Der englische plan im Mleinmischungsausschuß angenommen Frankreich rechnet mit Verzögerungen spielt. Die sozialistische Partei spielt hier lange nicht ihrer sauberen Staatsfuhrung und ihrer praks-n mi- die Nolle wie etwa rn Frankreich oder früher in litari chen Erziehung wegen. Man hat die Chilenen d/n In lick uneinigen Kommunisten auch als die „Engländer Südamerikas" bezeichne^ L"',ü'schweigen Ein-1>-M° KandiLr ist noch Es ist schwer 3u !°g°^°b diese Urteile heute noch ?echt verschwommen. Es handelt sich um den srü.he^ d°b H- unft Umwe h »ma englischen Regierung zurückgewiesen werden. Don nationalspanischer Seite war vorgeschlagen worden, Oel, Benzin sowie Lastkraftwagen in die Liste der ..Materialien zur Unterstützung des Krieges" aufzunehmen. Die Hauptschwierigkeit dürfte in der Absicht der englischen Regierung liegen, sich in der Frage der Zuerkennung kriegführender Rechte an die spanischen Parteien nicht zu weit vorzuwagen, bevor nicht in der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen ein sichtbarer Fortschritt zu verzeichnen ist. Die „Times" weist darauf hin, daß nach der Annahme des Planes im Nichteinmischungsausschuß bald mit der Zurückziehung der auf nationalspanischer Seite kämpfenden Freiwilligen zu rechnen sei, so daß vielleicht die zur Auszählung der Freiwilligen nach Spanien kommenden neutralen Ausschüsse nicht mehr ihres Amtes zu walten brauchten. Ein solcher Vorgang würde zwangsläufig die Zuerkennung der Rechte Kriegführender an beide spanischen Parteien beschleunigen, was wiederum das Inkrafttreten des englisch-italienischen Abkommens in nahe Zukunft rücken würde. , das am wenigsten romanische Züge trägt.-Auch hier ist die Erklärung schnell gegeben: unter den Abenteurern und Konquistadoren, die zur Zeit Karls V. Südamerika eroberten, befanden sich zahlreiche deutschen Blutes. In der hundertjährigen chilenischen Geschichte — das Land befreite sich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts von der spanischen Herrschaft — schwingt kein Mißklang zwischen Deutschland und Chile. Viele Etappen könnten aufgezählt werden, begonnen mit dem Werk des Deutschen Philippi, der die deutsche Einwanderung in Chile vorbereitete '' id damit den Grundstock zur deutschen Leistung in Chile legte, die alle Gebiete umfaßt: Heer unu Verwaltung, Wissenschaft und Erziehung, Landwirtschaft, Handel. Industrie und Wirtschaft. Und zahlreiche Beispiele aus der Politik könnten angeführt werden: 1884, als das energische Eingreifen Bis- marcks den Chilenen nach der Beendigung des peruanischen Feldzuges gegen den Willen anderer Großmächte die Zuerkennung des Siegespreises brachte; 1891, als das entschlossene Eingreifen des deutschen Admirals Valois, dessen Kreuzer damals in Valparaiso lag, nach der blutigen Schlacht von Valparaiso den Bürgerkrieg beendete, der General des siegreichen chilenischen Heeres war ein Deutscher, General Koerner, der die chilenische Armee zur schlagkräftigsten in ganz Lateinamerika gestaltete; Deutsche waren es auch — voran der Geograph S t e f f e n — die in Streitfällen mit Argentinien um die Jahrhundertwende die Grenzen des Landes festlegen halfen. Die Reihe der Deutschen, die sich aufopfernd dem chilenischen Staat bis zum Letzten zur Verfügung stellten, könnte endlos fortgesetzt werden, wie , es auch eine lange Kette von chilenischen Freundscbaits- beweisen gegenüber Deutschland gibt. An der Spitze steht hier die in Deutschland unvergessene wohlwollende Neutralität Chiles im Weltkrieg zu einer Zeit, als es dem Land nur Vorteile bringen konnte, aus dem Niedergang Deutschlands Profit zu schlagen. Diese aufrechte freundschaftliche Haltung hat Chile auch dem darniederliegenden Nachkriegsdeutschland erhalten. Kaum sonstwo in Südamerika ist dann auch der deutsche Wiederaufstieg mit so warmer Snmvatbie begrüßt worden wie hier. Ms und Erziehung aus der chilenischen Raste etwas Einheitliches schweißten, das wenig von dem hat, ren Präsidenten General a. D. Ibanez. Sein Hauptförderer ist die junge chilenische N a c i st a - Bart ei unter Führung von Gonzales von M ar e e s, eine Paris, 6. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Epoque" schreibt, man erkenne gern an, daß vom Nichteinmischungsausschuß am Dienstag ein wichtiger Schritt auf dem Wege einer internationalen Entspannung getan worden sei. Es wäre jedoch falsch, zu glauben, daß der spanische Krieg etwa keine Ueberraschungen mehr mit sich bringen würde. „Jour" fragt, ob der englische Plan in der praktischen Anwendung ebenso lange Zeit in Anspruch nehmen werde, wie in seiner Erarbeitung. Selbst im besten Fall könnten die Mächte den beiden spanischen Parteien erst gegen Ende September dieses Jahres das Kriegsrecht zuerkennen. „Matin" hebt hervor, daß Deutschland, Italien, Frankreich und England die ersten Zahlungen für die Finanzierung der Zurückziehung der Freiwilligen geleistet hätten. Man stelle fest, daß sich die Sowjets wieder einmal enthalten hätten, auch nur den geringsten handgreiflichen Beweis für ihre Teilnahme'an einem Werk der Befriedung zu liefern. — Der römische Berichterstatter des gleichen Blattes schreibt, die Einigung im Londoner Nichtein- mischungsausschuß habe in der italienischen Hauptstadt natürlich einen guten Eindruck gemacht, doch befürchte man in Rom, daß Moskau in letzter Stunde noch ein Behinderungsmanöver unternehmen werde. „Journal" schreibt, die lange Dauer der Sitzung sei wieder einmal den Sowjets zu verdanken. Trotzdem sei schließlich doch eine Einigung erzielt worden. Welche Zukunft bleibe aber der praktischen Anwendung dieses Planes vorbehalten? Welche Antwort würden die beiden spanischen Parteien geben? „Oeuvre" erklärt, tatsächlich seien in Rotspanien zahlreiche Naturalisierungen vorgenommen worden, während andere Freiwillige überhaupt nicht im Besitz von Pässen seien. Bei optimistischen Be- ephalten. _ Und dennoch trotz dieser verschiedenartigen Herkunft schwingt im Begriff der chilenischen Rasse sehr viel Einheitliches mit. Es ist die einheitliche Ausrichtung auf die chilenische Nation, die gleiche Auffassung'von Arbeit und Ehre und eine Lebenshaltung, die man fast soldatisch nennen möchte. Vor der Jahrhundertwende nannte man einst die Chilenen die „Preußen Südamerikas", nicht, zuletzt ihrer sauberen Staatsführung und ihrer straffen mimen festgelegt ist. Dies Land steht im Zeichen der Kämpfe zur kommenden Präsidentschafts wähl. Es geht darum, ob -bas Volk dem gegenwärtigen Kurs fein Ja-Wort geben wird oder nicht. Präsident Arturo Alessandri, schon in den siebziger fahren stehend, wird nicht noch einmal kandidieren. Dieser Mann, der einst als radikaler Politiker der Linken in der Verbannung leben mußte, hat in den langen Jahren seiner Regierung gerade die Rechte, d:e ihn einst in die Verbannung schickte, von sich und seinem Werk überzeugt. Chile wird heute rechts regiert. Außenpolitisch — etwa in Genf — hat sich das Land stets für die Anerkennung der Lebensrechte anderer Staaten eingesetzt. So hat es mancher deutschen Forderung einen moralischen Rückhalt gegeben. So stand es dem italienischen Lebenskampf mit Sympathie gegenüber. So knüpfte es auch mit dem nationalen Spanien des General Franco Bande, die über das rein geschäftliche und wirtschaftliche Interesse hinausgehen. Und auf diese Grundhaltung ist auch der Entschluß Chiles, der Verlogenheit des Genfer Systems den Rücken zu kehren, zurückzuführen. In Südamerika machte sich Chile zum tatkräftigen Förderer der Idee der guten Nachbarschaft, ohne sich allzu stark von dem nordamerikanischen Utopiegebilde von Panamerika gefangennehmen zu lassen. Nach außen übernahm es auch die Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen. Erst die jüngsten chilenisch-argentinischen Gespräche in Santiago und die chilenisch-brasilianische Aussprache in Rio de Janeiro zeigen Chiles Einsatz zum besseren wirt- saftlichen wie politischen Zusammenarbeiten zwischen den ABC-Staaten. hlviehmarkl. suli. (Borbericht.) Um läge: Boraustriib: 768.1 >se, 2934 Schweine. Es irf, Hammel 35 bis 48,. 50 bis 57 Mark. - 'meine jugeteilt, Schase rechnungen scheine der englische Plan nicht vor Weihnachten zur Anwendung gelangen zu können. Der „Figaro" schreibt, gewiß werde man sich freuen, daß im Nichteinmischungsausschuß eine Einigung erzielt worden sei. In Spanien bestehe jedoch die tatsächliche Uneinigkeit weiter fort. In manchen Kreisen behaupte man, daß es erst gegenEnde diesesJahres zp einer Zurückziehung der Freiwilligen und einer Zuerksnnung der Kriegsrechte kommen werde. Man könne jedoch überzeugt sein, daß man bet wirklichem Wollen nicht erst in einigen Monaten, sondern in einigen Woche n zu einem einschneidenden Ergebnis kommen könnte, allerdings unter einer Bedingung: die zukünftigen Kommissare müßten eine große Energie an den Tag legen. Das sei besonders auf der rotspanischen Seite nötig. Im nationalspanischen Lager werde die Zählung der Freiwilligen sehr einfach sein. Im roten Lager dagegen entwichen die Freiwilligen jeder Kontrolle und jeder Autorität. Die Feststellung sei zweifellos eine der Ueberraschungen, die sich ergeben würden. Man habe die öffentliche Meinung in der spanischen Angelegenheit derart mit Lügen überschüttet, daß viele Leute gegenteiliger Ansicht seien. Der spanische Nationalschah. Paris, 6. Juli. (Europapreß.) Der sowjetspanische Außenkommissar bei Vayo hält sich in Paris auf. Er stattete in Begleitung des sowjetspanischen Vertreters in Paris dem französischen Außenminister Bonnet einen Besuch ab. Im Mittelpunkt der Unterhaltung soll aber die Frage des bei der Bank von Frankreich gehorteten Goldes der spanischen Nationalbank gestanden haben, lieber die Besitzzugehörigkeit dieses Goldes wird am Mittwoch das Pariser Appellationsgericht endgültig entscheiden. , 11 Die der Regierung nahestehende Londoner P r e s j e begrüßt einstimmig die Annahme des britischen Vorschlages. „Dimes" schreibt, daß der Nichteinmifchungsausschuß den größten Fortschritt während seines nahezu zweijährigen Bestehens zu verzeichnen gehabt habe. Es handele sich hier nicht nur um eine theoretische Angelegenheit. Als Symbol des Entschlusses, Fortschritte zu machen, hätten die Vertreter Englands, Frankreichs, Deutschlands und Jtakiens dem Sekretär des Nichteinmischungsamtes Schecks über je 12 500 Pfund überreicht. — „Daily Telegraph" rechnet Mit einer baldigen Antwort von Burgos und Barcelona auf die Vorschläge des Nichtein- misckmngsausschusses, weil politische und strategische Erwägungen hier mitjpielen. Die im Nichteinmischungsausschuß erreichte Einigung bestätige die Befürchtung, daß die Parteinahme fremder Länder für irgendeine Partei in Spanien den Frieden von ganz Europa gefährden -tonnte. Wenn das Abkommen durchgeführt werde, müßte es dem Konflikt in Spanien den Charakter eines wirklichen Bürgerkrieges geben und dessen Beendigung beschleunigen. — „Daily Expreß" hält es für möglich, daß ein Teil des britischen Planes zu einem Sturm im Parlament führen könnte, denn einige Tausend von Kampfteilnehmern in Spanien würden erst in London untergebracht werden, ehe sie in ihre Heimat zurück geschickt würden. Da hierunter aber Tausende von Emigranten, allein 3000 polnische Kommunisten, seien, die nicht in ihre Heimat zurück kehren könnten, rechne man damit, daß ein Ausschuß eingesetzt werden müsse, um zu entscheiden, was aus den einzelnen Leuten werden sollte. Inzwischen werde diese Armee aber „Gast" Englands sein. Der neutralisierte Hasen. Francos Vorschlag wird in London beraten. London, 6. Juli. (Europapreß.) Am Mittwoch wird sich die englische Regierung mit der Antwort auf die von Franco gemachten Vorschläge zur Verhinderung der Luftangriffe auf englische Handelsschiffe befassen. Nach den Andeutungen verschiedener Blätter ist man in London gewillt, der Errichtung eines Sicherheitshafens an der sow'jetspanischen Mittelmeer - Küste grundsätzlich zuzustimmen. Man will aber Franco einen Gegenvorschlag unterbreiten, der die Errichtung zweier solcher an der sowjetspanischen Mittelmeerküste gelegenen Häfen vorsieht. Weiter soll der Vorschlag Francos, die Liste der für die Einfuhr nach Sowjetspanien als Konterbande bezeichneten Frachtgüter zu erweitern, von der 3 ireid) geqe^e"' deren ™ uni« £ "9- - (Scherl-M.) ” Das Land zwischen 40 Breitengraden. Von unserem ständigen W. Sz.-Äerichterstaiier Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Santiago de. Chile, im Mai 1938. Diel zu wenig weiß man noch immer in Deutschland um Chile. Viel mehr müßte man wissen von diesem Land, das sich einige tausend Kilometer lang als schmaler Streifen zwischen Pazifik und Kordillere von den Tropen im Norden bis in ewige Winterregionen im Süden erstreckt. Der Künstler, der Chile malen möchte, muß Farben einzufangen verstehen: das Blau des mittelchilenischen Himmels, das in ewiger Sonne glitzernde Weiß der schneebedeckten Kordillere, ein ganzer Tuschkasten voller Farben, wenn die Sonne über dieser Bergwelt verglüht, das tiefe Grün der Wälder des Südens, den salzigen Wogenschlag des Pazifik, die Glasklarheit der Seen und Bergflüsse, die luftigen Rauchfahnen aus den schneebedeckten Vulkanen, die Blüten der Gärten und die saftigen Farben der Früchte, das tiefe Rot des Weins, das Weiß des Salpeters und die metallene Röte von Kupfer und Gold. Santiago ist mit fast einer Million Einwohner die moderne Hauptstadt dieses Landes. Ein Fünftel der gesamten Bevölkerung lebt hier. Wenig nur erinnert an die Kolonialzeit vor vier Jahrhunderten. Ein paar alte spanische Häuser nur mit den herrlichen andalusischen Patios, in den Außenbezirken die Ranchos der „rotos" — das Zentrum aber ist mit seinen glänzenden Fassaden und himmelragenden Wolkenkratzern Ausdruck der modernen südamerikanischen Geschäftswelt geworden. Als zweite Stadt des Landes wurde Valparaiso der bedeutendste Hafen an der südamerikanischen Westküste. Alle großen deutschen Handelshäuser sind hier vertreten, wie die ganze Hafenstadt etwas von London, 5. Juli. (DNB.) Die Vollsitzung des Nichteinmischungsausschusses begann um 16 Uhr unter Vorsitz des englischen Außenministers Lord Halifax. Auf der Tagesordnung stand die endgültige Annahme des britischen Planes über die Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien. Lord Halifax erklärte, daß der Freiwilligen-Plan eine äußerst dringliche Angelegenheit sei. Er erhoffe die Annahme des Planes, so daß er sofort an die spanischen Parteien abgeschickt werden könne. Darauf sprachen die Vertreter Italiens, Deutschlands und Frankreichs, die dem'Ausschuß den Betrag von je 12 500 Pfund überreichten, sowie die Vertreter Portugals, Bulgariens, Jugoslawiens, der Türkei, Ungarns und Schwedens. Alle erklärten sich zur Annahme des Planes bereit. Der sowjetrussische Vertreter verlangte darauf die Neufassung des Paragraphen, der sich auf die Durchführung der Kontrolle bezieht, dahingehend, daß bei der Durchführung der Landkontrolle und der Seekontrolle ein Gleichgewicht beibehalten werden solle. Nach etwa einftünbiger Diskussion wurde der Paragraph über die Wiedereinsetzung der Land- und Seekontrolle neu gefaxt, und der sowjetrussische Vertreter erklärte sich vorbehaltlich der Zustimmung seiner Regierung einverstanden. Darauf erklärte Lord Halifax, daß er nach Annahme des neu gefaßten Paragraphen den Plan als Ganzes als einstimmig angenommen ansehe. Der englische Plan wird nun in Form eines Weißbuches veröffentlicht und schon am Mittwochmorgen den beiden spanischen Parteien zur Annahme oorgelegt werden. dem alten hanseatischen Geist atmet, der den deut- \ scheu Kaufmann schon vor hundert Jahren an die- \ sein Land interessierte. (Gerade dieser Tage feierte 1 der Deutsche Verein Valparaiso fein lOOjähnges ! Bestehen.) Kennt man Antofag a ft a und 1 Iquigue? Sicher ist der Süden, der völlig durch 1 die Arbeit der deutschen Einwanderer und Kolo- i nisten sowie ihrer Nachkommen gekennzeichnet ist, bekannter: T e m u c o , ganz im Herzen der Jndia- 1 nersiedlungen der Aracaunen gelegen, die Jndustrie- und Reederstadt Valdivia, die Universitätsstadt ■ Concepcion, ferner Osorno inmitten eines reichen landwirtschaftlichen Hinterlandes und schließlich Puerto M o n 11, der bedeutende patagonische * Hafen, der heute die Brücke bildet zu den neu zu erschließenden Siedlungsgebieten in Aysen, Magallanes und Feuerland. Es sind gar nicht die Aeltesten des Landes, die sich noch an eine Zeit erinnern, du es für dieses Land keine Probleme gab. Die ganze Welt kaufte Chilesalpeter, und der Ausfuhrzoll deckte alle chilenischen Staatsausgaben. Chile besaß das Salpetermonopol. Die Kunden der ganzen Welt ernährten das Land gut/ so daß es glücklich und ohne Sorgen leben konnte. Wissenschaft brach dises Monopol. Der synthetische Stickstoff wurde der große Konkurrent des Salpeters. Und der synthetische Stickstoff besiegte den" Salpeter. Die ersten Rückwirkungen auf Chile waren katastrophal. Dem Leben hier schien der Rückhalt genommen. Der Schlag war um so empfindlicher, als die Auswirkungen der Krise der Nachkriegszeit und der großen Weltwirtschaft histzukamen. Chile sah sein gesamtes Lebenssystem zusammenbrechen. Es mußte sich ein neues aufbauen. Das ging nicht ohne innere Erschütterungen vor sich. Aber es gelang. Der Aufbau einer exportfähigen Landwirtschaft, die Neugründung von Industrien, gerade in den letzten Jahren der Aufschwung des Handels durch die steigende- Nachfrage nach Rohstoffen — Chile besitzt hie faßten Kupferminen der Welt — all aas änderte die wirtschaftliche Struktur des Landes von Grund auf. Wenn das Land heute einen ausgeglichenen Staatshaushalt besitzt, wenn das Land seinen ausländischen Schuldverpflichtungen gegenüber nachkam, so ist das der beste Beweis für die wirtschaftliche Wiedererstarkung und Gesundung nach den Jahren der großen Krise. Diese Gesundung konnte natürlich nur erfolgen unter Anspannung aller Kräfte und Ausnutzung aller Reserven. Chile, in dem vor wenig mehr als einem guten Jahrzehnt das Volk noch in der glücklichen Lage war, keine Steuern zahlen zu müssen, hat heute die Steuerschraube empfindlich angezogen. Die Regierung hat sich dadurch nicht gerade beliebt gemacht, und die Opposition arbeitet erfolgreich allein mit der Erinnerung an eine bessere Vergangenheit. Aber diese Opposition bleibt agitatorisch-, denn die Zeiten haben sich gegenüber dieser guten Vergangenheit erheblich verändert. Auch jene Richtung der Opposition, die gegen einen angeblichen ausländischen „Imperialismus" zu Felde zieht und Chile für die Chilenen fordert — das ist ein Schlagwort der Volksfront — vermag sich im Ausland wenig Sympathien zu erwerben, solange Chile zu seinem Aufbau ausländische Fachkräfte benötigt. Kapitalmäßig ist es vor allem Nordamerika, das hier mit ganz bedeutenden Sum- die vom deutschen Beispiel lernen, sich im Lande aber gegen jedes Eigenleben der Dolkstumsgruppen — und die deutsche ist die stärkste — wenden möchte. Von jeUem chilenischen Bürger gleich welcher rassischen Herkunft wird man immer wieder stolz den Satz hören: „Soy Chileno“ oder „de pura raza chilena“, „Ich bin Chilene" oder „gehöre zur reinen chilenisch en Rafs e". In wie hohem Maße der Begriff Rasse mit den Begriffen der Charakterbildung und der Erziehung zusammenhängt, wird gerade an diesem Beispiel offensichtlich. Die führende chilenische Gesellschaft trägt noch deutlich die Züge aus der Kolonisationszeit. Es ist vor allem der Einschlag der nüchternen arbeitsamen und sehr geschäftssicheren Basken, der die Gesellschaft noch heute auszeichnet. Die Namen zahlreicher führender Familien sind bis heute baskischer Herkunft. In der breiten Masse des Volkes ist der Jndianereinschlag unverkennbar. Unverkennbar sind auch die Einwirkungen jener Zeit von vor rund hundert Jahren, als man einige tausend deutscher Kolo- n i ft en im Lande'einsetzte, eine Zeit, die man als die zweite Kolonisationsepoche bezeichnen kamt. Blaue Augen und blonde Haare kennzeichnen schon nach außen hin die Herkunft der Chilenen im Süden des Landes. „Los Alemanes del Sur", die Deutschen des Südens", wie man sie nennt, haben ihr deutsches Volkstum über Generationen hinweg (We Notierung 187) M 9119 1899 (196) * genannten $rei5, ■teWt ffleiien, M), ÜB 16 29.20 ®20 29.55 (29.95), -22.45, N15 22.80, < TM ii5(j i M. Weizen, e W13 10.75, W18 VI820 11.20, Roqqen' «1610.25, N18 M, >e ab Mühlenstation, Erdnußkuchen - heu — Stroh ge. Die Rechte, die heute die Politik des Präsidenten Alessandri stützt, läßt dessen früheren Fi- nanzminifter Roß bei den kommenden Wablen kandidieren. Roß kam von der Wirtschaft zur Politik. Man kennt ihn auch in Europa (Mst nur durch seine verschiedenen Reisen) als ausgesprochenen Finanz- und Wirtschaftsfachmann. Gegen- k a n d i d a t ist der Radikale Äguirre Cerda, der Einheitskandidat der Volksfront. Daß man sich auf ihn und nicht auf den sehr populären Sozialisten- führer, den früheren Oberst Marmaduke Grove einigte zeigt, welche überragende Rolle innerhalb der chilenischen Volksfront die Radikale Parte: . Hedaktion* HN- Serbin*111 tilun9'1 . beider- M ■«[.