Nr. 2X6 Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch, 7. Dezember 1938 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt jjernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronlsurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die deutsch-französische Erklärung unterzeichnet. Friedliche und gutnachbarliche Beziehungen im Geiste der Achse Berlin — Rom. Paris. 6.Dez. (DRV.) von Reichsaußenmmisler von Ribbentrop und dem französischen Minister des Auswärtigen v o n n e t ist heute nachmittag folgende Erklärung unterzeichnet worden: Der deutsche Reichsminister des Auswärtigen, Herr Joachim von Ribbentrop, und der sranzösische Minister für auswärtige Angelegenheiten, Herr Georges Bonnet, haben bei ihrer Zusammenkunft in Paris am 6.Dezember 1938 im Auftrage ihrer Regierungen folgendes vereinbart: 1. Die deutsche Regierung und die sranzösische Regierung sind übereinstimmend der Ueberzeugung, daß friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eines der wesentlichsten Elemente der Konsolidierung der Verhältnisse in Europa und der Aufrechterhaltung des allgemeinen I r i e de n s darstellen. Beide Regierungen werden deshalb alle ihre Kräfte dafür einsehen, daß eine solche Gestaltung der Beziehungen zwischen ihren Ländern sichergestellt wird. 2. Beide Regierungen stellen fest, das; zwischen ihren Ländern keine Fragen territorialer Art mehr schweben und erkennen feierlich die Grenze zwischen ihren Ländern, wie sie gegenwärtig verläuft, als endgültig an. 3. Beide Regierungen sind entschlossen, vorbehaltlich ihrer besonderen Beziehungen zu dritten Mächten in allen ihre beiden Länder angehenden Fragen in Fühlung miteinander zu bleiben und in eine Beratung einzutreten, wenn die künftige Entwicklung dieser Fragen zu internationalen Schwierigkeiten führen sollte. Zu Urkund dessen haben die Vertreter der beiden Regierungen diese Erklärung, die sofort in Kraft tritt, unterzeichnet. Ausgesertigt in doppelter Urschrift in deutscher und französischer Sprache in Paris am 6. Dezember 1938. Joachim von Ribbentrop, Reichsminister des Auswärtigen. Georges Bonnet, Minister für auswärtige Angelegenheiten. Vor neuen Aufgaben auf neuer Grundlage. Eigener Bericht des E. F. Paris, 6. Dezember. Am Dienstagnachmittag ist im französischen Außenministerium am Quai d'Orsay durch Außenminister von Ribbentrop und Außenminister Bonnet der Vertrag unterzeichnet worden, der die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich a u f eine neue Grundlage stellt. Man ist bei der Betrachtung eines solchen Ereignisses der Gefahr ausgesetzt, Superlative anzuwenden, und doch kann man nicht umyin, in dem Abschluß des deutschfranzösischen Vertrages vom 6. Dezember 1938 ein Ereignis von historischer Größe zu sehen. Wenn die beiden Länder jn einem feierlichen Akt sich heute ihre gegenseitigen Grenzen garantieren, so verschwindet damit ein Streitobjekt, das seit dreihundert Jahren direkt oder indirekt im Hintergrund .aller europäischen Kriege und Auseinandersetzungen gestanden hat. Im selben Augenblick aber eröffnet sich der Ausblick auf eine Periode ausgeglichener europäischer Pvlttik, in der den beiden Ländern neue Aufgaben zufallen, die ihre Völker nicht mehr tn ständigen Widerspruch geraten lassen. lieber die Einstellung des deutschen Volkes zu dem heute vollzogenen diplomatischen Akt braucht man kaum viele Worte zu verlieren. Die Worte des Führers, daß Deutschland an Frankreich keine territorialen Forderungen mehr zu erheben habe, entsprechen der inneren Ueberzeugung des deutschen Volkes. Was Frankreich' betrifft, so kann man es nur begrüßen, daß hier eine Reche außen- und innenpolitischer Ereignisse die Bahn freigemacht hat für eine lechenschaftslose Beurteilung des deutsch - franzü- fischen Verhältnisses. München hat dem französischen Volk und seinen Politikern die Augen geöffnet für die Tatsache, daß Frankreich kein Interesse mehr daran haben kann, den deutschen Lebens- interessen, die sich an anderen Punkten äußern als an der französischen Grenze, dauernd in den Weg zu treten. Ein hervorragender Politiker der radikalsozialistischen Partei hat das im Oktober auf dem Parteikongreß von Marseille in die dürren Worte gekleidet: „Frankreich will nicht mehr der Gendarm und der Bankier Europas sein." Das schließt nicht aus, daß Frankreich in den hierfür ausdrücklich vorgesehenen deutsch-französischen Konsultationen in bestimmten Fällen weiterhin ein Wort in der europäischen Politik mitsprechen wird, aber diese Mit- arbet wird in andere und vertrauensvollere Formen als bisher gekleidet sein. Auf dem innenpolitischen Gebiet war das Verschwinden der Volksfront eines der Haupt- momente, das fördernd auf das Zustandekommen besserer Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eingewirkt hat. Die Volksfront war schon vor München innerlich erledigt. Aber erst die innenpolitische Auseinandersetzung in Frankreich, die dem Abkommen von München folgte, hat den Bruch be- siegett. Gerade jetzt erst hat sich bei dem Scheitern des vom französischen Marxismus vom Zaun gebrochenen Generalstreiks gezeigt, daß die Kräfte, die auf den inneren Umsturz in Frankreich abzielen, die gleichen find, die in Zusammenarbeit mit dem jüdischen Bolschewismus die europäische Ord- uung und dis Achse Berlin—Rom zerstören möchten. Gießener Anzeigers. Natürlich gibt es auch auf der Seite der Rechten in Frankreich noch Politiker, die sich mit der Neuregelung des Verhältnisses zu Deutschland, besonders nach dem Ergebnis von München, nicht abfinden wollen. Aber diese Kräfte sind zu schwach, als daß ihney Bedeutung beizumessen wäre. Der französische Nationalismus ist aus verschieden Komponenten gespeist. Die größte Bedeutung kommt den Kräften zu, die ein starkes, gegen Den marxistischen Zersetzungswillen gefeites Frankreich erstreben, das eine geachtete Stellung in der Welt und innerhalb seines Imperiums einnimmt, ohne uferlosen außenpolitischen Zielsetzungen nachzujagen und ohne sich auf einen aussichtslosen Kampf gegen andersartige Ideologien einzulassen. Die andere Ko-mpenente hat den Wert einer interessanten, geschichtlichen Erinnerung, die nicht ohne Größe ist. Am vergangenen Sonntag hat man in der Kapelle der Sorbonne, einer klassischen Stätte der französischen Gelehrsamkeit, die übliche Gedächtnismesse für den Kardinal Richelieu gefeiert, der am 4. Dezember 1642 gestorben ist. Vom 4. Dezember 1642 bis 6. Dezember 1938 ist ein weiter Weg. Er hat Europa in Ströme von Blut und Leid getaucht. M a z a r i n hat das Werk Richelieus fortgesetzt und Deutschland zur Ohnmacht gezwungen. Man kann sich nur freuen, daß dieses dreihundertjährige Wirken unheilvoller Kräfte sich heute selbst aufgehoben hat, indem es ad absurdum geführt worden ist. Zwischen den beiden Ländern erheben sich heute stahl- und betonbewehrte Linien. Die beiden Völker aber strecken sich jetzt die Hände entgegen. Die persönliche Seite des deutschen Ministerbesuches tn Paris tritt ebenso stark in den Vordergrund wie die grundsätzliche Seite des Vertragsabschlusses. Bis jetzt sind deutsch-französische Ministerbesuche nicht allzu häufig gewesen. Zwischen 1871 und 1914 war unseres Wissens der einzige solche Besuch die Reise des sranzösischeit Außenministers Waddington nach Berlin zum Berliner Kongreß im Jahre 1878, in einer Zeit größter Machtstellung des Deutschen Reiches. In der Nachkriegszeit denken wir vor allem an die Reise, die in der Zeit deutscher Ohnmacht im Juni 1931 der damalige Reichskanzler Brüning mit seinem Außenminister Curtius nach Paris unternahmen, um Hilfe für Deutschland zu erbitten. Laval und Briand machten im September einen Gegenbesuch in Berlin, aber da man einem Schwachen nicht gern etwas gewährt, blieben diese Anbahnungen ergebnislos. Herr v. Ribbentrop ist in Paris kein Unbekannter. Er weilte schon im Jahre 1934 als Beauftragter des Führers für Abrüstungsfragen in Paris, abgesehen von früheren Informationsbesuchen, die er schon vor dem Umbruch Frankreich abgestattet hatte. Heute, nach sieben Jahren, können wir den ungeheuren Weg ermessen, der seit 1931 zurückgelegt worden ist. Vielleicht aber haben wir doch noch nicht genügend Abstand gewonnen, um den heutigen Vertragsabschluß in seiner vollen Bedeutung für die europäische und die Weltgeschichte zu ermessen. Er führt in eine Evoche, in der nur solche Völker etwas gelten, die bereit sind, für ihre Geltung z u kämpfen, und die gerade darum die besten G a r a n» tendes Friedens sind. L 'M. M (W KM ■■ Der Akt der Unterzeichnung im Uhrensaal des französischen Außenministeriums am Quai d'Orsay. — (Scherl-Bilderdienst.) Herzlicher Empfang Ribbentrops. E. F. Paris, 6. Dezember. Reichsaußenminister von Ribbentrop traf am Dienstag um 11.10 Uhr WEZ. auf dem Pariser Jnoalidenbahnhof, gegenüber dem Außenministerium, ein. Ein herrlicher Herbsttag gab seiner Ankunft den festlichen Rahmen. Am Bahnhof hatten sich zur Begrüßung des Reichsaußenministers und seiner Gemahlin der französische Außenminister Bonnet und Gemahlin, der Generalsekretär des Quai d'Orsay, Leger, der Kabinettschef R o ch a t, der französische Botschafter in Berlin, Coulondre, der Pariser Polizeipräsident Langeron, die Abgeordneten S c a p i n i und Fernand de Bri- n o n, ferner der deutsche Botschafter in Paris, Graf Welczeck, sowie das Personal der deutschen Botschaft, ferner die in Paris ansässigen Vertreter deutscher Zeitungen sowie die Vorstandsmitglieder des Comite France-Allemagne eingefunden. Der Bahnsteig und ein auf der Straße zum gegenüberliegenden Portal des Außenministeriums am Quai d'Orsay führender Baldachin waren mit weißen und purpurroten Seiden ausgeschlagen und mit grünen Pflanzen geschmückt. Die Fahnen des Dritten Reiches waren zusammen mit der Trikolore der französischen Republik in Fahnenbündeln gruppiert. Rings um den Bahnhof, längs des 'Quai d'Orsay und auf dem Wege zum Hotel Crillon jenseits der Seine war Ehrenspalier der Polizei und der Mobilen Garde aufgestellt. Als pünktlich um 11.10 Uhr WEZ. die beiden Salonwagen im Jnoalidenbahnhof eintrafen, präsentierten die längs des Bahnhofes aufgestellten Republikanischen Garden das Gewehr. Nach Anhalten des Zuges begrüßte als erster der französische Außenminister Bonnet den deutschen Gast. Frau Bonnet überreichte Frau von Ribbentrop einen Strauß roter und weißer Nelken. Herr von Ribbentrop erklärte: „Ich bin sehr glücklich, nach Frankreich zu kommen und Ihre Bekanntschaft zu machen. Ich habe heute morgen ein sehr schönes Frankreich unter sonnigem Him - m e l vorgefunden." Daraufhin fanden die Vorstellungen statt. Um 11.20 Uhr WEZ. bestiegen Herr und Frau von Ribbentrop den bereitstehenden Kraftwagen, der sie zum Hotel Crillon am Concorde-Platz brachte. Der Wagen wurde von zwei Reihen Motorradfahrern begleitet. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel Crillon begab sich Neichsaußenminister von Ribbentrop zum Elysee-Palast, wo er vom Präsidenten der Republik empfangen wurde. Eine Ehrenkompanie erwies dem Reichsaußenminister und dessen Gemahlin Ehrenbezeugungen. — Um 13 Uhr WEZ. fand dann ein Frühstück statt, das Ministerpräsident D a l a d i e r zu Ehren des deutschen Gastes gab. An dem Frühstück im Hotel Matignon, dem Sitz der Ministerpräsidentschaft nahmen Botschafter Graf Welczeck und Botschaftsrat Dr. Bräuer mit ihren Gattinnen, Der Protokollchef, Freiherr von Doernberg, und die übrigen Mitglieder der deutschen Abordnung mit den Ministerialdirektoren Gauß und W i e h l e sowie Herr Abetz vom Büro Ribbentrop teil. Auf französischer Seite waren u. a. anwesend: Staatsminister Chautemps, Außenminister Bonnet, die-Vorsitzenden der außenpolitischen Ausschüsse von Senat und Kammer, Henry Verenger und M i st l e r mit ihren Gattinnen, Protokollchef Lozet, Botschafter Coulondre und Gattin, der Generalsekretär des Quai d'Orsay, Alexis Leger, und verschiedene hohe Beamte des Außenministeriums. Das Essen ging in einer sehr herzlichen Atmosphäre vor sich und ergab Gelegenbeit jzu einer in zwanglosen Form erfolgenden Füh- I lungnahme. Der Akt der üuterzeichuuug. 3m berühmten Llhrensaal des Quai d'Orsay. E. F. Paris, 6. Dezember. Die Unterzeichnung der deutsch-französischen Erklärung ist um 16.30 Uhr MEZ. im Uhrensaal des Quai d'Orsay erfolgt. Geraume Zeit vor der Unterzeichnung hatte sich die deutsche unD französische Presse eingesunden. Die Filmapparaturen, die den Akt Der Unterzeichnung im Lichte Der Iuptter-Lam- pen aufleuchten ließen, waren bereits aufgebaut. Die mächtigen Kronleuchter, in Deren Kristall sich Die Lichter brachen, erhellten den großen Saal. Der Unterzeichnungsatt fand auf einem wundervollen Louis-XVE-Schreibtisch statt, der vor einem monu. nes Essen zu Ehren der deutschen Gäste statt. Daran nahmen u. a. die deutsche Abordnung mit ihren Damen, neun Mitglieder des französischen Kabinetts sowie eine Reihe weiterer Persönlichkeiten teil. Die Trinksprüche, die von den beiden Ministern auf die Staatsoberhäupter der beiden Länder ausgebracht wurden, waren nicht von Ansprachen begleitet. Das Programm für heute. Paris, 7. Dez. (Europapreß.) Der Arbeitstag des Reichsaußenministers am Mittwoch ist reichlich ausgefüllt. Er wird in den Morgenstunden einen Kranz auf dem Grabe des Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen niederlegen. Anschließend wird Herr von Ribbentrop dem Goethe-Haus und dem Haus der Deut- schen Gemeinschaft in Paris einen Besuch abstatten. Rach einem vom Comite France» A l l e m a g n e gegebenen Essen wird der Reichsaußenminister den Louvre besuchen. Am Abend findet dann in der deutschen Botschaft ein Empfang statt. Frau v. Ribbentrop wird am Mittwochnach- mittag einem der größten Kinderheim- am Boulevard Brun einen Besuch abstatten. Die antifaschistischen Kundgebungen in Tunis. R o m , 6. Dez. (Europapreß.) Die römischen Blätter bringen auch am Dienstag mtebn. lange Schilderungen der antifaschistischen Kundgebungen in Tunis. Darin kommt besonders die Entrüstung darüber zum Ausdruck, daß von französischer Seite, d. h. von kommunistischer und marxistischer, im Einverständnis mit den Behörden nicht nur die Eingeborenen, sondern auch die Juden, die sich von vornherein ihrer Straflosigkeit bewußt seien, zu Ausschreitungen gegen die Italiener sowie zu Zerstörungen und Plünderungen italienischer Geschäfte und Gebäude auf- gehetzt worden seien. In den Berichten wird jedoch ausdrücklich hervorgehoben, daß sich die mohammedanische Bevölkerung von Tunis an den Kundgebungen gegen die Italiener nicht b e t e N i g t e. — Das „Giornale d'Italia" meldet, an der tunesischen Grenze gegen Libyen würden wieder, wie schon während der Septemberkrise, in aller Eile Schützengräben ausgehoben, Befestigungen angelegt und die Anlagen für den Küsten- und Luftschutz in Kriegsbereitschaft versetzt. — In R o m haben am Dienstagvormittag Kundgebungen im Zusammenhang mit den Vorgängen in Tunis und Korsika stattgefunden. Der Versuch einer Gruppe von Studenten, vor die französische Botschaft zu ziehen, wurde durch die Polizei unterbunden. Der Variser Gkobttn-prozeß. Die Plewitzkaja hat gelogen. . P aris 6- Dez. (Europapreß.) Der zweite Tag des Skoblin-Prozesfes brachte die ersten Zeuqen- vevhore. Die Angeklagte Plewitzkaja, die Frau des Generals Skoblin, folgte mit großer Gleichgültigkeit der Verhandlung, obwohl diese schon bald einen sensationellen Charakter annahm. Der erste Zeuge, Roche, einer der leitenden Beamten der Pariser Kriminalpolizei, erklärte, daß die An- geklagte während der Untersuchung gelogen habe. Sie habe bestauntet, daß ihr Mann an dem Tage der Entführung des Generals Miller sie von 11.50 bis 14 Uhr in feinem Wagen er- wartet habe, als sie selbst in einem Modesalon wellte. — Diese Aussage sei falsch gewesen um ihrem Mann ein Alibi zu verschaffen. In Wirklichkeit habe General Skoblin während dieser Zeit mit General Miller ein geheimes Stell, d i ch e i n gehabt. Der Präsident des Gerichtshofes richtete hierauf noch einmal einen Appell an die Plewitzkaja, den Angehörigen zu sagen, was aus General Miller geworden sei. Die Angeklagte erwiderte: „Ich weiß nichts, absolut nichts. Ich kann der Frau des Generals Miller frei ins Gesicht sehen, besser als sie mir, nach allem, was ich erlitten habe." Dann wurde die Angelegenheit des Lastwagens behandelt, der an dem Tag der Entführung des Generals Miller einen langen Gegenstand auf den sowjetrussischen Frachtdampfer „Marina Uljanowa" unter geheimnisvollen Umständen verladen hatte und der später in der Villa Boulevard Montmorenoy Rr. 43 voraefunden wurde, die von der sowjetru Ni schen Botschaft gemietet worden war. Bon dem Gericht wurden die Schwierigkeiten behandelt, die sich der Durchsuchung dieser Villa durch die Pariser Kriminalpolizei entgegengestellt hatten, da diese als exterritorialer Besitz galt. — Kriminalinspettor Pignet bemerkte, daß die Spur nach Sowjetruhland die einzig mögliche sei. Krisenstimmung in Belgien. Vertrauensvotum für Spaak. Trotzdem Rücktritt der Regierung möglich. Brüssel, 6. Dez. (DRB.) Die belgische Kammer sprach am Dienstagabend nach einer sehr erregten Debatte mit 111 gegen 49 Stimmen bei 21 Stimmenthaltungen der Regierung Spaak das Vertrauen aus. Da die meisten Sozialdemokraten gegen Spaak stimmten, ist es jedoch durchaus möglich, daß das Knbmett trotz des Vertrauensvotums der Kammer z u r ü ck t r i t t. Spaak hatte vorher erklärt, daß er sich der Entscheidung seiner Partei fügen und von der Regierung zurücktreten werde, wenn die Sozialdemokraten die Aufnahme von Beziehun» gen mit der spanischen Nationalregierung weiterhin ablehnen würden. Für die Regierung stimmten die Katholiken, die meisten Liberalen und die gesamte rexistische Partei (die sonst in der Opposition steht). Einige wenige Sozialdemokraten timmten für die Regierung, andere enthielten sich der Stimme. Der katholische Fraktionsführer Carton de W i a r t richtete scharfe Angriffe gegen den roten Barcelona-Ausschuß, der sich in die belgische Politik eingemischt habe, indem er durch Abberufung seines Vertreters in Brüste! einen Druck auf dis Sozialistische Partei und auf die Regierung auszuüben versuchte. Der rexistische Vertreter Daye begründete das Vertrauensvotum seiner Partei damit, daß die Rexisten die nationalen Interessen vor die Parteistreiti g k e i t e n stellten. Möglicherweise wird König Leopold das Parlament auflösen und die Regierung Spaak bis zu den Neuwahlen mit der Geschäftsführung beauftragen. Man spricht auch von der Bildung eines sog. „G e s ch ä f t s k a b i - netts" aus Nichtparlamentariern. Anschlag auf chinesischen Politiker in Hankau. Schanghai, 6. Dez. (Europreß. Funkspruch.) Auf den Leiter des kürzlich in Hankau unter japanischer Zustimmung gebildeten Frledenserhaltungs- ausjchusses, T s ch i k u o s ch e n , wurde ein Dolchanschlag verübt. Dabei wurden Tschikuoschen und seine Frau verwundet. Der Täter, dessen Person bisher nicht festgestellt werden konnte, benutzte die durch den Kohlenmangel hervoraerusene Unterbrechung des elektrischen Stroms, um sich in der Dunkelheit Zugang zu dem Hause Tschikuoschens zu verschaffen. mentalen Kamin aufgestellt ist, den die Uhr überragt, die dem Saal den Namen gibt. Hier ist schon so mancher diplomatischer Akt, besonders in der Nachkriegszeit, vollzogen worden. Hinter dem Schreibtisch standen zwei hohe Lehnsessel, auf denen der Reichsaußenminister und der französische Außenminister Platz nahmen, umgeben von Botschafter Graf Welczeck, dem Generalsekretär 86ger und Botschafter Coulondre. Die deutsch-französische Erklärung ist handschriftlich kalligraphiert auf cremefarbenem Pergamentpapier. Sie umfaßt nur eine Seite. Der Wortlaut ist umrahmt von einer einfachen in roter Farbe gehaltenen Leiste. Die Unterzeichnung wurde mit dem auf dem Schreibtisch liegenden goldenen Federhalter vollzogen. Das Schriftstück ist in deutscher und französischer Sprache ausgefertigt. Dementsprechend haben die beiden Minister ihren Namen zweimal unterzeichnet. Auf dem französischen Woi-tlaut unterzeichnete zuerst Außenminister Bonnet, auf dem deutschen Wortlaut zuerst Reichsaußenminister von Ribbentrop. Die beiden Außenminister zogen sich dann zu einer zweieinhalbstündigen Besprechung in Begleitung des deutschen Botschafters in Paris, Graf Welczeck, und des Generalsekretärs des Quai d'Orsay, Leger, in das Arbeitszimmer Bonnets zurück, nachdem zunächst eine Fühlungnahme in größerem Kreis in dem Rotundensaal, der an den Uhrensaal angrenzt, stattgefunden hatte. Die Bedeutung dieses Meinungsaustausches, der die Form eines allgemeinen Rundblicks hatte, bei dem naturgemäß die Einzelfragen nicht erschöpfend behandelt werden konnten, ist auch in der gemeinsamen Mitteilung und den Rundfunk-Ansprachen der beiden Außenminister entsprechend zum Ausdruck gekommen. Die amtliche Verlautbarung. Das Communiqu6, das von Außenminister B o fine t nach Schluß der Besprechungen verlesen wurde, hat folgenden Wortlaut: „Der Besuch des Reichsministers des Auswärtigen in Paris am 6. Dezember hat Gelegenheit zu einem ausführlichen französisch-deutschen Meinungsaustausch geboten. In den Unterredungen, die zwischen Herrn von Ribbentrop und Herrn Georges Bonnet stattgefunden haben, sind die wichtigsten europäischen Probleme und insbesondere die Fragen, die die politischen und wirtschaf t- lichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland unmittelbar angehen, geprüft worden. Von beiden Seiten ist anerkannt worden, daß eine auf der formellen Anerkennung ihrer Grenzen beruhende Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht nur den gemeinsamen Interessen dienen, sondern einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Friedens darstellen würde. In diesem Geiste haben die Außenminister der beiden Länder eine Erklärung unterzeichnet, die vorbehaltlich der besonderen Beziehungen der beiden Regierungen zu dritten Mächten ihren Willen zum Ausdruck bringt, in gegenseitiger Ächtung friedlich zusammenzuarbeiten und die so einen wichtigen Schritt auf dem Wege der allgemeinen Befriedung darstellt." Eine neue Aera guter Nachbarschaft. Eine Erklärung Ribbentrops zu dem Meinungsaustausch. Reichsaußenminister von Ribbentrop gab darauf folgende Erklärung ah: „Mit der heutigen Erklärung sind Frankreich und Deutschland auf der festen Grundlage ihrer Freundschaft mit anderen Staaten übereingekommen, den jahrhundertelangen Grenzstreit zu beenden und mit einer gegenseitigen Anerkennung ihrer Grenzen auch einer beiderseitigen Anerkennung und Achtung ihrer nationalen L e h e n s i n t e r e s s e n den Weg zu ebnen. Als gleichberechtigte Partner erklären sich zwei aroße Nattonen bereit, nach schweren Auseinandersetzungen in der Vergangenheit eine gute Nachbarschaft für die Zukunft zu begründen. Sie geben mit dieser Erklärung ihres Willens der Ueberzeugung Ausdruck, daß es zwischen ihnen in der Tat keine lebenswichtigen Gegensätze gibt, die einen em« ft en Konflikt rechtfertigen können. Die wirtschaftlichen Interessen beider Länder ergänzen sich. Das deutsche Geistesleben verdankt Frankreich wertvolle Anregungen, wie umgekehrt auch Deutschland das französische Geistesleben befruchtet hat. Die Achtung, die das deutsche und das französische Volk als tapfere Gegner während des Weltkrieges für einander gewonnen haben, soll im Frieden ihre natürliche Ergänzung und Vertiefung finden durch die hervorragende Leistungsfähigkeit, die beide