung in aller Stille stattgefunden. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: e Minna Frutig. M ' Gießen, den 7. Januar 1938. 101V 118D Heute abend 9% Uhr entschlief sanft nach langen Leiden meine liebe Mutter, unsere Großmutter und Schwiegermutter Frau Marie Freund, geb.Wagenbach im 64. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen.- Katharine Stein, geb. Freund, und Familie Heinr. Wilh. Freund Wwe. und Kinder Heinrich Lepper und Familie. Alten-Buseck, den 7. Januar 1938. j Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 9. Januar, nachmittags 2% Uhr statt. Wir werden des treuen Freundes und Förderers unseres Sports stets in Ehre gedenken. Gießener Reiterverein Am 5. d. M. verstarb unser Mitbegründer und Ehrenmitglied Herr Daniel Heil Gießen, den 7. Januar 1938. Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene , mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjährig - Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. Ein- u.halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19.- keine Nebengebühren. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goethestr. 32, Ruf 2486. Irmgard Menk, geb. Lotz. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meines lieben Mannes sage ich im Namen der trauernden Hinterbliebenen herzlichen Dank. Selbstgekelterter, naturreiner Apselsastu. Apfelwein LudwiaKohlermannIV. otib. L. Weiderich 7s4iD Tel. 4374 Gießen Bteichstr. 14 Ihr Heim wird verschönert Ernst Petri i Maler- und Weißbindergeschäft Tel. 3680 Gegr.ioöO Asterwegöl Vertrieb: Emil Schmall Biergroßhandlung Gießen, Frankfurter Str.7 NERVEN STÄHLE NP, BLUTER NEU ER NP! Vogtsehe Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 Nr. 6 viertes Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag. 8. ZannarM8 Stadt im Winterkleid. Schlittenfahren — das große Vergnügen der Kinder. - zA". - SR» 'M M d »M i 4 v. • Ä Am Lutherberg bauten sich jugendliche Skiläufer eine Sprungschanze. Es ist schon lange her, seitdem die Natur dem Dichter Matthias Claudius die Richtigkeit seines Gedichtes vom Winter („Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer") zum letzten Male bestätigte. Die Erinnerung schweift zurück, läßt im Geiste die Winter vergangener Jahre passieren und kehrt ergebnislos in die Gegenwart zurück. Nur ein Winter ist noch in herber Erinnerung: der von 1928/29! Damals schlug strenger Frost die Natur sechs Wochen lang in seinen Bann. Mancher Obstbaum hatte schwer darunter zu leiden und für die damalige Generation der, Feldmäuse mag der Winter des erwähnten Jahres auch sehr unangenehm gewesen sein. Aber in all den folgenden Jahren konnte man von einem kernfesten Winter nicht sprechen. Auf ein bißchen Schnee hin läßt sich auch dem sorgt, daß Palmen und Kakteen nicht erfrieren. Jungfräulich und tief lag der Schnee auf den Wegen. Tief sank der Fuß ein, lautlos wurde der Schritt in der Stille des winterlichen Gartens und wenn nicht von der Sonnenstraße oder von der Senckenbergstraße her hin und wieder kurz und auch wie verhalten die Hupe eines Autos zu hören gewesen wäre, so konnte man sich weltverloren denken. Die Balustrade vor dem großen Gewächshaus hatte leuchtende Säume bekommen, die elegant geschwungenen Treppenflanken waren zu einem hübschen Ornament geworden. Das kleine Becken für Wasserpflanzen lag in Eis erstarrt. Ob wohl die Goldfische noch darinnen sind? Das Alte Schloß und der Heidenturm nahmen sich wie ein Stück Märchenland aus. Die tiefverschneiten Tannen in diesem Teil des Gartens vervollständigten die Illusion. Breit hingelagert bot sich drüben die Front des Zeughauses. Merkwürdig — auf einem nochmaligen Gang durch den Garten, der eigenen und einzigen Spur auf stillen Wegen wieder zu begegnen ... Erst das klirrend zufallende kleine Gittertor riß aus Stille und Träumerei.--- Einzigartiger Tag, jener Mittwoch der vergangenen Woche! Dunkelblau der Himmel, wie zu Sommerszeiten über dem Bodensee, und klirrender Frost wie über, Ostpreußen. Im Lichte der Sonne blitzte der Schnee in Myriaden feiner Kristalle. Kaum vermochten die Augen den Glanz zu ertragen, wenn man über den Schnee gegen die Sonne sah. Der Weg um die Mittagsstunde vom Dienst nach Hause und wieder in den Dienst hatte sicherlich für jedermann, der dabei die schönen Anlagen unserer Stadt durchschritt, etwas Festliches an sich. Der Schnee knirschte unter den Füßen. Wenn nun gar noch Rauhreif alle Bäume geschmückt hätte —! Jedoch auch so waren unsere Anlagen wie verzaubert. Die Johanneskirche stand wie eine Silhouette in all dem Glanz, in weicher Fülle, deckte der Schnee den k I U e -■ -’ vv/ZK* ■■ "M. An der vereisten und verschneiten Lahn. Rasen und jede, auch die geringste Unebenheit warf zarte bläuliche Schatten. Das Stadttheater nahm sich in seiner Umgebung aus wie ein Schloß im Park, und die formenschönen Blautannen zeigten sich als Christbäume, die die Natur auf ihre Art geschmückt hatte. Am Goldfischteich (Adolf-Hitler-Wall) standen die Lebensbäume und Zypressen unbeweglich ernst und schienen als Kinder anderer Breiten mit dem weißen Schmuck nicht ganz einverstanden zu sein. Unter dem Torbogen des Amtsgerichts hindurch dehnte sich schier endlos weit und makellos weiß die Landschaft des Busecker Tales. Stadt und Landschaft waren den ganzen Mittwoch über von Helle und Glanz erfüllt, wie bisher selten oder gar nie in diesen bisherigen trübseligen Monaten des Herbstes und des Winters. Altes Schloß im Winterschmuck. Angesichts all dieser Pracht war es kein absurder Gedanke, sich dem iKrchendiener Siehr wieder einmal anzuschließen, als er auf den Kirchturm stieg, um die Turmuhr aufzuziehen, lieber die hohe enge Wendeltreppe führte der Weg hinauf, über steile Stufen vorbei am Glockenstuhl und am rasselnden Uhrwerk hinauf in die Türmerwohnung, von der aus durch eine Doppeltüre der breite Umgang zu betreten ist. Noch blendender fiel hier oben das Licht des Hellen Tages in die Augen, die Sekunden vorher das Dunkel im Turm mühsam zu durchdringen versuchten. Heber der Stadt lag der Rauch aus vielen Schornsteinen und wehrte die weite Sicht. Nur in der Richtung nach dem Gleiberg, nach Dünsberg und Vetzberg war die Luft klar, so daß fast die blinkenden Fensterscheiben in den Häusern zu Füßen der Burg zu erkennen waren. Schwer fiel es, sich von der Höhe und der Weite zu trennen. • * Auf Oswaldsgarten ging es lustig zu. Die Kinder der ganzen Umgebung hatten ihre Schlitten herbeigeholt, und der besechidene Abhang, der vielleicht mit zwei Meter Höhenunterschied vom Gehsteig aus (vor der Turnhalle) nach dem Platze abfällt, war auf breiter Front eine einzige Rodelbahn. Da tummelten sich gut und gern etwa hundert Kinder. Manchmal saßen sie zu vieren auf einem Schlitten, fuhren mit „Anhänger" gewissetrnaßen in langer Reihe den kleinen Berg hinab, saßen und lagen —v mal die Beine, mal den Kopf voran — auf ihren Schlitten und konnten nicht oft genug hinauf- steigen, um wieder hinunterzugleiten. Fast alle die Kinder waren von Muttern zu- Hause warm eingepackt worden; sie glühten jetzt vor Eifer und Bewegung. — Am Lutherb er g hatten sich ein paar ganz Findige eine kleine Sprungschanze gebaut, zu diesem Zweck eine Kiste aufgetrieben und diese von der Bergseite her sorgfältig zur Absprungbahn mit Schnee vermauert. Es ging tadellos! Sprünge üoh zwei und drei Metern waren die Regel. Da aber die Auslaufbahn nicht lang genug war, galt es jeweils dicht vor dem Draht, der die Anlage vom Gehsteig trennt, einen schneidigen „Christiania" zu reißen. Viele Erwachsene schauten belustigt dem Spiele zu. Hier wächst der Nachwuchs für den Skiklub heran! Am Lucherberg scheint zwar das Rodeln und Skilaufen verboten zu sein! Auf halbem Hang stehen einige Holzpflöcke in den Boden gerammt, an denen, wie zu vermuten ist,, ein Draht gespannt gegenwärtigen Winter das Prädikat „kernfest" nicht beilegen. So wie eine Schwalbe noch nicht den Sommer macht, so lassen auch die an einem Tage, am Donnerstag, von Münchencher gemeldeten 30 Grad Kälte nicht auf einen herrischen, sondern vielmehr auf einen launischen Winter schließen. Die Wetterenttäuschung der Weihnachtsfeiertage ist schließlich auch noch nicht vergessen! Immerhin: Freuen wir uns einmal unvoreingenommen der weißen winterlichen Pracht! Immer nur auf das Wetter zu schelten wäre ja auch billig! Erstens kann es sich nicht wehren ^ind zweitens tut das Wetter doch, was es will. Wenn es im Hinblick auf die Wetterlage nach den Menschen ginge, würde sicherlich eine Katastrophe die andere ablösen. * Der Botanische Garten ist gegenwärtig für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Aber es lockte uns doch, ihm einmal einen Besuch abzustatten, da er in Winterruhe und in Winterpracht lag. Alles Leben, so scheint es, ist jetzt dort erstorben, und nur der feine Rauch aus der Heizanlage für die Gewächshäuser verrät, daß man an der Arbeit ist und dafür Treppe und Balustrade vor dem großen Gewächshaus im Botanischen Garten in weißer Pracht. 'x * W Botanischer Garten und Zeughauskaserne im tiefen Schnee. (Aufnahmen [6:]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Diamanten-Komödie Roman von Horst Biernath. 25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Humphrey spielte mit seiner Zigarettendose. Er öffnete sie und ließ den Verschluß wieder zuknacken. Es klang unangenehm; es klang, als zöge sich jemand die Finger aus den Gelenken. Das scheußliche Geräusch ließ den Ersten jedesmal zusammenzucken. Auch Zanten vertrug es nicht. „Hören Sie doch, bitte, damit auf, Humphrey!' bat er nervös. „Jetzt kommt's drauf an!" sagte Humphrey nach einer kurzen Entschuldigung gespannt. „Wenn einer her Detektive den Dieb erkannt hat — — „--dann können wir ihn zwiebeln! knurrte Zanten. ,, , „Ja, wahrhaftig!" stieß der kleine Olefson atemlos heraus und schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn. „Mit keinem Gedanken hab ich daran gedacht, daß die beiden Minerva-Leute den Kerl ja erkannt haben könnten." „Ich liebe es auch nicht, wenn meine Zweiten Offiziere allzuviel denken!" brummte Zanten völlig ernst, aber sein Humor in dieser Lage bewies, daß er wieder ganz zu sich zurückgefunden hatte. Der Doktor führte Ferguson und Hooten herein. Die beiden machten einen so völlig erledigten Cm= druck, daß Humphrey und Olefson aufsprangen und sie zu ihren Stühlen geleiteten. Zanten ging ihnen durchs halbe Zimmer entgegen. „Kopf ^od), Leute, mahnte er väterlich. Dabei war es, als bedürfe er dieses Zuspruchs nicht weniger als die beiden -Detektive deren verschlossene und niedergeschlagene Gesichter ihm und allen Anwesenden auf Den ersten Blick besser als Worte sagten, daß mit einer Aufklärung des Falles von dieser Seite her kaum zu re(?