«*'gemein' eigens?'9 bis ®"be s °sn Mietl lüberbnn XUf Steffi ogramm .Juli. richten. 13.15: Mittags« 0: Das Stündchen nach 16: Nachmittagskonzert. i unterwegs. 18: Zeit« i süßer Ruh'. 19: Nach« eit unb plaudert: Unter u-löpf. heitere Plaude« en Hochwald. 22: Nach« ngsschau. 22.35: Unter« Nachtmusik. Juli ;uf ins Land. 6: Mor« 6.30: SnjtoJ rotier 9 40: Steine MW Die Meister« Ämtt'10.30.®«’«- irtschaft: Die MW Mlttagskonzert.^- ,„„rt 14; Nachrichten- " 15- Bilderbuch der Est 16: Nachn»«-' " phnnunterW-? ' ZLSZ prt- Lieder und !?'SxS Mittwoch, b.M 1438 Nr. 155 Lrftes Blaff 188. Zahrgang Lrschetn» »üglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild > Die Scholle Blonat$«Be3ugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr. . , -.25 Auch frei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 ä ä Annahme von Anzeigen " für die Mittagsnummer ▲ kA ▲ A, A. A AÄ 'ML AA A A A A A AA t>l-8'/.UHrd--Dormittag, wi^n^itct iinwer XJ>VIIVIWVW w. äsö VJr Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen WW s behördliche Anzeigen 6Rpf. vruL unb Verlag: vriihlsche Univerfitätsbruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung unb SeschSstrftelle: Schulstratze 7 M-ng-nabi-hiMStaffeis ANHUI 'schang lalang Hukw Nantschapg Kwkiang ^cfees: OPEI’^S ^^Hankfly i -W Ä KIANGS) Um den Friedensschluß im GranChaco Das neue Strafrecht der Schweiz erlitten hat, von dem es sich nicht so bald erholen Aeuyork, die judenreichste Stadt. Welche ausländischen Schiffe wurden in England registriert? tische» wie wirtschaftlichen Faktor entgegenbringt — der deutsch-chilenische Warenverkehr stand im Vorjahr an der Spitze der chilenischen Handelsbilanz — als Zeichen der Herzlichkeit des Einvernehmens konnte der deutsche Botschafter in Santiago bei seinem traditionellen Maiempfang auch den Präsidenten der Republik in seinen Raumen begrüßen. Es kann nach all dem nicht wundernehmen, daß man im Reich die weitere innerpoli- tische Entwicklung bis zu den Präsidentschaftswahlen mit Interesse verfolgt, Danach soll kein Offizier von über 50 Jahren zum Oberst ernannt werden. Um den Weg zur Beförderung freizumachen, werde man eine größere Anzahl älterer Majore ersuchen, in den Ruhestand zu treten unter gleichzeitiger Erhöhung ihrer Pension fron 300 auf 400 Pfund jährlich. Auch die Pensionen von Richt-Stabsoffizieren sollen erhöht werden. Die Dienstzeit vom Leutnant bis zum Hauptmann soll auf acht Jahre verkürzt werden. dürfte. Das Blatt bezweifelt, ob Kemal Atatürk die türkischen Truppen so schnell aus dem Sandschak zurückziehen werde, wie man sich das jetzt in Frankreich vorstellt. senkt. ZapanzurDesehungderparacel-Insekn Tokio, b.Juli. (DRB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Außenamtes erklärte zur Besetzung der Paracel-Inseln durch französisch-anami- tische Polizei unter Führung französischer Offiziere, daß 1920 und 1921 von französischer und britischer Seite erklärt worden sei, daß die Paracel-Inseln zum Verwaltungsbezirk Hainan gehörten. Der Sprecher des Außenamtes betonte, daß ein Anspruch Jndochinas oder Frankreichs auf die Paracel-Inseln deshalb unberechtigt sei. Die apanische Presse wendet sich leidenschaftlich gegen Frankreichs Vorgehen und schreibt, Frankreich habe damit sein wahres Gesicht gegenüber Japan und dem Chinakonflikt gezeigt. Wenn Frankreich seine Haltung nicht ändere, so müsse Japan entsprechende Maßnahmen ergreifen. Da Hainan chinesisches Gebiet und Operationsgebiet sei und außerdem militärische Befestigungen auf- zuweisen habe, so würde die Besetzung Hainans durch Japan vollkommen berechtigt sein. wirtschaftlichen Produktion, staatliche Unterstützung der Bauern, Verbilligung der zur landwirtschaftlichen Erzeugung benötigten Artikel, Straßen- und Eisenbahnbauten, Wiederherstellung der Ordnung im Schulwesen und in den Kirchen, verschiedene volks- gesundh^iliche Maßnahmen, Verbesserung des Loses der Arbeiterschaft, Entwicklung der Armee, weiterer Ausbau der Grenzbefestigungen, Justizreform, sowie die denkbar größte Entwicklung der Kriegsmarine und der Luftflotte. Auf außenpolitischem Gebiet stellt die Proklamation fest, daß die neue Regierung die bestehenden Bündnisse und Freundschaften noch weiter vertieft, daneben neue Freunde gewonnen und die Beziehungen zu den Nachbar st aatenverbessert habe. Zum Schluß heißt es, daß die Regierung mit den alten Methoden gebrochen habe, die nur bestrebt gewesen seien, in der Bevölkerung unerfüllbare Hoffnungen zu wecken. Die Regierung wolle, daß die ganze Nation sich an der Aktion zur Schaffung der nationalen Solidarität beteilige. Unter dem Vorsitz des Königs fand ein Mimster- rot statt, der sich in erster Linie mit dem Problem Welche Absichten die Türkei im Sandschak Alexandrette verfolgen wird, wird sich erst nach einiger Zeit an Hand der Ereignisse beurteilen lassen. Als tatsächliches Ergebnis kann jedenfalls schon jetzt festgestellt werden, daß auch im Nahen Orient Frankreich aus seiner Volksfront-Herrschaft keinen Nutzen gezogen hat. Die Türken hattm sich mit der französischen Herrschaft über ihre Landsleute in Nordsyrien solange abgefunden, als eben d i e Franzosen diese Herrschaft ausübten. Seitdem aber im September 1936 durch den Unterstaatssekretär Dienot der Vertragsabschluß mit Syrien zustandekam, der in dem Mandatsgebiet Syrien eine „demokratische" Herrschaft der Syrer, Alauiten usw. aufrichten wollte, schien den Türken der Gedanke dieser arabischen Herrschaft unerträglich. Das beste ist, daß auch berufliche Kenner der ganzen Frage keine Ahnung haben, was aus dem französisch - syrischen Vertrag von 1 93 6 eigentlich werden soll. Das französische Parlament hat ihn bisher nicht ratifiziert, schon weil sich kein Abgeordneter gefunden hätte, der ihn als Berichterstatter vertreten hätte, angeblich auch, weil England in freundschaftlicher Form gegen diesen Vertrag Vorstellungen erhoben haben soll. Anderseits aber war Ende 1937 der syrische Ministerpräsident in Paris, und man soll ihm eine bindende Zusicherung mit auf den Weg gegeben haben, wonach die zweijährige Anlaufzeit für das Inkrafttreten des Vertrags bereits begonnen hätte... Man kann also einigermaßen neugierig sein, wie diese Frage sich weiter entwickeln und wie sich die Stellung Syriens zu der Türkei gestalten wird. England ist an alledem durch seine ganze Politik im Nahen Osten, durch seine Interessen in Palästina und durch seine Oelinteressen in höchstem Maß interessiert. Man versteht, daß der englische Botschafter in Paris, Sir Eric P h i p p s , sich für einige Tage nach London begeben hat, nachdem er über alle diese Fragen mit Außenminister Bonnet gesprochen hatte... Schanghai, 5. Juli. (DNB.) Die japanischen j Truppen zogen am Dienstag mit großen Feierlichkeiten in Hukau ein, nachdem die Stadt während der ; Nacht von chinesischen Heckenschützen gesäubert worden war. Chinesische Soldaten, die mit 30 Dschunken über den Poyangsee z u e n t k o m- men versuchten, wurden von der japanischen Artillerie unter Feuer genommen. Den japck- nischen Berichten zufolge wurden 29 Dschunken per« Die deutschen Militärberater aus China abgereist. Santau, 5. Juli. (DNB.) Die deutschen Mili- tärberater haben am Dienstagvormittag H a n kau verlassen und sich nach Hongkong begeben. Die Abreise wurde von einem chinesischen Sprecher oe- kanntgegeben, der bei dieser Gelegenheit der Tätigkeit der deutschen Berater in China mit anerkennenden Worten gedachte. Er wies darauf hin, daß sie auf eine mehr als fünfjährige Tätigtet! in China zurückblicke könnten. Sie feien aus Grund von Privatdienstverträgen angestellt gewesen, von denen sie bie chinesische Regierung freiwillig entbunden habe. Der chinesische Sprecher schloß mit dem Hinweis, daß sich die deutschen Militärberater den Dank u n d d i e A n e r k e n- nung der chinesischen Regierung für ihre Tätigkeit erworben hätten. Einmarsch der Japaner in Hukau. Hälfte aller Juden. Besonders stark von Juden durchsetzt sind die Haupt- und Großstädte. Die judenreichste Stadt aller Länder und Zeiten ist heute Groß-Neuyork, das 2,5 Millionen oder 1 5 v. H. allerJudenderWelt beherbergt. In P a l ä kt i n a bilden die dort wohnenden rund 400 000 Juden ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Burriana — an der Levante erobert. Castellon, 5.Juli. (DNB.) Die Truppen des Generals Aranda, die in drei Kolonnen von Nordosten, Norden und Nordwesten in Richtung auf Nules, das 20 Kilometer nördlich von Sagunt liegt, vordringen, besetzten am Dienstag die bedeutende Levante-Stadt Burriana, deren Hader ständig fortschreitenden Teuerung befaßre^^ Der Ministerrat stellte fest, daß das ständige Anwachsen der Lebensmittelpreise vollkommen u n» begründet sei, weil der Mehrpreis nicht Dem Erzeuger, sondern dem Zwischenhandel zugute komme. Unter diesen Umständen sei eine Herab» drückung der Preise vollkommen gerechtfertigt. Die Regierung fordert daher sämtliche Gemeindeverwaltungen auf, behördliche Prüfer zur Fes- stellung der Ursachen der Teuerung und zur Hint- anhaltung einer weiteren Preissteigerung zu ernennen. Dem Bukarester Bäcker- und Fleischerverband wurde von Innenminister Calinescu mitgeteilt. das Brot müsse um einen Lei pro Kilogramm, ohne Qualitätsverschlechterung, verbilligt werden. Der Fleischpreis müsse um sechs bis acht Lei oro Kilo- grarnrn, j- nach der Qualität, herabgesetzt werden. Berlin, 5. Juli. (DNB.) Die Zahl der Juden! , auf der Erde belief sich nach einer Zusammenstellung! JtlltUdtltCtt. des Statistischen Reichsamtes in „Wirtschaft und! Statistik" um das Jahr 1937 auf etwa 16,8 Millionen. Das Arbeitsprogramm der Regierung. — Die Berechnungen gründen sich dabei f aft nur auf ©amtof neftett hte frenpritttd dieZahlderGlaubensjuden , d. h. auf die- gegen OIC Neuerung. jenigen Juden, die der mosaischen Religionsgemein- Bukarest, 5. Juli. (Europapreß.) Die rumä- schaft angehören. Sie bilden den Kern des Welt-1 Nische Regierung hat eine Proklamation an die Be- judentums. Fast zwei Drittel, nämlich 10 Millionen I völkerung gerichtet, um sie über die in den letzten Juden, wohnen in Europa, fast ein Drittel, 5 Mil- Monaten geleistete Regierungsarbeit zu unterrichten. Hanen, in Amerika. Die europäischen Juden leben I Das Arbeitsprogramm für das zweite Halb- hauptsächlich in den Städten der osteuropäischen jahr 1938 wird folgendermaßen umrissen: Weitere Grenzgebiete zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. Maßnahmen zur vollkommenen Wiederherstellung In einem Viereck, das durch Leningrad, Riga, Wien der öffentlichen Ordnung, Durchführung der Der- und Rostow am Don abgegrenzt wird, leben mehr waltungsreform, Sanierung der Finanzen, billige als acht Millionen, das sind nahezu d i eNandwirtschaftliche Kredite, Reorganisation der land- fen sowie den Ort Villavieja. Burriana hatten die Roten zu einer ft arten Küstenbefestigung ausgebaut. Das Puntal-Gebirge konnte in seiner ganzen Ausdehnung befejt werden. Im ^Abschnitt Tales wurden die Di men für das Gesetz den Ausschlag gab! Nur der Tatsache, daß die Marxisten die Strafrechtsreform untersUitzt haben, verdanken es also der Bundesrat und das Regierungslager, daß sie das Gesetz überhaupt unter Dach und Fach bringen konnten. Trotzdem zeigt man sich in Bern befriedigt und gibt sich der Hoffnung hin, daß bis zmn Jnkraft- treten des neuen Strafrechts im Jahre 1942 die Streitaxt endgültig begraben sein werde, was jedoch erst einmal abgewartet werden muß. Denn sämtliche italienisch- bzw. französischsprachigen Kantone haben ja das Strafrecht mit mehr oder weniger starken Mehrheiten abgelehnt; selbst in der deutschen Schweiz haben eine Reihe katholischer und ländlicher Kantone das gleiche getan; und wenn von den Gegnern des neuen Strafrechts behauptet wird, daß sie bei längerer Dauer des Wahlkampfes die Mehrheit errungen hätten und daß das noch vor Inkrafttreten des Gesetzes „nachgeholt" werde, so läßt sich diese Behauptung nicht so ohne weiteres von der Hand weisen. Kurz, der Einheitsgedanke hat einen Sieg errungen, aber für kommende Abstimmungen muß mit der Möglichkeit stärkerer Widerstände gegen „Bern" gerechnet werden. Daß die Todesstrafe nunmehr auch offiziell in der ganzen Schweiz abgeschafft ist, wird von kommunistischen und sonstigen Wühlmäusen natürlich nur begrüßt werden, ebenso, daß die Berner Regierung zum ersten Male von den Stimmen der „gemäßigten" Marxisten abhängig geworden ist. günstiger verlaufen, als der ursprüngliche Vorschlag vorsah — obwohl die Paraguayer selber vorher erklärt hatten, sie seien wenigstens im Westen des Chaco zu Zugeständnissen an Bolivien bereit. Man geht jetzt darauf hinaus, von Paraguay wenigstens die zugesagten Konzessionen im westlichen Chacogebiet, d. h. die Zustimmung zu einer Verschiebung der geplanten @ re n311n1e nach Osten, zu erlangen, wenn schon Bolivien keinen Hasen am Paraguay erhalten soll. Doch ist es unter diesen Umständen sehr fraglich, ob Bolivien dann seine Zustimmung zu dem Grenzziehungsvorschlag aufrechterhalten wird, da diese Zustimmung an seine unveränderte Annahme durch Paraguay gebunden war. Zudem hat sich jetzt schon in Bolivien, wie sich auch aus Rundfunkreden des Generalstabschefs ergibt, eine starke Mißstimmung wegen Boliviens „nachgiebiger Haltung" auf der Chaco-Konferenz.erhoben. Das Schicksal der Konferenz von Buenoa Aires hängt also an einem dünnen Faden. Schon kommen auch Nachrichten aus dem Chaco selber, die von Kriegsoorbereitungen zu beiden Seiten der „vorläufigen Grenze" zu berichten wissen. Südamerika richtet jetzt seine ganze Hoffnung auf die Diplomatie der Vereinigten Staaten, die, schon im Interesse der gerade von Washington verfolgten panamerikanischen Linie, alles Daran setztzn muß, um ein Wiederaufflackern der Feindseligkeiten zu verhindern und einen wirklichen Friedens schluß zu erreichen. Buenos Aires, 5. Juli. (Europapreß.) Auf der Chaco-Konferenz von Buenos Aires ist die berühmte Konferenzkrise ausgebrochen, ein Schicksal, das keiner internationalen Konferenz, auch keiner südamerikanischen, erspart bleibt. Die Vermittlermächte Der Konferenz, USA., Die ABC.-Staaten, Peru unD Uruguay, hatten den beiden ehemaligen Gegnern, Die Durch ihre Außenminister — Baez (Paraguay) unD Diez de Medina (Bolivien) — auf der Konferenz vertreten sind, einen Grenz- ziehungsvorschlag unterbreitet, Der von Bolivien angenommen, von Paraguay aber mit Einwendungen beantwortet worden war. Namentlich hatten die Paraguayer an diesem Vorschlag auszusetzen, daß er Bolivien nördlich von Bahia Negra am Paraguay-Fluß — zudem in einer Gegend, in Der, wie wenigstens gerüchtweise verlautet, Petroleum-Vorkommen sein sollen — einen Hafenplatz sichere. Paraguay, erklärte demgegenüber, es könne auf keinen Fall zulassen, daß Bolivien sich auf dem Paraguay-Ufer festsetze. Em Mitglied Der paraguayischen Konferenz-AborDnung wurde nach Asuncion entsandt und kam mit Gegen- -x -r. Vorschlägen zurück. Die Vorschläge sind aber nun irte Sueras und Fuente berart, b,afe bje Weiterführung der Kanferenzarbel- de la Higuera erobert. Die nationalen L gefährdet erscheint: Bolivien soll keinen Hafen Flieger bombardierten nordöstlich von Amposta Qm Paraguay, sondern nur Zugang zu einem win- einen sowjetspanischen Mumtlonszug, ferner Die . ni v t einma[ schiffbaren Nebenfluß des Munitionsfabrik Gava (Provinz Barcelona), Die m L bem Negro, erhalten. Außerdem aber Brand geriet, sowie Den Flugplatz von Alicante, wo . H , . Westen Die Grenzlinie für Bolivien un- zahireiche Gebäude und Flugzeuge vernichtet wur-11 J Den. Im Juni rourben 41 rote Flugzeuge im Luftkampf und zehn durch Die Luftabwehr ad geschossen. Die Nationalen verloren fünf Apparate durch Luftabwehr. Sie „internationalen" Srigaden. JÄWB = e,nr: /jun»\ Khinoen traf gemeldet, mit einem Sieg des Bundesrats und des kh°-n Sie vorher' ^-Komintern der Wahlrrfchust aus Erwägung in Polen, in der Tschecho-Slowakei und im Oester- oder aber wegen der Begleitumstände °er Abstim- reich Schuschniggs gearbeitet hätten. Die Spanier mung den sgedanken b°' dieser Gelegenheit selbst hätten in der sowjetspanischen Truppe nichts ledeusalls Nicht beiahen zu agen. Einer der Hauptköder.bei der Anwerbung Andererseits ist es bezeichnend, datz °as m Freiwilligen aus Polen sei die Versprechung, neue Strafrecht nur °°n g-/- K-nt°n-n an SS k rfwsro« .“•». ttssr rr»:r«: ää s bann die P?len, die bei den spanischen Bolschewisten Jahren durch eine erste eJ’ ÄS SSS 'Sreiis bWn9 ÄÄ\i e s e r unb UMzi-re eingelegt wuroen. | Umftanb bereits genügt, um das Gesetz zu Fall zu bringen. Und selbst unter den nun einmal gegebenen Umständen war es einzig und allein Zürich — das rote Zürich — das mit feinen 53 000 Mehrstim- Ullrich Graf. Zum 60. Geburtstag des treuen Begleiters Adolf Hitlers. B e r l i n, 5. Juli (DRB.) Arn 6. Juli wird Ullrich Graf, der treue Begleiter Adolf Hitlers in den ersten Jahren des Kampfes der NSDAP, um die Macht, 60 Jahre alt. Ullrich Graf wurde in S^ch- Hagel in Bayern geboren. Er trat mit 18 J^yren freiwillig beim 1. Bayrischen Feldartillerie-Regirnent ein, um die Unteroffizierslaufbahn zu ergreifen. Wegen Dienstbeschädigung wurde er nach acht Jahren entlassen und erhielt eine Anstellung als Beamter bei Der Stadt München. Nach dem Kriege, bereits im Frühjahr 1919, als er sich wieder in feiner alten Stelle als Freibankmeifter im Münchener Schlacht- und Diehhof befand, lernte er Adolf Hitler kennen, von dessen Seite er bei keiner Veranstaltung der jungen Bewegung wich. Am 9. November 1923 warf Graf sich vor den Führer und deckte ihn vor den Kugeln. Er erhielt eine Reihe von Schußverletzungen. Erst in dem Prozeß vor dem Volksgericht stch Graf, der drei Monate in einer Klinik' zubringen mußte, den Führer wieder. Nach der Rückkehr Adolf Hitlers aus der Festung Landsberg versuchte Ullrich Graf, seinen gewohnten Dienst an die Seite des Führers wieder aufzunehmen. Die Folgen feiner schweren Verletzungen ließen jedoch die Ausfüllung feiner verantwortungsvollen Aufgabe nicht mehr zu. Ullrich Graf trägt die Partei- mitgliedsnummer 8, er ist Inhaber der drei Ehrenzeichen Der NSDAP. neicksminister Or. Goebbels auf der Internationalen Handwerls« Ausstellung. Berlin, 5. Juli. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels besuchte Die Internationale Handwerksausstellung am Funkturm. Ständig dicht umringt von den Ausstellungsbesuchern und allenthalben stürmisch begrüßt unternahm der Minister unter Führung des Leiters des deutschen Handwerks in der DAF., Paul Walter, einen fast zweistündigen Rundgang durch die Hallen. Mit besonders London, 5. Juli. (Europapreß.) Ein inter- /aL___▲ — esiantes Licht wird durch eine Veröffentlichung des l englischen Statistischen Amtes auf die in der letzten! •• Wwj Zeit häufig erörterte Frage der ausländischen Schiffs- o. regiftrierungen in England geworfen. Der Bericht Von Unserem E. F.