Nr. 208 Erstes Statt 188. Jahrgang Dienstag, 0. September 1938 krfchetn» tftgltd). außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-öezugsprets: Mtt 4 ‘Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drath und Verlag: SrSHIsche UniversttStrdrackerei «.Lange in Sietzen. Schristieitvng und Geschäftsstelle: Schulstratze r Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vts8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Te^t- anzeigen von70mm Brette 5ORps.,Platzvorschrist nach vorh Dereinbg. 25°/, mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bader-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Stadt der Reichsparieilage empfangt den Führer. Ankunst in Nürnberg. N ü r n b e rg, 5. Sept. (DNB.) Einige Stunden früher als in den Vorjahren traf am Montagvor- mittag der Führer, mit Sonderzug von München kommend, in Nürnberg ein. Auf dem reich geschmückten Bahnhof wurde der Führer von seinem Stellvertreter Reichsminister Rudolf Heß, dem Gauleiter von Franken, Julius Streicher, und Oberbürgermeister Liebel willkommen geheißen. Jubelnde Begeisterung grüßte den Führer auch bei der Fahrt nach dem „Deutschen Hof". Mit der Ankunft des Führers nimmt der Reichsparteitag 1938, der zehnte seit dem Bestehen der Partei, der erste im Großdeutschen Reich, seinen Anfang. Zum Auftakt des Reichsparteitages läuten die Glocken sämtlicher Kirchen Nürnbergs. Das erste ferne, langsam zu einer mächtigen Glockensinfonie anschwellende Tönen greift an die Herzen der Tausende, die seit den frühen Morgenstunden in unaufhörlicher Flut durch die Straßen dsr Stadt wogen. Jubelnde Zurufe begrüßen die Ehrengäste, die sich zum Empfang des Führers und Reichskanzlers zum Rathaus begeben. Dort ist vor dem Hauptportal eine Ehrenbereitschaft Politischer Leiter angetreten. Schräg gegenüber dem Rathaus vor der „Alten Schau" hat eine Kompanie der Wehrmacht Aufstellung genommen, ebenso eine Kompanie der Leibstandarte Adolf Hitler mit dem weißen Koppelzeug in Paradeuniform. Als kurz vor 16 Uhr der Führer den „Deutschen Hof" verläßt, umbrandet ihn der Jubelsturm der begeisterten Volksmenge. In das feierliche Läuten der Gocken hallen die Heilrufe. Kurz vor dem Rathaus verlaßt der Führer den Wagen und schreitet die Front der Ehrenformationen ab. Der Führer grüßt vom Balkon des „Deutschen Hofs" die Menge. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 7 V- •< 7$ I ■ M Mmbergs Willkommgruß. Der festliche Empfang im Rathaus. Nürnberg empfing in dem alten Saal des Rathauses den Führer. Der Saal mit den herrlichen Fresken nach Entwürfen Albrecht Dürers ist ohne Schmuck geblieben, und nur ein schmaler Saum roter Nelken auf der Holzvertäfelung und große Kübel leuchtender Gladiolen in den Fensternischen sind mit den schimmernden Kerzen auf den Kandelabern der schmucke Zierat. Blickpunkt des Saales ist ein hoher Glasschrein an der Stirnseite. Er birgt die äußeren Zeichen deutscher Macht und Herrlichkeit, die Reichskleinodien Krone, Zepter, Reichsapfel und Schwert, die nun, nach der Schöpfung Großdeutfchlands, in des Reiches Dritte zurückgekehrt sind. ^-Männer halten zu beiden Seiten des Schreines die Ehrenwacht. Auf der Empore steh n in den alten Nürnberger Heroldstrachten die Faufaren- blä\er. In Resern festlichen Rahmen erwarten das gesamte Führerkorps der Bewegung, die Reichsleiter und Gauleiter, die Obergruppenführer und Gruppenführer der Kampfformationen, die Gebietsführer und Amtschefs der Hitler-Jugend, die leitenden Männer aller Gliederungen der Bewegung und mit ihnen die höchsten Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, die Generalität und Admiralität den Führer, der, geleitet von Oberbürgermeister Liebel und begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß, dem Gauleiter Frankens, Julius Streicher, dem Reichsführer ff Himmler, dem Reichspressechef Dr. Dietrich und feiner ständigen Begleitung den Saal betritt. Feierlich durchströmen die Akkorde des „Festlichen Aufklanges" von Ludwig Lü r m a n n , die das Städtische Orchester unter Generalmusikdirektor Alfons Dresse! spielt, den Raum. Der herrliche „Wach-auf"-Chor aus den /Meistersingern", von dem Regensburger Domchor unter Domkapellmeister Professor Dr. Theobald Sch re mb wundervoll gesungen, erfüllt Ohr und Herz. Nun wendet sich das Oberhaupt der Stadt, Oberbürgermeister Liebel, an den Führer: Aus heißem, übervollem, dankerfülltem Herzen grüßt Sie diese deutscheste aller deutschen Städte am Vorabend der wohl bislang größten Festtage des einigen deutschen Volkes als den Schöpfer Grvß- d-utfchlands, den Befreier der deutschen Ostmark, den Führer der großen, stolzen, mächtigen und in der Welt wieder geachteten, durch Sie allein zu I neuem Leben erweckten deutschen Nation! Durch die weltgeschichtlich so bedeutungsvolle und einmalige Tat der Wiedervereinigung der deutschen Ostmark •mit dem alten Reich im März d. I. haben Sie, mein Führer, unser liebes altes Nürnberg wieder zu der „Stadt in Deutschlands Mitte" gemacht, die es dereinst schon durch Jahrhunderte hindurch war — damals ebenso wie heute wieder ein Bollwerk deutschen Geistes, ein Hort deutscher Kunst und deutscher Kultur und ein gewaltiges steinernes Denkmal deutscher Größe. Schoner als je hat sich die Stadt auch diesmal wieder geschmückt zu Ihrem Empfang! Zum ersten Male grüßen Sie, mein Führer, und mit Ihnen die Zehntausenden von Männern und Frauen, die aus der befreiten deutschen Ostmark glückselig und jubelnd zu diesem Reichsparteitag strömen, in den Straßen der Stadt auch die Fahnen der alten Städte der deutschen Ostmark. Sie sollen auch äußerlich die großdeutsche Einigung sichtbar unter Beweis stellen. Sie sollen aber auch gleichzeitig eine Ehrung jener tapferen Männer und Frauen bedeuten, die heuer zum ersten Male nach schweren Jahren des Kampfes, der Unterdrückung, der Not und der Opfer als freie Deutsche bekenntnisfroh in die Stadt der Reichsparteitage gekommen find, um hier den größten und eindrucksvollsten aller Parteitage mitzu- erleben. Vor einem halben Jahrtausend wurden der Stadt die äußeren Zeichen deutscher Macht und Gröhe, der Pracht und Herrlichkeit des tausendjährigen Reiches: die Reichsinsignien und Reichskleinodien auf ewige Zeiten urkundlich vermacht. Vor nunmehr 142 Jahren mußten sie, um sie vor frechem Raub und Plünderung zu schützen, aus der Stadt gebracht und verborgen werden. Run ist durch Ihre Tat, mein Führer, ein neues, einiges Großdeutsches Reich erstanden. Die hehren Reichssymbole kehren zurück „in des Reiches Mitte", die ihnen, wie einst nach der Meinung der deutschen Kurfürsten, so auch heute noch, beste Gewähr für freue Obhut verbürgt, und in der sie nun endgültig „unwiderruflich, ewiglich und unanfechtbar verbleiben sollen", wie es die deutschen Kaiser schon vor 500 Jahren für alle Zeiten bestimmt hatten. Daß Sie, mein Führer, nun auch dies ermöglicht und Ihrer freuen deutschen Stadt Nürnberg damit abermals einen so hochherzigen neuerlichen Beweis Ihres großen Wohlwollens und Ihrer unendlichen Güte gegeben haben, erfüllt uns aufs neue mit tiefgefühltem unauslöschlichen Dank. Des Führers Dank. Dann spricht der Führer: „In dieser Stunde, in der die Glocken der Stadt Nürnberg den 10. Reichsparteitag unserer nationalsozialistischen Bewegung einläuten, möchte ich Ihnen, Herr Oberbürgermeister,..meinen tiefempfundenen Dank sagen für ihren Willkommgruß und den so überaus herzlichen Empfang, den mir die Bevölkerung Ihrer Stadt bereitet hat. 'Wieder einmal haben sich die Nationalsozialistische Partei und das in ihr geeinte deutsche Volk zusammengefunden, um aus dem Erlebnis dieser erhebenden Tage, aus den Stunden des Bekenntnisses zur Gemeinschaft die Kraft zu schöpfen für die Arbeit und die Aufgaben des neuen Jahres. Mit Nürnberg, der alten deutschen Reichsstadt, deren altehrwürdige Herrlichkeit dem Wesen des neuen Reiches so "tief verwandt ist, verbinden uns Nationalsozialisten beglückende Erinnerungen an herrliche Kampfjahre unserer Bewegung. In den Mauern dieser Stadt erlebten wir vor " 15 Jahren den ersten Deutschen Tag, und seitdem hat sie viele kämpferische und glanzvolle Parteitage der Bewegung gesehen. Sie, Herr Oberbürgermeister, haben auf die besondere Bedeutung des diesjährigen Parteitages hingewiesen. Wir alle sind glücklich, d i e Volksgenossen der heimgekehrten deutschen O st m a r k in diesem Jahre erstmals im Reiche vereint in unserer Mitte zu wissen. In keiner anderen deutschen Stadt verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart des Großdeutschen Reiches zu solch symbolischer Einheit und Ausdruckskraft wie in Nürnberg, der alten und zugleich der neuen Reichsstadt. Diese Stadt, die das alte Deutsche Reich für würdig befand, die Reichs- k l e i n o d i e n in ihren Mauern zu bergen, hat die Symbole, die von der Macht und Größe des alten Dez Führers Einzug in Nürnberg. (Scherl-Bllderdienst-MJ y„ B & wä ? ■ 1- <• ... 1 ■ 'M "Z _ Reiches zeugen, nun aufs neue in ihren Besitz genommen. heule ist Nürnberg, die Stabt der Reichsparfei- tage, der steingewordene Ausdruck deutscher Kraft und deutscher Gröhe in einem neuen Deutschen Reichet Indem ich Ihnen, Herr Oberbürgermeister, für diesen Empfang danke und Sie bitte, diesen Dank der Bevölkerung der ganzen Stadt zu übermitteln, grüße ich das Nürnberg der Reichsparteitage wieder mit unserem alten Ruf: Nürnberg Sieg-Heil!" Die Teilnehmer stimmen in das Sieg-Heil auf Nürnberg ein und singen die Lieder der Nation. Dann durchschreitet der Führer unter schmetternden Fanfarenklängen die Reihen. Die Stimme der Zeit. Begieriger und erwartungsvoller als je zuvor blickt die Welt, blicken Völker und (Staatsmänner -w trotz kriegerischer Konflikte, aufregender Zwischenfälle und machtpolitischer Spannungen in fast allen Erdteilen — auf Nürnberg. Und doch ist der Reichsparteitag kein Problem der internationalen Politik, sondern die wichtigste Funktion des innerdeutschen Lebens? Das, was in Nürnberg an Parolen und Rechenschaftsberichten jeder Art ausgegeben wird, enthält Verpflichtungen nur für das oeutsche Volk, aber keine Vorschrift und keine Einflußnahme irgendeiner anderen Nation gegenüber. Um so erstaunlicher und erfreulicher die Tatsache, daß das Interesse des Auslandes an dieser wesentlichsten Veranstaltung des nationalsozialistischen Reiches von Jahr zu Jahr gewachsen ist und nun einen bisher unerreichten Höhepunkt erklommen hat! Mit welcher Spannung man in der Fremde das Nürnberger Geschehen beobachtet und verfolgt, das haben wix bereits aus verschiedenen Anzeichen deutlich genug ersehen können: die in Berlin affre* Zitierten Diplomaten sind, fast vollzählig der Einladung nach Nürnberg gefolgt,, die ausländischen Pressevertreter haben sich, in außerordentlicher Stärke in der Stadt der Reichsparteitage eingefunden und die Weltpresse, ganz gleich in welcher Sprache oder Mundart sie" geschrieben wird, he- schäftigt sich seit Tagen mit den Vorbereitungen und mit allerdings häufig mißglückten Voraussagen zur diesjährigen nationalsozialistischen Heerschau. Dabei sind es keineswegs nur die mit uns befreundeten Nationen, in deren Blättern die Nürnberger Veranstaltung fo ausführlich gewürdigt und bewundert wird, sondern auch die von „demokratischen" und „antifaschistischen" Kräften beherrschten Länder können nicht umhin, den Vorgängen In der alten deutschen Kaiserstadt eine außergewöhnliche Aufmerksamkeit zu schenken. Wie soll man sich diese Wirkung erklären, die gegenwärtig von der alten Noris, dem augenblicklichen Kraftmittelpunkt des Dritten Reiches ausgeht? Ist es nur Neugier, ist es das mehr berufsmäßige Interesse der Diplomaten und Politiker, die sich als Augenzeugen ein Bild von der militärischen, machtmäßigen und moralischen Stärke des europäischen Kernlandes machen wollen, die zu erfahren suchen, welche Absichten und Ziele das machtvoll gewachsene Großdeutschland in Zukunft verfolgen wird? Ein nationalspanisches Blatt hat die seltsame Anziehungskraft, die von dem Ort der Reichsparteitage ausstrahlt, mit diesem Wort zu deuten versucht: „Für uns ist Nürnberg eine Lehre und eine Offenbarung." Und Rejchspresse- chef Dr. Dietrich, der zu Beginn des Parteitages die in- und ausländischen Schriftleiter empfing, erklärte ihnen den Zweck und Sinn dieses Festes in der Weise, daß sie auf dem Kongreß der Partei „die Stimme der Zeit" vernähmen. Hier liegt offenbar das Geheimnis jener Kraft, mit der sich Nürnberg plötzlich in den Mittelpunkt der Welt stellt. Man will, wie Dr. Dietrich schon vorher ausführte, in Nürnberg das Geschehen der Zeit von der Warte der großen Entwicklungen und aus der Perspektive geschichtlicher Aufgaben sehen, und man hofft, aus der richtig gedeuteten Gegenwart auch einen Blick in die Zukunft tun zu können, — ein Verlangen, das naturgemäß die ausländischen Pressegäste ebenso sehr beherrscht wie die deutschen Schriftleiter. Der Verlauf der deutschen Geschichte in den letzten fünf Jahren aber hat Gegnern und Freunden zur Genüge bewiesen, daß das, was in Nürnberg schon immer verkündet wurde, nicht in den Wind gesprochen worden ist, sondern im Bereich der praktischen Politik sehr bald seine Verwirklichung, seine Bestätigung und Rechtfertigung erfuhr. Die nationalsozialistische Weltanschauung, die auf den jeweiligen Reichsparteitagen so sichtbar manifestiert wird, ist zwar eine rein deutsche und nur unser Volk bindende Angelegenheit, aber die Erkenntnisse, auf denen sie sich aufbaut, haben zum Teil auch eine absolute, nicht durch Staatsgrenzen beschränkte Gültigkeit. Gerade während des letzten Jahres konnten wir mit Genugtuung feststellen, wie diese Erkenntnisse (beispielsweise in der Rassenfrage, in der Frage der sozialen GerechtiakeiU in zunehmendem Maße auch von anderen Gtaatsführunqen — ohne unser Zutun — beherzigt und in die Tat umgesetzt wurden. Es gehen von dem Ort, ,,wo unsere Ideen marschieren", geistig-weltanschauliche Kraftströme aus, die schon durch ihr bloßes Dasein und ihre Bewährung den Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts zeigen, daß sie hier die Stimme ihrer Zeit, ihres neuen Zeitalters vernehmen werden. Im großen geschichtlichen Ringen der Weltanschauungen, im Kampf zwischen Ordnung und Chaos bildet daher Nürnberg immer wieder den Ort der Entscheidung, den Ziel- und Treffpunkt aller Menschen, die irgendwie den Hauch dieser Zeit verspürten. H. Evers. e. Das ist nicht der Interessen des Landes zu tun an esse sehr aufmerksam hören. B. R. weihevoll ausklingen. Schon bald nach dem Emp E. K. tigen habe. Das Iudenproblem den italienischen Hochschulen. keiner zu frieren. Für die Verständigung und Befehlsübermittlung sorgt eine Lautsprecheranlage, die in dem Verwaltungsbau untergebrocht ist. Neben der An- läge befinden sich Schalter für die Post- und Der- Platzes stehen die 870 Fahnen, die in großen Ständern in Form eines Hakenkreuzes aufgestellt werden. In den Lagern sorgen die Gaufilmstellen mit einem Kino, verschiedene Kapellen und eine Lautsprecheranlage, die eine Schallplattenauswahl aufweist, für genügend Unterhaltung. Auf der Straßenseite gegenüber dem Lager befinden sich Verkaufsstände aller Art, ein fahrbares Postamt und — was nicht gerade unwichtig «ein dürfte — ein großes Bierzelt, das 1700 Menschen saßt. Rest entfällt auf Mische Professoren von Tech- mschen Hochschulen. — Das italienische Innen- m i n i st e r i u m hat die 19 Mischen Beamten des Ministeriums ihrer Aemter enthoben. Damit hat die Säuberungsattton auch in den Mini» sterien selbst eingesetzt. Ausklang des ersten Tages. Der Führer wohnt der Festaufführung der „Meistersinger" bei. Eine glanzvolle Aufführung der „Meistersinger von Nürnberg" ließ auch dieses Mal den ersten Tag Bei unseren Hessen-Nassauern im Lager Moorenbrunn. Schon bald nach