Äopf V°d) — und dann einen Strick", murmelte b^Humphrey", bat Zanten, „gehen Sie doch, bitte, mal an den Schrank und holen Sie die strohum- floch^ne Flasche mit zwei Gläsern her!" „Bitte, keinen Alkohol!" widersprach der Doktor. ^Höchstens zum Einreibenl" „Lassen Sie die Flasche stehen, Humphrey!" rief Zanten. „Es wäre ja eine Sünde! Echten Schottischen zum Einreiben —?" „Und machen Sie's, bitte, kurz, Kapitän!" fuhr Wilkens im Ordinationston fort. „Die Herren bedürfen dringend der Schonung." Zanten sah den Arzt mit einem Blick an, der seinen haarsträubenden Wunsch mit voller Deutlichkeit ausdrückte. Der Doktor wußte nicht recht, ob man einen Blick bereits als unmittelbare Beleidigung auffassen könne. Für alle Fälle beschloß er, sich zu verwahren, und brummte: Das ginge denn doch zu weit! Schließlich sei er ein studierter Mann. „Also los, Ferguson! Erzählen Sie! Sie waren doch der erste an der Reihe!" Obwohl Ferguson robuster als Hooten war und sich anscheinend auch schon besser als sein Genosse erholt hatte, bot er einen Anblick, bei dem es einen jammern konnte. Ganz abgesehen davon, daß er, genau wie Hooten, noch stark unter der Wirkung des Betäubungsmittels stand, schien er mutlos und mürbe wie ein ausgebluteter Fechter nach schwerster Abfuhr ... Und was er zu vermelden hatte, war mehr als dürftig und enttäuschte die geringsten Erwartungen. Er war vom Speisesaal aus geradeswegs zu seiner Kabine gegangen, hatte die Tür verschlossen gefunden, geöffnet und im gleichen Augenblick, als er die Hand nach dem Lichtschalter ausstreckte, einen haargenau auf den Punkt gezielten Hieb auf die Kinnspitze bekommen. Die Herren warteten darauf, daß nun erst die Hauptsache käme, aber Ferguson hatte nichts mehr hinzuzufügen. „Und Sie haben nicht mal einen Verdacht, wer Sie niedergeschlagen haben könnte?" fragte Zanten erregt und enttäuscht. Der Detektiv sah ihn mit einem langen Blick an. „Nein!" antwortete er aus zusammengebissenen Zähnen mit einem grollenden Ton. „Jedenfalls keinen Verdacht, den ich jetzt, nachdem die Diamanten fort sind, vor dem Richter auch nur mit einem Anschein von Berechtigung vertreten könnte." Zanten ließ den Kops sinken und betrachtete eine Weile mit Hingebung seine Stiefelspitzen. „Und wie erging es Ihnen, Hooten?" fragte er schließlich. „Genau so wie Ferguson, Sir. Nur, daß ich mit dem Schuft noch gesprochen habe, bevor ich den Kinnhaken erwischte. ,Hallo, John', sagte ich, weil nämlich Ferguson mit Vornamen John heißt und weil die Kabinentür so, wie wir's untereinander verabredet hatten, versHlossen war, ,mach mal auf!' — Moment!' antwortete er von innen, und ich hab' auch nicht ’ne Sekunde daran gezweifelt, daß Ferguson es sei, der zu mir spräche. Moment! Eben ist das Licht ausgegangen!' Und drehte auch schon innen den Schlüssel zurück ... Ich drückte die Tür auf und trat ins Dunkle. ,Birne?' fragte ich.— .Sicherung*, sagte er. Und ich dachte noch, daß mir die Stimme so fremd klänge, aber da flammte dicht vor meinen Ai;gen eine Taschenlampe, und dann kam auch schon der Hieb. Nicht ganz so genau auf den Punkt, daß ich gleich hinüber gewesen wäre. Ich ging nur in die Knie. Aber bevor ich hochkam oder um Hilfe hätte rufen können, drückte mir der Kerl den Aetherschwamm auf Mund und Nase." „Und die Stimme?" fragte Zanten gespannt. „Die Stimme!" riefen auch Humphrey und Olefson. „Ich sagte Ihnen doch, daß ich sie für Fergusons Stimme gehalten habe. Durch die Tür jedenfalls. Und nach dem einen .Sicherung*, das er vor sich hinmurmelte, als ich neben ihm stand, kann ich keinen Eid auf mich nehmen, es wäre dieser oder jener gewesen." „Genug, meine Herren!" fiel der Doktor ein. „Sie sehen selbst, daß die beiden nah am Umfallen sind! Ich kann nicht gestatten, daß Sie die Herren noch länger in Anspruch nehmen!" Sein Ton war gereizt; er schien entschlossen, es auf eine Kraftprobe -mit Zanten ankommen zu lassen. Der alte Herr erhob sich. „Ich danke Ihnen, meine Herren' Ruhen Sie sich jetzt aus! Und nehmen Sie vorläufig den schwachen Trost mit auf den Weg, daß die Steine sich noch an Bord befinden müßen! Ich habe der Mine bereits gekabelt, daß Sie Ihre Pflicht getan haben und einem Anschlag zum Opfer gefallen sind, dem auch kein anderer Aufpasser entgangen wäre. Wenn Sie morgen wieder auf Deck sind, werden wir gemeinsam auf die Suche gehen — falls sich bis dahin nicht schon eine günstigere Lage eingestellt hat. Auf jeden Fall bitte ich Sie dringend, unter allen Umständen über den Vorfall zu schweigen. Es nützt uns nichts und schadet nur unserer gemeinsamen Sache, wenn wir die Fahrgäste unruhig machen." Die zwei Detektive erhoben sich mit einiger Mühe und verließen, vom Doktor begleitet und gestützt, die Kabine. Hooten schwankte über die Schwelle, als hätte er zuviel getrunken. Der Arzt fing ihn auf. Olefson sah ihnen kopfschüttelnd nach. „Mit zwei Kinnhaken —!" sagte er mit fröstelnder Bewunderung für den Mann, der die beiden außer Gefecht gesetzt hatte. „So einen Brocken haben wir doch gar nicht an Bord?" * „Genau auf den Punkt gezielt — da gehen auch noch stärkere Männer auf den Teppich!" bemerkte Humphrey sachkundig. „Immerhin — es gehört schon eine Faust dazu", meinte Olefson nachdenklich. „Man müßte sich geradezu mal die Hände der lieben Fahrgäste an= sehen. So schlägt fein Mann zu, ohne daß es nicht an seinen Knöcheln noch vierundzwanzig Stunden lang zu sehen wäre." Zanten rieb sich das Kinn. „Das hab' ich von Ihnen nicht erwartet, Olefson", lächelte er mit etwas galligem Humor. „Nicht ganz dumm, aber ein wenig umständlich." Tweedle schnalzte mit den Fingern. „Sie wurden vorher in einer Antwort unterbrochen, Herr Tim- perly", sagte er mit öliger Höflichkeit. „Wenn mich nicht alles täuscht, so deuteten Sie an, daß Ihnen der eigentliche Täter nicht unbekannt sei?" Humphrey sah Zanten fragend an. Sein Blick enthielt auch eine Aufforderung, daß es nun wirklich an der Zeit sei, etwas Positives ziri unternehmen. Zanten streifte seinen Siegelring unentschlossen nacheinander über die vier Finger seiner Linken; er versuchte auch, den Ring über den Daumen zu zwängen ... „Ich halte es für aussichtslos, Humphrey", meinte er schließlich unbehaglich, und es war schwer zu unterscheiden, ob er sich zu Humphreys stummem Vorschlag äußerte oder zu seinen Bemühungen, den Siegelring über den Daumen zu drehen. „Aber wenn Sie sich etwas davon versprechen. Nun ja, was bleibt uns auch übrig? Also: Wenn Sie's für richtig halten, bann holen Sie ihn, bitte, her, aber ohne Klamaukl Wir können ihm ja mal ein wenig auf den Zahn fühlen." (Fortsetzung folgte kreis Wetzlar. Aus der engeren Heimat. von Ausländische Zngendführer bei Baldur von Schirach m stmg und mit Kleinschlagpflaster instandgesetzt werden Ferner soll für laufende Kosten eine Umlage 5 bis 7,50 Mark je Anteil erhoben werden. gewesen sein mag. Aber der Draht ist nicht mehr da' Einfach weg! — Uebrigena ist der Schlffenberg angesichts der guten SchneeverhäUnisje rasch Mode ' geworden. Wer Zeit für den einstündigen Anmarsch fand, begab sich hinaus. Der breite und ziemlich steile Hang an der Kapelle bot den Anblick eines seriösen Winterjportplatzes. Nicht nur jene, die mit dem Rodelschlitten die Wintertage genießen wollten, waren da sondern auch die Skiläufer nahmen das TrainiRg auf und übten Stemmbogen oder gar den neuen „Lemposchwung". Die zugesrorene Lahn mußte ja fast als eine Sensation für sich empfunden werden. Darüber berichteten wir bereits am Donnerstag. * Das alles war also um die Mitte der scheidenden Woche so, wie es hier geschildert ist, am Diens- Äerdunkelungs-Uebungen im Kreise Gießen. Hausen, 7. Jan. Hier fand auf Veranlas- des Kreisamtes Gießen eine Luftschutz- Verdunkelungsübung unter der Mit- Die englischen, französischen und belgischen Jugendführer, die in den Jugend-Skilagern zu einem 14tägigen Besuch weilten, wurden in München von Reichsjugendführer Baldur von Schirach empfangen. — (Atlantik-M.) entlastet. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, daß der Zufahrtsweg zur Mühle soll. sich auf 5498 Mark, die Gesamtausgabe 5323 Mark. Das Guthaben bei dem hiesigen Vorschuß- und Kreditverein schloß am 1.1. 38 ab mit 1344 Mark. Bei dem zweiten Zweig des Vereins, der Pferdekasse, ergab sich folgende Geschäftslage: Die Mit- aliederzahl betrug 63, die Zahl der versicherten Tiere 91. Für fünf Pferde wurden 2160 Mark Entschädigungen bezahlt. An verwerteten Tieren erlöste man 680 Mark. An Versicherungsbeiträgen wurden 1587 Mark bezahlt, oder 2 v. H. des Gesamtwertes. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 3671 Mart, die Gesamtausgaben auf 3397 Mark. Der Kontobestand bei der Vorschußkasse betrug am 1.1.38 594 Mark. Wirkung der Feuerwehr, der Sanitätskolonne, der Laienhelferinnen usw. statt. Die Hebung nahm einen ausgezeichneten Verlauf, der nicht nur den unmittelbar Beteiligten, sondern der ganzen Bevölkerung alle Ehre machte. Regierungsrat Dr. Krüger, der mit Kreisgruppenführer Clotz (Gießen) und Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen) der Hebung beiwohnte, ließ nach Schluß der großangelegten Hebung erkennen, daß die Gemeinde Hausen ganze Arbeit geleistet habe* Er sprach allen Beteiligten Dank und Anerkennung aus. 0 Rieder-Bessingen, 7. Jan. In unserem Ort fand am Mittwoch ebenfalls eine vom Kreisamt Gießen veranlaßte Verdunkelungs- Hebung statt. Die Bevölkerung hatte von dieser Maßnahme nur insoweit Kenntnis, als der Ortspolizeiverwalter vor einiger Zeit bekannt gab, daß in den nächsten 14 Tagen eine Verdunkelungs- Hebung stattfinden werde. Die Hebung nahm einen in allen Teilen guten Verlauf. Der Referent für den Luftschutz, Regierungsrat Dr. Krüger, gab seiner Freude über die wohlgelungene Hebung Ausdruck und dankte vor allem dem Bürgermeister, der dafür gesorgt hatte, daß die Hebung in ihrem Ablauf durchaus den Anforderungen für den Ernstfall entsprach. Die Verdunkelungsmaßnahmen seien sehr ordentlich durchgeführt worden. Auch der Verkehr auf der Durchgangsstraße war mustergültig geregelt. In Begleitung von Regierungsrat Dr. Krüger befand sich auch der Kreisgruppenleiter Elotz (Gießen), sowie der Kreisfesterwehrführer Bouffier (Gießen). > Queckborn, 7. Jan. Am Mittwoch, 5. Januar 1938, fand hier auf Veranlassung des Kreisamtes Gießen eine Verdunkelungs-Hebung statt, die ohne vorherige Bekanntgabe an die Bevölkerung einen durchaus zufriedenstellenden Verlauf nahm. Der Referent für den Luftschutz, Regierungsrat Dr. Krüger vom Kreisamt Gießen, kam überraschend zur Kontrolle und drückte seine vollste Zufriedenheit aus. ( # Lützellinden,' 7. Jan. Am gestrigen Donnerstag fand in der Gastwirtschaft von Arnold die Generalversammlung der L u hmühlen- Gesellschaft statt. Der erste Vorsitzende, Landwirt Ludwig Hölz, eröffnete die Versammlung. Anschließend wurde der