Nr. 235 Erster Matt 188. Jahrgang Keitag, 7. Oktober 1938 tr)d)etnt tflg Iftt), nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener FamiUenblätter Heimat tm Bild Die Scholle MonalrBezugrprelr: Mit 4 Beüagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (ßeroali Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei R. Lange in Siehe«. Schristleitung und SeschSftsftell«: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen [Ür die Mittagsnummer vis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breits 60Npf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25O/o mehr. «rmätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Sudetenland huldigt zum dritten Bal seinem Vesreier Oes Führers Fahrt durch Rordböhmen nach Friedland geschwenkt, der Jubel kennt keine Grenzen. und Autonomie der Slowakei Ministerpräsident Tiso bildet eine Regierung der slowakischen Einheitsfront. schen tschechisch-slowakischen Staates t a g e s. Für Gültigkeit von Beschlüssen der gemein Massen nur mit Mühe zurückhalten. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Führer I nach dem Muster der ehemaligen österreichisch-unga- samen tschecho-slowakischen Nationalversammlung soll v : . .. »ä x y . w f... __* .. * . f. .... f. . >...*! x .. w • • ~e~. ,.. a M» » « > « f P <1 L <.. .. » O >> . ■ a \ I <4\ t m «। ♦* S . A im X U AIX < I a 1 ■ a X «»• X a H- die Front der Ehrenkompanie ab und begrüßte rischen Monarchie. Die Slowaken sähen eine Lä- jedoch nicht nur die Mehrheit aller Mitglieder der Budapest, 6. Okt. (Europapreß.) Wie das Spätabsndblatt „Kis Ujsag" meldet, hat der Vollzugsausschuß der Slowakischen Volkspartei auf seiner Tagung in Sillein die Bildung einer slowakischen Einheitsfront unter Beteiligung der Slowakischen Volkspartei, der Slowaki- zu Bunkern, Schützengräben, Baumsperren Drahtverhauen. Berlin, 7.Off. (DRV.) Auf Grund des Münch- ner Abkommens und der daraufhin erfolgten Fest- skellungen des Internationalen Ausschusses werden die deutschen Truppen bis zum 10. Oktober folgende weitere Gebiete in Böhmen und Mähren besehen: 1. An der Grenze des Gaues Riederdonau: am 8. Oktober ab 12 Uhr das Gebiet umRikolsburg und zwischen 5rein und Reu-Bislrih; am 9. Oktober ab 10 Uhr das Gebiet um Znaim und Mähris ch - L r o m a u : am 10. Oktober ab 12 Uhr das Gebiet westlich Reuhaus und den Brückenkopf südlich Prehburg. 2. An der Grenze des Gaues Oberdonau und i m B ö h m e r w a l d : am 8. Oktober ab 12 Uhr das Gebiet bis zur Linie Steinbach—Böhmifch-Krumau— Winterberg—Waldmünchen, die genannten Orte eingeschlossen. 3. An der nordo st bayerischen und sächsischen Grenze: am 8.Oktober ab 12 Uhr das Gebiet um Reichenberg und Gablonz; am 9. Oktober ab 12 Uhr das Gebiet bis zur Linie Vifchofsteinih—Wacherau ostwärts Ludih—Poder- sam — Saaz — Brüx —Aussig —Auscha —Böhmifch- Leipa — Wartenberg-, am 10. Oktober ab 12 Uhr das Gebiet südwestlich Pilsen und das Gebiet bis zur Linie südlich Iechnih—Postelberg—Leitmerih— Libosch—Böhmisch-Aiche. 4. An der schlesischen Grenze: am 8. Oktober ab 12 Uhr das Gebiet um hohenelbe und Trautenau, das Braunauer Land, das Gebiet um Mährifch-Schönberg südlich Freudenthal und Troppau einschließlich des hultschlner Ländchens; am 9. Oktober ab 12 Uhr das Gebiet gebende Gewalt des slowakischen Land- Das Sieg-Heil des Führers auf die großdeutsche Heimat der Sudetendeutschen wird von den Friedländern wiederum mit einem ungeheuren Begeisterungssturm ausgenommen, der sich noch verstärkt, als der Führer das Rathaus verläßt, seinen Wagen besteigt und langsam die Stadt in Richtung auf Neustadt verläßt. Nun öffnet sich groß und eindrucksvoll die Landschaft des Egergebirges. Die Dörfer treten zurück. Nach all den Stunden unablässigen Jubels tritt jetzt für eine kurze Feit Stille ein. Obwohl noch immer an den Straßenkreuzungen die und Jahrzehnfen voll Kampf und Opfer endlich erreicht werden konnte. „Die Fahne, die heute über ganz Deutschland weht", so rief er, begleitet von dem tosenden Beifall der Friedländer aus, „soll des deutschen Volkes ewige Fahne und die Ration ihr ewiger Träger sein! Das Reich der Deutschen, das wir nun endlich im nationalsozialistischen Staat aufgerichtet haben, ist für uns das Höch ft e Glück auf dieser Welt, und wir sind jederzeit zum ochst en und letzten Einsatz dafür bereit!“ Ich weiß, das Reich, das aus dem Kampf der nationalsozialistischen Bewegung entstand, wird, solange es Deutsche gibt, nimmermehr vergehen! Deutschland Sieg-Heil! sungsmöglichkeit in der Annahme folgender Vorschläge: Die zwei Staaten würden einen gemeinsamen Staatspräsidenten, einen gemeinsamen A uhenmini st er, Landesoer teidi- gungsminister und Finanz Minister, evtl, auch einen gemeinsamen Justizminister haben. Einem gemeinsamen Parlament sollen nur die Entscheidungen über die gemeinsamen Angelegenheiten Vorbehalten sein. Hinsichtlich der Armee verlangen die Slowaken die Aufstellung von eigenen slowakischen Truppen mit slowakischen Offizieren und slowakischer Kommandosprache, nach, belgischem Muster, wobei in der Slowakei nur slowakisches Militär unter dem Kommando eines slowakischen Befehlshabers stationiert sein soll. Gemeinsame tschechoslowakische Angelegenheiten bleiben die nationale dann vor dem Rathaus eine Reihe von alten Kämpfern der Nationalsozialistischen Partei im Sudetenland. Im Rathaus drückte der Führer Hinterbliebenen von im Kampf für ihr Deutschtum Gefallenen die Hand. Als der Führer dann mit Konrad Henlein auf dem Balkon des Rathauses hinaustrat, klang ihm der brausende Begeisterungssturm der Massen entgegen. Der Ortsleiter begrüßte den Führer. Der Bezirksleiter gedenkt Konrad Henleins, des Einigers des Sudetendeutschtums nach jahrelanger Zwietracht. And dann sprich! der Führer von dem großen Wunder, von dem Wunder der Vereinigung des Sudelenlandes mif dem Reiche, die nach vielen, vielen Jahrhunderten I Verteidigung (mit der angeführten Ausnahme), das Geld-, Münz-, das Derficherungs- und Verkehrswesen, das Zollsystem, das Maß- und Gewichtsystem, die Verwaltung der früher entstandenen Staatsschulden, die Staatsmonopole und staatlichen Unternehmungen (mit Ausnahme der Wälder, Gü- Nationaloersammlung, sondern auch die Mehrheit der in der Slowakei gewählten Mitglieder notwendig sein. Der Landtag roirb nach Preßburg einberufen. Der Vorsitzende des Landtages ernennt aus den Mitgliedern des Landtages die erste autonome Landesregierung. Die Gleichberechtigung der in der Slowakei lebenden nichtslowakischen Landesangehörigen ist ausdrücklich vorgesehen. Die autonome slowakische Regierung, deren Beziehungen zur Prager Regierung späfer geregelt werden sollten, werde sobald als möglich gebildet und aus fünf Mitgliedern bestehen, davon drei Volksparteilern, einem Natio- nalparteiler und einem Agrarier. Die Silleiner Beschlüsse wurden unverzüglich bet Regierung in Prag mitgeteilt, die, wie man in Sil- Menschen stehen und auf den Führer warten, um wenigstens im Vorbeifahren einen Blick von ihm zu erhaschen, so liegen doch dazwischen längere Strecken, in denen nicht die Menschen zu uns sprechen, sondern die gewaltige Stille der Landschaft. Auch diese Landschaft ist ein Zeichen dafür, wie deutsch das Land ist; denn nur deutsche Menschen gehören in eine urdeutsche Landschaft. In der beginnenden Dunkelheit leuchten hier und dort in den Gehöften und Häusern, die die Kolonne des Führers passiert, Lichter auf. Wir sehen, daß die Bewohner ihre letzten Kerzen angezündet und sie ins Fenster gestellt haben. Dort leuchten sie nun dem Führer entgegen. Hinter den Kerzen sind Blumen aufgebaut, grüßen die Bilder des Führers und Konrad Henleins. Diese Illumination gibt einen ergreifenden Beweis für die Liebe und das Vertrauen der Sudetendeutschen zum Führer. Auch die Grenzbevölkerung im Altreich, deren Dörfer und Häuser nochmals auf kurze Strecken von dem Weg des Führers berührt wurden, zeigte die gleiche Begeisterung und den gleichen Jubel. Noch ein Eindruck dieses Tages muß festgehalten werden, das ist der der grenzenlosen Not, die das reiche und schöne Gebiet der Sudetendeutschen bisher erleben mußte. Ueberall sehen wir stilliegende Fabriken, überall hörten wir, daß die Tschechen auch das Letzte weggeschleppt und weggestohlen haben. Aber schon kleben überall an den Straßenecken die gelben Plakate der NSV. Das Sudetendeutschtum sieht, daß der Führer nicht nur seine Truppe mit sich führt, um das wiedergewonnene Land zu schützen, sondern daß gleichzeitig mit ihm auch d i e brüderliche Hilfe des ganzen deutschen Volkes kommt und in kurzer Zeit ihrer Not ein Ende machen wird. 3m befreiten Rnniburger Land. Löbau, 6. Okt. (DNB.) Am Donnerstagvormittag trat der Führer von Löbau in Sachsen aus die Fahrt in die II. Zone des Sudetenlandes an, die bereits am 2. und 3. Oktober von den Truppen besetzt worden ist. Auf dem Bahnhof in Löbau meldeten sich der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 3, Generaloberst von Bock, der Befehlshaber der Luftwaffengruppe 1, General der Flieger Kesselring, der Chef des Generalstabes der Heeresgruppe 3, General Felbert, und der Chef des Generalstabes des IV. Armeekorps, Generalmajor O l b r i ch t, außerdem Gauleiter Mutsch- mann, SA. - Obergruppenführer Schepmann mit einigen führenden Persönlichkeiten der Gliederungen des Gaues Sachsen beim Führer. Nach einer kurzen Besprechung im Befehlswagen des Führer- Sonderzuges begann der Führer wenige Minuten nach 9.20 Uhr die Fahrt. An Stelle des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe 4, General der Artillerie von Reichenau, nahm jetzt der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 3, Generaloberst von Bock, dessen Befehl die Truppen der II. Zone unterstehen, an der Fahrt im Wagen des Führers teil. Außerdem nahmen im Wagen des Führers Platz die militärischen Adjutanten, Oberstleutnant S ch m u n d t, und Hauptmann Engel sowie ff - Gruppenführer Schaub. In den weiteren Wagen der Kolonne der dreiachsigen, grauen Mercedes-Geländewagen folgten Reichskommissar Konrad Henlein, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, Reichsführer ff Himmler, Reichsminister Dr. Lammers, Reichsleiter Bormann, Reichspressechef Dr. Dietrich, Generalmajor Bodenschatz, Reichsbildberichterstatter Prof. Hoffmann sowie die persönlichen Adjutanten des Führers. Don Löbau aus geht die Fahrt des Führers über Oppach zum Grenzort F u g a u , wo sudetendeutscher Boden betreten wurde. Der erste kurze Aufenthalt war in Schluckenau auf dem Marktplatz, wo sich wie in den anderen Orten Tausendevon Menschen drängten. Der Führer fuhr im Wagen stehend um das Rund des Marktplatzes, schritt die Front des Freikorps ab und trua sich dann in das Stadtbuch ein. In Rumburg sind alle Anmarsch- straßen in einen Wald von Fahnen gehüllt. Besonders reich geschmückt ist der Marktplatz. Bon den Dächern herab wallen lange Fahnentücher. Wo nur noch einmal der tiefe Dank in einem ungeheuren Freudensturm zum Ausdruck. Fahnen werden ein Brunnen, eine Laterne oder ein kleiner Mauervorsprung ist, alles ist voll besetzt mit Menschen. Mitten auf dem Marktplatz breitet sich über das holprige Plaster ein riesiger Teppich aus frischen Herbstblumen. Blühende Astern in allen Farben, in der Mitte das Sonnenrad, das Zeichen der Freiheit. Blumen bilden auch den Spruch: „Heil unserem Führer!" Inmitten des Blumenteppichs liegt auf einem kleinen Tischchen abfgeschlagen das Ehrenbuch der Stadt Rumburg. Kurz nach 11 Uhr fahren aus der Richtung von Schluckenau her mehrere Panzerspähwagen in die Stadt. Sie künden der Bevölkerung, daß der Führer kommt. Als dann der Kraftfahrer mit der gelben Flagge auf dem Markt hält, ist es im Augenblick still. Unter dem Geläut der Glocken naht dann kurz nach 11 Uhr endlich der erste Wagen, in dem Adolf Hitler steht. Wie ein Schrei geht es nun über Gassen und > Straßen, schallen über das Städtchen die Ruse „Heil Hitler!" — „Heil unserem Retter!" — „Gott schütze unseren Führer!" Am Eingang zum Markt begrüßen der Bürgermeister und die Vertreter der SDP. den Führer. Als dann der Führer das Podium besteigt, dauert es wieder Minuten, ehe sich der Jubelsturm der Menschen legt. Es sei ein langer Weg zur Freiheit gewesen, so sagt er. Diese wunderbare Entwicklung möge uns zeigen, was ein unbeugsamer Wille vermag. Heute stehe das Reich im Begriff, mehr als drei Millionen Menschen sich anzuschließen. In dieser Stunde möge unser aller Gelöbnis sein, der Wille, dieses Reich zu halten, sollte nicht geringer sein, als der gewesen sei, dieses Reich aufzubauen. Von neuem brandet der Jubel auf, als der Führer dann mit erhobener Stimme sagt, unser Gelöbnis sei auch in dieser Stunde, daß jeder Fußbreit deutscher Erde, auf dem erst einmal die Flagge des Deutschen Reiches eingerammt sei, ewig deutsch bleibe. Nun schreitet der Führer auf die Angehörigen der Gefallenen aus dem Rumburger Bezirk zu. Er drückt den weinenden Frauen die Hand; den Kindern legt er die Hand auf die Wange, allen spricht er ein Wort des Trostes zu Ein Angehöriger zeigt dem Führer das Bild des Gefallenen, auf das Adolf Hitler seinen Namen schreibt. Als er dann zum Wagen zurückschreitet, um die Weiterfahrt nach Schönlinde anzutreten, kommt südlich und ostwärts von Trautenau, um Schildberg, um Rlährisch-Reustadt, Bärn und südlich Troppau; am 10. Oktober ab 10 Uhr bzw. 12 Uhr bas Gebiet des Adlergebirges, um Zwittau, Mährisch- Trübau, Bodenstadt und Reu-Titschein. Oie Besetzung des Abschnittes IV. durchgeführt. Berlin, 7. Oktober. (DRB. Funkfpruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Truppen des Generalobersten von Rundstedt sind heute (7.10.), 8 Uhr, zum Marsch über die gestern erreichte Linie wieder angetreten. Sie führen heute die Besetzung des Gebietsabschnittes IV zu Ende. Oeutsch-tfchechische Vereinbarung über den Transport von Rückwanderern Berlin, 6. Okt. (DNB.) Im Anschluß an die Verhandlungen der Internationalen Kommission zur Durchführung der Münchener Vereinbarungen der Großmächte vom 28. September 1938 über die Wiedervereinigung des Sudetenlandes mit Deutschland sind das Reichsverkehrsmini st erium und das tfchecho-slowakischeEifenbahn- m i nist erium in Verhandlungen über Fragen des Eisenbahnverkehrs eingetreten. Am 6. Oktober 1938 ist bereits eine Vereinbarung u n ■ terzeichnet worden, die das Verfahren bei der Rückführung von Rückwanderern aus dem tschechischen Gebiet nach dem von der deutschen Wehrmacht besetzten Sudetenland und in umgekehrter Richtung regelt. Die Verhandlungen der Eisenbahnverwaltungen dauern fort, um die Wiederaufnahme des gegenseitigen Eisenbahnverkehrs und seine reibungslose Abwicklung vorzubereiten. , schen Nationalpartei und des slowakischen Flügels ter, Berg- und Hüttenwerke und Bäder), schließlich der Tschecho-slowakischen Agrarpartei beschlossen. die Außenpolitik mit den dazu gehörigen Rechten Die slowakische Einheitsfront sei entschlossen, unver- der Vertragsabschlüsse, Kriegserklärung usw. Alle züglich die slowakische Autonomie zu ver-ü b r i g e n Angelegenheiten fallen unter die gesetzwirklichem und zwar in Form eines d u a l i st i - Tmmphsahrt nach Friedland. Immer wieder beispielloser Jubel um den Führer. Strahlende Sonne liegt über den bewaldeten Inseln, den grünen Fluren und den mit so unendlicher Liebe geschmückten Dörfern und Städten. In vielen Ortschaften sind die Ränder des Fahrdammes kilometerweit schnurgerade mit bunten Herbstblumen eingefaßt, mit Rosen und mit Astern in allen Farben. Und hinter diesen bunten Bändern steht in Mauern die dankerfüllte Bevölkerung des Sudetenlandes, jauchzend und jubelnd. Auch noch weit draußen am Rande der Wiesen und Aecker und an den zahllosen einsamen Gehöften sind sie aur reich an deutscher. Treue, die hier m den Waldern tilindustrie sowie solche Gewerbezweige, die wie die des Dichters Joseph von Eichendorfs zu Hause Jnstrumentenmacherei oder die Erzeugung von Spiel- und Holzwaren von jeher zum Begriff der Heimarbeit gehört haben. Dichte Forsten und Waldungen schließen sich an, dazu Erzlagerstätten, schließlich auf dem ehemals vulkanischen Boden Nordweftböhmens der Reichtum seiner mineralischen & h'S M & SÄ Aus dieser Karte, die die bekannten vier Zonen zeigt, sind jetzt auch die Orte eingezeichnet, die über die vier Zonen hinaus nach den Beschlüssen der Internationalen Kommission m der Zeit vom 7. bis 10. Oktober von unseren Truppen besetzt werden. — (Scherl-M.) könne dem Unterhaus offen erklären, daß dieses Dokument nicht von dem Führer, sondern von dem „bescheidenen Individuum", welches zur Zeit vor dem Unterhaus stehe, entworfen worden fei. ronntcnr um oie X5anoe5Deiieiuiguii^ m un «««oh1 Wenn man eine Politik des Krieges der Demokra- mö<](icf)en Zeit auf die notwendige Höhe zu brin» tien gegen die totalitären Staaten einschlagen wolle,' —st. Die britische Friedenspolitik bedeute nicht, daß dann müsse England nicht nur sich selbst bis an die st^ neue Freunde auf Kosten der alten suche. Man Zähne bewaffnen, sondern es müsse auch militä- roo[^e mtf allen Staaten Zusammenarbeiten, ohne Itz» $til wniri(r Reich auf( Bon de< neue @rer •« Reich. lQWeidi ift m JMligen ch'e fümi °ber gar Spuren '$■ .Ms g Mtyn ho ’M die u5 H c b"l al® anher« J her H-?di ItiÄ nun jm ö Die die W den aus Lauda lands tPd Dietern j PollslM zllloall ein $nig Die 6lbl Msgren bem Lode^ oon der ■ Mähren r Diedrich Kriege be tcgisch w mit 36 OC stabt bes mit 24 OC rigen Kr grasen. Es gehi London, 6. Oktober. (DNB. Funkspruch.) Im I mente der Opposition gegen die zwischen chm und Unterhaus kam es bei der Aussprache über die dem Führer vereinbarte Erklärung zurück. Er be» Vertagung bis zum 1. November zu tonte, es habe sich dabei nicht so sehr um denAus- einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Regie- druck der Meinung der beiden Unterzeichner als blWMVV .... ... —o.