-Korrespondenien. sagt, daß im Monat Mai nicht weniger als 36 . ausländische Schiffe mit einer Gesamtton- Puris, 5. Juli, nage von 30 000 Tonnen in England registriert Die französische Presse hat fast ausnahmslos einen worden feien und von da ab die englische rosenroten Optimismus über die zwischen Flagge führten. Von diesen Schiffen waren Frankreich und der Türkei erzielte Cini- früher zwölf in den Vereinigten Staaten, neun in gung über das Schicksal des Sandschaks Holland, vier in Frankreich, zwei in Dänemark, je Alexandrette, jenes strategisch so ungeheuer eins in Griechenland und Finnland registriert, wäh- wichtigen Gebietes im östlichen Mittelmeer im Win- renb zwei Schiffe keinen Heimathafen ihr eigen zwischen der palästinensisch-syrischen Küste und nennen konnten. dem türkischen Küstengebiet, an Den Tag gelegt. Alles, was man bisher über Den Charakter Dieser VIC Loboupporty soroen Prüfung Einigung gehört hat, bestätigt aber Die Vermutun- her filfidüfrüffunfl gen, daß es sich um eine höchst fragwürdige, vo r. per ArUTiauTrunung. häufige „Einigung" handelt, die den Kern London, 6. Juli. (Europapreß.) Die Forderung des ganzen Konfliktes überhaupt nicht aus der Welt der Labour-Party nach Einsetzung eines u n- schafft und jeden Tag neueReibungsflächen p a r t e i i f ch en A u s f ch u f fe s zur Untersuchung schaffen kann, der Lücken Der englischen ßuftaufrüftung und Der Bis jetzt hat man sich die staatsrechtliche Stellung Verteidigung Englands gegen Luftangriffe wird in des Sandschakgebiets ungefähr so vorzustellen: Ein einem dem Ministerpräsidenten überreichten UUima- autonomes Gebilde unter nomineller Oberhoheit der tum erneut gestellt. Bei seinem Besuch bei Cham- Genfer Liga, bewohnt von 200 000 Menschen — berlain am Dienstag überreichte A11lee eine etwa davon etwa 80 000 Türken, der Rest Syrer, Ar- 250 Seiten umfassende Denkschrift, in der auf die menter, Alauiten, Kurden, Griechen — ein franzö- angedlichen Unzulänglichkeiten und Fehler auf die- sisches Oberkommissariat, Frankreich für die Auf- fem Gebiete Der Landesverteidigung Dingeroiefen rechterhaltung der Ruhe verantwortlich, aber sran- wird. Attlee überreichte die Denkschrift mit der zösische und türkische Truppen in gleicher Stärke Drohung, Die Arbeiterpartei sähe sich gezwungen, von je 2500 Mann vorhanden, dazu ein Pvlizei- diese Denkschrift mit ihrem belastenden Inhalt der korps von tausend Eingeborenen. Frankreich denkt Oeffentlichkeit zu übergeben, wenn nicht an eine baldige Abberufung Der Truppen —■ etwa in absehbarer Zeit ein Ausschuß zur Untersuchung Ende August — um dann die tausend Polizisten Der wahren Zustände in Der Durchführung des allein für die Ordnung sorgen zu lassen. Luftaufrüstungsprogramms eingesetzt werde. Die „Action Fran^aise", ein Blatt, das in solchen Weitere Verjüngung des britischen ber ^Reihe tanzt, sprich? aus, ^was anbere Blätter Offizierkorpö angekündigt. Ä" W London, 6. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Daily schnitten haben dürfte, zumindest, daß Frankreich Telearaph" will wissen, daß der Heeresrat in der, im ganzen Nahen^Osten einen Verlust Ansehen nächsten Zeit neue Bestimmungen zur Verjüngung *--*■ * des Offizierkorps ber aktiven Armee erlassen habe. ^anbei $ le' eine Sh i4 *UTt .M CWteUt, l,Stt beratet eiff. JJ ^eben. Die stes säte r»«5 te'.Ä". e9l«run9 fix !.) Die japanischen t großen Feierlich- Stadt während der enschützen ge- iscke Soldaten, die tgfee zuentk 0 m- ier japanischen Ar- nm en. Den japlk- ^9 Dschunken ver- k öufoii. arattl-Znsriv piud).) Der Spre- > erklärte zur Äe° französisch-anami- nzösischer Offiziere, Wr und britischer die Paracel-Inseln k Hainan gehärmtes betonte, daß Frankreichs auf die rechtigt sei. Die 'idenschastlich gegen bt, fyantiüb habe >nüber Japan und n Frankreich seine Zapan entspre- •dfen. Da hmnan onsqebiet sei und estigungenaus- Kesehung Halmen berechtigt sein. reuen Begleiters SSSrS •Sri«®« «E rlse^Lge, be- stach deinK 9|m WE, hi ei"" rei N°ch ?FÄ« sfeä'fiS stswr r.**Äw B. R. Aus aller Welt uralte asiatische Haß." Der Redner schildert dann die Eulenburg-Moltkeschen Skandal- ) r o z e s s e der Jahre 1907/09, durch die Harden Wilhelm II. und dem Kaisertum eine vernichtende Niederlage zufügte. Ein starker Staat hätte jene krankhaften Höflinge selbst gerichtet nach den Gesetzen der Armee. Der schwache Staat 'jener Zeit gab Männer der nächsten Umgebung des Kaisers der Lynchjustiz einer jüdischen Presse preis. So seien die Skandalprozesse Harden die „Halsband"-Prozesse der deutschen Revolution geworden. Sauleiter Streicher auf der Tagung des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt. Alt-Rehs-, 4. 3uli. (©3t®.) Auf der Tagung der Reichsredner und Sachbearbeiter für biologische Medizin des Hauptamtes für Volksgesundheit in Alt-Rehse ergriff Gauleiter Julius Streicher das Wort. Hier aus der Führerschule in Alt-Rehse, führte er aus, trete ihm ein Stück Volksgemeinschaft entgegen, da sich ja hier die V e r t r e t e r v o n zwei Anschauungen unter ärztlicher Führung zu gemeinsamer Arbeit zusam-mengefun- d e n hätten, die früher einander bekämpften. Diese Vereinigung von Laien oder Laienärzten mit Aerz- ten sei zu begrüßen. In mehrstündigen Ausführungen gab Julius Streicher darüber Aufschluß, wie er auf Grund besonderer Erlebnisse und Veranlagung dazu geführt worden sei, sich der Erforschung der Judenfrage, der Kardinalfrage der nationalsozialistischen Weltanschauung, zu widmen. Als Praktiker appelliere er an die Versammelten, stets die Rassenfrage als das Ausschlaggebende ihrer täglichen Arbeit anzusehen, wobei er an vielen Beispielen den unheilvollen Einfluß, den der Jude auch jetzt noch auf das deutsche Volk zu nehmen versuchte, aufzeichnete und darauf hinwies, wie ja gerade der deutsche Arzt in dieser Hinsicht besonders aufklärend wirken könne und Großes für die Hochzüchtung des deutschen Volkes leisten könne. Gerade die Aerzte seien es, die das große Glück hätten, die Richtigkeit der Lehren des Nationalsozialismus in der Praxis zu erleben. Der V o l k s t o d , den der Jude angestrebt habe, sei ein für allemal verhindert und das deutsche Volk wieder lebensfreudig. Der Aerztestand sei wieder hohen Aufgaben zugeführt worden, deren Inhalt, man in das Wort „Priestertum" zusammenfassen könne. Wie der „Daily Expreß" meldet, soll der ehemalige Sowjetbotschafter in Polen Jakob Davtyan in einem GPU.-Gefängnis Selbst- mord begangen haben. Seine Frau, die in der Sowjetunion früher bekannte Opernsängerin Maksa- koba, sei nach Sibirien nerbannt worden. Ein weiteres Mitglied der Wartschauer Botschaft, der Sekretär Vinogradow, sei für 15 Jahre verbannt worden. Kleine politische Nachrichten. Der Vertreter des Beauftragten für den Vierjahresplan, Staatssekretär Körner, hat in diesen Tagen zusammen mit Generaldirektor Paul P l e i - q e r die bereits angekündigte Uebernahme der Steyr-Werke auf die Reichswerke „Hermann Göring" vollzogen und in Besprechungen mit den Betriebsführern die Grundsätze der zukünftigen Zusammenarbeit festgelegt. Abschließend überzeugte sich Staatssekretär Körner in Linz von dem Stand der Arbeiten an den dortigen Reichswerken „Hermann Göring". ♦ Am 4. Jahrestag der Verkündung des Reichs- Jagdgesetzes hat der Reichsjägermeister Generalfeldmarschall Göring den Ehren-Hirschfänger der Deutschen Jägerschaft in künstlerischer Ausführung Staatssekretär Generalforstmeister Alpers für Verdienste um das deutsche Weidwerk und Oberstjägermeister Scherping für treue Mitarbeit bei der Schaffung des Reichs-Jagdgesetzes persönlich verliehen. * Nach einer Meldung aus Canberra (Australien) sind amerikanische und britische Flugzeug fahrt kanten an die australische Regierung heran- getreten, um die Möglichkeit der Errichtungvon Fabriken in Australien zu untersuchen. In den Fabriken sollen sowohl Verkehrs- wie auch Militärflugzeuge hergestellt werden. Oie Erforschung der Zudenfrage Münchener Arbeitstagung des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands. Groß-Deutschlands Fest der Kunst München rüstet zum „Tag der Deutschen Kunst". ist bisher allein in Deutschland und Italien vollzogen worden. Hieraus ergibt sich eine zweite Schlußfolgerung, daß nämlich Arbeit und Freude nicht mit Hilfe von „Sozialpolitik" in dem vom Liberalismus verstandenen Sinne wieder zusammenzubringen sind. Denn was die liberal-kapitalistischen Staaten als Sozialpolitik betreiben, ist — volkstümlich und bildlich gesprochen — das Umhängen des bekannten Mäntelchens der Liebe um den Leichnam von Egoismus und Gelddenken zerstörten Volkskörpers. Nein, man muß schon den Willen zur sozialen Revolution in sich tragen, muß Sozialist im echten Sinne sein, muß das Leben vom Volk und der Gemeinschaft des Volkes her sehen, wenn man Arbeit und Freude wieder zusammenbringen will. So ist das Ergebnis des Internationalen Freizeitkongresses 1938 nicht weiter verwunderlich. Italien und Deutschland haben auf dem Kongreß in Wort und Tat die Teilnehmer aus aller Welt geradezu überschütten können mit den Erfolgen der von ihnen bisher geleisteten Aufbauarbeit für die Neuordnung des gesamten Volkslebens, sie haben ihnen zeigen können, wie der Arbeiter mit seiner Familie in das gesamte Kulturleben der Nation wieder eingegliedert wurde. Bezeichnend für den Kongreß war allch, daß gerade die angelsächsischen Völker nur schwach auf dem Kongreß vertreten waren. Eine freudig zu vermerkende Ausnahme von der stagnierenden Hilflosigkeit der Völker bildete Japan. Sein Volksleben ist über die Jahrtausende hin niemals einer Zerstörung, wie wir sie in Europa über uns ergehen lassen mußten, anheimgefallen. Sein Volkskö'rper und das geistige Fundament seiner Weltanschauung und Religion sind intakt. Die Anfänge liberal-kapitalistischer Auffassung sind deshalb verhältnismäßig leicht in diesem Lande zu überwinden, zumal Japan an zwei großen curo- Künste erhebt. Ein einziges Fahnengewölbe wird gleich die Einfahrt der Bahnhofshalle den Besucher empfangen. Aus der Halle tritt er dann in ein Gewoge von Farben und Künstlerphantasien. Flaggen und Wimpel wehen; Triumphpforten und Schmuckplastiken ragen auf; goldene und silberne Netze, schimmernde Baldachine spannen sich zu seinen Häupten. Es gibt eigentlich keine Plätze und keine Straßen mehr — Festplatz reiht sich an Festplatz, Fahnenstraße an Fahnenstraße. Der Königs- p l a tz allein wird in seinem feierlichen Ernst unberührt bleiben; hier wird für eine nächtliche Aufführung der Neunten Sinfonie von Beethoven nur ein dichtes Spalier von Feuerpylonen errichtet. Zum erstenmal werden die Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste, die aus ällen deutschen Gauen nach München kommen, auch ihre Berufskameraden aus Wien und dem übrigen Oesterreich hier treffen: diesen zum Gruße sind zwischen den Säulen des Nationaltheaters Riesenplaketten mit den Bildnissen österreichischer Meister angebracht. Am Abend des zweiten und dritten Festtages erstrahlt die ganze Stadt als ein einziges Lichtmeer. _ Hand in Hand mit diesen Gestaltungen dekorativer Phantasie erscheinen Dichtung und Musik, um den Schwesterkünsten der Malerei und Bildhauerei zu huldigen. Auf welcher Höhe sich die künstlerischen Veranstaltungen der Festtage bewegen, zeigt schon der Auftakt: bei der feierlichen Eröffnung des Tages der Deutschen Kunst durch Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner werden die Wiener PhiHarmo- niker unter Leitung von Richard Strauß spielen. Zu einer Erstaufführung „Liebe, Trommeln und Fanfaren" im Gärtnerplatztheater schrieb Peter Kreuder die Musik. Den Reigen der großen beschlossen sie, die Nacht im Biwak zuzubringen. Eine von der Rosetta-Hütte ausgebrochene Rettungsexpedition fand die beiden Bergsteiger am Ende ihrer Kräfte vor. Der 52jährige Ingenieur Pianto aus Rom verstarb auf bem Transport ins Tal, während sich sein Begleiter von den großen Anstrengungen wieder erholten konnte. Drei Geschwister in den Flammen umgekommen. Drei Geschwister, die in dem polnischen Dorf Juljanow bei Kielce in einem Schuppen gespielt hatten, kamen in den Flammen um, als durch einen schadhaften Schornstein Feuer in dem Schuppen ausbrach. Durch den Sturm wurde der Brand auch auf die benachbarten Grundtücke übertragen, die ebenfalls eingeäschert wurden. Schadenfeuer in Bukarest. Im Altstadtviertel Grivica, brach ein Feuer aus, das in wenigen Minuten 15 Wohnhäuser ergriff. Die gesamten Bukarester Feuerwehren wurden mobilisiert, denn es bestand die Gefahr, daß das ganze dichtbewohnte Stadtviertel niederbrennen würde. Nach mehrstündigen Anstrengungen konnte der Brand lokalisiert werden. Insgesamt sind 15 Häuser bis auf die Grundmauern niedergebrannt und mehr als 30 Familien obdachlos geworden. In polen fünf Personen vom Vlih gelotet. Einzelne Gebiete Polens wurden erneut von schweren Unwettern heimgesucht. Besonders chweren Schaden richtete das Unwetter im Wil- n a - G e b i e t an, wo fünf Personen durch Blitzschlag getötet und zwölf Anwesen eingeäschert wurden. Die Folgen der Unwetterkatastrophe in Iapan. Der letzte Regensturm hat zwischen Kobe und Osaka gewaltige Verwüstungen angerichtet. Erdrutsche und Hauseinstürze haben 2 0 6 Todesopfer gefordert. 56 Menschen wurden verletzt und 400 werden vermißt. 646 Häuser sind weggeschwemmt worden, und 638 Häuser sind vollkommen zerstört. Der Verkehr zwischen Kobe und Osaka mußte völlig eingestellt werden, da Bahndämme, Brücken und Geleise zerstört sind. Die Stadt Kobe bietet ein wahrhaft trostloses Bild. Ein Drittel der Stadt ist von Schlammwasser überschwemmt. Die große Zahl der Menschenopfer erklärt sich daraus,daß die Hochflut mit rafenber Schnelligkeit herankam. Viele öffentliche Gebäude Schulen, Warenhäuser und die Börse sind geschlossen. Das Blatt „Tokio Anahi Schimbun" meldet, daß das Unwetter auch mehrere Ausländer schwer getroffen hat. So seien ein Deutscher und ein Franzose schwer verletzt worden. Ferner werde ein portugiesischer Kaufmann und drei Kinder vermißt. Mexikanische Banditen entführen ein Stadtgericht. Im mexikanischen Bundesstaat Smaloa haben Banditen die Stadt Puerto Canoas überfallen. Es gelang ihnen in der ersten Verwirrung, die Mitglieder des Stadtgerichts zu entführen, das vor einigen Tagen eine Bande den mexikanischen Militärbehörden übergeben hatte. Später fand man die von Kugeln durchlöcherten Leichen des Bürgermeisters sowie seines ersten Mitarbeiters in der Nähe der Stadt an Bäumen gehenkt vor. Man befürchtet, daß die übrigen acht entführten Mitglieder des Stadtgerichts das gleiche ■ Schickscll erleiden werden. Verbrecherbande in polen unschädlich gemacht. In der Wojewodschaft Lublin gelang es einer , starken Polizeiabteilung, nach wochenlanger 23er- München, 5. Juli. (DNB.) Wie sehr sich die nationalsozialistische Geschichtswissenschaft um die Erforschung der Judenfrage bemüht, zeigt die gegenwärtig in München stattfindende Arbeitstagung des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands. Der Präsident, Prof. Walter Frank teilte mit, daß das Reich wieder für die im Rahmen des Reichsinstituts entstehende größte europäische Bücherei zur Judenfrage Sondermittel zur Verfügung gestellt habe und daß der Aufbau dieser Bücherei in vollem Umfange begonnen habe. Selbstverständlich sei die Judenforschung nur ein Teil im großen wissenschaftlichen Gesamtproblem des Reichsinstituts. „Wir wollen", so sagte Prof. Frank, „nicht einen Debattierklub der Gelehrsamkeit schaffen, sondern eine kämpfende Gemeinschaft, in der Geist und Politik, Intellekt und Charakter, Erkenntnis und Kampf nicht als Gegensätze, sondern als Ergänzungen einer Einheit begriffen werden. Nur von solchen Zellen einer neuen Ordnung aus werden die Hochschulen Deutschlands innerlich erneuert werden." Dann begann die Arbeitstagung mit einem Vortrag von Prof. Walter Frank über „M a - ximilian Harden — ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Pressemacht im wilhelminischen Deutschland." Prof. Frank schilderte Harden als den politisch einflußreichsten jüdischen Publizisten des wilhelminischen Deutschlands. Hardens Aufttieg als Herausgeber der „Zukunft" habe in dem Augenblick begonnen, als mit Bismarcks Sturz und dem Sterben der Treitfchkefchen Generation das schöpferische Zeitalter der Reichsgründung von dem erstarrenden und sich zersetzenden Zeitalter Wi Helms II. abgelöst worden sei. In dem politischen Riß zwischen Bismarck und Wilhelm II. habe sich der jüdische Parasit festgesetzt. „Ueberall", so erklärter Frank, „findet sich das kaiserliche Deutschland bereits in hilfloser Defensive gegen den Umsturz und das Judentum: Rath en aus Artikel „Der Wahrheit Rache" gehörte zu den die Seele des Judentums enthüllenden Dokumenten der Geschichte. Da steht neben dem Juden Maximilian Harden — ein anderer Jude, der sich als Monarchist und National- liberaler bekennt und am Kaiserhof verkehrt — Walter Rathenau. Beide, so scheint es, kultivierte, gepflegte, aufgeklärte, blasierte „Europäer". Und plötzlich züngelt aus ihren Augen und Worten der ■ Der Tag der Deutschen Kunst ist nicht, wie man bei der Grundsteinlegung des Hauses der Deutschen Kunst 1933 wohl meinen konnte, ein einmaliges Ereignis, sondern etwas Beständiges im Jahre des nationalsozialistischen Deutschland. Es war der Wille des Führers, zum 9. November, zum 1. Mai, zum Reichsbauerntag und zum Reichsparteitag einen fünften großen Feiertag zu schaffen, der sich als hochsommerliches Fest aller Deutschen um die edelste Blüte der Nation zusammenschließt, die Kunst. Die Berufung Münchens, diesem Feste den Rahmen zu bieten, reicht in die fernste wie in die jüngste Vergangenheit der Stadt zurück; von den kunstfreudigen Bayernherzögen über König Ludwig I. spannt sich ein Bogen bis in die Tage, wo Adolf Hitler die Stadt kennenlernte und zur Hauptstadt der Bewegung machte. Auf jeden Fall besitzt die Stadt der Kunst das Rüstzeug zu einem Fest der Kunst, wie es sonst nirgends zu gestalten möglich wäre. Mag der äußere Anlaß wechseln — im vorigen Jclhr war es die feierliche Einweihung des Hauses der Deutschen Kunst; in diesem Jahr ist es die Eröffnung der Zweiten Großen Deutschen Kunstausstellung in demselben Hause — immer wird die Stadt München an diesen Tagen in Fülle und Farbe einer Feiertagsschönheit leuchten, die sie auch äußerlich zur Hochburg der päischen Völkern jetzt sieht, daß wir auch in Europa die Zerstörung zu überwinden beginnen. Daß die japanische Volks- und Sozialordnung eigene Wege geht, ist bekannt. 1940 werden die Völker der Erde Gelegenheit haben, diese eigene Form anläßlich des nächsten, internattonalen Freizeitkongresses, der in Tokio stattfinden wird, zu studieren. B. R. folgung zwei Verbrecher nach einem halbstündigen Feuergefecht, bei dem von der Polizei Maschinengewehre eingesetzt wurden, zu töten. Die beiden Verbrecher gehörten zu einer Verbrecherbande, die sieben Jahre lang die Wojewodschaft Lublin unsicher machte, ohne daß es gelang, sie zu fassen. Die Bande, deren einzelne Mitglieder jetzt nacheinander unschädlich gemacht werden konnten, hatte neben zahlreichen Raubüberfällen und Mordenden Tod von vier Polizeibeamten auf dem Gewissen. Schächtverbot auch in Estland gefordert. Dieser Tage fand in Reval eine Tagung des estländischen Tierschutzverbandes statt, an dem Vertreter von Tierschutzvereinen aus dem ganzen Lande teilnahmen. Von mehreren Rednern wurde' dabei scharf gegen das rituelle Schlachten Stellung genommen und dessen Verbot gefordert. Der Verband hat bereits den Entwurf eines Tierschutzgesetzes ausgearbeitet, das u. a. das Verbot des Schächtens vorsieht. Ergiebiger Silberfund in Norwegen. In Kongsberg in Norwegen ist in der Tiefe von 80 Meter ein außerordentlich ergiebiger Silber- f u n d gemacht worden. Die Silberader ist ewa einen Meter breit und erstreckt sich mehrere Meter in den Berg. geklagte die Schuld trug. Die Angeklagte hat sich nach den weiteren Feststellungen des Gerichts durch die Tat an ihrem Manne, der die Ehescheidung betrieb und ihre Rückkehr nur unter bestimmten Bedingungen zulassen wollte, rächen wollen. Venzinpreissenkung im Lande Oesterreich. Wien, 5. Juli. (DNB.) Die Treibstofffirmen haben im Einvernehmen mit der Preisbildungsstelle Wien beschlossen, den Benzinpreis im Lande Oesterreich zonenweise auf 3 9 bis 4 2 Rpf. je Liter zu senken. In Wien beträgt der Preis 39 Rpf. Der Preis für Benzolqemifch wird gleichfalls entsprechend herabgesetzt. Die von den Garagenbesitzern und Pumpenstattonen bisher an einzelne Kunden gewährten Sondervergütungen fallen mit dieser allgemeinen Preissenkung in Zukunft weg. Grohfeuer in Kalmar. In Kolmar im Elsaß brach in dem Hauptgebäude der Präfektur ein Grotzfeuer aus, das innerhalb kurzer Zeit sämtliche Baulichkeiten der Präfektur in Schutt und Asche legte. Die Feuerwehr, zu deren Unterstützung auch -Militär herbeigerufen werden mußte, konnte nur ein Uebergreifen des Feuers auf die umliegenden Gebäude verhüten. Vergsteigerlod in den Dolomiten. 