Geschäftsbericht über das verflossene Rechnungsjahr 1937 von Rechner Johannes Hofmann vorgettagen. Der Geschäftsbericht, der einen zufriedenstellenden Stand der Gesellschaft aufzeigte, wurde in Einnahme und Ausgabe geprüft und für richtig befunden. Der Rechner wurde Landkreis Gießen. = Mainzlar, 7. Jan. Im Monat Dezember 1937 wurden in der Zelle Mainzlar gespendet: 96 Pfundspenden und 58 Fleischbüchsen. Insgesamt wurden bis jetzt in dieser Zelle 103 Büchsen Fleisch/ und Wurstwaren gegeben. Die Werbung für die NSV. in dieser Zelle erreichte im Dezember zwölf Neuaufnahmen. ! Großen-Linden, 6. Jan. Der Zweigverein „H ü t t e n b e r g" vom V H C. beging am Sonntag eine schöne Neujahrsfeier. Nach einer kurzen Wanderung durch die mit Schnee bedeckten Fluren versammelten sich die Mitglieder in Lang- Göns. Kamerad Sern sprach herzliche Willkommensworte. Danach gab der Vorsitzende Klingel- Höfer einen kurzen Bericht über das abgelaufene Wanderjahr, das erfreuliche Ergebnisse zeitigte. Der Vorsitzende hofft, daß auch das Jahr 1938 nicht nachstehen werde. Durch Kamerad Blaß (Gießen) wurden dann in feierlicher Weise die Wanderauszeichnungen an verschiedene Wanderer verliehen. Die goldene Nadel erhielten: Frau Buß (Leihgestern), ' Herr Geißler (Großen-Linden), Frau Jung (Leihgestern) und Lehrer Conrad (Lang-Göns), tag, am Mittwoch und am Donnerstag! Doch — Hand auf's Herz! —,- wer traute der winterlichen Pracht Bestand zu? Der Wetterbericht unkte schon am Donnerstag don Niederschlägen und von Schnee, der in Regen übergehen werde. Am Donnerstag fiel denn auch der Schnee schon reichlich feucht, nicht mehr so zart rieselnd wie am Dienstag und am Mittwoch, am Freitagmorgen war die Luft frühlinahaft mild, Und wie es am morgigen Sonntaa auf Dem Hohe- rodskopf bei den Kreis-Skimeisterschaften aussehen wird, das mit Bestimmtheit voraussagen zu wollen, wird wohl niemand wagen. Da uns nur übrig bleibt, das Wetter äu nehmen, wie es ist, wird es gut sein, mit philosophischem Gleichmut den Rodelschlitten und die Skier genau so sorgsam aufzubewahren, wie wir es dankbar tun würden, wenn sie uns Sonntag um Sonntag durch die winterliche Welt getragen hätten. • N. die silberne Nadel wurde Frau Geißler und Frau Luh (Großen-Linden) überreicht. Bei gemeinsamem Gesang wurden dann noch einige frohe Stunden verlebt. s. Lang-Göns, 7. Jan. Am 9. Januar kann unser Mitbürger Johannes Konrad Spies, Niederhofenstraße, in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 81. Geburtstag feiern. Herr Spies gehört schon lange Jahre dem evangelischen Kirchenvorstand als Mitglied an. Watzenborn-Steinberg, 7 Jan. Aus dem Standesamtregister unserer Gemeinde ist folgendes zu berichten: Im vergangenen Jahr wurden 14 Paare getraut und 48 Kinder geboren. Gestorben sind 22 Personen. △ Eberstadt, 8. Jan. Am morgigen Sonntag kann einer der ältesten Einwohner unserer Gemeinde, Wilhelm W e d e m a n n I., in aller körperlichen und geistigen Frische seinen 8 4. Geburtstag begehen. Wir beglückwünschen! (xd Lan gsoorf, 7. Jan. Nach altem Herkommen hielt der hiesige Viehversicherung s- verein seine General-Versammlung ab. Die Rindviehkasse, der die hiesigen Viehbesitzer zu. fast 100 v. H. angehören, hatte 133 Mitglieder, die 855 Tiere versicherten. An Entschädigungen wurden gezahlt für 15 Stück Großviel und 11 Kälber 4831 Mark. Der Erlös aus verwertetem Vieh, das die Kasse übernahm, betrug 2093 Mark. Die gezahlten Versicherungsprämien erreichten eine Höhe von 2248 Mark, der Prozentsatz betrug 7/io v. H. des versicherten Viehs. Die Gesamteinnahme belief Büchertisch. — Wille und Weg der nationalsozialistischen Studenten. Bericht von der ersten Reichsarbeitstagung des NDS.-Studentenbundes und der Deutschen Studentenschaft: Heidelberg, 22. bis 25. Juni 1937. Herausgeaen vom Leiter des Amtes Presse und Propaganda der Reichsstudentenführung Dr. Wilhelm K a f f l. Preis 1,60 Mark. Verlag der Hniversitäts-Buchdruckerei Joh. Aug. Koch (Dr. C. Hitzeroth),.Marburg-Lahn. — (524) — Die Schrift gliedert sich m drei Hauptabschnitte; der erste handelt von den studentischen Aufgaben und bringt nach den Heidelberger Reden des Reichs- studeptenführers und des Reichsministers Rust Beiträge von Ernst Krieck (Nationalsozialismus und Wissenschaft), F. A. Six, Gerhard Krüger und Ernst Horn (Zucht und Form als Grundlage studentischer Erziehung). Der zweite Abschnitt behandelt die wesentlichen Teile der studentischen Arbeit: Außenarbeit, Verfassung, Facharbeit, Sozialarbeit, nationalsozialistische Erziehung, Stellung d§r Studentin, Kulturarbeit, Leibeserziehung und Ehrenordnung. Der dritte Abschnitt berichtet über die Sonder- tagungen der einzelnen Aemter in Heidelberg. Im Anhang findet man Bilder von der Heidelberger Tagung und u. a. eine Hebersicht über die Aemter- Verteilung der Reichsstudentenführung. — Das Handbuch der geographischen Wissenschaft (herausgegeben von Hniversitäts» Professor Dr. F K l u t e, mit etwa 4000 Textbil, dem und Kärtchen, gegen 300 Farbbildern, vielen Kartenbeiligen, Preis pro Lieferung 2,40 RM., Akademische Verlagsgesellschaft Athenawn, Potsdam), bringt in den Lieferungen 132 bis 143 zwei besonders aktuelle Kapitel: Spanien und China. Professor Dr. L a u t e n s a ch , der früher in Gießen gelehrt hat, schildert Land und Leute der iberischen Halbinsel in meisterhaft anschaulicher Weise. Ebenso erleben wir in der Darstellung Professor Wegeners China von der Seite gegenwartsnaher Erdkunde her. Diese umfassenden und klar geschriebenen Kapitel sind ein unentbehrlicher Kommentar zu den Ereignissen im Fernen »Urquell« Osten. Professor Hassinger führt seine „Allgemeine Geographie" und zwar die „Geographie des Menschen" über Klima und Sterblichkeit, Bevölkerungsbewegung und Beoölkerungsgliederung, Wanderbewegungen der Menschen bis zur Wirtschaftsgeographie fort. Professor Brandt beginnt den neuen Band „Deutsches Reich" mit einer konzentrierten Darstellung von „Europa als Erdteil" und Professor D ö r r i e s entwirft ein sorgfältiges geographisches Bild von England. Den Text ergänzt der schöne und reichhaltige Bildteil auf das glücklichste. — Cosima Wagner: Briese an Lubar i a Schemann. Mit einem Bild und einem Faksimile. Geheftet 0,90 Mark, Ballonleinen 1,80 Mark. Gustav Bosse, Verlag, Regensburg. — (570) — Dokumente der Freundschaft, die Cosimas Lebensbild wertvoll ergänzen, und denen die Persönlichkeit des Adressaten, des heute 85jährigen Gobi- neau- und Cherubini-Forschers und treuen Vorkämpfers für Bayreuth, doppeltes Gewicht verleiht. Eine der schönsten Gaden zu Cosima Wagners 100. Geburtstag am 25. Dezember 1937. v Rundfunkprogramm Sonntag, 9. Januar. 6 Hhr: Hafenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Kleiner Bauernkalender. 8.45: Klaviermusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Ahnenvergangenheit und Erbenzukunft. 10: handeln, das ist die Sache — was hilft das bloße Wissen". 10.30: Chorgesang. 11.15: Mich aber schone der Tod. Gerrit Engelke zum Gedächtnis. Hörfolge. 11.50: Hnser Kalenderbild: Januar. 12: Militärkonzert. 14: Für unsere Kinder. Lustiges um unser Kasperle. 14.30: Konzert in „Sp-aß"-Dur. 15: Dorfsonntag. Der „Hagestolz" des Dorfes. Ein frohes, ländliches Spiel. 16: Nachmit- tagskqnzert. Als Einlage <17 bis 17.15): Von Köln: Endspiel um den Tschammer-Pokal Schalke 04 gegen Fortuna Düsseldorf (2. Halbzeit). 18: Serenade unter Sternen. Hörfolge. 19: Nachrichten. 19.10: Konzert. Barnabas von Geczy und das Meistersextett. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: „Die unsterbliche Sehnsucht". Operette. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportbericht. Montag, 10. Januar. 6 Hhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Rachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Pole Poppenspäler. Nach der Erzählung von Theodor Storm. 10.30: Musik am Morgen. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: Eisen und Brot aus eigenem Boden 12: Schloßkonzert. Das Niedersächsische Sinfonie-Orchester. 15: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Wie nett! Klingende Kleinigkeiten. 15: Volk und Wirtschaft. Die Handelsauskunftei — eine Hilfe für den Kaufmann. 15.15: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir ein Spiel. 15.45: Der Sport der Jugend. Ein Stundenbild der Quarta. 16: Nachmittagskonzert. 18y Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 21: Das Gewitter. Ein lustiger Sketsch. 21.15: Konzert. Zum 82. Geburtstag von Christian Sinding. 22: Nachrichten. Opus I. Von Helene Voigi-Oiederichs. Junges Blut von siebzehn Jahren. Gedichte, die alle paar Wochen beharrlich an Otto von Leixner geschickt wurden. Die Antwort erfolgte vorläufig noch im Briefkasten der von ihm geleiteten Romanzeitung. betrüblicherweise hielt meine, der Siebzehnjährigen, Mutter dies Matt nur im Lesezirkel; sechs oder sieben Wochen vergingen, bis fein Rundlauf von Gut zu Gut das heimische Marien- hof erreichte. Dies bedeutete eine schwer zu ertragende Wartezeit — bis es endlich der List gelang, sie zu verkürzen. Einer meiner Brüder, der sich wegen Schulbesuchs in der Kreisstadt Eckernförde aufhielt, wurde ins Vertrauen gezogen. Freudig übernahm er das Ehrenamt, Sonnabends in der Heldischen Buchhandlung, sobald die neuen Zeitschriften ein» gelaufen waren, den Briefkasten der Romanzeitung durchzustöbern und'das auf mich Gemünzte abzuschreiben. Das Kennwort, nicht bürgerlich-menschlichen Bezirken, sondern lockenden Tier-, Stein-, Pflanzen- oder Sternenwesen entlehnt, wurde dem Nothelfer von Fall zu Fall bekanntgegeben. Sonntags kam der Briefträger nicht über Land. War ein Urteil fällig, holte ich es zu Fuß oder Pferd von der eine Stunde weit entfernten Poststation. Niemals lautete es eindeutig: Papierkorb! oder: Helfen Sie lieber Ihrer Mutter in der Küche! sondern es ermunterte, belehrte dichteroäterlich, auch an kleinen handfesten Hinweisen auf die Mängel des jeweiligen Musengeschöpfes fehlte es nicht. Aber das bezaubernde „Angenommen", mit welchen Rosinen besagter Briefkasten ohnehin nicht reich gespickt war — niemals galt es während dieser halbkindlichen Werdezeit dem Herrn Erdrauch, Möoe. Donnerkeil, Beteigeuze ... Gegen Ende des Jahres gab es, von Herbstgefühl befeuert, frische Versware. „Mondnacht auf dem Moore" nannte sie sich, laut Tagebuch gedichtet bei Vollmondschein am Tor der Dauerweide. Landschaft, mit leidlich eigener Seele gesucht, im Ausdruck schwer befangen durch die höhere Gewalt des Lenau-Erlebnisses. Ganz geheuer war nur von Anfang an der Fall nicht, Vollmondnacht, Riedgras. dunkle Gräben, herbes Geschick und Nebelschweben entsprachen den Tatsachen. Doch es fehlten die schwarzen Wasser, endlos Lache neben ßadje, in denen das Dichterauge, auf den Mond bezogen, Hundertfach