l>cm Emp- gerichteten Büroräumen erledigt. Außer der Laut- Bahnhof Dutzendteich ausgeladen und marschierten Rathaus füllten sich Parkett sprecheranlage steht noch ein hoher Kommando- dann zu dem drei Kilometer entfernt fliegenden Eine deutsche Erklärung an Frankreich. Paris, 5. Sept (DKB.) havas veröffentlicht folgende Meldung: „Infolge der internationalen Lage und infolge der bedeutenden Maßnahmen der Verstärkung der Effektiven und des Materials, die von Deutschland an unserer Nords st- grenze ergriffen worden sind, hat die Regierung eine gewisse Anzahl von Sicherheitsmaßnahmen ergreifen müssen. So haben insbesondere, um die v e f e st i g u n g s g ü r t e l auf ihrer vollständigen Effektivstärke zu halten, Re- eroisten unter die Fahnen zurückgerufen werden müssen. Die Urlauber, Offiziere und Soldaten, haben gleichfalls Befehl erhalten, sich in ihre Garnison zurückzubegeben. Ls handelt sich also um unvermeidliche Vorsichtsmaßnahmen; sie dürfen die öffentliche Meinung, deren Kaltblütigkeit im übrigen eines der wesentlichsten Elemente des Friedens ist, nicht beunruhigen. Auch scheint nach den letzten Informationen die allgemeine Lage sich eher in Richtung einer fühlbaren Entspannung zu entwickeln." vllegungsausgaben. Alle verwaltungstechnischen Arbeiten, die bei der Unterbringung von einer so großen Menschenmasse entstehen, werden in gut ein- Mn-ergerproklamaiwnen. Nürnberg, im September 1938. Es ist verdrießlich, an einem Tage in Nürnberg lediglich als Durchreisender ankommen und wieder abreisen zu müssen ausgerechnet dann, wenn die Vorbereitungen zum Parteitag schon so gut wie beendet und die Stunden bis zu seinem Beginn Wissenschaft und der Wirtschaft. Zur Rechten der Führerloge im ersten Rang sah man die Vertreter des Diplomatischen Korps, auf der anderen Seite hatte eine Abordnung der Faschistischen Partei Platz genommen. Die Ankunft des Führers gab das Zeichen zum Beginn einer Aufführung, die durch vollendete Wiedergabe der Oper das Haus bis zum letzten Augenblick in seinen Bann ziehen sollte. l)ve musikalische Leitung Wilhelm Fu r t wa n g le r , der die Wiener Philharmoniker dirigierte druckte der unvergleichlich harmonischen Gesamtleistung ihren Stempel auf. Ihr stellten sich die ausgezelch- nete Inszenierung Dr. Johannes Mäurachs und die prächtige Gestaltung der Bühnenbilder und Ko- tüme durch Professor Benno von A r e n t würdig sang des Führers im____— ------- ...... Ir..^_______a. ____, ............ ...... u_ — . r und Ränge des schlicht und stilvoll geschmückten t u r m zusammen mit dem Gau Mecklenburg, dessen Zeltlager Moorenbrunn, in dem bis dahin die Nürnberger Opernhauses mit den führenden Män- Zelte neben denen des Gaues Hessen-Nassau liegen, Ausbauarbeiten beendet waren. F v nern der Partei und des Staates, der Kunst, der! zur Verfügung. In der Mitte des großen Lager- — zur Seite. Die Künstler schienen sich selbst zu über bieten, vor allem Rudolf B o ck e l m a n n als Hans Sachs, Josef von M a n u w a r d a als der Gold schmidt Veith Pogner, Eugen Fuchs als Beck- mesfer, Georg Hanns, der die Rolle des Kotyner übernommen hatte, Eyvind L a h o l m als der junge Ritter Walter von Stolzma, Erich Zimmer- mann als Hans Sachsens Lehrbub David. Tiana Lemnitz glänzte als Eva, Ruth Berglund als Magdalena Die vollendete Klangschonheit des Opernchors der Wiener Staatsoper und des Nurn- berqer Opernchors reihte sich den Leistungen der Solisten würdig an. Mit dem Führer spendete das Haus den großartigen Darbietungen begeisterten Beifall. die das Leistungsniveau der Gesamtheit zwangsläufig steigern müssen. Und wie der Nationalsozialismus hier für das Leben des einzelnen parallel mit den Interessen aller die sinnvollste Form des Sozialismus zu verwirklichen strebt, so löst er aus dem gleichen na- türlichen Ausleseprinzip heraus auch in zweckvollster Weise das Problem der politischen Führung der Nation, von der die Zukunft des deutschen Dol- kes abhängt. Wie die nationalsozialistische Partei die Mahnerin des sozialen Gewissens der Nation ist, so ist sie auch die Organisation der politischen Führungsauslese unseres Volkes. In ihr ist die deutsche Jugend organisiert, und sie sorgt dafür, daß jeder junge Deutsche einmal dort stehen wird, wo er hingehört nach der Stärke seines Glaubens, nach der Größe seines Geistes und nach der Kraft seines Willens. Das ist der Rhythmus der sich immer wieder erneuernden Kräfte der Nation, über dem der Hauch der Unsterblichkeit liegt. Es ist der kühne und gewaltige Versuch, das Schicksal eines Volkes und seiner Führung dem blinden Spiel des Zufalls zu entreißen und mit Vernunft m sichere Bahnen zu lenken. Hier versagen alle geschichtlichen Analogien, und zwar daher, weil es noch niemals in der Geschichte ein Regime ge- geben hat, in dem die Autorität einer einzigen Persönlichkeit so groß und der Wille eines Volkes, ihr au folgen, so einheitlich war wie bei uns. Und wenn Sie die Frage erheben, ob dieses volkspolitisch geniale Werk an die Persönlichkeit seines Schöpfers gebunden ist, wenn Sie fragen, ob es nur auf zprei Augen ruht, dann finden Sie in den Fundamenten der Nationalsozialistischen Partei auch den Garanten für eine gesicherte Zukunft als Nation. Denn der Führer hat feine Partei als die Partei des deutschen Volkes so aufgebaut, daß sie auch die Kräfte zu ihrer Weiterführung in sich selbst und aus sich immer wieder selbst entwickelt. Sie ist auf den unerschütterlichen Grundsätzen einer Führerfolge er- richtet, die die Führung der Nation für alle Zeiten unlösbar mit dem Leben des Volkes verbindet/' Die Partei ist die Organisation her politischen Führnngsanslese des deutschen Volkes. Neichspreffechef Dr. Dietrich spricht zur in- und ausländischen presse. Nürnberg, 4. September 1938. Nürnberg hat bereits sein Festkleid angelegt. Die Ausschmückung ist in diesem Jahre noch schöner und vor allem einheitlicher geworden als im Vorjahre. Zu all dem bunten Glanz von Fahnen, Farben und Grün sind neue Möglichkeiten der Ausschmücküng getreten. In der Königstrahe wurden mächtige Pylonen mit den Hoheitszeichen errichtet, die das Bild dieser Straße prachtvoll heben. Neben der Stadt, in der bis zur Stunde noch emsig gearbeitet wird, herrscht in allen Lagern, die tue Tausenden von Menschen aufnehmen sollen, ein geradezu unvorstellbarer Betrieb. Hier wird überall geschafft, um den Lagern noch den letzten Schliff zu geben, damit sie wohl vorbereitet sind, wenn die Männer aus allen Gauen eintreffen. Wir haben am Sonntagvormittag einmal d i e Zeltstädte in der Umgebung des Neichspartei- tagsgeländes aufgesucht, um zu sehen, wie die La- ger der Männer des Gaues Hessen- Nassau aussehen. Unser erster Besuch galt dem Lager Moorenbrunn, in dem die Politischen Leiter unseres Gaues zum erstenmal in diesem Jahr ein Zeltlager beziehen. Ein Zeltlager verlangt naturgemäß andere Vorbereitungen als die Unterbringung in Schulen, wie sie bisher von unserem Gau üblich war. Aber auch diese Umstellung ging ohne Schwierigkeiten vonstatten. Wir kamen gerade recht, um die Errichtung des großen Empsangsbüros zu erleben, das schon von weitem das Standguartier unseres Gaues verkündet. Vor dem feststehenden Verwaltungsaebäude ist in nassauischem Marmor in mächtigen Buchstaben „Hessen-Nassau" in den Boden eingelegt. So hat jeder Gau schon von außen weit sichtbar seine landschaftliche Eigenart zum Ausdruck gebracht. Im weiten Viereck stehen die Langzelte, ine 180 bis 200 Mann fassen. Es können so jeweils zwei ' Kreise in einem Zelt zusammen unterkom- - men. Die Zelte selbst sind innen gut einge- > richtet. Nicht nur Kleiderständer sind vorhanden, ' sondern auch das Schlaflager ist sorgfältig bereitet. ° Das Stroh liegt auf Holzrosten. Darüber wird Rup- • fen gespannt und dann kommen nochmals für jeden einzelnen besondere Matratzen. Es braucht also Rom, 5. Sept. (DNB.) „Teuere" bringt eine Statistik über die Verteilung jüdischer Lehrkräfte auf die einzelnen Hochschulen. Danach tarnen im Jahre 1938 auf 1362 Hochschullehrkräfte 176 (über 12 v. H.) Juden, während 1919 nur 61 auf 965 Lehrkräfte entfielen, so daß sich ihre Zahl innerhalb von knapp 20 Jahren fast verdreifacht hat. Im einzelnen entfallen auf Mailand 18 jüdische Professoren, auf Rom und Turin je 16, Bologna 15, Florenz 13, Neapel 12, Genua 10, Pisa 9, Palermo 8, Padua 7, Modena und Pavia je 6, Cagliari und Triest je 5, Messina, Parma, Perugia und Siena je 4, Bari und Saffari je 3 und Catania 2. Der m. nbera 5 Sept. (DNB.) Mit dem tradi-1 Volksgemeinschaft d en kla ssenlosen Staat tiomllen Empfang d-r in- und auİnd>jchen Presse!9 e 1 4 a f f e n u nib in ihm » t n So»« al i ». m MturoerBmis durch den R-ichspr-sseches mua praktisch p - r w , r k l i ch t. In diesem Dr Dieter ich nahm auch der Reich-Parteitag 1938 Staat g,lt d a - g I e i ch- Leist ung-pr.nz ip, leinen seitlich?» Auftakt Unter den ausiündischen di- gleiche Aus tiegsmoglichk-tt und die gl-.ch- Journalisten sah man besonders starke Gruppen! Chance des Erfolges jur all- , der it-li-nM-n und der japanischen Presse. Nach Sazial.-mu- der N.chtskanner nr musikalischen’ Darbietungen des Reichssymphonte- k—- '»>"'*>«» •>»* ( orchesters unter der Stabführung von Kapellmeister j Erich Kloß nahm Reichspressechef Dr Dietrich das Wort. Die Presse — so betonte Dr. Dietrich, habe auf unserem Reichsparteitag den Platz, der ihrer verantwortungsvollen Aufgabe entspricht. Die hier versammelten Vertreter der in- und ausländischen Presse sind in Nürnberg, um für Hunderte von Millionen in aller Welt >u sehen und zu hören. Was sie in Wort und Bild berichten, wird das Auge von Hunderten von Millionen Menschen auf dem Erdball erreichen. Die Presse ist hier in Nürnberg der Dolmetsch des Erlebens für die ganze Welt. Dieser Parteitag wird im Zeichen des Groh- deutschen Reiches sichen. Der Kampf der Nationalsozialisten in der deutschen Ostmark hat zum Siege geführt. Für sechseinhalb Millionen Deutsche hat ein neues, glückliches Leben inmitten unseres großen und starken Deutschen Reiches begonnen. Der Nationalsozialismus ist letzten Endes ein genial durchdachtes System der Persönlichkeit s a u s l e \ e: er ist die zielbewußte Durchdringung des Prinzips sozialer Menfchenauslese zum Aufbau einer nationalen Volksführung. Schon Plato schreibt in seinen „Gesetzen", daß die genialste und fortschrittlichste Verfassung eines Volkes diejenige fei, in der es gelinge, „die Massen zur freiwilligen Unterordnung und die Weisen aus ihrer Mitte an die Führung zu bringen". Die beste Staatsverfassung und Staatsform — so sagte der Führer — ist diejenige, die mit natürlicher Sicherheit die besten Köpfe der Volksgemeinschaft zu führender Bedeutung und zu leitendem Einfluß bringt. Eine solche Staatsverfassung und politische Lebensform hat der Führer dem deutschen Volk gegeben! Die Organisation, die geschaffen wurde, um sie durchzuführen und praktisch zu verwirklichen, ist die Nationalsozialistische Partei! Die nationalsozialistische Staatsidee ist ein großer schöpferischer Wurf; sie löst auf nationalem und sozialem Gebiet für das deutsche Volk Probleme, um deren Lösung Jahrhunderte vergeblich gerungen haben. Die individualistische Gesellschaftsordnung hat im Leben der Völker die Klasse heroorgebracht. Auf der Ebene des Klassenkampfes aber hat sich das Problem be$ Sozialismus als unlösbar erwiesen. Der Nationalsozialismus dagegen hat durch seine einer Persönlichkeit aus der Umgebung des französischen Ministerpräsidenten, die erklärt habe, daß die Gerüchte über eine Mobilisierung mehrerer Jahrgänge nicht den Tatsachen entspreche. Man habe lediglich gewisse Reservisten einberufe«, um die Befesttgungstrupven auf einer „normalen effektiven Truppenstärke^ zu halten. Diese Einberufungen feien unter dem Gesichtspunkt vor sich gegangen, ausgebildete Truppen heranzuziehen, ohne dabei den Jahrgang zu berücksichtigen. Hieraus erkläre sich auch, daß Reservisten verschiedenen Alters aus den verschiedensten Gegenden einberufen worden seien. Der rechtsstchende „Jour" meint, Sowjetrußland stelle Frankreich eine Kriegsfälle, um Frankreich in den Abgrund zu stürzen. Ein beständiger Wille, der nicht französisch, sondern s o w j et- russisch sei, fordere das Land täglich auf, die Feindseligkeiten gegen Deutschland zu eröffnen. Glücklicherweise sei das Manöver an dem gesunden Menschenverstände des französischen Volkes bis jetzt gescheitert. Es sei jedoch nicht zu bestreiten, daß in ganz Frankreich eine selten beobachtete Nervosität herrsche. Die Einstellung einer Anzahl von Reservisten und die Beibehaltung des jetzt ausgebildeten Jahrganges unter den Fahnen gäben zu den pessimistischen Mutmaßungen Anlaß. Es wäre sehr falsch,von einer Begeisterung zu sprechen. Im Gegenteil, die große Masse des französischen Volkes wünsche den Frieden und wolle nicht einsehen, warum Frankreich zu Maßnahmen greife in einer Frage, die absolut nichts mit den lebenswich- zu zählen sind. Beneidenswert der Gastfreund, in . dessen Hause man kurze Einkehr hält; er tut wäh- . renb der Dauer des Parteitages Dienst an oerant- } wortungsvoller Stelle und darf alles „ganz vorn" - .miterleben, Jahr um Jahr. Man weiß, jetzt rollen schon wie bei einer riesigen Sternfahrt aus ganz Großdeutschland die Züge der vielen Hunderttausende von Teilnehmern hierher, zum erstenmal werden in diesem Jahre auch Tausende jener Männer dabei sein die noch in diesem Frühjahr in den Kerkern des Schuschnigg-Systems trotzig ausharrten. Man wandert unter der sachkundigen Führung des ortsansässigen Freundes durch die festlich geschmückte Stadt, man begegnet einzelnen Formationen, stoßt gelegentlich auf ganze Bündel von ausländischen Berichterstattern, sieht drinnen in der Stadt die staunenden Augen fremdländischer Gäste und draußen die langen, hellen Zeilen der Zeltstädte. Der Werktag des schaffenden Deutschland geht auch während des Parteitages weiter. Aber es ist feit 1933 so, als machte der Deutsche an feinem Arbeitsplatz an den großen politischen Sammlungstagen der Nation eine kleine Wendung in der Richtung nach der geistespolitischen Zentrale des Reiches: Kopf und Hand arbeiten weiter, das Verantwortungsbewußtsein des einzelnen setzt in der Zeit des Vierjahresplanes weniger aus denn je, aber das Um lauscht hierher, nach Nürnberg m . . Es war noch immer so, daß sich in dem Parteitage Rückschau und Heerschau, Rechenschaftserstattung und Befehlsausgabe für em weiteres Jayr konzentrierte. Aber wer die Parteitage nicht nur als größte politische Einzelaktion des jeweiligen Iah- res, sondern darüber hinaus auch m ihrem konstruktiven Zusammenhang, in ihrer ^samt-politischen Linie aufmerksam verfolgt hat, der hat bald erkannt daß hier noch weit mehr ist. Nicht umsonst kommt'ja seit 1933 alljährlich das D'plomati che Korps zu den großen Kundgebungen umsonst waren Hunderte von ausländischen Jour- nallsten hier auf jedes Wort des Führers und seiner Mitarbeiter. _ v.,. . Denn es ist heute längst Traditiong-w°rd-n datz Nürnberg alljährlich während des Parteikongreffes zum Lehrstuhl moderner Staatskunfr wird. Das manifestiert sich außer in den Reden und s prachen des Führers vor allem auch m jenen feierlichen Kundgebungen, die richtungweisend am Beginn des jeweiligen Kongresses stehen, nämlich in der Der- lesung der Proklamation des Führers Was die alljährliche Proklamation der offizielle Auftakt des Parteitages, für den Deutschen bedeutet, darüber braucht uns heute niemand mehr etwas zu sagen — aber was ist für das weltpolitische Gewicht der Proklamation kennzeichnender als die Tatsache, daß sie mit ihrem ganzen mannigfachen Inhalt örau- ßen in der Welt um Deutschland, mit genau solcher' Spannung erwartet, erörtert und notwendiger- weise in die Praxis der großen Politik eintalfuhert wird wie hier bei uns im Reich! Das ergab sich auf ganz natürliche Weise seit jenem Parteitag von 1933, bei dessen Eröffnung die Proklamation des Führers die Kampfansage an die jüdischen Elemente der Zersetzung, die Zujarn- menfassung der Nation zum Kampf gegen die Ar- beitslosigkeit und die kategorische Absage an jede Art von Kleinstaaterei neben vielem anderem brachte. Das Deutschland von 1934 hatte sich dann nicht nur innerlich, sondern auch nach außen hin politisch so verstärkt, daß unser Führer bei der Proklamation in nachdrücklichster Form die Lebensrechte der Nation formulieren konnte, gipfelnd m denjenigen beiden Begriffen, die den Leitsatz der nationalsozialisti- schen Außenpolitik in sich verkörpern: Freiheit und icht der Sozialismus der Trägheit, sondern bet Sozialismus her Fähigkeit, der nur dem Tüchtigen, gleich welchen Standes ober Berufes, bie Bahn frei macht und bamit ununterbrochen Kräfte nach oben führt, Wenig von dem Lager der Politischen Leiter entfernt liegt das des N «F K. der Gruppe 11 Hessen- Westmark, und dicht daneben — zum selben Lagerbezirk gehörend — stehen die Zelte des Reichsarbeitsdienstes. Um den großen, durch mächtige Fahnentürme gekennzeichneten Mittelpunkt reihen sich die langen Lagerstraßen mit den großen Zelten. Dazwischen liegen jeweils die überdachten praktischen Waschanlagen. In der dritten Reihe fanden wir die im Augenblick noch unbelegten Zelte des Arbeitsgaues XXV Hessen-Süd und in der Hauptstraße oberhalb der Aufmarschleitung die einheitlich gekennzeichneten Zelte des Arbeitsgaues XXII Hessen-Nord. Die verschiedenen Truppführerschulen scheinen in einem edlen Wettstreit ihre Zelteingänge künstlerisch ausgeschmückt zu haben. Wenn der Reichsarbeitsdienst am Mittwoch seine Zelte verläßt, ziehen die Männer der SA. hier in Langwasser ein. Schon jetzt sind die Vorkommandos der SA.