Völker in der Arbeit auszeichnet. Ich bin daher überzeugt, daß die heutige deutsch- französische Erklärunb die geschichtlichen Vorurteile beseitigen Hilst, und daß die Entspannung unseres nachbarlichen Verhältnisses, die in ihr zum Ausdruck kommt, nicht nur die einmütige Zustimmung der Führenden, sondern auch der Völker unserer Heiden Staaten findet. Die Gefühle, welche das deutsche Volk gegenüber einer Neuausrichtung der zwischenstaatlichen Beziehungen hegt, kamen in dem alän- zenden Empfang zum Durchbruch, der dem französischen Ministerpräsidenten Edouard Daladier in München bereitet wurde. Die Sympattsie- kundgebungen, deren Zeuge i ch in den wenigen Stunden meines Pariser Aufenthaltes sein durfte, zeigen, in welch starkem Maße diese Ge'ühle auch von der Bevölkerung Frankreichs geteilt werden. So halte ich die Hoffnung für berechtigt, daß die Erklärung eine neue Aera zwischen unseren beiden Völkern einleiten werde." Gin Werk der Versöhnung und Zusammenarbeit. Die Erklärung des französischen Außenministers. Die Erklärung des französischen Außenministers Bonnet vor der Presse hat folgenden Wortlaut: ,Hch möchte zunächst den Herrn Reichsaußenminister v. Ribbentrop begrüßen, den zu empfangen wir besonders glücklich sind, und dessen Anwesenheit die Wichtigkeit der Urkunde unterstreicht, die wir soeben unterzeichnet hoben. Die Bemühungen der französischen Regierung haben ebenso wie die aller ihrer Vorgängerinnen immer mit derselben Aufrichtigkeit die Aufrechterhaltung und Organisation des Friedens angestrebt. Die Herstellung gutnachbarlicher Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland bildet ebenso wie der Ausdruck ihres gemeinsamen Willens, friedliche Beziehungen zu entwickeln, ein wesentliches Element dieses Vorhabens. Aus diesem Grunde freue ich mich besonders über die Unterzeichnung dieser französisch-deutschen Erklärung^ welche die bestehenden Grenzen in feierlicher Form anerkennt und damit einen langen historischen Streit beendet, sowie den Weg zu einer Zusammenarbeit ebnet, die durch die Ueberzeugung erleichtert wird, daß zwischen den beiden Ländern kein Streitpunkt besteht, der geeignet märe, die friedliche Grundlage ihrer Beziehungen in Frage zu stellen. Diese Ueberzeugung wird verstärkt durch die gegenseitige Wertschätzung des Geistesaustousches, der zwischen den beiden Nationen von jeher bestanden hat, sowie durch die gegenseitige Achtung, die sich zwei Völker schulden, die während des Weltkrieges ihren Heldenmut gemessen haben und heute entschlossen sind, in einer Atmosphäre des Verständ- nisses und des Friedens zu arbeiten. Im übrigen zweiste ich nicht daran, daß diese gemeinsame Erklärung einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Befriedung liefert, dessen voller Wert sich in der Zukunft erweisen wird; sie bildet einen wichtigen Abschnitt bei diesem Werk der Versöhnung und der Zusammenarbeit, für das Frankreich den heißen Wunsch hegt, daß alle Völker sich ihm beigesellen möchten." Notlandung -es „Eondor" vor Manila. Gesamte Besatzung wohlbehalten geborgen. Berlin, 6. Dez. (DNB.) Das „C o n d o r"- Flugzeug D-ACON, das am Montagabend von Tokio zum Flug nach den Philippinen gestartet war, mußte heute morgen kurz vor Erreichung seines Zieles in der Bucht von Manila infolge eines Schadens an der Betriebsstoffzuführung auf dem Wasser niedergehen. Nach einem Funkspruch des an dem Flug teilnehmenden Vorstandsmitgliedes Junge der Focke-Wulf-Werke gelang es der Geschicklichkeit der Besatzung, die Maschine glatt auf das Wasser aufmsetzen. Sämtliche Insassen des Flugzeuges sind wohlauf. Wie „Condor" aus Manila (Philippinen) meldet, ist die gesamte B e s a tz u n g des „Condor" von Fischern gerettet worden. Das Flugzeug ging etwa 200 Meter entfernt von der Küste bei Rosario OZEAN =■& '/M ......— IoMANIU 'tn Manila VON WNI Point auf das Wasser nieder und ist dabei g e - sanken. Die Flügel des Flugzeuges waren teilweise noch vom Lande aus sichtbar. Fischer haben die Besatzung retten können, die auf dem oberen Teil des Flugzeuges saßen. Später sackte die Maschine ab. Direktor Junge hat dem deutschen Konsulat in Manila mitgeteilt, daß alle Mitglieder der „Condor"-Besatzung bei dem Unfall unversehrt geblieben sind. Die Mannschaft werde die kommende Nacht im deutschen Konsulat verbringen. Der Zustand der Maschine erlaube ihre Zerlegung und Verschiffung nach Deutschland. Das Flugzeug werde bei Ebbe geborgen. Tokio, 7. Dez. (DNB. Funtspruch. Ostasien. dienst.) Aus den letzten Meldungen aus Manila läßt sich ein geschlossenes BW über den Unfall des „Condor" gewinnen. Nachdem Flugkapitän Henke kurz vor dem Ziel einen Benzinrohrbruch feftgestellt hatte, entschloß er ftch kurzerhand zu einer Landung im seichten Küstenwasser. Mit eingezpgenem Fahrgestell setzte die Maschine ruhig an einer stachen Stelle auf das Wasser auf, so daß die Maschine bald auf Grund kam. Die Be- satzung konnte wohlbehalten an Land gebracht werden. Einzelheiten über die Ursache des Rohrbruches werden sich erst nach gründlicher Untersuchung fest- stellen lassen. Der Rückflug des „Condor" von Tokio nach Berlin hat bei Manila eine unvorstergesehne Unterbrechung erfahren, die zum — vorläufigen — Verlust des Flugzeugs führte. Wir sagen vorläufig, da mit der Möglichkeit gerechnet werden muß, die Maschine wieder zu Hebern die von den Piloten so kunstgerecht auf die Wasserfläche aufgesetzt wurde, daß sie ohne jede äußere Beschädigung einfach wegsackte. Daß der so glänzend begonnene Flug mit diesem Unfall zunächst sein Ende fand, berührt uns besonders schmerzlich, da der „Condor" schon auf seinem Rekordstug von Berlin nach Neu» york und zurück eine schlagende Probe seiner Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit lieferte. Die Maschine ist also in jeder Beziehung einwandfrei. Mit Störungen während des Fluges, auch mit Brüchen der Treibstoffzuleitungsrohre muß natürlich bei jeder Maschine gerechnet werden. Diese Störungen lassen sich nicht voraussehen, wie ja auch bei anderen Verkehrsmitteln überraschende Zwischenfälle niemals ganz ausbleiben. Es entspricht aber weder dem Wesen der deutschen Fliegerei noch dem Charakter der Männer, die immer wieder den Steuerknüppel in die Hand nehmen, Maschinen einfliegen und erproben, sie im Dauerdienst führen oder mit ihnen, wie das jetzt der Fall war, neue Strecken im Dienste der internationalen Verkehrsfliegerei erkunden, wenn wir ups durch diesen Unfall verleiten lassen würden, auch nur einen Augenblick die Zukunftsaufgaben der deutschen Fliegerei außer Acht zu lassen. Leden heißt Kämpfen. Fliegen heißt den Einsatz wagen auch auf die Gefahr hin, daß das Gesetz der Duplizität zu seinem Recht kommt und mehrere Unfälle zeitlich rasch aufeinander folgen. Deutsche Konstrukteure haben sich durch Schicksalsschläge noch nie abhalten lassen, von dem als richtig erkannten Weg abzuweichen, und deutsche Flieger ebensowenig. Für beide gibt es nach jedem Betriebsunfall nichts anderes als die Parole: Nun erst recht! -It! as sagt man im Ausland? Der Widerhall in Rom. Rom, 6. Dez. (Europapreß.) Die Unterzeichnung der deutsch-französischen Erklärung wird von der italienischen Presse mit Interesse verzeichnet. Die faschistische Regierung sei über die vorausgegange- nen Verhandlungen von Berlin aus ständia in freundschaftlichster Weise auf dem laufenden gehalten worden. Daher seien die Auslassungen gewisser französischer Zeitungen, die von einer mit der Achse Berlin—Rom nicht ganz in Einklang zu bringenden Neuausrichtung der deutschen Außen- polittk phantasierten, Fehlspekulationen. „Giornale d'Italia" bezeichnet die deutsch-französische Erklärung als eine Fortsetzung der langsamen Klärung der internationalen Beziehungen, die in München begonnen habe und als eine neue Bekundung der Friedenspolitik in Europa. Das Blatt gibt her 'Hoffnung Ausdruck, daß im Interesse des europäischen Wiederaufbaues und der Gerechtigkeit Frankreich und England in offener Zusammenarbeit und mit Opfergeist die begründeten Rechte und berechtigten Interessen Deutschlands und Italiens anerkennen möchten. Das Scho in London. London, 6. Dez. (Europapreß.) In amtlichen Kreisen Londons enthält man sich vorerst noch einer eingehenden Stellungnahme zu der Unterzeichnung des deutsch-französischen Abkommens. Es wird betont, das Abkommen sei ein „ausgezeichneter Beitrag" zu der auch von England angestrebten und weiterzuführenden europäischen Befriedung. Es sei zu erwarten, daß der Besuch Chamberlains in Rom von der neu geschaffenen Lage im deutsch- französischen Verhältnis Nutzen ziehen möge. Daß der Besuch des Reichsaußenministers in Paris schon wenige Tage nach dem Scheitern des französischen Generalstreiks stattfinden konnte, wird als Anzeichen für eine fortschreitende Festigung der innenpolitischen Lage in Frankreich angesehen. Die Presse beschränkt sich am Dienstagnachmittag zum großen Teil auf eine fast sensationell wirkende Berichterstattung aus Paris. „Evening Standard" schreibt: „Der heutige Besuch des Herrn von Ribbentrop in Paris ist ein Ereignis von europäischer Bedeutung. Er zerreißt die Gerüchte über neue Unruhe und bildet eine feste Grundlage, auf der ein wirklicher Friede aufgebaut werden kann." Das Blatt verweist weiter darauf, daß die tschechoslowakische Frage ohne Krieg habe gelöst werden können, daß die englisch-italienische Rivalität im Mittelmeer durch das englisch-italienische Abkommen geklärt worden sei, und daß Spanien für die Großmächte nicht mehr eine dauernde Gefahrenquelle darstelle. England habe jetzt eine Möglichkeit, sich der Unzahl von Problemen zuzuwenden, die sich in seinem eigenen Lande und in seinem Empire ergeben. Die neue Lage in Europa sollte es England ermöglichen, seine Energien in hoffnungsvollere Kanäle zu leiten. Die beiden führenden konservativen Blätter, „Times" und „Daily Telegraph", begrüßen das Abkommen als eine Fortsetzung der in München begonnenen Freundschaftsverhandlungen. Die „Times" legt Nachdruck auf die Feststellung, daß die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England durch Verträge mit dritten Mächten keine Einbuße erleide. „Daily Mail" sagt: Pakte zwischen Nationen seien wie Bremsen an einem Wagen. Abkommen wie die von München und Paris sorgten dafür, daß die englischen, deutschen und französischen Wagen nicht steuerlos dahinbrausten. Bonnet habe mit seiner Unterschrift der Kleinen Entente und all den kleinen Nationen den Abschied gegeben, mit denen die französische Politik ihren deutschen Nachbar umgeben wollte. Das alles sei nun vorbei, und dementsprechend auch der in Deutschland dieserhalb empfundene Unwille. England und Frankreich aber könnten sich nur freuen, daß dieses Kapitel der gewundenen Nachkriegspolitik ein Ende gefunden habe. Die Verpflichtungen Frankreichs in Osteuropa hätten für Enaland immer eine Gefahr dargestellt, daß England in einen Streit hineingezogen werde, mit dem es nichts 3U tun habe. Der französisch-deutsche Pakt vereinfache die Diplomatie Europas. Chamberlain und das englische Volk begrüßten daher diesen Pakt voll und ganz. Ein Sefieffen zu Ehren der deutschen Gäste. Paris, 6. Dez. (Europapreß.) Im französischen Außenministerium am Quai d'Orsay fand am Dienstagabend ein von Außenminister Bonnet gegebe- Oer erste Schritt. Die Unterzeichnung der gemeinsamen deutsch-fran- zösischen Erklärung am Quai d'Orsay durch den Neichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop und den französischen Außenminister Bonnet ist der erste Schritt einer großangelegten Ausgleichs- Politik zwischen den beiden Nachbarländern. Nicht so sehr das Maß der durch diese Erklärung übernommenen Verpflichtungen als vielmehr der gute Wille der beiden Regierungen, der hinter ihr steht, machen chren inneren Wert aus. Bedeutet einerseits die feste und unerschütterliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien, die man unter den Begriff der Achsenpolitik zusammengefaßt hat, das Fundament der Ausgestaltung der außenpolitischen Beziehungen Deutschlands, so war das Verhältnis zu seinem westlichen Nachbarn wie schon wiederholt in der Geschichte, so ganz besonders in den letzten Jahren der Angelpunkt des Friedens in Europa überhaupt. Deshalb muß das diplomatische Ereignis des 6. Dezember nicht allein die beiden beteiligten Völker interessieren, vielmehr ist die ganze Welt Zeuge eines Vorgangs, dessen Ablau für lange Zeit über Krieg oder Frieden in Europa zu entscheiden vermag. Wie ernst die deutsche Staatsführung diese Aufgabe der Schaffung eines guten nachbarlichen Verhältnisses zwischen den beiden Nationen nimmt, mag auch daraus hervorgehen, daß der Führer und Reichskanzler seinen engsten außenpolitischen Mitarbeiter auf die Einladung der französischen Regierung hin nach Paris entsandt hat, um das Dokument zu unterzeichnen. Das ist auf Seiten Frankreichs auch verstanden worden und findet feinen äußeren Ausdruck in dem freundlichen und würdigen Empfang, der dem Vertreter des Reiches von der Regierung Frankreichs und seiner Bevölkerung bereitet wurde. Mehr war zunächst nicht zu erwarten, und das ist gut so, denn beide Völker stehen ja noch im Anfang dieser EntmLLlung, die zu einem vertrauensvollen und freundschafllichen Verhältnis führen soll. Das Bewußtsein des gegenseitigen guten Willens muß dahin führen, daß zu dem Gefühl der Achtung die schon beiderseits vorhanden ist, auch das Vertrauen auf eine dauernde Entspannung an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich tritt. Seit Jahren ist der Ausgleich mit Frankreich der Wunsch der deutschen Reichsregierung. Schon wiederholt hat der Führer und Reichskanzler die Be- ziehunaen der beiden Staaten untersucht und öffentlich festgestellt, daß es kein Problem gibt, das in der Lage wäre, ein freundschaftliches Verhältnis auszuschließen und eine Annäherung zu verhindern. Aber zu tief eingefressen waren die Vorurteile, die zwischen den beiden Völkern standen, und das Wort von der traditionellen Erbfeindschaft hat eine langanhaltende und störende Wirkung ausgeübt. Nunmehr haben Deutschland und Frankreich sich verpflichtet, alle Kräfte dafür einzusetzen, daß friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen ihnen sichergestellt werden. Jahrhunderte lang war die Grenze zwischen beiden ßänhern wiederholt Anlaß zu kriegerischen Auseinandersetzungen, und diese Erfahrung vertieft die jetzt feierlich übernommene Anerkennung, daß die Grenzziehung, so wie sie gegenwärtig besteht, als endgültig zu betrachten fei und zwischen den Ländern keine Fragen territorialer Art mehr schweben. Schließlich haben sich die beiden Regierungen entschlossen, in Fühlung miteinander zu bleiben und in gemeinsame Beratungen einzutreten, wenn aus diesen Fragen internationale Schwierigkeiten sich ergeben sollten. Die Beziehungen zu dritten Mächten sollen von diesen Abreden unberührt bleiben, und in der Tat soll ja die deutsch-französische Annäherung nicht etwa dazu dienen, an anderer Stelle Wunden aufzureißen und etwa neue Gegnerschaften herovrzubringen. Deutschland hält an der deutsch- italienischen Achsenpolitik ebenso wie an der politischen Zusammenarbeit des Dreiecks Berlin—Rom—Tokio unverrückbar fest. Gerade die Ausgleichspolitik mit Frankreich, die heute ihren Start erlebt^, ist nur zu verstehen als ein Erfolg dieses außenpolitischen Standpunktes. Erst die Zusammenarbeit der Ordnungsstaaten hat es ermöglicht, sich den zersetzenden Kräften in der Welt entgegenzustellen und aus dieser sicheren Stellung heraus nunmehr auch die Türen zu den guten und aufbauwilligen Kräften bei den anderen Völkern weit zu öffnen. Mancher Lösung schwieriger Probleme sind damit bereits die Wege geebnet wor-, den. Ueberall stößt die Wühlarbeit der Komintern auf die Abwehr der autoritären Staaten. In Spanien hat der Bolschewismus eine entscheidende Niederlage erlebt. Italien ist für eine koloniale Betätigung zur Ansiedlung seines Bevölkerungsüberschusses das Tor geöffnet worden, und Deutschland war die Möglichkeit gegeben, die Zerreißung des deutschen Volkes über Grenzen hinweg zu beseitigen und alle Stammesbrüder im großen deutschen Reiche zu vereinigen. Der Weg nach München lag in der konsequenten Linie der Achsenpolitik, und das Ergebnis von München war wiederum, wie bereits die deutsch-englische Erklärung vom 30. September bewies, der Ausgangspunkt für eine neue Wirksamkeit. Wenn der französische Ministerpräsident mit anerkennenswertem Mute ebenfalls den Weg des Ausgleichs beschritten hat, bann darf dabei nicht Übersehen werden, daß er diesen Schritt nach einem entscheidenden innerpolitischen Erfolg über die zersetzenoen Einflüsse des Kommunismus in seinem Lande unternahm. Die Widerstandskräfte der guten und aufbauwilligen Elemente in ollen Ländern haben also durch die konsequente fyütung der Ordnungsmächte eine erhebliche Stärkung erfahren. Kr. Der italienische Korporationsminister in Verlin. Berlin, 6. Dez. (DNB.) Arn Dienstag traf der italienische Korporationsminister Ferruccio L a n t i n i in Berlin ein. Auf dem Anhalter Bahnhof hießen ihn Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichswirtschaftsminister Funk willkommen. Zu seinen Ehren hatte Reichswirtschaftsminister Funk Dienstag abend die führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft und der Deutschen Arbeitsfront aus dem ganzen Reich zu einem Empfang und Abendessen in die Festsäle des Hotels „Der Kaiserhof" geladen. Vor Beginn der Tafel begrüßte der Reichswirtschaftsminister Funk den italienischen Gast mit einer Ansprache, in Der er etwa foloenoes ausführte: Wenn auch der wirtschaftliche Aufbau mit dem Ziel, dex Sicherheit der Nation und der Wohlfahrt des Volkes zu bienen, in Italien unb bei uns gewisse Unterschiebe zeigt, bie burch bie verschie- benartige Struktur ber Volkswirtschaften beibcr Länber bebingt sinb, so ist bie Wirtschaftspolitik ,m ganzen bei beiben Ländern doch nach gleichen Die neue „Schraube ohne Ende" Es gibt Augenblicke, wo uns heute an irgendeinem wohlvertrauten Ausdruck, den wir vielleicht täglich achtlos anwenden, plötzlich der ganze Wan - del der Zeit und der Anschauungen bewußt wird, die ganze ungeheure Umwandlung der Denkweise und ber Begriffe, beren wir Zeuge sein bür« fen. Noch bis vor kurzem hatte bas Wort von ber „schraube ohne E n b e" für uns eine nega - tine, wenn nicht mißliche Bedeutung. Wir wen- beten es an auf den Zustand fortschreitenden Verfalls und wachsenden Steuerdrucks, der in der Sy» stemzeit unsere politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse kennzeichnete. Wir baffamierten bamit gewissermaßen die Zustände, die unverbesserlich geworden zu sein schienen. Arbeitslosigkeit, Geburienrück- K, daraus wieder folgend Rückgang des Ver- chs mit dem Ergebnis schrumpfender Erzeugung, daraus wiederum Arbeitslosigkeit, wieder Geburtenrückgang, wieder Verbrauchsschrumpfuna und so fort, eine „Schraube ohne Ende. Heute erscheint es uns fast wie Zauberei, daß ein Mann den Mut und den Verstand hatte, dieser negativen Schraube das positive Vorzeichen zu geben. Heute können wir mit demselben Recht auf die umgekehrten Vorgänge das gleiche Wort anwenden. Oder ist es etwa nicht eine höchst erfreuliche Schraube ohne Ende, die der Nationalsozialismus in Bewegung setzte, als er die Produktion steigerte, dadurch das Volkseinkommen vermehrte, dadurch Kaufkraft schuf, die den Verbrauch erhöhte, was wiederum Arbeit schuf und Menschen in Brot brachte. Diese Menschen faßten neuen Lebensmut, heirateten, setzten Kinder in die Welt, diese vermehrten bie Bedürfnisse, höhere Probuktion war bie Folge, und ber Kreislauf — besser: die Spirale — begann von neuem. Erst greifbare Zahlen verleihen diesem fast wun- berhaften Vorgang Leben und Wirklichkeit. Die Förderung der Eheschließungen liefert uns eins der eindrucksvollsten Beispiele für die motorische Kraft einer solchen Schraube ohne Ende. Nach jüngeren Schätzungen beträgt ber jährliche Heirats- aufwand in Deutschlanb nahezu eine halbe Milliarde Mark! Also fast tausend Millionen! Das ist gewiß eine erstaunliche Summe. Und diese Summe wirb ausgegeben unb verbient zugleich. Sie ist zugleich Ursache unb Wirkung, Ursache für einen ständig wachsenden Wirtschaftsaufschwung und Wirkung, inbem sie immer neue Paare in bie Lage setzt, bank biefes Wirischaftsaufschwunges zu heiraten und dadurch das Volkseinkommen ständig in Fluß zu halten und zu steigern. Einmal mußte bie Schraube angefeht werden. Der Staat ist es mit der bewußten Förderung der Eheschließungen durch bie Hergabe von Ehestandsdarlehen. In den fünf Jahren feit der Machtübernahme konnten dank dieser Maßnahme 460 000 Paare mehr heiraten als in den fünf Jahren davor! Die Zahl ber feit dem gleichen Zeitpunkt ausgegebenen Darlehen erreichte in diesem Jahr die erste Million, Grundsätzen unb gleichen Zielen aus- aerichtet. Sie werden bei Ihrer Reise burch Deutschland auch erkennen, daß bas deutsche Volk, insbesondere ber deutsche Arbeiter und ber beutsche Wirtschaftler, von bem Gefühl herzlicher unb auf- richter Freunbschaft zu ber großen italienischen Nation erfüllt sind, unb baß in allen Schichten ber deutschen Bevölkerung eine tiefe Verehrung und hohe Bewunderung für den großen Führer des italienischen Volkes unb Lenker bes italienischen Imperiums lebenbig ist. Minister Santini wirb sich in Deutschland zehn Tage aus halten. Bei Generalfeldmarschall Göring, Reichsminister Dr. Goebbels unb Reichsminister Selbte sind Besuche vorgesehen. Ebenso wird nach Rückkehr aus Paris auch Reichsaußenminister v. Ribbentrop den Gast empfangen. In München, Hannover, Hamburg unb Essen wirb ber Minister Gelegenheit haben, Einrichtungen ber Partei und der DAF. in Augenschein zu nehmen. Slowakisches Volksschutzgesetz gegen die Juden. Preß bürg, 6. Dez. (Europapreß.) Das Mitglied ber slowakischen Landesregierung, Dur - cansky, kündigte an, ber slowakische Landtag werde ein Gesetz zum Schutze des slowakischen christlichen Menschen beschließen. Dieses Gesetz werde eine starke antijüdlsche Note tragen. Mit Rücksicht darauf, daß in den letzten zwanzig Jahren einerseits 200 000 Slowaken ausgewandert seien und anderseits 50 0 0 0 Juden das slowakische Staatsbürgerrecht erworben hätten, sei eine lleberprüfung der bisher erfolgten Einbürgerungen notwendig. Auch die Verteilung des G r u n d e d e s i tz e s , wie sie durch die in den ersten Nachkriegsjahren durchgeführte Bodenreform bewirkt worden sei, bedürfe einer Neuregelung, ebenso die Arbeitslosen- f ü r s o r g e. Man werde in der Slowakei in Zukunft keine Erwerbslosenunterstützungen zahlen. Der Staat wolle keine Bettler schaffen, sondern aufrechte Menschen, die von ihrer ehrlichen Arbeit leben können. Wer der Korruption üb erführt ei, werde ins Konzentrationslager ge- chickt. Der Einfluß ber verschiedenen Volksgruppen in der Wirtschaft müsse sich nach ihrer zahlenmäßigen Stärke im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung richten. Die Judenfrage werde eine gesetzliche Regelung erfahren. Die Unruhe in Rumänien. Die Eiserne Garde aktionsfähig geblieben. B u d a p e st, 6. Dez. (Europapreß.) Wie das christlich-nationale Mittagsblatt „Uj Nemzebek" aus Bukarest erfahren haben will, werben bort in ben Straßen massenhaft Flugzettel mit folgenbem Wortlaut verteilt: „Zittere vor uns, Cali- nescu!" Innenminister Calinescu, ber nach seinem Rücktritt als Unterrichtsminister jetzt seine Tätigkeit auf ben Felbzug