sein Abbild glühen" sah. Kurzum, das große wirkliche Moor hatte bei diesen Strophen nicht Gevatter gestanden. Schwamm drüber! wozu gibt es dichterische Freiheit! Abgeschrieben, einmal und einmal und noch einmal, und dann dem Hüter der geisttgen Arena nach Berlin geschickt. Llm gleichen Abend schon meldete sich ein Herzschreck. Gut, mochte das herbeigeschwindelte Moor als notwendiger Schauplatz zu Recht bestehen. Aber das tausendfache Abbild machte sich mausig. Es half nichts, daß die Verfasserin sich vor sich selber bereit erklärte, das rhythmisch wohlklingende „tausend" in „hundert" abzumildern. Sogar ein Spielraum lassendes „vielfach" wurde angeboten; erwies sich aber schon wegen der eingesparten Silbe als unbrauchbar. Guter Rat war teuer. Ich zog, ein Paar Lang- schäftige, die noch von Großvaters Zeiten her hingen, an den Füßen, auf nächtliche Erkundungsfahrt, streifte hin an Kuhlen, Gräben, überschwemmten Wiesen und Fördeufern — nirgend die bescheidenste Mehr-Zahl, immer nur der eine einzige Spiegelmond enthüllte sich. Trotzdem verlor ich nicht jede Hoffnung: all dies Gegenzeugnis war kein Beweis, solange nicht die echten schwarzen Lachen bei Nacht un& Mond sich auch dem äußeren Blick entscheidend aufgetan. Aber das Moor war weit, und die nächste Mondenzeit müßte herangewartet werden Es war kurz vor Weihnachten. Mein Bruder und ich pflegten, sobald er auf Ferien kam, im Stuhlwagen oder Schlitten aus dem Walde eines entlegenen Gutes den Christbaum zu holen. Großmoor — bis dort hinab reichte dieser Wald: willkommene Möglichkeiten wieherten geradezu! Nachmittags rummelten wir vom Hof, das übliche Butterdrittel für die Bahnstation im Wagenstroh, die Tüten mit braunen Kuchen für die Försterskinder im Fußsack Anderthalb Stunden später das Gewimmel der frohen bube, draußen dann, duftend neben der Wunde seines Stumpfes, der waldgrüne zum Mitnehmen bereite Baum. Inzwischen war es dämmrig geworden, in halber Höhe hing ein dumpfes Mondgesicht, ja. und jo traute mein hintersinniger Vorschlag sich heraus: Laß uns | einen Hmweg machen, am Moor vorbei! Mein Bruder war hochzufrieden: Hngewöhnliches, obendrein zur ungewöhnlichen Zeit, genügte als Lockung. Der Wagen spurt die überfrorenen Gleise des Knickweges hinab. Unter den schotternden Hufen des Pferdes knackt das Lufteis, freier und flacher wird das Land, rötlichgrün zwischen Abend und Nacht dunstet das All. Das weite Moor tut sich auf, Nebetschwaden, braunes Heidekraut und Wasserlachen, bis hierher hat der Dichter am heimischen Hecktor richtig geschaut. Aber nun, Herz und Augen weiten sich: so sehr sie sich ansaugen und spähen, o Schmach und Graus! die zum Abzählen des vielfachen Weltkörpers bereiten Finger erstarrten. Trübgoldener Mond im Himmel, und aus den schwarzen stummen Torflöchern — kein Querlegen des Kopfes, kein von Untenherbticken hilft — immer nur, nirgend mehr, nirgend weniger, das eine einzige Abbild glüht! Ich entsinne mich nicht, was der Briefkasten diesmal geantwortet hat Immerhin gab unbewußt dieser Vorfall dem Dichterling Anlaß, sich abzukehren von dem schwungvoll in gebundener Form auftrumpfenden Ich und zunächst einmal die Fühler andersherum zu strecken. Am gleichen Tor, wo ein junger, nie zuvor gerittener Fuchs ihn einstmals kopfüber in die Aue geschmissen, ereignete es sich ein gutes halb Jahr später — während in gewittriger, halb schon mondiger Schwüle die Tagelöhner beim Weizenmähen Feierabend machten und zwischen den Garben schweren Schrittes Buttermilchkruken und blaue Linnenjacken zusammensuchten — daß der Plan zu einer richtigen Menschen- geschichte aufsprang. Acht Stunden darauf, noch vor Sonnenaufgang, in der schrägen, nach Osten gerichteten .Geheimkammer wurde die Hinschrift begonnen. Unb es dauerte nicht allzulange — wie kann man Freude bei sich behalten — bis eines Mittags der Mutter, beileibe vorerst nur ihr! das Blatt mit der gedruckten Erstlingsgeschichte hingelegt werden konnte. Schauplatz: Erntekoppel und brennendes Kuhhaus . .. Mit dem Erfolg, daß draußen vor den hellen Fenstern ein halbes Dutzend handbeschatteter Gesichter lich gegen die Scheiben quetschte und alsbald | die Freude der vorlaut das Geheimnis brechenden Geschwister lostromMelte: Oha — sie hat gedichtet! Zeitschriften. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik", Hugo Bermühler, Verlag, Berlin- Lichterfelde, bringt im Januar-Heft eine Reihe wertvoller Abhandlungen und ausgezeichnete Bildwiedergaben. Geheimrat Professor Dr. Tirala berichtet über seine Ergebnisse bei der Heilung der Blutdruckkrankheit. Der Marburger Zoologe Prof., Dr. Alverdes gibt einen Heberblick über seine tier- psychologischen Hntersuchungen an niederen Tieren. Dr. Franz Graf Zedtwitz berichtet in seinem mit guten Aufnahmen versehenen Aussatz „Von der Gemse", einer leicht zu beobachtenden Wildart. Dr. Volz bringt einen Artikel über neue Beobachtungen und Hntersuchungen an Bohrschwämmen. Dr. Th. Haas veröffentlicht Bilder von dem Blütenbau und dem Aufblühen des größten Osterluzeigewächses der Welt, der • Aristolochin Goldieana. Dr. Fritzsche spricht über den Wohllaut der Vogelstimme. Dr. Glasewald von der Reichsstelle für Naturschutz sagt den vielen Vogelfreunden, womit wir, unsere Kleinvögel im Winter füttern sollen, wo es darauf ankommt, mit aller Nahrung im Sinne des Vierjahresplanes hauszuhalten. Professor R. Win- derlich zeigt in seinem Aufsatz über neue Werkstoffe, wie es unsere chemische Industrie versteht, sich immer stärker von fremden Rohstoffen unabhängig zu machen und die heimischen Quellen aus» zunützen. Kleine Beiträge aus den verschiedensten Gebieten, ■ Forschungsergebnisse, Anregungen zur Naturbeobachtung (die Insekten unserer Wohnung im Winter), die Bücherschau und die beliebte Preisfrage schließen das Januarheft ab. — Das neue Heft der „6 i r e n e" bringt die Lösung der Luftschutz-Preisaufgaben. Dazu beginnt ein fesselnder Fortsetzungsbericht: „Wie Frankreich zu seinen Kolonien kam". Zu Beginn wird erzählt, was die Kolonien heute für Frankreich bedeuten. Das Heft bringt außerdem eine Reihe interessanter Bildberichte, Aufsätze, die Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes und manches andere. Nr.t» Zünftes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 8 Januar 1938 Das Recht im täglichen Leben. Steuerfragen zu Beginn des Jahres 1938. Von Dr jur et rer. pol. K Wuth, Serlm. Die neuen Steuererklärungen. Die Steuererklärungen für die Einkommen-, Korperschafts- und Umsatzsteuer für 1937 sind bis Ende Februar schriftlich oder mündlich vor dem Finanzamt abzugeben, falls nicht noch eine allgemeine Fristverlängerung stattsindet. Entsprechendes hat für die Gewerbesteuer zu gelten. Sowohl zur Einkommensteuer wie zur Gewerbesteuer ergehen noch neue Vorschriften, u. a. wegen der kurzlebigen Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten bei Anschaffung (Bestellung) nach dem 30. September 1937 mcht mehr zum sofortigen Abzüge zugelassen werden. Die Steuererklärungsfrist kann vom Finanzamt im einzelnen Fall auf Antrag verlängert werden; hierfür ist eine besondere Begründung erforderlich. Doch kann Steuerpflichtigen mit umfangreicher Buchführung Fristverlängerung gleich mit Wirkung für spätere Jahre — jederzeit'widerruflich — bewilligt werden. Die Frist darf für die Einkommensteuer, Gewerbesteuer der natürlichen Personen und die Umsatzsteuer nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung vom 10. Jan. 1938. Am 10. Januar ist die letzte Voranmeldung auf die Umsatz st euer für 1937 einzureichen und eine entsprechende Vorauszahlung zu leisten. Sind bisher vierteljährliche Voranmeldungen abgegeben, hat sich aber der Gesamtumsatz im Vorjahre 1937 über 20 000 RM. erhöht, so müssen für 1938 vom 10. Februar an monatliche Voranmeldungen und Vorauszahlungen erfolgen. Die Voranmeldung vom 10. Januar kann für die Inanspruchnahme von Steuervergünsti- g u n g e n im Jahre 1938 für die sog. Großhandelsumsätze, d. h., für die Lieferung von nicht selbsthergestellten oder bearbeiteten Gegegenständen an andere Unternehmer oder freie Berufe zu betrieblichen bzw. beruflichen Zwecken, an öffentlich-rechtliche Körperschaften usw. von wesentlicher Bedeutung sein. Wer nur den ermäßigten Steuersatz von 0,50 v. H. bzw. für die bestimmten Rohstoffe Steuerbefreiung in Anspruch nehmen will, muß auf Grund der 1937 abgegebenen Voranmeldungen nachweisen können, daß er 1937 an Lieferungen im Einzelhandel (an Private) nicht mehr als 75 v. H. des Gesamtumsatzes ausgeführt hat. Ist dies nicht bereits aus den 1937 laufend eingereichten Voranmeldungen zu ersehen, so muß in der Voranmeldung vom 10. Januar 1938 angegeben werden, wieviel die Einzelhandelslieferungen im Jahre 1937 insgesamt betragen haben. Die Abführung der Vürgersieuer 1938 durch den Vekriebsführer. Im Jahre 1938 werden in steuerlicher Hinsicht manche Neuerungen eintreten. Das neue Biir - gersteuergesetz vom 20. November 1937 hat mehr Aenderungen mit sich gebracht, als zunächst angenommen wurde. So ermäßigt sich die Bürgersteuer 1938 auf Antrag, wenn sich das Einkommen 1938 um mehr als 30 v. H. niedriger als 1936 stellt, auf die dem Einkommen 1938 entsprechende Bürgersteuer. Für die Betriebsführer ist bemerkenswert, daß die Bürgersteuer, die vom Arbeitslohn der Gefolg- schaftsmitglieder einzubehalten ist, künftig höchstens einmal monatlich abzuführen ist, nämlich die in einem Monat einbehaltenen Bürgersteuerbeträge bis zum 5. des folgenden Kalendennonats; der Abführungstermin vom 20. jedes Monats fällt künftig ganz fort. Ferner können die Betriebsführer mit wenigen Gefolgschaftsmitgliedern von der Abführung der Bürgersteuer absehen, bis der insgesamt zu zahlende Bürgersteuerbetrag 5 RM. übersteigt; spätestens ist jedoch die einbehaltene Bürgersteuer bis zum 5. des ersten auf jedes Kalendervierteljahr folgenden Monats (5. April, 5. Juli usw.) abzuführen. Bei der Entrichtung der Bürgersteuer ist neben dem Kaffenzeichen die Zahl der Gefolgschaftsmitglieder mitzuteilen; die einzelnen Namen brauchen nicht aufgeführt zu werden. Falls die Gemeinde weder eine Poscheck- noch Bankverbindung angegeben hat, können die baren Portoauslagen abgesetzt werden. Die auf der Steuerkarte geforderten Bürgersteuerbeträge sowie die Gemeinde sind im Lohnkonto auszuweifen (vgl. auch Bürgersteuermerkblatt!). Wichtige Anträge zur Lmheitsbewerlung, Gewerbe- und Grundsteuer 1938/39. Die letzte allgemeine Einheitsbewertung (Hauot- feststellung) der gewerblichen Betriebe, sowie die letzte Vermögensveranlagung haben nach dem Stande vom i. Januar 1935 stattgefunden. Die vorgesehene neue Hauptfeststellung auf den 1. Januar 1938 wird um ein Jahr hinausgeschoben findet also auf den 1. Januar 1939 statt. Eine Dermögenserklärung auf den 1. Januar 