-Gruppen anwesend. Die SA.-Gruppe Hessen wird die Zelte der Truppführerschulen und die SA.-Gruppe Kurpfalz die Zelte im Block 6 beziehen. Gegenüber liegt das Zeltlager der Hit- ler-Jugend, in das bis jetzt nur einige Vor- und Wachkommandos eingezogen sind. Auch hier machen sich die langen Lagererfahrungen bemerk- bar. Besonders fallen in diesem Jahre die einheit- lich festen Verwaltungsgebäude auf, in denen sich die Verpstegungsausgabe befinbet. In einem über- dachten Vorraum ist Platz für Verkaufsstände aller Art. Am Vorabend des Reichsparteitages können wir also sagen, daß alle Lager gerichtet sind, unsere Männer aus dem Gau Hessen-Nassau aufzunehmen. Am Montag traf Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in der Stadt der Reichsparteitage ein und war bei der Ankunft des Führers im Hauptbahnhof Nürnberg anwesend. Am gleichen Tage trafen auch öie beiden er ft en Sander z ü g e aus d e m Gau He s f en-Naf s a u ein, die die Teilnehmer aus den Greifen Groß- Frankfurt, Offenbach und Hanau nach Nürnberg ■ brachten. Diese ersten Hessen-Nassauer wurden am Die logische Fortführüng dieser Staatsmaxime brachte dann die Proklamation von 1935, zusammengefaßt in dem lapidaren Satz, daß Partei, Staat, Armee, Wirtschaft und Verwaltung nur Mittel zum Zweck der Erhaltung der Nation sind. Im olympischen Jahr 1936, das unzähligen nach Deutschland < gekommenen Ausländern die Friedensarbeit des Na- i tionalsozialismus zeigte, brachte die Proklamation : die Verkündung des Vierjahresplanes auf dem Hm- i tergrunb eines unzureichenden Lebensraumes und des Rohstoffmangels; sie verwies den Gedanken eines Kolonialverzichtes ein für allemal in das Reich der Utopien und betonte als Ziel der inneren Staatspraxis die Verbesserung des allgemeinen Lebensstandards, die allgemeine Einkommenssteigerung durch Leistungssteigerung, also durch Produktionserhöhung. Die Proklamation des Parteitages vom Jahre 1937 erhob dann in aller Form eine klare Kolonialforderung und zog die drei bedeutsamsten Schlußfolgerungen aus noch nicht einmal vollen fünf Jahren nationalsozialistischer Außenpolitik: 1. Der Versailler Vertrag ist tot. 2. Deutschland ist frei. 3. Garant der deutschen Freiheit ist die eigene Wehrmacht. Zwischen den Proklamationen liegen die Stationen eines politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ausstieges, wie er einzig dasteht. Man sollte es beispielsweise immer wieder mit allen Folgerungen durchdenken, was es bedeutet, wenn nicht einmal die größten und reichsten Staatengebilde der Welt auch nur ein Zehntel dessen zu leisten vermochten, was das einst von ihnen ausgeplünderte Deutschland schon allein durch die Beseitigung von rund sieben Millionen Arbeitsloser unter nationalsozialistischer Führung geleistet hat! Vor dem geschichtlichen Hintergründe der für jedermann erkennbaren Momente deutscher Aufbauarbeit fügen sich die Nürnberger Proklamation unseres Staatsoberhauptes zu einem Handbuch der Kunst moderner Staatslenkung zusammen. Es ist freilich nicht damit getan, daß man dieses Buch zeilenrnößig au lesen weiß. Man muß auch jenen Willen zu seinem Verständnis mitbringen, der heute gewissen Staaten in Europa selbst nach bald sechs Jahren noch in einem erstaunlichen Maße abzugehen scheint. Wieder steht eine bedeutsame Proklamation bevor — die Welt sollte im eigenen Inter- Die Meldung über militärische Maßnahmen Frankreichs an unserer weslgrenze ist um so ausfallender, als gleichzeitig darin von einer fühlbaren Entspannung der allgemeinen Lage gesprochen wird. Deutschland hat nie jemanden das Recht bestritten, für seine Verteidigung das Notwendige zu veranlassen. Diese Haltung galt auch gegenüber dem französischen Festungsbau, der Maginot- l i u i e. Anderseits konnte auch Deutschlandein gleiches Recht für sich in Anspruch nehme n, um Gefahren vorzubeugen, und hat deshalb gleichartige V e r t ei d i g u n g s m a h n a h- men an feiner We ft grenze getroffen. Wie Deutschland die seinerzeitigen Vorkehrungen aus französischer Leite nicht als eine unmittelbare und bewußte Drohung aufnahm, so kann Frankreich umgekehrt aus getroffenen deutschen Maßnahmen, die nur den seinen entsprechen, keinerlei Bedrohung für sich ableilen und täte gut daran, alle aus dem Rahmen fallenden Maßnahmen zu vermeiden. pariser Presseecho. Paris, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die militärischen Maßnahmen der französischen Regierung stehen am Dienstag neben dem Nürnberger Parteitag im Vordergrund der Betrachtungen der Pariser Presse. Dabei sind die Blätter durchweg bemüht, die Bedeutung dieser Maßnahmen abzuschwä- chen und die internationale Lage als entspannter darzustellen. Der „Petit Parisi e n " weist daraus hin, daß Daladier erst kürzlich die Notwendigkeit unterstrichen habe, „aufmerksam, entschlossen und faltblütig- zu bleiben". Seither hat- • ten sich neue Ereignisse abgespielt. Es handele sich hierbei um vollkommene normale Maßnahmen, die in den Rahmen der in solchen Fällen vorgesehenen Vorsichtsmaßnahmen fielen und über die man sich deutscherseits nicht wundern dürfe. Sie könnten auf keinen Fall die Oefsentlichkeit beunruhigen, denn ihr Zweck sei der, an der „Aufrechterhaltung des Friedens mitzuwirken". Die rechtsstchende „Epoque" gibt zu, daß eine „Welle des Pessimismus" über Frankreich hinweggche und daß dies durch Sicherheitsmaßnahmen verursacht schiene, die die französische Regierung ergriffen habe. In Wirklichkeit habe sich jedoch nichts ereignet, was die bisherige Lage vom diplomatischen Standpunkt aus verändere. — Das „Journal" verweist auf die Unterredung mit MW > W lern’? i uni Vorder- und Seitenansicht der alten deutschen Kaiserkrone, die mit der lateinischen Inschrift „Konrad von Gottes Gnaden, römischer Kaiser Augustus" für Kaiser Konrad II. angefertigt wurde. Es ist eine Münchner Goldschmiedearbeit aus purem Golde, mit zahlreichen Edelsteinen geschmückt. — (Sennecke-Bildarchiv-M.) Aus der Geschichte der deutschen Reichskleinodien Wiedereinbringung der ehrwürdigen Insignien nach Nürnberg Der- London, 6. Sept. (Europapreß.) Die letzten der Welt vollkommen gedreht. Alles werde davon Schanghai, 6. Sept. (Europapreß.) Die militärisch w Stadt Kw sucht, das Nötige zu veranlassen, damit die wirklichung der Initiativen unterbleibt. Das Negierungsjubiläum der Königin der Niederlande. Fujimura-Division in einem ( genommen. Die Einnahme der zählenden Stadt Kwangtsi macht nicht nur den Weg nach Hcmkau für die an diesem Frontabschnitt vorrückenden japanischen Abteilungen frei, sondern ermöglicht den Japanern auch die Beherrschung der von den Chinesen angelegten Flußsperren. Wie es heißt, sind japanische Streitkräfte bereits mit der Beseitigung dieser Sperren beschäftigt. Amsterdam, 5.Sept. (DNB.) Die Feier 40jährigen Regierungsjubiläums der Königin Niederlande erreichte mit dem festlichen E t n, den könne. Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei>.glbt ferner folgende Richtigstellungen bekannt: Der Besuch Konrad Henleins beim Führer und Reichskanzler am Freitag, dem 2. September 1938, erfolgte auf Ersuchen der englischen Mission in Prag, lediglich zur lieber« ' mittlunq "eines Wunsches ohne konkreten Zusam- zum Leiter der filmkünstlerischen Fakultät; er wurde der Öffentlichkeit durch seine hervorragenden Re- Hieleistungen im Film bekannt und ist zur Zeit v als Schauspieler und Spielleiter im Preußischen Staatscheater unter Gustav Gründgens tätig. des der 3 u g abhängen, ob England weiterhin seine schützende Hand über Tschiankeischek halten werde. Oie Stadt Kwangtsi von den Japanern genommen. Oiebritisch-japonischenVerhandlungen Tokio, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nichi Nichi erklärt, man habe in Tokio die Besprechungen zwischen Außenminister Ugaki und dem britischen Botschafter Craigie aufmerksam und erwartungsvoll verfolgt in der Hoffnung, daß Fortschritte in der Verbesserung der englisch-japanischen Beziehungen mit Bezug auf China erzielt würden. Bisher seien aber nur nebengeordnete Fragen erörtert worden. Seit Ausbruch des Chinakonfliktes fei die Der Kaisermantel, eines der hervorragendsten Stücke der Reichskleinodien, mit reicher ornamentaler Goldstickerei. Die beiden Hälften tragen in strenger Symmetrie die stilisierte Darstellung eines Löwen, der ein Kamel schlägt. — (Sennecke-Bildarchiv-M.) Der Parteitag Großdeutschlands hat für die Geschichte der Stadt Nürnberg ein Ereignis von höchster symbolischer Bedeutung gebracht: Nach 142jäh- riger Abwesenheit sind die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches Deut- scher Nation wieder in die Stadt zurückgekehrt, die jahrhundertelang ihre treue Hüterin und Mährerin gewesen ist und es nach kaiserlichem Privileg für ewige Zeiten sein sollte. Die Festesfreude und der Jubel darüber erfüllt die alte Reichsstadt, deren ruhmreiche großdeutsche Tradition im Reiche Adolf Hitlers durch die Bestimmung zur Stadt der Reichsparteitage eine strahlende Wiedergeburt erfahren hat. Diese Festesfreude ist wohl vergleichbar mit jener, die an den denkwürdigen 22. März des Jahres 1424 die Mauern der Stadt erfüllte, an dem in den Morgenstunden der Rat, die Geistlichkeit und die ganze Bürgerschaft in feierlichem Zuge die Kleinodien des Reiches einholten, diese Sinnbilder der Macht und des Glanzes des Ersten Deutschen Reiches. König Sigismund hatte sie, dem Wunsch der Kurfürsten nachgebend, in Ofen den Abgesandten des Nürnberger Rates übergeben, die mit aller Umsicht und Heimlichkeit den kostbaren Schatz nach Nürnberg brachten. Er erfüllte damit das Versprechen Karls IV., die Reichsinsignien für ewige Zeiten der Stadt Nürnberg in Verwahrung zu geben. Dieses Privileg, durch das die Stadt eine so große Auszeichnung vor allen anderen Städten erfuhr und damit gewissermaßen zur Residenzstadt des Reiches wurde, erhielt durch Sigismund und die späteren Kaiser noch mehrfache Bestätigung, so daß der Rat der Reichsstadt dieses Vorrecht mit Erfolg gegen alle Anfechtungen behaupten konnte. Nach langen Irrfahrten — und damit verbundenen Veränderungen — hatten die Symbole der Kaisermacht zum erstenmal eine bleibende Stätte gefunden, fast bis zu dem Zeitpunkt, als das Erste Reich zerfiel. Untergebracht wurden sie in der Heiliggeist-Kirche, und zwar die Insignien in der „H e i l t u m s k a m- mer", die Heiligtümer in der „Heiltums- truhe", die im Chor der Kirche steht. 17mal zog eine Abordnung des Senats mit den Kleinodien zur Kaiserkrönung nach Aachen, Rom, Frankfurt a. M., Regensburg und Augsburg, das letztemal im Jahre 1764 zur Krönung Franz Joseph II. nach Frankfurt. Goethe, der als löjähriger diese Feierlichkeit miterlebte, hat sie uns anschaulich geschildert. Gemäß den Bestimmungen des Privilegs wurden die Heiligtümer in Nürnberg alljährlich einmal vor Unterredung mit dem Staatspräsidenten, in welcher sie in schriftlicher Form den inoffiziellen tschechischen Vorschlag beantworteten. Infolgedessen sind alle Kommentare hinfällig, die davon zu berichten wissen, daß Henlein mit dem ogenannten neuen tschechischen Plan nach Berchtes- ■ jaben gefahren sei. Bereits aus dem zeitlichen Zu- ammenhang ist weiter ersichtlich, daß die Sudetendeutsche Partei ihre schriftliche Antwort vor der Rückkehr Henleins dem Staatspräsidenten übergeben hatte. Wie das tschecho-flowakische Preßbüro meldet, hat das Kabinett in feiner am 5. September beim Präsidenten der Regierung abgehaltenen Sitzung nunmehr beschlossen, daß definitive Dorsch l ä g e „i n der a l l e r n ä ch st e n Z e i t" den Vertretern der Sudetendeutschen Partei m i t geteilt werden. großen Flottenmanöver dieses Jahres jaben am Dienstagmorgen in der Nordsee und insbesondere in den schottischen Gewässern begonnen. An den Manövern nehmen etwa 60 Einheiten der Heimatflotte teil, darunter das Schlachtschiff „Nelson", einige neue Kreuzer, Unterseeboote und etwa 30 Zerstörer. Don besonderem Interesse erscheint den englischen Flottensachverständigen der Einsatz des 22 000 Tonnen großen Flugzeugmutterschiffes „A r k Royal". Als erste Einheit aus einer Reihe von fünf Schiffen dieser Art führt die „Art Royal" etwa 70 Flugzeuge mit sich im Vergleich zu 48 Flugzeugen, die das bisher größte Flugzeugmutterschiff „Courage o u s" trägt. König Boris von Bulgarien in England. London, 5. Aug. (Europapreß.) König Boris von Bulgarien ist in Begleitung der Königin am Montagnachmittag in London eingetroffen; das Königspaar wird am Abend nach Schloß Balmoral Weiterreisen. Von der bulgarischen Gesandtschaft in London wird betont, es handle sich um einen rein privaten Besuch beim englischen Königspaar. In politischen Kreisen rechnet man aber damit, tafj König Boris in Schottland mit Ministerpräsident Chamberlain Zusammentreffen wird. Es wird auch von der Möglichkeit einer englischen Anleihe für Bulgarien gesprochen. Haltung Englands gegenüber Japan mehr oder weniger herausfordernd gewesen. England scheine seine Machtstellung in China immer noch zu überschätzen. Sie gehöre der Vergangenheit an. Seit Ausbruch des China-Konfliktes habe sich die Bühne! Kunst und Wissenschaft. Hans Friedrich Blunck mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Der Altpräsident der Reichsschrifttumskammer, Dr. Hans Friedrich Blunck, feierte, wie berichtet, auf feinem Erbhof Moelenhoffhus (Kreis Ploen) seinen 5 0. Geburtstag. Dem Dichter wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Der Führer hat Blunck in Anerkennung seiner Verdienste um das deutsche Schrifttum die G o e t h e m e d a i l l e für Kunst und Wissenschaft verliehen. — Reichsminister Dr. Goebbels sandte folgendes Glückwunschtelegramm: „Zu Ihrem 50. Geburtstage übermittle ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ich gedenke dabei mit Dankbarkeit der vielen Verdienste, die Sie sich um die Entwicklung des deutschen Schrifttumes im nationalsozialistischen Staate erworben haben. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß Ihre starke Persönlichkeit dem Volke und dem neuen Reiche noch viele Jahre erhalten bleibe möge." — Der Rektor der Hansischen Universität in Hamburg hat Blunck die Würde eines Ehrenmitgliedes der Hansischen Universität verliehen. Die Erzieher und Jungmannen der nationalpolitischen Erziehungsanstalt Ploen brachten ihm einen Fackelzug. Oie Fakultätslerter der deutschen Filmakademie. Auf Vorschlag des Präsidenten der Deutschen Filmakademie, Wilhelm M ü l l e r - S ch e l d , hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda folgende Persönlichkeiten zu Fakultätsleitern der Deutschen Filmakademie ernannt: Staatsschauspieler Wolfgang Liebeneiner Ein Aufstandsversuch in Chile niedergeschlagen. Der Anführer der Rebellen von Regierungstruppen festgenommen. Santiago de Chile, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Anhänger des Präsidentschaftskandidaten Ibanez unternahmen am Montagmittag in der Hauptstadt Chiles, Santiago, einen Aufstand s v e r s u ch , der von Polizei und Militär im Keim unterdrückt wurde. In den Mittagsstunden rotteten sich die Anhänger von Ibanez zusammen und versuchten, das Regierungsoiertel der Hauptstadt zu besetzen. Es kam zu schweren Schießereien, bei denen auch Maschinengewehre zum Einsatz kamen. Den Aufständischen gelang es, sich in der Universität und in dem Gebäude der Arbeiterversicherung zu verschanzen, Gebäude, die in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes liegen. Der Polizei und den sofort eingesetzten Truppen gelang es in Kürze, den Aufftand niederzuschlagen und die Rebellen einzuschließen. Universität und das Versicherungsgebäude konnten in kurzer Zeit genommen werden. Ibanez, der den Versuch machte, einzelne Truppenteile vom Abfall von der Regierung zu bewegen, wurde f e st g e n o m - m e n. Der Ausstand war nach sechs Stunden bereits wieder zusammengebrochen. Im ganzen Lande herrscht Ruhe. Die Abgeordneten der Kammer haben den Vorschlag, den Ausnahmezustand über Chile zu verhängen, angenommen. Ebenso wurde der Regierung die Befugnis erteilt, ein Sicherheitsgesetz zu erlassen. Englische Flottenmanöver in der Nordsee. dem Schvpperschen Haus auf dem Marktplatz (dem heutigen Adolf-Hitler-Platz) dem Volke, das zu diesem seltenen Ereignis in Scharen nach Nürnberg zog, auf dem sogenannten Heiltumsstuhl gezeigt. Rund 100 Jahre wurde dieser Brauch geübt, das letztemal 1523. Dann wurde infolge der Reformation, die mit dem katholischen Ritus verbunden gewesene Heiltumsweisung eingestellte Von da an wurden die Kleinodien vom Altar der Heiliggeist- Kirche oder in der Sakristei zur Schau gestellt. Das Jahr 1796 brachte für Nürnberg den schmerzlichen Verlust des so lange gehüteten Gutes. Als die Scharen des französischen Generals J'ourdan sich der Stadt näherten, beschloß der Rat, die Reichskleinodien vor ihnen in Sicherheit zu drinnen. Wie recht er daran tat, zeigte die Enttäuschung Jourdans, als er nach seinem Eintreffen in Nürnberg den Schatz, den er im Namen der französischen Republik beschlagnahmen wollte, nicht mehr vorfand. In aller Heimlichkeit hatte ihn Oberst von Haller in Kisten verpackt, verdeckt auf einem Wagen aus der Stadt gebracht und dem kaiserlichen Gesandten in Regensburg, Frhr. v. Hügel, übergeben, Oer ihn zunächst im dortigen Reichsarchiv verwahrte und dann auf Umwegen nach Wien brachte. Dor den Franzosen hatte der Rat die Kleinodien wohl gerettet, dafür aber an Wien verloren, denn alle diplomatischen Schritte, die er unternahm, um die Kleinodien entsprechend der klaren Zusage des Freiherrn von Hügel wieder mrückzuerhalten, blieben ohne Erfolg. Als am 6. August 1806 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu bestehen aufgehört hatte, versuchte der Rat nochmals, die nun eigentlich herrenlosen Insignien zurückzubekommen, da er sich auf Grund der Privilegien und der Tradition als der rechtsmäßige Verwahrer betracht tete. Das entsprechende Schreiben blieb jedoch von Wien aus ohne Antwort. Ein später vom Germanischen Nationalmuseum unternommener Versuch, den Kaiserornat zu erhalten, führte ebenfalls zu keinem Ergebnis. Man hatte die Reichskleinodien der Schatzkammer der Wiener Hofburg einverleiht. wo sie sich noch bis vor kurzem befanden. „So gingen die Heiligtümer des alten Reiches", schreibt ein Historiker, „der einstigen treuen Hüterin dauernd verloren. Ob es einer näheren oder ferneren Zukunft gelingen wird, diese ehrwürdigen Symbole des Deutschen Reich wiederzugewinnen, wer weiß es? ..." Dieser langersehnte Wunsch ist heute Erfüllung geworden durch die Tat des Führers. Ein altes Unrecht ist damit wieder gutgemacht, und Nürnberg wird sich des Vorzuges würdig erweisen, wieder, wie schon einst, für ewige Zeiten die Mährerin der Symbole des Ersten Reiches zu fein, da es heute als Stadt der Reichsparteitage wieder im Mittelpunkt des Geschehens der Nation steht. Feierliche Wiederembringung der Symbole des Ersten Reiches. Festakt in der Meistersingerkirche. Nürnberg, 6. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf Anordnung des Führers übergab am Dienstagvormittag in der 600jährigen Meistersinger- kirche in der Altstadt Nürnberg der Reichsstatthalter der deutschen Ostmark' Dr. Seyß-Jn- q u a r t, in einem Festakt von wahrhaft geschichtlicher Bedeutung die Reichsinsignien und R e i ch k l e i n o di en , die Wahrzeichen deutscher Macht und Herrlichkeit dem Oberbürgermeister der Stadt der Reichsparteitage. Damit sind die Symbole einstiger Reichsherrlichkeit in des Reiches Mitte zurückgekeyrt. Dem festlichen Akt wohnten das Führerkorps der Partei und die höchsten Vertreter der Reichs, und Staatsbehörden bei. Gegen marxistische Gesetzes- initiatwe in Basel. Einspruch des Bundesrats. Bern, 5. Sept. (Europapreß.) Der Bundesrat hat an den Regierungsrat des Kantons Bafel-Stadt ein Schreiben gerichtet, in dem gegen zwei Gefetzes- initiatioen des Basier Regierungsrates Einspruch erhoben wird, die auf marxistische Treibereien zurückgehen und sich gegen nationalsozialistische Organisationen richten. Diese sollen als staatsgefährlich erklärt und im Gebiet des Kantons Bafel-Stadt verboten werden, ebenso die Herstellung, die Einfuhr und der Vertrieb der Presseerzeuanisse der NSDAP. Weiter soll jede Propaganda der netto» nalsozialistischen oder faschistischen Organisationen verboten und Zuwideryarck»lungen mit schweren Strafen geahndet werden. In dem Einspruchsschreiben des Bundesrates heißt es: „Wir haben mit Beunruhigung festgestellt, daß die erste Initiative auf ein der Bundesgewalt vvrbehaltenes Gebiet übergreift. Sie bezweckt eine einseitig gerichtete Abwehr einer ausländischen Gefährdung unserer demokratischen Einrichtungen. Sollte eine solche Gefahr bestehen, so berührt sie das ganze Land und nicht nur einen Kanton. Maßnahmen zum Schutze der äußeren Sicherheit des Landes fallen in die Zuständigkeit des Bundes. Ein Verbot ausländischer Oraa- nisgtionen in der Schweiz trifft unvermeidlich die Beziehungen zum Ausland selbst, es ist eine Frage der internationalen Politik und berührt die völkerrechtliche Stellung des Landes. Für diese tragen aber die Bundes behörden und nur si e die Verantwortung. Demgemäß muß der Bundesrat auch die ausschließliche Kompetenz beanspruchen, die im Interesse des gesamten Landes erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Der Regierungsrat des Kantons Basel wird er- ichtige, den Weg nach Hankau sperrende w a n g t s i wurde von der japanischen ——y----- —— „.....—n-j *...... erbitterten Nachtgefecht Ingenieur Rudolph Thun zum Leiter der film- der 80 000 Einwohner | technischen Fakultät; Thun hat seit vielen Jahren Prag, 5. Sept. (Europapreß.) Die politischen Besprechungen haben in Prag am Montag wieder eingesetzt. Gegen Mittag begab sich Lord Runci« man auf die Burg und hatte mit dem Präsidenten Benesch eine mehrstündige Unterredung. Fast zur gleichen Zeit beriet fein Mitarbeiter Ashton- Gwatkin mit dem Ministerpräsidenten Dr. H o d z a. — Im Hotel der Mission fand eine Besprechung zwischen Mitgliedern der Mission Lord Runcimans und dem ehemaligen Gouverneur der tschecho-slowakischen Nationalbank, dem bevollmächtigten Minister Dr. P o s p i s ch i l, statt. Pospischil ist seit seinem Rücktritt als Gouverneur der Nationalbank anläßlich der ersten Devalvation der Tschechenkrone im Jahre 1934 Sachverständiger der Regierung für internationale Finanzfragen. Er war von dem Sekretär des Technischen Ausschusses der Internationalen Handelskammer, Dr. W a n e k, begleitet. Konrad Henlein hatte eine eingehende Aussprache mit Mitgliedern der Verhandlungs- a b ordnung der SDP., über deren Ergebnis das Presseamt der SDP. mitteilt: Die Abordnung habe einen umfangreichen Lagebericht gegeben. Henlein habe die Ereignisse der letzten Woche, seinen Besuch ?-eim Führer und Reichskanzler und seine Unterredung mit dem Mitglied der englischen Mission Ashtock-Gwatkin behandelt. Weiter sei eine Reihe von konkreten Zwischenfällen und Ereignissen behandelt worden. Sie hätten bewiesen, daß die Tätigkeit der Behörden zu keiner Entspannung im sudetendeutschen Gebiet beitrage. Alle eingehenden Berichte hätten jene unhaltbare Lage aufgezeigt, die nur durch die rasche und umfassende.Verwirklichung der acht Karlsbader Forderungen Konrad Henleins beendet wer- Weitere Besprechungen in Prag. Oie tschechische Negierung stellt definitive Vorschläge „für die allernächste Zeit in Aussicht. der Königin in der Landeshauptstadt Amsterdam ihren Höhepunkt. In den Mittagsstunden lief der königliche Sonderzug auf einer der Nebenftationen Amsterdams ein. In prächtigen Galawagen begann darauf der Einzug in die reichgeschmückte Stadt. Auf dem Dam, dem großen Schloßplatz, hatten sich Tausende von Sängern versammelt, die das Königshaus mit Massenchören feierten. Immer wieder mußte sich die Königin den jubelnden Volksmas- fcn zeigen. Nach einer althergebrachten Tradition finden ab Montag an den Abenden der nächsten Tage D o l k s f e ft e statt. Die Grachten sind festlich geschmückt und erstrahlen in ben Abendstunden- in j---„01l£>n tsM^ikMan feenhafter Beleuchtung. — Der Führer und mmhang mit dem sogenannten neuen j^chlschen R e i ch s k a n z l e r hat der Königin zum 40jährigen Plan Die V erf re t er d er 6 DP. Abgeordnete übÄiUbUäUm brlW |CinC WÜ-wuulche,Kun^ u^ --«^hatten ^-b°n, Tage, durch eigene Arbeiten große Erfahrungen auf dem Gebiet der Filmherstellung, besonders des technischen Filmes, des Nachsynchronisierens, der wissenschaftlichen Kinematographie (Hochfrequenzkinematographie) und des Fernsehens, sammeln können. Er wurde außerdem durch zahlreiche Erfindungen bekannt, die in der Praxis verwertet werden. Dr. Günther Schwarz zum Leiter der filmwirtschaftlichen und filmrechtlichen Fakultät: er arbeitet seit vielen Jahren praktisch in der Filmwirtschaft sowie in der Reichsfilmkammer und gilt als einer der besten Kenner der wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhänge auf dem Gebiet der nationalen und internationalen Filmwirtschaft. Zum Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie wurde der langjährige Leiter der Außenstelle Südwestdeutschland der Reichsfilmkammer, Gerichtsassessor Oskar Schmidt-Halin bestimmt. Die Lehrtätigkeit der Deutschen Filmakademie beginnt am 1. November, nicht, wie irrtümlich gemeldet, am 1. Oktober d. I.: die Studien- und Geschäftsordnung wird in Kürze bekanntgegeben werden. Heuer Leiter des Marburger Staatsarchivs. Der seitherige Leiter des Staatsarchivs in Wiesbaden, Staatsarchivdirektor Dr. V a u p e l, ist an Stelle des verstorbenen Staatsarchivdirektors Dr. C. K n e t s ch zum Leiter des Marburger Staatsarchivs ernannt worden. Bei seiner Einführung durch Staatsarchiorat Dr. G u t b i e r versicherte der neue Leiter des Staatsarchivs, daß er das Werk im Sinne seines Vorgängers weiterführen werde. Aus alter Welt. Trauerfeier für die Besatzung des Gegelschulschiffes „Admiral Karpfanger". In Hamburg hielt die Hamburg-Amerika-Linie den auf See gebliebenen 60 Kameraden des Segelschulschiffes „Admiral Karpfanger" eine würdige Totenfeier. MU den Angehörigen und Gefolgschastsmitgliedern der Hapag waren viele, gekommen, um den fern von der Heimat Gebliebenen die letzte Ehren zu erweisen. Glockengeläute und Orgelklänge leiteten die ergreifende Feier ein. Oberkirchenrat D r e ch s*l e r sprach von dem tiefen Leid, das mit dem Tode der 60 Seeleute nicht nur die Angehörigen, die deutsche Seefahrt und die Hansestadt Hamburg, sondern das ganze deutsche Volk betroffen hat. Mit Sorgfalt und Liebe sei dos Schiff hergestellt gewesen, mit allen Errungenschaften der Technik ausgerüstet, mit bewährten, tüchtigen und zuverlässigen Seeleuten bemannt: — dennoch hätten 6.0 brave, treue, deutsche Männer ihr Leben hingeben müssen, aber auch dieser Tod sei ein Opfer für die Gemeinschaft gewesen. Für die Hamburg- Amerika-Linie übermittelte der Betriebsführer Dr. Hoffmann den Angehörigen die Gefühle inniger Anteilnahme und gelobte für die Gefolgschaft, im Geiste der Toten zu arbeiten. Schwere Gefangenen-Mißhandlungen in USA. Gefängnisdirektor Mills, fein Stellvertreter, zwei Gefängnisärzte und zehn Wärter des Gefängnisses in Holmesburg (Pennsylvanien) wurden ihres Amtes entsetzt und wegen fahrlässiger Tötung verhaftet. In dem Gefängnis Holmesburg hatten Gefängniswärter, wie bereits berichtet, einen ganzen Gefängnisblock abgeriegelt und, während bereits eine furchtbare Hitze herrschte, die Dampfheizung angestellt. Dabei waren vier Sträflinge langsam zu Tode geröstet worden und die übrigen auf eine bestialische Weise so lange gequält worden, bis sie tobsüchtig wurden. Inzwischen wurde ein Gruppe von 19 überlebenden Gefangenen vernommen, die gleichfalls in dem überheizten Gebäude eingeschlossen worden war, weil sie als Protest gegen die schlechte Gefängniskost an einem Hungerstreik teilgenommen hätte. Die Ueberlebenden sagten aus, daß eine derartige Hitze entstanden sei, daß die Türen der Zellen glühend heiß waren und nicht angefaßt werden konnten. Auf ihre flehentlichen Bitten um Wasser und Luft hätten die Wärter von draußen als Antwort nur gerufen: „Ihr verreckt doch nicht, ihr Schweine!" Infolge der furchtbaren Qualen hätten viele von ihnen Tobsuchtsanfälle bekommen. — In Frankfort (Kentucky) wurde gegen den Gefängnisdirektor Hammond des Staatsgefängnisses von Kentucky Klage wegen schwerer Mißhandlung von Gefangenen erhoben. Nach den Aussagen der Gefängnisangestellten hat Hammond in seinem Privakbüro Gefangene so blutig geschlagen, daß sie nachher die Blutlachen auf- wischen mußten. Das Reich sorgt für feine Soldaten Ein neues Wehrmachtsfürjorge- und Versorgungsgesetz. Berlin, 5. Sept. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird das neue Wehrmachtsfürsorge- und Versorgungsgesetz (WFVG.) bekanntgegeben. Der natw- nalsozialistische Staat sorgt für seine Soldaten, indem er die Ueberführung der entlassenen Soldaten in einen anderen Berus sicherstellt oder erleichtert, und er versorgt entlassene Soldaten und Hinterbliebene verstorbener Soldaten durch Dauerleistungen wie Ruhegehalt, Dauerrente, Rente für Arbeitsoerwendungsunfähige (ADU.