—,— « rung und Opposition. Die Führer der Opposition vielmehr darum gehandelt, was die beiden Staats- Lebenszeit der gegenwärtigen Generation zu sichern, Attlee und Sinclair forderten die Regierung männer als den Wunsch ihrer Völker - ---,,ni auf, ihren Antrag zurückzuziehen. Die internatio-. angesehen hätten. Gegen den Vorwurf, er habe sich nale Lage sei derartig gespannt, daß die Regierung — ÄS"-’ die Verpflichtung habe, dem Hause jeden Tag zur Verfügung zu stehen. Das Volk fordere, daß in so kritischen Zeiten das Parlament als das souveräne Organ des Staates tage. Als Winston Churchill den Antrag unterstützte, ertönten von den Regierungsbänken minutenlange stürmische Prote st r u f e. Es war offensichtlich, daß Churchill in der Konservativen Partei allein stand. Die Sitzung nahm weiter einen stürmischen Verlaus, als Chur- . .... , .. , ..... ----------.... o-i-......... ■ A.-, chill behauptete, die Regierung wünsche die Ver- rische Bündnisse mit anderen Staaten suchen. Wenn Ausschluß der totalitären Staaten, mit dem Ziel tagung des Parlaments, um ohne Befragen des das von mancher Seite als kollektive Sicherheit be- e,neg dauernden Friedens in Europa. Diese Politik Hauses ihre außenpolitischen Pläne verfolgen zu zeichnet würde, so könne er nur sagen, wenn er an müfjte eigentlich die Unterstützung aller derjenigen können und um persönlich Zeit zur Erholung zu ge- < kollektive Sicherheit gedacht habe, so handele es |in^)en, hie an die Fähigkeit des menschlichen Wil- rrL_ — t .k»u babei um ein allgemeines System, an dem <— ----r ... uuon AiAiiFisn alle Nationen teilnehmen sollten. Dresden Gablonz RA6 quwtz ßERGREICRENSl. Bueweix ü£nßu Gi '2EN WIEN B.LEIPÄ 6R.ÜX K'vMOTflU ^"TRUEBAü. VflÄHR. X 'asTÄAu \ * REWEN Berg MÜNCHEN kLUNPENßuRß 1 '•■T- *AU5p1tz . \ . • tNiKOlV ! ' /ßlSCHOFFElN WINTERBb fajKACHATir, TßgFBIWNAUEt Äw IjXNDCHEN filEiSHUBEL ROKtTNlT? geschlossen ist, das von jeher deutsches Sieblungs- land war und dieses Gepräge auch gegenüber allen Versuchen der Tschechisierung behauptet hat. Diese Versuche stützten sich darauf, die Textilindustrie des Schönhengstlandes entweder auszuhöhlen oder aber durch Einschiebung tschechischer Arbeiter und tschechischen Kapitals dem deutschen Besitz zu entwenden. Nun gliedert sich nördlich das landschaftlich ungemein reizvolle A d l e r a e b i r g e an mit Rvkit- nitz und dem berühmten Städtchen Giehthübel, was schon in das Braunauer Ländchen hinüberführt. Das Adlergebirge, das von den Tschechen wegen des zähen Widerstandes der deutschen Bevölkerung gegen jede Entnationalisierung besonders ruchlos behandelt wurde, ist ungemein reizvoll in seiner landschaftlichen Schönheit, in der Herrlichkeit seiner Wälder, in der romantischen Lage seiner allerdings armen Dörfer und Gehöfte. Das wird sich nun mit einem Schlage ändern, wenn der Strom der Wanderer und der Urlauber sich hierher wendet, wie ja nun das ganze Riesengebirge im Sommer wie im Winter der Erholung zugänglich sein wird, ohne daß dabei die Gefahr einer „Grenzverletzung" besteht. Die Besetzunas- linie umfaßt die deutschen Landschaften des Jesih- ken-Jser, Riesen- und Adlergebirges, der Mährischen Senkung und des Altoatergebirges. Hier sitzt überall schlesisches Volkstum, gewerbefleißig, genügsam und treu, in der Härte des Kampfes geschult. Es ist ein schönes, dicht bevölkertes Land. Aus dem Jeschken- gebirae stammt übrigens der geniale Konstrukteur des Volkswagens, Dr Porsche. Das Riesengebirge, dessen Kamm die Reichsgren^e bildete, wird nun im Ganzen Reichsgebiet. Die Berggasthöfe, die die schlesische Bezeichnung Bauden führen, werden auf der böhmischen Seite nicht länger das „Bauda" im Firmenschild tragen müssen. Ostdeutschlands höchster Berg', die S ch n e e k o p p e mit 1605 Metern gehört nun ganz aum Reiche wie das Volkstum, das ringsum ansässig ist, ebenso der Alto ater, der mit seinen 1490 Metern stolz wie ein König über der „Mährischen Pforte" thront. Die Elbe, die wenige Meter jenseits der alten Reichsgrenze ihre Quelle hatte, entspringt nun aus dem Boden Großdeutschlands. Das schlesische Land, von der Prager Republik verwaltungsmäßig mit Mahren verbunden, ist hier der Restbestand, den Friedrich der Große nach dem Siebenjährigen Kriege den Habsburgern ließ, um dafür das strategisch wichtige Glatz zu gewinnen. Trvppau mit 36 000 Einwohnern ist die alte Landeshauptstadt des österreichischen Schlesien, I ä g e r n d o r f mit 24 000 Einwohnern war/vor dem Dreißigjährigen Kriege Sitz eines brandenburgischen Markgrafen. Es geht weiter nordwärts immer noch am W e st- abhang desRiesengebirges nachTrau- t e n a u und Gablonz, schließlich nach R eich e n b e r g , alles Städte, die wegen ihrer Textilund Papierindustrie sowie wegen ihres Gewerbe- fleihes überall bekannt sind. Sie waren schon in der alten Donaumonarchie Träger einer Ausfuhrindustrie, deren Erzeugnisse nach Uebersee gingen, was erklärt, daß die Tschechen auch hier mit. allen Mitteln eine Entnationalisierung zu erzwingen suchten. Nun beginnen die Gebiete, die in Nordböhmen von der Elbe bis zur bayerischen Grenze dem Erzgebirge vorgelagert sind. Da ist zunächst einmal das Elbegebiet mit Aussig und L o b o s i tz, mit einer Landschaft zu beiden Seiten des Elb- users, die in vielfacher Hinsicht der berühmten Sächsischen Schweiz ebenbürtig ist. Wieder kommt ein reicher Segen, wieder kommt eine Wirtschaft, die in Hülle und Fülle gestrafft ist. Da ist das Saazer H o p f e n g e b i e t, das auch einen Teil der böhmischen Braugerste erzeugt, was beides in del Bierindustrie überaus geschätzt wird. Saazer Hopsen und Saazer Gerste, das sind wohl immer die Grundlagen des Pils' gewesen, des Pilsener Bieres, das wir nun in gleicher Qualität auch ohne den Besitz des Bürgerlichen Brauhauses in Pilsen herstellen können. Um es gleich zu sagen: Pilsen wird auf tschechischer Seite Grenzstadt, trotzdem es bis vor nicht allzu langer Zeit eine rein deutsche Stadt war, wie denn auch das Bürgerliche Brauhaus von Deutschen gegründet wurde. Das Dux- und Brüxer Kohlengebiet mit reichen Vorkommen an Braunkohle bildet die Grundlage mannigfacher Industrie, die sich bis in die Bäderzone hinüberzieht. Das nordböhmische Grenzland ist dicht besiedelt, zählt viele und schöne Städte on dem Reiz, wie sie in jahrhundertelanger Kultur zu entstehen pflegt. Diese Bevölkerung ist im 19. Jahrhundert kampfgestählt worden durch den ununterbrochenen Gegensatz, der sich aus dem Vordringen der Tschechen ergab. Daß in Nordböhmen viel zu holen war, das hatten auch die Tschechen erkannt, weshalb sie gerade dieses Gebiet sowohl in der Front wie von den Flanken hex bevölkerungspolitisch und wirtschaftsstrategisch angriffen. Nordböhmische Wahlkreise waren es auch, die vor 40 und 50 Jahren zuerst jene Männer in ben österreichischen Reichsrat wählten, die als Alldeutsche und Schönerianer den Kampf um das Großdeutsche Reich aufgenommen hatten. Don der westböhmischen Bäderzone zieht sich das neue Grenzland am Böhmerwald entlang, der den Reichsdeutschen immer als geheimnisvoll und sagenreich erschienen -ft. Gewiß, dieser Böhmerwald ist noch immer ein Urwald, ist angefüllt mit mächtigen Forsten, tief emgeschnittenen Seen, aber leider auch verkehrsentlegen. In der Donaumonarchie kümmerten sich die k. und k. Behörden wenig oder gar nicht um den Böhmerwald, denn die ungeheuren Waldungen waren teils staatlicher Besitz, teils gehörten sie zu den Larifundien des böhmischen Hochadels Das wirkte auf die Bevölkerung zurück, die arm geblieben ist bis auf den heutigen Tag trotz allen Fleißes, trotz aller Mühe und Arbeit als Köhler und Holzfäller. Nun das wird anders werden, denn im Großdeutschen Reich wird der Böhmerwald nicht nur landschaftlich und touristisch sondern auch durch Gewerbe und Handel erschlossen werden In Süd mähren dessen Bevölkerung mit der Niederöllerreichs immer eine Einheit gebildet hat. wird u a. die Stadt Z n a i m mit 22 000 Einwohnern aus der tschechischen Verstrickung erlöst werden Gedenken mir noch der Sprachinseln um Iglau mit feiner Textilindustrie und Brünn das eine Hochburg der Metall, und EisenMbustrie geworden ist — geworden vor der Begründung der Tschecho-Slowakei durch deutsche Arbeit llnd deutsches Kapital, ferner Mährisch- Krurnau und Nikolsburo, wo Bismarck 1866 Frieden mit Oesterreich schloß Nun ist für dies flanke deutsche Grenzland die Stunde der Erlösung da. Bald werden über ben Tälern unb Höhen, über wacher unb Türme bte Fahnen ber Freiheit nach 20|abrtqer Knechtschaft wehen. Frankreichs „Friedenshaus" für Chomberl in. Puris. 6. Oft. (Europapreß.) In Frankreich wurde auf Anregung einer Pariser Abendzeitung eme nationale S a rn rn e l l i st e aufgestellt, um bem englischen Premierminister im Namen bes französischen Volkes als äußere Dankerweisung für feine Bemühungen für bie Erhaltung bes Friedens ein Landhaus mit Garten und Fischwasser zu schenken. Die Sammlung für dieses „Friedenshaus" hat bereits den Betrag von 300 000 Franken überschritten. Neben zahlreichen Geldspenden ist auch der originelle Beitrag des früheren Protokollchefs im Elyfee. de la Fonquiöres, zu nennen, der ein neues Luxusauto im Werte von 100 000 Franken zur Versteigerung zur Verfügung stellte. Der Erlös soll ebenfalls ber Sammlung für das „Friedenshaus" zufließen. Ein Pariser Theater hat bie Gesamteinnahme einer Abendvorstellung Zu demselben Zweck zur Verfügung gestellt. C ombetlain * fyrenbürner von London London, 6. Oft. (DNB.) Der Magistrat ber Stabt Lonbon beschloß am Donnerstag,' Chamberlain bie Ehrenbürgerschaft ber Stabt Lonbon im Hinblick auf seine hervorragenden Dienste während ber letzten vier Wochen anzutragen. Premievminister Chamberlain hat in Begleitung seiner Gattin am Donnerstagabenb Lonbon verlassen, um in Schottland seinen unterbrochenen Urlaub wieder aufzunehmen. Der Premierminister macht bie Reise auf Anraten feiner Aerzte. Schwere Biutopfer des Bürgerkrieges in Palästina. London, 7. Okt. (Europapreß.) Einschließlich der Opfer der neuen Zusammenstöße zwischen britischem Militär unb arabischen Freischärlern in Nordpalästina, ist die Zahl ber getöteten Araber in ben letzten 24 Stunben auf etwa 140 gestiegen. Die Kämpfe ber letzten 14 Tage haben auf arabischer Seite mehr als 500 Tote gekostet. In Lonbon erhofft man sich von ber für Freitag angesetzten Unterrebung zwischen bem englischen Ober- kornrnissar in Palästina, Sir H. McMichael, unb Kolonialminister Macdonald unter bem Druck der Ereignisse einen Erfolg. Am Donnerstag hatte Kolonialminister Macdonald eine längere Unterredung mit dem Zionistenführer Dr. W a i tz m a n n. Es gehen Gerüchte um, wonach ein Zusammentreffen zwischen dem G r o ß m u f t i von Jerusalem und dem Kolonialminister nicht ausgeschlossen sei. Nalionalspanilcver Er,o»g auf dem rechten Eoroufer. Saragossa, 7. Okt. (Europapreß.) Don der Ebro-Front wird gemeldet, daß die nationalen Truppen am Donnerstagabend die nationalspanische Flagge auf der Spitze des Bergmassivs von Campallo aufgepflanzt haben, wo in den letzten Wochen blutige Kämpfe stattfanden. Es handelt sich um die letzte sowjetspanische Verteidigungslinie auf dem rechten Ebroufer. Man erwartet, dag nun die noch vom Gegner gehaltenen Gebiete bis zum Ebro rasch besetzt werden. Diex Verluste der Milizen sind sehr hoch. In militärischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die gesamten Reserven der katalanischen Armee an der Ebro-Front eingesetzt worden waren und zum größten Teil oerlorengegangen sind. Unruhen in $roniöfifd)=lBeffofrifa. Paris, 6. Okt. (Europapreß.) Der „Jour" meldet, daß es in Dakar, der Hauptstadt von Fran- zöfisch-Westafrika, zu schweren Unruhen gekommen sei. Gegen die Absetzung des Sekretärs eines Ein- geborenenoerbandes von Eisenbahnangestellten hätten diese Einspruch erhoben. Der Protest sei dann in schwere Unruhen ausgeartet. Dabei seien zehn Personen getötet worden. Unter den Verletzten befinde sich auch ein französischer Polizei- Offizier. Der Gouverneur von Franzosiscb-West- afrika, b e (Toppet, ber von der Volksfront- Regierung Blum diesen Posten erhalten und bie Bildung des Verbandes unterstützt habe, trage bie Verantwortung für die Zwischenfälle. Der gegenwärtige Kolonialminister Mandel habe bereits die Versetzung des Gouverneurs ins Auge gefaßt gehabt, auf Einschreiten Löon Blums jedoch davon Abstand genommen. £>er Kampf um Hankau. Schanghai, 7. Okt. (Europapreß.) Der japanische Vorstoß gegen Hankau führt zu immer häufigeren Luftangriffen auf die chinesischen Stellungen, insbesondere in dem Pangsin- Abschnitt, wo die Chinesen die Initiative erarif« fen haben sollen. Pangsin liegt etwa 80 Kilometer östlich der Hankau—Kanton-Eisenbahnlinie, der Haupt-Nachschubader für bie chinesischen Truppen bei Hankau Nach Mitteilungen aus japanischer Quelle stehen etwa 150 000 Japaner vor den verschiedenen chinesischen Verteidigungslinien vor Hankau. Die Chinesen sollen dort 350 000 Mann stark {ein. Marschall Tschiangkaischek habe seine Elitetruppen an den gefährlichsten Stellen eingesetzt. In Süd-China entfaltet die Luftwaffe ebenfalls lebhaftere Tätigkeit. In der Kwantung-Provinz bombardierten am Donnerstag 80 japanische Maschinen Eisenbahnlinien und Städte. Die Strecke Kanton—Kaulun (die weiter nach bem britischen Hongkong führt) soll beschäbigt, aber nidi* unterbrochen worben fein. Besse« e ßrgeugerpre se für Milch unö Schlachtvieh. ^Berlin, 6. Okt. (DNB.) Untersuchungen des Reichsministers für Ernährung unb Lanbwirtschaft in Zusammenarbeit mit bem Reichskommissar für bie Preisbildung haben ergeben, daß bie Wirtschaftlichkeit ber bäuerlichen Dieh - baltung dringend einer Verbesserung be- darf, um die bäuerliche Deredelungswirtschaft leistungsfähig zu erhalten und ihr die Möglichkeit zu weiteren Leistungssteigerungen im Rahmen des Vierjahresplanes zu geben Deshalb hat Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring angeordnet: Der Milcherzeuger wird für die an die Molkereien abgelieferte Milch im Reichs- durchfchnitt etwa 2 Piennia je Liter mehr erhalten als bisher. Diese Preisaufbesserung wird nur in einigen Teilen des Reiches geringfügige Erhöhungen ber Txinkmilch- unb Butterpreise für bie Verbraucher zur Folge haben, dafür aber im Interesse der Lolksernährung die inländische Produktion heben Don diesen verhältnismäßig wenigen Fällen der Preiserhöhung ür Trinkmilch und Butter abgesehen, werden bie Derbraucher auf milchwirtschaftlichem Gebiete nicht öfe >di 6/ 9Uf Von ihren Beobachtungsposten aus überwachen die Tabakmeister den Verlauf der Fermentation. / 6i 15-1 W UM M ' m M Ulfe v/Hto MM R| d9en, UMSO huno K°den er) 7, '••'«Sä? “en. ü&, ASS "•ÄS 6,S36 + ...77 'M« MW MW MW, «. «. dbU 1 fe?l WWW WS» MWUKAW MWMMM '■■■■ - •V-'v. weiter belastet. Auch bei dem Schlachtvieh sollen bessere Erlösmöglichkeiten geschaffen werden. Durch Einsparungen bei der Verarbeitungsspanne werden die Erzeugerpreise für Fett sch weine um 2 Mark und für S ch l a ch t r i n d e r um 1,50 Mark je 50 Kilogramm Lebendgewicht erhöht. Die Fleischpreise für die Verbraucher bleiben unverändert. Der Führer im Bezirk Zägerndorf— Ireiwaldau. (Lehkx Meldung.) 