gegen bie Eiserne Garbe be- chränkt, soll stets nur in Begleitung von sechs bewaffneten Polizisten auf Motorräbern auf ber Straße erscheinen. Witz bas Regierungsorgan „Esti Ujsaa" berichtet, konnte die Eiserne Garde auch burch bie Erschießung ihrer Führer nicht einge- chüchtert werben. In Bukarest herrsche die Meinung vor, daß bas Land vor blutigen innerpolitischen Verwicklungen stehe, während bie geheimen Formationen ber Eisernen Garde allem Anschein nach aktionsfähig geblieben eien unb ihre Drohung, auf bie Hinrichtung ihrer Führer mit einer Reihe von Anschlägen zu antworten. biesmal auch verwirklichen wollten. bas bedeutet, daß jedes dritte bis vierte Paar mit einem Darlehen ausgestattet wurde, das eine Durch- fchnittshöhe von etwa 700 Mark hat. Wie sehr sich dieser Weg in die Ehe in allen Volkskreisen einge* bürgert fjat, beweist bas Ergebnis bes ersten Vierteljahres 1938, wo 42 v. H. aller Eheschließungen mit Darlehen heirateten. Die Maßnahme soll in ben kommenben Jahren erweitert werben, indem Töchtern aus kinberreichen Familien eine reichlichere Summe als bisher zugesprochen werben wird. Das Institut für Konjunkturforschung hat vor einigen Jahren einmal Nachforschungen Darüber an- gestellt, wie groß bie Wechselwirkungen zwischen Eheschließung unb Wirtschaftsbelebun g-tatsächlich sei. Man legte ber Berechnung brei große Posten zugrunde, nämlich ben Aufwanb für Wohnung, Einrichtung unb Ausstat - tung mit Wäsche unb Kleidung. In bem Berechnungsjahr hatten 587 000 Eheschließungen stattge- funben. Das hatte 3,25 Milliarben Mark Ausgaben für Wohnungen notroenbig gemacht. Weitere brei» viertel Milliarben würben für Wohnungseinrichtung ausgegeben unb etwa Vs Milliarben für Wäsche und Kleiduna. Vier unb eine brittel Milliarben also betrug ber Gesamtausgabenposten biefer jungen Paare, eine Summe, bie nicht weiter hinter ber Hälfte aller in bem gleichen Jahr getätigten Ersparnisse zurückblieb. Diese enorme Summe würbe selbstverständlich nicht voll in bar aufgebracht, denn die Wohnungsbaukosten werden ja erst allmählich durch die Mieten sozusagen abgezahlt. Immerhin bleibt eine runde Milliarde bar ausgegebenes Geld, in der noch nicht einmal die Auslagen für bie Hochzeitsfeier enthalten sinb, bie ja auch mieber eine große Zahl von Gewerbezweigen in Nahrung setzen. Und da es mit der Eheschließung allein nicht sein Bewenden hat, sondern da in einem Volk, das neuen Lebenswillen unb neues Vertrauen in bie Zukunft gefaßt hat, ber Eheschließung ber Kinbersegen folgt, so setzt hier eine neue unb höchst lebensvolle Schraube ohne Ende ein. Einer, ber es wissen mußte, hat sie einmal treffenb dadurch gekennzeichnet, daß er b a s Kind ben besten Arbeitgeber ber N a - t i o n nannte. Wir haben auf gehört, rein wirtschaftlich zu denken, weil uns dies Denken an ben Ranb bes Abgrundes gebracht hat. Aber wir verfallen deshalb auch nicht in den gegenteiligen Fehler. Indem wir uns klarmachen, wie hoch die volkswirtschaftliche Bedeutung ber Eheschließung für unser Volksleben ist, räumen wir zugleich mit bem verhängnisvollen Irrtum auf, baß Heiraten einzig und allein eine Sache des wirtschaftlichen Aufschwunges fei. #23 e i= bes bedingt si ch wechselseitig, und wo der Mut zu dem einen vorhanden ist, stellt sich auch bas andere ein: „Schraube ohne Ende", bie sich zum Segen breht für ein Volk, bas nicht den materiellen Profit, sondern bie produktive Arbeit auf sein Banner geschriebey hat. Dr. Buresch. Das Ca.se „Cors o", bas größe Kaffee-Haus der rumänischen Hauptstabt, wurde, wie es heißt, „wegen Umbaues" für eine Woche geschlof- s e n. In diesem Kaffeehaus traf sich in Bukarest sozusagen alle Welt, es galt auch als eine Art politischer Klub. Im Frühjahr waren bereits eine Reihe führender Hotels von Bukarest, bie als Treff- punkte von Politikern galten, mit einer ähnlichen Begründung, nämlich „aus sanitären Rücksichten", für einige Zeit geschlossen worden. Die Polizei i n Czernowitz umzingelte am Dienstag das Stabt- viertel, in dem sich ber zweite Schüler, der an bem Attentat auf ben Vorsitzenben bes Czernowitzer Militärgerichtes, Oberstleutnant C r i ft e s c u , beteiligt war, verborgen hatte. Es gelang, ihn zu entdecken und fest zunehmen. Seine Name ist Eugen R a h i n t r i u c. Außerdem wurde ein Student aus Jassy namens Michael Stan esc u wellen Mittäterschaft verhaftet, mit ihm weitere sechs Personen. Endlich wurde der Professor Liteanu, der Klassenvorstand der Klasse, die ber erste Attentäter besucht hat, verhaftet. Er wird beschulbigt, „sich um ben sehlenben Schüler nicht gekümmert zu haben". Die Polizei hat weiter 12 Personen festgenommen, bie Bränbe an Czernowitzer Juben- häufern und bei jübischen Unternehmungen gelegt haben sollen. Die Aufrüstung Australiens. Canberra, 6. Dez. (Europapreß.) Zur Beschleunigung der Aufrüstung wird die australische Bundesregierung in ben nächsten drei Jahren die bisher noch nicht erreichte Summe von 63 Millionen englischen Pfund (rung 780 Millionen Mark) auswerfen. Das bedeutet eine Steigerung um 19 Millionen Pfund gegenüber den bisher bekanntgewordenen Plänen. Davon werden ausgeworfen für die Flotte 20 548 000 Pfund, für das Heer 19 704 000 Pfund unb für die Luftwaffe 16 444 000 Pfund. Zehn Millionen Pfund sollen auf dem Anleihewege gedeckt werden. Im einzelnen sind vorgesehen zwei Zerstörer des neuesten Typs und 12 Torpedoboote. Von dem Ankauf eines Schlachtschiffs in England hat man abgesehen, da bie englische Regierung versichert hat, baß genügend Streitkräfte zur Verteidigung Australiens in Singapur stationiert seien. Man wird jedoch mit der englischen Admiralität zusammenarbeiten, um ein größeres Dock in Sydney anzulegen. Bei der Armee soll die Miliz von 25 000 Mann auf bas Doppelte v e r st ä r k t werben, ebenso soll bie Luftwaffe leistungsfähiger gestaltet werden. Vorgesehen sind 18 Geschwader mit insgesamt 212 Maschinen ber ersten Linie. In Moresby soll ein L u ftstütz - punkt für Seeflugzeuge errichtet werden. Eine arabische Erklärung: die Terrorakte in Palästina von Engländern angestiftet. Beirut, 6. Dez. (DNB.) Die Zeitung „Aliom" veröffentlicht einen Aufruf der Leitung ber arabischen Freischärler in Palästina, in bem behauptet wirb, baß eine Reihe von Terrorakten von englischer Seite absichtlich angeftiftet worden sei, um dafür bie nationale Freiheitsbewegung des arabischen Volkes verantwortlich zu machen. Die Araber hätten z. S. mit ben zahlreichen Terrorakten in Jaffa nichts z u tun. Dori Hause vielmehr eine Bande, bie im Auftrage der Engländer arbeite, um der heiligen arabischen Sache zu schaden. Die Bande wirb aufgeforbert, Jaffa binnen zwei Tagen zu verlassen, weil sie nach biesem Termin von Der nationalen arabischen Bewegung zur Verantwortung gezogen unb gerichtet werden würde. Aus aller Wett. Mackensens Geburtstag. In F a l k e n w a l d e bei Stettin beging der große Heerführer des Weltkrieges Generalfeldmarschall von Mackensen in voller geistiger und körperlicher Frische feinen 89. Geburtstag. Wie in den früheren Jahren wurden ihm auch diesmal hohe militärische Ehren erwiesen. Aber auch aus allen Kreisen des deutschen Volkes gingen dem Generalfeldmarschall, bem ber Führer unb Oberste Befehlshaber ber Wehrmacht, ferner Generalselbmarschall Göring, ber Präsibent bes Geheimen Kabinettsrats, Reichsminister Freiherr von Neurath, Reichsinnenminister Dr. Frick unb viele anbere führenbe Persönlichkeiten bes Dritten Reiches herzliche Glückwunschtelegramme gefanbt hatten, zahlreiche Beweise ber Liebe unb Verehrung zu. Die militärische Geburtstagsfeier begann mit bem Aufziehen einer Ehrenkompanie bes J.-R. 5. Mit klingenbem Spiel, gefolgt von bem Regimentskommanbeur, schritt ber General- felbmarschall bie Front ber Ehrenkompanie ab. Dann empfing ber Generalfelbmarschall zahlreiche Gratu- lanten, so ben Kommandierenben General bes II. Armeekorps, General ber Infanterie Strauß, ber ihm bie Glückwünsche bes Oberbefehlshabers bes Heeres überbrachte, ben Kommanbeur ber 2. Division, Generalmajor Bader, eine Abordnung des Kavallerie-Regiments 5, dessen Chef der Generalfeldmarschall ist, und bie Kommanbeure verschiedener anderer Truppenteile. Auch der Oberbefehlshaber ber Heeresgruppe 3, General ber Infanterie Blasko - wih, war erschienen, um bem Generalfelbmarschall feine Wünsche auszusprechen. Gauleiter unb Ober- präsibent Schwebe-Coburg hatte bem Generalfelbmarschall einen Blumengruß übersandt. Verstärkung des Schiffsverkehrs Deutschland — Japan. Tokio, 7. Dez. (Europapreß.) Die größte japa- msche Schiffahrtsgesellschaft, bie Nippon Busen Kaisha, hat beschlossen, zehn neue Fahrgast- und Frachtbampfer auf ber Strecke Yokohama — Hamburg einzusetzen. Bisher fuhren zwei Dampfer. Die Gesellschaft begründet bie Verstärkung des Schiffsverkehrs mit ber Zunahme bes Handels- unb bes Fahrgastverkehrs mit Deutschlanb. 37 v. H. aller Hörer -er Warschauer Technischen Hochschule fin» Juden. Warschau, 6. Dez. (DNB.) Nachdem das provozierende Verhalten der Juden bereits zur Schließung der Warschauer Universität und der zahnärztlichen Klinik geführt hatte, ist es jetzt ZU Zusammenstößen auf der Technischen Hochschule gekommen. Die polnischen Studenten machten mit den Juden kurzen Prozeß und zwangen sie, die Hör- und Uebungsfäle z u räumen. Angesichts der entschlossenen Haltung der polnischen Studenten zogen es bie 3üben vor, bas Feld kampflos zu räumen. — Die Hörer ber Warschauer Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik haben eine Adorbnung in bas Kultusministerium geschickt, die auf die Notwendigkeit ber Entjudung der Hochschule hinwies. Sie ist die am ft ä r f ft e n Der» i u b e t e in Warschau, 37 v. H. aller Hörer sind Juden. Wieder ein jüdischer Rassenschänder. Immer wieder werden Juden überführt, bie, ber verbrecherischen Veranlagung ihrer Rasse folgenb, mit frecher Stirn Gesetze ber Regierung ihres Gast- lanbes übertreten. So würbe jetzt ber 47 Jahre alte Jude Dr. Erwin Jacobsen, ber in Hamburg in ben Colonnaben eine ärztliche Praxis unterhielt, wegen Rassenschanbe festgenommen. Der Jube hat bereits geftanben, sich gegen bie Nürnberger Gesetze vergangen zu haben. Jacobsen würbe bem Gericht zugeführt, bas gegen ihn den Haftbefehl erließ. Martha Marek hingerichtet. Die Justizpressestelle Wien teilt mit: Am 6.De- zernber ist Karoline, genannt Martha, Marek fjin- gerichtet worden, die vorn Schwurgericht zum Tode verurteilt worden ist. Sie hatte vom Juli 1932 bis Juli 1936 vier Personen, darunter ihren eigenen Ehemann und ihr sieben Monate altes Kind, d urch Gift ermordet, um sich durch Erlangung ber Lebensversicherungsbeträge ein sorgloses Leben zu verschaffen. 17 Tote beim Zusammenstoß im Rebel. Der deutsche Dampfer „La Plata" traf tm Schlepptau des holländischen Dampfers „Smart Zee" unb bes französischen Hochseeschlevpers „Abe- ville 22" in Brest ein. ras Schiff wird zur Reparatur seines großen Lecks in Brest ins Trockendock gehen. Nach dem Eintreffen des Dampfers wurden von den französischen Behörden die ersten Verhöre zur Feststellung des Schulbverhältnisses über ben bereits gemeldeten Zusammenstoß zwischen ber „La Plata" unb bem griechischen Dampfer „Akti" vorgenommen. Von ber Besatzung bes untergegangenen griechischen Hanbelsdampfers konnten 15 Per- sonen gerettet werben, während 17 ertranken. Unter ben Opfern befinbet sich auch ber Kapitän bes Schiffes, Varvabavas. Vergwerksunglück in Reu-Schottland fordert 30 Todesopfer. Wie Reuter meldet, ereignete sich in der Nähe von Halifax (Neu-Schottland, Kanada) ein folgten- schweres Bergwerksunglück. Eine Eisenbahn, die Arbeiter ins Bergwerk brachte, kam auf einer abschüssigen Strecke ins Rollen und prallte mit voller Geschwindigkeit auf das Ende des Stollens. Dabei wurden 30 Bergarbeiter getötet und 20 verletzt. Insgesamt war der Zug mit 250 Arbeitern besetzt. 8 Todesopfer beim Absturz eines mexikanischen Flugzeugs. Ueber B albus na, bem Flugplatz ber Stadt Mexiko, stürzte kurz nach dem Start das Verkehrsflugzeug nach Merida ab. Fünf Passagiere und drei Angehörige der Besatzung fanden babei den Tod. Die Maschine, die der Tochtergesellschaft den Panamerican Airways, der Compania Mexicana de Aviacion gehörte, war gegen den Berg Penon in der Nähe des Flugplatzes geflogen und m Brand geraten. ' verheerende Dürre in Argentinien. Anhaltende Dürrs herrscht zur Zeit in den Pampas, ber ungeheuer weiten, oft von Salzwüsten unterbrochenen Steppengebieten Argentiniens, die im Westen bes Landes den Anden voraelagert sind. Die riesigen Rinderherden, die als Lieferanten von Häuten für die argentinische Wirtschaft eine große Rolle spielen, gehen elend zu Grunde, das das Vieh weder Nahrung noch Wasser findet. Künstliche Bewässerung ist hier nicht möglich, auch artesische Brunnen fehlen Wegen ber gewaltigen Ausbehnung ber betroffenen Gebiete sind Hilfs- maßnahmen von vornherein aussichtslos. Die Landwirtschaft steht vor einer völligen Mißernte. Meldungen über beträchtliche Schäden liegen bisher vor aus den Staaten Mendoza, Tucuman, La Rioja und 5aW Juan. 139 Jahre Gefängnis im Neuyorker Mordprozeh Irwin. Der junge amerikanische Bildhauer Robert Irwin, der vor Jahresfrist noch einer der gesuchtesten Porträtisten der Neuyorker Gesellschaft war, wurde von dem Neuyorker Schwurgericht für dreifachen Mord zu insgesamt 139 Jahren G e - f ä n g n i s in Sing-Sing verurteilt. Irwin hatte sich im Oktober 1937 in die Villa eines feiner Modelle, der stingen, bildschönen Veronika Gedeon, eingeschlichen und das junge Mädchen, deren Mutter und einen Mieter, der sich dem Mörder entgegenstellte, auf bestialische Weise getötet. Die Staatsanwaltschaft erblickt in der Tat Irwins einen Racheakt, wobei sie sich aus die ausfallende Tatsache stützt, daß die Verlobung Irwins mit der Schwester Veronika Gedeons einige Zeit vor der Mordtat wieder gelöst wurde. Die Verteidigung bemühte sich unter Hinweis auf Irwins „Unzurechnungsfähigkeit" um eine Revision des Urteils; sie beruft sich dabei auch auf den gerichtsärztlichen Befund, wonach Irwin höchstens noch 5 Jahre zu leben habe. Der Tod auf der Bühne. Während des dritten Aktes einer ,Meistersinger"- Aufführung mußte im Bukarester Opernhaus die Vorstellung abgebrochen werden, weil der Tenor Apostolescu ohnmächtig zusammengebrochen war. Im Hause entstand eine Panik. Später stellte sich heraus, daß Apostolescu sich den Tod seines besten Freundes, des berühmten rumänischen Bari- tonisten A p a n a s i u , zu sehr zu Herzen genommen hatte. Er erlitt auf offener Bühne einen Herzkrampf und starb bald darauf. Langobarden-Schah in Verona gefunden. In Verona wurde bei Bauarbeiten von einem Maurer eine Steinpfanne mit einem kostbaren Schatz aus der Langobardenzeit entdeckt. Sie enthielt an die tausend bunte Perlen, einen großen goldenen Stern mit Perlen, Rubinen und Smaragden, eine Kette aus Edelsteinen, goldenes Gehänge mit Rubinen, Saphiren und anderen Edelsteinen, sowie Broschen und Ringe von unschätzbarem Wert sowohl hinsichtlich des Materials als auch der historischen Bedeutung. Lmsturzunglück in Kalabrien. Während der Leichenwache in einem Bauernhaus des kalabresischen Dorfes Gioiosa Jonica gab der Zimmerboden plötzlich nach. 30 Frauen stürzten mit den Trümmern in die Tiefe und wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Gewaltige Brücke über die Werra im Bau. Im Zuge der Reichsautobahnstrecke Bad Hersfeld—Eisenach—Gotha, die seit einigen Monaten gebaut wird, ist eines der imposantesten Brückenbauwerke vorgesehen. Es handelt sich um ein Bauwerk, das an der Grenze zwischen Kurhessen und Thüringen in der Nähe von Kielforst das hier über 800 Meter breite Werratal in einer Höhe von 89 Meter Überspannen wird. Die Brückenachse wird von der Bahnlinie Warta—Eschwege geschnitten. Parallel der Brückenachse führt in einer Entfernung von 150 Meter die Hauptbahnlinie Bad Hersfeld — Eisenach. Das Brückenbauwerk wird aus einem steinernen Viadukt bestehen. Die freue Ziege. Im Dorfe Granna Gattugno oberhalb des Lago Maggiore hatte ein Greis seine Ziege auf eine abgelegene Wiese geführt/ Als er abends nicht heimkehrte, ging ihn einer seiner Söhne suchen und hörte nach langem Herumirren das anhaltende Meckern der Ziege. In der Dunkelheit fand er das treue Tier neben feinem sterbenden Vater, der einen Schlaganfall erlitten hatte und hilflos auf dem Boden lag. Auf dem Heimweg verschied der Vater in den Armen seines Sohnes. Kunst und Wissenschaft. Heber 1100 neue Kompositionen für die Reichsmusiklage 1939. Der Aufforderung, Werke zur Aufführung auf den Reichsmusiktagen 1939 in Düsseldorf einzusenden, wurde überaus eifrig Folge geleistet. einsUnter den elngesandten llIlKomposstlonen befinden sich allein 36 Opern, 431 Symphonien, Chorwerke und Instrumentalkonzerte, während sich die übrigen Einsendungen aus die Gebiete der Kammermusik einschließlich des Liedes, Festmusiken für Parteizwecke und andere Anlässe, sowie Kompositionen für Werkkonzerte verteilen. Mit der Prüfung sind bekannte Komponisten und Dirigenten aus dem Altreich, der Ostmark und dem Sudetenland betraut worden. Dritter welk-Erdöl-kongreh 1940 in Berlin. Der 3. Welt-Erdöl-Kongreß findet vom 9. bis 15. Juni 1940 in Berlin statt. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat 'sich bereit erklärt, der Schirmherr dieses Kongresses zu sein. Das Ehrenpräsidium hat Reichswirtschaftsminister Funk übernommen. Der Kongreß erregt schon jetzt das Interesse der internationalen Fachwelt. Das große wissenschaftliche Programm des Kongresses wird Anfang nächsten Jahres bekanntgegeben werden. Anschließend an die Tagung in Berlin ist eine Schlußsitzung in Köln vorgesehen. In Köln findet von Mai bis Oktober 1940 die große Internationale Verkehrsausstellung statt. Außerdem werden im Juni 1940 die Tagung des Internationalen Verbandes für Materialprüfungen der Technik, der Internationale Gaskongreß und der Zweite Chemie-Jngeniaur-Kongreß (Teiltagung der Weltkraft-Konferenz) in Deutschland abgehalten. Zum Präsidenten des Welt-Erdöl-Kongresses ist Prof. Dr. A. Bentz ernannt worden. Das Generalsekretariat befindet sich bei der Deutschen Gesellschaft für Mineralölforschung, Berlin NW 7. Zeitschriften. — In der neuen „S i r e n e" schildern fesselnde Bildberichte die Arbeit des Luftschutzes in dem Bochumer Revier und in Italien. Ein weiterer Aufsatz erzählt in Wort und Bild, wie sich deutsche Küstendörfer seit Jahrhunderten gegen Feuer schützen. Eindrucksvolle Photos zeigen, wie man in Spanien kämpft und wie unsere Westgrenze befestigt ist. Dazu bringt das Heft allerlei Unterhaltung und Idie Mitteilungen des Reichsluftschutzbundes. I 1P?ffer6»rf4>f Mit der Zufuhr feuchtmilder Luft vom Atlantik her setzt sich auch für die Folge das zwar nicht durchweg unfreundliche, im ganzen aber doch recht unbeständige Wetter fort. Vorhersage für Donnerstag: Unbeständig und zeitweise auch Regen, bei südlichen Winden für die Jahreszeit zu mild. Vorhersage für Freitag: Fortdauer der wechselhaften und unzuverlässigen Witterung, mild. Lufttemperaturen am 6. Dezember: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 4,4 Grad; am 7. Dezember: morgens 4 Grad. Maximum 7 Grad, Minimum heute nacht 3,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Dezember: abends 4,4 Grad; am 7. Dezember: morgens 4,7 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 6,1 Stunden. Mnkersporlnachrichlen. Vogelsberg: Keine Schneesportmöglichkeiten. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, 0 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel gut. Taunus: Keine Schneesportmöglichkeiten. Schwarzwald: Im höheren Schwarzwald bestehen Schneesportmöglichkeiten. Alpen. Oberammergau: Heiter, —4 Grad, Gesamtschneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel mäßig. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsch»Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.' 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig Gießen, den 7. Dezember 1938. 7907D vieren 05433 Neustadt 5—7, bei 79230 7715 A 05440 Vermietungen] [Stellenangebote] | Verkäufe zu richten an das Was auf dem * Gabentisch immer Freude bereitet I Photo 7912 A Stadttheater Ä Vermahlungs-Anzeigen liefert BrühPsche Druckerei Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben Vaters danken wir herzlich. 15—17.30 Uhr Ausverkauft I Frau Holle Ein schönes Unterkleid ein modernes Oberhemd mit passender Krawatte schön gestickte Bettwäsche eine nette Tischdecke wärmende Unterzeuge ein eleganter MorgenrOCk eine neue Reisedecke Hemden-Popeline Taschentücher Webrahmen 30 - 50 - 80 cm breit, von 7918D Im Namen der Geschwister und der Angehörigen: Luise Boller. lS.30-geg.22.45 Zum letzten Mal! Glückliche Menschen! Einem Teil der heutigen Ausgabe liegt ein Werbeheft«der Firma Edgar Borrmann / Giefeen Hessische Straßenbauamt Gießen verloren. Abzugeben geg. 