-Rente), Witwen- und Waisenbezüge. Die Fürsorge steht also im Vordergründe, den der Soldat dient nicht, um „versorgt" zu werden, d. h. um sich eine „Rente" usw. zu sichern. Daher heißt das Gesetz auch „Wehrmachtsfürsorge- und Versorgungsgesetz". Das neue Gesetz gibt besonders dem jungen Deutschen, der sich als Offizier oder als Unteroffizier lange Jahre seines Lebens in den Dienst von Volk und Vaterland stellt, die Sicherheit, daß nach Abschluß seiner Dienstzeit in einer Weise für ihn gesorgt wird, die nicht nur seine fernere Lebensbahn sichert, sondern den Aufstieg im Staatsdienst in gesicherte, verbesserte Und gehobene Lebensstellungen öffnet. • Vier Schwerpunkte zeichnen sich im Gesetz deutlich ab: 1. Der Grundsatz, daß der Soldat durch die Erfüllung der aktiven Dienstzeit keinen Nachteil erleiden soll. 2. Die Sicherung desBerufssoldaten: a) des Unteroffiziers durch Ueberführung in den Beamtentzeruf oder durch eine äusreichende hohe Geldabfindung für den Uebergang in einen anderen Beruf: b) des Offiziers durch Ueberführung jüngerer Offiziere in den Beamtenberuf oder durch Schaffung der Mittel und Wege zum "Uebergang in einen anderen Beruf oder durch Gewährung von Ruhegehalt nach Grundsätzen, wie sie ähnlich für Beamte gelten: 3. die Sorge um „W ehrdienstbeschä- digte" durch Heilfürsorge und Arbeitsvermittlung, ferner durch Gewährung eines „Versehrtengeldes" bei erheblicher körperlicher Beeinträchtigung und einer Rente bei Arbeitsverwendungsunfähigkeit. 4. Die Sicherung von Hinterbliebenen der Soldaten durch eine ähnliche Versorgung, wie sie Beamten-Hinterbliebenen gewährt wird. Der ehemalige Unteroffizier, der Beamter werden will, wird „Militäranwärter". Der „Militäranwärter" und seine Familie sind in ihrer Existenz wirtschaftlich genau so gesichert wie jeder Beamter mit seiner Familie. Bis zur planmäßige» Anstellung als Beamter erhält der Militäranwärter Bezüge, die dem Gehalt der Beamtenlaufbahn entsprechen, in die er nach dem Ergebnis der auf einer Fachschule der Wehrmacht abgelegten Prüfung einberufen wird. Die Wehrmachtsfachschulen aber ermöglichen es dem Unteroffizier durch eine erstklassige Ausbildung, in, seinem Charakter, seinen Fähigkeiten und Leistungen entsprechende Beamtenstellen aufzurücken. Die Unteroffiziere, die in das freie E r - werb sieben übergehen oder als Wehrmachtssiedler Neubauernstellen übernehmen oder sich sonst in der Landwirtschaft: insbesondere als Bauern, ansässig machen wollen, erhalten eine Geldabfindung, die ihnen, im Gegensatz zu den bisher gewährten erheblich niederen Abfindungen, eine sichere Grundlage für die Zukunft geben wird. Die Abfindung einschl. einer Dienstbelohnung beträgt im Normalfalle 9 200 Mark, zur Uebernahme eines landwirtschaftlichen Betriebes 11 200 Mark, und zur Uebernahme einer Neubau- ernfteüe 13 200 Mark, im Grenzgebiet sogar 16 200 Mark. Die Bedeutung dieser Maßnahmen liegt darin, durch das neue Gesetz die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß sich diejenigen jungen deutschen Männer, die Lust und Liebe zum Berufssoldaten in sich tragen, diesen stolzen und männlichen Beruf ohne Sorge um ihre wirtschaftliche und berufliche Existenz für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Wehrdienst hingeben können. Aber auch für seine Offizie^re sorgt der Staat. Unterscheiden sich die Bestimmungen für ältere Offiziere auch nur wenig von den bisher geltenden und von denen, die für Beamte gelten, so bringt das neue Gesetz doch wesentliche Verbesserungen für jüngere Offiziere, die infolge Dienstunfähigkeit ihren Lebensberuf frühzeitig aufgeben müssen. Ihnen wird nicht nur der Uebergang in einen neuen Beruf durch wirtschaftliche Sicherung ihrer Existenz in der Zwischenzeit oder durch Anstellung als Beamter gesichert, sondern im Falle der Arbeitsoerwendungsunfähigkeit ein Ruhegehalt gewährt. Das Gesetz bricht grundsätzlich mit der bisherigen Rentenversorgung für Beschädigte. Es gibt nur noch Arbeitsoerwendungsfähigkeit und Arbeit^verwendungsunfähigkeit. Eine Rente erhält künftig' nur der Ärbeitsoerwendungsunfähige. Wer arbeitsfähig ist, wird in einen Arbeitsplatz vermittelt, der ihm, unter Berücksichtigung seiner Lebensverhältnisse, Kenntnisse und Fähigkeiten, billigerweise zugemutet werden kann. Auch der schwerbeschädigte Soldat soll das Bewußtsein haben, daß er-Dank der Fürsorge der Wehr- macht und anderer Stellen des Staates sich noch als nützliches Mitglied der Volksgemeinschaft fühlen und seinen Lebensunterhalt selbst verdienen kann. Für jede Wehrdienstbeschädigung aber, bie dauernd oder auf unabsehbare Zeit eine erheb- liche körperliche Beeinträchtigung zur Folge hat, wird ein Dersehrtengeld gewährt, das nach der Schwere der Körperschädigung verschieden hoch ist, zwischen 15 und 20 Mark monatlich schwankt und neben jedem anderen Einkommen, außer De- amten-Diensteinkommen, zu zahlen ist. Der Begriff des jungen, noch arbeitsfähigen Rentenempfängers ist damit verschwunden. Oie Rentenversicherung für bie Zeit des Wehrmachts- und Arbeitsdienstes. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Reichsarbeitsminister Hot die Steigerungsbeträge bestimmt, die aus der Rentenversicherung (Invaliden-, Angestellten- und Knappschaftlichen Pensionsversicherung) für die Zeit des Dien st es inder neuen Wehrmacht und des Reichs- arbeitsdienstes zu gewähren sind. Es sollen einheitlich die Steigerungsbeträge der zweiten Klasse gezahlt werden. Dieselbe Regelung ist für die Arbeiter getroffen worden, die a m W e l t k r i e g teilgen o m men haben und bisher keine Steigerungsbeträge für diese Zeit erhalten haben. Wetterbericht Durch die gleichzeitige Verstärkung der Wirbeltätigkeit im Ostseegebiet und über England bildet sich über Westdeutschland durch das Zusammentreffen verschiedener Luftströmungen rasch ein ausgedehntes Regengebiet aus. Im Anschluß an die anhaltenden und ergiebigen Niederschläge wird sich bei überwiegend westlicher Luftzufuhr nach vorübergehender Aufheiterung das unbeständige Wetter fortsetzen. Vorhersage für Mittwoch: Ueoerwie- gend bewölkt und weiterhin zeitweise Regen. Temperaturen wenig geändert, westliche Winde. Vorhersage für Donnerstag: Fortdauer der unbeständigen und kühlen Witterung. Lufttemperaturen am 5. September: mittags 16,8 Grad Celsius, abends 11,4 Grad: am 6. September: morgens 10,4 Grad. Maximum 17,2 Grad, Minimum heute nacht 9,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. September: abends 15,9 Grad: am 6. September: morgens 14,8 Grad. — Niederschläge 8,8 mm. — Sonnenscheindauer 4,9 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theoder Kümmel. D.21. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gieben (An der Hardt), Mannheim, Magdeburg, den 5. September 1938. 5727D Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unsere liebe Mutter, Schwieger' mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Valentin Anna Braun, geb. Valentin und Kinder Familie Hermann Opfermann Minna Reinhardt, geb. Valentin und Kinder Otto Valentin und Frau Familie August Valentin Heinrich Faust und Frau. Frau Luise Valentin Wwe. geb. Niebergall x nach kurzer Krankheit im 83. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. +Damenhaft (Geslchtshaare) u.al.läst.Haarew. nurd.dievvnmir angew.,einz.fick Meth. unt. Gar lmm.m.d.Wurz. schmerzl.emferm Frau B. Gulden, seit 1935 Fr.W. Henkel Svrecksiund. >etzt Mittwochs.Gießen Am Biegelpfad 32 ^-ßVollhrhiirrfin. Statt besonderer Anzeige. Am 4. September entschlief mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Generalmajor a. D. Paul Nücker im 78. Lebensjahre. Im Namen der Angehörigen in tiefem Schmerz: Marie Nücker, geb. Andre. Heidelberg, September 1938. —------------ 5731D Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Plötzlich und unerwartet entschlief am Samstagabend meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Anna Kling, geb. Hofmann im Alter von 43 Jahren. In tiefer Trauer : Familie Karl Kling III., nebst Angehörigen. '! Wieseck, Alten-Buseck, den 6. September 1938. Die Beerdigung, findet Mittwoch vf-en 7. September, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause, Eichelbaum 1, aus statt. ______________________________X_______5732V | Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Hämorrhoiden sind lästig! 5726V Verlangen Sie porcofi ei Gratisprobe ANUVALIN Anuvalinfabrik Berlin SW 61 / A 253 Von der Reise zurück Dr. med. WiHi. Trautmann Moltkestraße 6 Fernsprecher 4264 5735V Elektro-Waschmaschine Bevor Sie eine elektrische Waschmaschine kaufen, lassen Sie sich vom ortsansässigen Fachhandel die seit Jahrzehnten erprobte Miele bei der nächsten Wäsche in Ihrem Hause vorführen. Sie haben dann die Gewähr, streng reell und zu den billigsten Preisen (schon von 150 — an) bedient zu werden. Auf Wunsch bequeme Ratenzahlung. B J. B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarten (Parkplatz) / Fernruf Nr. 2145/2146 Wieder ein neuer... So kommt einer zum anderen. Für jeden Zweck haben Sie dann den richtigen Topf. Koch- und Bratgeschirre In Emaille, Aluminium und Stahl zeigt Ihnen in guter Qualität Einen 6/ J. B. HäuserZ Gießen,a. Oswaldsgarten (Parkplatz) * Fernruf Nr. 2145-2146 3 Regen-Umhang Mk. 3.90 für alle Figuren u. dabei garantiert wasserdicht. Aus gummiertemBaum- wollstoff. 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Es war ein kalter, triefender, grämlicher Stein, den Barockfiguren lief das Wasser aus den Falten ihrer Gewänder. Was war selbst das berückende Rokoko- Haus, hinter dem man vor zwei Tagen noch Musik von Mozart erträumte, Kerzen, Menuette, ein Lachen hinter flatternden FäctDrn? Es sah nun aus, dieses glänzende Haus, wie eine Theaterkulisse, vergessen von einer wandernden Truppe. - Grell, häßlich stachen die Lichter aus den Lokalen, die sonst so schumrig an warmen Abenden locken. Die Autos schlapsen dahin, wie alte Männer in Filzpantoffeln, vorsichtig, und doch bei jedem Tritt ins Wasser patschend. Das Seltsame aber war, wie klein die Stadt im Regen war. Sie, die Weite und Fürstliche war auf einmal eng, trostlos und unwichtig. Und dafür hoben sich häßlich, ja drängten sich an allen Straßenfronten vor die Häuser des schlechten Geschmacks der 90er Jahre, schubsten die alten zurück, die wenig schönen. Morgen, dachte man, morgen wird alles wieder anders sein. Aber das Herz glaubte es nicht. Das der Aufmarschstraße rechts und links dekorative Bauten, an der Stirnseite ist ein Flaggenturm mit Rednerpodium vorgesehen. Die drei großen Felder des Stadion-Aufmarschgeländes werden von Baumanlagen umrahmt sein. Der zweite Teil des großen Modelles in devAus- stellung zeigt die projektierte bauliche Gestaltung des„Berwaltungs-Forum s". Für diese Anlage, deren Umsetzung in die Tat zeitlich heute noch nicht festzulegen ist, hat man den Baublock zwischen Moltkestraße, Hitlerwall, Ecke Hindenburgwall- Gartenstraße, an der Wieseck entlang ostwärts bis zur Moltkestraße vorgesehen. In diesem Block wird an der Ecke Hindenburgwall/Gartenstraße das geplante neue Rathaus als zentraler Sitz der gesamten städtischen Behörden seinen Platz haben. Nach Osten zu, also in Richtung Moltkestraße, sollen, sobald die Zeit dafür gekommen ist, weitere die Schwimmhalle. r 65. Lebensjahr keine Arbeitsgrenze. NSG. Es herrscht bei den Unternehmern vielfach noch die Ansicht, daß eine Weiterbeschäftigung von Arbeitskameraden über das 65. Lebensjahr hinaus verboten sei. Es besteht darum Beranlassung, darauf hinzuweisen, daß eine gesetzliche Verpflichtung, Arbeiter oder Angestellte nach Erreichung der Altersgrenze von 65 Jahren zu entlassen, nicht besteht. Bei dem heutigen Mangel an Arbeitskräften besteht großes Interesse, diese Arbeitskameraden weiter zu beschäftigen, wenn sie physisch dazu in der Lage sind. Es' entspricht dies auch vielfach dem Wunsche der Arbeitskameraden selbst, deren Invaliden- bzw. Altersrenten in der Mehrzahl der Fälle nicht zur Bestreitung des notwendigen Lebensunterhaltes ausreichen, so daß sie oftmals auf die Unterstützung ihrer Angehörigen angewiesen oder aber die öffentliche Fürsorge zusätzlich in Anspruch zu nehmen gezwungen sind. Dies zu vermeiden, gehört auch zur Fürsorgepflicht der Betriebsführer. Es soll also diesen Arbeitskameraden auch dann die Möglichkeit gegeben werden, nach Erreichung der Altersgrenze weiterzuarbeiten, wenn sie nicht mehr voll leistungsfähig sind. Auf diese Weise wird zusätzlich, wenn auch nur in geringem Umfange, eine weitere Möglichkeit geschaffen, dem Arbeitermangel abzuhelfen. Gietzener lvochenmarktprette. * Gießen, 6. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matts 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse C ll1/», ausländische 12, Wirsing, % kg 8, bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 25 bis 30, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 45 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, XA. kg 5 Pf., 5 kg 40 bis 44 Pf., 50 kg 3,75 bis 4,20 Mark, Aepfel, Vi kg 25 bis 40 Pf., Falläpfel 16 bis 20, Birnen 30 bis 50, Pfirsiche 45, Brombeeren 40 bis 55, Zwetfchen 45 bis 48 Pf., junge Hähne 1,10 bis 1.20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf.. Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 3 bis 6, Endivien 5 bis 15, Ober- kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 15 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. Bauten für öffentliche Zwecke errichtet werden. Welcher Art diese öffentlichen Bauten einmal sind, d. h. für welche ^Verwaltungen, ist heute noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Es handelt sich hier zunächst um eine grundsätzliche städtebau- liche Projektierung auf weite Sicht mit dem Ziel, unserem Stadtbild im Mittelpunkt ein neuzeitliches, monumentales Gepräge zu geben. In dem Ausstellungsstand der Stadt Gießen sind an Photographien Bilder von den Wohnhausbauten im Ostmarkenviertel, an der Curtmannstraße, an der oberen Bergstraße, am Leimenkauterweg, in der Schwarzlach, von der Krofdorfer Straße, vom Oswaldsgarten, von der Jahnstraße, Zeichnungen von der Altstadtsanierung I am Kirchenplatz-Lindenplatz und von der geplanten Altstadtsanierung II am Seltersweg-Kreuzplatz, ferner Bilder von der Vieh- versteigerungshalle Rhein-Main zu sehen. Eine Anzahl Pläne über die Geländeverwertung und -um- legung usw. vervollständigt die reichhaltige Gießener rend unseres Aufenthaltes daran erkennen, daß ständig Besucher kamen und mit großer Aufmerksamkeit die Ausstellungsgegenstände unserer Stadt besichtigten. B. Herz war traurig, und selbst der Gedanke an die weißen Wiesennebel, Wäldernebel, konnten es nicht trösten. Nur Schlaf rettet an solchen Tagen, nur Schlaf. r. k. Der Lageplan für das Gießener Sportfeld im Raume Eichgärten — Moltkestraße — Marburger Straße — Wiesecker Weg. Das „Verwaltungs-Forum" zwischen Adolf-Hitler-Wall und Moltkestraße. (Aufnahmen s5j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Daß die Ausstellung der Stadt Gießen bei den findet, konnten wir wäh- 1 t . <• r | ; s «Aiires . \ 2^ t. VO&L „Die deutschen Gemeinden stehen heute, nicht zuletzt infolge der Ausgaben, die ihnen das Dritte Reich gestellt hat, vor der Frage einer mehr oder weniger tiefgreifenden Neugestaltung ihres Lebensraumes. Dieses Problem wirkt sich in einer ganzen Reihe einzelner Gestaltungsmaßnahmen aus, die an vielen Stellen zutage treten, in irgendeiner Form gleich ober ähnlich gelagert sind und eine ziemlich eindeutige Ausprägung haben. Im Vordergrund stehen hierbei städtische Erweiterungsfragen, Siedlungsprobleme, innere Umgestaltungen, die sich aus Sanierungsaufgaben und Verkehrsproblemen ergeben, stellenweise Gewinnung neuen Bodens, Schaffung von Aufmarschgelegenheiten und Sportplätzen ... Deutsche Großstädte, Mittelstädte und Kleinstädte zeigen die städtebaulichen Probleme, die ihnen gestellt sind, die Wege und Methoden, mit denen sie sich bemühen, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden." Mit diesen Worten kennzeichnet der amtliche Führer durch die „Deutsche Bau- und Siedlungs-Ausstellung" auf dem Festhallengelände in Frankfurt a. M. den Zweck der im Erdgeschoß der Halle V untergebrachten großen Sonderabteilung der Ausstellung „Lebensräume deutscher Städte". In dieser Sonderabteilung hat auch die Stadt Gießen einen Ausstellungsstand mit dem Entwurf eines Stadt-Sportfeldes und eines