3t e u ff a b f, 7. Oft (DNB. Funkspruch.) Schon feit Tagen ist der ganze Bezirk der Besehungs- 3 o n e IV in Erwartung des Führers. Die Be- fehung schreitet planmäßig fort, und die Truppen stehen bereit, um nun die zur Zone gehörenden Städte ebenfalls zu befreien und in deutschen Besitz zu nehmen. Schon seit gestern sind viele Zehn- tausende von TNenschen im schlesischen Grenzgebiet diesseits und jenseits der Grenze zusammengeströmt. um den Sfugenbftf nicht zu verpassen, in dem zum erstenmal der Führer das Altvater-Gebiet aufsucht. Um 8 Uhr morgens ist in Neustadt alles für den Empfang des Führers bereit. Wieder ftehen die grauen Wagenkolonnen epr dem Bahnhof, die Panzerwagen, die die Spitze des Zuges bilden. Plötzlich kommt Bewegung in die Waisen. Der Zug des Führers ist eingelaufen. Eben sehen wir den Ehef der Sicherheitspolizei. Gruppenführer hey- d e r i ch im Gespräch mit den Männern des fudeten- deutschen Freikorps. Jetzt tritt der Führer aus dem Bahnhof. Lin vieltausendftimmiger Iubelschrei hallt ihm entgegen. Dann braust das Lied der Motyren auf, und die Fahrt des Führers beginnt Zehn Minuten später hat er die Grenze in Richtung Jägerndorf überschritten. Den Höhepunkt des heutigen Bormittags wird eine grohe Kundgebung in der altschlesischen Stadt Jägerndorf bilden. , Hinrichtung eines Raubmörders. Am 6. Oktober wurde der 1890 geborene Max Zöllner hingerichtet, der vom Schwurgericht in Regensburg wegen Mordes und versuchten schweren Raubes zum Tode verurteilt worden ist. Der vielfach vorbestrafte Söllner hat im Pfarrhaus Lappersdorf bei Regensburg in räuberischer Absicht die Haushälterin Ida Kersch er durch zahlreiche Messerstiche heimtückisch ermordet. Wetterbericht Am Südrande des über dem Nordmeer liegenden Sturmwirbels werden mit der kräftigen Westströmung immer wieder neue Störungen vom Atlantik rasch ostwärts zu uns befördert. Eine solche wird bereits im Laufe des Freitags bei uns Einfluß nehmen und neue Regenfälle mit Windauffrischung bringen. Auch anschließend bleibt die Witterung unbeständig. VorhersagefurSamstag: Nach verstärkter Unbeständigkeit und Regenfällen wieder wechselnd bewölkt und einzelne Schauer bei zeitweise auffrischenden Winden aus westlichen Richtungen; kühler. Vorhersage für Sonntag: Wechselhafter Wetter mit Aufheiterungen, doch zeitweise auch Regen. Lufttemperaturen am 6. Oktober: mittags 10,8 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 7. Oktober: morgens 6,6 Grad. Maximum 11,9 Grad, Minimum heute nacht 2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Oktober: abends 8,7 Grad; am 7. Oktober: morgens 6,8 Grad. — Niederschläge 2,8 mm. Hauptschriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich »für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag. Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. \ für hohe Ansprüche / C//A Gießen, Marktstraße 9 — 11 6393A Vornehmi Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mÄSigen Preisen Brühl’sche Druckerei. Schulstr. 7. 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Gieß. «391^ AacttWeoonZbf 20 v. 6. erhalten Sle bet wiederholten Auf. nahmen einer Ameia» 'N°‘ hen’ •: „■> \l> Nr. 255Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhefien) Zreitag, /.Moder 1938 Die Lösung der Ludenfrage in Italien Der Große Rat des Faschismus stellt bindende Richtlinien auf. Rom, 7. Oft. (DRV. Funkspruch.) Der Große Faschistische Rat hat seine Herbsttagung begonnen. Es wurde zunächst eine Tagesordnung angenommen, in der der Große Rat des Faschismus dem italienischen Volke seine Anerkennung für die Haltung ausspricht, mit der es in der letzten Zeit einen neuen Beweis für den tiefgreifenden Wandel gegeben hat, der durch die Revolution der Schwarzhemden im Geist und im Charakter der Italiener vollzogen worden ist. Der Große Rat ist ebenso wie alle Italiener stolz darauf, mit dem Glauben, den Werken und den Waffen dem D u c e d i e n e n zu können, dessen entschlossenes Eingreifen in die Ereignisse, deren abschließende Entwicklung noch im Gange ist,denSlegdesFrie- densauf der Grundlage der Gerechtigkeit und dem Anbruch jenes neuen Europas gekennzeichnet hat, das dem Duce selbst vor Augen schwebl^und von ihm seherisch verlangt und gefördert wird. Nach einer Ehrung, des Quadrumvirn General d e Bono, der vor 3 Jahren Adua eingenommen hat und damit die Eroberung des Imperiums begann, behandelte der Große Rat die Rassenfrage, zu der folgende Erklärung genehmigt wurde: „Der Große Rat des Faschismus betont als Folge der Eroberung des Imperiums die aktuelle Dringlichkeit der Rassenfrage und die Notwendigkeit eines Rassenbewußtseins. Er erinnert daran, daß der Faschismus seit 16 Jahren stets eine positive Tätigkeit entfaltet hat, die auf die quantitative und qualitative Hebung der italienischen Rasse abzielt, eine Hebung, die durch Kreuzungen und Bastardbildungen mit unberechenbaren politischen Folgen ernsthaft gefährdet werden könnte. Die Judenfrage ist nur die für das Mutterland geltende Seite eines Problems allgemeinen Charakters. Der Große Hat des Faschismus ordnet an: a) Das. Verbot der Eheschließung von Italienern und Italienerinnen mit Angehörigen der hamitifchen, semitischen und anderen nichtarischen Hassen; b) das für Zivil- und TNilitarpersonen, die im Dienste des Staates und öffentlicher Körperschaften stehen, geltende Verbot der Eheschließung mit Ausländerinnen jedweder Hasse; c) die Ehe von Italienern und Italienerinnen mit Ausländern selbst arischer Hasse bedarf der vorherigen Zustimmung des Innenministeriums; » d) die Maßnahmen gegen Personen, die das Ansehen der Hasse in den Gebieten des Imperiums schädigen, müssen verschärft werden." Weiter erinnert der Große Rat des Faschismus daran, daß „das W e l t j u d e n t u m , insbesondere nach der Aufhebung der Freimaurerei, die treibende Kraft des Antifaschismus auf allen Gebieten ist und daß das ausländische oder abtrünnige italienische Judentum in einigen entscheidenden Zeitabschnitten, wie in den Jahren 1924 und 1925 und während des abessinischen Krieges, einmütig faschistenfeindlich war. Die Einwanderung fremder Elemente, die seit 1933 stark zugenommen hat, hat die Stimmung der italienischen Juden, die nicht ehrlich genommen wird, gegenüber dem Regime verschlechtert, da dieses im Gegensatz zu der Psychologie der Politik und der internationalistischen Einstellung Israels steht. Sämtliche antifaschistischen Kräfte werden von jüdischen Elementen angeführt. Das Weltjudentum steht in Spanien aus der Seite der Bolschewisten von Barcelona. Das Verbot der Einwanderung und die AusweisungausländischerJuden konnte nicht länger verzögert werden. Die Richtlinien für die Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse sehen vor, daß das Kind zweier jüdischer Elternteile sowie das Kind eines jüdischen Vaters und einer ausländischen Mutter und weiter derjenige, die sich zur jüdischen Religion bekennt, obwohl er aus einer Mischehe stammt, als zur jüdischen Rasse gehörend gelten Es folgen dann Bestimmungen über Ausnahmen für bestimmte Gruppen von Juden italienischer Staatsangehörigkeit, wie z. B. Kriegsteilnehmer mit Auszeichnung. Italienische Staatsangehörige jüdischer Rasse können nicht in die faschistische Partei ausgenommen werden, sie können keine Betriebe besitzen oder leiten, die mehr als hundert Personen beschäftigen, sie können nicht mehr als 50 Hektar Land besitzen, sie können keine Militärdienste leisten. Für die Ausübung von Berufen sind weitere Bestimmungen vorgesehen. Zu der Frage der Einwanderung von Juden nach Äetiopien schließt der Große Rat des Faschismus die Möglichkeit nicht aus, in einigen ätiopischen Gebieten eine kontrollierte Einwanderung europäischer Juden zuzulassen, auch um die jüdische Einwanderung von Palästina abzulenken. Abschließend wird festgestellt, daß sich die Handhabung der Maßnahmen immer nach der jeweiligen Haltung des Judentums richten werde. Mit Genugtuung nehme der Große Rat davon Kenntnis, daß der Unterrichtsminister an den Hauptuniversitäten Italiens Lehrstühle zum Studium der Rassenfrage eingerichtet hat. Schließlich erklärt der Große Rat, daß das gesamte Rassenproblem im italienischen Volk außerordentliches Interesse gefunden hat, daß die Richtlinien der Partei in dieser Frage für alle grundlegend und verpflichtend anzusehen sind, und daß die Richtlinien des Großen Rates den Gesetzen zugrundeliegen müssen, die von den einzelnen Ministerien beschleunigt ausgearbeitet werden sollen. Kunst und Wissenschaft. Probleme der Kolonisation. Der 8. Volta-Kongreß in Rom beschäftigte sich mit Fragen der Akklimatisation der weißen Rasse in Afrika und mit dem Verhalten der Eingeborenen gegenüber der europäischen Zivilisation. Sir Edwin Horn sprach über die Ueberwachung des Gesundheitswesens in den Tropen Die Professoren Bot- t a z i und Busineo äußerten sich dann über Tropenkrankheiten und ihre Bekämpfung. Beide kamen zu dem Schluß, daß utüer den heutigen Bedingungen und bei geeigneten Vorbeugungsmaßnahmen die weiße Rasse auch in den tropischen Zonen Afrikas leben und sich fortentwickeln könne. Der Oberkommissar von Angola, Professor Ferreira, legte die portugiesischen Erfahrungen hinsichtlich der Akklimatisierung in den Tropen dar, während Professor Demangeon von der Pariser Sorbonne über die Kolonisierung im Nigertal und Professor Chlgi über die Akklimatisierung in Jtalienisch- Ostafrika sprachen. Eine Ansprache des Vorsitzenden des Kongresses des deutschen Professors von Linde q u i st, über die Rettung des europäischen Friedens durch die vier großen Staatsmänner in München wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Dabei gab Professor Lindequist auch der Hoffnung Ausdruck, Laß die Arbeiten des Kongresses dazu beitragen möchten, Afrika stärker an Europa zu binden. Die Aussprache wandte sich weiter den landwirtschaftlichen Möglichkeiten für die weißen Siedler in Afrika zu. Es sprachen dazu Professor Rivvra, Professor Brumpt und der englische Professor Thompson-Serper. — Die Erörterung des Themas „Das Verhalten der Eingeborenen gegenüber der europäischen Zivilisation" wurde mit einem Vortrag des Professors Turnwald von der Universität Berlin eingeleitet. Der 9. Deutsche Zahnärztetag. Vor 1200 Zahnärzten aus allen Gauen Deutschlands und über 100 Vertretern von 15 Nationen der Erde wurde in Berlin der ^Deutsche Zahnärztetaa und zugleich die 75 Tagung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-. Mund- und Kieferheilkunde durch den Reichszahnärzteführer Dr Stuck eröffnet. Die Eröffnung gestaltete sich zu einer Dankeskundgebung aller deutschen Zahnärzte an den Führer in dem Gefühl, Zeugen seines beispiellosen Triumphes gewesen zu sein. Professor Dr. Euler, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, wies darauf hin, daß man bewußt davon abgesehen habe, eine bestimmte Einzelirage der Zahnheilkunde in den Vordergrund zu stellen. Während der Tagung ist in der Krolloper eine große Schau der Dental-Industrie zu sehen, auf der die verschiedenen Arzneimittel, Werkstoffe, Präparate, zahnärztliche Instrumente und die umfangreiche einschlägige Fachliteratur ausgestellt sind. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsbauernführer, Reichsminister Darr 6, befindet sich seit dem 1. Oktober auf einer Reife durch Teile der Landesbauernschaften Sachsen, Bayern und Donauland. Neben zahlreichen Besichtigungen landwirtschaftlicher Betriebe und Einrichtungen fanden Besprechungen über Fragen der Ernährungswirtschaft und der Erzeugungsschlacht mit den jeweiligen zuständigen Behörden und Organisationen statt. Am Donnerstag fand in Bad E l st e r unter Vorsitz des Reichsbauernführers eine Sitzung über Fragen der Ernährungswirrschaft Sudetendeutschlands statt. Reichswirtschaftsminister Funk wurde in Ankara herzlich empfangen Der Wirtschaftsminister gab ein Festessen, wobei er ausführte, daß die Wirtschaftsbedingungen beider Länder die Grundlage für einen regen Warenaustausch geschaffen haben und sich weiter gestalten werden, wobei die Türkei vollauf den großen Anteil würdigt, den die deutsche Industrie am türkischen Aufbauwerk genommen hat. ♦ Die ungarische Regierung ließ der tschecho-slowakischen Regierung eine Note überreichen, in der sie sich mit Rücksicht auf die tschechoslowakische Regierungskrise mit einem späteren Beginn der Verhandlungen, und zwar am 8. Oktober, 12 Uhr mittags, einverstanden erklärt. Sie hält jedoch unverändert an ihren Forderungen fest. ♦ König Leopold von Belgien wird am 21 November zu einem Staatsbesuch inAnist e r d a m eintreffen. Am 23. November wird der König nach einem kurzen Besuch im Haag die Rückreise nach Brüssel antreten. Amsterdam wird festlich geschmückt werden, die historischen Grachten der Altstadt werden reich illuminiert. Die Sduike glänzen, das £edee (Heißt cueick1 denk £adix putzt und pflegt zugleich / JGatlix sjXms QUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIDOL-WERKE Der französische Generalissimus, General Garn e l i n , besichtigte die Befestigungen in der Gegend von Straßburg und insbesondere am Brückenkopf von Kehl. An die Besichtigung schloß sich eine große Parade an, an der 20 000 Mann teilnahmen. Die Bevölkerung, nahm an diesen Kundgebungen regen Anteil. Marschall Avörescu ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Averescu war rumänischer Heerführer im Weltkriege, später mehrmals Ministerpräsident und Staatsminister. * ♦ Der dänischeReichsta g ist zu seiner Wintertagung zusammengetreten. Die Beratung des von den Regierungsparteien und den Konservativen ausgearbeiteten Vorschlages zur Revision der St.aatsverfassung und die Prüfung der Möglichkeiten einer Verminderung der A r - beitslosigkeit werden die Hauptaufgaben dieser Session sein. Das läßt Herr Trenker fich gefallen! Carla Rust und Luis Trenker in einer Szene des Terra-Films .Liebesbriefe aus dem - Engadin". — (Foto: Trenker/Terra.) Herbfifahrt auf der Ostsee. Von Annemarie von puttkamer. Jeder dieser leuchtend klaren Herbsttage ist ein Geschenk, nirgends aber kann es vollkommener genossen werden als im Segelboot im unendlichen Licht von blauem Himmel und blauem Meer, wenn das Boot unter vollen Segeln im leichten Südwest- wind dahinrauscht Um 1Ö Uhr vormittags gleiten wir mit unserem Zweimaster aus dem Hafen von Saßnitz heraus und nehmen nordöstlichen Kurs auf Arkona zu. Bald steigt Stubbenkammer aus dem Meer, steil und blendend weiß in der^ Sonne, den grüngoldenen, zum Teil bis zu den 0'üßen herabwallenden Mantel feiner herbstlichen Buchenwälder um die Schultern geschlagen. Stundenlang könnte man so an Deck liegen und vor sich hinträumen. Aber es dauert nicht lange, da meldet sich der Hum ger. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich aus der Faulheit aufzuraffen, hinunterzugehen uno für uns vier auf dem Primuskocher Mittagessen zu kochen. ... In der Küche ist gerade Platz genug, um sich einmal um sich selbst zu drehen Frisches Fleisch und Gemüse haben wir aus Saßnitz mitgenommen, ich bin im besten Kochen, da bekomme ich plötzlich einen Stoß und fühle mich vom schwankenden Fußboden hin- und hergeworsen. Nebenan in der Kajüte ein Gepolter. Ich'rücke hastig die Töpfe vom Feuer und springe im ganzen Schiffsraum umher, um alles seftzumachen, was irgendwie so aussieht, als ob es über Stag gehen könnte. Dann stürze ich an Deck. Das Bild ist völlig verändert. Das ganze Meer bedeckt mit weißen Wogenkämmen Dicht vor uns das einsame, fast immer windumtoste Arkona, die alte Wetterecke. Ich komme grade recht um beim Herunterholen der beiden Topsegel zu helfen. Nach dem Manöver kann ich mich wieder meinem halb- fertigen Mittagessen widmen. Beim Essen muß man seinen Teller festhalten, sonst läuft er davon. Aber es schmeckt! Mittagsschlaf an Deck Wind — Sonne — Salzluft — das rhythmische Aul und Nieder des Schiffes und als Schlummerlied das Rauschen des Meeres und das Knarren des Takelwerks — der lichte Traum nimmt das alles auf Als ich erwache, steht die Sonne schon tief. Backbord querab em Leuchtturm. Ich kann mich gar nicht zurechtt'nden „Was ist denn das?" „Dornbusch" Was, noch immer Hiddensee! Da waren wir doch vor zwei Stunden schon! Dabei hat der Wind tüchtig aufgefrischt Aber er ist wieder aus Südwest Wenn wir unseren Kurs halten, machen wir nur wenig Fahrt voraus Nach dem Kaffee beraten wir. Steuerbord voraus haben wir einen schmalen Dunststreifen, der sich mit dem Glase deutlich als Land erkennen läßt, 2)as kann nur die dänische Insel Möen sein. Wir sind von unserem Kurs abgekommen und liegen zu weit nördlich. Wenn wir nach Warnemünde hereinwollen, müssen wir uns jetzt entschließen zu kreuzen, und vor später Nachtstunde können wir auf keinen Fall dort sein. Wir beschließen, Warnemünde aufzugeben und zunächst Kurs auf Gjedser Feuerschiff zu nehmen, von da direkt nach Travemünde. Das Abendessen muß heute ganz pünktlich sein. Um 20 Uhr sind der Kapitän und ich auf Wache. Es ist schon ganz dunkel, funkelnder Sternenhimmel über uns. Wir haben drei Blinkfeuer voraus, an Backbord Darßer Ort, an Steuerbord Gjedser Feuerschiff, noch weiter Steuerbord Gjedser Odde Als wir Darßer Ort passiert haben und die unbeleuchteten Tonnen, die dort liegen, nicht mehr zu fürchten brauchen, übergibt der Kapitän mir das Steuer und geht hinunter. So bin id) ganz allein an Deck beim Schein der Kompaßlaterne in der weiten Nacht auf dem unendlich wogenden Wasser, durch das unser stolzes Schiff mit vollgebauschten, im Sternenlicht mattschimmernden Segeln seine schweigenden Bahnen zieht, dem Druck meines Steuers folgend In solcher Nachteinsamkeit wird jedes auftauchende Lick)t zum Ereignis, das sofort unters Fernglas genommen wird. Der Horizont belebt sich allmählich, denn wir nähern uns der Fahrstraße Warnemünde— Gjedser. Und ein wenig nördlich von uns läuft/die große Route all der Fahrzeuge, die durch den Feh- marn-Belt gehen Zweimal gleiten Dampfer so nah bei mir vorüber, daß ich mit dem Glase Einzelheiten untersd-eiden kann. Doch begegne ich keinem einzigen Segler Das Helle weiße Licht dort Backbord voraus aber ist kein Fahrzeug. Es ist ein Blinkfeuer. Das kann nur Warnemünde sein. Der Kapitän, der eben wieder heraufkommt, bestätigt es nur. Er hat eine Flasche unter dem Arm Ein Schluck Kognak in dieser Nachtstunde tut doch gut. Aber als eine Halde Stunde später die Ablösung kommt, tut es mir fast leid. „Guten Morgen!" „Guten Morgen?" Ein paar Worte über den Wind und den Kurs. Dann gehen wir hinunter. Kaum bin ich unter Deck, so spüre ich bod) eine plötzliche Abspannung. Nur Mantc-l und Schuhe ziehe id) aus und krieche in meine enge Koje. Ich schlafe sofort qm, schlafe wie eine Tote, bis ich um vier Uhr zur Ablösung geweckt werde. Wie ich hinaufkomme, finde ich es sehr viel windiger geworden. Außerdem ist es neblig und bitterkalt Der Morgen fänqt eben an, ganz leise zu grauen Ich w'ckle mich fester in Mantel und Decke und setze mich neben den Kapitän, der schon am Ruder steht. „Vier Stunden sind doch eine lange Zeit!" denke ich. Da kommt der zweite Mann der anderen Wache noch einmal herauf, um zu melden, daß er Kaffee gekocht hat. Das war ein vernünftiger Gedanke! In der einsamen Kajüte fitze ich unter der Petroleumlampe und frühstücke erst einmal behaglich, bis ich den Kapitän am Ruder ablöse. Mit einer Tasse heißen starken Kaffees im Magen sieht sich die Welt schon anders an. Es weht heftig, aber der Wind ist ziemlich nach Süden herum, so daß wir jetzt viel höher liegen können und dabei rauschende Fahrt laufen. Wie es langsam Heller wird, fällt auch der Nebel. Aus dem fahlen Licht wachsen rasch kräftigere Morgenfarben. Schon haben die nahen Gegenstände wieder ihre vertrauten Umrisse. Jetzt erglühen Mast und Segel in goldener Helligkeit. Der Wind springt unruhig hin und her. Im Osten steht der Himmel in Flammen. Da taucht der rote, strahlenlose, oben und unten plattgedrückte Ball aus dem Meer auf. Rasch steigt er empor, löst sich vom Horizont und schwebt frei über dem Meer wie ein gut gelungenes Riesenspielzeug. Der Glanz ist erloschen. Der Tag ist da. Um acht Uhr lege ich mich noch einmal für zwei Stunden schlafen. Kurz vor zehn sind wir schon am Traoemündener Feuerschiff. Es ist Sonntag, ein strahlender Morgen, vielleicht der letzte schöne Segel- Sonntag des Jahres. Darum kommt uns aus dem Hafen aber auch die ganze Travemünder Jachtflotte entgegen Ein paar Minuten nach zehn machen wir am' Bollwerk fest. Eine Stunde später sind wir schon auf dem Wege zur Stadt der roten Backsteingotik und der still' besonnten Plätze, in das herbstmilde Lübeck. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hans Böker, Ordinarius der Anatomie an der Universität Jena, ist in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Köln berufen worden. Dem nb. ao. Professor Dr. Karl Pesch in Köln wurde an der Universität Berlin die Professur für Hygiene und Bakteriologie verliehen Professor Dr med. Rene du Bois-Reymond, der frühere Extraordinarius für Psychologie an der Universität Berlin, ist in Storkow i. d Mark kurz vor Vollendung seines 75. Lebensjahres gestorben Du Bois-Reymond war bis zu feiner Emeritierung, die wegen Erreichung der Altersgrenze erfolgte, Abteilungsvorsteher am Berliner Physiologischen Institut/ Gloria-Palast: „Liebesbriefe aus dem Engadin". Luis Trenker, den mir bisher fast nur in ernsthaften Berg- und Schi-Filmen kennengelernt haben, verzichtete diesmal auf sine heroische Fabel mit dramatischen Steigerungen und war darauf bedacht, die Lachmuskeln seiner Zuschauer in Bewegung zu bringen. Zwar kann er auch hier nicht aus seiner Haut und seiner landschaftlichen Sphäre heraus, und ein paarmal sieht es sogar — mit Lawine und Absturz in die Gletscherspalte — so aus, als ob es wirklich ernst werden sollte. Aber 'es geht alles gut und bleibt in den unbeschwerten Bezirken des Lustspiels und des Schwanks. (Wenn man sich auch vorstellen kann, daß dem sportlich denkenden Freunde von Bergsteiger- und Schiläuferfilmen das leichtfertige Spiel mit Menschenleben als Luftspielmotiv ein wenig auf die Nerven fällt.) Trenker ist hier, wie meist, Drehbuchtzerfasser (mit Hanns Sa ß - mann), Spielleiter und Hauptdarsteller in einer Person. Der etwas unwahrscheinliche Einfall der aus geschäftlichen Gründen diktierten Liebesbriefe aus dem Engadiner Wintersport-Paradies gibt ihm Gelegenheit, seine urwüchsige und naturhafte Männlichkeit und einen trocknen Humor in reizvollen Gegensatz zu einem Schwarm verliebter, eifersüchtiger und'launenhafter Damen zu stellen: er ist aber als Mode-Schilehrer nicht nur der Hahn im Korbe, der sich aus dieser Rolle wenig macht, sondern erweist sich überdies als ein zünftiger Sportsmann von beachtlichen Qualitäten. Auf der weiblichen Gegenseite tun fich, temperamentsmäßig voneinander verschieden, Carla R u ft, Charlott Daudert, Erika von T h e 11 m a n n und Hertt Kirchner hervor. Uebrigens ist der Film — an der Kamera standen bewährte Männer wie Ri ml, Ertl, Puth und v. Rautenfeld — sehr gut photographiert. Giuseppe Becce, seit langem Trenkers musikalischer Mitarbeiter, schrieb diesmal, geschmeidig mitgehend, eine überraschend leichte, hübsch uni» luftig instrumentierte Begleitung. — (Terra.) ♦ In der neuen Ufa-Wochenschau siebt man neben Bildern vom Tage der Wehrmacht in Nürnberg und vom neuen Zeppelin eindrucksvolle Reportagen aus dem sudetendeutschen Grenzlande und vyn den Zusammenkünften Hitlers und Chamberlains in Berchtesgaden und Godesberg. Hans Thyriot. r/< Obwohl Kundschaft sehr stilles $riel Die Athlefiqi nier um dem die nehmen ner Besj dessen T Prinzen, labuni ifyte San ergang Gin, iüjn (er bei nie verrinnen, Dieüünde dem $ov fer Plan baulich : 6o( 3m „( Aufstellu HF.-Teb! im Durck ins Uferf S2M. l tampf ufn sich auf b atyletit in haben ihre Maßstab fi D werden, noch lange Leichtajletik Die Hebe der erste Pl Wit Mj 5 > K a $rii' fr U~ttes I s? ®°loroi .Fahrt m n>9ktigen 3 «?>!* Ä, fei» ilt»n Eg SS? Wen. 7 \8ief • ” M Neil Si «r on 1 S L>- *d fern, ol® iemfl * Än de rungen । rungen bet- emy Aprozew öS Aeichsba> 137,50 bi aktien br einigte 102,75 bi 131.25 u Sessulel «Ü M stiller, es u Fest !°sen sizierten v 1,50 Mquidot'Ol briese fflB unterlagen . ebenso Zeig widW n„ M am'!a I*1* gaben Altb wen Neic 125,90 bis schuldung l Rentenban verlustig gehen. SA.-Standarte 116. Heffen-Rassaus Änlops am 9. Moder Die Frage, wer ein guter Skatspieler ist, ist schwer Reichspost Hilst -em Winterhilfswerk Aus der engeren Heimat fand. Kreis Schotten. OhnefrischaM'- und doch feür / Dr. Oeiker- Erzeugnissen altgewohnten Prüfungsrevieren um Gießen herausging, so galt es ihan darum, auch in Kreisen, in denen seither der Gebrauchshundegedanke noch nicht in gleichem Maße gepflegt mürbe, für den unentbehrlichen Gehilfen des deutschen Jägers zu werben und den Jägern zu zeigen, zu welch vielseitigen und hochstehenden Leistungen der Hund aus hoher Leistungszucht befähigt ist. Neben 16 Deutsch-Draht- haarigen waren je 1 Stichelhaar, Griffon, Deutsch- Kurzhaar und Deutsch-Langhaar gemeldet, an die 6 erste, 4 zweite und 5 dritte Preise vergeben werden konnten. In die ersten Preise teilten sich 4 Drahthaarige, 1 Langhaar und 1 Stichelhaar. Besonders erfreulich ist das hervorragende Abschneiden des Gießener Zwingers „Von der Kläranlage" (Hauptwachtmeister Seng), aus dem die von ihrem Besitzer Oberst a. D. Kock geführte Siegerin „Cora von der Kläranlage" stammt, die nur zwei Punkte weniger erreichte, als überhaupt erreichbar waren. Ihr 'Wurfbruder „Harras" mit dem Ib-Peis gab ihr nicht viel nach. „Cora" wurde damit Anwärterin auf die „Große Staatspreismünze". Punkte erreicht hat, ist Gesamtsieger. Seit einem Jahr ist auch eine vorbildliche Sptelliste eingeführt, die an jedem Tisch von dem Inhaber des Platzes Nr. 1 geführt wird. Die Spielliste ist eine öffentliche Urkunde und muß deshalb sorgsam behandelt werden. Uebrigens unterliegen die Skatwettspiele auch der Umsatz- und der Spielsteuer. Aber neben den Spielregeln und der Bewertung bemüht man sich gerade bei dieser Veranstaltung in Berlin, unerfreuliche Spielsitten nach und nach auszumerzen. Cs sind Schiedsrichter und Aufseher eingesetzt, die das Spiel beobachten und jeden unfairen Spieler erbarmungslos entfernen. Bekämpft wird auch der sogenannte Skat- bluff, der in den verschiedensten Abwandlungen immer wieder auftritt. Außerdem werden die Mitglieder des Deutschen Skatverbandes daran gewöhnt, untereinander nur so hoch zu spielen, wie ihre Mittel erreichen. Wer 5 RM. in der Tasche hat bzw. entbehren kann, darf nicht höher als ein Zehntel Schaden davongetragen, nur das Gefieder war schwarz vom Ruß. Cs kann nur von oben durch den Schornstein in das Rohr geraten fein, aus dem es wegen feiner Enge keinen Ausweg mehr festnehmen. Die Kriminalpolizei legt nun Wert darauf, das dunkle Treiben von Weber und Sell restlos zu klären, denn beide, besonders Sell, haben durch betrügerische Geschäftspraktiken zweifellos noch eine Reihe von Volksgenossen geschädigt. Sell hat früher Eintopfes stehen. Niemand darf sich an diesem Tage vom Eintopfgericht ausschließen. Vier Gerichte sind für unseren Gau festgesetzt worden: 1. Erbsensuppe mit Einlage; 2. Weißkohl mit Rindfleisch; 3. Flsch- cintopfgericht; 4. Gemüseeintopf (Karotten oder Möhren) mit Hammel- oder Schaffleischstücken. Besonders der Gemüseeintopf ist für Hessen-Nassau sehr zu empfehlen, da in unserem Gebiet Karotten und Mähren in reichen Mengen vorhanden sind, und auch der Bedarf an Hammel- oder Schaffleisch vollauf gedeckt werden kann, wodurch zugleich eine Entlastung im Verbrauch von Rindfleisch oder Schweinefleisch möglich ist. Eines also ist die Parole für jedermann: Eintopf am 9. Oktober! Nachstehend bringen wir drei empfehlenswerte Eintopfgerichte: Gelbe - Rüben - Goulasch: 500 g Hammelfleisch, 750 g gelbe Rüben, VÄ kg Kartoffeln, 30 g Fett, Zwiebel, Salz, Petersilie. Hammelfleisch mit Zwiebeln und Salz recht kräftig anbraten, gelbe Rüben ebenfalls in Würfel kurz durchschmoren, dann mit etwas Wasser auffüllen, die Kartoffelwür- An den Sonn- und Feiertagen während der in Betracht kommenden Zeit nehmen die Führer der Kraftposten, soweit die Dienstverhältnisse es zulassen, Geldspenden für das Winterhilfswerk von den Fahrgästen entgegen; sie geben dafür Spendenscheine über je 5 Rpf. aus. Die kleinste Spende ist auf 5 Rpf. festgesetzt, für höhere Spenden werden entsprechend mehr Scheine verabfolgt. Gaben für das Winterhilfswerk können als Post- stück mit den Kraftposten und Landkroftposten unentgeltlich versandt werden. Bedingung ist, daß das Winterhilfswerk oder feine Vertretungen (Orts-, Kreis-, Gau- usw. Vertretungen) entweder Absender, oder Empfänger der Sendungen sind. Als Gaben für das Winterhilfswerk gelten die vom Winterhilfswerk oder feinen örtlichen Vertretungen be- schafften ober gesammelten und von ihm unentgeltlich an hilfsbedürftige Personen abzugebenden Lebensmittel, Kleidungs- und Wäschestücke. Die Sendungen müssen den Vermerk „Gaben für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes", ober „Winterhilfswerk" tragen. Gabensendungen, die als Post- keit vor. Der Staatsanwalt wies barauf hin, daß ehrbare Zeugen vor den Anwürfen eines solchen Querulanten geschützt werden müßten, und beantragte eine Gefängnis st rase von einem Jahr, auf die das Gericht in seinem Urteil erkannte. Es sprach weiterhin die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für ein weiteres Jahr aus und stellte den Beleidigten die Veröffentlichung des Urteils auf Kosten des Angeklagten anheim. Achtung! SA.-Syottaszeichenträger! Am Sonntag, 9. Oktober, findet für alle diejenigen SA.-Sportabzeichen-Träger, welche nicht der SA. angehören, die Wiederholungsübung für das SA.- Sportabzeichen statt. Ausgenommen von der Teilnahme sind Angehörige der ff, des NSKK. und der Polizei. Antreten: 7.30 Uhr auf dem Hofe der SA.-Stan- barte 116 (Gießen, Senckenbergstraße). Leistungsbuch und Besitzzeugnis sind mitzubringen. Gefordert werden folgende Uebungen: 1. KK.- Schießen, liegend aufgelegt, 50 m. 5 Schuß auf Ein- heitsscheibe. 2. Keulenzielwurf. 3. Keulenweitwurf. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Sportabzeichenträger, die an dieser Wiederholungsübung nicht teilnehmen, ihres SA.