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Alle Kinder helfen mit und knacken Nüsse auf, schälen und zerschneiden allerlei gute Sachen, die nachher zum Würzen der guten Weihnachtskuchen Lienen sollen. Die Hausfrau kennt allerlei alte Familienrezepte für kleine Kuchen, die in die Vor- weihnachtszeit passen, und sie hält das alte Brauchtum in Ehren. Sie will aber auch einmal ein paar neue Rezepte ausprobieren, bei denen sie die Zutaten verwenden kann, die auf dem deutschen Boden B*",‘ren sind. So duftet es denn lieblich nach , Backpflaumen, Syrup und Honig. Es fehlt auch nicht der eingemachte Kürbis. Mutter knetet den Honigkuchen, den sie in diesem Jahr besonders sorgsam gemacht hat. „Zucker ersetzt Fett", das steht auch dieses Jahr über den Vorbereitungen zu, ihrer Weihnachtsbäckerei. Sie denkt auch an die Verwendung von Haselnüssen und Haferflocken an Stelle von Mandeln. Auch Marmelade eignet sich sehr gut zur Weihnachtsbäckerei. Fruchtmakronen bekommen den Kindern besser als die schweren Mandelmakronen und sind bei alt und jung beliebt. Da Speisequarg ein sehr hochwertiges Nahrungsmittel ist, außerdem reichlich und billig angeboten wird und auch schon für kleine Kinder äußerst wertvoll ist, fehlt auch er nicht bei der Weihnachtsbäckerei. Es heißt also bei der Weihnachtsbäckerei nur ein bißchen nachdenken, damit Weihnachtsfreude und Pflicht gegenüber der deutschen Volkswirtschaft m Einklang stehen. Nußplätzchen: 2 Eier, 250 Gramm Zucker, etwas Zimt, 250 Gramm Haferflocken, 250 Gramm frische geriebene Nüsse, 250 Gramm Mehl, 1 Tasse Milch, V? Päckchen Backpulver, 125 Gramm Margarine. Alles untermischen, ausrollen, ausstechen und backen. Echte Hol st einer Pfeffernüsse: 250 Gramm Haferflocken, 500 Gramm Mehl, 300 Gramm Margarine, 250 Gramm Sirup, 250 Gramm Zucker, 50 Gramm Nüsse, 5 Gramm Hirschhorn, 5 Gramm Pottasche, 5 Gramm Backpulver, 1 Zitrone, 1 Kardamom, 1 Paket Zimt. Man vermengt die Zutaten miteinander und knetet sie zu einem Teig gut durch, rollt daumendicke Streifen aus und teilt die Streifen mit einem Messer in etwa zwei Zentimeter lange Würfel, setzt sie auf ein gefettetes Blech und bäckt sie bei mittlerer Hitze goldbraun. Backzeit 12 Minuten. (In der Gebäckdose frisch erhalten.) Spitz kuchen: 375 Gramm Kunsthonig, Vi Kilogramm Zucker, 2 ganze Eier, Ve Kilogramm geriebene Nüsse, 30 Gramm Zitronat, 15 Gramm Orangeat, Vr Teelöffel Zimt, V< Teelöffel Kardamom, V« Teelöffel Nelken, XA Teelöffel Pottasche, XA Teelöffel Hirschhornsalz, 2 Eßlöffel Wasser zum Lösen, xk Kilogramm Mehl, Marmelade zum Füllen, Schokoladenguß. — Honig und Zucker kocht man auf, gibt in die abgekühlte Masse Eier und Gewürze, die gelösten Treibmittel, zuletzt das Mehl. Der Teig wird gut geknetet, 1 Zentimeter dünn auf einem Kuchenblech ausgerollt, gebacken, eine Hälfte noch heiß mit Marmelade bestreichen, die zweite Hälfte darüber klappen. Den Kuchen schneidet man in vier Zentimeter breite Streifen, diese in Dreiecke, die man auf eine Spicknadel steckt und in Schokoladenglasur taucht. Haferflockenmakronen: VA Tasse Haferflocken, 1 Eßlöffel Butter, XA Tasse Zucker, 1 Ei, Saft und Schale einer halben Zitrone. Butter schau- urig rühren, Zucker, Ei und Saft einer halben Zitrone nebst Schale beigeben, xk Stunde rühren, dann VA Tasse Haferflocken beifügen und evtl, etwas Rum, Kirsch oder Arrak. Auf ein gefettetes Blech kleine Häufchen setzen, über Nacht an einem lauwarmen Ort stehen lassen. Bei mittlerer Hitze backen. Das Gebäck gewinnt nach 2 bis 3 Tagen an Wohlgeschmack. S ch o k o l a d e n m a k r o n e n aus Haferflocken: 4 Eiweiß, 250 Gramm Zucker, 125 Gramm Schokolade, 250 Gramm Haferflocken. Haferflocken mahlen und mit etwas Zucker anrösten. Eiweiß zu Schnee schlagen, mit Zucker etwa 20 Minuten schlagen, Schokolade und Haferflocken dazu- aeben, kleine Häufchen aufsetzen, bei mäßiger Hitze backen. Weiße Glasur: Rühre 80 Gramm Staubzucker mit 2 Eßlöffel Zitronensaft 15 Minuten. Braune Pfefferkuchen: 3A Kilogramm Kunsthonig oder Sirup, V/* Kilogramm Mehl, xk Kilogramm Nüsse, 3/< Kilogramm Zucker, 10 Gramm Zimt, 20 Gramm Hefe, 125 Gramm Margarine, 5 Gramm Nelken, 3 Eßlöffel Rosenwasser, 15 Gramm Pottasche, 5 Gramm Kardamom. — Kunsthonig, Zucker und Margarine kocht man auf und gibt die aufgelöste Pottasche dazu. Vorher hat man das gesiebte Mehl, mit den Gewürzen und den gewiegten Nüssen untermischt. Die heiße Honigmasse rührt man sofort unter das Mehl, knetet den Teig gut und gibt, wenn er fast erkaltet ist, die in Rosenwasser aufgelöste Hefe dazu. Der Teig muß eine Nacht warm stehen, am nächsten Tag knetet man ihn noch einmal durch, rollt ihn aus, sticht Kuchen aus, die man mit Rosenwasser bestreicht und bei Mittelhitze bäckt. Das Rezept ergibt 3xk Kilogramm fertiges Gebäck. Pfefferkuchenherzen: 1 Kilogramm Mehl, 500 Gramm Zucker, 125 Gramm Butter, 3 Eier, 4 Eßlöffel Kunsthonig oder Sirup, 1 Teelöffel Backpulver, etwas Mandelöl, wenig Nelken, Zimt, Gewürz, 2 Eßlöffel Rosenwasser, etwas Kakao. — Man läßt die gut geknetete Masse über Nacht kalt stehen, rollt nicht zu dünn aus und sticht daraus die Herzformen. . Pfeffernüsse: 375 Gramm Kunsthonig, k Kilogramm Zucker, 375 Gramm Mehl, 2 ganze Eier, J4 Teelöffel Zimt, 1 Prise gestoßene Nelken. 1 Teelöffel Backpulver. — Honig und Zucker kocht man auf und läßt die Masse etwas abkühlen. Das Mehl wird durchsiebt, die ganzen Eier, Backpulver, Zimt, Nelken und langsam den Kunsthonig mit dem Zucker hinzugeben. Teig wird durchgeknetet, eine fingerdicke Rolle geformt und die Pfeffernüsse mit dem Messer schräg abgeschnitten. Bei gelinder Hitze werden sie hellbrau gebacken. Ouittenkonfekt: Dick eingekochtes Ouitten- mark streicht man auf eine gefettete Platte, läßt es in roarntem trockenen Raum mehrere Tage stehen, bis es steif geworden ist, dann sticht man mit ForAus dem Reiche der Krau. men Muster aus und wendet das Konfekt in Kristallzucker. Kürbis als Zitronat: Man nimmt dazu festes Kürbisfleisch, schneidet es in handgroße Scheiben, legt diese 2 Stunden in Salzwass'er und läßt sie darin aufwellen. Dann kocht man die Streifen in dicker Zuckerlösung oder flüssigem Kunsthonig mit Zitronenschalen-Zusatz durchsichtigt, läßt die Streifen nachtrocknen, wälzt |ie in Zucker und hebt sie in zugebundenen Gläsern zum gelegentlichen Gebrauch auf. Die Zuckerlösung verwende man zu süßsauren Tunken. Weißer Spritzguß: Bei Herstellung dieses Gusses muß mehr Staubzucker verwandt werden. damit es eine dickliche Masse gibt. Mit diesem Guß kann man auf trockener Schokoladenglasur Rändchen oder Muster aufspritzen. Einfacher Schokoladenguß: 200 Gramm Puderzucker, 25 Gramm Kakao, 3 Eßlöffel heißes Wasser oder heiße Milch. Den gesiebten Puderzucker verrührt man mit dem Kakao und der heißen Flüsigkeit zu einem glatten Guß, der noch warm auf das Gebäck gestrichen wird. Glänzender Schokoladenguß: 200 Gramm Puderzucker, 30 Gramm Kakao, etwa 3 Eßlöffel Milch, 25 Gramm Kokosfett. Alle Zutaten werden unter Rühren im Wasserbad erhitzt und l)eiß über den Kuchen gegeben. as sollen wir tragen ? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS WOUFIAHELL-' WOLLSAMT — WOLLKMPP " FÜR WINTERU0-IE KINDERKlHWWS „Glaube und Schönheit" auf dem Lande Das DDM. - Werk „Glaube und Schön« h e i t" gibt gerade dem Landmädel sehr viel. Lebensziel und Berus der Landmadel ist Die Bau. in und Landfrau. Hier dient das BDM.-Werk, das auf dem Lande gemeinschaftlich von BDM und Reichsnährstand durchgeführt wird, mit seinen Arbeitsgemeinschaften dazu das Landmädel innerlich zu dieser Bestimmung hinzulenken und zugleich praktisch in allen Dingen für diese Aufgaben zu ertüchtigen. Die Leiterinnen dieser Arbeitsgemeinschaften sind aus dem jeweiligen Dorfe ihrer Tätigkeit in diesem Sommer sorgfältig ausgesucht worden. Sie müssen nicht nur weltanschaulich gefestigt sein, sie brauchen vor allem auch fachliche Fähigkeiten und die Eignung, ihr Wissen weiterzugeben und das Vertrauen der Mädel und des ganzen Dorfes zu gewinnen. In allen Landesbauernschaften haben vier- zehntägige Lehrgänge stattgefunden, in denen die Leiterinnen ausgebildet wurden. Zur Mitarbeit fiiii) Landfrauen und Bauernführer und alle befähigten Kräfte auf dem Lande aufgerufen worden. Damit ist ein vorbildliches Gemeinschaftswerk geschaffen worden, das der Erziehung der weiblichen Jugend auf dem Lande dient. Aus der Vielzahl der für das gesamte BDM.-Werk ausgestellten Arbeitsgemeinschaften werden für das Land in erster Linie fünf Arbeitsgemeinschaften aufgebaut werden. Als Grundlage ist die Arbeitsgemeinschaft „Bäuerliche Berufsertüchtigung" anzusehen. In keinem Beruf ist die Arbeit von Mann und Frau so eng miteinander verbunden wie in der Landwirtschaft. Die Arbeitsgemeinschaft umsaßt daher "alle Gebiete, die in den großen Arbeitskreis der Landfrau auf dem Hofe fallen. Zunächst müssen die Grundkenntnisse in Kochen und Ernährungslehre und Nähen und Hausarbeit erworben werden, dann dürfen Garten, Milchwirtschaft und Kleintierhaltung nicht fehlen. In der Arbeitsgemeinschaft „Volkstumsarbeit" wird an die Geschichte der engeren Heimat angeknüpft, eine Mitarbeit der Mädel an den Vorarbeiten für die Schaffung von Dorfsippenbüchern und -chroniken ermöglicht und praktische Fest- und Feiergestaltung in der Dorfgemeinschaft betrieben. Die Arbeitsgemeinschaft „Werkarbeit" wird neben der praktischen Schulung in bäuerlichen Handfertigkeiten, vor allem Spinnen und Weben und Strohflechten, eine geschmackliche Schulung und eine Wiederbelebung der bäuerlichen Kultur in der Jugend als ihre Aufgabe betrachten. Beratung für gediegenen Hausrat und die Aussteuer werden daher einen großen Raum einnehmen. In der „Gesundheitsführung" werden den Mädeln die Grund- kenntnisse für ein gesundes Leben vermittelt, die sie auch später als Landfrauen und Mütter einmal dringend brauchen werden. Schließlich stellt die Arbeitsgemeinschaft „Leibesübungen und Sport" einen Ausgleich für die oft schwere Landarbeit dar. Den Landmädeln von heute werden durch diese Arbeitsgemeinschaften eine gewissenhafte Erziehung und Weiterbildung zuteil, so daß sie einmal tüchtige, wertvolle Landfrauen sein werden. Kr. ^Wollflanell, Wollsamt und Wollkrepp schlagen mir heute für winterlicheKinderkleidung vor. Und zwar gelben Wollflanell für das Faltenkleidchen links, cremefarbigen Wollsamt für den Mantel mit der kleinen Pelerine (Mitte) und hellroten Wollkrepp für das Kleid rechts mit der blauen Kurbel st ickerei. Das Faltenkleid hat ein hinten geknöpftes Miederteil mit kleinen Taschen, die ebenso wie Mieder Abwasch - aber mit Verstand! Keine Hausfrau und keine Hausgehilfin macht den Abwasch gerne: kaum ist der Abwasch fertig, so beginnt das schmutzige Geschirr schon wieder anzuwachsen. Zuerst ist es nur ein Stück, bald ein kleines Häufchen, dann ein ganzer Berg. Gerne tut es niemand, aber fein muß es doch. Also — machen wir es mit Verstand und erleichtern uns damit die Arbeit, soviel als niöglich. Jedes Gefäß, das weggestellt wird, wird sofort mit Wasser gefüllt, damit die Speisereste nicht antrocknen, sondern aufweichen. Bestecke werden in ein Gesäß mit Wasser aestellt — Stahlbestecke mit Papier abgewischt. Alles Eßgeschirr wird mit einer Bürste am fließenden Wasser abgebürstet. Mit diesen Arbeiten erleichtert man sich den eigentlichen Ab- wasch sehr. Beim Abwasch selbst wird alles Geschirr sorten- weise zusammengestellt, die aufgeweichten Speisereste in den Töpfen usw. mit einer Bürste entfernt. Die Gegenstände sind dann in einem Bruchteil von Zeit zu säubern, das Wasser bleibt lange rein, und es geht ohne Schwenkwasser, das im Haushalt ohne Heißwasserversorgung des Gasverbrauchs wegen doch meistens weggelassen wird. Als Abwaschgefäß bewährt sich die Holzstoffwanne. Das Wasser bleibt lange heiß. Sie ist elastisch, so daß Geschirr nicht leicht darin angestoßen wird. Dem Lappen ist eine Bürste bei weitem vorzuziehen. Man kann mit der Bürste heißeres Wasser verwenden und verdirbt sich die Hände viel weniger. Heißes Wasser darf nie direkt in die Holzstoffwanne gegossen werden. Erst muß wenig kaltes Wasser eingefüllt werden. Man verwendet Jmi oder Seifenpulver als Zusatz. Soda kommt nur in Betracht, wenn kein Aluminium mitgespült wird. Wir halten nun eine bestimmte Reihenfolge ein. Zuerst werden die Glaswaren gespült, bann alles, was nicht fettig ist, z. B. Milchtopfe, Taffen ufro., bann bas Eßbesteck, bann alles übrige Eßgeschirr, bie Schüsseln, Töpfe unb zuletzt Backformen unb Pfannen. Besteck muß sofort abgetrocknet werben. Es ist überhaupt ratsam, immer roieber einen Teil des Abgewaschenen abzutrocknen unb inzwischen roieber einiges zum Abwaschen einzuweichen. Fleckige Aluminiumtöpfe werden jeweils gleich mit Aluminiumwolle, Emailtöpfe mit Scheuerpuloer blank gerieben, es erübrigt sich die Generalreinigung dieser Töpfe. Backformen werden, soweit dies möglich ist, nur mit Papier ausgerieben. Wenn Deini Abwasch alles Fett aus den Formen entfernt wird, lösen sich die Kuchen schwer. Ebenso soll man Pfannen, um kein Fett zu vergeuden, wenn möglich nicht naß behandeln. und Aermel mit weißer Wolltresse abgepaspelt sind. Der Mantel hat außer der Pelerine einen Bubikragen, kleine Manschetten und aufgesteppte Taschen mit Klappen. Alle Säume sind breit abgesteppt, di Knöpfe sind aus Galalith. Das Kleid rechts mit den weiten, gelesenen Aer- meln und dem ebenfalls gelesenen Rock hat eine Passe (mit Schulterschluß) unb schmale Hals- unb Aermelbündchen, bie wie Rocksaum unb Aermel mit Kurbel st ickerei verziert sinb. H. Zum Abtrocknen hält man sich verschiebens Tücher. Eines für Glas unb Besteck, eines für das Eßgeschirr unb eines für bie Küchengeräte. Pfannen unb Backformen trocknet man nur mit einem Lappen. Holzgeräte müssen vor bem Einräumen noch lufttrocken werben. Maschinenteile, Bleche unb andere Eisengeräte müssen an rogrmem Orte nachtrocknen. Z. K. Wenn die Sicherung durchbrennt. Endlich sitzt man nun gemütlich beim Abendbrot zusammen, da gibt es plötzlich einen Knall, und ringsumher herrscht Dunkelheit. Der Familienaufruhr bei einer durchgebrannten Sicherung ist ein dankbares Gebiet für die Karikaturisten. Jeder rennt sinnlos schimpfend in der Wohnung umher, stößt sich und bie anderen, bis nach einem mehr ober weniger heftigen Dialog Vater bie Tatsache feststellt: „Natürlich ist wieder keine Ersatzsicherung da!" Aber nehmen wir einmal an, bie Ersatzsicherung ist wirklich vorhanden, dafür aber steht die Familie aufgeregt vor dem Schalterkasten und rätselt herum, welches nun die richtige Sicherung ist. In einem solchen Fall hilft nur die Schaltertabelle. Jede Sicherung betreut nämlich ganz bestimmte Zimmer. Auf der sogenannten Schaltertabelle hat nun die Hausfrau stets vor Augen, wie der Verteilungsplan in der Wohnung aussieht. Da steht beispielsweise: von links nach rechts, Sicherung I: Wohnzimmer, Eßzimmer, Sicherung II: Vorderflur und Hinterzimmer ufro. Wenn nun das Licht ausgebt, weiß auch die technisch ungebildete Hausfrau sofort, um welche Sicherung es sich handelt. In den meisten Fällen hat natürlich die Sicherung nach längerer Zeit der Benutzung ausgedient. Sehr oft aber ist auch bie Hausfrau selbst an ber Katastrophe schuld. Wenn man nämlich eine Sicherung überlastet und etwa in einem Raum gleichzeitig Heizsonne, Bügeleisen, Saubsauger oder Radio und noch die Lampen in Betrieb hat, braucht man sich nicht zu wundern, wenn etwas geschieht. Auch die schadhafte Verbindungsschnur zur Stehlampe ober 3um Staubsauger ist oftmals bie Ursache ber Stromstörung. Darum soll man nie kleinere Reparaturen an elektrischen Geräten aufschieben. Wer sich bei ber ausgebrannten Sicherung selbst helfen will, darf aber niemals so sehr den Kopf verlieren, daß er vergißt, den Hauptschalter abzudrehen, bevor er an der Lampe oder am Schalter auch nur das geringste berührt. Solche kleinen Schäden sind dann einfach und gefahrlos zu beseitigen In irgendwelchen Zweifelsfällen aber rufe man den Fachmann. L. Was sollen wir schenken? Nun sind wir halb wieder in der Zeit, wo Tag und Nacht sich kaum scheiden und sich in langem Hindämmern fest die Hände reichen. Da mag uns allen, die wir in der 5)aft und Sorge des Alltags leben eine Erinnerung kommen an Kinderträume und Kinderglück. Ja, bald ist Weihnachten. Der Führer sprach es unlängst aus, daß Weihnachten in diesem Jahre wie nie zuvor ein Fest des Friedens und der Freude für alle deutschen Menschen sein soll. Da fassen wir einander bei den Händen, um uns ganz nahe zu sein. Einer möchte dem andern etwas Gutes tun, ihm Wärme spenden und ihn durch ein kleines Geschenk erfreuen. Im Schenken spricht sich das Gut-Wollen, die Sorge, ja, die Liebe aus. Und Darum ist echtes Schenken mehr, als gerade das Nützlichste einem anderen geben, „weil es nun mal so sein muß". Das heißt nicht, daß ein Geschenk nichts Nützliches sein soll. Aber es muß doch etwas mehr daran fein, gerade das, was rechte Freude bereitet. Die Sorgfalt, die Auswahl, das Treffen des rechten Geschmackes, das Erraten des heimlichen Wunsches — kurz, der andere muß spüren, daß man ihm Freude bereiten will! Und wie schön sind die kleinen Heimlichkeiten, die der eine vor dem andern in der Weihnachtszeit hat! Es ist nicht leicht, ein Geschenk zu finden, das nützlich ist und zugleich Freude macht. Es muß vor allen Dingen mit Liebe ausgewählt fein, fei es noch so klein. Nicht e i n Buch, sondern gerade dieses oder jenes in dieser oder jener Aufmachung wollen wir schenken! Das gilt ebenso von allen anderen Geschenken, mögen sie auch noch so nüchtern-praktisch sein. So möchten wir die Frage „Was schenken wir" ändern in „Wie schenken wir". Da denkt die Mutter, wie kann ich dem Vater em schönes Weihnachtsfest bereiten? Und der Vater überlegt heimlich, womit er die Mutter seiner Kinder erfreuen kann. Unsere Kleinen sind inzwischen eifrig dabei, eine Uederraschung für die lieben Eltern her- beizuzaubern. Natürlich muß alles selbst gemacht sein, es muß auch zu gebrauchen sein. Die kleinen Jungen fertigen Laubsäge- und Klebearbeiten an. Unsere Mädelchen machen Handarbeiten. Mit roten Bäckchen, die zeigen, wie eifrig sie bei der Sache sind, entstehen unter ihren kleinen Händen hübsche Handarbeiten. Mutter hat sich doch eine neue Küchengarnitur gewünscht, aber nicht mit einem schönen Spruch oder großen Blumenkorb, sondern nur mit einfachen Zierstichen versehen oder bunter Leinenborte, welche man mit einem Zierstich ausnäht. In derselben Art lassen sich auch Mundtuchtaschen und Eßlätzchen für's Brüderchen anfertigen. Und der Vater? Väter sind immer darin sehr empfindlich. Das muß jeder wissen, der den Vater beschenkt. Oberhemden, Krawatten und Zigarren sind nicht immer das einzige, was ein Vaterherz erfreut! Wie wäre es in diesem Jahre einmal mit einem schönen Buch (er liebt Tiere^und die Natur so sehr —). Oder wählen wir ein vchlüsieltäschchen aus hübschem Leder, ein selbstgestricktes, warmes Halstuch? — Mutter kommt eigentlich immer zu kurz, denn auf ihr bleibt letztlich alle Sorge hängen. Das soll in diesem Jahr anders werden! Wir wollen in erster Linie an sie denken, ihr ein srcud» volles Weihnachtsfest bereiten, ihr Dinge schenken, die sie sich immer schon lange wünschte uni) wovon sie selbst etwas yatk Vielleicht helfen wir ihr Zu dieser Gelegenheit die Arbeit in der Hauswirt' fchast erleichtern, indem wir sie mit einem praktischen Küchengerät erfreuen Nun glaubt mancher Vater — „Ja, von solchen Sachen habe ich keine Ahnung" —. Da braucht er nur in einem Haus- haltungsgeschäst nach Geräten mit dem Sonnenzeichen zu fragen. Diese sind ausprobiert und sehr praktisch, sie werden der Mutter bestimmt Zusagen. Es muß nun auch nicht immer etwas für Den Haushalt sein! Würde iyr eine hübsche Handtasche oder gar Schmuck aus deutschen Halbedelsteinen in schöner handwerklicher Form und Fassung große Freude machen? Es gibt ja so vieles, worüber ein Mutterherz glücklich sein kann! Doch alle Dinge wollen mit Ruhe gewählt fein. Wer richtige Weih- nachtsfreude bereiten will, wird schon die rechte Wahl treffen. Bücher unter Dem Weihnachtsbaum Seid Optimisten! — Dr. Johannes Neumann: Optimismus macht lebenstüchtig.! Ein praktischer Führer zum Optimismus für jung und alt. 154 Seiten. Gebunden 3,80 RM. Verlag Karl Christ, Gießen 1938. — (358) — Das neue Buch des Gießener Psychotherapeuten steht in einem wesentlichen Zusammenhang mit feiner kürzlich hier eingehend besprochenen psychologischen Seelenheilkunde „Leben ohne Angst"; die vorliegende Schrift über den Optimismus als anzuerziehende und erstrebenswerte seelische Haltung darf als eine Weiterführung und Nutzanwendung der dort entwickelten Gedankengänge gelten. Der Wert des Buches beruht, wie uns scheint, in erster Linie auf dem Umstande, daß es aus der Praxis für die Praxis geschrieben ist; d. h.: es verliert sich nicht in bloße Spekulationen und blasse Theorien über den Optimismus, sondern der Verfasser wirkt bewußt aus die Anwendung der Erkenntnisse hin, die sich aus der Erfahrung ergeben. Die Erfahrung wird ebensogut in der Kinderstube wie im Sprechzimmer der Psychotherapeuten gewonnen, und es ist nützlich, daß dem Leser eine ganze Reihe charakteristischer und aufschlußreicher „Fälle" mitgeteilt wird. Die Schrift geht systematisch folgerichtig vom Gegensatz aus; sie erkennt den Pessimismus als eine Haltung, die lebensuntüchtig macht, und gelangt von hier aus zu Kernfragen der Erziehung, zu den Erziehungsfehlern, Erziehungsschwierigkeiten und Er- ziehunasaufgaben. Hier werden eine Fülle lehrreicher Beobachtunaen und Erfahrungen ausgewertet. Die positiv entscheidenden Abschnitte handeln dann von der Erziehung (vor allem auch Selbsterziehung) zum Optimismus, der mit Recht als ein wesenswichtiges Element der Volksgemeinschaft und eine Forderung unserer Zeit erkannt und gewertet wird. — Das hübsche Bild des lachenden Hesienmädels auf dem Umschlag lädt mit einer gewissen Suggestivkraft dazu ein, sich mit dem vielfach anregenden Buche zu beschäftigen. Hans Thyriot. Deutsche Erzähler. — Georg Bri11ing: „D a s gerettete B i l d" Erzählungen. Preis biegsam gebunden 2,20 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (398) — So unscheinbar und alltäglich die Geschehnisse sind, die im Mittelpunkt dieser Geschichten stehen — es findet sich dennoch keine einzige darunter, die nicht die geheimen und unheimlichen Mächte des Daseins schaudernd ahnen ließe. Ob es die seltsamen, von wirren Herzen verschuldeten Vorgänge um das bei einem Gefallenen gerettete Bild seiner Geliebten sind oder ob ein Liebespaar in seinem Glück 'unwissentlich einer sterbenden Seele zum Vollstrecker des göttlichen Willens wird: immer steht hinter diesem Spiel des Zufalls das unerbittlich richtende Schicksal, das in seiner Dämonie den Menschen überwältigt und grausam zerbricht oder läutert und reif macht zum wirklichen Leben. — Theodor von Hanfs st enael: Armer Vati L-ideü und Freuden eines Ehemannes 223 Seiten Geb RM 4,—. Buchwarte-Verlag Lothar Blanvalet Berlin. — (515) — Wenn der Leser erfährt, daß dieser arme Vati fein „Einzelvati" sei, sondern der Vertreter einer aanzen Legion von Vatis — also „ein Ringer ohne Muskeln, ein Borer ohne Kinnhaken, ein Ritter ohne Sporen" —, wenn er ferner vernimmt, dieses Buch fei gewidmet allen, denen es nicht bester geht", und wenn er endlich die Umschlagzeichnung eingehend und liebevoll betrach- tet. dann wird er willen, was er hier zu gewärtigen hat: die beiden Titelwarte sind umringt von einem Kranz durchaus alltäglicher Erscheinungen: Zigarren und Bierglas, Brille und Pfeife, Trauringe und Zylinderhut, Spielkarten und Pantoffeln, Tornister und Gewehr, sogar ein Baby mit Milchflasche ist dabei. Hoffen wir, daß der Leser Humor genug hat, sich an den kleinen Abenteuern und Alltagstrauerspielen in dieser Geschichte so arglos zu ergötzen, wie sie gemeint sind. hth. — Erwin W111stock: „... abends Gäste Gestalten und Geschichten. Preis in Leinen gebunden 5,50 RM. Verlag Albert Langen /Georg Müller, München. — (407) — Wer sich den Sinn für Geschichten bewahrt hat, dem werden die Gestalten dieses Buches sehr bald ein vertrauter Umgang sein. Einerlei, ob Wittstock von der vergnüglichsten aller Bärenjagden erzählt oder von dem Fuchsfang Onkel Fliehas, dessen Tierliebe sich bis ins Groteske steigert, einerlei auch, ob die Rede ist von den ausgelassenen Abenteuern in einem fidelen Gefängnis oder von der verzaubernden Wirkung einer uralten Hexensalbe: immer versteht Wittstock das Ernste heiter und das Heitere mit einem hintergründigen Ernst darzustellen und zugleich die zu hellem Lachen oder zu jähem Schaudern herausfordernden Vorgänge so vielsagend zu schildern, daß die geheimnisvollen Beziehungen des Lebens darüber deutlich sichtbar werden. Politik. — Kolonialprobleme de r Gegenwart, herausgegeben im Auftrage des Instituts für Meereskunde, Berlin, von Georg Wüst, mit Bei- trägen von Professor N. C. Troll, Professor Dr. A. O. Meyer, Dr. Paul Rohrbach, Professor D. Westermann, Professor Dr. E. Obst, Leg.-Rat Gun- zert, O. Martens. Preis 4,80 Mk. Verlag E. S. Mittler 8z Sohn, Berlin SW 68. - (473) - Dieses allgemeinverständliche Buch über die Kolonialprobleme der Gegenwart, wie sie sich von feiten der Wissenschaft darstellen, aus der Feder hervorragender Sachverständiger gibt neben einem gut unterrichtenden Heber« blick über die neuen Probleme wissenschaftlicher Ko- loniaftorschung und einem Rückblick auf die weltgeschichtliche Bedeutung der überseeischen Kolonisation in sieben fesselnden Beiträgen eine Erörterung all jener Fragen die Afrika vom Standpunkt der Besiedlung, der Bevölkeruna, der Geographie, Wirtschaft, und Schiffahrt der Kolonialwifferftchast bietet. Der große Vorzug des Buches — dem Leser in einer klaren und volkstümlichen Darstellungsweise auch mit Hilfe von Bild und Karte die mannigfachen wissenschaftlichen Fragen näherzubringen — sei besonders hervorgehoben. — Ernst von Salomon: Die Geächteten. 25. bis 84. Tausend. Volksausgabe. Preis Leinen 3,75 Mark. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. —(485)— Wer waren jene Versprengten, die im Chaos der ersten Nachkriegszeit am Anna- berg und im Baltikum ihr Geben für ein todwundes Deutschland in die Schanze schlugen? Die den Kleinkampf um Rhein und Ruhr auf sich nahmen und in den Freikorps gegen Spartakus und Separatisten standen? Wer waren jene Geächteten, die man als Fememörder in den Tod hetzte oder als Putschisten vor die Gerichte zerrte und durch die Gefängnisse schleifte? Fünf Jahre seines Lebens verlor Der hinter Zuchthausmauern, der uns mit diesem unheimlich sachlichen Erlebnisbericht voll Leidenschaft in den tollen Wirbel jener schmachvollen Tage hineinstößt. Sein Buch ist ein erschütterndes Dokument des Wollens und der wagenden Tat jener Einzelnen, die damals das Gewissen Deutschlands waren. Reffebücher. — MaxNiehaus: Sardinien. Eine Reise. 32 Bildseiten und eine Karte Ganzleinen 5,40 Mark Sozietäts-Verlag Frankfurt a. M — (408) — Der Verfasser greift aus die uns vielfach fremden geschichtlichen Zusammenhänge zurück und knüpft die Verbindung zwischen Landschaft, Charakter und Seele. Wanderungen durch wilde Gebirge, an Meer und Sümpfen entlang wechseln mit Betrachtungen von Kunstwerken, Kirchen und Palästen. Das bewundernswerte Kunstgewerbe der Insel wird vor uns aus- gebreitet. Strahlende Lichterprozessionen ziehen vorüber, afrikanisch anmutenbe Tänze, feierliche Hochzeiten und endlich die Totenklage, der letzte Rest Der berühmten Blutrache Wir klettern in phantastische von Seehunden belebte Märchengrotten und steigen auf die rätselhaften Nuraghen, die Wohnungen der Urbewohner der Insel. Die Anschaulichkeit der Schilderungen unterstützen die vielen Aufnahmen des Verfassers und die feinsinnigen Zeichnungen des Malers Curt Lahs — Herbert Rittlinger:' Ich kam die reißenden Flüsse herab. Ganz allein zum Amazonas. Mit 77 Abbildungen und einer Karte. Preis geheftet 5,50 Mark. Leinen 6,50 Mark Verlag F A. Brockhaus in Leipzig. Ein junger froher Mensch hatte den Wunsch, als erster die Quellflüsse des Amazonas im Kajak zu befahren Er ist ein alter Wasserhose, der kühn und unbekümmert schon manches Bravourstückchen geleistet hat. Herbert Rittlinger weiß genau, wenn ihm sein Faltboot, der treue Ionas, verlorengeht, ist es auch mit ihm vorbei. Aus dieser Urwelt eines Waldes, der größer als Europa ist, gibt es zu Fuß keinen Ausweg. Hart am Abarund muß er einen hinterlistigen Gesellen Niederschlagen, da ihm sein Leben lieb war. Drei finstere Caballeros trugen sich mit Mordabsichten, sie vertrieb er mit Schreckschüßen Auch fiel chn Malaria an, todeselend schob er sein Boot stundenlang vor sich her, bis zum rettenden Wasser. Aber die schönen Stunden, die ihm diese Wildnis schenkte, lohnten die Mühsal. In den Zweigen sangen kleine Affen so zart, daß er sie für Vögel hielt; Ruinen alter Inkabauten erzählten vom Glanz eines längst dahingegangenen mächtigen Reiches. Besonders schön sind die prächtigen Aufnahmen, die Herbert Rittlinger heimgebracht hat. Für untere Kinder. — „Auf guter Fahrt." Ein Jahrbuch für unsere Jungen. 4. Folge. Unterhaltung und Lebenskunde, Natur, Technik, Sport, Spiels Heimat und Dolk. 368 Seiten. Mit einer farbigen Kunstdrucktafel „Querschnitt durch ein 0-Boot". einer farbigen Tafel „Vom Steinschleuderer zum modernen Ge- chütz", einem Vierfarbendruck und mehr als 200 Photos und Zeichnungen. Seinen 6,00 RM. Verlag Kösel - Pustet, München. — (477) — „Auf guter Fahrt" ist mannigfaltig, spannend und lehrreich. Es ist ein Buch für den ganzen langen Winter, das immer wieder hervorgeholt, in dem immer wieder mit Freude und Begeisterung gelesen, studiert und gearbeitet wird. — Gerhard Scholtz: Der kleine Giese. Die Geschichte eines unbekannten Soldaten Mit Vignetten von Fritz Kredel. Halbleinen RM 1.20. K. Thinemanns Verlag, Stuttgart. — (402) — 1917 erfolgte der Abtransport aus der Garnison ins Feld. Ein junger Offizier ritt vor der Marschkolonne. Das Ausrücken des Nachschubs ging still vonstatten Der kleine Giese dachte an fein Heimatdorf, als sich der Zug in Bewegung setzte Nach dreiundzwanzig Stunden erfolgte die Ausladung. Alles war anher?, als sich die Jungen das vorgestellt hatten. Von der Front war nichts zu bemerken. — Wenig später liegt der kleine Giese im Grab Nummer 468 auf dem Ehrenfriedhof Hooglede. Don den paar Monaten dazwischen berichtet diese Geschichte, von dem Heldentum des jungen Soldaten, der selbst im Grauen der Schlacht nicht versagte. — Hugo Ramm- Die Eisfahrt. Von Seedüweln und Bangbüxen. Mit Zeichnungen von Rolf Wilde. Halbleinen RM. 1,20. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (404.) — Ein Buch von der Jugend reifer Männer, die einst als Schulkameraden sich versprachen, im 40 Lebensjahr wieder in der heimatlichen Stadt am Meer zusammenzukommen. Hugo Ramm, einer der Zurückgekehrten hat die humorvollen und dabei doch in die Tiefe gehenden Geschichten und Erlebnisse aus der Jugendzeit auf« geschrieben, an die sich die Freunde bei ihrem Wiedersehen erinnerten. Wie sie als Jungen auf einer Eisscholle fast ins Meer abgetrieben wurden. Wie sie allerhand Schabernack erfanden und die große Schlacht am Ententeich ausfochten In schlichter Weise läßt Ramm das Wesen und Unwesen der Seedüwel und Bangbüxen, der Weggenossen seiner Jugendzeit vor uns erstehen (Für 14« bis 18jäh. rige.) — Karl Theodor Haanen: Der Flie. aer-Münchhausen Freiherr von Münchhau- fen erzählt unglaubliche Fliegerabenteuer. 80 Seiten. Mit einem Titelbild und neun Vollbildern von Werner Chomton. Ganzleinen 2,50 RM. (Herold- Verlag, Stuttgart). — (442.) — Es war ein glücklicher Gedanke des durch seine Fliegerbücher rasch bekannt gewordenen Verfassers, einen „Münchhausen der Gegenwart" zu schreiben und den berühmten Stoff mit der sehr zeitgemäßen Fliegerei zu verbinden. Man muß zugeben, daß er diese Aufgabe mit Witz und Phantasie gelöst hat, so daß besonders die flugbegeisterte Jugend ihre Freude an dem Buche haben wird. — Hedwig Lohß: Hildigund und Hildulf. Eine Erzählung aus deutscher Vorzeit. Kleinoktav. 112 Seiten Mit einem Titelbild und fünf Vollbildern von Willy Planck. Ganzleinen 2,50 RM. (Herold-Verlag, Stuttgart.) — (450) — Zwei- tausend Jahre zurück führt uns diese Geschichte von Hildigund, der jungen Suedin, und von Hindulf, dem treuen und tapferen Bruder. Sie erzählt von altem Brauchtum jener Zeit, von Schmerz und Freude unserer germanischen Ahnen, von Not und Leid, die über die Sueben kamen, als Ariovist, ihr König, mit seinem tapferen Heer drunten im Elsaß von Cäsar geschlagen wurde. — Sofie Schieker- Ebe: Karin und ihr Ring. Eine Engadin-Novelle. Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer. Halbleinen RM. 1,20. K Thienemanns Verlag Stuttgart. — (403.) — Die Autorin selbst sagt darüber: Die Geschichte, die ich hier erzählen will, liegt schon lange an meinem Wege und wartet darauf mitgenommen zu werden. Ich habe sie dann und mann mit einer begehrlichen Hand aufgehoben, habe sie von allen Seiten betrachtet und habe mich wohl auch für kurze Zeit immer wieder betören lassen von ihrem vielfältigen und bunten Schimmern. „Niemand wird dir diese Geschichte glauben", sagte ich zu mir selbst. „Und wenn du zehnmal beteuerst, daß es keine erfundene Geschichte ist!" Nun sind Jahre darüber hingegangen und ich sehe heute das wahre Angesicht dieser Geschichte, die uns so seltsam und unwahrscheinlich bünfen_mag, solange mir nur nach dem äußeren Schein verlangen. Schauen mir hinter ihn, erblicken mir die unoermorrene, ernste und schlichte Wahrheit. (Für 14- bis 18jährige.) — Elisabeth Dreisbach: Wilhelma und ihre Gäste. Eine Erzählung aus dem Schwarzmald für junge Mädchen. 168 Seiten. Mit einem Titelbild und 27 Bildern im Text von Lotte Oldenburg-Wittig. Ganzleinen 3,50 RM. (Herold- Verlag, Stuttgart.) — (449.) — Das Buch erzählt, wie ein junges Menschenkind lernt, mit arbeitswilligen Händen und aufrichtigem Herzen durchs Leben zu gehen, dadurch Wertvolles leistet und bn’-nn selbst froh wird. Die herrliche Natur des Schwarz- waldes umrahmt die unterhaltende Erzählung. — Joseph-ine Siebe: Fritz Jmmer- f r o h. Eine heitere Dorfkinder-Geschichte. 96 Seiten. Mit zwei farbigen Vollbildern und 27 Text-- bildern von Prof. Hermann Stockmann. Ganzleinen RM. 3,—. Herold-Verlag, Stuttgart. — (443) — Lebenswahr und aus großer Liebe zur Heimat gestaltet die Dichterin die ländliche Umwelt von Fritz Immerfroh mit ihren Menschen, Tieren und täglichen Geschehnissen. Wir lesen mit Schmunzeln von luftigen Abenteuern und Streichen, die die übermütige Jugend verübt und machen die Bekannt- schaft vieler prächtiger Menschen. Fregattenkapitän Peter Straffer. Führer der deutschen Marinelustschiffe im Weltkriege. Vorüber sind die Zetten der Kriegsluftschiffe. Ein schnelleres und wendigeres Fahrzeug beherrscht heute den Luftraum: das Flugzeug in allen seinen Größen, Stärken und Geschwindigkeiten, mit seinen beinahe grenzenlosen Möglichkeiten nicht nur für Den Frieden, sondern auch für Zeiten des Krieges und des Kampfes. Wenn unsere Blicke heute den Jägern in den Lüften, den Bombern und den Beobachtungsflugzeugen folgen, wenn mir sie bei einer Fahrt über Land irgendmo aufsteigen sehen oder roenn mir Photos in die Hand bekommen die uns die Menge der Kampfflugzeuge auf den schwimmenden Flugplätzen, den Flugzeugträgern, zeigen, wenn demnächst der erste deutsche Flugzeugträger vom Stapel läuft, dann wird unsere Erinnerung an jene Riesen der Luft wach, die sich 1914 erhoben, um die gen Westen marschierenden Truppen zu begleiten und mit ihren wohlgezielten Bomben dem Gegner schwere Verluste beizubringen. Nicht nur die Armee, a u ch die Marine verfügte über Kriegslustschifse, die nicht weniger als 200 Angriffe und 1148 Aufklärungen durchführten. Sie bildeten das weitsehende Auge der Kampfflotte, sie standen über der Nordsee, um jedes Herannahen feindlicher Seestreitkräfte zu verhindern, sie griffen aber auch immer wieder England an, das sie zwangen, eine riesige Luftverteidigung für die Inseln zu schaffen, die nicht weniger als 500 000 Mann der Front entzog, ganz zu schweigen von den Munitionsvorräten, die an den Küsten gestapelt werden mußten, von den Scheinwerfern, die nicht an die Front abgegeben, sondern in Der Umgebung aller wichtigen Städte ausgestellt wurden. Flugzeuge in erheblicher Zahl mußten wegen der deutschen Marinelustschiffe auf den Inseln bleiben. Die britische Marine mußte zum Schutze der ständig aus der Luft bedrohten englischen Süd- Südost- und Ostküste ganze Kriegsschittgeschwader mit rund 200 Offizieren und 20 000 Mann allein für den Küstenschutz bereithalten. Der Mann, der die deutschen Marineluftschiffe befehligte, der diese Waffe aufbaute, sie immer wieder ansetzte und auch selbst Angriffe befehligte, war der 1918 zum Fregattenkapitän ernannte „FdL." Peter Strasser, der Führer der Luftschiffe Er, der wie jeder andere Seeoffizier Dienst an Bord der verschiedensten Kriegsschiffe tat, bevor er mit den Luftschiffen in Berührung tarn', interessierte sich lebhaft für die Zeppeline Ihm sihwebtt die Idee vor, sie m großem Umfange der Kriegsmarine nutzbar zu machen. Auf dem Luftschiff „Sachsen" lernte er wie jeder anDere Lust- schsiser. Etwa zur gleichen Zett setzte sich Prinz Heinrich lebhaft dafür ein, auch die Marine am (Scherl-Bilderdienst-M.) Luftschiffen zu beteiligen, nachdem man ftch entschieden hatte, das Heer mit einigen dieser Fahrzeuge auszurüsten Aber mehrere Jahre vergingen. bis das erste Schift in Auftrag gegeben unb ein M flrincluftfdpffbetadjement mit Dem Standort Johannisthal bei Berlin ae- fdyaffen mürbe „L 1", das erste Marineluttschiff unter Kapitanleutnant Hanne erhielt aber bald Nordholz bei Cuxhaven als Station angewiesen. (Es geriet am 9 September 1913 mit Kommandant und Mannschaft über der Nordsee in Verlust ®°.^en später erlitt „L 2" em ähnliches ^^1. Niemand kehrte zurück. Inzwischen war der Auftrag für den Bau von „L 3" hi naus- gegangen, gleichzeitig wurde Korvettenkapitän Petex Strasser mit der Leitung der vergrößerten Marineluftschiffabteilung betraut. Damit wurde ihm Die Gesamtführung aller noch zu bauenden Luftschiffe übertragen. Strasser, den niemals der Glaube .an seine Luftschiffe verließ, auch nicht, als die Verlustziffern immer größer wurden und eine Katastrophe die andere ablöste, gin- mit Feuereifer daran, Der Marine eine Luftschisswaffs zu geben, die sich sehen lassen konnte. Bei Kriegsausbruch, der für ihn und fein Vorhaben viel zu früh kam, besaß er nur ein Schiff, aber drei ausgebildete Besatzungen und bereits eine Fülle von Erfahrungen. Nichts ließ er bei dem nun einsetzenden stürmischen Aufbauwerk außer Acht, um Den Schiffen alles zu geben, was geeignet fein konnte, Deren Leistung zu steigern. Ader Strasser, Der Dann vor dem Feinde fiel, war nicht der Mann der nur Pläne entwarf, er ging hinaus, wenn es galt, einen neuen Gedanken - zu verwirklichen. So wäre er beinahe beim Ausprobieren eines Spähkorbes ums Leben gekommen. Dieser Korb sollte aus Der Gondel herausgelassen und bei starker Wolkenbildung durch Die WolkenDecke hindurchmanövriert werden. Ein Späher im Korb hatte seine Entdeckungen telephonisch dem über Den Wolken segelnden Luftschiff mitzuteilen. Beim Erproben dieses Korbes, Den Strasser als erster bestieg, rollten Die Seile nicht richtig ab, so Daß Der Korb sich schief stellte, bann aber plötzlich ruckartig viele Meter in Die Tiefe sauste. Strasser, Der von allen Männern Der Marineluftwaffe Den höchsten Einsatz forderte, zögerte niemals, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, sei es, wie hier, beim Erproben einer neuen Einrichtung ober bei einer Angriffsfahrt gegen England, mit leuchtendem Beispiel voranzugehen. Unter seiner Führung wurde bas Marineluftschiff zu einer scharfen Waffe, die alle fürchteten Die mit ihr Bekanntschaft machten. Er erreichte daß alle drei Wochen ein neues Luftschiff in Dienst gestellt wurde Allerdings war auch Der Abgang an Luftschiffen recht erheblich. Natürlich war Straffer bestrebt, den Lufttchiffen eine stets, wachsende Geschwindigkeit und vor allem auch Steigfähigkeit zu geben, zumal die Engländer immer leistungsfähigere Abwehrflugzeuge heraus- brachten. L 1 hatte ein Fassungsvermögen von 22 500 cbm, L 57 von 68 500 cbm; bei L 1 hatten die drei Motoren eine Antriebskraft von je 160 PS bei L 7 waren es sieben Motoren nut je 260 PS' L 3 bis L 8 brachten es auf eine Steigeleistuna bis ZU 2500 Meter. £ 71 konnte bis 7000 Meter hoch steigen. Insgesamt wurden für die Marine 78 Luftschiffe gebaut, für Angriff und Aufklärung kamen aber nur 72 Schiffe in Frage. 52 Luftschiffe gingen verloren, unb zwar 26 Schifte durch feindliche Einwirkung, 14 Schiffe durch Unwetter und 12 Schiffe durch Explosion. 17 Schifte wurden außer Dienst gestellt. 9 Schifte waren am 9. November 1918 vorhanden. Auf der B e r l u st l i st e Der Marinelustschiffahrt stehen Die Namen von 40 Offizieren, Darunter Der Name Strassers, und von 396 Deckoffizieren, Unteroffizieren und Mannschaften. Aus Den Einzelunternehmungen Der Marinelustschiffe wurden vom Herbst 1915 ab GeschwaDer- an griffe auf England, die ein Jahr später mit nicht weniger als zehn Luftschiffen durchgeführt wurden. Immer und überall war Straffer die treibende und zündende Kraft, immer war es Strasser, der seine Lustschiffe hinausschickte, um Dorpostendienst für die Küsten der Heimat zu versehen oder feindliche Schiffe unD Anlagen an den englischen Küsten zu zerstören. Strasser fand bet einer dieser Angriffsfahrten den Heldentod. Im Juni 1918 wurde L 70 in Dienst gestellt. Es war das schnellste bis dahin gebaute Schiff. Bei einer Probefahrt erreichte es eine Geschwindigkeit von fast 140 Kilometer. Kommandant wurde Kapitänleutnant Lößnitzer. Dieses Schift setzte der in- zwischen zum Fregattenkapitän beförderte Führer der Luftschiffe, Strasser, mit vier anderen Schiften zu einem Geschwaderangrift, an Dem er sich an BorD von L 70 beteiligte, auf Die großen Munitionsfabriken Englands an. Wie sich später herausstellte, hatten die Engländer 33 Flugzeuge auf- steigen lassen, die sich Den Zeppelinen entgegenwerfen sollten Unter diesen Maschinen befanden sich ganz neue Hochleistungsmaschinen. Eines dieser Flugzeuge kam bis 5200 Meter hoch und konnte hier L 70 von vorn mit Brandgeschossen angreifen. Das Luftschiff fing sofort Feuer und stürzte ins Meer, wo Peter Straffer mit seinen Getreuen den Tod in den Wellen unter einem glühenden und brennenden Wrack fand Deutschlands Marineluftflotte hatte ihren Führer verloren das Rückgrat war ihr gebrochen. Der Chef der Hochseeflotte, Admiral Scheer, widmete dem Toten folgenden Nachruf: „Das Luftschiff, von Graf Zeppelin mit Erfindergeist und zähem Ausharren geschaften, ist von Fregattenkapitän Peter Straffer als Führer der Lufftchifte in nie erlahmendem Schneid, allen Rückschlägen zum Trotz, zu einer scharfen Ängriftswaffe gestaltet. Den Geist, Den er auf vielen Angrifts- fahrten in seiner Waffe großzog und hochhielt, hat er nun mit dem Heldentod über England besiegelt. Wie Graf Zeppelin als Erfinder fortleben wird in des dankbaren deutschen Volkes Gedächtms, so bleibt unvergessen Fregattenkapitän Straffer, der die Luftschiffe zum Siege geführt." M-Ük y gehört t > * iit M f «it Ä $ori tage Des M Wehnacht groß (Heine) Brot. . das kommende c Speicher unb 6 h$Cr‘ „Weihnaii verheißt c Entsprechend t bauer: , „Wenn 5 fo gibt t fffriMnnifd) . Weibnacht kalt, ebenfalls in Ti die Weibmchter den Pest any Weihnachtstaqe wartet der Bar am Cbrifttaq mi fett." Mer der! nen Winterwei schaut unb Die ! «sich für einet H nMgefällig: von Schn ®n Blüten!" so bringt 3n Oesterreich DCr5‘ „Zu Wer! bringt Fr unb in dk hingegen -1 Harer Wintervo! - schüttelt der < ts bis jetzt mdi „Grüne l bedeckt u Der Kölner ttftMag), ne trnnntf von „P Die Sudeten sage, die den Mt am ohne 2 daß bi Gieße Eugen Bi Aus dem Di s>nd Wettsetzm -dodart als '>usehen, daß i Konverfationsstj ■n Der Partie d iQDQlier« in fl Mie" fortb Maralterifie der Op ä** ei tet; DL- »""Meta-J K LZ M m rJN torlos SÄ >° N A werd Älci' M fJ, wer K «9- wich A die Nö'd) hij f5a|i0) VI. nr. 286 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 7. Dezember (938 Verkehrserziehung - eine dringende Aufgabe der Vehörden! Konirottfahri in der Nähe von Gießen bringt in wenigen Nachmiitagsstunden wieder eine Reihe von Verkehrssünden an den Tag« Aus der Stadt Gießen. Dezember im Volksmund. Zu den „Vortagen" des Dezember, d. h. zu den Tagen, die beim Wetterorakel besonders beobachtet werden, gehört der 13. 12., St. Lucia geweiht. Man sagt mit Hinblick auf das wichtige Ereignis öer Wintersonnenwende: „Lucia macht die längste Nacht". Das will uns wundevnehmen; denn der kürzeste Tag und die längste Nacht fällt doch nach bem Kalender auf den 22.Z23. 12. Man muß aber bedenken, daß vor Einführung des Gregorianischen Kalenders der „Lucientag" auf den 23. 12. fiel: und zäher, konservativer Bauernsinn Hot diese Überlieferung beibehalten. Daraus erklärt sich auch dies andere Bauernwort: „Von St.. Lucia bis zur Heiligen Nacht — der Tag sich nun einen Hahnenschrei länger macht." Die Tho-masnacht vom 20. auf den 21. 12. — Thomastag ist der 21. Dezember — gehört zu den längsten, dunkelsten Nächten des Jahres. Deshalb galt sie im Volksglauben als „nicht ganz geheuer". Da geht das wilde Heer um, und alle bösen Geister sind los. Wenn man noch heute in Tirol gerade am Vorabend der Thomasnacht die Weihnachtslebkuchen backt, so könnte das wohl eine unbewußte Erinnerung an heidnische Sonnwendopfer sein. Natürlich gilt die Weihnachtszeit als besonders bedeutsam für die Bauernregel und was damit zusammenhängt. Sogt man schon für die Vortage des Christfestes in alemannischen Gauen: „Vor Wiehnacht großi Wasser — nach Johanni chlyni (kleine) Brot!", so gilt allgemein dieses Orakel für das kommende Erntejahr: „Weihnacht naß — leert Speicher und Faß"; hingegen heißt es zuversichtlicher: „Weihnacht gefroren, hell und klar verheißt ein gutes Weinfohr!" Entsprechend dieser Winzerregel reimt der Ackerbauer: „Wenn's Weihnachten flockt und stürmt auf allen Wegen, so bringt das den Feldern großen Segen!" In Oesterreich gilt dieser prophezeiende Bauern- vers: „Zu Weihnacht Vollmondschein bringt Frucht in die Scheuern ein und in den Keller guten Wein!" Hingegen — und das paßt ganz gut dazu, denn klarer Wintervollmond deutet auf Hellen Frost hin — schüttelt der Westfale bedauernd den Kopf, wenn es bis jetzt milde, trüb, unverschneit geblieben ist: „Grüne Weihnachtsfeier bedeckt mit Schnee die Ostereier!" Der Kölner stimmt zu: „Ne gröne Kreßdog (Christtag), ne wiße Poschdag." Letzteres Wort kommt non „Passah", im Sinn von Ostern. Die Sudetendeutschen haben diese Wettervoraussage, die den Rebbauern erfreut, wenn sie eintrifft: Jll am Abend die Christnacht klar, ohne Wind und Regen, nimmst aber wahr, daß die Sonne des Morgens hat schönen Schein, so gibt es im kommenden Jahr viel Wein!" Alemannisch ist dieser tröstliche Vers: „Ist die Weibnacht kalt, kommt der Frühsing bald!" Und ebenfalls in Südwestdeutschland sagt man: „Sind die Weihnachten grün, kannst du noch nach Ostern den Pelz anziehn." Sind die Schweine um die Weihnachtstage noch nicht gut im Sveck, so erwartet der Bauer nicht mehr viel von ihnen: „Was am Cbristtag mager ist, wird nachher auch nicht mehr fett." Aber der Obstbauer freut sich, wenn er an schönen Winterweibnachtstagen zum Fenlter hinaus schaut und die Bäume in Schnee verpackt sieht, wie es sich für einen rechten Christtag schickt. Dann sagt er wohlgefällig: „Sind die Bäume zur Weihnacht weiß von Schnee, so sind sie im Frühjahr weiß von Blüten!" W. L. Gießener Giadttheaier. Eugen Bodart: „Spanische Nacht." Auf dem Wege zu einer neuen Durchgestaltung und Wertsetzung der heiteren Oper ist Eugen Bodart als ein interessantes Beispiel dafür anzusehen, daß die Entwicklung eines musikalischen Konversationsstils, wie ihn etwa Richard Strauß in der Partie des Ochs von Lerchenau im „Rosenkavalier" in feinen Ansätzen zeigt, ihn in der „Ariadne" fortbildet und im „Intermezzo" zu reifer Charakterisierungskunst hinführt, wieder auf die Anfänge der OperiUunst zurückgreift. Denn der deklamatorische Stil der Florentiner Opern (1600) hatte mit feiner Behandlung des Wortes im neu- gefchaffenen Rezitativ ein besonderes, der Oper zu- kommendes Ausdrucksmittel feftgelegt. Nachdem die Möglichkeiten für das moderne Musikdrama mit seiner Orchestersymphonik ausgeschöpft waren, mußte man, wie Richard Strauß, neue Ansatzpunkte zu gewinnen versuchen. Dem folgt auch Bodart. Das erscheint für die „Spanische Nacht" stark durch den Text bedingt. Ein heiteres Spiel in Anlehnung an Heinrich Laube läßt wechselvolle Situationen vor dem Hörer abrollen, in schneller Flucht der Verwicklungen, zugespitzt, pointiert, als ein Zusammenballen und Aufeinanderplatzen, das sich zum Schluß doch in Wohlgefallen löst. Graf Carlos, ein junger Dragoneroffizier, hat sich von seinem Truppenteil unerlaubterweise entfernt, um seine Geliebte Isabella, die Nichte des Barons, zu besuchen. Von einem verunglückten Liebesabenteuer ist der Hauptmann der Stadtwache in das Grundstück des Barons gefluchtet. Mit einem Lügenmärchen gewinnt er hier das Mitleid des Barons, und soll für eine Nacht in dessen Hause beherbergt werden. Carlos hat sich zu gleicher Zeit zum Stelldichein eingefunden und „beide Gäste" des Hauses werden durch einen Zufall vertauscht. Im Hause ergeben sich dann die verfahrensten Situationen, die sich dramatisch zuspitzen. Der Oheim muß schließlich seine Einwilligung zur Vereinigung des Paares geben, weil der Hauptmann um des Barons verschwiegene Wege weiß. Voll Situationskomik, kapriziös, kühn, prickelnd, spritzig, schäumend, spielt sich die von Buffogeist getragene Handlung ab. Nur wenige Ruhepunkte sind lyrischem Verweilen gegeben. Da muß der Musiker in Schlagfertigkeit und Situativ nssicheriheit jedes neue Moment auffangen und dem schnellen Wechsel der jeweiligen Stimmung engstens folgen. So ist für ihn der leichte, bewegliche Konverfationsstil geboten, der mit sicherem Griff die musikalische Illustration zum Wort gibt,, ohne dabei ouj die Verkehrskontrolle! Kein Schreckenswort für den Kraftfahrer, Radler oder Fuhrwerkslenker, der „seinen Kram in Ordnung" hat. Aber ein peinlicher Klang an das Ohr derjenigen, die bewußt Verkehrssünder sind. Oder ein unangenehmes Ereignis für diejenigen, denen dieses Geschick wie ein Blitz aus heiterem Himmel widerfährt. Am gestrigen Dienstagnachmittag und -abend konnten wir über diese drei Gruppen von Verkehrsteilnehmern wieder einmal allerlei Betrachtungen anstellen. Wir begleiteten den Verkehrsdezernenten beim Kreisamt Gießen und feine Gendarmerie- beamten auf einer Verkehrskontrollfahrt, die an mehreren Stellen in der unmittelbaren Nach- barfchaft von Gießen überraschend die Kraftfahrer, die Radler und die Fuhrwerkslenker unter „das Auge des Gesetzes" brachte. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Es war für den Beobachter geradezu erschütternd, feststelten zu müssen, mit wieviel Leichtfertigkeit und Mißachtung der elementarsten Erfordernisse der Verkehrssicherheit viele Kraftfahrer, Rodler und Fuhrwerksbesiher sich immer noch auf der Landstraße bewegen. Die erhebliche Mehrheit aller kontrollierten „Fälle" machte Beanstandungen, zum Teil sogar sehr ernster Art, erforderlich. Es waren nur verhältnismäßig wenige Männer und Fahrzeuge, die mit der Feststellung: „Geprüft und in Ordnung befunden" die Schauplätze der Kontrolle verlassen konnten. Und aus diesem Ergebnis muß der unbefangene Beobachter erneut die Schlußfolgerung ziehen, daß die Verkehrskontrollen zwingende Notwendigkeiten im Interesse der allgemeinen Verkehrssicherheit auf unseren Landstraßen sind und daß dabei auch keine falsche und sentimentale Rücksichtnahme am Platze ist, wenn man nicht die große Aufgabe, den Fahr- und Dander- verkehr auf den Landstraßen so weit wie nur irgend möglich mit Sicherheit auszustalten, gefährden will. Unter diesem Gesichtspunkt mögen die gestern wieder erwischten Verkehrssünder die Angelegenheit betrachten. Dann werden sie wohl zu der Ansicht kommen, daß diese Kontrollmaßnahmen den Erfordernissen des allgemeinen, also auch des persönlichen Schutzes dienen. Kontrollstelle bei Ovpenrod. Wir fahren zunächst zu einer Kontrolle auf der Landstraße Gießen—Reiskirchen bis an den Straßenabzweig nach Oppenrod. Hier, an dieser bergigen Stelle, find gute Möglichkeiten gegeben, um die Fahrzeuge nach den verschiedensten Gesichtspunkten unter die Lupe nehmen zu können. Nur wenige Minuten halten wir einsam an dieser Stelle, da beginnt auch schon die „Arbeit". Bremslicht nicht in Ordnung. Zunächst wird ein Lastauto vorgenommen. Auf den ersten Blick ergibt sich, daß von dem gesetzlich vorgeschriebenen Funktionieren des Bremslichtes gar keine Rede ist. Der Mangel bringt dem Fahrer eine gebührenpflichtige Verwarnung ein (Kostenpunkt 1 Mark, sofort zu bezahlen), für den Fahrzeughalter folgt noch eine Anzeige. Zwei rNanner und zwei Koffer auf einem Kleinkraftrad. Kaum ist das Lastauto abgefertigt da kommt eine „tolle Fuhre" heran. Der bekannte Stab mit lockende Farbigkeit des Milieus einzugehen. Die Partitur bietet interessante Einzelheiten, wenn auch nicht immer in erstmaliger Fassung, mit Pointierung in der rezitativartigen Durchbildung des Dialogs, leicht beschwingt, anmutig graziös die heitere Sphäre einfangend, aber auch ebenso von dramatischer Zuspitzung. Es schillert, sprüht und leucht-'t schlaglichtartig im Orchester auf; aber Bodart weiß auch die oerfonnenen Situationen mit fliehendem Melos auszuschöpfen und ganz besonders die einzelnen Personen entsprechend ihrer geistigen Haltung und im jeweiligen Lichte der Handlung zu zeichnen. Er erweist sich so als ein versierter Musiker, der Bewährtes mit wachem Auge und offenem Ohr in sich aufgenommen hat und zu nützen weiß. Der Text gibt Eugen Bodart Gelegenheit, jede .der Hauptpersonen in einer Einzelszene durch das Musikalische erkennen zu lassen: Den Baron in der Verliebtheit des Alters mit seinem Blumenorakel; den Hauptmann in seinem Monolog über die Treulosigkeit seiner (Beliebten, mit Ironie und dennoch lyrischem Einschlag; Floretta, die Zofe, mit ihrer kecken Lebensauffassung; im Gegensatz zu ihr Isabella in der Innigkeit des Gefühls der Eingangs- fzene und im Wechsellicht mit Floretta in dem Duett „Mit weichem Schleier deckt die Nacht uns zu". Dem sehnenden Erwarten höchsten Glaubensgefühls gibt Carlos in seinem Monolog am Schluß des ersten Aktes Kündung. Voll feiner Charakterisierung der Einzelpersonen, gesättigt im lyrischen Ausdruck, ist das kurze Ensemble im letzten Akt. Entscheidend für den Erfolg der Oper wurde das gelöste Spiel der Darsteller, die, jeder für sich, in der durch ihren Typus festgelegten Richtung, Eigenleben entwickelten, und gerade die Szenen des pointierten Wortgefechtes dem Zuschauer nahebrachten. (Spielleitung: Hans Geißler.) Dem leichten Parlando, dem ständigen Umspringen der Situation, kam Paul Walter mit treffsicherem Sich-Umstellen und schnellem Mitgehen in der Flucht der Ereignisse entgegen. Die Fäden der ständigen Verbindung vom Orchester zur Bühne fnüpfte er eng, und so wurde der schwingende Nerv des Musikalischen zum Lebenselement der Handlung. Nachgiebig, sich anpassend, blühte das Orchester an den lyrischen Stellen zu schönem Klang auf bei Entfaltung der instrumentalen Eigenwerte. Isabella ist Trägerin des lyrischen Momentes, das bestätigte Eva Eckert in leidenschaftlichem Aufwallen der Liebesfehnsucht mit weit geschwungener Linie der Kantilene, die sich über das starktön ige Orchester wölbte. Bei aller Empfindsamkeit wußte sie schlagsicher im Spiel den rechten Augenblick abzufangen und sich als Standespersou gegen« übLL del. .FloiLlla Fo.LnaUsä) pudern Schild „Halt! Polizei!" bringt die Fahrer sofort zum Stehen. Es ist ein Kleinkraftrad. Darauf sitzen zwei junge Männer mit zwei anständigen Koffern vor sich bzw. zwischen beiden. Der eine Koffer ist so „verstaut", daß er vom Sitz des Fahrers aus bis über die Mitte der Lenkstange hinausreicht. Der Soziusfahrer hat feinen Koffer zwischen seinem Leib und dem Rücken des Fahrers untergebracht. Selbst ein krasser Anfänger muß hier feststellen, daß bei dieser „Fuhre" von Verkehrssicherheit nicht die gering st e Spur vorhanden ist. Wenn diese Fahrer bet der Begegnung mit einem Auto beim Ausweichen: ins Rutschen gekommen wären, hätte es unzweifelhaft einen folgenschweren Sturz gegeben, bei dem leicht Menschenleben vernichtet worden wären. Die Gendarmerie ließ aus besonderen Gründen hiev noch eine gewisse Milde walten und erteilte dem! Fahrer eine gebührenpflichtige Verwarnung (eine* Mark, sofort zu bezahlen), während der Sozius- fahrer absteigen und seinen Weg nach Oppenrod Das Geheimnis der Marneschlacht 1914 Interessanter Vortrag vor alten Soldaten in Gießen. Die Kreiskriegerführung Gießen im NS.-Reichskriegerbund hatte die Kameraden der Gießener Kameradschaften des Reichskriegerbundes am gestrigen Dienstagabend zu einem Vortrag in den Saal des Cafe Leib eingeladen. Im Mittelpunkt des Abends stand eine Aufklärung über das große Rätsel der Schlacht an der Marne im September 1914. Der Adjutant des Kreiskriegerführers, Kamerad Weber, begrüßte zu Beginn des Abends die zahlreich erschienenen Kameraden und Kameradenfrauen, vor allem auch als Vertreter des Kreisleiters, den Pg. P i p p c r. Dann sprach Kamerad Schriftsteller W. Kunde über das Thema „D a s Geheimnis der Marneschlacht 19 14". In etwa zweistündigem Vortrag gab der Redner den mit großer Spannung lauschenden Hörern ein weitgefaßtcs und in allen Teilen bis zum letzten Punkt erschöpfendes Bild jener deutschen Tragik an der Marne im September 1914. Er ging mit fteefjt von dem bedauerlichen und verurteilenswerten Versagen des Reichstages der Vorkriegszeit aus, der in keiner Weife die erforderlichen Mittel zur vollen Ausschöpfung der deutschen Wehrkraft und zum Ausbau des damaligen Heeres bereitgestellt hat, sich vielmehr diesen dringenden Notwendigkeiten mit geradezu unfaßbarer .Kurzsichtigkeit verschloß. Dieser Mangel an deutscher Bereitschaft machte sich schon beim Kriegsbeginn darin geltend, daß Frankreich mit weit geringerer Bevölkerungszahl erheblich mehr Soldaten ins Feld schicken konnte, als Deutschland mit seiner größeren Volkszahl. Weiterhin lenkte der Vortragende die Aufmerksamkeit der Hörer hin auf die Außerachtlassung des Schlieffenschen Aufmarschplanes für den Fall des Zweifrontenkrieges und insbesondere auf die völlige Verneinung des Schliefsenschen Grundsatzes: Macht den rechten Flügel stark! Anstatt dieser zwingenden Forderung zu entsprechen, wurde von unserer damaligen Heerführung der linke Flügel stark gemacht, durchaus unnötig und unzweckmäßig, wahrend der rechte Flügel nicht nur sehr schwach blieb, sondern auch immer in der Luft hing. An Hand von zahlreichen Kartenskizzen und Bildern gab der Vortragende dann eine Uebersicht über die Entwicklung der großen Kriegshandlungen im Westen, wobei er den Einsatz der verschiedenen Heeresgruppen in kurzen und sachlich genügenden Umrissen kennzeichnete. Damit leitete er den Blick hin auf die Entstehung und den Verlauf der Schick- falsschlacht an der Marne, die er in engste Parallele stellte zu der großen Schlacht unserer 1. Armee» unter Generaloberst von K l u ck gegen die aus) Paris vorgebrochene französische Umsastungsarmee« An Hand vieler Einzelheiten führte der Vortragende! den überzeugenden Nachweis, daß Klucks Armee den überraschend aufgetauchten französischen Feind vollkommen geschlagen hatte und auch das Ringen aiti der Marne einen vollen Sieg der deutschen Waffen darstellte. Um so unbegreiflicher war es dann, das; durch völlig falsche Nachrichten und durch vollständig verkehrte Entscheidungen bei der Obersten deutschen Führung ein durchaus unzutreffendes Bild der Lage entstand, das zur Folge hatte, daß unsere deutsche Armee von ihrer eignen Führung „aus einem vollen deutschen Siege zum Rückzug auf der ganzen Linie geführt" wurde. Der Vortragende machte hierfür eine Reihe von Angaben, aus denen zu entnehmen war, daß bet der Obersten deutschen Heeresleitung und auch in einigen Armeeoberkommandos nicht die richtigen Männer, d. h. kranke Persönlichkeiten an der ausschlaggebenden Stelle standen, anstatt hier Männcv mit vollster Gesundheit handeln zu sehen. Vor allem aber schilderte er eingehvyd die verhängnisvolls Rolle des damaligen Abgesandten des Hauptquartiers, des Oberstleutnants H e n t s ch , dessen Persön-- lichkeit und Wirken nach der Schilderung des Vortragenden für jeden unbefangen urteilenden Menschen geradezu als unverantwortlich und mehr als rätselhaft gelten muß. Für das Wirken dieses Mannes machte der Vortragende einige Hinweise auf bie- Hintergründe geltend, die als Ausgangspunkt dieser verhängnisvollen Persönlichkeit anzusehen wären; nämlich das Weltjudentum und die Weltfreimaurerei. Der Vortragende betonte, daß mancherlei Anhaltspunkte für gewisse Zusammenhänge Hentschs mit diesen überstaatlichen Mächten sprechen und auch nur so mancherlei erklärt werden kann, was sonst in höchstem Maße unfaßbar erscheint. Diese Vorwürfe beschränkte der Redner aber ausdrücklich nur auf die Persönlichkeit Hentschs. Zusammenfassend gewann man den Eindruck, daß bei jener Schicksalsschlacht mancherlei Faktoren des deutschen Volkes zusammengewirkt haben, am folgenschwersten aber die geradezu als intrigant zu bezeichnende Rolle Hentschs gewesen ist. Der deutsche Feldsoldat und das deutsche Offizierkorps der Front dagegen haben ihre vollste Pflicht und Schuldigkeit getan und sind Sieger in allen Schlachten gewesen. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für den ausgezeichneten Vortrag, der durch viele Lichtbilder be- reichert wurde. zeichnen. Hier zuckte und sprühte es, hier war Frauenlist und situationssicherer Instinkt die Grund- Das Spielzeug der Erwachsenen. läge eines natürlichen, behenden Spiels, keck und doch reizvoll, leicht und beweglich im Einsatz der stimmlichen Mittel. Den stürmischen Liebhaber Graf Carlos gab Ernst August Waltz mit voller Entfaltung seiner stimmlichen Mittel. Jedoch im leichten Parlando erschien seine Stimmgabe etwas schwer. In seiner ganzen Haltung vermißte man zuweilen den Einklang seiner Gebärden mit seiner dienstlichen Stellung. Wie Spiel und Standesverpflichtung zur Einheit darstellenden Ausdrucks zusammenfließen, bestätigte Gustav Bley als Hauptmann der Stadtwache. In jeder Lage war er selbstbewußt als Abenteurer, Aufschneider und als Offizier, ahne den geringsten Anschein billiger Komik, stets ritterlich, temperamentvoll, mit leiser Ironie, und doch beherrscht. In geradezu überlegener Weise gab er das fließende Parlando mit einer selbstverständlichen Natürlichkeit, jedes Wort sinngemäß, dynamisch und klanglich ab- gestuft. Dabei stets bereit, hohes gesangliches Können in den Dienst seiner Aufgabe zu stellen. Dem Baron mag nach Text und Musik ein gewisses Maß von Unbeholfenheit und Poltergeist zu eigen fein; aber er darf die Standeswürde nicht verleugnen. Ein biftingierter Zug muß ihm das Gepräge geben. Das ließ Herbert H i r ch e trotz aller Lebenbigkeit seiner Darstellung vermissen. In Milieuverbundenheit hatte Karl Löffler bie Bühnenbilber ganz auf den Geist der Handlung abgestimmt. So verstärkte sich die Illusion des hereinbrechenden Abends durch den Fernblick, unterstützt durch eine sorgfältig geführte Beleuchtung (Remigius Konen). Das Haus folgte mit sichtlichem Interesse dem heiteren Spiel, und starker Beifall rief zum Schluß auch den anwesenden Komponisten auf die Bühne. Dr. Hermann Hering. Hochschuinachnchien. Professor Dr. Paul Diepgen, Ordinarius für Geschichte der Medizin an der Universität Berlin, vollendete sein 6 0. Lebensjahr. 1909 habilitierte er sich in Freiburg und wurde 1915 dort zum ao. Professor ernannt. 1920 wurde er Ordinarius, 1929 wurde er in gleicher Eigenschaft nach Berlin berufen. Professor Diepgen ist Mitglied verschiedener deutscher und ausländischer wissenschaftlicher Gesell- schäften. Unter seinen Büchern sind besonders zu nen „Die politische Entwicklung der Völker und bie Medizin", „Geschichte der Medizin", „Medizin im Mittelalter", „Volksheilkunde und wissenschaftliche du soziales Medizin". Die Mitglieder der „Englischen Gesellschaft von Sammlern von Modettsoldaten" haben kürzlich ihre Jahresversammlung, die zahlreich besucht war, in einem Londoner Hotel abgehalten und der Welt mie^ ber einmal gezeigt, daß bie winzigen Soldatenfiguren, bie man gemeinhin als eine Angelegenheit fürs Kinberspielzimmer ansieht, auch vielen Erwachsenen Anlaß zur Beschäftigung geben, bie sie selber jeben- falls sehr ernst nehmen. Die Mitglieber bringen zu ber Versammlung ihre neuesten Leistungen in ber Modellierung der kleinen Soldatenmobelle mit und erzielen damit allgemeine Bewunderung. „Unsere in allen Einzelheiten genau ausgeführten Modelle von Soldaten aus allen Zeitaltern", erklärte ein Teilnehmer stolz, „sind sogar für die wirklichen Soldaten von großem Wert." Es sind zum Teil in der Tat kleine Meisterwerke, die hier gezeigt werden. Ein Mann hat ein ganzes Schlachtdild nach Meissoniers „Friedland 1807" auf- gebaut, und. er erzählt dazu, daß er sich nur schwer vom Modellieren megbringen könnte. Es sei geradezu eine Besessenheit, die ihn gepackt habe, nachdem er vor drei Jahren begonnen und in schrankenloser Begeisterung sorgfältige Studien gemacht habe. Er bliebe auch immer zu Hause und arbeite mit Blei unb Farbe, so daß auch seine Frau sehr zufrieden damit fei. Ein anderer, ein Schullehrer, hat mit Modellsoldaten seit frühester Kindheit „gespielt". „Mein Vater hat mich in diese Liebhaberei einge« führt. Ich gehöre dem Territorialheer an unb bilde dieses mit größter Genauigkeit in den Einzelheiten nach; später hoffe ich zu 'dem regulären Heer zu kommen." Ein Angestellter einer Versicherungsfirma hat durch seine Liebhaberei einige Schwierigkeiten in seinem Büro, in dem alle, auch bie Schreiberinnen, sich darüber lustig machen. Er ist dazu gekommen, als er für feinen kleinen Sohn einige Soldaten angefertigt hatte, bie ihm aber zu gut für den Jungen erschienen, und jetzt bringt er alle seine Freizeit bamit zu. Der Chef einer großen Pelzfirma tn der City zeigt kaum drei Zentimeter bohe farbige Modellsoldaten mit Stolz; es hat zwölf Stunden Arbeit mit dem Vergrößerungsglas bedurft, eine so hohe Vollkommenheit zu erzielen. Da werben Uniformen aus ber Zeit um 1740 getreu nachgebildet, für die man ein Buch verwendete, von dem es nur noch vier Exemplare gibt; eins davon gehörte dem König unb wurde erst nach monatelang™ Nachforschungen aufgestöbert. Besonders hob dieser Freund der Modellsoldaten hervor, daß sie bei ihrem Spiel auch die militärische Taktik lernten und daß die Modelleure, Jahre bevor man ernsthaft tm Kriegsamt daran gedacht hätte, mechanisierte Trup, pen bei ihren Soldatenjpieka benutzt hätten. B« Leichtfertiger Motorradler. Wieder wird ein Motorradler erwischt, der keine ordnungsmäßigen Papiere besitzt. Der Führerschein fehlt, die Zulassungsbescheinigung ebenfalls. Das Hintere Kennzeichen an der Maschine ist nicht be« leuchtet, Rückstrahler fehlt auch. Der junge Mann aus Großen-Linden muß die Ventile herausschrau- den, dadurch die Luft aus den Schläuchen heraus- losien und darf seine Maschine nach Großen-Linden drücken. Zur Strafanzeige wird er natürlich notiert. Personen ohne Sitzgelegenheit milgeführk. Auf einem Lastkraftwagen hockt im Kastenaufbou ohne Sitzgelegenheit ein junger Monn. Dieses verbotene Mitführen von Personen bringt dem Fahrer eine gebührenpflichtige Verwarnung mit 1 Mark Kosten ein. Londwirtschafkliche Fuhrwerke beiderseits beleuchten. Ein landwirtschaftliches Fuhrwerk fahrt in Richtung Großen-Linden und hat nur an einer Seite des Wagens Laternenlicht. Nach der Vorschrift müssen derartige Fahrzeuge aber an beiden Seiten beleuchtet sein. Der Mangel hat eine gebührenpflichtige Verwarnung mit 1 Mark Kosten zur Folg«. Radfahrer werden belehrt. Neben all diesen „Fällen" werden auch die Radfahrer sorgsam beguckt. Einige kleinere Mängel an einzelnen Fahrrädern werden mit einer Ermahnung an die Radler ausreichend gerügt, dazu wird ihnen eine kurze Belehrung zuteil. Im großen und ganzen muß man feststellen, daß bei den Radfahrern die Maschinen in Ordnung waren. Manche Kraftfahrer sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Zwischen den großen Straßen. Bei einer Ouerfahrt von der großen Straße über Großen-Linden hinüber zur großen Straße durch Steinbach wird zwischen Leihgestern und Watzenborn-Steinberg ein Motorradler erwischt, der andauernd auf der linken, also bet' falschen Seite fährt. Zu seiner Entschuldigung gibt er an, die rechte Straßenseite sei in sehr schlechtem Zustand. Damit kommt er aber nicht durch, denn auch die linke Straßenseite ist nicht viel besser. Ergebnis: gebührenpflichtige Verwarnung 1 Mark Kosten. Kontrolle vor Steinbach. Um die Abendbrotzeit stehen wir auf der Land- straße vor Steinbach in Richtung Gießen. Ein Lastauto, das angeblich aus Der Reparaturwerkstatt kommt, wird angehalten. Das Bremslicht funktio- mit dem Koffer an der Hand zu Fuß zurucklegen mußte. Papiere nicht in Ordnung. Gleich darauf wird ein anderer Motorradler „geschnappt", dessen Papiere nicht in Ordnung sind. Gebührenpflichtige Verwarnung: Eine Mark. Kost- spielige Vergeßlichkeit. Ohne Führerschein auf einem nicht zugelassenen Motorrad. Kurz nach 15.30 Uhr kommen zwei Motorradler hintereinander angebrummt. Beide fahren zusammen. Die Prüfung ergibt bei dem ersten Fahrer, daß alles in Ordnung ist. Der andere dagegen offenbart sich als ein „schwerer Fall". Der Mann hat keinen Führerschein. Etwa vor zwölf Tagen will er das Motorrad gekauft haben. Für die Maschine sind aber auch keine Z u l a s - fungspapiere vorhanden. Er wollte in diesen Tagen die Anmeldung vornehmen". Damit gibt er zu. daß er hier als bewußter Verkehrssünder erwischt worden ist. Auf die Frage: ,Marum sind Sie gefahren?" gibt er die Antwort, er habe einmal von seinem Heimatort, der weit hinter Wetzlar in Richtung nach Weilburg zu liegt, .chierherfahren" wollen. Ein eklatanter Fall von grober Leicht- fertigfeit. Entscheidung der Kontrollbeamten: aus beiben Rädern ist durch Entfernung der Ventile die Luft herauszulassen, die Ventile und der Schlüssel zum Motor müsien an Ort und Stelle abgegeben werden. Das bedeutet, daß der leichtfertige Fahrer die Maschine bis nach Oppenrod drücken muß, wo sie sichergestellt wird, und daß er sich heute auf der Gendarmerie-Inspektion in Gießen zur weiteren Regelung zu melden hat. Das rst unangenehm. Der zuerst revidierte Fahrer will seinem Gefährten beistehen und fängt an, zu wettern. Er kommt aber übel an. Ihm wird unmißverständlich bedeutet, daß er in diesem Falle nichts zu sagen hat. Als er noch nicht still ist, wird er von der Stelle fortgewielen mit dem deutlichen Hin- weis darauf, daß er sich sonst wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt ftrafbar macht und ein dickes Ende erwarten muß. Jetzt erst verzieht er sich. Der andere, der „Sünder", hat natürlich eine „Mordswut im Bauch". Zuerst will er das Motorrad einfach auf der Laiwftraße am Baum stehen lasten. Da wird chm aber klargemacht, daß es so nicht geht. Er muß also wohl oder übel die Maschine zu dem etwa 2 Kilometer entfernten Ort drücken. Za, ja, solche Fahrten haben es in sich und sind teuer. Falsche Rümmer am Kraftwagen. Jetzt taucht, aus Richtung Reiskirchen kommend, ein Personenauto mit Anhänger auf. Wieder ein „schwerer Fall". Zunächst ergibt sich, daß das Bremslicht nicht in Ordnung ist. Weit schwerer aber wiegt die Tatsache, daß der Anhänger eine ganz andere Nummer trägt, als der Motorwagen. Der Mann ist also mit falscher Nummer gefahren. Eine besonders ernst zu beurteilende Sache. Man denke nur an folgendes: Dieses Fahrzeug könnte unterwegs einen Menschen überfahren und seine Fahrt fortsetzen. Zeugen sehen die Nummer des Anhängers mit Sicherheit und machen dementsprechende Meldung. Der rechtmäßige Besitzer dieser Nummer wird zur Polizei und vor Gericht zitiert. Er bestreitet natürlich den Fall. Aber die Zeugen erklären übereinstimmend, daß jenes Fahrzeug diese Nummer getragen hat. Natürlich kommt es zur Gerichtsverhandlung. Der rechtmäßige Inhaber der Nummer bleibt bei seinem Abstreiten, die Zeugen bestehen ebenfalls auf ihrer Angabe. Es kommt zur Eidesleistung. Der Inhaber der Autonummer wird natürlich verurteilt. Tatsächlich zu Unrecht, denn er kann mit Recht geltend machen, daß er in dieser Stunde aar nicht an der fraglichen Stelle gewesen ist. Leicht tarni dann noch ein Verfahren wegen Falsch, oder Meineids gegen die oder den Zeugen folaen. Und das alles mir, weil der wirkliche Verkehrssünder den Anhänger mit einer anderen Nummer, als sie sein Personenwagen trägt, mitgeführt hat. Zur Beschönigung sei- nes Tuns gibt der Mann an, er habe di« richtige Nummer doch mit Draht über die andere Nummer befestigt, unterwegs müsse er sie verloren haben. Damit kann er natürlich sein Verhalten nicht entschuldigen. Der leichtfertige Fahrer wird zur Strafanzeige gebracht, da es'sich hier um einen ganz groben Fall von leichtfertiger Fahrerei handelt. Aus den Gießener Gerichtssalen. Große Girafkammer Gießen. Vor einiger Zeit schon hatte sich die Große Strafkammer mit einem Sittlichkettsverbrechen zu befassen, an dem mehrere männliche Personen aus Vilbel beteiligt waren. Der Angeklagte Th. E. aus Vilbel konnte seinerzeit zu der Hauptverhandlung nicht erscheinen. Das Verfahren gegen ihn wurde, während sich die übrigen Mitangeklagten vor dem Gericht zu verantworten hatten, abgetrennt. Der Angeklagte erhielt nun gestern wegen widernatur- licher Unzucht mit Männern eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen. Wegen eines anderen Sittlichkeitsverbrechens hatte sich der Fr. K. A. aus Alsfeld zu verantworten. Die Sitzung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Angeklagte erhielt für ferne strafbaren Handlungen eine Gefängnis st rafe von einem Fahre. 