3mei Felsenkletterer, die in den Dolomiten eine Besteigung der Cima della Pala unternommen hatten, wurden kurz vor Erreichung des Zieles v o n schlechtem Wetter überrascht. Starker Schneesturm und dichter Nebel machte den beiden Bergsteigern jedes Weiterkommen unmöglich. Da sie aber auch einen Abstieg nicht für ratsam hielten, Commander Rosendahl an den Gräbern der „Hmdenburg"-Vesahung. Commander Rosendahl legte auf dem Frankfurter Hauvtfriedhof an den Gräbern der Besatzungsmit- gliet,r des Luftschiffes- „Hindenburg" Kränze nie- . der. Später war er Gast des amerikanischen Generalkonsuls und folgte einer Einladung des Frankfurter Oberbürgermeisters Staatsrat Dr. Krebs. Ferner besuchte Commander Rosendahl in Begleitung der Herren der Deutschen Zeppelin-Reederei den Flug- und Luftschiffhafen Rhein- Main. Er besichtigte eingehend die beiden Luft- schiffhallen und deren Einrichtungen. Anschließend stattete Commander Rosendahl dem Dor f Z e p - pelinheim einen Besuch ab, wo ihm Kapitän , von Schiller, der Bürgermeister des Dorfes, einen Schlüssel der Siedlung überreichte. Commamrer Rosendahl nahm an einer kameradschaftlichen Veranstaltung der Luftschiffbesatzung teil und wird am Mittwoch nach Friedrichshafen weiterreifen. Kindermörderin zum Tode verurteilt. Das Dresdener Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung die 25 Jahre alte Henriette Anna Mehnert aus Bonnewitz bei Pirna wegen Mordes in zwei 5 öl le n zweimal zum Tode sowie zum dauernden 23 er lüft der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Angeklagte hatte in der Nacht zum 5. Februar 1938 in einem Hotel in Pirna-Copitz ihren beiden zwölf Monate und zwei Jahre sieben Monate alten Kindern die Kchle durchschnitten und sie getötet. Die entsetzliche Tat entsprang einer unglücklichen Ehe, an deren Scheitern nach Feststellung des Schwurgerichts die Angroßem Interesse besichtigte Dr. Goebbels die antiken Kostbarkeiten der kunst- und kulturhistorischen Schau. Lange verweilte der Minister in den Hallen, in denen die Sonderschauen der 27 ausstellenden Länder untergebracht sind. Die Leiter der einzelnen ausländischen Abteilungen überreichten dem Minister Ehrengaben, die für die Handwerkskunst ihrer Heimat besonders charakteristisch sind. Dann nahm Dr. Goebbels auch die deutsche Leistungsschau in Augenschein, die eine reiche Fülle von hochwertigen Erzeugnissen aller Zweige des deutschen Handwerks in sich vereinigt. Bewährungsprobe des Sozialismus. „Arbeit und Freude" war die offizielle Bezeichnung des römischen Kongresses und darüber hinaus die allgemein aufgenommene Bezeichnung aller Organisationen, die sich in der Welt mit dem Problem der Freizeit und Erholung befassen. Die Verbindung dieser beiden Begriffe „Arbeit" und „Freude" ist eine Herausforderung des 20. Jahrhunderts an die Weltanschauung des liberalisttsch-kapitalistischen Zeitalters, in der ja alle sogenannten demokratischen Staaten noch mit beiden Beinen stecken. Wenn man sich das klar gemacht hat, dann begreift man ohne weiteres das Ergebnis des internationalen Freizeitkongresses. Arbeit und Freude, das waren zwei Dinge, die sich „bissen", die sich bei ihrer Berührung gegenseitig aufhoben wie Feuer und Wasser, denn die Arbeit war vom reinen Gelddenken des Liberalismus zur Sklavenarbeit degradiert worden und damit um ihren Sinn und ihre Ehre gebracht. Wer also Freude und Arbeit wieder zusammen- bringen wollte, der mußte zuerst der Arbeit ihren Sinn und ihre Ehre zurückgeben, der mußte den Arbeiter zu einem freien Mann im Staate machen und ihm das Wissen und die Gewißheit geben, daß er nur für sich und sein Volk schaffte und nicht für die Geldbeutelinteressen irgendwelcher politisch getarnter Kliquen. Diese Wiedereinsetzung des Arbeiters in seinen Stand als vollwertiger Staatsbürger und Volksgenosse ist die Voraussetzung jeder echten sozialistischen Volksordnung und Theaterveranstaltungen krönt eine Festaufführung des „Soffen grin", der auf Anordnung des Führers durch Professor Clemens Krauß und Rudolf Hartmann mit Bühnenbildern von Professor Emil P r e e t o r i u s neu inszeniert wurde. Am gleichen Abend finden auf neun Plätzen der Stadt bei freiem Zutritt öffentliche Festkonzerte statt, darunter die Neunte Sinfonie von Beethoven, die Achte von Brahms, die Siebente von Schubert, das Klarinettenkonzert von Mozart, „Till Eulenspiegel" von Richard Strauß, alle von ersten Orchestern des Reiches gespielt. Dazu singen an anderen Stellen, ebenfalls bei freiem Zutritt, der Wiener und der Kölner Männergesangverein und die Regensburger Domspatzen deutsche Chore. Aus der unübersehbaren Vielheit der künstlerischen Veranstaltungen läßt sich in Kürze mir ein kleiner Ausschnitt nennen. Der Sonntag als Höhepunkt der drei Tage bringt den Festzug, dem der Führer, wie aus dem vorigen Jahr erinnerlich, das Thema „Zweitausend Jahre Deutsche Kultur" gab. Der einzigartige Zug wird von Jahr zu Jahr weiter ausgestaltet. Auf Anordnung des Führers werden seine Teile nach und nach in edlem, dauerhaftem Werkstoff gebildet; so werden in diesem Jahr die ersten Ausführungen kostbarer Gewänder zu sehen sein. Die Großbauten des Führers werden zum erstenmal. als Modelle im Zuge mitgetragen, das Stadion und das Märzfeld in" Nürnberg und die große Elbbrücke in Hamburg. Ganze Gruppen find neugestaltet, so die Gruppe der Romantik und in der Neuen Zeit „Das Opfer" und „Glaube und Treue". In andern Zeit-- abschnitten werden ganze Gruppen neu eingefügt, so in der Renaissance die Welser-Gruppe, die den ersten deutschen Siedlungsversuch in überseeischen Ländern darstellt und die Beleihung des jungen Welser mit Venezuela durch Karl V. darstellt. Eine Gruppe aber, die 1937 im Zuge „ Zweitausend Jahre deutsche Kultur"' noch fehlte, wird in diesem Jahr alle Zuschauer zu besonderer Begeisterung hinreißen: die Gruppe Oesterreich. Am Abend des Festsonntags werden im weiten Bereich der Stadt K ü n st l e r f e st e stattfinden, die den Nachglanz der drei Tage in einem schäumenden Meer von Lichtern und Farben aufnehmen und davontragen. Zum erstenmal wird dabei der vom Führer neugeschaffene Volkspark am Justtzpalast einbezogen werden: hier wird die „F e st n a ch t d e r K ü n st l e r" in einem „Olympischen Fest" rund um Wackerles Neptunbrunnen auf flammen, und der Ausstellungstempel, der pine riesige Pallas Athene aufnimmt, wird wie ein glanzerfüllter Eingang ins Elysium führen ... Genug, um das Fernsehen, das in diesen Tagen von mehreren Städten aus nach München möglich sein wird, zu rechtfertigen; aber der Fernblick wird bei weitem nicht ausreichen. Möglich, ja wahrscheinlich, daß diejenigen Berliner, Nürnberger und Leipziger, die einen Augenblick an den Fernsehschirm treten, schon im nächsten Augenblick das Flugzeug nehmen, um noch schnell nach München zu fliegen. M. KZE Erhältlich in Kolonialwaren - Geschäften, Gastwirtschaften und Drogerien herzlich. Gießen, den 6. Juli 1938. 4544D GroßesLager in c». ,, . TI Donnerstag, 7. Julr l StellßnangeuOtel 2 Uhr versteigere rch * " • Stelle (Bekanntgabe Seltersweg Möbelstoffen, Fragen Sie 4547A LNdll An-und Verhaut von Lurnven, UfCDQC DRUCKSACHEN «CnDE Brühl. Gießen tow.-to|iog abwaschbar 93J Eisen, Pavier, Bestellung wird 0209C Weinberg (arifd?) 03121 Neuenweg 6 Sehr. Ang. unt.l Frann!nrt 03116 a.o.G.A.I Niddastratze 64. Telephon 3187. Abholen und Zustellen durch unseren Lieferwagen Matratzen- Drellen, Inletts Baue gut •••• mit Ab ermann Der Arzt: Trinken beim Essen? Eine Flasche 3Abrichten,5S)it£ ten, Leimofen, Abr.-Dickte, kb., Fonrnlerpresse. Pendelsäge, 3 kb. Krelss-Fräs.-Lgl. Biotore */4-30 PS, bestgebr., neu. Stelle (Bekanntgabe erfolgt im VersteigerungslokalNeuenweg28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung folgende Gegenstände: 4565D Donnerstag, 7. Juli 1938, nachm. 1 an Ort und 20 4561A Verdiente Ehrung für Landeskulturrat Reich. LPD. D a r m st a d t, 2. Juli. Aus Anlaß der Vollendung des 5 0. Lebensjahres wurden im Alten Palais der Landesregierung in Darmstadt in einer kleinen Feierstunde dem um das Landeskulturwesen des Landes Hessen außerordentlich verdienten Pg. Reich durch Landesbauernführer Dr. Wagner die aufrichtigen Glückwünsche des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger als Führer der Hessischen Landesregierung ausgesprochen. Landeskulturrat Reich hat sich durch seinen unermüdlichen und vom nationalsozialistischen Geist getragenen Einsatz für die Schaffung der Neubauerndörfer und -weiler Riedrode, Rosengarten, Allmendfeld und Hessenau große Verdienste erworben und durch sein Wirken mitgeholfen, nationalsozialistisches Wollen getreu dem Willen des Führers und zum Nutzen unseres Volkes zur Tat werden zu lassen. laschen u. alle Metalle. Jede lassen Sie Ihre Matratzen,Federbetten, Polstermöbel usw. am günstigsten aufarbeiten und neubeziehen! Gebr. Seelbach, Gießen krank machen, regt ihn aber zu einer aktiven Bildung von Schutzkörpern an. Diese setzt ganz langsam ein und ist erst in 12 bis 14 Tagen voll ausgebildet. Dafür wirkt dieser Schutz aber viel langer als der passive. Die bisherigen Versuche zeigten eine Wirkungsdauer von drei Monaten. Es ist zu hoffen, daß sie sogar noch wesentlich verlängert wird. Wenn in einem Dorf mit einem Seuchenfall alle Bestände durchgeimpft sind, so kann es zwar vorkommen, daß bis zur vollen Wirkung des Schutzes — innerhalb der ersten 14 Tage — noch em Bestand befallen wird. Nach 14 Tagen aber darf kein neuer Befall mehr eintreten, wenn die Methode das halten soll, was ihr Schöpfer sich versprochen. Bei 30 000 Tieren, die mit diesem Impfstoff geimpft wurden, hat sich diese Methode voll bewahrt, und bei weiteren 30 000 Tieren, die inzwischen neu behandelt wurden, konnten diese Beobachtungen bisher erneut bestätigt werden. Gewlffenhaste Beobachtung der Vorschriften ist notwendig. Mit Nachdruck betonte dann Professor Waldmann, daß die Voraussetzung für den Erfolg jeder Seuchenbekämpfung stets die gewissenhafte Beachtung der allgemeinen Sanitats- und veterinärpolizeilichen Vorschrif- t e n ist. Das gilt vor allem für die Maul- und Klauenseuche. Man sollte doch meinen, daß der betroffene Tierhalter die 14tägige Sperre freudig auf sich nimmt, es vermeidet, das Gehöft zu verlassen, von Versammlungen fernbleibt, auch Besuche von noch so lieben Verwandten verhindert, um die Verbreitung der Seuche einzudämmen. Leider ist dies aber sehr oft nicht der Fall. Dasselbe gilt selbstverständlich für den Melker und die übrigen Arbeitskräfte des Hofes. In dieser Beziehung wird sich noch vieles ändern müssen, wenn die neue Methode mit der Sicherheit arbeiten soll, die bei der heutigen Ernährungslage unbedingt notwendig ist. Wie der Impfstoff hergestellt wird. Von neun bis zehn vervielfältigte kürzlich ein Lehrling auf dem Roto, und das Ergebnis: Dreitausend Drucke! Kein Rekord, sondern die üblicheDurchschnitts- leistung. Lehrreich ist’s, den Roto arbeiten zu sehen, und völlig unverbindlich! GENERALVERTRETUNG : FRANZ VOGT& Co. Gießen - Vokohaus Seltersweg 44. Rui 2464 Aug. Waag Seltersweg 601. Suchkolonne „Groschengrab^ erwischt den größten Räuber! Die Suchkölonne „Groschengrab", nach ihrem ärgsten Feind so genannt, wurde erst in jüngster Zeit gegründet. Zwar leistete bereits seit einiger Frist die Allgemeinheit im deutschen Vaterlands wichtige Vorarbeit, um des räuberischen Ungeheuers habhaft zu werden, indem die Möglichkeit zu Raub, Diebstahl und Vernichtung nach Kräften einae- schränkt wurden. Doch war so mancher Zeitgenosse, insbesondere aus dem Hausfrauenstande, allzu arglos, um das ganze Maß von List und Tücke und Schläue zu erkennen, mit dem „Groschengrab" zu Werke ging. Wo man sich auch nur einen Augenblick lang in der Abwehr sorglos zeigte, wo man achtlos die notwendigen Lebensmittel für kürzere oder längere Zeit auf Vorrat nahm, da stellte sich sofort das gefräßige Scheusal ein, beschädigte oder zerstörte kostbares Gut und stahl so einen Groschen nach dem andern aus der Wirtschaftskasse. Erst Photo - Kino Kreuzplatz 9 Auskunft und Prospekte durch Norddeutscher Lloyd Bremen Gießen: Kretzschmar, Seltersweg 24 Oie aktive Immunisierung wirkt drei Monate. Dieser passiven Immunisierung steht die aktive gegenüber. Das Tier erhält den Erreger mit dem Impfstoff (Vaccine) — wie Professor Waldmann ausführte — in einer zwar noch lebenden, aber abgeschwächten Form eingespritzt. Der Erreger, ein Virus, kann den Impfling zwar nicht mehr Moderne 4-ZinuD.-Mniing 1. 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Sch.-Mitarbeiter hatte Gelegen- I heit, den Entdecker des neuen Bekämpfungs- i mittels gegen die Maul- und Klauenseuche, Professor Waldmann, an der Stätte < seiner Forschungsarbeit auf der Insel Riems , zu besuchen und sich eingehend nut ihm zu : unterhalten. Heber diese Unterredung berichtet , der nachfolgende Aufsatz. Riems, die kleine Insel an der pommerschen Küste unweit Areifswald, ist fast über Nacht weltbekannt geworden. Bisher wußte kaum jemand etwas von ihrem Dasein. Heute aber kommen Briefe und Telegramme aus fast allen Ländern der Welt. Hier befindet sich nämlich eine deutsche Forschungsstäüe, die den gefährlichsten Seuchen unserer Tiere den Kampf angesagt hat. Gegen eine dieser Seuchen, die M a ul- und Klauenseuche (MKS.), wurde nun hier ein Bekämpfungsmittel gefunden, das sicherer wirkt, als alle bisher bekannten. Wie wichtig diese Tatsache ist, erkennen wir gerade in der Gegenwart, da die im Vorjahre von Frankreich eingeschleppte Maul- und Klauenseuche sich immer starker ausgebreitet hat und große Schäden verursacht. Diese Schaden treffen nicht nur die Landwirtschaft, sondern darüber hinaus auch die gesamte Volkswirtschaft, weil die Leistungen an Fleisch und Milch zuruckgehen und außerdem der Zuchtwert der Tiere verringert wird. Oie passive Immunisierung. Seit 15 Jahren arbeitet auf der Insel Riems Professor Waldmann, der Leiter der staatlichen For chungsanstalten. Aus ganz kleinen Anfängen heraus ist durch seine Tatkraft eine Forschungsstatte entstanden, die heute Weltruf besitzt. Ihm und seinem Mitarbeiter Dr. K ö b e gelang es auch, das n e u e Bekämpfungsmittel der Maul- und Klauenseuche zu erforschen und es soweit zu vervollkommnen, daß es heute schon in gewissem Umfange der praküschen Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden kann. Diesem Forscher galt mem Besuch. Gern gibt Professor Waldmann Auskunft. Wir unterscheiden eine passive und eine aktive I m m u n i s i e- rnng. Bei der passiven Immunisierung verwenden wir das Hochimmunserum, das von dem Blut bereits erkrankter, aber dann wieder gesundeter Tiere gewonnen wird. In ihm befinden sich Schutz- stoffe, die bei der Impfung den gesunden Tieren einverleibt werden. Sie schützen die Tiere aber nur 10 bis 14 Tage gegen die Hebertragung der Maul- und Klauenseuche. Dieses Verfahren wurde bisher ausschließlich angen^ndt und soll auch m Zukunft als Schutz gegen kurzfristige Seuchengefahr beibehalten werden, also wenn es güt, die Tiere gegen die Hebertragung der Seuche auf den Ausstellungen, Auktionen, Märkten usw. zu schützen. Sfflmeffetntragen $ Leider bet O3i2i z. Große helle t Werkstatt 1 zirka200 qm, mit , Büro und Lager, ( Schiffenberger । Weg24z.l.Aug. au nenntet. [4563d Päheres A. Becker Kevlerstraße 9 Telefon 3804. |. Mietgesuche Suche gut M Zime m. voll. Pension im Zentrum der Staat. 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Viele Bruchleidende haben sich mit Hilfe meiner Spezi al aus führung sogar geheilt U. a. schreibt Herr Grahn: „Teile Ihnen mit, daß mein doppelseitig. Leistenbruch trotz meines Alters von 62 Jahren durch das Tragen Ihrer Bandage vollkommen geheilt ist. Ich habe nichts gegen die Veröffentlichung des Dankschreibens. Friedrich Grahn, Bauer, Kahlau, Kreis Mohrungen/Ostpr., den 1 Juni 1937.“ Weshalb wollen Sie sich weiter quälen? Kommen Sie zu mir. Sie werden überrascht sein, wie leicht und bequem sich Ihr Bruch zurückhalten läßt ohne starren Eisenbügel, von RM 15.- an. Ueberzeugen Sie sich kostenl. u. unverbindlich in: Gießen, Freitag, 8. Juli, v. 8 bis 1 Uhr, im Hotel Kobel. Wetzlar, Freitag, 8 Juli, von 3 bis 7 Uhr im Hotel Kaltwasser. Alsfeld, Samstag, 9. Juli, v ll/3 bis 3Uhr, im Hotel Deutsches Haus. Grünberg, Samstag, 9. Juli, von 4*/3 bis 6 Uhr. im Hotel Hirsch. K Ruffing, Spezialbandagist, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 Ruf 2208 Schöne 7-Zifflmer-Wohn. mitBadu.Balk., Bismarckstr. 44 zum 1. Oft. 1938 zu vermieten. Näheres [4562D A. Becker Kevlerstraße 9 Telefon 3804. Wetterbericht Die Heberflutung des europäischen Festlandes mit kalter Meeresluft hat ihren Höhepunkt erreicht. Für die Folge kann wieder mit ansteigenden Temperaturen gerechnet werden, doch läßt die Gesamtlage weder beständiges noch ausgesprochen warmes Wetter aufkommen. Vorhersage für Donnerstag: Zeitweise aufheiternd, doch unbeständig mit Neigung- zu Niederschlägen, aufkommende Winde, veränderlich, meist aus Süd und West. . Vorhersage für Freitag: Zeitweise aufheiternd und dabei wärmeres, doch noch immer unbeständiges und zu Regenfällen geneigtes Wetter. Lufttemperaturen am 5. Juli: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 6. Juli: morgens 14,3 Grad. Maximum 20,3 Grad, Minimum heute nacht 9,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli: abends 19,8 Grad; am 6. Juli: morgens 14,6 Grad. — Niederschläge 2,3 mm. — Sonnenscheindauer 9,7 Stunden.__ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange • Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem (m Urlaub); in Vertretung: Heinrich Ludwig Neuner. Anzelgen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 38 : 9035. Druck und Verlag: Brühlsche Hniversitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 . gültig. ___________ - [Stellengesuche] | Verkäufe | ßrennholzhaodsäge toeitelter (bestes Anmachholz) billigst abzugeben. 03112 S^ltersweg 36. | Kaufgesuche] MWWU neu o. gut erhalte 40Ztr.Tragkrast, mit oder ohne «Gurnrnibereifg., sofort zu kaufen gesucht. 45sid GelkkttmWk Marke Ambi, gut erhalten, zu verkaufen. Hermann Rühl Grünberg/Hess. [Verschiedenes] Abschwächung der Erreger genau beobachtet, und kein Impfstoff gelangt zum Versand, bevor die Abschwächung an- Kontrollrindern untersucht und die immunisierende Kraft festgestellt wurde. Großzügiger Ausbau der Zorschungsanstalten. Mit den verantwortlichen Stellen der Reichsvete- rinärverwaltung ist Professor Waldmann der Ansicht, daß man in Zukunft mit der Methode der Vaccinierung einem Seuchengang ganz anders gegenüberstehen wird als bisher. Zunächst kommt es darauf an, den Impfstoff in größer em Um - fange herzustellen (bisher werden etwa 300 Liter in der Woche gewonnen). Der Staat hat daher weitere 2V2 Millionen Mark zum Ausbau der Forschungsanstalt zur Verfügung gestellt. Die Plane dafür liegen bereits vor. Jetzt gilt es im Interesse der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, mit allen Mitteln diese Bauten zu beschleunigen. Denn ine deutsche und darüber hinauf die gesamte europäische Landwirtschaft wartet begierig auf den neuen Impfstoff, den deutscher Wissenschaftsgeist m fünfzehnjähriger harter Arbeit zum erstenmale auf einer kleinen Insel der Ostsee erforschte und fand. 21/z To. Ford Baujahr 1936, sehr gut erhalten, evtl, mit Plane, vreisw. zu verkaufen. 03115 Fr. Medebach Marb. Str. 22. 4/20-Opel- Limousine steuerfrei zu verkauf. 03119 Kavlaneigasse 5 Billig zu verkaufen: 1 Renn ■ Fahrrad, 1kl.!. neuer Herd, 2 Weinfässer, ä 30 Liter, OZink-DIilchkann. ä 25 Liter. Gießen Bahnhofstraße 51 im Laden. 03117 Statt Karten. Für die liebevolle Anteilnahme bei dem Heimgang unseres unvergeßlichen Entschlafenen danken wir Im Namen der Hinterbliebenen: Friedrich Marx, Mfitunj, I, tomppNau iU5JraUen ZK °>nf°ch hin. ÄfeiwS ? N ihren ÄJft ?sun?n pH?- Senn Mtai ohne dU verwenden .Mandes mit SP**8fc ^"Tempera. ^Tesanülage od)6n warmes A® 9- Zeitweise MW zu Nie- 'randerlich, meist Zeitweise aus- noch immer un- e'gtes ©etter. Ms 19,8 Grad 3uli: morgens Mmimum heute > in 10 cm Tiefe ’-\5uli: morgens m- — Sonnen- 'ilhelm Lange. - Dr. Hans Thy> ) Tür die Mer: T. Hans Thyriot; Hein (in Urlaub); euner. Anzeigen- für den Inhalt >. 