-Sportabzeichens Landkreis Giesten. $ Steinbach, 7. Oft. Frau Marie Horn, geb. Reuschling, Ehefrau des Landwirts Johann Karl Horn, feiert am Sonntag, 9. Oktober, ihren 7 5. Geburtstag bei erträglichem Gesundheitszustand. Das Ehepaar Horn, das im 50. Jahre seiner Ehe lebt, ist kinderlos. In ihrem Hause lebt ihre Nichte mit Familie, Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Heinrich Rink. # Mainzlar, 6. Oft. In den gestrigen Nachmittagsstunden wurde über unserem Ort ein großer Schwarm Wild gänse beobachtet. Die Tiere kamen aus nordöstlicher Richtung und hatten Flugrichtung Süd. △ Allendorf (Lumda), 7. Oft. Eine merkwürdige Entdeckung machte eine hiesige Hausfrau. Beim Kochen ihres Mittagessens bemerkte sie im Herdrohr wiederholte kratzende und schlurfende Geräusche. Dabei schlug jedesmal die Flamme und eine Rauchwolke aus der Feuerung. Die Hausangestellte hatte dasselbe schon am Tage vorher beob- achlet. Nach dem Erkalten des Herdes ging man der 13 Brände gemeldet, deren Urheber Kinder sind. Ihr ganzes Leben lang laufen sie dann nut bem Makel umher, Brandstifter zu fein und die Existenz von Familien ruiniert zu haben. Wer aber ist eigentlich schuldig? Die Eltern, nur die Eltern! y H.W. (RAS) Das gefährliche Alter. Manche sagen, daß die Kinder in das gefährliche Alter kommen, wenn sie so 16, 18 Jahre alt werden, bei den Mädchen vielleicht noch em bißchen früher. Das mag ja sein; aber auf «dem Lande, da gibt .es noch ein anderes gefährliches Alter; von drei bis sieben nämlich, vor allem bei den Buben. Sie find dann schon so weit, daß sie überall her- umftöbern, in der Küche, im Stall, in der Scheune. Nichts ist vor ihnen sicher. Vor allem sind sie hinter den Streichhölzern her. Sie veranstalten gern ein wenig „Feuerwerk", und es ist furchtbar schwer, ihnen beizubringen, wie gefährlich das Feuer werden kann. Wenn sie erst zur Schule kommen und vernünftiger geworden sind, dann geht Wenn man in diesen Tagen den Schi stätten in Berlin-N, Chausieestraße 64, such ab|iütier, wird man an -L Freunde unseres schönen deutschen Skat- s p i e l s in ehrlichem Wettkampf versammelt finden. es noch an. Sonst bleibt gar nichts anderes übrig, als daß man das ganze feuergefährliche Zeug wegschsietzt und den Schlüssel mitnimmt, besonders m der Erntezeit, wenn alles draußen ist. Am besten wirb man außer den Schlüsseln auch die Klemen mit- gehen heißen. Brandstiftung durch Kmder ift, jumai auf dem Lande und zur Erntezeit außerordentlich häufig. In den letzten zehn Jahren find allem über 2000 Sinber in selbst angezundeten Sch-ullen und Wohnhäusern lebendig verbrannt! Es -st nicht bei den einzelnen Gebäuden geblieben. >n Kreuzebra zürn Beispiel verbrannten am 13. April 61 Gebäude durch Schuld von Kindern. Schwer wiegen die Millionenschäden, die Kinder anrichten. Tag für Tag werden der Kriminalpolizei *Laubach,6. Oft. Für mehr als 25jährige treue Dienstzeit erhielten das Treubien st-Ehren- z e i ch e n i n S i l b e r der Justizinspektor Ke l l n e r, die Justizsekretäre B e ck e r und M e tz g e r sowie der Gerichtsvollzieher Brunner, sämtlich am hiesigen Amtsgericht beschäftigt. In einer schlichten Feier überreichte Oberamtsrichter Dr. Schmitt den vier Beamten diese Ehrenzeichen. Bier Verbrecher verhaftet. Lpd. Frankfurt a. M., 6. Oft. In Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden in Mörfelden und in Eppstein hat das Einbruchskommvssariat der Frankfurter Kriminalpolizei vier Verbrecher dingfest gemacht, die sämtlich schon viele Jahre als Einbrecher, Diebe und Hehler hinter Schloß und Riegel waren. Es handelt sich um den 68jährigen Martin Gramms, berüchtigt als Anführer her vor Jahren abgeurteilten Viehdiebesbande „Kolonne Kramms". Kaum war der alte Kramms aus dem Zuchthaus entlassen, ging er wieder auf nächtliche Diebesfahrten; er hatte sich dabei mit dem vor kurzem aus der Sicherungsverwahrung entlassenen Fritz Reinhardt zusammengetan. Der Dritte im Bunde war der bekannte Dieb, Einbrecher und Spieler Karl Weber, durch den wiederum ein gewisser Alfred Sell zu der Bande kam. Sell, der als Händler auf Jahrmärkten herumgereist war, stellte sein Auto für nächtliche Diebesfahrten zur Verfügung. Nach dem Einbruch in ein Wochenend- Häuschen bei Ruppertshain, das die Bande aus- geplündert hatten, konnte die Polizei die Verbrecher man ab. , Weißkohl oder Wirsing mit Fisch: 750 g Fischfilet, einen mittelgroßen Krautkopf, % kg Kartoffeln, 40 g Fett ober Speck. Kohl grob schneiden, mit Speckwürfeln bünften, Salz, etwas Kümmel und heiße Flüssigkeit sowie rohe Kartoffelsckei- ben hinzugeben. Sind Kohl unb Kartoffeln gar, das zu Würfeln geschnittene, mit Essig oder Zitronensaft eing^riebene, rohe Fischfilet dazu tun und fünf Minuten durchziehen lassen. 3Runöfunf Programm Samstag, 8. Oktober. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrich- ten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk- pause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland: „Unser Kind ist krank". 10: Schulfunk: Der junge Blücher, Hörspiel. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was alle Spatzen pfeifen ... Unverwüstliche Schläg'erklänge von gestern und heute. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Sorgen um den Main. 15.30: Aus Meister Lampes Tagebuch. Lustiges von den Jungmädeln. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Alte und neue Blasmusik anläßlich der Kasse- (er Musiktage 1938, veranstaltet vom Arbeitskreis für Hausmusik. 19.15: Tagesspiegel 19 J0: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten 20.15: Das Dorf ohne Glocke Singspiel in drei Akten. 22: Nachrichten. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2. Nacht- konzert. _____ schon nicht nur als Dieb und Hehler, sondern auch als Betrüger vor Gericht gestanden. Geschädigte und solche Personen, die über die Festgenommenen irgendwelche vertrauliche Angaben machen können, werden um Mitteilung an die Kriminalpolizei gebeten. Ein Jahr Gefängnis für wiffenttich falsche Anschuldigung. LPD. Worms, 5. Oft. Unter der Vorspiegelung, er solle im Auftrag der SA.-Standarte Wurst sammeln, hatte furz vor Weihnachten 1935 ein Mann bei verschiedenen Wormser Metzgern vorgesprochen und die gespendete Wurst dann für sich verwendet. Er wurde für diesen Betrug zu a ch t Mo naten Gefängnis verurteilt. Gegen das Urteil legte er Berufung ein, zog sie aber bald wieder zurück. Während er die Strafe absaß, beantragte er die Wiederaufnahme des Verfahrens, was jedoch abgelehnt wurde. Darauf legte er Beschwerde ein, die verworfen wurde. Nun hat der Mann vor einem Jahr erneut die Wiederaufnahme beantragt, und als dies feinen Erfolg hatte, die vier gegen ihn als Zeugen ausgetretenen Metzgerfrauen des fahrlässigen Falscheides bezichtigt. Da drehte der Oberstaatsanwalt den Spieß um und klagte den Wurstsammler wegen wissentlich falscher Anschuldigung an. 5n der Hauptverhandlung befräftigten uni) erneuerten die Zeuginnen ihre Aussagen: Sie hatten den Angeflagten einwandfrei als den Mann erfannt, der bei ihnen um die Wurstspende nachfragte. Dieser aber warf ihnen auch vor Gericht noch Unwahrhaftig- „Achtzehn... zwanzig... zweiundzwanzig..." Oer Kampf um die deutjche Skat-Meisterschaft. stück eingeliefert werden, erhalten keinen Aufgabezettel. Postgut im Gewicht bis zu 7 Kilogramm mit Gaben für das Winterhilfswerk wird mit der im vorstehenden Absatz genannten Bedingung an allen Postorten zugelassen, auch wenn vom Absender nur ein Stück eingeliefert wird. Die Sendungen unb die Postqutkarten müssen neben der Angabe „Poslgu/ den Vermerk „Gaben für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes" oder „Winterhilfswerk" tragen. Von den Landzustellern sind Postanweisungen und Zählkarten über Beträge, die für das Winter- hilfswerk bestimmt sind, ohne Erhebung der sonst zahlbaren Annahmegebühr anzunehmen, wenn die Postanweisungen ober Zahlkarten an das Winter- hilfswerk ober seine. Vertretungen, ober an die NSV oder ihre Beauftragten gerichtet, ober zur Gutschrift auf deren Postscheckkonto bestimmt sind. Auf den Abschnitten der Postanweisungen oder Zahlkarten müssen dieselben Vermerke wie auf den Postgutkarten usw. angebracht sein. Ortung: einige fiafelnußheme ober abgewogene ITIanbeln. in bünneScheiben ge- frhnit~~i)iirrhme(fee der Springform: ettoa 26-28 cm. mehl und „Badun ' werden ge^üf^nü^*brett gefiebt In die Mitte wird eme Oert.efung gemocht Juchet. Oondlinjuchet. Eigelb und M.lck werden hmeingegeben unb mit einem feil des (Hehles w einem festen Brei verrührt. Dann gibt man bie halte in Stuche geschnittene Butter (Schmal;) darauf, bestreut sie mit etwas Mehl unb oerhnetet von ’ bet mitte aus alle Zutaten schnell ;u einem glatten teig. 2/z des teiges rollt man auf bem Boben einer Springform aus. Don bem Best formt man eine Rolle, bie man als Ranb auf ben Boden legt und an bie form brächt. ßa^ZeiU 15-20 Minuten bei guter mittelhihe Den etwas ausgehühlten Boben bestreicht man mit der Hlacmelabe ober ' mit öem Preifelbeechompott. Dann wirb ber frutlma-Pubbmg nach ber flnme.fung 1 auf ber Packung hergefleUt. Bei Oetwendung von IDein nimmt man leboch b.e Anruhr- flüfriqheit hieroon und bringt den Rest des ID eins mit 1/41 Master und 12 5 g Zucker i wm fiochen. Das steif geschlagene Eiweiß schlägt man mit bem Schneebesen unter ben heißen Pudbing und gibt diesen auf ben tortenboben. Jur Oerjierung streu man bie üafelnußheme ober Hlanbeln auf ben Ranb her forte Man teilt bie forte mit , einem in kaltes Master getauchten Mester. Bitte augfdinelbejr Der Jagdgebrauchshundeverein Oberhessen (Sitz geöffneten Feuerungstürchen em Steinkauz- Gießen) hielt am 30. September und 1, Oktober zu- ch e n inmitten einer mächtigen Ruhwolke fammen mit der Landesgruppe Deutsch-Drahthaar,i n die Küche flatterte. Man fetzte es m. einen in Revieren bei Friedberg feine diesjährige. Ge-! Kasten, wo es sich rasch erholte. In der Damme- brauchshundeprüfunq ab. Wenn er damit aus den' rung flog es munter von bannen und hatte feinen NSG. Zum erstenmal wird am t omm e n b e n | fei obenauf geben unb % bis ^Stunde garen Son n t a g Men^affau wieder^ im Selbes | taffem Mit gehackter ^n. gernüse, 250 g Möhren, 1 Kopf Wirsing oder Weiß^ kohl, 1 kg Kartoffelscheiben, Vi bis 1 kg Fischfilet, Salz. Suppengemüse wird in Fett gedünstet, bann werden Möhren und Weißkohl in Streifen geschnitten, zuletzt Kartoffelscheiben hinzugegeben und alles wird mit Wasser gargekocht. Das Fischfilet wird, nachdem es kurz gewaschen, gesäuert und gesalzen worden ist, in Stücke geschnitten und auf den fertigen Eintopf gelegt. Nach fünf Minuten ist es gar und wird untergemischt. Das Ganze schmeckt f ruttina -forte feig: 150 ß Meizenrnehl. 1 ge[lc.feel.(3g)Dc.0ether's „Bach in" 65 g Zucket 1 Päckchen Dr. Oether's OaniHinjuchcr 1 Eigelb, 1 Eßl. milch 65 g Butter ober Schmal] Belag: 1 geh. Eßl. Marmelade oder 2-3 geh.Estl. festes preiselbeerkompaU 1 päckcken Dr. Oether’s fruttina- Pubbingpuloer Zitrone - Gefchmach 1/21 Master oder V» l Master unö 1/4 1 Apfel- oder IDeißioein 100-125 g Zucker, 1 Eiweiß in diesen Tagen den Schulcheiß-Gast° > auch ber Null aus der £) a n b neu, « ~ SeiiruKe 64, einen Be- mit 35 bewertet. Am wenigsten bekannt ist der zahlreichen Tischen die Grand ouvert (offenes @ro^fpie( aus ber v Skat- Hanb), bei bem ber Spieler sämtliche Stiche machen i pi eis in eyrucyem ^enramp, ™|i*nnnm fui-n. unb die Karten sofort ausdecken muß Bei diesem Es sind beileibe nicht nur Berliner, die um die beste Spiel ist der Grundwert 36 0 daß z. B. e n Leistung und bie hohen Preise ringen, fonbern Skat- ;■ Grand ouvert mit vieren, Spiel fünf, au» be fpider aus allen Gauen des R e i ch e s. Hand sechs Schneider sieben, angesag^ acht Schwarz Dem eiaentlidyen Verbandstaae des deutschen Skat- neun, angesagt zehn, 10 mal 36 - 360 Punkte nerbanbes aeh^n bie für jeben Skatspieler offenen bringt. Wichtig ist es zu wisseii baß 30 m sebem allgemeine/Wettspiele voraus, bei denen der beste Falle Sch ne it»er jfi„ aljo für ®pi^cr Mann die runde Summe von 500 RM. fyeitnbnn-1 als für die Gegenfpieler C o n t r a und R e gibt es gen kann. Höhepunkt der ganzen Veranstaltung ist nach der deutschen Skatregel. mcht. Bei den Ver- ber Kampf um die Verdandsmeister- bandsspielen kann man beshalb keine „Spintze fchaft 7nb um ben Wanberpreis bes Deutschen' geben. Bei privaten man e- Skatverbanbes, sowie die deutsche S k a t m e i - j doch nichts dagegen emzuwenden, aber es muß in sterschaft für Männer und Frauen, die am . jedem Falle vorher abgemacht werden. 8 und 9 Oktober zum Austrag kommen. Als im Nach dem Bewertungssystem Seeger zahlt jedes vorigen Jahr die deutschen Skatmeisterschaften in 1 gewonnene Spiel 50 Punkte Die frei ben Spielen Altenburg ausqetragen mürben, hatten sich 40. errungenen Punkte werben hinzugezahlt, atfo-.fyt' SannÄS fufarnrnengefunben in diesem Jahr zen mit 2, Spiel 3 = 30 Punkte. Verlorene Spiele werden es ungefähr 75 sein. werden von der Zahl der gewonnenen Spiele ab» Erstaunlich ist es, niit welchem Interesse nicht § gezogen, jedes verlorene Spiel ein gewonnenes, nur in Deutschland, sondern in fast allen Staaten Hat em Spieler 17 Spiele gemacht, 15 davon ge< Europas die Skatmeisterfchaften verfolgt werden. I roonnen und 2 verloren, so werden ihm nur 13 Schon im Vorjahr hatte es sich gezeigt, daß beson-Spiele als gewonnen angerechnet. Wenn er^aufecr= ders die Auslanddeutschen in ihren Vereinen das dem, sagen wir 515 Punkte errungen hat, so ergibt deutsche National-Kartensptel pflegen und alle Maß- sich folgende Rechnung: aus den Spielen errun= nahmen begrüßen, die vom Deutschen Skatverband gern» Punktzahl 515, dazu 13 gewonnene Spiele zu eingeleitet werden, um die S p i e l rn e t h o d e n zu 50 Punkten - 650 Punkte, macht Zusammen 116a verfeinern und die allgemeinen Skatsitten zu Punkte. Wer von den Teilnehmern heben. In diesem Jahre ist die allgemeine Anteil- ...... nähme noch weit größer geworden. Es liegen sogar Briefe aus Südamerika und Afrika vor, aus denen zu ersehen ist, mit wie großem Interesse die Bemühungen des Altenburger Verbandes in der an-- geöeuteten Richtung verfolgt werden. Diese Tatsachen unterstreichen aber auch die schon manchmal ausgesprochene Ansicht, daß man die propagandistische Wirkung, die durch einen fairen und sauberen Skat im Ausland erzielt werden kann, nicht unterschätzen soll. Das Skatspiel gilt nun einmal als das deutsche National-Kartenspiel und kann deshalb nicht sorgsam genug behandelt werden . Heute ist es noch immer so, daß der Skat m Deutschland ganz verschieden gespielt und gewertet wird. Der deutsche Skatverband hat bereits vor längerer Zeit die sogenannte Kongreß karte eingeführt, die auf einem Blatt oben bie deutsche unb unten bie französische Form der Karte wiedergibt, io daß sich nun jeder zurechtfin- .—, — । . ben kann. Amzerbem will ber Deutsche Skatverbanb Pfennig spielen; wer 50 RM. verlieren kann ohne durch seine Veranstaltung alle Skatspieler für den zu Schaden zu kommen, soll ruhig seinen Pfenmg- deutschen Einheitsskat und die neue Einheitsbewer- Skat fpielen. Merdmgs K d g s a 11 zu hohe tung nach dem System Seeger gewinnen, damit Spiel beim Deutschen Skatverband v er p o n t. überall in Nord unb Süd, in Ost und West nach Die Frage, wer em guter Skatspieler ist, ist schwer den gleichen Richtlinien unb Bewertungen bie Tur- zu beantworten. Cm wirklich gutes opiel erkenn niereti burchgeführt werben. Neu für ben geübten man jedoch erst an der Art. das Gegenspiel Skatspieler dürfte es fein, daß beim Großspiel, aufgezogen wird. Das^ ist eine Ansicht, die von den (Grand) der Grundwert 24 ist; ein Grand mit meisten erfahrenen Vkatspielern geteilt wird vieren, Spiel fünf, zählt also 120. Für viele ist! n u- Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Mittagsbörse still und gut behauptet. Frankfurt a. M., 6. Okt. Aus dem schon mehrfach angeführten Grunde zeigte auch die heutige Börse keine Bewegung. Im Vergleich zu gestern Zeigte sich jedoch ein merklicher Unterschied insofern, als die Umsätze auf ein Minimum zusammengeschrumpft sind. Die Kundschaft hatte nur sehr wenig Aufträge erteilt. ' ... An den Aktieninärkten lagen die Veränderungen meist bei 0.25 bis 0,50 o. H., wobei Besserungen überwogen Etwas stärkere Abweichungen bei einzelnen Werten beruhten auf Zufall. So der Zprozentige Rückgang von Scheideanstalt auf 215 und der '2,5prozentige Verlust von Conti Gummi auf 205,50, wie auch andererseits Daimler und Reichsbank bei einer Erhöhung um 1,75 v. H. auf 137,50 bzw um 1,50 v. H. auf 186. Von Montanaktien bröckelten Hoesch auf 112 (112,75) ab, Vereinigte Stahl und Mannesmann gut gehalten mit 102,75 bzw. 110,13, Dt. Erdöl 0,75 v. H. höher mit 131,25 und Buderus plus 0,50 v. Sy auf 111,50. IG.-Farben zogen leicht an auf 154,50 (154), ferner Geffürel auf 140,13 (139,50), AEG. auf 118 (117,75). Demag auf 145,25 (144,75) und AG. für Verkehr auf 127,25 (126,25), hingegen bröckelten Rheinmetall auf 129 (129,50) und Metallgesellschaft auf 128 (128,25) ab. Der Rentenmarkt lag ebenfalls wesentlich stiller, es überwog aber weiterhin etwas Nachfrage. Fest lagen die in letzter Zeit stark gedrückten zertifizierten Bonds, die weitere Erholungen um 1 bis 1,50 v. S): (mfwiesen. Am Pfandbriefmarkt blieben Liquidationswerte noch gefragt, auch Goldpfandbriefe fanden Beachtung. Industrie-Obligationen unterlagen nach wie vor mäßigen Schwankungen, ebenso zeigten Stadtanleihen keine einheitliche Entwicklung, wobei 4,5prozentige Mainzer mit 97,65 (98) am stärksten verändert waren. Staatspapiere lagerr ruhig. Von den variabel gehandelten Werten gaben Altbesitz auf 130,50 (130,75) nach, dagegen zogen Reichsbahn-VA. bei größerem Umsatz auf 125,90 bis 126 (125,50) an, auch Kommunal-Um- schuldung leicht befestigt auf 94,20 (94) sowie 4proz. Rentenbank-Ablösung auf 91,75 (91,50) Abendbörse gut behauptet. Obwohl auch die Abendbörse mit nur geringen Kundschaftsaufträgen bedacht wurde und wiederum sehr stilles Geschäft herrschte, verblieb die freundliche und zuversichtliche Grundstimmung, was auch in vorwiegend gut behaupteten Notierungen zmn Ausdruck kam. Soweit bei den nur wenig notierten -userten Abweichungen eintraten, betrugen sie weiterhin nur Bruchteile eines Prozentes. Don Elektro- aktlen schwächten sich AEG. auf 117,25 (118) und Gesfurel auf 139,25 (140,13) ab. Montanwerte roaren auf etwa 0,25 v. Sy ermäßigter Basis gesucht: Verein. Stahl 102,50, Mannesmann 109,75, Hoesch 111,50, unverändert Rheinstahl mit 140 und Deutsche Qrtböi mit 130,50. Neben IG. Farben mit unverändert 153,75 notierten ebenfalls wie am Mittagsschluß Adlerwerke mit 110, Bemberg mit 137, Demag mit 145,25, Scheideanstalt mit 215, Metallgesell» schäft mit 128,50, Moenus mit 125, AG. für Verkehr mit 125 und BMW. mit 146. Bankaktien kamen gleichfalls unverändert zur Notiz: Commerzbank 110,50, Deutsche Bank 117, Dresdner Bank 109,25,. Rhein. Hyp. Bank 137, Adca 95. Am Ren- tenmarkt verblieb in Liquidationspfandbriefen und Industrie-Obligationen bei kaum veränderten Kursen einiges Geschäft. 