Verwaltungs-Forums errichtet, dem sie eine Reihe von Plänen, Skizzen und guten photographischen Aufnahmen über die Bauten während der letzten Jahre beigefügt hat. Der Ausstellungsstand der Stadt Gießen, den wir am gestrigen Montagnachmittag besuchten, hat einen sehr günstigen Platz gefunden, auf dem die Modelle der projektierten Monumentalbauten und Anlagen, sowie die Photographien und Skizzen vor den Augen der Besucher sehr gut zur Geltung kommen. Bei einer vergleichenden Umschau in der Sonderabteilung für die Ausstellung der Städte kann man, auch ohne Lokalpatriotirmus, die erfreuliche Feststellung machen, daß Gießen mit seinen projektierten großen Bauten sich im Kreise der zahlreichen Ausstellerstädte sehr gut sehen lassen kann unb mit der räumlichen unb baulichen Gestaltung Hervor- ragenbes zu leisten verspricht. iS «m / n WM Das Haupt- und Kernstück der Gießener Ausstellung ist das große Modell des Stadt-Sportfeldes und des nach dem Stabtinnern zu angren- zenben projektierten Verwaltungs-Forums. Für das Stadt-Sportfelb ist das Gelände vorgesehen, das umgrenzt wird von der Schlageter- anlage, der Moltkestraße, hinter den Gebäuden am Hitlerwall und der Marburger Straße, Wiesecker Weg, dann hinüber zum Philosophenwald mit An- . fchluß zur Schlageteranlage. Der Eichgärtenteich (in dem Projekt als „Bootsteich" bezeichnet) ist in diesen Entwurf einbezogen. Unser Bild zeigt die Einzelheiten dieser Anlage. Der „Entwurf zum Ausbau des Wiesecktales", wie er amtlich genannt wird, ist im Maßstab 1:2000 gehalten. Im Vordergründe unserer photographischen Wiedergabe der Entwurfszeichnung sieht man die zum Teil bereits ^bestehenden, zum Teil geplanten Bauten von der ^Wolfstraße her, entlang der Schlageteranlage. Der schmale schwarze Streifen auf der gegenüberliegenden Seite der Schlageteranlage stellt eine Baumanlage in Form einer Allee dar. Auf der westlichen Seite des Projekts an der Moltkestraße bei dem jetzigen Eisbahngelände, ist (mit der Zahl 8 bezeichnet) die Errichtung der neuen Stadt-Halle vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bootsteiches (12) ist der Bau eines Restaurants mit Bootshaus und Anlegestelle projektiert. Nördlich vom Bootsteich, am westlichen Teil des Geländes (9), soll die neue Schwimm- Halle ihren Platz erhalten. Nach Osten zu wird davor eine Liegewiese mit anschließendem Schwimm becken, dieses in der Größe von 100:50 Meter bzw. 20:50 Meter, geschaffen werden. Weiterhin soll sich nach Osten zu eine Sportwiese anschließen, die ihren Abschluß finden wird mit der neuen Sporthall (10), hinter die sich Sportplätze, umrahmt von Grünanlagen und Bäumen, dem Ganzen harmonisch einfügen werden. Bei der Betrachtung unseres Bildes ist man nun bis zu der breiten Querstraße gekommen. Anhaltspunkt für diese Querstraße ist der jetzige Wiesenweg zum Philosophenwald. Jenseits davon soll in der Mitte der großen Fläche das neue Stadion und Aufmarschgelände (11) feinen Platz finden. Die Mittelachse der gesamten Anlage wird zugleich als A u f m a r s ch st r a ß e zu diesem Gelände, das in dem amtlichen Ausstellungsführer als „großes Maifeld" bezeichnet wird, dienen. Während die westliche Nachbarschaft dieser Stadion- und Auf- marsch'anlage die Wohnhausvauten an der Marburger Straße und in der Bückiügstraße bilden, soll auf der östlichen Seite der Anlage eine parkartige Geländegestaltung verwirklicht werden. Das Mittelfeld der Stadion- und Aufmarschanlagen enthält an Verwandlung einer Stadt. Es fügte sich so, daß wir in zwei Tagen die Stadt wiedersahen, die wir in lauter Sonne verlassen hatten; nun regnete es. Sie war verwandelt. Schon die Hinfahrt. Waren alle Sonnenblumen tot? Das Land soff sich toll und voll mit Regen. Das Getreide saß bedauernswert naß auf den Aeckern. Friedhofsmauern waren selbstmörderisch melancholisch. Nur die Gänse auf den Dorfgaffen ließen den Regen über ihre Federn rinnen, als sei nichts. Wie graue, schwere Fahnen schlug der Regen das Land. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Capriccio". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „La Habanera". — Cafd Leib, 20 Uhr, Werbe-Veranstaltung: „Mit Wasser wird getrocknet." politische Leiter fahren morgen nach Nürnberg. 350 Politische Leiter aus dem Kreise Wetterall werden am morgigen Mittwochfrüh die Fahrt zum Reichsparteitag antreten. Der Zug wird den Bahn- Hof Gießen um 5.15 Uhr verlassen und über Hungen—Nidda—Gelnhausen seinen Weg nach Nürnberg nehmen. Unterwegs durch Oberhessen werden weitere Fahrtteilnehmer in den Zug zusteigen. Mrnberg-Werkschar Ziehen. Wie im Vorjahr, so nehmen auch am diesjährigen Reichsparteitag wieder 8000 Werkscharmänner teil. Im Kreise Wetterau wurde ebenfalls eine Nürn- bergzWerkschar ausgestellt, die als Abordnung der Betriebe in unserem Kreis und als Gast der Partei am Reichsparteitag teilnimmt. Die Abfahrt erfolgte am gestrigen Montag nach Frankfurt a. M., wo die Werkscharen des Gaues Hessen-Nassau ge« sammelt werden und unter Führung des Gaubeauftragten in Sonderzügen nach Nürnberg fahren. Aus unserem Kreis wurden bewährte Werkscharmänner hierzu bereitgestellt, Die Mcmner sehen dem großen Erlebnis besonders freudig entgegen, da sie bisher noch an keinem Reichsparteitag teilgenommen haben. Bis jetzt keine Kinderlähmung. Wie mir vom Staatlichen Gesundheitsamt be<$ Kreises Gießen hören, sinb bis jetzt in ber Stadt unb in ben Landorten bes Kreises Gießen keinerlei Fälle von spinaler Kinberlähmung zu verzeichnen. Gerüchte, die von dem Auftreten dieser Krankheit in Stabt und Kreis Gießen wissen wollen, sind völlig unzutreffend. Der Amtsarzt des Staatlichen Gesundheitsamtes in Schotten teilt amtlich mit, daß auch die Gerüchts über Kinderlähmung im Kreise Schotten nicht zutreffen. Dollsbad-Schwimmhalle neu hergerichtet. In den vergangenen Wochen hat die Schwimmhalle in unserem städtischen Dolksbad eine gründ« liche Ueberholung erfahren. Der Raum hat einen neuen Anstrich erhalten, die Kabinen wurden neu gestrichen, zum Teil wurden neue Isolierungen angebracht, auch die Duschräume wurden neu hergerichtet, so daß sich nun alles wieder in blitzblankem Zustand befindet. Die Kabinen haben außerdem schmucke Vorhänge erhalten. Die Sommerpause wurde außerdem dazu benützt, die Wasser-Reini- gungsanlage zu Überholen und dabei so zu verbessern, daß in Zukunft selbst bei stärkster Beanspruchung des Schwimmbades ein hygienisch einwandfreies Wasser vorhanden sein wird. Selbstverständlich hat man es sich angelegen sein lassen, bei den Ueberholungsarbeiten durchweg Helle Farben zu verwenden. ♦ * ** Ein Achtzigjähriger. Der Arbeitsinoa- lide Johann Rotz, Teufelslustgärtchen 5 wohnhaft, begeht am morgigen Mittwoch, 7. Sept., in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Dem Jubilar, einem treuen Bezieher des Gießener Anzeigers, unseren herzlichen Glückwunsch. ** A u t o z u s a m m e n st o ß. Am gestrigen Montagnachmittag ereignete sich an der Kreuzung Bis- marckstraße/Stephonstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Lastzug der Reichsbahn und einem Personenauto aus Gießen. Dabei wurde der Personenwagen von dem schweren Lastkraftwagen mehrere Meter rocif über die Fahrbahn geschoben und erheblich beschädigt. Von den beiden Insassen erlitt einer einige Hautabschürfungen am Kopfe, der andere blieb unverletzt. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 26.8. bis 1.9. ein: gegen Kraftfahr- zeugführer mit 10 Anzeigen und 4 Verwarnungen und Belehrungen: gegen sonstige Fahrzeugführer mit 4 Anzeigen; gegen Radfahrer mit 3 Anzeigen, 7 Verwarnungen und Belehrungen. Unsere Hitler-Jugend ist marschbereit! Dorappell der Reichsparteitagteilnehmer. — 100 Hitlerjungen aus dem Kreise Wetterau fahren nach Nürnberg. Dom Bann 116 der Hitler-Jugend wird uns berichtet: Am Sonntag sanden die Dorappelle der Reichsparteitag-Teilnehmer der Hitler-Jugend des Bannes 116 (Wetterau) durch den stellv. Bannführer Volzing in Gießen und in Friedhera statt. Hundert H i t l e r j u n g e n des Kreises Wetterau werden om diesjährigen Reichsparteitag teilnehmen. Es sind dies alles Kameraden, die am Reichsparteitag 1938 m die Partei ausgenommen werden. Der Sonderzug, der unsere HiLerjungen nach Nürnberg bringen wird, fährt am Donnerstag, 8. September, 9.45 Uhr, ab Gießen. Nürnberg i st bereit? Das Zeltlager Langwasser liegt vor einem Kiefernwald mit weit über 1000 Zelten, durchzogen von breiten Lagerstratzen, umstanden von Baumpflanzungen, verstreut über einen weiten Wiesenplan. Das Arbeitskommando des Arbeitsdienstes, das mit 40 Mann die Zelte errichtet hat, ist längst wieder abgezogen, und man muß schon sehr genau Hinsehen, um das HJ - Arbeitskommando von 100 Mann „zusammenzubekommen", das schon vor einigen Wochen ins Lager eingerückt ist und mit Unterstützung des Reichsarbeitsdienstes den Lageraufbau durchgeführt hat. Es war keine Kleinigkeit, 1200 große Rechteckzelte und 160 Rundzelte aufzubauen, dazu 39 Sanitäterstationen einzurichten, in denen 444 Aerzte und Feldschere die gesundheitliche Betreuung des halben Hunderttausend der Lagerteilnehmer durchführen werden. Wenn Zahlen eine Vorstellung von dem Umfang der HI.-Zeltstadt geben können, dann mögen die folgenden Angaben dafür sprechen: 70 Waschanlagen in einer Länge von 3200 Meter sind im Lager verlegt und aufgestellt worben. Die Lichtleitungen haben eine Länge von über 13 Kilometer. Ein Netz von 120 Lautsprechern üb erzieht das Lageraelände, ein wichtiger Bestandteil für die Befehlsübermittlung, für An- und Abmarsch in und aus dem Lager. 12 Mikrophone können von den verschiedensten Punkten „besprochen" werden. Die Telephon- zentrale allein verfügt über 8 Haupt- und 50 Neben- anichlüsse. Der Hilfszug Bayern wird kochen? Die Verpflegung der gesamten Lagermannschaft erfolgt durch den Hilfszug Bayern der NSDAP., dessen hervorragend eingespielte Organisation ebenfalls wieder den 48 000 Hitlersungen von ßangroaffer Proben seiner Leistungsfähigkeit geben wird. Das Zeltlager steht. Die letzten Handgriffe werden getan. Am 28. August sind die ersten Tausende angekommen, nämlich 5700 Sportteilnehmer, dazu 900 Jungen aus Fanfarenzügen. Zwei Tage später erschienen Spielmannszüge im Lager. Am 4. September wurde vom Gebiet Berlin der Chor erwartet, der bei der Jugendkundgebung im Stadion vor dem Führer fingen wird. Am 8. September ziehen die 9000 Parteianwärter ins Laaer Sang» wasser ein, die auf dem Parteitag durch den Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, vereidigt werden. Das Hauptkontingent der Hitlersungen, 22 200 Mann, reist am 9. September an. Nürnberg wird wieder der Festtag innerpolitischer Macht sein. Massenkundgebungen, wie sie kein Land auf der Welt mobilisieren kann, bezeugen das politische Bekenntnis der Nation. Jeder Mann und jede Frau, vereint zu einem Heer vieler Hunderttausende, sind in der alten Reichsstadt Abgesandte für Hunderte und Tausende ihrer Orte, Dörfer und Städte. In ihrem Jubel ist das ganze Reich, und in chrem Herzschlag ist der Herzschlag der Nation. Nürnberg ist das Bekenntnisse st des Glaubens unseres Volkes. Es ist zugleich Manifestation der militärischen Macht. Wenn über den alten Zinnen und Türmen Nürnbergs die Fliegerstaffeln brummen, und wenn die Panzer- roaaen auffahren und der Marschtritt der Infanterie dröhnt, dann erkennt in diesem Volksheer Deutschland seine Macht. Und es erkennt in ihm die sichere Grundlage seines politischen Standortes und seines Selbstbewußtseins vor der Welt. Nürnberg erlebte dazu auch die geschichtliche Stunde der Verkündigung des Vierjahresplanes durch den Führer. Damals nahm der Führer jedem Deutschen eine große, unheimliche Sorge um die wirtschaftliche Sicherung ab. Geist und Arbeitskraft wurden zu letztem Einsatz aufgerufen. Und mutet es nicht wieder wie ein Wunder an, was in diesem vor der Geschichte so geringen Zeitraum geschaffen wurde?? Das Bild der Technik und der Wirtschaft hat sich seitdem verändert. Deutschland ist, unter dem Zwang der Welt, wirtschaftlich verselbständigt worden. Wir stehen am Vorabend des 6. Parteitages im nationalsozialistischen Reich. Er wird wieder seine Kraft über das Land verströmen und Widerhall in' jedem Deutschen finden. So stark sein Beweis innerpolitischer Macht ist, so deutlich sollte auch sein Anruf für die Welt sein: Hier steht ein starkes Volk, das seine Rechte vertritt. Es kann nur in Stolz und Würde leben, weil es an die Jugend denkt, die heute und morgen und übermorgen heranwächst? Der Tag, an dem die Jugend vor ihrem Führer steht, ist der Tag ihrer großen Bewährungsprobe. Hier tritt sie vor diesem einen Mann und vor den Kämpen der Bewegung den Beweis an, daß sie in dem Jahre, das zwischen dem letzten Appell und dem neuen liegt, an sich gearbeitet fjat, um ihre Herzen und Hände für das Erbe vom 9. November bereit zu machen. Der Führer und feine Kameraden sehen bann, daß wir, ohne auf Erreichtem auszu- tuhen, immer straffer und noch disziplinierter, noch gläubiger und bereiter werden. Li. ©.Uport Deutschland beste Leichtathletiknation Europas. Abschluß der Luropa-rNeislerschaflen in Paris. Die zweiten Europa-Meisterschaften der Leichtathleten sind vorüber. Sie haben uns das gebracht, was wir erhofften: Eine Bestätigung der Tatsache, daß Deutschland in der europäischen Leichtathletik unbedingt an der Spitze steht. Genau wie 1934 in Turin, haben unsere Vertreter auch diesmal sieben Titel nach Hause gebracht. Nach Leichum, Sutter, Harbig und Hein schmückte sich auch der Weltrekordmann Willy Schröder am Montag mit dem Titel eines Europameisters. Und schließlich brachten auch unsere Sprinter und Mittelstreckler die beiden Staffeln über 4X100 Meter und 4X400 Meter an sich. Fünf Europa-Meisterschaften errangen die Finnen und vier die Engländer; dann folgen Schweden (3), Holland (2), Frankreich und Estland (je. 1). Auch in der inoffiziellen Länderwertung liegen die Deutschen mit 103 Punkten ganz überlegen an der Spitze vor Finnland (78), Schweden (74) und England (53). Zu drei Erfolgen kamen am letzten Tag die bisher leer ausgegangenen Schweden, von denen B e x e l l den 'Zehnkampf mit 7 214 Punkten gewann, während sich Lars- s o n im 3000-Meter-Hindernislauf in 9:16,2 Min. nor Karndl (Deutschland) durchsetzte und Lund-- qvist mit 1,97 Meter den ersten Platz im Hochsprung belegte. Den siebenten Wettbewerb des letzten Tages holte schließlich der große englische Mittelstreckler Sydney Woodeyson, der die 1500 Meter überaus sicher in 3:53,6 an sich brachte. Vorher hatte der finnische Olympiasieger Sal- minen den fünften Titel für sein Laiw erkämpft, und zwar im 10 000 - Meter-Lauf, den er in 30:52,4 Minuten gewann. Fußballkämpfe des Opfertages. In Süddeutschland gab es eine Unmenge von Opfertagspielen. Sie waren fast alle ansprechend besucht und so dürften sie ihren Hauptzweck auch erfüllt haben. In Hessen kam Fulda zu einem schönen Erfolg über Hersfeld (2:1), während Hanau gegen Friedberg (5:2) erfolgreich war. Im Treffen Kassel „rechts" gegen „lirfts" waren die Spieler von 03 und VC. Sport, also die Elf von rechts der Fulda, mit ß:0 erfolgreich. Der VfB. Groß-Auheim gab dem SD.' Steinheim mit 4:1 das Nachsehen. Im Gau Südwest kämpften die Mainhessen im Zweifrontenkampf gegen Saarpfalz überaus er» olgreich. Die ^.