21. VI. 38: 9035. iversitätsdruckerei i. Monatsbezugs- !f. Zustellgebühr, Einzelverkauss-' 5 Pf., mit der id)r. .. September 1937 • >che tvmnen Irtjiidk ^trunken, 4182D n and Droßericn 'S MS-«* in sc^bcbeinÄ' »Ä» ><»daß eüelknen eg Alter3 btr0?l?er ^ndaje 'ÄZS ine«’'» eke- o- flotei in' 16 lassen Sie n,Federbetten, im günstigsten ibezißhßfi! i, Gießen Großeslagerin 1 Möbelstotten, Matratzen- Orellenji* Ur. 155 Zweites Blatt Mittwoch, b.Zuli 1958 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus dem Reiche der Krau. genen drei Wochen. Die bis dahin notwendigen Produktionsbeschränkungen in der Herstellung von Käse tonnten auf Grund dieses Erfolges feit dem 1. Juni 1938 aufgehoben werden. Als weitere Erzeugnisse, bei denen nach wie vor ein verstärkter Verzehr erwünscht ist, sind zu nennen: Kartoffeln, Marmelade, entrahmte Frischmilch (soweit zu haben), Trocken- milch pulver, Buttermilch und Qu arg. Noch stärker als bisher sollte sich die Aufmerksamkeit unserer Hausfrauen dem deutschen Pudding- m e h l zuwenden, das unter der Marke „DPM." in ansprechender Aufmachung in Kürze im Verkehr erscheinen wird. Diese Päckchen werden zunächst in den Städten Berlin, Hamburg und Köln und später dann auch im ganzen Reich zum Absatz bereitstehen. Auch die Graupen verdienen mehr Aufmerksamkeit als bisher und sollten nicht in Vergessenheit geraten, denn durch eine Mehrverwendung von Graupen können wir Bardeoisen sparen, die1 mir sonst für den Bezug von Reis aufwenden müssen. Auch Sago kann stärker verbraucht werden als man vielleicht gemeinhin annimmt. Sago ist nämlich heute in Deutschland kein ausländisches Erzeugnis mehr, sondern ein vollkommen heimisches Produkt. Sago ist ein Erzeugnis der deutschen Kartoffel. Bei allen diesen Produkten kommt die begrüßenswerte Tatsache hinzu, daß wir Zucker reichlich zur Verfügung haben. Süße Speisen und süße Suppen können sich also gerade im Sommer nicht nur ihrer alten Beliebtheit erfreuen, ihr verstärkter Verzehr ist auch unter Verwendung der genannten Erzeugnisse (auch Haferflocken) volkswirtschaftlich erwünscht. Als letztes bleibt schließlich festzustellen, daß auch im Juli die grundsätzliche volkswirtschaftliche Parole nicht vergessen werden darf, nämlich, beim Verbrauch von Fetten aller Art, von Weizenbrot und von Eiern hauszuhalten. Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Gin Gang in den Keller. Von Frida Aisch „Liesbeth, komm mit, wir wollen die Würzgurken zu Mittag aus dem Keller holen." , Mutter, sieh doch mal, was ist denn mit den säuern Kirschen, das Glas ist fest zu und innen sind sie ganz schimmlig!" ,Laß sie nur ruhig stehn, Liesbeth, mir können sie heut' nicht brauchen." Aber dann verderben sie doch!" ''Nein. sieh' mal, das ist ja weißer Schimmel, der ist nicht gefährlich, und sitzt auch bloß oben drauf. Aber wenn der Schimmel bunt schillert, dann muß er sofort entfernt werden, und oft schmeckt schon das ganze Eingemachte danach. Dies hier ist gutmütiger Schimmel, da brauchen wir nur das Glas zu beobachten. Stell' es vorne an, wir verbrauchen es bei nächster Gelegenheit, aber so lange, auch wenn es noch einige Wochen dauert, bleibt das Obst gut." „Die Marmeladengläser seh'n ja auch so aus, als ob sie alle angebrochen wären! Mutter, hast du etwas davon genommen, sie sind nur noch dreiviertel voll!" „I bewahre! Es ist aber gut, daß du es siehst. Der Keller hat zu trockene Luft, da sind sie alle eingetrocknet. Wir müssen ein paar Schalen mit Wasser in den Keller stellen, damit dem Uebel abgeholfen wird. Dann trocknen die Marmeladen nicht weiter ein. Aber nun nimm die Gurken und komm', wir müssen das Essen fertig machen." „Dies Geleegläschen nehme ich auch gleich mit, da find schon wieder ein paar Ameisen drin. Ich werde nachher gleich um die andern Gläser Riegelchen streuen von Asche, dann können die Tierchen nicht darüber fort. Frau Krause macht es auch so." — „Was ist denn mit den Gurken los? Der Estragon und Senf und Dill sitzt oben als dicke Schicht! Und wo ich sie 'rausnehmen will, fallen sie alle auseinander. Ich muß alles wegschütten!" „Die Gurken riechen doch aber gut — koste erst einmal." „Mutter, sie schmecken noch ganz wie richtige, kem bißchen verdorben. Jetzt weiß ich auch, was damit ist. Als ich sie einmachte, wußte ich nicht mehr, welche Gläser schon entkeimt waren, und da ist das eine Glas aus Verseh'n doppelt gekocht. Wix machen davon Gurkensoße und alles ist gut." Llnsere Ernährung imM. Von Dr. Wolfgang Clauß. Um es gleich vorweg zu sagen, wir werden auch im Juli reichlich zu essen haben. Vor allem wird im Juli das Gemüse in unserer Ernährung eine noch größere Rolle spielen können als in den vergangenen Monaten. Spargel und Kohlrabi gehören nunmehr allerdings .nicht mehr zu den Gemüsen, die im Juni zum bevorzugten Verbrauch empfohlen werden konnten. An ihre Stelle treten jetzt Tomaten, Blumenkohl und Bohnen. Sowohl für Blumenkohl wie auch für Bohnen beginnt bei normalem Witterungsverlauf im Monat Juli die Haupterntezeit. Auch Gurken werden im Juli voraussichtlich noch reichlich zur Verfügung stehen. In der ersten Hälfte des Monats kann der Gurkenbedarf durch inländische Treibhausgurken und durch Einfuhr aus dem Auslande gedeckt werden, in der zweiten Hälfte wird sodann wahrscheinlich die deutsche Freilanderzeugung reichlich auf dem Markt erscheinen. Bei den Tomaten werden wir ebenfalls nicht nur aus inländischer Erzeugung, sondern auch durch Einfuhren aus dem Ausland gut versorgt sein. Neben diesen saisonmäßig bedingten Notwendigkeiten unserer Ernährungslage haben wir selbstverständlich im Juli auch weiterhin die grundsätzlichen Erfordernisse der deutschen Nah- rungsmittelversorgung zu beachten. Die Aufmerksamkeit der Hausfrau sollte deshalb auch im Juli wiederum den Fischen gelten. Immer wieder muß darauf hingewiesen werden, daß es zur Entlastung unserer Versorgung auf anderen Gebieten erwünscht ist, auch im Sommer Seefisch in den Küchenzettel einzusetzen. Das heutige Verteilernetz und die heutigen Methoden der Frischhaltung sind aber in keiner Weise mit längst vergessenen Methoden früherer Jahre zu vergleichen. Die deutsche Hausfrau wird diesem Appell zweifellos um so lieber Rechnung tragen, als die Hauptvereinigung der deutschen Fischwirtschaft jetzt eine Regelung der Fischpreise eingeführt hat, die die allgemein erwünschte Beseitigung der Schwankungen bei den Fischpreisen bringt. Wir werden in Zukunft stetige Fischpreise haben, die lediglich in den drei verschiedenen Fangperioden des Jahres unterschiedlich sind. Durch die Einführung dieser Fischfestpreise ist zweifellos eine wichtige Vorausschung für eine weitere Ausdehnung des Fischoerzehrs geschaffen worden. Die Hausfrau weiß nunmehr, mit welchen Ausgaben sie beim Einkauf von Fisch zu rechnen hat. Der besonderen Aufmerksamkeit werden im Juli von den Fischen die Salzheringe und ferner Kabeljau, Rotbarsch und Seelachs empfohlen. Neben dem Fleisch von Fisch sollte in erster Lime Rindfleisch verbraucht werden. Unser Rindvieh- bestand ist so groß, daß wir viel Rindfleisch zur Verfügung haben. Hinzu kommt, daß wir erhebliche Mengen an Gefrierfleisch aus dem Ausland einführen konnten. Beim Kalbfleisch ist ein normaler gleichbleibender Verbrauch auch weiterhin volkswirtschaftlich richtig. Der im Juli zu erwartende größere Gemüseanfall, insbesondere an Bohnen, wird sicherlich zu einer verstärkten Nachfrage an Hammelfleisch führen. Wir,müssen jedoch davon ausgehen, daß bei Hammelfleisch volkswirtschaftlich im Augenblick ein gleichbleibende Ve^ brauch erwünscht ist. Bei Schweinefleisch müssen wir im Juli mit einem Rückgang der Schweineauftriebe rechnen und unseren Verbrauch dementsprechend einrichten. Beim Käse haben sich die für den Verbraucher zu beachtenden Grundsätze nicht geändert. Erwünscht ist auch weiterhin ein verstärkter Verzehr von Käst, insbesondere aber von Eiweißkäse, wie Harzer, Mainzer, Schimmelkäse, Limburger und ähnliche. Im übrigen ist es erfreulich, sestzu- stellen, daß die vor einigen Wochen durchgefuhrte Käsewerbung einen ausgezeichneten Erfolg gehabt hat. Der Käseabsatz ist in der Zeit vom 2. bis 21. Mai 1938 bei den verschiedenen Käsesorten um 17 bis 38 v. H. höher gewesen als in den vorangegan- FürdieRegentage schlagen wir heute einen praktischen Mantel und ein praktisches Cape vor. D e r R e g e n m a n t e l i n H e r r e n so rm (links) aus imprägniertem Gabardine ist hellbeige. Er hat Raglanärmel, schräggestellte- Taschen mit knöpfbaren breiten K l a p p e n und einen breiten Die Frau aus der Reise. Vor jeder Reise erhebt sich die Frage: Was muß unbedingt mitgenommen werden, was ist entbehrlich. Wenn sich auch die Reisekleidung in ihrer gesamten Zusammenstellung nach dem gewählten Aufenthaltsort richten muß — See oder Gebirge, seßhaftes Verbleiben oder Wandern — so gibt es doch einige Grundregeln für das -Reisegepäck, deren Beachtung die Annehmlichkeiten der Ferien erhöht. Es wird nicht die ganzen Wochen des Urlaubs hindurch dasselbe Wetter sein wie am Tage des Packens. Wer bei Sonne abreist, sollte darum doch W e 11 e r m a n t e l und Schirm nicht vergessen; wer im Regen losfährt, hoffe auf künftige schone Tage und nehme leichte Sommersachen mit. Strapazierfähige Schuhe dürfen neben dem leichteren Schuhwerk nicht fehlen. Promenadeschuhchen sind einem tüchtigen Landregen oder Gebirgsgewitter nicht gewachsen. An Strümpfen kann man gar nicht genug einpacken, damit das leidige Stopfen einen unterwegs wenigstens in Ruhe läßt. Hat man em festes Reiseziel, packe man die Kleinigkeiten wie Strümpje, Taschentücher, Kraoatten, Bänder, Handschuhe u. dgl. in kleine bunte Beutelchen; so werden die Sachen geschont, und man hat immer eine schone Ordnung. Wer sich von Ort zu Ort bewegt, sei es mit der Bahn, sei es im Wagen, tut gut, alles was er anderntags zu einem Kleid tragen will: Schuhe, Strümpfe, Gürtel, Handtasche usw. zuoberst m den Koffer zu legen, er braucht ihn dann nicht stdesmal bis auf den Grund zu durchwühlen. Als besondere Bequemlichkeiten nehme man einige zusammenlegbare Kleiderbügel, ein Bürste, zwei Schuhtücher, auch ein bis zwei Reservehandtucher mit Eine kleine Reiseapotheke nut Vaseline Borsalbe, Heftpflaster, Verbandsqaze, Baldrian und Tabletten gegen Kopfschmerzen sollte ebenso wenig fehlen, wie ein kleines Nähzeug. Als außerordentlich angenehmer Reisebegleiter erweist sich em Tauchsieder. der überall angeschlossen werden kann. Mit G ü r t e l mit Schnalle. Alle Nähte und Säume sind breit a b g e st e p p t. Das hellgraue Regencape rechts ist aus imprägnierter Seide. Es hat eine Passe mit kleinen Taschen, einen kleinen Kragen und bequeme Schlitze für die Arme. Es ist vorn (nut Büffelhornknöpfen) durchgeknöpft. Auch bet ihm sind sämtliche Nähte a b g e st e p p t. H. seiner Hilfe ist rasch ein wenig Wasser angewärmt oder man kann sich im Bedarfsfall auch einmal rasch eine.Tasse Tee bereiten. Hat man nun, zweckmäßig ausgerüstet und ein schönes Ziel vor Augen, seine Reise angetreten, muß man noch einige Dinge beachten, will man wirklich erholsame, durch keine Unannehmlichkeiten getrübte Ferien erleben. Das Gepäck stelle man, wenn man am Fahrkartenschalter seine Fahrkarte löst, immer so auf, daß man es im Blick hat. Handtaschen lege man nicht neben sich, sondern trage sie an ihren Riemen oder klemme sie' fest unter den Arm. Gepäckdiebe, die es an jedem Bahnhof geben kann, haben ein scharfes Auge für solche Nachlässigkeiten. In einem Hotel sollte man, auch bei kürzestem Verlassen, die Zimmertüre abschließen und den Schlussel mitnehmen. Unverschlossene Türen sind für Hoteldiebe eine wahre „Fundgrube". Man, vor allem die alleinreisende Frau, sei Mitreisenden gegenüber bei aller Freundlichkeit, die sich durch das stundenlange Zusammensein im Abteil oft ergibt, zurückhaltend. Nicht gleich redselig Reiseziel, Beruf, Daheim ausplaudern — solche Vertrauensseligkeit verrät den Reiseneuling, der natürlich Menschen mit unlauteren Absichten besonders anzieht. Am Bestimmungsort passe man sich dem Stil des Hauses an, das man gewählt hat; ein einfaches verblüffe man nicht durch gewagte Kleidung, in einem eleganteren laufe man nicht als Wanderbursche herum. Das Außerachtlassen solcher Taktfragen gibt oft Anlaß zu Verstimmungen. Größere Geldbeträge verwahre man nicht im Schrank oder in der Kommode seines Zimmers auf, selbst wenn man beide unter Verschluß hält. In einem großen Haushalt passen oft die Schlüssel der verschiedenen Schränke untereinander. Man gebe die größeren Beträge gegen Quittung im Büro oder bei der Hausleitung in Verwahrung. Und nun: Gute Reisel D. S. Die Frau am Badestrand. Was man vermeiden soll. Die Ferien- und Badezeit ist da. Eifrig werden vor allem die modischen Vorbereitungen getroffen, die das Leben am Strand verlangt. Die einschlägigen Geschäfte bieten die reizvollsten Neuheiten der Bademode dar: Badeanzüge und -mäntel, Strandkleider, Strandanzüge, langhosig, kurzhosig, durch Capes, Jacken ober fußlange Mäntel zu „Strand- Complets" vervollständigt ... Einfarbige, gemusterte, gestreifte, karrierte Stoffe — fast unübersehbar ist die Fülle. Natürlich wollen alle Frauen am Strand gut aussehen und für alle Gelegenheiten die passende Kleidung zur Verfügung haben.. Sie sind bet der Anschaffung auch nicht kleinlich, wissen sie doch, daß auch die Bade- und Strandkleidung aus guten Stoffen und gut geschnitten sein muß, soll die Trägerin vorteilhaft aussehen. Wie kommt es nun, daß man gerade am Badestrand öfters Erscheinungen bemerkt, die leise belächelt werden? Alles, was sie tragen, ist an sich hübsch, und dennoch ist der Gesamteindruck ungünstig. Warum nur? In den meisten Fällen mangelte 'es der Käuferin an der nötigen Selbstkritik. Sie hat sich durch ein entzückendes Muster, einen originellen Schnitt, eine kühne Farbenzusammenstellung verblüffen und verführen lassen, etwas zu kaufen, was nicht zu ihr paßt. Der Strandanzug, der an einer sehr schlanken Figur, zu Hellem Haar und Heller Haut reizend wirken würde, sieht an der dunklen, etwa fülligen Trägerin etwas komisch aus. Ehe man sich beim Kauf von Badekleidung entscheidet, sei man möglichst kritisch und ehrlich gegen sich selbst und frage seinen Spiegel um Rat. Eine stärkere Gestalt darf niemals einen Hellen 'oder gar weißen Badeanzug tragen; er gehört nur den Sylphidengestalten. Von einer gewissen Hüftstärke an vermeide man auch kräftige Einfarbenanzüge wie Kirschrot, Tütenblau, Blattgrün, Kanariengelb, selbst wenn diese Farben zu Haut und Haar stimmen, sie betonen die Linien zu sehr und sind zu auffällig im Tragen. Für stär- kere Frauen kommen nur dunkle Farben in Betracht, die ja durch einen hellen Besatz, ein eingesticktes Zeichen, Tupfen oder dergleichen aufgehellt ein können. Diskret gemusterte Anzüge find ebenfalls vorteilhaft für sie. Auch Gürtel, vor allem solche in abstechender Farbe, sollten nur Frauen mit sehr langem und schlankem Oberkörper tragen. Bei ihnen bewirkt er eine angenehme Unterbrechung der sonst leicht zu lang erscheinenden Linie, stärkere Figuren werden verkürzt und die Hüften zu sehr betont. Heute werden sehr viele Badeanzüge mit eingearbeitetem Büstenhalter angeboten; sie sind sehr zu empfehlen. Wenn er fehlt, sollte man sich die Mühe nicht verdrießen lassen, einen solchen Halter selbst einzunähen, wobei man darauf achte, daß die Träger des Anzugs mit denen des Halters zur Einheit verbunden werden, damit sie nicht verrutschen können. Einfach und zweckmäßig in Form und Farbe soll der Badeanzug für die stärkere Frau sein, sie wird darin dezent und vorteilhaft aussehen. Einfach und zweckmäßig — das gilt auch für den.Strandanzug. Nur wer schlanke Seine hat, kann die kurze Hose tragen, aber auch in diesem Fall soll sie nicht zu knapp und zu kurz gehalten fein, sondern sie soll leicht faltig ausfallen und etwa handbreit unterm Knie abschließen. Wer stärker ober sonst nicht ganz tadellos gewachsen ist, bleibe bet der bewährten, immer kleidsamen, nach unten zu weit geschnittenen Hose. Leichte Blüschen oder Pul- lover ergänzen sie, und mit ihnen lassen sich allerhand Abwechslungen erzielen. Je weniger Aufputz sie tragen, desto mehr entsprechen sie dem sportlich- einfachen Stil, der heute allgemein als der zweck- entsprechendste für das Leben am Strande aner« kannt wird. G- Langes Leben für die Strümpfe. Bon der ewigen Laufmasche. Welche von uns Frauen kennt nicht jenen entsetzlichen Augenblick, wenn man ruhig und vergnügt im geselligen Kreise beieinander ist und plötzlich em kaum hörbarer Knax erfolgt, dem jenes geheimnisvolle Rieseln am Bein folgt. Dann ist wieder einmal eine Laufmasche gerutscht — das neue, gute Paar Strümpfe ist verdorben. Warum haben unsere Strümpfe eine so kurze Lebensdauer? Weil man sie in der Regel nicht richtig behandelt. Strümpfe verlangen nämlich Verständnis für die Webart und Maschenfestigkeit. Man darf keinesfalls mit ihnen achtlos umgehen. Besonders die „neuen" Strümpfe sind überempfindlich. Wenn man sie gleich anzieht, nachdem man sie eben gekauft hat, darf man sich nicht wundern, wie schnell sie kaputt gehen. Neue seidene und kunstseidene Strümpfe sollen vor dem ersten Anziehen immer kurze Zeit in lauwarmem Wasser geweicht werden, um die Fäden elastischer zu machen und Appretur zu entfernen. Strümpfe, die nicht vorgeweicht wurden, bekommen im Regen häßliche Flecke; außerdem lassen sie sich nicht glatt überziehen und werfen Falten. Das Abgleiten der Maschen kann man verhiN- dern, wenn man beim neuen Strumpf unterhalb des Knies mit feinem Seidengarn in derselben Farbe des Strumpfes ein paar Mal durchsteppt. Den Stich darf man nicht zu fest spannen. Strümpfe, die so behandelt werden, können keme Laufmasche bekommen. Besonders in warmen Sommertagen, wenn der Fuß schnell warm wird, soll man seine Strümpfe jeden Abend leicht in Essigwasser durchspülen, ohne Reiben und Kneten, nur in klarem Wasser schwenken, nachdem man vorher in leichtem Seifenwasser gewaschen hat. Die Vorbedingung zur Strumpfwäsche ist lauwarmes Wasser. In heißem Master wird jeder Seidenfaden zerstört. Er reißt dann wie Zunder. Auch achte man darauf, daß niemals verschiedenfarbige Strümpfe zusammen gewaschen werden, da sie dadurch leicht Streifen bekommen. Vor allem aber niemals Strümpfe lange Zeit im Wasser liegen lassen. . _r Auch das Aufhängen der Strümpfe wird meist falsch gehandhabt. Man muß die Strümpfe immer erst in ihre Form ziehen und bann an der Spitze aufhängen, nicht etwa am oberen Rand, da sie sonst die Form verlieren. Gewaschene Strümpfe zu bügeln ist überflüssig, wenn man die Strümpfe zwi- scheu zwei Frottetüchern getrocknet hat. Glanz und Festigkeit erhalten sie, wenn man dem Spülwasser einen Schuß Essig znsetzt. das das das das die das das das Las untersagt: das Betreten der Fahrbahn, der Böschungen, der Rand- und Mittelstreifen, Gehen und Radfahren auf der Fahrbahn, Beschädigen der Pflanzungen, Herabwerfen von Gegenständen von den Brücken auf die Fahrbahn, Oeffnen und die Beseitigung von Abschran- kungen, Betreten von Baugerüsten, Gleisanlagen und Baugruben, Beschädigen von Baugerüsten, Einfriedigungen, von Verbots- und Warnungstafeln, Ingangsetzen von Baumaschinen, Aufzügen, Feldbahnen, unbefugte Entnahme von Mutterboden, Sand, Kies, Steinen, Photographieren auf den Baustellen ohne vorherige Genehmigung der Obersten Bauleitung. Umfangreiche in der letzten Zeit festgestellte Verstöße geben erneut Veranlassung, auf die genaue Beachtung der Verbote hinzuweisen, damit Unglücksfälle und Schäden an Material vermieden werden. Die zuständigen Polizei- und lieber» wachungsbediensteten — letztere durch grüne Ann- Neichsautobahn — Betreten verboten! Maßnahmen zum Schutze der Neichsautobahnen. Fall der Nichtbeachtung der Verbote unnachsichtlich anzuzeigen. Durch Gesetz und eine Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten in Kassel vom 30. Mai 1938 wird für jede festgestellte Uebertretung ein Zwangsgeld bis zu 15 0 R M. und für den Fall der Nichtbertrei- bung eine Zwangshaft bis zu zwei Wochen auferlegt. Heuer Anschluß an die Reichsautobahn zwischen Zeppelinhalle und Bahnhof Flughafen Rhein-Main. Am Kilometer 2,3 der Reichsautobahnstrecke Fra.nkfurt — Darmstadt wurde jetzt mit dem Bau einer neuen Anschlußstelle für den Luftschiffhafen an die Reichsautobahn begonnen. Zugleich wird dieser Zubringer mit der am Bahnhof Flughafen Rhein-Main vorbeigehenden Straße verbunden. Um die beiden Anschlüsse und die Verbindung der Luftschiffhallen mit dem Bahnhof Flughafen Rhein-Main herzustellen, ist auch der Bau einer Brücke über die Autobahn erforderlich. Die Leergerüste für den Uebergang stehen bereits. Sowohl von den Luftschifshallen nach der Autobahn, wie von der Autobahn zum Bahnhof Flughafen Rhein-Main