5 v. Sy Eisendahn-Rentenbank 98, 5 v. Sy Gelsenkirchen Berg 101,50, 6 v. Sy IG. Farben 123,13, 5V2 v. Sy Hamburger Liquid. 101,50, 5V2 d. Sy Rhein.-Westsäl. Boden Liguid. 101,25. Im Freiverkehr gingen Kommunal-Umschuldung in kleinen Beträgen mit unverändert 94,20 um. Frankfurter Schlachtotehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Okt. Auftrieb: Rinder 932 (gegen 862 am 29. Sept.), darunter 161 (176 Ochsen, 104 (97) Bullen, 465 (368) Kühe, 202 (221) Färsen. Kälber 257 (259), Härnrnel und Schafe 318 (178), Schweine 85 (618). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (42 bis 45), b) 39 bis 41 (40 bis 41), c) 34 bis 36 (36). Bullen a) 42 bis 43 (42 bis 43), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 34 (—). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 28 bis 33 (29 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (39 bis 40), c) 31 bis 35 (33 bis 35). Kälber a) 61 bis 65 (60 bis 65), b) 57 bis 59 (53 bis 59), c) 48 bis 50 (45 bis 50), d) 38 bis 40 (35 bis 40). Härnrnel b2) 48 bis 52 (48 bis 52), c) 42 bis 45 (41 bis 45), d) 32 bis 40 (32 bis 40). Schafe a) 37 bis 42 (37 bis 42), b) 33 bis 36 (33 bis 36), c) 20 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 57 (59), bl) 56 (58), b2) 55 (57), c) 53 (55), d) 50 (52). Sauen gl) 54 (56). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Härnrnel und Schafe mittelmäßig. Friedenspokal der Fußballmeister. Die Leitung des französischen Klubs Cercle Athtetique Paris hat beschlossen, ein Fußballturnier um den Friedenspokal ins Leben zu rufen, an dem die Landesmeister jener vier Nationen teil- nehmen sollen, die bei den denkwürdigen Münchener Besprechungen vertreten waren. Das Turnier, dessen Termin noch nicht feststeht, soll im Pariser Prinzenparkstadion ausgetragen werden. Die Einladungen an Deutschland, England und Italien, ihre Landesmeister zu entsenden, sind bereits ergangen. Ein, ähnlicher Plan, die hervorragendsten Sportler der vier Länder in einer Großveranstaltung zu vereinigen, war vor kurzer Zeit ebenfalls von Paris ausgegangen. Damals handelte es sich um einen Dierländerkampf in verschiedenen Sportarten mit dem Forum Mussolini in IRotn als Schauplatz. Dieser Plan scheiterte aber, weil das Forum Mussolini baulich noch nicht so weit fertiggestellt war. Sachsen im Zugendsport führend. Im „Sport der Jugend" wird eine interessante Aufstellung veröffentlicht, ditz ein Bild ergibt, welche HF.-Gebiete die besten Jugendsportler Deutschlands im Durchschnitt wie in der Spitze besitzen. Um nicht ins Uferlose zu gehen — man müßte sonst auch die BDM.- und Iungvolkkämpfe, den Reichssportwettkampf usw. in Rechnung stellen — beschränkt man sich auf die Meisterschaftsergebnisse in der Leichtathletik und im Schwimmen. Beide S; Harten haben ihrem Wesen nach die Berechtigung, als Maßstab für einen gesunden Jugendsport angesehen zu werden, wenn aud) der Leistungs-Schwimmsport noch lange nicht die Breite und Spitze der Jugend- Leichtattettk erreicht hat. Die Uederraschung der Leichtathletik-Rangliste ist der erste Platz des Gebietes Württemberg, das mit zwei Siegen, zwei zweiten, zwei dritten und einem sechsten Platz auf 33 Punkte kommt und damit vor Sachsen zu stellen ist, das ebenfalls 33 Punkte verzeichnet, aber keinen einzigen Sieg, sondern nur gute Plätze errang. Es folgen die Gebiete Ruhr-Niederrhein, Hessen-Nassau, das durch seinen Sieg in der Mannschaftsmeisterschaft etwas höher zu bewerten ist, und dann Berlin. Auch im Schwimmen muß sich Sachsen mit dem zweiten Platz begnügen, diesmal hinter Berlin. Die Reichshauptstädter verzeichnen 32 Punkte, die Sachsen 31. Mit beträchtlichem Abstand folgen Westfalen, Mittelelbe und Ostland. In der Gesamtwertung nehmen jedoch die Sachsen den ersten Platz ein, während Württemberg, das im Schwimmen völlig unplaciert blieb, auf den fünften Rang hinter Berlin, Westfalen und Ruhr-Niederrhein zurückgefallen ist. Hessen-Nassau steht an sechster, Baden an sechzehnter, Kurhessen an achtzehnter, Saar- Pfalz an neunzehnter, Franken an dreiundzwanzig- fter und Westmark an vierundzwanzigster Stelle. Kurze Sportnotizen. Europameister Björn Borg (Schweden) ist auch ein erstklassiger Rückenschwimmer. Er stellte jetzt über 100 Meter mit 1:08,4 Minuten einen neuen Landesrekord auf. Der deutsche Rekord von Schlauch (Erfurt) steht auf 1:06,8 Minuten: A u s der Breslauer Radrennbahn startet am kommenden Sonntag, 9. Oktober, zum Abschluß der Wettkampfzeit die deutsche Nationalmannschaft, die aus Schorn, Hasselberg, Purann, Di- gulla, Schuler, Horn, Miller, Hörmann, Walther, Kneller, Voggenreuther, Bär und Biemann besteht. * Hessen und Bayern haben einen Gaukampf im Amateurboxen vereinbart, der am Freitag, dem 14. Oktober, in Kassel ausgetragen wird. „Hessenfahrt" in Vorbereitung! RSKK organisiert. — Gelände- und Orientierungsprüfung. NSG. Knapp zwei Wochen sind es noch bis zur Ä. Hessenfahrt 1938, einem wichtigen motorsportlichen Ereignis, dem das Interesse aller Motorsportler unseres Gaues und weit darüber hinaus gehört. Die Motorgruppe Hessen des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps zeichnet wieder als Veranstalter dieser Fahrt und ist seit vielen Wochen mit den mannigfaltigen Vorbereitungen beschäftigt. Sinn und Zweck der alljährlichen „Hessenfahrt" ist es, die motorsportliche Schulung in bezug auf Fahrtechnik, Mqnnesmut, Disziplin, Zähigkeit und Siegeswillen dem Wunsche des Führers gemäß vorwärts zu treiben, der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes einen weiteren Beitrag zu geben und gerade durch die besondere Härte und Schwierigkeit dieser Fahrt einen abermaligen Beweis des motorsportlichen Könnens von Einzelfahrern und Mannschaften, altbewährten Motorsportlern und jungen, strebsamen Nachwuchsfahrern abzulegen. Am 15. Oktober 1938 starten. die Teilnehmer ab 15 Uhr von Frankfurt a. M bzw. Kassel, nach freier Wahl, zur Orientierungsfahrt, deren Ziel in diesem Jahr Bad Salzschlirf ist. Eine Strecke von 120 bis 150 Kilometer, je nach Anfahrt der Kontrollen in den einzelnen Wertungsgruppen, ist nach einer Kartenskizze mit 13 Kontrollpunkten, die jeder Fahrer bei der Abnahme vor dem Start erhält, zu fahren. Die Pflichtpunktzahlen in jeder Wertungs- gruppe müssen erreicht und die Fahrzeit von vier Stunden eingehalten werden. Bedingungen, die an Mannschaften und Fahrzeuge in bezug auf Zuverlässigkeit höchste Anforderungen stellen' Ab 18 30Uhr werden die Teilnehmer dieser Orientierungsfahrt am 3«ej in Bad .Salzschlirf erwartet, um 20 Uhr ist Cnde des Ziels und um 20.30 Uhr findet vor dem Kurhaus in Salzschlirf die feierliche Flaagenhisiung tm Beisein aller Fahrer und Beifahrer statt. In Bad Salzschlirf erfolgt dann am 16. Oktober um 7 Uhr früh der Start zur Geländefahrt, die auch in diesem Jahr wieder über eine Strecke führt, die das Höchste an Energie und Können von den Fahrern fordert und den Fahrzeugen und dem Material das Letzte abfordern wird. Landstraßen, Feldwege, Waldwege, steile Auf- und Abfahrten, schmälste Gassen, Sand- und Lehmboden, über alles hinweg führt der Weg. Jedes Wetter muß in Kauf genommen werden, die Zeiten müssen eingehalten, die Konttollen richtig und rechtzeitig angefahren werden. Trotz all dieser Schwierigkeiten soll aber jeder Fahrer fein Können besonders dadurch unter Veweis stellen, daß er sein Fahrzeug unbeschädigt über die schwere Strecke bis zum Ziel nach Bad- Salzschlirf zurückbringt. Am gleichen Tag gegen 15 Uhr wird die Sie- gerverkündung im Kurhaus von Bad Salzschlirf stattfinden. Die Fahrer, die 100 Gutpunkte erreichen, werden eine goldene Plakette erhalten. 99 bis 80 Gutpunkte bringen eine silberne Plakette und 79 bis 50 Gutpunkte schließlich eine eiserne Plakette, Preise, die heiß erkämpft und schwer verdient werden mästen, ganz besonders, weil eine Fahrzeugzustand- Prüfung, die am Ziel der Geländefahrt vorgenommen wird, den Fahrern und Mannschaften kost- bare Gutpunkte wieder abstreicht, wenn das Mißgeschick es wollte, daß Einzelteile der Fahrzeuge wie Vorderkotflügel, Fußrasten, Lenker, Scheinwerfer, Stoßstange, Trittbretter u. a. m. beschädigt sind. Unzählige Meldungen für die Teilnahme an der 4. Hessenfahrt liegen bereits der Motorgruppe Hessen vor. Der 15. und 16. Oktober werden damit wieder zu einem großen motorsportlichen Erlebnis werden. So ein Aroma und dabei doch i so leicht! Alle Achtung vor der .Astra'l" „Aber Herr Doktor! Das gibt’s doch gar nicht: eine Cigarette, die 8 leicht ist und s die dabei doch gut schmeckt!" ■ ■ ■ tu,. ■ i■> n i .1 h.fhw 'U- j HM WIM" / "X z' ■' x £, SischMet für den Eintopf Vz Kg. von 42 an. 8394° Wagenpflege Tankstellen Lahnstr. / Hammstr. . Fernsprecher 2278 West-Garagen Schilf-Abgabe Bei sofortiger Anmeldung bei Förster Heuser, Lich (Fernrur219) kann das Schilr von unseren Fischteichen in einzelnenLosen zurSelbst- gewinnung abgegeben werden. Fürst z. Solms-Lich'sche Zorstverwalig. Kurzschrift-Prüfung (Geschästsstenographenprüfung) bei der Industrie- u. Handelskammer zu Gießen am Sonntag, dem 30. Oktober 1938, vorm. 9 Ubr, in den Räumen der Oeffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Wernerwall 11. Anmeldevordrucke bei der Kammer erhältlich. Die Prüfungsgebühr von 2 RM. ist mit der Anmeldung auf Postscheckkonto Frankfurt Main 61599 zu überweisen. Spätester Anmelde- ’ Frohe u.gesunde Kinde ! Drum geben g Sie jetzt feinsten Medizin.- Lsb rtr.Oss n Scotts Emnb sion oder Sanostol. 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Kühl ist es in den Morgenstunden. So kühl jedenfalls, daß kein Zweifel mehr darüber bestehen kann, daß die schöne Jahreszeit ihr Ende gefunden hat. Etwas resigniert greift man zum Mantel, schnuppert nach dem Oeffnen der Haustür ein wenig prüfend die frische Luft, und stellt auf dem Wege zur Arbeitsstätte mit Bedauern die Tatsache fest, daß das Laub an den Straßenbäumen über Nacht abermals merkliche Verluste erlitten hat. Aber während dann die Betriebsamkeit des Alltages beginnt, während in den Straßen die Tourenzahl des Verkehrs sich langsam in die Hohe schraubt und in den Werkstätten und Fabriken die Maschinen rattern, ist mit einem Male die Sonne da. Ganz plötzlich hat sie sich durch Wolkendunst und Nebelschleier hindurchgearbeitet, und überschüttet nun mit ihrem milden Glanz die in voller Lebhaftigkeit pulsierende Stadt. Es ist etwas eigenes um die Oktobersonne. Die Sonne 'des Sommers ist ihr unvergleichbar. Während jene mit gelassener Selbstverständlichkeit den Tag vom Morgen bis zum Abend erhellt und ihre sieghafte Kraft gelegentlich sog-^ bis zur Siedehitze steigert, kommt die Oktobersonne mit einer gewissen mädchenhaften Scheu. Sie tastet und sucht wie in leichter Verwirrung, läßt für ein Weilchen ihre Strahlen blitzen, um sich dann wieder hinter den Wolkenkulissen zu verbergen, bis sie schließlich doch mit einem Anflug letzter Ueberwindung die volle Schale ihrer Helligkeit ausgießt. Und dann gewinnt die Stadt ein Aussehen, das fast einer romantischen Verklärung gleichkommt. Die blaue Kuppe des Himmels wölbt sich in gläserner Klarheit über dem Häusermeer. In den Büschen und Bäumen der Anlagen, wo der Herbst bereits mit seinem Farbkasten an der Arbeit gewesen ist, leuchtet es vom dunklen Grün bis zum flammenden Gelb, und auf den Rabatten der Blumenbeete prunken die letzten Herbstblüher mit all ihrer bezaubernden Buntheit. Es sind köstliche Stunden, die uns die herbstliche Sonne zu schenken vermag. Vielleicht empfinden wir diese Köstlichkeit besonders deshalb, weil bei allem Glanz und aller strahlenden Schönheit der Oktober« sonne doch schon eine stille Melancholie kaum spürbar über dem Ganzen liegt. Aber diese Melancholie, die' von Abschied und wehmutsvollem Dahinsckeiden kündet, läßt auch die Gewißheit zu, daß aller Wandel, dem wir unterworfen sind, aus dem Welken und Vergehen eine Wiedergeburt ersteben läßt, deren Keime bereits jetzt mit dem fallenden Laub zur Erde gleiten. H. W. Sch. Generalmajor a. D. Waih zum Gebietskriegerführer ernannt. Lpd. Zum Gebietskriegerführer Frankfurt im Landesgebiet Fulda-Werra (zu dem auch unser Kreis Gieren gehört. D. Schristltg.) des NS.» Reichskriegerbundes wurde Generalmajor a. D. W a i tz , Bad Homburg, ernannt. Er rückte 1914 als Kommandeur des III. Bataillons Füs.-Regt. 80 von Bad Homburg aus ins Feld, wurde in der Schlacht bei Bertrix-Neufchateau verwundet, darauf ins Preuß. Kriegsministerium, dem er bereits vor dem Kriege angehört hatte, versetzt, war 1916 Chef des Stabes des Kriegsministers im Großen Hauptquartier, von 1917 bis Kriegsende als Oberst Direktor des Zentraldepartements im Kriegsministerium und wurde am 27. Oktober 1919 als Generalmajor verabschiedet. Nachdem er in den Jahren 1921 bis 1923 Geschäftsführer des Rhönsegelfluges gewesen war, führte General Waitz bis zu seiner Ernennung zum Gebietskriegerführer Frankfurt am Main den Kreiskriegerverband Obertaunus des NS.-Reichskriegerbundes. Kleine M mit Mein Bin Roman von Kurt Riemann «Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. (Nachdruck verboten.) Karajan läuft um sein Leden. Das weiß er. Die !da hinter ihm sind, geben keine Gnade. Er läuft nicht den Weg, er läuft querfeldein, jede Deckung benutzend, die sich ihm bietet. Da die Senke — hier ein Stück in einem Graben. So war es achtzehn im Westen. Mit der Sicherheit eines klugen Tieres wittert man die Deckung,— Schüsse peitschen hinter ihm her — Verdammt, die Brüder schießen nicht schlecht! Er spürt die Kugeln um seine Ohren sausen und «weiß, daß es höchste Zeit ist. Den Waldrand da drüben muß er erreichen, koste es auch den letzten Fetzen Atem, den man in der Lunge hat. Der schweiß läuft ihm übers Gesicht und beißt in den Augenwinkeln, aber er hat nicht Zeit, mit der Hand Liber die Stirn zu fahren. Nur eines: Laufen — laufest — laufen — Doch — dazu hat man noch Zeit, nach der Brust gu fühlen, ob unterm Hemd etwas knistert — Warum läuft man denn sonst? — Gott sei Dank — alles noch da! . »Halt! Stehenbleiben auf der Stelle! — Es wird icharf geschossen!!" Prost Mahlzeit! Schreien ist keine Kunst, und meinetwegen schießt ihr so scharf ihr könnt! Ich | bleibe nicht stehen, ich laufe — laufe auf den Wald- I "and zu — da ist die Grenze. Das weiß ich, und wenn ich die nicht erreiche, kann ich mir eine Kugel [ vurch den Kopf jagen — so oder so verloren, was Ulfs? Also die letzte Puste her! — Die Hunde schießen schon wieder — Verflucht! Ein dumpfer Schlag gegen die Schulter — | setzt hat's dich, Karajan — Jubelt nur nicht zu uüh — Die Schultern sind nicht die Beine, und saufen kann er noch — Er hörte die Stimmen der Verfolger näher kom- I men — Sie laufen schneller als er, sie werden ihn ein» lolen, wenn er nicht Glück hat — mächtiges Glück! Was ist denn das für eine Schweinerei? Naß —? Natürlich, Blut! Das hat gerade noch gefehlt! Er spürt auch schon, wie ihm die Beine bleischwer werden, der Atem pfeift, er keucht erbärmlich. Die 2unge will nicht mehr — die Seiten schmerzen wie oll vor Stichen — 150 Zahle Forstwissenschaft an der Llniversität Gießen. Die Geschichte des heutigen Gießener Forst- rnstituts beginnt mit der am 24. März 1824 vollzogenen Errichtung einer zunächst für die Ausbildung der hessischen Forstoerwaltungsbeamten bestimmten höheren Forstlehranstalt bei der hessischen Landesuniversität. Am 14. Juli 1831 wurde diese Ausbildungsstätte, unter Aufhebung ihrer Sonderstellung, zu einem vollberechtigten Unioersitätsinsti- tut umgebildet. Die alma water Ludoviciana hat die Jahrhundertfeier