90 Tags Untersuchungshaft würben ihm auf feine Freiheitsstrafe angerechnet. dezirksschöffetMNcht Gießen. Der nicht mehr im jugendlichen Alter stehende M. V. aus Assenheim hatte sich wegen Beleidigung vor dem Bezirksschöffengericht zu verantworten. Im Sommer dieses Jahres berührte er unsittlich ein stark beschränktes, siebzehnjähriges Mädchen in deren elterlichen Wohnung. Das Gericht bestrafte den Angeklagten wegen Beleidigung mit sechs Wochen Gefängnis. Der H. P. aus Eifa ist bereits mehrfach vorbestraft. Auch wegen Betrugs mußte er schon in Strafe genommen werben. Die Vorstrafen scheinen aber keinen allzu großen Eindruck bei dem Angeklagten hinterlassen zu haben. Im Januar 1937 bestellte er bei einer Firma in Dortmund für 800 RM. Samen. Er bezahlte nicht in bar, sondern stellte vier Wechsel aus. Da der Angeklagte schon früher kleinere Auftrage der Firma gegeben und auch pünktlich erfüllt hatte, so wurden ihm die Sämereien anstandslos geliefert. Der Angeklagte befand sich aber schon damals in so mißlichen Vermögensverhältnissen, daß ihm klar war, daß er den Samen nie ganz würde bezahlen können. So löftp er auch nur einen Wechsel ein, die anderen gingen zu Protest. Dis Firma wartet noch heute auf ihr Geld, dies auch, obwohl der Angeklagte noch verschiedentlich Zahlung versprach. Durch sein Verhalten hatte der Angeklagte bei bei* Firma ben Eindruck erweckt, als ob er den Samen bezahlen könnte. Daraufhin schickte ihm die Firma die be- stellte Ware. In Höye der nichtgezahlten Beträge fügte der Angeklagte dem Dortmunder Unternehmen einen Vermögensschaden zu. Durch sein Vorgehen hatte P. demnach den Tatbestand des Betruges verwirklicht. Da die Voraussetzungen des § 264 StGB. Vorlagen, war der Angeklagte wegen Rückfallbetruges zu bestrafen. Das Gericht Der- urteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände wegen Rückfallbetruaes (§ 264 11 StGB.) zu einer Gefängnis strafe von 5 Monaten. Spiegel m verkehrter Richtung! Jedes Kraftfahrzeug muß feinen Rückspiegel am Führersitz haben. Das weiß auch der Lenker eines nuumeyr heranrommenden Kraftdreirades. Der Spiegel an feinem Fahrzeug klappert aber ,Haltlos wie ein Rohr im Winde" herum. Meist nimmt der Spiegel feine Stellung derart ein, daß er mit dem Glas nicht nach rütfroarfs, sondern nach vorwärts gerichtet ist. Dadurch kann natürlich der Lenker nichts sehen, sondern dem entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer wird etwas vor gespiegelt. Zur Belehrung und Beherzigung gibt’s eine gebührenpflichtige Verwarnung mit sofortiger Zahlung von 1 Mark. Selbstverständlich ist der Mangel sofort zu beseitigen. Kontrollstelle bei Großen-Lnden Bei Beginn der Dunkelheit wird die Kontrolle auf die Landstraße zwischen Klein-Linden und Großen-Linden verlegt. Hier wird vor allem auf richtiges Standlicht, Fernlicht und abgeblendetes Licht geprüft. Im Handumdrehen gibt's auch hier allerlei Grund zu Beanstandungen. Bremslicht verdeckt, kostet 1 Mark. Ein Personenauto wild angehalten, das hinten über dsm Bremslicht allerlei Gepäck aufgeschnallt hat. Dadurch wird das Bremslicht verdeckt. Ge- bührenpflichttge Verwarnung: 1 Mark. Eine schiefe Fuhre. Ein Lastauto lammt heran, das Baumaterialien von einer Baustelle in Butzbach nach Gießen bringen soll. Der Wagen ist viel zu hoch beladen. Außerdem sitzt die Ladung so schief darauf, daß man jeden Augenblick das seitwärtige Herunterrutschen erwarten muß. DerkehrsgefähÄmng in besonders bedrohlicher Weise. Der Fahrer wird nach Klein- Linden zum Ab- und Umladen geschickt. Gebühren- vflichtige 23erroamung: 1 Mark'zu berappen, und bie Arbeit obendrein. Führerschein vergessen. In einem angehaltenen Personenauto sitzt ein Arzt. Er hat in der Eile der Abfahrt von zu Hause den Führerschein vergessen. Kostet als gebühren- psticht!ge Werwamung 1 Mark. Eine teure Vergeßlichkeit. Dinker nicht in Ordnung. An einem anderen Auto ist ein Winker nicht in Ordnung. Da jedes Fahrzeug in allen Teilen in einwandfreiem Zustande fein muß, erhält der Fahrer eine gebührenpflichtige Verwarnung mit einer Mark Kosten. Das nächstemal muß alles in Ordnung fein. liiert nicht. Oebühreirpflichtige Verwarnung: 1 Mark Kosten. Wie wenig dieses Fahrzeugverkehrsgeeignet ist, ergibt sich daraus, daß der Motor zur Fortsetzung^ der Fahrt durchaus nicht anspringt und der Wagen immer mehr zum Verkehrshindernis wird, so daß die Kontrolle an eine andere Stelle, nämlich an ben Waldrand in Richtung Gießen, verlegt werden muß. Immer wieder Beanstandungen an Kraftwagen. Wir haben es aufgegeben, alle Fälle von Bean- ftanbungen an Kraftwagen einzeln festzuhalten. An den meisten kontrollierten Wagen werden Mängel festgestellt, am zahlreichsten bas Nichtfunktionieren bes Bremslichtes. In all biesen Fällen, die der Gendarmerie durchaus kein Vergnügen bereiten, muß notgedrungen als geringste Buße eine gebührenpflichtige Verwarnung mit sofortiger Bezahlung von 1 Mark er- Q. Apparate und Reparaturen w Zentral-Ründfunk Bahnhof str 58,im Hause Brinkmann teilt werben. Manchem Fahrer ist bas eine bittere Angelegenheit. Aber die Samten haben nur ihre Pfbcht getan und dienen damit der Erziehung zur Verkehrssicherheit. Lehrreich ist noch ein Fall, in bem der Lenker eines landwirtschaftlichen Fuhrwerks beim verbotenen Fahren auf dem Bankett der Landstraße erwischt wird. Auch das kostet 1 Mark. Ergebnis. Es war wieder einmal eine lehrreiche Fahrt und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sehr es in Punkto Verkehrssicherheit noch Erziehungsarbeit zu leisten gibt Mögen alle Verkehrsteilnehmer, vor allem die gestern mit einer Verwarnung davonge- kommenen Fahrer, aus ben Vorgängen eine Lehre ziehen und für bie Folge an ihrem Teil bazu beitragen, daß künftighin kein Grunb zu Deanstan- bungen mehr gegeben wird. B. Donwiizen Tageskaleuder für Mittwoch. Stadttheater: 15 bis 17.30 Uhr: „Frau Holl«*; 19.30 bis 22.45 Uhr: „Dichter und Bauer". — Gloria- Palast, Settersweg: 20 Uhr Gastspiel der Wiener Spielzeugschachtel „Alles fürs Herz". — Lichtspiel- haus, Bahnhofstraße: „Maja zwischen zwei Ehen".— Deutscher Alpenverein, Zweig Gießen-Oberhesien: 20 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwig- straße 34, Lichtbildervortrag von Dr. Herzog, München, „Beodachttrngen eines Bergsteigers unb Berg- jagers". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Weihnachtsausstellung im Turmhaus am Brand. Sürdktheater Gießen. Am heutigen Nachmittag findet eine Wiederholung des Märchens „Frau Holle" von Matter Osterfpey stall. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, musikalische Leitung Heinz Markwardt Vorstellung ist bereits ausoerkauft. Anfang 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. — Am Abend zum letztenmal der große Operettenerfolg „Dichter und Bauer" von Franz von Suppe. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spiel- lettung Gert Buchheim, Tänze Thea Maaß. Die Vor- stellung findet gleichzettig als 11. Vorstellung der Mtttwoch-Miete stall. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr. AGOAP./ Ortsgruppe GietzeuNord. Am Samstag, 10. Dezember, 20.30 Uhr, findet in der Turnhalle eine öffentliche Kundgebung der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, statt. Es spricht der Gauredner Pg. Holländer. Frankfurt ie werden uns doch hier nicht ’n schwachen Mann hinlegen? Teufel, Teufel! — Na also! — Nun lammen Sie mal mit ins Aerztezinuner! Ich habe da ’n anständigen Schnaps!" L-Äch fass« zusammen", beginnt Justizrat Wangen- Henn und schiebt seine große Brille auf bie Stirn. "Der Erfinder des Karoltt' übergibi feine Arbeit bem Staat unter der Begründung daß eine Sache non lo weittragender Bedeutung jeder privatwirtschaftlichen Spekulation entzogen bleiben muß unb in den Dienst der Allgemeinbett gestellt wttd Die technische Leitung des Werkes übernimmt Herr Wernicke, die kaufmännische Herr Georg Hausmann. Herr Doktor Grote bleibt bei Herrn Doktor Karajan in der Versuchsanstalt. Topp. Soweit ist alles klar. Aber was geschieht mit dem Kapital meiner Klientin Karola Westner?" „Du lieber Gott!" Schorsch schlägt sich mtt der flachen Hand vor die Stirn. „Das'hat im Trubel der Ereignisse kein Mensch überhaupt in Erwägung gezogen! Richtig? Karolas Geld steckt ja in der Anlage in Dresden. Wir sind allerdings schon jetzt in der Lage, es auszcchlen zu Formen? „Das wäre das hefte!" nickt der Justtzrat. „Dann steht es zu ihrer Verfügung, sowie Fräulein Westner resllos wiederhsrgestellt ist. Aber — was ist denn, Doktor Karajan? Was ist denn mit Ihnen los? Sie verlieren ja im Augenblick die Farbe? Wollen Sie ein Glas Wasser?" ,Janke", wehrt Karajan mühsam ab, „ich möchte mir wissen, warum man mir bis jetzt verheimlicht. hat, daß die Geldgeberin meines Werkes — Fräulein Westner ist?" „Weil sie es uns verboten hat, sie wollte keine Reklame mit, ihrem Kapital schieben!" trompetet schorsch. „Sie hat uns bas Ehrenwort ab genommen, nichts zu sagen. Damit du alles weißt? Aber ich habe mir mrmsr gedacht, der Karajan ist em schlauer Hund, der riecht den Braten bald. Gott soll mich schützen — wie ein Rhinozeros bist bu durch die (Begenb gelaufen! —" „Schorsch, ich bitte dich?" mich ausreden, Wernicke, sonst platze ich! 'Raus muß der Slerger, den ich [eit Wochen in mich reinfresse. Da riskiert so 'n Mädel erst ein Vermögen! Für 'ne Sache, bie noch nicht fertig ist. Die ebensogut schief wie grabe gehen kann. Dann hockt sie Abend für Abend in seiner Räucherbude bei ihm und läßt sich von ihm gewisse Formeln ms Ohr flüstern. Dann reißt er aus wie ein bum» Hier Junge. Das Mädchen schlägt ihr Leben für i^n in bie Schanze! Knallt rljren Wagen gegen ben Baum und rettet ihm seine Pläne — Herr- gotthimmeldonnerwetter! Und nun setzt sich der Herr Doktor Karajan^ wieder hin und markiert die beleidigte Primadonna. Schmeißt mich 'raus! Haut m:r eins in bie Zahne — ich haue übrigens mreder — aber ich hab mein Lebtag noch nicht ein Kerl sich so idiotisch benimmt wie bu. Weißt du, was dir fehlt? Eine richtige Ohr- feige, damit du zu Verstand kommst! So. Und nun mrzichtest du wohl auf meine Freundschaft, weil ich dich beleidigt habe, nicht wahr?" „Im Gegentest!" Je lauter Schorsch geredet hatte, desto heller i|t Karajans Gesicht geworden. Jetzt schlägt er dem Freund beide Hände auf die Schulter. "3ck) bitte um die Ohrfeige!" Schorsch sieht ihn erst verblüfft an, bann wendet er sich unwillig ab. „Alter Affe! Habe ich etwa nicht recht?" „Vollkommen, Schorsch Ist meine Anwesenheit hier noch unbedingt notig, Herr Justizrat?" „Eigentlich ja, aber —" -Also nein. Gut. Und fetzt — laufe ich niemals wieder fort Ihr hört von mir noch!" ,Hallo! Karajan! Karajan —" Der Justtzrat ist auf uitt) hinter ihm drein. Er faßt ihn gerade noch beim Rockärmel, als er durch die Tür des Dor- Zimmers entwischen will. „Zum Donnerwetter, Karajan, können Sie denn mcht einen Augenblick warten?" „Nein, lieber Justtzrat, wirkttch nicht. Karola hat so lange auf mich gewartet, daß ..." „Sie am schnellsten yi ihr kommen, wenn Sie sich von mir wenigstens bie Anschrift geben lasten." „Ist sie denn nicht mehr im Krankenhaus?" „I wo! Heute vormittag kam bie Nachricht, daß sie nach München übergesiedelt ist Zu Hagebarth. Na, den kennen Sie ja. In Dresden steckt wahrscheinlich in Ihrem Briefkasten dieselbe Nachricht." ,Lanke, Herr Justizrat! Danke! Sie werden den ganzen Laden schon in Ordnung bringen. Auch ohne mich. Ich habe jetzt wichtigere Sachen zu erledigen. Leben Sie wohl!" Weg ist er. Lachend sieht ihm der Justizrat nach. „Endlich! ..." stöhnt er bann. „Mittagsvvst" vom 3. 5. Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros. .Heute Dormütag fand in Anwesenheit der Mi- mster unb ber übrigen Regierungsvertreter, sowie der Vertreter der Industrie unb Wirtschaft die feier- liche Grundsteinlegung des Forschungsinstitutes für Werkstoffkunde statt. Nach einer kurzen Ansprache des Ministers hielt der bekannte Erfinder des Ka- rolit", Dr. Karajan, eine großangelegte Rede über unb Zweck feiner Arbeit. Er will sich ganz seiner Forscherarbett widmen, um auf diese Weise feinem Vaterland und der Menschheit große Dienste leisten zu können. Zu ben tatkräftigsten Helfern des For chers gehört feine junge Frau die, wie wir erfahren, aus einer alten Fabrikantenfamilie stammt. Dis zur Fertigstellung der Baulichketten wirb sich Dr. Karajan mit feiner grau auf eine Ostasienreise an Bord des Schnelldampfers „Gneisenau" begeben. * 2In der Ueberfeebrüde drangen sich die Menschen -'n Schis, sich zur Ausreise an- schickt. Die drei stehen ganz vorn „Sogenannter „Meyersteoen". 'bemerkt Schorsch fachmännisch unb beutet auf ben abgeschräaten Bug ber „Gneisenau", „zerteilt bie Wellen unb verhindert Stampfen des Schiffes." Aber keiner hört auf ihn. Im Trudel ber Abreise gehen seine Worte auch für die Freunde verloren. Hoch über chnen an der Reling leuchten bie Ge- Wer Karajans und Karolas. Zum letzten Wale Sirenen dann beginnt das Wasser S.clbbch hinter den Tenderschiffen aufzuwirbeln ... die Troffen spannen sich. „Karajan! Karajan! Alles Gute ...!" Und bleib nicht sitzen bei den Chinesen! Bringen Sie ihn wie- der Frau Karola!" schrett Schorsch aufgeregt Ach Gott, er rst ganz durcheinander, er weiß nicht, ob er heulen soll, wie er es am besten täte, aber Witze reißen, auf die niemand hört. So tut er zur Abwechslung beides. ,^He, Wernicke, steh nicht so stocksteif, bu alter Eisenfresser! Da fährt unser Karajan hin und singt nicht mehr! Guck ihn dir noch mal an! ...da ist er? Um den Kerl hat man sich die Seele aus dem Leib geärgert... aber wenn ich ihn so sehe ... wie nett fann ber ekelhafte Junge zu seiner kleinen Frau sein ... Herrgott, bann könnt ich ihm vor Freude eine kleben ...! Und nun läßt er uns hier allein unb schwimmt einfach ab! Gemeinheit!" "Mach dich nicht lächerlich? Die Leute gucken Ichon!" knurrt Wernicke, wendet aber keinen Blick non bem schwimmenden Schiff dabei, behält die beiden hellen Flecken noch immer im Auge, bie da über die Reling winken — "Was die Leute sagen, ist mir wurscht, Wernicke! Ihnen auch, Grote? Ich muß reden, sonst frreg ich ’n Schlucken. Da — nun sind sie schon nicht mehr zu erkennen — Karajan — alter punge — halt dich gut drüben unb mach deiner uemen tapferen Frau keinen Kummer, sonst hau ich brr alle Knochen im Leib zusammen —" „Großmaul!" . so wahr ich Georg Hausmann heiße! Ach Gott, nun tonnen mir wohl gehen! Die zwei schwimmen und sind glücklich — und wir sind den Aerger mit unferm Doktor los." 3tffneben Hingen, aber es kommt doch kläglich heraus. r, Taschentuch zur Verfügung stellen? fragt Wernicke verbindlich, unb er erhalt natürlich eine Antwort, die vor Grobheit fteif steht. Aber Wernicke schiebt seelemuhig feinen rechten Arni unter ben Schorschs, ben linken unter den (»rotes und meint barm bedächtig: Linder, wenn ffuter Freund Abschied nimmt, so ist das auch Mannern eine Sache, bie nicht einfach ist. noch was von der ,Gne:fenau'? Ich stelle feit. Nein. Mfo kormnt — mir stoßen auf Karajan an, auf feine Arbeit — und feine tapfere Frau!" m 'Gneisenau' längst die Lichter von -öorkum-Rfff hrnter sich gebracht hatte, als Karola fajon lange im Arm ihres Mannes entschlummert war, klmgen noch immer die Glückwünsche und Ver drei guten Karner öden in die Nacht. Ein treues Schiff aber trägt Herbert Karajan A Karola sttll unb sicher m dte Welt unb tu schönstes Glück, big zu empfangen. Es wäre zu wünschen, daß die für das edle Geräteturnen geweckt würde. Landkreis Gletzen. 9.JL~fpott gemäße Heimgestaltung, Kochrezepte usw. Ausfüh« Im neuen <5 i e b- lichen Kursus im ,Less. Haus" ob, bei dem von der Kreisabteilungsleiterin Metternich über zeit- im der Es 22.30: Nacht- Sie neue Winteruniform der HZ. NSG. An die Einheiten der Hitler-Jugend Hessen- Nassaus ist nunmehr eine Anweisung der Gebiets« führung über die Einführung der neuen HI.-Win- teruniform gegangen. Damit ist sowohl den Hitler- abend, bei dem Pg. Christ mit großem Erfolg über deutsche Sprache und deutsche Dichtung sprach. — Das Frauenwerk hielt einen Hauswirtschaft- Deutschland wieder deutsche Theater mit deutschen Künstlern und so bei diesen Veranstaltungen wirklich ,Kraft durch Freude" habe. Die Darsteller gaben ihr Bestes und ernteten reichen Dank und Anerkennung. 0 Selters, 6. Dez. Mit einer Tagung ist die Gouschule Vogelsberg der NSDAP, eröffnet worden. Durch kleinere Umbauten ist andern ehemaligen Kurhaus Selters ein schöner Bau geworden. Der erste Lehrgang der Politischen Leiter aus den Kreisen Alsfeld, Lauterbach, Büdingen, Gelnhausen und Schlüchtern kann am 8. Dezember beginnen. 1 Hirzenhain, 6. Dez. Hier konnte die NS.« Gemeinschaft ,Lraft durch Freude" ihr fünf- jähriges Bestehen feiern. Ans diesem Anlaß hielt im Buderushaus Ortszellenwart Rupp einen Dor- irag über Gliederung, Aufbau und Gründung dieser Organisation. Die Werkscharkapelle verschönte den Abend durch flotte Weisen. O Gedern, 6. Dez. Die von der Kreisleitung durchgeführte Vortragsreihe erfuhr durch Kreis- äreis Bübingen. d Schotten, 6. De§. Die Sammlung am T a g der nationalen Solidarität war in unserer Stadt ein voller Erfolg. Dos vorjährige Ergebnis wurde bei weitem überschritten. Abends fand ein weiterer Kulturabend der Partei im Singsaal der Turnhalle statt, ein Nezitations- Necktswabrer können weiterhin HauS- und Lermöaensverwolter sein. DNB. Nachdem am 1. Januar 1939 Hausverwal- tungsn eine Tätigkeit, die mancherorts von Rechts« wahrem ausgeübt wird, nicht mehr in jüdischen Händen fein dürfen, besteht, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, Veranlassung, daraus hinzuweisen, daß Rechtswahrer (Rechtsanwälte, Wirtschaftsrechtler, Rechtsbeistände) nach wie vor Haus- und 93er» nrogensverwaltunqen durchführen können. Hierfür bestehen weder tatsächliche noch rechtliche Hinderungs- grunde, da bekanntlich die Hausverwaltung schon immer ein Teil der Berufsausübung des Rechts- wahrers war. Pimpfe basteln für das WHW. »Kampf der Molare in drei Erdteilen." Rudolf Hasse erzählt. Für die Freunde des Motorsports gab es gestern abend in der Neuen Aula der Universität viel Interessantes zu hören und zu sehen. Der Rennfahrer der Auto-Union Rudolf Hasse sprach in lau» mger Weise über seinen Weg zum Rennfahrer und erne vielen Erlebnisse. Er führte zunächst seine Zuhörer im Geiste weit zurück in feine motorsport- lichen Anfänge, schilderte zuerst den Kampf um den Führerschein, die Kriterien, die er mit den Behörden feiner Vaterstadt zu bestehen hatte, er schilderte feinen ersten Erfolg als Motorradfahrer, der ihm den verpflichtenden Preis einer Lederhose einbrachte, ptit Interesse hörte man dann von den phantastischen Langstreckenfahrten, die er in serienmäßigen Kraftwagen unternahm, die über 2000, 5000 und 10 000 Kilometer kreuz und quer durch Europa führten; er erzählte weiter von strapaziösen internationalen Alpenfahrten, von den 5000-Kilometer- Fahrten, die er, ohne auch nur einmal zu schlafen, hinter sich brachte. Wie er dies vollbringt, erzählte er mit folgenden dürren Worten: Vorher schlafen, Aepfel unb Schokolade mitnehmen! Mit nicht weniger Interesse hörte man dann von der phantastischen Langstrecken fahrt, die auf der Berliner Avus unternommen wurde und zu beweisen hatte, daß Deutschland in der Lage ist, autobahnfeste Waaen zu bauen. In kurzen Zügen schilderte er bte Fahrt (Paul Schwederund Rudolf Hasse), die sechs Tage und sieben Nächte dauerte, 800mal über die Avus führte (dies im Tempo von 106 Stundenkilometer) und neben dem Beweis der Lei- NSG. Nur wenige Tage trennen unsere Pimpfe noch von dem Tag, an dem sie die für das WHW gebastelten Spielsachen abltefem müssen. Ende November wurde ihnen die Aufgabe gestellt, mit weni- getl Kosten für Material Spielsachen zu verfertigen, bi- durch das WHW. den Kindern, insbesondere im , o------ -z—o-,------„, , Sudetenland und den Ostmarkgauen, als Festes- rungen gebracht wurden. — Im neuen Sied- freube überreicht werden sollen. In den Heimen und lungsviertel sind weitere 6 Siedlungsneubau- Bastelräumen kann man die Jungen beim emsigen ten im Rohbau fertiggestellt worden. Zehn weitere Schassen sehen. Man glaubt sich in eine große Mo-t Anträge auf Siedlung liegen vor, mit deren Bau nn nächsten Frühjahr begonnen wird. — Die Firma Otto W e i tz beging am 1.12. ihr 5 0. Geschäft s« jubiläu m. Aus kleinen Anfängen hat sich das Geschäft zu einer beachtlichen Höhe entwickelt. schulungsleiter Vogt ihre Fortsetzung. Der Redner sprach über „Führer und Volk" und hatte einen interessierten Zuhörerkreis. — Der NSLB. - Be- Zirk Gedern hielt hier seine monatliche Arbeitstagung ab. Rektor Riedel zeigte in einer Ge« sckichtsstunde die unterrichttiche Gestaltung der Geschichte des SiÄetenlandes und der Zeit Friedrichs des Großen. Zahlreiches Anschauungsmaterial, wie Geschichtsstreifen, Epibilder und Erzählungen, gaben den Zuhörern einen Einblick in die Verlebendigung des Geschichtsunterrichts. > Glashütten, 6. Dez. In zwei Hausgemeinschaften unseres Dorfes führte der RLB. einen Probeaufruf durch. Die Allgemeinausbildung setzte alle Teilnehmer in Stand/ ordnungsgemäß Zu verdunkeln und luftschutzmäßiges Verhalten zu zeigen. Keller und Speicher, Ställe und Scheunen waren in die Hebung miteinbezogen. Die Kontrolle führte Gemeindegruppenführer Dinges durch; sie ergab feine Beanstandungen. > Steinberg, 6. Dez. Zu einem Neubau in der Weiherstraße wird eben die Wasserzufuhr besorgt. Die Gräben sind bereits ausgehoben, bald können die Leitungsrohre darin verlegt werden. Später soll sich über den Graben ein fester Bürgersteig ziehen, der schon deshalb sehr nötig ist, weil ■ die neue Straße bei Regenwetter so grundlos wird, daß sie kaum benutzt werden kann. Jüdische Korruption in der Gystemzeit. Lpd. Darmstadt, 3. Dez. Die „Hessische Landeszeitung" beschäftigt sich in einem Artikel mit dem verflossenen Darmstädter jüdischen Rechtsanwalt Dr. Fritz Mainzer, der als der Typ des gaunerischen und betrügerischen Rechtsverdrehers aus der Systemzeit gelten kann. Dieser beutegierige Jude baute sich eine pompöse Villa in Darmstadt, die im Volksmund nur die „Gebührenburg" genannt wurde, weil der Jude feinen Opfern den letzten Pfennig mit feinen unerhörten Gebührenrechnungen aus der Tchche holte. Der Jude, der dis faulsten Rechtsgeschäfte machte, verstand es immer wieder, den Maschen des Gesetzes zu entschlüpfen. Einmal konnte er aber wegen Prozeßbetrugs vor das Strafgericht gebracht werden. Der jüdischen Derdrehungskunst und der Tatsache, daß das Ehrengericht zum Teil mit Rassegenossen besetzt war, gelang es, daß der Jude vom Strafgericht freigesprochen und vom Ehrengericht mit einem strengen Verweis und 3000 Mark Geldstrafe belegt wurde. In ber Begründung wurde dazu ausgeführt, „daß das Ausscheiden eines so vorzüglichen Juristen mit seinen hervorragenden Kenntnissen aus dem Anwaltsstande trotz seiner schweren Verfehlung ein Verlust für das Rechtsleben fei../* (!!). Während des Krieges verstand es Iud Mainzer, sich, wie die meisten Dos deutsche Motorsportabzeichen. Aeußeres Zeichen der Anerkennung des Führers. In der Eröffnungsrede zur Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung gab der Führer die Stiftung des Deutschen Motorsportabzeichens bekannt, das als äußeres Zeichen seiner Anerkennung für hervorragende Leistungen und opferwilligen Einsatz im deutschen Kraftfahrsport verliehen wird. Bei der Schluß feier der NSKK.