Nr. 261 Erstes vlatt 188. Jahrgang Montag,?. November 1958 krlchemr rügllch, ckutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholl, Monatr-Vezugspretr: Mtt 4 Bettagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 8ernfpred)anfd)lüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Girtzea Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vrühlsche Unloerfitättdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitvng und Seschästrftelle: Lchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8* l/eUbr des Dormittag» Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf..Platzoorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/s mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gejmwahlen in Polen rufe.) Die Regenschirrntypen unserer bürgerlichen früheren Parteienwelt sind ausgelöscht und kehren niemals wieder! (Jubelnder Beifall.) Ich kann den Wenigen, die vielleicht doch mit einer Träne im Auge darauf zurückblicken sollten, nur eines versichern: Diese Bewegung hat ihre heutige Führung aus einem harten Kampf heraus erhalten, die Führung der Zukunft aber, die wir heute großziehen, schaut noch ganz anders aus! (Begeistert jubeln die Zehntaufende dem Führer zu.) Das wird ein Korps härtester Entschlossenheit und rück sichtslose st er Tatkraft sein, so daß man sich in 30, 40 oder 50 Jahren gar nicht mehr wird vorstellen können, daß es einmal anders gewesen war. Die Partei ist der Garant dieser Führung unseres Volkes! Das Dritte aber, das wir uns schufen, ist die neue Wehrmacht. Ich habe vom ersten Tage an einen Grundsatz aufgestellt: Der Deutsche ist entweder der er st e Soldat der Welt oder er ist überhaupt keiner. (Brausende Heil-Rufe und Beifallsstürme.) Keine Soldaten können wir nicht sein und wollen wir nicht sein. Daher werden wir nur die ersten sein! (Die Massen bereiten dem Führer eine minutenlange Ovation.) Als friedliebender Mann habe ich mich bemüht, dem deutschen Volk jene Wehr und Waffen nunmehr zu schaffen, die auch andere zum Frieden zu überzeugen geeignet sind, i Es gibt nun allerdings Leute, die den Igel beschimpfen, weil er Stacheln hat. Sie brauchen freilich nur diesem Tier seine Ruhe zu I lassen! Es hat noch kein Igel angegriffen. Der letzte Einsatz blieb uns erspart, weil wir stark waren. Budapest, 6. Nov. (Europapreß.) Nachdem der Einmarsch der ungarischen Truppen in das Oberland am Samstag mit der Besetzung von zwei Brückenkopfftellungen aufderGroßenSchütt- insel begonnen hatte, wurde die Besetzungszone in diesem Abschnitt im Laufe des Sonntags auf die gesamte südliche Hälfte der Insel in einer Länge von 70 und in einer Tiefe von 10 bis 15 Kilometer ausgedehnt. Um 11 Uhr vormittags marschierten Truppenabteilungen, an ihrer Spitze Reichs verwes er von Horthy, auf einem Schimmel reitend, über die Donau brücke in Komorn ein. An dem Einmarsch nahmen auch sämtliche Mitglieder des ungarischen Kabinetts und Würdenträger des Staates, sowie die Militärattaches der befreundeten Mächte teil. Unbeschreiblicher Jubel der Bevölkerung von Komorn empfing die ungarischen Befreier. Aus den umliegenden Gebieten von Komorn waren Zehntausende in die Stadt gekommen, um den feierlichen Einzug miterleben zu können. Auf dem Rathausplatz wurde Reichsverweser von Horthy von den Spitzen der Stadtbehörden und Vertretern des ungarischen Nationalrates des Gebietes herzlich begrüßt. Ministerpräsident Jmredy feierte den Reichsverweser als den Staatsaufbauer und Mehrer des ungarischen Reiches. Nach weiteren Begrüßungsreden, in denen u. a. auch der Führer des Ungarntums im Oberland, Abgeordneter Ja- Der Führer in Weimar begeistert empfangen. Weimar, 5. Nov. (DNB.) Der Führer traf am Samstag gegen 11 Uhr in Weimar zum Besuch des 10. Gautages ein. Die Bevölkerung bereitete dem Führer, der nun zum 27. Male in Weimar weilt, einen unbeschreiblichen Empfang. Vom Bahnhof begab sich der Führer zunächst in das soeben nach einjähriger Bauzeit fertiggestellte Hotel „E l e - p h a n t" am Markt. Der Führer wurde, nachdem er an dem altvertrauten Bild des in der Vorhalle auf einem Sockel stehenden und aus dem alten Hause übernommenen Elefanten vorbeigegangen war, von Prof. Gießler und Gauleiter Sauckel auf sein Zimmer geleitet, wo ihn der Gauleiter u. a. auf einige mit Liebe für die persönlichen Räume des Führers zusammengestellten Erinnerungsgaben und Geschenke aufmerksam machte. Der Führer betrachtete seine Raume mit höchster Anerkennung über die vornehme Schlichtheit und harmonische Wohnlichkeit. Besondere Aufmerksamkeit schenkte er dem über dem Kamin aus Stein ausgeführten Bilde des Deutschen Reiches, in dem klar zum Ausdruck kommt, was in dem historischen Jahre 1938 durch Adolf Hitler wieder- gewonnen wurde. Nach Besichtigung von weiteren schönen Räumen des aus deutschen Werkstoffen im Stil einer neuen Epoche ausgestatteten Neubaues mit seinen weichen deutschen Teppichen, den aus hellen Hölzern gefertigten Möbeln, den Bronzekronleuchtern und besonders den geschmackvollen Bildwerken, erfolgte im Gartensaal die Vorstellung der nächsten Mitarbeiter Prof. Gießler s und der Künstler, die an der Erstellung, Einrichtung und Ausschmückung des Hauses den Hauptanteil haben. Die thüringische Staatsregierung veranstaltete am Nachmittag den Staatsempfang im Schloß. An dem Empfang nahmen die Spitzen der Partei und des Staates teil. Ferner hatten sich in dem alten Kampf- zenttum Weimar viele alte Mitkämpfer des Führers eingefunden. Man sah Reichsführer ff Himmler, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter und Reichsminister Darrs, Reichsleiter Bouhler, die Gauleiter Adolf Wagner, Koch, Mutschmann, Forster, Dr. Meyer, Weinrich und Wächtler und Gauleiter a. D. Krebs sowie den Reichsbankpräsidenten Reichsmini- r o ß, das Wort ergriffen hatte, hielt Reichsverwe- fer von Horthy eine kurze Ansprache. Er erklärte: „Nach zwanzig Jahren betrete ich an der Spitze unserer Armee zum erstenmal den befreiten Boden des Oberlandes. Ich bringe den heimkehrenden Brüdern die Liebe des ganzen Ungar n r e i ch e s. Ich begrüße Komorn, diese von ungarischen Erinnerungen geweihte Stadt. Komorn hat in der ungarischen Ehre ausgeharrt, und heute weht über dem Turm der alten St.-Andreas-Kirche wieder unsere Fahne. Der heutige Tag ist ein langersehntes Freudenfest unserer Gerechtigkeit und unseres Sieges, an den fanatisch zu glauben und unerschütterlich zu vertrauen ich keinen Augenblick aufgehört habe." Dann erfolgte der Vorbeimarsch der ungarischen Truppen vor dem Reichsverweser, den Mitgliedern der Regierung und den Ehrengästen. Nach Eintritt der Dunkelheit wurde die Stadt festlich beleuchtet. Die Bevölkerung beschloß den Tag mit einem V o l k s f e st. Im Laufe des Sonntags wurden von anderen ungarischen Truppenabteilungen auch die übrigen im Besetzungsplan für den 6. November vorgesehenen Gebiete und Städte besetzt. In dem gesamten Gebiet fanden am Sonntagabend Freudenfeste statt. Die Häuser und Straßen waren festlich beleuchtet, und der Jubel, der den ungarischen Truppen immer wieder entgegenbrauste, wollte kein Ende nehmen. Oie Kriegshetze muß abgerüstet werden. Niemals wieder wird man Deutschland das Schicksal von 1918 bereiten. - Der Führer spricht auf dem Gautag Thüringens. mals die Parole der Wahlenthastung ausgegeben, weil sie ihren Einfluß durch das Wahlsystem fast ausgeschaltet sahen. In diesem Jahre ist ein Erlaß des Justizministers ergangen, der jede Agitation zur Wahlenthaltung unter Strafe stellt. Trotzdem besteht auch unter den führenden Männern der Regierung die Ueberzeugung, daß das jetzige Verfahren der „Siebung" der Kandidaten nicht dazu beitragen kann, die Volkstümlichkeit der Wahlen und das An- sehen des Parlamentes zu heben. Es ist daher an» gekündigt, daß in diesem Jahre zum letztenmal unter, solchem Wahlrecht gewählt werden soll. Bon den Ukrainern, die in geschlossenen Sprachgebieten wohnen, werden etwa 15 Abgeordnete in den Sejm einziehen. Die Regierung ist bestrebt, das Verhältnis des Staates zu dieser nationalen Minderheit zu verbessern und glaubt, damit einige Erfolge erzielt zu haben. Den Deutschen ist es nicht gelungen, bei den Vorwahlen eine Persönlichkeit aus ihrer Mitte den Wählern präsentieren , zu können, obwohl in Oberschlesien nach dieser Richtung Anstrengungen gemacht wurden. Sie waren auch in dem vorigen Sejm nicht vertreten, doch hatte die Regierung zwei Männer ihres Vertrauens, die Herren Hasbach und Wiesner in den Senat berufen. Die deutsche Minderheit hat der Regierung in Warschau ihre Wünsche in einer Denkschrift unterbreitet und gleichzeitig ihre Volksgenossen aufgefor- dert, zum Zeichen der Loyalität an den Sejmwahlen teilzunehmen. Bezeichnend ist noch, daß die N ati o - n a l j u d e n Aussichten besitzen, bei den Wahlen in Warschau, Lodz und Lemberg mit eigenen Kandidaten zum Ziel zu kommen. Am 13. November erfolgen, wie gesagt, die W a h - len zum Senat. Auch hier ist in den Woiwodschaften bereits die Entscheidung zugunsten der Regierung bei der Aufstellung der Kandidaten gefallen. Der Kreis der Wahlberechtigten zum Senat ist verhältnismäßig klein. Er besteht aus den Inhabern bestimmter Ordensauszeichnungen, aus den Mitgliedern akademischer Berufe und sonst bevorzugter Staatsbürger. Ein Teil der Senatoren wird durch die Regierung ernannt. Es ist kein Zweifel, daß die inneren Verhältnisse in Polen in den letzten Monaten sich gefestigt haben. Die kommumsttsche Gefahr, die zeitweise recht deutlich hervorttat, ist durch die starke Hand der Regierung zurückgedrangt worden. Jetzt kommt es der Staatsführung darauf an, ihr