dieses Tages im Jahre 1931 mit Recht festlich begangen, denn es ist bekannt, daß in ganz Deutschland, ja selbst in Europa» kein anderes forstwissenschaftliches Universitätsinstitut mehr besteht, das auf eine so alte und ruhmvolle Tradition zurückblicken kann. Dennoch ist die Geschichte der forstwissenschaft- lichen Lehre an der Universität noch ein halbes Jahrhundert älter als das Forstinstitut. Schon im Rahmen der 1777 in Gießen errichteten Ökonomischen Fakultät waren forstliche Vorlesungen vorgesehen. Es gab jedoch zu dieser Zeit noch keinen besonderen Vertreter für das Fach, so daß die zeitweilig angekündigten Vorlesungen eigentlich nur auf dem Papier standen. Als die Oekonomische Fakultät schließlich nach sechsjährigem Dasein einging und die in ihr zusammengefaßten Fächer größtenteils von der Philosophischen Fakultät übernommen wurden, blieb das Gebiet der Forstwissenschaft erst recht verwaist. Bei diesem Zustand verblieb es, bis man im Jahre 1788 auf den durch seine forstlichen Schriften bekannt gewordenen naturwissenschaftlichen Kameralisten Friedrich Ludwig Walther auf- merksasti wurde und ihm im Oktober 1788 die venia 1788 - 1938. Von Forstaffessor Or. Richard Zmmel. legendi erteilte. Walther begann seine Vorlesungen sofort, und seit damals steht die Forstwissenschaft, ohne Unterbrechung bis zur Gegenwart, jedes Semester im Lehrplan der Ludwigsuniversität. Am 10. Oktober dieses Jahres erleben wir die e i n- hundertfünf zigste Wiederkehr dieses denkwürdigen Tages, und wir dürfen auch hier mit Genugtuung feststellen, daß an keiner anderen Hochschule des Reiches die Forstwissenschaft so lange ohne Unterbrechung vertreten ist, wie an der Universität Gießen. Friedrich Ludwig Walther, der erste in der Reihe der Gießener forstlichen Lehrer, hat bis zum Jahre 1824 gewirkt. Sein Name wird zwar überschattet von dem Ruhm größerer Nachfolger, wie Hundeshagen und Heyer, aber seine eigenen wissenschaftlichen Verdienste sind ebenso unbestreitbar wie seine Erfolge als vielseitiaer fruchtbarer Schriftsteller. Neben den forstwissenschaftlichen Vorlesungen las Walther noch über Landbau, ökonomische Naturgeschichte und Technologie. Ein besonderes Spezialgebiet von ihm war die Forstbotanik. Daß er u. a. auch eine umfangreiche „Flora von Gießen und der umliegenden Gegend" (Gießen und Darmstadt 1802) geschrieben hat, ist leider nur Wenigen bekannt. Walthers zahlreiche forstbotanische Schriften sind zweifellos bedeutender und origineller als seine forst- wissenschaftlichen Bücher. Das hängt damit zusammen, daß Walther in der eigentlichen Forsttechnik kejne weitreichenden Erfahrungen besaß. Dennoch war er von allen Kameralisten, die zu seiner Zeit auf den deutschen Hochschulen Forstwissenschaft vortrugen, in bezug auf systematische Klarheit und wissenschaftliche Begründung des Stoffes, einer der Hervorragendsten. Praktische Forstkunde wurde damals von pädagogisch befähigten Berufsforstleuten außerhalb der Universitäten auf den sogenannten Forstlichen Meisterschulen gelehrt; für den Ruf der Vorlesungen Walthers aber ist es bezeichnend, daß der Drang nach tieferer wissenschaftlicher Erkenntnis ihm zahlreiche Hörer aus Kreisen Öer forstlichen Techniker zusührte, denen die primitiveren Meisterschulen nicht genügen konnten. Walther war als Fachlehrer nicht eigentlich mehr Kameralist, wie viele seiner Kollegen auf anderen Universitäten, deren forstliche Werke systematifch meist gut abgerundet^ dem Inhalt nach aber mehr oder wenger unzulänglich blieben. In ihm vollzieht sich vielmehr der lieber» gang des reinen Kameralistentums in die Epoche wissenschaftlicher Grundlegung der nach Selbständigkeit ringenden deutschen Forstwirtschaftslehre. Friedrich Ludwig Walther, seit 1790 ordentlicher Professor, hat insgesamt etwa vierzig selbständige Werke, zumeist forstlichen Inhalts, veröffentlicht. Mit seiner Ernennung zum Ordinarius wurde ihm zu» gleich die Leitung des neu angelegten botanischen Gartens in Gießen übertragen. Trauernde Freunde haben dem Verstorbenen dort das bekannte Denkmal errichtet mit der Aufschrift: Non Sibi Sed Litteris Ac Patriae Viventi Sui Memores Alios Faciendi Merendo Nihil Humani A Se Alienum Putanti. Oie Personenstands- und Beiriebsaufnahme. Was ist bei der Ausfüllung der Listen für die Personenstands- und Beiriebsaufnahme am 10. Oktober zu beachten? 1. Jedes Haus (Wohnhaus, öft^Uliches Gebäude, Fabrik, Lager, Scheune usw.) wird durch eine Hausliste gezählt, die vorn Hauseigentümer, Hausverwalter oder deren Beauftragten zu unterzeichnen ist. Ersatzweise kann dis Hausliste auch vom Zähler unterzeichnet werden. z 2. Jede Haushaltung wird durch eine Haus- haltsliste erfaßt. Die Haushaltsliste, in die alle zur Haushaltung gehörenden Familienangehörigen (auch Untermieter, Personal usw.) aufzunehmen sind, ist vom Haushaltsvorstand zu unterzeichnen. Bei abwesenden Familien ist vom Zähler eine Haushaltsliste aufzunehmen und zu unterzeichnen; die Personalangaben werden dann von Amtswegen eingetragen werden. Für die in Militärgebäuden befindlichen Haushaltungen (z. B. verheiratete Unteroffiziere) lind ebenfalls Haushaltslisten auszufüllen, während Oie in Mannscbaftsräumen untergebrachten Wehrmachtsangehönaen von der Zählung ausgenommen sind. In A n st a l t e n lKliniken und Krankenhäusern) untergebrachte Haushaltungen (Verwalter, Aerzte, Portier ui'ro.) werden durch Haushaltslisten gezählt, und zwar jeder Haushalt für sich. Das in einer Anstalt wohnende, keinen eigenen Haushalt führende ledige Personal (Schwestern, Pflege- und Dienstpersonal) wird in einer besonderen Haushaltsliste geführt und ist, wenn diese nicht reicht, mit Einlagebogen zu versehen. Der Zähler wird sich .n solchen Fällen mit der Anstaltsleitung ins Benehrnen setzen und dort die erforderlichen Vordrucke zum Ausfüllen obgeben. Anstaltsinsassen (Patienten) werden nicht gezählt. In Gasthäusern sind außer dem Personal nur die ständig dort wohnenden Familien in besondere Haushaltslisten auszunehmen. 3. Jeder Betrica wird durch ein B c - triebs blatt erfaßt. Ein Betriebsblatt ist von jedem selbständigen Gewerbetreibenden, auch von Angehörigen der freien Berufe (Rechtsanwälte, Aerzte, usw.), Provisionsreisenden, von allen Behörden, öffentliches Betrieben und Verwaltungen (ohne Unterschied, ob es sich um Betriebe gewerblicher Art oder Hoheitsverwaltungen handelt) auszufüllen. Das Betriebsolatt ist immer dort ouszu- füllen, wo sich die Niederlassung oder Betnebsstätte befindet. Z. B. ein Geweroetrerbender, der im Sel- tersweg ein . Ladengeschäft unterhält und in der Ludwigstraße wohnt, wird im Seltersweg durch ein Betriebsblatt und in der Ludwigstraße durch eine Haushaltsliste erfaßt. 4. Außer den vorerwähnten Zählpapieren wird für jedes Haus noch eine „Hausliste V" ausgegeben, in der der Hausbesitzer, Hausverwalter oder Vertreter des Hausbesitzers sämtliche Bewohner seines Hauses einzutragen hat. Die nähere Anleitung über die Ausfüllung dieses Vordruckes ist aus der Vorderseite der Hausliste zu ersehen. Zufällig oder vorübergehend Anwesende, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einer anderen Gemeinde haben, sind in der Hausliste V nicht aufzunehmen. 5. Sollten Hausbesitzer, Haushaltungsvorstände, Betriebsführer usw. die vorstehenden Listen nicht erhalten haben, so wird ersucht, die fehlenden Listen auf Zimmer 18 des Stadthauses, Bergstraße 20, abholen zu lassen, ober dorthin telephonisch Nachricht zu geben, damit die Ueberfenbung der Listen veranlaßt werden kann. 6. Nach dem Stand nom Montag, 10. Oktober 19 3$ müssen somit ausgesüllt werden: a) Hauslisten, enthaltend sämtliche Haushaltungen und Betriebe des Grundstücks. Diese Listen sind nur durch den Hausbesitzer oder seinen Vertreter auszufüllen. Falls ein Vertreter nicht .ausdrücklich bestellt ist, kann die Ausfüllung auch durch den Mieter des Hauses erfolgen, der sonst im Auftrage des Hausbesitzers derartige Angelegenheiten erledigt, b) Hauslisten V vom Hausbesitzer, Hausverwalter oder Vertreter des Hausoefitzers, c) H au sh al t s l i st e n vom Haushaltungsvorstand, d) Betriebsblätter vom Betriebsinhaber. Es wird empfohlen, vor der Ausfüllung der Listen die Anleitung auf den Vordrucken g^nau zu beachten. Die einzelnen Spalten der Liften' müssen vollständig und gut leserlich ausgefüllt werden, da nach den Haushaltslisten die Steuerkarten und zum Teil die Bürgersteuervefcheide. für 1939 ausgestellt werden. Die rechtzeitige Abgabe und genaue Ausfüllung der Vordrucke erspart unter anderem persönliche Einladungen und Vorsprachen, spätere Nachfragen nach der Steuerkarte für 1939 usw. 7. Die Zustellung der Zählpapiere an die Grundstücks-Eigentümer soll bis spätestens Samstag, 8. Oktober 19 3 8 nachmittags erfolgt fein. „Halt! — 5um letztenmal: Stehenbleiben!" Das ist schon ganz nahe — nun müssen sie ja treffen, nun ist's ja ein Kinderspiel, nun kann man ihn ja mit einer Lüftbüchse abknallen wie einen Spatz. Peng! Peng! Da springt er mit letzter Kraft über den Graben — stolpert in den Wald, torkelt noch einige Schritte — und wie er sich umdreht, sieht er einen weißen Stein am Waldrand, auf dessen Seite ihm ein „D" entqegenleuditet: Deutschland — Die Schüsse schweigen. Geschrei, aufgeregtes Rufen hört er noch eine Weile. Dann läuft er haltlos zwischen den Stämmen weiter, als könnte er die,jagenden Füße noch nicht zur Ruhe zwingen, und der Wald ist ihm schon Dunkel und Dämmerung, als er endlich zusammenbricht. Die Hand preßt er auf die Brust und sein letzter Gedanke ist: In Deutschland — ich bin daheim! Es ist heiß. Die Lust flimmert, und die Blätter hängen müde, wie gestorben. Durch Kornfelder schlängelt sich die Landstraße, Sonnenglast brütet darüber, und wo Karolas Wagen entlangsaust, fegt der Staub in langen Fahnen auseinander. Dort, wo der Wald beginnt, einige hundert Meter vor ihr, gibt's so etwas wie Schatten. Also bremsen, 'raus und lang in das kühle Dunkel hinge- streckt! Ah — das tut gut! Jetzt noch ein Eis! Ha — sie wird bei Tante Therese so viel davon essen, bis sie Magenschmerzen hat! Vorläufig allerdings muß Kaffee herhalten und eine Semmel. Gänzlich ohne Butter und Wurst. Bei dieser Hitze mag sie weder das eine noch das andere. Wer mitten im Kauen sieht sie ganz plötzlich in ihrer Nähe rot Rot? denkt sie, das können nur Kirschen fein! Wahrhaftig, da steht ein Kirschbaum, ein Großvater unter den Kirschbäumen, gerade da, wo der Feldweg in die Flur abbiegt. Allerdings — klettern im Rock? Und dann nach- her mit einem Dreieck dann unterlaufen müssen? Schön wär's gerade nicht. Don unten her —? Schade. Da waren schon vor ihr Hungrige! Nein, wer Kirschen essen will, muß schon tüchtig klettern. Was also tun, Karola? Rock oder Kirschen? Das ist hier die Frage. Sie überlegt ein Weilchen, doch der innere Kampf ist bald entschieden. Sie wählt nicht Rock und nicht Kirschen, sondern den dritten Weg, den Ausweg. Eins, zwei, drei hat sie den Rock abgestreift, weit und breit lacht nur die Sonne und kein männliches Auge, und dann sind's nur noch zwei Klimmzüge und einige Armbeugen, bis man oben ist. Herrlich! Die Früchte sind fiefrot auf der einen Seite und gelblich auf der andern, wundervoll süß und außerdem gestohlen. Darum schmecken sie noch besser. Da plötzlich bleibt ihr der Kirschkern fast im Halse stecken. Da ist doch — etwas im Graben? Es hat Kopf, Beine, lange Hofen — verteufelt, da liegt ein Kerl — wahrscheinlich ein Landstreicher uno man sitzt hier in der Hemdhose gewissermaßen als Reklame. Das hat gefehlt! — Ade, ihr Kirschen! Runter! Eins, zwei, drei ist sie herab und ftfeift den Rock über. Gott sei Dank! Das ist noch mal gut gegangen! Und nun auf nach Niederau! Tante Therese wartet schon mit Schmerzen, die Gute denkt natürlich gleich, man sei gegen einen Baum gefahren, wenn man auch nur eine Stunde später kommt. Karola streiecht „Till", ihrem schmalen roten Sportwagen, über die lange Kühlerhaube. Till und gegen einen Baum?! Daß ick) nicht lache! denkt sie. Wir kennen uns nun schon vier Jahre, er und ich. Wir machen solche albernen Geschichten nicht, was? Schließlich bist du das Letzte, das mir geblieben ist, und selbst, wenn ich dich verkaufen wollte — wer gibt was für einen Veteranen, wie du es bist? Na ja, so leidlich aus- fehen tust du noch und hundert Kilometer machst du auch noch, ohne mit dem Steuer zu wackeln, aber was bist du gegen deine neuen hochmodernen Brüder? — Alt und abgenutzt! Ach ja — Und einen Augenblick bleibt Karola stehen, starrt gedankenvoll auf ihren Wagen und ist ganz weit weg. Ist in der großen Stadt — und bei all den Sorgen — Aber bann reißt sie sich zusammen, fährt sich über die Sttrn, als wolle sie das krause Gedankengemüse beiseiteschieben, und schwingt sich kurz entschlossen in den „Till". Starten, Gang ’rein, Gas — los! Moment mal! So einen Blick auf den unerwünschten Mann im Straßengraben kann man ja schließlich riskieren. Sie stoppt einen Augenblick. Sieht gar nicht schlecht aus. Ein Landstreicher ist's auf keinen Fall. Und, Herrgott — das ist doch Blut! Und nun sieht sie auch, daß der Mann wachsbleich aussieht, und die Augendeckel sind bläulich und eingefallen. „Ein Toter!" Neunzig von handelst Mädchen, die allein, mutterseelenallein in einem Auto einen Toten finden, hätten jetzt Gas gegeben und höchstens im nächsten Dorf Bescheid gesagt. Ist ja schließlich keine Kleinigkeit, so mitten auf der Landstraße einem Toten zu begegnen, besonders, wenn man eine Sekunde vorher recht fröhlich und vergnügt gewesen ist. Karola ist aus* anderem Holz geschnitzt. Im selben Augenblick, da chr zum Bewußtsein kommt, was sie da aufgefunden hat, ist der Wagen gestoppt — heraus — hin zu dem Leblosen — Und schon sieht sie ihren Irrtum ein. Der Mann ist nicht tot, sondern bewußtlos. Das Herz schlägt, er hat Puls, die Atmung ist zwar sehr schwach, aber er holt doch immerhin in Abständen Luft. Die rechte Schulter zeigt eine Wunde, und wenn sie nicht sehr banebenrät, ist's eine Schußverletzung. Was tun? Hilflos blickt sie sich um. Natürlich, soweit bas Auge blickt, keine Menschenseele! Das ist immer so. Will man sich aber mal irgenbroo einsam nieber- lassen, kommen fünfzig Menschen vorbei. Jedenfalls kann sie den Mann auf keinen Fall liegenlassen. Das ist ihr sofort klar. Jetzt stöhnt er leise auf und muß dicht davor sein, aus seiner Bewußtlosigkeit zu erwachen. Sie hockt sich neben ihn und bettet seinen Kopf in ihren Schoß. Was' hat der Mann für einen Kopf! Herrgott — wie gemeißelt! Da ist keine Linie, die nicht hineingehört — der Mund ist scharf wie eines Messer- Schneide — und diese Stirn ist so außergewöhnlich, wie sie noch keine gesehen hat. Daß er dichtes braunes Haar hat, an den Schläfen schon Ieid)t ergraut, Haar, das sich mitten auf dem Kopf zu einem widerborstigen Wirbel dreht, mildert die Härte seiner Züge und gibt ihm etwas Jungenhaftes. Langsam kommt ein wenig Farbe in sein Gesicht, der Atem beschleunigt sich. Gespannt blickt Karola auf ihn herab, sie beobachtet das Erwachen des Bewußtlosen wie ein spannendes Schauspiel. Was ist hier geschehen? fragt sie sich. Ein Verbrechen? Ein Raub? Ein Selbftmorbversuch. Aber nein, das letzte scheibet aus — dieser Mann legt nicht Hcmb an sich selbst. Seine Kleidung ist mitgenommen, aber sie verrät ben teuren Schneiber. Die Schuhe starren vor Schmutz. Dieser Mann ist lange querfelbein gelaufen. Es muß etwas mit der Grenze (ein, denkt Karola. (Fortsetzung folgt!) erbeschau des Deutschen Möbels Schönes Wohnzimmer mit Werbeschau-Möbeln. — (Aufnahme: Archiv.) c rrbksrliM..dmWm Ittööfls Hohensolms-Li ch. lieber Verlauf und Erfahrungen bei der Der- bandsgebrauchsprüfung des Jagdgebrauchshundever- •2 :3 : 3 Ff = £ 90 :c 0 ife M «0^ AK * »JaS Kock. Der Kreisjägermeister wies ferner darauf hin, daß in Kürze ein neuer Lehrgang für Jung« jäger beginnen soll und mit dem Jägerabend am 2. November eine Hubertusfeier verbunden fein wird. Er erinnerte schließlich noch einmal daran, daß seitens des Landesjägermeisters, wie im Doi> jahre, der größte Wert auf die Erfüllung des W» fchusses an Schalenwild gelegt werde und daß für solche Reviere, in denen der Abschuß von weiblichem Wild unbefriedigend sei, im nächsten Jahre mit einer empfindlichen Einschränkung des Bockobschusses ge- rechnet werden müsse. Er empfahl