müssen neue Straßenstücke hergestellt werden. Die Arbeiten sollen so gefördert werden, daß die beiden Rampen bis zum Herbst d. I. betriebsfertig sind. Aus den Gießener Gerichtssälen Lpd. So erfreulich das Interesse weiter Volks-1 binde mit der Aufschrift „Reichsautobahnen", beson- kreise an den Straßen unseres Führers ist, so liegt ders kenntlich gemacht — haben Anweisung, j e d e n immer wieder Veranlassung vor, darauf hinzuweisen, daß Verbote bestehen, die von den Volksgenossen bei der Besichtigung der Reichsautobahnen unbedingt beachtet werden müssen. Insbesondere ist Schwurgericht Gießen. Gestern hatten sich die H. R. und der R. O. aus Bad-Nauheim wegen Kindestötung und versuchter Abtreibung bzw. versuchter Abtreibung und Erpressung zu verantworten. Die Verhandlung, die teilweise unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, entrollte ein recht trübes Bild. Die Angeklagte unterhält schon seit mehreren Jahren mit einem verheirateten Mann aus Nidda intime Beziehungen, die nicht ohne Folgen blieben. Nach der Darstellung der Angeklagten R. soll der Mitangeklagte O. während der Schwangerschaft wiederholt unerlaubte Eingriffe vorgenommen haben, die jedoch erfolglos blieben. Auf alle Fälle steht fest, daß die Angeklagte im November v. I. ein Kind zur Welt brachte, das in oder alsbald nach der Geburt, verstarb. Die Angeklagte behauptete, daß das Kind nicht gelebt habe oder zum mindesten nicht lebensfähig gewesen sei, während der Sachverständige zu dem Ergebnis kam, daß das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit gelebt habe. Weiterhin ging ihre Einlassung dahin, daß sie nicht die Kraft besessen habe, sich um das Kind zu kümmern. Nachdem der Tod eingetreten war, versteckte die Angeklagte ihr Kind in der Schublade eines Schrankes, wo es längere Zeit liegen blieb. Dadurch, daß der Mitangeklagte O., der ihr bei einem kurz darauf vorgenommenen Umzug behilflich war, sich zufällig an der Schublade etwas zu schaffen machte, wurde die Leiche des Kindes entdeckt. Die Darstellung der Angeklagten geht nun dahin, daß der Mitangeklagte O. aus seiner Mitwisserschaft finanzielle Vorteile für sich herausschlagen wollte. So sei er mit dem Ansinnen an sie herangetreten, sie solle ihm eine größere Summe für ein Siedlungshaus aushändigen und außerdem noch 50 Mark, da er in augenblicklicher Geldverlegenheit gewesen sei. Der Angeklagte O. bestritt sämtliche ihm zur Last gelegten Verfehlungen und gab lediglich zu, die 50 Mark, jedoch nur als Darlehen erhalten zu haben. Im übrigen belastete er die Angeklagte aufs schwerste. Da unmittelbare Zeugen der Vorgänge zwischen den beiden Angeklagten nicht vorhanden waren und insbesondere der Liebhaber der Angeklagten R., der vielleicht einiges Licht in die widerspruchsvollen Aussagen hätte bringen können, die Aussage verweigerte, gestaltete sich die Beweisaufnahme sehr schwierig und nahm den ganzen Verhandlungstag in Anspruch. Schöffengericht Gießen. Unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung hatte sich gestern der K. F. aus Gießen vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte, der als Vertreter eine Bezirksfahrkarte der Reichsbahn benutzte, wollte am 14. März d. I. eine Geschäftsreise nach Hersfeld unternehmen. Da er nicht im Besitz der nötigen Mittel war, änderte er auf einer am 6. März bereits ob gelaufenen Fahrkarte die Monate Februar/März in März/April ab und trat mit dieser gefälschten Karte seine Reise an. Er wurde jedoch im Zuge von dem Revifions- beamten erwischt. In der gestrigen Hauptoerhandlung war der Angeklagte restlos geständig und behauptete, aus wirtschaftlicher Not gehandelt zu haben. Mt Rücksicht auf die Geringfügigkeit des Schadens, der im übrigen ersetzt ist, und sein sofortiges Geständnis billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu und erkannte auf die gesetzliche Mindeststrase von drei Monaten Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Der I. K. aus Worms hatte durch Strafbefehl des hiesigen Amtsgerichts wegen Betrugs eine Gefängnisstrafe von fünf Wochen erhalten. Auf seinen Einspruch hin kam die Sache nunmehr zur Hauptoerhandlung. Der Angeklagte hatte im November 1936 bei einer hiesigen Firma eine Lichtmaschine im Werte von 150 RM. für sein Motorrad bestellt. Dabei gab er an, er bekomme von feiner Firma monatlich 150 RM. für derartige Ausgaben aur Verfügung gestellt, so daß bei der Verkäuferin der Eindruck entstand, daß diese die Maschine bezahle. Da eine Auskunft über die Wormser Firma günstig lautete, wurde dem Angeklagten die Maschine gegen eine Anzahlung von 30 RM. auf Ziel geliefert. Es stellte sich nunmehr heraus, daß der Angeklagte zwar monatlich 150 RM. von seiner Firma erhielt, die er jedoch zur Bezahlung von Fuhrlöhnen und sonstiger laufender Unkosten der Firma zu verwenden hatte. Auf keinen Fall durste er dieses Geld zu privaten Anschaffungen verwenden. Da der Angeklagte von seinen eigenen Mitteln die Maschine nicht bezahlen konnte, mußte chn die Gießener Lieferfirma ausklagen und schließlich ihre Maschine wiederholen. Der Angeklagte bestritt, bei der Verkäuferin den Eindruck hervorgerufen zu haben, als ob sein Arbeitgeber in Wirklichkeit die Maschine bezahlen werde. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme eindeutig überführt. Das Gericht hielt eine Einsatzstrafe von einem Monat für angemessen, die mit einer bereits in einem anderen Verfahren erkannten Strafe von sechs Monaten Gefängnis zu einer Gesarntstrafe von sechs Monaten und einer Woche zusammengezogen wurde. Die Zwiebeln zu teuer verkauft. Lpd. 5ß o r m s a. Rh., 4. Juli. Die Polizeidir-k- Hon hat gegen verschiedene Obst- und Gemüsehändler wegen Preisüberschreitungen Ordnungsstrafen in Höhe von 500, 300, 100 und 20 Mark verhärmt. Die Händler hatten die Verdienstspanne für Sperse- zwiebeln erheblich überschritten und dadurch die Verbraucher geschädigt. Die Höhe der Strafen ist bedingt durch das volksschädigende Verhalten der Händler. — Weiter wurde eine Händlerin wegen Zuwiderhandlung gegen das bestehende Derkoppe- lunasverbot in eine Ordnungsstrafe genommen. Sie hatte auf dem Wochenmarkt die Abgabe von Karotten davon abhängig gemacht, daß die Käufer gleichzeitig andere Waren abnehmen sollten. Schach-Ecke. Bearbeitet von K. Helling. Verwertung einesEntwicklungsvorsPrungs. b c b d f g____h 8 7 6 6 4 8 2 1 ■ 8 WW C7 8 i ° w ■ 8 ft 2 i> g h Die abgebildete Stellung kam in einer Partie vor zwischen Hymmen (Weiß) und von Zabinsky (Schwarz) bei einem Wettkampf Westfalen — Niederrhein. Obwohl Weiß auf die Rochade verzichtet hat, stehen seine Figuren bedeutend besser entwickelt als die schwarzen. Um den Sd7 ziehen zu können, müßte Schwarz zuvor noch einen Zug mit dem La5 ausführen. Wie nutzt Weiß die hierdurch gewonnene Zeit am besten aus, um einen scharfen Angriff einzuleiten? 6 6 1 8 7 6 5 2 1 8 7 4 8 ■ Türme im Gefecht. a b e d e f g h abedefgh M 4 8 In einem holländischen Turnier kam es zwischen Ros (Weiß) und Schmitz (Schwarz) zur nebenstehenden Stellung. Schwarz hatte zuletzt H7—H5 gezogen, in der Hoffnung, hierdurch den gegnerischen Angriff in der H-Linie unwirksam zu machen. Wie setzt Weiß nun am stärksten fort? Lösung der Schachaufgabe „Verwertung eines Entwicklungsvorsprungs-. Weiß (Hymmen): Kfl, De2, Tal, Thl, Ld3, Lg5, Se4, Sf3, Ba3, b2, f2, g2, H4 (13). Schwarz (von Zabinsky): KH8, De7, Ta8, Tf8, La5, Lc8, Sd7, Sf6, Ba7, b7, e5, g7, H7 (13). Weih gewinnt. 1. H4—H5! (Damit räumt Weiß das Feld H4 für einen Springer.) 1. ..., La5—c7. (Um den Sd7 beweglich zu machen. Andere Züge bringen Schwarz nicht weiter, auf H7—H6 folgt gleichfalls 2. Sf3—-H4.) 2. Sf3—H4. (Der Springer will sich auf g6 opfern, um den weißen H-Bauern schlagen zu lassen und so den Thl zur Geltung zu bringen.) 2. . . ., De7—s7. (Sonst ist das „Familienschach" durch SH4—g6 sofort tödlich. Auf 2. ..., KH8—g8 würde 3. ßb3—c4+ den König wieder in die Ecke zurückzwingen.) 3. SH4 —g6+, KH8—g8. 4. Ld3—c4. (Weih braucht sich nicht mit Qualitätsgewinn zu begnügen.) 4. ..., Ss6—d5. 5. Lc4Xd5, Df7Xd5. 6. (5g6—e7+. mit Eroberung der schwarzen Same. Lösung der Schachaufgabe „Türme im Gefecht". Weiß (Ros): Kgl, Df4, Tf6, TH3, Ld3, Ba2, 62, e3, e5, g4, H2 (11). Schwarz (Schmitz): Kg7, Dd7, Tc8, Tf8, Le6, Ba5, b6, d5, d4, f7, g6, H5 (12). Weiß gewinnt. 1. TH3XH5! (Mit der Drohung Df4—f)6+.) 1. .. Tf8—H8. (Wird der Turm geschlagen, so folgt 2. Ds4 —g5+ nebst 3. Tf6—H6 matt.) 2. Ts6Xg64-! (Ein zweites Turmopfer! Das Feld f6 wird für die weiße Dame geräumt.) 2...., f7Xg6. (Oder 2. ..., Kg7—f8. 3. TH5XH8-1- und 4. Df4—f6 matt.) 3. Df4—f6-ft, Kg7—g8. 4. TH5XH8 matt. Ole Narrenkappe. Der Pudding. Es war gegen Kriegsende an der Westfront. Die Kompanie war zum Ausruhen zurückgezogen worden, und ein besonders gutes Essen wurde aus- gegeben. Es gab sogar einen Pudding. Erwartungsvoll stand die Schlange der Essenholer vor dem Teller, auf dem der Pudding thronte. Der Küchenbulle machte sich mit Messer und Gabel ans Verteilen. Vergeblich. Kein Stück ließ sich absäbeln. „Scheint mächtig hart!" „Habt wohl aus Versehen ’ne Kanonenkugel ge? kocht..." „Js wohl der Fußball, den die gefangenen Tom- mies mitbrachten?" Die ungeduldigen Bemerkungen wurden immet; lauter. „Mensch, woher hast im denn das Mehl zu dem Pudding genommen?" rief schließlich der Austeiler wütend zum Koch hinüber. „Aus dem Wagen Nummer 4!" kam die Antwort. „Na, dann ist der Pudding mit Portland-Zement gemacht worden ..." Der berühmte Gast. Werner Siemens, der berühmte Erfinder, war eines Tages bei einem bekannten Börsen- manne in Berlin zum Essen eingeladen. Bei dieser Gelegenheit sollte er einmal in die Lage kommen, seine elektrischen Kenntnisse auch im gewöhnlichen Leben zu verwerten. Als der erste Gang vorbei war, wandte sich nämlich die Frau seines Gastgebers mit den Worten an ihn: „Ach, Herr Siemens, (Eue sind ja ein so großer Elektriker, wollen Sie bitte mal auf den Klingelknopf drücken?" Das Rückporto und der Zuchteber. Von Peter Barnm. Nachdruck verboten. Die deutsche Sprache ist eine hochmütige und widerspenstige Dame. Sie zu beherrschen ist eine der schwierigsten Aufgaben, die das Leben zu stellen hat. Ein Jahrzehnt voller Sorgfalt kann durch eine einzige Redensart entwertet werden. Eine Redensart ist etwas anderes, als ein fa$on de parier, obgleich im Wörterbuch steht, daß es dasselbe wäre. Fagon de parier besagt soviel wie, daß man etwas so und so sagen könne. Aber ganz ebenso gut kann man es auch anders sagen. Die Redensart dagegen legt einen Sachverhalt unter einem ganz bestimmten Aspekt fest, wobei auf eine geheimnisvolle Weise alle übrigen Aspekte verschwinden. Um wie manchen davon ist es geradezu schade, und es wäre ein Verdienst, hinter den Redensarten das wieder hervorzuziehen, was dahinter steckt. Jedermann kennt den eingefleischten Junggesellen. Obwohl derselbe gemeinhin als hager imagimert wird, verdeckt er uns doch vollständig das Bild der eingefleischten Jungfrau. Es müßte sonderbar sein, wenn da nicht eine List im Spiele wäre, obgleich bei einer eingefleischten Jungfrau weder List noch Spiele in Frage kommen, sondern nur seriöser Ernst, ein Pleonasmus, der es in sich hat. Auch hört man niemals etwas von dem Kater, der um den heißen Brei geht, obgleich doch — ganz unter uns — die, die das heiße Eisen nicht anfassen wollen, weit häufiger Kater als Katzen sind. Der Chronist nämlich möchte nunmehr einen Stoßschrei von sich geben, welcher, wie der geneigte Leser ohne weiteres sieht,- die zwar notwendige, aber bislang noch nicht erfundene Ergänzung des Stoßseufzers ist. Dieser Stoßschrei trifft die bekannte Redensart: „Rückporto erlaube ich mir beizulegen". Kann man sich das erlauben? Wenn mir jemand, den ich gar nicht kenne, einen Brief schreibt, auf den er Antwort haben will, und er erlaubt sich, Rückporto beizulegen, so erlaubt er sich etwas, was ich mir nie erlauben würde. Mit dieser Redensart nämlich sagt er vieles noch einmal. Er sagt zunächst, daß er sein eigenes Schreiben für wichtig halte. Das ist in jedem Falle bare Arroganz. Er sagt ferner, daß er dem Empfänger des Schreibens nicht zutraue, daß er ohne weiteres antworten werde. Das heißt, er bringt eine kränkende Meinung zum Ausdruck gegenüber jemandem, den er gar nicht kennt. Er schickte einem einen Barbetrag von zwölf Pfennigen und läßt einem keine andere Wahl, als eine arrogante und kränkende Anfrage zu beantworten oder eine Unterschlagung von zwölf Pfennigen zu begehen. Und schließlich deutet er mit seinem Rückporto noch die Möglichkeit an, daß man keine zwei Sechser mehr besäße, einen Brief zu frankieren. „Rückporto erlaube ich mir beizulegen" ist also kerne Redensart, sondern eine Redensunart. Der geneigte Leser, der mir bis dahin in allen Punkten recht gegeben hat, wird nunmehr die Frage erheben, was man denn da tun soll. Nun, wenn man schreibfaul ist, dann schreibt man eben nicht und den Umschlag mit dem Rückporto wirft man vor Zeugen in den Papierkorb. Das ist wegen der Gerichtsverhandlung über die Unterschlagung notwendig. Es ist dabei wichtig, daß einem das Wegwerfen des Umschlages keinerlei Vergnügen bereitet. Denn man darf aus den zwölf Pfennigen keine Werte für sich herausschlagen, nicht einmal Gemütswerte, damit der Staatsanwalt die Möglichkeit hat, sich die Unerheblichkeit des Gegenstandes zu rekurrieren. Aus dem gleichen Grunde ist es auch nicht angängig, das Rückporto den Armen zu stiften. Denn dadurch schafft man sich ein moralisches Plus, das den Tatbestand der Unterschlagung, den man ja gerade vermeiden will, erst schafft. Am sichersten ist es, beim Wegwerfen des Rückportos vor Zeugen sich zu ärgern. Das schafft gegen den Rückportobeileger einen Regreßanspruch, der, wenn man von Neurosen ein bißchen etwas versteht, in die Tausende gehen kann. Das ist eine Möglichkeit. Eine andere, daß man den freigemachten Umschlag leer in den Kasten wirit, wobei man sich der alterprobten Redensart „Ich bin so frei" mit Nutzen bedienen kann. Dabei freilich läuft man Gefahr, daß jener, der sich schon einmal erlaubt hat, sich nunmehr erlaubt, einen für einen kompletten Trottel zu halten. Das kann man ihm erlauben. Man erlebt bann zuweilen das Vergnügen, daß man einen zweiten Freiumschlag ins Haus bekommt, und den kann man bann zum Nutzen der Post wiederum leer einwerfen, woraufhin gewöhnlich nichts mehr erfolgt. Sollte hingegen auf einen nichtbeantworteten Brief nach einiger Zeit eine zweite Anfrage kommen, so nimmt man beide Umschläge, tut sie in einen dritten und erlaubt sich die Sendung „eingeschrieben" zurückzusenden. Auf eine dritte Anfrage kOmnst als Antwort nur eine Beleidigungsklage in Frage. Aber das kommt höchstens zwei- oder dreimal im Jahre vor. Endlich hat man noch die Möglichkeit, sich nicht als Person, sondern als Institution zu empfinden. In diesem Falle ist man unkränkbar und legt die Sache zu den Akten. Der Chronist als Institution, nachdem er seinen Stoßschrei ausgestoßen, kommt nunmehr endlich dazu, Dem Leser oas mitzuteilen, was er in dieser Woche aus dem Strom der Zeit für ihn herausgefischt hat. Daß leine Zeile mehr frei ist, um über diesen Fang noch etwas zu sagen, hat nichts auf sich. Die Sache spricht für sich selber. Die „Greifswalder Zeitung" berichtet aus dem Kreise Grimmen: „Der Zuchteber ,Goethe^ oes Bauern Jantzen aus Siemersdorf wurde bei der letzten amtlichen Körung mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Nach Ansicht der Körkommission ist ,Goethe* der beste veredelte Landschweineber im Kreise Grimmen". Kühe und Fahrtenhosen. Endlich lagen mir im Stroh. Es war ein Kuh- stall, in dem wir schlafen wollten. Schön warm war es >hier. Das letzte Stück unseres Marsches hatte uns schwer zu schaffen gemacht. Zuletzt marschierten wir auf einem Deich, und als wir versuchten, nach dem rechts von uns liegenden Dorf hinzu kommen, fanden wir keinen Weg. Es wurde immer dunkler. Mr kletterten über Zäune und Hecken und sprangen über Gräben. Die Dorfhunde wurden von uns aufgesckreckt und heulten in den Abend. Nun lagen wir hier. Ein Dauer gab uns Quartier im Kuhstall. Vorher schüttete er noch Stroh in der Mitte des Stalles auf. Die Kühe glotzten uns von links und rechts an, als wir uns im Schein der Taschenlampe zum Schlafen fertigmachten. Geweckt wurden wir durch klappernde Melkeimer. Anton stand zuerst auf, wie immer. Er begann sich anzuziehen. Weit kam er nicht Damit. Nachdem er ein paarmal alle vorhandenen Leitern, Kisten und Tröge nach irgend etwas ab gesucht hatte, was wir teilnahmslos und verschlafen verfolgten, begann er schimpfend das Stroh zu durchwühlen. „Wo ist bloß meine Hose?" preßte er endlich heraus und meckerte sonst noch verschiedenes; wir sollten besser auf Die Sachen aufpassen und nicht immer alles durcheinanderbringen. Außerdem wäre es für uns jetzt Zeit, auch aufzustehen. Da fiel sein Blick auf Die unschuldig dreinblickenden, schmatzenden Kühe. Er schaute sie lange sinnend an, und sie chn. Wir wurden interessierter. Er ging langsam auf die Kühe zu, die unserer Sachenablage am nächsten standen. „Meine Hose", murmelte er, und beugte sich über Den Futtertrog. Mt einem Male schrie er auf: „Da liegt sie!" Fluchend und noch ganz außer sich holte er eine Harke und fischte feine Hose heraus. Wir brüllten und wälzten uns, als wir sie sahen. Wehmütig sah sich Anton sein Bekleidungsstück an. Endlich standen auch wir auf und suchten unsere Kleidungsstücke zusammen. Mr fehlten immer noch meine Strümpfe. Rosetta fand seine Hosenttäger nicht. Emil vermißte fein Koppel. Wir wurden plötzlich ernst, sahen uns an und machten Front zu den Kühen. Da sah ich meinen Strumpf zwischen ihnen liegen, fast unkennttich, so hatte er die Farbe gewechselt. Mt Harke und Stöcken wühlten wir nach den anderen Dingen. Sie erblickten alle noch einmal das Licht! Aber wie sahen sie aus. Junge, Junge! Jetzt grinste Anton. Am Brunnen versuchten wir, die Sachen wieder sauber zu kriegen. Gutgemeinte Ratschläge gab es nun. Man solle Bekleidungsstücke nie dicht neben Kühe legen, einmal hätten sie eine lange Zunge, zum anderen Langeweile. Wir bekamen alles einigermaßen sauber. Bloß das Lederzeug sah toll aus, so richtig zermahlen und zerkaut. Rosetta riß nachher, als wir wieder unterwegs waren, auch sein „Brustgescbirr", und gleichen verschiedenen Stellen; das kam so plötzlich, daß er die Hose nicht mehr festhalten konnte ünÄ im Hemd auf der Landstraße stand. Kb. Zeitschriften. — Ein junges Mädchen bestieg in Wien einen Dampfer und fuhr dem Schwarzen Meer entgegen« Auf dieser Fahrt erlebte es die „östtiche Donaumelodie", die im JE-He ft der „neuen linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) als interessantes und packendes Landschaftsmotiv erklingt. Allen Reise- luftigen, Die den Melodien der Flüsse lauschen wollen, gibt ein zweiter Aufsatz „Zu Schiff durch Deutschland" praktische Anleitungen. Durch die Luft in eigenem Sportflugzeug zu reifen, ist noch immer ein Luxus, und so mögen als Ersatz die „Luftaufnahmen Berliner Sportklubs" dienen, die der Photograph der „neuen linie" aus dem Flugzeug Heinz Rühmanns von einem Flug über Berlin mitbrachte. — Zu den bleibenden Reiseerlebnissen gehören vor allem die Museumsbesuche in fremden Städten. Die wertvollsten Ankäufe von zwölf bekannten Museen werden in vielen Bildern mit zum Teil farbigen Reproduktionen gezeigt. Die Einweihung der Hermann-Göring-Schule für Malerei in Kronenburg (Eifel) rückt einen Bildbericht von dieser Schule in den Mittelpunkt des -allgemeinen Interesses. Friedrich Luft plaudert über die Kunst im Heim und malt „Pan an die Wand". Mittwoch. b.IllM38 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 155 Drittes Blatt Der Pioniersturm 2/116 hatte sich außerdem willig 1 völkerung fähig ist. Aus der Stadt Gießen ppe. gut (sowohl in Tänzen wie an Ensemblestücken) schlummert auch in den übrigen Straußschen Ope- das Mehl zu dem stich der Austeiler kam die Antwort. Portland-Zement Gestern Nacht bot nicht viel- Hrn- in den Dienst der Sache gestellt und ebenfalls Dor bildlichen Ueüerwachungsdienst geleistet. herigen Hebungen kaum erwartet werden durfte. Um so erfreulicher ist es, daß die Bevölkerung in Stadt und Land außerordentliche Disziplin bewies und erkennen ließ, daß sie den Forderungen des zivilen Luftschutzes alles Verständnis entgegenbringt und kein Opfer scheut, um den Erfolg