Ansehen durch einen günstigen Wahlausfall und eine rege Wahlbeteiligung noch mehr zu stärken. Sie kann sich dabei auf die Traditionen aus der Zeit Pilsudskis berufen, ebenso auf den starken Rückhalt, den das heutige Regime an der Armee und dem Marschall Rydz-Smigly besitzt. Warschau, 7. Nov. (DNB.) In Polen fanden am Sonntag die Wahlen zum Sejm statt. Trotz der Wahlenthaltung, zu der sämtliche Oppositionsparteien aufgefordert hatten, verlief der Tag ruhig. Die Wahlbeteiligung war erheblich reger als bei den letzten Parlamentswahlen. Sie dürfte durchschnittlich etwa 70 o.H. betragen. In den südlichen Grenzgebieten längs der Tschechoslowakei stimmten die Wahlberechtigten sogar ohne Ausnahme ab. Sehr stark war die Beteiligung auch i n W i l n a , wo die Anhänger der Nationalen Partei gegen die Kandidaten des Lagers der Nationalen Einigung stimmten. Die in Danzig wohnhaften Polen wählten in drei in Gdingen her- gerichteten Wahllokalen. Gegen den Wohlboykott der Opposition gingen die Behörden mit allen Mitteln des Gesetzes vor. In allen Teilen des Landes wurden Hunderte von Angehörigen der Oppositionsparteien verhaftet. In Lodz wurden sämtliche zwölf Lokale der Nationalen Partei geschlossen. Die Wahlhandlung wurde erst um 21 Uhr abgeschlossen. An einen vollen Erfolg des Lagers der Nationalen Einigung ist angesichts der Zusammensetzung der Kandidatenlisten nicht zu zweifeln. Am 6. November wurde in Polen der Sejm gewählt, am 13. November kommt der Senat an die Reihe. Das jetzige Wahlgesetz stammt aus der Zeit des Marschalls Pilsudski und war dazu bestimmt, den Einfluß der Parteien auf die Zusammensetzung der Volksvertretung auszuschalten oder zu verringern. Demgemäß erfolgte die Aufstellung der Kandidaten zum Sejm nicht durch die Parteiverbände, sondern durch Vertrauensmänner-Versammlungen der einzelnen Wahlkreise. Diese Versammlungen sind zusammengesetzt aus Vertretern der staatlichen und kommunalen Behörden, der Berufskammern und Gewerkschaften. Sie stellen für den Wahlkreis zwei oder drei Kandidaten auf, unter denen die Wählerschaft die Auswahl besitzt. Es liegt auf der Hand, daß die der Regierung nahestehenden Kreise auf diese Wahlvorschläge einen starken Einfluß ausüben. Die Vorwahlen — so kann man dieses indirekte Verfahren bezeichnen — zum künftigen Sejm hatten fast ausschließlich zur Aufstellung solcher Kandidaten geführt, die dem Negierungslager angehören. Trotzdem fand eine rege Wahlarbeit statt, die durch Reden und Vorträge der Minister in verschiedenen großen Städten unterstützt wurde. Zweifellos haben die letzten außenpolitischen Erfolge der polnischen Regierung dazu beigetragen, die Wahlbeteiligung zu verbessern, die bei den letzten Wahlen nur 35 v. H betrug. Die Oppositionsparteien von den Nationaldemokraten bis zu den Marxisten hatten da- Das ungarische Oberland begrüßt den Reichsverweser. Oer Einmarsch der ungarischen Truppen. - Feierlicher Empfang in Komorn. Der Führer spricht. Der Führer sprach dann auf einer Kundgebung in der thüringischen Landeskampfbahn zu Weimar. Als der Führer die Tribüne betritt, brausen ihm ununterbrochen die Heilrufe und Sprechchöre: Führer, wir danken Dir!" entgegen, so daß er erst nach Minuten seine Rede beginnen kann. Er gedenkt der ersten vier, wie es damals schien, großen Versammlungen des Jahres 1925 .in Weimar, die man heute nur als ganz kleine Ortsgruppenabende bezeichnen könnte. Er erinnerte an den zweiten Reichsparteitag der Bewegung in den Mauern dieser Stadt. Was damals alle an diesem Röichsparteitag begeistert habe, das werde heute weit durch einen Gauparteitag überboten. Alle die alten Parteigenossen, die diesen gewaltigen Aufstieg miterlebten, können nur mit Rührung zurückdenken an diese Zeiten und an das, was sich seitdem Großes ereignete. Was uns aber jetzt zurückblickend fast wie ein Wunder erscheint, ist nichts anderes als der Lohn für eine unermeßliche und unermüdliche Arbeit! Denn das können wir Nationalfozia- liften wohl vor der deutschen Geschichte behaupten: Roch niemals ist inbrünstiger, mit mehr Arbeit und auch mehr Opfern um das deutsche Volk gerungen worden als in dieser Zeit des Kampfes unserer Bewegung um den deutschen Menschen! Nunmehr haben wir dafür von der Vorsehung den Lohn bekommen, genau so wie einst das Deutschland des Jahres 1918 feinen Lohn erhielt! Damals wurde es jener Segnungen teilhaftig, die wir unter dem Sammelbegriff „Demokratie" verstehen! Das Deutschland von damals hat sich an- geklammert an die Hoffnung, die vielleicht am stärksten jener Amerikaner aussprach, der uns einen Frieden zusicherte, in dem es weder Besiegte noch Sieger geben sollte. Nachdem das deutsche Volk im Glauben an diese Theorien die Waffen niedergelegt hatte, wurde es belehrt, daß Demokratie in der Praxis etwas anderes ist als in der Theorie! Wenn heute manchesmal Parlamentarier oder Politiker m fremden Ländern zu behaupten wagen, Deutschland hätte seine Verträge nicht gehalten, dann können wir diesen Männern nur zur Antwort geben: Der größte Vertragsbruch aller Zeiten ist am deutschen Volk verübt worden! Alles, was man Deutschland in jenen 14 Punkten zugesichert hatte und auf Grund deren dann die deutschen Waffen niedergelegt wurden, ist nachher gebrach e n worden! 1932 stand nun Deutschland vor dem endgültigen Zusammenbruch. Das Deutsche Reich und Volk, sie schienen verloren. Dann aber kam die deutsche Wiederauferstehung! Sie begann mit einer Umwandlung des Glaubens. Während alle deutschen Parteien vor uns an Kräfte und Ideale glaubten, die außerhalb des Reiches und unseres Volkes lagen, haben wir Nationalsozialisten unentwegt den Glauben an unser eigenes Volk gefördert, ausgehend von der ewig gültigen Parole, daß Gott nur denen hilft, die bereit und entschlossen sind, sich selbst zu helfen! (Stürmische Heilrufe brausen zum Führer empor.) Wir haben an die Stelle all jener internationalen Faktoren — Demokratien, Völkergewissen, Weltgewissen, Völkerbund usw. — einen einzigen Faktor gestellt: Unter eigenes Volk! Dieses Volk aber mußte ganz von feiner Zersplitterung und Zerrissenheit befreit werden. So entstand die Nationalsozialistische Partei mit dem Befehl und der Aufgabe, dieses Sammelsurium politischer Verbände zu beseitigen und an ihre Stelle eine einzige Macht zu sehen: die Macht einer Bewegung! DieNSDAP. wurde damit zur Trägerin der deutschen Volksgemeinschaft. Wir alle waren uns darüber im Klaren, daß eine wahre Volksgemeinschaft nicht von heute auf morgen, nicht durch Theorien oder Programme erzielt wird, sondern daß viele Jahrzehnte hindurch, ja vielleicht immer und für alle Zeiten der einzelne Mensch für diese Volksgemeinschaft erzogen werden muß. Diese Erziehungsarbeit haben wir seit der Gründung der Partei und besonders seit der Uebernahme der Macht durchgeführt. Aber nichts ist oollkomen auf dieser Welt, und kein Erfolg kann als endgültig befriedigend empfunden werden. Daher wollen wir auch heute nicht etwa behaupten, daß Erreichte sei schon das gewollte Ideal an sich. Uns schwebt ein Ideal vor und ihm entsprechend erziehen wir die deutschen Menschen, Generation um Generation. So wird der Nationalsozialismus immer mehr von einem politischen Bekenntnis zu einer wirklichen Volks erzieh ung werden! Als weitere Aufgabe mar der Bewegung die G e - ftaltung einer neuen Führungsaus lese und die Heranbildung einer neuen Führung gestellt. Nur ein Blinder kann heute noch bestreiten, datz dis politische Führung der deutschen Nation letzt innen und außen anders ist als etwa vor 5, 10 oder 20 Jahren. (Brausender Beifall und stürmische Heilster Dr. Schacht, ferner die Korpsführer des NSKK. und des NSFK., zahlreiche Obergruppenführer und Gruppenführer der SA. und ff. Der Führer wohnte am Samstagabend der Feftaufführung der Verdi-Oper „Aida" im Deutschen Nationaltheater bei. Die ausgezeichnete Aufführung, unter musikalischer Leitung von Paul Sixt wurde von Dr. Rudolf Hoffe inszeniert und fand immer wieder stürmischen Beifall. Als Adolf Hitler das Deutsche Nationaltheater verlassen hatte, war auf dem Marktplatz die Hitler-Jugend aufmarschiert, 9000 Führerinnen und Führer aus Thüringen und 1000 Jung- mädel aus dem Landdienft. Lange toste die Begeisterung der Jungen und Mädel hinauf zum Balkon des Hauses, von wo Adolf Hitler auf feine jüngste Gefolgschaft herabsah. Vorbeimarsch der Kampssormallonen Thüringens. Arn Sonntagmittag fand auf dem Karlsplatz ein Dorbeirnarschder Kampfgliederungen der Bewegung vor dem Führer statt. An der Spitze marschierte Gauleiter Sauckel, der dem Führer die Meldung vom Anmarsch seines Gaues erstattete. Er nahm vor dem Wagen Adolf Hitlers Aufstellung, und bann marschierten die Fahnen und Feldzeichen der Thüringer SA. vorbei. Standarte auf Standarte zieht in ausgezeichneter Ordnung und guter Ausrüstung vorüber. Kurz darauf erstattet Reichsleiter und Korpsführer des NSKK. Hühnlein dem Führer die Meldung vom Beginn des Vorbeimarsches der Motorgruppe Thüringen des NSKK. Die Männer des Nationalsvzialiftischen Kraftfahrkorps machen ebenfalls einen ganz hervorragenden Eindruck. Dann marschiert, begleitet von den Klängen des Gebietsspielmannszuges und Ge- bietsmusirzuges der thüringischen Hitler-Jugend das Heer der politischen Leiter aus allen Kreisen und Ortsgruppen Thüringens. Der Korpsführer des Nationalfozialifttschen Fliegerkorps, Generalleutnant Christiansen, trat darauf an den Wagen des Führers und erstattete Meldung vom Anmarsch der thüringischen NSFK.