daher den Ja. gern dringend, zeitig mit dem Abschuß zu beginnen. Unser neuer Roman. Nachdem mir den Roman ,Kannst du zurück, Dore?" von Hedda Lindner in der letzten Num. mer des Gießener Anzeigers beendet haben, begin. nen wir in der heute erscheinenden Ausgabe unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen gro- ßen Romanwerkes, mit dem wir einen begabten ungen Autor vorstellen, der bisher in unseren Spalten noch nicht zu Worte gekommen ist. Wir sind aber überzeugt, daß der heute beginnende Roman den neuen Namen bei allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land hervorragend einführen wird: , __ • „Kieme Krau mit arohem Mut" von Kurt Niemann Die Beachtung dieser Gesichtspunkte beim Möbelkauf ist wichtig. Werbeschau-Möbel, die von den zur Werb'eschau des Deutschen Möbels zugelassenen Möbelfachgeschäften ausgestellt werden, sind sämtlich auch einzeln zu beziehen. Bei ihnen ist ein Garniturenzwang aufgehoben. Werbeschau-Möbel stellen in ihrer Form eine grundsätzliche Abkehr von den allgemeinen Stapelmöbeln dar. Die Aufklärungsarbeit der Reichskammer der bildenden Künste und des Reichsheim- stattenamtes der Deutschen Arbeitsstont hat bereits jetzt viele Möbelkäufer auf den neuen deutschen Hausrat ausgerichtet. Deutscher Hausrat, wie ihn die Reichskammer der bildenden Künste um das Reichsheimstättenamt der DAF. von der Möbel- wirtschaft fordern, ist keine Handelsware, wie etwa Nahrung und Kleidung. Die Bemühungen der Gießener Iägerabend. Nach sommerlicher Pause wurden im Oktober die zwanglosen monatlichen Jägerabende in Gießen wieder ausgenommen, deren erster am Mittwoch im „Hessischen Hof" bei gutem Besuch stattfand. Es sprach zunächst Herr Albrecht Jaeger über „Der Erühund und die Bauarbeit" und weckte dabei das Verständnis für die Art des Einarbeitens und Ar- beitens von Dachshund und Terrier unter-der Erde. Der Kreisjägermeister, Oberforstmeister Nicolaus, verlieh an die Revierinhaber der anläßlich der Trophäenschau im Mai mit Medaillen für gute Hege ausgezeichneten Reviere die ihnen von dem Landesjägermeister zuerkannten Auszeichnungen und ferner an die Sieger im Plakettenschießen 1938 die von ihnen errungenen Plaketten und Nadeln. Den Titel des „Meisters im Jagdkreis Gießen" verteidigte wieder mit Erfolg der Erbprinz zu Solms- Werbeschau von der Reichskammer der blldenden Künste erlasienen Richtlinien unterwarfen. In fast allen Dingen und Erscheinungen unseres Lebens als Einzelpersonen und in der Gemeinschaft aller Volksgenossen, haben wir uns zu dem neuen Geist bekannt, den der Nationalsozialismus unserm Volke gegeben hat. Durch dieses Bekenntnis sind wir innerlich reicher und froher geworden. Von dieser neuen Lebensanschauung soll auch unser Heim Zeugnis ablegen; es soll in seinem Rahmen dem Geist und der Größe unserer Zeit Ausdruck verleihen, damit unsere Kinder von ihrer Umwelt im elterlichen Heim einen wahren und echten Eindruck mit ins Leben hinausnehmen. Ein Weg zu diesem Ziele ist darin zu erblicken, daß wir uns für den Schmuck unseres Heims immer mehr dem gut geformten und sorgfältig gearbeiteten deutschen Möbel zuwenden. Wie schon und wie zweckmäßig diese Möbel im Raume wirken und welche Vorteile sie von der wirtschaftlichen Seite her bieten, kann man in den Ausstellungsräumen der an dieser Werbung beteiligten Firmen sehen bzw. durch aufklärende Mitteilungen erfahren. Möbel gehören zu unseren wichtigsten Kulturgütern. Möbel sind aber auch ein hochwertiges Wirtschaftsgut. Diese Werbung bezweckt eine Abkehr vom kulturlosen aufwendigen Möbel. Sie will die Kreise der Möbecherstellung und des Möbeloertriebs ebenso wie die Möbelkäufer darüber aufklären, mit welch einfachen Mitteln ein wirklich behagliches Heim gestaltet werden kann, und sie will dazu beitragen, daß sich auf der ganzen Linie wieder eine wahrhaft deutsche Wohnkultur verbreitet. Unter Aufsicht der Reichskammer der bildenden Künste sind in über 1000 Fachgeschäften des Schrei- nerhandwerks und des Möbeleinzelhandels mit etwa 5000 Schaufenstern und Verkaufsräumen Möbel ausgestellt, die hinsichtlich Form, Verarbeitung und Preiswürdigkeit den Forderungen der Zeit entsprechen. Die von der Reichskammer der bildenden Künste zur Beteiligung an der Werbeschau zugelassenen Fachgeschäfte sind an einer ihnen verliehenen Zulassungsurkunde kenntlich. Die Werbeschau des Deutschen Möbels ist keine Derkaufsangelegenheit, sondern ausschließlich eine kulturelle Veranstaltung zur Wiedererweckung des Sinnes für deutsche Wohnkultur. — 3* ZK = s = : Dorriotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr: „Aim6e" oder „Der gesunde Menschenverstand". — Gloria-Palast, Seltersweg: .Liebesbriefe aus dem Engadin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „13 Stühle". — Herbstmesse auf Oswaldsgarten. „2lim6e" ober „Der gesunde Menschenverstand". Heute abend findet die erste Wiederholung der am Dienstag mit großem Erfolg erstaufgeführten Ko- mödie „2Iimee'Y oder „Der gesunde Menschenverstand" von Heinz Coubier statt. Spielleitung Wols- t qang Kühne. Bühnenbild: Karl Löffler. Es wirken < mit: Giessla Vollert, Eduard Cossovel, Hans Schlick und Erich Weiland. Freitag-Miete. 2. Vorstellung. ; Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. । Nach Hann.-Münden berufen. Der ordentliche Profesior für Forstwissenschaft an der Universität Gießen Dr. Gustav Baader hat einen Ruf an die Forstliche Hochschule m Hann.- Münden erhalten und angenommen. Professor Dr. Baader wird feine Vorlesungen in Hann.-Munden bereits von Beginn dieses Wintersemesters ab Ende Oktober aufnehmen. Am 1. November 1931 kam Profesior Baader als ordentlicher Profesior für Forstbetriebslehre und Ertragskunde an die Universität Gießen. Gleichzeitig wurde ihm die Derfuchsleitung bei der Hessischen Forstlichen Versuchsanstalt übertragen. Don 1933 bis 1936 war er Dekan der 2. Abteilung der Philosophischen Fakultät. Dom 1. April 1937 bis 30. März 1938 führte er das Amt des Rektors unserer Ludoviciana. Auf feinen Wunsch wurde er vom 1. April d. I. ab von dem Amte des Rektors entbunden. Mit der Sonderstufe des Treudienst-Ehrenzeichens ausgezeichnet Der Führer und Reichskanzler verlieh das Treu- dienst-Ehrenzeichen der Sonderstufe für mehr als 50jährige Tätigkeit bei der gleichen Firma dem Pro- fünften Christian Georg in Gießen, Teufelsluftgärtchen 28 wohnhaft, bei der Zigarrenfabnk Ludwig Georgi beschäftigt, sowie dem Lagerverwalter Emil S ch u ß l e r in Gießen, Schützenstraße 20 wohnhaft, bei der Firma H. Schaffstaedt G. m. b. H. in Stellung. Diese besondere Auszeichnung wurde den beiden Ju- bilaren am gestrigen Donnerstag von Oberbürgermeister Ritter persönlich mit herzlichen Worten der Ehrung und des Glückwunsches überreicht. Neue Gchlechtwetter-Tarifordnung für Reichsautobahnbau und Vehrmachtsbauten. Fwd. Der vom Reichsarbettsnunister bestellte Sondertreuhänder der Arbeit, Oberregierungsrat Dr. S ch m e 11 e r, Frankfurt a. M., hat durch eine Tarifordnung auch in diesem Jahr die Bezahlung der infolge schlechten Wetters im Winter ausfallen, den Arbeitsstunden für die Bauten der Reichsauto- bahnen und der Wehrmacht geregelt. Die'diesjährige Regeluna geht einen neuen Weg. Dem Arbeiter werden die durch Schlechtwetter ausgefallenen Arbeitsstunden mit 60 v. H. feines Stun- denverdienst bezahlt. Die Tarifordnung tritt mit der Lohnwoche in Kraft, in die der 1. Oktober 1938 fallt. 19 « c 5 : 8. Die ausgefüllten Vordrucke, und zwar die Haushaltslisten und Betriebsblätter, sind sofort dem Hausbesitzer oder dessen Vertreter abzugeben, der in der Hausliste die Vollständigkeit der Haushaltslisten und Betriebsblatter zu bescheinigen und die gesammelten Listen zur Abholung bereitzuhalten hat. 9. Das E i n s a m m e l n der Zählpapiere bei den Hausbesitzern erfolgt am Donnerstag, 1 3. Otto b e r 193 8. Dabei wird an Ort und Stelle geprüft, ob sämtliche Fragen beantwortet sind, gegebenenfalls werden die Listen sofort ergänzt oder richtiggestellt. Besonders wird darauf geachtet, daß die Fragen über das Arbeitsverhältnis, das Wehrver- hältnis und die Religionszugehörigkeit vollständig beantwortet sind. ' 10. Es wird noch bemerkt, daß die vollständige und rechtzeitige Ausfüllung der Zählpapiere durch Geldstrafen erzwungen werden kann (§ 202 der Reichsabgabenordnung). 11. Es ist selbstverständlich, daß der Zähler verpflichtet ist, über die ihm bei der Personenstands- und Betriebsaufnahme zu seiner Kenntnis gelangenden Verhältnisse über die Persönlichkeit des einzelnen Verschwiegenheit zu wahren. Es wird von allen in Frage kommenden Volks- genossen bestimmt erwartet, daß sie die ehrenamtlich tätigen Helfer (Dlockwalter der NSV.) bei ihrer Arbeit weitgehendst unterstützen, damit das Aus- teilen und Einsammeln der Listen ordnungsmäßig, gewissenhaft und fristgerecht erledigt werden kann. Jeder muß sich darüber klar sein, daß es ganz allgemein darauf ankommt, vollwertiges Zählmaterial zu erhalten. Die Zählung erfüllt nur bann ihren Zweck, wenn alle gestellten Fragen lückenlos beantwortet worden sind, und daß im übrigen jedes Haus durch zwei Hauslisten, jede Haushaltung durch eine Haushaltsliste und jeder Betrieb usw. durch ein Betriebsblatt erfaßt worden ist. Reichskammer und des ReichSbeimstättenamtes haben überall das Verständnis dafür erweckt, daß Wohnkultur im nationalsozialistischen Sinne nicht an Wohlstand und materielle Voraussetzungen gebunden ist. Im Rahmen der Werbeschau des Deutschen Möbels wird ebenso für das Heim des Ar- beiters, wie für die Wohnung des Bemittelteren zweckmäßiger und gediegener Hausrat auf den Markt gebracht, der durch seine Materialechtheit und schlichte Formschönheit die Wohnung zu einer Stätte der Lebensfreude, &ßS Ausruhens und der geistigen Sammlung macht. Wie Ministerialdirektor Dr. Knoll vom Aeichs- arbeitsminifterium gelegentlich der Eröffnung der diesjährigen Werbeschau des Deutschen Möbels fest- stellte, hat die Forderung der Reichskammer der bil- oenden Künste auch schon dazu geführt, daß der Modewechsel bei Werbeschau-Möbeln weitgehend ausgeschaltet worden ist. Das bedeutet nach der von Ministerialdirektor Dr. Knoll vertretenen Feststellung des Reichsarbeitsministcriums nicht nur die Erstellung von in Form und Verarbeitung anständigem, ehrlichem und schönem Hausrat, sondern zugleich auch eine Verbilligung dieses Hausrats. Werbeschau-Möbel sind für weite Kreise erschwing- lich. Dabei ist wichtig, daß Werbeschau-Möbel ebensowenig Repräsentationsgegenltand, als Armeleute- möbel sind. In den Werbeschau-Möbeln sind nach den Worten des Ministerialdirektors Dr. JtnoH die Grundsätze einer ehrlichen und echten Schönheit der Möbelgestaltung voll verwirklicht worden. ist ein Roman, der von jedermann mit höchster Spannung und lebendiger Anteilnahme verfolgt werden wird. Hier ist die Geschichte einer starken und opferbereiten Liebe, eine Geschichte, bie_ schon auf den ersten Seiten mit einer ganz ungewöhnlich bewegten Handlung einsetzt und sich gegen Ende>zu außerordentlich dramatischen Szenen steigert: b\e Liebesgeschichte ist mit der Geschichte einer genialen Erfindung auf das engste verknüpft, und der mit allen Mitteln geführte Kampf um die Auswertung dieser Idee gibt der Erzählung eine innere und äußere Bewegung, wie man sie nicht häufig findet. Kurt Riemann versteht es, anschaulich, temperamentvoll und mit Humor zu schildern und die Menschen und Dinge, um die es hier geht, dem Leser unmittelbar und auf eine menschlich überzeugende Weise nahezubringen. So sind wir gewiß, daß der heute einsetzende Roman allenthal-- ben gefallen und mit wirklichem Genuß gelesen werden wird. Wir freuen uns, unfern Leserinnen. und Lesern eine so überaus fesselnde und gehaltvolle Unterhaltungslektüre bieten zu können. -- 2 Z '"4 « 8 8 6 SAH Im Einverständnis mit der Reichskammer der bildenden Künste ist die ursprünglich bis zum 3. Oktober vorgesehene Werbeschau des Deutschen Möbels bis zum 10. Oktober verlängert worden. Dadurch ist allen Volksgenossen, die bisher noch nicht die Zeit zur Besichtigung dieser Werbe- schau in den beteiligten Geschäften sanden, noch für einige Tage die Möglichkeit geboten worden, diese Schau zu besuchen. Bei der Werbeschau des Deutschen Möbels handelt es sich nicht um eine geschäftliche Reklame, sondern um eine Angelegenheit, deren Durchführung nach der geistigen Haltung des Nationalsozialismus ausgerichtet ist. An dieser kulturellen Veranstaltung sind die kulturellen verantwortungsvollen Geschäfte des Schreinerhandwerks und des Möbel-Einzel- handels beteiligt, die sich den zur Durchführung der ♦ ** Ein Achtzigjähriger. Am moraigen Samstag, 8. Oktober, wird der Buchhalter Louis Kreiling, Goethestraße 59 wohnhaft, in voller Rüstigkeit 80 Jahre alt. Täglich roeilt der Jubilar noch an seiner Arbeitsstätte bei der Firma Koch & Eichenauer, bei der er seit nunmehr 58 Jahren feinen Posten als Buchhalter voll und ganz ausfüllt. Durch die langjährige Tätigkeit fühlt sich der Jubilar mit seiner Firma aufs engste verbunden, zumal er in der Zeit des allgemeinen Niederganges der deutschen Wirtschaft durch großen persönlichen Einsatzwillen und durch hingebende treue Arbeit dem Geschäft besonders wertvolle Dienste leistete. Der alte Herr gehört schon seit vielen Jahren zu der treuen Lesergemeinde des Gießener Anzeigers. Dem Jubilar bringen auch mir zu seinem 80. Geburtstag unsere herzlichen Glückwünsche bar. ** Auszeichnung bei der Reichsbank. Dem Reichsbankhauptzählmeister Karl Burger wurde vom Führer und Reichskanzler das Treudienst-Ehrenzeichen für 40jährige Tätigkeit verliehen. Die Ueberreichung fand gestern durch den Behördenletter statt. ** Dienstjubiläumbeider Stadt (3 i e« ßen. Gestern konnte der Elektro-Mechanikermeister Ludwig Thomas fein 30jähriges Dienstjubiläum bei dem Städt. Elektrizitätswerk feiern. In Anerkennung feiner treuen Dienste wurde der Jubilar im Kreise seiner Arbeitskameraden geehrt und erhielt gleichzeitig ein Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters. ** Kurzschriftprüfung bei der Industrie - und Handelskammer zu Gießen. Die Industrie- und Handelskammer zu Gießen teilt mit, daß die nächste Geschäftsstenögraphenprüfun- am Sonntag, 30. Oktober, stattfindet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriflleitung.) 21t V. in G. Kann nachgewiesen werden, daß die Beschädigung der Brandmauer ausschließlich oder doch ganz überwiegend durch die Bewäsierung des Weinstocks und die anläßlich der Reinigung der Kraftwagen verspritzten Wassermengen verursacht ist, so haftet für die entstandenen Schäden derjenige, der diese Wassermengen der Brandmauer unbefugt zugeführt hat. Die Beseitigung des an die Brandmauer angrenzenden Beetes kann vom Nachbarn nicht verlangt werden. Der Zwangsverwalter des Nachbargrundstücks haftet für die erwachsenen Schäden und Nachteile nur dann, wenn er die Verwaltung nicht ordnungsgemäß geführt und insbesondere die ihm obliegende Sorgfalts- und Beaufsichtigungspflicht schuldhaft verletzt hat. _______________ £ «öS..oa f ■====?= VI fg£3- -0 e w äs.« ■ s u s-« . £ e-e= uj fei = 5 mV ••‘ol ■nuatv ° N LZvSr-e Je W® «■ » 2! >-2 i« i= Xn Irl , 5 .5’ Zu einer behaglichen Wohnung gehören gar nicht so sehr viel Möbel. Der Kauf einer kompletten Garnitur ist unnötig. Untere Wohnmöbel sollen Gebrauchsmöbel sein. Wenn ein Möbel keinen rechten Sinn hat, so wird dies unsere Freude daran beeinträchtigen. Nur die Möbel, die den Menschen, die sich mit ihnen umgeben, wirklich dienen, werden ihnen in ihrem Hausstand unentbehrlich toerben. eins Oberhessen bet Friedberg berichtete^bertt^a^^ Zum Besuch ihrer Geschäftsräume laden ein die an der Werbeschau beteiligten Giehener Möbelgeschäfte: VOM 17. SEPTEMBER BIS 10. OKTOBER 1938 5 943D Die Keichskammer der bildenden Künste veranstaltet im Auftrage des Keichsministeriums für volksauf- klörung und Propaganda die Weite Werbeschau des Deutschen Wbels. Die beteiligten firmen, die damit wieder eine deutsche Wohnkultur schaffen helfen, sind an der ihnen verliehenen ?ulassungsurkunde kenntlich. verlangen Sie beim unverbindlichen besuch den kostenlosen Bildprospekt ,Daß gute Wohnmöbel". ernst Kau örandplati Heini Detter Wielenstraße 6 Moveiham Kühl Martztstraße 29-30 und vahnhosstraße 2-4 Georg Keuß Schulstraße 6 Karl Dahn ISberstraße 17 / Soettzestraste s