-Mannschaft siegte in Frankfurt mit 4:1 und die B-Eli war in Saarbrücken mit 7:1 er« olgreich. Während aber in Saarbrücken das Ergebnis auch in dieser Höhe den Leistungen entsprach, kam in Frankfurt die saarpfälzische Vertretung etwas schlecht weg. Im Gau Baden hatten die Gauliga-Spitzenmannschaften gegen die Vertreter der Bezirksklasse auf der ganzen Linie schwer zu kämpfen. Der VfR. Mannheim bezwang in Heidelberg eine Stadtelf nur mit 4:3, der SV. Waldhof kam in Viernheim mit Mühe und Not zu einem 2:1-Sieg über eine Viernheim-Weinheimer Elf, und der Freiburger FC. siegte auch erst im Endspurt mit 3:1 über den FV. Lahr. Die Spvgg. Sandhofen mußte in Sandhaufen sogar eine 2:1-Niederlage einstecken. In Württemberg schlug sich die Gauliga recht erfolgreich. Eine Gauauswahl kam in Reutlingen zu einem 5:1« (3:1)-Sieg, der Meister VfB. Stuttgart siegte in Tübingen mit 4:0 und die Stuttgarter Kickers hatten in Heilbronn mit 3:2 das bessere Ende für sich. Auch SSV. Ulm, Ulm 94 und Stuttgarter SC. blieben siegreich, lediglich Union Böckingen mußte in Eßlingen eine glatte Niederlage hinnehmen. Im Gau Bayern zeigte sich der FC. 05 Schweinfurt auch ohne Kupfer und Kitzinger einer Würzburger Stadtelf mit 5:1 überlegen. Eine zweite Würzburger Elf verlor in Kitzingen mit 2:3. Viel Glück entwickelte der VfB. Koburg bei seinem Gastspiel in Bamberg, das er 4:3 gewann. Regensburg schlug Ingolstadt mit 5:3 und Augsburg verlor gegen München mit 1:5. Eine zweite Augsburger Elf mar in Ulm mit 2:1 erfolgreich. Die Nürnberg« Fürther Stadtelf gastierte in Wien und verlor vor 12 000 Zuschauern glatt mit 1:5 (0:3) Toren. Geländefahrt und Degenfechten. Der Moderne Fünfkampf bd den JtS.-ßampf- spielen. Am Sonntagnachmittag erledigten auf dem Trup« penübungsplatz Tennenlohe die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf der Klasse B ihre 7,5 Kilometer lange Motorrad-Geländefahrt, die ungeheuere Anforderungen stellte und schließlich nur 13 Fahrer am Ziel sah. Vier tarnen fehlerfrei über die Strecke, aber nur drei ohne Strafpunkte, da der vierte Fahrer wegen Zeitüberschreitung mit Punk» ten belegt werden mußte. Es galt, Steilhänge zu überwinden, ein Geröllbett zu durchqueren und em sumpfiges Wiesenstück zu durchqueren. Einige der Fahrer blieben im Sumpf stecken, so daß der Wett^ bewerb für kurze Zeit neutralisiert werden mußte. Diele gaben, durch die Schwierigkeiten entmutigt, auf. Sieger wurde fit. Auhn (Luftwaffe) mit 0 Fehlern in der hervorragenden Zeit von 16:07 Minuten. Am Montag gab es dann das Degenfechten. In rund sechs Stunden wurden die 561 Gefechte in der Klasse A abgewickelt. Als erfolgreichster Fechter erwies sich ^-Ustuf. Hildebrandt (Berlin), der 23 Siege verzeichnete und damit in dieser Hebung die Platzziffer 1 erhielt. In der Gesamtwertung lag nach zwei Wettbewerben (Geländeritt und Fechten) ^-Scharf. Rhinow (Berlin) mit Platzziffer 8 in Front. Der beste Reiter, Pol.-OWM. Schlömp, konnte im Fechten nur Zwölfter werden und fiel dadurch in der Gesamtwertung auf den vierten Platz zurück. Am Nachmittag erledigten die 22 Teilnehmer am Modernen Fünfkampf der, Klasse B das Degenfechten. Leider mußte der Dorjahrssieger, Oblt. Scharte (Essen), wegen einer Drüsenentzündung auf die weitere Teilnahme verzichten. Als bester Fechter erwies sich Lt. Schultze-Petzold (Magdeburg) mit 16 Siegen, aber in der Gesamtwertung kam NSKK.-Stuf. Schultze (Schloß Hof) auf den ersten Platz. Gießen — Marburg - Wetzlar. Sfäbfe-lBdffampf der Schützen. Am gestrigen Sonntag wurde auf den Ständen des Schützenvereins Gießen wieder einmal der Städte-Wettkarnpf Gießen-Marburg-Wetzlar aus« gefochten. Die Städte stellten ihre besten Schützen, so daß es zu einem harten Ringen kam, das mit verhältnismäßig geringen Ringzahlen-Unterschiedon endete. Wieder einmal sicherten sich dabei die Gießener Schützen den Sieg mit 2192 Ringen vor Mar«, bürg mit 2150 Ringen und Wetzlar mit 1924 Ringen. Geschossen wurde mit Wehrmanngewehr, 30 Schuß auf die 20er-Ringscheibe in drei Anschlagsarten. Gleichzeitig wurde um die Otto-Köster-Ge» dächtnis-Ehrenscheibe geschossen, die Georg Schilling (Gießen) errang. Die besten Schützen des Städte-Wettkampfes Gießen-Marburg-Wetzlar waren: Appel, Gießen, 473 Ringe; W. Schilling, Gießen, 473; Gg. Schilling, Gießen, 459; K r u m p e n , Gießen, 453; Manegold, Marburg, 450; Dula, Marburg, 437; Kraft, Marburg, 437; Kraus, Marburg, 421; Henning, Wetzlar, 405; Briel, Marburg, 405; Heinen, Wetzlar, 396; Heller, Wetzlar, 396, Axt, Wetzlar, 391; Dr. Wilhelmi, Gießen, 333; Jäger, Wetzlar, 289 Ringe. 23f8.u sagen: „Warte, bitte, einen Augenblick, ich will rasch "eine kleine Schlußfahrt machen." Während er die Schier anschnallte, kletterte Dore seitlich an einer bequemen Stelle etwas hinunter, um besser schen zu können. Er stieß sich ab, Hatte aber wohl das Tempo nicht richtig berechnet, jedenfalls kam er aus dem Gleichgewicht, ruderte wild mit den Stöcken durch die Luft, aber es half nichts. Dore (ah nur noch auf- stiebenden Schnee, aus dem Schier, Arme und Beine abwechselnd hervorragten. Dann lag er schließlich in einer umfangreichen „Badewanne". Sie lief eilig hinterher, wenn es auch jtmas mühsam war, aber immerhin reichte der Schnee Vorhang ans! Oie Spielzeit beginnt! Vorschau aus die (Spielpläne der Berliner Theater. Berlin, Ende August. Der Beginn der Spielzeit steht nahe bevor, die Berliner Theater haben ihre Spielpläne bekanntgegeben, die Proben zu den ersten Aufführungen Haden begonnen. Was werden die Berliner Bühnen bringen? Am wenigsten ist von dem künstlerischen Vorhaben der beiden Staatslheater (Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und Kleines Hays) unter dem Intendanten Staatsrat Gustaf Gründgens bekannt. Lothar Müthcl hat kürzlich bekanntgegeben, daß er Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende" einstudieren wolle, außer dem dürfte eine Aufführung von Shakespeares „Romeo und Julia" durch Jürgen Fehling mit Gründgens als Romeo und Käthe Gold als Julia ein außergewöhnliches Ereignis bedeuten, das vielleicht eine ebenso starke Anziehungskraft ausstrahlen wird wie Müthel.- „H a m l c t" - Inszenierung, die nun schon weit über die hundertste Aufführung bei immer ausverkauftem Hause erlebt hat. Heinz Hilpert, der zwei benachbarte Bühnen leitet, das Deutsche Theater und die Kammer spiele, stellt das große klassische Schauspiel an die Spitze seines Programms: Shakespeares „Othello" und „Cymbeline", Goethes „Faust", dessen beide Teile an einem Abend gespielt werden sollen, und „Stella". Daneben die neuzeitlichen Dichter: Gerhart Hauptmann („Bogen des Odysseus"), Emil Strauß (mit feinem 1914 geschriebenen „Don Pedro"), Max Melis „Spiel von den deutschen Ahnen", Hjalmar Berg- m a n 5 „Der Weber von Bagdad", Dh ünen s „Die Sonne Irlands", Penzo 1 bts Komödie „So war Herr Brumme!", Juliane Kays Ehelustspiel „Der Birnbaum", das Schauspiel des sudetendeutschen Dramatikers F r a n ch y „Summa cum laude", und „Mensch und Hebermensch" von Bernhard Shaw. In den Kammerspielen nimmt die ausländische Komödie einen weiten Raum ein: Balzacs fast unbekannte Komödie „Wir haben alle Schulden" in der Neubearbeitung/durch Wolfgang D r e w s , den Dramaturgen der Hilpert- schen Bühnen, zwei Komödien des Engländers Maugham und das Lustspiel „Familie" von Denis A m i e I. Das Schillertheater, das während des letzten Jahres umgebaut ist, wird in dieser Spielzeit als die Bühne Heinrich Georges eröffnet werden. Goethes „U r g ö tz", Shakespeares „Heinrich IV." (beide Teile), Calderons „Richter von Zala- m e a" repräsentieren in diesem Hause das klassische Drama. Zwei Uraufführungen sind vorgesehen: des Berliner Schausvielers Ernst Legal „Gott über Göttern" und Daradys „Geschöpfe Gottes". Ibsens „B ran d" tritt als selten gespieltes Werk der neueren Bühnendichtung hinzu. Generalintendant Eugen K l ö p f e r leitet zwei Bühnen, die Volksbühne am Hör st-Wessel-PI atz und das Theater in der Saarlanb- straße. Die Volksbühne kündet an: Hanns Godf ch' Schauspiel „Der Thron zwischen den Erdteilen", des Ungarn Imre M a d a ch „Die Tragödie des Menschen" (der ungarische „Faust"), Hauptmanns „Fuhrmann Henschel" und Anzengrubers „Kreuzl- schreiber". Als Uraufführung wird Sigmund Graffs „Die Prüfung des Meister Tilmann" erscheinen. — Das Theater in der Saarland st raße ist — bis auf Büchners „Woy- zek" — dem ^gepflegten, wertvollen Lustspiel Vorbehalten. Wir finden als deutsche Uraufführungen des Ungarn Kalman von Csatho „Meine Tochter tut das nicht" und des hier schon bekannten Polen Niewiarowicz „Der Manager". Daneben stehen Shaws historische Komödie „Cäsar und Kleopatra", Z u ch a r d t s „Frisch verloren — halb gewonnen" und „Der Widerspenstigen Zähmung" von Shakespeare auf dem Spielplan. Das Komödienhaus am Schiffbauer- damm kündigt das stets erfolgreiche Schauspiel „Revslutionshochzeit" von Michaelis und Caillavets „Der König in Paris" in der Bearbeitung von Viktor d e K o w a an. — Das R e - naiffance • Theater verspricht zunächst Ibsens „Frau vom Meer", das KleineThea» t e r Unter den Linden Nicodemis bekannte Komödie „Scampolo", das Theater a m Kurfürstendamm „Großer Mann privat" von Harald B r a t t. Nur ein kleiner Ausschnitt aus den umfangreichen und sehr vielseitigen Spielvorhaben der Berliner Bühnen. Ader auch er mag zeigen, daß sich die hie* sigen Theater nicht engstirnig von dem europäischen Theaterwesen absperren, sondern daß sie dankbar aufnehmen, was ihnen die ausländische Dramatik an wertvollen Gütern bietet, daß sie, auf deutscher Bühnentradition aufbauend, das klassische ^chau« spiel pflegen und zugleich auch der zeitgenössischen Dramatik ihren Raum gewähren. O. Ebenso vielseitig und abwechslungsvoll wie die Spielpläne der Schauspieltheater sind auch die der Opernhäuser aufgebaut. Die Staatsoper Unter den Linden bringt zum 70. Geburtstage Hans Pfitzners seine Oper „Palestrina" in neuer Inszenierung und zum 75. Geburtstage Richard Strauß' seine neuen Opern „Der Frie« denstag" und „Daphne", die in München und Dresden uraufgeführt wurden, wie auch das Ballett „Schlagobers" für Berlin neu ist, dazu „Die Frau ohne Schatten". Zwei Mozart-Opern werden neu inszeniert: „D i e 3 a u b e r f l ö t e" und „Figaros Hochzei t", und die Uraufführungen dreier modernen Werke runden den Spielplan ab: Werner Egks neue Oper „Peer Gynt", Ermanno Wolf- Ferraris heitere Oper „Donna Boba" und Rudolf .W a g n e r - R e g e n y s „Die Bürger von Calais". Dazwischen reihen sich die Neueinstudierungen bewährter und erfolgreicher Werke: Mussorgskys „Boris G o d u n o f f" erscheint in der Bearbeitung von Rimsky-Korsakow, und Bizefs „Car- m e n", Verdis „A i 5 a", Eugen d'Alberts „Tiefland", Rossinis „Barbier von Sevilla" und Donizettis „Don Pasquale" werden in neuer Gestaltung den Spielplan beleben. — Als Dirigenten werden neben denen der Opernbühne Clemens Krauß, Victor de Sabata und Herbert von Karajan (Aachen) tätig sein. Das Deutsche Opernhaus hat folgende Uraufführungen vorgesehen: Artur K u st e r e r s Oper „Katharina", ein Werk von Wagner-Regeny und das Ballett „Der tanzende Traum", das von Raue-Kölling nach einer Idee des Generalintendanten Wilhelm Rode geschaffen wurde; auch Lehars „Luftige Witwe" kann als Uraufführung gelten, da der Komponist seine erfolgreichste Operette, ganz umgearbeitet und mit neuen Melodien ausgeftattet hat. Neu einstudiert werden Wagners „Parsifal", Bizets „Carmen", Webers „Euryanthe", „Das Glöckchen des Eremiten" von Maillard, „Der Zigeuner- bar o n von Johann Strauß' und zwei Verdi- Opern: „Die Macht des Schicksals" unb „Othe11 o". Ein besonderes Schauspiel wird Mo- zarts „Z-a u b e r f l ö t e" gewähren, da sie mit den alten Original-Dekorationen ausgestattet fein wird, die Schinkel im Jahre 1815 im Auftrage des In- tenbanten Grafen Brühl für die Berliner Königliche Bühne entworfen hat. Diese Ausstattung, die am Beginn von über dreißig Dekorationen steht, die Schinkel für Oper und Schauspiel geschaffen hat, ist seine berühmteste Leistung auf dem Gebiete der Bühnenbildkunst geblieben. Die Volksoper setzt ihren Spielplan aus den Schätzen der bewährten Spielopern und klassischen großen Opern zusammen. Wir finden auch hier Mozarts „Z a u b e r f I ö t e" und Donizettis „D o n $05 quäle", ferner „3 ar und Zimmermann" von Lortzing, Glucks „A l c e ft e", Gou- nods „M a r g a r e t h e" und den Italiener Franco Alfano mit feiner Oper „Auferstehung". Verdis ,,2uife Miller" („Kabale -und Liebe") roitb neu einftubiert, ebenso wie bie Kurzopern „Der Herr von Gegenüber" von Ernst S ch l i e p e unb „Der Gonboliere bes Dogen", bie an einem Abend gespielt werden sollen. Bü. nicht bis zu ihren hohen Russenstiefeln; unterwegs sammelte sie die Stöcke auf, unb als sie unter an- langte, war Rubolf gerabe dabei, sich wieder aufzurappeln. „Hast du dir wehgetan?" war ihre erste Frage; denn sie war sehr erschrocken, als sie ihn in der Schneewolke hinunterkugeln sah. Er brummelte etwas, was sie nicht verstand. „Na, das wäre ja nochmal gut gegangen", meinte er schließlich mit etwas verlegenem Lachen. „Ich habe von oben gar nicht gesehen, daß der Abhang so steil ist. Heute ist leider Schluß, eine Bindung ist gerissen,..bie muß ich im Dorf machen lassen." Er griff nach den Brettern, „au", sagte er dabei. „Haft du dir wehgetan?" fragte sie darauf nochmals, aber es klang sehr viel kühler als das erstemal. Er besah prüfend seine linke Hand. „Ich weiß nicht, es scheint, daß ich mir den Daumen etwas verstaucht habe, vielleicht bist du so gut unb nimmst bie Stöcke." Als sie schon fast wieder am Dorf waren, wandte Dore den Kopf und blickte nochmals nach dem Abhang zurück. Warum, wußte sie selbst nicht, aber irgendwie erschien er ihr plötzlich von Bedeutung. Hat der Wert eines Mannes auch nur das geringste damit zu tun, wie er Schiläufen fann9 — Können nicht auch Meisterläufer stürzen? — Tun sie es nicht sogar ziemlich oft, ohne dabei lächerlich zu wirken? — Ist eine Frau nicht sträflich oberflächlich, die sich dadurch beeinflussen läßt, daß sie ihren Verlobten als ein etwas unglückliches Knäuel einen Abhang hat hinunterkugeln sehen? Nun aber wäre Dore Orivius eigentlich nicht oberflächlich, und wenn in diesem kurzen Augenblick sich ihre Einstellung zu dem Dr. Niemeyer geändert hatte, fo hatte das qani andere und betrübliche Gründe: in diesem Augenblick war etwas aufgewacht, was sie mit aller Gewalt niedergezwun- gen hatte, so sehr, daß sie es vergessen glaubte. Als sie hilfsbereit neben ihm stand, war sie zugleich unendlich weit fort von ihm. Sie stand oben auf dem Jungfraujoch. Sie sah eine Gestalt in die weiße Tiefe sausen, und mit einem Schlag war alles wieder da, was sie endgültig überwunden wähnte, gleich als ob eine Wunde, bie man geheilt unb vernarbt glaubt, plötzlich aufs neue zu bluten beginnt. Wäre ich nur nicht zu biefem unseligen Ausflug mitgeFommen, buchte sie erbittert, währenb sie sich zum Abenb umzog, — unb gleich darauf: was ich doch für eine Gans bin, mich an solchen Aeußer- lichkeiten zu stoßen. Werde ich nun womöglich bei allen passenden und unpassenden Gelegenheiten daran denken müssen, wie komisch es aussab^ als er ... Pfui, Dore, schäm dich! schalt sie sich selbst unb knöpfte mit solch heftigem Ruck ihren Seibenschuh zu, baß ber Knopf absprang. Auch bas noch — sie suchte nervös Nabel unb Faden — nun würde sie zu spät zum Essen kommen, Rubolf würbe warten, unb bas würde seine Laune verderben; er wartete sehr ungern, war pedantisch in seiner Pünktlichkeit. Gerald war auch pünktlich gewesen, aber Pedanterie lag ihm darum doch nicht. Wie er damals den Abhang hinuntergesauft war! — Wenn er gestürzt wäre, b« hätte gefährlich ausgesehen, aber niemals — lächerlich. Sie suchte krampfhaft nach Umständen, in denen Gerald Hilger lächerlich wirken könnte, sie wollte ihn lächerlich sehen und sah doch nur die hohe schlanke Gestalt, der jeder Muskel bis ins kleinste gehorchte, das dunkle hagere Gesicht mit den grauen Augen mal finster, mal spöttisch, mal freundlich mit verstecktem Humor in den Augen- winkeln wie in den letzten Tagen ihres Zusammenseins, aber lächerlich — niemals. So — ber Schuh saß enblich. Nun hieß es eilen, sie wollte Rudolf nicht verstimmen, sie liebte ihn doch. Natürlich liebte sie ihn, warum hätte sie sich sonst mit ihm verlobt. Und nun wollte er heiraten, und bas möglichst halb. Sie vergaß, baß sie Eile hatte, sie blieb mitten im Zimmer stehen, ihr Kleib in ber Hanb, unb starrte mit großen erschrockenen Augen vor sich hin. Heiraten — bas hieß, sich wieder in die Hanb eines Mannes geben, aber biesmal nicht für vierzehn Tage, nein, für ein ganzes Leben, ihr ganzes Leben. Jeben Tag, vom Morgen bis zum Abend unb roieber bis zum Morgen würbe Rubolf Niemeyer neben ihr fein, sie würde aufpassen, daß seine Hemden gut gebügelt waren, daß keine Knöpfe fehlten, daß immer pünktlich bas Essen auf dem Tisch stand, jahrein, jahraus. Kann man sich das vorstellen, so Jahr für Jahr neben einem Menschen herzugehen? ... Er würde gut zu ihr sein, sicher. Und in den Ferien würden sie verreisen, wahrscheinlich im Auto, und Sorgen würden sie kaum haben; denn er war sehr tüchtig, und eine gute Laufbahn lag vor ihm, sagte ber Vater — unb taufenb und aber tausend Frauen würben sie beneiben um bi es es Los. Warum nur erschreckte sie dieser Gedanke mit einem Male so?