-Standarte. Dann meldet der Reichsführer ff Himmler dem Führer die Schutzstaffeln Thüringens. Stürmisch begrüßt wird nach der allgemeinen ff die dritte in Thüringen stehende -Toten köpf standarte. DM » W ■ * • i- ■ "cL? t ? ■' ' ■'• ', £ & 4 *- V - <5 „ . / W HA 5*S? sfe fi?begfln; &#* $5; S< n t Seilen. euer ««»'' »er >*“ fie sch * fetjteins. 6» ift 16«" * boten fi" ««ito»1 WM «ttlti® P,ck<"° h°ben S«“l «itDiele p«l"" »ich "°ch "Jj einer von chve hehl daraus, autoritären s o glücklichen Zu ° Recht ün eB Mcht und ton eines Weltkriege Sorge getragen LeniichtungsMl für, Laß mir kui Öen. Wir werd' ren, und dann nicht wieder P wie vor nur di Wir wollen ni andere Regier wenig aber w> in anderen Lä |cre Regierung Dank, stark ge * M oert< [eine Zukunft iisms! Js gibt Heu -er sich der I . fchen Volkes führen, verbisiene \i eine eherne elnzufehen wir auf da ter gewief als phraf wir aber zu üetfeibi. tenneng Hffiftyn De (Erneute Set Dell weih, I und die Dat ifl |o alt roi 5äbelraffeln feien. Vein, 5äbelraffel, den vegrif^ Dir haben der frenidk leine hoßi reich ge[U1 Pflicht s Wien fie g und roi ehnnen di x^ienheit ö Font des Del fc.6* dc f"'d°G°dun guit in glö 7 »le n?ch 5" »er Aä LK tag .‘'^en lanbes \9Qni Spfe «At KL > l)r Wi w« Hr M1; SÄ'-, Km nf & SM In Relchenberg gedenkt anläßlich der Ueberführung der Sudetendeutschen Partei in die NSDAP, der Stellvertreter des Führers angesichts der Blutfahne der nationalsozialistischen Bewegung (vor dem Rednerpult) der Toten des Sudetenlandes, die in jahrhundertelangem Kampf für ihr Volkstum ihr Leben ließen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Fahne des siegreichen Hakenkreuzes ist es, die uns für alle Zeiten voranflattern wird. Auf feine Fahne schwören wir den Treueid, der uns Lebende und alle kommenden Geschlechter an das Reich und seinen Führer binden soll. Unsere Kampfzeichen aber wollen wir dem deutschen Volk in treue Verwahrung geben. Auf ihrem Tuch findet sich kein Flecken der Feigheit, des Verrates und der Schande. Sie werden vor der Geschichte in Ehrs bestehen; denn sie sind' rein und makellos, sie sind geweiht durch das Blut unserer Toten. Henlein übergibt dem Stellvertreter des Führers die Fahne. Und während sich das zerfetzte Tuch der Blutfahne vom 9. November entgegenneigt, ruhen die Hände beider Männer ineinander. In diesem Augenblick vollzieht sich die Ueberführung der sudetendeutschen Kampfbewegung in die große Organisation der nationalsozialistischen Idee. Ein ungeheurer Iubelsturm erhebt sich dann als der Stellvertreter des.Führers Rudolf Heß vor das Mikrophon tritt. . Aus den Händen von Konrad Henlein erhält der Stellvertreter des Führers das Feldzeichen der Reichenberger SDP.-Ortsgruppe als Symbol der bisherigen Sudetendeutschen Kampfgemeinschaft. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Sudetendeutsche Partei in die ÄSDAP. ausgenommen. Oer Stellvertreter des Führers dankt den sudetendeutschen Kämpfern für ihren Einsatz fratie aufrechtzuerhalten, d. h. die Freiheit, wenn notwendig, auch zum Kriege Hetzen zu dürfen! (Wieder stürmische Rufe der Entrüstung.) Ich habe kürzlich drei dieser internationalen Kriegshetzer b e i Nomen genannt. Sie Haden sich betroffen gefühlt, aber nicht etwa nach der grundsätzlichen Seite hin, nein, nur deshalb, weil ich es wagte, sie beiip Namen zu nennen. Herr Churchill hat offen erklärt, er sei der Meinung, daß man das heutige Regime in Deutschland beseitigen müsse unter Zuhilfenahme innerer deutscher Kräfte, die ihm dankbar dafür zur Verfügung stehen würden. (Stürmische Pfuirufe.) Wenn Herr Churchill weniger mit Emigrantenkreisen, d. h. mit ausgehaltenen, vom Ausland bezahlten Landesverrätern verkehren würde, sondern mit Deutschen, dann würde er den ganzen Wahnsinn und die Dummheit seines Geredes einsehen. Ich kann diesem Herrn, der auf dem Monde zu leben scheint, nur eines versichern: Eine solche Kraft, die sich gegen das heutige Regime wenden könnte, gibt es in Deutschland nicht! In Deutschland gibt es nur eine Kraft, die Kraft der deutschen Nation, in Führung und Gefolgschaft, in Wehr und Waften. (Brausender Beifall.) Ich will diesen Herrn gar nicht bestreiten, daß wir natürlich kein Recht haben, etwa zu verlangen, daß die anderen Völker ihre Verfassungen ändern. Ich habe aber als Führer der Deutschen die Pflicht, diese Verfassungen und die Möglichkeiten, die sich aus ihnen ergeben, zu berücksichtigen. Wenn vor einigen Tagen der Stellvertreter des englischen Oppositionsführers im Unterhaus erklärte, er mache kein Hehl daraus, 1 daß er es begrüßen würde, wenn Deutschland und Italien vernichtet würden, dann kann ich guna der Verdächtigungen und Beschimpfungen. Was England seit Jahren gewünscht habe sei eine wirkliche Verständigung mit Deutschland als Schlussel zum Frieden Europas. Wäre man in den Nach- kriegsjahren zu einer freien Bereinigung gekommen so würde die politische Entwicklung anders verlaufen sein. Diese Unterlassung habe Hitler das stärkste Argument in die Hand gegeben, daß er tn Weimar wiederum benutzt habe. Der Erfolg der nationalsozialistischen Bewegung sei ein Protest gegen eine unhaltbare Lage gewesen: nämlich gegen die Einkreisung Deutschlands und gegen die Ver- weiaerung völliger Gleichberechtiaung. Die ganze schwersten Vela st ung'sz eilen im Kriege kennengelernt habe: Keine Rervosi- tät, keine hast, keine Unsicherheit, keine 23er- zweiflungsstimmung, sondern Zuversicht und treueste Gefolgschaft. Jeder ein- zelne Mann und jede einzelne Frau hat es gewußt, daß das Schicksal vielleicht auch den letzten Einsatz von uns hätte fordern können. Dieser Geschlossenheit und dieser Ruhe ist es zu verdanken, wenn dieser letzte Einsatz uns erspart blieb! Das Schicksal hat uns nicht in die Schranken gefordert, weil es uns stark wußte! Das wollen wir als Lehre mitnehmen für alle Zukunft! Dann kann unseren geliebten Deutschland nichts zustoßen, jetzt und bis in alle Ewigkeit. Deutschland — Siegheil! Die Massen, die von Satz zu Satz den Worten des Führers ergriffen zuhörten, antworteten mit einer sich immer erneuernden, minutenlangen Kundgebung, in der dem Führer die Verehrung und Liebe, die Dankbarkeit und Treue des ganzen deutschen Volkes entgegenschlägt. London zur Führerrede. Rudolf Heß spricht. Zu Beginn seiner Rede spricht Rudolf Heß von der Blutfahne der nationalsozialistischen Bewegung, dje an die Opfer mahnt, die für Großdeutschland sielen. Rudolf Heß gedenkt vor allem der Toten des Sudetenlandes, die in jahrhundertelangem Kampf für ihr Volkstum ihr Leben ließen. Daß die Lebenden, durch die Entschlüsse des Führers richtig geführt, den Kampf um Volkstum und Heimat siegreich beendeten, ist ihr Dank an die Toten. Es ist euer Volkstum, das euch zu Adolf Hitler geführt hat, zu Adolf Hitler, der der größte Befteier und Gestalter deutschen Volkstums überhaupt ist. Was sich hier auf eurem Boden abgespielt hat, war das Ringen eines Volkes um sein Volkstum, ein Ringen, das zutiefst aus dem Blute geboren wurde und sich daher nicht nur auf die Männer beschränkte, sondern getragen war auch von den Frauen und selbst von den Kindern. Auch sie haben in schwerstem Leid trotz Terror und Verfolgung zu ihrem Deutschtum und zu ihrem Führer gestanden. Wie er uns sicher geführt hat, wie er uns hat stark und lebensfroh werden lassen, wie er uns den inneren Frieden und das ungestörte Glück in Heimat und Familie, wie er uns die Gewißheit des Arbeitsplatzes und des Segens der Arbeit gegeben hat, so gibt er dies alles nun auch euch. Indem ihr und euer Land aufgegangen seid in dieser Gemeinschaft, indem ihr aufgegangen seid in der großen deutschen Heimat, hat das Vermächtnis der Kämpfer der Generationen vordem feine Erfüllung gesundem Als deutsche Universität wurde die Universität Prag vor fast 600 Jahren gegründet. Es waren immer nur Deutsche, die dem Namen Böhmens und Mährens Geltung verschaff- ten in der Welt, die ihm Klang gaben als Namen eines Landes starker kultureller Kraft. Namen eines Johannes von Saaz, eines Albrecht von Waldstein aus der weiteren Vergangenheit, die Namen eines Stifter," eines ÜÄendel aus der näherliegenden Vergangenheit legen Zeugnis dafür ab. Ein Sudetendeutscher war es, der die Schiffsschraube erfand; ein Sudetendeutscher war es, der die Erbgesetze erkannte — zwei Männer von entscheidendem Einfluß auf die Entwicklungsgeschichte fast aller Völker. Um das Recht der Deutschen auf diesem Boden ist Jahrhunderte gekämpft worden, bis in unseren Tagen der Sieg des Rechtes erstritten wurde. Daß der Kampf über Jahrhunderte geführt werden konnte, ist der Zähigkeit und dem Opfermut der Sudetendeutschen zu danken. Daß er aber nun end- lichs eine Entscheidung fand zugunsten sudetendeutschen Rechts, das ist allein dem Führer zu danken. Nur durch ihn wurden die Voraussetzungen geschaffen, die den siegreichen Ausgang dieses Kampfes ermöglichten. Hätte er nicht das deutsche Volk geeint, hätte er es nicht stark gemacht, hätte er es nicht fähig gemacht zum letzten Einsatz — alles Durchhalten und alles heldenhafte Ringen der Sudetendeutschen hätte nicht zum ersehnten Ziele geführt. „Auch hinter eurem Kampf, meine sudeten- deutschen Volksgenossen, stand ein Glaube: Der Glaube an euer Recht! Euer Recht war das Recht auf Selbstbestimmung, das die Vertreter großer Staaten Ende des Krieges als ein Grundrecht proklamierten. Nicht wir, die Deutschen — das möge man nicht vergessen! — haben dieses Recht auf Selbstbestimmung in die Welt hinaus- geschrieen, das taten die gleichen, die euch, ebenso wie den Oesterreichern, in dem Augenblick das Recht verweigerten, als es wirtlich gefordert wurde. Erst als hinter euch eine Macht trat, die stärker war als die Gewalt der andern — wohlgemerkt, unter Einrechnung derer, die zu uns standen —, stärker war als die Gewalt eurer Unterdrücker und all ihrer bisherigen Helfer dazu, da erst wurde euer Recht respektiert. Seit der Führer die Eni- es fei denn, er wurde selbst bedroht. Das möchten auch wir uns vornehmen! 