der Aktion zu sichern. abend und in der vergangenen ganzen unsere Stadt und die ganze umgebende ein nicht alltägliches Bild. Gießen und So wie durch die Polizei in der Stadt, so wurde auch auf dem Lande die Verdunkelung von allen zuständigen Stellen beobachtet. Untadelig auch die Dorfbevölkerung. Für die Heberprüfung der Hebung im Kreisgebiet waren in Kraftwagen einige Herren des Kreisamtes und der Gendarmerie unterwegs. Heber Watzenborn- Steinberg, Garbenteich, Lich und Hungen führte die Fahrt nach Grünberg und von dort aus dann nach Gießen zurück. Auch im Kreisgebiet war das Ergebnis der Hebung vollaufzufriedenstellend. Die dörfliche Bevölkerung bewies alles Verständnis und nur durch irgendein Versehen konnte es geschehen, daß vielleicht irgendwo Licht brannte, das nicht abgeschirmt war. Ueberall auf dem Lande hatte sich die SA. zur Verfügung gestellt und sorgte für die Absperrung an den Ortsein- und -ausgängen. Zum Teil war auch die Feuerwehr herangezogen worden. In verschiedenen Orten wurden von den Vertretern des Kreisamtes mit den Bürgermeistern Rundgänge unternommen. Eine weitere Fahrt in den Kreis unternahmen mehrere Amtsträger der Kreisgruppe des Reichs- luftschutzbundes, die über Klein-Linden, Heuchelheim, Wiefeck, Lollar, Staufenberg, Allendorf, Beuern fuhren und über Großen-Buseck zurückkehrten. Hier hörte man vor allem großes Lob über die Verdunkelung des Werkes bei Mainzlar, während im Hebrigen auch der Bevölkerung in den Orten des nördlichen und östlichen Kreises das beste Zeugnis ausgestellt werden konnte. nähern, um so mehr verwischen sich die Stilgrenzen. Bei Komponisten wie Robert Stolz und Nico D o st a l kann man immerhin noch von einem wienerischen Einschlag reden. Machwerke schnellfertiger Konjunkturisten haben die klassische Wiener Operette eine Zeitlang in Schatten gestellt. Ist es nicht bezeichnend, daß sie gerade im neuen Deutschland eine Wiederauferstehung erlebt, daß Supp6, Millöcker und die anderen wieder mit ihren Meisterwerken in den Spielplänen unserer Theater erscheinen? Hoffen wir, daß das Wiener Beispiel auch -für die Operette der Zukunft maßgebend wird, daß sie sich bodenständig und aus den musikalischen Kräften des Volkstums entwickele. Landschaft in Finsternis. Die Derdunkelungsübung erfaßte diesmal nur den Stadtbezirk und den Kreis Gießen, > Valenilu-Anekdoien. Don Dr. H. A. Berger. Der Münchner Komiker Karl Valentin ist mit feiner Frau und PartnerinMsl K a r st a d t draußen vor München im Zoologischen und sieht sich gerade die herrlich bunten Schmetterlinge an. Zn der Beschreibung dieser Schmetterlinge hat er gelesen, daß einer dieser Schmetterlinge nur einen Tag lang lebt, was seine Begleiterin, die^Lisl, sehr bedauert, indem sie bemerkt, da möchte sie doch lieber kein Schmetterling fein, trotz all der schönen Farben. „I möcht schon!" meint darauf Valentin, „nacha hätt' i mein ganz Leben lang Geburtstag!" * Einmal kommt Valentin zu spät ins Atelier zum Filmen. „Sei mir net bös", spricht er zum Regisseur, „i hab net weg'konnt, der Hgns Moser hat mir am Telephon angerufen, und dös hat a halbe Stund dauert!" „So, der Moser wieder? Was hat er denn gewollt?" „Za, geh", meint Valentin. „Gered't hat der Moser dö ganze Zeit, aber was er nacha g'wollt hat, dös hat er net g’fagt!" Vom Regisseur eines sehr mittelmäßigen Spielfilms wurde Valentin eines Tages gefragt, wie ihm der Film gefallen habe. „Na, alsdann, er hätt' schlechter sein können." Empört setzte sich der Regisseur in Positur: „Wie können Sie so etwas sagen?" „Gut", sagte Valentin und verzog keine Miene. „Dann sag i: er hätt nicht schlechter sein können!" Valentin fühlt sich unpäßlich und sucht einen Arzt auf. „Na, wo fehlt's Zhnen denn?" „Mei Magen tut mir weh, a g'schwollene Leber hab i, die Füaß woll'n a net so recht, dö Kopfschmerzen reißen allweil nimmer ab, un wann i nun mir reden soll, Herr Doktor, nacha fihl i mi selbst aa net ganz wohl!" Valentin hatte in seiner Gutmütigkeit einem befreundeten Schauspieler eine Summe Geldes geliehen, um ihm aus einer Verlegenheit zu helfen. Aber der rührte sich nicht, es zurückzuzablen Nach mehreren Zähren begegnete Valentin zufällig feinem Schuldner, der den freudig Heberraschten spielte: „Karl, wie lange haben wir uns eigentlich nicht gesehen?" / Valentin zog die Stirn kraus: „Mit Zinsen müssen dös akkurat vierhundertund- achtzig Markln fanl" Die Hebung in ihrer Gesamtheit ließ erkennen, welch einer großartigen und einheitlichen Leistung der Disziplin unsere Be- N. Gießen) teilzunehmen haben. Es ist um 8.10 Uhr an der neuen Pestalozzischule (an der Eisbahn) anzutreten. Betr.: Organisationsmeldungen: Bis zum 7. Zuli 1938 haben die Führer der Gefolgschaften und Führer der Sondereinheiten Meldung zu erstatten, wieviel Zgg. in den Einheiten Parteimitglieder, wieviel Parteianwärter und wieviel Nichtparteigenossen sind. Betr.: Hessen-Nassau-Fahrt 1 938: Die Vorbereitungen für die Hessen-Nassau-Fahrt 1938 (Sonderzug Kreis Gießen) werden am 5. Zuli 1938 abgeschlossen. Bis dahin müssen für alle Teilnehmer die Teilnehmerbeträge abgerechnet sein. Keine Gerichtsgebühren bei HZ.-Heimen. Lpd. Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat die Amtsgerichte ermächtigt, die Gerichtsgebühren, die den Gemeinden aus Anlaß des Erwerbs von Grundstücken zur Errichtung von Heimen für die Hitler- Jugend zur Last fallen, insoweit zu erlassen oder zu erstatten, als sie im Falle der gesetzlichen Gebührenfreiheit außer Ansatz bleiben würden. Die Maßnahme ist von der Versicherung der Gemeinde abhängig, daß das Grundstück ausschließlich zur Errichtung eines HJ.-Heimes verwendet wird, Dornoiizen Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Ballade. Die Prinzessin kehrt heim". er Westfront. Die urückgezogen mar« !ssen wurde ausding. Erwartungs- ifenholer vor dem ■onte. Der Küchen- h Gabel ans Der- 5 sich absäbeln. Kanonenkugel ge- ! gefangenen Tomen mürben irnntei; Sommerfenen! Nun beginnen bald die großen Ferien. Nun können Kinder und Lehrer für einige Wochen ausspannen. Jeder Dienst ist vorbei. Schulmappen und Ranzen wandern in die Ecke. Das Wort Ferien wird groß geschrieben, es ist ein Wort mit Inhalt für unsere Jugend, aber auch für die Erwachsenen. Die große Pause des Jahres liegt nun vor unfern Kindern, die Tage der Erholung fangen an. Frei und ungebunden dürfen sie ihre Zeit genießen. „Erst einmal richtig ausschlafen!" denken viele. Aber diesen Wunsch hört man mehr von Erwachsenen. Kinder sind immer Frühaufsteher. Hnd das ist auch gut so. Der Sommermorgen ist ja am schönsten. Ihn können sie jetzt voll genießen. Wie oft haben sie in den letzten Wochen mit Sehnsucht nach den weißen Wölkchen am Himmel geschaut und geseufzt! Ach, wer doch da mitreifen könnte! Nun liegt der herrliche Sommermorgen vor ihnen. Sie sind Herr über ihre Zeit. Sie können all das genießen, was ihnen der Alltag nur teilweise gab. Der eine kann Sport treiben, so viel er will, ein andrer wieder, die Leseratte, kann sich mit einem Buch in den Schatten des Waldes setzen, ein dritter kann wandern, ein vierter reist an die See, und wieder andere ersteigen die Berge. Jeder muß seinem inneren Drange und seinem Geldbeutel folgen. Die meisten werden wohl hinauswandern wollen in die weite Welt. Da gibt es — besonders bei ängstlichen Müttern — gar oft bekümmerte Gesichter, und manche Befürchtung wird laut. Wenn man 1 bei allem, was man unternimmt, fragen wollte: Komponisten begannen, mit der Oper zu liebäugeln oder ergaben sich einem Revuestil, und statt des Wiener Gemüts machte sich kitschige Sentimentalität breit. Trotzdem hielten einige Musiker die Wiener Hefrerlieferung aufrecht, und sei es auch nur in Einzelheiten. Zu ihnen zählt vor allem Franz Lehar, der zwar dem Tanz guf der Bühne Tür und Tor öffnete und andererseits „tragische" Stoffe bevorzugte, aber an Werken wie „Die lustige Witwe" (1905) und „Der Graf von Luxemburg" ein reiches Können offenbarte. Zeigt seine Musik gelegentlich slawische Einschläge, so schenkte uns der vorübergehend in Wien wirkende Böhme Oskar Nedbal — auch er sonst ein „ernster" Komponist wie Heuberger — mit feinem „Pol en blut" (1913) eines der besten neueren Werke. Je mehr wir uns der Gegenwart mehr in weitem Raum und in einem großen kreis die ganze Landschaft. So kam es also, daß man von erhöhten Standpunkten aus und selbst Landschaft .... „ , feine Umgebung lagen auf weite Entfernungen in tiefer und fast vollkommener Dunkelheit. Die Verdunkelungsübung, die für den gestrigen Abend angefetzt war, gestaltete sich zu einem vollen Erfolg, her in diesem Ausmaß und nach den wenigen bis- ltn Gefecht". 62, WM M, 86, H5 (12). !Mo folgt 2. M Wg6+! (6in l,r? für die weiße ;r 2.....Kg7-f8. t) 3. DfH6+; Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude". Omnibusfahrt zum Rennen „Rund um Schotten". Zu der obenftehenden Fahrt, die wir am Sonntag, dem 10. Juli 1938, durchführen, sind noch einige Karten frei. Der Teilnehmerpreis einschließlich Eintritt zum Rennen beträgt 3,20 RM. Abfahrt: 7.20 Uhr in Gießen am Haus der Deutschen Arbeitsfront. 4548D Bootstaufe und Sommerfest bei der GRG. Arn vergangenen Sonntag veranstaltete die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 im unteren Bootshaus ein Sommerfest. Verbunden war damit die Taufe zweier Boote. Pünktlich gingen unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Fahnen an den Masten hoch. Es hatten sich zahlreiche Mitglieder und Gäste eingefunden. Ruderer und Ruderinnen in schmuckem Dreß waren bei den Booten angetreten. Der Vereinsführer Artur Scharmann hielt die Taufrede und führte u. a. folgendes aus: „Die Der- einsleitung hat Sie heute zu einer feierlichen Handlung hierher gerufen. Gilt es doch, dem Bootspark der Gesellschaft zwei neue Boote zuzuführen. Bootstaufe! Ein in den letzten Jahren seltenes Wort. Vier Jahre sind es her, daß der Oberbürgermeister unserer Stadt an dieser Stelle drei schnittige Rennboote taufte. Kampferprobte, sehnige Ruderer umsäumten die Boote. Waren wir doch damals Verbandszelle und damit in der engeren Vorbereitung für die olympischen Spiele 1936. Heute bietet sich aber ein ganz anderes Bild: nur wenige erfahrene Ruderer stehen den Vereinen zur Verfügung, teils genügen sie ihrer Dienstpflicht, teils ihrer Arbeitsdienstpflicht. Der deutsche Rudersport steht vor einer dankbaren Aufgabe. Diese Aufgabe besteht darin, sich der Jugend anzunehmen und sie dem schönen Rudersport zuzuführen. Aus diesem Grunde hat die Vereinsführung ein Schulboot in den Dienst gestellt, damit die Jugend Freude am Rudersport gewinnt und andererseits ihren Körper stählt, damit er den baro n" nähert sich, ungarisch gekleidet, mit Glück I Gesicht wunde international. Tänze und Weisen dem Bereich der komischen Oper. Kostbarstes Musik- fremder Länder verdrängten die Wiener Art. Die ___£ Zit -Lf rrx .. — rc™ t, r „ JU-,-; 1 ßnwnnmfUn hon/innsn mit hör Plnnr 111 Ti(111 nein ib Kt Sr.afen > fö e'St rW iS* iolüeVHr 2q5' Lc8, Sd7 Spinnt 7' !41 • • •» SMs b nut (Eroberung retten. Seine Meisteroperetten sind nie wieder erreichte Beispiele adeliger Unterhaltungsmusik, die, ohne sentimental zu werden, Kunst und Volkstum, österreichisches Vaterland, und große Welt zugleich in sich begreift. Es mag unseren Dirigenten aus der Seele gesprochen sein, was Generalmusikdirektor Karl Böhm gesagt hat: „Für mich bedeutet die „Fledermaus" eine Einmaligkeit und ein Heiligtum wie der „Figaro" und der „Tristan"." Ein waschechter Wiener wie Johann Srauß, wenngleich musikalisch aus. etwas gröberem Holze geschnitzt als dieser, war auch Millöcker, der gleich Suppe als Op.erettenkapellmeister wirkte. Sein „B e t t e l st u d e n t" (1882) ist neben Suppes „Boccaccio" und Straußens „Fledermaus" ein Spitzenwerk der Gattung. Zum Textbuch dieses Werkes kam sein Schöpfer durch eine List. Es war nämlich zusammen mit „Eine Nacht in Venedig" zunächst Strauß unterbreitet worden, der sich für das zweite Werk entschied. Millöcker aber sah, daß der Text des „Bettelstudenten" wertvoller war. Er wußte aber auch, daß Strauß das Buch ihm vor der Nase wegschnappen würde, wenn er, der Rivale, sich dafür erklärte. Sv bekannte er, daß seine Wahl auf „Eine Nacht in Venedig" gefallen sei, worauf Strauß natürlich seinen ursprünglichen Vorsatz aufgab und sich nun seinerseits für dieses Werk erklärte. Der „Bettelstudent" errang, wie man weiß, einen Welterfolg. Polnische Grandezza, sächsischer Humor, ein wenig Liebe, ein wenig Schurkerei und hohe Politik finden sich in der Charakteroperette zusammen und geben der Musik Gelegenheit, sich frei zu entfalten: einer Musik, in deren Walzern, Märschen und Ensemblesätzen, melodisch wie rhythmisch, echtes Oesterreichertum schwingt. Diesen drei Klassikern der Operette wären als kleinere Wiener Talente etwa noch Karl Zeller und Richard Heuberger anzureihen. Zeller, der eigentlich kein künftiger" war, sondern es bis zum Hofrat im k. u. k. Unterrichtsministerium brachte, schrieb in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts u. a. den „Vogelhändler" und den „ D b e r ft e i g e r ", zwei Operetten, die durch ihre kernige, schlicht-volkstümliche Musik einnehmen. Heuberger, ein vielseitig gebildeter „ernster" Musiker, schenkte uns 1898 den „ O p e r n b a 11", ein Werk, das Straußens. „Fledermaus" nicht ohne Glück nacheifert und durch seine feingeformte, einfallsreiche und beschwingte Musik nach heute Kenner wie Laien entzückt. Um die Jahrhundertwende begann die Wiener Operette an Bodenständigkeit zu verlieren. Ihr Die Verdunkelungsübung ein voller Erfolg Vollkommene Disziplin in Stadt und Land. Wiener Operette. Von Dr. Erwin Kroll. Oesterreichs Anteil an dem Bestand der deutschen Musik ist gewaltig groß. In Wien reiften Oper und Sinfonie. Gluck, Haydn, Mozart und Beethoven waren die Meister, die ihnen die gültige Form geben. Brahms und Bruckner mehrten, jener an Beethoven, dieser an Wagner an knüpfend, das sinfonische Erbe. Schubert schuf das deutsche Kunstlied, Hugo Wolf erweiterte dessen Ausdrucksbereich. Die Musikerfamilie Strauß verhalf dem Wiener Walzer zur Weltherrschaft, und dieser Walzer ist es gewesen, der die Wiener Operette unsterblich gemacht hat. Im musikalischen Wien hatten Singspiel und Posse von jeher eine wichtige Rolle gespielt. Dafür zeugen Raimund und N e st r o y. Der Letzte war es, der 1858 als Theaterleiter die aus dem Vaudeville entstandene, sattrische Pariser Operette in die Donaustadt verpflanzte. Hier machte sie eine so gründliche Wandlung ins Gemütvolle, heiter Beschwingte durch, daß ein völlig Neues entstand: jene Wiener Operette, die den ganzen Zauber der österreichischen Landschaft und ihrer Menschen atmet und deren Hauptmeister Suppe, Johann Strauß und Millöcker sind. Franz von Suppe, dem Sohn einer Wienerin und Kapellmeister an kleineren Wiener Theatern, gebührt das Verdienst, die französische Operette wienerisch umgefärbt zu haben. Seine Marschlieder und Walzer, seine kunstvoll gebauten Ensemblesätze zeigen einen Vollblutmusiker, bei dem wienerische Anmut mit romantischem Feuer zusammentrifft. Er weiß nicht nur durch feine schwingten Melodien zu fesseln, er überrascht auch durch harmonische Feinheiten und durch eine gewählte, abwechslungsreiche Instrumentation, und mehr als das: er hat den sicheren Bühnenblick des Prakttkers. Werke wie „Die schöne Galathee" und „Boccaccio" (1879) be- ftätigen das noch heute. Suppes Erfolge und das Zureden feiner Freunde mögen Johann Strauß, den größeren Sohn des großen Vaters, auf den Weg der Operette gebracht haben. Er, nach einem Ausspruch Wagners, der „musikalischste Schädel seines Jahrhunderts", errang dem Wiener Walzer Weltgeltung. Er führte ihn vom Biedermeier zur Hochromanttk, er formte ihn in den melodischen Bögen, den Abgrenzungen und Gegensätzen der einzelnen Nummern sozusagen sinfoniscy. Er verschwendete auch für die Operette fein ganzes Musikgenie. So ist die „Fledermaus" (1874) ein einziges hohes Lied schäumender, österreichischer Lebensfreude, und der „Z i g e u n e r- „Wird auch nichts passieren?", dann käme man nicht weiter. Man darf den Wandertrieb der Kinder nicht unterdrücken. Sie sollen hinaus, sie sollen ihr Vaterland kennenlernen. Ob sie nun in Gesellschaft reifen — wie es ja meistens der Fall ist — oder ob sie einzeln oder zu zweien mit dem Rad losfahren, das ist ganz nebensächlich. Die Jugend will nicht immer geführt werden, sie will einmal selbständig handeln. Keine Zeit ist dafür geeigneter als die der Sommerferien. Nun können sie zeigen, was sie seither in Kartenlesen, in Sport und Spiel geübt, haben. Gar manches kommt anders, als sie sichs vorgestellt haben. Aber das ist kein Schaden. „Wenn jemand eine Reise tut, kann er was erzählen." Wer einmal die Poesie des Wanderns genossen hat, wer einmal in froher Gesellschaft mitwandern und mitsingen durfte, der wird niemals fragen: „Kann da auch nichts passieren?", sondern der wird mit frohem Herzen seinen Kindern zureden, daß sie hinausziehen in die Welt. Hnd sie werden zurückkehren mit braungebrannten Wangen und leuchtenden Augen. Sie werden Erholung finden und mit neuen Kräften und neuem Mut an ihre Schulaufgaben Herangehen. H. Hitler-Jugend Bann 116 Betr.: Führertagung am Mittwoch, dem 6. Juli 1938. Am kommenden Mittwoch, dem 6. Juli 1938, findet im Anschluß an die Besichtigung der bannbesten Gefolgschaft durch den Gebietsführer eine Führertagung mit dem Gebietsführer statt, an der alle Stammführer, Gefolgschaftsführer und Führer der Sondereinheiten des Bgnnes 116 (Kreis Kiplings Oschungelbuch im Hilm. Alexander Korda, der im vorigen Jahre die Geschichte von „Toomai of the Elephants" aus Rudyard Kiplings berühmtem Dschungelbuch verfilmt hat, hat jetzt die Filmrechte der „Mowgli- Geschichten erworben. Sabu, der junge Hindu schauspieler, der in einem Elefantenstall in Mysore entdeckt und für die Rolle des Toomai ausersehen wurde, wird auch der Mowgli des nächsten Kipling- Films sein. Die Tiere, hie eine so große Rolle im Dschungel spielen, sollen so sprechen, wie sie es im Buche tun, und es macht nun einige Schwierigkeiten, passende Stimmen für den schwarzen Panther, den Tiger, die Riesenschlange und das Affenvolk zu finden, die alle ihre charakteristischen Eigenschaften und ihre besonderen Ansichten haben. Aber man will die Welt Kiplings so getreu wie möglich wiedergeben. rtbnj!