--- Mit einem energischen Ruck warf sie rhr Kleid über. Nun aber Schluß mit diesen Albernheiten. (Fortsetzung folgt!) Arbeitstagung der Aas-, Elektrizitäts und Wafferfachmänner. Im „Burghof" fand am Sonntag die Bezirkstagung des „Vereins für das Licht- und Wasser fach" für den Bezirk Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz von Ingenieur Jung, Frankfurt am Main, statt. Dazu waren zahlreiche Mitglieder mit ihren Angehörigen aus dorn umfangreichen Be- zirksgebiet, das über das Rhein-Main-Gebiet hin- ausgeht, erschienen. Gaswerksmeister Steding, Gießen-Wieseck, der die Vorbereitungen getroffen hatte, begrüßte die Gäste in Gießen. Herr Vogel von der Firma Bänninger gab einen Ueberblick über die Entstehung der Gießener Werke und über die Produktion der zu den verschiedensten Zwecken anwendbaren Fittinge. Dabei machte er auch auf die modernsten Erfahrungen bei der Herstellung unter Berücksichtigung des Vierjahresplans aufmerksam. Während die Frauen unter Führung von Gaswerksmeister Steding mit einem von den städtischen Werken zur Verfügung gestellten Omnibus einen Ausflug nach dem Schiffenberg unternahmen, wurden die Fittingswerke Bänninger, die teilweise in Betrieb waren, besichtigt. Nach einer Mittagspause wurden im „Burghof" die Besprechungen fortgesetzt, die sich in erster Linie über die ungeheuren Arbeiten erstreckten, die in der neuesten Zeit der deutschen Energiewirtschaft zuge- fallen sind Vor allem wären es die vielen Neuerungen und Verbesserungen, die auf allen Gebieten des Gas-, Wasser- und Esektrizitätswesens laufend eintreten. Im Zusammenhang damit werden an die Praktiker des Gas-, Wasser- und Elektrizitätsfachs erhöhte Anforderungen über Materialkenntnisse usw. gestellt. Der Bezirksverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Vorträge und Werksbesichtigungen seine Mitglieder über alle Neuerungen zu unterrichten und ihr Fachwissen zu erweitern. Diesem Zwecke diente auch die Tagung, dabei wurden auch Fragen der Sicherung des Nachwuchses und der sozialen Fürsorge besprochen. Heimatfest auf dem Staufenberg. Staufenberg, 5. Sept. Arn gestrigen Sonntag fand im unteren Burghof das Heimatfest der Heimatoereinigung Staufenberg statt. Das Städtchen hatte aus diesem Anlaß reichen Flaggenschmuck angelegt. Gartengestalter Schwarz (Gießen) hieß alle Teilnehmer herzlich willkommen. Der Gesangverein Staufenberg brachte zunächst ein Chorlied, „Heimatland", zu Gehör, das dankbar ausgenommen wurde. Die Kapelle Klinger (Gießen) wartete mit guter Musik auf. Eine Spielergruppe aus Wißmar bot eine lustige Aufführung. Chöre der Gesangvereine, schöne Volkstänze, unterhaltsame Musik usw. wechselten in bunter Folge miteinander ab. In allen Räumen der Burg herrschte reges Leben und Treiben. Am Abend lag der Hof im Schein vieler bunter Lampions. Den Abschluß des Abends bildete ein schönes Feuerwerk. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. ' rnitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 5. September. In Enttäuschung über das Fehlen nennenswerter Kundschaftsaufträge nahm der Berufshandel nach den lebhaften Vorkäufen vom Samstag Glattstellungen vor, so daß der Aktienmarkt bei den führenden oder stärker gestiegenen Werten zumeist Rückgänge zeigte, die teilweise' mehr als 1 v. H. überschritten?' Die Entwicklung war aber nicht ganz einheitlich, da auch weitere Besserungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Vorlagen. Stärker erhöht waren Reichsbank mit 182 (180,50), Conti Gummi mit 200 (197) und Hanfwerke Füssen mit 125,50 (123,50). Andererseits gingen u. a. IG. Farben auf 147 (148,75), Gesfürel auf 128 (129,90), Licht und Kraft auf 131,50 (133), Bemberg auf 126,75 (128), Hoesch auf 106,13 (107,50), Rheinmetall-Borsig auf 124,50 (126) und Vereinigte Stahl auf 100,65 (101,25) zurück. Maschinenaktien waren noch vorwiegend 0,25 bis 0,50 d. H. höher, ferner zogen Rheinstahl und Scheideanstalt je 0,50 v. H. an. Die Umsätze bewegten sich bei allen Veränderungen in sehr engen Grenzen. An den Renten Märkten war das Geschäft sehr still, ebenso hielten sich die Veränderungen bei Bruchteilen eines Prozentes. Von *ben variablen Papieren Altbesitzanleihe unverändert 129,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. H. höher mit 123,40. Auch die im Freioerkehr gehandelten Werte lagen ruhig und unverändert, u. a. Kommunal- Umschuldung mit 94,45. Von Goldpfandbriefen wurden die der Kasseler Landeskredit um 0,25 v. H. zurückgesetzt auf 100, die übrigen blieben unverändert, ebenso Liquidationspfandbriefe. Stadtanleihen lagen ruhig, weiter etwas höher die beiden Frankfurter mit 99,25 bzw. 99,40 (nach 99). Industrie- Obligationen zeigten Schwankungen bis 0,25 v. H. Im Verlaufe blieb das Geschäft am A k t ie n - markt sehr stille bei uneinheitlicher Tendenz. Rückläufig waren u a. Reichsbank auf 180,50 nach 182, Cont'i Gummi auf 199 nach 200, Demag auf 140,25 nach 142, Daimler auf 128 nach 129, AEG. auf 108,25 nach 108,75, dagegen erholten sich IG. Farben auf 147,50 nach 147. Von später notierten Werten lagen Bekula 2,50 v. H., Lahmeyer 2 v. H„ Deutsche Linoleum 2 v. H. und Ilse Genuß 1,25 d. H. fester, Eßlinger Maschinen und Kaliwerte bis 1 v. H. niedriger. Der Freioerkehr lag ruhig bei fast unveränderten Kursen. Katz & Klumpp nach anfangs unverändert 93 bis.95, später 92 bis 94. Tagesgelh sehr leicht mit 2,25 (2,50) v. H. Abendbörse still und uneinheitlich. * Mangels Anregungen lag die Abendbörse sehr still. In den meisten Fällen erfolgten die.Notierungen ohne Umsatz, wobei die Entwicklung weiterhin nicht einheitlich war. Etwas stärker abweichend in Anpassung an Berlin waren Buderus mit 108 (109,13) und BMW mit 142 (143,50), während sonst die Veränderungen nur Bruchteile eines Prozentes betrugen. IG.-Farben lagen mit 147 unverändert, ebenso Rheinstahl mit 133,50, Conti Gummi mit 200, Licht/ und Kraft mit 131,50, Metallgesellschaft mit 127 und Moenus mit 121,50. Im übrigen notierten u. a. Mannesmann mit 106 (105,65), Hoesch mit 106 (106,13), Bemberg mit 125,25 (126), Deutsche Erdöl mit 122,50 (123), Scheideanstalt mit 205 (205,50), Junghans mit 107,13 (107,50), Rheinmetall mit 124 (124,50), Gesfürel mit 128,50 (128), Demag mit 140,50 (140,25), Reichsbank mit 180,75 (181) und nach Pause Akkumulatoren zum Berliner Kurs von 209. Der Rentenmarkt war geschäftslos. Reichsbahn-VA. nom. 123,50, im Freiverkehr Kom- munal-Umfchuldung. unv. 94,45. $ranffurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Sept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 198 (am 31.8. 196), W11 200 (198), W 12 201 (199), W 13 202 (200), W 16 205 (203), W 18 207 (205), W 19 209 (207), W 20 211 (209). Roggen R 11 183 (181), R 12 184 (182), R 14 186 (184), R 16 189 (187), R 17 190 (188), R 18 191 (189), R 19 193 (191) Großhandelspreise der Müh» len der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 28,85, W 16 28,85, W 18 28,85, W 19 28,85, W 20 (Kreis Alzey) 28,85, W 20 (Kreis Worms) 29.20; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23.50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90. W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfeftpreis ab Mühlenstation. Treber getr. —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken, mit Besaltz (bis etwa ein Drittel) 5,00, Wiesenheu, gut, gesund, trocken, mit unerheblichem Besatz (bis etwa ein Zehntel) an minderwertigen Gräsern 5,80 bis 6,00 Erzeugerpreis ab Erzeugers Verladestation. Drahtgepreßt bis 40 Pf. Aufschlag. Weizenstroh bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh 2,90 bis 3,00. Hafer- und Gerstenstroh 2,40 bis 2,50, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50 ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkl. Frankfurt a. M., 6. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 552 Kälber, 253 Hämmel, 75 Schafe, 1650 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hammel 35 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 52 bis 59 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe und Hämmel mittelmäßig. Jiunhfunfprogromm Mittwoch, 7. September: 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Reichssendung. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14. Nachrichten. 14.10: Delius — Schumann — Smetana. 15? Bilderbuch der Woche. 15.15: Verrat am Volk. 16: Nachmittagskonzert. Das Mikrophon unterwegs^ 18: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Reichssendung. 20.30: Alte Tänze. 22: Nachrichten. 22.30: Musik aus Wien. 24: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert II. werden gelacht ONKEL HEINZ sorgt dafür -.der Mann mit dem goldenen Humor: Vortrag und Vorführung Eintritt frei Eintritt frei Es ladet ein: Ihr führendes Fachgeschäft für neuzeitliche Waschmaschinen Gießen Neustadt 5-7 Ruf 4165 5736 A DrrSfnn Kleiner laden | Mietgesuche 2-3-Iintmer- B i t1 o r f , Gerichtsvollzieher. Nachdruck verboten Sonnige 23. Aehungstag 3. September 1938 ün der heutigen Dormittagsziehung wurden 87747 173673 5000 RM. 4183 135674 91544 200870 279409 290935 329861 333427 344226 ' 161479 180150 186519 195637 204647 216249 238313 292732 323369 339054 352995 369005 146 Gewinne zu 300 RM. 66 4547 5256 Mil. Zimm. Außerdem wurden 4208 Gewinne zu 150 RM. gezogen. . Auherdem wurden 4604 Gewinne zu 150 RM. gezogen. »7 K 63373 162606 142848 256141 3X7443 44308 72857 124946 183334 204747 247563 277244 360338 388007 20964 54895 89496 112345 127022 178685 211829 244555 288651 296744 361123 393950 87345 175008 128423 183.493 128915 226133 289148 392939 160229 198245 219321 266466 306720 372905 140666 164084 186146 216272 247068 259344 290091 323606 340187 365634 376370 397859 168700 201492 224073 272830 351153 384315 170458 204135 245234 273879 357350 385070 119636 '34193 149468 171037 212028 226190 250727 276838 302404 331683 351102 371644 380361 52520 117771 175265 274123 386475 26911 : 58017 ! 90565 112383 130842 179722 219939 262693 289415 297730 377044 103779 115176 136015 189659 225157 262800 294439 317240 384115 115028 180994 266107 - 25771 136913 196747 41389 137289 203406 134773 156167 172827 213719 240733 252066 287781 311441 333245 365060 373156 390242 396750 2000 RM. 203921 1000 RM. 104582 158474 262587 317974 76779 291298 29984 115414 167412 271987 336009 183914 214302 249085 283721 369880 390137 189360 215285 252922 294416 372310 139877 158766 185799 214228 241184 252331 289380 321796 337209 365170 374335 396564 106067 121180 150861 207080 225665 269964 294570 327593 385955 133918 144890 167687 205639 224033 248134 274222 301818 326397 340971 370001 379982 399930 33234 272306 21090 113524 163930 262644 326275 107046 123827 159437 207902 228124 279167 295151 347867 390366 17039 53615 71922 108332 123928 164973 211272 239685 280337 296055 357635 393701 133098 142466 167517 190789 223383 248120 0079 293538 325203 340803 368491 376834 398792 3000 RM. 38404 377707 382189 2000 RM. 161627 1000 RM. 23560 „Tränen“ 266068 270189 376764 16 Gewinne zu 123581 124868 „Mit Wasser wird getrocknet“ 56 Gewinne zu 66568 101078 gezogen 220887 216249 238313 241288 267766 277815 299550 303878 304491 ------ ------ EDGAR BORRMANN& wenn Sie uns HEUTE UND MORGEN, abends 8 Uhr, im CAFE LEIB besuchen 12 Gewinne zu 3000 RM. 229422 358496 ------ 36577 37805 41123 53271 59675 60244 60280 71124 karten, 1 Kuh, Bürsten, Pinsel, Körbe, 1 Photoavvarat, 1 Lieferwagen Dreirad (Nollfix) und verschiedenes andere. 5733D geeign. als Werkstatt zu vermiet. 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September 1938 3n der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen ' 2 Gewinne zu 20000 RM. 362423 2 Gewinne zu 10000 RM. 42481 4 Gewinne zu 5000 RM. 112682 277104 6 Gewinne zu 3000 RM. 160253 219818 310454 18 Gewinne zu 2000 RM. 2901 20591 117959 160520 185787 214577 347680 349212 379711 72 Gewinne zu 1000 RM. 27837 36683 42147 62595 72417 73151 89958 99443 1029*22 143688 160381 169716 171718 192720 202115 215833 226968 230873 235431 236704 245917 247893 262263 274164 288595 290782 297392 300091 305378 332316 352438 364414- 380376 382930 389665 396700 102 Gewinne zu 500 RM. 5723 10486 15588 26519 27510 31495 59588 65152 84656 84961 85858 87172 88292 91411 94255 99477 131888 148846 149206 170371 175219 180109 182571 185603 190240 193221 200101 200654 210905 219765 220146 255778 263093 269149 270535 271255 307814 313033 321108 327795 338362 346540 356910 360542 367562 371074 371747 387010 390021 393942 395591 204 Gewinne zu 300 RM. 988 1126 3531 7355 17354 19990 20323 23193 33316 44082 50311 50459 56017 56202 57335 59848 59902 67890 72976 73464 101624 120427 157497 171709 188176 211605 242157 259906 270105 284366 309281 335271 386219 76045 E 105192 127756 161162 172307 193142 222289 246983 260745 275022 290498 312669 339435 386444 106 95 106140 133021 162337 174591 200986 224178 248792 263333 275660 296485 317100 339816 386837 112820 133116 167895 179475 203230 234476 252238 263647 278571 297225 325422 347592 387559 5 95741 116260 140209 169349 183060 205184 237427 253569 263912 279500 300841 326977 356972 98839 119982 143817 170666 185054 205725 237616 256488 267992 281913 301678 333206 369703- Außerdem wurden 4590 Gewinne zu 150 RM. gezogen, ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 367798 2 Gewinne zu 5000 RM. 368258 4 Gewinne zu 3000 RM. 2904 277502 12 Gewinne zu 2000 RM. 73593 87993 123477 204051 279552 370753 58 Gewinne zu 1000 RM. 6225 6429 59647 61304 81511 93996 97854 122922 133432 156631 178766 196016 199129 204978 206124 213217 215987 281311 284429 290113 299546 300192 300889 324090 324586 335585 337797 374967 377300 68 Gewinne zu 500 RM. 8458 23940 30316 31499 32212 32251 46199 65206 72997 86229 89308 92323 97834 133376 151025 165523 175741 197449 201503 214119 231840 239959 240888 253774 256917 262882 312354 318004 352584 353382 359548 363496 372046 395977 158 Gewinne zu 300 RM. 4925 10894 15816 34597 35139 39489 45258 48101 58462 59124 68786 74476 75316 79702 96095 100583 103030 103224 106814 115925 123473 132994 133310 138588 145170 151521 155904 155982 161361 174531 177776 183390 188044 206870 223812 224613 226330 229226 230139 233122 234481 238972 244241 244537 268449 273070 273960 276995 282008 294684 297573 302845 312744 321233 322036 322442 323119 329843 344312 361301 372843 373659 373667 378973 386929 388527 11424 57245 90931 110632 142841 164778 219336 231488 265824 284868 321718 360454 384019 flußerbem würben 4196 Gewinne zu 150 RM. gezogen. tim Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 20000, 16 zu je 10000, 18 zu je 5000, 60 zu je 3000, 130 zu je 2000, 494 zu je 1000, 768 zu je 500, 135tz