-Motorsport» woche im Harz erließ Korpsführer Hühnlein die Ausführungsbestimmungen. Das Deutsche Motorsportabzeichen ist ein Sportehrenzeichen, das vom Führer auf Vorschlag des Korpsführers Hühnlein verliehen wird und einer Ordensauszeichnung gleichkommt. Die Verleihung setzt einen sich über Jahre erstreckenden, erfolgreichen Einsatz im Kraftfahrsport voraus; sie erfolgt in drei Stufen, in Gold für 150, in Silber für 100 und in Eisen für 50 Punkte. Die Punkte werden in Rennen, Gelände- und Langstreckenfahrten vergaben, wobei internationale Veranstaltungen die meisten Punkte einbringen. Am höchsten zählt mit zwölf Punkten ein Sieg in einem internationalen Rennen. Nicht wertungsbereä' sind u. a. Bahnrennen aller Art, Fuchsjagden, Ver- folaungsfahrten. Für die Bewerbung werden die Erfolge vom 30. Januar 1933 an berücksichtigt. Die Anträge auf Verleihung sind bis zum 31. Dezember bei der ONS. einzureichen. Die Ausführungsbestimmungen können von der ONS., Kanzlei des Deut- chen Motorsportabzeichens, Berlin W 35, Graf- Spee-Straße 6, bezogen werden. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrich- ten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk- pause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volkslied singen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Der deutsche Wald. 15: Aufruhr in der Spielkiste. 15.30: Mit Bedacht zur rechten Zeit, macht der Weihnachtseinkauf Freud'. Viel Musik und drei heitere Szenen von Hanns Konrad Schauer. 16: Nachmiüagskonzert. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: Bunte Stunde. Beitrage von Willy Reichert, Io Hanns Rösler und Heinz Vollmer. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: „Der Iugendführer ein Erziehunasfaktor." 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. bestand die Prüfung und wurde in den Rennstall der Auto-Union aufaenommen. In weiteren Schilderungen, in Lichtbildern und in Schmalfilmen ließ er dann seine Zuhörer die Rennen des Jahres 1937 auf der Monza-Dahn, bei Pescara, in Nordafrika, in Belgien und in England nacherleben. Er sprach von den Rennfahrern und ihrer herzliche Kameradschaft untereinanber, von der aufopfernden Arbeit der Monteure und von dem un» abdingbaren Willen, deutsche Wagen zum Siege zu führen. Die Zuhörer folgten mit gespanntester Aufmerksamkeit und dankten dem sympathischen Redner mit anhaltendem Beifall. Die Vorentscheidung um den Tschammer-pokal. Höhepunkt und Anfang des Tschammerpokak- Wettbewerbs liegen dicht beisammen. Das klingt paradox, stimmt aber, denn der jetzige Wettbewerb ist bis zur Vorentscheidung gediehen und zu gleicher Zeit stehen in den Kreisen bereits die Mannschaften zu den ersten Kämpfen des neuen Wettbewerbs bereit. Unter Einschluß der Ostmark und wahrscheinlich auch des Sudetengaues werden wohl am Start des neuen Wettbewerbs über 7000 Mannschaften stehen, eine Tatsache, die die Volkslümlich- keit des ,Tschammer-Pokals''klar herausstellt. Aber während die Kämpfe der „Steinen* vorerst nur ein lokales Interests haben, blickt ganz Fußball-Deutsch- land am kommenden Sonntag nach Frankfurt a M. und Wien, wo der FSÄ. Frankfurt, der Wiener SC., Rapid Wien unb der 1. FC. Nürnberg um den Eintritt in das Endspiel kämpfen, das am 8. Januar im Berliner Olympia- Stadion ausgetragen wird. Klare Favoriten gibt es in diesen beiden Kämpfen nicht, ober da Frankfurt unb Rapid den nicht zu unterschätzenden Vorteil haben, in heimischer Umgebung kämpfen zu können, glaubt man in ihnen die beiden Endspielteilnehmer zu sehen. Aber Wiener SC. und 1. FC. Nürnberg Haben durchaus das Zeug dazu, diese Mutmaßungen nicht zur Tatsache werden zu lasten! Neuer Weltrekord von Balke. Der deutsche Meisterschwimmer Joachim Balke unternahm am Dienstagabend bei einer Schwimm- veranstaltung in Aarhus (Dänemark) einen neuen Angriff auf den Weltrekord des Amerikaners Kaye im 500-Meter«Brustschwimmen mit 7:23,8 Minuten. Dem Versuch war diesmal ein Erfolg beschieden. Balke schlug in neuer Weltbestzeit von 7:23,3 an. Allerdings wird diese Leistung als deutscher Rekord keine Anerkennung finden können, da sie nicht im Wettkampf erzielt wurde. Turnländerkampf gegen polen. Der Zirkus Sarasani in Dresden ist am kommenden Sonntag der Schauplatz der zweiten Begegnung deutscher Turner mit den besten Vertretern Po« lens. Vor zweieinhalb Jahren, am 6. Juni 1936, gab 3um erstenmal eine deutsche Riege ein Gastspiel in Warschau und siegte mit 326,8:293,7 Punkten. Dieses Ergebnis zeugte am besten von der lieber« legenheit der deutschen Turner. Inzwischen haben die Polen eine Menge dazuge- lemt unb werden einen stärkeren Gegner ab geben. Don den Deutschen, die damals in Warschau turnten, ist diesmal nur der Münchener Friedrich dabei. Dagegen schickt unser östlicher Nachbar wieder Bre- gilla, Pradella, Szlosarek, Bettyna, Kosmann und Ziettzykowski in den Kampf. Von ihnen ist Kos- mann, der polnische Gerätmeister 1937/38, der weit- us beste Mann. Auch Pietrzykowski ist ein aus» ezeichneter Turner. Deutschland entsendet nicht feine Spitzenkräfte nach Dresden, dürfte ober doch zu einem klaren Erfolge kommen. Für Deutschland starten: Friedrich (München), Volz (Schwabach), Hlinetzky (Frankfurt a. M), Kiefer (Bad Kreuznach), Göggel (Stuttgart), Lüt» t^er^Ludwigshafen)' Sich (Düsseldorf), Haustein stungsfähigkeit des deutschen Kraftwagens auch dreizehn internationale Klassenrekorde brachte. In diesem Zusammenhang betonte der Vortragende, daß es nicht notwendig sei, auf deutschen Straßen unb als Deutscher mit ausländischen Wagen an» geben zu müssen. Das deutsche Auto fei, das habe er bei vielen Rennen im In« und Ausland, bei Prüfungen in den Alpen und in schwierigem Gelände bewiesen gefunden, das beste Auto der Welt. Abschließend erzählte der Rennfahrer, wie er eines Tages von Dr. Feuereisen, dem Rennleiter der Auto-Union, zur Nachwuchsfahrerprüfuna eingela. den wurde, auf dem Nürburgring zum ersten Male in den Rennwagen gesetzt wurde und gleich 300« Kilometer-Tempo vorlegen sollte. Er tat dies auch, früher war. Das Motorrad wanderte dann wieder nach Frankfurt und wurde hier verkauft. Die bei« den Diebe find wiederholt vorbestraft. Die Große Strafkammer verurteilte Breitenbach zu anderthalb Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht, Wick zu zwei Jahren Zuchthaus und Sicherungsverwahrung. Der Hehler kam mit einem Jahr Gefängnis davon. Rundfunkprogramm Donnerstag, 8. Dezember. ADM.-Üntefgau 116 (Hießen. »deMschlerei versetzt. Ueberall wird gehämmert und . Nächste Woche werden die Pimpfe chre „Fabrikate" lfl große Körbe verpacken unb mit der Vorsicht, wie bei bee Ortsaruvve Miiie eln ?un9ß einer selbstverfertigten Sache nur PCI per ^Tieqruppe -Vline. schenken kann, auf die Dienststelle der NSV. bringen. Vor den Führern der Ortsgruppe Gießen-Mitte ^r größtes Gluck wird bann das Bewußtsein sein, der NSDAP, sprach am geftrigen Mittwochabend !^^^en chrer bescheidenen Kräfte mitgeholfen zu im „Burghof" in einem eineinhalbstündiaem Vor- 92" bereiten. chel (Großen-Linden) über Tagesfragen. In all- -------- gemein verständlicher Weise schilderte er die Ent- Wicklung der politischen Derhältnisie im Reiche und CWttWe ^UHtyaUsstrafeN führte aus, wie ernst die Lage war unb wie schwer ffir Motorraddrebe die Sorge um die unterdrückten Sudetendeutschen auf dem Führer lastete. Als der Führer dann sein Lpd. Frankfurt a.M., 6.Dez. Anfangs Mai Volk aufrief, da seien alle bereit gewesen, zu tun, 1936 wurde von dem 34jährigen Karl W i ck unb was erforderlich war oder was die Pflicht des dem 38jahrigen Hans B r e i t e n b a ch in Frank- deutschen Mannes ist. Es machte sich im Volke eine surt ein Motorrad mit Beiwagen gestoh- Energie unb Entschlossenheit bemerkbar, treu zum len, bas sie zu bem ihnen bekannten Georg Kreß Führer zu stehen. Das deutsche Volk habe ruhig nach Kleinheubach fuhren. Dieser hatte dort eine der Entwicklung der Dinge entgegengesehen. In die- Reparaturwerkstätte. Er modelte das Rad um, so. sen Tagen habe sich erwiesen, wie wertvoll es sei, daß es ein *" rY ' ‘ ~ daß ein m 1 ....... “ i uiputxc. uiuucux uu» jillu um, ,0,22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien. , - . --------------------- ' anderes Aussehen unb den Anschein Volks« unb Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Geist bas Volk beseele. Der Vortragende bekam, als fei es eine ganz andere Marke, als es I konzert. zeigte an Beispielen, wie notwendig es fei, daß die Bewegung immer wieder zu den verschiedensten • I Zeitproblemen Stellung nehme und für Auftlärung sorge, damit die mit schweren Opfern errungene n einem werde. Bei dieser Kundgebung, di- in der Aula der I E "eue Wege und Arbeit-. Universität abgebalten werden, spreche der L; Wmterarbeit rn ihren Vereinen zu trupprebner David Müller. ö ^rgen; damit auch das, in den letzten Jahren sehr puru cf gegangene Geräteturnen wieder auf die Bürgermeisterversammlung in ließen früheren Leistungen kommen kann. Ganz besonders _ I werden es die älteren Turner von Treis unb den Die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Ge- benachbarten Vereinen begrüßen, wieder einmal meindetages veranstattet am Dienstag, 13. Dezember, ganz in ihrer Nähe echte Turnarbett und Leistun- 10 Uhr, im Sitzunassaal des Kreisamtsgebäudes am gen zu sehen, die sie bisher vermissen mußten. Treis Landgraf-Philipp-Platz eine Burgermeisterversamm» wird es sich nicht nehmen lassen, seine Gäste wür- lung. Der Direktor der Landesstelle Hesten/Hesten« big zu empfangen. Es wäre zu wünschen, daß die Nassau im Deutschen Gemeindetag, Dr. G ö b , spricht Iuaend nicht versäumt, diesem Lehrgang beizu- über „Wichtige kommunalpolittsche Gegenwarts- wohnen, damit auch bei ihnen wieder mehr Interesse fragen". I für das edle Geräteturnen geweckt würde. A Münzenberg, 6. Dez. Hier fand Gaskhaus „Zum Löwen" ein Theaterabend NSG. „Kraft durch Freude" statt, gastierte bas Volkstheater Darmstadt mit bem Lustspiel „Schwarzarbeiter". Stellv. Ortsgruppenleiter Krafft eröffnete den Abend, würdigte hierbei die letzten Ereigniste unb betonte, datz man in * Heuchelheim, 5. Dez. Die V H C.-Z w e i g- vereine Heuchelheim und Buseckertal hatten am Sonntag eine gemeinsame Wanderung Zum Dünsberg, um dort, wie alljährlich, die Niko- , ~ - .. - , Jausfeier zu begehen. Trotz des regnerischen Sams- junge" als auch ihren Eltern ©elegenljeü gegeben tag hatten sich am Wandertage niete und besonders sich bei den HI-Emheitsfuhrern genaue Auskunft auch Jmrg-LHEer eingefunbZn. Das trockene Wet- über alle Einzethelleu zu holen. Das wesentl.che der ier, r»as noch Sonnenschein brachte, erhöhte, die neuen Dlenstbeklerdung für den Winterdienst stich die Stimmung. Auf dem Dünsberg war eine warme tzwohl aus gesundheitlichen als auch aus finanziellen I Stube, ausgeschmückt mit Tannengrün und Ad- Grunden von der Jungoolkunisorm übernommene ventskranz, vorgerichtet. Noch kräftigem Anchitz und Ueberfallhose, Wutterblufe und Schmrütze. gemeinsamem Kaffee war alles in Erwartung des Die neuen Uniformstücke können bereits in den von Nikolaus Als bann gesungen war, „O, Nikolaus o der RZM. zugelassenen Geschäften des Einzelhandels Nttolaus, wir warten dein mit Schmerzen", erschien gekauft werden. Es sei aber darauf hmgewlesen, daß der Alte mit Prügel und Sack. Da die Kleinen chre gemäß einem Befehl des Gebletsfuhrers die Winter- Derschen konnten, brauchte her Prügel nicht in betleibung der HI. bei geschlossenem Auftreten der Tättgkeit zu treten. Dagegen leerte der Nikolaus Einheiten nur dann bereits getragen werden darf, seinen Sack aus unb bedachte mit Gebäck unb wenn alle Iunggenosien ber leweiliaen Einheit be- Nüssen auch bie Großen. Vom tannenbuftenben, ker- reits einheitlich im Besitz ber Uniform sind. Als zenschimmernden Raume mußte am Nachmittage wesentlich ist noch zu erwähnen, daß die braunen allzufrüh Abschied genommen werden. der vorschriftsmäßigen Schulterklappen durch bie L , n f3 nj früherer ©eiftbinber i? bestes Gesund RZM. wird an ber Uniform ber HI. feine Schulter- h^.Vnd geisUr Fris^^en 7 4 G e^Ü r k-'t a g' Die &irfung des oft feuchten Winterwetters auf die Bekleidung gab der Reichsjugendführung aud) b 0 s e i n b e r g, 5. Dez. Am Veranlassung, das Tragen des schon längere Zeit ? JP gabenö fanden sich die Mitglieder des G e - eingeführten HI.-Regenumhanges bei ungünstiger ' „Eintracht im Vereinslokal Witterung, bei Aufmärschen unb Äunbgebungen im V9 m ^Hres-Hauptoersamm- Freien zur Winteruniform zu genehmigen. Sebeutet r sJLe*n- Dereinsfuhrer K^H a u s e r gedachte zu- die Schaffung der neuen HJ.-Uniform für die Hitler- Zweier verstorbenen Ehrenmitglieder Heinrich jungen bereits eine Verbilligung von mehr als $0,— c *. ^DniaZ> Rohmi g. Aus dem Ge- Reichsmark, so soll eine Verbilligung des Regenum- N'^ncht war zu entnehmen, daß der Lerem Hanges den Eltern die Anschaffung dieses notwen- ^er Altung seines Dirigenten Georg Harnisch bigen Kleidungsstückes ebenfalls erleichtern. Den mieberemgutes Stück Ellern ist zum Weihnachtsfest eine gute Gelegenheit ^Eracht hat. Die Kassengeschäfte, vorgetra- gegeben, ihren Jungen eine Freude zu bereiten. Sie von Rechner Georg K o l me r, wiesen em Plus können dies um so mehr, als die Winteruniform auch r Entlastung erteilt rourbe i)te Reise- als Zivilkleidunq getragen werden darf. Die Schulter- Bestand von über 700.— Mark klappen sind lediglich durch eine Dur^^3iebf^^^aufe J ?,’T1 ^ai)re em efmas an ber Winterbluse befestigt und können ohne jede Xu die Mi « Schwierigkeit an- und abgemacht werden. J ’X ZUm fleißigen ^eiterfparen auf« Ein echter deutscher Junge trägt in sich soldatisches iq :L" osinhri^ b n,“r^n Sauberkeitsgefühl und Sinn und Stolz für eine ^^ttattgkeit zu Ehremmtglie- tadellose Uniform. Er will das geschlossene Bild der ^n- Einheit, in der er marschiert und seinen Dienft VSg* Ä* Ser 23orftanb bIl€b In leistet, nicht stören. Die Gebietsführung Hesien-Nassau s ßang.Söns 7 Der i]nfPr Withür^r bittet deshalb die Eltern auch an biefer M ^m nächLn Stolz unserer Jugend weitestgehend zu F^itag, 9. Dezember. sein?n 8 1 Geburtstag, unterstützen und zu den Festtagen eine Winteruni- k r prL r-Trf. _nrf. form zu schenken. Auch den Eltern unserer 3ung» [jjjCr mDr fnnnfp »r mit -irdes nun lefch.°pV,uf- unb U«bL °F-st^rSnen'hEt^«'^ sallhose anzuschaffen, wo sie noch fehlt, denn wenn s&ir wünschen viel Glück " der Pimpf zur HI. überwiesen wird, entstehen außer _ für die Armbinde und Schulterklappen keine weiteren | Kreis jrieoberg. Ausgaben für die Bekleidung. feiner Rassegenossen, zu drücken, dafür aber einen gutbezahlten Druckposten in der Wirtschaft einzunehmen. Er kam als Jurist zur Rohstoffgesellschaft für die Lederbewirtschaftung, als deren Hauptgeschäftsführer er bis zum Jahre 1933 weiter tätig war. Aus dieser Tätigkeit bezog er die Kleinigkeit non 250 000 Mark pro Jahr. Mit den Einkünften aus seiner Praxis versteuerte der Jude im Jahre 360 000 Mark. Das Tollste dabei ist aber die Tatsache, daß der gerissene jüdische Rechtsanwalt sich zum Bau seiner Prunkvilla noch ein Baudarlehen von 40 000 Mark ergaunerte. Man greift sich an den Kopf, wenn man das hört. Diese Parasiten haben das deutsche Volk ausgesogen und betrogen und sich ihre Millionen zusammengerafft. Bis vor kurzem fuhr dieser jüdische Erzgauner noch mit drei Luxuskraflwagen in Darmstadt herum. Gibt es immer noch so Einfaltspinsel, die an die „armen Juden" glauben? Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Ium gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein - Main in Gießen wurden 10 Ochsen, 8 Bullen, 42 Kühe, 36 Färsen, 111 Kälber, 81 Schweine und 11 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 43 bis 45,5 Pf., Bullen 40 bis 43,5 Pf., Kühe 22 bis 43,5 Pf., Färsen 36 bis 44,5 Pf., Kälber 35 bis 65 Pf., Schafe 30 bis 45 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 Kilogramm und mehr) 1,16 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 Kilogramm) 1,14 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 Kilogramm) 1,12 RM., Klasse c (100 bis 119,5 Kilogramm) 1,04 RM., Klasse d—f (unter 100 Kilogramm) 0,98 RM., Klasse gl und i (fette Specksauen und Altschneider) 1,14 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,02 RM. Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Schafe und Kälber ausverkauft. Rhein-Mainische Vörse. TNillagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 12. Dez. Die Börse blieb außerordentlich still, so daß sich weitere kleine Abgaben in meist etwas nachgebenden Kursen am A k - ti en mark auswirkten, wobei es sich z. T. um kleine genehmigte jüdische Verkäufe gehandelt hat. Anderseits hielten sich die Käufer weiter stark zuruck, obgleich durch die neue Verordnung des Reichswirtschaftsministers zwecks Arisierung der gesamten Wirtschaft eine weitere Klarheit geschaffen worden ist. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hielten sich indessen die Kursveränderungen in engen Grenzen und überschritten im allgemeinen kaum 1 v. H. Reichsbank und Deutsche Linoleum gingen allerdings um je 2 d. H. auf 188 bzw. 146 zurück. Montanpapiere bröckelten etwa 0,25 v. H. ab, ferner ermäßigten sich IG. Farben auf 146,50 (147). Maschinenwerte gingen bis 0,50 v. H. zurück. Etwas höher lagen Cement Heidelberg mit 148,50 (148) und Westdeutsche Kaufhof mit 103,75 (103,50). Im übrigen zeigten die Maklertafeln wieder sehr große Lücken. Am R e n t e n m a r k t blieben die Kurse bei kleinsten Umsätzen weiterhin ziemlich unverändert. Reichs- altbesitz 128,90. Im Freiverkehr büßten Kommunal- Umschuldung 15 Pf. ein auf 92,05 bis 92 v. H. Am Psandbriefmarkt gaben Liquidationswerte meist 0,13 v. H. nach, von Goldpfandbriefen Nassauische Landesbank 100 (100,13). Stadtanleihen und Industrie- Obligationen behauptet, 4'/r v. H. Hanau 0,50 v. H. höher mit 97. Staatspapiere lagen ruhig. Im weiteren Verlaufe dauerte die Geschäftsstille an, so daß zweite Notierungen nur wenig erfolgten. Höher lagen dabei IG. Farben mit 147,50 nach 146,50, Bemberg mit 136,25 nach 135,75, Mannesmann mit 107 nach 106,65, Reichsbank mit 188,50 nach 188 und Nheinstahl mit 130 na eh 129,75. Die erst später zur Notiz gekommenen Papiere lagen größtenteils 1 bis 1,50 v. H. schwächer. Darüber hinaus gaben AG. für Verkehr auf 118 (121), Berger Tiefbau nach Pause auf 141 (144) nach, anderseits Licht und Kraft 133 (131,50). Auch am Ein- heitsmarkt gingen die Kurse meist etwas zurück. Der Freiverkehr lag weiter still und unverändert, nur Ufa-Film nachgebend auf 83 (83,50). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse behauptet. Auch das Abendbörsengeschäft hielt sich mangels Kundschaftsbeteiligung in engsten Grenzen, so daß die meisten Papiere ohne Umsatz zur Noti.) gelangten. Die Haltung war aber nach den Rückgängen des Mittagsverkehrs recht gut behauptet. Teilweise bestand auf der ermäßigten Basis etwas Kaufinteresse. Von Montanwerten gingen Verein. Stahl auf 105 (104,75), Erdöl auf 120,50 (120,25), Hoesch unverändert 108,75, Rheinstahl unverändert 130 und Mannesmann 0,25 v. H. leichter mit 106,75. IG. Farben bröckelten 0,25 o. H. ab auf 147,25, nicht ganz behauptet waren außerdem Rheinmetall mit 130, 130,50. Leicht gebessert waren anderseits Adlerwerke mit 104,50 (104,25), Bemberg mit 136,50 (136,25), Demag mit 146 (145), Licht und Kraft mit 134 (133) und Gesfürel mit 128,75 (128,50). Neben Großbankaktien unverändert lagen u. a. Metallgesellschaft mit 116,50, Moenus mit 122,50, MAN. mit 137, Westdeutsche Kaufhof mit 103,75 und Junghans mit 99,25. Von Renten waren Reichsbahn-VA. mit unverändert 124,13, 6 v. H. IG. Farben 0,13 v. H. niedriger mit 117,65 gefragt. Die Gemeinde-Umschuldungsanleihe zog im Freiverkehr um 5 Pfennig an auf 92,05, zu größeren Umsätzen kam es aber nicht. Sranhurter Schlachlvtebmarki Frankfurt a. M., 6. Dez. Auftrieb: Kälber 551 (gegen 557 am 29. Nov.), Hämmel und Schafe 628 (593), Schweine 2564 (3550). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 52 (47 bis 52), c) 41 bis 45 (41 bis 45), d) 26 bis 40 (30 bis 40). Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 37), c) 20 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe lebhaft. Oie Narrenkappe. Die Premiere. Der erfolgreiche englische Dramatiker Frederick Lonsdale wohnte einmal mit einem Freunde der Uraufführung eines Stückes bei, das keinen Erfolg verfprack). $ad) dem ersten Akt langweilte er sich schon so, daß er seinem Begleiter vorschlug, fort- zugehen. „Aber das können wir doch nicht", meinte der andere, „wir haben dach Freikarten." Diesem Grunde mußte Lonsdale sich wohl ober übel fügen. Der zweite Akt begann, aber nach einer Viertelstunde suchte Lonsdale entschlossen nach dem Hut unter seinem Sitz. „Wo willst du hin?" fragte der Freund. Lonsdale erklärte mit finsterer Entschlossenheit: „Ich will die Plätze bezahlen." Forellenquinlett und Ochsenmenuetl. Max Reger hatte einmal durch seinen Vortrag des Klavierparts im Forellenquintett von Sd)ubert eine musikbegeisterte Dame so entzückt, daß sie auf einen originellen Gedanken verfiel, ihm ihren Dank zu bezeugen: sie schickte ihm nämlich am anderen Tage ein paar Forellen ins Haus. Der Meister ließ sich die leckere Gabe gut schmecken. In seinem Dankschreiben aber eröffnete er sich selber eine noch verlockendere Aussicht, indem er mitteilte, er werde sich erlauben, in seinem nächsten Konzert das — Ochsen-Menuett von Haydn zum Vortrag zu bringen. — Die Ochsen blieben aber leider aus. r Einspaltige | werden zum ermäßigten KloinanToirton GrundPreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen MilUmeterzelle veröffentliokti iGLORlfl b- PQLflST Giessen 1 Donnerstag, 8. Dezember Freitag, 9. Dezember Samstag, 10. Dezember SOrNänAenvorsfellsnien IDer neue Märchenfilm nach Gebt. Grimm: Schneeweißchen und Rosenrot I Außerdem: Das tapfere Schneiderlein I Farb-Tonfilm Die gestohlenen Hühner I und der neue Tonfilm: Max und Moritz I 3 Streiche nach dem Buch v. Wilh. Busch H Kinder 30: 50. 70, Erwachsene 50 70, 1.00 WA Inderthal-Leonhard Feine Damenschneiderei Gießen. 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