1J38 ist nicht einzureichen. Wesentliche Aenderungen bei den Einheitswerten und der Vermögenssteuer seit der letzten Veranlagung bis zum 1. Januar 1938 sind durch besonderen Antrag aus Neu- feststellung (Fortschreibung) des Emheitswer- tes bzw. Neuveranlagung des Vermögens nach dem Stande vom 1. Januar 1938 beim Finanzamt geltend zu machen. Für den Einheitswert des gewerblichen Betriebes, der auch für die Gewerbesteuer vom Kapital von Bedeutung ist, muß geltend gemacht werden können, daß sich der Einbeitswert auf den 1. Januar 1938 über em Fünftel, mindestens 1000 NM. niedriger als der bisher festgesetzte Wert stellt. Bei den Emheits- werten der Grundstücke gilt das gleiche; doch genügt es im Falle von Bestandsänderungen (z. B. Abtrennung von Grundstücksteilen, Abbruch von Gebäuden),' daß sich der Wert vom 1. Januar 1938 um mehr als ein Zwanzigstel, mindestens 500 RM. niedriger als der frühere berechnet. Eine Neufeststellung der Grundstückseinheitswerte ist vor allem für die neue Grundsteuer von Bedeutung, die bekanntlich vom 1. April 1938 an nach den reichsrechtlichen Bestimmungen erhoben wird. Im Grundsteueroerfahren kann die Einheitsbewertung der Grundstücke nicht mehr als unzutreffend angegriffen werden. , rz , , Ausschreibung der Lohnsteuerbelege. — Lohnzettel bis 31. Januar einsenden! Die Betriebsführer haben die Steuerkarten 1937 für alle bei ihnen am 31. Dezember 1937 beschäftigten Gefolgschaftsmitglieder mit der L ahnst e u e r - und, was neu ist, der Wehrsteuer- bescheinigung ausgefüüt bis zum 15. Februar regelmäßig bei den für die einzelnen Gefolgschaftsmitglieder nach der Steuerkarte 1938 zuständigen Finanzämtern einzureichen; mit der Ausschreibung tft zweckmäßig bald zu beginnen. Besondere Lohn- und Wehrsteuer-Ueberweisungsblätter sind nur ausnahmsweise einzusenden, wenn etwa die Steuerkarte 1937 nicht Vorgelegen hat oder für ihn im Laufe des Jahres 1937 ausgeschiedene Gefolgschaftsmitglieder versehentlich keine Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf der Steuerkarte ausgeschrieben ist. Für Gefolgschaftsmitglieder, die 1937 einen höheren Arbeitslohn als insgesamt 8400 RM. bezogen haben, sind besondere Lohnzettel bis zum 31. Januar 1938 an die Finanzämter auf besonderen Vordrucken einzureichen; sie treten gleichzeitig an die Stelle der Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung und können an deren Stelle auf die dritte Seite der Steuerkarte aufgeklebt werden. Die erste Veranlagung zur Wehrsleuer. Bis Ende Februar des Jahres werden auch die ersten Wehrsteuerklärungen für die Zeit vom 1. September 1937 bis 31. Dezember 1937 abzugeben fein. W eh rst e u erpf lichtig find alle männlichen deutschen Staatsangehörigen der Geburtsjahre 1914 bis 1916, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Jnlande haben und nicht zur Erfüllung der zweijährigen aktiven Dienstpflicht einberufen werden. Eine Steuererklärung ist von den Wehrsteuerpflichtigen für 1937 einzureichen, die keinen Arbeitslohn bezogen und deren Einkommen 1937 224 RM. überschritten hat, ober wenn sie neben dem Arbeitslohn sonstige Einkünfte von mehr als 100 RM. bezogen oder schließlich eine Einkommensteuererklärung für 1937 abzugeben haben. Unter entsprechenden Voraussetzungen findet eine Veranlagung zur Wehrsteuer 1937 in Höhe von vier Zwölftel der Jahreswehrsteuer statt. Die Wehrsteuer beträgt 50 v. H. der Einkommensteuer, mindestens 4 v. H. des Arbeitslohns und 5 v. H. des sonstigen auf 5 RM. nach unten abgerundeten Einkommens; Kinderermäßigungen werden erst von 1938 an berücksichtigt. Die Veranlagung unterbleibt nur, wenn der Wehrsteuerpflichtige nach seinen Angaben in der Wehrsteuer- erklärung (Wehrsteuerbeiblatt) entweder die zweijährige aktive Dienstpflicht schon erfüllt hat oder zu ihrer Erfüllung einberufen ist ober einberufen wird ober wenn eine endgültige Entscheibung über seine Nichteinberufung zur Erfüllung ber zweijährigen aktiven Dienstpflicht bis zum 31. Dezember 1937 noch nicht getroffen war, ober wenn er von der Entrichtung der Wehrsteuer befreit ist. Heirat, Tod und Erbschaft. Von Amtsgerichisrat i. R. Franz Gros. Wie oft schließen junge Leute die Ehe, ohne sich über die rechtlichen Folgen dieses für ihr ganzes Leben so bedeutenden Rechtsvorganges im mindesten im klaren zu sein. Habt ihr, verheiratete Leser, in einem Eheoertrag oder in einem Testament euer Haus bestellt? Weißt du, liebe Leserin, was „Rechtens" ist, wenn du dir nicht in einer solchen Urkunde, also schriftlich und unter Beobachtung der gesetzlich vorgeschriebenen Form, dich gesichert, d. h. dir bei aller Liebe für deinen Gatten deine Rechtsbelange gewahrt hast, um dich vielleicht vor künftiger Not zu schützen? Tod und Erbschaft sind unlösbar miteinander verbunden. Mit dem Hinscheiden eines Menschen, sei er jung oder alt, verheiratet oder ledig, arm oder reich, überschuldet ober nicht, wirb seine Erbschaft eröffnet. Was besagt das für die Praxis des Lebens? Zunächst dies: daß selbst die nächsten Verwandten, der überlebende Ehegatte ober die Kinder, in außerordentlich zahlreichen Fällen nicht wissen, ob sie die Erbschaft des Gatten oder Vaters annehmen sollen ober nicht. Da ist ein Geschäftsmann gestorben. Sein Laben ging gut; er hat ein Haus, das mit einer Hypothek belastet ist, die er mit einem Sparguthaben, das er auf einer Bank liegen hatte, glatt hätte tilgen können. Frau und Kinder aber wissen nichts davon, daß sich der Verstorbene im Vertrauen auf die Sicherheit des Vermögens und Einkommens für einen anderen verbürgt hat und daß dieser — nicht einmal durch eigene Schuld — soeben in Konkurs geraten ist. Die Erben, Gattin und Kinder, haben die Erbschaft nicht rechtzeitig ausgeschlagen. Die Gläubiger nehmen sie als die Erben des Bürgen für eine Summe in Anspruch, die die Höhe der Erbschaft bei weitem übersteigt. Hätten die Erben von der den Nachlaß übersteigenden Bürgschaft gewußt, so hätten sie nicht vorschnell die Erbschaft angetreten, sondern vielmehr durch die Errichtung eines Nachlaßinventars die Erbenhaftung auf den Nachlaß beschränkt. Solches ist möglich! Nichts Verfehlteres und Gefährlicheres gibt es bei einem Todesfall für den Ehegatten oder die Abkömmlinge, als bei nicht völlig klaren ober geklärten Verhältnissen eine Erbschaft anzunehmen. Der Tob eines anscheinend in irdischem Glück Lebenden kann nach dem oben geschilderten Falle den finanziellen Ruin seiner Nächsten zur Folge haben. Kommen wir noch einmal auf das Brautpaar zu sprechen, das ohne Ehevertrag zum Standesamt geht. Beide sind fast arm zu nennen. Der junge Ehemann hat ein Geschäft begründet, das gut geht. Er arbeitet sich empor und wird ein wohlhabender Mann. Weiß die im Geschäft fleißig mitarbeitende Frau, daß sie — arm geblieben ist, weil eben die Frau an der „Errungenschaft" nicht teilnimmt, ja, daß sie sogar in der Verfügung über ihr eigenes Vermögen beschränkt ist, soweit es nicht ihr Vorbehaltsgut ist? Wohl könnte sie sich durch einen Ehevertrag rechtzeitig gesichert haben ober noch durch ein später gemeinschaftliches Testament, das nur unter Ehegatten möglich ist, späteres, dieses aber doch nur bann, wenn ber Ehepartner sich zum Abschluß eines solchen bereit fanb. Sind feine Kinder vorhanden, so erbt im gegebenen Falle die Frau, die sich vielleicht für ihren Mann geopfert und ihm so die geruhsame und sich lohnende Führung seines Geschäftes erst ermöglicht hat, nur die Hälfte seines Vermögens. Sind aber schon erwachsene gemeinschaftliche Kinder des Mannes vorhanden, jo muß sie sich mit nur einem Viertel zufrieden geben und ist vielleicht gar auf die Gnade ober Ungnade ber Kinber angewiesen. Das sinb die oft ganz unbeabsichtigten aber darum nicht minder schweren Folgen unterbliebener vertraglicher Sicherung der Ehefrau. Solche vor Gericht oder vor einem Notar zu beurkundende und erst hiermit rechtlich verbriefte Sicherung der Lebensmöglichkeiten kann sehr wohl auf Gegenseitigkeit beruhen, da auch die Ehefrau auf Grund ihrer besseren Vermögensverhältnisse der wirtschaftlich besser gestellte Ehepartner sein kann. Jedenfalls aber ist ohne vertragliche Sicherung die Ehefrau nach dem derzeitigen deutschen Recht ohne weiteres benachteiligt. In einer vernünftigen Ehe ist dieser Zustand unerwünscht. Wer irgendwie als Erbe befürchten muß, für Schulden des Erblassers, die, wie oben gesagt, auch verborgener Art sein können, von Gläubigern in Anspruch genommen zu werden, soll sich dadurch sichern, daß er sofort bei Gericht ober Notar die amtliche Aufnahme eines Nachlaßverzeichnisses beantragt. Hierdurch beschränkt er die Erbenhaftung auf den Bestand des Nachlasses. Es ist ein immer wieder festzustellender Irrtum derer, die da glauben, es gebe einen Erbschaftsantritt ohne Haftung für die Schulden eines Verstorbenen. Das Gegenteil ist ber Fall! Unb beshalb ist unbebingt zu raten: Hüte dich vor einem übereilten Erbschaftsantritt! Wer eine wichtige Handlung vornehmen will unb beshalb eines Rates bedarf, ber gehe „zum Schmieb unb nicht zum Schmiedchen". Wohl kann ein Mensch fein Testament auch selbst errichten. Mit Recht ober jedenfalls nicht mit Unrecht hat bas Gesetz bei solch wichtiger Gelegenheit, wie es bie Erklärung eines letzten Willens ist, bie Gültigkeit eines solchen Rechtsaktes an bie Erfüllung strenger Erfordernisse gebunden. Sonst wäre beispielsweise der Fälschung, um nur diese gröbste Möglichkeit zu nennen, auf das leichteste Tür unb Tor geöffnet. Aber auch die zu treffenden materiellen Bestimmungen setzen oft die Berücksichtigung gesetzlicher Vorschriften, besonders auch erbschaftssteuerlicher Art, voraus, die der rechtsunkundige Erblasser nicht wissen kann und nicht weiß. Es kann deshalb jedem, der „sein Haus bestellen" will — unb wer sollte bas nicht? —, nur bringend geraten werden, hierbei einen Rechtskundigen zu Rate zu ziehen. Und noch eins: Jeder bereinige seine künftige Hinterlassenschaft rechtzeitig, nicht erst in letzter Minute. Wie häufig kommt es vor, daß aus dem Hause eines schon im Sterben Begriffenen bei Gericht ober Notar „ein Testament bestellt" wird, also bann, wenn es schon längst zu spät ist. Wie es Leute von hysterischer Art gibt, bie bei jeglichem Stimmungswechsel ein neues Testament ober Testamentsnachträge machen, so gibt es Leute, bie sich vor einer Testamentserrichtung fürchten, obwohl sie bei einiger Ueberlegung sich zu einer Hanb- lung verstehen sollten, die ihnen eine anständige Lebensauffassung und das Gewissen gebieten müßten. Gemeinden und Mchenzuschüfte In dieser Frage hat kürzlich das Reichsgericht eine bedeutsame Entscheidung getroffen. DemReichs- aerichtsurteil lag folgender Tatbestand zugrunde: Auf Grund einer im Jahre 1872 gegebenen Zusage verlangte der Kläger gegenüber der beklagten Gemeinde die Feststellung, baß