2Nan soll uns nicht zu nahe treten. Wir wünschennichts anderes als unsere Ruhe, unsere 2k- beitsmöglichkeit und Lebensrecht für unser Volk, das gleiche Recht, das auch die anderen für sich in Anspruch nehmen. (Erneute Jubel- flürme.) Das mühten gerade die demokratischen Staaten begreifen und verstehen, denn sie reden ja dauernd von Gleichberechtigung, wenn sie von den Rechten der kleinen Völker sprechen, wie können sie dann empört sein, wenn auch ein großes Volk das gleiche Recht beansprucht! Der Sicherung und der Garantierung dieses Rechtsanspruches dient unsere nationalsozialistische Wehrmacht! (Wieder brausen die Heilrufe.) In diesem Sinne habe ich auch außenpoli- tischeine Umstellung vorgenommen und mich jenen Staaten genähert, die ähnlich wie wir gezwungen waren, sich für ihr Recht einzusetzen. Wenn ich heute die Ergebnisse unseres Handelns überprüfe, dann kann ich sagen: Urteilt alle selbst, ob wir nicht wirklich Ungeheures mitdiesen Prinzipien erreicht haben! (Ein ungeheurer Iubelsturm, langanhaltende Sprechchöre: „Wir danken unserem Führer!") Wir wollen aber gerade deshalb nie vergessen, was uns diese Erfolge mög - l i ch gemacht hat. Wenn heute gewisse ausländische Zeitungen schreiben: „Das hättet ihr doch alles a u f dem Verhandlungswege erreichen können!" — so wissen wir sehr wohl, daß ja das Deutschland vor uns nichts anderes tat als andauernd zu verhandeln. 15 Jahre lang haben sie nur verhandelt und haben dabei alles verloren. Ich bin ebenfalls bereit, zu verhandeln, aber ich lasse keinen Zweifel darüber: Das deutsche Recht lasse ich weder auf dem Verhandlungswege noch auf irgendeinem anderen für Deutschland kürzen. (Neuer Vegeisterungssturm.) Vergiß nie, deutsches Volk, wem du deine Erfolge verdankst. Welcher Bewegung, welchem Gedanken und welchen Prinzipien! Und zweitens: Sei immer vorsichtig, fel stets auf der Hut! Ls ist sehr schön, von internationalem Frieden und internationaler Abrüstung zu reden, allein ich bin gegenüber einer Abrüstung der Waffen mißtrauisch, so lange man nicht einmal den Geist abrüstet! (Stürmische Zustimmung.) Es hat sich in der Welt die seltsame Gepflogenheit herausgebildet, die Völker in sogenannte autoritäre, d. h. disziplinierte, Staaten und in demokratische Staaten einzuteilen. In den autoritären, d. h. in den disziplinierten, Staaten 'ist es selbstverständlich, daß man fremde Völker nicht verleumdet, nicht über sie lügt und nicht zum Kriege hetzt! Aber die demokratischen Staaten sind eben „demokratische", d. h. dort darf dies alles geschehen! (Empörte Zurufe.) In den autoritären Ländern ist eine Kriegshetze natürlich unstatthaft, denn ihre Regierungen sind ja verpflichtet, dafür zu sorgen, daß cs feine Kriegshetze gibt. In den Demokratien aber haben die Regierungen nur eine Pflicht: die Demo- Furcht. Der „Daily Telegraph" spricht von einer „Philippika gegen die Demokratien". — e ™ 5 C h r o n i c l e" behauptet naiv, in England gäbe es keine Kriegskampagne gegen Deutschland. Weder Churchill noch Greenwood hätten jemals einen Präventivkrieg gegen Deutschland empfohlen. Wenn Churchill sich für gemeinsamen Widerstand einsetze und Greenwood ertläre, daß er die Diktaturen gern zerstört sehen möchte, so hätten beide auch nicht einen Augenblick vorgeschlagen, zu diesem Zwecke Reichenberg, 5. Nov. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers traf am Samstag gegen 18.30 Uhr unter dem Jubel der begeisterten Bevölkerung in der Hauptstadt des Sudetengaues, Reichenberg, ein. An der alten Reichsgrenze waren der Stellvertreter des Führers sowie der Reichsorganisationsleiter D. L e y vom Gauleiterstellvertreter des Sudetengaues, Karl Hermann Frank, begrüßt und in die Stadt geleitet worden. Durch das dichte Spalier Tausender jubelnder Sudetendeutscher begab sich Rudolf Heß zum Rathaus, wo er von Gauleiter und Reichskommissar Konrad Henlein und dem Bürgermeister Rohn willkommen geheißen wurde. Nach der Vorstellung der Partei- und Behördenvertreter trägt sich der Stellvertreter des Führers in das Goldene Buch der Stadt ein. Als dann Rudolf Heß das Rathaus wieder verläßt, um zur Meßhalle zu fahren, begleiten ihn auf dem ganzen Wege die begeisterten Zurufe der Sudetendeutschen. Als Rudolf Heß dann die Ehrenformationen der ^-Ver- fügungstruppe und der SA.-Standarte Feldherrn- halle sowie der Ordnungspolizei abschreitet und mit Konrad Henlein und Dr. Ley die Halle betritt, springen die Menschen auf, klettern auf die Stühle. Tosender Jubel übertönt die Klänge des Egerländer Marsches. Kommandos erschallen, der Fahnenein- marsch beginnt. Voran die Blutfahne. Es folgen die Fahnen der jj und der SA. und dann in langen Reihen die der SDP., an ihrer Spitze die Reichenberger Fahne, zerfetzt und zerschlissen, beim Einmarsch der deutschen Truppen aus einem Winkel einer Polizeiwachtstube hervorgeholt. Konrad Henlein nimmt darauf das Wort: In dieser feierlichen Stunde, so sagt er, erleben wir die Krönung unseres jahrlangen harten Ringens um Recht, Ehre und Freiheit unserer Heimat. In dieser Stunde geht in Erfüllung, was uns in bittersten Tagen ein heiliger Glaube war, was wir mit der ganzen Ueberzeu- gung unseres deutschen Wesens ersehnten, was uns in den Tagen der höchsten Not und Gefahr ein Weigerung völliger Gleichberechtiaung. „ Streitfrage gipfele in folgender Frage: Muß man sich Forderungen widersetzen, die hätten erfüllt wer- den sollen, als Deutschland schwach war, nur well es jetzt nicht mehr schwach ist? Diejenigen, die so dächten, und b05 sei nicht Chamberlain, besurworte- ten eine kurzsichtige Politik des Zynismus und der Slbrüftung nur reden, die Kriegshetze aber infam weitertreiben, nehmen .wir an, daß sie uns nur unsere Waffen stehlen wollen, um uns noch einmal das Schicksal von 1918/19 zu bereiten. (Brausende Heilrufe.) Da aber kann ich den Herren Churchill und Genossen nur eines sagen: Das gibt es nur einmal, und das kehrt nicht wieder! ((Ein un= geheurer Begeisterungssturm der Massen hindert den Führer minutenlang am Weitersprechen.) Ich tyabe meinen Weg begonnen mit einem unbändigen Glauben an das deutsche Volk. Was anders hätten uns denn damals vor der Verzweiflung zurückhalten können? Ich glaubte an bas deutsche Volk, an seine inneren Werte und damit auch an seine Zukunft. Heute ist dieser Glaube wunderbar gerechtfertigt. Er hat in diesem letzten Jahr nur nach eine weitere Stärkung erfahren. Wie hat sich unser Volk tn diesen 5. 6 Jahren bewährt! Wie ist nicht alles das tn Erfüllung gegangen, was ich Jahr um Jahr prophezeite und was wir alle endlich erwarteten. Wie hat sich nicht in diesen letzten Wochen und Monaten unser Volk so ganz wunderbar benommen. Sie können es mir glauben, meine Volksgenossen, ich bin ja s o stolz und glücklich, daß ich euer Führer fein darf. (Stürmischer Beifall.) Gerade in diesen letzten Wochen hat unser deutsches Volk ein ebenso herrliches Bild harter Entschlossenheit gezeigt, wie ich es in feinen sicherer Leitstern war: Wir werden heute eins mit der großen E r n e u e r u n a s b e w e - gung des ganzen deutschen Volkes. In dieser Stunde gedenken wir der fünf Jahre des Einsatzes und Opfers, die wir gemeinsam erlebten. Wir denken zurück an den Beginn unserer Bewegung, an die trübe Zeit der Verfolgung und Verzweiflung im Herbst 1933, als ich nach der brutalen Auflösuna der DNSAP. durch die tschechische Gewaltherrschaft das führerlos gewordene Sudetendeutschtum zu neuem Einsatz und neuen Kampf aufrief. Wir gedenken zurück an die ersten Bewährungsjahre, da wir den nationalen und sozialen Charakter unserer jungen Bewegung gegen Druck und Bedrohung zu verteidigen hatten. Wir aedenken der ungezählten Opfer an Leben und Gesundheit, Gut und Freiheit, die schweigend dargebracht wurden, um den einen großen Tag der Befreiung zu erftreiten. Ich danke allen meinen Mitarbeitern und Hauptleitern, den Kreisleitern und Kameraden, die als Abgeordnete und Senatoren ihren Dienst getan haben. Ich danke allen Amtswaltern, den unzähligen unbekannten Soldaten der Bewegung, die, erfüllt von dem Glauben an den Führer und die nationalsozialistische Idee sebstlos und freu ihre Pflicht erfüllt haben Immer jedoch werden wir dessen eingedenk sein, daß wir unsere Freiheit einem einzigen Manne, unserem Führer Adolf Hitler verdanken. Er war entschlossen und des Willens, den höchsten und letzten Ein - atz des ganzen deutschen Volkes in die Waag- chale der Geschichte zu werfen. Seine Fahne, die Natürlich nicht verhindern, daß dieser Mann vielleicht auf Grund der demokratischen Spielregeln mit seiner Partei tatsächlich in ein oder zwei Jahren zur Regierung kommt. Aber das kann ich versichern: Ich werde verhindern, daß er Deutschland vernichtet! Und genau so wie ich überzeugt bin, daß das deutsche Volk dafür sorgen wird, daß die Pläne dieser Herren in Bezug auf Deutschland nie gelingen, genau so wird auch das faschistische Italien, Das weiß ich, ■für sich sorgen! Ich glaube, daß für uns alle diese internationalen Hoffnungen nur eine Lehre fein können, fest zufammenzustehen und fest zu unseren Freunden zu rücken. Je mehr wir in Deutschland selbst eine einzige Gemeinschaft bilden, um fo geringer werden die Aussichten dieser Kriegshetzer sein, und je enget wir uns besonders mit dem Staat zusammen- schttehen, der sich in gleicher Lage befindet wie wir, mit Italien, um fo mehr wird ihnen die Luft vergehen, mit uns anzubinden! Wenn wir das Jahr 1938 heute noch einmal im Geiste an uns vorüberziehen lassen, dann kann es uns nur mit tiefstem Stolz und mit größter Freude erfüllen. Deutschland ist größer geworden auf dem natürlichsten und auf dem moralisch unanfechtbarsten üßege, den es gibt! Dieses Jahr ist aber für uns auch ein Iaht großer Verpflichtungen: Mr müsien aus ihm die Erkenntnis und den Entschluß gewinnen, den erfolgreichen Weg niemals mehr zu verlassen! (Brausender Beifall.) Wenn die andere WeU von Abrüstung spricht, dann sind wir auch dazu bereit, aber unter einer Bedingung: Daß erst die Kriegshetze ab» gerüstet wird! So lange die anderen aber von London, 7. Nov. (DNB. Funkspruch.) Zur Rede des Führers fpgt die „Times", es gebe keinen anderen Weg zum Frieden als die Wiederher- einen ziugenona oorgejc ft e 11 u n g d e s Vertrauens und die Beseiti-1 zum Kriege zu schreiten. '.XX' as will und was kann Paul-Reynaud? Von unserem E. I.