‘ pichen Flusse laUN ^ch , Lu SM gu!t ■ <» rtss K'SS n bei aller Anstrengung der Augen, kaum ein Lichtlein sah und von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum eine Helligkeit als die des letzten Widerscheines der Sonne am abendlichen Westhim- mel und dann später den milden Glanz des Mondes, der aber auch teilweise Verdunkelung durchgeführt hatte. Erstens hatte der Mond — wenn auch nicht gerade aus Anlaß der Verdunkelungsübung — nur die halbe Fläche hell, zweitens versteckte er sich von Zeit zu Zeit hinter Wolken und trug so auch sein Teil zum Gelingen der Hebung bei. Was an spärlichen Spuren Lichtes in der Landschaft zu sehen war, das ging von den Strecken der Reichsbahn aus, die aus Gründen der Betriebssicherheit die völlige Verdunkelung auf den Strecken nicht durchführen konnte, oder von den Kraftwagen, die stark abgeblendet auf den Landstraßen dahinfuhren, deren schwacher Scheinwerferschimmer aber infolge der klaren Lust in der vergangenen Nacht doch manchmal zu sehen war. Schließlich blinkten noch die Richtungsweiser für die Perkehrsfliegerei. Das war aber auch alles, was an Lichtspuren zu bemerken war. Die Landschaft lag wie in urweltlicher Dunkelheit. Am Himmel blinkten die Sterne. Der Regen hatte aufgehört, und die Luft war so klar, daß man trotz der Dunkelheit sehr weit sehen konnte. Aber nicht nur Dunkelheit, sondern auch tiefe Stille lag über dem Land. Mit her Polizei unterwegs. Wir hatten — gemäß unserer chronistischen Pflicht — Gelegenheit genommen, auf einer Rundfahrt im Wagen der Polizei, uns im einzelnen von den getroffenen Maßnahmen der Verdunkelung zu Überzeugen. Auf einer Fahrt durch viele Straßen der Stadt bot sich Überall das gleiche Bild der vollkommenen Verdunkelung, die, wenn auch nichts Unheimliches, so doch fast etwas Mystisches an sich hatte. Die Häuserblöcke standen schwarz und drohend vor dem hellen Himmel. Die Straßen waren zum weitaus größten Teil völlig menschenleer, denn der anhaltende Retzen bei Einbruch der Dunkelheit ließ den Aufenthalt nicht geraten erscheinen, andererseits gehört es ja auch zur Verdunkelungsübung, daß niemand ohne Notwendigkeit auf der Straße war. So wurden auch von dieser Seite her die Anweisungen, die gegeben worden waren, befolgt. Lediglich einige junge Leute glaubten, daß im Seltersweg Betrieb sein müßte. Die wenigen Kraftfahrzeuge, die sich auf der Straße zeigten, hatten überaus sorgfältig abgeblendet und fuhren vorsichtig. Außerdem sah man noch einige Radfahrer unterwegs — zweifellos Volksgenossen, die von der Arbeitsstätte heimkehrten. Gaststätten, Industrie und Kliniken vorbildlich. Während der Fahrt wurde von der Polizei selbstverständlich auch eine Ueberprüfung der Verdanke- lungseinrichtungen oorgenommen, wie sie in den größeren Gaststätten getroffen worden sind. Auch hier war das Ergebnis: vorbildlich Verdunkelung! Obwohl in den Jnnenräumen sämtliche Lampen brannten, fiel kein Lichtstrahl ins Freie. Sehr eindrucksvoll gestaltete sich die Besichtigung des Bahnhofes. Während auf den Strecken einige Lampen brennen mußten, um den Verkehr nicht zu gefährden, war im Bahnhof selbst und auf den Bahnsteigen die Verdunkelung in sehr befriedigender Weise durchgeführt. Vor den Schaltern herrschte spärliches Licht, in der Halle selbst ein eigenartiges Halbdunkel, das durch die blauen oder die dunkelblau verhüllten Lampen fast etwas Gespenstisches an sich hatte. Die Menschen gingen im Licht wie Schemen ab und zu. Auch einige Jndustriewerke, die auch während der Nacht im Betrieb sind, wurden besichtigt, und auch dort konnte die Feststellung gemacht werden, daß man sich aller Verantwortungen bewußt ist. In den Wohngebieten sah man überall die Luftschutz-Hauswarte und die Blockwarte vor ihren Häusern, in den Türen und Toreingängen, die ein wachsames Auge darauf hatten, daß nicht gerade „ihr" Haus irgendwie unangenehm auffiel. Im Kliniksviertel waren die langen Fensterfluchten ebenfalls vollständig verdunkelt, so daß auch hier nicht der geringste Grund für eine Erinnerung gewesen wäre. Für die Absperrung der Zufahrtsstraßen und Ueberprüfung der Fahrzeuge auf ihre Abblendungen hielt die Polizei die Hauptausfallsstraßen besetzt. rttchmte Erfinder, betmten Börsen- igelaten. Bei dieser die Lage kommen, ch im gewöhnlichen erste Gang vorbei Frau seines Gast« i: „Ach, Herr Sie« r Elektriker, wollen op^ drücken?"__ ckHsischte seine wÄzten uns, a s ch Anton fein Be- t auch wir auf und Hammen. M fehl' . Rosetta fand feg te sein Koppel. M ns an und mW ch meinen Stnnnpl .Mich, st hatte er Ae und Stocken ? Dingen. Sre er- ht! Aber vne sahen ^nlte Anton. Am Ä Ler sauber S qab es nun. e dicht neben Ä lange Me, M naßen!^^Wn esthalten ^Kb. tand. Kuliurschau „Singendes Oberhessen". Eine interessante geschichtliche Schau für das Gausängerfest. Anforderungen des Alltags gewachsen ist. Möge das Schulboot jederzeit feiner Aufgabe gewachsen fein, wenn recht viele junge Deutsche sich unserem Sport zuwenden." 'Hierauf nahm Frl. Kimmel die Taufe vor: Der Einer wurde zu Ehren unseres verstorbenen Ehrenmitgliedes auf den Namen „Karl Kräiling" und der Schulzweier auf den Namen „D e u t s ch e Jugend" getauft. Mit dem Gedenken an den Führer und den Liedern der Nation fand die Feier ihren Abschluß. Nun kamen die Jüngsten zu ihrem Recht. Während die einen Wurst schnappten, vergnügten sich die anderen beim Kasperle. Für Erwachsene sorgte eine Schießbude für Unterhaltung. Am Abend vereinte flotte Tanzmusik die zahlreichen Mitglieder im Saale des unteren Bootshauses. Zu gleicher Zeit tagten nachmittags die Vereinsführer der Rudervereine an der Lahn unter Vorsitz des Gaufachwartes für Rudern, Kamerad Willy D e ck a r t aus Kassel. Man sollte sich schlüssig werden, ob der im Jahre 1907 in Weilburg gegründete Lahnregattaverband aufgelöst werden sollte oder ob er in anderer Form unter Aufgabe der an der Lahn bestehenden örtlichen Regattavereine neu erstehen sollte. Man war der Meinung, daß an die Stelle des seitherigen ein neuer Lahnregattaverein erstehen sollte. Mit den Vorarbeiten bis zur endgültigen Regelung wurde der seitherige Arbeitsausschuß unter Leitung von Kamerad Deckart betraut. ♦ ** Dienstjubiläum bei Rinn & Cloos. Dieser Tage konnten wieder drei Angestellte der Firma Rinn & Cloos AG., Albert Hartmann, Gustav Horeyseck und Adolf R i n n ihr 25jäh- riges Dienstjubiläum feiern. Aus diesem Anlaß wurden in einer Feierstunde die Jubilare von dem Betriebsführer L. Rinn und im Namen der Gefolgschaft von L. Sack auf das herzlichste beglückwünscht. Außerdem erhielten die Jubllare wertvolle Geschenke. Der kurze Appell zeigte erneut eine schöne Betriebsverbundenheit. ** Silberne Hochzeit. Am heutigen Mitt- woch feiern die Eheleute Fritz Fuhr und Frau Marie, geb. Meyer, das Fest der silbernen Hochzeit. Wir gratulieren! ** Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen macht in einer Bekanntmachung darauf aufmerksam, daß bis zum 10. Juli die Beiträge für Monat Mai noch ohne Kosten bezahlt werden können. ** Kaninchen-Zuchtverein Gießen auf Besichtigungsfahrt. In Frankfurt am Main-Rödelheim traf sich am Sonntag der Kanin- chen-Zuchtverein Gießen mit dem dortigen gleichen Verein. Die Zusammenkunft geschah im Sinne der Förderung der Kaninchenzucht. In vollbesetztem Omnibus traf der Gießener Verein nach der Fahrt über die Reichstautobahn in Rödelheim ein und wurde dort kameradschaftlich empfangen. Bei züchterischem Gedankenaustausch und bei der Besichtigung der mustergültigen Zuchtplatzanlagen mußte mit Genugtuung eine starke Förderung der Kaninchenzucht nach den Bestrebungen der Reichsfachgruppe festgestellt werden. Die tatkräftige Mitarbeit am Vierjahresplan läßt sich insbesondere dadurch erkennen, daß die Wirtschaftsrassen im Verein Rödelheim besonders ihren Platz behaupten. Der Verein kann durch die günstige Lage seines Zuchtplatzes jährlich mehr als 3000 Kaninchen verpflegen und mehr als 1000 Jungtiere aufziehen. Die jährliche Fleischproduktion beläuft sich dort auf etwa 3 bis 4 Tonnen und der Gewinn von etwa 1000 Fellen gibt der Rauchwarenindustrie wertvolles Material an die Hand. ** Vermehrte Kachelofen Verwendung. Der preußische FinanMinister hat in einem Erlaß bestimmt, daß gerade die mit öffentlichen Mitteln arbeitenden Bauträger in viel höherem Maße als bisher eisensparende Kachelöfen und Herde zur Verwendung bringen sollen. Die zahlreichen Bestellungen der Großverbraucher an Oefen und Herden mit hohem Eisenaufwand hätten zu Lieferungsschwierig- teiten geführt. (Lpd.) Es gab eine Zeit, in der der Liberalismus das Gefühl der Achtung und der Ehrfurcht vor dem Ueberfommen im deutschen Volke ausgetilgt hatte. Eine Zerstörungswut, maßlos in ihren Auswirkungen, hatte die meisten Menschen erfaßt, und unersetzliche Werte wurden vernichtet. Es war die Zeit, in der altes, wertvolles Zinn- und Porzellangeschirr, die Freude und der Stolz unserer Groß- etiern, verschleudert wurde, es war die Zeit, in der Spinnräder und kostbare Einrichtungs- und Erinnerungsgegenstände gut genug waren, um als Brennmaterial verwandt zu werden, es war die Zeit, in der alte aufschlußreiche Aktenstücke achtlos zerrissen wurden. Die Brücken zur Vergangenheit wurden damit abgebrochen, die in ihrer Form und Erscheinung jeder völkischen Grundlage entbehrende „Gegenwartskultur" feierte Triumphe. Die nationale Erhebung hat diesem Vernichtungswillen ein Ende bereitet Der Nationalsozialismus hat -dem deutschen Volke wieder ein starkes Traditionsbewußtsein geschenkt und es veranlaßt, die Geschichte der Vergangenheit mit besonderer Liede und Begeisterung zu pflegen und das Ererbte zu erhalten und treu zu bewahren. > Schon kurz nach erfolgter Machtergreifung wurden die Gesangvereine des Gaues XII des Deutschen Sängerbundes auf die Notwendigkeit der E r - Haltung von Erinnerungsstücken an ihre Vereinsgeschichte hin gewiesen und die Schaffung eines Vereinsarchivs angeregt. In vielen Vereinen fand der Gedanke der Gründung eines Archivs begeisterten Widerhall, und mit Eifer ging man daran, sämtliche Aktenstücke, Noten, Pro- gramme, Photographien und Preise, alles, was mit der Vereinsgeschlchte irgendwie in Verbindung stand, zu sammeln. Mancher Erinnerungsgegen» stand wurde auf diese Weise ausgestöbert, manches Archiv konnte dadurch aufgebaut werden und bietet heute eine fast lückenlose Vereinsaefchichte. Manche Vereine jedoch mußten sich mit der bedauerlichen Feststellung begnügen, daß sich aus der langjährigen Vereinsgeschichte nichts mehr erhalten hafte, daß alles vernichtet oder verlorengegangen war. Sinn und Zweck der Ausstellung „Singendes Oberhessen", die am Samstag eröffnet wird, ist nun, alle an die mehr als 100 Jahre alte Sänaer- bewegung erinnernden Gegenstände in einer Kultur- schau zu vereinigen. Sie will weiter aller derjenigen Persönlichkeiten, die im Dienste des deutschen Liedes als Sängerführer oder als Dirigent die Erfüllung ihrer Lebensaufgabe erblickten, gedenken. Sie sieht weiter ihre Aufgabe darin, die vielen ober- hessischen Chorkomponisten,, die durch ihr Schaffen das oberhessische Sanges- leben befruchteten, in einer besonderen Schau zu würdigen. Mit großer Freude und (Genugtuung kann heute schon betont werden, daß sehr viele Vereine dem Aufruf zur Beteiligung an der Ausstellung nachgekommen sind und Material zur Verfügung ge- stellt haben. Wenn auch Nicht alle Gegenstände reffr los erfaßt werden, so wird die Ausstellung doch in ihrem Aufbau jedem Besucher ein eindringliches Bild von der kulturellen Bedeutung der oberhessischen Sängerbewegung vermitteln. Zoologen-Kongreß in Gießen. Tagung der Kapital- und Kleinrentner-Mer. Zweiter Arbeitstag. Im Restaurant „Hindenburg" fand am Dienstag eine Tagung der Bundesgruppenführer des Reichsbundes der deutschen Kapital- und Kleinrentner statt. Der Bundesgebietsleiter Oberst v. Waldeyer (Kassel) begrüßte die Teilnehmer. Bundesführer Or. Sollarm, Berlin, ging bann auf die Ziele und Aufgaben des Bundes ein 'unb führte u. a. aus, daß, wie die DAF. und der Reichsnährstand und andere große Zusammenschlüsse den Sinn haben, Mittler zwischen den in ihnen zusammengeschlossenen Volksgenossen und der Staatsführung zu sein und die Aufgabe haben, im nationalsozialistischen Sinne Möglichkeiten zu suchen, wie im Rahmen der gesamten wirtschaftlichen, kul- turelleb und staatlichen Aufgaben die Lebenslage dieser Volksgenossen zu einem höheren Lebensstandard verbessert werden kann, so ift dies auch die Aufgabe des Reichsbundes der deutschen Kapital- und Kleinrentner. So ist es der Zweck des Reichsbundes, allen Mitgliedern im Rahmen der gesetzlichen ober sonstigen Möglichkeiten alle die Leistungen zu verschaffen, auf bie die Rentner Anspruch erheben können. Der jetzt mehr als 100 000 Mitglieder umfassende Reichsbund ist der staatlich und parteiamtlich anerkannte Zusammenschluß der ehemaligen Kapitgl- und Kleinrentner. Der Bund hat sich erfolgreich fördernd an der Kleinrentner-^Gesetzgebung beteiligt, dadurch, daß er ihre einzelnen Schwächen und Nöte aufgezeigt und dem Gesetzgeber wertvolle Hinweise gegeben hat. Das war aber nicht die einzige Tätigkeit, denn der Reichsbund soll auch ein lebendiger Organismus fein, in dem der Gedanke der Selbsthilfe eine maßgebliche Rolle spielen muß. Die Kleinrentner müßten versuchen, aus sich heraus den Kampf um ihre Lebensrechte aufzunehmen. Wer über vergangene Zeiten trauert und klagt, fei nicht in der Lage, Neues zu schaffen. Aus diesem Grunde wurde eine Umorganisation vorgenommen, durch die wesentliche Ersparnisse erzielt wurden. Aus die- sen Mitteln wurde das Erholungswerk ins Leben gerufen. Die erste Tat dieser Selbsthilfe-Aktion war die Schaffung des ersten Rentner-Erholungsheimes in Krummhübel zu Füßen der Schneekoppe im Riesengebirge, in dem fünfzig Rentner jeweils 14 Tage Erholung finden können. Voraussichtlich werden im nächsten Jahre in mehreren Teilen des Reiches weitere Erholungshäuser geschaffen werden. Auch im Rhe i n-Main-Kassel - Gebiet soll ein solches errichtet werden. Weiterhin ist eine erfreuliche Zusammenarbeit mit der NSV. erzielt worden. Diese Zusammenarbeit erfolgt nicht auf der überlebten Aufsassuna der Wohltätigkeit und der Charitas, sondern auf den Gedanken der G e meins chaftshil fe des ganzen Volkes für bas Volk, der auch der tiefste Sinn ber NSV. ist. Diese Zusammenarbeit mit ber NSV., die sich hervorragend bewährt hat, ist ein wesentlicher Fort-^ schritt ber 58 unb es arbeit. Aus dieser Selbsthilfeaktion wurde auch der Hilf sf onb für besonders bedürftige Rentner geschaffen, ber eine einmalige Hilfe in Notfällen gewährt. Weiterhin erstrebt der Reichsbund die Förderung der Errichtung von Rentnerwohnungen und -Wohnheimen an. Neben diesen Aufgaben bleibt es bas vornehmste Bestreben des Reichsbundes, die Rentner aus der Fürsorge herauszuführen und ihnen eine Versorgung zu schaffen. Der Vortragende ging näher auf die Gesetzgebung der letzten Jahre ein, durch die bereits wesentliche Verbesserungen in der Versorgung eingetreten sind. Am 1. Oktober ist eine weitere Verbesserung durch die Gesetzgebung zu erwarten. Die Hauptaufgabe des Bundes in der Zukunft wird es fein, diese Reichsversorgung und den engeren Zusammenschluß der Rentner zu erreichen, damit die Selbsthilfeaktton ausgedehnt werden kann und damit auch die Zusammenarbeit mit der NSV. sich ersprießlicher auswirken kann. Dem Vortrag schloß sich eine sehr anregende Aussprache an. Dem Bundesführer wurden viele praktische Vorschläge für die weitere Arbeit mit auf hen Weg gegeben. Der zweite Dag des Zoologenkongresses führte die Teilnehmer in stattlicher Zahl zu einer B e - sichtigung im Zoologischen Institut in der Bahnhofstraße zusammen. Die ausgezeichnete Ausstattung des Laboratoriums mit modernsten Forschungsapparaten, die dem Unterricht dienenden Einrichtungen sowie die reiche Sammlung von Lehrpräparaten und nicht zuletzt die kunstvoll gezeichneten Anschauungstafeln fanden großen Beifall Und Anerkennung. Immer wieder wurde von den Gästen dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß dies alles in so unzulänglichen Räumen untergebracht fein muß. Doriräge. Die wissenschaftliche Sitzung begann darauf im großen Hörsaal des Physiologischen Institutes mit dem zweiten Hauptreferat-, Professor Dr. Stamm er (Breslau) sprach über Ziele und Aufgaben ökologisch-tiergeographischer Untersuchungen in Deutschland. Sodann gab Professor Dr. Farkas (Szeged) in seinem Vortrag „Struktur und Funktion der Otolithen der Knochenfische" einer Auffassung Ausdruck, die eine angeregte Diskussion auslöste, lieber Farbwechsel und Gewebsentartung nach Nervendurchschneidung und Zerstörung gewisser Gehirnteile bei Stabheuschrecken berichtete Dr. P f l u g f e l d e r (Jena), wahrend Dr. Geruch (Leipzig) Untersuchungen' über die. Fortpflanzung einiger Tintenschneckenparasiten mitteilte. Die Frage, ob durch irgendwelche Einflüsse gerichtete Mutationen auftreten können, erörterte Professor Dr. Ludwig (Halle) in feinem Vortrag über „Ursachen der Evolution auf theoretischer und experimenteller Basis"; die bisherigen „lamarkistischen Persuche" wurden wegen zu geringer Generationenzahl als unbe- weisend abgelehnt. Filmvorführungen. Die Nachmittagssitzung war der Vorführung einer Reihe hochinteressanter Filme Vorbehalten. In röntgenkinematographischen Untersuchungen über die Vogelatmung führte Frl. Dr. Stanislaus (München) das Verhalten von Lunge und Luftsäcken einiger Vögel vor. Professor Dr. Stresemann (Berlin) konnte in prachtvollen Zeitlupenferien den Schwirrflug des Kolibri in feinen Einzelphasen zeigen, Dr5 Kuhl (Frankfurt), bekannt durch feine anschaulichen Zeitrafferfilme (von denen er auch ftüher hier in Gießen schon Proben zeigen konnte), bot einen Einblick in die Entwicklung des Blaufelchens, während Prof. Dr. Mirza (Aligarh, Indien), die Infektion des Menschen mit dem Medinawurm und die Behandlung des Leidens durch die eingeborenen Aerzte vorführte. Die Sitzung schloß mit dem Vortrag von Dr. Peters (Hamburg) über die Biologie der Wale. Der Redner, der bereits auf Einladung der Gießener Ortsgruppe des Deutschen Biologenverbandes vor einiger Zeit hier über seine Erlebnisse auf der ersten deutschen Walfangexpedition gesprochen hatte, bot eine Fülle z. T. farbiger Lichtbilder, die Einzelheiten aus der Biologie der riesigen Meeressäuger veranschaulichten. Eine Fahrt nach Bad-Nauheim zur Besichtigung der Kuranlagen sowie des Kerckhoff-Jnsti- tutes schloß sich an den wissenschaftlichen Teil an. Weitere Berichte folgen. E. K. Weihe einer neuen IG.-Eigenheimsie-lung. Lpd. Frankfurt a. M., 4. Juli. In Anwesenheit von Vertretern der Partei, des Gau-Heim- stättenamtes und der JG.-Farbenindustrie wurde jetzt in Frankfurt a. M.-Zeilsheim die dritte, 5 0 Häuser umfassende E i g e n h e i m s i e d - lung ihrer Bestimmung übergeben. Bei der Feier kam zum Ausdruck, daß die JG.-Fabenindustrie den Siedlern den Bau ihrer Eigenheime in jeder Hinsicht ermöglichen hals, daß aber das Werk des Führers und die nationalsozalistische Weltanschauung die Grundlage auch dieser Heimstätte gegeben habe. Roman von H Bxj“'1 daß '"«en^es lte «Ute rU« Md>enl&n « di« «M- >Wei i'.TÄS ch« L^durch ** Ssrä rlidfl von Dr.Pe. W* der Wale. Der lun9 der Gießener ogenoerbandes vor Erlebnisse aus der 'n gesprochen hatte, Wer, die Einzel- "tgen Meeressäuger auheim zur Ledes KerckhosfHnsth chaftlichen Teil an. E.K. Stanislaus und Luftsäcken Stresemann 'Eupenserien den ^rnzelphasen zei. !'annt durch seine n denen er auch *n Zeigen konnte), Kung des Blau. 'Za (Aligarh, mit dem Medina- Leidens durch die lfr'mMung. Luli. 3n 2Inwefen- >i, des Gau-Heim- benindusttie wurde jeim die dritte, 50 ioenheimsied' eben. Lei der Feier .gabeninbnftrie den )eime in jeder hin- das Werk des Fuh- he Weltanschauung tätte gegeben habe. [jenen Lidern war mb aus dem Logen -iterteü, die Renata e sie immer wieder ) hin, daß >°h gefalteten H°nde Schlaf hoch " ,r zusammengefallen nd nchtete sich Jjt die ttäneMsseN war dieKchlewie -rt ine Ahnung > > Ln° ft uni s'7"KL rf * •fee 9f,1"n5' -a-r, und zugleich yljgSiü jte 'l-'At'd? Kartens noch 3?’<“fÄrS HB' jZomev^ Sjj.-tfport Fisch, im Sommer besonders fettreich! einem 2-Liter°BMW.-Sportwagen in überragende pserdegespanne aus Marathonsahrl Aus der engeren Heimat «Niddaf Usingen Gretel Weber, die den vom auenverem efcppe** Ho^ldb. 1 Soeooe Siegerplakette für die Reichswettkämpfe der SA H. ' U • vier Rennen und bewies damit die Klasse des deutschen Sportwagens. • 8 738- ca. 54 • • 9738 -M 48 - Strecke) Marathonfahrt für Gespanne In Hamburg gegen Dänemark. In der Hansestadt Hamburg sind die Dänen am Sonntag unsere Gegner. Die Besetzung der einzelnen Wettbewerbe und auch ihre Auswahl ist anders als in den übrigen Länderkämpfen. Maßgeblich hierfür ist dft Tradition der Begegnungen, die der Norddeutsche Sportverband früher mit Dänemark austrug. So werden in den Läufen — hier fehlen übrigens die 200 Meter, die lange Hürdenstrecke, 4X100 und 4X400 Meter — auf jeder Seite drei Mann eingesetzt. Da die Dänen im Speer- und Hammerwerfen zu weit zurück sind, fehlen diese beiden Wettbewerbe. An einer klaren Niederlage werden unsere Hamburger Gäste nicht vorbeikommen, aber in verschiedenen Läufen schicken die Nordländer doch Könner in den Kampf, die auch einige Siege erringen werden. Deutschland stützt sich im Kampf gegen Dänemark in der Hauptsache auf norddeutsche Ächteten. Unsere Frauen gegen Holland. Rotterdam ist der Schauplatz des Kampfes unserer Leichtathletinnen gegen die „Meisjes". Neun Wettbewerbe umfaßt die Begegnung. Wenn unsere Frauen den Dorjahressieg — 58 :34 lautete damals das Ergebnis — wiederholen wollen, werden sie wirklich alles einsetzen müssen: denn die Holländerinnen haben diesmal den nicht zu unterschätzenden Vorteil der vertrauten Bahnverhältnisse und des einheimischen, sie sicher mächttg anseuernden Publi« kums. „Sicherheit zuerst!"- für „Rundum Schotten"! Kampfes, und gerade darin sind die Länderkämpfe mit der Schweiz immer vorbildlich gewesen. Zweimal war Frankfurt a. M. bereits Austragungsort des Kampfes: 1022 und 1928. Wir wissen, daß es auch diesmal prächtige Kämpfe geben wird. Der Engländer Aldington gewann auf ~ wchi°ngkai y-« iw, -Dan(: und Abs 3>u Tsch ? X Schank u&rr ben Abschj, besten Wüns L'-Rensche )ra j0 000 000 Tokio, ß SSS; w* öef)nunq nQn, T !!! K »le , -tzS f®?1’« t x"1 apW