diese zur jährlichen Leistung eines Beitrags zur Besoldung des Meßners und Organisten in M. nach Maßgabe des Gemeinderatsbeschlusses vom 8. Juli 1871 und des Gemeinbebeschlusses vom 19. März 1872 verpflichtet sei, und die Zahlung ber rückstänbigen Leistungen für bie Jahre 1933, 1934 unb 1935. Das Landgericht hatte in erster Instanz die Ansprüche zu einem Drittel für gerechtfertigt erachtet. Das Berufungsgericht hatte dem Feststellungsan- trage in vollem Umfang entsprochen unb die beklagte Gemeinde zur Zahlung verurteilt. Die hiergegen beim Reichsgericht eingelegte Revision wurde verworfen. Die Revisionsgründe gegen das Urteil gingen dahin, es fei nach nationalsozialistischen Rechtsgrundsätzen eine Belastung Andersgläubiger nicht mehr zulässig; ein solches Verlangen sei nunmehr sittenwidrig; das Berufungsgericht habe auch zu Unrecht der Einrede ber veränderten Umstände nicht statt- gegeben. Dieses Vorbringen wurde vom Reichsgericht nicht anerkannt. Die Belastung Andersläubiger mit Beiträgen für die Unterhaltung einer Kirche, ber sie nicht angehören, werde sicherlich heute noch mehr als fürher als Unbilligkeit empfunden, zumal, wenn die Kirchengemeinde von ihren Mitgliedern nicht einmal Steuern erheben sollte. Es möge auch zu- treffen, daß die Regierung darauf bedacht sei, solche Zustände zu beseitigen, wo cs angehe. Deswegen müsse der Zustand aber noch nicht als unverträglich mit den Zielen einer nationalsozialistischen Auffassung angesehen werden. Für diese Auffassung fei die nationalsozialistische Staatsführung maßgebend. Es müßten dabei bie Folgen eines unvermittelten Umsturzes bisherigen Rechts in Betracht gezogen werben. Die Einstellung der Staatsführung dürfe auch bei Prüfung der Frage der Sittenwibrig- keit nicht unbeachtet bleiben. Nach dem Parteiprogramm werde — mit Einschränkungen —, so führt das Reichsgericht weiter aus, die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat gefordert. Daß dieser Grundsatz zur Zeit nicht dazu führe, jede Belastung Andersgläubiger auszuschließen, ergebe sich aus ber Haltung ber Staatsführung, welche allgemein um bie Aufrechterhaltung ber Ordnung bemüht gewesen sei und auch hier überstürzte 2Ienberungen nicht werde gutheißen wollen, die zu schweren Erschütterungen vieler Gemeinden christlichen Glaubens führen müßten, vieler Gemeinden, die vom Staat selbst geldliche Unterstützung erhalten, um lebensfähig zu sein; denn die Belastung Andersgläubiger habe, so weit ber erkennende Senat dies aus den zu feiner Entscheidung kommenden Fällen zu überblicken vermöge, eine beträchtliche Bedeutung für den Bestand zahlreicher Kirchen« gemeinden. Es fielen nicht nur die vertraglichen Bindungen politischer Gemeinden darunter, oie in nicht wenigen Fällen bei Neuerrichtung von Kirchengemeinden eingegangen seien, sondern es kämen auch zahlreiche gesetzliche Verpflichtungen der Länder und politischen Gemeinden, 3. B. zur Gewährung von Staatszuschüssen, zur Tragung der Baulast, in Betracht. In vielen Jndustriegemeinden sei die Besteuerung der juristischen Personen und damit auch die Besteuerung Andersgläubiger bie finanzielle Grundlage für die Kirchengemeinde geworden. In weiten ländlichen Bezirken Deutschlands seien am Grundstück haftende Lasten der finanzielle Rückhalt der Gemeinden. Von allen diesen Einnahmequellen seien Länder und Reich nicht nur unterrichtet unb bulden sie weiter, sondern erkennten sie auch mittelbar an, indem die von den Ländern, z. B. Preußen, den Kirchen gewährten Zuschüsse unter Berücksichtigung der Einnahmen dieser Kirchen bemessen worden feien, in welchen die Belastungen Andersgläubiger mitenthalten seien. Es gebe aber auch der Staat selbst den Kirchen Staatszuschüsse aus den allgemeinen Staatsmitteln, die nicht nur von den Angehörigen der bestimmten Konfession erhoben worden seien. Es könne daher ber Revision nicht zugegeben werden, daß zur Zeit der Weiterbestand solcher Lasten und Verpflichtungen mit der nationalsozialistischen Auffassung in so hohem Grade unvereinbar wäre, daß die unvermeidliche Erschütterung zahlreicher Kirchenge- meinden unberücksichtigt zu bleiben hätte. Es müsse vielmehr im Sinne nationalsozialistischer Auffassung liegen, wie sie sich aus Ziffer 24 des Partei- Programms und den vom nationalsozialistischen Staat getroffenen Maßnahmen ergebe, Erschütterungen von solcher Bedeutung zu vermeiden unb es ber Regierung zu überlassen, zu gegebener Zeit die Wege für eine andere Regelung zu ebnen. Als unvereinbar mit dem Sßolteempfinben von Recht unb Billigkeit könne angesichts des Verhaltens be$ Gesetzgebers und der Auswirkungen, welche eine Versagung ber alten Ansprüche mit sich brächte, die weitere Belastung Andersgläubiger nicht angesehen werden. Da, wo bie Zeit für eine gesetzliche Regelung reif war unb eine gesetzliche Regelung erfolgt ist — wie in der Kirchensteuerverordnung für bas Saarland vom 20. Dezember 1935 —, gelte selbstverständlich das neue Gesetz. Weitere Schlüsse dürften an den Erlaß solcher Gesetze nicht geknüpft werden, solange die Regierungen den alten Rechtszustand selbst bei ihren Maßnahmen berücksichtigten. Die veränderten Umstände, so sagt das Reichsgericht weiter, habe das Berufungsgericht nach jeder Richtung voll gewürdigt, dabei auch erörtert, was als Vertragsgrundlage bei Abschluß des Vertrages anzusehen gewesen und wieweit hier eine Aende-- rung eingetreten sei. Darin lägen im wesentlichen tatsächliche Feststellungen. Es könne der Revision auch nicht zugegeben werden, angesichts der vom Berufungsgericht eingehend erörterten Entwicklung der Verpflichtung, daß eine Erfahrung dagegen spräche, daß einfd)neibenbe Veränderungen bei dem Vertragsabschluß voraussehbar gewesen unb bie Uebernahme solcher Gefahren von den Parteien in Betracht gezogen worden wären. Ein Rechtsirrtum fei auch bei allen diesen Ausführungen des Berufungsgerichts nicht erkennbar, insbesondere auch nicht bei der Auslegung der Verpflichtungserklärung. (Urteil des Reichsgerichts vom 9. September 1937, IV. Zivilsenat; Juristische Wochenschrift, 66. Jahrgang, Heft 48, Seite 3026.) Erbhof und Schuldentilgung. ZdR. Im „Recht des Reichsnährstandes", der Zeitschrift für Bauern- und Bodenrecht, finden wir in Nr. 21 (November 1937) eine Entscheidung des Reichserbhofgerichts, in welcher einer Bäuerin die bei dem Anerbengericht beantragte Genehmigung zum Verkauf von Erbhosgrundstücken, der zum Zwecke der Schuldentilgung erfolgen sollte, versagt worden ist. Die Bäuerin, eine Witwe mit zwei noch minderjährigen Kindern, beabsichtigte, von ihrem etwa rund 90 Morgen großen Hof eine Wiese zu verkaufen, aus deren Erlös Schulden getilgt werden sollten. Es sollte sich bei diesen Schulden überwiegend um nichtfällige oder gar drückende Forderungen handeln. Zur Veräußerung sollte die beste Wiese kommen. Bekanntlich ist bie Veräußerung von Erbhof- Grunbstücken nach § 37 Absatz 2 Reichserbhofgesetz nur beim Vorliegen eines wichttgen Grundes zulässig. Nach den getroffenen Feststellungen würde trotz der Veräußerung bie Ackernahrung gesichert bleiben. Als Ackernahrung ist biejenige Menge Landes anzusehen, welche notwendig tft, eine Familie unabhängig vom Markt unb der allgemeinen Wirtschaftslage zu ernähren und zu bekleiden sowie den Wirtschaftsablauf des Hofes zu erhalten (also Saatgut- und Düngemittelbeschaffung, Begleichung der Handwerkerforderungen und Erledigung ber lausenben Jnstandsetzungsarbeiten usw.). Trotzdem die Ackernahrung nicht beeinttäch- tigt worden wäre, konnte bie Verkaufsgenehmigung nicht erteilt werden. Es handelte sich, wie festgestellt, nicht um drückende unb gefünbigte unb außerdem um nicht allzu große Verbindlichkeiten. Bei der Größe des Hofes ist mit Sicherheit zu erwarten, daß sie im Laufe der Zeit bei ordnungsmäßiger Bestellung aus dem Betrieb herausgewirtschaftet werden können. Unzulässiger Grundsiück^erwerb. ZdR. In einer oberhessischen Gemeinde haben zwei Brüder einen landwirtschaftlichen Betrieb mit etwa 28 Morgen Ackerland an einen anderen Landwirt, der bisher in einer entfernten Gegend die Landwirtschaft betrieben und seinen Hof aus hier nicht interessierenden Gründen abgegeben hat, veräußert. Da es sich um den Verkauf von lanbroirt- schaftlichen Grundstücken handelte, bie über ber Mindestgrenze der Grundstücksoerkehrsbekannt- machung liegen (in Hessen Gesamtgrundstück V2 ha, in Nassau 1 ha ab zu veräußerndes Grundstück), war zu dem Geschäft die Zustimmung ber Genehmigungsbehörde (Kreisamt unb Kreisbauernführer) erforderlich. Die Zustimmung ist sowohl von dem Kreisamt, als auch nunmehr von der als Befchwerdeinstanz zuständigen Landesregierung versagt worden. Nach den getroffenen Feststellungen besteht in der Gemeinde A, in welcher sich der bisher in einer anderen Gemeinde lebende Landwirt ankaufen wollte, außerordentlich großes Landbedürfnis, weil zahlreiche kleine landwirtschaftliche Betriebe vorhanden find, die nur eine schmale, für die Ernährung einer Familie unzureichende Existenzgrundlage haben. Die Entscheidung führt daher aus, daß in einem mit landwirtschaftlichen Kleinbetrieben so stark übersetzten Ort es nicht verantwortet werden könne, neue Betriebsinhaber zuzulassen, solange noch ein zwingendes Bedürfnis nach Auffüllung vorhandener — insgesamt gesehen — nicht vollwirtschaftsfähiger Höfe bestehe. In den vom Reichs- ernährungsminister zur Grundstücksverkehrsbekanntmachung erlassenen Richtlinien sei ausdrücklich gesagt, daß insbesondere dann ein erhebliches Interesse verletzt sei, wenn durch den Verkauf eines größeren Grundbesitzes die für die Dorfgemeinschaft wesentliche Neubildung von Erbhöfen im Wege der Anliegersiedlung auf lange Zeit unmöglich gemacht werde. Im vorliegenden Falle sei weiterhin die Möglichkeit gegeben, eine Reihe von Betrieben durch Landzulage so zu stärken, daß sie nahe an die Erbhofgröße herankommen. Diese Möglichkeit werde jedoch verhindert, namentlich weil auch in der Gemeinde A voraussichtlich in absehbarer Zeit weiterer Grundbesitz nicht zur Veräußerung gelange. Unter diesen Umständen würde die Genehmigung des beabsichtigten Veräußerungsgeschäftes den Zwecken und Zielen der Grundstücksverkehrsbekanntmachung zuwiderlaufen. Mifsionstag am S. Januar. Von Dekan Widmann-Schotten. Das Evangelium muß zuvor verkündigt werden unter alle Völker. Markus 13, Vers 10. Dieses Heilandswort soll als mahnender Ruf stehen über der Feier des diesjährigen Missionssonntags, der unsere Christgemeinden wieder eindringlich Hinweisen soll auf das Werk der Aeußeren Mission. Die Totalität des Christusanspruchs im Sinne der Durchdringung der Welt mit den Lebenskräften des Evangeliums ist mit diesem Herrenwort gegeben. Er selbst, Jesus Christus, der Gottgesandte, ruft die Christenheit auf zur weltweiten, weltumspannenden