-Korrespondenien. - 'j V - • - #' '/L • v ' -i*c*e*ee^:: :.- ■ M - W < ■1; Wegen der geplanten Notverordnungen war es im französischen Kabinettsrat zu Meinungsverschiedenheiten gekommen. Der Finanzminister Marchandeau und der Justizminister R e y n a u d wechselten ihre Aemter. Hier verabschiedet sich Ministerpräsident D a l a d i e r nach der kritischen Sitzung von Marchandeau. Links der neue französische Finanz- und bisherige Justizmimster Reynaud. — (Scherl-Bilderdienst-M.) schlossenheft des deutschen Volkes geweckt hat, seine Macht hinter das Recht zu stellen — da wird Deutschland sein Recht zugebilligt! Und es wird euch Sudetendeutschen ebenso euer Recht zugebilligt, denn euer Recht ist unser Recht. Eure Eingliederung in das Reich und die Eingliederung der Ostmark in das größere Deutsch- land, beides waren Taten, die einen natürlichen Rechtszustand schufen, weil siebegangenesUnrechtwiedergut- machten. Aber diese wäre niemals geschehen, wenn das Reich Adolf Hitlers nicht Macht und Entschlossenheit genug hätte, der Gewalt des Unrechtes die Kraft des Rechtes entgegenzu- sehen. Wir wissen, daß es noch immer Männer in anderen Staaten gibt, die lieber einen furchtbaren neuen Völkerkrieg entfesselt hätten mit vielleicht neuerlich Millionen Toten aus allen Seiten, als dah sie zugegeben hätten, dah euch euer Recht werde! wie haben sie geschrien, als der Führer für euer Recht eintrat! Wie haben sie sich ausgemandelt, die Veneschs und die Finkelsteins, die Churchills und die Edens! Diesmal ist ihnen ihr Ziel nicht geglückt, hoffentlich erholen sie sich von ihrer Enttäuschung, dah diesmal die Vernunft über ihre Niedertracht gesiegt hat, nie wieder. Aber verlassen können wir uns nicht darauf. Im Parlamentärismus ändert sich manches schnell. Wir haben gerade in der letzten Zeit feststellen können, wieviele parlamentarische Kämpfer gegen das Recht doch noch vorhanden sind. Vor wenigen Tagen hat einer von ihnen wieder erklärt, er mache gar kein hehl daraus, daß er am liebsten die sogenannten autoritären Staaten vernichtet sehe. Nur dank eines glücklichen Zufalls waren diese Kämpfer gegen das Recht im entscheidenden Augenblick nicht an der Macht und konnten somit nicht das Völkerunglück eines Weltkrieges heraufbeschwören. Der Führer hat Sorge getragen, daß wir gewappnet sind, solchem Dernichtungswillen zu widerstehen, und er sorgt dafür, daß wir künftig noch besser gewappnet sein werden. Wir werden nicht schwächer sein als die anderen, und dann wird unser Recht und unser Schicksal nicht wieder preisgegeben sein Männern, die nach wie vor nur die Gewalt kennen und nicht das Recht. Wir wollen nicht andere Völker vernichten, weil sie andere Regierungsformen haben als wir, ebensowenig aber werden wir uns vernichten lassen, weil in anderen Ländern noch Politiker leben, deinen unsere Regierungsform nicht paßt. Wir sind, Gott sei Dank, stark genug, gegen jedermann das Lebens- oesetz zu verteidigen, welches dem deutschen Volk seine Zukunft sichert und das heißt: Nationalsozialismus! Es gibt heute niemanden mehr auf der Wett, der sich der Härte, der Entschlossenheit des deutschen Volkes, die Waffen für euch zu führen, nicht bewußt wäre. Ans hat eine verbissene schweigende Entschlossenheit beherrscht, eine eherne Bereitschaft, wenn es sein soll, sich einzusehen bis zum letzten, klar und kalt wären wir auf das Ziel marschiert, das uns der Führer gewiesen hätte. And nichts lag uns ferner als phrasenhafter Hurrapatriotismus. Wenn wir aber hätten antreten müssen, unser Recht zu verteidigen, man hätte uns erst wirklich kennengelernt, uns, die nationalsozialistischen Deutschen, die Kämpfer des Führers. (Erneute Begeisterungsstürme der Waffen.) Die Welt weiß, daß wir den Krieg nicht ersehnen, und die Wahrheit, dah wir den Frieden lieben, ist so alt wie die Lüge, daß wir ein Land des Säbelrasselns oder der militaristischen Drohung seien. Nein, das Land Adolf Hitlers kennt kein Säbelrasseln und kein Kriegsgebrüll, es kennt den Begriff des „Spiels mit dem Kriege" nicht. Wir haben auch ih den entscheidenden Stunden der fremden Völker nicht geflucht. Wir haben keine Haßgesänge gegen England und Frankreich gesungen. Aber wir hätten unsere Pflicht getan bis zum letzten. Wir hätten sie getan für Deutschland, für den Führer, und wir hätten sie getan in dem fanatisch ehernen Glauben an unser heilig Recht. Die Welt hat noch in Erinnerung, mit welcher Verbissenheit der Feldgraue im Stahlhelm an der Front des Weltkrieges sich geschlagen hat. Der deutsche Soldat von heute aber nennt die modernsten Waffen sein eigen, lieber ihm zieht die stärkste Luftwaffe durch den Aether. Mit ihm aber kämpft eine große Idee, der Nationalsozialismus. Und hinter ihm steht eine Führung, zu der er aufsieht, in gläubigem Vertrauen, steht ein Volk, einig wie noch nie, opferbereit wie noch nie, und nehen ihm der Soldat des faschistischen Italiens, beide verbunden durch gemeinsame Ideen, durch gemeinsame Interessen und durch die Freundschaft ihrer beiden großen Führer, eine Freundschaft, die sich bewährte in den schweren Tagen der letzten Wochen, als Mussolini unerschütterlich und zu allen Entschlüssen zu Deutschland stand. „Ihr alle, meine sudetendeutschen Volksgenossen, werdet binnen kurzem den Dank, den ihr dem Führer auf seiner Fahrt durch euer Land entgegengebracht habt, auch abstatten können in einer Wahl. Ihr werdet mit euren Stimmen den G r o ß d e u t s ch e n Reichstag ergänzen' durch Männer des Sudetenlandes, damit auch in der Zusammensetzung des Deutschen Reichstages zum Ausdruck kommt, daß das Sudetenland endgültig ein Bestandteil des Deutschen Reiches ist. Ich weiß, ihr werdet dem Führer dadurch danken, daß ihr zu Adolf Hitler steht, wie er zu euch gestanden und zu euch steht. Ihr werdet beitragen, die große gemeinsame Heimat zu schützen, wie sie euch schützt. Ihr werdet nunmehr mit uns arbeiten für Deutschland, und wenn es sein muß, kämpfen für Deutschland unter dem Führer und für den Führer. Unsere Treue zum Führer ist der Dank a n bi e Allmacht, die ihn uns gegeben. Wir grüßen den Mann, dem wir unser Leben zu geben bereit sind und der unser Leben schützt: Adolf Hitler Sieg- Heil!" Als der Stellvertreter des Führers geendet hat, dröhnt minutenlang der Jubel durch den riesigen Bau. Als Rudolf Heß dann draußen vor dem Messegelände den Wagen besteigt, bietet sich ihm ein überwältigendes Bild. Die Straße entlang sieht man Fackeln aufleuchten, in den Fenstern der Häuser brennen Kerzen. Ein dichtes Spalier säumt die Straße bis zu dem Hotel, in dem Rudolf Heß ab- gestiegen ist. Abends fand hier e i n E m p f a n g von Vertretern von Partei. Staat und Wehrmacht statt. Gegen 23 Uhr rückten dann die ^-Formationen zum Großen Zapfenstreich an, dem der Stellvertreter des Führers auf der Freitreppe bei- wohnte. Paris, 4. November 1938. Die Initiative bei den Entscheidungen, vor die ich Frankreich gestellt sieht, ist vom politischen a u f das wirtschaftliche Gebiet hinübergeglitten. Was die Rolle des Ministerpräsidenten D a - lädier betrifft, so kann man mit aller Vorsicht nur sagen, daß heute vielleicht schon bessere Ergebnisse möglich sein könnten, wenn Daladier einen entschlosseneren Gebrauch von der riesigen Volkstümlichkeit gemacht hätte, die er unmittelbär nach München besaß und die auf dem radikalsozialisti- chen Parteikongreß von Marseille sich noch einmal bestätigte. Jetzt wird das politische und wirtschaftliche Leben Frankreichs einer Nervenprobe unterworfen, weil seit dem Beschluß des Parlaments vom 5. Oktober, das dem Kabinett Daladier Vollmachten für die Inkraftsetzung finanzieller und wirtschaftlicher Notmaßnahmen verlieh, volle vier Wochen absolut nutzlos verstrichen sind. Die Börse hat zwar die Uebertraguna des Finanzministeriums an den bisherigen Justizminister Paul-Reynaud recht günstig ausgenommen, aber ein Wirtschaftsblatt macht darauf aufmerksam, daß die Börse damit eigentlich nur das Begräbnis der vom bisherigen Finanzminister Marchandeau erwogenen Finanzprojekte gefeiert hat, die sehr weitgehende Eingriffe in die Wirtschaft, u. a. sogar >ie Einführung einer Devisenkontrolle vor- ahen. Die Pläne von Paul-Reynaud sind zunächst richt bekannt; man weiß nur, daß Paul-Reynaud der Vorkämpfer des Liberalismus im allgemeinen und der Währungsfreiheit im besonderen ist. Das Kabinett hat seinen Ideen den Vorzug vor denjenigen Marchandeaus gegeben. Aber damit ist noch lange nicht gesagt, daß die Partie endgültig entschieden sei. Das Problem bleibt auch für Paul-Reynaud das gleiche wie für feinen Vorgänger: es heißt, 50 Milliarden Franken jährlich finden, um das Loch im Staatssäckel zu stopfen und gleichzeitig der französischen Wirtschaft neue Impulse zu geben. Das in dieser Beziehung ausgegebene Schlagwort ist ziemlich allgemein gehalten: das gegenwärtig etwa 220 Milliarden Franken jährlich betragende Volkseinkommen, von dem der Staat gegenwärtig etwa 110 Milliarden, also genau die Hälfte, in Form von Steuern, Anleihen usw. für sich beansprucht, soll gesteigert werden, etwa auf 350 Milliarden Franken jährlich; auf diese Weise wäre der Fehlbetrag und alles, was damit zusammenhängt, spielend aus der Welt geschafft. Wenn man auch nur einen Teil dieses Programms verwirklichen will, ohne zu dem verzweifelten Mittel einer neuen Frankenabwertung und allgemeiner Preiserhöhungen zu greifen, so kann das nur durch eine gewaltige Steigerung der Arbeitsleistung geschehen. Darauf ist schon oft genug hingewiesen worden; aber das Problem verschärft sich sehr durch den Umstand, daß gerade jetzt ein großes Luftrüstungspro- qramm in Angriff genommen wird, das an sich schon einen Teil der nationalen Leistungsfähigkeit und Finanzkraft in Anspruch nimmt. Bei allem Wirtschaftsliberalismus, den Paul- Reynaud entwickeln mag, wird er nicht um die Problemstellung herumkommen, daß die notwendigen Produktionssteigerungen in Frankreich, wie in anderen Ländern auch, nur durch rücksichtslose Eingriffe des Staates durchführbar sind. Man hat in dieser Hinsicht die unter englischem Gesichtswinkel gemachten Ausführungen des „Manchester Guardian" zitiert, die, wie man in Paris bemerkt, genau so auch auf Frankreich Anwendung finden können. Der Kern der Ausführungen des englischen Blattes bestand darin, daß die liberalistischen Nationen zwar vielleicht einen Teil ihres alten Wirtschaftssystems aufrecht erhalten können, aber eben doch nur einen Teil, und daß sie nicht darum herumkommen werden, die neuen Wirtschaftsgrundsätze der autoritären Staaten sich zu einem anderen — sehr großen — Teil zu eigen zu machen. Man sagt, daß die Banken durch Paul- Reynaud den bisherigen Finanzminister Marchandeau und seine unbequemen Kontrollpläne über die Wirtschaft und die Währung zu Fall gebracht hätten. Daladier hat es hingenommen und sich nicht schützend vor Marchandeau gestellt. Paul-Reynaud soll die Absicht haben, sich eine Stellung ahs eine Art Ueber-Wirtschaftsminister zu schaffen, dem auch die Minister des Handels, der Wirtschaft, der Arbeit und der Landwirtschaft in gewisser Beziehung untergeordnet wären. Hier liegen wieder politische Gefahrenpunkte in dem ganzen Ablauf der Entwicklung, die noch zu Ueberraschungen fuhren Die" französische Währung scheint durch die Pläne Paul-Reynauds zunächst nicht gefährdet, denn der Minister hat seine früheren Abwertungs- vor chläge als durch die heuttge Entwicklung überholt erklärt. Aber natürlich können in gewissen be« quemen Mitteln, die man zur Vermeidung neuer Steuern ergreifen könnte, neue Gefghren für die Währung enthalten sein, beispielsweise in der Neubewertung des Goldbestandes der Bank von Frankreich, die für die Regierung einen Währungsgewinn von 30 Milliarden Franken bedeuten würde; dieser Währungsgewinn hätte, falls er in Form von neuen Krediten der Bank von Frankreich ausgenutzt wird, einen erheblichen inflationistischen Beigeschmack. Die nächsten Wochen werden über viele Dinge Klarheit bringen, vor allem darüber, wie Paul-Reynaud das große Ziel erreichen will, unter möglichster Vermeidung neuer Steuern und sonstiger lästiger Eingriffe die Wirtschaft zu beleben und gleichzeitig dem Staat neue, große Mittel zur Linderung seiner Budgetnot zuzuführen. Die persönliche Seite der Betrauung Paul- Reynauds mit dem Finanzministerium, das zur Zeit das wichtigste Ministerium Frankreichs ist, ist nicht ohne Interesse. Paul-Reynaud soll während der letzten internationalen Krise in Gemeinschaft mit dem Kolonialminister Mandel seinen Rücktritt eingereicht haben, weil er angeblich eine schärfere Politik gegenüber Deutschland wünschte. Daladier soll damals den Rücktritt nicht angenommen haben. Eine direkte Bestätigung haben diese Gerüchte damals nicht gefunden, aber es steht doch fest, daß Paul-Reynaud eine sehr eigenwillige -Persönlichkeit ist, die u. U. dem Ministerpräsidenten Daladier selbst gefährlich werden könnte. Durch seine außenpolitische Einstellung hat Paul-Reyn-ud, der an und für sich rechts steht, wenn er auch mit Flandin zerfallen ist, zweifellos manche Berührungspunkte mit den Sozialisten, und er gilt darüber hinaus als Freund des Moskau p a k t e 5. Ob eine Verständigung Deutschlands mit Frankreich durch ein weiteres Anwachsen des Einflusses von Paul-Reynaud nachteilig beeinflußt werden könnte, wird indessen vielfach bestritten, da Paul-Reynaud ja schließlich aus den Erfahrungen der letzten Wochen einiges gelernt haben dürfte. Daladier und die Sozialisten. Erklärungen Blums vor dem Nationalrat der Sozialistischen Partei. Paris, 6.Nov. (Europapreß.) Vor dem Nationalrat der Sozialistischen Partei bestritt Leon Blum der Radikalsozialistischen Partei das Recht, die Kommunisten aus der Volksfront auszuschtteßen. Die Sozialistische Partei werde sich niemals in ein anttkommunistisches Fahrwasser hineinziehen lassen. Die Kampfgemeinschaft zwischen Kommunisten und Sozialisten sei unabänderlich. Aus der bisherigen Stellungnahme seiner Partei könne keineswegs eine Kampfansage gegen die Regierung Daladier hervorgehen, aber ferne Partei werde gegen d i e Regierung stimmen, falls diese finanzielle Pläne entwickeln sollte, die den Plänen der letzten Volksfrontregierung entgegengesetzt seien. Zu dem Münchener Abkommen erklärte Blum, man habe das Gefühl einer gewaltigen Erleichterung gehabt, weil man nur noch um zwei Finger breit vom Kriege entfernt gewesen fei. Er fei zwar immer noch für eine internationale Zusammenarbeit auf dem Konferenzwege und er fei auch jetzt noch davon überzeugt, daß die Abrüstung das Ziel jeder Politik fein müsse, aber augenblicklich könne man an eine solche Abrüstung nicht denken. Es sei unerläßlich, unter den gegenwärtigen Umständen aufzurüsten. Mit dieser Pflicht hätten sich die Sozialdemokraten in Frankreich abzufinden. Beschleunigung der englischen Lustaufrüstung. London, 6. Nov. (Europapreß.) Die „Sunday Times" glaubt, die Regierung denke an eine E r - Höhung des Bestandes an Jagdflugzeugen der ersten Linie von 2750 auf 4000 bis 5000 Maschinen. Bis zum Jahre 1940 würde die volle Höchstleistung für den Kriegsfall erreicht werden. Jährlich könnten also 35 000 bis 40 000 Maschinen hergestellt werden, d. h. das Sechzehn- fache der Erzeugung, die man im Jahre 1935 für notwendig hielt. Auf die Herstellung von Jagdflugzeugen würde besonderer Nachdruck gelegt werden. Es würden neue Typen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 450 Meilen in der Stunde gebaut werden. Die Lieferung kanadischer Bombenflugzeuge werde beschleunigt werden. „Daily Expreß" glaubt, daß die englische „Hei- matoerteibigung" von keinem Lande als ein Anstoß für einen neuen Rüstungswettlauf angesehen werden könne, da sie dringend notwendig sei, um sich für „alle möglichen Entwicklungen" vorzusehen. Chamberlain werde alles tun, um einen neuen europäischen Rüstungswettlauf zu verhindern und wolle alles vermeiden, was feinen Bemühungen schaden könne. Man sei sich aber darüber im Klaren, daß die Ausfüllung der „Lücken und Mängel" in der Aufrüstung geboten sei. Weiteres Vorrücken der Japaner. Schanghai, 6. Nov. (DNB.) Yo tschau am Tungtinsee ist als nächstes militärisches Ziel der Japaner im Gefechtsabschnitt südwestlich von Hankau ausersehen worden. Die Japaner nähern sich, von Hankau kommend, entlang der Hankau—Kanton- Bahn. Die Vorhut der Armee steht bereits 100 Kilometer nordöstlich von Potschau, während japanische Kriegsschiffe, Motorboote und Minensucher 45 Seemeilen oberhalb Hankaus auf Minenfelder im Jangtsefluß stießen und noch mit Räumunasarbeiten beschäftigt sind. Die Verfolgung der chinesischen Truppen auf dem Nordufer des Jangtse geht weiter. Die japanischen Streitkräfte stehen 16 Kilometer südwestlich von Anhu und haben M a - ping, 25 Kilometer westlich von Pingshan, genommen. Japanische Kriegsschiffe stießen bei Zangkinshih, 12 Seemeilen oberhalb Paowan, vor. Von japani- chen Bombenflugzeugen wurde die Basis der chine- ischen Flieger in Yingshan in der Provinz Szetschuan zerstört. Dabei wurden drei chinesische Bombenflugzeuge vernichtet. Die von chinesischen Jagdflugzeugen aufgenommene Verfolgung der Japaner endete, wie von japanischer Seite verlautet, mit dem Abschuß von 17 chinesischen Apparaten, während die Japaner ohne Verluste davonkamen. Der Reichsbenissweltkamvs im Gau Heffen-Aaffau eröffnet. NSG. In Offenbach wurde der R e i ch s b e - ruf sroettf aanpf aller schaffenden Deutschen im Gau Hessen-Nassau in einer großen Werkhalle eröffnet. Gebietsführer Brandt ging von dem ersten Reichsberufswettkampf aus, den die HI. 1934 als ureigenste Schöpfung der nationalsozialistischen Jugend proklamiert hatte. In der Folge habe sich eine glänzende Zusammenarbeit zwischen der DAF. und der Jugend aufgetan, wobei die HI. betone, daß sie alles, was sie tue, nicht der eigenen Organisation zuliebe schaffe, sondern um des ganzen deutsches Volkes willen. — Gauobmann Becker erklärte dann, durch die mangelnde Berufsausbildung der Vergangenheit feien Arbeit und Wirtschaft in ein Chaos geraten. Seit dem ersten Berufswettkampf der Jugend im Jahre 1934, an dem iim Gau Hessen-Nassau 18 000 Jugendliche teilnahmen, habe die freiwillige