und welterneuernden Tat der Mission. Sein Befehl, hinauszugehen in alle Welt und das Evangelium zu predigen aller Kreatur, verpflichtet immer wieder aufs neue, die heilige Gottessache der Mission zu treiben, nicht zu erlahmen in der Liebe, nicht nachzulassen im Gebet und im Opfer für die Mission. Diesem Befehl gegenüber kann und darf es keine Unsicherheit und kein Schwanken geben, sondern nur das Eine: schlichter Gehorsam in Treue und Pflicht, nicht nur für die eigentlichen Berufsarbeiter, die Missionare und Missionsärzte, sondern für jeden Christen, dem es ein heiliger Ernst ist, mitzuhelfen, daß Licht werde in der Dunkelheit der Völkerwelt, Licht durch den, der das königliche Wort einst sprach: „Ich bin das Licht der Welt". Lichtträger, Ausstrahler des ewigen Lichtes, das der Welt einen neuen Schein gibt, will die Mission sein, Geberin und Bringerin des Heiligsten und Höchsten: des Evangeliums. Das ist und bleibt ihre ewlgkeits- bestimmte, ihre unverrückbare, von Gott selbst gestellte Aufgabe. Die Erfüllung dieser Aufgabe erfordert den vollen Einsatz aller Kräfte der ganzen Kirche und der ganzen Christenheit, damit die Welt werde des Herrn und seines Christus. Von jeher gab es Gegner und Feinde der Mission: teils solche, die das Werk der Mission überhaupt nicht kennen und trotzdem glauben, sich ein Urteil erlauben zu können, teils solche, die den Segen und die erfolgreiche Arbeit der Mission, also Tatsachen, einfach nicht sehen wollen, und zwar deshalb nicht, weil diese Tatsachen sie herausreißen würden aus ihrer falschen geistigen Verkrampfung. Allen diesen Beurteilern kann man zum besinnlichen Nachdenken das ins Stammbuch schreiben, was kürzlich im „Ostasiatischen Beobachter" zu lesen stand. Hier würdigte auf Grund einer reichen eigenen, auf vielen Reisen erworbenen Erfahrung Dr. G. H a n n a ck die Bedeutung der deutschen christlichen Missionstätigkeit für die kulturelle Weltgeltung Deutschlands Dieser gerecht und sachlich eingestellte, nur nach der Wirklichkeit urteilende Mitarbeiter des genannten Blattes schreibt u. a.: „Es ist ungeheuer, welchen Einfluß die Missionare auf das Grenzvolk haben. Fragt einmal Forscher, wie Sven Hedin oder Filchner, fragt alle Reisenden, die durch das große Westtor, Lan Chou-Fu, nach Zentralasien strebten, fragt sie alle, wie sie über die Bedeutung unserer Mission denken. Ihr Zeugnis kann nur ein ehrendes sein." Eine solch' hohe Anerkennung der Missionsarbeit ist außerordentlich wertvoll; sie müßte in der Tat geeignet sein, die Beurteilung der Mission durch ihre Gegner ein für allemal zum Schweigen zu bringen. Daß äußere und vor allem auch innere Erschütterungen die Völker der Erde durchtoben, lesen wir in jeder Zeitung. Und der Missionsfreund weiß, daß unter diesen Erschütterungen auch gerade das Werk der Mission schwer zu leiden hat; sie weiß genug zu berichten von Kampf und Not, von Hindernissen und Schwierigkeiten. Aber auf der anderen Seite ist es außerordentlich erfreulich, aus den Berichten unserer deutsch-evangelischen Missionsgesellschaften zu ersehen, daß es überall vor- wärtsgeht auf den Missionsgebieten und daß der Kampf für Christus und seine Sache auch durch manch' herrlichen Sieg gekrönt wird. So berichtet z. B. die mit vielen Gemeinden unserer Landeskirche eng verbundene Basler Mission von einer günstigen Weiterentwicklung ihrer Arbeit auf allen ihren Tätigkeitsgebieten im letzten Jahre. Durch ihre Missionare konnten 4800 Erwachsene getauft werden; 16 240 Heiden begehrten Aufnahme in die christliche Gemeinde und erhalten entsprechenden Unterricht; über 17 000 Kinder besuchen allsonntäglich die Kindergottesdienste, und 48 000 Schüler werden in den Missionsschulen unterrichtet. In China, dem Lande der großen Wirren, das sich nun im Kriege mit Japan befindet, sind verheißungsvolle Ansätze zu evangelistischer Arbeit festzustellen, wobei namentlich die christlich gewordenen Chinesen gerne und freudig mittun; alle Missionsarbeiter stehen treu auf ihrem Posten; aber es ist noch ungewiß, wie die gesamte unsichere politische Lage sich in Zukunft auf die Missionsarbeit auswirken wird. In Indien nimmt unter den Missionsgemeinden das Gefühl der Selbständigkeit und der eigenen Verantwortung zu; indische Kirche und deutsche Mission arbeiten im Frieden miteinander. Unter den Parias der Provinzen Nord- Malabar und Süd-Mahratta geht die Bewegung zum Evangelium hin unaufhaltsam weiter. Auch von Borneo werden erfreuliche Erfolge missionarischer Tätigkeit gemeldet: Entstehung neuer Gemeinden, Ausbildung einheimischer Mitarbeiter, zunehmendes Wachstum der missionsärztlichen Tätigkeit, erfreulicher Aufschwung des Schulwesens und Uebernahme mancher Lasten und Arbeiten durch die Missionsgemeinden selbst; es geht überall vorwärts. Auf der G o l d k ü st e in Westafrika, wo die Basler Mission seit über 100 Jahren arbeitet und wo der Großvater des Artikelschreibers 33 Jahre lang als Missionar und Generalpräses wirkte, hat die selbständige Missionskirche eine Mitgliederzahl von über 64 000 eingeborenen Christen erreicht und besitzt einen eigenen Pfarrstand von 55 einheimischen Predigern des Evangeliums. Freilich ist auch hier Kampfgebiet; zu kämpfen hat die Missionskirche mit Strömungen, die sich aus dem neu frisierten Auf- klärertum und aus dem durch den Abessinien-Konflikt genährten Unabhängiqkeitswillen der Eingeborenen ergeben u. a. m. In diesem Kampfe stählt sich aber auch die Kraft zu mutiger Bezeugung des göttlichen Wortes. Und schließlich berichten die in unserer früheren Kolonie Kamerun arbeitenden Basler Missionare, daß hier die missionarische Vorwärtsbewegung unverkennbar ist, wie dies die ständig und stark wachsende Zahl der Heidentaufen und der Taufbewerber beweist und besonders auch das stete, gesunde, innere Wachstum der Gemeinden selbst; ein geborener Christ, der unter dem Eindruck großen Erlebens auf einem Kameruner Mis- sionsfest stand, legte Zeugnis ab für die Kraft des Christenglaubens, indem er sagte: „Unsere Götter haben uns entzweit, der lebendige Gott vereint uns und gibt uns neues Leben." Angesichts dieses sichtbaren göttlichen Segens, der das Werk der Mission begleitet, können wir froh und dankbar den Missionssonntag feiern. Möge er die Missionsgemeinden der Heimat stark und treu machen zu ihrer Mitarbeit, damit sie nicht müde werden, sondern verantwortungsbewußt mithelfen, das Jesuswort wahr zu machen: „Es wird eine Herde und ein Hirte werden!" Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 9. Januar. Gießen. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche der Markusgemeinde, Pfarrer Becker; 17. Pfr. Schmidt. — Joyanneskirche. 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkirche der Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer; 17: Pfarrer Ausfeld; 20: Bibel- befprechstunde im Johannessaal, Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemsinde. — Petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Hilfsassistent Jost. — Wieseck. 9.45: Pfarrass. Paetow; 11: Kinderkirche. — Kirchberg. 10: Gottesdienst 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 13: Kindergottesdienst; 14: Gottesdienst. — Daubringen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Gottesdienst, Kollekte; 11: Kindergottesdienst, 1. Abteilung; 13: Kindergottesdienst, 2. Abteilung. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. — Sleinbach. 10: Gottesdienst, Kollekte. — 2kbach. 12.30: Gottesdienst, Kollekte. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Gottesdienst. — Vellenhausen. 13.30: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftdechant Kahn, Kollekte; 13: Kindergottesdienst, Ansprache, Kollekte; 14: Stiftspfarrer Naumann, Kollekte. — INufchen- heim. 10.30: Gottesdienst. — Virklar. 13.30: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Kollekte. — Veilsberg. 13: Kollekte. Mittwoch, 12. Januar. Gießen. Stadlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, 13. Januar. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde, Pfr. Ausfeld. Evang. Sladlmission, Löberstraße 14. Sonntag, 9. Januar. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15 und 20.15: Bibelkurs: Miss.-Jnsp Gutzke u. a. — Montag, 10. Januar, bis Mittwoch, 12. Januar: 10, 15 und 20.15: Bibelkurs: Miss.-Jnsp. Gutzke u. a. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 9. Januar. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Predigt. — Dienstag, 11. Januar. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Neuaposlolische Gemeinden. Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, 9. Januar. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 12. Januar. 20.30: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 8. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, 9. Januar. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe (hl. Kommunion der Jungfrauen); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 10.15: Gedenket der hungernden Vögel! Militärgottesdienst; 11,15: Singmesse mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, 10. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Dienstag, 11. Januar. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, 12. Januar. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Wochentags in Gießen täglich hl. Messen um 6.30 und 7.30 Uhr. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tel,, fon 02. Hauptpost amt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. ßanitätstQlQnnu Itlelon 2500.^ Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Wiltagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 7. Jan. Die Börse war sowohl am Aktien-, wie am Rentenmarkt freundlich. Es lagen erneut Käufe der Kundschaft zu Anlagezwecken vor, während die gestern vorgenommenen Abgaben wesentlich kleiner geworden sind. Da auch die technische Position der Börse als gesund angesprochen werden kann, weil größere Positionen kaum bestehen, erfuhren die Kurse am Aktienmarkt wieder eine Erhöhung um durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Die Umsätze waren allgemein etwas größer. Starke Beachtung fand der Bericht der Reichs-Kredit-Gesellschaft zur Wirtschaftslage. Etwas stärker befestigt waren Westdeutsche Kaufhof mit 60,75 bis 61,50 (59,50), Rheinmetall-Borfig mit 147,50 (146), Geffürel mit 149 (147,75) und Feldmühle Papier mit 141 (139,75) Stark gefragt waren auf die Hauptversammlungs-Ausführungen Scheideanstalt, die vorläufig nur zum Einheitskurs notiert wurden mit 259 (256). An allen Übrigen Marktgebieten stellten sich Besserungen bis zu 1 o. H. ein, wobei Verein. Stahl mit 115,90 bis 116 (155,13), Mannesmann mit 118 bis 118,25 (117,40) und IG. Farben mit 163 bis 163,50 (163) lebhafter umgingen. Nach den ersten Notierungen traten vielfach weitere Erhöhungen leichten Grades ein. Reichsbank 210 nach 209 (209,50). Am Rentenmarkt erhöhten sich Reichsaltbesitz auf 129,95 (129,90), hingegen bröckelten Kom- munal-Umschuldung auf 95 (95,05) ab. Lebhaftes Interesse erhielt sich nach Pfandbriefen. Die Kurse kamen unverändert zur Notiz. Unverändert lagen ferner Stadtanleihen, ebenso wichen Staatspapiere kaum ab. Industrie-Obligationen lagen unregelmäßig, 6 v. H. IG. Farben 130,50 (131,13), dagegen 5 v. H. Union Rheinbraun 103,40 (103,10). Im Freiverkehr waren 4prozentige Emissionen gesucht. Höher waren außerdem Zinsvergütungsscheine mit 96,90, Rentenbank-Ablösungsscheine mit 93,65 und Städte-Altbesitz mit 134,25. Reichsaltbesitz stiegen bei einigen Umsätzen auf 130 nach 129,95. Im Verlaufe war die Haltung bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen fest, wenn auch die meisten Kurse keine weitere Erhöhung auftvleseih vielmehr auf dem Anfangsstand mehrfachen Schwan« langen unterlagen. Höher notierten indessen Ges« fürel mit 149,75 nach 149, IG. Farben mit 164,90 nach 163,25. Die erst später notierten Werte lagen überwiegend 0,50 bis 1 v. H. höher, schwächer aber Goldschmidt mit 142 (143,50), Lahmeyer mit 122 (122,75) und MAN. 133 (133,50). Lebhaftes Geschäft war erneut in Bankaktien, Deutsche Bank 127 (126,75), Commerzbank 119,75 (119,50), Dres« dener Bank weiter unverändert 113,75. Abeudbörse behauptet. Nach den weiteren, teilweise kräftigen Erhöhun- gen im Mittagsschlußverkehr, die auch von recht lebhaften Umsätzen begleitet waren, zeigte die Abendbörse ein ruhiges Aussehen, da nur wenig Aufträge Vorlagen. Die Kulisse war verschiedentlich zu kleinen Abgaben bereit, die aber bei meist behaupteten Kursen ausgenommen wurden. Im ganzen blieb die Grundtendenz fest. Merklich höher notierten Hanfwerke Füssen mit 130 (128,50), auch Schuckert gewannen 1 v. H. auf 178 und Goldschmidt zogen 0,75 v. H. an auf 142,75, ebenso Bemberg auf 143,50. IG. Farben konnten sich nicht ganz behaupten mit 164,40 bis 164,50 (164,90), ebenso bröckelten am Montanmarkt Buderus auf 125,50 (126) und Verein. Stahl auf 116,13 (116,25) ab. Höher lagen Rheinstahl mit 150,25 (150), Deutsche Erdöl mit 146,25 (146) und Otavi Minen mit 30,75 (30,40). Im einzelnen kamen noch u. a. zur Notiz: Mannesmann 118,25, Adlerwerke Kleyey 112,25 (112,50), MAN. 134, Scheideanstalt 260* Gesfürel 150 (149,75), Junghans 126,75 (127,13), Metallgesellschaft 147, Moenus 127, Rheinmetall 147,50, VDM. 172,50, Hapag 82,50 (82,25) uni) Bankaktien unverändert. Von Einheitswerten zogen Kalter Brauerei auf 62 (61,50) und Rhenser Mineral nach Pause auf 82 (80) an. Am Renten« markt war das Geschäft klein. Altbesitz erhöhten sich auf den Berliner Stand von 130,25 (130k 6 v. H. IG. Farben wurden 0,13 v. H. höher get fragt mit 130,65, 4,50 v. H. Stadt Mainz von 192A bröckelten leicht ab auf 98,55 (98,75). Kommunal« Umschuldung nannte man mit unverändert 95. Vroigeireide bis 28. Februar restlos abliefern. NSG. Durch die Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft zur Sicherung des Brotgetveidebedarfs vom 22. Juli 1937 wurde bestimmt, daß jeder Erzeuger von inländischem Brotgetreide sämtliches geerntete Brotgetreide abzuliefern hat, mit Ausnahme der Mengen: 1. die er für die menschliche Ernährung innerhalb seines eigenen Betriebes benötigt; 2. in Erfüllung eines Deputates oder Leibaedinges für die Ernährung des Berechtigten und seinen Saatgutbedarf gebraucht und 3. die der Erzeuger selbst als Saatgut für seinen eigenen Betrieb verwendet. Durch diese vollkommene Ablieferungspflicht für Roggen und Weizen ist die Festsetzung des Mindestanteils an Brotgetreide innerhalb des Getreidegrundkontingentes für dieses Wirtschaftsjahr illusorisch geworden, denn der Erzeuger hat seine gesamte Ernte mit Ausnahme der im eigenen Betrieb für die Ernährung und Saatgut benötigten Roggen- und Weizenmengen restlos — also auch über den festgesetzten Anteil hinaus — abzuliefern. Mit Bekanntmachung vom 14. 12. 1937 hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft weiter angeordnet, daß die r e st l o s e A b l i e f e • rungdes Brotgetreides bis zum 28. Fe - bruarl938 erfolgen muß. Die Vorverlegung der Ablieferungspflicht auf Ende Februar ist notwendig, um die für die Ernährung des deutschen Volkes in Frage kommenden Mengen Brotgetreide rechtzeitig den Verarbeitungsbetrieben zur Verfügung stellen zu können bzw. rechtzeitig eine genaue lieber« ficht darüber zu erhalten, was uns im laufenden! Wirtschaftsjahr an inländischem Brotgetreide zur Vers fügung steht, damit gegebenenfalls notwendige Maß« nahmen getroffen werden können. Es wird hiermit an alle Erzeuger von Brotge« treibe die Aufforderung gerichtet, ihrer A b l i e f e « rungspflicht bis zu dem genannten Zeitpunkt restlos nachzukommen. Irgend ein Anlaß zu einer gewissen Zurückhaltung des ablieferungspflichtigen Brotgetreides besteht nichts Die Versorgung mit Futtermitteln war bereits irt den letzten Monaten durch starke Zuweisungen von Mais, Schnitzel, Kartoffelflocken und durch verstärkte Bereitstellung geeigneter Mischfutter, ölhaltiger Futtermittel, Fischmehl usw. sehr ausgelichen. Auch für die nächste Zeit ist vorgesorgt, daß bei vernünftiger Verwendung der uns bis zur neuen Ernte zur Verfügung stehenden Futtermittel der Bedarf gedeckt werden kann. Es besteht also keinerlei Veranlassung, etwa im Hinblick auf den Futterbedarf mit der Ablieferung des Brotgetreides zurückzuhalten, ganz abgesehen davon, daß mit der gleichen Verordnung die Verfütterung von Brotgetreideverb o- t e n und Zuwiderhandlungen unter schwere Strafe gestellt wurden. Auch bei Zuwiderhandlungen gegen die Abliefrungspflicht können Strafen verhängt werden, bei vorsätzlicher Handlungsweise Gefängnis- und Geldstrafe bis zu 100 000 Mark. In schweren Fällen ist die Strafe Zuchthaus- und Geldstrafe. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse Schlußkurs Schluß?. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse 3)ntum 6.1. 7-1. 6.1 7.1. Datum 6.1. 71. 6.1. ! 7-(- 5% Deutsche Retchsanleihe t>. 1927 101, 6 101,6 101,6 101,65 Arcumulatoren-Fabrik....... 14 226 —. 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,4 99,4 99,4 99,4 Aschaffenburg Zellstoff....... 6 144,5 144,5 143 144,75 V/i% Deutsche Reichsschatzanwei- Bemberg.................. 0 141,25 143,5 141 143,75 hingen von 1935 ......... *y2% Deutsche Reichsschatzantr — ■— •*— Bekula.................... 8 165,5 166 165,5 165,75 et- 99,5 99,6 Buderus Eisen.............. 6 125 125,5 124,5 125,25 jungen von 1935, II. »Folge 99,5 99,6 Gement Heidelberg.......... 7 169,75 169,5 — —■ <%% Deutsche Reichsschatzanwei- 99 Gement Karlstadt........... 6 — —• jungen von 1936, III. Folge 99 99 —— Conti Gummi.............. 12 191 191 191 190,75 5yz% Donng Anleihe von 1930 107,25 107,25 106,75 106,5 Daimler Motoren.......... 6% 139,75 140 139,5 141,25 4>/2% Hessische Volksstaat von 1929 100,25 100,15 — 100,4 Dessauer Gas.............. 4 119,5 120,5 4y2% Deutsche Retchspostschatz von 100,5 100,5 Deutsche Erdöl............. 5 145,5 146,25 145,25 146,25 1934 1................... 100,6 100,5 Deutsche Gold- und Silber ... 9 256 260 — 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz 99,75 99,75 Deutsche Linoleum.......... 10 166 167,5 167 166,25 von 1936 I............... 99,75 99,75 Elektrische Lieferungen....... 6 132 132,5 132,5 132,25 Retchsanleihe-Altbesitz....... 129,9 130,25 129,75 130,25 Elektrische Licht und Kraft.... 7 145,5 146 145 146,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 137,5 I. G. Farben-Jndustrie...... 7 163 164,5 163 164,4 Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. L an desbk. Darmstadl 139 139 — Felten & Guilleaume........ 6 135 136 135,4 136 100 100 Gesfürel................... 7 147,75 150 147,75 150 Goldpfe. R. 12........... 100 100 Th. Goldschmidt............ 6 141 5 142,75 141,75 143,5 5yz% Hess. Landes-Hyp.-Banl Gritzner Maschinen.......... 0 49,9 50 49,5 50 Stqu. Goldpfe............ 101,75 101,75 —— — Harvener................. 8’/z 175 176 175,5 176,5 *y2% Preutz. Landespfdbr.-Anst. 100 100 Hoesch Gien...............8/z 118 118 118 118,25 Goldpfe. R. 19........... 100 IOC Philipp Holz mann.......... 8 157 157,75 157 157,5 4yz% Preuß. Gold-Komm. R. 20 99,25 99,25 99,25 99,25 Ilse Bergbau............... 6 162 166 168 4yz% Darmstädter Komm.-Lan- Ilse Genüsse............... 6 136 135,5 136,25 136,25 desbankR. 6............. 99 9S — — Kali Aschersleben........... 4 114 114 114 114 Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Klöcknerwerke ............. 4yz 120,75 121, 120,9 121,5 Auslos.-Rechte I........... 135,5 136 135,75 135,75 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 159,25 163 4yz% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 100 100 100 100 Lahmeyer................. 6 122,5 123 123 123,5 4yz% Franks. Hyp. Gold-Komm. Mainkraft.................. 4 95,75 9 Obl. 2 3............... 99,25 99,25 —— — Mannesmann........... 4*/z 117,4 118,25 117,4 118,25 5yz% Franks. Hyp. Liquidation Mansselder Bergbau........ 7 159,25 160 159,75 147,75 159,75 Goldvfe.................. 102 — — Metallgesellschaft............ 6 147 147 146 6yz% Rheinische Hyp. Liquidation Crenitent & Koppel......... 0 111,5 112,4 Goldpfe.................. 102 102,13 102 102 Rheinische Braunkohle....... 12 231,25 Äteuergutichetn-Berrechnungskurs 111,35 111,35 — — Rheinische Elektro........... 6 128,5 129,5 Rheinstahlwerke............. 6 148 150,25 148 150,5 A.G. für Verkehrswesen .... ey, Hamburg-Siidam. Dampfschiff 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 134,4 81 82,9 129,25 135,5 82,5 83,25 129,25 134,25 127 80,75 83,5 129,25 135,25 82,75 84,75 129,5 Rlieinisch-Westfälische Elektro . Rütgerswerke .............. Salzdetfurth Kali........... . Schuckert & Go.............. Schultheis Patzenhofer....... Siemens & Halske.......... 6 7 6 7 4 0 131 152,25 176 176 131,5 153,75 176 178 209 131,25 152,75 176 176 99,65 208 131,5 154,25 176 178 100,75 209,75 Süddeutsche Zucker.......... 10 222,9 221,75 ReichSbanl................. 12 209,5 210 209,5 210 Bereinigte Stahlwerke...... Wi 115,13 116,1 115,25 115,9 Berliner Handelsgesellschaft . 6V. 135,75 135,25 135,25 Westdeutsche Kaufhof........ 0 59,5 61, 60,13 62,25 Commerz, und Privat-Bank .. 6 119,5 119,75 119,5 119,75 Westeregeln Alkali........... 4 114 113,5 114 114 Deulschc Diskonto........... b 126,75 127 126,75 127 Zellstoff Waldhos........... 6 152,5 153,25 152,4 154,5 Dresdner Bank............. * 113,75 113,75 113,75 113,75 Olavi Minen............... 0,6 30,75 59,5 30,13 Deoif enmarfl Berlin — $ranffurl a M. 6 .Januar 7.Januar 6 .Januar 7 .Jaunar Amtlich. ’Jimterui.g Amllche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Noneru na Br>e;