Leistungssteigerung eine großartige Aufwärtsentwicklung genommen, so daß im letzten Jahre bereits 108 000 Jugendliche in unserem Gau teilnahMen. Da in diesem Jahre auch die letzten Berufe erfaßt würden, könne mit einer weiteren gewaltigen Steigerung der Teilnehmerzahl gerechnet werden. Hitler-Jugend und DAF. hätten den heiligen Willen, das auszugleichen, was in der Vergangenheit an der deutschen Jugend versäumt worden sei. Der Stellvertretende Gaüleiter Linder dankte denen, die bisher an der Durchführung des Berufswettkampfes mitgearbeitet haben. Deutschland habe eine besondere Leistungssteigerung notwendig, da es bei feiner Armut an natürlichen Gütern auf eine Industrie angewiesen fei, die qualitätsmäßig uni) auch preismäßig die Konkurrenz ausnehmen könne. Es fei heute fast unvorstellbar, daß, nachdem vor fünf Jahren noch 7V- Millionen arbeitslos gewesen seien, heute schon ein Mangel an Arbeitskräften herrsche. Daraus erwüchse uns die Aufgabe, d i e Arbeitskraft, das kostbare Volksgut, planmäßig zu fördern und zu pflegen. Unsere größte Sorge sei dabei dem Facharbeiter zugewandt. Die' Ausbildung müsse verbreitert und ausgebaut werden. Das gelte sowohl für den Arbeiter und den Kaufmann wie auch für das Handwerk. An alle ergehe der Ruf, dem Einsatz des Führers durch den eigenen Einsatz gerecht zu werden. Der Berusswett- fampf aller Schaffenden solle die fähigsten und weltanschaulich besten Arbeitskrätte auslesen und in den Siegern würden die besten Söhne und Töchter unteres Volkes geehrt. Das Treffen der HZ -Ehrenzeichenträaerinnen. NSG. Der BDM.-Obergau Hessen-Nassau hatte zum Wochenende die Trägerinnen des goldenen Ehrenzeichens der HI. zu einem kameradschaftlichen Treffen nach Wiesbaden eingeladen, bei dem der Stellvertretende Gauleiter Linder in der Aula des Adolf-Hitler-Haufes zu den Mädeln sprach. Dann gab Ohergauführerin Else Riese einen Ueberblick über die in den letzten Jahren geleistete Aufbauarbeit, deren Krönung nun das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" darstelle. Sie appellierte an die ersten BDM.-Mädel des Obergaues, sich helfend und führend neben die jüngere Führerinnen- schaft zu stellen. Der Abend des ersten Tages endete mit einem gemeinsamen Operettenbesuch im Deutschen Theater Wiesbaden. Im Mittelpunkt des Sonntags stand die Morgenfeier des Obergaues im Usa-Palast in Wiesbaden, wo Obergauführerin Elfe Riese die Iugendsilmstunde 1938/39 mit der Aufführung des Filmes .Ein Volksfeind" eröffnete. Am Nachmittag waren die Mädel in der Führerinnenschule des Obergaues, Schloß Heiligenberg, mit dem Schlachtfest der Haushaltungsschule fand das frohe Treffen fein Ende. Huberivs?eier der deutschen 3äaerk6oflf Braunschweig, 7. Nov. (DNB.) Der in prächtigem Herbstschmuck prangende Hainberg stand am Sonntag im Zeichen der deutschen Jäger. Hornbläser der Forstbeamten und des Jägerbataillons Goslar begrüßten mit ihren hellen Klängen den Staatssekretär und Generalforstmeister Alpers, der dann seinem lebhaften Bedauern Ausdruck gab, daß erstmals in diesem Jahre der Reichsjägermeister Generalfeldmarschall Göring der Feier fern» bleiben mußte. Wie auf allen Gebensgebieten unseres Volkes, so hat sich auch auf dem Gebiet der Jagd eine Ordnung vollzogen, die vielleicht die Besten unter den Jägern einmal als Wunschbild f;*h im Geiste hinstellten, die aber beispiellos ist und von niemand vorhergesehen werden konnte. Die Großzügigkeit unserer Iagdgesetzgebung, die in der ganzen Welt anerkannt wird, ist allein die Gesetzgebung des Reichsjägermeisters Hermann Göring. Deshalb gilt unser Dank ihm. Am Sonntagabend wurde dann in Braunschweig auf dem Burgplatz die Strecke der Braunschweiger Iägerschaft dem Winterhilfswerk übergeben. Kleine politische Nachrichten. In Moskau wird mitgeteilt, daß der bisherige stellvertretende Volkskommissar für Inneres (GPU.) Michael F r i n o w s k i zum Volkskommissar der Kriegsmarine ernannt worden ist. Sein Vorgänger, Smirnow, der nur wenige Monate im Amt war, galt schon seit Juni als verhaftet. Frinowski gehört zu jener Gruppe der GPU., die nach dem Sturz des früheren GPU.-Chefs Jagoda rasch Karriere gemacht haben. Landesbauernsiihrer Dr.' -ft agner in Annerod. Kunst und Wissenschaft. Ausklang der Äuchtvoche: Verleihung der Münchener Dichterpreise. Die erste Großdeutsche Buchwoche klang in München mit einer Abschlußkundgebung aus. Oberbürgermeister Fiehler betonte, daß die Hauptstadt der Bewegung seit 1913 ihren Stolz darein gesetzt habe, das Schrifttum zu fördern. Nach Beratung mit den Literaturbeiräten habe er für 1938 an die Stelle eines das Gefamtschaffen eines Dichters würdigenden Preises drei Anerkennungspreisttz zu verlechen beschlossen. Unter lebhaftem Beifall überreichte der Oberbürgermeister Urkunden und Geldbeträge an Kreisleiter Franz Buchner für das Werk „Kamerad halt aus!" als die mitreißende Chronik des nationalsozialistischen Ringens rm Kreise Starnberg, an den bekannten Münchener Erzähler Alfons von Czibulka für seine Novellen in dem Bande „Würfelspiel", die eine erhebende Darstellung der Tapferkeit und soldatischer Tugenden sind, sowie an den SA.-Sturmführer Reichshauptstellenleiter Hannes Kremer für den Roman .Gottesrune", in dem er ein lebensechtes Bild des Aufbruches unseres Volkes gibt. Dann sprach Reichsamtsleiter Hagemeyer, der für den verhinderten Reichsminister R u st erschienen war, über das Thema „Buch und Volk". Die Schlußansprache hielt der stellvertretende Leiter der Abteilung Schrifttum im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Regierungsrat Schlecht. Er führte u. a. Als: Besonders stolz können wir in diesem Jahre auf das reiche dichterische Schaffen der Ostmark und des Sudetenlandes sein. Die heimgekehrten deutschen Länder haben uns eine Reihe begnadeter Dichter geschenkt, deren Werk im Ringen um die völkische und persönliche Freiheit wurzelt. Dr. Goebbels besichtigt den Umbau des Berliner Schiller-Theaters. Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte mit Staatspräsident Dr. Lippert unter Führung von Professor Baumgarten den Umbau des Berliner Schillertheaters. Der Intendant. Staatsfchau- fpieler Heinrich George, erstattete Bericht über die künstlerischen Vorarbeiten zu der Wiedereröffnung des Hauses. Am 15. November wird es mit einer Schillerfeier und einer Festaufführung von „Kabale und Liebe" seine Tore öffnen. Aus aller Wett. Dreißig Todesopfer einer Brandkatastrophe in Oslo. Oslo, 6. Nov. (DNB.) Line nächttiche Brand- katastrophe, die 30 Todesopfer forderte, hat Oslo und ganz Norwegen in tiefe Trauer verfehl. Zum 40. Geschäftsjubiläum eines früheren hof- photographen Halle fein Nachfolger in dem Atelier eine Feier veranstaltet, zu der etwa 40 Personen geladen waren. Dem Atelier hatte man mit buntem Seidenpapier und anderem leicht brennbarem Material einen südlichen Charakter gegeben. Der Brand muß explosionsartig ausgebrochen fein; als die Feuerwehr auf der Brandstätte eintraf, stand das Atelier bereits in Flammen, und es war unmöglich, zur Rettung von Menschenleben in die Glut einzudringen. Die Katastrophe hat sich offenbar in wenigen Minuten abgespielt; nach einigen entsetzlichen Schreien und Hilferufen herrschte im Atelier Totenstille. Wie später feslgestellt wurde, war die einzige auf die Hintertreppe führende Tür durch Möbel versperrt, während die andere ins 3n einer großen Kundgebung im Saalbau Engelhardt in Annerod sprach am Samstagabend Lan- desbauernsührer Dr. Wagner. Hierzu hatten sich auch zahlreiche Ortsbauernführer und Bauern aus der näheren und weiteren Umgebung eingefunden. Als der Landesbauernführer, in dessen Begleitung sich die Kreisamtsleiter Frank und Grüne- w a l d von der Kreisleitung Wetterau befanden, den Saal betrat, wurde er freudig begrüßt. Die Orts- jugendwartin des Reichsnährstandes überreichte ihm nach einem Gedichtvortrag einen Blumenstrauß, Ortsgruppenleiter und Beigeordneter Schäfer hieß ihn herzlich willkommen. Landesbauernführer Dr. Wagner der während feiner Ansprache wiederholt von anhaltendem Beifall unterbrochen wurde, gab dann einen kurzen Aufriß der erfolgreichen Arbeiten in den ersten fünf Jahren, durch die nicht nur sieben Millionen Arbeitslose wieder zur Arbeit gebracht wurden, sondern Deutschland auch eine Machtposition erhielt, die überall Respekt abnötigt. Hieraus schilderte er die Ereignisse, die zur Befreiung der Sudetendeutschen, führten. Er beleuchtete dabei auch die Stellung Frankreichs und Englands und gab die Vollständigkeit dieses Erfolges des Führers zu erkennen, die darin bestand, daß nicht einmal eine Volksabstimmung nötig war, ferner Deutschland und Italien als Schiedsrichter zwischen der Tschechei und Ungarn anerkannt wurden. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit innerpolitischen Fragen. Dabei forderte er zur Dankbarkeit und Liebe aller Deutschen für unseren Führer auf, dessen Arbeit für Deutschland von der Vorsehung sichtlich gesegnet ist. Die Ereignisse der ätzten Wochen haben bewiesen, daß nur ein vom Geiste der SA. und beseeltes Volk zu außerordentlichen Leistungen fähig ist, und die Folgerung darin besteht, daß dieser Geist noch stärker als bisher in die letzten Glieder des Volkes hineingetragen werden muß. In treuem Zusammenstehen und im Glauben an die Kraft der Nation wird Großdeutschland alle Schwierigkeiten überwinden, die sich ihm noch in den Weg stellen. Freie führende Tür sich nur nach innen öffnen ließ. Diese hatten sich die Opfer bei ihrem panik- arttgen Fluchtversuch aber selbst versperrt, vor dieser Tür wurden im Zimmer etwa 20 verkohlte Leichen, dicht zusammengedrängt, aufgefunden. Mehrere Personen sprangen aus dem vierten Stock auf die Strahl wo sie zerschmettert liegen blieben. In der Namensliste der Opfer finden sich allein fünf Familienmitglieder des Photographen, ferner der Direktor einer Filmgesellschaft und dessen Frau, fowie mehrere weitere Ehepaare. Eine Hausgehilfin, die in der Küche beschäftigt war, konnte als einzige nach Ausbruch des Brandes die Treppe erreichen und sich in Sicherheit bringen. — Der norwegische Rundfunk änderte nach Bekanntwerden des Unglücks fein Programm; in allen Gaststätten wurden die musikalischen Darbietungen abgefetzt und die Abendvorstellungen der Kinos fielen aus. Deutsches Flugzeug erreicht höhen-Deltrekord. Die Klemm-Flugzeugbau-Werke in Böblingen in Württemberg konnten ihren Mitte September aufgestellten Weltrekorden einen weiteren internationalen Höhenrekord hinzufügen. Chefpilot K a l k st e i n startete mit dem Leichtflugzeug Klemm Kl. 35 B zu einem Fluge, bei dem er die erstaunliche Rekordhöhe von 8350Meter erreichte. Der HirtH- Motor HM 506 mit 160 PS hat sich hierbei glänzend Anschließend ging der Landesbauernführer auf Preisfragen ein, wie sie sich aus der Marktordnung ergeben haben, und betonte, daß die Erhöhung des Milchpreises keine - Belastung des Verbrauchers bedeutet, sondern eine Stützungsaktion für den Bauern darstellt, dem diese Erhöhung zugute kommt. Zur Frage der Landflucht und des Landarbeiier- prodlems stellte der Redner drei Forderungen auf, die eine grundlegende Aenderung der Verhältnisse anbahnen sollen: 1. Anpassung der kulturellen Einrichtungen des Landes an die der Stadt; damit soll das Land nicht zur Stadt gemacht werden, sondern das Land hat ein Recht auf die kulturellen Errungenschaften des Volkes; 2. die zivilisatorischen Einrichtungen müssen dem Landvolk zugänglich gemacht werden. Es müssen alle maschinellen Einrichtungen auf das Land kommen, die £ur Erleichterung der Arbeit dienen und als brauchbar anerkannt werden. Dazu ist es notwendig, daß auch die Strompreise derart herabgesetzt werden, daß der Bauer sich dieser maschinellen Hilfsmittel bedienen kann. Genossenschaftliche Einrichtungen, die der Erleichterung der Feldarbeiten dienen und eine Ersparung an Arbeitskräften bedeuten, müssen gefördert werden. Dazu ist notwendig, daß das Reich bei deren Beschaffung den Bauern beisteht; 3. muß ein Ausgleich zwischen den Preisverhältnissen in den Stadt- und den Landgeschäften herbeigeführt werden. Die Verdienstspanne des Bauern ist derjenigen der gewerblichen und anderer Unternehmen anzupassen. Zur Erreichung dieser Ziele forderte der Landes- bauernführer alle Volksgenossen auf, voll und ganz ihre Pflicht zu erfüllen. Das deutsche Volk muß sich daraus besinnen, daß das Land die Blutsquelle ist und die Volkskraft vom Lande kvmmt. Das nationalsozialistische Deutschland hat bewiesen, daß es mutig und unnachgiebig sein Schicksal in eigene Hände genommen hat und auch diese Fragey^erfolg- reich lösen wird. Dem Landesbauernführer dankte anhaltender Beifall. Der Musikzug der Werkschar des Fliegerhorstes bereicherte den Abend durch feine Darbietungen. bewährt. Der Erfolg wurde bei der FAI. als internationaler Rekord der Leichtflugzeugklasse bis zu 6,5 Liter Zylinderinhalt angemeldet. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß der internationale Rekord in dieser Klasse, den bisher Frankreich innehatte, um annähernd 1000 Meter Überboten wurde, so erscheint die von dem Flugzeug erzielte Leistung um so beachtenswerter. Ein weiterer internationaler Rekord ist fomit in den Besitz der deutschen Luftfahrt gelangt. KdF.-Schiffe ins ANttelmeer ausgelaufen. Nachdem der neu in die KdF.-Flotte eingereihte Dampfer „Stuttgart" in der vorigen Woche die Reife nach Italien angetreten hatte, setzten sich am Donnerstag die K d F.- S ch i f f e „Der Deutsche" und „Sierra Cordoba" fahrplanmäßig um 18 Uhr nach dem Mittelmeer in Marsch. Beide Schiffe waren mit je 950 Passagieren besetzt, die aus den Gauen Baden, Schlesien, Düsseldorf und Oberbayern tarnen. Kurz vor der Abfahrt verabschiedeten sich die Vertreter des Amtes Seefahrt von der Besatzung und den Passagieren und wünschten ihnen glückliche Fahrt und Heimkehr. Schweres Slrahenbahnunglück bei Mailand. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich auf der Straßenbahn, die von Mailand nach Cassano d'Adda führt. Dor der Ortschaft Cernusco stieß bei einer Ausweich-Stelle ein aüs acht Wagen bestehender, mit Arbeitern besetzter Straßenbahnzug mit einem aus Trieb- und Beiwagen bestehenden Zütz zusammen. Hierbei wurde eine Person getötet und etwa 80 Personen schwer und leicht verletzt. Die ersten Anhänger gingen zum Teil in Trümmer, lieber die Ursache des Unglücks konnten noch feine näheren Feststellungen gemacht werden. Schwerer Slrahendahnunfall in Wien. Am Praterstern in Wien ereignete sich ein schwe- rer Straßenbahnunfall. Infolge Versagens der Bremse fuhr ein Straßenhahnzug in eine andere, an einer Haltestelle stehende Straßenbahn. Durch den Zusammenstoß wurden die Wagen m- einandergeschoben. Von den Passagieren wurden durch den Zusammenprall 17 leicht und drei schwer verletzt. 14 Personen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Tödlicher Sturz auf der Treppe. Auf der Treppe feines Hauses erlitt der Bäckermeister I ü n g aus Idar-Oderstein einen tödlichen Unfall. Jung rutschte auf einer Stufe so unglücklich aus, daß er die Treppe hinabstürzte und sich einen Schädelbruch zuzog. Ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, ist er bald darauf seinen Verlegungen erlegen. Sechs Tote beim Absturz eines französischen Flugzeugs. In der Nähe von La Reole stürzte ein französisches Privatflugzeug ab. Alle sechs Insassen, ein Fabrikant mit seiner Familie, wurden sofort getötet. Großer Juwelendiebstahl in Paris. In einem Pariser Goldwarengeschäft wurde während der Abwesenheit des Besitzers um die Mittagszeit ein Einbruch verübt, wobei dem Einbrecher Schmuckgegenstände im Werte von über 100 00 0 Franken in die Hände fielen. Der oder die Einbrecher scheinen mit den Verhältnissen genau vertraut gewesen zu sein, da sie sich über den Hof Eingang verschafften, obwohl dort mehrere Arbeiter mit Ausbesserungsarbeiten am Gebäude beschäftigt waren. Wetterbericht Die Gesamllage zeigt wenig Aenderuna. Unser Gebiet liegt, wie überhaupt der größte Teil des Reiches, im Zufuhrbereich sehr milder Meeresluft. Dadurch ist leichte Unbeständigkeit gegeben, doch kommt vor allem in den südlichen Teilen des Reiches zeitweise auch freundliches Wetter zum Durchbruch. Die vergangene Nacht brachte durch Ausstrahlung und Abkühlung verbreitete Nebelbildung. Eine durchgreifende Aenderung der Gesamtlage ist nicht zu erwarten. VorhersagefürDienstag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst meist wolkig und vereinzelt leichter Regen. Mild; Winde um West. Vorhersage f ü r Mittwoch : Leicht unbeständiges, mildes Wetter. Lufttemperaturen am 6: November: mittags 16,2 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 7. November: morgens 9,1 Grad. Maximum 16,5 Grad, Minimum heute nacht 8,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. November: abends 11,7 Grad; am 7. November: morgens 10,7 Grad. — Sonnenscheindauer 1,5 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Bertha Sittig. Balduinstein, den 7. November 1938. T170D D. rbrand ferne, wnwuur 7164D Für die wohltuende Anteilnahme an meinem Leid beim Heimgange meines lieben Mannes sage ich, gleichzeitig im Namen meiner Verwandten, herzlichen Dank. Familien-Drucksachen veriobun0*an*eigen Verm&hlungeanzelgen bei Brühl,SchulstraBeT Geburtsanzeigen e>r*n<1' Sie werden es auch immer wieder hören, daß die Dauerbrandfähigkeit der RUHRANTHRAZIT-EIERBRIKETTS nicht hoch genug eingeschätzl werden kann. Und dazu noch die hohe Heizkraft, kurz und guU Sparsam und bequem sind Kl*!"Anthrazit- Allen denen, die während der Krankheit und dem Hinscheiden unseres Heben Entschlafenen uns zur Seite gestanden haben, sowie der Krankenschwester für die liebevolle Pflege, die trostreichen Worte des Herrn Dekan Sattler, den ehrenden Grabgesang der Sängervereinigung und die vielen Kranz- und Blumenspenden sage ich meinen innigsten Dank. Frau Katharine Eckhardt. Wieseck, den 7. November 1938. Viver tn Deutschland Don Professor Dr. Gustav Hinze 75 Seiten mit 9 Textabbildungen und 62 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln nach Natururkunden des deutschen Dibervaters Amtmann Behr Herausgegeden von der Rsichsstelle für Naturschutz, Berlin In Leinen gebunden RM. 3,00 Wie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten die einst in Deutschlands Gauen weit verbreitet waren, aber durch da» unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr und mehr der Vernichtung anheimfielen. (Es gehört beute zu den wichtigsten Aufgaben aller Freunde unserer heimischen Tierwelt, diese» seltsame Nagetier vor eem Aussterben zu schützen und die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ein hervorragender Kenner gibt hier in trefflichen Schilderungen und herrlichen Natururkunden ein anschauliches Lebensbild vom deutschen Biber. Hugo Vermühler Verlag,Berlin-Lichterfelde Herr Fritz Daniel im Alter von 48 Jahren, aller trauernden Hinterbliebenen Im Namen Jeanne Daniel. Gießen, den 7. November 1938. Stille statt. - Von Beileidsbesuchen 7168D n Am 3. November verschied an den Folgen eines Autounfalles mein guter Mann und Lebenskamerad, mein lieber Bruder, Schwager, Stiefsohn, unser Neffe, Vetter und Onkel Die Einäscherung findet in aller bittet man abzusehen.